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BIBLIOTHEEK
DIERGENEESKUNDE
UTRECHT
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RIJKSUNIVERSITEIT TE UTRECHT
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2427 282 9
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(o* rJr /Joy
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Lehrbuch
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Pharmakologie
für Tierärzte.
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Auf Grundlage des Arzneibuches für das Deutsche lleich und der Phannacopoea Austriaca, sowie mit Berücksichtigung der Fliarmakognosie, pliannaceutischen Chemie und Toxikologie
bearbeitet von
Dr. Georg Müller,
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l'rofossor an dor tioräirztliclion Hochschulo zu Dresden.
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Mit 71 Original Uolzsohultteu.
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Dresden.
G. Sohönfeld's Vorlagsbnohhaucllung. 1894.
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Vorrede.
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Das vorliegende Werk soll ein knapp und übersichtlich gehaltenes Lehrbuch der Pharmakologie in ihrem ganzen Umfang, also der Materia medica, Pharmakognosie und pliarmaceutischen Chemie darstellen und ist bestimmt, sowohl den Studierenden das Studium dieser Fächer und die Vorbereitung zum Examen zu erleichtern, als den ausübenden Tierärzten als Ratgeber zu dienen. Den letzteren zu Liebe wurde auch die Toxikologie in ihren Hauptgrundzügen berücksichtigt, während der Rezeptierkunde lediglich eine tabellarische Übersicht der einzelnen Arznaiformen gewidmet werden konnte.
Bei der Bearbeitung des Stoffes wurde die III. Ausgabe des Arzneibuches für das Deutsche Reich, einschliesslich der im Frühjahr 1894 von der ständigen Kommission zur Bearbeitung dieses Werkes empfohlenen neuen Arzneimittel und Abänderungen, sowie die VII. Ausgabe der österreichischen Pharmakopöe zu Grunde gelegt, so dass das Buch in gleicher Weise wie für die deutschen Veterinärmediziner auch für diejenigen des österreichischen Kaiserstaates verwendbar ist. Von den nicht oftizinellen Arzneimitteln wurden diejenigen ausführlicher besprochen, denen ein bleibender Wert für die Veterinärmedizin zukommt; der Rest fand wenigstens kurze Erwähnung. Neben den bereits bestehenden tierärztlichen Lehrbüchern der Arzneimittellehre und Toxikologie, deren Leserkreis durch Herausgabe seines Werkes verkleinern zu wollen dem Unterzeichneten selbstverständlich fern liegt, und den Publikationen der Tagespresse wurden bei der Zusammenstellung des Buches von medizinischen Werken u. a. benutzt: die Handbücher der Arzneimittellehre etc. von Binz, Böhm, Brunton, Cloetta-Filehne, Ewald, Fischer, Hager, Hirsch-Schneider. Husemann, Nothnagel-Rossbach, Tappeiner, Thoms, ferner die Lehrbücher der Toxikologie von Falck, Kobert, Dragendorff, Lewin
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und diejenigen der Pharmakognosie von Pltlokiger-Tsohiroh, Möller, Vogl und Wigand.
Die Einteilung des Stoffes geschah in der Hauptsache nach dem therapeutischen System, obgleich man sich nicht verhehlen konnte, dass eine derartige Gruppierung manches zu wünschen übrig liisst. Nichtsdestoweniger hofft der Verfasser, mit der von ihm getroffenen Einteilung und einem beigegebenen, sorgfaltig ausgearbeiteten therapeutischen Register der Übersichtlichkeit in vollstem Umfang Rechnung getragen zu haben.
Die bildlichen Darstellungen von Droguen und Giftpflanzen sind teils von dem Zeichner Herrn Eiebiger, teils von dem Studierenden Herrn \V o 1 f, teils von dem Verfasser fast durchgängig nach der Natur angefertigt und von dem Xylographen Herrn Schneider auf Holz übertragen worden. Die im Text verstreuten Rezepte wolle man lediglich als Übungsbeispiele für Anfänger betrachten.
Am Schluss des Buches sind Tabellen über die Aufbewahrung der Arzneimittel, sowie (zum Teil im Auszug) die Arzneitaxen von Sachsen, Preussen, Bayern und Österreich beigegeben worden.
Dresden, deu 20. August 1894.
Georg Müller.
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Verbesserungen und Druckfehler.
Seite 6, Zeile 6 und a, a. 0. muss es Anthelraintliiea, Seite 38, Überschrift Emollientia, Seite G9, Zeile 6 von unten Pasta Liquiritiae ilavaf, Seite 74, Zeile 21 Extraotum Quassiaef, Seite 87, Zeile 10 Aqua Cinnainomi spirituosat, Seite 130, Zeile 18 Ratanliiao, Seite 224, Zeile 13 Apomorphinhydroolilorid, Seite 2f)5, Zeile 3 von unten Khinanthus, Seite 364, Zeile 23 Amanita, Seite 372, Zeile 24 ourassavioa, Seite 4()0, Zeile 10 Herba Sabinaof heissen.
Seite 26, Zeile 6 und 7 sind hinter Aconitin und Karbolsäure Fragezeichen anzubringen.
Seite 112, Zeilo 2. Tinctura Cantharidum hat das Verhältnis von 1:10.
Seite 135, Zeilo 5 (Formol) ändere 0112 in (OH).,,.
Seite 138, Zeilo 14. Blelessig hat (nach Hager) die Formel 2(C.,H30,)2 Pb-(-Pb(OH).) 147H.)0.
Seite 103, Zeilo 28 (Formel) ändere HO in H2 0.
Seite 2i)4, Zeile 8. Die Formel für Naphthol ist C,,, H, . OH.
Seite 348, Zeile 1 und 4 ist statt hydroohloricum hydrobromicum zu lesen.
Seite 874, Zeile 20. Die Formel für Oxydicolchicin ist (Craquo;SH4, N06),0.
Seite 364, Zeile 31. Die (richtige) Formel für Arokolin siehe Seite 263.
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Inhaltsverzeichnis.
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Allgemeiner Teil.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Se.te
1,nbsp; BcKriffsbostimmung....................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;1
2.nbsp; Wirkung der Arzneimittel im allgemeinen............nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;1
S. Bedingungen der Atznelwirkung...............nbsp; nbsp; nbsp; 10
Anhang. Vergiftungen, ihre Erkennung und Behandlung im allgemeinen ...................nbsp; nbsp; nbsp;22
Spezieller Teil.
1. Kapitel. Protectiva. Dockmittel; Emollientia, erweichende
Mittel.......................nbsp; nbsp; nbsp;39
a)nbsp; Protectiva mucilaginosa................nbsp; nbsp; nbsp;41
b)nbsp; Protectiva amylacea.................nbsp; nbsp; nbsp; 49
c)nbsp; Protectiva adiposa..................nbsp; nbsp; nbsp; 51
Anhang.....................nbsp; nbsp; nbsp;66
ü, Kapitel, llophotica, einsaugende Mittel..........nbsp; nbsp; nbsp; ')2
8. Kapitel. Saccharina, Zuckerstoffo............nbsp; nbsp; nbsp; 66
4.nbsp; Kapitel. Amara, Bittermittol..............nbsp; nbsp; nbsp; 71
a) Amara pura....................nbsp; nbsp; nbsp; '2
h) Amara mucilaginosa.................nbsp; nbsp; nbsp; 76
c)nbsp; Amara salina .... ..............nbsp; nbsp; nbsp; 77
Anhang Pepsiuum und Pepsinpräparate.........nbsp; nbsp; nbsp; 78
5.nbsp; Kapitel. Gewürze...................nbsp; nbsp; nbsp; 79
a)nbsp; Stomachica und Carminativa..............nbsp; nbsp; nbsp; 80
b)nbsp; Schwache Diaphorotica und Diuretica...........nbsp; nbsp; nbsp; 92
o) Excitantia und Autispasmodica.............nbsp; nbsp; nbsp;96
d)nbsp; Milbentötende Mittel................nbsp; nbsp; 106
6.nbsp; Kapitel. Epispastica, Zugmittel (Eubofacientia und Vcsicantia) . .nbsp; nbsp; 109
7.nbsp; Kapitel Adstringentia, zusammenziehende Mittel.....nbsp; nbsp; 122
a)nbsp; Adstringentia tannica (Gerbsäure und gorbsäurohaltige Droguen) .nbsp; nbsp; 124
b)nbsp; Adstringentia ahmiinosa (Salze der Thonerdo)........nbsp; nbsp; 133
c)nbsp; Adstringentia metallica (Salze des Bleies, Zinks, Kupfers, Silbers,
Wismuts) ....................nbsp; nbsp; 136
8.nbsp; Kapitel. Caustica, Ätzmittel (Säuron und Alkalien)......nbsp; nbsp; 153
a)nbsp; Siiuron......................nbsp; nbsp; 154
b)nbsp; Alkalien.....................nbsp; nbsp; 164
I.nbsp; Freie Alkalien und Erdalkalien............nbsp; nbsp; 167
II.nbsp; Kohlensaure Alkalien und Erden...........nbsp; nbsp; 170
III.nbsp; Seifen.....................nbsp; nbsp; 175
IV.nbsp; Schwofelalkalien..................nbsp; nbsp; 178
9.nbsp; Kapitel. Expectorantia, den Auswurf befördernde Mittel . .nbsp; nbsp; 180
I. Ammoniakalien..................nbsp; nbsp; 131
II.nbsp; Saponinhaltige Droguen...............nbsp; nbsp; 187
III. Expektorierend wirkende ätherische Öle, Harze und Balsame .nbsp; nbsp; 190
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VI
Soito
10.nbsp; Kapitel. Diaphoretica, schwoisstroibendo Mittel.....nbsp; nbsp; 199
11.nbsp; Kapitel. Diuretica, harntreibende Mittel.........nbsp; nbsp; 205
a)nbsp; Spczilische Diuretica.................nbsp; nbsp; 208
b)nbsp; Salinische Diuretica.................nbsp; nbsp; 211
12.nbsp; Kapitel. Emetica, Brechmittel (Euminatoria. Wiederkauen anregende
Mittel)......................nbsp; nbsp; 216
lei, Kapitel. Cathartica, Abführmittel............nbsp; nbsp;231
I. Droguen, welche durch ihren Gehalt an Zucker und Pflanzen*
säuren abführend wirken.............nbsp; nbsp; 23igt;
II. Schwefel....................nbsp; nbsp; 236
III.nbsp; Fette öle der Euphorbiaceen: Ricinusöl, Krotonöl.....nbsp; nbsp; 238
IV.nbsp; Abführende Salze................nbsp; nbsp; 241
V. Aloe, Rhabarber, Sonnesblättor, Faulbaum, Kreuzdornbeeren .nbsp; nbsp; 244
VI. Jalapa, Koloquinthen, Podopbyllln, Gutti, Gottesgnadenkraut .nbsp; nbsp; 252
14.nbsp; Kapitel. Anthelminthica, Vermifuga, wurm treibende Mittel,
Wurmmittel............. ......nbsp; nbsp; 256
I, Rundwurmraittel.................nbsp; nbsp; 257
II. Bamlwurmmittel.................nbsp; nbsp; 261
15.nbsp; Kapitel. Antiseptica und Desinficientia (Antiscabiosa) ....nbsp; nbsp; 267 10. Kapitel. Narcotica..................nbsp; nbsp; 300
A.nbsp; Narcotica aus der Gruppe der Alkohole..........nbsp; nbsp; 300
I. Anacsthotica..................nbsp; nbsp; 301
II. Hvpnotica...................nbsp; nbsp; 313
Anhang....................nbsp; nbsp; 322
B.nbsp; Bromide der Alkalien................nbsp; nbsp; 323
C.nbsp; Blausäure enthaltende Mittel..............nbsp; nbsp; 3iJ6
D.nbsp; Narkotisch wirkende Alkaloide.............nbsp; nbsp; 331
1.nbsp; Alkaloide, welche vorzugsweise auf das Gehirn wirken . . .nbsp; nbsp; 332
2.nbsp; Alkaloide, welche vorzugsweise auf das Rückenmark wirken .nbsp; nbsp; 349
3.nbsp; Alkaloide, welche vorzugsweise auf Gehirn und Rückenmark
wirken...................nbsp; nbsp; 365
4.nbsp; Alkaloide, welche vorzugsweise auf das periphere Nerven-
system wirken.................nbsp; nbsp; 375
17.nbsp; Kapitel. Glykosido und einige andere nicht basische Sub-
stanzen von starkor Wirkung.............nbsp; nbsp; 380
I. Glykosido, welcho vorherrschend auf das Herz wirken (Herzgifte)nbsp; nbsp; 381 II. Glykoside (und Bitterstofl'oquot;), welche vorherrschend auf das
Gehirn oder verlängerte Mark wirken.........nbsp; nbsp; 390
18.nbsp; Kapitel. Odinegoga, wehentrei bendo Mittel........nbsp; nbsp; 394
19.nbsp; Kapitel. Antipyretiea, fieberwidrige Mittel........nbsp; nbsp; 402
20.nbsp; Kapitel. Pyretica, fiebererzeugonde Mittel........nbsp; nbsp; 420
21.nbsp; Kapitel. Spezifisch wirkende Plastica..........nbsp; nbsp; 424
22 Kapitel. Spezifisch wirkende Antiplastica........nbsp; nbsp; 443
I. Jod und Jodalkalien...............nbsp; nbsp; 443
II. Quecksilber und seine Verbindungen..........nbsp; nbsp;449
A n h a u g.
1. Vorzoichnis der in Deutschland und Österreich unter Verschluss und sehr
vorsichtig aufzubewahrenden Arzneimittel...........nbsp; nbsp; 461
3, Verzeichnis der in Deutschland und Österreich von den übrigen getrennt
und vorsichtig aufzubewahrenden Arzneimittel.........nbsp; nbsp; 461
3. Arzneitaxen für Sachsen, Proussen, Bayern und Österreich.....nbsp; nbsp; 462
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Vil
Soito
4. Taxen für Eezepturarbeiten in diesen Staaten..........478
6. Taxen dor Gofilsse in diesen Staaten.............480
Therapeutisches Register................481
Kegister der Mittel und Präparate.............488
Erklüriing der Kelchen.
Die im Arzneibuch für das Deutsche Reich enthaltenen Mittel sind durch *, die in der Pharmacopooa Austriaca enthaltenen durch f gekennzeichnet worden.
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10. 11. 12. 13. 14. 16. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 28. 24. 25. 26. 27. 28. 29. 80. 81. 32. 33. 34. 35. 36. 37. 38. 89.
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Verzeichnis der Abbildungen.
Sc.hematisohe Darstellung der wichtigsten Resorptions- und Exkretions-
stellen im Tierkörper..................nbsp; nbsp; nbsp;16
Samen einheimischer Solanoen in natürlicher Grosse und in Lupenver-
grösserung.....................nbsp; nbsp; nbsp;28
üeöffneto Kapsol und durch die Lupe vergrösserter Samen der Herbstzeitlosenbsp; nbsp; nbsp;29
Blatt von Helleborus viridis, um den dritten Teil verkleinert ....nbsp; nbsp; nbsp;29
Haare von Strychnossamon, stark vergrilssert..........nbsp; nbsp; nbsp;30
Kantharldonpulvor bei schwacher Vergrösserung..... ...nbsp; nbsp; nbsp;30
Sublimat von arseniger Säure, 250 fach vergrössert........nbsp; nbsp; nbsp;30
Apparat zum Arseniknachweis mittels Kohle..........nbsp; nbsp; nbsp;30
Radix Althaeae mundata auf dem Querschnitt..........nbsp; nbsp; nbsp;43
Semen Faenugraeci in natürlicher Grosse und vergrössert......nbsp; nbsp; nbsp;45
Stiirkemehl-Sorten bei 290 facher Vergrösserung.........nbsp; nbsp; nbsp;49
Lycopodium bei 290 facher Vergrösserung............nbsp; nbsp; nbsp;59
Haare von Gossypium herbaceum, stark vergrössert........nbsp; nbsp; nbsp;64
Radix Liquiritiae mundata auf dem Querschnitt.........nbsp; nbsp; nbsp;69
Radix Gentianao . . .................nbsp; nbsp; nbsp;78
Blühender Zweig von Erythraea Centaurium .... .....nbsp; nbsp; nbsp;75
Radix Colombo.....................nbsp; nbsp; nbsp;76
Blatt und Zweigspitze von Artemisia Absinthium.........nbsp; nbsp; nbsp;82
Rhizoma Calami...................nbsp; nbsp; nbsp;83
Fructus Carvi, vergrössert und auf dem Querschnitt........nbsp; nbsp; nbsp;84
Fructus Anisi, vergrössert und auf dem Querschnitt........nbsp; nbsp; nbsp;85
Fructus Foeniculi in natürlicher Grosso und auf dem Querschnitt ...nbsp; nbsp; nbsp;86
Floros Sambuci, vergrössert................nbsp; nbsp; nbsp;92
Flores Tiliae in natürlicher Grosso und vergrössert........nbsp; nbsp; nbsp;93
Radix Valerianae, verkleinert................nbsp; nbsp; 100
Flores Chamomillae...................nbsp; nbsp; 102
Folia Menthao piperitae..................nbsp; nbsp; 103
Flores Arnicae.....................nbsp; nbsp; 105
Lytta vesicatoria....................nbsp; nbsp; 111
Kantharidenpulvcr bei schwacher Vergrösserung.........nbsp; nbsp; 113
Euphorbium......................nbsp; nbsp; 115
Semen Sinapis, ungefähr 20 fach vergrössert...........nbsp; nbsp; 117
Spiegelrinde von Quorcus Robur...............nbsp; nbsp; 128
Folia Uvae Ursi in natürlicher Grosse.............nbsp; nbsp; 131
Rhizoma Tormentillae in natürlicher Grosse ..........nbsp; nbsp; 132
Radix Senegae, wenig verkleinert..............nbsp; nbsp; 189
Folia Jaborantli, um den dritten Teil verkleinert.........nbsp; nbsp; 201
Fructus Junipori in natürlicher Grosso und vergrössert......nbsp; nbsp; 208
Fructus Phellandrii in natürlicher Grosso und vergrössert......nbsp; nbsp; 209
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VIII
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Soito
40.nbsp; Frucht von Cicuta virosa, vcrgrussert.............nbsp; nbsp; 21U
41.nbsp; Eadix Ipeoaouanhae...................nbsp; nbsp; 219
42.nbsp; Rliizoma Veratri....................nbsp; nbsp; 220
43.nbsp; Somen Bloiui.....................nbsp; nbsp; 238
44.nbsp; nbsp;Somen Crotonis ....................nbsp; nbsp; 239
45.nbsp; Rhabarborjnilver bei SOOfaüher Vergrösserung..........nbsp; nbsp; 247
46.nbsp; Folia Sennao......................nbsp; nbsp; 250
47.nbsp; Cortex Frangulae....................nbsp; nbsp; 251
48.nbsp; Tiibera Jalapae, wenig verkleinert..............nbsp; nbsp; 263
49.nbsp; Plows Cinae, vergrössert.................nbsp; nbsp; 257
50.nbsp; Semen Arecae.....................nbsp; nbsp; 263
51.nbsp; Kamala bei 290faoher Vergrossorunj,'.............nbsp; nbsp; 265
52.nbsp; Atropa Belladonna.......... .........nbsp; nbsp; 342
53.nbsp; Hyoseyaimis nigor....................nbsp; nbsp; 343
54.nbsp; Blatt von Datura Stramonium...............nbsp; nbsp; 844
65.nbsp; Haare von Strychnossamen, stark vergrössert..........nbsp; nbsp; 350
56.nbsp; Semen Strychni....................nbsp; nbsp; 350
57.nbsp; Calabarbohne.....................nbsp; nbsp; 361
58.nbsp; Blatt von Nicotiana Tabaeum...............nbsp; nbsp; 366
59.nbsp; Tiibera Aconiti.....................nbsp; nbsp; 370
60.nbsp; (ieiilfnete Kapsel und Samen von Colchicum autumnale.......nbsp; nbsp; 374
61.nbsp; Coniuin maculatum...................nbsp; nbsp; 37G
62.nbsp; Blatt und Blüte von Digitalis purpurea............nbsp; nbsp; 384
63.nbsp; Semen Stroplianthi, wonig verkleinert.............nbsp; nbsp; 386
64.nbsp; Blatt von Helleborus viridis................nbsp; nbsp; 388
66.nbsp; Blattsegment von Cicuta virosa...............nbsp; nbsp; 392
6,6. Frucht von Cicuta virosa, vergrössert.............nbsp; nbsp; 393
67.nbsp; Matterkorn in natürlicher Grosse..............nbsp; nbsp; 395
68.nbsp; Mutterkorn auf dorn Querschnitt bei 290lachcr Vergrösserung ....nbsp; nbsp; 395
69.nbsp; Zweigspitzo von Juniperus Sabiua..............nbsp; nbsp; 400
70.nbsp; Längsschnitt aus der Kinde von Cinchona succirubra, stark vergrössert .nbsp; nbsp; 405
71.nbsp; Chinarinde, um das 2Sfache verkleinert...........nbsp; nbsp; 406
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Alkemeiner Teil.
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liegriffsbestimiming.
Pharmakologie ist die Lehre von allen nicht zur Nahrung dienenden Naturkörpern, welche vermöge ihrer chemischen Eigenschaften den lebenden Organismus in nützlicher oder schädlicher Weise beeinflussen.
Insofern sie in der orsteren Richtung wirken, also Krankheiten beseitigen, lindern oder verhüten (Prophylaxis), nennen wir sie Arzneimittel (Pharmaca, Medicamenta), insofern sie den Organismus schädigen oder vernichten. Gifte (Venena, Toxica). Die Lehre von den ersteren bezeichnet man als Arzneimittellehre (Materia medica, Pharmakologie im engeren Sinne), diejenige von den letzteren als Giftlehre (Toxikologie). Eine scharfe Trennung zwischen beiden Disciplinen ist kaum möglich, da viele Stoffe sowohl heilen als schaden können, je nachdem man sie z. B. in kleinen oder grossen Gaben dem Tierkörper einverleibt.
Als Voraussetzung zum Verständnis der Pharmakologie dient die Kenntnis der physikalischen und chemischen Eigentümlichkeiten der Arzneimittel, die Pharmakognosie und pharmaceutischo Chemie, welche beiden Wissenschaften, von vielen anderen Gründen abgesehen, schon deshalb für den Tierarzt grosso Wichtigkeit besitzen, weil derselbe in den meisten Staaten zur Selbstdispensierung berechtigt ist, also unter Umständen in die Lage kommen kann, die Echtheit der Droguen, Reinbeit der Chemikalien etc. prüfen und kontrollieren zu müssen
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Wirkung der Arziieiinitlcl im allgeineiuen.
Die Aktion der Arzneimittel ist, sobald man von gewissen Substanzen, die nur ihrer physikalischen Eigenschaften halber benutzt werden, (z. B. den deckenden und aufsaugenden Mitteln) absieht, lediglich chemischer Natur.
Der kleinere Teil von ibnen wirkt durch atomistisch-che-mische Vorgänge, d. h. es findet zwischen Molekülen der betreffen-
Mtlllor, riiarmnkoloBio.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 1
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den Substanz und der mit dieser in Berührung gehracliten organisclien Teile ein Austausch von Atomen und demnach Zersetzung. Fällung, Oxydation, Reduktion etc. statt. Es ist dies der Fall bei allen Agentien mit starken chemischen Verwandtschaften, z B. Laugen, Säuren, Schwer-melallsalzen, Halogenen, Phenol etc.; in entsprechender Konzentration mit Geweben (jeder Art) in Kontakt gebracht, rufen sie an denselben sofort grobe, schon makroskopisch sichtbare Veränderungen, wie Atzung, Schrumpfung etc. hervor. Charakteristisch für diese Mittel ist es, dass sie meist nur am Orte der ersten Berührung, an der'Applikationsstelle, eine derartige Wirkung äussern, sowie, dass sie auch auf organische Massen extra corpus eine chemische Aktion ausüben. Die im lebenden Gewebe sich anschliessende Entzündung und Demarkation ist ein reaktiver, sekundärer l'rozess, der nicht hierher gehört.
Der grössere Teil der Arzneimittel entfaltet dagegen auf den lebenden Organismus Wirkungen (bei manchen Mitteln sogar von sehr intensiver Art), trotzdem er zu den organischen Stoffen bemerkenswerte Affinitäten nicht besitzt (spezifisch-ph3rsiologisclie oder spezifische Wirkungen). Wahrscheinlich handelt es sich in solchen Fällen um molekular-chemisclie Vorgänge am Protoplasma der lebenden Zelle, sei es z. ß., dass durch Ein-schiebnng fremder oder auch nur eines fremden (d. h. der betreffenden Arzneisubstanz angehörenden) Moleküls zwischen diejenigen des Protoplasmas der molekul are Gleichgewichtszustand der Zelle gestört und auf diese Weise die Funktion derselben verändert (angeregt, geschwächt, gelähmt) wird, sei es, dass ähnliches schon durch den Ein-oder Austritt an und für sich normaler Protoplasmabestandteile (Wasser, Salze etc.) zu stände kommt. Allerdings ist es meist unmöglich, die an den Gewebselementen gesetzten Veränderungen durch die zur Zeit zur Verfügung stehenden Hilfsmittel zu erkennen, eine Thatsache, die indessen schon deshalb nicht auffallen kann, weil es vielfach auch nicht gelingt, auf andere Weise als durch die Abwesenheit der Lebensäussenmgen (Bewegimg, Vermehrung etc.) festzustellen, dass eine Zelle tot ist. Sicherlich haben sich beim Absterben derselben die tiefgehendsten molekular-chemischen Änderungen abgespielt.
Die wenigsten Substanzen von dieser Wirkungsrichtung nehmen alle Organe (Zellenkomplexe, Zellen) des Körpers gleichmässig in Angriff: die meisten wirken nur auf einige wenige ein, und zwar
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sind es dann diejenigen Teile, zu denen das betreffende Mittel die grösste chemische Verwandtschaft besitzt. Die Bindung der fremden Moleküle mit denjenigen des Protoplasmas und die am letzteren hervorgerufenen molekularen Änderungen sind in der Regel nur vorübergehend, da die Wirkung (nicht tödlicher Gaben) mehr oder weniger schnell verschwindet, verklingt, und die Substanz baldigst aus dem Organismus ausgeschieden oder in den Geweben desselben zerstört (verbrannt) oder in unwirksame Stoffe umgewandelt wird (siehe später). Manchmal kann es aber vorkommen, besonders nach sehr grossen oder oft wiederholten Gaben, dass auch nach Austritt der fremden Moleküle eine sofortige oder wenigstens baldige ßück-kebr zum- ursprünglichen Verhalten nicht erfolgt, sondern länger dauernde oder sogar bleibende Veränderungen (Folgewirkungen, Nachwirkungen, gegenüber den ursprünglichen, eigentlichen Wirkungen) resultieren (Kurerfolg, chronische Vergiftung).
Bei der Prüfung einer Arzneisubstanz auf ihr Verhalten zum Tierkörper ist indessen nicht nur die oben geschilderte direkte (primäre) Wirkung, die ihrerseits wieder örtlich oder entfernt (siehe unten) erfolgen kann, zu berücksichtigen, sondern auch die indirekte (sekundäre) Wirkung. So ist z. B. Strychnin ein Gift, welches Krämpfe dadurch bewirkt, class es die Reflexerregbarkeit des ganzen centralen Nervensystems, besonders des Rückenmarkes, in ausserordentlicher Meise steigert. Auf jeden äusseren, durch ein Sinnesorgan vermittelten Reiz folgt tetanischer Krampf aller Skelettmuskeln Derselbe ist in diesem Palle eine direkte, primäre Wirkung. Dongegenüber giebt es gewisse Gifte, welche Krämpfe hervorrufen, trotzdem sie kein Reizmittel für die Nervencentren bilden. Es sind dies unter anderen alle jene Substanzen, welche Atmungslähmung und somit Cyanose, Pulsverlangsamung, Dyspnoe erzeugen. Sobald die Kohlensäure-Ansammlung einen gewissen Grad erreicht hat, treten allgemeine Krämpfe der Körpermuskeln ein (indirekte, sekundäre Wirkung der gedachten Substanzen). Auch die an die Verätzung sich anschliessende demarkierendequot; Entzündung ist als hierher gehörig zu betrachten.
Es war oben von einer örtlichen und einer entfernten Wirkung die Rede Örtlich (lokal) nennt man die Wirkung, welche die Arzneisubstanz auf die Gewebsbestandteile am Orte der Applikation ausübt, entfernt (resorptiv) diejenige, welche sie nach ihrer Re-
1*
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sovption und Aufnahme in die Cirkulation in entfernten Organen, zu denen sie mittels des Blutes gelangte, entfaltet. Streng genommen ist also auch diese entferntequot; Wirkung in letzter Instanz nur eine örtliche. Ein Teil der Arzneimittel entfaltet nur örtliche, ein anderer nur entfernte, ein dritter sowohl örtliche als entfernte Wirkungen. Die Mehrzahl der örtlichen Wirkungen ist auf ato-mistisoh-chemische, die hei weitem grösste Mehrzahl der entfernten Wirkungen auf molekular-chemische Vorgänge zurückzuführen.
In Folgendem sind zum leichteren Verständnis der pharmakologischen Terminologie und zur bequemeren Orientierung im speziellen Teile des Buches die Arzneimittel nach ihren hauptsächlichsten, bis jetzt bekannten oder auch nur vermuteten Wirkungen zusammen gestellt worden.
Abortiva im engeren Sinne sind .Substanzen, welche vor Beendigung dar Tragezeit die Ausstossung der Frucht bewirken (siehe Odinegoga); im weiteren Sinne begreift mau unter dieser Benennung alle diejenigen Stoffe, wolehe den weiteren Vorlauf oder die weitere Entwicklung einer Krankheit unterbrechen; Brechmittel oder Diaphoretica bei Katarrhen, Abführmittel bei Öastrizismen, Des-inlieientien bei Wuudiufoktionskraukheiten etc.
Absorbeiitia nennt man Arznoistotl'e, welche Gase oder Flüssigkeiten auf physikalischem oder chemischem Wege ,,bindenquot;: Holzkohle, hydrophilequot; Verbandstoffe, Magnesia nstu, Magnesium-, Kalium-, Natrium-, Calciumknvbonat, Kalkwasser, Soifonwassor etc. (siehe auch Kophotica).
Adstringentia^ Adstriotoria sind Mittel, welche die Fälligkeit besitzen, den Geweben einen höheren Grad von Konsistenz, Dichtheit, Derbheit, Straffheit zu verleihen (siehe das betr. Kapitel im speziellen Teil).
Aggliitinantia, siehe Einolliontia.
AUcniniia, Metasynoritica, Antidyscratica nannten die älteren Arzte Substanzen, welche den Ernährungsvorgängen, dem Stoffwechsel eine derartig ab-weichondo Richtung erteilen sollten, dass bestehende krankhafte Zustände besonders chronischer Natur Dyskrasion, hartnäckige Nervenleiden, invoterierte Hautausschläge etc. verschwinden. Man schrieb diese Fähigkeit besonders dem Quecksilber, Arsenik, Antimon, Phosphor, der Condurangorinde etc. zu.
Auaesthetica sind Mittel, welche das Gefühlsvermiigen und das Bewusstsein aufheben: Chloroform, Äther, Chloralhydrat, Metbylal, Bromäther, Morphium, Cocain etc. Insofern sio zur Beschwichtigung bestehender Schmerzen dienen, hat man sio als Anodyna bezeichnet.
Analeplica, siehe Excitantia.
Auaphrodlshica. Antaphrodisiaca nennt man Mittel, welche den Geschlechtstrieb oder wenigstens die krankhaft gesteigerte Gcschlechtslnst zum Schwinden bringen: Morphin, Bromsalzo, Chloralhydrat, Kampfer (?), Cannabis (?) etc.
Anodyna, siehe Anaesthot.ica.
Vritacida. Neutralisantia werden diejenigen Substanzen genannt, welche Säuren neutralisieren: Kali, Natron, Magnesia, Calcaria und deren Karbonate.
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Aiiteinctlcn sind Mittel, vvelobe Brechen stillten: Kohlensaure (Nutrivimbi-karbonat), Opium, ChlomCorm (intern), Bromsalzo, A(|. Kreosoti, Mentlia, Va-loriana, Cliamomilla, Kafluo.
Aiitcpizoa, siehe Antiparasitica.
Autlinciiioriiiagicn, siehe Haomostatiea. * Aiitlioliniiiticn, Vermifnga, siehe Antiparasitica.
Antidota sind alle Arzneimittel, weleho gegon Vergiftungen Anwendung linden (siehe im Anhange zum 1, Teil).
Aiüid.vscrulica, siehe Alterantia. #9830; Antifobriliii, siehe Antipyretioa,
Auligalacticn, Alaotloa, Laotifuga nennt man Mittel, daroh welche sich ein BUokgang der Milobsekretion erzielen lassen soll: Tannioa, Alaun, Jodkalium, Atro-pin, Bromsalze, sowie Dluretioa, Dlaphoretioa, Diarrhoioa und Ptyalagoga.
Autiliidroticil, Anthidrotica sind Substanzen, welche die abnonno Schweiss-absonderung dor Haut bekämpfen: Atropin, Agaricin etc.
Autiparalj'tlca sind gegen Lähmungen wirksame Mittel; Strychnin, Brucin, Vcratrin, Collbin, Coca'm, Qiftsumaoh (Tinct. u. Extr, Toxicodendri), in gewisser Beziehung auch die Excitaution.
Antiparasitica Schmarotzerniittel - worden Stoffe genannt, welche zur Beseitigung der auf der KörperoborMäche und im Inneren vorkommenden Schmarotzer dienen. Man teilt sie in Wurmmittel Anthelmintica, Vcrmiluga welche die im Innern des Körpers lebenden, zu den Eingeweidewürmern gehörigen Schmarotzer vernichten, und in Antepizon, welche gegen die auf der Haut lobenden Schmarotzer Verwendung finden. Insofern sie Milben töten, hat man sie auch Antlsoabiosa genannt. Die Wurmmittelquot; sind im speziellen Teile aufzusuchen, die gebräuchlichston Antcpizoa sind: Aciduni carbolicum, Kreosot, Kreolin, Pcrubalsam, Styvax, Petroleum, Tabak, Unguentum cinereum, Sublimat, Jod, Insektenpulver u. a.
Autiphlogistica, entziindungswidrigo Mittel, z, B. Quecksilbersalbe, Ealomel, Adstriugenticn, Antlseptica, Schleime, Fette etc.
Antiplaslica sind gleichbedeutend teils mit Kesolventia, teils mit Alterantia und Dysplastica (siehe auch das mit Antiplasticaquot; überschriebeno Kapitel im speziellen Teil).
Autipyretica, Febrifuga, Antifobrilia, Antitypica nennt man Mittel, welche gegen Eiebor wirksam sind (siehe das besondere Kapitel im speziellen Teil).
Aiitirhcuiuatica sind gegen rheumatische Schmerzen wirksame Arzneien: intern Salioylsiiuro, Salol, Antipyriu (auch subkutan), Acetanilid, Morphin (auch subkutan), Tartarus stibiatus, Colchicum, Veratrum, Ichthyol; extern Ichthyol, ätherische Öle, Spirituosa, Salmiakgeist etc.
Antiscabiusa, siehe Antiparasitica.
Autiseplica, Antlputrida, Antiformentativa, Antizymotica, Kolyseptloa, Des-inliciontin bedeuten Mittel, welche im stände sind, entweder dio Weiterentwicklung, das Wachstum der Bakterien (Spaltpilze. Mikroben) v# verhindern (Antiseptica im engeren Sinne) oder ihr Leben völlig ZU vernichten (Desiuiicientien im engeren Sinne). Weiteres siehe in einem besonderen Kapitel des speziellen Teils.
Autislnlagogn sind Mittel gegen Speiohelflussi Atropin. Säuron, Adstriugenticn, Kalium chloricmn etc.
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Aiitis|tiisui(Mlicii. Antispastica, Antitotanica, Autioonvulsiva nonnt man Mittel, welche Kriimpfoquot; beseitigen können; Morphin, Hromsalzo, Chlovofoim, Äther, Chloralhydrat, Sulfonal, Curare, Coniin, iithorisoho Öle etc. I Antizymotica, siclie Antiseptica.
Aperieiftia, Aporitiva, siehe Cathartica.
Aplnodisiaca, Erotica, don Geschleohtsbetl'ieb, die Begattungslust anregende Mittel: Kantharidon, Maiwünnor (Jloloö majalis), in gewisser Beziehung auch Gewürze und Alooholloa, , ISoclilca, Mittel gegen Husten (siehe Expectorantia).
Cardlaca, Cardiotonioa heissen die lt;las Herz eiTOJgendeu und kräftigenden Mittel: Digitalis, Scilla, Adonis, Convallaria, Strophanthus, Hellohorus, Coffoin, Veratrin etc , in mancher Hinsicht auch die Excitantia.
inbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Cariiiliiativn, blähungstrelbende Mittel, nennt man Stollb, die im stände
sind, im Yerdauungskanal angesammelte Claso durch die natürlichen Wege auszutreiben (siehe den speziellen Teil).
1 Cathartica, Abführmittel (siehe den speziellen Teil), i Caustica, Cauteria, Ätzmittel (siehe den speziellen Teil). Cholagogn, GallenabsonderunK anregende Mittel: Aloe, Eheura, Senna, Podo-phyllin, Coloquinthen, Ipecacuanha, Glaubersalz, Tartarus natronatus und dopuratus, Natrium salioylloum und benzoieum u. a.
Coa^iilantia, Couglutinantia, siehe Styptica.
Contontiva, vereinigende Mittel, dienen zur Vereinigung von Qewebs-trennuugen (Wundon, Frakturen): Collodium, Heftpflaster, Leim, Gips, Tripolith otc. 1nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Corrosiva, siehe Caustloa,
Itciuiilcontin, siehe Emollientia,
Dcrivautia, ableitende Mittel: ätherische Öle, Sinapismeu, Vesikatorlen und andere Hautreizequot;, Klystlere, Laxautien etc.
Dormatica, Hautmittel, sind im weiteren Sinne alle Substanzen, welche gegen Hautkrankheiten Benutzung linden (Antiparnsitica, Antiseptica, Anti-scabiosa, Emollientia etc.). Im engeren Sinne bezeichnet man als Dermatica Steife, welche die Thiitigkeit der S chwoissdrüeon anregen (Diaphoretica) oder nutev-drücken (Antihidrotica).
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Diagiiosiica sind Substanzen, welche die Erkennung von Krankheiten erleichtern: Tubcrkuliu, Mallcin. ^/.. *nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;IHaphorotica,' Diapnoica, Sudoi'ifera nennt man Mittel, welche die
wässerigen Ausscheidungen der Haut erhöhen (siehe das besondere Kapitel im speziellen Teil). *nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; JJigestiva, Digerentia bezeichnet man 1) diejenigen inneren Mittel, welche
die verdauende Lösung der Nahrungsmittel und somit die Aufnahme derselben in die Säftemasse des Körpers befördern, sei es, dass sie durch ihren Reiz auf den Magen und Darm die Sekretion der Venlauuugsllü.ssigkeiten steigern (Karbonate und Chloride der Alkalien, Gewürze, Alcoholica), sei es, dass sie direkt die zur Verdauung erforderlichen Lösungsmittel und Fermente liefern (Pepsin, Malzauszug, Salzsäure etc.); und 2) diejenigen iiussoren Mittel, welche die Orunulationsbildung bez. Ausheilung von Wunden und Geschwüren beschleunigen (Perubalsam, Terpentin, Aloe, Myrrhe u, a.).
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Disciitioutin, Dissolventla, siehe Besolventin. 1 IMiiretioa, harntreibende ^littol, sioho das besondere Kapitel im speziellen Teil ,^'-quot;#9632;'f Dnistitm, sioho ('atluirticii.
DyBplastloa nannten die alten Ärzte Mittel, welche das Bildungsleben im allgomelnen und lokal hemmen. Man schrieb diese Eigenschaft den meisten Sohwermetailen, ferner auch dein Jod, Brom etc. zu.
Kcltoliea, siolie Odinegoga. gt; Eccoprotica, sielio Cathartioa, l Kmcticn, Brechmittel, siehe den speziellen Teil.
Emeto-culliiirlicii, Elmeto*purgantia sind Mittel, welche Erbrechen und Durchfall Zllgieloh bewirken: Brechweinstein, Ipecacuanha, Jalapa etc.
raquo; Emineuagoga) siehe Odinegoga, raquo;,,.. n^tl
1 Emollioiitlii, Beloxantia nennt man Substanzen, welche die Fähigkeit besitzen, die Haut odor andere direkt zugängliche (Jebildo aufzulockern, zu erweichen, zu erschlaffen, ihnen ihre normale oder abnorme Spannung zu nehmen: Fette, Langen, Seilen, Glycerin, Salicyliil. Weiteros siehe im speziellen Teil. ^nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Kpispitstica, Zagmittel, Hautreizmittel; siebe das besondere Kapitel im
speziellen Teil,
Krrliiiin, Stornutatoria, Ptarmica sind Mittel, welche Niesen erregen: alle Acria, besonders Euphorhium, Nieswurz, Tabak, Pfeffer.
lOiiplatstica, Plastioa werden Substanzen genannt, welche bei längerem Gebrauch die Ernährung des Körpers im allgemeinen oder auch den örtlichen Bildungsprozess befördern: Eisen, verschiedene Salze, Gewürze, Adstringenticn, in gewisser Beziehung auch Chinin, Phosphor, Arsenik etc. (siehe spez. Teil). Manche wollen unter Plastica nur die Nahrungsmittel (Nutrientia) verstanden wissen.
Kvacunntia nennt mau alle Arzneimittel, welche die Se- und Excretlonen vermehren : Cathartioa, Diureticn, Diaphoreüca, Btyalagoga, Cholagoga otlt;:.
Exoltantla, erregende Mittel. Man versteht darunter in der neueren Zeit mir noch solche Stolle, welche nach ihrer Kosorption die Symptome gesteigerter Herzarbelt und beschleunigter Girkulation volleren Puls, Wärme der Haut, Rötung der sichtbaren Schleimhäute etc, hervorrufen, also belebend wirken (Analeptica, belobende Mittel): Alcoholica, Äther Kampler, viele ätherische Öle, Kaffee, Thee, Coca, Ammonverbindungen etc. Nnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Kxpcctorniilia, Auswurf beliirdeinde Mittel, sielio Im speziellen Teil.
Expellentia, sioho Odinegoga. \nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; EKsiccantia, austrocknende Mittel; sie rekrutieren sich teils aus der Gruppe
der Kophetica, teils aus derjenigen der Adstringentia, %nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Febrifugn, sielio Antifebrilia.
\nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Galaotopliora, Galactopoea, Galaotagoga, Laotagoga sind Mittel,
welche die Milchsekrotion befördern. Man schreibt namentlich den ätherisch-öligen Mitteln (Fenchel, Coriander, Anis etc.), den Alkalien, Antimonialien und dein Schwefel eine derartige Fähigkeit zu, doch ist stark zu bezweifeln, ob diese Annahme zutrifft,
Gcnica, Geschlechts-, Sexualmittels Sammelname für Odinegoga (siebe diese) und die beim Tiere nicht in Frage kommenden Antigono rrhoica (Trippermittel). \ llariiiostallcn,. HaomntoBtatica, blutstillende Mittel, sind entweder Conglu-
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tiiuuitia (I. h. (die Mündungen dor goöffnoton Gefiisso) verklobonde, zusammon-klobende Mittel: Gummi urabienin. Farina Tritici, Colophonium, Collodiura ete., odor Styptioa (sioho dioso). Inbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; llydragogu, \Vassor ausliilirciulo Mittel: Diaphoretica, Diuretica, Ptyalagoga,
Cathartioa, Inbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ll.vpiiutiua, sdilafmaehendo Mittel: intern Morphin, Chloral, Urothan, Brom-
sulze, Sulfoiud, Cannabis und viele andere; extern Bronisalzo odor Chloral (als Kljstior), Morphin und Urethan (subkutan).
liiolM'iiintin, berauschende Mittel. 'nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;luvülvcutia, siehe Protectiva.
/nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Koratolyticn nennt man nach Unna Mittel, welche hyportrophischo oder
sonstwie veränderte Ilornschichton der allgemeinen Decke zur Erweichung, Ixisung, Abschiebung zu bringen vermögen, zum Untorschiod von den Keratoplastica, welche im stände sind, gequellte Hornschichton auszutrocknen, sowie verloren gegangene zu ersetzen. Zu der ersten Gruppe gehören die Alkalien, Seifen, Salieyl-siinre, unter gewissen Bedingungen auch Teer und Ichthyol; zur z weiten Gruppe rechnet man Schwefel, Pyrogallol, Chrysarobin, Kesorcin, Ichthyol, Thiel, bedingungsweise auch gewisse Verbindungen der Sohwermetalle, * Loiiiciitia, Lenitiva, siehe Cathartlpa. '#9632;')nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Lithngogn, Harnsteine und Horngries ausführende Mittel: Diuretica.
LitholytlOA) Lithontriptioa sind Substanzen, welche Blasensteino auflösen oder deren Bildung vorhindern: Milchsäure, Kalium- oder Lithiumsalze, Boracit, Terpentinöl, in gewisser Beziehung auch die übrigen Diureticaquot;.
Lnbricnutia, siohe Protectiva.
Maturaiitia nennt man Stoffe, welche den Übergang in Eiterung begünstigen; Fette, Terpentin, gelinde Scharfsalben, Kataplasmen etc.
Motasyiicrilica, siehe Alterautia.
Mydriatica sind Mittel, welche eine Erweiterung der Pupille zur Folge haben: Atropin und verwandte Stoffe,
Myotioo sind Mittel, welche die Pupille verengern: Physostigmin, Pilokarpin, Muscarin u. a.
Narootion nannte man ursprünglich nur Arzneistolfe, wclcho Gofühl- und Bewusstlosigkeit hervorrufen. Späterhin wurde der Begriff wesentlich erweitert und zwischen Sodativa, Tetauica und Narcotica acria unterschieden, Zu der ersten Gruppe rechnete man Mittel von schmerzstillender, krampfstillender, hypnotischer, also die Sensibilität und Mobilität herabsetzender Wirkung (siehe Anaes-thetica, Anodyua, Autispasmodioa, Hypnotica); zu der zweiten Gruppe Mittel von Mobilität und Reflexerregbarkeit steigernder, also unter Umständen krnmpfmaohender Wirkung (siehe Excitantia und Äntiparalytlca); zu der letzten schliesslich Mittel, welche neben dor entfernten aufs Nervensystem noch eine örtliche, sehr heftige Wirkung entfalten (Veratrin, Colchicin, Sabadilla, Oleander, Toxicodendron etc.). Siehe auch den Anhang zum 1. Teil.
Xorvina, Neurotica, Nervenmittel, in der Kegel gleichbedeutend mit Narcotica im weiteren Sinne.
raquo;plirica, soviel wie Diuretica und Litholytica.
Nentrallsautlfi) soviel wie Antacida,
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Nntrieiitia, ernährende Mittel, bilden don Übergang zu don Nahrungsmitteln! Olcosa, Saooharlna, Albumlnosa etc.
OliMtipnutia, Obstruentia sind Mittel, \relohe Durchfall beseitigen: Gerbsäure und gerbsäurebnltlge Droguen, Colombo, Goto, Bucco, Ipeoaouanba, Opium, Argen-turn nitrioum, Wismutpraeparate, Kreosot, Creta, Mucllaglnosa,
Obtpgeutia, sioho Proteotlva.
Odinogoga, Eobolioa, Parturefaoientla, Expellentla, webentrei-bende Mittel; siehe das besondere Kapitel hu speziellen Teil,
riingndaoiiica nennt man gesohwdrreinigende Mittel; Queoksilberoxyd, Sublimat, Chlorzink, Antimonbutter, Höllenstein, Aqua phagadaenloa etc.
l'lastica, siehe Euplastioa,
riiouinalica, sioho Expectorantin.
Protcctiva, Scopastiea, Obtegentia, favolventla sind Mittel, welche auf entzündeten, verwundeten, gesohwürigen Stollen der Haut und Schleimhaut einen Überzug, oino Uocko zu bilden vermögen, die der Einwirkung äusserer (ohemisoher, tbermlscher, mcohanlsoher) Sehädllohkeiton Widerstand entgegensetzt und die nor-inale Heilung ermöglicht. Viele von ihnen dienen auch als Klebende oder schlüpfrig machende Mittel (Agglutinantia, Lubricantia). Weiteres siehe im speziellen Teil.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;vv,
IHyalagoga, siehe Salivantia.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ' h j,
rurganIia, siehe Cathartiea.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;. '
Kcfrigerautia, Tomperantia, kiildeiule, d, h. knnlendschmeckende Mittel: verdünnte Säuren, Salpeter, Salmiak, Tartarus dep. etc.
Ilelaxantia, siehe Emollientia.
Kesolveutia, Hesorbeutia, auflösende, zerteilende Mittel, nennt mau im all-gemeinen solche Arzueisubstapzen, welche pathologisohe Produkte zu erweichen, zu schmelzen, der Resorption zuzuführen vermögen: Alkalien, Jodmittel, Merkurialien, Kampfer, Schwefel (?), Antimonialion (?) (siehe auch Altcrautia). Die älteren Arzte bezeichneten als Eesolventia auch Stoffe, welche .Stockungen im Pfortadersystem beseitigen: Aloe, Ehoum, Senna, Jalapa, Glaubersalz etc.
Kcvulsuria, siehe Derivatoria.
Roboi'anlia, stärkende Mittel: Amara pura und aromatica. Eisen, Chinin, Adstringentia, Nutritiva,
Kophclica. Imbihentia, einsaugende Mittel, nennt man Substanzen, welche infolge ihrer Capillarität oder Porosität Flüssigkeiten aufzusaugen vermögen und bei dieser Gelegenheit zugleich ihr Volumen vermehren (Anwendung: zu Rcinigungs-zweoken, zur Blutstillung, zur Erweiterung von normalen oder abnormen Kanälen, zur Applikation von Flüssigkeiten [Fomentum] etc.): Schwämme, hydrophile Verbandstoffe, Lanunaria- und Tupelostifte etc. Weiteres siehe im speziellen Teil.
Kiibefaciciitia, siehe Epispnstica.
Kimiinaloria sind Mittel, welche das Wiederkauen anregen: Tartarus stilna-tus, Rhizoma Veratri, Fol Niootlanae, 01. Terelunthinae, Alkohol, Eserin, Pilocarpln etc., in gewisser Beziehung auch Salzsäure und die Amara pura und avom'atica,
Salivantia, Sialagoga nennt man Speichelilliss machende Mittel: Pilo-karpin, Muscarln, Eserin, Quecksilber, Jod, Gewürze.
ScopastiOA) siehe Protectiva.
Sodaniia, Sedatlva, siehe Narootlca, Jj^d-
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SnimiilVia, sielii! Hypnotloa.
SteruatatorlA) siehe Errhlna.
siiiiiiiliiiiiia, lloizmittol, gleiohbedeutend mit Excitantia.
Sldiiiiicliicraquo; iioimt man solche Mittel, welche die Verdauung stärken, die Magentbfttigkelt anregen: Aniara, (iowiirze, .Salzsäure, Alkalien bez. Kochsalz und Natrivuubioarbonat, Alkohol etc.
Styptica könnte man alle zusammenziehendquot; wirkenden Substanzen (Adstringentia) nennen; gewöhnlioll vorsteht man aber darunter diejenigen Jlaemostatica, welche blutstillend entweder durch Beförderung der Gerinnung dos lilutos oder durch Kontraktion der geöffneten Gefässo bez. des umgebenden Gewebes wirken: extern Adstringontion pllanzlichor und metallischer Natur, Säuren, Eisenchlorid, Aq. Kreosoti, Terpentinöl etc.; intern Seeale cornutum, Rhizoina Hydrastis, Radix Gossypü, pflanzliche und metallisohe A.dstriageutien (?), Säuren (?).
T(Mii|)urniitia, siehe Refrigorantia.
Tonica, gleiohbedeutend mit Adstringentia und Roborantia.
Vesicautla, siehe Epispastioa
Vomitorla, Vomitiva, siehe Emetica
I{elaquo;liiiguiilaquo;cii der Arzneiwirkniig'.
Die Wirkung der Arzneimittel ist von einer Reihe von Verluilt-nissen abhängig, welche man als Bedingungen der Arzneiwirkung bezeichnet. Es sind folgende hervorzuheben:
1. Die Quantität, in welcher die Arzneisubstanz zur V e r vf e n d u n g k o m m t
Die Menge, in welcher ein Arzneimittel unter gewöhnlichen Verhältnissen verabreicht wird, bezeichnet man als Dosis medici-nalis s. therapeutica und unterscheidet je nach der erstrebten Wirkungsintensität kleine, mittlere und grosse Dosen (Gaben) oder iiuoli Minimaldosen und Maximaldosen. Kleinere als die Minimaldosen sind unwirksam, grössero als die Maximaldosen giftig (Dosis toxica) bez. tödlich (Dosis letalis). Manche Mittel wirken in kleiner, gebrochener Gabe (Dosis refraeta) wesentlich anders als in voller Gabe (Dosis plena). So entfaltet z. 13. Rhabarber in gebrochener Gabe ionisierende oder selbst stopfende, in voller kathar-tisohe, Breohweinstein expektorierende und diaphoretische (?) bez. emetische und kathartische, Alkohol erregende bez. narkotische Wirkungen Indessen bringen wechselnde (iahen nicht immer in. o w. entgegengesetzte Wirkungen hervor; manchmal erzielt man durch sehr kleine und sehr grosse Dosen ganz ähnliche Symptome. So bewirken sehr kleine Digitalisgaben Pulsverlangsamung, grüssere beschleunigen den Puls, sehr grosso setzen ihn wieder herab, wobei allerdings die Qualität des Pulses eine erheblich andere wird.
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Es ist selbstverständlich, duss die verschiedenen Tierspezies verschieden grosse Dosen beanspruchen, und man kann auch jetzt noch die alte Angabe, dass sich die Gabenhüho für grosse, mittlere und kleine Haustiere wie 12:4:1 verhalte, oder genauer, dass man einem Rind 15 Teile, einem Pferd lü Teile, einem Schaf oder einer Ziege 6 Teile, einem Schwein 2 Teile, einem Hund einen Teil und einer Katze einen halben Teil der Arzneisubstanz verabreichen solle, als für viele Fälle durchaus zutreffend erachten,
Manchmal wird man seinen Zweck mit einer Gabe erreichen, viel hiudiger wird sich eine Wiederholung derselben notwendig machen. Wann dieselbe vorzunehmen ist, richtet sich teils nach der Wirkungsdauer der ersten (bez. vorhergehenden) Gabe, teils, und zwar nicht zum wenigsten, nach der Geschwindigkeit der Ausscheidung (oder Umwandlung) des betreuenden Arzneimittels (siehe unten). Meist fallen allerdings beide Punkte zusammen, d. h. die Wirkung erlischt, sobald das Mittel aus dem Organismus verschwindet. Schenkt man diesen Verhältnissen keine Aufmerksamkeit, so kann es durch zu schnelle Repetition der Gaben zu einer Kumulation der Arzneiwirkung kommen, d. h. es können mit einem Male die sonst nur nach sehr grossen Dosen der betr. Arzneisubstanz eintretenden Erscheinungen sich geltend machen. Nur graduell verschieden von der Kumulation ist die Summation der Gaben, die dann auftritt, wenn eine neue Gabe zu einer Zeit verabreicht wird, wo sich die alte noch in starker Wirksamkeit befindet.
Als Gegensatz der Kumulation bezeichnet man meist die Toleranz der Arznei Wirkung, welche bei einer verhältnismässig kleinen Anzahl von Mitteln dann zu stände kommt, wenn man dieselben längere Zeit in kleinen Gaben verabreicht. Wahrscheinlich beruht die sich dann entwickelnde Abstumpfung der Empfindlichkeit darauf, dass den genannten Substanzen gegenüber eine Anpassung des Organismus stattfindet und sich mit der Zeit in demselben dauernde physiologische Veränderungen herausbilden, durch welche der weitere Bezug geradezu zur Notwendigkeit, zum Hedürfnis wird. Möglicherweise tritt neben der Angewöhnung der Gewebe zu gleicher Zeit eine langsamere Resorption und schnellere Ausscheidung ein (Brunton). Zur Erzeugung kumulativer Wirkungen disponieren z B. Digitalisblätter, Kalomel, Strychnin, Jod etc., zum Eintritt von Toleranz Morphin, Cocain, Spirituosa, ätherische Öle, Arsenik etc.
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2. Die Applikationsstelle der Arzneisubstanz.
Die Resorption (Absorption, Aufsaugung) der Arzneimittel geschieht durch die Blut- und Lymphgefässc. Bei allen sehr schnell wirkenden Substanzen ist die sofortige Aufnahme ins Blut zweifellos, langsamer wirkende gelangen möglicherweise vorerst in die Lymph-gefässe. Mit Sicherheit findet der Vorgang der Resorption nach der Regel corpora non agunt nisi fluidaquot; nur bei tropfbar oder elastisch flüssigen (gasförmigen) Stoffen statt, ferner bei solchen Substanzen, welche durch die am Applikationsorte vorhandenen Flüssigkeiten gelöst werden können, während von den absolut unlöslichen Körpern nur einige wenige in sehr fein zerteilter Form von gewissen Applikationsstellen aus aufgenommen werden.
Einen beträchtlichen Einfluss spielen bei der Arzneiresorption die am Applikationsorte befindlichen Flüssigkeiten und gewebobildenden Substanzen insofern, als sie durch atomistische Umsetzungen zwar manche an und für sich unlösliche Stoffe löslich und somit aufsaugungsfähig machen, andererseits aber auch gewisse in gelöstem Zustande zugeführte Substanzen in unlösliche Verbindungen oder auch in solche überführen können, welche eine andere, als die beabsichtigte Wirkung entfalten. Am meisten hat man derartige Veränderungen an Mitteln zu erwarten, welche man dem Magen einverleibt (siehe später).
a)nbsp; nbsp;Die Venen sind aus bekannten Gründen für feste Körper und für solche mit starken Af'linitäten ungangbar und kommen als Applikationsort zur Zeit nur noch für das Tierexperiment, sehr selten auch in Fällen momentaner Lebensgefahr oder bei totalem Darniederliegen der Cirkulation und somit Resorption in Frage. Wird eine Substanz in die Venen injiziert, so vermischt sie sich vollständig mit dem Blute und beginnt sofort zu wirken. Meist schon nach wenigen Sekunden tritt die Wirkung in ihrer ganzen Intensität hervor, um dann allmählich entsprechend der Ausscheidung oder Umänderung des Mittels zu verklingen. Als Vehikel für das Medikament dient bei der Infusionquot;, wenn möglich, physiologische Kochsalzlösung von Körpertemperatur, da blosses Wasser selbst in lauwarmem Zustande bedenkliche Zufälle, Schüttelfrost, Vomitus etc. hervorrufen kann.
b)nbsp; nbsp;Die Unterliaut, das Unterhautzellgewebe, ist ein vortrefflicher Applikationsort für Substanzen, welche schon in sehr kleinen Mengen eine kräftige Wirkung entfalten, dabei in Wasser oder
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wenigstens in Alkohol, Äther, ölen leicht löslich sind und örtlich nicht reizen. Die Resorptivwirkung derartiger Stoffe von der Sub-cutis aus ist eine sehr exakte und tritt jedenfalls viel sicherer und schneller ein, als bei der Applikation per os. Die Resorption scheint hauptsächlich von den Blutcapillaren (siehe vorn) zu erfolgen, und man hat die Beobachtung gemacht, dass die durch subkutane Injektion zur Aufnahme gelangten Stoffe schneller als die per os beigebrachten den Organismus wieder verlassen (leichtere Vermeidung der Kumulation).
c)nbsp; Die Schleimhaut der AtmiingSOrgane ist dem Unterhautzellgewebe betreffs der Schnelligkeit der Aufsaugung noch überlegen. Namentlich ist dies der Fall, wenn gelöste, nicht reizende Substanzen durch Trachealinjektionquot; direkt in die Luftrühre gespritzt werden, während die Inhalation zerstäubter Flüssigkeiten wegen des anatomischen Baues der oberen Luftwege und auch aus anderen Gründen zur Erzielung von entfernten Wirkungen wenig vorteilhaft erscheint. Dagegen lässt man gewisse sehr flüchtige Flüssigkeiten Äther, Bromäther, Chloroform etc. in Dampfformquot; einatmen, um die schnell eintretende intensive Resorptivwirkung sich zu nutze zu machen.
d)nbsp; Der Verchuuuigskaiial ist das am häufigsten gewählte Applikationsorgan, und zwar werden ihm die Arzneien in der Begel per os zugeführt. Indessen hat diese innerliche (interne, typische) Medikation, so bequem sie in vielen Fällen ist, unter Umständen recht beträchtliche Schattenseiten. So steht der Magen als Resorptionsstelle durchaus nicht in erster Linie, wie denn auch eine Reihe von Arzneikörpern erst dann zur Aufsaugung kommt, wenn sie durch den Magen in den viel besser resorbierenden Darm gelangt ist Ferner resorbiert ein voller Magen jedenfalls schlechter als ein leerer oder nur teilweise gefüllter, und es gilt seit altersher als Grundsatz, Arzneien, von denen man eine exakte Resorptivwirkung wünscht, vor der Fütterung einzugeben. Allerdings ist die Magenschleimhaut Im nüchternen Zustande empfindlicher als sonst, so dass man reizende und ätzende Stolle nicht vor der Fütterung, sondern während oder kurz nach ihr einzugeben hat.
Schliesslich spielen die Verdauungssäfte und sonstigen Inhaltsstoffe des Magens und Darmes eine oft recht störende Rolle. Schwermetallsalzo werden zu Albmninaten umgewandelt die zwar in der Regel resorbierbar sind, aber z. B. nicht mehr adstrin-
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gierendquot; wirken; die Karbonate der Alkalien verlieren ihre Kohlensäure und wandeln sich in magensaurequot; Salze um; die Gerbsäure der pilanzlichen Nahrungsmittel fällt Metallsalze und Alkaloide und vermindert oder verzögert so deren Wirkung; Säuron werden durch den alkalischen Darmsaft neutralisiert etc. Andererseits werden manche an und für sich unlösliche Substanzen im Magen oder Darm gelöst und aufsaugungsfähig gemacht Es ist dies unter anderem bei gewissen unlöslichen Quecksilbersalzen (Kalomel etc) der Fall, welche durch das Natriumchlorid (und Eiweiss) des Magens in lösliche Verbindungen übergeführt werden, ferner bei allen Harzen und Ölen, welche nur durch die Galle in Verbindung mit dein pankreatischen Saft verseift und resorptionsfähig gemacht werden können etc
Ist endlich das Arzneimittel über alle Pährliohkeiten hinweg zur Resorption gelangt, so müssen seine durch die Elutcapillaren zur Aufnahme gelangten Anteile vorerst die Leber passieren und können bei dieser Gelegenheit unter Umständen festgehalten oder verändert oder mit der Galle eliminiert werden. Übrigens erfolgt auch vom leeren Magen aus die Aufsaugung nur nach und nach, sodass sich eine schnelle und volle Hesorptivwirkung bei der Applikation per os nur in seltenen Fällen erzielen lässt
Ist die eben besprochene typischequot; Darreichungsweise aus irgend einem Grunde unthunlich, so kann man zur Erzielung entfernter Wirkungen auch den Mastdarm wählen, welcher eine grosse Reihe von Medikamenten recht prompt resorbiert. Dabei ist erforderlich, dass der betreffende Stoff örtlich nicht zu sehr reizt und dass vor seiner Einführung in gelöstem Zustande (bei einigen Stoffen auch in Gasform) ein Entleerungs- bez Reinigungsklystier gesetzt wird. Lepine empfiehlt solche Injektionen an Stelle der subkutanen namentlich bei Morphin, Atropin, Digitalis, Chinin, Antipyrin, Brom-und Jodkalium, Jodoform (als Emulsion) und Lugolscher Lösung und giebt an, dass eine kalte Solution langsam, eine warme schnell resorbiert werde. Chloralhydrat wird schon seit langem seitens der Tierärzte nur in Klystierform verabreicht
Es ist klar, dass sich die Dosis einer Arzneisubstanz je nach dem Applikationsorte verschieden hoch stellen muss. Für die meisten Fälle werden folgende Zahlen als Unterlage dienen können: Blutdosis Va! Subcutisdosis 1; Tracheal-dosis Vs1 ; Magendosis 10; Mastdarmdosis 1020. Ge-
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naueres darüber ist im speziellen Teil bei den einzelnen Arzneimitteln nachzulesen.
c) Die Haut scheint im unverletzten Zustande für feste, pulverförmigo, oder in Wasser gelöste Stoffe keine Kesorptions-fahigkeit zu besitzen, wohl aber ist sie für alle flüchtigen Substanzen, wie Äther, Alkohol, Chloroform, ätherische Öle, Cocain, Nicotin, Jod, metallisches Quecksilber, Karbolsäure etc., ferner auch für solche nicht ilüchtigen Körper, die man in stark liüchtigen Stoßen, namentlich in Äther. Chloroform, Benzin etc., gelöst hatte, permeabel Bei den drei zuletzt genannten Flüssigkeiten dürfte auch die lösende Wirkung auf den Fettüberzug der Haut in Betracht kommen
In Salbenform in die Hautquot;, d. h. in die Mündungen der Follikel und Drüsenausführungsgänge geriebene, nicht flüchtige Substanzen werden mit wenigen Ausnahmen so langsam und dürftig resorbiert, dass von einer Fntferntwirkung ernstlich keine Rede sein kann.
Viel prompter erfolgt die Aufsaugung der meisten Substanzen von der epidermisentblössten Haut, sowie von Wunden und Geschwüren, eine Thatsaohe, die für die Behandlung von Hautkrankheiten, besonders aber für die Chirurgie von enormer Wichtigkeit ist.
Der äussere Gehörgang der Konjunktivalsack, die Mund-, Nasen-, llachenböhle, die Blase, Harnröhre, Vagina und Gebärmutter, das Parenchym von Organen oder Geschwülsten, sowie seröse oder svnoviale Höhlen und Cysten kommen als Applikationsstellen nur zur Erzielung örtlicher Wirkungen in Betracht, sind aber sämtlich mehr oder weniger im stände, die zugeführten Arzneien zur Resorption bez. Entforntwirkung zu bringen.
Die ins Blut gelangten Arzneistoffe werden entweder sofort, oder erst, nachdem sie eine mehr oder weniger lange Zeit in den Geweben (Zellen) des Körpers festgehalten (abgelagert, deponiert, lokalisiert) worden waren, mit dem Urin, der Galle, dem Speichel, dem Schleim, der Milch, den Thränen etc. verändert oder unverändert ab- und ausgeschieden. Die meisten Stoffe erscheinen im Harn, Schwermetalle besonders in der Galle, flüchtige Stoffe, Gase, Dämpfe etc. vorherrschend in der Exspirationslult und der Hautaus-dünstung etc. Je schneller die Substanz vom Applikationsorte ins Blut aufgenommen wurde, um so schneller erfolgt in der Hegel ihre Ausscheidung (Exkretion, Elimination) oder Veränderung (Alteration) oder völlige Verbrennung (Destruction). So lassen sich
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die meisten flüchtigen Stoffe schon nach wenigen Minuten, oft ehe ihre Wirkung deutlich in die Erscheinung getreten ist, in den Sekreten nachweisen, während es bei den nicht flüchtigen Substanzen mehrere Stunden, selten Tage dauert, ehe die Ausscheidung vollendet ist-Nur einige wenige von ihnen, in erster Linie die Schwormetalle, können jahrelang im Organismus verweilen. Manche Stoffe pflegen bei Gelegenheit ihrer Ausscheidung auf die Gewebe der Aus-schoidungsorgane eine heilsame oder schädliche (z. li. stark reizende) Wirkung zu entfalten. In Figur 1 und der sich anschliessenden Erklärung ist der Versuch einer übersichtlichen Darstellung der für die Praxis wichtigen Kesorptions- und Exkretionsorgane gemacht worden.
.Cd.gr. Kt.
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Figur 1. Sohematisoho Darstellung der wichtigsten Besorptions- und Exkretionsstellen im
Ticrkürpor.
C d. gr. Kr, Capillaron des grosaen Kreislaufs.
Eesorption gelöster oder an Ort und 1 Exkretion verschiodonor flüchtiger Stelle löslicher Substanzen von der Sub- Stolle, sowie von mehreren Schwerme-cutis (subkutane Injektion), von Wun-Italien, Arsen, Jod, organischen Säuren. den, Geschwüren, Geschwülsten (In tra- Strychnin (?) durch Hautausdünstung parenehyraatösolnjoktion), Vagina.Uterus, i un d Sohweiss, Ferner Exkretion von Conjunctiva, serösen Höhlen etc. Ferner Hg, Cu, .7, Eserin, Aconitin, Strych-Besorption seitens der intakten Haut nin (?) durch den Speichel; von J, von flüchtigen Substanzen oder solchen, Hg und einigen Alkaloidon durch die die agt;il'der Haut in die Gasform übergehen-. Thriinen; von vielen Metallen, Färb-,
Bitterstoffen und mehreren Alkaloiden
durch die Milch.
C. d. L-kr. Capillaren des Lungenkreislaufs. Ee Sorption gasförmiger oder flüssiger, l Exkretion flüchtiger Substanzen (z.B. zerstäubtquot; eingeatmeter Substanzen, auch des Nikotins) durch die Lungen; Ex-sowio llüssiger, intratrachealquot; injizierter kretion einiger Expektornntienquot; in den Stoffe.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Bronchialschleim.
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C. il. Md. Capillaren des Magens und Darms. Kosorption per esquot; zugofiihrter, ge-1 Exkretion vieler Substanzen, boson-löstor oder im Traktus löslicher Sub-j ders Metalle, Morphin, Strychnin, Chinin, stanzen; unter Umständon Beoinllussung Atropin (?) etc. durch die Schleimhaut (Umänderung) derselben durch die In-1 oder die Verdauungsdriisen (siehe auch haltsstoffe (Nahrungsmittel, Verdauungs-1 Leber), fiüssigkoiten) des Traktus. Rosorption in den Traktus eliminierter Stolle.
L. Leber, üg. Gallengimg. Deposition und Fixation namentlich von Metallen (incl. Arsenik) und vielen Alkaloiden (als Alkaloidalbuminato oder gallensaure Alkaloide?).
Exkretion zahlreicher Substanzen, besonders Schwormotalle und vieler Al-kaloido, mittels der Galle in den Dünndarm.
N. Niere. U. Ureter.
Haupt-Exkrotionsorgan, am wonigsten wohl fur Schwormetalle und flüchtige Substanzen.
3. Individuelle Vorhältnisse. Aussei der Tierart (s. S. 11) kommen namentlich in Betracht: a) Alter und Geschlecht. Nach vielfachen Erfahrungen braucht man von der für ein vollentvvickeltes, kräftiges Tier nötigen Dosis für einen Säugling nur 1li01lt6; für ein sehr junges Tier (z. B. 49 Monate altes Fohlen, 36 Monate altes Kalb) Vs! ^ ein etwas älteres Tier (z. B. einjähriges Pferd und Kind) 1li; für ein halberwachsenes Tier (z.B. dreijähriges Pferd, l1^2jälirigesRind) '/j. Der Hauptgrund mag in der Körpergewichts-Differenz, zum Teil auch (bei Applikation per os) in der grösseren Empfindlichkeit des Magens sehr jugendlicher Individuen zu suchen sein. Ausnahmen sind allerdings nicht ausgeschlossen; so wird z. B. Kalomel, vielleicht infolge der Kürze des jugendlichen Darmrohres, von jungen Hunden in grösseren Dosen vertragen als von erwachsenen.
Bei weiblichen Tieren spielen daneben Laktation und Gravidität insofern eine Kolle, als manche Arzneimittel, wie verschiedene Amara und Gewürze, der Milch einen schlechten Geschmack oder, wie gewisse Drastica, geradezu schädliche Eigenschaften, namentlich für sehr jugendliche Individuen, erteilen, und wieder andere, wie Mutterkorn, Sabina, Thuja und die Drastica, befähigt sind. Abortus hervorzurufen oder, wie Jod und eine Reihe von Metallsalzen, den Embryo zur Erkrankung und eventuell zum Absterben zu bringen. Auch die Thatsache, dass manche Arzneistoffe dem Fleisch einen
Müller. Ptmnnakologio.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 2
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widerlichen Geruch oder Geschmack erteilen, darf dem Praktiker nicht unbekannt sein.
b)nbsp; Idiosynkrasien und Immunitäten. Dieselben sind beim Tiere von keiner hervorragenden Bedeutung, man müsste denn die Empfindlichkeits-Differenzen, welche z. B. gewissen Giften gegenüber zwischen einzelnen Tierspezies herrschen, als hierher gehörig betrachten. Bekanntlich ist das Schwein, der Igel, der Iltis für Viperngift nahezu immun; das Kaninchen und andere Pflanzenfresser für die Blätter der Tollkirsche und einige andere Giftpflanzen, die Hühner und andere Vögel für Digitalis, Kanthariden und Strychnin, die Tauben für Morphin und die meisten anderen Opiumalkaloide sehr wenig, die Wiederkäuer für Quecksilber, wie überhaupt Metallsalze, sehr stark empfänglich. Indessen trifft man doch hin und wieder Pferde, die für Chloroform, Morphin, Pilokarpin, Eserin, und Hunde, die für Kalomel, Arekanuss, Filixextrakt empfindlicher sind als andere ihresgleichen.
c)nbsp; nbsp;Ernährungszustand und Rasse Kräftige, wohlgenährte Tiere und solche grober Rassen vertragen gleichgrosse Dosen eines Medikaments besser als schwächliche, durch Krankheiten, schlechtes Futter oder übermässige Arbeit heruntergekommene Tiere und solche edler Rassen. Ein fettes Tier wird von Substanzen, die eine Resorptionswirkung entfalten, im allgemeinen kleinere Dosen zu erhalten haben als ein gleich grosses mageres; Fett ist ein verhältnismässig träges Gewebe, und wenn wir jedem der beiden Tiere eine nach dem Körpergewicht geregelte Dosis verabreichen, so werden die lebenswichtigen Organe, Gehirn, Herz und Rückenmark des fetten Tieres einen grösseren Bruchteil aufnehmen als die entsprechenden des mageren (Brunton).
d)nbsp; Krankheiten. Durch Krankheiten wird die Arzneiwirkung nach verschiedenen Richtungen modifiziert: eine kranke Niere hemmt die Elimination und giebt unter Umständen zur Kumulation Veranlassung ; ein kranker Magen und Darm absorbiert in der Regel schlechter als ein gesunder, andererseits treten bei interner Einführung gewisser ätzender Metallverbindungen erst dann die Allgemeinsymptome in ihrer vollen Schärfe hervor, wenn infolge umfangreicher Epithelverluste im Traktus eine promptere Aufsaugung dos Giftes ermöglicht werden kann; durch Kreislaufstörungen kann die Absorption der Arzneimittel von dem Traktus oder der Subcutis aus erheblich verlangsamt werden; bei Retentionsicterus entfalten gewisse Abführmittel
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(Jalape, Gutti etc.), da sie zu ihrer Lösung der Galle bedürfen, keine Wirkung; eine Reihe von Arzneisubstanzen wirkt nur bei kranken Individuen, nicht bei gesunden; gehirnkranke Pferde erfordern behufs Erzielung einer l'urgierwirkiing in der Regel viel grössere Dosen Aloe als gesunde etc.
e) Qualität der Arzneimittel. Während man früher hauptsächlich Arzneimittel verwendete, welche die Natur fertig darbot, also Rohstoffe (Droguen) der Naturreiche, besonders des Pflanzenreiches, weniger des Tier- und Mineralreiches, ist man neuerdings bestrebt, dieselben durch chemisch scharf charakterisierte Körper, wie Säuren, Jod, Brom, Weingeist, Phenol, Alkaloide etc., zu ersetzen, welche die chemische Industrie teils aus jenen Naturprodukten, teils auf synthetischem Wege hergestellt hat. Trotzdom resultiert noch eine stattliche Reihe von Droguen, die als einstweilen unersetzlichquot; im Ärzneischatz weiter geführt werden müssen. Aus verschiedenen Gründen, besonders um ihre Resorbierbarkeit bez. Wirksamkeit zu erhöhen, doch auch, um sie bequemer eingeben oder länger aufbewahren zu können etc., stellt man aus ihnen durch Destillation oder Extraktion pharmaoeutische Präparate destillierte Wässer, Tinkturen, Essige, Weine, Spirituse, Extrakte, Fluidextrakte, Abstrakte her, welche zum Unterschied von den vorhin genannten chemischen Präparaten die wirksamen Bestandteile nicht in reiner, sondern nur etwas konzentrierter, aber immer noch mit anderen Stoffen gemischter Form enthalten.
Der grosse Nachteil dieser pharmaceutischen Präparate gegenüber den chemischen ist die Unsicherheit im Gehalt an wirksamen Stoffen. Es rührt dies daher, dass der Gehalt an wirksamen Bestandteilen bei sehr vielen vegetabilischen Mitteln wesentlich vom Standort, von der Jahreszeit oder auch vom A11er der Pflanze abhängt. Digitalisblätter sind vor der Blütezeit ärmer an wirksamen Gljkosiden als nachher; Fructus Conii enthalten unmittelbar vor der Reife die grösste Menge Coniin; Tuber Colohici wirkt kräftig nur während der Blütezeit, Rhizoma Filieis nur im Spätsommer; zweijährige Belladonnawurzel ist reicher an Atropin als alte, z B. siebenjährige; an trockenen, bergigen Stellen gewachsene Baldrianwurzol ist wirksamer als an feuchten, schattigen Stellen gewachsene; die kultivierte Pfefferminzpflanze ist ölreioher als die verwilderte, die wilde Digitalispllanze gehaltreicher als die kultivierte; die Hanfpflanze der wärmeren Gegenden ist wirksamer als die bei uns gebaute, der die
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narkotischen Eigenschaften fast ganz abgehen; Filixrhizomo aus der Normandie wirken fast gar nicht, während solche aus den Vogesen und vom Jura sich äusserst kräftig zeigen (Berenger-Ferant); die in Ostindien kultivierten Chinabäume liefern an Alkaloiden reichere Binden als die der südamerikanischen Heimat etc, Wenn nun auch in den meisten Pliannakopöen die Zeit des Einsammelns etc. genau vorgeschrieben ist, so gelingt es doch nur selten, die Befolgung dieser Vorschriften zu überwachen. Dazu kommt noch, dass gewisse Droguen beim Aufbewahren an AVirkung verlieren (z. B. Mutterkorn, Sabina etc.) oder dieselbe ändern (z. B. Faulbaumrindo, welche frisch emetisch, ein Jahr alt cathartisch wirkt).
Dies sind die Gründe, warum man neuerdings zu den Rohstoffen oder den aus ihnen hergestellten pharinaceutischen Präparaten nur noch dann greift, wenn die wirksamen Bestandteile überhaupt nicht in isoliertem Zustande zur Verfügung stehen, oder wenn sie zu teuer sind, oder wenn man geradezu auf die g em ein schaff liehe Wirkung mehr er er in einer Drogue enthaltenen Bestandteile reflektiert. So ist z. B. in der Chinarinde nicht nur das fleherwidrige Chinin, sondern auch die stopfende Chinagerbsäure, in den Katfeebohnen nicht nur das herzregulierende Cofl'ein, sondern auch die Kaffeegerbsäure enthalten etc.
Auf die genauere Besprechung der einzelnen auf Seite 21 tabellarisch aufgeführten Arzneiformen kann nicht eingegangen werden, doch sei wenigstens hervorgehoben, dass überall dort, wo Arzneistoffe von Schleimhäuten oder der Subcutis aus eine entfernte Wirkung entfalten sollen, die schon früher betonte Grundregel corpora non agunt nisi lluidaquot; nicht vergessen werden sollte. Man wird demnach auch per os Arzneien entweder nur in gelöstem Zustande oder wenigstens in einer Form einzugeben haben, die eine nachträgliche Lösung (oder Extraktion der löslichen Bestandteile aus Rinden, Wurzeln, Blättern etc.) im Magen oder Darm garantiert (siehe Seite 21). Je langsamer dieser Prozess vor sich geht, um so schleppender, schwächer und unsicherer tritt die Wirkung ein und um so grosser ist in manchen Fällen die Gefahr der Kumulation. Aus gleichem Grunde pflegt man bei Wiederkäuern Arzneien, durch welche per os eine schnelle und sichere Wirkung erzielt werden soll, stets nur in flüssigem Zustande (als Solution, Aufguss, Dokokt, Schüttclmixtur, sehr dünne Latwerge) einzugeben bez. mit Umgehung der Haube und des Pansens direkt dem Labmagen zuzuführen.
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1) Zum innerlichen Gebrauch
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A. Trockene Arznoiformcn. Species, Theogemisch (zur häuslichenquot; Herstellung von Aufgüssen
oder Abkochungen). l'ulvis, Pulvor (unabgetoiltes |Schachtel-] Pulver | abgeteilte Pulver). l'ilullie, Pillen; Granula, Ziukerkilgelchen; Boli, Bissen. Pastilli, Pastillen (Disci, Scheiben; Troohisci, Zeltchon; Ro-
tulae, Plätzchen). Gelatinae modicatae in lamellis, Gallorttäfelchen. Capsulae gelatinosae, amylaceae et koratinosao (zur Aufnahme von
Arzneien dienend). Species, Kriiutürgomisch (zur häuslichenquot; Herstellung von Kräuterkissen [Pomonta sicca], Bädern, Klystieron, Breiumschlägen etc.). l'ulvis als Streupulver (Pulv. adspers.), Augenjmlver u. zur Blutstillung. Einplastrn, Pflaster (incl. des Hufkittes und Huflederkittes); Collem-
plastra (Eautsohukpfiaster). Itacllli (Stili), Stäbchen (Ätzstifte; Quellstifte; Bougies; Cerooli, Wund-
Stäbohen; Antrophore). Suppositoria (Suppositoria analia, Stuhlzäpfchen; Suppositoria vagi-
nalia, Scheidenzäpfcdien, Scheidenkugoln). Sapones medioati duri.
B. Halbflüssige, weiche, musartige etc. Arzneiformen. | Electiiarin, Latwergen; Consorvao, Conserven.
j Gelatinae, Gallerten; Pinguodinos solidificatao et Balsama jnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; solidificata, Olgallerten und Balsamgallorten.
Ungucuta, Salben; Goratum; Stilus unguens; Stilus dilu-
bilis; Oleatuin etc. Sapones kaliui, Kaliseifon, weiche Seifen; Saponimenta,, feste Opo-
deldoke; Glyeorinum saponatum. l'astae, Pasten.
Gelatinae, Gallerten; Gelatinae glycerinatao, Glj'ceringallerten. Cntaplasmata, Breiumschläge.
C. Flüssige Arznoiformen. Mixturae et Solutioiies, Mischungen mul Lösungen (Incl, Linctus,
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2) Zum
iiussor-
lichen
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1) Zum innerlichen Gebrauch
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2) Zum
iiussor-
lichon
Gebrauch
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1) Zum inner-
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Lecksaft); Mixtura agitanda, Schüttehuixtur; Mixtura concen-trata s. Gnttae, Tropfen; Saturatio, Sättigung,
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liehen | Kmulsiones (Emulsionos seminales s. verac; Emulsionos spuriae). Gebrauch Exti'aktlonsformeu (Maceration, Bigostion, Infus, Uekokt, l Macerationsdokokt und andere Combinationen).
2) Zum l Linimeuta, ilüssige Salben.
äussor- I Itnlnea, Bäder; Pomontationes; Lotiones; Irrigationes; In-
liohcn |nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;jeetionos; Collyria; Collutoria; Gargarismata etc.
Gebrauch 1 Clysmata, Klystiero.
D, Elastisch-flüssige Arznoiformcn, Iiilialationos, Einatmungen; Fiiiiiigaliones, Bäuchcrungen; Balnea vaporis Dampfbäder.
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1 ITraquo;
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4. Einfluss der äusseren Temperatur. Es ist zweifellos, dass die Temperatur des Raumes, in welchem sich der Patient aufhält, die Arzneiwirkung zu beeinflussen vermag. Bei Fröschen, welche man mit Chloral, Kupfer, Mangan, Kalium oder Zink vergiftet hatte, trat die Lähmung in der Wärme in kürzerer Zeit ein als in der Kälte, gleichgiltig, ob die Temperatur künstlich erzeugt war oder die Experimente zu verschiedenen Jahreszeiten gemacht wurden (Brun ton); mit Kupfer und Kalium vergiftete Kaninchen sterben schneller in einem warmen Zimmer als bei gewöhnlicher Temperatur. Andererseits ertragen Kaninchen Alkohol ungleich besser, wenn sie einigermasscn warm gehalten werden (Hermann), und bei Tieren, die mit Chloral vergiftet werden, besitzt Wärme die Fähigkeit, den Eintritt des Todes zu verhüten oder wenigstens hintanzuhalten (Stricker). Jedem Praktiker ist bekannt, dass gewisse schwache Diuretica nur dann schweisstreibend wirken, wenn man sie in warmem Zustande eingiebt und nachher den Patienten mit Decken umhüllt etc.
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Anhang.
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Vergiftungen, ihre Erkenniing und Behandlung im allgemeinen.
Mit dem Namen Gift bezeichnet man jede Substanz, welche vermöge ihrer chemischen Natur unter bestimmten Bedingungen nachteilig auf den Organismus einwirkt, ja unter Umständen das Leben vernichtet. Stoffe, welche lediglich auf mechanischem Wege schädlich wirken, z. B. gepulvertes Glas, Staub, Haare, Helminthen, Räudemilben, sind ebenso wenig als Gifte zu betrachten, wie die Schizomyceten, welche man als Ursache der Infektionskrankheiten erkannt hat. Allerdings stehen die Spaltpilze zu den Giften insofern in näherer Beziehung, als sie nach ihrem Eindringen in den Tierkörper bei Gelegenheit ihrer Weiterentwicklung Stoffe produzieren, welche vermöge ihrer chemischen Natur schädlich und deletär wirken.
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Die Gifte entstammen teils dem anorganischen, teils den organischen Naturreichen und lassen sich demnach in mineralische, Tegetah ilische und animalische Gifte, welchen letzteren man die oben erwähnten Bakteriengifte (Fäulnisgifte etc.) anzureihen pflegt, einteilen. Die meisten von ihnen sind zugleich Arzneimittel, und es hängt dann lediglich von der Höhe der Dosis ab, ob sie schädliche oder heilende Eigenschaften entfalten, d. h als Gifte oder als Arzneimittel wirken.
Die auf Seite 24 befindliche Tabelle giebt von den bekannten Arznoistoffen, die bereits in kleineren Dosen giftig wirken, die kleinste Menge an, durch welche nach Litteraturangaben eine Vergiftung erzielt wurde.
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Die Wirkung der Gifte ist wie diejenige der Arzneimittel (siehe vorn) entweder eine örtliche oder eine entfernte, durch die Resorption vermittelte, oder beides zugleich.
Von den örtlich wirkenden Giften rufen viele in konzentrierterer Form Ab sterben der Gewebe (Verätzung) und in der Nachbarschaft der betroffenen Partie entzündliche Vorgänge hervor: Atzyifte. Solche sind die Halogene (Chlor, Brom, Jod, Fluor), sämtliche anorganische, sowie mehrere organische Säuren, die Alkalien und alkalischen Erden, sowie manche Karbonate der Alkalien (Soda, Pottasche), Quecksilberoxyd und zahlreiche Salze der Schwermetalle (Chloride, Sulfate, Nitrate, Acetate etc.), ferner konzentrierter Alkohol, Phenol etc. Der T o d kann in verschiedener Weise erfolgen, z. B. durch Zerstörung oder Ausserfunktionsetzung wichtiger Organe, durch Perforation des Magens mit anschliessender septischer Peritonitis, durch Ver-scbliessnng des Kehlkopfeinganges etc.
Die zweite Gruppe der örtlich wirkenden Gifte veranlasst am Applikationsorte eine heftige Entzündung, demnach bei Einführung per os Gastritis, die sich auf den Darm fortsetzt (Gastroenteritis) und in der Regel heftigen Durchfall und eventuell Kollaps und Tod bedingt (reizende Gifte). In dieser Weise wirken zahlreiche ätherische Öle, die verschiedenen Drastica (Aloe, Colo-cynthis, Gratiola, Jalapa, Scammonimn, Klaterium, Semen Ricini, Semen Crotonis etc.), Brechweinstein, Kochsalz, Salpeter und einige andere Salze der Alkalien, Emetin, Capsicum, Piper, Ranunculusspecies, Semen Sinapis, Cantharides, Kuphorbiuni etc. Nicht wenige dieser Substanzen rufen bei Gelegenheit ihrer Ausscheidung durch die Nieren
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Die niedrigsten Todosgabon betrugen nach Littoraturangabon bei
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ebenfalls eine entzündliche Heizung (demnach Nephritis, Cj'stitis, Urethritis) hervor (Nierengifte), manche wirken auch resorptiv auf die Nerven, das Herz, die Muskeln etc.
Die Resorptivwirkung der Gifte kann eine sehr mannigfache sein. Ein Teil von ihnen nimmt das Hämoglobin des Blutes in Angriff, indem es namentlich Methämoglobin bildet und zugleich den Austritt desselben in das Blutserum und den Harn, somit Methämoglobinurie bewirkt (Blutgifte). Dahin gehören die chlorsauren Salze, salpetrige Säure, Kaliumnitrit, Amylnitrit, Nitrobenzol, Pyrogallussäure, Arsenwasserstoff, Anilin und der grusste Teil seiner Derivate etc, in gewisser Beziehung auch Chloroform.
Viele Gifte rufen teils schnell, teils erst nach längerem Gebrauch Ernährungstörungen hervor, bedingt durch fettige Degeneration verschiedener Organe (Leber, Nieren, Muskeln etc.). Es ist dies der Fall bei Phosphor, Arsenik, den Verbindungen des Quecksilbers, Antimons, Bleis, Kupfers, Zinks und einiger anderer Metalle, bei Alkohol etc. Manche dieser Stoffe wirken daneben noch auf den Darm (auch bei externer Applikation), die Nieren oder das Nervensystem.
Andere Gifte reizen oder schwächen bez. lähmen die Gefäss-nerven oder deren Centrum im verlängerten Marke und erzeugen dadurch entweder neben Gefässverengerung Steigerung des Blutdruckes oder neben Gefässerweiterung Herabsetzung desselben. Erregend, aber später meist im entgegengesetzten Sinne wirken z. B. Strychnin, Thebain, Coffein, Nicotin, Pikrotoxin, Cicutoxin, Cornutin, Terpentinöl, wahrscheinlich auch die Digitalisgruppe; lähmend wirken Chloroform, Chloralhydrat, Amylnitrit, Nitroglyccrin, Natrium nitricum etc.
Eine Reihe von Giften bezeichnet man als Herzgifte, da sie den Tod durch Stillstand des Herzens vor dem Aufhören der Respiration veranlassen. Als hierher gehörig sind besonders Digitalis, Scilla, Helleborus, Convallaria, Adonis, Strophanthus und die Baryum-salze zu nennen. Als Nebenwirkung lähmen den Herzmuskel oder gewisse Nerven desselben Brechweinstein, Kaliumsalze, Apomorphin, Chinin, Pilokarpin, Atropin, Muscarin und andere, indessen ist der nach letalen Dosen eintretende Tod in der Regel ein Respirationstod.
Unter Krampf giften versteht man Nervengiftequot;, welche die Thätigkeit der Skelettmuskeln erhöhen, d. h. Muskelkrämpf'e hervorrufen. In der Rege! ist dies Symptom auf eine gesteigerte Re-
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flexerregbarkoit dos Rückenmarkes (Rüclcenmarksgifte, teta-nische Gifte), so z, B. bei Strychnin, Brncin, Coffein, Thcbain, Nicotin, Calabarin (laquo;us Pliysostigma venenosum), Sphacelinsäure (aus Seeale cornutum), oder auf eine Reizung gewisser Stellen (Krampfcentren) im Gehirn oder in der Medulla oblongata (Hirnkrampfgifte), so z. B bei Pikrotoxin, Codein, Aconitin, Santonin, Cornutin (aus Seeale cornutum), Karbolsäure, Kampfer, Cicutoxin etc, zurückzuführen, viel seltener beruht es auf direkter Beeinflussung der Muskeln, so nach manchen Pharmalco'ogen bei Veratrin, Baryum etc.
Nach der entgegengesetzten Richtung, also liihinend auf die Skelettmuskeln, wirken die Paralysantien, und zwar ist deren Aktion in der Regel auf die motorischen N ervenendigungen im Muskel, so bei Curare, Conium und gewissen Fäulnisalkaloiden, seltener auf die Muskelsubstanz selbst oder auf centrale Nervengebiete gerichtet. Übrigens kommt es bei sehr vielen Vergiftungen schliesslich zu einer Schwächung der Muskulatur. Der Tod tritt sowohl bei den tetanischen als den lähmenden Giften durch Erstickung ein, denn die ersteren machen die Atmung durch Starrheit der Respirationsmuskeln, die letzteren durch Lähmung (d. h. Schlaffheit, Kontraktionsunfähigkeit) derselben unmöglich.
Beiläufig sei erwähnt, dass gewisse Gifte, an der Spitze das Eserin, Muscarin und Pilokarpin, die glatte Muskulatur in einen Zustand des Krampfes versetzen können (Darmtetanus, Myosis etc.) und in dieser Beziehung zur Atropingruppe (Lähmung des Darmes, Mydriasis etc.) in scharfem Gegensatz stehen. Ein zweiter Antagonismus herrscht insofern, als die erstgenannten Mittel erregend, die letztgenannten hemmend auf die Drüsensekretionen einwirken, indessen sind die Angriffsortequot; der einzelnen Mittel wahrscheinlich nicht dieselben.
Als betäubende, narkotische Gifte bezeichnet man solche Substanzen, welche zunächst mehr oder weniger intensiv das Grosshirn anregen (berauschend wirken), dann aber es schwächen oder lähmen (Schlaf oder Schlafsucht erzeugen). Es sind als hierher gehörig namentlich hervorzuheben die Alcoholica, Äther, Atropingruppe, Coffein (bei Menschen), Cocain, Kampfer, Morphin, Chloroform, Chloral, Bromäthyl etc. Der Tod erfolgt bei den meisten von ihnen schliesslich durch Lähmung des Atmungscentrums in der Medulla oblongata. Letztores ist auch der Fall bei gewissen sehr
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schnell wirkenden Giften: Blausäure, Schwefelwasserstoff, Schwefelalkalien etc., sowie beim Aconitin und verwandten Stoffen.
Ausführlicheres über alle diese Verhältnisse ist im speziellen Teile des Buches bei den einzelnen Mitteln nachzulesen.
Der Verdacht, (lass eine Tei'giftuug vorliege, entsteht dann, wenn ein Tier ohne bestimmt nachweisbare Ursache, namentlich bald nach der Nahrungsaufnahme, plötzlich schwer erkrankt, auffällende und heftige Symptome zeigt. Trifft die Erkrankung mehrere Tiere zu gleicher Zeit oder kurz hintereinander, so steigert sich der Verdacht fast zur Gewisshoit.
Dio bei Vergiftungen besonders lüiiifig auftretenden Symptome lassen sieh in folgende Gruppen bringen:
I.nbsp; nbsp; Ersclieiiiuiigcn seitens des Vcrdaiuiugsstrnktiis; Speicheln, Vomitus, Diarrhöe, Kolik, Tympanitis (Symptome, welche bei intern appli-zierten, lokal reizenden und ätzenden Giften stets sehr stark ausgesprochen sind, zum Teil aber auch nach verschiodouen subkutan applizierten Giften, wie Physostigrain, Pilokarpin, Muscarin, Cytisin etc. in dio Erscheinung treten), Verfärbung, Anätzung, Schwellung am und im Munde, im Bachen, am Kehl-kopfeingange, am After etc.
II.nbsp; nbsp;Ersohelnnngen seitens des Herzens, des Pulses, der Temperatur, der Haut: Beschleunigung, Verlangsamung, Unregelmässigkeit der Herzaktion; harter, unter Umständen drahtfürmiger, oder kleiner, weicher, odor auch aussetzender Puls; erhöhte oder erniedrigte Mastdanntemperatur; abnorme Kälte oder Hitze der Haut, Verfärbung derselben, Schweissausbruch etc.
III.nbsp; nbsp;Erschelimugen seitens der motorisolieu und sensiblen Sphäre:
Zittern, Zuckungen, Konvulsionen, epiloptiformo Anfälle, Totanus, Opisthotonus, oder andererseits Paresen, Paralysen; Anaesthesio oder Hyporaesthesio dor Haut etc.
IV.nbsp; Cerebrale Syiuptomet Schreckhaftigkeit, maniakalische Anfälle, Käserei, oder Benommenheit, Schlafsucht, Sopor, Coma etc.
V.nbsp; nbsp; Störungen seitens der Augen; Mydriasis, Myosis, Amaurusis, Nystagmus etc,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;f
VI.nbsp; nbsp; Ersclieinnngou seitens des Kespirntioiisapparates: Dyspnüe in ihren verschiedenen Formen: Verflachung, Vertiefung, Verlangsamung, Beschleunigung, Erschwerung der Atemzüge; Apnüo etc. Trockene oder feuchte Rassel-goräusche; spezifischer Oeruch der Atemluft etc.
VII.nbsp; nbsp;Erselieinungen seitens des Uaruapparates l Polyurle, Albumlnurie,
Cylindrurio, Hämaturio, Hämoglobinurio, MethämogUibiunrie, Anuric, Auftreten von Gallenfarbstoffen oder Giften im Harn, Incontiuentia odor Kotentio urinao otc.
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Der oheuilsche Naoliwels einer Vergiftung wird vom praktischen Tierarzte nur in den seltensten Fällen verlangt und ausge-
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führt werden. In der Regel beschränkt man sich darauf, Erbrochenes, Exkremente, Futtorreste oder auch Inhalt des Magens oder Darmes auf fremdartige Beimengungen zu untersuchen, nach auffälligen Färbungen, Resten von giftigen Pflanzen oder Tieren, Partikelchen von metallischen, noch ungelösten Giften zu fahnden, die Reaktion und den Geruch zu prüfen, unter Umständen auch festzustellen, ob die zur Verfügung stehenden Massen im Dunklen leuchten. Die spezielle chemische Untersuchung, z. B. zu gerichtlichen Zwecken, wird man dem Chemiker überlassen müssen.
Schon der einzuschlagenden Therapie halber sollte der zur Behandlung eines anscheinend vergifteten Tieres zugezogene Tierarzt niemals versäumen, eine genaue Durchsichtung bez. grobchcmische Prüfung des Erbrochenen, der Entleerungen, Futterreste etc. vorzunehmen. Er wird dabei etwa auf folgendes zu achten haben:
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I. Reste von giftigen Pflanzen oder Tieren.
Durch chnrakteristisohe Formen zeichnen sich namentlich dio Samen verschiedener einheimischer Solaneen und des Colcbioutu autunmale, ferner die Früchte von Conium maculatum, Cicuta virosa und Piper nigrum, sowie die Blätter von Taxus, Conimn maculatum, Hyoscyamus, Nicotiana, Atropa, Cicuta etc. aus. Auch das Pulver der Strychnossamen und der Kantharidon lässt sich durch gewisse charakteristisch geformte Bestandteile als solches erkennen.
Die Sinnen des Itilscukrautcs sind rundlioh-nieronfiirmig, etwas zusammengedrückt, tief-netzförmig-grubig, hellbraun bis hellbräunlichgrau, circa 1 mm breit (Figur 2 a).
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Figur 2. Samen einheimischer Solaneen in natürlicher Grosso und in Luponvorgrüssorung. a) Samen des Bilsenkrautes; b) des Stechapfels; c) der Tollkirsche; d) des schwarzen
Nachtschattens.
Die Sniiien des Stechapfels sind rundlich-nierenförmig, zusammengedrückt, mit Gruben und sehr feinen LiJchcrchen dicht besetzt, schwärzlich, matt, circa 36,5 mm breit (Figur 2 b).
IMe Sainen der Tollkirsche sind abgerundet-dreieckig oder niorenfiirmig, massig zusammengedrückt, flach-netzig-skulpiert, braun bez. bräunlichschwarz, circa 2 mm breit (Figur 2 c).
Die Samen des schwarzen Naclitscliattens sind fast eifönnls, zusammen-
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gedrückt, etwas laquo;neben, unterhalb der Spitze mit einer kloinen Grube verseilen, woissljoh, annähernd 2 mm breit (Figur 2Jd).
Die Samen der llerbstüeitlose sind nahezu kugelig, durch die Nabel-
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wulst etwas zugespitzt, sehr lein punktiert; 23 mm breit (Figur 8 b),
Taxiisbliltter erscheinen lineal, flach oder etwas rinnonlürmig mit gewölbter Oberseite, am sehr kurzen Stiel etwas gedreht, ganzrandig, kurz-staoholspitzig, steif, kahl, oberseits glänzend dunkelgrün, Unterseite hellgrün, hellbrtlunlioh oder gelb
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lich, ein Primärnerv ohne Sekundärnerveu. Länge bis 3 cm. Breite 3 mm. Zweige gelbgrün. Beeren scharlachrot mit violetten Samen.
Die grosson Itasalbliltter der Helleborus-
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Figur 3.
Geöffnete Kapsel und durch
ilio Lupe vergriissorter Samen
der Herbstzeitlose.
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arten sind durchweg m o.w. fussförmig. Am ausgesprochensten ist dies bei den Blättern des Helleborus niger der Fall, welche je 79 haarlose, lederartige, gegen die Basis keilförmige und ganzrandige, nach der Spitze zu sägezähnige, fussförmig stehende Zipfel besitzen, während die
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Blätter dos Helleborus viridis
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bandförmig geteilt und mit 912 lanzettlichen, spitzen, doppelt gesägten, nicht lederartigen Zipfeln
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versehen sind, und die Blätter des Helleborus footidus der Form nach zwischen denen der anderen beiden Arten ungefähr die Mitte halten.
Das Aussehen des (ungostiolten, kugeligen, einsamigen) Pfefferkorns ist als bekannt vorauszusetzen. Über die Früchte von Conium macula-tum und Giouta virosa. sowie über die Blätter von Conium, Atropa, Hyoscyamus, Cicuta etc. wolle man im speziellen Teile des Buches nachlesen. Charakteristisch für
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Mrj climissamciipiiher sind die bei stärkerer Vorgrössorung gut sichtbarennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Figur 4.
Fragmente der langen haarförmigen Blatt V011 Helleborus viridis. um den dritten Fortsätze der Samenhülle (s. Fig. 5),nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Teil verkleinert,
charakteristisch für Kaiitliaridoipulvci' die schon durch die Lupo erkennbaren Flügelstiieko, Mandibeln etc. der spanischen Fliegen (siehe Figur 6).
II. Partikelchen von metallischen, noch ungelösten Giften.
Es kann sich namentlich um Arsen, arsonige Säuro, Arsenkupfer-farbon, Kalomel, Queoksilberjodid, Quocksilberoxyd, Mennige, Bloi-woiss, Bleigliltto, unter Umständen auch um Sublimat oder Brechweinstein (in gröberer Pulverform) handeln. Die nach Befinden unter Zuhilfenahme des
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Er'
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Absohlemmens oder and, des Aussohüttolua mit Chloroform (die ortra-nlsohen Massen seluvimmen oben auf, die schwereren metallischen Behnengunsen setzen s.oh zu Hoden) gesammelten Partikelohen würden dann folgende Kennzeichen besitzen müssen:
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Haare von Strvehnossamen, starknbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Kantharidonpulver bei schwacher Ver-
vergrössertnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; grösserung.
1. Partikelchen von weisser Farbe. . ^rSlaquo;uIraquo;laquo; Si|,,rcs weisse, harte, sandig anzufühlende, unter dorn Giasstab knirschende kornchen. Beim Erhitzen derselben im Probierrohr erhält man ein weisses aus kleinen, glänzenden Oktaedern und Tetraedern bestehendes Subhnia (Figur 7). Bringt man ein Körnchen arsouiger Säure in ein unten geschlossenes und spitz zulaufendes Glasrohrchen (Figur 8) und darüber
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Üi
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Figur 7. Sublimat von arseniger Säure,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; pigui. 8
250 fach vergrössort.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Apparat zum Arseniknaclnveis mittels Kohle.
ein Holzkoh ensphtterchen, so bildet sieh, wenn zuerst die Kohle und dann die arsenic
inneren Lötrohrflamme erhitzt, so entsteht ein dichter, weisser, Knoblauch-
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goruoh zeigender Dampf. Mit etwas Kaliumacotat in einem Eöliroliea erhitzt, entwickelt arsonigo Säure ilen charakteristischen Kakodyl-Genich. Vorsetzt man die organischen Teile mit Salzsäure und bringt in den heissen Salzsäure-Auszug ein blankes Kupforbloch, so überzieht sich dasselbe mit einem grauweisson Überzug, einer Logierung von Arsen mit Kupier; erhitzt man dann das Kupferblech in einer fein aus-gozogonon Glasröhre, so subliraiort arsonigo Säure. Die letzgenannte von Reinsch angegebene Methode ist insofern von Wichtigkeit, als sie ermöglicht, den Salzsäuren Auszug des Magen- oder Danninhalts direkt auf Arsen zu prüfen.
Kalomel: schweres, amorphes, woissos oder golbweisses, bei hundertfacher Vorgrösserung deutlich krystallinisches und durchscheiuendes Pulver. Beim Erhitzen im Probierrohr wird Kalomel gelb und verlhichtigt sich, ohne zu schmolzen, in weissen Dämpfen, die sich am kälteren Teile des Rohres niederschlagen. Am unteren Rand dieses Sublimats sind fast immer feinste Quooksilbor-kügelchen mittels der Lupe zu erkennen. Mit Amnioniak befeuchtet, verwandelt sich Kalomel sofort in schwarzes Pulver (Mcrcuroammoniumchlorid). In einem Probiergläschen mit Salzsäure gekocht, löst es sich unter Abschciduug von grauem, metallischen Quecksilber. In kochender konzentrierter Salpetersäure ist es völlig löslich.
Blel'WelSSi schweres, weisses, stark abfärbendes Pulver. Beim Erhitzen im Pro hier röhr wird Bleiweiss gelb bis gelbrot (Bleioxyd; siehe dieses). In verdünnter Essig- oder Salpetersäure löst es sich unter Aufbrausen; bei Zusatz von Schwefclwasserstofl'wasser wird die Lösung schwarz, bei Zusatz von verdünnter Schwofelsäure weiss gefüllt.
(Juecksilbcrsiibliinat: weisse, durchscheinende, strahlig-krystalliuischo Stückchen odor weisses Pulver Im Probierrohr erhitzt, schmilzt es und verwandelt sich unzersetzt in Dampf, der im kälteren Teile des Rohres als lockere woisse Masse sich ansetzt. Ein in Sublimatlösung (oder in den Mageninhalt mit Sublimat vergifteter Tiere) gehaltenes blankes Messer überzieht sich schnell mit einem Beschlag metallischen (iueck-silbers, der sich durch Erhitzen entfernen lässt. In der wässerigen Lösung erzeugt Silbernitrat einen weissen, Kaliumjodid einen scharlachroten, Stannochlorid einen schwarzgrauen, Schwefehvasserstoll' in kleineren Mengen einen weissen, in grössoren Mengen einen schwarzen, ätzendos Alkali im Überschuss einen gelben Niederschlag.
Itreclnvcinstein: mehr oder weniger verwitterte weisse Krystalle oderkrystal-linisches Pulver. Beim Erhitzen im Probierrohr verliert Brechweinstein unter Knistern sein Krystallwasser und verwandelt sich schliesslich unter Ausstossung brenzlicher Dämpfe in eine schwarze, alkalisch reagierende Masse. Durch Erhitzen auf Kohlo mittels des Lötrohres erhält man Metallkörncr, die im glühenden Zustand einen weissen, die Kohlo boschlagcuden Rauch ausstossen und, erkaltet, bläulichweiss und sehr spröde sind. Bei Zusatz von Schwefelwas.serstoifwasser zu wässeriger Lösung färbt sich dieselbe orangorot; nach dem Ansäuern mit einer Mincralsäure entsteht ein orangerotor, llockigcr Niederschlag.
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2. Partikolchen von gelbor oder rötliohgolber Farbe. Quecksilberoxyd: gelblichrotes, krystallinischcs Pulver oder gelbes, amorphes Pulver, Beim Erhitzen im Probiorrohr färbt es sich schwärz-
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lieh, aber beim Erkalten wieder rot; beim weiteren Erhitzen vertlüchtigt es sich sehliosslieh unter Abschoidung metallischen Quecksilbers am kälteren Teile des Rohres. In verdünnter Salz- oder Salpetersäure ist es löslich; die Losung giobt mit SchwcfehvasserstotV im L'berschuss eine schwarze Fällung; mit Kaliumjodid-lösung erhält man einen prächtig zinnoberroten Niederschlag, der sich hu Überschuss des Fällungsmlttela wieder löst.
Uloiglätte: gelbliches oder rötlichgelbes Pulver. Auf Kohle vor dem Lötrohr erhitzt, giebt Bloiglätto Metallkugeln, die sich mit dem Hammer platt schlagen lassen. Mit verdünnter Salpetersäure übergössen, bildet sio eine Lösung, die durch Schwelelwassorstoff einen schwarzen, durch Schwefelsäure einen weisson, in Natronlauge löslichen Niederschlag giobt.
8, Partikelchon von orangerotor Farbe. Mennige: schweres, orangerotes Pulver. Beim Erhitzen im Probierrohr wird Mennige zunächst dunkler, dann gelb bis gelbrot (Bleioxyd; siehe dieses). Mit Salzsäure Übergossen, bildet sich unter Chlorontwicklung (erstickender Geruch!) weisses Chlorblei; die überstehende Flüssigkeit ist gelb gefärbt und blasst erst nach länge) ein Kochen ab.
4. Partikolohen von scharlachroter Farbe. (Juecksilberjodid: scharlachrotes, fein krystallinisches Pulver. Beim Erhitzen im Probierrohr wird dasselbe sofort gelb und verllüehtigt sich in gelben, glänzenden Krystallchen, die sich am kälteren Teile dos Eohres niederschlagen. Keibt man dieses Sublimat mit einem Glasstab, so wird die betreffende Stelle scharlachrot. Mit Kaliumjodidlösung übergössen, verschwindet es sofort (löst sich farblos auf); das (ileiche findet beim Kochen mit Salzsäure statt.
5. Partikelchen von grüner Farbe. Griluc Arsenikfarbeu, Schwcinfurter Grün, Scheolesches Grün, Papageien-grün etc.: blaugrünes oder zoisiggrüncs Pulver. Beim Anfeuchten mit Ammoniak färbt sich dasselbe infolge des Kupforgehaltes der Farbe blau. Die gleiche Reaktion entsteht, wenn man den durch Arsonfarbo grün gefärbten Mageninhalt (oder Erbrochenes) mit Salmiakgeist im Üborschuss vorsetzt und eventuell (zur besseren Erkennung der Blaufärbun g) abfiltriert Löst man eine Spur der grünen Farbe im Probierrohr mittels verdünnter Salzsäure und erwärmt hierauf mit einem blanken Streuen von Kupfer oder Rauschgold, so beschlägt sich derselbe mit einem eisengrauen, metallischen Überzug (Arsenkupfer),
6. Partikolohen von schwarzer Farbe. Arsen (Scherbenkobalt, Fliegenstoin): schwarzes bis schwarzgraues, mattes Pulver oder Körnchen, eventuell mit metallisch glänzenden Blättchen untermengt. Im engen Probier rohr erhitzt, verflüchtigt es sich grosstoutoils unoxydiert und legt sicli über der erwärmten Stelle als glänzend schwarzes Sublimat (Arsen-spiegol) an; dieser Spiegel verschwindet beim Betupfen mit Natriumhypochlorit-lösung fast sofort. Auf Kohle mit dem Lötrohr angeblasen, verbrennt Arsen unter Entwicklung intensiven Knoblauchgeruohs zu einem schweren weissen Dampf von arseniger Säure, der in der Umgebung einen weissen Beschlag bildet (weiteres siehe oben unter arsenige Säurequot;).
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III. Auffällige Färbungen.
Es kann veranlasst sein z, B. ßelbfilrbuug durch Bleiglatto (gelb bis gelbrot), Jodoform (charakteristischer Gonich; die durch Abschlemmen isolierten Blättchen schmelzen, im Probierrohr erhitzt, vorerst zu einer braunen Flüssigkeit und bilden, weiter erhitzt, unter anderem tiofviolette Dämpfe von Jod), Chro-mate oder Dichromato (gelbrot), Auripigment, Pikrinsäure (der in das Gemisch getauchtlaquo; Finger färbt sich intensiv gelb; die gelbe Farbe lässt sich, durch Wasser nicht wegwaschen); GrUufärbung durch grüne Arsenikfarben, unter Umständen auch durch gewisse Kupfersalze (ein in den Mageninhalt getauchtos blankes Messer überzieht sich mit einem kupferroten Üborzug von metallischem Kupfer); Kotfiirbuiig durch Realgar, Zinnober, Quecksilberjodid, Quecksilberoxyd (rotgelb), Mennige, Jod (rotbraun), rote Anilinfarben (Metallglanz); Scliwiirzfärbung durch Kupforoxyd, giftige Tinte, Queok-silberoxy dul; Itlaufärbuug durch Jod (Jodstärke bei stärkornehlhaltiger Nahrung), Cyanvorbind ungen, Anilinfarben (Metallglanz); Violettfilrbnng durch Methylviolott (Metallglanz), Atropa Belladonna mit roifcn Früchten etc.
IV. Auffälliger Geruch.
Durch charakteristischen, unter Umständen erst beim Erwärmen der zu prüfenden Massen (im Glaskolben) hervortretenden Geruch zeichnen sich aus: Phosphor (knoblauchartiger Geruch der im Dunklen leuchtenden Dämpfe [siehe unten!]. Wenn man eine kleine Quantität der zu prüfenden Massen in ein Kölbchen bringt, in den Hals desselben einen mit Silbernitratlösung getränkten Streifen von Filtrierpapior schiebt, hierauf lose verkorkt und auf circa 40u erwännt, so schwärzt sich das Papier, sobald auch nur die kleinste Spur freien Phosphors vorhanden ist; dagegen färbt sich zum Unterschied von HjS ein Papier-streifeu mit Bloiacetat nicht!), Blausijpre, Äther, Chloroform, Jodoform, Kampfer und andere ätherische Öle, Ammoniak, Petroleum, Kreosot, Carbolsäure, Essigsäure, Brom, Jod, Chlor, Schwefelwasserstoff, nach Befinden auch Opium, Schierling, Tabak etc.
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V. Verhalten zu Reagenspapier.
Stark sauere Reaktion des Erbrochenen ist zugegen bei Intoxikationen durch Säuren und sauere Salze, stark alkalische Reaktion bei Intoxikationen durch Alkalien.
VI. Leuchten im Dunklen.
Leuchten im Dunklen, besonders beim Umrühren mit einem Glasstabe, ist an Objekten wahrzunehmen, die freien Phosphor enthalten (siehe oben). Zu beachten ist, dass das Leuchten des Phosphors durch Alkohol und Äther vorübergehend, durch Terpentinöl dauernd verhindert wird.
Hat diese Vorprüfungquot; keinen Anhalt für die Gegenwart eines bestimmten Giftes ergeben, so müsste man zur speziellen Prüfung, d. h. zur systematischen Untersuchung der zur Ver-
M U11 o r, Pharmakologie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 3
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r
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fügung stehenden organischen Massen auf alle Gifte schreiten, Weiteres darüber, sowie über die dann zu benutzenden Methoden ist in den Lehrbüchern der gerichtlichen Chemie eto. von Dragendorff, Ludwig, Falck etc. nachzulesen.
Die ßelinndlun^; einer Vergiftung gestaltet sich verschieden, je nachdem der giftige Stoff sich noch an der Applikationsstelle (Ver-dauungstraktus, Haut, Wunde etc.) befindet oder bereits zur Resorption gelangt ist.
I.nbsp; Iteflndet sich das Gift noch an der Applikationsstelle, so
ist es entweder schleunigst zn entfernen aus Wunden durch Auswaschen, Ausspülen, Aussaugen, Ausdrücken, Ausätzen, Ausbrennen; aus dem Magen durch Brechmittel, Magenpumpe, Pansenschnitt; aus dem Darm durch Massen-Infusion, Abführmittel oder, wenn dies unmöglich oder voraussichtlich ungenügend ist, durch sogenannte physikalisch - cliemische Antidote zu verdünnen, einzuhüllen oder in unlösliche oder schwerlösliche, mehr oder weniger indifferente Verbindungen umzuwandeln. Allerdings werden (bei Vergiftung per os) die meisten der auf diese Weise
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im Traktus gebildeten Verbindungen durch die Inhaltsflüssigkeiten
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desselben über lang oder kurz wieder gelöst und resorptionsfähig gemacht, sodass sie, falls sie nicht durch Brechmittel, Magenpumpe oder Laxantien baldigst entfernt wurden, neuerdings ihre Giftwirkung aussein können. Durch den Gebrauch physikalisch-chemischer Anti dote bei internen Intoxikationen werden also Kvakuantien keineswegs überflüssig gemacht!
II.nbsp; nbsp;Ist das Gift bereits in den Kreislauf aufgenommen worden, gleichgiltig von welcher Applikationsstelle aus, so scheint eine Neutralisationquot; durch chemische Antidote selten mehr möglich zu sein (die Anwendung von Jod und Jodsalzen bei chronischem Merkurialismus und Saturnismus bezweckt nicht die Bildung unlöslicherquot; Verbindungen, sondern leicht lösliche Jodide, deren Elimination mit den Körpersekreten beabsichtigt wird), ausgenommen natürlich dann, wenn das Gift durch Speichel, Galle oder andere Verdauungssäfte wieder in den Traktus ausgeschieden wird und dort
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gefasst werden kann.
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Die Thätigkeit des Therapeuten ist in solchen Fällen nur darauf gerichtet, lediglich die Symptome zu bekämpfen oder sogenannte
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physiologische Antidote anzuwenden, welche den Organismus bez. die Nervenapparate desselben in einer Richtung beeinflussen, die derjenigen des Giftes möglichst entgegengesetzt ist. Gifte, deren 'Wirkungen sich wechselseitig in jeder Beziehung aufheben, giebt es leider nicht. Der sehr vollständige Antagonismusquot;, welcher zwischen den Bakterien und den Endprodukten ihres Stoffwechsels herrscht, kann an dieser Stelle nicht in Berücksichtigung gezogen werden.
In Nachfolgendem sind die hauptsächlichsten Gifte und ihre Antidote zusammengestellt. Wo bei einem Gift mehrere Gegenmittel Verwendung linden, geht ihr Wert aus der Reihenfolge, besonders aber dem gesperrten Druck hervor.
Vcida caustica (Schwotbl-, Salpeter-, Salz-, Essigsäure etc.): Magnesia 118ta, Kreide, Sadapriiparatc, Kalkwasser, Holzaschemmszug, Seilenwasser, Eiwoiss, gequirlte Eier, Milch; bei Oxalsiiureiutoxikation auch Zuckerkalk (Huseraann), Bei Verwendung von Karbonaten ist zu beachten, dass die freiwerdende Kohlensaure sich im Magen anhäufen und die Perforation begünstigen kann! Daneben symptomatisch besonders Excitantion.
Acidiim Hrsciiicosnni und Arsenverbindungen überhaupt (Scherbonkobalt, Arsenik, Auripigmont, Scheolesches und Sohweinf'urter Grün, Eowlersche Lösung etc.): irisch bereitetes Antidotum Arsenici (100 mit 250 Wasser verdünnten Liquor Ferri aulfurioi Oxydati -|- 15 mit 250 Wasser verriebene Magnesia usta), Magnesia usta mit Wasser, Eisenoxydhydrat, in Notfällen Eisenfoile, Lösch-wassor, Kalkwasser, Schwefelwasscrstofl'wasser, Eiwoiss, Milch. Daneben Excitantion.
Acidiim carbolicum (Teer, Holzessig, stinkendos Tieröl, Russ, Kreosot, Krosolo und Krosolseif'en): Natrium-, Magnesium-, Kaliumsulfat (Glaubersalz auch subkutan, Kobort), Zuckorkalk, Kreide, Kalkwassor, Tierkohle, Eiwoiss, Loimwasser, Milch. Daneben Excitantion, eventuell künstliche Eespiration.
Acidiim liydrocyanicniu und Cyanverbindungen überhaupt (Amygdalae amarao. Folia Laurocerasi, Pflaumen- und Kirschkerne, blausäurehaltiges Bittermandelöl, Kalium cyanatum): Antidotum Arsenici, Eisenpräparate, Wasserstoffsuperoxyd (intern und qvont. subkutan, Krohl), Atropin subkutan (Prey or); daneben unter Umständen Transfusion, künstliche Eespiration, Excitantion.
Aconitiu (Aconitnmspozies) und die Alkaloide aus Dolphiniumspezies: Kalkwasser, Sodapräparato, Jodjodkaliura, Gerbsäure (? I Tanninaconit ist nach Dragendorll' in der Wärme löslich), Tierkohle; daneben Excitantion.
AIhuicu: Eiweiss, Milch, Leimlösung, Magnesia usta, Ammoniunikar-bonat in schwacher Lösung,
Ammoniak und kaustisclic Alkalien (Salmiakgeist, Ammonium enrboni-cum, Kalilauge, Natronlauge, Atzkalk, Soda, Pottasche): verdünnte Säuren (Essig, verdünnte Salz-, Schwefel-, Phosphor-, Citronon-, Weinsäure), Eetto und fette Öle, Milch; nach Belinden Beruhigungsmittel oder auch Excitantien.
Vrgcnliim nitricuin: Kochsalz, verdünnte Salzsäure, Eiweiss, Milch.
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Aacomyceteugifte (Spezies von Muoor und As per gill us, PenlolUiuni glaucum, Oidiimi lactis). Neben üarmsiiubemng Tannin, Jodjodkalium; sonst symptomatisch.
Atropin und Uyoscyamiu (Atropa Belladonna, Hyosoyamus niger, Scopolia atropoides, Datura Stramonium): Tannin, Jodjodkalium, Tierkohle, Pilokarpin subkutan.
Baryamverbiudungreu (Chlorbaryum, kohlensaurer Baryt [Withorit], Baipeter-saurer Baryt, Schwerspat): verdünnte Schwefelsäure, Kalium-, Natrium-, Maffnesiumsulfat; Atropin subkutan (Kobort).
Brom und Jod: Stärkemehl, Kleister, Mehlbrei, Eiwoiss, Alkalien, unter Umständen Excitantien.
Cautharides: Schleime, keinenfalls öle, daneben symptomatisch. Der früher viel empfohlene Kampfer dürfte die Keizsymptomo steigern!
Cernssa: Mischung von Essig und Glaubersalz (siehe auch Plumbum acetioum).
Chloralhydrat und verwandte Substanzen; künstliche Kespiration, Hautreize, subkutan Kampfer, Strychnin, Pikrotoxin. Atropin (?),
Clcutoxiu (Cicuta virosa) und die wirksamen Stoll'o aus Oena nthospezies : Tannin (Kaffee, Theo etc.), sonst symptomatisch.
Cocaiu: Tannin, Jodjodkalium, Ammonium carbonicum (Falk), event, (bei Krarapfzuständen) Chloral, Chloroform, Morphin.
Colchiciu (Colchicum autumnale und Colchicum montanum): Tannin (Kaffee etc.), später nach Entleerung des Giftes Mucilaginosa mit Opium ; eventuell Excitantien.
Coniiu (Conium maculatum): Zinoum oder Cuprum sulluricum (zugleich als Emeticum), Tannin, Aluminiumvorbindungen (Bolus, Argilla, Alaun) Excitantien.
Cuprum siilfuricuin und Kupferverbindungen überhaupt: Perrocyan-kalium, Ferrum sulfuratum hydratum (Duflos), Magnesia usta, Eiweiss, Limatura Ferri, Trauben- resp. Milchzucker (?), Tierkohle. Als Abführmittel und zur Deckung dürfen fette öle nicht verwendet werden.
Cytlsin (Cytisus laburnum, Cytisus alpinus, Cytisus purpureus, Ulex ouropaeus, Gcnistaapozies): Jodjodkalium, Tannin, heisser Thee zur Beschleunigung der Elimination, Excitantien, bei Krämpfen Chloral oder Chloroform.
Digllalisglykosidc (Digitalis purpurea und andere Digitalisspezies), sowie die Glykoside aus Holloborus, Scilla, Adonis, Convallaria, Evonymus, Paris, Coro-nilla, Strophanthus etc.: Tannin (Kaffee, Thee etc.), symptomatisch namentlich Excitantien.
Emetin (Cephaölis Ipecacuanha): Tannin, später Schleime raitOpium, eventuell Excitantien.
Euphorbiaceenglfte (Tithymalusspezies, Mercurialisspezies, Euphorbium, Crotonsamon, Ricinussamen): nach Entleerung des Traktus Mucilaginosa mit Opium.
Ferrum sesquichloratum und Forrum sulfuricum: Magnesia usta, Sodapräparate, Eiweiss, Zuckerkalk.
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Fllixrhizom und Filixextrakt: Schleim, keino Fetto und fetten öle (Poulsaon), Excitautien.
Gossypiumsameu (BaumwoUsaatkuchen): Abführmittel, bes. Ricinusöl in Emulsionsforra; sonst symptomatisch.
UratiOBolili und verwandte Glykoside (Gratiola officinalis, Bryonia alba und Bryonia dioioa [Bryonidin], jrclampyrumspezies, Rhinanthusspezies [Rhinanthin]): Tannin; besser nach Entleerung Mucilaginosa mit Opium.
Hydrargyrum bichloratum und andere ätzende Quecksilb erver-bindungen: Eiweisa, Milch, Magnesia usta, Schwefel, Schwefelleber, Schwefelwasserstoff, Eisenpräparate, Tierkohlo. So lange noch Gift im Magen sich belindet, ist die Verabreichung von Kochsalz contraindiziert. Bei chronischer Quecksilbervergiftung: Jodkalium, Schwefelpräparate (letztere zur Bindung des in den Darm ausgeschiedenen Quecksilbers).
Jod, siehe Brom.
Kalium uitrlcum, Natrium uitricum, Natrium chloratum: Schleim, öl, Excitantien.
Kalium sul final um, Natrium sulfuratum: Chlorwasser, Chlorkalk-wassor, Zinksulfat (zugleich als Emeticum), Excitantien.
Lathyrusglfte (Lathyrus cicera, Lathyrus sativus, Lathyrus Clymenum, Ervum Ervilia (?), Vicia sativa (?)): symptomatisch Tracheotomie, Strychnin, Coffein, Hautreize.
Morphin (Opium, Papavorspezies): Tannin (Kaffee, Thoe etc.); daneben Excitantien, künstliche Atmung, Pikrotoxin (Bokai), Atropin.
Muscarin und muscarinähnliohe Alkaloide (Agaricus muscarius, Agaricus pantherinus, Boletus luridus, Boletus satanas (?), Amanita mappa (?): Tannin, Jodjodkalium, Atropin subkutan.
Nicotin (Nicotianaspezies): Tannin, Jodjodkalium, Tierkohle, sonst symptomatisch; eventuell (im Stadium der Reizung) Atropin subkutan.
Oleanderglycoside (Nerium Oleander und Nerium odorum): Tannin, daneben symptomatisch.
PliaUiu und andere, nicht muBcarinähnlich wirkende Schwammgifte (Amanita phalloides etc., Helvella esculenta): nach Evakuation symptomatische Behandlung.
Phosphor: Cuprum sulfuricum (zugleich als Emeticum), Oleum Torebinthinae crudum, Kaliumpermanganat (in 0,61 quot;/ Solution), Gemisch von unterohlorigsauror Magnesia und freier gebrannter Magnesia (D u f 1 o s). Keinen-falls dürfen fette öle verabreicht werden!
Physostigiuin: Gerbsäure, Jodjodkalium, Atropin subkutan.
Pikrotoxin: wie Cicutoxin.
Pilokarpin: Atropin subkutan.
Plumbum aceticum und Bleiverbindungon überhaupt (siehe vorn: Cerussa); Natrium-Kalium-Magnesiumsulfat, verdünnte Schwefelsäure, Schwefelwasserstoff, Schwefelleber, Schwefel, Tierkohle, Eiweiss, Gerbsäure, Ferrum sulfuratum hydratum. Bei chronischer Bleiintoxikation: Jodkalium, daneben Diaphorotica und Purgantien.
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Ptomaino (Fleisch-, Wurst-, Fisehgift otlaquo;.): Tannin, Jodjoilkalium, Jodwasser, Tierkohle; daneben Excitanticn, bes. Kampfer subkutan,
Rauiiiiculncocn-Üaphnv-Aroidoeiigifte (Spezies von Ranuneulus, Clematis, Caltha, Ai'.taea, Daphne, Arum, Calla): nach Entfernung dos Giftes Mucilaginosa mit Opium.
S eh laugen gilt: örtlich Ligatur oberhalb der Bissstelle, Aussaugen, Aus-prcsson des Giftes, Kalium permanganicum (1 c/u in dio Wunde und subkutan in die Umgebung derselben), Chromsäure, Ferridcyankalium, Chlorkalk, Chlonvnssor, Jodtinktur etc.; innerlich Spirituosa, unter Umständen mit einigen Tropfen Ammoniak, Strychnin (subkutan).
Sccalo corniitiim: Tannin, Amylnitrit, Chloral.
Solauiu (Solatium tuberosum, Solanum nigrum, Solanum Dulcamara, Soln-num Lycopcrsicum etc., sowie einige Scopoliaarten): Essig, Tannin (Kaffee, Tliee etc.), Exdtantien,
Stibium ckloratum: Eiweiss, Magnesia usta, Soda, Excitanticn.
Strychuosnlkaloide (Strycbnos nux vomica und Ignatii): Tannin, Jodjodkalium, Jodwassor, Brombromkaliuni, Klystiore von Chloralhydrat, Chloroformin halationen.
Tnrtnrus stibiatns: Gerbsäure (Kaffee, Theo etc.), Sodapräparate, Eiweiss, Milch, Magnesia usta, Schwefelverbindungon. Daneben -- nach Evakuation Opium, unter Umständen Excitanticn.
Taxus- und Buxusgil'te (Taxus baccata, Buxus sempervirens): Natriumbikarbonat, stark verdünnter Salmiakgeist; sonst symptomatisch.
Uredinecn-, Ustilaginecn- und l'yreuoiujceteiigifte (Pucciniaspezies auf Gramineen, Urom'ycosspozics auf Leguminosen, Tilletia tritici, Usti-lago oarbo auf Gerste, Hafer, Weizen und verschiedenen Futtergräsern, Usti-lago ma'idis, Ustilago longissima auf Glyceriaspozies, Ustilago typhoides auf Arundo phragmites, Polydosmus oxitiosus auf Brassicaspezies, Poly-thrincium trifolii etc.): neben energischer Entleerung des Darms (durch Kicinusül, Vogel) Gerbsäure. Sonst symptomatisch, besonders Excitantion.
Veratrumalkaloido (Veratrum album und andere Gormorspezies, Sabadilla officinalis): kohlensaure Alkalien, verdünnter Salmiakgeist, Jodjodkalium, Tannin, Atropin subkutan (Böhm), eventuell Sedativa.
Zincinu äiilfuricum und Zinkverbiudungen überhaupt: Tannin, kohlensaure und phosphorsauro Alkalien, Eiweiss, Mildi, Schwefollobcr, Excitanticn.
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Specieller Teil.
I. Kapitel.
Protect!va, Deckmittel; Emollienta, erweichende Mittel.
Dem Organismus gegenüber indifferente Substanzen, welche in die tierischen Gewebe nur schwer eindringen und mit Rücksicht darauf zu folgenden Zwecken angewendet werden;
1.nbsp; nbsp;Zur Deckung und Reizlinderung bei entzündlichen und ulcerösen Affektionen der Schleimhäute, besonders derjenigen des Diges tionstr ak tus Von einer Wirkung auf entfernt liegende Teile nach geschehener Resorption kann keine Rede sein, so dass z. B. der Urogenitalapparat (bei der typischenquot; Applikation) überhaupt nicht und vom Respirationstraktus lediglich der Pharynx und äussere Abschnitt des Larynx in Betracht kommt. Es eignen sich wegen ihres geringen Difiüsionsvermögens namentlich die Gummiarten und Schleime, welche nur sehr langsam in re-sorptionsfähige Körper umgewandelt werden, wahrend die Fette auf durchfeuchteten Schleimhäuten nur dann einen gut haftenden, schützenden Überzug bilden, wenn man sie in feinster Zerteilung, d. h in Emulsionsform, anwendet.
2.nbsp; nbsp;Zur Bedeckung von entzündeter, verätzter, verbrannter etc. Haut, sowie von Wunden und Geschwüren; ferner prophylaktisch zum Schütze der allgemeinen Decke gegen abfliessende Sekrete (Thränen, Eiter etc.) oder scharfe Stoffe (Kantharidensalbe etc.) und zur Verhütung des Wundliegens. Man verwendet besonders Fette, durch welche auch bestehende Sprödigkeit und Rauhigkeit der Haut beseitigt werden kann, doch auch Tale u m , A m y 1 u m, L y c o p o d i u m, T h o n e r d e, G u m m i-arten etc.
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I:
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Wird die ^anne Körperoborfläehe mit einem Fettüborziifj vorsehen, so tritt derselbe Erfolg ein, wie nach der Überfirnissun},': schuollos Absinken der Temperatur, Minderung der Harnmenge, Albu-minurio, Eückgang der anfangs erhöhten Puls- und Atemfrequenz, Tod. Ursachen sind teils die durch Erweiterung der Hautgefässe bedingte enorme Abkühlung, teils die Unterdrückung der Perspiration mit Anhäufung schädlicher Exkretionsstoft'o im Blut.
3.nbsp; nbsp;Zur Einhüllung und Schlüpfrigmaohung von In-haltsstoffen des Magens, besonders aber des Darmes (Fäkalmassen, Konkrementen, Fremdkörpern), sowie dann, wenn scharfe Stoffe innerlich gebraucht werden und ihre irritierende Wirkung auf die Schleimhaut des Digestionstraktus abgewendet oder gemildert werden soll. Dabei darf natürlich das Protectivum den wirksamen Stoff nicht chemisch zerlegen. Man benutzt Gummiarten, Schleime, namentlich aber Fette, die man je nach den Umständen per os oder per rectum (als Infusion, Clysma) appliziert.
Kleinere Mengen von Pett werden im Duodenum vollständig verdaut und sind demnach, in angemessener Porm und Menge gegeben, treilliche Nahrungsmittel (siehe später Oleum Jecoris Aselli); erst wenn grössere Mengen von Pett eingegeben werden, geht ein Teil unverdaut ab und vermag vorher im Darm stagnierende Päkalmasson etc. schlüpfrig m machen und deren Weiterbeförderung zu erleichtern. Grosso Mengen flüssigen Pettos bewirken, innerlich verabreicht, breiige oder flüssige Entleerungen und schliessen sich auf diese Weise den mildesten Abführmitteln an. Zu beachten ist, dass ranzige Fette am Applikationsort irritierend wirken.
4.nbsp; nbsp;Zur Verzögerung der Resorption an und für sich leicht aufsaugbarer Substanzen, von denen man lediglich eine örtliche Wirkung wünscht. Auf der Fähigkeit der Pro-tectiva, nicht nur selbst schwer in die Gewebe einzudringen, sondern auch leicht diffundierende Stoffe am schnellen Eindringen zu verhindern, beruht auch ihre Verwendung als Antidote bei Intoxikationen mit Alkaloiden und scharfen Stoffen, deren Resorption sie verlangsamen und auf deren etwaige örtliche Folgezustände (Ätzung, Entzündung) sie heilsam einwirken. Daneben kommt unter Umständen eine chemische Aktion in Betracht (Ätzalkalien werden durch Fette verseift; Jod wird durch Amylacea in Jodstärke verwandelt etc.). Bei Vergiftungen mit Phosphor und Kanthari-din sind Fette, in denen beide Stoffe löslich sind, kontraindiziert
5.nbsp; Zur Verhinderung der Verdunstung und des Wärme-
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Verlustes an der Haut, wobei Wassergehalt und Temperatur derselben und unter ihr gelegener Teile erhöht, eine Aufquellung, Erweichung, Abspannung der Gewebe herbeigeführt, die Verflüssigung und Resorption von Exsudaten angebahnt, der Verlauf entzündlicher Prozesse (z. B. auch der Eiterung) beschleunigt wird etc. Vorherrschend wirken nach dieser Richtung feuchtwarme Umschläge (Kataplasmen, Fomente) aus Schleim und Stärke enthaltenden üroguen (Leinmehl, Mehl, Kleie etc.) mit Wasser oder Milch, weniger die oft benutzten Decksalben (Wachssalbe, Lanolin, Vaselin etc.).
G. Zur Stillung von Flächenblutungen, wobei der Erfolg teils auf direkte Verklebung der Gefässöfl'nungen, teils auf Beförderung der Koagulation zurückzuführen ist.
7. Pharmaceutisch zur Bereitung von Pillen, Latwergen, Emulsionen, Salben etc.
Mittel. Man teilt die Protectiva ein in Protectiva mucilaginosa, Protectiva amylaoea und Protectiva adiposa.
agt; Protectiva macllatsinoüta.
1.nbsp; Gummi iirabioum* (Gumminbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 8. Flores Verba8oi*t
Acaciaef)nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 9. Polla Farfarac*
2.nbsp; Tragacantha*nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;10. Flores Rlioeadosf
3.nbsp; Radix Altliaeae*tnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;11. Rhizoma Iriclis* (Radix Iridist)
4.nbsp; Folia Althaeae*tnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;12. Tubera Salep* (Radix SaleptJ
5.nbsp; Semen Lini*fnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;| 13. Carrag6en*t
6.nbsp; Semen Faonugraoci*nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;14. Somon Cydoniaof
7.nbsp; Folia Malvae*t, Flores Mal-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;15. Gelatina animalisf
vae*tnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;16. Ichthyooollat
1. Grummi arabii'iiin (Gummi Acaciaef), arabisches Gummi, Akaziengummi.
Das nach der Regenzeit aus Rissen in der Stammrinde schwitzende Gummi von mehreren Acaciaarten, hauptsächlich Acacia Senegal (Acacia Verek), einem bis (i Meter hohen, meist krumm gewachsenen Baum aus der Familie der Mimosaceae (Leguminosae; Monadel-phia Polyandria). Verbreitet ist derselbe in den Ländern des oberen Nilgebietes (*f) und Senegambions (*),
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Die in das Deutsche Arzneibuch aufgenommenen Mittel sind durch *, die in die Pharmacopoea Austriaca aufgenommenen durch f gekennzeichnet worden.
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Woisso oder gelbweisso, (lurchscheinoiulo, m. o. w. runillioho Stücke von verschiedener Grosse, die von zahlreichen Rissen durchsetzt sind und sich leicht in nngleiobe, scharfkantige, am muscheligen Bruch glasgläuzende Splitter zerbrechen lassen. 1 Teil Gummi iirabicum soll sich zwar langsam, aber vollständig in 2 Teilen Wasser zu einem klebenden, geruchlosen, schwach gelblichen Schleim von fadem Geschmack aullösen (Kirschgurami ist woiehor und im Wasser nur zum Teil mit gallertigem lliickstand löslich). Der Gummisehloim ist mit nioiacotatlösung ohne Trübung in jedem Verhältnis mischbar, wird aber durch Bleiessig, selbst wenn in ti0,Ö00 (5000t) Teilen nur noch ein Teil Gummi enthalten ist, gelallt. Durch Weingeist und durch Eisenchloridlösung wird Gummisehloim zu einer steifen Gallerte vordickt.
Gummi avabicum ist ein vorwiegend aus den Zellmembranen gebildetes, pathologisches Produkt und besteht aus Arabinsäure, gebunden an Kalk, Kali und Magnesia.
Plumnaceutische Präparate: Mu eil ago Gummi arabioi* (Mucila^o Gummi Acaciaef), Gummischleim; einfache Lösung von 1 Teil Gummi Arabicum in 2 Teilen Wasser. Pul vis gummosu8*f, zusammengesetztes (laquo;ummipulver; Gemenge von 3 Teilen Gummi arabicum, 2 Teilen Süssholz, 1 Teil Zucker (f 1 Gummi, 1 Zucker, '/s Weizenstärke, gt;/ Süssholz). Mixtura gummosaf. Pasta gummosaf. Pasta Liquiritiao llavaf. Gelatina Liquiritiae pellucidaf. Kmulsio oleosaf.
Ainvemliing. Man benutzt das arabische Gummi als Ein-hüllungsmittel bei entzündlichen und geschwungen Zuständen des Magens und Darmes (bei Dickdarmaö'ektionen auch als Ini'usion oder Clysma 1:510), sowie des Pharynx und Larynx und bei innerlicher Verabreichung scharfer Stoffe; ferner zur Herstellung von Pillen, Latwergen, Pastillen, Pasten, Ba-cillen und Emulsionen, sowie in der Chirurgie zur Blutstillung, zur Bedeckung von entzündeten Hautflächen, Wunden, Geschwüren etc. und zur Herstellung von Pixationsverbänden für kleinere Tiere.
Der Nährwert des arabischen Gummis ist unbedeutend; aus-schliesslich mit Gummi gefütterte Tiere starben innerhalb einiger Wochen.
Von den pharmaceutischen Präparaten des Gummi arabicum wird lediglich MucilagO Gummi arabici* (Mucilago Gummi Acaciaef) als Zusatz zu Mixturen und als Klebmittel verwendet. Zu Emulsionen ist Gummi arabicum dem Gummischleim vorzuziehen.
Dosen des arabischen Gummis für
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grosse Tiere 20,0 - 50,0
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mittelgrosse Tiere 10,015,0
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kleine Tiere 1,06,0
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Cave: Starke Säuren, stärkeren Alkoholzusatz, basische Salze, Borax, Oxalate, Eisensalze.
2.nbsp; nbsp; Tragacantha *, Traganth, Traganthgununi.
Der in Blättern und in band- oder sichelförmigen Streifen erhärtete Schleim, welcher aus der Binde der Stämmchen zahlreicher Astragalusarten Kleinasions und Vorderasiens (kleiner, sehr astreicher, stacheliger Sträucher aus der Familie der !'apilionaceae (Leguminosae; Diadelphia Uecandria) ausfliesst. Mit Wasser Übergossen, quellen die hornartigen, weissen oder gelblichweissen, zähen Stücke stark auf und bilden mit 50 Teilen Wasser einen trüben, schlüpfrigen, faden Schleim.
Anwendung. Wie Gummi arabicum. Traganthemulsionen he-nötigen auf 30,0 ()l nur etwa 0,7 Traganth: zur Bereitung eines Schleimes von der Konsistenz des Stärkekleisters braucht man 1 Teil Traganth auf 50 Teile Wasser.
3.nbsp; nbsp; nbsp;ICaili\ Altliacae ^f, Eibischwurzel, Altheewurzel.
Die Wurzel der in Süd- und Mitteleuropa, sowie in Mittelasien, an etwas feuchten Stellen verbreiteten, in einigen Gegenden, z. B. in der Umgebung von Bamberg, Nürnherg, Schweinfurt, im Grossen angebauten, bis über 1 Meter hohen, ausdauernden Althaea offici-nalis aus der Familie der Malvaceae (Columniferae; Monadelphia Polyandria).
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Die holzige, kurze und dieko 'Wui'zol bildet bis über 20 cm lange und bis 1,5 om dicke, beinalie walzenförmige, leicht zerbrechliche Äste, die goscblilt (befreit von dem gelbliobgrauen Korke) in den Handel kommen (#9632;;, und auf der woisslichon, längswolstigen Oberfläche bräunliche (von AVurzelfasern horrührende) Narben und dünne,
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verfilzte Bastbiindolchen zeigen.
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Figur 9.
Radix Althaeao mundat
auf dem Querschnitt,
l.upenbild.
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Mit 10 Teilen Wasser giebt Eibisclnvnrzel einen nur gelblich gefärbten schleimigen Auszug von schwachem, fadem Geschmaok. Dieser Auszug wird durch Ammoniaktliissigkeit
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schön gelb, durch Jodwassor nicht blau gefärbt; letzteres ist indessen der Fall mit der erkalteten Abkochung der Wurzel, da der reichliche Stärkemehlgehalt derselben beim Abkochen teilweise in den Auszug übergeht.
Als Hauptinhalt findet sich in der Wurzel Stärkemehl (in Form einfacher, vorherrschend eiförmiger Körnchen von 1620 ,u Durchmesser) zu etwa 400/0, sowie Schleim zu nahezu 86quot;/0: daneben noch Pectin, Zucker, Asparagin und einige Salze.
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Pharmaceutische l'räparate: Sirupus Althaeae*!, Eibischsirup, Altheesaft: eine Lösung von Zucker in einem Macerate der Eibischwurzcl. Species pectorales*j- (siehe Seite 47). Species Althaeaef.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;
Anwendung. Man benutzt die seit den ältesten Zeiten bekannte Drugue mit Vorliebe bei allen möglichen entzündlichen Zuständen des Verdauungstraktus (bei solchen des Dickdarms als Infusion oder Clysma) und der Luftwege (siehe Seite 39), sowie als Vehikel für scharfe Arzneistoffe. Aussordem ist Altheepulverquot; eines der beliebtesten Constituentia für grössere Pillen, Latwergen und (Schüttel-) Emulsionen.
Als flüssige Formen sind in der Regel in Gebrauch die Maceration (1:1220), das Infusum und die Schüttelmixtur. Das Althee-Dekokt wird nach dem Erkalten trübe, doch ist dies für die therapeutische Verwendbarkeit nicht von Belang. Die Haltbarkeit aller flüssigen Formen, besonders des Dekoktes, welches übrigens von Hunden gern erbrochen wird, ist eine nur sehr beschränkte. Nirupus Althaeae'f dient als schwaches Expectorans für kleinere Haustiere, sowie als Zusatz zu Mixturen (1 :10).
Dosen der Altheewurzel für grosse Tierenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; mittelgrosse Tiere kleine Tiere
50,0100,0 (-200,0 f. Hinder)nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 10,025,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 2,010,0
4.nbsp; nbsp; Folia Altlmeae ^f, Eibischblätter.
Die rundlich elliptischen, drei- bis fünflappigen Blätter der auf Seite 43 beschriebenen Althaea officinalis.
Der Grund dor gestielten, stumpfen oder zugespitzten Blätter, von denen die grössten bis 8 cm Durchmesser besitzen, ist gerade abgeschnitten, herzförmig oder keilförmig, der Rand ist gekerbt oder gesägt. Eibischblätter sind von derber, brüchiger Beschaffenheit und erscheinen auf beiden Flächen durch Sternhaaro graufilzig, samraetartig. Sie schmecken in Folge ihres reichen Gehaltes an Schleim schloimig.
Pharmaceutische Präparate: Species emollientes*f (siehe Seite 47). Species pectorale.s nach f. Species Althaeaef. Anwendung. Wie Eadix Althaeae.
5.nbsp; nbsp; Semen Iiini*t, Leinsamen.
Die eiförmigen, platten, scharfrandigen, braunen oder gelblichen, glänzenden, stumpf genabelten, 46 mm langen Samen des bei uns kultivierten Leines oder Flachses. Linum usi t atissimum
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(Lineae, Gruinales; Pentandria IV'ntagynia), einer einjährigen, aufrechten, bis über einen halben Meter hohen, blau blühenden Pflanze mit fünffächerigen, erbsengrossen Samenkapseln
Das weisse oder hlassgrünliche Gewebe des Eiweisses und des Keimes des Leinsamens ist stärkefrei und von mildem, öligem, nicht ranzigem Geschmack. Die Leinsamen geben 20300/0 fettes öl und enthalten daneben circa 25deg;/,, Proteinsubstanzen, 60/0 Schleim etc
Durch Auspressen der Leinsamen wird das L e i n ö 1 (siehe später) gewonnen, und die Pressrückstände bilden die, sämtlichen Schleim der Drogue enthaltende Placenta seminis Tiini*f, Leinkuchen, harte, graue Kuchen, die, in gepulvertem Zustande mit siedendem Wasser übergössen, ein fade schmeckendes, schleimiges Filtrat geben, in welchem nach dem Erkalten durch Jodlösung Blaufärbung nicht entstellen darf. Das Mikroskop lässt in dem Pulver Stückchen der Samenschale des Leines erkennen, die hellgelb, nicht schwarzbraun aussehen sollen. Schwarzbraune Samenschalen rühren von Rap s (Brassica rapa und Brassica napus) her.
Fbarmaceiitische Präparate; Species emollientes*f (s. Seite 47).
Amvemliing. Wie Radix Althaeae, namentlich aber in der Wiederkäuer-Praxis in Form des Macerats (1 Teil: 2050 Teilen Wasser: eine halbe Stunde stehen lassen; Trennung der schleimigen Flüssigkeit durch gelindes Auspressen) per os und als Clysma oder Infusion bei allerhand entzündlichen Zuständen des Verdauungs-traktus; ferner äusserlich zu Infusionen in Vagina und Uterus und als Hauptmittel für Kataplasmen (1 Teil Placenta seminis Lini mit 2 Teilen heissem Wasser). Als Constituens für Pillen und Latwergen ist Semen Lini wenig empfehlenswert.
Die Dosen sind die der Altheewurzel.
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6. Semen Faemijsrraeci*, Bookshornsamen.
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Die bräunlichen oder graugelblichen, flach rautenförmigen oder unregelmässig gerundeten, 35 mm langen, bis 2 mm dicken, durch eine
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oft nahezu diagonale Furche in zwei ungleiche
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Figur 10. Semen Faenugraeci in
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Hälften (in der kleineren steckt das in die Ebene
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der Kotyledonen heraufgebogene Würzelchen des n7tiirlioher Grosso, 3 fach gelben Keimes; siehe Figur 10) geteilten Samen v0rgr. u. auf dem Längs-von Trigone 11 a Faenum graecu-m, einer durchschnitt (vorgr.).
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einjährigen, in Südenropa (Indien, Ägypten) wildwachsenden, bei uns zuweilen kultivierten Papilionacee (Leguminosae; Diadelphia üe-candria) mit biassgelben, kleinen, einzeln oder gepaart stehenden Blüten und bis 8 cm langen, sichelförmig gebogenen, zehn- bis zwanzigsamigen Hülsen.
Die etwa 28deg;/,, Schleim, 6% fettes Öl, etwas ätherisches Öl, zwei alkaloidartige Stoffe (Trigoneilin und Cholin) etc. enthaltenden Samen sind frei von Stärkemeh 1 (ein Bockshornsamen-dekokt darf durch Jodlosung nicht blau gefärbt werden) und besitzen einen eigenartigen, aromatischen Geruch und bohnenartigen (unangenehmen*), oft daneben bitterlichen Geschmack.
Ainreiidung. Wie Eadix Althaeae. Die Bockshornsamen stehen seit alten Zeilen in dem (wohl unverdienten) Rufe eines Expectorans und linden sich deshalb neben Kochsalz, Süssholz, Fenchel, Anis, Spiessglanz etc. in allen sogenannten Drusenpulvern. In Ungarn und Karaten verabreicht man sie Pferden und Kühen als appetitanregendes Mittel.
Dosen des Bockshornsamens für grosse Tierenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; mittelgrosse Tiere
10,030,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 5,010.0
Tust ausschliesslich zur Herstellung oflizineller Theegemische dienen:
7.nbsp; Volln Miilvae*t. Malvonblätterj Flores Miilvae *t, Malvenblüten.
Dio sehr langgestiolton, bis 8 cm broiton. kreisrund-herzförmigen oder mehr nierenförmigen, sein- schwach gelappten Blatter von Malva vulgaris, sowie die etwa 8 10 cm breiten, ausgesprcohen 3- odor 5 lappigen, am Gnmdo weniger tief ausgeschnittenen Blätter von Malva silvestris und die beim Trocknen blau-werdendon, blasspurpurroten, mit violetten Streifen durchzogenen Blüten der oben genannten, wie Malva vulgaris ausdauernden und bei uns wildwachsenden Malva cee (Columniferae; Monadelphia Polyandria),
Sowohl Folia als Mores Malvae zeichnen sich durch reichen Schlolmge-halt aus und können wie Radix Althaeao gebraucht worden. Althergebracht ist beim Menschen die Verwendung der beiden Droguon zu Kataplasmen und Gurgelwässern.
8.nbsp; Florcs Verbasci*t, Wollblumen, Himmelbrandblumen.
Die grossen, lebhaft gelben Blumenkronen des Vorbascum phlomoides (mit Einschluas des Verbascum thapsiforrac), einer durch fast ganz Europa wildwachsenden, zweijährigen, bis über l'/j Meter hochwerdenden Scrophularinee (Personatae; Pentandria Monogynla) mit weichhaarigen, filzigen, bei Verbascum thapsiformo am Stengel herablaufenden Blättern.
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Aus dor kurzen Bluniünkronu orlioben sich 5, bis gegen 1,5 era lange, ausson sternliaarige (filzige), broitgonimleto Lajipen, von denen die zwei oberen kleiner als dio drei unteren sind. Von den 5 ebenfalls ungloiililangon, kronenblütigen Staubgotasson bez. Staubfäden sind die drei kurzen bärtig (woiss-gelblich-wollig), dio beiden längeren (lust) kahl.
Uie sclileimig-süsslich schinoekendcn Wollblurnen onthalton Zucker (gegen 11 0'0), Gummi etc. Man kann sio wio Radix Althaoae benutzen.
9.nbsp; FoliH Farfarae*, Iluflattigblättor.
Die grundständigen, langgestielten, bandgrossen, vom herzförmigen Grunde bis zu der kaum hervortretenden Spitze oft 10 om langen und dann etwa ebenso breiten, oberaeits dunkelgrünen, untersoits mit einem leicht ablösbaren, dichten, weisson Filz von sehr langen, dünnen, einfachen Haaren bedeckton Blätter von Tussilago Farfara, einer an feuobton Orten Europas und Asiens truppweise wachsenden, ausdauernden, gelbblühenden Compos ito (Aggregatae; Syngoneaia superilua).
Uie unbedeutend schmeckenden Blätter kommen erst nach der Blüte, im Mai, zum Vorschein und enthalten Schleim, Bitterstoff und Gerbstoff. Sie werden wie dio vorigen Droguen benutzt.
10.nbsp; Flores Bhoeadosf, Elatsohrosenblumen,
Bio getrockneten Blumenblätter der einheimischen, einjährigen Papa vor acee Papavor Khoeas (Rhucadinae; Polyandria MonogyniaJ, Die sehr zarten Blumenblätter sind etwa 5 cm breit, quor-oval, scharlachrot (in getrocknetem Zustande violettj und von zahlreichen, strahlläuligen Nerven durchzogen, Man benutzt sie hauptsächlich zur Färbung von Fruchtsäften und zur Bereitung der Specioa poctorales naehf.
Aus den letztgenannten und einigen anderen, später zu besprechondon Droguen worden, zum Teil mit Hilfe der für die Veterinärmedizin völlig bedeutungslosen Voilchonwurzel ([11,] lUiizouin Irldis*, Radix Iridisf), folgende Thee-mischungen bereitet:
Species pectoraIes*t, Brusttlieo. 8 Teile Eibischwurzel, 3 Teile Süssholz, 1 Toil Voilchenwurzol, 4 Teile Huflattigblättor, 2 Teile Wollblurnen, 2 Teile Anis (nach f üOO Teile Altheoblätter, 150 Teile Süssholz, je 50 Teile Altheewurzel und Graupen, je 5 Teile Wollblumon, Malvenblumen, Klatschrosen und Stornanis).
Species emollientes*!, erweichende Kräuter. [Je 1 Teil Eibischblätter, Malvenblätter, Steinklee. Kannllen, Leinsamen (nach t je 1 Teil Altheoblätter, Malvenblätter und Melilotenkraut, 2 Teile Leinsamen).
Species Althaeaef. 100 Teile Altheoblätter, 50 Teile Altheewurzel, 25 Toilo Süssholz, 10 Teile Malvonblätter. Für die Tiermedizin sind diese Thee-misc.lningen bedeutungslos.
Nur untergeordnetes Interesse besitzen:
12. Tnbera Salep* (Radix Salepf), Salep, Salepknollen.
Die kugeligen oder birnfönnigen Knollen verschiedener einheimischer
und orientalischer Orchideen (Gynandrae; Gynandria Monan-
dria). Salepknollen enthalten bis zu 48% Schleim, circa 27 u/0
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Stärke, 5 (l/o Eiweiss, 1 0/0 Zucker etc. und dienen namentlich in Form des Mucilago Salep* (1 : 100) als stopfendes Mittel in der Kinderpraxis.
13.nbsp; nbsp;Carrageen*!. Irländisches Moos. Die höchstens hand-grossen, laubartigen, in schmälere oder breitere Lappen geteilten, die Nordsee bewohnenden Florideen (Algae; Cryptogamia) Chondrus crispus und Gigartina mammillosa. Ausser wenig Jod und Brom enthalten sie über 700/0 eines eigentümlichen Schleimes (Carragin, Carragenin) und dienen in der Medizin als stopfendes Mittel bei Darmkatarrhen (Durchfällen) etc.
14.nbsp; Semen Cydoniaef, Quittensamen. Die etwa200/o Schleim enthaltenden, verkehrt eiförmigen, kantigen oder keilförmigen, 58 mm langen, an der Oberfläche rotbraunen oder braunvioletten Samen der orientalischen, bei uns in zahlreichen Spielarten kultivierten Pomacee Pirus Cydonia (Eosiflorae; Icosandria Pentagynia). Mit 25 Teilen Wasser geben Quittenkernequot; den Quittenschleim, Mucilago Cydoniaef, der namentlich in der Augenheilkunde (bei Katarrhen der Conjunctiva etc.) Anwendung findet.
15.nbsp; Gelatina animalisf, Tierleim. Der gereinigte, aus Tierknochen gewonnene, hauptsächlich aus dem Albuminoide Glutin bestehende Leim in Form dünner, hornartiger Tafeln, die sich mit kochendem Wasser zu einer geruch- und fast farblosen Flüssigkeit lösen und beim Erkalten zu einer Gallerte erstarren.
Man benutzt Leim hauptsächlich zum Überziehen von Pillen und zur Herstellung verschiedener Leimformen (Gelatine kapseln, Gelatinepasten etc.), viel seltener als stopfendes Mittel bei Darmkatarrhen und als leicht zu beschaffendes Gegengift bei quot;Vergiftungen mit Tannin, Sublimat und Alkohol. Der Nährwert des Leimes ist sehr unbedeutend.
Die in der Chirurgie von manchen mit Vorliebe zum Bedecken von Wunden, welche unter dem trockenen Schorf heilen sollen, verwendete Subliinatglyceringelatine besteht aus Gelatine, die in einer möglichst kleinen Menge 10/0 Sublimatwasser gelöst wurde und nachher einen Zusatz von 50'0 Glycerin erhielt. Die gleichen Zwecken dienende Zinkgelatine wird aus Gelatine, Glycerin und Wasser, dazu 1l1(jVs ^er Gewichtsmenge Zinkoxyd und einu Kleinigkeit Sublimatwasser, bereitet.
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16. Ichthyocollaf, Hausenblasei aus der Schwimmblase verschiedener, in Flüssen Russlands verbreiteter Knorpellische der Gattung Accipenser bereitet. Sie dient lediglich zur Herstellung des für Tierärzte bedeutungslosen Emplastrum Anglicanumf.
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1raquo;. Protectlva nniylncen.
1, Amyluin Tritici*tnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 3. Farinn Coriiiliiim
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2. Amylum Marantaet
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4. Maltum*
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1. linyliim Tritici*|, Weizenstärke.
Das Stärkemehl der Früchte von Triticum vulgäre (Gramine a e, Glumiilorao; Triandria Digynia). Weisses, sehr feines Pulver; unter Wasser bei 150facher Vorgrösscrung betrachtet, annähernd kreisrunde Körner, die einen von sehr geringem, die anderen, weniger zahlreichen, von sehr viel grösserem Durchmesser (bis 36 /tt); mittlere Körner linden sich selten. Lässt man Weingeist dazu treten, so zeigt sich, dass die grossen Körner linsenförmig oder planconvex sind (Figur 9 a).
Gorston- und Ro^stonstiirk o, Amylum Hordei und Amylum Scoalis, gleicht dor Woizenstärke überaus, doch sind im allgemeinen die Grosskömer der Rnggenstärke grosser, jene der Gersten-
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starke kleiner als die Grosskörnernbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;-Q,.--) der Weizenstärke.
Kartoffelstärke, AmylumSo-lani, besteht aus verschieden grosson Körnern, von denen die grössoron CO90 (uLängendurofamesser erreichen, meist eine eirunde, eilörmige oder gerundet-dreieokige Form besitzen und
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einen kleinen, excentrisch in der Jiogel in der Nilho dos scluniiloren Endes gelegenen Kern, sowie deutliche execn-
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Figur 9.
Stärkemehl bei 2!U)facher Vergriisserung. a. Amyluin Tritici, b. Amylum Solani.
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trisolio Schichtung zeigen (Figur 9 b).
Leguminosenstärko, Amylum Leguminosarum, bildet unter dem Mikroskop eirunde, elliptische, längliche oder nieronfönnigo Kiirner von 2650 jU Länge, centraler, oft als rissiger Sjialt entwickelter Eemhöhle und meist sehr deutlicher Schichtung.
Haferstilrke und Reisstärke, Amylum Avenao und Amylum Oryzae, bestehen aus kleinen einfachen und sehr grossen zusammengesetzten Körnern und unterscheiden sich loieht dadurch von einander, dass die einfachen Körner des Hafers gerundet, citronenförmig erscheinen, diejenigen des Reises aber durchaus viel kantig, niemals gerundet sind. Erstore besitzen keine, letztere oft eine ansehnliche Eemhöhle.
Müllor, 1'linrmakologio.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;4
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Maisstärke, Araylum Maidia, erscheint als scharfkantige, gerumletkantige oder rundlicho Körnclien voa 1025 fi Liiuge mit oft ansehnlicher, sternförmiger Kernhöhle; Schichtung fehlt.
Marantastärko (2), Amyluni Marantaef, Pfeilwurzolstärke, Arrow-root, d. h. das aus dem fleischigen Khizom von Maranta arundinacea und anderen Marantaspezios dor Tropeu gewonnene Stärkemehl, besteht aus 2264 fi langen, meist etwas flach gedrückton, eiförmigen, doch auch gerundet rhombischen oder gerundet dreiseitigen und ellipsoidon Körnern mit in der Regel nahe dem breiteren Ende stehendem, hellem Korn und feiner excentrischer Schichtung.
Weizenstärke und die anderen Stärkesorten des Handels sind in kaltem Wasser und Weingeist unlöslich, geben aber beim Erwärmen mit Wasser auf 75quot; und darüber eine dicke, schleimige Masse, den Kleister.
Anweuduug der Stärke: Innerlich wird die Stärke (in beliebiger Dosis) hauptsächlich in Form dickschleimiger Abkochungen als r e i z -milderndes und gleichzeitig ernährendes Mittel bei entzündlichen oder geschwürigen Affektionen des Nahrungsschlauches (bei Dickdarmerkrankungen auch als Infusion oder als Cljsma), sowie bei akuter Jod- und Bromvergiftung verwendet.
Ausserlicli dient Stärke, rein oder mit Zinkoxyd, Cerussa etc. gemengt, als Streupulver bei nässenden Hautausschlägen, drohendem Wundliegen, Verbrennungen etc. (steht indessen dem durchaus trocken bleibenden Talcum [siehe später] entschieden nach); ferner in der Chirurgie zur Herstellung von Kontentiv-und Kompressiv-verbänden und zur Verdünnungquot; des Jodoforms, Dermatols etc., sowie schliesslich in der Pharmacie als Grundlage und Constituens für zahlreiche Arzneiformen, Pulver, Pasten, Kapseln, Pillen, Latwergen etc. Übrigens kann sie in fast allen Pällen durch
(3) Farina Cerealium, Getreidemehl (auf Mühlen aus den Früchten der allgemein angebauten Cerealien hergestellt), ersetzt werden.
4. Maltumf, Malz, Gerstenmalz.
Die in einen gewissen Grad der Keimung versetzten und dann an der Luft oder mit Hilfe künstlicher Wärme getrockneten Früchte verschiedener Hordeumspezies, namentlich Hordeum vulgäre und Hordeum d is tic hon (Gramineae, Glumiflorae; Triandria Digynia). Malz enthält neben den Bestandteilen der Gerste, von denen die Stärke zum grossen Teil bereits in Zucker umgewandelt wurde, reiche Mengen von Diastase, deren saccharilizierende Kraft die Assimilation der Amylaceen aufs energischste fördert.
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Man verwendet Malz als Nahrungsmittel für geschwächte Tiere. Hunden könnte man das aus dem Malz hergestellte Malzextrakt, Extractum Malti, welches noch circa 0,5o/0 wirksame Diastase enthält, kaffeelöffelweise vorabreichen.
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c. Protectiva adipoMti.
laquo;. Flüssige Eetto (Öle).
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1.nbsp; Olouin Oliv arum* (Oleum Olivaef)
2.nbsp; Oleum Lini*t
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3.nbsp; Oleum Papaveris* uud Semen Papavoris*
4.nbsp; Oleura Amyg(lalarum*t und Amygdalae dulces et amarae*t.
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ß. Weiche Fette (Fette von Salbenkonsistenz).
5.nbsp; Adeps suillus* (Axungia Porci-)-) ! 9. Unguentum leniensquot;
6.nbsp; Lanolinumfnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; turn omollienst)
7.nbsp; Unguentum Paraffini* (Vase-; 10. Unguentum simplexf linumf)nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 11. Unguentum rosatumf.
8.nbsp; Uaguentum cereum*
y. Feste Fette (Fette von Wachskonsistenz).
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(Unguon-
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12.nbsp; Sebum ovile*
13.nbsp; Oleum Cacao*t
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14.nbsp; Cera*t
15.nbsp; Cetaceuni*t
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laquo;. Flüssige Fette (Öle).
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1. Oleum Olivariim * (Oleum Olivaef), Olivenöl, Baumöl. Aus den taubeneigrossen, länglichrunden, bräunlichen oder dunkelgrünen Früchten des in Südeuropa und im Orient wildwachsenden und angebauten Ölbaumes, Olea europaea (Oleaceae, Contortae; Diandria Monogynia), ohne Anwendung von Wärme gepresstes öl. Es hat eine gelbe, anfangs beinahe grünliche Farbe, eigentümlichen, schwachen Geruch und Geschmack, sowie ein spezifisches Gewicht von 0,9150,918. Bei ungefähr 10deg; beginnt es sich durch krystal-linische Ausscheidungen zu trüben und bildet bei 0deg; eine salbenartige Masse.
Eine gewöhnlichere Sorte, Oleum Olivarnm commune*, gemeines Olivenöl, zeichnet sich durch gelbbräunliche oder grünliche Farbe und wenig angenehmen Geruch und Geschmack aus. Es wird in der Weise hergestellt, dass die zur Fabrikation der guten Ölsorte kalt ausgepressten Oliven nochmals heiss ausgepresst oder mit Wasser ausgekocht werden.
Das Olivenöl gehört zu den nicht trocknenden Ölen und
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besteht zu etwa 75 0/() aus Oloin. Der Rest ist Palmitin, Butyrin, Stearin und etwas Cholesterin.
2.nbsp; nbsp;Olenm Iilnl*ti Leinöl, Das aus den Leinsamen (siehe Seite 44) gopresste, bei 20u noch flüssige, fette öl von gelber Farbe, eigontümlichein Geruch und 0,936 0,940 spez. Gewicht. Es gehurt zu den trocknenden Ölen (Vorsicht mit externer Anwendung!) und besteht zu 80 0/0 aus Linole'in, neben Olein, Palmitin, Myristin.
3.nbsp; Olenm Papnveris *, Mohnöl. Das aus den (medizinisch zur Herstellung von Samenemulsionen dienenden) Mohnsamen, Semen Papiiveris* (Papaver somniferum), gepresste, bei 0deg; klar bleibende Öl von blassgelber Farbe und mildem, angenehmem Geschmack. Es trocknet an der Luft und besteht hauptsächlich aus Linole'in.
4.nbsp; nbsp;Olenm Amy^dalarwm *i-, Mandelöl. Das fette Öl der medizinisch zur Bereitung der Mandelmilch (Emulsio amygda-linay) und des Mandelsirups (Sirupus Amygdalarum* [Sirupus amy gd alinusf |) verwendeten süssen Man dein (Amygdalae rtul ccs quot;quot;f), zum Teil auch der zur Herstellung des Bittermandolwassers (Aqua Amygdalarum amararum *f [siehe Blausäure]) und des oben erwähnten Mandelsirups dienenden bitteren Mandeln (Amygdalae amarae *f), d. h. der Samen des im Orient und Nordafrika heimischen, im südlichen Europa in zahlreichen Spielarten gebauten Mandelbaumes, Prunus Amygdalus (Amygdaleae, Rosiflorae; Icosandria Monogynia). Es ist ein hellgelbes, mild schmeckendes, bei 10deg; klar bleibendes, hauptsächlich aus Olein bestehendes, nicht trocknendes, aber leicht ranzig werdendes Öl von 0,9150,920 spez. Gewicht. Der nach dem Auspressen hinterbleibende Rückstand bildet die Mandelkleie (Furfur s. Farina Amygdalarum).
ß. Weiche Fette (Fette von Salbenkonsistenz).
5.nbsp; nbsp; nbsp;Idops Niiillus (Axungia Porcif), Schweineschmalz, Schweinefett. Das aus dem frischen, ungesalzenen Zellgewebe des Netzes und der Nierenumhüllung des gesunden Schweines ausgeschmolzene, gewaschene und von Wasser befreite Fett. Schweineschmalz soll weiss und von gleichmässiger, weicher Beschaffenheit sein, einen schwachen, eigenartigen Geruch besitzen und bei 3(542deg; zu einer klaren Flüssigkeit schmelzen, welche bei einer Dicke der Schicht bis zu 1 cm farblos erscheint.
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Durch Zusammenschmelzen von * 1 Teil lionzoüsüure mit 09 Teilen Fett (f 8 J3enzoi; mit 200 Fett) wird das lienzoesclimalz (Adeps henzoiitus*; Axungia Porci benzoataf) gewonnen, welches seiner Haltbarkeit halber dem gewöhnlichen, leicht ranzig werdenden Schweineschmalz vorzuziehen ist.
Schweineschmalz ist ein Gemenge der Triglycoride der Stearin-, Palmitin- und Ölsänre.
0. Lanolin umf, Wollfett. Aus dem Fett der Schafwolle hergestellte, weisse (oder gelblichweisse), fast geruchlose, neutrale Masse von dicker Salbenkonsistenz, die nicht ranzig und dadurch reizend für die Haut wird und im stände ist, das Mehrfache ihres Gewichts an Wasser aufzunehmen, ohne ihre Salbenkonsistenz zu verlieren. Eine Resorption vom Darm aus kommt nicht zu stände, sodass Lanolin ernährende Wirkungen nicht besitzt. Gleichwertig mit ihm dürfte das neuerdings unter dem Namen Adeps Lan ae in den Handel kommende, von der Norddeutschen Wollkämmerei fabrizierte Präparat sein.
7.nbsp; nbsp;Ung-ueutiim Paraflini* (Vaselinumf), Paraffin-salbe, Vaselin. Nach * eine weisse, durchscheinende, nicht ranzig werdende Salbe, welche sich zwischen 40 und 50deg; verflüssigt und durch Zusammenschmelzen von 1 Faraffinum solidum* und 4 Pa-lalliiinin li^nidum* hergestellt wird; nach f eine gelbe, durchsichtige, geruchlose, neutrale, salbenartige Masse, welche sich bei circa 350 verflüssigt und ohne Aschenrückstand verbrennen soll.
8.nbsp; nbsp;Uii^iicntnni cercnill *, Wachssalbe. Gelbe, durch Zusammenschmelzen von 7 Teilen Olivenöl und 3 Teilen Gelbwachs bereitete Salbe.
9.nbsp; nbsp;Ungnentiim leniens* (ünguentum emolliensf), Cold Cream, Creme celeste. Weisse, weiche Salbe, die nach * aus 4 Teilen Weisswachs, 5 Teilen Wallrat, 32 Teilen Mandelöl, 16 Teilen Wasser und einer kleinen Menge Rosenöl (1 Tropfen auf 50^0 der Salbe); nach f aus 10 Teilen Weisswachs, 20 Teilen Wallrat, 80 Teilen Mandelöl, 20 Rosenwasser besteht.
10.nbsp; nbsp;Ünguentum simplex-)-, einfache Salbe. Weisse, aus 200 Teilen Schweinefett und 50 Teilen weissom Wachs bereitete Salbe.
11.nbsp; nbsp;Ünguentum rosatumf, Kosensalbe. Weisse, aus 300 Teilen Schweinefett, 75 Teilen Weisswachs, 1,5 Teilen Dergamottenöi, 0,5 Teilen Rosenöl bereitete Salbe.
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y. Feste Fette (Fette von Wachskonsistenz).
12.nbsp; nbsp;Sebnni ovile*, Hammeltalg. Weissos, festes, bei ungefähr 47deg; klar schmelzendes, eigentümlich, aber nicht ranzig riechendes Fett des gesunden Schafes.
13.nbsp; nbsp;Oleum Cacao *t, Kakaobutter. Das bei 15deg; spröde, bei 3132deg; (nach f bei 3035deg;) klar schmelzende, blassgelbliche, mild schmeckende und angenehm riechende Fett aus den entschalten Samen der Theobroma Cacao.
14.nbsp; nbsp;Cera (alba et flava)*t. Wachs (woisses Wachs, gelbes Wachs). Das gelbe Wachs wird aus den Waben der Biene (Apis mellifica) durch Schmelzen und Aufgiessen auf Wasser gewonnen und bildet eine gelbe Masse, die in der Kälte mit körniger, matter, nicht krystallinischer Oberfläche bricht und bei 6364quot; zu einer klaren, angenehm riechenden, rötlich-gelben Flüssigkeit schmilzt. Das weisse Wachs wird durch Bleichen des gelben gewonnen (gebleichtes Wachs).
Wachs ist ein Gemenge des in Alkohol leicht löslichen Cerin und des in Alkohol schwer löslichen Myricin und passiert den Darmkanal anscheinend unverändert.
15.nbsp; nbsp;Cetaceum*t, Walrat. Der gereinigte, feste Anteil des Inhaltes besonderer Höhlen im Körper der Potwale, vorzüglich des Physeter makrocophalus. Grossblättrige, glänzende, leicht zer-reibliche Krystallmasse von durchschnittlich 0,948 spezifischem Gewicht, die zwischen 45 und 500 (nach f bei circa 500) zu einer farblosen, klaren, schwach, jedenfalls aber nicht ranzig riechenden Flüssigkeit schmilzt.
Durch Zusammenschmelzen von gleichen Teilen Wachs, Walrat, und Mandelöl wird das Ceratum Cetaceif hergestellt.
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Wirkung und therapeutisclie Anwendung der Fette.
Über die Wirkung und therapeutische Anwendung der Fette ist in der allgemeinen Besprechung der Klasse der Protectiva (auf den Seiten 8941) das Nötige mitgeteilt worden.
Zu innerlichen Zwecken, als Einhüllungs- und Deckmittel für den Vordauungstraktus, als gelindes Abführmittel und als Antidot bei gewissen Vergiftungen, ferner zu Einspritzungen und Infusionen in den Mastdarm, die Geburts-
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wege etc. und zur S chlüpfrigmachung der Hände und Instrumente bedient man sich in der Kegel der fetten Öle, die man rein oder in Emulsionsform verwendet.
Dosen der fetten öle für grosse Tiere mittolgrosse Tiere kleine Tiere 150,0500,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;00,0150,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 5,050,0
Zu aus serlichen Zwecken (mit Ausnahme der oben bereits angedeuteten) verwendet man häuliger Fette von Salbenkousistenz. denen man nicht selten zur Erreichung von spezifischen Zwecken dem Organismus gegenüber wirksame Arzneikörper zumischt. Einwands-freie Versuche haben ergeben, dass Schweinefett am leichtesten, Paraffinsalbe (Vaselin) wahrscheinlich gar nicht die Haut durchdringt, und dass Lanolin zwischen beiden Extremen die Mitte hält. Es kommen diese Thatsachen in Betracht, wenn durch Salben, d. h. denselben beigemengte Arzneistoffe, eine ResorptivWirkung erzielt werden soll, oder wenn man wünscht, dass die Salbe wenigstens etwas tiefer als in die oberflächlichsten Epidermis-schichten eindringe.
Die festen Fette dienen zur Zeit fast nur noch zu pharmaceu-tischen Zwecken.
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Anhang.
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1.nbsp; (jrlycoriiiuiii*t
2.nbsp; Oleum Jecoris Aselli*t 8. Lyoopodiuin*t
4,nbsp; Talcum*t
5.nbsp; Bolus alba*t
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G. Calcium sulfuriouin ustum*t
7.nbsp; Liquor Natrii siliciei* (Na-
trium silioieumt)
8.nbsp; Gutta pereha*
9.nbsp; Colloclium*t; Camphoid
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1. Crlycerinum^f, Glycerin.
