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HANDBUCH
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TI E RÄ ttZTLTCHEISI C111 RURÖI E
UMI
GEBURTSHILFE
UNTER MITWIRKUNG
IIoruAT Prof. Db. Ä.LBRECHT (Mönchen), Kokpsstabsvktbrinäb BÄRTKE (Stbot-in), weil. Prop. DE BRÜIN (Utrboiit), Prof.CADIÖT (Alpokt), Prof. Dr. EBERLEIN (Bhblin), Prof. Dilaquo;. OMBIJIN (Stuttgart), Prof. GHJTMANN (Dom-at), Genkhm.vktioiunäk HELL (Berlin), Prof. HBNDRICKX (Buüssul), Prof. Dr. HESS (Bern), weil. Prof. Dr. HIRZEL (ZOrioh), weil. Korfsstabs-Veterinär KÖNIG-(KöNiasßBBS), Prof. LANZILLOTTI-BUONSANTI (Mailand), Dozent A. LUNGWITZ (Dresden), Prof. Dr. M. LÜNGWITZ (Dresden), Ge­heimer Rbcherunqs-Rat Prof. Dr. OSTERTAG (Berlin), Hoprat Prof. Dr. 8CHINDELKA (Wjkn), Prof. Dr. Tbeodob SCHMIDT (Wien), weil. Geheimer Mbdizinal-Rat Prof. Du. 8IEDAMGR0TZKY (Dresden), Rbpqtitob Dr. Erich 8ILBER8IEPB (Berlin), Amtstiebarzt a. TAPKEN (Varhl), Prof. De.
ZSCHOKKE (Zürich)
PROFESSOR DR. JOS. BAYER
l\ WIEN
hbkausgeamp;bbkn VOX
und PROFESSOR DR, KI'laquo;. FRÖHNER
IN BBRLIN
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I 1 1. BAND, 1 I I. TJCLL:
KOPF, il ALS, BRÜST, BAUCH
il. ti:i i
WIEN UNI) LEIPZIG
WILHELM BRAUMÜLLER
K. U. K. ilOV- UND UM VKRSITAIS-lilJCII H A .N I) I. Kl!
1911
BIBLIOTHEEK UNIVERSITEIT UTRECHT
2911 405 9
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KOPF. HALS.BRÜST. BAUCH
111. TEIL
ERKRANKUNG BN DES EUTERS
VON
Professor Dr. E. HESS
BKHN
MIT 77 ABBILDUNGEN UND 5 TAFELN
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WIEN UND LEIPZIG WILHELM BRAUMÜLLER
IC. U. K. HOF- UND ÜNIVKRSITÄTS-BUOHHÄNDLHll
1911
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ALLE i; E C H T E V O E 1! E 11 A L T K N.
1)RU( K Von FRIEDRICH JASPEH IN WIEN.
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Vorwort.
Zu vorliegender Arbeit dienten als Grundlagen die wahrend vieler Jahre in Verbindung mit Herrn Prof. Dr. Guillebeau vorgenommenen kliniscben und experimentellen Untersuchungen über Milohfehler und Euterkrankheiten bei Kindern und Ziegen. Von Prof. Dr. Guillebeau rührt auch die Mehrzahl der Sektionsherichte her, sowie zahlreiche Angaben über die pathologisch-anatomischen) mikroskopischen und bakteriologischen Verhältnisse bei Mastitis. Den anatomischen Teil ver­danke ich Herrn Prof. Dr. Rubeli, der diesen Teil in zuvorkommend­ster Weise bearbeitete und mir zur Verfügung stellte. Die Korrektur des Abschnittes über die Milohfehler Übernahm Herr Prof. Dr. I!. Burri, Bern, dem ich hiermit meinen verbindlichsten Dank abstatte.
Weiter enthält diese Abhandlung die von mir seit 26 Jahren auf der hiesigen ambulatorischen Klinik, an der Hand äußerst zahl­reicher, genauer, teilweise sehr ausführlicher Krankengeschichten ge­sammelten Erfahrungen und Beobachtungen, die kasuistisch noch be­sonders verwertet worden sind,
Die Abbildungen sind zum weitaus grollten Teil Doktordisserta­tionen entnommen, speziell denjenigen von Kuhn. Zobel, Van der Linde, Stark, Stenzel und Muser.
Daß die Euterkrankheiten des Rindes nicht zu den leichtesten Kapiteln der Bujatrik gehören, wird wohl kein Fachmann bestreiten, und wenn man auch gerne die Ergebnisse eigener Tätigkeit literarisch verwertet, so ist es doch nicht die Sache eines jeden klinischen Lehrers, eigene Erfahrungen mit den Beobachtungen und Forschungen Anderer zu einem monographischen Ganzen zu verschmelzen. Wenn ich trotz dieser Bedenken dem mir gewordenen Auftrage nachkam, so geschah es hauptsachlich aus dem Grunde, weil ich damit auch den vielfach geäußerten Wünschen von Herren Kollegen und Studierenden ent-
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VInbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Vorwort.
spreohen und einem tatsächlich vorhandenen Bedürfnis wenigstens bis zu einem gewissem Grade Genüge leisten wollte.
Ich gestehe ollen, daß Loh mieh schon hei der Ausarbeitung dieser Schrift fragen mußte, ob ich die Schwierigkeiten der Arbeit nicht doch etwas zu sehr unterschätzt habe, und jetzt nach der Vollendung scheint sie mir nur ein leichter Nothau zu sein, dem die Kritik vielleicht bedenklich zusetzen wird. Diese ist aber wiJl ominen. sofern sie sich auf reiche Erfahrungen und gründliche Forschungen stützt, die mich oder einen anderen befähigen, etwas Besseres an Stelle dieses ersten Versuches zu setzen.
Bern, im November L01O.
E. Heß.
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INHALT.
Vorwort Inhalt .
Soite
V VII
Über Anlage und Entwicklung der MilohdrIlsen...........nbsp; nbsp; nbsp; I
Ausgebildotlaquo; MilchdrUse.............. .....nbsp; nbsp; nbsp;.1
Zitzen.......... . . ..........nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;7
Mikroskopisches des Driisengowelies................nbsp; nbsp; 14
Blutgefäße dos Eutera.................
Jjymphgefttße.............
Norvcn ......................
Physiologisches.................
Krank holt cn der Haut an den Zitzen und am But er.......
19 20 20
21
25
Dermatitis an den Zitzen................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;25
Exanthomo an den Zitzen................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;.27
Medikamentöse und Futtoransschläge ................nbsp; nbsp; 82
Furunkulose des Euters, Dermatitis furunculosa nbetis.......nbsp; nbsp; 84
Warzen an den Zitzen und am Euter................nbsp; nbsp;
Die Ulzeration und Nekroso der Hanf in der Sclionkelfalte.......nbsp; nbsp; 38
1 n c 0 n t i 110 n t i a 1 a c t i s.................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;^
Wunden an den Zitzen..................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;_nbsp; nbsp; 40
Angeborene Milohfisteln und Anomalien der Zitzen.........nbsp; nbsp; 41
Entzündung der Zitze, Th eil tie..............nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;,nbsp; nbsp; 44
Strikturen und Verwachsungen des Stricbkanalea und dor Miloh-
z i s t e r 110..................
1.nbsp; nbsp;Die Erweiterung des verengerten Stricbkanalea mittels Melkröhrohen
2.nbsp; nbsp;Die Erweiterung des verengerten Strichkanales mittels Bougies . H. Die blutige Erweiterung des verengorten Strichkanales......
Milohfehler...................
46 61 88 66 79
Die rilßo oder salzige Milch..............nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;g2
Die Hiostmilch o.ler IColostralmilch................nbsp; nbsp; gg
Die bittere Milch......... ....nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;,S3
Die rasch sauer werdende oder unhaltbare Milch...........nbsp; nbsp; 84
Die fadenziehende oder schleimige Milch............nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;.86
Die blähende oder gärende Milch...............nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Kf)
igt;ie käsige Milch..................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;^
! ^
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VII]
IiiIkiIi.
Die liulugc Milch . . . I'liV.-iolocjitidios Hhitinelki'n
Soile
88 89 91 92 1)4 97 103
Euterhyporamp;mie................
K o ii t u s i o u d o s E u t e r s.....nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;. . . .
Kintoilung der Entzündungen der Mllotidrllson .
Das KulcriidcMn, Oedema uhei'is.........
Eaterkatairh, Mastitis catarrhalis .......
PareuohyraatUse EntzUndaug des ISuters, Mastitis parenohymatosa . 11quot;
Allgemeine Symptome..... ........nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; • .... . . 12^)
Spezielle Symptome..........................^laquo;^
1. Mastitis simplex, einfache Euterentzündung ... • . ......lii'-
l'. Mastitis phlegmonoaa, heftige Euterentzündung.......... KJH
S. Mastitis reoidiva, rezidlvierende Euterentzllndang..........186
4. Mastitis metastatioa, EnterentzUudung mit Metastasen . ......140
ö. Mastitis neerotiea. brandige EuterentzUndung............143
Pathologisob-anatomiecbe Verttnderungea bei Mastitis pblegmonosa und
neerotiea..........................1^4
(!. Mastitis traninallca purulenta, l'renidUr.rpermastitis .......ülä
Prognose.............................oOö
Therapie..............................204
Mastitis beim Schafe . . . .nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ..................818
Mastitis bei der Stute......................221
Mastitis beim Schweine.......................---
Mastitis bei der Hündin und der Katze...............laquo;86
Sporadischer und kontagiöser (gelber) Galt, Agaiaotia catarrhalis
sporadioaetoontagiosa.................228
#9632; 1. Sporadischer Galt......... .............2.'i2
/raquo;'. Kuntitgiöser Galt .nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;.... .......nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;......246
Tuberkulose dos Euters.......................254
A k tinom y 1( oso des Euters, Actinotny Ousis über is..........267
Botryomykose des Euters, Mastitis clironica hotryomyootioa .... 268
Agalactia infolge Angioneurose...................2öii
Aufziehen der Milch ........... ...........870
Infektiöse Agalaktie bei Ziegen..................-72
Neubildungen (Tumoren) im Euter..................277
[iiternturverzeiobnis.............. ............883
Sachroflister..............................891
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XT
N0
Über Anlage und Entwicklung der Milchdrüsen.
Die Milcbdrttsen der Kuh bilden ein großes, zusanunenhängendes Organ, das Euter, welches in der Regel aus vier gesonderten Einzel­drüsen aufgebaut ist. Äußerlich ist die Abgrenzung- der Einzeldrüscn niebt leicht festzustellen, es sei denn, daß die betreifende Drüse stark vergröbert, oder umgekehrt verkleinert ist, Die Grenze zwischen den beiden Drüsen der einen und denjenigen der anderen Kürperseile ist durch die median verlaufende Euterfurche, Sulous intcrmanimaricus, au­gedeutet. Der Zusammenhang der Drüsen unter sieh beruht auf der Gemeinschaft des Stützgewebes und der Gefäße, nicht aber des Drüsen­gewebes, wie dem anatomisch-physiologischen und dem pathologischen Verhalten zu entnehmen ist. So fließt bekanntlich die Milch aus einer Drüse nur durch das letzterer angehörende Gangsystem aus und kann .sich normalerweise! nicht in dasjenige einer benachbarten entleeren. Experimentell läßt sieh die genaue Abgrenzung leicht darstellen, in­dem man die beiden Drüsen einer Körperseite mit angleich gefärbter Injektionsmasse füllt. Es gelang mir, bei Injektion der bauchseitigen Drüse mit. Berlinerblau und der sebenkelseitigen mit Karmin die zwi­schen beiden Drüsen befindliche Begrenzungsfläche makroskopisch und mikroskopisch genau festzustellen. Diese Begrenzungsflache ist nun nicht eben, sondern mit Erhabenheiten und Vertiefungen versehen, wobei die Fläche der einen Drüse ganz genau das Negativ derjenigen der benachbarten darstellt. Aus diesem Grunde läßt sich eine Tren­nung der beiden Drüsen einer und derselben Körperseite niebt mit dem Präpariermesser bewerkstelligen. Für die vollständige Abgeschlossen­heit einer Einzeldrüse in bezug auf das Drüsengewebe spricht ferner der Befund bei der Euterentzündung, dem sogenannten raquo;Viertellaquo;.
Jede Einzeldrüse wird gewöhnlich als raquo;Viertellaquo; bezeichnet; daher spricht man von linkem und rechtem Bauch viertel und von linkem und rechtem Schenkelviertel, welche Bezeichnungen selbst­redend nur die Lage der Drüsen in kranio-kaudaler Kichtunu' anireben sollen, da das ganze Euter topographisch zur Baaohregion gehört.
iii'Li, Krankheiten äor Uiltjhdrflscn,
i
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Über Anlage und Eutwloklung der Milclidriison,
Das Euter ist an der Baaohwand in der Regio hypogastrioa durch elastisches und ftbröses Gewebe festgeheftet. Zu erwähnen ist in erster Linie die starke fibrös-elastische Platte, welche jeder-scits neben der Linea alba im Bereich der dorsalen Fläche des Euters an der Bauohwand entspringt, in der Medianebene ventral-wärts zwischen die beiderseitigen Drüsenpaare hinzieht und sich in ganzer Ausdehnung vermittels Faserztlgen mit dem interglandulftren Bindearowebe verbindet. Es ist dies das Aufhängeband des Euters. Stellenweise befinden sieh Lücken in dieser Aufhängeplatte, die zum Durchlaß von Blut- und Lymphgefäßen bestimmt sind. Als weitere Aufhängeapparate dienen die Haut, ferner das auf der ganzen Ober­fläche des Euters befindliche, von ihm zur gelben Bauchhaut ziehende Bindegewebe und endlieh die Gefäße.
Die Haut zieht von der üauehwand und von den Beckenextremi­täten in der Regio inguinalis auf das Euter hinüber und zeichnet sieh daselbst (lurch Feinheit, leichte Abhebbarkeit und feine, im all­gemeinen weniger dicht, gestellte, von der hinteren Fläche des Euters afterwärts verlaufende Ilaare aus. Das durch diesen Haarverlauf gekenn­zeichnete, vom Euter gegen die äußeren Genitalien hinziehende Feld wird als Guenonsoher Milchspiegel bezeichnet.
Ina Bereiche, der Zitze läßt sich diellaut nicht von den tieferen Schichten trennen, denn sie bildet die Grundlage der Zitze, und das Gewebe des Ausfuhrungsganges, die sogenannte Zisternenschleimhaut. steht in inniger Verbindung mit ihr, Ihr Haarbesatz wird von der Basis der Zitze hinweg distalwärts immer spärlicher und fehlt in den unteren zwei Dritteln des Striches ganz.
Das Primitivorgan, aus dem die Milchdrüsen hervorgehen, ist eine lineare Epidermisverdiekung, die entweder, wie beim Schwein und den Fleischfressern, von der Achselhöhle bis in die Inguinalgegend reicht, oder, wie beim Pferd und den Wiederkäuern, sich nur in dem kaudalwärts des Nabels gelegenen Bezirk der ventralen Bauchwand anlegt und als raquo;Milchlinielaquo; bezeichnet wird. Diese Milchlinie hebt sich weiterhin durch Wucherung des unter ihr gelegenen Bindegewebes stärker über die Oberfläche empor und wird alsdann raquo;Milohleistelaquo; benannt; ihr läuft jederseita eine undeutliche Furche entlang. In der Milchleiste treten später kugelige l'lpiderinisverdickungen. die raquo;Milchh iigek. auf. worauf nach und nach die zwischen diesem gelegenen Strecken der Milohleiste sieh wiederum zurückbilden.
Die Zahl der Milchliiigel ist bei unseren Haustieren sehr verschieden und beträgt beispielsweise beim Schwein 10.....16, beim
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Über Anlage und Kntwickhmg der Milcdidriisen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; i]
Schaf 1. beim Pferde 4.....6, beim Kind 4 Haupt- und 3—4 Keben-
miiobhUgel.
Die Milohhtlgel sind die eigentliohea Anlagen der Milchdrüsen, Allerdings bilden sieb nicht alle Milohhügel zu Milchdrüsen aus, eine; An­zahl fallt wiederum der Rückbildung anheim, Aus diesem Q-runde treffen wir die Milchdrüsen in der Säugetierreihe außerordentlich verschieden angeordnet, bald in der Achselhöhlen- oder in der Brust- oder in der Bauch- oder in der Leistengegend, bald in mehreren Körper­regionen gleichzeitig, ja sie treten auch entfernl von dem Orte der Milchleißte auf, wie beispielsweise auf dem Kücken oder am Ober­oder sogar am Unterschenkel. Maßgebend für den Ort. wo sich die Drüsen ausbilden, ist die Lebensweise des betreffenden Tieres, d. b. die Art und Weise der Nahrungsaufnahme, das Tragen und Beschützen der Jungen, ferner die Körper form, speziell die Form des Brustkorbes etc.
Was nun die Ausbildung der Milchdrüsen und der Zitzen aus den Milchhügeln anlangt, so seien in Kürze folgende wichtigste Verhältnisse hervorgehoben: In der tief in das Korium sich einsenkenden Mammar-taschenanlage. welche von einer schmalen, außerordentlich zellreichen Korium- oder Areolarzone umgeben wird, beginnen sich in der Mitte der Epitheloberfläche die Zellen zu verhornen und bilden dann einen Über das obere Drittel der Mammartasche sieb erstreckenden Hornpfropf. Vom Grunde der Maininartasche aus sproßt ein solider Zellstrang durch die Areolarzone hindurch tief in das Koriunigewebe hinab. Gleichzeitig hebt sieh die Areolarzone mit dem sie ringsum begren­zenden Koriunigewebe über die KörperobcrlUiche empor zur Bildung der Zitze. Nach der Ansicht von Gegenbaur und Klaatsch besteht der in die Tiefe wuchernde Zellstrang aus den die Mammartasohen-anläge peripher begrenzenden hochzylindrischen Zellen und stellt dem­nach einen Teil der .Mainmartascbenaidage selbst: dar. Demnach würde der Zitzenhohlraum beim Kind der in die Tiefe versenkten Maramar-tasohe entsprechen. Nach der Ansicht von Profe dagegen ist der aus der Mainmartasehe in die Tiefe sprossende Zellstrang aus gleichmäßig gestalteten polygonalen Epithelzellen aufgebaut und ist analog einem der AnsfUhrungsgänge an der Schweinezitze oder an der Krustwarze des Menschen.
1 gt;ie Zitzenbildung erfolgt daher beim Kind in der Weise, daß sich das Driiseufeld mit dem Kutiswall emporhebt und dann auf dem Gipfel des kegelförmigen Hautfortsatzes, d. h. eben der Zitze, sich findet, wäh­rend beim Menschen der Kutiswall flach bleibt und sich zum Warzenhof umbildet und mir das Drüsenfeld sich zur Papilla mammae erhebt.
1*
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4nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; t'ber Anlage und Entwicklung dor Milclidriistm.
Nachdem der in Frage stehende Zellstrang eine gewisse Länge erreicht hat, beginnt er sieh von .seinem Grunde aus auszuhöhlen und treibt an dieser Stelle Sprossen, die Milcligtlnge. Er selbst wird zur Milohzisterne, Die Mammartasohe, deren oben erwähnter Hornpfropf sieh später fast bis auf den (Irund derselben erstreckt, wird nahezu vollstttudig an die Zitzenspitze emporgehoben und flacht sieh nach und nach ab.
Die beim Embryo in dieser Weise vorgebildete Milchdrüse kommt erst anläßlich der ersten Träohtigkeit zur vollen Ausgestaltung. Bei jungen, noch nie trächtig gewesenen Tieren trifft man nebst den engen Ausfübrnngsgängen kolbig verdickte Epithelsprossen von O'Ol—002 mm Durohmesser, die entweder gar keine oder nur unbedeutende Lich­tung besitzen, und reichliches, mit Fett durchmischtes Bindegewebe an. Zur Zeit der Träohtigkeit wachsen die Epithelsprossen aus und bilden sieh zu den feinsten Drüsengängen und den sekretorischen End­tubuli um,
.\ usgebildete Mi Ichdrttse.
Das gut ausgebildete Euter einer Kuh stellt eine je nach Milch-nnd Blutgehalt 5—10 und mehr Kilo schwere, seitlich abgeflachte Halbkugel dar, Es besitzt in der Regel vier 7—9 cm lange Zitzen, denen manchmal 1 —,'{ kleinere, sogenannte Afterzitzen beigesellt sind. Letztere befinden sich kaudal von den Hauptzitzen oder zwischen ihnen (intcrkalate Zitzen), niemals kranial der Hauchstriclie.
Legt man einen Schnitt durch das Euter der Kuh an. so be­merkt man kleinere und größere, 0 5 bmm messende, rundliche oder polygonale Feldoheu, die Lobuli mammae, in das bindegewebige Ge­rüst eingestreut. Bei Formolinjektion in das Ausführungsgangsystem tritt der Färb unterschied beider Gewebsarten deutlich hervor, das DrUsen-gewebe erscheint gelblich, das Bindegewebe weißlich. Letzteres bildet sehr verschieden starke Scheidewände zwischen den Primär- und Se-kundflrläppchen der Drüse. Sehr deutlich kann man die Läppchen auch durch Injektion verschiedener Farbstoffe, welche das Epithel­gewebe intensiv färben, hervorheben.
Das Hohlraumsystem des Euters erlangt seine stärkste Ausbil­dung in der Zitze und in der Umgebung der Zitzenbasis. Die weitesten .Milchgänge reichen in der Regel nicht über 10 cwj weit von der Zitzen­basis weg, In gröberen Entfernungen trifft man daher nur kleinere. 1 — 3mm Durchmesser haltende Milchkanälchen an. Interessant und
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Aii.sj;eljildotü Milclulniso.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;5
wichtig' ist dabei, daß alle Gänge, sowohl die größeren als auch die kleineren, niemals gleichmäßiges Kaliber haben, sondern mit auffällig-starken Erweiterungen und Verengerungen verseilen sind (Fig, 1. 2. 8 und 9). Als Regel darf angesehen worden, daß die Erweiterungen stets an Stellen, wo mehrere Gange zusammentreffen, und die Verengerungen an den Mündimgen zu iindon sind. Jedenfalls kommt dieser Einrichtung eine ganz besondere Bedeutung für den Ablluß der Milch zu. Von wesent­lichem Einfluß auf die Art und Weise der Euterentleerung ist ferner die ganz eigenartige Lage und Richtung der großen Milchg-änge. In
Vie. 1.
äagUtalsohnitt darch ilnlaquo; Kwtor and die Zitzen einer Kuh, tlio mit Gelatine ilurcli dr-n Striohkannl Injizioi'l wurden; h krnnjales, c kaudiUos Ende, tt dorsale Plamp;ohe, raquo; Zisterne,
der Hauptsache befinden sich die großen Milchgiingo direkt unter der Haut, und zwar bei der kaudalen Drüse an der kaudalen Seite der Zitzenbasis, bei der kranialen an ihrer lateralen Seite. Man kann sich über dieses Verhalten am besten orientieren, wenn man ein durch die Zitzcnkanale mit Formol injiziertes und gehortetes Euter in Horizontal-scheiben zerlegt. In noch höherem Grade zeigt dieses Verhalten das Ziegeneuter, indem dort sämtliche großen Milchgflnge der Haut direkt an­liegen. Aus diesem Grunde nehmen die kaudalen Zitzen bei inilchgefülltem Euter eine kranialwftrts schräge Richtung an, wahrend sie bei ent­leertem, schlaffem Euter perpendikulär hängen (Fig, 1). Fürstenberg hat bereits hierauf aufmerksam gemacht, indem er schreibt: raquo;An den Stellen des Euters, wo diese Zisteruen gtdegen sind, also an der Basis und dem
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fjnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;l'her Anlage unil Bntwiokluug del Milolulriisen.
oberen, behaarten Teil der Zitze und einige Zoll über dieser ist bei nur wenig mit Milch gefüllten Zisternen das Euter stets weich; es nimmt diese Weichheit nach allen Seiten hin ab in dem Maße. wieDrüsensubstanz sieh hier angehttufl findet; dort, wo die (Junge sehr weit und mächtig sind, nebmeii wir diese Weiche des Euters wahr; mit der Abnahme der Durchmesser der Kanäle macht eine gewisse Festigkeit des Euters sich geltend, Ist das Euter mit Milch erfüllt, so luhlt sich der genannte Teil fluktuierend und etwas gespannt an, bei einer starken Anschoppung
Uorizontalsclmltlo
ng. 2,
mit Lquot; Jgöc Osmtatnsfiurelösung durob laquo;Iimi Strlclikannl tnjiziorten Butors; Uilchgänge, b Drfisengewebo, c Feltgowobe.
von Jlih'li kann derselbe sogar einen gewissen Grad von Festigkeit erhalten, wir finden in diesem Falle die Wände des oberen Teiles der Zitze kugelförmig nach außen tretend.laquo; Dieser im allgemeinen zu­treffenden Schilderung Eürstenbergs ist das obenerwähnte Verhalten der Striche bei gefülltem und leerem Euter beizufügen, das sich aus der Lage und der Richtung der Hauptgänge ergibt (Fig. 2). Die zu den grollen Gängen führenden mittleren Milehkanälchen vorlaufen größten­teils in dorso-ventraler Richtung und münden spitzwinkelig in jene vorherrschend schrflg von oben hinten nach vorn unten weiterziehenden Gänge ein. Die stumpfwinkelige Einmündung, wie sie nach den An-
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Zilzcm.
gaben von NUesch undZsohokke vorbanden sein soll, konnten wir nicht beobaobten. Die von Nüesob bierauf zurückgeführte physiologische Ersobeinung, daß bei gefülltem Euter die Zisterne noch raquo;fastlaquo; leer sei, beruht vielmehr auf der schon von Fürsten herg erwähnten, später von Biederer genauer festgestellten anatomischen Einrichtung der Zitze. Es witre Übrigens kaum verständlich, warum bei stumpfwinkeliger Einmündung der Gänge die Milcb niebt his in die Zisterne, sofern dieselbe offen ist, vordringen sollte, wenn dabei auch eine geringfügige Verlangsamung des Stromes zustande käme. Auf diese Verhältnisse komme ich weiter unten des Nähern zu sprechen.
Zitzen,
Über den Bau und die Einrichtung der Zitzen haben insbesondere Fürstenberg, niederer und Marikowski geschrieben. Diese Or­gane stellen bei regelrechter Ausbildung annähernd zylindrische oder abgestutzt kegelförmige Anhängsel dar, an denen man die am Euter fixierte Basis, den mittleren Teil und die freie Spitze unterscheiden kann. Fürstcnberg faßt als Hasis jenen Teil des Striches auf, raquo;dessen Hautüberzug mit kurzem, gewöhnlich feinem Deekhaar bei den besseren Milchkühen besetzt istlaquo;, während er den übrigen Teil des Striches, der raquo;mit einer von feinen Runzeln durchzogenen, glatten Haut bedecktlaquo; ist, als raquo;Brustwarzelaquo; bezeichnet, weil er dem gleichnamigen Teil der menschlichen Mamma entspreche, Dieser Einteilung kann man wohl beipflichten, wenn anders man nicht vorzieht, jenen Teil als Basis zu bezeichnen, der im Bereiche des weitesten Teiles der Zisterne liegt, wo die Ilauptiniichgänge einmünden, und distalwärts durch eine Linie be­grenzt wird, die die haarfreie von der haarhaltigen Zone trennt. Die Vergleichung des distalen Teiles der Kinderzitze mit der Papilla mammae hom. ist nach dem früher Gesagten nicht zulässig. Im Bereiche des mittleren Teiles befindet sich die untere, engere Abteilung der Zisterne und in der zirka 1 cm langen freien Spitze der Strichkanal. Äußerlich findet sich zwischen dem Zisternenteil und der den Strich­kanal enthaltenden Spitze keine scharfe Grenze.
In bezug auf die Größe und Gestalt sind nach Martin n. tl. die Rasse, das Alter, die Säugezeit, beziehungsweise Sterilität der Tiere von Einfluß. Fürstenberg betont dagegen, daß die Länge der Zitzen nicht durch die Rasse bedingt zu sein scheine, denn er habe bei den verschiedensten Rassen und Schlägen Kühe mit langen und solche mit kurzen Zitzen uesehen. Nach ihm haben im allgemeinen
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8
Über Anlage unil Kntu k'klung dor MilohdrUsen.
die viel Miloh liefernden KUbe größere Zitzen als die, welche wenig Milch geben oder lange Zeit trocken .stehen. Fürstenberg vermutet daher, dalo einesteils die Ansammlung von Milch in den Zisternen und andernteils das Zerren dieser Gebilde beim .Melken die. Ursachen der Verlängerung der Zitzen seien. Die Gestalt der Zitze hUngt nach diesem Autor von dem Alter der Tiere und von der Milobergiebigkeil ab. .hinge Tiere und Kühe, welche, wenig Milch geben, haben kleine. runde und zierlich gebaute Zitzen mit gleich starker liasis. die sich mir weicher anfühlt als der mittlere und untere Teil des Striches: ältere, namentlich sehr milchreiche Kühe dagegen besitzen eine große. den Umfang der Zitze übertreffende Basis, die bei gefülltem Euter
ampullenartig vorgetrieben ist, bei leerem
Euter dagegen faltig erscheint. Ohne Zweifel kommt bei der Beurteilung der Länge und der Gestalt der Zitze haupt­sächlich deren Bau und die Art und Weise des Melkens in Betracht. Daß die Milchergiebigkeit mit eines Rolle spielt, beruht auf der häufigeren, even­tuell länger dauernden Zerrung der Zitze beim Melken und der stärkeren
Vig. raquo;, QuorsohnUt ilinvh dio Mitte otnor ZiUo, dficn Voiien mit (i.'liitino inji/iert waron. / Zistorne, durdi die orwoitorten Yonon stark verengti 2 Vomm, 8 Intogninonti l Kpidonnis.
Spannung des Gewebes durch die Milch. Auch abnorm gestaltete Zitzen rühren in den allermeisten Fällen von irrationellem Melken her, da bei jungen Tieren, deren
Zitzen von der menschlichen Hand noch verschont sind. Deformitäten Jedenfalls nur äußerst selten beob­achtet werden.
Am Aufbau der Zitze beteiligt sich in vorwiegendem Maße das Integument, daher zeichnet sie sieh durch ihre derb-elastische Kon­sistenz aus. Man kann mit Riederer au der Zitzenwand drei gut von­einander unterscheidbare Zonen feststellen. Qämlich; 1. die periphere Zone oder das eigentliche Integument. 2. die mittlere oder Gefäüzone und 3. die sogenannte Schleimhaut oder innerste Zone (Fig. 8).
Die periphere Zone besteht aus der bindegewebigen Propria, aus dem sehr gut entwickelten l'apillarkürper und der Epidermis. Die Propria setzt sich aus stark verlilztem. mit vielen elastischen fasern durchmischtem Bindegewebe, das von zahlreichen kleinen Blut­gefäßchen, einzelnen Lvinphgei'älichen und feinen Nerven durchzogen wird, zusammen. Der ans den gleichen Elementen aufgebaute Panülar-
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Zitzen.
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kiirper zeigt meist einfache, kegelförmige, ausnalunsweise an der Spitze geteilte, O'ö—0*56laquo;?raquo;raquo; liehe. Pupillen, die an der Basis einen Durch­messer von 0'096- 0'128raquo;Mlaquo; und in der Mitte von 0'(M8w(w haben. An der Epidermis kann man eine O'BOwiw dicke, unverhornte und eine 0,02ffiraquo;n dicke, verhornte Zellschiclit wahrnehmen,
In der mittleren oder Geftlßzone treffen wir eine auffallig große Zahl starkwandiger und weiter Blutgefäße au. die in der Hauptsache in der Längsrichtung der Zitze verlaufen, aber auch mit vielen ([iier- und schrägverlaufenden Asten untereinander anastomosieren. Die allermeisten Gefäße sind Venen, doch sind auch Arterien und Lymphgefäße vertreten (Fig. 3). Fürstenberg gibt in seinem bekannten Werke dieses Qefäß-netz zutreffend bildlich wieder (Taf. I. Fig, 7. Taf. 1.1. Fig. 5 und Taf. 111, Fig. 6), ebenso veranschaulichen uns die Fig. 4 und 5 in der Arbeit von Hiederer die injizierten Gefäße auf dem Querschnitt durch eine Zitze in vorzüglicher Weise. Bemerkenswert ist die Wandstärke der GefälJe. die bei Venen von 1 udh Durchmesser 0'22—0-26laquo;Mn betragen kann. Zweifellos hat diese Eigentümlichkeit ihre Ursache in der häufigen Zerrung und Quetschung, der die Zitzen beim Melken ausgesetzt sind. Immerhin hat Rieder er beobachtet, daß die Wände der Zitzengefäße schon bei jungen, noch nie; trächtig gewesenen Tieren sehr stark sind. Klappen trifft man häufig an den Vcrzwcigungs- und Zusammenflußstellen an; sie sind dick, verschließen das Lumen jedoch nicht, denn die Zitzenvenen lassen sich unschwer von den größeren Stämmen aus injizieren.
Die Qofäßzone beherbergt gleichzeitig die zahlreichen Muskel-biindelcben und -fasern der Zitze. Im Gebiete des Strichkauales weisen die aus O'OS—O'OSwjwj langen, glatten MuskelfJtserohen zusammen-
gesetzten Bündel zirkuläre und longitudinale Richtung aul
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von der Zitzenspitze, entfernt liegt der Q'4Sgt;mm breite Musculus sphincter papillae, dessen oberer Rand zirka (ro wwlt; von der Fürsteu-bergschen raquo;Rosettelaquo; entfernt ist. An seiner äußeren Fläche ziehen vereinzelte liündelcheu in der Längsrichtung der Zitze. Ein etwas anderes Verhalten zeigt die Muskulatur im Gebiet der Zisterne. Hier ist die kreuzweise Anordnung der Bündel vorherrschend, so daß auf eine Lage zirkulärer eine Lage longitudinaler folgt, usw., mit anderen Worten: benachbarte Bündel senkrecht zueinander stehen. Dabei sind alle Faserrichtungen vertreten, sowohl die zirkuläre als die longitu­dinale. als auch die schräge, i. e. in Schraubenlinien verlaufende.
Die dritte oder innerste Zone wird durch die sogenannte Schleim­haut dargestellt. In bezug auf deren Bau sind zwei Abteilungen wohl
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Ülier Anlage miJ Entwickliing ilor Milclidriiscn.
voneinander zu antersobeiden, dit'
stjgenannte Zisternenschlciiuluiut
und die- Auskleidung des Striohkanales. Sobneidet man eine Zitze der Länge nach auf, so nimmt man eine stattliche Zahl ungleich großer Falten wahr, die in Längs- und Querrichtung hinziehen und mehr oder weniger tiefe polygonale Nischen begrenzen. Bei Anspannung der Wand oder
Pig. 4.
Qnorsohnitt darch das nntlaquo;re Endo der Zitze, cimü in der (tltto dos Strichkutiftles; / [/lohtun;, 2u ver-horntss Kpiiliol. 84 anTorhorntoa Bplttasl ilcs Btriohkiuinlss, 8 Leisten dot Mndogoweblgen Proprin, i Unsonlns sphincter pnplllne, #9632;'gt; Blutgomie, u Integamont, 1 Bpldormls, dem stark ontwlokelton PaplllarkOrper aufsltiend.
auch bei Ausweitung der Zisterne durch Injektion unter hohem Druck und nachherigem Eröffnen der Zisterne sind die größereu Falten ver­schwunden, indessen längs- und querverlaufende Leisten auch bei stärkster Ausdehnung bestehen bleiben. Die großen, verstreichbaren Falten entstehen durch die Kontraktion des Muskel- und elastischen Gewebes, sowie durch die Füllung der Blutgefäße, sind also Kon-
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Zitzen.
1
traktionsfalten, während die unverstreiohbaren Leisten daroh stärkere Stränge von Bindegewebe und elastisohe Fasern begründet werden. demnaoh Strukturfalten darstellen.
Am unteren Ende der Zisterne sind die Verhältnisse nach Maii-kowski folgende (Fig. 5): Der Übergang der Zisterne in den Strich­kanal ist bald trichterförmig, bald glockenförmig. In beiden Fällen
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Dio sogenannte raquo;Fttrstenborgsehe Koseltelaquo;, i. ''. die nn Obergange der Zisterne in den Strielikanal
boflndUchen Palten!
kommt an diesem Orte ein System längsgerichteter, gegen den Strich­kanal konvergierender Falten vor. welche Fürstenberg als raquo;Rosettelaquo; bezeichnet, und die besonders bei glockenförmiger Gestalt der Zisterne sehr deutlich ist (Fig. 5). Während Fürstenberg 8 Falten fand, konnte Mankowski in 25 Fällen nur 2mal 8. dagegen 5nial 4, dann 5mal (i und ferner ISmal 5 Falten beobachten. Jede Falte trägt 1?—16 (meistens 10) Nebenfalten, deren freier Rand bald geradlinig, bald wellig oder ge-
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laquo;
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(j'ber Anlage und ISntwiolslung iIlt Jlilclulriisen.
kerbt ist. Manchmal sind diese sekiuulilrcn Falten durch zahlreiche quere Einsenkungen in förmliche Krausen verwandelt. Die Höhe der Haupt­falten ist verschieden, am hftuflgsteu hetrflgt sie IbQnm, doch manch­mal nur O'1-.) nnn. aber auch bis zu 2'bmm, Hire Breite ist eben-
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Fig. 6,
iiucrscliiiiit durch das den Strichkannl auskloldonde Epltliol und dlo angrouzendo blndogoweblgo l'i a tiängsleisten, ö darauf slteondo [Ungsvorlanfondo PaplUen, o suprapaplllllrea Horn (von PQrstei als Talgdrüsen angesprochen)laquo; d unverhorntos, ^quot;verhorntes Bplthel.
falls eine verschiedene, am häufigsten l'ümm, dann auch nur imm. oder aber bis zu 26 nun. Die Breite der Nebenfalten hftngl von der Zahl derselben ab, beträgt durchschnittlich 0'3 mm und variiert von 013—O'öwim. In den Falten befinden sich relativ weite Arterien-stämmchen. Dieses Faltensvsteni bedingt eine bedeutende Fnvciteruiiffs-
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Zit/.on.
1H
fählgkeit des unteren Endes der Zisterne. Das Anriieken der FlUasig-kcitssiiule. die die Entleerung des Sekretes dureh den Htrichkanai einleitet, maelit eine solche Ausdehnung unentbehrlich. Auf Grund der bistologisohen Verhältnisse muß das Faltensysteni der Fiirsten-bergsobeu raquo;Rosettelaquo; zur Zisterne gerechnet werden, denn wir treffen in den Falten und in den Furchen zwischen denselben auf der binde-gewebig-elastischen Grundlage ein eiusobiohtiges, aiedrig-zylindrisches oder kubisches Epithel von 2—27 |X Dicke an und finden auch ganz kleine, einfach tubulüse Drüschen in der Propria. Letztere kommen nach den Untersuchungen von niederer und von Marikowski im Strichkanal nicht vor. sind dagegen, wie Riederer ausdrücklich betont, durch die ganze Zisterne hindurch vorhanden. Sie beginnen an der oberen Grenze des-Stricbkanales und ziehen hinauf bis zu den untersten Milchdrüsenltlppchen, in welche sie, unter allmählicher Formveränderung, unmerklich übergehen. Während sie unten winzige, einfach tubulöse Drüschen von 0,082raquo;n7n darstellen, sind die Tubuli in der Mitte der Zisterne größer und verzweigt und bilden oben beim Übergang in die eigentlicheMilehdrüsenregion größere Komplexe tubulo-alveolnrer Drüs­chen mit gemeinschaftlichem, buohtig erweitertem Ausführunffscang Das Epithel der Drüsen ist einschichtig, niedrig zylindrisch, mit schwach granuliertem Protoplasma und mittelständigem Kern. Mit Schleimdrüsen haben diese Gebilde nichts zu tun, es sind vielmehr, wie Martin und Biederer richtig hervorheben, rudimentäre Milchdrüsen.
Einen wesentlich anderen Hau besitzt die innere Zone im Gebiete des Stricbkanales (Fig, 4 und 6). Hier bildet die Propria 46—66, durch­schnittlich 52 keilförmige Leisten, von denen einige sich spalten, andere miteinander verschmelzen, so daß ihre Zahl in verschiedener llöhe variiert. Der Verlauf der Leisten ist ungefähr geradlinig und parallel und auch parallel der Achse des Ductus papillaris. Die Höhe der Leisten beträgt, 45—210(A und variiert zwischen 20—400 (J,. Die Dicke der iSasis der Leisten beträgt bei der Mehrzahl derselben 85—122 ja, und die extremsten Maße sind 20 beziehungsweise 350 [J.. Am freien, gegen das Lumen des Stricbkanales gerichteten Rande der Leisten findet man sehr lange Papillen, die im oberen Teil des Stricbkanales verhältnismäßig spärlich sind, nach abwärts allmählich an Zahl zunehmen und gleichzeitig regelmäßiger verteilt sind. Auf einer gegebenen Leiste entspringen die Papillen oft in ziemlich gleichen Abständen von 1H0[J- (Minimum 62, Maximum 890 (J.). Hie und da sind 2 oder 4 Papillen an der Basis verwachsen, so daß von einein gemeinsamen Stamme 2 oder 4 Aste sich abzweigen. Die Spitze der Papillen ist abgerundet. Die Lange schwankt
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^4nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Übur Anlage und EntwioklUQg der Milchdrüsen.
zwischen 0'08 und O'QbQmm, häufig betrögt sie 0'16laquo;mlaquo;, Sie beginnen mit einer 27—54 ja dicken Basis und luufeii in ein 18—18(j, raeBsendes Ende ans. Die Richtung der Papillen ist eine von dien außen nach unten innen sohrttge, so daß man in einem und demselben Quersclinitto durch die Zitzenspitze 2—6 Papillen dachziegelartig Ubereinandergelagert antrill't. Infolge der radiiiren Stellung- der Epithelzellen auf den Pa­pillen beobachtet man bei quergesohnittenen Papillen ein driisenithn-liches Bild, was Ftlrstenberg als Talgdrüsen gedeutet hat. Dem gegen­über muß betont werden, dab Talgdrüsen im Strichkanal fehlen,
Das die Leisten und Papillen Überziehende Epithel ist sehr dick und sondert sich in den verhornten und unvorhomten Teil. Durch den ganzen Strichkanal hinduroh bildet das Epithel 3, 4 oder sogar 5 Epithelwülste, welche die zierliche, sternförmige Figur des Querschnittes durch die Zitze in der Höhe des Strichkanales bedingen, infolge, dieser Einrichtung ist ein vollkommener Verschluß des Strichkanales ermög­licht. Die Stärke der einzelnen Epithellagen betrügt beim: Stratum germinativum = 110|j., Stratum spinosum = 0'21 mm, Stratum granulosum = 120—150(A, Stratum lucidum= 80 —'JOu. und Stra­tum come um = 0,22mm, die VVaiiddicke des den Strichkanal aus­kleidenden Epithelzylinders inklusive Stratum mortificatum = 0quot;9 bis l'SÖJWlaquo;?, wovon 0'63—0'81mJ7! auf den unverhornten und O'SÖ bis Q'b^mm auf den verhornten Teil entfallen (Fig. 6). Die Länge der Zisterne beträgt 7—9 om, diejenige des Strichkanales 8—12 mm, durch­schnittlich 1 om.
Mikroskopisches des Drüsengewebes.
Das Drüsengewebe des Euters ist in Form von Läppchen in allen Teilen des Euters anzutreffen. Schon in der Zisternenwand sind. wie oben angegeben, rudimentäre Milchdrüsen vorhanden, doch ist es hier noch nicht zur Bildung von Alvcolen und zur Milchsekretion gekommen. Auch die groben Milohgänge haben überall seitliche Drüsen-läppchen. doch stehen die großen Drüsenkomplexe in Verbindung mit den mittleren und kleineren Milchgängen, wo die bedeutendste Ent­faltung des Drüsengewebes zustande, gekommen ist. An den Milch­gängen sitzen keine Alveolen, sondern nur Primär- und Sekundür-läppehen: Eudtubuli und Alveolen stehen in Verbindung mit den Aus­führungsgängen der Läppchen (Fig. 7, 8. 9 und 10).
Die Läppchen sind entweder Primär- oder Sekundärläppchen. Erstere haben eine Größe von 0'2—l'Smiu und besitzen ungleich
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.MiUroskopisclies lt;lcs DriiseiiH'owobos
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.starke Bindegewebshüllen; letztere bestehen aus mehreren Primar-läppohen und können eine Größe bis zu o min erlangen. Die Form der Lftppohen ist eine ttußerst variable und abhllngig von der Um­gebung, d. h. von benachbarten Läppchen und Milohgängon, von der Stärke benachbarter Bindegewebssepten, kurz von allem, was eine freie, eleiohmäßiee Entwicklung hindern kann. Am allerhäufigaten sind
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Flg. 7.
TJ, I.olmli, DI Uuctus intorlobularls.
sie birnförmig oder kugelig, können aber auch oval, nierenförmig, herzförmig, pyramidenförmig oder polygonal sein. Dem Milchgang sitzen sie ganz außerordentlich verschieden an, entweder mit ihrer Längsachse parallel dem Q-ang oder senkrecht dazu oder schräg etc.
Die Alveolen. die bekanntlich beim Rinde rundliche oder poly-edrische Gestalt und eine Größe von (M—()'25wraquo;( aufweisen, setzen die Primärläppchen zusammen. Ihre Zald in einem Läppchen, die, abhängig ist von der Größe des letzteren, beträgt 8—160. Sie ent­halten das ein- bis zweischichtige Drüsenepithcl. das auch in den
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Übet Anlage and Entwloklaug der MtlobdrlUen.
Endtubulis und Alveolengttngen vorkommt, Die Zellen besitzen bei einer Bube von 4—8 ;j. eine im allgemeinen kubische Form. Dooh wechselt dieselbe sehr bedeutend je nach dem Zustand des Organes. Bei der Vorbereitung der Milchdrüse zur Sekretion in der letzten Zeit der Trilobtigkeit wird nach Lenfers das Protoplasma, das
vorher bell war. trübe und
fein gekörnt, Der Kern wird größer und heller. Das Cbromatin sammelt sieb zum Teil in mehreren stark färb-baren Stücken an der Peri­pherie des Kernes an. Die vorher scharfe Grenze zwi­schen den benachbarten Zellen wird undeutlicher. Dabei werden die Zellen hoher und schicken manch­mal kappeiförmige Fortsätze in die Lichtung hinein. Im Protoplasma iinden sich hin und wieder kleine, manch­mal auch größere Fettröpf-oben vor. die ihre Lage in dem der Lichtung zuge­kehrten Teil der Zelle haben, während der Kern mitten in der Zelle oder in deren basalem Teil zu sehen ist, Zwei Kerne trill't mau nach Wirz und nach Lenfers
IPig. 8, /, l.cilmü, OJ'Dtictnsintralobularis, O/Dactas Interlobularis,
nicht selten an. wobei der eine dem Fettropfen lunien-
Wttrta oder seitwärts dicht anliegt und ihm genau angebogen ist. Während der Laktation sollen die Zellen nach Lenfers hoch werden, und es treten namentlich große Fettropfen in den Zellen auf. Nach der Sekretion trill't man nur noch .ganz niedrige Zellen an, deren lumenseitiger Rand manch­mal wie angefressen aussieht. Zwei Kerne sind nicht mehr zu be­obachten. Wirz fand auch stellenweise vollständige Entleerung der Zellen, so dab an ihrer Stelle Lücken zu sehen waren. Leukocyten
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MikroskoplsobeB des DrUBeoffoweböSi
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treten bei der Vorbereitung zur Sekretion in größerer Menge um die Endtubuli und Alveolen auf. Man Hndet sie dann häufig intra-epithelial, beziehungsweise Interzellulär im Lumen der Alveolen. Später werden sie spärlicher.
Die Alveolen sollen naeh einigen Forschern eine homogene Mem­bran besitzen (Flirstenberg, Benda, Lacroix, Lenfers u. a.). andere (lleidenli ain. Rauher, Kolossow, Spampani, Sticker, Koloßnikow, Wirz) konnten keine solchen linden. Räuber und Wirz boobaohteten eine Eudotbelmembran. die auch wir an einem mit Silber-
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Fig. 9, Si-linittc ms ier MilclidrCiso dor Kuh; /, Loliuli, Dl Ductas intorlobnlaris, /gt;/. IJuctus laotlfsras.
nitrat imprägnierten Präparat des Herrn Wirz. an dem vorher die Epithelzellen durch Ranvierschen Alkohol abgelöst und entfernt worden waren, wahrnehmen konnten. An der Innenfläche der homogenen Memhrana propria sollen nach Benda, Lacroix. Martin. Lenfers sogenannte Korh/.ellen vorhanden sein, die sich färberisch wie die flatten Muskelzellen verhalten. Spampani erwähnt, daß muskulöse Faserzellen die Milehgdnge umgeben und an den Mündungen der DrUsenläppohen sphinkterartige Anordnung zeigen.
Nach dieser kurzgefaßten Zusammenstellung über die feineren histologisoKen Verhältnisse des Drüsengewebes sei noch auf einige interessante Bildungen an den Ausführungsgängeil hingewiesen, Wirz und wir konnten durch Injektionen mit Roseschem Metall, Paraffin
Hau, Kranklioltoii iot HllchdrSsan.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; c,
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üb6t Anlage und Entwicklelaquo; da. MUoharUseu,
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BlutaefUße dca Kutcrs.
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Milohknoten beizumessen. Nicht weniger wichtig ist tue Eiobtung der Milchgttnge, Bei der Zerlegung eines Euters in lom dicke, in horizon­taler Blohtung angelegte Lamellen kann mau erkennen, daß ^ieli die Verzweigungen eines (Jangsystems in zur Oberfläche des Euters parallelen Ebenen vollziehen. Die größeren Gange streben in senk­rechter Richtung subkutan aufwärts, um dann nach innen (medial i in die feineren Gänge überzugehen. Die Zahl der größten in die Zisterne einmündenden Milcligänge betrügt 8—12. Sie sind im leeren, kollabierten Znstande spaltförmig, ihre Wandungen berühren sich ent­sprechend einem von der jeweiligen Oberflächenstelle des (Euters senk­recht einwirkenden Drucke. Ihre Mündungen sind ebenfalls verengt, und die /.wischen zwei Milchgängen vorhandene Scheidewand kann äußerst dünn, manchmal sogar durchbrochen sein und die Rolle einer Klappe übernehmen.
Blutgefäße iles Hüters.
Das arterielle Gefäß des Euters, die Arteria pudenda externa, tritt mit der Arteria epigastrica inferior durch den Inguinalkanal
heraus. Es teilt sich dann unmittelbar vor dem Eintritt in das Euter in einen etwas schwächeren Ramus caudalis und einen stärkeren Kanins cranialis. Letzterer geht im allgemeinen, bedockt von Drüsen-gowebe, dem dorsalen Euterrand entlang bis nahe an das vordere Ende des Euters, um auf dem Wege ventral-, medial- und lateralwärts Aste an die Drüse abzugeben. Ein stärkerer Ast fübrl in perpendikulärer Richtung gegen die Zitze des sogenannten l?auchviertels. die er auch versorgt, und schickt ferner einen Ast an die Zitze des sogenannten Sehenkelviertels, welcher mit einem Ast aus dein Ramus caudalis einen wohlausgebildeten Qefäßbogen bildet. Der hintere Ast der Euter­arterie verlauft eine kurze Strecke rückwärts, gibt dann dort einen in dieser Richtung weiter verlaufenden Zweig, der mit einem korre­spondierenden der anderen Seite einen Gefäßbogen darstellt, ferner einen Ast an die Lymphdrüse des Euters ab und zieht dann in vertikaler Richtung ab- und vorwärts in der Richtung gegen die Zitze des sogenannten Schenkel vierteis.
Die Vena pudenda externa begleitet im allgemeinen die Arterie. Der nach vorn verlaufende, Ast geht aber über das Euter hinaus, der Hauchwand entlang bis ins Niveau der zehnten Kippe, um dann dort durch das raquo;Milohnäpfchenlaquo; in die Bauchhöhle zu verschwinden. Dieses Gefäß heißt bekanntlich Milchader und besitzt entweder gar keine
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Über Anlage und Knhvicldung dor .Milclulrüscn.
oder unvollstiladige Klappen, - - Über die starke Gtafußausbilduiig an der Zitze, die Fürstenberg und Biederer ausftthrlioh besobrleben haben, wurde oben gesprochen. Daß wir es hier mit einem kompres-siblen, kavernösen Körper zu tun haben, der als hämostatischer Apparat wirkt, wird niohl zu bezweifeln sein, mimeutlieli wenn man sich daran erinnert, daß bei der Vorbereitung zum Melken reflektorisoh die Gefäße entleert werden und jetzt die Miloh in die Zisterne, die vorher infolge der prall gefüllten Gefäße vollkommen geschlossen war. eintreten kann. Es ist auch bekannt, daß bei durchschnittenen Zitzen der Milchausfluß unbedeutend ist, solern die Blutgefäße dabei nicht entleert, beziehungsweise bald wieder gelullt werden. Dagegen haben Wirz und wir bei gut injizierten Präparaten nicht beobachten können, daß oben in der Drüse in der Nähe gröberer und mittlerer Milchgänge stärkere Venen vorkommen, wodurch eine Mitwirkung der Gefäße bei der Entleerung der Milch zustande kommen könnte, wie dies von Küesch angenommen wird.
Lymphgefäße, Kein anderes Organ besitzt so zahlreiche stark ausgebildete Lymphgefäße wie das Euter. Man kann ein oberflächliches und ein tiefes Lymphgefttßsystem unterscheiden. Die oberflächlichen Gefäße
entspringen an den Zitzen, verlaufen subkutan sohrftg auf- und rück­wärts und münden in die am kaudo-dorsalen Hände des Euters ge­legene, platte, zirka 4—bem lange, ii—icm breite und lern dicke Lymphdrüse ein. Sie lassen sich leicht von der Zitze aus inji­zieren. Das tiefe System entsteht im Drüsengewebe und zieht mit den Blutgefäßen aufwärts in den Inguinalkanal hinein. Sie stehen in Ver­bindung mit den aus der Lymphdrüse austretenden Stämmen Der Ursprung der Lymphgefäße im Muter ist interlobulär. Einzig und allein Kegaut glaubte feinste Lymphgefäße intralobuliir gefunden zu haben. Von anderer Seite ist jedoch dieser Befund nicht bestätigt worden, und auch uns gelang es trotz zahlreicher Einstichinjeklionen nicht, intralobulare Lymphgefäße ZU entdecken.
Nerven, Die Milchdrüsen erhalten ihre Nerven aus der betreffenden Körper­region, beziehungsweise aus denjenigen Nerven, welche die zugehörige Körperregion innervieren. So werden beispielsweise die menschlichen Brustdrüsen vom jeweiligen Kam us perforans des zweiten oder dritten bis sechsten Interkostalnerven versorgt, wobei allerdings die ersten nur
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Physiologisches.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 9|
den seitlichen Teil der Mamma erreichen, wahrend Äste vom vierten
bis sechsten Interkostalnerven in die Substanz der Drüse (antreten. wobei jene vom vierten und fünften von der Kostalililclie der Drüse nahe dein Kunde aus bis zu den größeren Milohgftngen vordringen, sich dort verzweigen und ihre Zweige mit den Milchgängen weiter-sdiicken. die Drüsenäste des sechsten Interkostalnerven dagegen auf der äußeren, konvexen Kläeho der Mamma bis in die Nähe der Brust­warze hinziehen und sich dort in die Drüsensubstanz einsenken.
Bei den Wiederkäuern wird das Euter vom Nervus spermaticus extern us versorgt, der bekanntlich als vierter Ast des Plexus lum-balis den Inguinalkanal passiert, dann an der Dorsalfläche des Euters, da, wo die Gefttße ein- und austreten, in zwei Äste, einen vorderen und einen hinteren, sich teilt, die den Hauptftsten der Arteria uberis folgen. Je nach Verlauf und Ausbreitung unterscheiden wir Rarai papillares, glandulares und vasoulares. DieZitzen sind sehr nerven­reich; an der Basis des Papillarkörpers befindet sieh ein ausgedehntes Xervenfasergellecht, aus dem viele Fäserchen in die Papillen übertreten. Aus den Papillen sieht man bei zweckentsprechend zubereiteten Prä­paraten feine Nervenfibrillen ins Epithel eintreten und interzellulär weiterziehen. Sie seheinen mit feinen Endknöpfchen oder in Form eines quot;Netzes zu enden.
Physiologisches.
Die in den Alveolen und Endschlttuchen gebildete Milch sammelt sich daselbst an. bis diese Hohlräume eine gewisse Füllung erlangt haben. Dann tritt das Sekret infolge des Sekretionsdruckes iu das Ausführungsgangsystem über, wobei besonders die enormen Erweite­rungen der Milohgänge eine bedeutende Menge des Sekretes auf­nehmen können. Die allmähliche Füllung der mittleren und größeren Gänge gibt sich daran zu erkennen, daß das Euter eine festere Kon­sistenz annimmt, und daß die Stellen, wo die größten Gänge direkt unter der Haut liegen, sieh mehr oder weniger vorwölben und gespannt und fluktuierend anfühlen. Die Portbewegung der Milch geschieht einmal infolge der Schwere des Sekretes, sodann infolge des Sekretionsdruckes und endlich infolge der dem Eutergewebe inneliegenden Kontraktions­kraft und wird beeinträchtigt durch die Reibung, die in den kleinen nnd kleinsten Hohlräumen eine ganz bedeutende ist. Die Wirkuno des elastischen nnd kontraktilen Eutergewebes kann man sehr gut bei einem mit Flüssigkeit unter hohem Druck injizierten, noch lebcns-warmen Euter beobachten. Führt man nach der Injektion einen Schnitt
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OOnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;liier Anlage und Entwicklung del Milchdrüsen.
in das Drttseugswebe .'ins. so spritzt die Flüssigkeit anfänglich stark heraus; nach und nach fließt sie langsamer, jedoch so lange, bis sie fast vollständig ausgeflossen ist. Infolgedessen läßt sich auch ein gering­fügig verletztes Euter nicht his zur prallen Füllung injizieren. Bei der Beurteilung der austreibenden Kraft müssen wir, wie Wirz richtig betont, der Elastizität die wichtigste, wenn nicht die alleinige Rolle zuweisen. Denn ganz ahnliche Verhältnisse beobachten wir beispiels­weise in den Lungen. Hier werden die elastischen Kriifte, die sich bei der Inspjration aufspeichern und gewissermaßen latent sind, heim Aufhören der Inspiration in Form von Bewegungsenergie frei und treiben die Luft heraus, ohne daß dabei die .Muskulatur mitzuwirken lira ueht.
In den Melkpauscn tritt die Milch, soferu die Tiere ruhig sind und das Euter nicht berührt wird, nicht in die Zisterne ein. Das mit Blut gefüllte Gefaßnetz im Boreich der Zitze drückt die Zisternen-schleimhaal bis zum Berühren der Wände einwärts und führt so zum vollständigen Verschwinden der Lichtung. Selbstredend wirkt der Druck der prall gefüllten Blutgefäße sowohl ^cgen außen als gegen innen zu: infolge der dickeren, durch raquo;las Integument dargestellten peripheren Zone der Zitzenwand kann derselbe jedoch nach außen wesentlich geringeren Einfluß ausüben, Man beobachtet bekanntlich. daß die Zitzen in den Melkpausen eine gewisse Turgeszenz besitzen, die von der prallen Füllung der Blutgefäße herrührt. Beim raquo;Anrüstenlaquo; zum Melken erfolgt reflektorisch die Entleerung der Blutgefäße, und daraufhin tritt die Milch in die Zisterne ein. Dabei wird die Zitze infolge der Spannung durch die Milch grüßer und straffer. Un­mittelbar nach dem Melken ist die Zitze ganz schlaff und weich, wird aber in kurzer Zeit durch die erneute Füllung der Blutgefäße wieder turgeszent, und zwar zu einer Zeit, da noch keine so grobe Menge Milch gebildet sein könnte, um in die Zisterne vorzudringen.
In dem guten Abschluß durch diesen Schwellkörper und durch den Schließmuskel am Zitzenkanal, ferner in dein Ineinandergreifen der kalten der Zisternenschleimhaut und des Strichkanales sowie schließlich in den ainusartigen Erweiterungen der Milchgänge lernen wir die Momente kennen, die eine ergiebige Anschoppung und Stauung der Milch in den Melkpausen und Hand in Hand damit eine Anspannung und uberdehnung der Wände herbeiführen. Durch Sprengung des Verschlusses dutch die Hand des Melkers, durch Entleerung des In­haltes der Zisterne wird unten Platz geschaffen. In dem Maße können sich die Wandungen der Gänge und des Sinus weiter oben retrahiereu
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rhysiulo^ischcs.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 23
und den Inhalt liimmtt'i'spi'itzt'n. Das Saugen der Jungen, respektive der Melkakt löst die Entleerung des Hohlraumsystetnea aus. Dieses Moraenl wirkt in zweierlei Weise. Einmal hebt es den Verschluß auf. daneben Ist der Melkakt eine Art Massage für das Euter, nicht nur für die Zitze, indem durch Zug an der letzteren die Haut über dem Drüsengewebe gespannt wird, und so das Euter selbst einen von der Oberfläche einwirkenden Druck erfahrt. Es ist nun ebne weiteres klar, daß in der uns bekannten oberflächlichen Lage der großen Milohgänge ein äulierst wirksames Mittel zur Entleerung des Euters gegeben ist. indem der ausgeübte Druck unvermittelt, direkt auf die Milohgänge übertragen werden kann. Infolge dieses Druckes der Haut auf die Milohgänge entsteht auch die spaltförmige Konfiguration der Qang-querschnitte. Es eröffnet die oben beschriebene charakteristische Lage der grolien Milohgänge eine günstige Perspektive für ergiebigen Milch­entzug durch Zuhilfenahme einer systematisch betriebenen Massage an den sogenannten Bauchvierteln auf deren äußerer Fläche, an den soge­nannten Sohenkolvierteln an deren hinterer Fläche. Wird die Zitze eines sogenannten Schenkelviertcls mehr nach vorn gezogen, so erreicht man damit ebenfalls eine ergiebigere Druckwirkung auf die hintere Seite dieser Drüse.
Die oberflächliche Lage der großen .Milchgänge hat außerdem den Vorteil, daß das turgeszente Drüsengewebe der Füllung dieser Räume nicht hinderlich ist. was eher der Fall wäre, wenn die groben Sammelgänge rings von Drüsengewebe umgehen wären. Der Sekretions­vorgang gestaltet sich dadurch unabhängig von dem Füllungsgrad der Milohgänge. Ein ähnliches Verhalten beobachten wir am Merzen. Der oberflächliche Verlauf der Koronararterien garantiert, daß die Zirku­lation auch während der Systole nicht unterbrochen wird.
Das Vorkommen von Erweiterungen im Verlaufe der Milch­bahnen ist ebenfalls von Nutzen ftir einen leichteren Abfluß, indem feststeht, daß in einem überall gleichweiten Rohre der Druckabfall ein gleichmäßiger ist. während beim Übergang in eine erweiterte Stelle der Röhre ein plötzlicher starker Druckabfall statthat, daß. mit anderen Worten, das Einströmen des Sekretes aus den engen zuführenden Milchgängen in die weiten Kavernen erleichtert wird und sich verhält wie beim Ausfließen ins Freie. Der Druck fällt plötzlich fast auf Null herab. Ferner sind durch solche periodisch wiederkehrende Erweite­rungen Sammelbecken für die Milch geschaffen; unterdessen erleidet der Fortgang der Sekretion weniger leicht eine Unterbrechung, als wenn die Milchröhren überall gleich weit, wären. Die für die; Hauptquellen und
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Über Anlage und Kutwicklmig der Milchdrüsen.
A-bzuffseebiete büstebende spitzwinkeliffe Verzweiffuna der Giinjre. wie sie im Euter durohgeführt ist, fordert ebenfalls ein leichteres Zu-sainiuenlliolJen.
Die Zisterne und die großen Erweiterungen an den Enden der Milohgänge erreichen bei alteren Kühen oft eine ganz erstaunliche Größe, und /.war schon in nicht gefülltem Zustande. Wahrscheinlich hat das elastische Gewebe seine Funktion zum Teil durch schlechtere Ernährungsverhaltnisse eingebüßt und kehrt, wenn es durch den Milch-drack stets aufs neue überdehnt wird, sobließlich immer unvollständiger in seine Ruhelage zurllck. Sicher können die Hohlräume einer jüngeren Drüse dank ihrer Elastizität enorm stark ausgedehnt werden und kolla­bieren dann wieder vollständig. (Jan/, analoge Verhältnisse treten be­kanntlich in den Lungen in Erscheinung,
Es sei hier noch in Kürze an die Befunde der Untersuchungen raquo;Über das sogenannte Aufziehen der Milchlaquo; vonNüesch erinnert. Dieser Forseher hat nachgewiesen, daß nicht die ganze Menge der beim Melken erhaltenen Milch im Euter vorgebildet ist. sondern un­gefähr die Hälfte davon während des Melkens sezerniert wird. Er unterscheidet zwei Phasen der Sekretion, (-ine erste Phase, welche die .Sekretion der Milch in den Melkpausen umfaßt, und die /.weite Phase, in der die Bildung der Milch unter dem reflektorischen Einflußdes raquo;Anrüstenslt; oder raquo;Hanteinslaquo; stattfindet. Die Milch der ersten Phase kann man dem Euter post mortem vollständig entziehen, die Milch der zweiten Phase kommt unter dem Einfluß des Melkens als mächtiger Sekretions­strom zum bereits gebildeten Sekret hinzu. Letzteren Vorgang be­zeichnet Nüesch als raquo;Erektionlaquo;. raquo;Einschießen der Milchlaquo;, Im Aus­bleiben dieses Sekretionsstromes sieht er die Ursache für das Nicht-herablassen der Milch. Diese Theorie stützt er auf Milchdruck­schwankungen, die aber, wie Wir/, richtig hervorhebt, nicht der Aus­druck einer quantitativen plötzlichen Vermehrung des Sekretes zu sein brauchen, sondern ihre Erklärung in den Schwankungen des Blut­gehaltes der Zitze linden. Etwas anderes ist es hei der Ziege. Ein kavernösor Körper, welcher das Zitzenlumen zum Verschwinden bringt, fehlt hier. Die Milch sammelt sich daher in der Zitze an. Ein raquo;Anrüstenlaquo; ist bei diesem Tier nicht nötig, sondern es kann sofort mit dem Miloh-herausziehen begonnen werden, Nüesch hat unter dem Keize des llantelns eine Zunahme des Milckdruckes um 30cot beobachtet, indem im freien Schenkel einer U-fürmig gebogenen Röhre die Milchsäule mu 30cm anstieg. Diese raquo;Erektionlaquo; und die Zitzenexkursionen sollen mit den senannten Schwankungen der Milchsäule beliebig oft durch
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Krankheiten iler Jlimt an den Zitzen und am Kuter.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;^T)
Hanteln dar Zitze erzeugt werden können. Horte der Reiz auf, so nahm auch die Turgeazenz der Zitze wieder ab, tier Milobdruok sank, jedoch nicht ganz auf das frühere Niveau. Mit Wirz möchten wir diese
raquo;Erektionlaquo; anders deuten. Das :gt;Anrüstenlaquo; ist als ein Reiz der sen­siblen Nervenendigungen der Zitze, verbunden mit einer Obertraeuna: auf die Vasomotoren, aufzufassen. Auf die eingesperrte Milchsäule der Zitze überträgt sich jede Voluinschwanknng-der Blutmeuge im Schwell-kiirper. Es wttre auch unerklärlich, warum bei Annahme einer plötz­lichen Vermehrung des Sekretes durch den Reiz des raquo;Anrüstenslaquo; nach dein Aufhören desselben eineraquo; Druckabnahme bis nahezu auf die frühere Höhe stattfinden sollte, es sei denn, daß das Plus an Sekret aus dem Hohlraumsystem wieder ins Blut zurückkehrte. Viel leichter und un­gezwungener ist die Druokabnahme durch eine allmähliche Entleerung des Zitzenschwellkörpers zu erklaren. Da in der Regel der Hohlraum der Zitze leer ist. so haben wir uns vorzustellen, daß die Ursache für das Leersein, nämlich ein normaler Blutgehalt des venösen koin-pressiblen Sohwelikörpers, anhält, so daß sich trotz des raquo;Anrüstenslaquo; die Venen nicht entleeren: dann kann sich der Hohlraum der Zitze nicht entfalten und die Milch nicht in denselben einfließen. Es kann sich aber auch der geleerte Schvvellkörper unter gewissen Umständen plötz­lich wieder füllen, beispielsweise bei Störungen während des Melkens, wie Hundegebell, Schlagen des Tieres etc.. wodurch der Milch-ausfluß sofort gehindert wird. Schon Ftirstenberg hat hierauf hin­gewiesen, indem er schreibt, daß die Tiere das Blut in den Venen stauen können, und daß dadurch der Verschluß der Zisterne und die Sistierung der ]Milcb ins Werk gesetzt sei.
Krankheiten der Haut an den Zitzen und am Euter.
Wie an der übrigen Haut, so beobachtet man auch an derjenigen der Zitzen und der Milchdrüse verschiedene Erkrankungen, wie Dermatitis. Erytheine. papulose und pustulöse Entzündungen und Aphthen (Thelitis superficialis papulosa, variolosa, eczema-tosa. aphthosa etc.).
Dermatitis an den Zitzen.
Ursachen. Die bei Weidekühen öfters, bei Stallkühen nur selten vorkommende Dermatitis entsteht nach Einwirkung starker Sonnen­hitze oder kalter, trockener Winde, großer Kälte, ferner nach fort-
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Krankheiten der Haut an den Zitzen und am ICuter.
waluviulrin Lisgen des Buters auf schiautzigeni Stallbodeii und stellt gewOhnliob einen leichten Q-rad von Verbrennung oder Erfrierung dar. Schwere, mil Nekrose verbundene Zitzenbautentzündungen werden hervorgerufen durch den Bacillus neorophorus, ferner durch das unvorsichtige Maden verletzter Zitzen in Lysol oder konzentrierter Karbolsäurelösung,
Die Symptome bestellen in Trocken- und Spröderwerden der Oberhaut. Bildung von Rißchen und leicht blutenden Schrunden und Abhebung der Epidermis. Bei oberflächlicher Sohrundenbildung und Schürfung bedeckl sich die lädierte Stelle mit einem verschieden starken, braunen, blutigen, rissigen Schorf, welcher insbesondere beim Melken mit dem Daumen immer wieder abgestreift wird und einer erbsen- bis bohnengroßen, blutrünstigen, schmerzhaften Stelle Platz macht. Dieselbe heilt nur sehr langsam ab, erschwert das Melken sehr wesentlich und kann den Grund zu einer sekundär auftretenden Euterentzündung abgeben.
Die Therapie hat in erster Linie auf Entfernung der Ursachen, also auf Stallhaltung und Reinlichkeit, Bedacht zu nehmen. Die kranken Striche werden schonend und mit der vollen, unt ein­gefetteten Hand gemolken, um die Haut zart und geschmeidig zvi machen und die Schorfe aufzuweichen, werden die blutrünstigen Stellen vor und nach dem Melken mit üng, Zinci, Dng. Althaeac, üng, boric, üng. Plumb, tannic, üng. Cocaini 5quot;/,,, Aq. Calc. 01. Olivar. aa. Glyzerin oder Vaselin gu1 bestrichen. Weniger gut eignen sich das täglich ein- bis dreimalige Bepinseln der Risse und Abschürfungen mit Tinct. Mvrrhae oder Tinct. Aloös und Waschungen mit desinfizierenden Lösungen oder mil Plumb, subaeet, sohu. Heim Vorhandensein größerer, wunder, oft sehr empfindlicher und das Melken sehr erschwerender Flächen wird von verschiedenen Seiten behufs Entnahme der .Milch der Katheterismus der Milch­zisterne anempfohlen, Dazu können nach Bang sowohl der englische Milchkatheter als auch derjenige von llenriksen dienen, welcher behufs solider Haltung mittels einer Feder an den Zitzen festgedrUckt wird. Wir hingegen möchten, einerseits weil durch den Katheterismus sehr leicht Verletzungen der Zitzenschleimhaut vorkommen und anderseits die Desinfektion der Melkröhrchen auf die Dauer nicht vorsohrifts-gemäß durchgeführt wird, wodurch regelmäßig sekundär eine Mastitis mit multipler Abszeßbildung entsteht, vor der Anwendung der Melkröhrchen warnen.
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F.Nunthemo an den Zit/.on.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 27
Exantheme an den Zitzen.
Allgemein ist bei Blasenbildung an den Zitzen die Haut loioht entzündet. An den Strichen, besonders unten und in der Nähe der Zitzenmündang, befinden sich vex'sohieden zahlreiche, isolierte, oder konflaierende Bläschen und Blasen. Zu dem Krankheitsbilde der Maul- und Klauenseuche gehört bei Milchkühen in der liberwiegenden Mehrzahl der Fälle eine mehr oder weniger starke Blasenbildung an den Zitzen, speziell in der Nähe der Zitzenmündung (Thelitis super-ficialis aphthosa), Exantheme an diesen Stellen werden auch diasrno-stiziert insbesondere bei frisch gekalbten Kühen, beim Auftreten der Schlempemauke und des Malzekzems.
Unter den am Euter vorkommenden Exanthemen ist der Pooken-ausschlag (Thelitis superficialis variolosa), welcher wegen der dem Platzen der Pocken folgenden Erosionen speziell auch eine große chirurgische Bedeutung besitzt, weitaus der wichtigste. Es entsteht an den Zitzen oder, aber nur höchst selten, auch am untersten Teile dos Euters, besonders bei jungen, guten, frischmelkenden, sehr selten bei troekenstehenden Kühen und ausnahmsweise auch bei guten Miloh-ziegen ein pustulöses Exanthem (Exanthema variolosum), welches nach Hollinger auf Übertragung der Menschenpocken (Variola humana) oder in der Hegel humanisierter Vaccina (Variola vaccina) auf Kühe und Ziegen zurückzuführen ist. Die in hiesiger Gegend häutig vorkommenden Kuhpocken lassen sich jedoch in ihrer Mehr­zahl unmöglich auf eine Übertragung des Pockengiftes von Seiten des Melkers auf Kühe zurückführen, und wir sehen uns in Anbetracht der Verneinung einer spontanen Entwicklung der Variola mit Bang zu der Annahme gezwungen, daß der Ansteckungsstoff sieh lange. Zeit im Stalle virulent erhält und direkt oder indirekt durch frisch ein­gestellte und empfängliche Tiere aufgenommen wird.
Allgemein wurden früher vom klinischen Staudpunkte aus tue rocken in echte und unechte unterschieden, wobei allerdings betont werden muß, daß eine solche Trennung tatsächlich ein Ding der Un­möglichkeit ist, und daß Bollinger und Bang sich für die Identität der echten und unechten Pocken ausgesprochen haben. Die Erfahrung lehrtauch, daß das Exanthema variolosum einen sehr verschieden­artigen Vorlauf nimmt und unter den verschiedenen Stücken eines Stalles bald mehr gutartig, d. h. leicht und ohne Komplikationen, bald mehr bösartig, d. h. mit Komplikationen, wie Störungen des Allgemein­befindens und Mastitis, verläuft.
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Kninklieiteii dar Haut an den Zitzen und am Knter.
Der solitRre Pookenaussohlag (Variola disoreta) gibt sich nach einem zirka eine Woche dauernden [nkubationsstadiam zu erkennen durch stecknadelkopfgroße, hyperftmische, derbe, bei nieiit pigmentierter Haut mit einem roten Hofe umgebene Flecken, welche sich in rote. exsudative bis erbsengroße KnOtohen und nachher in blauweißliohe, perlmutterartig glänzende, bleigraue hin gelbliche oder rötliche, bis bohnengroße, rundliche oder länglich runde, in der Mitte oft mit einem Nabel oder einer Delle und mit einem masohigen Qeftlge versehene Blasen verwandeln, die bald in Pusteln übergehen. Die zelligen, runden oder elliptischen, bei unpigmentierter Haut von einem roten, erhabenen. harten Rande umgebenen, an einer Zitze in der Zahl von ein bis zehn nacheinander zur Entwicklung gelangenden, gelben Pusteln worden an den Strichen linsen- bis bohnengroß und erreichen ihre Reife am achten bis zehnten Tage der Krankheit. Werden dieselben durch das Melken nicht aufgerissen, so fallen sie zusammen, schrumpfen ein, und es ent­wickelt sieh ein bis zur Narbenbildung, somit zirka 10 — 14 Tage, sitzenbleibender, brauner, trockener Schorf, unter welchem die Baut anfänglich nässend und rot: ist. Die Narbe ist zuerst vertieft, rötlich, später weiß oder braunrütlich und während langer Zeit sichtbar. Ofl ergibt die Untersuchung des Euters verschiedene Stadien des Poeken­ausschlages, wie Knötchen. Bläschen, Pusteln und Schorfe, was wahr­scheinlich auf eine beim Melken erfolgende uberimpfung zurückgeführt werden muß,
Bei konfluierenden Pocken entstehen infolge des außerordentlich erschwerten und heikein, manchmal fast unmöglichen Melkens und harter Streue bis markstückgroße, hochrote, oberflächliche, sehr schmerz­hafte, leicht blutende Substanzverluste (Erosionen), größere Wunden. Geschwüre und eine ausgedehnte. Krustenbildung der Zitze. Blasen, Pocken, oberflächliche Wunden und Schorfe sind in der Umgebung der Strichüffnung am gefährlichsten, weil in der Folge sehr leicht Ent­zündung der Schleimhaut des Zitzenkanales (Thelitis interna). ferner Verwachsung der Zitzenmündung und des Zitzenkanales mit nach­folgender Zwei- oder Drei/.itzigkeit, katarrhalische oder parenchymatöse .Mastitis entstehen können, letztere insbesondere dann, wenn vor dem jedesmaligen Melken der Schorf mit den Fingernägeln entfernt werden muß. In solchen Fällen wird die Zitzenspitze empfindlich gerötet, derber, und wegen der entzündlichen Versehwellung der Zitzonmlmdung und des Strichkanales tritt eine Verengerung des letzteren ein. wo­durch der Milchstrich fein und die betroffenen Viertel zähmelkend werden,
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Kximtlicme an don Zitzen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;20
Wir haben mebnnals beobachtet, daß im Anschluß an einen Pooken-
ausscblag eine Infektion von der wunden, nässenden Flache unter dem Schorf aus eintrat und Anlaß zu einer schweren Thelitis gab. Die Zitze ist in solchen Fällen groß, rot. heiß, derb, kürzer und gespannter, der Striohkanal verdickt, der Milohstrahl fein, dünn und doppelt oder mehrfach gespalten. Möglicherweise beruht diese Thelitis auf der Wir­kung des Pockengiftes. — Im Anschlüsse an den Pockenansschlag beobachteten wir, ebenso wie Veunerholm, schwere Mastitis au einem oder zwei Vierteln mit nachfolgender Drei- und Zweizitzigkeit.
Kasnistfki Bei einer an heftigem Pockenausschlag and Pockengesohwüren an den ZitzenmUndangen aller vier Zitzen erkrankten Kuh, (Mitstand am sechsten Krankbeitstage an beiden Bauchvierteln, ohne daß die Zitzenkanftle sondiert worden wären, eine intensive Mastitis und an beiden Sprunggelenken eine heftige, mit sehr starkem, heißem Odem verhundeno Synovitis serosa metastatica. Die Viertel waren enorm empflndlioh, heiß, hart, aber wenig vergrößert; das Sekret wässerig, gräulich, mit gelben Gerinnseln. Im Sekret, waren trotz allseitiger Prüfung keine Mastitis erregenden Mikroorganismen nachweisbar, was uns zu der Amiahme berechtigt, es habe sieh um eine spezifische Yariola-Mastitis gehandelt. Nach 1 1 Tagen war die sehr schwer erkrankt gewesene Kuh wiederum ganz normal und lieferte pro Melkzeit .') / Milch,
Als falsche oder unechte Pocken (Varicellen) werden von Haubner und Fürstenberg verschiedenartige Zitzen- und Euter-exantheme beschrieben, welche sich bezüglich ihrer Form und ihres Verlaufes deutlich von den echten Kuhpocken unterscheiden, mit letzteren auch nichts gemein haben und ihre Entstehung wohl meisten­teils der Einwirkung schmutziger, schlechter, faulender, verschimmelter Streue verdanken sollen. Dahin gehören die öfters vorkommenden Spitz­pocken, die weniger häufig auftretenden Stein- oder Warzen­pocken und die sehr seltenen Wasser- und Windpocken.
Die Spitzpocken, mit welchen der von Harms beschriebene raquo;ansteckende Blftschenausschlaglaquo; an den Strichen die größte Ähnlichkeit hat, kommen manchmal in sehr großer Anzahl unten am Viertel und an den Zitzen vor. Sie bilden anfänglich hirsekorngroße, runde, rote Flecken, dann Knöteben ohne Hof und Nabel, welche sich innerhalb weniger Tage in eine spitze rüstet verwandeln, deren Eiter zu Schorfen eintrocknet. Der Verlauf beträgt sechs bis acht Tage. Die Dauer der Krankheit kann jedoch wegen der häufig sich wieder einstellenden Eruptionen zwei bis drei Monate beanspruchen.
Die Stein- oder Warzenpocken sind linsengroße, harte, an­schmerzhafte, rötliche Knötchen ohne iiof, welche im Innern entweder gar keine Flüssigkeit oder nur eine kleine Pustel enthalten. Sie ver-
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HOnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; KrunUlR'iUm der Haut an den Zitzen und am Kater.
schwinden innerhalb 12--14 Tagen unter Bildung eines braunen Schorfes und nach dessen spontanem Abfall unter Zurüoklassung einer weißen Narbe. Hilden sieh infolge der Reizung beim .Melken warzen-fürmige Auswüchse, so trocknen diese ein und fallen nach einigen Wochen ab.
Die Wasser- und Windpocken entstehen bei Kühen und Schweinen ans roten Flecken, welche rasch zu erbsen- bis bohnen-großen, weißgelben Blasen ohne Hof und Nabel sich entwickeln, eine seröse oder eiterige Flüssigkeit enthalten, leicht platzen, eintrocknen und nachher dünne, schnell abfallende Krusten zurücklassen. Wird der Blaseninhalt rasch resorbiert, so bleibt die leere Epidermishülle (Windpocke) zurück. Der Verlauf betrttgt fünf bis sechs Tage.
Schick beobachtete bei Kühen ein mil Anschwellung, Schmerz, Blasen- und Krustenbildung verbundenes, kontagiöses Euterekzem, wo­bei die Blasen bald eintrockneten und bei einigen Stücken auch ülze-rationen vorkamen.
Therapie. Sofern bei Exanthemen an den Zitzen eine Therapie notwendig ist, so besteht dieselbe in müelicbster Reinhaltunar der er-krankten Tiere, welche entweder von einem eigenen Melker oder, wenn solches nicht möglich ist, zuletzt, d. h. nach allen anderen Tieren des Stalles gemolken werden müssen, worauf der Melker seine Hände sorg­fältig zu reinigen und zu desinfizieren hat. Eine Isolierung oder ein Nebeneinanderstellen der pockenkranken Stücke im Stalle ist selten möglich.
Die örtliche Behandlung besteht, ahnlich wie bei Hautentzün­dungen der Zitze, in schonendem Ausmelken des Euters mit der vollen, mit reinem Schweineschmalz gut eingefetteten Hand, in dem täglich zwei- bis dreimaligen Bestreichen der blutrünstigen Striche mit Ung. Zinci c. Pic. liquid., Ung. boric, oder einer Mischung vonPlumb.
subacet. solut. und 01. Olivar. 1 : (i-......8 oder einer solchen von Acid,
salievl. mit Glyzerin (,3quot;/(l). Bei zerrissener, entzündeter, beim Melken leicht blutender Zitzenmündung wird manchmal, um die Vernarbung zu beschleunigen, die Atzung mit Argent, nitric, vorgenommen.
Besondere veterinilrpolizeiliche Maßregeln sind nicht erforder­lich, jedoch lassen wir Jene Ställe, in denen Kuhpoeken oder andere Kxantheme bei mehreren Stücken vorgekommen sind, stets gehörig periodisch desinfizieren.
Nebat diesen eben erwähnten Exanthemen werden von Stock-fleth und Hang noch ein ätiologisch nicht abgeklärtes Knoten-
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KxuntlioMie an den Zitzen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;;){
exanthem und brandige Pocken an don Zitzen beschrieben, beides Zustände, weiche bierscits nicht beobaßhtet werden,
Beim raquo;Knotenexanthemlaquo;, syn. knotenförmige Pocken, sollen (ähn­lich wie bei Dermatitis funi nculosa) unten am Huter. besonders zwischen den Zitzen, aber niemals an den Zitzen selbst, rundliche, I^ö—2-50 om Durchmesser haltende, hurte, phlegmonöse Knoten vor­kommen, auf deren Mitte die Haut zu einem festen, harten Schorf von der Größe eines Markstückes eintrocknet. Nach Entfernung des Schorfes lieiie die Wunde in kurzer Zeit, und die Anschwellung gehe in Re­solution über.
Um die Abheilung zu beschleunigen, empfiehlt Stockfleth, auf den Knoten täglich mehrmals üng. oxygenat. (= 1 Teil Acid, nitric. 8 Teile Adeps suillus) oder eine andere milde Salbe einzureiben.
Hang hat an phlegmonÖs geschwollenen Zitzen der Schlempe­kühe eine durch den Nekrosebazillus verursachte, durch trockene. schwarzbraune, ovale Schorfe oder gürteiförmige Vorschorfung charak­terisierte Entzllndung (Thelitis mortifioans) konstatiert und dieselbe als raquo;brandige Pockenlaquo; bezeichnet,
Dieselben sind charakterisiert durch eine zirkumskripte, trockene Nekrose der Haut und Snbkutis an einer oder mehreren Zitzen. Das Heiden, welches gleichzeitig bei mehreren Kühen vorkommen kann. steht mit der Schlempefütterung in ätiologischem Zusammenhange und ist in Dänemark seil dem Aufhören der Kartoffelbenutzung zur Branntweinfabrikation verschwunden.
Symptome. Die brandigen Pocken beginnen mit einer intensiven phlegmonösen Thelitis. wodurch eine Kompression des Zitzenkanales und Erschwerung des Melkens verursacht werden. Die Haut wird an einer begrenzten Stelle oder am größeren Teil der Zitze von trockenem Brande befallen, wobei sich ein harter, schwarzbrauner, ovaler oder die Zitze gürteiförmig umfassender Brandschorf entwickeln kann. Derselbe wird rasch demarkiert, aber sehr langsam eliminiert. Die Heilung der Wunde beansprucht gewöhnlich vier bis fünf Monate. Während des Krankheitsverlaufes stellen sich Abmagerung, starke Milchabnahme an den gesunden Vierteln und häufig Mastitis ein. wes­halb die Prognose eine ungünstige wird.
Die Therapie besteht in Sistierung der Schlempefütterung, Be schlennigung der Elimination des Brandsohorfes und Förderung der Wundheilung. Weil auf die Zitze erweichende Umschläge schwer zu applizieren sind, so empfiehlt sich auch hier das Einreiben von üng, oxygenat. Sobald am Hände Demarkation eintritt, soll der
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;52nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Krankheiten der Haut an den Zitzen und am Kutor.
Schorf zu entfernen gesucht werden. Um die Veniiirlmng durch das Melken nicht zu stören, ist nach Stockfloth die Anwenduni;' eines Miichkathcters und bei tiefem Substanzverlust am unteren Teil der Zitze die Amputation des Zitzenendes zu empfehlen. Im Übrigen haben, um eine Weiterverbreitung der Krankheit zu verhüten, die gleichen prophylaktisehen Maßnahmen wie bei den Pocken Qeltung.
Medikamentöse und Futterausschläge.
hu Anschlüsse an die besprochenen Hautentzündungen sei noch darauf hingewiesen, daß infolge Aufnahme verschiedener Futtermittel unter gewissen Verhältnissen Hautausschläge, d. h. Futterausschläge, sich einstellen, und daß ferner die Verabreichung verschiedener Medikamente zur Entstehung von Arzneiexanthemen führt, welche beide Ausschlagsi'urmen sich gewöhnlich von den Ilinterschenkeln oder vom Mittelfleische aus auf die Euterhaut in Form von Dermatitis orythematosa, squamosa, papulosa, vesioulosa, bullosa, pustu-losa, ja sogar in Form von Ödemen und Hautbrand (Schlempemauke, Kartolfelausschlag, Malzek/.ein. Traubenkammkrankheit. Kleeausschlag. Jod- und Bromexanthetn, Quecksilberekzem etc.) verbreiten können, und zu deren ätiologischer Feststellung eine genaue Anamnese not­wendig ist.
Ferner besitzt jene Dermatitis der Euterhaut, welche auf thermische Momente (Dermatitis combustionisj oder direkt einwirkende chemische Stoffe (Dermatitis medicamentaria sive Dermatitis ex usu medicamentorum) oder Verätzung (Dermatitis caustioa) zu­rückzuführen ist. ebenfalls erhebliches klinisches Interesse. Die Der­matitis medicamentaria. svn. Salheiidcrmatitis. ist eine sehr häutige Komplikation der Mastitis und entsteht infolge Anwendung scharfer, ranziger oder als Bestandteil üng, II vd rargvr. einer, enthaltender Salben, sowie infolge Ranzigwerdens der applizierten Salben.
Therapie. Zuerst sind die veranlassenden Ursachen durch Sistierung der Einreibung der reizenden Salben und durch gute Reinigung des Euters mit lauwarmem Seifenwasser zu entfernen, sodann wird das Euter täglich zwei- his dreimal mit üng, boric, üng. Althaeae. üng. Zinci oder Adeps suillus gut bestrichen, haue Bepuderung der affizierten Fläche ist aus Q-ründen der Verunreinigung der Milch nicht angezeigt.
Kasuistik. Eine frisch gokalbte, sola- viel Milch liefernde, fünf Jahre alte Kuh zeiarte aus anhekanntetn Q-rande an der llaur des Miichbebälters dos rechten
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UedikamenttlBe viiilt;l [''utterautaohlKae
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Scbenkelvlertela ein frlsohea Ekaem, welohss vom Bealtzer rait einer reizenden Bntersalbe bebandelt wurde, und .las sich nun Innerhalb weniger Tage über lt;lie ganze linke Euterhftlfte und auf die medialen Flächen dor Hlntersohenkel aus­breitete. Die sehr erheblich leidende Knh zeigte ein stark getrübtes Allgemein­befinden, rasche Abmagerung und starke Lahmheit hinten beidseitlg, Die inten­siv entzündete, mächtig geschwollene, mit schwerer Dermatitis pustulosa be­haftete Haut der linken Euterhttlfte und der medialen Flächen der Hinterschenkel wurde hochrot und stark nässend (Eczema rubrurn raadldans), nach drei Tagen gräalichwelßquot; und zeigte nun bis auf die Kutis reichende, zahlreiche, tiefe, quer vorlaufende Schrunden, Nach zehntägigem Krankheitsverlaufe war die ergriffene Partie der allgemeinen Decke welch, nekrotiseh (feuchte Nekrose), und man konnte aus ihr mit den Fingern, wie an einem Korkstttck, erbsen- bis bohnen­große und 0-5- 1 cm dicke Hautpartien loslösen, beziehungsweise heransbröckeln. Die erfolgreiche Behandlung bestand In reinlicher, trockener, ruhiger Haltung dos Tieres, örtlich In täglich zweimaliger, sorgfältiger Reinigung der kranken Hautstellen mit einer lauwarmen ()#9632;;-.%,gt;,• LyBollösang und nachherigem Be-strelchen mit üng, boric.
Bei einer anderen frisch gekalbten, vier Jahre alten Kuh beobachteten wir an einer Zitze Infolge heftiger phlegmonöser Thelitis eine markstückgroße Blase mit serösem Inhalt, welche rasch platzte und eine lang andauernde blutrünstige Stelle zurückließ.
Einen seltenen Fall von Verätzung der vier Zitzen, speziell der linken Bauchzitze, durch unverdünntes Lysol beobachteten wir am 26, Februar 1901.
Eine acht Jahre alte, pro Melkzeit 8 -10 l Milch liefernde, lahme Kuh, welche vor vier Wochen gekalbt hatte, wurde von ihrem Be­sitzer zum Zwecke des Beschneidens der Klauen bei — löH' Tem­peratur und bei starkem Nordwinde am 16, Februar wahrend /irka l1/.,—2 Stunden außerhalb des Stalles angebunden stehen er­lassen, worauf 48 Stunden spater sämtliche Zitzen infolge Dermatitis congelationis stark rissig waren und beim Melken bluteten, wes­halb der Besitzer die Zitzen wahrend einer Stunde in unverdünntem Lysol badete. Am 18. Februar waren diese etwas empfindlicher, die vier Zitzenmtindungen enger und das Melken erschwert. Am 23. Fe­bruar war die Schwermelkigkeit und die Krustenbildung an den Zitzen so bedeutend, daß der Besitzer behufs Milchgewinnung in alle Zitzen Melkröhrchen einsetzte, Trotz des stets normalen Allgemeinbefindens der Kuh sank die Milchmenge rasch von 8 auf 4 ^ pro Melkzeit, und zudem fiel dem Melker auf, daß die Zitzen unten derber und fester wurden, was ein tieferes Einsetzen der Melkröhrchen notwendig machte.
li 00, Knnilili'itcii iet MllchdrOssn,
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[Crankbeiten dor Haut an don Zit/.cn and am Eufer,
Am 26. Februar, somit neun Tage nach stattgefundener ZUzen-vertttzung, konstatierten wir folgendes:
Mlgemeinbefinden leicht getrübt, ;i9-4quot; 0 Rektalteraperatur, 94 Pulse und 24 Atemzuge pro Minute. Leicht verminderte Freßlust, die Milohadern auffällig stark gespannt, Euter nicht entzündet, die mittels Milohkatheters erhaltene Milch ist an allen Vierteln weiß, ohne Gerinnsel und süß. Von den vier Zitzen zeigen die hinteren und die linke Bauchzitze nur bis zum oberen Ende des unteren Drittels der Milchzisterne, die rechte Bauohzitze bis zur Mitte der Höhe des Miloh-behalters eine vollständige, trockene, sohün demarkierte Nekrose. Weil der Besitzer die von uns anempfohlene Schlachtung des nunmehr pro Melkzeit nur noch 1 l Milch liefernden Tieres unterließ, so stellte sieh nach vier Tauen infolge Katheterismus der Zitzen eine mit hohem Fieber verbundene Fremdkörpermastitis und sekundär metastatische Syncvitis au beiden Tarsalgelenken ein, weshalb am 12. März die Notschlachtung der schwer leidenden Kuh erfolgte.
Ein interessanter Fall von Brand in einer ganzen Zitze, welcher von Larsen, (Slagelso 1886) beobachtet wurde, wird von Bang beschrieben. Es handelte sieh um eine innerhalb der ersten 24 .Stunden nach dem Kalben an Kalbefieber erkrankte Kuh, bei welcher im Verlaufe von acht Tagen die rechte Vorderzitze total brandig abstarb Die Zitze wurde unmittelbar unter dem entzündeten
Euter abgeschnitten, worauf sich die sresund blieb.
Kuh erholte und weiterhin
Furunkulose des Euters, Dermatitis furunoulosa uberis.
Bei feinen, guten Milchkühen und Ziegen kommen während der Laktationsperiode öfters, während der Periode des Trockenstehens dagegen nur selten, und zwar sowohl sporadisch als auch in seuchen-hafter Verbreitung Furunkel am Euter vor. Bald sind nur wenige, bald, wie auch von .lohne dargetan wurde, zahlreiche Stücke eines Stalles davon betroffen. Mehrere Umstände, wie das Vorkommen bei feinen Milohtieren, der Ort der Erkrankung und die Art dor Weiterverbreitung, sprechen dafür, daß die eine Entzündung der Hautdrüsen und Haar­bälge darstellende und durch Eiterbakterien, wie Staphylokokken und Streptokokken verursachte Dermatitis furuneulosa vornehmlich in­folge infizierter Hände der Melker entsteht und weitere Verbreitung findet; denn die Eiterbakterien können durch die scheinbar unverletzte Haut, beziehungsweise durch deren Poren, liaarfollikel, Talg- und
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Kunmluilüse dos Kuters.
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SchweißdrUBen spontan eindringen oder durch das Molken mit Leichtig­keit eingerieben, d. h. eingeimpft werden. Welchen Anteil unreines, sohleohtesj mit Sohinimelpilzen besetztes, verdorbenes Stroh und Streue aus? Kartoffelkraut an der Entstehung der EGuterfurunkulose haben, bleibt noch weiteren Untersuchungen festzustellen überlassen.
Symptome. Die Prädilektionsstelle für die in sehr verschiedener Anzahl und Größe auftretenden Furunkel bildet die Elegion zwischen den Zitzen, hauptsächlich zwischen den hinteren, in der Nähe der Milch-bellälter, d. h. an der Basis der Zitzen. Daselbst entstdlien dann Haut und Subkutis beschlagende, an der Peripherie leicht ödematöse, höhnen-. htihnerei- bis faustgroße, runde, sein' schmerzhafte^ derbharte, gerötete. heiße, nicht scharf begrenzte, phlegraonöse An Schwellungen, welche sieh innerhalb acht Tage in stark prominierende, haarlose und blaurot ver­färbte Knuten verwandeln, die weich und fluktuierend sich anfühlen und. unter Hinterlassung eines infolge Nekrose entstandenen, unregel­mäßigen Substanzverlustes in der Haut, bei Druck oder [nzision eine eiterige oder blutig-eiterige, nekrotische Gewebsteile und zahlreiche nach Gram färbbare Eiterbakterien enthaltende Masse entleeren. Heim Konfluieren von Furunkeln entsteht eine bis stark faustgroße, phleg-monöse Anschwellung und subkutan eine oder mehrere Eiterhöhlen, welche einige Tage nachher nach außen perforieren. Hin und wieder verläuft von der Furunkelstelle d. h. der Abszeßhöhle aus nach der lateralen Seite des Viertels, d. h. nach hinten und oben ein klein-finger- bis zeigefingerdickes, derbes, entzündetes, unter der Haut ab­hebbares Lymphgefäß. Wegen des sehr protrahierten, manchmal auf Wochen und Monate sich erstreckenden Krankheitsverlaufes kann man die verschiedenen Stadien der Furunkelbildung an ein und demselben Euter beobachten.
Das Allgemeinbefinden wird, sofern keine Mastitis hinzutritt, was selten ist, nie lt;re(rübt.. binffCgen stellt sich hin und wieder infolge der
DOWnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;^
hochgradigen Schmerzen eine verschieden starke Verminderung der Milohsekretion ein. Das Leiden ist wegen der Erschwerung des Melk­aktes und der Verunreinigung der Milch mit Eiter. Salben etc. sehr lästig.
Einmal beobachteten wir. dab während finer heftigen Furun­kulose am Euter sich an einem Viertel sporadischer Galt einstellte, und ein anderes Mal bedingte ein in der Mitte der Höhe der Milch­zisterne sitzender Furunkel eine schwere Thelitis mit vorübergehender Verengerung des Milehbehaliers.
Die Prognose ist günstig: die einzelnen Furunkel heilen in Hl bis 14 Tagen ab.
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Krankheiten ilcr limit im don Zitzen und um ECuteT,
Therapie. In prophylaktisoher Elinsiolit etnpfielilt sioli mfigliobst große Beinlicbkeil im Stalle: bei seuohonartigein Auftreten der Furun­kulose; periodische Desinfektion dos Stallbodens, ferner gutes Einfetten der reinlichen und desinfizierten [lande vor dem Melken und das Zn-letztmelken der kranken Stücke. Örtlich werden, um der Milch keinen Beigeschmack zu geben, joweilen nach dem Melken üng.Zinci c, Pio. liquid., üng. borio. oder andere milde und desinfizierende Salben, wie Ung. Creolini und Styraxvaselin appliziert.
Eine Inzision der A-bszease ist nur höchst selten angezeigt. Ver­einzelt beobachtet man einige Tage nach der spontanen Entleerung des Abszesses an dessen Stelle ein bis fünfmarkstückgroßes, stark ver­tieftes, unregelmäßiges Hautgeschwür mit schmierigen, aehlaffon, dunkelroten Granulationen und ringsum verhärtetem Bindesrewebe. Diese Hautgeschwüre heilen bei Anwendung adstringierender und des­infizierender ^litlid. wie Tannoforra, Vioform, Airol, rasch ab.
Warzen an den Zitzen und am Euter.
Warzen an den Zitzen, selten am Euter, kommen aus unbekannten Gründen sehr häufig bei Kühen und Kindern, insbesondere bei Weide-rindern vor. und zwar oft in Kombination mit mehr oder weniger zahl­reichen warzigen Auswüchsen an anderen Kürperstellen, wie Bauch, Hals und Kopf. Die Warzen sind entweder isoliert oder gehäuft, erbsen-bis faustgroß, langgestreckt, zylindrisch, dünn, leicht abdrehbar; wenn jung; mehr flach, d. h. mit breiter Basis aufsitzend; wenn älter; gestielt. höckerig, derb, zerklüftet und an der Oberfläche mit zahlreichen kurzen Hervorragungen versehen. Bedeutende Papillombildung sowohl an den Zitzen als auch am Euter kann das .Melken, eventuell das Saugen sehr erschweren, ja geradezu unmöglich machen.
Gestielte Warzen werden beim Melken leicht gezerri und abge­rissen, was zur Kntstehuna blutrünstiger, schmerzhafter Stellen und Erschwerung des Melkens Anlaß gibt.
Interessant ist die Beobachtung, daß in einem Stalle, in den eine Kuh mit sehr zahlreichen, 6—12mm langen, bis griffeldioken. trockenen Wärzchen an allen vier Strichen eingestellt worden war. alle anderen sieben Milchkühe innerhalb sechs Wochen eine ganz gleiche Warzenbildung an mehreren Strichen zeigten. Die spitzen Wärzchen wuchsen sehr rasch und wurden beim Melken leicht abgerissen, worauf blutrünstige, schmerzhafte Stellen znrückbliehen. Die sechs Wochen dauernde Behandlung bestand in periodischer Desinfektion des
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Warzen ftn dßn Zitzen und um Euter.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;37
Stalles, sehr gutem Einfetten der Zitzen und Hftndo beim Melken und täglich zweimaligem Bestreichen der Zitzen mit üng, Zinoi o. Pic. liquid, ad oolorem flav um.
OflFenbar hat in diesem Falle eine Übertragung des Krankheitalaquo; keimes durch den Melkakt stattgefunden, was durch das Zuletztmelken des neu eingestellten Tieres hätte vermieden werden kennen.
Eine Therapie ist nur in einer beschränkten Zahl von Fallen notwendig, weil die Erfahrung lehrt, daß seihst größere Warzen wegen ihrer schlechten Zirkulationsverhaltnisse fast regelmäßig im Verlaufe von drei bis vier Monaten spontan eintrocknen und abfallen. So /.. B. beobachtet man hjiulig. daß im Herbst nicht nur am Euter und an den Zitzen, sondern auch an den übrigen Körperteilen mit Warzen behaftete Weiderinder im darauffolgenden B1rühjahr spontan davon frei­geworden sind. Empfehlenswert ist es, Kühe mit Warzen an den Zitzen zuletzt und nur mit vorher gut eingefetteten Hunden melken zu lassen. Kleine multiple Warzen verschwinden durch mehrmaliges Bestreichen nach dem Melken mit Tinot. Jodi, Die künstliche Ent­fernung der Warzen geschieht bei Kühen am zweckmäßigsten während der Periode des Trockenstehens mittels eines Emaskulators, ferner durch Ahekrasieren. Abbinden und Abschneiden. Das Abbinden ist bei ge­stielten Warzen ein sehr empfehlenswertes Verfahren, weil ihm weder Tetanus noch Mastitis folgen, und die Warzen gewöhnlich beim An­ziehen der starken, dünnen Ligatur sogleich und ohne erhebliche Blutung abfallen. Dabei muß man sich indes vor llornstölien und Schlägen mit dem Hinterfuß schützen und während des Anziehens der einfachen oder chirurgischen Schlinge die zu operierende Zitze mit der linken, beziehungsweise rechten Hand gut festhalten.