Glycerin ist in der gereinigten, zur therapeutischen Verwendung geeigneten Form eine klare, färb- und geruchlose, süss schmeckende, neutrale, sirupartige Flüssigkeit von 1,225 1,235 (nach f 1,25) spezifischem Gewicht, welche in jedem Verhältnis in quot;Wasser, Weingeist und Ätherweingeist, nicht aber in Äther, Chloroform und fetten Ölen löslich ist. Verunreinigungen kommen namentlich mit Chloriden, Sulfaten, Kalk, Oxalsäure, Acrolein, Arsenik etc. vor. Die
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sehr eingehenden Vorschriften zur Prüfung- auf diese Schädlichkeiten wolle man aus den Pharmakopöen ersehen. Freie Säuren und Basen sind schon durch die geforderte neutrale Reaktion ausgeschlossen.
Das zu medizinischen Zwecken verwendete Glycerin wird fast ausschliesslich durch Zerlegung von Fetten (Talg und Palmöl) mittels überhitzten Wasserdampfes von 288315deg; gewonnen (Rohglycerin), dann von Salzen befreit, durch Kohle entfärbt und nochmals mit Hilfe überhitzten Wasserdampfes destilliert.
Wirkung. Die bekannte, geschmeid igmachen de, erweichende Wirkung des Glycerins auf die intakte Haut wird durch die meisten Fette, namentlich aber durch SaHey 1 öl (siehe dieses) nicht unwesentlich übertroffen; auf Wundflächen ruft konzentriertes Glycerin durch Wasserentziehung brennendes Gefühl und Reizung hervor.
Auf gleicher Ursache beruht die abführende Wirkung grösserer Glycerindosen (z. B bei Hunden 40,060,0) bei internem Gebrauch, sowie kleinerer Glycerindosen (5,015,0 bei grossen Tieren, 1,02,0 bei kleinen Tieren) bei Einspritzung in das Iteetum. Bei der letztgedachten Applikationsweise tritt die Wirkung (vorausgesetzt, dass man das Mittel rein oder nur mit wenig 'Wasser verdünnt anwendete !) wenige Minuten nach der Applikation ein, indessen lassen Glycerinklystiere bei hartnäckigeren Verstopfungen meist im Stich.
Bei innerlichem Gebrauch ist reines Glycerin zur Verhütung einer stärkeren örtlichen Reizung mit 20 50deg;/,, Wasser zu verdünnen, indessen ist die betreffende Wirkung des Mittels vielfach übertrieben worden. Hunde vertrugen grössere Dosen (60-100,0) des reinen, den Anforderungen der Pharmakopöe durchaus entsprechenden Glycerins ohne jeden Nachteil; es folgte lediglich Diarrhöe, keine Appetitsverstimmung. Ebenso verhielten sich Katzen (Verfasser). Ob sich die von Pelzer zur Herbeiführung von Abortus und zur Anregung ungenügender Uteruskontraktionen empfohlenen intrauterinen Olyceriiiinjelitionen bewähren, bleibt abzuwarten.
Subkutan appliziert, ruft Glycerin durch Wasserentziehung lokal Schrumpfung und Absterben der Erythrocyten, welche sieh dann innerhalb der Blutbahn auflösen und Haemoglobinurie bedingen, hervor. Die Nährkraft des Mittels ist sicherlich sehr unbedeutend,
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Seine antiscptisehe, antiz3rmütische und antiparasi-täre Kraft befähigt das Gtycerin, nicht nur gewisse Arzneiflüssig-keiten Lösungen von Alkaloiden, Extrakte, Impfflüssigkeiten etc. haltbarer zumachen, sondern auch, bei internem Gebrauch, abnorme (lährungsprozesse im Traktus zu inhibieren und gewisse Parasiten (Darmtrichinen, besonders aber die Gregarinen des Geflügels) zu vernichten. Bepinselung der erkrankten Schleim-hautllächen mit reinem Glycerin, innerliche Verabreichung massig verdünnten Glycerins mehrmals täglich einen Kaffeelöffel voll gilt vielfach als das beste Verfahren zur Beseitigung der Gellügel-Gregarinose.
Die Anwendung des Glycerins geht aus dem soeben Mitgeteilten hervor. Der Hauptwert des Mittels beruht jedenfalls in seinem Lösungsvermögen für eine grosse Anzahl von Substanzen, die infolgedessen in konzentrierterer Form, als es sonst möglich sein würde, angewendet werden können, sowie ferner in der Fähigkeit, Pillen, Latwergen, Pasten etc. lange Zeit weich zu erhalten. Als Geschmackscorrigens wird es nur ausnahmsweise (z. B. für Silbernil ratsolutionen) verwendet.
UnguentHiu Glycerinl *f, Glycerinsalbe. Eine sehr haltbare, weiche, durchscheinende, als Salbengrundlage (aber nicht für Jod!) sehr geeignete Masse, die nach :: aus 10 Teilen Weizenstärke, 2 Teilen Traganth, 15 Teilen Wasser, 100 Teilen Glycerin und 5 Teilen Weingeist: nach f aus 1 Teil Stärkemehl und 15 Teilen Glycerin bereitet wird.
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2. Olenm Jecoris Aselli*!, Leberthran.
Das aus den frischen Lebern des als Stockfisch bekannten Kabeljau, Gadus Morrhua. eines bis 40 kg schweren Fisches aus der Familie der Gadoidei, bei thunlichst gelinder Wärme im Dampfbade gewonnene Öl von blassgelblicher Farbe und eigentümlichem (nach f schwach Jischartigem), nicht ranzigem Geruch und Geschmack.
1 Tropfen Leborthran, in 20 Tropfen Schwefelkohlenstoff gelöst, ßlrbt sich beim Schütteln mit 1 Tropfen Schwefelsäure einen Augenblick schön violettrot (Infolge des Gehaltes an Lipochrom, einem Gallenhestamlteil); mit Weingeist befeuchtetes Lackmuspapier darf durch Leberthran nur schwach gerötet werden (durch Spuren freier Fettsiinren; freie Fettsäuren in ^rösscror Men^o dürfen nicht vorhanden sein); nach längerem Stehen bei 0U darf aus Leberthran kein oder doch nur wenig Fett herauskrystallisieren (sonst liegt eine Verfälschung mit Pflanzenölen oder sogenanntem Fischlhran. dem Fett verschiedener Seetiere, vor).
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Im allgemeinen entliiilt Lobortliran Olein (circa 700/0), neben Palmitin (über 25u/0), Cholesterin und etwas Stearin etc., daneben kleine Mengen freier Fettsäuron, einen gelben Farbstoff' aus der Eeiho der Lipocbromo und Spuren von Jod, Brom, Chlor, Pbosphor, Schwefel, Ammonia'k und Trimethylamin. Als spezifisebe Bestandteile worden aussordom noch genannt einige Basen, Asollin, Morrliuin etc., sowie die Morrhui nsäure. Morriiuin und Morrhuinsiiuro sollen bei Tieren den Appetit erhöben (?).
Wirkung und Anwendung. Betreffs der physiologischen Wirkung steht lediglich fest, dass der Leherthran intern im Verhältnis zu anderen Ölen meist bosser vertragen und viel leichter resorbiert wird. Es beruht dies Avahrscheinlich auf der Anwesenheit der freien Fettsäuren und der dadurch bedingten leichteren Emulgierbarkeit, sodass demnach die dunkleren, stärker sauer reagierenden Thransorten (mit circa 40/o Säuregehalt) die von dem Arzneibuche zugelassenen hellen Sorten (mit 0,20,7 0/0 Säuregehalt) an Wirkung übertreffen müssten. Der geringe Jodgehalt (wahrscheinlich 0,0012 0,002 0/0) hat auf die Leberthranwirkung sicherlich keinen Einfluss.
Anwendung findet der Leberthran jetzt nur noch intern zur Hebung der Ernährung anämischer, rhachitischer, tuberkulöser, durch langwierige Krankheiten geschwächter Individuen. Bei Verdauungsstörungen, Magenkatarrhen, Diarrhöe etc. ist die Leberthran-verabreichung zu unterlassen.
Dosen des Leberthrans für grosse Tiere mittelgrosse Tiere Hunde Katzen 150,0500,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;50,0150,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 10,050,0 5,010,0
Als besser schmeckendes Surrogat des Oleum Jecoris Aselli hat man neuerdings das Lipanin, eine Mischung von 100 Teilen Olivenöl und 6 Teilen freier ölsäure, sowie eine in ähnlicher Weise hergerichtetc Kakaobutter empfohlen.
8. I^ycopodinm *t, Bärlappsporen, Bärlappsamen.
Die Sporen des moosälinlichen, in den Wäldern Mitteleuropas, Asiens, Amerikas, Südafrikas und Australiens häufig vorkommenden, ausdauernden Lycopodium clavatum (Lycopodiaceae, Lyco-podineae; Cryptoganüa Ellices) mit bis zu 2 Meter langen, weithin kriechenden, ringsum mit kleinen Blättern dicht besetzten Stengeln und aufwärts stehenden, je 2 Fruchtähren tragenden Ästen.
Das durch Ausklopfen der sporeiitrageiulen Ähren Im Juli und August gesammelte, dann gesiebte und an der Snnno getrocknete Lycopodintn bildet ein
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blassgelbes, iiusserst bowogliohos, goschmaok- und geruchloses Pulver, welches auf Wasser und Chloroform schwimmt, aber nach
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dem Kochen in Wasser untersinkt. Unter dem Mikroskop erscheint es als aus nahezu gleich-grossen Körnern bestehend, welche von drei ziemlich fischen und einer gewölbten Fläche begrenzt werden (siehe Figur 10). Die beim Vorbrennen von 100 Teilen verbleibende Asche soll weniger als 5 Teile betragen (ein höherer Aschegohalt würde durch mi
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neralische Beimengungen veranlasst sein).
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Figur 10.
Lyoopodium bei 290fa(;her
Voi'grössorung.
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Die Bestandteile des Lycopodium sind Fett (bis über 470/0), Zucker (23ü/0) und
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Spuren eines üüchtigen Alkaloids
Anwendung. Man verwendet die Bärlappsporen vielfach extern, z. B. als Streupulver auf wunde Haut st eilen, nässende Ekzeme, Intertrigo, namentlich mit Zinkoxyd (1:10) versetzt, ausserdem zum Bestreuen von Pillen, um das Zusammenkleben derselben zu verhindern.
Innerlich wird die Drogue mit Recht nicht mehr benutzt.
4. Xalcnm *t, Talk, fein gepulvertes Magnesiumsilikat.
3MgSi03 H.2SiOs.
Fettig anzufühlendes, weisses Pulver, welches sich bei Glühhitze im Probierrohr nicht verändern darf und in den gewöhnlichen Lösungsmitteln, sowie in kalten Mineralsäuren völlig unlöslich ist. Dem in Gebirgszügen und Gängen vorkommenden Talk nahestehend, aber nicht ofiizinell ist das A lumen plumosum, Federweiss, Asbest, welches aus Galciummagnesiumsilikat besteht.
Amvendnng-. Man benutzt Magnesiumsilikat aus serlich zu Streupulvern, meist mit Zinkoxyd, Cerussa, Salicylsäure (Pulvis salicjiicus cum Talco*) bei verschiedenen Hautaffektionen, ferner auch zum Bestreuen von Pillen.
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5. Kölns alba^t, weisser Thon.
Weissliolie, zerreibliche, abfärbende, durchfeuchtet etwas zähe, im Wasser zerfallende, aber nicht lösliche, erdige, hauptsächlich aus Aluminiumsilikat bestehende (mit anderen Silikaten vermischte) Masse, die beim Übergiessen mit Salzsäure nicht aufbrausen und beim Abschlämmen einen sandigen Rückstand nicht hinterlassen darf.
Anwendung. Bolus wird äusserlich als Streupulver in ähnlicher Weise wie Talk, sowie pharmaceutisch als Pillen con-
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stituons und Conspergens für leicht zersetzliclio, durch organische Substanzen veränderliohe Medikamente, z, B. Sublimat, Höllenstein etc, benutzt.
Der rote, aus eisenoxydhaltigem Thonerdesilikat bestehende Bolus (Bolus rubra, Bolus armeniaca) wurde früher als Adstringensquot; gegen Durchfall, Hiimaturie, namentlich aber Polyurie handweise dem Trinkwasser des Pferdes beigemischt verabreicht.
6. Calcium snlfiiriciim usdiiii v. gebrannter Gips, Ca S04.
Durch Erhitzen des natürlichen Gipses auf 100180deg; gewonnenes weisses Pulver, von dem 1 Teil, mit 0,5 Teilen Wasser gemischt, innerhalb 5 Minuten (nach -j- in kurzer Zeit) erhärten soll.
Anwendung. Der Gips dient in der Chirurgie zur Herstellung der (xipsverbünde (durch Zusatz von kleinen Mengen Mehl oder Altheepulver lässt sich die Erhärtung verlangsamen, durch Zusatz von Alaun oder Kochsalz beschleunigen), ausnahmsweise auch extern als Streupulver auf nässende Ekzemflächen oder stark se-oernierende Wunden und Geschwüre (siehe auch Fix liquida).
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7.nbsp; nbsp; liiquor \alt;rii silicici* (Natrium silicicumf), Natronwasserglaslösung.
Eine klare, farblose oder schwach gelblich gefärbte, alkalisch reagierende Flüssigkeit von 1,301,40 (nach f 1,40) spezifischem Gewicht (entsprechend 3386 0/0 Natriumsilikat, NajSiaü,), welche durch Säuren gallertig gefällt wird.
Anwendung. Man benutzt Wasserglas in der Tierheilkunde lediglich zur Herstellung der gegenüber den Gipsverbänden sehr leichten quot;Wasserglasverbände. Der Nachteil des langsamen Erhärtens (nach 812 StundenI) lässt sich durch Einstreuen von Gips, Kreide oder Cement zwischen die Bindentouren ziemlich vollständig beseitigen.
8.nbsp; nbsp;Griitta perclia*, Guttapercha.
Der eingetrocknete Milchsaft von auf Borneo, Sumatra, Malakka vorkommenden Bäumen aus der Familie der Sapotaceen (Diospy-rinae, Dodecandria Monogynia), vorzüglich Dichopsis, Tsonandra und Fayena. Er bildet eine dunkelbraune, in heissem Wasser erweichende und dann knetbare, nach dem Erkalten wieder erhärtende
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Masse, die in warmem Chloroform bis auf einen geringen Rückstand löslich sein muss. Durch Auswalzen der gereinigten Guttapercha stellt man das rotbraune, durchschomondo, nicht klebende Untta-perchapapier. Peroha lamellata, her.
Anwendung:. Man verwendet die Guttapercha namentlich in der Chirurgie zu erhärtenden Verbänden (rein oder in Form der Frickerschcn Schienenmasse: 54 Teile Guttapercha, 20 Teile Schweinefett, 15 Teile Ficlitenharz) und als Hut'kitt (Defays Hufkitt: 2 Teile Guttapercha, 1 Teil Gummi Ammoniacum werden zusammengeschmolzen und noch warm in den Horndefekt gestrichen; der in gleicher Weise zu verwendende patentierte Huflederkittquot; besteht wahrscheinlich aus Guttapercha, Kautschuk und Elsenoxyd oder Bolus). Das Guttaperchapapier kann namentlich zur Herstellung feuchtwarmer, sogenannter Priessnitzscher Umschläge Verwendung finden.
Eine Auflösung der Guttapercha in Chloroform (1 : (3) wird unter dem Namen Traumaficin zum Aufpinseln auf kleine Wunden, Exkoriationen etc. empfohlen.
9. Collodinm !i:i-, Kollodium.
2 Teile Kollodiumwolle (Trinitrocellulose, hergestellt aus 400 Teilen roher Salpetersäure, 1000 Teilen roher Schwefelsäure und 55 Teilen gereinigter Baumwolle! werden mit 6 Teilen Weingeist durchfeuchtet, darauf mit 42 Teilen Äther versetzt und wiederholt durchschüttelt. Nach dem Absetzen wird die gewonnene Lösung klar abgegossen.
Eine farblose oder nur schwach gelbliche, neutrale Flüssigkeit von Sirupdicke, die, in dünnen Schichten ausgebreitet, nach Verdunsten des Ätherweingeistes ein farbloses, fest zusammenhängendes Häutchen hinterlässt.
Auwendnng. Kollodium wird nur extern, und zwar zur Herstellung eines schlitzenden Überzuges auf kleineren Wunden, Geschwüren, Verbrennungen etc. und als Adstringens oder Con-stringens bei entzündlichen Schwellungen des Euters, der Testikel. Lymphdrüsen etc. benutzt.
Pharmacoutisch dient es zum Überziehen von Pillen und zur Lösung gewisser Medikamente, wie Sublimat, Jod, Jodoform, Tannin, Eisenchlorid etc. (Collodia medicata), welche in längere Berührung mit der Haut oder mit Wund- oder GeschwürsÜächen gebracht werden sollen.
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Wenn bloss eine Bedeckung, keine Konstringierung durch Kollodium erzielt werden soll, bedient man sich besser des Gollodium elasticam*f (nach * aus 94 Teilen Kollodium, 5 Teilen Terpentin, 1 Teil Kicinusöl; nach f aus 49 Teilen Kollodium, 1 Teil Ricinusöl bestehend), da dieses nicht wie das gewöhnliche Kollodium die Eigenschaft besitzt, sich beim Eintrocknen des Häutchens zusammenzuziehen.
Neuerdings empliehlt man als Ersatzmittel für Kollodium das Camphoid (je 20 Teile Kampfer und absoluter Alkohol, 1 Teil Pyroxylin), welches z. B. Jodoform im Verhältnis wie 1 : 10 löst. Der Geruch des Jodoforms wird durch den des Kampfers nahezu paralysiert (Vorschrift für Jodoform-Camphoid: Camphor., Alcohol, absolut, aa 20,0, Pyroxylin. 1,0, Jodoform. 4,0; solve).
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I.
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II. Kapitel.
Rophetica, einsaugende Mittel.
Als Eophetica oder Imbibentia bezeichnet man Substanzen, welche infolge ihrer Capillarität oder Porosität Flüssigkeit aufzusaugen vermögen und bei dieser Gelegenheit ihr Volumen vermehren, aufquellen. Man benutzt sie:
1.nbsp; Zur Entfernung bez. Absaugung verunreinigender Flüssigkeiten (Blut, Eiter etc.).
2.nbsp; Zur Applikation von Flüssigkeiten (feuchtkalten oder feuchtwarmen Umschlägen [Fornenten]) auf die Haut.
3.nbsp; Zur Stillung unbedeutender Blutungen an zugänglichen Kürperstellen.
4.nbsp; Zur rein mechanischen Erweiterung von natürlichen oder abnormen Kanälen, z. B. des Muttermundes, des Zitzenkanals etc.
Mittel. Von den hierher gehörigen Mitteln ist die Holzkohle, da sie noch weitere, wichtigere Wirkungen entfaltet, an anderer Stelle besprochen worden.
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1.nbsp; Spongiae marinae und Schwaram-
surrogate
2.nbsp; Laininaria
3.nbsp; Eadix Nyssae
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4.nbsp; Fun gus Chirurgorum* (Fungus
igniariusf)
5.nbsp; Faleao haemostaticae*
G. Aufsaugende Verbandstoffe (G o s s y -pium depiiratum* etc.)
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1.nbsp; nbsp;Spongiae marinae, Badeschwämme, Seeschwämme Das gereinigte und getrocknete, aus netzförmig verflochtenen Hornfasern bestehende Gerüst mehrerer zur Gattung Spongia gehörender Seetiere, namentlich des Mittelländischen Meeres. Die feinporigen, helleren, von Kalkeinlagerungen meist freien, in der Regel als syrische Schwämme bezeichneten Sorten werden auf Spongia mollissima und Spongia zimocca, die ordinäreren, sehr grossporigen, unreinen, sogenannten P f e r d e s c h w ä m m e auf Spongia e q u i n a zurückgeführt.
Die Anwendung der Schwämme ist als bekannt vorauszusetzen. Als erweiterndos Mittel, zum Offenhalten von Pistel-kanälen etc. benutzte man früher die durch Eintauchen feinlöcheriger, exakt gereinigter, in Stücke geschnittener Schwämme in geschmolzenes gelbes Wachs gewonnenen Spongiae ceratae, Wachs-schwämme, sowie die durch festes Zusammenpressen von feinen Badeschwämmen hergestellten Spongiae compressae. Pressschwämme.
Die neuerdings als Schwammsurrogat in den Handel gebrachte Luffa, das Fasernetz der Früchte vonLuffa aegyptiaca. hat vor den Badeschwämmen keinen Vorzug.
2.nbsp; Laminaria, Laminariastifto. Der getrocknete, in Wasser stark (iuell-bare Stiel dos blattartigcn Lagers eines an felsigen Stellen im Meere vorkommenden Seetangs, Laminaria Cloustoni (Florideae; Cryptogamia Algae).
Aus dem Laminariastengel gesohnitteno und geglättete Stäbchen dienen in der Cbirurgie und Gynäkologie unter der Bezeichnung Laminariastifte als Ersatz des rressschwaniins zur Dilatation von Kanälen.
3.nbsp; Kadix Nyssae, Tupelowurzel, Tupelostifte. Die Wurzel bez. das Wurzelholz des Wassertupelobaumes, Nyssa aquatica L , einer an den Flüssen und Sümpfen Carolinas wachsenden Nyssacee.
Man venvendet Radix Nyssae zur Herstellung der sogenannten Tupelostifte, die als Ersatz für die Laminariastifte dienen sollen, deren Quellbarkeit sie zu übertreffen scheinen.
4.nbsp; nbsp;Fungus Cliiriirgorum* (Fungus igniariusf), Wundschwamm. Die weichste, lockerste, vorwiegend aus Cellulose (Fungin) bestehende Gewebsschioht, welche sich aus dem Hut des inLaubwiildern fast ganz Europas, besonders aui'Buchen-und Eiclienstämmen vorkommenden Polyporus fomentarius (Polyporeao, Uyme-nomycetes; Cryptogamia Fungi) als zusammenhängender, schön brauner Lappen hcrauschueiden liisst.
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Wumlschwniiiin wird beim Menschen als Haomostatioiim bei unbedouton-don Blutungen benutzt.
#9632;5. Paleae haemostatloaefi Penawar Djarabi, blutstillende Spreubaare. Die an dem Wurzolstock und den Wedelbasen versobledener baumartiger, im ostindiscben Arobipel und auf lt;lon Sandwicbinseln verbreiteter Farne, namentlioh Cibotium Baromoz .1. (Cyathoaceao Piliees; Cryptogamia Filices), befindlichen, 37 cm langen, seidenartig oder motalliscli glänzenden, gold- bis branngelben, haarförnügen Spreuscihuppen.
Paleae haemostatioae worden in derselben Weise wie Fungus Chirurgornm als Haemostaticum verwendet.
6. Aufsaugende Verbandstoffe. Die in früheren Zeiten fast allgemein zur Bedeckung von Wunden (des Menschen) dienende, durch Zerzupfen von Leinwand hergestellte deutsche Charpie, Linteum carptum Gornianicum, und die wesentlich bessere englische Charpie, Linteum carptum Anglicum, sind neuerdings ebenso wie das in der Veterinärchirurgie mit Vorliebe benutzte Werg, Stuppa, durch eine Anzahl neuerer, zum Teil erheblich besser aufsaugender, meist mit antiseptischen Mitteln imprägnierter Materialien ersetzt worden.
Das Aufsaugimgvermögen derselben im Vergleiche zu den älteren Verbandstoffen geht aus der auf Seite 65 belindlichen Tabelle hervor. Auf eine eingehende Besprechung der verschie
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denen, in dieser Tabelle aufgeführten Materialien muss verzichtet werden. In Deutschland offizineil ist tiossy-phim depuratinn*, gereinigte Baumwolle, d. h. die weissen, entfetteten, in Wasser sofort untersinkenden Samenhaare verschiedener, in wärmeren Ländern kultivierter Arten der Gattung Go ssypium (herbaceum, arboreum etc.) (Malvaceae, Columni-ferae; Monadelphia Polyandria). Die fast aus reiner Cellulose bestehenden, 14 cm langen Baumwollenhaare präsentieren sich unter dem Mikroskop als 1040/i breite, einfache, m. o. w. platt gedrückte Zellen (Figur 11), Baumwolle soll neutral reagieren und darf beim Verbrennen nicht mehr als 0,3 quot;/y Asche hinterlassen.
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Figur 11.
Haare von Gossy-
pium herbaceum,
vergrössort.
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Die Anwendung der Baumwolle und ihrer verschiedenen Fabrikate (Watte, Schirting, Kaliko, Mull, Gaze etc.) in der Chirurgie wird als bekannt voraus
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gesetzt
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Sehr häufig tränkt man sie mit arzneilichen
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or,
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Störten und stellt auf diese Weise Gossypium antisepticum (G. oarbolisatmn, G. salicylisatnm etc.), Go ssy pinm j odatum, Gossypium h aemostaticum etc. her. Diese zuletzt erwähnte blutstillendequot; Watte wird durch Imprägnierung' des (iossypium de-puratum mit verdünnter Eisenchloridlösung hergestellt und überragt an Wirkungsintensität den Fungus Chirurgorum und die Paleae haemostatioae bedeutend.
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an Blutserum
in
runder Summe dos
Gewichts.
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an deflbrinlrteni
131 iit,
in runder Summe
des Gewichts.
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Moospappe (aus Sphagnumspozies). Verbandmoos nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;
Cellulusowolhvatte......
Baumwolle.........
Hulzülz..........
Holzwollwatte........
Cellulosewolle (Roennefahrt) . . .
Holzwolle (Walchor)......
Tilhnann'scher Wolle.....
Penawar-Djambi-Watte . . . .
Holzcharpie.........
Verbandgaze (Mull)......
Gewöhnlicher Watte . . . . .
Torfwolle.........
Jute (Bastfasern von Gorchorus-
spezies).........
Charpie..........
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das 15-fache
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das 12-fache
-nbsp; 17nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;-
-nbsp; 15nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;-
-nbsp; 13nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;-
-nbsp; 12,5nbsp; nbsp; -
-nbsp; 14nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;-
-nbsp; 13nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;-
-nbsp; 12nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;-
-nbsp; 11nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;-
-nbsp; 10nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;-
(gt;
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10,5 10,5 10
10
8,5
8
8
G,5
5
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4,5 -
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ü
4,5
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4,5
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M ü 11 raquo;.t, Pharmakologie.
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III. Kapitel Saccharina, ZuckerstofFe.
Die Zuokerstoffe spielen als Arzneimittel eine nur sehr untergeordnete Holle. Grössere Quantitäten des Zuckers in konzen-trierterer Form wirken massig' reizend, und es beruht darauf die Anwendung der verschiedenen Zuckerarten:
1.nbsp; Als gelindes Reizmittel für die Mund-und Rachen-sclileimhaut, sowie für die äusseren Teile des Kehlkopfes bei leichteren Anginen, besonders torpider Natur etc. Man verwendet einen der verschiedenen Sirupe oder auch Honig, Succus Liquiritiae. Radix Liquiritiae.
2.nbsp; Als mildes Abführmittel, namentlich für jugendliche Hunde. Es sind in Benutzung Zucker, Milchzucker, Manna (siehe Klasse der Abführmittel), Honig.
3.nbsp; Als Antidot bei Vergiftungen durch Kupfersalze i Überführung in das verhältnismässig unschädliche Oxydul). Man gebraucht Sirup, Milchzucker, Traube nzucker.
4.nbsp; Als Reizmittel in dor Geschwürstherapie und behufs Rückbildung von Hornhautflecken und Pannus. In Verwendung ist Zuckerpulver.
5.nbsp; Als Reifungsmittel für Abscesse. Man vermischt Honig mit Mehl etc. zum Breiumschlag.
Am häufigsten dienen indessen die Saccharina, denen selbstverständlich eine entfernte Wirkung nicht zukommt, als Geschmackscorrigentien und Constituen tien für Arzneien.
Mittel.
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1.nbsp; Sacchiiruiii*t
2.nbsp; Hacchiirum Laotl8*t 8. Mel*t
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4. Radix Liquiritiaequot;'i' 6. Kailix Graminisf (li. Sacchannum).
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------------- - - -quot;
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Süsse Früchte und Wurzeln sind: Mohrrüben (von Daucus Carota); Johannisbrot (Siliquu dulcis von Ceratonia siliqua); Feigen (Caricae von Ficus carica); Datteln (Dactyli von Phoenix'dactylifera); Rosinen (Passulao majores et minores von Vitis vinifera) etc.
1. Saccharnm*!) Zucker. CjjHjjO,,.
Weisse, krystallinische Stücke oder wcisses, krystallinischcs Pulver, welches fabrikmässig teils aus dem Zuckerrohr, Saccharum offici-narum (Gramineae, (rlumillorae; Triandria Digynia), einem 13 m hohen, in den meisten tropischen und subtropischen Gegenden kultivierten, ausdauernden Gras, teils aus der einheimischen Runkelrübe, Beta vulgaris (Chenopodiaceae, Oloraceae; Pentandria Digynia), hergestellt wird. Zucker soll mit 0,5 Teilen Wasser ohne Rückstand einen färb- und geruchlosen, rein süss schmeckenden Sirup geben, welcher sich in allen Verhältnissen klar mit Weingeist mischt (Abwesenheit von Schleim, Dextrin, Salzen, namentlich Calciumsnlfat) und Lackmuspapier nicht verändern darf etc.
l'linriuacoutische l'rtiimrato. Dor Zucker dient neben anderen Substanzen zur Herstellung einer Kcihe von pbanuaceutischen Präparaten, die man als Sirupe bezeichnet. Man kann dieselben in folgende Gruppen bringen;
1.nbsp; Iiidifl'oreiito oder nahezu Indifferente Siruplaquo;! Sirupus simplex^fi
Sirupus communis; Sirupus Liquiritiao*t.
2.nbsp; Sclileimige, einhttllende Sirupe: Sirupus Althaeao,:t; Sirupus Amygdalarum* (Sirupus amygdalinusi').
8. Aromatische, den Appetit nuregende, tonlsierend etc. wirkende Slrupet Sirupus Menthae*ti Sirupus Cinnamomi't, Sirupus Auran-tii cortIois*ti Sirupus Capilli Venerisf.
4. Säuerliche Sirupe: Sirupus Kubi Idaerf; Si rupns Cerasoriiur'; Sirupus Morortunt; Sirupus Ribiuuit; Sirupus C'itrif.
Über die expektorierenden, emetisch wirkenden, abführenden etc. Sirupe ist an anderen Stellen nachzulesen,
Unter dein Namen Elaeosacclumr't, Olzuoker, bezeichnet man Mischungen aus Zuckerpulver und ätherischen Ölen, welche pulverförmigen, seltener Httsslgen Arzneien als tleschmackscnrriguns zugesetzt werden Nach #9830; wird 1 Teil ätherisches ()1 auf 50 Teile Zucker, nach f 1 Tropfen iithorisches ()1 auf 2,0 Zucker ge-nonimon. Für die Tierheilkunde sind die Ulzuckcr bedeutungslos.
Die Anwendung' des Zuckers ist aus der allgemeinen Besprechung auf Seite 86 ZU ersehen. Um bei Hunden eine Abführwirkung zu erzielen, würde man 30,060,0 Zucker zu verabreichen haben. Als Versüssungsmittel für llüssige Arzneien zum inneren Gebrauch benutzt man in der Regel Sirupus simplex*!, welcher nach *
5*
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aus 3 Teilen Zucker und 2 Teilen Wasser, nach f aus 4 Teilen Zucker und 2,5 Teilen Wasser hergestellt und ebenso wie die oben genannten zusammengesetzten Sirupe den Arzneien in einer Menge von 20,030,0 auf 150,0200,0 Gesamtllüssigkeit zugesetzt wird.
2.nbsp; nbsp;Saccliaruin E(actllaquo;*tgt; Milchzucker. CI;,H22 On-fH^O.
Namentlich in der Schweiz als Nebenprodukt bei der Käsebereitung im grossen (aus den süssen Molken) dargestellte, weissliche, krjstallinische Massen in Trauben oder Watten, oder ein weisses, krystallinisches Pulver, welches bei 15deg; in 7 Teilen, bei 100deg; in 1 Teil Wasser zu einer schwach süss schmeckenden, nicht sirupartigen Flüssigkeit löslich ist.
Anwendung^ Milchzucker dient teils als Abführmittel für Hunde in den Dosen des Rohrzuckers, teils als Constituens für pulverförmige Arzneien, die trocken gehalten werden müssen. 500,0 Milchzucker, einem kleineren Hund innerhalb 4 Tagen verabreicht, riefen lediglich Durchfall, keine Vermehrung der Harn menge hervor (Wolf).
3.nbsp; nbsp;Mel deiHiratiim*!, gereinigter Honig.
Der aus dem Rohhonig (Mel crudum-j-), dem bekannten Produkt der Honigbiene, Apis mellifica, durch Kochen mit Wasser (nach f unter Zusatz einer sehr kleinen Menge Carrageen) und Filtrieren hergestellte, im durchfallenden Licht klare, angenehm nach Honig riechende, in 20 mm dicker Schicht gelb oder höchstens schwach bräunlich aussehende, gereinigte Honig.
Honig ist in der Hauptsache als eine konzentrierte Lösung von mehreren Zuckerarten, besonders Traubenzucker und Invert-zucker, neben Rohrzucker. Farbstoff, Riechstoff etc. anzusehen.
Pharmaceutische Präparate: Mel rosatum*t, Rosenhonig, üxymel simplex-j-, Sauerhonig.
Anwendung, Honig dient als Versüssungsmittel für flüssige Arzneien an Stelle des Sirups und als Constituens für Pillen und Latwergen, seltener verwendet man ihn zu Kataplasmen (mit Farina Seealis etc.) behufs Maturationquot; von Abscessen (besonders Drüsen-abscessen des Kehlganges) und als Zusatz zu Mundwässern und Pinsel- (Leck-) Säften bei Stomatitis, Angina etc. Zu letztgedachten Zwecken könnte auch der leicht adstriugierend wirkende Rosenhonig, Mel rosatum*|, und der in -j- offizineile, aus 1 Teil
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#9632;^
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Essig und 2 Teilen Honig bestehende .Sauerhonig, Oxymel simplexf, Verwendung linden.
4. Radix IJ(|iiii'Uiae:|:t, Süssholz.
Die einfachen, geschälten, gelben, eigentümlich süss schmeckenden Wurzeln und AVurzelausliiufer der russischen Abart der Glyoyr-rhiza glabra (Glyoyrrhiza glandulifera) (Papilionaceae, Legumi-nosae; Diadelphia Decandria), einer perennierenden, bis mannshohen Staude mit aufrechtem, ästigem Stengel und ungleich gefiederten, ziemlich grossen Blättern (mit 68 Paar länglichen Blättchen) und zahlreichen, in Trauben stehenden, blassrotlichen Blüten.
Das (russische) Süssholz kommt in 2 3 dm langen, 24 cm und darüber dicken Stücken in den Handel, welche einen sehr langfaserigen Bruch und auf dem Querschnitt ein grobstrahliges, sehr lockeres Gefüge zeigen (siehe Figur 14).
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üio f lässt nusser diesem, von ihr Eadix liqull'i-tiae mundata bczeiolmeten, auch das etwas kratzend sclnnoekondo spanische (deutsche, inälirische) Süssholz unter dem Namen Radix Liquiritiaef zu: vorschieden lange, bis 2 cm dicke, oyllndrisohe, im Bruch fiiserige Wurzeln, welche aussen graubraun und längsrunzelig, innen gelb erscheinen.
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Radix Liquiritiae enthält das, den süssen Ge-
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schmack bedingende, an Ammonium gebundene Glycyrrhizin, daneben Stärke, Farbstoff,
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Figur 14.
Radix Liquiritiae mundata, liiipenbikl.
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Zucker (Glykose), Asparagin, Äpfelsäure etc.
Pliarmaceutische Präparate: Succus Liquiritiae*!, Süss-holzsaft; glänzend schwarze, intensiv süss schmeckende, durch Auskochen und Pressen des Süssholzes gewonnene Stangen oder Massen. Succus Liquiritiae depuratus*, gereinigter Süssholzsaft; durch kaltes Ausziehen und Eindampfen bis zur Extraktkonsistenz aus Succus Liquiritiae hergestelltes, braunes, in Wasser klar lösliches, dickes Extrakt. Extractum Liquiritiaef, Süssholzextrakt; braunes, direkt aus der Wurzel hergestelltes Extrakt. Sirupus Liquiritiae*, Süssholz-sirup. Pasta Liquiritiae flava*. Gelatina Liquiritiae pellucidaf. (Über Pulvis Liquiritiae compositus und Elixir e sueco Liquiritiae, welche noch wirksamere Stoffe enthalten, ist anderwärts nachzulesen.)
Anwendung. Süssholzwurzel dient als ungenügendes Expec-torans, sowie als gutes Geschmackscorrigens und Constituens für Pulver, Spezies, Pillen, Bissen und Latwergen.
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Dosen dor Süssholzwurzel für
grosso Tiere mittelgrosse Tiere kleine Tiere
25,050,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;5,010,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 0,52,0
Für kleinere Tiere empfiehlt sich namentlich Siiccus Liquiri-tJae*ti der ebenso wie der viel teurere Succus Liquiritiae tlepuratus *
und das in f des letzteren Stelle vertretende Extractum Liquiritiae ein vortretfliches Corrigens für salinische Mixturen (aus Salmiak, Glaubersalz, Bittersalz etc.; 1 Teil Süssholzsaft: 1020 Teilen Flüssigkeitsmenge) und ein gutes Constituens für Pillen bildet.
6, Radix tlraminist, Queokenwurzol.
Dor getrocknete und grob gosduiittcne, süsslich schmeokeude, aussen strohgelbe, längsranzolige, glänzende, innen hohle Wur/.olstock des ausdauernden, in ganz Europa, Nordasion, Nord- und Südamerika als Unkraut vorkommenden Grases Trltioum repens (Gramineao, Glumillnrae; Triandria Digynia),
Quockonwurzol enthält l'ruehtzuokor, Gummi etc., aber keine Stärke, dient zur Bereitung des Extractum Graminisf und kann als mangelhaftesquot; Surrogat der Sttssholzwurzel verwendet werden.
(j. Saocharinum, Saccharin, Orthosullamiiibonzoeaäureanhydrul, g02 f1'11' Weisses, sehr leichtes, schwach nach Bittermandelöl riechendes, in Wasser schwer (1: 250), in Alkalien leicht lösliches, überaus süss (300 mal süsser als Eolirzucker) schmeckendes Pulver.
Man verwendet Saccharin als Ersatzmittel für Zucker beim Diabetes mellitus des Menschen und als Geschmackscorrigons für sehr bitter schmeckende Substanzen, z. B. Chinin, Morphin etc. Ein Nährwert kommt ihm, da es völlig unverändert den Körper passiert bez. im Harn wiedererscheint, nicht zu. Als Antisepticum bei Cystitis mit ammoniakalischer Harngährung hat es sich nicht bewährt.
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IV. Kapitel.
Amara, Bittermittel.
Stark bitter sclnucckcmle Droguen, deren wirksame Bestandteile teils den Charakter der Säuren, teils den der Alkaloide besitzen, teils indifferente, krystallisierbare oder amorphe Verbindungen darstellen.
Ihre Wirkung; äussert sich zunächst in einer stark bitteren Ge-schmacksempilndung, und mag darauf wohl eine geringe Ver-mehrung der Speichelabsonderung zurückzuführen sein. In den Magen gebracht, rufen sie bei Individuen mit träger Verdauung Zunahme des Appetits und bessere Verdauung hervor. Viele von ihnen wirken zugleich schädigend auf Gährungs-erreger, sodass sie abnorme Gährungsvorgänge im Traktus und aus diesen hervorgegangene krankhafte Zustände zu beseitigen vermögen.
Von manchen Seiten wird dagegen den Bittormittolii jede Bedeutung abgesprochen, während nach wieder linderen der Hauptwert der Amara darin liegen soll, dass diirnh sie der cellularo Nährstofftransport vom Darin nach den Organen befördert wird. In dor That wird durch Bittertnittel (und Gewürze) die Zahl der Leuko-cyten im Blut vermehrt, eine Thatsarhe, die naeli neueren Annahmen ihren (irnnd in der verstärkten Ausfuhr dieser Zellen aus dem lymphoiden Gewebe des Darmes in die Bhitbalm zu suchen hat, Auch durch Zufuhr von oiweissreieher Nahrang wird der gleiche Erfolg erzielt, während Kohlenhydrate, Fette und andere eiweissfroio Bestandteile der Nahrung nicht in in dieser Richtung wirken.
Zweifellos steht fest, duss die Amara keinenfalls bei ausgesprochen entzündlichen Prozessen im Magen und auch sonst nur in kleinen, nicht zu lange Zeit hindurch zu verabreichenden Dosen gegeben werden dürfen, da grosso Dosen ebenso Appetit und Verdauung (auch die künstliche Verdauung) ruinieren, wie längere Zeit hindurch verabreichte kleine Gaben.
Auf die äussere Haut und die sichtbaren Schleimhäute üben die Amara keinerlei Wirkungen aus.
Die Indikationen für die Mittel dieser Klasse sind: 1, Indigestionszustände verschiedener Art, sei es, dass man dieselben auf ein Atoniequot; der Digestionsorganc oder auf andere dunkle Innervationsstörungenquot; zurückfübron muss, sei es, dass
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sie durch abnorme Gährungsprozesse im Verdauungskanal, wie sie in der Res'ol als Folgen von Fütterungsfehlern oder von chronischen Magen- und Darmkatarrhen auftreten, veranlasst werden.
2. Schlechter Ernährungszustand nnd allgemeine Kör perschwäche, als deren unausbleibliche Folge sich mangelhafte Thätigkeit des Magens und Darmes eingestellt hat, so z. B. Anämie, Hydrämic, Ehachitis, schleichende Pneumonie, anhaltende, ausgebreitete Eiterungen, verlangsamte Eekonvalescenz etc.
Contraliulikatioueu: akute Eeizungszustände des Magens.
Mittel.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ^
Je nachdem die Bittermitttcl ausschliesslich Bitterstotl'e oder daneben noch andere wirksame Substanzen enthalten, teilt man sie seit altersher in Amara pura, rein bittere Mittel, Amara muci-laginosa, schleimig bittere Mittel, und Amara salina, salzhaltige bittere Mittel, ein. Eine weitere Gruppe, die der Amara aromatioa, zu denen unter anderem Wermut, Kalmus, Cascarilla etc. gehören, wird im nächsten Kapitel besprochen werden.
it. Amaranbsp; pura.
1.nbsp; Radix Gentiana6*tnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;4. Horba Contaurii (minorls)*t
2.nbsp; Lignum Qiia88iao*tnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 5. Cortox Coiulurango*iquot;
3.nbsp; Folia Trifolii fibrini*t
/j. Amara mucilaginosa.
6.nbsp; Radix Coloml)o* (Radix Calumbat) 1 8. Herba Galeopsldisf
7.nbsp; Liehen islandiciis*t
y. Amara salina. 9. Herba Cardui benodioti*nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 10. Radix Taraxaci cum herba*
(Folia Taraxaci fj Radix Taraxaoif)
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A nbang. Pep8inuin*t und Pepslnpräpavate.
ct. Amara pura.
1. Radix Grentianae *t, Enzianwurzel.
Gewöhnlich der Länge nach gespaltene Wurzeläste und Wurzelstöcke der Gentiana lutea, G. pannonica, G. purpurea und G. punetata, sämtlich zur Familie der Gentianeen (Contortae; Pentandria Digvnia) gehörende, ausdauernde, in der subalpinen
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und alpinen Region auf Bergwiesen und Weiden wachsende Kräuter mit gegenständigen! einfachen, meist ungestielten Blättern und wickelig odor kopiig gestellten, grossen, in. o. w. gelb (G. lutea und punotata) oder m. o. w. purpurrot (G. pannonica und purpurea) gefärbten, regel-mässigen lilüten,
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Dio Wurzel dor Uuutiiuia lutea ist liis iibor (i diu lang und oben gogt'ii 4 om dick; diejonlgeo der G. pannonica, purpnroa und punotata sind sclnviiclier. Alle sind braun, sehr stark läDgsrunzellg, oben inolir quer geiingelt, mohr-köpflg, weuig vorzweigt, von glattem, nicht bolzigem oder faserigem Bruch, innen braunrötlioh oder hellbraun und schmecken stark bitter. (Figur 15.)
Die Wurzelquot; der (lontiana asclepiadea lässt sich von der echten Enzianwurzel schon auf den ersten Blick durch dio der Pflanze eigenen atieirunden, meist ästigen, hin- und hor-gebogonon, höckerigen Wo rzclstöolco und die sehr dünnen, einfachen, längsfnrchigen Nebenwur2eln unterscheiden.
Die Bestandteile der Enzianwurzel sind: der glykosidisehe Bitterstoff Gentiopikri n, der gelbe Farbstoff Gentisin (Gentianin), Zucker (Gentianose), Pektin, al)er kein A my 1 um.
Fharmaceutische Präparate: TInotura Gen-
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tian a e*, Enziantinktur: 1 Teil : 5 Teilen verdünnten
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Weingeist. Ex tract um Gentianae*-j-, Enzianextrakt.
Anweiidnii^. Stomaclücum amarum in Pulver-, Pillen-, Latwergen- oder Dekoktform oder als
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Figur 15.
Kadix Gcntianae
in natürlicher
Grosse.
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Tinctura Oentianae ^f, welche in gleichen oder um die Hälfte grösseren Dosen wie die Enzianwurzel gegeben werden kann. Pferden verabreicht man die meist recht wirksame Tinktur in der Regel unter den Hafer gemischt oder auf Brot: nur selten verweigert ein Tier die Annahme.
Dosen der Enzianwurzel für Pferde Rinder mittelgrosse Tiere kleine Tiere 10,015,0 20,0-50,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;5,010,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;0,5-2.0
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2. IJgiiiim I^HHs.siac r. Bitterholz, Miegenholz.
Zerkleinertes Holz und Rindenstücke von Quassia a mar a und Picraena excelsa (Slmatubaoeae, Terebinthinae; Decandria Monogynia). Quassia amara. die das echte oder Surin amsche
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Bitterholz liefert, ist ein in Surinam, Westindien und Brasilien heimischer, strauchartiger, kleiner Baum mit grossen, hochroten Blüten; Pioraena excelsa, von welcher das Jamaika-Bitterholz entnommen wird, kommt auf Jamaika und anderen westindischen Inseln vor und präsentiert sich als ein bis 20 Meter hoher Baum mit kleinen, gelbgrünen Blüten.
Das Holz beider Biimiiü ist weissliob, ant spaltbar, lasst auf dem Querschnitt unter der Lupe Jahrcsringo mul Miirkstrulüou erkeimen und hat einen reinen, iinluüteml bitteren (iesebmack. Das Holz der Quassia amara ist dicht; die höclistens 2 nun dicke, sprödo Einde bat eine gelblicbbrauno bis graue Farbe und eine blausclnvarz gefleckte Innerliäcbc. Das Holz dor Pioraena oxcolsa ist leckerer, sehr sehwach gelblich gefärbt; die bis 1 cm dicke, braunschwarze Kinde ist gut schneidbar und bricht faserig; ihre braungrauo, liingsstroiligo Innenfläche zeigt gewöhnlich ebenfalls blausehwarze Flecke.
Der ÄufgUBS des zur Verfiilscbung des Bitterholzes dienenden Holzes von Rhus Metopium wird durch Eisenchlorid schwarz, derAufguss des Quassiaholzes nur etwas dunkler gefärbt.
Wirksame Bestandteile .sind mehrere unter dem Namen Quassiine bez. Plorasmine zusammengefasste krystallisierbare Bitterstoffe.
Plmrmaceatisches Präparat: Extraotum Quassiae*f. AnTvendnnff. Wie Radix Gehtianae.
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3. Folia Trifolii fihrini i. Bitterklee.
Die stark hitter schmeckenden Blätter der einheimischen, in sumpfigen, toriigen Distrikten wachsenden, ausdauernden, mit weissen oder rötlichen, in einfacher Traube an einem Schaft stehenden Blüten versehenen Menyanthes trifoliata iGentianeae, Contortae; Pentandria Monogynia).
Die wurzelständigen, zu dreien zusammenstehenden, zur Blütezeit der Pflanze lim Mai und Juni) gesammolten Blätter sind langgostiolt (von einem bis 1 dm hingen und 5 mm dicken Stiel getragen) und dreiteilig; ihre derben, rundlich eiförmigen, gegen 8 cm langen und halb so breiten Abschnitte sind ganzrandig oder grobgekerbt und endigen mit breiter Spitze.
D e r w i r k same Best a n d t eil des Bitterklees ist ein amorpher glykosidischer Bitterstoff, das Menyantbin.
Pliarinaceutisches Präparat: Extraotum Trifolii fibrini*f. Anwendung. Wie Radix Gentianae.
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4.nbsp; nbsp;Hcrba Ccntnurii !Hi-, Tausendgüldenkraut.
Die zur Blütezeit (im Juli und August) gesammelten, oberirdischen Teile der einheimischen, besonders auf Waldwiesen und in Holz-sclilägen Süddeutschlands verbreiteten, zweijährigen, bis 80 cm hohen Erythraea Oentaurium (Oentianeae, Contortae; Pentandria Monogynia).
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])ie bis über 2 dm Länge und 2 min Uicko ov-reiohenden, kantigen Stengel sind doldenartig verzweigt; die 5 roten Lappen iler Blumeukrone soliliessen nach dem Trocknen zusammen. Die sitzenden, ganzrandigen
ßliitter sind paarweise gegenständig, ara Grunde des Stengels bis 4 om lang und gegen 2 cm breit, an den oberen Teilen des Stengels kleiner und spitzer. (Figur 16.) Die ganze Pflanze ist kaid, der Geschmack des Tausendgüldenkrautes bitter.
Erythraea angustifolia'hat schmale, liuien-fünnigo Blätter; vor Vorwechsoluugen mit Silene Armeria und Statice Armcria schützt der bittere Geschmack des Tausondgüldenkrantes.
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Als wirksamen Bestandteil nennt man einen noch nicht genügend untersuchten Bitterstoff (Centaurin), neben dem indiffe
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Figur 16.
Blühender Zweig von
Erythraea Centaurium,
natürliche Grosse.
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renten, geschmacklosen Erythrocentaurin, Harz etc.
Amvemlung. Wie Radix Gcntianae.
5.nbsp; nbsp;Cortex Coiidnrang'o *t, Condurangorinde.
Die, ungefähr 1 dm lange und 17 mm dicke verbogene Röhren oder rinnenformige Stücke darstellende, schwach aromatisch riechende, bitterlich und daneben schwach kratzend schmeckende Rinde des Stammes und der Zweige von Go no lohn s Cundurango (Asclepia-daceac, Contortae; Pentandria Digynia), einem noch wenig bekannten Schlingstrauch der Anden von Ecuador bis Peru herab.
Die Condurangorinde enthält neben Stärkemehl, Gerbsäure etc. mehrere Glykoside (?), die in toxischen Mengen klonische und tonische Krämpfe hervorrufen.
Phiinnamitische Präparate: Extraotum Condurango fluidum* Vinum Condurango'quot; (1 Teil : 10 Teilen Xereswein).
Ainvendinig. Für die Tierheilkunde ist die Condurangorinde bedeutungslos. Hei Menschen wird sie als Amarum, namentlich ciber gegen Magenkrebs verwendet.
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ß, Aniiiru mucilaginosa.
6.nbsp; nbsp; Italaquo;li\ Colombo^ (Radix Oaluiubat), Colombowurzel. Die in a n nil her nd kreisförmige, his üher 5 cm breite und
bis 2 cm dioke Scheiben, seltener in Längsviertel gesclinittene, gel he Wurzel der lateorrhiza Calumba (Menispermaoeae, Polycar-picae: Dioecia Hexandria), eines die Wälder des südostafrikanischen Küstengebietes bewohnenden, auf Mozambique und Iho auch kultivierten Sohllngstrauohes mit ianggestielten, bandförmig ausgeschnittenen und, wie die Stengel, mit rotbraunen Haaren besetzten Blättern und kleinen, in zusammengetzten Trauben stehenden Blüten.
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Die ungoßlhr 5 mm breite, von runzeligem, braun-grilnliobem Kork bedeckte Rinde wird durch die dunkle, feinstrahlige Cambiumzone abgegrenzt. Dio oft sehr grobfaserige Mitte der Sobelben pflegt auf beiden Seiten uneben eingesunken zu sein (Figur 17). Mit 5 Teilen Wasser glebt die Wurzel, die unter dem Mikroskop
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Figur 17. Kiulix Colombo in natflrlioher Grosse.
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ansohnlioho Stärkekörner zeigt (bez. beim Be-tupfen mit Jodlosimg blau wird), einen sehr bitteren, blassgelben 'Auszug.
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Die zu Verfälschungen dienende Wurzel der nordamerikanisohen Q-entlanee Frasera oarollnensis hat einen stlsslloh-bittereu Geschmack, besitzt keine Stärkekörner, wohl aber Gerbstoff, welcher der offlzinellen Colombowurzel folilt.
Als Bestandteile der Colombowurzel werden neben Pektin, Gummi etc. bezeichnet: bis 33 0/0 Stärkemehl und drei bitter schmeckende Substanzen, Columhin, Berberin und Columbosäure.
Anwendung. Colombowurzel dient als beliebtes Stomachicum in der Hundepraxis Sie wird seihst vom entzündlich gereizten Magen gut vertragen und kann ihres reichen Stärkegehaltes halber auch bei Davmkatarrhen, die mit Diarrhöe einhergehen, mit Erfolg gegeben werden. Mau verabreicht sie Hunden zu 0,52,0 am besten in Form des Dekoktes, dem man Sirupus cort. Aurantii, unter Umständen auch Tinctura Opii zuzusetzen pllegt (Decoct, ml. Colombo 15,0:150,0, Sirup, cort. Aurantii 25,0: misce. 2 stündlich '/j1 Esslöffel Einem Hund).
7.nbsp; nbsp;Liehen islandicus :::t. Isländisches Moos.
Die im hohen Norden auf der Ebene, in gemässigten Gegenden auf Gebirgen wildwachsende Flechte Cetraria islandica (Kama-lineae. lichenes; Cryptogamia Lichenes).
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Ihre blattartlge, höohBtens O.ö nun dioko, haadgrosse Fläche ist in breitere oder schmälere, oft rinnenfärmig gebogene, oder krauao, grob gewlmperte Lappen geteilt. Dio eine Seite ist bräunlich-grün, stellenweise rotfleokig, die andere blasser, welsslich oder grau, mit weissen, eingesenkten Flecken. Kino mit 20 Teilen Wasser dargestellte Abkochung der Flechte bildet nach dem Erkalten cino steife, bittere (!allerte. liei Verdünnung derselben mit gleichviel Wasser und Znsatz von Weingeist fallen dicke Flocken nieder, welche, abfiltriert und nach Verdunsten des Weingeistes noch feucht mit Jod bestreut, oino blano Färbung annehmen.
Isländisches Moos enthält Bitterstoff (Cetrarsäure oder Cetrarin) neben einem stärkeühnlichen Kohlenhydrat, Lichenin oder Fleclitcn-stärke; ferner Fiimarsiiure etc.
Anwendung. Wie Radix Colombo, aber in bedeutend dünneren Dekokten (1: 30-50 Teilen).
8. Herba Galeopsidisf, Hohlzahnkraut.
Das zur Blütezeit gesammelte Kraut der einheimischen, einjährigen Galeopsis oohroleuca (Labiatae, Nuculiferae; Didynamia Gymno-spermia), Für die Tierheilkunde ohne Bedeutung.
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y. A mar a salina.
9. Herba Cardui benedicti:::, Cardobenediktenkraut.
Die bitter schmeckenden Blätter und blühenden Zweige des in Südeuropa und Kleinasien heimischen, bei uns hier und da zum Medizinalgebrauohe angebauten, einjährigen, bis über '/a Meter hohen Cnicus benedictus (Carbenia benedieta) (Compositae, Aggregatae: Syngenesia Frustranoa).
Die beinahe 3 dm langen, bodenständigen Blätter sind buolltig liedorteilig mit rundlichen, stacheligen Sägezähnen und geflügelten] Stiel; die grossen, am steifhaarigon, traubig verästelten Stengel einzeln stehenden Blütenköpfchen sind von breit eiförmigen, scharf zugespitzten, spiiinoweblg behaarten Deckblättern umhüllt, in den derbstaeheligen Hüllkelch eingeschlossen und enthalten gelbe, röhrenförmige Zwitterblüten.
Als wirksame Bestandteile sind Bitterstoff (Cnioin) und reiche Mengen von Calcium-, Kalium- und Magnesiumsalzen zu nennen.
Plianiiaceutisclies Präparat; E x t r a c t u m Cardui b e n e -d i o t i *.
Anirendnng, Bittermittel, welches infolge seines Salzgehaltes in gelinder Weise abführt und in den Dosen der Enzianwurzel verabreicht werden kann.
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10. Radix Taraxaci cnm licrba* (Folia Taraxaoif; Radix Taraxaciy), Löwenzahn (Löwenzalmhlätter; Lüwenzalin-wurzel).
Die im Kriibjahr vor der Blütezeit gesammelte und getrocknete ganze Pflanze Taraxacum officinale (Compositae, Aggregatae; Syngenesia Aequalis), ein ausdauerndes, allerwärts bei uns vorkommendes milchendes Unkraut mit grosson, wurzelständigen, verkehrt lanzettförmigen, ausgeschweift gezähnten bis liedet'spaltigen, glänzenden und meist kahlen Blättern und einzeln auf 1666 cm hohen, hohlen Stengeln stehenden, gelbe Zungenhlüten tragenden Blütenköpfeheii.
Löwenzahn enthält Bitterstoff (Taraxacin), Zucker, reiche Mengen von Kalium-, Calcium- und Magnesiumsalzen etc. Die im Frühjahr gesammelte Pflanze ist reicher an Salzen, die im Herbst gesammelte reicher an Bitterstoff.
Pharinacentisclies Präparat! Extractum Taraxaoi*t.
Amvemlung. Wie Herba Cardui benedicti.
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Anhang.
l*eigt;siiuiin::!t, Pepsin. Feines, fast weisses, nur wenig hygroskopisches Pulver von eigentümlichem, brotartigem Geruch und süsslichem, hinterher etwas bitterlichem Geschmack. 1 Teil giebt mit 100 Teilen eine kaum sauer reagierende, schwach trübe Lösung. Pepsin, über dessen Prüfung man in den Phann nachlesen wolle, wird neuerdings fabrikmässig durch Extraktion der Schleimhaut des Kälbermagens dargestellt.
Pharmaeeutisches Präparat: Vinum Pepsini*, Pepsinwein;
klarer, gelblicher Xereswein, der in 1000 Teilen 24 Teile Pepsin, 8 Teile Salzsäure, neben Pomeranzentinktur etc. enthält.
Anwendung. Pepsin befördert die Verdauung und die Assimilation der Eiweisssubstanzen und lehngebenden Gewebe, wobei allerdings die Anwesenheit freier Säuren vorauszusetzen ist. Man verwendet es hin und wieder bei Dyspepsie und Verdauungs-schwache (namentlich der Carnivoren) und würde es intern (Pferden zu 5,010,(1, Schweinen zu 2,05,0, Hunden zu 0,11,0) teils als Pulver (Pille), teils als Lösung (mit etwas Salzsäure) zu verabreichen haben.
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Dlö an Stelle des Pepsins neuedicli empfohlenen Surrogate, Papain, Papayotin, vegetabilisches Pepsin, ein ursprünglich ans dem Milchsaft der Früchte von Carica Papaya (lurch Ausfällen mittels Weingeist, jetzt wahrscheinlich aus den Stengeln und Blättern der genannten Pflanze durch Extraktion etc, dargestellter, eiweissartiger Körper, sowie Pankreatin, ein getrockneter wässeriger, oder flüssiger glycerinhaltiger Auszug der Bauchspeicheldrüse des Schweines, Schafes oder Rindes, oder alkoholische Fällungen aus solchen Auszügen, sind in der Veterinärmedizin nicht in Anwendung gekommen.
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V. Kapitel. Gewürze.
Droguen von würzigem Geruch und meist scharfem, brennendem, oft bitterlichem Geschmack, welche als wirksame Bestandteile ätherische Ole, zum Teil daneben aromatische Säuren, Alka-loide, Bitterstoffe etc. enthalten.
Örtlicli wirken sie auf Haut und Schleimhaut spezifisch reizend, in grösseren Dosen selbst entzündungserregend, sodass nach innerlichem (lobrauch kleiner (laben Vermehrung der Speichelsekretion eintritt und infolge Zunahme der Magen saftab-sonderung und Peristaltik die Verdauung gebessert wird. Möglicherweise kommt es daneben zu einer vermehrten Ausscheidung der Darmsaite, einer kräftigeren, wenn auch nicht beschleunigten Darmperistaltik und einer Beschränkung der Gasentwicklung, insoweit dieselbe mit abnormen Gährungsvor-gängen in Verbindung steht (siehe auch das IV. Kapitel: Bittermittel), Grosse Gaben führen dagegen ebenso wie zu langer Gebrauch kleiner zur Ruinierung des Appetits und der Verdauung, ja, es kann sich unter Umständen das Bild einer Gastritis oder Gastroenteritis entwickeln.
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Hesorptiv wirken grosse Gaben aufs (Jentralncrvonsystem, und zwar in der Regel anfangs excitierond, später deprimierend
Bei öelegeflheit der Ausscheidung, die fast ausnahmslos in veränderter Form erfolgt, liommt es nach kleineren Dosen zur Anregung der Nierenthätigkeit, wahrscheinlich unter gleichzeitiger unbedeutender Desinfektion des Urins; nach grossen Dosen kann der auf die Nieren ausgeübte Reiz zu Nierenentzündung mit Albnminurio and Hämaturie führen.
Nicht wenige Gewürze stehen in dem Ruf, bei Katarrhen der Luftwege durch Produktion dünnen Schleimes den Auswurf angesammelter zäher Sekrete zu erleichtern, indessen darf man die diesbezüglichen Erwartungen nicht zu hoch spannen Dasselbe gilt von der anregenden Wirkung, welche manche Gewürze auf die Milohsekretion ausüben sollen; denn man kann wohl mit Sicherheit behaupten, dass die fraglichen Mittel die Milchabsonderung qualitativ und quantitativ nur dann verbessern, wenn dieselbe infolge von Verdauungsstörungen verschlechtert war. Indem das Gewürz die Verdauung hebt, steigert es indirekt die Drüsentbätigkeit.
Mittel. Je nach der Wirkungsrichtung und therapeutischen Verwendung lassen sich die Gewürze in folgende, allerdings nur unscharf begrenzte Gruppen bringen:
a) Stomachioa und Carminativa; b) schwache Diaphore-tica und Diuretica; c) Excitantia und Antispasmodica; d) Milben tötende Mittel; schliesslich hautreizende, stärker harntreibende und expektorierende Gewürze. Über die drei zuletzt genannten, nicht gesperrt gedruckten Gruppen ist in den Kapiteln: Epispastica, Diuretica und Expectorantia nachzulesen.
n. Stomncliiea und Cariniiintiva.
Die Indikationen für die in diese Gruppe gehörenden Gewürze sind:
1.nbsp; Appetitlosigkeit, welche man auf eine Atoniequot;. der Verdauungsorgane oder andere dunkle Innervationsstörungenquot; zurückführen muss (Appetitlosigkeit aus unbekannten Ursachen);
2.nbsp; nbsp;Mangelhafte und ,,schlechtequot; Verdauung, wie sie namentlich infolge von Fütterungsfehlern oder chronischen
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Magen-Katarrhen auftritt und sich durch Appetitmangel, häufiges Gähnen, Rülpsen, träge Rumination, Aufblähen, Abgang schlecht verdauten Kotes und übelriechender Winde, unter Umständen auch durch Kolik (Windkolik) zu erkennen giebt;
;i Schlechter Ernährungszustand mit allgemeiner Körper seh wache, z. B. bei Anämie, Khachitis, chronischen Pneumonien, anhaltenden diffusen Eiterungen, verlängerter Rekon-valescenz etc.
Ooiitraindikationen: akute Eeizungszustände des Magens.
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1.nbsp; Jlorba Absinthii't
2.nbsp; Rhizoma Calamiquot; (Radix Calami
aromatici f) 8, Fruotua Carvi!:'t 4. Fructus Ani8i*f 5. Fi'uotus Foeniouli*! G. Cortex Cinnauiomi*t
7.nbsp; Cortex Cascavillao*!
8.nbsp; Rhizoma Galangae*
9.nbsp; Rhizoma Zedoariae* (EadixZe-
doariaat) 10, Rhizoma Zingiberis* (Radix Zinglberis f)
1. Herba Alminfliii
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11. Fructus Cardamomi*t V2, Fructus Aurantii immaturi* (Cortex Aurantii Fructus*t) 13 Cortex Citri Fructus*t
14.nbsp; Herba Meliloti*t
15.nbsp; (^aryophy]li*t
16.nbsp; Crocus*t
17.nbsp; Semen Myristicae*t
18.nbsp; Fructus Coriandrit
19.nbsp; Herba Herniariaef
20.nbsp; Herba MillefoUif
21.nbsp; nbsp;Glaudulae Lupuli f.
Wermut.
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Blätter und blühende Spitzen der einheimischen, an Wegen, auf Manersohutt, in Holzschlägen etc. wildwachsenden, häufig in Gärten kultivierten, bis über 1 m hohen, stark verästelten, ausdauernden Wermutpdanze, Artemisia Absinthium (Compositae, Aggregatae; Syngenesia Superflua).
Die bodenständigen, dreiockig-rundliclieu, langgestiolton Blätter sind dreifach gefiedert, die letzten Abschnitte zungenformig odor drei- bis fünfteilig. Die mittleren Stongelblätter sind doppelt gefiedert, die oberen Dockblätter des reicli verzweigten, rispigen Blutenstandes ungeteilt lanzettlich. Aus den Blattwinkeln dos-solben neigou sich einzeln dio beinahe kugeligen, 3 mm messenden Blütonkörbchen nach aussen; sie enthalten zahlreiche gelbe, drüsige Röhrenblüten. Blätter und Stengel sind, besonders bei dem wildwachsenden Wermut, mit woisshaarigem Filz bedockt, in welchem zahlreicho üldrüsen versteckt sind. Uorueh sehr aromatisch, Geschmack zugleich stark bittor. (Figur 18.)
Das Wermutkraut giebt 0,52 0/0 eines grünlichen, ätherischen Öles und enthält daneben noch Bitterstoff (Absinthiin), Harz, Gerbstoff, Apfel- und Bernsteinsäure, Salpeter etc.
Müller, Pharmakologie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;6
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S2
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Pharmaoeutisohe Präparate: Tinctura Absinthii*, Wer-muttinktur; 1 : 5 Teilen Spirit, (lilutiis. Tinctura Absintliii cünipositaf, zusammengesetzte Wermuttinktur. Extractum Absinthii*, Wer-mutextrakt.
Anwendung. Innerlich benutzt man Wermut als kräftiges Magenmittel namentlich für Wiederkäuer (besonders Schafe:
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Herb. Absinthii, Natrii chlorat. iia 1500,0: misce. Salzlecke für 100 Schafe ; bei Verdauungsschwäcbe, Appetitmangel etc.) in Form des Pulvers, der Latwerge (Pferd), der Schüttelmixtur oder des Infusums (Rind. Hund).
Dosen des Wermuts für
grosse Tiere mittelgrosse Tiere
25,050,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;5,0-10,0
kleine Tiere
0.51,0
Ausseiiich dient Wermut In Infusumform als (meist ungenügendes) Waschmittel zur Abhaltung der Bremsen, Fliegen etc von der Haut der Arbeitstiere.
'2. Rhizoina Calamiquot;
(Radix Calami aroinatici), Kalmuswurzel.
Der von Wurzeln, Blattscheiden und Stengeln befreite, ungeschälte, bis 2 dm lange Wurzelstock des in Sümpfen und Teichen Deutschlands
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(Asiens, Nordamerikas etc.) nicht sel-
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Figur 18.
Blatt und Zweigspitze von Artemisia
Absinthium, wenig verkleinert,
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ten vorkommenden, schilfähnlicben Acorus Calamus (Aroideae,
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Spadicillorae; Hexandria Monogynia) mit schwertförmigen, ziemlich breiten, glatten und glänzenden Blättern und seitlich am plattgedrückten Schafte stehenden, von einer langen, blattförmigen Spatha überragten Blutenkolben.
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Kalmusrliizoni ist oborseits durch Bhittnarbon In dreieckige, yrauo Felder geteilt, welche mit den braunen Stannnstiicken abwechseln; nnterseits erheben sieh die in Zickzacklinien geordneten, dunkelbraunen, scharfrandigen Wurzolnarbon nur wenig aus der braunen, längsrunzoligon Kinde (Figur 19). Auf dem elliptischen, durchschnittlich 1,5 cm breiten, bräunlichen Querschnitt
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erscheint das innere, gefiissbündelreiche Gewebe durch eine
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laquo;SSMtea
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bräunliche Linie von der äusseren, meist dunkleren Schicht geschieden, deren Breite geringer ist als der Durchmosscr jenes inneren Gewebes. Kalmuswurzel bat ein eigentümliches Aroma und einen zugleich bitteren Goschmack. Kino Verwechslung mit dem geruchlosen Rhizom von Iris Pseud-acorus ist kaum möglich.
Als Bestandteile sind zu nennen: circa 2 % eines gelbbräunlichen, sehr aromatischen, ätherischen Öles (Oleum Calami*), Bitterstoff (Aoorin), Weichharz, Stärke etc.
PliannaceHtisclie Präparate: Tinctura Calami*!, Kalmustinktur; 1:5 Teilen Spirit, dilut. Extractum CalamPf, Kalmusextrakt.
Ainvendun^. Kräftiges Stomachicum, welches man rein oder in Verbindung mit Kochsalz, Kreide, Glaubersalz, Natriumbikarbonat und ähnlichen Mitteln
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in Form des Pulvers, der Latwerge oder des In-
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fusums verabreicht.
Dosen der Kalmuswurzel für
grosse Tierenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;mittelgrosse Tiere
10,045,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;5,010,0
kleine Tiere
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Figur 19. Khizoma Calami in natürlicher Grosso (von unten gezeichnet, um die Wurzel-narben sichtbar zu
machen).
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0,52,0
Für kleine Hanstiere eignet sich auch die Kalmustinktur, Tinctura Calami ^f, welche z. B. einem Hund zu einem halben bis^cinem ganzen Kaffeelöffel voll rein oder in aromatischem Thee gegeben werden kann.
3. VructiiN Carvi^f, Kümmelfrüobte, Kümmel.
Die meist in ihre beiden Hälften getrennten, braunen Spaltfrüchte des auf Wiesen Mittel- und Südeuropas (sowie Asiens) häufig vorkommenden, in manchen Ländern auch kultivierten, zweijährigen, bis zu einem Meter hohen, weissblühenden Carum Carvi (ümbelli-ferae, Discanthae; Pentandria Digynial mit tief gefurchtem, ästigem Stengel, doppeltgefiederten Blättern, deren Einzelblättchen gefiedert*
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geteilt bez. mit liuealischen Zipfeln versehen sind, und 810 strahligen, weder (beständigesquot;) Involucrum noch Involucellum tragenden, mittel-grossen Dolden.
L)ie Kiiimnelfriichto sind last sicheHurmig, mich oben lind nach unten vor-sclunälort, bis 5 mm lang und 1 mm dick, in jedem der 4, von 5 hellen, feinen Eippon eingefassten Thälchon mit einem Ölgango versehen und ausserdem 2 solcher Gänge auf der Fugentläche zeigend. Geruch und üeschuiack sehr kräftig, eigenartig. (Figur 20.)
Die Teilfrüchtchen von Cuminum Cyminum sind borstig und nounrippig,
diejenigen von Aegopodium Podagraria besitzen keine Olgängo. Daneben entscheidet der charakteristische Geruch und Geschmack des Kümmels.
Kümmel liefert circa 47 % ätherisches, aus Carvol und Carven bestehendes öl, das Oleum Carvl*-)-, eine blassgelbliche oder farblose, bei 224u Figur 20.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;siedende, in Spiritus sehr leicht lösliche
Fructus Carvi. a. Frucht bei Flüssigkeit von feinem Kflmmelgeruch 4-51acher Vergrössorung; b. Teil- un(j o,96 (f 0,910) spezilischem Gewicht früchtchen auLdem Querschnitt, (01eum Cai.vi von 0)9(. spezilischom Gewicht besteht nur aus Carvol, während ein Kümmelöl von 0,910 spezifischem Gewicht daneben auch etwas Carven enthält).
Pliarmaceutisclies Präparat: Spiritus Carvi f. Amveiidung. Gutes Stomaohioum, namentlich aber Carmina-tivum (bei abnormen Gährungsprozessen im Traktus, Krampf- und Windkolik, Trommelsucht etc.), welches als Pulver, Schüttelmixtur oder Aufguss Verwendung Jindet.
Dosen der Kümmelfrüchte für grosse Tiere mittelgrosse Tiere kleine Tiere
15,0-45,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 5,010,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 0,5-2,0
Kleinen Tieren kann an Stelle der Kümmelfrüchte das Oleum Carvi *-f zu einigen Tropfen (z. B. mit Zuckerpulver gemischt) oder der Spiritus Carvi f zu '/a1 Kaffeelöffel voll verabreicht werden.
4. Fractal Anisi*quot;!-, Anisfrüchte, Anis.
Die Früchte des im Orient heimischen, bei uns vielfach angebauten, einjährigen, circa 30(50 cm hohen, weiss blühenden, ästigen Doldengewächses Pimp in ell a An i sum (Umbelliferae, Discanthae;
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Pentandriii Digynia), mit langgostielten, rumllich-herzformigen, eingeschnitten gesägten Wurzelbliittern, unteren dreizühligen, oberen dreiteiligen Stengelbliittern und zusammengesetzter Dolde ohne beständiges Involucrum und Involucellum.
Die bis yogon 5 inm laugen, dicht iiljer dem Grunde bis 8 mm im Durcbmessor erreichenden, blrnförmigen Früchte sind von matter, gri'mliubgrauer Farbe, von 10 geraden, glatten, liollorou Kippen durchzogen und dicht mit Borstclion besetzt (Figur 21). Ihr Geruch ist in hohem Grade gewürzhaft, ihr üeschmack süsslich arornatisch.
Etwa untermengte Früchte von Conium maculatum lassen sich durch ihr charakteristisdics, anderwärts beschriebenes Aussehen und das Fehlen des charakteristischen Anisgoscliniacks leicht von den Anisl'rüchten unterscheiden.
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Der Anis giebt 23% farbloses, stark lichtbrecliendos, mit Weingeist mischbares, ätherisches Öl, Oleum Anisi *f, welches ein spezilisches Gewicht von 0,9800,990 besitzen soll und in der Kälte zu einer weissen Krystallmasse er
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starrt, die erst oberhalb 15quot; (bei 17deg;) völlig schmilzt. Es besteht in der Hauptsache aus Aniskampfer (Anethol).
Fructus Anisi stellatif, Stemanls, Die getrockneten Sammelfrüchte eines in China
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Figur 21.
Fructus Anisi. a. Keife Frucht, um das 56 lache vergrüssert; b. Teilfrüchtchen auf dem Querschnitt, vergrüssert.
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und Tonkin heimischen Baumes aus der Familie der Magnoliaceon. Bedeutungslos.
Pharmaceutisches Präparat: Spiritus Anisi f.
Anwendung. Innerlich vorwendet man die Anisfrüchte als kräftiges Btomachicum und Carminativum, von welchem man sich zugleich antizymotische, antispasmodische und expektorierende (?) AVirkungen verspricht, in Pulver-, Latwergen- und Aufgussform, in der Regel mit anderen, wirksameren Mitteln gemengt.
Dosen der Anisfrüchte für Pferde Rinder mittelgrosse Tiere kleine Tiere 10,025,0 25,050,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 5,010,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 0,32,0
Vom Anisöl würde man grossen Tieren 2080 Tropfen, Hunden 14 Tropfen in entsprechender Verdünnung, vom Anisspiritus Hunden ^21 Kaffeelöffel voll zu geben haben.
Vusseiiicli steht Anis seit altersher in dem Rufe eines Giftes für Ektozoen und wird auch jetzt noch gegen Ungeziefer der Vögel teils als Pulver, teils als Infus oder ätherisches Öl (1 : 75100 Spiritus) vielfach in Anwendung gezogen.
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5.nbsp; nbsp;FmctilS Foeiiiciili;i:t, Fenchelfrüchte, Fenchel.
Die Spaltfrüclite des im südlichen Europa (sowie in Xordafrika, im Kaukasus und in den südkaspischen Ländern) wild wachsenden, bei uns vielfach angebauten, ausdauernden, bis 2 m hohen, goldgelb blühenden Foeniculum capillaoeum (Umbelliferae, Discanthae; Pentandria Digynia) mit drei- und mehrfach geliederten, in pfriemliche Teile geschnittenen Blättern und 8- bis vielstrahliger, zusammengesetzter Dolde ohne beständiges involucrum und Involucellum.
Die bis ungefähr 8 mm Lauge und 3 mm Diirdimessor oiToiclionilen, briiim-lidigrünon Früchte lassen zwisclien den hellen, stark vorstehenden Kippen dunkle
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ölgänge hindurchsohimmem, sind in der Eegel in ihre beiden Hälften zerfallen und besitzen eüien siissen und gewiirzhaften Geruch und Geschmack (Figur 22).
Als wirksamen Bestandteil enthalten sie das farblose Oleum Foeniculi*!, welches ein spezifisches Gewicht von nicht weniger als 0,96 besitzen, sich mit Weingeist ohne Trübung mischen soll und das in der Kälte in Krystallblättern sich aus
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Figur 22. Fructus Foeniculi. a stand in natürlicher b. Teilfrüchtchen auf dem Quer schnitt, vergrüssort.
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scheidende Anethol, sowie einen Anteil - Terpen enthält.
Pharmaceutlsches Präparat: Aqua
Foeniculi*f, Fenchelwasser; durch Des-
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tillation von Fenchel mit Wasser hergestellt. Anwendung. quot;Wie Fructus Anisi. Das Fenchelwasser, Aqua Foe-niculi*!, dient seit alten Zeiten als ein Vehikel für ,,expektorierendequot; Mixturen und für Augenwässer.
6.nbsp; nbsp;Cortex tlnnamoini t. Chinesischer Zimmt.
Die Stammrinde des in Südchina kultivierten, stattlichen Baumes Cinnamomum Cassia (Cinnamomum aromaticum) (Laurineae, Polycarpicae; Enneandria Monogynla) mit lederartigen, unterwärts seidenartig behaarten Blättern und in Rispen stehenden, blassgelben Blüten.
Der chinesische Zimmt präsentiert sich in Form von innen braunen Röhren oder Ha Ihr öhr en von etwa '/s m Länge, l/laquo;3 om Durchmesser und 1--3 mm Dicke, die entweder von bräunlich-grauem, wenig rissigem Kork bedeckt oder beinahe davon entblösst sind. In letzterein Falle sind sie durchschnittlich nur ungeliilir 1 mm dick und zeigen eine hellbraune, längsaderige Oberfläche, Zimmt soll das ihm eigene Aroma in hohem CJrade und ohne schleiinigen oder herben Beigeschmack darbieten.
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Der wichtigste Bestandteil ist das in der Rinde zu 1 bis fast 2 0/o enthaltene, ätherische Oleinn Cinnaniomi *-j-, eine gelbe oder bräunliche, mit Weingeist in allen Verhältnissen klar mischbare Flüssigkeit von 1,055 1,065 spezilischom Gewicht, welche im wesentlichen aus Zimmtaldehyd und kleineren Mengen Zimmtsäure bestellt. Ausserdenraquo; kommen als Bestandteile der Zimmtrinde noch Gerbstoff, Amjluin, Harz etc. in Betracht.
Pliarmaeeiltisoho Präparate: Sirupus Cinnaniomi*!, Zimmt-sirup. Tinctura Cinnaniomi*-}-, Zinimttinktur (1 : 5 Teilen Spir, dilut.). Aqua Cinnamomi*f, Zimmtwasser. .Aqua Cinnamomi spirituosa.
Anwendung. Zimmtrinde dient hauptsächlich als Stomachicuin und Carminativum, seltener als Antispasmodicum (bei Hinterleibskrämpfen) und wird, wohl mit Unrecht, als Emmenagogum und als internes Styptioum bei Uterusbhitungen angesehen.
Dosen der Zimmtrinde für
g r o s s e Tiere m i 11 e1g r o s s e Tiere kleine Tiere
10,020,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 5,010,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 0,21,0
Kleinen Tieren könnte man die Zimnittinktur, Tinctura Cinna-inoml*f, in Dosen von lli1 Kaffeelöffel voll verabreichen.
Als Corrigens des Geruchs und Geschmacks von Pulvern, Pillen, Latwergen etc. ist die Zimmtrinde für die Tierheilkunde bedeutungslos, doch kann als Zusatz zu widerlich schmeckenden Mixturen für kleine Haustiere Sirupns Ciniianiomi *-j- und zur Herstellung von Solutionen etc. Aquu Cinnamoini*#9632;{- (und Aqua Cinnamomi spirituosa y) Verwendung linden.
7. Cortex Cascarillae'quot;t, Gasoarillrinde.
Die Binde eines kleinen, auf den westindischen Inseln (besonders auf den Bahanminseln f) heimischen Baumes oder Strauches aus der Familie der Wolfsmiicbgewächse, Croton Flu ter ia (Fuphor-biaceae, Tricoccae; Monoecia Monandria).
Sie bildet harte Röliron von gewöhnlich weniger als 1 ilm Länge und 1 ein Durchmesser, oder rinnenförmigo, 12 mm dicke Stücke ist teilweise von hellgrauen] Korke bedockt und an den entblössten, grangelblichen oder braunen Stelion längsstreifig oder querrissig; die bräunliche Innenfläche ist gleiohmässig feinkörnig, der kurze, unebene, ölgliinzendo Bruch in der inneren Hälfte sehr leinstraldig. Der (Jerueh der Casearillrinde ist deutlich aromatisch, der (Jeschmack stark aromatisch and bitter. Holzstücke sind vor dem Gelmuicb zu beseitigen.
Die manchmal untermengte, nicht zu verwendende Copalohil'inde (von dem circa 8 in hohen, in VVestindien, Venezuela, Mexiko etc. wohnenden Strauche Cro-
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ton nivews) bildet weit grössere (mituntor über 4 dm lange und 6 mm dicke) und auf dem Brache grobstrablige Röhren oder Stücke.
Als Bestandteile der Oascariilrinde werden genannt: ätherisches 0] (zu etwa 1 u/0), der stickstofl'freie, krystallisierbare Bitterstuff Cascarillin, ferner Gerbstoff, Harz etc.
Pharnmceutlsclie Präparate: Extractum Cascarillae*t. Tinctura C'ascarillae f.
Amveiuluiii^. Die Cascarillrinde könnte in derselben Weise wie Bfaizoma Calami verwendet werden, dient indessen hauptsächlich in der Hundepraxis gegen D3rsi)epsie und, infolge ihres Gerbstoffgehalts, gegen Durchfälle in Dosen von 0,5 2,0 mehrere Male am Tage (Decoct, cort. Cascarillae 10,0 15,0:150,0; 2 3 stündlich einen Kaffee- bis Esslöffel voll. Einem Hund).
Weniger im Gebrauch, zum Teil überflüssig sind:
8.nbsp; nbsp; lilii/oma Oalaugae*, Qalgantwnrzel, Bis 7 om lange, rotbraune, oyliudrisohe, knioförmig gebogene, oft knollig bis zur Dicke von 2 cm an schwellende Stücke des derbholzigen Wurzolstocks der im südlichen China kultivierten, ausdauernden, lilienartigen, wolssblühenden Alplnia offioinarum (Zlngiberaoeae, Scitamineae; Monandria Monogynia).
Die Bestandteile sind: ätherisches Öl (zu etwa 0,5quot;'/,,), Kampferid, Galangin, Alpinin, Harz, Stärkemehl etc.
Amvciidiiu^. Kräftiges Stomachicum in Dosen von 5,020,0 für grosse Tiere (5,0-10,0 für Pferde; 10,020,0 für Binder); 1,0-5,0 für mittelgrosse Tiere (1,0-2,0 für Schweine); 0,1-2,0 für kleine Tiere.
9.nbsp; nbsp; IthiKoiiia /edoariae4' (Radix Zedoariaef), Zitwerwurzel. Der in Quersobeiben von bCobstens 4 cm Durchmesser und ungefähr 1 cm Dicke, oder auch in Längsvierteln in den Handel kommende, mit hellgrauer, mit dem Inneren lose zusammenhängender Binde und rötlichgrauom Holzkern versehene Wurzelstook der in Ostindion und China einheimischen, perennierenden, schilfähnlichen, blassfleischfarben blühenden Curcuma Zodoariao (Zingiberaceao, Scitamineae; Monandria Monogynia).
Die Bestandteile der Zitwerwurzel sind hauptsächlich ätherisches 01 (bis circa 1,6 0/0), scharfes Harz, Gummi, Schleim, Stärke. Ainvemlmig. Wie Bhizoma Galangae.
10.nbsp; nbsp; Klli/.onia /lugiberis* (Badix Zingiberisf), Ingwer. Das hand-lönuig verästelte, etwa 2 cm breite, von den Seiten her zusammengedrückte, von der grauen Korkschicht höchstens an den gewöhnlich knollig gewölbten Seitenflächen befreite, an den übrigen Stollen längsrunzelige und weitläufig geringelte Bhizom des in Ostasion heimischen, perennierenden, schilfähnlichen, blassgelb blühenden Zingibei officinale (Zingihoraceae, Scitamineae; Monandria Monogynia).
Die Bestandteile des Ingwers sind ätherisches Öl (bis zu 2,600), scharfes Harz, Stärkemehl etc.
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i'linrmaceutischcs Priiparut: Tinctura Zinglberis*, Ingwertlnktur;
1 :5 Teilen vordiinnteni Woingeist.
AiuvcihIiiiii;. Wie Rhizonia (ialangao.
11.nbsp; nbsp; FrnotUB Oardniiioiiii*t, Malabarisohe Kardamomen. Uio 12 era langen, angeffthr 1 om dicken, Iftngsstreifigen, gerundet dreikantigen, hell-gelbllohgrauea, kahlen, sehr dünnsohaligen, mit etwa 20 braunen, uuregel-niiisKig kantigen, runzeligen, in 8 Fächern liegenden Samen verselienen Frucht-kapseln der in Asien und Westindien helmischen, perennierenden, grüoliohweisa blühenden Klottaria Cardamomura (Ziuglberaoeae, Scitamineae; Monandria Monogyuia)
In den Samen, nicht in der Schale, Ist lt;las wirksame ätherische Öl enthalten.
Anncndung. Wie Kliizoraa Galangae.
12.nbsp; nbsp; Fnictus Aiirantii iminaturl*, unreife Pomeranzen. Die kugeligen, vor der Keife gesammelten, 516 mm messenden, harten, unter der mattgrau-grünlichen oder bräunlichen, grobkörnigen Oberfläche zahlreiche Olräume führenden, in der Regel 8 -10, seltener 12 fächerigen Früchte des in Südasien und Nordafrika helmischen, vielfach, besonders im Mediterran gebiet kultivierton und zum Teil vorwilderten, mit immergrünen, lederartigen Blättern versehenen, weissblühenden Baumes Citrus vulgaris* (Anrantieae, Hesperides; Polyadelphia Polyandrla).
Aussei' diesen unreifen Früchten von Citrus vulgaris ist noch die Feine-ranüensohale, Cortex Aurautii Prnotus*t) d. h. die In Längsvierteln abgezogene und nach Entfernung des inneren, weissen Gewebes getrocknete Schale der reifen Früchte, sowie (in Österreich) die l'oraeranzenblätter, Folia Auranti if, offizineil.
Früchte und Blätter enthalten reiche Siengen von äthorischein Öl, Oleum Aiirantii corticist, neben Bittorstoff (Hesperidin) etc.
Die Pomoranzeufrüclite dienen zur Herstellung einiger offizineller Präparate, z. B. des Sinipus Aurautii Corticis*t, lt;ler sich in der Hundepraxis als recht geeignetes Corrigens für schlecht schmeckende, namentlioh aber den Appetit alterierondo Mixturen bewährt hat, und dor Tinctura Aurautii*t (1 :5 Teilen verdünntem Weingeist), die als Stomachicum Hunden zu V31 Essloflbl gereicht werden könnte. Andere Präparate sind unten angeführt
VS. Cortex Citri PruotUS*t, Citronensohale. Die in Spiralbändern abgeschälte und getrocknete, unter der höckerig-grubigon, bräunlichgelben Oberfläche mit sehr zahlreichen ülräumon und einem weissen (lewebo von geringer Mächtigkeit versehene, aromatische und bitterliche Schale der ausgewachsenen Früchte von Citrus Limonum (Anrantieae, Hesperides; Polyadelphia Polyandrla), einem ursprünglich in Persien und Nordindien heimischen, jetzt namentlich in den Bändern des Mittelmeeres kultivierten, rötlichwoiss blühenden, mittellaquo; grossen Baum mit dornigen Aston und dunkelgrünen, lederartigen Blättern.
Citronensohale enthält das blassgelbliohe, mit Weingeist nicht In jedem Verhältnis klar mischbare (nach f in 7 Teilen konzentrierten Weingeistes lösliche), fein nach CitrOnen riechende Olciini Citri *t, neben liitterstoff (Hesperidin).
Citronensohale ist ebenso wie Sirupus Citrif der österreichischen Phanna-kopöo für die Tierhellkunde bedeutungslos.
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H. lierlm Molilotr'ti Steinklee, Die angenohin riechenden Blätter und blühenden Zweige dos einheiniisohen, zweijährigen Sohmetterlingsbldtlers Moli lotus offioiualis und Melilotus altissirous (Papilionaoeao, Legumiuosae; Diadelphin Dociindria).
stcinkloo enthält neben Melilotetture und Melilotoi das Cumarin (CJ^.O^), welches auch In verschiedenen anderen einheimischen und in mehreren ausländischen Pflanzen, z, B. im Ruchgras, Anthoxanthum odoratum, im Waldmeister, Aspernla odorata, in den Toukabohnen (den reifen Samen vonDipterix odorata) und im Fahamtheo (von Angvaecum fragrans) vorkommt und lt;len angenehmen Geruoh derselben bedingt. Cunuirin wirkt lokal reizend und ist resorptiv oin Herz- und Respirationsgift, indessen sind zur Tötung pflanzenfressender Haustiere so grosso Gaben (50,(1 bei Pferden, 5,0 bei Schafen [25,0 waren für Pferde und Kinder unsohädliobI]] nötig, dass die nacli frischem Heu beobachteten Vergiftungen wahrsohcinlloh nicht auf den Cumaringchalt desselben zurQokgeführt werden können (Pröhner).
lö. Curyopliylli, Gewürznelken, Die noch ungeöffneten, braunen Blüten des auf den Molukken heimischon, in Westindien, Brasilien und Ostafrika kultivierten Gewürzuelkenbanines, Eugenia caryophyllata (Caryophyllus aromatioa) (Myrtaceae, Myrtifloraej Icosandria Monogynia). Auf ihrem Querbruoh soll man mit der Lupe am Rande grosso Olzellen erkennen; aus denselben ergiessen sich Tropfen des ätherischen Öles, wenn man Längsschnitte der Gewürznelken auf Löschpapier drückt.quot;
Der Gehalt an dem wirksamen, hauptsächlich aus Eugonol (Nelkensäure) bestehenden ätherischen 01, Oloum (Juryophylloriiin #9632; t, beträgt für gewöhnlich 15 IS0,,, ausnahmsweise bis '25quot;,,; daneben lindet sieb Gerbstoff, Eugenin, Gary0-phyllin und Schleim,
Gewürznelken linden sich in verschiedenen pharinaceutischen Präparaten (siehe unten); sollen sie als Stomachioum Verwendung finden, so würde man sie in den Dosen der Galgantwurzol geben können.
16.nbsp; nbsp; Crocus*')'. Safran, Die gesättigt braunroten, in einem Gemisch von 3 Teilen Wasser und 1 Teil Ammoniakllüssigkeit aufgeweicht, als durchschnittlich 3 cm lange, an einem Ende erweiterte, gezähnte und seitlich aufgeschlitzte Robren erscheinenden, kräftig riechenden und gewürzhaft bitterlich schmeckenden Narben dos in Kloinasien und Griechenland heimischen, in Spanien, Frankreich, Niederösterreich, Sttdengland etc. gebauten, blau oder violett blühenden, ausdauernden, bis 30 cm hohen Croons sativus (Irideao, Ensatae; Triandria Monogynia).
Der im Dunklen aufzubewahrende Safran enthält geruchlosen Farbstoff, Polychruit, neben ätherischem 01, Pikroorooin etc. und dient nur zur Herstellung pbarinaceutiselier Präparate.
17.nbsp; nbsp; Seinen älyrlsticno *t, Muskatnuss. Die gegen o cm langen, bis 2 cm dicken, stumpf eiförmigen oder annnäbornd kugcligon, aussen bräunlichen, runzeligen, hellgrau bestäubten, auf der Schnittfläche unregelmiissig gefeldert oder gefleckt erscheinenden Samen des auf den Molukken, Antillen, auf Sumatra etc. beimischen Muskatnussbaumos, Myristica fragrans (Myris-tioaceae, Polycarpioaei Dioeoia Monadelphia),
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MnskatnüKso (Bestandteil oinij.'cr plianiuicontisclicr PrAparato) sind für dio Tierheilkunde völlig ohne Bedeutung, Dasselbe gilt betreffs dos durch Auspressen der Muskiitmisso zwischen lioisscn Platten gewonnenen Oleum NuolstftC* (Oleum Myristicac expressumt) und dos nua dein Saineiimaiitel der Miiskatimss (Macisf) gewonnenen (äthorisohen) Oleuiii Mftcldls*t.
18. Fructus Coriandrif, Coriander. Die FrQohto des einjährigen, in Südeuropa heimisohen, boi uns gehauten Doldengewäohses Coriandrum sativum (Umbelllferao, Disoanthae; Pontandria Digynia). Sie enthalten das aus kampler-äbnlichcn Körpern zusammengesetzte, ätherische Corianderöl.
li). Herba Heruiariaet, Bruchkrauti Das zur Blütezeit samt der Wurzel gesammelte Kraut der eiubeimisohen, zweijährigen oder ausdauernden, auf Sandplätzen etc. waohseuden, kleinen Horniarla glabra und Herniaria hirsuta (Paronchiaceac, Caryophyllinao; Pentandria Digynia). liruchkraut enthält ein dein Saponin ähnliches Glykosid neben einem oumarlnähnliohen Ettrper etc.
20.nbsp; nbsp; Herba Jüllofoliit, Scharfgarbo. Das zur vollen Blütezeit gesammelte
Kraut der ausdauernden, bei uns allonvärts wildwachsenden Achillea Millo-folium (Com positae, Discanthao; Syngenesia Snperllna). Schafgarbe enthält ätherisches 01, Aohilleln etc.
21,nbsp; nbsp; Q-landulae Lupulif, Hopfendrüsen. Die, ein gelbliches, ungleich-massiges, in sehr Irischem Zustande etwas klebendes und grüngelbes, sehr bald aber braungelbes, aromatisch riechendes und schmeckendes Pulver bildenden Drüsen des Prnchtstandes (Strobili Lnpuli) der bekannten, durch ganz Europa, Nordamerika, zum Teil auch Asien verbreiteten, kletternden Hopfenpflanze, Humulus Lupulus (Urticaceae, Urticinae; Dioecia Pentandria). Hopfendrüsen enthalten ätherisches 01, Hopfenbittersäure etc.
Aus einem Teile der bisher angeführten Droguen werden hergestellt:
Tiucturn niiilaquo;ra*t; grünliohbraune Tinktur aus 8 Teilen Enzianwurzel,
i) Teilen Tausendgüldenkraut, 2 Teilen Pomoran/.onscbalon, 1 Teil unreifen Pomeranzen, 1 Teil Zitwerwurzel, 60 Teilen verdünntem Weingeist; nach t ,llis üraquo; 10 Teilen Bitterklee, Tausendgüldenkraut, Enzian, Pomeranzenschalen, 5 Teilen Soda, 500 Teilen spirituösem Zimmtwasser,
Stomaohicum für kleine Haustiere; '., 1 Kall'eelötl'el voll Tiuotura aromatien*; braunrote Tinktur aus 5 Teilen Zimmt, 2 Teilen Ingwer, 1 Teil Galgantwurzel, 1 Teil Nelken, 1 Teil Kardamomen, 50 Teilen verdünntem Weingeist.
Klixir anmriim*; trübliche, dunkelbranne Flüssigkeit aus 2 Teilen Wermutextrakt, 1 Teil Pfeffenninz-Olzuckor, 1 Teil aromatischer Tinktur, 1 Teil bitterer Tinktur, 6 Teilen Wasser.
Elixir Auraiitioriim coiuposituiir1'; branner, klarer Auszug ans 20 Teilen Poineranzenschalen, 4 Teilen Zimmt, 1 Teil Kaliumkarbonat durch 100 Teile Xeres-wein, in welchem im 2 Teile Enzian-, Wornuit-, Bitterklee- und Casearillextrakt aufgelöst worden.
Species amaricantesf; iS 100 Teile Wermut, Tausendgüldenkraut, Poineranzenschalen, bÜ 50 Teile Bitterklee, Kalmus, Enzian, 18 Teile Zimmt,
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b) SflmiH-lu' Igt;iniraquo;liorcticu mid IMnrctfca.
Die hierlier gehörenden Mittel stehen seit altersher in dem Rufe, schweisstreibend, sowie massig harntreibend, zum Teil auch in gelindem Grade krampfstillend zu wirken, und werden demnach
1)nbsp; bei Krampfzuständen, besonders der Bauch- und Becken organe bei Krampfkolik, Krampfwehen, Blasenkrämpfen etc. , namentlich aber
2)nbsp; bei frisch entstandenen Erkältungskrankheiten, Rheumatismen, beginnenden Katarrhen des Verdauungstraktus, des Respirationsapparates, des Urogenitalapparates etc. empfohlen.
Sicherlich ist ihre Wirkung eine nur sehr unbedeutende, und man kann wohl denen Recht geben, welche das Wirksame nicht in den ätherischen Ölen etc., die diese Mittel enthalten, sondern im heissen Wasser, mit dem sie getrunken werden, suchen. In der That wirken die unten aufgeführten Droguen nur in Form des warm eingegebenen Infuses.
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1.nbsp; Floros Sambuci*f
2.nbsp; Ploros Tiliae*i-
3.nbsp; Herta Violae tricolons*t
4.nbsp; Radix Onoiüdis*t
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6.nbsp; Eadix Levistioi* (i. Lignum (xuajaci*t
7.nbsp; Lignum Sassafrasf (Radix
Sassafras *)
8.nbsp; Radix Barsaparillao*!
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1. Floren Sambnci*!, Holunderblfiten, Fliederblüten.
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Die stielfreien ganz Europa und
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Blüten der in mehreren Varietäten durch fast Asien in Hecken und Gärten vorkommenden Sambucus nigra (C aprifoliaceae, Capri-
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folia: Pentandria Trigynia), eines oft zu bedeutender Höhe heranwachsenden Strauches mit gegenständigen, unpaarig gefiederten Blättern und kleinen, weissen oder gelblichweissen, in
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grossen, flachen Trugdolden stehenden Blüten.
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Figur 23. Flores Sambuci. a. Die Corolla von oben gesehen;
b. Der laquo;nterständigo
Fruchtknoten mit den 5
Kelchzähnen. Beides vor-
grössort.
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Staubfäden, Kronenlappen und Kolchzäbne je 5 an Zahl. Die weisslichen Lappen der Blmnonkrone, ur-sprünglloh llaoli ausgebreitet, sind durch das Trookucn stark eingeschrumpft; mit ihnen wechsein die viel kürzeren Kclchziihne ab (Figur 23). Der schwache Geruch der Holunderblüten ist eigenartig, der (reschmack unbedeu
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tend. Braun aussehende Blüten sind zu verwerfen. Holunderblüten enthalten eine sehr geringe Menge eines ätherischen Öles, neben Harz, Schleim, Gerbstoff etc.
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Die Anweiidun^ der Holunderblüten geht aus der allgemeinen Besprechung (auf Seite 92) hervor.
Dosen der Holanderblüten für
grosse Tiere mittelgrosse Tierenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;kloine Tiere
25,050,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;6,016,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 1,05,0
2,nbsp; nbsp;Flores Tiliae*t, Lindenblüten.
Die Trugdolden der einheimischen Winterlinde, Till a parvi-folia, und Sommerlinde, Tilia grandifolia (Tiliaceae, Colum-niferae; Polyandria Monogynia), hoher
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Bäume mit abwechselnd stehenden, schief herzförmigen, zugespitzten Blättern (welche hei T. p a r v i f o 1 i a beiderseits kahl, unterseits blaugrün und in den Nervenwinkeln weisslich gebartet, bei T. grandifolia unterseits kurz-behaart und beiderseits hellgrün sind) und wohlriechenden, schwefelgelben, in kleinen Trugdolden stehenden Blüten.
Der kahle Stiel dieser Trugdolden ist bis zur Hiilfto mit eiiiom papierdtlnnen, ileutlicli duMischeineaden Deckblatte verwachsen und trägt bei Tilia parvifolia bis 13 gestielte Blü-
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ton, bei Tilia grandifolia nur 85, erheblich
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grössere Blüten mit (durchs Trocknen dunklen) gclbliolibraimen Blumenblättern. Staubfäden zahlreioh; Kelchblätter, Blumenblätter und Fruohtfäoher je 5 an Zahl, (Figur 24.)
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Figur 24.
Floros Tiliae. a, Blutenstand mit
dem Deckblatt, b. Vorgrösscrte
Finzelblüte.
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Bio Blüten der in Siidiingarn und Sla-vonien gemeinen, bei uns in Gärten gezogenen Tilia tomentosa (Tilia argontea) dürfen nicht verwendet werden und unterscheiden sieh von den offizinellen Lindenblüton durch die neben den 6 Blumenblättern vorhandenen 5 blumenblattartigen Staubblätter (Nebonblumenbliitter) und die etwas keulenförmige Gestalt des untor-soits meist etwas haarigen Deckblattes.
Lindenblüten enthalten wenig ätherisches Öl, Gerbstoff, Schleim, Zucker etc.
Anwendung. quot;Wie Flores Sambuci.
3.nbsp; nbsp;Herba Violae tricoloris^f, Stiefmütterchen.
Das blühende Kraut der allenthalben auf Wiesen und Äckern (auch Nordasiens und Nordamerikas) wildwachsenden, einjährigen, bis
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30 cm hohen Viola tricolor (Violaceau, Parietales; Pentamlria Monogynia).
Dor hohle, kantige Stengel des Stiefmütterchens ist his zur halben Hnhe mit langgestlelteu, breiton, am Eando ausgeschweiften (abwechselnd gestellten) Blftttein besetzt; die weiter oben stehenden Blätter sind mehr gesägt und kürzer gestielt, von sehr ansehnlichen, loiorfürmig fiodorsiialtigon, oft mit sehr grossen Endlappen versehenen Nobenblättom begleitet. Dio bis über 5 ein langen, oben gekrümmten Blütenstielo tragen eine ungleicli fünfblättrige, gespornte, fast lippenförmigo Blume von blassvioletter oder mehr weisslioh-gelber Farbe.
Das in getrocknetem Zustand gerucli- und nahezu geschmacklose Sticfmütterchonkraut enthält Salze, Schleim, Spuren von Salicyl-sfture und einem emetinähnlichen Körper.
Amveiuliing. Wie Flores Sambuci.
Nur untergeordnetes Interesse besitzen:
4.nbsp; nbsp; Ilailix OiioiiidiM i, Hauhechelwurzel. Die 8 dm lange, vorwiegend 12 cm dicke, meist stark gekrümmte, der Länge nach zerklüftete und zerfaserte, abgeplattete, um ihre Achse gedrehte, aussen graue oder graubraune, innen weisse, herh-SÜsslioh und kratzend schmeckende, schwach wie Süssholz riechende Wurzel des einheimischen, perennierenden, schon rosarot blühenden, sehr dornigen Hauhecheis, Ononis spinosa, (lJapilionaceae, Leguminosao; Diadelphia Decandria).
Die Hauhechelwurzel enthält das GUykosid Ononin, eine bitter-süss schmeckende Substanz, On on id, daneben Harz, Gerbstoff, Stärke etc.
Anwendung. Die vorherrschend diuretisch wirkende Hauhechelwurzel könnte in Form des warmen Dekoktes Pferden zu 28,040,0, Hindern zu 40,0100,0, mittelgrossen Tieren zu 5,0 20,0, kleinen Tieren zu 1,05,0 gegeben werden.
5.nbsp; nbsp; Itailix fjevistici *, Liebstöckelwurzel. Die hellbraungraue, längsrunzelige, oben quergeringelte, eigentümlich aromatisch schmeckende und riechende Wurzel des in Südeuropa heimischen, bei uns hier und da kultivierten und verwilderten, bis 2 m hohen, perennierenden, gelb blühenden Doldengewächses Angelica Le-visticum (Levisticum officinale) (Umbelliferae, Discanthae; Pentandria Digynia).
Sie enthält Harz, ätherisches öl, Zucker, Äpfelsäure etc., wahrscheinlich auch Angelicasäure.
Amvendung. Wie Khizoma Calami.
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i. Ijig'iiuin Gruajaci*!, Giiajakliülz. Gesohnittene oder durch Abdrcchscln gewonnene 8tücke des in Westindien heimischen, blau blühenden Guajakbaiinies, Q-aajaoum officinale (Zygo-pylloae, Terebinthiuaei Deoandria Monugynia).
Giuijakliolz enthalt als wirksamen Bestandteil Harz (Guajakhurz, Uesina (i uajaclf), welches aus Guajakharzsäure, Guajakünsäure, Farbstoff, Gunnni etc. zusammengesetzt ist und zur Bereitung der in Österreich offlzinellen Tinotura Guajaci-|- dient.
Überflüssig: Bestandteil des Hülzthees (siehe unten).
7.nbsp; nbsp; IJ^raquo; a ii in Ka sjüraquo; t'ras * (K ad i x S a s s a fr as f), Sassafras-holz. Das gut spaltbare, leichte, bräunliche bis t'ahlrötliche, sehr aromatische, zerkleinert und mit oder ohne die dunkelbraune Kinde in den Handel kommende Holz der Wurzel des nordamerikanischen Baumes Sassafras officinalis (Laurineae, Polycarpicae; Enneau-dria Monogynia).
Sassafrasholz enthält ätherisches 01, Harz, Gerbstoff, Gmnmi, Zucker, Sassafrid etc.
Überflüssig; übrigens wie Lignum Guajaci.
8.nbsp; nbsp;Radix fiarsaiiarillae *t, Sarsaparille. Die unter dem Namen Honduras-Sarsaparille eingeführten, bis 7 dm langen, 4 mm dicken, gewöhnlich nicht verästelten, bräunlichgrauen, ziemlich gleiohmässig oyllndrisohen Wurzeln verschiedener mittelamerikanischer, strauchartiger Smilaxarten (Smilaceae, Coronariae: Dioecia Hexandria).
Sarsaparille enthält das saponinähnliche Smilaoin, Harz, Kalkoxalat, Stärke etc. und dient zur Herstellung des Holzthees (nach f; siehe unten) und des Decoctum Sarsaparillae oompositum* (Decoctum Sarsaparillae fortius et niitiusf), die beide ebenso wie lt;lie Eohdrogue für die Tierheilkunde bedeutungslos sind.
Aus oinor Anzahl dor his jetzt genannten Droguen worden bereitet;
Species Liguonun *t, Holzthoe, 5 Teile Qnajakholz, 8 Teile Hauhechel-wurzel, 1 Teil Sllsshok, 1 Teil Sassafrasholz; nach t 50 Teile Klettenwurzel (Eadix Bardanaef von der einheimisohen Lappa vulgarls), 'iO Teile Sarsaparillwurzel, 25 Teile Sttssholz, 2.r) Teile rotes Santelholz (Lignum Santall ruhrumi- von dorn in Ostindien lioinüschon Pterocarpus santalinus), 100 Teile Wacholderholz (Lignum .Juniporiy von cloin einheimischen Juniperus aomniunis), 100 Teilt' Quajakholz, 100 Teile Sassafraswurzel,
Überflüssig! ('0(''1 könnte man Hunden als üinreticum täglieh mehrere Esslöffel einer Holzthee'Abkoohung (1:10) verabreiohen,
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Species diuretlcae*, harntreibender Theo. Hauheohelwurzel, Süssholz und Waobolderbeeron. Wie Species Lignorum.
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U-lelohe Teile Liebstöokelwurzeli
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lt;#9632;) Kxcitantla und Autitupatitiiiodica.
Es sind initer dieser Bezeiclnuing Gewürze zusammengefasst worden, von denen man sich mit m. o. w. grosser Berechtigung eine erregende Wirkung auf das Centralnervcnsystem verspricht und sie mit Rücksicht darauf namentlich
bei akuten S ch wiiehezuständen jeder Art, z. B. auch, wenn sich im Verlaufe von Entzündungsprozessen, von Infektionskrankheiten, nach Verletzungen etc. Symptome von drohendem Collaps (kleiner, frequenter Puls, Kühle der Haut, Blässe der Schleimhäute, grosse Kürperschwache, Mnskelhüpfen etc.) zeigen,
in therapeutische Verwendung zieht.
Eine Anzahl der in Frage stehenden Mittel zeigt eine hervorragend sedati ve Wirkung bei Krampfzuständen, besonders im Hinterleibe, z. B. bei Darm-, Blasen-, Uteruskrämpfen, krampfhaftem Erbrechen etc., viel weniger bei Chorea, epileptischen und epileptiformen Krämpfen, Katalepsie und ähnlichen nervösenquot; Zuständen.
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1.nbsp; Camphora*t
2.nbsp; Acidnm camphorieuin*
3.nbsp; Radix Valerianae*f
4.nbsp; Radix Angelioae'f
5.nbsp; Floras Chanioraillao*f(uiid Flor.
Chamomülae Botuanaef)
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6.nbsp; Folia Montliae*t (und Folia
Meuth. erisp.f,sowieM ciithol.*t)
7.nbsp; Folia irolissao*!
8.nbsp; Floros Arnioae*f
9.nbsp; Asa footi(la:::t
10. Moschus* und Castoroumt
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1. Campliora *t, Kampfer.
Das durch Destillation mit Wasser aus den zerkleinerten Teilen (Stämmen, Ästen, Blättern) des in China, Japan und besonders häufig auf der Insel Formosa wachsenden Cinnamomum Camphora (Laurineae, Polycarpicae, Enneandria Monogynia), eines stattlichen, immergrünen Baumes mit breitlanzettlichen, glänzenden, lederartigen Blättern und kleinen, in langgestielten Rispen stehenden, blassgelben Blüten, gewonnene Stearopten (CmH^O).
Das durch nochmalige Sublimation aus dem Rohkampfor gewonnene offlzi-nollo Präparat stellt eine weisse, krystallinischo, mürbe Masse oder Krystallpulvor dar von starkem und eigenartigem Ueruch und Geschmack.
In offener Schale erwärmt, soll Kampfer binnen Kurzem völlig verdampfen. In Wasser ist er nur sehr wenig (1:1300), reichlich dagegen in iitherischen
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und fetten ölen, sowie in Äther, Cliloroform, Weingeist löslich. Mit einer dor drei zuletzt genannten Flüssigkeiten besprengt, lässt er sich leicht pulvern (Knmpfer-pulven Camphora trita).
Der bezüglich der Abstammung und chemischen Konstitution von dem offizi-nellen Kampfer verschiedene Sumatra- (Borneo-) Kampfer von Dryobalanops aromatica ist ebensowenig wie der chinesisclio Ngai-Kampfor von Blumea balsa-mil'era Gegenstand des europäischen Handels.
Pharmuceutische Präparate: Spiritus ciimphoratus*f, Kämpfet Spiritus; 1 Teil Kampfer, 7 Teile Weingeist, 2 Teile Wasser; nach f 1 Teil Kampfer, it Teile Spirit, dilut. Vinum camphora-tum*, Kampfenvein; Weisswein, der 2 quot;j,, Kampfer und etwas 0 ummi-schleim enthält. Oleum oamphoratum*-f, Kampferöl; 1 Teil Kampfer, 9 Teile Olivenöl; nach f 1 Teil Kampfer, 3 Teile Olivenöl. Linimentum ammoniato-camphoratum*, flüchtiges Kampfer-liniment: 3 Teile Kampferöl, 1 Teil Mohnöl, 1 Teil Salmiakgeist. Spiritus sapouato-camphoratus*, flüssiger Opodeldok; GO Teile Kampferspiritus, 175 Teile Seifenspiritus, 12 Teile Salmiakgeist, 1 Teil Thymianöl, 2 Teile Hosmarinöl. Linimentum saponato-camphora-tuih^f, Opodeldok.
Wirkung des Kampfers.
Örtlicli wirkt Kampfer spezifisch reizend und veranlasst deshalb auf der Haut Hyperaemie und, unvorsichtig eingegeben, im Magen m. o. w. ausgesprochene Symptome der Magenreizung. Die ihm als einem ätherischen Öl zukommende a nti parasitäre (bez. antibakterielle) Wirkung ist wenigstens extra corpus verhältnismässig gering. Am meisten scheint noch durch Kampfer die Fäulnis organischer Massen gehemmt zu werden.
Vom Magen oder der Subcutis resorbiert, richtet Kampfer seine Entferntwlrknng hauptsächlich auf die Nervencentren, und zwar wirkt er in kleinen bez. mittelgrossen Dosen excitierend, in grossen schliesslich deprimierend auf Gehirn und Modu 11a oblon-gata. Gleichzeitig findet eine direkte Beeinflussung des Herzmuskels statt, dessen Thätigkeit durch massige Gaben eine energische A n r e gun g erfährt.
Unter dem Einfluss des Kampfers wird sehr kurze Zeit nach der Applikation der Puls schneller und voller, der Blutdruck steigt, Frequenz und Tiefe der Atemzüge nehmen zu, die Haut wird wärmer, die sichtbaren Schleimhäute röten sioli etc. Nach grösseren Gaben folgen Unruhe, Aufregung, später epiloptiforme oder t et an is ehe Krämpfe und schliesslich völliges Coma, welches mit dem Tode enden kann. Hunde scheinen unter Umständen nach Dosen von 8,0, Schafe von 15,0. Pferde von üO.O und darüber zu sterben;
M ü 11 o r , T'lmrmnkologio.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;7
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nur Vitet salt bei 4 Pferden den Tod schon nach jo H0,0 des Mittols eintreten.
Daneben wirkt Kampfer a n t i p }' r e t i s c h und ist ein ausgezeichnetes Mittel gegen alle Arten der Septiciimie, wahrscheinlich auch der Pyiimie und des Erysipels (des Menschen). Ob bei diesen Krankheiten vorherrschend die cxcitierende oder die antiseptische und antipyretische Wirkung des Kampfers in Betracht kommt, sei dahingestellt.
Die Ausscheidung des Kampfers erfolgt schnell, und zwar teils unverändert durch Atemluft (Desinfektion des Respirationstraktus) und Schweiss, teils in Form verschiedener Camphoglj'kuron-säuren durch den Harn. Dabei ist eine Reizung der Nieren und der Harnwege nicht ausgeschlossen. Der schnellen Umwandlung des Kampfers in die unwirksame Camphoglykurünsäure ist es zuzuschreiben, dass seine Entferntwirkung nach allen Applikationsformen schnell vorübergeht.
Anwendung des Kampfers.
Ausserlicli wendet man Kampfer mit Rücksicht auf seine fäul-niswidrige und reizende Wirkung bei brandigen Affektionen und atonischen Geschwüren etc. (in Form des Kampferpulvers, Kampferspiritus, Kampferöls, Karbolkampfers 25 Teile Kampfer, 9 Teile Phenol, 1 Teil Spiritus; rein oder mit Öl, Weingeist etc. verdünnt , Salicylkampfers 10 Teile Kampfer, 10 Teile Sali-cylsäure, Vaselin und Paraflin q. s. zur Salbe etc.) an, oder man benutzt ihn zu derivatorischen oder excitierenden Zwecken bei sehr verschiedenen chirurgischen und inneren Krankheiten (siehe Epis-pastica).
An oflizinellen Präparaten stehen in solchen Fällen Spiritus camphoratus *t, Linimentum ammoniato-camplioratmn* und Spiritus sapoiiato-caniplioniius* zur Verfügung. Linimentum sapo-nato-camphoratum ^f ist in der Tiermedizin nicht verwendbar
Innerlich dient Kampfer als treffliches Excitans bei Schwäche-und Collapszuständen, wie sie z. B. im Verlaufe von inneren Entzündungsprozessen, Infektionskrankheiten, gewissen Intoxikationen etc. vorzukommen pflegen, ferner als Antipyreticum, namentlich bei septischen, mit Hinfälligkeit und Herzschwäche einhergehendon Fiebern, sowie schliesslich als Expectorans und Antisepticum bei Bron-chialkatarrhen mit zähem, stockendem Auswurf, foetider Bronchitis etc.
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Die interne Anwendung des Kampfers bei aufgeregtem Geschlechtstrieb ist weit verbreitet, aber wohl kaum gerechtfertigt.
Dosen des Kampfers (bei innerer Anwendung) für grosse Tiere für mittelgrosse Tiere für kleine Tiere
5,010,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 0,52,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;0,20.6
(Achtunrj! Das Fleisch nimmt den Gerncli und Oeschmaclc des
Kampfers an!)
Die oben genannten internen Dosen könnten bei Dekämpfung septischer Fieber um die Hälfte erhöht werden, indessen ist der inneren Anwendung des Mittels, die am zweckmässigsten in Form der Pille oder Latwerge, doch auch des Pulvers, der Emulsion oder des Vinum camphoratum* geschieht, die subkutane Applikation, namentlich bei das Leben bedrohenden Krankheitszustäuden. unter allen Umständen vorzuziehen Man verwendet Kampferspiritus, Kampferäther (1:510 Äther) oder Oleum camphora-tum*! und würde von diesen Flüssigkeiten grossen Tieren 12 grosse, kleinen Tieren 12 kleine Pravazspritzen voll (von Oleum campho-ratum nach f die knappe Hälfte dieser Menge!) unter die Haut zu spritzen haben. Unter Umständen kann sich nach 12 Stunden eine Wiederholung nötig machen.
Pezept-Bcispiele.
1.nbsp; Camphor, trit. 15,0, Rad. Valerianae 100,0, Rad. Althaeae 30,0, Aq. f. q s. Fiat Electuarium. S. In einem Tage zu verbrauchen. Einem Pferd (bei akuten Schwächezuständen).
2.nbsp; Camphor, trit. 6,0, Gummi arable, q. s., Infus. lior. Arnicae 80,0 : 500,0. Fiat Emulsio. S. Auf einmal zu geben. Einem Rind (bei akuten Schwächezuständen, Collaps etc.).
3.nbsp; Camphor, trit. 0,2, Sacchar. Lactis 1,0. M. ft. Pulvis. D. t. dos. ad chartam ceratam No. VI. S. 12 stündlich 1 Pulver. Einem Hund (bei Herzschwäche etc.).
2. Aculnin camiilioricmn *, Kampfersäure. C10H1604.
Farblose Krystallblättchen oder ein weisses Pulver von säuerlichem und hinterher etwas bitterem Geschmack, bei 178-180deg; schmelzend, im Probierrohr stärker erhitzt, stechend riechende, dicke, weisse Dämpfe ausgebend und unter Bildung eines weissen Sublimates vollständig sich verflüchtigend. Kampfersäure, deren wässerige Lösung blaues Lackmuspapier rötet, löst sich in ungefähr 140 Teilen kaltem, 8 Teilen
7*
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siedendem Wasser, ferner in 1,8 Teilen Weingeist, 1,8 Teilen Äther und etwa 1000 Teilen Chloroform und wird durch Kochen des Kampfers mit Salpetersäure dargestellt.
AmveiKlmig. Man verwendet Kampfersäure in der Humanmedizin extern und intern hei katarrhalischen Affektionen des Pharynx Larynx und der Bronchien, ferner bei Cystitis und colliquativen Schweissen.
Extern benutzt man 14 0/0 ige Solutiouen, intern giebt man die Säure zu 1,0 mehrmals täglich in Pulverform (Husemann).
Dio namentlich von Frankreich her (beim Menschen) ompfohleno Camphora inonol)rom ata, Monobromkainptor (C, H,,,Br0), dargestellt ilurch Erwärmen von 18 Teilen Kampier mit 12 Teilen Brom auf 130quot;, soll bei Neurosen und nervösen Reizzuständon, besonders der Gonitalsphilro (0,1 0,3 im Pulver, 3mal tiiglicb) gute Dienste leisten.
8. Radix Valerianae *t, Baldrianwurzel.
Das eigenartigquot; kräftig riechende und gewürzhaft, süsslich und wenig bitter schmeckende unterirdische System der Valerian a
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officinalis (Valerianaceae, Aggregatae; Triandria Monogynia), eines einheimischen, perennierenden, bis 1 '/s m hohen Krautes mit gegenständigen, unpaarig gefiederten Blättern und weissen oder blassröt-liohen, in einer Art von Doldentraube stehenden Blüten.
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Die Drogue besteht aus dem beinahe knolligen, bis 2 cm dicken und 4 cm langen, aufrechten, am unteren Ende abgestorbenen Wnrzelstock, der nach ausson reichlich von höchstens 2 mm dicken, bis über 2 dm langen, graubraunen oder bräun-lichgclbon Wurzeln besetzt bez. umhüllt ist. (Figur 26.) Dickere Wurzelstöcke sind häufig quorfächerig.
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Figur 25.
Radix Valerianae, um nahezu ein
Drittel verkleinert.
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Auf dem Querschnitt der Wurzeln erkennt man den sehr dünnen Holzcylinder, der von der bis viermal breiteren, woiss-
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lichen Rinde umschlossen ist. Vor Verwechslungen mit anderen, ähnlich anssohonden Wurzelstöcken ist die Haldrianwurzel durch ihren charakteristischen, auf Katzen eigentümlich aufregend wirkenden Geruch geschützt.
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Hauptbestandteil der Baldrianwurzel ist ätherisches Öl (Oleum Valorianaef), neben Baldriansäure, Harz, Zucker, Amylum.
Ptaanuaceatische Präparate: Tinotura Valerianae*f, Baldriantinktur; 1:5 Teilen Spiritus dilutus. Tinotura Va-lerianae aetherea*, ätherisohe Baldriantinktur; 1 :5 Teilen Spiritus aethereus.
Wirkung und Anwciuluiig. Baldrianwurzel wird als mildes, dem Kampfer bei weitem nachstehendes Excitans fürs Nervensystem bei Schwächezuständen, ferner als Stomachicum aroma-ticum, namentlich aber als An tispasmodicum bei Krampfzuständen verschiedener Art (Krampfkolik, krampfhafter Harnverhaltung, Epilepsie, Staupekrämpfen etc.) benutzt.
Die Verabreichung erfolgt gewöhnlich als Pulver, Latwerge, Pille oder Aufguss,
Dosen der Baldrianwurzel für grosse Tierenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; mlttelgrosse Tiere kleine Tiere
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25,0-
(50,0 f. Pf.;
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-100,0 -100,0 f. Bd.
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6,015,0
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1,0-4,0
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indessen könnte man in gleich grossen Gaben auch die Tiiu'tura TalerJanae*t oder die stärker exoitierendquot; wirkende Tinctura Va-lerlanae aetherea1quot; benutzen.
4. Radix Ang'elicae *t, Angelikawurzel.
llhizom und Wurzelästo der bis 2 m hohen Archangclica offioinalls (ümbelliferae, Discanthae; Pentandria üigynia), einer Gebirgspflanze mit gefurchtem, hohlem, unten rotbraunem Stengel, doppelt, selbst dreifach geliederten, mit weiten Scheiden versehenen Blättern und grossen, dichten, fast kugelförmig gewölbten Dolden mit grünlichgelben Blüten.
Der kurze, bis 5 cm dicke Wurzelatock trügt Blattreste und sehr zahlreiche, bis 3 dm lange, am Ursprünge bis 1 cm dicke, längsfürchige, querhöokerige, wie der Wurzelstock braungrau bis rötlich gefärbte Äste, die bei der Handolswaro in der Regel, zu einem Zopfe vereinigt, nach abwärts gebogen sind und bisweilen rotbraune Harzkörner an der Oberfläche tragen. Die Wurzeln lassen sich weich, wachsartig schneiden, zeigen einen glatten Bruch, und die Breite ihrer Kinde, auf deren Qiierschnitt man radial geordnete, grosse, gelbe Balsambehälter erkennen kann, erreicht höchstens den Durchmesser des gelblichen Holzkernes.
Von dor erheblich kleineren Radix Angelicae silvestris unterscheidet sicii die oflizinelle Angelikawurzel durch ihren viel stärkeren aromatischen Goruch und Geschmack,
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Bestandteile der Angeliltawurzel sind ätherisches öl, Harz, Augelikasäure etc.
Fharmacentisches Präparat: Spirit usAngelicae compo-situs*, zusammengesetzter Angelikaspiritus; eine Auflösung von Kampfer in einem weingeistigen Destillat von Angelika, Wacholderbeeren und Baldrian.
Anwemluiig. Man verwendet Angelikawurzel aus denselben Gründen wie Baldrianwurzel, welcher sie wahrscheinlich an anti-spasmodischer Kraft nicht unerheblich nachsteht.
5. Flores Chamomillae *t, Kamillen. Die Blütenköpfchen der bei uns allenthalben wild wachsenden, einjährigen, stark verästelten, bis 1I2 in hohen Kamille, Matricaria Chamomilla(Compositac, Aggregatae;
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Syngenesia Superflua), mit lebhaft grünen, doppcltfiederteiligen und mit schmal linealen Zipfeln versehenen Blättern und ziemlich lang gestielten Blütenköpfen.
Die Bliitonköpfchen sind in allen ihren Teilen
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kahl; ihre troekenliäutiR beramleten Httllblättohen
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Figur 26.
Flores Chamomillae. a. Bliitonköpfchen in natür lieber Grosse; b. Frucht boden auf dem Liingsdurch
schnitt, vergrössert.
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schliesscn den gegen 5 mm hohen, am Grunde 1,5 mm im
Durchmesser erreichenden, kegelförmigen, nackten,
im Gegensatz zu allen anderen verwandten Pflanzen Dicht
markig angefüllten, sondern hohlen Frnchthoden ein.
Die 1218 Randblüten sollen von woisser, die
viel zahlreicheren Scheibenblüten von gelber Farbe
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sein. (Figur 26.)
Der Geruch der Kamillen ist kräftig aromatisch, der Geschmack aromatisch
und zugleich etwas bitterlich.
Flores Chamomillao Romanaof, Komische Kamillen. Die Blütenkiipfchen der in Südeuropa hoimisehen, bei uns häufig gebauten Anthemis nobilis (Compositae, Aggregatae; Syngenesia Superflua).
Sowohl die deutschen-1 als die römischen Kamillen enthalten ein blaues, ätherisches öl und Bitterstoff.
Anwendung. Die Kamillen dienen seit altersher als Hausmittel bei den verschiedensten schmerz- und krampfhaften Zuständen besonders des Hinterleibes, sowie als Diaphoreticum.
Man verwendet sie in den Dosen der Kadix Valerianae und verabreicht sie, da auf andere Weise kaum eine sichere Wirkung zu erwarten ist, stets in Form des womöglich noch warmen Infuses.
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Auch die äusseilicho Anwendung der Kamillen, z. K. zu gelindreizenden Kataplasmen, Waschungen, Bähungen, Augenwässern, sowie zu krampfstillendenquot; Klystieren etc, ist sehr beliebt.
Die römischen Kamillen (siehe Seite 102) können in derselben Weise wie die gewöhnlichen Kamillen benutzt werden.
0. Folia ftlcntliae 1, Pfefferminze.
Die Dlätter der ursprünglich wohl nur in England wild wacli-sonden, später in verschiedenen Ländern, so auch in Deutschland der Olgewinnung halber kultivierten, hier und da verwilderten, ausdauernden, bis 00 cm hohen Mentha piperita (Labiatae, Xuculi-ferae; Didynamia Gymnospermia) mit m. o. w. behaartem, einfachem oder ästigem Stengel und kleinen, blassvioletten, in endständigen, dicken, am Grunde meist unterbrochenen Scheinäbren stehenden Dlüten.
Die kräftig und eigenartig sohmeckenden Blfttter sind bis 7 em lang, spitzei-i'ürmig, kurzgestlelt, besonders gegen die Spitze hin seluu'i'gesägt, von einem starken Mittelnerv diirchzogou und nieist kahl
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(oder nur an den Nerven weich behaart), (Figur 27.)
Die eventuell zur Verliilschung dienenden Blätter der wilden Minzen, Mentha silvestris und Mentha viridis, sind lanzettförmig, sitzend oder last uninorklieh gestielt und untor-seits zerstreut weisslioli behaart, während die l'jdelminze, Mentha gen til is, ebenso wie die Ackerminze, Mentha arvensis, kleinere, verkeil r t - e i to r in ig - län g 1 i o h e, oberseits zerstreut behaarte, hellgrüne, unterseits von ziemlich langen Haaren graugrüne Blätter trägt.
Die iii Österreich oftizincllen Folia Men-thae crispaot, d. h. die getroekneteii Hlättor
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der Krauseminze, Mentha erispa, und anderer in Gärten kultivierter Menthavarietäton mit krausen Blättern, sind kurz gestielt, breit-eirund, kurz zugespitzt, in der Fläoho und am Rande kraus, eingesehnitton-gezälint etc.
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Figur 27.
Folia Menthae plperitae
in natürlicher Grosse.
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Als wirksamen Bestandteil enthält die Pfefferminze neben wenig Gerbstoff durchschnittlich 1 u/0 ätherisches Öl, Oleum Meuthiie pipe-ritae*!, welches ein spezilisches Gewicht von 0,90 0,91 besitzen, sich sogar mit verdünntem Weingeist klar mischen soll und vorwaltend (zu 2045deg;/,,) aus einem Stearopten, dem Pfefferminzkampfer oder Menthol, Mentholnmquot;quot;f spitzen, spröden, farblosen, nach Pfefferminze riechenden und schmeckenden, überaus wenig in Wasser, leicht
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in Weingeist, Äther und Obloroform löslichen Erystallen (Prismen) , besteht.
IMiaiiiiacciitische Prüparate: Spiritus Mentliae*t, Pfeflfer-minzspiritus: 1 Teil Pfelfenninzöl, 0 Teile Weingeist. Aqua Month a e piperitae*t. Sirupus Menthae!|:-j-. Eotulae jMenthae pipe-ritae*f.
Anwendung* Wie Flores Chamomillae; in der Hundopraxis könnte an Stelle eines rfell'erminzaufgusses das Pfefferminz öl (siehe oben) zu J 3 Tropfen auf Zucker, oder der Spiritus Menthac piporitae:i:-j-zu 10 20 Tropfen, oder das Menthol um'quot;f welches auch als Antisepticum für den Verdauungstraktus bei abnormen Gährungsprozessen dient zu 0,1 1,0 in weingeistiger Lösung oder in Pillen Anwendung linden.
7.nbsp; nbsp;Folia Ilelissae *!, Melissenblätter.
Die Blätter von Kulturformen der in Südeuropa heimischen, weisslich blühenden Melissa officinalis (Labiatae, Nuculiferae; Didynamia Gymnospermia;.
Die höchstens 4 cm langen mul '6 cm breiten, diinnen Blätter sind breit eifiinnig oder herzförmig, stumpf zugespitzt, kahl oder nur nntorsoits soluvaeh flaumig und tragen am Bande jeder Blattsproitonliällte ö10 rnndliehe Korbziilmo,
Melissenblätter enthalten ätherisches Öl und Gerbstoff. PhannaceutischesPräparat: Spiritus Melissaecompositus* (Spiritus aromaticusf), Karmelitergeist
Anwendung. Wie Polia Menthae piperitae.
8.nbsp; nbsp;Floren Ariiicae*t, Arnikablüten, Woblverleihblüten. Die Blütenköpfchen der einheimischen, ausdauernden, bis lli m
hohen GebirgspUanze A r n ica montana (Compositae, Aggregatae; S^ngenesia Superllua).
Der bis 1 dm lange, 3 5 mm dicke, horizontal oder schief verlaufende Wurzelstock (Badix Arnioaet) dos Wohlverleih'squot; trägt meist einfache, 1 (3) kiiplige, zottig behaarte Stengel mit 46 verkehrt eiförmigen, kuvzgostieltcu Wurzelblftttern und 2 (odor 4) sitzenden, länglichen bis lanzettliohen, gegenüberstehenden Stengelblättern, die, wie die Wnrzclblätter, lebhaft grün, zerstreut behaart und derb, beinahe lederartig sind.
Die zweireihige, behaarte Kelohhtllle der am Ende des Stengels einzeln stehenden Blütenköpfchen schliesst einen boebgewölbten, G mm im Darohmesser erreichenden, gr\ibigeii und behaarten Blütenboden ein. Aus diesora erheben sich ungefähr 20 randstäadlgo, zehnnervige Zungenblüten und zahlreiche weit kürzere Scheihenblüton, alle von rotgelb er Farbe (und vom Bau der f'om-positenbliiten). Die borstigen, 5kantigen Früchte sind bis 6 mm lang, gelblich-
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lor
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grau bis Bobwärzliob, von einem Kelohsaum aus scharfen, starren, bis ^ mm langen Haaren (Pappus) gekrönt. (Figur 28.) Nur tlio vom Kelcli und BlUtenbodeu beAreiten, Bohwaoh aromatisoh riechenden und aromatisch-bitterlich scbmecken-den Blüten sind zu gebrauchen.
Die etwa zur Verfälschung der Arnikablttten benutzten BlQtenköpfchen von Doronicu m, Calendula, Antliemis tinetoria und Inula haben wenig-(meist 4-) nervige Zungonbliitou und (mit Ausnahme von Inula, life*-.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;l
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deren Blütenboden übrigens kahl ist) keinen Pappus.
Arnikablüten enthalten
als wirksame Bestandteile ätherisches öl, scharfes Harz und Bitterstoff
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(Arnicin).
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Pharnmceiitisches Prii-lraquo;a rat: T1 n o t u r a A r n i -
cae*-}-, Arnikatinktur; 1 :10 Teilen verdünntem Wein
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Flgui' 28.
Flores Arnicoe. n. Strahlenblütoj b. Soheiben-blttte; c Kocoptaculiiiu nach Abfall dor Frttohte. Alles nur wenig vcrlilcinert und zum Teil nach Berg,
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geist; nach y aus 8 Teilen Amikawurzel, 2 Teilen Arnikablüten, 50 Teilen verdünntem Weingeist, Anwendunglaquo; Innerlich werden die Arnikablttten. welche bei unvorsichtiger Dosierung Gastroenteritis verursachen können, nur noch selten benutzt (Dosen als Excitans für Rinder 30,050,0 im Infusum). Äusserlich verwendet man sie teils in Form des Infuses, teils in derjenigen der Tinctura Arnicae*quot;!- bei Wunden. Kontusionen, traumatischen und rheumatischen Lahmheiten etc,
9, Asa foetiila i, Asant, Teufelsdreck.
Der eingetrocknete, stark nach Knoblauch riechende und scharf gewürzhaft und zugleich bitter schmeckende (jiimmiharz-saft aus der Wurzel von Peucedanum- (Ferula-) Arten des westlichen Hochasiens, namentlich des bis 2 m hohen, mehrjährigen Peucedanum Scorodosma und Peucedanum Narthex (Umbelli-ferae, Discanthae; Pentandria Digynia),
Asant bildet entweder lose oder verklebte Körner oder aber ansehnliche Klumpen von grauer bis violetter oder brauner Oberfläche und weissem Bruch, auf dem lotztoron anfangs rot anlaufend, aber bald in braun Übergehend, Mit Wasser verrieben, giebt er eine weisslicbe, durch Zusatz von (Salmiakgeist gelblich werdende Emnlsion und soll sich in siedendem Alkohol mehr als zur Hiilfto auflösen.
Asa foetida ist ein variables Oemisch von schwefelhaltigem
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ätherischem 01 (690/0), Harz (2465deg;/,,), Gummi (1250deg;/,,). Das Harz besteht aus Ferulasäure, Resorcin und Umbelliferon.
AnwemlHiig. Stinkasant ist ein recht gutes A nti spas modicum namentlich bei Krampfkol iken der Pferde (angeblich auch ein Styptioum bei Diarrhöen dieser Tiere), welches aber seines üblen Geruches halber immer mehr an Boden verliert. Man verordnet es innerlich zu 10,025,0 für Pferde und 0,5 2,0 für Hunde in Pillen, Bissen oder Emulsionen (mit Gummi oder Eigelb), besonders aber in Form der sehr wirksamen, nicht mehr oflizinellen Tinc-tura Asae foetidae (1 : 5 Teilen Spiritus), welche man in den Dosen des Asants meist mit Kamillen-, Baldrian- oder einem anderen krampfstillendeir'Aufguss einschütten lässt. Extern könnte Asant-tinktur als granulationsbe förd ern desquot; Mittel auf Wunden und Geschwüre, sowie als Abschreckungsmittel1' auf Verbände (um das Benagen derselben zu verhüten) gebracht werden.
10. UEoscIins*, Moschus.
Krümelige oder etwas weiche, braune Masse von höchst eigentümlichem, lange Zeit anhaftendem Geruch, die den Beuteln des Moschustieres, Moschus moschiferus, entnommen wurde.
Moschus ist für tierärztliche Zwecke viel zu teuer (1,0 kostet beim Droguisten über 4 Mark!); dasselbe gilt für die aus Moschus hergestellte Tlnctura Moschi* (1:50 Teilen stark verdünnten Weingeistes) und für den als Castoreumf, Bibergeil, bezeichneten, eigentümlich riechenden, braunen Inhalt taschenförmiger Aussackungen des Praeputiums und der Vagina des Bibers, Castor Fiber. Die aus Bibergeil hergestellte Tinctura Castoreij hat ein Verhältnis wie 1 : 5 (Spiritus dilutus).
lt;l) Hilbonlöteiullaquo;- Mittel.
Alle ätherischen öle wirken m. o. w. nachteilig auf Milben ein. Am intensivsten kommt indessen diese Fähigkeit einigen Balsamen, d. h. dickflüssigen Auflösungen von Harzen in ätherischen Ölen, zu, und es gründet sich darauf ihre Anwendung bei Räude der Haustiere (über andere Antiscabiosa wolle man im Kapitel über Antiseptica nachlesen). Nur ausnahmsweise benutzt man sie daneben als reizendes, massig antiseptisches Verbandmittel für Geschwüre (Perubalsam), als erregendes Expectorans (Perubalsam, Tolu-balsam) und als Geruchscorrigens.
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1,nbsp; Balsanmm peruviiuiinn':-|-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; | !). Balsanuuu tolutanum*!
2.nbsp; Styrax llquldu8*
1. KalMaiiiiiin iMoriivianiuii v. Perubalsam.
Der sehr angenehm vanilleartig riechende, durch Anschwelen der Binde gewonnene Harzsaft von Toluifera Pereirae (Papiliona-ceae, Leguminosae; Decandria Monogynia), einem bis 18 m hohen Baum der centralamerikanischen Eepuhlik San Salvador mit paarig gefiederten, dunkelgrünen, glänzenden Blättern und paarweise stehenden, ziemlich grossen, weissen Blüten.
Perubalsam bildet eine braunrote bis dunkelbraune, in dünner Sohiobt klare, nicht faden ziehende, au der La ft nicht ein trocknen de und nicht klebende Flüssigkeit von angenehmem Geruch, scharf kratzendem, bitterlichem Geschmack, sauerer Eoaktion und 1,1351,145 (nach #9632;( 1,141,16) spezifischem Gewicht In Wasser ist er anlöslioh, doch löst er sich in gleichen Teilen Weingeist, teilweise auch in Äther, verdünntem Alkohol, fetten und iitherischen Ölen. Die von * und t angegebenen ausführlichen Vorschriften zur Prüfung der Reinheit des Perubalsams (es kommen Verfälschungen mit Copaivabalsam, Terpentin, Benzoe, fetten ölen etc. vor) sind im Originale nachzulesen.
Peruhalsam stellt im wesentlichen ein Gemenge aus Harz (30 %), Zimmtsäure (8100;0), Benzoesäure, Cinnamcin (BO600/o)i Styracin, Styrol, Toluol etc. dar.
Pharmaceulisches Präparat: Mixtara oleosa balsamica*f, Hoffmannscher Lebensbalsam; 4 Teile Perubalsam, üü 1 Teil Nelken-, öl, Lavendelöl, Zimmtöl. Thymianöl, Citronenöl, Macisöl, 240 Teile Weingeist ; nach f Sa 2 Teile Lavendel- und Citronenöl, aii 1 Teil Nelken-, Macis- und Orangenblütenöl, */* T6'' Zimmtöl, 2 Teile Perubalsam, 500 Teile aromatischer Spiritus.
Wirkung und Anwendung,
Örtlich wirkt Perubalsam massig reizend und in hervorragender Weise antiparasitär. Es gründet sich darauf die Verwendung des sehr teueren Mittels als Antiscabiosum besonders bei Acarusräude des Hundes (eine Vergiftung durch Besorption scheint ausgeschlossen zu sein!), sowie als Antisepticum undEeiz-mittel auf torpide Wundflächen und Geschwüre, deren Vernarbung vom Perubalsam in der Eegel in günstigster Weise beschleunigt wird. Ob Perubalsam einen anregenden Einfluss auf das Haar Wachstum (bei Alopecie etc) auszuüben vermag, ist zu bezweifeln.
Die Resorptivwirkung hat Perubalsam mit dem Terpentinöl,
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welches ihn als Expeotorans und Diureticum in jeder Beziehung ersetzen kann, gemeinsam.
2.nbsp; nbsp;Styrax liquidus^f, Storax.
Klebrige, vom Spatel nur träge ablliessende, wohlriechende, in Wasser auch in der Wärme untersinkende, mit etwas Wasser und Pilanzenresten gemengte, undurchsichtige, graue (mäusegraue) Masse, die durch Auskochen und Pressen der inneren Rinde von Liqui-dambar orientalis (Hamamolideue, Saxifraginae; Monoecia Poly-andiia), einem platanenähnlichen, im südlichen Klcinasien und nördlichen Syrien einheimischen Baum, gewonnen wird.
Zum (iebraudi ist Storax, naohdom er durch Erwärmen im Dampfbad von dein griissten Teil des anhängenden Wassers befreit wurde, durch Auflösen in 1 Teil Weingeist, Filtration und Wiedereindampfen dor orhaltonen Lösung zu reinigen. Alsdann stellt er eine braune, in dünner Sohioht diirchsiclitigc, halbflüssige Masse dar, welche sich klar in Weingeist und, bis auf einige Flocken, auch in Äther, Schwefelkohlenstoff und Benzol auflöst.
Storax besteht in der Hauptsache ans Styrol (Fhenylaethylen), Zimmtsäure, Styracin (Cinmimyl-Zimmtsäureester), Zimmtsäure-Benzyl und -Äthylester etc.
Anwendunglaquo; Storax wird als billiger, aber leider auch weniger wirksamer, die Haare in arger Weise verklebender Ersatz des Perulaquo; balsams bei Räude (meist in Verdünnung mit 1 Ü Teilen Olivenöl) angewendet.
3.nbsp; nbsp; Ilalsamhui tolutaimni*t, Tolubalsam.
Das erhärtete, eine braunrote, krystallinische, leicht zu gelblichem Pulver zerreibliche, angenehm riechende, aromatisch-säuerlicli und nur wenig kratzend schmeckende Harz des stattlichen, der Toluifera Pereirae sehr nahestehenden, dem nördlichen Teile Südamerikas angehörenden Baumes Toluifera Balsamuni (Papilionaceae, Leguminosae; Decandria Monogynia).
Amveiidung'. Tolubalsam, der ähnliche Bestandteile wie Storax enthält, wird nur pharmaceutisch zum Überziehen von Pillen verwendet ; als Antiscabiosum (z. B. als Ersatz für Perubalsam) hat er sich nicht bewährt.
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VI. Kapitel. Epispastica, Zugmittel.
(Rubefacientia und Vesicantia.)
Es geboren hierher Mittel, welche auf der Haut unter m. o. w. heftigen Schmerzen Hyperämie und Entzündung hervorrufen.
Je nach der Art des Mittels, vielfach auch je nach seiner Einwirkungsdauer und Konzentration, ferner je nach dem Gefäss- und Nervenreichtum der Haut und der Dicke ihrer Oberhaut äussert sich diese Wirkung in verschiedener Weise. Der gelindeste Grad der Reizung präsentiert sich als einfaches Erythem (Epispastica rubefacientia), der höhere als eine superfizielle Hautentzündung mit Abhebung der Epidermis in Bläschen oder Blasen (Epispastica vesicantia), deren Inhalt eine anfangs klare, gelbliche, nur spärliche geformte Elemente enthaltende, später durch reichlicheres Auftreten von Leukocyten getrübte, eiterähnlichquot; erscheinende Flüssigkeit darstellt. Nur selten wird dieselbe resorbiert, meist vielmehr entleert sie sich nach Berstung der Blasendeckc, worauf letztere eintrocknet und sich ablöst. Lässt man die Epispastica auf die von der Epidermis entblösste Haut weiter einwirken, so kommt es zur Eiterung, ein Erfolg, der natürlich auch dann zu erwarten ist, wenn die wundequot; Haut durch Schmutz verunreinigt oder durch Scheuern, Reiben etc. einmalig oder wiederholt insultiert wurde.
Manche Mittel rufen eine Entzündung der Hautdrüsen und daraus hervorgehende Bildung von Pocken oder Pusteln hervor (Epispastica pustulantia).
Die Anwendung' der Hautreizmittel ist auch jetzt noch eine sehr umfangreiche, und zwar sucht man durch Epispastica teils das Blut nach erkrankten Organen hinzuleiten, teils es von denselben abzuleiten. In ersterem Sinne, also zuleitend, sollen die Zugmittel wirken z. B. bei Erkrankungen der Haut oder gewisser dicht unter dieser liegender Gebilde, wie der Subcutis, Sehnen, Sehnenscheiden, des Periosts, der Gelenke, Drüsen, Muskeln etc., sei es, um die Abwicklung
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einer bestehenden entzündlichen Affektion zu beschleunigen, sei es, um die Eesorption von Entzündungsresiduen anzubahnen oder in schnelleres Tempo zu versetzen. Im letzteren Sinne, also ableitend (revulsiv, derivatorisch), wirken die Zugmittel bei Entzündungen wichtiger innerer Organe, wie der Lunge, der Pleura, des Bauchfelles, des Darmes, der Nieren (siehe auch Diaphoretica) etc., sowie bei Krankheiten, welche als Folgen unterdrückter Haut-thiitigkeit angesehen werden, wie bei Rheumatismus, rheumatischer Kolik, Erkältungsdurchfall etc.
Diese Wirkung der Hautreize als Derivatoria'' wurde neuerdings vielfach in Zweifel gezogen, doch steht fest, dass jeder über eine sehr gross e Hautfläche ausgedehnte, namentlich anhaltende Reiz daselbst eine derartige Hyperämie erzeugt, dass notwendigerweise, und zwar rein mechanisch, eine Anämie der inneren Organe nachfolgen muss. Wurde nämlich mehrere Tage hindurch die llückenhaut von Kaninchen täglich einmal mit Kantharidenkollodium bestrichen, so fand mau schliesslich die Blutgefässe der Haut, Subcutis und oberflächlichen Muskeln in hohem Grade kongestioniert, dagegen die tief liegenden Muskeln, die betreffende Lunge, Pleura etc. stark anämisch (Zülzer).
Daneben wird wahrscheinlich die Wärmeabgabe der Haut befördert, alsobei Fieber eine Erniedrigung der Körpertemperatur herbeigeführt.
Jede Hautreizung bewirkt ferner eine, wenn auch schnell vorübergehende Erregung des centralen Nervensystems, besonders des Sensoriums und der Centren für Herz und Atmung. Es gründet sich darauf die wohlthätige Wirkung der Epispastica bei plötzlich eintretenden Schwächezuständen. Asphyxie, Collaps, in Fällen von Betäubung durch narkotische Gifte etc.
Ausserdem bedient man sich der Hautreizequot; zur Hebung gesunkener Thätigkeit des Magens und Darmes, z. B. bei Trägheit der Verdauung, hei Verstopfungskolik, Trommelsucht etc., sowie als Erregungsmittel bei Anästhesien und motorischen Lähmungen.
Was die zu wählende Applikationsstelle betrifft, so werden die Hautreize in allen Fällen möglichst in der Nähe des leidenden Teiles angebracht. Zu derivatorischen Zwecken wählt man deshalb bei Gehirnleiden den Nacken oder Hals, bei Erkrankungen der Brustorgane die Brustwand, bei solchen der Bauchorgane die Bauchwand oder innere Fläche der Hinterschenkel etc.
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Ill
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Mittel.
Von don in die Klasse der Epispastica gehörenden Mitteln sind lediglich die dem Tier-und Pflanzenreich entstammenden, indessen mit Ausnahme von Oleum Terebin tli inae, Oleum Crotonis, Spiritus camphoratus, Tinctura Arnicae und gewissen Teerpräparaten, besprochen worden. Über diese, sowie über die ebenfalls hautreizend wirkenden anorganischen Stoffe: Tinctura Jodi, Liquor Ammonii caustici, Tartarus stibiatus, Hydrarygrum bijodatum, Kalium dichromicum und die Säuren ist an anderen Stellen nachzulesen.
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1.nbsp; Cantharidos*-)-
2.nbsp; Eupborbium*t1 Caideol otc
8. Fruotus Capslci* und andere
l'foflbi'sortcn
4.nbsp; Semon Siniipis*!-
5.nbsp; Herba Coehloariao* (i. Oloum Lau ri^T
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7.nbsp; Acidum formloioum* u. Spi-
ri tus Formioarum*
8.nbsp; Oleum Lavandulae*;-
9.nbsp; Oleum Kosmaiini*!
10.nbsp; Herba Thymi*
11.nbsp; Herba Serpylli*-|-
12.nbsp; Herba Origaiüf
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i. Caiilliarilaquo;^'laquo; 1- spanische Fliegen.
Der möglichst wenig beschädigte Käfer Lytta vesicatoria, Coleopteni, ein in Südeuropa namentlich auf Oleuceen (Syringa, Fraxinus, Ligustrum, Olea) und Caprifoliaoeen
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(Sambucus, Lonicera) lebendes, in heissen Sommern auch in Süddeutschland (Ende Mai bis Mitte Juli) erscheinemies, schlankes, 1,5 bis gegen 3 cm langes und 68 mm breites, glänzend smaragdgrünes (Männchen) oder goldgrünes (Weibchen), stark und unangenehm riechendes Insekt. (Figur 29.) Yorsichti g aufz ubewahren !
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Der wirksame Bestandteil der spanischen
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Figur 29. Lytta vesicatoria in natürlicher Grosse.
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Fliegen ist das auch in anderen, m. o. w. verwandten Käfern Lytta violacea, Gigas und ad-
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spersa; Mylabris Cichorii, Sidao, colligata, macu-lata etc.; Meloe proscarabaeus, majalis und angusticollis; Gantharis; Epicauta; Macrobasis etc. enthaltene Kantharidin, C10H,, 0.,, Anhydrid der Kantharidinsäure, G1()HI40B, deren Salze ähnlich wie Kantharidin blasenziehende Wirkungen entfalten.
Cantbarldin bildet farblose, rbombisohe Tafeln, die in liöhcror Temperatui iliiebtig, femer unlöslicb sind in Wasser, wenig lösliob in Alkohol, leicht löslich in Äther, Chloroform, Benzin, fetten und iitlierischon Ölen.
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Pharmaceutisclu! Prftparatei Tinctura ('antharidum*!, Spcmlsohfliegentinktur; 1:00 Teilen Weingeist; vorsichtig anfzu-bewahron. TJngiientum Cantharidum pro usu vcterinario*, Spanischfliegensalbe für tierärztliclien Gebraucli: 2 Teile mittelfeines Kantliaridenpulver werden mit 4 Teilen Olivenöl 10 Stunden unter bis-weiligem Umrühren im Dampfbads erwärmt, darauf wird 1 Teil Gelb-wachs, 2 Teile Terpentin, 1 Teil mittelfeines Euphorbiunipulver beigemischt und das Gemenge bis zum Erkalten gerührt. Emplastrum Cantharidum pro usu veterinario*, Spanischdiegenpllaster für tierärztlichen Gebrauch; G Teile Kolophonium und 6 Teile Terpentin werden im Dampf bade zusammengeschmolzen; der halb erkalteten Mischung werden 3 Teile grobes Kantliaridenpulver und 1 Teil mittelfeines Euphorbiunipulver zugesetzt Unguentum Cantharidum, Spanischiliegensalbe; 8 Teile Oleum oantharidatum * (3; 10), 2 Teile Wachs. Collodium oantharidatumquot;1, Spanischlliegenkollodium; dicke, olivengrüne, durch Mischen eines ätherischen Kantharidenaus-zuges mit Kollodium erhaltene Flüssigkeit; vorsichtig aufzubewahren. Emplastrum Cantharidum ordinarium*t- ^ in-plastrum Cantharidum perpetuum*f,
Wirkung;. In passender Form auf die Haut appliziert, erzeugen die Kanthariden in kurzer Zeit Brennen, Rötung und mit gelblichem, kantharidinhaltigem Serum gefüllte Blasen, nach deren Bersten sich die Haut zunächst mit Schorfen, dann mit neuer Epidermis bedeckt. Die unterdessen ausgefallenen Haare wachsen später wieder nach, und nur bei sehr langer und oft wiederholter Einwirkung des Kantharidins kommt es zu tiefgehender, eitriger Hautentzündung mit dauerndem Haarverlust. In gleicher Weise wie an der Haut macht sich die entzündungserregende Wirkung der spanischen Fliegen auch an den Schleimhäuten bemerklich; intern in unvorsichtiger Weise verabreicht, veranlassen sie eine E n t-zündung des Verdauungstraktus in seinem ganzen Verlaufe, vom Mund bis zum After.
llesorption erfolgt sowohl bei externer als bei interner Anwendung Die Ausscheidung findet durch die Nieren statt, und bei dieser Gelegenheit kommt es zu einer Reizung derselben und der Harnwege, die, wenn es sich um kleine Dosen handelt, nur zu einer V ermehrung der Harnmenge, öfterem Drang zum Urinieren und (hin und wieder) zu geschlechtlicher Aufregung führt, aber, wenn grössere Mengen zur Resorption und somit Aus-
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Scheidung gelangen, eine gefährliche Nephritis mit Albuminurie, Hilmaturie, Anurie, sowie eine Entzündung der Blase und Harnröhre nach sich zieht. Begleitsymptome der Kantharidenver-giftung sind Fieber und Erscheinungen seitens des C en trainer vensystems.
KantliarMcuvergiftHiigen sah man namentlich durcli Aufnahme von Futter, welches mit spanischen Fliegen besetzt war, doch auch duroh unvorsichtigen internen und externen Gebrauch (namentlich auf Wunden, seltener auf der intakten Haut) entstehen. Die Symptome treten in 2 Gruppen hervor, von denen die erstore
nbsp; Salivation, Thränen, Schluckbeschwerden, Vornitus, Kolik, blutige Entleerungen, Tenesmus, frequenter, drahtformiger Puls, Fieber bei Vergiftungen per os, die zweite häufiger Absatz kleiner Mengen von Eiweiss, Blut, Harncylinder enthaltendem Harn, aufgeregter Geschlechtstrieb (nur zuweilen!), schwankender Gang etc.
nbsp; bei weniger akuten internen, besonders aber bei externen Vergiftungen hervortritt. Bei beiden Gruppen beobachtete man nahe dem tötlichen Ausgang hin und wieder Konvulsionen.
Als Todesgaben werden für grosso Tiere 15,030,0, für Schafe 4,0, für Huudo 0,1 2,0 genannt (Gerlach u. a.). Igel, Hühner und Frösche sollen
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immun sein.
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Bei Vergiftungen mit Kantharidon in Substanz boz. in Pulverform würde man die gliinzendgrünou Fragmente des Käfers (besonders seiner Flügeldecken) im Magen-Darminhalt bez. im Erbrochenen, sowie (bei der Sektion) an den Magen-Darrawänden vorfinden (Figur 30.).
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Anwendung der spanischen Fliegen.
Äusserlicli sind die Kantha-riden eines der gebräuchlichsten Hautreizmittel, welches dann bevorzugt wird, wenn (bei Erkrankungen der Gelenke, Sehnen, Sehnenscheiden, des Periosts, bei Quetschungs- und anderen Ge
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schwülsten, bei Lähmungen etc.) an
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begrenzterStelleein energischer, nachhaltiger Hautreiz gesetzt werden
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Figur 30.
Kantharidenpulver bei schwacher Ver-
grössorung.
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soll. Einreibungen grosser Hautflächen mit Kantharidenpräparaten, z. B. bei inneren Entzündungen, sind der Vergiftungsgefahr durch Resorption halber zu vermeiden.
Man bedient sich in den gedachten Fällen in der Regel der sogenannten Scharfsalben, die man sich durch Verreiben von 1 TeilKantha-
Milller, PharmnkoloKie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 8
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ridenpulver mit 86 Teilen Salbengrundliigc (Fett, Wachssalbe, iTa Terpentin und Schmierseife etc.), seltener durch lüstündiges Digerieren der Kan-thariden mit der 4- bis Stachen Menge Fett (die so dargestellte Salbe wirkt stärker als die durch blosse Verreibungerhaltene [siehe nächste Seite |) herstellt. Am emplindlichsten ist die Haut zarter Pferde, bei denen man deshalb eine Salbe im Verhältnis wie 1 : 6 verwendet, am wenigsten emplimllich diejenige des Kindes, für welches man die Seharfsalben in der Regel durch Euphorbium oder Sublimat zu verstärken pliegt, und die des Schweines, bei dem man von Kantharidenpräparaten überhaupt nicht gern Gebrauch macht. Das in Deutschland ofiizinelle Unguen-tunraquo; (iintliaridnin pro usu veterinario:|: ist sehr wirksam, sollte aber für zarthäutige Pferde mit dem dritten Teil oder der Hälfte Schweinefett verdünnt werden.
Nur zu bestimmten Zwecken, namentlich gegen Sehnenklapp des Pferdes, benutzt man Emplastrum Canthariduni pro usu veterinario * (die beiden andern offizineilen Pflaster sind in der Tierbeilkunde ebensowenig verwertbar, wie das [für Tiere zu schwache] UnguentumCantharidum*), während man Oollodium cantharidatum*, da das sich auf der Haut bildende Häutchen nicht abgeleckt werden kann, mit Vorliebe zu Ableitungszwecken bei Hunden verordnet.
Seltener dienen die Kantharidenpräparate dazu, auf Geschwüre oder granulierende Wundflächen reizend einzuwirken und die Heilung zu beschleunigen (Vorsicht!), oder das Haar- und Horn-wachstum anzuregen, oder schliesslich gewisse schwer heilbare Räudeformen (Acarus-Ausschlag) zum Schwinden zu bringen. Im letzteren Falle würde Kantharidensalbe oder Kantharidenkollodium, in den ersteren beiden Tinctura Cantharidumquot;'f, die bei Alopecie mit der 10 20fachen Menge Spiritus zu verdünnen ist, verwendet werden können.
Innerlich werden die spanischen Fliegen nur selten als unsicher wirkendes Aphrodisiacum bei vermindertem Geschlechtstrieb teils in Form der Pillen oder Einschütte, teils in derjenigen der Tinktur (siehe oben) verwendet. Unter allen Umständen ist für starke Verdünnung, bei Einschütten z. B. mit Leinschleim, Sorge zu tragen. Die Verabreichung des Kantlmridenpulvers auf Brot ist verwerflich.
Dosen
des Kanthariden-\für Pferde Rinder mittelgr. Tiere Hunde pulversnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; | 1,02,0 2,05.0 0,20,5 0,03-0,1
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der Kanthariden-I für Pferde Rinder mittolgr. Tiere Hunde tinkturnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; f 6,010,0 15,020,0 1,02,0 0,250,6
Rezept-Beispiele.
1.nbsp; Tinot. Cantharid., Liq. Ammonii caust. aa 10,0, 01. Lauri 20,0. Misce. Sehr kräftiger, ableitender Hautreiz (für Pferde; z. B. bei Strenge! in der Kehlgegend einzureiben).
2.nbsp; Cantharid. puiv. 5,0, Adij). suill., Tereb. conimun. aa 15,0. Misce. Gewöhnliche Scharfsalbe.
3.nbsp; Euphorbii pulv. 2,0, Cantharid. pulv. 5,0, Adip. suill., Terebinth, aa 10,0. Misce. Verstärkte Scharfsalbe.
4.nbsp; Hydrargyri bichlorat. 2,0, Cantharid. pulv. 4,0, Adip. suill. 24,0. Misce. Verstärkte Scharfsalbe.
2. I^iipliorbinin j. Euphorbium.
Das leicht zerreibliche, mattgelbliche, stets noch Pilanzenteile (Aststückchen, Blütenstände, wohlerhaltene Früchte und Samen, Fragmente derselben und Stacheln) einschliessende, zum Teil sehr charakteristische Formen zeigende (Figur 31) Gummi
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harz der in einem grossen Teil von Afrika, besonders in Marokko heimischen, kaktusähn-lichen Euphorbia resinifera (Euphorbia-ceae, Tricoccae; Dodecandria Trigynia). Der Geschmack dos durch Einschnitte in die Äste der Pflanze gewonnenen, in Weingeist zu 40G0quot;/o löslichen Euphorbiums ist andauernd
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brennend scharf. Die Drogue ist vorsichtig
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aufzubewahren!
Euphorbium enthält neben Gummi, apfelsauren Salzen, Kautschuk etc. zu 38% ein scharfes, amorphes Harz undzu220/ft das
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Kgur 81, Euphorbium, a. a. a. Die gewöhnlichsten Formen desselben; b. Beigemengte Stacheln,
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indifferente, krystallinische Euphorbon.
Anwendung. Die örtlich überaus heftig wirkende Drogue kommt nur als Bestandteil scharfer Salben und Pflaster, z.B. des für Rinder bestimmten, verstärkten Unguentum Cantharidum (siehe Rezept-Beispiel) und des Emplastrum Cantharidum pro usu veterinario (siehe Seite 112), in Betracht. Der Staub des Mittels wirkt im höchsten Grade reizend auf die Augen und erregt heftiges Niesen (Vorsicht bei Bereitung der Scharfsalbe!).
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Aa Kanthariden und Euphorbium schließsen sich an: Cortex Mezorei, Seidclbastrinde, von Daphno Mezoroum; Kesina Thapsiae Garganicao, der alkoholische Auszug der Wurzelrindo von Thapsia Garganica; Car-doolum, Kardol, ein aus den Früchten von Cassuvium pomiferuin und Semecarpus Anacardium durch Athoroxtraktion gewonnener Körper. Sie sind für die Tiermedizin ohne Bedeutung.
Hervorragend toxlkologisclies Interesse besitzt das ilüchtigo, iilartige Anemonol oder Ranunculol einer grossen Anzahl von Ranunculaceen lian un-culus sceleratus, flammula, bulbosus, acris, arvensis; Anemone nemorosa, Pulsa-tilla; Clematis vitalba, recta etc.; Caltha palustris etc. , vielleicht auch noch anderer scharfer Pflanzen, z. B. Polygonum Hydropiper, Arura macu-latum, Sedum acre, Calla palustris etc., welches sich sehr leicht, offen-bar auch schon beim Trocknen der Pflanzen, in Anemonsäure und Ane-monin zersetzt.
Vergiftungen mit diesen Pflanzen, nach Aufnahme derselben mit dem Grünfutter oder auf der Weide (in getrocknetem Zustand haben sie die toxische Wirkung fast völlig verloren!), äussern sich durch die Symptome einer Gastroenteritis und Nephritis, zu denen sich Taumeln, Zittern und Konvulsionen gesellen. 70 Gramm des frischen Ranunculus arvensis sollen ein Schaf töten können (Löbel).
Von den oinhoimischen Euphorbi aeeen ruft Mercurialis (M. perennis und annua) Gastroenteritis und Nephritis, Tithymalus (T. Cyparissias, Peplus, helioscopus, Esula etc.) Gastroenteritis mit nervösen Symptomen hervor. Die Milch von Ziegen, welche Wolfsmilch reichlich gefressen hatten, soll auf Menschen giftig wirken, während die Ziegen selbst kaum Erkrankungssymptnmo zeigen (Kobert).
3. Fructns Capsici*, Spanischer Pfeffer.
Die kegelförmigen, 510 cm langen, am Grunde bis etwa 4 cm dicken, dünnwandigen, roten, gelbroten oder braunroten, glatten, glänzenden, scharf brennend schmeckenden, in ihrer unteren Hälfte zahlreiche, scheibenförmige, gelbliche, ungefähr 5 mm breite Samen einschliessenden Früchte des in allen heissen und wärmeren Ländern kultivierten, einjährigen Capsicum annuum und Capsicum longum (Solanaceae, Tubifiorae; Pentandria Monogynia).
Spanischer Pfeffer enthält als wirksamen Bestandteil das olartige C a p s i c o 1, aus dem Thresh das farblose, krystallisierbare C a p s a i-cin hergestellt hat.
Fliaruiaceutisches Präparat: Tinctura Capsici:N, Spanischpfeffertinktur; 1 : 10 Teilen Weingeist.
Amvendung. Äusserlich wird der spanische Pfeffer nur in Form der Tinctura Capsici* (rein oder mit anderen hautreizenden Flüssigkeiten gemischt) namentlich bei Rheumatismus, Muskelschwund, Gelenk- und Sehnenleiden angewendet. Das bekannte Restitutions-
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fluid besteht aus 50 Teilen Tinct. Capsici, 100 Teilen Spirit, cam-phorat, aa 150 Teilen Spiritus und Spiritus aethereus, 500 Teilen Liq. Ammon. caust., 50 Teilen Kochsalz, 400 Teilen Aq. fontan.
Innerlich benutzt man Capsicumpfeffer gelegentlich in Dosen von 5,010,0 für Pferde, 10,020,0 für Rinder, 2,0-6,0 für Schafe, 0,10,2 für Hunde als reizendes Stomachicum, Aphrodisia-cum (?) und Diureticum (Vorsicht!).
In derselben Weise wie Fruotus Capsici, wenn auch örtlich etwas weniger reizend, wirken: Piper nigrum, die unreife Frucht des hinterindischen P i p e r nigrum, die infolge ihres Gehaltes an Piperin auch antipyretische Wirkungen zu entfalten vermag, Fructus Amomi s. Pimentae, die Frucht der in Westindien und Mexiko heimischen Eugenia Pimenta (Pimenta officinalis), sowie der offizineile, aber für die Veterinärmedizin völlig bedeutungslose Kubebenpfeffer, Cube-b!ie*f, die vor der Reife gesammelten, kugeligen, bis 5 mm Durchmesser erreichenden Früchtchen der auf Java, Borneo und Sumatra heimischen Cubeba officinalis. An Schärfe dem spanischen Pfeffer oft überlegen ist der Cajenne-Pfeffer, Piper Cayennense, d. h. die viel kleinere Frutht des im tropischen Amerika und Afrika kultivierten Capsicum frutescens und Capsicum fastigiatum.
4. Sternen Sinapis*!, Senfsamen.
Die Samen der im grössten Teil von Europa wild wachsenden und häufig kultivierten Brassica nigra (Cruciferae, Rhoeadinae: Tetradynamia Siliquosa), eines einjährigen, bis 1 m hohen, ästigen Krautes mit unteren leier-förmigen, buchtig eingeschnittenen, gezähnten und oberen lanzettlichen, ganzrandigen Blättern, kleinen, in endständigen Doldentrauben stehenden, gelben Blüten und glatten, mit fast viereckigem Schnabel versehenen Schoten.
Die feinnetzig grubigon Samen sind annähernd kugelig und von 1 mm Durchmesser. Ihrenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Figur 32. dünne, braune, häufig graue, schilferige Samenschale Semen Sinapis. ungotahr lässt das in der Rinne der zusammengefalteten Keim- 20 fach vergrössert. blätter heraufgezogene Würzelchen erkennen (Figur 32).
Zerkaut schmecken Senfsamen anfangs mild ölig, schwach säuerlich, alsbald aber scharf brennend. Diese Schärfe entwickelt sich auch kräftig aus der gelblichen, sauer (durch das bei der Senfölbildung nebenbei entstehende Kalium-bisulfat) reagierenden Emulsion, welche beim Zerstossen der Senfsamen mit Wasser
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entsteht. Das abgekühlte Filtrat eines Dokoktes iler Senfsamen (1:50) darf durch Jodwasser nicht blau gefärbt werden (anderenfalls liegt eine Verfälschung mit stiirkemehlhaltigem Pflanzenpulver vor).
Die eventuell zur Verfälschung dicnendon Samen von Sinapis alba sind circa 2 mm dick, haben eine gelbe, foinkörnigo Oberfläche und scharfen Geschmack; diejenigen von Brassica Napus und Brassica Bapa sind 1,6 2 mm dick, fast schwarz, foingrubig punktiert (Netz undeutlich) und schmecken nicht scharf bez. entwickeln, mit Wasser verrieben, kein Senföl; diejenigen des allgemein als Unkraut verbreiteten Ackersenfes, Sinapis arvonsis, haben etwa die (Jrösse der offizineilen Senfsamen, sind aber in reifem Zustand nahezu schwarz und an der Oberfläche fast glatt.
Der scharfe Geschmack und Geruch des Senfsamens beim Zerreiben mit Wasser ist veranlasst durch das bei dieser Gelegenheit unter der Einwirkung des Myrosins (eines dem Emulsin ähnlichen, eiweiss-artigen Fermentes) auf das glykosidische my r on saure Kalium (Sinigrin) sich bildende, im Samen nicht präformiert enthaltene ätherische Senful (Allylsenfül):
0,0 H18 NS2 0,0K = C8 H5 CNS C6 H19 Oä KH S04 Myronsaures Kalium Allylsenföl Zucker Kaliumbisulfat
Aussei- diesen bei der Bildung des Allylsenföles in Frage kommenden Körpern ist im Senfsamen bis 330/o fettes Öl neben Schleim. Eiweiss etc. enthalten.
Das im grossen durch Destillation von in kaltem Wasser eingeweichtem Senfsamen (doch auch auf synthetischem Wege) dargestellte ätherische Senföl, Oleum Sinapisquot; (Oleum Sinapis aethereumf), hat eine gelbliche Farbe, einen sehr scharfen Geruch und ein spezifisches Gewicht von 1,016 1,022. Die sehr ausführlichen Vorschriften zur Prüfung des Senföles wolle man in den Pharmakopöen einsehen. Das Mittel ist vorsichtig aufzubewahren!
Fharmaceutisciie Präparate: Spiritus Sinapis*!, Senfspiritus; 1:50 Teilen Weingeist. Charta sinapisata*. Senfpapier.
Wirkung. Senföl ist ein hervorragendes, indessen seiner sonstigen Eigenschaften halber als solches nicht verwendbares Antisepticum und Antizymoticum und wirkt an allen Applikationsstellen intensiv reizend. Auf der Haut ruft es selbst in stärkerer Verdünnung (siehe unten), sowie in Form des Senfbreies sehr bald heftiges Brennen, Rötung und später Blasenbildung, bei längerer Einwirkung sogar eitrige Entzündung, unter Umständen mit Nekrose, hervor.
Bei interner Anwendung kleiner Mengen des Senfsamens
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werden Appetit und Verdauung etwas gefordert, angeblich aucli die Harnmenge vermehrt, während grosse Mengen emetisch wirken und nach Befinden Gastroenteritis und Durchfall hervorrufen. Her twig sah allerdings Pferde bis zu 500,0, Rinder bis zu 700,0 Senfpulver ohne Störungen vertragen.
Anwendung der Senfjpräparate,
Ausserlich benutzt man Senföl und Senfsamen mit Vorliebe zu Ableitungszwecken bei Entzündungen innerer Organe und zwar in der Hegel in der Form des Senfteiyes (Senfbreies, Senfpflasters, Sinapismus), den man durch Anrühren von Senfmehl (Farina Sinapis) mit kaltem oder lauwarmem Wasser (heisses Wasser würde ebenso wie Essig das Myrosin zur Gerinnung bringen!) herstellt, fingerdick auf die Haut streicht und daselbst 25 Stunden liegen lässt (Leinwandbedeckung anzuraten; Überwachung des Patienten notwendig!). Der eventuell an der Applikationsstelle nachträglich zu Tage tretende Haarverlust ist in der Regel nicht dauernd.
Will man sich des Olenin Slnapls^t bedienen, so würde man für Hund und Pferd 1 Teil Senföl mit 1020, für das Rind mit 510 Teilen Spiritus oder (besser) fettem öl zu verdünnen und auf die betr. II autstelle einzureiben haben. Eine Bedeckung derselben mit leinenen oder wollenen Decken ist kaum zu umgehen.
Innerlich benutzt man die Senfsamen hin und wieder als Sto-machicum und leichtes Diureticum in Dosen von 25,050,0 für Pferde, 50,0100,0 für Rinder, 5,015,0 für mittelgrosse Wiederkäuer.
Dem Sonföl nahestohende, scharfe, soh wefelhaltige ätherische öle limlol man in einer grösseren Anzalil anderer Crueiferen, /,. B. im laquo;ei säen Senfsame n (Sem en Erncae s. Sinapis albae von Sinapis alba) und im Meerrettich (der Wurzel von Armoracia nistieana), lorner in den Zwiebeln gewisser AlliumSpezies, z. B. im Knoblauch (Bulbus Allii sativi) und in den Zipollen (Bulbus Cepao). Man lionutzt alle diese Pflanzenteile im gequetschten Zustand als Hautreize, doch auch als Stomaohioa, Diuretica etc.
Toxikologisches Interesse besitzen gewisse. SonfÖlequot; führende Unkräuter aus der Familie der Kreuzblütler, wie Sinapis arvonsis, Arabis hirsuta, Erysimnm oheiranthoides, Alliaria offioinalis, Raphunus Bapha-nistrum etc. Kleinero Mengen von ihnen sind ungefährlich; sehr grosse Quantitäten führen zu Gastroenteritis, in einzoluen Füllen daneben zu Nephritis und nervösen Symptomen (zu Lähmung, selten Krämpfen).
5. Herba Coehleariae*, Löffelkraut.
Das zur Blütezeit gesammelte Kraut der an den Seeküsten der kalten Zone und auf Salzboden wachsenden, bei uns zuweilen in
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Gärten kultivierten, zweijährigen Cochlearia officinalis (Cruci-ferae, Rhoeadinae; Tetradynamia Siliculosa).
Pbarmaoeutlsohes Präparat: Spiritus Cochleariae*. Löffelkrautspiritus; durch Destillation aus dem frischen Kraut bereitet.
Amvendnng. Löffelkraut, als dessen #9632; wirksamer Bestandteil das Sekundärbutylsenföl, welches beim Zerquetschen der frischen Pflanze ähnfich wie das Senföl durch einen Fermentierungsvorgang zu entstehen scheint, betrachtet wird, stand früher im Rufe eines spezifischen Mittels gegen Skorbut. Sein Präparat, Spiritus Cochleariae*, wird von manchen Tierärzten bei geschwflrigen Affektionen am Zahnfleisch der Hunde (Pseudoskorbut) benutzt.
6. Olenm Iiauri*t, Lorbeeröl.
Durch Pressen der hin und wieder als Diureticum und S t o m a c h i c u m in den Dosen der Fenchelfrüchte benutzten Frnctus Lanri *f, d. h. der Früchte des im südlichen Europa wildwachsenden Lorbeerbaumes, Laurus nobilis (Laurineae, Polycarpicae; Enneandria Monogynia), erhaltenes, grünes, salbenartig krystal-linisches Gemenge von Fett und ätherischem öl.
Lorbeeröl schmilzt bei ungefähr 40quot; zu einer dunkelgriinen, aromatischen
Flüssigkeit; erwärmt man es mit 2 Teilen Weingeist und giesst nach dem Erkalten die Auflösung ab, so darf dieselbe durch Ammoniakllüssigkeit nicht rot gefiirbt werden (Nachweis künstlicher Gemische).
Amvendnng. Man benutzt Oleum Lauri äusserlich in ähnlicher Weise wie Terpentinöl (siehe dieses) zu rei zenden Einreibungen bei den verschiedensten chirurgischen Krankheiten, ferner bei Angina etc. Althergebracht ist die Einreibung der Krone des Pferdes mit Lorbeeröl zur Beförderung des Hornwachstums.
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Kaum tierärztliches Interesse besitzen:
7. Aciduin foriuicicuiraquo;*, Ameisensäure, und Spiritus Forinicarum*,
Ameisen Spiritus. Ameisensäure stellt nach dem deutschen Arzneibuch eine klare, farblose, flüchtige Flüssigkeit von stechendem, nicht brenzlichem Geruch und stark sauerem (ieschmack dar. Man benutzt sie bis jetzt nur zur Bereitung dos früher aus Waldameisen fabrizierten Amoisonspiritus, Spiritus Formica nun * (2 Teile Ameisensäure, 18 Teile Wasser, 35 Teile Weingeist), der als hautreizendes Mittel von ungefähr der Wirktingsintensität des Kampferspiritus in Anwendung gezogen werden kann.
8. Oleum Lavandulae *t, Lavcndelöl. Das farblose oder schwach gelbliche, mit Weingeist, sowie mit Essigsäure von 90 0/0 klar mischbare, ätherische Öl der Floreraquo; Lavamiiilae i. d. h. der angenehm riechenden und bitter schmeckenden
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Blüton dos in Südeuropa wildwaohsondon, bei uns kultivierten Halhstraiiches Lavandula vera (Labiatae, Nuculiferao; Didynamia üyinnospormia).