Ätzmittel. wieArgentum nitrioum und Monochloressigsäure, sind zur Entfernung dieser Warzen nicht zu empfehlen. Q-rößero warzige, in der Umgebung der ZitzenmUndung sitzende und Schwermelkigkeit
bedingende Auswüchse werden mil der Schere entfernt, worauf der Wundgrund mit Ti net. Jod i oder mit A rgent um nitricum leicht zu betupfen ist, Kleinere Wärzchen an derselben Stelle verschwinden durch bloße llüllensteinatzung.
Nach Stockfleth soll man in jenen Fällen, wo das Abschneiden für gefährlich erachtet wird, abwarten und einen Milcbkalheter verwenden oder aber die Warzen einzeln innerhalb einer längeren oder kürzeren Zwischenzeit abschneiden.
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Kninkliciteii dor Ihiut an den Zitzen mul mn Kuter.
Die Ulzeration und Neki'ose der Haut in der Schenkelfalte.
Ein bei hoobtrUohtigen und frisch gekalbten Kühen, somit bei Tieren mit stark entwickeltem und den Raum zwischen beiden Ilintor-scbenkeln gut ausfüllendem Euter nicht seltenes Vorkommnis bildet die (quot;in- oder beidseitig in der Schenkelfalte vorkommende Ulzeration und Nekrose der Haut, welche einerseits auf Druckwirkung- von Seiten enggestellter Hinterschenkel, anderseits auf Ansammlung von Schweiß, Hauttalg und ünreinigkeiten zurückzuführen ist. Die Tiere /.eigen wegen der öl'tjichen Schmerzen ein- oder beidseitig einen deutlich gespannten, mähenden Gang und in der Sohenkelfalte eine fünfmark-stüek- bis handtellergroße, längliche oder rundliche, sich manchmal auch in erheblicher Ausdehnung auf die Haut des Euters oder des Unterschenkels verbreitende und selbst noch die Aponeurose be-schlasrende, am Rande mit roten Granulationen und in der Mitte manchmal noch mit einem verschieden großen, dicken, nekrotisohen, stinkenden Pfropf versehene, geschwürige Fläche. Wegen der Be­wegung, beziehungsweise Reibung der Hinterschcnkel und der Druck­wirkung von Seiten des Euters auf die mediale Schenkelllaehe heilen solche Geschwüre schwer, manchmal erst nach Wochen oder Monaten, d. b. wenn das Euter infolge Abnahme der Milchsekretion kleiner geworden ist. ab.
Die etwas umständliche und Ausdauer erfordernde Behandlung besteht in der Verhinderung des Beleckens der kranken Ilautstelle. in der Abtragung der nekrotisohen Teile, fleißiger Reinigung und Des­infektion des Geschwüres und Bepudem desselben nach dem jewei­ligen Melken mil adstringicrenden und desinfizierenden Pulvern, wie Jodoform-Tannin, Airol, Tannoform, Vioform, und eventuell in Ätzung mit Cuprum sulfuricum oder Argentnm nitricum.
Hei frisch gekalbten Kühen mit großem Euterädem waren wir zwecks Verminderung des Euterumfanges genötigt, nebst dem täglich dreimaligen Ausmelken. dem Massieren und Kneten des Euters die Tiere auch noch tätlich herumführen zu lassen.
Incontinentia lactis.
Hei weiohmelkenden, guten und besonders älteren Milchkühen beobachtet man nicht selten, schon bei geringer Ansammlung von Milch
in der Zisterne, an einer oder mehreren Zitzen ein konstantes oder nur kurze Zeit vor dem Melken eintretendes Abtröpfeln oder Ausfließen
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liR'Oiiliiumlia liictis.
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dur .Milch, syn. M ilolii copt'eln, Milohfluß, Laktorrhoü. Dieser abnorme Zustand ist nicht zu verwechsch; mit dem bei hoobgradiger Milcbstase trookenstebender Stücke eintretenden Milobfloß, dem Aus­spritzen der Milch aus strotzend gefüllten Eutern bei sieli bewegenden Tieren und dein temporären Milohfluß aus operierten Zitzen.
Ätiologisch kann der mangelhafte Verschluß eines oder mehrerer Zitzenkanäle auf zu sehwacher Entwicklung des Musculus sphincter papillae, beziehungsweise zu großer Dilatation des Zitzenkanalea be­ruhen, somit angeboren sein, und in solchen Fällen stellt sich der mit Recht so gefürchtete Zustand schon nach dem ersten Kalben ein. Hei älteren Kühen ist das manchmal aus allen Zitzen stattfindende Milchtröpfeln auf Abnahme der Energie und Schwäche des Schließ­muskels, sowie vereinzelt auf erhebliche Verletzungen der Zitzen­spitze zurückzuführen.
Kasuistik. Kino sein- gute Milelikuli hatte die Gewohnheit, hei starker Spannnng des Euters, d. h. einige Zeit vor (iem Melken, abzuliegen und mit dem linken Hinterschenkel das Euter zu reiben, bis die Milch aus dem linken Scheukel-viertel ausfloß. Sobald dor Milohfluß eintrat, hörten äio Bewegungen mit dem Schenkel auf. Nach Benützung zu täglichem Zugdienamp;lo unterlieb die Kuh diese Gewohnheit, und der Milchfluß hörte auf.
Prognose. Die Krankheit, welche einen bedeutenden Verlust an .Milch, am Verkehrswerte des Tieres und in einzelnen Fällen auch eine Beeinträchtigung der Mast bedingt, ist häulig unheilbar, weshalb die Mästung solcher .Stücke gewöhnlich den einzigen Ausweg bildet.
Therapie. Um den Milchverlust während des Tages zu ver­hindern und das Leiden zur Abheilung zu bringen, genügt ein täglich drei- Ins fünfmaliges Ausmelken. Weil jedoch demselben manchmal große Hindernisse im Wege stehen, so ist es erklärlich, daß schon seit De­zennien zum künstlichen Verschluß des Zitzenkanales Zuflucht ge­nommen wurde. Derselbe kann mit 1 '/jCffi breiten Hingen oder Schnüren aus Kautschuk (Andre), Kautschukflngerlingen, Ringen aus Horn, Bisen, Kupfer oder Messing bewerkstelligt werden, allein alle diese; Hilfsmittel entbehren des praktischen Wertes und führen nach unseren Beobachtungen nicht selten Nekrose des unteren Zitzenendes herbei. Einreibungen spirituöser Mittel, Bähungen mit aromatischem [nfus und Waschungen oder Bäder mit adstringierenden Lösungen oder Dekokten aus Gort. Quere us sind gewöhnlieh nutzlos. Atzungen der Zitzen­mündung mit Argent, nitric., sowie die Anwendung des galvanischen .Stromes sind ebenfalls nicht zu empfehlen.
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Wunden an dwj SSItzen,
Wunden an den Zitzen.
Verwundungen der Zitzen kommen am häufigsten bei im Stalle eng zusammengestellten Kühen, besonders bei solohen mil Httngeeutern,
vor. Die gewübnlieh gequetschteii und gerissenen Wunden werden bei Kühen und Ziegen verursacht durch Fußtritte von seilen der Nachbartiere sowie durch das eigene Treten des Euters beim Auf­stehen, ferner heim Springen über Stacheldrahtzäune, (lurch stark vorstehende Nögel in Bretterwänden, Hornstöße, Hundebisse und bei Ziegen durch Kaninchen- und Rattenbisse,
Die Zitzenspitze kann durch Fußtritte vollständig und scharf abgetrennt werden, manchmal entsteh! nur eine die Haut betreffende, oder bis in den Zitzenkanal oder bis in die Zisterne reichende Biß-, Riß- oder Lappenwunde, [n verbrecherischer Absicht werden hin und wieder Kühen die Zitzen abgeschnitten, was fast regelmäßig die Schlach­tung derart verstümmelter Tiere zur Folge hat,
Symptome, Infolge der Verwundung zeigen die Tiere eine kleine Blutung, bedeutende Schmerzen und. jo nach der Tiefe und dem Alter der Wunde, erschwerten oder umnüglichen Milchabtluß, Nekrose des Wundlappens und der Wundränder und starke entzündliche Schwellung.
Oberflächliche Wunden heilen bei trockenstehenden Kühen regel­mäßig per primam intontionem, bei den anderen sehr oft unter einem Schorf ab; bei Wunden, die den Zitzenkanal oder die Aliich­zisterne betreffen, entsteht eine Milchfistel, wobei ein Teil des Miloh-strahles durch den Zitzenkanal in das Milohgefäß, der andere an die Kleidung des Melkers spritzt.
Therapie, Das Melken verwundeter Zitzen muß sehr schonend und mit eingefetteter, voller Hand geschehen, im weiteren werden oberflächliche Verwundungen gut desinfiziert und nachher mil Tanno-form, Airol, Vioforra oder bei trocken steh enden Kühen mil Jodo­form bestreut, worauf sich rasch Schorfbildung einstellt,
Veunerholm betont, daß bei schmerzhaften Verletzungen der Zitzen diesquot; vor dem .Melken mit amp;%'ger Kokainlüsung bepinselt werden können, und daß ferner eine Salbe mit gerbsaurera Blei­oxyd, Borvaseliu mil Kokain (Borsäure 2, Kokain 0'60, Vaselin 10), Tusohierung mit Silbernitrat u, a, m, hier anwendbare Mittel seien. Wird bei perforierender Wunde eine enge Naht mit Seide angelegt, so ist darauf Rücksicht zu nehmen, daß in der verwundeten Milch-
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quot;#9632;I
Augeboreae Milohflateln und Auomalien der Zitzen,
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zisterne keine auf die Wundränder pressend wirkende Milohstauung eintreten darf, weshalb die Milchentnahme bis y-iir vollständigen Heilung taglich zwei- bis /viermal mittels eines passenden Mildhkatheters zu geschehen hat, sofern mau nicht vorzieht, einen Verweilkatheter nach Aeberhardt in die Zitze zu verbringen oder nach Uws bei irgend­wie zflhmelkigen Kühen den Mibhkanal nail der Zitzenlanzette zu er­weitern.
Bei trockenstehenden Kühen kann nach sorgfältiger Desinfektion und Verebnung der penetrierenden Wunde auch die Achternaht und die fortlaufende Naht mit Vorteil Verwendung linden; nur müssen die Nahte am sechsten bis achten Tage entfernt werden. Behufs Ver­meidung einer Infektion wird die Nahl mit Tiuct. Jodi bestrichen oder mit Jodoform, Airol oder Tannoform bestreut oder mit Airol-paste bedockt
Größere, an ganz schmaler Hautbrüoke hängende sowie nekroti-sche Wundlappen werden abgeschnitten, ansonst sie absterben. Bei penetrierenden Wunden an der Zitzenspitze melkender Kühe, bei welchen eine Heilung per primam nicht eintritt, empfiehlt Stockfleth die Amputation des Zitzenendes unmittelbar über der Wunde, ein Ver­fahren, welches auch noch in Betracht käme für jene Fidle, wo infolge der Verletzung ein vollständiger Verschluß des Strichkanales entstanden und eine weite Fistel in der Milehzisterne zurückgeblieben ist.
Angeborene tVlilchfisteln und Anomaüen der Zitzen.
Die Milchfistel, syn.: Zitzenfistel, Astloch, ist ein bei Hindern uni Kühen ziemlich häufig, bei Ziegen seltener vorkommendes, in der Regel angeborenes Leiden. Wenn es sich nicht um eine angeborene Mißbildung handelt, so ist die Fistel als Residuum penetrierender Verwundungen des Strichkanales, der Milchzisterne oder des Milch-gn ngaysl emes aufzufassen.
Symptome. Die Milchtisteln kommen fast ausnahmslos nur bei
in der Laktationsperiode .sieh befindenden Tieren, d. h. am häufigsten bei frisch gekalbten Stücken, zur Wahrnehmung, weshalb Kühe, die mit diesem erheblichen Fehler behaftet sind, während der Periode de:; Trookenatehens zu veräußern gesucht werden. Zu ihrer genauen Fest­stellung ist ein hohes Erfassen und starkes Anspannen der Zitze .sowie ein sorgfältiges Melken mit Daumen und Zeigefinger uner-iHßlich. Fast immer im Umfange der Milehzisterne, und zwar an der
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Aogeboreuo Milohlisteln mul Anoroalien del Zitzen.
lateralen und vorderen Seite, höchst selten medial neben der /itzen-raündung quot;der im Verlaufe des Striohkanales, entleert sich beim Melken aus einer feinen, mit Epithel ausgekleideten, Stecknadel- bis striok-nadeldicken, leicht eingezogenen Öffnung in einem feinen Strahle Milch. gt;ind die Tiere sehr milohreioh und ist die durch aseptisches Sondieren leicht genauer festzustellende Fistel stricknadelweit und im umfange des Milchbehftlters gelegen, so kann ein fast permanentes Abtröpfeln von Milch aus der Fistel erfolgen,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;~-
Verlauf Während eine spontane Abheilung der im Umfange der Zitzen vorkommenden Milchüsteln sowohl wahrend der Laktations­periode, als auch wahrend der Trockenperiode ausgeschlossen ist, wird eine Verwachsung, besonders während des Trockenstehens, bei jenen Fisteln, die in das Drüsengewebe des Futers und in dessen Kanalsystem reichen, regelmäßig beobachtet 1 gt;ie Milchfistcln sind einerseits wegen der großen Schwierigkeit ihrer Heilung', anderseits wegen des Ver­lustes an Milch, der Verunreinigung der Kleider des Melkers und der nicht zu unterschätzenden VVertverminderung des Tieres mit .Recht als verborgene Mängel gefürchtet.
Therapie. Während der Laktationsperiode ist ein dauernder Verschluß der Milchiistel durch Verwachsung ihrer Mündung nur dann möglich, wenn jede erhebliche Milchstauung in der Zisterne und jeder Druck auf die Zitze seitens der melkenden Hand streng vermieden wird, d, h. wenn die Milchentnahme während acht Tage täglich zwei- bis dreimal mittels Katheterismus der Milchzisterne ge­schieht, was aber für das betreffende Viertel immer mir großer Gefahr (Fremdkürpermastitis) verbunden ist. Am sichersten findet eine voll­ständige Abheilung während der ersten Wochen des Trockenstehens statt, weshalb, soweit möglich, das Anlegen der Naht auf diesen Zeit­punkt, in welchem das Euter überdies auf chirurgische Eingriffe viel weniger empfindlich ist als während der Laktationsperiode, versehohen werden sollte. Als Mitted, durch welche jedoch nach unseren Wahr­nehmungen eine Verwachsung der Fistel nicht bewerkstelligt werden kann, werden empfohlen: Gummiringe, Heftpflaster, Kollodium, Jodo­form-Kollodium, Wundgelatine und Atzungen mit Argen turn nitric um, Harms betupft die Fistel zuerst mit einer rotglühenden Stricknadel und bedeckt die Stelle muddier durch Heftpflaster, Kollodium oder Jodoform-Kollodium und läßt aus dem botreffenden Strich in den nächsten paar Tagen die Milch mittels des Milchkatheters entleeren. Wiederholt, jedoch ohne bleibenden Erfolg, haben auch wir bei frisch trockenstehenden Kühen die Fistelöffnunjr mit dem nadelförmisren Brenn-
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Angeborene Mtlcbflsteln und Anomalien der Zitzen,
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stift des Tbermokautera gebrannt. Das sicherste and am stehenden, an den Beokenextremitäten entsprechend befestigten Tiere leichf aus­fuhrbare Vorfahren besteht in der blutigen oder mit Argentum iiitricuni vorzunehmenden Auffrischung der Fistel und dem nach­herigen Anlegen von ein bis zwei horizontal vorlaufenden Knopfnaht-stieben durch die Haut. Allein trotz der scheinbar sehr schönen Ver­wachsung der Fistel kouinit es doch oft vor. daß kurz nach dem Kalben, ja sogar noch einige Monate später an der operierten Stelle die Fistel rezidiviert.
Falls die Fisteln dicht an der Zitzenspitze sitzen and in den Strichkanal münden, so empfiehlt Bang die Amputation der Zitzen­spitze in der Höhe der Fistel.
Nicht unähnlich einer Milehfistel ist folgende, von uns bei einer Ziege beobachtete, angeborene Mißbildung: Die linke Zitze besaß in einer Distanz von 8 bis 10 min zwei ZitzenmUndungen, wovon die eine unten an der Zitzenspitze, die andere etwas seitlieli an der Zitze lag und den Anschein einer Milehfistel erweckte, (regen diese Annahme sprach jedoch das Vorhandensein eines Schließmuskels auch an dieser seitlichen Mündung. Das Bestehen bloß einer Milchzisterne und einer seichton Kinne zwischen den beiden Zitzenmündungen recht feit igt die Annahme, daß es sich ursprünglich um die Anlage zweier Zisternen mit nachfolgender Eiesorption der Scheidewand und um das Bestehen-bleiben der beiden Mündungen handelte.
Eine Verdoppelung der Zitze, sowie der Milchdrüse, auf die auch Jensen und .1. Weher aufmerksam machten, beobachteten wir bei einer Kuh an der rechten ßauebzitze. Jede Zitzenhillfte besaß eine besondere Zitzemniindung, einen besonderen Zisternenraum, besondere DrUsenausführungsgänge und besonderes Drüsengewebe. Infolge künst­licher, nicht fachmännischer Erweiterung der einen Zitzenöffnung mittels eines Zitzenräumers entstand, wohl auf galaktifer-traumatischem Wege, an dem zu dieser Zitzenhälfte gehörenden Drüsenteile eine aus­geprägte Mastitis phlegmonosa mit klarem, gelblichem, serösem Driiseusekret, während ans dem arideren Strichkanal der gleichen Zitze völlig normale Milch gemolken werden konnte.
Ein drei Jahre altes, seit sechs Monaten trächtiges, schönes Rind, dessen Euter vom Käufer weder abpalpiert noch besichtigt wurde, zeigte an der rechten Euterhälfte nur eine Zitze. Dieselbe war flach und mit einer lateral und medial deutlich sichtbaren, von oben Dach unten verhuifcruleii und die Zitze in zwei gleich große Abschnitte trennenden Furche versehen. Am Zitzenkörper befanden sieb zwei je
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Eiitzüiulimtr der Zitze,
20 min lange, kleinfiiigecdioke, rundliche Zitzenspitzen, von denen jede einen besonderen Slriehkanal und Milolibehälter besaß, aus welchen leicht einige Tropfen gräuliches Serum gemolken werden konnten. Wegen dieser Mißbildung wurde das Kind gemftstet. Die Sektion ergab, daß das rechte Bauchviertel etwas kleiner war als das rechte' Schenkel viertel; im übrigen aber war das Drüsengewebe ganz normal,
Entzündung der Zitze. Thelitis,
Die Entzündung der Zitze ist entweder traumatischen oder in­fektiösen Ursprunges und verläuft mit oder ohne Entzündung der Schleimhaut des Strichkanales, Sie entsteht unabhängig von der Form der Zitzenspitze durch Quetschung beim Melken mit umgeschlagenem Daumen. Erfahrungsgemäß ist das Melken eine schwere, ermüdende und längere Zeit in Anspruch nehmende Arbeit, welche Lust und Liebe zur Sache erfordert. Wird der Melkakt mangelhaft ausgeführt, so entsteht oft eine Quetschung der Zitze, wodurch Verengerungen des Strichkanales sich entwickeln und bereits bestehende Verengerungen sehr leicht verschliramerl werden können.
Als weitere Ursachen konlmen Fußtritte seitens der nebenstehen­den Tiere in Betracht, Die entzündliche Anschwellung der Zitzenspitze und Zitzeiischleimhaut kann auch auf einer Wundinfektion, herrührend von Wespenstichen, sowie von kleinen Wunden und Schürfungen in der Umgebung der Zitzenmündung und Exanthomen, beruhen, Man beobachtet häufig Fälle, wo durch harte Einstreu eine kleine Ritzung unmittelbar an der Mündungsstelle des Zitzenkanales entsteht, woraus sich sodann ein kleines Geschwür entwickelt, welches sieh von einer Melkzeit bis zur anderen mit einer leichten Kruste bedeckt, die vom .Melker, um den Milchstrahl stärker zu machen, regelmäßig vor dem Melken von der geschwollenen, harten, schmerzhaften Zitzenspitze. beziehungsweise einer roten, blutenden Wundfläche abgerissen wird. Manchmal muß sogar die Zitze noch sondiert werden, bevor die Milch abfließt, und fast immer ist der Milchstrahl sehr fein und spritzt nach allen Seiten. Infolge Wundinfektion entsteht eine phlegmonöse Entzündung der Zitze und hin und wieder auf lymphogenem Wege durch Aufnahme von Eiterbakterien eine schwere eiterige Mastitis l Fremdkörpermastitis).
Symptome. Dilaquo;1 gewühnlicli nur an einem, selten an mehreren Strichen gleichzeitig oder kurz nacheinander vorkommende Thelitis gibt sich zu erkennen durch erschwertes, zu einer Milohstase in der
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Entzündung der Zii/.o.
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Zisterne und den großen DrUsengtlngen führendes .Melken. GHeiehzeitig wird die Zitze und insbesondere die .sehr nervenreiohe Zitzenspitze etwas cinplindiiehor, schwillt ziemlich i'.iseh an, wird hei nicht pig­mentierter Haul hochrot, heiß, steif, derh, glatt, grlänzend, manchmal äußerst empfindlich und sein' schwer melkbar; die Milch kann nur in dünnem, feinem, gespaltenem Strahle herausgepreßt, und in den stark verengten Strichkanal der kurzen, dicken Zitze kann nur noch ein ganz kleinkalibriges Melkrührchen eingeführt werden Bei heftigen Quetschungen entsteht der Verschluß des Du et us papillaris einerseits infolge der entzündlichen Schwellung der Gewebe und anderseits durch Auflagerung eines fibrinösen, in frischem Zustande leicht abstreifbaren Exsudates auf die Schleim haut des Zitzenkanales, welch letzterer dann leicht verklebt und verwuchst und sieh zu unterst an der Zitze als ein bis bleistiftdicker, derber, runder, fibröser Strang zu erkennen gibt, (Stockfleth). Hat infolge Quetschung durch Fußtritte neben­stehender Tiere oder rohen Melkens ein Bluterguß (Hämatombildung) in das Zisternengewebe stattgefunden, und stellt sieh sekundär eine zirkumskripte Entzündung ein, so beobachtet man rasch eine totale Verstopfung des Strichkanalea mit Sklerose der Zitzenspitze, Oft ge­langt die entzündliche Verdickung der Zitzenschleimhau) erst zur Wahrnehmung, wenn das Melken an einem oder mehreren Strichen stark ermüdet, die Kühe sieh dabei ungoberdig benehmen, oder wenn eine Mastitis im Anzüge ist, Infolge Zitzenverschlusses und dadurch bedingter Milchstauung schwellen die Zitzen und das Viertel, speziell bei frisch gekalbten Kühen, mächtig an, die Haut wird gespannt, glatt, glänzend, das Viertel konsistenter, derber und wegen des abnorm starken intramammftren Druckes leicht empfindlich, Sofern keine galaktifer-traumatische Infektion stattfindet, d. h. wenn keine opera­tiven Eingriffe an der entzündeten Zitze und Zitzenschleimhaut vor­genommen werden, so nimmt der Umfang des im Zustande mächtiger Milohstauung sieb befindenden Viertels während der ersten sieben bis neun Tage nach eingetretener Verstopfung zu, ohne eine wesentliche Trübung des Allgemeinbefindens zu bewirken, worauf sukzessive eine Verkleinerung und Verhärtung des Viertels eintritt, und die Kuh dreistriohig wird, Hin und wieder hält sich das Viertel lungere Zeit umfangreich, wobei sein unterer Teil eine weiche, schlaffe, fluktuierende Partie bildet, herrührend von einer bleibenden, mächtigen Kktasie und Anfüllung des Milchbehälters,
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46 Strlkturen und Verwaobsungen des Strlolikaoalea und der Milclizistcme.
Striktliren und Verwachsungen des Strichkanales und der
Miichzisterne.
IJgt;ri Kühen uml Ziegen kommen sehr verschiedenartige, ange­borene oder erworbene Erkrankungen des Zitzeukanales und Milch-behltlters vor. welche das Melken erschweren oder v^runmUglichen, und die wegen ihrer Wichtigkeit hier einzeln beschrieben werden sollen.
Diese Leiden sind seit Dezennien unter verschiedenartigen Namen wie Zitzenstenosen, schwer melkende und verstopfte Zitzen. Hart-melkigkeit, Schwermelkigkeil bekannt: und wurden in neuerer Zeit einläßlicher beschrieben von Stockfleth, Jensei, Hug und Kulm. welch letzterer aacb die historische Seite der Frage mit in den Bereich seiner Betrachtangen zog.
Die Erkrankungen des Strichkanals und des Milohbehältors sind hilufige Vorkommnisse, die sich aus anfänglich anscheinend gering­fügigen Veränderungen infolge des Melkens zu sehr schweren Leiden entwickeln können und zu Schwermelkigkeit, Abnahme der Milch­menge und starker Wertverminderung der Tiere führen, ja die sogar wegen der einer rationellen Behandluna sich entgegenstellenden Schwierigkeiten und der manchmal selbst einer sachgemäßen Therapie folgenden schweren, wo nicht gar tödlichen Komplikationen zu den schlimmsten und wichtigsten Kinder- und Ziegenkrankheiten gehören.
Anlilßlicli seiner hochijitersssanton und für die Praxis sehr wich­tigen Untersuchung von 2043 Zitzen hat Jensen folgende Zustände festgestellt:
A. Nichtpathologische, aber doch bemerkenswerte Zu­stände; Akzessorische Drüsenläppchen in der Wand der Zisterne 84; sehr dicke Wände, enge Zisterne 25; ringförmig hervortretende Schleim­hautfalten 7: knotenfürmiges Hervortreten des Epithels an der Grenze zwischen Strichkanal und Zisterne 53
b. Angeborene Abnormitäten: Eine vertikale Scheidewand ni der Zisterne 3; Verdoppelung der Zitze (und wahrscheinlich auch der Milchdrüse: 1: kleine überzählige Milchzisterne mit Striohkanal 1.
C. Traumatische Erkrankungen; Hämatom der Submukosa der Zisterne 1; Odem der Subuuikosa der Zisterne 2: Ruptur des Epithels an der Grenze zwischen Zisterne und Strichkanal 8.
/gt;. ülzerative und ähnliche Prozesse in der Zisternen­schleimhaut: Ohronisch-ulzerative Entzündung 1 ; chronisch-ulzerative
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.Striktiimi und Verwaobsungen (los StriclikaiiaU's und iler Mili'li/.i.storno. 47
Entzlindung mit Striktur 5; chronisch-ulzerative Entzündung mit par­tieller Verwachsung 1; diffuse granulierende Wundfläohe '2.
E. Narbenähnliohe Bildungen in der Zi'aternensohleim-baut: Eine ringförmige Narbe 41; eine ringförmige Narbe und diffuse epitbeliale Verdiokung 8; zwei ringförmige Narben ü: zwei ringförmige Narben und diffuse epitbeliale Verdickung .'!; drei ringförmige Narben und diffuse epitbeliale Verdiokung 1; eine große sternförmige Narbe 1: aarbenähnliche Flecken und ICnötohon 13; diffuse narbonähnliche Ver­diokung 138; unregelmäßige narbenllbnliche Vordickung mit kleinen papillomatösen Neubildungen versehen 7.
/#9632;'. Papillomatöse Neubildungen in der Zisterne; Zerstreute papillomatö'se Neubildungen 12; ringförmige Papillomatöse 7; vertikale Sohleimhautfalten mit papillomatüser Neubildung G; diffuse Papilloma­töse der ganzen Zisterne 47; diffuse Papillomatöse unten in der Zisterne —: ein großes Papülom 1; ein kleines, kondylomartiges Pa-pillom an der Grenze des Strichkanals 1.
U. Fibröse Knoten (Milchknoten) in der Zisternen wand: Bin fibröser KJioten 3; ein fibröser Knoten mit ulzerierter Oberfläche 5; ein fibröser, verkalkter Knoten 1.
//. Verdiokung der Zisternenschleimhaut: Diffuse Ver­diokung in der ganzen Zisterne 13; diffuse Verdiokung oben in der Zisterne 4; dififuse Verdiokung unten in der Zisterne 1(gt;; netzförmige hervorragende epitbeliale Verdickungen 4.
I. Soheidewandbildungen in der Zisterne: Eine unvoll­ständige Seheidewand 8: mehrere unvollständige Scheidewände 1; quer­gestellte fibröse Stränge, quot;2.
Jensen kommt an Hand seiner ausgedehnten Zitzenunter-suohungen zum Schlüsse, daß mindestens jede fünfte bis sechste Euter­zitze auf ihrer Schleimhaut durch den Melkakt hervorgerufene Ver­änderungen zeige, und daß mehrere Prozente Zitzen Ztthmelkigkeil und Zitzenverschluß aufweisen, weshalb er vor der Einführung von Melkmaschinen warnt.
Strikturen und Verwachsungen der Zitzenknnäle sind häutige und zwar entweder angeborene oder erworbene Leiden.
Die bei 4—6% sämtlicher Milchkühe angeborene Zähraelkig-keit syn. llartmelkigkeit kann auf einer stark hervortretenden Kpitbcl-wuoherung an der vertieften Zitzonmündung und im Strichkanal und daheriger geringer Dehnbarkeit des Zitzenkanales, beziehungsweise auf kongenitaler Enge der Zitzenöffhung und ihres Kanales beruhen und kommt fast immer an allen vier Strichen gleichzeitig vor.
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48 striktiiren iiml VeTwachsangen des Strlohkanalea und der Mtlohzleterne,
Beruht die Schwermelkigkeit auf einer epithelialen Verdickung des Strichkanales, so gibt sich letzterer beim Rollen der Zitze zwischen Daumen, Zeige und Mittelfinger als griffel-bis bleistiftdicker, rundci-bis ! om langer, nicht schmerzhafter, derber Strang zu erkennen, welcher, sofern Quetschungen der Zitzenspitze ausbleiben, Monate und Jahre lang gleichbleiben kann.
Zitzen mit kongenitaler Enge des Strichkanales und seiner Mün­dung sind lang, schlank, nach unten sich stark verjüngend, wenig angefüllt und, was als ein bedeutender Mangel zu betrachten ist, hart-melkig, Der Striohkanal erscheint von uormaler Dicke und läßt das Sondieren mit einem Milchkatheter gewöhnlichen Kalibers leiohl zu. Wo trotz völliger Normalität der Strichkanäle und der Milchzisternen nur mit Miibe ein feiner Milebstrahl erhältlich ist. muß die llart-melkigkeit auf einen Krampf des Musculas sphincter papillae zurückgeführt werden.
Die den Strichkanal beschlagende erworbene Zähmelkigkeit beruht, abgesehen von jenen Formen, welche nach Verletzungen der Zitzenspitze und akuter traumatischer und infektiöser Thelitis vor­kommen, fast ausnahmslos auf chronischen, d, h. alten, entzündlichen Zuständen der Zitzenspitze und Schleimhaut des Strichkanales, wie Gewebswucherungen traumatischer Provenienz, Verdickung des Zell­gewebes der Zitzenspitze, Verdicknngen und Retraktion des Gewebes im Strichkanal, welche Krankheitszustünde sich schon innerhalb drei bis vier Wochen entwickeln können und gewöhnlich nur eine, seltener zwei oder mehr Zitzen betreffen.
Als fernere Ursachen der ünwegsamkeit des S bis 12mm langen Strichkanales findet man hin und wieder in diesem Organteil rundliche, warzenartige, derbe, gewöhnlich flach aufsitzende, durch epitheliale oder bindegewebige Wucherung der Strichkanalschleimhaut entstandene polypüse Neubildungen, welche das Melken erschweren, d. b, nur einen feinen Milebstrahl zulassen oder den Ausfluß der Milch ganz verunmöglichen, weshalb Zisterne und Euter infolge Mileh-stauung anschwellen und erstere deutlich fluktuiert.
Von Hug wurde nachgewiesen, dad gelber Galt Ursache der Schwermelkigkeit sein kann, indem die polypösen Schleimhautwuche-rungen im Stricbkanal ein Hindernis bilden können für den freien Abfluß des wenigen und veränderten Sekretes,
Symptome. In der Nabe der Zitzenöflhung macht sich beim Rollen der Zitze zwischen Daumen, Zeige- und Mittelfinger im Strich­kanal eine Verdickung in Form eines runden oder länglich-runden,
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Strikturen und Vorwiiciisiitigen des Strichknnalcs und der Milclizisterne.
4lt;,J
erbsen-, bohnen- bis fast haselnußgroßenj unbeweglichen oder beweg-lichon. lt;1. h. gestielten) derben, harten, unsohraerzhaften Knotens, im Ver­laute des Striohkanales in Form eines griffel- bis bleistiftdioken, derben, runden, nicht oder nur wenig empfindlichen Stranges bemerkbar. Stets ist der Melkakt erschwert, der Milehstrahl auch bei Anwendung starken Druckes nur sein- fein, und hftufig auch die Milchmenge teils wegen des unvollständigen, ermüdenden und viel Zeit beanspruchenden Aus­melkens, teils wegen der Zunahme der Striktur und eventuell auch wegen der möglicherweise eintretenden Mastitis nur noch gering. In anderen Füllen gelangt die Milch trotz gesund aussehender Strieh-mündung nicht: nach außen, sondern nur bis an die obturierte Stelle und hierauf bei stärkerem Drucke wiederum nach aufwärts in den Zisternenraum. Durch Sondierung
kann der Sitz des verstopfenden Papllloms genau festgestellt werden. Harms erwähnt, daß ein sehr kräftiger Mann so energische Melk­manipulationen machte, daß die Geschwulst gelöst und aus der
Strichüffnung herausgepreßt wurde. Kuhn hat dargetan, daß eine hoch­gradige Verengerung einzelner Ab­schnitte der Zisterne oder des Strichkanales. die bis zum voll-stündigen Verschluß führt, durch
Fig. 11,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Fig, 12,
Pig, 11. TrtvumaUsohor Veraoblaß der Kistorno gogon die Qtilobgftnge. Zistomo und Stricbkanal olfen, erstove aber nach oben glockenförmig abgescblosson.
(Nach K. K uh n.)
Fig. i'J. Qletcbo Diagnose und VorbftUnisse wie bei
Fig. 11; nur lünft die Zlstorne naob obon in ein
triebtorförmiges Ende raquo;us. (Nach F. Kuhn.)
Narbengewebe bedingt wird, wobei
die Schleimhaut nur wenig verändert ist. Dieser — auf eine trauma­tische Einwirkung zurückzuführende — Zustand kann sich mit einem traumatischen Verschluß der Zisterne gegen die Milchgflnge oder einer Schwielenbildung in der Milohzisterne verbinden (Fig. 11. 12 und 13).
Verlauf. Wird keine Behandlung eingeleitet, so bleibt die er­worbene Schwermelkigkeit unter stetiger Abnahme der Milchsekretion entweder während einiger Zeit gleich oder nimmt langsam zu und führt schließlich an diesem Viertel zum Versiegen der Milchsekretion und zu einer vollständigen Verwachsung des Strichkanals und Atrophie mit Verhärtung des Viertels.
Durch operative Behandlung kann nur in seltenen Fällen eine vollständige Heilung erzielt werden, weil als Folgen der Operation hie und da Obliteration des Strichkanales und Zitzenfistel beobachtet wurden.
IloU, Knuikln Urn ilrr Mili-hdnisen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; .1
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'•;#9632;!
,quot;,0 Strikturen und Verwaohsungen des Strichkanules and der Milobsitterne.
Wie Bohon früher erwtthnV sind die bei Kühen ziemlich häufig, bei Ziegen mir selten vorkommenden Verwachsungen der Strioh-kanäle und ihrer Mündungen entweder angeboren oder erworhen und klimmen in erstefem Falle oft an zwei bis drei oder allen vier Strichen, im letzteren gewöhnlich nur an einer oder zwei Zitzen vor. Bei der angeborenen Atresie der Zitzonmündung und ihres Kanales handelt es sich um einen Bildungsfehler der embryonalen
i
Entwicklung der Zitze
an welcher die Mündungsstelle manchmal
gar nicht oder nur sehr schwer auf­findbar ist. und man nur mitten in der Zitzenspitze einen feinen, dünnen Strang' fühlt, welcher dem Striohkanal ent­spricht. Die Mileh/.isterne ist mit Mileh gefüllt, gespannt und fluktuierend, Die kongenitale Verwachsung der Zitzon­mündung und des Strichkanales wird schon heim erstmaligen Melken kon­statiert. Diese Unwegsamkeit der Zitze, welche ein raquo;Sondieren verunmüglicht. und die mit einer infolge Sekretionsneurose entstandenen Agalaktie nicht verwechselt werden darf, wird, weil der Strichkanal gewöhnlich in seiner ganzen Länge ver­wachsen ist. nicht behandelt. Werden
Flg, IB. In dor ZlBtorne Bndel sirfi l'/.'1quot;' obeilinlb dor Uündmig des Strlchkiumloa oln ftalaquo; dorben Qowobsmmson betlobondor, (Ibor-mruidelkorngroflor H8okor mit vorwiegend glftttei'i nar an wenigen Partien rauber Ober-llilelio .1. Die Iinngsnchse der Noubltdling verlKuft laquo;onkrechl and mißt ü1 . am, so
daS diese also B3/,om raquo;bor der Mündung an solchen gestallten Zitzen behufs Weg­dos Stricbkanaloa Ihr Knde orreioht. Dienbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;i rr i 1 '
gröUle Urelte betrftgt nabezn l um. Der Koublldung gegonftber ist lt;lio Sablolmbant auf lt;ii(' Btoito von 1 am mit raquo;ahlreloben derben, Itornig besebaffonen Scbivlelen fl versehen, dilaquo;^ Aber lt;lin Clmgobung nur wonig bervorrogen. Das Immen tier /.Memo is( hier orbobliob vorengt und gogonübor der Zitzenacbse bogenförmig und seitlich ver­krümmt. (Nach E. K n h nl.
sammachung des Kanales keine opera­tiven Eingriffe vorgenommen, so tritt auch niemals eine Mastitis ein, sondern das Viertel wird bloß während sieben bis nenn Tage infolge der Milchstauung bedeutend größer und empfindlicher,
nachher nehmen die Stauungssymptomo sukzessive ab, das Viertel wird wieder kleiner, schlauer und schließ­lich atrophisch und derb, d, h. die Kuh wird dreistrichig.
Ganz ausnahmsweise und nur bei Verwachsung einer Zitzcn-miindung gelingt es durch Aufspalten des verwachsenen Kanales die Milchsekretion zu erhalten.
Die erworbene Verwachsung entsteht hin und wieder spontan bei an sporadischem Galt leidenden Kühen während des Trockenstehcns und umfaßt dann den Strichkanal und die Milehzisterne, sodann infolge
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Stiiktiircn und Verwachsmifjen des Striclikanalos und der Milchzisteriiü. 5]
von im Umkreise der Zitzemnüadung auftretenden Kkzemun und Kxanthenien. besonders infolge von Maul- und Khiuenseuche. rboken, Schlempemauke, ferner traumatischer und infektiöser Thelitis, Ver­ätzungen, Quetschungen und operativen Eingriffen und ist manchmal nicht nur mit den genannten Leiden, sondern auch mit einer leichteren oder schweren, eine erlieluiehe Trübung des Allgemeinbefindens be­dingenden Mastitis i Fremdkörpermastitis) kompliziert.
Symptome. Während in frischen Fällen die entzündete, glän­zende, steife, kürzere, dicke Zitze noch einen bedeutenden Umfang aufweist, wird dieselbe nach längerem Bestehen der Verwachsung klein, kurz und runzelig. Die Zitzenspitze ist dann nicht mehr erhöht empfindlich, jedoch infolge des Narbengewebes stets mehr oder weniger knotig verdickt, narbig und eingezogen. Der Strichkanal ist bis bleistlftdiok, derb, die Milchzisterne mit Milch oder pathologischem Drüsensekrel angefüllt und manchmal sehr stark gleichmäßig oder ungleichmäßig ektasiert; das Viertel ist kleiner, derb, hart oder auch atrophisch und schlaff, weshalb von der Behandlung der Atresie ab­gesehen wird. Eine vollständige Verwachsung- des Strichkanales wirdhin und wieder bei jüngeren und älteren Kühen, welche vor dem Trocken­stehen durchaus normale Zitzen hatten, beim erstmaligen Melken post partum beobachtet. Diese unerwartete Obliteration und Verwachsung der Milchzisterne und des Strichkanales rührt von einer bindegewebigen und epithelialen Hyperplasie der Zisternen- und Strichkanalschleimhaut Infolge Galaotophoritis ohronica (Q-alactophoritis cicatricosa obtnrativa, papillifotmaxis et verrueosa) her. Während im Verlaufe der Laktationsperiode infolge des Melkaktes eine Verklebung sich nicht entwickeln kann, ist letzteres während der Periode des Trockenstehens leicht möglich, indem die entzündeten Stellen der Wand beständig miteinander in Berührung kommen.
Kasuistik. Eine friscbgekalbte, sehr j;uto Milchkuh wurde im Juli 1907 von der nebeustehenden Kuli auf die linke Sehenkelzitze getreten, worauf sich eine schwere Thelitis mit Verwachsung dos Strichkanales einstellte, Infolge der Milchstauung entstand eine, wie unsere; Abbildung zeigt, mächtige EUtasie des Milidiheluilters (Pig. 11). Derselbe hatte im April 1008 im obern Teile den Umfang einer dicken Wade und eine Länge von 20 cm und machte das Euter sehr stark asymmetrisch, weshalb das Molken insbesondere der rechten Schenkel-zitze sehr mtthsam war. Aus diesem (Jrunde wurde die Kuh geschlachtet. Der außerordentlich stark erweiterte Milchhohiilter enthielt 2850^7 krümeligen, mit Serum vermischten Eiter.
Sohwielenbildungen der Zitze. Kuhn hat nachgewiesen, daß in der Milchzisterne nicht selten, und zwar stets deutlich lokalisierte.
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59 Sttlkturon und Verwaohsungan des Strlobkanalas und der MUobülBtorne.
ng. i4.
Auflerordontllob stink erweltoito ZUterna Ho
inkon Sclionkelzitzo einer Kuh,
A
mehr oder weniger ausge­dehnte Bezirke von verdickter Scbleimbaul vorkommen. Der Epithel Überzug ist erheblich verdickt, hornig und in ge­schichtetes Pflasterepitbel um-gewandelt, in d;\s sicli auch Zotten senken (Fig, liquot;), 16, 17. 18 und 19),
Die scharf lokalisierte Veränderung tragt den aus­gesprochenen Charakter der Schwiele, welche gewöhnlich das Endresultat einer durch den Druck heim Melken be­dingten, mäßig fortgesetzten Reizung der Schleimhaut bildet. Diese Verdickungen zeigen hin und wieder den
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MikroskopUohes liild dos Quorschnlttea dureh einlaquo; Soliwlele dor ZUtorno. .1 und /#9632;' hoohgrudlg verdickter ond den Cbarnkter dos groschlchtoton PUttenepithoIa tragender Kpitliol-dberzug; A Ilornsohieht, /•' die Inter- und snprapapilldr gelngonc Krim- nnd Sfcacbelzellonschlclit, C Korlum. (Nach B. Kuh ii,i
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Strlkturen uud Verwachsungen des Stridikanales und dor Milcli/.isterne. 53
Cliarakter des weichen Pa-pilloma tmcl entstehen haupt­sächlich durch den zu starken Druck des umgeschlagenen Daumens heim Melken, wes­halb sie sich auch zuerst an jener Stelle entwiekeln. wo der Daumen sich an die Zitze anlegt.
Infolge des fortgesetzten Druckes und Ziehens beim Melken wird die Schwiele immer weiter nach abwärts gepreßt (raquo;herabgezogenes Fleischlaquo;), Durch kräftige Melkmanipulationen kann die Schwiele gelöst und ans der Strichöünung herausgepreßt
werden, ein Verfahren, welches aber weder Harm! uns jemals den gewünschten brachte.
J^Wkr,
Plg, 16.
ZahlroM'he disseminiorte äohwtolen nuf dor Sobloimbaat der
Zisterne, wolobe zum Teil Isellerto, zum Teil m olnom Ring
angeordnete candtiohe Höcker von 27/1raquo;laquo; Breitlaquo;' bilden, [bre
Oborfläcbe ist feinkörnig, sekr ilorl) und hart.
(N'iH'll K. 1^ 11 Im.)
noch Erfola:
\sect;
#.-1 #9632;.quot; #9632;'#9632; #9632; quot; #9632; '#9632;' #9632; gt;'j
vi_,.
B-
M,
rig. is.
In il^r Zisterne koromon zwei vordlokte Ringe, vor, ein unterer, y1 . cm über derZitzonmftndung, 17raquo;iraquo;i In'citor (J), und ein oberer, ',V .j *r'/' Über der /,it/enniiintliing. letzterer mit der sehr be-tnielitlielien Hielte von %lltcm (H). Diese Ringe sind derb, halien eine Dicke von 2 mm und bestehen aus einem muhr zusammenhängenden Gewebe mit körniger Oberflamp;oho. Die Zisterne bleibt gut wegsatn. (Nach K. Kuhn.)
Flg. 17. Uumiltelliar über dorn Strlcbkanal boflndet suh ein King, det lt;iio sehr botrflohtlloko Breite von 2 em aufweist. spine OberflAcbo zoigi in der (jftQgsriohtQng del Zitze verlanfondej sehr stark borvortretondo Fallen von hotnfg derber Konsistenz A, Die Verengerang der Zisterne ist bedeutend. (Naob E. Kuim-i
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Striktnreo und Verwaobgungan delaquo; Btrlohkanales und Jer Milobzisterne.
Gramer und Bang haben zuerst nachgewiesen, daß in den meisten Fällen die sogenannten raquo;Epithelverdiokungenlaquo; oder Sobwielen in dor Milohzisterne auf einer zirkulären Abreissung der dicken Epithelrühre in der Milohzisterne beruhen, wobei die abgerissene Partie sich gegen den Eingang zum Striehkaual hinzieht, wo sie sich dann als eine kranzförmige, oft unregelmäßige Verdiokung präsentiert, Diese Zerreißung, welche wir oft beobachteten, beruht nach Bang ohne Zweifel auf einem zu plumpen Melken, bei welchem die wenig dehnbare Epithelröhre zu stark angespannt wird, Enfolge des erschwerten
Melkens wird die abgerissene Epithelröhre immer weiter
#9632;
,
- k
und weiter nach abwärts ge-
preßt, so daß man schon nach ganz wonigen Tagen in der
Zitzenmündung Gewebfetzen finden und davon ziemlieb
lange Stränge herausziehen kann, ein Znstand, welcher von unseren Landwirten als raquo;herabgezogenes Fleischlaquo; be­zeichnet wird, welcher Aus­druck natürlich nicht wört­lich zu nehmen ist, Der Er­
folg der ein- oder mehr-
;) cm filior der Zlteonmündung weist die SehlelmlKint äor Zlstorno einen zirka Um breiten Hing C^) quot;'U', bestehend #9632;mis zahlreichen derben, dicht gosleilten, l mm langen Zotton, Die Verengerung der Zisterne ist nur unbedeutend, (Nnoh
B, Kubn.)
maligen Entfernung eines .Stuckes der Epitlielröhre ist jedoch mir ein temporärer;
denn bald stellt sich die Ver­stopfung der Zitze von neuem ein. Der umgerollte untere Rand der Epithelröhre kann sich auch vor die Rosette legen und so den Strich­kanal plötzlich verstopfen und das Bild einer obturierenden Hyper­trophie des Walles (Naht') in der Zisterne bedingen. Die, Untersuchung der Zitze ergibt stets eine leicht gerötete, etwas empfindliche und leicht geschwollene Zitzenspitze, hin und wieder infolge Anwendung von Melkröhrohen odor Hühnerfedern eine leichte Schürfung und Verwundung der Zitzenmündung, einen verschwollencn Strichkanal, eine bleistiftdicke Wulst unten im Milchbehälter und hochgradige Ziihmclkigkeit oder völlige Verstopfung der Zitze.
Solche Fälle geben weitaus am häufigsten zu Fremdkörpermastitis Veranlassung, weil gewöhnlich mittels nicht sterilisierter Milchkatheter
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Strikturen und Vcrwaclismigen dos Strichlianalos und dor Milchzilterae, öo
versucht wird, den Strichkanal wieder wegsam ZU maelieii und die Milch zn entleeren, worauf sechs Tage später das Viertel die eisten Entzllndungssymptome zeigt. Die Erfahrung lehrt, daß in solchen Fidlen wegen der leicht eintretenden rezidivierenden Zitzenverstopfung ein Sistieren des Melkens und ein Abstrahieren von Jeder Zitzenhehandlung das Zweokmttßigste ist. Ein einziges Mal beobachteten wir infolge Zer­reißung der EplthelrOhre eine leichte Mastitis mit seröser metastati-scher Synovitis der Tarsal-
gelenke, ohne daß ein
Fremdkörper in den Strich kunal eingeführt worden war.
Außer der slets auf bestimmte Bezirke scharf lokalisierten Schwielen-bildung hat Kuhn auch noch die Veränderungen untersucht, welche ge­legentlich des chroni-s c h e n. !i y p ertroph i-schen Katarrhs der M i 1 o h z i s t e r n e gleich­zeitig mit ähnlichen Ver­änderungen der Milch-gftnge sieh vorlinden, und die oftmals durch die Ein­führung infizierter Gegen­stände veranlaßt werden.
Er fand dabei eine Er­weiterung der Zisterne, sehr auffallende Dicke und
EtweltertCi mil ohronlschem hyportropWsoheni Katarrh bohafute ZUtorno ilos Kulioulcis, welche mit blatlgcrFlfissigkelt wgefflllt ist. Die Zisternenschlolmliftut ist mit sehr vielen klelnston liis kirseblterngroflen hyporämlaohon Knoten hosoUt, (Naoh 13.Kuhn.)
Derbheit der Zisternen-
sohloimhaut, vielfach eine Leisten-, Zotten- und Polypenbildung, eine partielle Metaplasie des Zisternenepithels zu einem geschichteten Pflaster­epithel und eine Vergrößerung und oystöse Verwandlung der Zisternen-drlisen. welche Veränderungen, mil Ausnahme der Erweiterung der Zisterne, die Schleimhaut in ihrer ganzen Ausdehnung betrafen (Fig. 20). Auf der Schleimhaut des Mi lehhehäl ters. besonders in seiner oberen Hälfte, kommen kleine, derbere oder weiche Papillome recht häufig vor; sie entstehen hauptsächlich infolge Zerreißungen, besonders
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Striktursn und Verwaobsunirsii des Strlohkoonlsa und dsr MUohzlBtetus,
wenn die Papillotne kranzförmig auf ringshorutn laul'enden IS'arbcn-l'alten sitzen, ferner infolge Quetsohungen beim Melken und oft infolge eines elironisehen, stark hypertrophischen Katarrhs. Mehr oder woniger stark hervorragende polypüse, unpassenderweise als raquo;Miloh-kuotenlaquo; bezeichnete Neubildungen kommen in verschiedener Zahl (ein bis drei) vor und sind linsen- bis bohnengroß, deutlich begrenzt, hart und fest. Harms beschreibt einen Fall, bei dein die Neubildungen in der Zisterne sieb als länglich runde, erbsen-, bohnen- bis liaselnuß-große Körper anfühlten. Dieselben saßen an einem Stiele und waren infolgedessen beweglich. In soleben Fällen ist das Melken schmerzhaft, und wenn die Geschwulst an die gegenüberliegende Wand gedrückt wird. so kann die Milch niebt mehr abfließen. Die polypöaen Wucherungen sind zuweilen derart gelagert, daß, wenn man. wie dies beim gewöhn­lichen Melken geschieht, die Zitze lateral und medial komprimiert, die Milch sich in grobem Strahle seliön entleert, wahrend, wenn man die. Zitze von vorn nach hinten komprimiert, kein Tropfen Milch zum Vorschein kommt, oder auch umgekehrt. Ein Sondieren der ganzen Milchzisterne ist jedoch möglich. Wird täglich ein- bis zweimal sanft gemolken, die nicht empfindliche Geschwulst mit einer zerteilenden Salbe, wie z. IS. Ung. Kalii Jodati jodat. eingerieben und zwischen den Fingern leicht massiert, so kann sie, wenn nicht; auf Tuberkulose beruhend, nach einigen Wochen einschrumpfen und sogar ganz ver­schwinden. Ward das Melken quetschend ausgeführt, so bleibt der Tumor schmerzhaft, nimmt an Größe zu, füllt schließlich den Milchbehälter aus, veranlaßt Milohstauung und läßt den Katheter nicht vorbei­passieren.
Vollständige Scheidewandbildung in der Zisterne. Eine hin und wieder vorkommende, von Stockflcth, Bang und Larsen einläßlich beschriebene Erkrankung eines oder mehrerer Milchbehälter besteht in der Bildung einer an verschiedenen Stellen in der Zisterne vorkommenden, dünnen oder dicken, vollständigen oder unvollständigen. bindegewebigen, quer durch die Zisterne verlaufenden, hautartigen Scheidewand. Dieselbe stellt keine Epithelwucherung dar, sondern ist ein Ausläufer der inneren und mittleren Zone der Zitzenwandung und ist entweder kongenital oder auf chronischen Katarrh der Zisternenschleimhaut (sporadischen Galt) und chronische Reizung durch quetschendes Melken zurückzuführen. Sie entsteht gewöhnlich während des Trockenstehens, indem entzündete Stellen der Schleimhaut sich gegenseitig berühren und miteinander verwachsen. Nicht selten wird ihr Auftreten bei Kühen, die zum erstenmal (rekalbt haben, beobachtet,
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Strlktucen uud Vecwaohsaugeu lt;Jiss Strlohkaoales und der MllobzUterae. 57
Hftufig ist copy;ine im verkennbar kongenitale Anlage zu Querleisten und damit zur Sclieidewandbildung vorhanden, indem in der Tat recht oft solche Querleisten von verschiedener Höhe und verschieden weit ins Lunten des Milohbehälters hineinragend gefunden worden. Treten dann die äußeren Ursachen: konstante iniilJige Heizung und Ent­zündung durch das Melken, z. B. mit umgeschlagenem Daumen, hinzu. so wuchert die Querleiste weiter und verwächst schließlich mit den freien Rändern.
Symptome. Der Sitz einer dünnen vollständigen Scheidewand ist äußerlich immer durch eine deutliche zirkuläre Einschnürung der Zitzenwandung, durch ein Tal an der leeren und durch einen ring­förmigen Knoten an der gefüllten Zitze gekennzeichnet. Diese Knoten sind bei dünnen Scheidewänden kleiner und weicher als bei dicken und über sich selbst verschiebbar. Beim Zugegensein dicker Scheide­wände besteht keine Einschnürung der Zitzenwandung, sondern sogar manchmal, an Stelle von Stenose, etwas Vorwölbung; auch gibt sich die dicke Scheidewand beim Rollen der leeren Zitze zwischen Daumen und Zeigefinger als derbe, harte bis stark bohnengroße Erhabenheit zu fühlen. Über der Scheidewand ist der Milchbehälter mit Milch gefüllt, prall gespannt, erweitert und bildet scheinbar einen Teil des vergrößerten Drüseneuters. Der unter der Scheidewand gelegene, deut­lich abgegrenzte Abschnitt der Zitze ist kurz, weich, schlaff, runzelig und endigt auffällig spitzig. Aus ihm entleert sich gar kenne; Milch, sondern nur einige Tropfen einer -wässerigen, gräulichen Flüssigkeit, in welcher größere und kleinere, weiche und zähere, weißliche, aus zerfallenen Epithelzellen bestehende Klümpchen enthalten sind. Um die Scheidewand zu fühlen, muß man zunächst die Zitze durch llinab-drücken der Milch stark anspannen; sodann umfaßt man mit zwei fingern die sichtlich eingeschnürte Stelle, an der sich die Scheidewand befindet, und drückt mit diesen Fingern, welche ein wenig nach auf-und abwärts bewegt werden, kräftig die Zitze, wobei nun eine feste. quer verlaufende, ringförmiglaquo;; Verdickung gefühlt werden kann. Mittels eines Melkröhrchens oder einer kleinen Knopfsonde kann man die stets nach unten gewölbte Scheidewand fühlen und etwas heben, d. h. von einseitig randständigen Gebilden unterscheiden: sie darf jedoch beim Sondieren nicht geschürft oder durchstochen werden, ansonst eine heftige, eiterige Mastitis, sowie Entzündung und Ver­dickung der Scheidewand entstehen können. Auch bei der sorg­fältigsten Desinfektion der Zitzenoberlläche. der Zitzenmündung und der Instrumente treten (liest! mit Rocht irefürchteten Eilgezuständc
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58 StriUuiron und VerwaobsungdQ des Strlohkabules and der Mllobzisterne,
sehr oft eiu, weil sioh fast regelmäßig in dem unter der Scheide­wand liegenden, nur sehr wenig Flüssigkeit enthaltenden Abschnitte lies Milohbehälters virulente Bakterien befinden, die nach der Durch­bohrung der Scheidewand in die Milohsäule hinauf gelangen, was einer direkten Einimpfung virulenter Kulturen in die. Milchdrüse gleichkommt.
Die wenigen Tropfen .Sekret in dem unter der Seheidewand geleerenen Abschnitte des Milchbehälters fuhrt Larsen auf die starke Milchstauung über der Scheidewand und daberrührende Diffusion, die daselbst sich vorfindenden pathogenen Bakterien dagegen auf spontanes Eindringen durch den Zitzeukanal oder Sondierung mit Milchkathetern zurück.
In therapeutischer Hinsicht ist es somit unbedingt notwendig. daß die Zitze vor einer allfftlligen Operation nicht nur äußerlich, sondern auch inwendig unter der Scheidewand sehr sorgfältig desinfiziert werde.
Unvollständige Sehei de wa ndhild n ng in der Zisterne. Wenn sich in der Milchzisterne eine unvollständige! Scheidewand, d. h. eine Klappe entwickelt, so füllt sich der darunter liegende Kaum nur allmählich, /.. B. innerhalb zehn Minuten, mit Milch an; nach dem Aus­melken wird der Milchbehälter durch die als Ventil wirkende Klappe wieder geschlossen, worauf es geraume Zeit dauert, bis sich unter der Klappe von neuem Milch angesammelt hat. Hin und wieder entleert sich heim gewöhnlichen Melken, d. h. bei der lateral und medial er­folgenden Kompression der Zitze gar keine Milch, während durch Kompression der Zitze von vorn und hinten eine in normalem Strahle erfolgende Milchentleerung stattfindet. Mit einer Sonde kann die Klappe zur Seite geschoben werden, woiuuf mau in die obere Abteilung der Zisterne, gelangt. Zuweilen ist es möglich, die Bewegungen der Klappe von außen zu beobachten (Bang).
Mitunter läßt sich schon aus der Anamnese die Natur des Leidens erkennen, z. l!. wenn sie dahin lautet, daß der Melker an einer Zitze nur einige Züge melken könne und dann mehrere Sekunden warten müsse, bis wieder die nämliche Milchmenge melkbar werde.
Die Prognose ist im allgemeinen bei Thelitis sowie bei sämt­lichen Strikturzuständen und Verwachsungen des Zitzenkanales und Milchbchttlters sehr vorsichtig ZU stellen. Dieselbe ist ziemlich günstig, wenn das Hindernis an der Zitzenmündung oder unten im Sirichkanal sitzt und somit leicht erreichbar ist, ferner, wenn nur eine Zitze leidet und noch keine sekundäre Mastitis besteht, Zweifelhaft Ins uneünstig gestaltet sieh die Vorhersage heim Zugegensein einer schweren
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Btrikturen und Verwaohsuugen des Striobkaualea nnil dur Mllobzitterne,
59
phlegmonösen TholitiB und wenn mehrere Zitzen ergriffen sind,, und zwar um so ungünstiger, je höher in der Zitze der Sitz des Hinder­nisses liegt und je milobergiebiger die Tiere sind, Erfahrungsgemäß nimmt die Gefahr für Entstehung einer Mastitis mit der Höhe der Operationsstelle eu und ist wegen der größeren Empfindlichkeit des Euters am größten bei Kilben, die vor kurzem gekalbt haben.
Weil die Milchmenge infolge Verengerung und Verwachsung des Zitzenkanales und der Zisterne stets reduziert wird und operative Eingriffe an der ZitzenmUndung sowie; im Zitzenkana! und Milohbebälter trotz Beobachtung strengster Antisepsis hin und wieder doch noch eine ttußerst heftige lymphogene Mastitis mit Abszeßbildung (Premd-korpermastitis) zur Folge haben, so wird von einer Behandlung, be­sonders der hoch oben in der Milchzisterne sitzenden verschieden­artigen Hindernisse öfter mit Recht Abstand genommen. Denn eine eiterige Euterentzündung bedingt nicht nur eine starke Milchabnahme an den gesunden Vierteln, sondern eventuell sogar die baldige Schlachtung des Patienten. Einerseits aus diesen Gründen, anderseits weil erfahrungs­gemäß Viertel mit verstopften oder verwachsenen, aber nicht operierten Zitzen nach wenigen Wochen atrophisch worden und der Milchausfall bei einer dreisti iebigen Kuh sicher weniger als ein Viertel der Ge-samtmilchmensre beträgt, so wird von vielen Praktikern oftmals die Dreizitzigkeit jeder Operation im Ausfuhrungsgange der Zitze vor­gezogen, Unsere ausgedehnten Untersuchungen haben dargetan, daß die funktionierende Milchdrüse guter Milchkühe und Ziegen überhaupt ein außerordentlich empfindliches Organ, gewissermaßen ein raquo;noli me tangerelaquo; darstellt,
Therapie. Dieselbe richtet sieh nach Beschaffenheit und Sitz der die Sohwermelkigkeit bedingenden anatomischen Veränderungen. Vor allem ist darauf Rücksicht zu nehmen, daß bei allen hartmelken­den Tieren das Melken mit gut eingefetteten Händen, wobei nur reines, nicht ranziges Sohweineschraalz verwendet werden darf, und möglichst schonend, d. h. eventuell mit der vollen Hand, geschehe.
Bei Thelitis acuta, bei frischen, schmerzhaften, warzigen Neu­bildungen und schmerzhaften Strikturzuständen ist ein täglich ein- bis zweimaliges, sehr schonendes Ausmelken der. kranken Zitze behufs Verhinderung einer Verklebung und Verwachsung des Zitzenkanals notwendig.
Sehr vorteilhaft ist im weiteren die Anwendung feuchter Wärme, d. h. das täglich dreimalige, je eine. Stunde dauernde, lauwarme Baden der kranken Zitze in einer Tasse Kamillentees oder einer 4quot; „igen
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(50 Striktiu'on und Verwachsungen (Ioh .Sirieliluinalcs und der Milcli/.isterno.
Borsäurelösung oder 0*50/o'ger Therapogenlüsung und das jedesmal nach dem Hadon erfolgende gute Einfetten der Zitze mit reinem, lamvarmem Schweinefett, welche letztere ()peration nach wenigen Tagen mit leiehter Massage zu kombinieren ist.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;/
Empfohlen werden ferner antiphlogistisohe, /.erteilende, reiz­mildernde Mittel, wie Ung. camphorat., LTng, Kalii jodati jodat., Uni;. Zinoi, Liniment. (Jhloroformi 10:30, Adeps salllns und
von Hürlimaiin ganz besonders das Kokain, ü'l—0'2g Kokain werden in BO/y calc. hvdric, solut. gelöst und bis zur vollständigen Lösung' geschüttelt, hierauf werden ;50// Ül. Oliv a r. zugesetzt, Durch er­neutes Schütteln bildet sich ein Liniment, welches einige Minuten vor dem Melken auf die kranke Zitze appliziert wird, worauf die örtlichen Schmerzen erheblich abnehmen, und die Milch viel leichter heraus­gezogen werden kann. Skaritikationen und das Setzen von Blutegeln sind nicht angezeigt.
Entsteht trotz zuverlässiger Behandlung eine Verwachsung des Striclikanales und infolgedessen, speziell bei frisch gekalbten Kühen. eine sehr starke, schmerzhafte Milohstase, so werden die Tiere spar­sam irefüttert. Innerlich verabreicht man denselben leichte Abführ-tnittel, Ortlich auf die erkrankte Zitze werden lauwarme Bähungen mit Inf. spec, aromat. o. Cale. carbonic, oder Einreibungen von öl, Glyzerin. Eng. Zinoi, Eng. boric. Eng. Althaeae und auf das ergriffene Viertel eventuell die genannten Salben oder seltener Spiritus cam phoratus oder Spiritus Frunicnli angewendet, Wir halten eine Behandlung des prallgefüllten Viertels, weil infolge bloßer Milchstauung niemals eine. Mastitis entsteht, nur in besonderen Fällen für notwendig.
Vennerholm empfiehlt die Anlegung eines Watteverbandes um die Zitze, sowie Anwendung gewöhnlicher Antiseptikn, Einreibungen mit Borsäurevaselin u. dgl.
Nach Harms besteht die Behandlung in seltenem Melken, in dem Einlegen von festen oder quellbaren, mil Borsalbe bestrichenen Körpern in den Strichkanal und eventuell von vornherein oder im späteren Verlaufe in dem Aufspalten des Striches bis zur Milchzisterne,
Nach E ug sollen, sofern die Zitzen blaurot gefärbt, sehr schmerzhaft und hart anzufühlen sind, jedes Melken und jede Massage unterlassen und die Zitzen täglich vier- bis fünfmal mit 7%'gem IJysol-liniment. dem 2% Tinct. Jodi zugesetzt ist, sorgfältig bestrichen werden.
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Erweiterung des verengerten Slriolikamilos mittels MolUriihrchen.
(il
[Tritt eine Mastitis ein, so beruht sie fast ausnahmslos auf einer iynipliogenen, durch die Einführung infizierter Fremdkörper in den
lädierten .Striehkanal hervorgerufenen Infektion, weshalb die bei Fremd-
körpermastitis angeführte Behandlung eingeleitet werden muß. Solche
Mastitiden führen regelmäßig zum völligen und bleibenden Verlust der Milohsekretion am betreffenden Viertel.
Erfahrungsgemäß geht die bei frisch gekalbten Rindern manch­mal ganz erhebliche, angeborene Zähmelkigkeit bei sachgemällem. geduldigem Melken nach Wochen und Monaten ganz bedeutend zurück, weshalb in solchen Fällen mit der Vornahme irgend eines operativen Verfahrens am zweckmäßigsten zugewartet wird.
Die operative Behandlung der erworbenen Schwermelkigkeit hat. sofern letztere durch schonendes und tleißiges Ausmelken und leichte Massage nicht beseitigt werden kann, wie alle Operationen an der Zitze, eine vorzügliche Reinigung und Desinfektion dieses Körperteiles. der Hände und Instrumente zur unerläßlichen Voraussetzung; denn die geringste Nachlässigkeit kann zu einer galaktogenen oder lympho-genen Mastitis führen, und in der Tat sind Mastitiden häutige1 Konse-kutiversoheinungen bei der Behandlung der Sohwermelkigkeit, weil die Einführung der Bougies und Milchkatheter während kürzerer oder längerer Zeit den Tierbesitzern und dem Wärterpersonal überlassen bleibt, und daher die in bezug auf Reinlichkeit und Desinfektion er­teilten Vorschriften nicht selten nur teilweise befolgt werden.
Behufs Erweiterung des verengerten Strichkanales und Milch­behälters, Ermöglichung der Milchentnahme und Verhinderung einer etwaigen Verengerung und Vei'schließung nach vorgenommener Operation werden folgende Verfahren geübt:
1. Die Erweiterung des verengerten Strichkanales mittels Melkrohrchen.
Die aus Silber, Horn. Zinn, vernickeltem Metall. Aluminium, Elfen­bein oder Holz bestehenden, ü bis Srm langen und .'5 bis4raquo;iraquo;i dicken, am weiten Ende konisch auslaufenden, am zweckmäßigsten durch gutes Kochen sterilisierten Melkrohrchen werden behufs Entleerung der durch eine Zitzenkanalstriktur im Milebbehälter gestauten Milch seit Dezennien sehr häutig in Anwendung gebracht. Ursprünglich wurden zum gleichen Zwecke Hühner-. Tauben- und Rabenfedern sowie Stroh­halme benutzt. Das Einsetzen dieser Melkrohrchen ist leicht, ihr Nutzen jedoch ein sehr problematischer, wenn davon abgesehen wird, daß man sie mit Vorteil auch zum Sondieren der Zitze benutzen kann; denn einerseits fallen sie leicht heraus oder werden von dem Tier durch
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(3'2 Striktliren und Vonvaclisiingen des StricliUanales und der MiU'hzisterne,
Anschlagen und Reiben mit dem Hintemhenkel an das betreffende Viertel herauszubefördern gesuoht quot;iilt;l geben verloren, anderseits ent-
_o
._.
o
fig, 21.
MelkrShrchCD,
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O)
gjgggjjBgjBgj^
mg. 23.
Melkröhrohei
I
Fig. 24*.
Molkröhr-
cbon von
Hein, kurzs
Form.
wickelt sicli bei ihrer lungere Zeit erfordernden Benützung leichter sekundär eine Mastitis als nach dem Einsetzen von Bougies, die jeden Luftzutritt zur Milchsäule ver­hindern,
Das Anbringen einer Quer-platte, eines deutlichen Halses. eines mit einer Kinne versehenen Knopfes oder eines seitlichen Ringes zur Anbringung einer Liga-tur behufs Fixierung des Mellc-röhrchens an die Zitze hat nur theoretisches Interesse (Fig. '21 22. 23, 24^. 26*, 26*).')
um dem Herausfallen und Verlorengehen vorzubeugen, wer­den von uns die vor vielen Jahren
l) Alle mit Stern bezeichneten Abbildnngen sind dem Katalog von II. Uauptner, Instrumontenfabrik In Berlin, entnommen.
Hg. 22
bfelkröhi1'
chfln von
Hein.
Fig, 25*.
Biogsamos Melk
röhrchen ivus
Zelluloid,
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Erweiterung das verengerten Strtobkanalea mitiels üougics.
68
von Tierarzt Aeberhardt (Utzenstorf, Bern) .sehr zweokrattßig kon-struierteiij aus Blei oder Aluminium bestehenden, in versohiedener Lauge und Dioke zur Anwendung gelangenden Melkröhrolien benutzt, welche, wie beifolgende Abbildungen zeigen, mit einem
der Länge des Zitzenkanales entsprechenden, ziemlich Boharf abgesetzten Halse versehen sind und während der Zwiachentnelkzeiten mehrere Tage lang in der Zitze liegen bleiben müssen, um das Einströmon von Luft durch das Melkröhrchen zu vermeiden, wird die untere Öffnung von einer Melkzeit zur anderen mit einer Darm­saite verschlossen (Fig. 27 J, /gt;'. C. U. JE).
Ein infolge seiner Konstruktion ebenfalls in der Zitze festsitzendes Melkröhrchen, konstruiert von Soheid-eeffer. stellt Fie. 28 J dar.
KtUonkauQlä nacli I. eli .miIi nrt.
Von Wenz(
aus einem Kautschukrührchen be­stehender Verweilkatheter angeraten, dessen Einführung in den verengten Strichkanal jedoch mit Schwierig keiten verbunden ist (Fig. 28 7/).
1^
A
Is
Fig. 28.1.
Zltzondtlatator aus Muinmimn
nnol) Sc li .i.lo jr^or.
PIg, 27.
molkrOhrohon nach ^oberhardt In fftnf versohloclonon Qrößeu. (Natfirlicho tiröüo.)
2. Die Erweiterung des verengerten Strichkanales mittels Bougies.
Während früher zur besseren Wegöammaohung und Erweiterung des Zitzenkanales nebst den zahlreichen, oft unpassenden Melkröhrchen noch Bleidrähte, Nessel wurzeln. Gewürznelken und Stücke von einer
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StriUtm'cn und Venviicli.siiiilt;''en tlus StriobkaQBleB und dor MllobüUteme,
Speckschwarte sowie auch andere nadelfiJnni^e nicht sterilisierte Körper Anwendung landen, werden heutzutage als Bougies Darmsaiten, Latni-nariastil'te. Horn- oder Alüminiumstifte benützt. Die Bougies der beiden
erstgenannten Gattungen sclnvellen durch Aufnahme von Feuchtigkeit in dein verengerten Strichkanal an und erweitern auf passivem Wege nach einer bis 20 Tage dauernden täglichen Anwendung den Zitzenkanal
Dilaluiionsstifto ans Almui-nimn in drei Stftrkon.
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Fig. 2laquo; /;.
Vorwollkathotor nnch Wonaol.
Fig, 29*. Ilorusondo zurnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;'*1^'- ^ •
Krweitorung dosnbsp; nbsp; nbsp; nbsp;/.itzonstit'lt1 aus Miitiiiiiiun) in vier Striclikiiniiles.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Stärkon nach Otovunoll.
ganz erheblich. Von einer entsprechend dicken Darmsaite wird ein am oberen Ende schön abgerundetes, am unteren K.ndc mit, einem Knoten oder Siegellackknopf versehenes, bis bem langes, desinfiziertes Stück in den Zitzenkanal eingeführt und daselbst 10—20 Tage lang während der Zwischenmelkzeiten oder tiiglich nur zwei bis drei Stunden liegen gelassen. Nach dem jedesmaligen Melken muß sehr sorgfältig, und ohne die ZitzenmUnduna; zu schiirren, ein neues, jrut desinfiziertes
ß
ouirie m (
hm Strichkanal hinaufgestossen werden. Die Bougies, deren
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Blutige Erweiterung dos verengerte!) Strlobkanalesi
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Dicke; sich nacli der jeweiligen Starke der Striktur richtet, können, wenn gut desinliziert und getrocknet, mehrmals verwendet werden und zeitigen hin und wieder einen recht befriedigenden Erfolg; sie erfreuen sich demgemäß auch einer ziemlich großen Beliebtheit, trotz­dem ihre Anwendung etwas mühsam und zeitraubend ist.
Weniger beliebt als die Darmsaiten wind die Laminariastifte, welche um das Mehrfache ihrer Dicke anschwellen und infolgedessen nicht schon zu dick zur Anwendung gelangen dürfen.
3. Die blutige Erweiterung des verengerten Strichkanales.
Mit vollem Rechte machten sich im Laufe der Jahre mehr und mehr Klagen gegen die viel zu häufige Benützung der Melkröhrohen und Bougies bemerkbar.
Einerseits wegen der Unzuverlässigkeit des Katheterismus und der Behandlung mit Bougies und anderseits wegen der diesem Palliativ­verfahren sekundär sieb leicht anschließenden schweren .Mastitis, sowie der ebenso leicht wieder eintretenden Rezidiven der Striktur wurde während der letzten Jahre immer mehr von der rein operativen Therapie Gebrauch gemacht.
Nicht nur wurde, wie Hug zutreffend ausführt, das Instrumen­tarium sehr vereinfacht, indem am Platze der früher gebräuchlichen Sonden, Stricknadeln. Trokars, Milchnadeln, Milchspieße, Zitzenlanzetten, verdeckten Bistouris. Knopfbistouris, Zitzenerweiterer. Perforatoren, Zitzenräumer etc. zum Teil einfachere und viel leichter zu sterilisierende Instrumente traten, sondern es änderte sich auch die Behandlungs­methode, indem von der Antisepsis zur Asepsis und von den Palliativ­verfahren, welche eine Erweiterung durch Druck bezwecken, zum Stich und sodann zum reinen, scharfen Schnitt übergegangen wurde, und zwar unter strenger Beobachtung häufigen Melkens der operierten Zitze und Bestreichens derselben mit einem desinfizierenden Liniment und unter Ausschluß aller Melkröhrohen und Bougies während der Nach­behandlung.
Behufs blutiger Erweiterung des Milchkanales ist in erster Linie ein gutes, kurzes Anbinden des Tieres mit starker Halfter oder dickem Homseil außerhalb des Stalles an heller Stelle an einem Ring in der Wand oder einem entsprechenden Wagen notwendig. Das Nieder-schntiren der Patienten behufs Operation an den Zitzen ist sehr selten erforderlich, hingegen ist, um sich vor Schlägen zu schützen, uner­läßlich das Zusammenziehen beider Hinterfüße mittels einer über die
lli'U, Kranklu'itm dar KlloMrtlsBn,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; R
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()(i Slrikluren und Vcrwiiclisungen des ^Irichkiinalos und dar Milclizistorne.
Tarsalgelenke angelegten Strioksohlinge, Manchmal lassen die Kühe die Zitzenoperationen leicht von ilcr der kranken Zitze, entgegen­gesetzten Seite aus vornehmen, indem sie gewöhnlich nur mit der Extremität der kranken Seite schlagen. Vorteilhaft ist: ein starkes, rasches Klopfen auf die ilürnei' während der eigentlichen Operation! Die letztere erfordert eine sehr gute Desinfektion der Hände, Instru­mente und Zitzen. Die Instrumente werden durch Kochen in Wasser oder Sodawasser sterilisiert. Zur Reinigung der Zitzen benutzt Hug 2deg; „iges gekochtes, lauwarmes Sodawasser mit etwas Kochsalzzusatz; er verwendet vor der Operation keine Desinfektionsmittel. Wir reinigen die Zitzen mit lauwarmem Wasser und Servatolseii'e und verwenden sodann zur Desinfektion der Zitze und speziell der Zitzenmündung mit sehr gutem Erfolge eine lauwarme Sublinmtlösung 1:1000.
Kegel bleibt, daß Milehkanaloperationon, welche durch Stenosen des Strichkanales oder der Milchzisterne bedingt werden, nur während der Laktationsperiode, und stets vor dem Melken, d, h. an der mit viel Milch gefüllten und gespannten Zitze und nicht etwa am aus­gemolkenen oder trookenstehenden Euter, vorgenommen werden sollen. Ferner müssen Zitzen. Euter und Milch vor der Operation sehr genau untersucht werden: denn niemals dürfen diese Operationen während des Vorhandenseins einer Tlielhis oder Mastitis zur Ausführung ge­langen, sondern es sind dieselben bis nach dem Verschwinden der ent­zündlichen Zustände zu verschieben.
Die zu operierende Zitze wird mit der linken Hand erfaßt, hierauf über dem Hindernis die Milch gestaut und das schneidende Instrument durch den Strichkanal an dem Hindernis vorbeigeführt. Bei der Anbringung eines Schnittes in der Zitzenmündung ist zu be­rücksichtigen, daß der Milchstrahl später nicht eine schiefe Richtung bekommt, sondern beim Melken die Richtung auf das Milchgefäß bei­behält. Wird also in die Zitzeumündung nur ein einziger Schnitt angelegt) so muß derselbe an den Vorderzitzen nach hinten und an den Hinter-zitzeu nach vorn ausgeführt werden. Bei Benützung eines zweischnei-dieen Instrumentes ist diese Rücksicht nicht immer notwendig.
Gewöhnlich wird im Hinblick auf eine eventuell eintretende lt; raquo;perationsmastitis in der gleichen Sitzung nur eine Zitze operiert.
Behufs blutiger Erweiterung des Strichkanales und der Milch­zisterne sind sein- verschiedenartige Instrumente im Gebrauch, wie: ein- und zweischneidige Lanzetten und Nadeln, Nadeln mit lanzetten-förmiger Spitze, spitze, ganz schmale, ein- und zweischneidige Messer. schmale, gerade Knopf bistouris, genannt Milchnadeln, verdeckte Bistouris
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Blattge Erweiterung ties verougerteo Strlobkanalet.
87
rait wenige Millimeter breiter Klinge (Vennerholm, Fig. 49) oder ein kleines lanzettförmiges Blatt, welches beim Vorsobieben mittels eines
Riegels an dem einen Ende des Instrumentes hervorspringt (Mascli,
Fig. 50). sowieMilohtrokars mit stumpfem und spitzenretilett(Fig.82—50).
Nach Russenberger wird der Trokur mit stumpfem Stilett bis
an das Hindernis eingeführt, sodann das stumpfe Stilett mit einem
Flg, 35*. Strlchkanalmossor in
Histourit'orm naefa Stoffen.
Vig. 32*.
ZiUonlaitwUo
nach *.! u i Ibo rt.
Fig-, 88*. Zitzonlanzotlo.
Vig. U-.
Zitzonlanzetto
mit Knopf.
spitzen vertauscht und das Hindernis durchstoßen, Hierauf entfernt man das Stilett und mitunter auch die Hülse oder lälJt letztere, nachdem sie mittels eines an ihrer Seheide befestigtem und durch einen Heft­pflasterstreifen an das Euter geklebten Zwirnfadens befestigt ist, während drei bis vier Tage liegen.
Meyer trennt die Verwachsungen mit einem B—i mm breiten, spitzen, nur nach einer Seite schneidenden Messerchen, das in einein Taubenfederkiele verborgen in den Zitzenkanal eingeführt wird. Für tauglich hält er auch ein scherenähnliches Instrument, dessen weiter Arm am Rücken gut schneidend sein müßte.
6*
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(j^ Strikturon und VerwaobsUDgeil dos Strichkiimiles und der Milch/.isti'rna.
Fierz benutzte behufs Trennung von Zitzenvenvjielusungon ein in einen Federkiel passendes Stilett.
Guilbert bediente sich eines zweischneidigen Trayonotoms, und
(iasselin konstruierte, ein dreisohneidiges Trayonotoni.
Der Perforator von Fraun (Fig, 61) dient zum Perforieren und Erweitern von quer in der Zisterne verlaufenden Scheidewänden und ist mit vier Federn versehen, die durch Verschiebung einer Stange in der Mitte auseinander gesperrt werden.
nlaquo;. 38*.
Doppolsohneidigos Striobkanalmossor
in llistoiirit'ortn nack ^V a sok.
Pig. WK ohkanAlmsssor In Biatonri form nftoll llohwy.
Flg. 37*. knnalmosser in BlstoarU form.
Alle diese Instrumente werden ohne vorausgegangene Einführung einer Sonde in den Zitzenkanal binaufgestossen und sodann dieser an einer oder mehreren Stellen durchschnitten, was, wie bereits betont, am leichtesten in der Weise geschieht, daß man die mit .Milch gelullte Zitze mittels Daumen und Zeigefinger oben faßt und die Milch in die Zisterne hinunterdrttckt, wodurch die Zitze gespannt und eine unnütze Verletzung der Wand des Milcbbebalters vermieden wird.
Nach der Operation, die, sofern mehrere Zitzen Striktaren zeigen, erst acht Tage später an einer anderen Zitze ausgeführt werden darf, sind die Kühe möglichst trocken und reinlich zu halten und, um der leicht eintretenden Verwachsung der Wunde und starken
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Blutige Erweiterung des verengerten Btriahkanslesi
69
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laquo;MIMlHHintllA(-'l lt;#9632;-
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#9632;—1 II #9632; —f.
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70 Striktliren und VerwaohBaBgen das Strichknnalea und iicr MUohelBterue.
Narbenkontraktur vorzubeugen, fleißig auszutnelkeu. Nach Stookfleth sind ferner nach dem jedesmaligen Melken die operierten Zitzen In Kiifbol- oder Alaunwasser zu baden.
Eine aueli von uns. insbesondere bei Verengerungen des Zitzen-kanaics, bei Scduviclen- und Papillombildung, oft praktizierte, aber wegen
-^v
I rgt;
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Fig. 48*.
Strii-hkiiniiNflicrc lldcb
Cbrostenson.
Fig. 46*.
Zitzenränmer.
ihrer nur temporären Erfolge wiederum verlassene Operationsmethode bestellt in dem Abkratzen oder Wegnehmen der verdickten Steilen und Neubildungen mittels des Zitzenrttumers. Dieses von Hering erfundene und von Warsage. llemv und Marcops empfohlene Instrument
(Fig
besitzt
an dci
Spitze eine Art konischer Kappe, die beim
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Blutige Erweiterung laquo;los verougerten Btrlohkanalei.
71
Zurttckziehen die verdickte Sohleimhautpartie oder den Auswuchs weg-seluieiden soll. Die in drei verschiedenen Größen herstellbare Kappe wird bis über das Hindernis, d. Ii. bis in die Zisterne lunaul'geschoben und sodann zwei- bis viennal, je nach der Stärke der Striktnr. rasch hemus-
mg. 49.
Vei'tJockics Uosäor fftr BrwGifcdrung von SHtzönvorongoran^Gn (Vennerbolm).
gezogen, wobei die Mucosa des Strichkanales in ihrer Flächenrichtung durchtrennt und herausgenommen wird. Der hierauf, ebenso wie nach größeren Einschnitten in die Zitzenmündnng entstehende Milchfluß sistiert Ijald.
Fig. 50. Zttzonotirolteror nach Sdasch.
Hug hat den Zitzenräumer von Hering derart verbessert, daß das ganze Instrument und die verschiebbare, unten mit einem Scheib-ohen versehene Metallhülse bedeutend verlängert und oben mit einem beinernen Sehnt/, verseilen wurde. Die Hülse hat den Zweck, beim
—B
iJZSSSSamp;m
ms. 61.
I'orCoriitor naoh K
Herausziehen des Zitzenräumers die Schleimhaut des Kanales in er­giebigerem Maße zu schützen (Fig. 58).
Nach (hi sen können, nach vorausgegangener Kr Weiterung des Zitzenkanales, verdickte Wandstellen oder Geschwülste unter mög­lichster Schonung der Schleimhaut auch mit dem scharfen Löffel woffffenoramen werden.
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Striktaren und Verwaobsungen dea Striobkanalea und lt;lur Mllohzisterne.
Ein weiteres, ebenfalls hierhergehörendes, aber nur zur Erweite­rung des verengten Duotus papillaris dienendes und von uns wieder­holt geübtes Verfahren bestellt in dem Ausbrennen mit einem in drei verschiedenen Größen extra konstruierten und zum Tbermokauter Paquelin gehörenden, weißglühenden Platinstift, Aueh hier stellt sieb post Operationen] während einiger Stunden Milohfluß und Überdies
wegen der bedeutenden Erweiterung
J Anbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;der ZitzenmUndung noch eine Aspira-
/lnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; tion von Luft in die Miiehzisterne
{nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ein, welche Tatsache durch das beim
Palpieren der Zisterne wahrnehmbare Geräusch und durch die auf die Jlaml gemolkene, stark luftbaltige Milch erhärtet wurde. Sechs bis sieben Tage nach der Operation fiel der Brandschorf heraus, der Strichkanai blieb während drei bis vier Wochen wegsam. Nach dieser Zeit war ein
erneutes Ausbrennen erforderlieh. Da­bei machten wir wiederholt die un­liebsame Beobachtung) daß die Miloh-
inenge von einer Operation bis zur anderen stetig abnahm, und daß in einem Falle sechs Tage nach der Operation sekundär eine heftige, eiterige, zur Verödung des Drüsen­viertels führende Mastitis sich hiiizu-gesellte.
Alle biervor angeführten Me­thoden, wie das Einstechen und Ein­
Fig. 68*.
Uodifizlerter Zttzon-rAumer naoh II u g.
schneiden in die verengten Stellen. das Auskratzen mit den verschieden
Flg.
ZiUonramp;amor noch
li ei* In £.
großen Zitzenräumern oder dem scharfen Löffel und das Ausbrennen mit dem weißglühenden Brenn­stift, zeigten den großen Nachteil, daß innerhalb weniger Tage oder einiger Wochen mit Sicherheit sieh wiederum eine Striktur einstellte oder, besonders nach starkem Erweitern des Striehkanales, eine sekun­däre Thelitis und heftige, eiterige Mastitis sich ausbilden konnte;.
Ausgehend von der Idee, daß es mit allen nach unten diver­gierenden zwei-, drei- und viersehneidinen Zitzenhmzetten und Mileh-
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Blutige Erwsitomog lies vereogerton Striobkamiles.
78
nadeln bei Hartmelkigkeit nicht gelingt, oben im Zilzenkanal eine Erweiterung ohne gleichzeitige, unnötig große Verwundung der Haut an
der Zitzenifttindung ZU bewirken, konstruierte Uuy eine leioht ZU
reinigende und leicht desinfizierbare, aus einem
einzigen, schwach federnden Stahlstiick bestehende,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; a - ,
einschneidige, massive, glatte. 12 cm lange, 2—,8 mm breite und bloü 2 mm dicke, mit leicht abgestumpfter Spitze versehene Zitzenlanzette (Fig, 54]. Von der Spitze a bis zu Punkt b verbreitert sich die Klinge bis auf 2 8 mm, um sich dann bis zum Punkt 0 wieder auf ibmm zu versohmttlern, Der Teil von der Spitze bis zu Punkt b ist gleich dem Rücken der Klinge abgerundet, der Teil von Punkt b bis o dagegen scharf .schneidend und von o bis d wieder abgerundet. Der sehneidende Teil ist an dem in den Striohkanal eingeführten Instrument durch den gekerbten Rand des Grilles erkennbar. Die ganze Länge des schneidenden Teiles der Klinge beträgt s/i cm. Wegen der abgeschliffenen Spitze und der Abrundung des Klingenteiles a bis lgt; wird beim Ein­führen dieses trefflichen und von uns zurzeit fast ausschließlich verwendeten Instrumentes die zarte /itzenkanalschleimhaut in keiner Weise lädiert; gleichwohl ermöglicht aber die Form der Spitze. wie auch Hug hervorhebt, noch ein Durchstechen allfslliger Membranen und harter Gewebsknoten in der Zisterne.
Beim Einfuhren in den Strichkanal wird die Zitzenlanzette an jenen Stellen, wo Schnitte nicht angebracht werden sollen, mit dem Rücken auf die Kanalwand aufgedrückt und Tiber die zu operierende Stelle verbracht. Auf die zu erweiternde Partie wird hierauf die Schneide aufgedrückt und durch einen Zug nach abwärts der erweiternde Schnitt ausgeführt. Ks ist einleuchtend, daß mit diesem Instrumente die Schnitte jrcmui an der ire-wünschten Stelle augebracht werden können, und zwar ohne die Zitzenmüudung zu verletzen.
Handelt es sich um anateborene Ztthmelkisr-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;... .,
keit infolge der oft vorkommenden kongenitalen zitMnlamwtite nwA llug.
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7-4 Btrlkturan und VerwaohBuugen delaquo; Strlobkaaalea und der Mllohzisterne,
Enge der ZitzonOflfnung und dos Striohkanales, so wird die Hugsohe Zitzenlanzette, Indem ihr Rüoken etwas auf das Gewebe aufgedrückt wird, sanft, in den Striciikanal Ins über die Rosette eingeführt und sodann unter Druck des schneidenden Teiles auf die Verengerung mit energischem Zuge zurückgezogen, wobei, wie Hug richtig bemerkt, von außen her mit einem Finger nötigenfalls ein Gegendruck an­gebracht werden muß. In der Regel genügen zwei bis vier Einschnitte, um die äußere Haut zu schonen, soll auf die Zitzenspitze nie ein Gegendruck ausgeübt werden.
Stenosen in der Milchzisterne, bedingt durch Schwielen. Knoten und unvollständige Scheidewände, werden auf gleiche Weise operiert: nur sind zu ihrer Entfernung mehrere und tiefere Einschnitte not­wendig.
Ebenso ist die Entfernung gestielter polypöser Neubildungen von ihrer Ansatzstelle durch kreisende Bewegung mit der rüekwärtsschnei-denden Lanzette möglich. Behufs Ausscheidung der abgeschnittenen Wuoheruna: aus den Zitzen ist eine leichte Erweiterunff des obersten Teiles des Striohkanales unter Umständen angezeigt.
Die Nachbehandlung besteht darin, daß während vier bis fünf Tage die Zitzenmündung vor und nach dem Melken mit 5—7%igeni Lysolliniment bestrichen wird. Das Melken darf nur mit in Soda­wasser gewaschenen Händen und ohne Druck auf die operierte Stelle geschehen und muß, um (raquo;in Wiederzusammenwachsen der Wunde im Milchkanale zu verhindern, während der ersten 36—48 Stunden nach der Operation alle zwei Stunden, am dritten Tage alle drei, am vierten alle vier Stunden usw. vorgenommen werden, bis schließlich wieder die täglich zweimalige Melkzeit in ihr Recht tritt. Im weiteren ist noch zu beachten, daß wahrend der ersten vier bis fünf Tage post Operationen! das betreffende Viertel nur ungefähr zur Hälfte aus­gemolken werden darf, und daß am Schlüsse! des .Melkaktes, um eine Zusammenwachsung der Wunde zu verhindern, die Zitze noch mit Milch gefüllt bleiben muß, welch letzteres dilatierende Moment jede An­wendung der gefährlichen Melkröhrchen oder Bpugies in die operierte Zitze überflüssig, ja direkt unmöglich macht.
Durch die Anwendung von zwei- und dreischneidigen Lanzetten. Zitzenräumern. scharfen Löffeln und Brennstiften wird die Infektions­gefahr erhöht und werden die elastischen Fasern und die Muskulatur an der Zitzenspitze unnötigerweise durchschnitten oder verbrannt; ferner wird der Strichkanal unten unnötigerweise am stärksten erweitert und sodann infolge Narbenkontraktur eine Verkürzung des Strichkanales
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Blutige Enveitormig des veronyerten Strlohkanalei.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;75
und eint; waprechte Abplattung und Deformlerung der Zitzentutinduiig herbeigeführt. Im weiteren wird bei Anwendung der angeführten In­strumente, durch welche der Zitzenkanal von unten her erweitert wird, der für die Bildung dos Milohstrables wichtige, die Zitzennündung umgebende Kpithelwall arg beschädigt und jene Stelle im .Strichkanal. WO die Zitzenwandung am dieksten ist und wo die meisten und stärk­sten Verengerungen vorkommen, die Rosette also, nicht durebschnitten. oder es sei denn, das Instrument werde mit seiner breiteren unteren Klingenpartic bis tlber das Hindernis hinautgestolJen und dadurch der ganze Kanal aufgeschlitzt, worauf dann allerdings freiwilliges Abfließen der Milch sich einstellt. Durch das Erweitern des Strichkanales von unten her wird auch der Übergang der Zisterne in den Strichkanal, die Rosette, erweitert und nimmt am Platze der Trichter- oder Glockenform eine mehr zylindrische Gestalt an. wodurch Zisterne und Strichkanal mehr rechtwinklig und der Operationserfolg ein sehr problematischer wird. Viel günstiger gestalten sich die unter Be­obachtung strenger Asepsis erhaltenen Heilerfolge bei Erweiterung des Strichkanales von oben nach unten, d. h. beim Gebrauche der Hug-schen Lanzette, weil mit Hilfe dieses Instrumentes die stärkste Er­weiterung des Strichkanales in seiner obersten Partie durch Längs­schnitte ermöglicht und dadurch ein günstiger trichterförmiger Über­gang von der Zisterne in den Strichkanal bewirkt wird. Dieses eventuell auch bei gewöhnlicher Zähmelkigkeit sehr empfehlenswerte, jedoch auf die Rosette und die obere Partie dos Strichkanales zu beschränkende operative Verfahren hat noch die weiteren Vorteile, daß das Eindringen von atmosphärischer Luft verhindert und dadurch die Infektionsgefahr verringert wird, weil die verletzte Stelle nicht mit der Außenluft in Kontakt kommt.
Auslaufen der Milch, säender Milchstrieh, schmerzhafte, infektiöse Schwellung der Zitze, Veränderung der Jlilch und Wiedereintritt der Stenose gehören, sofern die Operation durch Zähmelkigkeit bedingt war und in allen Teilen lege artis ausgeführt wurde, zu den Ausnahmen. Die aseptisch gehaltenen Operationswunden heilen, wahrscheinlich unter dem Einflüsse der Milch und des Luftabschlusses, durch epitheliale Uberdeokung der Schnittflächen ohne Granulation sowie ohne nennens­werte Neubildung von Bindegewehe ab.
Ganz besondere Vorsicht erfordert, wegen der außerordentlich leicht zustandekommenden lymphogenen Infektion des Euters, die operative Behandlung der Scheidewände, wobei zu bemerken ist, daß dünne vollständige oder unvollatändiffe Scheidewände, welch letztere
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7(5 Strikturen uml VerwBobBungen ties StriobkanaleB und dor Milclizisterne.
vim Stookfleth als raquo;Klappelaquo; bezeichnet worden. hUuflg mit reoht gutem und anhaltendem IDrfolge operiert werden, während bei dicken vollständigen oder partiellen Scheidewänden die ganzgleioh 7orgeuommeiie intrazisternale Operation keine befriedigenden Erfolge aufweist.
Beim Vorhandensein einer vollständigen Scheidewand muß der untere Zisternenraum mit einer 6 —10*0 haltenden Spritze mit stumpfer Kanüle und Sublimatwasser I ; L000 oder einer anderen sicher des­infizierenden Losung sehr gut ausgespült und ausgemolken werden, worauf die Trennung der Scheidewand mit einer Sonde, Stricknadel, sterilisiertem Milohspieß, Trokar. Milchtrokar von Hussenbcrger er­folgt. Diese früher ziemlich gebräuchliche Behandlungsmethode wird jedoch gegenwärtig wegen des rasch erfolgenden Verschlusses der Scheidewandstichwunde nur selten mehr praktiziert. Besser bewähren sich zum Durchschneiden ein schmales, gerades Knopfbistouii iMilch-nadel) oder das von Steffen konstruierte, 2—S mm breite Knopf­bistouri (Fig. 86), dessen Schneide unter dem Knopfe nur lb cm lang ist. Der Knopf steht ein wenig vor, und der übrige Teil der Klinge ist rund. Man muß den Rücken dieser Instrumente hart an die eine Wand des Milchbehälters drücken, damit nicht die entgegengesetzte Seite verwundet wird. Durch Herunterdrücken der Milch auf die Scheidewand wird das einfache oder kreuzweise Durchschneiden wesentlich erleichtert.
Wiederholt haben wir vollständige und unvollständige Scheide­wände (Klappen) unter den früher erwähnten Vorsichtsmaßregeln mit gutem Erfolg mittels der llugschen Zitzenlanzette kreuzweise durch­schnitten oder durch drei bis vier Einschnitte vom Zentrum bis auf die Basis getrennt. Wegen der geringen Infektionsgefahr und der diktierenden Wirkung der in der operierten Zisterne sich befindenden Milchsäule waren die Erfolge bis jetzt durchwegs gute.
Was das Sprengen und Zerquetschen des Hindernisses in der Zitze, die blutige Eröffnung des Milchkanales durch seitliche Inzision und die Amputation der Zitzenspitze betrifft, so bieten alle diese Operationsverfahren mehr wissenschaftliches als praktisches Interesse.
Das Sprengen des Hindernisses findet hauptsächlich beim Vor­handensein von horizontal verlaufenden Scheidewänden Anwendung. Die Zitze wird möglichst hoch über dem Hindernis erfaßt, die Zisterne stark mit Milch gefüllt und die Milch mittels eines oder beider Daumen und Zeigefinger kräftig gegen die zu sprengende Scheide­wand geprellt, die dann nach den Angaben von Bech nach einigen
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Blutige Erweiterung des verengerten Striclikanulesnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 77
Versuchen mit einem Knalle platzt. Bei unvollsUlndiger Scheidewand ist (his Resultat trotz des erforderlichen größeren Kraftaufwandes unsicher, weshalb Andersen vorgeschlagen hat, zum Zerquetschen ein besonderes Instrument zu verwenden. Dasselbe; besteht ans zwei 10—15 am langen, im Durchschnitt einige Zentimeter dicken, mit Kautschuk bekleideten liolzzylindern, wovon jeder an einer Seite der Zitze i|tter über derselben und möglichst hoch oben nach deren liasis zu angesetzt wird. Durch kriiCtiges Zusammetipressen und Herabziehen dieses i einem Paar Kastrationskluppen aus Holz ähnlichen) Instrumentes kann die Scheidewand möglicherweise zum Zerplatzen gebracht werden.
Von Andersen wurde dieses Verjähren in der Weise modifi­ziert, daß er das Hindernis selbst zerquetschte, und zwar entweder in der Weise, daß die kautschukUberzugfreien, an ihrer Quetsohfläohe gut eingefetteten Holzzylinder auf der Höhe des Hindernisses kräftig zusammengepreßt und. je nach Bedürfnis, ein- bis dreimal Über die Verengerung herabgezogen wurden, oder daß er behufs Zerquetschung des Hindernisses eine, spezielle Zange benützte. —Die Nachbehand­lung besteht in täglich zwei- bis dreimaligem, sorgfältigem Ausmelken, wobei die Milch durch Pressen der Zitze hoch oben an der Basis zur Entleerung gelangt. Folgt dem Sprengen oder Zerquetschen eine starke Anschwellung der Zitze, so wird diese täglich mehrmals mit einer Jodkamphersalbe (aa l:lül eingerieben.
Nach Andersen sind die allerdings noch nicht besonders zahl­reichen Resultate des Zerquetschens der Hindernisse bisher vielver­sprechend, obwohl sich nicht selten Mastitis mit nachfolgender Drei-zitzigkeit auch bei diesem sogenannten unblutigen Verfahren hinzu­gesellte.
Behufs seitlicher Freilegung der Schleimhaut des Strich-kanales oder der Milchzisterne wird am liegenden Tiere an der vorderen oder hinteren Fläche der sehr sorgfältig desinfizierten Zitze über dem durch Palpation und Sondierung lokalisierten Hindernis ein j?—5 cm lanjrer. bis in das Lumen des Milchkanales reichender Längs-schnitt angelegt, worauf abnorme Wucherungen. Papillome etc. mittels des Messers oder der gebogenen Schere direkt entfernt werden können. Bei dem — sorgfältig vorzunehmenden — Heften der Wunde dürfen nach Madseti die Sitturen nicht in das Lumen der Zitze hineinragen, und beim ebenfalls schonend vorzunehmenden Melken mnß zum Schütze der Nähte die Zitze so gefaßt werden, daß die Nähte frei zwischen Daumen und Zeigefinger liegen. Als häufige Folgen dieser Operation sind Mastitis purttlenta und Zitzenfistel zu erwähnen.
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78 Strikturea raquo;nd VoTwaobsaDgen des Strlobkanalea and lt;ler Milch/.istome.
Als letztes in unserer Qegeacl freilich nie geübtes ohirargisolieB Ver­fahren ist noch die von Stookfleth eingehend beschriehene Ampu­tation der Zitzenspitze unmittelbar oberhalb dos Zitzenkanales, d.h. in der Höhe der Rosette, zu erwähnen.
Als [ndikationen dieser nur an einer Zitze aufs ^lid vorzu­nehmenden Operation werden angeführt: Verstopfung der Zitzen-Öffnung durch Sohorfbildung oaoh Pocken und gequetschten Wunden oder dureh plastische Exsudate, Verwachsungen der Zitzenspitze und des Zitzenkanales, falls diese auf einer irrationellen Sondierung be­ruhen, Epithelwucherung und Papillombildung im Zitzenkanal und Soheidewandbildung unten oder in der Mitte der Milohzisterne,
Zur Operation wird der stellenden und an den Hinterbeinen ge­spannten Kuh die Haut der Zitze mit Rücksicht auf raschere Wund-heilung und bessere Narbenkontraktur möglichst weit nach aufwärts geschoben, die Zitze unmittelbar oberhalb der Verengerung mit der
Pig. 65.
/anyc für Amputation dor Zitze nach Kuhi
Kuhn sehen Milehzange (Fig 66) erfaßt und das Zitzenende mit einem Messer zwischen den Ästen der Zange von hinten nach vorn in einem Zuge entfernt. An Stelle der Kuhn sehen Zange kann man sich auoli mit einer gewöhnlichen Schere, Visitierzange, Pinzette oder Holz-klammer behelfen, indem der Schnitt unter deren Armen gemacht wird, oder es kann die Amputation auch einzig mit einer kräftigen Schere ausgeführt werden. Die Blutung ist in der Regel unbedeutend, und die Wunde vernarbt unter Sohorfbildung. Zur Stillung einer allfällig stärkeren li;iinorrhagie dient das Anlegen eines schmalen, weichen. mehrere Stunden liegenbleibenden Bandes um die Zitze. Nach Venner­holm wird die Wunde in den ersten Tagen am besten durch einen antiseptischen Verband geschützt. Eine Schicht Watte, die auch die Zitze bedeckt, wird auf die Wunde gelegt und mit einer Ligatur an der Zitze fixiert, ohne dab dadurch Zirkulationsstörungen hervorgerufen worden. Der nach der Operation sich einstellende MilehllulJ ist bei den stets weiobmelkend bleibenden Tieren gewöhnlich nur vorübergehend und tritt später blob noch bei sehr milchergiebigen Kühen und starker
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MUohfeMer.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 7laquo;)
Milohstaaung eiijj wosludb naoh Stock (quot;loth die ZitzenUffnang durob einen Kautsohuk- oder Guttaperoha-Ring temporär zusammengedrüokt wurden kann.
Derselbe Autor betont llbrigens selber, daß nach dieser — unserer Ansieht naeli nicht empfehlenswerten — Operation hauptßflobliob bei feuchtem mid unreinem Lager sell^• leicht Mastitis hervorgerufen werde.
Mi Ichfehl er.
Unter raquo;Milohfehlerlaquo; verstehen wir Abweichungen von dernorrnalen Beschaffenheit der Milch, die mit keinerlei anatomischen Veränderungen der Milchdrüse verbunden sind. Milchfehler im weiterem Sinnt! sind natürlich auch alle Sekrete von kranken Eutern. Da ein beträchtlicher Teil des Milchertrages zur Käsefabrikation verwendet wird, zu einem Zwecke also, dem schon verhältnismäßig geringe Fehler der Milch verhängnisvoll werden können, ist die Kenntnis der Milchfebler ein unerläßliches Erfordernis für Molkerei- und IvUsereihetriebe, sowie für die Ausübung der Tierheilkunde. Für die genannten Betriebe sind die eigentlich kranken Milchen aus EDutern mit Mastitiden und Katarrhen weniger bedeutungsvoll, weil dieselben meist schon für jedermann so auffällig verändert sind, daß kaum je ein Melker auf den Gedanken kommt, solche Milch in die Käserei zu liefern. Wir erinnern blol) an das eiterige, dickliche Sekret bei gelbem Galt oder Kremdkorper-inastitis, an das gelbliche Serum bei Mastitis phlegmonosa und an die Flocken in der Milch bei Futerkalarrh. Sicherlich wird dagegen hier und da Milch eingeliefert, die aus Eutern stammt, welche vor kurzem mit Mastitis behaftet waren. Solche Milch kann wieder völlig normal aussehen, hat aber häufig noch einen räßsalzigen Geschmack und ist deshalb fehlerhaft und zur Käsefabrikation untauglich, weshalb denn auch viele Betriebsstörungen in Käsereien eben auf diese Ursache zurückzuführen sind.
Einige Milchfehler, z, B. die farbige, die räßsalzige, die f'aden-ziehende. die bitten; Milch, sind bereits durch die Sinnenprüfung nach­zuweisen, andere treten erst bei der Verarbeitung in der Käserei zutage. /,. B. die blähende, die käsige, die rasch sauer werdende oder unhaltbare Milch.
Ursachen; Bereits erwähnt wurde die fehlerhafte Eutertätigkeit infolge der verschiedenen Euterkrankbeite n.
Sodann werden von altersher gewisse Futterstoffe beschuldigt Sofern es sich um solche Fehler handelt, die (rleich beim Melken auf-
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Milchfelilor.
fällig sind, wie z. i!. Bitterkeit der Milch, darf freilich angenommen werden, daß oft Bestandteile des Futters, wie z. 13. Bitterstoffe, in die Milch übergehen und dieser ihre spezifischen Eigenschaften mitteilen, raquo;So werden beispielsweise für die bittere Milch liaferstroh, Kohlrüben, Wasserrüben, Jlapskuchen, wenn in zu großer Menge verfüttert, ver­antwortlich gemacht, ferner bitterstoffhaltige Pflanzen, wie Rainfarn. Wermut. Lupinen, Wicken. Bohnensamen, Sundskamille und lauoh-artige Gewächse.
Fieberhafte Allgemeinleiden, wie Maul- und Klauenseuche, Tuber­kulose, sind geeignet, die Milch quantitativ wie qualitativ zu ver­schlechtern, Naohgewiesenermaßen sind Betriebsstörungen in Käsereien nach dem Krluschen einer Maul- und Khuienseuche-Epizootie häutig. An Tuberkulose erkrankte Tiere liefern in spätem Stadien eine ge­haltarme Milch. Chronische Darmkatarrhe schwächen die Tiere sehr. Die Resorption der Nährstoffe aus dem Darmkanal wird mangelhaft oder total aufgehoben. Die Tiere magern ab und liefern eine nährstoff­arme Milch. Aber der Durchfall wirkt auch noch in anderer Hinsicht schädlich. Im Darminhalt, welcher der Sitz von abnormen (Järuiigs-prozessen ist. finden sich massenhaft die Erreger der Milchgttrung und Käseblähung, welche schon im Euter die Milch infizieren, indem sie auf hämatogenem oder galaktogenem Wege dorthin gelangen, oder aber die Milch nach dem Melken infizieren,
Stiersucht bedingt nach unseren Untersuchungen ebenfalls eine fehlerhafte Milch, welche Anlage zur frühen Zersetzung und Gärung besitzt.
Von uns beobachtete fälle haben sehr schön dargetan, daß auch die Retcntio placentarum mit starker Metritis einen Milchfehler
verursachen kann. Sc!
^4 Stunden nach dem Kalben zeigt
Mil
an allen vier Vierteln gelbliche, kleinere und größere Gerinnsel nebst den Kolostrumeigensehaften und etwas salzigen Geschmack. Das Euter ist stets vollständig entzündungsfrei. 8—14 Tage nach dem Kalben ist die Milch wieder normal.
Auch im Vorbereitungsstadium zum Abortus stellen sich oft Ver­änderungen der Milch ein, wie Flockenbildung, fauliger Gestank und bitterer Geschmack der dicken Rahmschieht. Wir konstatierten einmal, daß diese. Veränderungen 48 Stunden vor Eintritt des Abortus einsetzten: 24 Stunden nach Ausstoßung einer totfaulen Frucht begann die Besserung, und vier Tage nachher war wieder alles normal,
Selbst bei akutem M a ge nda r mkata rrb infolge Erkältung kann die Milch leicht salziff, etwas flockig oder klümDeriff und
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Milclil'ehler.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 81
schwach hliiulich wcrtlen. ja sogar irn Quantum sehr crhehlich zu-rlickgclicn.
Insofern es sich nun aber um erst später, geraume Zeit nach dem Melken auftretende Milchfehler bandelt, so haben die Resultate hakterio-logischer Forschung mit Sicherheit dargetan, daß liier nur Bakterien die direkte Ursache sind, und daß es eine irrige Ansicht ist, in dem Futter oder in gewissen Dtingungsmitteln den Grund für bestimmte Milch-und Käsefehler erblicken zu wollen. Die Bakterien gelangen in den meisten Fallen erst nach dem Melken durch Verunreinigung mit kleinsten Kotteilchen, Schuppen und Ilaaren in die Milohgeschirre, meist schon im Stalle oder erst später in Molkereilokalen, Wo z. B. Schlempe, die ja überaus reich an Gäruugserregern ist. verfüttert wird, gelangen letztere in die Stalluft und von da in die Milch, oder aber sie werden vom Darme aus ins Euter verschleppt, Neuere Autoren haben die Möglichkeit einer spontanen Infektion der Milch schon vor dem Melken nahegelegt. Allgemein huldigte man bis vor kurzem der Annahme, das Sekret der Milchdrüse sei bakterienfrei. Die natürliche Keimfreiheit der das Euter verlassenden Milch ist nach den Arbeiten von Bartheis, Ward. v. Freudenreich, Böckhout und Ott de Vries, Hackbaus und Lux endgültig als ein in Wirklichkeit nicht vorhandener Zustand zu betrachten.
Nach neueren Untersuchungen von Uhlmann enthalt der Zitzen­kanal (Ductus papillaris) normaler Euter sowohl hei der Kuh als auch bei der Ziege immer und in allen Teilen Stttbohen und Kokken, jedoch bei der Ziege bedeutend weniger als bei Kühen. Bei der Ziege birgt der Strichkanal in der Kegel sehr viel Stratum inortificatum. In der Zisterne eines einjährigen Rindes, dessen Milchdrüse! noch nicht tätig gewesen war, fand Uhlmann neben sehr wenigen Kokken und Stäbchen einige Lenkocyten. Das in der Zisterne sich befindende zäh­klebrige Sekret reizte wie ein Fremdkörper und lockte die Wander­zellen an. Der Zitzenkanal des Schafes enthält nach Uhlmann fast immer abgestoßene Epithelien in reichlicher Menge und analog wie bei der Ziege Stäbchen und Kokken.
Lux hat neben den saprophytisch lebenden, verflüssigenden Kokken, die er als Staph y locoecus nuistitidis (Guillebeau) und Galactococcüs versicolor anspricht, in sonst durchaus normalen Eutern das saprophytische. gasbildende Bact. coli commune gefunden. In einigen seltenen Fällen wurde auch der Bac. prodigiosus isoliert. Die beiden letzteren Nachweise sind interessant, weil sie die Vermutung nahelegen, daß der Milch schon im Euter die Anlage zum Blähend-
HcU, Kninkheitcn dor MiU'hdrüsen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;
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82nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Mllohfehler.
oder Rotwerden anhafte. Kino Infektion der Milch hingegen mit den eigentlichen Milchsilurefermente.n, dem Baot. laetis aeidi. .schon im Euter, scheint nach v. Freudenreich ein äußerst seltenes Vorkommnis zn sein. Auf jeden Fall sind sie in zu geringer Menge vorhanden, als daß sie unsere bekanntesten Milohfehler, das vorzeitige Sauerwerden und die Unhaltbarkeit der Milcli, zu bedingen vermöchten. Obsohon also zugegeben werden muß, daß die Milch schon beim Verlassen des Muters mit Milchfeblem behaftet sein kann, kommt doch der Nachinfo ktion beim Melkgeschäfte, beim Stehen in den Milcligeschirren im Stalle und in Molkerei- und Käsereilokalen eine weit größere Bedeutung zu. Der Umfang der Nachinfektion ist oft geradezu verblüffend. So fand Burri bei frischgemolkener Milch im Milohkübel Keimzahlen, die; zwischen 3(550—85.980 sehwanken. Uhl fand in der Gießener Markt-mileh 20 Millionen, Sacharbokoff in der Petersburger Milch K)1/., Millionen Keime. Es eröffnet aber gerade dieser Umstand für die Beseitigung der Milchfehler eine günstigere Perspektive, indem eine Desinfektion von Stallungen, Milcligeschirren, Milohaufbewahrungs-räuinen sich besser bewerkstelligen läßt, als die des Euterinnern.
Die rässe oder salzige Milch.
Von allen Milchfehlern ist der häufigste und bei jeder Stall-revision anzutreffende, die rässe oder salzige Milch. Sie braucht nicht ausnahmslos eine Euterkrankheit zur Ursache zu haben, sondern kann auch von einem anscheinend ganz gesunden Euter geliefert werden. In vielen Fällen bleibt dieser Fehler neben einer Verhärtung der Drüsen­substanz als Residuum einer Mastitis noch lange Zeit bestehen. Salzige Milch wird übrigens auch bei alten, ehemals vortrefflichen Milch­kühen (altmelken Kühen) vielfach beobachtet. Bakterien sind kaum die direkte Ursache der fassen Milch, .sondern das häufige Vor­kommen der letzteren bei Prima-Milchkühen läßt vermuten, daß es sich um eine im Übermaße gesteigerte Milohsekretion, um eine große Er­schlaffung der Milchdrüse und Übertritt erheblicher Mengen von Blut-salzen ins Entersekret handelt. Diese Annahme erfährt eine weitere Stütze in dem abnorm niedrigen Säuregrad solcher Milch. Wir linden hier 2—3, 4quot;95, 6'00, b'4i — 5 9 Säuregrade statt der normalen 70 (Soxhlet). Mit Ausnahme des fehlerhaften Geschmackes besitzt die salzige Milch meist ein absolut normales Aussehen; hie und da nur ist sie seifenwasser-ähnlich, mit einigen ganz wenigen Gerinnseln durchsetzt. Charakteri­stisch ist attch das Fehlen einer Rahmschicht und, wie oben bereits erwähnt, der auffallend unter die, Norm (7'') jresunkene Säuregrad.
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MilclifVlilor.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;g;-}
Russe, salzige Miloh ist kiisereiuntautrlieh, weil an Stelle der für die Gerinnung notwendigen Kalksalze die Alkalisalze doa Blutes getreten sind. Sie hat die Gerinnungsfähigkeit gegenüber Lab verloren. Die altmelke, d. h. die gegen das Ende der Laktationsperiode bei alten Kühen gewonnene Milch wird oft auch salzig und sollte daher nicht in die Käserei geliefert werden.
Die Biestmilch oder Kolostralmilch.
Diese Art Milch ist kein pathologisch verilndertes Sekret, sondern als erste Nahrung für das Kalb unentbehrlich wegen ihrer leichten Verdaulichkeit und wegen der Eigenschaft, den Darm des Saugkalbes von dem Darmpech zu reinigen. Für die Käserei aber ist die Biest­milch zufolge ihrer von der Norm abweichenden Zusammen­setzung eine fehlerhafte Milch. Sie besitzt einen hohen Gehalt an Eiweißstoffen und Salzen, enthält ferner die Kolostrumkorpcrchen, ist stark klebrig, von gelblichbrauner, honigähnlicher Farbe und Kon­sistenz. Charakteristisch für Kolostralmilch ist der hohe Säureerad (mehr als 7deg; nach Soxhlet) und ein infolge Vermehrung der festen Bestandteile höheres spezifisches Gewicht. Der klebrige Käsestoff behält die Schotte zurück und gibt so Nährmedien ab für die Entwicklung der Blähungserreger.
Die bittere Milch.
Fehlerhaft ist sodann die bittere Milch, die nach einigen Autoren in ursächlichem Zasammenhansr stehen soll mit der VerfOtterunff sre-wisser pflanzlicher Futtermittel, wie, IJaferstroh. Kohlrüben. Wasserrüben und mit der Beimischung bifterstoll'haltiger Pflanzen zum Futter, wie Rainfarn und Wermut. Als weitere Ursachen werden sodann namhaft gemacht: Schlechtes, verdorbenes Futter. Verdauungsstörungen und Euterkrankheiten. Es ist aus unserer ambulatorischen Klinik ein Fall bekannt, wo eine Kuh. die an Abortus laborierte, während der Vor­bereitung zur Austreibung des toten Fötus deutlich bittere Milch an allen vier Vierteln gab. Außer größerer Blutfülle und etwas Turgor waren indes keine Veränderungen am Euter vorhanden. Die dicke, schön gelbe Rahmsehicht war intensiv bitter. Bodensatz bildete die Milch nicht. Sie rührte in diesem Falle offenbar vom nahenden Abortus her, respektive von in das Blut übergegangenen toxischen Stoffen. Die Tatsache, datf in einem Fall, der von Dammann publiziert wurde, die Milch nicht schon bitter aus dem Euter kam, sondern diesen
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84nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Mllohfehler.
Fehler erst erlangte, nachdem sie eine Reihe von Stunden gestanden hatte und in der Folgezeit noch an Bitterkeit zunahm, ferner: daß die Milchquantität während der Daner des Bestehens des Übels sieh nicht verringerte, laßt kaum einen Zweifel übrig, daß Mikroorganismen hier das Bitterwerden veranlaßteu. Durch bauliche Änderungen im Stalle des von diesem Milchfehler heimgesuchten bliuerlichen Betriebes, nament­lich durch Ermüglichung eines gehörigen Jaucheabflusses, durch rein­liches Melken und unschädlich machen der ersten drei bis vier Milch­striche gelang es, den Fehler dauernd zu beseitigen.
Es sind verschiedene Bakterien, die die Milch bitter werden lassen, und sowohlMikrokokken als Stäbehen sind dabei vertreten. Von Krüger wurde ein Bazillus entdeckt, welcher das Bitterwerden der Milch veranlaßt und der Fäulnisbakterie P rote US vulgaris sehr nahe steht oder viel­leicht sogar mit ihr identisch ist. Eine spezifische Bakteriengruppe für das Zustandekommen von bitterer Milch gibt es nicht. Burri erwähnt einen Fall, bei welchem eine bestimmte Rasse des Bact. coli unzweifel­haft die Ursache dieses Fehlers war. Die meisten der die Milch bitter machenden Bakterien besitzen Sporen, und die daraus resultierende größere Resistenzfähigkeit erklärt uns die Erscheinung, daß besonders erekochte Milch leicht bitter wird, indem durch das Aufkochen die sporenlosen Milchsäurebnkterien abgetötet werden, die Sporen der Kaseinbakterien dagegen am Leben bleiben, nachher auskeimen und dann ihre Wirkung auch in der Richtung eines Bitterwerdens der Milch entfalten.
Die rasch sauerwerdende oder unhaltbare Milch.
Das Sauerworden der Milch ist an und für sich kein Fehler, sondern im Gegenteil eine gewellte Eigenschaft, da nur durch die Säuerung der Milch der Käsestoff vor fauliger Zersetzung bewahrt und die Entstehung anderer Milchfehler verhindert wird. Entschieden fehlerhaft ist aber die Milch, welche vorzeitig, d. h. schon vor Ab­lauf des gebräuchlichen zwölfstUncligen Stehcnlussens sauer wird. Schuld dieses Sauerwerdens ist eine zu starke Vermehrung der Milchsäure-bakterien, welche sich einstellt bei mangelhafter Reinlichkeit der Milch-geschirre, sowie infolge eines weiten Transportes ungekühlter Milch, oder indem höhere Temperaturen der raschen Vermehrung der Milch-säurebakterien Vorschub leisten. Die rasch Bauerwerdende oder un­haltbare Milch gibt sich zu erkennen durch ziegerige Ausscheidung, d. h. durch Ausfallen der Eiweil'.st )('e in Form leichter Flocken und durch das Zurückbleiben einer wei'ien. milchähnlichen Schotte. Der
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Milclifeliler,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;85
Käseteig wird kurz, und es treten in ihm Spalten auf (sogenannte
• Glilsler.).
Die fadenziehende oder schleimige Milch.
Wir verstehen darunter ein /uhwerden des Rahmes in der Weise, daß sich nach 10—20 Stunden der Rahm in '/., — ] m lange Fäden aus­ziehen liißt, eine Ersoheinang, die auf die Produktion eines schleimigen Stoffes durch Spaltpilze zurückgeführt wird. Die frisch gemolkene Milch ist frei von diesem Milohfebler. Durch Überimpfen kleiner Mengen solcher Milch auf normale wird auoh diese schleimig. Eine große Zahl von Stäbchen sowohl als von Kokken vermag die Milch fadenziehend zu machen, Wohl einer der häufigsten bei uns vorkommenden Erreger der fadenziehenden Milch i;4 der von Quilleboau gefundene Micro-coecus Freudenreiohü. In vielen Proben fadenziehender Milch aus verschiedenen Gegenden der Schweiz gelang der Nachweis dieses Mikro-kokkus, so daß er hierzulande als Hauptursache des in Frage stehenden Milchfehlers zu gelten hat. Er hat einen Durohmesser von '2\gt;.. ist un­beweglich, nicht gasbildend und zeigt, ins Euter injiziert, keine patho-genen Eigenschaften, woraus erhellt, daß die fadenziehende Milch in der Regel nicht einer Euter-, sondern einer nachträglichen, post-uberalen Infektion ihre Entstehung verdankt, Der gleiche Forscher fand einen zweiten Pilz, der ebenfalls die Fähigkeit besitzt, den Rahm schwach fadenziehend zu machen, von ihm Bacterium llessii ge­nannt, ein 8—5|A langes, 1—2|X breites, sehr bewegliches Stäbchen, Zu den Pilzen der fadenziehenden Milch gehört auch der Bacillus Guillebeau c (Untergruppe des Pac. aerogenos), der hie und da bei Mastitis gefunden wurde. Die Milch wird in diesen Fällen schon vor dem Melken mit dem Fehler behaftet sein. Dieser Fehler ver­schwindet jedoch wieder, wenn die Milch leicht sauer wird. Der Streptococcus hollandicus verursacht ein Sauer- und Sohleimig-werdon der Molke, welche bei der Fabrikation des Edamer Käses Ver­wendung iindet. Verwandt mit der Tätigkeit dieses Organismus ist die Schleimbildung, wie sie in neuerer Zeit mitunter in Emmentaler­käsereien beobachtet wurde. Burri und seine Mitarbeiter haben gezeigt, daß sämtliche in normalen Käsen anzutreffenden Milohsäurebakterien gelegentlich als kräftige Schleimproduzenten auftreten und als solche Schaden stiften können, indem das Abpressen der Molken aus dein jungen Käse sich infolge der vermehrten Viskosität nur mangelhaft bewerkstelligen läßt. Die Folgen sind rissige Kinde, gt;Nesterlaquo; im Teig und andere Käsefehler. Milch, welche solche schleimbildende Milch-
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80nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Mllohfebler,
säurebakterien enthält, zeichnet sich dadurch aulaquo;, daü sie moist nur bei höheren Temperaturen, z. B. in der Qärprobe, fadenziebend wird,
und zwar ist es mehr das Serum als der Kahm, welches diese auf-iallende Eigenschaft annimmt.
Die Frage, oh unter dem Einfluß der genannten Bakterien die chemischen Stelle der Milch eine schleimige Umwandlung erfahren, oder ob die ladenziehende Substanz ein Stoffweohselprodukt der Bak­terien selbst ist, harrt noch der Lösung. Wahrscheinlich liegen die Verhältnisse so, daß unter gewissen Bedingungen die äußeren Schichten der Bakterieumembranen eine. Verquellung erleiden und so ZU einer Verschleimung der Milch Veranlassung gehen.
Fadenzicheiuler Kahm ist schwer zu verbuttern und liefert eine minderwertige Butter. Ob der Kehler auch auf die Käsebereitung einen schädlichen Einfluß besitzt, steht noch dahin. Käseblähung scheint bei Verwendung schleimiger Milch nicht einzutreten; trotzdem ist diese nicht gern gesehen und wird auch von der Verarbeitung ausgeschlossen. In anderen Ländern wird bei der Herstellung gewisser Milchpräparate eine schleimige Beschaffenheit der Milch gewünscht und künstlich hervorgerufen, wie bei der schon genannten Fabrikation des Edamer Käses und in Norwegen zur Bereitung der raquo;langen Milchlaquo;.
Die Behandlung dieses Milchi'ehlers besteht in möglichst guter Reinigung der Tiere, in gründlicher Desinfektion des Stalles und der Stallgeräte und dem Reinigen der Milchgefässe in siedendem Wasser.
Die blähende oder gärende Milch.
Zu erheblichen Störungen in Käsereien führt die Verwendung der blähenden oder gärenden Milch, indem sie schwammigen, soge­nannten Preßlerkftse liefert, der sich durch zu große und zu viele Lochung kennzeichnet. Die neueren Untersuchungen über die Ent­stehung dieses Milchfehlers, so diejenigen von v. Freudenreich, Burri, Beter u. A., haben übereinstimmend zu dem Ergebnis geführt, daß sozusagen ausschließlich Vertreter der Koli- und Aerogenesgruppe als Erreger in Betracht fallen. Diese Organismen zerlegen den Milch­zucker unter Säurebildung bei gleichzeitiger Gasabspaltung. Das Gas besteht in der Kegel aus Kohlensäure und Wasserstoff. In zahlreichen Fällen hat man beim Auftreten gärender Milch keinen Zusammenhang mit Euterentzündungen feststellen können, und es scheint, daß bei diesem Fehler ebenso sehr saprophytische als parasitische Vertreter der genannten Bakteriengruppe eine Rolle spielen. Saccharomycosarten ver­gären den Milchzucker desgleichen und bringen so, aber anscheinend
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Mllohfebler.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;87
nur selten, den KJise zum IMähen. Die Qärungserreger gedeihen am besten bei Temperaturen von 38deg; bis iü0 C. DaTftuf ist es zLirtiekzufuhrcn, daß die blühende Milch im Sommer mul bei hohen StallteinpeniUiren Überhaupt häufiger vorkommt. In Stallbesttoden, laquo;o ein oder mehrere Tiere an elironischem Durchfall leiden, ist der Fehler ebenfalls zu er­warten, weil in dem gilrenden Danninbalt die Kolibazillen in großer Menge vorhanden sind und eine Infektion der Miieb inner- oder außerhalb des Euters nur zu leicht möglich wird.
Der Nachweis, daß Milch blühend ist, kann sehr einfach mit der raquo;Garprobelaquo; geleistet werden. Dieselbe besteht darin, daß man die zu untersuchende Milch auf eine konstante Temperatur von 38deg; bis 40quot; C erwärmt. Eine Bltthung tritt unter 88deg; C selten ein. Die ungegebene Temperaturhöhe stellt das Optimum dar für das Gedeihen der Blähungserreger, Hat man es wirklieb mit blähender Milch zu tun, so sehen wir nach längstens zehn bis zwölf Stunden den Rahm Hieb mit vielen feinsten Gasblasen durchsetzen. Später findet Aus­scheidung des Kttsestoffes statt, welcher sieh infolge des Gasauftriebes als zersetzte, schwammige Masse im oberen Teile des Glases an-.saminelt.
Dem Fehler kann am wirksamsten begegnet werden durch pein­lichste Reinlichkeit beim Melken, im Stalle überhaupt, und beim Trans­port der Kilsereimileh, sowie durch sorgfältigste Reinigung der Milch­geschirre und Zurückweisung einer jeden Sammelmilch, die aus Ställen stammt, wo nachgewiesenermaßen Kühe stehen mit soeben über-standener und in Abheilung begriffener Mastitis.
Die käsige Milch.
Die käsige Milch ist ein nicht selten vorkommender Milch fehler. der sich in der Garprobe zeigt. Die Milch gerinnt in der Gärprobe oft schon nach acht bis zehn Stunden gallertig, und zwar so, wie wenn Lab zugesetzt worden wäre. Das Kasein schrumpft stark zusammen und es bleibt fast nur eine graugrüne, wenig saure Sirte übrig. Als Ursache wurden von Gorini, Burri u. A. Kokken erkannt, die ein kräftig wirkendes Labferment auszuscheiden vermögen. Solche Milch ist nicht mehr vollkommen käsereitauglich, doch müssen hierüber noch weitere Erfahrungen gesammelt werden. Der Fehler läßt sich, weil die betreffenden Bakterien gewöhnlich schon im Euter enthalten sind, besser durch Eütterungswechsel oder Ausschaltung einzelner Tiere, als durch Stalldesinfektion bekämpfen.
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Milchfehlor.
Die farbige Milch.
Ein bei uns sehr .seltener Fehler der j\lileli besteht in deren Abweiobung von der normalen Farbe. Die Milch ist beim Verlassen des Euters rein weiß und wird nach einigem Stehen blau, rot oder gelb, je nach ihrer Verunreinigung mit verschiedenen farbstoffbiidenden Spaltpilzen.
Blau wird sie, wenn der Bacillus oyanogenes, ein 1—2 \gt;. langes, bewegliches Stäbchen, welches in Molkereilokalen stationär ist, in die Milch gelangt. Das Blauwerdcn ist an bestimmte Bedingungen geknüpft, so an das Vorhandensein von Milchsäure. In sterile Milch verimpft, wird diese nicht blau. Im anderen Falle treten nach einiger Zeit auf dem Rahm blaue Flecken auf. welche auf einzelne Stellen beschränkt sind oder die Oberfläche gleichmäßig überziehen.
Die rote Milch, nicht zu verwechseln mit blutiger Milch, ver­dankt ihre Entstehung verschiedenen Bakterien wie dem Bacillus pro-digiosus, Saocharomyoes ruber, Sarcina rosea, Bact. lactia erythrogenes etc. Ersterer erzeugt bloß auf der Oberfläche rote Flecken. Sarcina rosea verleiht zuerst der Kahmschichte, später auch der übrigen Milch ein rotes Kolorit.
Die gelbe Milch entsteht durch Besiedlung derselben mit dem Bao, synxanthus.
Hier anschließend sei noch über einen bloß vermeintlichen Milch­fehler berichtet. Die von uns beschriebene scheinbare Anomalie der Milch, die als raquo;Grießlaquo; bezeichnet wird, charakterisiert sieh dadurch, daß das Drüsensekret in Farbe, Geschmack und Rahm­bildung vollständig normal ist, sich zur Käsefabrikation und zum Verbuttern gut eignet und in chemischer Beziehung keine abnorme Zusammensetzung aufweist; das spezifische Gewicht betrug in einem bestimmten Falle F032(l; Trockensubstanz 12'n%; Fett iHSquot;/,,; Ei­weißstoffe ;5'40%; Mineralstoffe O^o0/^. der Säuregrad 6-8. Einzig fällt auf, daß beim Ausmelken auf der Hand kleine, feine, weiße Gerinnsel oder Flöckchen sichtbar werden, welche besonders gut gezeigt werden können, wenn man einige Milchstrahlen in ein mit Wasser gefülltes Glas melkt. Das Grieß schwimmt dann auf der Oberfläche und kann mit der Messerspitze abgehoben werden. Diese Bildung feinster, leichtester Flöckchen. raquo;Milchgrießlaquo; genannt, die bei völlig normalen Kühen und Ziegen in 27% aller Fälle vorkommt, muß als normal bezeichnet werden, indem diese Flöckchen infolge Eintrocknung der Milch in den Falten des Strichkanals entstehen und
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Milchfohler.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;89
demzufolge beim Melken in den ersten Portionen ties ücmelkcs sieh bednden. Es kann daher solcher Milch die Kiiscreitau^lichkcit nieht abgesprooben werden, und es verdient dieselbe nicht die ihr von ein­zelnen Käsern beigelegte inilchwirtschaftliche Bedeutung.
Physiologisches Blutmelken.
Unter Blutmelken im engeren Sinne versteht man einen auf starker Blutstauung und Diapedesis beruhenden Milch fehler, welcher gewöhn­lich innerhalb der ersten 8......14 Tage post partum oder auch aus-
nahmsweise in späteren Perioden der Laktation, so z. 15. kurze Zeit vor dem Trockenstehen und sogar auch bei trockenstehenden Kühen — zwei bis drei Wochen vor dem Kalben — sich einstellt.
Das Blutmelken tritt nur bei feinen, guten, jüngeren und älteren Milchkühen mit stark entwickeltem, normalem Euter ein, und zwar entweder schon beim Beginne des Melkens oder erst später während dos Herausziehens der letzten Milch.
Das Allgemeinbefinden der physiologisches Blutmelken zeigenden Tiere ist stets normal; das Euter ist groß, schön entwickelt und frei von entzündlichen Erscheinungen. Bei frisch gekalbten Kühen befindet sich dasselbe im Zustande einer aktiven, kongestivon Hyperämie und ist daher groß, leicht gerötet, wärmer, derb elastisch und manchmal ganz leicht empfindlich.
Die Milch ist in leichteren Fällen an einem, zwei, drei oder allen vier Strichen anfänglich ganz weiß und wird erst gegen das Ende dos Melkens schwach rosarot,, und zwar um so blutiger, je rascher und kräftiger ausgemolken wird. Manchmal ist das Sekret schon bei Beginn des Melkens diffus hellrötlich, blutigrot oder mit zahlreichen kleineren oder größeren, fadenförmigen, dunkeln, den Strichkanal leicht verstopfenden Blutgerinnseln versehen. Das Drüsensekret hat je nach der beigemischten Blutquantität einen normalen oder etwas faden Ge­schmack und bildet einen verschieden dicken, blutigen Bodensatz, in welchem nebst den Milchkiigelchen zahlreiche rote Blutkörperchen leicht nachweisbar sind.
Differentialdiagnostisch muß das physiologische Blutmelken unterschieden werden von dem hin und wieder vorkommenden patho­logischen Blutmelken bei Euterkatarrh. Hier findet man im Euter, besonders in der Isiäho der Milchzisterne, einen oder mehrere baumnuß-bis hühnereigroße, periphere Knoten (Zysten) und ein beim Melken makroskopisch normales, aber leicht salziges Sekret, welches nach
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MUohfehle
24Htündi^eni Stehenlassen einen dünnen, unter anderem aus zahlreichen roten Wutkörperehen bestehenden Bodensatz bildet.
Im weitem entsteht eine mehr oder weniger starke rütlicho Verfärbung des Sekretes an einem oder mehreren Strichen durch Blut­stauung in den Kapillaren und Kapillarapoplexie, was besonders bei sporadisobem und gelbem Galt, sowie bei Mastitis neerotica beobachtet wird.
Sofern beim sporadischen oder gelben Galt das Sekret nicht schon beim Melken rötlich verfärbt ist, so zeigt es beim Stehenlassen in einem zylindrischen Glase fast ausnahmslos eine dünne Scheibe von roten Blutkörperchen,
Prognose. Bei frisch gekalbten Kühen ist das Blutmelken als ein Milohfehler zu betrachten, welcher auf eine zukünftige große Milch­ergiebigkeit hindeutet und infolgedessen keine Wertverminderung des Tieres bewirkt. Wenn auch die blutige Milch — die, wenn möglich, immer in ein besonderes Gefäß zu melken ist — beziehungsweise der blutige Bodensatz Ekel erregen, so ist doch nicht zu vergessen, daß ein solches Sekret Kälbern und .Schweinen nicht schadet, und daß die Abnormität überhaupt bei rationeller Behandlung sowohl an den Bauch­ais auch an den Schenkelvierteln innerhalb 5—15 Tagen wieder voll­ständig verschwindet.
Prognostisch ungünstig ist manchmal jenes Blutmelken zu be­urteilen, welches gegen Ende der Laktationsperiode oder während des Trockenstebens auftritt, indem dasselbe das erste, d. b. einleitende Symptom des sporadischen Gaites darstellt.
Therapie. Vor allem ist auf schonendes, sanftes, täglich zwei­maliges Melken Rücksicht zu nehmen, wobei für die Sistierung des Blutmelkens ein nicht allzu kräftiges Ausmelken und Unterlassung jeder örtlichen Behandlung (auch der anempfohlenen Bähungen mit aromatischem Infus) sich als sehr vorteilhaft erweisen. Die innerliche Behandlung besteht in leichteren Fällen in der Verabreichung von Natrium sulfuricum oder Magnesia sulfurica in Verbindung mit Amaris, Aromaticis und pflanzlichen Adstringentien, ferner nach den Angaben in der Literatur in der Verabreichung von Alaunwasser. In höhergradigen und hartnäckigeren Fällen leistet eine 0*26—0'300/0ige wässerige Lösung von Acid, sulfuric. oder auch eine l0/o%e wässerige Lösung von Acid, hydrochloric, von welchen täglich dreimal je 1 / einzugeben ist, vortreffliche Dienste und macht den bei kräftigen Tieren empfohlenen Aderlaß und die Anwendung von Seeale cornutum überflüssig. Meuch empfiehlt die Luftinfusion in das Euter.
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Eutürliyperiiinie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;\)\
Ein spoxitanss, pro Molkzeit gut 21 betragendes und den Kräfte-zustand innerhalb weniger Tage stark beeinträehligeiule.s BlutmelkeQ, d.h. eine eigentlicii e Euterblutung am rceliten, sehön entwickelten Sohenkelviertel einer seit zwei Monaten trächtigen, vorzüglichen .Milch­kuh, welches trotz sanften Melkens und der erwähnten Behandlung nicht zur Abheilung gebracht werden konnte, bedingte nach sieben Tagen, daß an diesem Viertel das Melken total sistiert werden inuiite, was indes keine .Mastitis zur Folge hatte.
Euterhyperämie.
Dieser Zustand tritt in der Regel bei frisch gekalbten Kühen, sowohl kurz nach dem Kalben, als auch zwei bis drei Monate später ein. Bei Ziegen beobachtet man ihn am häufigsten innerhalb der ersten acht Tage nach dem Werfen. Die Hyperämie betrifft einzelne Viertel oder auch das ganze Euter und beruht gewöhnlich auf schlechtem Aus­melken. Einmal konstatierten wir eine Euterhyperämie bei einer Kuh, welche seit sechs Stunden infolge Aufnahme eines aus 75/j/y Malz und .1 /.v/ Kochsalz bestehenden Futtervorrates an sehr starker Pansen-überfüllung litt.
Kasuistik. Uieso Kuh hatte vor der Aufnahme der genaonten enormen Futter-menge pro Melkzeit b—6l Milch geliefert. Die Milchmenge ging- in den nilcliHten 36 Stunden zuriio.k auf 250^ pro Melkzeit. Das nicht entzündete Euter war mächtig gruti und derb-elastisch; das Sekret intensiv salzig, bläulich, wässerig und einige Qerinnsel enthaltend, rahmte aber regelrecht auf und bildete keinen Bodensatz. Die Ltessernng trat rasch ein; nach zwei Tagen schon gab die Kuh wieder ö l Milch pro Melkzeit. Diese Milch war weniger Balzig; das Euter fiel nach dem Molkon bereits wieder etwas zusammen. Die Euterhyperämio ging innerhalb vier Tage in Heilung über.
Symptome. Die Symptome bestehen in einer Zunahme der Turgeszenz. mächtiger Anschwellung, größerer Schwere, Konsistenz und Derbheit der betreffenden Viertel, welche nach dem Melken nicht zusammenfallen; die Zisternen sind in der Regel leer und die Zitzen runzelig. Trotz der hie und da etwas erhöhten Wärme schreitet der Prozeß nicht bis zur eigentlichen Entzündung fort, wie auch die Empfindlichkeit nicht oder doch nur wenig gesteigert; ist.
Bei einer an Euterhyperämie leidenden Ziege beobachteten wir gleichzeitig in der hinteren Zirkumferenz der Viertel eine Menge hasel-nußgroßer, peripherer, prominierender Euterknötchen,
Interessant ist die Beobachtung, daß, wenn die Euterhyperämie bei Kühen in den ersten Tagen nach dein Kalben sich abnorm stark einstellt, das an den befallenen Vierteln vorhandene ödem nicht schwindet, sondern im Laufe der Zeit induriert.
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92nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Kontusion des Euters.
Die quantitativ stets stark reduzierte Milch ist in typischen Fällen durchaus normal oder erscheint nur äußerst geringgradig ver­ändert. Selten weicht das Sekret deutlich von der Norm ab und ist dann bläulich, Wässerig, intensiv salzig und bei sehr starker Eutcr-hyperflmie blutig (Blutmelken). Beim Stehen bildet sich eine normale Rahmsohicht und nur höchst selten Bodensatz, in welchem rote Blut­körperchen ') und ab und zu kleine weiße Gerinnsel vorkommen.
Prognose. Die Prognose ist günstig; denn in der Großzahl der Fälle tritt nach drei bis fünf Tagen eine Restitutio ad integrum ein; immerhin kommt es auch vor, daß der Heilungsprozeß längere Zeit in Anspruch nimmt.
Die Behandlung besteht in Bewegung der Tiere, in täglich drei-bis viermaligem Ausmelken, in Massage und Einreibungen von Adeps suill., Ung Althaeae oder Kampfersalbe.
Kontusion des Euters.
Die verhältnismäßig recht selten vorkommende Quetschung der Milchdrüse, welche von Sehlägen und Fußtritten herrührt oder durch Pullen. Schlagen, Treten und Hornstöße von seifen nebenstehender Tiere hervorgerufen wird, führt entweder zu einer blutigen Infiltration der Subkutis und ZU einer Blutung des Interstitiums (Uaemorrhagia traumatica diffusa), d. h. zur Entstehung blutiger Milch oder zur Bildung eines Ilämatoms im Bereiche des Euters (llaematoina über is).
Symptome. Im ersteren Falle handelt es sich um eine Zerreißung kleinerer oder größerer Blutgefäße und den Übertritt von Blut in die Milohgänge, wodurch ein pathologisches Blutmelken an einem oder mehreren Strichen sich einstellt. Dasselbe ist entweder geringgradig. d. h. die frisch gemolkene Milch zeigt eine normale Färbung, bildet jedoch einen leichten blutigen Bodensatz, oder die Milch verrät schon bei Beginn des Melkens, sofern größere oder mehrere Blutgefäße zerrissen sind, ein hellrotes bis ganz blutiges Aussehen, enthält zahlreiche kleine Blutgerinnsel und besitzt wegen der Beimengung von Blutplasma und Blut einen faden Geschmack. Mit gesunder Milch aus den anderen Zitzen oder von anderen Kühen vermischt, wird die Gesamtmilch rötlich verfärbt. Infolge Kontusion des Euters durch Fußtritte be­obachteten wir drei bis fünf Tage nach erfolgtem Trauma und Be-
') Wenn die Euterhyperftmie jedoch in Kombination mit Eutererysipel vor­kommt, besteht regelmäßig Blutmelken (vgl. S. 103).
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Kontusion des Kuters.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 98
Stoben von BlatmelkeQ eine traumatische Mastitis mit Uber^ano-
in dironischon, unheilbaren Eutorkatarrb. Solche gequetsobte Viertel sind anfänglich gesobwollen, gerötet. ödeinatöB, empfindliob, hart
und zeigen wonige Tage später periphere Knoten, beziehungsweise
Retentionszystenbildung, eine starke Verminderung der Milchmenge und ein grauweiües, leicht salziges Sekret.
Stockfleth betont, daß Stoß und Tritt zu Euterentziindungen, die dann meistens in Eiterung übergehen, Veranlassung geben können.
Heftige traumatische Einwirkungen, wie z. B. Homstöße, be­wirken vor und hinter dem Euter innerhalb weniger Stunden mächtige! Blutergüsse, d. h. Blutbenlen oder Hämatome, welche manchmal auch auf eine Zerreißung der Milchader, der hinteren Baucbhautvenen, oder über und hinter dem Euter auf eine Trennung eines Astes der äußeren Sobatnrenen zurückzuführen sind.
Hämatome in der Sabkutia können beutel- oder sackförmig sein und von der Vulva bis hinunter zu den hinteren MilebbehiUtern und wiederum von den Bauohvierteln bis an die Unterbrust reichen, und falls die Milchader zerrissen ist, nehmen sie die Form eines ge­lullten, beinahe den Erdhoden berührenden Sackes an, An der zum Teil rot verfärbten, blutunterlaufenen, gequetschten Haut befindet sich mitunter ein länglicher, aus abgestorbener Oberhaut bestehender Brand-schorf. Das wenig cinptindliche Hämatoin ist deutlich fluktuierend und enthält oftmals zahlreiche Liter 151ut. weshalb sich rasch allgemeine Anämie, große Schwäche und nach Harms zuweilen auch Ikterus einstellt.
Betrifft die Quetschung auch das Drüsengewebe, so stellt sich wahrend zwei bis drei Tage an einem oder zwei Vierteln Blut­melken ein,
Diagnose. Euterbämatome können verwechselt werden mit seröser Infiltration, Phleginone, kalten Abszessen, Zysten und Euter-brueb (Menner, Isepponi). Um daher die Diagnose zu sichern, ist eine aseptische Punktion mit der Pravazschen Spritze angezeigt.
Verlauf. In rasch entstandenen, kleinen Hämatomen tritt schon innerhalb weniger, in großen erst innerhalb 11 —14 Tage eine komplette Blutgerinnung ein, und nicht selten nimmt das Hämatom infolge rezidivierender und sogar das Lehen gefährdender Blutungen während der ersten Tage seines Bestehens an Umfang noch zu. Einer­seits wegen der großen Menge ergossenen Blutes und anderseits wegen des starken Fibrinbelages auf der inneren Wand des Hämatoms findet eine vollständige Resorption nur selten statt; die Blutbeule
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94nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Einteilung ilcr Entzündungen der Milchdrüsen,
kapselt sich vielmehr zu einer gespannten, fluktuierenden Blutzyste ab oder entleert sieh nach dem Herausfallen des gequetschten, bis hand­tellergroßen nekrotischen Hautstüokes oder nach der Borstung der blut­unterlaufenen, stark gespannten Kutis nach außen, worauf eine das Leben des Tieres gefährdende Nachblutung oder eine diffuse Phlegmone entstehen kann. Unterbleiben Folgekrankheiten, so versehließt sieh die Höhle mit Q-ranulationsgewebe.
Die Prognose ist im allgemeinen günstig.
Therapie. Bei Quetschungen und Sämatombildung am Euter werden nebst Ruhe die Anwendung eines Suspensoriums in Verbindung mit Eisumsohlflgen, zur Vorbeugung von Infektion eine schwache Hurow-Lösung, sowie ileißiges Waschen mit adstringicrenden und kühlenden Lösungen empfohlen? ferner erfreuen sich für den Zeit­raum der ersten fünf bis elf Tage nach dein Entstehen ausgedehnter Hämatorne Bähungen mit Infus, Arnioae großer Beliebtheit. Nimmt die, Blutbeule an Umfang nicht deutlich ab, oder sind Anzeichen einer bevorstehenden spontanen Eröffnung vorhanden, so wird dieselbe mit dem Spitzbistouri ausgiebig eröffnet, ihr Inhalt vorsichtig entleert, die Höhle mit desinfizierenden Flüssigkeiten ausgespült und dem sieh nun bildenden Eiter, eventuell durch Kontraöffnung oder Drainage, Abfluß verschafft.
Bei größeren Hämatomen darf, um eine schwere Nachblutung zu verhindern, die künstliche Eröffnung erst 10—12 Tage nach Eintritt des Hämatoms vorgenommen werden.
Einteilung der Entzündungen der Milchdrüsen.
Über die klinische Einteilung der Euterkrankheiten herrscht in der tierärztlichen Literatur noch keine Übereinstimmung, was darauf beruht, daß bis Jetzt für die Klassifikation entweder nur der Ursprung, der Charakter oder der Sitz des Leidens maßgebend waren. Daher wurden früher die Euterkrankheiten unterschieden: dem Ursprung nach in traumatische und rheumatische oder katarrhalische, dem Charakter nach in sthenisohe und asthenisohe, akute und chronische, dem Sitz nach in phlegtnonöse (interstiticlle) und parenchy matöse.
Rychner teilt die Euterentzündungen ein in aktive, passive und rheumatische; Hertwig in oberflächliche, entweder crysi-pelatüse oder exanthematische. und tiefer gehende; Harms je nach dem Gewebe, in welchem die entzündliche Erkrankung zuerst
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Kiuteilting der EnUlindiingon dor MilolidriiBcn.
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einsetzt, in interstitielle oder phic^monüse, katarrhalisclic und paronehymatüse; Franck in Entzündungen dor Überzüge des Euters und des Zellgewebes, in interstitielle und parenehymatüse; Stook-i'leth-Bang in phlegmoniise und parenehymatüse; Hoffmann in Mastitis simplex, purulenta, gangraenosa und epizootica; Müller in Mastitis i nterstitialis, welche in eine trau inatische und phlegmonöse Form zerfallt, und ferner in Mastitis parenehy-matosa. welche unter dem ISilde einer Mastitis parenehymatosa catarrhalis, apostematosa und gangraenosa auftreten kann; Frölmer in parenehymatüse, katarrhalische, phlegmonüse, interstitielle, eiterige und brandige; Saint-Cyr und Violet in katarrhalische Mastitis oder Entzündung der Schleimbaut der Milcligilnge und der Zisterne, in phlegmonüse, resp. interstitielle Mastitis oder l'hlegmone in dem subkutanen und interstitiellen Binde­gewebe und in parenehymatöse Mastitis oder Entzündung in den Drüsenacini selbst; Lucet in Mastitiden, die von einem von außen zugefübrten Infektionsstoff herrühren, und Mastitiden, die auf einem von dem vorher infizierten Organismus herstammenden Virus beruhen. Die ersteren Mastitiden teilt Lucet im ferneren ein in galaktogene oder lymphogene, die zweiten in lymphogene oder hämatogene, und ferner unterscheidet er. wie es auch schon Trashot getan hat, alle Euterentzlindungen in akute und chronische.
Leblane hat vorgeschlagen, eine akute und chronische Euter­entzündung zu unterscheiden und in jeder Gruppe nach folgendem Schema wiederum eine katarrhalische, d. h. eine Entzündung der Milchzisterne und der DrUsengänge, und eine parenehymatöse, d. h, eine Entzündung der Drüsenalveolen, auseinanderzuhalten:
akut
katarrhalische Form
parenehymatüse Form
Mastitis
katarrhalische Form (kontagiüse Mastitis von No-
card und Mollereau)
chronisch
parenehymatüse Form (Mastitis des Hundes, tuber­kulöse Mastitis, Verhärtung des Euters bei der Kuh).
Leblane behauptet, daß jede einige Zeit andauernde Mastitis unter allen Umständen als eine raquo;gemischtelaquo; aufgefaßt werden müsse.
Kitt teilt die Mastitis ein 1. nach der Pathogencsc, 2. nach den klinischen Symptomen und IL nach den anatomischen Ver­änderungen.
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lt;j(Jnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; EintollUDg Jer Entziindungen dor Jlilclulriisen.
Ad 1. Nach der Pathogenese unterscheidet er zwei Formen:
Eine infektiöse und eine nioht-lnfektiöse, wovon die erstere, jenacli dem [nfektionswege, wiederum zerfällt a) in eine bämatogene, bei welcher die Infektionserreger auf dem Wege der Blutbahn in die Milch­drüse gelangen, b) in eine galaktogene, wobei die Infektionserreger durch die Milchpfeiler im Kanalsysteme die Milchdrüse erreichen, und o) in eine lymphogene. wobei die Infektionserreger durch die Lymph­kanäle und Spalträume im Bindegewebe in das Euter eindringen.
Ad 2. Nach den klinischen Erscheinungen teilt Kitt die Mastitiden ein:
a)nbsp; in ein entzündliches Odern (nicht-infektiöser oder infektiöser Natur);
b)nbsp; chronische katarrhalische. Mastitis; o) akute parenohymatöse Mastitis;
d) chronische tuberkulöse Mastitis mit den entsprechenden Aus­gängen in Eiterbildung, Brand oder Nekrose.
Ad 3. Nach den anatomischen Merkmalen unterscheidet Kitt die Euterentzündungen folgendermaßen:
a)nbsp; das entzündliche nicht-infektiöse Odem (traumatische, kolla­terale, tbroinbotische, seröse, interstitiello Entzimdung);
b)nbsp; das entzündliche infektiöse Odem (traumatisches Ödem);
c)nbsp; die katharrhalische sporadische Mastitis;
d)nbsp; die katarrhalische enzootisehe infektiöse Mastitis;
e)nbsp; die purulente, skierotisierende infektiöse Mastitis mit ihren Kombinationen.
Im Hinblick auf die pathologisch-anatomischen Veränderungen hält Zobel die Einteilung der Mastitis in eine akute und chronische als den Verhältnissen am besten entsprechend.
Vennerholm findet es richtiger, die Einteilung von einem praktischen Gesichtspunkte aus vorzunehmen, und nimmt deshalb nur eine einzige Hauptform von Mastitis an. Er betont, daß, praktisch genommen, eine jede Mastitis parenehymatös sei; sie könne aber, je nach der Natur des Krankheitskeimes, der Virulenz und der Velt;re-tierungsart der verursachenden Bakterien, der Widerstandskraft des Tieres, sowie dem Wege, auf welchem der Infektionsstoff in das Euter eindringt usw.. unter vielfach wechselnden Formen auftreten, sich haupt­sächlich an das Drüsenparenchym selbst oder an die Zisterne und das gröbere Gangsystem halten oder sich auch in das intcrstitielle, eventuell das subkutane Bindegewebe verbreiten, und könne im letzteren Falle
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Eutrrüdem.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;97
mehr tlun Charakter einer Phlegmone erhalten, weshalb sie daim auch als eine phlegmonOse Form der Mastitis bezeichnet werden könne,
Unsere eigenen, ausgedehnten klinischen und experimentellen Untersuchungen haben dargetan, daß eine allgemein gültige Einteilung der Mastitiden beim Rinde nach dem bakteriologischen oder chemischen
Befunde der Milch unmöglich 1st, und daß eine Klassifizierung sich in erster Linie auf das makroskopische Aussehen der Milch und in /.weiter Linie auf den klinischen Befund der Milchdrüse stützen muß.
Bei Zugrundelegung dieser zwei Faktoren ergeben sich dann folgende der Praxis entnommene Kategorien:
I.nbsp; nbsp;öeringgradige Veränderungen der Milch können ent­steh e n!
a) Heim Fehlen von Gewebssymptoraen im E}uter durch Milch fehl er,
h) Beim Vorhandensein von GewebsSymptomen im Euter durch Knterkatnrrli und beginnende Eutertuherkulose.
II.nbsp; nbsp;Hochgradige Veränderungen der Milch können ent­steh e n :
a)nbsp; nbsp;Beim Vorhandensein heftiger Gewebssymptome im Euter;
1.nbsp; durch Mastitis parenchymatosa (Franck);
2.nbsp; nbsp;durch Mastitis tuborculosa.
b)nbsp; nbsp; Heiin Vorhandensein gelinder Gewebssymptome im Euter:
1.nbsp; nbsp;durch sporadischen Galt;
2.nbsp; durch gelben Galt.
Das Euterödem, Oedema uberis.
Atiologie, Die bei Kühen und Stuten am Euter häufig auf­tretenden Ödeme sind ursächlich sehr verschiedener Art. Als eine physiologische, ein Zeichen hoher Trächtigkeit darstellende Er­scheinung muß dasjenige Euterödem (syn. Floß, Schlier) bezeichnet werden, weiches wenige Wochen oder Tage vor der normalen Geburt eintritt und innerhalb acht bis zwölf Tage nach dem Gehurtsakte, spontan wieder verschwindet. Man beobachtet auch Euterüdeme vor oder wenige Stunden nach stattgefondenem Abortus, beziehungsweise Frühgeburt, sowie heim Absterben des Fötus, Das physiologische Euterödem steht bei Kühen in engem Zusammenhange mit der Müch-
Uoü, Kiiinklifitrij dor Mih'lulnismi.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;(5
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98nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Kuter.kleni.
ergiebigkeit und wird im allgemeinen um so größer, je feiner und milohreioher die Tiere sind, dalier am mäohtigsteu nach dem zweiten und dritten Kalben. Es entsteht infolge der Trttohtigkeitshyperflmie und hängt demgemäß mit der physiologisch vermehrten Bildungsttttigkeit im Euter zusammen. Infolge der längere Zeit anhaltenden Euter­kongestion und der gewaltigen Entwicklung des Euters am Kudo der Träohtigkeit tritt eine Verstärkung des kapillaren Blutdruckes, eine Zirkulationsstörung und demzufolge ein Stauungsödem ein. Überdies kann das Euteriulem an und l'ür sieh auch entstehen durch venöse Stauung im Gebiete der hinleren Hohlvene, d. b. wegen des fötalen Druckes auf die großen Venen in der üeckenhöhle. speziell auf die Schenkelvenen, dann aber auch auf die Milchadern (V. subontan. abdom.) bei ihrem Eintritte in die Bauchhöhle. Große symmetrische Euterödeme bei bochträchtigen Tieren sind gute Milchzeichen; denn sie deuten auf rege Bildungstätigkeit in einer gesunden MilchdrUse und auf eine lockere Subkutis hin.
Abnorm dagegen sind jene nicht, seltenen kalten Euterödeme, die innerhalb 12 Tage nach dem Weilen nicht verschwinden, sowie diejenigen, welche beim Vorhandensein von Hängeeutern, Fleisoheutern, chronischem, schleimigem ECuterkatarrh, chronischer Mastitis und be­ginnendem sporadischem Galt schon in früheren Perioden der Trächtig­keit, z. B. vier bis acht Wochen vor dem Kaiben. an einem, seltener an zwei Vierteln sich einstellen, ferner die entzündlichen Ödeme infolge heftiger Mastitis, lokaler traumatischer Einwirkungen, wie Quetschungen, Verwundungen, und Insektenstichen, welche sogar se­kundär Mastitis phlegmonosa zur Folge haben können. Im ferneren können abnormerweise Euterödeme oft auch infolge Einschusses, hydrämischer Zustände und wegen des Wechsels von Troekenfutter mit Sohlerapeftitterung entstehen (Bang),
Wir haben einen sehr seltenen Fall von Euterödem (Wundödem), veranlaßt durch einen frischen Pockenausschlag, beobachtet, Das Odem war kalt und betrat bloli jene Hälfte des Euters, an deren Zitzen frische Pocken und alte Pockennarben saßen. Ide gleichseitige supranmmmäre Lymphdrüse war stark geschwollen.
Einen eigentümlichen Fall von Oedema uberis beobachteten wir ferner bei einer an Uterussarkom leidenden Kuh, bei welcher sechs Wochen post partum Euterüdem, kombiniert mit Festliegen, großer Schmerzhaftigkeit des Uterus und starker Angst, auftrat.
Schließlich vermag Tympanitis acuta bei bochträchtigen Kühen ebenfalls Futerodem hervorzurufen. In diesem Falle läßt sich wohl
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Kuteriideni.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; IJ9
das innorbalb weniger Stunden eintretende und innerhalb 24 Standen wieder verschwindende Stauangaödem aus der durch Trommelsucht bedingten Lageveränderung des trächtigen Uterus und dem infolgedessen auf die großen Veneustämme der Beckenbüble wirkenden fötalen Druck erklären, wobei immerhin auch die durch den Pansen auf die Bauch-bautvene, beziehungsweise das sogenannte raquo;Milcbnäpfchenlaquo;. ausgeübte Pression nicht außer acht zu lassen ist.
Kitt hat beim Rind experimentell durch Impfung mittels Odem­bazillen ein entzündliches Odem hervorgerufen und dafür den Namen Mastitis serosa s. serofibrinosa interstitialis vorgeschlagen.
Symptome. Während bei physiologischen Euteröderaen das DrUsensekret normal bleibt, wird dasselbe bei allen jenen Euter­ödemennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;seien es kalte oder entzündliche —. welche Begleit­erscheinungen quot;der Pulgen von Affektionen des Drüsengewebes selbst sind, am betroffenen Viertel stets verändert, und zwar wird es mehr oder weniger serös, gräulich, weniger süß. leicht fade oder gar salzig. Oft beobachtet man. daß Viertel, welche lange Zeit ante partum kaltes, unschmerzhaftes ödem und gleichzeitig deutlich salziges Sekret aufweisen, nach dem Kalben an typischem sporadischem Galt erkranken. Ist der Geschmack der Milch nicht sowohl salzig als vielmehr eigen­tümlich fade, so handelt es sirdi um Residuen einer unvollständig ab­geheilten, beziehungsweise vernachlässigten Mastitis.
Bei den unter physiologischen Verhältnissen vorkommenden, nie eine Trübung des Allgemeinbefindens hervorrufenden, im Sommer bei Grasfütterung durchschnittlich größer werdenden Ödemen zeigt das Euter im allgemeinen eine gleichmäßige, aber sehr verschieden hoch­gradige, weiche Anschwellung, welche sich zuweilen bis zum dor­salen Ende der Wurflefzen und bis an die ünterbrust erstreckt. Häufig ist die ümfangvermehrung an den Schenkelvierteln, welche denn auch wegen des durch die Obersehenkel ausgeübten Druckes seitlich mit deutlichen Eindrücken versehen sind, stärker. Das gleich­zeitig schwerer gewordene Euter erscheint bedeutend länger und breiter, weshalb die Tiere hinten gespreizt stehen und gehen, müh­sam sich niederlegen, noch mühsamer aufstehen und während des Liegens die obere Beckenextremität nach rückwärts ausstrecken, Die wegen ihrer straffen Subkutia selten ödematös werdenden Zitzen sind kürzer, derb, wie in die Geschwulst eingesteckt oder, besonders am Grunde, breit und dick. .Manchmal findet sich, je nachdem die Tiere mehr auf der rechten oder mehr auf der linken .Seite liegen, oder als Folge einer während der Periode des Trockensteheils ein-
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KuU'ivWlem.
getretenen Mastitis, ein nur einseitiges Euterödem vor, und bei schleohten IMilohkUhen besehrttukt sich das Odem lediglich auf die nächste Umgebung der Milchbehttlter. Es wird auch ein überspringen
des Ödems von der einen auf die andere Hälfte beobachtet, ent­sprechend dem zufälligen Liegen auf dor einen oder anderen Seite, Aus der häufigeren Lagerung des trächtigen Tieres auf der linken Seite erklärt sich demnach auch die Erscheinung, warum bei einigen Kühen das physiologische Stanungsödem des Euters sich vor der Geburi links oftmals viel stärker als rechts entwickelt. Die Haut am ödematösen Euter ist glänzend, gespannt, hin und wieder leicht gerötet und etwas empfindlich. Die nicht entzündliche Anschwellung ist teigig, behält Fingeroindrücke und senkt sich allmählich nach den tiefsten Stellen der Schenkelviertel und in die Gegend vor den Bauoh-vierteln. weshalb während einiger Zeit vor den letzteren noch eine bis mannskopfgroße, rundliche, schwappende Geschwulst, genannt raquo;Voreuterlaquo;, zurückbleiben kann. An den Schenkelvierteln wird das Ödem bei schlecht gepflegten, mangelhafte Zirkulationsverhaltnisse auf­weisenden Eutern leicht chronisch und derb und verschwindet oft gar nicht mehr oder doch nur wenig, und auch das sonst so vorteilhafte Herumfuhren des Tieres hilft bei alten Euterödemen nicht mehr viel. Das mit dem Verschwinden grober Euterüdeme stetig zunehmende. Sekret besteht ans normalem Kolostrum oder normaler Milch. Hei Stuten, seltener bei vorzüglichen Milchkühen, ist das Euterödein fast regelmäßig mit ödematösen Anschwellungen am Bauch und an den Hinterschenkeln kombiniert, und es sind uns Halle bekannt, wo bei hochträchtigen Kühen das kalte Euterödem in Verbindung stand mil einem prächtig entwickelten, großen Stanungsödem am Unterbauchc und an beiden Hinterschenkeln, sowohl innen wie außen, von der Krone bis über das Tarsalgelenk. Bei hochträchtigen Ziegen betrifft das ( raquo;dem manehnia! weniger das Hüter als vielmehr die hinteren Extremitäten von der Krone bis über das Tarsalgelenk, ja bis zur Mitte des Unterschenkels hinauf. Auch hier jedoch verschwindet das Odem bald nach dem Geburtsakt.
Nebst den erwähnten Ödemen kommen, unabhängig von der Geburt, infolge von Wundinfektion und Insektenstichen auch selbständige, heiße. entzündliche Euterödeme (Oedema uberia inflammatorium) vor. welche als Erysipel am Euter, als rotlaufartige, erysipelatöse Form der HutcrentzUnd ung und Phlegmone der Enterhant beschrieben werden. Bei heißen Ödemen ist die Haut nicht nur am Euter, sondern manchmal auch an den medialen Hlächcn der Ober-
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Kiiteröilom.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; J01
schenkel stark entzündet, infiltriert und behält Finirereindruekc. Die Milolisekretion ist leicht vermindert, das .Sekret normal und das All­gemeinbefinden ungetrübt,
Hei der pblegmonösen, beziebungsweise erysipelatösen Entzündung der Euterbaut und Subkutls schwellen das ganze Euter oder nur die hinteren Abschnitte desselben sowie die Zitzen sehr stark an, weshalb das Melken erschwert wird und die Milcbsekretion sieb deutlich ver­mindert. Die Milch bleibt jedoch, solange das Drüsengewebe nicht affiziert ist. normal. Verpflanzt sieh die Pblegmone, wie solches bei Kühen und Schafen vorkommt, auf das Drüsengewebe und f^cht dann in Eiterung über, so können sich auch im Euter größere und kleinere Abszesse entwickeln, welche alle nach außen durchbrechen und zu Fistelbildung Veranlassung geben.
Verlauf. Gewöbnlich verschwindet das Oedema uberis acht bis zwölf Tage post partum infolge Resorption des in den Spalträumen der Haut und des Unterhautzellgewebes sich befindenden serösen Trans-sudates wieder von selbst, weshalb die Haut am ausgemolkenen Euter deutlich Runzeln zeigt. Werden die Kühe mangelhaft 'ausgemolken, die Euter somit nicht genügend massiert und die Zirkulation zu wenig angeregt, so entwickelt sieh eine speckige, weiße Bindegewebshyper-trophie sowie Sklerose der Haut und Subkutis, d. h. das Odem verhärtet sich und bildet unten und hinten am Euter eine bis armdicke, nicht entzündete, derbe, unschmerzhafte, schwartige. Fingereindrüoke zurück­lassende, mit dem DrUsengewebe in innigem Zusammenbang stehende Anschwellung, welche beim Melken binderlich ist und zudem einen erheblichen Schönheitsfehler darstellt, auf die Milchqualitttt jedoch keinen Einfluß hat. Ödeme, die sieb in einer frühen Periode der Träohtig-keit bilden, und solche bei Kühen mit Hängeeuter, Fleiseheutcr, chroni­schem Euterkatarrh, sporadischem Galt und chronischer Mastitis zeigen stets grolle Neigung zur Induration und bedingen, wohl wegen des mühsamen und daher weniger sorgsamen Ausmelkens, besonders an Schenkelvierteln leicht Verhärtung des Drüsengewebes und eine all­mähliche Verminderung und Veränderung der Milchmenge.
Das klinisch mit Erysipel nicht identische Oedema inflam-matorium sowie die Pblegmone der Euterhaut heilen durchschnitt­lich unter starker Absehuppung der Epidermis in vier bis zehn Tagen ab oder gehen in [nduration oder Abszedierung über.
Differentialdiagnose. Mit Euterödem (Voreuter) könnten eventuell verwechselt werden Pblegmone, Abszess und Hernia uberis
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Eutarödoin,
Dio Prognose ist angesichts der gewöhnlich innerhalb kurzer Zeit erfolgenden vollständigen Abheilung der physiologischen Ödeme im allgemeinen günstig. Ungünstig ist sie bei Kühen mit abnormen Eutern, bei alten indurierten (Ödemen und multipler Thrombose und
Variköse, der Eutervenen (Vogel). Namentlich aber sind große, lang andauernde Ödeme der Scbenkelviertel bei Kühen ungünstig ZU be­urteilen, weil sie Neigung zu Induration verraten und Vorläufer des sporadischen üaltes sein können.
Therapid. Eine tierärztliche Behandlung ist nur bei hochgradig physiologischenJ entzündlichen und chronischen, indurierten Ödemen notwendig. Sie besteht bei mächtiger Entwicklung der Anschwellung, solern die Kuh noch hoohträohtig ist, in Schmälerung der Putter-ration und, wenn die Umstände es erlauben, in täglicher Bewegung der Tiere während 15 bis 20 Minuten, sowie in täglich zweimaligem, gutem Ausmelken. Nach dem Kalben soll das Melken täglich minde­stens dreimal gründlich geschehen, eventuell ist dem Jungen recht häufig Gelegenheit zum Sangen zu verschaffen. Nach dem .Melk­akt ist das Euter mit Kolostralmilch oder noch zweckmäßiger mit lauwarmem, frischem, nicht ranzigem Fett oder frischer Butter, Olivenöl, Vasclin, Ung, boric, zu bestreichen und mit den Ilachen Händen durch Auf- und Abwärtsstreichen kräftig, aber nicht roh zu massieren. Sehr vorteilhaft für das rasche Verschwinden des Odems sind bei sehr milchreichen, frischgekalbten Kühen öfteres Herumführen und eventuell die Anwendung des Eutersuspensoriums. Eine innerliche Be-handlung mit laxierenden oder harntreibenden Mitteln ist nicht not­wendig. Durch letztere wird die Resorption des Ödems wohl etwas beschleunigt, allein die Milchsekretion gebt zurück, weshalb diese Therapie mit Recht zu den Ausnahmen gehört.
Bei Oedema inflammatoriu m ist die Haut mit lauwarmem Seifenwasser sorgfältig zu reinigen und mit Karbol- oder Therapogen-lösung zu desinfizieren. Hierauf wird dieselbe täglich dreimal mit 01. Olivarum, Karbolglyzerin 2% oder Aq. Calcis cum 01. Link ää. bestrichen. Bei großen Schmerzen eignen sich warme Bähungen, Ung. Kalii jodati jodat.. Ung. boric, oder ein Liniment von Extract. Bellftdonn. mit Glyzerin 1:2, nicht aber, wegen des Kostenpunktes, Ung. Cocaini ii0/it.
1!
ihronischen und indurierten Ödemen besteht die energisch
durchzuführende Behandlung in gründlichem Ausmelken, in täglich zwei- bis dreimaligem Massieren des Euters, in Bewegung der Tiere, eventuell Gebrauch derselben zum Zugdienste, und in der örtlichen
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Eiiterkatanh.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ]();}
Anwendung apirituöser und leicht reizender Mittel, wie Spiritus Frumenti. Spiritus camphoratus. Spiritus Formica rum, Spiritus BaponatUß, Opodeldok, Liniment, volatile 1 :8 —10, ferner 01. Lauri mit Vaselin ää., üng. Kalii jodati jodat. und Be­pinselungen mit Tinet. .lod.
Die Behandlung der phlegmonösen Dermatitis der Euterhaut richtet sieh nach den allgemeinen chirurgischen Grundsätzen.
Kasuistik. Bei einer nach ganz normal ahgelaufenem Geburtsak' an schwerer, eiterig-jauchiger Metritis. sekundärer Krcuzsehwilche und Verdauungsstörung erkrankten .Kuh trat zu einer Zeit, wo die Metritis bereits in Heilung begriffen war. plötzlich eine mächtige, erysipelatöse Schwellung der rechten Euterhftlfte ein. Die Haut zeigte sich be­sonders unten und seitlich an den betreffenden Vierteln deutlich gerötet. sehr heiß, schmerzhaft und stark ödematüs. Das Drüsengewebe war intakt, ebenso die Milch des rechten Bauchviertels, während diejenige des rechten Sehenkelviertels, wohl infolge einer besonders starken Hyperämie, rötlich und mit Blutgerinnsaln durchsetzt war. Die Therapie beschränkte sich auf täglich zweimaliges Ausmelken und Einreiben von warmem Adeps suillus und nach zwei Tagen mit üng, Zinci. worauf innerhalb acht Tagen vollständige Abheilung eintrat.
Euterkatarrh. Mastitis catarrhalis.
Die katarrhalische Euterentzlindung. svn. sehleimiger Euter­katarrh, ist eine bei Kühen und Ziegen häutig vorkommende, rasch oder sohleichend verlaufende Erkrankung, die anatomisch in einer leichten, oberflächlichen Entzündung der Schleimhaut der Ausführunes-gange der Milchdrüsen, einschließlich derjenigen der Zisternen, beruht.
Atiologie, Prädisponierende Momente für den Eintritt von Euter-katarrhen sind Erkaltungen und schlechtes Ausmelken. Infolge der besonders beim Handelsvieh nach längeren Eisenbahntransporten und bei hochträchtigen, milehreichen Stücken, die wegen der bald erfolgenden Geburt nicht mehr gemolken werden, eintretenden Milchstauung ent­steht nach unseren Untersuchungen unter Einwirkung von eine geringe Virulenz besitzenden und in winzigen Quantitäten von außen in das Euter gelangten Infektionserregern, wie Galaktokokken, Kolibaziilen. Staphylo- und Streptokokken, ein galaktogener Katarrh, welcher speziell die größeren, zuweilen aber auch die feineren DrUsengänge und DrUsen-alveolen ergreift, wodurch in ersterem Falle die Milchsekretion und Milch(|ualität nur wenig, im letzteren aber bedeutend mehr beeinträchtigt
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11 )4nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Eaterkatarrh.
wird. Ganz analog verhalt es sich aucli mit der Ausprägung (Ilt;t Gewebssymptorae am Euter,
Euterkatarrbe hftmatogenen Ursprunges stellen sieh bei Re-tentio nlaoentarum, purulenter Metritis um! akuten fieberhaften Krankheiten der Verdauungsorgane ein (Magen-Darmkatarrh, Gastritis traumatioa).
Außer den bakteriellen gibt es auch noch chemische Euter-katarrhe; dieselben entstehen regelmäßig schon hei der Injektion völlig indifferenter, sterilisierter, auf 85deg;C erwärmter Flüssigkeiten, /. P.. sterilisierter normaler Ziegenmilch oder sterilisierter Bouillon, in das Ausführungsgangsystem des Euters. Starke chemische Euter­katarrhe mit Cystenbildung entwickeln sich ebenfalls, wenn Kühen am Platze von Natrium chloratura als Nährstoff und Verdauungssalz Natrium sulfuricum verabreicht wird.
Beim künstlich erzeugten bakteriellen Eutcrkalanh schwankt das [nkuhationsstadium zwischen 6—-72 Stunden; bei chemischen Katarrhen ist seine Dauer naturgemäß von der Konzentration der Injizierten Lösung abhängig. Hervorgehoben sei, daß die klinischen Ersobeinungen des spontanen und des Impfkatarrhs, gleichgültig ob letzterer bakterieller oder chemischer Natur sei. völlig identisch sind.
Symptome. Das Allgemeinbefinden ist nur sehr sehen und auch dann bloß während ein bis zwei Tage leicht getrübt. Die Tiere zeigen nnnimes, nur wenige Stunden anhaltendes Fieber, leichte Depression und geringe Verminderung der Freßlust. Einmal beobachteten wir heim spontanen Euterkatarrh als Folgeleiden eine Indigestion, ein ander­mal einen Magen-Darmkatarrh,
In durchschnittlich zwei Dritteln sämtlicher Fälle von Euter­katarrh sind am Euter anfänglich keine, in einem Drittel nur gering-gradige Gewebssymptome, wie vermehrte Wärme, geringe Schwellung, variierende Derbheit, und Härte, leichte Schmerzhaftigkeit und aus­nahmsweise, Rötung der Haut, nachweisbar.
Interessant und wichtig für die Diagnose und Prognose ist die bei spontanen und künstlich erzeugten Katarrhen sehr oft vorkommende periphere Cystenbildung in der Milchdrüse, die unrichtigerweise noch zuweilen als Milch- oder Euterabszeßbildung beschrieben wird. Diese Cysten sind in Wirklichkeit Ketentionscysten, sie enthalten die in den erweiterten, größeren und kleineren Milchgängen (I)uctus laotiferi) stagnierende Milch und entwickeln sich drei oder vier Tage bis wenige Wochen nach Eintritt des Katarrhs. Sie stellen erbson-, walnuß- bis gänseeigroßc. an der Oberfläche des Drüsengewebes sitzende,
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Euterkatarrh,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;lüä
unsohmerzhafte, derbe, harte, nicht verschiebbare ECnoten dar, welche unter Umstöüdon :uif' starken Fingerdruok platzen und ihren Inlialt in die Milchgänge und Milchbehälter entleeren, was durch das Aus­melken eines plötzlich stark veränderten Sekretes - - wässeriges Serum mit Blutstriemen und dicken Gerinnseln - nachgewiesen werden kann.
Auf Euterkatarrh beruht auch, wie sieh nicht selten bei guten Milchkühen beobachten läßt, jenes während des Trookenstehena oder kurze Zeit, d. b. innerhalb 8 —14 Tagen nach dem Werfen vor­kommende Auftreten von knotigen, Scheiben- oder weokenförmigen Ver­härtungen in einem oder mehreren Vierteln. Die Knoten werden hasel-uuß- bis faustgroß; die Scheiben- oder weokenförmigen Indurationen können sich über ein halbes oder sogar ein ganzes Viertel erstrecken. Alle diese nicht tuberkulösen Verhärtungen, über welchen die Haut leicht verschiebbar ist, haben das (Gemeinsame, daß sie keine Vergrößerung des Euters bedingen, hart, unschmerzhaft, nicht vermehrt warm sind und eine höckerige, knotige Oberfläche aufweisen. Sie sitzen gewöhn­lich unten im Drüsengewebe, sind ziemlich scharf vom normalen Euter­gewebe abgegrenzt, geben, wenn zwei gleichseitige Viertel leiden, ohne, sieht- und fühlbare. Qrenze ineinander über und bedingen wohl eine vorübergehende Verminderung, niemals aber deutliche makro­skopische oder chemische Veränderungen der Milch. Sie ver­schwinden bei gutem Ausmelken, Massage und Anwendung resorbieren­der Salben innerhalb vier bis acht Wochen.
Wichtiger als die angeführten Erscheinungen ist für die Diagnose frischer Fälle die qualitative Beschaffenheit der quantitativ allmählich zurückgehenden Milch. Ihr Geschmack ist in frischen Fällen normal, fade bis ganz schwach salzig, in chronischen Fällen sehr oft deutlich salzig, was dann etwa Veranlassung zur Verwechslung des Euter­katarrhs mit sporadischem Galt gibt. Zuweilen entwickelt sie beim Kochen bedeutenden Gestank. In allen leichteren Fällen, somit in der Mehrzahl, hat die frisch gemolkene Milch ein makroskopisch vollständig normales Aussehen, und ihre, wichtigsten und konstantesten Ver­änderungen, nämlich abnorme Kahmschicht und Hodensatz, treten erst 12—24 Stunden nach dem Melken und Stehenlassen ein, weshalb mit der Stellung der Diagnose bis dann, beziehungsweise bis nach Be­sichtigung der Milch zugewartet werden muß. Nur in ganz schweren Fällen von schleimigem Euterkatarrh eines oder mehrerer Viertel zeigt das Drüsensekret, gleich nach dem Melken makroskopische Ver­änderungen. Dasselbe ist alsdann wässerig, hläulichweiß, gclblichweiß.
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106nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Euterkatarrh,
grauweiß, hin und wieder klebrig, harzig, mit Milchgrieß oder gelb­weißen Flocken versehen, höchst selten rötlich-blutig und trüb.
Sind nur die größeren Duotus laotiferi und die Zisterne katar­rhalisch afilziert. so enthalt nur die zuerst gemolkene .Milch größere und kleinere Gerinnsel, während die nachher gemolkene makro­skopisch ganz normal erscheint.
Zwischen dein Euterkatarrh der Kühe und demjenigen der Ziegen besteht der Hauptuntersohied darin, daß das Sekret der ersteren nach 12 his rMstündigem Stehen im GHase last ausnahmslos eine grob­blasige, klttmperige, zu dünne, zu dicke, schnmtziggelbe und gelblich-grüne Rahmsohioht und dasjenige der Ziegen einen weißen, schwach eiterigen, streifig weißen, mit kleinen Gerinnseln versehenen, gelblich-dicken, eiterigen, schleimig grünlich-eiterigen oder schmutzig grün-gelblichen Bodensatz bildet. Die Mittelschicht oder diejenige Milch. die sich zwischen Rahmschicht und Bodensatz befindet, ist normal. graugelb oder wässerig, und der Bodensatz selbst ist in der Kuh­milch gelblich-grünlich, streifig weih, dick-eiterig oder schleimig-eiterig.
Das mikroskopische Bild ties Sekretes von mit Euterkatarrh behafteten Vierteln ist verschieden; geradezu konstant ist jedoch das Vor­kommen von Eiterkörperchen. Oft ist deren Menge unbedeutend, oft wieder so groß, daß sie für die Beschaffenheit des Sekretes maßgebend werden. Sind nur wenig Eiterkörperchen vorhanden, so gelingt ihr Nach­weis am sichersten durch ruhiges Stehenlassen der Flüssigkeit. Dann sammelt sich auf dem Boden des Gefäßes eine dünne Schicht dieser Zellen an, was besonders bei Ziegenmilch der Fall ist. in anderen Fällen dagegen, und zwar bei Ziegen wie hei Kühen, steigen die Eiterkörperchen manchmal an die Oberfläche der Flüssigkeit; der Kahm wird alsdann gröbblasig, klümperig und besteht mikroskopisch aus Fettröpfchen, denen Eiterkörperchen beigemengt sind. Während aber bei Ziegen das Sichsenken der Eiterkörperchen die Regel bildet, steigen dieselben bei Kiihen meistens in die Höhe, sind also verhältnismäßig leicht, und verdanken diese Eigenschaft großen intrazellulären Fettröpfchen, von denen wir vermuten, daß sie durch umfließen aufgenommen wurden.
Neben diesen Eiterkörperchen kommen auch feinkörnige Massen vor. die als geronnene EiweilJkörperchcn aufgefaßt werden müssen. Die schleimigen Flocken, die man aus dem Euter melken kann, und die manchmal als Käseklünipchen bezeichnet werden, bestehen öfter aus diesen Niederschlägen, noch häufiger aber aus Eiterkörperchen. Von den genannten Niederschlägen Unterscheiden wir die ganz kleinen Flöckohen in der zuerst auseemolkenen Milch, welche, wie wir schon
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Buterkatarrb,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 107
früher erwähnt haben, nichts anderes als in den Falten der Schleim­haut an der Zitzenimindunir eingetrookuete Milclireste sind.
Die Farbe des Serums und Bodensatzes ist hauptsächlich von dem Cjohalt an l'Vttkörperchen abhamp;Dgig; je reichlicher diese vor-komnien, desto größer ist die Ähnlichkeit des Sekretes mit Milch, und desto weißer erseheint der Bodensatz. Der grüne Farbenton des Se­kretes beruht auf Fettarmut und vorherrschender Molke mit einer Spur von gelbem Farbstoil', der graue auf Fettarmut und Mangel an gelbem Pigment. Die dicke, harzige Milch entsteht infolge großen Wassermangels. An Spaltpilzen beobachtet man Staphylo-, Strepto- und andere Kokkenformen in wechselnder, oft nur geringer Menge; das gleiche gilt von den Stilbehen. In sehr seltenen Fällen findet man gar keine Mikroben.
In einem mit Indigestion und mittolhochgradigem Fieber ver­laufenden Falle konnten wir. abgesehen von einer empfindlichen, harten, knolligen, scheibenförmigen Verdickung über der Zisterne des rechten Schenkelviertels, in dem dünnflüssigen, weißen, viel Eiter und Gerinnsel enthaltenden Sekret einige, wenn auch spärliche Kolibazillcn nachweisen. Die zugehörige supramammäre Lymphdrüse war stark ver­größert und verhärtet; die Erkrankung ging trotzdem in Abheilung über.
In chemischer Hinsicht bestehen zwischen der Beschaffen­heit des Sekretes bei Euterkatarrh und normaler Milch nur geringe Unterschiede. Die Milch beim Euterkatarrh gerinnt mit Lab unvoll­ständig, ihr Säuregrad ist gewöhnlich vermindert. Zucker. Phosphate und Kali können vorübergehend stark abnehmen, der Kochsalzgehalt dagegen sich vermehren. Wenn der Katarrh abheilt, so stellen sich nach kurzer Zeit wiederum annähernd normale Verhältnisse ein.
Im Mittel ergaben neun Analysen abnormer Milch von Ziegen mit Kuterkatarrh nach den Untersuchungen von Schaffer und Bondzynski folgende Verhältnisse, denen zum Vergleiche die chemische Zusammensetzung normaler Ziegenmilch ent­gegengestellt wird :
#9633; n • i, 'i. i i raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;i- 1.1 N-Substanlaquo; ., , ,,. , , ,v
Spoz. Qewiobt ] i-oc.Itonsuhstanz Fett ,.#9632; .„ . .,. /.ucker Mnicralstouo
IDiweilistone
1-0320
12!)1
;5-n
4-44
4-24
Normale Ziegen-
milch:
im Minimum . . .
820
247
2'38
800
im Mittel......
. 1609
409
809
4 45
im Maximum . . .
. 23-06
9-38
(5'59
W12
0'88
0:8ö
0-86 P36
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108nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Euterkatarrb.
NM!. Uic Eiweißstoffe, beziehungsweise die N-Substauz wurden ans dem nach der Kjeldahlsohen Methode bestimmten Gehalte an Stickstoir durch Multiplikation mit dom Koöfflzienten 6*657 berechnete
Die Analyse der Milohasche bei einer mit Bchleimisem Euterkatarrh erkrankten Ziege srgab:
Phosphorsäure Chlor Kalk Magnesia Kali Natron Rohlenstture Scbwefelatture
l' r 11 z 8 n t 24,56(!) 2i'52 Urll 2'70 LO'öö(!)24-92(!) Spurennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;1'66
Abzüglich Sauerstoff (der gefundenen Chlormenge entsprechend) 106'59 —05-74 = 99'86%.
Die normale Ziegenmilch enthält, soweit bis jetzt bekannt ist, im Mittel:
Phosphorsniirenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Kalknbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Eüsenoxyd
P r o /. o vi t
3615nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 26-1]nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;0-00O55
Diagnose. Für die Sicherung der Diagnose lallen besonders die periphere Cystenbildnng an der Milchdrüse, sowie die abnorme Rahmschicht und der Hodensatz, in differentialdiagnostisoher Beziehung Milohfehler, leichte Mastitis, sporadisoher Galt und Euter­tuberkulose in Betracht. Von den Milch fehlem hat derjenige, welcher infolge Retentio plaoentarum, beziehungsweise Metritis septioa entsteht, große Ähnlichkeit mit Euterkatarrh, indem auch hier in der zuerst ausgemolkeiien gelblieh-weilien, süßen, leicht bitteren oder salzigen Milch mehr oder weniger zahlreiche gelbliehe Gerinnsel, ja sogar ausnahmsweise einige hirsekorngroße Milchsteinchen sich be­finden können, welche, sobald die Metritia in Abheilunff Uberffeht, verschwinden, worauf .•inch die beim Beginne des Melkens heraus­gezogene Milch in bezug auf Aussehen und Geschmack wieder normal wird. Die Unterscheidung eines alten Euterkatarrhsohne Cystenbildnng von geringgradigem sporadischem Galt ist klinisch wegen der zwischen den verschiedenen Euterkatarrhen bestellenden Übergangsformen hin und wieder unmöglich; denn auch der Euterkatarrh kann, allerdings nur selten, auf einer Streiitokokkcninfektiou beruhen. Ausgedehntere Betentionsoystenbildnng kann zur Verwechslung mit tuberkulösen Ver-härtungen führen, worüber uns jedoch in erster Linie die Probe-punktion, sodann die bakteriologische Untersuchung und Verimpfung der Milch (Schnelldiagnose der Tuberkulose!, die Impfung mit Tuber-kulin und die Beobachtung des Verlaufes hinlänglich Aufschluß geben. Verlauf. Auch beim Kuterkatarrh steht, wie bei den Mastitiden, das Verschwinden der (iewebssymptome in keinem bestimmten Zu-
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Buterkatarrb.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;109
saramenhaug mit der Rttokkebr des Drttaensekretes zur Norm, also
mit dem \ orselnvindcn der Functio laesa. In leichteren Füllen, wo das Sekret beim Melken makroskopisch keine Anomalien aufweist, ist der Verlauf ein akuter, bei Cysteabildung ein obronisober, und auch wenn die Oysten verselnvindeu. so kann dennoch ein Milohfehler zu­rückbleiben, was uns zu der Annahme berechtigt, daß zahlreichen Milohfehlern ursprünglich Euterkatarrhe zugrunde liegen,
Wenn die zur Ausbreitung' neigende Retentionsoystenbildung zirkumskripte Partien des Eulers betrifft, so bilden sich besonders unten und medial an den Schenkelvierteln im Umfange der Zisterne und hinten einzelne Cysten oder auch Cysten-Konglomerate, d. ii. deut­lieh abgegrenzte, an der Oberfläche knotige, derbe Indurationen, laquo;('10110 in der tierärztlichen Literatur als raquo;Euterknotenlaquo;, von Laien der Form halber als raquo;Enterweckenlaquo; bezeichnet werden. Soloher Art erkrankte Kühe und Ziegen liefern zwar weniger, aber beim Melken manchmal scheinbar noch völlig normal aussehende Milch.
Einmal haben wir beobachtet, daß die Ursache eines 20 hg schweren Fleischenters auf multipler hochgradiger ßetentionscysten-bildung in der ganzen Milchdrüse beruhte.
Daß eine Mastitis in Euterkatarrh übergehen kann, oder dafi Kühe und Ziegen an einem Viertel deutliche Mastitis, an einem anderen nur Euterkatarrh aufweisen können, wurde wiederholt festgestellt.
Prognose. Frische Fälle mit normal aussehendem Sekret heilen gewöhnlich innerhalb 14 Tagen vollständig ab. .Manchmal läßt jedoch be­züglich der Milchmenge die Bestitutio ad integrum mehrere Wochen auf sich warten oder tritt erst nach dem nächsten Kalben wieder ein. Chronische Euterkatarrhe sind unheilbar. Allerdings beobachtet man zuweilen eine intermittierende Besserung; dieselbe hält jedoch nur einige Tage oder Wochen an. (Jystenbildung gilt immer als ein ungern gesehenes Zeichen, weil eine Heilung ziemlich selten ist und zudem nur in frischen, geringgradigen Fällen gelingt. Sämtliche Euterkatarrhe üben übrigens auf die Mastfähigkeit keinen Einfluß aus.
Therapie. Hei der Behandlung des Euterkatarrhs gehört nebst dem täglichen vier- bis sechsmaligen gründlichen Ausmelken des kranken Viertels die Massage, das Kneten und Walken zu den aner­kannt besten und unentbehrlichsten Mitteln. Ortlich werden, um die Wirkung der Massage zu unterstützen, sehr oft spirituüse und leicht reizende Mittel angewandt, wie Spiritus saponatus, cam phoratus, formioarum, Opodeldok, Linimentum volatile 1:10, seltener lau­warme Bähungen, Anstriche von Mehlkleister oder Kollodium. Ung.
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110nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; l'iironehyiuatii.-e Entzündung des Katers.
boric, mul üng. oamphor. Bei Indurationön finden Anwendung; Ung. Kalii jodati jodat., Ung. Kai, carbonic, und Bepinselangen mit Ti net. Jodi. Ist anzunehmen, daß der Euterkatarrh auf tnetastati-
sebein Woge vom Uterus aus bei gleichzeitig bestellender Retentio plaoantarum entstanden ist, so ist natürlich auch die Metritis septica zu behandeln. l*ie Erfahrung lehrt, daß die Abnormität der Milch regelmäßig verschwindet, sofern der Uterus wiederum normal wird. Als ein vortreffliches Mittel zur Behandlung akuter Euterkatarrhe hat sieb uns in sehr vielen Fällen die Applikation kalter Umschläge analog wie bei Galt erwiesen.
Parenchymatöse Entzündung des Euters, Mastitis parenehymatosa.
Unter den zahlreichen Krankheiten des Euters nimmt die Ma­stitis parenehymatosa. oft gemeinhin nur .Mastitis genannt, syn. Viertel. Kreuzviertel, wegen ihres häutigen Auftretens und ihres gewalti­gen Einflusses auf die Milchergiebigkeit und den Wert der Tiere die hervorragendste Stelle ein. .Sie kommt am meisten bei Kühen und Ziegen, seltener bei Schweinen, Schafen. Stuten, Hündinnen, Katzen, Kaninchen und Meerschweinchen vor und hat ihren Sitz im Drüsen-parenohym — den Drttsenbläscben — und in den Milchgängen des Euters.
Als Q-rundlage zur nachfolgenden Abhandlung dient, weil am wichtigsten, das Krankheitshild bei der Kuh. welches Übrigens mit dem­jenigen bei der Ziege identisch ist. und anschließend daran soll dann die Eutcrentzünduiig bei Schafen und Schweinen besprochen werden.
Ätiologie. In zweckmäßiger Weise können die Ursachen der spontanen Mastitis eingeteilt werden in prädisponierende und in veranlassende.
Die prädisponierenden Momente spielen bei dem Entstehen der parenehymatösen Mastitis unzweifelhaft eine bedeutende Rolle; als solche kommen nicht in Betracht Ernährungszustand und Rasse, wohl aber werden allgemein beschuldigt Faktoren, die mit einer intensiv be­triebenen Milchwirtschaft in engem Zusammenhange stehen; wir meinen in erster Linie die durch die Zucht bester Milßhtiere bedingte zarte Konstitution und Verfeinerung der Milchdrüse und deren rege Funktion. Durch reichliche Milchabgabe wird auch eine lebhafte Zufuhr von Blut zu den tätigen Drüsen unterhalten, welche Umstände das Euter entschieden für die direkten Krankheitaursachen empfänglicher machen. Damit im Einklänge stehen denn auch die Erfalirungstalsachen. dab
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l'arenclniuatüse Kiit/.iitulinig des Enters.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; j ] [
EuterentzUndungen heutzutage ein viel bttuflgeres Leiden sind als früher und überdies bei milobergiebigen Tieren heftiger in die Er­scheinung treten: denn reiebüeli die Hälfte sämtlicher Fälle und zudem auch die heftigsten Mastitiden treten innerhalb der ersten drei -Monate nach dem Werfen ein. Die übrigen fallen in zum Teil sehr späte Perioden der Laktation, was beweist, daß auch dann noch die Bedingungen zum Eintritt der Krankheit vorhanden sein können. Bei trockenstehenden Kühen und trächtigen Rindern sind Mastitiden keine Seltenheiten, wohl aber bei unträchtigen Rindern, bei denen sie zuweilen nach der Hnmst sich einstellen.
Mit dem Auftreten von Euterentzündungen steht ferner auch die Intensität der Laktation in engstem Zusammenhange. Je mehr Milch eine Kuh liefert, je mehr ihr Euter der Erschöpfung durch Übermäßige Sekretion entgegengeht, desto leichter und heftiger erkrankt das Tier an Mastitis, Im Einklang mit dieser Tatsache steht die Beobachtung, daß über die Hälfte aller Mastitiden bei vier bis sechs Jahre alten Milchkühen vorkommen, was wohl weniger auf eine Erlahmung der Resistenz gegen die zur Erkrankung führenden Schädlichkeiten als viel­mehr auf die größte Milchsekretion während dieser Altersperiode zu­rückzuführen ist.
Der Grad der Melkbarkeit sowie die Größe und Form der normalen Zitzenmündungen sind für den Eintritt einer Mastitis bedeutungslos.
Unter 100 Milchkühen sind durchschnittlich zirka 4 — 6 Stücke hart oder zähmelkend, und bei solchen tritt leicht eine Milchstauung im Euter auf; aber auch bei weich oder mürbe melkenden, wo Miß­handlungen beim Melken und bis zu einem gewissen Grade auch Milchstagnation nicht vorkommen, entstehen sehr oft Mastitiden.
Ein wichtiges prädisponierendes Moment ist die Art des Melkens, In Ökonomien, wo von älteren, schwächeren oder jungen, ungeübten Melkern eine erhebliche Anzahl Kühe gemolken werden muß. kommen Euterkrankheitcn häufig vor. wobei auch deren Abheilung gewöhnlich lange auf sich -warten läßt, weil die ersten Bedingungen einer zweckmäßigen Behandlung — fleißiges und vollständiges Aus-melken des kranken Viertels und eventuell Massieren desselben — fehlen.
Die aus verschiedenen Gründen (wie: absichtliche Unterlassung des Melkens, lange Eisenbahntransporte, plötzliches Absetzen des Jungen, unvermitteltes Troekenstehenlassen trächtiger und unträchtiger Kühe und verfrühtes Trockenstehenlassen, wenn die Kühe pro Molk­zeit noch mehr als 2^ Milch liefern, Verwachsune des Zitzenkanales
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I'lirciirliN niatüsi.' lüntzUndunaf des Euters.
and unvollständiges, litssiges Ausmelken) entstellende, oft boobgradige Stauung der Bdilob im Euter bilde! bei guten Milcbktlhen ein sebr wiobtiges prädisponierendes Moment, wahrend dieselbe bei minder­wertigen Milobtieren, niemals den Eintritt einer .Mastitis befördert, insofern der Milch nicht künstlieh Abfluß zu verschaffen gesucht wird.
Eine Eigentümlichkeit im anatomischen Bau der Milchdrüse der Kühe, auf welche zuerst Guillebeau aufmerksam gemacht hat, verdient hier noch als prädisponierende Ursache Erwähnung, nämlich das Vorhandensein der Milohzistorne. Die Zisterne ist ein zentraler Sammelraum, der mil den terminalen Eudigungen des Kanalnetzes durch zusammenhängende Milcbsäulen in Verbindung steht; sobald die Milch an einer Stelle pathologisch verändert wird, so pflanzt sieh die Veränderung rasch fort und erzeugt Jenes Bild der gleichmäßisren Ausbreitung in einem Viertel, das für die Krank-heit so eigentümlich ist. In dieser Vorm ist die Mastitis denn auch nur der Knh und der Ziege, die im Besitze eines gemeinsamen Sammelraumes für die Milch sind, eigen. Wo die Qänge aber alle ge­trennt auf der Kuppe der Zitze münden, kommt eine der Mastitis der Kühe und Ziegen .ähnliehe Krankheit nicht vor.
Als sehr seltene prädisponierende Momente lallen braumatiscbe Einwirkungen auf die Milchdrüse, wie Quetschungen, Fußtritte und Püffe, in Betracht, weil dadurch das huter in seiner Resistenz ge­schwächt, d. h. für eine Bakterieninvasion zugänglicher gemacht wird.
Von verschiedenen Seiten wird die Stallfütterung sowie über­haupt die nicht mehr naturgemäße Haltung und Fütterung der Tiere und die damit in Verbindung stehende Abnahme der vitalen Energie für ein häufigeres Auftreten der Mastitis verantwortlieh gemacht, wobei zu bemerken ist. daß gute Milchkühe auch auf der Weide verhältnis­mäßig oft und besonders, wenn sie in schlechten, schmutzigen Ställen lagern müssen, an Euterentzündung erkranken. Sowohl die leichte als auch die rezidivierende Mastitis kommt nicht selten Monate und Jahre laug stationär vor in Ställen mit durchlässigem, schlechtem Stallboden und von Mist jauche (lurchtränktem Untergrund, in welchen Ställen auch das bösartige Klaueugeschwür, die Kälberruhr und bösartige Omphalitis oft beobachtet werden können. Überaus wichtige prädis­ponierende Momente bilden im weitem zweifellos Zugluft. grobeKälte und die durch Liegen auf feuchtem, kaltem Boden herbeigeführte äußere Erkältung; denn sehr oft entstehen leichtere und schwerere Mastitiden 12, 24 und 86 Stunden nach einem plötzlichen Witterungs-umschlag. so z. B. nach dem Eintritt eines starken Gewitters, ferner.
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I'arfiicliyinaUise Kiilziiiuhm^ (los Euters.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;[ 1 ;gt;
wenn beim EfetTsohen einer heißen, sobwülen Witterung schwitzende, in dumpfen Stallen untergebrachte Kühe zur Tränke getrieben und
dadurch der Zugluft ausgesetzt werden, wozu dann noch die rasche innere Abkühlung durch das in großer Menge getrunkene, relativ kalte Wasser hinzutritt; ferner beim raschen Umschlagen heißer Witterung in eine feuohtkalte, sowie' beim Herrschen intensiver Killte, wenn die Kühe aus einem wannen Stalle hinausgeführt und stehengelassen werden. Auf Zugluft und Erkältung läßt sieb auch indirekt das häufigere Erkranken der zweiten und dritten Kuh im Stalle sowie das häufigere Ergriffen werden der in geschützter und wärmerer Lage sich befinden­den and daher für äußere Erkältung empfindlicheren Sehenkelviertel zurückführen.
Als weiteres prädisponierendes Moment wird die innere Erkaltung bezeichnet, welche durch kaltes, bereiftes und gefrorenes Futter hervor­gerufen wird und häufig Verdauungsstörungen nach sich zieht.
Die oft beschuldigten meteorologischen Verhältnisse, wie Barometerstand und relative Feuchtigkeit, stehen dagegen, wie wir mit Sicherheit nachgewiesen haben, in keinem bestimmten Zusammen­hang mil dem Auftreten der kuferentzündungen. Denn diese letzteren kommen zu jeder Jahreszeit und bei jeder Witterung- vor. immerhin mit der Eigentümlichkeit, daß sie sich in den Monaten April und Jlai häufen, was jedoch nur auf den in dieser Periode stattfindenden Futter­wechsel und dessen nachteilige Einfitlsse zurückzuführen ist,
Bemerkenswert ist die Beobachtung, dab die Mastitiden zu ver­schiedenen Zeilen ungleich heftig auftreten, so z, B. gehörten die im kaufe der Frühjahre und sehr gewitterschwülen Sommer 1890 und 1902 von uns beobachteten fälle stets zu den schwersten und gingen, was sonst nur seilen vorkommt, sehr häufig in Nekrose Über. In zahl­reichen anderen Fällen kombinierte sich während der genannten Jahre die Mastitis parenehymatosa, speziell die Mastitis phlegmonosa, nach 24stüiidigem Bestehen mil einem drei bis vier Tage dauernden Festliegen.
Direkt veranlassende Momente. Wie bei vielen anderen Organleiden, so ist auch bei der Mastitis die Einsicht in die Natur und das Wesen dieser Krankheit durch die bakteriologische Forschung erschlossen worden. Durch außerordentlich zahlreiche einwandfreie Versuche wurde festgestellt, dab die Mastitiden unserer Haustiere durch polybakterielle Infektion, d. h. durch verschiedene Arten und Gattungen von Bakterien, hervorgerufen werden, welche infolge [loß, Krankbotton der MIlchdrQsen,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; q
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I'arenchvimuruic KntziiiuluiiK' des Kilters.
galaktogener, hflmatogener oder lymphogener Infektion in die
Milclnlriiso gelemgen.
Außerordentlioh selten sind jene Fälle von Mastitiden, wo das Sekret der kranken Drüse bakterienfrei sicli erweist, and welche somit auf eine andere, als bakterielle Ursache, z. 1raquo;. eine reine Erkaltung, zorüokgefuhrt werden müssen.
Als Erster, der von den früheren Anschauungen über die Ent-stehungsursacken Abstand nahm, ist Ludwig Franek zu bezeichnen. welcher durch Einspritzen einer fauligen, flüssigen Masse in die Milch-kanäle bei gesunden Kühen eine heftige Mastitis hervorrufen konnte und im weitern auch darauf aufmerksam machte, daß man die Krankheit von Tier zu 'fiel' durch Impfungen von Eiter und Blut ans entzündeten Eutern übertragen könne.
Durch die ausgedehnten Untersuchungen insbesondere von Kitt, Nocard und Mollereau, Bang. Borgeaud, Q-uillebeau, Luoet, Zschokke und uns wurde die Pathogenese der EuterentzUndungen eenaaer festeestellt Die erenannten Autoren lie wiesen das konstante Vorkommen von Bakterien in mastitiskranken Eutern, G-uillebeau bat in 76 Fallen von Mastitis jedesmal Bakterien nachgewiesen. Nocard und Mollereau fanden jeweilen einem Streptokokkus in der Milch von Kuben, welche an einer ansteckenden Mastitis erkrankt waren, und sie wiesen nach, daß die Krankheit durch die Einführung dieses Streptokokkus in die Milchkammer gesunder Tiere sich hervor­rufen lasse.