Bedeutungslos, ebenso wie der aus den Lavendelblüten durch Destillation hergestellte Spiritus Lavaudulae*t.
9.nbsp; nbsp;Oleum Kosinarinl *t, Rosmarinöl. Das farblose oder schwach gelbliche, kampierartig riechende, ätherische Öl aus den Blättern (Folia Rosinarinif) des in Südouropa heimischen, immergrünen Strauches Rosmarinus oflicinalis (Labiatae, Nuculiferae; Diandria Monogyuia).
Rosmarinöl dient zur Herstellung des für Tierärzte völlig bedeutungslosen Cngiientain Koütniarini coinpositnm*, dem das Ungiiontum aromaticumf der Pharni. Austriaca zur Seite gestellt werden kann.
10.nbsp; nbsp; Ilorba Tllymi*, Thymian. Die beblätterten, blühenden Zweige des in Südeuropa wildwachsenden, bei uns verwilderten oder kultiviorten, bis i}0 cm hohen Strauches Thymus vulgaris (Labiatae, Nuculiferae; Didynamia (rymno-spermia).
Bedeutungslos, ebenso das aus dem Thymian hergestellte öl, Oleum Thymi*.
11.nbsp; nbsp; Ilorbn Serpylli*, Quendel. Die beblätterten, blühenden, 1 min starken Zweige des einheimischen, ausdauernden Thymus Serpyllum (Labiatae, Nuculiferae; Didynamia Gymnospermia).
Der ätherisches Öl enthaltende Quendel ist für die Tierheilkunde ebenso unwichtig wie die unter dem Namen (12.) Herba Origanif in der Pharm. Austr. aufgeführten blühenden Spitzen der einheimischen Labiate origanum vulgäre. Aus einem Teil der bis jetzt besprochenen Droguen werden hergestellt: Species aromatlcae*t, gewürzhafte Kräuter; 2 Teile Pfefferminzblätter, 2 Teile Quendel, 2 Teile Thymian, 2 Teile Lavendelblüten, 1 Teil Gewürznelken, 1 Teil Kubeben; nach f aa wilder Majoran (Herba Origani, siehe oben), Salbei, Krauseminze und Lavendelblüten. Bedeutungslos.
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VIT. Kapitel.
Adstringentia, zusammenziehende Mittel.
(Styptica, Exsiccantia.)
Die zusammenziehemlenquot; Mittel besitzen die Fähigkeit, den Geweben einen höheren Grad von Konsistenz Dichtheit, Festigkeit, Derbheit, Straffheit zu verleihen. Unter ihrer Einwirkung werden die Gewebslücken verengert, die in denselben betindlichen Flüssigkeiten verdrängt, Blutmenge, Wärme, Sekretion herabgesetzt, Ernährung und krankhaft gesteigerte Absonderung gemindert, Atonie beseitigt etc.
Es beruht dies hauptsächlich auf der Eigenschaft der Adstrin-gentien, mit Eiweiss, Leim, Schleim etc. m. o. w. innige und unlösliche Verbindungen einzugehen, die genannten Stoffe also zu fällenquot;. Selbstverständlich darf diese Wirkung, wenn sie am lebenden Gewebe thatsächlich zur Adstringierungquot; führen soll, nur auf die Oberfläche desselben beschränkt bleiben, gewisser-massen nur die Form eines überaus dünnen Überzuges annehmen, denn, wenn sie tiefer dringt, wird das Gefüge der Zellen gestört oder aufgehoben und es kommt zur entzündlichen Reizung oder sogar Ätzung.
Es stehen somit Adstringierung und Ätzung in naher Verwandtschaft, und in der That hängt es bei den meisten der hierher gehörigen Mittel (abgesehen von der Beschaffenheit der Applikationsstelle) lediglich von ihrer Konzentration ab, ob Adstringierungquot; oder Ätzung eintritt
Bei innerlicher Verabreichung verursachen die Adstringentien im Mund, Rachen, Ösophagus bis hinab in den Magen das Gefühl der Zusammenziehung, Trockenheit (Herbheit), vermindern die Sekretion und Wirkungsfähigkeit der Verdauungsllüssigkeiten und beschränken somit Verdauung. Ernährung und Darmentleerung. Länger fortgesetzter Gebrauch führt zu Appetitlosigkeit, Abmagerung und Kräfterückgang.
Es scheint, dass die Adstringentien auch nach ihrer Resorption,
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die meist schwierig und in kleinen Mengen erfolgt, eine adstringierondo Wirkung entfalten können, und es gründet sich darauf ihre Verwendung gegen Nephritis, Blasenleiden, Lungenblutung etc.
Bei äusserlicher Anwendung rufen die Adstringentien namentlich an Schleimhäuten, kaum an sehr zarter Haut, gar nicht an anders gearteter, Blassheit mit m. o. w. starker Schrumpfung und das Gefühl der Rauhigkeit und Trockenheit hervor, und durch manche von ihnen (in erster Linie durch Silbernitrat und Bleiacetat) lässt sich, besonders an entzündeten Schleimhäuten, deutlich eine Kontraktion der Blutgefässe beobachten. Auf stark secernierende (blennorr-hoische) Schleimhautflächen, auf eiternde Wunden oder nässende Hautstellen gebracht, beschränken die Adstringentien Röte, Schwellung und Absonderung; in jauchenden Geschwüren und brandigen Wunden hemmen sie die Fäulnis und den Gewebszerfall; auf blutenden Flächen wirken sie blutstillend teils durch Gefässkontraktion teils durch Koagulierung des Blutes.
Ainvonduiig der Adstringentien im allgemeinen.
Man wendet die zusammenziehendenquot; Mittel an:
1.nbsp; Als Haemostat icum. Stypticum, namentlich bei Blutungen, bei denen eine Blutstillung durch Unterbindung oder Kompression unthunlich ist, z. B. bei Blutungen aus den Verdauungswegen.
2.nbsp; Als Antiphlogisticum und zur Beschränkung der Se- und Ex kr et ion bei katarrhalischen, besonders blennorr-hoischen Erkrankungen der Schleimhäute des Mundes, Rachens, Magens, Darmes, Uterus, der Vagina, des Präputiums, der Conjunctiva etc., ferner bei entzündlichen, besonders ekzematösen Prozessen an der Haut, sowie bei stark secernierenden oder auch jauchenden, brandigen Wunden und (jeschwüren etc.
Hie Adstringentien wirken in allen diesen Fällen nicht nur verdichtend, gefässverengernd und austrocknend, sondern bilden auch durch ihren Albuminat-Niederschlag eine Schutzdecke gegen äussere Reize, unter anderen gegen Bakterien als Erreger von Entzündung, Giihrung und Fäulnis. Betreil's der Bakterien fällt ausserdem die Verschlechterung des Nährbodens ebenso ins Gewicht wie die Thatsaohe, dass die meisten Adstringentien eine direkt anti-septische Wirkung entfalten.
Bei Benutzung der Adstringentien gegen Diarrhöen und Darmblutungen kommt es wesentlich darauf an, dass man eine
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Arzneiform wählt, durch welche die vorzeitige Bindung an die Eiweissstoffe des Magens nach Möglichkeit verhütet wird. Die beste Applikationsform für die in dieser Abteilung besprochenen Antidiarrhoicaquot; ist bei Individuen mit einfachem Magen zweifellos die Pille (oder Keratinkapsel), während bei Wiederkäuern aus den im allgemeinen Teil entwickelten Gründen flüssige Formen zu wählen sind. Auch beim Schwein ist man leider genötigt, von der Pillenform Abstand zu nehmen, da die Applikation von Pillen bei diesen Tieren grossen Schwierigkeiten begegnet. Für Menschen bestimmte üünndarmpillenquot; überzieht man neuerdings mit einem Überzug von Keratin oder Salol, welches letztere sich erst im Dünndarm auflöst bez. in seine Komponenten zerfällt.
3.nbsp; Als Stypticum, Antiphlogisticum etc. bei Nephritis, Blasenleiden, Lungenblutung, Bronchoblennorrhöe, Galactorrhöe etc. Die Wirkung der Adstringentien bei diesen Zuständen wird von manchen Seiten angezweifelt (siehe später).
4.nbsp; AlsDeck-und konsolidierendes Mittel zur Beschleunigung der Yernarbung, Beseitigung von Schleimhautauflockernngen, Gewebs-neubildungen etc.
Mittel. Zur Klasse der Adstringentien rechnet man die Gerbsäuren (vegetabilische Adstringentien), die Salze der Thonerde und viele Salze der Schwermetalle (mineralische Adstringentien bez. Adstringentia aluminosa und Adstringentia metallica).
a. Adstringentia tannica
(Gerbsäure und gerbsäurehaltige Droguen).
Man bezeichnet mit dem Namen Gerbsäuren oder Gerbstoffe Substanzen, welche leicht in Wasser, etwas schwerer in Weingeist und namentlich Äther, gar nicht in fetten und ätherischen Ölen löslich sind, einen stark zusammenziehenden (styptischen, herben) Geschmack und die höchst wichtige Eigenschaft besitzen, Leimlösung und Eiweiss zu fällen und hierdurch tierische Haut in Leder umzuwandeln, weiterhin aber auch mit Gummi, Stärkekleister, sowie den Salzen der Alkaloide und meisten Schwermetalle sich zu schwer löslichen Tannaten umzusetzen. Für ihre Erkennung ist die Thatsache von Wichtigkeit, dass sie Eisensalz-lösungen blauschwarz oder grünschwarz fällen oder färben (Tinte).
Die Gerbsäuren werden ihrer chemischen Konstitution nach als
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Abkömmlinge der Gallussäure (Trioxybenzoesiiure) angesehen und sind im Pfianzenreich, namentlich in Wurzeln, Rinden und Früchten überaus verbreitet.
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1.nbsp; Aciduin tanni(unu*t
2.nbsp; Cortex Querou8*t
3.nbsp; Polia JuKlandis'1quot;
4.nbsp; Folia Salviae*t
6. Kaclix Ratanhiae*t 6. Catechuraquo;!
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7.nbsp; Folia Uvae ursi*-f-
8.nbsp; Ugnnm HämatoxyJI t
9.nbsp; Cortex Salicisf 10. Semen QaerOUSt
(Rhizoma Tormeiitillae, Kino etc.)
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1. Acldnm tannicnm *t, Tannin, Gerbsäure, Digallussäure. C^Hj,, 09.
Weisses oder gelblichweisses Pulver oder eine glänzende, kaum gefärbte, lockere Masse, welche mit 1 Teil Wasser, sowie mit 2 Teilen Weingeist eine klare, schwach und eigentümlich, jedenfalls aber nicht ätherartig riechende, zusammenziehend schmeckende Lösung giebt, sich ferner leicht in Glycerin, nicht aber in reinem Äther löst. Aus der wässerigen Lösung (1:5) wird durch Zusatz von Schwefelsäure oder Natriumchlorid die Säure abgeschieden; Eisenchloridlösung erzeugt einen blauschwarzen, auf Zusatz von Schwefelsäure wieder verschwindenden Niederschlag.
1,0 Gerbsäure darf beim Einäschern einen wägbaren Rückstand nicht hinterlassen; 2 com einer wässerigen Lösung der Säure (1:6) miisson, mit 2 cem Weingeist gemischt, klar bleiben, und diese Mischung darf auch auf Zusatz von 1 com Äther nicht getrübt worden. Gerbsäure darf beim Austrocknen bei 100u nicht mehr als 12 Teile von 100 Teilen des Gewichtos verlieren.
Die offizinellc Gerbsäure wird hergestellt durch Extraktion mittels weingoist-haltigen Äthers aus den Galläpfeln, 6allae*t, strohgelben bis dunkelolivon-grünen, kugeliaon oder birnformigen, circa hasolnussgrossen, an ihrer Oberfläche, zumal in der oberen Hälfte, hockerigen und faltigen, häufig mit einem seitlichen. 3 mm weiten Flugloch verschonen, im Inneren weissliohen bis braunen und m. o. w. ausgehöhlton Auswüchsen, welche auf den jungen Trioben der orientalischen Form von Quercus lusitana, einer höchstens 2 m hohen Eichenart Kloinasions und Persiens, durch den Stich der Gallwospc (Cynips Gallae) bei Gelegenheit dos Einlegens der Eier hervorgorufon worden und bis 66 quot;/ Gerbsäure neben circa 30/0 Gallussäure etc. enthalten. Medizinisches Interesse besitzen die Galläpfel nur insofern, als sie zur Herstellung der Thictura Gallaniin*t (l: 5 Teilen verdünntem Weingeist) dienen, welche genau in der Weise wie die später besprochene Tinctura Catechu (siehe diese) vorwendet werden kann.
Trotzdem die Gerbsäure gährungs- und fäulniswidrig wirkt, wird sie in wässeriger Lösung sehr leicht durch Schimmelpilze unter Bildung von Gallussäure, Kohlensäure etc. zerlegt.
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Pharmaceutisclies Präparat; Unguentum Pluiubi tannici*. Tannin-Eleisalbe: 1 Teil Gerbsäure, 2 Teile Bleiessig, 17 Teile Schweineschmalz.
AmveiMlung der Gerbsäure. Man wendet Gerbsäure an:
I. Als Adstringens und Haeinostaticum.
a.nbsp; nbsp;Die besten Erfolge erzielt man an direkt zugänglicben Xörperstellen, z. B. an der Haut (an Wunden, Geschwüren etc.), wo man die blutende, nässende, eiternde oder jauchende Stelle entweder (behufs Blutstillung) mit reiner oder (behufs Beschränkung von Sekretion, Hyperämie, Fäulnis etc.) mit durch einen indifferenten Stoff verdünnter (Jerbsäure bestreut, sowie an leicht erreichbaren Schleimhäuten, z. B. des Auges, der Nase, des Kehlkopfes und der Trachea, des Mundes und Kachens, des Dickdarmes, der Vagina etc., wo man bei katarrhalischen etc. Zuständen wässerige Lösungen im Verhältnis wie 12:100 aufpinselt, infundiert, injiciert (auch intratracheal), in zerstäubter Form inhalieren lässt etc. Althergebracht ist die Anwendung des Tanninpulvers zum Verschluss von Gelenk- und Sehnenscheidenwun den.
Von besonderen Anwendungsformen sind zu nennen: T annin-kollodium (Collodium stypticum: 1 Teil Tannin, Spirit, q. s. ad solu-tionem, 10 Teile Kollodium) zur Stillung von Flächenblutungen; Tanninsalben (1: 510 Teilen Adeps suill. oder das oflizinelle Unguentum Plumbi tannici*) bei Decubitus, Intertrigo etc.; Tanninglycerolat (1 : 10 Teilen Glycerin) bei Exkoriationen, übermässig secernierenden, leicht blutenden Geschwüren, impetiginösem Ekzem etc.; Tann inspirit us (1 :510 Teilen Spiritus) zum Bepinseln der Zahnfleischgeschwüre bei Pseudoskorbut der Hunde, zum Verbinden unreiner, jauchender Wunden etc.
b.nbsp; Etwas weniger sicher tritt der Erfolg ein bei innerlicher Anwendung der Gerbsäure gegen Durchfalle und Magen- und Darmb lutungen.
Dosen der Gerbsäure für
Pferde Rinder Schafe Kälber und Schweine Hunde
.5,010,0 10,0-r-25,0 2,05,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 1,02,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 0,10,5
Cave (auch bei Verordnung gerbstoffhaltiger Droguen): alkalisch reagierende Substanzen, Salze der Schwermetalle, Alaun, Alkaloide, Jod, Brom, Chlor, Eiweiss, Leim.
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Man verordnet die genannten Dosen täglich mehrere Male und giebt sie, wenn es gilt auf den Darm einzuwirken, Tieren mit einfachem Magen am besten als Pille, sonst als Latwerge oder Lösung (siehe Seite 123). Bei längerem innerlichem Gebrauch sind Magenkatarrhe kaum zu vermeiden, wie denn auch die Gerbsäure bei akutem Magenkatarrh (und aus diesem hervorgegangenem Erbrechen) nicht empfohlen werden kann. Man kommt in solchen Fällen mit deckenden Mitteln (Ölemulsionen etc) erheblich weiter
0. Sehr bestritten wird die adstringierende (und antiseptische) Wirkung der Gerbsäure auf entfernte Organe, z. B. bei Albu-minurie, Hiimaturie, Blasenkatarrh, Bronchoblennorr-höe etc. Die Resorption erfolgt teils im Magen (saure Reaktion) als Eiweisstannat, im überschüssigen Eiweiss gelöst, teils im Darm (alkalische Reaktion) als Alkalitann at. Ein Teil der Gerbsäure wird vielleicht schon im Darm in die nicht adstringierend wirkende Gallussäure umgewandelt. Die Ausscheidung geschieht hauptsächlich durch die Nieren und zwar teils als Tannin, teils als Gallussäure und andere Derivate, j edenfalls kommen aber nur kleine Mengen wirkungsfaliiger Gerbsäure durch die Nieren und höchst minimale Mengen durch andere Organe zur Elimination. Allerdings hat Hil)bert nachgewiesen, dass sowohl Tannin als gerbsaures Natrium, wenn bei Kaninchen auf künstlichem Wege durch zeitweise Unterbindung der Nierenarterie Albuminurie erzeugt wurde, die Ausscheidung von Eiweiss entweder verminderten oder aufhoben.
Zur Erzielung entfernter Wirkungen würden die auf der vorigen Seite genannten Dosen zu verwenden sein.
11 Als Gegengift.
Die Fähigkeit der Gerbsäure, mit den Salzen der Alkaloide und Schwermetalle schwer lösliche Verbindungen einzugehen, stempelt sie zu einem der besten Antidote bei Alkaloid-, Metall- und Brechweinsteinvergiftungen, vorausgesetzt natürlich, dass sich das Gift noch zum grössten Teil unresorbiert in den vom Gegengift erreichbaren Teilen des Traktns befindet. Man verwendet am zweck-mässigsten Lösungen oder (beim Pferd und Schwein) sehr weiche Latwergen (im Notfall Abkochungen von Kaßee, Thee, Eicheln, Baumrinden etc.), denen man, da die gebildeten Tannate nicht völlig unlöslich sind, baldigst ein Emeticum oder Catharticum nachzusenden hat.
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Eezept-Beispiele.
1.nbsp; nbsp;Acid, tannic. 30,0, Pulv. rad. Gentianae 100,0, Pulv. rad. Althaeae et Aq. font. q. s. ad Pilul. No. VI. Innerhalb 2 Tage zu verbrauchen. Einem Pferd mit Durchfall.
2.nbsp; Acid, tannic, Acid, salicylic, aa 1,02,0. Misce. 24 stündlich 1 Pulver in Kamillenthee. Einem Kalb mit Durchfall oder Ruhr.
2. Cortex Q,uercas*t, Eichenrinde.
Die jüngere Rinde (besonders die als Spiegelrinde bezeichnete Sorte)' von Quercus Robur (f Quercus peduneulata und Quercus sessilifiora), dem bekannten, einheimischen Waldbaum aus der Familie der Napffrüchtler (Cupuliferae, Amontaceae; Monoecia Polyandria).
13 cm im Duvchmossor erreichende, 1 3 mm dicke Bohren; die Üborfläclio ist von grauer oder brauner Farbe, an jüngeren Rinden glatt und glänzend, an älteren etwas rissig und uneben; die Innenfläche ist braun und grobfaserig, der Geschmack stark zusammenziehend (Figur 83). 1 Teil Etohenrinde mit 100 Teilen Wasser gescluittelt, giobt einen bräunlichen Auszug, in welchem durch verdünnte Eisenchloridsolution (1: 100) ein schwarzblauer Niederschlag hervorgerufen wird.
Eichenrinde enthält Gerbsäure (beste Spiegelrinde giebt 1020 0/0, sogenannte Grobrinde 510 0/0)f Quercit, Gallussäure, Lilvulin, Zucker, Eichenrot.
Anwendung:. Eichenrinde dient zu denselben Zwecken wie Gerbsäure und wird innerlich als Dekokt, Latwerge Figur 33. oder Pulver, äusserlich namentlich als Einstreu-Spiegelrinde pulv erquot; bei Strahlfäule und Strahlkrebs, sowie zu Euss-von Quercus Bädern bei Straubfuss, Huf- und Klauengeschwüren ^YV'quot; ^ etc- verwendet- Zu letzgonannten Zwecken und als Einstreumaterial in Ställen, in denen Klauenseuche etc. herrscht, kann die viel billigere Gerberlohe benutzt werden.
Dosen der Eichenrinde für
grosse Tiere mittelgrosse Tiere kleine Tiere
25,0-50,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;5,010,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;1,04,0
Rezept-Beispiele. 1. Pulv. cort. Quercus 80,0, Pulv. rad. Gentian. 40,0, Pulv. rad. Althaeae et Aq. font. q. s. Fiat Electuarium. Auf 3 mal einzugeben. Einem Pferd mit Durchfall.
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2. Cort. Quercus, Ead. Gentian, m $0,0- Coq. c. Aq. font. q. s. ad Colaturam 1500,0. Auf 4 5 mal innerhalb 24 Stunden. Einem Rind mit Durchfall.
8. Folia Jajflandis *, Walmisshlütter.
Die Blätter des bekannten, ursprünglich in Kleinasien und Persien heimischen, bei uns kultivierten Nussbaumes, Juglans regia (Ju-glandeae, Amentaceae; Monoecia Polyandria)
Dor bis 8 dm lange Blüttsticl 1st mit 14, am gewöhnlichsten mit 8 Paaren nicht genau gegenüberstehender Fiederblfttter und einem gewöhnlich grösseren Endblatt besetzt. Die unteren erreichen 16 cm Liingo und über 5 cm Breite; alle Blättchen sind ganzrandig, eiförmig, kahl, im durchfallenden Licht nicht punktiert, Ihr Geschmack ist kratzend, kaum aromatisch. Schwärzlich aussehende Walnussblätter sind zu verwerfen.
Walnussblätter enthalten Gerbstoff, ein Alkaloid (Juglandin), Inosit (Nuoifc) und ätherisches öl.
Anwendung. Wie Eichenrinde, jedoch innerlich in über die Hälfte grösseren Dosen. In manchen Gegenden werden Abkochungen von Walnussblättern gegen Kktozoen. namentlich zur Abhaltung von Bremsfliegen, Mücken etc. benutzt. Die Anwendung der Drogue als Anthelminticuni ist wenig gerechtfertigt.
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4. Folia Salviae
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Salbeiblätter.
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Die Blätter der (bei uns) kultivierten und (in Südeuropa) wild wachsenden, bis über 50 cm hohen Sal via of ficinalis (Labiatae, Nucu-liferae; Diandria Monogynia), eines Halbstrauches mit kantigen, grau-lilzigen Stengeln, gegenständigen Blättern und blassblauen, gelegentlich auch rötlichen oder weissen, in ährenförmigen Quirlen stehenden Blüten.
Die meist eirunden (oder eilanzettfÖrmigen), bis beinahe 1 dm langen oder sehr viel kleineren, stumpfen oder spitzen Blätter sind ziemlich langgestielt, am Rande fein gokerbt und am Grunde bisweilen geöhrt. Ihr stark verzweigtes, runzeliges, engmaschiges Adernotz ist graufilzig behaart, IbrGeschmack aromatisch und zugleich bitterlich (und zusammenziehend), ihr Geruch durchdringend balsamisch, kampferähnlloh,
Bio Bliitter von Salvia pr a tens is sind grosser, am Grunde herzförmig, am Bande grob und ungleich gekerbt; diejenigen von Salvia Sclaraoa sind ebenfalls grosser, ciherzfönnig, grossziibnig und m. o. w. wollig.
Bestandteile der Salbeiblätter sind ätherisches Öl, Bitterstoff, Gerbsäure.
Anweiuiiing. Wie Folia Juglandis, meist aber nur äusserlich zu Kataplasmen und ad stringier enden Mund wässern. M Uli or, Pharmakologie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;g
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4. Radix üatanhiae *t, Ratanhiawurzel.
Die mehrere dm langen, bis ungefähr 3 cm dicken Wurzeläste der Krameria triandra (Krameriaceae, Polygalinae; Tetrandria Mono-gynia), eines kleinen, auf sandigem, sterilem Boden an den Abhängen der Anden von Peru und Bolivien wachsenden, dunkelrot blühenden Strauches.
Das braunrote, innen weissliche Holz ist bedeekt von einer circa 1 mm dicken, dunkelbraunrotcn, nicht warzigen, kurzfaserigen Binde, welche auf Papier einen braunen Strich giobt. An dickeren Ästen blättert die Kinde quer-rissig ab. Der letzteren, nicht dem Holze, kommt ein sehr herber Geschmack zu. Mit 300 Teilen Wasser geschüttelt, giobt die Binde einen bräunlichen Auszug, der durch Eisenchloridliisung grün gefärbt wird; nach kurzer Zeit setzt sich aus der Flüssigkeit ein brauner Niederschlag ab.
Untergeschobene Wurzeln von Kramoria Ixina (Savanilla - Ratanlüa), Krameria argentea (Para-Bantanhia) und Kramoria secundiflora (Texas-Ratanhia) würden sich durch ihre fast schwarzbraune Aussonfarbe und die weit dickere Rinde zu erkennen geben.
Als wirksamen Bestandteil enthält Ratanhiawurzel Ratan-hiagerbsäure, daneben Ratanhiarot, Wachs, Gummi und Zucker.
Pharmaceutisches Präparat: Tinctura Ratanhia*t, Ratan-hiatinktur; 1 : 5 Teilen verdünntem Weingeist.
Anwendung. Ratanhiawurzel kann wie Eichenrinde benutzt werden, wird indessen meist nur Hunden in Form des stopfendenquot; Dekoktes (10,0 : 120,0, dazu 15,0 Sirup. Cinnamomi; täglich mehrere Male esslöffel- bis kaffeelöffelweise) verabreicht.
(5. Cateclm *t, Katechu.
Ein in Ostindien, sowohl aus den Blättern von Uncaria Gambir (Rubiaceae, Caprifolia; Pentandria Monogynia), einem vielästigen, rotblühenden Kletterstrauch, als auch aus dem Holze von Acacia Catech.u (Mimosaceae, Leguminosae; Monadelphia Polyandria), einem 9 12 m hohen Baum, dargestelltes, zusammenziehend bitterlich, zuletzt süsslich schmeckendes Extrakt.
Bräunliche, innen hellere, zerreibliche Masse oder durch und durch dunkelbraune, bisweilen löcherige, grossnmschelig brechende Blöcke. Mit Glycerin angerieben, erscheint Katechu bei 200maliger Vergrösserung krystallinisch; die stark verdünnte, weingeistige Lösung nimmt auf Zusatz von Eisenchloridlösung eine grüne Farbe an; 100 Teile Katechu dürfen höchstens 6 Teile Asche hinterlassen etc.
Katechu enthält Katechugerbsäure, Katechusäure (Katechin), Extraktivstoffe, Asche etc.
Pharmaceutisches Präparat: Tinctura Catechu*t, Katechu-tinktur; 1 :6 Teilen verdünntem Weingeist.
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Anwendung. Katechu wird meist nur in Form der Tinctura Cateclm-'quot;! zum Bepinseln von Mundgeschwüren und Exkoriationen angewendet. Innerlich würde es in der doppelten Gabe des Tannins zu verabreichen sein.
7. Folia IIvac UrslH:t, Biirontraubenblätter.
Die herb schmeckenden, verkehrt eiförmigen oder spateiförmigen, beiderseits stark glänzenden und dunkelgrünen Blätter des kleinen, immer grünen,
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durch ganz Deutschland auf Heiden und in sandigen Nadelwäldern verbreiteten Strauches Arctostaphylos Uva Ursi (Ericaceae, Bicornes; Decandria Monogynia) mit weiss-röt-
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lichen, in kleinen, endständigen Trauben
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stehenden Blüten und ungefähr erbsen-grossen, an Preisseibeeren erinnernden
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Figur 34.
Folia üvae Ursi in natürlicher
Griisse.
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Früchten.
Die stark lederartige, oberseits etwas rissige und stark netzförmige Blattspreite erreicht bei einer Länge von höchstens 2 cm in ihrer vorderen Hälfte bis 8 mm Breite und läuft nach unten rasch in den etwa 3 mm langen Blattstiel aus. Die dicken, starren, brüchigen, herb schmeckenden Blätter sind ganzrandig, doch scheinen manche durch Zurückbiegung der abgestumpften Spitze ausgerandet. Die Unterseite zeigt keine drüsigen Punkte. {Figur 34.)
Die Blätter von Vaccinium Vitis idaea sind am Rande umgerollt und entfernt kleingesägt, unterseits durch braune Pünktchen gesprenkelt; diejenigen von Vaccinium uliginosum sind weder lederartig noch glänzend; diejenigen von Buxus sempervirons sind eirund, blassgrün, am Rande umgebogen, leicht in zwei Schichten spaltbar; ihre Seiteunerven sind nicht netzförmig verzweigt.
Bestandteile der Bärentraubenhlätter sind namentlich Gerbsäure und ein Glykosid Arbutin, welches sich im Organismus in Zucker und By d roch in on spaltet, ferner das in Zucker und ein fluch-
clH,100H}0 H80==CflHl20laquo;-(-Claquo;H*(OH^ Arbutin Wasser Zucker Hydrochinon tiges Öl(Erioinol) spaltbare E r i c o 1 i n und das in Wasser unlösliche U r s o n. Anwendung. Man empfiehlt Folia TJvae Ursi als Specificum gegen Nieren- und Blasenleiden. Die antiseptische Energie des Bärentraubentheesquot; soll infolge seines Arbutingehaltes diejenige der anderen Tannica wesentlich übertreffen, indessen lauten die Urteile sehr verschieden. Die Dosen würden die der Eichenrinde sein können.
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Nur untergeordnetes Interesse besitzen:
8.nbsp; nbsp;Lignum Hiimatoxylif, Blauholz. Das in grossen, aussen blauschwarz, innen rotbraun gefärbten Blöcken und Scheiten in den Handel kommende Kernholz des in Centralamerika heimischen, auf den westindischen Inseln gepflanzten Häinatoxylon Campe-chianum (C aesalpiniaceae, Leguminosae; Decandria Mono-gynia).
Blauholz enthält neben Gerbstoff etc. das süssholzähnlich schmeckende Hämatoxylin und wirkt als sehr mildes Adstringens Die Dosen sind die der Eichenrinde; Hunden würde man Blauholz in Dekoktform (10,0:100.0; esslöffelwoise) verabreichen können
9.nbsp; Cortex Salicisf, Weidenrinde. Die im beginnenden rrühjahr von jüngeren Ästen gesammelte, rasch getrocknete, aussen grünlichbraune, zartrunzelige, innnen hellzimmtbraune oder
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dottergelbe, glatte Rinde der verschiedenen, bei uns einheimischen Salixspezies (Salicaoeae, Amen-taceae; Dioecia Diandria etc.).
Weidenrinde enthält als wichtigste Bestandteile Gerbsäure und S allein, ein Glykosid, welches innerhalb des tierischen Organismus teilweise in Salicylsäure resp. Salicylursäure übergeht. Man wendet sie wie Eichenrinde an; die antipyre-tische Wirkung des Salicins kommt nicht in Betracht.
10. Semen Quercusf, Eichelsamen Die 2 2i.2 cm langen, länglichen oder länglicheiförmigen, blassbräunlichen, meist in die zwei Hälften getrennten Samen (getrockneten Keim
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Figur Bö.
Ehizoma Tonncu-
tillae in natürlicher
Grosse.
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lappen) von Quercus peduneulata und Quer-cus sessiliflora (siehe Cortex Quercus).
Eichelsamen enthalten 38 0/0 Stärke, 9 0/o Gevh-
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säure, 4,3% fettes öl, daneben Zucker, Qucrcit(Eichel-zuckor), Harz etc., und werden namentlich in geröstetem Zustand (als Eichelkaffee, Semen Quercus tostumf) vielfach bei Durchfällen der Schweine (1 2 Hände voll auf das Futter, in Verbindung mit Mehl, Kleie, Schrot etc. oder ins Getränk) benutzt. B e i anderen Tieren sind Eicheln (namentlich, wie es scheint, im ha'breifen Zustand) gefährlich!
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In keiner der in Frage kommenden Pliarmakopöen sind aufgeführt: Rhizoma Tormentillae (Figur 35), der Wurzelstock der einheimischen Rosacee Potentilla Tormentilla, der genau wie Eichenrinde benutzt werden kann; Kino, der eingedickte Saft der Rinde von Pterocarpus Marsupium, den man wie Katoehu gebrauchen kann; Fructus Euel s. Belae von der ostindischen Anrantiacee Aegle IM armelos, die in Form eines aus ihnen bereiteten Extraktes bei chronischen Durchfällen der Menschen empfohlen werden, sowie die zahlreichen ger b stoffhaltigen Genussmittel, z. B. Heidelbeeren (Fructus Myrtillorum), Preisseibeeren etc.
Igt;) Adstringentia alnininoMa.
(Salze der Thonerde) Die Salze der Thonerde werden in der Hauptsache nur aus serlich als Adstringens und Antisepticum angewendet, einesteils, weil ein längerer innerlicher Gebrauch wegen leicht eintretender Ruinierung der Verdauung unzweckmässig ist, anderenteils, weil infolge mangelhafter Aufsaugung eine Resorptivwirkung nicht zu stände zu kommen scheint Von den beiden Hauptmitteln dieser kleinen Gruppe, Alaun und Liquor Aluminii acetici, wird das erstere vorherrschend als Adstringens, das letztere als Antisepticum benutzt.
1.nbsp; Alumen*t
2.nbsp; Liquor Aluminii acetici* (Aluminium aceticum solutumt)
3.nbsp; Aluminium sulfarioum*t
l. Alnmen:|:t. Kali-Alaun, K3A1,(S04)4-|-24H1 0.
Farblose, durchscheinende, harte, oktaedrische Krystalle oder krystal-linische Bruchstücke, welche häufig oberflächlich bestäubt sind und sich in 10,5 Teilen Wasser, nicht aber in Weingeist lösen.
Die sauer reagierende, stark zusammenzieheml schmeckende, wässerige Liisung giebt mit Natronlauge einen weissen, gallertigen, im Üboracbuss des Fallungs-mittols löslichen Niederschlag, welcher auf genügenden Zusatz von Ammonium-chloridlösung wieder erscheint. In der gesättigten wässerigen Lösung erzeugt Weinsäurelösung bei kräftigem Schütteln innerhalb einer halben Stunde einen krystallinischon Niederschlag.
Die wässerige Lösung (1:20) darf durch SchwofelwasserstolTwasser nicht verändert werden (Nachweis von Pb, Cu); 20 cem derselben dürfen durch 0,5 com Kaliumferrocyanidlösung nicht sofort bläulich gefärbt werden (Nachweis von Fe). 1 gr gepulverter Kali-Alaun darf beim Erhitzen mit 1 com Wasser und 3 cem Natronlauge einen Geruch nach Ammoniak nicht entwickeln (Nachweis von Ammoniak-Alaun).
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#9632;
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Alaun, dessen Darstellung im grossen in den sogenannten Alaunhütton erfolgt, schmilzt bei 100deg; in seinem Krystallwasser und verwandelt sich bei stärkerem Erhitzen unter Verlust des Wassers in eine leichte, poröse, weisse, erdige, leicht zerreibliche Masse, den gebrannten Alaun, Almnen ustum*-j-, welcher, als weisses Pulver in den Handel kommend, beim Glühen nicht mehr als 10 von 100 Teilen an Gewicht verlieren darf und sich in 30 Teilen Wasser sehr langsam, aber fast vollständig auflösen soll. Gebrannter Alaun ist vor Luft geschützt aufzubewahren.
Anwendung des Alauns.
Man benutzt Alaun vorherrschend äusserlicli. teils zur Ad stringier ung und Desinfizierung in 14 quot;/oigen Solutionen bei katarrhalischen Afl'ektionen der Conjunctiva, der Mundhöhle, des Pharynx, der Vagina, des Uterus, der Blase, des Dickdarms (Infusion), der Luftwege (intralaryngeal oder intratracheal) etc., teils zur oberflächlichen Ätzung von Schleimhäuten (Conjunctiva, Mund- und Rachenhöhle), Wunden, Geschwüren, Wucherungen etc. Zur Atzung von Schleimhäuten bedient man sich in der Regel des Alaunstiftes, welcher durch Eingiessen des auf dem Wasserbade geschmolzenen Alauns in geeignete Formen erhalten wird, zur Ätzung von Wunden, Geschwüren etc. des A lumen ustum. Als Haemostaticum kommt Alaun der Gerbsäure nahe und wird in gleicher Weise wie diese verwendet.
Innerlich benutzt man nur den wasserhaltigen Alaun und zwar hei Hämorrhagien oder katarrhalischen und geschwürigen Prozessen im Traktus, Durchfällen etc.
Dosen des Alauns für
grosse Tiere mittelgrosse Tiere kleine Tiere
10,025,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 2,05,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 0,52,0
Cave: Tannica, reine und kohlensaure Alkalien, Salmiak, Salpeter, Quecksilbersalze, Bleisalze und Bleisalzmischungen, Brechweinstein, Eiweiss, Leim.
Grössere Dosen als die genannten veranlassen bei Tieren, die erbrechen können, in der Regel Erbrechen; längerer innerlicher Gebr auch ist wegen leicht eintretender Verdauungsstörungen unzweckmässig.
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3. liiqaor Aluminii acetici^, Aluminium aceticum solutumf, Aluminiumacetatlösung.
Klare, farblose Flüssigkeit von 1,044 1,04(5 spezifischem Oe-wicht, welche in 100 Teilen 7,58 Teile basisches Aluminiumacetat, Alj (C2 Hj Oj,),! OH2, enthält. Sie riecht schwach nach Essigsäure, reagiert sauer, besitzt einen süsslick zusammenziehonden Geschmack, gerinnt beim Erhitzen im Wassorbade nach Zusatz von 0,02 Teilen Kaliumsulfat und wird nach dem Erkalten in kurzer Zeit wieder flüssig und klar.
AIuminiumacetatlÖBUQg wird aus HO Teilen Aluminiumaalfat, 3fi Teilen verdünnter Essigsäure, 18 Teilen (Jaldnmkarbonat, 100 Teilen Wasser in dor Weise bereitet, dass das Aliiminiinnsulfat in 80 Teilen Wasser gelöst, die verdünnte Essigsäure zugesetzt und in diese Plüssigkeit allmülilieh unter bostiindigem Umrühren das mit 20 Teilen Wasser angeriebene Calciumkarbonat eingetragen wird. Nach 24 stündigem Stehen (bei gewiihnliehor Wiirmo) wird durchgeseiht und filtriert. Die Vorschriften zur Prüfung der AluiuiniumaeotatUisuug (auf Metalle, namentlich Blei, sowie auf Aluminiumsulfat, Alaun etc.) sind in den Phannakopüen nachzulesen.
Ainvendung. 'Liquor Aluminii acetici giebt, mit der doppelten bis zehnfachen Menge Wassers verdünnt, ein fast reizloses, un-giftigos Irrigations- und Verbandmittel, welches namentlich zu antiseptischen Priessnitzumschlägen bez feuchten Oc-clus i v v erb an d en bei unreinen, schlecht granulierenden etc. Wunden, doch auch zu Infusionen bei Vaginal- und Uterusbiennorrhöen, zu W7aschungen bei stark nässenden Ekzemen etc Verwendung finden kann.
Des immerhin recht hohen Preises halber wird das Mittel sehr häufig durch die nahezu gleichwertige, sogenannte Burow'sche Lösung 2 Teile Alaun, 5 Teile Bleizucker, 100 Teile Wasser ersetzt. Das von Athen-städt als Ersatz für Liquor Aluminii acetici eingeführte Aluminium acetico-tartaricum (Doppelsalz von Aluminiumacetat und Alu-miniumtartrat; farblose, durchscheinende, in Wasser sehr leicht lösliche Massen) ist für die Tierheilkunde bedeutungslos.
3. Alnmininm siili'uricum i. Aluminiumsulfat. Al2(SOA 18H20.
Weisse, brystallinische Stücke, welche sich in 1,2 Teilen kaltem, weit leichter in heissem Wasser, gar nicht in Alkohol lösen und lediglich zur Herstellung der Aluminiumacetatlösung dienen.
(Bolus alba*-}-; siehe Seite 59.)
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c) AdslriiijjonUraquo; uirlall icn.
(Salzo des Bleies, Zinks, Kupfers, Silbers, Wismuts) Obgleich die löslichen Salze sämtliclier Schwennetalle, in entsprechender Verdünnung angewendet, adstrin gierend wirken, pflegt man gewöhnlich nur die Bleisalze, Zinksalze, Kupfersalze, Silber salze und Wismutsalze als metallische Adstrin-gentien zu betrachten (siehe indessen später die Eisen Verbindungen). Dieser Gebrauch konnte umsomohr nachgeahmt werden, als die genannten Salze (insofern sie löslich sind) folgende geiuehi-saiue Wirkungen zeigen;
1.nbsp; nbsp; Mit Ei we isssubs tanzen setzen sich die Metallsalze zu Albuminaten um, welche die Eigenschaft besitzen, sich im Über-schuss des Fällungsmittels, sowie in alkalischen oder Chloralkalien führenden Flüssigkeiten, zum Teil auch noch in saueren Flüssigkeiten zu lösen.
2.nbsp; Infolge der Verwandtschaft zu den gewebebildenden Substanzen wirken die Metallsalze je nach ihrer Konzentration adstrin^iereinl oder ätzend. Die stärkste Adstrin gier ung (und zwar Verengerung der kleineren Arterien) bewirkte im Experiment A rgentum nitric um (in Solutionen von V,,, höchstens 10/0), dann folgten in absteigender Reihe Plumbum aceticum (in Solutionen von Vioo 1%); Zinoum sulfuricum (VsoVj u/(i) und Cuprum sulfuricum (^n l0/o)'
Die Atzwirkung ist am intensivsten beim Chlorzink, am schwächsten bei den essigsauren Salzen; in der Mitte stehen Argentum nitricum, Kupfervitriol und Zinkvitriol.
Nicht wenigen Metallsalzen ist eine Brechen erregende Wirkung eigen, die man indessen therapeutisch nur beim C uprum sulfuricum und Zinoum sulfuricum ausnutzt.
Aus ihrem Verhalten zu den Eiweisskörpern lässt es sich leicht erklären, dass die löslichen Metallsalze iintiseptische und desinfizierende Eigenschaften entfalten. Namentlich ist dies (von den Quecksilberverbindungen ist jetzt nicht die Rede!) beim Höllenstein der Fall, welcher z. B. in einer Verdünnung von 1:500 1000 Milzbrandbacillen und Eitercocoen in wenigen Minuten vernichtet.
3.nbsp; nbsp;Eine Resorption lindet, wenn auch meist sehr langsam und ungenügend, von den gewöhnlichen Applikationsstellen aus statt, Die Ausscheidung geschieht zögernd durch den Harn und
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den Kot, und es gehört eine Entzündung der Ausscheidungs-organe, namentlich der Nieren, nicht selten auch des Darmes, zu den gewöhnlichen Vorkommnissen.
In das Blut gelangt, beeinträchtigen die Metallverhindungen die funktiunelle Thätigkeit der Muskeln und des Nervensystems und führen sohliesslich einen Zustand der ausgeprägten Kachexie herbei. Bei der Sektion findet man pathologisch-anatomische Veränderungen in den Organen: fettige Degeneration und Schwund der Zollen (Muskelzellen. Urüsenzellen etc.) und daneben Wucherungen des Bindegewebes mit allen ihren Polgezuständen. Indessen tritt diese Wirkung bei den gewöhnlichen Metallsalzen erst nach längerem Gebrauch kleinerer Gaben hervor: ein schnellerer, unverschleierter Erfolg lässt sich nur dadurch erzielen, dass man Verbindungen verwendet, welche E iweiss nicht fällen (weinsaures Kupferoxyd-Natrium, Bleitriäthyl, unterschwefelsaures Silberoxyd-Natrium etc).
Jn der That sind die nach grosson innerlichen Gaben auftretenden Vergiftungssymptome lediglich auf die örtliche Ätzwirkung im Traktus Gastroenteritis zurückzuführen. Ausgenommen sind akute Intoxikationen mit Blei (zum geringen Teil auch mit Kupfer und Zink), bei denen dann, wenn durch die Ätzung grössere Partien der schützenden Epitheldecke des Darmes zerstört worden waren, scharf ausgesprochene Ilesorptivwirkungen in die Erscheinung treten.
n. Blei.
1.nbsp; Plumbum aoetioum*tnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;4. Jlinium* (Plumbum byperoxydat.
2.nbsp; Liquor Plumbi subacetiei*nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nibr.f)
(Plumbum acetic, basicumi-)nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;5. Ccrussa* (Plumb, carbonicumt)
3.nbsp; Lithargyrura* (Plumbum oxy- i raquo;J. Plumbum nitricum
datum f)
1. Plumbum aceAicum*t, Bleiacetat, Bleizucker, Pb(C£ HjOJj-f-SH, 0. Earblose, durchscheinende, schwach verwitternde Krystalle oder weisse krystallinische Massen, welche nach Essigsäure riechen, sich in 2,'i) Teilen Wasser und in 29 Teilen Weingeist lösen.
Die wässerige Lösung reagiert sauer, besitzt einen widerlichen, süsslicb zu-sainmeuziehonden Ooschinack, wird beim Stehen an der Luft durch Einwirkung von Kohlensäure milchig getrübt und durch Schwefelwasserstoffwasser schwarz, durch Schwefelsäure weiss, durch Ealiumjodidlösang gelb goiUrbt. Die Darstellung des Bloiznckers erfolgt fabrikinässig durch Lösen von Bleiglätte in verdünnter Essigsaure und Krvstnllisation.
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Bleiziicker gobo mit 10 Teilen destilliertem Wasser eine klare oder nur schwaoh opalisierende Lösun;,', welche durch KaliumferrocyanldlösaDg rein weiss gefärbt wird (Nachweis ven Cn und Fe). Kupfer erkennt man auch daran, dass über Blcizucker gegossener Salmiakgeist eine blaue Farbe annimmt.
IMumbiim aceticiim crudnni*, rohes Bleiacotat. Die Losung des Salzes in Wasser darf opalisieren, aber mit Kaliumferrocyanidlöaung einen gefärb ton Niederschlug nicht geben. Hleizuckor ist vorsichtig aufzubewahren!
2.nbsp; nbsp;Uqnor Plnmbi subncetici* (Plumbum aceticiim basicum solutumf), Bleiessig. Klare, farblose Flüssigkeit von süssem, zusammenziehendem Geschmack, welche rotes Lackmuspapier bläut, aber Phenolplithale'inlösung nicht rötet und ein spezifisches Gewicht von 1,235 bis 1,240 besitzt. Bleiessig wird aus 3 Teilen rohem Bleiacotat, 1 Teil Bleiglätte (siehe später) und 10 Teilen Wasser hergestellt und enthält circa 25 quot;/ basisches Bleiacotat, Pb,2 (C8 H3 0.2)-|-H20. Vorsichtig aufzubewahren!
Ans Bleiessig werden hergestellt:
Aqua Plumbi*t, Bleiwasser; 1 Teil Bleiessig, 40 Teile destilliertes Wasser.
Aqua Goulardif, Goulardi'sches Bleiwasser; 2 Teile Bleiessig, 100 Teile destilliertes Wasser, 5 Teile verdünnter Weingeist.
Unguentum Plumbi*, Bleisalbe; 2 Teile Bleiessig, 19 Teile Paraflinsalbe. Die Stelle derselben vertritt in f das Unguentum Plumbi acetici aus 0 Teilen Bleizucker, 20 Teilen Wasser, 100 Teilen Wachs, 300 Teilen Fett.
Unguentum Plumbi tannici*, Tannin-Bleisalbe: 1 Teil Gerbsäure, 2 Teile Bleiessig, 17 Teile Schweineschmalz.
3.nbsp; nbsp;IJthargyrnm * (Plumbum oxydatumf), Bleiglätte, PbO. Gelbes oder rötlich gelbes, in Wasser unlösliches Pulver, welches sich in verdünnter Salpetersäure zu einer farblosen Flüssigkeit löst, die mit Schwefelwasserstoifwasser einen schwarzen und mit Schwefelsäure einen weissen, in Natronlauge löslichen Niederschlag giebt. Bleiglätte wird als Nebenprodukt beim Abtreibenquot; von silberhaltigem Blei gewonnen und ist vorsichtig aufzubewahren!
4.nbsp; nbsp;minium* (Plumbum hyperoxydatum rubrumji, Mennige, Pb^CV Rotes, in Wasser unlösliches Pulver, welches durch Erhitzen von Bleioxyd bei Luftzutritt gewonnen wird und mit Salzsäure unter Chlorentwicklung weisses, krystallinisches Chlorblei bildet. Vorsichtig aufzubewahren!
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(Plumbum carbonicumf), Bleiweiss, 2PbCO!l -|-Pb(OH).,. Weisses, schweres, stark abfärbendes Pulver oder leicht zerreibliche Stücke. Bleiweiss wird durch Einwirkung von Kohlensäure auf basisches Bleiacetat (auch nach anderen Methoden) fabrikmässig dargestellt und ist in Wasser unlöslich, löst sich aber unter Aufbrausen in verdünnter Salpetersäure und Essigsäure. Diese Lösung wird durch Schwefelwasserstoffwasser schwarz und durch verdünnte Schwefelsäure weiss gefüllt. Vorsichtig aufzubewahren!
Bleiglätte, Mennige und Bleiweiss dienen zur Bereitung einer Anzahl Pilaster und Salben, nämlich des Emplastrum Lithargyri* (Emplastrum diachylon simplexf), Bleipllaster; Emplastrum Lithargyri compositum* (Emplastrum diachylon compositumf), Gummi-ptlaster; Emplastrum Cerussae*y, Bleiweisspllaster; Emplastrum saponatum*f, Seifenpllaster; Emplastrum adhaesi vum*-}-, Heftpflaster; Emplastrum fuscum camphoratum*f (Emplastrum Miniif), Mutterpllaster; Unguentum Cerussae*f, Bleiweisssalbe (8 Teile Bleiweiss, 7 Teile Paraflinsalbe); Unguentum Cerussae camphor at um*, kampferhaltige Bleiweisssalbe (19 Teile Bleiweisssalbe, 1 Teil Kampfer); Unguentum di achy Ion *f, Bleipüaster-salbe (1 Teil Bleipllaster, 1 Teil Olivenöl; nach f 100 Teile Bleipllaster, q. s. [circa 70 Teile] Olivenöl, 4 Teile Lavendelöl).
(j. Plumbum nitricum, Bleinitrat. Pb(N08)2. Farblose, transparente oder opake, luftbeständige, in Wasser leicht lösliche, in Weingeist unlösliche Krystalle.
Wirkung des lileies.
Örtlich wirken die Bleiverbindungen adstringiorend, in hohen Konzentrationen (besonders Bleizucker und Bleinitrat) auch ätzend und entzflndungsorregend. Auf der letzteren Wirkung beruht hauptsächlich die akute Kleiiiitoxikation Saturnismus acutus , die nach verhältnismässig grossen, internen (iaben löslicher Bleisalze eintritt und in erster Linie unter den Symptomen einer heftigen, namentlich mit schweren Kolikschmerzen (siehe unten) einhergehenden Gastroenteritis verläuft. Als Ausdruck der Eesorptivwirkung gesellen sich hinzu Konvulsionen, pochender Herzschlag, kleiner drah tförmi ger Puls, psychische Erregungszustän de, später Lähmungssymptome (siehe unten).
Die Aufnahme der Bleipräparate geht von den einzelnen Appli-
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kationsstellen verschieden schnell und vollkommen vor sich. Die in Wasser löslichen Verbindungen werden von allen Schleimhäuten, von der Subcutis, von Wunden, Geschwüren etc. resorbiert; im Ver-damingstraktus gelangen auch die unlöslichen Bleisalze, sowie sogar metallisches Blei zur Lösung und Aufnahme.
Die Ausscheidung erfolgt sehr zögernd durch Harn, Galle, pankreatisclion Saft, Speichel, angeblich auch durch die Milch (?) und kann durch Jodkalium und andere Lösungsmittel für Bleiverbindungen gefördert werden. Es beruht darauf die Anwendung des Jodkaliums bei chronischer Bleivergiftung behufs Entbleiungquot; des Organismus. Bei lang fortgesetzter Zufuhr von Bleiacetat (an Schafe) fanden Ellenberger-Hofmeis ter den grössten Bleigehalt in Leber und Nieren; dann folgten Speicheldrüsen, Pankreas, Milz, Knochen und Centralnervensystem, Blut und Muskulatur.
Die Deposition in den Organen ist die Ursache der Kumulativwirkung des Bleies und der bei fortgesetzter Aufnahme kleiner Mengen von Bleipräparaten zu stände kommenden chronischen Blei-intoxikatinn Saturnismus chronicus. Die wichtigsten Symptome derselben sind: Cachexia saturnina mit Schrumpfniere und grosser Körperschwäche; Colica saturnina, die auch bei der akuten Hleiintoxikation (siehe oben), sowie experimentell durch Injektion örtlich wirkungsloser Bleiverbindungen, z. B. des Bleitriäthyls, zu stände kommt und in der Hauptsache auf einem Krampf der Darmmuskulatur infolge Erregung der Darmganglien beruht; Arthralgia saturnina, Muskelsohmerzen in den Extremitäten, somit Lahmen etc.; Paralysis saturnina; Encephalopathia saturnina, welche sich in epilepti-formen Anfällen, choreatischen Bewegungen und psychischer Erregung äussert; Amblyopia und Amaurosis saturnina; ulceröso Gingivitis mit blaugrauem Bleisaumquot; der Zähne; Katarrhe der Bronchial Schleimhaut; Hautausschläge.
Dioso Symptome sind kaum jemals in ihrer Gesamtheit zu beobachten. Beim Pferd tritt meist nur die auf einer Lähmung der Kehlkopfmuskeln beruhende saturnine Hartsohnaufigkeit hervor; beim Sohaf beobachtete man Äppetitmangel, Apathie, grosso Muskelflohwäohe, gelegentlich Kolik, Verstopfung, selten Durclifall, Verringerung der Harn Sekretion, in höheren Stadien Albu-minurio, Metcorismus; beim Hund kam es ZU Appetitlosigkeit, Salivation, Diarrhöe, später zu Obstruktion, zu gelegentlichen Kolikzufällen, Muskelsohwäche, Abmagerung, epileptiformen Anfällen; beim Vogel sah man unsicheren Gang, Zittern und Zucken am Körper (an den Beinen, den Flügeln etc), Am vollkommensten ausgeprägt ist das Bild der chronischen Blciintoxikatioii beim Rind mit periodischer Tobsucht, Kau-
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bo wog ungon, Salivation, opilcpt if or mon Anfällen, Schwanken im Hin tor-toil, Steifheit dor Vorhand, voiflbergehender Blindheit, kleinem, hartem, später kaum fühlbarem Puls, Unterdrückung derMilohsekretion, Verstopfung, Metcorlsmuseto.
Blei-TergiftUUgeil kommen bei den Haustieren zu stamlo entweder vereinzelt bez. mehr zufällig duroh Fahrlässigkeit oder Unwissenheit bei medizinischem Gebrauch (Verwechselungen von Kreide mit Bleiweiss, von (ihmbor-salz mit Bloizncker; zu hohe Dosierung von Bloizncker), durch Ablocken oder Abknabbern von Bleifarben odor bleihaltigen Salben ; durch Aufnahme von Schrotkörnern mit dem Futter odor auf andere Weise eta, oder in grösserer oder geringerer Verbreitung in dor Näho von ßloilititten (Harz, Obersohlosien, Erzgebirge [Freiberg], Westfalen etc.) oder bloihaltigon Flüssen (Innerste im Hildos-heimsohen, Bleibaoh in der Rheinprovinz etc.), vielleicht auch nach der Aufnahme von Wasser, welches in lileiröbren gestanden hat. Am emplindlichston sind Vögel und Kinder; dann folgen in absteigender Linie Schweine, Ziegen, Schafe, Hundo und Pferde.
Als Todesgaben werden genannt vom Hleizuckor bei Rindern 48,0 und darüber, bei Pferden über 500,0, bei Schafen i)0,0 (bei fortgesetzter Verabreichung kleiner Bleizuckermengen starben 9 Schafe nach 'i bez. 4 Monaton, als die Gesamtmenge 150,0 bez. 164,0 erreicht hatte) , bei Hunden über 12,0. Ein halbjähriges Schwein erkrankte auf 8,0 Bleizucker, erholte sich aber nach 4 Tagen (Hertwlg, Gerlach, Ellonborger-Hofmeistor u. a.).
Auweudung der Blelpi'äparatOt
Man benutzt die Bleipräparato lediglich als Adstringens und Stypticum, sehr selten als Ätzmittel.
Innerlich bedient man sich nur des IMnmlmm acelicnin *j-gegen Diarrhöen, besonders chronischer Natur, und D a r m b 1 u t u n ge n, zuweilen auch (mit sehr zweifelhaftem Erfolg!) gegen Lungenblutungen, Lungenödem,Lungengangrän, Bronchoblennorrhöe, Nephritis, Hämaturie etc.
Die Verordnung geschieht am besten in Pillen oder Solu-tionen
Dosen des Bleizuckers für Pferde Kinder mittelgrosse Tiere kleine Tiere 2,0-10,0 1,05,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;0,2-1,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;0,060,8
Cave: Kohlensäure, Schwefelsaure, Phosphorsäure und deren Salze, Schwefelverbindungen, Haloidsalze, viele, namentlich N-freie organische Substanzen, Säuren, Tannin, Elweiss, Seifen. Keiner (iummischleim und Zuckerlösimgen können mit neutralem Bleiacetat ohne Fällung oder Trübung gemischt werden.
Ausserlich verwendet man Bleiverbindungen als Adstringens bei Verbrennungen, E x k o r i a t i o n e n, nässenden Ekzemen.
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üecubitus, schlecht heilenden Wunden, Katarrhen zugänglicher Schleimhäute etc.
Als Waschung, Umschlag, Infusion, Injektion oder Klystier (z. B. bei Blutungen und geschwürigen Affektionen im Dickdarm) benutzt man Losungen von Bleizucker (0,20,5lquot;/u) oder die Aqna Pliimbi*!, vor welcher die Aqua Goulardif eine besondere Wirkung nicht voraus hat. Liquor Flnmbi snbacetici* (Plumb, acetic, basic, sol.f) ist, rein oder mit nur wenig Wasser verdünnt, ein treffliches gelind ätzendes Mittel bei unreinen Wunden und Geschwüren, Caro luxurians, stark nässenden Ekzemen etc. Unter der sich bildenden Decke von Bleialbuminat geht die Heilung oft überraschend schnell vor sich, (Gummischleim und verschiedene andere Kohlenhydrate fällen Bleiessig!)
Als Salben, besonders gegen nässende oder eiternde Hautaflektionen, Kombustionen, Exkoriationen etc., stehen Unguentum Fluinbi * (Unguentum Plumbi aceticif), Ungnentutn Cerussae*f und Un-guentum diachylon *f zur Verfügung. Gegen Decubitus wird mit Vorliebe Unguentum Plumbi tannici* benutzt. Das bei Verbrennungen, Otorrhöe etc. gebräuchliche Bleiliniment (1 Teil Bleiessig, 9 Teile Baumöl) steht betreffs der Wirkung dem Unguentum Plumbi gleich.
Als Pulver verwendet man hin und wieder Plumbum nitri-cum und Cerussa* (Plumbum carbonicumf) und zwar das ersten1 zu Ätzzwecken, besonders bei Strahlkrebs (Gotteswinter, Pütz) und zur Zerstörung von Aktinomykomen (Imminger), das letztere {meist mit Talcum) zur Austrocknungquot; bei nässenden Ekzemen.
Bei Wunden und Geschwüren der Cornea sind Bleipräparate contraindiziert.
Rezeptbeispiele.
1.nbsp; nbsp;Plumbi acetic. 12,0, Extract. Hyoscyami 15,0, Pulv. rad. Althaeae 60,0, Aq. f. q. s. Fiant Pilul. No. V. S. Täglich 34 Pillen. Einem Pferd mit Harnruhr, Nephritis, Diarrhöe (dann an Stelle des Extract. Hyoscyami 10,020,0 Opium).
2.nbsp; Plumbi acetic. 0,03-0,05, Opii 0,05-0,1, Sacchari albi 0,0. M. f. Pulv. D. tal. dos. No. VI. S. 2 3 stündlich ein Pulver. Einem Hund mit Durchfall.
3.nbsp; Cerussae 10,0, Amyl. Tritici 20,0, Tale. 40,0. Misce. Streupulver bei nässenden Hautausschlägen (Ablecken verhüten!).
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lgt;. Knpfer.
1. Cuprum 9ult'uricum*tnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;I 2. Cuprum aluminatum^
1.nbsp; nbsp;Cuiirum Siilfnricnm *t, Kupfervitriol, Cu SO^ 5 HgO.
Blaue, durchsichtige, in trockener Luft wonig verwitternde Krystallo, die sich in 3,5 Teilen kaltem und 1 Teil siedendem Wasser, nicht aber in Weingeist lösen.
Dio wässerige IxismiK rengiort sauer, schmeckt unangenehm metullisch und giebl mit liaryiiinnitratlösung einen weisson, in Salzsäure unlöslichen Niederschlag, mit Ammoniakiliissigkeit im Übersohuss eine klare, tiefblaue Flüssigkeit.
Wird das Kupfer aus einer wässerigen Lösung durch Schwefolwassorstolf ausgefällt, so darf das farblose Filtrat nach Zusatz von Salmiakgeist nicht gefärbt werden und nach dem Abdampfen einen fouerfosten Rückstand nicht hinterlassen (Nachweiss von Eisen, Zink, Alkalien und Erdalkalien).
Ciiprniu sulfiiricuni crudlim*, roher Kupfervitriol. Blauo, meist grosse, durchsichtige, nur wenig verwitternde Krystallo oder krystallinische Krusten. Ihre Lösung reagiert sauer und gicbt mit überschüssiger AmmoniakHiissigkeit eine tiefblaue, klare oder fast klare Flüssigkeit.
Dio Darstellung des rohen Kupfervitriols geschieht im Grossen durch Rösten von Kupferkies und Buntkupfererz mit nachfolgendem Auslaugen oder durch Auflösen von Kupforhammerschlag oder anderen Kupferabfällen in verdünnter Schwefelsäure bei Luftzutritt, diejenige des reinen Kupforvitriola durch Auflösen reiner Kupferspäne mittels verdünnter Schwefelsäure (unter Zusatz von Salpetersäure). Sowohl der reine als der rohe Kupfervitriol sind vorsichtig auf-zubowahron!
2.nbsp; nbsp;Cnprnm aliiminatiim*, Kupferalaun. Hell-grünlichblaue, nach Kampfer riechende, in 16 Teilen Wasser bis auf einen geringen Rückstand von Kampfer lösliche Stücke oder Stäbchen, die man durch Zusammenschmelzen von 16 Teilen Kali-Alaun. 16 Teilen Kupfersulfat, 16 Teilen Kaliumnitrat und Zusatz von 1 Teil Kampferpulver und 1 Teil Alaunpulver zur Schmelze herstellt. Vorsichtig aufzubewahren!
WirkuiiR des Kupfers. Örtlich wirken die Kupferverbindungen je nach Menge, Konzentration und Salzart adstringierend oder ätzend, resorbiert schädigen sie die quergestreifton Muskeln und das Herz. Von Tieren, welche erbrechen können, werden die löslichen Kupfersalze in der Regel kurze Zeit (510 Minuten) nach der Aufnahme, und zwar ehe es zu einer sichtbaren Schädigung der Magenschleimhaut gekommen ist, fast völlig durch Erbrechen wieder herausbefördert. Diese auf einer eigentümlichen Reizung der sensiblen Magennerven beruhende Wirkung der Kupfersalze hat zur Verwendung besonders des
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Kupfervitriols als Emeticum geführt, welches namentlich bei Phosphorvergiftung angezeigt ist. Es überzieht sich, wie man glaubt, der Phosphor mit einer die Resorption verzögernden Decke von metallischem Kupfer und Phosphorkupfer.
Hauptdepot des Kupfers nach seiner Resorption ist die Lob er, demnächst die Pankreasdrüse; die Ausscheidung: findet wesentlich durch die Leber und die anderen Anhangsdrüsen des Darmes, in geringem Grade durch die Nieren statt.
Kupfervergiftiingon kommen hin und wieder durch unvorsichtige innerliche Anwendung von Kupferpriiparaton odor durch Verabreichung' von Nahrungs-mittoln (Schlempe, Speiseüberresten, Sauermilch etc.) zu Stande, dio in kupfernen Qelftssen aufbewahrt worden waren. Sehr selten sah man Vergiftung, durch Resorption von Wunden entstehen (Gerlach beim Hund).
Die akute Kupf'erintoxikation (der akute Cuprismus) verläuft unter den Symptomen einer Intensiven CJastroenteritis, zu denen sich als der Ausdruck der Rcsorptivwlrkuug hochgradige Muskclschwächo, Herzschwäche und Atemnot gesellen. Schafe und Schweine sterben auf Dosen des Kupfervitriols, die 4,0 (llortwig), Kinder und Pferde auf solche, dio 45,0 (Gerlach) überschreiten. Hunde sterben auf innerliche Gaben von 20,0 desselben Mittels (?); ist das Erbrechen durch Schlundunterbindung unmöglich gemacht oder erfolgt die Zuführung subkutan, so erliegen sie einer Gabe von 0,6 Kupfervitriol (Orfila). Bei Verabreichung von Kupferacetat starb ein Pferd auf 30,0 (üupuy).
Als Symptome der experimentell (an Schafen) erzeugten chronischen Kupfervergiftung sahen Ellenberger und Hofmeistor Appetitmangel, grosso Muskelschwäche, Albuminurio, Icterus, zeitweise bestehende Verstopfung, gegen das tötliche Ende hin Hämoglobinurie, Diarrhöe, klonische Krämpfe.
Anwendung der Kupferprftparate.
Die Hauptanwendung der Kupferpräparate ist eine äusserliclie. Für gewöhnlich bedient man sich des Gaprum siilfuricum*! (für Veterinärzwecke ist das Rohpräparat völlig ausreichend!) und zwar teils als gelindes Ätzmittel (in Form des Pulvers, des Krystalls oder konzentrierter Lösungen), namentlich zur Zerstörung unbedeutender Neubildungen und wuchernder Granulationen und zur Kauteri-sation von Fisteln und schlecht aussehenden Geschwüren (besonders an den Fussenden), teils als Adstringens und Desiniiciens in Form 0,520/oiger Lösungen bei Katarrhen zugänglicher Schleimhäute,
In der Augenheilkunde benutzt man zur Ätzung in der Regel den Kupferalaunstift, zur Adstringierung wässerige Solu-tionen des Cuprum sulfuricum und Cuprum aluminatum* in der Stärke von 0,10,70/0.
Eine besondere Verwendung findet Kupfervitriol als Ätzmittel in
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die Einne der Kastrationskluppen und beim Strahlkrebs (rein, in konzentrierten Lösungen oder als Sohlegsohes Pulver: I Teil Kupfervitriol, 2 Teile Eisenvitriol, 3 Teile Tormentillrhizom). Timerlich dient Cuprum sulfurioum fast nur noch als (sehr sicher wirkendes) Emeticum in Form der Losung (1 : 25 60) oder des Pulvers (mit Zucker 1 :25),
Preclidosen des Kupfervitriols für Schweinenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Hunde
0,51,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 0,10,5
sowie als Antidot bei akuter Phosphor Vergiftung.
Dosen des Kupfervitriols bei Pliosphorvergiftung für Pferde Kinder mittelgrosse Tiere Hunde 5.012,0 3,08,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;0,51,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;0,050,1
Cave: Jodkalium, reine und kohlensaure Alkalien, Bleisalze, Tannica, Schwefelvorbindungen, Traubenzucker. Cummischleim ist gestattet.
Rezept -Beispiel. Cupri sulfurioi 1,0, Aquae 50,0. Solve. Alle 5 10 Minuten einen Esslöffel voll bis zur Wirkung. Einem Hund; Brechmittel, namentlich bei akutem Phosphorismus.
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C. Zink.
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1.nbsp; Zinoum Bulfuricum*t
2.nbsp; Zinoum nxyilatiim*t
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ö. Zinoum ohlovatum^ 4. Zincum aoetioum*
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1. Zincnni siiltiiricmn :::t. Zinkvitriol, Zinksulfat,
ZiiSO, 7H20.
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Farblose, in trockener Luft langsam verwitternde, in
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Teilen Wasser lösliche, in AVeingeist aber unlösliche Krystalle.
Die wässerigo Lösung (1 :10) reagiert sauer und besitzt einen schaffen Uo-schmaok. Sie giebt mit Barymnnitratlüsung einen weissen, in Salzsäure unlösliebcn Niederschlag und wird durch Kalilauge zuerst gelallt, giebt aber mit einem über-sohuss derselben eine klare, farblose Pliissigkeit, welche nach Zusatz ron Schwefel-wasserstoll'wasscr einen weissen Niederschlag ausfallen liisst.
In den Fharmakopöen finden sich ausführliche Vorschriften zur Prttfung dos Zinksulfats auf Verunreinigungen, Eine Lösung von 0,f) des Salzes in 10 com Wasser und 6 cem Ammonialdliissigkeit soll klar sein und mit iilierscliiissigem SchwcfelwasserstofTwasser eine weisso FttUung geben (Prüfung auf fremde, in Ammoniak nicht lösliche Substanzen, z. B, Thoncrdo, sowie auf Blei, Kupfer, Eisen,
Müller, Pharmakologie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;in
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Cadmium und andere Metalle); mit Natronlauge darf das Salz kein Ammoniak entwickeln (Prüfung auf Ammoniak); 2 com dor 100/oigen wässerigen Zinkvltiiollösung, mit 2 oom Sohwefelsäure versetzt und mit 1 com Ferrosulfatlösung Ubersohiohtet, dürfen auch boi längerem Stehen eine j.;ofiirbto Zone nicht g:ol)on (Prüfung auf Nitrate); dio wässerige 60/oigo Lösung darf duivh Sllbernitratlösung nicht getrttbt werden (Prüfung auf Chloride) etc,
Zinkvitriol wird im grossen gowöhnlioh durch Auflösen von Zink in verdünnter Schwefelsäure and Abdampfen der Lösung zur Krystallisation gewonnen und ist verslohtig aufzubewahron!
IMiarinamitiscIios Prftparatt Collyi'ium adstringens hiteiimf; 1,25 Zinkvitrio], 0,5 Salmiak, o,l Kampfer, 0,1 Safran, 20 verdünnter Weingeist, 200 Wasser,
2. Kincnm oxydatamquot;'f. Zinkoxyd, ZnO.
Zartes, amorphes, weisses, erhitzt vorübergehend gelbes, in Wasser unlösliches, in verdünnter Essigsäure völlig und ohne Aufbrausen lösliches Pulver.
Aussei diesem reinen Präparat führt das deutsche Arzneibuch noch das für Voterinarzweelio völlig ausreichende Xinciim oxydnlmu cruduni*, welches durch Verbrennen des Zinkmetalls an der Luft hergestellt wird. Dasselbe sei (nach *) in verdünnter Essigsäure ohne Aufbrausen löslich; dor in dieser Lösung durch Natronlauge entstehende Niederschlag löse sich im Überschuss des Fällungsmittels zu einer klaren, farblosen Flüssigkeit (Prüfung auf VeriHlschungen mit Kreide, liaryumsulfat, Magnesia, Thon); 0,2 dos Präparates, in 2 com verdünnter Essigsäure gelöst, dürfen nach dem Erkalten durch Kaliunijodidlösnng nicht verändert werden (Prüfung auf lilci).
IMiarinaceutisches Präparat: UnguentumZinoi* (Unguen-
tum Zinci oxydatif), Zinksalbe; 1 Teil Zinkoxyd, 9 Teile Schweineschmalz; nach f 2 Teile Zinkoxyd, 1 Teil Mandelöl, 2 Teile Gelbwachs, lü Teile Benzoeschmalz.
'S. Zincniii cliloi'atiiin:i:t, Zinkohlorid, ZnClg.
Weisses, durch Auflösen voi\ Zink oder Zinkoxyd in Salzsäure dargestelltes, an der Luft leicht zerfliessliohes Pulver oder kleine, weisse Stangen, in Wasser und Weingeist leicht löslich, beim Erhitzen schmelzend, unter Ausstossung weisser Dämpft! sich zersetzend und einen in der Hitze gelben Rückstand hinterlassend. Die wässerige Lösung reagiert sauer und giebt sowohl mit Silbemitratlösung als mit Ammoniakflüssigkeit weisse, im Überschuss der letzteren lösliche Niederschläge. Die in den Pharmakopöen nachzulesende Prüfung erstreckt sich auf Sulfate, fremde Metalle, Erden, Alkalien, Zinkoxychlorid (in mehr als Spuren). Vorsichtig aufz ab ewahren!
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4. Kinciim aceticiinis|:, Zinkaoetat, Zn(C4H8Oj)a-|-3HjO.
Weisse, glänzende, In 'gt; Teilen kaltem, 2 Teilen heissem Wasser, sowie in 30 Teilen Weingeist lösliclie Blättchen. Die schwach saure, wasserige Lösung' wird (lurch Eisenchloridlösung dunkelrot gefärbt und giebt mit Kalilauge einen weissen, im l'berschuss des Fällungsmittels löslichen Niederschlag. Die Herstellung des Zinkacetats, über dessen Prüfung man Im deutschen Arzneibuch nachlesen wedle, erfolgt durch Auflösen von Zinkoxyd oder basischem Zinkkarbonat in verdünnter Essigsäure oder durch Zersetzen von Zinksulfat mit Bleiacetat. Es ist vorsichtig aufzubewahren!
Wirkung und Anwendung der Zinkpräparate.
Die Verbindungen des Zinks stehen betreffs ihrer Wirkung denjenigen des Kupfers sehr nahe. Ortlich wirken sie adstringierend oder ätzend; nach ihrer Resorption kommt es zu einer Lähmung der (iiiergestreiften Muskulatur und des Herzens. Der nach fortgesetztem innerlichem Gebrauch kleiner Gaben von Zink-oxyd, Zincum valerianicum, Zincum lacticum etc. beobachtete günstige Erfolg bei Epilepsie und anderen Krampfformen wird vielfach, und zwar wohl mit Recht, bestritten.
Ziiikverg'ii'tuiigoii kommen teils durch Verwechslungen, z, B. von Zinkvitriol mit Bittersalz, teils (lies, bei Bindern und Schweinen) in der Umgebung von Zinkhütten durch Aufnahme sogenannten Gulmeiwassers oder durch Niederschlag von Hüttenrauch auf Pflanzen etc, teils bei Vögeln, die in mit Zinkweiss angestrichenen Gobanern gehalten werden (Äbknappern der Farbe), sehr selten auf andere AVoiso zu stände. Die akute Intoxikation hat mit dorn akuten Cuprismus sehr grosso Ähnlichkeit; als Symptome der chronischen Intoxikation worden angegeben; Appetitmangel, mutter, schleppender Gani;', Anämie der sichtbaren Schleimhäute, Abmagerung, sohliesslioh bis zum Tode anhaltender Durchfall (Weynen u. a.).
Die Anwendung der Zinkpräparate ist zur Zeit nur noch eine äusserliche:
/ineum sulfuricum*! wird in wässerigen Lösungen als Adstringens zu Injektionen und Infusionen bei Katarrhenquot; des l'rä-putiums, der Vagina, des Uterus, der Blase, des Mastdarmes etc. (1 :50100). sowie zu Waschungen oder Einträufelungen bei Conjunctivitis (0,2-1:100) verwendet. Zu Atzzweeken ist Kupfervitriol oder Höllenstein vorzuziehen.
Cave: Atz- und kohlensaure Alkalien, Erdalkalien, .Schwefelalkalien, lösliche Bleiverbindungen, Gerbsäure. Gummischleim ist gestattet.
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Ziiiciini oxydatum*f dient rein, mit indifferenten Pulvern, Amylum, Taknnn, I'ulvis rad. Althaeae etc. gemischt oder in Form des lliigiieiitum Zinci *f als treffliches Adstringensquot; bei Intertrigo, Exkoriationen, nässenden Hautausschlägen, Otorrhöe, chronischen Bindehaut- und Hornhautentzündungen (Zinksalbe) etc.
Zinnim iiceticnm* hat sich einen gewissen Euf bei Otorrhöe des Hundes erworben. Gewöhnlich verschreibt man indessen 1,0 Zincum sulfuricum, 1,0 Plumbum aceticum, 100,0 Wasser und lässt von dieser Flüssigkeit nach vorherigem Hm schütteln mehrmals täglich etwa einen Kaffeelöffel voll in den Gehörgang giessen. Das pulverfönnige, den Bodensatz bildende Bleisulfat wirkt zugleich deckend.
Zincum cliloratum:,i-j- dient in erster Linie zu Ätzzwecken und wird teils in Form der Paste (Canquoin'sehe Paste : 1 Teil Chlorzink, 13 Teile Mehl, Amylum oder Altheepulver: durch Zusatz von Zinkoxyd kann die Zerlliesslichkeit der Paste gemindert, durch Glycerinzusatz die Konsistenz verringert und die Austrocknung verzögert werden), teils in der konzentrierter Lösungen angewendet. Hie vom Chlorzink bewirkte Ätzung ist scharf begrenzt, tief und schmerzhaft. Nach Abstossung des Schorfes geht die Heilung Hott vor sieh. Bei Strahl kr ehs empfiehlt Bell Chlorzink, anfangs in Substanz, später in Solutionen, herabgehend von 500/0 auf 5%. Zum Ausätzen von Fisteln etc. bedient man sich am zweckmiissigsten der fabrik-mässig hergestellten Chlorzinkstäbchen.
In schwächeren Solutionen (18 ('/o) benutzt man Zinkchlorid zu antiseptischen Waschungen, Irrigationen, Injektionen etc. bei Verwundungen, geschwürigen Prozessen etc., indessen ist die antiseptische Energie des Mittels durchaus unbedeutend.
Inncrlicli kann Zincum sulfurieum als Emoticuui in denselben Dosen wie Cuprum sulfuricum tfegebon worden. Als Nervinuinquot; ^ogen Epiloiisio, Chorea etc. ist es ebenso unzuverlässig wie Zincum oxydatum, Zincum Valeriani-oum, Zincum lactienm etc.
laquo;I. Millior.
Die einzige, in medizinischer Verwendung stehende Verbindung ist Arj^Ciituin nitricum *t, Silbernitrat, Höllenstein, AgN08.
Weisse, glänzende oder grau weisse, schmelzbare Stäbchen mit krystal-linisch-strahligem Bruche, welche in 0,6 Teilen Wasser, circa 10 Teilen Weingeist und in einer genügenden Menge Ammoniakflüssigkeit klar und
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farblos löslich sind. A.us der neutral reagierenden, wässerigen Lösung fallt Salzsäure woisse Flocken, welche in Salpetersäure unlösliob sind, aber sich leicht in Ammoniakllüssigkeit lösen.
1 Itaiinitoil der wüssorigcu LOsung (1.10) darf sich naoli dem Vorniischou mit 4 Ji'aiiintoilen verdünnter Sobwefelsäure und Erhitzen bis zum Sieden niclit trüben. Wird ein Teil der gleiobeu 1-üsimg mit Salzsäure aiisgei'älll, so ni\iss ein Filtrat erhalten werden, welches beim Verdampfen einen Rückstand nicht giebt. Diese Reaktionen, sowie die Kontrollo des Löslichkoitsvorhältnisses etc. genügen, etwaige Verunreinigungen des Höllensteins mit Silborchlorid, Knptbrnitrat, Wismutnitrat) lileinitrat, sowie Verfälschungen mit Zinknitrat, Kalisalpetor und Natronsalpeter, die übrigens das Krystallgefügo der Stäbchen stören, nachzuweisen.
Die Darstellung des Höllensteins geschieht durch Auflösen reinen metallischen Silbers in Salpetersäure; durch Zusammenschmelzen von 1 Teil Silbernitrat und 2 Teilen Kaliuninitrat wird das salpoterhaltigo Silbernitrat, Argentum nitriciini emu Kalio nitrico*!, gewonnen, welches in Form weisser oder grauweissor, harter, im Bruche porzellanartiger, kaum krystalli nischer Stäbchen in den Handel kommt. Beide Präparate sind vorsichtig aufzubewahren!
Wirkung lt;les Silbernitrats.
Je nach der Konzentration seiner Lösungen wirkt Silbernitrat udstringierend oder ätzend. Am Licht, besonders aber in Berührung mit organischen Substanzen wird es rasch zu metallischem Silber reduziert: es schwärztquot; demnach Haare, Hände, Verbandstüeke, Wäsche etc., doch lassen sich die Flecke durch Waschung mit Lösungen von unterschvvefligsaurem Natrium oder Cyankalium oder auch durch abwechselnde Behandlung mit Chlorwasser (Chlorkalklösung) und Ammoniakllüssigkeit entfernen.
Hervorzuheben ist die ausgezeichnete a n t i m y k o t i s c h e K n e r -g i e, welche Silbernitrat schon in sehr s t a r k e n V e r cl ü n n u n ge n, welche Eiweiss nicht mehr koagulieren* zu entfalten vermag. Namentlich kräftig scheinen in dieser Beziehung alkalische Silbernitratlösungen zu wirken (siehe später).
Nach Einführung in den Magen wird Höllenstein alsbald in andere Verbindungen Silberalbuminat, Chlorsilber übergeführt, sodass es fraglich erscheint, ob bei der gewöhnlichen, internen Applikationsweise thatsächlioh unzersetztes, d. h. noch ,,adstringierendquot; und desinfizierendquot; wirkendes Silbernitrat in den Darm gelangt. Nichtsdestoweniger erfolgt vom Darmkanal aus eine teilweise Resorption. Das Aufgenommene wird baldigst reduziert und in Form feinster Silberkörnchen in zahlreichen Organen (im Dann, in den Mesenterialdrüsen. der Leber, der Milz, den Nieren, den (lelenkzotten.
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den Adergelleehten, dor Haut etc., niemals wie es scheint im Gehirn und H iickemnark), die bei längere Zeit hindurch furtgesetzter Silberzufuhr sohliesslioh eine schiefergraue Eärbung annehmen, deponiert. Uei Monate langer interner Verahreiehung kleiner Mengen von Silberpräparaten sah man schliesslich Abmagerung, Katarrhe des Respirations- und Verdauungstraltas, degenerative Prozesse in Leber und Nieren, ferner Lähmung der Nachband entstellen: bei subkutaner oder intravenöser Applikation nicht koagulierendor Silberverbindungen kam es schon nach relativ kleinen Dosen zu hochgradiger Muskelscliwilche und Paralyse, sowie zu Hyperämie und Ödem der Lungen.
Anwendung dos Silbernitrats.
Man wendet Höllenstein fast mir zur Erzielung örtlicher Wirkungen an.
Als Adstringens und Desinliciens dient er in Form 0,1 -1 0/0iger wässeriger Lösungen zu Einpinselungen, Injektionen, Infusionen, Klistieren etc. bei katarrhalischen und ulcerösen Affektionen vieler Schleimhäute, besonders der Conjunctiva (siehe später) und des Dickdarms, sowie in Porin 150/Oigor wässeriger oder weingeistiger Lösungen bei gewissen Erkrankungen der allgemeinen Decke, namentlich nässenden Hautausschlägen, Kombustionen (auch als Salbe: 1 : 1020 Unguentum Paraflini) und Otorrhöe.
Als Ätzmittel bei kleineren Neubildungen, bei Wunden und Geschwüren ohne Heiltendenz, bei Caro luxurians etc. verwendet man Höllenstein teils in Substanz (in der Augenheilkunde empfiehlt sich das milder wirkende Argentuin nitrienm cum Kallo uitric.o^f), teils in Lösungen von 2100/0, Die Atzung ist scharf begrenzt und oherllächlich; der festsitzende, anfangs weisse, später durch Reduktion schwarze Atzschorf stösst sich nach einiger Zeit spontan ab und hinterlässt in der Regel einen reinen, roten, zur Vernarbung geneigten (Jeschwürsgrund.
Einen hervorragenden Erfolg erzielt man durch die Höllensteintherapie bei der eitrigen Conjunctivitis der Hunde: man bepinselt die Bindehaut 12 mal täglich mit einer Silbernitratsolution von 12 : 100, muss indessen, um eine Verätzung der Cornea zu verhüten, alsbald mit schwacher Kochsalzlösung ausspülen.
Die innerliche Verwendung des Höllensteins bei Darmgeschwüren und Durchfällen (besonders chronischer Natur) ist aus
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den auf Seite 149 eatwiokelten Gründen nicht sclir rationell. Jedenfalls müsste dio Verabreichung bei Tieren mit einfachem Magen in Pillenform mit Bolus alba oder Talcum und zwar möglichst bei leerem Magen erfolgen. Die Verwendung von Lösungen (1 :'!()() bis 500 Teilen destillierten Wassers) ist nur bei Wiederkäuern fund Schweinen, siehe Seite 124), sowie bei anderen Tieren dann, wenn es gilt, auf den Magen (z, B. bei Magengeschwür und Magenblutung) einzuwirken, gerechtfertigt. Als Qeschmackscorrigens für Höllensteinlösungen kann reines (ilveerin verwendet werden; sonstige Zusätze sind zu vermeiden!
Ob das Mittel einen heilsamen Minlluss auf Epilepsie, Chorea, chronische Rückenmarksaffektionen und Beschälseuche auszuüben vermag, ist mit Sicherheit noch nicht erwiesen.
Dosen des Argentum nitrieum für grosso Tiere mittelgrosso Tiere kleine Tiere 0,52,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 0,10,5nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;0,006-0,05
Cave: Haloidsalze, Alkalien, ausserdem die Salze fast aller mineralischer und vieler organischer Säuren, sowie diese selbst (z. 15. auch Tannin), organische Stolle. Höllensteinlösungen sind im gelben oder schwarzen Glas abzugeben.
Rezept-Beisp iele.
1.nbsp; Argenti nitrioi 0,30,6, Aq. destillat, 250,0. Solve. Zweistündlich ;lt;4 Esslöffel voll. Einem Kalb; bei ruhrartigem Durchfall und Ruhr (Obich).
2.nbsp; Argent, nitric. 0,6, Boll alb. 10,0. F. c. Aq. destillat. 1'ilul, No. XXX. 84mal täglich eine Pille. Einem Hund; bei Uicerationen im Traktus und chronischem Durchfall.
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elaquo; WiNiiuit.
1. Bismn t Imm suliiiitriciinr'tnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 2. Bisniuthlll
8. Bismuthum subgallicain (Dormntol) 4. Bismuthum dithio-saliovlicum (Thioforra)
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jubsa llöyl ioum'
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!. lliMiiiiitliuni Niibiiilricuiii v. hasisches Wismutnitrat.
Aus BiO.N08-|-H20 und BiO.N08 BiO.OH bestehendes, weisses, mikrokrjstallinisches, geruch- und geschmackloses, sauer reagierendes, in Wasser und Weingeist unlösliches, dagegen in verdünnter Schwefelsäure, Salzsäure und Salpetersäure lösliches Pulver.
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welches aus grobgcpulvertem Wismut und Salpetersäure von 1,2 spezifischem Gewicht dargestellt wird
Wirkung und Anwondutig. Hasisches Wismutnitrat wirkt örtlich adstringierend und antiseptisch und wird deshalb äusser-lich als Antisepticum in der Wund- und Geschwürstherapie (beim .Menschen wurden nach Verwendung grösserer Mengen Intoxikationen beobachtet!) und imierlicli bei Magen- und Darm-affektionen (Gastritis, Uloerationen, besonders aber chronischen Diarrhöen) in Dosen von 3,0 5,0 für Schweine, 0,252,0 für Hunde angewendet, l'line Resorption scheint vom Verdauungstrakt us aus nicht stattzufinden.
2. Bismntliiim subNalicylicuin*, basisches Wismut-salicylat, (C6H4 OH00)3 Bi Bi, 03.
Weisses, amorphes, gerucli- und geschmackloses Pulver, weiches in quot;Wasser und Weingeist fast unlöslich ist und beim Erhitzen, ohne zu schmelzen, unter Hinterlassung eines gelben Rückstandes verkohlt.
Anwendung. Man empfiehlt das basische Wismutsalicylat äusserlioh als Antisepticum, innerlich (beim Menschen) gegen chronische Magen- und Darmleiden und Typhus Die Dosis für Menschen beträgt 0,10,5.
8. Bismuth um snbgallicum, Dermatolum, basisch gallussaures Wismut, Dermatol, C6H2(OH)3COOBi(üHj8.
Sehr feines, schwefelgelbes, geruchloses, in Wasser unlösliches Pulver.
Anwendung. Dermatol, welches sich bei interner Applikation an Hunden völlig unschädlich erwies (Verfasser u. a.), eignet sich namentlich zu antiseptischenquot; Dauerverbänden auf frische oder auch ältere, nicht übermässig secernierende Wunden und ist ausserdem ein treffliches austrocknendes Mittel bei Kombustionen, Exkoriationen, Intertrigo, nässenden und eiternden Ekzemen, Otorrhöe, Brandmauke, Diphtherie der Vaginalschleimhaut (Bass) etc.
Die beste Applikationsweise ist die des Pulvers, rein oder mit 15 Teilen Talcum oder Amylum.
4. B i sm u t b u m d i t h i o - s a 1 i c y 1 i c u m, Thioform. Hellbraunes, geruchloses, in Wasser unlösliches Pulver. Anwendung. Thioform wird von Hoffmann, Selkmann u. a. als ungiftiges Ersatzmittel für Jodoform empfohlen und ist als dem
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Dermatol gleichwertig anzusehen. Es würde in derselben Weise wie dieses zu verwenden sein. Bei clironiscliem Magendarm-katarrh des Hundes sind Tagesgaben von 1,08,0 mit gutem Erfolg benutzt worden (Hoffmann).
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VIII. Kapitel Caustica, Ätzmittel.
(Speziell: Säuren und Alkalien.)
Man bezeichnet als Caustica Mittel, welche das Gewebe, mit dem sie in direkten Kontakt treten, zerstören, abtöten und mit ihm eine als Ätzschorf bezeichnete Masse bilden.
Es handelt sich um Stolle, welche zu den gewebebildenden Substanzen starke chemische Affinitäten besitzen, sei es, dass sie, wie die meisten korrosiven Säuren und Metallsalze, mit Eiweiss unlösliche oder schwerlösliche Säure- bez. Metallalbuminate, oder, wie die Atzalkalien, leicht lösliche Alkalialbuminate bilden, oder, wie Chromsäure, Kaliumperman^anat, Arsenik und die ätzend wirkenden Elemente (Chlor, Brom, Jod), direkt oder indirekt durch Oxydation ihre kaustische Aktion entfalten. Einzelne Mittel wirken daneben noch in anderer Weise, z. 11 die Ätzalkalien durch Verseifung der Fette, mit denen sie in Berührung treten, die Säuren durch ihre Verwandtschaft zu den Alkalien, die hochkonzentrierten anorganischen Säuren auch durch Wasserentziehung und anschliessende Temperatursteigerung.
In der Umgebung des Ätzschorfes kommt es teils durch den Beiz des Ätzmittels, teils durch denjenigen des abgestorbenen Gewebes (als eines Fremdkörpers) zu einer reaktiven Entzündung mit liosstossung des Schorfes und Abheilung durch Vernarbung.
Für die Praxis ist es von grosser Wichtigkeit, 1) ob durch Resorption von der Ätzstelle aus eine Vergiftung eintreten kann (so bei Arsenik und den ätzenden Qnecksilberverbindungen), und 2) wie der Ätzschorf beschaffen ist, d. h. ob er hart und fest, oder weich und zerfliesslich ist. Mittel, welche einen festen Atzschorf produzieren,
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wirken dui'ohgänglg sdiarf begrenzt und mit wenigen Ausnahmen molu' ubcrlliicliiicli, während bei solchen, die einen weichen A tzsohorf hervorrufen, sieh die Atzung weit ausbreitet und betreffs ihrer Tiefe niemals mit Sicherheit abmessen liisst. Die nach der letzteren Richtung wirkenden Caustioa die A tzalkalien mit Ausnahme des Atzkalkes, sowie einige wenige ätzende Metallsalze - wendet man demgemäss in der Regel dort an, wo es auf eine tiefe, gründliche, rücksichtslose Zerstörung ankommt, z. B. boluifs Vernichtung von Tier- oder Krank hei tsgi ft on (Schlangen-, Wut-, Rotz-, Milzbrand-, Tcta-nusgift etc.), behufs Wegs cha ffu n g von ulcorierenden (Krebs- etc.) Neubildungen etc., während zu den gewöhnlicheren A tzzwecken, z. B in der Wund- und Geschwürstherapio und zur Zerstörung von Stollbeulen, Warzen oder ähnlichen Neo-plasmen, mit Vorliebe die einen festen Atzschorf produzierenden Caustioa, z. B. die Metallsalze, und zur Injektion in (icschwülste und Cysten gewisse Jodmittel Verwendung linden.
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Mittel. Von den in die Gruppe der Caustioa gehörigen Bubstanzen sollen im nachfolgenden nur die Säuren und Alkalien bez. die alkalisch reagierenden Verbindungen der Alkali- und Erdmetalle besprochen werden. Über die sonstigen, in der Praxis gebräuchlichen Atzmittel: Chlorzink, Hydrargyrum oxjdatum und bichloratum, Arsenik, Cuprum sulfurioum und aluminatum. Plumbum aceticum und nitri-cum, Perrum sulfurioum und sesquichloratum, Argentum nitricum, Alaun, Kalium pormanganicum und Kreosot (Karbolsäure) ist an anderen Stellen nachzulesen.
tl. Säuroii.
Allgemeines über die Wirlmng der Säuren.
I. Über die örtliche Wirkung der anorganischen und organischen, sauer schmeckenden Säuren (die höheren Fettsäuren sind Nahrungsmittel und kommen hier nicht in Betracht) ist bereits auf der vorigen Seite das hauptsächlichste mitgeteilt worden.
In konzentriertem Zustand wirken die stärkeren von ihnen in hohem Grade ätzend und ontzündungserregend, sodass nach innerlicher Verabreichung hochkonzentrierter Säuren der Tod unter den Symptomen heftigster Gastroenteritis, unter Umständen nach vorheriger Magenperforation und Peritonitis, erfolgt.
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In verdünntem Zustund wirken die Käuren am Applikaliuns-ort adstringierend und styptisoh, eine Eigenschaft, wolclio z. E. znr Verwendung des Essigs bei äusseren Entzündungen (der Gelenke, Sehnen, Sehnensoheiden, des Periosts etc.) und bei Blutungen an zugänglichen Kürperstcllen und im Verdauungstraktus geführt bat.
Nicht unbedeutend sind die antiseptisoben Eigensobaften manober verdünnter Säuren. So werden z, B. Typhusbaoillen durch Schwefelsäure in einer Verdünnung von 0,005%, durch Salzsäure in einer solchen von 0,168 0/0 in ihrer Entwicklung gehemmt, durch 0,08 bez. O,200/0 getütet, C holerabacillen durch Schwefelsäure von 0,082%, durch Salzsäure von 0,080/0 gehemmt, durch 0,040 bez. 0,132 % getötet, M i 1 z b r a n d b a oll 1 e n durch Salzsäure von 0,5 0/o) Mi 1 z b r a n d s p o r e n durch eine solche von 2 quot;/ (nach 14 Tagen), Eiter ooecen durch eine solche von 0,1 quot;/0 (nach 5 Minuten) vernichtet,
II.nbsp; In den Magen eingeführt, löschen verdünnte Säuren den Durst der Fieberpatienten und rufen bei diesen deutliche Pulsverlangsamung und geringen Temperaturabfall hervor (siehe später). Ferner wird durch kleine Mengen von Säure. besonders Salzsäure, doch auch Phospborsäure, Essigsäure, Weinsäure, die M agen ver d auung unterstützt und zugleich abnormen (Jährlings- und TJmsetzungsprozessen, vielleicht auch der Infektion pathogener Bakterien entgegengearbeitet.
Längere Darreichung kleiner Dosen stört Appetit und Verdauung und verursacht Diarrhöe, Kolik, Anämie, Abmagerung. Auch nach grosseren, wenn auch sehr stark verdünnten Säure-mengen kommt es zu Kolik und Durchfall.
III.nbsp; Nach ihrer Resorption kreisen die Säuren, die zum Teil bereits im Verdauungstraktus, jedenfalls aber bei Gelegenheit ihrer Aufsaugung in Salze verwandelt worden waren, im Blut an Alkalimetalle, besonders Natrium gebunden (freie Säure, d h. saure Reaktion des Blutes, ist mit dem Leben unvereinbar!) und erscheinen schlicsslich im Harn, wobei sie die alkalische Reaktion desselben (beim Pflanzenfresser) mindern, die saure (beim Fleischfresser) erhöhen. Nur die fetten' Säuren wirken, da sie im Blut zu alkalisch reagierenden Karbonaten verbrannt werden, in umgekehrter Weise.
Fortgesetzte Vorabrelohung sehr verdiinnter Siiiiren hatte bei Kaninchen einen so starken AI kali vorlast des Blutes zur i'olgo, dass die
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lioaktiou desselben nahezu neutral winde und ilas Tier an Lähmung dos Ge-fäss- und RespirationsoontruniB zu Qrunde ging- Durch rechtzeitige Zulaquo; flllirung von Natriumbikarbonat konnte das Leben erhalten worden, selbst wenn sich der Patient bereits in dor Agonie befand (Walter).
Bei Carnivoren goliiiK't dieses Experiment nicht, wohl aber deuten sehr geringer Temperatarabfall und Pidsverlangsamung bei Fiebcrpatienten darauf hin, dass durch dio Säure die Alkaloscenz des Blutes etwas verringert und die Oxydationskraft des Organismus in massigem Urad geschwächt wurde. Das abweichende Verhalten der Carnivoren gegenüber den Herbivoron (Kaninchen) erklärt man sich in der Weise, dass die ersteron im stände sind, die ins Blut eingodruugeiie Säure durch disponibles Ammoniak ZU neutralisieren, welches, vom Körper produziert, anderenfalls zu Harnstoff umgewandelt worden wäre. Ks wird die Säure also zum Teil in Ammoniaksalz verwandelt und auf diese Weise das Blutalkali geschont. Im Pflanzenfresser dagegen ist die Ammoniakproduktion so gering, dass die zugeführto Säure fast aussohltessllch das Blutalkali in Angriff nehmen muss.
Therapeutische Yerweudung laquo;1er Säuren im allgeiueiueu.
(Vergl. Seite 158 etc.)
I. Zu üasseren Zwecken.
Über die Verwendung konzentrierter Säuren zu Atzzweeken ist auf Seite 154 das Nötige mitgeteilt worden. Man benutzt in der Eegel Acid um nitricum *t und Acidinn mlricuin fuinans'f, die beide eine sebarf begrenzte, nicht tiefe Atzung erzeugen, seltener Aciilum chroiniciim *}-, welches teils in Substanz (bez. in Stäbchenquot;), teils in wässeriger Losung (1:1 5) zum Wegätzen kleinerer Tumoren (besonders Warzen), seltener gegen Strahlkrebs hier und da Verwendung lindet, und Acid um aceticunr'f und Acidiim trichlor-aceticum*, welche zwar Eiweiss nicht koagulieren, aber ein ausgeprägtes keratolytischesquot; Vermögen besitzen. Die Epidermis wird schnell zerstört und in einen schmierigen, grauweissen Schorf verwandelt, sodass sich durch Essigsäure, namentlich aber Trichlor-essigsäure, epitheliale Wucherungen und Tumoren mit Leichtigkeit entfernen lassen. (Über die Indikationen für die Milchsäure ist weiter unten nachzulesen.)
Aussei1 zu Atzzwecken werden die Säuren äusserlicli noch angewendet:
1. Als kühlendes, ad stringierendes, styptisches Mittel bei äusscren Entzündungen verschiedenster Art (z. B. auch Stomatitis und Pharyngitis), sowie bei Blutungen an zugänglichen Körporstellen. Man benutzt in der Regel den Hausessig, Acetuin*-(-, oder die unter dem Namen Oxycratquot; jedem Tierarzt bekannte Auf-
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lösung von Salmiak in Essig und Wasser (siehe Seite 168), Eine hervorragend adstringiemule und stvptische Wirkung kommt den verdünnten Säuren siclierlidi nicht zu.
2.nbsp; nbsp;Zur Erhöhung der diaphoretischen Wirkung gewisser innerer Medikamente, besonders des Pilokarplns. Die Haut wird an der betreffenden Stelle mit warmem Essig gewaschen und mit einem Priessnitzumsclilag überdeckt.
3.nbsp; Als Antiparasitioum gegen Läuse. Durch Waschungen mit stärkerem Essig oder entsprechend verdünnten anderen Säuren werden die Kalkschalen der Nissequot; aufgelöst.
4.nbsp; Zu Klys tieren b ei S chwächezu stand on, C ollaps etc., sowie bei Hei mint hi as is, besonders Oxyuris. Man benutzt den gewöhnlichen Hausessig.
Von der Anwendung konzentrierter Säuren bei Prolapsus vaginae, recti etc, sowie bei Hernien nimmt man neuerdings Abstand; am unschuldigsten bei Brüchen (Nabelbrüchen) scheinen Be-pinselungen mit Chromsäure (10:5 Wasser, Riedinger) zu sein.
II. Zu inneren Zwecken. Man wendet innerlich Säuren an:
1.nbsp; Bei verschiedenen Krankheiten des Verdauungstraktus, besonders dyspeptischen Leiden, unterdrückter Rumination, abnormen Gährungs- und XJmsetzungsprozessen, chronischer UnVerdaulichkeit, hartem Kropf (des Geflügels), Schwerverdaulichkeit anämischer und fiebernder Kranker etc. Man benutzt namentlich Salzsäure, Acidum li,vlt;lrocliloriciim*t, doch auch Phosphorsäure, Schwefelsäure, Citronensäure. Weinsäure. In besonderer Weise wirkt die Kohlensäure, über die man unter Natriumbikarbonatquot; nachlesen wolle.
2.nbsp; Bei Allgemeinerlcrankungen besonders typhöser und septischer Natur, teils zur Müssigung der fieberhaften Erscheinungen, teils zur Entfaltung fäulniswidriger, adstringierender, hämo-statischer Wirkungen. Man bedient sich in der Begel des Acidum hydroohlorioum (siehe oben), Acidum pliosplioricuin *!, Acidum aceticum*t (Acetum*!), Acidum citricum*t, seltener der Schwefelsäure.
3.nbsp; Zur Unterstützung des antipyrotisohen Heilverfahrens und im allgemeinen dann, wenn eine Minderung des Stoffwechsels
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angezeigt ist. Man verwendet die unter 2 genannten Säuren, besonders die Salzsäure und das Acidum siilfiiricuiu*!.
4.nbsp; Zur Blutstillung bei Blutungen innerer Organe (?).
5,nbsp; nbsp;Behufs Steigerung der sauren Reaktion des Harns bei anuuünialialischer Harngährung und ibren Folgen.
(i Als Antidotum bei Vergiftungen mit Atzalkalien. Man benutzt in der Regel den in jedem Haushalt vorhandenen Essig.
Die früher beliebte Verwendung der Säuren (besonders der Salzsäure und Schwefelsäure) als Prophylaotioum gegen Seuchen ist mit Recht verlassen worden. Ober die Benutzung der Schwefelsäure als Gegengift bei Carbolismns ist auf Seite 161 nachzulesen.
Bei der Verordnung der Säuren sind zu vermeiden: Basen, basische Salze, Salze, deren Säure eine geringere Affinität zur Basis besitzt als die anzuwendende, Schwefelmetalle, neutrale weinsaure Salze, Metalle, Seifen. (Weiteres ist bei den einzelnen Säuren nachzulesen.)
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1.nbsp; Acidum nitriciim::t
(Aoldum nitricum famans nitrico-iütrosumt])
2.nbsp; Acidum sulfuricum*t
3.nbsp; Acidum hydroolilomuim*
4.nbsp; Acidum phosphori'Ottm*f
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5.nbsp; Acid um acoticuiu*t Acid.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; (Acidum triohloraoetlcuin*)
6.nbsp; Acidum ohromioum*t
7.nbsp; Acidum laoticum*t
8.nbsp; Acidum citricum*r
9.nbsp; Acidum tiirtariciuir'Y
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1. Aciiliim nitricum:i; (Acidum nitricum conoentratumf),
Salpetersäure. Klare, farblose, in der Wärme flüchtige Flüssigkeit von 1,153 spezifischem Gewicht; in 100 Teilen 25 Teile HN08 enthaltend; mit Kupfer erwärmt, dasselbe unter Entwicklung gelbroter Dämpfe zu einer blauen Flüssigkeit lösend. Die reine Salpetersäure wird durch Rektifikation aus der rohen Salpetersäure dargestellt. Acidum nitricum conoentratumf enthält bei einem spezifischen Gewicht von 1,30 47,45'V,, HNO,; durch Verdünnen von 200 Teilen derselben mit 2411 Teilen Aq. dest. wird Acidum nitricum dilutumf von 1,129 spezi-lischom Gewicht und 21,42 HN08-Gehalt dargestellt.
Acidum nitricum cradam*, rohe Salpetersäure. Klare, farblose oder gelbliche, in der Wärme ohne Rückstand llüchtige, au der Luft rauchende Flüssigkeit von 1,381,40 spezifischem Gewicht, in 100 Teilen mindestens 61 Teile HNO,, enthaltend. Ihre Darstellung erfolgt durch Zersetzung salpetersaurer Salze mittels Schwefelsäure.
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Aciduin iiiiricnm fmiiausquot;1 (Aoiduiunitrioo-nitrosumf), rauchende Salpetersäure. Klare, rotbraune, in der Wanne flüolitige Flüssigkeit, welche erstickende, gelbrote Dämpfe ausstösst und ein spezifisohes
Gewicht von 1,45 1,50 besitzt Sie enthält Salpetersäure und IJnter-salpetersäure, daneben Spuren von Salzsäure uiu! Schwefelsäure Sämtliche Salpetersäure-Sorten sind vorsichtig aufzube-w a h r e n!
Anwendung der Salpetersäure. Salpetersäure, besonders Aci-dum nitricumcruduinund Acidumnitricinu i'uinans, wird lediglich zu Atz-zwocken benutzt (Vorsicht l)eini Umgang mit rauchender Salpetersäure; es kommt bisweilen zur plötzlichen Gasentbindung und Explosion 1). Die Verwendung der (reinen) Salpetersäure bei Icterus, Leberund Lungenleiden dürfte einen sonderlichen Zweck nicht haben.
Cave: das auf Seite 158 angegebene, ferner ätherische Ole, Spiritus, organische Stolle
2. Aciduin siiif'iiriciim (Acidum sxüfurioum concen-tratumf), Schwefelsäure. Färb- und geruchlose, in der Wärme flüchtige Flüssigkeit von ölartiger Beschaffenheit und 1,8301,840 spezifischem Gewicht; in 100 Teilen 94 bis ',18 Teile 11, S04 enthaltend. Nach Verdünnung mit Wasser wird mit ihr durch Baryumnitratlösung ein weisser, in Säuren unlöslicher Niederschlag erzeugt Die (reine) Schwefelsäure wird durch Rektifikation aus der rohen Schwefelsäure (siehe unten) dargestellt. Vorsichtig aufzubewahren!
Acidum Sulfaricum diliitiiin*t, verdünnte Schwefelsäure. Nach * durch Mischen von 5 Teilen Wasser mit 1 Teil (reiner) Schwefelsäure, nach f durch Mischen von 470 Teilen Wasser mit 100 Teilen Schwefelsäure dargestellt. Das spezifische Gewicht beträgt nach * 1,1101,114, nach f 1,12.
Mixtiira snlfdl'lca ueida* (Liquor aeidus Hallerif), Hallersches Sauer; 1 Teil Schwelelsäure, 3 Teile Weingeist.
Acidum siiUuncniu crudum*. rohe Schwefelsäure. Klare, farblose bis bräunliche Flüssigkeit von öliger Beschaffenheit und nicht unter 1,830 spezifischem Gewicht; in 1 CG Teilen mindestens !! Teile ILSO,! enthaltend. Rohe Schwefelsäure wird im Grossen durch Verbrennen von Schwefel und Oxydation des gebildeten Schwefoldioxyds durch Salpetersäure (in Bleikammern) dargestellt. Vorsichtig aufzubewahren !
Amvciiduiig der ScInvefelNiiure. Man benutzt die Schwefel-
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1(10
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säure (für Veterlnärzweoke ist die rohe Hihire völlig ausreichend!) äusserlich als Atzmittel, innerlich teils als Antipyrcticum hei akuten lieberhaften Krankheiten (siehe Seite 157), teils als Antulot bei Karbolsäureintoxikation (siehe Karbolsäure).
Dosen der Schwefelsäure für
Pferde Kinder inittelgrosse Tiere Hunde
2,04,0 5,010,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;1,02,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 0,10,8
Hei innerlicheiu Gebrauch ist die Säure stark zu verdünnen
(nicht mehr als 1 Teil Säure zu 100 Teilen wässerigen Fluid ums). Die
Dosen des Hallerschen Sauers lassen sich nach denen der
Schwefelsäure leicht berechnen.
Cave: das auf Seite 158 angegebene, ferner Cliloride und organische Verbindungen.
3. Acidiiili li.vdrocliloricinn (Acidum hydrochloricum concentratumf), Salzsäure. Klare, farblose, in der Wärme flüchtige Flüssigkeit von 1,124 spezifischem Gewicht, welche in 100 Teilen 25 Teile HC1 enthält, mit Silbernitratlösung einen weissen, käsigen, in Ammoniakllüssigkeit löslichen Niederschlag gicbt und, mit Braunstein erwärmt, Chlor entwickelt. Man stellt sie durch Rektifikation der rohen, arsenfreien Säure her. Vorsichtig aufzubewahren!
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Acidcun hydrocliloricuni dilutimi
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verdünnte Salzsäure.
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Klare, farblose, durch Mischen von gleichen Teilen Salzsäure und Wasser (i 120 Teilen Salzsäure, 111 Teilen Wasser) erhaltene Flüssigkeit von 1,061 spezifischem Gewicht, welche in 100 Teilen 12,5 HC1 enthält.
Für tierärztliche Zwecke genügt das nicht offizineile Acidum hydrochloricum crudum, die rohe Salzsäure, eine rauchende, stechend riechende, gewöhnlich gelb gefärbte Flüssigkeit von 1,16 spezifischem Gewicht und 3033 0/0 HC1, die allerdings frei von arseniger Säure sein sollte!-
Um dies festzustellen, wird 1 oem Salzsäure mit 3 com ZitmohlorttrlöSUDg versetzt und eine ötunde bei Seite gestellt Ist Arsen zugogon, so bildet sich eine braune Trübung (dutch abgeschiedenes metallisoheg Arsen).
Rohe Salzsäure wird namentlich als Nebenprodukt der Sodafabrikation aus Kochsalz und Schwefelsäure gewonnen und ist vorsichtig aufzubewahren!
Anwendnug der Salzsäure. Man verwendet Salzsäure fast nur zu innerlichen Zwecken, z.B. zur Beförderung der Vor-
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dauung, zur Desinfektion dos Verdauüngstralitus eto, and verabreicht sie im Trinkwasser (Pferden) oder, mit 50100 Teilen Wasser verdünnt, als Einschütte.
Dosen der Malz säure ttir Pferde Rinder mittelgrosse Tiere Hunde 10,0-16,0 15,030,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 2,05,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;0,10,5
Cave: das auf Seite 158 angegebene, ferner Blei-, Silber-, Quecksilberoxydulsalze.
Rezept-Beispiele.
1.nbsp; nbsp;Acidi hydrochlorioi 80,0, Spiritus 60,0, Aq. fontan. 1 kg. Misce. Auf einmal zu geben, eventuell alle 34 Stunden zu repetieren. Für ein Rind. Bei chronischer Unverdaulichkeit.
2.nbsp; Acidi hydrochlorioi 8,010,0, Spirit, camphorat. 80,0, Dococt. corticis Salicis 500,0. Misce. Auf einmal zu geben: täglich 1 derartige (laben. Einem Rind. Bei Ruhr, Blutharnen (Siedamgrotzky),
4,nbsp; nbsp;Acidnm iiliospliorictnn-j-, Phosphorsäure. Klare, färb- und geruchlose Flüssigkeit von 1,154 spezifischem Gewioht, in 100 Teilen 25 Teile B, PO,, enthaltend; nach Neutralisation mittels Natriumkarbonatlösimg mit Silbernitratlösung einen gelben, in Ammo-niakflüssigkeit und in Salpetersäure löslichen Niederschlag gebend. Phosphorsäure wird aus dem farblosen Phosphor durch Oxydation mittels Salpetersäure hergestellt. Ihre Verwandtschuft zu den Basen ist geringer als die der Schwefel-, Salpeter-und Salz sä u re; E i vv ei ssl ö s ungo n w e r d en nieh t gef ä 111!
Anwendung. Wie Sulzsäure.
5.nbsp; nbsp;Acidiiiii acetlciim* (Aoidum aceticum concentratumf),
'Essigsäure. Klare, farblose, stechend sauer riechende und stark sauer schmecken de, flüchtige, in der Kälte krystallisierende, in Jedem Verhältnis mit Wasser, Weingeist und Äther mischbare Flüssigkeit, in 100 Teilen mindestens 06 Teile C2H402 enthaltend. Essigsäure siedet bei etwa 117quot; und hat ein spezifisches Gewicht nicht über 1,064; man stellt sie aus Natriumacetat und Schwefelsäure her.
Acidnm aceticum dllutum*t, verdünnte Essigsäure. Klare, farblose, flüchtige, sauer riechende und .schmeckende Flüssigkeit von 1,041 spezifischem Gewicht; in 100 Teilen 30 Teile C.,H40., enthallend.
Acetnin*-|-, Essig. Klare, fast farblose oder schwach gelbliche Flüssigkeit von saurem Geschmack und dem stechenden Geruch der
-Müller, Pharmakolagie,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;11
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Essigsäure; in 100 Teilen 0 Teile OgH^Üraquo; enthaltend. Essig wird gegenwärtig fast durchgängig nach dem Verfahren der Schnell-cssigfabrikation aus verdünntem Branntwein hergestellt, den man langsam über mit Essig getränkte Hobelspäne fliessen lässt.
Essig darf durch Sehwol'ohvaRsorstoll'wasscr nicht getrübt werden, Metalle (es handelt sich um Kupfer, Blei und Zink) also nicht enthalten; 20 ccm müssen, nach Vermischen mit 0,5 ccm Baryumnitratlüsung und 1 ccm ZehntelNoimal--silbernitratlösung, ein Filtrat geben, welches weder Schwefelsäure noch Chlor enthält (also weder durch eine Lösung von Baryumnitrat noch durch eine solche von Silbernitrat getrübt wird); 10 ccm Essig müssen 10 ccm Normal-Kalilauge sättigen. Der Verdamjifungsrückstand von 100 ccm Essig soll nicht mehr als 1,5 g betragen; derselbe darf einen scharfen Geschmack (nach Pfeiler, Capsicum, Kochsalz etc.) nicht zeigen und soll eine alkalisch reagierende Asche geben (mit Mineralsäuren versetzter Essig hinterlässt eine neutrale Asche) etc.
Acetum aromaticum*-)-, Gewürzessig. Nach * eine Lösung zahlreicher, ätherischer Öle in Weingeist, verdünnter Essigsäure und Wasser, nach f ein Macerat mehrerer aromatischer Droguen in Essig.
Acidum trlchloraceticum*, Trichloressigsäure. Farblose, leicht zerlliessliche, rhomboedrische Krystalle von schwach stechendem Geruch und stark saurer Reaktion, welche sich in Wasser, Weingeist und Äther lösen, bei etwa 55deg; schmelzen und bei etwa 195deg; sieden und ohne Rückstand sich verflüchtigen. Mit überschüssigem Natriumkarbonat erwärmt, entwickelt Trichloressigsäure Chloroform. Man stellt sie durch Einwirkung von rauchender Salpetersäure auf Chloral-hydrat dar.
Anwendung der Essigsäure etc.
Acidum aceticum *f und Acidum trichloraceticum *t wendet man nur zu Ätzzwecken an; Acetum*f dient innerlich namentlich als leicht zu beschaffendes Antidot bei Vergiftungen mit Ätzalkalien und als Desinficiens und Antisepticum für den Yerdauungstraktus.
Dosen des Essigs für grosse Tiere mittelgrosse Tiere kleine Tiere 100,0200,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;20,050,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;5,015,0
Cave: Das auf Seite 158 angegebene, z. B. auch Seifen, sowie kohlensaure und neutrale weinsaure Salze.
Ausserlich benutzt man Essig zu Mundwässern bei Stomatitis und Pharyngitis, zu kühlenden Umschlägen, Waschungen etc. und zur Stillung von Blutungen (siehe auch
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Seite 15G). Etwas stärker kühlend'1 wirkt das, früher mehr als jetzt verwendete Oxycrat (Oxycratum simplex: 1 Teil Salmiak, ilü 16 Teile Wasser und Essig; Oxycratum compositum: 1 Teil Kampferspiritus, 33 Teile Oxycratum simplex).
6.nbsp; Acidiim clmuiilciinrt, Clironisiiuro, CrOa. Dunkelbraunroto, stahl-glttnzende, in Wasser leicht lösliche Krystallo, die, mit Salzsäure erwärmt, Chlor entwickeln und durch Zersetzen des Kaliumdichroinats durch Schwefelsäure und Reinigung durch Umkrystallisieren hergestellt werden. Vorsichtig au tz übe wahren!
Man wendet Chromsiiure ansserlich teils zu Ätzzwocken (It'/s5), teils als Adstringens (1:20 30) an (siehe auch Seite 157). Subkutan ist sie von Karlinski bei Schlangonbiss empfohlen worden (1:100).
Cave: leicht oxydable Substanzen, z. B. auch Äther, Alkohol, ätherische Öle, Glycerin etc.
Das in 10 Teilen Wasser lösliche, dunkelgelbroto Krystallc bildende und vorsichtig aufzubewahrende Kaliumdichromat, Kalinm tlichromicHiu*, KoCr.20,, diente früher zu scharfen Einreibungen (1:10 20 Wasser), hinterlässt indessen hässliche Narben.
7.nbsp; nbsp;Acidiiin lacticuiii*t, Milchsiiuro, CjHnO,,. Klare, farblose oder schwach gelbliche, geruchlose, sirupiiso, rein sauer schmeckende Flüssigkeit von 1,21 bis 1,22 spezifischem Gewicht; in jedem Verhältnis mit Wasser, Weingeist und Äther mischbar; beim Erwärmen mit Kaliumpermanganat Aldohydgoruch gebend; bei stärkerer Hitze verkohlend und mit leuchtender Flamme ohne Rückstand verbrennend. Milchsäure, d. h. dio oflizineilo, optisch inaktive Äthyliden-Milchsiiure, wird gewöhnlich durch Gährung des Rohrzuckers mit faulem Käse etc. gewonnen und bildet einen Bestandteil der sauren Molken und der Buttermilch.
Man hat Acidum lactioum beim Pferd zu Einspritzungen in Knochen fisteln (Greine r) empfohlen.
8.nbsp; Acidnm cltriciiiii*t, Citronensäuro, CHR0,-f-11 O. Farblose, durchscheinende, luftbeständige Krystalle, welche sich in 0,54 Teilen Wasser, 1 Teil Weingeist und circa 60 Teilen Atlior lösen, bei geringer Wärme verwittern, bei höheren Wärmegraden schmelzen, beim Glühen verkohlen. Citronensäuro wird aus dein Saft noch nicht völlig reifer Citroncn durch Sättigen mit Kreide und Zersetzen des citronensauren Kalkes durch Schwefelsäure dargestellt.
Überliiissig.
9.nbsp; nbsp;Vcidiiin tartBrlcilin*tgt; Weinsäure, Gtli0Oa. Farblose, durchscheinende, säulenförmige, oft in Krusten zusammenhängende, luftbeständigo, beim Erhitzen unter Verbreitung von Karamelgeruch rasch verkohlende Krystalle, die sich in 0,S Teilen Wasser und 2,5 Teilen Weingeist lösen und aus Weinstein (durch Überführen in Calciumtartrat und Zersetzen desselben mit Schwefelsäure) dargestellt werden.
Überflüssig, ebenso l'ulvis aeropliorus* (10 Teile Natriumbikarbonat, 9 Teile Weinsäure, 19 Teile Zucker), IMilvIs aörophorus imglii-iis*, Pulvis aöro-phorusf (2,0 Natriumbikarbonat und 1,5 Weinsäure werden getrennt, erstere in gefärbter, letztere in woisser Papierkapsel, verabfolgt) und PiiItIs raquo;crophonis laxans*, Pulvis acrophorus Seydlitzensisy (7,5 Kaliumnatriumtartrat und 2,5
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Natxiumbikarbdnat worden getnisobt und in einer gefärbten Papierkapgel, 2,0 Wßin-sänre in einer weisson Papierkapsel abgegeben),
lt. Alknlicu,
boz. alkalisch reagierende Verbindungen der Alkalien
und Erdmetalle.
Es sind in nachfolgendem die Oxyde, Hydruxyde, Karbonate, Seifen und Schwefelalkalien besprochen worden: über die zum Teil hierher gehörigen Ammoniak alien ist im Kapitel über Kxpectorantia nachzulesen.
Allgemeines über die Wirbung der Alkalien.quot;
a. Örtliche Wirkung der Alkalien.
1.nbsp; Über die Atzwirkung konzentrierter Alkalien ist auf Seite 153 das Hauptsächlichste mitgeteilt worden. Am meisten korrosiv wirken die Oxyde und Hydroxyde, namentlich Kali causticum und Liquor Natri oaustici, schwächer wirkt Caloaria usta, während Magnesia usta, weil sie in Wasser so gut wie unlöslich ist, eine Atzwirkung nicht entfaltet. Von den Karbonaten kommen nur dem Kalium carbo-nioum und, in geringerem Grad, dem Natrium carbonicum. von den Schwefelalkalien dem Kalium sulfuratum und dem nicht offlzi-nellen Calcium sulfuratum kaustische Eigenschaften zu. die sich übrigens mit denen der ätzenden Oxyde und Hydroxyde keineswegs messen können. Die antiseptische Energie konzentrierter Lösungen von Ätzkali, Soda oder Pottasche, sowie der Kalkmilch ist verhältnis-mässig unbedeutend, wird indessen in der Grossdesinfektion mannigfach in Verwendung gezogen.
Bei innerUchei' Anwendung ätzender Alkalien in konzentrierter Form entsteht Gastroenteritis mit allen ihren Polge-zuständen.
2.nbsp; nbsp;In entsprechend verdünntem Zustand wirken alle diese Mittel, wie auch die Seifen, örtlich reizend, daneben (an der Haut) erweichend auf die Epidermis, losend auf eingctrockne te Absonderungsprod ukte (Hautfett, Schuppen, Borken, Krusten), zum Teil auch toxisch auf Ektozoen aller Art, und es gründet sich darauf ihre Verwendung zu erregenden, ableitenden Waschungen, Bädern und Salben, ferner gegen Räude, Eavus, Herpes und nicht parasitäre chronische Hautaffektionen verschiedenster Art.
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3. la ilen Magen eingeführt, neutralisieren (verdünnte) Alkalien sulort diu Säure und lösen zugleich den, namentlicli bei katarrhalischen Zuständen der Magensohleimhaut in reichem Mass vorhandenen Sohleimhelagi sodass eine innigere Mischung der Ingesta mit dem Magensaft ermöglicht wird. Es beruht darauf zum grossen Teil der heilsame Kinlluss, den die Alkalien bei Dyspepsien und Magen- und Darmkatarrhen ausüben Bei Verwendung der Karbonate kommt daneben die Wirkung der frei gewordenen Kohlensäure in Betracht, die nicht nur örtlich sensibilitätsver-mindernd wirkt, demnach Magehschmerz und Vomitus beseitigt, sondern auch die Magensaftabsonderung anregt und die normalen Magenbewegungen fördert,
In grosseren Dosen wirken die Karbonate der Alkalien und Erdalkalien, besonders Natriumbikarbonat und Magnesiumkarbonat, schwach abführend,
b. Resorptivwirkung der Alkalien (mit Ausnahme der Schwefelalkalien [siehe später]).
Nach Aufnahme der Alkalien (es sind Jetzt die alkalisch reagierenden Verbindungen des Kaliums, Natriums und Lithiums gemeint) ins Blut scheint eine massige Zunahme der Alkales-cenz der Organe und dementsprechend eine geringe Erhöhung des Stoffwechsels einzutreten, wenigstens beobachtet man, dass nach längerem Gebrauch, z. B, von Natriumhikarbonat in kleinen Dosen, eine auffällige Fettabnahme eintritt.
In viel ausgesprochenerem Grad steigert sich bei Verabreichung von Alkalien die Alkalescenz der Ab- und Ausscheidungen, sodass z. B. der sauere Eleischfresserharn schliesslich alkalische Reaktion annimmt. Da zu gleicher Zeit die Harnmenge nicht unerheblich vermehrt wird, sind die Alkalien schätzbare Mittel bei Nieren- und Blasenleiden, indem sie teils den Aciditätsgrad und somit die reizenden Eigenschaften des Harnes mindern, teils für eine häufigere Ausspülung der Harnwege Sorge tragen. Auch die Milch-sekretion erführt, wie viele annehmen, eine massige Zunahme, und da ausserdem der Alkaligehalt der Milch erhöht wird, empliehlt man die Alkalien bei Milchmangel und abnormer Säuerung der Milch.
Auf einer Zunahme der Alkalescenz der B ronchialsekretion beruht es ferner, wenn durch Alkalien zähe Schleimmassen, die in-
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folge katarrhalischer Erkrankung in den Bronchien angehäuft sind, zur Lockerung und Lösung gebracht werden. Die Anwendung der Alkalien, besonders der Sodapräparate, als Expectorantia gründet sich darauf.
Auch die Galle scheint an Menge zuzunehmen, dünner und alkalischer zu werden, sodass durch Alkalien Katarrhe der (lallengänge zum Verschwinden und Konkremente daselbst zur Lösung gebracht werden können.
Bei der inneren Anwendung der Alkalien pflegt man die Soda-präparato den Pottaschepräparaten, welche zwar stärker diuretiech wirken, aber leichter die Verdauung stören, vorzuziehen (siehe Diuretica).
Die Lithium salze (Lithium carbonicum etc.) sind für Haustiere belanglos. Man benutzt sie beim Menschen als Lösungsmittel für harnsaure Konkremente bei Gicht und Nephrolithiasis, indessen ist es immerhin fraglich, ob der Lithiumgehalt oder lediglich die alkalisierende Wirkung des Mittels den unzweifelhaft günstigen Einlluss auf die genannten Leiden ausübt. Zur Bevorzugung der Natriumsalze gegenüber den Kaliumsalzen trägt auch die Thatsache bei, dass letztere, wenn sie in grössercn Mengen ins Blut gelangen, lähmendquot; wirken, speziell Lähmung des Herzens (der motorischen Herzganglien), der quergestreiften Muskeln und des Centralnervensystems bedingen, während die Natriumsalze so gut wie ungiftig sind. Am intensivsten tritt die giftige Aktion der Kaliumverbindungen bei intravenöser Applikation in die Erscheinung, wo schon eine Dosis 0,1 0,2 Chlorkalium, in etwas Wasser gelöst, genügt, Kaninchen, Katzen und Hunde baldigst durch Herzlähmung zu töten. Hand in Hand mit der Herzkraft sinkt der Blutdruck; der lJuls wird un-regelmässig, aussetzend, stark verlangsamt; es kommt zu Dj'spnöe und klonischen Krämpfen. Natriumsalze äussern dagegen, selbst wenn man sie in sehr grosser Menge ins Blut spritzt, keine derartigen Wirkungen.
Während somit schon nach verhältnismässig sehr kleinen Gaben der Kaliumsalze der Tod eintritt, wenn man sie direkt ins Blut bringt, sind zur Tötung vom Magen aus sehr viel grössere Gaben notwendig, und eine toxische Resorptivwirkung kann eigentlich nur dann zu stände kommen, wenn grosse Mengen leicht diffusibler
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Kiiliumsalzc auf einmal vom leeren Magen uml Darm zur Resorption gelangen. Die H a u p t Symptome dürften indessen auch in einem solchen Fall durch die örtlichen Veränderungen (Gastroenteritis) veranlasst sein.
Die toxische Wirkung gewisser leicht löslicher Salze der Erdalkalien ist für die Praxis völlig belanglos und kann Übergängen werden. Von einer llesorptivWirkung der alkalisch reagierenden Magnesiumverhindungen kann bei ihrer schweren Löslichkeit keine Rede sein. Die besonderen Wirkungen der Kalksalze sind, soweit sie therapeutische Verwendung linden, in speziellen Kapiteln nachzulesen.
Behufs der eingehenderen Besprechung sind die Alkalienquot; in 4 Gruppen: freie Alkalien und Erdalkalien; kohlensaure Alkalien und Erden; Seifen; Schwefelalkalion eingeteilt worden.
1. Freie Alkalien uml Krdnlknlieu.
1. Kali oaustloam fllBum* (Kalium 3. Cnlcaria usta* (Calcium oxydatumt) liydvooxydatumt); Liquor Kali 4. Aqua Caloariao* (Aqua Calcisf) oaustioi*nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;6. Magnesia usta* (Magnesium oxy-
i. Liquor Natri caustici*nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;daturat)
1.nbsp; nbsp;Mali cansticniii fiisum* (Kalium hydrooxydatumf), Kaliumhydroxyd, Ätzkali, HKO. Trockene, weisse, schwer zerbrechliche, an der Luft feucht werdende Stücke oder Stäbchen, welche auf der Bruchiiacho ein krystallinisches Gefüge zeigen. Ihre wässerige Lösung giebt, mit Weinsäurelösung übersättigt, einen weissen, krystal-linischen Niederschlag. Die Darstellung erfolgt durch Verdampfen der Kalilauge. Vorsichtig aufzubewahren!
Liquor Kali canstici *, Kalilauge. Klare, farblose oder schwach gelbliche Flüssigkeit von 1,1261,130 spezifischem Gewicht, in 100 Teilen nahezu 15 HKO enthaltend. Ihre Darstellung geschieht in der Regel aus Ätzkalk und Pottasche. Vorsichtig auf zubewahr e n!
2.nbsp; nbsp;IJqnor j%'a(i*i caustici*, Natronlauge. Klare, farblose oder schwach gelbliche Flüssigkeit von 1,108 1,172 spezifischem Gewicht, in 100 Teilen nahezu 15 Teile Na OH enthaltend. Natronlauge wird durch Kochen einer wässerigen Lösung von Natriumkarbonat mit Kalkbrei gewonnen. Vorsichtig aufzubo-w a h reu!
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Auwendang lt;llaquo;s Atzkalis und Atzntitrous.
Inuerllob werden die genannten Laugenquot; lediglich als Antidote bei Säureintoxikation (1 Teil Lauge : 100 Teilen Wasser) verwendet
Aussorlicll benutzt man sie zum Atzen (Ätzkali, rein oder mit 5 -10 Teilen Wasser; Kali- oder Natronlauge, rein oder mit 25 Teilen Wasser), ferner in sehr hartnäckigen Fällen von Ekzem. sowie z u r ein 1 g e n d e n J! ä d e r n bei Räude etc. (250,0 50(',0 Kalilauge auf ein Vollbad für einen grösseren Hund) und zur De sin-fektion hölzerner Stallgerätscliaften.
Die Atzwirkung des Kaliumhydroxyds ist sehr schmerzhaft und lässt sich nicht begrenzen; der Alzschorf ist w eich, breiig und dehnt sich in dor Regel auf das Doppelte oder Mehrfache der unmittelbaren Applikationsstelle aus. Eine begrenztere Wirkung kann man durch Zumisohen von Galoarla usta *#9632;]#9632; (siehe unten) ermöglichen. Gleiche Teile Atzkali und Ätzkalk geben, mit wenig Wasser oder Weingeist zu einem steifen Brei angerührt, die früher viel benutzte Wiener Ätzpaste (Pasta oaustioa Viennensis), 2 Teile Ätzkali und 1 Teil Ätzkalk, zusammengeschmolzen und in cylindrische Formen gegosssen, die Filhosschen Ätzstifte, die namentlich zum Atzen von Fistelkanälen und vergifteten Wunden geeignet sind,
3, Calcariraquo; usla ;:' (Calcium oxydatumf), gebrannter Kalk. Atzkalk, CaO. Dichte, weissliche Massen, welche, mit der Hälfte ihres Gewichtes Wasser besprengt, sich stark erhitzen und zu Pulver zerfallen, mit 3 4 Teilen Wasser einen dicken, gleichmässigen Brei bilden, der in Salpetersäure fast ohne Aufbrausen zum grössten Teil löslich etc. Letztere Lösung, mit Wasser verdünnt und mit Natrium-aoetatlösung im Übersohuss versetzt, giebt mit Ammoniumoxalatlösung einen weissen Niederschlag. Atzkalk wird in Kalköfenquot; durch Erhitzen des natürlich vorkommenden Calciumkarbonats (Kalkspath, Marmor, Kalkstein) gewonnen.
Anwendung, Ätzkalk wird nur äusserlich benutzt und zwar teils als Ätzmittel, namentlich in Form der Wiener Ätzpaste (siehe oben), teils als Zusatz zu Räudebädern (selten!). Seine Hauptanwendimg lindet er in der Grossdesinfektion, nachdem sich herausgestellt hat, dass ein Anstrich von dicker Kalkmilch (1:2) genügt, sämtliche in Frage kommenden sporenfreien Bakterien (mit Ausnahme der Tuberkelbacillen) sicher zu vernichten. Dejektionen
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(Jnuclie eto.) würde roher, ongelösohter Kalk in grossen Mengen, jedenfalls Ms zur stark alkalisohen Reaktion der Massen, zuzusetzen sein.
4.nbsp; nbsp;Aqna Calcarlae* (Aqua Caloisf), Kalkwasser 1 Teil
gebrannter Kalk wird mit 1 Teilen Wasser gelöscht und unter Umrühren mit 50 Teilen Wasser gemischt; mich einigen Stunden wird die Flüssigkeit fortgegossen und der Bodensatz mit weiteren 50 Teilen Wasser gemischt. Kalkwasser ist ein klares, farbloses, stark alkaliseh reagierendes, circa 0,18 ü/(, Calciumhydroxyd enthaltendes Fluidum, welches durch Erwärmen oder Kiublasen von Luft unter Bildung von Calciuinkarbonat getrübt wird.
AUTrendnilg. Kalkwasser wirkt lösend auf Muoin und daneben adstringierend und wird deshalb äussorlicli als sekretionsbeschränkendes, austrocknendes Mittel bei nässenden Ekzemen, stark secernierenden Geschwüren, Verbrennungen etc, namentlich in Form des Kalklinimentsquot; (Aq. Calcariae, 01. Lini öa 100,0. Misoe. Fiat Linimeutum). sowie zu Mundwässern bei Angina und zu Inhalationen bei Katarrhen des ßespirationstraktus benutzt.
Innerlich wendet man Aqua Calcariae als säuretilgendes, stopfendes, gasabsorbierendes Mittel bei Darmkatarrhen, besonders jugendlicher Individuen, und bei Tympanitis an. Als Antidot bei Säureintoxikation ist wenn man die Oxalsäurevergiftimg ausnimmt Kalkwasser im allgemeinen zu schwach: bei Rhachitis und Osteomalacie verdienen, da Aq. Calcariae mit der Zeit Indigestion und Obstipation hervorruft, Calcium oarbonioum und Calcium phosphoricum den Vorzug,
Dosen des Kalkwassers für
grosse Tiere mittelgrosse Tiere kleine Tiere
12 Liternbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 150,0-500,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 10,030,0
Cave: Säuren (auch Tannin). Metallsalze, Karbonate, Sulfate, Alaun, Salmiak, Weinstein.
5.nbsp; nbsp;IHas^neNia iiMfa*, (Magnesium oxydatumf,), gebrannte Magnesia, MgO. Ein leichtes, weisses, feines, in Wasser fast unlösliches Pulver: in verdünnter Schwefelsäure zu einer Flüssigkeit löslich, welche, mich Zusatz von Ammoniumchloridlosung und überschüssiger Ammoniakflüssigkeit, mit Natriumphosphatlösung einen weissen, krystal-
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linisclien Niederschlug giebt. Magnesia usta wird durcli Erhitzung von Magnesiumkarbonat (siehe Seite 175) gewonnen.
Anwendung. Eine Ätzwirkung entfaltet die gebrannte Magnesia nicht (siehe Seite 16-1); ihre Hauptbedeutung liegt teils in der säurebindenden Wirkung, teils in der Fähigkeit, aus Metallsalzen die weniger schädlichen Oxyde abzuscheiden, Halogene zu binden und arsenige Säure in schwer lösliches arsonigsaures Magnesium umzuwandeln. Grüssere Mengen von Magnesia usta wirken schwach abführend.
Man wendet demnach das Mittel iimeiiich bei Magen- und D armgiihrun gen, besonders Tjmpan it is (1,0 Magnesia usta absorbiert circa 1000 com Kohlensäure), und, in Gaben, die unter Umstünden erheblich grosser als die unten angegebenen sind und dann auch sehr häufig repetiert werden müssen, bei Vergiftungen mit Säuron, Metallsalzen, Chlor, Brom, Jod, namentlich aber Arsenik an. Antidotum Arsenici albif besteht aus 75,0 Magnesium oxydatum und 500,0 warmem Wasser; noch geeigneter gegen Arsenikvergiftung ist die im Kapitel über Eisenpräparate besprochene Verbindung der gebrannten Magnesia mit Ferrisulfatlösung.
Dosen der gebrannten Magnesia für grosse Tiere mittelgr. Tiere, sowie Fohlen u. Kälber 10,020,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 2,010,0
kleine Tiere 0,11,0 Änsserllch ist gebrannte Magnesia hin und wieder als austrocknendesquot;, dabei deckendes Streupulver bei nässenden Hautausschlägen, Intertrigo, Otorrhöe etc. in Gebrauch.
II. Kohlensaure Alkalien und Knien.
1.nbsp; Natrium carbonicum*tnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; I 5. Lithium fiarbonicum*t
2.nbsp; Natrium bicarbonioum* (Na- ; 6. Lithium salicylicum*
trium hydrooarbonloumt)nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 7. Calcium oarbonloam praeoipl-
3.nbsp; Kalium oarbonioum*tnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;tatum*t undCalo, carbon.natlv,f
4.nbsp; Kalium bicarbonicum*nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;| 8. Magnoeium oarbonloim't
1. JVatriiini c-ai-lioiiilaquo;-iiiii i, Natriumkarbonat, Soda, Na, CCVf-lOH, 0. Farblose, durchscheinende, an der Luft verwitternde, alkalisch schmeckende Krystalle, welche mit 1,6 Teilen kaltem und 0,2 Teilen siedendem Wasser eine stark alkalische Lösung geben. In Weingeist ist Natriumkarbonat unlöslich; mit Säuren braust es auf
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und färbt, am Platindraht erhitzt, die Flamme gelb. Natrium oarbonicum der Pliarmaliopöe enthält circa -M Teile wasserfreies Natriumkarbonat und wird durch Umlcrystallisieren aus dem rohen Natriumkarbonat gewonnen.
Natrium carbonicuin cnidum*, rohes Natriumkarbonat. Farblose Krystalle oder krystallinische, an der Luft verwitternde Massen, welche mit 2 Teilen Wasser eine stark alkalische Lösung geben. Soda wird im (Jrossen teils nach dem Leblanc'sehen Verfahren aus Kochsalz [a) 2NaCI Hl S04=Naj S04 2HCl! b) Na,S04 2C = Na2S 20095 c) Na.2S CaC03=Na,C03 CaS|, teils nach dem sogenannten Ammoniakverfahren durch Einleiten von Kohlendioxyd in eine mit Ammoniak gesättigte Kochsalzlösung etc., teils aus Kryolith (Grönlandspath) durch Glühen mit Atzkalk und Behandeln mit Kohlendioxyd gewonnen.
Natrium rai-hoiiicuni siecum*, entwässertes Natriumkarbonat. Gröblich zerriebenes Natriumkarbonat wird bis zur vollständigen Verwitterung einer Temperatur bis zu 250 ausgesetzt, dann, bis es die ilälfto seines Gewichts verloren hat, bei 40-5üu getrocknet, hierauf durchgesiebt. Weisses, mittelfeines, lockeres Pulver.
Anwendung dor Soda. Für Veterinärzwecke ist die rohe Soda völlig genügend, umsomehr, als sie fast nur äusserllch zu Reinigungszwecken und als gelindes Reizmittel und Keratolyticumquot; bei chronischen Hautausschlägen, Verdickungen der Epidermis etc Verwendung findet, Innerlich wird Soda ausnahmsweise als leicht zu besohaß'endes Antidot bei Säurevergiftung benutzt.
2. ATatrinm bicarbonicnni * (Natrium hydrocarboni-cumf), Natriumbikarbonat, NaHC03. Weisse, luftbeständige Krystall-krusten oder ein weisses, krystallinisches Pulver von schwach alkalischem Geschmack, welches in 12 Teilen Wasser löslich, aber in Weingeist unlöslich ist. Beim Erhitzen giebt Natriumbikarbonat Kohlensäure ab und hinterlässt einen stark alkalischen Rückstand, welcher, in Säuren geworfen, Aulbrausen bewirkt. Am Platindraht erhitzt, färbt es die Flamme gelb, und es darf dieselbe, durchs Kobaltglas betrachtet, gar nicht oder nur vorübergehend rot erscheinen (Natriumkarbonat also soll höchstens Spuren von Kaliumsalz enthalten) etc. (siehe Arzneibuch). Natrium bicarbonicum wird durch Einleiten von C02 in eine konzentrierte Sodalösung oder bei Gelegenheit des Ammoniakverfahrens (siehe Sodabereitung) gewonnen.
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Amvoiulmis:. Doppelsodaquot; wird meist mir tnuerlioli benutzt als säuretilgendes, sohleimlösendes Mittel bei abnormer Säurebildüng im Magen, beim chronischen und im späteren Stadium des akuten Magenkatarrhes, bei öastroduodenalkatarrh mit Retentions-icterus, bei akuten und chrunischen Katarrhen der Respirationsorgane, bei Cystitis ohronica, ferner zur Verflüssigung und Resorption zurückgebliebener Exsudate, sowie bei Cholelithiasis, Gicht, Fettsucht, Milchmangel, schlickriger Milcb und Diabetes mellitus. Die Anwendung gegen die letztgenannte Krankheit basiert auf der Erwägung, dass die Zuckerharnruhr auf ungenügender Alkalescenz des Blutes beruhe und infolgedessen der Zucker im Blute nicht ausreichend verbrannt durch die Nieren zur Exkretion gelange. Eine vortreffliche Wirkung entfaltet Natriumbikarbonat in den meisten Fällen von Hyporemesis (Kohlensäure-Wirkung). Der abführende Effekt grösserer Dosen des Doppelsoda ist unbedeutend. Die Verordnung erfolgt als Pulver (aufs Futter), Solution, Latwerge etc., meist in Verbindung mit anderen Mitteln (Bittermitteln, Kochsalz, Greta etc.).
Dosen des Natriumbikarbonats für
Pferdenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Kinder Schafe u Ziegen Schweine Hunde
25,050,0 50,0100,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 5,015,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;2,05,0 0,52,0
Cave: Säuren, Erd-, Metall- und Alkaloidsalze, Kalkwasser, Ammoniumverbindungen.
Anssei'llcll dient Natriumbikarbonat zu Inhalationen bei akuten und chronischen Kehlkopf- und Trachealkatarrhen (bis 2 quot;/o nnd darüber, meist mit Kochsalz), sowie zum Pestreuen von frischen Brandwunden und von Harnröhrenwunden der Curni-voreu (Möller).
3. Kalium Carboillcnnt*t, Kaliumkarbonat, K5C08. Weisses, in einem Teile Wasser klar lösliches, alkalisch reagierendes, an der Luft schliesslich zerfliessendes Salz, welches in 100 Teilen mindestens 95 Teile Kaliumkarbonat enthält. Die wässerige Lösung braust, mit Weinsäurelösung übersättigt, auf und lässt einen weissen, krvstallinischen Niederschlag fallen. Am Platindrahte erhitzt, soll Kaliumkarbonat in der Flamme eine violette, dagegen nicht eine andauernd gelbe (Natrium-) Färbung geben (Weiteres siehe in den Pharmakopöen). Man stellt das (reine) Kaliumkarbunat meist durch Erhitzen des Kaliumbikarbonats her.
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17;!
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Phanuaceutlsches Präparat: Liquor Kalii oarbouioi*-^;
11 (nach f 1-0) Teile Kaliumkarbonat, 20 Teile Wasser.
Kalium carbonlcuiu enidum *t, Pottasohe. Weisses, trockenes, im gleichen Teile Wasser fast völlig lösliches, alkalisch reagierendes, an der Luft zerfliessendes Salz, welches in 100 Teilen mindestens 90 Teile Kaliuinkarbonat enthalten soll (1,0 Pottasche soll zur Sättigung mindestens 18 cem Normalsalzsäure erfordern!). Pottasche wird in neuerer Zeit in ähnlicher Weise wie Soda aus Chlorkalium hergestellt und ist seiner stark hygroskopischen Eigenschaften halber in möglichst dicht geschlossenen Steingut- oder (Jlasgefässen an trockenem Orte aufzubewahren,
An wendii na; d e s K a I i u m o a r h o u i c u m. Für Veterinärzwecke genügt Kalium carbonicum crudum. Man'gebraucht dasselbe iiiisser-lich zu .Ro in i gu ng s zwecken, in 520 quot;/0 igen Solutionen oder Salben (mit Fett, Schmierseife etc) auch zu Waschungen, Einreibungen etc. bei verschiedenen Hantaffektionen (siehe Soda), inncr-licli im wesentlichen zu denselben Zwecken und in derselben Form wie Natriumbikarbonat, Man ist der Ansicht, dass Kaliumkarbonat bei längerem internen Gebrauch weniger gut als Doppelsoda vom Magen vertragen wird, aber mit Rücksicht auf sein grösseres Dill'usions-vermögen kräftigere diuretische Wirkungen entfaltet.
Dosen des Kalium carbonicum für
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Pferde 5,0 15,(
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Kinder Schafe n. Ziegen Schweine 10,0-80,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 2,05,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 1,03,0
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Cave: Säuren, Erd-
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H n n d e 0,20,01.(1 Metall-, und Ammoniumsalze, Kalkwasser,
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Alkaloide.
4. Kalium blcarbonlcnin*, Kaliumbikärboiiat, KHCOa. Farblose, durchscheinende, völlig trockene, in I Teilen Wasser langsam lösliche, in Weingeist unlösliche, luftbeständige Krystalle, die meist durch direkte Einwirkung von Kohlensäure auf eine Kaliumkarbonatlösung hergestellt werden. Für Veterinärzwecke belanglos.
5 Jiitliiiiiii cai'boiiiCHin ;|!t. Lithiumkarbonat, LijCO,,. Weisses, beim Erhitzen im Probierrohr schmelzendes und beim Erkalten zu einer Krystallmasse erstarrendes, in SO Teilen kalten, 140 Teilen siedenden Wassers zu einer alkalischen Flüssigkeit lösliches,
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aber in Weingeist unlösliches Pulver. Salpetersäure löst dasselbe unter Aufbrausen zu einer Tlüssigkeit, welche die Flamme karminrot färbt. Lithiumkarbonat wird aus verschiedenen Mineralien (Lithionglimmer, Lepidolith) durch ein umständliches Reinigungsverfahren gewonnen.
6.nbsp; nbsp;IJtliiiim salicylicura*, Lithiumsalicylat. Weisses, geruchloses, krystallinisches Pulver von süsslichem Geschmack, welches in Wasser, sowie in Weingeist leicht löslich ist und, erhitzt, einen kohligen, mit Säuren aufbrausenden, die Flamme karminrot färbenden Rückstand
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iebt. Es wird aus Salicylsäure und Lithiumkarbonat dargestellt.
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Amveiirtmig. Man benutzt beide Lithiumpräparate als Lösungsmittel für harnsaure Konkremente bei Gicht und Nephrolithiasis des Menschen (siehe Seite 166). Bei der Gicht der Vögel könnte man 0,51 quot;^ ige Lösungen oder lithiumhaltige Säuerlinge Salzschirf (Bonifaciusquelle 0,210/oo)gt; Elster (Königsquelle 0,18 0/oo)gt; Salzbrunn (Kronenquelle) etc. #9632; als Trinkwasser vorsetzen.
7.nbsp; nbsp;Calcinm carbonicnm iiraoripitalum r, Cal-ciumkarbonat, CaCOg. Weisses, mikrokrystallinisches, in Wasser fast unlösliches Pulver. In Essigsäure löst es sich unter Aufbrausen: diese Lösung giebt mit Ammonkiinoxalatlösung einen weissen Niederschlag. Calciumkarbonat wird durch Eällen von Chlorcalcium mittels Natriumkarbonat gewonnen.
Calcium carbonicura nativumy, Greta praeparata, Kreide, Schlemmkreide. Weisses, geruch- und geschmackloses Pulver; in Wasser fast unlöslich, in Essigsäure (Salzsäure f) unter Aufbrausen fast gänzlich löslich. Kreide wird durch Mahlen und Schlemmen aus der natürlichen Kreide gewonnen.
Auwendung. Für tierärztliche Zwecke genügt die Schlemmkreide. Man wendet sie innerlich in ähnlicher Weise wie Kalkwasser als säurebindeudes und stopfendes Mittel bei Diarrhöen, besonders solchen, hei denen die Entleerungen eine sauere Reaktion zeigen, und bei Säurevergiftung (besonders Oxalsäurevergiftung) an. Betreffs der Wirkung auf Krankheiten, die auf Kalkinanition beruhen, z. B. Rhachitis, Osteomalacie, gewissen Formen der Lecksucht, sowie auf die Frakturenheilung wird Kreide vom Caloiumphos-phat (siehe dieses) entschieden übertroffen. Die Verabreichung der Kreide geschieht in der Regel mit dem Futter.
Das Legen von schalenlosen Eiern seitens der Hühner pflegt man in der Regel durch Beigaben von Mauerkalk, gestossenen Eier-
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schalen, Austerschalen etc. zum Futter zu bekämpfen, indessen würde sich auch Kreide verwenden lassen.
Dosen der Schlemmkreide für Pferdenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Rinder mittelgrosse Tiere kleine Tiere
10,025,0 25,0-50,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;3,010,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;0,52,0
Extern kann man Kreide als Streupulver, rein oder mit passenden Zusätzen, bei nässenden Ekzemen, (leschwüren etc., ferner als Liniment (mit öl) bei Kombustionen, sowie schliesslich als Zahnpulver benutzen.
Eezcpt-Beispielo.
1.nbsp; Cretae praeparatae, Natr. chlorat., Pulv. rhiz. Calami Sa 100,0. Misce. Einen gehäuften Esslöffel (bis kleine Hand) voll aufs Futter. Einem Pferd (Rind). Bei Appetitlosigkeit, Verdauungsschwäche, lecksüchtigen Symptomen etc.
2.nbsp; Cretae praeparatae 15,0, Decoct. (Macerat.) sem. Lini 20,0:400,0. Misce. Auf 4 mal in einem Tage. Einem Schaf, Fohlen, Kalb. Bei Durchfall.
8. Mag'iiesimii carbonicnm *t, Magnesiumkarbonat, 4MgC03-j-Mg(HO).2-J-4H2 0. Weisse, leichte, zusammenhängende, leicht zerreibliche Massen oder ein lockeres, weisses Pulver; in Wasser fast unlöslich, demselben aber eine schwach alkalische Reaktion erteilend. In verdünnter Schwefelsäure löst es sich unter reichlicher Kohlensäureentwicklung zu einer Flüssigkeit, welche, nach Zusatz von Ammoniumchloridlösung und überschüssiger Ammonialdlüssigkeit, mit Natriumphosphatlösung einen weissen, krystallinischen Niederschlag giebt. Magnesiumkarbonat wird in der Regel durch Ausfällen einer Lösung von Magnesiumsulfat mittels Natriumkarbonat dargestellt.
Anwendung. Wie Magnesia usta, welcher Magnesiumkarbonat betreffs der säurebindenden Energie entschieden nachsteht. Wenn bei jugendlichen Individuen eine (leichte) Abführwirkung erzielt werden soll, benutzt mau meist das sogenannte Kinderpulverquot;, Pulvis Mag-nesiae cum Rheo, über welches später nachzulesen ist.
III. Seifen.
1.nbsp; Supo kallnus venalis* (Sapo kalinnsf) 3. Spiritus saponatu8*t
2.nbsp; Sapo medicatus* (Sapo mediciualisf) | 4. Sapo vonotusf
1. Sapo lialinus venalis* (Sapo kalinusf), Schmierseife. Gelbbraun oder grünlich gefärbte, schlüpfrige, in Wasser und Weingeist lösliche Masse von alkalischer Reaktion.
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Worden 5,0 Sohmierseife in 10 com heisRem Wasser gelöst und I Baumteil der erkalteten Lösung mit 1 Baumteil Weingeist gemischt, so muss dieselbe klar bleiben und darf auch naoh Zusatz von 2 Tropfen Salzsäure einen Qookigeh Niederschlag nicht abscheiden (Prüfung .-ml beigemengte fremde Substanzen, /.. 15. Stiifkn, Harzseifc, Wasserglas etc.).
Schmierseife wird durch Kochen von schlechteren Fett- und Thransorten mittels Kalilauge gewonnen und eutbiilt neben dem als Saponilikatiousprodnkt vorhandenen Glycerin moist noch einen nicht unbeträchtlichen Überschuss an Ätzkali.
Sapo kallnus1quot;, Kaliselfe, Durch Verseifen von 20 Teilen Leinöl mit 27 Teilen Kalilange bereitet: eine gelbbräunliche, durchsichtige, weiche, schlüpfrige, schwach seifenartig riechende, in Wasser und Weingeist lösliche Masse bildend.
i-*. Saito iiiedicatiis* (Sapo medicinalisf), medizinische
Seife. Aus Schweineschmalz, Olivenöl und Natronlauge bereitet.
a 3. !P|gt;ii*itii!ü NnpoiiatuH *t, Seifenspiritus. 6 Teile Olivenöl, 7 Teile Kalilauge, 30 Teile Weingeist, 17 Teile Wasser; nach f 125 Teile venetianischo Seife, 750 Teile Spiritus, 2 Teile Lavemlelöl, 250 Teile destilliertes Wasser.
Spiritus Saponis kalinif, Kaliseifenspiritus. 2 Teile Kaliseife (= Schmierseife), 1 Teil Lavendelspiritus,
#9632;l. Sapo Venetusf, Venetianisohe Seife. Aus Olivenöl und Natronlauge bereitete, harte, weisse Seife.
Wirkung der Seilen.
Auf der Haut wirkt die Seile sowohl auf mechanischem Wege als (durch das an die Fettsäuren locker gebundene, bei gewissen Seifensorten zum Teil auch freie Kali oder Natron) auf chemischem Wege reinigend und lösend auf Hautfette, Epidermis schuppen, Krusten. Borken etc. und, bei fortgesetzter Anwendung, daneben reizend. In hervorragender Weise kommt den Seifen ferner die Fähigkeit zu, die äusseren Haut-schichten zu durchdringen und für d en Eintritt arznei-lichei Substanzen ins Corium zugänglich zu machen.
Durch ihr freies Alkali wirken manche Seifensorten schädigend auf Spaltpilze und Ektozoen (siehe Ätzalkalien). Namentlich ist dies bei der Schmierseife der Kali, die z B. in 10 quot;/(raquo;igen, auf 85quot; C erwärmten Lösungen Milzbrandsporen in 10 Minuten zu töten vermochte (Koch).
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In den Magen eingeführt, werden dio Seifen schnell durch die dort vorhandene freie Säure zersetzt. Die abgeschiedenen Fettsäuren werden im Dünndarm zum Teil durch das freie Alkali des Darmsaftes in fettsaurcs Alkali umgewandelt, zum Teil unter Mitwirkuno- desselben zur Aufnahme in die Chylusgefässe geeignet gemacht und gelangen teils auf diesem Wege, teils, an Alkali gebunden, durch direkte Diffusion in die Blutbahn. Im Blut findet eine Verbrennung zu Alkalikarbonat statt, sodass den Seifen die entfernten Wirkungen desselben zukommen.
Grössere Dosen stören den Ver d a nu ngsprozess, verursachen Übelkeit, Vomitus, Durchfall, und auch kleinere, fortgesetzte Gaben führen schliesslich zu Verdauungsbeschwerden und Abmagerung; am meisten ist dies von der Schmierseife zu erwarten, welche infolge ihres freien Alkalis in konzentriertem Zustand Haut und Schleimhäute heftig reizt.
In den Mastdarm (in Wasser gelöst als Klystier oder Infusion oder in Substanz als Suppositorium ) gebracht, bewirkt Seife sofort gesteigerte Peristaltik und baldigste Entleerung des Darminhaltes.
AmvendunR der Seifen.
Mau benutzt die Seifen iuisserlich hauptsächlich als Reinigungsmittel, sowie bei Hautkrankheiten verschiedenster Art, sobald es sich um Lösung, Fortschaffung, Abschiebung von oberen Epidermislagen, Parasiten etc. handelt. Die schädigende Einwirkung der Schmierseife auf Räudemilben mag nicht zum wenigsten darauf beruhen, dass durch die entstehende Hautentzündung die Milbengänge nebst ihrem Inhalt (Eiern, Brut, reifen Milben) .,abge-stossenquot; werden- Ferner dient Seife zu eröffnenden Klystieren (15,030,0 Schmierseife auf eine grosse, 1,03,0 auf eine kleine Klystierspritze) und Suppositorien (Hausseife in Zäpfchenform für Schweine und kleine Haustiere).
Innerlich verwendet man Seife nur noch als Gegenmittel bei Vergiftungen mit Säuron und Metallsalzen, sowie bei akutem Aufblähen, wenn sich bessere Mittel nicht sofort beschaffen lassen (30,060,0 für grosse, 8,0 -15,0 für mittelgrosse, 2,08,0 für kleine Tiere). Ausserdem dient Seife als Constituens für Dillen (z. B. Aloepillen), Latwergen. Salben etc.
Müllor, Fhansokologlo.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;12
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Für tierärztliche Zwecke genügen Sapo kaliuus venalis* (Sapo kalinusf) und (zu Suppositorien etc.) die gewöhnliche Hausseife (harte Natronseife).
Das deutsche Arzneibuch giebt an: Ist Sapo kalinus ohne nachdrücklichen Zusatz von venalis verordnet worden, so darf nur die (reine) Kaliseife abgegeben werden!
Der ofllzinelle Spiritus saponatus*-]- ist zu teuer und kann sehr gut durch eine sclbstgefertigte Auflösung von Schmierseife in Spiritus (2:110 Teilen) ersetzt werden. Er stellt dann ebenso wie der Spiritus Saponis kalinif der Pharm. Austr. ein treffliches Reinigungs- und Erweichungsmittel, ausserdem auch Reizmittel bei Dermatosen (Ekzem, Psoriasis etc.), Verstauchungen, Quetschungen, Rheumatismus etc. dar. Als Res orb ensquot; für pathologische Wucherungen und Hypertrophien, sowie für Residuen akuter und chronischer Entzündungen in unter der Haut gelegenen Organen wirkt Seifenspiritus, wie Seife überhaupt, wohl nur in Verbindung mit ausgiebiger Massage.
IV. Scliwefelalkallen.
Allgemeines über die Wirkung der Hclmefelalkalien (und des Schwefelwasserstoffes).
Die Schwefelalkalien, an der Spitze das in der Veterinärmedizin allein gebräuchliche Kalium sulfuratum (siehe unten), verdanken ihre Wirksamkeit teils der kaustischen Aktion ihres Alkalis, teils dem bereits durch schwache Säuren (Kohlensäure der Luft, Fettsäuren der Haut, Salzsäure und Fettsäuren des Magens) frei werdenden Schwefelwasserstoff, mit dem sie auch die Resorptivwirkung gemeinsam haben.
Dor don faulomlon Eiorn den chiiraktoristisclion Geruch ortoilondo, gas-lürmigo Schwefelwasserstoff ist eines der stärksten Gifte für Ektozoön. Von den vorsohiodonston Applikationsstellen, z.B. aucli der intakten Haut, wird er resorbiert und baldigst, namentlich durch die Lungen und Haut, zum Teil auch durch den Harn ausgeschieden. Ein Teil erscheint im Harn als sohwofol-sauros Alkali.
Dio Eesorptivwirkung ist hauptsächlich auf das Nervensystem gerichtet. Schon sehr kleine Dosen bewirken Mattigkeit, Schwäche, Schwindel, Atembeschwerden; grössere Gaben töten sehr schnell unter Atomnot, Konvulsionen und Paralyse durch Lähmung des llospirationsc.entrums. So sterben Pferde hol längerem Verweilen in einer Luft, welche in 250 Teilen 1 Teil SchwofolwasserstoiT enthält; Hundo in einer solchen, welche in 800, Vögel in einer solchen, welche
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in 1500 Teilou 1 Toil dos gonannten Gases enthiilt etc. Vom D arm aus ist Sobwefel-Wasserstoff, da or zunächst die Lunge passioron muss und dort zum Teil ausge-schieden wird, weniger giftig als von der Lunge aus; ein Pferd, dem Chaussier 10 Liter des Gnsos in den Mastdarm geleitet hatte, ging in 1 Stunde zu Grunde, In nicht toxischen Mengen oxporimcntell in den Dann gebracht, vorstärkt Schwofelwasserstoffgas die Poristaltik.
Zu Blut hinzugesetzt oder von Kaltblütern ins Blut aufgenommen, reduziert Schwefelwasserstoff das Oxyhäinoglobin und bildet Sulfhämoglobin und Sulfhämatin, ein Vorgang, welcher im Warmblüter in nachweisbarer Intensität meist erst nach dem Tod zu stände kommt Das Blut nimmt schliesslich eine tintenartigo, grünlichsclnvarzo Färbung an.
1. Kalium 8Ulfuratum*tnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;i 2. Calcium oxysulfuratumf
1.nbsp; nbsp;Malium salfnratuni*t, Schwefelleber. Durch Mischeu und Erhitzen von 1 Teil Schwefel und 2 Teilen Pottasche gewonnene, leberbraune, später gelhgrüne Bruchstücke, welche schwach nach Schwefelwasserstoffriechen, an feuchter Luft zerlliessen und sich in 2 Teilen Wasser bis auf einen geringen Rückstand zu einer alkalischen, gelbgrünen, etwas trüben Flüssigkeit lösen. Das Präparat ist ein Gemenge von Kaliumtri-sulfid, K, S3, Kaliumsulfat, K SO.,, und Kaliumthiosulfat, Kj S., 03. Durch verdünnte Säuren wird die Lösung unter Abscheidung von Schwefel und Entwicklung von Schwefelwasserstoff zersetzt.
Für externe Zwecke genügt das in der Pharm. Austriaca aufgeführte, wesentlich billigere Kalium sulfuratum pro b a 1 n e o f.
2.nbsp; nbsp; Calcium oxysulfuratumy findet in der Tiermedizin keine Verwendung.
Anwendung der Schwefelleber.
Die überaus unangenehm riechende und schmeckende Schwefelleber wird innerlich höchstens noch als Antidot für Metallintoxi-kationen (in schwacher Lösung, als Pille oder als Latwerge) angewendet.
Dosen der Schwefelleber für
grosso Tierenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; mittelgrosse Tierenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; kleine Tiere
5,015,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;0,52,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 0.020,2
Cave: Säuren (auch Tannin), saure Salze, Metallsalze, Chlor, Jod, Brom.
Man kürze auf dem Rezept nicht Kai sulf., da dies auch Kalium sulfuricum bedeuten kann!
{Achtung! Das Fleisch riecht nach SchwefelwasserstoffI)
12*
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Grössere Dosen als die genannten (z. B. 30,0(50,0 für Pferde und Kinder, 2,0 für Hunde) bewirken Koliksymptome und die oben geschilderten Erscheinungen der Schwefelwasserstofl'vergittung in massiger Intensität; noch grössere Gaben führen zum Tod. So starb ein Hund schon auf 3,75, nachdem das Erbrechen durch Schlundunterbindung unmöglich gemacht worden war (Hartwig).
Äusserlich wird Kalium sulfuratum in Form von 1 10 quot;Z,, igen Lösungen oder 510u/oigen Salben als macerierondes und daneben reizendes Mittel bei verschiedenen chronischen Hautaffektionen, sowie in Form von 5 100/oigen Waschungen oder circa 0,5 ^igen Bädern als Antiparasi ticum, namentlich bei Acarus-Ausschlag, angewendet. Die hierorts bei Hunden nicht selten zur Einleitung von Eäudekuren und zur Beseitigung von Läusen verordneten Schwefelleb erb äder werden in der Weise ausgeführt, dass in einem grossen Bad (von circa 100 Liter) 300,0, in einem kleinen Bad 100,0200,0 Schwefelleber gelöst und danach die gleiche Menge verdünnter Schwefel- oder Salzsäure hinzugesetzt wird. Trotzdem der Patient 1/4 Stunde oder länger in der stinkenden Flüssigkeit verweilen muss, ist bis jetzt nur in zwei Fällen eine schnell vorübergehende Ohnmacht beobachtet worden.
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IX. Kapitel.
Expectorantia, den Auswurf befördernde Mittel.
Man bezeichnet als Expectorantia Mittel, welche dazu dienen, in den Luftwegen stagnierende Massen, namentlich zähen Schleim, seltener Blut, entzündliche Exsudate, Gewebsfetzen, Parasiten, von aussen eingedrungene Fremdkörper etc., nach aussen zu befördern.
Die Ausstossung aller dieser Massen durch Husten ist häufig eine nur ungenügende oder schwierige, manchmal auch mit quälenden Schmerzen verbunden, und es kommt dann den Expektorantien die Aufgabe zu, diesen Vorgang anzuregen oder zu erleichtern, weniger schmerzhaft zu gestalten. Die in gedachter Richtung wirksamen Mittel lassen sich in der Hauptsache in zwei Gruppen teilen:
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Diejenigen der ersten Gruppe scheinen ihre Aufgabe in der Weise zu erfüllen, dass sie einerseits den vorhandenen zähen Schleim durch Auflösung des Mucins verflüssigen oder geradezu die Schleim-sekrotion in den Atmungswegen vermehren, bez. durch Erzeugung reichlichen, dünnen Sekrets eino Erweichung, Verflüssigung und Loslösung der Auswurfsmassen bewirken, andererseits daneben die Thätigkeit des ausstossenden Mechanismus dor Flimmerbewegung, Muskulatur steigern. Einige besitzen wahrscheinlich auch die Fähigkeit, übermässige Sekretion zu vermindern und ausscrdem vermöge antiseptischer Eigenschaften die Zersetzung stagnierender Sekrete hintanzuhalten.
Der zweiten Gruppe gehört der grösste Teil der Brechmittel an. Es kommt nach grösseren Gaben zu Vomitus, nach kleinen (etwa den 10. Teil der Brechdosis betragenden) neben Ekel (Nausea) zur Verflüssigung und Lösung der in den Luftwegen befindlichen Auswurfstoffe.
Mittel.
Zur crsteren Gruppe zählen viele ätherisch-ölige, harzige und balsamische Mittel, ferner die Alkalien, Ammoniakalien, saponinhaltigen Droguen, Jodkalium und Pilokarpin. Zur zweiten Gruppe sind zu rechnen die Antimonialien, besonders Brechweinstoin, ausserdem Radix Ipecacuanhae und Apo-m o r p h i n.
In Nachstehendem ist nur ein Teil der genannten Mittel in folgender Reihenfolge: I. Ammoniak alien, II. Saponinhaltige Droguen. III. Expektorierend wirkende ätherische Öle, Harze und Balsame besprochen worden, der Rest findet sich seiner sonstigen Wirkungen halber an anderen Stellen dieses Buches abgehaadelt).
I. Ammoiiinknlioii.
Gemeinsame Wirkung der Auimoniakalien.
Ammoniak und seine Verbindungen sind Nervengifte und wirken vorwiegend auf das Rückenmark und die Medulla oblongata, bez. das Atmungscentrum, vasomotorische Centrum und Vaguscentrum, vielleicht auch auf die peripheren Vagusendigungen in den Lungen. Das Grosshirn scheint dagegen nicht oder nur wenig angegriffen zu werden.
Eutsproclieml grosso Gilben von Salmiakgeist, dor übrigens nach KiogIer
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J.82_
s tarko (lesinficiorondo EigOUBObaften entfalten soll, bewirken an Frösohon nach boliebitjer Applikation heftigen Tetanus, dorn bald Erschöpfung folgt. Bei Warmblütorn tritt nach subkutaner Applikation Steigerung dor Reflexerregbarkeit, nach intravenöser Injektion heftiger Totanus und Opisthotonus auf. Die Wirkung auf Atmung und Kreislauf macht sich bei intravenöser Anwendung von verdünnter Ammoniakllüssigkoit oder von Ainnioniumsalzlösungcn hauptsächlich durch aussorordontliche Beschleunigung der Atmung und starke Steigerung dos Blutdruckes bomerklich. Alles dies geht schnell vorüber. Nach Todesgaben sinkt der Blutdruck jäh herab.
Als tödliche Gaben nennt man vom (unverdünnten!) Salmiakgeist für ßindor 60,0 (Müller und andere), für l'ferdo 80,0 und 90,0 (Hortwig), für Hunde 2,16 (Orfila); vom Salmiak für Pferde 750,0, innerhalb 5 Tage verabreicht (Delafond), für Hunde 68,0 bei Unterbindung des Schlundes (Orfila), für Kaninchen 2,0 (Arnold); vom Ammonium carbonicum für Hunde 10,0 (Orfila), für Kaninchen 24,0 (Mitschorlich); grosso Haustiere vertragen nach Hertwig 60,0 des Mittels ohne Nachteil. Die Symptome setzen sich aus denen der oben geschilderten Entferutwirkung und denen der örtlichen Wirkung (siehe unten) zusammen.
Daneben üben Ammoniak und die Ammoniumverbindnngen einen erregenden Einfluss auf die Sekretionen, besonders des Tracheal-und Bronchialschleimes und des Schweisses aas und wirken daneben schleimlösend, ein Effekt, der sich in erster Linie an der Applikationstelle, in zweiter (als Resorptivwirkung) auch in den Luftwegen bemerklich macht. Man nimmt vielfach an, dass aus der gereichten Ammoniakalle im Blute kleine Mengen von Ammoniumkarbonat gebildet und auf die Respirationsschleimhaut ausgeschieden werden. In der Hauptsache gehen übrigens die Ammoniumverbindungen im Organismus in Harnstoff über.
Sämtliche Ammoniakalion wirken örtlich irritierend. Am schärfsten ist dies beim Ammoniak ausgesprochen, welcher sich in dieser Beziehung analog den Ätzalkalien (auch betreffs der Wirkung auf Hautfette etc.) verhält, wenn er auch nicht so intensiv wie diese reizt bez. ätzt. Das heftig brennende, eventuell schmerzende Gefühl bei Einreibungen mit Salmiakgeist beruht darauf, dass das flüchtige Ammoniak sehr schnell durch die Epidermis bis zu den sensiblen Nervenendigungen vordringt und diese reizt.
Bei den nicht flüchtigen Ammoniakalien, z. B. dem Salmiak, macht sich die örtlich reizende Wirkung nur bei innerlicher Anwendung und zwar insofern bemerklich, als sehr grosse einmalige Gaben Gastroenteritis, längere Zeit fortgesetzte mittlere Gaben schliesslich Ruinierung des Appetits und der Verdauung herbeiführen.
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1.nbsp; Liquor Ammonii Raustid*nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 4. Ammonium obloratum lor-
(Ammoniat)nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;rat urn*
2.nbsp; Ammonium oarbOüloum*tnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 5- Llquov Ammonii acctici*
3.nbsp; Ammonium c.liloratunr'tnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;(Ammonium aoetloum solutumt)
1. TJqnor Ammonii canstici:i; (Ammonia*), Ammoniak-
flüssigkoit, Salmiakgeist. Klare, farblose, flüchtige Flüssigkeit von eigentümlich stechendem (Jcruch und stark alkalischer Reaktion, welche bei Annäherung von Salzsäure dichte, weisse Nebel bildet und eine 10 0/0 wässerige Lösung des als Ammoniak (NHtt) bekannten Gases darstellt. Ihr spezilisches Gewicht beträgt 0,9()0; Salmiakgeist wird gegenwärtig als Nebenprodukt bei der Leuchtgasfabrikation in grossen Mengen gewonnen.
Jlit 4 Kamnteilen Kalkwasser gemischt, darf die Flüssigkeit sich nicht trüben and, mit 2 Baumteilen Wasser verdünnt, weder duroh Schwelelwasserstoffwassor, noch durch Aramoniumoxalatlösung rerändert werden (Criifung auf mehr als 1!tll0jo Kohlensäure, sowie auf Metalle und Kalk). Animoniakllüssigkoit, welche man mit Essigsäure übersättigt hat, darf durch liaryimmitratlosung nicht vorändert, auch, nach Zusatz von Salpetersäure, durch Silbernitratlösung nicht mehr als opalisierend getrübt werden (Prüfung auf Sulfate und auf Chloride in mehr als Spuren). Mit Salpotersäuro übersättigt und zur Trockne verdampft, muss sie einen farblosen, bei hOherei Wärme llüchtigeu Rückstand hinterlassen (Prüfung auf Anilin, Pyridin, Toluidln und andere, dem Teer entstammende Individuen), ö com Ammoniak-flüssigkeit sollen zur Sättigung 28 bis 28,2 com Normal-Salzsäure verbrauchen,
Pliiirinaceutisclio Präparate: Liquor Ammonii anisatus* (Liquor Ammoniac anisatus f), anishaltige Ammoniaktlüssigkeit; 1 Teil Anisöl in 24 Teilen Spiritus gelöst, dazu 5 Teile Ammoniakflüssigkeit. Elixir e sueco Liquiritiae*, Brustelixir; 1 Teil Süssholzsaft, :? Teile Fcnchelwasser, 1 Teil anisölhaltige Ammoniakflüssigkeit. Linimen-tum amm oni at um *f, flüchtiges Liniment; 1 Teil Ammoniaktlüssigkeit, 3 Teile Olivenöl, 1 Teil Mohnöl; nach f 1 Teil Ammoniakflüssigkeit, 4 Teile Olivenöl. Linimentum ammoniato-campho-ratum, llüchtigcs Kampferliniment; 1 Teil Salmiakgeist, 1 Teil
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ohnöl, 3 Teile Kampferöl. Spiritus saponato-camplioratus*,
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flüssiger Opodeldok; 12 Teile Ammoniakflüssigkeit, 1 Teil Tliymian-öl, 2 Teile Rosmarinöl, GU Teile Kampferspiritus, 175 Teile Seifenspiritus. Linimentum saponato-camphüratiim*f, Opodeldok.
Anwendung. Über die Wirkung des Salmiakgeistes ist das Wissenswerte auf Seite 181 mitgeteilt worden. Man benutzt ihn innerlich 1) als gas-(GO.,-)absorbierondes Mittel bei akuter Trommelsucht des Rindes, dem man 15,025,0 Salmiakgeist, mit einer Weinflasche voll Wasser oder aromatischem (Kümmel-, Pfefferminz-) Infusum ver-
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dünnt, einschüttet, und 2) als Expeotöraas für kleine Haustiere. Es steht, zu letzterem Zweclie der zugleich carminativ und cxci-tierend wirkende Liquor Aiumouü anisatus*#9632;(, von welchem man Hunden 0,250,5 (510 Tropfen), Katzen 0,1-0,25 (25 Tropfelaquo;) mit Zuokerpulver, Wasser etc. verdünnt eingehen kann, sowie das Elixir e succo Liquiritiae*, welches man Hunden zu 1,02,0 (bis l/j Kalfelöffel voll) zu vorabreichen pliegt, zur Verfügung.
Als flüchtig erregendes Mittel in Collapszuständen, nach grossen Verletzungen, bei narkotischen Vergiftungen etc. ist Salmiakgeist ebenso unzuverlässig wie als Antidot bei Intoxikationen mit .Säuren.
Ausserlich benutzt man den Salmiakgeist, rein oder nur wenig verdünnt, als Caustic um zur Beseitigung kleinerer Tumoren (z. B. Papillome), gegen Strahlkrebs, zur Verödung von Drüsen (bei Ganglisteln), bei Schlangenbissen (örtlich und, mit der doppelten Menge Wassers verdünnt, subkutan und intravenös), Insektenstichen etc., sowie, in schwächeren Konzentrationen, teils zur Hervorrufung derivatorischer Hyperämie und Entzündung der Haut, teils zur Beförderung der Resorption bei den verschiedensten chirurgischen Zuständen (siehe Seite 110). Als Zusatzmittel in den letztgedachten Fällen verwendet man meist Kampferspiritus und Terpentinöl, wenn man nicht vorzieht, sich der olfizinellen Präparate: Liuimeutum auunoniatum*f, Linimontuiu amnioniato-camphoratum* oder Spiritus saponato-camplioratus* (Linimentum saponato-oamphoratum*! ist für tierärztliche Zwecke unbrauchbar) zu bedienen. Zu Einpinselungen ins Auge bei hartnäckigen Hornhauttrübungen hat Guerin eine 5 0/0ige wässerige Lösung des Salmiakgeistes empfohlen; eine halbe Stunde nach ihrer Applikation soll das Auge mit kaltem Wasser überrieselt und zugebunden werden.