Kitt isolierte von einem Mastitisfall tun kurzes Bakteriurn. genannt Hact. phlegmasiae uberis, und stellte durch Impfversuehe fest, daß dieser Spaltpilz, wenn in die Milchzisterne eingeführt, konstant eine heftige Euterentzündung hervorrufe, Q-uillebeau hat unter 83 Einzel-befunden zehn Arten von Bakterien erkannt, wovon fünf häufig wiederkehrende, Es gelang ihm, mit diesen pathogenen Bakterien nach Belieben bei völlig gesunden Ziegen und Kuben eine Kuterent-ztindung zu erzeugen. Das konstante Vorkommen von Bakte­rien bei Euterentzündung und die Möglichkeit, zu jeder Zeit mit Reinkulturen dieser gleichen Mikroorganismen eine Mastitis erzeugen zu können, nötigen uns zu dem Schlüsse. daß die Bakterien bei der spontanen Erkrankung der Milch­drüse eine große Rolle spielen. Wurden nur kleine Mengen der Kulturflüssigkeit in die Milchzisterne injiziert, so blieb häufig eine Reaktion von Seiten des Hüters ans. Wir müssen daher annehmen, daß die gesunde Drüse ein genügendes Abwehrvermögen besitzt gegen-
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l'arenehymatüslaquo; EntzUndung des Kuters.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Ilß
über einer geringen Zahl der Eindringlinge, und daß dieselben durch dem OrganiamuB eigene Sohutzvorrichtungen, wie Phagooytose- und Anti­toxinbildung, vernichtet werden. Sobald aber in spontanen Fallen die der gesunden Drüse eigene Abwehrkraft, die vitale Energie gegen die kleinen Schädlinge, durch die oben erwähnten prädisponierenden Momente, wie namentlich Zugluft, äußere und innere Erkaltungen, un­regelmäßiges, unvollständiges, lässiges Ausraelken, besondere Witterungs­verhaltnisse und Erschöpfung durch libermäßige Sekretion, herabge­mindert ist. so kommt auch sozusagen unfehlbar die Ansiedelung und Vermehrung der Bakterien sowieraquo; die Entfaltung ihrer krankmachenden, entztlndungserregenden Eigenschaften zustande.
Die bei Kühen und Ziegen Euterentzündungen erregenden Bak­terien linden sieb in dem kranken Drüsensekret meistens in förmlicher Reinkultur vor. häufig jedoch stößt man auch auf Mischinfektionen. Nach den vortrefflichen Untersuchungen von Kit) kann man die Mastitis­erreger in vier Kategorien einteilen, nämlich in:
1.nbsp; nbsp;Mastitiskolibakterien;
9.nbsp; nbsp;Mastitiskokken;
3.nbsp; nbsp;Mastitisstreptokokken;
4.nbsp; nbsp;heterogene Bakterien, welche gelegentlich auch Mastitis er­zeugen.
Diesi; Mastitisbakterien gedeihen auf allen Nährboden mehr oder weniger gut. Sie geben im subkutanen Bindegewebe in der Regel rasch zugrunde; in der Milchdrüse der Kuh zeigen sie nie pyogeno Wirkung im Sinne einer Abszeßbildung (Guiüebeau).
Auffallend ist, daß eine und dieselbe Bakterienspezies in verschiedenen Eutern ganz verschieden starke Verhee­rungen hervorzubringen imstande ist, bald bloß einen sehleimigen oder eiterigen Katarrh, bald eine heftige parenehymatüse .Mastitis. welche in Resolution, Bindegewebshypertrophie, Eiterung und Nekrose oder Atrophie übergeht und mit mannigfachen Komplikationen ver­bunden sein kann.
Kitt betont .-ehr zutreffend, daß nicht jede beliebige' Spaltpilz­sorte eine Mastitis zu erzeugen vermag, sondern daß es von der Art, der Biologie und der Virulenz dieser Mikrophyten abhängig ist, ob sie pathogenen Effekt haben, und welche anatomischen und klinischen Entzündungsformen sie zustande bringen. Im weiteren ist für die Heftigkeit der Mastitis und deren Verlauf auch die geweblichS Be­schaffenheit und das Stadium der Laktation maßgebend.
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lie
ParenobyniatBBe BatüUndaug dos Euters.
Die Ursachen dieser ungleichen Wirkung ^iml hauptsttohlioh in Virulenzversohiedonheiten der Mastitisbakterien zu suchen. Tatsache ist, daß, wie Streit speziell für das Bacterium coli commune naohgeAviesen hat, durch Injektion von [Colibazillen aus dem Rinderdarme und dem Stallboden in die Zisterne der Kühe bftuflg bloß ein leichter Euterkatarrh erzeugt werden konnte; daß ferner Kolibazillen aus entzündeten Eutern höhere Virulenz besitzen, als die gewöhnlichen, saprophytisch lebenden Kolistamme. Nach Streit soll die enorm rasche Vermehrung der in Frage stehenden Bakterien er­lauben, den Mastitisanfall auf die Einwanderung eines einzigen Bakteriums zurückzuführen. Von Guillebeau und uns wurde festgestellt, daß die Wirkung kleiner injizierter Kulturmengen weit intensiver war. wenn diese von einer frischen nekrutisierenden Mastitis stammten, als in den Fällen, wo sie ans dem Sekrete eines weniger entzündeten Euters gewonnen waren.
Die Mastitisbakterien verlieren bei fortgesetzter Züchtung auf saprophytischen Nährböden an Pathogenität und werden anderseits durch Tierpassage hoch virulent. Die Virulenz ist also nicht das hervor­ragendste Merkmal der Mastitisbakterien, sondern variiert sehr. Diese Or­ganismen führen gewöhnlich eine saprophytische Lebensweise und treten nur gelegentlich pathogen auf. Kitl führt an, daß das Bacterium phlegmasiae uberis durch Einimpfung bei Schafen und Ziegen nur eine leichte katarrhalische Entzündung, bei Kühen dagegen, die vor kurzem gekalbt haben, eine sehr heftige, parenehymatöse Mastitis her­vorrufe. Wie bereits erwähnt, findet sich im Sekret des entzündeten Muters häufig nicht blob eine einzelne l'akterienspezies. sondern wir haben es gewöhnlich mit einer Miscbinfektion von zwei ver­schiedenen Arien zu tun. Oft ist der eine Komponent der Staphylo-coecus mastitidis oder das Bacterium coli commune. Diese beiden Noxen waren manchmal noch vergesellschaftet mit dem Q-alacto-cooeus fulvus, versicolor u. a. m. Mischinfektionen sind meist viel verheerender in ihren Wirkungen (Steiger).
Die Bakterienfauna der Mastitis parenehymatosa ist eine sehr reiche. So z. !'.. ergab die mikroskopische Untersuchung des Drüsen­sekretes bei einer eiterigen Euterentzündutig bei der Kuh den Micro-coccus tetragenus (Baldoni); bei einer chronisch abszodierenden Euterentzündung den Bacillus pyogenes (Q-lage, Grips. Künne-mann. Vielhauer; und bei der seuchenartigen Euterentzündung der Schafe ein Stäbchenbakterium (Dammann, Ereese). Von den zahl­reichen Arten sollen hier jedoch nur die drei häufigsten und am
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i'iirenchyiiiatüHe EntzUndung des Kntern.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;117
konstantesten wiederkehrenden eingehendere Erwähnung finden. Es
sind dies;
1.nbsp; nbsp;Der Staphylooooous maatitidis,
2.nbsp; nbsp;Das Bacterium coli commune. ii Der Bacillns aörogenes.
1.nbsp; nbsp;Der Staphyloooccus mastitidia hat einen Durchmesser von '/•i—2|J-, gewöhnlich 1(1. Er färbt sich nach Gram und wächst in allen Nühnnedien in Ballen- oder Haufenform, in der Milch aber auch in kurzen Ketten. Er gedeiht sowohl bei Luftzutritt wie bei Luft­abschluß. Durch das Fehlen einer pyogenen Wirkung ist er scharf charakterisiert von den eitererregenden Staphylokokken. Er zersetzt den Milchzucker; die Milch wird innerhalb l — cS Tage sauer. Alan findet ihn sowohl allein in der Milch entzündeter Euter, als auch als einen der Komponenten bei Mischinfektionen. Er ist ein .sehr häufiger Er­reger der Euterentzündungen, Die Intensitilt der klinischen Symptome zeigt bei Kühen und Ziegen die größten Verschiedenheiten, so daß der Grad der Virulenz dieser Spezies als ein äußerst wechselnder bezeichnet werden muß.
2.nbsp; nbsp;Das Bacterium coli commune. Jensen hat sich dahin ge­äußert, daß das Bact. phlegmasiae uberis (Kitt) mit dein Bact. coli commune Ähnlichkeit habe, und daß der Bacillus Guillebeau a mit dem Bact. coli commune identisch sei, und Streit hat auf Grundlage genauer Parallelversuche festgestellt, daß die häutigsten Bazillen der Euterentzündung zu der Gruppe der Kolibakterien ge­hören. Den Bacillus Guillebeau a erklärt er als reinen Kolistaimn. Dieser Bazillus variiert sehr in seiner Gestalt. Bald mehr ein Kokkus, bald mehr ein Stäbchen, kann er auch die Übergänge zu einem ovalen, im Äquator leicht eingezogenen Kurzstäbchen aufweisen. Der Durch­messer der Zellen schwankt zwischen 0'2- ü'ö \gt;. und bei den runden zwischen 1 —2 [gt;.. Sporenbildnng wird nicht beobachtet. Der Schäd­ling zeichnet sich durch große Beweglichkeit aus. Er gedeiht gut auf den gewöhnlichen Nährmedien, Er vergärt Milchzucker zu Milch­saure. Die Milch gerinnt bald unter Bildung eines Gases, welches den Niederschlag zerklüftet. Der Bazillus ist nach Gram nicht färbhar, wohl aber mit den gewöhnlichen Anilinfarben. Er gedeiht am besten bei einer Temperatur von 30—35CIC, ist sowohl aerob, wie anaerob. Dieser Mikroparasit ist einer der häutigsten Erreger der Euterentzündung. Seine Virulenzverschiedenheit erklärt auch die verschiedenen Grade der Entzündung, Er kommt als Saprophyt im Darmkanal, wie auch auf dem Stallboden und der Streue vor, und es ist daher die Möglichkeit
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PnrenchyniiitOse ElnlKQnduog ües Enters
sowohl der hämatogenen als der aufsteigenden [nvasion durch lt;kii Ductus papillaris gegeben.
ü. Der Bacillus aörogenos, zu dessen Untergruppe nach Jensen der Bacillus Guillebeau c gehört, ist. wenn auch seltener als der mit ihm morphologisch und biologisch nahe verwandte Kolibazillus, ebenfalls als Erreger einer nicht minder schweren .Mastitis paren-chymatosa bekannt geworden. Er unterscheidet sich von dem vorigen durch seine ünbeweglichkeit. Die .Milch wurde jedesmal rasch durch Säuerung zur Koagulation gebracht und der Niederschlao-stark /.erklüfiet.
Außer diesen häufigsten Arien sind im Euter mastitiskranker Tiere von Guillebeau gefunden worden: der Galactooocous ver-sioolor, fulvus und albus. Es sind dies Einzelkokken von 1 ;), Durch­messer, grarapositiv, welche, in die Zisterne injiziert, meist leichtere Formen einer .Mastitis, d. h. schleimigen Euterkatarrh, ohne vehemente Gewebssymptome zu erzeugen imstande waren. Sie bilden häufig Kom­ponenten bei primären und sekundären Misohinfektionen. Als Bewohner des Panseninhaltes, des Darmrohres, sowie als nie fehlender Bestand­teil in der Fauna der Mikroparasiten der Stalluft, des Stallbodens, des .Mistes und der Jauche können dieselben bei den spontanen Fallen von Euterkatarrh zweifellos eine wichtige Rolle spielen.
Wie Kitt und Zschokke erwähnen, ist die Zahl der für das Euter pathogenen Pilze sicher eine erheblich größere, als durch die Untersuchungen von Guillebeau bekannt wurde. Es könnenz.B. die Bazillen der blauen Milch, das Btlhnercholerabakterium, der Vibrio Metschnikoff, das Oldium lactis. der Staphylococcua pyogenes aureus, der Bacillus pyogenes, der Bacillus mesentericus vulga-tus. der Bacillus mesentericus fuse us (Flügge), der M iero coccus tetragenus (Baldoni, Lanfranchij, der Bacillus mastitidis contagiosae (Carrö), der Schweinepestbazillus, der Drusestrepto-kokkus des ITerdes, del' Botryococcus aseoformans, der Bacillus necrophorus n. a. mehr oder weniger heftige Mastitiden hervor­rufen. Es ist daher anzuneamp;men, daß bei spontanen Erkrankungen das eine oder das andere Mal einer dieser weniger bekannten Erreger ursächlich wirken kann, und es ist vom sanitären, diagnostischen und therapeutischen Standpunkte aus sehr empfehlenswert, dab in allen Fällen von Mastitis die Krankheitserreger festzustellen versuchl werden (Trommsdorfsche Leukocytenprobe, mikroskopischer, eventuell bak­teriologischer Nachweis, Impfung).
[nfektionsmodus. Auf welchem Wege gelangen die Mastitis­erreger in die Drüse/ Diese Frage ist heute noch Gegenstand einer
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Parenobytnatltae Entzündung ilcs Enters.
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regen Kontroverse, Die eine speziell von Kitt vertretene Ansieht geht
dahin, daß als Eintrittspforte der die Mastitis erregenden Bakterien die Zitzenöfihung und der Strichkanal zu betrachten sei, und dal) somit die galaktogene Infektion die Regel bilde. Nach dieser Annahme ge­langen die Bakterien der Euterentzündnng durch die Hiinde der Melker, durch die beschmutzte Streue oder den Stallboden zunächst in das an der äiiLiereu Mündung des Zit/.enkanales hangende Milohtröpfchon und von dort aktiv durch den eine kapillare Spalte darstellenden Duotus papillaris hinauf in die Milchsftule der Zisterne und der Milchkanflle.
Die Bewegungsfahigkeit der Bakterien, der große Blutreiohtum des Enters und die einen vorzüglichen Nährboden für die Bakterien bildende warme Milch bedingen nach Kitt eine rasche Ausbreitung der Milchbakterien im Kanalsystem des zur infizierten Zitze gehörenden Viertels.
Namentlich ist es der gelbe Q-alt (Agalactia catarrhalis oonta-giosa Kitt), dessen Ansteckungsstoff durch das .Melken mit infizierten Händen leicht Übertragen wird, und zwar insbesondere dann, wenn das Anziehen vor dem Melken (Anrüsten, Hanteln) mit Milch, statt mit reinem, nichtquot; ranzigem Schweinefett geschieht.
Nach denn derzeitigen Stande der Untersuchungen muß ange­nommen werden, daß die Milch- und Mastitishakterien spontan sowohl galaktogen als hämatogen in die Milchdrüse gelangen können, daß jedoch die aszendierende, d. h. die galaktogene Infektion durch den Ductus papillaris die häufigere ist. Als Momente, welche für eine aszendierende. Infektion sprechen, sind folgende zu erwähnen!
Durch die Injektion von bestimmten Bakterienreinkulturen in die Zisterne kann jedesmal eine Mastitis erzeugt werden. Kitt ist es ge­lungen, durch bloßes Einreiben der Kulturen an den Zitzenkanal-mttndnngen eine schwere Euterentzündung hervorzurufen. Q-uillebeau und wir und neuerdings raquo;Steiger, welche die erwähnten Versuche Kitts einer Nachprüfung unterzogen, hatten nur negative Resultate aufzuweisen, welche Tatsache indes bloß so gedeutet werden kann, daß eine. Nach­ahmung der natürlichen Infektionsvorgänge äußerst schwierig ist. Eine .Stütze erhält die galaktogene Infektionstheorie in der ungleichmäßigen Verteilung nicht pathogener. auch im normalen Euter vorhandener Bakterien auf die verschiedenen Portionen des G-emelkes. Die Anzahl der Mikroorganismen ist im Anfang des Melkens erheblich größer, als gegen das Ende, in den unteren Abteilungen der Drüse, im Strich­kanal und in der Zisterne sind daher Bakterien in größerer Anzahl vorhanden, als oben in der Drüse, und die Ausbreitunff schreitet von
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Parenobymatüse EntsUDdung ilelaquo; Euters,
diesem Zeutralbercl aus gleichmäßig in (li(^ Milchkanäle hinauf fort, Da lorner die bekanntesten Arten der Mastitisbakterien außerhalb des
Kuters in der Stalluft, im Stallmist, auf dem Stallboden, in der Streue und Jauche, wenn auch nirlil immer mit der sonstigen hohen Virulenz ausgestattet, sondern nur als barmlosere Saprophyten entdeckt wurden, so trug dieser Fund doeli wieder zur Unterstützung der Theorie des galaktogenen Infektionsmodus bei; ebenso auch die Tatsache, daß ge­wöhnlich nur ein einziges Drüsenviertel leidet, wahrend bei Voraus­setzung einer hämatogenen Infektion die Entzündung mehr multipel oder diffus sieh entwickeln müßte. Namentlich der Euterkatarrh ver­dankt nach Kitt seine Entstehung einer galaktogenen Infektion. Direkt können Mastitiserreger in den Strichkanal und den Milchbehalter ein­geimpft werden durch Sondierung des Milchkanalea mit nicht des-inti/.ierten Melkri'dirchen. Federkielen, Strohhalmen, Darmsaiten und Speckschwarten, welche Infektion als galaktifer-traumatische bezeich­net wird.
Kitt macht auch auf eine förmliche Impfung der Zitzen durch den Säugling aufmerksam, wobei Speichel an die Zitzenöffnung ge­langt und durch die blasenden Atembewegungen Spritztröpfchen in die Zisterne befördert werden.
Dali jedoch eine Infektion auf hämatogenem Wege, d. h. eine von den Blutgefäßen ausgebende Invasion von mastitiserzeugenden Bakterien tatsachlich vorkommt, wurde zuerst von Q-uillebeau und uns experimentell festgestellt. Eine Impfung mit einer virulenten Kultur des Bacterium coli commune in den Pansen von vier Ziegen hatte bei einer Ziege drei Tage post inooulationem einen vier Tage dauernden Euterkatarrh zur Folge. Drei anderen Ziegen wurde die gleiche Kultur in das Rektum geimpft, worauf bei einer Ziege 48 Stunden später ebenfalls ein Euterkatarrh eintrat. Für einen dritten Versuch wurde ebenfalls die gleiche Kultur vier Ziegen in das Ori-ficium uteri externum geimpft, worauf 48 Stunden später beider­seitiger Katarrh des Euters sich einstellte. Die Impfung einer virulenten Kolibazillenkultur in die Gelenkkapseln von vier Ziegen ergab bei allen Versuchstieren 24—36 Stunden nach der Impfung einen deutlichen Euterkatarrh.
Es gelang jedoch bei keinem dieser Versuche, die Kolibazillen aus dein veränderten Drüsensekrete zu isolieren. Bei subkutaner Verimpfung einer Bouillonrinnkultur des Bacterium coli commune entstand bei zwei Ziegen ein typischer Euterkatarrh, und in der kranken Milch konnte in beiden I'allen das Benannte l'akterium mit Sicherheit
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rarenchyiiiatriso Enlziiiidung des Euters.
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nachgewiesen werden, womit die nietastatisohe Natur des Euterkatarrhs bewiesen ist Im weiteren ist auch hier der Identität der häufigsten Mastitiserreger mit den im Daminhall und in der Umgebung 'In-Kühe äußerst zahlreich vegetierenden Mikroparasiten Erwähnung zu tun. Die Erfahrung lehr) sodann, daß zu Abortus, Retentio plaoeu-tarum, Prolapsus uteri, Überhaupt zur akuten eiterigen Endo-cnetritis mid hin und wieder zur Gastritis traunmtica nicht selten sekundär Milchfehler, Euterkatarrhe und septische Mastitiden an einem oder mehreren Vierteln sich hinzugesellen, und dali anderseits septische Mastitiden primär manchmal in seuchenhafter Form auftreten und sekundär zu schweren Allgemeinstürungen führen, .Metastasen sind möglich, sobald sieh virulente Mastitisbakterien in den Verdauungs- und Geschlechtsorganen, in der Bauchhöhle (Gastritis traumatioa) oder in der Subkutis, z. B. nach Verletzungen, ablagern.
Als eine wichtige Stutze der Annahme für das Vorkommen einer httmatogenen Infektion ist zweifellos auch die nicht seltene Erscheinung der Mastitis bei jungen, untrftohtigen odor zum ersten Male trächtigen Hindern und Ziegen, bei welchen das Euter noch gar nie berührt wurde, und welche, sich nicht selbst besaugten, zu betrachten. Diese Mastitiden Stimmen mit den entsprechenden der Kühe überein und treten manch­mal 12—86 Stunden nach stattgefundoner Brunst auf.
Weiteren Untersuchungen muß es überlassen bleiben, festzustellen, in wehdien prozentualen Verhältnissen die einzelnen Infektionswege in Betracht kommen.
Aul'galaktogene, hämatogeneodergalaktifer-traumatische Infektion müssen auch jene halle von Milohfohlern und enzootisohen Euter­erkrankungen zurtlckgeftihrt werden, die während des llorrsehens der Maul- und Klauenseuche, sowie bei Euterpocken oder Furunkulose des Euters entstehen. Sowohl hämatogen (embolisoh) als in vereinzelten Fällen galaktogen tritt die Mastitis tuberoulosa auf.
Klarer als bei der spontanen Mastitis parenohymatosa liegen in bezug auf Atiologie die Verhältnisse bei der traumatischen Ma­stitis, syn. Fremdkörpermastitis, Galaotophoritis traumatioa, welche von Hanns als interstiticlle oder phlegtnouUse, von Moller als Mastitis parenohymatosa apostematosa beschrie­ben wird.
Dieselbe beruht nach Joris stets auf einer Wundinfektion durch verschiedene Keiraarten, beziehungsweise auf einer äußeren oder inneren Verletzung, an welche sieh im erstcren Falle eine lympho-gene, Z. 15. durch Eiterkokken oder Bazillen des malignen Odems
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l'ai'onclivnKitüsi' KntztludUDB dos Eulors.
falaktaf e rraquo; t r au m ati s o h e
vorursaohtö, im letzteren eine
Lutektion
anschließt.
Als äußere Traumen, welche besonders eine Entzündung des Stromas veranlassen, kommen in Betracht! Stöße beim Saugen der Jungen, Hautschtlrfungen, Dermatitis es usu medioameutorum, Verletzungen durch die Nägel der Melker, Pußtritte, Eornstöße, scharfe Gegenstände in der Streue, Verletzungen und Quetschungen der Zitzen,
Wie wenig empfindlich sich das nur kleine Quantitäten Milch liefernde Hängeeuter gegen äußere Traumen verhält, geht aus nach­folgendem Falle hervor: Bei einer sechs Jahre alten, seit 4—5 Monaten trächtigen, mit Hängeeuter behafteten Kuh drang auf dem Felde das vordere spitze Ende eines hölzernen, auf gewölhter Erdoberfläche liegen­den Steckens, offenbar durch Belastung des hinteren Teiles, sehr tief zwischen den vier Vierteln in das Euter ein und brach ab. Es stellte sich hierauf eine Blutung aus der Euterwunde, aber weder eine Trü­bung des Allgemeinbefindens, noch Mastitis ein. sondern es bildete sich eine eiternde Fistel, aus welcher der hehandelnde Tierarzt fünf Wochen nach stattgefundener Verletzung den 24 craquo;laquo; langen und 3 cm dicken Teil des abgebrochenen Steckens entfernte, worauf rasch Abheilung eintrat.
Als innere Traumen werden alle Verletzungen durch jene schmutzigen, unreinen Fremdkörper bezeichnet, welche zum Zwecke der Entfernung eines Melkbindernisses vom Melkpersonal, sehr oft ohne Vorwissen des Besitzers, in den Zitzenkanal eingeführt werden. Als solche fallen in Betracht: Melkröhrohen, Trokars, Hühner-, Raben- und Taubenfedern, Strohhalme, nadeiförmige Körper, Sonden, Darmsaiten. Speckschwarten, Nessel wurzeln, (rewürznelken, Kautschuk-röhrchen etc. Daß, wie Joris erwähnt, eine frische Eutertuberkulose zur Vornahme von Katheterismus des Zitzenkanales Anlaß gebe, oder dali feine Strohhalme und Splitter bei infolge von Tuberkulose oder Sekretstauung steif gewordenen Zitzen mit Leichtigkeit durch den Strichkanal in den Milohbehälter eindringen könnten, haben wir unser­seits nie beobachtet,
Analoge Veränderungen im Muter, wie solche nach Läsioneu des Strichkanaies und der Zisterne einzutreten pfiegen, können nach Joris auch noch durch verschiedene andere ätiologische Momente verursacht werden, so /.. B, infolge multipler .Metastasen nach Gastritis trau-matiea. welche zur Bildung eines Eiterherdes in der Milchdrüse, d, h, zu einer eiterig-metastatischen Mastitis führen kann.
Die Galactophoritis traumatioa beruht auf einer Misoh-infektion und kommt einer direkten Verimpfung der verschiedensten
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l'urigt;nelivniatr.se Knt/.iiiulurig des Kuters.
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pathogönen Mastitispilze gleioh. In dein Drllsensekreto I'mdcn sich Kolibakterien, der Bacillus acidi laotici, [Cokken and Aktinonoyees (Sohwein); sehr oft sind Kolibakterien gepaarl mit Galaktokokken, ferner Stapbylokokken mit Galaktokokken, aber auch Kolibakterien im Verein mit dem Bacillus necrophorus, Eine äußerst profuse Eiterung, Abszeßbildung, Nekrose der Gänge, heftige Reaktion der befallenen Drttse llb.erliaupt sind die gewöhnlicben Folgen der Mischinfektion, und er­fahrungsgemäß verläuft dieselbe unter schwereren Symptomen als eine Infektion mil einer Reinkultur eines einzigen Bakteriums,
Pathogenese, Durch zahlreiche experimentelle Untersuchungen bei Kühen und Ziegen haben Guillebeau und wir den Beweis er­bracht, daß die Anwesenheit von Bakterien nicht als eine conditio sine qua aon für die Entstehung einer Mastitis anzusehen ist, sondern daß ebenfalls durch galaktifere Injektionen van indifferenten Flüssig­keiten, wie steriler physiologischer Kochsalzlösung, Milch, 01 und sehr schwachen verdünnten Antiseptica etc., immer eine leichte katarrhalische Affektion der Milchdrüse von ganz akutem Charakter und baldigem Übergang in Resolution erzeugt werden kann.
Daß man eine Mastitis ohne Bakterien hervorzurufen im Stande ist. haben Bang und Jensen schon im Jahre 1888 nachgewiesen, indem sie durch Einspritzung eines bloßen Filtrates einer Mastitisbakterien­kultur eine EjuterentzUndung veranlaßten. Gestützt hierauf ist die An-nahme gerechtfertigt, daß die Bakterien nicht als solche unmittelbar auf das DrUsengewebe einwirken, sondern das Gewehe der Milchdrüse wird durch spezifische chemische Körper, welche aus der Vergärung der Milch resultieren, lädiert. Macfadyen hat L890 festgestellt, daß als Gärungsprodukte des gasentwickelnden, zur Untergruppe des Bac, aörogenes gehörenden Bacillus Guillebeau o Milchsäure, Essigsäure und Äthylalkohol in Betracht fallen, somit alles chemische Körper, welche das Kaualsvstoni der Milchdrüse zu reizen und leicht zu atzen imstande sind,
Von Bischler und Dzierzgowski wurde 1891 unter der Leitung von Nencki festgestellt, daß das Bacterium ooli commune energisch Kohlenhvdrate und Glvzerin vergärt, und die aufgefundenen Gärungsprodukte erklären einerseits den Schwund des Milchzuckers in der Milch bei der parenohymatösen Mastitis und anderseits auch die von Freudenreich beobachtete Blähung beim Reifen des Emmen-talerkäses.
Hinsicht lieh der Gärungsprodukte des Streptococc us mast it id is sporadicae stellten Bischler und Dzierzgowski folgendes fest:
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[24nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Parencbynialöse EntzUnducg ilos Euters,
1. Der Streptokokkus der Mastitis eatarrhalis sporadioa sporadischer Galt) bildet aus Traubenzucker, Milchzucker und Glyzerin Kohlensäure und ivchis drehende Milchsäure.
#9632;_'. Bei der Einwirkung auf Eiweißstoffe und Peptone entwickeln die Kokken Spuren einer jodoformbildenden Substanz, Essigsäure, Buttorsäure und Ammoniak.
.'(. Die Kokken wirken nicht auf Stärke und Fette und bilden keine Enzyme oder Toxalbumine.
4. Milch, in welcher die Kokken reichlich vorhanden sind, ist nicht pathogen, und
ä. die Kokken selbst sind für Kaninchen nicht pathogen.
In neuerer Zeit haben Jensen und Streit dargetan, daß die Wirkung der Mastitisbakterien auf einer Spaltung des Milch­zuckers unter Bildung von Säure und Toxinen beruht, und Streit nimmt an, daß die verschieden starke Toxinbildung die Hauptursacbe für die so verschieden heftige Intensität der Mastitiden sei.
Für die akut verlaufenden, rasch abheilenden Kuterkatarrhe wird die Milohsöurewirkung wohl die Hauptsache sein. Bei intensiver Ma­stitis mit ihrer reichlichen Exsudation und Transsudation von alkalischen Blutbestandteilen wird aber die Milchsäure bald neutralisiert und un­wirksam; ebensowenig reicht die Einwirkung der Milchsäure aus für cluonische Jlastitidon mit ihrer Stockung der Milchsekretion. Wir werden daher zur Annahme gezwungen, daß die Bakterien der Euter-entzündung ihre Wirkung in doppelter Weise entfalten, n/inilich: indem sie. nebst der Milchsäure noch ein Toxin (Mit­wickeln.
Das Euterparenchym ist angemein empfindlich gegen intramam-mär eingeführte chemische Körper und toxische Spaltungsprodukte und zeigt sehr rasch eine Entzündung mit Gerinnung der Milch, Ver­stopfung der Milchkanäle und Sekretstauung.
Nach Kitt betrifft die Schädigung zuerst die Epithelien, welche degenerieren, mazerieren und sich abstoßen. Der entzündliche Zustand wird im weiteren charakterisiert durch Leukocytenauswanderung, Zer-reißung der Alveolen, Kapillarblutungen und Lymphstauungen.
Wenn auch für gewöhnlich die Mastitisbakterien .sich in der mit Milch gefüllten Zisterne aufhalten, so findet man dieselben, wie aus den Untersuchungen von Lncet und Zscliokkc hervorgeht, doch nicht selten auch in den supramammären Lymphdrüsen und hin und wieder auch im Blut, in den Lungen und im Fleische.
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Allgemeine Symptome.
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Die Verschleppung der Mastitisbukterien auf bttmatogeneni Wege nach den Lungen führl nicht selten zu einer metastatisohen Pleuro-)gt; n e ii in ii n ie.
Nacli Kitt wird der Übergang der Mastitisbakterien in die LymphgefftlJe und in die Blutbahn durch die bei der Mastitis ein­tretenden Lymphstauungen begllnstigl und scboinl hauptsächlich durch svandernde Leukooyten, welche den Transport vermitteln, zu geschehen.
Der Aufenthalt der Mastitiserreger, insbesondere der Strepto­kokken, in den DrUsongitngen des kranken Euters kann sich auf viele Wochen und Monate erstrecken
Aligemeine Symptome.
Die Erscheinungen der Mastitiden sind je nach der [ntanaität und Dauer des Krankheitsprozessea sehr vorschieden, und wir halten es, gestutzt auf unsere ausgedehnton Untersuchungen, für sehr zweck­mäßig, wenn die vom rein klinischen Standpunkte aus als Kollektiv­begriff aufzufassende .Mastitis parenchymatosa noch in folgende Unterabteilungen eingeteilt wird, wobei bemerkt wurden muß, daß die einzelnen Formen der Mastitis in ihren ext rumsten Fällen sympto­matisch unter einem sowenig typischen Bilde auftreten, daß eine ganz genaue klinische Einteilung für alle Fälle schlechterdings nicht mög­lich ist. und daß Übergangsformen, insbesondere zwischen Euterkatarrh und leichter oder phlegmonüser .Mastitis, forner zwischen letzterer und Mastitis neerotica. und sodann /.wischen phlegmonüser Mastitis und akutem sporadischem Galt oder akuter Eutertuberkulose gar nicht selten vorkommen,
1. Mastitis simplex, milde Euterentzündung,
'I. Mastitis phlegtnonosa, heftige Euterenlzllndung,
3.nbsp; nbsp;Mastitis reoidiva, rezidiviorende Euterentzündung.
4.nbsp; nbsp;Mastitis meta st at i ca. Euterentzündung mit Metastasen, ö. Mastitis neerotica. brandige Euterentzündung.
(i. Mastitis traumatioa, syn Galactophoritis traumatica, Fremdkörpermastitis.
Das I nk uhationsst ad ium beträgt bei künstlich erzeugten Ma­stitiden in zwei Dritteln der Fälle 1 —12 Stunden und in einem Drittel 12—-86 Stunden, und es ist die Annahme, daß dasselbe bei spontaner Infektion wegen der größeren Virulenz der Bakterien eher kürzer sein werde, gerechtfertigt.
Plötzlich, oft über Nacht und zwar in leichten Fällen ohne Pro-dromalsvmptome. stellt sich an einem, selten gleichzeitig an zwei und
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12()nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Pareaohymntöse Sntztlndang dos Enters.
liiichst selten an drei Vierteln eine Entzündung ein, welche linker­seits httufiger als reoliterseits und an den Sohenkelvierteln etwa drei­mal httufiger als au den Bauohvierteln auftritt. In 80% sämtlioher
Mastitisfalle leidet das linke Sidienkelviertel, was auf das sohwierigere und daher aueh naohlässigere Aüsinelken dieses Viertels zurückzuführen ist. Die Mastitis kann durch Verbreitung der Bakterien und ihrer Toxine auf lymphogenem Wege innerhalb zwölf Stunden las sechs Tage auf das gleichseitige oder in selteneren Fällen auch auf das gegenüberliegende Naclibarviertel übergehen und dort Anlaß zur Bildung eines kollateralcii Odems in Vorbindung mit Milchfehlern oder Euter­katarrh oder einer .-ein' versehirden schweren Mastitis geben.
Praktisch sehr bedeutungsvoll ist die Tatsache, daß dieMassage eines stark entzündeten Viertels fast regelmllßig innerhalb '-!4—48 Stunden zu sekundärer .Mastitis am neben- oder gegenüberliegenden Viertel führt, und daß das oder die sekundär ergriffenen Viertel gewühnlioh viel heftiger erkranken und schwerer abheilen, als das primär erkrankte. Nach unseren Erfahrungen kommt ohne Eutermassage eine sekundäre Mastitis nur ganz ausnahmsweise vor.
Das Allgemeinbefinden ist in leichteren Fällen gar nicht oder dann nur so minim getrUbt, daß es vom Wartepersona! nicht be­achtet wird. Mehr als die Hälfte der .Fidle weist jedoch allgemeine Symptome auf. Die deprimierten Patienten zeigen 38-5—4r60 C Rektal­temperatur, je nach der Schwere der Mastitis 72—120. durchschnitt­lich 8M Pulse und 30—50 oberflächliche Atemzüge pro Minute; im weiteren: Schüttelfröste, gesträubte Ilaare. Aufkrümmen des Rückens, Verminderung oder vollständige Sistierung der Freßlust, Rumination und Pansenperistaltik sowie trockenen Kot. Nebst einer verschieden schweren Indigestion, welche die häufigste Begleiterscheinung ist, kommen sekundär noch zahlreiche andere Krankheitszustände, welche seihst das Leben der Tiere gefährden können, in Betracht, so: rasche Abmagerung, große Muskelschwäche, Lendenlahmheit, Festliegen, Parese, Paralyse der Nachhand, Tränenfluß, Konjunktivitis, Nystagmus, Nasen­katarrh, kruppös-diphtheritische Entzündung der Nasenschleimhauf (Wyssmann, Heß), Dyspnoö, Bronchitis, Pneumonic, Pleuritis, Peri-karditis, Speiche ill ul'i. Tympanitis Magen-Darmkatarrh, Darmkatarrh, Enteritis, Peritonitis. Voginitis mit deutlicher bis starker Senkung der breiten Beckenbänder, Odem der Wurflefzen, Abortus. Synovitis beider Tarsalgelenke, beidseitige Synovitis der Pemorotibialgelenke, Tendovaginitia der Sehnenscheiden der Beugesehnen vorn beider­seitig.
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#9632;r
Allgemeine Symptome^
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in hoohgradigen Füllen lahmen die Tiere mit der der sohnierz-baften DrUse anliegenden Hinterextremität und bewegen dieselbe, um Reibung und Druck an der kranken Drüse zu vermeiden, mehr mähend. Der Gking ist infolge von Kreuzsohwttohe schwankend, zudem gespannt und gespreizt; während der (Jntersuohung werden die Beokenextremitäten oft abweohslungsweise belastet. Die Tiere knicken bäufig auch in den Tarsalgelenken ein und erheben sich nur mühsam vom Lager.
Unter den örtlichen Gewebssymptomen -sind in leichteren Fallen Schwellung, Härte und Schmerzhaftigkeit die häufigsten, wahrend vermehrte Wärme und Rötung viel seltener sind und ge­wöhnlich rasch wieder verschwinden.
Die supramammären Lymphdrüsen sind nur selten geschwollen.
Das Kaiter wird mehr oder weniger asymmetrisch. Die An­schwellung ist in einigen Kallen kaum wahrnehmbar, in anderen außer­ordentlich groß. In hochgradigen Fällen kann das erkrankte Viertel, über welchem die Haut stark gespannt, wenig oder nicht verschiebbar ist. den gesamten Raum zwischen den beiden noch deutlich gespreizt gehaltenen Ilinterschcnkeln einnehmen, wodurch das gesunde Viertel nach vorwärts verdrängt wird.
In leichteren Fällen ist das kranke Viertel nur wenig konsistenter und derber, in schwereren unelastisch, derb, hart und bei phlegmonöser und nekrotisierender Mastitis steinhart und unnachgiebig. Die Harte, dieses konstanteste Symptom, beschlägt das ganze Viertel oder beschränkt sich mehr auf die untere oder obere, Hälfte desselben. Die Drüsen­substanz fühlt sich als harter, scheibenförmiger Körper an.
Die Schmerzhaftigkeit gehört zu jeder frischen Mastitis, allein sie verschwindet bald. Die Tiere weichen bei der Berührung des entzün­deten Viertels aus. schlagen nach der untersuchenden Hand, senken den Rücken und drohen sogar umzustürzen. Dieser primäre Schmerz ist nicht zu verwechseln mit dem sekundären, welcher auf Einreibung reizender Mittel, ranziger Eutersalben, beziehungsweise medikamentöser Dermatitis beruht, und welche sich auch auf die innerlaquo;! Schenkel-lläche verbreiten kann und eine Abschuppung der Epidermis zur Folge hat.
In schweren Fällen wird die Haut des erkrankten Viertels infolge entzündlicher [nfiltration dicker, und es entwickelt sich unten und hinten am Euter, manchmal auch nur unten am kranken Viertel oder bloß im Umkreise des zum ergriffenen Viertel gehörenden Milchbehälters ein entzündliches Odem, welches sich sugar bis zum Nabel und gegen die Wurfspidte hinauf erstrecken kann. Das Odem tritt bei Impf-
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ParenoliynmttSso EntsUiidnnB c'es Euters.
umstitulcn nach 24 -48- -96 Stunden in die Brsoheitmug and ver-sohwindet naoh 1—3—-7 Tagen.
Sehr wichtig isl laquo;lie genaue Beurteilung des dem kranken Viertel entnommenen, ausnahmslos vorändorten Sekretes, weil sein makro­skopisches Ausselieu das sicherste Kennzeichen für die Schwere der Entzündung bildet.
Die Miiohmenge ist an den kranken Vierteln erheblich, an den gesunden weniger, aber regelmfißig vermindert, und zwar um so stärker, je schwerer die Mastitis ist; so /. Igt;. liefern bei Mastitis necrotica auch die nicht affizierten Viertel gar keine Milch mehr.
14 Kühe, wovon (i an nekrotisierender und 8 an phleg-monüser Mastitis erkrankt waren, lieferten vor Beginn der Krankheit pro Melkzeil durchschnittlich 1'8 l, nach Eintritt derselben an den gesunden Vierteln noch Hi/, an den kranken Vierteln nur noch wenige Gramme oder Tropfen.
Das A Ussehen des Sekretes des kranken Viertels ist in leichteren Fällen weißlich, milchig, gelbweiß, dickflüssig, flockig und gelblichgrau. Beim Stehenlassen bildet sieh ein dicker, gelbliohweißer Bodensatz und darüber ein gelbliches Serum, in schweren Fällen ein gelblichweißes oder trübes Serum; manchmal enthält das Serum auch Gerinnsel. In schwereren Fällen ist es orangefarbig, gelblich, dick, eiterähnlich, miß­farbig, Übelriechend; in den schwersten blutig und jauchig.
Je weiblicher, milchähnlicher das Sekret ist, desto leichter, und je rötlicher, dunkler, blutiger, desto schwerer ist die Mastitis.
Auf jeden Fall können wir im Inhalt der Milohgänge Serum und feste Bestandteile unterscheiden. Letztere sind manchmal in so großer Menge vorhanden, daß das Euterprodukt die Beschaffenheit eines dicken Breies annimmt. Oftmals ist es auch schleimig, und der Schleim sammelt sich dann nach einigen Stunden als Bodensatz an.
Wird per contiguitatem ein benachbartes Viertel ergriffen, so kann sich an ihm ein kollaterales (raquo;dem. eine entzündliche Hyper­ämie, ein Euterkatarrh oder ebenfalls eine Mastitis entwickeln, wes­halb das Allgemeinbefinden sich wiederum verschlechtert, Der Ge­schmack des abnormen Sekretes ist schwach süßlich, lade oder schwach salzig. Die Milch der makroskopisch gesunden Viertel ist getbliohweiß, dickflüssiger, mil weihen Flocken versehen, schwach süß
oder etwas salzig und herb.
Die mikroskopischen Veranderungen des Sekretes, welche durch die Kuterenlzündunjr veranlaß! werden, bestehen nach den ein-
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Allgemeine .Symptoine.
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laßliehen (Jntersaohungen von Guillebean in der Beimisohung von entzündliobon Exsudaten zur Milob,
Das Serum ist entweder eine graugrüuliobe, durobsicbtige Molke, oder es Imt eine entseliieden gelbe Farbe, veranlaßt durch einen Farb­stoff, welchen die Bakterien erzeugen. In der Tat bilden mehrere Erreger derEuterentzilndung, so der Stapbylooooans mastitidis, zwei Arten von (ilalaktokokkiis. das Baot. ooll coimnuiie. das Oh 1 orohacteri um lactis. also die häufiger vorkommenden Spezies in Milohkultaren, in der Mehrzahl der Fälle, doch nicht konstant, ebenfalls einen loslichen, gelben Farbstoff, der mit demjenigen des Sekretes der kranken Drüse identisch sein dürfte. Häufig ist das Serum durch lUutbeimisebung auch rötlich gefärbt. Oft sind die Blutkörperchen noch unversehrt, und bei ruhigem Stehen der Flüssigkeit senken sie sich in der Weise, daß zwischen Bodensatz und Serum sich eine dünne, rote Schicht von Blutkörperchen ansammelt.
Während das normale Sekret nur Fettrüpfchen als festen Bestand­teil enthält, linden sieh, wie soeben bemerkt wurde, im kranken Sekret noch rote Blutkörperchen, sodann Fiterkörperchen. körnige Massen und Bakterien als feste Bestandteile vor.
Die Fettkörperchen fehlen nur in den schwersten Fällen; sonst finden sie sich immer, und je reichlicher sie vorkommen, desto größer ist die Ähnlichkeit des Sekretes mit normaler Milch. Auch auf die Farbe der Bodensätze haben sie großen Einfluß, indem sie dieselben, sobald sie nur einigermaßen zahlreich auftreten, weiß färben.
Auch ungewöhnliche Riechstoffe finden sich hie und da im Sekrete. Dieselben entwickeln sich entweder infolge des Zerfalles nekrotischer Herde, oder sie sind auf den Genuß stark riechenden Putters zurück­zuführen.
Das Verhalten der Milch beim Kochen ist abhängig von dem Gebalt an abnormen Bestandteilen, welche bei Siedehitze wohl alle gerinnen. Sind dieselben bloß in geringer Menge vorhanden, so läßt sich die Milob gut kochen, und kleinere Gerinnsel machen sich kaum bemerkbar. Ist dagegen ihre Menge größer, so entstehen deutliche Flocken, und hei noch stärkerem Gehalt an pathologischen Bei­mengungen gerinnt die ganze Flüssigkeit zu einer festen Masse.
Je nach den Mengenverhältnissen der erwähnten Bestandteile wird der Inhalt der Drüsengänge auch eine verschiedene Beschaffen­heit zeigen, und es ergeben sich daraus mehrere Kombinationen.
Die akute, heftige Form der Mastitis parenchymatosa, d. h. die Mastitis phlegmonosa, ist durch ein Sekret charakterisiert, dessen
Hefli Krunkhoiti'ii der 3Itloli(U(\son.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; a
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ISO
I'ari'iu'liviiKiti'ise Knt/.iindiuiquot; des Katers.
flttssiger Bestandteil in einem Drittel der Falle noch uinij weiße Emulsion darstellt, in zwei Dritteln jedoch aus einem trüben Serum besteht, dessen Farbe in mein- als der Hallte aller Fälle mehr oder weniger gell) ersßheint und andere -Male wieder eine mehr ins Graue spielende
Molkenfarbe aufweist. In beiden Arten von Serum schwimmen Gerinnsel
und Flocken, bald in kleinerei-, bald in so großer Menge, (lab die Hälfte und noch mehr des Sekretes aus denselben zu bestehen scheint. Ist das Serum noch weil,'), so bekommt man etwa folgenden Status: gelb- oder blauweiße Milch, auch gelbliche, dickflüssige, etwas schleimige Milch. Ist das Serum trübe, so heißt es im Status: gelb­liches Serum mit gelben flocken oder etwa gelblicher, dünner Brei mit gelblichen Flocken.
Diese Zustünde treten etwa 12 bis 24 Stunden nach der Infektion ein und dauern bis zum fünften oder sechsten Tage. In den ersten 24 Stunden ist die Milch meistens nur etwas dicker, und Gerinnsel kommen etwa in der Hälfte der Fälle vor. Die Milchäbnlichkeit be­weist, daß in dieser Periode immer noch ziemlieb viele Fcttröpfchen der Milch beigemengt, sind. Nach 24stündigem Stehen ist oft eine deutlich abnorm beschaffene Rahmschicht wahrnehmbar, Am häufig­sten ist dieselbe klümperig. grobblasig, seltener schmutziggelb und grob­blasig-schleimig. Rote Blutkörperchen kommen bei diesen Veränderungen nur in etwa '/u; der Fälle vor.
Ein für alle Mal sei hervorgehoben, dab die Reaktion des Sekretes stets alkalisch oder amphoter ist.
In chemischer Beziehung konnte festgestellt werden, dab die Trockensubstanz vielfach verhältnismäßig zunahm; da aber umgekehrt die Menge des Sekretes erheblich abgenommen hatte, so blieb die in 24 Stunden sezernierte Trockensubstanz dennoch hinter der in derselben Zeit von der gesunden Drüse ausgeschiedenen .Menge zurück. Eine auffallende Abnahme der Trockensubstanz, die hie und da vorkam, entsprach offenbar dem vorübergehenden Stadium des serösen Katarrhs oder der Retention der Flocken in den Milohgängen.
Die Zunahme der Trockensubstanz beruht vorzugsweise auf der Vermehrung der Eiweißkörper, wie die Analysen, die sieh auf die Ver­suche mit Ziegen beziehen, besonders klar nachweisen. Nach Fürsten-berg kamen in einem falle von akuter Entzündung bei einer Kuh auf (H)quot;/0 Kasein nicht weniger als 6*30/o Albumin. Indessen dürfen wir Verhältnisse, bei webdien die Milch der drei gesunden Striche des Euters mehr Eiweißkörper enthalt, als das Sekret des kranken Striches, nicht außer acht hissen. Der übergroße Fettgehalt des Sekretes beweist
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A llgomeinü Symptome,
i;n
augenfällig, daß auch in den eoheinbar gesuaden Drüsenteilen der Durchtritt von Wasser sehr erheblioh gehemml ist. und daß ungewöhn­liche Sekretionsvei'hsltnisse vorliegen.
Besonders hervorzuheben ist die Abnahme des Zuckers, die
nicht so selten bis /.um vollständigen Fehlen dieseä Bestandteiles gehen kann. Schon nach zwölf Stunden kann die Abnahme sehr ausge­sprochen sein und mehrere Tage andauern. Bei mildem Verlaufe kehrt der Zucker hingegen rasch zurück. In einem raquo;Falle geschah dies sehen nach Hü Stunden.
Sehr wahrscheinlich dauert in schweren Füllen die Zuckerabnahme manchmal wochen-. ja monatelang; doch fehlen uns hiefür einstweilen noch die nötigen chemischen Belege,
Daß in schweren Fällen von Euterentztlnduug das Fett dem Sekrete fast gänzlich abgeht, erkennt man schon ohne jedes Hilfs­mittel, Bewiesen ist dieser Mangel ferner durch die chemischen Analysen. Sobald das katarrhalische Sekret dagegen wieder milchähn­lich wird, steigt selbstverständlich der Fettgehalt und kann sogar abnorm hoch werden. In diesen letzteren Fällen sind jedoch alle Trocken­substanzen ganz erheblieh vermehrt oder, mit anderen Worten, der Wasserdurohtritt durch die Drüse in auffallender Weise herabgesetzt. Wie in den milden Fällen der Zucker rasch wiederkehrt, so ist das auch mit den Milchkügelchen der Fall. So sehen wir hin und wieder einen ungeschwächten Fettgehalt, weil der zwar unverkennbar entzünd­liche Verlauf bloß ein äußerst kurzer war.
Die .Mastitis phlegmonosa bedingt die höchsten Grade der chemischen Veränderungen, nämlich Zunahme der Eiweißstoffe und der Chloride bis zum völligen Verschwinden des Fettes und Zuckers und sehr starke Abnahme der Phosphate sowie des Kali. Ausnahmsweise ist das Sekret solcher Drüsen auch sehr wasserarm.
Milchanalysen nach Schaffer und Bondzynski;
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Mittel von 1 I Analysen abnormer ICuhmilch von
Kühen mit Mastitis |ia-
rench v tnatosa,
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Normale Kuh-
niilcli.
Minimum
Mittel
Maximum
Mittel von '.) Analysen ab aormer Milch von Ziegei mit Mastitis parenohy-matosa infolge d. Impfung
13'27nbsp; nbsp; nbsp;4'78nbsp; nbsp; nbsp;5'65nbsp; nbsp; nbsp;2-60nbsp; nbsp; nbsp;O'HG
8'20nbsp; nbsp; nbsp;2*47nbsp; nbsp; nbsp;2-88nbsp; nbsp; nbsp;3-00nbsp; nbsp; nbsp;0'36
1609nbsp; nbsp; 4-09nbsp; nbsp; 3-69nbsp; nbsp; 4*45nbsp; nbsp; 0'86
2306nbsp; nbsp; 9-38nbsp; nbsp; 6-59nbsp; nbsp; 5-72nbsp; nbsp; nbsp;1'86
Normale Ziegen-1
milch.
Minimum Mittel
Maximum
Spezielle Symptome. 1. Mastitis simplex, einfache Euterentzündung.
Dieses Leiden, syn. raquo;Viertellaquo;, raquo;leichter Viertellaquo;, ist ein sehr liiiufiges Vorkommnis, durch welches Allgemeinbefinden und Verdauungs-tfitigkeit nicht oder nur vorübergehend beeinträchtigt werden. Das er­griffene Viertel ist geschwollen, gerötet, allzu konsistent und empfind­lich; das verminderte Sekret ist milchig, gelblichweil'), dick oder dünn­flüssig, serös. Hockig. salzig und enthalt viele Eiterkörperchen. aber wenig Fettröpfchen. Die Milohmenge der übrigen Viertel ist entweder deich oder doch nicht auffällig reduziert. Diese Form der Mastitis (welche in ihren ersten Stadien mit einer starken Euterhyperämie Ähn­lichkeit hat, weshalb man sich vor einer Verwechslung mit dieser hüten muß) geht innerhalb weniger Stunden bis sechs Tage in Resolution über. Einmal beobachteten wir an einem an leichter Mastitis erkrankt gewesenen Viertel zwei Tage nach dessen Abheilung ein intensives. einer Eutcrblutung entsprechendes Blntmelken.
Es unterliegt keinem Zweifel, daß die Mastitis simplex wegen ihres raschen Auftretens, des Fehlens von allgemeinen und des Be­stellen!* von nur geringgradigen örtlichen Symptomen sowie deren raschen Verschwindens häufig vom Wartepersonal entweder übersehen, oder als zu geringfügig taxiert, verheimlicht und mit scheinbar gutem Erfolge selbst, behandelt wird. Diese Mastitis mit ihren makroskopisch nur geringfügigen Veränderungen der Milch hat aber sicher für die Käsefabrikation eine nicht zu unterschätzende Bedeutung, müssen wir
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Mastitis simplex.
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dooh annehmen) daü die allermeisten Milch fehler nur den Aus­gang abgelaufener Mastitiden darstellen.
Hin und wieder tritt die Mastitis simplex, besonders wenn es sieh um eine Streptokokkeninfektion bandelt, trotz tadellosen Melkens der Tiere enzootisoli auf und befällt innerhalb kürzerer oder längerer Zeit eine größere Zahl von Milehkühen. Ein oder mehrere Viertel werden raseh großer, derber, fester, wärmer und schmerzhaft. Die stark verminderte Milch wird dickflüssig und versiegt an den kranken Drüsen vierteln innerhalb zwei bis drei Tagen. Normalität des Euter-vicrtels und der Milch stellen sich erst nach dem nächsten Kalben wieder ein. Zur Vermeidung des Leidens genügte in den vielen von uns beobachteten Fällen stets eine gründliche und tiefreichende Er­neuerung des gesamten gewöhnlich defekten Stallhodens oder bei un-durchlässigem Stallboden eine gründliche periodische Desinfektion.
2. Mastitis phlegmonosa, heftige Euterentzündung.
Diese schwere oder hochgradige Form der piirenchvmatiisen Mastitis (auch Kreuzviertel genannt) geht hin und wieder durch Steigerung der Symptome aus einer milden Mastitis hervor, anderseits kann sie infolge rapider Zunahme ihrer Erscheinungen innerhalb 6 bis 72 Stunden in eine Mastitis necrotica übergehen, woraus resultiert. daß angesichts der vorbezeichneten Übergangsformen eine ganz be­stimmte Diagnose nicht immer möglich ist. Auffällig ist die Tatsache. daß auch diese Mastitis an den Schenkelvierteln im allgemeinen viel heftiger auftritt als an den Bauchvierteln.
Das Allgemeinbefinden ist stets getrübt. Die deprimierten, müden, matten, zitternden Tiere zeigen Schüttelfröste, 89'5 bis 41 •9deg; C Rektal­temperatur, 78 bis 120 Herzschläge und 24 bis nO Atemzüge pro Minute, halb geschlossene Augen, Tränen, Ödem der unteren Augen­lider, starke Jugularispulsation. ivrcuzschwäehe, schwankenden Gang der Nachhand, Lahmheit an der dem kranken Viertel anliegenden Extremität, Hink nicken in den Sprunggelenken. Geifern und stets während einiger Tage Verminderung oder Sistierung der Freßlust und Rumination, sowie rasche Abmagerung. Manchmal besteht anfäng­lich eine schwere Pansenparese, an welche sich nach B bis 72 Stunden, wohl infolge; Toxinwirkung, ein heftiger Magen-Darmkatarrh und Fest­liegen anschließen. Oft beobachtet man auch in schwereren Fällen eine leichte Senkung der breiten Heckenbänder. Die snpramanimären Lymphdrüsen sind nicht oder nur wenig gesehwollen.
Das ergriffene Viertel ist heftig entzündet, besonders unten brennend heiß, geschwollen, gleichmäßig hart, scheibenförmig, manchmal
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1 ;{4nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Parenobyinntöae Entzündung des Kutorlaquo;,
äußerst sobmerzhaft, weshalb die Tiere in'i der Palpation amisufallen drohen. Hin und wieder Iflßt sich im Umfange der Milohzisteme oder unten und hinten, seltener vor dem Viertel im Verlaufe der Bauoh-hautvene his zur üegio ambilioalis ein his arradiokes, heißes Odem konstatieren. Selten entstellt infolge von Fortpflanzung der Entzündung durch das Parenehym eine mehr oder weniger heftige, in vereinzelten Fällen sogar zu einer vorübergehenden Striktur des Striohkanals l'iihrende Thrlitis: häutiger beobachtet man den Übergang der Mastitis auf dar, ffleioHseitige oder gegenüberliegende Viertel.
Kasnistilq, Kino Kuli zeigte am 16. November 1907 am linken Sehenkel­viertel eine Jlaetitis phlegmonosa. Das Viertel wurde vom Besitzer maesiert, worauf sieh nrenlge Stunden später am linken Bauchviertei ebenfalls eine schwere Mastitis einstellte. Am 19. November traten bei der seit, acht Monaten trächtigen Kuh Ahortns und Kotentio seeundinarum und am 20. November am reehten Schenkel viertel oino Mastitis phlegmonosa ein. Nach 30 Tagen war die Kuh wieder gesund.
Manchmal beobachtet man. indem die Entzündung durch das
Parenehym per cuntigu ita t em sich fortpflanzt, starkes kollaterales (raquo;dem, ausgeprägte Hyperämie oder Mastitis am benachbarten Viertel derselben Seite oder Eutcrkatarrh an einem oder allen drei Vierteln.
Bei der durch Staphylokokken-Invasion erzeugten phlegmonOsen Mastitis zeigen die. Kühe nebst den erwähnten allgemeinen Symptomen rasche und starke Abmagerung, während sechs bis neun Tage 40 his zu 40'60 C Rektaltemperatur, ein großes entzündliches Odem um den Milchhchälter. mächtige Härte und Schwellung des Viertels, welche insbesondere üher der verdickten, derben und empfindlichen Zisterne am größten ist. Die Milchmenge sinkt sofort auf ein Minimum.
Als häufige Komplikationen der Mastitis phlegmonosa sind zu erwähnen das (i his 24 Stunden nach dem Eintritte der Euterentzündung sich einstellende Festliegen, sowie der innerhalb der gleichen Zeit sich entwickelnde toxische Magcn-Dannkatarrh und die häuiurrhagische Enteritis, ferner die akute seröse Synovitis der Tar.sal-, Femorotibial-und Fesselgelenke, welche auch mit Festliegen kombiniert sein kann: sodann die Bursitia metacarpea und schließlich die Fremdkörper-pneumonie.
.Bei einer Kuh beobachteten wir primär eine akute eiterige Endo-metritis, sekundär eine Mastitis phlegmonosa und 48 Stunden später Synovitis beider Tarsalgelenke nebst Festliegen.
Über die Milchmenge von acht au phlegmonöser Mastitis er­krankten Tieren K'ibt folgende Tabelle nähere Auskunft.
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Masti I is pliK'grnonosa.
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Milch.| naoli Eintritt
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an d^n gesunden Vierteln
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an den kranken Vierteln
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einige Tropfen
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Qelbllchweißes Sernni mit gelb-llchweißon Flocken.
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Gelbliches, dickes Sekret.
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Gelbliches, schwerflüssiges Serum mil ssablreiohen kleinen, gelben Gerinnseln.
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21
einige Tropfen
Zitronengelbes Serum mit gelb­lichen Gerinnseln,
Im allgemeinen besteht die Milch des kranken Vierteis aus gellj-liehi'in. molkealinlieliem oder orangßgelbem, klarem oder leichtflockigetn Serum. Die Milch der übrigen sieh im Zustande der Hyperämie des kollateralen Odems oder des Katarrhs befindenden Viertel ist während einiger Tage weiß, gelbliehweiß, dickflüssig, dockig und weniger süß.
Bei den Ubergangsformen sckwererer Mastitiden In milde. Mastitis besteht das .Sekret aus einem gelbliohweißen, flockigen, bei solchen in einen Euterkatarrh aus einem gelblieh weihen, dickflüssigen, flockigen, sugar leicht schleimigen und fadenziehenden, bei solchen in nekrotisierende Mastitis aus gelblichrötlichem, gelbliohbräunlichem, mit feinen Flocken vermischtem Serum und bei solchen in sporadi­schen Oalt ans einem gelblichen, dünnflüssigen bis erbsmusähniiehen Sekret.
Das Drüsensekret 1st stets weniger süß bis schwach salzig und bei Ubergangsformen von phlegmonüser Mastitis in sporadischen Galt deutlieh bis stark salziff. Heim Stehenlassen bildet sich ein mehr oder
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Piirencln'inatiise Knt/.Undmig des Euters.
minder dicker, aus Eiterkörperchen bestebeuder, gelbllobweißer Boden­satz, über welchem sich ein tiefgelbes, zitronengelbes^ gelblich weißes Serum und darüber eine verschieden dicke Rahmseliiclit ansammelt. In jenen Fallen, wo eine Ubergangsform in sporadischen Galt vorliegt, befindet sich über dem dicken, gelblichen, krümeligen Bodensatz noch ein feiner Blutstriemen.
Der mikroskopische Befund des kranken Sekretes ergibt: viele Eiterkörperchen, das Bacterium coli commune, Streptokokken, Diplokokken und Staphylokokken.
Eine ohne Trübung des Allgemeinbefindens, aber trotzdem mit schweren örtlichen Symptomen verlaufende Mastitis wird beim Herrschen des Fookenausschlages an den Zitzen, insbesondere in der Umgebung von deren Mündung beobachtet. Dabei wird das ergriffene Viertel unten sehr stark ödematös. schmerzhaft, heiß und im ganzen Umfange gleich­mäßig hart; die Zitze .selbst ist an ihrer Mündung normal, leicht melk­bar und erscheint in dem beißen Odem wie eingesteckt. Das nur wenige Gramm betragende Drüsensekret ist Kelblichweiß, dickbrei-artig und enthält Leukozyten und zahlreiche Kolibakterien, Diese Form von Mastitis, welche wohl als Pockenmastitis bezeichnet werden muß, geht innerhalb 14 Tage in Resolution über.
Die bei Maul- und Klauenseuche auftretende Mastitis ist gewöhnlich eine phlegmonöse und nur bei heftig auftretender Seuche eine eiterig-nekrotisierende und führt last ausnahmslos zur Verödung. d. h. Induration und Atrophie dir ergriffenen Viertel.
3. Mastitis reeidiva, rezidivierende Euterentzündung.
Nicht selten beobachtet man bei der Mastitis der Kühe und Ziegen einen rezidivierenden Verlauf, Die Anfälle wiederholen sich verschieden rasch, #9632;/.. \\. in zwei, vier oder sechs Tagen zweimal, in drei Wochen zwei- oder dreimal, in vier Monaten zehnmal, in sechs Monaten zweimal usw. In manchen Füllen treten die Rezi­diven bei jedem Witterungswechsel ein.
Ein von uns beobachteter Fall war äußerst interessant deshalb, weil jeweilen am Morgen die Entzündung neu aufflammte, nachdem gegen Abend eine, entschiedene Besserung eingetreten war. Die Zahl der Rezidiven betrug vier. Jeder erneute Anfall war heftiger als der vorhergehende, und beim vierten Rezidiv, dem schwersten, mußte man. in Anbetracht des rötlichblutigen Aussehens des Sekretes, auf ein­getretene partielle Nekrose schließen.
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Mastitis rec.idiva.
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Bei einer sehr guten Milobkuh erkrankte zuerst das rechte Sohenkelviertel, 12 Stunden spiiter das rechte Bauohviortel, weitere 12 Stunden nachher das linke Hauch- und linke Sohenkelviertel, so­dann wieder nach 24 Stunden zum zweiten Male das rechte Bauch-und rechte Schenkelviertel und nach weiteren '24 Stunden schlielllich wiederum das inzwischen bereits abgeheilt gewesene linke Bauch- und linke Schenkelviertel. Das Sekret bestand jeweilen an sämtlichen ent­zündeten Vierteln aus einem gelblichen, trüben Serum, vermischt mit gelbem, dickem Eiter; am linken Sohenkelviertel war sein Geruch der­jenige von Apfelsäure. Acht Tage nach dem Eintritt des ersten An­falles stellte sich am linken Schenkelviertel eine nekrotisierende Mastitis und eine sekundäre, zur Notsohlaclitung führende, beiderseitige Pneu­monic ein.
Bei drei im gleichen Stalle stellenden Milchziegen traten gleich­zeitig rezidivicrende Mastitidcn ein. und zwar bald an der rechten, bald an der linken Euterhälfte. Bei sämtlichen drei Stücken führte die Mastitis innerhalb zweier Monate zu Atrophie des Euters und Ver­siegen der Milchsekretion, weshalb alle Patienten geschlachtet werden mußten. Im kranken Sekret aller drei Ziegen befanden sich massen­haft Eiterkörperchen und Kolibazillen. Nach Erneuerung des Stall­bodens blieben die neu eingestellten Ziegen gesund.
Die rezidivicrende Entzündung beschlägt in der Regel nur ein Viertel, beziehungsweise bei Ziegen eine Euterhälfte, seltener gleich­zeitig zwei Viertel und gewöhnlich mehrere Male nacheinander das
gleiche: bin und wieder kann sie je
doch auch ein bis dahin verschont
gebliebenes Viertel ergreifen. Sie bedingt eine leichte Schwellung der supramamären LymphdrtUen, Die rezidivierenden Mastitidcn stellen durchschnittlich mild verlaufende Formen der Euterentzündung dar; es können jedoch einzelne; Anfälle phleginonüse, ja sogar nekrotisierende Mastitidcn hervorrufen und selbst mit entzündlichem Odem, Lenden­lahme. Tränenfluß, Magen-Darmkatarrb, Synovitis, metastatischer Pneu­monic und Septikämie verbunden sein.
Offenbar schafft die Mastitis eine Prädisposition für Rückfälle; denn wir nehmen selbstverständlich für die verschiedenen Anfalle nur eine einzige Infektion an. Die Bakterien können woeben- und monatelang in der Milchdrüse im Stadium der Latenz sich aufhalten und plötzlich wieder ihre Virulenz durch einen neuen Anfall bekunden. Künstlich kann man bei Ziegen durch Verimpt'ung des Bact. coli commune eine rezidivicrende Mastitis mit ihren zahlreichen Exazer-bationeu und Remissionen erzeugen.
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PareuobymRtttoe EntKllndung dos Knters,
i lie rezidiviorende Mastitis, welche nadi der Verödung eines Viertels ein anderes befällt und schließliob in einigen Wochen oder Monaten zur Funktionsunfähigkeit stlmtlicher Viertel führt, geht hinsichtlich des einzelnen Ani'alles fast: regelmäßig innerhalb 12 bis 24 Stunden bis zehn Tage in Resolution über. Nach weiteren An­fallen niimnt die iMilelisekretion nach jedem Anfall deutlich ab, und allmählich stellt sich an dem erkrankten Viertel Euterkatarrh, sporadi­scher (ialt. Versiegen der MilchBekretion, Induration, partielle Nekrose, Atrophie oder auch Bildung eines Kleise heu ters ein, weshalb man solche Tiere frühzeitig zn veräußern pflegt, Einmal wurde beobachtet, daß sich wenige Tage nach dem Auftreten einer rezidivierenden Mastitis mehrere hasel nulö- bis kloinhühnereigroße Cysten an der Oberfläche des kranken Viertels und überdies in der Nähe des Milchhehälters eine gänseeigroße Cyste entwickelten, welch letztere vermittelst eines breiten, derben Stranges mit der Milohzisterne in Verbindung stand.
Kasuistik. Kine ii Jahre alte, prämiierte, in gutem Ernäbrnngszastancle sich befindende Kuh kalbte am 5. Dezember 1908 und lieferte seither je 101 Milch pro Melkzeit.
Die Kuh erkrankte am 24. März 1904 morgens nach dem Melken an .Mastitis phlegmonosa am rechten Schenkelviertel. Der vorhergegangene Tag hatte sich durch kühle Witterung infolge heftiger Hiso ausgezeichnet.
Die Untersuchung ergab: Starke Trübung des Allgemeinbefindens, ge­spannter Gang, 41-80 C Rektaltemperatur, 86 Herzschläge und 24 Atemzüge pro -Minute, Tränenfluß, wenig Freßlust, keine Rumination und verminderte Pansen-perlstaltik. Milchmenge am Morgen noch U) l. Die linke Euterhälfte und das rechte Hauchviertel sind normal, ihre Milch weil! und Büß. Das rechte Schenkel-Viertel ist um ein Drittel vergrößert, rot, lieilJ, sehr schmerzhaft, die Zitze leicht ödematös-infiltriert. Sekret zirka 100:/, granweiß mit großen, weißen Flocken.
Am Abend des 24, März war das allgemeine und örtliche Befinden ein viel besseres, indem die Mastitis in deutlichem Rückgang begriffen war.
Am 25. März morgens war wiederum eine schwere Trübung des Allgemein­befindens und Verschlimmerung der Enterentzündang konstatierbar, Rektal­temperatur Ki'-lquot; C, 100 Herzschläge, 40 Atemzüge pro Minute, Die Verdanungs-tätigkeit liegt darnieder, die Milchmenge beträgt noch .'! / pro Melkzeit, Das rechte Schenkel viertel ist oben elastisch, in der unteren Hillfto heiß, äußerst schmerzhaft und hart. Das Sekret besteht, aus granlicbweilJeni Serum mit schlei­migen, langen Gerinnseln.
Am 25, März abends zeigte die Kuh iVJ'ü'' C Temperatur, HO Herz­schläge und 26 Atemzüge pro Minute, ziemlich gute Frei'ilust und einen deut­lichen Rückgang der Entzttndungssymptome am Euter.
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Mastitis recidivn.
LS9
Am #9632;_'!). Mür/. tnorgenB laquo;ureii wieiloriun alls Bjinptonie eines sehworoii Rezidivs zugegen) und zudem zeigte lt;lio Kuh deutllobe Krouzselnvüclio, Sobwanken imil am rechten Bauchvisrtel eiuo deutliche, auf Hyperämie beruhende An­schwellung, welche infolge dor gegen unsere Anordnung vom Besitzer vor­genommenen Massage des entzündeten rechten Schenkelviertels entstanden war.
Am Abend des 26. Mamp;rz war der allgemeine und örtliche Zustand be­deutend hesser.
Am i.'?. Mär/, morgens jedoeb war wiederum eine ganz, erheliliche Ver­schlimmerung eingetreten. Die Patientin zeigte 10quot; 1deg; C Temperatur, 100 110 Herzschläge, 10 Atemzüge pro Minute; starke Depression und Abmagerung, zurüchgesnnkene Augen, Indigeslion, große Kreuzschwäche, metastatische Syno-vitis sorosu. am rechtenTarsalgelenk, starke Hyperämie am rechten Bauchviertel, mit noch weißem und süßem Sekret. Das rech te Sc henke Ivi e rtol ist wiederum rot, beiß und äußerst empfindlicb und unten ödematös. Seine obere Hälfte ist derb, elastisch, die untere mehr rundlich und hart. Die Zitze ist kurz, ödomatös in­filtriert, leicht melkbar, Sekret; grauliches Serum mit vielen gelbliohweißen Ge­rinnseln und schleimigen Strängen.
Am ~\K März war das Allgemeinbefinden bedeutend besser. SO'Squot; C Tempe­ratur, 80 Herzschläge und - I Atemzüge pro Minute. Indigestion, Kreuzschwäehe und Synovitis sind in Abheilung begriffen. Das rechte Hauehviertel ist normal, und die Milcbmenge an den drei gesunden Strichen betrug am Morgen 1 /. Das rechte, noch sehr stark entzündete Schenkel viertel, dessen supramammäre Lymphdrüsen niemals anschwollen, zeigt heute als Folge der heftigen Mastitis blasige Abhebungen der Epidermis und infolge zirknmskripter Drüsen-nekroso ein gelbrötlichos, flockiges, geruchloses Sekret,
Am 31. März war das Allgemeinbefinden wiederum äußerst stark getrübt. 40'60 C Bektaltemperatur, Ülj Herzschläge, während dos Liegens 24 und nach dem Aufstehen, wohl infolge Anstrengung und Schmerzen, während 6—10 Mi­nuten 60—70 Atemzüge pro Minute. Die stark abgemagerte Kuh zeigte auf-fällige Kreuzschwüehe, sehr mühsames Aufstehen, steifen, gespannten Gang, Magen-Darmkatarrh, beidseitig ausgeprägte rnetastatische, seröse Synovitis In den Tarsalgelenken mit starkem Ödem am rechten Metatarsus. Die Milcbmenge an den drei gesunden Vierteln beträgt ij l pro Melkzeit. Die linke Kutcrhälfto ist klein und sehlall', das rechte Bauchviertel bedeutend größer, wänner, derb-ela-stis''h, d. hi hyperämisch, sein Sekret weiß und süß. Das rechte Schenkel­viertel ist seit dein 30. März morgens mächtig angeschwollen, heilJ, etwas emp­findlich, scheibenförmig, hart, hinten und unten Qdematös. Das bakterienfroio, geruchlose Sekret besteht aus orangegelbem Sermn mit kleinen Ulutgerinnsoln.
Am 2. April war das Befinden der Patientin etwas hesser. Sie zeigte .'ifl,2 0C Temperatur, 80—90 Herzschläge und während des Liogens 20 Atemzüge pro Minute; nach dem mühsamen Aufstehen während zehn Minuten 50—70 Atem­züge, starke Dyspnoc, ferner infolge einer akuten Bronchitis häufigen, kurzen, rauhen, sehmerzbaften, trockenen Husten. Die Verdauungstätigkeit ist
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l'aronolivmatöse KiU/.üiuliiiiquot;' des Kuteis.
wesentlich besser, die Synovitla ist etwas zurückgegangen. Die Milehmenge beträgt -I t pro Melkzeit, Sowohl die Hyperämie am rechten Bauobvierte) als auch die Mastitis am rechten Sehe nkclviertel sind in Abheilung begriffen, Das nur wenige (Jraiiiin betragende Sekret aus letzterem N'iertel besteht aus graulichweißem Serum mit gelblichweißen Gerinnselni
]Jio Besserung hielt an. Die Milchmenge betrug vom 4, April an 5 l pro Melkzeit, und am 8, April waren die sekundären Leiden, als da sind: Ver­dauungsstörung, Kreuzsohwäcbe, Synovitis, Bronchitis und Hyper­ämie am reell ten liaueh viertel vollständig verschwunden. Das rechte Sebonkel viert ol war bedeutend kleiner und weniger entzündet, unten noch etwas iidematös und hart, in der oberen Hälfte derh-elustiseli. Sein Sekret ist bläulich-wässerig und bildet, eine deutliche Kalimseliielir, darunter ein graulich weißes Serum und keinen Bodensatz,
Am 24. April, somit .'Jü Tago nach Beginn des Leidens, war die Kuh wiederum ganz normal mit Ausnahme des rechten Schenkelviertels. Letzteres war in der unteren Hälfte noch etwas zu derb und lieferte pro Melkzeit nur 600 ,lt;/ Milch von anfänglich graulichweißem, nachher milchigem Aussehen und salzigem Goscbmaek.
Im Laufe des Monates Juni wurde an diesem Viertel das Melken sistiert, und die Kuh wurde dreistrichig.
In diesein Falle betrug also die Zahl der Rezidiven vier, wovon die ersten drei sich in Intervallen von je '1\. das letzte in einem Intervall von 72 Stunden ereigneten; ferner bedingte jeder weitere Anfall nieht nur allgemein, sondern auch örtlich erhebliche Ver­schlimmerung, indem zu dem anfänglich nur schwer getrübten All­gemeinbefinden sieh heim ersten Rezidiv: ausgeprägte Indigestion und schwere phlegmonöse Mastitis; heim zweiten; deutliche Kreuzschwäche, Sehwanken, Hyperämie am rechten Bauchviertel und sehr schwere phlegmonöse Mastitis am rechten Schenkel viertel; heim dritten; meta-statische Synovitis am rechten Tarsalgelenk, sein- schwere phlegmonöse Mastitis nehst starker Hyperämie am rechten Rauchviertel; und beim vierten; Magen-Darmkiitarrh. akute Bronchitis, beidseitige metastatische, seröse Synovitis und zirkuraskripte Mastitis aoorotica am rechten Schenkelviertel hinzusesellten,
4. Mastitis metastatica, Euterentzündung mit Metastasen.
a) Mit Kreuzlähme, syn. Lendenlahme. Festliegen, Parese der Naohhand. l)as Unvermögen aufzustehen, als Folgeerscheinung der Mastitis, kommt nur bei vortrefflichen Milchkühen während der stärksten Laktation und durchschnittlich nur bei mild verlaufenden Mastitiden innerhalb der ersten 5, 10—72 Stunden nach Eintritt der Krankheit vor. Die Tiere trippeln anfänglich hin und her, überköten
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Mastitis metaBtatioa.
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abwechselnd, zeigen Bohwankenden Gang und große Sohwäohe der
Nacliliand. Das Festliegen dauert ein bis fünf Tage, nur sehr selten länger, Während dieser Zeit ist das Allgemeinbefinden etwas getrübt: die Patienten zeigen kein Fieber, normale Sensibilität, verminderte Frefj-hist, leichte Indigestion, welch letztere noeb einige Tage nach dem Aufstehen andauern kann; selten ist Magen-Dannkatarrh. dagegen regelmäßig sehr starke Abnahme der Milcbsekretion und, was pro­gnostisch günstig, manchmal das Vermögen vorhanden, sich ohne Nach­hilfe von einer Seite auf die andere zu wenden. Interessant ist der Umstand, daß die Mastitis, abgesehen von der Functio laesa, oft­mals abheilt, bevor die Kühe sich wieder orbeben können (was in der Kegel innerhalb 24 bis 48 Stunden geschieht), und daß. sofern das Euter beim Vermögen des Aufstehens noch nicht vollständig ab­gebeilt ist. nach fünf bis sechs Tagen ein Rezidiv des Festliegens sich einstellen kann, welches gewöhnlich fünf Tage anhält. Mit diesem stets günstig verlaufenden Festliegen ist dasjenige, welches sich infolge von Mastitis necrotica. vor oder nach dem Werfen sowie infolge Paresis puerperalis, Septicaemia puerperalis, Beckenfrakturen etc. ein­stellt, nicht zu verwechseln. Die Lendenlahme, welche während des gleichen Mastitisanfalles intermittierend auftreten kann, beruht nur zum kleinsten Teile auf den Mastitisschmerzen; sonst müßte sie bei phleg-monöser Euterentzündung. wo sie tatsächlich selten ist, gerade am häufigsten sein. Wir nehmen an. dieselbe sei auf die im Prodromal-stadium so mancher Infektionskrankheiten vorkommenden Rücken­schmerzen und Lendenschwäche zurückzuführen, und es handle sich in letzter Instanz um die Wirkung von Stoffwechselprodukten von Bakterien, Mastitis mit Lendenlahme konnten wir künstlich durch galaktifere Impfung des Bact. coli commune bei einer Kuh er-
bj Mit heißem Odem und Synovitis an den Tarsal-gelcnken. Selten bei mild auftretenden, häutig bei phlegmonösen und nekrotisierenden Mastitiden stellt sich am dritten, vierten bis achten Tage ihres Bestehens, besonders medial an einem oder beiden Tarsalgelenken, manchmal auch an den Metatarsen und sogar an den Fesseln ein heißes, schmerzhaftes Odem ein, welches oft mit einer ein-oder beidseitigen, akuten, serösen, niemals eitrigen Synovitis der Tarsal-gelenke, selten der Knie- und Fesselgelenke kombiniert ist. Die ge­nannten Gelenke schwellen stark an, sind heiß, sehr empfindlich und behalten Fingereindrücke; ihre Kapsel ist ausgedehnt und deutlich fluk­tuierend. Die zuweilen schwer leidenden, deprimierten Tiere stehen
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l';ii'PiK-li\ iiKili'isiquot; Kntziimlung des Kutors.
hinten unterstflndig, zeigen große Lahmheit, Kreazsoliwäohe, Ein­knicken in don Tarsalgelenken, erschwertes Niederliegen und Auf­stehen, SQ'ö—41quot; C Rektaltemperatur, Schwellung der Augenlider, Tränenfluß, stark aufgeregte Herztätigkeit, Dyspnoö, schlechte Freß-lust, Indigestion, akuten Magen-Darmkatarrh und hin und wieder eine die Schlachtung bedingende Lendenlahme.
Bei einer Kuh beobachteten wir eine Synovitis metastatica au beiden Tarsalgelenken in Verbindung mit Festliegen und akutem Magen-Darmkatarrh. Nach dem Aufstehen trat vorn beidseitig noch Klauenrehe auf.
Käst ausnahmslos erfolgt, insofern es sich nur um Synovitis handelt, bei zweckentsprechender Behandlung innerhalb zehn Tage nach Eintritt der Krankheit vollständigo Abheilung.
Die Synovitiden sind als Metastasen, von den kranken Vierteln aus auf hämatogenem Wege entstanden, aufzufassen und können künstlich durch intrasynoviale Impfung von Reinkulturen aus der Milch er­krankter Euter leicht erzeugt werden.
c) Die übrigen Komplikationen, wie Paralyse der Nachhand, Perikarditis, Pneumonie, Pleuritis, Enteritis und Peritonitis, machen sich innerhall) 24 — 96 Stunden nach dem Auftreten einer phlegmonösen oder nekrotisierenden Mastitis bemerkbar, sind mit großer Hinfälligkeit und Schlafsucht verbunden und bedingen, wenn nicht frühzeitige Schlachtimg erfolgt, einen letalen Ausgang. Selbstverständlich ist die metastatische Pneumonie bei der Sektion nicht mit einer Fremdkörper-pneumonie (Einschtlttpneumonie) zu verwechseln,
Kasuistik. Bei einer seelis Jahre alten, 700/,v; schweren Kuli bemerkte der Besitzer am 280. Tage der Trächtigkeil während des Öeburtsaktes eine Entzündung dos Euters.
Die Untersuchung ergab: ;il)'l'gt; C Rektaltemperatur, 90 Pulse und 10 AtemzUge pro Minute; ganz frische Mastitis phlegmonosa am linken Schenkelviertel mit Festliegen, Sopor, völliger Unempfindlichkeit, yollständiger Sistierung der Freßlust und Eumination und intensiv stinkender Diarrhöe. Das Co II a in uteri war verstrieben; das vor wenige?! Stunden abgestorbene, kleine Junge wurde mit wenig Beihilfe entwickelt, worauf siek Retentio placentarum und nach 20 Stunden eine zur Notachlachtung führende Septicaemia pner-peralis einstellte. Kurz vor der Soblaohtung zeigte die ganz gelähmte Kuh 38'60 C Rektaltemperatur, 120 Pulse und 86 Atemzüge pro Minute.
Mehrmals haben wir beobachtet, daß eine kurz vor oder während des Partua sieh einstellende .Mastitis phlegmonosa anfänglich ein der Gebärparese ähnliches Krankheitsbild zeigte, daß die Nachgeburt
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Muslitis ncorotica.
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nicht abging und die Tiere zwei bis drei Tage post partum wegen Septioaeinia puerperalis aotgesohlaohtet werden mußten, ferner, daß bin trookenstebenden hoohtrttohtigeu Kuben das Festliegen infolge Mastitis innerhalb vier Tage zu einer Paralyse der Naohhand und Notsehlaohtunc führen kann.
5. Mastitis necrotica, brandige Euterentzündung.
Diese klinisob und anatomisch schwerste, sowohl sporadisch als aueh enzootiach vorkommende Mastitis, welche gewöhnlich nur ein Viertel, seltener eine KuterliiilCte ergreift, tritt entweder als solche auf oder entwickelt sich innerhalb 6—96 Stunden unter Zunahme der Symptome aus einer leichten re/.idiviercuden oder phlegmonösen Mastitis.
Bei einer Kuh beobachteten wir z, B. zuerst eine Mastitis phlegmonosa am linken Sehenkelviertel und vier 'i'a^-e später eine mit Festliegen verbundene Synovitis der Tarsalgelenke, welche drei Leiden
innerhalb sechs Tage abheilten, 24 Stunden nach der Abheilung trat eine re/.idivierende und in Nekrose Übergehende Mastitis am linken Sehcnkelviertel ein. wobei die obere Hälfte dieses Viertels abstarb.
Die Patienten zeigen eine aufiWlige Trübung des Allgemein­befindens, große Depression, während drei bis sieben Tage hohes Fieber 40'8—41,80 C Rektaltemperatur, ferner 90—126 Herzschläge und 35—;r)0 Atemzüge pro Minute, blasse Schleimhäute. Stöhnen. Tränen, zurückgesunkene Augen, Konjuuktivitis, erweiterte Pupillen, allgemeine Muskelschwäche (besonders in der Nachhand), Einknicken in denSprung-gelenken. gespannten Gang mit den hinteren Extremitäten, kurze Sehritte, Überköten, starke Lahmheit an der dem kranken Viertel benachbarten Gliedmaße, hin und wieder Senkung der breiten Becken­bänder, Schwellung der Wurflefzen, Rötung der Vaginaschleimhaut, diffuse Schweiße, zeitweise Schüttelfröste, Dyspnoö, schwere Indigestion, nach 24—72 Stunden Magen-Darmkatarrh, rasche, starke Abmagerung und Kollaps.
Die örtlichen Erscheinungen leiten häutig mit einer plötzlich und äußerst heftig einsetzenden phlegmonösen Mastitis ein und bestehen in gewaltiger Schwellung - so z. B. betrug bei einem entzündeten. nekrotisierenden Schenkelviertel die größte Breite hinten und oben 46 cm und der Umfang zu unterst am Milchbehälter 28 cm •—. ferner bei nicht pigmentierter Haut in Rötung, autl'älliuer Hitze. Schmerz-
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144nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; l'arouchyinatüso EatüUnduDg des Euters,
haftigkeit, llSirte. bis armdicker, heißor Odembildang unten am Viertel im umkreise der Milobüisterne, ja BOgar in der Regio nmbilioalis und bis unter die Seheide, sowie in Niehtverseliiebbarkeit der IJant auf dem kranken Viertel. Der Milehbeiiälter ist leer, die Zitze groll iulil-triert, gespannt, derb, uielit eiii|iiindlieli. Naob einigen Tagen ist das Viertel auf Nadelstiche uneniplir.düeh und bin und wieder unten und lateral empbyseinatös und der Musoulus spbincter papillae teil­weise oder ganz geläbmt.
Fatbognomisob für Eut erne k rose ist das blutige Aussehen des wenigen Sekretes, welche Art von raquo;Blutmelken* jedoch mit dem auf S. 89 und 92 erwäbnten nicht verwechselt werden darf. Entweder ist das Sekret schon bei der ersten Untersuchung dünnflüssig, braunrot, blutig, breiartig oder, bei disseininierter Nekrose. dunkelgelb und besteht aus einem gelblichen, dicken Bodensatz und blutigem Serum, oder es besteht während der ersten 6—72 Stunden ans einem orangefarbigen, geruchlosen Serum und spärlichen, aus Rundzellen und etwas körnigem Niederschlag zusammengesetzten, gelblichen bis roten Flocken. Ein dunkelgelbcs. klares Serum mit leicbtem Stich ins Rötliche deutet immer auf eine Nekrose vereinzelter Driisenlappeben hin. Ein rötlichgelbes, mit einigen Gerinnseln versebenes, durchsichtiges Sekret ist charakteristisch für den Übergang der phlegmonösen Mastitis in Nekrose. Entwickelt sieh die Mastitis necrotica aus einer Mastitis pblegmonosa durch Steigerung der Symptome, so wird das anfänglich bernsteingelbe oder gelblich-seröse Sekret innerhalb einiger Tage (gewöhnlich drei bis sechs) sukzessive dunkelgelb, rötlich, blutig, stinkend, jauchig, krümelig und sogar von nekrotischen üewebsfetzen und Glasblasen durchsetzt, was stets als ein Zeichen der Erweichung, der eiterigen Einschmelzung und Verjauchung des nekrotischen Herdes zu betrachten ist. Sehr oft ist die Mastitis necrotica mit Mastitis simplex oder Euterkatarrh oder kollateraler Hyperämie an den übrigen Vierteln vergesellschaftet. Die supramanunären Lymphdrüsen sind stets mehr oder weniger ge­schwollen.
Die Milchmenge ist von Anfang an erheblich vermindert und beträgt an den kranken Vierteln bloß einige Tropfen. Aber auch an den gesunden ist dieselbe gegenüber früher zurückgegangen, zudem ist das Sekret geronnen, dick, breiartig, fadenziehend und klebrig.
Über die Mengenverhältnisse gibt folgende, an Hand spontaner Mastitisfalle aufgestellte Tabelle Aufschluß:
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Mastitis necrotica. Nckrotisierende Mastitis bei Kiiluin.
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H 3
Milclii[iiantuin nach Kintritt des Leidens
pro Melkzeit
Auasolien der Milch der kranken Viertel
pro UeUczoIt
mi den ^esuncion Viorlcln
an don kranken Vierteln
61
SI
11 /
7/
91
einige Trojifen
il 1 I
1800 lt;-;raquo;;i 500'0 cm*
einige Tropfen i Blutiges Serum mit zahlreichen kleinen, riitliclien Flocken. raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Kotes iSerum mit lilutgorinnseln und
einigen kleinen, gelben Flocken, raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Blutiges Serntn.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;gt;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Klutigos Serum mit kleinen, rot-
gelben Gerinnseln. Blutiges bis orangefarbiges Sekret. Blutige Jauche.
Nekrotisierende Mastitis bei Zie;ren.
II la'
Milclu(uantum nach Eintritt dos Leidens
pro Melkzeit
Aussehen der Milch der kranken KuterLälfto
s
Ji o v v : [iro Mclk/.eit;
an der gesunden
Euterhttlfte
an der
kranken
Kuterbillt'te
21
VI, l
I .nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Ü
einige Tropfen : Stinkende, rote Jauche.
1500 c
einige (iranim
BliitigesSerum mitriitlichon Flocken,
II
An dieser Stelle sei darauf aufmerksam gemacht, daß sich bei der nicht selten einige; Tage oder wenige Wochen nach der Geburt auftretenden und meistens durch das Bact. coli commune verursachten nekrotisierenden Mastitis 6—96 Stunden nach deren Auftreten schwere Komplikationen, wie septische Perikarditis, Pneumonie, Pleuritis, Pe­ritonitis, Tetanus, Enteritis, Synovitis der Tarsal- und Femorotibial-gelenke, heißes, schmerzhaftes Ödem von der Krone bis und mit den Tarsalgelenken, beiderseitige Tendovaginitis der unteren Sehnen­scheiden der Beugesehnen, Parese (Festliegen) oder Paralyse der Nachhand einstellen können, durch welch letztere insbesondere ein der
ließ, Kriuiklioiteii der Milrhdn'iscn.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;iq
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14(5nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Paronch) uuitnse Kiit/.iindiinsr des Kutors.
Septicaemia pucrperalis oder Gehärpurese ähnliches Krankheitsbilil hervorgerafen wird, weshalb bei obertlächlicher Untersuchung eine Verwechslung leicht möglich ist. Ferner kommt es vor, daß sich bei foudroyanter. trockener Kuternekrose an anderen Körperstellen. z. B. am Zuogengrande, eine trockene Kekrose der Muskulatur einstellt, welche zur Verwechslung mit Rausch brand Anlaß geben kann.
Wichtig und wohl mit dem Virulenzgrade der diese Mastitiden bedingenden Bakterien im Zusammonhaiige stehend ist die Tatsache. daß die Kuternekrose in bezug auf Haschheit des Auftretens und der Ausbreitung sich sehr verschieden verhält. Bald tritt sie foudroyant, bald langsamer, bald als trockene, bald als feuchte Nekrose (Fäulnis­brand, Mastitis gangraenosa et mortificatio uberis) auf. Betrifft die Nekrose ein ganzes Viertel, so bleibt dasselbe wahrend längerer Zeit großer, gleichmäßig hart, nicht empfindlich und nicht fluktuierend. In den meisten Fällen beschränkt sie sich jedoch nur auf eine größere oder kleinere Partie des Viertels, was durch Palpation nach einigen Tagen oder wenigen Wochen schon festgestellt werden kann, und ist stets mehr zentral; selten werden einige Stunden oder Tage nach dem Eintritte des Leidens auch die das Viertel überziehende, nicht ver­schiebbare Haut und die Zitze bläulich bis dunkelbraun verfärbt, kühl, trocken nekrotisch oder mit dunklen, eine intensiv stinkende, gas­haltige Jauche enthaltenden, miß- bis handtellergroßen Brandblasen besetzt.
Eine wichtige, schwere und mehr schleichend eintretende Form von eiterig-nekrotisierender Mastitis kommt nicht selten bei hochträchtigen, milchreichen, weich melkenden, schwer zum Trocken­steten zu bringenden Kühen und hin und wieder auch bei hochträch­tigen und sogar unträchtigen Rindern vor, und zwar ohne Einwirkung von Fremdkörpern und nicht in Kombination mit Tuberkulose. Sie beruht bei Kühen auf einer aszendierenden, bei Rindern auf einer hämatogenen Infektion mit Düngerbakterien, speziell dem Bact. ooli commune und dem Bacillus necrophorus.
Die erkrankten Kühe zeigen kurz nach Beginn des Trocken­stehens eine erhebliche Milehstauung. welche innerhalb einiger Tage zurückgeht. Durchschnittlich zwischen dem 10. bis 30. Tage, seltener erst in den letzten Tagen der Trockcnpcriodc oder unmittelbar vor dem Kalben bemerkt man langsam sich steigernde allgemeine und aus­geprägte örtliche Symptome, wie deutliche Trübung des Allgemein­befindens, bis 400quot; C Temperatur, verminderte Freßlust und rasche, starke Abmagerung. In der Regel ist ein, seltener beide Schenkel-
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Ma.--titi.s necrotica.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;147
viertel oder ein ßauchviertel entweder mehr in der oberen oder mehr in der unteren Hälfte oder im ganzen umfange mäobtig vergrößert. fest, hart, heiß, schmerzhaft, unten ödematös. Die supramamm.'iren Lymphdrüsen sind stets geschwollen. Die leicht melkbare, im Umfange des Milchbehülters mit einem heißen Odem versehene und daher wie eingesteckt aussehende, im Übrigen gut kanalisierte Zitze entleert zirka
260 g dicken, gelblichen, grünlichen, erbstnnsftbuliohen, intensiv stinken­den Eiter oder eine grauliche, braune, rötlich-blutige Jauche, in welcher Kolibazilien nebst Kokken und massenhaft der Bacillus necrophorus enthalten sind.
Als sekundäre Erscheinungen werden beobachtet: ein schwerer, akuter JMageii-Darmkatarrh und metastatische Synovitis an beiden Tarsal-gelenken sowie Septikämie.
Die Ausgänge bei dieser schleichend eintretenden, eiterig­jauchigen Mastitis bestehen in partieller oder totaler Nekrose des Driisenviertels und in Bildung multipler Jaucheherde und Abszesse, welch letztere beide schon innerhalb drei Wochen an der lateralen, medialen oder hinteren Seite des Viertels durchbrechen und zu lang-dauernder Fistelbildung Anlaß geben können. Stets führt diese schwere Mastitis kurze Zeit nach ihrem Auftreten an dem Viertel, das in toto leidet, zu Induration, Atrophie und Versiegen der Milchsekretion, an den sekundär befallenen dagegen zu Euterkatarrh und sporadischem Galt.
Die kranken Viertel nehmen sukzessive an Umfang ab und bilden später eine 1 2 Fäuste große, derbe, feste, knotige, binde-gewebige Masse, die noch kleine Mengen sehr kleinlappigen Euter­gewebes enthält. Die Schleimhaut der Zisterne wird strangförmig verdickt.
Kasuistik. Fall Nr. I. Hol einer Kuh trat vier Tage vor der Gehurt eine heftige Mastitis am rechten Sobenkelyiertel ein. Die Milch, 20ü# pro Melkzeit, war stark gelblich, dicklich, mit Klumpen vermischt, jauchig-Btinkend wie eine faulende Nachgeburt. Nach elf Tagen war das Allgemein­befinden nahezu normal, das Viertel weniger geschwollen und woniger hart. Das Sekret, nunmehr 260p pro Melkzeit, war stark grünlich, breiartig, von jauchigem Gestank und enthielt viele Gasblasen. Das Viertel atrophierte später, und der nekrotische Herd wurde eingekapselt.
Fall Nr. II. Kuh, sechs Jahre alt, zirka 376 %p schwer. Die seit 285 Tagen trächtige l'atientin zeigte am 17, Miirz 1896, 18 Stunden vor dem Kalben, am linken Bauch-und linken Schenkel viertel eine leichte Mastitisohne Trübung des Allgemeinbefindens. Am 18, März morgens, d. h, sechs Stunden nach der normal verlaufenen Geburt, auf welche zwei Stunden später der vollständige Abgang der Nachgeburt stattfand, zeigte die Kuh heftige Schüttelfröste und eine
10laquo;
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148nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ParenohymatöBe Entzündung lt;ies Euters,
sturktlaquo; Änsohwellung ilor linken EntorliUlfte: dio Milohmenge an der gesunden
rechten Eutcrhält'to betrug 2/ Kolostralmilch; aus den linksseitigen kranken Vierteln konnten nur einige Gramm orangefarbiges, klares Serum ausgemolken werden.
Am gleichen Tage nachmittags konstatierten wir ST'S^C Temperatur, 9G Herzschläge und 30 Atemzüge pro Minute, kühle Homer, gleichfalls kühle Uhren und Kiirperoberflache, große Depression, allgemeine Schwäche, viel Liegen, glanzlose, in ihre Hohlen zurückgesunkene Augen, vollständige Sistierung der Verdauungstätigkeit. Die rechte Euterhälfte ist verhältnismäßig klein und nor­mal; ihr weniges Sekret besteht aus Kolostralmilch, Die linke Kuterhiilfte ist um das Doppelte vergrößert; ihre Haut ist von blau-violetter Farbe, kalt und auf Druck unempfindlich. An vielen Stellen dor gleichmäßig harten Drüsenviertel löst sich die Epidermis, und aus der von der letzteren entblößton Haut schwitzt. eine jauchige, seröse Flüssigkeit aus. Die beiden linksseitigen Zitzen sind bläu­lieh verfärbt, stark geschwollen, derb, unempfindlich und entleeren auf leichten Druck total 20 y einer dunkelbraunen, stinkenden Hüssigkeit,
Diagnose: Foudroyant vorlaufende Mastitis necrotiea und sekundäre Septikilmie.
Die sofort vorgenommene Sektion ergab:
Im Herzmuskel zahlreiche kleine Blutungen, Milz erheblich vergrößert, Pulpa schwarz und stark erweicht.
Gewicht des Euters 15 hg\ supramammilre Lymphdrüsen beiderseitig stark vergrößert, mit gelappten Rändern und hyporäinischen Streifen auf der saftigen Schnittfläche. Rechte Euterhälfte groß; ihre Schnittfläche besitzt wenig hervor­stehende Läppchen und ein trübes, erbsmusähnliches Sekret. Linke Euterhälfte sehr groß. Die Subkntis in der Umgebung derselben serös-blutig infiltriert. Die Schnittfläche schmutzig graurot, verhältnismäßig trocken, ihre Oefäße mit ge­ronnenem Blute gefüllt; von ihrer Schnittfläche läßt sich rötliches, stinkendes Serum abstreifen. Die Zisternenschleimhaut ist mit einem dünnen, librinösen Häutchen bedeckt. Im frisch-brandigen Gewehe sind das Bact. coli commune und zahlreiche Stäbchen enthalten.
Pathologisch-anatomische Diagnose: Foudroyant vorlaufende Mastitis necrotiea und sekundäre Septikiimie.
Fall Nr. IIF. Kuh, fünf Jahre alt, in gutem Ernährungszustände, kalbte zum zweiten Male am 30. April 1904 ganz normal. Diese vorxüglicho Milchkuh stand vier Wochen trocken und zeigte während dieser Zeit nicht die geringsten allgemeinen oder örtlichen Krankheitserscheinungen. Beim erstmaligen Molken post partutn fiel dem intelligenten Besitzer die abnorme Beschaffenheit des Drüsensekrotes des rechten Bauchviortols auf.
Am 2, Mai 1004 war der Befund folgender: 30-20 C Temperatur, 66 Pulse, 16 Atomzüge pro Minute. Das Allgemeinbefinden ist ungetrübt, Die Kuh ist munter, zeigt normale Verdauungstätigkeit und liefert an den drei gesunden Vierteln 4 l Kolostralmilch pro Melkzeit.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Das Enter ist leicht asymmetrisch,
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Mastitis necrotica.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 149
die rechte supraniiuimKiro Lymplulrüso ist leicht froscliwollen, das rechte ]5auchviortel etwas größer als die übrigen. Das rechte Sehenkelviertel und die linke Eutorhillfte sind hinsichtlich des Driisengewobos und Sekretes ganz normal. Das leicht und gleichniül'ig vergrüßerte, nicht entzündete rechte Bauch-viertel ist oben derb konsistent, unten, besonders in der Umgebung der Miin-dungsstellcn derDuctus laotil'eri, gleichmäßig hart und auf Druck nicht emp-findlicb, hingegen hört man bei der Palpution des Euters ein deutliches Knistern und Kauschen, herrührend von den im Euter angesammelten Fauluisgasen. Die Haut ist nach oben leicht, unten am Viertel dagegen schwer verschiebbar. Zitze, Zitzenmündung, Strichkanal und .Milchzisterne sind ganz normal. Das beim Melken erbältliche nitlichgolbliche, dickflüssige, intensiv jauchig stinkende Sekret (85 g) besteht hauptsächlich aus hekrotischen Gewobst'etzen, Eiter-klümpchen und vielen Gasblasen.
Der Verlauf dieser spontan entstandenen nekrotisierondon Mastitis, welche mit dem Trockenstehen, beziehungsweise mit der dadurch bedingten Milchstauung zusammenhing, gestaltete sich, wie immer in solchen Fällen, relativ günstig.
Am 9, Mai lieferte die (übrigens stets ein ungetrübtes Allgemeinbefinden zeigende) Kuh 7 l Milch pro Melkzeit, Das rechte Bauchviertel war bedeutend kleiner, in seiner oberen Hälfte elastischer, unten aber immer noch hart und nicht schmerzhaft. Das wenige, nunmehr geruchlose Sekret war dick, gelblich und bestand ans etwas Serum und Eiterkörperchen. Im Verlaufe der nächsten Wochen wurde die obere Hälfte dos Viertels schlaff und weich, die untere, offenbar zum größten Teile aus nekrotischem Drüsengewebe bestehende blieb derb und fest und sezernierte noch einige Tropfen gelbliches Serum, vermischt mit feinen, gelblichen Gerinnseln. Die Kuh wurde droistrichig.
Bei Ziegen kommt ebenfalls, wie bei Kühen, sowohl die trockene als auch die feuchte Nekrose des Euters vor. Gewöhnlich beeinnt das
Leiden an der Zitze und ihrer Umgebung:; diese Partien schrumpfen zusammen, werden weich, kalt und schwarz, worauf sich die Nekrose nach aufwärts verbreitet.
In etwas mehr als der Hälfte der Fülle werden die. Tiere ge­rettet. Das Fieber verschwindet nach (1—-12. die allgemeinen Symptome innerhalb 14—80 und die Entzündungssymptorae am stark asym­metrischen Euter innerhalb 80—50 Tage. Das Sekret des kranken Viertels wird nach 20 Tagen gelblich, dick-breiartig, geruchlos oder ddnn-breiig. eiterig, graulieh, blutig, jauchig-stinkend. Beim Auftreten von feuchtem Brand an Zitze und Haut des Euters, sowie heim Eintritt von Parese. Paralyse, septischer Perikarditis. Pneumonie. Eremdkürper-pncuinonie. Pleuritis, Peritonitis, Enteritis, diffuser, trockener Muskel-nekrose nimmt die Krankheit wegen der hinzutretenden, nicht immer mit Temperaturerhöhung verbundenen SeptikUmie oft unerwartet rasch, d. h. schon innerhalb 18—24—72 Stunden, einen letalen Ausgang, wes-
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150nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; J'.'ireiicliymiitöse Kntziindimg des Euters.
halb derart erkrankte Tiere sein1 genau untersucht werden müssen. Eine rasche Notsohlachtung ist ebenfalls angezeigt in allen jenen Fällen von fondroyant verlaufender Mastitis necrotica, in denen die Tiere Sobüttelfröste, subnormale Rektaltemperatur und raschen Kräftezerfall zeigen, wo das ergriffene Euterviertel blauviolett, kalt und unempfind-lich ist, die Epidermis sieh infolge Aussohwitzung einer serös-jauchigen, intensiv stinkenden Flüssigkeit abhebt, die Zitzen groß, derb, iniil-triert und empfindungslos sind und das Drüsensekret bierbraun und stinkend erscheint
Wird mir ein Teil des Viertels nekrotisoh, oder ist die Nekrose disseminiert. so kann in der übrig gebliebenen Partie die Entzündung in Resolution übergehen, was sieh durch die nach acht bis zehn Wochen spater wiederkehrende, gewöhnlich beschränkte Milchsekretion zu er­kennen gibt. In solchen Fällen ist, das Viertel unten elastisch normal, nach oben noch vergrößert, empfindlich, fluktuierend und in der Tiefe hart. Durch die aseptische Punktion kann eine demarkierende Eite­rung, mit welcher hin und wieder Fieber verbunden ist. festgestellt werden. Infolge Sequesterbildung wird das abgestorbene Stück Driisen-gewebe demarkiert und abgekapselt und gibt sich, wie sehr zahlreiche Untersuchungen und Sektionen beweisen, klinisch als ein giinseei-, faust- bis kindskopfgroßer, harter, rundlicher oder mehr fiacher, glatter, nicht Üuktnierender. mehr zentral gelegener, von der Umgebung deutlich abgrenzbarer, tinsohmerzhafter, leicht fühlbarer Euterknoten zu erkennen. Sitzt die Nekrose oben im Viertel, so besteht ein bis zwei Fäuste großer, runder, glatter oder etwas knolliger, deutlich ab­gegrenzter, fester, mehr zentral gelegener, bindegewebig abgekapselter Herd, umgeben von gesundem Drüsengewebe. Wenn sich die Nekrose auf die untere Hälfte eines Viertels beschränkt hat. was nach einiger Zeit durch Palpation festgestellt wird, indem sieh zwischen dem harten nekrotisehen Herd und dem normalen I h-üsengewebe eine deutliche Abgrenzung bildet, so ist wegen Absperrung der Milch-zisterne keine Jlilch mehr erhältlich. Die peripher am nekrotisehen Herde auftretende Eiterbildung und Verjauchung fassen wir als eine Erscheinung des Demarkalionsprozesses auf, Sehr oft sind die nekroti­sehen Herde noch von großen, nicht abgestorbenen Arterien durch­zogen, weshalb beim Exstirpieren schneidende Instrumente nur vor­sichtig gebraucht werden dürfen. Solche Knoten können ö bis 20 Monate nach Eintritt der Mastitis infolge demarkierender Eiterung die Haut durchbrechen, spontan herausfallen oder mit den Fingern herausgezogen werden. Ihr Gewicht schwankt zwischen 5Ü0,'/ bis
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Mastitis necrotica.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;151
10%, ilire Länge betragt bis 29 Offraquo;, ihre Breite bis '20cm, ihr Durch­messer zwischen 8 —30 cm. Bei unvollstiindi^cr Demarkation oder bei zu frühzeitiger Eröflnung bleibt der Knoten sitzen, und es entleert sich nur der stinkende, jauchige oder auch geruchlose, gelblichbräunlichc, mit nekrotischen 0ewebsfetzen vermischte Eiter, und es bildet sieh hierauf entweder eine auf nekrotisebes Eutergewebe führende Fistel oder, wenn die Fistelöflnung vorzeitig verwächst, später wiederum ein Abszeß, Werden alle nekrotischen Teile ausgeschieden, so füllt sich die glatte Höhle langsam mit Granulationen, und die #9632;während längerer Zeit vorhanden gewesene Eutertistel heilt spontan ab.
Erwähnenswert ist der Umstand, daß die Eutertuberkulose, sowie die bei Kindern, Ziegen und Schafen meistens infolge von Insekten­stichen sich einstellenden nekrotisierenden und zu tödlicher Septi-kämie führenden kutanen Pblegmonen am Euter nicht mit Mastitis necrotica verwechselt werden dürfen. Die Beschaffenheit des Drlisen-sekretes ist in solchen Fällen speziell ausschlaggebend.
Interessant ist ferner die Tatsache, daß in seltenen Fällen die Mastitis necrotica auch in Verbindung mit Lungen- und Euter­tuberkulose vorkommt.
Kasuistik. Fall Nr. I. Eine seit wenigen Tagen am rechten Schenkel-viertel an Mastitis erkrankte Kuh zeigte 4()-()quot;C Rektaitemperatur, 12ü Pulse und 50 Atemzüge pro Minute, große Eingenommenheit und Schwäche. Das rechte Schenkelviertol reichte bis handbreit zum Boden, war außerordentlich groß und zeigte alle Symptome der Mastitis necrotica. Sein Sekret war gelblichrot, jauchig. Dasjenige der Übrigen drei Viertel blänlichweiß und mit zahlreichen Gerinnseln versehen.
Die Sektion des 23/.v/ schweren Euters ergab: Typische Kom­bi nation von Mastitis necrotica mit Tuberkulose.
Fall Nr. 11. Eine Kuh zeigte anfanglich eine mit leichtem Fieber ver­bundene Mastitis phlegmonosa, aus welcher sich innerhalb drei Tage eine mit großer Kreuzschwäche verbundene Mastitis necrotica entwickelte. Am vierten Krankheitstage traten Festliegen und vollständige Lähmung, wie bei Gebärparese, ein, weshalb die Notschlachtnng erfolgte.
Fall Nr. III. Bei einer anderen Kuh beobachteten wir anfänglich eine Mastitis phlegmonosa, zwölf Standen später Festliegen. Die Mastitis­symptome gingen innerhalb drei Tage bedeutend zurück, nahmen dann wieder zu und kennzeichneten das Bild der Mastitis necrotica. Am fünften Krank-heitstago war die Kuh, wie bei Gebärparese, vollständig geliihmt (Septikämie), we^ialb dieselbe notgeschlachtet wurde.
Fall Nr. IV. Bei einer seit drei Jahren am linken Sehenkelviertel infolge Verwachsung des Strichkanales keine Milch mehr liefernden Kuh stellte sich am genanntön Viertel zwei Tage vor der Gehurt eine sehr schwere Mastitis
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152nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;riirenolivmatöse Knt/.iindung des Kuters.
ein, die gleich nach dorn Werfen zu Festliegen führte, Wegen der starken Sokretamp;DBiuninluDg im Milohbebttltor des kranken Viertels wurde dessen Strich-kamil mit der Hngschen Lanzette aseptisch geöflnot, worauf sich aus der Zit/.o sehr viel Jauche entleerte. Das Festliegen vorschwand nach 24 Stunden, und das Allgemeinbefinden besserte sich bedeutend.
Zwölf Tage post operationein konstatierten wir atn Euter der vom Besitzer gänzlich veniachUissigten Kuh eine mächtige traquo; asph lo g mone und ferner Septikämie.
Die Sektion orgah: Mastitis necrotica (Fäulnisbrand) am linken und Mastitis phlegmonosa am recht en Schenkel viertel, Ende nie t riti s purulenta und Septikämie.
Fall Nr, V. Eine gute Milchkuh erkrankte am 29. Mai 1880 unter schweren Allgemeinsymptomen am linken Sc lienkol viertel an einer heftigen, phlegmonösen Mastitis, welche rasch zu starker Abmagerung führte. Die sehr geringe Sekretmenge bestand aus hochgolbem Serum mit vielen Flocken und hatte beim Melken das Aussehen einer gelblich-öligen Flüssigkeit. Am i'.'. Juni desselben Jahres trat am gleichen, fast, völlig abgeheilten Viertel ein sehr heftiges Rezidiv ein. Das Sekret bestand jetzt aus blutigem Serum und Fibrinflocken. Am 1-1. August hatte das Viertel die Form einer mittelgroßen Kegelkugel, die Haut war gespannt, das Viertel sehr empfindlich und tluktuierond. Am 17. Sep­tember war hinten und in der Mitte des Viertels eine kindskopfgroße, runde, harte, nicht schmerzhafte Q-esobwulst wahrnehmbar, über welcher die Haut sich leicht, verschieben ließ. Nach vorn war der Tumor vom Drüsengewebe nicht scharf abgegrenzt. Die Milchsekretion war sistiert. Am 8. Juli 181)0 kalbte die Kuh und lieferte von da an täglich an den vier Vierteln pro Melkzeit 7 / normale Milch. Ein runder, harter, deutlich abgegrenzter Tumor konnte unter der ver­schiebbaren Haut leicht, gefühlt werden. Am (i. Juli 181*1 fiel während des Melkens der Tumor heraus, und die sofortige Untersuchung des letztem, sowie der Abszeßhöhle bestätigte unsere klinische Diagnose: Zentrale Nekrose des Drüsengewebes. Die vordem fühlbare Fluktuation war auf die Eiteransammlung an der Peripherie des Sequesters zurückzuführen.
Fall Nr. VI. Eine gutgenährte Kuh, welche während des Vorsommers 1890 am rechton Schenkel viertel mehrmals an rezidivierender Mastitis litt, erkrankte Ende August, gleichen Jahres an demselben Viertel an einer äußeret heftigen, rezid i viere nden phlegmonösen Mastitis, welche mit gewaltigem, vom Brustbeine bis zu den Wurflefzen sich ausbreitendem Odem verbunden war, weshalb die hinteren Extremitäten gespreizt gehalten wurden. Bei dem sehr rasch abmagernden Tiere öffnete sich drei Wochen später über dem Milch behältcr des rechten Schenkel vierteis ein AbszoB, und zwei Monate nach Eintritt dos Leidens hatte das Euter das in Fig. 56 abgebildete Aussehen.
Das rechte Schenkelviertel war groß, hart, die Haut nicht verschiebbar an der äul'ieren Fläche des Vierieis befand sich ein rundes Geschwür (quot;aj von 6em Durchmesser, in dem eine hiibnoreigroße, rote (iranulation oben sichtbar war. Neben letzterer hing ein ebenso großer, grangelblicher Brandschorf heraus,
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Mastitis necrotica.
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welcher aus kleinon, orangefarbenen, den Di-iisonläppchen entsjireclicnden Inseiclien bestanil. An einzelnen Stellen zeigte dor Schorf liämorrlmKiscIio Durobtränkung. Aus der Offontlg tropfte uiuinterbroelien gelbliche, stark stinkende Jauche. Der obere Geschwiirsrand war stark eingezogen; lateral und zu Oberst am Milchbehältor befand sieh eine vernarbte Flstelöffnang und 2 om von dieser nach vorn entfernt eine kleine Fistel {//), aus welcher gelblich-grUnliche .laucho ab-floß, Zwischen dein rechten Bauch- und rechten Scbenkelslricb zeigte sich ebcufulls eine zweiliiifrergroßo, ein gleiches Sekret entleerende Fistel, Der Milohbchillter war vordickt, derb und leer. Ans dem gleichfalls stark verdicktennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;/*,#''
Strichkanal floß beim Molken eine mit Gewelisfotzen verniisclito .lauche. Das rechte Bauchviertel war ein-gesebrampft) nicht entzündet, sein Milchbehültcr verdickt und leer, der Zitzenkanal vordickt, die Zitzen-mttndung sehr klein und wenig vor­tieft; das Sekret bestand ans laquo;rolb-lich-grüner, stinkender Jauche.
Fall Nr, VII. Schwere Sim-montalor-Kuh, 8 Jahre all, kalbte vor vier Wochen zum seeliston Male. Am 28. August 1891 trat plötzlich am roch te n Schenkel vic rto 1 eine intensive Mastitis mit schwanken­dem Qange dor Nachband, schwerer Indigestion und 'll-f)quot; (' Rektal­temperatur ein. Das Milcbquantum, welches früher 11 / betrug, sank an
den gesunden Vierteln auf 1 / und
am kranken auf einige Tropfen.
Fit
56.
Die Untersuchung am .'). Sep­tember ergab 40'80 C Koktaltempera-
Gtasckwfttj In weichem oben eino Granulation, unten ein Brandsohorf sich befindet, A awel Fisteln.
tur, 78 Pulse und 48 Atemzüge pro
Minute', beidseitige starke Konjunktivitis, Dyspnoc, Kreuzschwi'udie, Indigestion. Asymmetrie des Euters. Das rechte Schenkel vie rtel ist gewaltig vergrößert, breit, hart, empfindlich, die Haut, nicht verschiebbar, gerötet, gespannt; unten am Viertel und um den Milchbehälter befindet sieh ein starkes Odem, Seit dem .') I, August leidet auch das linke Schonkol viertel: dasselbe ist sehr groll, derb, empfindlich und um den Milchbehältor üdoiuatös, sein Sekret bläulich-serös. Die Kuh ist leicht melkbar, dor Sphinkter der rechten Schoukelzitze ist gelähmt; spontan und stetig fliobt aus ihr rotes Sekret ab. Dasselbe besteht aus dünn­flüssigem, blutigem Serum, mit einigen grolJHockigon tierinnseln, die sich aus Kundzellen und etwas körnigem Niederschlag zusammensetzen.
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^m^^m^mmmi
154nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Pflrenohymatöge Entzündung des Enterlaquo;.
Am 16. September desselben Jahres war das sekundttr ergriffen gewesene linke Schonkelviertel wieder normal. Am rechten Sohenkelviertel jedooh liatte das üdom noch Kugonommen; das Sekret war gelblich, diokbrelartig, aber geraohloB. Die fintzilndungssymptome an diesem Viertel t;iiist'n allmtthllch bis auf eine kegelkugelgroße, ansobmerzhafte, dentlicfa fühlbare Verhärtung zurück.
Am 5, A])ril 1893) also ungefähr sieben Monate später, ent­leerte sieh heim Beginne des Molkons aus dem rechten Schenkel-viertel, hinter dein iMilch behäl t er, ein 1750 (/ schwerer, gelblich-weißor nekrotischer Herd von 23 om Länge, 16 om Breite und 10 c-m Dicke, der sehr deutlich das Gerüst der Milchdrüse zeigte. Die Höhle hatte eine stark faustgrolle Öffnung und glatt-granulierende Wandungen. Mit dem Sequester lloß viel gelblichweißer, stinkender Eiter ab, und durch die sehr verdickte Zitze konnte ebenfalls solcher Eiter entleert werden.
Fall Nr, VlII. Eine (gt; Jahre alte, ziemlich gute Milchkuh, die vor füniquot; Monaton gekalbt hatte und seit fünf Wochen wiederum trächtig war, erkrankte am G. Juli 1802 an einer heftigen Mastitis des linken Schenkolviertels, die von hohem Fieber und schwerer Indigestion begleitet war, sich trotz inner­licher und äußerlicher Behandlung heftig stoigerte und eine rasche, starke Ab­magerung zur Folge hatte. Zwölf Tage nach Beginn dos Leidens war das All-gomoinboilnden wieder bedeutend besser: Temperatur ;i8'20 t-. Pulse 96 und 30 Atemzüge pro Minute; Gang der Nachhand stark schwankend, deutliche Synovitis motastatica in beiden Tarsalgelenken; Euter stark asymmetrisch; linkes S chenk el vier tel mächtig vergrößert, hinton oben 46 cm breit; Umfang unten am Milchhehältor L'l-i n//. Haut auf dorn kranken Viertel nicht verschiebbar. Drüse hart, sehr schmerzhaft, vermehrt warm; den Milch­hehältor umgibt ein deutliches Odem. Der Milchbehälter selbst ist wenig vor­dickt, die Zitze groß, runzelig, leicht, melkbar. Die Milch ist an den gesunden Vierteln von C, auf #9632;!. / pro Melkzeit zurückgegangen. Aus dem kranken Viertel werden einige Tropfen blutiges Serum, welches kleine, golblichroto Flocken ent­hält, ausgeschieden. Am 26. Juli gleichen Jahres war die Schwellung des Viertels nahezu um die Hälfte zurückgegangen. Beim Melken entleerte sich eine breiig-citorige, stinkende Masse.
Am 25. Oktober, also I 11 'Tage nach dem Eintritt der Mastitis am linken Schenkel vier tel, erkrankte über Nacht unter den gleichen, wie eingangs er­wähnton Erscheinungen das linke Bauch vie rtel. Die Entzündung ging nach zwei Tagen etwas zurück; am 'J5. Dezember sodann, also üü Tage später, zeigte dieses Viertel an der medialen Seite deutliche Fluktuation, und beim Einstechen entleerten sich 2 / dickflüssigen, mit nekrotisihen Massen vermischten Eiters. Da das Allgemeinbefinden dos Tieres nicht mehr getrübt war und die seit dem letzten Anfalle trockenstehende Kuh sich gut mästete, wurde die Schlachtung erst am 10. Januar lblraquo;3, also sechs Monate nach Eintritt der ersten Mastitis, vor­genommen,
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.Mastitis necrotica.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;105
1) i o Sektion ergab:
Gewicht des gosiiinton Euters 24 /'#9632;;/, rechte Euterhälfte sehr klein. Das linke Hauch viertel, vom Umfange eines Mannsküpfes, zeigt auf der vorderen Fläche einen fingerbreiten Fistelgang^ Hinter der Zitze zeigt sich eine f) cm weite Fisteltlffniing, aus welcher ein nekrotischer l'fropiquot; von wciligraiioin Gowoho heraushängt. Das Viertel ist sehr hart und derb, die Haut gespannt, aber noch beweglich. Auf dem Durchschnitte findet man einen gelben, nekrotischen, gut kindskopfgroßen Pfropf) welcher den anatomischen Ban des Euters noch deutlich erkennen läßt. In seiner Mitte liegt eine große Arterie. Der nekrotische Herd wird von allen Seiton von einer bindogewebigen Kapsel umschlossen. Außerhalb derselben zeigt sich noch eine kloine Menge Kutergewobo mit stark verdicktem interstitioilem Bindegewebe. Her Fistelgang führt in die Sequesterkapsel. Die gerötete Zisterne enthält etwas Eiter und steht mit der Sequesterkapsel in Verbindung. Das linke Schenkolviortel ist sehr groß und schwappend; die Haut gespannt und nur noch teilweise verschiebbar. Heide snpramammären Lymphdrüsen sind 12 cm lang und 10 cm breit, derb und auf der Schnittfläche gleichmäßig grau und saftig. Heim Anschneiden dieses Viertels entleeren sich mehrere Eiter Eiter. In den feston Teilen erkennt man ganz deutlich nokrotisches Driisongewebe, welches von einer pigmentierten, von großen Arterien durchzogenen Kapsel umschlossen ist. Die Seipiosterkapsol steht mit der Milchzisterne in keiner Verbindung. Kulturen ergeben das Hact. coll commune.
Pathologisch-anatomische Diagnose: Zentrale Nekroso mit trockenem nokrot ischoni Herdo im linken Hauchviertel und or-weiehtein Herde im linkon Schenkolviortel.
Fall Nr. IX. Kino unträchtige, ö1 2 Jahre alte, gute Milchkuh, welche vor 7 Monaten zum dritton Male gekalbt hatte und seit der ersten Geburt am rechten Hanchviertol eine Sokrotionsneurose zeigte, indem trotz Normalität der Drüse und Zitze keine Milch abgesondert wurde, erkrankte am lgt;. Juni ISit'i an einer heftigen Slastitis der rechten Euterhälfte, welche von hohem Fieber und Indigestion begleitet war. Die Milchmenge, die in normalen Zeiten 8 l pro Melkzeit betrug, nahm plötzlich an den gesunden und kranken Vierteln bis auf einige Tropfen ah. Trotz Behandlung ging die Mastitis nur teilweise zurück. Am 1. Juli 1892 war das Allgemeinbefinden noch stark getrübt: Temperatur .'JS'!)0 C, Pulse 72 und Atemzüge i5() pro Minute. An den vorderen Fessolgelcnkou und Vorderknien, sowie an der rechten vorderen Krone fand sich je eine zwei-markstückgroße Dckuhitusstello vor. Gang vorne gespannt, deutliche beidseitigo Tondovaginitis der unteren Sehnenscheiden der Heugesehnon, beidseitigo leichte metastatische Synovitis in beiden Tarsal- und Kniegelenken. Die Kehlgangslympb-drttsen und dleGlandulae inguinales superficial es sind geschwollen. Das Euter ist wogen einer auffallenden Vergrößerung des rechten Schenkelviortols stark asymmetrisch. Dieses Viertel ist unten stark odomatiis, seine Haut gespannt, die Drüse hart, vermolirt wann, aber nicht empfindlich, die Zitze bartmelkcnd, kloin, runzelig und inwendig mit zwei erbsengroßen Verdickungen ausgekleidet. Beim
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l,r)(jnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Piirencliymatüse EntaUnduDg des Euters,
Molken entleert sich ein rCtllobos Serum mit BlutgerinnSfiln und einlgOD pranz kleinen gelben Floekon.
Diagnosei Mastitis neorotioa am rechten Schenkel viertel.
Die Sektion wurde am 'Jl'. Juli, also am 4li. Tage nach Beginn dos Leidens, vorgenommen. Interessant war der Umstand, daß hei dieser schwer-melkenden Kuh sämtliche Zitzen In dor halben Höhe der Zisterne einen starken Epithelwall zeigten, welcher das Linnen so vorentrte, daß nur eine Lichtung von 2 mm übrig blieb. Jl/a cm über diesem Ringe kam ein zweiter, ähnlicher vor, so daß die Zisterne in drei gut abgegrenzte Abteilungen zerfiel.
Das kleine rechte Bauch viertel, welches von jeher mit einer Sekrotions-nouroso behaftet war, zeigte eine kleine Zitze mit offenem Stricbkaual. Die DrQsenläppchen waren sehr klein und traten über dio Schnittfläche kaum her­vor; im übrigen war die Drüse normal. Das rechte Schonkelviertel war sehr groß, hart und fast auf der ganzen Schnittfläche nekrotisch. Frei von NekfOScopy; zeigte sieh nur ein kleiner, unmittelbar über der Zisterne liegender Drüsenahsclinitr. Das trocken-nekrotischo Drüsengewehe wies den Bau der Milchdrüse und nur wenig voränderte Färbimg auf. An mehreren Stellen war der nekrotische Herd von der Umgebung abgelöst, ohne daß an der Demarkationslinie sich eine Eiter-ansammlang gebildet hätte. An manchen Orten war die Ablösung noch nicht v.u-stande gekommen. Der nekrotiselie Herd war durchsetzt von umfangreichen, mehrere Finger breiten Strängen und Herden von feuchtem Bindegewebe, die in ihrer Mitte größere Gefäße enthielten. Auch an der Oreuze des lobenden Drüsen-gowebes hatten sich ansehnliche Mengen von feuchtem Gewebe gebildet. Die supramammäre Lymphdrüse rechts war leicht vergrößert und von marmorierter Schnittfläche.
Pathologisch-anatomische Diagnose; Agalactia eongenita am rechten Bau ch viertel; Mastitis necrotica am rechten Seh enkel vier tel.
Fall Nr. X. Kuh, ä Jahre alt, kalbte vor einem Monat und lieferte seither pro Melkzeit 7 / Milch. Sie erkrankte am 2(i. Juli 1898 an einer äußerst heftigen Mastitis des rechten Schon k ol vierte 1s, welche nach wenigen Stunden auch auf das rechte Bauchviertel überging. Dio Mastitis war begleitet von hohem Fieber, schwerer Indigestion and großer Kreuzschwäche. Das rechte Schenkel viertel war wonige Stunden nach dem Eintritte des Leidens schon außerordentlich groß, die Haut stark gespannt, nicht verschiebbar, dnnkelbraan vorfärbt und trocken-nokrotiscb, die Drüse hart und unempfindlich, ihr Sekret bluligrot, mit einigen gelblichrötlichen Flocken. '18 Stunden nach dem Eintritte dieser Eulorontziindung, welche das Anraten sofortiger Schlachtung wohl recht­fertigte, zeigte das Tier Lendenlahme, und da es an der notwendigen Aufsicht vollständig fehlte, stand die Kuh über Nacht nach (IG stündiger Krank­heitsdauer um,
Die Sektion ergab:
Keine Totenstarre, Augen stark in die Orbita zurückgefallen. Aus der Nase Hießt Blut. In der rechten Herzkammer sehr viel dunkles, gut geronnenes
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Mastitis necrotica.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;157
151ut. Das subkutane Bindegewebe vom liaise bis zum Euter sehr stark blutig-serös (lurolitränkt. Unter der Kippeupleura an einigen Orten etwas Odem. In der IJaucbluihle eine ziemliche Menge dünnflüssiiren Exsudates. Milz vergrößert, l'ulpa weicdi, schmierig, dunkelbraunrot. Die Haut am rechten Schenkelviertel und an dessen Zitze dunkel verfärbt und trocken. Das subkutano Bindegewebe über dem Euter rechts und links hochgradig bhitig-sorös durchtränkt. Die supramam-iiiären Lymphdrüsen sind erheblich vergrößert und in der Kindensubstanz fleckig. Das Drüsengowebe des rechten Schenkelviertels ist auffallend trocken, graurot bis hollgelb; die Drüsonlilppchon auf der Schnittfläche sind nicht hervortretend. Das ülut in den größeren Arterien und Venen ist geronnen. Der Inhalt der Drüsengänge trocken, einen gelblichen Bebig darstellend.
Das rechte Bauchviertel zeigt saftiges, etwas hyperiimischos Gewebe mit sehr deutlicher Abgrenzung vom rechten Schenkelviertel. Die Auskleidung der Zisterne ist trocken. Das unmittelbar über dieser sich befindende Drüsengewebe ist gelblich nokrotisch und von der Ujngebung durch eine Demarkationslinie abgelöst. Das Bindegowebe ist stark pigmentiert. Auf der Haut dieses Viertels sind nußgroße Blasen vorhanden. Der Milchbehälter des linken Schonkelviertels ist stark zyanotisch, das Drüsengowebo ziemlich normal, das Sekret oiterähnlich.
Pathologisch-anatomische Diagnose: Foudroyant verlaufende Mastitis necrotica und sekundäre Septikämie.
Fall Nr. XI. Gute Milchkuh, 8 Jahre alt, seit vier Monaten nnträcbtig. Das Tier lieferte vor der Erkrankung igt; / Milch pro Melkzeit. Es erkrankte in der Nacht vom 14. auf 15. April 189-1 an einer heftigen Mastitis des roch ton Bau ch Viertels, welche mit hohem Fieber, intensiven diffusen Schweißen und schwerer Indigestion kombiniert war.
Am 17. April betrug die liektaltomperatur 3i)-00C, die Zahl dor Pulse 90, diejenige der Atemzüge 30 pro Minute. Patientin zeigte große Krenzschwäcbe, an allen Füßen ein oberllächliches Zwischenklauenpanaritiuni, entzündliebes Odem an der inneren Seite des rechten Tarsalgelenkos, leichte Dyspnoö, Indigestion und leichte Endometritis chronica.
Euter stark asymmetrisch, rechte Hälfte sehr groß, unten üdcmatös. Die armdicke Ueschwulst erstrockt sich bis über den Nabel nach vorwärts. liechtes Bauchviertel sehr groß, heiß, hart, empfindlich, dio darüberliegendo Haut stark gespannt, nicht verschiebbar, mit mohreren miß- bis handtollorgroßon Blasen versehen, welche durch die Abhebung der Oberhaut müglichorwoise infolge der reizenden Wirkung einer vom Besitzer selbst zusammengesetzten Salbe) entstanden sind. Milchbehältor leer. Zitze groß, infiltriert, gespannt, derb, nicht empfindlich. Zitzenmündung klein und vertieft. Sekret: leicht melkbares Blut.
Während der nun folgenden Behandlung besserte sich bei der stark ab­gemagerten Kuli das Allgemeinbefinden, Die Milchmenge, welche an den gesunden Vierteln nur noch 180// betragen hatte, nahm wieder zu; am kranken rechten Baucli viertel wurde das Sekret nach wenigen Tagen graulich, blutig und jauchig.
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158nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Paronohyraatösa tünteUndutig des Euters.
Am l2. Mai war eine bedeutende Schwellung dtu- supratnamniBren Lymph' driisen und noch ein leichtes Odem unten und hinten am Bunst normalen rechten Sohenkelvlertel wahrnehmhar. Das rechte Hauch viertel hatte den Umfang eines mittelgroßen Korbes. Die Haut war seitlich haarlos, teils mit kleinen Blasen, teils mit blutigen Schorfen besetzt und goriitot, unten und vorn leicht ödomatös, oben und vorn hart und an der lateralen Klächo in bedeutendem Umfange fluktuierend. Milclibehältor strangfiirmig vordickt und leer. Die Zitze mit Blasen und Geschwttroben versehen und schmerzhaft. Zitzenmündung normal. Heim Melken entleert sich eine blutige, rotbraune, dicke, jauchigo Masse in einer Menge von zirka 2 l. Der Besitzer hat seit 24 Stunden, um der Jauche bossoron Abfluß zu verschaffen, den Zitzenkanal mit einer Hühnerfedet kathe-terisiort.
Am ii. Mai war das Allgemeinbefinden wegen einer sekundär eingetretenen, schweren Entzündung dos rechten Schenkel vierteis stark getrübt. Infolge dieses Uinstandos liolJon wir die Kuh schlachten.
Die Sektion ergab folgendes:
Euter 22/v/schwer, linke Euterhälf'to von normaler Grüße und Konsistenz, auf der Schnittfläche eine mäßige Menge normaler Milch; die Driisenläppchen ragen etwas über die Oberfläche hervor. Rechte Hälfte sehr stark vergröbert, rechtes Bauch viertel 48 0m lang, 18 cm breit und 10craquo;i dick. Rechtes Schenkelviertel bOom lang, BOcm breit und Horn dick. Vorn am rechten 15auc,h viertel unter der Haut drei Buchten, welche in eine große Höhle führen. Zwei davon sind fingerbreit, die dritte handtellergroß; das Gewebe ist fest und derb, zum größten Teil in einen gelben, morschen Sequester umgewandelt. Derselbe ist, 25 cot lang, 16 cm breit und 10 cm dick und vollständig von der Umgebung abgelöst. Letztere wird gebildet von einer l—l^cm dicken, grauen, festen Bindegewebskapsel, welche stollenweise glatt und teilweise mit Zotten besetzt ist. Von der Kapsel ragen sechs bloistiftdicke üefäIJschlingen in den Sequester hinein. Das Sekret des rechten Schenkel vierteis ist auf der Schnittfläche blutig und serös-flüssig. An einigen Stellen finden sich Eiterpfropfen. Die Drüsen-läppchen auf der Oberfläche treten etwas hervor. In einem größeren Teile der Drüse ist die Sekretion herabgesetzt und das Gewebe graublau. An der Hand­zone, wo die Eiterpfropfen vorkommen, ist das Gewebe blaß, die Schnittfläche glatt und der zentrale Teil dieses Viertels in frische Nekrose verwandelt. Unter dein Liganiontum Suspensorium des Euters fuulet sich eine seröse Infil­tration. Die linke supramammäro Lymphdrüse ist vergrößert: 11 cm lang, 8 cm breit und l1,2cm dick, das Gewebe derb und die Eappung sehr deutlich; die rechte snpramammäre Lymphdrüse ist sehr groß: 21cm lang. Item breit und SVsclaquo; dick, die Schnittfläche sehr derb und das Gewehe saftreich.
Pathologisch-anatomische Diagnose: Nekrotisieronde Mastitis.
Fall Nr. XU. Kuh, fünf Jahre alt, kalbte am 22. Mai 1894 zum zweiten Male, lieferte im Winter 1808/94 5/ Milch pro Molkzeit, gegenwärtig an den zwei gesunden Vierteln pro Molkzeit noch 500p. Während der Periode
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Mastitis necrotica.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 109
dos letzten Trockonstehons trat am linken Schenkel vier tel und gleich nach dem Kalben auch am rechten Schonkolviertel eine Mastitis ein. Die Schenkel-viertel waren nach dem Kalben stark geschwollen und die Freßlust gering. Hei der Untersuchung am 27. Mai (d. h. fünf Tage nach dem Werfen) war das Allgemeinbolindeii getrübt: liektaltemperatur UO'O0 C, Pulse 96 und Atem­züge yii pro Minute, Blick matt, Gang der Nachhand stark gespannt. Die Kuh zeigt an beiden Tarsalgelenkon deutliche, heiße, empfindliche Ödeme und knickt sehr häuiig in diesen Gelenken ein. Überdies sind noch Indigestion, sowie eine leichte traumatische Vaginitis vorhanden.
Euter groß, asymmetrisch, rechte Hälfte viel größer als die linke; Haut der Sclionkolviortd gerötet, gespannt und nicht verschiebbar, ßauchviertel sehr groß, aber von normaler Konsistenz; um den Milcbbohälter der rechten Hauch-zitze zeigt sich ein starkes Odem; der Milchbehiüter selbst ist leer, die Zitze klein, runzelig und ihre Mündung eng. Das Sekret beider Hauchviertel ist gelblichwoiß und mit zahlreichen, gelblichweißen Gerinnseln durchsetzt. Das rechte Schenkel viertel ist sehr groß, unten, hinton und seitlich bis in die Mitte stark ödcmatös, im übrigen hart, heiß und auf Nadelstiehe nicht empfind­liche Die Härte ist in der unteren I )rüsenhälfto größer als in der oberen. Im MiU'hbeliiiltor und zu unterst in der Drüse sammeln sich viele Gase an. Zitze ödeiuatös geschwollen, nicht entzündet, ihr Sphinkter gelähmt; aus der Mündung fließt dunkelrote, stinkende Jauche ab. Linkes Schenkel viertel unten und hinten stark ödematös, empfindlich und heiß, das Drüsengewebe von großer Derbheit, die Milch gelblichweiß mit zahlreichen gelblichweißen Gerinnseln.
80 Tage später war das Allgemeinbefinden des Tieres wieder ganz normal. Die Kuh hatte im Ernährungszustände bedeutend zugenommen, wurde brünstig und zeigte kein Fieber mehr. Sie liefert jetzt an beiden Hauchviertoln 2 l Milch pro Melkzeit. Rechtes Rauchviertel kloin, stark nach vorn gedrängt. Milch weiß und süß. Einkos Bauchviortol mittelgroß, normal; Milch ebenfalls normal. Linkes Schenkelviertel oben derb elastisch, unten hart, etwas atrophiort und nicht mehr entzündet. Sekret: grauliches Serum. Rechtes Schenkel viertel sehr groß, wodurch eine starke Asymmetrie dos Euters bedingt wird; im übrigen ist dieses überall gleichmäßig hart, nicht empfindlich und ohne Fluktuation. Haut oben und seitlich leicht, verschiebbar, unten noch ödematös. Die kleine, derbe und zusammengeschrumpfte Zitze entleert beim Melken kleine, geruchlose, gelbliche Gerinnsel. Die in gutem Ernährungszustände sich befindende Kuh wurde am 1. August 189-1, also 70 Tage nach Beginn des Leidens, go-schlachtet.
Die Sektion ergab:
Gewicht dos Euters 10/rr/, Gewicht des kranken rechten Schenkelviortels 3'b kg. Die Hauchvierlel und ihr Sekret sind normal. Die Drüsenläppchen dos wonig elastischen linken Schenkelviortels ragen über die Schnittfläche hervor; das Sekret besteht aus wässerigem Serum. Das rechte Schonkolviortel ist derb und etwas fluktuierend; aus der kleinen, normalen Zitze entleert sich Serum mit
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KiQnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;l'arencliyiimtösi! Kntziindung des Euters.
gelblichen Qerlnnseln; Mllobbebälter deutlich angefüllt. Auf dem Durohsohnitte
des Viertels befinden sich in einer mehrere Zentimeter dicken, bindegewehigen Kapsel zwei an der Peripherie erweichte nokrotische Horde mit sehr deutlicher Dernarkationslinio. Beide Horde zeigen ersichllich die Struktur des Drüsenge­webes und sind mit kleinfingerbreiten Strängen von feuchtem Bindegewebe durchzogen, die in ihrer Mitte größere Gotaläe enthalten. Die nekrotischen Horde sind umgeben von gcrnchlosem, dickem, gelbem Eiter, in welchem abgestor­bene Drüsonteile sich befinden. Der eine Herd ist 14 cm lang, 10 om breit und 12cm dick, der andere, durch eine dicke Bindegowebslage von ihm getrennt, je 5 cm lang und breit, und 6 cm dick. Neben diesem letzteren befinden sich noch zwei je fünfmarkstückgroßo Inseln von normalem, ein klares Serum ab­sonderndem Driiscngowebe. Im Umfange der nekrotischen Herde ist die Drüse in Bindegewebe umgewandelt, welches hinter dem Milchbehälter G cm dick ist. Die Schleimhaut des Milchbohälters ist glatt, glänzend und etwas verdickt.
Pathologisch-anatomische Diagnose: Nekrotisierende Mastitis.
Fall Nr. XIII, Schwere, unträchtige Simmentaler Kuh, sechs Jahre alt, kalbte vor drei Monaten zum vierton Male und lieferte seither pro Melkzeit 7 / Milch. Am li*. Februar 1896 erkrankte die als Prodromalsymptom einen hef­tigen Schüttelfrost zeigende Kuh plötzlich an schwerer M asti tis phleginonosa am linken Schenkel viertel.
Am 20. Februar zeigten sich bei der Patientin folgende Symptome;
Stark getrübtes Allgemeinbefinden, deutliche Lahmheit an der dem schmerzhaften linken Schonkelviertel anliegenden Extremität. 3!l'50 C Kektal-temperatur, 90 Herzschläge, 86 Atemzüge pro Minute, kühle Hörner und Ohren, matter Blick, (! mm weite Pupillen. Vollständige Sistierung der Verdauungs­tätigkeit und trockener, mit dicker Schleimschicht überzogener Kot. Starke Asymmetrie dos Euters, indem die linke Hälfte mehr als doppelt so groß ist wie die rechte. Das linke Scbenkelviertel ist mächtig vergrößert, gerötet, heiß, sehr empfindlich, in der oberen Hälfte außerordentlich hart und hinten mit arm­dickem, entzündlichem Odem behaftet. Das leicht ansmelkbaro, zirka 20*/ betra­gende Sekret setzt sich aus bernsteingelbem Serum und sehr wenigen gelben Flocken zusammen.
Das linke Bauchvicrtol ist atrophiert und liefert seit vielen Monaton keine Milch mehr. Die rechte Euterhälfte ist normal und ergibt pro Melkzeit noch 100;/ makroskopisch normale, aber leicht, salzige Milch.
48 Stunden nach unserer ersten Untersuchung zeigte die sehr schwer leidende Kuh, offenbar infolge der vom Besitzer — trotz unseres Verbotes — Vorgenommenen Massago des kranken Viertels, eine bedeutende Ver­schlimmerung des allgemeinen und örtlichen Zustandes, wie: schwere Trübung dos Allgemeinbefindens, große allgemeine Schwäche, 39-()0 G Ilektaltemporatur, 120 Herzschläge und 40 Atemzüge pro Minute, deutliche Abmagerung, anä­mische Kopfschleimhänte und schwere Indigestion. Das linke Schenkel viertel, sowie sekundär das rechte Schenkel- und rochto Bauchvicrtol sind
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Mastitis neeroticii.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 1(51
aaßerordentlioh stark entzündet. Das wenige, dtinnflttssige Sekret aus dem linken
Seli enkol viertel ist rütlich-hlutig; dasjenige aus ilon rechtsseitigen harten Vierteln bernsteingelb, mit wenigen gelben Flocken vermischt.
Gestützt ani' dieses Untersuobungsergebnis wurde auf nekrotisiorond a Mastitis am linken Sclionkelviertel und auf eine ausgeprägte sokundäro pblegmonöse Mastitis am rechten Schenkel- und Hauchviortel ge­schlossen und die Schlachtung angeraten, welch letztere jedoch vom Besitzer auf einen anderen Tag angeordnet wurde. Am fünften Krankheitstage, d. h. 116 Stunden nach Beginn des Leidens, zeigte die soporöse, mit ausgestrecktem Kopf und Füllen am Boden liegende Kuh eine rollständige Lähmung der Nachhand und ferner sowohl an dem mächtig vergrößerten, harten, wonig empfindlichen linken Seh enk el vie rtol, als auch an den beiden noch stark entzündeten rechts­seitigen Vierteln ein rötlich-blutiges, leichtflüssiges Sekret, weshalb auch an letzteren Vierteln auf eine nekrotisiorende Mastitis geschlossen werden mußte.
Die nun sofort vorgenommene Sektion ergab folgendes: In der Haube befinden sich zwei je i' mm weite, dünne, überhiiutote Gänge, wovon einer mit einem in der Tiefe der Haubomvand sitzenden Abszeß in Ver­bindung steht. Die Schleimhaut dos Labmagens und speziell dos Pylorusteiles isi blutreich und zeigt vielo kleine, flache, mil bis hühnereigroßem Grunde versehene Geschwüre mit aufgeworfenem Rande. Die Spitze der Falten ist in ziemlich lange, einen blutigen Grund aufweisende Geschwüre, die bis in die Muscularis reichen, verwandelt. Das Dünndarmgekröse ist ödematös Infiltriert; das Zellgewebe des Beckens, besonders um das Rekturn, hochgradig ikterisch. Das Lebergewebe ist weich; die Wand der Gallenblase infolge seröser infiltration stark verdickt und auffällig mit Gallenfarbstoff imbibiert. Die snpramammären Lymphdrüsen sind nicht geschwollen. Das primär ergriffene linke Schenkel viertel ist hart, groll und in seinem ganzen Umfango grünlich verfärbt und auffallend trocken. Das Bindegewebe um die Driisenläppchen ist stark ödematös und ikterisch verfärbt. Das linke Bauchviertel ist atrophisoh und weist in den Milchgängen Kaseinfiocken auf. Das rechte Bauch- und Schenkelviertel sind derb-fest und besitzen auf der Schnittfläche, neben Par­tien mit hervorragenden Drttsenläppchen, zahlreiche bauiiinul.l- bis liiilinoroigrolle, harte Horde, in denen viele gefüllte Aderchon ein graues, trocken-nekro-tisches Gewebe umgeben. Die Milchgäuge sind mit sehr viel gelbem, weichem, käseähnlichem Exsudat gefüllt, in weichem das Bact. coli commune in Menge enthalten ist.
Pathologisch-anatomische Diagnose: Gastritis traumatica. Lab-magengeschwüre. Totale trockene Xekrose dos linken Schenkel-, viortels, dissemi nie rto Xokroso im rechten Bauch- und Schenkel viertel.
Ob die Labmagengeschwüre und die Drüsennekrose miteinander in iltio-logischer Beziehung standen, indem die Euternekrose von den Geschwüren des Labmagens herrührte, ist nicht abgeklärt.
Hoü, KriinkluMton dor Mik'lniriisen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;| j
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I'lirondn mutiiso EjUtssUndoug lies Katers.
Fall Nr. XIV. Sininentbaloi'Kuh, geohs Jahre alt, In gutem BvntthrungB* zustande, kullite zum dritten Male ganz normal am II. Juli 1896 mid lieferte anfänglich 10—11 i and vor Eintritt der Maetitls ü 10 / Milch pro Melkzeit. Die Kuli erkrankte urn ,'!(). Juli 1896 abends während des Melkaktes. Nach Aussage des rorztiglich beobachtenden Besitzers wurde Patientin während des Melkens unruhig und zeigte raseh ein Sistieren der l-VolJlust sowie Anschwellung des linken Schenkelviertels.
Am ;! I. Juli war das Allgemeinbelinden der ICnli stark getrübt. Nebst einer deutlichen Indigestion und raschem, starkem Einsinken der breiten Becken­bänder war noch eine schwere, phlegmonOse Mastitis am linken Schenkel­viertel erkennbar. Letzteres war sehr groß, heilo, schmerzhaft, hart und unten ödematös; sein Drüsensekret bestand aus ^üllilieliom, klarem Serum. Die 500// betragende Milch dor übrigen drei Viertel war weiß und dickflüssig.
Am I. und -. August besserten sieh das Allgemeinbefinden und die Indigestion. Die Milchmenge an den gesunden Vierteln stieg auf 2 l pro Melkzelt. Am linken, immer noch hochgradig entzündeten Schenkel viertel wurde das Sekret rötlich-serös, d. h. es nahm die Beschaffenheit des Sokroios der Mastitis necrotiea an und enthielt das Bact, ooli eomniuno.
Am 8. August verschlimmerte sieh der Zustand allgemein und örtlich sehr bedeutend; das am Morgen noch rötlieliseröso Sekret des linken Schenkel-vierteis war am Abend dunkolrot.
Am 4. August ergab sich bei der bisher nichl von uns behandelten Kuh folgender Befund: Stark getrübtes Allgemeinbefinden, auffällige Abmagerung, Temperatur 4O'90 (', Pulse 120 und Atemzüge 60—Ttraquo; pro Minute, heiße Hörner und Obren, Kreuzsohwache, schwankender Gang, beidseitige Conjunc­tivitis purnlenta. Herzschwäche, auffällige inspiratorische Dyspnoö, beider­seitig glasig-sehleimiger Naseiuuistlnli und an beiden Seitonbrustwandungon verschärftes vosikuläres Atmen. Sistierung der Futter- und Wasseraufnahme. Trockenes Plotzmaul, starkos Speicheln, eingefallene obere Flanken, aufgezogene Bauchdeoken, keine Pansenperistaltik; dünner, wässeriger, stark stinkender Kot. Deutliche Senkung der breiten Beckenbänder. Hin- and Hertrippeln
mit den hinteren Extremitäten, welche vom Tarsalgelenk bis zur Krone mit
heißem (raquo;dem behaftet sind. Das linke Schenkolviertel ist sehr grob, rot, heiß, schmerzhaft und gleichmäßig hart, hinten 18 om dick, unten, lateral und hinten, mit einem zwei Finger dicken, entzündlichen Odem behaftet und stark herabhängend. Oben lateral schuppt die Epidermis infolge Salbendermatitis stark ab; die Haut ist oben am Viertel noch verschiebbar, nach abwärts nicht mehr. Das Drüsensekret, 100laquo;/ pro die, ist. blutigrot und von fadem Geruch. Das sekundär ergriffene linke Bauchviertel ist gröber, wärmer, empfindlich und zu derb, sein Sekret besteht aus einigen Tropfen gelblichen Serums mit. kleinen, gelblichen Gerinnseln. Die rechte EuterhälftO ist klein und schlaff und liefert pro Tag loo./ dickflüssige, weiße Milch.
Diagnose: Mastitis necrotiea. sok u ndä ro eiterige Ko n ju nktivitis, Nasenkatarrh, Magen-Darmkatarrh, Senkung der breiten Becken-
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Mastitis nocroticii.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 183
bUiuior, KreuzschwQohe and beißos Odem an den hinteren Bstremt-
1 iit Uli.
Ain .quot;). August wurden folgende! aum Teil neue Symptome konstatiert: De­pression, 4O'40CTemperatur, 108 Pulse und 60 Atemzuge pro Minute. Zunabmeder Schwäche, mühsames Aufstehen, schwerfälliger Gang, größere Herzschwäche, dwas sohraierig-blutiger Nasenausfluß. Am 8, August große Schwäche, starke Abmagerung. iSD-T0 (' Temperatur, 120 Pulse und 60 Atemzüge pro Minute.
Starkes Tränen infolge beidseitiger Konjunktivitis, Eine erbsen- .....I eine
bis markstUckgroße Blutunterlaufung in der linksseitigen Sklera, linker Bulbua stark gespannt, Cornea glatt und glänzend, Pupille 5 mm weit, in der vorderen Augenkammer ein erbsengroßes Blutgerinnsel. Starke inspiratorische Dyspooö, kostaler Ätinungstypus, kein Husten, glasig-eiteriger Nasenausflaß. Beidseitig zu unterst auf der Nasenscbleimhaut je eine einmarkstückgroße Erosion. Leichte Druckempfindlichkeit an der linken Brustwand unten. An beiden Seitenbrust-wandungen oben verschärftes vesikuläres Atmen, In der Mitte schwaches vesikuläres Ätmungsgeräusch und unten deutliches Reibungsgeräusch. Die Perkussion ergibt oben beidseitig einen grüßeren Widerstand unter dem Hammer, in der Mitte leichte und nach unten starke Dämpfung. Die Verdauungstätigkeit ist sistiort, der Kot dünnbreiartig, stark stinkend. Die breiten Beckenbänder sind stark ge­senkt. Das Odem an den hinteren Extremitäten ist gleich wie trüber. Das linke Schenkel viertel zeigl noch die gleichen Symptome wie am I. August, nur hat das Odem lateral leicht zugenommen. Das linke Bauchviertel ist nach innen emp­findlich wärmer und derber und liefert keinen Tropfen Sekret, mehr. Die rechte Euterhälfte ist klein, schlaff, ohne Sekret. Im ganzen Umfange der rechten Bauch- und Schenkelzitze befinden sieh zahlreiche größere und kleinere Ekchy-mosen.
Diagnose: Primär: Mastitis necrotica, seku ndär: Kon j unktivitis, eiteriger Nasenkatarrh, Pneumonie, Pleuritis, Magen-Darmkatarrh, Senkung der breiten Beckenbänder, heißes Odem an den hinteren
Extrein itiiton, Septikämie.
Die am 8. August vorgenommene Notsehlaohtung ergab folgendes: Im Herzbeutel leicht bewegliches, rötliches Serum. Die beiden Blätter glatt nnd glänzend. Im Cavum thoracis etwas Jauche. Sowohl die Bippen als auch die Lungenpleura sind mit einer dicken Pibrinlage versehen, welche dio Lnnge mit dem Herzbeutel vorbindet. Auch das Mediastinum Ist in großer Ausdehnung mit einer dicken Pibrinlage besetzt. In der Trachea und in den Bronchien ziemlieli viel braunroter und gelbor Schleim und feinblasiges, rötliches Serum.
Keclitor vorderer Lungenlappen sehr groß, derb, vollständig luftleer, auf der Schnittfläche nekrotisch; der initiiere Lappen am oberen Teil auf der Schnitt­fläche feinkörnig; feuclitrote I lepatisation, während die Spitze klein und luft-haltig ist. Der hintere Lappen ist mäßig vergrößert und zum Teil lufthaltig, an einigen Stellen mit mehreren bis apfelgroßen, luftleeren Herden durchsetzt, welche zum Teil nekrotisch und in Ablösung begriffen sind. Die pyramiden-
II*
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I'.-ut-nclmiiiUüso Kntziimliing des Eutora.
förmlgen Luppen sind sehr groß, derl), vollständig luftleor, und es weohselt hier Nokrose mit Pneumonle ;il).
Der linke vordere Lunuonlappen ist normal. Dor obere Absohnitt dus pyramidenförmigen Lappens ist groß und luftleer, teils mit nekrolisohen und teils mit pneamonischen Horden versehen; ebenso der vordere Teil des hinteren Lappens, wtthrend der hintere Absohnitt des letzteren etwas groß und luff-haltig ist.
Milx vergrößert, Kapsel gespannt, Pulpa braunrot, weich, auf dor Schnitt-Sache vorgewölbt.
Gewicht der linken Buterhälfte 8kg. Die supratnamraftron Lymphdrüsen etwas groß, auf der Schnittfläche lappig. Das Drtlsengewebe dos linken Sehonkelvierteis heller, mattglllnzend, In der ganzen Ausdehnung nekrotiscb, am hinteren Rande schieferig, hellgrau verfärbt. Am vorderen Rande besteht eine Thrombose der großen Venen, welche sich auch auf den übrigen Teil dos Euters ausdehnt. Die Zisternonsehloiinhaut ist von einem dicken, lihrinösen, echmutziggrauen Belag überzogen. Das linke Bauchviertel ziemlich derb, an der Oberfläche mit seröser Infiltration dos subkutanen Bindegewebes. Das Drüsen-gewebe von normaler Konsistenz; die Läppchen auf der Schnittfläche hervor­tretend.
Patbologisch-anatomische Diagnose: Nekrotislerende Mastitis. Sekundär: fibrinöseFleuritis,nekrotisi er ende Pneumonic, Septikämie.
Fall Nr. XV. Eine sechs Jahre alte, in mittelmäßigem Ernährungszustände sich befindende, pro Melkzeit •s / Mi.lch liefernde Kuh, welche anfangs Dezember 1901 zum vierten Male normal kalbte und seit dem 14. Januar 1902 wiederum trächtig war, erkrankte am 31. Januar 1902 am rechten Schenkelviertel an phlegraonöser Mastitis, verbunden mit hohem Fieber und Indigestion, Das Sekret sank am kranken Viertel sofort auf einige Gramm und an den drei ge­sunden Strichen auf 600 £t pro Melkzeit und bestand am kranken Viertel nur aus graulichem Serum.
Am 1, Februar zeigte die stark fiebernde Kuh nebst der heftigen Mastitis grolle Kreuzsehwäehe, Tränen, akuten Magen-Darmkatarrh und am rechten Ilinteischenkcl starke Lahmheit. Das kranke Viertel lieferte klares, wässeriges, die drei gesunden Viertel in geringer Menge grauliches, dünnflüssiges Sekret.
Am 2. Febx'uar waren nebst hohem Fieber grolle allgemeine Schwäche und Enteritis infolge Toxäniio feststellbar. Das rechte Seh enk el viertel, dessen BupramammäreLymphdrüse gänseeigroß sich anfühlte, war mächtig geschwollen, sehr stark verbreitert, heiß, schmerzhaft und hart und zeigte unten ein stark arm-dickes, heillos (raquo;dem. Auch das rechte Bauchviertel und das linke Schenkelviertel wiesen unten heillos Odem auf, und zudem war das linke Schenkelviertel infolge entzündlicher Hyperämie noch derber und konsistenter.
Am •'!. Februar war das Sekret vom rechten Schenkelviertel orangefarbig; am -1. Februar, somit fünf Tage nach Beginn der Mastitis, rötlich-blutig; am .quot;gt;. Februar dunkelrot-blulig und von fadem Geruch. An diesem Tage zoiate
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Mastitis necrotica.
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Patientin t'olbeinlos Krankheitsbildi Das Allgemelnbefindon des sein- stark ab-gemagerten Tieres Igt besser. Tomperatm BD'O^G, Pulse 90 — 06 und Atooiztlge 24—80 pro Mimito. FrelUust, Uuininatioii, Pansenperlstaltik sind in loiebtem Qrade Kugegen; der Kot ist dtlnnbreiartig. Das reubto Scbeukelviertol ist sehr Kroü, infolge einer Dermatitis ex visu med icanient.ornin heiß und empfindlich, nach hinten nnd oben hart, nach unten stark ödematös. Beim Ver­schieben dos Odonis hört man deutliches Knistern in der Subluitis. Das rechte Ibuic.hviertel ist noch zu groß, zu derb nnd loieht empfindlich, die linke Euter-häH'tc ist klein, schlall', nach vorne vorschoben: und am linken Scbonkelviertcl befindet sicdi noch etwas ödem. Die Milch dieser drei letzteren Viertel besteht in einem dicken, grauen Sekret. Von nun an besserte sieb this Allgemeinbefinden beständig, Jedoch trat eine völlige und anhaltende Agalaktie ein.
Am I, Juli 1902, somit 151 Tage nach Beginn der Mastitis, zeigte die nunmehr in gutem Ernährungszustände sich befindende Kuh ein getrttbtes All-gomeinbeflnden, 88'70C Temperatur, 86 Pulse und 18 Atemzüge pro Minute, verminderte Preßlust und Rumination, Die Untersuchung des Euters ergab eine große Asymmetrie. Die linke EuterhäU'te ist vollständig nach vorn verschoben, und ihre Viertel sind auf faustgroße atropbiert. Ihr Sekret, bestellt, aus einigen Tropfen grauen Sonuns. Das rechte Bauchviertel ist nicht mehr fttblbar.
Das rechte Schenkelviertel ist hinten und oben 20cm breit, öl om lang und reicht vorn mit einem vorgewölbten Abszeß über das linke Bauch­viertel hinaus. Das Viertel ist sehr empfindlich, vermehrt warm, die Haut stellen­weise gerötet und nicht verschiebbar; hinten und oben sowie unten, sowidd vor als hinter der Zisterne, belinden sich faustgroße, vorgewölbte, sehr schmerzhafte, fluktuierende Stellen. Ans der kleinen Zitze entleeren sich einige Tropfen gelb­liches, klares Serum. Offenbar handelte es sich, wie auch die Punktion be­stätigte, um Nekrose des Viertels mit demarkierender Eiterung und Abszeßbild ung,
Die. am 6. Juli vorgenommene Sektion ergab: Der Lymphknoten rechts ist etwas vergrößert; die sehr grolle rechte Enterhälfte in weitem Um­fing fluktuierend, Am vorderen unteren Abschnitt ragt ein faustgroßer, fluktuierender Tumor hervor. Dio ganze rechte Hälfte dos Kuleis ist in einen zähen, gelben Sequester verwandelt, welcher von der Umgebung vollständig ab­gelöst Ist und in einer großen Menge von dickflüssigem, mit Gewebsfetzen vermischtem Eiter herumschwimmt, Der Setjnester ist durchzogen von mehreren pigmentierten Strängen, die mich aus lebendem Gewebe bestehen. Die linke Euterhälfte Ist sehr klein, ihre Schnittfläche glatt.
Pathologisch-anatomische Diagnose: \e kro tisierende Mastitis.
Fall Xr.X.Vl. Kuh, Sohwyzerrasse, sieben Jahre alt, in mittelmäßigem Er­nährungszustände, kalbte vor drei Monaten und lieferte .-cither pro Melkzeit 81 .Milch. Dieses Stück erkrankte am 7. Dezember 1908 an Mastitis phleg-monosa am linken Schenkel viertel und sekundär an Kreuzschwäehe, Konjunktivitis, Xasenkatarrh und schwerem Magen-Darmkatarrh, welche vier
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FarenchrmatSse tSnteUuduns iles Eutere
Leldon innerhalb 60 Stunden wiederum verschwanden. Auch ilic Mastitis-Symptome gingen merkbar zurück.
Am 10. Dezember abends stellte sich am erwähnten Viertel ein heftiges Rezidiv der EuterentzUndung in Verbindung mit schwerer Indigestion ein. Die Milchmenge an den drei gesunden Vierteln sank auf 500g pro Melkzeit; am ergriffenen linken Sohenkelviertel konnten nur 40j? gelbliches Serum heraus­gemolken werde]). Während der nächsten 48 Stunden nahmen die Mastitissymptome slcti^ zu.
Am 11. Dezember war der Befund, wie folgt! Allgemeinbefinden schwer getrübt, große Kreuzschwäche. Temperatur 89'20C) Pulse 80—laquo;St! und Atem­zuge 35 -40 pro Minute. Schmerzvoller Gesichtsausdruck. Verminderung der Futter- und Wasseraufnahme sowie der Rumination. Sechs bis siobeu Pansen-bewegungon innerhalb zwei Minuten. Der Kot wird häufiger und in kleinen Quantitäten abgesetzt. Ev ist von dünnhreiartiger Konsistenz und s'i't verdaut.
Das Euter ist stark asyimnetrisoh, die linke Euterhälfto infolge starker, 4- bau dicker, entzündlicher Odembildung seitlich und unten bedeutend grüßer als die rechte. Beide supramammären Lymphdrüsen sind gänseeigroß und derb elastisch. Das linke Schenkel viertel nimmt den Kaum zwischen den beiden Hinterschenkeln ein, wodurch das rechte Schenkelviertel nach vorn vordrängt wird. Die Haut des linken Schenkelvlertels ist gerötet und vermehrt wann. ]gt;as Viertel ist unten leicht empfindlich, scheibenförmig, gleichmäßig hart. Die Zitze ist leicht ödematös, infiltriert, und das wonige, aber leicht melkbare Sekret, besteht ans blutig-rotem, nicht riechendem Serum. Das linke Bauchviertel ist ebenfalls mit (raquo;dem behaftet: und befindet Eich im Zustande der entzündlichen Hyperämie, d. h. es zeigt leichte Schwellung, Rötung, vermehrte Wärme und Druckempflndlichkeit; nebstdom ein gelblich-weißes, gerinnselfreies Sekret von salzigem Geschmack. Die rechte Euterhälfto ist infolge Portpflanzung der Ent­zündung per contiguitatem leicht hyperämischi ihr Sekret ist gerinnselfrei, am rechten Bauohviertel woilj und sülJ und am rechten Schenkelviertel weiß und leicht salzig.
Diagnose: Mastitis neorotica am linken Schenkelviertel und entzündliche Hyperämie am linken Bauohviertel, sekundär Magen-Darmkatarrh und Kreuzachwache.
Am Id. Dezember zeigte die schon deutlich abgemagerte, keine Milch mehr liefernde Kuh .'i'.tnquot; (' Temperatur, 86 — 96 Pulse und 42 Atemzüge pro Minute, deutliche Dyspnoö und einen häutigen, feuchten, schmerzhaften Husten. Die Auskultation der Lungen ergab verschärftes vesikuläres und bronchiales Atmungsgeräuach, d, h. akute Bronchitis, wesentliche Besserung der Ver­dauungstätigkeit, sowie fast vollständige Abheilung des Magen-Danukatarrhs. Der Befund am Kuter bat sich nur insofern geändert, als das Sekret am linken Schenkel viertel aus blutigroten, mit rotem, krümeligem, nekroti-schem Eutergewebe durchsetzten Gerinnseln und aus Serum von leicht fauligem Geruch besteht. Das linke, früher stark ödematösc Bauchviertel hat seit dem 11. Dezember an Umfang stark zugenommen. Das entzündliche Odem beschlägt
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Mastitis neorotic
10
dio Zitze mid uiitoro Hälfte des \'iertüls. Das DrUsengewebe ist derb-festj aber
nicht etnpflndlicber. Igt;ic' Milob (Mithält keine Gerinnsel, ist weiß und leicbt salzig.
Am l.s. Dezember war das Allgemeinbeflnden reobt gut; die Kuh erschien
in unterer und zeigte 89'00C Temperatur, 80—82 Herzschläge und l'I Atemzuge pro Minute, I Ho Broncbitis war nahezu, dor Magen^Dannkatarrb vollständig abgeheilt. Der Befund am linken SohenkeWiertel zeigte nur binsiobtliob des Sekretes eine Abweichung, indem dasselbe nunmehr rötlich'blutig und intensiv faulig stinkend war; die in demselben schwimmenden vielen Glerinnsel bestanden aus Kokken, Epithelien und ganz kleinen Qewebstrümmern, Has linke Bauch-viertel war wesentlich kleiner und sozorniorto 600gquot;, die rechte Euterhälfte 2/ Milch pro Melkzeil.
Vom 28. Dezember an konnte aus der linken Schenkelzitze eine große Menge rötliche, intensiv stinkende, größere und kleinere Gerinnsel enthaltende Jauche ausgemolken werden,
Am 31. Dezember wurde der Strichkanal durch ein dickes Gerinnsel während 48 Stunden vollständig verlogt, weshalb das Viertel bedeutend anschwoll, beiß und empfindlich wurde. Nach dem Herausmelken dos obturierenden Pfropfes nahm die Entzündung sofort ab. Während des Monats Februar wurde das Sekret jauchig-eiterig, und nach Ausscheidung des weichen, nekrotischen, zerfallenen Drüsengewebes durch den Striobkanal blieb noch eine faustgroße Verhärtung, d. h. ein nekrotischer Herd, im funktionsunfähigen Viertel zurück.
An den übrigen drei wieder funktionsfähig gewordenen Vierteln lieferte die Kuh am 18. Januar L904 pro Molkzeit 4/ Milch.
Fall Nr. XVII. Eine vorzügliche Milchkuh, A'., Jahre alt, in gutem Ernährungsznstande, drei Wochen trächtig, kalbte im April 1!K)7 zum zweiton Male und sezerniorte nachher pro Melkzeit dl .Milch. Am II. Mai 1007 wurde das Euter hinten von einer Wagendeichsel gequetscht. Die Quetschung ging innerhalb acht Tage; in Resolution über; hingegen sank das Milchquantum pro Melkzeit von 9 auf 8 l.
Am 24. Juli 1!M)7 morgens, lis Stunden nach einem schwerem Ge­witter, zeigte die Kuh keine Freßlust und eine ausgeprägte Mastitis phlog-monosa am linken Seh enk el viert el. infolge unvorsichtigen, heftigen Knotens dieses Viertels waren zwölf Stunden später auch das reclito Schenkel- und rechte Bauchviertel und am 2.'). Juli morgens, d. h. 21 Stunden später, auch noch das linke Hauehviertel schwer entzündet.
Am 26. Juli zeigte sich bei der Untersuchung folgendes: Schwer ge­trübtes Allgemeinbefinden, 89,90 C Rektalteraperatur, L00 Herzschläge und #9632;'30 Atemzüge pro Minute, grobe Kreuzschwäche, stark schwankender (lang, schwere Indigestion. Euter sehr grob, leicht asymmetrisch, linke Hälfte größer als die rechte; rechtes Bauch- und Schonkelviertel und linkes üauchviertel grob, gerötet, boilS, empfindlich und In der ganzen Ausdehnung hart. Das pro Tag total 100;/ botragende Sekret dieser drei Viertel besteht aus gelblichem Serum und einigen kleinen, weißen Flocken. Das linke Schenkelviertel ist sehr groß, rot, heiß, sehr emplindlich, überall hart; die suprumamniäre l.vmplidrüse deutlich
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l(j^nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Piuenchviiuitoso Eut/.iinduiij,' des Enters.
gesi'liwollon. Sekret Hi*;/ pro dio, Iiollgolbliebes, klarem Serum. Im Laufe des Tages trat ein acht Stunden (lauerndes Festliegen ein.
Am 28. Juli war dor Symiitoinenkoinplex folgender! Starke Trübung dos Allgemoinhelindcns. Kektaltomjieratur 88'90 C, 81 Herzschläge, 30 Atem­züge pro Minute. ZnrUckgesankene Augen, matter Blick, gerötete Kon­junktiven. Große allgemeine Schwache, lleutlicho Abmagerung. Jugularis-pulsation. Leichte inspiratorische Dyspnoö. Die Erscheinungen der [ndigestion sind im Rückgänge begriffen; die Kuh zeigt etwas Freßlust, 15 Kiof'er-bewegungen pro bolo, etwas Pansenperistaltik und normalen Kotabsatz. Grolie Asymmetrie dos Euters, indem heute die rechte Euterhülfto wesentlich größer ist als die linke. Starke Dermatitis ex usu medieamGiitorum im ganzen Umfange des Euters. Vor und hinter dein Euter ein ziemlich starkes, heißes Odem. Das rechte Hauch viert ol ist bedeutend größer als die übrigen und viel stärker entzündet als am 25. Juli; es zeigt nebst der stark geschwol­lenen supramaiumären Lymphdrüse im Umfange der Zisterne ein heißes Odem. Sein Sekret besteht aus gelblichem, klarem Serum, in welchem zahlreiche Sta-phvlokokken und gramnegative Stäbchen (Baot. eoli conunune) vorhanden sind. Das rechte Scbenkolviertel ist gleich groß wie am 25. Juli, nebstdem sehr heiß, empfindlich und gleichmäßig hart; sein Sekret ist ein orangefarbenes, klares Serum. Die Entzündung am linken Bauchviertel int im Rückgänge be­griffen, indem das Viertel weniger umfangreich, weniger schmerzhaft und von derb-elastischer Konsistenz sich erweist. Sein Sekret, ist gelblich, dickflüssig, ohne Gerinnsel. Das primUr ergriffene linke Schenkel viertel ist, noch sehr schwer jiblegmonös entzündet und zeigt um den Milchbehälter ein starkes, heißes Odem. Das Sekret besteht aus einigen Tropfen orangefarbenen, klaren Serums mit zahlreichen Stapln lo kok ken.
Aus diesem Befunde resultiert eine Verschlimmerung der Mastitis am rechten Bauch- und linken Schenkelviertel, ein Gleichbleiben der Entzündung am rechten Schenkelviertel und ein Zurückgehen der Mastitissymptome am linken Bauchviertel. Trotz unseres Anratens wurde dio sofortige Schlachtung dos noch in ziemlich gutem Ernährungszustände befindlichen Tieres nicht vorgenommen; der Zustand verschlimmerte sich zusehends, und am 2, August, d. h. zehn Tage nach Beginn der Mastitis, konnten wir eine schwere Trübung des All-gemeinhelindens, hochgradige Abmagerung und Schwäche, .'!S',SüO Temperatur, 135 Herzschläge und 70 Atemzüge pro Minute konstatieren, ferner eine beidsoitige l'n e u nionio und .Mastitis necrotica um rechten Bauch-viertel.
Die nun sofort ausgeführte Notschlachtung ergab eine ausgedehnte, zum Teil in Nekrose äbergogangene metastatische Pneumonie der beidennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;[
großen Lungenlappen. Gewicht dos Euters 10kg. Die supramammären Lymph­drüsen sind beidseitig gleichmäßig stark vergrößert, total 550 .y schwer. Die homogene Schnittfläche ist leicht gerötet. Das rechte Bauch- und das linke Schenkelviertel sind steinhart, mit grobkörniger Schnittfläche; ihr Gewebe ist in großer Ausdehnung gelb, trocken, stellenweise braun gelleckt. In den Zisternen
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Mustisis neerüticii.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 1()9
befindet sioh etwas dunkelbrauneB) trübes Seram. Das rechte Schenkelvierte) ist
von normaler Konsistenz, niit je einer faustgroßen, derben Stolle in der Mitte und am hinteren Kando. J)ie Sehnittliileho ist grobkörnig und das Sekret in dor Milcbzisterne serös, graulich, trüb, mit wenigen, kleinen, weißlichen Gerinnseln. Das linke Baueliviertel weist normale Konsistenz und grobkörnige Sehnitttliu'he auf, Sein Sekret ist weiß, milchig, dickflüssig.
Pathologisch-anatomische Diagnose: Mastitis neorotica am
rechten Hauch- und linken Schon kol viert el und sekundäre Pneu-monie in beiden großen Lnngenlappen,
Fall Nr. Will. Kuh, vier Jahre alt, in ziemlich gutem Erniihrungs/.ustande, anträchtig, kalbte zum zweiten Mal am 15. Mai li)07 und lieferte vor der Erkran­kung pro Melkzeit 181 Milch. Dio an der Stallwand stehende Patientin erkrankte am 18. August 1907 morgens, d. h. .'ili Stunden nach dem Eintrittquot; eines schweren, einen bedeutenden Temperaturfall bewirkenden Gewitters, nach dem Melken an einer ausgeprägten Mastitis phlegmonosa am linken Schenkel­viertel. Demerkenswert ist die Tatsache, daß 48 Stunden nach diesem Ge­witter die nebenstehende Kuh ebenfalls an schwerer Mastitis phlegmonosa am linken Schenkelviortol erkrankte.
Sechs Stunden nach Eintritt der Mastitis konnte man bei der Patientin deutliche Kreazschwäche und Magen-Darmkatarrh und 22 Stunden später, am 11). August morgens, Pestliegen diagnostizieren. Am 19. August vormittags zeigte die ähnlich wie eine an Gebärpareso erkrankte, auf der linken Seite mit nach rechtshin geneigtem Kopfe und ausgestreckten Fiissen liegende, eine schwere Trübung des Allgemeinbefindens aufweisende Kuh .'jü'S0 C Rektal­temperatur, \M0 Pulse und 42 Atemzüge pro Minute; ferner: kühle Hörner und Ohren, trockenes Flotzmaul, vollständige Sistiorung der Verdauungstätigkeit und dünnbreiartigen, stinkenden Kot. Das linke Schenkelviertel ist mächtig ge­schwollen, scheibenförmig, gerötet, heiß, sehr empfindlich, in seiner ganzen Ausdehnung fest, hart; die Haut ist, wenig verschiebbar; die supramanimäre Lymphdrüse stark vergrößert, elastisch. Das leicht melkbare, salzige Sekret besteht ans zitronengelbem, leicht trübem und mit sehr wenigen, kleinen Flocken ver­sehenem Serum und beträgt pro zwölf Stunden 80 y. Die Milch der übrigen drei, scheinbar noch gesunden Viertel ist makroskopisch normal, aber leichl salzig und betrug am Morgen noch 800 g', am Abend hingegen bloß IbO ff.
Am 20. AugnM war das Allgemeinbefinden noch stark getrübt. Die Kektaltemperatur beträgt, .TW C, die Zahl der Herzschläge 120 und diejenige der Atemzüge 40—iiö pro Minute. Die Kuh liegt wie gelähmt am Hoden, mach! gar keine Anstrengungen zum Aufstehen, zeigt stark zurückgesunkene Augen, müden, matten Blick, keine Verdauungstätigkeit und keinen Kot-absatz. Das linke Schenkel viert ol ist etwas kleiner, und seine Inflannnations-erscheinungen sind in sichtlicher Abnahme begriffen. Sein Sekret ist gelblich-weiß, dickflüssig und mit einigen weißen Gerinnseln versehen. Die drei gesunden Striche liefern kein Sekret mehr.
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rarciichyimiti'so Knl/.iimliiriquot;' dos Euters.
Am 22. August beträgt lt;lio Rektaltemperatui Jjli-'J0 (', dio Zahl dor Pulse 120—160 und diejenige der AtemzUgo 86 pro Minute. Die mit auagestreoktem Kopf und FUssen, wie rollsttlnclig gelähmt, auf der linken Seite liegende, stark abgemagerte Kuh maohl trotz soi'gfälligster Behandlung und Pflege nie An­strengungen zum Erheben. Sie zeigt infolge Unebenheit des Stallbodens am rechten Ellenbogen- und Schultergelenk eine trockene Nekrose der Haut (Deku-bitalgangrän , wanne Hörner und Ohren, stark injizierte Konjunktiven, keine Yerdauuugstätigkeit und auch keinen Kotabsatz. Das linke Sohenkelviertei ist größer und bedeutend härter als vor 24 Stunden und besitzt in der Um-gebung der Milchzisterne ein leichtes, entzündliches (raquo;dem. Ks handelt sich somit um ein Rezidiv. I*as spärliche Sekret besteht aus dunkelbraunem Serum mit wenigen, gelben Flocken und setzt sieh nach dem Stehenlassen zu Vs aus
rötlichem Senn
und
1 V, aus einem dicken, gelblichbraunen Bodensatz zu-
sammen. Wegen dieses Bezidives wurde die Kuh sofort geschlachtet.
Die Sektion des Euters ergab folgendes;
Gewicht des Euters ohne Haut 17/,-;/; die linke Hälfte ist bedeutend größer als die rechte. Die supramammaren Lymphdrüsen linkerseits 860 g, rechterseits 180 g schwer, beidseitig mit Hyperämie und farrenkrautähnlicher Zeichnung auf der Schnittfläche.
Das linke Schenkelviertel ist sehr stark vergrößert, stellenweise stein­hart. In seiner Subkutis befindet sich ein ausgebreitetes Odem. Die Schnittfläche des Drttsengewebes ist grobkörnig, trocken, marmoriert, indem große, grünliche, blaurote, gelblich gefärbte Stellen zugegen sind. Alle größeren Gefäße sind durch dunkle Thromben verschlossen. Der hintere Rand des Euters ist auf eine Ausdehnung vim B am Breite und Tiefe noch scheinbar normal, grobkörnig und mit offenen Gefäßen ausgestattet; hier wurde offenbar dio Zirkulation von der Haut aus noch unterhalten.
Dio drei übrigen Viertel zeigen eine normale Konsistenz und eine körnige, beziehungsweise glatte Schnittfläche. In den Milchzistornen befindet sich eine geringe Menge erbsenmustthnliohes Sekret.
Die Strichpräparate der nekrotischen Abschnitte des linken Schenkel-viortols enthalten sehr zahlreiche granmegative Stäbchen, höchstwahrscheinlich Kolibazillen.
Pathologisch-anatomische Diagnose: Mastitis necrotica am linken Schenke 1 viertol.
Pali Nr. XI.X. Eine vier Jahre alte, in mittelmäßigem Ernährungszustände sieb befindende, 80/$ schwere, gute Milchziege zeigte am 18. Juni IHlUj eine heftige pblegmonöse Mastitis der linken Euterhälfte und sekundär eine starke Indigestion. Die linke Drüse war vergrößert, heiß, hart und schmerzhaft; das Sekret stark vermindert, grauweiß und mit weißen Flocken versehen. Nach 21 Stunden war die Ziege völlig lendenlahm und zeigte starke Tympanitis. Lateral an der Haut der linken Euterhälfte trat ein zweimarkstückgroßer, dunkelblauet Flock auf. Das Sekret der kranken Hälfte bestand nun ans dünnem, blutigem Serum. IS Stunden nach Eintritt des Leidens zeigte die Ziege .'(il'S0 C
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Mastitis necroticii.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;171
Rektaltemperatar, 140 I'ulso and 3ü Atemzüge pro Minute. lgt;io [ndigestion bntte ihren Höhepunkt erceiobt. Die Zie^o war ttnmer nodi tympanltlBoh, stöhnte und speiohelte stark, lag anbehilflich am Boden und konnte sich nicht von sollist stehend erhalten. Die untere IläU'to der stark geschwollenen linken Drüse war bltlnlich verfttrbt. Drei Tage nach dem Auftreten der ersten Sym-ptome waren die sapramammären Lymphdrüsen eigroß geschwollen, die obere Hälfte der linken Drüse hello, sehr enipHndlloh und hart; die untere Hälfte sowie die Zitze wenig empfindlich, kühl, blauschwarz; Sekret: gelblichblntiges Serum mit einigen Fibrinflooken, Die rechte Eutcrhiilfte und ihre Milch sliul normal.
Nenn Taue nach dem Eintritte des Leidens war das Allgemeinbeßnden etwas besser; die Lendenlahme ist verschwanden; die obere Hälfte der linken Drüse noch entzündet und von der unteren Hälfte, deren Haut schwarz und lederartig nekrotisch ist, deutlich abgegrenzt. An der Demarkationslinie kann die abgestorbene Haut etwas abgehoben werden, worauf sieh eine tiefe, eiterige Furche rings um die linke Euterhälfte herum zeigt. Die untere Hälfte ist vollständig nekrotisch, die Drüse auf Nadelstiche unempfindlich; der Strichkanal ist offen und entleert eine gelblich-blutige, jauchige Flüssigkeit. Zwölf Tage nach Eintritt dos Leidens ist das Allgemeinbefinden ziemlich gut. Die rechte Euterhälfte und ihre Milch sind normal. Von der linken Drüse ist die obere Hälfte abnorm groß, vorn und hinten hart, in der Mitte weich, heiß und schmerzhaft; die Haut nicht verschiebbar. Die untere Drüsenhälfte mit der Zitze ist nekrotisch; durch eine wagrechte Demarkationslinie Ist der Sequester ringsum schon stark ab­gelöst, und die Xekrose macht den Eindruck, als wäre eine schwarze Zipfel­kappe über die Hälfte des Viertels hinaufgezogen worden. 13 Tage nach Eintritt der Mastitis zeigte Patientin starke Dyspnoö, leichte Tympanitis, Trismus, Schäumen, Opisthotonus und bald nachher ausgeprägten Tetanus, an welchem sie sechs Stunden später zugrunde ging.
Die Sell lion e rga h:
Linke Eu tor half te um das Dreifache vergrößert; Gewebe hart, grobkörnig; die Haut über demselben etwas verschiebbar, die stark vergrößerte Zitze sowie der untere Teil der Drüse bis ZU drei Fingers Breite in einen trockenen, schwarzen Schorf verwandelt. Der Brand erstreckt sich ungefähr - cm in die '.riefe. Die tieferen Lagen belinden sich im Zustande des Odems, Die Drüse ist in ihrem ganzen Umfange nekrotisch und von mehreren noch lebenden Arterien durch­zogen, /wischen Arterie und Brandschorf ist die Demarkation in der Drüse durch Eiterung bis zur vollständigen Ablösung gediehen. Das Bindegewebe in der Nähe des Schorfes zeigt sich im Zustande hochgradigen Odems. Der Brand der Drüse reicht beinahe ülierall bis zur Haut, die in die Xekrose einbezogen ist. In der Zitze sind die tieferen Lagen noch saftig-ödematös, und nur die oberflächlichen sind vollständig brandig. Die rechte Drüse zeigt normale Ver­hältnisse. Lunge groll, mit vermindertem Luftgehali. Lungengewebe sehr saft-nud blutreich, In den Bronchien ziemlich viel dicker Schleim; in der Trachea eine große Menge von feinblasigem Seruni, die Schleimhaut von kleinen Blut-
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rannoliviiKitnsu Knl/.iimlmii; ilos Kilters,
punkten clurchsdtet. Im Eiter der oberfitloblicben Demarkationslinie kommon außer zablreiolien Kokken noch einige nageiförmige Stäbohon vor (TetanviBbazill9n)i
Pathologisoh-anatomisobe Diagnose! Tod durch Tetanus. — Ausgedehnte, zum Teil lt;lio Oberfläche erreichende Nekrose dos Enters infolge Mastitis. Lungenödem und Lungenhyperttraie. Am Osopbagus viole Exemplare von lialbianea gigantea (Sarcocystis tenella).
Fall \r. XX. Eine sieben Jahre alte, vorzHgllche Milchziege erkrankte am 9. Mai 1894 an einer leichten linksseitigen Mastitis und einem sekun­dären, intensiven Magen-Darmkatarrb. Die linke Euterhäl t'te war groß und derb. Die weißgraue Milch bildete nachdem Stehen eine grobblasige, klümperige Kahmsehielit, darunter graues Serum und einen dicken, eiterigen Bodensatz. Trotz Behandlung nahm die Mastitis stetig und heftig zu, und nach fünf Tagen konstatierten wir ein stark getrübtes Allgemeinbefinden; Koktaltemperatur 39'90 C, Pulse 104 und Atemzüge 24 pro Minute, leichte Dyspnoö und Magen-Darmkatarrh. Die Ziege, die ehemals 2 I Milch pro Melkzeit geliefert hatte, sozor-nierte an der gesunden rechten Hälfte jetzt noch 150 lt;/. links nur einige Tropfen. Die supramammäre Lymphdrüse rechts ist eigroß, links faustgroß geschwollen. Die Unke Euterhftlfte bat die QrOße einer großen Kegelkugel. Haut nicht verschiebbar, gespannt. Drüse gerötet, heil), schmerzhaft und hart; die Epidermis stellenweise abgestorben. Milchbehälter stark verdickt und ödematils. Haut der Zitze oberllilchlieh nekrotisoh und nur wenig empfindlich. Zitzenmündung normal und leiclit melkbar. Das Sekret bestellt aus einigen Tropfen stinkender, rötlich-blutiger Jauche,
Diagnose: Mastitis necrotica der linken Euter hälft 6.
Die acht Tagt; nach dem Eintritte des Leidens vorgenommene Sektion ergab;
Milzscbwellung; in der Muskulatur des Osopbagns, im Gaumen und im Rachen eine große Anzahl derBaibiania gigantea, wovon eine von der Qröße
einer Zwetschke. In den Bronchien feinblasige.s Serum; rechte Euterhälfte nor­mal, Drüsenläppchen über die Schnittfläche etwas hervorragend; linke Driisen-
hälfto sehr und) und hart. Drüsenläppchen grob, etwas trocken und über die
Oberfläche hervorragend; am oberen Rande sind sie etwas blaß, weiß und feucht. Hier kommen auch einige Kndtchcn von Hanfkorngröße, d, h. Uetentionscvsten von Milch, vor. [n der Zisterne eine mäßige Menge rötlicher, übelriechender Flüssigkeit. Haut in grober Ausdehnung serös infiltriert und trocken. Unterster Teil der Drüse mazeriert; die supramammären Lymphdrüsen grob und hart.
l'at ho log lach-an atomise he Diagnose: Nekrotisie rende Mastitis und Cystenbi Idung in der linken Euterhälfte, Exemplare von Balbianea gigantea in der Osophagusmuskulatur,
Fall Xr. XXI. Am 12. Juni 1900 wurde uns (due zirka vier Jahre alte. In mittelmäßigem Ernährungszustande sieb befindende, 32Icg schwere Milohziege ohne Anamnese zur Untersuchung überliefert. Die Patientin zeigte ein erheblich getrübtes Allgemeinbefinden, starke Eingenommenheit, 39'80 C Temperatur
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Mastitis nucrotica.
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120 Pulse imil 86 Atemzüge pro Mimite, hinten gespannten Gang, Magen-
Darinkatiirrli und ein solir großes, asyinniutrisches Euter, Indem ilessen linke Hälfte eine mächtige UmfangTermehrnng aufwies. Das ganze Kutor und ins-besondere die linke Hälfte, ist in der gesamten Ausdehnung mit heißem Odem behaftet, welch letzteres sieh his zum Schaufelknorpel erstreckt. Die supra-iuammären Lymphdrüsen sind beidseitig bUhnereigroß, rundlich. Die linke Eater-liiilfte ist heiß, schmerzhaft, sehr dick, derb-fest. Ihre Zitze ist vorarmdick, 18orraquo; lang und unten iom dick, sehr stark üdomatos, gespannt, der!) und leer. Die Kaut der Zitze 1st dunkelbraun und wegen der Reibung au der linken Hintor-gliedmaße frei von Epidermis und feucht. Im weiteren ist diese Zitze unempfind­lich, kalt, und aus Nadelatichöfihungen entleert sieh ein blutiges Seruin. Die ZitzenmUndung ist groß, vertieft und offen (Lähmung), und beim Melken ent­leeren sich einige Tropfen blutiges, nicht riechendes Serum, vermischt mit einigen kleinen, gelbweißen Flocken. Die rechte Eutorhälfte i^t etwas ver­gröbert, gerötet, wärmer, empfindlich und zu derb; die Zitze, besonders medial, stark iiileinatös infiltriert; das Sekret, ig, milchähnlich und mil vielen weißen Flocken vermischt.
Gestützt auf diese Symptome, welche für eine Xekrose der linken und sekundäre leichte Mastitis der rechten Kiileihält'te sprachen, wurde die Ziege sofort geschlachtet.
Die Sektion ergab:
In der linken Herzkammer gut geronnenes Blut, Lungen überall luft-haltig, blaß, In der Muskulatur des Schlundes zahlreiche Exemplare von Bai-bianea gigantea. Die Schleimhaut des Labmagens und Dünndarmes blaß. Im Kolon wenig wässeriger, im Kektuin diinnbreiiger Inhalt. Am Netz befinden sieh zwei je 2 cm breite, stark blaurote, Stellen, welche ebenfalls zwei gleich­großen Abschnitten der Gallenblase entsprechen. Die letztere enthält eine mäßige Menge grüner, mit weißen Flocken vermischter Galle. Das Gewehe der Gallenblase zeigt an den oben erwähnten Stellen eine scharfe Abgrenzung gegen­über dem umliegenden Gewebe, ferner eine deutlich grünliche Verfärbung und ist blaß, feucht und gesehwollen. Die Leber besitzt gewöhnliche Grobe und Konsistenz. Die Gallengänge sind wenig vergrößert. Im Lebergewebe befindet sieh ein haselnußgroßer, gelber Knoten. Milz und Nieren sind normal.
Gewicht des Euters 2'5 kg. Die snpramammären Lymphdrüsen sind ver­gröbert und stark hyperämisch; die Haut zwischen Euter und Schaufelknorpel ist sehr stark serös infiltriert, und die Venen sind durch Thromben verschlossen. Die linke Euter Hälfte ist sehr grob und konsistent; das subkutane Gewebe fingerdick, durchscheinend, speckig, serös infiltriert. In der oberen Hälfte zeigt die Schnittfläche vorstehende Läppchen, in der unteren ein blaurotes, trocken-nekrotisches Gewebe und in der Zisterne eine blutige, leiclltbewegliche Flüssig­keit. Die stark vergrößerte Zitze ist dunkelblau und nekrotisch.
Die rechte Euterhälfte ist etwas vergrößert und derber. Auf der Schnitt­fläche zeigen sieh vorstehende Läppchen und ein milchiges Sekret mit einigen
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I'arem'bvniiitö-Ji' KiiUümlmiK iU?s KuleiH.
weißen Flocken. Die ZisternenBcbleimhant ist glatl und glänzend, die Zitze öile-tnutüM Infiltriert.
In den Strichpräpamten uns der nekrotischen linken Euterhälfte fanden sich zahlreicho kurze Kolibazillen.
PathologiBch-anatomischo Diagnose; Nokrotisierendo Mastitis and 'l'lioliiis iinkerseits, seknndilre Mastitis simplex rechterseits, zirkumskripto Nekrose der Gallenblase. Balbiania gigantoa.
W.iliri.'iid dor letzten Jahre bot sich uns zweimal Gelegenheit, in zwei großeQ, vorzüglich gehaltenen Rassenviehbeständen eine mit sekundärer Pneuraonie einhergehende nekrotiaierende J\la-stitis in enzootisoher Verbreitung (Mastitis necrotioa enzo-otica) beobachten zu können.
Im ersten Falle erkrankten unter einem Bestände von 40 Stück Milchvieh am 3. Februar 1899 ein Stück, am 7. Februar ein zweites und am 10. Februar gleichen Jahres ein drittes Stück. Davon stand eine Kuh zuhinterst, eine in der Mitte und eine vorn im tadellos ge­bauten und eingerichteten, neuen Stalle, und dazwischen befanden sich je drei milchliefernde Tiere. Als primäre Ursache kam in Betracht das Liegenlassen und Verfaulen einer Nachgeburt auf dem Stallager drei Tage vor Eintritt des ersten Falles und sodann das anfängliche Ausraelken des kranken Drüsensekretes auf den Stall­boden, durch welche zwei Momente Mist, Jauche, Lagerplatz und Stall infiziert wurden. Der Krankheitsverlauf bei diesen drei, wegen großer Entfernung des Standortes der Patienten von uns nur in längeren Intervallen beobachteten Stücken war kurz, folgender:
Fall Nr. [. Diese ausgezeichnete Milchkuh, welche zuhinterst im Stulle stand, auf dem Platze, wo die Seoundinae verfault waren, erkrankte am ;!. Fe­bruar 1899, Sie kalbte anfangs Januar gleichen Jahres und lieferte seither pro Melkzeit 12'') t Milch. Am vorgenannten Tage trat bei dieser Kuh am linken Schenkelviertel eine Mastitis simplex, verbunden mit einer leichten, rasch vorllbergehenden Trübung des Allgemeinbefinden?, ein, welche innerhalb drei Tagen abheilte,
Am 9. Februar abends wurde das linke Schenkel viertel von einem sehr heftigen Rezidiv befallen. Die Kuh zeigte ein schwer getrübtes Allgemein­befinden, 42quot;'1deg; C Rektaltemperatur und am linken Sehenkelviertel müchtige Schwellung, unten starkes Ödem, ferner vermehrte Wärme, große Härte, doch nur geringgradige Schmerzbaftigkeit, Das Drüsensekret war blutig serös, ohne Gerinnsel und von stark fadem Geruch. 24 Stunden später betrug die Rektal­temperatur Il'S'M'. Die Patientin zeigte große Schwäche, starke DyspnoC, alle Erscheinungen einer beidseitigen Pneumonie, erheblichen Durchfall und am kranken Viertel ein rötliches, stinkendes Sekret,
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Mastitis neorotloa,
ti)
'IS Stunden nucli Eintritt laquo;Ica raquo;•liwcron liozidives gesellto sich zum Bildfi der nokrot isieroiulen Mastitis und l'iK! uuio ni o noch diisjonifio dei Scpi ikiiinio. Die kraftlose Kuh zeigte ein starkes Sinken der Körpertemperatur und bedeutenden, intensiv stinkenden Durobfall, weshaib iin-o sofortige Not-Schlachtung erfolgte,
Die Sektion ergab;
A.usgeprilgte, trockene Nekrose dos linken SohenkelTiertels, herdförmige Pneumonic, nebst interstitiellem Emphysem in beiden großen Lungenlappen, und Enteritis.
Fall Nr. II. Die wer Jahre alte, 800% schwere, in der Mitte des Stalles stehende Simmentaler Kuh erkrankte am 7. Februar 1899 an heftiger phlegmonöser Mastitis ilcs linken Schenkelviertels, verbunden mit schwerem Magen-Darmkatarrh und großer Kreuzschwftohe, Im Verlaufe der nächsten fünf Tage besserte sich das Allgemeinbefinden, und dio Temperatur sank von 40'50 C auf SS'lquot; C. Am 18, Februar war das linke Schenkel-viertel noch viel zu groß, dio Haut jedoch verschiebbar, das Viertel scheiben­förmig, hart, etwas schmerzhaft und unten ödematös. Aus dor 7iil/.e konnten zwei Tropfen gelbliches Serum, vermischt mit griesigen, gelben Gerinnseln, ansgemolken worden. Am 17. Februar zeigte die stark, abgemagerte Kuh 'lO'SH-' Temperatur, 90 Pulse und 12 Atemzüge pro Minute. Das Allgemeinbefinden war ziemlich gut, die Kuh munterer. Die seit zwei Tagen bestehende Dyspnoö hat abgenommen; tlusten ist selten und die Ausatmungsluft normal. Dio Preß­lust ist befriedigend. Rumination; 64 Kieferbewegungen pro bolo. Kot normal. Die linke snpramammttre Lymphdrüse ist ganz leicht geschwollen; das linke Schenkelviertel unten etwas weicher, nach (dien noch viel zu groll, scheibenförmig, fest, wenig empfindlich; sein Sekret, blutig, mit kleinen rötlich­gelben Flocken vermischt, nicht stinkend. - Die Kuh wurde verkauft,
Diagnose: Nekrotisieronde Mastitis am linken Schenkelviertel mit sekundärom Magen- Darmkaf a rrh.
Fall Nr, III, Diese fünf Jahre alte, gutgenährte, vorzügliche, vorne im Stalle stehende Milchkuh, die seit zirka vier Wochen an einem Kronenpanaritiuin hinten links leidet, ist, seit sechs Monaten trächtig und erkrankte am 10. Februar 1899 an einer sehr schweren Mastitis phlogmonusa am linken Schenkel­viertel. Am 1.!. Februar trat Abortus mit Ketentio plaeon lar u m ein.
Anläßlich unserer Untersuchung am l.'.!. Februar konstatierten wir folgendes:
Schwor getrübtes Allgemeinbefinden, -KH)0 C Temperatur, HO Pulse und 40 Atemzüge pro Minute, große Schwäche, Pestliegen, stark zurückgesunkene Augen, inspiratorische Dyspnoö, sehr wenig Freßlust und Magen-Darmkatarrh, Das linke Schenk ol vierte 1 war sehr grob, unten ziemlich stark ödematös, vermehrt warm, nicht abnorm empfindlich, im ganzen Umfange des Driisen-viertels hart und scheibenförmig. Das Sekret dunkelbraun, blutig, mit vielen eiterigen Ocrinnselu vermischt, nicht riechend.
Am 17. Februar konnte sieh die seil vier Tagen mit Festliegen behaftete und stark abgemagerte Kuh wieder selbständig erheben. Ihr Allgemeinbefinden
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l'aroncliymaliiso iMitziimlung des Katers.
\v:ir Jedoob iKicli sturk getrübt. Sio zeigte während der zwei letzten Tage
iimner .'!8-()—38-l)0 C Teiuiieratni-, UO......L00 Pulse und 60 Ateinzltge pro Minute,
Starke iuspiratorisobe Dyapnoä, einen seltenen, aber Kclunerzliaf'ten, kurzen, foneliton linsten. Die Perkussion ergab beiderseits in der unteren lliilt'to der Seitenbrust-wand ausgeprägte DBrnpfnng. An der rechten Seiteubrastwaad im oberen Drittel verschärftes vesikuläres Atmen, Pfeifen und Knistern, unten BeibuQgS-geräusshe. Linkerseits im oberen und mittleren Drittel verschärftes vesikuläres Atmen und unten ebenfalls ReibnngBgertlasoho, PrelJlust, liumiiiation und Pansen-peristaltik waren noch deutlich reduziert, der in kleinen Quantitäten abgesetzte Kot von normaler Konsistenz, aber doeh zu wenig' verdaut.
Die drei gesunden Viertel lieferten keine Mileli. Das linke Schonkel-viertel war etwas kleiner und weniger hart als am L8. Februar und nicht abnorti) empfindlich) aber unten noch immer odematös. Das Sekret bestand aus dunkelbraunem, blutigem Serum mit vielen braunen Gerinnseln und hatte einen faden Geruch.
Der K raukheilsverlauf bei dieser Kuh gestaltete sieh ebenfalls nichl günstig, indem Abmagerung und Atemhot stetig zunahmen, weshalb das Stück am 28. Februar, also 18 Tage nach Beginn der Mastitis, notgeschlachtet werden mußte.
Die Sektion ergab;
Unter dem Kpikardium einige Blutpimkte. Die Iningenplcnra mit Fibrin belegt. Der rechte Lungenlappen sehr groß, fast vollständig luftleer, der linke nur zur Hälfte lufthaltig. In den Bronchien eine trübe, mit braunen Flocken vermischte Flüssigkeit. Schleimhaut der Bronchien streifig hyperämisch, Der vordere rechte Lungenlappen luftleer, mit sehr zahlreichen, großen nekrotischen Herden durchsetzt. Alle übrigen rechten Lungenlappen enthalten einige weiche nekrotische Herde. Der vordere linke Lappen ist blutreich, lufthaltig. In den übrigen linken Lappen zahlreiche erweichte nekrotische Herde nebst lufthaltigem, blutreichem Qewebe. Milz etwas vergrößert, Kapsel noch etwas runzelig, Pulpa braunrot, und weich. Leber groß, ihr Gewebe ikterisch und von guter Konsistenz. Die rechte Euterhälfte und das linke Batichviertel von gewöhnlicher Kon­sistenz. Das Drüsengewebe bläh. Die DrUsenläppchen treten etwas vor. Das Sekret gleicht einer trüben Molke.
Das linke Schenkelviertel stark vergrößert, sein Drüsengowche überall braun, trocken-nekrotlsch. Die linke supramammäre Lymphdrüse wenig ver­größert und mit haselniiligroßen nekrotischen Herden versehen.
Pal holegisch-anatomische Diagnose: Nekrotisierende Mastitis und Lymphadenitis, sekundär nekrotisierende Pneumonlo.
Was die Atiologie dieser auffttllig sohweren, während kalter Jahres­zeit sich ereignenden Fälle anbelangt, so ergab die weiten'. Unter­suchung, daß der von Nocard zuerst beschriebene Streptococcus inastitidis contagiosae diese tödlich endigenden Mastitidenverursacht hatte. GHeichwie Nocard, konnten auch wir konstatieren, daß die Mastitis
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Mastitis nccrotica,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ]77
cntwccler leiclit oder schon von Anbeginn an sehr schwer einsetzte, rasch an einer Nekrose des Drüsenviertels führte und innerhalb kurzer Zeit eine letal eiuligendo, nekrotisiorende I'neuinonie und Septikämie im Gefolge liatte.
Im zweiten Falle war der Krankheitsverlauf' folgender:
Fall Nr. I. Unter (SO im gleichen Stalle eingestellten) ausgezeichnet gehaltenen Milchkühen erkrankte am eohr kühlen, regnerischen 8. Oktober 1901 eine sechs Jaliro alte, schwere Siinmentaler Kuh, welche vor vier Monaten normal gekalbt hatte und pro Melkzeit f-W Milch lieferte, an heftiger jihlofjiiionöaer Mastitis am rechten iianchviortol. Fünf Stunden nach Beginn des Leidens konstatierton wir 41'60 C Temperatur, 100 l'ulso und 70 Atemzüge pro Minute, sowie eine schwöre Verdaunngsstörungi Am !•. Oktober morgens zeigte die Kuh dVÖ0 C Temperatur, itO Pnlso und 80 Atemziigo pro Minute, forner Depression, große Schwäche, selteneres Niederliegen, weit gestellte Ellenbogenhöoker, aufiftlllgo inspiratorische Dyspnoö, angestrengten abdominalen Atmungstypus, Dämpfang und Koibungsgeräuseho im mittleren und unteren Drittel beider Soitenbrnstwandungon; viillige und während des ganzen Krankheitsvorlaufos anhaltende Untätigkeit des Vordauungstraktos ('l'oxin-wirkung). Das rechte Bauchviertel war sehr groß, heiB, schmerzhaft, hart, die sehr wenig verschiebbare Haut gerötet. Unten am Viertel In der Umgebung der Milohzisterne bestand ein ziemlich starkes, heißes Odem. Das 10'Oöfft8 be­tragende Drüsensekret war serös, orangefarbig, klar und ohne Gerinnsel. Das rechte Schenkel viertel war leicht, hyperämisch, die linksseitigen Viertel klein und scldafi', die Milchmenge an den drei gesunden Vierteln betrug pro Molkzoit noch 100 7. Die supramammären Lymphdrüsen waren nicht geschwollen.
Diagnose; Mastitis phlogmonosa mit sekundärer Pneumonie.
Trotz sox'gfältiger allgemeiner und örtlicher Behandlung verschlimmerten sich sowohl die Mastitis als auch die Pneumonie. Am 1.1. Oktober zeigte Pa­tientin JiS'T0 C Temperatur, 90 Pulse und 90 Atemzüge pro Minute, große Hinfälligkeit, hochgradige inspiratorische Dyspnoö, leicht stinkende Attnungslnft; stark gedämpften Perkussionston und deutliches Reihen beldseitig im mittleren und unteren Drittel der Brust Wandungen, Während der ganzen Krankheitsdauor war bei der gut bewachten Kuh nur zweimal ein kurzer, sehr schwacher Husten zu beobachten. Das noch stark entzündete rechte Hauchviertel war etwas kleiner und sein Sekret rötlichgelb und flockig,
Dio vier Tage nach Beginn der stetig sich verschlimmernden Mastitis vorgenommene Schlachtung ergab folgendos:
Gewicht dos Euters '.•/,-y. Das rechte Bauchviortel im Umfange eines Mannskopfes trocken, dankelgrau, nekrotisch, Dio oberen Abschnitte der großen Lungenlappen zeigen starkes Interstitielles Emphysem; Im übrigen sind die­selben sowie die vorderen Enden dor Hinterlappen luftleer, groß, graurot. In der Lunge und den Bronchialdrüseu belinden sich einige Tnberkelherdchen. IloU, KrankheUon lt;ior- MitchdrSson,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;1-
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178nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;l'iironeljyimiliiso Kiitziindmig (los Enters.
Pathologisoh-anatotniBohs Diagnose! Mastitis nocroticii, Pneu-monio, Tuberkulose Joi- Lunge und dor BronohialdrUsen.