C a v e: Säuren, saure Salze, Erd-, Metall- und Alkaloidsalze, ferner auch Substanzen mit freiem Jod, Chlor oder Brom (Chlorkalk, Jodtinktur etc.).
2. Aniinoniiim carboiiicnin:!:t, Ammoniumkarbonat, Hirschhornsalz, NH4. HCOs -f NH40. NH2. CO. Farblose, dichte, harte, durchscheinende, faserig-krystallinische Massen von stark ammoniaka-lischem Geruch, die mit Säuren aufbrausen, an der Luft verwittern und häufig an der Oberdäche mit einem weissen Pulver bedeckt sind.
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Ammoniumkarbonat ist in der Wärme völlig llflchtig und in ungefähr 5 Teilen Wasser langsam, aber vollständig löslich. Man stellt das Mittel fabrikmässig durch Erhitzen (bez. Sublimation) von Salmiak mit Calciumkarbonat dar.
Amvondung. Ammoniumkarbonat ähnelt in seiner Aktion dem Salmiakgeist, wirkt indessen milder und wird deshalb bei inner-liclior Anwendung diesem vorgezogen. Man giebt es nur noch selten als Expeotorana oder Excitans, teils als Einschütte (stark mit Wasser verdünnt), teils als Pille. Als Diureticum und Diaphoreticum steht das unangenehm schmeckende und riechende Mittel den pflanzensauren Salzen entschieden nach.
Dosen des Ammonium k a r b o n a t s für
Pferdenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Rindernbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;mittelgrosse Tiere Hunde
10,020,0 20,0-50,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 2,05,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;0,21,0
Cave: Alkalien, Säuren, saure Salze, Erd-, Metall- und Alkaloid-salze, Wärme.
'?. Ainmoninm i'iiloratmn v. Ammoniumchlorid, Salmiak, NH4 Cl. Geruchlose, weisse, harte, faserig-krystallinische Kuchen oder weisses, färb- und geruchloses Krjstallpulver; luftbeständig, von kühlend-salzigem, dabei widerlich bitterem (ieschmack, beim Erhitzen flüchtig, in 3 Teilen kaltem und 1 Teil siedendem Wasser löslich, in Alkohol fast unlöslich. Die wässerige Lösung giebt mit Silbemitratlösung einen weissen, käsigen, in Ammoniakflüssigkeit löslichen Niederschlag und entwickelt, mit Natronlauge erwärmt, Ammoniak.
Die wässerige 5 0/oige Lösung sei neutral und darf weder durch Schwefelquot; wasserstoffwassei, noch durch Baryumnitrat-, Änunoulumoxalatlösung oder ver-diinnto Schwefelsäure verändert, noch, mit Salzsaure angesäuert, auf Zusatz von Eisenchloridlösung ^orötet worden (Prüfung auf Motalfe, Sulfate, Kalk-, Barvtsalze, Schwefeloyanammoniura) | 20 com der gleichen wässerigen Losung dürfen durch 0,5 com Kafinmferroeyanidfösung nicht sofort gobfäut worden (Prüfung auf Eisen); 1 g des Salzes, mit wenig Salpetersäure im Wassorbade zum Trocknen verdampft, rauss einen weissen, hei höherer Wärme ilüchtigen Rückstand gehen (Prüfung auf Teorstofl'e und sonstige organische Verunreinigungen, sowie auf feuerbeständige Beimengungen).
Man stellt Salmiak heutzutage durch Neutralisieren der ammoniak-äialtigen Teerwässer der Gasfabriken mit Salz- oder Schwefelsäure dar. Die Lösung wird eingedampft und der Rückstand durch Sublimation, wenn Schwefelsäure verwendet wurde, unter Zusatz von Chlornatrium, gereinigt.
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Amreiiduiig. Iimerlicli ist Salmiak infolge seiner hervorragenden mucinlosenden Wirkung ein treffliches Mittel bei nicht zu sehr entzündlichen katarrhalischen Leiden der Luftwege. Auch hei chronischen und inx zweiten Stadium befindlichen akuten Magenkatarrhen kann das Mittel mit gutem Erfolg benutzt werden, doch wird durch allzu langen Gebrauch das Übel nicht selten verschlimmert. Als Diureticum, Antiplasticum und Dia-phoreticum steht Salmiak anderen Mitteln, z. B. den Karbonaten und Acetaten der Alkalien und dem Karlsbader Salz, entschieden nach.
Die Darreichungsform ist die der Pillen, Latwergen und Solutionen, doch pflegen PJlanzenfresser, besonders Pferde, Salmiak auch auf dem Futter gern anzunehmen. Die bei kleinen Tieren seit alten Zeiten gebräuchliche Mixtura solvens besteht aus 5 Teilen Salmiak, 100 150 Teilen Wasser und 10 Teilen Succus Liquiritiae und wird kaffee- bis esslöffelweise verabreicht. Dosen des Salmiaks für Perdenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Rinder mittelgrosse Tiere kleine Tiere
5,015,0 10,025,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 2,05,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;0,21,0
Cave: Basen, basische Salze der Alkalien und Erden, Alaun, Schwefelalkalien, Metallsalze, namentlich Silber-, Blei- und Quecksilbersalze, Metallgefassc
Ansserlich dient Salmiak teils zu Inhalationen (in 1 0/oiS01' Lösung) bei Bronchitis etc., teils zu resorbierendenquot; Umschlägen bei entzündlichen Schwellungen etc., teils zu Kältcmischungen. Die sogenannten Schmuckerschen Pomontationen werden kurz vor ihrer Anwendung aus aii 1 Teil Salmiak und Salpeter, 12 Teilen Essig und 40 Teilen Wasser bereitet (siehe auch Oxycratum simplex und Oxycratum compositum auf Seite 163).
Rezept-Beispiele.
1.nbsp; Ämmon. ohiorat. 30,0, Rad. Liquirit., Fruct. Foeniculi, Pad. Althaeae aa 50,0. Aq. f. q. s. Fiat Electuarium. Innerhalb eines Tages zu verbrauchen. Einem Pferd; bei Katarrh der Luftwege.
2.nbsp; Ammon. chlorat. 8,015,0, Mus. flor. Sambuci 30,0:500,0. Misce. Auf einmal und täglich 34 solcher Gaben zu geben. Einem Rind; bei katarrhalischen Zuständen und Kopfkrankheit (Weiss).
3.nbsp; Ammon. chlorat. 10,0, Rad. Liquirit. 30,0, Sirup, q. s. Fiat Electuarium. 84stflndli6h einen kleinen Spatel voll. Einem Schwein; bei Lungenkatarrh und Lungenentzündung.
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4.nbsp; nbsp;Aminoiiinm cliloratum rerralmn , Bisen-
salmiak. Rotgelbes, un der Luft feucht werdendes, in Wasser leicht lösliches Pulver, welches in 100 Teilen ungefähr 2,5 Teile Eisen enthält und durch Eindampfen von 82 Teilen Salmiak und 9 Teilen Eisenchloridlösung bereitet wird.
Auwendniig. Eisensalmiak vereinigt die Wirkung des Salmiaks und Eisens und kann in den Dosen des erstgenannten Mittels bei Anaomie in Begleitung von Katarrhen der Luftwege benutzt werden. Grössere Dosen ruinieren die Verdauung und verursachen manchmal Diarrhöe.
5.nbsp; nbsp;Uqnor Ammonii acetici* (Ammonium acoticum solutumf), Ammoniumacetatlösung, Mindercrs Geist, C._, H.t (NHJ 0,_, -j-aqua. Klare, farblose, vollkommen üüchtige, neutrale oder kaum saure Flüssigkeit, die man durch Neutralisation von verdünnter Essigsäure mit Ammoniakflüssigkeit (nach f von verdünnter Essigsäure mit Ammoniumkarbonat) und Versetzen mit destilliertem Wasser bis zum spezilischem Gewicht von 1,0321,034 (nach f 1,03) darstellt.
Anwendung. Ammoniumacetat verbrennt im Organismus zu Ammoniumkarbonat und steht seit altersher in dem Ruf. hervorragend diaphoretisch zu wirken. Man wendet es gelegentlich in der Hundepraxis im Beginn von Bronchialkatarrhen, katarrhalischen Pneumonien und Staupe zu 5,015,0 in Verbindung mit warmem Flieder- oder Lindenblütenaufguss (am besten in einigen schnell aufeinanderfolgenden Gaben) an.
Rezept-Beispiel.
Liquor. Ammon. acetici 20,0, Infus. flor. Sambuci 15,0:100,0. Misce. Auf 3 mal in 4 stündigen Zwischenräumen (erwärmt) einzugeben. Einem Hund. Im Beginn eines Bronchialkatarrhes oder der Staupe.
IT. Ssi|gt;oniiili:iUi{gt;lt;k Vrognon.
Unter dem Sammelnamen Saponinequot; (saponinartige Stoffe, Mitglieder der Saponingruppo) versteht man eine Reihe chemischer Körper, welche glykosidischer Natur sind, in Wasser ähnlich wie Seife schäumen und in sehr vielen Pflanzen gefunden werden. Namentlich reichlich kommen sie in der Familie der Garyophyllaceen (in Saponaria officinalis, Agrostemma Githago, Herniaria glahra, Gypsophila Struthium etc.), der Polygaleen (in Pol3Tgala Senega etc.), der Sapindaceen, Scrophularineen (in Digitalis purpurea etc),
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Primulaceon (in Cyclamen europaeum), Smilaceon, Solanaceen, ferner in wenigen Eosaceen (z. B. Quillaia Saponaria) und Caesal-plniftoeen etc. vor.
Mehrere saponinhaltige Droguen (Badix Saponariae, Radix Gypso-pliilae, Cortex Quillaiae etc.) werden technisch und ökonomisch als Ersatzmittel für Seife verwendet, einige, besonders die Korurade-samen (Samen der einhoimisohen Agrostemma Githago), können zu Intoxikatiousersclieimingcii Veranlassung gehen, sobald sie in grössersn Mengen mit dem Futter (z. B. bei Verunreinigung oder Verfälschung des Futtermehls durch Kornrademehl) aufgenommen werden.
Die Giftigkeit der einzelnen Saponinequot; ist keine gleiche. Am intensivsten soheiut das Kornrade-Sapotoxin zu wirken, welches vom Verdauungskanal und der Subcutis gut resorbiert wird, während viele andere Saponine, z. 13. diejenigen der oflizinellen Quillaia-rinde und Senegawurzel, von den genannten Applikationsstellen nur langsam und in geringer Menge zur Aufnahme gelangen und meist nur örtlich reizend wirken (siehe übrigens unten). Diese lokale Aktion äussert sich bei innerlicher Anwendung durch Salivation, Vomitus, Ruinierung des Appetits und Diarrhöe, bei subkutaner durch Nekrose und Eiterung an der Einstichstelle. Ins Blut gespritzt, verursachen die meisten Saponine Gastroenteritis, sowie Lähmung des Centralnervensystems und der Muskulatur, ein Erfolg, der auch nach interner Aufnahme entsprechend grosser Mengen der Kornradesamon zu erwarten ist. Nur Schafe und Kaninchen scheinen sich der Kornrade gegenüber sehr widerstandsfähig zu verhalten, indessen kommt es wahrscheinlich auf den Zustand des Verdauungstraktus an. So sah man, dass Schweine die Knolle des Alpenveilchens (welche das fast ebenso giftig wie Sapotoxin wirkende Cyclamin enthält) mit Vorliebe und ohne Nachteil verzehrten, so lange der Darmkanal völlig intakt war; bestand Darmkatarrh, so erfolgte der Tod (Kobert u. a.).
Kleine Mengen saponinhaltiger Droguen, innerlich genommen, erzeugen Kratzen im Halse, Hustenreiz und vermehrte Schleimab-sonderung in den Luftwegen; es beruht darauf ihre Benutzung als erregendequot; Expectorantia.
1, Radix Sonegae*tnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;I 2. Cortox Quillaiao*
1. Radix Senegae *t, Senegawurzel. Der Wurzelstock etc. von Polygala Senega (Polygalaceae, Polygalinae; Diadelphia
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Octandria), einer in trookenen Wäldern Nordamerikas wachsenden, aus-dauornden, unseren einheimischen Polygalaspezies nicht unähnlichen, weiss oder rötlich blühenden Pflanze.
Es wird der knorrige, mit zahlreichen Stongolrcston und rötlichen Blatt-gohuppea versohene Wurzelstook samt dor oben geringelten, höchstens 1,5 ova
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dicken Wurzel und ihren wenigen, auseinander-fahrenden, bis 2 dm langen, einfachen Ästen verwendet. Auf der gelhlichen Kinde pilegt sich ein Kiel zu erheben, welcher um den Wurzelast herumläuft; dem er.steren gegenühor zeigen sich gewöhnlich QaerirttUte, (Figur 86.) Von der nicht üher 1 mm diclfon Rinde hefreit, zeigt sich der mark-lose Holzcylindor an zahlreichen Stollen eingerissen und ausgehöhlt. Seuegawurzei enthalt kein Stärkemehl; sie riecht etwas ranzig und schmeckt scharf kratzend.
Durch die Abwesenheit von Stärkemehl lässt sich dio Sonegawurzel sehr leicht von der sogenannten amorikanischon Ginsengwurzel (von I'anax quinquefolius) und durch den scharf kratzenden Geschmack und dio charakteristische Kiclbil-
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dung von der sogenannten woissen Sonega-
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wurzel (von Polygala alba) oder anderen Bei-mengungon unterscheiden.
Als wirksame Bestandteile werden zwei Glykoside: die Polygalasäure und das
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Figur Sti. Radix Senegae sehr wenig verkleinert (a.)| b. dieselbe auf dem Querschnitt.
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neutrale Sencgin genannt.
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Pliarmaceutisches Präparat: Sirupus Senegae*!, negasirup,
A n weiidung. Die Senegawurzel wird nur innerlich
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Seals
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Expectorans bei B r o n c h i a 1 k a t a r r h und P n e u m o n i e verwendet. Man verabreicht die unten genannten Dosen als Pille, Latwerge oder Infusum. Bei kleinen Tieren kann der, einem stark versüssten, 5 quot;/o igen öenegaaufguss entsprechende Sirupus Senegae^t in Dosen von 10,030,0 benutzt werden.
Dosen der Senegawurzel für Pferde mittelgrosse Tier e Hunde 5,015,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;2,05,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 0,5-1,5
Rezept-Beispiele. 1. Bad. Senegae pulv. 15,020,0, Ammon. chlorat. 30,0, Rad. Liquiritae, Rad. Älthaeae aa 40,0, Aq. f. q. s. Fiat Electuarium.
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Innerhalb 24 Stunden zu verabreichen. Einem Pferd (Rind). Kräftiges Expectorans.
2. Infus. rad. Senegae 10,0:120,0, Sirup. Liquiritiae 15,0, Liq. Ammouii anisat. 4,0. Misce. 24 stündlich ,/91 Esslöffel voll. Einem Hund. Bei Bronchitis, Staupe etc.
2. Cortex Qiiillaiae *, Seifenrinde. Die innere Rinde der südamerilcanischen, baumartigen Q u i 11 a i a S a p o n a ri a (Spiraea-ceae-Rosaceae).
Vorwiegend flache, oft 1 dm broito und gogen 1 m lange, bis 1 cm dicke, oder boinalio rinnenfönnigo Stücke von ziemlich rein woisser .Farbe, abgcsolien von Überresten des abgeschälten, roten, äusseren Bindengewebes. Seifenrinde bricht zähe und splitterig und zeigt unter der Lupe überall glänzende Prismen von Calcium-oxulat. Ihr Geschmack ist schleimig und kratzend; ihr Pulver reizt zum Nioseii.
Als wirksame Bestandteile werden von Kobert Quillaia-säure und Sapotoxin genannt.
Anwemluug. Man kann Quillaiarinde in derselben Eorm wie Senega-wurzel, aber in etwas kleineren Dosen (z. B. einem Hund 2,0-4,0:150,0 Infus oder Dekokt; 2 ;5stündlich kaffee- bis esslölfelweise) verabreichen. Verbesserungsmittel für den Geschmack sind überllüssig.
III. Kxpektoriereud wirkende tttherimelie Öle, llary.laquo;- und italsume.
1.nbsp; Oleum Torebintliinao*f (und I 7. Kesina Dammar*t
Terebinthina*t)nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;8. Mastixf
2.nbsp; Torpinum hydratum*nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; I 9. Elemif
5.nbsp; Bonzoc*tnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;10. Olibanumt
4. Myrrha*tnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 11. Radix Pimpinellao*
ö. Ammoniacum^tnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;12. Kadix Holenii
6.nbsp; Qalbanum*t
1. Olenin Terebintliinae *t, Terpentinöl.
Das durch Destillation mit Wasser gewonnene, ätherische öl der Terpentine, vorzüglich derjenigen von Pinus Pinaster, sowie von Pinus australis und Pinus Taeda (Abietinoae, Coniferae; Monoecia Monadelphia).
Farblose oder schwach gelbliche, eigentümlich riechende, bei 150160quot; siedende Flüssigkeit von 0,8550,865 spezifischem Gewicht, Behufs Befreiung von Harzsäuren und Spuren von Essigsäure und Ameisensäure wird dieses für Voterinär-zwecko völlig ausreichende (rohe) Terpentinöl mit dem Bfachen Volumen Kalkwasser durchgeschüttelt und der Destillation unterworfen, bis etwa drei Viertel des Öls übergegangen sind. Das klar abgehobene Destillat führt die Bezeichnung Olonni Tcrcbintliiuftc rectifleatiim*!, soll farblos sein, bei 160deg; zum Siedon gelangen.
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ein spezilischos Gewicht von 0,8550,865 besitzen und, in Weingeist gelost, mit Wasser befeuchtetes Laokmuspapiei nicht verändern,
Terpentinöl löst sich in Wasser nur sehr wonig, leicht dagegen In Weingeist (1:86), Äther, Chloroform, Sohwefolkohlenstoff und fetten ölen und stellt ein üc-mengo verschiedener Kohloinvasserstof'fo von der Formel Cl0 ll,,) dar. In offenen Oolässon aufbewahrt, nimmt Terpentinöl Sauerstoff unter teilweisor Bildung vor-schiedonor Oxydationsprodukte auf, Ein mit solchen Produkten und Ozon(?) überladenes Terpentinöl nennt man ozonisiertes öl und bedient sich seiner als Autidot bei akutem l'Miospliorismus (siolie später).
Der zur Herstellung des Terpentinöls verwendete, unter der Bezeichnung Tere-biutlihurt. Terpentin, ofllzinolle Harzsaft dor Abletineen (nach * namentlich von Pinus Pinaster und Pimis Laricis), stellt ein dicklliissigcs, eigentümlich riechendes, bitter schmeckendes Gemenge von 70 --85 Teilen Harz (dem nur zu Pilaster- und Salbenmischungen dienenden Colopliouiiim*!) und 3016 Teilen Terpentinöl dar. Dio im Terpentin gewöhnlich vorhandene, krystalllnisohe Ausscheidung schmilzt auf dem Wasserbad; Terpentin ist dann von gelb bräunlicher Färbung und klar, trübt sich jedoch beim Erkalten wieder. Mit 5 Teilen Weingeist giebt er oino klare Lösung, welche mit Wasser benetztes, blaues Lackmuspapier stark rötet,
In nouoror Zeit wird nach oinom patentierten Verfahren von Seh ad durch Destillation von Fichtenharz odor Colophunium in iuftverdünntem Baume ein künstlicher Terpentin dargestellt, der kein Terpentinöl enthält und aus diesem Grunde von Hoffmann dem gewöhnlichen Terpentin vorgezogen wird,
Pharmacentisclie Präparate: Aus den genannten Substanzen wird ebenso wie aus der in Pharm. Austr. aufgeführten Tere-binthina venelaf, dem Harzsaft von Pinus Larix, eine Reihe von Pflaster masse n hergestellt, über die an anderen Steilen das nötige mitgeteilt wurde, ferner das gelbe Unguentum Te rebin-thin a e*, Terpentinsalbe (aus gleichen Teilen Terpentin, Gelbwachsund Terpentinöl), das gelbbraune Unguentum basilic um*, Königssalbe (aus 3 Teilen Gelbwachs, Colophonium, Hammeltalg, 2 Teilen Terpentin, 9 Teilen Olivenöl), und das nicht mehr of lizinelle Linimen-tum terebinthinatum (aus 0 Teilen Pottasche, 54 Teilen Schmierseife, 40 Teilen Terpentinöl).
Wirkung; dos Terpentinöls.
1.nbsp; nbsp;Auf pflanzliche und tierische Parasiten wirkt Terpentinöl feindlich ein. Am wenigsten scheinen Eitererreger geschädigt zu werden, wie schon aus dein gelegentlichen Auftreten umfangreicher Eiterungen nach subkutaner Anwendung des Mittels hervorgeht.
2.nbsp; nbsp; Örtlich wirkt Terpentinöl au allen Applikationsstellen reizend und unter Umständen entzündungserregend. Es entsteht
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demnach bei äusserer Applikation unter heftigem Brennen (besonders emplindlich sind edlere Pferde!) eine mehr oder weniger intensive Haut-ontziindung, bei innerlicher Anwendung grösserer einmaliger oder oft wiederholter medizineller Gabon Gastroenteritis.
3.nbsp; Die Aufnahme findet von allen Applikationsste'llen statt. Die Ausscheidung geschieht im wesentlichen durch die Nieren in Form gepaarter Glykuronsäurcn, die dem Harn den Geruch nach Veilchen verleihen, in Spuren wahrscheinlich auch untersetzt durch die Lungen {Geruch der Exhalationsluft nach Terpentinöl?), angeblich auch durch die Milchdrüsen (kienigerquot; Geruch und Geschmack der Milch; bei Versuchen, die Verfasser an einer Ziege anstellte, war es selbst durch grosse, längere Zeit hindurch verabreichte Terpentinölgaben nicht möglich, an der Milch kienigenquot; Geruch und Geschmack hervorzurufen!).
4.nbsp; Die KesorptivWirkung kleiner Gaben macht sich lediglich an den Ausscheidungsstätten durch Steigerung der Harnabsonderung und Minderung profuser Sekretion in den Luftwegen, wahrscheinlich auch durch Vermehrung der Sekretion bei trockenen Respirationskatarrhen bemerklicb. Zersetztes Bronchialsekret, wohl auch gährender Harn wird bei dieser Gelegenheit desinliziertquot;.
Grössere Gaben veranlassen Nephritis und wirken als Nervengift. Es kommt zunächst zur Steigerung der Reflexerregbarkeit des Rückenmarkes und Reizung der Gebiete, welche den Atmungs- und Cirkulatiousapparat beherrschen, später zur Lähmung aller dieser Teile.
Pf or de und Hin dor vertragen sehr grosso interne Gaben von Terpentinöl, doch sterben erstero, sobald man ihnen 12,0 direkt in die Venen spritzt (Hertwig). Bis zu 40,0, subkutan appliziert, verursachten beim Pl'ord keine Allgemeinsymptomo (Trinohera). Hunde sterben auf 8,030,0 innerlich und auf 30 Tropfen intravenös (Hertwig). üegon Terpentinölinhalationen sind jugendliche, besonders stark geschwächte Hundo (Staupopatienton) sehr empfindlich.
Bei fortgesetzter Zufuhr kleiner Mengen des Terpentinöls (z. B. auch bei Aufnahme dieser Substanz mit der Waldstrou und mit Fiohtensprossen) entsteht eine chronische Intoxikation mit Abmagerung und Paroso, wie man glaubt, dadurch, dass Terpentinöl das Körporfett auflöst und durch die Nieren zur Ausscheidung bringt (Auftreten fottsaurer Salze im Harn). Daneben bestehen die Symptome eines Magon-Darmkatarrhes und einer Nieren- und Blascn-roi zung.
Anwendung des Terpentinöls.
Ausserlich wird üleum Terebinthinae angewendet teils als Rubefaciens (siehe Seite 110), meist mit Spirituosen Präparaten,
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b
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Salmiakgeist, Chloroform, fetten ölen etc. gemischt, teils als Anti-parasiticnin, z. B. gegen Zecken, Läuse, Eäudemilben (als Waschung oder Salbe; gegen Räude z. B. iia Terpentinöl, Schmierseife und Schwefel), Lungenwünner (intnitracheal) und Üxyuren (als Klistier l : 610 fettem öl), teils als Desinficiens und Wumldlgestivuni auf torpido (ieschwüre, unreine, stark jauchende Wunden und zur Keifung von Abscessen etc. Man wählt zu letzteren Zwecken mit Vorliebe Mischungen des Terpentinöls mit harzigen Tinkturen (Tinctura Myrrhae, Tinctura Aloes), seltener das (mild wirkende) Unguentum basilicum* oder das (stärker wirkende) Unguentnin Terebinthinae*. Auch als Stypticum für Flächenblutungen hat man Terpentinöl empfohlen.
Nur wenig in Aufnahme ist die von Bennet, Vogel und anderen befürwortete subkutane Applikation von Terpentinöl (2,04,0 für Pferde, 8,015,0 für Rinder) bei Lahmheiten (z. B. Sclmlterlahmheit) und Festliegen gekommen.
In Inhalationsform wird Terpentinöl mit guten Resultaten bei Bronchitis putrida und Lungengangraen behufs Entfaltung antiseptischer Effekte und bei Bronchialkatarrli mit übermässiger Sekretion (z. B. chronischer Bronchüblennorrhüe) behufs Beschränkung derselben benutzt. Bei kleinen Tieren werden die Einatmungen zweokmässig mit Hilfe des bekannten Inhalations-apparates (1 Teil Oleuni Terebinthinae mit 100500 Teilen Wasser und Gummischleim q. s. zur Emulsion) bewerkstelligt, bei grossen Tieren lässt man Terpentinöl auf einen heissen Stein giessen oder setzt dem bekannten Qualmbadquot; eine entsprechende Menge dos Öles zu (siehe übrigens Seite 192, Absatz 4).
Innerlich benutzt man Terpentinöl:
1.nbsp; Als Expectorans, namentlich bei chronischen Bron-chialkatarrhen mit profuser Sekretion und stinkender Atemluft (siehe oben).
2.nbsp; Als Reizmittel für den Verdauungstraktus (Car-minativum, Ruminatorium etc.), namentlich in der Rindviehpraxis (20,030,0 Terpentinöl, 250,0500,0 Kümmelthee oder Leinsamenschleim; auf einmal einzuschütten. Einem Rind mit Trommelsucht. Achtung: Fleisch und Milch riechen kienigquot; [siehe indessen Seite 1921). Bei Kolik der Pferde (als Carminativum bei Windkolik und Anti-spasmodicum bei Krampfkolik) ist Oleuni Terebinthinae von nur geringem Werte.
Miillor, riuinnakologiü.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 13
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3.nbsp; nbsp;Als Diureticum bei quot;Wassersucht etc. (siehe Seite 206). Da das Mittel unter Umständen Nephritis bewirkt (siehe Seite 192), ist eine tägliche Kontrolle des Harns (auf Eiweiss, Blut etc.) dringend geboten.
4.nbsp; Als Anthelminticum gegen Eingeweidewürmer des Pferdes, z. B. 50,0100,0 Terpentinöl mit 500,0 Oleum Ricini auf einmal oder in kurzen Intervallen; indessen ist Brechweinstein jedenfalls vorzuziehen!
5.nbsp; Als Antidot bei akuter Phosphorvergiftung. Man benutzt nicht rektifiziertes, möglichst altes (ozonisiertes) Terpentinöl, da eine Sauerstoffwirkung tTberführung des noch nicht resorbierten Phosphors in die ungiftige phosphorige Säure beabsichtigt wird. Die Verabreichung desselben geschieht unverdünnt und in kurzen Zwischenräumen, z. B. Hunden 0,51,0 halbstündlich.
Als Excitans bei Collaps etc., als Cholagogum bei Icterus etc. und als Diaphoreticumquot; bei Rheumatismus ist Terpentinöl ebenso unzuverlässig wie bei chronischem Blasenkatarrh und
Fluor albus.
Dosen des Terpentinöls für
Pferdenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Rinder Schafe Schweine Hunde
10,090,0 20,0200,0 5,020,0 4,0-10,0 0,22,0
Cave: Halogene und anorganische Säuren.
Rezept-Beispiele.
1.nbsp; Olei Terebinthinae 25,0, Pulv. fruet. Juniperi 100,0, Pulv. rad. Althaeae 30,0, Aq. font. q. s. Fiat Electuarium. Innerhalb eines Tages zu verbrauchen. Einem Pferd (Rind). Diureticum bei Hydrops etc.
2.nbsp; Olei Terebinthinae 3,0, Vitell. ovi unius, Aq. Cinnamomi 150,0. Fiat Emulsio. 3stündlich einen Esslöffel voll. Einem Hund. Bei Blennorrhöe, Hydrops.
3.nbsp; Olei Terebinthinae 20,0, Liq. Ammon. caust. 30,0, Spirit, cam-phorat. 120,0. Kräftige spirituöse Einreibung bei Kolik, Rheumatismus etc.
2. Terpinmii liydratum*, Terpinhydrat, C10H16-|-3H20.
Glänzende, farblose und beinahe geruchlose, rhombische Krystalle von schwach gewürzigem und etwas bitterlichem Geschmack, beim Erhitzen in feinen Nadeln sublimierend, bei 116deg; schmelzend und
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Wasser verlierend, worauf der Schmelzpunkt auf 102deg; zurückgeht; auf Platinblech erhitzt, mit hellleuchtender Flamme ohne Rückstand verbrennend. Terpinhydrat, welches nicht terpentinartig riechen und selbst in heisser, wässeriger Lösung Lackmuspapier nicht verändern soll, bedarf zur Lösung etwa 250 Teile kaltes, 32 Teile siedendes Wasser, über 10 Teile kalten und 2 Teile siedenden Weingeist, über 100 Teile Äther, ungefähr 200 Theile Chloroform und 1 Teil siedende Essigsäure. Es wird durch Oxydation von Terpentinöl mit Salpetersäure in der Kälte (bei gewöhnlicher Temperatur während der kalten Jahreszeit) dargestellt.
Amvendung. Terpinhydrat wirkt diuretisch im Sinne des Terpentinöls, ferner in kleinen Dosen expektorierend, in grösseren bei chronischen Bronchialkatarrhen die Sekretion herabsetzend. Man verabreicht es beim Menschen aus gleichen Gründen wie Terpentinöl zu 0,10,5 34mal täglich in Pulvern, Pillen oder wässerig-spirituösen Solutionen.
Bei Bronchitis der Hunde hat sich mehrfach folgende Komposition bewährt: Terpin. hydrat. 2,0, Spirit., Aq. dest., Sirup. Menthat-7i 50,0. Misce. Täglich mehrere Esslöffel voll.
Ohne Wirkung auf die Nieren, wohl aber expektorierend und eventuell sekrotiousbeschränkend bei Bronohoblennorrhöen ist das nicht oftizi-nelle Terpinol, (C10Hli:).1.H,!O, eine farblose, nach Hyazinthen riechende, in Wasser nahezu unlösliche Flüssigkeit. Man giebt es Mensehen zu 0,1 0,5 mehrere Male täglich in Kapseln. Über die Wirkung auf Haustiere liegen Er-lahrmigon anscheinend nicht vor.
3. Benzoö:?t, Benzoe.
In Siam von noch unbekannter Stammpllanze gewonnenes Harz in flachen oder gerundeten, braunen, innen weissen Stücken, welche, im Wasserbad erwärmt, einen sehr angenehmen Geruch, bei stärkerem Erhitzen stechende Dämpfe abgeben.
Von 5 Teilen Weingeist wird Benzoe in gelinder Wärme aufgelöst. Das Fil-trat giebt mit Wasser eine milchige, wohlriechende, blaues Lackmuspapicr rötende Flüssigkeit. Erwärmt man 1 Teil Benzoe mit 10 Teilen öchwofelkohlonstolf, so erweicht sie. Aus dem farblosen Filtrat krystallisiert in der Kälte Benzoösäuro heraus.
Ausser dieser als Siam-Benzoe zu bezeichnenden Sorte kommt noch eine zweite, die Sumatra-Benzoe in den Handel. Dieselbe ist in f offlzinoll und rührt von Styrax Benzoin, einem auf Sumatra und Westjava einheimischen, mittelhohen Baume aus der Familie der Styraoeae (Petalanthae; Decandria Monogynia) her.
Benzoe besteht zu 70800/0 aus einem Gemenge amorpher
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Harze und enthält daneben wechselnde Mengen (820o/0) freier Benzoesäure, die durch Sublimation isoliert werden kann, resp. auch Zimmtsäure, Spuren von Vanillin und ätherischem Öl.
Pliarinaceutisclies Präparat: T i n c t n r a B e n z o e s *f, Benzoe-tinktur; 1 : 5 Teilen Weingeist.
Anwendung. Man wendete Benzoü früher häufiger als jetzt als Expectorans (10,020,0 für grosse, 0,2-2,0 für kleine Tiere), sowie in Form der Tinclura Benzoes *t als Verbandmittel für schlecht heilende Wunden und Geschwüre an. Über die Wirkung der Benzoesäure ist anderwärts nachzulesen.
4.nbsp; nbsp;Myrrha *t, Myrrhe.
Das Gummiharz der Bai same a Myrrh a (Balsamodendron Myrrha; Commiphora Myrrhaf), einem im Somalilande (Ostafrii.a) und Arabien einheimischen, kleinen, dornigen Baum aus der Familie der Burseraceen (Terebinthinae; Octandria Monogynia). Körner oder löcherige Klumpen von gelblicher, rötlicher oder brauner, innen oft stellenweise weisslicher Farbe, in kleinen Stücken durchscheinend.
Myrrhe riecht aromatisch und schmeckt zugleich bitter und anhaltend kratzend. Erschöpft man 100 Teile derselben mit Weingeist, wodurch ungefähr 30 Teile in Lösung gelangen, dampft ab, nimmt den Harzrückstand wieder in Äther auf und lässt zu dieser Auflösung ein wonig Bromdampf' treten, so färbt sie sich rot oder violett.
Myrrhe enthält 2885 quot;/o Harz, 4067 quot;;'0 Gummi, 2,56,5% ätherisches öl und einen Bitterstoff.
Pharniaceutisches Präparat: Tinctura Myrrhae*-)-, Myrrhentinktur ; 1:5 Teilen Weingeist.
Anwendung. Myrrhe ist ein veraltetes Expectorans, Anti-spasmodicum (8,0-20,0 für grosse, 0,050,5 für kleine Haustiere) und Wunddigestivum. Nur Tinctura Myrrhae*! wird auch jetzt noch zum Verband von Geschwüren und Wunden, sowie zum Bepinseln von Zahnfleischgeschwüren (z. B. bei Pseudo-Skorbut der Hunde) benutzt.
5.nbsp; nbsp; Aininoniacum r. Ammoniakgummi.
Das Gummiharz der in den Steppen Persiens und Turkestans zahlreich verbreiteten, bis 3 m hohen, ausdauernden Ammoniakdolde, Peucedanum (Dorema) Ammoniacum (ümbelliferae, Discanthae; Pentandria Digynia). Es besteht aus losen oder mehr oder weniger zusammenhängenden Körnern oder grösseren Klumpen von bräun-
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lieber, auf dem frischen Bruch trübweisslicher Farbe. In der Kälte spröde, erweicht es in der Wärme, ohne klar zu schmelzen; sein Geruch ist eigenartig, sein Geschmack bitter und scharf, unangenehm aromatisch. In Weingeist ist es nur teilweise löslich; mit dem 8 fachen Gewicht Wassers verrieben, giebt es eine weisse Emulsion, welche durch Natronlauge gelb, dann braun wird etc.
Ammoniakgummi enthält Harz, Gummi und sehr wechselnde Mengen eines noch nicht erforschten, den eigentümlichen Geruch der Drogue bedingenden ätherischen Öles.
Anwendung. Ammoniakgummi wurde früher innerlich zu denselben Zwecken wie Myrrhe benutzt; jetzt verwendet man es nur noch zur Herstellung von Pllastermassen und vom Defaysschen Hufkitt (1 Teil Ammoniacum und 2 Teile Guttapercha werden bei gelindem Feuer zusammengeschmolzen und warm in die defekten Stellen des Hufes gestrichen; siehe auch Seite 61).
Nur sehr geringes Interesse besitzen:
0. Gralbaiinm:''y, Galbanum, Mutterharz. Das freiwillig aussickernde Gummiharz nordpersischer Umbelliferen, namentlich Peu-cedanum galbanifluum (Ferula galbanülua). Es bildet entweder lose oder (liäuiiger) zusammenklebende Körner von bräunlicher oder gelblicher, oft schwach grünlicher Färbung, welche selbst auf dem frischen Bruch nicht weiss erscheint, oder aber eine ziemlich gleichartige, leicht erweichende Masse. Der Geruch des Galbanum ist sehr aromatisch, der Geschmack zugleich bitter, ohne eigentliche SoMl'fe.
Galbanum enthält neben Harz und Gummi bis zu 8deg;/,, das ätherische, aus Terpenen bestehende Galbanumölquot;.
Anwendung. Mutterharz dient nur zur Herstellung von Pflastermassen, z. B. des Emplastrum Lithargyri compositum* und Emplastrum oxyeroceumf.
7. Resina Dammar*!, Dammarharz. Von Dammara alba (Agathis alba), D. Orientalis, Shorea (Hopea) micrantha, Sh. (H.) splendida und (wohl noch) anderen südindischen, unserer Edeltanne nicht imähnlichen Abietineen (Coniferae; Monoecia Mona-delphia). Es bildet gelblichweise, durchsichtige, tropfsteinartige, oft auch mehrere cm grosse, teils birnförmige, teils keulenförmige Stücke oder unförmliche Klumpen und ist leicht in Äther, Chloroform und Schwefelkohlenstofl'. weniger in Weingeist löslich.
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Anwendung. Dammarharz dient lediglich zur Horstellnng des E m p 1 a s t r u m a d h a e s i v u m *j:
8.nbsp; nbsp;M a s t i x f, Mastix. Das Harz der im südlichen und südwestlichen Teile der Insel Chios kultivierten, baumartigen Form von Pistacia Lentiscus, Anacardiaceae. Man benutzt es zur Herstellung des Emplastrum Cantharidum perpetuum nach f und des Emplastrum oxycroceum f.
9.nbsp; nbsp;Elemif, Elemi. Harzartige Produkte mehrerer, meist nicht genau bekannter, tropischer Bäume. Als wahrscheinliche Stamm-pfianze des im Handel fast ausschliesslich nur vorkommenden Manila-Elemi wird das auf den südasiatischen Inseln wachsende Canarium commune, Burseraceae, genannt. Elemi wird zur Herstellung von Pflastermassen verwendet.
10.nbsp; nbsp;Olibanumf, Weihrauch. Der eingetrocknete Gummiharzsaft von mehreren in Südarabien und im Somalilande heimischen Boswelliaarten, besonders Boswellia Carterii und B. Bhau-Dajiana, aus der Familie der Burseraceae. Olibanum ist Bestandteil des Emplastrum oxycroceum f.
11.nbsp; nbsp;Radix Pimpinellae *, BibernellwurzeL Rhizome und Wurzeln der einheimischen, auf etwas sandigem Boden wachsenden, ausdauernden Doldengewächse Pimp in ell a Saxifraga und Pim-pinella magna (Umbelliterae, Discanthae; Pentandria Digynia). Der braune, geringelte, mehrkopilge Wurzelstock und die runzeligen und höckerigen, bis 2 dm langen und 15 mm dicken Wurzeln zeigen fleischige Konsistenz, starken, bockartigen Geruch und brennend scharfen, etwas gewürzhaften Geschmack.
Die Bestandteile der Biberneilwurzel sind: ätherisches Öl, Pimpinellin, Harz, Gerbstoff, Zucker etc.
Pharmaceutisches Präparat: Tinctura Pimpinellae*,. Biberneiltinktur; 1 :5 Teilen verdünntem Weingeist.
Völlig entbehrlich; sonst wie Radix Levistici.
12.nbsp; nbsp;Radix Helenii (Radix Enulae), Alantwurzel. Das meist der Länge nach zerschnittene, nicht geschälte Rhizom und die Wurzeläste des in ganz Deutschland heimischen, hier und da auch gebauten Alants, Inula Helenium (Compositae, Aggregatae; Syngenesia Superflua).
Als Bestandteile werden genannt: das Kohlenhydrat Inulin (44 7,,), daneben Helenin (Bitterstoff), Alantol, Alantsäureanhydrid.
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Stärkemehl fehlt; die schleimige Beschaffenheit der wässerigen Alantahkochung ist dem Inulin zuzuschreiben.
Man wendete die Drogue früher als Expectorans, Diureti-cum und Stomaohicum in den Dosen der Kalmuswurzel an.
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X. Kapitel
Diaphoretica, schweisstreibende Mittel.
Man bezeichnet als Diaphoretica Substanzen, welche die wässerige Ausscheidung der Haut erhöhen. Ein Teil von ihnen beschränkt sich nur auf eine Steigerung der Perspiratio insensibilis (Diapnoica), ein anderer ruft wirklichen Schweissausbruch hervor (Sudorifera, Sudorifica, Hidrotica). Allerdings ist es kaum möglich, eine bestimmte Grenze zwischen insensibler und sensibler Perspiration und somit auch zwischen Diapnoica und Sudorifera zu ziehen, wie denn auch bei manchen Tierspezies thatsächliches Schwitzen überhaupt nicht oder nur an bestimmten, eng begrenzten Stellen der allgemeinen Decke stattlindet.
Die Schweissabsonderung steht in einem innigen Abhängigkeitsverhältnis zum Nervensystem, und zwar setzt sich ihr nervöser Apparat aus dem in der Medulla oblongata befindlichen Hauptcentrum und verschiedenen Spezialcentren, welche im Eückenmark ihre Lage haben, zusammen. Das Hauptcentrum ist zugleich Spezialcentrum für den Kopf. Den Verkehr zwischen den Centren und den Schweissdrüsenzellen vermitteln sekretorische Nerven , S c h w e i s s -nerven, die sich, nachdem sie vorher zum Teil in die Bahn des Sympathicus eingetreten waren, mit den motorischen Nerven vermischen, d. h. gemeinsam mit ihnen verlaufen.
Unerlässliche Bedingung für das Zustandekommen des Schweisses ist demnach eine Erregung der Schweissnerven, sei dieselbe central oder peripher an den Endigungen in den Schweiss-drüsen. Zur reichlichen ScliAveissabsonderung notwendig ist daneben rege Blutcirkulation in der Haut und ein entsprechender Wassergehalt des Blutes.
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Ein Schweissausbrucli lässt sich erzielen:
1.nbsp; Durch Mittel, welche dem Körper bez. der Haut Wärme zuführen und somit die Blutoirkulation in der Haut steigern: Priessnitzumschläge, Bedeckung mit wollenen Docken oder wasserdichten Umliüllungen, Bedeckung mit heissen Sandsäcken, Frottierung der Haut, nach Befinden unter gleichzeitiger Benutzung von Rube-facientien (Terpentinöl, Kampfer-, Senf-, Ameisenspiritus. Salmiakgeist, Lauge, Schmierseife etc.).
2.nbsp; Durch Substanzen, welche direkt die Schweissnerven erregen: Folia Jaborandi bez. Pilokarpin (mehrere andere schweiss-treibendequot; Alkaloide können ihrer sonstigen Wirkungen halber als Diaphoretica keine Anwendung linden), vielleicht auch gewisse Ammoniaksal ze, besonders Liquor Ammonii acetici.
Viel woniger diaphoretisch, hoi don Haustieren inderBegel nur diurotise.li, wirken hoisso, waesorroich e Auszüge aus iithorisch-öligen Droguen (Flores Sanibuei, Florcs Tiliao, Herba Violao triooloris, Flores Ciiamomillao otc), und es ist, da die genannten pflanzlichen Mittel nur in Form des heissen Thoe-auszugs einon diaphoretischen (bez. diuretisohen) Effekt entlalton, nicht unmöglich, dass dieser nur der Wärme und dem Wasser, nicht den ätherischen Ölen zuzuschreiben ist.
Auch gewisse stark nausoosquot; wirkende Emotioa (siehe diese), besonders Tartarus stibiatus und Radix Ipecacuanhae, wirken hin und wieder schweiss-troibeud (bez. beim Haustier diapnoisch), und es ist bekannt, dass auch den Mitteln, welche hohes Fieber herabsetzen, bis zu einem gewissen Grad ein diaphoretischer Effekt zukommt.
Die Indikationen der schweisstreibenden Mittel sind:
1.nbsp; nbsp;Gesunkene Vitalitätquot; der Haut, wie sie namentlich im Verlaufe chronischer Allgemeinaffektionen zu stände kommt, ferner chronische Hautleiden mit bedeutender Trockenheit der Haut und abnormer Epidermisbildung.
2.nbsp; Krankheiten, welche man auf Erkältungquot; oder überhaupt auf Störung der perspiratorischen Thiitigkeit der Haut zurückführt, z B. akuter und chronischer Muskel- und Gelenkrheumatismus, Hufrehe, beginnende (Frkältimgs-)Katarrhe der Respirationsoder anderer Schleimhäute etc.
3.nbsp; Akute und chronische Nierenentzündungen, besonders wenn Urämie droht.
4.nbsp; nbsp;Wassersüchtige Zustände, hei denen die Diaphoretica teils zur Unterstützung der Nieren (Hydrops im Gefolge von Leber-. Lungen- oder Herzleiden), teils zur Vertretung derselben (Hydrops im Gefolge von Nierenleiden) dienen sollen.
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#9632;#9632;
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5.nbsp; Seröse Exsudate, namentlich in grossen Körporhöhlen, z. B. nach abgelaufener Pleuritis, Peritonitis etc., doch auch bei akutem und chronischem Hydrocephalus.
6.nbsp; Fettsucht.
7.nbsp; nbsp;Excessive Ausscheidungen, z B. übermiissige Harnab-sonderung, profuse Durchfälle, Speichellluss etc.
8.nbsp; nbsp;Chronische Metallvergiftungen, besonders Hydrargyrosis und Saturnismus.
9.nbsp; Infektionskrankheiten, sobald man die Ausscheidung der im Blut belindlichen Bakterien bez. ihrer Stoö'wechselprodukte durch den Schweiss zu bewirken beabsichtigt.
Contraindiziert sind die Diaphoretica bei akut entzündlichen Krankheiten mit ausgeprägt aktivem Fiebercharakter und (es betriiFt dies nur das Pilokarpin) bei schwachen, an Lungen- und Herz-aff'ektionen leidenden Patienten.
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Mittel.
In Nachfolgendem sind lediglich die Jaborandiblätter und das aus ihnen hergestellte Pilokarpin besprochen worden. Über die sonstigen, auf der vorigen Seite genannten Mittel wolle man an anderen Stellen dieses Buches nachlesen.
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1. Folia Jaborandi*
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2. Pilocavpiuum*t
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1. Folia Jaboramli', Jaborandiblätter. Die langgesticlten, meist völlig kahlen Fiederblätter des in Brasilien einheimischen, etwa einen Meter hohen Strauches Pilocarpus pennati-folius (Rutaceae, Terebinthinae; De-candria Monogynia).
Sio bestehen ans 2 oder 8, seltener 4-Bitzenden oder kurz gestielten Jochen derb lederartiger, ganziandigei Fioderbliittchen und 1 im-paartgen, von einem bis !) ein langen Stiel getragenen Endblättclien. Die Fiederblättobon sind lanzettlieh oder oval, vorn stumpf oder ausge-randet, bis 16 era lang und 4 -7 em breit. Das Blattgewobo lässt äussorst zahlreiche, durchscheinende Olräuino erkennen; der Geschmack ist scharf. (Figur 37.'
Die Jaborandiblätter enthalten neben
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Figur 37,
Folia Jaborandi, um den dritten
Teil verkleinert.
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ätherischem öl (Filokarpen) als hauptsächlich wirksamen Bestandteil das Alkaloid Pilokarpin, Cn H1(i]ST2 02, durch dessen Auffindung sie für die Therapie überllüssig geworden sind.
2. Pilocariiinnm liy(lrochloricnm*tgt; Pilokarpin-
hvdrochlorid. Weisse, an der Luft Feuchtigkeit anziehende Krystalle von schwach bitterem Geschmack, welche sich leicht in Wasser und Weingeist, wenig in Äther und Chloroform lösen. Das Salz wird durch Schwefelsäure ohne Färbung, durch rauchende Salpetersäure mit schwach grünlicher Farbe aufgelöst.
Dio wässerige Lösung des Filokarplnhydroohlorids (1 : 100) zeigt schwach saure Reaktion; sie wird duroh JodUisung, Bromwasser, Qneolisilborofalorid- und Silbernitratlösung reichlich gelallt, dagegen durch Aminoniaklliissigkoit und durch Kaliunidichrümatlösung nicht getrübt. Natronlauge verursacht nur in der konzentrierten wässerigen Lösung des Salzes eine Trübung.
Bei Luftzutritt erhitzt, darf Filoltarpinhydroohlorid einen Rückstand nicht hinterlassen (Prüfung auf etwa beigeniengto anorganiKche Stolle). Es ist vorsichtig (und in gut versehliossbaren üefassen) aufzubewahren!
Bei längerer Aufbewahrung dos l'ilocarpins bilden sich leicht kleine Mengen von Jaborin und Jaboridin, durch welche, da sie atropinähnlich wirken, die Wirksamkeit des Präparats bedeutend geschwächt, unter Umständon aufgehoben werden kann.
Wirkung des Pilokarpins.
1,nbsp; Die Resorption erfolgt von der Subcutis und allen Schleimhäuten (vom Mastdarm jedenfalls schlechter als vom Magen) aus; eine örtliche Reizung kommt nicht zu stände. Die Ausscheidung geschieht durch die Nieren und wohl auch durch den Darm.
2.nbsp; Die llesorptivwirkung ist derjenigen des Physostigmins und Muscarins (siehe diese) ähnlich und derjenigen des Atropius (siehe dieses) in vielen Beziehungen entgegengesetzt. Man hat zwischen ßeizungserscheinungen und Lähmungserscheinungen zu unterscheiden:
Die Beizungserscheimingen spielen sich an zahlreichen periphoren Nerven organ en ab. So kommt es durch Pilokarpin
a) zur Vermehrung der Sekretion zahlreicher Drüsen, namentlich der Speicheldrüsen, Thriinendrüsen, Schleimdrüsen der Luftwege, Schweissdrüsen, Magen-Darmdrüsen, Leber, Bauchspeicheldrüse, vielleicht auch Milchdrüse und Niere etc. (Bezüglich der Schweiss- und Speichelsekretion ist neben der peri-pheren Reizung der sekretorischen Fasern noch eine schwache Ein-
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Wirkung auf die betreffenden Centren nachgewiesen worden.) Dementsprechend wird der Stoffwechsel mächtig angeregt und dem Körper eine grosse Menge Wasser entzogen.
SpelobelflttSS wird bereits durch sehr kleine, subkutane PlIokarplngabeD (0,05 beim Pferd; 0,02 beim Kind; 0,006 beim Hund) nach wenigen Minuten hervorgerufen) Schwoissausbruch tritt erst nach grössoren Gaben (0,5 beim Pferd; 1,0 beim Kind) in etwa 1520 Minuten ein. Katzen /eigen auf 0,003 Pilokarpin Sehweissausbrnch an den Pfoten.
b)nbsp; zur Kontraktion der glatten Muskulatur, besonders derjenigen des Magens und Darmes (Durchfall, eventuell Vomitus), des Auges (Myosis, Accomodationskrampf auch bei direkter Applikation), des Uterus (Abortus-Gefahr!) und der Blase.
Pupillenverengerung tritt schon nach kleinen, subkutanen Dosen, Durchfall (in der Kegel mit ausgesprochenen Unruhesymptomen) erst nach grossen Gaben (0,5 beim Pferd, 0,01,0 beim Rind) auf,
c)nbsp; nbsp;zur Verlangsamung des Pulses (?) durch Reizung der Yagusendigungen im Herzen; nach grossen Gaben tritt durch Lähmung derselben Pulsbeschleunigung ein.
Die Liiliimingsersclieimingen betreffen cent rale Nerven-organe, besonders das Gefässcentrum und Atmungscentrum. Der Tod erfolgt durch Erstickung. Die Todesgabe scheint beim Pferd bei 1,0, beim Hund bei 0,05 (0,01 pro Kilo Körpergewicht) zu liegen (Lies, Hoffmann u. A.).
Anwendung des Pllokarpins.
Man wendet Pilokarpin an:
1.nbsp; Als speicheltreibendes Mittel, um bei Hydropsien, unter Umständen auch bei Nephritiden einen neuen Abzugsweg zu eröffnen, oder um die Re Sorption von Entzündungsprodukt on, namentlich llüssiger Natur, herbeizuführen. Über den Wert des Mittels bei akutem und chronischem Hydroce phalus sind die Ansichten geteilt. Als Expectorans, sowie zu protra-hierter Anwendung, z. B, bei Fettsucht und chronischen Metallintoxi-kationen, ist Pilokarpin ungeeignet und zum Teil gefährlich. Eine besondere Verwendung des Pllokarpins hat Hoff mann insofern vorgeschlagen, als er bei Ranulaquot; empfiehlt, mittels subkutaner Einspritzungen des genannten Mittels die verstopften Drüsengänge durch Druck von innen her wegsam zu machen.
2.nbsp; Als energisches Diaphoretic um bei gewissen rheumatischen Affektionen, namentlich Hufrehe und frischem Muskel-
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rheumatism us des Pferdes. Pflug hat bei erstgenannter Krankheit die einmalige Injektion von 0,20,3 Pilokarpin in vielen Fällen als ausreichend befunden.
8. Infolge seiner Wirkungen auf die glatte Muskulatur des Magens und Darmes als bequem (d.h.subkutan) applizierbarcs Laxans und Ruminans bei Anschoppun gskolik, Unverdaulichkeit der Wiederkäuer etc., allerdings bleiben die Resultate häulig hinter den gehegten Erwartungen zurück (siehe Physostigmin). Bei Tetanus, sowie als Ecbolicum (bei Atonie des Uterus) scheint Pilokarpin völlig wertlos zu sein.
4.nbsp; Als Antagonist bei AtropinVergiftung (unsicher!).
5.nbsp; In der Oplithaliniatrik (0,01 : 1.0 2,0 Aq. dest. zur Einträufe-lung) als lokales Myoticum und zur Erniedrigung des intraokulären Druckes (Physostigmin ist vorzuziehen!).
Contraindikationen bilden Lungen-und Herzafi'ektionen, sowie alle Krankheitszustände, bei denen das Schlucken erschwert oder unmöglich ist.
Man wendet Pilokarpin zur Erzielung entfernter Wirkungen lediglich subkutan in 1 10u/(1iger wässeriger Solution an.
Dosen des Pilokarpins für als Ptyalagogum ) Pferde Rinder Schafe, Ziegen Hunde
und ev.Ruminans j 0,10,2 0,20,5 0,020,05nbsp; nbsp; nbsp;0,0050,02 als Diaphoreticum 0,50,8 nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;
als Laxansnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;0,5 0,51,5nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;
Bei Ver .rendung der grösseren Dosen ist es rätlich, die Wirkung persönlich abzuwarten und Atropin als Antidot zurecht zu halten.
Rezept-Beispiel. Pilocarpini hydrochlorici 0,1 0,3, Aq, destillat. 2,03,0. Solve. Zur subkutanen Injektion. Für ein Pferd oder Rind. Bei Unverdaulichkeit, Muskelrheumatismus, Rehe, Dummkoller, Ascites etc.
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XI. Kapitel.
Diuretica, harntreibende Mittel.
Als Diuretica bezeichnet man Mittel, welche die Harnabsonderung anregen.
Eine gesteigerte Harnabsonderung liisst sich auf verschiedene Weise herbeiführen:
1.nbsp; nbsp;Durch Erhöhung des Blutdruckes im arteriellen System und somit auch in den Glomerulis der Nieren, gleichgiltig, ob dieselbe zu stände l;omnit a) durch absolute oder relative Vermehrung der Blutmenge, z. B. infolge reichlicher Aufnahme von Getränk, stärkerer Ecsorption von Transsudaten oder llüssigen Exsudaten aus Körperhöhlen oder Geweben, Kontraktion der Hautgefässe bei Einwirkung von Kälte etc., Unterbindung von grossen Arterien etc., oder b) durch Einverleibung von Arzneien, welche, aufs Herz wirkend, eine Steigerung des Blutdruckes bedingen (dynamische Diuretica), z. B. Digitalis, Scilla, Strophanthus, Hello-borus etc. Auch die Magenmittel'' gehören in gewisser Beziehung hierher, denn es ist leicht verständlich, dass durch Besserung der Verdauung und Ernährung eine Steigerung der gesamten Lebensprozesse und somit auch der Nierenthätigkeit zu stände kommen muss.
2.nbsp; Durch verringerte Thätigkeit gewisser, zu den Nieren im Vikariatsverhältnis stehender Sekretionsorgane. So entsteht z. B. eine Vermehrung der Harnmenge bei Abnahme der Hautperspiration, beim plötzlichen Nachlassen profuser Durchfälle etc.
3.nbsp; Durch Stoffe, welche einen spezifischen Keiz auf das absondernde Nierenepithel ausüben (spezifische Diuretica), in erster Linie durch Coffein und Theobromin.
Wahrscheinlich gehören in diese Gruppe auch die in der Eegel als reizende (warme) Diuretica bezeichneten harntreibenden Mittel, z. B.Kalomel, viele ätherische öle, an ihrer Spitze Terpentinöl und W a ch o 1 d e r ö 1, sowie gewisse Harze, z. B. G u aj ak h a r z (und Lignum Guajaci), Ammonia cum etc., und Kant h ariden, welche sämtlich
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in entsprechend grossen Dosen Nephritis mit Alhuminurie, Abnahme der Harnmenge, Desquamation von Nierenepithel, Auftreten von Harn-cjlindern und Blutkörperchen zu erzeugen vermögen.
4. Durch Substanzen, welche die Neigung besitzen, Wasser zu binden (salinische Diuretica). Sofort nach ihrer Aufnahme in die Blutbahn entziehen sie den Geweben und dem Blute Wasser und führen dasselbe den Nieren zu, durch welche sie gemeinschaftlich mit ihm ausgeschieden werden. Bei dieser Gelegenheit scheint es zugleich zu einer leichten Erregung des Nierenepithels zu kommen. Die Wirkung eines harntreibenden Salzes tritt selbstverständlich um so energischer hervor, je leichter diffundierbar dasselbe ist, eine Thatsache, auf welcher z. B. die stärkere diuretische Kraft der Pottasche gegenüber der Soda, des Kaliumacetats gegenüber dem Natriumacetat beruhen dürfte.
Der diuretische Effekt einiger S ä u r o n (besonders der vegetabilischen) in stark verdünntem Zustand ist wahrscheinlich auf die sich im Organismus bildenden Salze zurückzuführen.*)
Bei gesunden Tieren ist übrigens die Zunahme der Harnmenge nach Verabreichung von diuretischen Arzneien in der Regel unbedeutend, wie aus nebenstehender, von Wolf und dem Verfasser auf Grund von Versuchen an gesunden Hunden aufgestellter Tabelle unschwer zu ersehen ist.
Man wendet Diuretica gegenwärtig an:
1.nbsp; Bei Erkrankungen der Nieren und Harnwege. Es handelt sich bei derartigen Leiden darum, mittels wasserreichen Harns die Reizempfindlichkeit herabzusetzen, losgestossene Epithelien, Cylinder, Schleim, Eiter, Bakterien, Gries etc. aus den Harnkanälchen oder Harnwegen zu entfernen.
2.nbsp; Zur Fortschaffung von Transsudaten und Exsudaten aller Art und jeden Ortes, so z. B. bei Anasarca, Ascites, Hydrothorax, Pleuritis, Peritonitis, Hydrocephalus, Pneu-monie etc. Am promptesten und schnellsten wird durch Diuretica die Aufsaugung flüssiger Ergüsse herbeigeführt.
3.nbsp; Behufs Elimination von im Körper zurückgehaltenen Giften, sowohl chemischer als bakterieller Natur, sowie von Stoffwechselprodukten, z. B. bei chronischen
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*) Auf einige andere Bedingungen, unter denen erhöhte Harnausseheidung zu stände kommt, kann in diesem Buche nicht eingegangen werden.
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und akuten Metallintoxikationen, Gicht, Urämie, Icterus etc. Auch die Anwendung harntreibender Mittel bei Fettsucht gehört hierher.
4. Bei Herzkrankheiten, sobald es darauf ankommt, die Blutmenge herabzusetzen und auf diese Weise das Herz zu entlasten, ohne dabei die Qualität des Blutes zu verschlechtern.
Da es sich bei den sub 1 und 8 gedaciiten Zustanden um eine Durchspülungquot; handelt, muss man zugleich für Aufnahme reichlicher Wasser menge n mit dem Getränk oder dem Futter (durch häutiges Anbieten von Trinkwasser, welches unter Umständen durch Zusätze von Säuren etc. mundgerechtquot; gemacht werden kann, durch Verabreichung der Nahrung in Suppen- | Schlappfutter-1 Form etc.) sorgen, während bei den sub 2 und 4 gedachten Krankheiten das Getränk möglichst entzogen werden sollte, da ja eine Entwässerungquot; des Körpers beabsichtigt wird.
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Harntreibende
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Vor dem Eingeben entleerter Harn.
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Während und nach dem Eingeben entleerter Harn.
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Tages-
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durch-sohnlttl.
spoz.Oow
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Tages-
mittol
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durch-
schnittl.
spoz.Gow.
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mittel cciunbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; com
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Milchzucker: 5U0,0 innerhalb 2 Tage
Liquor Kalii acetici; 60,0 innerhalb 2 Tage
Natrium aceticum: 60,0 innerhalb 2 Tage
Terpentinöl; 15,0 innerhalb 3 Tage
Diuretin; 8,0 innerhalb 2 Tage
Diuretin; 15,0 innerhalb 2 Tage
Diuretin; 20,0 innerhalb 2jTage
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in 5 Tagen 5290
in 2 Tagen 890
in 2 Tagen
3450
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1058 1,018
-......i -
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1725 1,027
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in 3 Tagen 1620
in 2V, Tag. 846
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338,4 1,036
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in 2 Tagen 647
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Mittel. Von den 3 in der allgemeinen Besprechung aufgestellten Gruppen der Diuretica, den dynamischen, spezifischen und salinisohen harntreibenden Mitteln, ist die erstere in einem besonderen Kapitel unter der Bezeichnung Glykoside und verwandte Stoffe mit starker Wirkung auf das Herzquot; besprochen worden, sodass in nachstehendem nur die beiden letzten Gruppen abgehandelt sind.
a. Spezilische Dinreticn.
Eine Anzahl der dieser Gruppe zuzuzählenden Substanzen, nämlich Coffein, Theobromin, üiuretin, Kalomel, Terpentinöl und zahlreiche, sehr schwach harntreibendequot; Gewürze finden sich mit Rücksicht auf ihre sonstigen Wirkungen an anderen Stellen des Buches. Nachstehend wurden nur einige fast ausschliesslich als Diuretica dienende Mittel aufgeführt, nämlich:
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Fruotus .Tiiniperi*t Fructus Phollandrii
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! 8. Fructus Potrüscliui
, 4. Folia Buooo
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1. Fmctns Juniiraquo;eri*t. Wacholderbeeren. Der kugelige, beeren artige, bis 9 mm messende Fruchtstand (Beerenzapfen) von Juniperus eommunis (Cupressineae, Coniferae; Dioecia Monadelphia), einem immergrünen, durch fast ganz Europa und einen Teil Asiens verbreiteten, dichten Strauch oder kleineren Baum mit dreizeilig gestellten, pfriemonförmigen, spitzen, gelb- bis bläulichgrünen Nadelblättern, kleinen, achselständigen Blüten und erst im Herbst des zweiten Jahres reifenden Beerenzapfen. In f ist auch das viel schwächer wirkende Holz des Stammes, der Aste und der Wurzel unter dem Namen Lignum Juniper if offizineil.
FiVnr ^8nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ^'u schwarzbraune, glänzende Oberiläche der
.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;'nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Wacholderbeeren ist bliiulich bereift, am Scheitel mit
Fructus Juniperi. a. In na- 8 ^^ ara Grimdo mit 2 drelteillgen Wlrteln
Q hdtt86 * ö r brauner Elättchon ver8(,hen- Das Mfti8 gewtehaft
^ ' iraquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; um\ siigs schmeckondo Fruchtlloisoh schliessl 3 auf-
reelite, harte, kantige Samen ein, laquo;elcho einige Olsohläuohe tragen. (Figur 38.)
Durch Dampfdestillaton erhält man den wichtigsten Bestandteil der Wacholderbeeren, das den Terpenen zugehörige, farblose oder schwach gelbliche, in Weingeist wonig lösliche, mit Schwefelkohlenstoff klar mischbare, ätherische Wacholderöl, Oleum Juniperi:!:f, von
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dem sie ungefähr 1 0/0 neben Farbstoff (.Juniperin), Zucker, Harz, Wachs, Proteinstoffen, organischen Säuren etc. enthalten.
Pharmaceutische Präparate: Succus Juniperi inspissa-tus* (Koob Juniperif), Wacholdersaft. Spiritus Juniperi*t, Wacholderspiritus. Species diureticae* (siehe Seite 90). Lignum Juniperif 1st ein Bestandteil der Species Lignorum nach f.
Ainvendung. Man benutzt die Wacholderbeeren als mildes Diureticum, Expectorans und Stomachicum, moist in Verbindung mit wirksameren Mitteln, z. B. Pottasche, Doppelsoda, Karlsbader Salz, Salmiak etc. Die Verabreichung geschieht als Pulver, Latwerge oder Infusmn. Oleum Juniperi *f kann in derselben Weise wie das viel billigere Oleum Terebinthinae gebraucht werden.
Dosen der Wacholderbeeren für
Pferdenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Rindernbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Schafenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Hunde
20,0-50,0 50,0100,0 5,010,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 1,05,0
2. Pructus Phellandrii, Wasserfenchel.
Die Spaltfrüchte von Oenauthe Phellandrium {Phellandrium aquaticum) (Umbelliferae, Discanthae; Pcntandria Digynia), einer durch den grössten Teil von Europa, sowie Nord- und Mittelasien verbreiteten Sumpfpflanze mit gefurchtem, hohlem Stengel, dreifach gefiederten Blättern, länglicheirunden, eingeschnittenen, kurz-woieh-
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stacheligen Blättchen und weissen, in
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~W
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G lOstrahligen, blattgegenstän-
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a
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digen Dolden stehenden Blüten.
l)io WasBerfenohelfrttohte sind länglich, last stielruml, nach oben sich verschmiilcrml, 45 mm lang, in getrocknetem Zustand rötlich braun gefärbt und zum grössten
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Teil in ihre beiden Teilfriichtcbon zerfallen.
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Jedes derselben zeigt auf dem Rücken 5 breite, stumpfe, im Querschnitt weiss orsebeinendo, innen holzigo Eippon, von denen die beiden ramlstandigen weit starker sind und den grössten Teil der Kerührungs-
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Figur 39.
Fructus Phellandrii. a Um das Fünffache vergrössort; b, Teilfrüchtchon auf dem Querschnitt vergrössort; c. In natürlicher (Irösso.
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lliiche beider Teilfrüchtcben einnehmen. In jeder der zwischen den Rippen belindlichen, flachen Furchen liegt ein Ölstriemon, welcher nicht hervortritt. (Figur 39.) Wassorfonchelfrüchte besitzen starken. widerlichen Geruch, bitterlichen, stark und unangenehm gewtlrzhaften, schwach bronnenden Qeschmaok.
Müller, Pharmakologie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;14
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Etwa untermongte FrUobte Aea Wassersohiorlings sind weit kleiner, von i-ii nbra une i- Farbe, fast kugelig, von dor Soito zusainmengodriickt (Figur 40); die in ihrer Form den Fructus Pliellandrii ahnliclion, abor
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kloinoron Früchte der Siumspezios haben eine grünlich-brauneFarbe, ovale Form und erhaben hervortretende, scdimutzigwoisso Rippen.
Als wirksamen Bestandteil enthalten die Wasserfenchelfrüchte 0,51 u/(,, vorwiegend aus
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Kgar 40. Ftuoht von Cicata
virosa. a. In natiirl.
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einem Terpen (Phellandren) bestehendes ätherisches Öl, daneben Harz, fettes öl etc.
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Anwendung. Man benutzt die Urogue als Grusae; b. In Lupen- Diureticum und Expectorans in der Form der xorgrosserung. Wacholderbeeren.
Dosen des Wasserfenchels für Pferde Rinder mittelgrosse Tiere Hunde
10,025,0 25,050,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;5,010,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 0,52,0
i 3. Fructus Petroselini, Petersilienfrüchte.
Die Spaltfrüchte des zweijährigen, südeuropäischen, bei uns in allen Gemüsegürten angebauten Petroselinum sativum (Um-belliferae, Discanthae; Pentandria Digynia) mit unteren dreifach gefiederten, mit eiförmig-keiligen, gezähnten bis dreispaltigen, an der Oberseite glänzenden Blättchen versehenen, und oberen drei zähligen, mit lanzettlichen , ganzrandigen Blättchen versehenen Blättern und gelblichen, in massig grosser Dolde stehenden Blüten.
Die Spaltfrüchte sind graugrünlich, eiförmig, von der Seite stark zusammengedrückt, circa 2 mm lang. Sie lassen sich leicht in die zwei Teilfrüchtcheii trennen, welche mit je 5 hellen, fadenförmigen Rippen versehen sind. In jeder zwischen 2 Rippen liegenden Furche befindet sich ein stark hervortretender Öl-striemen, wodurch die Furchen erhaben erscheinen. Der Geruch dor Drogue ist eigentümlich, stark gewürzhaft; der Geschmack schwach brennend.
Petersilienfrüchte enthalten neben grossen Mengen fetten Öles als wirksamen Bestandteil 1 30/0 ätherisches Öl, aus welchem durch Oxydation sehr leicht (zum Teil schon bei der Destillation) das krystallinische Apiol (Petersilienkampfer) zu entstehen scheint.
Anwendung. Fructus Petroselini verwendet man als Diureticum und Carminativum in den Dosen des Wasserfenchels. Ausser-dem soll Petersiliensamenpulver ähnlich wie Anispulver Ektozoön der Vögel vertreiben können.
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4. Folia Bucoo, Buccoblätter.
Die mit Fragmenten von Zweigen, Blüten und Früchten untermengten Blätter mehrerer strauchartiger, am Kap der guten Hoffnung wachsender Arten der Gattung Barosma (Rutaceae, Terebinthinae).
Sie enthalten circa 1,50/0 ätherisches öl von pfefferminz-ähnlichem Geruch und dienen beim Menschen als Diuretic um und Mittel gegen chronische Blasenleiden. Man konnte Buccoblätter Hunden zu 0,5 2,0 pro dosi mehrere Male täglich im In-fusum (1:20) verabreichen.
b. Sal in is laquo;#9632;Im- Dlnretlca.
Es gehören in diese Gruppe die anderwärts besprochenen Karbonate (Bikarbonate) und Chloride der Alkalien, ferner die nachstehend aufgeführten Nitrate, Acetate und Tartrate derselben.
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1.nbsp; Kalium acoticum*t
2.nbsp; Natrium acotioum*
3.nbsp; Kalium nitricum*t
4.nbsp; Natrium nitricum*
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5.nbsp; Tartarus depuratus* (Kalium
hydrotartaricum f)
6.nbsp; Kalium tartaricum*
7.nbsp; Tartarus boraxatus*
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1. Kallnm aceticum *t, Kaliumacetat, KG. H, 0.2.
Weisses, etwas glänzendes, an der Luft zerfliessendes, in 0,30 Teilen Wasser und 1,4 Teilen Weingeist lösliches Salz. Die, rotes Lackmuspapier langsam bläuende, Phenolphthaleinlosung jedoch nicht rötende, wässerige Lösung wird auf Zusatz von Eisenchloridlösung dunkelrot gefärbt und giebt mit Weinsäurelösung einen weissen, krystallinischen Niederschlag. Man gewinnt Kaliumacetat durch Neutralisieren von verdünnter Essigsäure mit Kalium carbonicum oder bicarbonicum und Eindampfen zur Trockne.
Pharmaceutisches Präparat :LiquorKaliiacetici* (Kalium aceticum solutumf), Kaliumacetatlösung; klare, farblose Flüssigkeit ohne brenzlichen Geruch, welche bei einem spezifischen Gewicht von 1,170^1,180 33% Kaliumacetat enthält und durch Sättigen von verdünnter Essigsäure mit Kaliumbikarbonat und Verdünnen mit der entsprechenden Menge Wassers hergestellt wird.
Anwendung. Kalium aceticum verbrennt nach der Resorption zum grössten Teil zu Bikarbonat und ist das gebräuchlichste, meist in Verbindung mit Digitalis verabreichte Diureticum in der Hundepraxis. Es wird am besten von allen Kaliumsalzen vom Verdauungs-traktus vertragen und kann, wie fast alle salinischen Diuretica
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(siehe indessen Salpeter) auch bei Reizung8- und Entzün-dungszuständen der Nieren angewendet werden.
Man verordnet gewöhnlich Liquor Kalii aeetici* (Kalium aceticum solutumf) und giebt ihn Hunden zu 1,5 3,0; 2 3 stündliche Eepetition der Gaben ist in der Regel erforderlich.
Cave: Mineralsäuren, Weinsäure.
2. ITatrium aceticum1quot;, Natriumacetat, NaC2HaOs-|-3H,().
Farblose, durchsichtige, in warmer Luft verwitternde Krystalle, welche mit 1 Teil Wasser eine, rotes Laokmuspapier bläuende, dagegen Phenolphthalelnlosung nicht rötende Lösung geben und sich in 23 Teilen kaltem, sowie in 1 Teil siedendem Weingeist lösen. Beim Erhitzen schmilzt das Salz zunächst unter Verlust des Krystall-wassers und wird dann wieder fest, um bei verstärkter Hitze von neuem zu schmelzen. Beim Glühen wird es unter Entwicklung von Acetongeruch und Hinterlassung eines stark alkalisch reagierenden, die Flamme gelb färbenden Rückstandes zersetzt. Die wässerige Lösung des Natriumacetats wird auf Zusatz von Eisenchloridlösung dunkelrot gefärbt. Das Natriumacetat der Pharmakopöen stellt man durch Umkrystallisieren des als Rotsalz bezeichneten rohen Natriumacetats her, welches seinerseits aus Holzessig und Soda gewonnen wird.
Amvendung. Natriumacetat hat vor dem Kaliumacetat den Vorteil, dass es nicht zerfliesst und deshalb auch in Pulverform, z. B. auf dem Futter, angewendet werden kann, dagegen den Nachteil, dass es viel weniger diuretisch wirkt (vergleiche Seite 206). Die sonstigen Wirkungen hat es mit dem Fatriumbikarbonat gemeinsam.
Dosen des Natriumacetats für
Pferdenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Rindernbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Hunde
20,050,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 50,0-100,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 0,52,0
Cave: Stärkere Säuren.
8. Kalium nitriciim *t, Kaliumnitrat, Kalisalpeter, KN03.
Farblose, durchsichtige, luftbeständige, prismatische Krystalle oder ein krystallinisches Pulver, in 4 Teilen kaltem und weniger als 0,5 Teilen siedendem Wasser löslich, in Weingeist fast unlöslich. Die wässerige Lösung, die Lackmuspapier nicht verändern (fremde Beimengungen von alkalischer oder saurer Reaktion) und weder durch
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Schwtifelwasserstoffwasser (metallische Verunreinigungen), noch durch Baryumnitratlösung (Sulfate), noch durch Silbernitrat lös ung (Chloride) verändert werden darf (weiteres siehe in den Pharmakopöen), giebt mit Weinsäurelösung nach einiger Zeit einen weissen, krystallinischen Niederschlag und färbt sich, mit Schwefelsäure und überschüssiger Ferrosulfatlösung gemischt, braunschwarz. Salpeter wird teils aus Ostindien (als indischer Rohsalpeter) in den Handel gebracht (nachher gereiniot etc.), teils in den sogenannten Salpeterplantagen durch Vermischen von N-haltigen organischen Stoffen, besonders tierischen Abfällen, mit Holzasche und Kalk und jahrelanges Aussetzen dieses Gemisches der Luft dargestellt, teils durch Zersetzen des Chilisalpeters (Natriumnitrats) mit Stassfurter Abraumsalz (Chlorkalium) gewonnen.
Wirkung und Amvcnduiig des Ealiumnitrats.
In grösseren innerlichen Gaben bewirkt Salpeter intensive Magen-Darmreizung mit Durchfall etc. Daneben kommt es als Ausdruck der Kaliumwirkung (siehe Seite 166) zu Hinfälligkeit, Verlangsamung und Schwächung der Herzkontraktionen, Sinken der Temperatur, in sehr grossen Gaben sogar zu tödlichem Collaps. Immerhin sind beim Pferde mehrere hundert Gramm nötig, Exitus letalis herbeizuführen, und zwar tritt derselbe dann meist schon wenige Stunden nach der Vergiftung, manchmal noch viel schneller ein.
Die Ausscheidung erfolgt zum grossen Teil unverändert, namentlich durch den Harn, dessen Menge schon durch kleine Gaben eine Zunahme erfährt (siehe später).
Innerlich benutzt man Salpeter, der früher als Antiphlogisticum in hohem Ansehen stand, zur Zeit nur noch als Diureticum. Die bequemste Verabreichungsform für grössere Tiere ist diejenige im Trinkwasser; bei akuter Nephritis sollte man das Mittel überhaupt nicht oder nur sehr vorsichtig gebrauchen, da grosse Dosen schon am gesunden Tier unter Umständen Albuminurie und Harnzwang herbeiführen.
Dosen des Kaliumnitrats für
grosse Tiere mittelgrosse Tiere kleine Tiere
10,025,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;2,0-5,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 0,20,5
Cave: Schwefel-, Salz- und Phosphorsäure und deren saure Salze der Alkalien.
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Äusserlich dient Salpeter wogen seiner Fähigkeit, bei Auflösung in Wasser Wärme zu binden, hin und wieder zur Herstellung kühlender Fomentationen (siehe Seite 186).
4.nbsp; IVatrium nitricnm*,Natriumnitrat, Chilisalpeter, Natronsalpeter, NaNOs-
Farblose, durchsichtige, rhomboödrische, an trockener Luft unveränderliche Krjstalle von kühlend salzigem, bitterlichem Geschmack welche in 1,2 Teilen Wasser, sowie in 50 Teilen Weingeist löslich sind. Beide Lösungen sind neutral. Am Platindraht erhitzt, färbt das Salz die Flamme gelb; die wässerige Lösung, mit Schwefelsäure und überschüssiger Ferrosulfatlösung gemischt, färbt sich braunschwarz. Natriumnitrat, zu dessen Prüfung auf Verunreinigungen mit Metallen, Erden, Chloriden, Sulfaten etc. die Pharmakopöe sehr ausführliche Vorschriften giebt, wird durch Reinigen und Umkrystallisieren des als Düngemittel aus Südamerika (Peru, Bolivien, Chile) importierten sogenannten Chilisalpeters gewonnen.
Wirkung und Anwendung: des Matriumnitrats.
Natriumnitrat hat mit dem Kaliumnitrat die örtliche Wirkung auf den Verdauungstraktus gemeinsam, übt aber selbst in grossen Gaben keinen deprimierenden Einfluss auf Puls, Temperatur etc. aus. Die durch Aufnahme von Düngesalzquot;, namentlich bei Kühen (von Moebius, Weinmann u. a.) beobachteten Vergiftungssymptome (zur Tötung eines Rindes dürften circa 250,0 Natriumnitrat erforderlich sein!) beruhen auf der örtlichen Wirkung des Mittels (hämor-rhagische Gastroenteritis!), möglicherweise auch auf teilweisem Übergang des Natriumnitrats in das stark giftige, dem Amylnitrit (siehe dieses) betreffs seiner Wirkung ähnelnde Natriumnitrit (NaNOj).
Man kann Natriumnitrat an Stelle des Kaliumnitrats verwenden, doch steht es diesem betreffs der diuretischen Energie entschieden nach.
5.nbsp; nbsp;Tartarus depnratuiS* (Kalium hydrotartaricumf), Weinstein, ICH (C4H4Oa).
Weisses, krystallinisches, zwischen den Zähnen knirschendes, säuerlich schmeckendes Pulver, in 192 Teilen kaltem und in 20 Teilen siedendem Wasser, nicht in Weingeist, wohl aber unter Aufbrausen in Kaliumkarbonatlösung, auch in Natronlauge löslich. Weinstein verkohlt beim Erhitzen unter Verbreitung des Karamelgeruches (Ge-
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ruches nach verbranntem Zucker) zu einer grauschwarzen Masse, die beim Behandeln mit Wasser eine alkalische Flüssigkeit liefert; die letztere giebt nach der Filtration, auf Zusatz von überschüssiger Weinsäure, unter Aufbrausen einen krystallinischen, in Natronlauge leicht löslichen Niederschlag Die 1 rüfungsvorschriften (auf Sulfate, mehr als Spuren von Chloriden, auf Blei, Kupfer, Eisen, Kalk und Ammon) wolle man aus den Pharmakopöen ersehen.
Weinstein findet sich im Saft vieler säuerlicher Früchte, namentlich der Weintrauben. Bei der Gährung geht er aus den letzteren in den Wein über und scheidet sich bei Zunahme des Alkoholgehaltes als roher Weinstein in harten Krusten aus. Aus diesem wird nach verschiedenen Methoden der gereinigte Weinstein gewonnen.
Amvenduug. Der diuretische Plifekt des Weinsteins ist ziemlich unbedeutend, da des geringen Diffusionsvermögens halber nur kleine Mengen, die nachher zu Karbonaten verbrannt werden, zur Resorption gelangen. Grosse Dosen bewirken Durchfall,
Man wendet das Mittel als Diureticum und Resolvens, sowie als mildes Laxans, meist in Form des Pulvers (auf das Futter) an. Dosen des Weinsteins für Pferdenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Schweinenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Hunde
25,0100,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;5,010,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;1,02,0
Als Laxans würde man Schweinen 10,020,0, Hunden 2,010,0 zu verabreichen haben. Cave: alkalische Substanzen, Metallsalze.
0. Malinm tartarienm *, Kaliumtartrat, K, (dH,!),). Farblose, durchscheinende, luftbestündige Krystalle, die in 0,7 Teilen Wasser, in Weingeist nur wenig löslich sind, beim Erhitzen unter Entwicklung von Karamelgeruch verkohlen und dann einen alkalisch reagierenden, die Flamme violett färbenden Rückstand hinterlassen. Die konzentrierte, wässerige Lösung des Salzes giebt mit verdünnter Essigsäure einen in Natronlauge löslichen, weissen, krystallinischen Niederschlag. Kaliumtartrat wird durch Neutralisation von Weinstein mit Pottasche oder Kaliumbikarbonat in wässeriger Lösung und nachheriges Abdampfen dargestellt.
Das völlig überflüssige Mittel wirkt ähnlich wie Weinstein, d, h. in kleinen Gaben diuretisch, in grösseren mild abführend.
7. Tartarus boraxatns*, Boraxweinstein, Der durch Eindampfen einer Lösung von 2 Teilen Borax und 5 Teilen Wein-
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stein in 15 Teilen Wasser gewonnene Boraxweinstein bildet ein weisses, an der Luft feucht werdendes, sauer schmeckendes und reagierendes, amorphes Pulver, welches schon in der gleichen Menge Wasser loslich ist (weiteres siehe im Deutschen Arzneibuch).
Entbehrlich; sonst wie Tartarus depuratus und Kalium tar-taricum.
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XII. Kapitel
Emetica, Brechmittel.
(Ruminatoria, Wiederkauen anregende Mittel.)
Als Emetica bezeichnet man Substanzen, welche durch Erregung des in der Medulla oblongata gelegenen Breohcen-trums Erbrechen, d. h. eine Ausleerung des Magens in der Richtung nach dem Munde hin, hervorrufen. Der bei weitem grösste Teil der in dieser Weise thätigen Stoffe wirkt indirekt (örtlich, reliektorisch) durch Reizung der Vaguseudigungen im Magen; ein kleiner Teil (namentlich das Apomorphion) wirkt direkt (resorptiv), d. h. nach seiner Aufnahme in die Blutbahn; einige wenige Brechmittel (z. B. das Emetin) wirken auf beide Arten.
Neben der emetischen Wirkung zeigen alle Brechmittel noch einen entfernten, sich während des Brechaktes abspielenden Einfluss auf andere Kürperfunktionen. Vor allem bewirken sie eine bedeutende Steigerung der Puls- und Atemfrequenz; während ferner im Beginn des Erbrechens eine oder mehrere tiefe Inspirationen mit Verschluss der Glottis eintreten, erfolgt nach der Kontraktion des Zwerchfells und der Bauchmuskeln eine ergiebige Exspiration, durch welche in den Luftwegen befindliche Schleimmassen, Fremdkörper etc. herausbefordert werden können.
Ferner kommt es durch den Druck, den die grossen Gefässe des Hinterleibes seitens der Bauchpresse erleiden, zu Stauungen in den Organen der Schädel- und Brusthöhle und in der Körperperipherie (an Haut, Schleimhäuten), sowie durch den Druck auf die Leber bez. Gallenblase zur Ausstossung von Konkrementen oder Schleimpröpfen aus den Gallenausführungsgängen. Beträchtlicher Schweissaus-
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bruch, wio beim Menschen, gelangt beim Tier nicht zur Beobachtung, wohl aber ist die Sekretion in der Mundhöhle, namentlich beim Hund, bedeutend vermehrt.
Alle Emetica rufen w ä h r e n d des Brechaktes eine erhöhte Absonderung dünnen Schleimes in der Luftröhre und ihren Verzweigungen hervor, ein Effekt, der sich bei manchen von ihnen ohne Brechen dadurch erreichen lässt, dass man den 10. bis 12. Teil der Brechdosis eingiebt. Es gründet sich darauf die Verwendung derselben als Expectorantia.
Manche Brechmittel bedingen reüektorisch eine starke Beschleunigung der Darmporistaltik; bei allen kann unter Umstünden Kotabsatz während des Brechaktes dadurch erfolgen, dass der Dickdarm seitens der Bauchpresse komprimiert und sein (weicher) Inhalt auf rein mechanische Weise nach hinten befördert wird. Den Schluss des Brechens bildet m. o. w. hochgradige Erschöpfung mit kleinem Puls und oberflächlicher Atnunig.
Bei Pferden, die unter normalen Verhältnissen nicht erbrechen können, verbietet sich die Anwendung der Ernetica (als Brechmittel, nicht aber als Expectorantia, Diaphorotica etc.), und auch bei den Wiederkäuern wird durch Brechmittel in der Kegel nur eine Art von llumination, selten eine ausgiebigere Entleerung der Vormagen, niemals eine Entleerung dos eigentlichen Magens bewirkt.
Man wendet die Brechmittel an;
1.nbsp; Zur Entleerung des Magens von Giften oder anderweitigen, der Gesundheit nachteiligen Substanzen (z. 15. auch von Bakterien), die von aussen in den Magen gelangt oder daselbst in Folge eines krankhaften Zustandes der Magenschleimhaut (z. B. eines Katarrhes) entstanden sind.
2.nbsp; Zur Entfernung von steckengebliebenen Fremdkörpern aus Ösophagus und Rachen (Apomorphin subkutan).
3.nbsp; Zur Entfernung von Fremdkörpern oder pathologischen Produkten (Schleim, Blut etc.) aus den Luftwegen.
4.nbsp; Zur Beseitigung von Blutstockungen in den Hinterleibsorganen (Darm, Leber, Niere etc.), sowie von Gallenstauungen durch Schlcimpröpfe, Konkremente etc. in den Gallenwogen (bei hepatogenemquot; Icterus).
5.nbsp; Bei Lecksucht des Rindes, Wollofrcssen der Schafe, Pederzupfen der Hühner und ähnlichen Geschmacksverirrungenquot;.
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6.nbsp; nbsp;Bei unterdrücktem Wiederkauen.
7.nbsp; Zur Anregung der Hautthätigkcit und des Stoffwechsels bei sogenannten ..rheumatischenquot; Krankheiten.
8.nbsp; Als Expectorantia in refracta dosiquot;.
Contraindikationen der Emetica im allgemeinen: Herz- und Gefiisskrankheiten; vorgeschrittene Gravidität; Hernien;
stark geschwächter, elender Organismus (am unschädlichsten ist in
letztcrem Falle das Apomorphin).
Mittel. In Nachfolgendem sind nur Radix Ipecacuanhae, Rhizoma Veratri. Apomorphin und die ,,Antimonialienquot; besprochen worden. Die anderen, gelegentlich zur Verordnung kommenden Brechmittel: Cuprum sulfuri-cum, Zincum sulfuricum und Natrium chloratum, sowie das als Rumi-natorium dienende Eserin (Eseridin) wolle man anderwärts aufsuchen.
1.nbsp; Eadix Ipecaouanhao'fnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; I 4. Tartarus stibiatus* (Stibium
2.nbsp; Rhizoma Veratri* (Veratri-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Kalio-tartaricumf)
nnra*t; Fructun Sabatlillaef)nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;! 6. Stibium aulfuratum auran-
3.nbsp; Apomorphinum liyd roohlori-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; tiaoum*t
cum^tnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; I 6- Stibium sulfuratum nigrum*t
1. Radix Ipecacnanliae *t, Brechwurzel.
Die Wurzeläste der in feuchten Wäldern Brasiliens gesellig wohnenden kleinen Staude Psychotria Ipecacuanha (Cephae-11 s Ipecacuanha) (Rubiaceae, Caprifolia; Pentandria Monogynia) mit horizontal kriechendem Wurzelstock, aufsteigendem, knotigem Stengel und kleinen, weissen, in Köpfchen stehenden Blüten.
Dio Wurzdästo sind wurmfeinnig gekrümmt, bis 15 cm lang, in der Mitto höchstens 5 mm dick, nach beiden Enden dünner, meist unvorzweigt. Dio graue oder bräunlicbgrauo Kinde ist dicht und ziemlich rogelmässig geringelt, innen weisslich, von körnigem Bruch; der dünne, leicht trennbare Holzcylinder ist hell-gelblieh. (Figur 41). Dio Binde riecht dumpf und schmeckt widerlich bitter.
Schüttelt man 1 Teil Brechwurzel mit 5 Teilen warmem Wasser und filtriert nach einer Stunde, so entsteht in der Flüssigkeit, wenn man eine kloine Menge einer Autlösung von 0,332 Kaliumjodid und 0,454 Quocksilberjodid in 100 com Wasser dazu tröpfelt, ein reichlicher, amorpher, weisser Niederschlag (von Emetin). Schüttelt man 0,2 Brcehwurzel mit 10 cem Salzsäure und filtriert, so nimmt das Filtrat auf Zusatz von Jodwnsser blaue Farbe an, wird aber feurig rot, wenn man Chlorkiilk darauf streut. Brecbwurzel ist vorsichtig aufzubewahren!
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Die echte Wurzel lässt sich durch diese Kcnktionen, aber auch schon durch ihr charakteristisches Aussehen, leicht von falschen Jpocacuanhn-sorton unterscheiden.
Das wirksame Prinzip der Brechwurzel ist das sehr giftige Alkaloid Emetin, C,gHlt;0N2O6 (circa l0/0 [0,5 3%]); daneben hat man eine mit dem Cholin übereinstimmende flüchtige Base (Arndt), sowie Gerbsäure (Jpecacuanhasäure), Amylum (circa 800/0), Zucker (80/o), Pectin, Gummi, ätherisches Öl etc. gefunden.
Offlzinelle Präparate: Sirup us Jpeca-
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cuanhae*t, Brechwurzelsirup; 1:100. Vinum Jpecacuanhae*, Jpecacuanhawein; 1 : 10 Xeres-wein. Tinctura Jpecacuanhae f (1 : 10).
Wirkung der Brechwurzel.
Jpecacuanhawurzel und Emetin wirken örtlicli stark reizend und rufen bei interner Anwendung nicht zu kleiner Gaben Vomitus hervor, welcher indessen auch bei subkutaner und intravenös er Applikation (allerdings erst nach grösseren Dosen) auftritt. Daneben kommt es zu starker, lange anhaltender Vermehrung der Gallensekretion. Grosse Gaben (beim Hund 0,025
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Emetin, beim Pferd 90,0 Brechwurzel [Vitet])
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Figur 41.
Radix Ipocaouiinhae, natürl. Grilsse.
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bedingen sowohl bei interner als subkutaner Anwendung heftige Gastroenteritis, sowie Läh
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mung des Herzens und der Gefässe.
Auwendung der Brechwurzel.
Als Brechmittel (0,53,0 für Schweine und Hunde. 0,250,8 für Katzen) ist die Brechwurzel neuerdings (wenigstens bei Hunden und Katzen) durch das Apomorphin nahezu verdrängt worden, dagegen steht sie als Expectorans noch in ziemlich hohem Ansehen. Man verabreicht sie bei den verschiedenen Formen der akuten und chronischen Laryngo-Tracheitis und Bronchitis der Omnivoren und Carnivoren in der Kegel in Form des Infuses, seltener des Sirupus Jpecacuanhae'quot;f (kaffeclöffelweise für Hunde) oder des Vinum Jpecacuanhae* (1030 Tropfen für Hunde, 310 Tropfen für Katzen).
Ausserdem ist die Brechwurzel in Kombination mit Opium als Stypticum bei Diarrhöen und Ruhren (siehe Puhis Jpecacuanhae
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opiatus), ferner als Cholagogum bei Leberaffektionen und als Ruminatorium in der Rindviehpraxis empfohlen worden.
Dosen der Brechwurzel als Expectorans für
Schweinenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Hundenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Katzen
0,1-0,3nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 0,010,05nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 0,01
Dosis der Breclnvurzel als Ruminatorium für
Rinder
B -10,0
2. Rhizonia Veratri*, Weisse Nieswurzel, sowie Vera-trinum *f.
Der dunkelbraune, aufrechte, bis 8 cm lange, bis 25 mm dicke, mit den gelblichen, höchstens 3 dm langen und ungefähr 3 mm dicken Wurzeln versehene Wurzelstock (Figur 42) des auf den Ge-
birgswiesen Mittel- und Südeuropas vor-
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kommenden, bis zu einem Meter hohen, ausdauernden Veratrum album (Me-lanthaceae, Liliaceae; Hexandria Tri-gynia) mit grossen, abwechselnd stehenden, stengelumfassenden und mit sehr deutlichen Längsrippen versehenen Blättern und gclblichweissen, eine ansehnliche, sperrige Rispe bildenden Blüten.
Der Quersohuitt des Wurzolstocka zeigt in geringem Abstand von der Oberfläclio eine feine, bräunliche, gezackte Endodermis, welche ein derbes, weisslielies, stärkemehlroiches Gewebe oinschliesst. Dasselbe ist von -zahlreichen, kurzen, unregolmiissig verlaufenden Gefass-bttndeln durchzogen. Wnrzelstock und Wurzeln schmecken anhaltend scharf und bitter. Sie
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sind vorsichtig aufzubewahren!
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Figur 42.
Rhizonia Veratri, um nahezu die
Hälfte verkleinert.
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Das als Verwechslung bezeichnete Rhizom des Verntrum nigrum ist bedeutend kleiner und in getrocknetem Zustand sehr uuausehnlich.
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Als wirksame Bestandteile sind 5 Alkaloide zu nennen, nämlich das krystalllsierbare, enorm giftige Pro-toveratrin, Ca^H^NO,,, das weniger giftige Jervin, Cao H4Ü No Os, und die wahrscheinlich ungiftigen Protoveratridin, Pseudojervin und Rubiiervin.
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Pharmaceutisclies Präparat: Tinctura Veratri* Nies-wurzeltinkur; 1 : 10 Teilen verdünntem Weingeist; vorsichtig aufzubewahren!
Veratrinum*-j-, Veratrin. Weisses, lockeres, geruchloses, verstaubt heftig zum Niesen reizendes, in Wasser unlösliches, meistens amorphes Pulver, welches aus den F r u c t u s S a b a d i 11 a e (siehe später) durch Auskochen mit schwefelsäurehaltigem Wasser etc. hergestellt wird.
An siedendes Wasser giebt Veratrin nur wenig ab; die tiltriorto Lösung schmeckt scharf, nicht hitter und bläut rotes Laclimuspapicr langsam. Veratrin löst sich in 4 Teilen Weingeist und in 2 Teilen Chloroform; in Äther 1st es woniger, jedoch vollständig löslich. In verdünnter Schwefelsäure und in Salzsäure löst es sich zu scharf und bitter schmeckoudon Flüssigkeiten. Mit Salzsäure gekocht, liefert es eine rot gefärbte Lösung. Mit 100 Teilen Schwofelsäure verrieben, erteilt Veratrin dersolben zunächst eine grünlichgelbe Kluorenscenz, allmählich tritt jedoch starke Rotfarbung ein. Veratrin ist sehr vorsichtig aufzubewahren
Aus diesem käuflichen Veratrin erhielt Merck in grossen, farblosen Kristallen dns krystallisiorto Veratrin (Cevadin) von dor Formel Q,,, IIlt;9N09 (Schmidt); daneben iindot sich noch amorphes Veratrin von gleicher Wirkung wie das krystallinische.
Wirkung des Veratrins.
1.nbsp; Örtlich wirkt Veratrin heftig reizend. Demnach entsteht an der Haut nach Anwendung der Salbe oder weingeistigeu Lösung eine crythematöse Entzündung, nach interner Einführung von minimalen Gaben Besserung des Appetits und der Verdauung, eventuell auch schon Salivation, Brechreiz und erhöhte Peristaltik, von grösseren Gaben Vomitus, starke Salivation, Kolik und Durchfall, der bisweilen profus und blutig ist
Nach subkutaner Anwendung, namentlich bei Pferd und Rind. treten die örtlichen Symptome oft in sehr hohem Grad, eventuell untermengt mit Kesorptivsymptomen (intensiver Unruhe, Schweissaus-bruch. Zittern, rücksichtslosem Hinwerfen etc.) hervor. Die sich nicht selten einstellende entzündliche Schwellung an der Injektionsstelle schwindet meist innerhalb einer Woche. Erbrechen und Durch fall erfolgen übrigens auch bei subkutaner, ender-matischer und intravenöser Zuführung.
2.nbsp; nbsp;Die Aufnahme erfolgt von den gewöhnlichen Applikationsstellen aus schnell; die Ausscheidung geht schnell und unverändert durch die Nieren vor sich.
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3. Die Resorptivwlrkung ist auf die gesamte quergestreifte Muskulatur, diejenige des Herzens eingeschlossen, gerichtet (Steigerung der Erregbarkeit und Leistungsfähigkeit, später nach grossen Dosen Lähmung), ferner auf Vagus- und vasomotorisches Centrum, auf die peripheren Nervenendi gungen, die Vagusendigungen in den Lungen und das Atmungscentrum, welche sämtlich zuerst erregt, dann gelähmt werden.
Es kommt zu Bewegungs- und Sensibilitätsstörungen (choreatischen Bewegungen der verschiedensten Muskelgruppen, fibril-lärem Muskelzucken, tetanischen Zuständen, schliesslich völliger Lähmung der Muskeln; Hyperästhesie, später partieller Anästhesie der Haut); zu vermehrter Schweiss-, Thränen- und Harnabsonderung (Symptome, die jedoch nur beim Pferd konstant sind); zum Seltenerwerden der Herz- und Atembewegungen; zum Rückgang des Blutdruckes und der Temperatur; schliesslich zum Tod durch Herzlähmung.
Sehr kleine Dosen bewirken eine bald vorübergehende Steigerung der Pulsfrequenz, des Blutdruckes und der Zahl der Atemzüge.
Dio Empfindlichkeit der Haustiere gegenüber dem Voratrin ist sehr verschieden. Pferde zoigten auf H'0,0 Khizoma Veratri nur Kolik und Brech-bowegungon (Waldin gor), können aber auf subkutane Injektion von mehr als 0,2 Voratrin sterben (in 2 Fällen starben junge Pferde schon auf 0,1 Veratrin [Martens]); Rinder sterben auf 180,0 Nieswurz (ein Ochso starb schon auf 60,0 [Heinrich]) und 0,25 Voratrin [Gorlach]); Schafe und Ziegon bekamen auf 8,015,0 Nieswurz Vomitus und Diarrhöe (Gorlach); Schweino starben auf einen gehiiufton Easlöffel (= circa 15,0) Nieswurzelpulver (Baudius); Hunde gingen auf 0,6 Rhizoma Veratri (Schlundunterbinduug!) und auf 0,02 Veratrin (Hertwig), Katzen und Kaninchen auf 0,Ü05 Veratrin zu Grunde etc.
Anwendung der Nieswurz etc.
Rhizoma Veratri und Veratrin werden verwendet: 1. Als Brechmittel für Schweine.
Die Nieswurzel giebt man in Milch (zum freiwilligen Genuss), als Schüttelmixtur oder in Dekoktform (als Clysma). Um die Alka-loide sicher in Lösung zu bringen, empfiehlt es sich, Nieswurzelabkochungen mit Zusatz von Essig herzustellen! Das Veratrin wird, in einigen Gramm Weingeist oder angesäuertem Wasser gelöst, nur subkutan appliziert.
Brechdosen für Schweine vom Rhizoma Veratri 0,22,0 Veratrin . . . 0,020,03
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2.nbsp; Als Ruminatorium und raquo;Stomachioum bei niederliegendem Wiederkauen und den verschiedenen Formen der chronischenquot; Un-verdaulichkeit.
Die gebräuchlichste Verabreichungsform ist das Dekokt oder die Schüttelmixtur, indessen kann man auch Tincturu Veratri * in der doppelten bis dreifachen Menge des Bhizoms verwenden.
Dosen lür Rindernbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Schafe u. Ziegen vom
Rhizoma Veratri 5,0-15,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;2,05,0
Veratrin.....0,05-0,15nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 0,010,02
3.nbsp; Als Antirheumaticum, besonders bei chronischer Bug- und Hüftlahmheit des Pferdes.
Man spritzt tiiglich einmal eine Lösung von 0,05 Veratrin in 4,05,0 Weingeist oder angesäuertem Wasser unter die Haut, möglichst in der Nähe derleidenden Stelle (sehr vorsichtige Steigerung dieser Gabe!).
\ Pferde Dosen des Veratrins (als Antirheumaticum) für nnr ir
Achtung! Äufregungssymptome zu erwarten!
4.nbsp; nbsp;Als Excitans für das Muskel- und Nervensystem, z, B. bei allgemeiner Depression, Lähmungszuständen der Muskulatur, Festliegen der Kühe, Herzschwäche, Coma etc. Man verwendet die unter 2. und 3. angeführten Dosen und Formen; soll beim Pferd Rhizoma oder Tinctura Veratri in Anwendung kommen, so würde man Dosen von 5,010,0 bez. 10,020,0 als Pille oder Latwerge zu verabreichen haben. Die Dosis für Hunde beträgt vom Rhizom oder der Tinktur 0,010,02, vom Veratrin 0,0010,005.
Nur selten wird Veratrin innerlich als Antifebrile, besonders bei Pneumonie, Pleuropneumonie und anderen lieberhaften Krankheiten, und imsserlicli als Derivansquot; bei chronisch-entzündlichen Zuständen (in Form der Salbe, weingeistigen Lösung, Tinktur oder des Fontanells) und als Antiparasiticum gegen Ektozoön, besonders Trichodecten und Hämatopinen (als Pulver oder Dekokt mit Essig. Ablecken verhüten!), in Benutzung gezogen.
Zu letztgedachtem Zweck (als Antiparasiticum) kann man übrigens auch die als Semina Staphisagriae, Läusekörner, bezeichneten Samen der südeuropäischen Ranuncukcee Delphinium staplnsagria (Delphinium officinale) und die als Fructus Sabadillaef in Österreich oflizinellen Früchte der mexikanischen Melanthacee Sabadilla officinalis verwenden. (Ablecken verhüten!)
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Kezcpt-Beispielo.
1.nbsp; Pulv. rhiz. Veratri 5,0 10,0, Natr. sulfuric. 100,0200,0. Mi see. In Wennutaufguss oder Leinsamenschleim zu verabreichen eventuell täglich 23mal zu wiederholen. Einem Rind. Bei chronischer UnVerdaulichkeit, Pansenparese.
2.nbsp; Tincturae Veratri 5,0. Infus. flor. Chamomillae 20,0 :250,0, Magnes. sulfuric. 00,0. Mlsce. Auf 4 mal innerhalb eines Tages. Einer Ziege (einem Schaf). Bei Unverdaulichkeit.
3.nbsp; nbsp;Veratrin. 0,050,1, Spiritus 2,0. Solve. Zur subkutanen Injektion. Für ein Pferd oder Kind. Bei rheumatischer Schulter-lahmheit des Pferdes, Unverdaulichkeit und Festliegen des Rindes.
3. Apomoriiliinum liy(lrocliloi*iciim*t. Apomor-phinhydrochlorat, C17 H17N03 . HC1.
Weisse oder grauweisso Kryställchen, die in Äther und Chloroform fast unlöslich sind, aber mit etwa 40 Teilen Wasser oder Weingeist neutrale Lösungen geben. An feuchter Luft, besonders unter Mitwirkung des Lichts, färbt sich das Salz bald grün (ohne dadurch an Wirksamkeit einzubüssen).
Salpetersäure löst Apomorphin mit blutroter Farbe. Die Lösung in iibor-sohiissiger Natronlauge färbt sich an der Luft bald purpurrot und allmüblich schwarz. Der durch Natriumbikarbonatlösmig in der wiissorigon Lösung des Salzes hervor-gorufene Niederschlag färbt sich an der Luft sehr bald grün; er wird dann von Äther mit purpurvioletter, von Chloroform mit blauvioletter Farbe gelöst. Silbernitratlösung wird von der mit AmmoniaMüssiglieit versetzten Lösung des Salzes sofort reduziert.
Die wässerige Lösung des Salzes sei farblos oder doch nur wonig gefärbt; ein Präparat, welches mit 100 Teilen Wasser eine smaragdgrüne Lösung giebt, ist zu verwerfen. Beim Schütteln des trockenen Salzes mit Äthor darf letzteres gar nicht oder doch nur blassrötlich gefärbt werden. Bei Luftzutritt verbrenne es, ohne einen Rückstand zu hinterlassen.
Apomorphin entsteht bei Einwirkung von Salzsäure auf Morphin oder Codoi'n bei hoher Temperatur (140löOquot;) und ist vorsichtig un d vor Jacht geschützt anfzubewahrenI
Wirkung des Apomorphins.
1.nbsp; Eine örtliche Wirkung entfaltet Apomorphin anscheinend nicht.
2.nbsp; Resorptiv bewirkt es durch direkte Erregung des Brcch-centrums Erbrechen. Dasselbe tritt bei Hund und Katze nach subkutaner Injektion von 0,0020,01 bez. 0,020.05 (Katze) innerhalb weniger Minuten auf. Innerlich und noch mehr per rectum sind viel grössere Gaben nötig, und das Erbrechen kommt später und auch
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unsicherer zu stände. Wird die Brechdosis erheblich überschritten, so bleibt Vomitus ebenso aus Avie dann, wenn richtig dosierte Apo-morphingaben tief chloroformierten und morphinisierten Individuen verabreicht werden. Beim Schwein wirkt Apomorphin anscheinend nicht emetisch.
3. Nach grossen Apomorphindosen beobachtet man toxiscbe Wirkungen: Erregung der Bewogungs-und Empfindungscentren Zwangsbewegungen verschiedener Art, eventuell Krämpfe, daneben Schreckhaftigkeit, Angst etc. neben primärer Erhöhung und sekundärer Herabsetzung der Atemzahl, Pulszahl und des Blutdruckes. Bei Herbivoren, Schweinen und Hausvögeln machen sich in hervorragender Weise Symptome der Leck- und Nagesucht bez. des Wollefressens und Feder-zupfens bemerklich. Der Tod kann durch Lähmung des Eespirations-centrums erfolgen.
Von hervorragender Wichtigkeit ist der erregende Einlluss des Apomorphins auf die Sekretion des Speichels, des Magensaftes, in erster Linie aber des Schleimes in Trachea und B ronchien.
Airwendiing des Apomorphins.
Man wendet Apomorphin an:
1.nbsp; Als subkutan applizierbares Emeticum für Hunde und Katzen.
Brechdosen des Apomorphins für
Hundenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Katzen
0,0020,01nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;0,020,05
2.nbsp; Als (internes) Expectorans bei Laryngeal-, Tracheal- und Bronchialkatarrhen, sowie bei katarrhalischer Pneumonic. Sehr bewährt hat sich die Verbindung mit Morphin, z. B. Apomorphin. hydrochloric. 0,01, Morphin, hydrochloric. 0,1, Acid, hydrochloric. 0,25, Aq. destillat. 100,0. D. ad vitr. nigr. 2 4 stündlich einen Kaffee- bis Esslöft'el voll. Einem Hund mit Bronchopneumonie.
Durch Zusatz von Salzsäure wird die Haltbarkeitquot; der Apo-morphinsolution gesteigert.
Expektorierdosen des Apomorphins für Pferde Hunde und Katzen 0,020,05nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 0,0010,003
Cave: alkalisch reagierende Substanzen. Apomorphinlösungen sind in schwarzen Gläsern zu dispensieren.
M ü 11 o r, Pharamkolügio.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;i r^
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3.nbsp;Gegen L e ck sucht und W o 11 efressen. Man verabreicht Rindern und Schafen tägiicli 0,10,2 einige (34) Tage hindurch. Nach der [Einspritzung ist Unruhe, Schreckhaftigkeit, selbst Erbrechen zu erwarten! Auch beim chronischen Magenkatarrh des Pferdes hat sich Apomorphin nianchnial bewährt, während der Erfolg bei eineiiKPferd, welches sich die Haare abnagte, nur vorübergehend war (Hteinme3'er).
Rezept-Beispiele (siehe auch Seite 225, Absatz 4).
1.nbsp; Apomorphin. hydrochloric. 0,10,2, Aq. destillat. 4,08,0. Solve. Zur subkutanen Injektion. Täglich 1 mal eine solche Gabe. Einem Rind oder Schaf. Bei Lecksucht oder Wollefressen.
2.nbsp; nbsp;Apomorphin. hydrochloric. 0,03, Aq. destillat. 3,0 Solve. Eine viertel bis ganze Pravazspritze (ä 1 ccm) voll unter die Haut zu spritzen. Subkutanes Brechmittel für Hunde.
4.nbsp; nbsp; TarlariiK stlbiatns* (Stibium Kalio-tartaricumf), Brechweinstein, K (S b0) C4 Hd 06 -f l/a H, 0.
Weisse Krystalie oder krystallinisches Pulver, allmählich verwitternd, in 17 Teilen kalten, 3 Teilen siedenden Wassers löslich, unlöslich in Weingeist, beim Erhitzen verkohlend. Die wässerige, schwach sauer reagierende Lösung hat einen widerlichen, süsslichen Geschmack und giebt mit Kalkwasser einen weissen, in Essigsäure leicht löslichen, mit Schwefelwassorstofiwasser, nach dem Ansäuern mit Salzsäure, einen orangeroten Niederschlag.
Wird 1,0 gepulverter Brechweinstoin mit i! ccm ZinnchlorÜrlöSUDg geschüttelt, so darf im Laufe einer Stunde eine Färbung nicht eintreten (Prüfung auf Arsen).
Brechweinstein wird durch Behandeln von Antimontrioxyd mittels Weinsteins und Wassers gewonnen und ist vorsichtig aufzuhowahron!
Fhiirmaceutisclie Präparate: U n g u e n t u m T a r t a r i s t i b i a t i*, Brechwcinsteinsalbe, Pockensalbe; 2 Teile Brechweinstein, 8 Teile l'araffinsalbe. Vinum 8tibiatum*f, Brechwein; 1 Teil Brechweinstein, 250 Teile Xeresweiu (Malagaweinf). Brechwein ist vorsichtig aufzubewahren!
Wirkung des Urechweinstelns.
1. Örtlieli wirkt Brechweinstein dort, wo saure Reaktion zugegen ist, ätzend und entzündungserregend. Demnach entstellt an der Haut (unter Einfluss der sauren Sekrete der Drüsen) bei Einwirkung der Brechwcinsteinsalbe (siehe oben) eine pustulöse.
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nur langsam abheilende Hautentzündung und nach interner Einführung entsprechend grosser Gaben des Tartarus stibiatus Diarrhöe, eventuell eine heftige Entzündung des Verdauungs-traktus. Ob der wurmtreibendequot; Effekt des Mittels nur von der kathartischen Wirkung abhängt oder ob eine spezilische Beeinflussung der Helminthen stattfindet, ist zweifelhaft.
Bei Tieren, welche erbrechen können, tritt übrigens bald nach Verabreichung grösserer Dosen Erbrechen ein, welchem nicht selten dünnflüssige Dejektionen folgen. Die emetische Wirkung geht vom Magen aus; denn nicht nur sind bei direkter Einführung ins Blut viel grössere Gaben nötig, sondern man findet auch nach interner Einführung soviel Antimon im Erbrochenen wieder, dass das fehlende nicht hinreichen würde, ins Blut gebracht, Yomitus zu erzeugen (siehe unten die Ausscheidungsverhältnisse des Brechweinsteins).
2. Die Kesorption erfolgt zögernd von allen Schleimhäuten, wahrscheinlich auch von der Haut, sobald dieselbe durch Brechweinsteinsalbe in Entzündung versetzt worden war. Die Ausscheiduiig findet sehr langsam durch die Nieren, Leber, Milchdrüsen (?) und (bei subkutaner und intravenöser Applikation) Magenschleimhaut statt. In die Milch geht Brechweinstein jedenfalls nicht in solchen Mengen über, dass der Genuss nachteilig wirkt (Baum).
8. Nach der Resorption grosser Dosen kommt es zur akuten Brechweinsteinintoxikation, welche sieh, aussei' durch Gastroenteritis, durch Lähmung der Gefässe und des Herzens kennzeichnet.
Schon die gewöhnlichen Brechdosen rufen bei schwächlichen Hunden Schwäche der Muskulatur hervor und können bei stark heruntergekommenen jugendliobon Individuen sogar plötzlichen Tod durch Herzlähmung bedingen. Grössero Gaben bewirken Rückgang der Temperatur; Cvanoso dor sichtbaren Schleimhäute; mühsame, anfangs beschleunigte, später verlangsamte Respiration; kleinen, anfangs schnellen, später langsamen und unregelmässigon Puls; Apathie; enorme Schwäche; Schwindel; Zittern; nicht selten klohiSehe und tonische Krämpfe.
Pferde können, wie es scheint, schon auf 15,0 Brechweinstein sterben (Wobor); dass ein leichtes Arbeitspferd durch 20,0 getötet worden kann, haben Dieckorhoff und Wagner gezeigt. Kinder vortragen viel mehr (nur in einem VOnRüffert mitgeteilten Pali starb ein Stier nach 80,0), ebenso Schafe, die erst auf 24,0 starben (Gilpert), aber, wie auch Ziegen, schon auf 5,0 Intoxikations-symptorae erkennen Hessen (Baum). Ein 9 Monate altes Schwein starb auf 8,0 Brechweinstein (Viborg). Hunde vertrugen in der Regel nur dann sehr wenig von dem Mittel, wenn durch Unterbindung des Schlundes das Erbrechen unmöglich gemacht wurde (Orfila u. a ).
15*
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Es ist übrigens wohl zweifellos, dass die entfernte Wirkung des Breehweinsteins lediglich nur auf Rechnung des Antiinonkomponen ton zuschreiben ist; Kalium und Weinsiiiiro haben in so kloinen Gaben überhaupt koine Wirkung!
Kleine Dosen des Brechweinsteins bedingen eine Zunahme des Bronchialsekretes, Speichel s, Magensaftes, der Haut-perspiration, vielleicht auch des Urins. Werden derartige Gaben lange Zeit hindurch gegeben, so bewirken sie, wie auch die anderen Antimonverbindungen, durch erhöhten Eiweisszerfall fettige Degeneration zahlreicher Organe.
Anwendung des Brechweinsteins und seiner Präparate. Änsserlich benutzt man Brechweinstein in Form des Unguentum Tartar! stibiati* zur Erzielung einer ableitendenquot; pustulüsen Dermatitis bei inneren Entzündungen der Schweine und Ein der.
Innerlich dient er teils als ein für jugend 1 iche und geschwächte Individuen wenig geeignetes Brechmittel, Brechdosen des Tartarus stibiatus für Schweinenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Hundenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Katzen
1,02,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;0,10,3nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;0,050,1
teils als Expectorans (in refracta dosi),
Expektorierdosen des Tartarus stibiatus für
Pferde Einder mittelgrosse Tiere Hunde
0,52,0 2,05,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 0,2-0,5nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;0,010,05
teils als Ruminatorium (für Einder 3,06,0, für Schafe und Ziegen
0,31,0) und Laxans.
Abführdosen des Brechweinsteins für Pferde Einder mittelgrosse Tiere Hunde 5,010,0 10,020,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;0,52,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 0,05-0,1
Cave: Säuren, basische Verbindungen, gerbstoffhaltige Mittel, Alkaloide, Sehwefelmetalle, Halogene, Aqua communis.
Auch als entzündungs- und fieberwidriges Mittel, besonders bei Pneumonie, Pleuritis, Pericarditis, Mastitis etc., sowie als Antirheumaticum und zur Beseitigung von Exsudaten wird Brechweinstein in Verwendung gezogen. Unter allen Umständen setzt seine Anwendung eine kräftige Konstitution (Vorsicht jedenfalls bei Hunden!) voraus. Dasselbe gilt von der Anwendung des Tartarus stibiatus in grossen Gaben (10,0 16,0 pro die im Trinkwasser) bei der Helminthiasis der Pferde.
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Die Verabreichung des Brechweinsteins geschieht meist in Lösung (bei Pferden in der Regel im Trinkwasser), Pillen oder L at-w er gen. Bei Anfertigung der Latwergen empfiehlt man, um Anätzungen der Mundschleimhaut zu verhüten, den Brechweinstein vorher durch (warmes) Wasser zur Lösung zu bringen, indessen haben Dieokerhoff und Wagner gezeigt, dass die Furcht vor Anätzungen nur wenig gerechtfertigt ist.
Als Brechmittel giebt man Tartarus stibiatus in Form des Pulvers (mit Zucker oder Stärkemehl), der Latwerge (Schweinen), Solution oder Schüttelmixtur, in letzterem Fall in der Eegol mit Eadix Ipeca-cuanhae oder Rhizoma Veratri.
Für kleine Haustiere eignet sich sehr gut der Brechwein, Viiuiin stibiutura *f, den man Hunden als Emeticum esslöffelweiso, als Ex-pectorans tropfenweise (zu 520 Tropfen) verabreichen kann.
Rezept-Beispiele.
1.nbsp; Tartar, stibiat. 4,0, solve in Aq. fervid, q. s., Xatr. sulfuric. 150,0, Pulv. rad. Althaeae 50,0. Fiat Electuarium. Auf einmal einzugeben, nach Befinden zu repetieren. Einem Pferd. Abführmittel bei Kolik etc.
2.nbsp; Tartar, stibiat. 5,010,0, Natr. sulfuric. 150,0250,0. Misce. Auf einmal in lauwarmem Wasser oder Kamillenaufguss einzuschütten und eventuell zu repetieren. Einem Rind. Abfübrmittel.
3.nbsp; Tartar, stibiat. 10,0, solve in Aq. fervid, q. s., Ammon. chlorat. 30,0, Pulv. fruet. Juniperi 100,0, Rad. Althaeae 50,0. Aq. font. q. s Fiat E1 e c t u a r i u m. Innerhalb eines Tages zu verbrauchen. Einem Pferd (Rind) bei katarrhalisclien Zuständen der Luftwege.
4.nbsp; Tartar, stibiat. 10,0, Natr. sulfuric. 200,0, Pulv. rlüz. Calami 100,0. Misce fiat Pulvis. Divide in part. aeq. Nr. IV. Täglich
3nbsp; nbsp;Pulver in Kümmelthee. Einem Rind. Bei Verdauungsschwäche, Unverdaulichkeit etc.
5.nbsp; Tart. stibiat. 2,0, Infus. fol. Menthae pip. 200,0. Misce. Auf
4nbsp; mal innerhalb eines Tages. Einem Schaf. Bei Unverdaulichkeit.
6.nbsp; nbsp;Tartari stibiati 0,05, Ammon. chlorat. 5,0, Succ. Liquirit. dep. 10,0, Aquae q. s. ad 200,0. Misce. 2stündlich 1 Kaffee- bis Esslöffel. Einem Hund. (Mixtura solvens stibiata als Expectorans.)
7.nbsp; Tartar, stibiat. 1,0, Rad. Ipecacuanhae 3,0. Misce üat Pulvis. Mit Honig gemischt auf die Zunge zu streichen. Einem Schwein. Brechmittel.
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5.nbsp; nbsp; Stibimn snlfiiratnni anrantiacnni *t, Gold-sohwefel, Sb, S,s.
Feines, orangegelbes, geruchloses, in Wasser unlösliches Pulver; beim Erhitzen in einem engen Probierrohr sublimiert Schwefel, während schwarzes Schwefclanthnon zurückbleibt (weiteres siehe im Arzneibuch). Die Darstellung erfolgt gewöhnlich durch Behandeln von Antimontrisullid mit Schwefel und Natronlauge und Zerlegen des anf diese Weise gewonneneu Natriumsulfantimoniats mittels Schwefelsäure. Goldschwefe! ist vor Licht geschützt aufzubewahren!
Wirkung uml Anwendung des Golrtschwefels.
Eine brechen- und entzündungserregende Wirkung besitzt das im Magen nur in beschränkten Mengen zur Lösung gelangende Mittel nicht; resorptiv soll es in ähnlicher Weise wie Drechweinstein in gebrochener Gabequot; wirken. Man giebt es als Expect er ans und Galactagogum (?) in Pulvern, Latwergen, Pillen etc. Dosen des Goldschwefels für grosse Tiere mittelgrosse Tiere Hunde 5,020,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 1,04,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 0,10,5
Cave: Alle Metallsalze, Säuren (auch saure Sirupe und saure Extrakte), Salzbilder, Alkalien.
Kezept-Bei spiel. Stib. sulfurat aurant. 30,0, Natr. sulfuric. 300,0, Eadicis Liquirit. 100,0, Rad. Althaeae et Aq. font. q. s. Fiat Electuarium. Innerhalb eines Tages zu verbrauchen. Einem Pferd. Bei akutem Kehlkopfkatarrh (Dicck erhoff).
6.nbsp; gtibiiim snlfnratiiiii nilaquo;-ruiii f, Spiessglanz, Sb, 8a.
Grauschwarze, strahlig krystallinische, geruch- und geschmacklose, in Wasser unlösliche, leicht schmelzbare Stücke, die sich in heisser Salzsäure völlig lösen (2,0 Spiessglanz. mit 20 ccm Salzsäure gekocht, sollen nicht mehr als 0,01 Rückstand hinterlassen) und im grossen durch Ausschmelzen (Aussaigern) der natürlich vorkommenden Erze gewonnen werden.
Die Wirkung und Anwendung des Spiessglanzes ist dieselbe wie die des Goldschwefels. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die dem Spiessglanz zugeschobenen Heilwirkungen in der Hauptsache auf die fast konstant vorkommende Verunreinigung mit Arsen zu beziehen sind.
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Dosen des Spiessglanzes für Pferdenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Rinder Schafe und Ziegen Schweine
15,030,0 25,050,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 10,015,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;1,05,0
Cuve: Starke Säuren, sowie kaustische und kohlensaure Alkalien.
Rezept-Beispiele.
1.nbsp; Stib. sulfurat. nigr.. Sulfur. Sublimat, au 50,0, Fruct. Juni-pori, Fruct Fooniculi aa 100,0. Miscc. Auf jedes Futter einen gehäuften Esslöffol voll. Einem Pferd oder Rind. Bei Katarrh mit stockender Lösung, Druse, sowie als Milchpulverquot; (?).
2.nbsp; Stib. sulfurat. nigr. 120,0, Herb. Absinthii, Fruct. Juniperi Ja 100,0150,0, Picis liquid. 60,0-100,0. Misce. Mit Haferschrot, Kastiinienmehl etc. zur Lecke für 30 Schafe. Bei chronischem Katarrh (Schafrotz).
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XIII. Kapitel.
Cathartlca, Abführmittel.
Man teilt die Abführmittel, d. h. die Substanzen, nach deren Einverleibung llüssige Defäkationen eintreten, in der Pegel in Lenitiva (Eccoprotioa, Aperitiva), d. h. gelind abführende, Laxantia oder Purgantia (Purgativa), d. h. kräftig abführende, und Drastica, d. h. heftig wirkende Abführmittel, ein. Zwischen Laxantia und Purgantia machon manche den Unterschied, dass die Wirkung der ersteren nicht mit Kolikschmerzen, die der letzteren mit solchen einhergehe, und wieder andere wollen unter Laxantia nur die sogenannten Mittelsalze verstanden wissen.
Diese Einteilung hat indessen kaum mehr als praktische Bedeutung, da es sich bei den meisten Abführmitteln lediglich nach der Dosierung, der Form der Einverleibung, der Individualität des Patienten, der Art der Krankheit etc. richtet, ob eine stärkere oder schwächere Abführwirkung eintritt und ob Koliksohmerzen zu stände kommen oder nicht
Die schnelle Entleerung des Darminhaltes ist zum grössten Teil auf verstärkte Peristaltik zurückzuführen, welche ihrerseits
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wahrscheinlich ausnahmslos (von gewissen subkutan wirkenden Giften allerdings abgesehen) als eine Folge der örtlichen Reizung der Darmsohleimhaut anzusprechen ist. In dieser Richtung dürften auch die Mittelsalze'' keine exceptionelle Stellung einnehmen (siehe später).
Diese örtliche Eeizung ruft indessen nicht nur regere Peristaltik, sondern auch Kongestion, Sekretion der Darmdrüsen und, bei AnAvendung der Drastica, m. o. w. heftige Entzündung hervor. Sie erstreckt sich bei den meisten Abführmitteln auf den ganzen Darm, bei wenigen nur auf begrenzte Abschnitte desselben. So nimmt man z. B. an, dass Aloe und Colocynthides, vielleicht auch Folia Sennae, wenigstens in kleineren Dosen ihre Wirkung lediglich auf den Dickdarm äussern, eine Theorie, die unter Bezug auf den späten Eintritt der Abführwirkung dieser Mittel manches für sich hat.
Ein Haupterfordernis für ein Abführmittel ist neben der Fähigkeit, örtlich zu reizen, die Lösliohkeit und schwere Resorbier barkeit. Die Lösung erfolgt bei den meisten Catharticis bereits im Magen, zum Teil erst nach ihrer Umwandlung in andere Verbindungen Kaloinel in Sublimat , bei anderen im Darm. So können Jalape, Euphorbium, Podophyllin und Gutti nur bei Gegenwart von Galle bez. gallensaurcn Salzen zur Lösung und somit auch erst vom Zwölffingerdarm aus zur Wirkung gelangen, und nach manchen Pharmakologen sollen Ricinusöl und Krotonöl ihre kathar-tische Wirkung erst dann entfalten, wenn ihre Verseifung durch das Alkali des Darmsaftes vor sich gegangen ist.
In etwas abweichender Weise gegenüber den anderen Mitteln wirken die schwer diffusiblen abführenden Salze insofern, als sie wegen ihres hohen, endosmotischen Äquivalents nicht nur selbst langsam resorbiert werden, sondern auch die physiologisch in den Darm ergossenen (auf ihre Provokation vielleicht auch transsudierten) Flüssigkeiten von der Resorption zurückhalten. Es erklärt sich daraus der stärkere Wassergehalt der Entleerungen im Verhältnis zu denen nach anderen, sogar stärker wirkenden Abführmitteln.
Bei den meisten Abführmitteln kommt die Wirkung nur nach Einführung per es zu stände; subkutan wirken sie sehr unsicher oder gar nicht. Nur einige wenige rufen, subkutan appliziert, sehr sicher Purgieren hervor, eine Thatsache, die gerade für die Tierheilkunde (Pferdepraxis) von grösster Bedeutung ist. Die therapeutisch verwendbaren von ihnen (Physostigmin, Pilokarpin etc.) sind, da
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sio zugleich noch andere, sehr energische Wirkungen entfalten, an anderen Orten des Buches abgehandelt worden.
Begleitsymptome der kathartischen Wirkung sind bei wenigen Abführmitteln nervöse Erscheinungen, bei mehreren ausgesprochene Diurese, bei anderen Minderung der Harnsekretion, bei noch anderen Kolikschmerzen (so bei Aloe, Senna, Jalape, Koloquinthen, Krotonöl), bei einigen wenigen Brechreizung und Erbrechen (so bei Jalape, Senna und Kalomel beim Schwein und Hundj, bei anderen erhöhte Gallenabsonderung (so bei Aloe, Rhabarber, Koloquinthen, Podophyllum, Jalape, Glaubersalz, Doppelsalz, Natrium phosphoricum, während das früher als Cholagogumquot; angesehene Kalomel ebenso wie Bittersalz, Gutti und Ricinusöl geradezu anticholagogquot; wirkt).
Bei unvorsichtigem oder anhaltendem Gebrauch aller Cathartica treten Verdauungsstörungen mit Schwäche und Abmagerung auf, Symptome, welche wahrscheinlich zum grössten Teil auf den Verlust an Verdauungssäften, der den Körper ausser stand setzt, die zugeführten Nahrungsmittel so schnell, als zu seiner Existenz notwendig ist, zu assimilieren, zurückzuführen sind.
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Man bedient sich der Abführmittel:
1.nbsp; Prophylaktisch, um Darmreizung zu vermeiden oder bei bereits entstandener Entzündung das Darmrohr schnellstens zu säubern, z. B. bei Uberfütterung, bei Gegenwart von schwer verdaulichen oder gährenden, faulenden Eutter-massen, doch auch von Giften, tierischen Parasiten, Infektionsstoffen etc. Es beruht darauf auch die Verabreichung von Abführmitteln bei Ruhr, Influenza, Typhus, Staupe etc.
2.nbsp; Z u r E n t f e r n u n g v o n F r e m d k ö r p e r n, sowohl zufälligen als im Darm entstandenen (Darmsteinen, Darmkonkrementon).
3.nbsp; Zur Entfernung von Kotmassen, sei es, dass deren Anhäufung auf Trägheit der Peristaltik (z. B. infolge mangelnder Funktion der Darmnerven oder auch der Darmmuskulatur), oder auf Gewebsveränderungen (Stenosen, Neubildungen), oder auf Lage-veränderungen (Hernien, Invagination, Kompression seitens benachbarter Organe), oder auf Unwirksamkeit der Bauchpresse (Parese, Paralyse der Bauchmuskeln, übermässiges Fettpolster bei älteren, fetten Hunden) beruht.
4.nbsp; nbsp;Zur Herbeiführung indirekter Wirkungen, und
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zwar a) um derivatorisch zu wirken bei Kongestion oder Entzündung in anderen Organen (Meningitis, Pneumonie, Pleuritis, Mastitis, Bebe etc.); b) zum Zwecke der Entlastung des Körpers von pathologischen Ergüssen (bei Pleuritis exsudativa, Hydro-thorax, Ascites, Anasarka etc.); c) behufs Elimination krankmachender Stoffe abnormer Stofl'wechselprodukte etc. nach dem Darm, namentlich wenn es geboten erscheint, den Verdauungs-traktus vikarierend für die Nieren eintreten zu lassen, so bei Nephritis, Urämie, Gicht etc.; d) um den Organismus zu schwächen bei Fettsucht, gesteigertem Geschlechtstrieb, Vollblütigkeit etc.
5. Die gallentreibende Wirkung gewisser Cathartica (siehe vorn) macht man sich bei Leberleiden, besonders katarrhalischem Icterus, zu nutze.
Kontraindikationen: allgemeine Körperschwäche, akute Entzündung (geschwürige Zerstörung etc.) des nicht mit schädlichen Ingestis gefüllten Magens und Darmes, Peritonitis, vorgeschrittene Gravidität, unter Umständen auch Prolapsus recti. Man wolle ferner berücksichtigen, class gewisse Abführmittel (besonders Aloe) der Milch einen bitteren Geschmack erteilen.
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Mittel. Die hierher gehörenden Mittel sind mit Rücksicht auf die Ähnlichkeit ihrer Wirkung oder auch auf die chemische Zusammengehörigkeit der in ihnen enthaltenen wirksamen Stoffe in mehrere Gruppen gebracht worden. Über die subkutan wirkenden Purgiermittel (Pilokarpin, Physostigmin, Muscarin und Arecolin) wolle man ebenso, wie über einzelne fette Öle und Zuckerarten, sowie über Schwefel, Magnesium carbonicum, Brechweinstein und Kalomel und die mehr diuretisch wirkenden Tartarus de-puratus und boraxatus und Kalium tartaricum an anderen Orten nacblesen.
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I.nbsp; Droguen, welche durch ihren Gehalt an Zucker und Pflanzensäuren abführend wirken.
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1,nbsp; Manna*t
2.nbsp; Pnlpa Tamarindornra*t
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Pulpa Pninonnut Pulpa Cassiao Fistulaef
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II.nbsp; Schwefel. I-!. Sulfur subliuiatum*t
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III. Fette Öle der Euphorbiaceen.
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4. Oloum Eicini*t
IV.nbsp; Abführende Salze.
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5. Oloum Crotonis*t
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G. Natrium sulf'iu'icum*t
7.nbsp; Kalium sulfurloum*
8.nbsp; Magnesium sulfuricum't
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10. Tartarus natronatus*
(Kalium Natrio-lartaricumf) (Sal Caroliimm factitium*)
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9.nbsp; Natrium phosphori(mra*t
V.nbsp; Aloe, Rhabarber, Sennesbliitter, Faulbaum, Kreuzdorn.
11.nbsp; Alo()*tnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;14. Cortox Frangulao*t
12.nbsp; Radix Rhei*tnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 16. Fructus Rhamui catharticao*
13.nbsp; Folia Sennao*t
VI.nbsp; Jalape, Koloquinthen, Podophyllin, Gutti, Gottesgnadenkraut.
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16.nbsp; Tubora Jalapae* (Radix
Jalapae t)
17.nbsp; Fructus Colocynthi(lis*t
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18.nbsp; Fodophylllnum*
19.nbsp; Gutti*
20.nbsp; Hcrba Gratiolae
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I. Urogneii, wlaquo;Ieliigt; laquo;lurch iliroii dirliaU an Znckcr nntl ]*llaiiKciiraquo;*Sni'cii nbfulirentt nirken.
1.nbsp; MÄiina*!. Manna. Der durch Einschnitte in die Rinde des in Spanien, Südfrankreich, Italien, Griechenland etc. einheimischen Raumes Fraxinus Ornus (Oleaceae, Contortae; Diandria Monogynia) gewonnene, freiwillig eingetrocknete Saft.
Gerundeto, flache oder rinnonförmige, krystallinisoho, trookeno Stücke von aussei) blassgolblichor, innen weissor Farbe und von siissem üesclunack (sogen. Manna eannellata).
Der Hauptbestandteil (60 800/0) ist Mannit, Mannazucker, C,iH140(,, der in Wasser leicht löslich, aber (es beruht darauf die Abführwirkung der Manna) sclnver diffundier bar ist. Daneben linden sich Gummi und Traubenzucker.
Pharmaceutisclies Präparat: Sim pus Mannae*.
Anwendung. Sehr gelindes Abführmittel in der kleinenquot; Praxis. Man giebt es Hunden zu 10,050,0, Katzen zu 5,020,0, sehr jugendlichen Individuen wohl auch thee- bis csslöffolweise in der Form des Sinipns Mannae1quot;.
2.nbsp; nbsp;Pnlpa Tamarindoriini cruda* (Fructus Tama-rindif), Tamarindenmus. Das braunschwarze Mus der Hülsen von Tamarindus indica (Caesalpiniaceae, Leguminosae; Monadelphia Triandria), einem stattlichen Raum Nordafrikas und Südamerikas
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mit ungefähr 10 cm langen und 2 cm breiten, neben den Samen ein schwarzbraunes Mark führenden Früchten (Hülsen).
Tamarindenmus ist eine etwas zäho, weiche Masse, welcher in geringer Menge die Samen, die pergamentartigen Samenfiichor, derbe Gefiissbündel der Frucht und Trümmer ihrer spröden, hraungranon Kinde beigemengt sind. Der Geschmack ist rein und stark sauer.
Tamarindenpulpa enthält grössere Mengen von Pflanzensäuren und pflanzensauren Salzen (Weinsäure, Citronensiiure, Äpfelsäure, Weinstein etc.) neben circa 120/o Zucker, Gummi, Pektin etc. und dient zur Herstellung der durch Zuckorzusatz schmackhaft gemachten Pnlpa Tamarindoriim depurata*y, einer schwarzbraunen, angenehm sauer schmeckenden, musartigen Masse.
Anwendung. Sehr leichtes Abführmittel, welches in der kleinen1* Praxis meist nur in Form des später besprochenen Electuarium e Senna benutzt wird.
Pulp a Prunorunrj-, Pflaumenmus, und Pulp a Cassiae Pistulaey, d. h. das aus den langen Hülsen (Pructus Cassiae Fistulaef) von Cassia Fistula (Caesalpiiiiaceae, Leguminosae) gewonnene, süsslich schmeckende, braunschwarze Fruchtmark, sind völlig überflüssig.
II. Schwefel.
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3. ÜuUlir miiigt;limat um
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Schwefelblumen, S. Durch
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Sublimation des Eohschwefels vulkanischer Gegenden, zum Teil auch durch Sublimation des Schwefelkieses oder als Nebenprodukt der Gas- oder Sodafabrikation gewonnenes, beim Keiben eigentümlichquot; knirschendes, gelbes, schwach nach Schwefel riechendes, infolge von Beimengungen kleiner Mengen Schwefelsäure und schwefliger Säure säuerlich schmeckendes und sauer reagierendes Pulver, welches zuweilen etwas (übrigens belangloses) Schwefelarsen enthält Die Pharmakopöe schreibt vor, dass 100 Teile Schwefel beim Erhitzen höchstens 1 Teil Rückstand hinterlassen sollen.
Durch Auswaschen dieser Schwefelblumen mit NH3-haltigem Wasser wird der gereinigte Schwefel, Siilfni' depuratum*f, ein gelbes, geruch- und geschmackloses Pulver, und durch Fällen einer Schwefelcalciumlösung mit Salzsäure die Schwefelmilchquot;, Snll'ur praeeipitatum*!, die ein gelblichweisses Pulver darstellt, gewonnen. Beide Präparate dürfen blaues Lackmuspapier nicht röten. Alle 3 Schwefelsorten sind unlöslich in Wasser, etwas löslich in Fetten, Äther und Weingeist, leicht löslich in Schwefelkohlenstoff.
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Pharmaceutisches Präparat: Unguentum sulfuiMtum-j-, Wil-kinsonsche Salbe; 30 Teile Sclnvefolblumen, 20 Teile Kreide, 30 Teile Teer, 60 Teile Kaliseife, 60 Teile Fett.
Wirkung des Schwefels.
Für Veterinürzwecko genügt Sulfur siiblimatuin *-j-.
1.nbsp; nbsp;Örtlich ist Schwefel an und für sich indifferent; in Salbenform auf die Haut gerieben, tritt er in chemische Beziehung zu den alkalischen Bestandteilen der Hautsekreto, geht langsam in Schwefel alkali unter gleichzeitiger Bildung kleiner Mengen von H8 S über und kann dann Parasiten, besonders Riiudemilben, töten. Durch eine Verbindung des Schwefels mit Schmierseife wird dieser Effekt erheblich verstärkt.
2.nbsp; Im Magen erleidet er keine Veränderung und scheint den Appetit nicht zu alterieren.
3.nbsp; nbsp;Im Darin bewirken grössere Mengen breiige bis dünnflüssige Defäkationen, ein Erfolg, der auf der Bildung kleiner Mengen von Schwefelalkali und Hj, S durch das im Dünndarm be-lindliche Alkali beruht, Zu Intoxikationserscheinungen (siehe Seite 178) kommt es dabei nicht, doch nimmt bei längerer Schwefeltherapie das Fleisch, wohl auch die Milch, den Geruch nach Schwefelwasserstoff an. Nach Hertwig vertrug ein Pferd binnen 16 Tagen 2800,0 Schwefelblumen. Vom dritten Tag ab roch der Schweiss deutlich nach H2 S und gab die Bleireaktion: es bestand starker Nascnausflnss und Durchfall; der Appetit war nicht gestört; das Blut wurde schliesslich schwarz, dünn, flüssig, nicht gerinnend.
4.nbsp; nbsp;Dass der Schwefel bei fortgesetztem inneren Gebrauch eine Resorptivwirkimg, namentlich eine Vermehrung der Drüsen-thätigkeit (bes. des Bronchialschleimes, der Milch, der Galle etc.) entfalte, ist mehrfach behauptet und noch häufiger bestritten worden.
A n wemIimi; des Schwefels.
Innerlich benutzt man Schwefel als Abführmittel (bei Stubenhunden ist der Geruch der Entleerungen und Blähungen nach Hs S sehr störend!),
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Abführende Dosen des Schwefels für
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grosse Tiere Schafe, Ziegen Schweine, Hun
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Katzen 2,06,0 Katarrhen der
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200,0400,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;50,0100,0
ferner als Expectorans bei
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5,030,0 chronischen
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Luftwege, als G aluctagoguni bei Milchmangcl, als Antidot bei Metallintoxikationen, zur Belebung der Hautthätigkeit etc. bei Rbeumatismus, Harthiiutigkeit etc. und scbliesslich als Plasticum bei Anämie, Cblorose, Leukämie etc. Vielleicbt reicht in den zuletzt genannten Krankheiten der S-Gehalt der Nahrung für den Aufbau des Organeiweisses nicht aus, oder H, S wirkt als Bildungsreiz.quot;
Kleine Dosen des Schwefels für grosso Tiere mitttelgrosse Tiere kleine Tiere 5,025,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;1,0-5,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;0,10,51,0
Cave: Ätzende Alkalien, vielleicht auch Haloide. Mischungen von Schwefel mit Chlorkalk, chlorsaurem Kali oder Kaliumperman-ganat explodieren!
Ausserlicli wird Schwefel nur selten bei verschiedenen Hautkrankheiten, chronischem Ekzem, Favus, Herpes, Akne, besonders aber Räude, in der Regel in Form der Schwefelsalben (mit Fett oder Schmierseife 1:2 10) verwendet. Auch das Unguen-tum sulfuratumf der Pharm Austr. könnte zu den genannten Zwecken herangezogen werden.
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III. Fette Öle der Fuitliorbiacecn: Hh-miiisöI. Krotonöl.
4. Oleillll Iticiiii tlt; Ricinusöl, Kastoröl. Aus den enthülsten Samen des ursprünglich im südlichen Asien und Nordafrika l, einheimischen, jetzt unter anderem auch in Italien, Frank
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reich und Nordamerika kultivierten, bis 3 Meter hohen Wunderbaumesquot;, Ricinus communis (Euphor-biaceae, Tricoccae; Monoecia Monadelphia), gepresstes öl.
Die rundlichen oder stumpfdreikautigen, bis walnussgrosson,
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Figur 43.
Semen Rici-
ni, von der Bauchseite
gesehen (in natürlicher Grosse); k. Keim-wülstchen
(Caruncula).
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woiolistaoholigen Früchte enthalten je drei ovale, glatte, glänzende, graue, von braunen Funkten und Streifen scheckige Samen (siehe Figur 43).
Das aus ihnen gepresste Ilicinusöl ist blassgolblich, fadenziehend, von 0,95-0,97 spezifischom Gewicht, bei 0deg; durch Abschei-dung krystallinisoher Flocken trübe, in noch grössorer Killte butterartig. Es riecht und schmeckt eigenartig; in dünner Schicht trocknet es langsam ein. Mit Essigsäure und mit absolutem Alkohol mischt es sich in jedem Verhältnis klar, ebenso mit 1--3 Teilen Weingeist.
Schüttelt man 3 cem Kicinusöl mit 3 cem Schwefelkohlenstofl'
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und 1 com Schwefelsäure während einiger Minuten, so darf sich das Gemenge nicht schwarzbraun üirben (Prüfung auf fremde Öle, sowie auf Eicinusöl, welches aus den Kicinussamen mittels Schwefelkohlenstoll' extrahiert worden war).
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Bioinusöl besteht in der Hauptmenge aus den Ulyceriden der llic inol-und Ricinisolsäure und enthält daneben wenig l'almatin, Stearin und Ciiolestearin. Der ablühronde Bestandteil scheint ein Eiweisskörper, ein ungeformtes Ferment, das Hie in, zu sein, welches im 01 in nur minimaler Menge, aber in den stark drastisch wirkenden Press-kuclien bez. Samen in grösserer Menge enthalten ist. Bemerkenswert erscheint, dass nur das durch Auspressen gewonnene Rioinusöl eine milde Abführung iiussert, während das durch Extraktion mit Schwefelkohlenstoff, Äther etc. gewonnene 01 weit energischer wirkt.
Anwendung des Uicinusöls.
Ricinusöl dient als mildes A bführmittel, welches niemals Kolikerscheinungen hervorruft und, da es keine Darmreizung bedingt, auch bei entzündlichen und geschwürigen Prozessen im Verdauungstraktus angewendet werden kann. Öfters wiederholte Darreichungen von Rioinusöl stören indessen die Verdauung.
Man verabreicht OleumBicini rein, als Latwerge (mit Süssliolz) oder als Emulsion (4 Teile Rioinusöl beanspruchen neben der erforderlichen Menge Wassers nur 1 Teil Gummi arabicum).
Dosen des Ricinusols für Pferdenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Bindernbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;mittelgrosse Pflanzenfresser
250,0-500,0 500,01000,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;50,0200,0
Schweinenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Hundenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Katzen
30,0100,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;15,060,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;5,0-20,0
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5. Oleimi C!rotoiiiis:::t, Krotonöl. Das aus den Samen kernen von Croton Tiglium, einer auf der Malabarküste und verschiedenen ostasiatischen Inseln heimischen, in Ostasien vielfach kultivierten, baumartigen Euphor-biacee (Tricoccae; Monoecia Polyandria), gepresste, dickflüssige, fette Öl.
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Dio in der droifäcliorigon Kapsel enthaltenen Samen sind eirund, von der ürüsso einer Meinen liolme, graubraun mit dunklen Flocken, iu der Kegel leicht bestäubt oder Bobwaoh fettig gliinzend (Kigur 44). Von den Kicinussamon, denen sie im Ausseiion sehr gleichen, unterscheiden sie sieh leicht durch den anfangs milde öligen, hierauf jedoch iiusserst
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Figur 44. Semen Crotonis. a. Von der Bauch-Mäche, b. von der Grundlläche aus gesehen ; natürliche Grosse.
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bronnenden und scharfen Geschmack.
Krotonöl ist von braungelber Farbe und unangonohmem, eigentiimlichem Ge-
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rueh und rötot aiigefouchtotes blaues Laokmuspapior, Das spezilischo Qewioht beträgt 0,940,96. Das 01 ist in 2 Kaumteilon hoissen, wasserfreien Weingeistes löslich und löst sich ferner vollständig in Äther und Chloroform.
2 Rauniteilo Krotonöl, nach Zusatz von 1 Kaumteil rauchender Salpetersäure und 1 Eaumteil Wasser kräftig geschüttelt, dürfen nach 12 Tagen weder ganz noch teilweise erstarren, andernfalls liegen Verfälschungen mit anderen fetten Ölen vor. Krotonöl ist vorsichtig aufzubewahren!
Das Krotonöl besteht aus einem Gemenge von neutralen Fetten neben sehr geringen Mengen Essig-, Butter- und Baldriansäure und der ihm eigentümlichen Tigiinsäure. Das toxisch-wirksame Prinzip ist noch nicht mit Bestimmtheit bekannt. Man vermutet, dass es eine der Ricinolsäure nahestehende Fettsäure, Krotonolsäurequot;, sei, die im Krotonöl teils frei, teils als Glycerid, aus welchem sie durch die Darmsäfte bez. den Panlaeassaft frei gemacht wird, enthalten ist.
Wirkung des Krotonüls.
Örtlich wirkt Krotonöl heftig reizend. So entsteht an der Haut, nach Auftragung von Krotonöl, eine pustulöse bez. eitrige Dermatitis; bei Applikation per os von kleinen, stark verdünnten Gaben des Mittels heftiger Durchfall mit Kolikschmerzen, von grösseren, wenn auch stark diluierten Gaben Gastroenteritis intensivster Art mit Collaps und häulig letalem Ausgang (Pferde sterben manchmal schon auf 4,0 der gepulverten Krotonsamen; 8,0 waren stets tödlich [Hertwig]). Dass Krotonöl auch bei externem Gebrauch abführendquot; wirkt, ist zu bezweifeln.
Anwendung des Krotonüls.
1.nbsp; Innerlich giebt man dieses stärkste Drasticum in Fällen von sehr hartnäckiger Verstopfung, wo schwächere Abführmittel im Stich gelassen haben und entzündliche Erscheinungen nicht vorliegen, ferner auch als Ableitungsmittel'' bei Gehirnleiden. Zu längerem Gebrauch ist Krotonöl natürlich nicht geeignet! Der Eintritt der Wirkung erfolgt beim Hund meist sehr schnell, beim Pferd und Rind dagegen oft erst nach 24 Stunden. Die beste Verabreichungsform ist die mit vielem Öl (Ricinusöl).
Dosen des Krotonöls für Pferde Rinder Schafe Schweine Hunde 0,51,0 0,51,5 0,30,5nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;0,20,4 0,050,25(1)
2.nbsp;Ausserlich gebraucht man Krotonöl als Hautreiz (Derivans), namentlich bei Gehirnleiden, wo man es am Halse, bei Pleuritis,
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wo man es an der Brustwand, bei Peritonitis, wo man es an der Banchwand oder Schenkelfläche einreibt. Man verwendet nur kleine Quantitäten auf einmal, z. B. beim Pferd 1,0 Krotonöl mit 30,0 50,0 Olivenöl oder Terpentinöl, beim Rind 2,0 mit 10,020 öl. Beim Schwein benutzt man Verdünnungen von 1:23, beim Hund solche von 1:4080. Zur Verstärkung der Scharfsalbequot; wählt man ein Verhältnis wie 1 : 2550.
Beim Einreiben des Krotonöls sollte man die Hände durch Handschuhe (Lederlappen etc.) schützen.
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IV. AbfUlirende Silly.laquo;'.
6.nbsp; nbsp;nTatrinm Miilf'ui-iciini (Xatrium sulfuricum crystallisatumf), Natriumsulfat, Glaubersalz, Na.2 S04-(-10H2 O. Farblose, verwitternde, leicht schmelzende Krystalle, welche in 3 Teilen kaltem Wasser, in 0,3 Teilen Wasser von 83deg; und in 0,4 Teilen Wasser von 100deg; löslich, in Weingeist aber unlöslich sind. Am Platindraht erhitzt, färbt Natriumsulfat die Flamme gelb; die wässerige Lösung giebt mit Barjuranitratlösung einen weissen, in Säuren unlöslichen Niederschlag.
Wird 1,0 zorriobencs Natriumsulfat mit 3 com Zinnchlorürlosung geschüttelt, so darf im Laufe einer Stunde eine Färbung nicht eintreten (Prüfung auf Arsen). Die 5()/0ige wässerige Lösung soll neutral sein und darf weder durch Schwefolwassor-stolfwasser (Prüfung auf Metalle), noch, nach Zusatz von Ammoniakflüssigkfit, durch Natriurnphosphatliisung (Prüfung auf Magnesia) vorändert werden; auf Zusatz von Silbernitratlösung darf sie innerhalb 5 Minuten eine Veränderung nicht erleiden (Prüfung auf Chloride), 20 cem der 5 quot;/igen wässerigen Lösung dürfen durch Zusatz von 0,5 cem Kaliumferrocyanidlösung nicht verändert worden (Prüfung auf Eisen).
Man gewinnt Glaubersalz im Grossen teils bei der Sodafabrikation durch Zersetzen von 2 NaCl mit H.2S04) teils in Stassfurt aus 2 NaCl und MgSC^, teils aus der Mutterlauge der Salinen etc.
Xatrium sallnricum sicemu*! (dilapsumf). Entwässertes Natriumsulfat; NtljSOd-f-HjO. Weisses, mittelfeines, lockeres Pulver, welches sich beim Drücken nicht zusammenballt und im übrigen wie Natriumsulfat verhält. Entwässertes Natriumsulfat ist zu verwenden, wenn Natriumsulfat in Pulvormischungon verordnet wird.
7.nbsp; nbsp;Maliiiin snlfnricum^, Kaliumsulfat, Doppelsalz, K2 S04. Weisse, harte Krystalle oder Krystallkrusten, welche in 10 Teilen kaltem und 4 Teilen siedendem Wasser, nicht aber in Weingeist sich lösen. Die wässerige Lösung reagiert neutral und giebt mit Weinsäurelösung nach einiger Zeit einen weissen, krystallinischen, mit Baryumnitratlösung einen weissen, in Säuren unlöslichen Nieder-
Müllor, rhurmiikoloKio.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; \ü
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laquo;oblag. Doppelsalz wird in ähnlicher Weise wie Glaubersalz aus KC1 und H2 SO, oder KC1 und Mg S04 dargestellt.
8.nbsp; nbsp;Magiiesiiim sulliiricum ^f, Magnesiumsulfat, Bittersalz, MgSO4-|-7H, 0. Kleine, farblose, an der Luft kaum verwitternde, prismatische Krystalle von bitterem, salzigem Geschmack, die sich in 1 Teil kaltem, 0,3 Teilen siedendem Wasser lösen, aber in Weingeist unlöslich sind. Die wässerige, neutral reagierende Lösung giebt mit Xatriumphosphatlösung bei Gegenwart von Ammoniumchlorid und Ammoniak einen weissen, krystallinischcn, mit Baryum-nitratlösung einen weissen, in Säuren unlöslichen Niederschlag. Bittersalz wird meist bei der Mineralwasserfabrikation durch Auflösen von Dolomit oder Magnesit in verdünnter Schwefelsäure dargestellt.
Durch Erhitzen des Magnesiumsulfats in einer rorzellanschale (im Wasserbad), bis es 3537deg;;,, an Gewicht verloren hat, und nachfolgendes Durchsiobon gewinnt man Magnesiiiiu siilfurlcum silt;jciiin*t, MgSOj-f-SILO, welches nach der Phaniiakopüe dann verwendet werden muss, wenn Magnesiumsulfat zu Pulver-mischungen verordnet wird.
9.nbsp; nbsp;\atriii 111 |)lioH|ilioririiiii i, Natriumphosphat, Na., HP04-|-12H, 0. Farblose, durchscheinende, an trockener Luft verwitternde Ktystalle von schwach salzigem Geschmack und alkalischer Keaktion, welche sich bei 40deg; verflüssigen, in 5,8 Teilen Wasser, nicht in Weingeist lösen. Am Platindraht erhitzt, färbt das Salz die Flamme gelb. Seine wässerige Lösung giebt mit Silbcrnitratlösung einen gelben, beim Erwärmen sich nicht bräunenden, in Salpetersäure und in Ammoniaküüssigkeit löslichen Niederschlag. Man stellt Natriumphosphat aus Phosphorsäure und Soda dar.
10.nbsp; Tartarus natronatus * (Kalium Natrio-tartaricumf), Kaliumnatriumtartrat, Seignette-Salz. KNa(C4H4ü6) 4H80. Farblose, durchsichtige Säulen von mild-salzigem Geschmack, die sich in 1,4 Teilen Wasser zu einer neutralen Flüssigkeit lösen, in welcher Essigsäure einen weissen, krystallinischcn, in Natronlauge leicht löslichen Niederschlag erzeugt etc. in Weingeist fast unlöslich. Säuren, auch saure Fruchtsäfte, sind zu vermeiden, da sie das Salz unter Abscheiden von krystallinischem Weinstein zersetzen. Seignette-Salz wird durch Auflösen von Weinstein in Sodalösung dargestellt.
Wirkung und Anwendung der abführenden Salzo.
Über das Zustandekommen der Abftthrwirkung der salinischenquot; Laxantien ist auf Seite 232 das Nötige mitgeteilt worden. Das
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Hauptmittel der Gruppe ist Natrinin sulfuricum*!, welches auch bei entzündlichen Zuständen im Traktus angewendet werden kann und meist als Lösung, Electuarium oder mit dem Futter verabreicht wird. Vom entwässerten Glaubersalz ist nur die Hälfte der unten genannten Dosen zu geben.
Abfuhr-Dosen des Glaubersalzes für Pferdenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Rindernbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Schafe Schweine u. Hunde
250,0-500,0 500,01000,0 50,0100,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 10,050,0
Cave: Blei-, Silber-, Quecksilberoxydul-, Baryt- und Kalksalze (auch Kalkwasser).
Giebt man kleinere Dosen als die genannten in langsamerer Aufeinanderfolge, so bleibt die abführende quot;Wirkung aus, dagegen entstehen Resorptivwirkungen, die denen der Karbonate der Alkalien sehr ähneln: Verflüssigung von Schleimmassen, z. B. in den Bronchien, Verstärkung der Gallensekretion, Steigerung des Stoffwechsels etc. (s. Seite 105).
Es ist dies besonders dann der Fall, wenn man Glaubersalz in Verbindung mit Kochsalz und Soda, z. B. in Form des Karlsbader Salzes,
Sal Carolinum factitiinn* (weisses, trockenes Pulver, aus 22 Teilen entwässertem Natriumsulfat, 1 Teil Kaliumsulfat, 9 Teilen Natriumchlorid und 18 Teilen Natrimnbikarbonat bestehend; 6,0 des Salzes, in 1 Liter Wasser gelöst, geben ein dem Karlsbader ähnliches AVasser), verabreicht.
Man giebt Karlsbader Salz oder Glaubersalz (in gebrochenen Gaben) als Anticatarrhalicum bei chronischen M a g e n d a r m -katarrhen, Bronchialkatarrhen, Blasenkatarrhen etc., als Cholagogum bei Leberleiden, Cholelithiasis, Icterus etc., ferner hei Gicht, Fettsucht, Diabetes mellitus etc. (siehe Seite 172).
Ausserdem verwendet man Glaubersalz innerlich gegen Carbolis-mus (siehe Seite 35) und äusserlich zu Kältemischungen. Kleine Dosen d e s G1 a u b e r s al z o s u n d K a r 1 s b a d e r Salzes für grosse Tiere Schafe u. Ziegen Schweine Hunde 20,0100,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 10,025,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;2,05,0 1,0-2,0
Die Dosen der übrigen salinischenquot; Laxantien entsprechen denen des Natrium snlfuricum; nur vom Kalium sulfuricum pflegt man weniger hohe Gaben (Vraquo; % ('er Glaubersalzdosis) zu ver-abreichen.
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Rezept-Beispiele.
1.nbsp; nbsp;Natr. sulfuric. 100,0, Infus. ttor. Chamomillae 30,0:500,0, 01. Lini 250,0500,0. Mi see. Auf einmal einzugeben (vorher um-zuschüttüln!), eventuell 1 3 mal in mehrstündlicher Aufeinanderfolge zu wiederholen. Einem Rind. Leichtes Abführmittel (Siedam-grotzky).
2.nbsp; Natr. sulfuric. 300,0, Pulv. rad. Althaeae 100,0, Aq. font. q. s. Fiat Electuarium. Auf einmal zu geben, eventuell zu repetieren. Einem Pferd. Abführmittel.
3.nbsp; Natr. sulfuric. 50,0, Pulv. rad. Gentianae 0,0. Misce. In Kamillenthee zu geben. Einem Schaf. Abführmittel.
4.nbsp; nbsp;Natr. sulfuric. 30,0, Pulv. rhiz. Calami 5,0, Farin. Seealis et Aq. font. q. s. Fiat Electuarium. Auf einmal einzugeben. Einem Schwein. Abführmittel.
Y. Aloe, Rhabarber, Semiesltlätter, Fanlbanni, Kreuz-
laquo;lornbeeren.
11. Aloe*t, Aloö. Der eingedickte Saft der Blätter von Aloearten des Kaplandes, vorzüglich von Aloe ferox und A. afri-cana, perennierenden, mit dicken, saftigen, bis zu einem halben Meter langen Blättern versehenen Gewächsen aus der Familie der Aspho-deleen (Coronariae; Hexandria Monogynia).
Dunkelbraune Masse von eigentümlichem Geruch und bitterem Geschmack, leicht in grossmuscholige, glasglänzende Stücke und in scharfkantige, rötliche bis hellbraune, durchsichtige Splitterchen brechend, welche sich unter dem Miskroskop nicht krystallinisch erweisen.
In der Wärme des Wasserbades darf Aloe anfangs erweichen, doch nicht zu-sammenfliessen; völlig ausgetrocknet und auf das Feinste zerrieben, giobt sio ein gelbes Pulver, welches bei 100deg; nicht zusammenbacken und seine Farbe nicht verändern darf (Unterschied von anderen Aloesorten). Siedendes, roinos Chloroform wird d\irch Alo e gar nicht, reiner Äther nur sehr schwach gelblich gefiirbt. Der so durch Aloe gefärbte Äther hinterlässt nach dorn Abdunsten einen sehr geringen, gelben, schmierigen Kiickstand (Nachweis von zugemengten fremden Harzen).
5 Teile Aloe müssen mit 10 Teilen siedendem Wasser eine fast klare Lösung geben, aus welcher sich jedoch in der Kälte ungefähr 3 Teile wieder abscheiden. Eine Lösung in 6 Teilen Weingeist muss auch in der Kälte klar bleiben.
Diesen, als Aloö lucida zu bezeichnenden, offizinollen Handelssorten steht die schwächer abführende Aloö hepatica (Loberaloö-Sorten), die auf dem Bruch undurchsichtig erscheint und unter dem Mikroskop zahlreiche gelbe,
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nadelförmigo Krystallo dos zu den Antliracen-Vorbindungen gehörigen AloTns odor Barb.iloius erkennen liisst, gogeniibor.
Die ofiizinellen Sorten der Aloi' enthalten eine a m o r p h e M o d i-fikation des Aloins, das sogenannte Aloe tin, welches sich wahrscheinlich aus dem Aloin unter dem Einfiuss der Wärme (beim Abdampfen) bildet, Ausser diesem, auch als Aloe bitter bezeichneten, in Wasser löslichen Bestandteil enthält Aloe noch das woniger abführend wirkende Aloe harz (2035 quot;/o) neben anderen wenig bekannten Körpern.
Pharmaceutische Präparate: Extractum Aloes*f, Aloeextrakt; gelbbraunes, in Wasser trübe lösliches, aus der Aloe durch Ausziehen mit Wasser und Eindampfen zur Trockene gewonnenes Extrakt. Tinctura Aloes*, Aloetinktur; 1:5 Teilen Weingeist. TincturaAloescomposita*. Massa pilularum Rufli f. Pilulae laxantesf.
Wirkung und Anwendung der Aloe und ihrer Präparate.
1,nbsp; In kleinen Gaben wirkt Aloe wahrscheinlich nach Art der Bitterstoffe, und es gründet sich darauf ihre Anwendung als Amarumquot; in allen Fällen, in denen Bittermittel indiziert sind (siehe Seite 72). Bei längerem, namentlich zu häufigem Gebrauch kleiner Gaben tritt mitunter (beim Pferd, nicht beim Wiederkäuer) Durchfall ein.
Kleine Gaben der Aloe (als Bittermittel) für Pferde, Schafe, Ziegen Binder Schweine Hunde 2,0-5,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 4,010,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 1,02,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 0,10,5
2.nbsp; Grosse Gaben der Aloe wirken abführend und daneben cholagog und werden namentlich in der Pferdepraxis bei Verstopfungskolik und zu Ableitungszwecken in ausgedehnter Weise verwendet. Der kathartische Effekt des Mittels hat die Eigentümlichkeit, dass er sehr spät erfolgt, beim Pferd in der Begel erst nach 1624 Stunden, beim Wiederkäuer meist noch viel später. Beim letztgenannten Tier tritt nicht selten selbst nach sehr grossen Dosen keine ausgesprochene Diarrhöe hervor, wie denn auch Aloe im stände ist, der Milch einen bitteren Geschmack zu verleihen.
Die der Wirkung manchmal vorhergehenden Kolikschmerzen sind in der Regel ziemlich leichter Natur und lassen sich durch Frottieren des Bauches und Umherführen bald beseitigen.
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Abführdosen der Aloe für Pferdenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Binder Schafe, Ziegen Schweine Hunde
25,050,0 40,060,0 15,030,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;5,0-10,0 2,0-5,0
Ächtung! Aloe kann der Milch bitteren Oeschmack erteilen; hei hochtragenden Tieren ist Aborhis zu befürchten.
3.nbsp; nbsp;Sehr grosse Gaben wirken drastisch und rufen daneben namentlich eine Hyperämie der Nieren (die auch bei subkutaner Applikation von Aloin auftritt und zum Teil durch die Ausscheidung bedingt ist) und des Uterus (also unter Umständen Abortus) hervor. Bei hochtragenden Tieren sollte deshalb von der Verabreichung grösserer Aloegaben Abstand genommen werden. Ebenso ist natürlich Aloö (als Purgans) bei ausgesprochenen Entzündungprozesscn im Darm kontraindiziert.
Die gebräuchlichsten Verabreichungsfonnen des Mittels sind die Latwerge (meist in Verbindung mit Glaubersalz), Pille und Einschütte. Die letztgenannten Formen stellt man in der Regel mit Zusatz von Alkalien (Seife) her, da durch diese die Wirksamkeit der Aloe erhöht wird. Vom Extractmn Alo6s*f genügen für Ä.b-führzwecke um die Hälfte kleinere Dosen.
4.nbsp; nbsp;Die Verwendung der Aloe bez. der Tinctura Aloes* als Digestivumquot; in der Wund- und Geschwürstherapie ist ziemlich veraltet.
Rezept-Beispiele.
1.nbsp; Aloes 40,0, Natr. sulfuric. 400,0. Mi see. Divide in partes aeq. No. III. 2 stündlich ein Pulver in lauem Seifenwasser einzugeben. Einem Rind. Abführmittel. (Die Milch nimmt eventuell einen bitteren Geschmack an!)
2.nbsp; Extract. Aloes 15,020,0, Natr. sulfuric 150,0200,0, Pulv. rad. Althaeae 60,0, Aq. font. q. s. Fiat Electuarium. Innerhalb 12 Stunden (eventuell auf einmal) zu verabreichen. Einem Pferd. Kräftiges Abführmittel.
3.nbsp; nbsp;Aloes 15,0, Natr. sulfuric. 150,0. Mi see. Divide in part, aeq. No. III. 2 stündlich 1 Pulver in Seifenwasser. Für ein Schaf oder Schwein (für letzteres besser als Latwerge). Abführmittel.
4.nbsp; Aloes 80,0, Sapon. kaiin. venal. 8,0. Fiat Pilula. Für ein Pferd; Abführpille.
5.nbsp; Aloes 30,0, Kai. carbonic, Sapon. kaiin. venal, ail 4,0, Adip.
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suill. 10,0, Aq. font. q. s. Flat Pilula. Für ein Pferd. Aloüpille, die längere Zeit haltbar ist (Siedamgrotzky).
12. Radix Rhei^t. Khabarberwurzel, Rhabarber. Die geschälten, oft unregelmässig zugeschnittenen Wurzelstöcke von Eheum-,\rten Hochasiens (Nord- und Nordwest-Chinas, Tibets), vorzüglich ivohl von Rheum officinale (Polygonaceae; Oleraceae; Enneandria Trlgynia^, einer unseren grossen einheimischen Kumexarten nicht un-ätinlichen Staude.
Die Bbabarberslüoke dos Handels sind verschieden Restaltet, plankonvex, cvlindriseh, gestutzt kegelförmig, fast kugelig oder ganz unregelmässig, ö10 cm unil darüber lang bez. dick, nicht selten mit
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oinem grösseren Bohrloch vorsehen und zum grosson Teile mundiert und mit ockergelbem Bheampulver cingenobon.
Auf der durch Zerschlagen gewonnenen, Irischen Uruchliächo erweist sich das sehr dichto Gewebe als gemischt aus einer körnigen, nicht faserigen, glänzend weissen Grund-masso und braunroten Markstrahlen. Letztere
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verlaufen in den inneren Teilen regellos, bilden
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aber in der Nähe der Oberlläche Strahlenkreise von höchstens 1 om Durchmesser. Nur in der sehr schmalen äusserston Schiebt zeigen die Markstrahlen regelmässlge radiale Anordnung. Khabarberwurzel hat einen sehr eigenartigen Geruch und Geschmack und giebt ein feines, lobhaft ockergelb gefärbtes
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Figur 45. llhabarborpulver bei 300 facher Vorgrösserung (Reste von Netzgc-fässen, stärkemehlbaltigc Paren-chymzellen, Teilkörnchen des Stärkemehls, Krystalldrusen deraquo; C'aleiumoxalats).
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Pulver (Figur 45).
Die etwa zu Unterschiebungen dienenden europäischen (französischen, englischen, mährischen, ungarischen etc.) Rhabarbersorten sind meist schon an ihrem Äusseren, noch mehr an ihrem durchaus rcgelmässigcn, strahligen Bau zu erkennen.
Von den zahlreichen, in der Ehabarberwurzel enthaltenen Stoffen beteiligen sich wahrscheinlich an der Wirkung: dicKathartinsäure, die abführend wirkt und der Kathartinsäure der Sennesblätter ähnlich sein soll, ferner die antidiarrhoisch wirkende Rheum gerb säure, verschiedene, zum Teil nicht näher bekannte Bitterstoffe und schliesslich Chrysophan und Chrjsophansäure (Ci6H,0O4), welche wohl nur dadurch Interesse besitzt, dass sie im Harn erscheint und demselben, sobald er alkalisch ist oder gemacht wurde, eine rote Farbe verleiht.
Die Milch einer Ziege nahm selbst dann keine auffällige Farbe
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an, als man dem Tiere längere Zeit hindurch alle 23 Tage 50,0150,0 Radix Ehei in Latwergenform oder als Einschütte beibrachte. Der Chrysophan-Nachweis gelang nicht! (Verfasser.)
Als sonstige Bestandteile werden genannt: Emodin, Phäoretin, Aporetin, Erythroretin, Amylum, Gummi, Harz, Oxalate, welch letztere das Knirschen zwischen den Zähnen beim Kauen der Wurzil-stücke bedingen. Der Speichel wird dabei gelb gefärbt.
Pluirmaceutische Präparate: Extractum llhei*j-, Rhabarberextrakt; trocknes, durch Extraktion mit verdünntem Weingeist bereitetes, gelblichbraunes Extrakt. Extractum Rhei compositum*. Tinctura Rhei aquosa*f, wässerige Rhabarbertinktur; 10 Teile Rheum, 1 Teil Borax, 1 Teil Kaliumkarbonat, 90 Teile Wasser werden infundiert, dazu 15 Teile Zimmtwasser, 9 Teile Weingeist; nach f 10 Teile Rheum, 3 Teile Soda, 150 Teile Wasser. Tinctura Rhei vinosa* (Tinctura Rhei viuosa Darellif), weinige Rhabarbertinktur: Auszug von 8 Teilen Rheum, 2 Teilen Pomeranzenschalen, 1 Teil Cardamomen, 100 Teilen Xereswein, dazu der siebente Teil Zucker; die Vorschrift der f ist sehr ähnlich, doch wird an Stelle von Xereswein Malagawein verwendet. Sirupus Uhei*f, Rbabarbersirup. Pulvis Magnesiae cum Rlieo:i;, Kinderpulver; 12 Teile Magnesiumkarbonat, 8 Teile Fenchel-ölzuoker, 3 Teile Rhabarberwurzel.
Wirkung und Anwendung der Rhabarberwurzel und ihrer Präparate.
1. In kleinen Dosen wirkt Rhabarberwurzel infolge ihrer Bitterstoffe stomachal und bewährt sich (in Verbindung mit Magnesia, Natriumbikarbonat etc.) namentlich bei Appetitlosigkeit, wie sie im Gefolge leichterer akuter oder chronischer Magenkatarrhe vorzukommen pflegt.
Dosen der Rhabarberwurzel als Stomachicumquot; für mittelgrosse Tiere, Kälber, Fohlennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Hunde Lämmer
2,04,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;0,51,0 0,10,5
Liegt zu gleicher Zeit Darmkatarrh mit durchfälligen Entleerungen vor, so giebt man, um eine Gerbsäurewirkung zu erzielen, etwas grössere Gaben, nicht selten in Verbindung mit anderen Ad-stringentienquot; oder Opium, Magnesia etc.
Dosen der Rhabarberwurzel als Antidiarrhoicumquot; für mittelgrosse Tiere Kälber, Fohlen Hunde Lämmer 5,0-10,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;2,010,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;1,0-2,0 0,51,0
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2. Orössere Dosen des Rhabarbers, als Electuarium oder Infusuni (siehe unten) verabreicht, dienen als sehr mildes, zugleich cholagog wirkendes Abführmittol, welches indessen gern Obstipation hinterlässt und teils deshalb, teils zur Erzielung einer sichereren Wirkung gern mit anderen, stärkeren Mitteln (Natrium sulfuricum, Magnesium sulfuricum, Tartarus natronatus etc.) kombiniert wird. Bei Pflanzenfressern ist die Wirkung des teuern Mittels durchaus mangelhaft! Eine Ziege zeigte auf wiederholte Gaben von 150,0 Iladix Rhci nicht die Spur von Laxieren (Wolf).
Dosen der ßhabarberwurzel als Catliarticmuquot; für Hundenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;La m in e r
5,015,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;2,06,0
Die Präparate des Rhabarbers werden nur bei kleineren Tieren (Hunden, Katzen etc.) in Verwendung gezogen. Sirupus Rhei*f kann als überaus mildes Aperitivum sehr jungen Hunden und Katzen theelöffelweise gegeben werden; Tincturu Rliei sujuosa^f und Tinctiira Rliei vinosasi!f verabreicht man Hunden zu % 1 Thee-löffel (Katzen zu mehreren Tropfen) als Stomachicum, zu 1 bis mehreren Esslöffeln als Aperitivum; Pulvis Magnesiae cuin Rheo:i: empliehlt sich messerspitzen- bis kaffeolöfl'olwcise bei Verdauungsstörungen und Durchfällen junger Hunde, sowie der Ferkel und Lämmer. Die übrigen Präparate (siehe Seite 248) sind überflüssig.
Rezept-Beispiele.
1.nbsp; Pulv. rad. Phei 2,04,0, Magnes. carbonic 1,02,0. M. Dent. tal. dos. Nr. VI. Täglich 34 Pulver in Pfefferminzaufguss. Einem Saugkalb oder Füllen, Bei ruhrartigem Durchfall, Ruhr.
2.nbsp; Pulv. rad. Rhei 1,0, Natr. bicarbonic. 15,0. Mi see. Messerspitzenweise. Einem Hund. Bei verschlepptem Magenkatarrh.
13. Folia Seiinae *t, Sennesblätter. Die Eiederblättchcn der Cassia angustifolia und Cassia acutifolia (Caesalpinia-ceae, Leguminosae; Deoandria Monogynia), meterhohen Stauden mit 57paarig geliederten Blättern, in achsolständigen Trauben stehenden, gelben Blüten und m. o. w. sichelförmigen, ganz nachgedrückten, breiten, häufig lederartigen Hülsen.
Cassia angustifolia (die indischen Sennesblätter aus Tinnevelly liefernd) bewohnt die Ostküste Afrikas, von Oberägypten
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bis Mozambique, die Inseln des roten Meeres, Arabien, Ostindien (kultiviert); Cassia acutifolia (die alexandrinischen Sennesblätter liefernd) wächst in Ägypten, Nubien und Centralafrika.
Dio indischen Sonnosbliitter bestolicn ohne alle Beimengungen aus den unbesohttdigteh, lanzettliohen, flachen, bis 0 cm langen und bis 2 om breiten Fieder-
bliittchen.
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Die aloxandrinisolien Senncsbliitter sind diirehsohnittlich kleiner, spitzeilönnig, selten 3 cm lang, meist schmäler als 18 mm, weniger tiach und gewöhnlich begleitet von anderen Teilen der Cassia acutifolia, sowie von den steil lederartigen, verbogenen und höckerigen Bliittchen des Cynanchum Al'ghel, welche auch an dem kurzen, steilen Haarbesatz kenntlich sind. (Figur 46.)
Sennesblättor dürfen nicht bräunlich oder gelblich aussehen. Von V orfälschungon durch Blätter von Colutea, Coronilla, Coriaria etc. unterscheiden sie sich durch die oben ange-gobenon Merkmale.
Als wirksamen Bestandteil bezeichnet man die bis jetzt noch nicht genau bekannte Kathartinsäure (Stockmann betrachtet dieselbe [1885] als dio
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Figur 46. Folia Sennae j a. a. a. indische, b. b. b aloxandrinischo Senncsbliitter.
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Verbindung eines zu den Anthracen-derivatengehörenden,gelbenFarbstoffes mit einem Kohlenhydrat). Daneben fand
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man eine der Chrysophansäure ähnliche, den Harn ebenfalls färbende Substanz (siehe Radix Rhei), zwei Bitterstoffe (Sennapikrin und Sennakrol), eine Zuckerart (Kathartomannit). Pharmaceutische Präparate: Electuarium e Senna* (Elec-tuarium lenitivumf), Sonneslatworgo; 1 Teil Sennesblätter, 4 Teile Zuckersirup, 5 Teile Tamarindenmus; nach f 20 Teile Pflaumenmus, 10 Teile Tamarindenmus, 10 Teile Holundermus, 5 Teile Senna, 6 Teile Weinstein, q. s. Honig. Infusum Sennae compositum* (Infusum Sennae cum Mannaf), Wiener Trank; Infusum von Sennesblättern unter Zusatz von Seignettesalz (*) und Manna. Pulvis Liquiritiao compositus*f, Brustpulver; 6 Teile Zucker, 2 Teile Sennesblätter, 2 Teile Süssholz, 1 Teil Fenchel, 1 Teil Schwefel. Sirupus Sennae*. Sirupus Sennae cum Mannaf. Species laxantes* (Species laxantes St. Germaint). Hvdromel infantumt.