Jgt;ii) Pneurnonie war oino sekundäre, metastatlsohe und entstand zwischen der dritten und sechsten Stunde nach Eintritt der Mastitis.
Full Nr. 11. Kino sechs Jahre alte, in gutem Ernährungszustände sich befindende Siinniontaler Kuh, welche am 19. Oktober 11101 zum dritten .Male ganz normal geworfen hatte und nachher pro Melkzeit 7—8 / Milch lieferte, zeigte um 9, November 1901, abends eine noch nicht deutlich ausgeprägte Mastitis phlegmonosa am linken Schonkolviertel und infolge derselben eine Rektaltemperatur von 400C, verminderte Freßlust und Milchsekretion und sehr großen Durst. Am anderen Morgen betrug die Kektaltemporatur bei der müde aussehenden und viel liegenden Kuh -IHIOQ. Freßlust und Wasseraufnahme waren um die Hälfte vermindert. Die Milchmongo betrug an den drei gesunden Vierteln 3 /. Die Mastitis hatte über Nacht stark zugenommen, d. h. den Charakter einer Mastitis phlegmonosa erlangt.
Am Mittag des 10. November konstatierten wir folgendes; Die Patientin, welche vor zwei Stunden SO'Oj/ Antifebrin erhalten hatte, zeigte .'(O'-l0 C Tem­peratur, HO Pulse und .'!!gt;—.'i(gt; Atemzüge pro Minute. Das stark apathische Tier lag auf der rochton Seite und ließ sich nur unter starker Mithilfe erheben. Ohren, Haut und Hörner waren warm, die Extremitäten kalt, anzufühlen. Blick matt und müde; der Kräftozustand bedeutend gesunken, die Haltung des Körpers steif, der Gang schwankend. Die linke hintere Extromität, wurde weniger be­lastet, nachgeschleppt und im Stande der Ruhe mit Volarlloxion im Fosselgelenk nach vorwärts gestellt, Herztätigkeit rhythmisch, Herztöne rein. Starke inspi-ratorischo Dyspnoe, ausgeprägter abdominaler Atmungstypus, kein Husten, boid-soitigor seröser XasemuisfhdJ, starke Rötung der Nasonschleimhaut an beiden Seitenbrustwandungen normaler Porkussionston und stark verschärftes vesi-kuläres Atmen; starker Speichelfluß und vollständige Sistiorung der Freßlust und Q-etränkaufnahme, der Rumination und Pansentätigkeit. Die intensiv riechen­den Faeces wurden in kleinen Quantitäten abgesetzt; sie waren schon 15 Stunden nach Beginn des Leidens von dünnbreiartiger Konsistenz und mit viel zähem Schleim vermischt. Euter stark asymmetrisch. Linkes Sehenkel vie rto 1 sehr groß, derb, fest und überall sehr schmerzhaft. Linke supramammäro Lymphdrüse deutlich goschwollen. Haut, der linken Euterhälfto stark gerötet, heiß und sehr empfindlich. An der lateralen Seite dos linken Sclumkelviortels und im Umfange der Milchzisterne des linken Bauchviertels befindet sich ein ausgedehntes, heißes Odem, bei dessen leichtester Berührung der stets gespreizt gestellte linke Hinter­schenkel stark abgehoben wird. Das stark salzige Drüsensekret besteht, aus einigen Gramm gelblichen, orangefarbigen Serums mit einigen großen weißen Flocken. Das linke Bauchviortel ist vermehrt warm, etwas zu derb und empfindlicher. Sein Sekret gleich wie am linken Schonkelviertel. Das Sekret, der rechtsseitigen Striche zeigt sich makroskopisch normal.
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Ma.-titiraquo; neorotloa,
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Am ii. XnvoiiiliDr, iiiiitajrs, wui'on bei der mit Antii'obnii bsbandelten Kuh SO'O'C Temperatur, 130 Herzsobläge und 88 Atemzüge pro Minuto zu konstatieren^ Das Allgemeinbefinden war .sein- stark getrübte Die beattlndig liegende, nur mil Mühe zum Aufstehen au bringende Patientin zeigte zeltweise starke Unruhe und Atembeschwerden, Dor Kräftezustand war mächtig gesunken, Eörner, Ohren und Extremitäten fühlten sich kühl an. Die Herztätigkeit war auf­geregt, der Herzschlag pochend, die Atmung sehr angestrengt; Huston wurde keiner bemerkt. Zu unt.orst auf der Xasonscheidowand befanden sieh beidseitlg etwa talergroße, stark vorfärbte, dlphtheritisoh-nekrotische Schleim-hautstellon. An beiden Seltenbrustwandungen war der Perkussionston überall stark gedämpft, und in den mittleren und unteren Dritteln überhaupt kein Atmungs-geräusch mehr hörbar, in den oberen Dritteln dagegen stark verschärftes veslkuläres Atmen und Rasseln. Der Speichelfluß hatte aufgehört. Preßlust, Wasseranfnahme, Rumination und Pansenperlstaltlk fehlten. Die oberen Flanken waren eingefallen, der Bauchumfang klein, die Banchdecken achlaif und die wenigen Faeees intensiv stinkend, dünnbreiartig, schleimig, Die Entzttndungssymptome am linken Sohenkelvlertel haben seit, 24 Stunden neuerdings stark zugenommen. Die Haut, ist, unten am Viertel bläuliohrot, heili; das dill'usc Odem viel größer und das Viertel ungemein schmerzhaft. Die Zitze ist klein, wie in das Viertel oin-gesteckt. Das stark salzige Drüsensekret besteht aus rötlichem, blutigem Serum mit einigen rötlichen Gerinnseln und weist, somit unzweifelhaft auf eine Mastitis neorotica hin,
Dio sofort, vorgenommene Notsohlachtung ergab folgenden Sektionsbefund:
In der Xase, am unteren Ende der Scheidewand, auf beiden Seifen ein L—8 cm breiter gelber Ring, bedingt, durch oberflächliche Verfärbung und Nekrose der Schleimhaut. Has nekrotische Gewebe ist trocken und von dorn normalen üewcho durch eine schmale liyperämischo Zone getrennt. Der übrige Teil der Nase normal. Die Pia mater dos rechten Riechkolbens pigmentiert, Bronchialdrtisen von normaler Größe, eine Menge linsengrol'ier verkäster Knötchen onl haltend. Die Lungen zusammengefallen und mit 'J2 roten Hepatisationsherden ver­sehen. Am mittleren und hinteren linken Lappen sind diese Horde faustgroß; in den rechton gleichnamigen Lappen schwankt, ihre Grolle zwischen dem Umfang einer Erbse und demjenigen einer Walnuß. Das Gewebe dreier Horde ist blaß- bis dunkelbraun, ganz luftleer. Das interstitielie Gewebe etwas serös inliltriort. Ferner linden sich zwei erbsengroße Echinokokken in der rechten Lunge. In den Bronchien feinblasiges Serum. Hie Schleimhaut, besonders nach rückwärts, von Blutungen durchsetzt; Schleimhaut der Trachea schwach gerötet, Leber groß, Kapsel gespannt, glatt, Lebergewebe ikterisch, von ziemlich guter Konsistenz, Milz klein, Mesentorialdrüsen normal. Schleimhaut des Labmagens geschwollen, von vielen kleinen Blutungen durchsetzt. Uterus groß, l'-'i kg schwer, Schleim­haut, dos rechten Hornes 1 #9632;_' mm dick. Das Gewebe sehr brüchig. In der Schleimhaut zahlreiche kleine Blutungen. In der Utornshöhle 100 cot3 einer
12laquo;
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Jj^Qnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; l'arencliynuitöse BntzUndttOg (lea F.utors,
dicken, geruoblosen, blutroten Flüssigkeit, Muttermund für zwei Finger duroh-gängigi Muttermnndlippen geschwollen, mil viel glasigem Schleim bedeckt. In dem Blutstriemen vorkommen.
Scheide weif, dio Wand mit blutigem Schleim bedeckt, Ovarien normal. Der gelbe Körper kaum kirschengroß,
Euter sehr groß, 16% schwer, rechte Euterhttlfte von normaler Konsistenz) auf der Schnittfläche etwas trocken, ohne Sekret, Linke Hälfte sehr groß, besonders das Schenkelviertel. Das Gewebe ist derb, auf der Schnittfläche über ein Drittel dos Schenkelviertels und etwas weniger vom Bauchviertel hell braunrot, trocken, deutlich nekrotisch, der (ihrigeTeil grttn verfärbt, ebenfalls Im Beginn der Nekrose, JHis Gewebe verbreitet einen tlblen Geruch von mäßiger Intensität, Zisterne klein, in den größeren Gängen viel eingetrockneter, fihrinöser, eite­riger Belag,
Im Strichpräparate der Lungen eine Unzahl von Stäbchen, 1 |x dick, 1 bis 5 p. Ian;.', nach Gram nicht färbbar (Bacterium coli commune).
Im Strichpräparat des Euters; Eine sehr kleine Zahl kurzer ovaler Stäbchen (Bacterium eoli commune).
Im Strichpräparat dos Iltoms: Keine Bakterien,
Pathologisch-anatomische Diagnose: Mastitis necrotica, se­kundäre Pnenmonie, Gastritis, nek rotische Khinitis und, herrührend von der Geburt, eine leichte Endometritis,
Epik rise. Es unterliegt wohl keinem Zweifel, daß in diesem Falle sowohl die Mastitis necrotica als auch die sekundäre Pneumonio durch das Bacterium coli commune erzeugt wurden.
Verlauf und Ausgang. Zirka zwei Drittel sämtliclier Mostitiden verlaufen bei guter Pflege und richtiger Behandlung der Tiere akut und gehen in Resolution über. Am raschesten verschwinden Rötung, ver­mehrte Wärme und Schmerzhaftigkeit. dann folgen die Schwellung und Verhärtung, welche in der Mehrzahl der Fälle innerhalb ein bis zehn Tagen und bei pblegmonöser Mastitis innerhalb 10—30 Tagen zurückgehen. Geringe Härtegrade oben im Viertel weichen schnell, größere, manchmal nur einen Teil des Viertels beschlagende innerhalb vier Tagen bis mehrerer Wochen, und solche, die auf Mortificatio uberis beruhen, können selbst monatelang unverändert bestehen bleiben. Leichte jUastitiden gehen unter graduelle)' Abnahme der örtlichen und raschem Verschwinden der allgemeinen Symptome innerhalb ein bis zehn Tagen in Zerteilung über. Das frühere serumähnliche Sekret wird unter gleichzeitiger Abnahme der örtlichen Entzündungssymptome flockiger, milchähnlicher, graulich-weiß, weißgelb, dickflüssig, dünn­flüssig und allmählich reichlicher. Nur selten, und zwar vorzugsweise bei der Staphylokokkenmastitia. wird beobachtet, daß die Milch makroskonisch vollständig normal ist, trotzdem das entzündet gewesene
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Verlauf und AuRj,'!iii},'.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 181
Viertel sich noch als viel zu groß, derb, konsistent und emplindlich erweist.
Manchmal befinden sich in derartigen Fällen beim Beginne des Melkens als Zeichen eines noch vorhandenen Kuterkatarrhs einige weilie Gerinnsel in der Milch, die bei sorgfältigem Ausmelken nach einigen Wochen verschwinden, Die abnorme Derbheit jedoch kann monate- und jahrelang bestehen bleiben. Die Sekretion am erkrankt gewesenen Viertel stellt sich in mild verlaufenden Fällen von Mastitis nach der Abheilung manchmal wieder vollständig ein; in schweren Fällen bleibt sie bis nach dem nächsten Kalben quantitativ zurück und ist qualitativ oft nur leicht abnorm aber stets salzig, welcher Zustand als liesiduum einer dagewesenen Mastitis aufgefaßt werden muß und als Milchfehler bezeichnet wird. Wir halten eine Mastitis noch nicht ohne weiteres für vollständig abgeheilt und die Milch zur Käse­fabrikation noch nicht für tauglich, auch wenn das Euter anatomisch und die Milch makroskopisch bereits normal erscheinen, sondern erst dann, wenn der Säuregrad der Milch und ihr Verhalten zum Labferment (Garprobe) nichts mehr zu wlinschen übrig lassen und keine Leuko-oyten mehr vorhanden sind. Die Erfahrung lehrt, daß die infolge phlegmonöser Mastitiden derber, fester und kleiner gewordenen, keine oder nur wenig Milch liefernden Viertel während der Periode des Trockenstehens abheilen und inskünftig- wieder normale Milch liefern können, sofern das Euter nach dem Kalben gründlich ausgemolken und die noch leicht abnormen Viertel kräftig massiert werden.
Ungefähr ein Drittel aller Mastitiden, und zwar besonders diejenigen, welche sieh während der Periode dos Trockenstchens entwickeln, ver­laufen chronisch und schleichend, Dabei bleibt das ergriffene Viertel manchmal noch etwas größer, scheibenförmig, wonig oder nicht schmerz­haft, derber und fester (Mastitis parenehymatosa chronioa s. indurativa). Die Milch ist weißgelblioh, flockig, graulich, dick­flüssig. Die Mastitis chronica kann übergehen in Euterkatarrh und sporadischen Galt.
Ein häufiger Ausgang der Mastitis, besonders der rezidivierenden Form, ist derjenige in Atrophie, wobei das erkrankte Drüsengewebe langsam schrumpft, die Milchsekretion alhnählich ganz versiegt und die Kühe drei-, zwei- oder einstrichig werden. Interessant ist die von uns gemachte Beobachtung, wonach bei einer infolge rezidivierender Mastitis mit drei atrophischen, funktionsunfähigen Vierteln behafteten Kuh nach dein Kalben aus dem übrig gebliebenen Viertel während eines Monates pro Melkzeit 121 Milch gemolken werden konnten. Das
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l';irimdiviiKiti'.se Kiitzüniiuili' lt;lcs Kilterraquo;.
betreffende Viertel war ungemein umfangreioh und besaß eiaeii außer-
ordeutlicli großen MilchbeliHlter,
Andere, nicht seltene Ausgänge sind Induration der Milch­drüse, zirkumskripte Verhärtung und Fleisoheuter,
Betrifft die unschmerzhafte, ohi'onisohe, infolge von Mastitis entstan­dene, nicht mit Eutertuberkulose zu verwechselnde Induration das ganze Viertel, so kann die wt'iiifi'o Milch noch ein ziemlich normales Aussehen beibehalten, und der Zustand heilt bei fleißiger Behandlung und Massage hin und wieder auch noch ah.
Tritt bei erstmals trächtigen Rindern eine Mastitis phleg-monosa ein, so sind nach dein Kalben die Viertel derber, fester, nicht empfindlich und liefern entweder gar kein oder nur sehr wenig grauliches laquo;Sekret. Dieser fatale Zustand ist unheilbar,
ist die Verhärtung mehr zirkumskript, so wird sie als raquo;Euter­knotenlaquo;, unzutreffenderweise auch als raquo;Euterweckenlaquo; oder raquo;Milch-knotenlaquo;, bezeichnet,
Anatomisch kann die Bildung von Knoten im Enter im ferneren beruhen auf Tuberkulose, Angiomen, Sarkomen. Angio-Sarkomen, Karzinomen. Ossificatio plana, racemosa und Cystenbildungen, Sind letztere peripher, erbsen- bis hühnereigroß, so rühren sie von Euterkatärrh mit darauffolgender Retentions-oystenbildung her. Sein' häufig beruhen die mehr zentral gelegenen und später gut abgegrenzten Euterknoten auf verschieden umfang­reichen, abgekapselten nekrotischen Herden. Im weiteren ist daran zu erinnern, daß die Abszeßbildung im Drüsengewebe, welche übrigens, abgesehen von Fremdkörpermastitis, ein sehr seltenes Vor­kommnis bildet, stets mit einer begrenzten Verhärtung des Drüsen­gewebes beginnt. In der Milchzisterne kann sich das Drtisensekret eindicken, was dann zur Bildung von beweglichen, festem, kleinen Käseklumpen oder raquo;Milohsteinenlaquo; Veranlassung gibt. Die in der Literatur beschriebenen, ausschließlich aus eingetrocknetem Drtisen­sekret, beziehungsweise Eiter bestehenden Euterknoten konnten wir trotz sehr zahlreicher Sektionen kranker Euter bis Jetzt niemals kon­statieren.
Von der Atiologie der Euterknoten hängt die Einleitung sowie der Erfolg der Behandlung ab. Alte Verhärtungen gelten aligemein als unheilbar. Sie bedingen eine Beeinträchtigung der Milchsekretion und des Wertes, nicht aber der Mastfälligkeit des Tieres.
Das Fleisoheuter, syn. Sohwammeuter (Rychner), entsteht bei Kühen und Ziegen infolge re/.idivierender und chronischer
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Verlauf und Äusganginbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;183
Mastitis, nicht iiifVktiüsei' sowohl, als infektiöser Euterkatarrbo und bei guten MilohkUhen, die während längerer Zeit mir nachlässig aus­gemolken wurden.
Anatomisch besteht dasselbe in einer Atrophie des DrUsengewebes und Hypertrophie dos interstitiellen Bindegewebes, seltener in einer hochgradigen multiplen Eletentionsoystenhildung und einerstarken Ent­wicklung- von Fett im interlobulären Bindegewebe (Fetteuter),
Das sehr oft bei Mastkühen zu beobachtende, 10—20 kg schwere Fleischeuter ist ein großes, umfangreiches, derb-elastisches. schwammiges, keine akuten Entzündungssymptome aufweisendes Euter, welches stets, und /.war auch bei frisch gekalbten Kühen, verhältnismäßig wenig Milch liefert und die, Eigentümlichkeit besitzt, nach dem Aus­melken nicht klein und schlaff zu werden, nicht zusammenzufallen, sondern punkte Umfang annähernd gleich zu bleiben oder doch nur wenig sieh zu verkleinern. Das Drüsensekret ist normal oder höchstens mit einigen weißen oder gelben Gerinnseln versehen. Entsprechend dem nie getrübten Allgemeinbefinden, wird auch die Mastfähigkeit nicht beeinträchtigt.
Kilbe mit Eleischeuter sind schlechte Milch- und Zugkühe, sie täuschen jedoch nach dem Umfange des Euters große Milchergiebigkeit vor, weshalb dieselben nicht selten in betrügerischer Absicht auf den Markt verbracht werden.
Das Fleisoheuter darf nicht verwechselt werden mit dem Hänge- oder Schlappouter. welches seine Entstehung einer grollen Schlaffheit im Aufhängeapparat, speziell des Ligament um Sus­pensorium uberis. verdankt und besonders bei vorzüglichen alten Milchkühen und Ziegen, aber auch hei schlecht genährten älteren Tieren mit stark entwickeltem Euter, selten jedoch bei solchen mit kleinem Euter vorkommt, wobei die Milchdrüse an ihrer Basalfläche bis handdick von den Kauebdecken absteht und die Zitzen, senkrecht oder einwärts gerichtet, fast den Hoden berühren, was der Beweglich­keit des Tieres sehr hinderlich ist.
Wir beobachteten ein mächtiges Hängeeuter von 38% Gewicht und lÖOon Umfang. Im iSchenkelraum hatte nur das rechte Schenkel­viertel Platz. Die Zitzenspitzen waren bloß ücgt;laquo; vom Boden entfernt. Das Euter war vermehrt warm, leicht schmerzhaft, elastisch, und unten bestand starkes Stauunirsödem.
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]^4nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;PftroaobyaiatöBe EutüUiiduug des Kuters.
Pathologisch-anatomische Veränderungen bei Mastitis phlegmonosa und necrotica.
Fürstenberg glaubte, im Interstitium den Neubildung'.sprozeli deutlich zu erkennen. Durch die Poliferation der Dindegewebszellen
im Verein mit. der serösen Durelifeuelitung wird nach diesem Autor ein Druck auf die DrUsensubstanz ausgeübt, wodurch die Blutzirku­lation unterdrückt wird und infolge Anämie nekrotiselie Horde ent-steben. Er bezeichnet dieses Veröden des Parenchyms auf Kosten des Bindegewebes als Cirrhose. In den Driisenalveolen sind nach diesem Autor nur wenige, in fettiger Metamorphose sich befindende Zellen vor­handen, was ein Minimum der sekretorischen Tätigkeit bedeutet. Die primären Veränderungen bei der Mastitis hat Ftirstenbcrg noch nicht erkannt.
Mit der ErgrUndung der infektiösen Natur der Mastitis wurde man erst aufmerksam auf die Veränderungen im Milchkanalsysteni. (.•bschon Schlösser Loslösung von Alveolarepithelien gesehen hat. er­klärt er die Mastitis doch als einen rein interstitiellen Vorgang. Kitt spricht zum ersten Male von einem Katarrh und von lietentions-cysten. Er legt allen Mastitiden interstitielle Prozesse zugrunde; denn die Ablagerung der lilutextravasatc geschehe ins Bindegewebe. Kitt behandelt den Euterkatarrh in einem besonderen Abschnitt, was nach jetziger Anschauung sich nicht mehr rechtfertigen lälif, indem der Euterkatarrh als eine geringgradige, durch die gleichen, aber mit geringerer Virulenz ausgestatteten liakterien veranlagte Mastitis anzu­sehen ist. Somit sind auch die anatomischen Veränderungen im Grunde genommen dieselben und. lediglich verschieden schwer. Bei einem [mpfmastitisfail fand Kitt eine stark ausgeprägte Rundzellen­infiltration in dem Qesamtbindegewebe in nächster Nähe der Alveolen und im Lumen derselben neben Partien, wo bloß die Lichtung der Drtisenbläsohen mit desquamierten Epithelien und mit Lcukocyten angefüllt war: auf Grund dieser anatomischen Veränderungen hält Kitt denn auch eine Kombination von epithelialem, respektive eiterigem Katarrh mit interstitiellor Entzündung für den gewöhnlichen Typus des Strukturbildes im Beginne der Mastitis parenehymatosa. Leblanc will die Einteilung der Euterentzündnngen in interstitielle und epitheliale nicht mehr gelten lassen. Stets würden zuerst die Drüsenzellen be­troffen, sehr bald aber auch die anderen Gewebe in Mitleidenschaft gezogen. Jede Faiterentzünduinr sei somit zuerst ein katarrhalischer
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l'iithologisoU-amitoimsuho Veränderunjfen.
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Prozeßi Auch er (Leblanc) hat im Anfang des akuten-Stadiums die Desnuaination der Alveolarepithelien beobachtet.
Zobel, an dessen interessante Ausführungen wir uns hier halten, hat folgendes gefunden) Aufler den auch intra vitam schon feststellbaren makroskopischen Veränderungen, wie Qrößenzunahme (6—11 hg Ge-wichtj, Derbheit, lliirte des DrÜsengewebös, Spannung und Röte der Haut, Odem der Subkutis, fehlt nie die seröse Durchfeuohtung des interlobulären Bindegewebes. Das Bindegewebe des AufhHngeapparates, des Suspensorium uberis, ist blutig-serö s infiltriert. Die supramam-mären Lymphdrüsen sind vergrößert, derb, saftig, marmoriert oder
Nach den sehr wortvollen Unter­suchungen von Kitt sind zahlreiche feine Blutnngspunkte die Ur-
Fig. 67.
Frische LnfekttösO MustUis. / Kerne der DrüsoncptUulien, 2 Leulto-oyten zwischen den Kpithclicn, .? eine einwandernde Kimdzelle, mit
sache des roten Kolorits, das fleckenweise auf­tritt, aber auch mehr
dem kleineren Teile des Körpers noch zwischen den Kpitheliou, mit dem ftruüeron Teile bereits im Innern der Alveole, 4 Intenlveolitros Bindegewebe, ft Fettropfen der ürflsonepithelien, 6' Sekret, reich an Lonkooytien. (Nach K. Zobel.)
diffus und verwaschen
vorkommt. Das Sekret in der Zisterne und in den Milohgflngen ist eine trübe, gelblichweiße bis orangerote oder blutige, seröse Flüssigkeit mit größeren und kleineren Flocken und Gerinnseln. Die Zisternenschleim-haut ist meist glatt oder aber hyperamisch, ekcbymosicrt und auf­getrieben. Die Lymphdrüsen sind saftig und geschwollen.
Mikroskopisch lindet man in ganz frischen Fallen die Alveolarepithelien noch intakt, in den Zellen Fettropfen, in den Drüscnalveolen noch normales Sekret und wenig Rundzellen, Zobel hat schon frühzeitig Leukocytenhaufen in den Alveolen vorgefunden (Fig. 57./. 2), Neben erkrankten Lobuli werden wieder ganz gesunde angetroffen, Rundzellen, die im Beorriff standen, in das Alveolarlumen ein-
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186
raroiicliviiiiitiJso Kntziiiulniig dos Kilters
zuwandern, wurden auch zwisohen don Epithelzellen entdeckt. Manchmal liegen die Leukooyten zu großen Haufen vereint im Zentrum der Al-
vcolcn oder füllen die­selben vollständig aus, 1 gt;i(! Epithelzellen kön­nen dabei noch ihre
gt; sect; • • •
1:nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; #9830; •
normale Funktion auf-
#raquo;J
weisen, was ans dem
Vorhandensein von Fettropfen in demProto-plasmaleib geschlossen werden darf (Fig, 68),
1 n vorgeschritteneren
Stadien sieht man ans
Friscbi
0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;O.OB^'V
Pig, 68.
iiifuktiösi' Unstllls, / Korne der Kpitbellen, S Leukooyton n don Epttbollon, i' Leukozyten mil deutlich begreuztem Protoplasma, #9632;/ fettropfon, (Kaob K. Zobol,)
dem Verbände losge­löste Epithelzellen, be­ziehungsweise bloß ihre Kerne sieh dem Rund­
zellenhaufen bei­mischen, oder aber die Desquamation der Epi-thelien von ihrer Unter­
Wf
lage hat in toto als zu-
sammenhängende Mem­bran stattgefunden und
liegt dann in großen Fetzen frei im Alvoolar-
innern. Als fernere Be­standteile des Alveolen-
inhaltes fand Zobel
Kaseinkonkremente.
Fig. 69,
Akuto Mastitis. Verbrotterung dos intortobnlfiron Blndegowebos.
7 InliaU der Alvouleu, fast iiussdilioülich ans Lonkooyten bestehendi
2 Leukozyten im InterlobulAron BindegGffeba, 8 Fett.
(Na.'.h K. Zobel.)
Meist war das infer­til vcoliiro Bindegewebe nicht verbreitert. In seltenen Füllen konnte
er eine stellen weise Ver­breiterung mit Rundzelleninfiltration feststellen (Fig. 69). Das inter-lobuläre Bindegewebe ist zumeist serös, nur goringgradig mit Rundzellen infiltriert und kann eine Verbreiterung bis auf das Fünffache des Normalen erfahren. Ähnliche Vorgänge wie in den Alveolen wickeln
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I'athologiscli-iiniUoniisclio Vorämienuigon.
187
sich iuicli in don Milßbgtogen ab, nftmliohi Desquaraation der Epitbelien, AnKclioppiing mit, Lcukocvtcii eto. Die Blutgefäße fand Zobel meist leer, was mit dem Tütungsverfaliren zusammenhängen mag. Jn einigen
Fällen gelang jedoeli der Nachweis strotzend gefüllter Blutgefäße im interalveolären Binde­gewebe (Fig. 60), und in einem Falle fand si(di Blut in den Alveolen (Fig. 61). Don Inhalt der kranken Alveolen. beistehend ans Mileh-bestandteilen, Kasein-
gerinnsein, Drüsenepilaquo; thelien. Lenkocytei),
Fig. 60,
Akutlaquo; Miistltlraquo;, Stiirke Füllung dor BlutgofWJo. 1 Blutgoftöe, JIrtuko-
cyton uutei' den roton Blutzellon, 'i Kaselnkonkreuientö.
(Nach K. Zul.el.)
Blut, Fibrin, gesellen sich natürlich noch die Bakterien bei (Fig. 62). Ein häufiger Ausgang ist derjenigein Atrophie der Alveolen mit ent­
sprechender Vergröße­rung des Interatitiums.
jnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; #9632;#9632; ' #9632; #9632; y *.laquo;:
^.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;SSquot;:'.-
'•.raquo;.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;it \1
ifnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;V
In solchen Fällen,
welche klinisch der
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.Mastitis r e c i d i v a i —raquo;* /
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und dem Fleischeuter : ..•,.
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entsprechen, ist die
Schnittfläche glatt und besteht vorzugsweise
aus Bindegewebe; die Milchsekretiou ist er­
Fig. 81,
AkuteMastitla, Vollständig mit Blut gofftlUo Alvoolon, l Inlornlvcoläres
BlndogewebO) 3 Korbzollen. (Nach IC. Zobel,)
loschen.
Bei der indurierenden Mastitis ist das Gewebe derb bis fest; die Schnittfläche zeigt bei erhaltener Drüsenstruktur ein körniges Aus­sehen und hin und wieder eine leicht iktcrische Färbung. In den Milehgilngcn befinden sich Eiterpfropfen,
Von Kombinationen mit Mastitis phlegmonosa sind zu erwähnen: der chronische sporadische Galt, die Eutertuber-
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l^Snbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;rarcMicliyniatnsü Kiitziiiidiing des Kilters.
kulose und die Angiomc, welch letztere sich als nußgroßo, rot­braune Tuinoren prfisentieren.
Ferner wurden gelegeatlioh der Sektionen von Kühen, dii^ an phlegraonöser Mastitis litten, noch festgestellt! Fremdkörper-pneumonie, Gastritis phlegmonosa et uloerosa, Enteritis. Pyelonephritis, Karzinom des Uterus und Synovitis in beiden Tarsal- und Femoro-Tibial^elenken.
Die schweren Formen der Mastitis nehmen häufig den Ausafanff in trockene Nokro.se, welche unter zwei verschiedenen Formen sich einstellen kann. Die häufigere Forin des Absterbens ist die einer
a n ;l rn i s c h e n N e k r o s o
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raquo; raquo; raquo;
(Mastitis suppurati-* ,. va), hei welcher eine
raquo; ,, * laquo;* ''traquo;,* ,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Sequestration (Morti-
*nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;'#9632; •nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; * .nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; i'icatio uberis) sich
•
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einstellt und zwar hau pt-
ge .1 nrom-
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raquo;#9632;#9632;'#9632;,. . ^
I
sächlicli infol
bose in den Blutgefäßen
: , • * ,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; '' des entzündeten Euters;
• •#9632;*raquo;*raquo; *nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; die seltenere Form ist
•gt;•nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;diejenige der Mastitis
gangraenosa.
Im Falle der anä-''quot;#9632;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;mischen Nekrose stirbt
Akuto Miistitis. Alvoole. /.ulitnirlie Bakterien enthaltena. / Baktorion.
(Nncii k. zub.ii.)nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;das Drüsengewebe in
einem, zwei oder drei Vierteln in verschiedener Ausdehnung ab. in solchen Fällen sind die supramaminären Lymphknoten verschieden stark vergrößert, derb, ihre Umgebung serös infiltriert oder blutig durchtränkt. Die Schnitt­fläche ist glatt, sal'treich. marmoriert oder grau, deutlich gelappt, manchmal mit Farrenkrautzeichining, und hin und wieder ist das die Drüsenläppchen umgebende Bindegewebe stark ödematös und ikterisch. Selten sind einzelne Läppchen graugelb und derb, d. h. nekrotisch. Selten auch findet man neben der kranken Zisterne eine baumnußgroße Lymphdrüse. Im subkutanen Bindegewebe zeigt sich ein starkes Odem. Die Luternekro.se ist meist partiell und beschränkt sieh auf eine oder mehrere scharf umschriebene Stellen im Innern der Drüse, seltener ergreift sie auch das subkutane Fettgewebe und die Haut oder das ganze Viertel, Diese partiellen Nekroseherde sind schon intra vitam als hühnerei-, bis laust-, bis kindskopf- oder kegelkugelgroße, zentral
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Patlioluyiscli-amitomischo VerilmU'ruugen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 189
gelegdUO, abgerundete, oft bewegliche und von ihrer Umgebung los­gelöste Eulerknoten oder raquo;Euterweekenlaquo; durch die fluktuierendcopy; Haut durehzuluhlen. Ihr Gewicht schwankt zwischen üOOy und H/v/, ihr Durchmesser zwischen 8 — 30laquo;raquo;. Der Euterknoten kann sich durch eiterige Einschmelzung einen Weg nach außen bahnen, und dem­gemäß sieht man dann deutlich einen oder mehrere Fistelgilnge, die von aullen auf den Sequester führen. Die Fisteln münden öfters auch in die großen Milchgänge und in die Zisterne. Der raquo;Sequester kann auf diese Weise spontan herausfallen.
Der nekrotische Herd, welcher auch abgelöst sein kann, ohne daß sich an der sehr scharf und grün aussehenden Demarkations­linie eine Eiteransammlung gebildet hätte, wird gewöhnlich umspült von einer bis 7 l betragenden, gelben Flüssigkeit von dünn- oder dickllüssigem Eiter; er schwimmt völlig darin. Der Sequester ist auf allen Seiten von einer bindegewebigen, sehr straffen, weißen Kapsel (Membrana pyogena) umgeben. Man trifft aber natürlich auch häufig Stadien, wo der Sequester sieh noch nicht gänzlich in seiner Kapsel losgelöst hat.
Einen interessanten Befund stellen die von der Kapsel und dem an­grenzenden Gewebe zum Sequester ziehenden und sich in seinem Innern ver­lierenden, bindegewebigen, bleistift- bis fingerdicken, weißen Stränge dar. welche sieh beim Durchschneiden als Arterien erweisen. Die Verdickunlaquo;' der Arterien rührt von dem infolge chronischer Entzündung sich ein­stellenden Eibroplastcngewebe her. Das Lumen der Arterien verschwindet infolge der Organisation des Thrombus. Die Arterien werden durch rasche Entfernung der toxischen Stoffwechselprodukte längere Zeit voi­der Nekrose und der Einschmelzung bewahrt und tragen gleichfalls längere Zeit den sieh allmählich lösenden Sequester. Der letztere ist in späteren Stadien oberflächlich usuriert, was ein Zeichen des Zerfalles und der Einschmelzung bildet, die von seiner Peripherie gegen das Innere fortschreitet, Die Sequesterkapsel kann eine mächtige Dicke, bis zu 2—(3 c/laquo;, aufweisen. Ihre innere Auskleidung zeigt eine glatte Fläche, oder es sitzen ihr bindegewebige Zotten auf. In die Kapsel einge­lagert wurden auch Knochenplatten gefunden. Das Drüsengewebe der unmittelbaren Umgebung des Sequesters ist hochgradig hvper-ämisch, serös infiltriert und von dicken, weißenBindegewebszügen durch­setzt, die ihren Ausgang von der Scquesterkapsel nehmen. Von der Schnittfläche des noch lebenden Parenchvms in der Nachbarschaft des Sequesters läßt sieh blutig-seröse, Flüssigkeit abstreifen, In den Milchgängen befinden sieh große, gelbe, eiterige Pfropfe, librinöses
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190
l'arem'lmniitüso KnlziiiKhuig des Kutoi's.
Exsudat und manclimal eine gelbliohweiße, käsetlbnliohe Masse. Die Sclilcimluuit der Mülobgänge ist bypecfimisoh gesobwollen und die
ZisterneDBobloimbaut mit einem dünnen,
l.raquo;f laquo;•!.
librinöscn lläutclion be­legt. Ein Durchsobnitt
-:•'#9632;#9632; '#9632;raquo; 'Mi
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durob den derb bis
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a Sequester zeigt sehr
seliön die anatomische Struktur! die großen Drüsenltlppchen mit dem bin dege webigen Qerüste. Die glatte, trockene, niebt mehr
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#9830; .'-:
•laquo; t* #9632;•
Seoksfnche VorgröiSorungi Flgr. 68.
raquo;krotisL'bo Mastitis, ürenzo zwlsohon uokrotischom und noch lelion-
tliMii Gewebe. / Grenze, a aekrotisehes DrOseagowobe, fgt; entzündetes
DrQsengewebe. (N'm-h K. Zolnsl.)
körnige Schnittobeiv Räche mit ihrem grün­gelben, rotbraunen bis grünen Kolorit belehrt uns, daß das Drtisen-gewebe an dieser Stelle nicht mehr sezerniert, sondern abgestorben ist. In einem irisch nekro-tisierenden Herd, in
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dessen Zentrum ein
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nußgroßes Hämatom
#9632;
eingebettet sein kann, sind hie und da ältere,
kleinere, nekrotisebe,
Bezirke eingelagert. Hin
Fig. 84.
Kokrotiaobe .Mastitis. / Beginnende Desquametlon von Bpithetieni
y weitet vergeaebrittene Desquaraation von Bpitholien, #9632;? voUstAndig
desquamlerte Epitheizelion, i Pettropfen, .'raquo; LoukocytenfVeler Alveolen-
Inbalt. (Saoh K. Zobel.)
und wieder findet man in einem Viertel einen tell e rgro üen, zen­tralen und einen apfel-
grolleii, mehr peri-plieren Herd, wobei der gröbere aus mehreren kleineren, baumnuß' bis hiihnereigroßen Herden bestehen kann. Große Gefäße, eingebettet in sulziare Bindegewebsstreifen, durchziehen den Sequester. — Erwähnung
lllo
are linden, daß auch die Mastitis necrotica in Verbindung mit
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Patbologisob-aDatomiBohe Verllnderungen.
191
sporadisohem (laquo;alt, Eutertuberkulose, Gastritis traumatioa und uloerosa vorkommt und auch zu Pueumonie. bezlebuugsraquo; weise zur Bildung von metastatisehen Herden in der Lunare und Leber führt.
15ei mikroskopischer Durchmusterung des Sequesters ist die scharfe Abgrenzung des Lebenden vein Tuten noeb auffälliger (Fiji-. 68, / a nekrotisohe, l entzündete Drüse), und man ist über­rascht, die zellulare Struktur im Sequester völlig normal erhalten zu sehen. Die Epitbeüen sind zum Teil von ihrer Unterlage losgelöst (Fig. 64). Die Kerne
der Epithelzellen sind erhalten, und in den­selben eingeschlossen trifft man auch Fett­tröpfchen (Fig. 05). Eh drängt sich der Ein­druck auf. als seien die Driisenepitbelien in
. * #9632;#9632;
-V*'*
vollem Leben, in voller
'Tätigkeit urplötzlich vom Tode überrascht worden. An anderen Stellen sind nur noch Fibrillen und Kerne
vorbanden und die Zell­konturen verwischt. Der Qewebstod wird hier in
Fig. Gn. Ctawöhnliches Bild dor Kekroso. I Doaquamlertd und Fettropfen ont-haUonde Gplthellen, J.' einzelne Leukoofton im InteralvoolAron Binde­gowebe, #9632;? Leukocytenffoiefl interlobulftres Bindegewebe, -t Skelettiortos interalveolftrea Bindegewebe. (Kaob K. Zobel.)
späteren Stadien des Entzündungsprozesses eingetreten sein. Die Färbbarkeit der Kerne ist entgegen den Angaben Kitts nach den Untersuchungen von Zobel noch erhalten. Außerhalb der Kapsel findet man alle Stadien der parenebvmatösen Mastitis. Die schwersten Veränderungen zeigen sich in der Nähe der Kapsel, so namentlich; pralle Füllung der Blutgefäße Auswanderung roter Blutkörperchen; die leichtesten sind an der Peripherie} des Reaktionshofes wahrzunehmen,
Die Eiterung um den nekrotischen Herd ist nicht eine primäre, also nicht durch Eiterbakterien veranlaßt, sondern lediglich durch die An­wesenheit des als Fremdkörper wirkenden Sequesters bedingt. Wir können somit in dieser Eiterung nur eine lleilteiulenz zur Eliminierung des nunmehr für das lebende Gewebe heterogenen Körpers erblicken.
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192nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Porenohymfttösfl Entzttndasg deraquo; Euters.
indem ihm (lurch die eiterige Einschmel'/amg ein Weg nach außen gebahnt wird.
Die zweite Form der Euternekrose, die Mastitis gangraeiiosa, entsteht, wenn die Erreger der .Mastitis besonders virulent ein­wirkton und die Mastitis mit Fäulnis des Exsudates und des davon durchsetzten Drüsengewebes verbunden ist.
Diese Mastilisform ist selten bei Kühen und Zieiren. häufifirer dagegen bei Schafen, bei welchen sie unter anderen durch einen von Nooard entdeckten Mikrokokkus hervorgerufen wird.
Das ergriffene Viertel oder die betroffene luiterhälfte werden hochrot, dunkelrot, blauschwarz, mißfarbig, mit Brandblasen besetzt. Die Haut des entzündeten Drüsenteiles und des Striches ist serüs-hilmorrhagisch infiltriert, In den Milchgängen und Jaucheherden des Drüsengewebes iindet sich eine braunrütliche, gasblaseuhaltigc. intensiv stinkende Jauche. Past ausnahmslos gehen die von Mastitis gangraenosa er­griffenen Tiere innerhalb ein bis vier Tagen an toxischer Infektion zugrunde, und nur selten wird durch eine demarkierende Entzündung die Ausscheidung des gangränösen Teiles bewirkt.
In foudroyant und tödlich verlaufenden Fällen von Mastitis necro-tica finden wir natürlich neben den lokalen Veränderungen am Euter auch die Anzeichen der Septikftmie, so: Vergrößerung der Milz, erweichte, schmierige Pulpa, Ekohymosierung unter dem Endokard, seröse Er­güsse in Bauch- und Brusthohle und in den Herzbeutel etc. Ein oder mehrere der übrigen Viertel zeigen auf dem Durchschnitt saftiges. hyperämisches Gewebe. Weiter haben wir noch festgestellt: Pseudo-rauschbrand in der Kruppen- und Schenkelmusknlatui beider Hinter­schenkel, Fremdkörperpneumonie, metastatische Pneuinonio, Enteritis, Synovitia der Tarsalgelenke, ferner: Gastritis phlcg-monosa et traumatioa, Endoraetritis, Entartungen der Eier­stöcke.
6. Mastitis traumatica purulenta, Fremdkörpermastitis.
Bei Besprechung der Ätiologie wurde darauf hingewiesen, daß eine der schwersten Formen von parenehymatöser Euterentzündung infolge irrationeller, nicht fachmännischer Sondierung schwermelken­der, verstopfter, am unteren Ende gequetschter, verwundeter, geschürfter und geschwüriger Zitzen entsteht. Der fachmännisch ausgeübte Katbeteris­mus normaler Zitzenkanäle und Milchzisternen mittels desinfizierter Melk-i öhrchen und sondenförmiger Körper, welchen wir versuchsweise tagelang bei gesunden, allerdings nur wenig Milch liefernden Kühen fortsetzten, veranlaßte ebensowenig eine Mastitis als die an der Zitzenmündung sich
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Mastitis tnuiuKUicii purulenta,
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etwa befindenden G-esoliwUrohen, sofern diese unberührt blieben^ Sobald aber an dar Zif.zenspitze. im Zitzenkanal oder im Milchbebiilter eine Verwundung-, Schürfung, eine Qesohwürsbildung vorbanden ist. somit die Zitzenkanflle und die MiloHzisteme nicht normal sind, entsteht durch Katheterismus jedesmal eine Mastitis purulenta, ebenso, wenn die Katheter nicht fachgemäß eingeführt werden (Fall Nr. II).
Eine eiterig-jauchige traumatische Galaktophoritis entsteht auch dann, wenn, wie in mehreren von uns beobachteten Fällen, die Kühe sich an einem Stacheldrahtzaun die Zisterne von oben nach unten aufreißen; denn sobald die Zistcrneiiscbleiinhaiit lädiert ist, stehen für eine Misch­infektion in größtem Umfange die Eintrittspforten offen. Die ent­zündlichen üewebssymptome sind aber dabei keine hochgradigen, weil das eiterig-jauchige Sekret genügenden Abfluß hat.
Ferner entsteht die Mastitis purulenta sehr leicht bei frisch gekalbten Kühen infolge von Operationen gegen Zitzenstrikturen oder Verwachsungen.
Symptome. Die mit Recht sehr gefürchtete Mastitis traumatica purulenta tritt zwei bis zehn, gewöhnlich vier bis sechs Tage nach dem erstmaligenKatheterisieren ein und ist durch schwere allgemeine und ört­liche Symptome, häulig durch eine iiulJerst schmerzhafte Zitzenentzündung und durch Fortpflanzung auf das gleichseitige oder gegenüberliegende Viertel charakterisiert. Die Kilbe zeigen ein längere Zeit anhaltendes, verschieden hochgradiges, bis 42deg; C betragendes Fieber (Pyämie). aufgeregte Herztätigkeit, beschleunigtes Atmen, verminderte Freßlust und Rumination, rasche, starke Abmagerung und Sistierung der Milch­sekretion an den leicht geschwollenen, byperämischen Vierteln und laquo;inen stark gespannten Gang.
Die zum kranken Viertel gehörende supramammäre Lymph­drüse ist bis kindkopfgroß, hart und verschiebbar. Selten fühlt man an der lateralen Seite des entzündlichen Viertels einen finger­dicken Lymphgefäßstrang, welcher zur supramammären Lymphdrüse führt. Die schwer melkbare, im abnormen Viertel wie eingesteckt aus­sehende Zitze ist intensiv phlegmonös geschwollen, infiltriert, hochrot, glatt, glänzend, gespannt, sehr schmerzhaft, nicht fluktuierend, die Zitzenmündung klein und ihre Umgebung gewöhnlich wund, erodiert' oder mit einein Schorf bedeckt. Innerhalb vier Tagen tritt infolge entzündlicher Schwellung ein Zitzenverschluß ein, welcher eine Reten­tion des eiterigen Drüsensekretes, Euterabszesse und Euterfisteln zur Folge hat. Milcbbehiilter und Strichkanal sind verdickt und daher .schwer oder gar nicht mehr melkbar. In Fällen von traumati-
lloß, Knuiklieiton der MiU-h^iniscn.
13
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li}4;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; rarencbvinatöso Entzündung dos Euters.
sehetquot; Verletzung der Zistcrnenschleimliaut mit niiclilolgender G alakto-phoritis kann der .Melkakt uooh statttinden. Um den Milchbehiilter sowie hinten am Viertel sitzt ein mnfängliohes, heißes Odem. Das Viertel selbst weist eine sehr starke Umfangvermehrung auf, ist steinhart, manch­mal uneben, scheibenförmig, höckerig, äußerst empfindlich, gerötet, seine Haut infiltriert, in älteren Füllen nicht verschiebbar und mit kontrahierten Narben versehen. Sein Sekret ist anfänglich geruchlos oder übelriechend, gelbweiß bis blalirötlich, strohgelb, nach 24—48' Stunden groLHiockig, krllmelig, gelblieh bis zitronengelb, graulich-jauchig, dickfittssig, rahmig und besteht aus einer Menge Rundzellen, einer mäßigen Zahl von Milehkügelchen sowie aus einer ganz dünnen Schicht rötlichen oder gelblichen Serums. Die festen Bestandteile, die Eiterkörperchen, wiegen gegenüber dem w/Kserigen Teil vor. Bloß im Anfans des Leidens treffen wir die beiden etwa in eleioher Menee an. An der Grenze zwischen Hodensat/, und dem orangefarbenen Serum sieht man hie und da einen schmalen, roten Streifen.
Bei dieser Mastitis, welche anfänglich einen schweren, eiterigen oder eiterig-nekrotisierenden Kuterkatarrh darstellt, kann der Eiter wegen der Stfiktur des Zitzenkanales nur unter Aufwendung großer Midie herausgemolken werden; meistens bilden sich bei Obliteration des Zitzenkanales im Driisengewebc innerhalb zwei bis fünf Monaten multiple Abszesse. Eine Abheilung eines an eiterigem Euterkatarrh er­krankten Viertels mit Rückkehr der Funktionsfähigkeit gehört sicher zu den größten Ausnahmen.
Bei der Bildung eines oder mehrerer, größerer oder kleinerer, auch kuntluierender Euterabszesse tritt eine auffällige Verschlimmerung der allgemeinen und örtlichen Symptome ein. Die bald zentral, bald peripher und sogar in der Subkutis sitzenden, anfänglich runden, harten, promi-nieronden Knoten werden allmählich weicher und bilden später warme oder kalte Abszesse, welche einen dünn- oder dickflüssigen, grünliehen, stinkenden, oft mit nekrotischen Gewebsfetzen versehenen und von einer rötlichen oder grauschieferig pigmentierten, glatten Bindegewebskapsel eingeschlossenen Eiter entleeren. Nach der spontanen oder absichtlichen Eröffnung der Abszesse und Ausfüllung ihrer Höhlen mit Granulations-gewebe treten Narben in der Haut, Schrumpfung und Verhärtung des Viertels ein. und die Kuh wird, je nachdem, drei-, zwei- oder ein­strichig. Sind auf dem Grunde der Abszeßhöhle nekrotische Teile zurückgeblieben, so entstehen gewöhnlich in der Umgebung der Milch-behältcr und zwischen den Vierteln eine oder mehrere, einen rund­lichen oder zackisren Rand aufweisende und 3 — 10 cm in die 'riefe
^_-___^^^_
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MastiliH traumalicii ijurulentn.
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reicliendo Fisteln, von donon sich die eine oder andere schließen kann während in ihrer Nähe eine neue sieh Öffnet. Die Zitze der ver­ödeten Drüse ist in älteren Fftllen noch leicht gerötet, nicht emplindlieli, kurz, dick, runzelig', aufgezogen, sehr hftuflg obliteriert, und die Triiclitigkeitsliyperäinie macht sich am betreffenden Viertel nur noch
minimal geltend. Nebst dem höchst seltenen Ausgang in Resolution, dem gewöhnlichen Ausgang in Verhärtung, Eiterung, Abszeß- und Fistelbildung. Nekrose und Atrophie der Drüse kommt ausnahmsweise auch derjenige in Euterkatarrh und sporadischen Galt vor.
Ilie Mastitis traumatica purulenta, welche sekundär zu In­digestion. Magen-Darmkatarrh, Vaginitis purulenta. metastatischer, ausgeprägter seröser Synovitis in beiden Tarsal- und Karpalgclenken mit starkem Odem an den Metatarsi, zu Tendovaginitis in den unteren Sehnenscheiden der Beugesehnen der Schalterextremitäten und sogar zu Hepatitis und Toxämie führen kann, ist oftmals für den Ernährungs- und Kräftezustand der Tiere sowie für die Milchsekretion an den gesunden Vierteln viel nachteiliger als die Mastitis necrotiea.
Fall Nr. I. Eine Kuh, welcher vom liesitzer wegen Hartmelkigkeit wiiliroml drei Tagen oin Melkröhrchen in clon Strichkanal der rechton Schenkelzltze eingeführt wurde, erkrankte wenige Tage nachher an einer äußerst schweren Fretnclkörpermastitls mit Übergang in Abszedierung, worauf sieh innerhalb 30—120 Tagen nach dem Katheterismus nicht weniger als fünf Ahszesso an verschiedenen Stelion des rechten Schenkel Viertels eröffneten.
Fall Xr. II, Bei einer Kuh, welche vor vier Wochen gekalbt halte, stellte sich infolge zirkulärer Zerreißung der Zisternenschleimhaut an der linkon Schenkelzitze eine Verstopfung des Zitzenkanales ein, worauf das Melken an dieser Zitze sistiert wurde. Hierauf schwoll das linke Sehenkelviortel während neun Tagen an, und die Milchmenge der gesunden Viertel ging trotz normalen All­gemeinbefindens pro Melkzeit um 2 i zurück. Vom nennten Tage an nahm dio Euteranschwellung konstant ab. Am 16. Tage nach Sistierung dos Melkens zeigte dio Kuh 40--l0 C Kektaltompcratur, 96 Pulse und 40 Atemzüge pro Minute, eine deutliche Mastitis atn linken Sohenkelviertel, ferner Indigestion, Tendovaginitis serosa acuta der unteren Sehnenscheiden der Beugosehnen vorn beidseitig, Synovitis aeuta sorosa beider Tarsalgelenke mit starkem, heißem Odem an den Metatarsi. Das linke Sehenkel viertel war stark vergrößert, derb, fest, scheibenförmig, nich t oni])lindlicb, uulen prall gespannt. Milchzistcrno gleichfalls stark gespannt, Zilzenkanal bleistiftdick, In der Milchzisterno befand sich eine Klappe, weshalb das Melken nur bei Umfassen und Komprimieren der Zitze mit der vollen Hand geschehen konnte. Das Sekret, war gelblichweiß, dickflüssig und geruchlos. Offenbar hat in diesem Falle dio von der Zerreissiinlt;; der Schleimhaut des Zitzenkanales ausgehende Wundinfektion die Galacto-phoritis traumatica mit ihren verschiedenen Metastasen hervorgerufen.
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|ytjnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; I'lironcliymutlisc Kiilziiiiduutf dos Kutors.
Fall Xi'. 111. Kuh, vier Jahre alt, in gutem Krnälirunpszustanilo, seit fünf Monaten unträchtig. Im Juli L89] konnte Patientin wegen einer Verenge­rung des Strichkanals der rechten Sohenkelzitze nicht, mehr gemolken werden, weshalb der Besitzer drei Tage nacheinander ein Molkriihrehen in dun Strich­kanal einführte mul dasselbe Jeweilen 24 Stunden an Ort und Stolle beließ. Nachher injizierte er täglich einmal in den Milchbehälter je 600'0 Aqua oarboli-sata O'ÖVoi Wobei die Zitzenmttndung und dor Zitzenkanal vorletzt wurden. Einige Tage später lag eine äußerst schwere Frenidkörpermast.itis mit Übergang i.i Abszedierttng vor. Ein großer Abszeß konnte 80 Tage nach dem Kathetoris-mus der Zitze geöffnet werden. Seit dieser Zeit traten nooh mehrmals Abszesse auf, so daß innerhalb vier Monaten nicht weniger als fünf an verschiedenen Stellen dos rechten Schenkelviertels zur Eröffnung gelangten. Während ihrer Reifung zeigte das Tier Fieber, verminderte Preßlust und ging im Ernährungszustand erheblich zurück.
Unsere erste Untersuchung am 25, November L891 ergab folgendes: Normales Allgemeinbefinden, starke Asymmetrie des Euters. Die snpramammären Lymph­drüsen sind idndkopfgroß und hart; rechtes Schenkel viertel sehr groß, hart, empfindlich, unten 1-1 cm breit und deutlich vom normalen rechten Bauchviertel und linken Schenkelviertel abgegrenzt, seine Haut unten nicht verschiebbar, ödematös, mit fünf kontrahierten Narben vorsehen, die von den Einschnitten herrühren. Außer diesen Narben finden sich noch drei rund­liche, zackig geränderte Fistelößhungen, welche leicht bluten und sich 8em nach der Tiefe fortsetzen. Aus den Fisteln entleeren sich wenig geronnenes 151 ut, nekrotische Fetzen und dünner, stinkender Eiter, Eine Fistel befindet sich medial Vom Milohbehälter, eine andere, engere, die Sem In die Tiefe reicht, zwischen dem rechten Bauch- und rechten Schenkel viertel, und endlich die dritte, welche in einem Milchgang nach auf- und einwärts führt, an der lateralen Seite des Milchbehälters. Die Zitze des rech ton Sehenkol vic rtels ist kurz, ihre Mündung stecknadclkopfgroß und vertieft; daraus entleert sich blutige Jauche. Das Katheterisieren mit einem Melkröhrchen ist mit Schwierigkeiten verbunden. Das Milchquantum an den gesunden Vierteln ging von 7 auf I) / zurück.
Am 15. .Januar L892 wurde die Kuh geschlachtet.
Die So k ti on ergab:
Rechte Euterhälfte viel größer als die linke, rechte Schenkelzitze groß, kegelförmig gespannt, die Haut schilfert ab. Zitzenmündung verschlossen, rechtes Schenkelviertel sehr stark vergrößert, hart und, wie sich beim Anschneidon zeigt, aus einer etwas vordickten Haut und Drüsengewebe bestehend, welches von mehreren großen und kleinereu, grünlichen Abszessen durchsetzt ist. Das Drüsengewebe ist durch sein- viel Bindegewebe teilweise verdrängt. Die Aus­kleidung der Zitze ist pigmentiert und mit einer dünnen Fibrinbaut belogt. Der dünne, grünlich verfärbte Eiter der Abszesse enthält sehr viele Stäbchen, Bazillen- und Ei torbeschaffenhei t entsprechen genau dorn Befunde beim bösartigen Klauengeschwür.
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Miiätitis triuiiriatk'il purulenta.
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Pat hol ogisch-a n atomise he Diagnose: .Mastitis mit nuiltiplor Abszoßbildung, sekundär: intorstitiollo .Mastitis um die Abszesse.
Fall Nr. IV. Bei einer Kuli, bei welcher wogen einer gesuhwürigon /'.itzoniuiiiiduiig vom Besitzer eine lliihnerl'odor eingeführt wurde, entwickelte sieb eine äußerst heftige Mastitis, Am 110. und l.'l.'i. Tage nach Beginn des Leidens konnte ein kalter Abszeß in der Milchdrüse goülVnot werden. Nachher stellten sieh Induration und Atrophie des Viertels ein.
Fall Nr. V. Bei einer Ziege entleerte sieh 50 Tage nach Eintritt einer Mastitis trauinatiea aus einem Abszeß oberhalb des MiicbbebUlters ein weißer, dicker, leicht stinkender Kiter. Nach Entleerung der Abszeßböhle bestand die kleint'austgroße Euterhiilfte noch aus einer derben Haut und oben aus etwas Drüsengewebe von der Form und Größe eines Eies. Die Abszeßwand war glatt, samtig und rot; die Haut der Drüse mit vielen abgestorbenen Epitlielion be­deckt, daneben blaß. Die Abschuppung rührte von der starken Verkleinerung her.
Pathologisch-anatomische Veränderungen.
Das erkrankte Viertel, dessen Gewicht zwischen i)—12 kg schwankt, ist vergrößert, derber bis steinhart; das Integument über dem Drüsengewebe ist stark gespannt; die supramammäre Lymphdrüse der kranken Seite erheblich vergrößert, derb, fest, hart, auf der Schnittfläche glatt, hippig. markig geschwollen, mit deutlich hervortretenden Driisen-Iftppehen und erweiterten Gel'iißen versehen. Die kranke Drüse zeigt auf dein Durchschnitt meist eine glatte Oberfläche, bic und da treten inselförmig einige Läppchen über dieselbe hervor, iläulig trifft man einzelne Läppchen stark vergrößert, und ihre Htelle ist von 5—10 www großen Abszessen eingenommen. Das kranke Viertel ist. insbesondere in der Nähe der Zisterne oft mit baumnuß-, hühncrei-bis faustgroßen Abszessen, bis zu 20 an der Zahl, vollständig durch­setzt. Diese entstehen, wenn sich eine Eiterung in den Ausführungsgiingon in der Tiefe vollzieht, und das Sekret nur schwer oder gar nicht Abfluß findet. Die Abszeßhöhlen enthalten einen weißen, rahmartigen, grünlichen oder aber mehr wässerigen, jauchigen, intensiv stinkenden Eiter und besitzen eine pigmentierte Wand. Joris konstatierte einmal einen typischen Athergeruch, ausgehend von einem solchen Abszell­eiter. Die Eiterbeulen können mit der Oberfläche des Viertels durch Fistein, sogenannte Euterfisteln, kommunizieren, indem sie das Integument perforieren, oder die Fisteln brechen sich Bahn in größere Milchgänge oder münden direkt in die Zisterne. In diesem Falle sind die Milchgänge über der Zisterne bedeutend erweitert und gefüllt mit Eiterpi'röpfehen sowie mit dickem Eiter, in welchem Fetzen der Wand
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198nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;I'arcncliyiuatöso ButzUudoDg des KutcrB.
der Milobgflnge enthalten sind. Jliinclimal ist die sohwaob rosarote
Schleimhaut der Milohgttnge mit eiuem gelbweißen, krappäbnliohen lielag-
versehen. Die Zisternenwand zeigt sich häufig im Zustand der feuchten Nukrose und die Zisterne selbst ist mit dickem Eiter und nekrotischen Gewebafetzen angefüllt. Aus den nicht verwachsenen Milohgflngan lassen sich bei Druck mit zwei Fingern dicke Eiterpfropfe herauspressen. Ein oder zwei Zitzen sind verwachsen und atrophisch.
Mikroskopisch zeigt sieh, daß die Wände der Drüsenausführungs-gänge noch iionnal oder auch in großer Ausdehnung' ihres schützenden Sohleimhauttlberzuges entblödt sind; der Wundgrund ist in ein stark eiterndes oder üppig granulierendes, gelegentlich auch pigmentiertes Gewebe verwandelt. Die Wandungen der Milohgänge sind verdickt und stark hvperämiscli. In mehr schleichenden, obronisoben Fällen bietet sich uns das Bild eines hypertrophischen, mit Gewebsneu-bildung einhergehenden Katarrhs der Milohgänge dar. indem dieselben besetzt sind von polypösen Wucherungen und Zotten. Die Alveolen sind in den meisten Füllen unversehrt oder zusammenge­drückt; hie und da ist ihre Wandung verdickt, und selten sind Epithel­verluste vorhanden. Liegen jedoch die Alveolen eines Läppchens oder eines größeren Bezirkes im Zentrum eines in Ausbildung begriffenen Abszesses, so verfallen natürlich ihre Zellen, so gut wie die Aus-i'ülirungsgänge und das Interstitium. der eiterigen Einschmclzung.
Das interstitiolle Bindegewebe ist in der Gegend der erkrankten Milohgänge verbreitert und Sitz eines bedeutenden Ödems, sowie einer serösen und leukocytären Infiltration.
Im Abszeßeiter findet man nebeneinander Kokken und Stäbchen, als Ausdruck einer ausgesprochenen Misohinfektion. Nachgewiesen wurden: Kolibazillen. Einzelkokken, Streptokokken, Nekrosebazillen, in einigen Fällen auch ein ganz kleiner, nach Gram färbbarer Bazillus, welcher die Gelatine nicht verllüssigt.
In Kombination mit Galaotophoritis trauniatica wurden am gleichen Viertel nachgewiesen: Nekrose und Tuberkulose des Drüsen­gewebes.
Im Jahre 11)LB machte Glage anläßlich seiner Untersuchungen über die Identität des Bacillus pyogenes suis (Grips) und des Bacillus pyogenes bovis (Künneinann) auf eine raquo;chronische, absze-dieronde F.utercntzünduug der Milchkühelaquo; aufmerksam, welche seither von Vielhauer einläßlich untersucht wurde. Derselbe hat nach­gewiesen, daß diese chronische, abszedierende Mastitis an den von Dänemark nach Hamburg eingeführten Eutern geschlachteter Kühe
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Mastitis tr.'uiimitic.'i puraleuts.
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liluil^ war, wenigstens ebenso liilutig wie die Streptokokkenmastitis. Im allgernomen fand er, dali unter 100 Eutcm 5—10, mitunter raquo;sogar 20 mit dieser in unserer Gegend allerdings nielit vorkommenden Mastitis in mehr oder weniger hohem Grade behaftet waren.
Nach Glage verlauft diese Mastitis ohne Störungen des Allge-meinbedndens der befallenen Tiere, Sie setzt ohne akute Ent/.ündungs-Byiuptome in einem oder mehreren Drüsenvierteln ein und schreitet langsam vorwärts, um schließlich nach langer Dauer mit völliger Ver­ödung der betroffenen Euterteile zu enden.
Die Diagnose dieser Art von Mastitis ist nach Vielhauer leicht. Der grüne, rahtnartige Eiler in Striohkanal, Zisterne und Milchgängen oder Abszessen, die eigenartige, meist machtige Granulationsschicht rings um den Ort der eiterigen Entzündung, sowie das regelmäßige Fehlen von Veränderungen in den regionären Lymphdrüsen geben dem Prozeß etwas so Spezittsches. daß eine Verwechslung kaum möglich ist.
Nach dem genannten Autor charakterisiert sich die raquo;chronische. abszedierende Euterentzündunglaquo; des Rindes als eine spezifische, selb­ständige Krankheit, welche durch den Bacillus pyogenes hervor­gerufen werde. Ihr Wesen bildet eine eiterige Entzündung, die je nach Umständen in verschiedener Weise mit entzündlicher Neubildung ver­knüpft ist.
Ihrem Sitze nach bat man zwischen zwei Formen ZU unter­scheiden, und zwar zwischen einer in der Hauptsache an den aus­führenden Apparaten der Milchdrüse verlaufenden, katarrhalisch-eiterigen Entzündung und einer interstilieilen Form.
Die erstere greift gelegentlich auch per continuitatem auf das Alveolargewebe über und führt so zur paronehymatös-eitorigen Mastitis.
Die interstilielle Form verläuft im Stiitzgcwebe des Euters und Stellt kleinste, eiterige Infiltrationsberde dar, welche von einer starken, entzündlichen Neubildungszone umgeben sind, so daß makroskopisch zunächst anscheinend solide, kleine Knötchen entstehen.
Beide Formen fuhren im weiteren Verlauf zur Entstehung ver­schieden großer und verschieden gestalteter Abszesse, die regelmäßig von einer starken, schwieligen Kapsel umgeben sind.
Eine analoge chronische, abszedierende und unheilbare Mastitis wie. solche von Glage und Vielhauer beschrieben wird, haben wir, wie aus nachfolgenden zwei Krankengeschichten hervorgeht, nur bei Ziegen beobachtet; jedoch konnte von uns der Bacillus pyo­genes im Drüsensekrete und im Abszeßeiter nicht nachgewiesen
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Parenobymatttae EntzUndungf des Kuters.
werden, sonders es bändelte sich um eine Misobinfektion mit dem Baotenum ooli oommune und cllt;;m Baoillus neoropborusi
Füll Nr, l. Saanenziege, nomi Jahre alt, tn mittelmäßigetn Ernamp;hrnngs-znatando, Die Beit sioliou Wochen trookenstehonde, vorzügliche Mllohzlege ist seit 17. November 1906 trächtig and hat somit honte, am 1. Mai 11)07, neun Tage zu lange getragen. Die Ziege zeigt seit drei Wochen trotz anhaltender guter Freßlust znnehmende Abmagerung und allmäbliche Verhärtung der rechten Euterhälfte. Am 9, Mal 11107 trat bei der Ziege, welche bisher nie Wehen
Fig. 66. Ziogo mit abszedtorondoi1 Mastitis der rechton EuterliAlfto.
zeigte, ein bräunllciier, nicht riechender Scheidenauafluß ein, und am 10. Mai er^-iib die Untersuchung folgendes:
Normales Allgemeinbefinden, großer Bauchamfang Infolge hoher Trächtig­keit. Bewegungen des Jungen nicht wahrnehmhar. Schwanz mit bräunlichem Scheidenansflnß beschmutzt, Wurflefzen stark vergrößert, prominierend, emp­findlich, derb, uneben und knotig. Wurfspalte nur für zwei Finger passierbar. In der Scheide lieiren zwei FiilJe.
Kuter stark asvmmetrisch, rechte Hälfte viel größer als linke (vgl. Fig. 66). Snpramammäro Lymphdrüse rechterseits hühnereigroß und derb. Rechte Enterhälfte deutlich herabhängend und bedeutend vergrößert; die Zitze und die untere liiilt'to der Milchdrüse sind vollständig normal, während
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Mastitis tuuiimiticu [uirnluntii.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;201
dio obere llälfto liart, nnoben, loicht empßndlioh und im ganzen Umfange
stark knollig ist. Dio Knoten sind erbsim- bis baselnußgroß) poriphor und /,uni Teil etwas fluktnierend. Die Mikili ist tnakroskopUch normal, zei^t jedoch naoli dorn Stehenlassen einen loicdit eiterigen Bodensatz.
Linke Euterhälfte und Milch sind normal.
Die am 11. Mai vorgenommene Sektion ergab:
Wurflefzen vergrößert und in der oberen Hälfte zu eigroßen, harten, rundlichen Tumoren angeschwollen. In dor oberen Kommissnr eine oberflächliche Erosion. Auf der Schnittlliicho bestehen dio Tumoren aus weißem, lymphdriiscn-ähnlicliom Gewebe, von welchem sich eine milchige Flüssigkeit abstreifen läßt, und in welchem stellenweise auch Trauben von hirsekorngroßen, milchweißen Cysten vorkommen. Im Uterus, dessen Wand infolge Ödems sehr dick ist, linden sich zwei ausgetragene und schon etwas in Fäulnis Übergegangene Junge.
Euter Ö'ij/h/ schwer. Kochte Hälfte viel großer als dio linke und im oberen Teile fest und hart. In der Iceron Zisterne eine netzförmige Verdickung des Epithels. Auf der Drttsenschnittfläcbe ist das Gt-ewebe uneben und mit zahl­reichen kleinen Cysten vorsehen. Im oberen Teil befinden sich zahlreiche kleinere und gröliero Abszesse mit dickem Eiter. In ihrer Umgebung ist, das Gewebe glatt und derber.
Die linke Euterhälfte ist klein; iliro sehr weite Zisterne enthält viel Milch von normaler Beschaffenheit. Die Drüsenschnittfläche zeigt deutlich vor­stehende Läppchen.
Im Strichpräparat von den Abszessen der rechten Euterhälfte sind sehr viele grampositive, feinste Nekrosebazillen und einige Kokken wahr­nehmbar.
Pathologisch-anatomische Diagnose: Talgdrüben-Adenom dor Wurflefzen, Odoni des Uterus, Paralysis uteri, abszodierondo Mastitis mit Nekrosebazillen.
Fall Nr. 11. Saanen-Ziege, vier Jahre alt, mager; warf zum letzten Mal ganz normal Ende April l!)OT. Sie zeigte seit dieser Zeit konstante Abmagerung, schlechte Freßlnst und lieferte sehr wenig Milch, Mitte Mai entwickelten sich in der linken Euterhälfte bis gänseeigrolie, t'osto Knoten. Am 18. Juni be­merkte die Besitzerin die Knotenbildung auch in der rechten Euterhälfte. Die Milchmenge sank bis auf bOg pro Melkzeit, und das Drttsensekret wurde stark abnorm. Am 29. Juni litOT wurde uns dio Ziege zugeführt, und die Untersuchung am 80. Juni ergab folgendes:
Das gegenüber der Umgebung toünahiuloso Tier liegt fast ununterbrochen und zeigt starke Somnolcnz. Der (lang ist stark schwankend, dabei üborkötet die Ziege häutig, fällt um und bleibt lange Zeit mit ausgestrecktem Kopf und Püßen liegen. Allgemeinbdinden stark getrübt, ;JiP8nC Temperatur, 180— 110 Pulse und ö2 Atemzüge pro Minute, kühle extromitalo Teile, struppige Ilaare, derbe Haut, matter, trauriger Blick, zurückgesunkene, aber weit geöffnete Augen, 5 mm weite Pupillen. Beidseitig ist eine deutliche Pulsation an den Jugularvenen
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202nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;ParsnchymfttOsB JSnlüttndung des Euters,
waliinohmhar. Der Herzschlag dos stark anäiiüsolion Tieres ist pochend und selir beaoblennigt; der Hamp;mogloblngehalt nach Sahli betrügt 2'20/o. Ferner Bind wahr-nebmban eine leichte inspiratorisolie Dyspnur, koafcaler AtmungstypuB) leichter, seröser, beldseitiger Nasenauafiuß und an beiden Beitenbruatwandungen ver­mehrtes vesikuliires Atmen; sodann vollständige Sistiorunji jeder VerdanungS* tiiti^koit, eingefallene Flanken, kleiner Bauohumfaug, fester, mit Schleim Uhor-ZOgener Kot, häufiger, mit etwolcher Anstrengung verbundener Absatz von dunklem, sauer reagierendem Harn.
Das Euter ist stark asymmetrisch, die rechte Hälfte ist grillier als die linke. Die sapramammäreu Lymphdrüsen sind haselnnßgroß. Die rechte Eutor-bälfto erweist sich lateral über der Zisterne leicht fluktuierend. An ihrer unteren Fläche belinden sich acht periphere, im Drüsengewebo liegende, schön abge­grenzte, nicht verschiebbare, glatte, bis baumnußgroße, deutlich prominierendo, fluktuierende und vermehrt warme Euterknoten, über welchen die Kaut leicht verschiebbar ist. Die Zitze ist leicht melkbar, klein und runzelig. Unten zwischen beiden Euterhälften liegt eine mittelfaustgroße, blumenkohlähuiiehe, aus zahlreichen kleinen, nicht ontzüadotcn Knoten bestehende Wucherung. Die ganze linke Eutorhälfte ist mit zahlreichen peripheren, zum Teil deutlich fluk­tuierenden, vermehrt warmen, haselmill-bis baainnuligroUon Euterknoton besetzt. Die stark runzelige, aber leicht melkbare Zitze divergiert nach auswärts und besitzt an der Kuppe zwei vollständig entwickelte, normale Mündungen.
Das pro Melkzeit total 10^ betragende Drüsensekret besteht beiderseits aus einem griiulich-graugelblichen, soröri schleimig schlickerigen Eiter von skatol-äbnlichem Geruch und stark alkalischer Reaktion. Im Eiter sind viele Leukocyten, Nekrosebaziilen und Bakterien aus der Kollformen­gruppe und einige bipolare, grampositive, dünne Stäbchen und Kokken nachweisbar.
Diagnose: Multiple A bszolihi Id u n g im Euter und hochgradige A nilmio.
Am -1. Juli während der Xicht verendete die Ziege.
Die Sektion acht Stunden nach ilem Tode ergab:
Magerer Kadaver. In der Brusthöhle beidseitig und im Perikardium total 100laquo;/ gelbliches Serum. Im Mediastinum ein starker, seröser Erguß, Lunge groß, überall elastisch, in den Bronchien sehr viel feiablasiges Serum. Das Lungengewebe luft-haltig, mäßig blutreich, In der Bauchhöhle zirka -00 y leicht flüssiges Serum mil ziemlich viel Fibrin. Milz nicht vergrößert, l'ulpa braunrot; Nieren von normaler Größe, Kapsel löst sich leicht, Gewebe von guter Konsistenz, Leber klein, an der Oberfläche ihrer Kapsel ziemlich viel Fibrin, Gewebe von guter Konsistenz, blut­arm. Gallenblase stark gelullt. In den Vormagen ziemlich viel Futter von fester Konsistenz, in der Pyloruspartie einige Exemplare von Strongylus con-tortus, Schleimhaut, des Duodenum pigmentiert; im Düundarin eine mäßige Menge Inhalt, im Blinddarm eine kleine .Menge von dünnbreiigem Inhalt; im Kolon ist der Inhalt ziemlich konsistent; außerdem findet sieh eine kleine
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Prognose.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;20H
Xomatodo; im liintoron Abschnitt Ist der Inhalt trocken, der Mastdarm enthält viel bohnonförmigon Kot. MssenteritildrUsen etwas geschwollen.
J^io supramammamp;ren Lymphdrüsen sind leicht vergrößert; ihre Bohnitt-fliuho ist normal.
Die rechte Euterhttlfte ist stark vergrößert, mit zahlreichen periphoren, meist hasolnul'i- bis httbnereigroßen Abszessen vorsehen. In ihrer Zisterne eine uroiie Menge von Kiter mit Nekrophorns- und Kolibazillen. Die Schleim­haut der Zisterne ist uneben und gerötet.
In der linken Eutorhull'to sind ebenfalls zahlreiche baselnuß- bis baum-nußgroße Abszesse mit dickem, gelbllchweißem Kiter vorbanden. Im übrigen ist das Drtlsengewebe auf der Schnittfläche glatt. Die linke Zisterne enthttlt ebenfalls viel grünen, dicken Elteri die Zisternenschleimhaut ist gerötet.
Pathologisch-anatomische Diagnose: Multiple Abszeßbildnng im Euter, Anämie, Hydrilinie und leichte, serös-fibrinöse Peritonitis.
Daß die Abszeßbüdung im Euter nicht auf einer galaktifer-traumati-sehen Infektion, sondern auf hilinatogenor Infektion beruht, geht hervor aus dem Krankheilsverlaufe, (1. b. der peripheren Abszeßbildung in beiden Euterhälften, dem Fehlen jeglicher Entzündung tier Zitzen und der Milchbehiilter und dor völligen Normalität der Stricbkaniile und Zitzenmündungen. Die aus­geprägte Anämie und llydrämie sind wohl auf die Strongylosis zurückzu­führen, während die leichte, innerhalb der letzten Krankheitstage entstandene Peritonitis wahrscheinlich per contiguitatom vom Euter aus entstanden 1st.
Die Prognose hol den Mastitiden richtet sich .speziell nach der Seh wore und Dauer des Leidens und den dasselbe begleitenden Kom­plikationen und ist im allgemeinen vorsichtig' und zurtlekhaltend zu stellen. Ungünstig ist dieselbe in Bezug auf Abheilung des Viertels bei einer während der Träcbtigkeit bei Primiparen eingetretenen, un­beachtet gebliebenen Mastitis, ferner bei der wftlirend der Periode des Trockenstehens sich bald rasch, bald langsam entwickelnden, eiterig-Jauchigen Mastitis, sowie bei der nckrotisierendeu und sodann bei der Qalaotophoritis traumatica.
Die Forschungen von Pang und anderen, sowie die von uns jeweilon vorgenommenen bakteriologischen Untersuchungen des kranken Drüsensekretes haben ergeben, daß Verlauf und Prognose sieb u. a. auch nach dem bakteriologischen Befunde richten. Die Streptokokken-Mastitiden (Uiiterstrcptomykose. Wall) sind nach unseren Beob­achtungen allgemein als schwer zu bezeichnen, weil sie sehr oft chronisch verlaufen und zur Atrophie des Viertels führen. Eine Mischinfektion von Streptokokken. Kolibaklerien und Staphylokokken, sowie von Koli- und Nekrosebaziilen bedingt immer eine zweifelhafte Vorhersage, und sehr ungünstig gestaltet sich dieselbe bei hinzutretender
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l'iiiXMichyiniUüse Ent/.iimlmig des Elltora.
Tuberkulose und Pyobazillose, Staphylokokken (Bluterstaphylomykose, \\r;ill) und Bazillen bedingen dagegen tust auBnabtnslos gutartig ver­laufende Entzündungen mit eiterttbnliohenj Drüsensekret und x'asüli ver-scbwindendein Fieber, Die Euterstapliyloxnykose kann jedoch auoh voreint mit Kolibazillose, Pyobazillose und Tuberkulose vorkommen, wodurch die Prognose wieder ungünstiger wird.
Die durch den ßlolibazillus verursachte Mastitis (Euterkolibazil-lose, Wall) ist gewöhnlich schwer und hftuög nekrotisierend, und manchmal handelt es sieh am Mischinfektionen, wobei Streptokokken. Staphylokokken, der Bao. aerogenes, ferner Pyogenesbazillen, Tuberkel­bazillen und der Bac, neorophorua zugegen sein können, welche drei letztere die Prognose wesentlich verschlechtern.
Die durch den Bacillus pyogenes hervorgerufene Mastitis (Euterpyobazillose, Wall) ist prognostisch ungünstig zu beurteilen, weil sie chronisch verläuft und zu Verhärtungen neigt. Häufig handelt es sich nicht um eine reine Pyobazillose, sondern um sekundäre Mischinfoktionen mit Streptokokken, Staphylokokken und Kolibazillen,
Wenn auch die bakteriologische Untersuchung dos kranken Drüsensekretes bei Mastitis pa rencby matosa für die Stellung der Prognose nicht ausschlaggebend ist, so ergibt sie doch außerordentlich wertvolle Richtlinien und sollte doshalb auch in der Praxis, soweit als irgendwie möglich, stets vorgenommen werden.
Allgemeine Therapie. Heim Auftreten von Euterentzündung sind die Tiere in einem gut ventilierten, zugluftfreien, normal tem­perierten Stalle zu halten und während der Schüttelfröste zu frottieren und bei großer Kälte zu decken. Das Lager soll stets möglichst rein­lich und mit guter, welcher, trockener Streue vorsehen sein. Den Patienten wird im Sommer öfter frisches, im Winter leicht temperiertes Wasser oder dünne Mehltränke verabreicht und. um schwere Ver­dauungsstörungen nach Möglichkeit zu vermeiden, während zwei bis drei Tagen nur Gras oder grobes Heu und altes Schwarzbrot ver­füttert. In allen schweren Fällen sind Vorschriften über die Fütterung Überflüssig, weil die Tiere überhaupt keine Freßlust zeigen.
Handelt es sich um eine leichtere, stationär vorkommende Ma­stitis (Euterstaphylomykose), so sollten die ergriffenen Tiere, wenn möglich, von den anderen separiert oder doch mindestens zuletzt ge­molken werden. Jn solchen Fällen sind auch periodische Desinfektionen des Stalles sehr empfehlenswert.
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Tbsrapis,
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Vornebmlioh am das Fieber herabzusetzen, wird der Aderlaß an der Venn, jugularis sowie die Verabreichung von Laxantien empfohlen, Bei gut genährten, kräftigen Tieren leistet ein beim Eintreten oder innerhalb der ersten ein bis zwei Stunden nach Beginn der Mastitis vorarenommener starker Aderlaß in der Tat gute Dienste: aliein die schon von anderen gemachte Beobachtung, daß nach der Abheilung der Mastitis die Milehsekretion bei solcherweise behandelten Stücken noch aull'allig #9632;/nriickblieb. miissen auch wir bestätigen. Ryohner führte den Aderlaß an der Sporader der entzündeten Seite aus; von anderen wurde er vielfach auch an der Milchader (Bauchhautvene) vollzogen.
Innerlich werden seit Dezennien Kalium nitricum, Natrium sulfuricum odor auch Antifehrin und Kalium jodatum verabreicht. Ryohner ordinierte. Kalium nitricum oder Natrium .sulfuricum in Gerstenabkochung, beziehungsweise bei sehr trockener Haut in lleu-blumeninfus. Häufig wird auch Natrium sulfuricum mit Tartarus stibiatus und Schleim oder, bei hochflebernden Tieren, mit Kalinin nitricum und Folia Digitalis verbunden. Harms gibt innerlich salzige Diuretika, Borax und. in leichten Folien, Stibium sulfuratum nigrum mit Semen Fooniculi. Bei starker Verstopfung sind Seifcn-wasserklystiere zuträglich. Günstig für die Resorption des Exsudates in der Milchdrüse ist die Bewegung der Tiere, sofern sie nicht mehr fiebern. Die Verabreichung innerlicher Medikamente nach Wiedereintritt der Freßlust ist selten notwendig. Eyeliner empfiehlt in dieser Be­ziehung: Flores Sulfuris, Radix Gentianae. Radix Enulac. Radix Pimpinellae und Semen Foeniculi; von anderer Seite werden hinwiederum Magnesia sulfurica, Natrium bicarbonicuin, Anti­fehrin und täglich b'Og Oamphora. sowie Stomachika benutzt.
Die örtliche Behandlung besteht bei allen Mastitiden in schonendem, fleiliigcm. jedenfalls ein- bis zweistündlichem, vollstilndigem Ausmelken der kranken Viertel, deren empfindliche Zitzen mit reinem Sehweineschmalz gut eingefettet werden müssen, Das kranke Drllsen-sekret sollte immer in ein besonderes Gefttß gemolken und unschäd­lich gemacht werden. Zündel und Saint-Cyr glaubten, das ÄUS-melken durch das Saugenlassen der Kälber ersetzen zu können. Fürstenberg wollte das Ausmelken durch Einlage, silberner Milch­katheter in die Zitze umgehen: ein Vorschlag, welcher indessen in der Praxis schon deshalb keine Nachahmung fand, weil durch gewöhn­liche Melkröhrchen dickere Gerinnsel niemals abfließen, diese teurem Milchkatheter dagegen über Nacht leicht verloren gehen und die Ein­führung derselben schwere eiterige Mastitiden bedingen kann. Das
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20ßnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; l'arciicliyiiintiise Kntziiiuhin^ des Baten.
Zerdrücken der Oerinnael mittels einer in den Milohbehälter ein-
o
luiirten Sonde, wie Ziindel es anrät, ist ebenfalls Irrationell und
überflüssig, Durch fleißiges Ausmelken des kranken Sekretes wird die Zersetzung desselben und die Entwicklung von Bakterienprodukten im Euter sehr wesentlich herabgesetzt. Desgleichen ist das Spannen der Hinterfüße, das Aufheben eines Vorderfußes und die Benützung von Zwangsinstrumenten, weil mit der notigen Geduld und Vorsicht das Melken auch ohnedies geschehen kann, außer bei der mit heftiger Tbelitis verbundenen Freradkörpermastitis zu unterlassen. Nebst dem fleißigen Ausmelken erweist sieb auch das schon von Ryebner empfohlene sanfte Massieren der kranken, nicht mehr entzündeten Milchdrüse als außerordentlich vorteilhaft.
Das Massieren. Kneten. Walken, Streichen muß täglich zwei- bis dreimal am gut eingefetteten oder mit Salben bestrichenen kranken Viertel während fünf bis zehn Minuten geschehen. Zu beachten ist, daß die Massage des phlegmouüs entzündeten Viertels erst von dem Moment an vorgenommen werden darf, wo die Entzündung nicht mehr ansteigt, sondern im Rückgang be­griffen ist oder wenigstens gleich bleibt, und dab bei großer Schmerzhaftigkeit der Drüse, bei eiteriger, eiterig-jauchiger, nekrotisierender, tuberkulöser, aktinomyküser Mastitis jede Massage ZU unterlassen ist. Erl'ahrnn^sgemälj entsteht, wenn bei frischen, schweren Euterentzündungen sofort massiert wird, regel-tnftßig im nebenan- oder im gegenüberliegenden Viertel eine sekundäre. manchmal sehr schwere Mastitis, welche einzig und allein dem Massieren, d, h. der dadurch herbeigeführten Verbreitung der Bakterien und ihrer Gifte durch die Lymphbahnen zuzuschreiben ist.
Um die Wirkung der Massage sowie der Behandlung überhaupt ZU fördern und das Eltter möglichst reinlieb zu halten, hat Stock-fleth ein Suspensorium zu Bilfe genommen, d. b. ein an den vier Ecken mit Bttndern versehenes Tuch, dessen Zipfel über der Lende zusammengebunden werden. Insofern dasselbe! richtig angelegt wird, und wenn das Lager der Tiere reinlich und trocken ist, nützt es entschieden; andernfalls Jedoch kann es geradezu schädlicb wirken.— Ein vorzügliches Kutersuspensoriuin. welches nach Art einer Scheiden-bandage angewendet wird und eine sehr gute Einhüllung des Enters mit Watte und Eataplasmen ermöglicht, wurde von Tierarzt Muff (Sempach) erfunden. Unzweifelhaft würden auch Eimvicklnngen mit Elanellbinden sehr gute Dienste leisten, wenn ihre rationelle Anwendung durchführbar wäre.
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Therapie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 207
Nebst den oben erwähnten regelmäßigen Behandlungsarten —Aus-inelkeii und Massieren — wurden von Prietsoh bei kleineren Tieren, besonders bei Schafen, noeh .Skarifikationen am Euter, in Verbindung mit Essiglohbädern und von Her twig das Ansetzen von drei bis sechs Blutegeln angeraten; beide Verfahren sind indes nicht empfehlenswert und ebensowenig das in neuester Zeit bei der Be­handlung der Euterentzündung des Rindes in Anwendung gebrachte Biersehe raquo;Saugverfahren.
Die medikamentöse Behandlung am kranken Euter wurde
von einzelnen wenigen Tierärzten mit antiphlogistischen und ad-stringierenden Mitteln versucht, so z. B. durch Umschläge mit Eis, Aq. Plumbi, Burowscher Lösung, Alaunwasser, Schmuckersche Anstriche, Umschläge von dünnem Lehmbrei (Ambrecht), von Salz und Lehm in Verbindung mit Bleiwasser und Umschläge von Essig oder Lehm und Essig. Diese Therapie wurde, solange die Ent/.Undungs-aymptome heftig bleiben, also vier bis sechs Tage hindurch, fleißig fortgesetzt; sie ist jedoch gegenwärtig mit Recht verlassen. Daß Kälte zur Bekämpfung akuter, schwerer Euterentzündungen kein wirksames Mittel sein kann, lie^t auf der Hand; die Erfahrung lehrt denn auch, und unsere eigenen vielfachen Beobachtungen bestätigen es, daß das heftig entzündete Euter Kälte Überhaupt nicht gut verträgt, indem die Tiere bei dieser Behandlung nicht nur unverhältnismäßig stärker leiden, sondern in der Regel auch eine Verhärtung der Di Use zu­rückbleibt.
Wir verwenden deshalb anstatt der Kälteeinwirkung jene Mittel, welche eine Erweichung der Geschwulst und eine Verminderung in der Spannung der entzündeten Drüse, bedingen und dadurch die Schmerzen lindern und die Resorption des Exsudates befördern. Sehr zahlreich sind die zu diesem Zwecke in Anwendung kommenden Ver­fahren. Es gehören dahin die Dampfbäder mit warmem Wasser und von angebrülltem Ileusameu (aromatisches Infus), welchen hin und wieder noch Alkalien, wie Kalium carbonicuin oder Natrium earbonicum, oder schleimig-ölige Mittel zugesetzt werden. Die Kuh wird, damit der Dampf dem Euter mehr zuströme, mit einem großen Tuche bedeckt, wobei jedoch darauf zu achten ist, daß an Zitzen, Euter und am übrigen Körper keine Verbrühungen entstehen.
Die Dampfbäder sollen in Verbindung mit Massage (Kneten, Streichen) und Ausmelken täglich dreimal während 20—30 Minuten zur Anwendung kommen. Sie wirken, wenn richtig durchgeführt, im Anfang der Krankheit vortrefflich, und die Meinung, daß sie, wenn
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20^nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;I'aroncliyiiiiitJise Entziindiinf;' des Eiilcrs,
längere Zeit angewendet. Abszesse in der MÜchdl'ttSO bedingen, stellt
mit den heutigen ForsobungsergebniBsen Über die Ätiologie der Jlasti-tiden. sowie mit unseren Erfahrungen in entschiedenem Wider­spruch,
Seltener als Dampfbäder werden 30—35deg; C warme Bähungen oder Bäder mit schleimig-öligen Medikamenten, welchen früher noch Narkotika bengefügt wurden, verwendet. Heide, müssen vier- bis fünfmal taglich zur Anwendung gelangen, worauf die Euter gut abzu­trocknen sind. Hy cli n er empfiehlt ZU Bähungen und Bädern Blätter und Wurzeln der Malvazeen oder ein Infusodekukt von Radix Al-tbaeae et Flor. Chaniomillae mit etwas Acetmn oder Acetuin Plumbi, Er läßt nach dem Bade die Euter mit Sapo kalinus und Extractuin Belladon nae morgens und abends gut einreiben. Im weiteren werden zu Bähungen und Bädern benützt: Lösungen von Kalium carbonicum mit Seifenwasser, schwache Lauge aus Holz­asche mit llafersclileim, und, um Jede Verkühlung zu vermeiden, werden die Euter nachher sogleich mit Watte eingehüllt. Fürsten­berg empfiehlt, wenn die Entzündung abnimmt, unter Fortsetzung der Bähungen die Drüse mit warmem Mehlkleister zu bestreichen und auf diesen noch eine dünne Lage Watte zu legen. Sollten Lücken in der Umhüllung eintreten, so werden diese wieder ver­klebt. Vogel rät eine aus Wasser, Amvlum. Glyzerin und Oleum Terebinthinae bestehende kleisterähnliche Salbe an, welche unter Schonung der Zitzen ziemlich dick auf das Euter aufgestrichen wird und 14—IS Tage liegen bleibt. Guilbert bestreicht das Euter mit Kollodium, und Zündel mit einer Mischung von Kollodium mit Oleuin Bioini. Schaak benutzt nebst einem Dekokt von Sauer­ampfer oder erweichenden Pflanzen noch verdünnten Essig, welche .Mischung möglichst warm. Tag und Nacht viertelstündlich, zu Um-scblägen verwendet wird, llertwig gebraucht zum Bestreichen des Euters eine mit Wasser oder Milch hergestellte Lösung von Kalium carbonicum, weißer Seife oder Salmiak. Hin und wieder werden auch noch die (schwer zu applizierenden) Breiumschläge — Kata-plasmen — angeraten und dazu benutzt: Kräuterbrei aus schleimigen, narkotischen Pflanzen, der in locker gefüllte und mit Wachstuch oder einem anderen wasserdichten Stoff bedeckte Beutel verpackt wird, welche mit Hilfe eines Suspensoriums, d. b. eines vierzipfeligen Tuches, mit dem Euter in innige Berührung gebracht werden. Oftmals werden Kataplasmen mit Grütze, Ulkucheumelil. Kleiebrei, Hafermehl, Hopfen oder Leinsamen hergestellt.
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Therapie,
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Alle (liesu Bebandlungsmetbocleii, wie CJmsobläge, Dampf-Ijilder. Bähungen, Hader und Kata phisuuiii, erfreuen sich keiner
großen Beliebtheit und Verbreitung, obwohl speziell Dampfbäder und Bähungen in Verbindung mit Massage und einer passenden Salbe als vortreffliohe Heilmittel gelten müssen. Sie erfordern große Mülie und Zuverlässigkeit, und /.war nicht nur etwa während 12—24 Stunden, wondern mehrere Tage und Nächte hindureh. Werden die Vorschriften nicht genau befolgt, so können schwere Schädigungen der Milohdrlise infolge Verbrühungen und Verbrennungen eintreten.
Aus allen diesen Gründen ist es begreiflich, dab zur örtlichen Be­handlung weitaus am häufigsten kurzerhand .Salben oder Linimente Verwendung linden. Als Salben- oder Liiiimentkonstituens fallen be­sonders in Betracht: Adeps suillus, seltener Sapo kalinus venalis, Lanolin. Mollin oder Vaselin.
Nach Sohlampp sind für die gewöhnlich angestrebten Heilzwecke als Exeipienda in Kutersalben gebräuchlich: 1. Zur desinfizierenden und antiseptischen Wirkung: Acid um borioum, Aciduin sali-cylicurn, Balsamum peruvianum, Creolinum anglicum, Liquor Cresoli saponatus, l'arisol, Therapogen, 2. Zur Entspannung des entzündlich und hochgradig infiltrierten Euters und zur Beför­derung der Resorption sowohl von frischen Exsudaten, wie auch der Residuen aus älterer Mastitis: Aqua calcis, Extractum respektive oleum Belladonnae und Hyosoyami, lohthargan, Ichthyol (Ammonium sulfo-iohthyolicum), Kalium jodatura. Oleum Cannabis, Unguentum Hydrargyri cinereum (Vorsicht beim Kind!). 3. Zur epispastischen Reizwirkung mit der Folge von Resolution: Ammonium hydrochloricum, Camphora trita, Ester-dermasan, Jodum, Kalium carbonicum. Liquor Amnionii cau-stici. Oleum Lauri, Unguentum Cantharidum (verdünnt). In der Behandlung fiorider Mastitis benutzt man eine schwächere, gegen ältere, kalt und schmerzlos gewordene Infiltrate die stärkere Kon­zentration der Salben.
Die gegen Euterentzündungen empfohlenen Salben sind sehr zahl­reich, so z, B. werden benutzt: Unguent um Populi caniphoratum, id. (jlycerini, id. Kalii jodati, id. Terebinthinae, id. Zinci. id. Kalii oarbonioi, id. Natr. carbouioi, id. Creolini oder auch nur 01, Adeps suillus, Butter, Oleum caniphoratum, ferner ein Liniment von Kalium carbonicum cum Oleo Rapae, das Linimentuna ainmoniatum caniphoratum, ein Liniment von Aq. Calcis mit #9632;Oleum Papaveris und Oleum Hyosoyami oder Extractum Bclla-Wvä, Krnnkholton dor Mllclidi'ttson.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 14
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2[()nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; rarcni'liymatösu Eiitziimiung dos Euters.
donnao, ÜDguentum Althaeae mit Olemu llyoscyami. Liquor
Plumbi subaoetioi, Liniment um Baponato-ammoaiatum.
Franck empfiehlt eine Salbe laquo;us Oleum llyoscyami (8j. Liquor Aminon. caust. (2), Campliora (1). Hang reine Kamplersalbe oder Kampfersalbe mit Jodsalbe 2:1 oder aa. Von Johne wird eine aus Unguentum Hydrargyri einereum. Sapo viridis und Adeps Buillus bestellende Salbe empfohlen, und wir unserseits benutzen seit vielen Jahren, und zwar mit sehr gutem Erfolg, eine Salbe, be­stehend aus Unguentum Hydrargyri einereum fvO, Sapo kalinus und Adeps suillus aa. 1000 nebst Pix liquida SO'O. Fürstenberg verwendet ein Liniment aus Unguentum Hydrargyri einereum, Jod und Oleum Kapae.
Es sei hier übrigens darauf aufmerksam gemacht, daß von Hanns u. a. wegen der leicht eintretenden Vergiftung mit großer Entschiedenheit vor der Anwendung von Unguentum Hydrargyr. einereum gewarnt wird. Harms schlicl'it überhaupt, was IVeilicIi nicht richtig ist, sämtliche Quccksilbermittel in der Rindviehpraxis vollständig aus. Wir wissen nun zwar, gestützt auf mehrfache Versuche, daß Rinder gegen Quecksilherpräparate, besonders Ung. Hydrargyr. einer., individuell sehr verschieden empfindlich, immerhin aber durch­wegs viel empfindlicher sind als Pferde; allein, trotz der langjährigen Benützung oben erwähnter Salbe haben wir noch nie eine Vergiftung beobachten können, weshalb wir Jenen Praktikern, die dieses Mittel in bescheidenen Dosen verwenden, nur Recht geben können.
Hinsichtlich der Zubereitung von Salben und Linimenten zur Behandlung der Euterentzündungen hat Schi am pp folgende Rezepte (Magistralformeln) zusammengestellt:
Up. Aoldl salioylioi 50nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Rp. Balsam! peraviani l'O—S'O,
solve in Spirltn qu, s.,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Vaselini lOO'O.
Adipis suilli lOO'O,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; M- ''#9632; Ungt. 15oi Verletzungen nnd
M. i'. Ungt, iFrühner.)nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Borkonbildung an den Zitzen.
Bp, Catnphorae tritae ö'O, Up. PariHoli 2-0,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Adjplg Bnilli B0.0
A.iipis suilli 100-0.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; M j. üngt Einfache Kampfer-
M, f. Ungt. (Luglnger.)nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;sal,)e (]5an}_r).
Up. Liqnoris Crcsoli saponati ö'ü,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Rp. Jodi,
Camphorae tritae lO'O,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Kalii jodati aa. l'O,
Adipis suilli lOO'O.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Adipiö Lanae 100.
M. f. Ungt. ''Albrocht.)nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; M. f. Ungt. (Aminerschlilger.)
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Therapie.
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Kp. Unguenti camphoraii (L: 10) Cito, Olei Liun-i -IG, Snixmis kalini venalis lü'O. M. f. üngt. (Diener.)
lip, Campborae tritao 10'0 solve in Spiritu 80'(), Saponis kiilini venalis iO'O, Liquoris Ammonii oanetioi 20'0. M. f. Lin. llortwifi'schea Kali-soifcnlinimoiit.
Kp. Campborae tritao lO'Oi
Saponis kalini vonalis, Olei llyoscyami aa. 4(H). M. f. Ungt. (Pranok.)
Kp. Campborae tritao ;!#9632;(), Ammonii ohlorati 12'0,
Adipis snilli !)()#9632;(). M. f. Ungt.
Rp. Creollni anglicl 60—lO'O,
Adipis snilli,
Saponis kalini venalis aa. öO'O.
M, f. Ungt.
Up. Creollni anglicl 5-0, A(lii)is Lanae 80'0. M. f, Ungt. (Albreoht.)
Ep. CollargoH 15-0,
Unguenti Neisser 850,
(Cerae flavae part. 1, Adipis suilli
part. 9,) M. S. Ungt. Credo.
Rp, Acidi boricl lO'O,
Unguenti ParaffinI 90 0.
M. f.Ungt, gegen Zitzcnvcrborkung.
Kp. Campborae tritao lo 0, Jodl pari 5'0, Adipis snilli 50'0. M. f. Ungt. Jodkampfersalbe
(Bang).
Kp. Jodl 1-0,
Saponis kalini venalis, Adipis snilli aa, 10-0—20'0. M, f, Ungt,
Kp, Campborae tritae 10 0, Saponis kalini venalis, Olei Efyosoyami aa, 400, M, f, Ungt, Gegen Entorinduration (Fleischeuter),
Kp, Caraphorae tritao 150,
Saponis medlcatl palverls 120,0, Aquae qu, s, ad, Ungt, (Hortwig.)
Kp, Olei Hyoscyami lO'O, (raquo;lei Cannabls dO'O. M. f, Lin,
Kp, Campborae tritae 10-0, Olei Hyoscyami 800, Liquoris Ammonii canstid 200, M. f. Lin.
Kp. Olei Hyoscyami 30-0, Unguenti Altliaoao 60'0, M. f, Ungt,
Kp. Olei Hyoscyami,
Dlei Papaveris aa, 300,
Aquae Calcis 40 0,
M, t', Lin, Wahrend ;gt; 5 Tagen mehrnials täglich bei parenchy-matöser Mastitis einzureiben, i S t r e b e I.)
Kp. Liquoris Ammonii caustici lO'O, Olei Papaveris 40-0. M. i'. Lin. ammonlatnm, Zu be-
soliränkter Einreibung auf Ver­härtungsstellen naeh Ablauf des akuten Ent/.ündungsstadiuins.
Bp. Thigenoli lO'O, Adipis Lanae, Adipis suilli aa. 45,0. M. f. Ungt. Zur Unterstützung bei der Massago gegen katarrhalische Mastitis.
14*
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ParencliviiiiUoso BntzQndang dus hlntors.
Bp, Thsrapogenl -.r)'ilt;.
Ulei l^ini 76'0,
M. f. Lin. Gegen katarrhalische
Mastitis.
Kp. [chthargani 2-0, Glyoerini 18'0. M. f. Lin.
Rp, lohthargani t-O solvo in Aqaa O'b, Glyoerini I'O, Adipis suilli 7'6. M. f, tlngt. (Baß.)
lip. Ichtharganl I'O
solve in Aqua et Glycerine aa.
qu. s. Adile: Vasogeni spissi, Paraffin! liquidi aa, 50'0, M. f. Ungt. (Jost.)
lip. Liq. Plumbi subacetici '-''O, Kal. carbonic, pulv. 'i'T), Camphor, trit. (a. i. Äther, q. s.) ;V0, ^,aselini 50'0,
01. carbolisat. q. e. m. t'. Liniment. (Bei VerhÄrtungen des Viertels.) (Lei in er.)
Rp. Ivalii carbonic] crndi 10'0 solve in Aqaa 2Q'Q. Adde:
Oloi Papavoris Aquae aa. ÖO'O.
M. f. Lin. (Hertwigsohes Kali-Liniment.)
Rp. Unguent! Hydrargyri oinerei I'O his 3'0,
Saponis kalini venalis,
Adipis Buill! aa iO'O lö'O.
M, f. Ungt. Zur Resorption älterer
Kuterexsudale, vorsichtig einzu-
reilien.
Rp, Qnguenti Cantharidum lO'O,
Adipis suilli .'iO'O.
M, f. Üngt. Nußgroß ttber zurück­gebliebene knotige Verdickungen einzureiben.
Rp. Ammonii sulfo-ichthyolioi lO'O,
Adipis fjiuae 7(H), Olei Olivamm 2(1-0. M. f. üngt, (Stamm.)
Rp, Ichthargani I'O
solve in Aqua 0'6, Glycerini I'O, Vaaelin! tO'O. M. f. üngt. (Müller,)
Rp. [chthargani,
Camphorae tritae aa, !'(gt;, Vasogeni LOO'O, M. f. Tagt. iSiiniiioriiiacher.)