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Amvendiuig der Sennesbliitter.
Man verwendet die Sennesbliitter bei kleineren Tieren als sicher wirkendes Purgans, welches sich allerdings bei ernsteren Erkrankungen der Gastrointestinalschleimhaut verbietet. Die gebräuchlichsten Formen sind Aufgüsse und Latwergen. Von den zahlreichen Präparaten hat nur Electuariuin e Senna* (Eleo-tuarium lenitivumf), welches Hunden theo- bis esslofl'elweise, sowie Infusum Sennae coinpoKitum* (Infusum Sonnae cum Manna*), welches Hunden zu 30,0100,0 zu verabreichen ist, Interesse.
Hosen der Sennesblätter für Schweinenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Hundenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Katzen
10,030,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;5,020,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;2,00,0
14. Cortex Fran^nlne * , Faulbaumrinde. Von der einheimischen Ehamnus Frangula (Rhamneae, Frangulinae; Pentandria Monogynia), einem dornenlosen Strauch mit abwechselnd stehenden, ganzrandigen, glänzend grünen, eirunden,
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gestielten Blättern, kleinen, weisslich grünen, zu 24 in den Blattwinkeln stehenden Blüten und erbsen-grossen, anfangs roten, schliesslich schwarzen Beeren.
Dio Faulbaumriiulo bildet bis 8 dm lange unil 1,5 mm dicke Röhren von matlbräunlichor bis grauer, mit zahlreichen, weiss-lichen Korkwarzen besprengter OberflHohe, innen heller oder dunkler braun, auf dem Brucli gelb und faserig. (Figur 47.) Dio Rinde ist von scliwachem Gorudi und von schleimigem, etwas süsslichem und bitterlichem Geschmack; in Kalk .asser gelegt, färbt sie sich auf der Innenseite schiin rot. Der gelb rötliche oder briiunliche Aufguss der Faulbauinrinde wird durch Eisenlaquo; Chloridlösung tief braun gefärbt.
Faulbaumrindo darf erst ein Jahr nach dem Einkauf verwendet worden (frische Rinde verursacht Vomitus).
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Als abführendes Princip der Cortex Frangulao wird die der Kathartinsäure sehr ähnliche Frangulasäure Figur 47. genannt; daneben finden sich Frangulin (ein Gly- Cortex Frangulao
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kosid, welches sich in Zucker und Emodin spaltet)
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in natürlicher
Grosse.
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und Emodin.
Pliannacentisches Präparat: Ex tractmuFrangulae fluid um*, Faulbaumlluidoxtrakt, welches dem aus Amerika eingeführten, nicht oflizinellen, aus der Einde von Ehamnus Purshiana hergestellten
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Extra ctum Cascarae Sagradae fluid um betreffs der Wirkung #9632;völlig gleicht, aber billiger ist.
Anwemlniig. Man kann Faulbaumrinde unter denselben Bedingungen und Dosen wie Folia Sennae verwenden. Die gebrilucb-liohste Form ist die des Dckoktes (15,030,0:150,0; 12 stündlich esslüffelweise bis zum Beginn der Wirkung. Einem Hund).
15. Frnctns niiamni catliarticae*, Kreuzdornbeeren. Die Früchte der einheimischen Rhamnus cathartica (Rhamneae, Frangulinae; Pentandria Monogynia), eines in Gemeinschaft mit dem Faulbaum feuchte Wälder bewohnenden Strauches oder kleinen Baumes mit glatten, sperrigen, in einen Dorn auslaufenden Asten, büschelweise stehenden, gestielten, eirunden, fein gekerbten Blättern und in den Blattwinkeln gehäuft stehenden, grünlichen, kurzgestielten Blüten.
Die kugeligen, gegen 1 cm grosson Früchte sind am ürundo von einer, gegen 8 mm Durclimesser erreichenden, achtstrahligon Kelchscheibo gestützt. Das glänzend schwarze Frnchtileisch schliesst 4 holzige, einsamige Fächer ein. Im frischen Zustande liefern die Fniclito einen violottgriinen Saft von saurer Eeaktion und süss-lichem, nachher widerlich bitterem Geschmack. Durch Alkalien wird der Saft grünlichgelb, durch Säuren rot.
Die Früchte von Khamnus Frangula und Ligustrnni vulgäre führen mir 23 Samen und unterscheiden sich auch durch die Farbe ihres Fruchtfleisches hinreichend von den Kreuzdornbeeren.
Kreuzdornbeeren enthalten als wirksamen, Bestandteil das noch ungenügend erforschte Rhamnokathartin neben einem gelben Farbstoff, dem Rhamnin oder Xanthorhamnin, Zucker etc.
Pharmacoutisclies Präparat: Sirupus Rhamni catharticae*, Kreuzdornbeerensirup.
Anwendung. Kreuzdornbeeren sind völlig überflüssig; Sirupus Kliamni catharticae* könnte man Hunden als Abführmittel (alle 23 Stunden esslüffelweise bis zur Wirkung) verabreichen. Bei Reizzuständen des Traktus ist die Drogue kontraiudiziert.
YI. Jnlapn, Koloqnintlien, Podopliyllin, lt;plt;utli. (wottesgimdcnkrant.
1(3. Tnbera Jalapae* (Radix Jalapaef), Jalapenknollen. Die Knollen der Ipomoea Purga (Convolvulaceae, Tubillorae: Pentandria Monogynia), einer am Ostabhange der mexikanischen Anden in einer Hohe von 1200 2400 m über dem Meer wachsenden,
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auf Jamaika kultivierten, grosse, rote Blüten und langgestielte, herzförmige Blätter tragenden Windenart.
Dio Knollen sind moist von birnlörnüger Gestalt oder etwas vorliingcrt, von woniger als 1 cm Durchmesser bis über faustglOSS) in eine meist kurze Spitze auslaufend, am oberen Ende kurze, nur wenige Millimeter dicke Stengelreste tragend. (Figur 48.)
Die graubraune, runzelige, höckerige Oberfläche zeigt weder Blattnarben nooh Nelwnwurzeln. Das sehr dichte Gewebe bricht glatt, mehlig oder hornartig, weder holzig noch faserig, und lässt auf weisslichem oder
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graubräunlichein Grunde dunkle Ilarzzollon in konzentrischen Schichten erkennen, welche nicht durch strahlenförmige Gefiissbündel unterbrochen sind. Jalaponknollon schmecken fade, dann kratzend und riochen oft rauchartig. Sie sollen mindestens 7 0/ Harz outhalten (siehe Arzneibuch) und sind vorsichtig aufzubewahren!
Der wichtigste Bestandteil der Jalapen-knollen ist das Jalapenharz (zu 718deg;/,,), welches aus einem in Äther löslichen und einem darin unlöslichen Anteil besteht. Letzteres, das glykosidische Convolvulin, ist das wirksame Prinzip. Ausserdem sind die Knollen reich an Amylum (zu ungefähr 18 quot;/o) UIK1 Zucker.
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Fharmaceuti sehe Präparate: R e s i n a
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Figur 48.
Tubera Jalapae, um ein
Drittel verkleinert.
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Jalapae*t, Jalapenharz. Sapo jalapinus*, Jalapenharzseife. PilulaeJalapae*, Jalapen-
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pillen.
Anwemliing. Man kann Jalape bei Schweinen und kleinen Haustieren als kräftiges I) r a s t i c u m, namentlich bei h a r t-nackigen Kots tauungen, sowie zur Ableitungquot; bei Gehirn-atfektionen etc. benutzen. Bei entzündlichen Zuständen im Trakt us ist sie kontraindiziert.
Von Rcsina Jalapae*}- würde man Viraquo;. von Sapo jalapinus* '/,#9632;, der Dosis der Rohdrogue, von den Pilulae Jalapae* Hunden 310 Stück auf einmal zu verabreichen haben.
Dosen der J a 1 a p e n k n o 11 e n für
Schweinenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Hundenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Katzen
5,015,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 0,5-4,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;0,20,5
17. Frnctns CoIocyntliidi!S:'kt, Koloquinthen. Die Frucht der in einem grossen Teil von Vorderasien und Nordafrika wildwachsenden, in Spanien kultivierten, gelb blühenden, rankenden Kolc-
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quinthengurke, Citrullus Coloc}'nthis (Cucurbitaceae, Peponi-forae; Monoecia Polyadelphia)
Dio kugeligen, etwa wie eine Orange grosaon, geschälten Koloquinthenäplolquot; besitzen ein woisses, mürbes und lockeres, äusaerst bitter schmeckendos Frucht-gewebe, welches sich leicht in 8, die zahlreichen Samen bergende Liingsteilo zerlegen liisst. Vorsichtig aufzubewahren!
Koloquinthen enthalten als wirksamen Bestandteil das wahrscheinlich glykosidische Colocynthin neben dem fast ebenso wirksamen Citrullin und dem unwirksamen Colocynthidin.
Fliarmaceutische Präparate: E x tr a c t u m C o 1 o cy n t h i d i s ^f. Tinctura Colocynthidis* (1 : 10).
Anwendung. Koloquinthen sind ebenso überflüssig wie die aus ihnen hergestellten Präparate. Citrullin ist neuerdings von Baum als ein Mittel erkannt worden, welches in Klystiorform bei Pferden, Schweinen, Hunden und Ziegen gute abführende Wirkungen entfaltet. Die Dosen betragen beim Pferd 1,0 (in circa 200,0 Glycerin und Weingeist; am besten innerhalb Vlaquo; Stunde, auf 4 5 mal verteilt, einzuspritzen), bei der Ziege 0,025 (mit aa 40,0 Glycerin und Weingeist), beim Schwein 0,05 (mit Sa 40,0 Glycerin und Weingeist), beim Hund 0,025 0,05 (mit SS 40,0 00,0 Glycerin und Weingeist). Das Colocynthin wirkt nach Versuchen Baums an Tieren in Klystierform nur beim Hund in genügender Weise (0,015-0,025 mit 35,0 Glycerin und Weingeist, Baum).
Nur nebensächliches Interesse besitzen:
18.nbsp; nbsp;Poilopliylliimm , PodophyUin. Aus dem weingeistigen Extrakt der Wurzel des nordamerikanischen Podophyllum pcitatum (Berberideae, Polycarpicae; Polyandria Monogynia) durch Wasser abgeschiedenes, gelbes, amorphes Pulver oder eine lockere, zerreibliche, amorphe, gelbliche oder bräunlichgraue Masse von sehr widerlich bitterem Geschmack.
Das PodophyUin des Handels stellt ein Gemenge wirksamer (und unwirksamer) Substanzen dar, von denen namentlich das Podo-phyllotoxin und Pikropodophyllin zu nennen sind.
Als Dosen des gefährlichen und überflüssigen Mittels werden angegeben: für Pferde 5,010,0; für Kinder 8,0 15,0; für Hunde 0,10,25.
19.nbsp; nbsp;Ontti*, Gummigutt. Das Gummiharz des in Slam und #9632;Ceylon wachsenden, massig hohen Baumes Garcinia Morella
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(Clusiaceae, Guttiferae; Polyandria Monogynia). Bis gegen 7 cm flicke, walzenförmige oder verbogene und zusammengeflossene, grünlichgelbe Klumpen, welche leicht in gelbrote, llachmuschelige, undurchsichtige Splitter zerbrechen. Mit Weingeist und Äther giebt Gutti schön rubinrote Losungen, mit Wasser eine hellgelbe Emulsion.
Gutti besteht zu 7075 quot;/o aus einem in Weingeist, Äther und Alkalien löslichen, saueren, als Gambogiasäure bezeichneten Harz und daneben 1520 0/o Gummi.
Die Dosen des völlig überflüssigen Drasticums betragen für Pferde 15,030,0, Rinder 30,045,0, mittelgrosse Wiederkäuer 5,010,0, Schweine 2,04,0, Hunde 0,2 1,0.
20. Herba Gratiolae, Gottesgnadenkraut. Das Kraut der einheimischen, kleinen, weissblühenden Scrophularinee Gratiola officinalis, welche das drastische Glykosid Gratiosolin neben Gratiolin, Gratiolacrin etc. enthält und früher vielfach bei hartnäckiger Verstopfung, Leberleiden, Wassersucht etc. angewendet wurde.
Dio Pflanze hat zur Zeit nur noch insoweit Interesse, als sie gologentlich zu Vergiftungen bei Weidetieren etc. Veranlassung giebt. Als Symptome werden diejenigen einer hiiinorrhagisclion (Jastroentoritis neben nervösen Er-sebeinungen (Lähmung) genannt. Auch gewissen anderen, der Gratiola nahestehenden Scrophularineen, z. B. Molampyrum ^Czako). Rinanthns etc., kommt eine ähnliche (bei den beiden zuletzt genannten Pllauzen vielleicht nur an die Samen gebundene) Wirkung zu.
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XIV. Kapitel.
Anthelmintica, Vermifuga, wurmtreibende Mittel,
Wurmmittel.
Die wurmtreibenden Mittel dienen zur Entfernung der im Darm wohnenden Helminthen (Nematoden und Cestoden). Zu diesem Zweck muss man die Vermifuga in einer solchen Form und Dosis geben, dass die Parasiten getötet oder wenigstens so lange betäubt, gelahmt werden, bis sie durch ein Abführmittel aus dem Darm herausgeschafft worden sind. Letzteres allein würde seinen Zweck in nur ungenügender Weise (z. B. beim Vorhandensein von Bandwürmern durch Abgang einzelner Glieder) erfüllen, da die Helminthen das Vermögen besitzen, sich gegen den Strom zu bewegen, oder durch Saugnäpfe und Hakenkränze zum Festhalten an der Darmwand befähigt sind.
Von grosser Wichtigkeit ist strengste Diät am Vortage der Wurmkur und rechtzeitige Anwendu ng, eines Purgier-' mittels (1 #9632;3 Stunden nach Einverleibung des Anthelmin-ticum). Nur Kamala und Brechweinstein machen die Verabreichung eines solchen unnötig.
Einen gewissen Anhalt über den Wert der verschiedenen, im Laufe der Jahre gegen Helminthen empfohlenon Mittel geben die von Küchenmoister an Taonien und Askariden nngestellten Versuche. Es wurde von ihm in der Weise verfahren, dass die lebenden Würmer in eine Mischung der einzelnen Mittel mit Eiwoiss gebracht und nunmehr unter Zuziehung des galvanischen Stromes die Zeit bestimmt wurde, in welcher die Entozocn starben Es ist indessen einleuchtend, dass die auf diese Weise erlangten Zahlen einen nur beschränkten Wert haben können, da ein (icfiiss mit Eiweisslosung bei weitem nicht die im Darm obwaltenden Verhältnisse wiederzugeben vermag.
1.nbsp; nbsp;Tacnieii. Der Tod erfolgte bei Zusatz von Kussoinfusum in '/s Stunde, von Terpentinöl in 11'/j Stunde, von Granatrindondekokt in 3 Stunden, von Extrac.tum Filicis in S1/raquo;4 Stunden, von Oloum Kicini in 78 Stunden.
2.nbsp; Askariden (besonders Ascaris Mystax),
Der Tod erfolgte in 1 2 Stunden bei Zusatz von Kreosot oder grössoren Dosen Kochsalz oder Sublimat; in 2 ö Stunden bei Zusatz von Stein-,
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#9632;
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Cajeput- odor Terpentinöl, Senf, sclnvächeron Dosen von Kochsalz; in ft10 Stunden bei Zusatz von Knoblauch-, Zwiebel-, Lorbeordokokt, NelkenaufgUBS, Holzessig, üranatrindondokokt, üalliipfoltinktur, konzentrierter Glaubersulzsolution; in 15 24 Stunden bei Zusatz von Kusso, Kampfer, Anis, Ingwer, Abkochungen von Enzianwurzol, Ulmon-rindo, Hopfen.
Einflusslos waren unter anderem Infusa oder Deoootfli von Schafgarbe, Tanacctum, Wermut, Baldrian, Kamillen, Quassia, gerbstofl'haltigen Drogueo, sowie Asa foetida, Aqua Picis, Aqua Kroosoti in kleinen Mengen, Oleum Chaberti, Fuligo splnndons, Kupforoxyd, Floros Cinao (als Pulver oder Infus), Santonin, Natrium santonicum.
Mittel. Die gegen Danmvikmer wirksamen Arzneien lassen sich in zwei Gruppen teilen, in Kuiidwurm- und Bandwurmmittel. Der oben erwähnte Brechweinstein ist ebenso wie Terpentinöl und einige andere, selten verwendete Vermifuga mit Rücksicht auf die sonstigen Wirkungen an anderen Stellen des Buches besprochen worden.
I. Kniid-tvnriiiinittel, Antiiicmatodca.
1.nbsp; Santoninum't (Flores Cina6*t) 8. Oleum animale foctidum
2.nbsp; Herba et Flores Tanaceti
II. BaiKlwiirimnittel, Anticestodea.
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1.nbsp; Ehizoma Filicis* (Radix Filicis
marist) (Extractum Filicis* [marls fl)
2.nbsp; Semen Arecae*
3.nbsp; Cortex Granati'f
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4.nbsp; Flores Ko80*t
5.nbsp; Karaala*t
6.nbsp; Seinen Cucurbitao
7.nbsp; Cuprum oxydatum
8.nbsp; Kalium pikronitricum
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I. Rund Wurmmittel.
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1. Flores linae i und Santoni-
n um *t, Wurmsamen (Zittwersamen)und Santonin. Als Zittwersamenquot; bezeichnet man die Blütenköpfchen der turkestanischen Form der Artemisia maritima (Compositae, Aggregatae; Syngenesia Superilua). Sie bestehen aus 12 18 kahlen,
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stumpfeiförmigen, sanftgekielten Hüllblättclion von
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Figur 49.
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schwach glänzend grüner, nach längerer Auf- Flores Cinae; a. Blütenbewahrung bräunlicher Farbe. Oben schliessen köpfohlaquo;raquo; von anssen, sie dicht zusammen, sodass das ganze Köpfchen b; ,.lasse1lbe, iWJ .l'0quot;1
_ nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;i t ., i ,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;, knbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Langsdurcbschintt.
nur gegen 4 mm Lange und höchstens 1,5 mmnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Lupenbild
Durchmesser erreicht. Im Inneren lässt sich meist
Müll or, rimnnakolouio.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;17
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nur undeutlich die Anlage der 3 5 Einzelblütchen erkennen (siehe Figur 49). Der Geruch des Wurmsamens ist sehr eigenartig, der Geschmack widerlich bitter und kühlend gewürzhaft. Blätter, Stiele und Stengel dürfen nicht beigemengt sein.
Die wesentlichen Bestandteile der Flores Cinae sind ätherisches öl (Cynen), Harz und (bis zu ungefähr 2 0/u) das offizineile Sautoui-mnn'-j-, Ci6Hi803, Anhydrid der Santoninsäure CisHjqO,,, in welche es durch Alkalien leicht übergeführt wird.
Farblose, glänzende, bitter sohmeokende, bei 170quot; schmelzende Krystall-blättchen, welche am Lioht eine gelbe Farbe annehmen (Bildung von Photosan-tonin, GtuHg^Og), Löslich in 5000 Teilen Wasser, 44 Teilen Weingeist, 4 Teilen Chloroform, ausserdem in fetten und ätherischen Ölen, sowie in wässerigen Alkalien (siehe oben). In Substanz ist Santonin geschmacklos, in weingoistigor Lösung intensiv bitter. Weiteros siehe in den Pharmakopöon. Santonin ist vorsichtig und vor Licht geschützt aufzubewahrenI
Pharmazeutisches Präparat; Troohisoi Santonini*i-, Santo-ninzeltchen; Gehalt derselben an Santonin je 0,025.
Wirkung: und Anwendung der Wurmsainen etc.
Die Wurmsamen und das aus ihnen bereitete Santonin sind, wenigstens bei kleineren Tieren, das gebräuchlichste und zweifellos auch wirksame Mittel zur Beseitigung der im Darm schmarotzenden Askariden. Allerdings ist zur Herausschaffung der oft nur betäubten Parasiten ein Abführmittel unerlässlicb.
Tergiftmigeii in Folge unrichtiger Dosierung sind namentlich bei jugendlichen Hunden mehrfach beobachtet worden. Sie äusserten sich in M uskelzittern, Unruhe, Schreien, stierem Blick, Trägheit in den Bewegungen, epilepti-foriuon Krämpfen, Trismus, Mydriasis, Sopor. Der Tod erfolgt durch Lähmung der Atmung. Erholt sich das Tier, dann scheinen noch einige Zeit lang Sehstörungen ZU resultieren. Beim Menschen vorlaufen die leichtesten Formen der Santoninintoxikation mit Sohstörungon, besonders Gelb- und Violettsehen (Chromatopsie).
Als niedrigste Todesgabo beim Hund wird von v. Hasselt 0,4 Santonin genannt. Erwachsene Tiere sind dem Mittel gegenüber jedenfalls sehr wonig empfindlich, dagegen sollte nach Fröhner bei sehr jungen Hunden die Dosis von 0,01 0,02 nicht überschritten worden. Kuppel konnte durch Dosen von 0,10,6 Santonin bei drei etwa 3 Wochen alten Hunden von durchschnittlich 1200,0 Körpergewicht zwar Intoxikationssymptomo, aber nicht den Tod herbeiführen,
Kurze Zeit (beim Hund circa #9632;'4 Stunden) nach Eingeben dos Santonins ninimt saurer Harn eine grünlichgelbe bis rütlichgolbe, alkalischer eine zwiebol-bis purpurrote Farbe an, die beim Schütteln mit Äther nicht in denselben übergeht (Unterschied von der Harnfärbung nach Senna und llheum). Ungefähr 21 Stunden
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' 1 *1
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später ist (beim Hund) die Ausscheidung beendigt, Durch gleichzeitifro Verabreichung von Öl wird die Santoninroaktiou im Harn kaum gemindert (Kuppel),
Die Mutterdrogue wird gegenwärtig, obgleich sie das die Wirkung angeblich unterstützende Oleum Cinae aethereum enthält, nur noch selten verwendet. Man giebt sie am besten mit Ricinusöl als Electuarium oder Schütteltrank.
Dosen des Wurmsamens für grosse Tiere Schafe und Ziegen Schweine Hunde 100,0200,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 50100,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;10,025,0 2,010,0
Neuerdings verwendet man gewöhnlich das Santonin *f und zwar am zweckmässigsten in Form einer Emulsion mit Olivenöl oder Ricinusöl (eine völlige Lösung des Santonins im Öl findet nicbt statt!) oder, bei jugendlichen Hunden, in Form der Trochisci Santonini :::t, die gewöhnlich freiwillig aufgenommen und zu 36 Stück innerhalb 412 Stunden gegeben werden können. Einige Stunden nach Verabreichung des letzten Wurmzeltchens (unter Umständen auch zwischenhinein) wird Ricinusöl, Kalomel oder Jalapa verabreicht.
Dosen des Santonins für grosse Tiere mittelgrosse Tiere kleine Tiere
2,05,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 0,51,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;0,020,2
Ansserlicli kann man ein Infusum flor. Cinae (10,015,0 : 150,0: am besten mit Zusatz von etwas Alkali) oder eine ölige Santonin-lösung (0,1 :25,0) als Clysma gegen Oxyuris vermicularis des Hundes anwenden.
2. Heiba et Flores Tanaceti, Rainfarnkraut und Rainfarn-blüten. Das Kraut und die stark gewürzhaft riechenden, bitter aromatisch schmeckenden, gelben Blütenköpfchen des in Deutschland gemeinen, perennierenden Tanacetum vulgäre (Compositae, Aggregatae; Syngenesia Superflua), einer ?/raquo;1 m hohen Pilanze mit unregelmässig doppelt liederspaltigen, dunkelgrünen, abwechselnd stehenden, fast kahlen Blättern. Die in einer Ilachen Doldentraube am Ende des Stengels stehenden Köpfchen enthalten zahlreiche, auf nacktem Blütenboden stehende, gelbe, röhrenförmige Blütchen, von denen die randständigen weiblich, die mittelständigen zwittrig sind.
Rainfarn enthält Gerbsäure, Bitterstoff (Tanacetin) und ätherisches (quot;)1 (im Kraut zu etwa 0,60/o) in den [demnach wirksameren] Blütenköpfchen zu etwa 1,2 0/0).
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Amvendung. Man verwendet den in sehr grossen Dosen als Krampfgift wirkenden Rainfarn als Antlielminticum (besonders gegen Askariden) und wohl auch als Amarum aromaticum in Form des Infuses oder der Latwerge. Ein Abführmittel dürfte un-erlässlich sein. Die sogenannten Spinolaschen Wurmkuchen für Lämmer werden aus 500,0 Kochsalz, ^ 1000,0 Wagen teer, Wermutkraut und Rainfarnkraut, q. s. Mehl und Wasser bereitet und mit Haferschrot als Lecke angewendet.
Dosen des Rainfarns für
grosse Tiere mittelgrosse Tiere kleine Tiere 50,0-90,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 5,0-20,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;2,010,0
3. Oleum animal6 foetid um, Oleum Cornu Cervi, stinkendes Tierül, Hirschhornöl. Produkt der trockenen Destillation stickstoffhaltiger, tierischer Substanzen. Höchst widerwärtig riechendes und schmeckende, dunkelbraune, undurchsichtige, trübe, dickliche, alkalisch reagierende Flüssigkeit, die auf Wasser schwimmt und sich in demselben nur zum kleinen Teil löst, aber in 3 Teilen Weingeist völlig löslich sein sollte.
Tieröl ist ein inkonstantes Gemenge von Pyridinbasen, Phenolverbindungen, Kohlenwasserstoffen, Ammonverbindungen etc. und dient zur Herstellung des Oleum animate aethereum*. Oleum animale Dippelii, einer klaren, farblosen oder schwach gelblichen, unangenehm riechenden Flüssigkeit, sowie des Oleum contra taeniam Chaberti (1 01. animale foetidum und 3 01. Terebinthinae werden destilliert).
Anwendung. Von den genannten drei, in grossen Dosen toxisch wirkenden Flüssigkeiten wendet man gegenwärtig höchstens noch das Oleum animale foetidum an, und zwar innerlich als Anthelminticum für Pferde (10,020,0 pro dosi, in der Regel in Verbindung mit der gleichen Menge Aloe) und Schafe (1020 Tropfen in Wermutthee täglich 23 mal | Haubner]), sowie äusseiiich zur Abhaltung der Fliegen von Wunden etc. und beim Arbeiten der Pferde etc. im Freien. Zur Räudebehandlung stehen weniger unangenehm riechende Substanzen zur Verfügung!
Rezept-Beispiele.
1.nbsp; 01. animal, foetid, Aloes pulv. iS 30,0, Pulv. rad. Althaeae q. s. Fiant Pilulae No. III. In einem Tage zu geben. Einem Pferd. Bei Eingeweidewürmern.
2.nbsp; nbsp;01. animal, foetid., 01. Terebinthinae aa 50,0, Spirit. 90,0.
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Misco. Morgens 12 Esslüffel voll. Für Lämmer. Bei Magenwurmseuche.
II. Bandwurmmittel, 1. Uli ixraquo; in a Filicis* (Radix Filicis marisf), Farn-rhizom, und Extractnm Filicis* (marisf), Farnextrakt. Als Farn-rhizorn bezeichnet man den ungeschälten Stamm samt Blattresten des in den Wäldern Deutschlands verbreiteten Aspidium Filix Mas (Pol3rpodieae, Filices; Cryptogamia Filices) mit bis 30 cm langem, horizontal kriechendem Wurzelstock und doppelt gefiederten Wedeln, auf deren Fiederchen die bei der Reife schön rotbraunen Fruchthäufchen zweireihig angeordnet sind.
Dio Farnwurzel ist im Spfttjahr zu sammeln und von den Wurzeln und Sprcuschuppon zu belVoien. Dio kantigen, gekrümraton, einige cm langen und ungefähr 1 cm dicken Blattbasen zeigen auf dein Querbnich in dem griinliclien, mehligen Gewebe ungefähr 8 scharf umschriobone Gefässbündol; eine wenig grössere Zahl biotot der Stamm selbst dar. Der Goschraaek der Drogue ist süsslich und kratzend, dabei etwas herb; der Geruch unerheblichquot;.
Der Vorrat an Rhizoma Filicis muss jedes Jahr erneuert werden.
Farnwurzel enthält als wirksamen Bestandteil die krystallisier-bare, in Wasser fast unlösliche, in Weingeist schwer, in Äther, fetten und ätherischen Ölen leichter lösliehe Filixsäure, C,4H1806raquo; daneben fettes öl, Gerbstoff, Harz etc., sowie (nach Ehrenberg) 0,0080,04 quot;/o ätherisches Öl, Filixöl, dem Kobert einen erheblichen Anteil an der antholmintischen Energie des Farnrhizoms zuschreibt (siehe später!). Filixsäure ist übrigens auch in anderen Farnkräutern, z. B. in der einheimischen Pteris aquilina, enthalten.
Durch Extraktion des Rhizoma Filicis mittels Äther wird das Extractnm Filicis* (marisf) hergestellt, welches vor der Abgabe zu schütteln ist, unter dem Mikroskop nach vorheriger Verdünnung mit Glycerin keine Stärkekörnchen zeigen darf und ein durch Chlorophyll lebhaft grün gefärbtes, dünnes, in Wasser unlösliches, eigentümlich riechendes Extrakt darstellt.
Wirkung und Anwendung. Man verwendet das Farnrhizom oder das aus ihm hergestellte Extrakt als ein in der Regel sehr zuverlässiges Bandwurmmittel, indessen mahnen die neuerdings mehrfach, namentlich an Hunden, beobachteten Vergiftungen mit nicht selten tödlichem Ausgang Symptome der Magen-Darmreizung: Depressionserscheinungen bis zur völligen Apathie und Bewusst-losigkeit, dazwischen Zwangsbewegungen und periodischer Opisthotonus;
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Mj'driasis, bisweilen Nystagmus und Myosis; schliesslich Paralyse und Tod durch Atmungslähmung zur Vorsicht. Die tödliche Dosis für Hunde scheint unter Umständen sehr niedrig (bei 5,0) zu liegen (Röder, Fröhner u. a). Poulsson warnt davor, hinter oder neben dem Extractum Filicis fettes öl (Ricinusöl) zu geben, weil dieses die Filixsäure löse und resorbierbar mache.
Für grosse Tiere benutzt man in der Kegel liliizoina Fllicis*f (nur frisch gesammelte Farnwurzel wirkt sicher!), Dosen der Farnwurzel für Grosse Tierenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Schafe, Ziegennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Schweine
100,0200,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;50,090,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;20,040,0
während man Hunden das Extractum Filicis *}- entweder in Pillen mit Pulv. rhizom. Filicis q. s. oder in Gelatinekapseln verordnet. 23 Stunden nach der letzten Gabe muss ein Abführmittel (beim Hund Jalape, Senna etc, aber nicht Ricinusöl (siehe oben]) nachgeschickt werden.
Dosen des Farnextraktes für
grosse Hundenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;kleine Hunde
2,0-5,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 0,51,0
Rezept-Beispiel. Extract. Filicis 2,0. D. in capsul. gelatinös, q. s. Auf einmal einzugeben; in 2 Stunden ein Abführmittel (z. B. Infus. Sennae compositum) nachzusenden. Einem Hund.
Das von Morck in Darmstadt bezogene, schwach gelbliche, (Ion charalvtoris-tisohen Geruch dos Farnrhizoms zeigende Uthcrlsche Fllixöl erwies sicli (bei hierorts angestellten Versuchen) bei kleinen Hunden in Dosen von 1,0, 2,0 und 8,0 als völlig ungiftig. Versuche an Hunden, die mit Taonia serrata oder cueumerina behaftet waren, ergaben, dass Dosen von 0,5 des sehr teueren Filixöles im allgemeinen zu schwach waren und nur einen stärkeren Abgang von Gliedern zur Folge hatten, während nach Dosen von 0,8 und 1,0 der gewünschte Erfolg regelmüssig eintrat. Als Abführmittel wurde Ricinusöl benutzt; die Verabreichung des Filixöles geschah in Gelatinokapseln (Kappol).
2. Genien Arecae*, Arekanuss. Die kugeligen oder bis 3 cm hoch kegelförmig gewölbten, gewöhnlich etwa 3,0, nicht selten aber auch bis 10,0 und darüber schweren Samen der Areca Catechu (Palmae, Spadiciflorae; Monoecia Hexandria), einer der schönsten Palmenarten, die (ursprünglich dem Sunda-Archipel angehörend) in Vorder- und Hinterindien und auf den Philippinen in grosser Ausdehnung kultiviert wird.
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Dor Grund dor Arokasamen ist kreisförmig, ziomlich glatt, oft faserig bo-sebopft und hat 15-25 mm Durehmossor; dio braune Oborfläche ist höchstens stollonwolso noch von einer dünnen, gelblichen, abbliittermlon Gewebeschicht bedeckt. Der Korn zeigt (in dor Eegel am Grunde) eine Höhlung, die gewöhnlich den kleinen Embryo nicht mehr erkennen lässt. Das harte, woisse Gewebe des .Samenkornes ist zierlich von dunkelbraunen Adern oder Streifen durchzogen, welche auf der sehr dünnen, nicht trennbaren
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oberflächlichen Schicht ein helleres Adernetz bilden. (Figur SO.)
Das feino l'ulvor dor Arekasamon ist braun, von schwach zusammenziehendem Geschmack. Schüttelt man os mit Wasser, so fiirbt sich dieses nicht, wenn man Eisenchloridlösung zutropft, wird aber grünlichbraun, sobald man
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Weingeist beifügt.
Arekanüsso enthalten neben circa 15 % Gerbstoff, 14 % Fett, Farbstoff etc. zwei Alkaloide, das flüssige Arekolin (C8H18NOj)
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Figur 50.
Semen Arecao, in natürlicher Grosso.
a. Von aussen, b. Auf dorn Längsdurch-
sehnitt.
und das krystallisierbare Arekain
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(07H18NO,).
Wirkung und Anwendung. Infolge des Gehalts an Arekolin wirken die Arekanüsse wurm ab treibend, daneben aber auch bei unvorsichtiger Dosierung giftig starke Steigerung der Darm-peristaltik, sowie der Sekretionen des Darmes, der Speicheldrüsen, der Bronchialschleimhaut etc., Myosis, Krämpfe, Keizung des Herzvagus etc. (siehe später).
Man benutzt die Drogue in fein gepulvertem Zustand gegen Rund-nnd besonders Bandwürmer und giebt sie Hunden zumeist mit Butter als Bissen. Eine Vorbereitungskur und nachfolgende Verabreichung eines Abführmittels ist in der Regel nicht zu entbehren.
Dosen der Arekanüsse für Lämmernbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Hundenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Katzen
5,010,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;10,0-20,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 2,0-5,0
3. Cortex Crranati*t, Granatrinde. Die Kinde von Punica Gran a turn (Granateae, Myrtiliorae; Icosandria Monogynia), einem massig hohen, in Nordafrika, Kleinasien und Südeuropa einheimischen, bei uns kultivierten Baum oder Strauch mit mattgrauer Rinde, dornigen Zweigen, hellgrünen, glänzenden, ganzrandigen, lanzettlichen Blättern und schönen, granatroten Blüten.
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Die Stiimmniulo bildet Eüliron oder riiiiionfiinnigo, moist weniger als 1 dm lange, 13 mm dicke, oft verbogene Stücke. Ihre mattgrauo Oberfläche ist von hollon Korkleistchen der Länge nach durchzogen und gowölmlich mit schwarzen Flechten (Arthonia astroidoa, A. punctiformis, Arthopyrenia atomaria am häufigsten) besetzt, welche unter der Lupe deutlich sichtbar sind. Das innere Rindengewobe ist gelblich, die Innonllächo mehr bräunlich. Die im übrigen der Stammrinde gleichende Wurzelrinde ist von einem oft etwas mehr bräunlichen Kork bedeckt, welcher an den stärksten Stücken muldonlörmige Abscbupjmngen zeigt und keine Flechten trägt Kegelmässigore Längsleistchen fehlen ihr. Der Uoschraack der Granatrinde ist herb, jedoch kaum bitter. Die ähnlich der üranatrindo aussehenden Wurzolrindcn von Buxus sempervirons und Borberis vulgaris schmecken bitter und nicht zusammenziehend, (Weiteres wolle man in den Pharmakopöon nachlosen.)
Cortex Granati enthält Gerbstoff (zu circa 220/0), Mannit, Amy-luni, Kalkoxalat, sowie -1 Alkaloiile, von denen zwei, das Pelletier in, C8 HigNO, und das Isopelletierin, C8 HisNO, curareähnlich wirken und wohl in der Hauptsache das wurmtreibende Prinzip der Drogue darstellen. Sie sind flüchtig, flüssig, in Wasser, Weingeist und Chloroform leicht löslich. Die beiden anderen Alkaloide, Methyl-pelletierin und Pseudopelletierin, sind nur wenig oder gar nicht an der Wirkung beteiligt.
Pharmaceutisches Präparat: Extractum Granatif Anwemlung. Granatrinde dient als Band Wurmmittel, entfaltet indessen nur in Form des Maceration sdekoktes, welches vom Hund in der Kegel erbrochen wird, eine sichere Wirkung. Extractum Granatif ist unzuverlässig.
Dosen der Granatrinde für H u n d enbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Katze n
5,0-45,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 5,0iX),0
4. Flores MOSO *f, Kosoblüten. Die nach der Blütezeit gesammelten weiblichen Blüten oder die vielverzweigten Blütenrispen der in Abyssinien einheimischen Hagenia abyssinica(Rosaceae. Rosiflorae; Dodecandria Digynia), eines bis 20 m hohen Baumes mit ganzrandigen, breitlanzettlichen, mit einem feinen, pulverigen Filz überzogenen Blättern.
Die 4 oder 5, bis gegen 1 cm langen, aderigen, am Grunde borstigen Blätt-chon des äussoren Kelches sind von dunkelroter, nach längerer Auf bewahrung mehr bräunlicher Farbe. Die inneren, kaum \i mm langen Kolchblättchen neigen sich über den noch kleineren Bhimenblättchen und den zwei borstigen Giifloln zusammen, Die Blüten sitzen ziemlich gedrängt auf geknickten, meist stark behaarten, 1 2 mm dicken Stielen, welche von einer gemeinsamen, gegen 1 cm dicken,
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reichlich mit oinfaclicii Haaren besetzten 8|iimlol dos (iosuuitbliitenstaiulos abgehen, Wo (Ho Ware aus diesem lotzteron bestellt, pflogt sie in 5 dm langen, spiraUg mit gespaltenen Halmen des Cyperus artioulatus umwickelten Bündelchen von ungefäbi 120,0 rorzukonimen.
Kosoblüton schmecken schleimig, dann kratzend bitter und zusammonziohend: ihre Stiele sind vor dem Gebrauch zu beseitigen.
Der wirksame Bestandteil (neben Gerbstoff etc.) ist das heilgelbe, luystallinische, in Wasser fast unlösliche, leichter in Weingeist, Äther, Chloroform und alkalischen Flüssigkeiten lösliche, sauer reagierende Kosin (Kussin), C^HjaO,,,, welches auch isoliert bezogen werden kann.
Anwendung. Flores Koso stellen ein zwar unschuldiges, meist aber unzulängliches Band Wurmmittel dar, welches Schafen und Lämmern zu 5,050,0, Hunden zu 10,030,0, am besten als Schüttolmixtur oder Latwerge verabreicht werden kann. Infusa und Decocta sind verwerflich, da sich Kosin in Wasser fast gar nicht löst. Vorbereitungskur und Abführmittel sind unentbehrlich.
Vom Kosin (Kos in um cry stallisa turn Merck) würde man Lämmern und Jährlingen 0,12, Hunden 1,02,0 geben können.
5. Hamnla *t, Kamala. Der von den Früchten des Ostindien und Ostaustralien bewohnenden Baumes Ma 11 o tus philippinensis (Euphorbiaceae, Tricoccae; DioeciaPolyandria) abgeriebene Überzug.
Kamala bildet unregelmässig kuge-
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lige Drüsen, welche bis ungefähr 60 mikroskopische, strablig geordnete, keulenförmige Zellen einschliesscn Die Drüsen sind vermischt mit dickwandigen, ungefärbten liiiscliclhaaron. (Figur 51.)
Ein leichtes, nicht klebendos Pulver von roter, mit grau gemischter Farbe, ohne Geruch und Geschmack. Sieden
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dem Wasser orteilt dio Kamala eine
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blassgelblicbo Färbung; das Filtrat wird durch Eisonchloridlösung braun gefärbt. Äther, Chloroform, Weingeist, sowie auch alkalische Lösungen nehmen aus Kamala in roichliclior Menge dunkel-
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Figur 51. Kamala, bei 290 fuchcr Vergrösserung: a. a. Kamaladriisen mit schwacher Kalilauge behandelt; b. b. beigemengte Stern-haare.
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rotes Harz auf. Stücke von Blättern und Stengeln dürfen nicht beigemischt sein. 100 Teile Kamala sollen beim Einäschern höchstens G Teile JKüekstand hinterlassen (Prüfung auf etwa beigemengten roten Sand).
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Die Kamala besteht zu mehr als 3/4 aus Harz (Kamalarot), welches sich so gut wie gar nicht in Wasser, reichlich dagegen in Weingeist, Äther, Chloroform und wässerigen Alkalien löst, sowie aus einem dem Purpurin des Krapps verwandten Farbstoff, dem ßottlerin.
Anwendung. Ivamala ist eines der empfehlenswertesten Band-wurmmittel, umsomehr, als sie zugleich stark purgierend wirkt und die Verabreichung eines Abführmittels ersparen lässt. Man giebt sie mit Milch angerührt oder (besser!) als Electuarium. Durch Yer-reibung der Kamala mit einigen Tropfen Weingeist oder Äther vor Zusatz des Latwer^enconstituens kann die Wirkung erheblich verstärkt werden. Eine Vorbereitungskur ist nötig.
Dosen der Kamala für
Hundenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Katzen
2,0-15,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;1,02,0
0. Semen Cucurbitae Pepo, Kürbissamen. Die bekannten, süss-lich schmeckenden Samen von Cuourbita Pepo. Sie enthalten ungefähr 44,5 0/n fettes öl, 32,7 0/0 Stärke, Spuren ätherischen Öles Harz und Zucker und wurden eine Zeit lang als Antitaenicum für Hunde (zu 2550 Stück auf einmal) empfohlen. Unzuverlässig!
7.nbsp; Cuprum oxydatum, Kupferoxyd,CuO. Schwarzes,nichtkrystal-linisches, schweres, in Ammonialdlüssigkeit leicht lösliches, in Wasser unlösliches Pulver. Es wurde vor einer Keihe von Jahren als Band-Wurmmittel (z. B. Hunden 10 Tage hindurch täglich 3mal je 0.05 zu geben) ohne besondere Berechtigung empfohlen.
8.nbsp; Kalium pikronitricum, Kaliumpikronitrat. Gelbe, krystal-linische, intensiv bitter schmeckende Masse, die sich in kaltem Wasser schwer, etwas leichter in warmem Wasser, gar nicht in Weingeist löst. Man empfahl Kaliumpikronitrat vor Jahren gegen die Bandwurmseuche der Lämmer zu 0,61,25 in Pillenform (mit Mehl und Wasser). Ein Abführmittel soll unentbehrlich sein. Sehr problematisch und dabei gefährlich.
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XV. Kapitel.
Antiseptica und Desinficientia.
(Antiscabiosa.)
Man bezeichnet als Antiseptica und Desinficientia Substanzen, welche im stände sind, entweder die Weiterentwicklung, das Wachstum der Bakterien (Mikroben, Mikroorganismen, Spaltpilze, Infektionskeime), wie auch anderer einzelliger Gebilde, z. B. der Hefezellen, zu verhindern (Antiseptica), oder ihr Leben völlig zu vernichten (Desinficientia).
Ob das eine oder andere eintritt, hängt bei den meisten dieser Substanzen von ihrer Konzentration und Einwirkungsdauer, ferner von der Natur des den Bakterien zur Verfügung stehenden Nährbodens und schliesslich vom Entwicklungszustand der Mikroben ab. So wird z. B. ein eiweissreicher Nährboden gerade von den wirksamsten Desiniicientien Sublimat, Karbolsäure, Metallsalzen etc. einen m. o. w. grossen Teil für sich in Anspruch nehmen, und ferner ist es bekannt, dass die vollentwickelten Spaltpilzformen viel weniger resistent sind als die Sporen.
Einige wenige bakterienfeindliche Mittel besitzen daneben die Fähigkeit, unorganisierte Fermente wirkungsschwächer oder wirkungslos zu machen (Antizymotica).
Bei der Beurteilung eines Antisepticums auf seinen praktischen Wert kommt es wesentlich darauf an, ob dasselbe neben den Bakterien auch die mit ihm in Berührung tretenden Gewebe schädigt (in Entzündung versetzt, ätzt), oder ob es lediglich die Bakterien in Angriff nimmt, deren Umgebung (Nährboden) dagegen nicht oder nur in leichterer Weise benachteiligt. Desiniicientien der ersteren Wirkungsrichtung wird man aus naheliegenden Gründen nur zur Vernichtung von Bakterien verwenden können, welche sich ausserhalb des Tierkörpers oder auf der durch die widerstandsfähige Epidermis geschützten (intakten) Haut oder schliesslich
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in Geweben belinden, an denen neben der Desinfektion gleichzeitig eine Atzung vorgenommen werden soll. Desinficientien der letzteren Wirkungsrichtung können mit Geweben aller Art in Berührung gebracht werden, ohne dass mehr als eine minimale Reizung zu erwarten ist. Dabei hat man die EesorptivWirkung der einzelnen Mittel im Auge zu behalten, z. B. zu erwägen, ob als Folge einer örtlichen Desinfektion Vergiftung eintreten kann oder nicht. Mit Rücksicht auf ihre Giftigkeit für Bakterien und für Haustiere lassen sich die voll wirksamen Desinficientien (und zwar nach absteigender Kraft) in folgende zwei Reihen bringen:
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Giftigkeit für Bakterien Sublimat Jodtrichlorid Lysol und andere lösliche
Kresolpräparate Salioylsäure (?) Kreolin Karbolsäure (Jodoform).
Weiteres über diese Verhältnisse
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Giftigkeit für Haustiere (Jodoform) Karbolsäure Sublimat Kreolin Jodtrichlorid Salioylsäure (?) Lysol und andere lösliche Kresolpräparate.
in dem Buche: Theorie
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und Praxis der tierärztlichen Wundbehandlung von Dr. Georg Müller nachzulesen.
Am leichtesten und sichersten lässt sich eine Desinfektion an direkt zugänglichen Körper stellen, Haut, Conjunctiva, Cornea, Mund-Hachenhöhle, Mastdarm, Scheide, Gebärmutter, Harnröhre, unter Umständen auch Blase, sowie an äusseren Wunden und Geschwüren vornehmen. Einer Vergiftung lässt sich durch baldige Entfernung des Mittels von der Applikationsstelle vorbeugen.
Erheblich schwieriger ist die Desinfektion des Magens und namentlich des Darmes, da man dort in erster Linie mit einer etwaigen Resorptivwirkung zu rechnen hat und dementsprechend überaus vorsichtig verfahren muss, ganz abgesehen davon, dass die meisten Desinficientien, ehe sie in den Darm gelangen, wesentlich an Konzentration einbüssen oder sich im Magen so umsetzen (z. B. Silbernitrat in Chlorsilber), dass eine Desinfektion nicht mehr zu stände kommen kann. Auch die Desinfektion der grossen serösen Höhlen kann der Vergiftungsgefahr halber nur selten in der wünschenswerten Weise ausgeführt werden.
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Als völlig unniöglich erscheint die allgemeine, alle Bakterienarten gleichmässig treffende Desinfektion des Gesamtkörpers, denn keines der voll wirksamen bakterienfeindlichen Mittel lässt sich im Organismus in solchen Mengen anhäufen, dass neben den Bakterien nicht auch der Wirt mit vernichtet würde. Allerdings giebt es einzelne Substanzen, welche auf ganz bestimmte Bakterien feindlich einzuwirken scheinen, ohne den Träger derselben nennenswert zu schädigen. Dahin gehört z. B. Chinin, Arsen oder Methylenblau gegen Malaria, Quecksilber und Jod gegen Syphilis, Natrium-salicylat gegen Gelenkrheumatismus, Karbolsäure gegen drohenden (seuchenhaften) Abortus etc. Auf die Behandlung der Infektionskrankheiten durch Bakterienprodukte, bez. auf die sich in ähnlichen Bahnen bewegende sogenannte Blutserumtherapiequot;, kann in einem Lehrbuche der Pharmakologie nicht wohl eingegangen werden.
Nicht wenige Desinfektionsmittel wirken auch auf tierische Parasiten feindlich ein, und es gründet sich darauf ihre Verwendung gegen Ektozoen, besonders lläudemilben. Die Zahl der im Laufe der Jahre zur Empfehlung und Benutzung gelangten Antiscabiosa ist überaus gross, ohne dass indessen sämtliche von ihnen strengeren Anforderungen zu entsprechen vermögen. So benutzt man z. B. gegen Schafräudequot; eine ganze Anzahl von Stollen, die an und für sich gar keinen oder einen nur sehr geringen schädigenden Einfluss auf Milben ausüben. Da sie schliesslich doch helfenquot;, ist der Beweis geliefert, dass die auf der Haut des Schafes befindlichen Dermatocopten eben auch durch gründliches Baden und Waschen des geschorenen Tieres entfernen lassen.
Nachfolgende Tabelle wurde zusamraongcstollt, um den Wert der gebriiueh-licberen Antisculnosa für die Praxis klarzulegen. Bei der Prüfung der einzelnen Mittel wurde in der Weise verfahren, dass die möglichst isolierten Milben mit dem Antiscabiosum zusammengebracht und auf dem Objektträger bei einer Temperatur von 30 40deg; beobachtet wurden.
Es starb;
Snrcoptcs innerhalb 6 Minuten durch Kreosot in 510%iger Lösung, Karbolsäure in ]0quot;/0iger Lösung (bez. als 10u/0iges Karbolöl), Kreolin, Lysol in 6 10quot;;0igor Lösung, Ichthyol, Teerlinimont, Perubalsam, Oleum animale foetidum, Naphtholöl (10%), Salioylöl (3 50/0), Lugolsohe Jodlösung (1 Teil Jod, 2 Teile Jodkalium, 3060 Teile Wasser-, innerhalb 25 Minuten durch Sublimatlösung (20/0 spirit.), Sclnvefelleber (200/,,), Tabaksdekokt (160/0), Thiel (in längstens 23 Minuten), Petroleum (in längstens 27 Minuten) etc.; innerhalb 2 Stunden noch nicht durch Sublimat (0,6ü% aq.), Arsenik (1%), Pyoktanin, Benzinöl (20%), Naphthalinül (100;o) etc.
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Dermatoryktes Innerhalb 6 Minuten durch Kreosot in 5 100/oiger Liisun},', Karbolsäure in 10quot;0igor Losung oder als Karbolöl, Kreolin, Lysol, Ichthyol, Teerliniment, Perubalsam, Oleum animalo foetidum, Lugolsohe Jodlösung (l Teil Jod, 2 Teile Jodkalium, 3080 Teile Wasser); innerhalb 26 Minuten durch Sublimat (2% spirit.), Oxyiiaphtbocsäuro (6% spirit.), Naphtholöl (100/0), Salicylöl (350/0); innerhalb 2 Stunden noch nicht durch Sublimat (0,660/0), Arsenik (100), Nnphthalinöl (10deg;^) etc.
Acarus Innerhalb 6 Minuten durch Kreosot (6 lO0/,,), Karbolsäure #9632;(10o/o), Sublimat (20/o spirit.), Kreolin, Lysol (10%), Oleum animalo foetidum, Perubalsam, Salicylöl (60/0), Lugolsohe Lösung (1 Teil Jod, 2 Teile Jodkalium, 40 Teile Wasser); innerhalb 25 Minuten durch Sublimat (10'0), Ichthyol, Schwofellebor (20quot;/o; in etwa 30 Minuten), Sozojodolquecksilbor (2,5quot;Z,,), Tabaks-dekokt (erst in längstens 85 Minuten!), Naphtholöl (10o/o), Bonzinöl (20o;o)) Salicylöl (2%); innnerhalb 2 Stunden noch nicht durch Sublimat (0,66%), Arsenik (1%), Pyoktanin (1%), Naphthalinöl (10%; der Tod schien nach 2 Stunden eingetreten zu sein) etc.
Mittel.
Die Zahl der Antipyretica ist ausserordentlich gross. Viele von ihnen, z. B. auch die Salicylsäure und die Quecksilberverbindungen (z. B. Sublimat), haben hervorragende sonstige Wirkungen und sind ebenso wie gewisse Antiscabiosa, z. B. Perubalsam, Styrax, Oleum Cornu Cervi etc., an anderen Stellen dieses Buches aufzusuchen.
In folgendem werden nur diejenigen Substanzen besprochen, welche fast ausschliesslich zu Desinfektionszwecken, nach Belinden daneben als Antepizoa bez, Antiscabiosa Benutzung linden.
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1. Chlor (A([uachlorata*, [A(|. Chlorif]; Calcaria chlorata* [Calcium hypochlorosum f |)
U. Brom (Bromum*)
3.nbsp; Schweflige Säure
4.nbsp; Kalium pormanganicum^
(Kalium hypermanganicum f) 6, Kalium ohloricuin't
6.nbsp; Borsäure und Borax (Aoidum bori-
cuni*t und Borax* [Natrium bi-boracicumf])
7.nbsp; Karbolsäure (Acidum carboli-
cum*t etc)
8.nbsp; Kreosotum*t
9.nbsp; Kresolpräparate (Creosolum cru-
dum* etc.) 10. Fix liquida*
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11.nbsp; Ichthyol und Thiol
12.nbsp; Thymolum*t
13.nbsp; ßesorcinum*t
14.nbsp; Naphthalinum*t
15.nbsp; Naphtholum* (/JNaphtholumf)
16.nbsp; Pyrogallolum* (Acidum pyro-
gallicumf)
17.nbsp; Chrysarobinum* (Araroba de-
purataf)
18.nbsp; Jodoforinium*!
19.nbsp; Sozojodol, Asoptol, Zincum sidlo-
carbolicum, Pyoktanin, Jodum trichloratum, Europhen, Sulfami-nol, Aristol, Thiophenum dijoda-tuni, Antiseptol, Lorotin.
20.nbsp; Carbo Ligni pulveratus* (Garbo
Ligni depuratus f)
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1. Chlor, ClilorwuHNer, Clilorknlk.
Chlor ist ein grünlichgelbes, eigentümlich erstickend riecliemles, schweres Gas, welches vom Wasser reichlich absorbiert wird. Ein Vol. Wasser absorbiert bei 20deg; 2 Vol, bei 8deg; 3 Vol. Chlor. Die wiisserigo Lösung ist unter dem Namen
Aqua clilorata* (Aqua Chlorif), Ohlorwasser, offlzinell. Chlorwasser ist eine klare, gelbgrüne, in der Wärme flüchtige Flüssigkeit von erstickendem Geruch, welche blaues Lackmuspapicr sofort bleicht und in 1000 Teilen mindestens 4 Teile Chlor enthalten soll. (Die Prüfung siehe in den Pharmakopöen.) Unter dem Einfluss des Tageslichtes zersetzt es sich unter Bildung von Ghlorwasserstofl-säure und Freiwerden von Sauerstoff', sodass es in gefärbten Gläsern vor Licht geschützt aufbewahrt werden muss.
Durch Leiten von Chlorgas über dünne Schichten von gelöschtem Kalk gewinnt man
Calcaria clilorata* (Calcium hypochlorosumf), Chlorkalk, der ein Gemenge von unterchlorigsaurem Calcium, Clilor-calcium und Kalkhydrat darstellt und sich als ein weisses oder weiss-liches, in Wasser nur teilweise lösliches, chlorähnlioh riechendes Pulver präsentiert. In lOOTeilen sollen mindestens 25 Teile wirksames Chlor enthalten sein (0,5 Chlorkalk werden behufs Prüfung mit einer Lösung von 1.0 Kaliumjodid in 20 cem Wasser gemischt und mit 20 Tropfen Salzsäure angesäuert. Die klare, rot-braune Lösung soll zur Bindung des ausgeschiedenen Jods mindestens 85,2 cem Zohntel-Normal-Natriumthiosulfatlösung [24,8 Natriumthio-sulfat in 1 Liter Wasser enthaltend] erfordern).
Wirkung des Chlors.
Chlor besitzt eine grosse Neigung, sich mit den Wasserstoff-atomen der organischen Substanzen, sowie des Wassers zu verbinden, und wirkt auf diese Weise zerstörend und oxydierend auf alles Organische ohne Ausnahme, demnach auch Zugänglichkeit derselben und Gegenwart von Wasser allerdings vorausgesetzt tödlich auf Bakterien.
So werden durch Chlorwnsser Milzbrandbacillen nach 515 Mimiteii, Milzbrandsporen nach 24 Stunden, Kotzbacillon nacli wenigen Minuten getütet, und in verliältnismiissig schwacher Chlorkalkmilch sterben Milzbrandbacillen in einer Minute, Milzbrandsporen in 5 Tagen, Eitorcocccn nacli 15 Sekunden etc., während allerdings Rotzbacillen daroll 880/oige Chlorkalkmilch nur sehr unsicher getötet werden. In stark eiweissroiehen Flüssigkoiton ist auf gute Dos-
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int'ektionswirk ung dos Chlors nicht zu vochncn, da dassolbo alsbald zur Oxydation der organischen Substanz in Anspruch gc-norameu wird.
Örtlich wirkt Chlor in entsprechender Konzentration ätzend und heftig entzündungserregend. Demnach verursachen, eingeatmet, schon kleine Mengen des Chlorgases Husten, Entzündung der Luftwege, Erstickungszufälle, selbst Blutspeien, und grössere Mengen töten schnell durch totale Verätzung der Luftwege.
Anwendung des Chlors und seiner Präparate.
1)nbsp; Chlorgas dient in Form der Chlorräucherungen (Fumi-gationes Chlori) vielfach zur Desinfektion von Stallräumen, Milchkammern etc., obwohl es häufig den Erwartungen keineswegs voll entspricht. Es mag das ungenügende Resultat in solchen Fällen teils an der mangelhaften Ausführung der Eäucherung, teils auch daran liegen, dass infolge der ausgedehnten Affinitäten des Chlors zu anorganischen (Kalkanstrich) und organischen Stoffen (Holz, Decken, tierischen Exkretionen etc) die Spaltpilze nicht mit der zu ihrer Vernichtung erforderlichen Chlormenge in Berührung kommen. Namentlich werden die nicht völlig offen zu Tage liegenden Spaltpilze nicht getroffen.
Soll eine Chlorräucherung mehr als blosses Blendwerk sein, so muss die Luft des betreffenden Eaumes mindestens IVa Volumenprozente Chlorgas enthalten, und es ist daneben für die Gegenwart von Wasser durch Bespritzen des Fussbodens, der Wände etc. mit Wasser oder durch Verdampfen von Wasser vor Beginn der Fumigation Sorge zu tragen.
Die Chlorentwicklung kann bewirkt werden 1) aus Chlorkalk und Salzsäure (zur Desinfektion von 1 Kubikmeter Raum sind 0,25 Kilo Chlorkalk und 0,35 Kilo rohe Salzsäure erforderlich!); 2) aus Braunstein und Salzsäure; 3) aus Braunstein, Kochsalz und Schwefelsäure; 4) aus K aliumdichromat und Salzsäure (teuer!). Die letzten drei Methoden sind, weil Erwärmung notwendig ist, umständlich, eventuell auch feuergefährlich. Nach der Chlorentwicklung ist der betreffende Raum 24 Stunden fest verschlossen zu halten und hierauf mehrere Tage zu lüften.
2)nbsp; nbsp;Calcaria chlorata* (Calcium hypochlorosumf) wird, aussei- zur Herstellung von Chlorräucherungen (siehe oben), als W a s ch-flüssigkeit und Anstrich für infizierte Hände, Stallräume, Eisenbahnwagen etc. benutzt. Entsprechende Vorschriften sind im Reichs-
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viehseuchengesetz angegeben. Sonst verwendet man Chlorkalk lediglich änsserlich: in 2b^^igen Lösungen zu Umschlügen und zum Verband vergifteter, schlecht heilender, übelriechender, brandiger Wunden und Geschwüre, sowie bei Decubitus, Klauenseuche etc.; in 0,10,50/oraquo;gen Lösungen bei blennorrhoischen Affektionen der Conjunctiva, foetiden Ausflüssen aus den Genitalien, Ulous Corneae etc.; rein oder mit wenig Wasser zur Paste angerührt bei Strahlkrebs.
Innerlich kann Chlorkalk vielleicht als chemisches Antidot bei Vergiftungen mit Schwefelalkalien in Frage kommen.
3) Aqua chlorata* (Aqua Chlorif) wird höchstens noch zu Waschungen inlizierter Biss- oder Schnittwunden und zu Instillationen in den Bindehautsack bei Blennorrhöe der Conjunctiva und Ulcera-tion der Cornea (12 Tropfen mehrmals täglich) benutzt, ist indessen wohl als überflüssig zu betrachten.
2. Brom.
Ilroiiiuiii % Brom, Br. Dunkelrotbraune, llüchtige Flüssigkeit von 2,93 spezifischem Gewicht, die bei gewöhnlicher Temperatur braunrote Dämpfe bildet und sich in 30 Teilen AVasser, leicht in Weingeist, Äther, Schwefelkohlenstoff und Chloroform mit tief rotgelber Farbe löst. Vorsichtig aufzubewahren!
Das Hauptmaterial zur Darstellung des Broms bilden die Bromsalze in den oberen Schichten des Stassfurter Steinsalzlagers; die Gewinnung ist ähnlich der des Chlors.
Wirkung und Anwendung des Broms.
Brom ähnelt in seinen Wirkungen genau dem Chlor, welches es in seiner Affinität zum Wasserstoff womöglich noch übertrifft.
Man hat das Mittel vielfach zu Desinfektionszwecken an Stelle des Chlors empfohlen, indessen steht es diesem zweifellos erheblich nach, da es sich vermöge seiner hohen Dichtheit im Verhältnis zur Luftdichte noch weniger gleichmässig als Chlor verteilt und auch weniger in die Tiefe der Objekte eindringt (Fischer und Proskauer). Zur sicheren Desinfektion eines Raumes würden 2 Vol. Prozente Bromdampf (neben Wasser) notwendig sein.
Ausserlich wird Brom mehrfach als Desinficiens und Ätzmittel, besonders bei der Diphtheritis des Geflügels angewendet. Die erkrankte Schleimhaut wird mit einer Solution aus 1 Teil Brom,
MUH or, Pharmalfologie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;18
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2 Teileil Kaliumbromid und 50100 Teilen Wasser bepinselt. Von
Galt hi er ist Brom als Prilventivmittel gegen Lyssa empfohlen
worden; eine 0,4n/oige Bromlösung soll teils zum Verband der Biss-
wundc, teils zur subkutanen Injektion in die Umgebung derselben
benutzt werden.
3. Schweflige laquo;Siiiu-laquo;-.
Acidum sulfurosum, Schweflige Säure, Schwefeldioxyd, SO^.
Das durch Verbrennen von Schwefel oder durch lleduktion der Schwefelsäure erhaltene Schwefeldioxyd ist ein erstickend riechendes, farbloses Gas, welches von Wasser in reichlicher Menge aufgenommen wird. Das so entstandene Acidum sulfurosum solutum geht indessen allmählich in Schwefelsäure über, indem HäSOg sich durch Sauerstoffaufnahme in HoSOj verwandelt.
Wirkung uml Amvemlung der schwefligen Säure.
Schweflige Säure steht an Desinfektionskraft den Halogenen bei weitem nach, vermag z. B. die Dauersporen der Spaltpilze nicht zu tüten. Trotzdem wendet man sie hier und da zur Desinfektion von Ställen, Milchkellern etc. und zwar in der Weise an, dass man in den dicht verschlossenen Bäumen Schwefelfaden oder grobzerkleinerten Stangenschwefel verbrennt. Auf 1 cbm Luftraum sind circa 20,0 Schwefel erforderlich. Die betreffenden Dämpfe wirken auf die Luftwege heftig reizend undkönnen Erstickung hervorrufen!
Als Antisepticum in der Wundbehandlung und als innerliches Antizymoticum (bei abnormer Gährurtg im Verdauungs-traktus) hat sich die schweflige Säure ebensowenig bewährt wie die unterschwefligsauren Salze, z. B. Calcium subsulfurosum äusser-lich und Natrium thiosulfuricum*, ]STa3 S, 03 5 H. 0 (färb- und geruchlose, in weniger als 1 Teil Wasser lösliche Krystalle von salzigem, bitterem Geschmack), innerlich.
4. Kalium permanganienm^ (Kalium hyperman-ganicumf), Kaliumpermanganat, K2Mn;!08.
Dunkelviolette, fast schwarze Prismen mit stahlblauem Glanz, welche mit 20,5 Teilen Wasser eine blaurote Lösung geben, die auf Lackmuspapier keine Wirkung entfaltet und durch Ferrosalze, schweflige Säure, Oxalsäure, Weingeist und andere reduzierende Körper entfärbt wird. Viele, leicht verbrennliche Substanzen entzünden sich beim Zusammenreiben mit dem trockenen Salz unter Explosion.
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Kaliumpermanganat wird durch Zusammensclnnelzeu von Braunstein und Ätzkali mit oder ohne Zusatz von Salpeter, oder durch Kochen etc. von Kalilauge mit Kaliumchlorat und Braunstein und Überführen des gebildeten Kaliummanganats (durch Kochen seiner Lösung oder Ehdeiten von Kohlensäure) in Kaliumpermanganat hergestellt und ist vor Licht geschützt aufzubewahren!
Wirkung und Anwendung des Kaliunipennanganats.
Die antibakterielle Wirkung beruht auf der Fähigkeit des Kaliumpermanganats, im Kontakt mit organischen Substanzen aktiven Sauerstoff unter Bildung brauner (eventuell Haut, Schwämme Verbandstücke etc. färbender) Niederschläge abzugeben. Eitercoccen, Rotzbacillen, Milzbraudbacillen werden durch 5 Kaliumpermanganat : 100 Wasser sofort, durch 1 :100 nach kurzer Zeit getötet. Milzbrandsporen gehen durch 5:100 in 1 Tage, Tetanusbacillen und Tetanussporen durch 1:100 in 10 Stunden zu Grunde; das Wutgift wird durch 1:100 nach 20 Minuten vernichtet etc.
Für höher organisierte Individuen ist Kaliumpermanganat unter gewöhnlichen Verhältnissen nicht giftig. Stärkere Lösungen wirken auf Schleimhäute und Wunden entzündungserregend, unter Umständen ätzend; schwächere Lösungen können für Wunden insofern nachteilig werden, als sich braune, schleimige Niederschläge bilden, welche die Heilung verzögern.
Man benutzt das Mittel fast nur iiusseriicli in 120/uigen Lösungen zur Abwaschung und Irrigation von unreinen, besonders übelriechenden Wunden, Geschwüren und ulcerierenden Neubildungen, zur präservativen Waschung der Hände nach Sektionen oder nach Entfernung der Nachgeburt und zur Desodorisationquot; des Gehörganges bei Otorrhöe; ferner in 0,5l0l0\gen Lösungen zu Einspritzungen bez. Infusionen bei Stomatitis ulcerosa und übelriechenden Ausflüssen aus den Genitalien.
Zur Verabreichung in Salbenfonn ist Kaliumpermanganat ebensowenig wie zur Grossdesinfektion geeignet.
Innerlich wird Kalium permanganicum in jüngster Zeit von Thornton bei akutem Phosphorismus (in 0,5-1 0/0iger Solution) empfohlen
Cave: Allerhand organische oder oxydable Zusätze.
.r), Halinm cliloricnm*!, Kaliumchlorat, KC10d. Farblose, glänzende, blättrige oder tafelförmige, luftbeständige Krystalle
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oder Krystallmehl, welches sich in 10 Teilen kaltem, 3 Teilen siedendem Wasser, sowie in 130 Teilen Weingeist löst. Die wässerige Lösung färbt sich, mit Salzsäure erwärmt, unter reichlicher Chlorentwicklung grüngelb; mit Weinsäurelösung giebt sie allmählich einen weissen, krystallinischen Niederschlag. Kaliumchlorat giebt seinen Sauerstoff leicht ab, explodiert deshalb gern, wenn es mit leicht oxydierbaren Substanzen, Zucker, Gummi, Schwefel, Schwefelantimon, Kohle etc. verrieben wird.
Man stellt Kaliumchlorat fabrikmässig durch Einleiten von Chlor in ein Gemisch von Kalkmilch und Chlorkalium her. Die Vorschriften zu seiner Prüfung wolle man aus den Pharmakopöen ersehen.
Wirkung des Kaliumchlorats.
Die des infizieren de Wirkung kommt wahrscheinlich in der Weise zu stände, dass Kaliumchlorat auf infizierten und geschwürigen Partien, wenn auch nur in kleinen Mengen, seinen Sauerstoff in aktiver Form abgiebt und dadurch gelind anregend, ätzend, fäulniswidrig wirktquot;. Nach dieser von Binz gegebenen Erklärung würde das Mittel nur im Kontakt mit dem Tierkörper wirken, und in der That haben direkte Versuche ergeben, dass die Entwicklung der Anthrax-bacillen erst durch Lösungen von 1 : 250 beginnt, gehemmt zu werden, und dass Anthraxsporen selbst durch noch so konzentrierte Solu-tionen nicht ungünstig beeinflusst werden.
Die Resorption des Kaliumchlorats erfolgt sehr schnell vom leeren, langsamer vom gefüllten Magen. Die Ausscheidung findet hauptsächlich durch Harn und Speichel, doch auch durch andere Sekrete, und zwar zum grössten Teil unverändert statt. Ob hierbei eine antiseptische Wirkung auf die betreffenden Sekrete, z. B. auf den Urin, zu stände kommt, ist fraglich.
Die Ilesorptivwirkung der gewöhnlichen Dosen ist eine schwach diuretische. Hark in giebt an, dass er bei Ziegen und Kühen durch tägliche Verabreichung von Kalium chloricum eine sofortige Zunahme der Milchmenge bis zu 40 0/0 erzielt habe.
Sehr grosse Gaben (z. B. 2,8 pro Kilo Hund) wirken als B1 u t g i f t; es kommt zur Umwandlung des Hämoglobins in Methämoglobin, zur Auflösung der Erythrocyten zu einer Art von Gallerte, hierdurch zu Thrombosen in zahlreichen Organen, zur Verstopfung der Nierenkanälchen etc.
Anwendung des Kaliumchlorats.
Man wendet Kaliumchlorat fast nur noch änsserlich an, nämlich
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in 15 % igen Lösungen zu Ausspritzungen der Mundhöhle bei gewissen Affektionen derselben, besonders bei Stomatitis ulcerosa und Stomatitis mercurialis, und in Pulverform bei Strahlkrebs (Trincliera).
Von fraglicher Wirkung ist das Mittel bei Magen-Darmaffektionen mit abnormer Zersetzung der Ingesta, bei Cystitis und bei Milchmangel (siehe indessen die vorige Seite). Die Dosen betragen für grosse Tiere 5,010,0; für mittelgrosse Tiere 2,0-5,0; für kleine Tiere 0,1-1,0.
Cave: Stärkere Säuren, saure schwefelsaure Salze. Die Verordnung erfolge womöglich nur in Solutionen, da Kalium chloricum, mit leicht oxj'dierbaren und brennbaren Substanzen (siehe Seite 27(5) verrieben, leicht explodiert.
6, Itorstinre und Borax.
Acidnm boricum^t. Borsamp;ure, H3BOs. Farblose, glänzende, schuppenförmlge, fettig anzufühlende Krystalle, die sich in 25 Teilen kaltem, 3 Teilen siedendem Wasser und in 15 Teilen Weingeist, sowie in Glycerin lösen, beim Erhitzen schmelzen und eine nach dem Erkalten glasartige Masse hinterlassen. Die wässerige, 2 % ige Lösung färbt, mit Salzsäure versetzt, Curcumapapier beim Eintrocknen braunrot; die Färbung geht beim Besprengen mit Ammonialdlüssigkeit in Blauschwarz über. Lösungen der Borsäure in Weingeist oder Glycerin verbrennen mit grüngesäumter Flamme. Man stellt Borsäure, deren Prüfung aus den Pharmakopöen zu ersehen ist, künstlich durch Zersetzen einer heissen Boraxlösung mittels Balz- oder Salpetersäure her.
Pharmaceutisches Präparat: Unguentum Acidi borici*, Borsalbe; 1: 9 Teilen Paraflinsalbe.
Horax* (Natrium biboracicumf), Borax, N.,Bj 07 10HaO. Weisse Krystalle oder kiystallinisolie Stücke, welche sich in 17 Teilen kaltem, 0,5 Teilen heissem Wasser, reichlich in Glycerin, nicht in Weingeist lösen und neuerdings durch Neutralisation der (toskanischen) Borsäure mit Soda oder durch Zersetzung des Boronatrocalcits mit Soda hergestellt werden. Die alkalisch reagierende, wässerige Lösung färbt nach dem Ansäuern mit Salzäure Curcumapapier braun, welche Färbung besonders beim Trocknen hervortritt und nach Besprengen mit wenig Ammoniakflüssigkeit in Blauschwarz übergeht. In Verbindung mit Guminischleim oder ähnlichen schleimigen Substanzen darf Borax nicht verordnet werden.
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Wirkung und Amvendung der Borsäure und des Borax.
1)nbsp; Die Borsäure ist ein sehr geringwertiges Desinficiens, welches lediglich der Eeizlosigkeit seiner konzentrierten Solutionen und der relativen Unglftigkeit halher (erst sehr grosso (laben töten unter den Symptomen der Gastroenteritis und des Collapses) äusserliche Verwendung findet. Man gebraucht Borsäure in 24 quot;/igen Lösungen zu desinfizierenden Waschungen, Injektionen, Infusionen in der Wundbehandlung, in 2 -4ü/oigen Waschungen und warmen Bähungen bei infektiöser Conjunctivitis und bei H o r n h a n t u 1 c e r at i o n e n, in Form der Borsalbe, Unguentum Acidi boricl*, bei Exkoriatione n und zum Bestreichen der Nahtlinie etc., in Pulverform (rein oder mit Talcum gemischt) zu Einblasungen in den Gehörgang bei Otorrhöe oder zum Auspudern unreiner Wunden und Geschwüre, schliesslich zur Imprägnierung von Verbandstoffen.
2)nbsp; Borax ist noch weniger giftig wie Borsäure und wirkt, intern verabreicht, massig diuretisch und abstumpfend auf die saure Reaktion des Harns. Man vorwendet ihn äusserlich als Pinselsaft (1:10 Teilen Glycerin oder Honig) oder in 25 quot;/igen, wässerigen Lösungen bei katarrhalischen und geschwürigen Zuständen in der Mundhöhle, innerlich in Dosen von 10,020,0 für grosse, 2.08,0 für mittelgrosse, 0,52,0 für kleine Haustiere als Diuretic um, besonders bei Cystitis und Konkrement- (Urat-) Bildung in der Blase.
Cave: Starke Säuren, Erd- und Metallsalze, Gummischleim und andere schleimige Substanzen.
7. Karbolsänre.
Acidnm carboliciim*!, Karbolsäure, Phenol, CBH5(OH). Farblose, eigentümlich, aber nicht unangenehm riechende, im Wasserbad ohne Bückstand flüchtige, dünne, lange, zugespitzte Krystalle oder eine weisse, krystallinische Masse. Karbolsäure schmilzt bei 40- 42quot; zu einer stark lichtbrechend on Flüssigkeit, siedet bei etwa 178182deg;, verbrennt mit weisser Flamme, löst sich in 15 Teilen Wasser zu einer klaren, neutralen Flüssigkeit auf und ist ferner, und zwar fast in jedem Verhältnis, in Weingeist, Äther, Chloroform, Glycerin, Schwefelkohlenstoff, Natronlauge, fetten und ätherischen Ölen löslich. 20 Teile Karbolsäure, in 10 Teilen Weingeist gelöst, geben mit 1 Teil Eisenchloridlösung eine schmutzig grüne Flüssigkeit, welche beim Verdünnen mit Wasser eine schön violette, ziemlich beständige
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Färbung annimmt. Bromwasser erzeugt noch in einer Lösung von 1 Teil Karbolsäure in 50,000 Teilen Wasser einen weissen, flockigen Niederschlag. Phenol ist ein Produkt der chemischen Industrie und wird durch Destillation aus Steinkohlenteer, neuerdings auch auf synthetischem Wege dargestellt. Seine Aufbewahrung geschehe vorsichtig!
Wässorigo Solutionon, welche mehr als 6,600 Karbollaquo;
siinro enthalten, lassen sich nicht klar herstellen. Aus der
zunächst trül)on Flüssigkeit setzt sich allrniihlich ölige Kar-
bolsiiuro ab, die unter Umständen, z. li. hei Inlusion oder
Injektion in Vagina oder Uterus, zu schworen Intoxikationen
führen kann! Dasselbe ist zu befürchten, wenn bei Hor-
stellung schwächerer Solutionon nicht für völlige Lösung der
Karbolsäure im Wasser Sorge getragen wird.
Wird bei gelinder Wärme geschmolzene Karbolsäure mit 7o; und mehr
Wasser versetzt, so büsst sie ihr Vermögen, wieder in den knstallinischeii Zustand
übcrzugchoii, ein; auf dieser Eigenschaft beruht die Bereitung der verflüssigten
Karbolsäure,
Acldiim carbolicum llqiiefactum*-!-, die eine Mischung von 100 Teilen Karbolsäure und 10 Teilen Wasser darstellt (klare, farblose, nach Karbolsäure riechende Flüssigkeit) und sich in 18 Teilen Wasser klar löst; 10 cem dürfen nach Zusatz von 2,3 com Wasser bei 16'' nicht bleibend getrübt werden. Sie ist vorsichtig aufzubewahren und dient hauptsächlich zur bequemeren Bereitung von Knrhollösungen, z. B. des olfizinellen Karbolwassers,
Alaquo;|ua carbolisata*t. einer Mischung aus 33 Teilen verflüssigter Karbolsäuro und 967 Teilen Wasser. Klare, in 100 Teilen 8 Teile Karbolsäure enthaltende Flüssigkeit.
Wirkung der Karbolsäure.
1.nbsp; Karbolsäure ist in wässeriger (nicht in öliger oder weingeistiger!) Lösung ein gutes Antisepticum, denn 30/Oige Solutionen sind genügend, alle vollentwickelten Bakterien (mit Ausnahme der Tuberkelbacillen und des Wutgiftes, die ß 0/0 ige Lösungen beanspruchen) innerhalb weniger Sekunden oder Minuten zu töten. Nur Tetanus- und Milzbrandsporen trotzten einer 5quot;/eigen Karbollösung in manchen Fällen 5 Stunden bez. 37 Tage. Durch Erwärmen oder Säurezusatz kann die Wirkungsenergie gesteigert werden; Karboldämpfe sind auf Bakterien wirkungslos!
Ebenso wie Spaltpilze werden Milben, doch auch alle anderen Parasiten, durch Karbolsäure (und zwar auch in öliger und spiiituöser Lösung) vernichtet.
2.nbsp; Örtlich wirkt verflüssigte Karbolsäure in Folge ihrer Eiweiss und Leim koagulierenden Eigenschaft ätzend, daneben anästhe-
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sie rend. Es gilt ersteres namentlich von Schleimhäuten und Wunden, während auf der intakten Haut unter heftigem Brennen eine weissliche Verfärbung, nachher für einige Zeit Gefühllosigkeit und später Desquamation der Epidermis, unter Umständen Haarausfall zu stände kommt. Noch 5 0/0 ige Losungen verursachen an der Haut Schrumpfung und Gefühl von Pelzigsein; 3 quot;/o ige Lösungen dagegen lassen Ehveiss unverändert und reizen somit Wunden nur noch sehr unbedeutend.
3.nbsp; Die Aufnalune erfolgt von allen Applikationsstellen (Vorsicht demnach auch bei externer Anwendung der Karbolsäure, besonders aber bei Irrigationen grosser Hohlen, z. B. des Uterus). Ein Teil des aufgenommenen Phenols wird wahrscheinlich zu Kohlendioxyd und Wasser oxydiert, ein anderer paart sich mit Sulfaten zu ungiftigen phenolschwefelsauren Salzen, ein dritter oxydiert sich zu Hydrochinon und Brenzkatechin, welche ebenso wie die phenolschwefelsauren Salze im Harn erscheinen (siehe später). Ob bei schweren Karbolintoxikationen auch freie Karbolsäure im Harn auftritt, ist fraglich.
4.nbsp; Resorptiv erzeugen kleine und mittelgrosse Karbolsäuredosen keine auffälligen Symptome; der gelegentlich auftretende, praktisch nicht verwendbare Temperaturrückgang beruht wahrscheinlich auf direkter Beeinflussung der Regulationscentren für die Wärmeabgabe im Gehirn; die beim Menschen beobachtete erregende Einwirkung mittlerer Karbolsäuregaben auf Bronchialsekretion und Schweissabsonderung tritt beim Tier nicht in die Erscheinung.
Grosse Gaben bei Kaninchen und Katzen 0,20,45, bei Hunden 0,180,5 pro Kilo Körpergewicht (Salkowski) subkutan oder intern; bei Kühen z. B. 140,0 in 1,20/0 iger Solution als Uterusausspülung (von Leeuwen), beim Pferd z. B. 350,0 einer konzentr. spirit. Lösung (innerhalb 2 Tage) als Einreibung (Thoms) wirken giftig, und zwar anfangs erregend, später komplett lähmend aufs Centralnervensystem, in erster Linie auf das Rückenmark und zuletzt auf die Medulla oblongata bez. deren Gefäss- und Atmungscentrum.
Die Symptome sind: Muskelzittern, Schreckhaftigkeit, Unruhe, perlodisohe Anfälle von heftigen klonischen Krumpfen, besohworliches, unregeluiiissiges Atmen, Schwankon, Taumeln, schliosslich Bewusstlosigkoit und völlige Lähmung. Dazu gesellt sich bei Vergiftungen per os noch Gastroenteritis, die allerdings nur bei Pferden aulfällige Symptome bewirkt. Zuweilen sind während der Vergiftung Harn-
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beschwerdon uls Ausdruck einer sich ontwickelndou Nephritis und Beizung der Harnwogo zugegen.
Dass toxische Mengen von Karbolsäure in den Organismus gelangt sind, kündigt sich durch eine grüne bis braunschwarze Färbung des Harns an, welche auf das Hydro-chinon (siehe oben) bez. dessen gefärbte Oxydationsproduktc zurückzuführen ist. Beim Auftreten einer derartigen Tärbung ist jode weitere Karbol-Medikation zu unterlassen. Über die Behandlung des Karbolismusquot; ist auf Seite 35 nachzulesen. Prophylaktisch pllegt man bei ausgedehnter Karbol- (oder Kreosot-) Behandlung, z. B. bei Scabies, nicht selten Natrium sulfuricum in nicht abführender Gabe zu verabreichen, um die auf Seite 280 angedeutete Bildung von ungiftigen phenolsulfosauren Salzen im Organismus zu befördern.
Anwendung der Karbolsäure.
Die Anwendung der Karbolsäure ist zur Zeit fast nur noch eine äusserliclie. Den Löwenanteil trägt die Methode der antiseptischen Wundbehandlung, über die das nötige aus den Spezial-büchern zu ersehen ist. Sonst dient das Mittel zu Inhalationen in zerstäubter oder Dampfform (Vorsicht bei Katzen und staupekranken Hunden!) bei Affektionen der Luftwege, Lungengangraen, Lungen-würmern (hier auch intratracheal) etc; zu Ausspülungen des Uterus und der Vagina (0,10,5:100) bei pathologischen Zuständen daselbst (siehe indessen Seite 279); zu Injektionen oder Irrigationen der Blase (0,051:100) bei Cystitis: zu Waschungen und Einreibungen (1 :1050 Spiritus, Öl, Fett etc.) bei sehr verschiedenen Hautkrankheiten, besonders Eäude, Herpes, Favus, Ekzem etc.; als Ätzmittel (rein oder als Acidum carbolicum liquefactum) bei Strahlkrebs, vergifteten Wunden und kleineren Tumoren (andere Ätzmittel vorzuziehen!); schliess-lich zu subkutanen und parenchymatosen Injektionen bei drohendem enzootischem Abortus (im 5.7. Monat der Tragezeit werden den trächtigen Kühen nach Bräuer von einer 20/oigcn wässerigen Karbollösung alle 14 Tage 23 Pravazsche Spritzen voll subkutan in der Flankengegend injiziert), Gelenkleiden, Drüsenlaquo; Schwellungen, akuter Phlegmone, Rotlauf etc.
Im allgemeinen ist die Karbolsäure durch neuere, unschädlichere und zudem kräftiger wirkende Mittel, z. B. Kreolin, Lysol, Sapo-kresol etc., erheblich zurückgedrängt worden.
Als innerliches Heilmittel bei abnormen Gährungsprozcssen im
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VmlauuagstnUvtus, Diarrhöen, Eingeweidewürmern etc. ist Karbolsamp;nre von nur untergeordneter Bedeutung (siehe Kreosot). Als Dosen werden genannt: 5,0-10,0 für Pferde, 5,015,0 für Rinder, 1,02,0 für mittelgrosse Tiere (0,6 für Schweine), 0,050,2 für Hunde.
Cave: Halogene, Albuminate, Säuren, Ätzalkalien, Silber-, Quecksilbersalze, Harze.
Das Fleisch von SchlacJMieren, welche vor der Tötimg mit Karhohäure behandelt wurden oder sich, in frisch mit Karholsäure desinfizierten Räumlichkeiten fEisenhahnwaf/eii, Ställen etc ) befanden, geigt unter Umständen starken .Karbolgcrndi und kann, genossen, sogar Karbolintöxikationen hervorrufen!
Rezept-Beispiel.
Acid, carbolic. 100,0, Spirit. 400,0, Aq. ö00,0. Misoe. Täglich 1 Esslöffel; nach mehreren Tagen 1st ein Abführmittel nachzusenden. Für Jährlinge. Bei Eingeweidewürmern (Gerlach).
8. Hreosotum *t, Kreosot
Klare, schwach gelbliche, im Sonnenlicht sich nicht bräunende, stark lichtbrechende, neutrale, ölige, durchdringend rauchartig riechende, brennend schmeckende Flüssigkeit von nicht unter 1,07 spezifischem Gewicht. Kreosot geht beim Erhitzen grösstenteils zwischen 205 und 220deg; über, erstarrt selbst bei 20deg; noch nicht, kann mit Äther, Weingeist, Schwefelkohlenstoff klar gemischt werden, giebt aber erst mit etwa 120 Teilen heissem Wasser eine klare Lösung, welche sich beim Erkalten trübt und allmählich unter Abscheiden von Öltropfen wieder klar wird. Das Kreosot soll frei von Phenol sein (1 Teil Kreosot, mit 1 Teil Kollodium in einem trockenen Glase geschüttelt, darf keine Gallerte bilden; in 3 Raumteilen einer Mischung aus 1 Teil Wasser und 3 Teilen Glycerin sei Kreosot fast unlöslich etc.). Man erhält es durch Destillation aus dem Buchenholzteer und hat es vorsichtig aufzubewahren!
Kreosot ist eine Mischung von G u aj a c o 1, Cfi H4. OCH8. OH, Kreosol, Gfgt;H3.CH,.OCH8.OH, Kresol, Claquo;H4.CH3.OH, Methyl-krcsol und Xylenol.
Wirkung and Airwendang des Kreosots.
Kreosot stimmt betreffs seiner Wirkung und therapeutischen Verwendung im wesentlichen mit der Karbolsäure überein, doch hat es sich als stärker antiparasitär und ätzend und als weniger giftig für Haustiere erwiesen.
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Man benutzt es äusserlich wie Karbolsäure, namentlich aber als Stypticum bei riächenblutungen, als Atz- und granulations-beför dem des Mittel in der Geschwürstherapie, zur Entfernung kleiner Neubildungen, bei Caro luxurians, Strahlkrebs etc.
Von sehr energischer Wirkung ist das aus Kreosot, Teer, Schmierseife etc. hergestellte, sogenannte Käu del in im ent, über welches beim Teer berichtet werden wird.
Innerlich empfiehlt sich Kreosot bei abnormen Zersetzungen im Verdauungstraktus, Giilirungskatarrhen des Magens, Vomitus, Diarrhöe etc. Fraglich ist die Entfernt Wirkung bei inneren Blutungen, foetider Bronchitis, Lungengangraen und Phthise in früheren Stadien. Wirksamer gegen die zuletzt genannten Leiden würden Inhalationen (von 0,2 1 u/0iger, wässeriger Solution), besonders aber intratracheale Injektionen (die auch bei Lungenwürmern angewendet werden könnten) von 5,0 10,0 einer 1 2% igen, öligen Lösung sein (Vogel).
Die stomachale Verabreichung des Kreosots erfolgt 2 3 mal täglich in Pillen, Kapseln, Latwergen oder Solutionen (mit schleimigem Vehikel).
Dosen des Kreosots für
grosse Tiere mittelgrosse Tiere kleine Tiere
5,0-10,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 1,02,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;0,05-0,15
Kczept-Beispiel. Kreosot! 0,5, Aq. destillat. 120,0, Mucilag. Gi. arabici 30,0. Misce. 3 4stündlich einen Esslöffel voll Einem Hund. Bei Dannkatarrh mit stinkenden Entleerungen.
9. Kresol und Kromolpräparntc.
Cresolnm criulnm *, Hohes Kresol. Gelbliche bis gelbbraune, klare, brenzlich riechende, neutrale, in Wasser nicht völlig, aber leicht in Weingeist und Äther lösliche Flüssigkeit, schwerer als Wasser.
Worden 10 com rohes Kreosol mit 50 oem Natronlauge und 50 com Wasser in einem 200 ecm fassenden Messcylindor mit Stöpsel geschüttelt, so sollen iiaoh längerem Stehen nur wenige Flocken sich abscheiden. Nach nun mehligem Znsatz von 30 com Salzsäure und 10,0 Natriumchlorid soll die ölnrtige Kresolschicht, welche nach vorherigem Schütteln beim Stehen sich oben sammelt, 8,5 9 com betragen,
Werden 0,5 com der abgeschiedenen Kresolo mit 300 cem Wasser geschüttelt und mit 0,5 cem Eisenchloridlösung versetzt, so tritt eine blauviolette Färbung ein.
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Liquor Cresoli saponatus*, Krosolseifenlösung. 1 Teil rohes Kresol und 1 Teil Kaliseife werden bis zur klaren Lösung erwärmt. Klare, gelbbraune Flüssigkeit.
Aqua cresolica*, Kresolwasser. Mischung aus 1 Teil Kresol-seifenlösung und 0 Teilen Wasser. Für Heilzwecke ist destilliertes Wasser, für Desinfektionszwecke gewöhnliches Wasser zu nehmen. Mit gewöhnlichem Wasser bereitet, eine etwas trübe Flüssigkeit, welche Öltropfen nicht abscheiden darf. Mit destilliertem Wasser hergestellt, sei die Flüssigkeit hellgelb und klar. Sie enthält in 100 Teilen 5 Teile rohes Kresol.
Die bei der Karbolsäurefabrikation in grossen Mengen als Nebenprodukt gewonnenen Kresole, C,, H4 .CHS .OH, sind schon seit einigen Jahren als energische Desinficientien bekannt.
In den Handel kommen sie als sogenannte 1000/0ige rohe Karbolsäure (jetzt Cresolum crudum), welche, frisch bezogen, eine stark lichtbrechende, farblose oder einen gelben Schein besitzende Flüssigkeit darstellt, schwerer als Wasser ist, einen demjenigen der reinen Karbolsäure sehr ähnlichen Geruch besitzt und sich in Wasser so gut wie nicht löst. Die besten Sorten mischen sich mit Natronlauge völlig klar (* verlangt vom Cresolum crudum, dass sich nach längerem Stehen nur wenige Flocken abscheiden sollen), wobei ein sehr geringer Geruch nach Pyridin auftritt; in den geringeren (für medizinische Verwendung nicht mehr zulässigen) Sorten, welche sich mit Natronlauge trübe mischen und dabei einen starken Pyridingeruch entwickeln, finden sich neben Kresolen noch zahlreiche andere Bestandteile, besonders Kohlenwasserstoffe und Pyridinbasen, die beide für die Desinfektion wahrscheinlich belanglos sind.
Von einer wirklich nutzbringenden Verwendung der Kresole und der 100quot;/igen Karbolsäurequot; (das in die früheren Pharmakopöen aufgenommene Acidum carbolicum crudum stellte eine schwarzbraune, ziemlich stinkende Flüssigkeit mit 30G00/0 Kresolen und mindestens 25% Phenol dar) konnte mit Rücksicht auf die ungünstigen Löslichkeitsverhältnisse so lange keine Hede sein, bis es gelungen war, ihre Wasserlöslichkeit zu ermöglichen.
Zunächst schlug Laplace vor, die rohe Karbolsäure1, durch einen Zusatz von konzentrierter Schwefelsäure (1 : 1) löslich zu machen, und es zeigte sich, dass diese Schwefelkarbolsäurequot;
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eine bedeutend höhere Desinfoktionskraft als ein unter denselben Bedingungen hergestelltes Gemisch aus reiner Karbolsäure und konzentrierter Schwefelsäure hatte. Wegen ihrer stark sauren und (infolge des Gehaltes an freier Schwefelsäure) direkt ätzenden und zerstörenden Eigenschaften konnten indessen die wässerigen Lösungen der Sohwefelkarbolsäure weder in der Grossdesinfektion noch in der chirurgischen Desinfektion ernsthaft in Frage kommen.
Ganz anders steht aber die Sache bei einer Reihe vonKresol-präparaten, die innerhalb der letzten 5 Jahre in den Handel gebracht worden sind und sich sämtlich m. o. w. als ausgezeichnete, jedenfalls die Karbols äure an Desinfek tionskraft und Unschädlichkeit für höher organisierte Lebewesen weit übertreffende Desinficientien bewährt haben. Man kann diese Krosolpräparate des Handels, zu denen sich in jüngster Zeit noch Liquor Cresoli saponatus* gesellt hat, in 2 Gruppen bringen.
I. Gruppe. Kresolpräparate, welche mit Wasser milchige mischungen geben.
Es gehören hierher Sapokarbol II, Littles Flüssigkeit, Jeyes Desinfectant (das spätere Kreolin von Pearson) und das Kr e sol in (Brock mann). Sie sind (nach Pharm. Central-halle) Gemenge von Harzseife mit rohen Kresolen und Teer-Kohlenwasserstoffen (darunter Naphthalin), denen noch Pyridinbasen anhängen. Beim Verdünnen mit Wasser werden nur die Kresole von der Harzseife in Lösung erhalten, die Teerkohlenwasserstoft'e scheiden sich in feinen Tröpfchen aus, sodass die Flüssigkeit das Aussehen von Milch erhält.
Als Nachteile derartiger Fabrikate werden hervorgehoben: 1) dass sich dieselben an der Luft leicht oxydieren und weniger wirksam werden; 2) dass sie als Seifenquot; die Hände und Instrumente des Chirurgen schlüpfrig machen; 3) dass sie undurchsichtig sind und man die hineingelegten Instrumente nicht sehen kann.
Am meisten aus dieser Gruppe ist in Gebrauch das
Kreolin von Pearson. Dunkelbraune, sirupöse, nach Teer riechende Flüssigkeit von 1,04 1,08 spezilischem Gewicht, welche sich mit Wasser zu einer schwach alkalischen, milchartigen Emulsion vermischt und sich in Weingeist und Äther in jedem Verhältnis, leicht ferner in Chloroform, teilweise auch in Petroleumäther löst.
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A n w e n dung des K r e o 1 i n s. Man verwendet Kreolin äusser-lich in 1 -- 8% ig en Emulsionen als sehr wirksames und zugleich nahezu unschiidliches Antisepticum zur Desinfektion der Hände. Instrumente, des Operationsfeldes, frischer und veralteter Wunden (bei unreinen Wunden und Geschwüren auch als Borkreolin 1-2 Teile Kreolin : 100 Teilen Borsäure) etc.; in 0,2 2,070igen Emulsionen zum Ausspülen des Uterus und der Geburtswege bei Geburten, zurückgebliebener Nachgeburt, jauchiger Metritis, Vaginitis etc.; in 120/0igen Emulsionen zur Injektion oder Irrigation der Blase bei Cystitis und Blasenblutung, sowie zum Ausspritzen und Auspinseln des Mundes bei Stomatitis ulcerosa, Maulseuohe, Hühnerdiphtherie etc.; in Va l0/nigcn Emulsionen bei Conjunctivitis blennorrhoica und Corneaulcerationen; in 110 0|oigen Emulsionen oder Salben bei einer grossen Reihe von Dermatosen, bes. chronischem Ekzem, Hitzausschlag, Pferde-mauke, Pruritus etc., sowie bei Ektozoen aller Art. Bei Räude haben sich Linimente aus 1 Teil Kreolin, 1 Teil Schmierseife, 10 Teilen Wasser, bez. 1 Teil Kreolin, 1 Teil Spiritus, 8 Teilen Schmierseife bewährt. Auch zu Inhalations zwecken ist Kreolin der Karbolsäure bei weitem vorzuziehen.
Innerlich empfiehlt man Kreolin gegen Gährungs- und Fäulnisprozesse im Verdauungstraktus, Erbrechen, Diarrhöe, Ruhr, Helminthen etc., ferner gegen Nieren- und Blasenleiden, ja sogar gegen Milzbrand (Meier, Schneider), Carcinomatose und Tuberkulose Die interne Verabreichung hat in Form der Emulsion oder Pille zu geschehen.
Dosen des Kreolins für
grosse Tiere mittelgrosse Tiere kleine Tiere
10,025,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 5,010,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;0,52,0
Das Artmann sehe Kreolin besteht anscheinend aus Kresol-schwefelsäure, in welcher Teerkohlenwasserstoffe gelöst sind, die sich beim Verdünnen mit Wasser in feinen Tropfen abscheiden (Pharm. Centralhalle).
II. Gruppe. Kresolprilparate, welche mit Wasser klare Mischungen geben.
Es sind in dieser Gruppe unterzubringen: Liquor Cresoll saponatus*, Sapokarbol 00 (Eisenbüttel), Lysol (Schülke
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und Mayr), Solveol und Solutol. Die genannten Flüssigkeiteö sind frei von Kohlenwasserstoffen, sodass beim Vermischen mit Wasser eine Trübung nicht entsteht, unterscheiden sicli aber von einander dadurch, dass bei Liquor Cresoli saponatus, Sapo-kresol und Lysol die Kresolc durch Seife in Lösung gebracht wurden alkalische Reaktion der Lösungen, Schlüpfrigwerden der Hände und Instrumente während Solveol eine neutrale, durch kresotinsaures Natrium bewirkte, konzentrierte Kresollösung ist und das nur zur Grossdesinfektion dienende Solutol (Fr. v. Heyden) alkalisch reagiert und durch Kresolnatrium gelöstes Kresol darstellt.
Am meisten sind Lysol und Solveol in Gebrauch:
Lysol ist eine braune, klar wie 01 aussehende, alkalisch reagierende Flüssigkeit, welche keine oder nur Spuren von Karbolsäure enthält, nach Teer riecht und sich in Wasser völlig und leicht löst. Spezifisches Gewicht 1,0381,042.
Solveol stellt eine braune, klare, ölartige, mild teerartig riechende, neutrale, in Weingeist, sowie in 3 Teilen Wasser klar lösliche (auf Zusatz von mehr Wasser trübt sich die Flüssigkeit), nach Angabe der Fabrik 25 quot;/o Kresol enthaltende Flüssigkeit dar. Salzsäure bewirkt reichliche Abscheidung von Kresol. Spezifisches Gewicht 1,1531,158.
Solutol erscheint als teerartig riechende, braune, ölartige, klare, stark alkalische und ätzende Flüssigkeit von 1,16G1,176 spezifischem Gewicht und enthält nach Angabe der Fabrik in 100 cem 60,4 Kresol, davon ein Viertel als freies Kresol, drei Viertel als Kresolnatrium. Sie ist mit gleichen Gewichtsteilen Wasser klar mischbar und giebt, beim Eingiessen in 10 Wasser, eine trübe, kurze Zeit emulsionsähnlich bleibende Flüssigkeit.
Amvendung des Liquor Cresoli saponatus, Lysols, Solveols und Solutols.
Die 3 zuerst genannten Mittel können äusscrlich in derselben Weise wie Kreolin, welches sie an antibakterieller Kraft nicht unerheblich zu übertreffen scheinen, Anwendung finden. Zur Irrigation von reinen Wunden und zur Desinfektion der Instrumente würde eine Lösung von O,30/0, zur Desinfektion der Hände, des Operationsfeldes und unreiner Wunden eine solche von 12n/of zur Desinfektion des Nähmaterials eine solche von 2 50/0 völlig genügen. Gegen Räude könnte man dieselben Formen wie beim Kreolin
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in Anwendung bringen. Von Putscher wird Lysol sogar gegen Tetanus (subkutan und als Infusion in den Mastdarm) und von Eckmeyer gegen Petechialfieber des Pferdes (subkutan täglich 2 mal 10 com einer 2quot;/igen Solution) empfohlen.
Solutol soll namentlich in der Grossdesinfektion, z. B. für Exkremente, Ställe, Viehtransportwagen, zur Verhinderung der Fäulnis von Kadavern etc., benutzt werden. Mauerwerk, Cement, Holz, Eisen und andere Metalle sollen durch Solutol so gut wie gar nicht ange-grifl'en werden.
10. Pix liqnida*, Holzteer.
Durch trockne Destillation des Holzes von Abietineen, vorzüglich der Finns silvestris und Larix sibirica, gewonnene, dickflüssige, braunschwarze, meist durch mikroskopische Kryställchen krümelige, eigentümlich riechende Masse. Schüttelt man 1 Teil Holzteer kräftig mit 10 Teilen Wasser, so sinkt er unter; das klar abgegossene Wasser ist schwach gelblich, reagiert sauer und zeigt den Geruch und Geschmack des Teers. Setzt man zu 10 com dieses Teerwassers 20 ccm Wasser und 2 Tropfen Eisenchloridlösung, so entsteht vorübergehend eine grüne Färbung. Teerwasser, mit 1 Teil Kalkwasser gemischt, wird dauernd braunrot.
Holzteer ist ein Gemenge vieler, zum grossen Teil der aromatischen Reihe angehörender Substanzen, z. B. Benzol, Toluol, Phenol, Xylol, Kresol, Phlorol, Styrol, Brenzcatechin, Naphthalin, Paraffin, Essigsäure etc.
Durch 5 Minuten langes Schütteln einer innigen Mischung von 1 Teil Holzteer und 3 Teilen grob gepulvertem Bimstein mit 10 Teilen Wasser und Filtrieren erhält man Aqua Picis*, Teerwasser, eine beim jedesmaligen Gebrauch frisch zu bereitende, klare, gelbe bis bräunlichgelbe, nach Teer riechende und schmeckende Flüssigkeit, welche ebenso wie das bei der trockenen Destillation des Holzes gewonnene Acetnm pyrolignosum*, Holzessig (mit einem Gehalt von mindestens G0/o Essigsäure und wechselnden Mengen von Phenol, Kreosot und bren^lich riechenden Körpern etc.), durch konstantere Substanzen verdrängt worden ist.
Als in Deutschland nicht offizinelle Teersorten sind zu nennen: Oleum cadinumy (Oleum Juniperi empyreumaticum), Produkt der trockenen Destillation von Juniperus Oxycedrus, Coniferae; Pix liquida fagif, Produkt der trockenen Destillation des Buchenholzes; Oleum
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Rusci empyroumaticum, Produkt der trockenen Destillation der Wurzel, des Holzes und der Rinde der Birke; Oleum Lithanthracis (Steinkohlenteer), Produkt der trockenen Destillation der Steinkohle (bei Gelegenheit der Leuchtgasfabrikatiou)-
Wirkung des Holzteers.
Teer tötet infolge seines Gehaltes an Phenol, Kresolen etc. pflanzliche und tierische Parasiten, von letzteren namentlich Räudemilben.
Örtlich wirkt er reizend, sodass an der äusseren Haut, meist allerdings erst nach längerer Applikation, Entzündung oder auch Steigerung bereits bestehender, entzündlicher Prozesse, bei innerlicherAn wendung Ruinierung des Appetits und der Verdauung, bei Inhalation von Teerdämpfen Reizung der Luftwege und Sekretionsvermehrung eintritt.
Bei zu reichlichem externem und internem Gebrauch kann (am leichtesten bei Katzen) Vergiftung (Nephritis und Karbolismus) eintreten. In der Regel macht sich vorher eine Dun keif ärbung des Harns (siehe Seite 281) bemerklich.
Anwendung des Holzteers.
Ansserlich dient Holzteer in Mischungen mit Seife, Fett oder Spiritus zur Behandlung von chronischen Hautkrankheiten, namentlich trocknen Ekzemformen, Psoriasis, Prurigo etc., sowie von parasitären Dermatosen.
Als sehr wirksam gegen inveteriertes Ekzem und Räude hat sich ein Liniment aus gleichen Teilen Teer, Schmierseife, Spiritus und Wasser bewährt. Bei Räude, bei welcher sich übrigens eine Verstärkung der Flüssigkeit durch Kreosot (1:3040) empfiehlt, pflegt man in der Weise vorzugehen, dass man um Vergiftung zu verhüten immer nur einen Teil (ein Drittel oder Viertel) der allgemeinen Decke in Angriff nimmt.
Ausserdem wird Holzteer als antiseptisches, austrocknendes, granu-lationsbeforderndes Mittel in der Gesch würsthe rapie, namentlich aber zu Dauerverbänden bei Huf- und Klauen leiden, Steingallen, Hornspalten, Panaritien, Klauenseuche etc., teils rein, teils mit Fett (1:210), Borsäure (1 : 3050), Gips (1 :310) etc. verwendet. In der letztgenannten Form, als Teergipsquot;, hat sich das Mittel auch in manchen Fällen von Strahlkrebs bewährt.
Inhalationen von zerstäubtem Teerwasser oder von Teer-
Müller, l'lmi'imikolcjgic.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; |9
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dämpfen (die man am besten durch Aufgiessen von Teer auf siedendes Wasser erzeugt) sind bei chronischen Katarrhen d e r A tmungs-organe, vielleicht auch bei Lun^emvürmeru von guter Wirkung. Einen thatsäcblichen Einliuss auf katarrhalische Zustände der Nebenhöhlen der Nase und auf in diesen befindliche Parasiten wird man von Inhalationen wohl kaum erwarten dürfen.
Innerlich wird Teer in neuerer Zeit nur noch selten verwendet. Abnorme Zorset zungsvorgii nge im Magen und Darm lassen sich durch andere, den Appetit weniger als Teer altorierende Mittel sicherer beseitigen; bei chron ischen, mit profuser Sekretion einhergehenden Bronchia 1 katarrhen, chronischen Sinuskatarrhen, Peribronchitis nodosa, verschleppter katarrhalischer Pneumonie, L u ngen-tuberkulose und Cystitis ist Teer empfohlen worden, aber mindestens unzuverlässig.
Die Verordnung geschieht am besten in Pillen oder Kapseln, beim llind auch in Form des Teerwassers.
Dosen des Holzteers für
grosso Tierenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; mittelgrosso Tiere kleine Tiere
10,0-25,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 2,05,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;0,11,0
11. Ichthyol uuil Thiol.
Ichthyol um. Als Ichthyolquot; bezeichnet man die Salze der Ichthyolsulfons äure, welche letztere durch Einwirkung von konzentrierter Schwofelsäure auf Eoh-Ichthyol, einem Produkt der trockenen Destillation eines bei Seefeld (Tirol) gebrochenen, bituminösen, oft Fischabdrücke zeigenden Gesteins, gewonnen wird. Im Gebrauch und betreffs der Wirkung einander völlig gleichwertig sind namentlich Ammonium sulfoichthyolicum und Natrium sulfoichthyoli-cum, schwarzbraune, sirupöse, klare, louchtgasartig riechende, in Wässer, sowie in einem Gemisch von Spiritus und Äther, weniger in Äther oder Spiritus allein lösliche Flüssigkeiten.
Tliiolum. Als Thiolquot; worden braunschwarze, gliinzomlo Limicllon oder oiu schwarzbraunes Pulver bezeichnet, welches in Wasser zu cinor braunschwarzen, nur schwach bituminös riechenden, bitterlich adstringierend schmeckenden ElOssig-keit löslich ist. Kino 40% ige, wässerige Lösung soll dem Ammonium sulfoichthyolicum der Wirkung nach entsprechen, Zur Herstellung do.s Thiols wird das soge-nannte (iasijl des Handels mit Schwefel erhitzt, das auf diese Weise erhaltene Thlolölquot; mit Schwefelsäure behandelt und durch Auswaschen, zuletzt unter AmmoniakznsatZ) gereinigt. Es scheint nicht, dass clas billigere Thiol das Ichthyol völlig zu ersetzen vermag.
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Anwendung dos Ichthyols.
Man wendet das unschädliche Mittel iuisscrlich namentlich hei den verschiedenen Formen des Ekzema subacutum und chroni-cum an, hei denen Ichthyol, namentlich in Linimentform (siehe Eezept-beispiel), oft überraschend schnell den quälenden Juckreiz zu beseitigen vermag. Bei nässendem Ekzem ist die Pulvertherapie vorzuziehen. Ausserdem hat man Ichthyol bei Scabies sarcoptica (1 Ichthyol, na 3 Spiritus, Äther und Wasser |Friedberger|), Otitis externa (1 Ichthyol, lia 5 Kalkwasser und Baumöl |G. Müller]), Gelenk-affektionen (Wolff, Diccas u. a), Eheumatismus, Eanaritien, Kombustionen, erysipelatöser Euterentzündung (Liebl), Keratitis (in 240/uiger wässeriger Solution) und zu Inhalationen (in 20/olger Solution bei Eronchialkatarrhen, pulmonaler Form der Staupe, chronischer llhinitis) vielfach mit sehr gutem Erfolg benutzt. Zur Bedeckung von Wunden verwendet Rabe Ichthvolkollodium (1:5-10).
Innerlich wird Ichthyol bei Gährungskatarrhen des Magens und Darms, chronischen Eronchialkatarrhen, Staupe und Petechial-(leber (der Pferde) empfohlen. Die Verabreichung geschieht am besten in Form der Pillen, Kapseln oder 23 quot;/igen Eösung.
Rezept-Beispiele.
1,nbsp; Ammon. sulfoiohthyolic. 50,0, Pulv. sem. Lini q. s. Fiat Electuarium. in einem Tage zu verbrauchen. Einem Pferd. Bei Pctechialfieber (L u s t i g).
2.nbsp; nbsp;Ammon. sulfoichthyolic. 20,0, Aq. Calcariae, 01. Olivar. aa 100,0. Misce. Bei chronischem Ekzem mit starkem Juckreiz
12. Tliymolnm^f, Thymol, C10Hl3OE.
Ansehnliche, farblose, nach Thymian riechende, aromatisch schmeckende Krystalle, welche hei 5051deg; schmelzen, bei 228230deg; sieden. In Wasser sinken sie unter; geschmolzenes Thymol schwimmt dagegen auf dem Wasser. Thymol löst sich in weniger als einem Teil Weingeist, Äther, Chloroform, sowie in 2 Teilen Natronlauge und in etwa 1100 Teilen Wasser. Mit Wasserdämpfen ist es leicht flüchtig.
Thymol findet sich in dem ätherischen öl von Thymus vulgaris, Monarda punetata (Labiatae), Ptychotis Ajowan (Um-belliferae) etc. und wird namentlich aus dem Thymianöl dargestellt.
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Wirkung niid Amvendung des Thymols.
Thymol ist ein sehr kräftiges Desinliciens, welches etwa 10 mal schwächer giftig wirkt als die Karbolsäure, in 10/oo Solution alle, wenigstens in der Chirurgie in Frage kommenden Bakterien sicher zu vernichten vermag, aher sich gewisser unangenehmer Nebeneigenschaften halber (z. B. schon wegen des ungünstigen Löslich-keitsverhältnisses und der Eigentümlichkeit, Fliegen anzulocken) nicht einbürgern konnte.
Ausser in der quot;Wundbehandlung hat man Thymol noch zu Mundwässern und Waschungen bei Hautaffektionen, zur Konservierung der Vaccinelymphe, zu Inhalationen etc., sowie innerlich bei Gährungs-katarrhen des Darmes (Dosen für Hunde 0,11,0), sowie als Antifebrile (Dosen für Hunde 1,03,0) und gegen gewisse Helminthen (Tänien, Oxyuron) empfohlen. Man würde es wegen seiner irritierenden Wirkung auf die Magenschleimhaut in Pillen oder Kapseln zu verabreichen haben.
18. Resorcimim *t, Resorcin, Metadioxybenzol, C,; H4 (OH)2.
Farblose oder schwach gefiirbte Krystalle von kaum merklichem, eigenartigem Geruch und süsslich kratzendem Geschmack, die sich in etwa 1 Teil Wasser, 0,5 Teilen Weingeist, leicht auch in Äther und Glycerin, schwer dagegen in Chloroform und Schwefelkohlenstoff' lösen und beim Erwärmen sich völlig verllüchtigen. Schmelzpunkt 110- 111deg;. Zuerst durch Schmolzen von Tlmbelliferenharzen mit Kali gewonnen, wird das Resorcin Jetzt durch Schmelzen von Metabenzoldisulfon-säure mit Atznatron etc. dargestellt. Vor Eicht geschützt aufzubewahren!
Wirkung und Amvemlung: des Uesorcins.
Die Wirkung des in konzentrierter Form ätzenden Resorcins auf Fäulnis- und Gährungsprozesse scheint im Grussen und Ganzen derjenigen der Karbolsäure nachzustehen. Seine Resorptivwirkung auf Tiere ist ungefähr die des Phenols; bei Gelegenheit der Ausscheidung grösserer Resorcinmengen nimmt der Harn eine olivengrüne bis braunschwarze Färbung an.
Man hat das Mittel äusserlich als Salbe (1:520) oder Lösung (1 :10) bei verschiedenen Hautkrankheiten, besonders chronischer Natur (chronischem Ekzem, Mauke, Pityriasis, Akne), als 12 0/o'Se Lösung zu desinfizierenden Augenwässern, Klystieren, Ausspülungen der Blase (bei Blasenkatarrh), des Uterus etc., als
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1350/Oige Lösung und in Salbenfonn in der antisoptischen Wundbehandlung, als Streupulver gegen Strahlkrebs (Ehrhardt) etc., sowie innerlich als Antipyreticum (nach Ehrhardt betragen die Dosen für Pferde 15,0, für Hunde 1,02,0), als Antisepticum und Antizynioticum für den Darm (z. B. bei Kälbordurchfall 2,04,0 pro dosi, 8,012,0 pro die [Imminger, Engel, Markert u. a.], bei Staupediarrhöe 0,1 0,5 pro dosi) und als Antemeticum empfohlen.
14. i\a|ilitlialiniiiii ;, Naphthalin, Ci0H8.
GHcänzende, farblose Krystallblättchen von durchdringendem (leuchtgasartigem) Geruch und brennend aromatischem (Jeschmack; schon bei 150 langsam verdampfend, bei 800 schmelzend und bei 218quot; siedend. Die entzündeten Dämpfe brennen mit leuchtender und lassender Flamme. Naphthalin ist unlöslich in Wasser, leicht löslich in Weingeist, Äther, Chloroform, Schwefelkohlenstoff und flüssigem Parafiin. Man stellt es im Grossen aus den bei 180-220deg; siedenden Anteilen des Stoinkohlenteers (den sogenannten Schwerölen) dar.
Wirluing und Anwendung des Naphthalins.
Intern eingeführt, wird Naphthalin nur in sehr geringer Menge resorbiert (Versuche an Hunden) und kommt alsdann, wahrscheinlich unverändert, zum grossen Teil mit dem Harn zur Ausscheidung. Wenn es auch bei dieser Gelegenheit kaum im stände sein dürfte, eine ausgiebige Desinfektion desselben herbeizuführen, vermag es unter Umständen dennoch eine Heizung der Harnwege mit Harndrang etc. zu erzeugen.
Unter gewöhnlichen Verhältnissen scheint Naphthalin ungiftig zu sein (Hunde vertrugen 8,0 und darüber ohne Nachteil |G. Müller), doch erzeugte monatelange Fütterung | von 1,0 pro die] bei Kaninchen Nephritis parenchymatosa, sowie eine Erkrankung der Linse [Naph-thalinstaar] und der Retina).nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; v
Man wendet das bekanntlich gegen Motten und andere Insekten und als Konservierungsmittel viel benutzte Naphthalin äusserlich als unzulängliches Dauer-Antisepticum in der Wund- und Ge-schwürsbehandhmg (als Ersatzmittelquot; für Jodoform) und innerlich als leidlich gutes Antisepticum und Antizymoticum für den Darm, sowie als ungenügendes Desinficiens für den Urin bei Blasenkatarrhen an. Die Verabreichung geschieht in Pillen, Pulvern oder Emulsionen. Die Dosen betragen für grosse Tiere 5,015,0, für
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mittelgrosse Tiere 2.05,0, für kleine Tiere 0,11.0. Als A.nthe.1-mintlücum, Kxpectorans und Antipyretioum hat sich Naphthalin ebensowenig wie als Antisoabiosiun bewährt.
Rezept-Beispiel. Naphthalin. 15,020,0, Pulv. rad. Althaeac, Aq. font. q. s. Flaut l'ilulae Nr. IV. In einem Tag zu verbrauchen. Einem Pferd. Bei infektiösem Darmkatarrh, Petechialiicber etc.
15.nbsp; nbsp;\a|raquo;li(lioliiiii (/JNaphtholuraf), Beta-Naphthol, C10O7. OH.
Farblose, glänzende Krystallhlättühen oder ein weisses, krystalli-nisches Pulver von schwach phenolartigem Geruch und brennend scharfem, jedoch nicht lange anhaltendem Geschmack. Beta-Naphthol schmilzt bei 122deg; und siedet bei 280deg;. Es giebt mit etwa 1000 Teilen kaltem und mit etwa 75 Teilen siedendem Wasser Lösungen, welche Lackmuspapier nicht verändern. In Weingeist, Äther, Chloroform, Kali- und Natronlauge ist es leicht löslich. Die Darstellung des Naphthols erfolgt aus dem Naphthalin (Erhitzen mit Schwefelsäure, dann Behandeln mit Ätzkali).
Wirkung und Amvendung des Beta-Naphthols.
Beta-Naphthol wirkt kräftig dosinfizierend und daneben de-letär auf Bäudemilben und Helminthen. Nach der Resorption, die auch von Wunden, ja sogar von der intakten Haut aus erfolgen kann, sah man Speichel- und Thränenlluss, Husten, Erbrechen, Diarrhöe, namentlich aber andauernde Krämpfe mit nachfolgender Schwäche und Lähmung, sowie Nephritis mit Albuminuric und Hämoglobinurie. Am wenigsten widerstandsfähig schienen Katzen zu sein.
Man hat das gefährliche Mittel äusserlicli als Ersatz für Teer und Karbolsäure bei verschiedenen Hautkrankheiten (Ekzema chro-nicum. Psoriasis, Akne, Scabies etc.) und zwar in Form von weingeistigen Lösungen (1 10:100), Salben (1 15:100), Lini-menten (1:100), sowie innerlich als Antisepticum für den Magen und Darm (z. B. bei der gastrischen Staupe des Hundes zu 1,04.0) und als Anthehninthicum empfohlen.
16.nbsp; nbsp;PyrojBfallolnm* (Acidum pyrogallicumf), Pyro-gallol, C(jH3(OH)3.
Sehr leichte, weisse, glänzende, bitter schmeckende Blättchen oder Nadeln, die sich in 1,7 Teilen Wasser zu einer klaren, farblosen,
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#9632;*
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neutralen Flüssigkeit, sowie forner in Äther und Weingeist aullöson. Sie sclmielzen bei 181deg; und sublimieren bei vorsichtigem Erhitzen ohne Rückstand. Man stellt sie durch Erhitzen der Gallussäure auf 200-210deg; her.
Wirkung und Amvemlung des Pyrogallols.
Das durch seine energisch reduzierenden Eigenschaften ausgezeichnete, in Solutionen von 121/,, (V0 stark antiseptisohe Pyro; gallol ist in IG0/,, igen Salben und Lösungen ein gutes Mittel bei gewissen Dermatosen (Ekzema ehr on i cum, Psoriasis etc.), kann indessen bei ausgedehnter Anwendung vermöge Resorption und Einwirkung auf die Erythrocyten (Hämoglobinuri e, Verstopfung der Harnkaniilchen durch Rigmentcylinder etc.) gefährlich werden.
17.nbsp; nbsp;Chrysarobimiiii* (Araroba depurataf), Chrysarohin,
Gelbes, leichtes, krystallinisches Pulver, erhalten durch Reinigung der in Höhlen des Stammes von Andira Araroba, einer die Wälder der brasilianischen Provinz Bahia bewohnenden Papilionacee, ausgeschiedenen Masse (Goapulver, Araroba).
Chrysarobin schmilzt bei 170 178quot;, löst sich nur wenig in Wasser, etwas reichlicher dagegen in Weingeist, Äther, Chloroforna und Eisessig und lässt sich mit Fetten und Parafflnsalbe gut mischen. Atzende Alkalien lösen es mit gelber Farbe; beim Schütteln mit Luft in alkalischer Lösung bildet sich Chrysophansäure. (C30H.,G 07 4 0 = 2C16H1004 8HB0).
Wirkung hihI Anwendung des Chrysarobins.
Chrysarobin ist in ähnlicher Weise wie Pyrogallol, aber in um das Doppelte stärkeren Salben und (weingeistigen) Lösungen bei Hauterkrankungen (chron. Ekzem, Psoriasis, Herpes, Favus etc.) empfohlen worden Auoh als Kollodium (1 : 10) kann es verwendet werden. Intern verabreicht, bedingt es Gastroenteritis und durch Resorption, die auch von der Haut aus erfolgen kann, Nephritis und Albuminurie,
18.nbsp; nbsp;.lodoforiniiim i. Jodoform, CI1J3.
Kleine, glänzende, fettig anzufühlende, hexagonale Blättchen oder Tafeln oder ein mehr oder minder feines, krystallinisches Pulver von oitronengelber Farbe und durchdringendem, etwas safranartigem Geruch. Jodoform schmilzt bei nahezu 120(), ist mit den Dämpfen des siedenden
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Wassers llüchtig, fast unlöslich in Wasser, löslich aber in 50 Teilen kaltem und ungefähr 10 Teilen siedendem Weingeist, ferner in 5,2 Teilen Äther, 7 Teilen Kollodium, sowie auch in Benzin, Pctroleum-iither, Schwefelkohlenstoff, fetten und ätherischen ölen, von letzteren am reichlichsten in Zimmt- und Kümmolöl (1416 :100). Uio Lösungen in Petroleumäther und Chloroform nehmen bald eine tiefrote Farbe an.
1,0 Jodoform soll heim Erhitzen einen wiigbaron Kiickstaiul nicht hinterlassen. 1 Teil Jodoform, mit 10 Teilen Wasser eine Minute lang geschüttelt, gehe ein farbloses Filtrat (betrügerisch beigemischte Pikrinsäure färbt das Filtrat gelb), welches durch Silbernitratlösung sofort nur opalisierend getrübt uiul durch Bnryum-nitratlösung nicht verändert werden darf (Prüfung auf anhängende Jodide oder Karbonate). Vorsichtig aufzubewahren!
Der durchdringende Geruch dos über 07 0/0 Jod enthaltenden Mittels liisst sich nur unvollkommen durch gebrannten Kaffee, Myrrhenöl, Sassafrasöl, Myrrhentinktur, Kampfer, Beroamottöl, Fenchelöl, Anisöl, Pfefferminzöl (1:2050), Tengabohnen, Teer (Jodoform ium bituminatum), Kreolin (1 -.50) etc. beseitigen. Es wird erhalten, wenn man Jod und Weingeist bei Gegenwart von Alkalien und Wasser erhitzt.
Wirkung des Jodoforms.
1.nbsp; Örtlich wirkt Jodoform als solches nicht, wohl aber spaltet es bei Berührung mit lebenden Zellen, gewissen Bakterien, sowie manchen eiterbildenden Ptomainen fortwährend kleine Mengen von Jod und Jodwasserstoff ab, sodass es namentlich an Wunden gute antiseptisohe Eigenschaften entwickelt. Aussei dieser Aktion entfaltet es noch die meisten physiologischen und therapeutischen Wirkungen des Jods bez. Jodkaliums (siehe dieses).
2.nbsp; Resorptivwirkung (und Vergiftung) kann sowohl bei innerlicher Anwendung (hei welcher das Jodoform wahrscheinlich durch das Darmfett gelöst und zur Aufnahme in die Chylusgefässe befähigt wird) als bei äusserlicher Applikation (auf Wunden!) zu stände kommen. Die dann auftretenden Symptome decken sich im grossen und ganzen mit denen dor Jodvergiftung (siehe diese), indessen fehlen schwerere gastrische Erscheinungen. Die tödliche Dosis für Warmblüter soll bei subkutaner Applikation 1,52,0, bei intraperitonealer 0,5, bei stoma-chaler 1,0 pro Kilo Körpergewicht betragen (Polyäkow). Fröhuer tötete eine Kuh durch 50,0 innerhalb 36 Stunden.
Anwendung des Jodoforms.
Man wendet Jodoform zur Zeit fast nur noch änsserUch als
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Antisepticum in der Wundbehandlung an, und zwar als Streupulver (womöglich unverdünnt) auf frische, der schnellen Heilung nicht zugängliche Wunden, sowie auf ältere Wunden und zum Bestreuen der Nahtlinie; als Jodoformäther (1 :710) zum Abreiben des Operationsfeldes und zum Einspritzen in Hühlcnwunden, dureh die Punktion entleerte Hämatomo etc.; als Jodoformkollodium (1:10l zum Überpinseln der Nahtlinie oder frischer, Ilacher Wunden, besonders Exkoriationen, die unter dem Kollodium-Schorfquot; heilen sollen; zur Imprägnierung von Verbandstoffen; zur Herstellung von Jodoformbougies für engere Sohleimhautkanäle oder Fistelgänge (50,0 Jodofprmpulver werden mit 5,0 Rioinusöl und 45,0 Kakaobutter im erwärmten Mörser verrieben; die geschmolzene Masse wird in (durch Eis) stark abgekühlte Höllensteinformen gegossen (Dietrich]). Jodoformsalbcn (1 : 520) werden in der Geschwürstherapie, bei Kombustionen, Defekten der Conjunctiva und Cornea, sowie (ähnlich wie Jodsalbe und Quecksilbersalbe) als Resorbensquot; und Anti-phlogistioumquot; bei Entzündungen und behufs Resorption von Entzündungsprodukten benutzt.
Innerlicli empfahl man Jodoform eine Zeitlang als Antipyreticinn bei Infektionskrankheiten (Dosen für Pferde 2,05,0, für Hunde etwa 0,1). Als internes Resorbens verdient Jodkalium den Vorzug.
19. So/o.jodol, Ascptol, /iiiciim siilfocarboliciiiii, l'joktauiii, Joduin ti'ichloi-atiim, Earoplieu, Sulfamiiiol, Aristol, Tliiopheniiiii bijodatum,
Autiseptol, Lorctiu.
Sozojodolum, Sozojodolpräparate, Mit diesen] Namen bezeichnet man Verbindungen dor Dijodparaplienolsulfonsiuiro, CjII3J2(01I)S03H, mit Metallen. In Frage kommen namentlich Sozojodolkalium, kloine, farblose, in 50 Tcilon Wasser lösliche Kristalle, und Sozojodolnatrium, kloino, farblose, in 14 Teilen Wasser lösliche Erjstalle,
Man empfiehlt beide Präparate als wahrscheinlich so gut wie unschädliche, nur massig onorgisclio Antisoptica in der Wund- und Gesohwttrstherapie, und zwar toils in Form des Stroupulvors, teils in derjenigen der Salbe oder Lösung.
Aseptolnra, Asoptol, Sozolsäure, Orthophonolsulfonsiiuro, C,,H4.OH.SO.,H. Sirupöso, schwach bräunliche, schwach nach Karbolsäure riechende, mit Wasser. Weingeist und Glycerin in jedem Verhältnis mischbare, 88,8 u/0 Aseptol enthaltende Flüssigkeit.
Asoptol wird anstelle der Karbolsiiuro empfohlen; eine 8 quot;/ige Aseptolliisung soll an Dosinfektionskraft einer 5 quot;/oigeu KarbolUisung gleichkommen.
Zinoum sulf ocarbolicum, Zinksnlfophenylat, Zn(Cli II-SO,).3-(quot; 7H;. 0. Farblose, durchsichtige, an der Luft verwitternde, nahezu geruchlose Säulen und
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Tafeln, (lit' sidi in 2 Teilen Wasser odor Weingeist zu einer siuiron Flüssigkeit auflösen,
Zinksulfophenylat soll in 0,520i,iger Solution in tier Wundbehandlung die
Stelle der Kiirbolsiiurc vertreten Idinncn.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ,
Pyoktunlnum oaernleuin (und auroum), Pyoktanin. Ungiftige, geruchlose Anillnfarbatoffe, die von Stilling und anderen als (wohl nur im Beagens-glasV) energisch wirkende Antiseptioa bei der Wund- und Goschwürsbehandlung, bei Eiterungen am Auge und am Huf, bei Strahlkrebs (Immingor), bei Maul- und Klauenseuche, bei gewissen Hautkrankheiten und zur Entfernung von Tumoren (l0,) intrapareneliymatiis; noch sehnoller wirken anscheinend 10quot;oigo alkoholische Lösungen [Verfasser]) empfohlen werden.
Uio Urteile über ihren Wert gehen zur 7.nt noch weit auseinander, indessen scheint es, dass der ,,Pyoktaninstiftquot; bei kleinen Plftohenwunjlen und Ex-köl'iationon Bestreichen derselben mit dem angefeuchteten Stift bis zur Hil-dung einer dicken Anilindecko , sowie bei Furunculosis des Hundes (nach vorheriger Spaltung der Abseesse) mit gutem Gewissen empfohlen werden kann. Die intensiv färbenden Eigenschaften des Mittels (Pyoktanin-Gelb steht an Wirksamkeit dem Pyoktanin-Blau erheblich nach) dürften indessen einer allgemeineren Anwendung hindernd im Wego stoben.
Jod'.'.m trichloratum, Jodtrlchlöi'ld, JCl.,. Gelbes, pomeranzenfarbenes
Pulver von ausserst stechendem, zu Thräneu und Husten reizendem Geruch; in Wasser leicht löslich. Die konzentrierte, wässerige Solution besitzt eine bernsteingelbe Farbe und hält sieh wochenlang, während die verdünnte Ijösung (1:1000) bald dunkel wird.
Jodtrlchlöi'ld wurde seiner Zeit als sehr energisches Desinliciens zur antiseptischen Wundbehandlung empfohlen, konnte sich indessen seiner leichten Zersotz-lichkcit und der beschränkten Formenauswahl halber keine Anerkennung erwerben. Von mehr als wissenschaftlichem Interesse ist die Tbatsache, dass Kitasato es verstanden hat, durch Jodtrlchlöi'ld Tiere unempfänglich gegen Impfungen mit Tetanusbacillon zu machen, und dass auch das Blut der so behandelten Tiere und das beim Stehen solchen Blutes sich abscheidende Serum für das Tetanusgift zerstörende Eigenschafton besitzen.
Europhenum, Isobutylorthokresoljodid. Leichtes, hellgelbes, amorphes Pulver von schwach aromatischem Geruch, welches schon bei Wasserbadwärme zu einer braunen, durchsichtigen Flüssigkeit schmilzt und beim stärkeren Erhitzen violette Dämpfe entwickelt. In Weingeist, Athor, Chloroform, fetten Ölen mit gelber Farbe löslich, im Wasser unlöslich. Dunkel aufzubewahren!
Nicht sonderlich empfehlenswertes Ersatzmittel lür Jodoform.
Sulfaminolum, Thiooxydiphenylamin. Hellgelbes, gornch- und geschmackloses, in Wasser unlösliches Pulver; löslich in Alkalien, Weingeist und Essigsäure.
Anscheinend ungiftiges (Verfasser u. a.) Ersatzmittel für Jodoform,
Aristolum, Dithymoldijodid. Kotbraunes, geruchloses, feines, adhärierendes, in Wasser unlösliches Pulver. Im Dunkeln aufzubewahrenI
Wahrscheinlich völlig uuglftlges (Verfasser u a.) Ersatzmittel für Jodpform.
Thiophonuin bijodatnm, Thiophendijodid. Tafelförmige, leicht llüchtigc,
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iironmüsch ricdiemlc Krystallo; in Äther, Oblorofomi und warmem Weingeist leicht liislieh; unlöslloh in Wasser.
Als Ersatzmittel für Jodoform empfohlen.
Antiseptolmn, Cinehdninum jodosiiiriiricum. Rotbraunes, vuluminiisos, geruchloses, In Wasser unlösliches, in Weingeist und Chloroform lösliches Pulver.
In Frankreich als Ersatzmittel des Jodoforms angepriesen,
Lo rotin um, Mota-Jod-ortho-Oxychinolin-ana-Sulfonsauro. Gelbes, krystalli-nisohes Pulver ohne Geruch, wenig liislieh in Wasser und Alkohol, fast unlöslloh in Äther und in fetten Ölen.
Nach Fenzling zum Ersatz des Jodoforms geeignet; die Anwendung erfolgt teils als Streupulver (rein oder mit Talk, Amylnm, Magnesia usta etc. gemischt), teils als 10 quot;ige Salbe oder Loretin-Kollodium (5100/o). Zur Herstellung feuchter Verbände empfehlen sich 150/Oigo Lösungen des neutralen Natronsalzes des Lorotins. Interne Tagesdosen von 2,0 4,0 waren bei einem kleinen Hund völlig unschädlich (Verfasser).
Über Dermatol und Thiofonn ist auf Seite 152 nachzulesen.
20. arbo Ug^ni |gt;iilveratnis:|: (Garbo Ligni depura-tusf), gepulverte Holzkohle,
Die käufliche Meilerkohle wird in genügend geschlossenen Ue-fässen so lange erhitzt, bis sie Dämpfe nicht mehr giebt, und nach dem Erkalten sofort gepulvert, Schwarzes Pulver, welches keine in Weingeist löslichen Bestandteile enthalten darf.
Pbarmaeontlsches Präparat: Pul vis dentifrioius nigorf, schwarzes Zahnpulver.
Andere Kohlensorten sind: Garbo animalis, Tierkohle; Garbo Panis, Brotkohle: Garbo Populi, Pappelkohle; Garbo Tiliae, Lindenkohle; Garbo Spongiae (Spongiae ustae), Sohwammkohle. Letztere enthält kleine Mengen von .Todverbindungen.
Wirkung und Anwendung 'er Holzkohle.
Die Holzkohle absorbiert Gase (1 Vol. frisch ausgeglühte Buchsbaumkohle vermag 90 Vol. Ammoniakgas, 35 Vol. Kohlensäure, 55 Vol. Schwefelwasserstoffgas und 10 Vol. Sauerstoff aufzunehmen!) und desodorisiert somit, hat ferner, in Wasser verteilt, die Fähigkeit, suspendierte Bestandteile, Färb- und Bitterstoffe, sowie viele andere organische und anorganische Substanzen, Alkaloide, Phosphor, arsenige Säure, gewisse Metallsalze etc. zurückzuhalten.
Man hat sie äusiserlicli als Absorbens und Antisepticum auf Wunden, Geschwüre, Deeubitus, nässende Hautausschläge, z. B. Mauke (das Holzkohlenpulver besteht, unter dem Mikroskop betrachtet, aus zackigspitzen Splittern!), ferner bei Strahlfäule und Strahlkrebs
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(meist mit Kupfersulfat, Eisensulfat, Eichenrinde etc. gemengt), sowie als Zahnpulver (bei beginnender Zahnsteinbildung) empfohlen.
Die Wirksamkeit des Holzkohlenpulvers bei Meteorismus ist, da nur trockene Kohle Gase absorbiert, mangelhaft. Gegen die auf der vorigen Seite genannten Gifte stehen bessere, schneller wirkende chemische Antidote zur Verfügung.
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XVI. Kapitel.
Narcotica.
Unter der Bezeichnung Narcoticaquot; sind Substanzen zusammen-gefasst, welche, auf die nervösen Centralorgane wirkend, schliess-lich, wenn auch zum Teil indirekt und im Gefolge anderer Symptome, den Zustand der Betäubung (Narkose) herbeiführen. Es ist dabei allerdings nicht ausgeschlossen, dass einige von ihnen auch auf die Nervenendigungen eine direkte Wirkung entfalten.
Die weitere Einteilung ist unter Bezugnahme auf die chemische Konstitution der einzelnen Mittel getroffen worden in: A. Narcotica aus der Gruppe der Alkohole; B. Bromide der Alkalien; C. Blausäure enthaltende Mittel; D. Narkotisch wirkende Alkaloide, einschliesslich gewisser .,Tetanicaquot; und des nicht alka-loidischen Coffeins und Theobromins.
A. STnrcoticn ans der Grnppe der Alkohole.
Die Grundwirkung ist bei allen hierher gehörigen Mitteln die gleiche:
1.nbsp; Auf niedrig stehende Lebewesen wirken sie schädigend ein. Es gründet sich darauf die Anwendung einiger Mittel als Antiseptica und Desinficie n tia und eines (des Chloroforms) als Antitänicum.
2.nbsp; Betreffs ihrer Wirkung auf höherorganisierte Tiere ist zwischen örtlicher und resorptiver Wirkung zu unterscheiden:
a. Örtlich entsteht Hyperämie oder Entzündung bez. sogar Anätzung, bei mehreren Mitteln daneben lokale Gefühllosigkeit
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(Anästhesie), die gemeinhin um so schärfer hervortritt, je niedriger der Siedepunkt der betreffenden Substanz liegt.
b. Nach der Uesorption, die bei den flüchtigsten Substanzen am promptesten von der Lunge aus erfolgt, kommt es zunächst zu einer Lähmung der Gross hi rnhemisphären (Schlaf- und Bewusstlosigkeit, meist nach vorausgegangener rausch artiger Aufregung) und des Kleinhirns (unkoordinierte Bewegungen), sodann des Rückenmarkes (Analgesic, Erlöschen der Reflexe), schliesslich der Centren des verlängerten Markes, besonders des Respiration scent rums (Veränderung in der Atmung). Das Gefässnervencentrum (in seiner Totalität) und das Herz werden nur von einigen Mitteln (z. B. von Chloroform und Chloralhydrat) beeinflusst.
Der Tod ist in der Regel ein Atmungstod (Lähmung des Respirutionscentrums), nur bei wenigen Mitteln (z. B. bei Chloroform und Chloralhydrat) unter Umständen ein Herztod (Lähmung des Herzens bez. der motorischen Ganglien desselben).
Die in die Gruppe der Alkohole gehörenden Substanzen teilt man gewöhnlich in Anästhetica und Hypnotica, d. h. in solche Mittel, welche in erster Linie zur Betäubung bei Operationen, und in solche, welche vorwiegend zur E r z e u g u n g v o n Schlaf dienen. Allerdings hat diese Gruppierung schon deshalb keinen sonderlichen Wert, weil sämtliche Mittel zur Linderung von Schmerzen, zur Beruhigung von Aufregungszuständen und zur Beseitigung von Krampfzuständen Benutzung linden.
Eine Sonderstellung beansprucht der Spiritus (Weingeist, Äthylalkohol), da er vorherrschend als Erregungs- und Belebung smittel bei Schwächezuständen etc., daneben auch als Antipy reticum verwendet wird und bei den Haustieren meist erst in sehr grossen Dosen die obengeschilderton Depressionszustände hervorbringt. Er soll demnach getrennt von den beiden erwähnten Gruppen (Anästhetica und Hypnotica) Besprechung finden. Übrigens benutzt man auch den Äther häufig als Excitans und Analepticum.
t. Auiistlictica.
1.nbsp; Chloroform*'!-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;4. Athor bromatus*
2.nbsp; Ätlier*tnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;5. Bonziuum Petroloi*
3.nbsp; Äther acoticus*-)-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;(i. (Petroleum)
1. hloroforitiiiini*t, Chloroform, CHC13. Klare, farblose, flüchtige Flüssigkeit von eigentümlichem Geruch und süssliohem Qesohmaok, welche sich in Wasser sehr wenig (ungefähr 1 in 200),
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iu allen Verhältnissen aber in Weingeist, Äther, Benzol, fetten und ätherischen ölen löst und hei 60()2u siedet, üas spezilische Gewicht beträgt 1,4851,489 (1,50t). ^m Prohiergläschen mit einer Spirituosen Ätzkalilösiing und Anilinsulfat erwärmt, entwickelt sich ein penetranter und sehr widerlicher Geruch nach Isohenzonitril (f), Chloroform ist vorsichtig und vor Licht geschützt auf-z u b e w a h r e n!
Das offizinelle Chloroform enthält bei dem vorgeschriebenen spezifischen Gewicht und Siedepunkt 10/,i absoluten Alkohol, durch den die Haltbarkeit wesentlich erhöht wird. Alkoholfreies Chloroform zersetzt sich beim Stehen am Licht sehr schnell unter Bildung von Chlorkohlenoxyd (Phosgengas), Chlor und Wasser; im alkoholhaltigen Chloroform geht die Zersetzung sehr viel langsamer vor sich, und es bilden sich in der Hauptsache nur gechlorte Athylabkömm-linge, Salzsäure und Kohlensäure. Trotzdem sollte man auch das offizinelle Präparat nicht nur in der Hausapotheke, sondern auch beim Gebrauch vor Licht schützen bez. in braunen oder schwarzen Flaschen führen.
Vor der Anwendung des Chloroforms sollte man sich von seiner Roinhoit überzeugen. Es geschieht dies am besten nacli folgenden Vorschriften des Arzneibuches: Mit 2 Raumteilen Chloroform geschütteltes Wasser darf blaues Lackmus-papier nicht riiton, auch oino Trübung nicht hervorrufen, wenn es vorsichtig über eine mit gleichviel Wasser verdünnte .Silbernitratlösung geschichtet wird (Abwesenheit von Salzsäure bez. Arsen). Wird Chloroform mit Jodzinkstürkeliisung geschüttelt, so darf weder eine Uläuung derselben noch eine Färbung des Chloroforms eintreten (Abwesenheit von freiem Chlor).
Von dem erstickenden l'liosgengeruch (siehe oben) sei Chloroform frei. Bestes Piltrierpapler, mit Chloroform getränkt, darf nach dem Verdunsten dos letzteren keinen üeruch mehr abgeben (Phosgen, Fuselöl, Salzsäure und zufällige Verunreinigungen).
20 cera Chloroform sollen bei häufigem Schütteln mit 15 com Schwefelsäure in einem 3 cm weiten, vorher mit Schwefelsäure gespülton ülas mit GlasStöpfel innerhalb einer Stunde die Schwefelsäure nicht färben (Abwesenheit von fremden Chlorverbindungen des Äthyls, Amyls etc.).1'
Die Darstellung des Chloroforms erfolgt fabrikmässig durch Destillation von stark verdünntem Weingeist mit Chlorkalk oder durch Behandeln von verdünntem Acoton mit Chlorkalk oder durch Zersetzen des Chorals mit Atzalkalien (sogen. Chloralchloroform). in Jüngster Zeit wird unter der Bezeichnung Chloroformium medicinalc Bietet chemisch reines Chloroform durch Krystallisation bei sehr niedrigen Kältegraden dargestellt. Nach R. du Bois-Reymond ist ein
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grosser Teil der Scliädlickeiton des Chloroforms auf die beigemengten Verunreinigungen, die selbst bei gutem Chloroform angeblich nooh 1:1000 betragen, zurückzuführen. Wirkung des Chloroformslaquo;
1.nbsp; nbsp;Chloroform wirkt in Forin dor Aqua cbloroformisataquot; (Wasser, welches durch Schütteln mit Chloroform gesättigt wurde) ziemlich stark antiseptisch (voll entwickelte Bakterien werden meist recht prompt, Sporen dagegen nicht getötet), ist indessen als Desinliciens nicht allgemein anwendbar. Ausserdem ist Chloroform ein gutes Antitänicum
2.nbsp; Ortlich ruft Chloroform heim Verdunsten Kältegefühl und müssige Anästhesie hervor; bei aufgehobener oder sehr langsamer Verdunstung wirkt es reizend (entzündungserregend, sogar ätzend), sodass z, 15. durch Einatmen von Chloroformdämpfen Rhinitis und durch Verschlucken unverdünnten Chloroforms Gastroenteritis entstehen kann. Das beim Hund im Beginn der Chloroforminhalationen sehr hiuiiig auftretende Erbrechen dürfte auf die örtliche Wirkung verschluckten Chloroforms zurückzuführen sein. Am meisten macht sich der Einiluss von Chloroformdämpfen auf die Nase der Katzen bemerklich, die beim Beginn der Inhalation nicht selten von förmlichen Nieskrämpfenquot; befallen werden.
3.nbsp; Die Resorption des Chloroforms erfolgt von allen Applikationsstellen am schnellsten jedenfalls von den Lungen aus. Seine Aus-sclieidnngsverhältnisse sind komplizierter Natur; ein Teil dürfte in unverändertem Zustande durch die Lungen eliminiert werden, ein anderer Teil erscheint im Harn, und zwar teils unverändert (in Spuren!), teils in Form noch nicht sicher erkannter organisclier chlorhaltiger Verbindungen, ein dritter Teil wird in Wasser und Chloride (Chlorkalium, Chlornatrium) verwandelt.
4.nbsp; Die nach der Resorption auftretenden Allgomeinsyniptoino sind, wie schon aus der allgemeinen Darstellung auf Seite 301 zu ersehen ist, hauptsächlich auf eine Beeinflussung (Lähmung) des Centralnervensystems zurückzuführen Zunächst werden die Grosshirnhemisphären und das Kleinhirn gelähmt, hierauf das Rückenmark und zuletzt die Medulla oblongata. Fernerweit wird das Herz (die motorischen Ganglien, weniger der Herzmuskel) durch Chloroform ungünstig beeinliusst.
Der Tod (im unmittelbaren Anschluss an eine einmalige, intensive Chloroformierung) tritt wahrscheinlich durch Lähmung des
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A tmungscentiums ein, doch kann er bei herzkranken Individuen, sowie dann, wenn bei Chlorofurminhalationen mit ungenügender Luftzufuhr Chloroform in Menge durch den Lungenkreislauf ins Herz gelangt, auch durch Kerzlähmung (oft schon, ehe die volle Anästhesie erzielt ist) erfolgen. Manche glauben allerdings, dass der Chloroformtod ausnahmslos durch Herzlähmung zu stände komme.
quot;). Lang anhaltendes, d. h. mehrere Stunden hinausgezogenes, oder kürzeres, aber häulig wiederholtes Chloroformieren kann namentlich beim Hund und bei der Katze durch Erhöhung des Eiweisszerfalles fettige Degeneration verschiedener Organe, des Herzens, der Skelettmuskeln, der Drüsen etc., und dadurch den Tod (tödliche Nachwirkung des Chloroforms) herbeiführen. Bei direktem Zusatz von Chloroform zu Blut (extra corpus) wird dasselbe durch Auflösung der Erythro-cyten lackfarbenquot;, und es ist nicht unmöglich, dass der erhöhte Ei-weisszerfall und die daraus resultierende fettige Degeneration der Organe auf eine bei protrahierter Chlorofonnierung zu stände kommende Schädigung der Erythrocyten (intra corpus) zurückzuführen ist. Der Reichtum des Harns intensiv chloroformierter Hunde an Gaüenfarb-stofl'en (Bilirubinuriequot;) scheint darauf hinzudeuten (Ostertag, Strassmann u. a.).
6. Subkutan injiziert, rufen grössere Mengen von Chloroform (bei Hunden und Katzen) schnellen Tod unter den Symptomen der Hämoglobinurie, kleinere Mengen späteren Tod unter den Erscheinungen der Bilirubinurie (siehe oben), allenfalls gemischt mit Blutfarbstoffharnen hervor (Bert, Strassmann, Ostertag etc.). Einführung in die Venen bewirkt nach Gosselin schnellen Tod durch Herzstillstand: Einführung in die Arterien veranlasst tetanische Starre der von diesen versorgten Muskelpartien.
Die allgemeinen Wirkungen dos Chloroforms studiert man am besten bei Gelogenheit ilov Inhalation dos Mittels, /,. B, vor grossoron, schmerzhaften ()porationcn:
Bald nach Beginn der Chlorolbrniinhalation macht sich das oben bereits erwähnte Stadium der Excitation (der Aufregung, Willkür) durch heftige Unruhe, Wildheit, Aufregung bemerklich. Seine Intensität und Dauer ist bei den verschiedenen Tierarten und Einzelindividuon verschieden. Am kürzesten ist es im allgemeinen bei Katzen, wo es nur wenige Minuten andauert, bedeutend länger schon beim Pferd und Hund mit circa 10- 15 Minuten. Puls und Kespirution sind in diesem Stadium beschleunigt; die Temperatur ist meist etwas erhöht, die Pupille in der Kegel dilatiert und die Keizbarkeit der Iris herabgesetzt. Delirien und Hallncinationen Wiehern der Pferde, Heulen oder Bellen der llundo etc. , manchmal (besonders beim Hund) auch Kot- und Urinabgang,
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kündigen den Beginn der oigentlicliDn Narkoso, des sogenannten Sfiidiuins der Depression oder Toleranz an. Die Tiere fallen in Sohlaf, werden gefühllos, die Reflexe verschwinden, zuerst der Hautrofiex, zuletzt der Cornoareflox, die Muskeln sind völlig erschlafft, sodass die üliodor i)a83iv in jode Stellung gebracht werden können, die Pupillen verengern sich, die Körperwärme geht wieder zurück, dor Puls ist ruhig und langsam, aber meist in seiner Stärke herabgesetzt, die Atemzüge gescholion langsam und in der Regel nicht sonderlich tief. Rollende, zuckende, dissoziierto Bewegungen mit den Augäpfeln sind namentlich beim Pferd ein liäullges Vorkommnis.
Podenklich kann gelegentlich ein auf Erschlaffung der Zungenmuskeln beruhendes Zurücksinken der Zunge mit Verlegung des Aditus luryngis werden, indessen beruht das häulig zu beobachtende schnarchende Atmen wohl in der Regel auf einer Erschlaffung des Gaumensegels oder auf angesammelte Schleim- bez. Speichelmassen, nicht auf Schlotternquot; der Zunge. Ein Atomhindernis kann dem Pferd auch noch dadurch erwachsen, dass die erschlafften Nasonllügel klappenartig sich einziehen bez. den Luftzutritt in die Nase verhindern.
Kurze Zeit (wenige bis 16 Minuten) nach Aussetzen der Inhalation erfolgt das Erwachen aus der Narkose. Die Tiere sind anfangs noch taumelig, erhalten aber bald ihre volle Aktionsfähigkeit zurück. Wird indessen die Chloroform-inhalation im Stadium der Toleranz nicht unterbrochen, so tritt sohliesslich der Tod ein. Vorher werden die Atemzüge oberflächlich, aussetzend, un-regelmässig, der Puls wird unrcgclmässig in jeder Beziehung, das Blut der Wunde dunkel, die Pupille weit. Häufig genug sterben allerdings die Tiere ohne diese Vorboten: plötzlich sistiert die Atmung, das Horz schlägt noch kurze Zeit fort, oder es erlischt dio Thätigkeit des Herzens, und die Respiration geht noch eine Zeit lang weiter, ohne dass man vorher durch besondere Veränderungen auf den bevorstehenden Exitus lotalis aufmerksam wurde.
Die Todesdoseu des Chloroforms (als Inhalation angewendet) lassen sich bei den einzelnen Tierarten kaum mit Sicherheit feststellen, da auch individuell dio grössten Differenzen bostohen und während des Experiments von dem sehr llüchtigen Mittel eine grosso Menge verloren gebt. Beim Pferd scheint nach hierorts (unter Benutzung der gewöhnlichen Maske) angestellten Versuchen eine Chloroformmonge von etwa 600,0 (400,0900,0) zur Tötung nötig zu sein; bei einem einjährigen Eohlen führten schon 45.0 zum Tod (Eichhorn). Hunde vertragen unter Umständen sehr grosso Chloroformmengen (Ostertag u. andere), gehen aber gelegentlich schon nach kleinen Dosen zu Grunde. Vom Verfasser mittels des entsprechend modifizierten Junkerschon Apparats angestellte Versucho ergaben bei den Einzelindividuen überaus grosso Einplindlichkeitsdifferonzen. Katzen scheinen nur dann halbwegs widerstandsfähig zu sein, wenn ihnen das Chloroform sehr vorsichtig und mit grossen Luftmengon zugeführt wird. Bei Verwendung des Junkerschen Apparats starben 2 Katzen auf 6,0 und 8,0 Chloroform in 4 und 7 Minuten (Verfasser). Beim Kind ist die Todesgabe unbekannt; bei Schafen und Ziegen soll das Chloroformierenquot; sehr leicht Broncho-pneumonie erzeugen (Nigotin).
Die Kadaver von Tieren, welche an Chloroform Vergiftung gestorben sind (oder Müller, PharmakologlOinbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;20
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bald nach der Cbloroformierung getötet bez. notgoschlaohtet wurden!) riechen (manchmal) nach Chloroform. Die Sektion liefert beim Tod nach kurz andauernder Narkose aussei1 Schlail'lioit des Herzens und eventuell Chloroformgeruch der Organe nichts besonderes; war die Chlorolormnarkose eine auf Stunden ausgedehnte, so kann akute Verfettung des Herzens, der Leber, der Niere etc. zugegen sein (siehe auch Seite 804, Abschnitt 2).
Anwendung lt;les Chloroforms.
Chloroform wird benutzt:
1. Zu Inhalationen behufs Herbeiführung allgemeiner Anästhesie a) hei schmerzhaften, längere Zeit anhaltenden Operationen, teils um dem Patienten die Schmerzen zu ersparen, teils um störende Bewegungen zu verhüten; b) bei Einrichtung von Luxationen und Hernien behufs Beseitigung der Muskelspannung; c) bei der Geburt (Krampfwehen etc.), sowie bei bestehenden Uterus- und Scheidenvorfällen behufs Verhütung starken Fressens; d) bei heftigen Krämpfen, Eklampsie, Tetanus, Strychninver-giftung etc. als Beruhigungsmittel (bei c und d auch als Inhalation in refracta dosi).
Die zur Narkose nötige Dosis lässt sich auch nicht entfernt mit Sicherheit angeben und schwankt (bei Benutzung der gewöhnlichen Maskequot;) bei grossen Tieren zwischen 50,0 und 300,0 und darüber (im Mittel 100,0), bei mittelgrossen Tieren zwischen 15,0 und 60,0 (im Mittel 25,0), bei Hunden zwischen 8,0 und 50,0 (im Mittel 15,0). Möller giebt als Durchschnittsdosis beim erwachsenen Pferd 110,0 (Eintritt der Narkose nach circa 20 Minuten), beim 1-und 2-jährigen Fohlen 15,020,0 (Eintritt der Narkose nach 7 8 Minuten) an; Hirzel brauchte beim Pferd in der Regel 30,050,0, und die Narkose trat durchschnittlich nach 6 8 Minuten ein. Bei der Katze muss die Cbloroformierung sehr vorsichtig vorgenommen und für Zufuhr reichlicher Luftmengen Sorge getragen werden.
Unter Umständen, besonders zur Verlängerung der Narkose mit Ersparung von Chloroform, empfiehlt sich die Kombination mit Morphin (gemischte Narkose: beim Pferd wird 1020 Minuten vor der Chloroformierung eine subkutane Injektion von 0,30,8 Morphin vorgenommen), während die Verdünnungquot; des Chloroforms mit Äther behufs Abschwächung der Gefahren sich im allgemeinen wenig vorteilhaft erwiesen hat und meist nur das Excitationsstadium ungebührlich verlängert (Möller u. a.).
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Uegelu beim Chloroformieren.
1)nbsp; nbsp;Aussohluss blutarmer, sehr fetter, an hoohgradigen Cirk\ilation.s- oder Respirationsstöningen leidender Individuen. Ulossor arliytlunisclier Puls, wie er bei Hunden sehr häufig ist, bildet an sich noch keine (iogenanzoigo. Aussohluss ferner von solllacht baren Tieren, wenn nach Lage der Dingo ihre baldige Notschlachtung nicht ausser Bereich der Möglichkeit liegt.
2)nbsp; Verwendung nur tadellosen Chloroforms (siehe oben) und Benutzung von Maskon, die ein stärkeres Eindringen von Chloroform in dio Nase unmöglich machen; anderenfalls wiederhol tos Auswischen der Nase mittels eines weichen Tuches.
3)nbsp; Zuführung reichlicher Luftmengon neben den Chloroformdämpfen.
4)nbsp; nbsp; Unbehinderte Atmung; Lockerhalten dos Kehlriemens und des Bauchgurtes, Nichtbelaston des Brustkorbes etc.
5)nbsp; Herausziehen der Zunge (wenigstens bei Pferd und Rind) behufs Verhütung des Zuriickfallens.
6)nbsp; nbsp;Tieflagerung des Kopfes bei Operationen im Mund und Rachen behufs Verhütung der Vorlagerung der Atcmwego durch Blut etc.
7)nbsp; nbsp;Unterbrechung der Inhalation, wenn dio Narkose perfekt ist; weitere Zufuhr von Chloroformdämpfon erst boi wieder erwachondera Bewusstsein.
8)nbsp; nbsp;Genaue Überwachung des Pulses, der Atmung, der Pupille und der Farbe des aus der Wunde fliessenden Blutes; sofortiges Aussetzen der Inhalation bei ointretendon Unregolmässigkeiten (siehe oben).
2.nbsp;Innerlich (in schleimigem Vehikel oder | HundenJ auf Zuckei-pulver) selten bei Krampfkoliken, hartnäckigem Erbrechen, Krämpfen verschiedenster Art etc., sowie mit Eicinusöl gegen Tänien.
Dosen des Chloroforms für grosse Tierenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;nüttelgrosse Tierenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Hunde
25,050,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;5,010,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;0,54,0
3.nbsp; Ausserlich unverdünnt oder in Form von Spirituosen Lösungen, Linimenten (Chloroform mit Olivenöl oder Kampferöl; 1 : 15 Teilen), Salben (1:5 10 Teilen Salbengrundlage) zu E inr eibungen bei schmerzhaften Affektionen, z. B. Muskolrheumatismus, ürchitis etc. Zu a n t i s e p t i s c h e n Zwecken dient mit Wasser geschütteltes Chloroform (Aqua chloroformisata mit circa 0,75 ü/o Chloroform); zur lokalen Anästhesierung durch Zerstäubung ist Chloroform ebenso wenig geeignet, wie zur subkutanen Applikation (Neigung zur Abscessbildung).
2. Aether*t,Äther, Schwefeläther, Äthyläther,C.2H50-C2H5.
Klare, farblose, leicht flüchtige, leicht bewegliche Flüssigkeit von
eigentümlichem Geruch und Geschmack, die sich mit Weingeist und
20*
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fetten ölen in jedem Verhältnis mischt, bei 35deg; (f 343ön) siedet und ein spezifisches Gewicht von 0,720 (f 0,725) besitzt. In Wasser ist Äther mir wenig löslich; 10 Teile Wasser nehmen etwa 1 Teil Äther auf. Äther ist vor Licht geschützt auf zubewahren!
Äther ist überaus leicht entzündlich; mit Luft gemengter Äthordampl' explodiert bei Boriihrung mit brennenden Körpern mit grosser Heftigkeit. Filtrierpapier, mit Athor gotriinkt, darf nach dem Verdunsten keinen Geruch mehr (nach Fuselölen) geben. Beim freiwilligen Verdunsten von Äther in einer Schale darf kein sauer reagierender llückstand (Schwefelsäure, schweflige Säure, Essigsäure) bleiben. Weder Kaliumhydroxyd noch Kaliumjodidlösung dürfen durch Äther innerhalb 1!i bez. 1 Stunde alteriert worden (Vinylalkohol, Wasserstoffsuperoxyd).
Die Darstellung des Äthers erfolgt im grossen durch Erhitzung bez. Destillation von Weingeist mit Schwefelsäure, wobei zuerst saures Äthylaulfat, sogen. Äthylschwofelsänre, gebildet wird, welches dann durch Zusatz von weiterem Weingeist in Äther und Schwefelsäure zerfällt.
Pharmaceutisches Präparat: Spiritus aethereus* (Spiritus Aetherisf), Ätherweingeist. Hoffmanns Geist. Klare, farblose, neutrale, völlig flüchtige, durch Vermischen von 1 Teil Äther und 3 Teilen Weingeist dargestellte Flüssigkeit von 0,805 0,809 (f 0,820) spezifischem Gewicht.
Wirkung des Äthers.
1.nbsp; nbsp;Auf der Haut ruft Äther durch rasche Verdunstung Kältegefühl mit Erblassen (Zusammenziehung der Gefässe) und Aufhebung der Sensibilität (Kälteanästhesie) hervor. Wird die Verdunstung des Mittels durch impermeable Stoffe verhindert, so entsteht örtliche Reizung: Hyperämie, Entzündung, sogar Blasenbildung. Auf Schleimhäuten ist die Wirkung ähnlich, aber energischer.
2.nbsp; nbsp;Im Magen und Darm bewirken sehr kleine Mengen Hyperämie und vermehrte Sekretion (unter anderem auch stärkere Ergiessung von Pankreassaft), längere Zeit fortgegeben dagegen Verdauungsstörungen; grosse Mengen führen zu Entzündung und infolge des Überganges des Äthers in die Dampfform zu Meteorismus mit Vordrängung des Zwerchfelles, Behinderung der Respiration, ja, bei Tieren, welche nicht erbrechen, sogar Magenberstung.
3.nbsp; nbsp;Die Resorption erfolgt schnell, namentlich von Magen, Mastdarm, Lunge und Subcutis aus. Die Ausscheidung geschieht
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schnell und scheinbar zum grossen Teil unverändert durch die Lunge (Äthergeruch der Atemluft bei subkutaner Anwendung).
4. Die Entferntwirkung kleiner Dosen ist die eines flüchtigen Excitans: Beschleunigung und Hebung des Pulses, AVärme der Haut, erhöhte Munterkeit etc. Gros sere Gaben wirken in ähnlicher Weise wie Chloroform.
Die anästhesierende Wirkung tritt besonders bei der Einatmung von Ä t h e r d am p f cn, doch auch bei der sogenannten Atherisation per rectum, d. h. bei der Einleitung von Äther-dämpfen in den Mastdarm, hervor. Es unterscheidet sich die Ather-wirkung von der Chlorofonmvirkung namentlich dadurch, dass das Ex citationsstadi um er heblich länger an dauert und meist auch wesentlich stärker ist, ferner dass im Toleranzstadium, welches nach Sistierung der Inhalationen in der Regel in wenigen Minuten verschwindet, die Reflexe niemals völlig erlöschen, unter Umständen sogar gesteigert sind, und dass die Gefahr des tödlichen Ausganges viel geringer ist. Namentlich wird das Gefässcentrum und das Herz kaum wesentlich beeinflusst. Nach H. Wood ist der Äther beim Menschen 45 mal ungefährlicher als das Chloroform, nach Nigotin sind Ätherinhalationen bei Wiederkäuern nicht unbedenklich.
Der Tod scheint stets durch Lähmung des Respirationscentrums zu erfolgen.
Die Todesdosis betrug nach Littoraturangabou beim Pferd in eiuom Fall 750,0; Kaninchen und Vögel sollen verhaltnismässig sehr empfindlich sein, ebenso Wiederkäuer; Hunde vertragen in den meisten Füllen recht grosse Mengen, und auch die Katzen verhalten sich nach vom Verfasser angestellten Versuchen Athordämpfen gegenüber sehr widorstandslahig.
Kadaver von Tieren, die an Äthervergiftung gestorben waren oder bald nach dor Äthertherapio notgeschlachtet wurden, riechen in allen Teilen stark nach Äther; bei der Sektion findet man das Central-nervensystem und die drüsigen Organe stark hyperämisch.
Anwendung.
Man wendet Äther an:
1. Zu anästhesierenden Inhalationen; häufig behufs Sicherung des Erfolges und Abkürzung des ersten Stadiums mit Chloroform gemischt.
Achtung! Geschlachtete Tiere riechen nach Äther: Vorsicht
mit Licht!
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Die von Cagny empfohlene Ätherisation per rectum hat sich in Deutschland bei Pferden gar nicht, bei Hunden nur in seltenen Fällen (Verfasser und andere) bewährt. Eine Verbindung von Chloralhydrat mit Äther (zwecks der Verdampfung!!) vormag an diesem Resultat naturgemäss nichts zu ändern.
Dosen für Hunde 15,050,0
2.nbsp; nbsp;Als rasch wirkendes Reizmittel bei Collaps und gesunkener Herzthätigkeit, am besten subkutan mit unter Umständen baldiger Repetition (Kampferspiritus oder Kampferäther ist vorzuziehen!).
Dosen des Äthers als Excitans für grosse Tiere mittelgrosse Tiere Hunde 10,025,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 2,08,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;0,5-2,0
3.nbsp; nbsp; Als beruhigendes, krampfstillendes Mittel bei schmerzhaften Zuständen, namentlich im Verdauungstraktus. Man verabreicht innerlich Äther oder Spiritus aetliereus*f, und zwar grossen Tieren (z. 13. Pferden mit Krampfkolik) am besten im aromatischen Infus (Kamilleninfus etc.), nach Befinden auch in Ricinusöl (40,0 Äther, 500,0 Oleum Ricini), kleinen Tieren am einfachsten auf Zuckerpulver, in Thee, quot;Wein etc. Die Klystier-form ist wenig empfehlenswert, doch nahmen Zorn und Ehlers bei Windkolik des Pferdes mit gutem Erfolg rektale Infusionen von 15,0 Äther und 400,0 Wasser vor.
Dosen des Äthers als Antispasmodicum etc. für
Pferdenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Hunde
25,050,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;2,0-5,0
Achtung! Grössere interne Mengen des Äthers bewirken infolge Überganges desselben in die Dampfform Meteorismus mit Atemnot etc.!
4.nbsp; Behufs lokaler Anästhesierung durch Verdunstungskälte (Applikation von Äther in fein zerstäubter Form, weniger gut durch Auftröpfeln; das Gefrieren der Gewebe bringt keinen Nachteil mit sich!), sowie zu hautreizenden und schmerzstillenden Einreibungen (unverdünnt, mit aromatischem Spiritus oder mit Öl).
Vorsicht mit Licht!
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3.nbsp; nbsp;Aether acelicns*!, Essigäther, (CaHJCjHjjO,. Klare, farblose, flüchtige, leicht entzündliche Flüssigkeit von
eigentümlichem, angenehm erfrischendem Geruch; mit Äther und Weingeist in jedem Verhältnis mischbar; in circa 17 Teilen Wasser löslich; bei 7470deg; siedend; von 0,9000,904 spezifischem Gewicht. Die Darstellung erfolgt gewöhnlich durch Destillation von wasserfreiem Natrhunacetat mit einem (Jemisch von Schwefelsäure und Weingeist.
Anwendung. Essigäther ist wegen seiner geringen Flüchtigkeit als Anaestheticum nicht geeignet und findet in der Tiermedizin nur vereinzelt als lleizmittel (innerlich wie Äther) Anwendung.
4.nbsp; nbsp;Aether bromatus *, Äth^lbromid, Bromäther, C2 H-, Br. Klare, farblose, flüchtige, stark lichtbrochende. angenehm ätherisch
riechende, neutrale, in Wasser unlösliche, in Äther und Weingeist lösliche, bei 38 40deg; siedende Flüssigkeit von 1,453 1,457 spezifischem Gewicht. (Das sehr giftige, inhaliert keine Anästhesie, sondern heftige Bronchopneumonie bewirkende Ä t h y 1 e u d i br o mi d C2H4Br2 hat einen Siedepunkt von 129131deg; und ein spezifisches Gewicht von 2,103). Bromäther ist vor Licht geschützt aufzubewahren und wird zur Zeit durch Destillation von 12 Teilen Kaliumbromid mit einem erkalteten Gemisch von 12 Teilen Schwefelsäure und 7 Teilen Weingeist im Sandbad gewonnen.
Anwendung. Äthylbromid ist in neuerer Zeit vielfach bei Menschen als Betäubungsmittel für kurzdauernde Operationen empfohlen worden, weil es sehr rasch, nach wenigen Minuten, eine Art von Halbschlaf und Analgesic ohne üble Nachwirkung hervorruft. Bei Tieren (auch bei Katzen!) wirkt das Mittel im allgemeinen zu schwach, und nur beim Hund lässt sich durch Inhalationen von 10,040,0 in den meisten Fällen eine kurze Zeit andauernde, gute Anästhesie hervorrufen. Der Tod trat bei diesen Tieren selbst bei sehr lange fortgesetzter Bromätherinhalation niemals ein (Verfasser).
Ortlich konnte Bromäther genau wie Äther zur Kältean-ästhesie verwendet werden.
5.nbsp; nbsp;neiiseinum Petrolei*, Petroleumbenzin.
Farblose, nicht lluoreszierende Anteile des Petroleums, volaquo; 0,040,07 spezifischem Gewicht, zwischen 55 und 75deg; übergehend, von starkem, nicht unangenehmem Geruch, in der Kälte erstarrendraquo; leicht zu entzünden!
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Petroleumbenzin stellt ein durch fraktionierte Destillation des Petroleums gewonnenes Gemenge verschiedener Kohlenwasserstoffe der Formel CnHsn-|-2 dar und darf nicht mit dem sehr giftigen Benzolum (e carbone fossili) oder Steinkohlenbenzin, Ca He, welches mit einer Mischung von 1 Teil Schwefelsäure und 4 Teilen rauchender Salpetersäure Nitrobenzol (Bittermandelöl-Geruch!) bildet, verwechselt werden.
Amvemlung. Man benutzt Pctroleumbenzin lediglich äusser-lich zur Entfettung der Haut vor Operationen, sowie der Hufe, z. B. vor Applikation des Hufkittes (Vorsicht mit Licht!).
Inhaliert, bewirkt es nach vorhergegangener Excitation Narkose, die indessen mit unangenehmen Nebensymptomen verknüpft ist.
Vom Verfasser mit Bcnzinnm PetroleV (I'liarm. (Icrman.) angestellte Versnobe ergaben folgendes:
Ein etwa 3 Jahre alter, gesuiulor Spitzhund wurde bald naoll Beginn der Inhalation heftig aufgeregt, der Puls wurde schnell und zum Teil irroguliir, die Respiration sehr frequent und keuchend. Es stellten sich Mydriasis. Cyanose, Mnskelzittern und anfallsweise auftretend allgemeine Krämpfe ein, und erst nach 20 Minuten gelangte das Tier in eine Art von Narkose, die sich durch völlige Unaufmerksamkeit, taumelnden Gang und Kreisbewegungen zu erkennen gab, indessen zeitweilig durch an Strychnintetanus erinnernde Krämpfe unterbrochen wurde. Nach Beendigung der Inhalation (bez. nach Verbrauch von 70,0) kehrte schnell das JJovvusstsoin zurück, während Bewegungsstörungen und Atmungssyptome noch einige Zeit anhielten Die Temperatur war während des Versuchs von 38,4 auf 40,9 gestiegen und sank nachher auf 37,5. Ein herzkranker Hund fiel bald nach Beginn der Inhalation in einen komatösen Zustand.
Ein altes Pferd gelangte nach Inhalation von circa 600,0 Petroleumbenzin in tiefe Bewusstlosigkeit (neben Mydriasis und Nystagmus), später stellten sich zeitweise Zuckungen am Kopf und an den Vorderbeinen und Anfälle von allgemeinen Krämpfen ein. Cirkulation und Respiration wurden anscheinend wenig beeinflusst. Bei der Sektion roch das gesamte Kadaver in intensiver Weise nach lie n z in.
6. Oleum Petrae, Petroleum, Steinül, Bergöl. Gelbliche oder rötliche, klare Flüssigkeit von irisierender Beschaffenheit und eigentümlichem Geruch; in fetten Ölen, Äther, absolutem Weingeist leicht, in gewöhnlichem Spiritus schwer löslich. Es stellt ein Gemenge von Kohlenwasserstoffen hauptsächlich der Formel OnH|n-|-a (Methane. Hydrüre) dar.
Anwendung. Innerlich (als S to mach i c u m, Oarminativum etc.) ist Petroleum völlig entbehrlich, ebenso äusserlich, wo man es in ähnlicher Weise wie Terpentinöl, namentlich auch als Antipara-siticum für Ektozoön angewendet hat. Für Milben ist es in-
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dessen eine wenig schädliche Hubstanz (Verfasser), üie Einreibung
grösserer Hautiläclien mit Petroleum hat mehrfach nicht nur zur
Hautentzündung, sondern auch zu schweren Allgemeinvergiftungen,
die manchmal (nach Megnin sogar beim Pferd!) mit dem Tod
endigten, geführt.
II.nbsp; Hypnotica.
1.nbsp; Chlorahim h)dratiini*tnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 4. Chluralum rormamiiliitn m*
2.nbsp; Paraldchydum*nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;5. Sulfonal um* 'S. Amylonum hydraturu*nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 6. Urotlianum.
1. lt; liloraliuii liydratiim *-{-, Chloralhydrat, CCla.COH HjÜ.
Trockene, luftbeständige. farblose, durchsichtige, bei 58 0 schmelzende Krystalle von stechendem Geruch, schwach bitterem, ätzendem Geschmack, leicht in Wasser, Weingeist und Äther, weniger in fetten Ölen und Schwefelkohlenstoff löslich; in 5 Teilen Chloroform sich langsam lösend. Beim Erwärmen mit Natronlauge geben die Krystalle eine trübe, unter Abscheidung von Chloroform sich klärende Lösung. Chloralhydrat ist vorsichtig aufzubewahren!
Die Lösuiijj; von 1,0 Chloralhydrat In 10 com Weingeist darf blaues Laekmus-papier orst beim Abtrocknen Bchwaoh röten und durch Silbornitrat nicht sofort verändert worden (freie Salzsäure). Erhitzt, sei Chloralhydrat llüchtig, ohne brennbare Dämpfe zu entwickeln (Chloralalkoholat).
Chloralhydrat wird durch Einleiten von trockenem Cldorgas in absoluten Alkohol gewonnen; es bildet sich (neben Chloralalkoholat) Chloral, welches durch Schwofolsäuro abgeschieden und durch Behandeln mit Wasser in Chloralhydrat übergeführt wird.
Wirkung des Chloral hydrates.
1.nbsp; Chloralhydrat ist ein gutes Antisepticum und Antifer-mentativum, welches z. B. schon in l0/0iger Lösung Hefe- und Milchsäuregährung hemmt und die Fäulnis von Eiweiss, Muskel-iieisch etc. verhindert.
2.nbsp; Örtlich wirkt os stark reizend und ätzend, und erst Lösungen von 5 % und weniger können unbedenklich mit Schleimhäuten (z. B. mit dem Magen, dem Mastdarm) und mit der Subcutis in Berührung gebracht werden.
ii. Die liesorption geht schnell sowohl vom Unterhautzell-gewebe als vom Magen und namentlich vom Mastdarm aus vor sich. Die Ausscheidung erfolgt durch den Harn, zum grossen Teil in Eorm einer linksdrehenden, alkalische Kupferlösung reduzierenden Hubstanz, der Urochloralsäuro.
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4. Kurze Zeit (515 Minuten) nach der Resorption treten Erscheinungen hervor, die denen während der Chloroforminhalation ähneln, aber erheblich länger anhalten. Das Excitations-stadium fehlt meist, nur beim Hund ist es manchmal stark ausgeprägt.
In der Medulla oblongata kommt es (nach toxischen Gaben) zuerst zur Lähmung des (jefässnervencentrums, dann des Respirationscentruins. Auch das Herz (motorische (janglien) wird stark geschwächt, doch scheint der mehrere Stunden nach Applikation des Mittels im Coma erfolgende Tod fast immer durch Atmungslähmung zu erfolgen. Vorher sinkt die Temperatur sehr erheblich. Bei einer Katze, der eine tödliche Chloralhydratdosis (3,0) als Clysma verabreicht worden war, ging die Rektaltemperatur schon nach 20 Minuten auf 37,6deg;, nach 1 Stunde 11 Minuten auf 36,5deg;, bald nachher auf 35,0deg; etc. zurück, bei einer anderen, die nur eine Schlafdosis (1,0) bekommen hatte, sank sie auf 36,5 u. Bemerkenswert ist das bei der Katze wenige Minuten nach Setzen des Chloralhy-drat-Klystiers auftretende, heftige Niesen (Verfasser).
Die Todesdoseu (bei interner und rektaler Applikatton) scheinen beim Pferd zwischen 150,0 und 200,0, beim Hund zwischen 10,') und 20,0, bei der Katze zwischen 3,0 und 5,0, beim Kaninchen zwischen 2,0 und 3,0 zu liegen. Rouchet sah ein Pferd unter den Symptomen der Kolik und Gchirnkongostion sterben, nachdem er ihm, um Anästhesie zu erzeugen, 1,2 Morphin (subkutan) und 150,0 Chloralhydrat (als Clysma) beigebracht hatte
Anwendung.
Chloralhydrat wird verabreicht:
1. Als Hypnoticum und Sedativum aus den verschiedensten Veranlassungen. Von hervorragender Wirkung sind entsprechend grosse Dosen bei starker nervöser Aufregung und manchen allgemeinen Krämpfen, besonders Strychninkrämpfen und Eklampsie der säugenden Hündin, viel weniger wirkt das Mittel bei Tetanus, Chorea, Staupekrämpfen etc. Zur Hervorrufung allgemeiner Anästhesie vor Operationen etc ist Chloralhydrat zwar empfohlen worden, aber selbst in Verbindung mit subkutanen Morphininjektionen wenig geeignet.
Man verabreicht das Mittel am besten in Form des Klystiers (1 : 1030 Teilen eines schleimigen Vehikels: bei grossenTieren Leinsamenschleims, bei kleineren Altheeschleims oder Gummischleims mit Wasser), weniger gut und nur bei völlig intaktem Digestions-
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tralctus als Latwerge (beim Pferd) oder Einschütte. Subkutane Injektionen sind der örtlichen Wirkung des Chloral h y d r a t s halber unzulässig.
Dosen des Chloralhydrats für grosse Tierenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; mittelgrosse Tierenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Hunde
25,0-50,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 5,010,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 0,55,0
Eei Katzen darf die Dosis von 1,5 nicht überschritten werden!
2.nbsp; nbsp;Als Sedativum für widerspenstige Pferde behufs Ermöglichung des Beschlagens oder Niederlegens (Pröger).
Dosis für Pferde circa ß0,0.
3.nbsp; Innerlich bei Krampfhusten und unstillbarem Erbrechen {?).
Dosis für Hunde 0,32,0 (in Schleim oder Sirup).
4.nbsp; Als Antisepticum in der quot;Wundbehandlung, bei atonischen Geschwüren etc. (12ü/o)-
Rezept-Beispiele.
1.nbsp; Chloral, hydrat. 50,0, Decoot. (Macerat.) sem. Lini 30,0 : 500,0. Misce. Zum Klystier. Einem Pferd. Bei Tetanus, allgemeiner Aufregung etc.
2.nbsp; Chloral, hydrat. 5,0, Aq. fontan. 70,0, Mucilag. Gummi arabioi 20,0. Misce. Zum Klystier. Einem Hund. Bei Strychninintoxikation.
3.nbsp; Chloral, hydrat. 40,0, Pulv. rad. Althaeae 25,0, Aq. fontan. q. s. Fiat Electuarium. Auf einmal zu geben; unter Umständen alle 24 Stunden zu repetieren. Einem Pferd. Bei Krämpfen, allgemeiner Aufregung etc.
2. Paralflcliyrtnm*, Paraldehyd, CGH1208.
Klare, farblose, neutrale oder doch nur sehr schwach sauer reagierende Flüssigkeit von eigentümlich ätherischem, jedoch nicht stechendem Geruch, brennend kühlendem Geschmack und 0,098 spe-zilischem Gewicht. Bei starker Abkühlung erstarrt Paraldehyd zu einer krystallinischen, bei 10,5 schmelzenden Masse. Er siedet bei 123125fl, löst sich in 8,5 Teilen Wasser zu einer Flüssigkeit, die sich beim Erwärmen trübt, und mischt sich mit Weingeist und Äther in jedem Verhältnis. Er ist vorsichtig und vor Licht geschützt aufzubewahren!
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Seine Darstellung erfolgt aus Salzsäure und Aldehyd, welcher seinerseits in der Regel durch Oxydation des Weingeistes mit Kalium-dichromat und Schwefelsäure gewonnen wird.
Unsicheres Sedativum und Hypnoticum, welches in grossen Dosen Destruktion der Erythrocyten und Methämoglobinurie bedingt. Man würde das Mittel (per os) Hunden zu 10,025,0 (die tödliche Gabe liegt nach Fröhnev zwischen 3,0 und 4,0 pro Kilo Hund) in verdünnter, wässeriger Solution zu verabreichen haben.
3.nbsp; nbsp;Ainylemim liydratnm*, Amylenhydrat, Dimethyl-äthylkarbinol, (CHj),, C(OH). CH2 . CH3.
Klare, farblose, flüchtige, neutrale Flüssigkeit von eigentümlichem, ätherisch - gewürzhaftem Geruch und brennendem Geschmack, in 8 Teilen Wasser löslich, mit Weingeist, Äther, Chloroform, Petroleumbenzin, Glycerin und fetten Ölen klar mischbar, bei 99103deg; siedend. Spezifisches Gewicht 0,8150,820. Amylenhydrat wird durch Destillation des Amylalkohols mit Zinkchlorid, Bindung des Amylens an Schwefelsäure, Reinigung, Zersetzung mit Alkalien und Destillation dargestellt. Vorsichtig und vor Licht geschützt aufzubewahren!
Unsicheres, per os und in Klystierform applizierbares Hypnoticum, welches seiner örtlich reizenden bez. ätzenden Wirkung halber nur in sehr starker Verdünnung verwendet werden darf. Dosis für Menschen 3,0 5,0.
4.nbsp; nbsp; nbsp;Cliloralnm formaiiiidatiiin , Chloralformamid, CCVCH. OH.NH.CHO.
Weisse, glänzende, geruchlose, fabrikmässig durch Erhitzen von krystallisiertem Ammoniumformiat in geschlossenen Gefässen auf 230n erhaltene Krystalle von schwach bitterem Geschmack, die bei 114115deg; schmelzen und in etwa 20 Teilen kaltem Wasser, sowie in 1,5 Teilen Weingeist löslich sind. Beim Erwärmen mit Natronlauge geben sie eine trübe, unter Abscheidung von Chloroform sich klärende Lösung. Vorsichtig aufzubewahren!
Unzureichendes Ersatzmittel für Chloralhydrat. Die Dosen würden sich 1I3 höher zu stellen haben als die des Chloralhydrats. Fröhner wendete Chloralformamid mehrfach mit Erfolg namentlich bei Staupekrämpfen der Hunde (Dosen für diese Tiere 1,03,0) an.
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5. Nul f Vmal a in *, Sulfonal, üiäthylsulfondimethylmethan, CHB | q ) SOj,. Cj H6 CH8| |SO,.C.,Hs.
Färb-, geruch- und geschmacklose, prismatische Krystalle, in der Wärme vollkommen flüchtig, mit 500 Teilen kaltem, 15 Teilen siedendem Wasser, mit 05 Teilen kaltem, 2 Teilen siedendem Weingeist, ebenso mit 135 Teilen Äther neutrale Lösungen gebend. Der Schmelzpunkt liegt bei 125 bis 126quot;. Beim Erhitzen von Sulfonal mit gepulverter Holzkohle im Probierrohr entwickelt sich der charakteristische Merkaptangeruch. Auf die Darstellung aus Merkaptan und Aceton kann nicht näher eingegangen werden. Vorsichtig aufzubewahren!
Hypnoticum und Sedativ um für Hunde, und zwar in stomachalen Gaben von 0,5 4,0. Bei Pferden, Rindern und Schafen scheint durch Sulfonal lediglich eine lähmende Wirkung auf das Rückenmark und die Körpermuskeln zu stände zu kommen, und Fröhner schlägt deshalb vor, das Mittel bei Starrkrampf zu versuchen. Die Todosgabe beträgt für Pferde und Rinder 0,5 pro Kilo Körpergewicht.
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6. TJrcthanum, Urethan, Carbaminsäureäthyläther,
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r,o
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NHs,
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I O.C2H6.
Durch Erhitzen von salpetersaurem Harnstofi' und Alkohol auf 120 -130quot; gewonnene, färb-und gertichlose,blättchen-oder säulenförmige, bei 52deg; schmelzende, bei 180deg; siedende Krystalle, die sich in 0,6 Teilen Weingeist, in i Teil Wasser und Äther, sowie in 3 Teilen Glycerin lösen. Der Geschmack ist salpeterähnlich.
Sehr unsicheres Hypnoticum und Sedativum für Hunde. Die (stomachalen) Dosen würden je nach der Grosse des Patienten 2,520,0 betragen müssen. Die Todesgabe für Hunde beträgt nach Fröhner 2,5 pro Kilo Körpergewicht.
III. Splritnosa.
1.nbsp; Spiritus* (Spiritus Vini ooncontratusf)nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;3. Vinum*
2.nbsp; Spiritus e Vino* (Spiritus Vini Cojjmu'f) | 4. Corevisia
Weingeist, Äthylalkohol, C,H5.OH, entsteht bei der geistigen Gährung des Traubenzuckers, CeH,206, welcher in Gegenwart der Hefe grösstenteils in Äthylalkohol und Kohlendioxyd zerfällt. Zu
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seiner Darstellung benutzt man meist stärkemehlhaltiges Material (Kartoffeln, Getreide), indem man durch Zusatz von Malz zuerst Traubenzucker, aus diesem C2 Hä. OH gewinnt: Ce H1S 00 = 2 (Craquo; H5. OH) 2C02.
Der chemisch reine, wasserfreie Äthylalkohol hat bei 15deg; ein spezifisches Gewicht von 0,79 und siedet unter dem Normaldruck bei 78,4deg; C; er brennt mit bläulicher, nicht leuchtender Flamme, zieht Wasser mit grosser Begierde an und mischt sich damit in allen Verhältnissen, wobei Wärmeentwicklung und Volumenverminderung statt-lindet. Am nächsten kommt ihm der für Veterinärzwecke bedeutungslose absolute Alkohol des Handels, der bis zu 99 Volumen-Prozente wasserfreien Alkohols enthält. Im Gebrauch finden sich folgende Präparatequot;:
1.nbsp; nbsp;Spiritus* (Spiritus Vini concentratusf), Weingeist. Farblose, flüchtige, leicht entzündliche, eine Flamme von geringer
Leuchtkraft gebende Flüssigkeit von eigentümlichem Geruch und brennendem Geschmack, welche Lackmuspapier nicht verändert. Das spezifische Gewicht betrage 0,830 bis 0,834, einem Alkoholgehalt von 91,2 bis 90 Eaumteilen oder 87,2 bis 85,6 Gewichtsteilen in 100 Teilen entsprechend. Die Vorschriften zur Prüfung des Spiritus sind in den Arzneibüchern nachzulesen.
Spiritus dilutus* (Spiritus Vini dilutusf), verdünnter Weingeist. Eine Mischung aus 7 Teilen Weingeist und 8 Teilen Wasser; mit einem Alkoholgehalt von etwa 6869 Kaumteilen oder etwa 6061 Gewichtsteilen in 100 Teilen Flüssigkeit. Das spezifische Gewicht beträgt 0,8920,890.
2.nbsp; nbsp;SiliritiiS e Vino* (Spiritus Vini Cognacf), Weinbranntwein, Cognac. Destillationsprodukt des Weines. Klare, gelbe (oder gelbbraune f) Flüssigkeit von angenehmem, weinigem Geruch und Geschmack. Der Alkoholgehalt botrage 4650 (4550 f) Gewichtsteile in 100 Teilen Flüssigkeit, das spezifische Gewicht nach f 0,9250,920.
Dem Cognac gloich wirkende, zum Teil orhoblich billigoro IJrauntwoiiioquot; sind: Spiritus Sacchari, Eum, dor aus Zuckerrohrsaf't, Spiritus Oryzae, Arrak, dor aus gemalztem Keis und Arekanüssen, Spiritus Prumenti, Korn-branntwoin, der aus Getreide, Spiritus Solani tuborosi, Kartoffolbranntwein, Fusel, der aus Kartoffeln, Spiritus Cerasi, Kirschweingeist, Kirschwasser, der aus Kirschen hergestellt wird otc. Der Alkoholgehalt derselben schwankt zwischen 26 und 00deg;/,,; daneben führen sie geringe Mengen höher siedender Alkohole und anderer
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IKichtiger Stoffe, die ihr Aromaquot; bedingen. Die sogen. Liqueure bestehen aus ,,Branntweinquot; mit Zuolicr, gowiirzigen und bitteren Bciniongungen.
3.nbsp; nbsp;Vinum*, Wein. Das durch Gährung aus dem Saft der Weintraube gewonnene, nicht verfälschte Getränk deutschen oder ausländischen Ursprungs. Die Untersuchung und Beurteilung des Weines richtet sich nach den Bestimmungen des Gesetzes vom 20. April 1892, hetreff'end den Verkehr mit Wein und weinhaltigen und veiniihnlichen Getränken (lleichsgesetzbl. S. 597), und den dazu ergangenen Ausführungsvorschriften; jedenfalls darf der Gehalt des Weines an Schwefelsäure in einem Liter riüssigkeit nicht mehr betragen, als sich in 2,0 Kaliumsulfat vorfindet etc. (siehe Arzneibuch).
Die durch Vergährung der Milch erhaltenen sogen. Milchschaumweine, z. B. der aus Stutenmilch hergestellte Kumys und der aus Kuhmilch unter Benutzung der Kefirkürnerquot; bereitete Kefir, entbehren des tierärztlichen Interesses.
4.nbsp; nbsp;Cerevisia, Bier. Durch Einwirkung von Bierhefe ge-gohrener, mit Hopfenextrakt versetzter Malzaufguss. Der Alkoholgehalt beträgt bei sogen, einfachem Bier (Braunbier) 13%raquo; hei Lagerbier, Schankbräu, Salvator etc. 4ö0/,,, bei Porter, Ale etc. sogar bis 100/o- Daneben finden sich etwa 0,30,5% Eiweiss und Salze, 3 50/0 Kohlenhydrate und (als Stomachicum) Hopfen-bitter, welches bekanntlich oft verfälscht wird.
Wirkung des Spiritus.
1.nbsp; nbsp;Dem Spiritus kommt eine schwache antiseptische Wirkung zu; es beruht darauf seine Verwendung als Konservierungsmittel für die mannigfachsten organischen Substanzen,
2.nbsp; Ortlich ruft Spiritus in verdünntem Zustand Reizung, in konzentriertem Atzung hervor. Letztere macht sich indessen nur an S c h 1 e i m h ä u t e n, exkoriierten Hautstellen, Wunden etc. bcmerklich; auf der intakten Haut kommt es durch unverdünnten Spiritus lediglich zur Reizung (Brennen, Rötung, unter Umständen Dermatitis mit nachfolgender Desquamation). Es beruht darauf die Verwendung des Spiritus (allein oder in Verbindung mit anderen reizenden Stoffen Kampfer, ätherischen ölen etc. ) als Kubefaciensquot;.
Im Magen bewirkt Spiritus in kleinen, stark verdünnten Dosen Hyperämie mit Vermehrung der Sekretion und dient deshalb vielfach, besonders in Verbindung mit dem in gleicher Riclitung thätigen Bittermitteln und Gewürzen (d. h. in Form
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der bitteren und aromatisch bitteren Tinkturen) als gutes Stomachi-cum bei Verdauungssclnviicho oto. Nach grösseren, verdünnten Gaben entsteht Entzündung (Katarrh) des Magens mit Unterdrückung der Verdauung; nach grossen, konzentrierten Dosen (mit über 70 0/o Alkoholgehalt) Atzung mit ihren Folgezuständen.
3. Nach der llesorption, welche, der Flüchtigkeit des Mittels entsprechend, von allen Applikationsstellen, am schnellsten jedenfalls vom Verdauungstraktus aus erfolgt (über die Ausscheidungsverhältnisse des Mittels ist auf Seite 321 nachzulesen), steigern kleine Gaben die Zahl und Grosse der Pulse und die Geschwindigkeit des Blutstromes (Reizung der beschleunigen den Herznerven?), regen die sensoricllen Funktionen, die Thatkraft, die Arbeitsenergie an (Reizung der Grosshirnhemisphären), erhöhen die Zahl der Atemzüge, die Wärme (den Blutgehalt) der Haut und die Perspiratio insensibilis (Reizung des verlängerten Markes). Auch die Xierenthätigkeit erfährt durch Alkohol eine massige Anregung.
Orössere Gaben bewirken die Symptome der Trunkenheit, des Rausches (Unruhe, Aufgeregtheit, Tobsucht, Zerstörungswut, manchmal Aufregung des Geschlechtstriebes oder Abortus, späterhin taumelnder, schwankender Gang etc.) und scliliesslich Schlaf, unter Umständen sogar totale Hewusst- und Reflexlosigkeit (Lähmung der Grosshirnhemisphären und des Kleinhirns, unter Umständen auch des Rückenmarkes): akuter Alkoholismus. Zugleich ist die Körpertemperatur gesunken, teils infolge der Hyperämie und somit grösseren Wärmeabgabe der Haut, teils infolge der Verminderung des Stoffwechsels. Der Tod kann in diesem Stadium durch Respirationslähmung eintreten, nachdem manchmal Krämpfe und Zuckungen vorausgegangen waren.
Als Todesgaben worden genannt: lieim Pferd 250,0 absoluten (!) Alkohols, sowie 5 Liter Branntweins (mit 10 Liter Wasser vordiinnt), lieim Hund 30,060,0, bei der Katze 25,0 absoluten Alkohols. Es ist begreiflich, dass bei Vor-abroiehung konzentrierten Alkohols noch die örtliche Wirkung auf den Verdauungstraktus in Frage kommt. Von entsprechend verdünntem Spiritus vortragen die Haustiere, namentlich im Fieber, sehr grosse Mengen (Pferde 600,0 auf einmal, 1000,0 1500,0 pro Tag; Hunde 150,0 und darüber; Ziegen, Schafe 200,0 und mehr etc.) ohne Nachteil.
Beim Rind kommen Spiritusvergiftungen in der Pegel durch Aufnahme von alkoholreichon Rückständen dos Brennerei- und Brauoroibetriebes: Schlempe, Trabern, Branntwein-, Bicnnaische, Spülwasser aus Branntwoinfässern etc. zu stände.
Kino clironisclie Alkoholvergiftung, wie sie beim Menschen durch fortgesetzte Aufnahme grösserer Spiritusmongen entsteht, wird beim Tier nur sehr
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ausiiiihmsweiso boobachtot. Sie äussert sich durch katarrhalische Erkrankung des Verdauungstraktus, nervüso Störungen und chronisch entzündliche Erscheinungen nebon fettiger Degeneration in zahlreichen inneren Organen.
4. Die Ausscheidung des Alkohols erfolgt nur zum kleinen Teil unverändert durch Nieren und Lunge (in winzigen Mengen auch durch die Galle). Zum grossen Teil verbrennt er vielmehr zu C02 und H20 und wird dadurch, analog den Kohlenhydraten der gemischtenquot; Nahrung, zu einem Sparmittel für Fett und Eiweiss, also zu einem Nahrungsmittel besonders für geschwächte, fiebernde, schlecht verdauende Individuen.
Amvenduug des Spiritus.
Man verwendet Spiritus:
iiusserlich teils rein, teils in Vorbindung mit ätherischen Ölen etc. (z. B. als Kampferspiritus, Restitutionsfluid etc.) als Hautreiz bei einer grossen Menge chirurgischer Krankheiten (siehe Seite 109); ferner zur Injektion in Cysten und bei Hydrocele behufs Erzielung ad-häsiver Entzündung; zur Einspritzung in die Umgebung von Hernien, in Tumoren, Varicen, Aneurysmen etc.; zur Einspritzung in den Gehörgang bei Otitis externa; zur Bepinselung bez. zum Verband schlaffer oder jauchender Geschwüre etc.;
innerlich:
a.nbsp; nbsp;Als Antipyreticum bei fieberhaften Krankheiten, besonders S e p t i c ä m i e und Pyämie. Eine Temperaturerniedrigung ist erst nach grossen Gaben zu erwarten, welche unter Umständen zweistündlich zu repetieren sind und in der Regel auifällig gut, d. h. ohne Symptome des akuten Alkoholismus hervorzurufen, vertragen werden.
Dosen des Spiritus als Antipyreticum für
grosse Tiere mittelgrosse Tiere kleine Tiere
100,0-200,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 30,0-100,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;10,0-50,0
b.nbsp; nbsp;Als Excitans bei Erschöpfungszuständen, Herzschwäche, Collaps etc. aus den verschiedensten Veranlassungen, Zuständen, bei denen Spiritus unter Umständen auch subkutan appliziert werden kann, sowie in wiederholten, kleineren Dosen als Nahrun^s- und Reizmittel bei länger anhaltenden, fieberhaften Krankheiten geschwächter, nament-licli die Nahrung verschmähender oder sie nicht vertragender Individuen. Spiritus wird in solchen Fällen, in stärkerer Verdiinnung per os appliziert, leicht assimiliert und erhält als Sparmittel für Organ-
Mülior, Phatmnkologlo,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;21
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oiwciss, Ivorperfctt und cirkulierende Kohlenhydrate dem kranken Organismus eine gewisse Widerstandskraft.
c.nbsp; Als Reizmittel für Appetit, Magensaftsekretion und Magenbewegungen, sowie zugleich als geringes Antizymoti-pum hei geschwächter und schlechterquot; Verdauung. Man gieht Spiritus meist in Vorbindung mit bitteren Mitteln (als bittere Tinktur etc.) oder (namentlich bei quot;Wiederkäuern) mit Salzsäure.
Dosen des Spiritus als Excitans undnbsp; Stomachicum
für grosse Tiere mittolgrosse Tiere kleine Tiere
25,050,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 10,020,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 1,05,0
(für Schweine 5,010,0)
d.nbsp;Als Narooticum in der Geburtshilfe (für Pferde und Rinder 200,0400,0).
Was die Art der innerliclien Verabreichung des Spiritus betrillt, so muss man, wenn nicht Wein oder liier (in der 710, bez. 20 30 fachen'Dosis des Spiritus) gegeben wird, den Spiritus .jedenfalls stark mit Wasser verdünnen. Auch bei Benutzung von ,.B rannt weinquot; ist diese Vorsicht zu gebrauchen.
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Anhang.
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1.nbsp; Amylium nitrosum*!'
2.nbsp; Spiritus Aothcris nitrosi*
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8, Natrium nitrosum 4. Nitroglycerlnum
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1.nbsp; nbsp; Amylium uitrosnmquot;quot;j*, Ainyluitrit, Salpetrlgsäuro-Amyläther, C5HuN02. Durch Destillation von Qährungsamylalkohol mit Salpetersäure, Entsäuern mit gebrannter Magnesia und Rektifizieren dargestellte, klare, gelbliche, flüchtige Flüssig' keit von nicht unangenehmem, fruohtartigem Qertfch und brennendem, gewttrz-haftem (Jeschmack. Amylnltrit ist kaum in Wasser löslich, mischt sieh indessen in allen Verhältnissen mit Weingeist und Äther, siedet bei 97(.)0 0 (f 96 98 quot;) und verbrennt, angezündet, mit gelber, leuchtender und russonder Flamme. Sein spezifisches Gewicht beträgt 0,870,88 (t 0,902). Vorsichtig und vor Licht geschützt aufzubewahren!
2.nbsp; nbsp; Spiritus Actherls nitrosiquot;, versüsster Salpetergeist, Durch Destillation
vo:i Weingeist und Salpetersäure orlialtone, klare, farblose oder gelbliche, völlig flüchtige, mit Wasser klar mischbare Flüssigkeit von angenehmem, ätherischem Geruch, süssllohem, brennendem Qesohmack und 0,8400,8^0 speziflsohem Gewicht. Das Präparat stellt eine spirituöse Lösung wechselnder Mengen hauptsächlich von Äthylnitrit, CgH,NOa, dar.
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'S. Natrium nitrosum, Natriumnitrit, NaN02. Farbloses, zerlliosslichcs, in Wasser leicht, nicht in AVoingoist lösliches, kühlend salzig schmeukeiules, krystallinisclies Pulver, welches durch Glühen von Natriumsalpeter (Chilisalpeter) mit Kohle gewonnen wird,
4. Nitroglycorinum, Nitroglycerin, Tiinitrin, C8H,(O.NO,)a, Durch Einwirkung eines kalten Gemisches von konz. Schwefelsäure und rauchender Salpetersäure auf Glycerin bereitete, farblose oder gelbliche, ölige Flüssigkeit von süsslichem, gewürzhaftem Geschmack, bei -f 8quot; krystalliniscli erstarrend, bei 11quot; schmelzend, fast unlöslich in Wasser, ziemlich leicht löslich in Weingeist und Äther. Wegen seiner Expiosibilität äusserst gefährlich!
Wirkung und Anwimdung.
Aniylium nitrosum, Natrium nitrosum und Nitroglycerin (Spiritus Aetheris nitrosi dient beim Menschen selten als Zusatz zu diuretischen Mixturen und wirkt nur in sehr grossen Gaben den drei erstgenannten Mitteln ähnlich) besitzen insofern eine übereinstimmende Wirkung, als sie in entsprechend kleinen Dosen (bei Menschen 1-5 Tropfen AmyInitrit inhaliert; 0,050,1 Natrium-nitrit per os; 0,0005 0,001 Nitroglycerin per es) eine vorübergehende starke Herabsetzung des Blutdruckes, und zwar durch Beeinflussung dos vasomotorischen Centrums in der Modulla oblongata, vielleicht auch durch periphere Ein-wirkung auf die Gofässnerven, hervorrufen, Grössero Dosen wirken als lilut-gift, indem sie das Hämoglobin teilweise in Methämoglobin umwandeln, und als centralos Nervengift (Betäubung, Krämpfe, jähes Sinken des Blutdruckes, Atmungslähmung).
In der Tierhellkunde hat lediglich das erstgenannte Mittel sehr vereinzelt Anwendung gefunden) englische Tierärzte empfehlen nämlich Amylnitrit gegen Tetanus dos Pferdes und zwar subkutan, täglich zu 1,2, dann zu 1.5, hierauf zu 2,0 und sohlicsslich zu 2,5, Von deutscher Seite scheinen diesbezügliche Versuche noch nicht unternommen worden zu sein. Fröhner hat das Mittel gegen verschiedene Krampfzustttnde der Hunde ohne wesentlichen Erfolg-' benutzt.
lt. Kromide der Alkalien.
1,nbsp; Kalium bromatum*tnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;8, Ammonium bromatum*t
2,nbsp; Natrium broinatuiii*tnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; (4, Abidum hydrobroniicum*)
1. Kalium bromatiim^f, Kaliumbromld, Bromkalium,
Klir, Weisse, würfelförmige, glänzende, luftbeständige, in 2 Teilen Wasser und in etwa 200 Teilen Weingeist lösliche Krystalle. Die 5 0/olge, wässerige Lösung, mit wenig Chlorwasser versetzt und mit Äther oder Chloroform geschüttelt, färbt letztere rotgelb; mit Wein-säurelösung vermischt, giebt sie nach einiger Zeit einen weissen, krystallinischen Niederschlag. In den Pharmakopöen linden sich eingehende Vorschriften zur Prüfung des Eromkaliums auf seine Reinheit. Die gefährliche Verunreinigung mit bromsaurem Kali iässt sicli daran erkennen, dass auf weissem Porzellan ausgebreitetes, zer-
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riobenes Kaliumbromid auf Zusatz weniger Tropfen verdünnter Schwefelsäure sofort eine gelbe Färbung (durch Abscheidung von freiem Brom) annimmt.
Die Darstellung des in geringer Menge im Meerwasser und in einigen Mineralquellen (Kreuznach, Melheidsquelle) enthaltenen Kaliumlaquo; bromids erfolgt in der Hegel durch Eintragen von Brom in kleinen Quantitäten in massig verdünnte Kalilauge, Verdampfen der Lösung zur Trockne unter Zusatz von Kohle und Glühen des Rückstandes.
2.nbsp; nbsp; nbsp;\alt;riu#9632;#9632;#9632; liroinatiim 1. Natriumbromid, Na Br. Weisses, krystallinisches, in 1,2 Teilen Wasser und in 5 Teilen Weingeist lösliches Pulver, welches in 100 Teilen mindestens 95 Teile wasserfreien Salzes enthält. Am Platindraht erhitzt, färbt es die Flamme gelb. Die wässerige Lösung des Natriumbromids, mit etwas Chlorwasser versetzt und hierauf mit Chloroform geschüttelt, färbt letzteres gelbbraun. Man stellt Natriumbromid in derselben Weise wie Kaliumbromid aus Brom und Natronlauge dar.
3.nbsp; nbsp; tiiiinoiiiiim hroniatiiiu t. Ammoniumbromid, NH,, Br. Weisses, krystallinisches Pulver, in Wasser leicht, in Weingeist schwer löslich, beim Erhitzen Jlüohtig. Die wässerige Lösung färbt nach Zusatz von wenig Chlorwasser und Chloroform letzteres rotgelb und entwickelt beim Erhitzen mit Natronlauge Ammoniak. Ammoniumbromid wird durch Sublimation von Kaliumbromid mit Ammonium-sulfat oder durch Eintragen von Brom in überschüssiges Ammoniak gewonnen.
4.nbsp; nbsp; nbsp;Acidum liyrtrobroiiiicuiii*, BromwasserstoHsiuuo. Klare, farblose, in der Wärme lliichtige Flüssigkeit von 1,208 spezifischem Gewicht, in 100 Teilen 25 Teile BromwasserstolV enthaltend. Sie riitot blaues Lackmuspapier. Mit Chlorwasser versetzt und hierauf mit Chloroform geschüttelt, fiirbt sie letzteres braun-gelb. Mit Silbernitratlösung giebt sie einen gelbliclnveissen, in Ammoniakflüssigkeit wenig löslichen Niederschlag, Vorsichtig und vor Licht geschützt aufzubewahren!
Wirkung der Bromide der Alkalien.
Die genannten drei Bromsalze (über die Verwendbarkeit der Bromwasserstoffsäure in der Veterinärmedizin liegen Versuche noch nicht vor) äussern eine örtliche und eine allgemeine Wirkung.
1. Örtlich wirken sie reizend, am meisten das Bromammonium, am wenigsten das Bromnatrium. Es verbietet sich demnach die subkutane Applikation und bei innerlicher Anwendung die Benutzung zu starker Konzentrationen.
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2.nbsp; nbsp;Die Aufnahme der Bromsalze geschieht von allen Schleimhäuten (auch vom Mastdarm) und der Subcutis aus. Die Ansscheiduug erfolgt verhältnismässig langsam durch den Harn und Speichel (noch am 12. Tage nach Verabreichung einer grösseren Bromkaliumdosis bei einem Pferd Hessen sich Spuren des Mittels im Harn nachweisen [Verfasser]). Daneben erscheint Brom in minimalen Mengen in der Milch, dem Schweiss, den Thränen und dem Sekret aller Schleimliäute.
3.nbsp; Die Resorytivwirkung ist auf das Centralnervensjstem gerichtet, und zwar in der Weise, dass die psychischen Punktionen gemindert und Eoflexerregbarkeit und Sensibilität herabgesetzt sind. Eine eigentliche hypnotische Wirkung kommt nicht zu stände. Bei Benutzung des Kaliumsalzes macht sich unter Umständen daneben die giftige Natur des Kaliumkomponenten auf Herz- und Skelettmuskulatur hemerklich.
ii. Kleinere Gabon äussem (beim Tier) kaum eine Wirkung;
b.nbsp; Grüssoro Gaben rufen Abspannung, Abgesturapfthelt, Mattigkeit, Energielosigkeit, namentlich aber Abnahme der Sensibilität, besonders der Schleimhaut der Zungenwurzel, dos Baohens und des Kehldeckels, nicht selten auch der Cornea und Conjunctiva hervor; nach sehr grossen Gaben macht sich eine Sensibilitätsabnahme auch an anderen Schlomihäuten, z. B. an der Urethral- und Vaginalschleimhaut, sowie an der Haut beinerklich.
c.nbsp; Durch noch grössero Gaben (besonders des Kaliumbromids) kommt es ZU Bewegungsstörungen, Ataxie, Schwanken mit dem Hinterteil, ferner zur Abnahme der Pulsfrequenz und der arteriellen Spannung, sowie zum Temperaturabfall.
d.nbsp; Sehr grosse Crab on (30,0 und darüber beim Hund, 250,0 und darüber beim Pferd) töten durch Herzlähmung,
e.nbsp; Fortgesetzte, medizinello Gaben führen sehliesslich zu Abmagerung, Anämie, Katarrhen vieler Schleimhäute (Bronchial-, Magen-, Darm-, Bindehautkatarrh etc.), okzematüsen Hautausschlägen, motorischer Schwäche (liromisinns, chronische Bromvergiftung), Bei der Sektion land man neben Vergrüssorung der cerebralen Ganglienzellen diffuse parenehymatüse Myelitis und fettige Degeneration der Muskeln.
Anwendung der Bromsal/e,
Infolge ihrer Fähigkeit, die Erregbarkeit des Centralnervensystems herabzusetzen, werden die Bromalkalien innerlicli iilsB eruhigungs-mittel bei Kr amp ff or men sehr verschiedener Art, z. B. Epilepsie, epileptifonnen Krämpfen, Chorea, Eklampsie, Tetanus, Strjchninvergiftung etc., sowie bei Krampf husten, Herzklopfen, allgemeiner Aufregung, übermässigem Geschlechtstrieb etc. angewendet. Dass der Erfolg oft wenig befriedigt, mag
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vielfach in der zu niedrigen Dosierung seinen Grund haben; eine täglich drei- bis viermalige llepetition der unten angegebenen Dosen ist (wenigstens bei Epilepsie und Chorea) unbedingt notwendig. Uotteswinter konnte Schwindel und Überrossigkeit der Pferde nur durch Tagesdosen von 10ü,0 mit Erfolg bekämpfen.
Das Hauptmittel ist Brom kali um, doch zieht man, namentlich bei längerem Gebrauch und geschwächten oder jugendliehen Individuen (Hunden), Bromnatrium wegen seiner milderen Einwirkung auf den Verdauungstraktus und der Unschädlichkeit für das Herz vor. Die Verordnung geschieht in schnell zu verbrauchenden Pillen und Latwergen oder in Lösungen (ohne Sirup, der die Haltbarkeit beeinträchtigen würde). Da die Bromsalze in gleicher Weise wie vom Magen vom Mastdarm aus wirken, kann man sie (bei Eklampsie, Tetanus, Stiychninintoxikation) sehr wohl auch als Klystier (in Wasser oder Schleim gelöst) verabreichen.
Dosen des Bromkaliums für grosse Tierenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; mi11e 1 grosse Tierenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Hunde
20,0-50,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 5,010,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 0,252,05,0
Cave: Mineralsäuren, Chlor, Quocksilberoxydul-, Blei-, Silbersalze. Inhalationen von Bromsalzen in zerstäubter Lösung bei Kehlkopf- und Trachealkatarrhen mit starkem Hustenreiz waren beim Hund völlig wirkungslos (Verfasser).
Rezept-Beispiele.
1.nbsp; Kalii bromati 90,0, Pulv. rad. Althaeae (50,0, Aq. font. q. s. Fiat Electuarium. Innerhalb 24 Stunden zu verbrauchen. Einem Pferd. Bei Epilepsie, Krämpfen, Herzklopfen etc.
2.nbsp; Natrii bromati 15,0, Aq. destillat. 150,0. Solve. 34 mal täglich ''21 Esslöffel voll. Einem Hund. Bei Epilepsie, Chorea etc.
C ItliuiMtiiiro enthaltenlaquo;!laquo; llittel.
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1.nbsp; Aculiim hydrooyanicum dilatum
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4.nbsp; nbsp;Aqua Lauvororasif
5.nbsp; Kalium evanadnn
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2.nbsp; Amygdalae amarue*t
3.nbsp; AqnaAmygdalarnm amararum0
(Aq. Ainygdal. amar. concentrataf und dilutat)
Die Blausäure in reinem, d. h. wasserfreiem Zustand ist eine farblose, sehr flüchtige Flüssigkeit, welche durchdringend nach bitteren Mandeln riecht, bei 20,5deg; siedet und bei 15deg; zu einer
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krystallluisohon Ilasso erstarrt. Mit Wasser, Weingeist und Äther ist sie in jedem Verhältnis mischbar und verbrennt beim Anzünden an der Luft zu Kohlensäure, Wasser und Stickstoff. Sie ist ferner sehr leicht /ersetzlich, färbt sich selbst in den aufs beste verschlossenen Gefässen und bei völligem Luft- und Lichtabschluss sehr bald brauDgelb und lagert sohliessliob eine braune Masse (Aznlm-säure) ab. Nur wenig haltbarer war die
(1.) medizinische Blausäure (Acidum hydroeyanicum dilutum, Acid, hydroeyan. medicinale) der älteren Pharmakopöen, d. h. eine in der Regel 20/üige Lösung von Blausäure in Wasser oder Weingeist, die meist durch Zersetzung des gelben Blutlaugensalzes mittels verdünnter Schwefelsäure dargestellt wurde.
In der Natur entsteht Blausäure aus manehen vegetabilischen Stoffen, z. B. den bitteren Mandeln, den Kernenquot; der Steinobstsorten, den Blättern und Früchten des Kirschlorbeers etc. Es enthalten alle diese Pflanzenteile das krystallisierbaro, wasserlösliche, N haltige Olykosid A my g dal in, welches an und für sich wenig giftig ist, aber bei Gegenwart von Wasser durch das ebenfalls in ihnen enthaltene Ferment Emulsin schnell in Zucker, Benzaldehyd (Bittermandelöl) und Blausäure zerfällt.
C90 H NG11 2 Ha 0 = 2 C H12 0, C7 Ha 0 CN1I Amygdalinnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Wassernbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Zucker Benzaldehyd Blausäure.
Zur Zeit macht man sich diese Eigenschaft, beim Anreiben oder Destillieren mit Wasser Blausäure zu entwickeln, nur noch bei den bitteren Mandeln (siehe später) und in Österreich ausserdem bei den Ki rschlorbeerblättern zu nutze, indem man durch Destillation aus den ersteren das Bittermandelwasser (siehe später), aus den letztern das Kirschlorbeerwasser herstellt.
2. Amyg-dalae amarae^t. Bittere Mandeln. Die namentlich aus Südfrankreich, Sizilien und Nordafrika in den Handel kommenden Samen der bitteren Varietät des Mandelbaumcs, Prunus Amy gd a Ins (Amygdalus communis var. amara) (Amygdaleae Hosillorae; Icosandria Monogynia),
.Sie sind unsymmetrisch eiförmig, abgeplattet, angefähr 2 cm lang und bis L'i cm breit (also etwas kleiner als dio siissenquot; Mandeln, die circa 2,25 cm lang und bis 1,5 cm breit sind), spitz genabelt, am entgegengesetzten, stumpf gerundeten Kndo bis l cm dick, von einer braunen, schilfirigen, längsstreiflgen Haut bedeckt. Dio letztere liisst sieb nach dorn Einweichen in Wasser von den rein weissen
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Kotyledonen leicht abziehen. Die Kotyledonen sollen stark bitter, nicht ranzig sehraeckon.
Die bitteren Mandeln werden an und für sich in der Therapie nicht verwendet (sie enthalten 2,1quot;) 30/0 Amygdalin und liefern 0,170,250/0 Blausäure), sondern dienen mir zur Bereitung der
(3.) Iqua Amyj^dalnrnin nmararnm* (Aqua Ainyg-dalarum amararuni concentrataf), dos Bittermandelwassers, welches eine Mare oder fast klare, blaues Lackmuspapier nicht rötende, eigenartig stark (nach Bittermandelöl und Blausäure) riechende Flüssigkeit darstellt, die ihren Geruch auch nach Wegnahme der Blausäure mittels Silbernitratlusung beibehalten soll, ein speziiisches Gewicht von 0,953 0,957 besitzt und in 1000 Teilen 1 Teil Blausäure enthält.
Bittermandelwasser ist vorsichtig und vor Licht geschützt aufzubewahren!
Bohul's Prüfung auf den vorschriftsmässigen Gehalt an HCX würde man 10 uem Bittermandelwasser, mit 90 cem Wasser verdünnt, mit 5 Tropfen Kalilauge und einer Spur Natriinnchlorid zu vorsotzon und unter fortwährendem Umrllhren solange Zchntel-Normal-Silbornitratlösung (17,0 Silbernitrat in 1 Liter enthaltend) zuzufügen haben, bis eine bleibende, weissliehe Trübung eingetreten ist. Es müssen dazu mindestens 1,8 com der gedachten Lösung erforderlich sein.
Aqua Aniygdalarum dilutaf, vordünntes Bittermandolwasser, wird ex tempere durch Mischen von 1 Teil Aq. Amygdal. amar. concentr. und 19 Teilen destilliertem Wasser bereitet.
4.nbsp; nbsp;Aqua Laurocerasif, Kirscblorbeorwasscr, stellt man aus den leder-artigen, glatten, kahlen, glänzend-grünen Blättern des kleinen, immergrünen, in Südeuropa kultivierten Baumes Prunus Laurocorasus (Amygdaloae, Eosi-liorae; Icosandria Monogynia) in der Weise dar, dass der Gehalt des Destillates an Blausäure genau dem des Bitterraandelwassers entspricht.
Das deutsche Arzneibuch, welches das Kirschlorboerwasscr nioht aufführt, gestattet, dass für Aqua Laurocorasi Bittermandel-wasser abgegeben wird.
5.nbsp; nbsp; Kalium cyanatum, Cyankalium, Kaliumcyanid, IvCN. Weisse, im Bruch krystallinische, oft in Stangenform gegossene, stark nach Blausäure riechende, alkalisch reagierende, leicht zerlliess-liohe Masse, die sich sehr leicht in Wasser, weniger in Weingeist löst und im Grossen durch Schmelzen von gelbem Blutiaugensalz mit Pottasche dargestellt wird. Auch die schwächsten Säuren entwickeln mit Cyankalium Blausäure!
Wirkung der Blausäure.
1. Blausäure ist ein kräftiges Antisepticum und Anti-
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fermentativum, doch stehen ihrer diesbezüglichen Verwendung in der Praxis die grosse Flüchtigkeit und Giftigkeit entgegen.
2.nbsp; nbsp;Örtlich rufen die oflizinellen blausäurehaltigen Wässer hüchstens eine leichte Heizung hervor. Wasserfreie Blausäure und konzentriertere Solutionen bewirken Anästhesie und unter Umständen Ätzung.
3.nbsp; nbsp;Die Aiifnalime der Blausäure erfolgt von allen Applikationsstellen, am schnellsten jedenfalls von den Respirationsorganen aus. Die Ausscheidung scheint zum Teil unverändert durch Lungen und Haut stattzufinden.
4.nbsp; nbsp;Die Giftwlrkang des Mittels ist hauptsächlich auf die Centren des verlängerten Markes gerichtet, welche anfangs erregt, dann gelähmt werden, ferner wahrscheinlich auf die im Gehirn und Rückenmark gelegenen Krampfcentren, welche intensiv erregt werden, schliesslich auf die gesamten Oxydationsprozesse, die eine sehr merkwürdige Hemmung dadurch erfahren, dass Blausäure den Gewoben, insbesondere den Muskeln, die Fähigkeit entzieht, Sauerstoff zu binden. Als Folge davon wird sowohl der Sauerstoffverbrauch als die Koblensäureab-scheidung wesentlich herabgemindert.
Die Vergiftung beginnt meist mit einigen stark beschleunigten und tiefen Atemzügen; hierauf folgt ein tetanischer Anfall mit inspiratorischer Stellung des Zwerchfelles und Tod (apoplektische Form der Blausäureintoxikation), Wenn die Symptome weniger rapid verlaufen, äussern die Tiere zunächst Unruhe, Taumeln, Schwanken, Vomitus (Hund und Katze), Dyspnöe (asthmatisohos, dyspnüischos Stadium); dann folgen Zuckungen und Tetanus, bisweilen unwillkürliche Kot- und Harnontleorung (kon-vulsivisches Stadium); das Ende machen in der Hegel tiefe, in langen Intervallen aufeinander folgende Atemzüge mit kurzem Inspirium und auffallend langem Exspirium bei völlig aufgehobener Sensibilität und Eol'lexerregbarkeit (paralytisches Stadium). Bei diesem protrahierten Verlauf kommt es entweder allmählich zur Genesung (Erholungsstadium), oder es erfolgt der Tod vor Ablauf einer Stunde.
Die sichtbaren Schleimhäute der vergifteten Tiere nehmen bei Beginn der Krämpfe eine auffallend hollrote Färbung au, und auch bei der Sektion zeigt das Blut keineswegs eine so dunkle Färbung wie nach Erstickung.
Häufig kann nach grösseren, wenn auch nicht tödlichen Blausäuregaben ein nicht unbeträchtliches Absinken der Körpertemperatur beobachtet werden: es gründet sich auf diese Beobachtung die Empfehlung des Mittels als Antipyretic um.
5.nbsp; Jn medizinalen Gaben (in Form der Aqua Anngdahmim
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amanmim) erzeugt Blausäure bitteren Geschmack und'massige
Vermeil run g der Speichelabsonderung und soll einen beruhigenden Kinlluss auf schmerzhafte Affektionen verschiedener Art und auf Hustenreiz ausüben (siehe später).
Dio Blausäure ist eines der am schnellsten und stiirksten wirkenden Gifte, Am wenigsten werden Kaltblüter afflülert, und von den Warmblütern sind Vögel empfindlicher als Säugetiere, Vögel und kleino Säugetiere sterben innerhalb 15 Sekunden, sobald man ihnen eine Spur von Blausäure vor die Nasenöffnungen bringt; liir das Pferd können 0,'2;5 der wasserfreien Blausäure = 23(1,0 des offlzinellen Bittermandelwassers, für Schwein und Sobaf 0,05 bez. 50,0 tödlich werden.
Als Todesgaben des Cyan kali ums werden von Her twig 4,0 8,0 für Pferde, 0,240,30 für Hunde angegeben.
Das aus den aniygdaliuhaltigeri Droguen (siehe Seite 327) neben Blausäure entstellende Itlttermaudclöl ist in reinem Zustand nur wenig giftig, denn Kaninchen sterben erst auf 4,08,0. Anders steht dies allerdings betreffs des ,,rohenquot; Bittermandelöls, des Oleuni Amygdalarnm aethereum der Apotheken, Parfumerien etc., welches stets noch etwas Blausäure enthält und dementsprechend giftig wirkt.
Anwendung der bliuisiiurchaltigcn Medikamente.
Die Bedeutung der Blausäure für die Therapie ist sehr gering. Man giebt das Mittel mehr aus Pietät, als weil man sich einen that-sächlichen Erfolg verspricht, bei schmerzhaften Affektionen verschiedener Art, besonders aber bei katarrhalischer Reizung der Respirationsorgane mit quälendem Husten, und benutzt dazu die einzigen, in den Apotheken noch vorrätigen, einander völlig ebenbürtigen Blausäurepräparate, Aqna Amygdalarnm amararnm quot;'f und Aqua Laurocerasi-f.
Dosen des Bittermandelwassers für grosso Tierenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; mittelgrosse Tierenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Hunde
30,050,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; -2,010,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;0,3-2,0
(für Schweine 5,0) Cave: Alkalien, Chlorwasser, Säuren, Metallsalze. Die Verabreichung geschieht mehrmals täglich, meist mit narkotischen Alkaloiden (Morphin) oder Extrakten (Extractum Belladonnae). Ob die von J elk mann bei Laryngo-Pharyngitis durch intratracheale Injektion einer Solution von Morphin in Bittermandelwasser (Morphin, hydrochloric. 2,0; Aq. Amygdalarnm amar. 200,0 Misce. Morgens und abends je 10,0) erzielten günstigen Resultate auf der Wirkung des Blausäurekomponenten beruhen, ist fraglich.
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Der antipyretischo Effekt der Blausäure entlielirt der Verwendbarkeit in der Praxis.
]gt;. XnrkotiNeh wirkendo Alknlnidr.
einsohliesslich gewissei Tetaaioaquot; und dos nicht alkaloidisohen
Coffoins und Thoobroiiüiis.
In vielen Giftpflanzen besteht der giftige Stoff aus einem oder melircren alkalisch reagierenden, N-haltlgen Körpern, welche man als Alkaloide, Pfianzenbasen, bezeichnet. Dieselben sind teils sauerstoffhaltig und dann fest, geruchlos, meistens farblos oder weiss und krystallinisch, oder Sauerstoff frei und dann grössten-teils flüssig und ohne Zersetzung destillierbar. Mit Säuren bilden die an und für sich in quot;Wasser nur wenig, leichter dagegen in Weingeist, meist auch in Äther und Chloroform löslichen Alkaloide mit geringen Ausnahmen gut krystallisierende. wasserlösliche Salze. Die meisten von ihnen sind als Derivate des Pyridins und Chinolins erkannt worden, und es herrscht neuerdings das Bestroben, lediglich diese als Alkaloide anzuerkennen.
Der hohe Preis und der im Verhältnis zu den geringen Mengen. in denen die Alkaloide in den Pllanzen vorkommen, enorme Bedarf mancher von ihnen macht es begreiflich, dass die chemische Thätigkeit in der neueren Zeit darauf gerichtet ist, Alkaloide künstlich darzustellen, ein Bemühen, welches bis jetzt nur von beschränktem Erfolg begleitet war.
Trotzdem, wie oben angedeutet, die Pllanzenbasen in chemischer Beziehung einander zum grossen Teil sehr nahe stehen, gehen ihre Wirkungen, die samt und sonders auf das Nervensystem oder die Muskeln gerichtet sind, so weit auseinander, dass eine allseits befriedigende Einteilung schlechterdings unmöglich ist und auch die nachstehend angewendete Gruppierung der narkotisch wirkenden Alkaloide in solche, welche vorzugsweise auf das Gehirn, solche, welche vorzugsweise auf das Kückenmark, solche, welche auf Gehirn und Rückenmark, und schliesslich solche, welche hauptsächlich auf das periphere Nervensystem wirken, nur einen sehr mangelhaften Notbehelf darstellt Es sei ausdrücklich hervorgehoben, dass eine grössere Anzahl von Alkaloiden Pilokarpin, Apomorphin, Emetin, Veratrin, die Chinaalkaloide, sowie die Pllanzenbasen, welche vorherrschend auf den Uterus wirken an anderen Stellen des Buches ihren Platz Befunden haben.
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1. Alkaloide, welche vorzugsweise auf das Gehirn
w i r k e n. a. Opium und seine Alkuloide.
1,nbsp; Opium'tnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;3. Codeüuim phosphoricum*
2.nbsp; Morpliinum hydroohlorlouta*t
1. Opium j. Opium, Molinsaft. Der in Kleinasien durch Einschnitte in die unreife Kapsel des Schlafmohnes, Papavcr som-niferum (Papaveraceae, Ehoeadinae; Polyandria Monogynia), gewonnene, an der Luft eingetrocknete Milchsaft.
Eine braune, innen gleiobmässige Masse, die anfangs weich, völlig lufttrocken aber spröde ist. Die Umhüllung der üpiumkuebenquot; (die meist niebr oder weniger abgeilaeht, scheibenrund, linsenfürmig sind und einen Durchmesser von 520 cm, sowie ein Gewicht von 60,0700,0 besitzen) bestellt aus Mohnbliittern, die mit Früchten einer Kumcx-Art bestreut zu sein pflegen. Opium riecht eigenartig und schmeckt scharf bitter und brennend. Vor seinem Gebrauch ist es zu zerschneiden, bei einer 60quot; nicht übersteigenden Wärme zu trocknen und mittelfein zu pulvern. Unter dem Mikroskop darf Opium aussei' vereinzelten Kosten dor äusseren Oberhaut der Mohnkapsel keinerlei geformte organisierte Bestandteile zeigen (Weiteres siehe Seite 333). Es ist vorsichtig aufzubewahren!
Pharmaceutische Präparate des Opiums:
Extractum Opii*f, Opiumextrakt; trockenes, wiisseriges, in Wasser trübe lösliches Macerationsextrakt, welches mindestens 17 % Morphin enthalten soll, also nahezu doppelt so stark ist als Opium.
Tinctura Opii simplex^f, einfache Opiumtinktur; rötlich-braune, nach Opium riechende, bitter schmeckende, aus 1 Teil Opium. 5 Teilen verdünntem Weingeist, 5 Teilen Wasser bereitete Macerationstinktur, die in 100,0 nahezu das lösliche aus 10,0 Opium oder annähernd 1,0 Morphin enthält.
Tinctura Opii crocata :1:-j-, safranhaltigc Opiumtinktur, aus 15 Teilen Opium. 6 Teilen Safran, 1 Teil Nelken, 1 Teil Zimmt, 75 Teilen verdünntem Weingeist, 75 Teilen Wasser (nach t aus 15 Teilen Opium und 2 Teilen Safran mit 165 Teilen spirituösem Zimmtwasser und 15 Teilen concentr. Spiritus) bereitet; unverdünnt dunkelgelbrot, verdünnt rein gelb, vom Geruch des Safrans und bitterem Geschmack: im Opium- bez. Morphingehalt der Tinctura Opii simplex gleichend.
Tinctura Opii benzoi'ca*, bonzoösäurehaltige Opiumtinktur, aus 1 Teil Opium, 1 Teil Anisöl, 2 Teilen Kampfer, 4 Teilen Benzoesäure, 192 Teilen verdünntem Weingeist bereitet; in 100,0 das Lösliche aus 0,5 Opium oder annähernd 0,05 Morphin enthaltend.
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Pulvis Ipecacuanhae opiatus^f, Doversches Pulver, aus 1 Teil Opium, 1 Teil Brechwurzel, 8 Teilen Milchzucker (nach f Zucken bereitet. Sämtliche, bis jetzt genannte Opiumpräparate sind vorsichtig aufzubewahren!
Fructus Papaveris immaturl ^f, d. h. die vor der Keife gesammelten und getrockneten, nur kleine Mengen (circa 0,10/0) Morphin und andere Alkaloide enthaltenden Mohnküpfe, besitzen ebensowenig wie der aus ihnen hergestellte Sirupus Papaveris*! tierärztliches Interesse.
Das Opium enthält neben Eiweiss, Zucker, Schleim und einigen indifferenten, N-freien, krystallisicrbaren Körpern eine sehr grosse Anzahl von Alkaloiden, von denen mindestens 17 mit Sicherheit nachgewiesen sind, und zwar hauptsächlich gebunden an Schwefelsäure und Mekonsäure, C, H407.
Betreffs ihrer Wirkung differieren die einzelnen Alkaloide insofern von einander, als ein Teil von ihnen ausgesprochen sensibili-tätsvermindernd und hypnotisch wirkt, während der andere die Reflexerregbarkelt erhöht und, ähnlich dem Strychnin, Tetanus erzeugt. Die übrigen halten zwischen beiden Extremen die Mitte. Von den genauer erforschten Opium-Alkaloiden lässt sich demnach folgende Reihe aufstellen:
Sensibilitätsmindernd: Xarcei'n, Morphin, Codein, Papaverin, Narkotin. Laudanosin, Laudanin, Tetanisch: Thebain. Auch betreffs des Giftigkeitsgrad es herrschen bemerkenswerte Differenzen. So ist z. B. N arc ein fast unwirksam; Codein wirkt 5 10 mal schwächer hypnotisch als Morphin; Laudanin und namentlich Laudanosin schwächer tetanisch als Thebain etc.
Der Oehalt des Opiums an diesen Alkaloiden differiert nicht unbeträchtlich, doch dürfen nach dem deutschen Arzneibuch und der Pharm. Austriaca nur solche kl ein asiatische Opiumsorten Verwendung finden, welche in 100 Teilen mindestens 10 Teile Morphin enthalten (die Vorschriften zur Prüfung des Opiums auf seinen Morphin-
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gelullt wolle man aus den Plmniuikopöen ersehen). Von den Neben-alkaloidenquot;, die sich zu etwa 4 50/0 im Opium linden, priivaliert meist das Xarcein (siehe oben), sodass die üpiumwirkung in Bezug-auf ihre Qualität fast genau mit der Morphinwirkung übereinstimmt und nur unbedeutende Unterschiede, die in der Hauptsache in der langsameren Resorption ihren Grund haben, zu verzeichnen sind. In der That macht man in der Veterinärmedizin vom Opium nur noch dann Gebrauch, wenn eine Ruhigstellung des Darmes erzielt werden soll. Mit Rücksicht darauf ist in folgendem nur die Wirkung des Morphins eingehender besprochen worden. Von den Nebenalka-loiden hat nur das Code'in medizinische Verwendung gefunden; das Nötige darüber wolle man auf Seite 338 nachlesen.
2. Hlorpliinnm liyilrocliloricuni ; j Morphinhydro-chlorid, Cj, H191\08 .HC1 3IL, 0. Weisse, seidenglänzende, oft büschelförmig vereinigte Krystallnadeln oder weisse, würfelförmige Stücke von mikro-krystallinischer Beschaffenheit und sehr bitterem Geschmack. Das Salz löst sich in 25 Teilen Wasser, in 50 Teilen Weingeist und in 20 Teilen Glycerin zu einer farblosen Flüssigkeit: in Äther und Chloroform ist es unlöslich. Bei 100deg; verlieren 100 Teile Morphinhydrochlorid 14,5 Teile an Gewicht; beim Befeuchten mit Salpetersäure nimmt das Salz eine rote Färbung an. Es ist vorsichtig aufzubewahren!
Bei LuftzutHtt orbitzt, verbrenne Morpliinliydroelilorid ohne einen Rückstand (von anorganischen Beimengungen) zu hinterlassen. Von Schwefelsäure soll es beim Verreiben ohnö Färbung (durch fremde organische ytoffe) pelöst werden; eingestreutes basisches Wismutnitrat rufe in dieser Lösung eine dunkelbraune Färbung hervor (Identitätsreaktion). Die wässerige Lösung des Morphinhydroohlorids (1:30) .soll auf Zusatz von Kalinnikarbonatlüsung sofort rein weisso, feine Krystallo von Morphin ausscheiden, die auch bei Borülmmg mit der Luft keine Färbung erleiden, auch alsdann damit geschütteltes Chloroform nicht rötlich färben (Prüfung auf Äpomorphin). Beim Zutropfen von Ammoniakfllisslgkeit soll in der wässerigen Lösung dos Morphinhydroolllorids (1:30) oin Niederschlag entstehen, der sich leicht in Natronlauge, schwieriger in iiberschiissiger Annnonialdlüssigkeit und in Kalkwasser lose.
Die übrigen Morphinsalze, z. B. das älteste, sehr wenig haltbare Morphin um aceticum, ferner Morphin um oi trio um und Morphin um sulfuricum haben vor dem Morphinhydrochlorid nichts voraus. Wird Morphinum aceticum ZU Einspritzungen unter die Haut verordnet, so ist nach * Morphinum hydroch 1 o ricum zu geben.
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Wirkung des Morphins.
1.nbsp; nbsp;Örtlich wirkt Morphin sein' schwach reizend, sodass stärkere Konzentrationen von Tieren, welche leicht erbrechen, nicht selten bald nach der stomachalen Applikation wieder herausgebrochen werden. Auch das beim Hund häufige Erbrechen nach subkutaner Morphineinspritzung beruht wahrscheinlich auf der örtlichen Heizung der sensiblen Magennerven durch das in den Magen ausgeschiedene Morphin (siehe später).
2.nbsp; nbsp;Die Autiiahine erfolgt von allen Applikationsorten, mit Ausnahme der intakten Haut. Die beste Applikationsstelle ist die Sub-cutis. Die ersten Symptome nach Einspritzung aktionsfähiger Dosen treten in 10 Minuten bis einer halben Stunde (gemeinhin um so schneller, je grosser die Gabe war), selten früher oder später auf. Bei stomachaler Applikation erfolgt die quot;Wirkung meist viel später und unsicherer. Die Ausscheidung lindet zum beträchtlichen Teil durch die Schleimhaut des Magens und Darmes statt und beginnt bei subkutaner Applikation schon nach 2^ Minuten (Leine-Weber, Alt). Es würden demnach auch bei subkutanen Morphin-Vergiftungen Magenausspülungen und Emetica durchaus am Platz sein. Ein anderer Teil des Morphins lindet sich im Harn, und ein dritter verändert sich im Organismus und wird hauptsächlich als Oxydimorp hin eliminiert. Dass Morphin auch in die Milch abgeschieden wird, ist vielfach behauptet, aber noch nicht bewiesen worden. Möglicherweise handelt es sich bei Verabreichung von Opium lediglich um gewisse Riechstoffe desselben, die in die Milch übergehen.
3.nbsp; nbsp;Nacli der Resorption entwickelt sich teils mit, teils ohne primäre Erregung allmählich eine Lähmung dor einzelnen üehirncen tren, in der Hegel vom Urosshirn anfangend und mit der Medulla oblongata endigend. Am meisten tritt die Lähmung der Centren für die bewusste Empfindung und willkürliche Bewegung hervor, und zwar, wie man annehmen muss, um so sicherer, je höher organisiert das Nervensystem des morphinisierten Individuums ist.
Pferde lassen sioh sohl' schwor in Müi-plünsohlur-' versetzen, Nach Dosen von 1,0 und rlarttber treten nicht selten eigontiimlicho Errogungsziistände (Unruhe, Sohweissausbruch otc, manohmäl Laufwut, Manegetreten) auf; später kann sioli daran Benommenheit des Sensoriums, schwankendor, stolpernder Gang ansohllessen, zum wirklichen Schlaf oder gar zu ausgesprochener Empfludungs-und Bewusstlosigkoit kommt es selten.
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Ähnlich vorliiilt sieli das Kintl. Selbst nach sehr grosssn Dosen (10,0 und darüber) hat man lediglich Aufrefrun^ssymptomo, die oft mit heiinruhigondcr Intensität auftreten, Schwankon, Tanmela etc.. aber keinen Schlaf beobachtet. Bei Sclnveinon ist Morphin nichts weniger als ein Narcoticum, vielmehr in grossen Gaben ein ausgesprochenes Rückenmarks gift und Tetanicum. Dosen von 0,00.') pro Kilo Korpergewicht rufen nervöse Unruhe, Reizbarkeit, unwillkürliche Kaubowegung etc., Dosen von 0,010,1 tetanische Symptome hervor (Hoffmann u. A.). /iogen vertragen etwa tausendfach stärkero (Jabon als der Mensch; von einer eigentlich narkotischen Wirkung ist auch bei ihnen keine Rede (Hoffmann). Anders verhalten sich Hunde, hei denen die primäre Erregung liäulig zu fehlen scheint oder wenigstens sich der Beobachtung entzieht. Manchmal erscheinen die Tiere bald nach der Morphineinspritzung munterer. Puls und Atemzüge sind etwas beschleunigt etc., in wenigen Fällen kommt es zu stärkerer Aufregung. Der danach eintretende Schlaf ist, wenn nicht toxische (laben verabreicht wurden, keineswegs tief, hält aber unter Umständen bis zu einem halben Tag, selten länger an. Die Schlafdosen schwanken je nach Grosso und Individualität zwischen 0,03 und 0,1. Wenn es danach hin und wieder nicht zur wirklichen Hypnose kommt, so ist wenigstens dio Sensibilität merklich herabgesetzt. Bei Knt/.en ist das Excitationsstadium stark ausgeprägt; unter Umständen treten die heftigsten Krampfanf'ällo auf (Guinard u. a.).
Ausserdem entfaltet Morphin noch folgende Wirkungen:
a.nbsp;DieDannperistaltik wird schon durch kleinere Morphindosen gehemmt. Grosse Dosen bewirken totale Verstopfung mit Meteorismus etc. Es handelt sich wahrscheinlich um eine cent rale Erregung des Hemmun gsnerven (Splanchnicus) im Hals- und Brustmark. Falls die Dosis tödlich war, aber der Tod nicht allzu-rasch erfolgt, kann zuletzt blutiger Durchfall eintreten (Ausscheidung grösserer Morphinmengen durch die Darmschleimhaut, heftige Reizung derselben, Lähmung von Hemmungsapparaten ?).
b.nbsp; Die Funktionen des Eückenmarkes werden durch Morphin alteriert (gehemmt oder, nach sehr grossen Gaben, gelähmt, seltener [besonders bei Schwein und KatzeJ erregt). Die nach grossen Opium dosen bei fast allen Versuchstieren beobachteten Krämpfe sind vielleicht zum grossen Teil auf die krampferzeugenden Nebenalkaloide des Morphins zurückzuführen.
c.nbsp; nbsp;Die R e f 1 e x e r r e g b a r k e i t zum Husten wird s ch o n durch kleinere Gaben wesentlich herabgemindert.
d.nbsp; Die Pupille wird in der Regel schnell verengert; lokale Morphininstillationen in den Konjunktivalsack haben keinen derartigen Erfolg, sodass die Myosis centralen Ursprungs sein dürfte. Übrigens tritt bei Pferden auf Dosen von mehr als 1,0 nach 23 Stunden Mydriasis auf.
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e. Weitere Wirkungen sind: Verlangsamung' und (nuch grossen Gaben) Selnväcluing der Hcrzthiitigkeit; Abu ah me des Blutdruckes, der Frequenz und Tiefe der Atmung, sowie der Temperatur (grosse Tiere sollen fast regelmässig primäre Temperatursteigerung selbst bis zu 20 zeigen; bei einem kleinen, 11ji Jahre alten Hund sank nach Verabreichung von 0,08 Morphin die Temperatur von 39quot; auf 35,5quot;), Minderung der Schweiss- und Speichelsekretion (?), der Schleimproduktion in den Luftwegen, sowie der Magen- und Darmsekretion; nach grossen Dosen auch Lähmung der Blase und (häufig) Melliturie.
4. Der Tod erfolgt innerhalb 10 24 Stunden, seltener früher oder später durch L ahmung des Atmungscentrums und kann beim Pferd schon auf 10,0 (subkutan), beim Schwein auf 3,0, beim kleinen Hund auf 0,1, beim grossen Hund auf 1,0 zu stände kommen, während Binder wohl erst durch Gaben, die 25,0 (per os) überschreiten, getötet werden können (Eröhner). Als niedrigste Todesdosen des Opiums werden genannt: für Pferde 75,0 (Hcrt-wig), Schafe 15,0 (Gilbert), Hunde 8,0 (Hertwig). Dem Exitus letalis gehen häufig heftige Konvulsionen voraus. Vögel sind überaus unemplindlich, Kaltblüter nahezu immun.
Vergiftungen mit wildwachsenden Papaverpezics, besonders Papavor Hhocas und Papavor somni l'oru in, wolelie während der Blüte und im Beginn der Samenblldung laquo;ni schädlichsten zu sein scheinen, sind mohrl'ach, namentlich bei Kindern, Pferden und Schweinen, beobachtet worden. Als Symptome worden genannt: Anfälle von Käserei, Tobsuobt und epilcptiformon Krämpfen, abwechselnd mit tiefer Bewusstlosigkeit, Tympanitis; bei Vergiftungen mit Klatschmohn daneben Geifern, heftiger, manchmal blutiger Durchfall. Dor Tod tritt verbältnisiuässig selten ein (Lconbard, Waltrupp, Zipperlen, Kersten n. a.).
Therapeutische Anwendung.
Morphin (bez. Opium) wird benutzt:
1.nbsp; Zur Beseitigung von Schmerzen aller Art, in erster Linie bei Krampfkolik des Pferdes und sehr schmerzhaftem Hheu-matismus (subkutan in der Nähe der ergriil'enen Muskelgruppen).
Dosis media bei Krampfkolik des Pferdes 0,5 (subkutan).
2.nbsp; Als Beruhigungsmittel bei Aufregu ngszuständen des Centralnervensystems, namentlich Tobsucht und Delirien im Verlauf von Gehirnkrankheiten, nervöser Staupe etc., während man bei Krämpfen (vielleicht mit der einzigen Ausnahme der Eklampsie der säugenden Hündin, wo nach einer einmaligen subkutanen Injektion
Mülloi-, Pliarmakolngio.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; oo
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von 0,020,06 Morphin dor Krampf in der Regel verschwindet) meist keine sonderlichen Erfolge erzielt. Dasselbe ist der Fall bei aufgeregtem Geschlechtstrieb, bei welchem Bromsalze unstreitigbessere Eesultate ergeben, sowie bei Krampfwehen, starkem Pressen während der Geburt und Vorfällen, wo wenigstens beim Kind aus den auf Seite 33(5 angegebenen Gründen vom Morphin abgesehen werden sollte.
Auch die psychischen und motorischen Aufregungszustände, welche infolge mancher Intoxikationen, z. B. durch Tollkirsche, Bilsenkraut und Htrychnin, auftreten, bekämpft man besser durch andere Mittel.
3 Zur Erzielung allgemeiner Narkose bei Operationen am Hund. Grossen Tieren giebt man Morphin (Pferden 0,51,0) nur vor Beginn der Chloroformierung, um den Chloroformbedarf zu verringern und die Wirkung zu verlängern.
Schlafdosis für Hunde 0,030,15 (subkutan).
4.nbsp; Zur Beseitigung von Husten, namentlich bei trocknen, mit spärlicher Sekretion und kontinuierlichem Hustenreiz einhergehenden Affektionen der Luftwege. Bei profuser Absonderung ist im allgemeinen eine Unterdrückung des Hustens nachteilig, indessen nehmen manche an, dass Morphin die Absonderung geradezu verringere (siebe Seite 337). In der Regel wird das Mittel zu diesem Zweck nur bei Hunden (und zwar per os) benutzt (Morphin, hydrochloric. 0,1, Aq. Amygdalar. amar. 15,0. Solve. 3mal täglich 1020 Tropfen), indessen haben Jelkmann u. a. gezeigt, dass man auch bei Pferden in Form der intratrachealen Injektion schnellen Erfolg zu erzielen vermag (siehe Seite 330).
5.nbsp; Zur Ruhigstellung des Magens und Darmes bei Diarrhöen, sobald nicht schädliche Ingesta, Bakterien etc. vorerst die Verabreichung eines Abführmittels angezeigt erscheinen lassen, Enteritis, vorhandener oder drohender Peritonitis (also auch bei eindringenden Bauchwunden und nach Operationen in der Bauchhöhle und am Darm), Darmblutungen und unstill-
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barem Erbrechen.
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In den unter 5 erwähnten Fällen pllegt man häufig die Opiumpräparate dem Morphin vorzuziehen. Natürlich geschieht ihre Verabreichung per os (in Form des Pulvers, der Pille, der
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Tinctura Opii siiiiplex*f oder crocata*-}-, bei kleinen Tieren wohl auch in der des Pulvis Ipecacuanhae opiatus*!). Morphin kann ausnahmslos (siehe indessen unter 4) subkutan verwendet werden; b e i stomachaler Applikation ist die doppelte Menge der angegebenen Dosen zu verabreichen.
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mittelgr.
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Tiere
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Hunde 0,020,1 0,10,5
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Dosennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; für Pferde Rinder
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vom Morphin \ (subkutan) )
Opium \
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0,51,5 5,0-15,0
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(ind Fohlen U, Kälber)
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1,0-2,5 10,030,0
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0,20,5 1,0-3,0
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(stomaohal) J
,, Tinctura opii sim
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10,030.0 1,05,0
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plex (stomaohal)
Pulvis Ipecacu-anhae jnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;0,6-2,0
opiatus j
Cave: Metallsalze, alkalisch reagierende Substanzen, Stoffe, welche leicht Sauerstoff abgeben, Gerbsäure.
Rezept-Beispiele (siehe auch Seite 338, Absatz 3).
1.nbsp; Morphin, hydrochloric. 0,3 0,0, Aq. dcstillat. 10,0 15,0. Solve. Zur subkutanen Injektion; unter Umständen nach einigen Stunden zu repetieren. Einem Pferd. Bei Tobsucht, Krämpfen, Starrkrampf, Krampfkolik, vor Beginn der Cbloroforminhalation etc.
2.nbsp; Morphin, hydrochlorici 0,020,05, Aq. destillat. q. s. ad Solut. Einer Hündin. Zur subkutanen Injektion. Bei Eklampsie.
3.nbsp; Pulv. Opii 10,0, Pulv. rad. Althaeao 100,0, Aq. font. q. s. Fiat Electuarium. Auf viermal innerhalb 24 Stunden. Einem Pferd. Bei Gastroenteritis, Peritonitis, Krampfkolik etc. (bei Durchfall eventuell auf einmal).
4.nbsp; Pulv. Opii 5,0, Pulv. rad. Althaeae 15,0. Misce. FiatPilula. Dt. tal. dos Nr. V. Täglich 34 solcher Pillen. Einem Pferd. Bei heftigem Durchfall.
5.nbsp; Pulv. Opii 5,010,0, Pulv. rad. Bhei 30,0. Misce. Auf einmal mit Schleim einzuschütten; unter Umständen 23mal täglich zu wiederholen. Einem R i n d. Bei ruhrartigem Durchfall.
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G. Opii 0,0, Magnes. carbonic. 1,5, Rad. llhei 2,0. Misce. Fiat Pulvis. Auf einmal in Kmuillenthee. Bei K äl berdurchfall.
7.nbsp; Tinct. Opii simpl. 10,0, Tinct. EM vinos 30,0. Misce. Ess-löll'elweise in Kaniillentheo. Für einige Wochen alte Saugkälber und Füllen. Bei Durchfall etc.
8.nbsp; Opii 0,1, Sacchar. alb. 0,5. Misce flat Pulvis. Dentur tal. dos. Nr. VI. 3 mal täglich ein Pulver. Einem Hund. Bei heftigem Durchfall.
3. Codcinnm phosplioricnm^, Godelnphosphat, 018 H,, N03. H8 PO, IV, Ha 0.
Feine, weisse, hitter schmeckende Nadeln, welche sich leicht in Wasser, schwerer in Weingeist lösen. Die wässerige Lösung reagiert schwach sauer. Bei 100deg; verlieren 100 Teile Codeinphosphat nahezu 8 Teile an Gewicht (weiteres siehe im Arzneibuch). Vorsichtig aufzubewahren!
Von Pröhner angestellte Versuche haben ergeben, class Code'in 5 10mal schwächer als Morphin wirkt, mit dem es sonst in seiner Wirkung ziemlich übereinstimmt. Zur Narkose vor Operationen war es völlig ungeeignet, während es sich in manchen Fällen als ein besseres Hustenmittel als das Morphin zu erkennen gab. Man würde Codein Hunden in der 3 fachen Dosis des Morphins verabreichen können. Riband hat durch subkutane Codeininjektionen (0,25 pro dosi, täglich 3mal) in Abwechslung mit Coft'em- und Pilokarpin-Einspritzungen gute Erfolge beim traumatischen Tetanus des Pferdes erzielt. Hand in Hand mit den Injektionen ging allerdings die antiseptische Behandlung der Wunde.
b. Alknloidc der Atroplngrappolaquo;
1.nbsp; Atropiniiin 3ulfiirieura*tnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;4. Folia Bolla(loiinaost
2.nbsp; Homatropinum hydrobromi-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;6, Herba Hyoscyami*! cum*nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;6. Folia Stvamoiiii*t
3.nbsp; Scopolaminum liy(Irobroinicimi*
1. A(ro|iiiiuiii siilfiiriciim*t,Atropinsulfat,(C,7H23N08).2 H2 804. Weisse, krystallinische, gegen 183deg; schmelzende, aus Atropin mit einem Schmelzpunkt von 115,5deg; bereitete Massen. 1 Teil Atro-pinsulfat giebt mit 1 Teil Wasser, sowie mit 3 Teilen Weingeist eine farblose, neutrale Lösung: in Äther und Chloroform ist es fast unlöslich, Die Lösungen besitzen einen bitteren, anhaltend kratzenden Geschmack. Sehr vorsichtig aufzubewahren!
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Zu 0,01 Atropinsulfat, welches im Probierrohr bis zum Auftreten weissec Nebel erhitzt wird, gebe man 1,5 cem Sebwofolsäure und envärmo bis zur beginnenden Brttunung. Sofortiger vorsichtiger Zusatz von 2 com quot;Wasser ruft lt;lie Entwicklung eines angenehmen, eigentümlich aromatischen Geruches hervor; ein Zusatz eines Krystiillohens Kaliunipennanganat bewirkt alsdann das Auftreten eines Geruches nach Bittermandelöl, 0,01 Atropinsulfat, mit 6 Tropfen rauchender Salpetersäure auf dem Wasseibad in einem Porzeliansohälchen eingetrocknet, hinter-lässt einen kaum gelblich gefiirbten Rückstand, welcher, erkaltet, beim Übergiesseu mit weingeistiger Kalilauge eine violette Farbe annimmt.
Die wässerige Lösung des Atropinsulfats (1: 60) werde durch Natronlauge, nicht aber durch Annnoniaklliissigkeit getrübt, Schwefelsäure löse es ohne Färbung (Abwesenheit von Störten, die sich mit Schwefelsaure bräunen); eine solche mache sich auch nicht bemerkbar, wenn man zu dieser Lösung etwas Salpetersäure lliesseu lässt (Abwesenheit von Morphin). Bei Luftzutritt erhitzt, verbrenne Atropinsulfat, ohne einen Rückstand (von anorganischen Substanzen) zu hinterlassen.
Per verhältnismassig leichten Zersetzlichkeit des Atropins halber sollte man stets nur einfache wässerige Lösungen und, bei Herstellung von Pillen, Bolus als Constituens benutzen! Wässerige Solutionen neigen übrigens zur Schinimelbildung.
2.nbsp; nbsp;Homafropiiiiim liydrobromicnm*, Homatropin-
hydrobromid, C16HB1 N08.HBr. \Veisses, geruchloses, krystallinisches Pulver, welches in Wasser leicht löslich ist. Die 5 quot;/0 ige wässerige Lösung verändere Lackmuspapier nicht; sie wird nach dem Ansäuern mit Salzsäure durch Gerbsäure- und durch Platinchloridlösung nicht gefällt; Jodlösung bewirkt eine braune, Kalilauge in geringem Über-schuss eine weisse Fällung. .Silbernitratlösung ruft in der wässerigen Lösung des Salzes eine gelbliche Fällung hervor etc. Sehr vorsichtig aufzubewahren!
3.nbsp; nbsp; Scoiiolaniiiium liydrobroinicnm,'. Soopolamin-bydrobroniid, O17H81 NO4.HBr, Ansehnliche, farblose, rhombische Krystalle. 100 Teile verlieren über Schwefelsäure und bei 100deg; etwa 12,8 Teile an Gewicht. Das über Schwefelsäure getrocknete Salz schmilzt gegen 190deg;. In Wasser und Weingeist löst es sich leicht zu einer farblosen, blaues Lackmuspapier schwach rötenden, bitter und zugleich kratzend schmeckenden Flüssigkeit auf. In Äther und Chloroform ist es nur wenig löslich etc. Sehr vorsichtig a ufzubewahren!
4.nbsp; nbsp;Folia nclladonnac*;-, Belladonnablätter. Die zur
Blütezeit gesammelten Blätter wildwachsender Exemplare der durch das ganze mittlere und südliche Kuropa, sowie auch in Kleinasien und
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Südamerika in Gebirgsgegenden, in Wäldern und Holzschlägen vorkommenden, ausdauernden, niclit selten bis mannshohen Tollkirsche, Atropa B elladonna (Solanaceae, Tubillorae; Pentandria Mono-gynia) mit oben gabelig geteiltem, dickem, rötlich braunem Steaigel, schmutzig braunen, in den Zweig- und Blattwinkeln an kurzen Stielen sitzenden, glockigen Blüten und anfangs grünen, später (in reifem Zustand) glänzend schwarzen, einer Kirsche nicht unähnlichen Früchten, die vom bleibenden, sternförmig ausgebreiteten Kelch gestützt sind (Figur 52).
Die Blätter sollen höclistens 2 dm lang und l dm breit sein, laufen in den weniger als halb so langen Stiel ans, sind spitz elliptisch, dünn, kahl oder untor-
scits sehr spärlich drüsig
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gewimpert. Sie sind ferner ganzrandig, ohorseitsgrün-bräaulich, auterseits mehr grau, auf beiden Flüchen mit woissen Pünktchen besetzt. Ihr Geschmack ist etwas widerlich und schwach bitter.
Der übrigens sehr variable Alkaloidgehalt der Folia Belladonnae, die vorsichtig aufzubewahren sind, dürfte im Mittel 0,6 0,7 raquo;/ botragen (sicho Seite 344).
Pliarnmceutisclie Präparate: E x t r a c-tum Belladonnae*!, Belladonnacextrakt, ein dickes Extrakt,
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Figur 52. Atropa Belladonnae. a. Blühender Zweig, b. Beides etwa um dio Hälfte verkleinert.
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welches mit Hilfe von
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Frucht.
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verdünntem Spiritus nach * aus frischem,
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blühendem Belladonnakraut, nach f aus den trockenen Belladonnablättern bereitet wird. Tinetura Belladonnae foliorumf, Belladbnnatinktur: 1 : 10 Teilen verdünnten quot;Weingeistes. Vorsichtig aufzubewahren!
5. Herba Hyoscyami* (Folia Hyoscyainif), Bilsenkraut. Blätter und blühende Stengel des ein- oder zweijährigen, auf unbe-
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;i4:{
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bauten Orten, Brachen, Schutthaufen etc. durch fast ganz Europa und einen grossen Teil Asiens wildwachsenden, bis über einen halben Meter hohen, aufrechten, m. o. w. ästigen Hyoscyamus niger (Solanaccae, Tubiflorao; l'entandria Monogynia).
Die grundständigen lüätter sind liö(!listciis ;i dm lang und bis 1 dm breit, läng-lioh eiförmig in den Blattstiel auslaufend, um Rande auf beiden Hälften mit 36 grossen Korbziilmon versehen; die stongelstitndigen Blätter sind kleiner, sitzend, die obersten tragen auf beiden Bliitthiilften nur je einen Zalm. Die an-schnlioho,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; zarte,
blassgelbliohe, violett geäderte Blumenkrone ist 5lappig; die trookenbäutige, zweijährige Fruchtkapsel öffnet sich mit einem ringsum abspringenden Deckel (Fig. 53). Stengel und Blatt-nerveu der unteren Fläche sind reichlicher mit weichen Haaren besetzt als die oft beinahe kahle Blattspreite, Geruch und Geschmack des Bilsenkrautes sind nach dem Trocknen
nicht bedontend.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; y,. ...
Figur oo.
Der Alkaloid-Ge- TTnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;.......
halt des Bilsenkrau- irgt;'oscyamquot;s niSer- raquo; Blühender Zweig, '/,raquo;/ verkleinert, tos wel !nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; '#9632; ^' *-01'0quot;:i m't lt;'ei1 ^ Staubgefässen und dem Griffel, c. Jugend-
vorsichtig aufzu-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;li0he Kap8e1' beidc8 Weni8 verkleinert,
bewahren hat, ist sehr wechselnd und dürfte zwischen 0,15 und 0,390o schwanken.
Pliarniamitische Präparate; Extractum Hyoscyaini*t, Bilsenkrautextrakt, welches wie Extractum Belladonnae nach * aus frischem, nach f aus getrocknetem Kraut bereitet wird; Oleum Hyoscyami* (Oleum Hyoscyami foliorum coctum), Bilsenkrautöl, welches durch Digestion des Bilsenkrautes mit Olivenöl (1 :10) unter Zuhilfenahme von Weingeist bereitet wird.
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6. Folia üframoiiii
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Stechapfelblätter, Die zur Blüte-
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zeit gesammelten Blätter der bis 1 Meter hohen, einjährigen, fast über
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alle Erdteile verbreiteten, auf wüsten Plätzen, Schutt etc. wachsenden Datura Stramonium (Solanacoae, Tubillorae: Pentandria Mouo-gynia), eines Nachtschattengewäclises mit oben gabelförmig verästeltem, rundem, glattem Stengel, einzeln in den Blattwinkeln stehenden, kurzgestielten, grossen Blüten mit quot;gt; eckigem, bauchig-rührigein, abfallendem Kelch und weisser, trichterförmiger, 5 zipfeliger Krone. Die Frucht ist eine rundliche, vielsamige, stachelige Kapsel.
Die höchstens gegen 2 dm langen und 1 dm Darohsohnittsbreito erreichenden Blätter gellen keilförmig oder last herzförmig in den bis 1 dm langen, 1 2 nun dicken Blattstiel llher. Die dünne Blattspreite ist spitz eiförmig, ungleich buohtig geziilint; den grossen Lappen sind nochmals 1 oder 2 Zahnpaare aufgesetzt (Figur 04).
Der Geschmack ist unangenehm bitterlioh,
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salzig; der Alkaloidgehalt scheint beträchtlich (circa 0,26 0/oy) zu schwanken. Vorsichtig anf'zübewah ren!
Aus dem oben Angeführten geht
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hervor, dass die zur Atropingruppo'' gehörenden Alkaloido sämtlich Sola-naeeen entstammen, und zwar 3 bei uns einheimischen: Atropa Belladonna. Tollkirsche, H.yoscyamus niger, Bilsenkraut, und Datura Stramonium, Stechapfel, ferner der
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Figur 54.
Blatt von Datum Stramonium die Hälfte verkleinert.
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süddeutschen Scopolia, der süd-europäischen M a n d r a g o r a und der australischen Duboisia myo-
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p oroides. Die in den drei zuerst genannten, einheimischen Giftpflanzen, welche allein nur in Frage kommen, enthaltenen Alkaloido sind: Atropin in den jungen Wurzeln der Tollkirsche, sowie im Stechapfel, Hyoscyamin in der ausgewachsenen Wurzel und den übrigen Teilen der Tollkirsche, sowie im Bilsenkraut und im Stechapfel, und Hyoscin (Scopolamin nach Schmidt) im Bilsenkraut. Sie sind (auch Hyoscin bez. Scopolamin y) einander isomer und werden durch Säuren oder Alkalien nach der Gleichung
C17 H98 N08 Ha 0 = C8 H1B NO -|- C0 H10 08
in die Base Tropin und die aromatische Säure Tropasäure gespalten. Aus Tropin und Tropasäure lässt sich durch Wasserentziehung wieder Atropin herstellen, und nimmt man hierbei an Stelle
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der Tropasäure cine andere aromatische Säure, z. B. die Flienylglycol-säure (Mandelsäure), so erhält man neue atropinähnliche Alkaloide (sogenannte Tropeine), z. Ji. ))ei Verwendung der Mandelsäure das dem Atropin ähnlich, aber flüchtiger wirkende llomatropin.
Es ist somit leicht zu erklären, warum Atropin, Hyoscyamin und Hyoscin (Scopolamin) auch in pharmakologischer Hinsiolit einander sehr nahe stehen. Als Repräsentant von ihnen ist das oflizinelle Atropin (Atropinum sulfuricura) anzusehen, auf welches in der nachstehenden Ausführung allein Rücksicht genommen wurde. Die Wirkung der drei einheimischen Giftpflanzen fällt in qualitativer Hinsicht mit derjenigen des Atropins zusammen, da in ihnen keine modifizierend wirkenden Nebenbestandteile enthalten sind.
Wirkung des Atropins.
1.nbsp; nbsp;Örtlich, auf Schleimhäute, Cornea etc. gebracht, entfaltet Atropin eine schwache anästhesierende und daneben leicht reizende Wirkung. Es kommt letztere für die Augenheilkunde insofern in Betracht, als Konjunktivalkatarrhe durch stärkere Atropin-lösungen verschlimmert werden können.
2.nbsp; nbsp;Die Antnalune des Atropins erfolgt sehr prompt von allen Applikationsstellen, mit Ausnahme allerdings der intakten Haut (?). Die ersten Symptome können sich schon 2 3 Minuten nach der subkutanen, 5 JO Minuten nach der stomaohalen Applikation bemerklich machen. Die Ausscheidung; findet, wenigstens zum grossen Teil, unverändert durch den Harn statt und ist wahrscheinlich in längstens 36 Stunden vollendet. Der Harn der mit Atropin (Tollkirsche, Bilsenkraut etc.) vergifteten Tiere besitzt mydriatisehe Wirkungen,
3.nbsp; Die Resorptivwil'kung des Atropins ist teils auf das periphere, teils auf das centrale Nervensystem gerichtet.
Vom peripheren Nervensystem werden in Angriff genommen , imd zwar g e 1 ä h m t 1) die E n d i g u n g e n d e r se k r e -torischen Nerven (Herabsetzung verschiedener Sekretionen, namentlich derjenigen des Speichels, Bronchialscbleiines, Schweisses etc., angeblich auch der Milch [?]); 2) die Endigungen gewisser, in glatter Muskulatur sich ausbreitender Nerven (Mydriasis durch Lähmung der Oculomotoriüs-Endigungen im Sphincter irieiis und Ciliarmuskel; nach kleinen Dosen Erhöhung der Peristaltik durch Lähmung des Henimungsnerven für den Darm [Splanohnious],
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nach grossen Dosen Aufhebung der l'eristaltik durch Lähmung der Bewegungsganglien des Darms etc.); 8) die Vagus end i gun gen im Herzen (Ansteigen der Pulsfrequenz).
Vom centralen Nervensystem wird ergriffen das (iehirn (starke Erregung und Unordnung, unter Umständen später Lähmung), möglicherweise auch das verlängerte Mark bez. dessen Ge-fäss- und Atmungscentrum (Erregung, nach grossen Gaben späterhin Lähmung).
Schon nach kleinen Gaben macht sich Vermehrung dor Pulsfrequenü
mit Steigerung des Blutdruckes, auffallende Trockenheit boz. Köto im Mund und Schlund, Mydriasis mit Accomodationsläbmung, manchmal auch häufigere Kotentleerung (beim Menschen ausserdem unangenehmes Trocken-heitsgeftthl der Haut) bemerklich.
Nach grossen Crabon steigert sich dio Zahl der Pulsschläge anl's doppelte bis dreifache des normalen; es kommt zu cerebralen Störungen, Unruhe, Aufregung, Tobsucht, bisweilen zu Konvulsionen, später eventuell zu Schwache, Be-tiiubung; dio Atmung ist beschleunigt, manchmal keuchend; es stellt sich Verstopfung (Kolik, Tympanitis etc.) ein. Alle diese Symptome, mit Ausnahme der Mydriasis, die einige Tage anhalten kann , pflegen in den meisten Fällen nach ü 24 Stunden, seiton früher oder später, zu verschwinden.
Kommt os zum Tod (der durch Atmungslähmung erfolgt), so gehen komplette Gefühl- und Bewusstloslgkeit, Lähmung der Extremitäten, der Blase und des Mastdarmes, nicht selten auch Konvulsionen mit (beim Hund) manchmal tetaniscliern Charakter voraus.
Die Empfindlichkeit der verschiedenen Tierspezios bietet be-merkenswerte Dillerenzcu dar. East immun verhalten sich manche Vogelarten und viele Hcrbivorcn. KAninchcii konnten wochenlang Tollkirschenblätter fressen, ohne zu sterben (Mydriasis war das einzige Symptom) und wurden erst durch 1,0 Atropin subkutan getötet (Hertwig); Schafe vertrugen 90,0 Eolia Holladonnae, 120,0 Uadix Bclladonnae, 60,0 Extractum Belladonnae ohne Nachteil (Gcrlacb); Ziegen zeigten nach 7.quot;)0,0 Eolia Belladonna und 240.0 ausgepresstem Stechapfelsaft nur Mydriasis (Gerlach, Hertwig, Viborg u, a). Pferde und Uindcr sind gegen Tollkirscho empfindlicher, denn 120,0180,0 Eolia und 180,0 Eadix Belladonnae, sowie 1250,0 Semen Stramonii vermochten nach Hertwig in manchen Fällen Pferde zu töten, und 60,090,0 Radix Belladonnae riefen bei Bindern sehr heftige, fast stets 2 Tage anhaltende Intoxikationserscheinungen hervor. 0,12 Atropin soll, subkutan appliziert, bei Pferden das lieben gefährden (?) (Hertwig). Bilsenkraut erwies sich dagegen viel weniger giftig, denn 750,0 des frischen Saftes bewirkten bei einem Eselshengst, 500,0 des halbreifen Samens, sowie 180,0 860,0 des frischen und trockenen Krautes und der Wurzel, fernerweit 8,0 80,0 des Extraktes bei Pferden lediglich vorübergehende lutoxikationssymptome. Auch 1000,0 des abgeblühten Stechapfels erzeugten bei einem Pferd nur eine leichte Vergiftung (Viborg). Sclnveine und Hunde vertragen grosso Mengen Atropin. Erstcro werden durch 10,0 (auf 25 Kilo Gewicht) noch nicht getötet (Terog), letztere vertragen 1,0 (circa 0,08 pro Kilo Körpergewicht), häufig
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anoh noch mehr, ohne zu sterben und können sieh su^nr ;in iinnier grössero Gaben gewöhnen (Meuriot, von Anrep u, a.); Orfila tütete indessen einen Hund dnroh 1(!,0 Kxtractuin Strainonii. Kal/cn sind zieinlich widerstandsfähig; ein kräftiger Kater zeigte auf subkutane Dosen von 0,0') lediglieh mehrere Tage anhaltende Mydriasis (Verfasser). Vom Hyosein vertrug eine Katze 0,(), ohne ZU sterben (Kobort).
4. Von praktischem Interesse ist die Thatsache, dass die mydriatische Wirkung des Atropins auch bei Applikation desselben auf die Augenbindehaut, und zwar um so schneller, je stärker die Atropinlitsung und je dünner die Hornhaut ist (gemeinhin innerhalb 5 20 Minuten) zu stände kommt. Die Wirkung hält, wenn stärkere, z. B. l0/0ige Solutionen verwendet wurden, mehrere Tage an; bei schwächerer Losung, z. B. von 1 20/on, geht sie in 123(gt; Stunden vorüber. Die stets mit der Mydriasis verknüpfte Accomodationsparalyse pflegt etwas schneller zu verschwinden. Eine Herabsetzung des inneren Augendruckes erfolgt nicht oder nur im Anfang; später ist der innere Augendruck stets gesteigert. Bei Katzen beobachtet man fast immer bald nach der Atropininstillation Speichelfluss.
Anwendung des Atropins.
Mit Rücksicht auf den unsicheren Alkaloid-Gehalt der auf Seite 342 genannten Droguen und ihrer pharmaceutischen Präparate ist neuerdings fast nur das Atropinum sulluriciim *y in Gebrauch.
Man wendet dasselbe an:
1. In der Augenheilkunde zur E r weit e rung der Pupille, sei es zu Untersuohungszwecken, um das Augeninnere hesser übersehen zu können, sei es therapeutisch, z.B. behufs Entspannung der Iris oder Lösung von sogenannten hinteren Synechien bei Iritis, behufs Herabsetzung der Sensibilität bei manchen Konjunktivitiden und Keratitiden (siehe indessen Seite 345 Absatz 2), behufs Ermöglichung gewisser operativer Eingriffe, z. B. der Staroperation, etc.
Man bringt bei Iritis und behufs Zerreissung von Synechien 1 oder einige Tropfen einer 1 20l0[gQn Atropinlösung (z. B. 0,2 Atropinum sulfuricum in 20,0 Aq. destillat.) mittels eines Pinsels oder Tropfgläschens in den Bindehautsack und erzielt danach innerhalb 520 Minuten eine energische, s t e t s m e h r e r e T a g e anhaltende Mydriasis. Zu blossen Untorsuchungszwecken sollte man, um die Wirkungsdauer möglichst abzukürzen, schwächere Solutionen (z. B. 0,02 Atropinum sulfuricum in 10,0 A([. destillat.) benutzen, wenn
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I I
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man nicht vorzieht, vom Honüitroplimm li.vdrochloricum3' Gebrauch
zu machen, welches bei gleich starker Wirkung und gleicher An-wendungsweise den Vorzug hat, dass die Mydriasia schneller als nach Atropiu verschwindet. Vom Scopolaminuin lij'drocliloricum*, dein man nachrühmt, dass nicht nur die Mvdriasis schneller als nach Atropin verschwindet, sondern dass es auch den inneren Augendruck nicht erhöht, genügt zur Hervormfung von Mvdriasis eine l'Vooig0 Solution.
2.nbsp; nbsp;Zur Beruhigung krampfhafter Kontraktionen glatter Muskulatur, z. B. bei krampfhaftem Verschluss des Muttermundes, wo man seit altersher Extractiun Uella-(lonnae !:;f oder FiXtractum Hyoscyami^f örtlich in Salbenform benutzt, bei Krampfkolik und krampfhafter Harnverh altung, wo man die oben genannten Extrakte in Klystierfönn (Pferden J0,0 Extrakt auf 1 Liter Kamillen- oder Bahlrianaufguss) appliziert oder sie, wie auch bei Krampfwehen, innerlich (4,0 für ein Pferd mit Krampf-kolik; innerhalb 12 Stunden zu repetierenj verabreicht. Es scheint, dass durch Belladonnaextrakt Kolikschmerzen gemindert und die (normale) Peristaltik vermehrt wird.
Bei Epilepsie, Chorea, Tetanus und verwandten Krampfformen haben sich die Mitglieder der Atropingruppe ebensowenig wie bei psychischen Aufregungszuständen im Gefolge von Gehirnkranldieitcn, Staupe etc. bewährt. Auch das Scopolamin macht davon keine Ausnahme (Fröhner). Eine besondere Verwendung des Atropins teilt De Mi a mit, welcher in vielen Füllen von Mus kell'heuma-tismus des Pferdes durch subkutane Injektion von 0,05 Atropin. sulfuric. 0,2 Morph. hydrochloric, (in der Nähe des leidenden Teiles) baldige Herstellung erzielte.
3.nbsp;Zur Vermin de rung übermässiger Sekretionen, namentlich bei Speicbelflu ss, verstärkter Schweisssekrction, besorgniserregender Seh leim Sekretion in den Bronchien (Bronohoblennorrböe), sowie bei Lungenödem etc. infolge unvorsichtiger Verabreichung des Pilokarpins und Physostigmins.
Ein Hustenstillmittelquot; ist Belladonna und das namentlich in Verbindung mit Bittermandelwasser hier und da benutzte Bilsenkrautextrakt wahrscheinlich nicht.
4) Als Excitans für Cirkulation und Respiration, bei Collaps in akuten Krankheiten, namentlich aber bei Intoxikationen mit Morphin, Chloralhydrat, Chloroform, Digitalis etc.
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Die Verabreichung des Atropins erfolgt stets subkutiin (Atropinsohitioiien sollte man In dunklem Glas abgeben!); Helladonna- und Bilsenkrautextrakt würde man intern In Pillen, Latwergen oder Lösungen anwenden müssen.
Dosen des Atropins (subkutan) für Pferde u. Rinder mittelgr. Tiere Schweine Hunde 0,050,1nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 0,010,05nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 0,01-0,03 0,0050,02
Dosen des Extract. Beiladonnae oder Hyoscyami (per os) für P f erde u. Rinder mi11e 1 gr. Tlere Schwelne Hunde 2,0-5,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;0,20,5nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 0,20,5 0,030,3
Cave: alkalische Zusätze, Gerbsäuren. Von der Benutzung der Folia IJella(loiinae*i-. Folia Hyoscyami *t
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und Folia Stranionii*-!- zu ,.sclinu'i7.stiliendenquot; Kataplasmen, Bähungen und Waschungen bei Lymphangitis, Lymphadentis. Mastitis, Druckschäden etc, sowie von der Anwendung dos in der Hauptsache nur Chlorophyll enthaltenden Oleum Hyoscyami* (Oleum Hyoscyami foliorum coctumf) bei ähnlichen Zuständen, sowie bei schmerzhafter Otitis externa und Verbrennung sehen die modernen Tierärzte mit Recht ab.
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2. A1 k a 1 o i d e, welche vorzugsweise auf das R ü c k e n in a r k w i r k e n,
0raquo;. Strjcliniii; b. Colleiu und TliPülmnuiii; c. Cocain; d. l'hjsostigiiiiu!
e. Miiscnrln.) (Anhang: Lathyrnsgifte.)
a. Strychnin. Stryc'lliiinum iiid-icmii i. Stryehnhmitrat, C21.H.22 NjOj.HNOj. Farblose, sehr bitter schmeckende Krystallnadeln. welche mit 00 Teilen kaltem und 3 Teilen siedendem quot;Wasser, sowie mit 70 Teilen kaltem und 5 Teilen siedendem Weingeist neutrale Lösungen geben. In Äther und in Schwefelkohlenstoff ist Strychnin-nitrat unlöslich.
Beim Koclion pinos Körnchens Stryohninnitrat mit Salzsäure tritt RotfUrbung ein. Aus dor wässerigen Auflösung dos Stryc.lininnitrats scheidet Kiilimmli-chromatlösung rotgelbe Kryställohen ab, welolio, mit Sohwefelsäare in Berührung gebracht, vorübergehend blauo bis violette Färbung annehmen.
Bei Luftzutritt erhitzt, darf Stryohninnitrat einen Rückstand (von anorganischen Salzen) nicht hinterlassen. Mit Salpetersäure zerrieben, soll es sich gelblich, jedoch
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niclit rot fiirben, anderoiilalls Verunreinigung mit Bruoin; Morphin giebt mit Salpetersäure eine blutrote, aber bald in gelb übergehende Färbung.
Strycliuinuiu uitricum ist sehr vorsichtig aufzubewahren!
Strychnin bildet neben dem sehr viel schwächer tetanisch und daneben lähmend auf die peripheren Nervenenden wirkenden Hinein, C._,3 H26 N, Oj, den wirksamen Bestandteil des
Semen Stryolml*ti Mux vomioa, Breohnuss, Krähenaugen. Man bezeichnet so die scheibenförmigen, 25 mm Durchmesser
und höchstens 5 mm Dicke er-
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reichenden , häufig verbogenen Samen des in Ostindien, besonders in Gebirgswäldern Vorder-und Hinterindiens heimischen, stattlichen Baumes Strychnos
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Nux vomica (Loganiaceae, Contortae; Pentandria Mono-gynia).
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Nach dorn Ein-
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Figur 55.
Haare von Strychnossamen, stark
vergrössert.
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weichen in Wassernbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Figur fiß. lassen sich die mit Semen Strycimi weichen, glänzenden, i,, natürl. Grosse.
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graugelben, bisweilen grünlich schimmernden Haaren besetzten Samen (Figuren 55 und 56) längs der oft etwas zugeschärften Bandlinie in die beiden Hälfton des hornartigen, stärkemehlfreien Sameneiweisses zerlegen. Dieselben schliessen die zwei zarten, 5 mm langen Eeimblättohen und das keulenförmige Würzelohen ein. Breohnuss schmeckt äuasorst bitter und ist vorsichtig anfzubewahron!
Der Gehalt des Semen Strycimi an Strychnin und Brucin, die beide wahrscheinlich an Igasursäure gebunden sind, scheint sehr zu wechseln und wird gewöhnlich auf 1 20/0 (0,41 (1/o Strychnin, 0,1 1 % Brucin) angegeben. Aussei- in den Brechnüssen lindet sich übrigens Strychnin auch in den Ignatiusbohnen, den Samen der auf den Philippinen heimischen Ignatia amara, in der falschen Angosturarinde, der Rinde von Strychnos Nux vomica, im Seh langen holz, der Wurzel von Strychnos colubrina, in dem von den Eingeborenen der Sundainseln und Molukken aus der Wurzel von Strychnos Tieute bereiteten Pfeilgift Up as Radj a (Tieute), sowie schliess-lich in der Rinde der cochinchinesischen Strvchnos U au theriana.
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l'liarmaceutische Präparate: Ext rue turn S t ry chni*}-, Stryohnossamenextrakt. Tinotura Strychni^j, Stryohnossamen-tinktur; 1 : 10 Teilen verdünntem Weingeist; ihr Alkaloidgehalt dürfte 0,15O,200/o betragen. Beide Präparate sind vorsichtig auf-zübe wa h r e n!
Wirkung des Stryciiniiis.
1.nbsp; nbsp;Strychnin ist ein An ti septic um und Antiferiuenta-tivum; diesbezügliche therapeutische Verwendung iindet es nicht (siehe indessen unten).
2.nbsp; nbsp;örtlich wirkt Strychnin gering reizend, sodass bei innerlicher Applikation sehr kleiner Gaben Besserung des Appetits und der Verdauung eintritt. Die Zunahme der Speichelabsonderung beruht auf dem intensiv bitteren Geschmack, welcher noch in Verdünnungen von 1 :60,000 wahrgenommen wird.
3.nbsp; nbsp;Die Aufnalime erfolgt mit Ausnahme der intakten Haut von allen Applikationsstellen, sehr prompt besonders von der Subcutis, ferner vom Mastdarm schneller als vom Magen. Die Aussciieuluug iindet in der Hauptsache durch die Nieren (nachlpsen auch durch Schweiss und Speichel) statt und hält bei wiederholter Darreichung des Strychnins mehrere Tage an. Es beruht darauf die Kuinu-lativwirkunlaquo;: des Mittels. Eine Angewöhnung an dasselbe scheint nicht stattzufinden.
4.nbsp; Die Besorptlvwlrknng ist aufs gesamte oentrale Nervensystem Gehirn, Rückenmark, Medulla oblongata - - gerichtet, dessen Erregbarkeit in enormer Weise gesteigert wird (Überempfindlichkeit gegen sensible Reize aller Art; anfalls-#9632;vveiser tetanisclier Reflexkrampf sämtlicher Skelettmuskeln bei erhaltenem Bewusstsein; starke Steigerung des Blutdruckes mit Ver-langsamung des Herzschlags [infolge centraler Vagusreizung|, manch-mal aber auch mit Beschleunigung desselben oder ohne besondere Veränderung; I)yspn ö e.
Dio Stryohninwirkung gestaltet sieb boi allen Warmbltttem in gleicher, sehr f.liaraktoristischor Weise und tritt, jo nacli Applikationsstelle und Dosis, innerhalb weniger bis 30 Minuten (bei gubkutaner Applikation in der Regel nach 5 bis 10 Minuten), selten später hervor,
Nach kleinen, nicht toxischen Gaben macht sich mitunter erhöhte Empflndllohkeit gegen äussere Reize, massige Schreckhaftigkeit und gelindes Vibrieren einzelner Muskelgruppen (wie etwa beim Frostgeluhl) bemerklich j etwas grössere Duson führen zu Steifigkeit, gespanntem Gang, steiler Kopfhaltung etc., Symptome, die schnell wieder verschwinden. Grosse Gaben bewirken
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Anfalle von tetanisohon Krämpfen (Strychnintotaiiiis), wttbrend deren die gesamte Skelettmuskulatur des in der Streokstellung verhan-cmlen Tieres bretthart erscheint, hochgradige Dyspnöe oder völliges SUtieren der Atmiuig, Cyanose, Protrusion der Augäpfel, Mydriasis und Temperatursteigerung bestehen. Ein solcher Anfall dauert '/a his längstens 2 Minuten, wiederholt sich aber auf sensible Reize selbst sehr unbedeutender Art, oft auch sohon ohne solche nach mehr oder weniger langer Pause. In den krampfireien Intervallen befinden sich die Muskeln in der Kegel in erschlafftem Zustand, und das Bewusstsein ist ebenso wie während der ersten Anfälle ungetrübt.
Der Tod erfolgt in der Regel während eines Anfalles durch Erstickung, selten in einem auf das Krampfstadium folgenden Stadium dor allgemeinen Lähmung. Tritt der tödliche Ausgang nicht ein, so worden dio Anfälle schwächer und hören allmählich auf, manchmal erst nach 1224 Stunden, selten noch später.
Die Empündlicllkcit der verschiedenen Tierspezies dorn Strychnin gegenüber zeigt bemerkenswerte Differenzen! am wenigsten emplindlich (nach Palck und Feser) ist, von den völlig immunen Avertebratcn abgesehen, das Huhn, hei dem die niedrigste Todesgabe pro Kilo Körpergewicht 2 Milligramm in die Subcutis, 50 Milligramm in den Kropf appliziert beträgt. Dann folgen (bei subkutaner Applikation) Hund und Katze mit 0,75, Schwein mit 0,60,7, Kaninchen mit 0,6 0,6, Pferd, Rind, Ziege, Schaf mit 0,8 0,4 Milligramm pro Kilo Körporgewicht. Bei stomachaler Applikation sind die Todesdosen dreimal höher beim Schwein, 5mal beim Pferd und Hund, lOmal beim Schaf, 40mal bei der Ziege, vielleicht auch beim Rind.
Von der Breohnuss werden innerlich unter Umständen sehr grosse Gaben, z. B. vom Pferd 40,0, von der Ziege 26,0 innerhalb 11 Tagen, vom Schwein 12,0 etc. ohne Nachteil vortragen, sobald man sie in Pulver- (Pillen-, Latwergen-) Form eingiobt (Hertwig u. a.).
Anwendung des Stryclmins und der Strychnossanieii.
Man benutzt die Krähenaugen-Präparate;
1.nbsp; nbsp;Bei motorischen Lähmungen aller Art, besonders bei der sogenannten Kreuzschwäche und Kreuzlähmung, bei welcher, insofern die Leitungsfälligkeit der Nerven erhalten ist und keine Strukturveränderungen in der Medulla spinalis vorliegen, hin und wieder zufriedenstellende Resultate erzielt werden, femer bei Lähmung der Sphinkteren (Incontinentia urinae und Offenstehen des Afters), nach Levi und von Chelchowsky auch im Beginn des wahren Kehlkopfpfeifens (Strychnin soll in kleinen, vorsichtig zu steigernden Gaben, z. B. am ersten Tag zu 0,03, am zweiten zu 0,04, am vierten zu 0,05 etc. intratracheal appliziert werden).
2.nbsp; nbsp;Bei Lähmung sensorieller Nerven, speziell bei Am-blyopie und Amaurosis, insofern keine oder nur geringe anatomische Veränderungen des Opticus und der Retina vorliegen (z. B. bei chronischer Bleivergiftung). Es ist gebräuchlich, in solchen Fällen
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Strychnin in der nächsten Nähe des Auges (in der SchMfengegcnd) subkutan zu injizieren. Fröhner spritzte bei Amaurosis des Hundes, besonders bei den in Gefolge der Staupe auftretenden, auf Inaktivi-tätsatrophic der Fapille beruhenden Formen, täglich einmal 0,002 Strychninum nitricum mit Erfolg unter die Haut der Schläfengegend.
3.nbsp; nbsp;Als Erregungsmittel für die Cirkulation bei Vergiftungen mit narkotischen Substanzen.
Bei allen bisher erwähnten Zuständen wendet man das isolierte wirksame Prinzip der Krähenaugen, Strycbnltiam nitricum'quot;-j-, an und appliziert es (wenn sich oben nichts anderes angegeben iindet, an beliebiger Körperstelle) subkutan, da nur auf diese Weise eine sichere, gleichmässige Wirkung zu erzielen ist. Man beginnt mit kleinen Gaben (beim Pferd z. B. mit 0,05), die man täglich einmal injiziert, und steigt allmählich bis zum Doppelten an. Soll in der Landpraxis bei paretischen Zuständen, z. B. des Rindes, von der Roh-drogue Gebrauch gemacht werden, so würde man die umstehend angegebenen Dosen der Brechnuss um das Doppelte überschreiten können. Bei der Gebärparese der Kühe empfahl Kühne: 30,045,0 Brechnuss werden mit G Liter Wasser abgekocht, danach werden hinzugefügt 15,0 Brechweinstein und 250,0 Glaubersalz: halbstündlich '/, Weinflasche voll zu geben.
Der Kumulativwirkung halber ist es unerlässlieh, an jedem 3., längstens 4. Tag mit der Medikation auszusetzen; dasselbe muss geschehen, sobald sich die Wirkung in Form gelinder Zuckungen äussert (geringster Grad der Strychninintoxikation).
Dosen des Strvchnius für Pferdenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Rinder mittelgrosse Tierenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Hunde
0,050,1 0,05.....0,15nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 0,0020,005nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 0,0010,003
Cavo: alkalische Zusätze, leicht reduzierbare Metallsalze. Gerbsäure.
4.nbsp; Als Bittermittel bei Dyspepsie und chronischen Magenkatarrhen; ferner, meist in Verbindung mit Opium, Ipecacuanha etc., bei chronischen Darmkatarrhen, die mit Durchfall einhergehen, Man reicht täglich 23 mal teils Semen Str.vcliiii*t (Pferden in Pulverform auf das Futter, Wiederkäuern in Wasser oder Bier gekocht), teils Tinctiira Stryclmi *-i-, und zwar, bei mehrtägigem Gebrauch, unter den sub 3 angegebenen Kautelen.
Dosen des Semen Stryclmi (als Bittermittel) für Pferde, Rinder mittelgrosse Tiere Hunde 2,05,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 0,61,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 0,050,2
llüllor, rimniiakülugio,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; raquo;jjj
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Dosen der Tinctura Strychni (als Bittermittel) für Pferde, Rinder mittelgrosse Tiere Hunde
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6,020,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;1,0 -5,0
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0,20,6
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Rezept-Beispiel.
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Sem. Strychni 2,05,0. Rad. Gentianae 20,0-Pulvis. Dentur t. d. No. V. Täglich 2 mal 1
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-80,0. Misce. Fiat
Pulver im Futter
Bei habituellem
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(Pferd) oder aromatischen AufgUSS (Rind). Durchfall.
b. Coffein und Theobromin.
1. offeimim*i', Coffein, C8H10X4Os 1T80. Weisse, glänzende, biegsame Nadeln, mit 80 Teilen Wasser eine farblose, neutrale, schwach bitter schmeckende Lösung gebend. 1 Teil Coffein wird von 2 Teilen siedendem Wasser zu einer Flüssigkeit gelöst, die beim Erkalten zu einem Krystallbrei erstarrt. Coffein löst sich in nahezu 50 Teilen Weingeist und in 9 Teilen Chloroform, in Äther ist es wenig löslich. An der Luft verliert es einen Teil seines Krystallwassers; bei 100deg; wird es wasserfrei. Es schmilzt bei 230,5deg;, beginnt jedoch schon bei wenig über 100deg; sich in geringer Menge zu veriiücbtigen und bereits bei 180quot; ohne Rückstand zu sublimieren. Coffein ist vorsichtig aufzubewahren! Das Weitere wolle man in den Arzneibüchern nachlesen.
Coffein ist eine sehr schwache Base, welche mit Säuren nicht haltbare, bereits durch Wasser zerlegbare Salze bildet. So ist auch das früher vielfach benutzte Coffeinum citricum lediglich ein Gemenge von Coffein und Citronensäure. Dagegen bildet Coffein mit den Katriumsalzen mehrerer Säuren, z. B. Benzoösäure, Zimmtsäure, Salicylsäure etc., haltbare, in Wasser leicht lösliche Doppelsalze, z. B. das Coffeinum natrio-salicylicum und das Coffeinnm natrio-benzoicum *, ein weisses, amorphes Pulver oder eine weisse, körnige Masse, die geruchlos ist, bitter schmeckt und mit 2 Teilen Wasser, sowie mit 40 Teilen Weingeist eine farblose, Lackmuspapier nicht verändernde Lösung liefert (Weiteres siehe im Arzneibuch).
Coffein wird neuerdings nicht mehr als ein Alkaloid, sondern als Trimethylxanthin aufgefasst und lindet sich neben anderen Stollen, besonders Gerbsäure, in verschiedenen Genussmitteln, nämlich zu 0,042,21 quot;/0 in den Samen des ursprünglich in Südabyssinien und den angrenzenden Gallaländern heimischen, jetzt in allen Tropen-gegenden vielfach angebauten Kaffeebaumes, Coffea arabica
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(Rubiaceae, Caprifolia; Pentandria Monogynia): zu 1,863,09% in den (getrockneten) Blättern des anfangs in Assam heimischen, seit Jahrhunderten in China und Japan, seit Mitte dieses Jahrhunderts auch auf Java, in Indien, Brasilien etc. angebauten Theestrauches, Camellia Thea (Ternstroemiaceae, Cistiflorac; Polyandria Monogynia); zu 3,125 0/o in der Guarana, Guaranapaste, die aus den Samen der brasilianischen Paullinia sorbilis (Sapindaceae) hergestellt wird und in circa 13 dm langen, 45 cm dicken, wurstartigen Stücken in den Handel kommt: zu über 20/o in den Kolanüssen, d. h. den Samen der an der Westküste Afrikas heimischen, aber in vielen anderen Tropcnländern kultivierten, stattlichen Cola acuminata (Sterculiaceae) und schliesslich zu 0,21,5 im Paraguay thee, Polia Mate, den Blättern der südamerikanischen Hex paraguariensis (Aquifoliaceae).
Von allen diesen Rohstoffen werden lediglich die Kaffeebohnenquot; gelegentlich in tierärztliche Verwendung gezogen (siehe später).
Wirkung des Coffeins.
1.nbsp; Ortlich wirkt Coffein reizend und in sehr geringem Grade anästhesierend, sodass bei unvorsichtiger innerer Anwendung Vomitus, Diarrhöe etc. und bei subkutaner Injektion Phlegmone und Abscesse entstehen können.
2.nbsp; nbsp;Die Aufnalime geht von den gewöhnlichen Applikationsstellen prompt vor sich, die Ausscheidung erfolgt zum grossen Teil durch den Harn, zum Teil auch durch die Galle etc.
3.nbsp; nbsp;Die Resorptivwirkung ist eine erregende und zwar gegerichtet a) aufs Rückenmark (Steigerung der Rellexerregbarkeit bis zum Ausbruch tetanischer Krämpfe); b) aufs Atmungscentrum im verlängerten Mark (Vermehrung der Zahl und Tiefe der Atemzüge); c) aufs Gefässcentrum im verlängertem Mark und auf den Herzmuskel (Erhöhung des Blutdruckes und Vermehrung der Pulszahl). Ferner findet entsprechende Temperaturerhöhung und daneben Zunahme der Harnsekretion (wahrscheinlich infolge der Reizung der Nierenepithelien bei Gelegenheit der Ausscheidung des Coffeins) statt. Auch nach subkutaner Anwendung grösserer Dosen kommt es zu einer leichten Entzündung des Magendarmes.
4.nbsp; In eigentümlicher Weise verhalten sich die quergestreiften Muskeln, z. B. von Rana temporaria, bei unmittelbarer Einwirkung des Coffeins. Es wird nämlich vorerst ihre Erregbarkeit gesteigert,
2:!*
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sodass siü loichter in den Kontraktionszustand übergehen; nach stärkerer Einwirkung wird derselbe indessen permanent und somit der Totenstarre ähnlich.
5. Der Tod tritt erst nach sehr grossen Gaben (nach Eröhner beim Pferd und Kind nach Dosen von 100,0, bei der Ziege und dem Schwein von 10,0, beim Hund von 5,0) unter Krämpfen oder Läh-mungssymptomen ein.
Ainvendinig des Coffeüns.
Man wendet (Mein an:
1.nbsp; Als Herztoni cum und nicht kumulierend wirkendes Ersatzmittel der Digitalis bei Herzkrankheiten und Herzschwäche in akuten Krankheiten.
2.nbsp; Als Diureticum bei Hydropsien aller Art, neuerdings namentlich in Form der Doppelsalze (siehe Seite 354).
3.nbsp; Als Analepticum bei akuten Schwächezuständen, Intoxikationen mit narkotischen Substanzen und paralytischem Kalbefieber (Hink empliehlt beim Rind Injektionen von Eserin |0,1 0,15] mit Coffeinum natrio-salicylicum [5,0:25,0 Aq. destillat.]).
Die Verabreichung des Coffeins kann sowohl stomachal (als Pulver, Pille, Solution) als subkutan (dann am besten als Coffeinum natrio-benzoicum) geschehen.
Dosen des Coffeins für
grosse Tierenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;kleine Tiere
5,010,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;0,12,0
Von den auf Seite 355 angeführten coffeinhaltigen Kohprodukten wird in der Tiermedizin lediglich der geröstete Kaffee, Semen Coffcae to st um, angewendet.
Derselbe enthält neben ungefähr 1 quot;Z,, Coffein fettes öl, Gerbstoff (Kaffeegerbsäure) und verschiedene, beim Rösten entstandene brenzliche Stoffe, die man unter dem Namen Kaff eol oder Kaff eon zusammenzufassen pflegt. Man führt auf die Wirkung des Kaffools die Thatsache zurück, dass ein starkes Kaffeeinfus stärker erregend wirkt als die entsprechende Menge Coffein.
Gerösteten Kaffee verwendet man innerlich:
1. Als leicht zu beschaffendes Ex citans bei Intoxikationen durch Alkohol, Chloroform und narkotisch wirkende Alka-
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loide (wobei auch die im Kaffee enthaltene Gerbsäure von Bedeutung sein dürfte), sowie bei akuten Schwäch e zu st an den , Collaps, Gebärparese etc.
2. Bei Hyperemesis und akuten Durchfällen.
Man giebt den Kaffee in Form des Aufgusses (1 : 10-20) und verabreicht ihn in der Hegel warm, grosson Tieren zu 0,250,5 Liter, kleinen Tieren esslöffel- bis tassenkopfweise, mehrmals am Tage.
Ausserlich dient Kaffeepulverquot; als antiseptisches Verbandmittel. Va\ gleichen Teilen dem Jodoform zugesetzt, verdeckt es den Jodoformgeruch wesentlich.
2. Tlieobruininum natrio-saücylicum*, Dimetin. Weisses, geruchloses, süss-salzig und daneben etwas laugenhaft schmeckendes Pulver, welches sich in der Hälfte seines Gewichtes Wasser, besonders leicht beim Erwärmen, löst. Die 20quot;/ige Lösung ist farblos, bläut rotes Lackmuspapier und wird durch Eisenchloridlösung violett gefärbt. Aus ihr wird durch Salzsäure sowohl Salicylsäure als auch nach einiger Zeit Theobromin als woisser Niederschlag abgeschieden etc. (siehe Arzneibuch).
Die Wirkung des Theobromin s, C7H8X402, welches aus den ölreichen Samen des im tropischen Amerika heimischen, im heissen Afrika und Asien kultivierten Cacaobaumcs, Theobroma Cacao (Hiittneriaceae, Columniferae; Polyadelphia Decandria), dargestellt wird, ähnelt im grossen und ganzen derjenigen des Coffeins, doch ist das Mittel viel weniger giftig, wohl aber stärker harntreibend. Namentlich ist dies bei dem Doppelsalz des Theobromins, dem oben beschriebenen Theobromimim natrio-salicylicum der Fall. Man würde dasselbe Hunden in Tagesdosen von 4,00,0 verabreichen können (siehe übrigens die Tabelle auf Seite 207).
c. Cocain. Coca iiiii m hydrochloricnm*-;-, Cocainhydrochlorid, C,, H^NCcHCl. Farblose, durchscheinende, geruchlose, wasserfreie Krystalle, welche mit Wasser und mit Weingeist neutrale Lösungen geben. Die Lösungen besitzen bitteren Geschmack und rufen auf der Zunge eine vorübergehende Unemplindlichkeit hervor. In der wiisse- , rigen, mit Salzsäure angesäuerten Lösung ruft Quecksilberchlorid einen weissen, Jodlösung einen braunen, Kalilauge einen weissen, in Weingeist und Äther leicht löslichen Niederschlag hervor.
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In 1 eera Schwefelsiiuro und in 1 ccm Salpetorsiiure liist sieli je 0,1 des Salzes ohne Färbung auf. 0,1 Cocainhydrochlorid in 5 com Wassdl unter Zusatz von 3 Tropfen verdünnter Schwefelsäure gellist, liefere eine Flüssigkeit, die durch 1 Tropfen einer Kaliumpermanganatlösung (1; 100) violett gefärbt wird. Bei Abschluss von Staub zeige diese Färbung im Lauf einer halben Stunde kaum Abnahme. Erhitzt, hinterlasse das Salz keinen Eückstand. Es sei vorsichtig aufzubewahren!
Cocain ist zu 0,2-0,80/0 neben mehreren Nebenalkaloiden, z. B.
Isatropylcocain, Bestandteil der
Folia Cocaf, Cocablätter, d. h. der getrockneten, 5 8 cm langen, ganzrandigen, zugespitzten, verkehrteiförmigen, eirunden oder länglichen, dünnen, steifen Blätter von Erythroxylon Coca (Erythroxylaceae, Aesculinae), einem in Peru und Bolivia heimischen, in Chile, Brasilien, Ceylon. Java etc. kultivierten, 12 Meter hohen Strauch. Cocain wird übrigens nicht nur aus Coca-blättern, sondern auch auf synthetischem Weg aus Ecgonin, dem Spaltungsprodukt des Isatropylcocains (siehe oben) dargestellt.
Wirkung des Cocains.
1. Örtlich bewirkt Cocain, in konzentrierteren Lösungen auf zugängliche Schleimhäute gebracht, durch Lähmung der Endigungen der sensiblen Nerven eine nach wenigen Minuten eintretende, aber nur kurze Zeit (1015 Minuten) anhaltende, oberflächliche Anästhesie, die mit Ischämie und Abnahme vorhandener Sekretionen (am Auge mit massiger, bald vorübergehender, am stärksten bei Katzen, gar nicht bei grossen Haustieren ausgesprochener Mydriasis und Erniedrigung des intraokulären Druckes) einhergeht. Bei Katzen folgt dem Aufpinseln auf die Cornea sofort Speichellluss, später, nach stärkeren Konzentrationen (z. B. 1 :20), in der Regel massige Conjunctivitis (Wolf). Wesentlich schwächer äussert sich die Wirkung (nach subkutaner Injektion) an der Haut.
2.nbsp; Die Resorption erfolgt mit Ausnahme der intakten Haut von allen Applikationsstollen. Die Ausscheidung scheint in der Hauptsache mit dem Harn, zum Teil auch in den Darm ZU erfolgen.
3.nbsp; Nach der Aufnahme rufen kleine Dosen eine Erregung der psychischen und motorischen Ccntrcn der Grosshirnrinde hervor, die fast unmittelbar nach der subkutanen Injektion eintritt und sich am schönsten am Hund studieren lässt.
Fast unmittelbar nach der Injektion von 0,01 pro Kilo Hund wird das Tier auffallend munter und (freudig) erregt; die Körpermuskeln sind in fortwährender Arbeit; eine bis einige Stunden laug hüpft, tänzelt, springt das Tier unverdrossen
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und ohne Pause schweifwedelnd umher. Daneben sind Atemfrei|uenz, l'uls, Blutdruck gesteigert und Mydriasis, hiiulig auch Speicheln und öfterer Kotabsntz zugegen.
Gross ere Dosen führen ausserdem zur Erregung (später unter Umstünden zur Lähmung) des Atmungs- und Gefäss-centrums, sowie der motorischen Centren des Rückenmarkes; ferner durch Vaguslühmung zu starker Beschleunigung der Herzaktion. Auch die Darmbewegungen erfahren eine starke Beschleunigung. Der Tod kommt durch Atmungslähmung zu stände.
Nach Dosen von 0,02 (pro Kilo Körpergewicht) beim Hund, von 0,005 beim Pferd, von 0,006 beim Rind äusseru die Tiere hochgradige Schreckhaftigkeit und Unruhe, unter Umständen tobsuchtartige Anfalle (Pferd, Kind); ihie Bewegungen nehmen einen krampfartigen Charakter an; die Kotentleorungon sind diarrhöischer Natur; es besteht nicht selten Harndrang; Pulszahl, Atemfrequenz, Blutdruck sind mächtig gesteigert. Beim Hund und bei der Katze kommt es daneben zu rhythmischen Kontraktionen vieler Muskelgruppon pendelnden Bewegungen mit dem Kopf, schlangoniihnlichen Bewegungen des ganzen Körpers etc. , schllesslioh zu heftigen klonischcn oder auch epileptiformon oder tetanischen Krämpfen, zu Roll- oder Schwimmbewegungen etc. Nach mehreren Stunden verschwinden diese Symptome und es bleibt einige Zeit lang ausgesprochene Schwäche und Appetitmangel zurück, oder es stellen sich die Erscheinungen der totalen Lähmung ein, unter denen die Tiere sterben.
Die niedrigste To des gäbe liegt beim Hund schon bei 0,015 pro Kilo Gewicht, doch werden oft erheblich grossere Mengen ohne Exitus letalis vertragen (Frühnor).
Anwendung des Cocaiiis.
Man wendet Coca'inum hjdrochloricum an:
1, Ausserlich als örtliches Anästheticum an Stellen, an denen sensible Nervenenden frei liegen oder leicht zu erreichen sind, sei es, dass es sich um schmerzlose Durchführung kleinerer Operationen handelt, sei es, dass bereits vorhandene Schmerzen gestillt werden sollen, sei es schliesslich, dass man Klarheit über den Sitz einer Lahmheit (Hoffmann, Fennwick u. a.) zu erlangen sucht.
Am sichersten tritt die Wirkung des Cocains an Schleimhäuten auf. Es genügt die Bepinselung derselben mit 510u/niger Cocainsolution, um in 35 Minuten eine 510 Minuten anhaltende Gefühllosigkeit hervorzurufen, die sich durch wiederholte Pinselungen beliebig verlängern lässt. Für die Conjunctiva (bez. Cornea) ist eine 50/()ige, für die anderen Schleimhäute in der Regel eine 10o/oige Lösung erforderlich. In der Augenheilkunde hat man daneben auch von der
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anämisiorenden, sekretionsbesoliränkenclen, den Augendruck herabsetzenden Wirkung des Cocains bei Conjunctivitis, Keratitis, iritis etc. Gebrauch gemacht.
Auf der äusseren Haut (nach Hürlimann mit Ausnahme der zarten Haut des Euters) ist Cocain unwirksam, so lange die Epidermis intakt ist, während man auf erkrankter Haut, z. B. bei Kombnstionen, nässendem Ekzem, Pruritus ani, aufgesprungenen Zitzen etc., durch Cocain in Liniment- oder Salbenform (1 : 10) sehr oft Linderung erreicht (Hoffmann u. a.).
Durch subkutane Injektionen von circa 0,08 0,15 beim Pferd, 0,030,09 beim Hund lässt sich nach Labat, Köder, Sohindelka u, a. in der Umgebung der Einstichstelle die Emplindiichkcit so weit herabsetzen, dass kurz andauernde Operationen (sogar Neurektomie und Kastration) ohne Schmerzensäusserungen seitens des Patienten durchgeführt werden können.
2. Innerlieh bei chronischem Erbrechen der Hunde (Hoffmann), sowie als central es Excitans (auch subkutan) bei Vergiftungen durch narkotische Stoffe.
Maximaldosis des Cocains für
Hunde
0,01 pro Kilo Körpergewicht.
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d. Physostigmin (Eserin). Pliysosti^minnm suiruricwm:i:, Physostigminsulfat,
(Ci jH,! N;, ().,),, H2S04-|-7 H,,0. Weisses, krystallinisches, an feuchter Luft zerdiessendes Pulver, welches sich sehr leicht in Wasser und Weingeist auflöst. Die Lösungen verändern Lackmuspapier nicht. Die wässerige Lösung giebt mit Baryumnitratlösnng eine Eällung: durch Eisenchloridlösung wird dieselbe nicht violett gefärbt. In seinem sonstigen Verhalten entspreche das Physostigminsulfat, welches sehr vorsichtig und vor Licht und Feuchtigkeit geschützt aufzubewahren ist, dem Physostigiuinsalicylat (siehe unten).
IMiyMOStigiiiiniim salicyliciim*t, Physostigmin-salicylat, draquo; Hji N8 0, . C, Ha 08. Farblose oder schwachgelbliche, glänzende Krystalle, welche in 150 Teilen Wasser und in 12 Teilen Weingeist löslich sind. Die Lösungen verändern Lackmuspapier nicht. Das trockene Salz hält sich längere Zeit, auch im Licht, unverändert, wogegen sich die wässerige und die weingeistige Lösung,
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selbst im zerstreuten Licht, (durch Bildung von Rubreserin) binnen wenigen Stunden rötlich färben.
Die wässerige Lösung laquo;los Physostigminsnlloylats f^iebt mit Eisenohlorldlösnng
oino violette Färbung und wird durch Jodlösung getrübt. Die. Usung iquot; Sohwefel-siuiro ist zunächst farblos, allinälilich liirbt sin sich jedoch f,'elb. In enviirmtor AmmoniakflQssigkeit bist sich das kleinste Krystiillchou des Salzes zu einer ^'clb-rot gefärbten Flüssigkeit, welche beim Eindampfen im Wasserbad einen blauen oder blaugrauen. In Weingeist mit blauer Farbe löslichen Rückstand hinterlässt. Beim Übersättigen mit Essigsäure wird diese weingeistige Lösung rot g-elärbt und zeigt starklaquo; Fluorescenz. Obiger Verdampfungsrückstaud löst sich in einem Tröpfchen Schwefelsäure mit grüner Farbe, welche bei alluiäblloher Verdünnung mit Weingeist in rot übergeht, jedoch von nouom grün wird, wenn dor Weingeist verdunstet.
Bei Luftzutritt erhitzt, darf rhvsostigininsalicvlat einen Rückstand (von anorganischen Stollen) nicht hinterlassen. Es ist sehr vorsichtig aufzubewahren!
Pbysostigmin ist das Hauptalkaloid der mehr oder weniger nieren-förmigen, etwas zusammengedrückten, circa 4 cm langen, 2 cm breiten und 11 mm dicken, mit schwarzbrauner, sehr harter
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Schale versehenen Samen (C a 1 a b a r b o h n e n, Figur 57) des das tropische Westafrika bewohnenden, kletternden Halbstraucbes Physostigma venenosum (Papilio-naceae, Leguminosae; Diadelpbia Decandria), findet sicii indessen auch in den nach Flückiger von einer Staphylea, nach Dragendorff von einer Dioclea oder Mucuna abstammenden Kalinüssen
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in reichlicher Menge.
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Figur 57.
Calabarbobne
in natürlicher
Grosse.
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Wirkung; des Pliysosiigmins.
1.nbsp; Die Aufnalimc erfolgt, oline dass Lokalwirkung
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zu stände kommt, von allen Applikationsstellen mit Ausnahme der intakten Haut. Die Ausscliciduni; scheint in der Hauptsache mit dem Harn, dem Speichel und der Galle bewirkt zu werden. Im Harn erscheint Physostigmin nach Eber in Form einer ungiftigen Modifikation.
2.nbsp; nbsp;Bezüglich seiner llesorptivwirkung bat Physostigmin eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Pilokarpin und steht zum Atropin in beschränktem Antagonismus Seine Wirkungen auf den Tierkörper lassen sich in zwei Hauptgruppen teilen: in Rei/erscheinungen und Lähmungserscheinungen. Erstere kommen schon nach kleinen, therapeutischen, letztere erst nach grossen, toxischen Dosen zu stände.
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a.nbsp; nbsp; Die Reiz ungsersclieinungen betreuen 1) die gesamte glatte Muskulatur (des Darmes: erhöhte Peristaltik, Durchfall etc.; des Sphincter iridis und Ciliarmuskels: Myosis und Accomodationskrampf bei direkter Applikation in den Konjunktivalsack; der Bronchien, Milz, Ureteren, Uterus, Blase); 2) die gesamte Drüsenthätigkeit ^namentlich der Schwoiss-, Speichel-, Thränen-, Verdauungs- und Bronchialdrüsen). Wahrscheinlich wirkt PhYSOstiginin direkt auf die kontraktilen und absondernden Elemente.
b.nbsp; Die Lälimungserscheinungen ilussern sich an den nervösen Centralorganen (sensiblen wie motorischen), in manchen Fällen erst, nachdem Erregungsphänomene vorhergegangen waren, und gehen schliesslich auf Atmungscentrum und Herz über. Beide werden vorher erregt.
Der Tod scheint durch Atmungslähmung zu erfolgen.
Die Physostigminverglftung äussert sich beim Pferd and Bind durch heftige Kolilischmerzon, Schreckhaftigkeit, Salivation, Thränen, Nasenauslluss, Hain* tröpfeln, Muskolzittcrn, unter Umständen hochgradige Aufregung, Tobsucht, Beiss-sucht (beim Pferd); späterhin kommt es zu hochgradiger Schwäche und Hinfälligkeit, schliesslich zu totaler Lähmung.
Die niedrigste Todesgabe scheint beim Rind etwa 0,1 zu betragen (Ripko), doch werden in der Regel wesentlich grössere Gaben ohne Nachteil vertragen. Auch heim Pferd sah mau in 2 Fällen nach 0,1 schwere Intoxikations-s.ymptomo auftreten (Albrecht, Friedbergor). Schweine zeigten auf 0,1 keine Vergiftungserscheinungen (Frank), Hunde und Katzen sterben unter Umständen schon auf 0,005 bez. 0,002.
Anwendung des Physostigmins.
Man benutzt in der Veterinärmedizin fast ausschliesslich das sehr leicht lösliche Physostigmiimm sulfuricmn*.
Dasselbe dient zu folgenden Zwecken:
1. Ophthalmiatrisch zur Verminderung des intraokulären Druckes, z. B, bei Hornhautulcerationen, Keratocele, Staphylom etc., sowie als Myoticum, z. B. behufs Lösung hinterer Synechien. Atropin hebt die Physostigminmyosis auf, während Physostigmin (1 :100) nur dann die Atropimnydriasis zu beseitigen vermag, wenn dieselbe durch keine stärkere Atropinlösung als eine 0,25 quot;/o iglaquo; hervorgerufen worden war (Feser).
Man verwendet 0,51,0 0/0 ige wässerige Solutionen (stärkere Lösungen reizen!) und bringt sie tropfenweise in den Konjunktivalsack. Die nach 1020 Minuten eintretende Wirkung verschwindet in spätestens 2 Tagen.
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2. Zur kräftigen Anregung der Darmbewegungen bei der Anschopi)ungs-(Unverdaulichkeits-)Kolik des Pferdes und der sogenannten Unverdaulichkeit des Rindes, sowie (in refracta dosi) bei chronischen Magen-Darmkatarrhen des Pferdes.
Contraindikationen: Überfütterungs-, Verstopfungs-, Wind-, Krampfkolik des Pferdes und Tympanitis des Rindes, weil es durch Physostigmin zu Magen-Darmrupturen und Lage-veriinderungen kommen kann; Trächtigkeit, weil Abortus möglich ist; chronische Lungen leiden (Dampf), weil Lungenödem beobachtet wurde.
Man verabreicht Physostigmin in der Regel subkutan, doch kann es beim Rind, und zwar in Dosen von 0,3!, auch direkt in den Pansen gespritzt werden. Eine Wiederholung der Gaben sollte erst nach 2 Stunden stattfinden.
Subkutane Dosen des Physostigmins für
Pferdenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Rindernbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Schafe, Ziegennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Schweine
0,05-0,1 0,10,2(1)nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 0,020,05nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;0,005-0,02
Bei Verwendung grösserer Gaben erscheint es geboten, das Gegengift des Eserins, Atropin (0,1 für grosse Tiere), bereit zu halten!
Das in den Calabarbohnen neben Physostigmin vorkommende, von Eber zuerst erprobte, von Böhringer in verwendbare Form gebrachte Eseridiu wirkt nach den Untersuchungen von Ostortag. Fes er u. a. wesentlich schwächer als Eserin, kann indessen als internes oder (besser) subkutanes Ruminatorium für Rinder (in Dosen von 0,10,2; das Eseridinum tartaricum in solchen von 0,3 [Eber]), sowie bei chronischen Magen-Darmkatarrhen der Pferde zweckmässige Verwendung linden. Die Milchdrüsenthätigkeit wird nach Fes er durch Eseridin in günstigster Weise beeinliusst.
Rezept-Beispiele.
1.nbsp; Physostigmin. sulfurie. 0,050,12, Aq. destillat. 5,0. Solve. Subkutan zu applizieren und unter Umständen nach 2 Stunden zu repetieren. Für Pferd und Rind. Bei Anschoppungskolik, Unverdaulichkeit etc.
2.nbsp; Physostigmin. sulfurie. 0,00, Pilokarpin. hydrochloric. 0,3, Aq. destillat. 10,0. Solve. Zur subkutanen Injektion. Einem Pferd. Bei Unverdaulichkeitskolik (Ellenberger).
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3. Pliyscsligmin. salicylic. 0,05, Aq. destillat. 10,0. Solve. Mittel zur Verengerung- der Pupille
c Mu soar in.
Muscaiin. CsH,5NOa, ist neben anderen basischen Substanzen (Fliegensclnvamm - Cholin, Fliegensclnvannn - Atropin etc.) das giftige Prinzip des Eliegenschwammes, Agaricus muscarius (Hymenomycetes, Mycomycetes), und hat betretls seiner Wirkungen eine grosse Ähnlichkeit mit dem Pbysostigmin.
Es erzeugt niimlich heftige, bis zum Tetanus sich steigernde Peristaltik und wurde deshalb von Ellenberger als subkutanes Laxans empfohlen, ferner regt es die Thätigkeit der Drüsen an, am konstantesten die der Speicheldrüsen, Thränendrüsen, Bauchspeicheldrüse, Magen-Darmdrüsen, Leber- und Schleimdrüsen der Luftwege, und bewirkt sowohl bei direkter Applikation als resorptiv Myosis. Die nervösen Centralorgane und das Herz werden in derselben Weise wie durch Pbysostigmin beeinllusst. Es ist indessen kaum anzunehmen, dass sich Muscaiin in der Medizin einbürgern wird.
Die durch Pbysostigmin und Muscaiin am Auge, an den Drüsen und am Traktus intestinalis hervorgerufenen Symptome werden durch Atropin beseitigt, nicht aber umgekehrt die Atropin Wirkung durch Physostigmin eder Muscarin (siehe indessen Seite 302, Absatz 6).
Mnsoarin iiri(T musoarinfthnlioh wirkende Alkaloido sind auch In einigen anderen Filzen, z. B. Agaricus pantherians. Boletus laridus, Ammanita Mappa (?), Boletus Satanas (?), sowie (neben verseiuedonon anderen Leichen-gutenquot;) in faulenden organischen Massen (Fleisch, Fischen, Käse etc.) gefunden
worden.
Vergiftungen durch den Genuss von Fliegenpilze]) und anderen Giftlaquo; schwämmen sah man bei Bindern (Beel), Schafen (Munkel) und Gänsen (Mnndesgrubei), und Steller und Erman geben an, dass das Fleisch derartiger Tiere einraquo; deutliche Giftwirkung entfalte,
In jüngster Xeit hat Fröhner das Arckoliu, C8HiaN0s, das wurmtreibende Prinzip der Aroknaüsso (siehe Seite 2(12), als Ersatzmittel für Physostigmin und Filokarpin empfohlen. Arekolin stellt eine farblose, ölige, stark alkalisch reagierende Flüssigkeit dar, die mit Säuren leicht lösliche Salze, z. B. das zur medizinischen Verwendung am meisten geeignete Arocolinum hydrobromicura, bildet.
Heim Pferd bewirken Siibkntan-Doson von 0,010,05 nach durchschnittlich 5 Minuten SpelchelfhlSS, der etwa 1 Stundo anhält; Dosen von 0,025-0,05 rufen schwachen, solche von 0,050,1 starken, in der Kegel mit Kolikschmerzen begleiteten Bure h lull hervor, der '/laquo;#9632;'A Stunde nach der Injektion seinen Höhepunkt erreicht; noch grössere Dosen bedingen Schweissausbruoh. Nebensymptome sind: Verlangsamung der Herzthätigkeit (durch Vagusreizung), nach grossen, toxischen Gaben Arhythinie des Herzens, Tcmperaturrilckgang, Pulslosigkeit,
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Dysiinöc, Mnskclkrämpfo. Dor Tod erfolgt unter tloni IJilde der Atmungslähmung auf Dosen von 0,5 beim Pferd.
Anhang.
In hcielist merkwürdiger Weise wird das Rückenmark elc. von gewissen, ihrer chemischen Konstitution nach noch unbekannten, vielioiobt den Cholinderivaton an-gehörigen Giftstoffen gewisser LnthymBspezleSj Lathyrus oleera, rote Kiclior, Lathyrus satlvus, deutscho Kiclior, Lathyrus Climonum, spanisohe Sicher, becinllusst. Nach längerer Verfüttorung der Samen, der sogenannten Kichererbsen, entsteht bei Pfordon Hartschnaufigkoit bez. Kehlkopfpfeifen, sodass unter Umständen die Tracheotomle notwendig wird, und, wenn die Vergiftimg noch weiter getrieben wird, Lähmung der hintoron Extremitäten, die sich zunächst durch einen schwankenden, ataktischon Gang bomorklich macht. Daneben tindot man häulig eine auffallende Beschleunigung des Pulses, die anscheinend auf eine Atrophie der Ganglienzellen im Vaguskern zurückzuführen ist. Bei der Sektion sah man Schwund der Kehlkopfmuskeln, auffallende Dünnheit des linken Nervus recurrens, Atrophie der Ganglienzellen im Vaguskern und der multipolaren Ganglienzellen in den Vorderhörnern dos Rückenmarkes,
Nach einer Mitteilung von Valisneri sollen auch durch die Samen der kuotenfrüchtigen Linsenwicke, Ervum Ervilia, die am Mittelrhein unter der Saat vorkommt, an Lathyrismusquot; erinnernde Symptome bei Pferden hervorgerufen werden können,
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3. Alkaloide, nrelche vorzugsweise auf Gehirn und
Rückenmark wirken.
(n. Nicotiu; b. Lobelia; c. Aconitiue; d. Solaniu: e. Colcliiciu.)
a. Nico tin.
Nicotinum, Nicotin, C10 H^ N.. Farblose oder schwach gelbliche, unangenehm narkotisch riechende, scharf und brennend schmeckende, dünnölige Flüssigkeit, die stark alkalisch reagiert, hei 250deg; unter teilweiser Zersetzung kocht und sich leicht mit. Wasser. Alkohol, Äther und fetten Ölen mischt.
Nicotin bildet das wirksame Prinzip der Tabaksblätter, in denen es. je nach der Sortequot;, zwischen 1 0/(1 und 8 u/0 schwankt. Der aussei-ihm im Tabak noch vorhandene Tabakskampfer (Nicotianin) ist bedeutungslos.
Folia ilirotiaiiae . Tabakblätter. Die mittelgrossen, an der Luft ohne weitere Behandlung getrockneten (nicht gebeizten!) Blätter der Nicotiana T abac um (Solanaceae, Tubillorae; Pentandria Monogynia), einer einjährigen, ursprünglich im mittleren Amerika heimischen, jetzt in allen Weltteilen kultivierten Pflanze mit
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bis 2 Meter hohem, nur oben etwas verüsteltem Stengel, am Ende desselben in Rispen stehenden, blassroten Blüten und g-rossen, ganz-randig in den Blattstiel herablaufenden, spitz-lanzettlichen oder elliptischen, dunkelgrünen und etwas klebrigen Blättern. (Figur 58.)
An der Luft (ohne weitere Behandlung) getrocknet, sind die Tabakblätter braun, riechen eigenartig narkotisch und schmeokon widerlich scharf.
Dor nicht oflizinello Bauerntabak. Nicotiana rustica, hat grünlich gelbe Blüten und fast oirundo, stumpfe, gestielte, in frischem Zustand graugrüne Blätter, der Maryland-Tabak. Nicotiana macro-phvlla, breit eirunde, fast herzförmige Blätter.
Wirkung des Nlcotins.
Da in den Tabaksblättern ausser Xicotin keine different wirkenden Bestandteile enthalten sind, bezieht sich das Nachfolgende ebensowohl auf Nicotin als auf die Rohdrogue.
1.nbsp; Nicotin ist ein Gift für tierische Ektozoen aller Art.
2.nbsp; Örtlich wirkt es irritierend, demnach entsteht nach sehr kleinen, innerlichen Gaben Besserung des Appetits und der Verdauung, nach grossen Gastroenteritis.
3.nbsp; nbsp;Die Aufnahme erfolgt von allen Applikationsstellen (Vorsicht bei äusserlicher Anwendung!); die Ausscheidung geht durch die meisten Exkretionsorgane (besonders die Nieren, sicherlich auch die Lungen) vor sich.
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4.nbsp; Die llesorptivwirkung ist auf eine grosse Reihe von Nervengebieten, welche anfangs erregt, später gelähmt werden, gerichtet, nämlich: a) auf das Grosshirn (Aufregung, Unruhe, Angst, bald Abstumpfung, Stupor, Verlust der willkürlichen
Figur 58.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Bewegung etc.); b) auf das Rückenmark (Krämpfe
Blatt von Nicotiana verschiedener Art bis zum ausgesprochenen Tetanus, Tabacum, über die {jann Aufhebung der Reflexerregbarkeit und totale
Hälfte verkleinert. T ...nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;laquo;. \ e inbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;i __i ht i i
Lahmung); c) auf das verlängerte Mark bez.
dessen Atmungs- und Gefässcentrum (stark beschleunigtes, keuchendes, zischendes Atmen bis zum tetanischen Inspirations- und Glottiskrampf, später Verlangsamung der Atmung bis zur Lähmung: anfangs Steigerung, später Sinken des Blutdruckes): d) auf die Vagus-
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ondigungen im Herzen (anfänglich Verlangsamung des Herzschlages, nachher starke Beschleunigung etc.). Daneben gehen einher: heftige Erregung der Darmganglien, vielleicht auch der die Darmbewegung anregenden Abschnitte des Centralnervensystems (Steigerung der Peristaltik bis zum Tetanus des Darmes, somit Durchfall etc.): Heizung des Oculomotorius (Myosis) und unbedeutende Erregung verschiedener sekretorischer Nerven. Man glaubt, dass auch die Blase und der Uterus zu Kontraktionen angeregt werden (Vorsicht bei tragenden Tieren!).
Der Tod scheint stets durch Lähmung des Atmungscentrums ZU stände zu kommen.
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Nicotim ergiftuiigen (z. B. durch Waschungen eelteuer dadnroli zu stände,
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kommen am häufigsten bei externer Anwendung oder Bäder mit Tabakdekokton oder Tabaklauge), dass Tiere Tabakblätter verzehren. Als Symptome
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werden namentlich genannt: HrecIiiiiistronf,'uiif,'en und wirkliches Erbrechen (beim Hund), Speicheln, Unruhe, Kolik, Tympanitis (beim Wiederkäuer), Durchfall#9632; Beschleunigung und Erschwerung der Atmung; Beschleunigung und ünregel-raässlgkeit der Herzaktion; klonische, oft auch tonische Krämpfe, Oplsthotonus; anraquo; fängliche Erweiterung, später Verengerung der Pupille; Abstumpfung der Empfindung, Stupor etc.
Nach innerlicher Verabreichung von Nicotin oder bei unvorsichtiger äusser-licber Anwendung von Tabakpräparaten kommt der Tod gewöhnlich sehr schnell, innerhalb weniger Minuten bis einiger Stunden, bei innerlicher Vergiftung durch Tabak innerhalb 24 Stunden zu stände. Die beim Rind gelegentlich resultierenden Lähmungen können sich 814 Tage hinziehen, ehe sie verschwinden.
Als Todosgahen des Nicotins lindet man angegeben für kleine Tiere 0,05, für Pferde 8 cem (Vandenbroock); von frischen Tabakblättern vertrugen Pferde 13 kg, vom Presssaft 600,0, von trockenen Blättern 180,0 pro dosi und 500,0 pro die ohne wesentliche Intoxikationssymptome (Hertwig) Bis 130,0 der trockenen Blätter riefen bei Bindern nur wenige Symptome hervor (Hertwig); ein Ochse starb an 2 kg trockener Blätter (Schiller). Eine Ziege starb auf HO,0 des Pulvers, ein Hund auf ein Tabakklystier, zu dem mau 4,0 Tabak (auf 30,0 Kolatur) genommen hatte (Hertwig). Zwei jugendliche Kinder starben innerhalb einer Stunde, nachdem sie mit 4fi 1 Tabaklauge (mit circa 6% Nicotingehalt) gewaschen worden waren (Kabricius).
Anwendung der Tabakblätter.
Seiner leichten Zersetzlichkoit, zum Teil auch seiner intensiven Wirkung halber ist Nicotin zur therapeutischen Verwendung nicht geeignet, und auch für die Folla Nicotianae* liessen sich bis jetzt nur wenige Indikationen aufstellen.
Man wendet sie innerlicJi an:
als P e r i s t a 11 i c u m und R u m i n a t o r i u m bei Appetitlosigkeit,
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Verdauungsunthiitigkeit und chroniscliem llagon-Daniikatan'h vorherrschend bei Wiederkäuern, teils als Infus oder Schüttolmixtur, teils aufs Futter, teils (bei Schafen) mit Haferschrot als Lecke. Man verbindet nüt den Tabakblättern gern Kochsalz oder, wenn eine stärkere Abführwirkung erzielt werden soll, Glaubersalz.
Dosen der Tabakblätter für Pferdenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Rindernbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Schafe und Ziegen
10,025,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 25,050,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 2,05,0
Cave: Tannica, Metallsalze. Äusserlicli dienen Tabakblätter:
1.nbsp; nbsp;Zur Herstellung reizender Klystiere und Mastdarm-Infusionen (1 : 2040). Hie sogenannten Tabakrauchkfystiere werden vom modernen Tierarzt kaum noch verabreicht
2.nbsp; Zur Beseitigung von Ungeziefer, Läusen, Flöhen etc.. meist als 1 5 u/0ige Abkochung (gegenseitiges Ablecken der gewaschenen Tiere ist zu verhüten!).
3.nbsp; nbsp;Gegen Schafräude. Die bekanntesten, diesem Zweck dienenden Tabakbäder' sind:
a.nbsp; Das Zündeische Räudebad. 1,5 rohe Karbolsäure, ;5 kg Soda, 3 kg Schmierseife und 1 kg gebrannter Kalk werden in 260 1 eines 2 u/o'8'en Tabakdekoktes gelöst. Für. 100 Schafe.
b.nbsp; Das Gerlachsche Räudebad. Dasselbe besteht aus einem 8 0/o igen Tabakdekokt. Am Tage vorher wird ein Vorbereitungsbad aus 5 Teilen gebranntem Kalk, 10 Teilen Pottasche und 250 Teilen quot;Wasser vorausgeschickt.
c.nbsp; Das amtlich von der preussischen und baierischen Regierung empfohlene Räudebad. 7,5 kg Tabak werden Vraquo; Stunde lang mit 250 1 Regonwasscr gekocht und dann je 1 kg reine Karbolsäure und Pottasche zugefügt. Für 100 Schafe.
4.nbsp; Das Kaisersche Räudebad. 2 1 Nicotina (ein von Tabakfabriken in den Handel gebrachtes Tabakextrakt), 300 1 Wasser, 1 lli kg reine Karbolsäure, 2 kg Soda werden gemischt. Für 100 Schafe.
Rezept-Beispiele. 1. Foliorum Nicotian gross, pulv., Natr. ohiorat, aa 25,0. Misce. Dent. tal. dos. Nr. VI. Täglich 3 Gaben. Einem Rind. Bei Appetitlosigkeit und Verdauungsschwäche.
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plusmn; Follor. NIcotiiinae pulv. 60,0, Natr. sulfurio, 500,0. Misoe. Mit lauem Wasser, Leinsamenschleim oder Kamillenthee einzuschütten. Einem Eine!. Bei Verstopfung.
3. Decoct. (Mus.) fol. Nicotianae (ex 100,0) 2000,0, Natr. sulfurio. 500,0, 01. Lini 250.0. Misoe. Auf 3mal innerhalb eines Tages. Einem Rind. Bei Uuverdauliohkeit.
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1). L obelin. Lobelin ist ein flüssiges, llüchtiges, leicht y.ersetzliches Alkaloid und bildet eine hellgelbe, dickliche, in Wasser, leichter noch in Alkohol und Äther lösliche, gewürzhaft riechende, scharf tabakähnlich schmeckende Flüssigkeit. Es ist, und zwar an die krystallisierbare Lobeliasäure gebunden, der einzige wirksame Bestandteil des Lobelienkrautes,
llcrba IjObcliae!i!t. Die zur Blütezeit geschnittene und getrocknete, einjährige, im grössten Teil von Nordamerika an Wegrändern, auf Triften etc. wild wachsende, hier und da auch kultivierte Lobelia inflata (Lobeliaocae, Campanulinae; Pentandria Mouogynia),
Lobellenkraut kommt getrocknet und gewöhnlich in Backsteinfonn gepresst in don Handel, Die ungestielton, eiförmigen, gekerbten Blätter sind am Band mit Drüsen und Börstchen besetzt, mehr noch die Stengel. Die weisslichen, zwei-lippigon Blüten worden von einem Bpitzeiförmigen Deckblättehen überragt; die dünnwandige, von dem fünfteiligen Kelch gekrönte, bauchige Kapsel enthält in ihren zwei Fäehorn sehr zahlreiche, braune, kaum 0,5 mm grosso Samen. Die letzteren besitzen noch mehr als das Kraut einen unangenehmen, scharfen und kratzenden Geschmack.
Pliavniaceutisclies Präparat: Tinotura Lobeliae*f, Lobe-lientinktur: 1 : 10 Teilen verdünnten Weingeistes. Vorsichtig auf-z u 1) e w a h r e n!
Wirkung und Anwendung. In sein- kleinen (laben bewirkt Lobelin bei Warmblütern durch Erregung des Respiration s-centrums und Lähmung der Vag us enden in Herz und Lunge Zunahme der Tiefe und Frequenz der Atmung und Zunahme der Pulszahl. Grosse Dosen führen zu Vomitus. heftigem Purgieren und schliesshch zu Lähmung des Atmungseentrums.
Man verwendet bis jetzt die Lobelienpräparate nur hei Menschen bei Asthma, Keuch- und Krampf husten, sowie bei Dyspnöe infolge chronischer Bronchitis und Herzkrankheiten.
Müllor, Pharmakologie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 24
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In iilinliclier Weise wie Herba Lobeliae wirkt Cortex Que-brachof, die Rinde der argentinischen Apocynacee Aspidospernia Quebracho, die eine licihe von Alkaloiden, welche in kleinen Dosen erregend, in grossen lähmend auf das Atmungscentrum wirken, enthält und beim Menschen als Antasthmaticum, in der Kegel in Form des Bxtraotum Quebracho fluidumf (2,0 4,0 3mal täglich) angewendet wird.
0, Aconitine.
Unter dem Sammelnamen Aconitinequot; ist eine Reihe von Alka-loiden zusammengefasst worden, welche, in JJe/.ug auf Zusammensetzung und Wirkung einander nahe stehend, sich in den oflizinellen Wurzelknollen des Aconitum Napcllus, doch auch in anderen Aconitumspezies, z.B. in dem einheimischen Aconitum Lycoctonum und dem in Japan wildwachsenden und kultivierten Aconitum Fischeri, sowie in verschiedenen Mitgliedern der Gattung Delphinium, z. B. Delphinium Stapliisagria, D. consolida, 1). elatum, linden.
Von therapeutischem Interesse sind lediglich die wirksamen Stolle der
Ynbera Aconiti*, Radix Aconitif, Eisenhutknollen, Eisenhut-wurzel. Die getrockneten Wurzelknollen des auf den deutschen und österreichischen Mittelgebirgen, auf den Alpen, Pyrenäen etc. vorkommenden, in unseren Gärten vielfach als Zierpflanze gezogenen, ausdauernden Aconitum Napellus (Ranunculaceae, Poly-carpicae; Polyandria Polygynia) mit einfachem, glattem oder kurz behaartem, '/gt; 1 Vj Meter hohem Stamm, bandförmig-57 teiligen Blättern und schonen, blauen oder blauvioletten, zuweilen weiss gelleckten Blüten, deren unpaares, oberes, liolmförmig gewölbtes Kelchblatt 2 langgestielte, kappenförmige Kronblätter (Nektarien) einschliesst.
Dio (getrooknotea) Wurzelknollen sind rüben-
förinig, durobsohnittlich ungeftlbr 6,0 schwer, erreichen
bei 38 cm Liin^'c oben eino llicko von etwa i cm und
laufen nach nuten meist sohr allmähliofa in eine einfache
Spitze aus. Sie tragen oben einen kurzen Stengelstumpf
Figur 59.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;odor einen Knospenrest, auf der graubraunen, stark
Tubera Aconiti in längsrunzeligen Oberfläche die Austrittsstellcn zahlreicher
natiirl. Grosso.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Nebenwurzeln (Figur iji)). Das innere, weissliclio Gewebe
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bricht inelili},' und körnig. Dia Knollen sohmockon scharf würgend, f verlangt, (lass laquo;lie Knollen des auf natürlichem Standort wachsenden Eisenhutes zur Blütezeit eingesammelt werden. Vorsichtig aufzubewahron!
Als giftige Bestandteile werden angegeben: Aconitin (Aconitoxin, Crj H^NOu) undPse ud aconi ti n (C;)(!H49NO, g-|-H._,0). Die im Handel unter dem Namen Aconitin (Aconitinum) vorkommenden Präparate sind wahrscheinlich keine chemisch reinen Körper, sondern je nach ihrer Herluinft variable Gemenge von Aconitin, Pseudaconitin und vielleicht noch anderen Alkaloiden, wie schon aus der verschiedenen Wirkungsintensität der einzelnen Aconitinsorten des Handels hervorgeht.
riiarmaceutische Präparate: Tinctura Aconiti^ (Tinctura Aconiti radicisf), Eisenhuttinktur, eine braungelbe Macerations-tinktur im Verhältnis wie 1 : 10 Spirit, dilut. Extractum Aconiti radicisf. Beide sind vorsichtig aufzubewahren!
Wirkung der Aconitine.
1.nbsp; nbsp;Örtlich wirken die Aconitine reizend, später stark anästhesierend. Es entsteht demnach bei unvorsichtigem inneren Gebrauch der Tubera Aconiti oder ihrer wirksamen Stoffe Gastroenteritis etc., sowie bei Gelegenheit der Ausscheidung nach kleinen Dosen Steigerung der Nierensekretion, nach grösseren Nierenentzündung. Die Ausscheidung erfolgt übrigens durch Harn und Speichel.
2.nbsp; nbsp;Die Besorptivwh'luiDg scheint auf das Eückenmark, das Atmungs-, vielleicht auch das Gefässoentrum der Medulla oblongata und die peripheren Vagusendigungen im Herzen, welche sämtlich zuerst erregt, dann gelähmt werden, wahrscheinlich auch auf die peripheren Enden der motorischen (und sensiblen?) Nerven, welche gelähmt werden, gerichtet zu sein, indessen lauten die Ansichten noch sehr widersprechend.
Yerglftnugen sind namentlich an Ziegen, welche Kisenhutpflanzen gc-Ircssen hatten, beobachtet worden. Als Symptome werden genannt; Eoizungs-erscheinungen im Munde, Speicheln, Zäliiieknirscheu, Würgen, Erbrechen (.bei Ziege und Hund), Kolik, Unruhe, Schreien und Winseln (bei Ziege und Hund); grosse Schwiielio, Schwindel, Läbmnngssymptome, Schwinden des Bewusstseins, Mydriasia. Krämpfe zeigen sich erst kurz vor dem Tod, der oft schon nach wonigen Stunden eintritt.
Als Todesgaben linden sich in der Litteratur angegeben: vom Aconitin 0,01 für Kaninchen, 0,09 für Hunde (von Praag); von der frischen Wurzel 375,0 für Pferde (Viborg); von der gotrocknoton Wurzel 5,0, vom Extrakt 0,(gt; für Hunde (von Praag).
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Durch die Samen von Delphiniam Staphisagrla starben 6 Pferde Innerhalb eines Tages, uaohdem man ihnen je (i(i,0 davon eingegeben hatte (Beier); Hunde gingen auf ^0,0 per os (Soblundunterbindung) und 8,0, in Pulverform auf Wundon gestreut, zu Grunde (Orfila).
Amvemlung der Eisenhutpräparate.
Man benutzt entweder das nicht oflizinelle Aconitinum crystal-lisatum (Dusquenel) oder Tnbera Aconltl* (Radix Aconitif), Tiuctura Aconiti^f und das nur in Österreich oflizinelle Extrac-tum Aconitif, und zwar teils als Antipyreticum (namentlich bei sthenisclionquot; Fiebern), teils als , schmerzstillendesquot; Mittel, z. B. bei Rheumatismus, teils (extern) als Antiparasiticum. In Deutschland ist diese Therapie, wahrscheinlich mit Recht, fast völlig verlassen worden.
Dosennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; für Pferdenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Hunde
der Tubera Aconitinbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;2,05,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;0,10,5
Tinctura Aconitinbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 10,025,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 0,51.0
des Extractum Aconitinbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 1,02,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 0,020,05
., Aconitinumnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 0,005-0,02nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;0,00050,002
An die Aconitino sehliessen sich an die Giftstollb (zumeist Alkaloido) aus der Knolle der oinheiinischen Corydulis cava (Corydaline), aus der anderwärts (Seite 75) besprochenen Condurangorindo (Condurangino), aus einer grösseron Hcilio von Ericaceen (Andromedotoxin), aus vielen Salixspocies und schliess-lich aus den drei zur Pamille der Asclepiadacoen gehörigen Pflanzen: Asclopias currasaviea, Aselopias incarnata und dem in Deutschland heimischen, an wüsten, steinigen Plätzen verbreiteten Vincotoxicum off'icinale (Cynanchmu Vincetoxicum).
Die Intoxikationssymptome nach Aufnahme aller dieser Giftstoffe bestehen in der Hauptsache in Salivation, Nausea, Vomitus, Durchfall, Krämpfen etc Der Tod ist bei den meisten von ihnen ein Respirationstod (Harnack , Gram, Jukna, Kobert u, a.). Veith sah allerdings bei Schafen nach dem Gcnuss des Vincetoxicum offieinalo lediglich Symptome der Nierenreizung und Nierenentzündung zu stände kommen.
d. S o 1 a n i n. Solanin, dessen Formel (C4S H81) NO,,. ?) mit Bestimmtheit noch nicht ermittelt wurde, ist das glykosidisohe Alkaloid verschiedener Solanumspczies, Solanum tuberosum (neben Solancin und Solanidin), Solanum Dulcamara (neben Dulcamarin), Solanum Lyco-persicum etc. Es dürfte für Tierärzte lediglich toxikologisches Interesse besitzen, da die beim Menschen früher mehr als jetzt als sogenanntes Blutreinigungsmittelquot; verwendeten, in Österreich
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oflizinellen Gaules (Stipites) Dulcamaraef, Blttersüssstengel, d.h. die nach dem Abfallen der Blätter im Herbst gesammelten Stengel von Solatium Dulcamara (Solanaceae, Tubiflorae; Pentandria Mono-gynla), tierärztlich niemals verwendet worden sind.
Wirkung lt;les Solanins.
Solanin wirkt örtllcb reizend (Gastroenteritis in massigem Grad; sowie bei der Elimination Nephritis) und lähmt resorptiv die nervösen Centren, zum Teil nach vorhergegangenem, deutlichem Reizstadium. Gleichzeitig wirkt es nach Art der Saponine (siehe Seite 188).
Solaninvorgiftuiigeii sind bei Kühen durch den Genuas von keimenden Kartoffeln und Kartoffelkraut, bei Hühnern durch den von Kartoffelboeren, bei Zielen dureh den von keimenden Kartoffeln und von Nachtschatten zu stände gekommen. Als Erscheinungen werden namentlich genannt: Durchfall, taumelnder Gang, erweiterte Pupille, Krampfsymptome, Empfindungslosigkeit, allgemeine Lähmung.
Die Empfindlichkeit gegen Solanin scheint indessen eine verhältnismiissig geringe zu sein, denn 1,8 desselben wurden vom Schwein, 3,.r) vom Rind, 1,0 vom Schaf. 0,5 vom Hund ohne Nachteil vertragen (Fröhnor). Auch Fraas betont die Unschädlichkeit selbst grosser Solaningaben für Haustiere. Vom Solanum nigruin hatten 600,0 bei einem Esel keine Wirkung, ;JO,0 wässeriges Extrakt dieser Pflanze töteten einen Hund am dritten Tag; ein anderer starb schon auf 24,0 etc. Möglicherweise kommt es auf den Zustand an, in welchem sich der Verdauungs-traktus befindet] durch Darmkatarrh wird die Resorption des Solanins und somit das Zustandekommen der Vergiltung bogünstigt (Kobort).
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e. Colchicin. Als Colchicin, C.2._, Il,ft NO,,, bezeichnet man das wahrscheinlich zu den Alkaloiden gehörige, giftige Prinzip von Colchicum autum-nale und anderen Colchicumspezies. Therapeutische Verwendung findet es nur in Form des Zeitlosonsamens und der aus diesem hergestellten pharmaceutischen Präparate.
Steiuen C'olcliici*!, Zeitlosensamen. Die (getrockneten) reifen Samen des auf feuchten Wiesen Süd- und Mitteleuropas wachsenden Col chic u m autumnale (Mclanthaceae, Coronariae: Hexandria Trigynia). Vom September bis Oktober entwickelt die Knollzwiebel der Zeitlose eine langröhrige, violettrötliche, dem Crocus der Form nach ähnliche Blüte, im Frühjahr einige länglich-lanzettliche, grüne, glänzende Blätter, sowie die von der vorjährigen Blüte angelegte, in der Tiefe zwischen den Blättern verborgene, im Juni
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reifende. Frucht, eine von kurzem Stiel getragene, ;5 fiichrige, vieisamige Kapsel, die bei der Eeife in 3 Einzelfrüchtchen zerfällt.
Die Samen erreichen bis 8 mm Diirehmesser, sind nahezu kugelig, am Grundo duroh einen Nahohvulst etwas zugespitzt, an der übcrlliicho braun und sehr fein
punktiert (Figur HO). Die harte Samenschale umschliesst ein strahliges, graues Eiweiss mit einem sehr kleinen Keim. Die Samen sehmecken sehr bitter und sind vorsichtig aufzubewahren!
Pharmaoeütlsohe Präparate: Tinc-
tura Oolohioi*f (1 : 10 Spir. dilut.) und
Vinum Colchici*f (1 : 10 Xereswein*
Figur üO.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; oder Malagawein-j-). Beide sind vor-
Colchioum autumnalo, a. (Je- sichtig aufzubewahren!
üllnete Kapsel in natürlichernbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Wirkung des ColcllicillS.
Grüssc. b. Samen, ver-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;- . #9632;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; , t \ l-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;4.11
1. An der A p p 11 k a 110 n s s t e 11 e, grösaert.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 1 jnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;*
sowie an den A u s s c h e 1 d u n g s 0 r t e n
wirkt Colchicin stark reizend (bedingt demnach z.B. Gastroenteritis und Nephritis). Die Ausscheidung erfolgt langsam (Kumulation zu fürchten!) und zum grossen Teil in Form dos Oxydicolchicins (C22 H._,B NOJOj, in welches es im Organismus umgewandelt wird (Jacobj), durch Niere, Darm und Milchdrüse
2. Resorptiv iiussert sich seine Wirkung in einer Lähmung des Gen tralnervensy stems (allmähliches Schwinden des Be-wusstseins, der Empfindung, sowie der willkürlichen und lleflex-bewegungen; schliesslich Tod durch Lähmung des Atmungscentrums).
Vergiftimgcii ereigneten sich ziemlich häufig bei Bind, Pferd, Ziege, Schwein durch Aufnahme frischer Colchicumpllanzen auf der Weide oder getrockneter mit dem Heu. Bei nicht tödlichen Vergiftungen beobachtete man: Appetitlosigkeit, Unterdrückung der Rumination, Stomatitis, leichte Kolik, Durchfall, häufigen Urinabsatz in kloinen Mengen. Hei Kühen will man zuweilen auch blutige Milch beobachtet haben (siehe oben die Elinünationsverhältnisse). In den hiiheren, gewöhnlich tödlichen Vergiftungsgraden kam es zu Eingenommenheit des Sonsoriums bis zur Dewusstlosigkeit, zu Gefühllosigkeit, Mydriasis, Schwankon, zuweilen zu Unvermögen aufzustehen, forner zu Sclnveissausbnich, intensiver Kolik, Tympanitis (Rind), heftigem, selbst blutigem Durchfall, Hihnaturie, später Anurio, frei|uentem, kleinem, schliesslich unfühlharcm Puls, angestrengtem Atmen etc. Der Tod erfolgte innerhalb ;#9632;) Tage, meist schon innerhalb 24 Stunden. Die Rckonvalescenz war verlängert. Nach experimenteller Einverleibung von Colohicin treten die ersten Symptome meist erst nach einigen Stunden auf.
Die kleinsten tödlichen Gaben des Colchicins betragen für Kaninchen 0,03, Katzen 0,005, Hunde 0,1 (Rossbach und Wohmor); von Colchicum autumnale sollen 1,52,6 kg Blätter und grüne Kapseln, 2 2,5 kg trockne
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Pflanzen (mit oder olmo Samen?) zur Tötung von Bindern erforderlich sein (Qerlaoh, Nicol).
Durch laquo;Ho Milch von Ziegen, welche Herbstzeitlosen gefressen Iniben, sullen Vergiftungen von Siiuglingen zu stände gekommen sein (nach Kobort).
Therapeutische Anwendung laquo;ler Herbstzeltlose.
Colohioin wird jetzt nur noch in Form der aus den Herbstzeitlosensamen hergestellten Präparate Tinctura C()Iclnci*i- und Viniim Colchlcl*f als Antirheumaticum für Hunde verwendet. Der Erfolg ist manchmal recht befriedigend. Für starke Verdünnung ist Sorge zu tragen. Die Benutzung bei Tympanitis ist mit vollem Hecht vorlassen worden
Dosis der Colchicumtinktur für Hunde 0,51,0 (mehrere Male des Tages)
4. Alkaloide, welche vorzugsweise auf das periphere
Nervensystem wirken.
(a. Coniin; Iraquo;. Curai-Riilkaloidc; c. Cytisin.)
a. Coniin.
Das Coniin, C, H17X, stellt eine farblose, an der Luft bald gelb werdende, ölartige Flüssigkeit dar von 0,89 spezilischem Gewicht, durchdringendem, betäubendem, an Mäuseharn erinnerndem Geruch, ätzendem, widerlich tabakähnlichem Geschmack und stark alkalischer Reaktion. Es siedet bei 166167deg;, lost sich in circa 100 Teilen Wasser, sehr leicht ferner in Spiritus, Äther, Chloroform, fetten und ätherischen Ölen. Zu therapeutischer Verwendung sind zwei luftbeständige, nahezu geruchlose, in Wasser und Weingeist leicht lösliche Salze: Coniinum hydrobromicum, C8H,7N.HBr, und Coniinum hydrochlorioum, CHl7N.HCl, geeignet
Coniin ist mit zwei anderen Basen, dem gleichfalls llüssigen Methylconiin und dem krystallisierbaren Conhydrin, in den verschiedenen Pilanzenteilen (circa zu 1 quot;/o in den nicht völlig reifen Früchten, zu 0,140/0 in den frischen, im Mai gesammelten Blättern, ZU 0,21 u;,0 in den reifen Früchten) des Fleckschierlings, Conium maculatum (Umbelliferae, Discanthae; Pentandria Digyuia), enthalten Derselbe ist ein zweijähriges, an wüsten Plätzen, Schutthaufen, in Hecken etc. über fast ganz Europa und einen Teil Asiens und Amerikas wildwachsendes Doldengewächs mit bis 2 m hohem, bläulich bereiftem, bis auf die Knoten hohlem, rundem, zartgestreiftem.
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unten bis über fingerdickem und m. o. \v. deutlich r ot braun-geflecktem, wie die ganze Pflanze kahlem, stark verästeltem Stengel, dreifach gefiederten Blättern (siehe unten) und kleinen, weissen, in mittelgrossen, 7 20 strahligen, Ilachen Dolden stehenden Blüten. Das Involucrum ist 2 7 blättrig mit zurückgeschlagenen ßlättchen, das Involucellum einseitig, aus !}4 ovalen, lang zugespitzten, am Grunde
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frj verwachsenen, randhäutigen Blättchen, die kürzer als die Döldehen sind, gebildet. Die Früchte sind eirund oder eiförmig: jedes der Teilfrflehtchen ist mit 5 scharf vorspringenden, w e 11 e n r a n d i g e n Hippen und 4 flachen, striemenlosen Thälchen versehen (Figur Gl).
Oflizinell sind unter dem Namen:
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Figur ül.
Conium maoulatum, a, Blattsegment, b. Dolde, etwa
ein Drittel verkleinert, c. Keife Frucht In natürlicher
tirösse. d. Teilfrüchtchon, vergrössort.
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Herba Conll*ti Schierling, die Blätter und blühenden Spitzen,
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Die bodenständigen Blätter, von breit-eiförmigem Umriss, ülior '2 dm lang, von einem ungefähr gleich langen, hohlen Stiel getragen, sind drcil'aoh geliedert, die letzten schmalen Teilungen und Sagozähno abgerundet und in ein sehr kurzes, troekenhäutiges Spitzchen ausgezogen. Dieses zeichnet auch die Abschnitte der stengelständigen, weit kleineren und wonig gefiederten Blätter aus, Stengel und Blätter sind mattgrün und völlig kahl; sie riechen, besonders beim Zerreiben mit Kalkwasser, unangenehm nach Coniin und schmecken widerlich salzig, bitter und scharf. Man wolle sie vorsichtig aufbewahren!
Herba Conii büsst selbst bei sorgfältiger Aufbewahrung in kurzer Zeit seine Wirksamkeit ein; es beruht darauf die Forderung, das getrocknete Kraut In den Apotheken alljährlich zu erneuern (f).
Verwechslungen sind möglich mit Chacrophyllum bulbosum und torn ulum Stengel steifhaarig, unter den (ielenken m. o, w. aufgetrieben; Blätter m. o. w. behaart; Hülle fehlend, llüllcbeu vielblättrig; Frucht lineal länglich , mit Antbriscus silvestris Stengel gerippt; Blätter etwas zorstreut behaart, Hölle fehlend, Miillchcn BBblftttlig, allseits wendig; Früchte länglich lauzettlicb
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und mit Aothusii Cynapium Blätter Äftvt, beiderseits, besonders an der Unterseite, stark glänzend, Blattzipfel lang zugespitzt; Hüllo fehlend, Httllolien wenig blättrig, herabhängend, einseitig, aber die Einzelblättohen so lang odor länger als das Diildclion.
Pharmaceutlsche Prftparftte; Extraotum Conii-j-. Eraplastrum Coniif,
Wirkung des Coniins.
1.nbsp; Ortlicli wirkt Coniin (aber niclit seine Salze) durch Eiweiss-
Ivoagulation kaustisch uml daneben anästhesierend.
2.nbsp; Uio Besorptlvwirkung, die überaus schnell nach subkutaner, nur wenig langsamer nach stomachaler Applikation auftritt, ist so ziemlich die des Curaro. Es kommt anfänglich zur Lähmung der motorischen Nerven in den Skelettmus kein, spater wühl auch der Centron des Rückenmarkes und des Gehirns Der Tod erfolgt durch Lähmung des Atmungscentrums unter Krämpfen.