Rp. [chthargani 5'0,
Camphorae tritae lO'O, Glycerini 20'0, Chloroformii 6'0, Vaselini 100-0. M, f, Ungt. (Fanstie.)
Alle erwähnten Eutersalben und -linimente worden tttglioh zwei-bis dreimal am kranken Viertel eingerieben. Dabei beobachtet man häufig, daß einerseits infolge der in den Salben enthaltenen reizenden Stoffe, anderseits infolge des Ranzigwerdens des Salbenkonstituena eine beträchtliche Dermatitis ex USH inedicainentoruin mit Absterben der Oberhaut am Euterviertel und an dor medialen Flache des Ober­schenkels eintritt. Um dieses zu vermeiden, empfiehlt es sieb, die ein­geriebene Kiiterfliie.lie und die ihr gegenüberliegende Söhenkelfläche
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Thernpio.
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im Sommei; ullo 2i—48 Stunden, im Winter alie zwei bis drei Tage mit lauwarmem Seifeuwasaer gut abzuwaschen und gleich nachher mit einem sauberen Handtuch oder Werg gut abzutrocknen.
Seltener in frischen, bäuligor in älteren Fällen von Mastitis, bei denen die Drüse noch vergrößert und zu derb ist. werden spirituüse, leicht reizende Mittel benützt, wie Spiritus saponatus, eamphoratus oder Spiritus Formicarum und Liniinentum volatile 1:10—.15 oder Anstriche von verdünnter oder konzentrierter Tin ct. .lodi. Es sei hier noch erwähnt, daß von französischen Tierärzten empfohlen wurde, die entzündete Milchdrüse mit Unguentum Canthariduxn einzureiben oder mit oberflächlichem Strich- oder tiefem Punktbrennen zu behandeln, zwei Methoden, welche indessen sicher nicht naehahniens-wert sind.
Daß die Behandlung sieh jeweilen nach der Schwere und dem Stadium der .Euterentzündung zu richten hat, ist einleuchtend. Wenn ein Viertel eine mehr diffuse, leichte, nicht auf Gangrän zurück­zuführende, ältere Verhärtung zeigt, so eignen sich nebst Massage Kampferjodsalbe, Jodvasogen, Unguentum Kalii jodati jodat, Unguentum Kali carbonici, Unguentum camphoratum, Lini-nientum camphoratum et saponato-ammoniatum, Spiritus eamphoratus et saponatus, 01. Lauri und Anstriche von Jod­tinktur. Hertwig benutzt in diesem Falle Unguentum Cantharidum, Emplastrum Cantharidum und Terpentinpflaster.
Bei Fleischeuter verwendete Rychner Unguentum Hydrar-gyri cinereum mit Oleum animale Dippelii oder auch Jodsalbe. Strebel bediente sieh einer Mischung aus Sapo kalinus venalis, Oleum Ilyoscyami und Kampfer, ferner des Kaliseifenliuiinentes. welchem er, statt Kalium carbonicum, Ammonium carbonicum zusetzte, Bayer bandagierte ein Fleischeuter bei der Ziege täglich zweimal 10—15 Minuten lang mit Martins elastischer Binde und erzielte damit ctwelchen Frfolg. Eine eigentliche Behandlung nützt nichts. Versuchsweise wären anzuraten: Fleißiges, gründliches Aus­melken, Massieren dos Euters und Einreihungen von Spirituosen, leicht reizenden Mitteln, Unguentum Kalii jodati jodat. und Anstriche von Tinctura .lodi.
Bildet sich infolge von Mastitis ein Abszeß in der Milchdrüse, so wird vor allem ein fleißiges Ausmelken nützlich sein. Ortlieh werden auflösende und zerteilende Mittel, wie Sapo kalinus venalis, Un­guentum camphoratum, Unguentum Althaeae, Unguentum basllioum mitAdeps suillus und Sapo kalinus aa benützt. Ist die
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214nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Patenohymatöae ünUlltidasg iiolaquo; Euters.
Fluktuation deutlich) so wird der Abszeß gespalten und die Nach­behandlung nach den allgemeinen chirurgischen Grundsätzen fortgesetzt.
Liegt der Abszeß noch tief und werden bei dessen Spaltung größere Mllohflfänffe verletzt, so können später Milchflsteln entstellen. Die von Stoeki'letb einpfohlene Amputation des Zitzenendes zum Zwecke leichteren Sekretsabflusses erfreut sich hierzulande keiner Befürwortung und bat auch keinen besonderen Wert,
Bei Nekrose dos Drtlsengewebos ist die Behandlung gleich wie bei schwerer pblegtnonöser Mastitis. In soleben Fällen eignen sich Dampfbäder, Bähungen und schleimige Umschläge vortrefflich, Deneubourg empfiehlt das penotrierende Punktfeuer nebst tiefen Skarifikationen. Skariflkationon und Eröffnung von Brandblasen dürfen jedoch bloß bei antiseptischer Nachbehandlung stattfinden und haben deshalb mehr nur theoretisches Interesse. Betrifft die Kuternekrose auch die Haut, so besteht die Behandlung in großer Reinlichkeit, tleilöiger Desin­fektion und, sobald sieb die Demarkationslinie gebildet hat, in der Ent-fernung der brandigen Teile, worauf hei rationellem chirurgischem Eingreifen bald Heilung eintritt, Die bei mehreren Autoren zu findende Angabe, wonach die Exstirpation des nekrotischon Herdes schon früh­zeitig ohne Gefahr möglich sei, ist nach unseren Erfahrungen unrichtig. Der Verlauf ist weit günstiger und die Operation viel leichter, wenn die nekrotischen Teile längere Zeit, d. h. bis die Demarkation überall voll­ständig ist, unberührt bleiben. Man kann alsdann nach genügend großem Hautschnitte die brandige Partie mit freier Hand herausschälen. Dabei besteht jedoch immer noch die große. Gefahr einer Zerreißung der den nekrotischen Herd durchziehenden Arterien, in welchem Falle schwere Blutungen erfolgen. Aus diesem Grunde lassen wir seit Jahren der spontanen Ausscheidung des nekrotischen Herdes ihren Lauf, weil damit keine Gefahren für die übrigem Viertel und für das Lehen des Tieres verbunden sind, die Höhle jedoch in der Regel sich rasch und vollständig verschließt.
Nachdem von Franck die Mastitis parenehymatosa auf Infektion zurückgeführt wurde, stand ein Wechsel in der bisherigen Behandlung füglich zu erwarten, und Franck selbst vertrat die An­sicht, die Infektionskeime müßten direkt durch in den Milchbehälter eingespritzte Medikamente abgetötet werden. Er benützte demzufolge zu Einspritzungen Desinfizientien, wie Alaunlösung 1:60, Karbol­säure 20/o und Salizylsäurewasser. Nach ihm verwendete Eggeling eine 'A—V^/oige Sublimatlösung, die nach 10—16Minuten wieder ausge­molken wurde. Aus der Literatur laquo;reht hervor, daß die Franckschen
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Therapie,
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Angaben von vielen Tierärzten und speziell von denjenigen, die sich frühzeitig mit der Infektionstheorie befreundeten, zeitweise Nach-aohtung gefunden haben. Ks war daher auch eine Hauptaufgabe unserer mehrjährigen experimentellen CJntersuehungen, die von Franok
angegebene Älastitis-Therapie. zu prüfen, und zu diesem Zwecke waren zunächst zahlreiche Vorvcrsucho bei normalen Kühen und Ziegen er­forderlich.
Was das Technische der Injektionen in die Zisternen anbetrifft, so ist dabei von großer Wichtigkeit, daß Zitzenmlindung und Zitzen-sehleiinhant nicht verletzt werden Wir benutzten mit großem Vorteil •eine 100 cni' lassende, vorzüglich gearbeitete Aspirationsspritzo von Dieulafoy mit stumpf abgeschliffener Kanüle oder den modifizierten Infusionsapparat nach Jähnichen. Bei unruhigen Tieren wurde zwischen Spritze und Kanüle der im Etui sich befindende Glummi-schlauch oder ein gewöhnlicher, an der Spritze und Kanüle sehr gut befestigter Kautschukschlauch eingeschaltet. In hezug auf die Injek­tionen haben uns zahlreiche und manchmal recht unliebsame Er-fahrungen dahin belehrt, daß die oben erwähnte, ziemlich weite Kanülen besitzende Aspirationsspritze alle anderen, aus Glas. Hartgummi, Gummi oder Metall, verfertigten weit Übertrifft;, indem einzig mit dieser wässerige oder ölige Lösungen mit Sicherheit ziemlich leicht injiziert werden können.
Alle Injektionen wurden unter möglichst strenger Antisepsis, und zwar regelmäßig nach dem Ausmclken (nur ganz ausnahmsweise, d. h. insgesamt in fünf Fällen, wo wir mit Olivenöl vermischtes Terpentinöl injizierten, zwei Stunden vor dem Ausmelken), vorgenommen. Die Medikamente wurden, mit Ausnahme der öligen Lösungen, stets im Milchbehölter aufwärts verstrichen. I5ei den öligen Lösungen unter­ließen wir dies, weil infolge ihres leichten spezifischen Gewichtes ein spontanes Aufsteigen selbst in die feinsten Drllsengänge anzunehmen war. Diese Voraussetzung hat sich denn auch erfüllt, indem nach einer bloß einmaligen Injektion die Kahmsebieht manchmal zu einer Zeit, in welcher wässerige Medikamente längst nicht mehr wahrnehmbar waren, d. h. noch nach Verlauf mehrerer Tage, Ultrüpl'chen enthielt.
Bei diesen Injektionen wurde festgestellt, daß in den Milchbehälter bei Kühen SOO'O—500*0 und bei Ziegen 150'0 Flüssigkeit injiziert werden können. Bei sämtlichen Vor- und Ilauptversuchen wurden die Tiere genau kontrolliert und bei erstcren stets in beide Euterhälften gleich große Mengen Kulturtlüssigkeit injiziert. Schon frühzeitig machten wir die Beobachtung, daß durch injizierte wässerige Lösungen eine
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ParonolivmalMSO Entzümlcini;' dos Kutcrs.
wirksame Doalnfoktion in den feinen MilobgHngei] und Alveolen wohl
nie zustande! komme; dies ist auch der Hauptjtrundj warum wir öligen Medikamenten, deren Anwendung /.war viel umständlicher ist als diejenige spirituHser oder wttssorigei' LUsungen, den Vorzug gabeni
Mehrmals versuchten wir, durch Anilinfarblösungen festzustellen) wie weit hinauf die injizierten Flüssigkeiten im Enter dringen. Kine Ziege erhielt in den rechten Milehhehälter lOO'O, in den linken l'OO'O einer solchen Lösung, worauf sofortige Schlachtung erfolgte. In beiden Hälften war die Farbe ins subkutane Bindegewebe zwischen Bauohwand und Drüse gedrungen. Die rechte .Drüse war in ihrer ganzen Ausdehnung rötlich gefarht, namentlich im Zentrum der Läpp­chen, und das Bindegewebe um die Läppchen herum war manchmal noch weiß, .Die linke Drüse war in ihrer ganzen Ausdehnung rütlich ge­färbt. Man kann somit vom Zitzenkanal aus die gesamte DrUsensub-stanz durch die Einspritzung von 100— 2000 wässerigen Lösungen erreichen. Bei den therapeutischen Versuchen kamen naturgemäß kleinere Dosen zur Verwendung, welche dann nicht so weit hinauf vordrangen, und deshalb fanden wir in zahlreichen Fällen, besonders wenn das Medikament leicht ätzend gewirkt hatte, daß mir die Milchbehälter und die größeren Milohgängo in der unteren Hälfte der Drüse Veränderungen aufwiesen,
Last alle Körper, die wir durch [Einspritzung in die Milchzisterne mit den DrUsenzollen in Berührung brachten, schädigten dieselben, indem das Organ in den Zustand dor Entzündung versetzt wurde. Der (irad der letzteren wechselte je nach Umständen zwischen demjenigen eines milden Katarrhs und dem­jenigen einer beginnenden Nekroso.
Diese Ergehnisse bestätigen die altbekannte große Empfindlich­keit der lebenden Zellen. Wir gestehen aber ollen, daß unsere Vor­stellungen hinsichtlich dieser Empfindlichkeit durch einige? Ergebnisse noch übortroffen wurden. Dies war der Fall hinsichtlich der pathogenen Wirkung der friselien, bei JK)quot; sterilisierten Ziegenmilch, der sterili­sierten und neutralisierten peptonhaltigen Bouillon, welche nach der in Laboratorien üblichen Vorschrift dargestellt worden war. der 7quot;/00igen sterilisierten Kochsalzlösung und endlich der O'iV'/ii'gcm Lösung von Creolinum anglicum. Wenn selbst solche Flüssigkeiten eine Ent­zündung der Drüsenelcinente verursachten, so war es nicht mehr überraschend, daß nur ganz wonige Medikamente, auch bei Einspritzung bloß mäßiger Mengen, nicht schadeten, weshalb denn auch bloß für einzelne wenige Krankheitszustände bestimmte Medikamente angezeigt
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Thenipie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;217
sein mögen. Als solche erwiesen sich das sterilisierte Kalkwasser. für sich allein oder mit der Hälfte Wasser verdünnt, sterilisierte Lösungen von 01. Terebintliinae in Oleum Olivarum 1:50 —1:500, ganz schwache Lösungen von 8tyrax und Kreosot in Olivenöl, Paruffinuni liquidum, 4%i(J0 wässerige Lösung von Borsäure, l%ig0 wässerige Alaunlösung. Sollte eine entzündliche Reaktion vermieden werden, so durften diese Flüssigkeiten höchstens etwa in der Menge von 6—10*0 gebraucht werden, und nur vom Ivalkwasser wurden bis lOO'ü ver­tragen, In stärkeren Verdünnungen waren die wässerigen Lösungen, sowohl bei nicht entzündeten als auch bei entzündeten Vierteln, eben­falls schädlich, weil reines Wasser die Drüsenzellen ebenfalls wieder angreift.
Diese Versuche lehren, daß für die Behandlung der Kuter-entzündung, die auf empirischem Wege gewonnenen Ratschläge, welche sich besonders gegen gewisse Symptome richten, deren Linderung im gegebenen Falle anzustreben ist, immer noch am empfehlenswertesten sind.
In praxi sind bei den Euterinfusionen folgende Punkte genau zu beobachten: Vorzügliche Desinfektion der Zitzenmündung, der Zitze und ihrer näheren Umgebung, absolute Sterilität des Instrumentariums (Spritzen, CJuminischläuche. Glasrezipienten, Infusionsapparate usw.) und der lliinde. Sterilisierung der zu injizierenden, 30 bis 36uwarinen Lösungen. Ausmelken vor der Füllung der Zisterne, welche täglich zwei- bis dreimal vorgenommen weiden muß, Vermeidung jeder Verletzung der Zitzenmündung und Zitzensehleiinhaut und leichte Knet- und Streich­inassage am behandelten Viertel nach aufwärts.
Zu Einspritzungen in die Milohzisternen der kranken Viertel wird von einigen Autoren ;500—5000 lauwarme, sterile, 4y,rige Bor-säurelösmig angeraten. Diese Lösung kann nööh Bigoteau ohne Gefahr im Euter verbleiben und wird nach zirka vier Stunden aus-gemolken, Friok empfiehlt zur Injektion die Lugolsche Lösung (bis zu 150 einer Lösung von Jod .1, Jodkaliura 5. Wasser 100).
NachStödter mischt Schmidt-Kolding absoluten Alkohol und Glyzerin zu gleichen Teilen und infundiert, von diesem Gemisch in der Kegel auf einmal 250// in das kranke Euterviertel. Wenn anzu­nehmen ist, daß letzteres für die Milchproduktion wieder brauchbar wird, fügt Schmidt der obenerwähnten Mischung, um das Euter­epithel nicht ZU sehr zu irritieren, ein Drittel physiologisclier Koch­salzlösung hinzu. Nach erfolgter Infusion wird das erkrankte Euter­viertel in den nächsten drei Tagen nicht ausgemolken. Wären auch
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21 snbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Parenohynaatöge Ent/.iinclung- Uos Euterii
zwei odor melu'ere Viertel erkrankt, so wird doch immer nur ein einziges in üebandlung genommen. Schon nach drei bis vier Tagen könne man bei dieser neuen Behaiullungsinetbode, wie Schmidt angibt, eine wesentliche Besserung der kranken Tiere konstatieren, Sei es auch nicht immer möglich, in dem erkrankten Euterviertel die Milchpro-duklion wieder herzusteilen, so gelinge es doch in der Kegel, die erkrankten Tiere am Leben zu erhalten.
Daß das Einpumpen von Luft oder speziellen Gasen, wie Sauer­stoff etc., mit oder ohne medikamentöse Lösungen mittels des Evers-sehen Luftfilters für die Behandlung der Mastitis von Vorteil sei, mochten wir an Hand der von uns gemachten Erfahrungen sehr bezweifeln.
Ist die Mastitis mit großer Kreuzsclnviicbc oder Lendenlahme verbunden, so sind bis zum Verschwinden dieser Komplikationen Ein­reibungen von Spirituosen und reizenden Mitteln, wie Spiritus cam-phoratus, Spiritus Saponis und Spiritus Formioarum, 01. Tere-binthinae und Linimentuni ammoniat. camphorat. auf die Lenden- und Kreuzgegend vorzunehmen. Nach jeder Einreibung wird die Leudengegend mit einem warmen Tuche oder mit einem erwärmten, trockenen lleubluinenkissen bedeckt. Das Aufziehen der mit Festliegen behafteten Kühe mittels eines Hilngegurtes vor Ablauf des fünften Krankheitstages ist absolut unnütz, oft sogar schädlich. Die Erfahrung lehrt, daß bei einer gewöhnlichen Mastitis die Kühe sich in der Regel innerhalb 96 Stunden #9632;wieder von selbst erheben.
Die metastatischen Anschwellungen an den Tarsal-gclcnken und die seröse Synovitis werden mit sehr gutem Erfolg ebenfalls mit leicht reizenden Mitteln behandelt, besonders mit Opodel-dok und Linimentum volatile camphoratum,
Daß bei der Behandlung schwerer, chronisch verlaufender Euter­entzündungen vor allem auch darnach getrachtet werden mud, den Kräftezustand der Tiere durch entsprechende Fütterung zu heben, braucht wohl kaum besonders betont zu werden.
Mastitis beim Schafe.
Bei Schafen, bei welchen die Laktationsperiode jährlich nur etwa zwei Monate dauert, tritt die Mastitis besonders in den ersten Wochen nach dem Werfen ziemlich häufig, und zwar sowohl sporadisch als enzootisch. auf und hat zumal in Gebenden mit intensiver Schaf-
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Mastitis beim Schafe.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 219
zucht und da, WO die Schafe als Milchvieh gehalten werden, eine große wirtschaftliche Bedeutung.
Die Ätiologie ist we^cn der im allgemeinen geringeren öko-notnisoben Bedeutung der Schale nicht so genau bekannt wie die der Mastitis der Kühe und Ziegen.
Beschuldigt werden als prädisponierende Momente! Erkältungen infolge zu frühzeitigen Weidegangs und Schur hei kalter Witterung; als veranlassende! Schürfungen und Verwundungen an den Zitzen und Infektion. Kocard bat nachgewiesen, daß die von ihm in Frankreich beobachtete, gangrilnesziercmlc Mastitis beim Schafe auf einer Infektion mit dem Microeoccua mastitidis gangraenosae ovis (Kitt) beruht.
Ebenfalls haben Lucct. Esser, Rücknor, Bridiv und Pfeiler über entzündliche Erkrankungen, beziehungsweise seuchenartig auf­tretende brandige Euterentzündungen bei Schafen berichtet.
Symptome. Das Leiden tritt plötzlich, und zwar gewohnlich beiderseitig, in Form einer milden, phlegmonösen, abszedierenden oder am hautigsten einer gangräneszierenden Mastitis auf. Die Milchdrüse ist geschwollen, steinhart, schmerzhaft, beiß, blauviolett, und die Jungen werden nicht zum Saugen zugelassen. Das wenige Sekret besteht aus klarem, gelblichem, gelbrötlichem oder rotem Serum. Die Tiere fiebern, fressen schlecht, knirschen mit den Zähnen, ruminieren nicht, krümmen den Rücken auf und zeigen hinton einen gespannten und gespreizten Gang!
Der Verlauf ist selten günstig, meistens geht die Entzündung in In du­ration oder Atrophie, Abszeßbildung oder kalten Brand über.
Bei Eintritt von kaltem Brand nehmen dieörtlichen und allgemeinen Symptome rasch und erheblich zu. Die Haut des Euters wird blau, kalt, un­empfindlich; aus der Zitze entleert, sich eine rote, stinkende Jauche; von der Dammgegend bis an die ünterbrust entwickelt sich ein starkes, nach Saint-Cyr schnell emphysematös werdendes Odem. Unter Bildung einer Demarkationslinie in der Haut macht die Euternekroso rasch Fortschritte. Tritt unter Schafherden die brandige Euterentzündung seuchenartig auf, so verenden die Tiere infolge Septikämie innerhalb 1—-i Tagen.
Die Prognose ist abhängig von der Ausbreitung und Schwere der Erkrankung. Infolge der sporadisch eintretenden Mastitisfälle werden wegen der erwähnten Ausgänge die Tiere häufig untauglich zur Zucht.
Die Therapie besteht in sofortigem Absetzen der Jungen, Ein­stellen der Muttertiere in einen zugluftfreien Stall und Fütterung derselben mit Gras oder Heu. Eine innerliche, auf Bekämpfung des
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l'areia'liyiimtöso Kntzüiuluiig des Kuters.
Fiebers gerichtete Behandlung mit Antifebrin, Natrium aulfurio., Kalium sulfurio, oder Ammonium chlorat. ist selten notwendig; die örtliche Behandlung ist gleich wie bei Kühen. Nooard macht bei brandiger Mastitis der Schafe (lurch die ganze kranke Drüse einen Kreuz-schnitt, entfernt sodann die Drüsenlappen mit der Hand und behandelt die Wunde mit einer Starken Lösung von Cuprum aluininatum oder 10%igei Blausteinvaseline. Esser hat die kranke Drüse frühzeitig amputiert; nach .Stillung der Blutung wurde die Wundtläcbc mit Jodo­form bestreut und hierauf mit Holzteer bestriehen. Von fünf derart operierten Tieren starb eines. Die Krankheit wird getilgt durch das Baden sämtlicher Mutterschafe und naohherige strenge Isolierung der­selben mit den Lämmern, sowie durch gründliche Reinigung und Des­infektion (Ausgraben) des Stalles und der Stallgeräte, der Kleider, Schuhe. Arme und Hände der Scbafmeister.
In neuester Zeit haben Dammann und Freese sowie Ha ring sehr schöne Untersuchungen über eine spezifische infektiUse Euterent-zündnng der Schafe veröffentlicht, die sowohl hinsichtlich des Erregers (Stäbchenbaktcrium) als auch des klinischen Verlaufes und der patho­logisch-anatomischen Veränderungen sieb als völlig verschieden von der durch Nocard beschriebenen erwies.
Klinisch unterscheiden Dammann und Freese einen akuten, mit dem Tode endenden und einen chronischen, in Heilung übersehenden Verlauf.
Die Symptome der akuten Mastitis bestehen in sehr schmerz­hafter, sich derb und heiß anfühlender, starker Schwellung einer Euter-httlfte, verbunden mit leichter Rötung derselben. Das Sekret der Drüse wird wässerig und flockig. Außerdem gehen die Schafe hinten gespannt, sind ganz apathisch, verschmähen das Futter, haben hohes Fieber und starke Atembeschleunigung. Die Lidbindehäute sind diffus gerötet, aus dem Konjunktivalsack entleert sich wässeriges und ans der Nase schleimiges Sekret in reichlicher .Menge. Am zweiten oder dritten Tage fällt das hohe Fieber schnell zu subnormaler Körpertemperatur, und die Tiere verenden.
Die chronische Form setzt zunächst mit denselben Erscheinungen wie die akute ein. Etwa am vierten Tage zeigt ein allmähliches Zurückgehen der Körpertemperatur den Beginn der Besserung an, Bald nehmen auch die Schmerzhaftigkeit und die vermehrte Wärme des Kuters ab. das Allgemeinbefinden bessert sich, und es stellt sieb etwas Appetit ein. Nach zweiwöchigem Bestehen der Krankheit wird das Euter wieder weicher und weist nach weiteren zehn Tauen Fluktuation
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Mastitis l)ei der Wtuto.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 221
auf. Das anfangs wässerige Sekret dor Drüse Ist jetzt rabmartig, eiter-ähnlich geworden, Nach der darauf TOrgenommenen, ergiebigan Spaltung der flxtktuierenden Eutergesohwulst tritt nacb IVa—2 Monaten, vom Tage der Erkrankung an geroobnet, durch Bildung von Q-ranulations-gewebe völlige Heilung ein.
Die histologisohe üntersuebung der lediglioh von der akuten Ent­zündung befallenen Euter ergab da^ Vorbandensein einer boobgradigen parenobymatöson Mastitis mit Neigung zur Nekrose.
Die obarakteristisohen Ersobeinungen der gangräneszierenden Mastitis, des sogenannten raquo;Euterbrandes der Sobafelaquo;, daß nttraliob das kranke Euter nacb kurzem Bestellen der Erkrankung kalt, schmerzlos, rotviolett, dunkelblau und sobwttrzlieh wird, fehlten hier ganz, ebenso die ausgedehnte ödematöse Infiltration der Haut und Unterbaut. Auch haben die beiden Autoren ein Übergreifen des Prozesses auf die zweite Euterhftlfte in keinem Falle beobachtet.
Mastitis bei der Stute.
lgt;ei Stuten kommen hin und wieder nach Erkältung, Milchstauung, Trauma und Infektion an einer oder beiden Kuterhälften Mastitiden in sehr verschiedenem Stärkegrade vor, und /.war mildere Formen bauptsaohlicb bei nicht säugenden Tieren, schwerere bei Mutterstuten nach plötzlicher Sistierung dos Säugegesobttftes infolge Entwöhnung oder Tod des Fohlens,
Die Symptome kennzeichnen sieh durch Anschwellung, Derbheit. Härte, vermehrte Wärme und Sobmerzhaftigkeit einer, zuweilen auch beider Euterhälften sowie durch erhebliehe Ödembildung vor dem Euter. Das Sekret ist graugelblich, serös-flockig. Das Allgemeinbefinden ist leicht getrübt, das Fieber gevinggradig. der Gang der Nachhand gespannt und breitspurig.
Der Ausgang besteht bei milder Mastitis in Zerteilung, bei phleg-monöser in Induration mit eventueller starker Vergrößerung der Drüse infolge Biudegewebsneubildung (Bang) oder Atrophie sowie in Abszeßbildung, Indurierte Euterhälften bilden bis mannskopfgroße, rötliche, derbe, körnige Tumoren, auf deren Schnittfläche sich viel glattes, kleinlappiges Drüsengewebe befindet, in dem zahlreiche hirse-korngrofie, sehr harte Knötchen von weißer Farbe und glatter Sohnitt-flftehe eingestreut sind. Aus diesen Knötchen können manchmal kleine. weiße Pfröpfohen ausgedrückt werden, die als milchige, helle Pünktchen durch das Gewebe durebsobeinen. Die Pfröpfohen be-
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rari'iidn'iiKit.i'iäo Enlziiuiliing des Kutors,
Btehen aus EitorkürptTehen. in denen nur sehr selten Bakterien anzu-treffen sind.
]?ei nraschriebener Eiteransammlung im EJuter entwickelt sich innerhalb weniger Tage oder Wochen ein großer Abszeß, verbunden mit starkem Odem an Unterbauch. 1,'nterbrust und an den lliuterschenkeln, welcher Anlaß zur Entstehung einer Kuterlistcl geben kann. — Die Mastitis darf nicht mit Botryomykoso verwechselt werden.
In therapeutischer Hinsicht sind die Mutterstuten knapp zu füttern, tätlich im Schritt zu bewegen und die Fohlen zu entwöhnen. Ein fleißiges, vorsichtiges Ausmelken ist. wenn es die Umstände er­lauben, sehr anzuraten. Innerlich werden Laxantien, Ortlich üng. Ilydrargyr. einer, c. 01, Olivar. aa. Ung. Kalii jodati jodat., U n g. camphorat., üng. camphorat. jodat. oder Liniment, cam-phoratum angewendet. Abszesse sollen frühzeitig' und vorsichtig mit dem Spitzhistouri geöfihet werden, und, weil infolge von Bewegung die Wände der AbszelJhöhle sieh abglätten können, wodurch leicht Euterftsteln entstehen, so ist für die operierten Tiere Ruhe angezeigt. Beim Vorhandensein von listulösen Mastitis-Tumoren, die zuweilen die Größe eines Mannskopfes erreichen können, findet man am Fistel­grunde stets eine trockene, hellbraune, nekrotische und durch De­markation mehr oder weniger vollständig abgelöste Gewebsmasse mit wohl erhaltener Drüsenstruktur. im Sequester lindet sich eine große Zahl von langen Streptokokken. In hallen von Sequesterbildung ist eine Spaltung des Tumors und sorgfältige Entfernung des nekrotischen Gewebes notwendig.
Mastitis beim Schweine.
Ätiologie. Die Krankheit entsteht unter Einwirkung der gleichen prädisponierenden und veranlassenden Momente, wie bei Stuten am häufigsten im Anschlüsse an die Geburt, sodann hin und wieder nach frühzeitigem Absterben oder Entwöhnen der Ferkel,
Weil gewöhnlich mehrere Zitzen gleichzeitig mit- oder rasch nacheinander, innerhalb weniger Stunden oder Tage nach dem Werfen, ergriffen werden, ist wohl anzunehmen, daß die Infektion auf häma-togenem Wege vom entzündlich affizierten Uterus aus .stattfindet; und in der Tat lehren unsere langjährigen klinischen Untersuchungen und Sektionen, daß die bei Mutterschweinen ziemlich häutig zwei bis sechs Tage nach .stattgefundenem Werfen vielfach auftretende Mastitis sich regelmäßig im Anschlüsse an eine Endometritis purulenta acuta entwickelt.
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Mastitis beim Schweine.
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Im Eiter der Euterabszesse der Schweine konnten nach Gram t'ilrbbarc, zirka 1'5 [). messende Diplokokken, Streptokokken sowie größere und kleinere Kolibaktericn und Nekrosebaziilen nachgewiesen werden. In vielen Fällen beruht die Ursache der Mastitis bei den Schweinen auf einer MischintVktion. Wegen Mastitis des Muttertieres können sämtliche Ferkel, sei es infolge der fehlerhaften Beschaffenheit der Milch, sei es infolge von Inanition, zugrunde gehen. Die Entzündung kommt reohterseits und linkerseits gleich häufig vor und ergreift eine oder beide Euterhälften oder nur einzelne Milchdrüsen, die keineswegs immer auch benachbart sind. Letztere sind hart, schmerzhaft, wärmer, und ihre Anschwellung kann so bedeutend sein, daß die Zitzen beim Stehen beinahe den Boden berühren. Das Allgemeinbelinden ist ge­trübt, die Tiere fiebern mehr oder minder stark, magern rasch ab. bleiben ununterbrochen liegen und zeigen einen eiterigen, stinkenden Scheidenausfluß.
In schweren Fällen ist das Allgemeinbefinden zehn und mehr Tage lang stark getrübt. Die Rektaltemperatur beträgt 40'0—40,800, die Zahl der Herzschläge 200—210 und die Zahl der Atemzüge 60—70 pro Minute. Die Tiere zeigen Fieberfröste, liegen konstant und nehmen sehr wenig Futter und Milch auf. Das Gesäuge ist, partiell oder total mächtig vergrößert, rot. heiß, schmerzhaft und hart. Die Haut ist gespannt, nicht verschiebbar und üdematös. Die Zitzen sind leicht geschwollen und gerötet. Öfters findet man dieselben kleinllngersdick, hart, entzündet und verstopft. Häutig sind die hinteren Drüsen stärker entzündet als die vorderen, und hin und wieder befindet sich /.wischen zAvei ent­zündeten Drüsenteilen ein normaler. Die Drüsen sind uneben und knollig. Sofern überhaupt ein Tropfen Milch erhältlich ist, ist derselbe quot;Tünlieh. eiterig und intensiv stinkend.
Die leichte Mastitis geht innerhalb zehn Tagen in Resolution über, die Drüse wird weicher und elastischer, die Milchsekretion jedoch bleibt zurück. Hin und wieder beobachtet man eine Induration (inter-stitielle chronische Entzündung), wobei das Euter sehr groß bleibt und die Sekretion vollständig erlischt. In Verbindung mit der Induration, wobei sich das Euter in ein bei jeder Bewegung hin und her schaukelndes Hängeeuter verwandelt, entstehen manchmal eine größere Anzahl periphere, nicht entzündete, hühnerci- bis gänse-eigroße, fluktuierende Erhabenheiten, d. h. multiple Cysten. über welchen die Haut verschiebbar ist, und welche ein gräulichweilöes, mit vielen Gerinnseln versehenes, nicht riechendes Drüsensekret enthalten. An der Ausmiinduny-sstelle der Drüsengange in die Zitze besteht eine
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224nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Parenobyrnatöse EiatsQnduQg des Kutors.
deutliche, rundliche, fluktuierende Anschwellung. Sehr häufige Ausgänge sind die in Eiterung und Gangrän. Bei Eiterung bilden sich im DrUsengewebe mehrere harte, derbe, empfindliche, kaolligej hühnerei­große, fluktuierende Erhabenheiten, welche innerhalb weniger Tage einen weißgrauliohen, jauchigen Eiter entleeren. Die Ränder der Abszeßüffnungen sind anfänglich gangränös, später entwickeln sich an Stelle der Abszeßhöhlen Fistelgänge, welche unter ZurUcklassung eines kleinen, narbigen Knotens innerhalb 10—14 Tagen abheilen. Geht die Mastitis an einer oder mehreren Drüsen in Nekro.se über, so stellt sich innerhalb kurzer Zeit eine demarkierende Eiterung ein, und die in­folge der Nekroso und Vereiterung am Euter intensiv stinkenden Tiere gehen fast ausnahmslos innerhalb (i—10 Tagen an Septikämie zugrunde.
Pathologisch-anatomisch zeigen mit Mastitis traumatica behaftete Drtisenteile auf der Haut an zahlreichen Stellen ein bis mehrere Zentimeter voneinander entfernte Fistelgänge, welche von einem zähen, libriisen, selten von nekrotischem Gewebe umgeben sind, und auf dem Durchschnitt findet sich ein derbes Bindegewebe mit verschieden zahlreichen, erbsen- bis faustgroßen, einen weißlichen, grünlichen, übel­riechenden, dünn- oder dickflüssigen Kiter enthaltenden und mit glatter Innenwand versehenen Abszessen. In der Wand eines Abszesses findet man gelegentlich auch einen apfelgroßen Vorsprung aus feuchtem, derbem, librüsem Gewebe, dessen Oberfläche von einem dicken Schorf bedeckt ist. Hin und wieder (Mithalten die Abszeßhöhlen nebst stinkendem Eiter­in welchem sich zahlreiche Diplokokken. Kolibazillen und Nekrose-bazillen vorlinden, noch ein weiches, streifiges, graues Gewebe. Bei der nekrotisierenden Mastitis schwankt das Gewicht des Gesanges zwischen 4 —12 hg. Die einzelnen Drüsen sind laust- bis kindkopfgroß. Die Haut an den Zitzen ist stellenweise trocken oder blutrünstig. Das mit spärlichem Sekrete versehene Drüsengewebe ist hart, trocken, derb, mit deutlicher Läppchenbildung; es zeigt zahlreiche kloine. gelbe Stellen, welche in ein stark pigmentiertes, etwas hypcräinisches Gewebe ein­gebettet sind. Manchmal zeigen sich im Gesänge infolge Abstoßung des Brandsohorfes große Substanzverluste, welche, unebene 1 {ander und einen mit einer Borke besetzten Grund zurücklassen, unter welchem sieh ein derbes, von erbsengroßen Abszessen durchsetztes Bindegewebe befindet.
Therapie. Die Patienten sind in einen temperierten, mit reich­licher, weicher Streu versehenen Stall einzustellen. Innerlieh werden Anti-febrin täglich zweimal je 8^ und Natrium sulfurieum. Pillulae suillae (Camphora 0'6, Hydrargyr. ohiorat. l'O, Antifebrin und Aloe
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Mastitis bei div Ilünilin iukI der Katze.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 225
pulvis aa 3quot;0, (jummi arabloum, Muoilago (iiinmii arabioi, Eadix Althaeae qu. b, ad pill, HI) täglich dreimal je 3~5 Stuck in etwas
lauwarmer Milcli verabreicht. EmpfehleUBWert wind Klysmen von lau-warmeni Seifenwassör und örtlich in leichteren Fällen die auch beim Rinde gebräuchlichen Salben und Linimente. wie llng-uent n in ivalii jodati jodat., Ungnentura caraphoratura, Unguentum A.mmonii sulfi)-ichtliyoliei, oder eine .Salbe nach dein Rezept; Camphorae tritae 1O0, Jodi pari 6'0, Adipis suilli lÜO'O oder Kreolin-Lanolinliniment |5:80|, in schweren Fällen Bähungen mit Leinsamensohleira oder aromatischem Infus.')
Mastitis bei der Hündin und der Katze.
Die Euterent/.ündungen bei Hündinnen und Katzen verhalten sich hinsichtlich ihres Auftretens und ihrer Symptome gleich wie beimSclnveine; eine Besonderheit ist bloß die. dat'i das große, schwankende Gesäuge der Hündin wegen der Reibung an den Hinterschonkeln wund werden kann. Das Sekret ist milchig, nur selten serumartig. Die Entzündung geht über in Zerteilung und Abszeßbildung. Die Behandlung besteht in der Verabreichung von leichten Laxantien und Antifebrin, sowie in Ein­reibung von Salben und Einhüllung des Euters mit Watte.
. \ n 11; m ir.
Von verachiedenen Verfassern ist in der Literatur Ober Mastitisfonr.on mit eigenartigem Charakter und eigenem Enfektionsstoffe berichtet worden:
1. Nooard und Mollereau beobaehteten 1884 eine Mastitis bei Kühen, welche sich durch folgende Symptome charakterisierte: Die Krankheit war augen­scheinlich ansteckender Natur; über die Hälfte der an demselben Orte stehenden Tiere wurden davon ergriffen, und bei den im Stalle frisch eingestellten Tieren brach das Leiden .'!—4 Wochen nachher aus. Es begann mit einer in der Hegel nicht schmerzhaften Induration im unteren Teile der einen der Drüsen: diese Induration nahm nur langsam zu, so daß sie erst nach einigen Monaten eine größere Partie der Drüsen (i/8- ' g) umfaßte, und erreichte in einigen Fallen die Größe eines Kindskopfes. Das Allgemeinbefinden der Tiere war In keinem nennenswerten Grade getrübt ; immerhin schienen sie sich nicht vollständig wohl zu befinden. Die zu Anfang noch normale Milch veränderte sich nach und nach
') War dor Geburtsakt stark verzögert, wurden tote Jungennbsp; nbsp;geworfen oder
blieberaquo; Elhautteile zurück, so stellen sich wenige .Stunden nach demnbsp; Werfen Fieber,
getrübtes Allgemeinbefinden, stinkender, eiteriger Scdicidenausflußnbsp; nbsp; nbsp;und sekundiir
Mastitis metastatica ein. In solchen Füllen sind Ausspülungennbsp; nbsp;deraquo; Uterus mit Trichter und Schlauch und I—2quot; ..iger Thertipogenlösung unerläßlich.
Ilcli. Ki-iiiiklieium ilov MlloUdrttssn.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;,-
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22()nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;l'arenclivinatöso Kntziindung delaquo; Eutord,
im Aussehen and Charuklor, wurilo siiuorlicli, wäfiBOrlgj flookigi gelblich, mit-
untor auoh Ubelrloobond. Dor Ausgang war regelmäßig Atrophie dor ergriffenen
I)rii.-oii])artio uiul Agalaktio. Als Ursache der Krankheit ergab sich ein in neu­traler oder schwach alkalischer Bouillon (noch besser in solcher, die mit einem Zusatz von Zucker und Glyzerin vorsehen war) leicht /.achtbarer, in langen Ketten vegetierender Streptokokkne, der bei EHnimpfang In ibe Euter sowohl durch den Strichkanal wie durch die Haut Mastitis erzeugte. Auch Ziegen waren dafür empfänglich. Die Fütterung mit strojitokokkenhaltigor Milch ergab jedoch ein negatives Resultat, und zwar sowohl bei Kühen, als bei Ziegen, Hunden und Kaninchen. Es zeigte sich, daß die Bakterien eine bedeutende Tenazität besaßen und sich in einem Ziegeneuter noch nach H'j Monaton, in alkalischer Kultur sogar über 8 Monate lebensfähig erhielten.
2. Bang schildert eine Mastitis-Epizootio, wobei die Tiere am Anfang Fieber hatten und die Freßlust gestört war; gewöhnlich in einem, seltener in zwei, zuweilen auch in allen vier Drüsonviertoln (rat eine geringe Anschwollung von fester Konsistenz auf; das Sekret war anfangs nur unbedeutend verändert, enthielt jedoch Klumpen und wurde späterhin dickschleimig, mit Eiter gemischt und serös. Das Sekret hatte also einen parulenten Charakter; es bildeten sich jedoch niemals Abszesse im Euter. Dieses schrumpfte vielmehr ein, und die Sekretion versiegte am Ende gänzlich. Die Krankheit wurde leicht von einem Tiere auf das andere übertragen. Als Komplikation der Mastitis kamen Ent­zündung in den Sprunggelenken und in den Scheiden der Beugesehnen am Fesselgelenko vor. Im Sekrete fand Bang leicht rein zu züchtende Strepto­kokken in kurzen Ketten. Der Stroptokokkus tötete Hatten in 2—5 Tagen und wurde im Blute und in der stets geschwollenen Milz sowie im Exsudate um die Impfstollo wiedergefunden. Die Impfung in das Euter der Kühe ergab ein posi­tives llesultat. Die Mikroben ähneln den von Nocard und Mollereau gefundenen, sind aber kleiner und säuern im Gegensatz zu letzteren weder die im Euter befind­liche noch die als Nährflüssigkeit bei Reinkulturen angewendete Milch.
8, Tobiassen erwähnt eine, übrigens seltene Form von Mastitis, bei der die Kuh die Freßlust verliert und sich infolge Schwäche nach einem halben Tage niederlegt. Im Euter fühlt man einen scharf begrenzton Knoten. Die in sehr geringer Menge ausgeschiedene Milch ist in allen vier Drüsen verändert. Fieber ist nicht vorhanden. Der Fall erinnert an leichte Gebärparcse. Nach 3—4 Tagen erhobt sich die Kuh wieder, bleibt aber fürs nächste stets nur einige Augenblicke stehen; allmählich erholt sie sich, und nach einem Monat ist die Milch wieder normal und die Induration verschwunden.
4. Th. Anderson sah im Verlaufe von einigen Tagen 14 Kühe erkranken, von denen 18 am gleichen Tage ergriffen wurden. Es entstand plötzlich starkos Zittern, das nach einigen Stunden wieder aufhörte; die Tiere standen schlaff, mit struppigem Haare da; die Temperatur betrug 89'6 — (tl'ö'C, die Pulszahl 96 —112 pro Minute. Bei zehn Tieren war das rechte Vorderviertel er­griffen, bei zweien außerdem ein Hinterviertel; das Euter war warm, sehr schmerz-
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Anhang.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;227
haft, nicht besondors stark geschwollen, aber vQf demselben zeigte sich ein subkutanes Ödem, das sich später nach hinten auf die kranke Drüse fortpflanzte; die Milohsekretlon der kranken Drüse war gering, das Sekret selber serös, gelbliob, mit Fibringerinnseln und einigen größeren, geronnenen Klumiien vermengt, Am dritten Tage nahmen die Tiere, außer vieren, die noch Fieber hatten, wieder Futter auf. Das Sekret erinnerte an Kolostralmilch, Am vierten Tage waren fünf Tiere wieder völlig gesund und raquo;melktenlaquo; beinahe normal. Vier der übrigen Tiere waren an Entzündung der Sprunggelenke und der Heugesohnenschoiden am Fesselgelenk erkrankt. Diese Tiere lagen ununterbrochen und zeigten keine Freß-lust; das Sekret der kranken Drüse war purulent. Die Hälfte der Patienten wurde wieder völlig hergestellt. Die Entzündungen der Gelenke und Sehnon­scheiden gingen bei allen zurück.
ö. Dieckerhoff beobachtete auf einigen Landgütern im Holsteinischen eine Mastitis mit großer [nfektiositäti Der Viehbestand des einen betrug 1.80 bis '2(iü Kühe, von denen vom Winter bis zum Herbst 140 und im Laufe des fol­genden Jahres 100 Kühe ergriffen wurden. Die Mastitis trat hier in zwei Formen auf. Die mildere Form bestand hauptsächlich in einem Katarrh der Zisterne und der gröberen Milcbgänge, verbunden mit geringer Anschwellung der Zitzen und Ausscheidung von im Anfang klümpn'ger, später wieder normaler Milch. Das Allgemeinbefinden blieb ungetrübt. Einige der Tiere genasen schon in einigen Tagen, andere erst nach Monaten oder in der Trockenperiode. Bei der schwereren Form war das Sekret spärlich und von gelblicher Färbung; das Tier zeigte Fieber, und die Drüso war angeschwollen und hart. Bei diesen Tieren funktionierte die Drüse späterhin nie mehr. Die Krankheit befiel die Tiere ohne Unterschied, sogar Färsen und nicht milchende Stücke und außerdem auch Schafe und Schweine. Der Ansteckungsstoff war durch einen Knecht, der zu einer Schwergeburt auf einem anderen Gute zu Hilfe gerufen wurde, hierher ver­schleppt worden,
li. ßugge hat im Sommer 1IH)8 unter den Kühen in der holsteinischen Marsch Eaterentzündungen beobachtet, bei denen es sich hauptsächlich um eine eiterige Entzündung des Drüsengowebes handelte. Die Mastitis befiel nicht nur In der Laktation begriffene, troekenstehoude und hochtragende Kühe, sondern vereinzelt auch unträchtige. Junge Kinder.
Die Ursache ist noch unbekannt. Sicher ist, d;iß mehrere Erreger die Mastitis veranlaßten, und zwar voraussichtlich auf galaktogenem Wege.
Der Grund für das häufige Vorkommen der Eutorentzündungen in den Marschländereien dürfte in der intensiven Ernährung der Tiere auf den Fett­weiden liegen.
Zur Vorbeuge empfiehlt Bugge bei Primipareu, sobald sich Irgendwelche Anschwellung oder Milchproduklion elnstollt, ein täglich 2—iJmaligcs Ausmelken und nach Versiegen der Milch ein wiederholtes Bestreichen der Zitzenöli'nungen mit einer konsistenten Salbe.
7. Von Nielsen wurde in Schleswig-Holstein eine neue Enterseuehe beobachtet, welche großen Schaden veturBächt.
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•Sporadisclior mul kuntajjiJiser Qolt.
D.o kranken Kühe leiden schwor, magern ab, und lt;l:is oder die betroffenen Buterviertel sind liei dieser Mastitis immer unrettbar verloren.
Die Ur.-.'iclio ist in einer Mischinfektion von Pyogenesbazilien und anderen Mastitlsbnzillen zu enchen, Die Verbreiter sind sicher in den meisten Pttllen fliegen und andere Insekten. Ist dor Vorsommer warm und trocken, dann tritt die Seuche in verstärktem Maße auf.
Prophylaktisch worden verschiedene, die Insekten abhaltende Einpinselungen nnsewendet.
Sporadischer und kontagiöser (gelber) Galt. Agalactia catarrhalis sporadica et contagiosa.
Untei1 Galt. Agalactia catarrhalis sporadica et conta­giosa, chronische, indurierende Mastitis (Harms), versteht man eine weit verbreitete, hfluflg bei Kühen, seltener bei Ziegen vor­kommende, chronisch verlaufende, hartnäckige, oft unheilbare und zur Agalaktie führende katarrhalische Mastitis. Gälte Kühe sind solche, die keine Milch mehr absondern. Beim seuchenartig auftretenden Galt hat die wenige Milch ein gelbliches Aussehen, woher der Name raquo;gelber Galtlaquo; rührt.
Je nach dem Auftreten unterscheiden wir einen raquo;sporadischen Galtlaquo; und einen seuchenartigen oder raquo;kontagiüsen gelben Galtlaquo;.
Wie wir schon vor Jahren dargetan haben, beruht der gelbe Galt stets auf einer Streptokokkeninfektion und führt zur totalen Atrophie der Milchdrüse; der sporadische Galt verdankt seine Ent­stehung ebenfalls fast ausnahmslos Streptokokken und nur in Aus­nahmefällen einer Mischinfektion von verschiedenen anderen in die Milchdrüse gelangten pflanzlichen Mikroorganismen. Die Krage, ob die Streptokokken beider Krankheitsformen ein und derselben Spezies an­gehören, d. h. ob der sporadische und der gelbe Galt als identische Krankheiten aufzufassen seien, wurde in neuester Zeit von Zsohokke bejaht. Nach diesem Autor sprechen dafür die übereinstimmende Wir­kung der bei beiden Krankheitsformen gefundenen Pilze auf Milch und Euter, die identischen mikroskopischen Befunde der kranken Euter, ferner der Umstand, daß die Streptokokken beider Galtformen sich sehr lange, lebensfähig im Euter erhalten, selbst dann, wenn die Sekretion erloschen ist, und. was wir schließlich noch anführen wollen, die völlig analoge chemische Beschaffenheit der Milch, sowie die Art des Auf­tretens. In Ställen, in denen sporadischer Galt herrscht, kann die Krankheit gelegentlich einen seuchenartigen. d. h, den Charakter des
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Tr
Ätiologio.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 229
gelben Galtes aunebmen uad umgekehrt. So beobachtet man auch, daß
der gclb(; Galt weder sämtliche Kühe eines Stalles noch bei den er­krankten Tieren sämtliche Viertel ergreift, und daß die Kranklieits-ausbrüche zeitlich weit auseinanderliefen.
Ätiologie, Nach Hocard nndMollereau wird der sporadische sowie der gelbe Galt durch eine spezifische Mikrobe, den Strepto­coccus mastitidis hervorgerufen, den sie zum ersten Male in allen Fällen einer ansteckenden Euterentzlindung bei Schafen gefunden und für dieses Leiden verantwortlich gemacht haben. Bang hat bei einem Kuterleiden mit ausgesprochenem Seuchencharakter und Ausgang der Krankheit in Atrophie der Milchdrüse den Streptokokkus in kurzen Ketten gefunden (vgl.S. 220). In einem vereinzelten Falle von chronischer purulenter Mastitis gelang es ihm. einen Streptokokkus. der in langen Ketten wuchs, zu isolieren. Wir und Borgeaud fanden den Pilz in allen Erkrankungsfallen und von Anbeginn des Leidens an. Er war in zahlreichen Exemplaren vorhanden, nahm dann aber an Quantität mit zunehmender Atrophie und dem Versiegen der Milchsekretion ab. Der Streptokokkus ist ein rundlicher Mikrokokkus von 0 ;5 — 0'5—1 |'. Durchmesser: er bildet kürzere und längere Ketten, die entweder ge­streckt verlaufen oder spiralig aufgewunden sind. Zsohokke hat in einigen Fällen von Agalaotia catarrhalis oontagiosa kurze, in anderen lange, in noch anderen mehr feinkörnige Ketten gefunden. Die kurzen Streptokokkenketten mit bloß G—8—40 Gliedern sollen eine heilbare Form des gelben Galtes hervorrufen, indem sie von den Leukocyten aufgenommen werden können und sieh im Protoplasma­leib derselben spiralig aufrollen, während die vielgliedrigen (bis 140 Glieder) wohl aus mechanischen Gründen von den Phagooyten nicht gefressen werden können und immer extrazellulär liegen.
Zschokke halt eine Einteilung des Galtes in sporadischen und kon-tagiösen nicht für ganz richtig, da beide infektiös und übertragbar seien Ks lasse sich allerdings erkennen, daß der vielgliedrige Streptokokkus mehr zu Stallseuchen Veranlassung gebe. Mit Rücksicht auf das praktische Interesse und die Prognose! hat Zschokke daher den Galt eingeteilt; in heilbaren und unheilbaren oder in Galt mit kurzen und in Galt mit langen Ketten. Denn in weitaus den meisten Fällen von sogenanntem sporadischem Galt fand dieser Autor ebenfalls einen in Knäueln gewundeneu Kettenpilz, dessen Kette bald blolj aus 8 bis 8 Körnern bestand, bald deren löö und mehr aufwies und genau dieselben morphologischen Eigenschaften wie beim seuchenartigen Galt zeigte. Stäheli hält die zwei Streptokokkenformen Zsohokkes
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2'M)nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Sporadliohot und kontaglüasr Galt.
für ein und dieselbe Art. Die Formuntorscliiede sollen bedingt sein (lui-cb äußere Einflüsse (Temperatur. Qualität des Nährbodens) und durch die vitale Widerstandskraft der tierischen Zellen. Zscbokke schreibt der Laktationsperiode einen Einfluß auf die genannten mor­phologischen Unterschiede ZU, indem unmittelbar nach der Geburt die langgliedrigen Ketten, in späteren Laktationsperioden mehr die kurz-gliedrigen vorherrschen sollen. Möglicherweise werden die wenig-gliedrigen Ketten während der Periode des Trockenstehens eine Beute der Leukooyten. Kulturell gibt es, wie Grüning festgestellt hat. kein durchgreifendes Unterscheidungsmerkmal zwischen beiden Formen und ebensowenig zwischen den Streptokokken des kontagiosen und des sporadischen Galtes.
Der .Streptococcus mastitidis infectiosae bedingt in allen Kulturen, besonders in 3()/(liger Milchzuckerlosung, die saure Reaktion, welche von Noeard als charakteristisch bezeichnet wurde. Die Strepto­kokken stellen in derart sauer gewordenen Nährmedien ihr weiteres Wachs­tum ein und gehen zugrunde. Im alkalischen Pferde- und Rinderharn gedeiht der Pilz sehr gut. Hei einer Temperatur von 30deg; C lälit er sich am besten züchten. Bei 40quot;(' wächst er noch, aber die Ketten sind wenig-gliedrig. Einer Temperatur von 55deg; C wahrend 10 Minuten ausgesetzt, geht der Mikrokokkus zugrunde, auch Üquot;Ü ertrug er höchstens 5 Mi­nuten. Gegen Antiseptika ist er sehr empiiadlich, 40/0ige Borsäurelösung tütet ihn in 30 Sekunden, eine d'o'^^ge Karbollösung und eine2,6%ig(3 Ohlorwasserlösung in einer Minute. Biologisch weichen beide Pilzformen, die langen und die kurzen, wenig voneinander ab. Beide säuern die Milch ziemlich rasch. Der viclgliedrige Streptokokkus ist aber gegen die sich bildende Milchsäure etwas widerstandsfähiger. Eine Kultur aus Galtmilch, die 2—8 Tage gestanden hat. liefert mir noch vicl­gliedrige Kokkenketten. Der weniggliedrige Pilz bedingt bei seiner Verimpfung meistens eine stürmischere Reaktion mit intensiverer Ent­zündung als der lange und seheint demnach größere Virulenz zu be­sitzen. Daß wirklich dieser Streptokokkus die letzte- Ursache der Agalaetia contagiosa catarrhalis ist, erhellt aus den Versuchen, die zuerst von Borgeaud und uns und später auch von Zscbokke ausgeführt wurden. Sowohl durch Injektion von Reinkulturen wie von Milch aus galtigen Kuh- oder Ziegeneutern in gesunde Kuh- und Ziegeneuter konnte in jedem Balle Galt erzeugt werden.
Die Empfänglichkeit der Tiere gegenüber Galtpilzen variiert nach Zscbokke individuell sehr stark, ferner hat der jeweilige Zu­stand der Milchdrüse im Moment der Infektion ganz bestimmt einen
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Infektionsniodus uml ratliogeneae.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;231
Einfluß auf die Intensität der Erkrankung. Eine Erkältung kann auch hier prädisponierende Ursache sein durch Herabsetzung der vitalen Widerstandskraft gegen die Galtpilze.
Infektionsmodus. Es stehen den Streptokokken zwei Eintritts­pforten in die Milchdrüse often. Die eine geht durch laquo;lie Hluthahn, die zweite durch den Strichkanal. Beim Galt aber findet die Ansteckung offenbar einzig und allein durch den Strichkanal statt und wird sicher sehr oft durch das Melkerpersonal vermittelt. Da jedoch der Strepto-kukkus im Rinder- und Pferdeharn leicht gezüchtet werden kann, und da neuerdings Gröning gezeigt hat, daß die Streptokokken des Stall­bodens 'und diejenigen des sporadischen und gelben Galtes die gleichen morphologischen, biologischen und kulturellen Eigenschaften besitzen, so ist anzunehmen, daß die Infektion ihren Ausgang nimmt einerseits l)eim Liegen der Tiere vom Stallboden, der Streue, der Jaucherinne, ander­seits von den Händen des Melkerpersonales aus. Das Tröpfchen Milch, das nach dem Melken an der Zitzcnmiindung hangen bleibt, gibt den ersten Nährboden ab für die Galtpilze, und von hier aus wandern sie dann durch den Striehkanal in die Zisterne und in die Milch­gänge hinauf.
Pathogencse. Die Wirkung der Streptokokken in der Milch­drüse ist eine doppelte. Einmal erfährt der Milchzucker eine Umwand­lung in Milchsäure (Nencki). und diese ist imstande, die Schleimhaut der Milchgänge katarrludiseh zu affizieren. Anderseits haben Ver-impfungen von Streptokokkenkulturen auf Mäuse und Meerschweinchen für die Pathogenität der Streptokokken des Galtes positive Resultate gezeitigt, die vermuten lassen, daß bei Impfmastitiden in Verbindung mit der Temperatursteigerung auch ein Bakterientoxin produziert wird.
Die Reaktion der Tiere gegenüber Gelbgaltinfektion im Euter ist, wie Stäheli dargetan hat, eine sehr verschiedenartige, Konstant ist eine Abnahme der Milchsekretion und das Auftreten von Leukoeyten. Weniger regelmäßig ist das Erscheinen von Fieber sowie die Phago-oytose. Bei längerem Bestehen der Krankheit zeigen sich im Blute Agglutinine.
Der Umstand, daß bei den schweren Formen von gelbem Galt die Leukoeyten zerfallen sind, ist nach Vrijburg wohl der Grund, warum diese Fälle nicht heilen und die Opsonogenbehandlung ohne Einfluß ist. Die in die Milchdrüse geratonen Leukoeyten sind schon weniger leistungsfähig. Bei der Streptokokkenmastitis worden diese bereits nicht mehr normalen Leukoeyten überdies durch die Strepto-kokkeutoxino geschädigt. Die wenig infektiösen Stämme werden
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232nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;SporodUohet quot;nil kontaglOaei Qalt,
niicli mil Erfolg bekämpft; bandelt 68 sich aber um Keime, die; eben aus einer kranken Milohdrüse stammen und sieb an die Schutzvomoh-tungen des Tierorganismus schon angepaßt haben, dann ändert sich die Sache. Die kraftigsten Leukooyten phagocytieren noch und töten ihre Streptokokken ab; andere phagocytieren aueb, zerfallen aber selber. bevor die enklavlerten Pilze vernichtet sind; die meisten jedoch zer­fallen, ohne phagooytiert zu haben.
Die Streptokokken ihrerseits passen sieb den verschiedenen Ver­teidigungsmitteln des normalen und immunisierten Tierorganismus. somit aueb der Phasfocvtose. an,
A, Sporadischer (laquo;all.
Der sporadische Galt, syn, Agalaotia oatarrhalie sporadioa, Qalaotophoritis sporadioa, wird in der Umgebung von Städten, somit an Orten mit starkem Milehviebwecbsel. wobei leicht infizierte Tiere angekauft werden können, viel häufiger als auf dem Ilachen Lande beobachtet. Nach Zschokke wirken als öelegenheitsursachen innere und äuliere Erkältung (Veriultentng von Rüben, Aufnahme von sehr kaltem Wasser) und starke Ermüduns;, Kasse und Krnährnnjrs-zustand dagögen haben auf das Auftreten von Qalt keinen Einfluß, wohl aber die Laktation; denn ergriffen werden hauptsächHoh vier bis sechs Jahre alte, vortreffliche MilchkUhe. Qalt tritt während der ganzen Laktationsperiode, jedoch in zwei Dritteln sämtlicher Fälle innerhalb der ersten drei Monate nach dem Werfen, also zur Zeit der größten Milchleistung, auf und verhält sich diesbezüglich ganz analog wie die parenehymatöse Mastitis. Galtfälle, die sich erst 2—;J Monate vor Ab­lauf der Trächtigkeit einstellen, sind jedoch gar nicht selten, und sobald bei boebträchtigen jüngeren Milchtieren noch vorzeitiges Euterödem hinzukommt, werden diese gerne in den Eandel gebracht.
Anderseits kann es auch vorkommen, daß das Leiden mitten in der Periode des Ti-ockenstehens ausbricht. Dann lautet die Anamnese etwa folgendermaßen: die Kuh hätte drei bis sechs Wochen vor dem Kalben ein großes und schweres Euter bekommen, und beim erstmaligen Melken nach der Geburt habe man alsdann die geringe Quantität und die hochgradig veränderte Beschaffenheit der übrigens geruchlosen Milch feststellen können.
Symptome. Das Inkubationsstadium schwankt beim Impfgalt zwischen 12—36 Stunden. Interessant ist die; Tatsache, daß Impfgalt mit allgemeinen Erscheinungen kombiniert ist, die in den für uns hier einzig in Betracht fallenden spontanen Fällen nie vorkommen, und daü
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Sporadisclior Galt,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 233
ferner die ürtliohen SymptoinG des Impfgaltes viol heftiger wind als diejenigen des spontanen (ialles.
Das Allgemeinbeflnden der Tiere, beim spontanen Galt ist infolge des Uinstandes, daß gowölmlicli schwere örtliche Entzündungssyniptome. sowie Metastasen fehlen, sozusagen nie getrltbt; daher lassen sich galtige Kühe diu'ohsobnittlicb leicht mästen, wie auch wegen des oft negativen Befundes am Euter selbst ausgeprägter Galt von unaufmerksamen Melkern gelegentlich Übersehen wird. Zschokke und wir haben aller­dings ausnahmsweise Fälle von sporadischem Galt beobachtet, welche mit so stark geschwollenem, heißem und auch schmerzhaftem Euter begannen, daß man durchaus an eine parenehymatöse Mastitis erinnert wurde. Doch gehen alsdann Schwellung und Hitze bald vorbei. Die frisch ausgemolkene Milch ist in solchen Fällen gelb, serös, mit grollen Flocken durchsetzt und wird später dicklich und graugelb.
Bezüglich der örtlichen Erscheinungen ist hervorzuheben, dal.) der durch Inspektion und Palpation erhobene Befund bei weitein nicht jene große diagnostische Bedeutung hat wie bei der parenchvinatösen Mastitis, Sehr häutig ist, weil (.raquo;alt bald rascher, bald langsamer von einem Viertel auf das andere übergeht, mehr als ein Viertel ergriffen. Als einleitendes Symptom beim sporadischen Galt wird häutig Blut­melken beobachtet, d, h, Euterhyperämie, an welche sich erfahrungs­gemäß Galt leicht anschließt. Beim Stehen bildet solche Milch einen graurötiiehen Bodensatz, und darüber befindet sich stark rotes Serum, Der Bodensatz kann aber auch eiterig-gelblich, das Serum darüber nur schwach blutig gefärbt sein. Solches Blutmelken tritt; oft plötzlich über Nacht ein. Wo am Abend vorher noch völlig normales Euter und Sekret vorhanden war, ist am Morgen des folgenden Tages an einem, seltener au mehreren Vierteln Blutmelken zu konstatieren. Acht Tage später kann dann die Milch schon graulichweiß sein. Hin und wieder stellen sich als krankheiteinleitende Erscheinungen eine leichte Euter-anschwellung und ein kleines Euterüdem ein. Die Euter, deren Schcnkel-viertel häufiger krank befunden werden als die Bauchviertel, sind dabei oft symmetrisch und von normaler Größe: in einigen wenigen Fällen dagegen deutlich vergrößert (Fleischeuter), in anderen atro-phisch, manchmal auch auffällig asymmetrisch. Man beobachtete auch, daß bei Kühen, die rasch nach dem Kalben an sporadischem Galt: erkrankten, häufig schon viele Wochen vor dem Kalben Euterödeme auf­traten, oft schon gepaart mit salzigem Geschmack des Sekretes. Die supramammären Lymphdrüsen sind stets vergrößert, sehr oft, besonders in alteren Fällen, bis faustgroß. Auch Metastasen nach den Sprung-
:
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2BJ:nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Bporadiraquo;oher und kontaglöser (laquo;nit.
gelenken haben wir, wenn hupIi nur hüobst selten, wabi'gononinien Die kranken Viertel liabcn bald einen normalen Umfang-, bald sind sie zu groß, bald auch atrophiert, ncbstdem fast konstant zu derb, fest oder hart, selten schlaff und weich: ausnahmsweise etwas emplindlicher und wiirmer, unten leicht ödematos und manchmal mit Retentiouscysten ver­Beben, die sich vorzugsweise tlber der Zisterne als Knoten zeigen. Die nicht sidten viirkommenden zentralen und peripheren Euterknoten (Ketentions-cysten) lassen der Annahme Kaimi, daß Euterkatarrh und Galt in­einander übergehen können, und sie beweisen ferner, daß sporadischer Galt pathologisch-anatomisch nichts anderes darstellt als eine Form von Euterkatarrh. Sowohl bei vergrößerten, derben, sogenannten Fleisob-euteru. wie auch bei atrophierten Vierteln, die an Galt leiden, fallt zuweilen die Klilsse dos Euter-intcgtimentes. sowie das Fehlen der Füllung der Milchvenen auf, was auf eine geringere Blntzufubr und einen geringeren Stoffwechsel im Euter schließen laßt, womit die Verminderung oder das A'öllige Versiegen der Milch übereinstimmt. Die häutiger leer als gefüllt sich vorfindenden, nicht entzündeten Milchbehalter sind fast regelmäßig verdickt, strangformig, bleistift- bis zweifingerdick, die Zitzenkanäle bleistiftdick, und zwar einerseits infolge Verschieden­heit des Kontraktionszustandes der Muskulatur, anderseits aber, wie bereits auf S. 48, 51 und 55 dargetan wurde, infolge des chronischen, hypertrophischen, oft polypösen Katarrbes der Ausfübruugsgänge der Milchdrüse.
In symptomatischer Hinsicht konstant ist die Kunetio laesa, welche sieh durch einen plötzlichen oder schleichenden Rückgang im Milchquantum, ein abnormes Aussehen der Milch, sowie den salzigen Geschmack derselben dokumentiert. Zur Erhärtung des Gesagten sei hier folgende, sich auf 22 Fälle von spontanem sporadischem Galt bei Kühen beziehende Tabelle eingeschaltet.
Durchschnittlich lieferten diese 22 Kühe vor Beginn des Galtes 181 /. nach Eintritt des Galtes an den gesunden Vierteln noch 927.1 ^ und an den kranken eine ganz miniine Quantität.
In Fällen von sporadischem Galt hat das Alter des Leidens absolut keinen Einfluß auf das makroskopische Aussehen der Milch. Das Sekret kann bei einem 1—2 Tage alten Galtfall schon gelblich-dick, flockig, breiartig oder schwach rötlich und umgekehrt bei einem mehrere Monate bestehenden Galt noch weißlich und mit weißen Ge­rinnseln versehen sein. Im allgemeinen schäumt dasselbe beim Melken nicht mehr, wird bald rascher, bald langsamer erbsmusilhnlich, gelblich­weiß, dicklich nut vielen Gerinnseln, srelblich, dick-breiartig mit zahl-
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.Sponidisolioi' Galt.
235
Quantität und Qualität dor Milch von an sporadischem Galt
erkrankten Kühen.
Nr.
Vor dorn
KntsUshön des
Leidens pro
Melk seit
Nach dem Kntstehen dos Leidens pro Melkzelt
Aussehen der l'risch-
gemolkenen Milch der kranken Viertel
Daner
de^ Leidens
an den ge­sunden Vierteln
an den kranken
Vierteln
11
4^ 81
einige
Gramm
einige (iraniin
Gelbliclnveili, etwas faden-/lehend, stark salzig
Gelblichweißes Serum mit zahl reichen breiartigen Flocken, stark sal/.ig
Trübes Serum mit gelben Flocken und einigen klei­nen JiliitRerinnseln, kleb­rig, faden/.iehcnd, stark salzig
Dicker, gelber, aufgequol­lener Brei, stark salzig Erbsmustthnliobea Sekret mit
großen, gelben Flocken, stark salzig
Homogener, gelblicher, erbe-nmsähnlicher Brei mit vielen kleinen, weilJen Flocken, stark salzig
GraulichvveiOes Serum mit]
zahlreichen kleinen, weißen
Flocken, stark salzig Gelbrötlicbos, trübes Serum
mit zahlreichen großen,
gelben Flocken, stark
salzig Dicker, gelber Brei, stark
salzig
Dünner, gelber Brei, stark
salzig.
lange Dauer
dlnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;bl
einige Gramm
2 t
Hl
(W 4t/, i
11 11 \)l
•61 11 0/
9 2
4/ 4/
•61 4/
50(H)// einige
Tropfen
einige Tropfen
11
il
8raquo;', l il
Gl il Bl
bl
500-0 sr
einige Tropfen
einige Gramm
100-0 g
Dünn - breiartig, gelbliche
Flocken und blutiges
Serum, stark salzig
400'0.7
400 0,/
einige Gramm
1000.0
GrauriUlicli, Eitcrllookon,
deutlich sal/.ig
Gelblich, krümelig, dick­flüssig, schwach salzig
Schleimig, dick - breiartig,
die letzte Milch mehr
bläulich, sal/.ig Kötlichgelb, dick-breiartig,
seit I Monaten
seit i Wochen
seit 14 Tagen
seit.
stark salzig, blutigroter :6 Monaten
Brei, rotes Serum mit
gelblichen Gerinnseln
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236
S)ioriulificlicr und kuntngirisor (!iilt.
Nr.
1(1
17
18 19
20 #9632;21 22
Vor den)
Xaeli tlein Entstehen
des Leidens
pro Melkzeit
Äassoben der frischlaquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Uiiuor
gemolkenen Mileli dernbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;des
kranken Viertelnnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; lt; Loidons
Entstehen dos
Leidens pro —ä
m ii '. iul den ee Melkzeitnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;, 8
sunden
Vierteln
tin den kranken
Vierteln
11nbsp; nbsp; /
Q—Tl
4/
121
81
12nbsp;1
61
2 1
21
3' ,1
:gt;/
8—9/
BUOOi/ Dick - breiartijr, erbsmus-) seit
Hbnlioh, gelblich, stnrk 14 Tagen salsslg
2000ff Wilsscriraquo;', ^rnurötlich, salzig, ; seit
gelblichweiße Flocken u. 14Wochen Blutstriemen
lOO'O;/ Itl;iiili('li\veiti in, Eitertlocken,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; seit
salziger Geschmacknbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 7 Monaten 150'0,7 : Qelbllch bis schwach rosarot, seit
wilssaiig, viele I'locken,nbsp; nbsp;10 Tagen stark salzig
DickdUssig, rötlich, Hockiir, seit
Qramin
sal/lgec Qeschmack
Kit er Hocken, salzig
Milcliälinlich (mikroskopisch wenig Eiterkörperchen und Streptokokken), salzig
(i Wochen seit 1 bis it Wochen :
reichen Blutpunkten, wässerig, flockig. Makroskopisch macht sich im Sekret auf der einen Seite der Reichtum an Eiterkörperchen, auf der anderen die Abnahme des Wassers in bezng auf das Aussehen be­sonders geltend. Das Sekret ist in fünf Sechsteln der Fälle gelblich, hat die Farbe von Kiter — manchmal freilich ist auch noch gelbes Pigment dabei —: in einem Sechstel mehr weiß. Ziemlich häufig ist das Sekret nieht so hochgradig verändert, sondern noch milchähnlioh, bläulichweiß, mit wenig Gerinnseln und Moeken untermischt. Der in diesen Fällen auch stets vorhandene salzige Geselnnack, sowie das Vorhandensein von Streptokokken sind alsdann wegleitend für die Diagnose. In zwei Fallen war die zuerst herausgezogene Milch brei­artig, schleimig, mit gelblichen und rötlichen Gerinnseln durclimengt: die später gegen das Ende des Melkens gewonnene ililch bläulich, mit wenigen Flocken.
In einem Drittel der Befunde lag eine breiartige bis gallertartige Konsistenz, in zwei Dritteln ein Gemisch von Serum und Flocken zutage. Häufig ist bei diesen Zuständen auch eine Beimischung von roten Blutkörperchen, welche in einem Viertel bis zu einem Drittel aller Fälle vorkommen. Gewöhnlich wird alsdann das Serum charakterisiert als
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Sporadisobst (gt;alt.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;2H7
raquo;gelblich, breiartig, mit vielen Blutpunktenlaquo; oder als raquo;gelbliohweiße.
dicke Milch mit vielen kleinen Gerinnselnlaquo;. Auffällig ist auch die Tat­sache, daß, wenn frisohgekalbte Kühe galtig werden und noch viel Miloh liefern, diese häutig ganz rot, dick und breiartig ist. Der Bodensatz
ist ein blutigroter Brei, untermischt mit gelblichen Gerinnseln, und erhält dabei- ein getigertes Aussehen. Über dem Bodensatz lagert rotes Serum. Beim Stehenlassen schichtet sich das Sekret recht deutlich, und es können dann die Mengenverhältnisse von Kiter und Serum sehr deutlich demonstriert werden. Übrigens sei noch erwähnt, daß die Menge des eiterigen Bodensatzes starke Schwankungen aufweist und daß auch, wenn mehrere Viertel desselben Euters befallen sind, be­züglich der Menge des Bodensatzes eine große Verschiedenheit zu konstatieren ist. Es wurden einmal gemessen: am linken Schenkelviertel drei Viertel Eiter und ein Viertel trübes Serum, am linken Bauchviertel fünf Sechstel Eiter und ein Sechstel trübes Serum; am rechten Schenkel­viertel zwei Fünfte! Eiter und drei Fünftel trübes Serum. Die Schwere des Leidens steht wohl in geradem Verhältnis zur Menge des eiterigen Bodensatzes. Die Rahmschicht kann noch in normaler Dicke vorhanden sein, über dem eiterigen Bodensatz wurde auch oft ein deutlicher roter Streifen beobachtet.
Als eine der konstantesten klinischen Erscheinungen des spora­dischen sowie auch des gelben Galtes ist der auffallend salzige Ge­schmack des rohen, sowie des gekochten Sekretes anzuführen. Bei Kühen mit Galt geht der Gehalt au Mineralsalzen meist über das Maximum der gesunden Milch hinaus und übersteigt bei Zielen mindestens den Mittelwert. Die Phosphorsäure und die mit ihr ver­bundenen Basen, Kalk und Magnesia, sowie das Kalium zeigen sich, wie die chemischen Analysen beweisen, sehr erheblich vermindert, weil ihre Menge wahrscheinlich dein Kasein proportional ist. Dagegen ist das Kochsalz in auffallend großer Menge vorhanden. Der ganze Vorgang scheint ein Verdrängen der Milch durch Blutserum zu sein, und diese Substitution verlief in einem besonders untersuchten Falle genau parallel mit der Zuckerabnabme.
Der sporadische Galt bedingt besonders eine Eindickung der Sekrete, ferner eine merkliche, Abnahme des Fettes und Zuckers, der Phosphorsäure, des Kalkes, der Magnesia und des Kali, dagegen eine Zunahme des Kochsalzes, alles indessen in mittleren Graden, da das Sekret eine Mischung von Milch und dickem Kiter in verschiedenen Mengenverhältnissen darstellt und die. Eiterzellen eine Vermehrung des Kaligehaltes bediniren.
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238
.Sponulisclier uml küiitan'iiisor (Jalt.
Milclianalyson von Kühen mit sjioradiscliem Gult.
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Analyse der Milchasche bei einer Kuh mit sporadischem Galt,
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Milchasclie dor Qaltmiloh
5-59: 36 31! 4-15
0-80 12-35
44'1() 0-30 2-8(ii
1 ' Mittel j
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Kulimilch
1-90 17 09 8-60 28-45 14-28 22 05 305 24,67 9-70 29-13 16'96 27-55: 4-10 33-25 11-18
0-30
Maximum '
Mittlerer Sttureerad naeli Soxhlet 0-30quot;/i
Die Diagnose stützt sieh auf das Fehlen von allgemeinen und auf das Vorhandensein gelinder örtlicher Giewebssymptomc, auf den Grad der quantitativen und qualitativen Veränderungen der Milch, den stets salzigen Geschmack derselben und den Nachweis des Strepto-kokkus im Driisensekret.
In differentialdiagnostischer Hinsicht kann sporadischer Galt mit gelbem Galt. Euterkatarrh und mit Mastitis simplex verwechselt werden. Vom ersteren unterscheidet er sich durch das sporadische Vorkommen, vom schleimigen Euterkatarrh sehr oft durch die Beschaffenheit der Milch. Der Umstand, daß sich Retentionscyslen im galtigen Euter vorfinden, beweist einerseits, daß Galt anatomisch eine Form des Euterkatarrhs darstellt, und bewirkt anderseits, daß klinisch sporadischer Galt und alter schleimiger Euterkatarrh oftmals gar nicht voneinander unterschieden werden können.
') Von der Summe dieser Zahlen ist 8-2quot; 0 Sauerstoff, entsprecliond der Menge des gefundenen Chlors, abzuziehen.
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SpomdiBcber Gült.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;239
Verlaut' und Ausgang. Galt kann an einem und (leinseihen Viertel rasch oder langsam hochgradig werden, verläuft aber stets chronisch. Die Zoitperiode, bis alle Viertel ergriffen sind, ist sehr verschieden lang und schwankt zwischen einigen Tagen bis drei Jahren. Immerhin sind die Falle, in denen (Jalt innerhalb 8 bis 14 Tagen alle Viertel befallt, nicht so selten. Einzig nach dem Aus­sehen des Sekretes zu urteilen, maclien sich im Verlaufe der Krank­heit einige Tage oder Wochen anhaltende Exazerbationen und Re­missionen, die bei Auljerac.litlassung der chemischen Beschaffenheit der Milch sogar eine Heilung vortäuschen können, bemerkbar.
quot;Werden frisch an Galt erkrankte Kühe plötzlich trockenstehen gelassen, so entstehen wegen starker Stauung des Sekretes an der Milch-zisteme eine Ektasie oder Divcrtikelbildung (vgl. Fig. 14) und bei weieb-nielkcnden Kühen Lähmung des Sphinkters und Milohtröpfeln, ferner Knoten an der Mündungsstelle der Milchgänge in die Milchzisterne (Gerlach, Eberhardt).
Fast immer bilden sich strangfürmige, selten knotige Ver-dicknngen der Schleimhaut, des Strichkaiiales und der Zisterne, selten auch Scheidewände im Milchbehälter, niemals aber Abszesse in der .Milchdrüse.
Ein weiterer, mit dem soeben erwähnten häufig kombinierter Ausgang ist derjenige in Bildung eines sogenannten Fleischeuters (vgl. S. 182).
Anatomische Veränderungen. Nach den trefflichen Unter­suchungen von van der Linde, welche uns als Grundlage für die folgenden Auseinandersetzungen dienen, weichen Größe und Gewicht des befallenen Euters in der Kegel nicht erheblich von der Norm ah; 5—S/cy Gewicht ist ein häutiger Befund. Bei vorgeschrittener Galakto-phoritis, mit ihrer Gewebszubildung in den Gängen und Verdickung ihrer Wandungen, können aber auch Gewichte von 9—lö7eg vor­kommen. In einem Falle, der mit Tuberkulose vergesellschaftet war, betrug das Gewicht des außerordentlich großen Euters 20 kg.
Wie schon intra vitam, sind die befallenen Viertel meist weniger elastisch und etwas derber als normal. Die sich in einigen Fällen, be­sonders in der Umgebung der Zisterne, geltend machende Derbheit ist. meist ein Anzeichen für längere Dauer des Leidens. In frischen Fällen ist die Konsistenz dagegen oft noch eine auffallend weiche. Die supramammären Lymphdrüsen sind in älteren Fällen stets erheblich vergrößert; es kommen da Einzelgewichte von 120, 170—200, aber auch von 975// vor. Die Schnittfläche der Lymphdrüsen zeigt deutlich lappigen Bau und
lt;*mi
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24Unbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;S|M)i-niliscl)or iiml kontaglOier Galt
oft die typische Farnwedelzeiohnung, Die Sohnittflttobe der kranken Viertel ist gewöhnlich glatl und feuoht oder ahn- feinkürnig, Man trilli jedoch auch beide Zustftndo nebeneinander. Das Interstitimn er­scheint verbreitert, namentlich in der Umgebung der Zisterne. Die
Löppchen sind kleiner und schmttler als in der normal tätigen Drüse,
Sie treten als kleine, weiße Inseln, in rote Gnmdsubstanz gebettet, hervor. Die Ausführungsgänge sind ungewöhnlich groß und weit, ihre Wandungen starr. Von der Schnittflitche laßt sieh eine trübe, graurötliohe .Molke abstreifen, und aus den Milohgftngen können Eitor-
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FJg, 67.
Lftppohon dos Gutors einer Kuh bei Galnotophoritls sporadicn. Zahlreloho Drflsenröhrchon, umgeben von
adonoidem Gewebe, in der Mitte ein Ansfftbrtingsgang, An der Peripberie tins interlobiiUro Gewebe.
(Nach .1. A, van ilcv Mndo.)
pfropfe, dicker Eiter, erbsnuisahnliehe. gelblichtrübe bis rötliche Flüssig­keit herausgedrückt werden. Die Schleimhaut der Zisterne ist blaß, und glatt, oder aber es sitzen auf ihr zahlreiche kleinere und größere fibröse, gefäßreiche Bindegewebszotten (Polypen), dazwischen zeigt sich hie und da ein eiteriger Belag,
In der Ntthe der Zisterne, ineist unmittelbar über der­selben, befinden sieh httufig die für die Diagnose raquo;Katarrh der Drüsenausführungsgängelaquo; maßgebenden Retentions-cysten. welche nichts anderes darstellen, als durch gestauten Inhalt ausgeweitete, grolle .Milchkanäle. Die größeren Milch-gilnge sind wie die Zisterne häufig mit Polypen besetzt; ihr Inhalt
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Sporadischer Unit.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 241
bestellt aus dickem Kiter oder aus einein (Jeniiseh von Eiter und nonnalcin Sekret, Die katarrhali.seh-eiterige Exsudation bleibt häufig auf die größeren Milobkanäle beschränkt. Ein eigentümlicher Eund war einmal ein Knoten neben der Zisterne: derselbe war von der Umgebung scharf abgegrenzt und von zahlreichen 1 mm weiten llolil-niumen durchsetzt, die mit Milch und gelblichen Konkrementen an­gefüllt waren.
Als mikroskopiaeh-histologisch auffallendster Befund ist zu nennen das Fehlen der Alveolen in den Läppchen. An ihre
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fig. 68.
Iiihiili dor Mllohgänge bot sporiullschom Gall. Strsptokoklion, ICorno von EUorzollen und geronnenes Eitorsernm, (Nach J. A. van der Lijide.)
Stelle sind die Drüsentubuli getreten. Daher rührt auch das Schmüler-werden der Läppchen. Jlie und da hat auch die Zahl der Tubuli eine Reduktion erfahren. In einigen Läppchen wiegt die Zahl der Tubuli entschieden vor (Fig. G7). es kommen aber daneben noch Gruppen von Alveolen vor. In anderen Läppchen wieder liegt ein zentraler Hohlraum, der einen erweiterten, ausgebuchteten Milchgang darstellt, um welchen zahlreiche Tubuli und einzelne Alveolen gruppiert sind. Der eiterige Inhalt, bestehend aus Epithelien, Leukocytcn, Strepto­kokkenhaufen (Fig. 68 und 69) nebst Milchgerinnseln, ist oft bis in die Endigungen des Kanalwerkcs zu verfolgen. Einzelne Tubuli sind
HoÜ, Kranklieiton der Mii'didniücn,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;i(.
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^4quot;2nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Sporadliohet und kontaglUser Galt.
strotzend mit Blut angefüllte Die Wände der Milobkanäle sind verdickt. Die normalerweise mit einem einsoblohtigen Zylinderepitbel aus­gekleideten Milohgftngo und Tubali tragen stellenweise geschichtetes l'llastevcpitlicl. sowie kleine, in das Lumen vorgewölbte Exkreszenzen und Polypen, und da und dort ist der Epithelbelag auch durch üppig' wucherndes Granalationsgewebe ersetzt. Wo Alveolen noch vorhanden, sind dieselben meist angefülll und durch normales Sekret oder Miloh-Iconkromente ausgebuohtet und stellen so mikroskopische Retentions-oysten dar. Im Bereiche und in der Umgebung derjenigen Stellen
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Fig. 69,
'Imitt duroll ein mit sporadtscltomQalt bohaftotos Muicr iler Kuh. A MUcbgAngo, gofflllt tait oiuor großen Mengo gefärbter Streptokokken) 11 E^tergewebo. (N'ücIi J, .\. van der Linde.)
der Milchkauälc. an welchen sich ein entzündlicher Vorgang abspielt, ist das interstitielle Bindegewebe geringgradig mit Randzellen infiltriert. Nach van der Linde ist zum richtigen Verständnis und zur richtigen Deutung der histologisehen Befunde heim sporadischen Galt die Würdigung der normalen mikroskopischen Verhältiusse notwendig. Auch im Euter des unträchtigen jungen Uindes, welches noch nie geworfen hat, finden wir das System der Drllsentubuli, Sobald sich das Euter zur Sekretion anschickt, entstehen die Drüsenblilsehen. Trifft nun den Orffanismus oder das Euter selbst eine leichte Störunar, so werden die Alveolen mit einem Schlaffe durch das System der
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Siioradisclicr Galt,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;243
Tubuli ersetzt, und die Tätigkeit der Drtiae i.st sistiert. Der sekretorische Teil ist beim sporadischen Galt nicht katarrhalisch ai'ti/.iert, sondern er befindet sich bloß infolge KUckwirkung von den AusfttbrangBgängen aus in dein Zustand der Rückbildung der Alveolen zu Drüsentubuli. Bei der Sektion sind diese Zustände für das bloße Auge leicht auseinanderzuhalten. Wo nur Drüsen­tubuli vorhanden sind, ist die Schnittilächo glatt und feucht. während die Alveolen infolge innerer Spannung sich über die Schnitt­tlache vordrangen und jene Oberflttcbe schaffen, die wir als körnig bezeichnen. Finden wir in einem ruhenden, aus Tubuli bestehenden Läppchen vereinzelte Alveolengruppen, so ist das auf den Gehalt an gestautem Sekret zurückzuführen, welches das Kollabieren der Alveolen verhindert. Die Läppchen haben bei sporadischem Galt dieselbe Größe wie im ruhenden Euter, sind aber kleiner als in der tätigen Drüse. Die Verbreiterung des Interstitiums ist nur eine relative, indem sie durch die Rückbildung des sekretorischen Teiles zustande kommt. Die öfters sich vorfindende hämorrhagische Diathese er­klärt uns auch das häufige Vorkommen eines rötlichen Sekretes im Anfangsstadium der Krankheit.
Auf Grund dieser Befunde ist daher der sporadische Galt pathologisch-anatomisch zu definieren als hypertrophischer, oft polypöser, chronischer Katarrh der Ausführungsgänge der Milchdrüse. Ja dem Maße, wie er vorwärts schreitet, verschwindet der alveoläre Bau und verwandelt sich in den tubulüsen. mit Ausfall der sekretorischen Tätigkeit.
Prognose. Bei frischen Fällen, guter Pflege und durchaus zuver­lässiger Behandlung ist die Vorhersage eine ziemlich gute, in chronischen Fällen dagegen eine ungünstige. Erfahrungsgemäß heilen viele Fälle von sporadischem Galt bei trächtigen Kühen spontan ab, wenn die­selben zwei bis drei Monate trockenstehen gelassen werden, weil dann während dieser Zeit die Streptokokken im Euter absterben.
Prognostisch günstig sind eine makroskopisch fast normal aus­sehende Milch, welche hei 24stUiidigem Stehenlassen eine deutliche Rahmsohicht und wenig Bodensatz zeigt, ferner im Bodensatz gut erhaltene Leukocytcn und wenige freie Streptokokken. Ungünstig sind nach Vrijburg zerfallene Leukocytcn, sowie gut erhaltene, färbbare, enklavierte und viele freie Streptokokken oder lange Streptokokken­ketten.
Manchmal bleibt die Krankheit mehr latent bestehen und tritt bei der nächsten Laktationsperiode wieder auf.
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044nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Spomdlrohsr und kootagiOier (jalt.
Therapie. Eine Separation der kranken von den ^usunden
Stücken ist beim sporadischen Galt, sofern die Kühe noch gemolken werden, angezeigt, aber nicht immer duielit'iihrbaiquot;, in diesem letzteren Falle sollen die kranken Stücke immer zuletzt gemolken werden, wo­bei die kranke Milch stets aufzufangen und durch Desinlizientien un­schädlich zu machen ist.
Angezeigt ist ferner die periodische Desinfektion des Stallhodens und eine sich wiederholende genaue Untersuchung der Euter und bei den einzukaufenden Milchkühen ein Versuchen der Milch auf der Zunge.
Der sporadische Galt erfordert eine hijehst sorgfältige Behandlung. Bis vor drei Jahren wurden unsererseits den in der Laktationsperiode sich befindenden Kühen in Anbetracht der chemischen Veränderungen der Milch innerlich Phosphate, besonders Calcium phosphoricum, verabreicht. Durch Vcrfütterung dieses Präparates kann bei gesunden und galtigen Kühen der P^ ()-,-Gehalt der Milchasche künstlich schon innerhalb einiger Tage erhöht werden, allein eine Abheilung erreichten wir trotzdem nicht, ferner wurden, mit manchmal gutem Erfolg, unter anderem innerlich 01. Terebinth. 600 pro die in einem Steinfaß voll Milch verwendet, oder ein konzentriertes Dekokt aus frischen Tannenreisern, sowie ein Trank, bestehend aus einem Absud von Tannen-, Kielern- und Fichtenzweigen, Wacholderbeeren, Himbeeren und Heidel­beeren. Wir haben die Beobachtung gemacht, daß von den sehr zahlreichen innerlich verabreichten Dosinlizientien die terpentinhaltigon Mittel die relativ weitaus wirksamsten sind. Die örtliche Behandlang bestand in fleißigem und gründlichem Ausmelken und kräftigem Massieren des Euters. Um die Wirkung des Knetens und Walkens zu unterstützen, wurden auf das wenig empfindliehe Euter resorbierende, leicht reizende und ableitende Mittel angewendet.
Die Injektion von je 500—600cm3 einer 4%igen) 86deg;C warmen Borsäurelösung in die Milchzisternen der ergriffenen Viertel täglich zweimal während zehn Tagen, mit oder ohne nachfolgende Infusion von Luft oder Sauerstoff, hatte nur einen vorübergehenden Erfolg.
Weit mehr Heilerfolge als mit der eben erwähnten Behandlung werden erzielt mit der von Rusterholz zuerst in Anwendung gebrachten raquo;Kaltwasserbehandlung galtiger Euterlaquo;. Nach diesem Autor müssen die an Galt erkrankten Viertel der auf guter Streue stehenden Tiere zuerst gut ausgemolken und quot;hierauf täglich fünfmal während zirka 5 Minuten mit kaltem, reinem Brunnenwasser gewaschen, hernach gut abgetrocknet und tüchtig massiert werden, worauf in vielen Fällen
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gt;S])ora(li.sclier Oalt,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;245
nncli 5- bis l-ltägiger Behanäluilg Heilung- eintritt, d. b. ein Ver-sobwinden der Streptokokken in dem makroskopisob wiederum normalen und süßen Drüsensekret konstatiert werden kann.
Nach unseren Beobachtungen, welche sieh auf eine frroße An­zahl Fälle von sporadischem und gelbem Galt erstrecken, ist es am besten, die mit Galt behafteten Viertel nach sorgfältigem Ausmelken täglich dreimal während fünf bis acht Minuten mit einem sechs- bis achtfach zusammengelegten, in frisehes. recht kaltes Brunnenwasser getauchten, ganz leicht ausgewundenen LeinwandstUek (Tisch- oder Bettuch) gut ZU umhüllen, nachher mit einem Handtuch abzutrocknen, kräftig zu massieren und nochmals auszumelken. Bei frischgekalhten Kühen beobachtet man hin und wieder während der Dauer des kalten Umschlages ein leichtes, aber bedeutungsloses Frösteln.
Hinsichtlich der Erfolge ist nachstehendes zu konstatieren:
In allen frischen akuten Fällen von Galt, wo die Kühe noch ziemlich viel Milch liefern, bessert sich das DrUseusekret schon inner­halb vier Tagen und ist nach 10—14 Tagen wiederum normal weil), süßj ohne Gerinnsel und Bodensatz und streptokokkenfrei.
In ebronisohen Fällen, d. h. bei Kühen mit abnehmender Milch­sekretion und beginnender Atrophie des Euters, wird das abnorme Sekret innerhalb 8—14 Tagen wieder weißlieh und milchähnlieh. nimmt jedoch quantitativ nicht oder mir wenig zu. bleibt stets etwas salzig und enthält immer mehr oder weniger Streptokokken. Nach .Sistierung der Behandlung erfolgt rasch ein Rezidiv, weshalb solche Stücke behufs Verhinderung der Verbreitung der Krankheit an den kranken Strichen nicht mehr gemolken und, sobald die Milchsekretion an den Übrigen Strichen nachlälit, gemästet werden sollten.
Wichtig ist, daß die an die Energie und Ausdauer des Melk­personales große Anforderungen stellende Therapie in akuten Fällen fort­gesetzt werden muß, bis die Milch wieder makroskopisch normal, süß und völlig streptokokkenfrei ist, ansonst nach 8—20 Tagen ein Rückfall sich einstellt. Wir haben bei Kühen und Ziegen beobachtet, daß jeder abgeheilte Galtanfall eine deutliche Verminderung der Milchmenge an den gesunden Vierteln zur Folge hat, welche während einer ganzen Laktationsperiode anhält.
Bei Kühen und Ziegen, welche kurz vor dem Troekenstehcn an Galt erkranken, ist die Kaltwasserbehandlung niemals mit irgend­welchen Nachteilen verbunden und daher sehr empfehlenswert. Als recht vorteilhaft hat sich uns dieselbe auch erwiesen bei Kühen mit akutem Euterkatarrh, chronischer Mastitis und chronischen, auf
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SporadUchsi und kontftglSiei Galt.
einer Bindegewebshypertrophie beruhenden Indurationen der Milob-drtlse. Oflfonbar werden infolge der dififerenten Temperaturen die Blut­gefäße der MilobdrUse anfftngliob kontrabiert und sodann dilatiert, wodurch die Zirkulation, Resorption und Pbagocytose mamp;obtig ge­fördert werden.
In forensisober Hinsiobt ist wichtig zu wissen, daß sehr häufig unvollständig abgebeilte, mit sporadischem und gelbem Galt behaftete Kiilie gerne verkauft werden, wodurch diese ungernein schädigenden Krankheiten verschleppt werden können.
li. Konlairiösci' Galt.
Unter kontagiösera Galt, gelbem Galt, syn. Gälti, Mastitis oatarrhalis contagiosa (Heß), Agalaotia catarrbalis oontagiosa (Kitt), Galactopboritis infectiosa, verstellen wir eine bei Kühen und Ziegen seuobenartig auftretende (Stallseuche), durch einen spezifi­schen Streptokokkus verursachte, chronisch verlaufende, mit Sistierung der Milchsekretion (Agalaktio) und Atrophie der Milchdrüse endigende, kontagiöse, katarrhalische Euterontzündung.
Ätiologie. Diese nicht seltene Krankheit war den schweizeri­schen Tierärzten schon zu Anfang des vorigen Jahrhunderts bekannt und wurde in den letzten 60 Jahren zu wiederholten Malen beschrieben. Ehemals wurde sie; auf Erkältungen, nasse Stallböden, ungleichmäßiges und nicht vollständiges Ausmelken, aber auch schon von einzelnen Beobachtern auf Ansteckung zurückgeführt. Kasse. Alter und Er­nährungszustand sind auf Entstehung und Entwicklung des Leidens einflußlos, hingegen werden am sichersten und stärksten die besten Milchkühe, und zwar vorzugsweise zur 7-eit der größten Laktation, doch auch spater, z. B. kurz vor o 1er wahrend des Trockenstehens. ja bisweilen selbst erst 9—10 Monate nach dein letzten Kalben er­griffen.
Es gelang uns im Jahre 1888 die Ursache des gelben Galtes als auf einer spezifischen Streptokokkusinfektion beruhend sicher fest­zustellen. Zugleich glauben wir, zu der Annahme berechtigt zu sein, daß die von Nocard und Mollereau 1884 in Frankreich beob­achtete ansteckende Euterentzündung identisch sei mit gelbem Galt.
Das Leiden entsteht durch eine Infektion mit einem spezifischen, von der Zitzenmündung aus in die Milchbehälter gelangenden Strepto­kokkus. welcher die Milch zersetzt, und infolge der sich bildenden Gärungsprodukte die Milchkanäleben und Drüsenzellen beschädigt
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Kontagiüser CliiU.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 247
Nach neueren Untersuchungen von Zscbokke sind die Streptokokken des gelben und sporadischen Qaltea in der Hauptsaohe identisch. Eine Differenz bestellt nur insoweit, als die vielgliedrigen langen Ketten vorwiegend beim gellten, selten beim sporadischen Galt und die wenig-gliedrigen umgekehrt mehr beim sporadischen und seilen beim gelben Galt vorkommen. Die Weiterverbreitung der Krankheit geschieht durch Ankauf infizierter Kühe oder Ziegen und im gleichen Stalle haupt­sächlich durch mlizierte Hände der Molker, seltener durch infizierte Stallböden, Streue oder Jauche.
Symptome. Das Allgemeinbefinden ist nie getrübt, und akute Entzündungssyraptome fehlen, außer bei stürmisch einsetzenden Formen im Beginne der Krankheit; dagegen sind die supramammiiren Lymph­drüsen stets geschwollen. Umlang und Konsistenz der ergriffenen Viertel sowie der Zitzen zeigen nach Beginn des Leidens gewöhnlich während einiger Zeit gar keine Veränderungen, in seltenen Fidlen jedoch Schwellung, Knotenbildung, vermehrte Empfindlichkeit und Wärme. Die Milch geht quantitativ und qualitativ zurück, und zwar konnten wir gelegentlich eine plötzlich abnorme Beschidl'enheit der­selben vom Abend auf den Morgen konstatieren. Anfangs ist sie noch weiß, bloß etwas wässeriger, bläulicher, aber schon salzig und um die Hälfte vermindert. Später findet man sie rosarot bis bräunlich, infolge stärkerer Blutbeimischung sogar braunrot, meistens aber gelblich, orangefarbig, dabei enthält sie viele Flocken, gerinnt vorzeitig und nimmt nach einigen Tagen oder 1—2 Wochen ein trübes, inolkeuälmliches Aussehen an oder wird schleimig, klebrig, feinflookig, fadenziehend; der Geruch ist normal, der Geschmack stets stark salzig. In den späteren Stadien der Krankheit wird das Sekret oft sehr dickflüssig und erbsmusähnlich und läßt sich dann nur mühsam ausmelken. Beim Stehenlassen bilden sich zwei Schichten: eine obere, aus einem gelben. dünnflüssigen Serum von salzigem Geschmack, in welcher Fcttkügcl-chen und Epithelzellen schwimmen, und eine untere, bis 2 cm dicke, aus Kaseinilocken, Eiterkörpercben und Kpithelicn bestehende. Auf dem Grunde des Gefäßes oder über dem eiterigen Bodensatz wird beim Stehenlassen häutig eine dünne Schicht; Blut beobachtet. Zscdiokko fand niemals gelben Galt, wo nicht auch Eiterkörperchcn in der Milch nachzuweisen waren. In solcher Milch findet mau während der ganzen Krankheitsdauer den sehr zahlreich entwickelten spezifischen Strepto­coccus raastitidis catarrhalis contagiosae. Das mikrosko­pische Bild zeigt nebst Milehkügelchen und unvollständig degene­rierten Zellmassen den schon erwähnten Streptokokkus.
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U4Hnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Spomdlsobor und kontsgittser Unit.
Zwei von Sohaffer vorgenomniene Analvsen von Milch aus mit gelbem Galt behafteten Vierteln ergaben;
1. Fettgebalt...........nbsp; nbsp; 1-09%
Qesamteiweißstoffe........nbsp; nbsp; 6'00%
Milobzuoker..........nbsp; nbsp; 1-84quot;,,,
Mineralstoffe..........nbsp; nbsp; O'SB0 „
Wasser............nbsp; 89-;U0/0
Reaktion deutliob sauer
11. Wasser............nbsp; 92'830/()
Trockensubstanz........nbsp; nbsp; 7-170/,,
Fett.............nbsp; nbsp; 0,82%
Kasein und Allnmiin.......nbsp; nbsp; 4-Ü %
Gesamtstiokstoffsubstanz......nbsp; nbsp; o'üö'Vd
Zuoker...........nbsp; nbsp; OWgt;/0
Mineralstoffe..........nbsp; nbsp; 0-79%
Sauregrad (nach Soxhlet).....nbsp; nbsp; nbsp;1'40%
Die Mineralstoffe enthalten hier nur 7'850/0 Phosphorsfture und dafür Sb'lC^/o Chlor, was namentlich von Bedeutung ist. Der Sfture-grad ist hier eher vermindert als erhöht.
Die Eiweißstoffe bilden eine flockige Masse. Die Zusammen­setzung dieser Milch weicht demnach sehr bedeutend von derjenigen gesunder Kühe ab und zeigt namentlich einen erhöhten Gehalt an Wasser und Eiweißsubstanzen, während Fett und Milchzuokergehalt sowie der Trockenrüekstand überhaupt gegenüber der normalen Zu­sammensetzung ganz auffällig vermindert sind. Die Milch reagiert nach einiger Zeit sauer. Diese Reaktion kommt von der Spaltung des Milch­zuckers in Milchsäure und Kohlensäure her und erklärt, weshalb diese Milch so arm an restierendem Milchzucker ist.
Zschokke hat wiederholt beobachtet, daß das über dem Boden­satz lagernde Serum neutral, der Hodensatz dagegen stets sauer reagiert. Es ist das auch leicht erklärlich, weil die, Streptokokken in größter Zahl in eiterigem Bodensatz gefunden werden, und weil eben diese die Säuoruntr bedingen.
Wenn die Milch die genannte sohlechte Beschaffenheit angenommen hat, unterlassen die Besitzer öfters das Melken, weshalb dann die Euter infolge der Milchstammg allmählich einen bedeutenden Um­fang annehmen, aber niemals entzündliche Erscheinungen aufweisen. Werden die Kühe fleißig ausgemolken, so bleibt der Umfang des Euters 2—3 Wochen der gleiche. Stets jedoch tritt nachher Atrophie ein,
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Kontngiöser (raquo;alt.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 249
welcbc in 2 — 8 Monaten so bedeutend wird, daß das gesamte Euter der ehemals guten Milohtiere bis auf den Umfang eines Kindskopfes oder einer Faust zurückgeht und nur nocli eine doppelte Hautfalte darstellt. Diese progressive Atrophie tritt regelmäßig ein.