3.nbsp; Die Anssclielduilg scheint nur zum Teil im unveränderten Zustand durch Nieren und Lungen zu erfolgen.
Vergiftungen sind einige Male bei Ziegen und Kindern nach dem (ienuss von frisohem Sohierlingskraut, sowie bei Schweinen nach dem Gonusa der Wurzel beobachtet worden. Die Ersclieimingen waren ; Tympanitis (beim Hund statt dessen Würgen und Vonutus), Abstumpfting des Gefühls, Mydriasis, Krämpfe, hochgradige Schwäche, Lähmung; der Tod trat nach einigen Stunden (bei ex-perlmenteller Verabreichung des Coniins nach wenigen Minuten bis längstens einer Stunde) ein.
Experimentell zeigten Ei nder auf 180,0 1600,0 des frische n Schierlings-krautes lediglich Moteorismus (Hertwig), und auch Pferde scheinen ver-hälthismässig grosso Mengen zu vertragen, denn 1,7 kg des Irischen Krautes verursachte bei ihnen keine sonderlichen Beschwerden (Molraud), Vom Coniin beträgt die niedrigste Todesdosis für Hunde und Katzen 0,122, für Kaninchen 0,0168 (von l'raag).
In der Tierheilkunde wird Herba Conii nicht mehr gebraucht. Seine auf Seite .quot;175 genannten Salze benutzt man beim Menschen in Anfangs-Dosen von 0,025 0,05 (Imal täglich: allmählich bis zu 0,10,15 pro die steigend) zur Beseitigung krampfhafter Affektionen, z. B. Chorea, Epilepsie, Tetanus, ferner zur Verminderung abnormer Heizzustände im Gebiet des llespirationstraktus (Krampf husten, Keuchhusten, Asthma etc.), endlich bei Neuralgien und Hyperästhesien. Dor Erfolg ist in der Regel ungenügend.
Auch die auf Seite 370 erwähnten, einheimischen I'mbelliferen Aethusa Cynapium (Gartengloisse, Hundspotorsilie, Gartonsohierling), Chaerophyllum teniulnm und Chaerophyllum bulhosum entwickeln coniinähnliche Wir-
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kungeu und haben lgt;ei Kiudoni, Schweinen und (experimentell) Hunden sohwere Vergiftungen mit meist letalem Ausgang herbelgoftlhrt.
b. Curare und Curarealkalolde,
Als Curare oder amerikanisches Pfeilgift bezeichnet man mehrere, von verschiedenen Indiiinerstihnincn Südamerikas bereitete, extraktartige Massen .Sie kommen gewöhnlich in Kttrbisschalen (Kalebasse n c n r a r e) oder in kleinen thönernen Topfen (T o p f0 u r ar e), selten in Bambusrohren in den Handel und stellen braune bis schwarzbraune, trockene, spröde, manchmal etwas klebrige, stark bitter-schmeckende Massen dar. die sich in Wasser nur teilweise lösen, bez. einen m o, w. grossen. häufig Plianzenreste aufweisenden Rückstand hinterlassen. In absolutem Alkohol und Äther ist die Löslichkeit gering Die Lösungen sind je nach der Konzentration gelb bis dunkelbraun und reagieren sauer.
Die giftigen Bestandteile des Curare rühren von verschiedenen Spezies der Gattung Strychnos (Loganiaoeae, Contortae: Pentandria Monogynia) her, besonders von Strychnos Castelnaeana, Str. Gubleri, Str. Schomburgkii, Str. toxifera. Str. Crevauxii etc.
Als wirksamen Bestandteil nennt man das Curarin, ein rotbraunes, in Wasser sehr leicht lösliches, enorm bitter schmeckendes Pulver (bezieht sich auf Curarin um purissimum Merck!), welches in manchen Curaresorten von einer anderen, nicht curareartig wirkenden Base, dem Curin, begleitet ist. Jedenfalls weichen die einzelnen Curaresorten betreffs ihrer Wirkungsintensität oft sehr beträchtlich voneinander ab und sind deshalb zu therapeutischer Verwendung wenig geeignet.
Mit den Pfeilgiften anderer Erdteile, z. B. mit den afrikanischen, das Herz nach Digitalisart schädigenden Pfeilgiften Kombe. Wabaio, Ine, Acabaio und Echuja, mit dem in gleicher Weise wirkenden Antjar-Pfeilgift derMalaycn etc., sowie mit dem asiatischen, wie Strychnin wirkenden Giften Tieute oder Upas Badja (siehe Seite 350) hat das amerikanische Pfeilgift nur den Namen gemeinsam.
Wirkung des Curare.
1.nbsp; Bei stomachal er Applikation wird Curare Verhältnis-massig langsam resorbiert und dabei so rasch durch den Harn eliminiert, dass eine Wirkung gar nicht oder erst nach Kolossaldosen zu stände kommt.
2.nbsp; Subkutan, intravenös, sowie in den Mastdarm oder die
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Scheide appliziert, entwickelt Curare schon nach sehr kleinen Dosen (Vso milligr. beim Frosch) eine Lähmung der motorischen Nervenenden in den quergestreiften Muskeln, mit Ausnahme des Herzens, sodass die Tiere zusammensinken und unbeweglich daliegen. Da die Lähmung auch die Atmungsmuskeln trifft, so können curari-sierte Warmblüter nur durch künstliche Respiration am Leben erhalten werden. Lei subkutaner Applikation ist stets eine örtliche Reizung zu befürchten.
Nach grossen Dosen schreitet die Lähmung schnell auf die nervösen Centralorgane, besonders aber auf die Nervenapparate des Herzens fort
Anwendung des Curare. Man hat das Mittel subkutan gegen verschiedene Krampf formen (z. B. gegen Starrkrampf des Pferdes zu 0,050,2 [Angabe von Sohuemacher]) angewendet, doch waren die Resultate im grossen und ganzen wenig befriedigend. Mit Rücksicht auf den verschiedenen Gehalt der einzelnen Curaresorten an wirksamen Steifen ist es jedenfalls geraten, zunächst mit sehr kleinen Gaben zu beginnen oder, noch besser, sich vorerst durch einen Tierversuch von der Wirkungsweise des betreffenden Präparates zu überzeugen.
c. C 3' t i s 1 n.
Cytisin, C,,()H,, N, 0 (?). ist der giftige Bestandteil des bekannten, gelbblühenden Zierstrauches C yti sus Labur n um (Papilonaceae, Leguminosae; Diadelphia Decandria), sowie mehrerer anderer Cytisus-spezies (Cytisus elongatus, C. alpinus, C. purpureus, C. supinus, C. Waldeni, C. biflora etc.; der einheimische Cytisus nigricans scheint ganz oder nahezu unschädlich zu sein), findet sich aber wahrscheinlich auch in ülex europaeus. Spartium scoparium (siehe auch Seite 383) und mehreren Genista Spezies.
Cytisin wirkt örtlich entzündungserregend, resorptiv erregend auf Gefäss- und Brechcentrum, sowie anfangs tetanisch, später paralytisch und tötet schliesslich durch Respirationslähmung. Bei subkutaner Injektion beträgt (nach Radziwillowiez) die tödliche Dosis des reinen Alkaloids pro kg Kürpergewicht für Katzen 2 mg, für Hunde 3 mg, für Hühner 7 mg, für Tauben 9 mg, für Meerschweinchen 25 mg, für Ziegen 73 mg otc.
Der grösste Teil des Cytisins wird schnell durch den Harn eliminiert. Ein anderer Teil scheint durch di e Milchdr ü se
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ausgeschieden zu werden, denn Ziegen, die (in Ualmatien) Cytisus Waiden! gefressen hatten, lieferten, ohgleieh sie selbst gesund blieben, eine für Menschen giftige Milch (nach Kobert).
Für Tierärzte besitzt das Cytisin, welches man beim Menschen neuerlich lt;^egen parolytisobe Migramp;ne empfohlen hat, nur insofern Interesse, als es in einem Falle (lurch Aul'nalmio von Cytisus Laburnum bei Findern zur Vergiftung (partielle Lähmung der Extremitäten, Mydrlasls, später Salivation, Wflrgen, Taumeln, Schlingbeschwerden) gekommen ist. Die Genesung erfolgte nach 4 Tagen (lirott). Kobert hält den Vorschlag v Fieponhausons, in Deutschland Ulox (siehe oben) allgemein als Futterpflanze einzuführen, mit Rüoljsioht auf den Cytisingebalt für bedenklich, obgleich er gern zugiebt, dass das Kraut der Pflanze in manchen Monaten fast oder ganz ungiftig ist.
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XVII, Kapitel.
Giykoside und einige andere nicht basische Substanzen von starker Wirkung.
Mit dem Namen Giykoside (Glukoside, Saccharine) bezeichnet man eine Anzahl von namentlich in Pflanzen, weniger in Tieren vorkommenden Stollen, welche, besonders beim Erwärmen mit verdünnten Säuren oder Alkalien, oder auch unter dem Einfluss geformter oder ungeformter Fermente, zuweilen auch schon beim Kochen mit Wasser in Zucker (meistens Traubenzucker) und eine oder mehrere neue, einfachere Verbindungen zerfallen.
Ein Teil dieser Giykoside verhält sich dem Tierkörper gegenüber völlig indifferent, ein anderer entfaltet nur geringe Wirkungen und wurde wie auch die Gruppe der Saponinequot; in anderen Kapiteln besprochen, ein dritter, von dem in Nachstehendem die Rede sein soll, wirkt sehr energisch, unter Umständen tödlich. Der Übersicht halber sind die betreffenden Mittel in 2 Abteilungen gebracht worden, nämlich 1) in solche, welche vorherrschend aufs Herz wirken, und 2) in solche', welche vorherrschend auf das Gehirn oder verlängerte Mark ihre Aktion richten.
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I. Glykoside, welche vorherrschend auf das Herz wirken (Herzgifte).
Eine Anzahl von Pflanzen zeichnet sich durch den Gehalt an X-freien, meist den Glykosiden zugehörenden Stoffen aus. welche auf den Herzmuskel bez. seine Inn er v a tion in der Weise wirken, dass sie in kleinen (medizinischen) Gaben den Herzschlag verlangsamen und die Kontraktionen, d. h. die Arbeitsleistung, des Herzens verstärken (Cardiotonica), in grösseren Dosen aber schliesslich den Tod durch Stillstand des Herzens herbeiführen (Herzgifte). Charakteristiseh für ihre Wirkung ist, dass stets der Herzstillstand dem Stillstand der Atnnmg vorhergeht, und zwar beim Warmblüter mehrere Minuten, beim Kaltblüter unter Umständen mehrere Stunden.
Die physiologische Wirkung ist zuerst an den Folia Digitalis studiert worden und wird ganz allgemein als Digitaliswirkung bezeichnet.
Man kann 8 Stadien derselben unterscheiden:
Im ersten Stadium kommt es zu einer Herabsetzung der Pulsfrequenz und zu einer Zunahme des arteriellen Blutdruckes; der Puls wird dementsprechend langsamer und volle r. Es ist dies veranlasst durch Erregung des Vagus, sowohl in seinem centralen Teile als auch in seinen peripheren Endigungen im Herzen. Heizung des Vagus bedingt Verlangsamung der Herzaktion, wobei zu gleicher Zeit die Energie jeder Kontraktion, die Systole, eine Verstärkung erfährt. Ob die Zunahme des arteriellen Druckes lediglich auf diesen Umstand oder daneben noch auf eine Beeinflussung des vasomotorischen Apparates seitens der Giykoside zurückzuführen ist, sei dahingestellt.
Im zweiten Stadium macht sich eine plötzliche, auffällige V e r m e h r u n g d e r P u 1 s fr e q u e n z und allmählich sin k e n d e r Blutdruck bemerkiich; der Puls wird schnell und klein. Der Grund dazu liegt in einer Überreizung, d. h. Lähmung, des Vagus, vielleicht auch in einer Reizung der die Herzbewegungen beschleunigenden Fasern. Das Sinken des Blutdruckes lässt sich durch die allmähliche Ermüdung cies Herzmuskels und wohl auch durch den Rückgang in der Spannung der Arterienwand (siehe oben) unschwer erklären.
Im dritten Stadium, welches auf dieselben Ursachen wie
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das zweite Stadium zurückzululiven ist, arbeitet das Herz arhyth-misch, anfangs noch schnell, später immer langsamer und versagt schliesslich in der Diastole völlig den Dienst.
Das erste Stadium tritt nach kleinen Dosen allein nur in die Erscheinung: nach grossen Dosen setzt nicht selten sofort das zweite Stadium ein; nach toxischen Gaben kommt nach sehr kurzem, zweitem Stadium, also fast sofort, das dritte Stadium zu stände.
Sämtliche Repräsentanten der Digitalisgruppe, die Droguen wie die meisten reinen Stofl'e, entfalten ausser dieser llesorptivwirkung noch eine örtlich reizende. Am stärksten (von den therapeutisch verwendbaren Mitteln) ist dieselbe bei der Meerzwiebel, am schwächsten bei den Strop han thussamen ausgeprägt. Das erstgenannte Mittel ruft zudem bei längerem Gebrauch kleiner Gaben Nierenreizung hervor, wie denn auch nach toxischen (laben von Strophantluis und Digitalis regelmässig die Symptome einer massigen Nephritis in die Erscheinung treten.
Die Ausscheidung; der Digitalis-, wie m. o. w. aller hierhergehöriger anderer Herzglykoside ist eine sehr langsame, und es wird darauf von manchen Seiten die Kuimilativwirkimg dieser Mittel zurückgeführt.
Therapeutische Verwendung linden die Cardiotonica namentlich bei Cirkulationsstörungen infolge von Insufficienz des Herzmuskels, wie sie im Verlauf von Herzkrankheiten (Klappenfehlern, interstitieller Myocarditis, Verfettung, Eettumwachsung, Überanstrengung des Herzens, akuter Herzschwäche beim Fieber, Pericarditis), doch auch im Gefolge von Lungen- und Nierenleiden auftritt
Die Cardiotonica beseitigen nicht nur, indem sie das Herz kräftiger arbeiten lassen, die venösen Stauungen und hydropischen Ausscheidungen, sondern verbessern auch durch Verlangsamung der llerzaktion die Ernährung des Herzmuskels, da demselben in der verlängerten Diastole reichlichere Mengen von Blut durch die Kranzgefässe zugeführt werden können.
Es ist leicht verständlich, dass in solchen Fällen zugleich eine gesteigerte Diurese zu stände kommen muss, die demnach nur auf die Herzwirkung der Cardiotonica bez. auf die gesteigerte Resorption von Transsudaten zurückgeführt werden muss, nicht etwa als der Ausdruck einer spezifischen Einwirkung auf die Nieren anzusehen ist. Hei gesunden Individuen wirken die in Frage stehenden Mittel
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ebensowenig harntreibend1' wie bei wassersüchtigen Zuständen, welche aus Lungen-, Nieren- oder Leberleidon hervorgegangen sind (siehe indessen oben).
Über die sonstigen therapeutischen Verwendungen der Kerzgifte wolle man bei den einzelnen Mitteln nachlesen.
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Mittel. Von den verschiedenen Droguen bez. Pflanzen, welche Herzgiftequot; enthalten Folia Digitalis, B u 1 b u s S c i 11 a e, S e m i n a Strophantin, Nieswurzarten, besonders Helleborus viridis und H. niger (Helleborem), Adonis vernall s (Adonidin), Convallaria majalis (Convallamarin), Spartium scoparium (Spartein), Ncrium Oleander und N. odor um (Oleandrin, Nerein etc.), Kvonymus europaeus und E. atropurpureus (Evonymin etc.), Narthecium ossifragum, Paris quadrifolia, Coronilla scorpi-oides, Tulipa Gesneriana, Gloriosa superba etc. sind nur die vier zuerst genannton in therapeutischer Verwendung.
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1,nbsp; Folia Digitalis*!
2,nbsp; Bulbus Scillao*!
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8. Somon Strophanthi*t 4. Elü/.oina Hellebori viridis
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i. Folia Igt;is;italis:|:t, Fingerluitblätter.
Die zur Blütezeit von wildwachsenden Exemplaren zu sammelnden Blätter der an sonnigen Hügeln, Bergen, Waldschlägen etc. durch ganz Deutschland verbreiteten Digitalis purpurea (Scro-phularineae, Personatae; Didynamia Angiospermia). einer zweijährigen Pflanze mit einfachem, aufrechtem, 0,50 1,50 m hohem, fein lilzigem Stengel, abwechselnd gestellten Blättern (siehe unten) und in einseitiger Traube stehenden, grossen, hängenden, breitglockigen, einem Fingerhut nicht unähnlichen Blüten, welche aussen schön purpurn und kahl, innen weiss und rot gelieckt und mit weissen Haaren besetzt sind.
Die Jiliitter sind dünn, nnregelmässig gekerbt, in den Blattstiel auslaufend, von längliob oilonnigoin Umriss und sollen höchstens 8 dm lyängo und 15 cm Breite erreichen. Das reich verzweigte Adernetz ist besonders untersoits stark ausgeprägt und trügt hier einen Filz von nicht verästelten, weichen Haaren. (Figur 62.)
Fingerluitblätter geben mit 10 Teilen siedondem Wasser einen bräunlichen, blaues Lackmuspapior rötenden, widerlich bitteren, nicht aromatischen Auszug von eigenartigem Genich, welcher durch Eisenchlorid zunächst ohne Trübung dunkel gefärbt wird; nach einigen Stunden entsteht ein brauner Absatz. Verdünnt man 1 Teil dos Auszuges mit i! Teilen Wasser, so muss durch Zutröpfeln von Gerb-
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sHurclösung eine Trübung, in dem unverdünnten Anszug aber ein reio^ilioher Niederschlag entstehen, welcher von überschüssiger Qerbstlurelösung nur schwor aufgelöst wird.
])io Blätter sind, da sie bei längerer Aufbewahrung völlig wirkungslos worden können, nicht über 1 .Fahr und dabei vorsichtig aufzubewahren!
Verwechslungen können stattfinden mit den Blättern von Verbasoum-artun, die sieh an clor dldclioheu Beschaffenheit, am Vorhandensein von mehrzelligen, ästigen Sternhaaren und am schleimigen,
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nicht bitteren Geschmack erkennen lassen; ferner mit den Blättern von Sympliytum offioinale, dio ganzrandig, zugespitzt, rauhhaarig, nicht filzig, nicht bitter sind; mit den Blättern von Inula C'ouyza, dio gozähnelt oder ganzrandig, unterseits durch spitze, ziemlich dickwandige Ilaare dünnfllzig sind. Die Blätter der gelbblühemlen Digitalis ambigua (I). oehroleuoa) sind sitzend, scharf zugespitzt, nicht filzig und ohne horvortrotondos Ademetz, Die üliitter der in Gärten gezogenen Digitalis purpurea sind völlig oder nahezu unbehaart.
Das wirksame Prinoip der Fingerhutblfttter bestellt aus mehreren, meist glykosidischen, N-freien Substanzen, die wohl auch unter dem Sammelnamen Digitalin-' zusammongefasst werden. Es sind: Dig'itin, welches wirkungslos ist, Digitonin mit saponinähnlicher Wirkung, Digitoxin, Digitalin und Digitalein mit giftiger Wirkung aufs Herz. Von den drei letztgenannten Stollen ist nur das amorphe Digitalein in Wasser leicht löslich, während Digitalin nur in Spuren sich löst und das
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Figur 62.
Blatt und Hlilto von Di;;
talis purpurea.
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nicht gh-kosidische (?) Digitoxin völlig unlöslich ist und zugleich den am stärksten wirkenden Bestandteil der Folia Digitalis darstellt.
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Es ist diese Thatsache für die Verordnung bez. Dosierung von grosser Wichtigkeit, da bei der Verordnung in Infusform fast nur das mild wirkende Digitalein neben Spuren von Digitalin in Frage kommt, während bei Verabreichung der Drogue in Pulver-(Pillen-, Latwergen-)Form auch das (im Verdauungskanai natürlich lösliche) Digitoxin zur Wirkung gelangt.
Andere, nebensächliche Bestandteile der Fingorhulblätter sind Digitalinsäure, Antirrhinsäure. Digitalosmin, Inosit etc.
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Vliannaceiitischcs Präparat; Tinctura Digitali8*t, Tinger-liuttinktur; braungrüne, vorsichtig aufzubewahrende Tinktur, die aus 5 Teilen frischem Kraut und 6 Teilen Weingeist, nach ! aus 1 Teil getrockneten Bliittern und 10 Teilen verdünntem Weingeist hergestellt wird.
Amveiiduiig der Digitalisblätter.
Die zur Zeit noch anerkannten Indikationen für die Digitalistherapie sind:
1,nbsp; Insuffioienz des Herzmuskels mit Beschleunigung oder Unregelmässigkeit der Horzaktion und Absinken des Blutdruckes (siehe Seite 382).
2.nbsp; Die dadurch bedingten sekundären Zustände: Hydrops, verminderte Harnsekretion, Albuminurie etc.
Contraiiulikationen sind: starke Erhöhung des arteriellen Druckes; stärkere Verdauungsstörungen, die nicht der Ausdruck einer Cirkulationsstörung sind; akute Nephritis.
Die Kumulativwirkung kündigt sich durch gastrische Symptome, Arhythmie, abnorme Verlangsamung oder auch Beschleunigung des Pulses und Absinken des Blutdruckes an.
Man benutzt entweder Folia Digitalis*-f als Pulver, Schüttel-mixtur, Latwerge, Pille (unter Umständen in Verbindung mit Kalomel, Kampfer etc.) oder Infus (oft mit Liquor Kalii acetici, Natrium aceticum, Oxymel Kcillae etc.), oder Tinetura Digitalis*! und gebraucht bei längerer Digitalistherapie die Vorsicht, einige Tage hindurch nicht zu zaghafte Digitalisgaben (täglich 12 mal) zu verabreichen, dann aber eine grössere digitalisfreie Pause folgen zu lassen, ehe zur Fortsetzung der Behandlung geschritten wird.
Dosen der Digitalisblättor für
grosse Tiere mittelgrosse Tiere kleine Tiere
2,05,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 0,51,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;0,05-0,3
Dosen der Digitalistinktur für grosse Tiere mittelgrosse Tiere kleine Tiere
10,025,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 2,0-8,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 0,51,0
Cave: Metallsalze (mit sanktionierten Ausnahmen), Gerbsäure.
Als Antipyreticum, z. B, bei schweren, mit Herzschwäche einhergehenden Infeküonsflebern und bei Pneumonie (Vorsicht!), ist Digitalis zwar hin und wieder von Wirkung, aber, da sicherere
Müllor, l'liiirmnkologio.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;25
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Mittel zu Gebote stehen, wenig im Gebrauch. Man würde eine einmalige, grosse Dosis (von Folia Digitalis für grosso Tiere 10,0, mittelgrosse Tiere 1,02,0, Hunde 0,20,5) zu verabreichen haben.
Rezept-Beispiele.
1.nbsp; nbsp;Pulv. folior. Digitalis, Hydrarg. ohiorat. äa 5,0, Pulv. rad. Alth. 50,0, Aq. font. q. s. Fiat Flectuarium. In dreistündlichen Gaben innerhalb eines Tages zu verbrauchen. Einem Pferd. Bei Prüstseucho, Pericarditis etc.
2.nbsp; Infus. folior. Digitalis 1,0: 150,0. Zwei- bis dreimal täglich einen Esslöffel. Einem Hund. Bei Herzklappenfehlern.
2. deinen Stropliantlii*!, Strophanthussamen.
Vermutlich von Strophanthus hispidus und Str. Kombe, strauchartigen, im heissen Afrika, von Senegambien bis zum Zambesi-Gebiet verbreiteten, kletternden Apocynaceen, abstammend.
Leichte, bis über 15 mm lange und bis 5 mm breite,
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llaoh lanzettliclio Samen, besetzt mit einfachen, weichen, weiss-lich, gelblich bis grünlich, vereinzelt auch bräunlich schimmernden Haaren, am oberen Ende zugespitzt und beschopft. (Figur 63.) Die behaarte Samenschale, deren durchscheinendes Gewebe von sehr feinen Spiralgefässen durchzogen ist, liisst sich nach dem Einweichen in Wasser abziehen. Der rein woisse Keim zeigt an der Spitze das kurze Würzelchen; die beiden flach aneinander
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liegenden, notzadrigen Keimbliittchen stecken samt dem Wiirzel-cheh in dem leicht ablösbaren, häutigen Endosperm,
In der bräunlichen, sehr bitteren Abkochung des Samens (1 : 10) entsteht (wegen der Abwesenheit von Alkaloiden und von Ucrbsäure) nach dem Erkalten weder durch Jodlösung, noch durch eine Auflösung von Kaliumjodid und Quecksilberjodid in Wasser, noch durch Eisenchloridlösung ein Niederschlag oder eine Farbenveränderung. Strophanthussamen sind vorsichtig aufzubewahren!
Neben fettem Öl, Schleim, Harz, Eiweissstoft'en etc, enthalten die Strophanthussamen das N-freie Glykosid
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Figur 08,
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Strophanthin, welches in Wasser und Weingeist
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Semen Strophan- leicht löslich ist, intensiv bitter schmeckt und mög-thi, um den dritten licborweise ein Gemenge verschiedener Glykoside Teil verkleinert, darstellt.
riiannaceutisches Präparat: Tinctura Strophanthi*i-, Strophanthustinktur; vorsichtig aufzubewahrende, gelbbräunliche,
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sehr bittere Tinktur, die aus 1 Teil entölten Samen und 10 Teilen verdünntem Weingeist, nach f aus 1 Teil Samen und 20 Teilen verdünntem Weingeist hergestellt wird.
Anwendung. Tinotura Strophaiithi*f dient lediglich als Ersatzmittel für Digitalis (die Indikationen siehe Seite 385), wenn dieselbe unwirksam ist oder nicht vertragen wird. Die Kumulativwirkung ist anscheinend sehr gering. Ob, wie behauptet wird, Stro-phanthus durch direkte Reizung der Nieren diuretisch zu wirken vermag, ist fraglich.
Dosen der Strophanthustinktur (nach *) für grosse Tierenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Hunde
10,025,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;0,5-1,0
3. Bulbus Igcillae*-}-, Meerzwiebel.
Aus den mittleren Schalen der Zwiebel der am Mittelmeer heimischen, perennierenden Urginea maritim a (Scilla maritima) (A s p h o d e 1 e a e, Coronariae; Hexandria Monogynia) geschnittene Streifen von durchschnittlich 3 mm Dicke.
Sie sind gelbliohweiss, durblisoheinend, von starken (iol'ässbündeln durchzogen und sclimeckon widerlich bitter. Bei der Aufbewahrung ziehen sie gern Feuchtigkeit an und schimmeln.
Als wirksamen Bestandteil enthält die Meerzwiebel die Glykoside Scillitoxin (Scillain) und Scillipikrin neben Sinistrin (Schleim?), Traubenzucker, ätherischem Öl, Fett, Harzen und Salzen, besonders Oxalaten.
Pharnmccutiscbe Präparate: Acetum Solllae*f, Meerzwiebelessig; 5 Teile Meerzwiebel, 5 Teile Weingeist, 9 Teile verdünnte Essigsäure, 36 Teile Wasser. Oxymel Scillae*f, Meerzwiebelsauerhonig; 1 Teil Meerzwiebelessig und 2 Teile Honig werden im Dampfbad auf 2 Teile (nach f zur Sirupkonsistenz) eingedampft. Extractum Scillaef.
Wirkung und Amvemliiiig. Scilla wirkt auf den Cirkulations-apparat in ähnlicher Weise wie Digitalis, aasserdem durch Nierenreizung diuretisch, sowie örtlich reizend (bei unvorsichtiger Dosierung demnach Nephritis, Vomitus, Gastroenteritis!). Mit Rücksicht auf diese unerwünschten Nebenwirkungen ist das Mittel so gut wie verlassen worden (die Dosen der Meerzwiebel betrugen für grosse Tiere 5,010,0, für mittelgrosse Tiere 1,02,0, für kleine Tiere 0,20,5), bez. höchstens noch In der Hundepraxis in Form
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des Oxymel Scillae*-}- als Zusatz zum Digitalisinfusum oder zu diure-tischen Mixturen (1 :10) in Gebrauch.
4. Rhizoma Hellebori viridis, Grüne Nieswurz. Der getrocknete Wurzelstock des in Gebirgsgegenden des südlichen und mittleren Europas selten vorkommenden, perennierenden Helleborus viridis (Ranunculaceae, Polycarpicae; Polyandria Trigynia) mit 2350 cm hohem Stengel, dünnen, fussf örmigen Blättern,
deren 7 11 Abschnitte dicht und scharf sägezähnig sind (Figur 64), und einzeln stehenden, überhilngenden, grossen Blüten mit 5 grünen, bleibenden Kelchblättern, zahlreichen grünen, röhrigen, 2lippigen, aufrechten Nektarien (Blumenblättern), zahlreichen braunen An-theren und 35 Pistillen.
Der (getrocknet) schwarzbraune, liornigharte Wurzclstoek ist 36 om lang, Vj 1 cm ilick, von Blattnarben geringelt, allseitig (lieht mit einfachen, dünnen, längsmnzligcn Wurzeln versehen. Auf dem Querschnitt zeigt er eine schmutzig-weisae Farbe, und Figur 64.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;unter der dicken Kinde befindet sich
Blatt von Helleborus viridis, um den dritten ein dünner, unterbrochener, aus 4 GeTeil verkleinert.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; fassbündelgruppen bestehender Holzring. Das Mark ist stark entwickelt, der Geschmack intensiv bitter und hinterher etwas brennend scharf
Verwochsolungen können vorkommen: mit dem viel weniger giftigen Khizom des Helleborus niger, welches dem des Helleborus viridis sehr ähnlich ist, aber auf dem Querschnitt eino griissere Anzahl isolierter, koil-fiirmiger Holzbündel erkennen liisst (die Blätter der Christwurzquot; sind im oberen Teil entfernt gesiigt!); mit dem Rliizom von Actaoa spicata, welches stärker ist und sich an seinen langen, zähen, ausgespreizt stehenden, an der Spitze ästigen Nobenwurzeln leicht erkennen lässt; mit dem Bhizom von Adonis vernalis, welches aussen dunkelbraun aussieht, keine Ringelung zeigt und mit glänzenden, einfachen, schwarzen Nebenwurzeln dicht besetzt ist.
Wirksam sind in der grünen Nieswurz 2 Glykoside: das (in Wasser) leicht lösliche Hellebor ein und das schwer lösliche Helle-borin; daneben finden sich Stärke, fettes Öl etc.
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Wirkung und Anwendung. Ehizoma Hellebori virldis entfaltet neben seiner llesorptivwirkiiiig (diejenige des Helleborins ist auf das Centralnervensystem, welches erst gereizt, dann gelähmt wird, diejenige des Helleboreins auf das Herz im Sinne der Digitalisglykoside gerichtet) noch eine lokal reizende Wirkung auf Schleimhäute, Sub-cutis etc. (Helleborimvirkung) und wurde früher allgemein zum sogenannten Nieswurzelstecken beim Rind benutzt. Gegenwärtig besitzt die Drogue nur mehr toxikologisches Interesse.
Vergiftungen bei Hanstieren durch einen Teil der auf Seite 383 genannten Pflanzen sind mehrfach beobachtet worden.
a.nbsp; Digitalis purpurea. Vor},'iftiingen entstanden bei Pferden nach dem Genuas von Kloclieu, welches stark mit Digitalis purpurea durchsetzt war. Aussei- den früher erwähnten Herzsymptomen traten auf: gastrische Erscheinungen (Appetitlosigkeit, Durstgofühl, Kolik, oft Durchfall), Nieren-symptomo (vermehrter Urinabsatz, Albuminurie etc.), nervöse Zufälle (Myosis, Eingenommenheit des Scnsoriums, schwankender Gang, zuweilen Lähmung der Unterlippe etc). Der Tod erfolgte unter Konvulsionen.
Als Todesgaben der trockenen Blätter werden genannt: 24,030,0 für Pferde (Hortwig), 15,0 für einen Esel (Clark), 8,0-12,0 für Hunde bei Schlund-nnterbindnng (Hertwig). Schafe erkrankten, ohne zu sterben, auf 24,030,0 (t! er lach) etc.
b.nbsp; HelleboruSSpezieSi Intoxikationen entstanden durch das Nieswurzol-stecken (Stücke der schwarzen oder grünen Nieswurz wurden behufs Erzeugung einer derivatorischon Entzündung unter dio Haut, namentlich des Rindes, gebracht), ferner (bei Rindern und Schafen) durch den Genuss der Blätter und äusserten sich in Würgen, selbst Erbrechen, Kolik, blutigem Durchfall, Schwindel, grosser Hinfälligkeit, Anästhesie und Krämpfen.
Als Todesgabon dos Rhizoms von Helleborus niger finden sich angegeben: für grosse Tiere 8,030,0, Schafe und Ziegen 4,0 12,0, Schweino und Hunde 4,0 8,0 (bei verhindertem Erbrechen). In Wunden gebracht, noch mehr. intravenös appliziert, wirken viel kleinere Dosen tödlich (Hertwig).
c.nbsp; nbsp;Ncriuni Olenndor und gt;T. odoruni. Vergiftungen sah man durch den Genuss der Blätter in Italien an Rindern, seltener in Deutschland an Rindern (Himmolstoss u. a.), Pferden, Gänsen (Adam, Ratz u. a.) zu stände kommen. Die Symptome ähnelten überaus denen der Digitalisintoxikation. Bei Gänsen traten im allgemeinen Eähniungssymptomo und Appetitlosigkeit in den Vordergrund.
d.nbsp; nbsp;Scilla imiriliimi. Dio Todesgaben der Zwiebelschalen betragen nach Hortwig für Schweino, Hunde und Katzen 45,0, für Pferde 60,0, die des Scillitoxins nach v. Jarmerstedt für Hunde 0,01, für Kaninchen und Katzen 0.005.
e.nbsp; nbsp; ( oimilluria inajulis. Eine Vergiftung beobachtete Rouiliier an Gänsen, die einen halbvenvolkten Maiblumon-Strauss gefressen hatten. Ein Teil der Tiere starb in kurzer Zeit, der andere, kleinere Teil erholto sich nach dem Ein flössen von Milch.
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f. Evouymus, Nartlicciiim, l'nris. Vergiftaugen durch dio orstgonannto PHanzc kamen bei Schafen und Ziegen, durch dio in zweiter Linie genannte bei Kühen, durch die letztgenannte bei Hühnern vor.
II. Glykoside (und Bitterstoffequot;), welche vorherrschend aufs Gehirn oder verlängerte Mark wirken.
In Nachfolgendem sind mehrere auf das Centralnervonsystem (spezieller: auf Gehirn oder Medulla ob Ion gat a) wirkende Körper, die zumeist den Glykosiden oder den Bitterstoffenquot; angehören, mit Rücksicht auf ihre geringe Wichtigkeit sehr kurz hesprochen worden.
Sie lassen sich nach ihrer llcsorptivwirkung in zwei streng von einander geschiedene Gruppen teilen. Diejenigen der ersten Gruppe
nbsp; die wirksamen Bestandteile des indischen Hanfes, des Giftlattichsaftes und der Cortex Piscidiae wirken schwach betäubend, indem sie das Grosshirn in ähnlicher, wenn auch wesentlich schwächerer Weise beeinflussen wie Morphin. Die zweite Gruppe
nbsp; das Cicutoxin des Wasserschierlings, Oenanthin der Eebendolde, Pikrotoxin der Kokkelskürner (ferner auch das Coriamyrtin aus Coriaria myrtifiora und das Phytolaccotoxin aus Phytolacca acinosa und decandra) ruft durch heftige Erregung der Centren des verlängerten Markes eigentümliche Krämpfe, Steigerung des Blutdruckes, Beschleunigung der Atmung und Pulsver-langsamung (wenigstens anfangs), unter Umständen auch Erbrechen, sowie daneben örtliche starke Heizung hervor. Der Tod erfolgt durch Lähmung des llespirationscentrums.
Zur ersten Gruppe gehören:
1.nbsp; llerba Cannabis Indicaefnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;3. Cortex Piscidiae
2.nbsp; Laotncariamf
1. Herba Cannabis Indicaef, Indische Hanfplianze. Die getrockneten, Blüten und zum Teil schon Erüchte tragenden Stengel und Zweigspitzen (Summitates) der einjährigen, in Persien und Ostindien gewachsenen, weiblichen Hanfpflanze, Cannabis sativa (Cannabineae, Urticinae; Dioecia Pentandria).
Wirksamer Bestandteil ist ein (in der bei uns heimischen Hanfpflanze nicht vorkommend es) Harzgemenge, welches im Orient unter dem Namen Haschisch (Churrus, Tschers, Momeka) als Berauschungsmittel dient und neben ätherischem Öl etc. das Glykosid C annabin, sowie das strychninartig wirkende Alkaloid Tetano-C annabin enthält.
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Aus dem Hanfkraut wird das spirituöse Extractum Cannabis Indicae-j- dargestellt.
.Mau wendet beim Monscliou Hanlkraut (meist in Form des Extractum Cannabis Indieaof, der aus dein Extrakt hergestellten Tinctura Cannabis Indioao, des Cannabinum tanuicum etc.) als Sodativum und Hyp no tie um an. Winslow giebt an, dass ein Pferd auf 32,0 des Extraktes innerhalb 2 Stunden Symptome dos Stupors und der Narkose gezeigt habe, dio erst nach ü Tagen auf Anwendung von Ammoniak vorsdnvandon; Erohner erzielte durch grosso Gaben des Cannabinum tanmeum (6,09,0) bei einem 6 kg schweren Mops keinerlei Wirkungen.
Verfasser konnte durch Dosen von 4,0 und 5,0 Extractum Cannabis (Gebe) in Pillenform bei kleineren Hunden 2030 Minuten nach dem Eingeben taumelnden Gang und (leisen) Schlaf hervorrufen, Vorher ging starkes Speicheln und (in einem Eall) Vomitus, an den nächsten Tagen bestand totale Appotitsver-stimmung. Die Temperatur sank während eines Versuches (6,0 bei einem älteren Mops) von 39,2 auf 38,0 (nach 4 Stunden) und 30,8 (nach 12 Stunden), während eines anderen (4,0 bei einem 3 Jahre alten Pinscher) von 38,6 auf 36,7 (nach 6 Stunden), um nachher allmählich wieder anzusteigen. Eine Katze zeigte auf 3,0 dos genannten Extrakts Speicheln, Vomitus, Müdigkeit und, nachfolgend, Appetitsmangel,
2. Lactucariumf, Lattichsaft. Der eingetrocknete Milchsaft der ein- bis zweijährigen, in Süd- und Mitteleuropa an steinigen Orten, zwischen Gebüsch etc. nicht häufig vorkommenden, hin und wieder angebauten Lactuca virosa (Compositae, Aggregatae; Syngenesla Aequalis), einer '/a1^ m hohen Pflanze mit steifem, ästigem, unten mit raquo;Stacheln besetztem Stengel, grossen, wagereoht abstehenden, stachelspitzig gezähnten, zumeist pfeilförmig-stengelumfassenden Blättern, blassgelben, 10- 1(3blutigen, in doldentraubiger Rispe stehenden Blütenköpfchen und schwarzen, breit berandeten, kahlen Früchten mit gestielter, leicht abfallender Haarkrone.
Übrigens dienen auch noch andere Lactucaspezies, z. B. Lactuca altissima, eine in der Auvergne kultivierte Abart der bei uns sehr verbreiteten Lactuca Scariola, zur Gewinnung des Lactucariums.
Lactucarium enthält ausser nebensächlichen Bestandteilen das krystallisierbare Lactucin, die Lactucasäure und einige Bitterstoffe.
Anwendung in der Tierheilkunde findet das Mittel nicht.
Vergiftungen bei Haustieren durch Lactuca virosa sind nicht bekannt geworden. Orfila tötete einen Hund durch 1,8 Lactucarium per os. Verfasser konnte durch 5.0 Lactucarium (Oeho) bei einem grösseren, gesunden Hund keinerlei Symptome hervorrufen. 15,0 dieses Präparats verursachten bei einem anderen.
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raittelgrosscn Hund nach 8 Stunden leio-htc Hypnoso (ohne TeinporatuiVOl'ttnderung); nach 3 Stunden war die normale Aufmerksamkeit zuriickgckohrt.
3. Cortex Piscidiae. Die Rinde der westindischen, baumartigen Leguminose Piscidia erjthrina. Als wirksamer Bestandteil wird das Glykosid Pi seid in genannt, welches in kleinen Dosen bei Warmblütern die Sensibilität mindern und Mydriasis, in grossen Dosen Schlaf, völlige Anästhesie, Speichellluss und Tod durch Lähmung des Eespirationscentrums bewirken soll.
Man giebt das Mittel beim Menschen in Form dos Flu idoxtrakts als Hypnotioum und Sedativum in Dosen von 0,5 und darüber. Verfasser konnte durch Gaben bis 40,0 des Fluidoxtrakts (Gehe) beim Hund keinerlei Veriiiulorungou hervorbringen, dagegen gelangte eine Katze durch 20,0 in 20 Minuten in tiefe Narkose. Kleinere Dosen waren auch bei der Katze wirkungslos.
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1. Cicntoxin
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Zur zweiten Gruppe gehören:
2. Pikrotoxinnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 'S. Oenanthin
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1. Cicutoxin. Zähflüssige, amorphe, hellbraune, sauer reagierende, harzartige, widerwärtig schmeckende, in Wasser wenig lösliche
Masse, befindlich neben ätheri-
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schem 01 etc. in der Wurzel und den Blättern des einheimischen, an Gräben und Flussufern, in Sümpfen etc. wachsenden , ausdauernden Wasserschierlings, Cicuta virosa (Um belli ferae, Disoanthae; Pentandrla Digynia), einer Pllanze mit dickem, quer-fächerig-hohlem Rhizom, 2;;j #9632; 1 x/a m hohem, g a b e 1 -ästigem Stengel, dreifach gefiederten, m i 11 i n e al-1 a n z e 11-liehen, s c h a r f ges ägten Fiederlappen (Figur 65) versebenen Blättern und weiss blühenden, d e n Blatte r n
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Figur 65.
Blattsegment von Cicuta virosa in natürlicher Grosse.
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g e g e n ü her stehenden, mittelgrossen Dolden. Involu-crum fehlend oder 1 blättrig;
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Involucellum vielblättrif,', fast borstenfönnig, allscitswendig. Das Aussehen der Frucht (siehe Figur 66) ist auf Seite 210 beschrieben worden.
Wassersohierling hat mir toxikologisches Interesse. A'orgiftiiiigen kommeQ naiuentlioll bei AVeiiletieren, besonders Kindern, niclit selten vor. Die Symptomo sind: Appetitlosigkeit, Speicheln, Würgen, Vomltua
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(Hund, .Schwein), Kolik (Pferd), Tympanitis (Bind), Durchfall, Uoregelmässigkeiten in der Herzaktion, My-driasis, Schwindel, Taumeln im Kreise, tetanlsohe Ver-biegung des Halses, oft auch automatische Bewegungen mit den Beinen und Kaumuskeln, Nystagmus.
Dor Tod erfolgt unter Konvulsionen.
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500,0 des gelroekneton Krautes töteten Pferde In 1548 Stunden; 500,0 der frischen Wurzel, wie auch der Saft von 7000,0 der Blätter hatten schwere, aber nicht tödliche Zufälle zur Folge (Krause, Viborg). Hunde zeigton auf 30,0 der Wurzel nur vorübergehendo Symptome; nach 3 derartigen Gaben erfolgte der Tod (Wepfor).
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Figur CO.
Frucht von Cicuta
virosa. ä. In natürl.
(Jrosse, b. In Lupenlaquo;
vergrösserunquot;-.
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2.nbsp; nbsp; Pikrotoxin, C.^H.,., O,.,. Farblose, glänzende, prismatische, geruchlose, intensiv bitter schmeckende, in 150 Teilen Wasser, in 10 Teilen Weingeist, sowie auch in Säuren und Allialien lösliche, neutrale Krystalle. Pikrotoxin wird gewöhnlich den Bitterstoffenquot; zugezählt und bildet den wirksamen Bestandteil der
Fr u et us Cocculi, Kokkelskörner, d. h. der kugelig-nieren-förmigen, circa 1 cm langen, äusserlich runzeligen und graubraunen Steinfrüchte der ostindischen Menispermacee Anamirta Cocculus.
Pikrotoxin bez. die Holidrogue, welche früher nicht selten dem Eier, z. B. dem Porterbier, zugesetzt wurde, um es berauschender zu machen, sowie (mit Käse, Mehl etc) als Fischköder Verwendung fand, entfaltet neben seiner Wirkung auf das verlängerte Mark (siehe Seite 390) wahrscheinlich noch eine solche auf das Rückenmark (Luchsinger, Gottlieb). Die auf experimentellem Wege erzeugte Vergiftung verläuft im allgemeinen ähnlich der Cicutoxinvergiftung.
3.nbsp; nbsp; ()e nan thin. Bräunliche, harzartige Masse, die den giftigen Bestandteil verschiedener Oenanthespezies, besonders der in Süd-europa, England und Belgien auf Sumpfwiesen wachsenden Oenanthe crocata und der bei uns einheimischen, sumpfige Orte bewohnenden Oenanthe fistulosa (Umbelliferae, Discanthae; Pentandria Digynia) darstellt. Oenanthe fistulosa besitzt ein knollenförmiges, gelb milchendes Bliizom, einen röhrigen, gabelästigen, ','..1 m hohen Stengel, röhrige, lange Blattstiele mit einfach gefiederten Stengel-
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blättern und doppelt gefiederten, lineale, öfters Sspaltige Blättchen tragenden Wurzelbliittern, sowie rötlichweissc, wenigstrahlige Dolden. Hülle meist fehlend, Hüllchen vielblättrig, ullseitswendig. Frucht kreiseiförmig, mit sehr langen Griffeln.
Vergil'tiiiijjrcn (lurch Eobondoldo sind namentlich niicli Aiil'nahino ilor ausgegrabenen Wurzeln bei Kühen und J'forden bcobiuditet worden und dokuinoiitier-ten sich durch starke Unruhe, Krämpfe, Dvspnöe, Anästhesie, Botiiubnii^, Blindheit. Der Tod trat in manchen Fällen schon nach solir kurzer Zeit ein (liellancy, Joiuiuan, Hoaro). Ausserdem wirkt Oenantbin Ortlich reizend; bei der Sektion liiulet sich Gastroenteritis.
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XVIII. Kapitel.
Odinegoga, wehentreibende Mittel.
Als Odinegoga (Parturefacientia, Ecbolica) bezeichnet man Mittel, welche Z u s a m m e n z i e b u n g e n d e r G e b il r m u 11 e r (Wehen) hervorrufen, sodass am tragenden quot;Uterus Lösung der Ei häute und Austreibung des Gebärmutterinhaltes und am nicht tragenden durch Kompression seitens der Muskelfasern Kontraktion der Gefässe und Stillung etwaiger Blutungen erfolgt. Diese letztere Wirkung wird noch verstärkt durch einen kontrahierenden Ein-fluss, welchen die betreffenden Mittel auf die Gefässe selbst (und zwar wohl hauptsächlich durch kräftige Erregung des vasomotorischen Centrums) ausüben, sodass sie nicht nur bei Uterinblutungen, sondern auch bei E pis taxis, Hämoptysis und anderen Blutungen Verwendung finden können.
Dass man die Odinegoga auch zur Ausstossung der zurückgebliebenen Nachgeburt, sowie von etwaigen Entzündungsprodukten, Schleim etc. bei entzündlichen Affektionen des Uterus verwenden kann, ist nicht besonders zu begründen.
Mittel,
In der gedachten Richtung wirken mit Sicherheit lediglich 3 Mittel: Seeale cornutum, Ilhizoma Hydrastis und Radix
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Gossypii. Die sonst noch in nachstehendem angeführten Droguon sind als überflüssig zu betrachten.
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1.nbsp; Sooalo c,ornutum*t
2.nbsp; llhizoma Hydrastis* (Badix Hy-
drastidisf) ;-). Kaiiix Gossypii 4. Summitates Sabinae
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5. Horlia Tlmjao (J. lierba Taxi 7. Herba Jiiixi ^. Fioros Paeoniae 9. Ustilago Maydis
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1. Secale corimtum*!, Muttorkorn. Der in der Ruheperiode seiner Entwicklung gesammelte Pilz Claviceps purpurea (Pyrenomycetes, Fungi; Cryptogamia, Fungi).
Dor Pilz beginnt soine EntwloUuDg in den Blüten bez. am und im Fruoht-knoten dos Koggens und anderer Gräser (Lolium porenne, Tritioum repens, Proinus seoalinus, Daotyüs glomerata, Alopeoarus pratensls etc.) und stellt im ersten Eiitwivkluiigsziistnnd ein lionidientragondcs Stroma die sogenannte Sphaoelia dar, deren Anwesonbeit sieh zuerst als oino zwischen den Blüten-spolzon auftretende, klebrige, gelbliche Flüssigkeit Honigtau zu erkennen giebt. Hat die Sphacolio ihru völlige Entwicklung erlangt, so erscheint an der Basis, dem Blütonboden aufsitzend, der zweite Entwickliiiigs/iistnud, das unfruchtbare Dauermycelium oder Sclorotium, das eigentliche Mutterkorn iSclorotium clavus), welches die mittlerweile zusanmiengeschrnmpfte Spbacelie als Mtltzchenquot; au der Spitze trägt.
Unter günstigen Verhältnissen entwickelt sich aus dem auf feuchten Erdboden gefallenen Sclorotium (Mutterkorn) im nächsten Frühjahr der ausgebildete, Perithocion etc. tragende Pilz (Claviceps purpurea), indem an einzelnen Stellen die Rinde des Sclerotiums abgehoben und durchbrochen wird und aus den Spalten kleine, anfangs rötlichgelbe, später dunklere, gestielte Köpfchen hervortreten.
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Das Muttcrkoru der Phar-makopöen bildet höchstens 40 nun lange und 6 mm dicke, gerundet dreikantige, oft bogenförmig-ge-krümmte, derbgefiigte Körper, deren dunkelviolette oder schwarze, am Grunde hellere, oft eingesunkene Flächen gewöhnlich bis tief in das
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Figur 68. Secalo cornutum auf dem Querschnitt bei 2110facher Vcrgrösscrung; mit Äther behandelt, um das Schein-parenehyraquot; sichtbar zu machen.
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innere, weisse oder rötliche Gewebe aufgerissen sind (Figuren 67 und 68). Der Geschmack ist fade.
Mutterkorn soll, mit 10 Teilen
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Figur 67.
Mutterkorn
in natürlicher
Grosse.
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heissen Wassers Übergossen, den ihm eigentümlichen, weder ammoniakalischen, noch ranzigen Geruch (welchen altes, verdorbenes Mutter
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korn zeigen würde) entwickeln.
Gepulvertes Mutterkorn darf nicht vorrätig gehalten werden; dasselbe ist vielmehr frisch bereitet in grob gepulvertem Zustand abzugeben, Da
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Muttorkorn raseh verdirbt, ist sein Vorrat jährlich zu ornouern (sielio auch Seite 398 V
Als wirksame Bestandteile des Mutterkorns sind jetzt drei leicht zersetzliche, nur in trockenem Zustand haltbare Substanzen erkannt worden:
1. Das Cornutin, ein in Alkohol lösliches Alkaloid, welches in Wasser lösliche Salze bildet. Es bewirkt schon in kleinen Dosen durch Reizung des im Lendenmark gelegenen Centrums für die Uterusbewegung Uteruskontraktionen (besonders deutlich an der tragenden Gebärmutter); grüssere Dosen rufen Salivation, Brechdurchfall, ferner durch Vagusreizung Verlangsamung der Herzaktion, sowie durch Reizung des vasomotorischen Centrums Steigerung des Blutdruckes hervor. Grosse Gaben veranlassen heftige Krämpfe und Mu skelsteifigkeit. Der Tod erfolgt durch Lähmung des Atmungscentrums.
. 2. Die Sphacelinsäure, eine N-freie, in Wasser unlösliche, aber in Alkalien leicht lösliche, dunkle, harzige Masse. Sie bewirkt heftige und andauernde, auf Erregung dos vasomotorischen Centrums beruhende Gefässkontraktionen mit hyaliner Thrombose der peri-phereu Arterien und als deren Folge Ganyraen, trockenbrandiges Absterben peripherer Teile und Abstossung derselben durch demarkierende Entzündung mit Eiterung. Sehr grosse Dosen rufen Tetanus uteri und strjehninartige Krämpfe hervor.
Am empfindlichsten gegenüber der Sphacelinsäure bez. dem Mutterkorn sind die Vögel, speziell die II(ihnor. Nach grossen Mutterkorngaben hei Hähnen nehmen Kamm- und Bartlappen oft schon nach 2 Stunden Schwarzfärbung an, lind bei fortgesetztem Gebrauch kleiner Gaben, z. ß. bei Verfiittorung von Gotreide-abtallen, die mit Mutterkorn verunreinigt sind, kommt es schliesslich zu brandigem Absterben bez. zur Abstossung des Kammes, Schnabels, der Zehen etc.
Bei Schweinen entstellen nach mehrmaligen grösseren Mutterkorndosen Erandblasen an Ohr und Nase. Bei Kühen beobachtete man nach fortgesetzter Fütterung mit mutterkoruhaltigem Getreide Gangraon der Ex--tremitäten bis herauf zur Fusswurzel. l'ferde sind anscheinend sehr wider-standslähig.
3. Ergothisäure, ein N-haltiges, saures, in Wasser lösliches Glykosid, welches nur subkutan oder intravenös zur Wirkung gelangt. Dieselbe präsentiert sich als aufsteigende Lähmung des Rückenmarkes und Gehirns, sowie als Erweiterung der Gefässe durch Lähmung des vasomotorischen Centrums. Uteruskontraktionen bewirkt Er-gotinsiiure nicht; der Tod erfolgt durch Paralyse des Atmungscentrums.
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Mutterkornvergriftungcn, Ergotismus. Kricbelkrankheit (des Menschen), namentlich durch Aufnahme von Getreide (bez. Getreideabfällen), welches mit Mutter-korn vorunrcinigt ist, kommen besonders nach der Ernto in nassen Jahren gelegentlich zur Beobachtung. Ausscr den auf Seite 390 gesohilderten, mehr nach fort-Hosetzter Aufnahmo kleinerer Mengen zu stände kommenden Symptomen des trockenen Brandes sind noch zu nennen: Salivation, Kolik, Vomitus (bei Hund und Schwein), Durchfall, Abortus, selbst (durch heftiges Pressen) Prolapsus uteri, Metritis; ferner Mattigkeit, Mydriasis, Somnolenz, Stupor, Kontraktionen der l'lcxoren etc.
Der Verlauf ist meist chronisch, auf Wochen, selbst Monate ausgedehnt. Letaler Ausgang ist selten; nur sehr grosse Gaben fuhren schnell unter heftiger Gastroenteritis zum Tode.
Pliarmaceiltiselie Präparate des Mutterkorns: Extractum Seealis cornuti*f, Mutterkornextrakt; dickes, rotbraunes, in Wasser klar lösliches Extrakt, welches fast nur Ergotinsäure enthält. Extractum Seealis cornnti fluidum*, Mutterkornfluidextrakt: rotbraune, klare Flüssigkeit, in welcher sich auch Cornutin lindet. Andere, nicht oflizinelle Mutterkornpräparate entbehren des tierärztlichen Interesses.
Ainveiulung des Mutterkorns.
Man wendet Seeale cornutum und seine wirksamen Präparate an:
1.nbsp; Zur Anregung der Wehenthätigkeit während der Geburt. Selbstverständlich darf mit der Mutterkorntherapie erst dann vorgegangen werden, wenn der Muttermund völlig geöffnet ist und die Lage des Eoetus keine Korrektion erfordert. Auch bei der Legenot des Geflügels hat man Seeale cornutum (zu 0,20,5) empfohlen.
2.nbsp; In der Nachgeburtperiode bei Zurückbleiben der Placenta, sowie auch bei Endometritis, Metritis chronica und Uterus-neuhildungen (meist subkutan)
3.nbsp; Zur Stillung von Blutungen innerer Organe, in erster Linie des Uterus, doch auch der Lunge, Nieren, Blase, des Ver-dauungstraktus etc.
4.nbsp; Gegen Harninkontinenz, Prolapsus ani, Invagination des Mastdarms (meist subkutan oder als Cl.vsma; beim Hund war das Mittel bis jetzt stets erfolglos [Verfasser]).
5.nbsp; nbsp;Beim Menschen ausserdejn gegen Aneurysmen, Varicen und Varicocelc, wo Mutterkornextrakt alle 24 Tage zwischen Haut und Gefässwand injiziert wird.
Man verordnet in den sub 1 bis 3 gedachten Fällen entweder Seciile coniutmn*f (intern) in Pulverform (Schüttelmixtur) oder im
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Infus (Robert, Grünfeld u. a. haben nachgewiesen, (lass Mutterkorn selbst bei bester Aufbewahrung sehr bald seine Wirkung einbüsst: schon im vierten Monat nach der Ernte (im November) wirkte es nicht mehr so wie im Juli und August, und im März war es völlig wirkungslos geworden!), oder Extnictum Seealis cornuti*-j- teils intern (als Solution, Latwerge, Pille), teils subkutan (in einfacher wässeriger oder, wenn Haltbarkeit notwendig ist, glycerinhaltiger wässeriger bez. glycerinhaltiger spirituöser Lösung: Entzündung mit Eiterung an der Einstichstelle gehört nicht zu den Seltenheiten!)
Dosen des Muttorkorns für Pferdenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Rindernbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Schafe Schweine Hunde /
12,0-25,0 25,0-50,0 5,010,0 2,05,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 0,52,0
Dosen des Mutterkornextraktes für
Pferdenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Kindernbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Schafe Schweine Hunde
5,010,0 5,015,0 2,05,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 0,52,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 0,2-1,0
Rezept-Beispiele.
1.nbsp; Secal. cornut pulv. 30,0, Infus. cort. Cinnamomi 20,0:400,0. Mi see. Auf einmal lauwarm einzuschütten (vorher umzuschütteln!). Einem Rind. Bei mangelnden Wehen.
2.nbsp; nbsp;Extract. Seealis cornuti 2,0, Spirit, dibit.. Glycerin, aa 6,0. Mi see. Täglich eine bis mehrere Spritzen. Einem Hund. Bei Fluor albus, Incontinentia urinae, Uterustumoren.
2. ItliiKoma Hydrastis*, Radix Hydrastidisf, Hydrastis-wurzel.
Das bewurzelte Rhizom der in einem grossen Teil von Nordamerika in lichten Laubwäldern verbreiteten, ausdauernden Ranun-culacee Hydrastis canadensis (l'olycarpicae: Polyandria Poly-gynia).
Hyilrastiswurzol ist bis 4 cm lang und durchschnittlich gegen 6 mm dick, hin- und liergebogcn, wonig verzweigt, mit kurzen, dicken Stengelreston besetzt, liingsninzolig, diclit quer geringelt und stellenweise beinahe knollig verdickt. Die grüne, braune Korkschicht vordeckt nicht völlig dio schön gelbe Farbe des inneren Gewebes; auf der Bruchfläche durch das Rhizom zeigen sich meist 10, von breiten Markstrahlen auseinander gehaltene Holzbündel, welche ein ansehnliches Mark ein-schliessen und durch die breite Rinde zusammen gehalten werden. Die zahlreichen, spröden, nur 1 mm dicken Wurzeln erreichen oft mehrere Centimeter Länge.
Der wässerige Auszug der Hvdrastiswurzel (1 : 100) ist gelb gefärbt und schmeckt ziemlich bitter; worden 2 cem davon zu 1 cem Schwefelsäure gesetzt, und
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wird zu dieser Mischung tropfenweise Chlorwassor hinzugefügt, so bildet sieh eine dunkelrote .Soliicht etc. (sioho Pharmakopöo),
Die Drogue enthält die Alkaloide Hydrastln und Berberin, Letzteres befindet sich auch in vielen anderen Pflanzen und ist an der Wirkung der Hydrastiswurzel wahrscheinlich nur insoweit beteiligt, als es bei längerem Gebrauch derselben unter TJinständen Besserung dos Appetits und der Verdauung herbeiführt.
Das Hydrastin ist das eigentlich wirksame Princip, indem es durch energische Erregung des vasomotorischen Centrums starke GefässVerengerung und ßlutdrucksteigerung, in grossen Gaben aber Paralyse hervorruft.
riiarmaceutisclies Präparat: Extractum Hydrastis flui-dum*t, Hydrastis-Fluidextrakt; unangenehm bittere, dunkelbraune Flüssigkeit.
Anwendung. Man empliehlt Hydrastiswurzel bei Uterusblutungen, Zurückbleiben der Nachgeburt, Metritis clironica (Hohen-leitncr, Walther), sowie beim Pctechialfiebor der Pferde (Hutyra). Sie würde am besten in Form des Extractnm Hydrastis fluiduin^f zu benutzen sein (30,0 in 500,0 Wasser innerlich zu geben: für eine Kuh mit Zurückbleiben der Nachgeburt. Die Dosis für Pferde beträgt 5,010,0).
Dem Hydrastinin, einem basischen Spaltungsprodukt dos Hydnistins, Kommen weit energischere gefUsskoutrahierende Wirkungen zu, dagegen sollen die Lähmungssymptome fehlen, Man wendet es neuerdings bei Uternsblutungen
des Menschen an (0,020,05 Jlydrastinum liydroeliloricnm pro dosi).
3. Cortex radicis Gossypii, Baumwollenwurzelrinde.
Die meist in kleinen Fragmenten oder längeren bandartigen Stücken in den Handel kommende Wurzelrinde der Baumwollenpflanze, Gossypium herbaceum (Malvaceae, Columniferae; Mona-delpbia Polyandria).
Sie wird beim Menschen zu gleichen Zwecken wie Mutterkorn teils in Form des Dekoktes (1 : 10; weinglasweise), teils in derjenigen des nicht oflizinellen Extractum radicis Gossypii lluidum (zu 2,05,0 pro dosi) angewendet
Erheblich anders als die Wurzelrinde wirken die Samen von Gossypium her-bnconm bez. die in neuerer Zeit von Amerika als Futtermittel für Ilaustioro In Unmenge auf den Markt geworfenen Baiinnvollciisaat-l'rosskiiclioii.
Bei längerer Verabreichung kleinerer Mengen iinmcntlieb an jugendliche Tiere (Kälber, Schafe) geben dieselben bydrämiseli und kachektisch ZU Grunde;
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füttert man {,'iiissero Mengen, so entstellt hiimorrliagischo Gastroenteritis und Hiimaturie (pareneliyniatüse Nephritis). Altoro Tiere sind viel widerstandsfähiger. Auch die Pressknohen der Kucheckoi'il, d. h. der Früchte von FagUB silvatica, können zu Vergiftungen, die ähnlich verlaufen, führen. Die toxischen Bestandteile beider Prcsskuchen-Sorten sind mit Sicherheit noch nicht erforscht. Wahrscheinlich handelt es sich um dem Muscarin verwandte chemischo Individuen, die sich möglicherweise erst bei Gelegenheit der Aufbewahrung, des Transportes etc. der genannten FatterstofTe bilden.
Wehentreibende Wirkungen sollen ferner noch besitzen:
4.nbsp; nbsp; Summitates Sabinae, Habinakraut, Sadebaumkraut (Figur 09). Die Zweigspitzen mit den Beeren der in Südeuropa wild
wachsenden, dort und bei tins vielfach kultivier-
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ten, immergrünen Cupressinee Juniper us Sabina (Coniferae; Dioecia Moimdelphia).
Sie enthalten etwa 2,5% ätherisches S a b i n a ö 1, sowie Harz, Zucker und Gerbsäure und wurden früher vielfach innerlich als Emmenagogum bei Tluor albus etc., ferner ä u s s e r 1 i c h als Wunddigestivmittel benutzt. In der heutigen Medizin spielen die in grossen Dosen giftigen Sadebaumspitzen (es entstehen Gastroenteritis und nervöse Symptome) kaum
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Figur 69.
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Junl-
natiir-
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noch eine Holle.
Rezept- Beispiel. Summitat. Sabinae 15,030,0, Kai. carbo
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Zweigspitze von
perils Sabina in
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lieber Griisse.
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nic. 15,0. Misce. D. tal. dos. No. VI. Täglich 2 3 mal je ein Pulver mit 500,0 kochenden Wassers zu über-giessen, nach '/., Stunde durchzuseihen und einzugeben. Einem Rind. Bei Fluor albus, Blasenkatarrh, zurückgebliebener Nachgeburt.
5.nbsp; nbsp; Herb a Thujae, Lebensbaumkraut. Die jüngsten Zweige der nordamerikanischen, bei uns vielfach kultivierten Thuja occi-dentalis (Cupressineae, Coniferae; Monoecia Monadelphia). Sie enthalten ätherisches öl, Harz und das Glykosid Thujin.
6.nbsp; nbsp; Herb a Taxi, Fibenbaumblätter. Die jüngsten Zweige der in Gebirgswäldern Mittel- und Südeuropas heimischen, mehrfach
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kultivierten
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T a x u s b a c c a t a
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Ta x i n e a o, Coniferae: Dioecia
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Monadelphia).
Fibenbaumblätter
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enthalten neben Gerbstoff, scharfem Harz,
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ätherischem 01 etc. das giftige Taxin und besitzen insofern Interesse,
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als sie bei Haustieren (z. 15. nach Abbfressen von Taxusheoken in Gärten, Aufnahme von Taxuszweigen mit der Streu etc.) schwere, oft tödliche Vergiftungen (Brüllen, Taumeln, Dyspnüe, Kon-vulsiunen, apoplelitiformen Tod innerhalb 10 Minuten bis einer Stunde; oder bei langsamcrem Verlauf daneben noch Gastroenteritis, Nephritis und Cystitis) hervorgerufen haben (Gorlach. De Bruin, Wälti, Dewez etc.).
Herb a Buxi, Buxbaumblätter. Die Blätter des aus dem Orient stammenden, bei uns vielfach kultivierten Buxus sempervirens (Buxaceae, Tricoccae; Monoecia Tetrandria)
Neben Harz, Barabuxin und Buxinidin enthalten sie das sehr giftige Alkaloid ßiixin und rufen bei Haustieren ähnliche Intoxikationssymptome wie Folia Taxi hervor (Viborg. Hübscher).
Flo res Paeoniae, Püngstrosenblumen. Die Blüten der in Wäldern und an buschigen Orten Südeuropas wild wachsenden, bei uns kultivierten Paoonia peregrina (Ranunculaceac, Polycarpicae; Polyandria Dlgynia).
Ustilago Maydis, Haisbrand. Ein zur Reihe der Basidiomy-ceten (Ordnung der Ustilagineen) gehörender Pilz, welcher auf der Maispflanze (an den Blättern, dem Blütenstengel, dem Fruchtknoten, den mannlichen Blüten etc.) schmarotzt und unregelmässige, kugelige, sackartige Körper bildet, welche aus einer anfangs weisslichen, später grauen Hülle und einem schwarzbraunen, schmierigen, zuletzt staubigen, in der Hauptsache aus Sporen gebildeten Inhalt bestehen.
Die bei Haustieren nach Aufnahme von Maisbrand, wie überhaupt von lirandpilzen in die Erscheiiuing tretenden Intoxikationssymptome sind zum Teil auf örtliche Reizung des Verdauungs-traktus, zum Teil auf motorische und sensible Lähmung zurückzuführen.
Auch die Rostpilze (Puccinia, TJromyoes; siehe Seite 38) wirken in dieser Weise, während die Schiniinelpilzc (Mucor, Aspergillus, Penicillium, Oidium) neben örtlicher Beizung und Lähmungssymptomen hin und wieder auch oerebrale Erregungser-scheinungen, selbst epileptiforme Krampfanfälle hervorrufen.
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M ii 11 o r, l'harinakologio.
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XIX. Kapitel
Antipyretica, fieberwidrige Mittel.
Mehrere Arzneisubstanzen haben die Fälligkeit, die im l'ieher abnorm gesteigerte Körperwärme herabzusetzen, während sie die normale Temperatur in der Kegel gar nicht oder nur dann, wenn von ihnen enorm grossc Gaben verabreicht wurden, zum Sinken bringen. Der Temperaturrückgang ist in allen Fällen nur ein vorübergehender; schnell oder allmählich sinkt die Körperwärme bis zu einem gewissen niedrigsten Stand, verbleibt auf diesem Minimumquot; eine m. o. w. lange Zeit und steigt dann mit annähernd derselben Schnelligkeit, mit welcher sie gefallen war, wieder an. Am langsamsten scheinen sich Rückgang, Tiefstand und Anstieg nach Verabreichung von Chinin abzuwickeln, viel schneller und in der Kegel auch sicherer gehen sie bei den neueren Antipyretica Acetanilid, Antipyrin, Phenacetin, Phenokoll etc. vor sich, während die Salicylsäure wohl zwischen beiden Extremen die Mitte hält. Chinin und Salicylsäure sind überhaupt die am wenigsten sicher wirkenden fieberwidrigen Mittel. Selbstverständlich kann durch Verabreichung einer neuen Dosis vor Beendigung des Minimums die Dauer desselben verlängert werden.
Die Wirkungsweise der Antipyretica ist mit völliger Sicherheit noch nicht erforscht. Man nimmt neuerdings an, dass es sich beim Fieber um eine durch pyrogenequot; Stoffe (meist wohl Infcktions-stoffe), die ins Blut gelangten, bedingte krankhafte Erregung gewisser im Gehirn gelegener Regulationscentren für die Wärmeabgabe handelt, und es scheint, dass die oben genannten neueren Antipyretica wenn nicht ausschliesslich, so doch vorzugsweise durch Lähmung dieser Centren den temperaturerniedrigenden Effekt herbeiführen. Es ist dies um so wahrscheinlicher, als mehrere der betreffenden Mittel auch auf andere Regionen des Nervensystems einen lähmenden Einlluss ausüben, eine Thatsache, die zu ihrer Anwendung als schmerzstillende Büttel bei Migräne, Neuralgie, Zahnschmerz etc. des Menschen, sowie bei rheumatischen Schmerzen des Menschen und Tieres geführt hat. Übrigens bewirken diese Antipyretica
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eine Herabsetzung der abnorm gesteigerten Körperwärme auch dann, wenn dieselbe nicht durch Fieberquot;, sondern durch angestrengte Muskelarbeit (z. B. anhaltende Bewegung namentlich im Sommer) oder durch gewisse Gehirnverletzungen bedingt war. Behufs der Feststellung der Fieber-Temperatur ist, beiläufig erwähnt, die Thatsache von grosser Wichtigkeit, dass die Körperwärme bei Pferden, welche Hegen, Nebel, Wind etc. ausgesetzt sind, meist um 1,01,5, häufig auch um 20 sinkt und umgekehrt steigt, wenn die Tiere im direkten Sonnenlicht verweilen müssen (Nocard).
Bei der Chininwirkung dagegen handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um eine Beeinflussung der Wärmeproduktionsstätten, d. h. um eine Minderung der die Wärme erzeugenden Oxydationsprozesse in den Zellen der Gewebe, und es ist nicht unwahrscheinlich, dass auch gewisse pyrogenequot; Mikrobien durch Chinin eine Schädigung erfahren (Weiteres darüber ist auf Seite 407 nachzulesen).
Die Salicylsäure wirkt vermutlich weniger durch Schädigung der pyrogenen Mikroorganismen, als vielmehr durch Beeinflussung der Wärmeregulierung im Gehirn in dem auf Seite 402 angedeuteten Sinne.
Gewisse beim Gebrauch der fieberwidrigen Mittel zu beobachtende Nebenerscheinungen, z.B. beschleunigter Puls mit zunehmender arterieller Spannung, Hyperämie und eventuell Schweissabsonderung an der Haut, Vermehrung der Harnmeuge, Zunahme des Wohlbefindens (der Munterkeit, des Appetits etc.), treten um so Schürfer in den Vordergrund, je rascher die Temperaturerniedrigung erfolgt, und sind deshalb beim Chinin in vielen Fällen gleicii Null.
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i.m
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Mittel. In Nachfolgendem sollen nur diejenigen Substanzen besprochen werden, durch welche sich mit annähernder S icher he i t und ohne bedenkliche Nebenwirkung auf den Organismus (auf Herz etc.) ein Temperaturrückgang beim Fieber erzielen lässt, während gewisse, besonders von der älteren Medizin als Temperantiaquot; und Eefrigerantiaquot; benutzte Stoffe, z. B. die verdünnten Säuren, der Salpeter und andere, kühlend schmeckende Salze, ferner das Vcratrin und die Herzglykoside an anderen Stellen des Buches untergebracht wurden.
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1. Chiniiisalzo:: Chinae*t
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uiul Cortoxnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 2. Acidum .salicylicuin*t,
Natrium 8alloylioum*t) Salolum*t, Dlthion etc. 26*
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8. Aeidum bonzoicunr't und Xa-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 5. Antipyrln*t raquo;nd andere Ab-
trium benzoloumnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; kömmlinge des Phoinllmlrazins
4. Aeotanihdum*!, Phonaneti-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;6. Clunolin und C iinolinderivate
num* und andere Anilinderivatenbsp; nbsp; [nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;(Tliallinum* etc.)
1. Cliiniit mul C'liiiiariiulc.
Cliininiini li.xii-ocliloricuiii 1. Chininhydrochlorid,
C,0 H., N,. 0,.. HC1 2 H,, 0. Weisse, nadeiförmige Krystalle von bitterem Geschmack, welche mit 8 Teilen Weingeist und mit 34 Teilen Wasser farblose, neutrale, nicht flaoresoierende Lösungen geben. Verdünnt man eine dieser Lösungen mit ungefähr 200 Teilen Wasser und 50 Teilen Chlorwasser, so nimmt die Mischung auf Zusatz von überschüssiger Ammoniakllüssigkeit eine grüne Färbung an. Silbernitratlösung ruft in der wässerigen, mit Salpetersäure angesäuerten Auflösung des Salzes einen weissen Niederschlag hervor.
Die wässerige, 2 quot;loigQ Lösung des Ghinlnhydroolilorida darf durch Bnryum-
nitratlösung nur sehr wenig (Spuren von Chiuinsiill'at sind also gestattet!), durch verdünnte Sobwefelsäure gar nicht getrübt werden (Prüfling auf Baryt). 0,05 des Salzes, mit 10 Tropfen Schwefelsäure und 1 Tropfen Salpetersäure gemischt, sollen keine rotgelbe Färbung (durch Morphin) zeigen. 1,0 des Salzes verliere bei 100 quot; nicht mehr als 0,09 an Gewicht. Bei Luftzutritt erhitzt, verbrenne es, ohne einen Kückstand zu hinterlassen etc. (siehe die Pharniakopöon).
Chinin um sulfiiriciimH:t, Chininsulfat, (C._,0 R., N, 0._,).2 H,, SO, -(-8 H,0. Weisse, feine Kiystallnadeln von bitterem Geschmack, welche sich in etwa 800 Teilen kaltem, in 25 Teilen siedendem Wasser, sowie in 6 Teilen siedendem Weingeist lösen. Die wässerige Lösung ist neutral und zeigt keine Fluorescenz, wohl aber entsteht letztere, sobald man einen Tropfen verdünnter Schwefelsäure zusetzt. Fügt man zu 5 Teilen der kalt gesättigten, wässerigen Chininsulfatlösung 1 Teil Chlorwasser, so wird dieselbe auf Zusatz von Ammoniakflüssigkeit im tlberschuss grün gefärbt. Die wässerige, mit einigen Tropfen Salpetersäure angesäuerte Chininsulfatlösung wird durch Baryumnitrat-, nicht dagegen durch Silbernitratlösung gefällt etc. Vor Licht geschützt aufzubewahren!
Cbininum bisulfuricumf, Chininbisulfat, (C.,,, IL, N^ 0) IP SO,-{-7 H.20. Wasscrhelle, an der Luft verwitternde, stark sauer reagierende, sehr bitter, aber kaum sauer schnieckendo, leicht in 10 Teilen Wasser und lt;32 Teilen AVeingoist lösliche Prismen.
(li in in ii in forro-citriciim^t, Eisonchinincitrat. Glänzende, durchscheinende, dunkelrotbraune Blättchen von eisenartigem und bittcrem Geschmack, in 100 Teilen 910 Teile Chinin enthaltend, wonig in Weingeist, dagegen In jedem Verhältnis, wenn auch langsam, in Wasser löslich. Vor Licht geschützt aufzubewahren!
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4or.
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riiiiiinmii taiiuicjimquot;, Chioiutannat. (leiblich welsraquo;os, amorphes, genich-losos, solir sohwaoh bitter und lamm zusamniüiizielieiul sohmeokeudes, in Wasser nur wenig, etwas mehr in Weingeist löslidlies Pulver, welches in 100 Teilen 80-82 Teile Chinin enthält.
Chinin ist neben anderen Stoffen Bestandteil von Cortex fiiiiialaquo;- r. Chinarhule, d. h. der Kinde kultivierter Cinchonen (Ruhiaceae, Caprifolia; Pentandria Monogynia), besonders Cinchona s u c c i r u b r a, welche in Kühren von ungefähr 2 5 mm Dicke, sowie auch in Halbröhren von entsprechender Stärke vorkommt. Der graubräunliche Kork zeigt grobe Längsrunzeln und kurze Querrisse; die Innenfläche ist braunrot, faserig; die liinde bricht mürbe (Figur 71). Mit Hilfe des Mikroskops erkennt man im Gewebe
die bezeichnenden, spindel-hf hf l)fnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;formigen Bastfasern (s.
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Figur 70). Glüht man 0,1 der liinde im Probierrohr, so bildet sich schön roter Teer.
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100 Teile Chinarinde
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%
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sollen mindestens 5 Teile Alkaloide enthalten. Die
betrettenden Prüfungsvorschriften wolle man in den Pharmakopöen nachlesen.
Die Chinabaumo sind stattliche, immergrüne, im Habitus der l - .jfflFf!?N Syringa nicht unähnliche, 20 40
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. I.
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u
Figur 70.
Längsschnitt aus der Rinde
von Cinchona succirubra.
1lt;10 fache Vergrösserung.
bf. Bastfasern,
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Meter hohe Bäume, die, ursprünglich an den Ostabhängen der süd-amovikanischen Anden heimisch, jetzt auf Java, Ceylon und verschiedenen anderen Teilen Ostindiens, doch auch in ihrer alten
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Heimat, namentlich in Bolivien, kultiviert worden. Dio (jetzt von den Pharmakopöen geforderten) Rinden dieser kultivierten Bäume sind an Stelle der frühernbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Figur 71.
oflizinellen südamerikanischen Chinarinden getreten, von denen Chinarinde um man in der Hauptsache 8 Sorten, Cortex Chinao Calisay ao, das 2 8 fache Cortex Chinae fuscus und Cortex Chinac ruhernbsp; nbsp; nbsp; nbsp; verkleinert,
unterschied. Eine besondere Besprechung dieser Sorten dürfte überllüssig sein.
Die wichtigsten Bestandteile der Chinarinde sind: 1. Alkaloide: Chinin, Chinidin (Conchinin nach Hesse), Cinchonin, Cin-
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chonidin, Chinicin, Cinchonicin etc.; 2. Chinagerbsäure; 3. Chinasäure, die auch in verschiedenen Pflanzen ohne Alkaloid-gehalt, in erster Linie in Rubiaceen, vorkommt; 4. ein glykosidischer Bitterstoff, Chinovin (Chinovabitter), der sich bei Behandlung mit Salzsäure in Mannitan und Chinovasäure spaltet; 5. Farbstoffe.
Aus der bei der Chininfabrikation resultierenden Mutterlauge, welche Chinin und andere Alkaloide der Chinarinde in nicht mehr krystallisierbarem, amorphem Zustand enthält, stellt man das früher oflizinelle, auch in der Tierheilkunde, namentlich in Form der Tinctura Chinioidini (15 Teile Chinioidin, 85 Teile Weingeist, 5 Teile Salzsäure) viel gebrauchte Chinioidinum, Chinioidin, dar.
Chinioidin präsentiert sich als brauno oder schwarzbraune, harzartige, sehr bitter sclnneckondo, muschelig breobende, in Wasser schwer, in verdünnten Säuren, Weingeist und Chloroform leicht liislicho Masse. Als Bestandteile nennt man amorphes Chinin, amorphes Chinidin, amorphes Cinchonin, amorphes Cinchonidin, doch ist die Substanz als Abfallproduktquot; selbstverständlich von sehr wechselnder Zusammensetzung, üio aus dem Chinioidin hergestellton Präparate Chinioidinum borioum, Chinioidinum chinovicum, Chinioidinum citri-cum, Chinioidinum hydrochloricum (Chinin, muriatic, amorph.), Chinioidinum purissimura (Chininuiu amorph.) etc. haben sich bis jetzt keinen Eingang zu verschaffen vermocht.
Pharmaceutische Präparate der Chinarinde.
Tinctura Chinae*, Chinatinktur (1:5 Teilen verdünntem Weingeist). Tinctura Chinae composita*t, zusammengesetzte Chinatinktur; wässerig - spirituöser Auszug aus Chinarinde, Zimmt, Enzianwurzel und Pomeranzenschale. Vinum Chinae-j-, Chinawein; 1 Teil Chinarinde, 1 Teil Cognac, 20 Teile Malaga. Extractum Chinae aquosum* (Extr. Chinae-j-). Extractum Chinae spirituosum*.
Wirkung des Chinins.
1.nbsp; Chinin ist in Form seiner Salze ein ziemlich energisches Gift für gewisse niedere Lebewesen, besonders Infusorien und Turbellarien, weniger, zum Teil gar nicht für Bakterien, überhaupt nicht für Schimmelpilze.
2.nbsp; Örtlich wirken die Chininsalze massig reizend und zwar um so intensiver, je geringer ihre Loslichkeit ist. Stomachal verabreicht, wirken demnach sehr kleine Gaben als Bittermittel, grüssere ruinieren Appetit und Verdauung. Der subkutanen Anwendung folgt fast immer Phlegmonc und Abscessbildung.
3.nbsp; Nach ihrer Kesorption führen mittlere Chinindosen zur Her-
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absetznng des Stoffwechsels, eine Thatsache, die sich, abgesehen von der Minderung des Gesumtstickstolfes und der Schwefelsäure Im Harn, sowie der Kohlensäureausscheidimg durch die Lunge, beim gesunden Individuum durch einen minimalen, beim fiebernden (wenigstens zumeist!) durch einen erheblichen Rückgang der Temperatur zu erkennen giebt.
Wabrsoheinlioh bomlit dioso Tbatsaohe auf der Fähigkeit des Chinins, die ohemisohe Energie dos Protoplasmas dor Zellen herabzusetzen. So vormindert Chinin die absolute Zahl der im Blut befindlichen Lenko-oyton, benimmt ihnen die Fähigkeit, nmüboido Bewegungen auszuführen, und be-sehriinkt (an entzündeten Geweben) ihre Emigration aus den Gefiissen; die Erythrooyten halten unter dem Einlluss des Chinins den Sauerstoff fester gebunden; in frisch entleertem JJluto wird durch Chium Säurobildung und Gerinnung verlangsamt; frischer Eiter, der mit Guajaktinktur oder Indigo die Reaktion des naszierenden Sauerstoffes darbietet, verliert durch Chinin die Fähigkeit dazu; bei künstlicher Cirkulation wird durch Chinin die Umwandlung von Benzocsiiure zu Hippursäuro in den Nieren gehemmt otc.
Ob und inwieweit zum Rückgang der Temperatur eine Beeinträchtigung der fioborerregendon Stoffe durch das Chinin beitragt, ist mit Bestimmtheit noch nicht ermittelt. Zweifellos ist, dass Chinin nicht bei allen Fiebern seine teniperaturorniodrigoiulo Kraft zu entfalten vermag. So wird z. B. das Wechselliober sehr prompt, weniger schon das Fieber bei Typhus, Pneu-monie. Pleuritis, Pyäinie, noch weniger das bei Septicämie, selten oder gar nicht das bei Staupe, Influenza und Brustsoucho in günstigem Sinne beoinllusst. Diese Thatsache, sowie die schädigende. Wirkung grosser Chinindoson auf das Herz (siebe unten) ist der Grund, warum neuerdings das Chinin als Fiebermittel (wenigstens in der Tierheilkunde) fast giinzlich in Misskredit gekommen ist.
Eine Nebenwirkung des Chinins, für die eine allseits befriedigende Erklärung noch zu erwarten ist, ist die (auch experimentell an gesunden Milzen, z. B. des Hundes, beobachtete) Verkleinerung der Milz, wobei dieselbe ausserdem erheblich derber und fester wird.
4. Grosse Gaben wirken zugleich schwächend bez. lähmend auf Gehirn, Rückenmark, Herz, vasomotorisches und Atmungscentrum. Der Tod erfolgt nach sehr grossen Dosen im Collaps, wahrscheinlich durch Erlöschen der Cirkulation.
Die nach kleinen Gaben eintretende geringe Zunahme der Pulsfrequenz und des Blutdruckes ist bis jetzt betreffs ihrer Ursachen noch nicht genügend erforscht.
Anwendnag der Chinariiule und GhlnaprUparate.
Man wendet die auf den Seiten 404400 aufgeführten Mittel an:
1. Als Antipyreticum, namentlich bei septischen und pyämi-
schen Fiebern (siehe indessen oben). Bei der Malariain toxi-
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kation des Meiischen ist Chinin als Specilicum anzusehen und würde auch bei ähnlichen Krankheiten der Haustiere Anwendung linden müssen.
2.nbsp; Zur Verringerung der Leukocytenzahl und Verkleinerung der Tumoren bei Leukämie, suwie zur Einschränkung der Leukocyten-Emigration bei heftigen Entzündungsprozessen im 2. Stadium (Erfolg meist sehr ungenügend!).
Man verordnet aus allen diesen Veranlassungen neuerdings nur noch die Ohininsalze, besonders das lt; liiiiiniiin hydrochlorlcumquot;'f, in Solution oder Schütteltrank (für Wiederkäuer), Pillen oder Latwergen (für Pferde), Pulvern oder Pillen (für Hunde), weniger das d e n Magen stärker irritierende Chiiiimim siilluricum!'äf, welches sich übrigens nur durch Zusatz von vordünnten Säuren in eine kon-zentriertore Lösung bringen lässt (siehe Seite 404). Zur subkutanen Anwendung ist Chinin ungeeignet!
Dosen des Chinins als Antifebrile etc. für
Pferdenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Rinder Schafe u. Ziegen Schweine Hunde
10,0-20,0 15,025,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 2,05,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 1,02,0 0,251,0
Cave: Metallsalze (mit sanktionierten Ausnahmen), Alkalien.
3.nbsp; Als Stomachicum und sogenanntes Tonicum und Ro-borans bei atonisch er Verdauungsschwäche, anämischen Zuständen, Hydropsien, anhaltenden Eiterungen, chronischen Durchfällen und in der Rekonvalescenz akuter Krankheiten.
Man bedient sich für gewöhnlich, da man zugleich auf die Gerb-säurewirkung reflektiert, der Rohdrogue, Cortex Chlnae*f, die man grossen Tieren als Latwerge, Pille, Schüttelmixtur, kleinen Tieren als Dekokt (rationell mit Säure bereitet: 10,0 Rinde, 2,5 Acid, sulfuric. dilut. oder 1,0 Acid, hydrochloric, 150,0200,0 Wasser) verabreicht. Letzteren kann man auch sehr wohl die oflizinellen Tinkturen, Tinctura Cliinae*, Vinum Chinaef oder Tinctura Chinae COmposita^f zu quot;._, 1 Theelöffel verabreichen. Wenn bei den unter 3 erwähnten Krankheitszuständen ein Chininsalz verabreicht werden soll, so würde man ungefähr der Fieberdosi s zu nehmen haben.
Dosen der Chinarinde als Stonuichicum etc. für grosso Tierenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;mittelgrosse Tiere Hunde
10,020,0 (Rinder 40,0)nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;5,08,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;1,0-2,0
Cave: wie bei Chinin.
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Änsserlicli hat man Chinin vereinzelt zu antiseptischen Zwecken auf Schleimhäute, Geschwüre etc. appliziert.
Rezept-Beispiele.
1.nbsp; Chinin, hydrochloric. 20,0, Pulv. rad. Althaeao 50,0, Aq. font. q. s. Fiat Electuarium. In einem Tage zu verabreichen. Für ein Pferd (oder als Schütteltrank für ein Kind). Bei septischem oder pyfunischem Fieber, septischer Metritis etc. (Teueres Mittel!)
2.nbsp; Chinin, hydrochloric. 2,0, Sacchar. alb., Gummi arable, aii 1,0, Aq. font. q. s. Fiant l'ilulae Nr. 10. 8mal täglich je 2 Pillen. Für einen H u n d. Bei septischem oder pyämischem Fieber oder (dann in grösseren Zwischenräumen) bei Leukämie.
2. Acidiini snlit-ylifiiiu, Xtitriimi salicyllcnm, S;ilol. ]gt;itliion etc.
Acidilin salic^lii-inii 1 Salicylsäure, Orthooxybenzoö-sfture, C(1 H, . OH . CG OH. Leichte, weisse, nadeiförmige Krystalle oder ein lockeres, weisses, krystallinisches. geruchloses Pulver von süsslich-saurem, kratzendem Geschmack, in etwa 500 Teilen kaltem und in 15 Teilen siedendem Wasser, leicht in heissem Chloroform, sehr leicht in Weingeist und in Äther loslich, bei etwa 157quot; schmelzend, sodann aber bei weiterem, vorsichtigem Erhitzen un-zorsetzt, bei schnellem Erhitzen unter Entwicklung von Karbolsäure-geruch ohne Hinterlassung eines wägbaren Rückstandes sich verllüch-tigeud. Die wässerige Lösung wird durch Eisenchloridlösung dauernd bliiuviolett, in starker Verdünnung violettrot gefärbt.
Von (i Teilen kalter Sohwefelaäure werde 1 Teil Siilicvlsäure fast ohne Färbung aufgenommen, Schüttelt man eine kalt bereitete Lösung der Siinre in (IbersohUssiger Natriumkarbonatlösung mit Äthor, so darf der letztere beim Verdunsten nur einen unbedeutenden, nicht nach Karbolsäure riechenden Bttckstand hinterlassen (Prüfung auf Karbolsäure], Der beim frei willigen Verdunsten der weingeistigen Lösung bleibende Riiekstaud sei völlig weiss (Prüfung auf Eisen und Karbolsäure). Die lO^oigO Lösung in Weingeist werde nach dem Zusatz von wenig Salpetersäure dureli Silbernitrutlösung nicht verändert (Prüfung auf Salzsäure).
Die Salicylsäure findet sich auch im Pflanzenreich, z. B. in den Blüten einiger Spiraea- und Veilchenarten, und wird fabrikmässig durch Einwirkung von Kohlendioxyd auf Natriumphenat gewonnen.
* lässt aus ihr Pulvis salicylicus cum Talco (8 Teile Salicylsäure, 10 Teile Woizenstärke, 87 Teile Talk) und Sebum salicylatum (2 Teile Salicylsäure, 98 Teile Hammmeltalg) darstellen.
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\ali-iuin salicylicum ^j-, Natriumsalicylat, Na. (C7 Hr)0:1).2
--H._. Ü. Weisse, geruchlose, kristallinische Sohüppohen odor ein weisses Pulver von süsssalzigüin Oesclimaok, in 0,9 Teilen Wasser, sowie in 6 Teilen Weingeist löslich. Erhitzt, gicbt das Salz einen kohleartigen, mit Säuren aufbrausenden, die Flamme gelb färbenden Kückstand. Die nicht zu sehr verdünnte, wasserige Lösung scheidet auf Zusatz von Salzsäure weisse, in Äther leicht lösliche Krystalle ab: sie wird durch Kisenchloridlösung selbst in starker Verdünnung (1 :1000) blauviolett gefärbt.
Die kon/.ontrierte, wiisscrigo Lösung dos Natriunisnlicylats sei farblos, nach oinigem Stehen höchstens schwach rötlidi sich färbend und reagiere schwach Bauer; von Schwefelsäure muss das Salz ohne Aufbrausen und ohne Fitrbung aufgenommen worden (Prüfung auf Eisen, Karbonate, organische Verunreinigungen), Die wässerige, 5 quot;ige Lösung darf durch Schwefelwasserstoffwasser und durch Baiyuranitrat-lösung nicht verändert werden (Prüfung auf Metalle, Sulfate, Karbonate). 2 Baumteile der bezeichneten Lösung, mit 3 Baurateilen Weingeist versetzt und mit Salpetersäure angesäuert, dürfen auf Zusatz von Silbernitratliisung nicht verändert werden (Prüfung auf Chloride).
Natriumsalicylat wird durch Sättigen von Salicylsäuro mittels Natriumkarbonats oder Natriumbikarbonats dargestellt.
Wirkung der Salic.vlsäure.
1.nbsp; Örtlich wirkt die Salicylsäuro reizend als Pulver auf Schleimhäute und Wunden gebracht, ätzend , sowie massig antiseptisch und antifermentativ. Den Salzen der Salicylsäure, also auch dem ofüzinellon Natriumsalicylat, kommen derartige Wirkungen nicht zu, und so erklärt es sich, warum Salicylsäure in Flüssigkeiten mit stärkerem Gehalt von phosphorsauren und kohlensauren Alkalien an antiseptischer Kraft verliert.
An der intakten Haut wirkt die Salicylsäuro in geeigneter Form hornlösend; isolierte Räudemilbon werden durch Salicylöl (1:35; unter Anwendung gelinder Wärme bereitet) in vorhältnismässig kurzer Zeit getötet (Verfasser).
2.nbsp; Die Resorption erfolgt in Joder Form rasch und prompt von allen Applikationsstellen, ausgenommen wahrscheinlich die Haut. Ölige Salicyllösungen (1 : R5) gelangten selbst bei monatelanger Applikation auf grosse Hautflächen (des Hundes) nicht zur Resorption (Verfasser). Die Au8schei(lniig wird (am schnellsten beim Pflanzenfresser) zum grössten Teil durch die Nieren in Form des Natriumsalzes und der Salicylursäure bewirkt.
8. Eine llesorptivwirkun^ tritt erst nach grösseren Gaben
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hervor; kleine Mengen sind selbst bei sehr langem Gebrauch anscheinend wirkungslos. Sie ilussert sich in Vor lan gsam ung der Atmung und des Pulses, Minderung der N-Ausscheidung im Harn und Herabgehen der Temperatur bei liobernden (nicht bei normal temperierten) Individuen (siehe Seite 408). Septische und pyämische Fieber werden anscheinend nicht beeinfiusst, dagegen ist auch beim Tier der schmerzlindernde bez. heilende Kffekt bei Rheumatismus acutus (besonders Gelenk-, weniger Muskel-rheumatismus) unverkennbar.
Die Salioylsäure wirkt ferner anregend auf die Gallenabsonderung, angeblich auch auf die Nierenthätigkeit.
4. Nach toxischen Gaben kommt es zur Lähmung des Centralnervensystems (des Gehirns, Rückenmarks, besonders aber Respirationscentrums), sowie des Herzens (durch direkte Wirkung auf den Herzmuskel?). Die Erscheinungen sind Dyspnoe, unvegel-mässiger, aussetzender Puls, Steigerung der Rellexerregbarkeit, Krämpfe verschiedener Art, Lähmungssymptome etc. Der Tod erfolgt durch Respirationslähmung.
Am widerstandsfähigsten zeigen sich Pflanzenfresser, welche grosse Mengen (z.B. 300,0 innerhalb 8 Tagen bei Pferden; 65,0 innerhalb 2 Tagen bei Schafen etc.) ohne dauernden Nachteil vertragen. Viel empfindlicher sind Fleischfresser, z. B, Hunde, bei denen die Todesgabe 1,0 auf 5 Kilo Körpergewicht zu botragen scheint (Feser u. a.).
In Nachstehendem ist die Anwendung der Salioylsäure und ihres Natriumsalzes getrennt besprochen worden;
I. Anwendung des Acidum sallcylicum quot;'f.
Man wendet Salioylsäure an:
1.nbsp; In der Wund- und Geschwürstherapie als unschädliches, aber schwaches Ersatzmittel für Karbolsäure, Jodoform etc. und zwar a) in wässeriger, konzentrierter Solution (als Aqua salleyli-sata) zum Berieseln von Wunden und zur Versorgung dos Spray;
b)nbsp; als Pulver, rein oder mit Amylum, Talcum etc. zum Aufstreuen auf ältere Wunden und auf Geschwüre, sowie auf die Nahtlinie (nach Schleg auch bei Strahlkrebs mit Tormentillrhizom-Pulver 1:1);
c)nbsp; als Salbe zu denselben Zwecken; d) zur Imprägnierung von Verbandstoffen.
2.nbsp; Bei verschiedenen Haut leiden, Brandwunden, Erythem durch Harnreizung, Ekzem, Furunculosis, Intertrigo, Otorrhoe etc.
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in Form der Salbe (1:10 30), der weingeistigen Lösung {z.B. bei Otorrhoe; 1:3075) oder des Pulvers (rein, meist aber mit Amylum, Talcum etc., nach Befinden auch als Pulvls siilicylicus eum Talco*). Zur Beseitigung tibormiissiger Epidermis, z. B. bei gewissen Formen des chronischen Ekzems, ist Salicylöl (1:35: siehe Seite 412) von vortrefflicher Wirkung.
Auch bei Pilz er kr anklingen der Haut (Favus, Herpes) hat man Salicylsäure (1:10 20) mit gutem Erfolg benutzt. Beim Acarusausschlag hat Salicylöl (siehe oben) vor vielen anderen Mitteln den Vorzug der Billigkeit und quot;Ungiftigkeit, steht indessen dem Pcrubalsam an Wirkung nach.
3. Als Antiphlogisticum bei Mastitis der Binder (als Liniment oder Salbe: Acid, salicylic. 5,0, Spirit, q. s. ad Solution., Adip. suill. 100,0; Eutersalbe nach F r ö h n e r); bei allen E n t z ü n d u n g e n im und am Auge (als Aqua salicylisata); bei Bronchitis putrida, Bronohiektasle, Kavemenbildung (1 : 5001000 als Inhalation in zerstäubter Form), sowie (extern) bei akutem Gelenk- und Muskelrheumatismus des Menschen. Der rheumatisch erkrankte Körperteil wird mit einer Lösung von 20,0 Salicylsäure in 100.0 absolut. Alkohol und 200,0 01. Eicini bestrichen und darüber ein Priessnitzumsclilag gelegt; schon nach 20 Minuten ist die Salicylsäure im Harn nachzuweisen (lluel).
4 Bei Gährungs- und Fäulnisprozcsson im Traktus intestinalis, z. B. bei Ruhr, namentlich der Säuglinge, Rotlauf-seucho der Schweine, infektiösem Magen d armkatarrh der Pferde (Frick: 10,0 Salicylsäure und 4,0 Kalomel zur Pille; alle 2 Tage eine Pille zu geben).
Die Dosen der Salicylsäure decken sich mit denen des Natrium-salicylats (siehe unten).
II. Anwendung des Natrium ssilicylicum*-)-.
Man wendet Natriumsalicylat an:
1.nbsp; nbsp;Als An tipyreticum, namentlich bei fieberhaften Erkältungskrankheiten. Bei Septikämie und Pyämie ist Salicylsäure nutzlos (Feser).
2.nbsp; Als schmerzstillendes Mittel bei akutem Muskel- und Gelenkrheumatismus, sowie bei chronischem Rheumatismus (Erfolg schleppend!) und Gicht der Vögel.
3.nbsp;.Bei Cystitis (Erfolg in der Pegel unzulänglich!).
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Die Verabreichung geschieht bei allen diesen Krankheits-zuständen als Lösung, Pulver, Latwerge oder Pille.
Dosen des N a t r i u m s a 1 i c y 1 a t s für grosse Tiere mittelgr. Wiederkäuer Schweine Hunde 25,050,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 5,010,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;2,0 -5,0 0,252,0
Cave: Säuren, Eisensalze.
Rezept-Beispiele.
1.nbsp; Acid, salicjlic, Acid, tannic. aa 1,0. Misce. 2 stündlich eine derartige Dosis in Kamillenthee. Für ein Kalb mit Ruhr.
2.nbsp; Acid, salicylic. 20,0, Lanolini 80,0, 01 Olivar. 40,0. Misce. Bei sich entwickelnder Akne bez Furunculosis.
3.nbsp; Natr. salicylic. 60,0100,0, Pulv. rad. Althaeao 120,0-200,0. Aq. font. q. s. Fiat Flectuarium. In zwei- bis dreistündlichen Gaben innerhalb eines Tages. Für ein Pferd (oder Rind; dann als Schüttel-trank). Bei hohem Fieber, akutem Rheumatismus etc. (Ziemlich teuer!)
4.nbsp; nbsp;Natr. salicylic. 2,0, Aq. Ibiitan. 100,0. Misce. 2 stündlich einen Esslöffel voll. Für ein Lamm oder einen kleineren Hund. Bei akutem Gelenkrheumatismus.
Natrium dithiosiilicylicum. Natrlumdtthlosalioylat, Dithion, Durch Be-hamlolu von Salioylsäure mit Gblorsohwefel etc. gewonnenes, grauweisses, sehr hygro-skopischea Pulver, Welches sich Iciclit und ohno Rückstand in Wasser, Weingeist und Kuchsalzsolution lüst. Es scheint nicht, dass sich das namentlich von Eennor gegen Maul- und Klauenseuche, hüse Euter, schmerzhafteElauenentztlndung, Typhus, Räude, Flechte, Strahlfitule etc. empfohlene Mittel einbürgern wird. Die von Röder, Hartenstein, Schneider U, a. mitgeteilten Versuclisergebnisse lauten wenig ermutigend. (Über das Thioform boz. Bismuthum dithiosnlicvlicum ist auf Seite 152 das Nötige mitgeteilt worden.)
Naloliiin v Salol, Salicylsäure-Phcnyläther, C0 H4 . OH . CO.
0 C(1 HB. Weisses, krystallinisches Pulver von schwach aromatischem Geruch und Geschmack, bei etwa 42 0 schmelzend, fast unlöslich in Wasser, löslich in 10 Teilen Weingeist und 0,3 Teilen Äther, sowie in Chloroform; beim Erhitzen verbrennt es vollständig ohne Rückstand unter Entflammen etc (siehe die Pharmakopöen). Man erhält Salol durch Erhitzen von Natriumsalicylat und Natriumphenat mit Kohlen-oxychlorid oder Phosphoroxychlorid.
Wirkung und Anwendung.
Bei innerlicher Verabreichung passiert Salol den Magen unverändert, wird aber im Duodenum durch das Pankreasfermcnt in seine Komponenten, Salicylsiiure und Phenol, zerlegt. Es nimmt darauf
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der Vorschlag Bezug, Dünndarmpillenquot; mit einem Überzug aus Salol zu versehen (siehe Seite 124). Im Harn, der die dunkle Färbung des Karbolharns (siehe Seite 281) annimmt, erscheint Salol als Sali-cylursäure, Plienylschwefelsäuro und Oxyphenol.
Der antiseptische Wert des Salols ist jedenfalls sehr gering. Die Anwendung ist analog derjenigen der Salicylsiiure (die interne Verabreichung erfolgt in Pulvern, Pillen oder Latwergen): äusserlich hat sich das Mittel nanieutlich bei verschiedenen Hautkrankheiten, besonders Otorrhöe (1:40 Weingeist) und Verbrennungen (4,0 Salol, 0,25 Coca'in, 50,0 Vaselin [Capitan, Xoack]) bewährt. Dosen des Salols für grosse Tierenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Hunde
15,0-25,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 0,251,0
Botolum, Botol, SalioyMure-jJ-Naphthyläther, Q, H4 .OH ,CO.OC10H;. Weisses, krystallinisohes, geruchloses Pulver, nahezu unlöslich in Wasser, schwer löslich in kaltem, leicht in siedendem Weingeist und in Äther.
An und für sich (auf Mikroblen) unwirksam, zerfällt Betol im Dann in
Naphthol und Salicvlsäuro; man hat es (beim Menschen) an Stelle dos Salols innerlich zu 0,20,5 pro dosi, 2,04,0 pro die empfohlen.
'S. Acülniii ben/.otfitm und Xutrium boiixoifuiii.
Acidnm bciiKoiciim^t, Benzoösäure, Phenylameisensäure,
C0H6.C0 0H. Durch Sublimation aus der Benzoü (siehe Seite 195) gewonnene, woissliche, später gelbliche bis bräunlich gelbe Blättchen oder nadeiförmige Krystalle von seidenartigem Glanz, benzoeartigem und zugleich brenzliciiem, jedoch weder ausgesprochen brandigem, noch harnartigem Geruch; in etwa 370 Teilen kaltem Wasser, reichlich in siedendem Wasser, sowie in Weingeist, Äther und Chloroform löslich und mit Wasserdämpfen flüchtig. Zu siedendem Wasser im Uberschuss gefügt, schmilzt tier ungelöst bleibende Teil zu einer gelblichen bis bräunlichen Flüssigkeit, die sich am Boden des Ge-fässes ansammelt etc. (Weiteres siebe in den Pharmakopöen). Benzoösäure ist vor Licht geschützt aufzubewahren.
Die aus dem Toluol dargestellte, rein weisse, geruchlose Benzoösäure ist nach den Pharmakopöen ebenso wenig zulässig, wie die aus der Hippursäure des Pferdeharns fabrizierte, in der Eegel schwach urinös riechende Sorte.
Das aus der Benzoösäure bereitete Natrium b e n z o i c u m, Natriumbenzoat, bildet ein weisses, amorphes Pulver, welches sich in 1,5 Wasser, weniger in Weingeist löst.
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Anwendung. Man verwendet sowohl Eenzoüsäure als Natrium-benzoat innerlich als Desinliciens und Expeotorans cxcitans bei chronischer Bronchitis und torpid er Pncumonie alter oder geschwächter Individuen, ferner bei Cystitis und (in den Gaben der Salicylsäure) bei lieberhaften Zuständen und Rheumatismus.
Dosen der Benzoesäure und des Natriumbenzoats (als Expectorans etc.) für gr08se Tiercnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Hunde
2,05,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 0,10,5
Ausserlich hat man Benzoesäure aus denselben Veranlassungen wie Salicylsäure empfohlen.
4. Afotanilid, l'luiiaci-tin und nnder^ Aniliiulvrivnte.
Acctraquo;iiilidiiin:|: (Antifobrinumt), Antifebrin, C,; H,,. NH.
CH8. 00. Farblose, glänzende lü'ystallblättchen, ohne Geruch, von schwach brennendem Geschmack, bei 118quot; schmelzend, bei 295u siedend. Sie lösen sich in 194 Teilen kaltem und etwa 18 Teilen siedendem Wasser. In Äther und Chloroform sind sie leicht löslich.
Dio kalte, gesättigte, wässerige Antifebrinlösung verändert, mit Eisenohlorid-Lösung vorsetzt, die Farbe derselben nicht. Mit Kalilauge erhitzt, entwickelt Antifebrin aromatisob riechende Dämpfe; auf Zusatz einiger Tropfen Chloroform und erneutes Erhitzen tritt der widrige Isonitrilgeruob auf.
0,1 Antifebrin soll, mit 1 com Salzsäure eine Minute lang gekocht, eine klare Lösung geben, welche, nach Zusatz von 2 com Karbolsiinrelüsung, durch Chlorkalklösnng zwiebelrot getrübt und, nach hierauf erfolgter Übersättigung mit Ammoniakflüssigkeit, sehr beständig indigoblau gefärbt wird. Erhitzt, lasse es keinen Rückstand, In Sohwofolsäuro lose es sieh beim Schütteln farblos auf.
Antifebrin erhält man durch andauernde Einwirkung von Essigsäure (Acid, aectie. giaoiale) auf reines Anilin, Reinigung duoll fraktionierte Destillation etc. Seine Aufbewahrung goselielie vorsiebtig!
Wirkung und Anwendung.
Man benutzt Antifebrin als Antipyreticum und Antirheu-maticum. Die Temperaturcniiedrigung erfolgt auf eine grössere Gabe oder auf mehrere kleinere, schnell hintereinander verabreichte Gaben mit grosser Sicherheit und hält 510 Stunden an; in der Regel erscheinen die Tiere während der Apyrexie munterer als vorher. Beim Menschen beobachtete man in manchen Fällen Vomitus, Schweiss, Schüttelfrost, Cyanose (Methämoglobinbildung), Collaps, Tod; beim Tier ist bis jetzt eine (klinische) Vergiftung nicht beobachtet worden (nur Linganow will beim Hund leichte Narkose gesehen haben). Ex-
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perlraentell hat F ruinier nachgewiesen, dass die tödliche Dosis des Antifebrlns für Binder, Schafe und Ziegen 1,0, für den Hund 0,5 pro Kilo Körpergewicht beträgt und beim Pferd über 0,85 pro Kilo Körpergewicht liegt. Die Vergiftungssymptome waren: motorische Lähmung, die nach grossen Dosen schon in wenigen Minuten eintrat, cerebrale Depression und Schlafsucht, Absinken der Körpertemperatur, Herzklopfen, Pulsbeschleunigung, Speichellluss, leichte Kolik etc. Vom zweiten Tage ab nahm der Harn Dunkelfärbung an, die wahrscheinlich auf einem aus dem Antifebrin abgespaltenen Anilinfarbstoff beruhte, keinenfalls durch Methämoglobin bedingt war.
Die Verabreichung des Antifebrlns geschieht intern in
Pulver-, Pillen- oder Latwergenform, doch giebt Leyendeoker an,
dass er das Mittel auch per anum (beim Pferd 20,0 in 2 Liter
warmem Wasser gelöst) mit Erfolg verabreicht habe.
Dosen des Antifebrin s für
grosse Tiere mittolgrosse Wiederkäuer Schweine
15,0-30,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 2,05,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 1,02,0
Hunde 0,251,0
Rezept-Beispiele.
1.nbsp; Antifebrini 50,0, Pulv. rad. Althaeae 100,0, Aq. f. q. s. Fiat Eleotuarium. In einem Tage zu verbrauchen: für ein Pferd. Bei Brustseuche, Influenza etc. (Wohlfeiles Mittel!)
2.nbsp; nbsp;Antifebrini 1,0, Dentur tal. dos. No. III. Täglich 12 Pulver; für einen Hund. Bei fieberhaften Zuständen, akutem llheuma-tisinus etc.
Plicnacetiiuuiv1', Phenacetin, Acctparaphenetidin,
c h fO.C.H,
^ #9632;' \NH.CH3.CO.
Farblose, glänzende Krystallblättchen, ohne Geruch und ohne Geschmack, bei 185quot; schmelzend. Siegeben mit 1400 Teilen kaltem und mit etwa 70 Teilen siedendem Wasser, sowie mit etwa 16 Teilen Weingeist Lösungen, welche Lackmuspapier nicht verändern etc. (siehe Pharmakopöe). Der Ausgangspunkt bei der Darstellung des Phena-cetins ist Phenol, aus welchem Paranitrophenol erhalten wird; hieraus stellt man Paranitrophenetol, Paraphenetidin, schliesslich Acctparaphenetidin dar. Vorsichtig aufzubewahren!
Anwendung. Man empfiehlt Phenacetin als Antipyreticum in Dosen von 10,020,0 für grosso, 2,0 5.0 für mittelgrosse Pflanzen-
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frcssor, 1,02,0 für Schweine, 0,21,0 für Hunde. Zu grosse Dosen wirken giftig. Die Symptome sind: Scliweiss, Frösteln, Dyspnöe, Cyanose (Metlüinioglobinbildung) und Collaps.
P h e n o c o 11 u m h y d r o c h 1 o r i c u m, Plienokollhydroclilorid, Derivat des Phonacetins, bei welchem in der Acetylgruppe eine Amido-gruppe eingeführt ist. Farblose, nadeiförmige Krystalle, die sich in circa IG Teilen Wasser zu einer neutralen Solution lösen.
Ainvendimg. Phenokollbydrochlorid wird als Antipyreticum empfohlen (10,0 setzten beim liebernden Pferd in einer Stunde die Temperatur von 39,5 auf ;iiraquo;,l herunter [Verfasser]) und könnte Hunden in Dosen von 0,51,0 verabreicht werden. Es soll selbst in grossen Gaben ungiftig sein. Ein 8,5 kg schwerer, gesunder Hund zeigte indessen auf 5,0 Phenokoll einen Temperaturrückgang von 38,90 auf 37,5deg; (nach 5 Stunden), dabei Muskelschwäche, Schüttelfrost, TJnregelmiissigkeiten in der Herzaktion, und bei einem anderen, 5 kg schweren sank auf 5,0 Phenokoll die Temperatur innerhalb 2 Stunden von 38,(3deg; auf 37,0deg;. Daneben bestand hochgradige Mattigkeit, Apathie und mehrere Tage anhaltende Appetitlosigkeit (Verfasser).
Andere Anilinderivate, wie Methylacetanilid, (Exalgin, Methyl-antifebrin, C(i H6 NCH3 (CH, CO); P a ra b r o m a c e t a n i 1 i d, Anti-sepsin, Asepsin, C((H, Br.NH(CH3 CO); Methacetin, Paraacetani-
sidin, C8H4 j-^jj^jj qqy und Denzanilidin, Benzanilid, C8H6NH
(C(1 H-, CO), entbehren allgemeineren Interesses.
5. Antipyriii uml andoro Algt;köiiiiiiliii{gt;'igt; laquo;Ich IMionyl-
hydrazliu)laquo;
Aiitipyriniiiu *f, Antipyrin, Dimethyl - phenyl - isopyrazolon, CuHjgN^O. Tafelförmige, farblose Krystalle von kaum wahrnehmbarem Geruch und mild bitterem Geschmack, bei 113deg; schmelzend. 1 Teil Antipyrin löst sich in weniger als 1 Teil kaltem Wasser, in etwa 1 Teil Weingeist, in 1 Teil Chloroform und in etwa 50 Teilen Äther.
Die wässerige 1 quot;jigo AntlpyrinlOsung giobt mit Qerbsäurelösung eine reichliche weisso Fällung. 2 com der 1quot;,,igen Lösung werden durch 2 Tropfen rauchender Salpetersäure gri'm und durch einen, nach dem Erhitzen zum Sieden zugesetzten, weiteren Tropfen dieser Säure rot gefärbt, 2 com der l0/0lligeii Lösung geben mit 1 Tropfen EisenchlorldlHsung eine tiofrote Färbung, welche auf Zusatz von 10 Tropfen Sohwefelsäure in hellgelb übergeht.
Die wässerige Lösung dos Antipyrins (1 :2) sei neutral, farblos, frei von scharfem Qesobmaok und werde durch Sohwefelwasserstofftvasser nicht verändert;
Müller, l'liarnmkolojjie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;27
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erliitzt, darf Antipyrin, welches im wesontlichon durcli Kondonsation von Phenyl-hydrnzin mit Aeotossigester dargestellt wird, einen Kückstand nicht hinterlassen (Abwesenheit von freier Sihiro oder Alkali, sowie von färbenden Substanzen, Metallen, anorganisoben Steifen).
Anwendung. Antipyrin stellt ein gutes An tipyreticum und in vielen Fällen vollwirhsames A n t i r h e u m a t i c u m bei akutem Gelenk- und Muskelrheumatismus dar. Man kann es sowohl per os als intratnicheal (R u s s i) als subkutan anwenden, doch ist bei der letzteren Applikationsweise (trotzdem das Mittel antiseptischo Eigenschaften entfalten soll!) eine gründliche Desinfektion der Einstichstelle anzuempfehlen. Die trotz dieser Vorsicht bei Anwendung sehr konzentrierter Solutionen gelegentlich auftretende entzündliche Schwellung geht in einigen Tagen zurück. Die Apyrexie dauert circa 12 Stunden, sodass im allgemeinen täglich 12 Dosen genügen.
Bei Chorea des Schweines erzielte Bass durch Antipyrin gute Resultate, bei Chorea des Hundes Hess das Mittel den Verfasser regelmiissig im Stich.
Nach Versuchen, welche Früh nor an gesunden Tieren anstellte, ist das Antipyrin ein Atmungs- und Krampfgift, jedoch kein Blutgift. Die tödliche Dosis für Kinder und Schafe betrügt etwa 1,0 pro Kilo Körpergewicht (500,0 für ein 480 kg schweres Kind, ü0,0 für ein 37,5 kg schweres Schaf), während Hunde erheblich grössere Gaben vom Antipyrin als vom Antifebrin vortragen (ein 42,/a kg schwerer Hund vertrug 50,0 Antipyrin innerlich zweimal ohne wesentliche Zufälle). Die Intoxikationssymptome sind nach dem genannten Autor; Zittern, Aufregung, Unruhe, Dispnöe, Herzklopfen, Pulsbeschleunigung, leichte Kolik, Vomitus, klonische, später tonische Krämpfe etc. Der Harn wurde in grösscrer Menge abgesetzt und enthielt kein Hämoglobin bez. Metlulraoglobiu. Die Temperatur verhielt sich vorschieden; bei Pferd und Kind kam es zum Rückgang um circa 1,0quot;, beim Hund und Schaf zur Steigerung um 0,8deg;'2,5quot; bez. 8,53deg;. Verfasser beobachtete bei einem kleineren Hund auf eine Snbkutamlosis von 6,0 Antipyrin einen Temperaturrückgang von 38,0deg; auf 3G,8 quot;; bei einem anderen aid' eine interne Dosis von 15,0 Antipyrin starkos Speicheln, sehr geringen Temporaturabl'all und mehrere Tage anhaltende Appetitsverstimmung,
Dosen des Antipyrins für
grosse Tiere mittelgrosse Tiere kleine Tiere
15,020,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 5,0 10,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 0,25 - 4,0
Hydracetinum, Acetylphenylhydrazin, Ca H0.Nquot;H.NH (CH8 CO). Farblose, glänzende Krystalle, die geruch- und nahezu geschmacklos sind und sich in 50 Teilen Wasser, leicht in Weingeist losen.
Hydracetin ist als Antipyreticum und Antirheuinaticum (Vorsicht! Grössere Gaben bewirken Hämoglobinämiel), sowie äusser-lich (als Salbe) bei Psoriasis empfohlen worden.
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A n t i t h e r m i n ii m, Phenylhydnizinhivulinsiiure, C,, Hv NH. N. (C0H80,). Harte, farblose, bei 108quot; schmelzende, nahezu geschmacklose Krystalle, die sich schwer in quot;Weingeist, fast gar nicht in Wasser lösen.
Man hat das Mittel als Antipyreticum empfohlen.
(gt;. 4'liiiiolin und l'iiiiioliiideriviito.
Tlinllinuiii Niiiruririiiii . Thallinsulfat, Tetrahydropara-
chinanisolsulfat, (C8 H10 N . 0 CH:I),. H,. SO, 2 H,0. Weisses oder gelblichweisses, laystallinisclies Pulver von cumarinartigem Geruch und säuerlich-salzig'em, zugleich bitterlich-gewürzhaftem Geschmack; beim Erhitzen über 100deg; schmelzend und auf Platinblech eine zwar schwer, aber völlig verbrennbare Kohle gebend, in 7 Teilen kaltem, 0,5 Teilen siedendem Wasser, in etwas mehr als 100 Teilen Weingeist, noch schwieriger in Chloroform, kaum in Äther löslich (Weiteres siehe im Arzneibuch). Thallin soll vorsichtig und vor Licht geschützt aufbewahrt werden und wird durch Einwirkung von Schwefelsäure und Glycerin auf ein Gemisch von Paranitroanisol und Paramidoanisol dargestellt.
Anwendung. Man empfiehlt Thallinsulfat als An tipyreticum, doch steht es dem Antifebrin und Antipyrin entschieden nach. Das Mittel erteilt dem Harn der Fleischfresser eine olivengrüne, bei Eisenchloridzusatz purpurrote Farbe und ist bei Herzfehlern aller Art, sowie bei den verschiedenen Formen dor Nephritis kontraindiziert. Die (per os zu verabreichenden) Dosen betragen für grosse Tiere 10,015,0, für mittelgrosse Tiere 1,02,0, für kleine Tiere 0,20,5.
Die beiden, dem Thallin verwandten Antipyretica: Chinolinum, CB H, N, eine leicht bewegliche, in Wasser schwer. In Alkohol und Äther leicht lösliche Flüssigkeit, undKairinum, Oxydroiithylcbinolin-chlorhydrat, Clt H,5 ON. HC1, luftbestiindige, geruchlose, weisse Prismen, besitzen nur noch historisches Interesse.
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XX. Kapitel.
Pyretica, fiebererzeugende Mittel.
(Diagnostica, zu diagnostischen Zwecken dienende Mittel.)
Unter dieser Bczeiclimmg' sollen zwei Substanzen Auszüge aus Kulturen gewisser pathogencr Bakterien Besprechung linden, welche insofern zu den Mitteln der vorigen Gruppe in scharfem Gegensatz stehen, als sie hei Tieren, subkutan einverleibt, unter gewissen Bedingungen Fieber, d. h. Temperatur Steigerung, hervorrufen. Es sind: Tuberkulin, welches bei tuberkulösen Tieren, und Malle'in, welches bei rotzigen Tieren circa 12 18 bez. 812 Stunden nach der Applikation eine Temperaturerhöhung von 1,0deg; und darüber bewirkt. Beide Substanzen stellen aus diesem Grunde äusserst schätzenswerte Hilfsmittel zur Erkennung der genannten Krankheiten intra vitam dar, doch können sie, es gilt dies besonders vom Tuberkulin, als völlig untrügliche Mittel deshalb nicht bezeichnet werden, weil in einzelnen Fällen, trotz des Vorhandenseins der betrell'enden Krankheit, die Reaktion unterblieb oder nur schwach hervortrat, andererseits aber auch m. o. w. febrile Temperaturerhöhungen an nicht an den genannten Krankheiten leidenden Tieren zur Beobachtung gelangt sind. Neuere Forschungen haben übrigens ergeben, dass auch Auszüge aus den Kulturen anderer, gar nicht pathogener Mikrobien eine liebererzeugende Wirkung besitzen (vorgleiche auch Seite 402, Absatz 2).
In Nachstehendem soll aussei- der Dosierung lediglich die Herstellungsweise des Tuberkulins und Malleins berücksichtigt werden; betreffs alles Übrigen muss auf die Lehrbttoher der Pathologie bez. auf die Tageslitteratur verwiesen werden.
Man pflegt Tuberkulin ebenso wie Malloin in der Regel mit der 9 10 fachen Menge '/#9632;, 0^GV 2 quot;/igen Karbolwassers zu verdünnen und an der seitlichen Halslläche unter die Haut zu spritzen. Dosen des Tuberculinnm Kochii für Kindernbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Perdenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Ziegennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Hunde
0,8-0,5nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 0,4-0,5nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;0,02-0,03nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;0,05
Dosen des Malleinum Preusse für Pferde 0,30,5
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#9632;
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1.nbsp; Bereitnugswelse lt;ies Taberoulinam Kochii.
Als cino Sohwlerigkeit bezeichnet Kooh dio Erzeugung der Massen-kulturell der Tubcrkclbacillen, da oluio diese nonnonsworto Jlcngcn des Tuber-kulins nicht zu gewinnen sind. Ein in gewöhnliober Weise liorgostolltes, schwach alkalisches, mit 1 0/0 Pepton und 4 5% Glycerin vcrsotztos Kalldleischinfus (oder auch eine 1 0/0igo Fleisohextraktlösung) wird in Külhchen mit llacheni Boden sterilisiert, geimpft und bei ö8,) gehalten. Die Kultur bildet eine auf der Oberfläche dor Flüssigkeit schwimmonde, faltige, oborseits trockne Haut, die nach 0 8 Wochen, zu welcher Zeit dor Eöhepunkt des Wachstums erreicht ist, in Stücken zerreisst, sich benetzt und zu Hoden sinkt. Diese Kulturen werden, nachdem sie durch mikroskopischo Untersuchung als rein befunden worden sind, auf dem Wasserbad bis auf den zehnton Teil ihres Volmnens eingedampft. Hierbei worden dio Tiiborkolbacillen durch die Hitze getötet, und um dieselben aus der Flüssigkeit zu entfernen, wird diese durch ein Thon- oder Kieselguhr-iilter filtriert,
Das in dieser Weise gewonnene Tnberknlin enthalt 40 500/0 Glycerin und stellt eine braune, neutral reagierende Flüssigkeit von Fleischpopton-Geruch und 1,17 spezifischem Gewicht dar. In Wasser ist dieselbe in allen Verhältnissen klar löslich.
Dieses Kohtuborkulinquot; wird von Koch in der Weise gereinigt, dass es mit absolutem Alkohol ausgefällt und der gebildete Niederschlag nach Entfernung der überstehenden Flüssigkeit mit 60 0/(, igem Alkohol mehrmals ausgewaschen wird. Hierbei tritt ein Punkt ein, wo der 60o/uigo Alkohol opalisierend wird: das Tnberknlin beginnt sich nach Entfernung der Salze zu lösen. Alsdann wird durch Zusatz einer geringen Menge Kochsalzlösung zum Alkohol das Tuborkuliu wieder darin unlöslich gemacht und hierauf mit absolutem Alkohol nachge-waschon.
Das so gereinigte, über Schwefelsäure im Vacuum getrocknete Tuberkulin, welches in einer Ausbeute von 1 f/0 gewonnen wird, stellt ein hellgraues Pulver dar, welches sich in Wasser leicht löst und auch in v o r du n u t e m Alkohol löslich ist. Die aus ihm von Koch für den Versand hergestellten Lösungen haben ein etwa M)%iges Glycerin als Lösungsmittel (Pharm. Centralhalle).
Andere Keinigungsmethoden dos Tuberkulins sind von Klobs (Tuborknlo-eidin), Hunter (Tnborkulinoso), Bombelon (Tuberkulinsäure) und Hüppo vorgeschlagen worden.
2.nbsp; llereitungswoise des Mnllciinim.
a.nbsp; nbsp;Nach Ealning. 5,0 reino Kotzbacillenkultur auf Kartoffeln werden mit 20 com sterilisiertem, destilliertem Wasser übergössen und innerhalb 48 Stunden 4inal je 20 Minuten lang im Thermostaten einer Temperatur von 120deg; ausgesetzt. Danach hält man das Gemisch 2 Tage im Thermostaten bei 39 quot;, filtriert durch das Pasteurscho Thonlilter und erhält so 12 com einer hellgelben Flüssigkeit, die mau noch einmal 15 Minuten lang einer Temperatur von 120 0 aussetzt.
b.nbsp; Nach Preusse. Alte, oingetrockneto Kartoil'elknltureu von liotzbacilleu worden mit einer aus Sa Wasser mid Glycerin zusammengesetzten Flüssigkeit übergössen und danach mchrero Tage im Thermostaten bei 350 stehen gelassen. Aus
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dem so erhaltenen Gemisch wird durch mehrfaches Filtrieren und Sterilisieren oino dunlcelgclbe, i'digo, nicht völlig klare, neutrale bis schwach sauere Flüssigkeit gewonnen.
c.nbsp; Nach üutzeit. Botzbaoillenkulturen in Bouillon aus Kind- und Pferde-lleisch mit Zusatz von Kochsalz und Popton worden mindestens 14 Tage einer Temperatur von 37 quot; ausgesetzt, dann auf dem quot;Wassorbad auf ',4 der ursprünglichen Fliissigkeitsmongo eingeengt und filtriert. Das auf diese Weise erhaltene Maliern ist neutral, wein rot und klar. Durch Behandeln mit absolutem Alkohol wird das trockene Mallein (Gutzeit) gewonnen, von welchem 0,15 0,2 genügen, bei rotzkranken Pferden die erwünschte Beaktion hervorzurufen.
d.nbsp; Nach Foth. Man impft Feldmäuse oder mittelgrosso, nocli nicht völlig ausgewachsene Katzen mit einer virulenten Rotzkultur, streicht später Blut derselben reichlich auf Glyeerin-Pepton-Agar und lässt die Gläser bei 37quot; stehen. Nach 10 Tagen sind gute Kolonien gewachsen. Nun werden Pouillonkölbchen (Krlenmayersche Kölbchen mit je 100,0-250,0 einer Löll'lerschen Bouillon mit 4,5 0/0 Glycerinzusatz) in der Weise geimpft, dass man mit einer grossen Platinöse ein Quantum des dicken, kohärenten Schleims der Agarkultur oberhalb der Flüssigkeitsschicht an die Glaswand des Kolbens schmiert; die Bouillon benetzt diese Masse, welche sich allmählich herunterzieht. Man lässt die Kölbchen bei 37,7 0 28 Tage ruhig im Thermostaten stehen.
Die dicken Kulturmasson worden nunmehr, nachdem man sich Gewissheit über ihre absolute Keinheit verschafft hat, in eine Abdauipfschalo gegossen und in der Wärme mit ihrer eignen Kulturflüssigkeit extrahiert und bei 75deg; eingedampft. Nachdem die Kulturmasse auf Vio dos ursprünglichen Volumens eingedampft ist, wird sie in kleinen Portionen durch Faltenfilter filtriert und dann noch einmal durch Flicsspapierbrei gepresst. Fs resultiert eine tief dunkelbraune, dickflüssige, auch in dickster Schicht absolut klare Flüssigkeit (flüssiges Malloin). Giesst man nun diese Flüssigkeit langsam und unter fortwährendem Umrühren in die 2530 fache Menge absoluten Alkohols, so entstellt ein weissor, später leicht gelblicher, flockiger Niederschlag, der am nächsten Tage, nach vorsichtiger Abheberung der darüberstehenden Flüssigkeit, gründlichst und wiederholt mit absolutem Alkohol abgewaschen wird. Schliesslich wird der Niederschlag nochmals auf rocht dichtem Filter über einer grossen Woulll'schen Flasche mittels Luftverdünnung durchgewaschen und gesammelt. Durch Trocknen des alkoholfei ichton Niederschlages im Vacuum über Schwefelsäure erhält man in kurzer Zeit oino schwammig krümelige Masse, die sich leicht zu einem fast rein weissen, voluminösen, ungemein leichten, staubartigen Pulver, dem Trockenmallein, zerdrücken lässt. An dor Luft hält sich das in Wasser leicht lösliche Präparat beliebig lange, während seine Lösungen bald vorderben. Dio Einzeldosis, die man am besten in kloinen Glasröhrchen aufbewahrt, beträgt 0,1.
e.nbsp; Nach Johne (Hüppe). Fleischwasscrpeptonbouillon (ohne oder mit Zusatz von 4,5 00 Glycerin) wird in Koagensgläser zu je 10,0 Inhalt mit je einer kleineu Dosis voll-virulonter Kotzkultur (von Kartoffeln oder besser noch von Agar-Agar) geimpft und 14 Tage lang im Brütofen hei 37deg; gehalten. Die üppig wachsende Kultur sistiert schliesslich infolge Erschöpfung des Nährbodens, und es bildet sich in der Bouillon ein trüber, gramveissei- Bodensatz. Nach 14 Tagen wird 8 bis 4 mal durch doppelte Fliesspapicrlilter filtriert und die schliesslich ablaufende.
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vollkommou klare, dnnkslweiugelbe Flüssigkeit ilureh mehrero Stunden liingos Erhitzen Im strömenden Dampf des Dampfkoohtopfes steriliaiert.
Nach Hüflicli: Peptonisiorte JtouiUdn von Pferdelloiscli, welcher (ilyeerin zugesetzt ist, wird mit Kotzbaeillen von Kartoil'olktiltiir 1. tieueration beseliickt und 3 Wochen bei 37quot; im Urütofen erhalten. Nach Ablauf dieser Zeit worden die inzwischen üppig gewaehsonen, vollständig getrübten, einen dicken gelbgrauen Bodensatz enthaltenden Kulturen mehrere Stunden im Dainplstcrilisierofen gekocht, hierauf durch ein gowöhnliclios l'npiei'lilter filtriert und mit 0,5 0/0 Karbolsäure versetzt. Die erhaltene Lymphe ist völlig klar, in dünner Schicht gelb, in dicker braunrötlioh gefärbt und hat einen eigentümlichen Qeruob,
f)nbsp; Xach Roux-Nocaril. Es wird zunächst der Kotzbacillus durch zahlreiche Üborirapfungen von Kaninchen auf Kaninchen so verstärkt, dass Kaninchen und selbst weisso Mäuse in woniger als 40 Stunden tödlich inliziert werden. Dann wird der so gowonneno, höchst gleichmässig wirkende Bacillus in peptonisiorte, glycerinlialtigo Bouillon gesät, 1 Monat bei 85quot; gehalten, nach dieser Zeit bei 110quot; sterilisiert, filtriert und im Vacuum unter Anwesenheit von Schwefelsäure auf den zehnten Toil des ursprünglichen Volumens eingedickt. Man erhält so eine dunkelbraune, Sirupöse Flüssigkeit, von der 0,2ö com injiziert werden sollen.
g)nbsp;Nach Kressling-Helniann: Rotzbacillenkulturen (auf Kartoffeln] werden mit Platinspatel in ein tariertes Gofäss übertragen und mit einem Glasstab zerrührt, Zu der Masse werden 9 Teile Wasser gesetzt, das Ganze verrieben und in einem sterilisierten Ballon bis zum nächsten Tage aufbewahrt, hiernach 15 Minuten lang im Autoklaven auf 110deg; erhitzt. Nach dem Abkühlen wird die Masse durch ein Chainberland-Filter getrieben, dann das Filtrat im Wassorbad bei massiger Temperatur soweit eingedampft, dass unter Zusatz von 30 Teilen Glycerin das Ganze ' des ursprünglichen Volumens beträgt, und endlich nochmals bei HOquot; sterilisiert. Das so gowonneno Mallem ist eine gelbliche, schwach-saure oder neutrale Flüssigkeit, aus welcher den wirksamen Stoff zu isolieren übrigens Krcssling nicht gelungen ist. Von diesem Mailoin sollen 0,25 0,3 g eine hinreichende Dosis darstellen.
Noch andere Methoden zur Malleündarstellung sind vonMalzew, Kilborne, Sacharow, Stepanow u. a. angegeben worden. Sie können wohl übergangen worden.
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XXI. Kapitel.
Spezifisch wirkende Plastica.
Unter der Bezeichnung spezifisch wirkende Plasticaquot; sind Stoffe zusamrnengefasst, welche die Bildungsth ä tigkci t des Organismus in spezifischer, zum Teil einseitiger Weise anregen, sei es, dass sie, wie Kochsalz und Eisen, vorherrschend auf die Blutbild u n g oder, wie Phosphor (bez. Calciumphosphat) und Arsen, vorherrschend auf das Knochen Wachstum in günstiger Weise einwirken.
Gewisse andere, unstreitig in diese Klasse gehörende Substanzen. z.B. Soda, Pottasche und Calciumkarbonat, haben an anderen Orten des Buches Aufnahme gefunden. Die Besprechung der Nahrungsmittel ist Sache der Diätetik.
Mittel.
1.nbsp; Kochsalznbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;3. Phosphor
2.nbsp; Eisennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;4. Arsen.
1. Kofli^alK.
Natrium cliloratiim Natriumchlorid, NaCl. Dasselbe bildet (nach dem Arzneibuch) weisse, würfelförmige Krystalle oder ein weisses, krystallinisches Pulver, welches sich in 2.7 Teilen Wasser zu einer farblosen, Lackmuspapier nicht verändernden Flüssigkeit löst. Am Platindraht erhitzt, färbt das Salz die Flamme gelb. Die wässerige Lösung giebt mit Silbernitratlösung einen weissen, käsigen, in Ammoniakflüssigkeit löslichen Niederschlag. Die Prüfungsvorschriften wolle man in der Pharmakopöe nachlesen.
In der Tierheilkunde ersetzt man dieses chemisch reine Kochsalz des deutschen Arneibuches zweckmässig durch das als Natrium c h 1 o r a t u m com m u n e oder Sal c u 1 i n a r o zu bezeichnende Kochsalz des Handels. Bekanntlich findet sich Kochsalz in der Natur in ungeheurer Menge, teils regulär krystallisiert als Steinsalz in Friedrichshall, Stassfurt, Halle, Wicliczka in Galizien, Cheshire in England, in Spanien etc., teils aufgelöst im Meerwasser und den natürlichen Salzsolen. Viehsalz ist durch Beimengung von Wermut,
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Russ, Kohle etc. denaturiertesquot; Kochsalz; in Blückform bildet es die sogenannten Leck steine.
Wirkung des Kochsalzes.
1.nbsp; Von der intakten Haut wird Chlormitrium nicht resorbiert, wohl aber wirkt es in konzentrierterer Solution auf dieselbe go-lind reizend, demnach Hyperämie, selten und nur bei längerer Anwendung an zarterer Haut wirkliche Entzündung hervorrufend.
Die antiseptische Energie des Natriumchlorids ist sehr unbedeutend ; bei der Plcischkonservierung wirkt es wohl hauptsächlich durch Wasserentziehung.
2.nbsp; Innerlicli gegeben, vermehren kleine Dosen die Speichelabsonderung, sowie die Sekretion peptischer Flüssigkeiten, besonders des Magensaftes, dessen Säuregrad daneben erhöht wird. Es vermag Kochsalz demnach die Verdauung ebensowohl der Amylacea wie der Albuminosa anzuregen und zu beschleunigen. Ausserdem wirkt das Mittel anregend auf die Magenbewogungen und giihrungshemmcnd auf die Inhaltsstoffe des Magens, in gewissem Grade auch des Darmes.
Die Ausscheidung des nicht vom Organismus verwendeten Natriumchlorids erfolgt sehr schnell durch alle Sekrete und Exit ret e, am meisten durch den Harn. Dabei steigert sich, namentlich bei fortgesetzter Zufuhr, die Harn menge, und es kommen alle diejenigen (schleimlösenden etc.) Wirkungen zu stände, welchenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ,
sich als den Alkalien, besonderes den Sodapräparaten eigentümlichnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; '
auf den Seiten 1(55 und 172 angegeben linden.
Der Gesamtstoffwechsel, besonders der Umsatz der Albumi-nate und damit die Harnstoffausscheidung, wird durch Kochsalz erhöht, zum Teil schon durch die dem gesteigerten Durstgefühl entsprechende grössere Getränkaufnahme.
Alles dies bezieht sich indessen nur auf kleine Gaben.
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Grössere Kochsalzgaben bewirken bei Tieren, welche erbrechen können, Vomitus, sonst hochgradiges Durstgefühl, gesteigerte Peristaltik, selbst Diarrhöe.
Toxische Gaben (bei Hunden 80,060,0, bei Schafen und Schweinen 150,0 250,0, bei Pferden 1 lx/g kg, bei Rindern l1/laquo;:' kg [Hertwig]) töten Innerhalb eines Tages bis mehrerer Wochen unter den Symptomen einer schweren Gastroenteritis (Appetitlosigkeit, Würgen, unter Umständen Erbrechen, Kolik, starker.
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oft luimorrhagischer Durchfall etc.), einer Xierenreizung (Harn-drang, Pölyurie etc.) und paralytischer Schwäche (Taumeln, Lähmung der Xachhand, allgemeine Lähmung, dazwischen nicht selten Konvulsionen, Herzschwäche, Dyspnöe etc).
Aimendang lt;les Koclisalzes.
Innerlicli wendet man Kochsalz (Natr. ohiorat. commune) an:
1.nbsp; Als Diäteticum bei Blutarmut, Chlorose der Schafe,Hydrämie,
Lecksucht, schlechtem Abhären etc.
2.nbsp; Aus denselben Veranlassungen wie Natrium bicarbonicum (siehe Seite 172) bei katarrhalischen Zuständen des Respirationsund Digestionstraktus, bei Blasenkatarrh, Fluor albus etc., ferner zur Verflüssigung und Resorption zurückgebliebener Exsudate, sowie bei Gicht, Fettsucht, Gallensteinbiblung etc.
3.nbsp; Bei Appetitlosigkeit ohne nachweisbare Ursache, bei Atonie des Verdauungstraktus, Dyspepsie, Indigestionskoliken, Neigung zur Obstipation etc.
Man verabreicht aus allen diesen Gründen nur selten Natrium chloratum rein, meist giebt man es in Verbindung mit Natriumbikarbonat, Greta, bitteren oder bitter aromatischen Droguen etc., und zwar täglich 23 mal als Lösung, Pulver. Schlecke etc.
Dosen des Kochsalzes als Diäteticum etc. für Pferdenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Binder Schafe, Ziegen Schweine Hunde
15,030,0 20,080,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;5,015,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;2,00,0 0,51,5
Cave: Schwefel- und Salpetersäure, Silber-, Blei- und Quecksilberoxydulsalze.
4.nbsp; Als Brechmittel, sowie als Blutstillungsmittel bei inneren Blutungen, besonders Nasenbluten und Lungenblutung (re-ilektorische Verengerung der Gefässe infolge des auf die Magennerven gesetzten Reizes?). Man giebt aus beiden Veranlassungen Kochsalz rein oder in konzentrierter, lauwarmer Lösung.
B r e c h d o s i s des Kochsalzes für Hunde 2,010,0 (18 Theelöffel).
5.nbsp; nbsp;Als Antidot bei Vergiftungen durch Silbernitrat.
Ausseiiich gebraucht man Kochsalz als gelindes Hautreizmitte 1 (in der Regel mit aromatischem oder einfachem Spiritus gemischt) ; ferner zu Inhalationen in Form zerstäubter Lösungen (meist mit Natriumbikarbonat) bei katarrhalischen Affektionen der
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Luftwege (12%); zum Abspülen des Konjunktivalsacks bez. der Cornea nach Höllensteimitzimgcn am Auge (120/,,); zur Herstellung reizender Klystierc; als Ersatz der Transfusion zu Infusionen in die Venen oder in die Bauchhöhle (0,6 0/0); zur trachealen Injektion (heim Pferd täglich 2mal 30,0'r)0,0 einer 560/oigen Solution bei stärkeren Blutverlusten infolge von Uterusvorfall, blutigem Durchfall, akuter Herzschwäche etc. [Motz, Im-minger|); zur subkutanen Injektion in die Umgebung von kranken Gelenken, Nabelbrüchen etc. (Kattner, Hauck, Reuter u.a.) und schliesslich zur Herstell ung von Kältemischungen.
2. Kison.
1. Eisenpräparate, welche vorherrschend als Styptica und Adstringentia Anwendung finden. Ferrnin ^iiliiiricmn cnidiiiu*, Eisenvitriol, Fe SO., -j- 7 H.2 0. Krystalle oder krystallinische Bruchstücke von grüner Farbe, meist etwas feucht, seltener an der Oberfläche weisslich bestäubt, mit 2 Teilen Wasser eine etwas trübe, sauer reagierende Flüssigkeit von zusammenziehendem, tintenartigem Geschmack gebend. Unlöslich in Weingeist.
])io wässerige Lösung (1:5) darf einen erheblichen, ockorartigen Bodensatz (von basischem Oxyd) nicht fallen lassen und soll nach dem Filtrieren eine blaugrüne Farbe zeigen. Nach dem Ansäuern darf sie durch Sohwefelwasser-stoll'ivasser nur schwach gebräunt werden (also höchstens Sparen von Kupfer enthalten).
Man erhalt Eisenvitriol zumeist durch Auflösen von Eisenabfallon in verdünnter Schwefelsäure oder durch langsame Oxydation von geröstetem Schwelelkies (Fo Sj) an der Luft.
Für tierärztliche Zwecke in der Hegel zu teuer oder nur für kleine Haustiere passend ist
Ferrnm sulfiirirum S. Ferrosulfat, reiner Eisenvitriol, welcher nach * durch Auflösen von reinem Eisen in reiner verdünnter Schwefelsäure und Präcipitation durch Weingeist dargestellt wird und ein krystallinisches, an trockner Luft verwitterndes, in 1,8 Teilen Wasser mit grünlichblauer Farbe lösliches Pulver darstellt. Selbst eine sehr verdünnte Ferrosulfatlösung giebt mit Kaliumferricyanid-lüsung einen tiefblauen und mit Baryumnitratlösung einen weissen, in Salzsäure unlöslichen Niederschlag (Weiteres siehe in den Pharma-kopöen).
Wenn man Ferrosulfat vorsichtig bis zum Gewichtsverlust von
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86 36 Teilen erwärmt, so erhält man ein mittelfeines, in Wasser langsam, aber ohne Büokstand lösliches Pulver, das entwässertequot; Ferrosulfat, Ferrum siilhiricum isiccuiu* 2FeSOl 3 H, 0.
Fcrrnin seMiiiicItloratiim* (Ferrum sesquiohlora-tum orystallisatumf), Eisenohlorid, FejCl8 12H8 Oi Gelbe, krystallinische, trockene, an feuchter Luft bald zerfüessende, in gelinder Wärme schmelzende Masse, welche in Wasser, Weingeist und Ätherweingeist löslich ist. Eisenchlorid wird als solches in der Tierheilkunde nur selten verwendet, wohl aber benutzt man sehr häufig
liiquor Ferrl sesqniclilomti* (Ferrum sesqui-chloratum solutumf), der nach * durch Erwärmen von Eisen in Salzsäure und Chloridierung des gebildeten Ferrochlorids durch Zusatz von Salz- und Salpetersäure bereitet wird und eine klare, tiefgelbbraune Flüssigkeit von herbem, adstringierendem, ätzendem Geschmack, 1,280 1,282 spezifischem Gewicht und 10 0/0 Eisengehalt darstellt. Nach Verdünnung mit Wasser wird Eisenchloridlösung durch Silbernitratlösung weiss und durch Ivaliumferrocyanidlösung tief blau gefällt. Die Vorschriften zu ihrer Prüfung (auf überschüssige Salzsäure, freies Chlor, Arsen, fremde Metalle etc.) sind in den Pharmakopöen nachzulesen.
2. Eisenpräparate, welche fast ausschliosslich
zur Erzielung einer Allgemeinwirkung bei Anämie,
ka click tischen Zuständen etc. dienen.
Ferrum iraquo;nlveratum*t, gepulvertes Eisen, Fe. Durch Pulvern und Durchbeuteln von Eisenfeile, Limatura Forri, erhaltenes, feines, schweres, etwas metallisch glänzendes, graues Pulver, in 100 Teilen mindestens !18 Teile Eisen enthaltend, welches vom Magnet angezogen und durch verdünnte Schwefel- oder Salzsäure unter Entwicklung von Wasserstoff gelöst wird. Die Lösung giebt auch bei grosser Verdünnung durch Xaliumferricyanidlösung einen tiefblauen Niederschlag.
Beim Auflösen in Salzsäure darf weder Schwefelwasserstoff noch Arsenwasserstoff entwickelt werden; die salzsaure Lösung darf keinerlei fremde Metalle enthalten etc. (siehe die Pharmakopöen).nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; r
Ferrum relaquo;Iuctum*t, reduziertes Eisen. Durch Erhitzen von Eisenoxyd im Wasserstofl'strom gewonnenes, graues, glanzloses, in 100 Teilen mindestens 90 Teile metallisches Eisen enthaltendes Pulver etc. (siehe die Pharmakopöen).
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M
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Eeide Eisenpräparate sind betreffe der Wirkung völlig gleichwertig, sodass man stets das billigere Ferrum pulveratum benutzen kann.
Ferrnm carbonicnm saccliaralum v. zuckerhaltiges Ferrokarbonat. Grünlichgraues, mittelfeines, süss und schwach nach Eisen schmeckendes Pulver, welches in 100 Teilen 9,510 Teile Eisen enthält. Von den daraus hergestellten l'iluiac Ferri carlto-llld * enthält jede Pille 0,02 Eisen.
Ferrum oxydatum saecliaratnm*, Eisenzucker. Eot-brauues, süsses, schwach nach Eisen schmeckendes Pulver, welches in 100 Teilen mindestens 2,8 Teile Eisen enthält.
Der aus gleichen Teilen Eisenzuoker, Wasser und weissem Sirup hergestellte Sinipus Ferri oxydati*f, Eisenzuckersirup, enthält 1 o/,, Eisen.
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Ferrum laclt;iciim:
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Ferrolaktat. Gri'mlichweisse Krusten
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oder krystallinisohes Pulver von eigentümlichem Geruch und schwach tintenartigem Geschmack; in 40 Teilen kaltem Wasser langsam löslich; 19,4 quot;/ Eisen enthaltend.
Ijiqnor Ferri nlbiiminati*, Eisenalbunhnatlösung Eot-braune, schwach nach Zimmt. kaum nach Eisen schmeckende Flüssigkeit; in 1000 Teilen fast 4 Teile Eisen enthaltend.
Ferrum citricum oxydatum*, Eisencitrat. Dünne, durchscheinende Blättchen von rubinroter Farbe; in Wasser langsam, aber vollständig löslich; unlöslich in Weingeist und Äther; 1920 u/0 Eisen enthaltend.
Extractnm Ferri pomatum* (Extractum Malatis Ferriy), Eisenextrakt. Grünschwarzes, dickes Extrakt, welches in Wasser klar löslich ist und süss, eisenartig, aber keineswegs scharf schmeckt.
Es dient zur Herstellung der schwarzbraunen
Tinctura Ferri iiomata* (Tinotura Malatis Ferrit), welche 0,60,8% Eisen enthält.
IJquur Ferri oxyclilorati*, flüssiges Eisenoxychlorid, Braunrote, klare, geruchlose, wenig zusammenziehend schmeckende, nahezu 3,5% Eisen enthaltende Flüssigkeit, welche sich nur durch die Darstellungsweise vom Ferrum hydrooxydatum dialysatum liquidumf unterscheidet.
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lii(|iior Ferri acetici*, Elsenaoetatlösung. Rotbraune, schwach nach Essigsäure riechende Flüssigkeit, die zur Herstellung der Tinctnra Feri'i aoetlci aetherea*, einer dunkelrotbraunen, nach Essigäther riechenden, sehr herbe schmeckenden Flüssigkeit von 4 0/0 Eisengehalt dient.
Die von manchen Veterinärtherapeuten als Rumin a tori um wann empfohlene Tinctnra Ferri acetici Radcmacheri der alten l'hannakopöen besteht aus Ferr. sulfuric. 23, Plumb, acetic. 24, Aq. 48, Acet. Vini 06, Spiritus 90.
Tinctnra Ferri chlorati aetlierea* (Spiritus Ferri sesqnichlorati aethereusf), ätherische Chloreisentinktur. Klare, gelbe, ätherisch riechende und brennend und zugleich eisenartig schmeckende Flüssigkeit mit 1 0/0 Eisengehalt.
Nirnpus ferri joilatl*t) Jodeisensirup. Anfangs farbloser, später gelblicher Sirup mit 5 u/0 Jodeisen.
F e r r u m c i t r i c u in a m m o n i a t u m f, citronensaurcs Eisenoxyd-Ammonium. Braunrote, glänzende Rlättchen, leicht löslich in Wasser, unlöslich in Weingeist, circa 30 ü/0 Eisenoxyd enthaltend.
Ferr um et Natrium pyrophosphoricumf. AVeissliches
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Pulver, in
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Wasser langsam, aber völlig löslich, unlöslich , in
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Weingeist.
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Wirkung der Efsenpriiparate.
1.nbsp; Örtlich wirken die löslichen Eisensalze, wie die Metallsalze überhaupt, infolge ihrer Affinitäten zu Eiweiss und Leim adstrin-gierend bis ätzend, einige daneben unerheblich antiseptisch (die energische Desinfektionskraft des Eisencblorids beruht auf der Chlorwirkung!). Aus gleichem Grunde voranlassen sie selbst bei sehr vorsichtiger innerer Anwendung mit der Zeit Appetitlosigkeit und Ver stopf ung, sowie, in grossen Dosen verabreicht, Magendarm-entzflndung, und, subkutan appliziert, bewirken viele von ihnen gern Abscessbildung und Gangraen an der Injektionsstelle.
Von der intakten Haut wird Eisen in keiner Form resorbiert.
2.nbsp; Eine sichtbare Uesorptivwirkmig tritt nur nach intravenöser oder subkutaner Zuführung von solchen gelösten Eisenpräparaten auf, welche keine Affinität zu Eiweiss besitzen, z.B. von Weinsäuren oder citronensauren Doppelsalzen.
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Es kommt uämlich nach entsprechend grossen Gaben bei Säugern von etwa 0,0250,04 Eisen ])ro Kilo des Körpergewichts ziemlich sohneil zu den Erscheinungen der akuten Bisenvergiftung, nämlich zu Vomitus, Diarrhöe, grosser Schwäche und zum Tod unter starken Atembeschwerden. Bei der Sektion findet man: Hyperämie und entzündliche Schwellung der Magenraquo; und Darmsohlelm-haut, Heiiutitis und Nephritis.
Als Symptome der oh ronisohen Eisen Vergiftung yiobt man an: Vomitus, Durchfall, entzündliche resp. degenerative Prozesse in Leber und Nieren mit Icterus und nephritischen Symptomen, In manchen Fällen stellte sich 26 Tage vor dem Tode anhaltendes Fieber ein.
IM dor gewöhnlichen Anwendungsweise per os entstehen selbst nach sehr grossen, anhaltend verabreichten Gaben nicht ätzender Eisenpräparate keine Allgemeinsymptome. Ob dies daranliegt, dass vom Verdanungstraktus aus überhaupt keine Resorption stattfindet (?), oder daran, dass nur minimale Mengen des per os zugeführten Eisens zur Aufnahme gelangen, oder schliesslich daran, dass der grösste Teil des aufgenommenen Eisens in der Leber deponiert und entweder für den Organismus dienstbar gemacht oder mit der Galle wieder ausgeschieden wird, lässt sich mit Bestimmtheit schlechterdings nicht entscheiden. Zweifellos ist es, dass auch bei subkutaner Verabreichung von Eisen die Ausscheidung desselben hauptsächlich in den Darm erfolgt.
Die nach fortgesetzter innerlicher Verabreichung von nicht ätzenden Eisenmitteln beobachteten Erscheinungen, namentlich Appetitlosigkeit, Dnregelmässigkeiten im Kotabsatz, dazu beim Menschen Kongestionen nach den Kopf, Herzklopfen, Anfalle von Atemnot, beim Hund (allerdings nach fortgesetzter Verabreichung von Eisenvitriol I) Blutungen aus Mund, Nase und Uterus wollen viele Pbannakologen nur auf die örtliche Wirkung der Eisensalze zurückgeführt wissen.
Aussei' Zweifel steht die heilsame Wirkung kleiner, innerlich verabreichter, örtlich möglichst reizloser Eisenpräparate bei chroni-scheii Blutkrankheiten (Anämie, Chlorose, Leukämie), weniger ist dies der Fall bei Blutmangelquot; infolge starker Blutverluste und langwieriger Krankheiten.
Warum in solchen Fällen die Martialiaquot; mehr als eine kräftige, eisenreichequot; Nahrung (allein) zu leisten vermögen, ist nicht bekannt. Manche sind der Ansicht, dass die Eisenpräparate lediglich tonisierend, den Appetit und die Verdauung anregend wirken (?): andere glauben, dass durch das verabreichte Eisen aus den im Darm stets vorhandenen Schwefelalkalicn der Schwefel abgespalten und gebunden und dadurch
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die organischen Kisenverbindungen der Nahrungsmittel vor der Zersetzung bewahrt würden; wieder andere meinen, dass das Eisen in-fulge einer Kontraktion der kleinsten Gefasse die Zerstörung der Ery-throoyten beschränke; noch andere sehen in den Eisensalzen als Ozonträger lediglich die Vertreter der Blutkörperchen etc.
Anwendung der Eisenpräparate.
Alan wendet Eisenpräparate an:
1.nbsp; Als Bliitstilliingsniittel überall dort, wo bessere Methoden nicht angängig sind. Man verordnet in der Regel den Liquor Ferri sesquichloniti* (Eerrum scsquichloratum solutumf), der die Blutung durch Koagulierung stillt, daneben aber die Gefiisswand und das umgebende Gewebe stark verätzt, und appliziert ihn rein oder (besser) in Form der styptischen Watte (Gossypium haemo-statioum; entfettete Watte wird in Wasser getaucht, ausgepresst, hierauf in Eisenohloridlösung getaucht und nochmals ausgepresst), in Einzelfällen wohl auch mit Kollodium gemischt.
Bei Blutungen aus Höhlen benutzt man, wenn die Tamponado nicht anwendbar ist, Infusionen oder Injektionen von 1 Teil Eisenchloridlösung und 20100 Teilen Wasser, ausnahmsweise auch von 1 Teil Eisenvitriol und 510 Teilen Wasser. Bei Magendarmblutungen werden die unter 3 verzeichneten Massnahmen getroffen.
2.nbsp; Als Ätzniittel. Zur Entfernung von kleinen Tumoren, Kondy-lomen, Warzen etc., sowie beim Strahlkrebs bedient man sich des Ferruttl seslt;|uic.liloratiim:|if rein oder in Eorm des unter 1 genannten Liquor; zur Injektion in Varicen, Aneurysmen und Strumen hat man unverdünnte Eisenchloridlösung empfohlen (sehr gefährlich!); bei Caro luxurians, Strahlkrebs etc. macht man hin und wieder vom sehr gering kaustischen Ferruin siilfurlcuin*j- (als Pulver oder in konzentrierter Solution) Gebrauch. Die Niobuhrsche Flüssigkeit gegen Strahl krebs wird aus 1 Teil Ferr. sulfuric. und 4 Teilen Holzessig dargestellt.
3.nbsp; nbsp;Als innerliches Adstringens bei Darmkatarrhen und Durchfällen. Man verwendet zu diesem Zweck (sowie zur Stillung von M a g e n - D a r m b 1 u t u n g e n) in der Regel Fernim sulfuri-
CHiiri:f als Pille, Latwerge, Solution oder Pulver, viel seltener und nur bei kleinen Tieren Liquor Ferri sesquiclilorati (siehe oben), den man indessen nur in sehr starker Verdünnung (Liq. Ferri
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sesquioblorati 2,0, Sirup. Aurantli Cort. 30.0, Aq. destillat. 150,0. Stündlich einen Thee- bis Esslüflel voll; bei Magen- oder Darmblutung eines Hundes) verabreichen darf. Dass nach innerem Gebrauch des Eisenvitriols oder Eisenchlorids keine adstringierende oder blutstillende Wirkung in entfernten Organen, Bronchien, Nieren etc. zu erwarten ist, gebt aus dem auf Seite 431 mitgeteilten hervor.
Dosen des Eisenvitriols für
Pferdenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Kinder mittelgrosse Tiere Plundc
10,020,0 15,025,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;1,05,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;0,10,5
Cave: Tannica, Schwefelalkalien, Atzalkalien und die Karbonate derselben.
4.nbsp; Ais äusserllches Adstringens bei Katarrhen direkt zugänglicher Schleimhäute, sowie in der ü eschvvürs-therapie etc. Man verordnet E er rum sulfuricum (siehe oben) in Lösung (bei Augenblennorrhüc z. B. 1 : 100 150), als Streupulver (wenn keine Atzwirkung erzielt werden soll, unter Zusatz von indifferenten oder auch adstringierenden Pulvern), selten als Salbe odor Liniment.
5.nbsp; Als Desodorans und (sehr schwaches) Desinficiens in der Grossdesinfektion. Es dient dazu tier wahrscheinlich nur desodorisierend wirkende rohe Eisenvitriol.
ü. Als Antidot bei akuter Arsenikvei'giftnng, Man verwendet Eisenpulver, Eisenfeile, Löschwasser, Forrum oxydatum saccha-ratum, besonders aber frisch gefälltes Eisenoxydhydrat, Fcj (OH)(i, in Form des jetzt nicht mehr ofiizinellen Antidot um Arsenici (100 Teile Liq Eerri sulfurici oxydati [aus 80 Teilen Ferrum sulfuricum, 40 Teilen Aqua, 15 Teilen Acid, sulfuric, 18 Teilen Acid, nitricum], 250 Teile Aqua, 15 Teile Magnesia usta, 250 Teile Aqua. Stets frisch zu bereiten. Rotbraunes Gemenge von Eisenhydroxyd, Magnesiumhydroxyd und Magnesiumsulfat).
Selbstverständlich ist zum Erfolg dieser Therapie notwendig, dass sich das Gift noch im Verdauungstraktus befindet und dass für schleunige Entfernung des gebildeten Ferricumarsenits und Magnesium-arsenits, welche beide nur schwer löslich, aber nicht völlig unlöslich sind, aus dem Traktus Sorge getragen wird. Im Antidotum Arsenici übernimmt diese Kollo das gebildete Magnesiunisulfat, doch kann es nötig werden, noch energischere Purganticn zu verabreichen.
Müllor, PhftrmnkoloRlonbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 25
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Auch bei Vergiftungen mit Salzen der Sohwermetalle und mit Cyanvorbindungen hat man Eisen empfohlen.
Düsen des Antidotnm Arsenici für
grosso Tierenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; kleine Tiere
300,0-500,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 50,0-100,0
7. Zur lOi-liölmiis,' des Hilmoglobmgelialtes des Blutes bei chronischen Blutkrankheiten, Anämie, Cblorose, Leukämie, perniciösor Anämie (wenig wirksam!), ferner bei Anämien nach Blutverlusten oder durch erschöpfende Krankheiten.
Contraindikationen: Reizungszustände der Magen- und Darmschleimhaut.
Man giebt bei den sub 7 genannten Leiden Eisen innerlich und wählt Präparate, die als besonders leicht verträglich angesehen werden und nicht zu teuer sind: Fernini pulvenitHiirt für grosse Tiere, Ferrnin carboiiicuni saccliaratnm*t, Ferruin lacticum*t oder Tinctnra Ferri poniata* (Tinctura Malatis Ferrif) für kleine Tiere. Sollte in einem Falle Perrum sulfuricum beliebt werden, so sind die beim Eerrum pnlvcratum angegebenen Dosen zu nehmen.
Dosen des F err um pulveratum für grosse Tierenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;mittelgrosse Tierenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Hunde
1,0-5,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;0,51,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;0,020,2
Dosennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;für H u n d e des Ferrum carbonic, saccharat. 0,21,5
Ferrum lactienmnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 0,050,5 der Tinctura Ferri pomatanbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 0,51,5
Rezept-Beispiele (siehe auch Seite 433).
1.nbsp; nbsp;Ferri sulfurici 25,0, Pulv. rhiz. Calami 100,0, Pulv. rad. Althaeae 50,0, Aq. font, q, s. Misoe. Fiant Pilulae Nr. IV. 3 4-stündlich eine Pille. Einem Pferd. Bei Durchfall (Harnruhr, Blutharnen im späteren Stadium | ?]).
2.nbsp; Ferr. sulfuric. 30,0, Fruot. Juniperi, Rad. Gcntianae Sa 500,0. Mit 20 1 Schrot zu mischen und als Lecke für 50 Schafe zu verbrauchen. Bei Bleichsucht, Wassersucht, Fäule etc.
3.nbsp; Ferr. lactic. 30.0, Aq. 500,0. Misce. Täglich 2 mal je 12 Kinderlöffel voll. Für Lämmer. Bei Bleichsucht, Fadenwürmern etc. (Siedamgrotzky).
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3. I'liOMpIior.
IMiosiilioniN *, Phosphor, P. Weisse oder gelbliche, waohs-glänzende, durchscheinende Stücke. Phosphor schmilzt unter Wasser bei 44 0, raucht an der Luft unter Verbreitung eines eigentümlichen Geruchs, entzündet sich leicht und leuchtet im Dunkeln. Bei längerer Aufbewahrung wird er rot, bisweilen auch schwarz Er ist unlöslich in Wasser, leicht löslich in Schwefelkohlenstoff, schwerer in fetten und ätherischen Ölen, wenig in Weingeist und Äther. Mau wolle Phosphor sehr vorsichtig u n t e r W a s s e r und vor Licht geschützt aufbewahrenI
Phosphor, der wegen seiner starken Affinität zum Sauerstoff nicht frei in der Natur vorkommen kann, wird fabiikmässig durch Reduktion des phosphorsauren Kalkes der Knochen, sowie einzelner Mineralien (Phosphorite) gewonnen.
Wirkung lt;les Phosphors.
1.nbsp; nbsp;Ortlich wirkt Phosphor ätzend. Ks entsteht daher nach stoma-ohaler Verabreichung nicht sehr kleiner und verdünnter Phosphordosen Verätzung und Entzündung des Verdauungstrakt us, nach Einatmung nennenswerter Mengen von Phosphordämpfen Entzündung der Luftwege und Lunge, nach fort-gesetzfer Einatmung sehr kleiner Mengen (z. B. in Phosphorfabriken bei Arbeitern mit schadhaften Zähnen) Periostitis und Xekrose der Kieferknochen.
2.nbsp; nbsp;Eine Uesorptivwirkung lässt sich wahrscheinlich nur vom Verdauungstraktus (und vom Peritoneum) aus erzielen. Der Phosphor wird teils als solcher, teils in Form verschiedener Säuren des Phosphors (unterphosphoriger Säure, phosphoriger Säure, Phosphorsäure), teils vielleicht als Phosphorwasserstoff ins Blut aufgenommen und dort oxydiert. Möglicherweise beruht die Giftwirkung des Phosphors auf der Aktion von phosphoriger Säure in statu nascendi. Au und für sich ist sowohl diese wie die anderen Säuren dos Phosphors ungiftig.
a. In sehr kleinen, längere Zeit fortgesetzten Gaben wirkt Phosphor, ohne sonstige, schädliche Folgen für den Organismus zu veranlassen, als formativer Beiz auf das osteo-gene Gewebe in der Richtung, dass an Stelle der spongiösen Substanz allenthalben kompakte r K u o ch e n auftritt. Die kompakte Substanz wird dichter durch Verengerung der Haversischen Kanäle, die Markhöhle wird enger, die intermediären Epiphysenknorpel ossi-
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flzieren schneller und in grüssorem Umfang, der Callus bei Frakturenheilung erlangt eine derbere Beschaffenheit.
b.nbsp; nbsp;Bei monatelanger Zufuhr vorsichtig gesteigerter Phosphor gaben kommt es zu entzündlichen Prozessen am Knochen (Periostitis ossilicans, raieiizierender Ostitis, Osteomyelitis) und ihren Folgezusländen; weiterhin daneben zur chronischen interstitiellen Entzündung innerer Organe (zu chronischer indurativer Gastritis; interstitieller Hepatitis, schliesslich ausgedehnter oirrhotisoher Entartung der Leber; interstitieller Nephritis, schliesslich Schrumpfniere etc.)-
c.nbsp; nbsp;Grosse Gaben verursachen den akuten Phosphorismus i akute Phosphorvergiftung). Der Verlauf desselben ist entweder ein sehr schneller, in wenigen Stunden mit dem Tod durch Lähmung des Herzens endigender, oder ein langsamerer, auf mehrere Tage, manchmal sogar bis 2 Wochen ausgedehnter. Bei diesem langsameren Verlauf verhält sich die Phosphorwirkung aufs Herz in massigen Grenzen, dagegen machen sich die Polgen eines intensiven Zerfalls von Körpereiweiss, dessen N-freie Spaltungsprodukte in Form von Pett in den Zellen deponiert werden und dessen N-haltige im Harn erscheinen, bemerklich, nämlich fettige Degeneration zahlreicher Organe (der Leber, Nieren, des Herzens, der Skelettmuskeln, Blutgefässe etc.) und die Tendenz zu Hämorrhagien (besonders unter die Serosa, in die Subcutis, in Schleimhäute etc.).
Man hat folgende 3 Typen des akuten Phosphorismus aufgestellt i 1. Die rapide Form. Nach ' j bis wenigen Stunden macht sich mit oder ohne gastrisohe Symptome enorme Horzselnväche bemerklich und in sehr kurzer Zeit erfolgt der Tod. 2, Die in-otrnhierte, gastrisch eilteritisolie Form. Der Tod erfolgt in 2 3 Tilgen unter den Erscheinungen der Herzschwäche; vorher machen sich die Symptome heftiger Magen darmentzündung (Vomitus, Kolik, blutige Entleerungen; Erbrochenes und Faeces können nach Phosphor riechen und im Dunklen leuchten!) bemerklich. 3. Die typische Form. Zunächst treten die oben geschilderten gastrischen Symptome (am wenigsten manchmal beim Pferd!) in den Vordergrund. Nach 2448 Stunden kommt es zur scheinbaren Besserung, die indessen nach weiteren 24 48 Stunden erneuten gastrischen Symptomen und daneben dem Bild intensivsten Icterus gravis (Schwellung und Schmerzhaltigkeit der Leber, intensive Gelbfärbung der Schleimhaute [fehlt nur selten!], sowie Hämorrhagien in dieselben und in die Haut [nicht konstant], Benommenheit des Sensoriums, hochgradige Herzsclnväehe, unter Umstanden Nasenbluten, Blutungen aus den Geburtswegon etc.) Platz macht. Der Urin zeigt, abgesehen von dem mit dem Icterus eintretenden Gehalt an Gallenfarbstoll'en und Gallcnsiiiiren regelmässig die Eiweissreaktion. Nicht selten ist Hümaturio zugegen.
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Kommen die Patienten duroll, so folgt in der liogel ein längeres Sieolltum naeli: bei MilcliMlien beobachtete man dauerndes Versiegen der Milch,
Vergiftnngen kommen am meisten bei Sehweinen, Hnnilon und Vögeln durch lt;len Genuas von Phosphorlatwerge (Rattengift), Phospborplllen (Mäusepillen) oder Zündholzkuppen zu stände. Als Todesgaben des Phosphors nennt man für grosse Tiere 0,5-2,0, für Schweine 0,10,15, doch auch 0,030.09, für Hunde 0,03 0,06 (besonders bei behindertem Erbrechen), für Hühner und anderes Hausgeflügel 0020,03 bez. 0,008 (Gerlaoh., Hertwig a. a.).
Anwendung des Phosphors.
Infolge seiner experimentell erwiesenen Wirkung auf die osteo-gene Substanz (siehe Seite 435) wird Phosphor zur Beförderung der Knochenentwicldung hei Bbaohitis und Osteomalacie, sowie hei Frakturen mit mangelhafter Callusbiidung empfohlen und ist wenigstens bei der erstgenannten Krankheit sehr oft von thatsäch-liohem Nutzen. Die als Nebenwirkung zuweilen auftretenden Digestionsstörungen verschwinden schnell nach kurzem Aussetzen des Mittels.
Man verabreicht Phosphor täglich 1 mal in sehr viel Baumöl oder Leberthran gelöst und giebt diese Lösung grösseren Tieren direkt ins Futter, kleineren Tieren tropfen- bis esslöllelwcise per os.
Von französischen Tierärzten wird Phosphor auch hei Infektionskrankheiten, sowie bei typhösen Leiden mit schleichendem Charakter empfohlen.
Dosen des Phosphors für grosso Tiere mittelgrosse Tierenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Hunde
0,010,0,-)nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 0,0020,005nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 0,00050,002
Rezept-Beispiel. Phosphori 0,01, 01. Jecoris Aselli 100,0. Solve. Täglich 12 Katlee- oder Esslöffel voll. Einem Hund mit Ehachitis.
Viel häufiger als Phosphor benutzt man in der Praxis bei Ehachitis, Osteomalacie und zögernder Frakturenheilung Calcium-phosphat, phosphorsauren Kalk, CaHP04-f 2H2 0. Für Veterinärzwecke genügt in allen Fällen das nicht offizinelle
Calcium phosphori cum or ad um, rohes Calciumphosphat, gebranntes Knochenmehl, Knochenaschc. Weisses oder grauweisses, in Salz- und Salpetersäure unter schwachem Aufbrausen bis auf einen geringen Rückstand lösliches, in Wasser unlösliches Pulver,
Durch Behandeln der Knochenasche mit Schwefelsäure erhält man das sogenannte au fgeschlossene Knochenmehl, welches ein Gemenge von einbasischem oder saurem Calciumphosphat,
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CaH4 (P04)fl, mit Gips darstellt und an Stelle des gebrannten Knochenmehls, das von ihm an ßesorbierharkeit weit übertroffen wird, angewendet werden kann.
Das offlzlnelle Cnlcium phosphoriviim^t wird duroh Fällen oinor ange-siiuerteu Chloi'calolumlösung mit Natrlumphosphut dargestellt und präsentiert sich als leichtes, weisses, in Wasser kaum lösliches, in Salz- oder .Salpetersäure schnell und völlig lösliches, geschmackloses Pulver. Ks kann seines hohen Preises halber nur für kleine Tiere benutzt worden.
Anwendung des KnochenmehlSt
Aussei- bei den oben genannten Krankheiten des Knochensystems wendet man Knochenmehl (in aufgeschlossener Form) bei Er-mihrungsanomalien, Lecksucht, Anämie, mangelhaftem Wachstum, ferner als Diäteticum für säugende und trächtige Tiere, sowie schliesslich zur Bindung abnorm vermehrter oder abnormer Säuren bei Digestionsstörungen an. Die unten genannten Gaben werden täglich 23 mal direkt auf das Kutter (nicht selten gemeinschaftlich mit bitteren Mitteln etc.) verabreicht. Dosen des Knochenmehls für Pferdenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Rinder mittelgrosse Tiere Hunde
10,-25,0 25,050,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 5,015,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;0,55,0
Rezept-Beispiel. Caloii phosphoric, (crud.), Cretae praeparat. aa p. 3, Natrii chlorat. p. 1. Misce. Rindern 30,0 - G0,O, Ziegen, Schweinen 5,0- 12,0, Ferkeln 2,06,0 täglich aufs Futter zu geben, Bei Rliaclütis und Knochenbrüchigkeit (Sied a m gr01Z k y).
4. Arsenik.
Acidnin arseiiicosuiii!i!t, Arsenicum album, arsenige
Säure, weisser Arsenik, As.,0;.. Weisse,
V^^s: am porzellanartige oder durchsichtige Stücke
{-gt; ID M /\ 0(^e1' e'11 weisses Pulver, welches, in einem
yJ Tjtx $5nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Probierrohr vorsichtig erhitzt, ein weisses oder
in glasglänzenden Oktaedern oder Tetraedern
krystallisierendes Sublimat (Figur 72) giebt
und, auf Kohle erhitzt, sich unter Verbreitung
eines knoblauchartigen Geruches verflüchtigt
Figur 72.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;(Vorsicht! Die Dämpfe wirken giftig!).
Sublimat von arsenh'er I'1 16 Teilen siedendem Wasser löst sich
Säure, 250lach vergrössert. arsenige Säure, wenn auch langsam, aut
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und ist ferner sehr langsam in circa 30 Teilen, die krystallisierte erst in 80 Teilen kaltem Wasser, überaus schwer in Weingeist löslich.
Das Präparat sei vollständig BUohtig (Beimengungen von Sohwerspatj Kreide,
Gips bleiben zurück) und Üise sich ohne Uiickstaiul in 10 Teilen warmer Ainmoniak-lliissi^koit; cino solche Lösung darf durch überschüssige Salzsäure nicht k*-'quot;' (durch Schwefelarsen) gefärbt werden etc. (siehe Arzneibuch), Arsenige Säure ist sehr vorsichtig aufzubewahren und wird im grossen durch Kosten arsenhaltiger Erze gewonnen. Dabei verflüchtigt sich die gebildete ASo Oj) und verdichtet sich in besonderen Kammern zum sogenannten Giftmehl.
liiquor üalii arSOIllCOlül * ( S 01U t i 0 arsenic alls Fowl er if), Fowlersche Lösung. Die Darstellung erfolgt nach * durch Kochen von aa 1 Teil arseniger Säure, Kaliumkarbonat und Wasser bis zur völligen Lösung und Zufügen von 40 Teilen Wasser. Nach dem Erkalten sind 10 Teile Weingeist, 5 Teile Lavendelspiritus (f lässt Spiritus aromaticus zufügen) und so viel Wasser zuzusetzen, dass das Ganze 100 Teile beträgt.
Die Fowlersohe Lösung stellt eine klare, farblose, stark alkalische, in 100 Teilen 1 Teil arsenige Säure enthaltende Flüssigkeit dar, welche nach dem Ansäuern mit Salzsäure nicht gelb gefärbt oder gefällt wird, wohl aber durch nachherigen Zusatz von Sehwefelwasser-stoffwasser (Weiteres siehe in den Pharmakopöen). Sie ist sehr vorsichtig aufzubewahren! 1U(),(} Liquor Kalii arsenicosi entsprechen 1,0 arsenigei' Satire!
Wirkung des Arseniks.
1.nbsp; nbsp;Unorganisierte Fermente (Emulsin, Myrosin, Pepsin etc.) werden durch arsenige Säure nicht oder in nur sehr geringem Grad afliziert; Bakterien werden nur sehr wenig, Scliimmelpilze gar nicht geschädigt. Für Helminthen und Ektozoen ist sie ein starkes Gift (am wenigsten wahrscheinlich für Milben, welche sich z. B. in lll/c)igei' wässeriger Arseniksolution sehr wohl zu befinden scheinen (Verfasser).
2.nbsp; nbsp;Örtlich wirkt die arsenige Säure entzündungserregend (nur sehr langsam und schwierig an der unversehrten Haut!), ferner an Schleimhäuten, namentlich aber an Geschwürsliächen und epider-misloser Haut daneben ätzend. Diese Lokalwirkung beruht nicht auf Eiweisskoagulierung.
3.nbsp; Die Besoi'ptton geht von allen Körperstellen, mit Ausnahme wahrscheinlich der intakten Haut, vor sich. Die Ausscheidung des ins Blut als Natriumsalz eintretenden Mittels erfolgt durch Harn,
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Galle, Milch, Sohweiss etc. und scheintnbsp; in wenigen Wochen beendigt
zn sein. Vergiftungen durch dennbsp; nbsp;Genuss der Milch von
Tieren, denen Arsenik verabreichtnbsp; wurde, sind einige Male beobachtet worden.
4. Die ResorptlTWlrluilig richtet sich nach der aufgenonimcnon
Menge.
a.nbsp; Sehr kleine Dosen begünstigen, wiederholt verabreicht, die Ernährung des Organismus in joder Beziehung, namentlich das Knochenwachstuin (in der Art minimaler Phosphorgaben) und die Fettablagerung. Die Tiere nehmen an Gewicht zu, erscheinen wohlbeleibt, das Haarkleid wird glänzend etc. (siebe indessen Seite 441).
b.nbsp; Etwas grössere, wiederholt verabreichte Gaben verursachen die ohronisohe Arsenik Vergiftung: chronische Katarrhe des Verdauungstraktus (Appetitsmangel, Durchfall etc ) und der Respirationsschleimhaut (Husten etc.), Abortus, Milch-versiegen, Abmagerung, Anämie, Harthäutigkeit mit starker Schuppenbildung an der Haut, wassersüchtige Zustände etc.
Der Grund dafür dürfte in der Hauptsache in Erhöhung des Ei-weisszerfalles und fettiger Degeneration zu suchen sein, Vorgänge, die denen beim Phosphorismus entsprochen, aber nicht so hochgradig sind. Eine allseits befriedigende Erklärung betreffs des eigentlichen Zustandekommens der Arsenikwirkung steht indessen noch aus.
c.nbsp; nbsp;Grosse einmalige Dosen bewirken die akute Arsenikvergiftung, bei welcher sich in der Regel nur die Symptome einer sebr schweren Gastroenteritis (Vomitus, Kolik, hämorrhagischer Durchfall), manchmal auch einer Nephritis, sowie schliesslich Läh-mungserscheinungen und starke Herzschwäche (beim Hund und Pferd zuweilen dyspnöische Respiration) bemerklich machen. Der Tod erfolgt innerhalb weniger Stunden bis Tage. Bei Vergiftungen auf externem Wege treten entweder nur die Symptome der Lähmung oder daneben auch diejenigen der Gastroenteritis auf; ausserdem findet sich am Applikationsort unter Umständen Verätzung etc.
Die Soli Helligkeit des Auftretens und der Verlauf der Intoxikations-symptome hängen wesentlich von der renn ab, in welcher das Arsenpväparat gegeben wurde, ferner auch (bei interner Anwendung) von der Füllung des Magens und Darmes. Arsenikpulvev und noch mehr gelöste arsonige Säure werden schnell resorbiert und bedingen ausgesprochenere Allgenicinsymptonii' als Arsenik In Stücken; Wiederkäuer erkranken infolge der stark gefüllten Vormagen langsamer und schwieriger als Hunde und Pferde etc.
Die häufigate Ursache zur Vergiftung ist wohl dor Genuss von ursen-
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haltigem Rnttongift odor von Arsenikfarben (Sohwelnfurtor Grün, Sohoelc-scliom (Jriin, nrsenlialtigen Anilinfarben, seltener von Bealgar, Auripigraent etc.). Auch der Aufenthalt in iler Xälio von ErzrOstereien (in sogenannten Hüttenrauchgegenden] kann zu Vergiftungen (zum sogenannten phronlsoheu Arsenldsmus) fiiliron. Sohllosslloh sind Intoxikationen durch unvorsichtigen inneren und Ausseren Gebrauch dos Arseniks (zu Eäudebädern bei Schafen, zu Atz/.woekcn etc.) beobachtet worden.
Als Todcsgaben werden genannt: für Pferde 10,0 und darüber (doch sind Pferde schon auf 8,0 8,0 gestorben [Walch, Roynetta], .indore nach 15,0 und 80,0 gesund geblieben [Belchert, Qohier]; für Kinder 10,080,0; für Schafe und Ziegen 5,0 und darüber; für Schweine 0,6 1,0; für Hunde 0,060,2; für Hühner 0,10,lö etc. Von Wunden aus genügen nach experimentellen Ergebnissen bei Pferden 1,52,'\ Schafen 0,20,26 und Hunden 0,01. den Tod herbeizuführen (Gerlach).
Anwendung dos Arseniks.
Man wendet arsenige Säure an: a. Innerlicli:
1.nbsp; nbsp;Bei Anämie und anderen K mähr ungsanomalien, forner bei Khacliitis, Ostoomalaoie, malignen Tumoren (hier auch intraparenohymatös) und als Mastmittel, Von verschiedenen Seiten, #9632;/.. B. von Weiske an Schalen, Griel an Schweinen, Körte an Ochsen, angestellte \Tersuche ergaben die günstige Wirkung dos Arseniks als Mastmittel, während andererseits Cornevin durch ausgedehnte Experimente an Rindern und Schafen zu der Ansicht kam, class arsenige Säure auf Fleisch- und Fettansatz im allgemeinen wirkungslos ist, ja, dass die Tiere sogar hesser ohne als mit Arsenik sich mästen lassen.
2.nbsp; Bei Neurosen, z. B Chorea, Epilepsie, Pfeiferdampf etc.
3.nbsp; Bei chronischen Kx an th einen neben der äusserlichen Behandlung, besonders bei veralteten, ausgedehnten Ekzemen, Prurigo etc.
4.nbsp; nbsp;Als An th elm int hie um, besonders gegen Askariden der Pferde (2,0-15,0 pro Tag in Pillenform, oft in Verbindung mit Aloe).
Man verabreicht in den unter 1, 2 und 3 gedachten Fällen seltener als Acid um arseni cosum:|:f (in Pillenform) den Liquor Kulii suvsenicosi* (Solutio arsenicalis Fowled j) einfach auf Brot oder Zucker und beginnt zunächst mit kleinen, später langsam ansteigenden Dosen. Die gemeinsame Verabreichung von Arsen- und Eisenpräparaten ist irrationell,
Dosen der F o \s 1 e r seh en L ö sung für Pferde, Binder in ittelgrosso Tierenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Hunde
15,0-50,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 1,0 -5.0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 0.10.5
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Dosen dor arsenigen Siiure für Pferde, Rinder mittelgrosse Tierenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Hunde
0,10,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 0,010,05nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 0,001-0,005
Cave: die meisten Metallsalze, Clilonvnsser, Salpetersiiure, die meisten Basen (nur die Alkalimetallarsenite, nicht die Alkalierdmetali-ursenite sind in Wasser löslich), Sclnvelelallialien.
b. Äusseiitoh;
als Ätzmittel, besonders zum Wegätzen von Stell- und Bugbeulen (in Form der Salbe oder Taste 1 : 15), doch auch von Papillomen, Strahlkrebs etc. (13 a b o 1 n a e r K r e b s t i n k t u r: 1 'J'eil Acidum arsenicosum, 15 Teile Kai. caustic, 1quot;) Teile Aloepulver, 120 Teile Wasser), sowie als A nti parasitic um gegen Hautungeziefer, namentlich aber gegen Räude der Schafe (neuere Mittel, z. B. Creolin, Lysol etc., wirken sicherer und sind viel gefahrloser!).
Besondere Arten des Arscnik-Eiuulebados sind;
Tessiers Kiiudebiul: S Teile Arsenik, 20 Teile Eisenvitriol, 200 Teile Wasser.
Matthieus Bads 1 Teil Arsenik, 12 Teile Alaun, 100 Teile Wasser, 100 Teile Essig.
Eborhardts Bad: 2'., Teil Arsenik, 20 Teile Alaun, 300 Teile Wasser.
Trasbots Bad: 2 Teile Arsenik, 10 Teile Zinkvitriol, 1 Teil Aloö, 200 Teile quot;Wassor,
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Viborgs Buc Teile Essig.
Eowlers Bad
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1 Teil Arsenik, 1 Teil Pottasche, 100 Teile Wasser, 100
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1 Teil Arsenik, 1 Teil Pottasche, 100 Teile Wasser.
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Rezept-Beispiele.
1.nbsp; Acid, arsenicos. 0,50,75, Stib. sulfurat. aurant, Stib. sulfurat. nigr. aa 10,0. Misce fiat Pulvis. Innerhalb eines Tages zu verbrauchen; längere Zeit hindurch anzuwenden. Einem Pferd. Bei Bronchitis chronica (Di eck er hoff).
2.nbsp; Acid, arsenicos. 8,0 4,0, Extract. Aloes 45,0, Aq. font. q. s. Fiant Pilulae No. Ill, Täglich eine Pille. Einem Pferd. Bei Spulwürmern.
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XXII. Kapitel.
Spezifisch wirkende Antiplastica.
Es sind in diesem Kapitel Substanzen untergebracht worden, denen man einen hervorragend zerteilenden, resorbierenden Einfluss auf pathologische Wucherungen und Hypertrophien, sowie auf Residuen von Entzündungen, besonders chronischer Natur, zuschreibt, nämlich Jod und Quecksilber. Im grösseren Umfang bestätigt sich diese Annahme allerdings nur für den erstgenannten Stoll', während Quecksilber eine spezifisch resorbierende Wirkung wohl nur bei der Syphilis (des Menschen) bez. deren Manifestationen, sowie bei den Kückbleibseln gewisser Angenentzündungen entfaltet. Davon abgesehen, wirken die Alkalien, über welche anderwärts nachzulesen ist, sicherlich besser ,.auflösendquot; als die Merkurialien.
I. Jod und JodnlknlU'ii.
a. Jod.
Jodiim*t, Jod, J. Schwarzgraue, metallisch glänzende, trockene, rhombische Tafeln oder Blättcben von eigentümlichem Geruch, welche beim Erhitzen violette Dämpfe bilden (und sich vollständig verflüchtigen müssen), Stärkelösung blau färben, in etwa 5000 Teilen Wasser, sowie in 10 Teilen Weingeist mit brauner Farbe löslich sind. Von Äther und Kaliumjodidlösung wird Jod mit brauner, von Chloroform mit violetter Farbe reichlich gelöst. Die Vorschriften zur Prüfung auf die Reinheit wolle man in den Arzneibüchern nachlesen.
Zur Darstellung des Jods, welches vorsichtig aufbewahrt werden soll, benutzt man die als Kelp oder Varec bezeichnete Asche verschiedener Seepüanzen (Tange). Dieselbe wird ausgelaugt, die Lösung eingedampft, wobei schwer lösliche Sulfate und Chloride sich ausscheiden, während die Jodsalze in Lösung bleiben. Aus letzteren wird Jod durch Behandeln mit Braunstein und Schwefelsäure, sowie durch Einleiten von Chlor gewonnen Neuerdings stellt man übrigens Jod auch aus den Mutterlaugen bei lleini-gung des Chilisalpeters dar.
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Pharinaeeutlsolies Präparat: Tinotura Jodi*^ Jodtinktur! dunkelrotbraune, nach Jod riechende, in der Wärme ohne Rückstand sich verflüchtigende Tinktur, die durch Auflösen von 1 Teil zerriebenem Jod in 10 Teilen Weingeist (f 18 Teilen Weingeist) dargestellt wird.
Wirkung laquo;les Jods.
1. Örtlich wirkt Jod entzündungserregend und unter Umständen kaustisch (siehe Seite 158), Es ruft demnach in sehr kleinen, verdünnten, stomachalen Gaben Verdauungsstörungen. in grösseren Gastroenteritis, Collaps und Tod hervor. Charakteristisch ist die braungelbe, bei Gegenwart von Stärke dunkelblaue Farbe des Mageninhaltes bez. Erbrochenen.
Von hervorragender Intensität ist die anti septische und desinfizierende Energie des Jods, und auch 31 üben werden durch dasselbe prompt vernichtet (K äppel). Es gründet sich darauf die Behandlung engbegrenzten Acarusausschlages (besonders der sogenannten srpiamösen Form desselben) mit Jodtinktur.
Au der Haut bewirkt eine einmalige Auftragung von Jodtinktur (Auf-pinselung und nachträgliche energische Einreibungquot; mittels eines Lappens etc.) in der Kcgol lediglich Uolb- bis Braunl'iirlmng, die sieh übrigens durch Salmiakgeist entfernen liisst. Nach wiederholter Applikation entsteht Dermatitis mit nachfolgender, in der Regel lamellärer Abstossung der Epidermis und meist nur unerheblichem Haaransfall. Die gegebenen Falles aussordotn zu stände kommende Resorption von pathologischen Produkten in, besonders aber unter dor Haut (in Snbcutis, Sehnen, Periost, Knochen etc.) wird von manchen Seiten als eine spezifische Wirkung des Jods (Anhäufung von Lcukocyten im erkrankten Gewebe, nachträgliche fettige Entartung derselben sowie des Qewebes, in dein sie lagern) angeschen.
Nach der Besorption, die von allen Schleimhäuten fauch von der intakten Haut und von Cysten aus!) erfolgt, scheint das Jod im Blut als Jod alkali zu existieren, sodass seine All-gemeinwirkung mit derjenigen der Jodalkalien (siehe später) zusammenfällt.
Anwendung des Jods.
Jod wird fast nur noch örtlich angewendet und dient: 1. Als Antisepticum in der Wundbehandlung in Form des Jod wassers (1 Teil Jod, 5000 Teile Wasser oder 1 Teil Tinc-tura Jodi, 500 Teile Wasser) zur Wundirrigation, oder in Form der Tinctnra raquo;Todl*t oder der Lugolschen Jodlösung (1 Teil Jod. 2 Teile Jodkalium. 3050 Teile Wasser) zum Bepinseln schlecht beschaffener Wunden und Geschwüre.
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2.nbsp; nbsp;Als Antiparasitic um bei manclion parasitären Hautkrankheiten (Favus, Herpes, begrenztem Acar usausschlag | K ftp pel] etc.).
3.nbsp; Zur Injektion in Hohlräume verschiedener Art, z. B. Fisteln. Abscesshöhlen, durch die l'unktion entleerte Cysten, Hydrocelen, (iallen etc., behufs Erregung einer entzündlichen Reizung mit nachfolgender Verwachsung oder schnelleren Abheilung, fernerweit auch zur parenchj'matosen Injektion in Tumoren, besonders Struma (Vorsicht! schwere Vereiterung oder Jodvergiftung ist niemals auszuschliessenl). Man benutzt zur Injektion in ristein, Cysten und Abscesshöblen meist reine oder mit Weingeist nur wenig verdünnte Jodtinktur; zur Injektion in Gelenke, Sehnenscheiden, Hydrocelen nimmt man in der Kegel die Lugolsehe Lösung (siehe Seite 444); in Drüsengeschwülste bez. Strumen werden mittels der Pravazschen Spritze 2lü Tropfen der unverdünnten Tinktur injiziert etc.
4.nbsp; nbsp;Als Hautroizmittel bei chronisch-entzündlichen Zuständen sowohl der Haut (Trasbot empüehlt beim eitrigenquot; Ekzem Jod glycerin |1 Teil Jodtinktur, 4 Teile Glycerin |j als anderer oberflächlich gelegener Organe und Gewebe (Drüsen, Gelenke, Sehnen, Sehnenscheiden, Perlest etc.). Die gebräueb-lichste Applikationsform sind Pinselungen mit Tinctura Jodi oder Einreibungen mit der sogenannten J od-Jod kali um salbe (1 2 Teile Jod, 24 Teile Jodkalium, 20 Teile Salbengrundlage).
5.nbsp; Als Ätzmittel, besonders beim Strahlkrebs (nach vorherigen oberflächlichen Skariflkationen [Dammann]) und bei S t r a h 1 e n p i 1 z g e s c h w fl 1 s t e n.
Ausserdem bat man Jod in Form der verdünnten Lugolsehen Solution (1 Teil Jod, 5 Teile Jodkalium, 100200 Teile Wasser) zur intratrachealen Injektion bei Fetechialiieber (Dieckerhoff), Brustseuche und chronischem Luftröhrenkatarrh der Pferde (Sehnein acher), ferner zu desinfizierenden Inhalationen bei Pneumomykosen und zu Infusionen in den Uterus bei septiseber Metritis (2 Esslöffel Lagolsche Lösung auf 15 20 Liter Wasser, nachher 40,0--80,0 auf 8 Liter Wasser |Notz|) empfohlen.
Die interne Verwendung des Jods bei Hyp creme sis (2 5 Tropfen Jodtinktur in viel Wasser für einen Hund) und bei Vergiftungen mit Quecksilber, Blei, Kupfer, Strychnin und anderen Alka-loiden ist mit Hecht verlassen worden.
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i). Jodalkal icn.
Maliiiin joilatiiiii ;, Kaliumjodid, Jodkalium, KJ. Weisse, würfelförmige, an der Luft niclit feucht werdende Krystallo von scharf salzigem und hinterher bitterem Geschmack, in 0,75 Teilen Wasser, in 12 Teilen Weingeist löslich. Die wässerige Lösung, mit wenig Chlorwasser versetzt und mit Chloroform geschüttelt, färbt letzteres violett; mit Weinsänrelösung versetzt, giebt sie allmählich einen weisson, krystallinischen Niederschlag,
Jodkalium wird durch Auflösen von Jod in Kalilauge, Verdampfen der Lösung zur Trockne und Glühen des Verdampfungsrück-standes mit Kohle, doch auch nach mehreren anderen Methoden gewonnen und ist häufig mit anderen Salzen, besonders Kaliumkarbonat, Kaliumsulfat, Kaliumjodat, Kaliumchlorid etc., sowie mit freiem Jod (Jodgeruch, gelbliche Farbe) verunreinigt. Die mit Rücksicht darauf von den Wiarmakopöen gegebenen genauen Vorschriften zur Prüfimg des Präparates wolle man daselbst nachlesen. Kaliumjodid ist vorsichtig aufzubewahren!
H'ntrinm jodaliini t, Natriumjodid, Jodnatrium, NaJ. Trockenes, weisses, krystallinisohes, an der Luft feucht werdendes Pulver, in 0,(3 Teilen Wasser und 3 Teilen Weingeist löslich, in 100 Teilen mindestens 95 Teile wasserfreies Salz enthaltend. Am Platindraht erhitzt, färbt es die Flamme gelb. Die wässerige Lösung, mit wenig Chlorwasser gemischt und mit Chloroform geschüttelt, färbt letzteres violett. Weiteres siehe in den Pharmakopöen. Die Darstellung des vorsichtig aufzubewahrenden Natriuinjodids erfolgt analog der des Kaliinnjodids mit den entsprechenden Natriumverbindungen.
Ung-iicntiiin liaiii Jodali . Kaliuinjodidsaibe. Sehr weisse, durch Auflösen von 20 Teilen Kaliumjodid und 0,25 Teilen Natriumthiosulfat in 15 Teilen Wasser und Zumischen von 165 Teilen Schweineschmalz hergestellte Salbe.
Durch Zusatz von Xatriumthiosulfat soll Bindung des stets in geringer Menge frei werdenden Jods erzielt werden; wird Kaliuinjodidsaibe mit freiem Jod zusammen verordnet, so ist sie unter Weglassung des Xatriumthiosulfats jedesmal frisch zu bereiten.
Wirkung der Jodnlkalienlaquo;
1. Die öl'tliclie Wirkung der reinen (d. h, keine jodsauren Salze enthaltenden) alkalischen Jodide ist gleich Null. Selbst nach
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lange fortgesetzter innerlicher Medikation kommt es in der Regel weder zu Appetitsverstimmung noch zum Durchfall. Sehr grosse Gaben des Jodkaliums (20,030.0 in Form frisch bereiteter Latwerge) bewirkten bei (iniltelgrossen) Hunden Vomitus und blutigen Durchfall, sowie grosse Muskelschwäche; der Tod erfolgte indessen nicht (Verfasser).
2. Die Aufttahme erfolgt ebenso wie die Ausscheidung (durch alle Sekrete) sehr schnell, sodass man z, B. schon wenige Minuten nach der subkutanen Applikation Jod im Speichel, dann im
Harn nachweisen kann. Da auf diese Weise das Jodsalz zum Teil
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wieder im Darm erscheint und von neuem resorbiert bez. ausgeschieden wird, ist es erklärlich, dass kleine Jodmengen längere Zeit im Organismus cirkuiieren.
Von der intakten H a u t scheinen Jodalkalien nur in Salben-form (mit l'ett, weniger gut mit Lanolin, wahrscheinlich kaum mit Vaselin) zur Aufsaugung zu gelangen. Priessnitzumschläge begünstigen den Vorgang erheblich (Verfasser).
4. Die Bosorptivwil'knng der Jodalkalien ist nur wenig bekannt.
a. Kleine Gaben haben Bemerkenswertes nicht zur Folge.
b Bei häufiger Wiederholung derselben und nach grossen Gaben treten Symptome auf, die man zum Unterschied von dem durch metallisches Jod bewirkten akuten Jodismus (akute Gastroenteritis) als chronischen Jodismus bezeichnet hat: Abmagerung, Katarrhe der Schleimhäute (Conjunctivitis, Schnupfen, Stomatitis, Pharyngitis, Bronchitis, Verdauungsstörungen), Exantheme (Jodekzem) und hämorrhagische Diathese.
Es ist zweifellos, dass ein grosser Teil dieser Symptome auf das Auftreten von kleinen Mengen freien Jods an den Schleimhäuten nnd der Haut zurttok-znfllbren ist. 01) auch im Inneren des Körpers bez. in den Geweben (Zellen) kleine Mengen freien Jods abgespalten werden nnd ob darauf die klinisch beobachtete resorbierende Entfomtwirkung des Jods bez. der Jodalkalien beniht, ist mit Bestimmtheit noeli nicht erwiesen. Die bei anhaltendem Jodgebrauob eintretende Abmagerung wird von vielen lediglich auf die Jod-Katarrhe (namentlich im Digestionstraktus) zurückgeführt,
c. Bei intravenöser Injektion entsprechender Mengen von Jodsalzen (z. B von 0.8 Katriumjodid pro Kilo Hund) tritt innerhalb 12 30 Stunden der Tod durch Respirationslähmung ein, nachdem Vomitus, Salivation, zunehmende Schwäche, Dyspnoe durch Lungenödem und Hydrothorax vorausgegangen waren.
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Anwendung der Jodalkalien.
Man wendet Jodulkalien innerlich an:
1.nbsp; Bei Struma und zur Beförderung der Kesorptiun von Blutergüssen, sowie von entzündlichen Exsudaten und von Hyperplasien, besonders drüsiger Organe.
2.nbsp; Bei chronischen Metallintoxikationen, Saturnismus, Mercurialismus, behufs Beschleunigung der Ausscheidung des Giftes aus dem Organismus.
3.nbsp; nbsp;Bei Asthma pulmonalo und cardialo (3,0 0,0
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Für ein Pferd mit verschiedenen Neurosen und , Liter Wasser, 6 Tage lang
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Jodkalium in
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1 Liter Wasser; täglich
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Dämpfigkeit).
4.nbsp; Bei chronischem Rheumatismus, Fettsucht (Fettherz).
5,nbsp; Bei A c tin o my kose (10,0 in '
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zu verabreichen [Thomas sen, Fürt hm ay er, Bass]), nach Thomassen auch bei Samenstrangverhärtungen (Pferden täglich 10,0, nach 14 Tagen nur täglich G,0; daneben Injektionen von Jodtinktur in die Scrotallistel).
Man verordnet aus allen diesen Veranlassungen Kalium jorta-luin*f (die angenommene Kali um Wirkung würde höchstens bei Kreislaufstörungen in Betracht kommen; man könnte dann das [leichter zersetzliohe] Natrium jo(latum*f verschreiben) als Pulver, Solution, Pille, selten als Latwerge (Haltbarkeit beschränkt!) und lässt die unten genannten Dosen täglich 2 3 mal verabreichen Bei milch-gebenden Tieren ist die Jodtherapie teils wegen der Abnahme der Milchmenge, teils wegen des Auftretens von Jod in der Milch wenn möglich zu unterlassen.
Dosen des Jodkaliums für g r 0 8 s 6 Tierenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;m i 11 e 1 g r o s s e Tierenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;II u n d e
5,015,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;2,0-5,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;0,2-1,0
Cave: Chlor, Brom, Säuren, Metallsalze, Kaliumcblorat, Bitter-mandelwasser.
Äusscrlich verordnet man Jodkalium in Form des oflizinellen Ungiieiitiim Kalii jortali* oder eines Liniments (1 Teil Jodkalium, 2 Teile weisse Hausseife, 12 Teile Spiritus) als Besorbens bei Struma, Verdickungen und Verhärtungen aller Art, doch ist, da dem Mittel (ohne Zusatz von freiem Jod! siehe Seite 444) spezifische lokale Wirkungen fehlen, die innere Jodtherapie vorzuziehen. In der
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Augenheilkunde hat man Jodkalium als Salbe (1:1520) oder Lösung (1:30100) behufs Kückbildung von Hornhauttrübungen in Anwendung gezogen.
Rezept-Beispiele (siehe auch die vorige Seite).
1.nbsp; Jodi 1,0, Kalii jodati 5,0, Aq. destillat. 200,0. Misce. Täglich 12 mal je 10,0 30,0 In die Trachea zu spritzen. Einem Pferd. Hei Petechialfieber.
2.nbsp; nbsp;Jodi 3,0, Kalii jodati (3,0, Adipis suill 80,060,0. Misce. Zerteilende Salbe.
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II. lt;{iicckNiIIraquo;cr und raquo;oinu Vorbindiineteii.
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1,nbsp; Hydrargyrum *t
(Unguontum Hydrargyrl einereiini*f etc)
2,nbsp; Hydrargyrum biohloratam*
(Hydrarg, biohlor, corroslvunif)
3.nbsp; Hydrargyrum ohloratum*t
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(Hydrarg. blohlorat, ammoniat.f) 6. Hydrargyrum oxydatu m*(t)
6.nbsp; Hydrargyrum bijodatiuii*t
7.nbsp; Hydrargyrum jodatum fiavum f
8.nbsp; Hydrargyrum oyanatum*
9.nbsp; Hydrargyrum tauiiiciim oxydulatumt
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4.nbsp; Hydrargyrum praecipitatum
album*
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Allgemeines über die Wirkung und Anwendung der Merkurialien.
Sämtliche therapeutisch verwendbaren Quecksilberpräparate stimmen im Grundcharakter ihrer Wirkung so sehr überein, dass es sich empfiehlt, um Wiederholungen zu vermeiden, der Einzel-Besprechung der oben angeführten offizinellen Mittel eine Darstellung der für alle gemeinsamen Verhältnisse vorauszusenden.
1.nbsp; Auf Bakterien, daneben auch auf Milben, Insekten, Eingeweidewürmer und andere niedrig stehende Lebewesen wirken die Merkurialien in hohem Grade schädigend ein, und es gründet sich darauf die Anwendung mancher von ihnen als Antiseptic a und Desinficiontia für Wunden, Geschwüre, Verdauungstraktus etc., sowie gegen Pilz- und Milbenkrankheiten der Haut und gegen Ungeziefer. Dagegen hat man neuerdings von der Benutzung gewisser Merkurialien als Anthelminthica der Gefährlichkeit halber abgesehen, wie denn aus gleichem Grunde von einer Gesamtdesinfektion des Organismus (des Blutes etc.) durch Quecksilbernnttel bei ansteckenden Krankheiten keine Rede sein kann (siehe Seite 261raquo;).
2.nbsp; Ortlich wirken die leicht löslichen Quecksilberpräparate ätzend, sodass sie z. B. bei innerer unvorsichtiger Anwendung eine
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.MiiIIor, Phannakologta.
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schwere Verätzung und Entzündimg sämtlicher Schleimhäute des Ver-dauungstraktus hervorrufen. Dagegen besitzen die unlöslichen und schwer löslichen Merkuriijien keine korrosive Wirkung, sondern entfalten nur eine m. o. w. kräftige Reizung (siehe unten), die sich z. B. bei innerer Anwendung durch Purgieren ausspricht. Es beruht darauf die Anwendung des Kalomels als Abführmittel.
Der Vertreter der kaustischen Präparate ist Sublimat, dem sich die Merkuriverbindungen anschliessen, derjenige der nicht kaustischen Präparate Kalomel, welchem die meisten Merkuroverbindungen betreffs der Wirkung ähneln.
Diese örtliche Wirkung der Merkurialien beruht auf der Bildung von Quecksilberalbuminaten, die sich im Überschuss von Eiweiss, ferner auch bei Gegenwart von Chlornatrium oder Salzsäure leicht lösen. Bei den unlöslichen Präparaten, sowie beim metallischen Quecksilber, ist eine örtliche (und resorptive [siehe unten]) Wirkung nur dadurch möglich, dass sie sich im Kontakt mit Eiweiss-stoffen und deren anorganischen Salzen, besonders Chlor natrium, in lösliche Verbindungen umwandeln.
3.nbsp;Die Aufnahme der Merkurialien ins Blut kann von allen Applikationsstellen aus erfolgen und geht in Form von Albuminaten (siehe oben) vor sich. Die längste Zeit zur Bildung löslicher Albuminate hat das metallische Quecksilber nötig; es wirkt demnach am langsamsten. Am schnellsten findet der Prozess beim Sublimat und den anderen Merkuriverbindungen statt; sie wirken sozusagen direkt, indem das Chlorid sofort in Aktion zu treten vermag und die anderen nicht chlorhaltigen Verbindungen sich leicht und rasch zu Chlorid umsetzen. Die Merkuroverbindungen, an ihrer Spitze Kalomel, halten zwischen beiden Extremen die Mitte. Von allen Merkurialien gelangt vom Darm aus nur ein Teil zur Resorption, weil der andere durch Schwefelwasserstoff in völlig unlösliches Seh wefelqueck-silber umgewandelt wird; von den purgierend wirkenden wird daneben noch der grösste Teil mit den Faeces nach aussen befördert.
4.nbsp; Nach der Resorption durchdringt das Quecksilber alle Organe ohne Ausnahme; die Aussclieirtung erfolgt sehr allmählich mit dem Harn, der Galle, den Darmsäften, dem Speichel, der Milch, wahrscheinlich auch dem Schweiss, und es kann, namentlich bei lange Zeit fortgesetztem Quecksilbergebrauch, viele Monate dauern, ehe die letzten Spuren den Körper verlassen haben. Die Leber und daneben die Knochen scheinen Quecksilber am längsten festzuhalten.
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5. llosorptiv bewirken sehr kleine Mengen, sobald man sie gewissen Tieren Kaninchen, namentlich aber Hunden längere Zeit verabreicht, eine auffallende Vermehrung der Erythrooyten, sowie Zunahme des Fettansatzes und des Körpergewichts. Es wird demnach Quecksilber in derartigen Dosen als Excitans für die Zellen-thätigkeit anzusehen sein.
Um weniges grössere Dosen veranlassen bei allen Individuen eine Zunahme der Harnsekretion, welche wahrscheinlich auf einer direkten Eeizung der Nierenepithelien bei Gelegenheit der Ausscheidung beruht. Zugleich erfährt unter Umständen auch die Speichelsekretion eine Steigerung, während die früher vermutete cholagoge Wirkung wenigstens betreffs des Kalomels durch neuere Untersuchungen keine Bestätigung gefunden hat.
Massige, oft wiederholte Mengen rufen die chronische Quecksilbervergiftung (Mercurialismus chronicus) hervor, die namentlich bei den gegen Quecksilber überaus emplindlichen Wiederkäuern, z. B. infolge unvorsichtiger Anwendung der grauen Salbe oder des Kalomels (L i p p u s beobachtete sogar nach einigen Kalomelinsper-sionen ins Auge bei einem halbjährigen Kalb Symptome des Mercurialismus!), nicht selten zur Beobachtung gelangt.
Dio boi diesen Tieren auftretenden Symptome sind;
a.nbsp; nbsp;Erscheinungen am Verdauungstraktns. Erhebliche Vermehrung der Speichelabsonderung; entzündliche Veränderungen im Mund (Rötung, Schwellung, Ulcerationen am Zahnfleisch und anderwärts; Geruch aus dem Mund; Lockerwerden und Ausfallen der Zillino); Magendarmkatarrh mit Appetitlosigkeit; stinkende, graugrüne, dnrchfälllge Entleerungen,
b.nbsp; Veränderungen an der Haut. Ekzematöse Ausschläge in der Nähe des Applikationsortes der Quecksilbersalbe, doch auch am Euter, in der Umgebung der natürlichen Körperöffnungen etc.
c Ersehoinungen an den Bespirationsorganeu, Katarrh der Nasen-, Keldkopf-, Luftröhren-, Bronohialsohlehuhaut mit stärkerer Absonderung, sonüt Nasonausfliiss, Husten, angestrengtes Atmen etc.
d. Nervöse Zustande. Hochgradige Schwäche, Abgestumpftheit, Jlnskcl-zittem odor ausgeprägte klonische Krämpfe, Lähmung etc.
Die boi nicht wiederkäuenden Tieren hervortretenden Symptome sind: Mundkatarrh, Appotitmangel, Durchfall, hochgradige Anämie und Abmagerung, all-gemoino Schwäche, zuweilon Konvulsionen, Tremor, Anästhesie oder auch Hyperästhesie, Absinken der Herzkraft, Collaps,
Grosse Gaben bewirken die akute QuecksilberTCrglftung (Mercurialismus acutus), die unter den Symptomen einer heftigen Entzündung des Magens und Darmes (Kolik; schwere, schliesslich
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blutige Durchfiille etc.), häufig auch der Nieren (Albuminurie, Dysurie etc.), sowie mit enormer Schwäche und frequenter, un-regelmässiger, aussetzender Atmung einhergeht und innerhalb weniger Stunden bis mehrerer Tage mit dem Tode endigt.
Da die entzündlichen Veränderungen im Verdauungstraktus auch bei externer Anwendung gewisser Quecksilberpräparate (auf die Haut, bei Irrigation grosser Wund- und Schleimhautllächen, z. B. des Uterus post partum eto.) zu stände kommen, ist es zweifellos, dass sie ebenso wie die Nephritis als eine Eliminations Wirkung aufzufassen sind. Übrigens ist die Nephritis umso unbedeutender, je mehr die Veränderungen im Verdauungstraktus in die Erscheinung treten, wie denn bei mit Quecksilber vergifteten Haustieren Nierensymptome im Leben oft genug gar nicht nachweisbar sind.
Die Aiiwemliing der Quecksilberpräparate als Atzmittel, Antiseptica, Purgantia und Diuretioa ist bereits erwähnt worden. Seit alter Zeit werden die Merkurialien auch als Anti-phlogistica und Re solvent! a bei entzündlichen Prozessen und deren Residuen sowohl örtlich (z. ß. bei Phlegmone, Lymphangitis, Lymphadenitis, Orchitis, Mastitis, Dermatitis, Periostitis, Tenonitis, Maculae corneae etc.) als resorptiv (z. B. bei Hydrocephalus, Pericarditis, Pleuritis, Peritonitis etc.) mit nicht selten ungenügendem Erfolg in Benutzung gezogen.
Spezielle Besprechung der auf Seite 44!) aufgeführten offizinellen Präparate und ihrer therapeutisch c n Verwendung.
1. IIylt;lrargyrnm*ti Quecksilber, Hg. Flüssiges, beim Erhitzen ohne Rückstand flüchtiges Metall. Quecksilber wird meist durch Rosten des Zinnobers im Flammenofen gewonnen. Der Schwefel verbrennt zu SO.., und das sich verflüchtigende Hg wird in Thon-röhren oder Kammern aufgefangen Durch Behandeln mit Eisenchloridlösung oder verdünnter Salpetersäure lässt sich das käufliche, meist unreine Quecksilber von Blei, Zinn etc. befreien.
Quecksilber, welches als solches in der Veterinärmedizin kaum noch Verwendung findet (Reichenbach gab zwei Pferden, die wahrscheinlich an D ar mu m s c h 1 i n g ung litten, je 500,0 metallisches Quecksilber; daneben Bergauf- und Bergabführon und Priessnitz-umschläge; der Erfolg war gut), dient zur Darstellung des
Ung'nentnm Hydrargyrl cinereuin*t, der grauen
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Quecksilbersalbe, Merkurialsalbe. Bläulichgraue Salbe, in welcher mit blossem Auge Quecksilberkügelchen nicht zu erkennen sind. Sie wird nach * durch inniges Verreiben von 10 Teilen Quecksilber mit einer erkalteten Schmelze von 13 Teilen Schweineschmalz und 7 Teilen Hammeltalg, nach f aus gleichen Teilen Quecksilber, Lanolin und Unguentum simplex bereitet. 3,0 graue Quecksilbersalbe sollen nach Entfernung des Fettes durch Äther nahezu 1,0 Quecksilber aufweisen.
Wirkung und Anwendung laquo;ler Quecksilbersalbe.
Es ist zweifellos, dass bei epidennatischer Anwendung der grauen Salbe eine Resorption des Quecksilbers eintreten kann; es dringen Quecksilberkügelchen in die Haarfollikel und Hautdrüsen und wandeln sich dort in lösliche Verbindungen (Quecksilberoxydulsalz?), die anstandslos resorbiert werden, um. Am promptesten ist dieser Vorgang bei Benutzung alter (ranziger) Quecksilbersalbe, die zudem im unverdünnten Zustand Dermatitis hervorruft, zu erwarten. Nach Hertwig sind beim Rind 60,0 der Salbe, auf 3 4 Tage verteilt, genügend, eine bochgradige Quecksilberintoxikation herbeizuführen ; Hunde und besonders Pferde sind sehr viel widerstandsfähiger.
Quecksilbersalbe dient:
1.nbsp; Als Antipar asi t icum gegen Hautschmarotzer verschiedenster Art, besonders Läuse. Es genügt beim Rind, Hund etc., wenige Gramm der Salbe an den Grund der Hörner oder ans Halsband zu streichen, um die gegen Quecksilberdämpfe überaus empfindlichen Läuse zu vernichten.
2.nbsp; Zu E i n r e i b u n g e n b e i e n t z ü n d 1 i c h e n Schwellungen aller Art, besonders Drüsenentzündungen (mit Ausnahme der Mastitis des Rindes; siehe oben).
2. Hydrargyrum bicliloratiim* (Hydrargyrum bichloratum corrosivumf), Quecksilberchlorid, Merkurichlorid, Sublimat, HgCl.,. Weisse, durchscheinende, strahlig krystallinische Stücke, beim Zerreiben ein weisses Pulver gebend, beim Erhitzen im Probierrohr schmelzend und sich rückstandslos verflüchtigend. Quecksilberchlorid löst sich in 16 Teilen kaltem, 3 Teilen siedendem Wasser, 3 Teilen Weingeist und 4 Teilen Äther. Die wässerige Lösung rötet blaues Lackmuspapier und wird auf Zusatz von Natriumchlorid neutral. Die wässerige Lösung wird durch Silbernitratlösung weiss, durch Schwefelwasserstoffwasser im Überschuss schwarz gefällt.
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Nachdem das Quecksilber nus der wiisserigoii Lösung durch Sehwclbhvasser-stofTwnsser gelullt worden ist, darf das farblose Piltrat nach dein Verdunsten einen Rückstand nicht hinterlassen. Wird das so erhaltene Selnvefelquecksilher mit verdünnter Ammoniakflüsslgkeit geschüttelt, so zeige das Filtrat nach dem Ansäuern mit Salzsäure weder eine gelbo Farbe, noch einen gelben Niederschlag (von Sohwefelarsen),
Sublimat, welches fabrikmiissig durch Sublimation von schwefelsaurem Queck-silberoxyd mit Chloruatrium dargestellt wird, ist sehr vorsichtig aufzubewahren! Die früher angenommene, zersetzende Einwirkung des Lichtes auf Sublimat existiert nicht.
Phiiniiacentisclies Präparat: Pas Ulli Hydrargyri bi-chlorati*, Sublimatpastillen. Harte, walzenförmige, lebhaft rote Stücke, die in Wasser sehr leicht, in Weingeist und Äther nur teilweise löslich sind. Zu ihrer Darstellung wird eine Mischung von gleichen Teilen fein gepulvertem Sublimat und Kochsalz mit einer wässerigen Lösung einer roten Anilinfarbe lebhaft gefärbt und dann durch Druck in Cylinder von 1 oder 2 Gramm Gewicht geformt, von denen jeder einzelne doppelt so lang als dick sein und die Aufpressung Giftquot; tragen muss. Sie sind sehr vorsichtig und vor Licht geschützt aufzubewahren und dürfen nur so abgegeben werden, class jede einzelne Pastille in schwarzes Papier eingewickelt ist, welches die Aufschrift Giftquot; in wcisser Farbe trägt.
Die Aqua phagadaenica (llava) der älteren Pharmakopöen wurde aus 1 Teil Quecksilberchlorid und 100 Teilen Kalkwasser bereitet und enthielt Quecksilberoxyd in Suspension. Sie ist völlig überflüssig.
Wirkung und Anwendung des Sublimats.
Über die Wirkung des örtlich intensiv ätzenden Sublimats auf den tierischen Organismus ist in der allgemeinen Besprechung das Nötige mitgeteilt worden. 8,0 bei Pferden, die Hälfte bei Rindern, 0,10,3 bei Schweinen und Hunden können bei leerem Magen tödlich werden; unter Umständen, namentlich bei vollem Magen, tötet auch wohl erst die doppelte Quantität (Gerlach). Die Symptome sind die der heftigsten Gastroenteritis, wie denn auch durch Resorption von der Haut aus (bei Gelegenheit von Räudebädern [Lies, Kuhlmann u a.|), sowie von Wunden, Geschwüren, Körperhöhlen (Uterus) aus schwere Vergiftungen mit sogar tödlichem Ausgang zu stände kommen können.
Für tierische und pflanzliche Parasiten ist Sublimat ein starkes Gift, doch wird seine antibakterielle Wirkung durch Anwesenheit von Eiweiss erheblich beeinträchtigt.
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Man wendet Sublimat an:
1.nbsp; Als Ätzmittel aus den verschiedensten Gründen. Man benutzt entweder Pulver (rein oder mit Amylum oder Gummi arabi-oum) oder Pasten (1:14 Mehl, dazu Wasser q. s), Salben (1:1 lü), Kollodium (1:10), weingeistige Lösungen (1 : 3 30), Uougi es (Darmsaiten, die mit Gummischleim bestrichen und mit Sublimat bestreut wurden; zur Einführung in Fisteln dienend), Ligaturen (Bindfaden, der mit Gummischleim und Sublimat überzogen wurde; zu Kastrationszwecken und zum Abbinden von Tumoren dienend) etc. Behufs Entfernung von Stell beulen ist es vielfach gebräuoblioh, nach vorherigem Einstich einige Gramm Sublimat ins Centrum der Geschwulst zu bringen. Das Viviersche Atzmittel gegen Strahlkrebs besteht aus 31,5 Teilen Sublimat, 7,5 Teilen Antimonbutter (Liquor Stibii chlorati), 12 Teilen Salzsäure und 49 Teilen Wasser.
Als hautreizendes Mittel ist Sublimat gegenwärtig nur noch in Form der Sublimatsalbe (1:510) gegen Spat und ähnliche Zustände in Gebrauch (siehe indessen unten die Verwendung des Mittels bei Hautausschlägen).
2.nbsp; Als Antisepticinn und üesinticiens in der Wundbehandlung (das Nötige darüber ist in den Lehrbüchern der Chirurgie nachzulesen), in der Augenheilkunde (in der Geburtshilfe sollte man der Gefährlichkeit und Schmerzhaftigkeit halber vom Sublimat absehen, andererseits müssto man nach geschehener Desinfektion des Uterus, der Vagina etc. [durch Solutionen von 1 : 5000 10000] dafür Sorge tragen, dass die Flüssigkeit völlig wieder abiliesst bez. herausgespült wird), sowie in der Grossdesinfektion (zur Desinfektion von Holzgegenständen etc.; 1: 1000 5000). Bei infektiösem Augenkatarrh, Corneageschwüren etc. sind Sublimatsolutionen von 1:2000 5000 in Anwendung und meist sehr erfolgreich.
3.nbsp; Als Autiparasiticiiiii gegen tierische oder höhere plianzliche Schmarotzer (1 : 100 200 Wasser oder Spiritus, oder 1 : 100 Fett; bei Schafräude verwendet Lies ein Bad von 1 Sublimat und 500 Wasser und lässt die Patienten eine Minute darin verweilen). Auch bei hartnäckige m Ekzem, besonders bei solchem m i t akuten, nässenden Nachschüben, hat sich Sublimat (1:100200 Spiritus oder 1 :100 Fett) manchmal bewährt.
Die inuerliclie Anwendung des Sublimats bei Beschälseuche, Rotz etc. ist obsolet (die Dosen betragen für grosse Tiere 0,1 0,2; für mittelgrosse Tiere 0,010.02; für kleine Tiere 0.002-0,01), indessen
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gab Rost als Vorbeugungsmittel gegen die Kälberruhr drei Tage lang täglich 3 mal einen Esslöffel voll von einer 10/oo Sublimatlösung, und Metelmann erreichte durch 1,0 Sublimat, 10,0 Kochsalz, 90,0 Wasser (davon innerhalb 3ü Stunden zweimal je 15,0) bei Typhus dos Pferdes und bei Schweinetyphus gute Resultate.
Cave: Alkalien und Alkalikarbonate, Ammoniak, Schwefel- und Jodverbindungen, Blei- und Silbersalze, sämtliche Alkaloide und fast alle organischen Substanzen; Pillen werden mit Bolus alba bereitet.
Rezept-Beispiele (siehe auch Seite 455 etc).
1.nbsp; nbsp;Hydrarg. bichlorat. 1,0, Spirit 90.0, Glycerin. 10,0. Misce Bei inveteriertem nässendem Ekzem.
2.nbsp; Hydrarg. bichlorat. 1,0, Spirit., Glycerin, aa 5,0, Adipis suill. 90,0. Misce. Salbe gegen chronisches nässendes Ekzem.
8. Hydrarg-yrnin chloratnm * (H y d r a r g y r u m
chloratum mite sublimatione paratumf), Quecksilberchlorür, Kalomel, Hg.gt;Cl.,. Gelblichweisses, aus sublimiertem Quecksilberchlorür hergestelltos, bei hundertfacher Vergrösserung deutlich krystallinisches, feinst geschlämmtes Pulver. In Wasser und Weingeist ist es unlöslich, beim Erhitzen im Probierrohr, ohne zu schmelzen, flüchtig.
Mit Natronlauge erwÄrmt, sohwärze sich QuooksilberohlorUr ohne Entwicklung von Ammoniak (Prüfung auf Verunreinigung mit wcisscm Queoksilber-praeoipitat), 1,0 Qnedksilberchlorür, mit 10 ccm Wasser geschüttelt, liefere ein Filtrat, welches weder ilurch Silbernitratlösung noch durch Schwefelwasserstoff-wasser verändert wird (Prüfung auf wasserlösliche Hg-Verbindungen, besonders Chlorid und Nitrat),
Kalomol ist vorsichtig und vor Licht geschützt aufzubewahren!
Das oben erwähnte, durch Sublimation eines innigen Gemenges von 3 Hg mit 4 HgCl., erhaltene sublimierte Quecksilberchlorür präsentiert sich als eine faserig krystallinisch e, soli were, sehr kompakte Masse, bez. als Stücke, die beim Ritzen mit einem harten Körper einen gelblichen Strich geben und sich schon dadurch leicht vom Sublimat unterscheiden lassen.
llydrarg-yriini chloral um vapore parat um .
durch Dampf bereitetes Quecksilberchlorür. Durch selmelles Erkalten des Quecksilberchlorürdampfcs gewonnenes, weissos, nach starkem Reiben gelbliches Pulver, welches bei hundertfacher Vergrösserung nur vereinzelte Kryställchen zeigt. In Wasser
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und Weingeist ist es unlöslich, beim Erhitzen im Probierrohr, ohne zu schmelzen, llüchtig. I)ie Vorschriften zur Reinheitsprüfling sind denen beim Hydrargyrum chloratum völlig gleich, ebenso auch die A u fb o w a h r u n g s v o r s c h r i ft.
Hydrarg. chlorat. vapore paratum wird in Österreich durch Hydrargyrum chloratum mite praecipitatione paratumf, welches durch Reduktion einer Sublimatlösung mittels sclnveüiger Säure gewonnen wird und ein völlig amorphes, weisses Pulver darstellt, vertreten.
Die Aqua phagadaenioa nigra s. mitis der alten Phar-makopöen bestand aus^l Teil Kalomel und 60 Teilen Ivalkwasser und enthielt unlösliches schwarzes Quecksilbcroxydul.
Wirkung und .Anwendung des Kalomels.
Kalomel wird (auch von der Subcutis, von Muskeln, Wunden etc. aus) teilweise resorbiert, ob als Albuminat oder Chlorid ist mit Bestimmtheit nicht festgestellt, ruft wahrscheinlich durch direkte Reizung der sekretorischen Nierenzellen eine, namentlich bei Hydrops infolge von Herzkrankheiten ausgesprochene, beträchtliche Vermehrung der Harn menge hervor, wirkt im Darm, ohne die Verdauungsfermente ungünstig zu beeinflussen, antiseptisch und ist ausserdem ein sicheres Abführmittel, welches zwar spät, dafür aber um so anhaltender wirkt (Kumulativwirkung zu beachten!).
Gallentreibende Wirkung besitzt Kalomel wahrscheinlich nicht; die grüne Farbe der Kalomelcntleerungen bei Carnivoren beruht auf dem Biliverdin der Galle.
Man wendet innerlich Kalomel an:
1.nbsp; Als Abführmittel, welches selbst bei Entzündungszuständen des Verdauungstraktus gebraucht werden kann und in der Regel in Pillen oder Pulvern (mit Saccharum Lactis) verordnet wird. Für Wiederkäuer ist Kalomel gefährlich! Die unten genannten Dosen dürfen erst nach 1224 Stunden repetiert werden.
Abführdosen des Kalomels für Pferdenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Schweinenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Hunde
2,08,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 1,04,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 0,020,2
Cave: kaustische und kohlensaure Alkalien, Chloride der Alkalien (?), Säuren, Halogene, Schwefelverbindungen, Seifen, Antipyrin.
2.nbsp; nbsp;Als Autlseptlcnm für den Dann bei akuten, besonders
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infektiösen Diarrhöen, Influenza, Typhus des Pferdes, Staupe, Sclnvcinerotlauf etc.
Man giebt die unter 1 genannten Dosen oder, wenn keine direkte Abfühnvirkung beabsichtigt wird, etwas kleinere Gaben.
3. Als Diureticiun bei cardialem Hydrops; tiiglich 23 mal m grossen Dosen, aber mit häufigen, tagelangen Pausen. Dosis für Hunde 0,030,1.
Äiisserlicli wird Kalomel, besonders in Verbindung mit Milchzucker, zur Einstäubung bez. Einpinselang ins Auge bei chronischen Bindehautaffektionen, namentlich aber behufs Rückbildung von Hornhauttrübungen (bei gleichzeitiger innerlicher Jodtherapie sind Kalomelinspersionen streng zu vermeiden!) benutzt. In Salbenform (1 :34) ist Kalomel wenig wirksam.
Rezept-Beispiele.
1.nbsp; Hydrarg. chlorat. 4,0, Pulv. rad. Liquiritiae 50,0, Pulv. rad. Althaeae 15,0, Aq. font. q. s. Piat Electuari um. Innerhalbeines Tages einzugeben. Einem Pferd. Bei Pericarditis, Pleuritis. Gastroenteritis, sowie bei hartnackiger Verstopfung (dann unter Umständen auf einmal!).
2.nbsp; Hydrarg. chlorat. 0,62,0, Pad. Liquiritiae 10,015,0, Sirup, simpl. q. s. Fiat Electuarium. Auf dreimal innerhalb eines Tages zu verabreichen. Einem Schwein (wie oben).
3.nbsp; Hydrarg. chlorat. 5,0, 01. Ricini 50,0, Decoct, rad. Althaeae 150,0. Misce. Zweistündlich 12 Esslöft'el voll (vorher umzu-schütteln). Einem Schwein. Beim Rotlauf (Siedamgrotzky).
4.nbsp; Hydrarg. chlorat. 0,050,2, Sacchar. Lactis 0,51,0. Misce. Auf einmal zu geben. Einem Hund. Bei schwerer Verstopfung.
5.nbsp; Hydrarg. chlorat. 0,03, Pol. Digitalis 0,05, Sacchar. Lactis 0,5. Misce. Dentur tal. Pulv. No. V. 3 mal täglich ein Pulver. Einem Hund. Bei Pericarditis, Pleuritis und cardialem Hydrops behufs Beschleunigung der Resorption.
4. üydrarg'yriiin itraecipitatnm nlluuii (Hydrargyrum bi chlor a turn ammoniatumy), weisser Quecksilberprä-cipitat, NH, Hg Cl. Durch Ausfällen einer Qucclisilberchloridlösung (2 :40) mit Ammoniakllüssigkeit (3), Auswaschen etc. gewonnene weisse Masse oder amorphes Pulver; in Wasser fast ganz unlöslich, in erwärmter Salpetersäure leicht löslich. AVird weisser Quecksilber-
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pracipitat mit Natronlauge erwärmt, so scheidet sieb, unter Entwicklung von Ammoniak, gelbes Quecksilberoxyd ab. Sehr vorsieh tig und vor Licht geschützt aufzubewahren!
Phurmiiceutisclies Präparat: Unguentum Hydrargyri album*, weisse Quecksilbersalbe; 1 Teil Pracipitat, 9 Teile Parafünsalbe.
Ainvendun^. Weissor Pracipitat wird nur in Form des Ungiuin-tum Hydrargyri album* bei Ekzem, Herpes, Farns, Räude, sowie gegen Läuse angewendet. Zur Zerteilung von Hornbautllecken, bei chronischen Bindehautkatarrhen etc. würde man die oflizinelle Salbe mit der gleichen bis doppelten Menge Parafünsalbe zu verdünnen haben.
5, Hydnir^yrnm o.xyrtatum*, Quecksilberoxyd, HgO. Gelblichrotes, krystallimsches, feinst gescblämmtes Pulver. In Wasser ist es fast ganz unlöslich, in verdünnter Salz- oder Salpetersäure leicht löslich, beim Erhitzen im Probierrohr unter Abscheidung von Quecksilber (lücbtig. Sehr vorsichtig und vor Licht geschützt aufzubewahren!
Quecksilberoxyd wird meist durch Erhitzen eines Gemenges von metallischem Quecksilber und Quecksilberoxydnitrat gewonnen und vermag das teuere, durch Fällen von Sublimat (in wässeriger Lösung) mittels Alkalien (* Natronlauge, f Kalilauge) erhaltene, ein gelbes, amorphes Pulver darstellende gelbe Quecksilberoxyd, Hydrargyrum oxydatum via humlda paratum* (Hydrargyrum oxydatum flavumf), fast völlig zu ersetzen.
Pharmaceutlsches Präparat: ünguentum Hydrargyri rub rum*, rote Quecksilbersalbe; 1 Teil Quecksilberoxyd, il Teile Parafünsalbe.
Anwendung. Quecksilberoxyd wird äusserlich als gelindes Atzmittel (Ablecken ist zu verhüten; schon kleine interne Gaben bewirken Gastroenteritis!), sowie aus denselben Veranlassungen wie weisses Quecksilberpräcipitat angewendet. Augensalbenquot; giebt man im Verhältnis wie 1: 2050.
0. Ilydrarg^yriim liijoilalinir (Hydrargyrum bi-jodatum rubrumf), Merkurijodid, Quecksilberjodid, Hg,!.,. Scharlachrotes Pulver, beim Erhitzen im Probierrohr gelb werdend, schmelzend, dann sich verflüchtigend; in 130 Teilen kaltem und 20 Teilen
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siedenflem Weingeist, kaum in Wasser löslich. Es wird durch Ausfüllen einer Sublimatlösung mit Jodkalium dargestellt und ist sehr vorsichtig und vor Licht geschützt aufzubewahren!
Aiiwemliing. Man benützt das örtlich energisch ätzende Queoksllberjodld nur zur Herstellung von Scharfsalben, z. B. gegen Spat, Überbeine, Sehnenklapp etc. (1 :520 Teilen Fett oder Kantharidensalbe).
7.nbsp; nbsp;Hydrargyrum jodatum flavumf, Queoksilberjodür, Mer-kurojodid. Hg., J. Durch inniges, vorsichtiges Verreiben von lü Teilen Quecksilber und 10 Teilen Jod gewonnenes, grüngelbes, amorphes, sehr wenig in Wasser, gar nicht in Weingeist und Äther lösliches Pulver. Es ist vorsichtig im Dunkeln und in gut verschlossenen Ge-fässen aufzubewahren und zerfällt, mit wässeriger Jodkaliumlösung zusammengebracht, in Hg und HgJ,, ein Prozess, der auch bei Aufbewahrung des Präparates in lufthaltigen Gläsern allmählich vor sich geht.
Entbehrlich.
8.nbsp; nbsp;Hydi'argyrnin cynnatiim*, Quecksilberoyanid, Hg (CN),,, Farblose, durchscheinende, säulenförmige Krystalle, welche sich in 12,8 Teilen kaltem, 3 Teilen siedendem Wasser und 14,5 Teilen Weingeist lösen, in Äther aber schwer löslich sind. Sie werden meist durch Lösung von gelbem Quecksilberoxyd in verdünnter Blausäure, Abdampfen etc. dargestellt. Sehr vorsichtig aufzubewahren!
Entbehrlich; bei Menschen zu subkutanen Injektionen bei Syphilis benutzt.
9.nbsp; nbsp; Hydrargyrum tannicum oxydulatumf, Merkuro-tannat. Grünbraunes, in Wasser unlösliches, geruch- und geschmackloses Pulver, welches durch Zersetzen von salpetersaurem Quecksilberoxydul mit Tannin dargestellt wird
Entbehrlich: beim Menschen intern gegen Lues empfohlen.
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An han g.
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I.
Verzeichnis der in lleiitsclilnnd lind Österreich unter Versclilnss
und sehr vorsichtig (iineli f 'quot; versperrbftrem Schrnnk von den übrigen
gesondert) niit/nbcwahieiideu Arzneiuiittel.
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Arsenlge Säure
Atropinsulfat
Fowlorscho Lösung
Homatropinhydrobrouüd
Phosphor
Pliysostig-rainsulieylat
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Fhysostigmiusalfat
Quecksilberchlorid
Quecksilbercyanid
Quocksilberjodid
Queoksilberoxyd
Quecksilberoxyd, gelbes
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Queoksilberpraeolpitat,
weisser Skopolarainhydrobromid Strychnin nitrat Sublimatpastillen Voratrin,
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II.
Verzeichnis der iu ]gt;eiitschlnnd und Österreich v und vorsichtig (*) aufzubewahrenden
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on den übrigen getrennt Arzneiniittel.
Coffeln
Coff'oin-Natrinmbcnzoat Doversches Pulver Essigaäuro (nur nach f) Buphorbium : Fingcrliutbliittpr Fingerhuttinktur Giumnigutt liallerschcs Sauer (nur
nach t) Hanfcxtraktt Hanfkraut f Ipccacuanliatinkturt Ipccacuanliawein Jalapenharz Jalapsnknollen Jod
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Agaricin
Akoiütcxtrakt f
Akonitknollen
Akonittinktur
Amylenhydrat
Amylnitrit
Antifebrin (nicht nach f)
Apomorphlnhydrochlorld
Belladonuablätter
Bellailonnaextrakt
Belladonnatinkturt
Belladonnawurzelf
Bilsenkraut
Bilsenkrautextrakl
Bittermandelwaiscr
Bloiacetat
Blelacetat, rohes
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Bleicssig (nicht nach f)
Bleiglätto (nicht nach f)
Bleiweiss (niclit nach t)
Breolmuss
Brechnnssextrakt
Bi'eclmusstinktur
Breclnvein
Brechweinstein
Brechwnrzel
Brom (nicht nach f)
Bromwasserstolfsäure
Chloralfarranmid
Chloralhydrat
Chloroform
Chromsäure
Cocalnhydrochlorid
Codelnphosphat
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|||
|
|
||||
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402
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III.
Arzueitaxelaquo;
S. Tierärztliche Arzneitaxe für das Königreich Sachsen, 7. Auflage, einschliesslich der bis jetzt erschienenen Nachträge.
l'r. Königlich Preussisohe Arznoitaxe für 1894 (Auszug),
It. Arzneitaxe für tierärztliche Hausapotheken im Königreich
Baiern (v. 18. Januar 1883). 0. Arzneitaxe für das Jahr 1894 zur österreichischen Pharmakopöo
vom Jahre 1889, Taxe für Tierheilraittel.
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Acetanilidum pulv. (Antifobrinum) Acetum..........
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463
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.Vcetum pyrulignosum cnuluin
Acidum acctioum ....
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;arsonicosum pulv,
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;borioum pulv. . . . oarbolionm ....
enulura 100deg;,
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; liijuefactum
nbsp; nbsp; nbsp; chromioum.....
nbsp; nbsp; nbsp; bydrochlorloum oradnm
|
Qowioht
10 g
100 -200 -500 -
1000 -
10 -
100 -
Minim.
lg
10 -
10 -1(10 -
10 -100 -200 -100 -200 -500 -1000 -
10 -
100 -
200 -
500 -
1000 -
1 -
10 -100 -200 -
10 -100 -
10 -100 -200 -
10 -
10 -1 -
10 -
10 -100 -200 -
10 -100 -
10 -
10 -100 -
|
|
Ranm fttt
Naclitrilgo.
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
12 ö
40
8
50
15
GO
8 50
|
5nbsp; nbsp; nbsp; 5
nbsp; nbsp; 10
10nbsp; nbsp; 15
80nbsp; nbsp;
10nbsp; nbsp; 16
70nbsp; nbsp;
105nbsp; nbsp; -
30nbsp; nbsp; 25
45nbsp; nbsp;
75nbsp; nbsp; 80
10nbsp; nbsp;
70nbsp; nbsp;
105nbsp; nbsp;
2U0nbsp; nbsp;
5nbsp; 30nbsp; nbsp; 16nbsp; nbsp; nbsp;10 25nbsp; nbsp; - -
6nbsp;
|
24
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
2 IB
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
75 20
1G7
5
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
purum
|
8
20
20
10
4
35
8
8
4 10
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
nitricum crudimi
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; i'uiiians phosphorionm .
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;salicvlicum . .
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
siili'iiriciim orudum
t'umans nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; punim
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
tannicum
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Aconitinum. Adeps snillns
|
1 clt;'
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
onbsp; nbsp; nbsp; nbsp;
10nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 5
70nbsp; nbsp; 30
6nbsp; nbsp; 10
nbsp; nbsp; 50
10nbsp; nbsp;
|
16
14
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
lüg
1Ü0 -10 -
100 -10 -
1 -
10 -
|
6
45 6
40 (i
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Aether . . .
Aether acetious
liromatus
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
30 30
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
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464
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Aloö subt. pulv. (Pr. und Ö. gr. modo) Aluuuni pulv..........
|
Gewicht
l| 10 g 1 1O0 -
10 -10U -200 -
10 -100 -
10 -
10 -100 -200 -
10 -
1 -
10 -
100 -
1 -
10 -
Minim. 1 eg Idg
10 g 10ü -50O -
100Ü -10 -100 -200 -ÖUO -600 -100 -
10ÜO -ICO -100 -ÖOO -
Idg 1 g
10 -
10 -100 -
Minim. I eg Idg
|
|
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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ustum pulv, Aimnonuim broiiiatuin
|
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|
ohloratum gr. m. pulv. . .
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ferratum . . .
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;sullb-idithyolicum (Ichthyol.)
Amylura Tritici.........
Antipyriiuim pulv.........
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Apoiiiorphinum hydrooliloricum
Aqua Amygdalarnm nniararum Calcariae.....
|
20
18
12
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
oblorata
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
nbsp; nbsp; cominunis
nbsp; nbsp;destillata
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
nbsp; nbsp; Foenionli.........
nbsp; nbsp; Plumbi (S. c. Ai(. communis par. 1:12)
Argoiitum nitricum (S. u. 0. fusum) . . Asa footida pulv.........
Atropimim sulfuricum.......
|
49
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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12
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ISalsamum Copaivao nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;rcnivianum
|
10nbsp; g
\|| 100nbsp; nbsp;-
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
10nbsp; nbsp;-
100nbsp; nbsp;-
lienzinum PetroleH (Aether Petroloi) . . f 60nbsp; nbsp;
l 100nbsp; nbsp;-
Bolus alba (S. et rubra) gr. m. pulv. . I 100nbsp; nbsp;-
1 l 200nbsp; nbsp;-
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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15
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||||||||
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465
|
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||||||||
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Borax pulv. . .
Bulbus Soillao cono, pulv.
|
Gowicht
10 g 100 -
10 -100 -
10 -
|
4 3
4
|
lraquo;r.
10
80 S
10
15 25 40
15 10
75
|
5 10 15
45 20
|
4raquo;.
kr.
10
4 6
|
Bautn fiir Kaoh trüge
|
||
|
Galoaria chlorata (Cale. hypocliloros.)
|
100nbsp; -nbsp; nbsp; nbsp;10
200nbsp; -nbsp; !
500nbsp; -nbsp; i 40
1000nbsp; -nbsp; i
loonbsp; -nbsp; ! io
10nbsp; -nbsp; i 5
100nbsp; -nbsp; i
|
40 6
|
||||||
|
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;uata pulv.........
Calcium oarbouiovun praecipit. pur. . .
#9632; phosphor, crud. (Cornu Cervi ust. alb. praep.) ....
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; purum .....
|
||||||||
|
100nbsp; -
10nbsp; -
100nbsp; -
200nbsp; -
500nbsp; -
1000nbsp; -
10nbsp; -
100nbsp; -
10nbsp; -
10nbsp; -
10nbsp; -
100nbsp; -
10nbsp; -
100nbsp; -
10nbsp; -
100nbsp; -
Idg
1 g
10 -
Idg lg
10 -
1 -
10 -
1 -
10 -
50 -
10 -
100 -
200 -
1 eg
Idg
B -
lg
1 -10 -
100 -
1 -
10 -
100 -
|
80 12
|
15 15 26 40
|
||||||
|
sulfuricum ustum pulv.
|
15
42 10 10 26 20
|
|||||||
|
Camphora.........
trita.......
Cantharidea pulv. (Pr. gr. modo) .
Carbo Ligui pulveratus ....
|
12
15
30
3
20 8
60 4
2 15
2 12
4 30
3 20
12
80
|
25
26
6
15
|
15 40
5 10
|
|||||
|
Cora flava..........
Cerussa pulv. (Plumbum carbonicum)
Chininum hydrochloricum . . . .
|
||||||||
|
5
15
115
5
15
100
|
15 100
10
80
|
|||||||
|
snlfarioam.......
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;amorphum siccum
|
44
|
|||||||
|
Chloralum hydratum Cliloroformium . .
|
5 20
20
135
205
5
20
155
5
10
00
5
25
196
|
100 15
|
40
77 8
|
|||||
|
Cocainum hvdrochloricum
|
20
70
8
8 50
35
|
|||||||
|
CofToinum Collodium
|
15
30
|
|||||||
|
oantharidatmu
|
||||||||
|
|
||||||||
|
M ii 11 or, I'harniftkologio.
|
30
|
|||||||
|
|
||||||||
|
I
|
||||||||
|
I
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
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466
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|
Gowk'ht
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|
Colophouium
|
10 g
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
I 100 -
- siibti,iih'.......Jl wo:
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Cortex Cliinao cont. et gr. m pulv. .
|
10
100nbsp; -
10nbsp; -
10nbsp; -
100nbsp; -
100nbsp; -
200nbsp; -
10nbsp; -
100nbsp; -
100nbsp; -
10nbsp; -
100nbsp; -
100nbsp; -
10nbsp; -
100nbsp; -
10nbsp; -
100nbsp; -
1 -
10 -
1 -
10 -
10 -
10 -100 -lOOqcm 500 -1000 -100 -
10 -100 -100 g 100 -
10 -
1 -
10 -
1 -
10 -
1 -
10 -
1 -
1 . 10 -
1 -
10 -
Idg
lg
1 -
10 -
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; subt. pulv, . . .
nbsp; nbsp; nbsp;Gnuiati cont. et gr. m. pulv.
nbsp; nbsp; nbsp;Quercus cone, et gr. m. pulv.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; subt. pulv. . . .
|
[
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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#9632; Salicis gr. raodo pulv. Creolinuiu ......
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Creta praeparata (Calc. carbon, nativ. pulv.) Cuprum aluminatum.......i
sulfuricum orudum gr. m. pulv. J
|
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Dermatolum
Diuretinum
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|
Eleotuarium o Senna . Emplastrum adhacslvum
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; extensum . .
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Cantharidum......
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; pro usu veterinario
Hydrargyri......
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Litliargyri (Diachylon) comp.
Euphorbium subt. pulv.......
Extractum Aconiti........
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Aloes . . . Belladonnae
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|
Digitalis , Filicis
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|
Hyoscyami Opil . .
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|
Secalis eornuti . . . Secalis eornuti lluidum
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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467
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|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Farina Seealis..........
Fenum carbonicum saecharatum . . .
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;laeticura.........
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; oxydatum saocharatum ....
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;sesquieliloratum......
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;sulfurieuni (Pr. gr. raodo) pulv,
Floros Arnicae.........
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; gr. in. pulv......
nbsp; nbsp; nbsp; Chamomillae (vulgaris) ....
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; gr. m. pulv.
nbsp; nbsp; nbsp; Chrysanthonii Dalniat. subt. pulv.
nbsp; nbsp; nbsp; Cinae pulv.........
nbsp; nbsp; nbsp; Koso gr. mod. pulv......
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; subt. pulv. ......
nbsp; nbsp; nbsp; Sambuci cone et gr. m. pulv.. .
nbsp; nbsp; nbsp; Tanaceti gr. m. pulv......
nbsp; nbsp; nbsp; Tiliao eone.........
Folianbsp; nbsp;Belladonnao eonc. et gr. in, pulv.
nbsp; nbsp; nbsp;Digitalis cone........
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; subt. pulv......
nbsp; nbsp; nbsp;Mcnthaopiporitao cone, et gr.m.pulv. J
nbsp; nbsp; nbsp;Nicotian.cone.etgr.m.pulv.(B.pulv.) ,1
nbsp; nbsp; nbsp;Salviao cone.........
nbsp; nbsp; nbsp;Sennao alexandrinao cone. . . .
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; subt. pulv. .
nbsp; nbsp; nbsp;Trifolii cone, ot gr. m. pulv. . . I
nbsp; nbsp; nbsp;Uvao Ursi eonc........)
|
|
Pr.
d
10
15
10
|
ö.
kr.
|
Baum für
Naclitrlliro.
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
10 I 5 (venalo) 20 10 100 g 2
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
30 10 70! -10 10 70,
|
1000-16
i -
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
8
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
75 40 116! -200!
10 -95 50
|
20
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
24
200
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
lOj 10nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;
- i 'nbsp; nbsp; nbsp; 23
20 i inbsp; nbsp; nbsp;
145-1nbsp; nbsp; nbsp;
220 j ^nbsp; nbsp; nbsp;
26 nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;
101nbsp; nbsp;
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
85 -
|
22
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
130 -
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
10
701 -
10 | -
5nbsp; nbsp; ~5
10nbsp; nbsp; 10
20 ^nbsp; nbsp; 6
155nbsp; nbsp; 45
235nbsp; nbsp;
15nbsp; nbsp; nbsp; 5
100nbsp; nbsp;30
__ !
60
15! 10
106
20! -
5 5
40 20
5
40
|
1
40
20 17
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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30*
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468
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Fructus Anisi gr. m. jmlv. .
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Gowicht
10 g
100 -
2Ü0 -
1000 -
10 -
100 -
1000 -
10 -
100 -
200 -
1000 -
100 -
200 -
500 -
1000 -
100 -
200 -
500 -
10 -
100 -
10 -
100 -
200 -
10 -
100 -
10nbsp; -
100nbsp; -
10nbsp; -
100nbsp; -
200nbsp; -
1 -
10 -
100 -
1 -
10 -
10 -100 -200 -
10 -
Vnbsp; loo -
li 10 -
100 -
10 -
100 -
( leg
1 Idg
I i e
I 10 -
f: i -
I '?:
\: 10 -I 1 -
Vnbsp; nbsp;io -
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Raum fiir Nuchtriigo.
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nbsp; nbsp; nbsp; Carvi gr. m pulv. .
nbsp; nbsp; nbsp; Fooniculi gr. m. pulv
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nbsp; nbsp; nbsp; Junipori gr. m. pulv.....
nbsp; nbsp; nbsp; Luuri gr. m. pulv......
nbsp; nbsp; nbsp; Petroselini cont. ot gr. m. pulv,
nbsp; nbsp; nbsp; Phollandrii gr. m. pulv. . . .
nbsp; nbsp; nbsp; Sabadillae gr. mod. pulv. . . ,
Galiao pulv. (Ö. gr. modo).....
Ulycorinum ..........
Gummi arabicum subt, pulv. (0. elect II'1quot;)
Gutti.............
Horba Absinthii cone, et gr. m, pulv.
(B. pulv.)........
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nbsp; nbsp; C'ontaurii cone, et gr. modo pulv.
nbsp; nbsp; Conii cone, et gr. m. pulv. . .
nbsp; nbsp; Hyoscyami cone, ot gr. m. pulv.
nbsp; nbsp; Homatropinum hydrobromicum . Hydrargyrum biebloratum.....
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;bijodatum......
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;cbloratumOnitosubl.parat.)
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;jodatum llavnm ....
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469
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Hydrargyrum oxydatum riibrura(llavumt) nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; praocipitatum album . .
Ichthyolum (Ammon. stüfo-ichthyolicum)
Infusum Sonnao compositum.....
Jodoformium crystallis. et praeparat.
Jodum............
|
Oowicht 1 g
10 -
1 -
10 -
1 -
10 -10 -
100 -
1 -
10 -Minim.
1 g 10 -
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11.
4 5
30 5
|
o.
kr.
26
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Raum für Naobtrtlge.
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10
80
5
12
|
105 10
85
l ^ I 85
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80
10
80
20
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43
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40
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10 -10 -10 -
Inbsp; nbsp; nbsp; nbsp;10 -V! 100 -
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15 15
5
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K
K
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10
80 10
80
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15
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10
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nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; pulv.....
#9632;nbsp; nbsp; nbsp; carbonicum cnulum . . .
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; (depuratum) .
nbsp; nbsp; nbsp; chloricura cryst. et pulv. .
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;dichromicum crudum pulv.
nbsp; nbsp; nbsp; jodatmn.........
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;nitricum gr. m. pulv.....
nbsp; nbsp; nbsp; permanganicum......
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;sulfuratum (Pr. Ö. ad balneum)
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115
20 175 25| 30 40 i 10 i 15
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|
j 10 -
100 -100 -200 -
10 -100 -
10 -\i 100 -
10 -
IInbsp; nbsp; 100 -
1 -
10 -100 -
10 -100 -200 -
10 -100 -
10 -
100 -
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24
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24 220
15
6
14
130
14
23
15
55
|
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200 -
1000 -
i 10 -
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;sulfuricum pulv. (Pr. gr. modo) , J JQO -
lj| 200 -
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;tartariciim........I 10 -
Kamala............| iSo:
Kosinnm...........nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;1 dg
Kreosotum (S. album venale) ..../[ 1 8
Lanolinum...........I inn
Lichen islandicus gr. m. pulv, (Pr. cone) ; 100 -
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470
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Liuimentum ammoniato-camphorntum nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ammoniatum . . . .
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Gowicht
10 g
100 -
10 -
100 -
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nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; saponato-eamphoratum liquid.
siclie Spir. sapon. caiuplior.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; terebinthinat. (Bale. vit. extern.)
|
10 -1(10 -100 -500 -
10 -
10 -
10 -100 -200 -100 -
10 -100 -
10 -100 -
10 -100 -
10 -
10 -100 -
10 -1O0 -fgt;00 -
10 -1(10 -100 -
10 -100 -
10 -100 -200 -500 -
10 -
10 -100 -100 -200 -500 -1000 -100 -
10 -100 -200 -
10 -100 -Idg
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Liquor Aluminii actetici
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Ammonii acetici anisatus .
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caustici
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corrosivus (Villatii).....
Ferri sescjiiichlorati.....
nbsp; nbsp; sulfurici ox3'(lati .... Kali caustici........
Kalii acetici........
nbsp; nbsp; arsenicosi (Sol. Fowlori). .
Natri caustici.......
Natrii silicici (S. onul.) ....
Plumbi subacetici (Plumb, acetic.
basic. sol\it.).......
Stibii elilorati.......
|
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Lycopotlium
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Lysolum
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Magnesia usta. . . . Magnesium carbonicum
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nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; sulfuricum gr. m. pulv.
Manganura hyperoxydatum pulv. .
Manna..........
Mel cnulum........
|
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30 5 6
|
65
100
16
100
6
45
10
85
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depuratum.....
Morphinum hydroohlorionm .
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Mucilas'o Gummi arable!......I 10 - 1 10
100 -
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471
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Myrrha pulv.
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Gowicht
10 g 100 -
10 -10 -
1 -
10 -
10 -
10 -
10 -
100 -
200 -
10 -
100 -
500 -
1000 -
100 -
10 -
100 -
200 -
1 -
10 -
100 -200 -
noo -
1000 -
10 -
100 -
10 100
100 200
1
100
10 100 200
10 100 200
1 1
10
10 100 100 200 500
10 100
10 100
10 100 200
|
s. 20
2 5 2
4 18
20
10
5
15
5 3
|
lraquo;r.
25
|
o.
kr.
62
|
Ruum für NachtriMio.
|
||
|
Napbthalinum album.......
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; recrystallisat. (purissimum)
Napbtholum..........
Natrium acetieum........
bonzoVcum .......
|
10
15 6
15 5 25 40 16 5
|
||||||
|
bicarbonicum pulv......
broniatum........
carbonicum crudum .... ohloratum venalo (onulum) . . nitricum (gr. modo pulv.) . .
Balicylicum.......
sulfuricum gr, m. pulv. (Ö. cryst. venale).....
|
25
|
||||||
|
45 70 5 40 20 30 50
5 15
15
130
20
80
5
|
|||||||
|
35 10
80
4
10 15
8 8
20
|
20
3
|
||||||
|
sice. . . . thiosulfuricum cruduiu
|
24
|
||||||
|
Oleum Amygdalanim . animalo foetidum
|
45
|
||||||
|
Anisi . cadinum
|
11
|
||||||
|
oamphoratum.........I
|
10 90
135 20
160
240
5
5
20
15
120 35 55
100 15 05 10 70 5 30 45
|
10
|
|||||
|
cantliaridatimi
|
|||||||
|
Carvi . Crotonis
|
|||||||
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nbsp; nbsp; nbsp;Hyoscyami
nbsp; nbsp; nbsp;Jccoris Asolli
nbsp; nbsp; nbsp;Junipori Ligni
nbsp; nbsp;Lauri . . .
|
20
80 8
8
50
20
|
20
|
|||||
|
Lini
|
|||||||
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|||||||
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472
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Oleumnbsp; Lini sulfuratiini.....
nbsp; nbsp; nbsp;Mcnthiio piporitae.....
nbsp; nbsp; nbsp;Olivarutn (commune; Ö. II1!quot;) ,
nbsp; nbsp; nbsp;Olivarum (S. provinciale) . .
|
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nbsp; nbsp; nbsp;Papaveris . .
nbsp; nbsp; nbsp;Petrao italioum
nbsp; nbsp; nbsp;Eapae . . .
nbsp; nbsp; nbsp;Ricini . . ,
nbsp; nbsp; nbsp;Sinapis . .
nbsp; nbsp; nbsp;Torobinthinao
|
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Opium pulveratum........
Ova gallinacca (cum dispensatione) , . Oxymel Aoruginis (Unguent, aegyptiac.)
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Soillae.........
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;simplex.........
Paraffinum liqnidum.......
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; solidum........
Popsinum...........
Percha lamollata.........
Phonacetinum..........
|
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Phosphorus......
Physostigininum salicvlieum
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sou Esorinum sulfurienm
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Pilocarpinnm hydroohloricum
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I'ilalae Jalapao Pix liquida . .
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Plumbum aooticiim cnulum pulv
ultrioum.....
Pulvis rpecnonnnhae opiatns .
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473
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474
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Rhizomanbsp; Torinontillao gr. m. pulv. . .
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; subt. pulv. . . .
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Vorutri gr. m. jmlv.....
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; subt. pulv.....
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Zingiberis pulv. (Pr. u. 0. gr. m.)
|
Gowiclit
10 g
100 -10 -
100 -10 -
100 -10 -10 -
100 -
10nbsp; -
20nbsp; '-
100nbsp; -
10nbsp; -
100nbsp; -
10Onbsp; -
200nbsp; -
500nbsp; -
1nbsp; nbsp;-
10nbsp; -
1 -
10nbsp; -
10nbsp; -
100nbsp; -
100nbsp; -
200nbsp; -
500nbsp; -
Idnbsp; -
100nbsp; -
1nbsp; nbsp;-
10nbsp; -
100nbsp; -
10nbsp; -
100nbsp; -
100nbsp; -
2quot;0nbsp; -
100nbsp; -
200nbsp; -
500nbsp; -
1000nbsp; -
100nbsp; -
200nbsp; -
500nbsp; -
1nbsp; nbsp;-
10nbsp; -
10nbsp; -
10nbsp; -
100nbsp; -
10nbsp; -
10nbsp; -
10nbsp; -
10nbsp; -
10nbsp; -
10nbsp; -
|
|
Raum für NftohtrÄge.
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Sacehanmi subt. pulv........
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Lactis subt. pulv.....
Sal Carolinuin factitium......
Salolum............
Sautonimim pulv.........
Sapo domesticus rasus.......
kalinns venalis.......
Sebum ovllo..........
Socale ecu-nut. receuter cont et gr. m. pulv.
Semen Arcoao subt. pulv......
nbsp; nbsp; nbsp;Facnugraeci gr m. pulv. . . .
nbsp; nbsp; nbsp; Lini gr. ui. pulv.......
|
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Sinapis gr. m. pulv.
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Strychni pulv.
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Sirupus Altbaeao . . Aurantii C'orticis
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commumsnbsp; nbsp; . Foenloull Ipeoaouanhae
Liquiritiaenbsp; nbsp;. Monthae
Eubl Idaoinbsp; .
Sennao .nbsp; nbsp; .
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475
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Sirupus simplex.......
Species emolliontes (Ö. aromaticao)
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ö.
kr.
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Raum für Nachtrllge.
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- 30
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pootoralos
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Spiritus
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aothereus
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18
108
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camphoratus
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nbsp; nbsp; nbsp; Coelileariae . dilutus . .
nbsp; nbsp; nbsp; Formicarum
nbsp; nbsp; nbsp; saponatus .
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14 125
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nbsp; nbsp; nbsp; saponato-caraphoratus ....
nbsp; nbsp; nbsp; Sinapis.........
Stibium sult'uratum aurantiaouni . . .
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;crudum gr. m. pulv.
Stryohninum nitricum......
Styrax liqiiidus crudus (Ü. Yonalis) . .
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; depuratus . . , . .
Suecus Juniperi inspissatus.....
nbsp; nbsp; nbsp;Liquiritiao depuratus.....
Sulfonalum...........
Sulfur sablimatum........
Summitates Sabinae cono. et gr. m. pulv. (B. pulv.)..........
Talcum aubt. pulv.........
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5
18
4 25
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47G
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Tartarus depuratUS subt. pulv. natronatus . . .
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stibiatus subt. pulv. (P. pro usu votorin.).......
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Terobinthina communis
Tcrpiiiiim bydratüm
Thallinum sulfuricum . Thymolum.....
Tinotura Aconiti . , . AloBs . . .
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aniara ....
Arnicao ....
aromatiea . . .
Asae footidae Belladonnae . . Benzoes (Siam) .
cOraposita Calami ....
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Cantharidum . .
Capsici .... Cateohu . , . Chinac composita
Chinioidini . . Digitalis . . .
Forri pomata . .
Gontianao . . .
Jodi.....
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Myrrhao Opii crocata simplex Ratanhiao . Rbei aquosa
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477
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Tinctura Khoi vinosa
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Strophantin
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Strychni
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Valoriauae .
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IT.
25 180
20
15
16
110
20 150
90 25
20 150
15 10 75 25 15
100 10 95 20 15
110 15
125 15
180 15
125 26
190 15
ia5
20
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11.
4
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ir.
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Raum für NaclitrilL'o.
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10
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nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; aetlioroa ....
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Voratri.........
Tubora Jalapae subt. pulv. (ö. gr, m pulv.)
Salop pulv. . . .....
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20
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51
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Unguentum Acitli borici nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; basilicum .
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10
25 10
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80 31
52
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Cantharidnm......
oerenm (Ö. simplex) . . .
C'ornssae.......
camphoratnm . . diadiylon.......
Iluvnra sea Althaoae . . .
Glycerin!.......
Hydrargyrl albnm ....
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; cinereum . . .
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;rubrom . . . Kalii jodati......
lonicna........
Paraflini (Vasolinnm album)
riiunbi ((). Plunil)! acetici)
Rosinarini oompositum s\illiiratuin(Plianii.Austriaca Tartar! stibiati .... Torebinthinao ....
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10
100
10 100
10
10 100
10 101)
10 100
10 100
10 100
10 100
10 100
10
10 100
10 100
10 1(10
10
10 100
10 10
10 100
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10
80 10
12
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8 50 12
15
16
100 15
15
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20
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75
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126
15
8! 10
501 85
10 16
10 I 20
12! 20 10 90
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10
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38 26
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10
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oompositum sou digestiv.
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12 8
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nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Zinci
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10
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Vasolinnm germanicum (lav. (Pr. Vasolin
aiuorican.).....
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40
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10 80
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23
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Yeratrinum piirum ot sulfuricurn . . . J
Vinuai (gcnorosuin) rubrum.....I
stibiatmu ........
Zinoum cliloratum........
nbsp; nbsp; nbsp; oxydatum crudum (Ü. pur. vonalo)
nbsp; sult'uriciim.........J
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; orudam gr. modo pulv. |
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IV.
Taxe für Uezeptiirarbeiten.
1.nbsp; nbsp; Alxlninpfcu: für jode zu vordampfoudon 100,0 l*r. 10 Pf.; Ö. 10 kr.
2.nbsp; nbsp; AnflSsen und Aiireibt'n: S. 10 Pf.; Pr. 10 Pf.; 11. 10 Pf.; Ö. 7 kr. In Pr. ist für das Auflösen von krystallisiorten Substanzen (Salzen, Zucker) oder der Manna 15 Pf., für Auflösen von Phosphor 25 Pf. (ü 15) zu bereclmen.
3.nbsp; nbsp; Dekoktc, IiifiiMioiien und IMgestioiieii (letztere bis zur Dauer von 24 Stunden): S. bis mit 100,0 25 Pf, für jede weiteren 100,0 3 Pf., Pr. 25 Pf.; B. Dekokt bis mit 500,0 25 Pf., für jede weiteren 500,0 10 Pf.; Infus 20 Pf, bez. 10 Pf.; Ö. Dekokt bis mit 200,0 18 kr.,'für jede weiteren 100,0 2 kr.; Infus 15 kr. bez. 2 kr.
4.nbsp; nbsp; IHHpciiHtitiwu nicht flüssiger Ai'xncicn, einschliesslich des Beutels oder der Kapsel und Signatur: S. bis mit 100,0 5 Pf., bis mit 500,0 8 Pf, für je weitere 500,0 3 Pf.: Pr. bis mit 100,0 7 Pf., bis mit 200,0 10 Pf., darüber 14 Pf, (für Dispensation eines niebt gestrichenen Pilasters, einer Salbe, eines Suppositoriums oder ähnlicher Arznoiformen bis mit 10,0 7 Pf., bis mit 100,0 10 Pf., bis mit 200,0 14 Pf., darüber 20 Pf.; für Dispensation eines gostrichenou Pilasters 10 Pf.); lt. Dispensation eines einzelnen Pulvers incl. Sack und Signatur 5 Pf.; ausführliche schriftliche Vorschrift zur weitereu Zubereitung im Hause etc. 10-20 Pf. Ö. Ins mit 200,0 3 kr., 200 5(0,0 5 kr., darüber 7 kr.; für Dispensation eines nicht gestrichenen Pilasters oder eines Cerates 5 kr., 7 kr., 10 kr. etc.
5.nbsp; nbsp; Emnlsionent S. 25 Pf.; Pr. 25 Pf.; laquo;. bis mit 500,0 20 Pf., für jede weiteren 500,0 10 Pf.; Ö. 12 kr.
6.nbsp; nbsp; LatwePffent S. bis mit 250,0 16 Pf., für je weitere 250,0 5 Pf.; Pr. bis
mit 200,0 25 Pf., für je weitere 100,0 3 Pf.; laquo;. bis mit 500,0 20 Pf., für je weitere 500,0 10 Pf ; Ö. bis mit 200,0 15 kr., für je weitere 100,0 5 kr.
7.nbsp; nbsp; Pllnwter: a) bei blosHem Mischen und Malaxicren S. und Pr. bis
mit 100,0 15 Pf., bis mit 200,0 20 Pf., darüber 30 Pf.; B. bis mit 250,0 20 Pf.,
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für je weitere 250,0 10 Pf.; 0. bis mit 200,0 10 kr., für je weitere 100,0 3 kr.;
1)) bei Sclmiclzcu oder Kochen S. und B. dio unter a) angegebenen Proiso um dio Hälfte erhüht; l'r. bis mit 100,0 20 Pf., bis mit 200,0 40 Pf., darüber G0 Pf.; Ö. bis mit 200,0 20 kr., für je weitere 100,0 5 kr.
8.nbsp; nbsp; Pillen und KlHMen: a) Austossen der Masse S. bis mit 50,0 15 Pf., für jo weitere 50,0 3 Pf.; Pr. bis mit 20,0 10 Pf., für je weitere 10,0 3 Pf.; lt. Mischen und Formen (iud. dos Pulvers zum Bostrouon) bis zu 8 Pillen oder Bissen 20 Pf., je weitere 2 Stück 5 Pf.; Ö. bis mit 10,0 10 kr., je weitere 10,0 5 kr.; Austossen von Bisseninasso für Tiere ist wie Latwergen-Bereitung zu berechnen,
b) Abteilen, Formieren, Bestreuent S. pro Stück 3 Pf.; für kleinere Pillen bis zu 0,5 Gewicht für jo 30 Stück oder weniger 10 Pf.; Pr. pro Stück 10 Pf.; 0. für 30 Pillen oder woniger 10 kr., für jeden Bissen bis incl. 10 Stück 2 kr., über 10 Stück jedes weitere Stück 1 kr.
9.nbsp; nbsp; Pulver mid Species : a) Mischen S. bis mit 500,0 10 Pf., für je weitere
500,0 5 Pf.; Pr. für gtobo Pulver bis mit 100,0 6 Pf., 200,0 7 Pf., darüber 10 Ff., für feine Pulver bis mit 100,0 10 Pf, darüber 15 Pf.; B. bis mit 500,0 15 Pf., für je weitere 500,0 5 Pf.j 0. für grobe Pulver bis mit 200,0 5 kr., für jo weitere 20 ',0 8 kr.
b) Dividieren und Dispensieren: S. pro Stück 3 Pf., Pr. pro Stück bis (Ind.) 100,0 Gewicht 5 Pf., 200,0 Gewicht 8 Pf., darüber 10 Pf.; B, pro Stück 5 Pf.; i). pro Stück bis (Ind.) 100,0 Gewicht 2 kr., darüber 3 kr.
10.nbsp; nbsp; S.iIIm'bi: a) bei blossem Mischen von Fetten bez. dazu flüssigen Substanzen S. bis mit 100,0 10 Pf., bis mit 200,0 15 Pf., darüber 20 Pf.; Pr. bis mit 50,0 10 Pf., 100,0 15 Pf., 200,0 26 Pf., darüber 30 Pf.; B. bis mit 250,0 20 Pf., für je weitere 250,0 10 Pf.; Ö. bis mit 200,0 10 kr., darüber 15 kr.; b) bei /umischen von Pulvern, Extrakten etc. S. der Preis unter a) um die Hälfte erhöht; Pr. bis mit 50,0 15 Pf., 100,0 25 Pf.. 200,0 40 Pf., darüber 50 Pf.; B. wie unter a); Ö. bis mit 200,0 15 kr., darüber 20 kr.;
o) bei Schniel/oii S. der Preis unter a) um die Hälfte erhöbt; Pr. bis mit 50,0 28 Pf., 100,0 40 Pf., 200,0 C0 Pf., darüber 80 Pf.; B. der Preis unter a) um die Hallte erhöht; Ö. bis mit 200,0 20 kr., darüber 25 kr.
11.nbsp; nbsp; Sllturution: Pr. 20 Pf. (das Auflösen der angewendeten Substanzen wird besonders berechnet); 0. 15 kr. (incl. Lösung).
12.nbsp; nbsp; 8u|gt;igt;OHitorien und älisilielie Arxneifornien: It. 1 Stück 10 Pf., jedes weitere 5 Pf.; 0. für Austossen oder Schmelzen bis mit 15,0 10 kr., für jede weiteren 15,0 5 kr, für Formieren etc. von Suppositorien und Globuli pro Stück 5 kr., für Formioren von Bacillen pro Stück 10 kr., über 10 Stück für jedes weitere Stück ö kr.
13.nbsp; nbsp; WHg-niijraquo;- und Tropf'eiixtililnng: S. 8 Pf., Pr. 3 Pf., B. , O. 1 kr. für jede Wägung etc.
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V.
Tnxe der (raquo;efilsso.
a) Crläsor mit Toktur und Signatur.
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1)) Graue oder gelbe
(0. gewöhnliche) Büchsen (Kruken,
Tiegel) mit Toktur und Signatur.
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o) Pappschachteln ohne Falz incl. Signatur.
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d) Pulverkästchen incl. Signatur.
Pr. zunbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;8 Pulvern..................13 Pf.
- il-16 -nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ..................20 -
darübernbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ..................25 -
0. bis zu 6 Pulvern von zusammen nicht über 6,0 Gewicht 6 kr., sonst 8 kr.; über (! Pulver für jode weiteren 6 Pulver 2 bez. 3 kr.
Bei Illltgobraohten GefttSSen kommt in S., B. und Ö. dor halbe Taxpreis in Anrechnung; in l'r, darf (bei Tiorarzncicn) nichts in Anrechnung gebracht worden.
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Therapeutisches Register.
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Dio beigefügten Zillbm vorweisen auf die Soitenzahlon.
Abhilrcn, inaiigclltaftos: Antimonialien 227, Arsenik 441, Kochsalz 42G, Schwefel 238.
Acnriisiuissulilng: Jod 445, Kantharidcnsalbe 114, Perubalsam 107, Storax 108; siehe auch Käu de.
Abscosse, Kcifuiigsniittol für tlleselbcu: Fette 41 ff,, Kantliaridonsalbe 114, Lorbeeriil 120, Saccharina 60 ff,, Schleime 41 ff,
Actinomykomc: Jod 445, Jodkalium 448, Karbolsäure 281, Plumb, nitric. 142,
Akno: Naplithol 294, Besoroin 292, Salicylsiiure 412; siehe auch Ekzem.
Albumiiiuric, siehe Herzleiden und Nierenentzündung.
Amaui'osis: Strychnin 852, Voratrin 223.
Auiimic: Arsenik 441, Calolumpbosphat 438, Eisenpräparate 434 ff., Eisensalmiak 187, Kochsalz 426, Leherthran ,ri8, Schwefel 238.
Aphtheiisouclie: Alaun 184, Eichenrinde 128, Kreolin 286, Lysol 287, Pyok-tanin 298, Natriumdithiosalicylicuin 413, Teer 289.
Appetitlosigkeit: Aloö 245, Amara 17 ff., Gewürze 80 ff., Brechweinstein 228, Calolumpbosphat 438, Capsicum 117, Kochsalz 426, Pepsin 78, Pilokarpin 204, Klicum 248, Säuren 157 ff., Senf 119, Terpentinöl 193; siehe auch Unver-daulichkoit und Magenkatarrh.
Askariden: Arsenik 441, Brechweinstein 228, Cina und Santonin 258, Kreolin 2SC, Tanacetum 260, Terpentinöl 194, Tierül 260, Walnussblättor 129.
Kauclifcllentzüiiduiig: extern Krotonül 240, Sinapismus 110; intern Opium 338.
BeschiUseuclic: Hüllonstein 151, Strychnin 352, Sublimat 455.
Itlascnkntarrb: Benzoesäuro 415, Borax 278, Buccoblättor 211, Kallamohlorat 277, Kampforsäure 100, Karlsbader Salz 243, Kochsalz 426, Kreolin 286, Naphthalin 293, Eesoroln 292, Sadebaum 400, Salieylsilure 412, Säuron 158 ff., Tannin 127, Teer 290, Terpentinöl 194, üva Urs! 131.
Blutiiugen, 1) an entfernten Organen: ßleizuckcr 141, Hydrastis canadonsis 399, Martialia 433 ff., Säuron 157 ff, Seealu cornutmn 397, Tannica 124; 2) an zugänglichen Stellen: Alaun 134, üossypium hämostaticum 65, Gummi arabloum 42, Eisenchlorid 432, Eisenvitriol 432, Kreosot 283, Paleae hämostaticae 61, Säuren 157 ff., Tannin 126, Terpentinöl 193.
Bremsllicgeu, Ablialtiing derselben: Wermut 82,AValnussblätter 129, Tleröl280,
lironcliitis: Apomorphln 225, BenzoSsäure 415, Blelznoker 141, Brechweinstein 228, Ipecacuanha 219, Kreosot 283, Salicylsäuro 415, Salmiak 186, Terpentinöl 193; siehe auch Eespirationskatarrhe, MUllor, Pharmakologie^nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;31
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HrustMlont/iiiuluiig: extern Krotonül 241, Sinapismus 110; intern Digitalis
385, Kalomel 458. Ciirciuomatose: intern Condurangoriiulo (Magenkrebs) 75, Kreolin 286. Chlorosc, siehe Anämie.
Cliolelltlllaslsi Kochsalz 426, Natriumblkarbcmat 172; siehe auch Icterus. Clioreat Antipyrln 418, Arsenik 441, Atropin 248, Bromsalze 325, Chloralhydrat
314, Coniuin 377, Höllenstein 151, Zinkpräparate 148. Collnps: Äther 310, Alkohol 321, Arnika 105, Atropin 348, Cocain 360, Cofibin
356, Essigklystiero 157, Kampier 08, Kochsalz (intratrachoal) 427, Salmiakgeist
und Amraoniumkarbonat 184, Terpentinöl 194, Valoriana 101, Voratrum 223. t'oiijuuctivitis; Alaun 134, Atropin 347, Bloipräparato 142, Cocain 360, Kupfer-
alaun und Kupfervitriol 144, Höllenstein 150, Pyoktanin 21)8, Quittenschleim 48,
llesorcin 2i)2, Salicylsäuro 412, Tannin 126, Zinkvitriol 147. Coiijuuctivitis bleiiiiorrlioica untl iufectiosa: Borsäure 278, Chlorwassor 273,
Höllenstein 150, Kreolin 286, Präeipitat, weiseer und roter 459, Pyoktanin 298,
Sublimat 455. Comeagosclnvüre: Borsäure 278, Chlorwasser 273, Cocain 3G0, Jodoform 297,
Pyoktanin 21)8, Sublimatwasser 455. Cysten: Alkohol 321, Jodmittel 445, Caustica 154 ff. Cystitis, siebe lilasonkatarrb.
lgt;iuii|)tigkoit: Arsenik 441, Jodkalium 448.
DeenbltUSi Plumbum taunicum 142, Pyoktanin 298, Tannin 126; siehe auch I ntertr ige.
Diabetes mellltust Doppelsoda 172, Karlsbader Salz 243.
üiphtheritis, Gregarluose desfteflttgelsraquo; Brom 273, Glycerin 57, Kreolin 286, Lysol 287.
Durchfall, akuter: Alaun 13^ Asa foetida 106, Bismutpräparato 152, Cascarill-rinde 88, Chinin und Chinarinde 408, Colombo 76, Eichenrinde 132, Eisenvitriol 432, Eisonchlorid 432, Gummi arabioum 42, Ipecacuanha 220, Isländisches Moos 77, Kalkwasser 101), Kreide 174, Magnesia 170 und 175, Opium 238, Ratanhia 130, Rheuin 248, Salep 48, Tannin 127, Tormentillrhizom 138.
Durchfall, chronischer: Eicheln 132, Eructus Belae 133, Höllonstein 150, Plumbum acoticum 141, Semen Strychni 363.
Durchfall, infektiöser: Höllenstein 150, Ichthyol 291, Kalomel 458, Kreosot 283, Naphthalin 293, Naphthol 294, Resoroin 293, Salicylsäuro 412, Thioform 153, Thymol 292.
Dyspepsie, siehe Appetitlosigkeit.
Eklampsie der llümlin: Bromsalze 325, Chloralhydrat 314, Chloroform 314, Morphin 337.
Ekzem, 1) trockenes: intern Arsenik; extern Karbolsäure 281, Chrysarobin 295, Ichthyol 291, Kreolin 286, Naphthol 294, Pyrogallol 295, Eesorcin 292, Salicylöl 411, Schwefel 238, Seifen 178 ff., Schwcfelleber 180, Teer 289; 2) nässendos und eiterndes: Bloipräparato 141, Dermatol 152, Jod-glycerin 445, Kreolin 286, Liquor Aluminii acetici 185, Magnesia 170, Queck-silberpräcipitat 459, Salicylpulver 411, Stärke 50, Sublimat 455, Talcum 59, Tannin 126, Thioform 153, Zinkoxyd 148.
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Epilepsie: Arsenik 441, Belladonna 348, Dromsalzo 325, Conium 377, Höllenstein 377, Valoriana 101, Zinkpräparate 148.
Epistaxis: intern Kochsalz 426; siehe auch Blutungen.
Erbrechen, unstillbares: Chloralhydrat 315, Chlnroforni 307, Jod 445, Kaffee 357, Kreolin 286, Kreosot 383, Opium 338, Resorcin 293, Valeriana 100.
Erytliem: Salioylsäure; siehe auch Ekzem.
EiitcrcutüUntliin^: Ichthyol 291, Kollodium 61, Salicylsalbo 412.
Favusnusschlng: Chrysarobin 295, Jodtinktur 445, Karbolsäure 281, Kreolin 286, Qucoksilborpräcipitat 459, Salioylsäure 411, Sublimat 455, Teer 289.
Festliegen der Kühe: Breohnuss 353, Veratrum 288, Terpentinöl (subkutan) 193.
Fettsucht: Jodkalinm 448, Karlsbader Salz 243, Kochsalz 426.
Fieber: Aconitum 372, Antifebrin 445, Antipyrin 418, Antithormin 419, Bonzoö-säuro 415, Blausäure 329, Chinin 407, Digitalis 386, Hydracotin 418, Jodoform 297, Kampfer 98, Phenacetin 416, Phenokoll 417, Resorcin 293, Salicyl-säure 412, Säuren 157 ff., Tartarus stibiatus 228, Thallin 419, Thymol 292, Voratrin 223.
Fluor albus: Chlorkalk 273, Hydrastis canadonsis 399, Kaliumpermanganat 275, Karbolsäure 281, Kreolin 286, Liq. Aluminii acot. 135, Sabina 400, Sooale cornutum 397.
Ernkturenheiliing, mnngelhnfte: Knochenmehl 438, Kreide 174, Phosphor 437.
Furiinculosis: Pyoktaiün 298, Salioylsäure 412; siehe auch Akne.
ttnstroenteritis, siehe Durchfall und Mageu-Darmkatarrh. Gebiiriiiiitterbliitung: Hydrastis canadonsis 399, Oossypium herhaeoum 899,
Sccalo cornutum 397, Zimmtrindo 87; siehe auch Blutungen. Ocbäriiiuttercnt/iiiHluiig: intern Hydrastis canadensis 399, Socale cornutum 397,
extern Jodlösung 445, Karbolsäure 281, Kreolin 286, Sublimat 455; siehe auch
Fluor albus. (. eh im krank heile ii: Cathartica, namentlich Aloü 245, Kalomel 458 und Tartarus
stibiatus 228, Chloral 314, Conium 377, Morphin 337, Pilokarpin (subkutan)
203, Veratrin (auch subkutan) 223; extern Krotonöl 239; siehe auch
Krämpfe, Oeschleclitstrieb, aufgeregten Bromsalze 325, Kampfer 99, Kampfersäure 100,
Monobiomkampfer 100, Morphin 99. Geschlechtstrieb, verminderter: Capsicum 117, Kantharidcn 114, Piper 117. (wcsclmilre, übeibescliallene etc.: Bonzoö 196, Borsäure 278, Borkrcoliu 286,
Chlorkalk 273, Dermatol 112, Kampfer 98, Kreosot 283, Loretiu 279, Myrrha
196, Tannin 126, Teer 289. (Jicht der Vögel: Karlsbader Salz 243, Kochsalz 426, Lithiumsalzo 174, Salioylsäure 412.
llanrausfall: Kantharidentinktur 114, Perubalsam 107. Hnrthilutigkeit: Schwefel 238; siehe auch mangelhaftes Abhären, llnrtschuaullgkeit: Strychnin 352.
Heruien: Säuron, besonders Chromsäure 157, subkutan Kochsalz 427, Spiritus 321.
Hcrpesausscliiag: Chrysarobin 295, Jodtinktur 445, Karbolsäure 281, Kreolin
286, Quocksilborpräcipitat 459, Quecksilberoxyd 459, Sublimat 455, Teer 289.
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llcr/knniklicitcn : Arsenik 441, Coirei'n 350, Digitalis 385, Jodkalium 448, Ka-lomel 458, Lobelia 3Ü9, Stropliantlms 387, IJuobraoho 3(19.
Hornliaul(Icekc: Jodkalium 449, Kalomol 458, Quecksilberprilcipitat 459, Queck-silberoxyd 459, Salmiakgeist 184, Zueker 06.
Hydrocele: Alkohol 321, Jodjodkalium 445, Kochsalz 472.
Hydrops: siehe Wassersucht.
Icterus; Doppelsoda 172, Ipecacuanha 220, Karlsbader Salz 243, Salpotorsäuro
159, Terpentinöl 194. Incontinen(ia iirinac: Sccale cornutum 397, Strychnin 352. liitliion/nforiiicu: Kalomel 458, siehe auch Darmkatarrh, Kospirations-
katarrh etc. lutertrigo: Amylum Tritici 50, Calcium suli'uricum ustum 00, Lyoopodium 59,
Magnesia 170, Salicylsäuro 411, Talcum 59, Zinkoxyd 148. Iritis: Atropin 347, Cocain 3G0, llomatropin 348, Pyoktanin 298, Scopolamin 348.
linlbellebor, paralytisches: Cotfeinum natrio-salicylicum 356, Kampfer 98,
Stryclmhi 353, Veratrin 223. Killbernihr: Kalomel 458, Kreolin 286, Salicylsäure 412, Besoroln 293, Sublimat
456; siehe auch infektiösen Durchfall. Kclilkopfkatarrh: Hrominbalationon 326, Morphin 338, Tannin 126; Weiteres
siehe Respirationskatarrb. Kcratitis; Atropin 347, Cocain 360, Ichthyol 291, Pyoktanin 298; siehe auch
Conjunctivitis und Cornoagoschwiire. Kuoclienllstelii; Milchsäure 163. Kolik, 1) Krampfkolik: Asa footida 106, Belladonnaextrakt 348, Chamomilhi
102, Mentha 104, Morphin 337, Valoriana 101; 2) Unvordaulichkeits-
kolik: Arokolin 364, Kochsalz 426, Pilokarpin 2Ü4, Physostigmin 363, Cathartica
235 ft'.; 3) Windkolik: Äther 310 (als Glysma), Kalkwasser 169, Kümmel
84, Magnesia 170, Terpentinöl 103; 4) Überfüttorungskolik: Cathartica235. Krilmpfo: Äther 310, Chloralhydrat 314, Kampfersäure 100, Morphin 337, Vale-
riana 101; siehe auch Chorea und Epilepsie. Krampfhustou: Belladonna 348, Blausäure 330, Bromsalzo 325, Chloralhydrat
315, Codein 340, Conium 377, Lobelin 369, Quebracho 369. Krcii/.lilhmiiiig: Strychnin 352, Veratrin 223. liäuse; Arsenik 452, Kreolin 286, Petroleum 312, Sabadilla 323, Säuren 157,
Schwefellebor 180, Staphisagria 223, Tabak 318, Terpentinöl 193, Unguontum
Hydrargyri 453, Veratrum 223. Lecksueht, Abnagen der Haare etc.: Apomorphin 226, Knochonmohl 438, Kochsalz 426, Kreide 174. Legenot des Oelliigels: Seeale eornutum 387.
Leukämie: Arsenik 441, Chinin 408, Eisenpräparate 433, Schwefel 238. LuftröhreMkatariii: Jod iiitratracheal445; Weiteres siehe Respirationskatarrb. Lungenhliituiig: Bleizucker 141, Eisen 433, Kochsalz 426, Säuren 157; siehe
auch Blutungen. LungeiientzUndiiiig: Ainmoniumacetat 187, Apomorphin 225, Bonzoösäuro 415,
Digitalis 385, Qullldja 190, Salmiak 186, Senega 189, Tartarus stibiatus 228,
Teer 290, Veratrnm 223.
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Liingcmvüriiior: Karbolsäure 281, Kreosot 233, Teer 290. Lyssiv: Urora 274.
Mngeii-DariiiMutiiiigcii: Alaun 134, Eisenclilorid 432, Eisenvitriol 432, Gerb-siiuro 158, Säuren lf8; siehe nudi Blutungen.
Magciikntarrh und Magen #9632; Darinkatariii: Apomorphin 22G, Colombo 76, Doppolsoda 172, Esoridin 303, Karlsbader Salz 243, Kreolin 286, Kreosot 283, Rlieuin 249, Semen Stryohni 353, Tamiica 126 ff.; siebe aueh Durchfall.
Malaria: Chinin 407.
MastdariiiTorfall: Socale cornutum 307.
Mauke, siehe Ekzem.
Milehmangel: Gewürze 88 11'., Goldscbwefel 230, Kaliumohiorat 277, Schwefel 237.
Milzbrand: Kreolin 286.
Nachgeburt, Zurückbleiben derselben; Gossypium herbaecum 399, Hydrastis oanadensis 399, Sadebaum 400, Secalo cornutum 397; siehe auch Fluor albus.
Neubildungen: Jod 445, Karbolsäure 281, Pyoktanin 298, Secalo cornntum 397, Spiritus 821, Sublimat 455.
Nierenentxiiiidung, Albuminurio, Hämaturie etc.: Bilrentraubenthee 181, Blei-zuckor 141, Eisen 433, Tannin und Tannica 127 il'., Pilokarpin 203.
Offenstehen des Afters: Strychnin 352.
Orcbitis: extern Chloroform 307, Kollodium 61.
Ostconialacic: Arsenik 441, Kalkwasser 169, Knochenmehl 438, Kreide 174,
Phosphor 437. Otitis externlaquo; (Otorrhöe, inneror Ohrwurm): Alkohol 821, Borsäure 278, Dor-
matol 152, Ichthyol 291, Kalinmpermanganat 275, Magnesia 170, Salicylsäure
411, Salol 414, Silbernitrat 150, Zinkacotat 148, Zinkoxyd 148; siehe auch
]?kzem. Ox juris; extern Essig 157, Santonin 259, Thymol 292.
l'annus, siehe Hornhautflecke,
Petcchialücbcr: Ichthyol 291, Jod (intiatracheal) 445, Kalomel 458, Hydrastisextrakt 399, Lysol 288, Naphthalin 294, Säuren 175, Sublimat 456. Pharyngitis: Alaun 134, Gummi arable. 42, Kaliumchlorat 277, Kampfersäure 100,
Sacchanna 66 ff., Sauron 156 ff, Tannica 126 If., Thymol 292; Siehe auch
Stomatitis. Prurigo: intern Arsenik 441; extern Teer 289, Ichthyol 291; siehe auch
Ekzoma chronienm. Pseudoskorbnt: Catechu 131, C'ochlearia 120, Kaliumchlorat 277, Kaliumper-
mnnganat 27ö, Kreolin 286, Myrrhentinktur 196, Tannin 286; siehe auch
Stomatitis.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;
Psoriasis: Naphthol 294, Pyrogallol 295, Salicylid 412, Teer 289; siehe auch
Ekzem. l'yilmie: Alkohol 321, Chinin 407, Kampfer 98; siehe auch Fieber.
Bändet Arsenik 442, Ichthyol 291, Karbolsäure 281, Kreolin 286, Kreosot 283, Perubnlsam 107, Petroleum 312, Quecksilborpräcipitat 459, Salicylöl 410, Schniiorscifo 176 11'., Schwefel 237, Schwefelleber 180, Storax 108, Sublimat 455, Tabak 368, Terpentinöl 193, Teer 289; siehe auch Acarusausschlag.
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Bebet Pllokarpin 203, Tartarus stibiatus 228, Cathartica, besonders Aloö 245; siehe auch Rheumatismus,
Respirtttloiiskatai'rhe: intern Amiuoniumaootntlösung 187, Aponiorphin 225, Bittermaiulehvasser 380, Coilein 340, Goldaelnvefol 230, Ichthyol 291, Ipoca-cuanha 219, Karlsbader Salz 243, Kochsalz 426, Kreosot 283, Liquor Amnionii anisatus 184, Morphin 338, Salmiak 186. Schwefel 237, Schwefelspiossglanz 230, Senega 189, Sodaprftparnte 172 ff,, Tartarus stibiatus 228, Teer 290, Torpinliydrat 1S6, Terpentinöl 198, (Juillaja 190; als Inhalation oder intratracheal Bittermandol-wasser 330, Ichthyol 291, Kalkwasser 109, Kochsalz 420, Kreolin 280, Kreosot 283, Morphin 33S, Salmiak 186, Sodapriiparato 172, Teer 290, Terpentinöl 193.
liluuhllis: Arsenik 441, Kalkwasser 169, Knochenmehl 438, Kreide 174, Lober-thran 58, Lipanin 58, Phosphor 437.
lilicumalisiinis: intern Aconitum 372, Antifebrin 416, Antipyrin 418, Bonzoe-säure 415, Colohicum 375, Hydracetin 418, Jodkalium 448, Salicylsäure 412, Tartarus stibiatus 228, Veratrum 223; subkutan Antipyrin 418, Atropin 348, Morphin 837, Pllokarpin 203, Veratrin 223; lokal Chloroform 307, Ichthyol 291, Salicylsäure 412, Hautreize 111 ff.
Rotz (behufs Diagnose): Mallem 420.
Samenstrnugverliiirtiiiiir: Jod 448.
Sclilnngenbisse, siehe Vergiftungen 38.
Sclnveiiierotlauf: Kalorael 458, Kreolin 280, Salicylsiiuro 412, Säuren 175 ff., Sublimat 456.
Schwindel des Pferdes: Bromkalium 320, siehe auch Epilepsie.
Septicilmie: Alkohol 321, Chinin 407, Kampfer 98; siehe auch Fieber.
Speiclielflsteln: Jod 445, Salmiakgeist 184.
Staupe: Ammoniumacetat 197, Chloralfonnamid 316, Ichthyol 291, Kalomel 468, Naphthol 294, Rcsoroin 293; siehe auch Darmkatarrh, Respirations-katarrh, Krämpfe etc.
Stollheulcii: Arsenik 442, Sublimat 455.
Stomatitis: Alaun 134, Borax 278, Kuliumchlorat 277, Kaliumpormanganat 275, Kreolin 286, Säuren 156 ff., Salvia 129, Tannin 120, Thymol 282; siehe auch Pseudoskorbut.
Sti-nhlkrebs: Arsenik 442, Chlorkalk 273, Chlorzink 148, Eichenrinde 128, Eisenchlorid 432, Eisenvitriol 432, Holzkohle 294, Jod 445, Karbolsäure 281, Kreosot 283, Plumbum nitricum 142, Pyoktanin 298, Resorcin 293, Salicylsäure 411, Salmiakgeist 184, Schlegsches Pulver 145, Sublimat 455, Teergyps 289.
Struinn: Eisoncblorid (intraparenehymatös) 432, Jod (intern u. intraparench.) 445, Jodkalium (intern) 448.
Tiluicn; Areka 368, Chloroform 306, Fifcxextrakt 262, Eilixöl 262, Granatrinde 264, Natriumpikronitrat 266, Kamala 266, Koso 265, Kupferoxyd 266, Kürbissamen 266, Naphthol 294, Thymol 292.
Tetanus: Amylnitrit 323, Chloralhydrat 314, Chloroform 306, Codoin 340, Conium 377, Curare 379, Lysol 288, Pllokarpin 204, Sulfonal 317.
Troinmclsiicht: Colcbicum 375, Holzkohle 300, Kalkwasser 169, Kümmel 84, Magnesia 170, Natrium subsulfurosum 274, Oleum Petrao 312, Salmiakgeist 184, Seife 177, Terpentinöl 193.
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Tuberkulose: Kreolin 286, Kreosot 283, Toer 29Ü; behufs Erkennung Tuber-kulin 420.
Ungeziefer der Viigol: Anis 85, Feiichol 87, Potersiliensamen 210.
Uuverdnuliclikeit der Wiederkäuer: Amara 71 ff., Breohweinstein 228, Eseridlu 363, Gewürze 79 ff.. Ipecacuanha 220, Filokarpin 204, Pliysostigmin 363, Salzsäure 161, Tabak 368, Terpentinöl 193, Voratrin 223.
Verbreiiimiigen: Amylura 50, Bleipräparate 141, Bolus 59, Dermatol 152, Boppelsoda 172, Ichthyol 291, Jodoform 297, Kalkllniment 169, Kollodium 61, Fette 51 II'., Salicylsiiuro 411, Salol 414, Silbornitrat 150, Talcum 59,
Vergiftungen, sioho Seite 35 ff.
Verknlben, seuehciiliaftcs: subkutan Karbolsäure 281.
Verstopfung: intern Cathartica 245 ff., ausserdem Kaiomel 451, Tabak 369, Tartarus stibiatus 228, subkutan Arekolin 364, Kseridin 363, Muscarin 364, Filokarpin 204.
Wassersucht: Chinin 408, Coffein 356, Digitalis 385, Kaliumacotat 211, Kalomol 458, Natriumacetat 212, Filokarpin 203, Scilla 387, Strophanthus 387, Terpentinöl 194, Theobromin (Diuretini 357, Wacholderbeeren 208, Wasserfenohel 210, Weinstein 215.
Wehen, nmngeludc: Glycerin (intrauterin) SO, Gossypiumwurzel 299, Filokarpin 204, Seeale cornututn 397, Zimmtrlnde 87.
Wiedorkauen, unterdrücktes: Amara und Gewürze 71 ff. und 80ff., Capsicum 117, Esoridin 363, Ipecacuanha 220, Filokarpin 204, Kademachors Eisentropfen 430, Säuren 157 ff., Senf 119, Tabak 367, Tartarus stibiatus 228, Terpentinöl 193, Veratrum 223; siehe auch Unvordauliohkeit.
Wollefrossen: Apomorphin; siehe auch Lock sucht.
Würmer, siehe Askariden, Oxyuren, Tänien.
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Alphabetisches Register.
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Die lieigefügtcn Ziffern verweisen auf die Seitenzahlen.
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Abführmittel 231
Abortiva 4
Absorbentia 4
Absorptioiiavorliältnisso der Arzneimittel Kiff.
Aoabaio-Pfoilgift 378
Aoetanilidum 415
Acetparaplienotidin 416
Acotum l(Jl
aromaticum 162 pyrolignosum 288 Soillae 387
Acidum acetioum lül
arsenicosum 24,488 beuzolcum 414 boricum 277 oamphoricnm 99 carbolioum 278
orad.284 - liquefact.278 chromicum 163 citricnm 163 formioioum 120 hydrobromio. 324 hydroohlorioumlöO laotionm 163 nitrico-nitres, 159 nitricara 158 nitrioamfamanslSO phosphorioum 161 pyrogallicam 294 salioylieum 40i) sulfurioum 159 sulfurosuni 274
sohlt. 274 tannicum 125 tartarloum 163 triohloracetlo, 162
Aconitoxtraot 371
Aconitin 26. 370
Aconittinktnr 371
Aconitvergiftung 35, 372
AJolhoids(|uello 324
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Adeps benzoatus 53 Lanao 53 suillus 52 Adonis vernalis 25 Adstriotorla siehe Adstringentia Adstringentia 4, 122
alunünosa 133
motallica 136
tannica 124
Acidum hydroeyanicum 327
- dilut, 327
iuodic.327
ither 307
aceticus 391 bromatus 311 Weingeist 308 Aethusa Cynapium 377 Äthyläther 307
-nbsp; nbsp; bromid oll .. - nitrit 322 Ätzalkalien-Vergiftung 35 Atzgifte 23
Ätzkali 167 Ätzmittel 153 Agaricus mnsoarius 364
pantliorinus 364 Agglutinantia siehe Emol-
lientia Agrostenuna Githago 187 Akaziongiumiii 41 Aktion der Arznoiuiittel 1 Alaotioa 8 Alantkanipfur 198
wnrzol 198 Alaun 133
gebrannter 134
-nbsp; nbsp; nbsp; Stift 134 Vergiftung 35
Alkalien 164 Alkohol 23, 25, 26 Alliaria oifiolnalis 119. AloÖ 23, 244
|
Aloöextrakt 245
- tinktur 245
zusammengesetzte 245 Alter, Einlluss a\if die Arzneiwirkung 17 Alterantia 4
Alteration ilerArznoistoflb 15 Altheeblätter 44 dekokt 44 maecrat 44 - saft 44 wurzol 43 Alumen 133
pliunosum 59 uatnra 134 Aluminiumacotatlösung 135 Aluminium aeotico-tart. 135 acetioum sol.135 Aluminiumsilikat 59 Amanita Mappa 364 Amara 71 ff.
muoilaginosa 76 pura 72 salina 77 Ameisensäure 120
spiritus 120 Ammonia 183 Ammoniacum 196 Ammoniakalicn 181 Ammoniakflüssigkoit 183 gurami 196 Vergiftung 35 Ammonium acetlcum sol. 187 bromatum 324 bromid 324 carbonioum 184 chloratum 185 ebloratum ferra-
tum 187 sulfoichthyol.290 Amygdalae amarae 52, 327 dulcea 62
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489
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Amygdalin ^27
Ainvlonum hydmtuiu 31() Amyliuin nitrosum 822 Amylnitrit 25, 822 Amylum Avonae 49
Hordei 4!)
Lcgiiminosariun 49
Mnidis 60
Marantae 50
Oryzae 49
Seoalia 49
Solani 49
Tritici 49 Anaestbetloa 4 Aualeptica siehe Excitantia Anaphrodlslaoa 4 Aiu'inonospczies 116 Anomonol 116 Aogelioaspiritns, zusanuaen-
gesetzter 102 Angelicawarzel 101 Angosturarinde, falsche 350 Anilin 25
-nbsp; nbsp; nbsp; färben 33, 441 Anis cS4
-nbsp; nbsp; nbsp;fruchte 84
-nbsp; nbsp; nbsp;öl 1S5
- haltigo Ammoniak-fliissigkeit 1H3
Salmiakgeist 183
spirltus 85 Anodyna 4 Antacids 8 Antemetioa 5 Antepizoa 5 Anthaemorrbagica sieh. Hac-
mostatica Authelmintbica 5, 256 Anthoxanthuiu odoratum 90 Anticestoiloa 261 Antidota 5 Antidotum Avsenicl 433
albilVO Antidvsei-atiea 4 Antifebrilia 5, 402 Antifobriu 415 Antifernicntativa 6 Antigalaotica 5 Antinidrotloa 5 Antineniatodoa 257 Antiparalytioa 5 Antiparasitioa 5 Antiphlogistioa 5 Antiplastica 5, 443 Antiputriila 5 Antipyretica 5, 402 Äntipyrlnum 417 Anttrhobmatica 6
|
Antiscabiosa 5, 207
Antisnpsin 417
Antiseptioa 5, 267
Antiscptol 299
Antlslalagoga 5
Antlspasraodloa 6, 96
Antitotanica 6
Antitbermin 419
Antitypina 6
Antizvmotica 5, 0, 266
Antjai-Plbilgift 378
Apcritiva 6
Apbrodlslaea 6
Apomorphin 25
hydrooblorid 224
Apomorjihin nin hydrochlo-ricnni 224
Applikationslbnnon der Arzneimittel 12
Aqua Amygditlarum araa-raruin 52, 328
Aqua Amygdalarum ama-rum concentrata 328
Aqua Amygdalarum aina-raruin diluta 328
Aqua Calcariae 169
-nbsp; nbsp; nbsp; Calöis 169 oarbolisata 279 clilorata 271
-nbsp; nbsp; nbsp; Chlori 271 Cinnamomi 87
- spiritiiosa 87 oresolica 284 Poenicull 86
-nbsp; nbsp; nbsp; üonlardi 138 Laurocerasi 328 Mentlmo piperitae 104 phagamp;daenioa llava
454 nigra 457
-nbsp; nbsp; nbsp; Pioia 288
-nbsp; nbsp; nbsp; Plumbl 138
spiritiiosa 188 Arabis hirsuta 119 Araroba depurata 295 Airkamiss 262 Arekolin 263, 864 Argentum nitrloum 148
oum Kalio nitrico 148 Aristolum 29S Arnikablttten 104
-nbsp; nbsp; tlnktar 105
-nbsp; nbsp; wuvzel 104 Arrow-root 60 Arsen, Erkennung 32 Arsenloutn album 438 Arsonigp Säure 30, 438
|
Arsenik 25, 30, 438 Arsenikfarben 32, 83 Arsenikvergiftung 35, 433, 441 Arsenwasserstoff 25 Arnin maoulatum 38, 116 Arzneübrmen 20 IV. Asa foetida 105 Asant 105 Ashost 59 Asolepias ourassavioa 372
inoarnata 372 Asoomycetenglfte 36 Asepsin 417 Asoptoluni 297 Aspergillus 401 Asperula odorata 90 Atropa-Vergiftung 36, 312 Atropin 25
Atroplnum sulfuricum 340 Aurlpigment 33, 441 Auswurfbeförd. Mittel 180 Aximgia Ford 52
bonzoata 53.
Kadesrliwäinme 63 Bärentraubenblätter 131 Bärlappsamen 58 sporen 58 Baldrlanflnktur 101
iitherischelül Baldrianwurzel 100 Balaamum peravlanum 107
tolutanum 108 Bandwurmmittel 261 Baryumsalze 25, 26
Vergiftung 36 Basllicumaalbe 191 Baumöl 51
Baumwolle, gereinigte 64 Baumwollensaat - Press-
kueben 37, 399 Baumwollenwurzelrinde 399 Bcchiea 6
Belladonnablätter 341 extrakt 313 tinktur 342 Vergiftung 36, 344 Benzaldehyd 327 lionzanilidum 417 Benzinnm Petrolei 311 Benzoö 195
säure 414 schmalz 53 - tinktur 196 Benzolnm 312 Bergöl 312 lieta-Naphtbol 294
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490
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Betolmn 414 Biberfell 106
Biboniolltinktur 198 Wurzel 198 Bier 198 Bilsenkraut 342
extrakt 343 sameu '28 vergiftung36,344 Birkenteer 289 Bismuthum ditliiosalicyli-outn 152 subgallio. 152 subnitric. 151 subsalicylicum 152 Bittere Mandeln 327 Bittcrklco 74 Bittorholz 73 Bittermandelöl 330
wasser 62,328 Bittermittel 71 ff. Bittorsalz 242 Bittcrsiissstengel 373 Blauholz 132 Blausiiuro 326
Vergiftung 35,326 Bleiacetat 137
-nbsp; nbsp;essig 138
-nbsp; nbsp;glätte 32, 33, 138
-nbsp; nbsp;nitrat 139
-nbsp; nbsp;pilaster 139
- salbo 139
-nbsp; nbsp;salbo 138
-nbsp; nbsp;Vergiftungen 37, 141
-nbsp; nbsp;wasser 138 Bleiweiss 31, 139
pilaster 139 salbe 139 - , kampforhal-tige 139 Bleiweissvergiftung 36, 141 Bleizudker 137 Bockshornsameu 45 Boletus luridus 364 Satanas 364 Bolus alba 59
armeniaca 60 rubra 60 Borax 277
Weinstein 215 Borsäure 277 Borsalbe 277 Brandpilze 401 Brechmittel 216 Brochnuss 350
extrakt 351 tinktur 351
|
Brechwein 226
stein 23, 25, 31, 88, 226 stoinsalbo 220 steinvergiftung 38 Brechwurzel 218
sirup 219 tinktur 219 wein 219 Brom 28, 273 Bromäther 311
-nbsp; nbsp; äthyl 26, 311
-nbsp; nbsp; ammonium 324
-nbsp; nbsp; kalium 323 natrium 324
-nbsp; nbsp; Vergiftung 36 Bromwasserstolfsäuro 324 Brotkohlo 299 Bruchkraut 91
Brucin 26, 350 Brustelixir 183 Brustpulver 250 Brustthee 47 Bryonia-Vergiftung 37 Buchsbaumblätter 401
Vergiftung 38 Buccoblätter 211 Bucheokern-Presskuchen 400 Buchonholzteer 288 Burowsche Liisung 135 Bulbus Allii 119 - Cepao 119
Scillae 24, 387.
Cacaosamen 357
Cajonnopfeffor 117
Calabarbohnon 361
Calabarin 26, 361
Calcaria chlorata 271 usta 168
Calcium carbonic, nativ. 174
praeoipitat.
174
hypochlorosum 271
oxydatum 168
oxysnlfuratum 179
phosphorioum 438
- crud. 437
subsulfurosum 274
sulfuric. ustum 60
Calla palustris 116
Caltha palustris 38, 116
CamphoM 62
Camphora 24, 96
monobromata 100
Cannabinum tannicum 391
Cantharidcs 20, 24, 111
Canquoinscho Faste 148
|
Capsicutnpfeffer 23 Carbo animalis 299
Ligui dep, bez. pulv. 299
-nbsp; nbsp; nbsp;Panis 299
-nbsp; nbsp; nbsp;Populi 299 Spongiae 299
-nbsp; nbsp; nbsp;Tiliae 299 Carbolismus 280. Cardamomeu 89 Cardeolum 116 Cardiotonica 6 Cardobenecliktonkraut 77 Carioae 67 Carminativa 6, 80 Garragen 48 Caryophylli 90 Cascarillextrakt 88
rinde 87
tinktur 88 Castoreum 106 Catechu 130 Cathartica 6, 231 ff. Caules Dulcamarae 378 Caustica 6, 153 ff. Cera 54
Ceratum Cetacei 54 Cerussa 36, 139, 319 Cetaceum 54
Chaerophyllum bulbos. 877 temulura 377 Charpie 64
Charta sinapisata 118 Chilisalpoter 37, 214 Chinaextrakt, wässeriges 400 , weingeistig. 406 Chinarinde 405
-nbsp; nbsp; tinktur 406
zusammengesetzte 406
-nbsp; nbsp; wein 406 Chinin 26, 403 Chinioidin 406 Chinioidintinktur 406 Chinioidinnm boricum 406
chinovic. 406 citricum 406 hydrochloric. 406 purissimnm 406 Chininum amorphum 406 bisulfuricum 404 ferro-citricutn404 hydrochloric, 404 muriaticum amorphum 406 sulfuricum 404 tannicum 405 Chinolinum 419
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491
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Chlor 23, 271 Chloralohloroforra 302 Chloralhydrat 25, 26,70,313 Cliloralum formamidat. 316
hydratum 313 Chloroisentinktur, äthe-
rischo 430 Chlorkalk 271 Chloroform 25, 26, 311 Cblorräuoheiungeu 272 Chlorsäure Salze 25 Chlorwasser 271 Chlorzink 146 Cholagoga 6, 233 Cholin 46 Chronisiiuro 163 Chromsaures Kalium 163 Chrysarobimira 2S)5 Chrysophansiiure 247, 295 Churrus 390 Cicuta virosa 392, 393
- -Vergiftungen
36, 393
Cicutoxin 25, 26, 392
Cinohoninumjodosuliüricum
299
Citronenöl 89
säure 1C3 schale 89 sirup 89 Citrullin 254 Clematisspozios 116 Coagulantia 6 Cocabliitter 358 Cocainum hyclvoohlorio. 357 Coeaiiivorgiftung 86, 857 Codein 26, 333 Codeinum phosphoric. 340 Coffem 25, 26, 854 Cotfemum 354
citricum 354 natrio-boiizoicum 354 - salioylicura 354 Colchicin 373 Colehiciimsaracn 374 tinktur 374 Vergütung 36, 374 Cold oreara 53 Collodia medicata 61 Collodium 61
cantliaridat. 112 olastic.um 62 Collyrium adstringcns lu-
tcum 146 Colocynthin 23, 254 Colombowurzel 76
|
Colophonium 191
Conuuraiigorindo 75, 372
Conglutiantia 6
Coniin 26, 375
Coniinum hydrobromic. 375 hydrochloric. 375
Conium-Vergiftung 26, 86
Contentiva 6
Convallaria ninjalis 25, 389
Goryamyrtiu 390
Corimuler 91
Cornutln 25, 26, 396
Cortex Aurantii fructus 89 Cascarillae 87 Chinao 405 Cinnainomi 86 Citri fructus 89 Conduraugo 75 Frangulae 251 radicis Gossypii 399 Granati 263 Mczerci 116 Piscidiao 392 Quebracho 370 Querous 128
-nbsp; nbsp; nbsp; Quillaiae 190
-nbsp; nbsp; nbsp; Sallcis 132 Corydalis cava 372 CrOme celeste 53 Cresolum crudum 283 Creta praeparata 174 Crocus 90
Cubobae 117
Cumarin 90
Cuprisinus 144
Cuprum alumiuatum 143 oxydatum 266 sulfuricum 24, 143
Curare 26, 378
Curarinuni purissimmn 378
Cyankalium 328
-nbsp; nbsp; quecksilbor 460
-nbsp; nbsp; Verbindungen, Er-
kennung der 33 Cyclamen europaenm 188 Cvnanchum Vincetoxic. 372 Cytisin 36, 379 Cytisus elongatus 379 Laburnum 379
Dactyl i 67 Dammarharz 197 Daphnovcrgiftung 38 Datteln 67 Deokinlttel 39 Decootum Sarsajiarillae com-
positum 95 Defays Hufkitt 61, 197
|
Dclphiniumvergiftg. 35, 372 Demulcentia 6 Deposition d. ArzneistofTo 15 Dorivantia 6 Dermatica 6 Dcrmatohun 152 Desinlicientia 5, 267 Destruction d. Arzneislolf. 15 Diagnostica 6, 420 Dlaphoretioa 6, 92, 199 ff. Diapnoica 6 Digallussäure 125 Digestiva 6 Digitaline 25, 384 Digitalisbliitter 25, 383
-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;tinktur 385
-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Vergiftung 36, 389 Dippels Öl 260 Disoutientia 7 Dissolventia 7
Dithion 413 Diuretlca 7, 92, 205 ff. Diurotinum 357 Doppelsoda 171 Dosenlehre 10 if. Doverschos Pulver 333 Drastica 7 Dysplastica 7.
Eberhardts Eäudebad 442
Ecbolica 7
Echuja-Pfoilgift 378 Eibenbaumbliittev 400 Eibischbliitter 44
sirup 44
wurzel 43 Eichelkaffee 132 samen 132 Eichenrimlo 128 Einfache Salbe 53 Einsaugende Mittel 62 ff. Eisen, gepulvertes 428
-nbsp; nbsp; nbsp;, reduziertes 428
-nbsp; nbsp; acetatlösung 430
tinktur, ätherische 430
-nbsp; nbsp; albuminatlösung 429
-nbsp; nbsp; nbsp;chinincitrat 404
-nbsp; nbsp; nbsp;chlorid 428
- Vergiftung 36
-nbsp; nbsp; citrat 429
-nbsp; nbsp; extrakt 429
-nbsp; nbsp; nbsp;feile 428
-nbsp; nbsp; nbsp;oxychlorid, llüssig. 429
-nbsp; nbsp; nbsp;oxydaninioiiiuin,citron-
saures 430
-nbsp; nbsp; nbsp;oxydhydrat 473
-nbsp; nbsp; hutextrakt 371
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J
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4112
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Eisonlmtkiiollon 370
-nbsp; tiuktuv 871
-nbsp; Tergiftansen 371
-nbsp; wurzol 370
-nbsp; nbsp; salmiak 187
-nbsp; nbsp; tropfen, apfelsaure 429
, essigsaure 430
-nbsp; nbsp; vitriol 427
- Vergiftung 36
-nbsp; nbsp; zuckor 429
sirup 429 Elaeosaechara 67 Elaterlum 23 Eleotuarium c Senna 250
lenitivum 250 Elomi 198
Elimination (l.Arznoistoff. 15 Elixir amarum 91
Aurantior. compos. 91 esuocoLiquii'itlaelSS Emetioa 7, 21C 11'. Emotin 28, 2(i, 219 Emeto-oathartica 7 Emmenagoga 7 Emolliontia 7, 39 ff. Emplastrum ailluiesivum
139, 198 Anglican. 49 Cantharid, 112 pro usii veterinario 112 Cerussae 136 Conii 877 diachylon com-
positnm 139 diachylon simpl. 189 fuse, campliorat. 139 Lithargyri 139 - compos. 139, 197 Minii 139 oxycroceum 197 saponatum 139 Emulsio amygdalina 52
oloosa 42 Enziantinklnr 73 wurzol 72 Epispastica 7, 109 Ergotin 898 Ergotinsänre 396 Ericaceengilte 372 Erotica 6 Errhina 7 Ervnm Ervilia 365 Erweichende Kräuter 47 Mittel 39
|
Erysimum cliciranthoid. 119 Eseridin 863
Esoridinum tartaricum 363 Eserin 26, 860
-nbsp; nbsp; , salloylsaurea 360
-nbsp; nbsp; , sclnvclblsauves 360 Essig 161
-nbsp; nbsp; iithor 311
-nbsp; nbsp; siiuro 161 Euphorbiaceeuvorgiftung 36
\ Euphorhium 23, 115 Enplastica 7 Europhenvun 208 Evacuantia 7 Evonymusvergiftung 390 Exalgin 417 Exoitantia 7, 96 : Exkretion dor Arzneistoffo 15 Expectorantia 7, ISO ff. Expellentia 7 i Exsiooantla 7, 122 Extractnm Absinthii 82
- Acoiiitiradiois371 Aloes 245 Belladonnae 342 Calami 83 Cannabis 391 Cardni benedioti 77 Cascarae Sagra-dao fiuidum 252 Cascarillao 88 Chinae aquosum 406 spirituo-sum 406 Coloeynthidis 254 C'ondnrango ilui-dum 75 Conii 377 Perrl pomat. 429 Piliols 26, 261 Erangulae fiuidum 251 Graminis 70 Granati 2(14 Hydrastisiluidum 399 Hyosoyami 348 Malatis Perri 429 Malti 51 Opii 332 Quassiae 74 Quebracho fluid, 870 Rhei 248
- composit. 248 Secaliscornuti897
|
Extractum Socalis cornuti fiuidum 397 Stryclmi 351 Taraxaci 78 Trlfolii flbrini 74
Fahamthoo iiQ
Farina Amygdalaruin 52
Cercalium 50 ' Parnextrakt 261
Vergiftung 87, 261 Farniiiizom 261 Paulbaumfluldextrakt 251
rinde 251 Eebrifuga 5 Fcderweiss 59 Feigen 67 PenohelMohte 86 - öl 86 wasser 86 Ferrichlorld 428
lösung 428 Forrisulfatlosung 473 Perrokarbonat, zuckerhaltiges 4^9 Ferrolaktat 429
-nbsp; nbsp; sulfat 427
Ferrum carhonicuin saccha-
rutuin 429
citricum ammonia-
tum 430
oxydatum
429
et Natrium pyro-
phosphoricum 430
liydrooxydatum
dialysat. liq, 429 lacticiim 429 oxydatum saccha-
ratum 429 pulveratum 428 reduotum 428 sesquiohlorat. 428 solutura 428 sulfuricum 427
siccum428 Fette, Wirkung und Anwendung 54 fl'. Fenersobwamm 63 Fieberorzeugende Mittel 420 Fieborwidrige Mittel 402 Filhosache Ätzstifto 168 Filixsäure 261
-nbsp; nbsp;Vergiftung 37 Fingerhutblätter 383
tinktur 385 Vergiftung 86, 389
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493
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Fischvergiftung 38 Flelsobvergiftung 88 l-'lioderbliiten 92 Fliegenholz 73
oxtrakt 74 l,1liegonpilzvorgiftiing87,364 Floros Aniioao l(i4
Chamomillao 102 - romanael22
-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Cinao 257
-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Knso 364 Lavamlulae 120 Malvae 40 Paeoniae 401 Rhooados 47 Sambuoi 92
-nbsp; nbsp; nbsp; Tanacetl 259
-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Tiliao 93 Vorbasci 46
Fliiehtigos Liniment 188 Fluor 23
Folia Althaeae 44 Aurantii 89
-nbsp; nbsp; nbsp; Belladonnae 24, 841
-nbsp; nbsp; nbsp; Buoco 211
-nbsp; nbsp; nbsp; Coca 858
-nbsp; nbsp; nbsp; Digitalis 24, 383
-nbsp; nbsp; nbsp;Parfarae 47 Hyoscyami 342 Jaboraudl 2ol
-nbsp; nbsp; nbsp; Juglandia 129
-nbsp; nbsp; nbsp; Malvae 40
-nbsp; nbsp; nbsp; Mat6 355 Jlelissao 104
-nbsp; nbsp; nbsp; Monthao 103
orispae 103 Niootianae 24, 305 llosiiiarini 121
-nbsp; nbsp; nbsp; Salviao 129 Sennae 249 Stramonii 343 Taraxaci 78 Tlicao oliinonsia 355
-nbsp; nbsp; nbsp; Trifolii flbrlni 74
-nbsp; nbsp; nbsp; Uvao Ural 131 Fowlorsclie Losung 480 Fowlers Kiiiulebad 442 Frickors Sclüeuonmasso 61 Fructus Amomi 117
Anisi 84
- stellati 85 Aurantii immat. 89 Bael 183 Capsici 116 Cardamom] 89 Carvi 83
Cassine Fi8tulao286 Cooouli 393
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Fructus Cülocyntliidis 253 Coriandri 91 Foeniculi 80 Juniperl 208 Lfturl 120 Myrtillorum 133 Papaveris immaturi 333 Petrosellni 210 Pbellandrli 209 Pimentae 117 Rhamni cathar-
tloae 252
Sabadillae 221, 223 Tainnriiuli 285
Fmnigationes Chlnri 272
Fungus Cliirurgorum 63 igniarius 08
Furl'ur Amygdalarum 52.
G^alaotopbora 7
Galbanum 197
Ualgiuitwurzol 88
Galiao 125
Galläpfel 126
tinktur 125
Gallussaurcs Wismut, basisches 152
Gartonscliiorliug 377
Gebrannter Alaun 134 Kalk 168 Magnesia 169
Golatina animaüs 48
Li((uiritiao pellu-eida 42, 09
Gonica 7
Genistaspecles 379
Qenistavergiftung siehe Cytisinvorgirtung
Gerberlohe 128
Gerbsäure 125
Gerstenmalz 50 - stärke 49
Geschlecht, Einiiuss desselben auf die Arzneiwirkung 17
Getreldemebl 50
Gewürze 79
Gewiirzessig 102
GewOrzhafto Kräuter 121
Gewürznelken 90
Girtlattich 891
Gips, gebrannter 00
Gipsvorbändo 00
Glandalae Lupuli 91
Glauborsalz 241
Glutin 48
Glycorinum 55
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Glycorinsalbo 57 Goapulver 295 Gohlschwefel 230 Gossypium autisepticum 64 depuratum 04 haemostatic. 04 Gossypiumsamcnvergirtg. 37 Gonlardisches Bleiwasserl88 Granatrinilc 263
rindenextrakt 264 Gratiola ofilcinalis 23, 255 Vergiftung 37, 255 Gravidität, Beeinflussung derselben durch Arzneien 17 Guajakholz 96 Guarana 355 Gummi Acaoiae 41
Ammouiacum 190 arabimm 41 Gummigutt 254 Gummipliaster 139 Gunimischleirn 41 Guttapercha 00
papier 01 Gutti 254.
Ilafcrstärko 49 Hallersohea Sauer 159 Hammeltalg 64 Haemostatica 7 Hanfextrakt 391 Hanfpflanze, indische 390 Harntreibende Mittel 205 IT, Harntreibender Thee 90 Haschisch 890 Hauheohelwurzel 94 Hausenblase 49 Hausscifo 177 Haut als Applikationsorgan
15 Heftpflaster 139 Heidelbeeren 133 Helleborusspecies 25, 29
vergirtungen 389,
25 Herba Absintbii 81
-nbsp; nbsp; nbsp; Buxi 401 Cannabis indioae 390 Cardui beneilicti 77 Centaurii 75 Coohleariae 119 Conii 370 Galeopsldis 77 Gratiolao 255 Herniariae 91 Hyoscyami 342
-nbsp; nbsp; nbsp; Lobellae 90
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cam
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494
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'
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Horba Mdiloti 90
-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Mlllefülil 91
-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Origani 121
-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Sabinao 400
-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Serpylll 121
-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Tanaeoti 259
-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Taxi 400
-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Thujae 400
-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Thymi 121 Violao tricoloris 93
Herbstzeitlose 873
losenaamoii 29,
373 - Vergiftung 86, 374 Herzgifte 25 Himnielbramlblumen 46 Hirschhornül 260 Hirsehhonisiilz 184 Hoil'manns Geist 308
Lebensbalsam 107 Hohlzalinlirant 77 Holunderblüten 92 Höllenstein 148
Vergiftung 35 Holzessig 288 Holzkohle, gepulverte 299 Holzteer 2S8 Holzthoo 95
Homatropinhy(lrobroini(i341 Homatropinum hydrobromi-
cnm 341 Honig 68 Hopfendriisen 91 Huf kitt 61, 197 Hnflattigblätter 47 Huflederkitt fit Hundspetersilie 377 Hydraoetinnm 418 Hydragoga 8 Hydrargyrum 452
bichlorat. 24, 453
-nbsp; nbsp; ammoniat
458 corrosiv.
453 bijodatum 459 chloratnm 456
-nbsp; nbsp; mite prae-cipitatione parat.
457
chlorat. mite sub-
limatiouc parat.
456
chloratum vapore
paratum 45(1
cyanatum 460
jodat. flavum 460
|
Hydrargyrum oxydat. 459. Ilavum 459 - via hu-mida parat. 459 praecipit. album 458 tannicnm oxy-dulatuin 460 Hydrastis-Fluidextrakt 390 Hydrastiswurzel 398 Hydromel infantum 250 Hyoscyamnsvorgiftung 36 Hypnotica 8.
Jaborandiblätter 201 Jalapa 23 Jalapcnbarz 253
seife 253 Jalapenknollen 252
-nbsp; nbsp; nbsp; pillen 253 lohthvocolla 49 lohthyolum 290 Idiosynkrasien 18 Jeyes Uesinfektant 285 Ignatiusbohnen 350 Individuelle Verhältnisse,
Einwirkung auf die j Arznoiwirkung 17 Inobriantia 8 Ine-Pfeilgift 378 Infusum Sennae compositum 250 cum Manna 250 Ingwer 88
-nbsp; nbsp; nbsp; tinktur 89 Involventia 8 Jod 23, 33, 443
-nbsp; Vergiftung 36
-nbsp; cisensirup 430
-nbsp; kalium 446
salbe 446
-nbsp; natrium 446 Jodoform-Camphoid 62 Jodoformium 295
bituminatum 296 Jodtinktur 444 Jodtrioblorid 298 Jodum 443
triehloratum 298 Johannisbrot 67 Ipecaeuanhasirup 219 wein 219 wurzel 218 Irländisches Moos 48 Isländisches Moos 76.
|
Kaffeebohnen 856 Kairinum 419 Kakaobutter 64 Kalinüsse 361 Kali-Alaun 133 Kali caustieum fusum 167 Kalilauge 167
-nbsp; nbsp;Salpeter 212
-nbsp; nbsp;soifo 176
-nbsp; nbsp;seifenspiritus 176. Kalium aeoticum 211
solutum211 bicarbonicum 173 bromatuin 323 carbonicum 172 chloricum 275 cyanatum 24, 328 dichromicum 163 hydrooxydatum 167 hydrotartaricum214 hypermanganio. 274 jodatum 446, jodidsalbe 446 Natrio-tartaric. 242 nitricum 212 nitrit 28
pennanganicum 274 pikrouitrioum 266 sulfuratum 179
pro balneo 179 tartaricura 215 Kalk, gebrannter 168 Kalkliniment 1()9 Kalk, pbospliorsaurer 437 Kalkwasser 169 Kalmusoxtrakt 83 tinktur 83 wurzol 82 Kalomol 31, 456 Kamala 265 Kamillen 102
römische 102 Kampfer 26, 96 iitber 99
liniment, flüchtiges 97, 188 öl 97 säure 99 spiritus 97 wein 97 Kantharidenpflaster 112 pulvor 29 salbe 112 tinktur 112 vorgiftg.36,113 Kantharidin 111 Karbolkampfor 98
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Malvenblätter 46
bluten 4{) Malz 50 Malzextrakt 51 Maudelklele 52
inik'ii 52 Mandeln, bittere 52, 327
, siUso 52 Mandelöl 52
sirni) 52 Manna 255
sirup 235
zneker 235 Marantastärke 50 Massa pilnlarum Buffl 245 Mastdarm als Applikatlons-
stelle 14 .Mastix 198
Matthieiu Bäudebad 442 Maturantia 8 Meerretticb 119 Meerzwiebel 387, 389 essig 387 sauerhonig 887^ Mekonsäure 331 Melainpyninnorgift^.37,255 Mol crudnin ü8 depuratum 68
-nbsp; nbsp; rosatnm 68 Melissenbliitter 104 Mennige 32, 33 Mentholum 103 Morcurialismus, akuter 451
, chronischer 451 Mercurialisverffiftung 116 Merkuricbloricl 453
jodid 459 Merkurochlorid 456 jodid 460 tannat 460 Metacetin 417
-nbsp; nbsp; dioxybonzol 292
-nbsp; nbsp; synoritioa 4 Methylacetanilld 417
antifebrin 417
violett 33 Milbentötende Mittel 106 Milobschaumweine 319
-nbsp; nbsp; säure 163 zneker 68
Minium 138
Mixtnra eummosa 42
oleosa balsamic. 107 snHiirica aeida 159
Mohnköpfe, unreife 333
-nbsp; nbsp; öl 62
-nbsp; nbsp; nbsp;saft 332
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Mohnsamen 52
-nbsp; nbsp; sirup 333
-nbsp; nbsp; rergiftung 37 Mohrrüben 67 Momeka 390 Monobromkampfer 100 Morphin 24, 20. 37
Morphinum acotioum 334 c'itricnm 834 hydrocbloric. 834 sulfuricum 834 Moselms 106
tinktur 106 Mucilago Cydoniae 48
Gummi arabici 41 Salop 48 Muoor 401
Muscarin 25, 26, 37, 864 Muskatnuss 90 Mutterharz 197 körn 395
-nbsp; nbsp;extrakt 397
-nbsp; nbsp;Buidextrakt 397
-nbsp; nbsp;vergiftg, 88, 895
-nbsp; nbsp; nbsp; pilaster 139 Mydriatica 8 Myotica 8 Myrrha 196 Myrrhcntinktur 196.
Naohtsohattensauien 28 Naphthaliumn 293 Naphtholum 294
Narcoin 833
Narcotioa 8, 800
Narkotin 833
MartlicciumVergütung 890
Natrium aoetloum 212 benziiicum 414 biboraoieum 277 bloarbonioum 171 bromatutn 328 carbonicuiu 170 chloratum 424 ditlüdsalioylic. 413 hydreoarbonic. 171 jodatuin 446 nitrioum 25, 214 nitrosum 323 phosphorioum 242 salioylicum 410 silicicum 60 Bulfoichtbyolicum 290 sulfurionm 241 - dilaps. 241 sioenui241 thiosulfuriouni 274
|
Natronlauge 167
Salpeter 214
wassorglaslösung 60 Nelken 90
-nbsp; nbsp; nbsp;öl 90 Nepbrlna 8
NeriumOleander u. odor.389 Nervina 8 Neutralisantia 5, 8 Nicotin 25, 26, 365
Vergiftung 37, 367 Nierengifte 25 Nieswurz 220, 388
tinktur 221
vergiftungn. 88,889 Nitrobcnzol 25
- glycerin 25, 828 Nutrientia 9.
Obstipantia 9 Obtegentia 9 üdinegoga 9, 394 ff. Olzuckor 67 Oenantho crocata 893 fistulosa 393 Vergiftung 36, 393 Oidium 401
Oleandervergiftung 87, 389 Oleum Amygdalarum 52
aether. 380 aniraalo aether. 260 Dippelii 260 foetid. 260 Anisi 85
Aurantii cortiois 89 Cacao 54 oadinum 288
-nbsp; nbsp; nbsp; Calami 83 camphoratum 97 cantbaridatum 112
-nbsp; nbsp; nbsp; Carvi 84 Caryopliyllorum 90 Cinao aetheroum 259 Cinnamomi 87
-nbsp; nbsp; nbsp; Citri 89
contra Taoniam Clia-berti 260
-nbsp; nbsp; nbsp; Cornu Cervi 260 Crotonis 24, 239 Filicis aethereum 261 Foeniouli 86 Hyoscyami 343
l'oliorum coctura 343 Jecoris Aselli 57 Juniperl 208
empyreu-maticum 288
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497
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Oleum Lauri 120
Lavamliilae 120 Lini 62
Lithanthracis 289 Macidis 91 Menthae piporit. 103 Nucistae 91 Olivarum 51 Papaveri3 52 Petrae 312 Eicini 238 Rosmarini 121 Eusci ompyreumati-oura 289
Sinapis (aether.) 118 Terobinthinae 190
-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Thymi 121, 291 Valerianae 101
Olibanum 198 Olivenöl 51 Opium 24, 332
-nbsp; nbsp; nbsp;extrakt 832 tinktur, benzoöhaltige
832 , einfache 332 , safranhaltige
332
-nbsp; nbsp; nbsp;Vergiftung 37, 382 Opodoldok 97
, flüssiger 97, 1S3 Oxycratum compositum 168
simplex 168 Oxymol Scillao 887 simplex 68
Paleao haoraostatioao 64 Pankreatin 79 Papain 79 Papaverin 338 Papaverspezios 387
- Vergiftung 37, 837 Pappelkohle 299 Paracetanisidin 417 Parabromacotanilid 417 Paraffinsalhe 53 Paraffinum liquidum 53
solidum 53 Paraguaythee 355 Paraldohydum 315 Paralysantia 26 Parisvergiftungen 390 Passulae 67 Pasta caustic. Viennensis 168
-nbsp; nbsp; nbsp;gummosa 42
-nbsp; nbsp; nbsp;Liquiritiae flava 42,69 Pastilli Hydrargyri bi-
chlorati 454 Penawar Djambi 64
Müller, Pliannnkologie.
|
Penicillium 401 Popsinum 78 Pepsin wein 78 Percha lamellata 61 Porubalsam 107 Petersilionfrüchte 210 Petroleum 312
bonzin 811 Pfeffer 117
- , spanischer 116 Pfefferminze 108 Pfellerininzkampfer 103 öl 103
pliitzehon 104 sirup 104 spiritus 104 wasser 104 Pfeilgift, amerikanisch. 878
- wurzolstärke 50 Pfingstrosenblumen 401 Pflaumenmus 236 Phagadaenica 9 Phagadaenisches Wasser 454 Phallinvergiftung 37 Phenacetin 416 Phenocollum hydrochlor. 417 Phenol 23, 278 Phenylamoisensiiure 414 Phosphor 24,25,33,37, 275, 438 Phosphorismus 145,275,436 Phosphorsaurer Kalk 437
säure 161 Physostigminum salieyl. 360 sulfuric. 360 Vergiftung 24, 37, 360 Phytolaceotoxin 390 Pikrinsäure 33 Pikrotoxin 25, 26, 37, 393 Pilocarpinum hydrochloric. 202 Pilokarpin 24, 25, 26, 37 Pilulae Jalapae 258 laxantes 245 Pilzvergiftungen 37 Pimpinolltinktur 198 wurzel 198 Piper Cuboba 117
nimm 23, 117 Piscidianndo 392 Pix liquida 288
fagi 288 Placenta seminis Lini 45 Plastica 424 ff. Plumbum aceticum 24, 137 basicum solutum 138
|
Plumbum carbonicnm 139 hyporoxydatum rubrum 138 nitricum 139 oxydatum 188 Pneumatica 9 PockenBalbe 226 Podophyllinum 254 Polygonum Hydropiper 116 Pomeranzenblättor 89 schale 89
- öl 89, sirup 89 tinktur 89 Pomeranzen, unreife 89 Pottasche 23
Praecipitatsalbe, weisso 459 Preisseibeeren 133 Protectiva 9, 39 ff. Ptarmica 7 Pteris aquilina 261 Ptomainvorgiftung 38 Ptyalagoga 9
Pulpa Cassiae Pistulae 236 Prunorum 236 Tamarindorum cruda 286 Pul vis aörophorus 163
anglicusl63 laxans 163 dentifricius niger 299 Doveri 333 gummosus 42 Ipecacuanhae opiatus 333 Liquiritiae compo-situs 250
Magnesiae oum Rheo 248 salicylicus cum Talco 59 409 Purgantia 9, 231 Pyoktaninum 298 Pyrenomycetengifte 38 Pyretica 420 Pyrogallol 294 Pyrogallussäure 25.
Quassiaoxtrakt 74 - holz 74
Queckenwurzel 70
extrakt 70
Quecksilber 452
Chlorid 453 chlorür 456 cyanid 460 jodid32,33,459 jodür 460
32
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498
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Quecksilboroxyd 23, 31, 33, 459 oxydul 33 praocipitat,
weissor 458 salbe, grauo 453 #9632; , rothe 459 | - , weisse 459 sublimat 31, 453 vorgiftg. 37, 451 Quendel 121 Quillajarindo 190 Qaittonsamen 48 schleim 48
Kademacherscho Eisen-
tropfen 430 Radix Aeoniti 370
-nbsp; nbsp; nbsp; Althaeao 43 Angolicae 101 Armoraciae 119 Calami aromatici 82 Colombo(Calumba)76
-nbsp; nbsp; nbsp; Enulae 198 Filicis maris 261 Gentianae 72 Graminis 70
-nbsp; nbsp; nbsp; Helenii 198
-nbsp; nbsp; nbsp; Hydrastidis 398 Jalapao 252 Ipecacuanhao 218 Iridis 47 Levistici 94 Liquiritiae G9 Nyssae 63 Ononidis 94 Pirapinellae 198
-nbsp; nbsp; nbsp; Ratanhiao 180
-nbsp; nbsp; nbsp; Rhei 247
-nbsp; nbsp; nbsp; Salep 47 Sarsaparillao 95 Sassafras 95 Sencgao 188
-nbsp; nbsp; nbsp; Taraxaci 78
cum herba 78 Yalerianae 100 Zodoariae 88 Zingiberis 88 Rainfarnblüten 259 - kraut 269 Ranunoulol 116 Ranunkelvorgiftung 23, 38, 116 RaplianusRaplianistrumll9 Rapskuiihon 45 Ratanhiatinktur 130 wurzol Ijjp Realgar 441
|
Rebondoklevorgiftg. 36, 393 Reisstärke 49 Rofrigerantia 9 Rolaxantia 7, 9 Rosina Dammar 197 Jalapao 258 Thapsiae Garganicae 116 Resolventia 9 Rcsorcinum 292 Rovulsorin. 9 Rhabarber 247
extrakt 248
, zusammengesetzt. 248 sirup 248 tinktur, wässerige 248 , woinigo 248 Rhinanthusvergiftg. 37, 255 Rhizoma Calami 82 Filicis 261 Galangae 88 Hellobori 24, 388 Hydrastis 398 Iridis 47 Tormentillae 133 Veratri 220 Zedoariae 88 Zingiberis 88 Ricinusöl 238
saraen 36, 238 Koborantia 9 Roggenstiirko 49 Römische Kamillen 102 Roob Juniperi 209 Rophetica 9, 62 ff. Rosonhonig 68 - salbe 53 Rosinen 67 Rosmarinöl 121 Rostpilzvorgiftungen 401 Rotulae Menthae piperitae 104 Rubofaciontia 9, 109 ff. Ruchgras 90 Ruminatoria 9, 216 Rundwurmmittel 257 ff.
Habadillfrilchte 38, 223 Saccharina 66 ff, Saccharinum 70 Saccharum 67
Lactis 68 Sadebaumkraut 400 Safran 90 Santoninum 26, 257
|
Santoninzcltchon 258 Sapo jalapinus 253
-nbsp; nbsp; nbsp;kalinus 176
vonalis 175 Sajiokarbol 00 286 II 285 Saponaria offlcinalis 187,190 Saponinhaltigo Droguen 187 Sapo vonetus 176 Salbeiblatter 129 Sal carolinum factitium 243 - culinaro 424 Salopknollen 47
-nbsp; nbsp; schleim 48 Salicylkampfer 98 Salicylsiiuro 409
Phonyläther413
Salivantia 9
Salixgifte 372
Salmiak 185 - geist 183
Salolum 413
Salpeter 23, 212
goist, versiisstor 322 siiuro 158
- . rauchendol59 Vergiftung 87, 312
Salpetrige Säure 25
Salzsäure 160
Sarsaparillwurzel 95
Sassafrasholz 95
Satuvnismus 140
Sauerhonig 68
Säuren 35, 154 ff.
Scammonium 23
Sccpastica 9
Schafgarbe 91^ ! Schoelesohcs Grün 441
Schierling 36, 376
Schierlingsoxtrakt 877 pilaster 377
Schimmelpilzvergiftg. 401
Schlangenbis8beliandhing38
Schlangenholz 350
Schlegsches Pulver 145
Schleimhaut der Atmungsorgane als Applikationsstolle für Arzneien 18
Schlemmkreide 174
Schmierseife 175
Schmuckersche Fomenta-tionen 186
Schwammkohle 299
Schwämme 63
Schwofoläthcr 307
Schwefolalkalien, Wirkung 178
Schwefelblumon 236
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409
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Schwefeldioxyd 274 Schwefelige Siiuro 274 Schwofelkarbolsniiro Ü84 lober 179
-nbsp; nbsp; bädor 180
-nbsp; nbsp; verglft. 87,1791 milch i;i6
salbe 287 säure 159 Wasserstoff 178
Schweineschmalz, 52
Schweinfurtcr Grün 441
Seh weisstreibendoMittel 199
Scopolaminum hydrobromi-ouih 841
Sebum ovilo 54
salieylatum 409
Secalo ooruutum .'J8, 395
Sedantia 9
Sedum acro 110
Soesohwämme 68
SeifenpHastcr 139
-nbsp; nbsp; rinde 190
-nbsp; nbsp; Spiritus 176 Seignottcsalz 24^ Somen Areoae 262
Coffeae tostum 355
-nbsp; nbsp; nbsp; Colohioi 373 Crotonis 23, 289
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Sirupus Äurantil corticis67, 89 Capilli Vcneris 67 Cerasorum 67 Cinnnmomi 07, 87 Citri 67, 89 communis 67 Ferri jodati 430 - oxydati 429 Liquiritiae 67, 69 Maiinao 235 Menthae 67, 104 Moronira 67 Papavoris 383 Khamni catharticao 252 - Ehei 248 Eiblum 67 Bubi Idaei 67 Senegae 189 Sanuae 250
euin Manna 250 simplex 07 Soda 23, 170 Solanln 372
Vergiftungen 38,373 Solutio arsenicalis Powlerl 439
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1 Spiritus Angelicae comi)o-situs 102 Anisi 85 aromatious 104 camphoratus 97 Carvi 84 Cerasi 318 Cochleariao 120 dilutus 318 e Vino 318 Perri sesquichlorati
aethereus 480 Pormicarum 120 Prumenti 318 Jiiniperi 209 Lavandulae 121 Melissae compo-
situs 104 Menthae 104 Oryzao 318 Sacehari 318 saponato-oampho*
ratus 97, 183 saponatus 170 Saponis kalini 176 Sinapis 118 Solani tuberosi 318 Vini Cognac 318 - dilutus 318
Spongiao marinae 63 ustao 299
Spreuhaare, blutstillende 64
Steohapfelblfttter 343 samen 28 Vergiftung 36,248
Steinklee 90
-nbsp; nbsp; kohlcnbenzin 312
- teer 289
-nbsp; nbsp; 81 312 Sternanis 88 Sternutatoria 10
St. Qermaintbee 250 Stibium Kalio-tartaric. 220 sulfuratum auran-tiacum230 - nigrum 230 Stiofmiitterchenkraut 93 Stimulantia 10 Stipites Dulcamarae 373 Stomachica 10. 8S ff. Strophanthussamen 38(5 tinktur 380 Strvclminum nitricum 24, 349 Strvebninvergiftung 25, 20, 29, 38 Stryelmossainenextrakt 351 tinktur 361
32*
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Cucurbitae Pepo 266 j Solutol 287
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i Solveol 286 | Somnifora 10 Sozojodolpräparate 297 1 Sozolsiiure 297 j Spanischer Pfeifer 116 I Spanische Fliegen 36, 111. Spanischfliegenkollod. 112 pflaster 112 salbe 112 tinktur 112, 116 : Spartium scoparium 179 i Species Althaeae 44, 47 amaricantos 91 aromaticao 121 (linretloae 90, 209 omollioiites 44, 47 laxantos (St. Germain) 250 Lignorum 95 pectoralos 44, 47 Sphaoelinsäure 20, 390 Spiessglanz 230 Splnolas Wurmkuohen 260 Spiritus 318
aotborous 308 Aetheris nitrosi
322 gt;
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Cydoniae 48 Eruoae 119 Faenugraeoi 45 Lini 44 Myristicae 90 Papaveris 52 Quorcus 132
tostum 132
-nbsp; nbsp; nbsp; Eicini 23, 238
-nbsp; nbsp; nbsp; Sinapis 23, 117
albae 119 Staphisagriae 223 Stropbantbi 386 Strychni 24, 350 Senegasirup 189
Wurzel 188 Senföl 118
-nbsp; nbsp;papier 118
-nbsp; nbsp;samen 117
-nbsp; nbsp;Spiritus 118
Sonnesblätter 249
iatwergo 260
sirup 250 Silbernitrat 148 Siliqua dnlcis 07 Sinapismus 119 Sirupus Althacao 44, 67 Amygdalarum 62,67
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500
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Stuppa 64 Styptica 10, 122 Styrax liquidus 108 Sublimat 37
glyceringelatine 48 Pastillen 454 Succus Juniperi inspissatus 209 Liquiritiao 69 Sudorifora 6 Sulfaminolum 298 Sulfoualum 317 Sulfur depuratum 236
praecipitatura 236 sublimatum 236 Summitates Cannabis 390
Sabinao 400 Sussholz 69
saft 69 sirup 69.
Tabakblätter 365
- Vergiftung 37, 367
Talcum 69
Tamarindenmus 235
Tannin 125
Tannin-Bleisalbo 138
Tartarus boraxatus 215 depuratus 214 emeticus 226 natronatus 242 stibiatus 24, 226
Tausondgiildonkraut 75
Taxusbliitter 29, 38
Teergips 289 - wasser 288
Temporalia 10
Temperatur, Einfluss auf die Arzneiivirkung 22
Terobinthina 191
veneta 191
Terpentinliniment 191 öl 25, 190 salbe 191
Terpinol 195
Terpinum hydratum 194
Tessiors Riiudebad 442
Teufelsdrock 105
Thallinum sulluricum 419
Thebain 25, 26, 333
Theobrominum natrio-sali-cylioum 357
Thioform 152
Thiolum 290
Thiophonum bijodatum 298
Then, wcisser 59
Thymian 121
- öl 121, 291
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Thymol 291 Tierkohlo 299
-nbsp; nbsp;leim 48
-nbsp; nbsp;öl, stinkendes 260 Tieute-Pfeilgift 378 Tinctura Absinthii 82
Aconiti 371 Aloes 245
-nbsp; composita 246 amara 91 Arnicae 105 aromatioa 91 Asae foetidae 106 Aurantii 89 Belladonnae folior.
342 Benzoes 196 Calami 83 Cantharidum 112 Capsici 116 Casearillae 88 Castore'i 106 Catechu 180 Chinae 406
- composit.406 Chinioidini 406 Cinnamomi 87 Colchici 374 Colocynthidis 254 Digitalis 385 Ferri acetici aetho-rea 430 - Rade-inacheri430 chlorati aotherea430 pomata 429 Gallarum 125 Gentianae 73 Jodi 444 Ipeoacuanhae 219 Lobeliao 369 Malatis Ferri 429 Moschi 106 Myrrhae 196 Opii benzoica 332
-nbsp; nbsp; nbsp;crocata 332 simplex 332
Pimpinollae 198 Ratanhiae 130 Rhei aquosa 248 vinosa 248 Strophanthi 386 Strychni 351 Valerianao 101
aetherea 101 Veratri 221
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Tinctura Zingiboris 89
Tithyinalusvergiftungen 116
Toleranz der Arzneiwirkung 11
Tollkirschenblättor 341 extrakt 343 tinktur 342 Vergiftung 28, 36, 342
Tolubalsam 108
Tonica 10
Tonkabohncn 90
Tormontillwurzol 133
Tragacantha 43
Trasbots Räudebad 442
Traumaticin 63
Triehloressigsäure 162
Trigonellin 45
Trinitrin 323
Trochisci Santonini 258
Tschers 390
Tubera Aconiti 24, 370 Jalapae 252 - Salop 47
Tuberculinum 421
Tupelowurzel 63.
Ulex europaeus 379 Unguentum Acidi borici 277 aromaticum 121 basilicum 191 Cantiiarid. 112 pro usu vet. 112 cereum 53 Cerussae 139
cam-phoratum 139 diachylon 139 emolliens 63 Glycerini 57 Hydrargyri alb. 459 cino-reum 452 rubrum 469 Kalii jodati 446 leniens 53 Paraffin! 53 Plumbi 138
tannici 126, 188 rosatum 63 Rosmarini com-
positum 121 simplex 68 sulfuratum 237
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Unguentum Tartar! stibiati 226 Terebinthinae
191 Zinci 146 Unterhaut als Applikations-
organ 12 UpasRadja-Pfoilgift 350,378 Urediiieenvergiftung, Behandlung 38 Uretbanum 317 Ustilagineenvergiftung 38 Ustilago Maydis 401.
Vaselinum 53
Veilchemvnrzel 47
Venen alsApplikationsorgan 12
Venetianische Seife 176
Veratrinum 24, 26, 38, 220
Verbandstoffe, aufsaugende 64
Verdamingskanal als Applikationsorgan 13
Vergiftungen, Erkennung, Behandlung etc. im allgemeinen 22
Vermifuga 5, 256 ff.
Vesicantia 10, 109 ff.
Viborgs Käudebad 442
Viehsalz 424
Vincotoxicum officinale 372
Vinum 319
oamphoratum 97 Cbinae 406
-nbsp; nbsp; nbsp; Colchici 374 Condurango 75 Ipocacuanhae 219
-nbsp; nbsp; nbsp; Pepsini 78 stibiatum 226
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Viviersches Ätzmittel 455 Vomitoria 10.
Wabaio-Pfoilgift 378 Wacholderbeeren 208
holz 208
81 208
saft 209
Spiritus 209 Wachs 54
- salbe 53 Waldmeister 90 Walniiasbliittor 120 Walrat 54 Wasscrfenchcl 209 Wasserschierlingvergiftung 36, 393 Wolientrcibende Mittel
394 ff. Weidenrindo 132 Weihrauch 198 Woin 319
-nbsp; nbsp; geist 318
-nbsp; nbsp; säure 163
-nbsp; nbsp; stein 214
- säure 163 Weizenstärke 49 Worg 64 Wermut 81
-nbsp; nbsp; nbsp; eitrakt 82
-nbsp; nbsp; nbsp; tinktnr 82 Wiederkauen anregende
Mittel 216 Wiener Ätzpasto 168
Trank 250 Wilkinsonscho Salbe 237 Wirkung der Gifte 23 . Wismutnitrat, basisches 151 salicylat, - 152 Wohlverleihblüten 104
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I Wollblumen 46 I Wollfett 53
Wundschwamm 63
Wurmkuchen 260
Wurmsamen 257
Wurmtreibende Mittel
256 ff.
Wurmzeltchen 258
Wurstvergiftung 38.
Zoitlosensamen 373 tinktur 374 Vergiftung 374 wein 374
Zimint 86
-nbsp; nbsp; nbsp;öl 87
-nbsp; nbsp; nbsp;rinde 86 sirup 87
-nbsp; nbsp; nbsp;tinktur 87 wasser 87
Zincum aceticum 147 chloratum 146 lacticum 148 oxydatum 146 sulfocarbolicum 297 sulfuricum 145 valerianicum 148
Zinkgelatino 48
-nbsp; nbsp;salbe 146
-nbsp; nbsp;Vergiftungen 38, 147
-nbsp; nbsp;vitriol 145 Zipollen 119 Zittwersamen 257
wurzel 88 Zucker 67
-nbsp; nbsp; nbsp;Stoffe 66 ff. Zugmittel 109 ff. Zusammenziehende Mittel
122 ff.
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Verlag von G. Schönfefd's Verlagsbuchhandlung in Dresden.
für ins föönigrctrij Sarijfflaquo;.
Sum (!5fllaquo;nuiri)c für ^frjBflltuitjjsbfnmtf, Okmcliiöcuoiililnöc, tliitrifijte laquo;nti gnuinuirtljc
jutammengefteHt oon Dr. #, öli^inujtfofihu,
Cbevmetiijiiialiatlj, s^ii)f. n. b. ftoniflt. lOicviüjtl. ^octjidjnle jquot; Swloen uiib st. £. Satrtett|)tetat)t. 3. limßciivDcitctc Slufliißc. 1893. Xaf^eiifonnat; ^vaftlfcf) iiclnmbeu ^JvclO Wt. 8.-.
3 ii T) n (t: i. @tefe6e unb SSerorbnungen, uulriic bie ^iiuba^u'it betroffen. II, copy;efefie unb SBevorbnungeit, luetrfje bie iiüriflcit lüicf)ft'ud)cit betreffen. in. eietetie unb SÖeroi'bnuttgen, melihc bie gittldiftMnimg für Xlik'rc betreffen. IV. copy;euse unb SBevorbnttngen, weltfte bie ^cöinfi'ftiou Der (Sifculiiilniiunoi'U betreffen. V. Claquo;efe{te unb S8crurbunniien, melcljc bie 9H)lucl)r ÜOil ^IcOfflKljCll Dom SlllölnilDc betv.
copy;oiumluitß kv (Seiche unb SBevorbnungen,
bie fid) auf bie ^luSiibuuo bev Iliicilieilfiinbc bejicOen.
I. reg;ie Ovflanffatton ber SSeterlnöt;raquo;i)JoHsel. II, ÄttBüßuttg ber Jt)ier{)cilfnnbe. Jljierör^te.
III, Slvjneiluaavenijcmbel unb Sl^ot^elentuelett, IV. Jtjiersndjt. v. Irmusport unb
Haltung öpn Spieren, - vi. 5leifcl)befcl)au. vn. Slbbettcrei.
^nfnimneiuieftellt rum Dr. tgt;. SMetmmöVufjliu,
CliermcWjiiiiKvatl), ?5roj. n. D. SJlfnlflt, tfiiciärätl- copy;OtftfdiUle ill S)teMgt;en unb st. S. SaubrSt^temttt,
1893. 13 Söogen flr. 8laquo;. gebunben ^rtlfl 9)If. laquo;..
Qm Qiegenfatoe ,',u ber obenftefienb ongcHlnbigten Sninmlmui ber SSeterlnät^otljetraquo; reg;efelic, bie fid) niisjcl)liefilid) mit ber reg;eud)engcfe^geamp;uttg amp;ef(^ä|tigt, umfaßt biefei* SSerl ntte gegentoärtig in .Straft befiubliel)eit nefetUidieu iöeftniiniuiirtcn, bie im engeren unb meitcren (Sinue auf' bie raquo;(udiiöuitfl Der HicrlicilfiinDe iöeäiig Reiben.
?l[teä, niaä im Wefelv unb iBeroi'bu.ungSblatte in lufen Snftrultionen, Wnnbrtteu, 9?unbfd)reiben, iUu-frfjriften unb SBeroi'bnungeti ber SePrbetl im Söcbnrf'ofnlle biäljer iuitf)fnm äitfammeu(iefud)t lucrben inufitc, luirb fjier luui berufeufter .'paub jnfnmmengefteilt unb mit einem febr forgfüttig bearbeiteten n(p[)rtbetifd)cn @od)reg(fter Herfctjen in fodjlirf) geovbttetcr DUi^enfoIge geboten,
Mt\\ iir in Wmmu Im inirei Sacten.
Herausgeguben von der Königlichen Commission für das Veterinärwesen, I.XIV. Jahrg, (18561869) h Mk, 1.50. XV.XXXVIII. Jahrg. (1870-1893) Ji Mk. 3.50.
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Sammlung von Gestüts-Brandzeichen
der Staats- und Privat-Gestütc Europas und des Orients. Zusammengestellt von Carl Bräuer,
Kg!. Bo/.irksthiorarzt in Ammborg i. S. Tasclienfonnat. 70 Seiten lithogr. Tafeln, eleg. ausgestattet (über 60O Brandzeichen enthaltend).
Broch. Preis Mk. 3..
Die Königliche Thierarzneischule zu Dresden
in dem ersten Jahrhundert ihres Bestehens.
Festsclirift zur Säcu.1 ar-Feier am 7'. October 1S8().
Herausgegeben von der Direction der Königl. Thierarzneischule.
Verfasst von Dr. A, G. T. Leisering,
K. S. Modicinalrath und ProfOSSOI Jin dor Thiorarznoischulo.
1880. Lex. 8. I33;4 Bogen mit 2 lithogr. Plänen. Preis Mk. 4..
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F.H.DANNER
BOIKIINOERIJ
VIRECHT
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