Der gelbe Galt beginnt in der Kegel an einem Viertel und ergreift in der Zeit von 14 Tagen bis 3—4 Wochen auch die übrigen Viertel. Wir beobachteten nur einen Fall, wo die eine Euter-halfte nach sechs Monaten noch normale Mileh lieferte, wahrend die andere sehr stark atrophisch war. Jn seinem Auftreten bemerkt man nie irgendwelche Regelmäßigkeit, Bald sind die Bauchstriche, bald die Schenkelstriche ergriffen, bald einseitig, bald wieder übers Kreuz. Mit der Zunahme der Atrophie gebt die Abnahme der Milchsekretion Hand in Hand, und nach zwei Monaten liefern Tiere, welche früher
20-.......30/ Milch pro Tag sezernierten, bloß noch 15—2i)-0;j. Nach 4 bis
6 Monaten sind trotz stetigen, ileiliigen Ausmelkens aus der nunmehr ganz klein, schlaff und weich gewordenen Milchdrüse nur noch wenige Tropfen erbliltlicb. Die Striche werden ebenfalls klein und runzelig. Knoten in der Milchdrüse, wit; solche von Gattiker und Nocard beobachtet wurden, konnten wir nicht konstatieren, dagegen ab und zu derbere Stellen.
Die Diagnose stutzt sich auf das seuchenartige Auftreten, das Vorhandensein gelinder Gewobssymptome im Euter, die Veränderungen des Drüsensekretes, den Nachweis des Streptokokkus und den Aus­gang in .Atrophie der Milchdrüse.
Kühe, welche im sechsten und siebenten Trüchtigkeitsmonat an gelbem Galt erkranken, werden manchmal sofort trockenstehen ge­lassen, worauf das baiter klein und schlaff wird, Durchschnittlich 3—4 Wochen vor dem Kalben, somit frühzeitig, stellt sich Euterödem ei., und die kranken Viertel sezernieren ein gelbliches Serum. In dieser Periode worden die Tiere gewöhnlich verkauft. Nach dem Kalben sind aus dem großen, scheinbar prächtig entwickelten Euter, trotzdem weder eine raquo;Euterhyperämielaquo; noch ein raquo;Aufziehen der Milchlaquo; vor­liegt, nur 0ö—'2 l Milch erhältlich. Dieselbe wird nach wenigen Tagen Bockig, stark salzig und enthält zahlreiche Streptokokken des gelben Galtes. Das Euter beginnt bald zu atrophieren.
Bezüglich der Differentialdiagnose fällt nur der sporadische Galt in Betracht.
Vorlauf. Derselbe ist stets chronisch und iieberlos, weshalb sich die Tiere sehr gut mästen lassen. Allerdings bleibt bei täglichem,
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SporadUobot und koDtaglUser Galt.
fleißigem AuBmelken cine gewisse Sekretion bestehen, allein dieses Sekret enthält nur selir wenig Fettkügeloben, meist nur Serum und Eiter. Sowie man auch nur wenige Tage oder Wochen mit dem Melken aussetzt, ist aus den betreffenden Vierteln gar nichts mehr oder doch nur eine kleine Menge alkalischen, gelblichen Serums orbältlich. Nach dem Kalben tritt wieder etwas Sekretion ein. Aber das Sekret ist ledig­lich ein gelblicher Eiter, namentlich wenn es sich um eine Infektion mit langen Streptokokkenketten handelt. Im frischen, neutralen oder alkalischeu Sekret, wo dies bei fleißigem Ausmelken erhältlich ist, ver­mehren sich die l'il/.e starker.
Anatomische Veränderungen. Von den neueren Unter­suchungen über die pathologisch-anatomischen Veränderungen bei Agalaotia catarrhalis oontagiosa sollen hier diejenigen von Stark. welcher in 20 Källen die Euter daraufhin untersucht hat, ganz besonders erwähnt werden. Die befallenen Viertel sind im Anfangsstadium hie und da etwas vergrößert, in der Mehrzahl der b'älle jedoch mehr oder weniger hochgradig atrophiort, von derberer, oft aber auch von weicher. schlaffer Konsistenz. Die supramammttren Lymphdrüsen sind bedeutend vergrößert, serös durchfeuchtet und markig geschwollen. Die Zitzen sind meistenteils geschrumpft. Bei Eröffnung der Zitzen kranker Vierte! kommt hellgelber bis rotgelber, rabmartiger. dicker Eiter zum Vor­schein. Das Drüsongewebe hat auf der Schnittfläche ein marmoriertes Aussehen. Hellgelbe, gelbrote. braunrote Stellen wechseln miteinander ab. Aus den Milohkanälen sind mit Leichtigkeit gelbe Eiterpfropfe herauszudrücken. Die Drüsenlflppchen sind auffallend klein. Das er­krankte Gewebe ist hell, gelb verfärbt, auf der Schnittfläche trocken und leicht prominierend. Neben den kranken Drüsenpartien zeigen sich normale, saftige, mit ausgesprochen rötlichem bis rötlichgelbem Kolorit, und zwar gewöhnlich in den dorsalen Bezirken der Drüse. Das Interstitium tritt als ein grauweißes, verbreitertes Gerüste be­sonders in der Umgebung der Zisterne deutlich in die Erscheinung. In den l'indegewebszügen befinden sich manchmal noch ödematüse. sulzige. hämorrhagisohe Stellen.
Bei der mikroskopischen Untersuchung frisch infizierter Viertel trifft man die Drüsenalveolen in Form und Größe recht ver­schieden, wie auch mitten im kranken Drüsenparenebvm oft noch intakte Bläschen zu beobachten sind. Das Bild wechselt übrigens, je nachdem man frische Infektionen oder chronische Erkrankungen vor sieh bar, In den ersteren Fällen zeigt die epitheliale Auskleidung degenerative Prozesse. Die Alveolen enthalten Fettropfen, Leukncyten
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Kiintngiiisor Galt.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 251
und losgelöste Epitbelzellen und werden demzufolge oft völlig zum Versohwlnden gebracht. Auch das umliegende Bindegewebe zeigt zellige Infiltration, ist aber, im ganzen genommen, am Entzündungs-prozesse wenig beteiligt. Eine eigentliche Gewebsnekrose fehlt stets. Die Milohgänge sind katarrhalisch afftziert, Das Interstitiutn ist auch hier Dicht wesentlieli beteiligt, immerhin stellenweise von Leukocyten durch­setzt. Die Blutgeftlße im inter- und intralolndilren Bindegewebe sind häufig mit roten Blutkörperchen vollgepfropft.
Bei chronischer Erkrankung sind die Driisonalveolen öfter leer oder doch nur mit wenigen Zellklumpen besetzt, dazu sind sie be­deutend kleiner geworden oder ganz kollabiert. Die Driusenzellen sind arm an Protoplasma. Das interstitielle Bindegewebe der Milelikanäle und der Alveolen ist verbreitert. Mit Crramscher Färbung lassen sich so­dann sehr schön die Streptokokken, intra- oder extrazellulär, nach­weisen. Man trifft auch Leukooyten im luterstitiura an, die mit Strepto­kokken versehen sind (Fig. 70). Im weiteren fällt die starke Verdickung und Wucherung der Wandungen der Milchkanäle, sowie die enorme Erweiterung der Kapillaren in der Umgebung der Zisterne und der großen Milchgänge auf. Die Schleimbaut der Zisterne ist nicht mehr glatt und eben, sondern es wuchern bis ins Lumen hinein auf ihr bei längerem Andauern der Krankheit polypiiso Neubildungen und Vor-sprünge, welche in bindegewebigem Stroma enorm erweiterte Kapillar­schlingen enthalten und mit einem verdickten Bpithelbelag und gelben Gerinnseln überzogen sind. Der hypertrophische Katarrh kommt bc-sonders schön in den unteren Abschnitten der Zisterne und in der Zitze, deren Mucosa mit warzenartigen Wucherungen dicht besetzt ist, zum Ausdruck (Eig. 71 und 72. Tafel I). Die durch die Erhöhungen ge­bildeten Krypten sind angeschoppt mit einer Füllmasse, bestehend aus geronnenen Kaseinklumpen, abgestoßenen Epithclien, Haufen von Leuko­cyten und ganzen Nestern von Streptokokken. Die Schleimhaut der Zisterne und Zitze weist viele Ekchymosierungen auf; namentlich auf den Kuppen der warzenartigen Hervorragungen sind braunrote Pünkt­chen, herrührend von Blutaustritten, wahrnehmbar.
Die Znbildung des Bindegewebes ist nur eine scheinbare und relative, keine absolute, indem sich dasselbe einfach auf Kosten des schwindenden Parenchyms breit macht. Eine dauernde Vergrößerung des kranken Viertels kann daher nicht Zustandekommen.
Diese geschilderten Befunde führen nun Stark mit Recht dazu, den gelben Galtals eiterigen Katarrh der Drtlsenausführungs-quot;#9632;änlt;re mit Einschluß der Alveolen zu definieren.
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Spüi-adi.-ohor und kontugiliser (ialt.
Prognose. Zsobokke bat zwar liie und da Bpontaue Ausboilung und öfter Besserung des Leidens boobaehtct, aber trotzdem konnte die Krankheit bis zur Einfülirung der Rustcrholzschen Kaltwasser-bebandluDK fUfifliob als unheilbar betrachtet werden. Erst durch die
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Fi-. 70. Agiihn'tia oatarrhalls contnglosa (golbsi Gulo. Alkobolgohamp;rtoUs, in Poraffln olngoliottetss, mit Uämatoxylin und Gramacher FArbung ttnglertos Prftparat. A Lnmon olnsa Ullchganges, mit Leuboajton, abgostoücnen Drflaenepltholicn und l'il/.en angefflllt, /( Durehbruoli dor l.evikocytcn in don Mllobgang, 0 und CSogtuento angrenzender Alveoien, E Fettropfon dor Drftsenepltbolien, F interiobulftres Bindegewebe mit zahlreiehen F.eukooyten. lt;t Keltonpüze. dns Bpltbei dnrohbroohendj 6 stroptokokkus in oiner Wanderzelle im Bindegewebe,
c Stroptokokkenbanfon, durch oino Epithellüoko eingedrnngeni (Diese Figur ist nucli einem Aiiimrell auagefflbrt, welches Vrof. Dr. Zscliokke nach meinem Prllparate
hergestellt bat, 11, Stark.)
Anwendung der kalten Umschläge ist es uns möglich geworden, in akuten, frischen Fällen vielfach ganz üherrascheiulo Heilerfolge zu erzielen. In chronischen Fällen bleibt dagegen auch heute noch nichts anderes übrig als: Sistierung des Melkens. Mästung und Schlachtung.
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Kontiigiösor (iult.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 363
Im übrigen gelten laich hier die bei der Prognose des sporadlsoben Qaltes erwähnten weiteren Momente^
TberAplei Wie beim sporadisoben Ciait waren wir bis vor drei Jahren auch beim gelben Galt niolit imstande, weder durch innerlich verabreichte Mittel) spezieil Antiseptikn. noch durch diverse auf die Haut des Euters applizierte reizende Medikamente, noch durch Injektion der verschiedensten antiseptischen Lösungen, wie Acidum boricuin4%, in die Zisterne eine dauernde Heilung zu erzielen. Die Bekämpfung des gelben Galtes mittels künstlicher Streptokokken-Antitoxinbildung, wie Zscbokke sie durch Ziehen eines Eiterbandes und durch zeit­weiliges Bestreioben desselben mit streptokokkenbaltiger Milch ver­suchte, war nur in zwei Fällen von Erfolg begleitet, in einem Falle versagte diese Therapie jedoch vollständig. Marmoreks Strepto­kokkenserum, zu 200 cm3 in sechs Tagen gegeben, war gleichfalls nicht imstande, den pathologischen Zustand im Euter in irgendwelcher Weise zu beeinflussen. Ebenso war die Opsonogenbehandlung ohne Einfluß.
Die ünheilbarkeit der schwereren Fälle von gelbem Galt rührt wahrscheinlich weniger her vom Mangel an Opsoninen, als vielmehr von dem Umstände, daß die phagocytierenden Leukocyten durch die Streptokokkentoxine schon zu stark geschädigt und außer Stande sind. die gesamten Streptokokken zu vernichten.
Nach ttberstandenem gelbem Galt kann in dem betreffenden Euter­viertel eine gewisse Organ-Immunität von kurzer Dauer eintreten.
Durch die von Rusterholz empfohlene, schon früher erwähnte Kaltwasserbehandlung sind wir nun aber in den Stand gesetzt, zirka .r)ü—(10% aller frischen Fälle zur Abheilung bringen zu können. Das Ahheilungsprozent wird entschieden erhöht, wenn, was unumgäng­lich notwendig ist, die Besitzer über das Wesen der Krankheit auf­geklärt und dazu angehalten werden, wöchentlich zweimal die Milch sämtlicher Kühe zitzenweise auf Farbe und Salzigkeit (Zungenprobe) zu untersuchen. Denn nur auf diesem Wege ist eine frühzeitige Diagnose und Behandlung möglich.
Wichtig und erfolgreich dagegen gestaltet sich bei dieser die Besitzer finanziell schwer schädigenden und ein großes milchwirtschaft­liches Interesse beanspruchenden Krankheit die Prophylaxis. Um eine Infektion nach Möglichkeit zu verhindern, soll das Anziehen. raquo;Anrüstenlaquo;:, raquo;Hantelnlaquo;, vor dem Melken nicht mit Milch, sondern, wie es übrigens in hiesiger Gegend ohnehin gebräuchlich ist, mit reinem, frischem Schweinefett geschehen. Nach Sicherung der Diagnose sind sofort alle kranken Tiere, wenn möfflloh, in einem besonderen Stalle zu
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•J5 Inbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; TubL'rluiloso des Kutors.
separieren, von einem eigenen, nie mit gesunden Kühen in Berührung kommenden Melker zu besorgen und unter allwöchent­liche tierärztliche Kontrolle y.u stellen. Die Milch der kranken Viertel darf nur in Gefäße und niemals auf den Stallhoden ausgemolken werden und ist durch Desinfizieiiticn sofort unschädlich zu machen.
In rohem Zustande genossen, hal die Milch, wie wir uns Über­zeugen konnten, weder für Menschen noch für Tiere, wie Kälber. Schweine und Hunde, nachteilige Folgen.
Ferner ist eine gründliche, periodische Desinfektion des die infizierten Tiere enthaltenden Stalles unerläßlich.
Da bei mehrwöchigem Aussetzen des Melkens eines galtieen
1nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;on
Viertels auch schon ein Verschwinden der Streptokokken und der Leuko-oyten beobachtet wurde, hat Zschokke empfohlen, Kühe mit gelbem Galt an den erkrankten Strichen gar nicht mehr zu melken. Die vorhandene Säuerung und die Phagocytose würden genügend mit den Kettenpilzen aufräumen, und die Gefahr der Weiterverschleppung würde durch diese Maßnahme zugleich verringert.
Die Anzeigepflicht und die polizeiliche Abschlachtung der er­krankten Stücke halten wir nicht für notwendig, weil die Erfahrung lehrt, daß in diesen hallen die Selbsthilfe viel nachhaltiger wirkt als die Staatshilfe.
Tuberkulose des Euters.
Diese ziemlich häufig bei Kühen, seltener bei Ziegen und Schweinen vorkommende, besonders von Bang einläßlich beschriebene Krankheit nimmt unter den Euterleiden eine hervorragende Stelle ein. — Die Kuter-tuberkulose entsteht gewöhnlich sekundär, infolge Verschleppung der Tuberkulosebazillen auf hämatogenem Wege von anderen Organen nach dem Euter. Wir konstatierten z. R bei einer Kuh primär Kehlkopf­tuberkulose, sodann Gelenk- und Sehleimbeuteltubcrkulose und schließ­lieh, wie auch die nachfolgende Sektion bestätigte, tuberkulöse Ver­härtungen im Euter. Ferner fanden wir Eutertuberkulose sehr häutig begleitet oder im Gefolge von Symptomen, die auf einen tuberkulösen Herd in der Lunge hinwiesen, wie: chronischer Husten, mehr oder weniger hochgradige Dyspnoe, typische Auskultationsbefunde; in anderen Fällen sprach die Anschwellung zahlreicher Körperlymphdrüsen für generali­sierte Tuberkulose. Einmal war Eutertuberkulose vergesellschaftet mit Lungen- und Uterustuberkulose, ein anderes Mal fand sich neben einer Tuberkuloselokalisation im Euter eine selche in den Nieren sowie
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Symptome.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 255
am put iotaliMi Blatt des Peritoneums. Werden jedoch bei der Sektion alle Übrigen Körperteile mit alleiniger Ausnahme des Euters tuherkulose-frol befunden, so sieht mau sich in solch seltenen Fallen, wie Bang gezeigt hat, gezwungen, eine primäre Erkrankung infolge galaktogener Infektion anzunehmen; und zwar gelangen dabei die Bazillen, ähnlich wie bei der Mastitis, durch die Zitzenöffnung in die Milohdrüse.
Symptome. Die häutiger chronisch, als akut verlaufende Krankheit wird öfters in den ersten Wochen nach einer normalen Geburt oder nach Abortus beobachtet. Hie und da wird die Klage laut, daß die Kuh schon vor dem Kalben gehustet habe, daß aber nach der Geburt der Husten stärker und mehr anfallsweise aufgetreten sei, und daß sich im Anschlüsse an die normal verlaufene Geburt ein starker eiteriger Uteruskatarrh und sodann eine immer mehr an Größe zunehmende Anschwellung des einen oder anderen Euterviertels eingestellt habe (akute Miliartuberkulose).
Das Allgemeinbefinden ist in chronisch verlaufenden lallen an­fänglich nicht getrübt, oder nur dann, wenn der Prozeß der tuber­kulösen Entartung auch in anderen Organen vor sieh geht, und ferner in den späteren Stadien, wo der Organismus gegen die Menge des produzierten Tuberkulins nicht mehr aufkommt, also bei tuberkulöser Kachexie, welche aber wegen frühzeitiger Schlachtung selten zur Be­obachtung gelangt. Bei schon längere Zeit bestehender chronischer Eutertuberkulose zeigen die Tiere jedoch Verminderung der Freßlust und Rumination, Abmagerung, sowie auf den Rippen fest aufliegende, beim Abheben knackende Haut.
Die Tuberkulose ergreift häufiger die Schenkelviertel und meistens nur das linksseitige, selten beide gleichzeitig, noch seltener das ganze Euter. Die der kranken Euterhälfte entsprechende supramanunärc Lymphdrüse schwillt stets und frühzeitig an, auch wenn nur ein Bauch­viertel betroffen ist; sie wird faust- bis kindskopfgroß, hart und kann bis uber 1/iv/Gewicht erreichen, bleibt aber von glatter Oberfläche und drückt das Euter, von welchem sie manchmal nur sehr schwer ahgrenz-bar ist. nach unteuhin.
Zu den örtlichen Symptomen gehört eine innerhalb weniger Tage oder Wochen sehr bedeutend werdende, zu .Asymmetrie des Euters führende Anschwellung des infizierten Viertels und eine eben­falls rasch zunehmende, scheibenförmige, rundliehe oder diffuse Ver-härtung des Parenchyms, welche an den Schenkelvierteln mehr die kaudalen und ventralen, an den Bauchvierteln mehr die oralen Partien betrifft. Oft sind mehrere Knoten feststellbar. Als Prädilektionsstelle
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Tuberkulose des Euters.
gilt namentlich dor konvexe hintere R
dos linken Schenkel.
viertels. Das ergriffene Viertel nimmt dabei allmählioh einen enormen Umfang an, so daß es den liunm zwisoheu den Oberschenkeln unter Verdrttagung der anderen Viertel vollstttndig ausfüllt. Dabei wird es steinhart und an der tiefsten raquo;Stelle gleichzeitig oft etwas üdematö.s, Auf solche Weise entstehen bisweilen Euter von 10—üj/'','/ Gewicht. Die Haut ist stark gespannt und nur schwer verschiebbar. In langsam verlaufenden Fällen wird die Oberdäche zuweilen höckerig und knotig, höchst selten dagegen kommt es zu einer abszedierenden tuberkulösen Mastitis. Manchmal ist die obere Hälfte eines Viertels elastisch weich, während das Drüsengewebe über der Milohzisterne derb, fest, hart und höckerig sich anfühlt; hin nnd wieder befindet sich die niebr diffuse Verhärtung in der Tiefe des Viertels, Öfter isr die Zisterne selbst hart, knollig und höckerig und ihre Grenze nach oben verwischt. In den ersten Stadien findet sieh auch nicht selten um die Zisterne etwas Odem ausgebildet. Schmerzhaftigkeit da­gegen fehlt, und auch vermehrte Wärme konnten wir in chronischen Fällen nicht nachweisen, wohl aber beides in akuten.
Wie auch Bang hervorhebt, ist es ein Gharakteristikum der Eutertuberkulose, daß das Sekret des geschwollenen, harten Viertels in den ersten Wochen zwar etwas vermindert, aber doch scheinbar noch völlig normal ist. Beim Kochen entsteht höchstens hin und wieder ein ganz leichter Bodensatz, und auch Geschmack und Geruch der roiien sowohl, als der abgekochten Milch waren in unseren Fällen an­fangs gewöhnlich noch normal. Auffällig ist indes, daß in jedem Fall die Veränderung der Milchqualitflt in keinem Verhältnis zur Schwere der Eutersymptorae steht. Erst nach einigen Wochen (nach Hang ungefähr einem Monat, nach unseren Beobachtungen 4—12 Wochen) verliert das noch ziemlich reichlich abgesonderte Sekret allmählich seine milch­artige Beschaffenheit und wird dünn, grauweiß, bläulichweiß, wässerig, mit kleinen weißen oder gelblichen flocken vermischt, später gelblich, seltener rötlich, serös oder auch breiartig, sogar etwas schleimig, trüb oder leicht flockig und stark salzig. Die Sekrete tuberkulöser Viertel bilden beim Stehen stets zwei Schichten, eine dickflüssige und eine dünnflüssige; die dickflüssige stellt, wenn es sich um ein wässeriges Sekret handelt, einen gelblichgrauen, klümprigen Bodensatz, wenn (Ins Sekret aber breiartig ist, eine ziemlich dicke, gelblichgraue Rahmschioht dar; der dünnflüssige Teil bildet in beiden Fällen ein trübes, gelb­liches, über, beziehungsweise unter dem dicken Teil stehendes Serum. Im Bodensatz (Zentrifugenschlamm) und in der Rahmsobioht befinden sich
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iSj'iii|itouie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 25T
viele mebrkernige BiterkUrperobei] und eine grol.fe Menge von Tuberkel-hazillen, unter denen sich, wenn die gar nicht SO seltene Kombination der Tuberkulose mit Galt vorliegt, auch einige Streptokokken befinden. Nach monatelangem Bestehen der Krankheit treten häufig auch in den anderen Vierteln, besonders in den gleichseitigen, zirkum-skripte, harte Tuberkelknoten auf. wobei aber nie das ganze Viertel ergriffen wird. Daß nebst den Tuberkulose-Symptuineu am Euter fast regelmäßig noch solche an anderen Organen (Brustorganen und Uterus) zugegen sind, erscheint natürlich und ist für die Diagnose von Wichtigkeit.
Doch nicht nur unter dem erwähnten, sondern ab und zu auch unter dem Symptomenbilde einer heftigen phlegraonösen Mastitis tritt nach unseren, in neuerer Zeit auch von Luc et bestätigten Unter­suchungen die Kutertuberkulo.se auf. Dabei wird das Viertel, gewöhn­lich ein Sohenkelviertel, innerhalb 24—48 Stunden intensiv entzündel­stetig größer und .steinhart, schmerzhaft, wärmer und kann innerhalb einer Woche ein Gewicht von über 10—12/.v/erreichen. Stets ist schon von Anfang an Fieber vorhanden, welches stetig anhält. Das wenige Sekret wird sofort gelblich, serös klar und schäumend oder mit spär­lichen Flocken vermischt. Nebst der stetigen, Jeder Behandlung trotzen­den Zunahme der Anschwellung und Entzündung sind für die Diagnose raquo;akute Kutertuberkuloselaquo; noch maßgebend: die diffuse Verhärtung des Viertels, das verminderte, veränderte, Tuberkelbazillen enthaltende Sekret, sowie das ebenfalls mehrere Wochen anhaltende gelinde Fieber und die stetige Abmagerung.
Zur Ergänzung der angeführten Symptome mögen noch folgende Krankengeschichten, welche drei Kühe und eine Ziege betreffen, an­geführt werden.
Kasuistik. Fall Nr. I. Einmal gelangte ein Fall za unserer Beobachtnng, wo
bei einer Kuh nach einer vier Wochen anhaltenden, iuilJerst heftigen phleg-monösou Mastitis im linken Schenkel viertel mit Metastasen nach den Sprunggelenken und sekundärem Magen-Darmkatarrb die Schmerzhaftigkeit ver­schwand, aber im Viertel eine BchelbenftSrinlge Verhärtung zurückblieb. Das Sekret bestand hier ans einem dünnflüssigen Eiter, in welchem mlkroskopiscl) zahlreiche Tuberkelbazillen nachgewioson werden konnten.
Fall Nr. IT. In einem anderen Falle, der ebenfalls eine Kuh betraf und mit Mastitis phlogmonosa im linken Sohenkelviertel einsetzte, ging dieses bis auf einen zweifaustgroßen, deutlich abgegrenzten Knoten zurück. In dem kranken Driisonsekret befanden sich zahlreiche Tubcrkelbazillen. Das Tier zeigte immer 40'(gt;0C Fieber.
11 oü, Krankheiten der Milchdrüsen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 17
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2r)8nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Tubwluilosu dos Kilters,
Fijll Mr. 111. Ivuh, Freiburgor Schlag, ai-ht Jabro alt, in ziemlicli gutem Ernttbrangszustande, kalbte nach abgelaufener TrQcbtigkeit vor vier Monaten zum fünften Male und leidet seit zwei Monaten an raquo;StilloofaBigkeitlaquo;^ -\iti #9632;2-1. Mai 18'J3 zeigte die Milch dieser leielitmolkenden Kuli nach dem Kochen Q-eriansel, und gleichzeitig konstatierte der Besitzer im linken Sehonkol-viertol eine anschmerzhafte Verhärtung, Am '-'S. Mai wurde eine analoge Ver­härtung auch im linken Banchviertel nachgewiesen. Unter Vermehrung ties Umfanges der genannten Viertel nahmen auch die Verhärtungen allmählich zu, und die Freßlnst erfuhr seit dem 24. Mai eine beständig leichte Verminderung, weshalb denn auch das weniger muntere und in der Milchmenge konstant, zurück­gebende Stück deutlich abmagerte.
Am 7, Juni, somit II Tage nach Beginn dos Leidens, zeigte das deprimierte, stark abgemagerte und ununterbrochen fiebernde Stück '4()-l0C Tem­peratur, 87—90 Herzschläge und 80—86 Atemzüge pro Minute, Tränen, matten lüick, zurückgesunkene Augen, beiderseitig Nystagmus oscillatorius (300 Be­wegungen pro Minute), verminderte Freßlust, normale Rumination und ebensolche Pansenperistaltik und Detäkation.
Das Euter ist sehr groß, stark asymmetrisch; die linke Hälfte ist viel größer als die rechte, weshalb letztere stark zur Seite und vorwärts geschoben wird. Die supramammären Lymphdrüsen rechts sind sehr wenig vergrößert, linker­seits stark faustgroß.
Die rechte Euterhälfte ist normal, ihre Milch (2 l pro Melkzeit) makro­skopisch normal und süß. Das linke 15 auc h vi ertel ist sehr stark vergrößert, seine Haut gespannt, wenig vorschiebbar, im weiteren schmerzhaft, etwas wärmer, überall gleichmäßig hart und mit ebener Oberfläche vorsehen. Der Milcbbebälter ist fast leer und die leicht melkbare Milch (zirka 30i) y pro die) makro­skopisch normal und süß. Das zuerst ergriffene linke Sehenkelviertol ist enorm vergrößert, es nimmt den gesamten Raum zwischen den HinterBchenkeln ein und ist hinton und oben '20 cm breit; seine Haut zeigt sich stark gespannt und schwer verschiebbar; im übrigen ist das Viertel weder vermehrt warm noch schmerz­haft, im ganzen Umfange gleichmäßig steinhart und um den scheinbar leeren .Milchbehälter etwas ödematös. Die Oberfläche des Viertels ist ebenfalls überall glatt. Das pro Tag zirka 80 g betragende Sekret besteht aus gelblichem Serum mit zahlreichen gelblichen, größeren und kleineren Gerinnseln. Es besitzt einen stark salzigen Geschmack und Tuberkelbazillen.
Gestützt auf das anhaltende gering- bis mittelhochgradige Fieber, ver­bunden mit stetiger Abmagerung, stetiger Zunahme dor Anschwellung und Härte der erwähnten Viertel, sowie sukzessiver, starker, quantitativer und qualitativer Abnahme der Milch, und den Nachweis von Tuberkelbazillen wurde die Diagnose auf Eutertuberkulose gestellt und die Kuh am 13. Juni geschlachtet. Die Sektion des Euters ergab:
Gewicht des Euters 2V8 /•#9632;lt;/. Gewicht der supramammären Lymphdrüsen 800fr. Die Lymphdrüsen sind von mittlerer Konsistenz; auf der Schnittfläche
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Kasuistik.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 259
treten eine croße Zahl von hanf.sanien- bis kirschontrroßon Läppchen hervor, in deren Zentrum sich vielfach ein kleines Grübelien befindet.
Die rechte Enterhälfte ist in Grüße und Konsistenz normal; auf der Schnittfläche treten die Drüsenläppchen etwas hervor; das spärliche Sekret ist makroskopisch normttl.
Die linke Enterhälfte ist sehr groß, außen üdeinatös. Auf der Schnittfläche treten die Drüsenläppchen sehr stark hervor; das Bjndegewebe ist verdickt. Einige wenige Läppchen sind in Farbe und Konsistenz so verändert, daß eine Xekrose angenommen werden muß. Die Schnittfläche liefert kein Sekret,
Mit Drüsensubstanz vom linken Schenkelviertel wurden am 14. Juni zwei Meerschweinchen subkutan geimpft, wovon eines am 23. Juli, somit nach 89 Tagen, an typischer Tuberkulose zugrunde ging. Im Eiter wurden Tuberkolbazillen nachgewiesen.
Pathologisch-anatomische Diagnose: Mastitis tubercalosa,
Fall Nr. IV. Ziege, zehn Jahre alt, mager. Diese früher ausgezeichnete, sich seit vielen Jahren einer guten Gesundheit erfreuende Ziege warf zum letzten Mal ganz normal am '2(J. März 1P()7 zwei lebende männliche Junge, welche gemästet und im Alter von fünf Wochen geschlachtet wurden. Die große Nach­zucht von dieser Ziege ist, soweit wir in Erfahrung bringen konnten, iranz gesund.
Nach der Anamnese soll die Ziege seit langer Zeit husten; sie lieferte nach dem Werfen pro Melkzeit je 2 / Milch. Am 26. April 1907 bekam sie gefrorenes Gras zu fressen, und von diesem Zeitpunkte an zeigte sie stetige Ab­magerung, vermiiulerte Freßluat und Rumination und Rückgang in der Milch­sekretion von 2 / pro Melkzeit auf 100 g. Gleichzeitig mit der Verdauungsstörung bemerkte die Besitzerin auch ein angestrengteres Atmen und seit zirka acht Tagen eine Verhärtung der rechten Euterhälfte.
Die Untersuchung am L0. Mai 1907 ergab: Getrübtes Allgemein-belinden, dO'ü0 C Rektaltoniperatnr, 120 Herzschläge und 72 Atomzüge pro Minute, kühle Ohren, große Magerkeit, trockene, struppige Maare, derbe, lederbündige flaut, blasse Kopfschleimbäute, geschwollene Augenlider, halb­geschlossene Augen, matter Blick, G mm weite Pupillen, lebhafter Gang, linker­seits seitlich vom Kehlkopf ein baumnußgroßer und zwei haselnußgroße, deut­lich fluktuierende, rechterselts ein haseluußgroßer, fluktuierender Lymphdrttsen-abszeß ; Bugdrüson kleinfingerdick, geschwollen und linkerseits mit einem haselnußgroßen, derben, glatten, runden Knoten versehen; Kniefaltondrüsen blei­stiftdick; häuliger, spontaner und bei Druck auf die Trachea leicht hervor­zurufender, kurzer, rauher, schmerzhafter linsten (raquo;Qhückenlaquo;); kein Nasen­ausfluß, Atmungsluft normal, deutliche inspiratorischo Dyspnoc mit kostoabdomi-nalem Atmungstypus, deutliches Nüsternspiel, interkostales Atmen, deutliches laryngeales Stenosengeräusch (sogenanntes raquo;Kirbelnlaquo; oder raquo;Kircheinlaquo;), an beiden Seitenbrustwandungen verschärftes vesiknläres Almen, der Perknssionston eben­daselbst etwas matt und der Widerstand unter dem Hammer vermehrt. Häufiges (Jahnen, wenig Frcl'dust und Rumination, stark eingefallene obere Flanken,
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2()(}nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Tuberknloso (los lOuters.
schlaffe Baaohdeokoiii keine I'ansenpiM-istaltiU. Kot (infolge oinos OlivenOleingaeaee seitens der Besitzerin) dllnnbrelartlgi
Euter blaß] stark asyiiuuetriscli, rechte Hiilfto viel größer als die linke; tue rechte supramaiimüiro Lymphdrüse klcinfaustarnl). Die rechte Eutor-liält'te, deren Haut stark gespannt ist, zeigt sieh in ihrer ganzen Ausdehnung sehr stark vordickt und gleichmäßig hart, aber nicht enipündlich oder vermehrt wann. Zil/.e normal, leicht melkbar; Zisterne leer, sehlall'. Die Milch besteht ans klarem, gräulich-wässerigem Serum, vermischt mit seltenen, feinen, kleinen, weißen Gerinnseln und zahlreichen Tnbcrkelbuzillen. Die 1 in k e En t e rliillf'to ist klein, ihr Drüsensekret weiß und ohne Gerinnsel.
Gestützt auf das Vorhandensein von Fieber, die konstante A.bmBgerang (Tnberkulosekaohexie), die Beschaffenheit der oberen Halsdrttsen, den Lungenraquo;, Enter- und Milchbefund wurde die Diagnose gestellt auf: Tuberkulose der oberen Halsdrttson, der Lungen und sekundär des Buters, d. h. gene­ralisierte Tuberkulose.
Die Sektion am II. Mai 1907 ergab:
Große Magerkeit, die oberen und unteren llalslymphdi üson i'retropharyngealc, retrolarviigoalo und Brusteingangsdrüsen) sind hasolmilJ- bis htthnereigroß und ent-hallen weißgelben, dicken Eiter. Jo zwei Drüsen sind von sulzigem Gewebe um­schlossen, baselnußgroß und enthalten abgekapselte Abszesse mit verkalktem Inhalt. Bugdrüsen kleinfingerdick, links mit einem haselnuügroßen, verkalkten Tuberkel. Auf der Schleimhaut dos Larynx befinden sich einige kleine, graue Knötchon, auf jener der Trachea großflookige, hello Schloind'elzen. Lungen wonig kollabiert. Die Pleura auf den groben Lnngenlappen mit kleineren und gröberen Knoten versehen. Das Lungengewebe der großen Lappen und der vorderen Lappen ist stark hyperämisch, mit kleinen gelben Punkten und am oberen Rande der Haupt­lappen mit zahlreichen glattwandigen Abszessen durchsetzt. Die vorderen Lappen sind luftleer (roto Hepatisation), In den geschwollenen Bronchien der mittleren und hinteren Lappen befinden sich schleimige, dicke, rahmartige, zitronengelbe, geruchlose Pfropfe. Das interlobuläre Bindegewebe dieser Lappen ist bläuliohweiß und fibrös verdickt. In den hinteren Lappen befinden sieh haselnub- bis hülmer-eigroße Abszesse, welche mit rahinähnlicliem Eiter und nokrotischem Gewebe angefüllt und teilweise von bindegewebigen lialkon durchzogen und durch große, breite Schwielenzüge von einander gelrennt sind. Außer diesen Herden finden sich noch zahlreiche kleine Abszesse und abgekapselte, verkalkte Knoten. Die Bron­chial- und Mediasfinaldriisen sind hühnereigroß und verkäst. Die Leberkapsel weist zahlreiche gelbliche, hanfsamengroße Knötchon auf, welche auf dem Durch­schnitt eingedickten Eiter enthalten. Die Portaldrüsen sind geschwollen und verkäst. Die Milz ist vergrößert; in ihrem Gewebe befinden sich vier haselnull-große, einen gelben Eiter enthaltende, abgekapselte Knoten. Die Nieren sind anämisch, graulichgelb, von mürber Konsistenz; die Kapsel löst sich leicht. In der rechten Niere findet sich ein erbsengroßer, verkalkter Herd. Die Labmagen-Schleimhaut ist leicht sulzig infiltriert und mit kapillaren Blutungen vorsehen.
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Diagnose.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 2(51
Die roclito Euterhillfte ist y;r(gt;ß, steinhart, Ihre Oberfiäohe hiickerii;. Die dazogobörende anpratnammäre Lymphdrüse ist stark geschwollen, Etuktulerend iiiul üJithiilt einen von einer Blndegewebskapsel umschlossenen Abszeß mir breiartigen), zitronengelbem Eitor. Auf (.iom Durohsohnitt erscheint das Euter­gewebe von vielen kleinen, hellgelben, erbsengroßen Herden durchsetzt. Die Drüsenläppcben sind verhörtet! starke, weiße Bindegewebszüge trennen im unteren Teile des I)rüsenf;ewelieH kleine, strich- und punktförmige, verkäste Mllchkanäle von dem fibrös entarteten interstitiellon Bindegewebe. Die Milchzisterno ist stark vergrößert, aber leer und mit vielen grießkorugroßen Auflagerungen versehen. Die Venen heider Euterhälften sind in großer Ausdehnung thrombosiert.
Die linke Euterhäifte ist klein, ihre Schnittfläche glatt, die Zisterne mit etwas Milch versehen, und auf der Zisternenwand befinden sich ebenfalls viele kleine, grießkorngroße Auflagerungen.
Sowohl im Eiter der Lvniphdrüsonabszcsso als auch im Sekret der rechten Euterhälfte sind Tuberkelbazillen nachweisbar.
Bathologisch-anatomisohe Diagnose: Generalisierte, auf hüina-togenem Wege entstandene Tuberkulose; Gastritis, leichte Nephritis (151 lit intoxikation).
Die Etitertuberkulose kommt nicht so selten mit sporadi­schem Galt, Streptokokkonmastitis oder eiterig-katarrhalischer Mastitis vergesellschaftet vor und bedingt dann rasch eine starke Abnahme der ütÜlchmenge an dem betroffenen Viertel, sowie das Vorhandensein von Toberkelbazillen und Streptokokken im Sekrete. Der sporadische Galt kann aber auch als eine entzündungsfreie, mit flockiger und blutiger Milch versehene Euteraffektion der durch die Tuberkulose bedingten auffalligen Qrößenzunahme und Verhärtung dos Euters vorangehen: in derartigen Füllen fehlen oft die sonst für Tuberkulose des Euters sprechenden typischen Knoten. Andere Zustände, unter deren Bilde Eutertuberkulose auftreten kann, sind: Euterhyperttmie, Mastitis phlegm ouosa verbunden mit Magen-Darmkatarrh, beiderseitiger Synovitis der Tarsalgelenke und stetig zunehmender Vergrößerung und Verhärtung des Euters, und einfache chronische Euterinduration.
Die Diagnose stützt sich auf die erwähnten Symptome, ferner auf den Nachweis von Tuberkulose in anderen Organen, von Tuberkel­bazillen in der Milch, sowie auf die Ergebnisse der intraperitonealen Impfung von Milch ati Meerschweinchen (Sohnelldiagnose) und die Tuberkulinimpfung, wobei jedoch zu bemerken ist. daß bei generalisierter und alter Tuberkulose die Impfreaktion ausbleiben kann.
Bei der Stellung der Differentialdiagnose sind tuberkulöse knotige Neubildungen von anderen Euterknoten, sowie von mehr diffusen Endurationen der Milchdrüse (siehe S. 182) wohl zu unter-
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2G2nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Tuberkulose des Euters.
scheiden. In Källon. wo die Mastitis tuberculosa unter dem Bilde einer phlegmonBsen Euterentzündung verläuft, käme differential-diagnostisoh noch die Mastitis neorotioa in Betracht, bei welcher jedoch stets ein blutiges Sekret zugegen ist. Bei Eutertuberkulose steht die Veränderung des Sekretes in keinem Verhältnis zu der oft enormen Vergrößerung und Verhärtung des Euters. Vor einer Verwechslung schützt sodann auch der Verlauf des Euterleidens, indem tuberkulöse Euterknoten und Verhärtungen jeder Behandlung trotzen; wichtig ist ferner das anhaltende Fieber, die Abmagerung und die tuberkulöse Entartung anderer Organe, die stets vorhandene mächtige Lymph­drüsenschwellung und die stetige Volumenzuuahme des kranken Viertels. Übrigens ist vereinzelt auch Mastitis necrotica mit Eutertuberkulose kombiniert beobachtet worden. Da sodann die Eutertuberkulose nicht selten nach dem Kalben auftritt, so könnte sie leicht noch mit Euter-hvperämie oder sporadischem Galt verwechselt werden. Aber auch hier läßt der Verlauf uns nicht lange im Unklaren.
In allen unsicheren Fallen beseitigt der Nachweis der Tuberkel­bazillen die Zweifel, zu welchem Zwecke sich die Verfahren von Biedert. Ott und Hammonds, sodann von Ziehl-Neelsen, Kitt und Czaplewski am besten eignen.
Die Eutertuberkulose ist nicht nur für das ergriffene Stück sehr gefährlich, sondern durch sie können auch andere Tiere, wie Kälber und Schweine, infolge des Säugens oder infolge Verfütterung von Milch oder Molkereiabftillen angesteckt werden. Auch ist die Gefahr der Über­tragung der Tuberkulose auf den Menschen durch den Genuß der dem tuberkulösen Euter entnommenen, während längerer Zeit noch normal aussehenden Milch sehr groß.
Bang hat nachgewiesen, daß Tuberkelbazillen nicht nur im Sekret der kranken, sondern in geringer Anzahl auch in demjenigen der scheinbar noch gesunden Viertel vorkommen, und daß somit Überhaupt keine Milch von an Eutertuberkulose erkrankten Tieren genossen werden sollte. Wird die inlizierfe. noch normal aussehende Milch ZU Butter und Buttermilch verarbeitet, so können auch diese Produkte noch ansteckend wirken, indem die Bazillen sich in ihnen lebensfähig erhalten, und wird die kranke Milch auf den Stallboden gemolken, was vorsichtshalber bei allen Mastitiden dem Melkpersonal abzuraten ist, so kann sich im Stalle eine Menge Ansteckungsstoff anhäufen. Bis zur Sicherung der Diagnose ist die scheinbar gesunde Milch vor ihrer Verwendung gehörig zu kochen, die Milch des kranken Viertels in ein eigenes Gefäß zu melken und durch Desinlizientien unschädlich
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Uiagnoso.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;203
zu maohen. Nach Feststellung der Diagnose sollen, wie solches über­haupt bei allen offenen Tuberkuloseformen angezeigt ist, die erkrankten Kühe iiui^liclist bald gesohlaohtet werden5 denn Abheilungen der Euter­tuberkulose sind sehr selten.
Pathologisoh-anatotnisohe Verflnderungen, Da Ktibe mit Eutertuberkulose nach Feststellung der Diagnose regelmäßig zur Sohlaohtung gelangen, so konnten die anatomischen Veränderungen an Hand zahlreicher Sektionen leioht festgestellt und richtig gedeutet werden.
Es hat sich Moser in seiner Dissertation: raquo;Über Eutertuberkuloselaquo; dieser Aufgabe unterzogen und zugleich die Befunde früherer Autoren kritisch beleuchtet. So ziemlich mit Bang übereinstimmend hat er folgendes festgestellt:
Vor allem fällt an Eutern, die an Tuberkulose erkrankt sind. die enorme Größen- und öewiohtsvermehrung auf. Das Qewiobt eines normalen Euters zu Atbleg angenommen, waren Gewichts­zunahmen um das Zwei- bis Vierlache die Hegel und Gewichte von 22—28/'// keine Seltenheiten. In einem Falle wog ein Euter sogar 86%. In nur sehr seltenen Fällen blieb das Gewicht hinter dem normalen zurück.
Die supramaminären Lymphdrüsen waren stets vergrößert, d. h. von haust- bis Kindskopfgröße. In normalem Znstande wiegen beide Lymphdrüsen zusammen 40- (ifiy. Die Gewichte der erkrankton Lymph­drüsen von jeder einzelnen Seite schwankten zwischen 370—1(100//. Ihre Länge betrug 8—22 om, ihre Breite 7—16 cm, ihre Dicke 4 bis 4'5 c/raquo;. Die Lymphdrüsen sind derb-elastisch, selten in stark ödematöses Bindegewebe oder in eine grobe Menge frisch ergossenen Blutes ein­gebettet. Auf der Schnittfläche sind sie saftreioh, feucht, hyperä-misob, graurot, manchmal mit zahlreichen Blutpunkten versehen, grob gelappt und zeigen nebst einer typischen, farnblattähnlichen Zeichnung in seltenen Fällen noch bis eigroße Herde aus gelbem, nekrotischem Gewebe. Bei längerer Zeit andauernder Krankheit, treten in ihnen mehr oder weniger ausgedehnte, verkäste und verkalkte Herde auf. Hin und wieder befindet sieb im Umfange des kranken Viertels ein ziemlich starkes ödem. Die Konsistenz des Drüsengewebes ist in einzelnen wenigen Fällen normal, meist jedoch derb bis bretthart, zuweilen aber auch weicher als normal. Graduelle unterschiede in der Konsistenz sind in einem und demselben Viertel vorhanden. Es kommen sowohl zirkumskripte, mehr lokalisierte, in Knoten abgegrenzte, als auch mehr diffuse Verhärtungen vor. Nur ein einziges Mal wurden bis zur Ober­fläche der Haut reichende Abszesse und Fistelgänge beobachtet.
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2(34nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Tabarkoloie lt;les Euters
Das Gewebe tier Schnitttliiche ist stellenweise oder im ganzen L'mtange derb und hart, sodann blasser, gelblich oder hyperiiinisch, fein- oder grobkörnig und mit grolien, weißen, zum Teil in Gruppen über die Schnittlläeho vorstehenden Läppchen versehen. Auf ein und der­selben Sehnittllaehe kommen verschiedene Stadien der tuberkulösen Knt-artung vor. Abschnitte mit deutlich Über die Sohnittflttohe hervor­ragenden, feuchten, noch in Sekretion begriffenen Läppchen liegen neben solchen, WO in die gesunden Läppehen kleine, zentrale, gelbliche Punkte, sowie kleine, verästelte, gelbe Streifehen eingesprengt sind. Die gelben Punkte stellen verkäste Miliarknötchen dar und sind noch dem unbewaffneten Auge sichtbar. In den festeren, derberen Partien mit glatter Sehnittllaehe finden sich verkäste oder schon verkalkte, erbsen- bis baumnuljgroüe Herde von gelber Farbe, die den Eaum eines oder mehrerer DrüsenUippehen einnehmen. Die derben und in-durierten, manchmal recht breiten Gewebsparticn zeigen ein rot gesprenkeltes Aussehen und stellen das Endstadium der Tuberku­lose dar.
In der Nähe der manchmal weiten und starren Zisterne befindet sich im Innern des Euters laquo;b und zu etwa auch eine nußgroße Lymph­drüse, ferner derbe, stark bindegewebige, Stellen mit vielen verkästen Läppchen und zahlreichen, entweder mehr zentral oder mehr peripher gelegenen Abszessen und käsigen Herden. Das untere Ende der Milch­gänge ist hin und wieder in Kavernen mit eingedicktem Eiter ver­wandelt. Die Zisternenschleimhaut zeigt ein sehr verschiedenartiges Aus­sehen; manchmal ist dieselbe normal, glatt, in anderen Fällen blaß, ge­rötet, samtig, fein- oder grobkörnig, mit vergrößerten Läppchen und dünnem, tibrinösem Pelage oder ausnahmsweise mit submnkö.sen. bolmen-großen Lipomen besetzt.
In der Zitze findet man hin und wieder einen sehr deutlichen epithelialen Ring mit zahlreichen Wärzchen.
Im Drüsenparenehym stößt man zuweilen auf einen abgekapselten Sequester, oder die sekretfreie Schnittfläche zeigt, nebst einer starken Verbreiterung des Bindegewebes, einige nekrotische. graugrüne bis braunrote, trockene und sogar übelriechende Läppchen, ein Beweis, daß Eutertuberkulose mit Mastitis necrotica kompliziert sein kann, wie hinwieder amdi Kombinationen von Mastitis tuberculosa mit Mastitis necrotica in Verbindung mit Papillomen und Lipomen auf der Zisterneiischleimhaut. ferner mit Galaeto-phoritis traumatica und haemorrhagica ebenfalls nachgewiesen wurden.
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l'atlioln^i.scli-anatoimai'lio Veriiudernngeii.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; '2C)b
Ein anderes Bild bietet jene Schnittfläche) in der Tuberkulose und sporadischer Galt nebeneinander bestehen. Man siebt in solchen Fällen an der Peripherie eine große Zahl von Drüsenläppchen, von denen einige intensiv gelb gefärbt sind und tuberkulöse, verkäste Horde darstellen, in der Umgebung der Zisterne aber kleine Läppchen, die der ruhenden Drüse entsprechen, mit einem oft sehr stark ver­breiterten Jnterstitium. ein Bild also, wie wir es bei Agalactia oatarrhalis sporadica (sporadischem Galt) kennen gelernt haben.
Das Sekret, das sich von der Schnitttläelie abstreichen lädt, ist bald weiß oder bläulichweiß, bald besteht es aus einer gelben, trüben Molke mit sehr viel Eiter, bald aus klarem, graulichem .Serum, grünem Saft oder dickem Kiter. Schnitte jener feuchten, noch tütigen, über die Oberfläche prominierenden Läppchen zeigen uns unter dem Mikroskop eine deutliche Wucherung des Alveolarepithels. Dasselbe wird mehrschichtig. Die Zellwucherung schreitet fort bis zum Ver­schwinden dos Lumens. Die in intensiver Teilung begriffenen Epithel­zellen weisen noch lange Zeit ihre spezifische Tätigkeit, die Produktion von Fettropfen in ihrem Zellenleib, auf. Die interalveolären Septen beginnen sich infolge einer serösen Durchtränkiing und einer mäßigen Zellwucherung zu verbreitern. Schon ziemlich früh trifft man zwischen den Epithelzellen Leukooyten an, die auf der Wanderung in das Lumen der Alvcolen begriffen sind. Die liundzellen helfen die Alveolarräume ausfüllen. Sehr bald treten in diesen Zellunhäufungen mehrkernige Riesenzellen auf.
Bei Vergleichung des tuberkulösen Euters einer Kuh mit einem solchen der Ziege findet man bei letzterem eine frühzeitigere, und reichlichere Einwanderung vein Leukocytes in die Alvcolen. Die Leukocvten stellen hier oft Eiteransammlunsen dar, eine Eiffentümlich-keit, die bei der Eutertuberkulose der Kuh fehlt. Selten fehlen Kasein-konkremente. Durch die massenhafte Lcukocyteneinwanderung und Zellenanhäufung ist die Drüsenstruktur an diesen Stellen verwischt. An Stelle einer oder mehrerer Alvcolen ist der Miliartuberkel getreten, jenes Stadium also, das uns makroskopisch entgegentritt in dem mit kleinen gelben Punkten durchsetzten Gewebe. Einige Milchdrüsenkanäle bleiben erhalten. Durch das Umsichgreifen des Prozesses verfallen benachbarte Drüsonläppcben derselben Metamorphose, aufweiche Weise dann die größeren verkästen Herde entstehen.
Wir haben aber gesehen, daß neben derbcrem, tuberkulösem Ge­webe auch solches von entschieden weicherer Konsistenz als normal vorkommt, l'afür gibt uns die mikroskopische Untersuchung eine Er-
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Tuberkuloie des Eaters,
klarung. Solche Partien weisen niimlich eine Umwandlung in eigentliohea
tuberkulöses Gewebe nur im Zentrum der Liippehen auf. Die Alveolen an der Peripherie des Läppchens bleiben verschont von Hazillen. von der rundzelligen Infiltration und von der Wucherung ihrer epithelialen Auskleidung. Sie behalten ihr Lumen oder werden nur wenig koinpri-
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Fig. 7.!.
Tuberkalosc dos' Butcrs dor Kuh, A Zentrale vorkAsto und vorkalkte Abschnitte lt;ler Tabovkol. /.' Mittlere
nekrotiscke Schicht, i;tii dieselbe d:t^ pcriphere, lobonde Tuberkelgewebo mit zahlreichen unregolmäflig
erweiterten, dflnnwandigen Btutgofüßen. (Nacli A. Moser.)
miert und bilden so in ihrer Gesamtheit ein schwammiges Kissen um den zentralen Rundzellentuberkel. In früheren Stadien weisen tue Tuberkel in ihrem /entrinn sehr Iniulig varikös aufgetriebene Blut-geftlße (Teleangiektasien) auf. die dem Gewebe das rotgesprenkelte Aussehen verleihen. Mit der zentral beginnenden und nach der Peri­pherie fortschreitenden Nekrose, Verkäsung und Verkalkung ver­schwinden diese mit Blutzellen strotzend gefüllten Gefäße (Fig. 7B).
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Aktiiioniykoso dos Kilters.
2Ü7
Die TuberkolbaziHen, welche im tuberkulösen Eutergewebe in sehr verscbiedeu grolier Anzahl vorkomineii, können schon im Stadium der Epitbölwußberung, wenn vorerst auch noch in gorinjrcr Menge, nacligewiesen werden, und zwar teils zwischen den Epithelzellen, teils
im Lumen der Alveolen, später einzeln oder ii) ganzen Haufen
auch im Innern der Leukocyten (Fig. 74 und 75).
Der tuberkulöse Prozeß im Euter beginnt somit, wie in der Lunjre und in den
mm*
Fig, 74.
Xuberkolbaziüon in einer tViscliergrifionen lirüson-
alveolc des Kuters der Kuh. (Nach A. Moser.)
Vig, 7;').
.Mit 'I'uln^rkelliiizilleii lißladono
llund/.ellen aus dem Gutorgavrobd
einer Kuli. (Naeh A. Closer )
Nieren, nicht in dem I n terstitium. sondern in den drüsigen Elementen, und die enorme Vergrößerung des Euters ist nicht der interacinöson Bindegewebsbildung, sondern der Vergrößerung der Läppchen, respektive der Knötchen zu­zuschreiben. Das neugebildete Bindegewebe zeigt zuerst Nekrose, dann Verkäsunc und zuletzt Verkalkunar.
Aktinomykose des Euters. Actinomycosis uberis.
Spontan kommt die Aktinomykose, wie die Angaben von Rasmussen. Bang, Harms und Jenson lehren, hin und wieder am Euter der Kühe sowie auch am Gesänge der Schweine, vor. Johne glaubt bei einer Kuh die Krankheit künstlich durch Injektion auf­geschwemmter Strahlenpilzhau fen in die Milcbbehälter erzeugt zu haben. — Nach Jensen tritt die Aktinomykose unter zwei verschiedenen Bildern,nämlich indisseminierter und in knotig-fibröser Form. auf.
Die disseminierte Form, die indes nur selten vorkommt, kann leicht mit Eutertuberkulose verwechselt werden, da mehrere oder alle Viertel ganz allmählich und erheblich anschwellen, bretthart und höckeric; werden.
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Hotryoinykose des Kutors.
Bei der knotig-fibrösen Form entstehen in einem oder mehreren Vierteln, sogar in den Zisternen verschieden zahlreiclie bohnen-, wiilnulj- bis hühiiereigrolie. lluktuierende Knoten, deren Inhalt aus einer käsig-eiterigen Masse und Aktinomyeesdrusen besteht.
Bei Schweinen, speziell bei älteren Zuehtsclnveinen, herrscht ebenfalls die knotig-tibröse Form vor. In mehreren Drüsen finden sich erbsen-, höhnen- bis faustgroße, harte, höckerige, leicht durchfühlhare Knoten mit oben erwähntem Inhalte.
Auch die ICuteraktinornykonie zeigen stets die Tendenz, nach der Oberfläche durchzubrechen, wonach sich zapfonförmige Granulome bilden, nach deren Schruinpfung. wie auch wir mehrmals beobachteten. Narben auf der Euterbaut zurückbleiben.
Die Diagnose stützt sich auf den klinischen Befund an der Milch­drüse und das mikroskopische Ergebnis des Knoteninhaltes,
Die Prognose ist schlecht.
Die Behandlung würde eventuell in der innerlichen Verab­reichung von Jodkalium oder Jodipin, örtlich in Anstrichen von Tinct. Jodij intramammftren Injektionen von Jodvasogeu oder Jodipin und schlielilich in der Exstirpation der kranken Drüsenteile bestehen.
Botryomykose des Euters. Mastitis chronica botryomycotica.
Botrvomykome im Euter wurden wiederholt bei Stuten (Sand. Möller), bei einem zweijährigen Fohlen (Heß) und beim Schweine beobachtet. Beim Pferde erscheinen eine oder beide Euterhälften bis menschenkopfgroß, Ihre Oberfläche ist uneben höckerig, die Haut dicker und derber. An einzelnen Stellen der Geschwulst konstatiert man bohnen- bis taubeneigroße, derbe, harte oder weiche, fluktuierende Knoten, bei deren spontaner oder künstlicher Eröffnung ein dick­flüssiger, oft rötlicher, die charakteristischen Kugelrasen des Botryomvces enthaltender Eiter sich entleert. Hierauf entwickeln sich verschieden tief in das Eutergewebe hineinreichende Fisteln, welche unter Hinter­lassung vertiefter Narben abheilen. Gleichzeitig entstehen an anderen Stellen unter Ahlauf einer phlegnionösen Entzündung immer wieder frische Abszesse und Fisteln, weshalb der Prozeß einen sehr schleichen­den Verlauf nimmt. Ahnliche mykofibromatöse Leiden am Euter bei Stuten hat Möller infolge einer Staphylokokkeninfektion beobachtet.
Die Prognose ist in bezug auf Erhaltung des Euters ungünstig.
Therapeutisch ist die gegen Aktinomvkose empfohlene Bc-bandlunff zu versuchen, oder rationeller der erkrankte Euterabschnitt,
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Agalaotia Infolge ÄogioncuTOBe,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;2GÜ
eventuell das ganze Euter nach dein in Bayers üperatiunslelire, 2. Auil., 1899. B. 494, angegebenen Verfahren zu ex.slirpieren.
Agalactia infolge Angioneurose.
Bei gut gepflegten und genährten Kindern, jungen Kühen und /logen beobachteten wir wiederholt im Anschlüsse an eine normal verlaufene Geburt an einem oder zwei Vierteln, beziehungsweise einer Euterhfllfte, trotz völligen Mangels irgendwelcher Entzündungssymptoine und völliger Normalität der Milchzisternen und ötrichkaniile eine sehr geringe oder ganz fehlende, Milchsekretion, welcher Zustand entweder angeboren oder erst späten- entstanden war. Sehr auffällig war immer die geringe Entwicklung und zunehmende Atrophie des Drüsen-parenehyms. Bei Ziegen kam es fast zu komplettem Schwund des­selben, SO daß die erkrankte Hälfte als fast leere Hauttasche, gleichsam wie ein wertloser Appendix, hoch oben an der gesunden, milehreichen, in konipensatoriseher Hypertrophie befindlichen Hälfte hing. Die Zisterne der kranken Drüse, um welche sich bei Kühen vor dem Kalben vorübergehend immerhin noch etwas Odem vorlinden kann, ist leer, die Zitze klein, schlaff, runzelig und normal kanalisiert. Ein einziges .Mal, und zwar bei einer Ziege, konstatierten wir über der Zisterne am Ende der Milehausfülirungsgänge viele kleine, in gleicher Höhe liegende, glatte, derbe lietentionscystchen. sonst fehlten Gewebs-symptome stets.
Bei vorzüglichen Milchziegen, die an der gesunden Euterhälfte pro Melkzeit 1—l'A,/Milch lieferten, vermochten wir aus der kranken schon gleich nach dem Werfen nur 80—100// Milch zu gewinnen. Die erhaltene Milch war makroskopisch und mikroskopisch normal und bildete niemals einen Bodensatz oder eine abnorme Rahmschicht, welche Faktoren die Existenz eines Euterkatarrhs mit, Sicherheit aus­schlössen. Kühe sezernierten an den agalaktischen Vierteln entweder gar kein Sekret, oder nur je einen Tropfen klares Serum, während die gesunden Viertel schön entwickelt blieben und viel normale Kolostral­milch lieferten.
Diagnose. Dieselbe stützt sich auf das Fehlen von Gewebs-symptomen jeder Art, welche das Ausbleiben der Milelisekretion zu erklären vermöchten. Bei dieser Agalaktie handelt es sich offenbar lediglich um eine funktioneile trophische Störung, beziehungsweise um eine Angioneurose, welche namentlich Inaktivitätsatrophie zur Folge hat.
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J70
Auf/.ielion der Milcli,
Dii'fereiitialdiagnose. Hierfür kommen mir in Betracht eine Während des Trockenstehens unvollständig abgeheilte Mastitis, sowie sporadischer und gelber Galt. Ferner ist nicht außer acht zu lassen, ilali Kühe, die bis wenige Tage vor dem Kalben noch gemolken werden, kein Euterödem /.eigen und post partum überhaupt nur wenig Milch
liefern.
Die Prognose ist im allgemeinen ungünstig oder doch zum mindesten zweifelhaft zu stellen.
Nur einmal haben wir bei einer Ziege die überraschende Tat­sache einer Restitutio ad integruui konstatieren können.
Der Fall ist kurz folgender;
Eine vorzügliche Milchsiege zeigte im Frühjahr 1906 während der Poriodo des Trookenstehena aus unbokunntom Grunde an dor linken Euterhälfte eino außerordentlich starke Atrophie. Die rochto Euterhälfte war enorm i.'rolJ und lieferte nach dem Werfen pro Melkzeit gut L*5 l Milch. Die linke Euterhälfte dagegen war ganz kloin, hoch obenan der rechten hängend; in einer schlaffen Hauttasche befand sieh noch ein höchstens mittelfaustgroßes Stück Drüsengewebe. Igt;iü Zitzo war kurz und schlaff, aber völlig normal und lieferte zirka 100;; Milch pro Melkzeit. Der Zustand bei der sonst vorzüglichen Milohziege blieb während der ganzen Melkperiode bestehen. Während der Zeit des erneutenTrookenstebens im März 1907 schwoll nun die linke Enterhälfte wiederum an, und diese Anschwellung nahm nach dem Werten noch stetig zu, so daß in zwei Monaten beide Euterhälften wieder fast gleich groß wurden und gleich viel Milch lieforten. Dio Ziege sezornierlo pro Melkzeit total 2 /. Die Milch war ganz normal. Das völlig symmetrische Euter war groß und schön entwickelt, Auffällig ist in diesem Falle, (laß dio auf gestörter Innervation be­ruhende, gewaltige einseitige Atrophie während des Trockenstehens versehwand, somit das Drüsengewebe sieh wiederum erholte, was sonst nicht zu geschehen pflegt.
Als Therapie kann nur fleißiges Melken und häufige Massage der atrophierten Drüsen in Betracht fallen. Wie die Erfahrung lehrt, ist jedoch die Aussicht auf Erfolg stets nur äußerst gering.
Aufziehen der Milch.
Zu den Augioneurosen rechnen wir auch jene Funktionsstörung des Euters, welche allgemein unter dein Namen raquo;Aufziehen der Milchlaquo; bekannt ist, und die, abgesehen davon, daß sie häufige Unannehmlich­keiten bereitet, oft auch einen bedeutenden Minderwert des betreffenden Tieres bedingt.
Dieses sogenannte, raquo;Aufziehen der Milchlaquo; ist nach Nüesch eine reflektorische Erscheinung, raquo;Es besteht nämlieh im verfrühten
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Aiif/.ic-lion der Milcli.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;271
AufbOren jener vermehrten Sekretion, sowie jener Kongestion, wie
solche nach gewissen Reizen der Milchdrüse (Anrüsten, Hanteln) sich einzustellen pflegen.laquo;
Die Funktionsstörung äußert sieh entweder darin, daß nach An­wendung der Üblichen, das Melken einleitenden Mittel die Milch nicht in die Zisterne fließt, oder daß -wahrend des Melkaktes auf scheinbar unmotivierte Weise die Milchsekretion vorzeitig abbricht (vgl. S. 24).
Ursachen. Wie Nüesch erwähnt, und wie wir selbst des öfteren konstatieren konnten, rufen fremde, ungewohnte oder schlechte Melker, rohe Behandlang der Tiere vor dem Melken, namentlich bei kitzliehen und furohtsamen Stücken, Kaufen der Kühe unter sich, Unruhe im Stall zur Melkzeit. Frieren, Aufnahme großer .Mengen kalten Wassers oder kalten Grases, besonders aber Schmerzen im Euter oder in den Zitzen, namentlich infolge von Verletzungen oder Strikturen an den Zitzenrnündungen, nur zu oft bei hierzu von Natur aus disponierten Kühen das Aufziehen der Milch hervor.
Sind scluncr/.hafte Zustünde an den Zitzen von Anfang an vor­handen, so setzt die Erektion dos Euters gar nicht ein ; entsteht dagegen das Schmerzgefühl erst im Verlaufe des Melkens, wie z. K bei aus­gesprochener Zähmelkigkeit und bei minderwertigem .Melken, so hört sie zu früh auf.
Wir beobachteten nicht selten vollständige Retention der Milch im Verlaufe hochgradig schmerzhafter und durch erzwungenes Stehen noch qualvoller sich gestaltender Klauenleiden, so daß oft während einer oder zwei Melkzeiten gar nichts sezerniert wurde.
Auch nach langen Bahntransporten hat man schon Aufziehen der Milch beobachtet, und es gibt Viehhändler, welche dies als Regel betrachten.
Als sogenannte innere Ursachen sind bekannt die Brunst. Ovarialcysten, wie auch persistierende Corpora lutea, und Nüesch berichtet von einer Kuh. welche zwei bis vier Wochen vor der je­weiligen ersten Brunst nach einer Geburt jeden Morgen die Milcli aufziehe, damit aber aufhöre, wenn sie konzipiert habe.
Im großen und ganzen ist man über die Ursachen des mehr zu­fälligen Aufziehens klarer als über diejenigen der typischen, häutig wiederkehrenden Fälle. Hierin liegt auch der Grund dafür, daß diese sehr häufig als willkürliche Akte, oft geradezu als Widersetzlichkeit aufgefaßt werden.
Die Diagnose! ist nur dann gesichert, wenn in der nächsten .Melkzeit eine erheblich vermehrte Menge Milch gewonnen wird. Dieser
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^72nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Infektiöse Agolaktle bot Ziegen.
Mehrbetrag ist niimlich die Folge der durch das Aufziehen bewirkten
Retention; ein erneuter Fehlbetrag aber würde auf das Bestehen ander­weitiger, mit dem Aufziehen in keiner Besiehung stehender Krank-heitszustünde hindeuten.
Wichtig für tue Differentialdiagnose ist ein von Nüssoh beobachteter Fall. Ein Melker teilte mit, daß eine Kuh an einem Viertel die Milch aufziehe, d. h. sie lasse die Milch hier spilter herunter als an den anderen drei Vierteln und liefert,' auch weniger Milch. Die Untersuchung ergab eine durch einen vierschneidigen Trokar ver­ursachte, kranzförmige Narbe an der Zitzeumündung und infolge der Zerstörung des Sphinkters ungehemmtes Ausfließen der Milch in den Melkpausen. Das Aufziehen wurde hier nur vorgetäuscht; denn die zweite Sekretionsphase war vorhanden, wie an den anderen Vierteln, nur schob sich wegen des Fehlens des Sekretes der ersten Phase die Möglichkeit des Milohentzuges hinaus.
Die Therapie muß sich lediglich auf die Beseitigung der erkannten Ursachen beschränken. In erster Linie ist dafür zu sorgen, dalJ den Tieren durch Melken lege artis, eventuell durch Saugenlassen und durch sonstige zweckentsprechende Behandlung, das zum Melkakt notwendige WohlgefUhl nicht verkümmert wird; schmerzhafte Zustände am Euter und an den Zitzen sowie Reizzustände in den Genitalien sind zu beseitigen und kranke Ovarien chirurgisch zu behandeln. Die Ovariotomie, die jedoch nur wegen wichtigerer Störungen ausgeführt wird, übt auch einen günstigen Eintluß auf die zweite Sckrctions-phase aus. Nücsch hat bei 200 von ihm kastrierten Kühen keinen Fall von nachträglichein Aufziehen ermitteln können.
Infektiöse Agalaktie bei Ziegen.
Im Jahre. 1898 wurde von Guillebeau und uns ein auch in anderen Ländern beobachtetes, infektiöses Versiegen der Milch bei Ziegen beschrieben, auf welches Metaxä schon 181(5/17 aufmerksam aremacht hatte. Seit dem Jahre 1873 besehrieben ßrusasco, Marra, Oreste. Marcone ebenfalls diese bis dahin wenig untersuchte ilerden-krankheit, genannt Agalactia contagiosa, raquo;mal dell'asciuttolaquo;, raquo;mal du seclaquo;. Arthrite öpizootique, deren llaupterscheinung ein plötzliches, schmerzloses. Ja überhaupt von keinen Untzündungserschei-nungen begleitetes Aufhören der Milch Sekretion ist, zu welcher sich Keratitis. Erblindung durch Star und Entzündung der Karpal- und Tarsalcelenke hinzugesellen.
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Infektiöse AgalaUtie bei Ziegen.
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Die Krankheit, welche Milehziegeii, aber auch Bücke und Zick­lein und nach den Angaben verschiedener Autoren auch Schafe, nicht aber Rinder befallt und im Sommer dosgleichen bei den auf den Bergweiden sich befindenden Ziegen vorkommt, beginnt gewöhnlich mit einer intramamniüren Gerinnung der Milch und einer sehr raschen Abnahme von deren Sekretion. Einige Zeit nachher entwickeln sich eine Keratitis und, gleichzeitig oder wiederum eine bis zwei quot;Wochen später, Erscheinungen der Arthritis.
Das Allgemeinbefinden ist gewöhnlich nicht getrübt. Die Tiere sind inunter, in normalem Ernährungszustände, werden normal brünstig, konzipieren, und nur ausnahmsweise erholen sie sich nach Uberstandener Krankheit nie mehr vollständig. Die Kektaltemperatur schwankt jeweilcn zwischen 37'50 bis 39 6deg; C, die Zahl der Pulse zwischen 66 bis 100 und diejenige der Atemzüge zwischen 12 bis 36 pro Minute.
Die wenige Milch besteht aus einer trüben, mit weißen Flocken oder kleinen Gerinnseln versehenen Molke. Dieselbe ist weiß oder grauweiß, etwas klebrig und bildet einen oft bis zu einem Viertel des Gesamtvolumens betragenden, grauen Bodensatz, bestehend aus zähem Eiter, über welchem sich eine Schicht normaler Milch und zwischen beiden ein durch zahlreiche rote Blutkörperchen bedingter Strich befindet.
Der Geschmack des veränderten Drüsensekretes war salzig oder bitter; die Reaktion amphoter, manchmal alkalisch, bisweilen schwach sauer.
In chemischer Beziehung konnten am kranken Drüsensekret ähnliche Veränderungen konstatiert werden wie bei der Eutcrentzündung, nämlich eine Abnahme des Fettes und des Zuckers, der Phosphor­säure, des Kalkes, der Magnesia und des Kali, dagegen eine Zunahme des Kochsalzes.
Bei unseren Untersuchungen betrug die Milchmenge vor der Er­krankung der Ziegen im Durchschnitt 21 Milch pro Tag, sank aber rasch bis auf 25 oma und versiegte schließlich nach längerer Zeit ganz.
Nebst der Abnahme und Sistierung der Milchsekretion beob­achteten wir noch eine progressive Atrophie des Euters bis zum Um­fange einer Walnuß, sowie kalte Abszesse im Euter. Eine Schwellung der Euterlymphdrüsen, sowie Röte, Schtnerzhaftigkeit und Hitze wurden niemals wahrgenommen, wohl aber eine milchtigo Funktionsstörung infolge Aufhebung der sekretorischen Innorvation.
Sehr häufig erkrankten auch die Augen, ein- oder beidseitig. Zweimal erkrankten die Euter und die Augen gleichzeitig; gewöhn-II o ö, Krankheiten der MilchdrCison.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Ig
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274nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Infektiöse Agalaktie iioi Ziegen.
licli jedoch trat das Augenleiden zwei Wochen nach der Kuterent-2Undung auf. Meist wurden beide Augen miteinander oder das zweite 14 Tage nach dein ersten liei'allen.
In allen lallen dieser Augenentzündung traten die Veränderungen der Kurnea in den Vordergrund. Bei mildem Verlauf der Erkrankung war ganz besonders eine horizontale, wenige Millimeter breite Zone befallen, welche der Beriihrungslinie der beiden Augenlider entsprach (Lidspaltenzone), und deren Enden den Rand der Kornea nicht er­reichten (Fig. 78 l1' auf Tafel II). Diese Zone zeigte entweder mehrere kleinste weiße oder gelbweiße Punkte, oder kleinste, seichte (ieschwUr-ohen mit weißem odor gelblichem Grunde, oder endlich eine kaum sichtbare, zusammenhängende Trübung, die aber beim Ophthalmo-akopieren deutliche Schatten warf, [n den BcLweren Fällen war da­gegen die ganze Kornea in eine milchweiße, völlig undurchsichtige Membran mit matter, unebener Oberllache verwandelt (Fig. 79 F und Fig. 8ü E auf Tafel III), auf welcher oft größere und kleinere, seichte Geschwüre mit weißem Grunde und manchmal wulstigem Rande vor­kamen (Fig, 81 auf Tafel IV). Charakteristisch für alle Grade dieses Augenleidens war die Neubildung von Blutgefttßen, welche in gerader Linie vom Rande der Kornea gegen die trüben Stellen vordrangen. Vom unteren Rande aus entsprangen dieselben als unzählige feinste, parallel verlaufende Striche, eine rote Schraffierung bedingend, Die Gefäße, welche vom oberen Rande herkamen, waren etwas dicker. Die Breite der Trübung war jeweilen bestimmend für die Länge der Basis des schraffierten Bezirkes (des Pannus). Und wenn dann die Trübung, wie es oft vorkam, die ganze Breite der Kornea einnahm, so ent­wickelte sich eine starke Gefäßneubildung von allen Seilen gegen die Mitte der Hornhaut hin. Die Farbe der letzteren verwandelte sich dabei vom Rande her aus dem milchigen Weiß allmählich in ein intensives Blaurot (Fig. 80 auf Tafel HD Daß unter solchen Verhält­nissen das Sehvermögen vidlig aufgehoben war, liegt auf der Hand. Nachträglich hellte sich die Kornea vom Rande her teilweise oder ganz wieder auf. Zuerst war dies in der oberen Hälfte dieser Mem­bran der Fall, dagegen war die Trübung in der Lidspaltenzone von etwas hartnäckigerer Dauer, und unter derselben entstand bei hoch­gradigen primären Veränderungen eine intensiv schwarze Pigmentierung der Oberllache, die von monatelangem Bestände war (Fig. 82 auf Tafel III). In anderen Augen ließ die Krankheit große, sternförmige Trübungen von nur geringer Intensität zurück, die aber das Seh­vermögen irleichwohl starten, in anderen Ausren wiederum war die
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Infcl'.tiüao Agnliiktie bei Ziogen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;275
AufbelluQg vollständig und durch ihre Vollkommenheit geradezu ttber-
raschend.
]^ci zwei Tieren beobachteten wir auf der Mitte der Kornea die Bildung einer linsengroßen, die Umgebung um Vmm überragenden Ge-websmasse (Caro luxurians), welche zum Teil pigmentiert, zum Teil rosenrot und stets geftßhaltig war (Fig. 79, 82, 83 und 84 auf Tafel III und 1Y). Einmal war auch eine kegelförmige Vorwölbung der Kornea (Staphylom) vorhanden, welche sich iifl'nete und zu einem Vorfall der Tris Anlall gab. Nachträglich verheilte die Öffnung in der Kornea, und der freie Band der Iris wuchs in die Narbe hinein.
Es bleihe dahingestellt, üb der geschwürige Zerfall der Kornea und die Keratitis unmittelbar auf die Krankheitsursache der Agalaktie zurückzuführen sind, oder ob sie die Folge von Verletzungen, denen die erblindeten Ziegen besonders ausgesetzt waren, darstellen.
Soweit die vordere Angenkaminer, die Iris und der Angenhinter-grund einer Untersuchung zugänglich waren, konnten an denselben, mit wenigen Ausnahmen, normale Verhältnisse konstatiert werden. Sobald die Kornea erheblich getrübt war, blieb die Pupille konstant erweitert. Größe und Konsistenz des Bulbus entsprachen stets der Norm.
Im Beginne des Leidens zeigten die Tiere oft eine Schwellung der Bindehaut, Tränenfluß, Verklebung der Wimpern mit Schleim, fiichl-soheu, auch empfanden sie offenbar ein ungewöhnliches Juekgefühl, welches sie veranlaßte, ihre Augen sehr häufig an den Kleidern des Menschen zu reiben. Meistens verschwanden indes diese Symptome bald, und die Hornhautveränderungen beherrschten alsdann allein noch das Krankheitsbild. Sobald aber die Kornea durch den Krankheits-prozeß und namentlich durch die Bildung von Qranulationsgewebe uneben wurde, trat der Bindehautkatarrh von neuem als Komplikation der Keratitis auf.
Die Zunahme der letzteren dauerte zwei bis drei Wochen ; die darauf folgende Aufhellung, soweit sie überhaupt zustande kam. nahm sechs bis acht Wochen und darüber in Anspruch. Nach sechs Wochen war die Genesung manchmal eine vollständige Nur bei zwei Tieren nahm auch die Iris an der Erkrankung teil. Die Einheilung des Iris­randes in die Narbe der Perforationswunde der Kornea wurde bereits erwähnt. Bei einer Ziege verwuchs die hintere Fläche des oberen Iris­segmentes mit der Linsenkapsel.
Das Augenleiden muß auf Grund der Symptomatik als parenehyma-tüsc interstitielle Keratitis mit Gefäßneubildung oder Uvcvtis anterior bezeichnet werden, die möglicherweise in einigen Fallen durch nach-
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276nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Infektiiiso Agalaktie bei Zicken.
träglicbe Traumen versohlimmert worden war und nach dem Opbthal-
mologen Pf'lüg'er sehr große Ähnlichkeit hat mit der im Gefolge der Influenza auftretenden Keratitis des Menschen.
Die Gelenkentzündungen sind häufig mit diesem Augenleiden kombiniert, ja manchmal sind sie das einzige Symptom, welches über­haupt das Vorhandensein der Krankheit bekundet, indem sie nicht nur bei Milehziegen. sondern auch bei Zicklein, deren Euter noch niemals Milch erzeugt hatte, und bei Röcken vorkommen. Die erkrankten Tiere zeigen oft einen gespannten Gang und lahmen. Die Gelenke sind in­folge Auftreibung der Knochenenden und besonders der Ausdehnung der Gelenkkapsel deutlich geschwollen, anfänglich unter- und ober­halb des Gelenkes in bedeutender Ausdehnung entzündlich ödematös, wärmer und bald sehr, bald nur wenig empfindlich.
Die Sektion eines in der dritten bis vierten Woche der Krank­heit sich befindenden Tieres ergab für das Ellenbogengelenk seröse Durchtriinkung und Ausdehnung der Gelenkkapsel, welche groIJe Klumpen von Fibrin umschloli. Im Knorpelüberzug kamen mehrere kleinere und grüliere Lücken vor. welche mit einem weichen, dunkel-roten, bis zur Spongiosa reichenden Gramdationsgewebe ausgefüllt waren. Die Knochenenden zeigten eine allgemeine, stark ausgesprochene Auftreibung. Diese Veränderungen entsprechen denjenigen der fun-gösen Arthritis, deren Vorkommen beim raquo;Mal deil'asoiuttolaquo; von Guillebcau festgestellt wurde. Bei inanchen Tieren behält das Übel indessen den Charakter einer nach kurzer Zeit abgeheilten Synovitis.
Der Verlauf dieser Gelenkentzündung ist bald rascher, bald lang­samer. Hin und wieder treten noch nach mehreren Wochen Tendo-synovitiden der Zehenstrecker der Schultcrextremität und der Zehen­beuger der Beokenextremität auf, welche aber von sich aus wieder abheilen.
Ferner ist dieses infektiöse Versiegen der Milch noch charakteri­siert durch das Auftreten von kalten Abszessen in der fünften bis siebenten Woche der Krankheit an verschiedenen Körperstellen, be­sonders in der Ohrspeicheldrüse.
Bei der Spaltung der Abszesse entleert sich ein äußerst dicker, gelbweißer Fiter, dessen Entfernung jedoch die Heilung wenig fördert. Sobald die Öffnung verwachsen ist, entsteht vielmehr eine neue An­sammlung dieser besonderen Art von Eiter.
Eine Übertragung des Leidens von kranken auf gesunde Ziegen konnten Guillebeau und wir weder durch mehrwöchiges Einstellen gesunder Ziegen unter kranke, noch durch Einspritzung der Milch
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Neubildungen Im Kuter.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;277
von kranken Tieren in das Euter der gesunden oder durch Verimpfunfr des Abszeßeiters unter die Haut hervorrufen. Auch der Genuß der kranken rohen Milch durch uns selbst zeitigte keine Krankhcits-erscheinuiigen.
Das Versiegen der Milch ist von großer ökonoinischei' Bedeutung, aber die Keratitis, die Arthritis, die Tendosynovitis, die Parotitis und die zirkumskripten Phlegmoncn sind vom pathologischen Standpunkte aus ebenso wichtig; (luillebeau und wir glauben, daß diese Krankheit, welche von Marra als raquo;mykotisch-rheuinatische.s Fieberlaquo; und von Zangger im Jahre 1854 irrtUnilichcrweise als raquo;Gältilaquo; (gelber Galt) bezeichnet wurde, nicht zu den Euterieiden, sondern zu den Blutaaomalien gezählt werden muß.
Neubildungen (Tumoren) im Euter.
Das Euter kann zum Sitz fast sitintlicher Geschwulstarten werden,
wie Fibrome, Sarkome. Chondrome, Osteome, Angiome und Karzinome, Lipome, Leiomyome, Myxome. Der reine Typus einer einzigen Geschwulstart findet sich aber selten vor, es sind häufiger Kombinationen verschiedener Gesehwulstarten zugegen.
Das Fibroma mammae, nieist als Adenof'ibroma mammae bezeichnet, bildet eine knollige, harte, bindegewebige, scharf begrenzte Geschwulst im weichen DrUsengewebc von Ei- bis Faustgröße. Sie ent­wickelt sich als Fibroma pericanaliculare, d. h. das wuchernde Bindegewebe umzieht die Drtlsenacini und Drüsengänge in zirkulären Touren, weshalb immer Reste des Drüscnepithels, teils als Inseln, teils noch als hohle Gänge darin anzutreffen sind. Es wurde bei der Hündin und Stute beobachtet. Bei diesen Tieren bildet es einen faust- bis zweimannskopfgroßen, brettharten und höckerig anzufühlenden Tumor, bei welchem bald das wuchernde Bindegewebe, bald gewucherte Drüsen-schläuehe vorherrschen.
Das Sarkom stellt sich als knollenförmiger, weicher Tumor dar. der einen bedeutenden Umfang erreichen kann. Es wurde ebenfalls bei Stute und Illlndin beobachtet.
Das Chondrom, meist als Chondrofibrom oder als Chondro-fibroma petrifioans sive oasifioans bezeichnet, kommt nament­lich bei der Hündin als scharf begrenzter, harter, apfel- bis kindslaquo; kopfgroßer Tumor vor.
Die Ossificatio plana ist eine Neubildung von Knochengewebe, von fingerlangen bis handtellergroßen, 1 bis Qmm dicken Knochen-
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278nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Neubildungen Im Kuter.
platten, die vornehm Höh im Bindegewebegerllst laquo;der subkutan ihren Sit/, haben. Diese Neubildung wurde mehrmals im Kuheuter beobachtet.
Das Angiom oder die Blutgefttßgesohwulst tritt in zwei Formen auf, und zwar als Teleangiektasie und als kavernßses Angiom. Boi ersterer findet sich das l^lut in Rühren mit wirklichen Gefäßwänden, hei letzterem in einem schwammigen System von Hohlräumen im ursprünglichen Organgewebe. Es handelt sieh also weder in der einen noch in der anderen ITorm um ein typisches Gewächs; gerade darum Jedoch ist das Angiom, wed keine eigentlichen lokalen Symptome, wohl aber ausgesprochene funktioneile Störungen bestehen, klinisch von großem Interesse.
iStenz.el, dessen treffliche Untersuchungen hier erwähnt werden sollen, hat hinsichtlich des vorzugsweise interalveolären, firelecent-lieh auch interlobulären Angioma simplex oder der Telean­giektasie folgenden Fall publiziert:
Eine SVa Jahre alte, gute Milchkuh, die vor sieben Monaten zum dritten .Mule gekalbt hatte, gab von der ersten Geburt an aus dem rechton I3auoh-viertel, trotz scheinbarer Normalitilt des DrUsenabachnittes und der Zitze, keine Milch. Die Kuh hatte nie an einer Erkrankung dieses Euterviertels gelitten.
Die Sektion ergab an dem rechten Banchviertel, das nie Sekretion ge­zeigt hatte, folgenden Befund:
Uns etwas klein gebliebene Bauchviertel besaß eine kleine Zitze mit offenem Stricbkanal. Die Drttsenltlppchen laquo;area sehr klein und traten kaum über die Schnittfläche hervor; Im Übrigen schien das Drüsengewebe normal zu sein.
Die mikroskopische Untersuchung ergab: Verkleinerte Drüsen-läppchen, verkleinerte Alveolon, statt zwei bis höchstens drei interalveolftrer Ge-t'äßkapillaren, wie Im normalen Euter, zwei his sieben (Pig. So auf Tafel V). Die Gefußkapillaren sind stark dilatiert, gehen nach allen Richtungen hin, anastomosieren und sind in der mannigfaltigsten Weise durcheinander gewunden und geschlungen, lös handelt sieb also vorzugsweise um eine i nt era 1 veolilre Teleangiektasie des ganzen rechton Hauchviertels.
Über einen Fall, bei dem die Veränderung im interlobulären Binde­gewebe des Katers stattgefunden hatte, berichtet Htenz.el folgendes:
Kuter einer Kuh im Gewicht von [Okg, Die Konsistenz ist eine ge­wöhnliche. Das Drüsengewebe besteht aus kleinen, ziemlich derben Läppchen. Der vordere und hinlere Abschnitt ist mit sehr zahlreiehen Gefäßschnitten ver­sehen, so daß er wie gesprenkelt aussiebt. Das Sekret ist eine trübe Molke. Auf der Schnittfläche der Zisterne kommen zahlreiche Blutstreifen vor.
Die mikroskopische Untersuchung ergibt: Verkleinerte Drüsen-läppchen, verkleinerte Alvcolen, sehr stark verbreitertes interiobnlares Binde­gewebe. Dieses ist durchsetzt von Räumen, die mit Blut strotzend gefüllt sind
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Neubildungen im Kuter.
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(Fig! 8(5 auf Tafel V). Die Hohlräume haben bald eine cnndllche Lichtung,
ImUl sind es nur niedere Spalten, bald größere Hohlräume, in wolelie ein Gerüst von Querbalken eingespannt ist. Es handelt sieli hier um ein kavernöses AngloEQ des intorlobulären (Jewobes.
Das Aiigiom bedingt also (lurch das anormale Ubergewiobt der Qefäße eine deutliclie Verkümmerung der DrUsenepithelien und in-fulgedossen das Ausbleiben der Milchsekretion,
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9 1 *
-#9632;*quot; %$#9632;.
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Wg. 87. Kiübs im Entor einer K'nh. .1 Kmbryuiiule Bpitholzapfon, H blndegowdbiges Stronui. (Nacb W. Stcn/.ol.)
Das Karzinom ist bei der Kuh eine relativ seltene Neubildung. während es bei der Hündin als lappiger Tumor von Erbsen- bis Huhnereigröße häufig vorkommt. Von dem Krebs, wie er sieh im Kuter der Kuh vorfinden kann, können wir uns am besten an Hand eines ebenfalls von Stenzel beschriebenen Falles ein Bild machen.
In einem (1 lg schweren Euter einer Kuh, die an Uteruskarzinom litt, findot sieh folgendes)
Das rechte Banchvlertel ist klein und von gewöhnlicher Konsistenz, Das roclito Sehonkolviertel derb und prol.l. Das Gewoho besitzt eine gelbe Farbe und ist mit Eiterpfropfchen durchsetzt, Der luntero untere Rand zeigt ein körniges,
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280nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Nfiublldungon im Euter.
sehr dorbos Gofüfre, in wek'hoin die Driisonstruktiir nooh vorhanden i=t. Das Sokret .stellt liier, im Gegensatz zu dem soobon erwähnten eiterigen Inhalt, eine trübe Molklaquo; dar. Die Sclileiinbaiit der Zisterne ist auf beiden Seiten glatt. Die linke Euterluilt'ti ist klein und von gewöhnlicher Konsistenz. Hier linden sieh in den Milchgängen einige EUerpfröpfoben.
Die histologisc.he Untersuchung der unteren Teile des rechton Schenkelviertels zeigt, daß der normale Bau der Milchdrüse an den ineisten Stellen vollständig verwischt ist, mir hie und da linden sich komprimierte Läppchen einer ruhenden Drüse vor. Dieselben sind indessen auch schon durch­zogen von jenen kleinen zelligen Strängen, die unten noch näher beschrieben
c
Fig. HS. Krolis im Enter ciTicr Kuli. .-1 EpithelrMiren, w Axiale Zellmasse, 0 Stroma, amp;' Gpitliellcerne, /' Leakooyten.
(Nach W, Stenzel.)
werden sollen. Oft gehen die normalen Teile ohne scharfe Grenze in die Neu­bildung über. Die Neubildung zerfällt, wie die normale Milchdrüse, in Läppchen. Diese unterscheiden sich jedoch von den normalen Drllsenläppchen dadurch, daß sie zum größten Teil aus Bindegewebe bestehen, dem eine kleinere oder größere Anzahl von rundlichen, aus spezifischen Zelten zusammengesetzten Strängen (Fig 87 .-lj, die auf dem Durchschnitt als ungleich große Zeüinseln erscheinen, eingelagert sind. Sowohl das Gerüst als diese Stränge bestehen bald aus differenziertem, reiferem, bald aus embryonalem Gewebe; letzteres ist außer­ordentlich reich an polygonalen und rundlichen Zollen. Die Stränge haben in ihrer topographischen Anordnung eine entfernte Ähnlichkeit mit den Aus-führungsgängen normaler Läppchen; der feinere mikroskopische Bau erinnert jedoch in keiner Weise an diese Gebilde, da es ja nicht Hohlorgane, sondern solide Stränge sind. Wie bei Bildung von Schlanchilrüsen im normalen Embryo,
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Neubildunii'ou im Eutor.
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so dilleronzieren sieh diese Striln^o Kehr bald in periphero Zollen, die den Epitholelmrakter annohmen, und in die axiale Zollniasse. Die peripheron Zellen bestehen aus Drüseiiepithelien, die einer Membrana propria augelagert sind
u. /
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!-------A
Fig, 80.
Krebs im Kutor einer Kuli. A Kpitbolröhmi, 7i AxIlÜO Zellnnissi', C strömst, ans onibryonaleni DindogOWOttO, /gt; Koto ll'ntkorporchen uiui KupillarciK (Naoll W. Stonzol.)
Wk
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B
Fig. 90,
Krebs im Euter einer Kuli. A EpitholxapföDi ti BLndogoveblgöt Gerüst. (Nach W. Stcnzel.)
(Fig. USA und 8i).i), Die axiale Zellmasse boliiilt melir den Charakter von Granulationezellen und vorschwindet allmäblicb (Tig. 88 U und 81) B). Diese so entsteheudon Röhren sind als Abkömmlinge der Utorinsohläuehe zu betrachten. Sie sind in wechselnder, aber meist kleiner Zahl in das Stroma eingebettet, das um die differenzierten Rühren auch als sehr dilVeronziertos Bindegewebe erscheint. In seltenen Fällen unterbleibt die Differenzierung der Zapfen zu
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Neubildungen im Kntor.
Röhren, und das Granalamp;tionsgewebe verwandelt sich in einen Zapfen von polyedrlsoben, epithelähnliohen Zellen, ililaquo; einigermaßan an einen Pflasterepithel-krebs erinnern (Fig 90/1),
Aus der Beschroibung geht hervor, daß es sieh in diesem Falle um einen Drüsen krebs als Metastase eines lT torn skrebsos bandelt.
Bei einer Kuh konstatierten wir ein Ä.ngiokarzinoiQ, das sieh am ruhenden Tiere in Form einer stark faustgroßen, rundlichen, derben, wenig schmerzhaften Q-esohwulst im linken Schenkel viertel bemerkbar machte. Hie mikroskopische Untersuchung ergab; Angiotn und Krebs,
Prognose. Die Prognose der Neubildungen im Euter richtet sich nach der Gut-oder Bösartigkeit des Tumors. Bekanntlich sind alle diese Tumoren infolge mangelhafter Vaskularisation zahlreichen Ver­änderungen unterworfen; auf jeden Fall worden sie. auch wenn sie keine Metastasen bilden, die Sekretion der Drüse beeinflussen.
Behandlung. Sie besteht in der Exstirpation, die aber meistens nicht ausgeführt wird, weil der Tumor gewöhnlieh erst zur Beob­achtung kommt, wenn infolge seines bereits vorgeschrittenen Stadiums eine Therapie, sowieso aussichtslos erscheinen muß.
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T
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I.iu.'ruturverzeiclmis.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 289
licho Qeburtshllfe, B. Anfl, 181)0, 8. 8B0, — Kiilnn, lyooliersolivlft fürTlwhollkundo un.l Vitli/.i.clii. M. l.i, I'ju?, S, 807i 1B08, 8, HS und 146. — Rubbo)) and Uastlnge, WUoonraquo;; Hi, rop, 1004, BeferM In Kxp. st;it. reo, Vol, XVIj pag. -siii. Kassenboryer, Itycbnev and Im-Tharn, BnttyklopAdlo. Bd. 11, 8, 86lt;l Byohner, Bojntrlk, 1886,8.308; 1861,8.103.' Idem, ScliwoUec Archiv ffir Tlerbsllkunde. 1861, S. 860 uml 868, — Idem, Bpozielle Pathologio mid Thtraplo, 1864, Byohner und [m-Thnrn, länayklopädlo, Bd. U, \SM. S, 880.
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290
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ocr page 303
SACHREGISTER.
A.
Baoillua Quillebeau a 117.
—nbsp; nbsp;Quillebeau o 118, 123.
—nbsp; nbsp;niastitidis contagiosao 118.
—nbsp; nbsp;mesenterious fuscus 118,
—nbsp; nbsp;mesentericus vulgatus 118,
—nbsp; nbsp;neorophorua 26, 118, 123, 14G, 200.
—nbsp; nbsp;prodigiosus 81, 88.
—nbsp; nbsp;pyogenea 116, 118, 199,
—nbsp; nbsp;pyogenes bovis 198.
—nbsp; nbsp;pyogenes snis 198.
—nbsp; nbsp;synsantluis 88.
—nbsp; nbsp;dos malignen Ödems 121,
—nbsp; nbsp;der blauen Milch 118.
—nbsp; nbsp;der Schweinepest 118.
Bacterium eoli 84, 80.
—nbsp; nbsp; coli commune 81. 103, 116, 117, 120, 123, 12!), 136, 137, 141,145, 146,200.
—nbsp; nbsp;UoBsii 85.
—nbsp; nbsp;lactis acidi 82.
lactis erythrogenes 88. •— phlegniasiao uberis 114, 116.
—nbsp; nbsp;Proteus vulgarla 81. lieckonl'rakturen 141. Blestmiloh 83.
Biutmeiken, physiologisches 89. Diiferentialdiagnose 89.
—nbsp; nbsp;Prognose 90. Therapie 90.
—nbsp; nbsp;Kasuistik 91. Blutmelken, pathologisches 89.
—nbsp; nbsp;infolge Euterhvpcrilmie mit Kutererv-sipel 112.
—nbsp; nbsp;infolge Mastitis necrotica 144.
—nbsp; nbsp;infolge Mastitis simples 132. infolge Quetschung 98.
Botryococons ascoforraans 118. Uotryomykose 268. Brand in den Zitzen 34. Bromexanthem 32. Bronchitis bei Mastitis 126,
—nbsp; nbsp;bei Mastitis rec. 140.
Bursitia metaoarpea bei Mastitis phieg-monosa 134.
19laquo;
AblDamp;gerilUg lioi Mastitis ISO. Abortus 181,
—nbsp; nbsp;bei Mastitis 126. Abs/.csso, Verweohalung mit Enterbtlma- I
torn 98.
—nbsp; nbsp;Vorwoclislung mil Kutovi'idom 101. Adenoliliroina iiuimiiiiio 277, Agtvlaotid iiifol^u Angionouroso 2()S).
—nbsp; nbsp;Easttlstlk 270.
—nbsp; nbsp;(üitarrlialis sporadiOBf et contagiosa siebe Galt.
—nbsp; Infectlosa bei Ziegen 272.
—nbsp; nbsp;— Sekret 273. Aktlnoinycea 123.
Aktiiiomykese, Vorkoiiiiuen 2(J7. Diagnose 2tj8.
—nbsp; nbsp;Prognose 208.
—nbsp; nbsp;Therapie 268.
Alveolen 15.
Aiiiputalion dor Zitze 78.
Angiom 278.
Angiome mit Mastitis idileg. 188.
Anoinalien der Zitze 41.
Arzneiexaiitliein 32,
Atreaio der Zit/enniiindimg, angeborene
60,
Atrophie des Euters infolge Mastitis rec. 1
138. AutV.ielion der Milch. Allgemeines 21.
—nbsp; nbsp;Ursachen 271.
—nbsp; nbsp;Diagnose 271.
—nbsp; nbsp;Diti'oientiuldiagnese 272.
—nbsp; nbsp;Therapie 272. Ausbrennen der Zitze 72.
B.
BaoilllU acidi lactici 123.
—nbsp; nbsp;aiirogenes 8ö, 118, 123.
—nbsp; nbsp;cyanogones 88, —• (tuillebcau 85.
ocr page 304
#9632;2V-2
SaohiegiBter,
Clilorobnoleiiuiii liictis 180,
Chondrom 277.
Chondro-flbrotna potriflcana sivo osiifloans
277. ('vsten. periphere 104. — infolge Mastitis reo. 138,
Euter, Anomalien 41.
-nbsp; nbsp;Dermatitis 2;').
-nbsp; nbsp;EnUiindnng 44.
-nbsp; nbsp;Ekzem, konlagiöses 30.
-nbsp; nbsp;Eryslpel 100.
Exanlhem 27. Furunkulose 34,
-nbsp; nbsp; Ilautaiissehlilge 32.
-nbsp; nbsp; nbsp;1 lauikrankheiteu 26, - Hyperämie 91,
—nbsp; nbsp;Kontusion 92, Quetschung 08,
—nbsp; nbsp;Verwundung 98, 122. Warzen 86,
—nbsp; nbsp; Wunden 40.
Euterontzllndung, brandige, siehe Mastitis neorotlca,
-nbsp; nbsp;einfache, siehe Mastitis simplex.
....... heftige, siehe Mastitis phlegmonosa,
—nbsp; nbsp;katarrhalische, siehe, Mastitis oatar-rhalis,
-nbsp; nbsp;reziiliviereuile, siehe Mastitis reeiiliva.
-nbsp; nbsp;der Schale 118, Eutererysipel 100.
—nbsp; nbsp;mit Euterhyperätnie (J2. Euterhämatom, Verwechslung mit kaltem
Abszeß 93. Kutorhyperilinie, Symptome 91,
—nbsp; nbsp; Prognose 112.
-nbsp; nbsp;Therapie 92.
-nbsp; nbsp;Kasuistik 91.
-nbsp; nbsp;mit Eutererysipel 92.
—nbsp; nbsp;mit Entertaborkulose 2()2.
-nbsp; nbsp;Verwechslung suit Etttertuberkalose 268.
Euterkatarrh, siehe Mastitis catarrlialis. Euterknoten bei Mastitis phlegmonosa
182, 189. Euternekrose, siehe Mastitis neorotlca, Euteriiilem, Atiologie 97.
—nbsp; nbsp;Symptome 99.
—nbsp; nbsp;Verlauf 101. Differentialdiagnose 101.
—nbsp; nbsp;Prognose 102.
—nbsp; nbsp;Therapie 102,
—nbsp; nbsp;Kasuistik 103,
infolge Bndometritis 121. Euleiiulierkulose, Symptomo 255.
-nbsp; nbsp;Sekret 866, 261, 203. Diagnose 261. Differentialdiagnose 261,
-nbsp; nbsp;Pathologisch-anatomische Veränderun­gen 203.
—nbsp; nbsp;Prognose 203.
—nbsp; nbsp;Therapie 203. Kasuistik 257.
mit Mastitis necrotica 161, 191, 205. #9632; Ubergangsform in Mastitis phlegmo­nosa 125, 137,
—nbsp; nbsp; Verwechslung mit Euterkatarrh 108,
D.
Darmsaiten (gt;4. Dermatitis, Ursachen 2b.
—nbsp; nbsp;Syiii|iti)iiui 'ilJ.
- Therapie 88. Dermatitis bullosu .H'2,
—nbsp; nbsp;caustioa 32,
—nbsp; nbsp;coiiibiistionls 32. oongelntionis 83,
—nbsp; nbsp;srythematoga 32.
—nbsp; nbsp;furunculosa öl.
—nbsp; - furnncuiosa nberis 34.
—nbsp; nbsp;ex usu medicaraentorum 32, 122, 212.
—nbsp; nbsp;papuloga 82, pnstaiosa 82.
—nbsp; nbsp;squamnea 82,
—nbsp; nbsp;vesioulosa 82.
Dijilitliei ic der Nasensohlelmhäute mil
Mastitis 126, Dlplokokken 136, DrUsengewebe II. DrQsenparenohym 110, Drusestreptococcas des Pferdes IIS, Dnotus papiilaris 13, 45, 119, DyspnoS bei Mastitis 120,
—nbsp; nbsp;bei Mastitis neci', 143.
Einschuß 98.
Eiterkokkon 121.
Endomelrilis mit lOnterkntarrh 121.
—nbsp; nbsp;rait Mastitis ueorotica 192.
—nbsp; nbsp;mit .Mastitis pblegmonoga 134.
—nbsp; nbsp;mit Mastitis septica 121,
—nbsp; nbsp;mit Milohfehlor 121. Enteritis infolge Mastitis 12fi.
—nbsp; nbsp;Infolge Mastitis metastatioa .142.
—nbsp; nbsp;infolge Mastitis ueorotica 145, 192, infolge Mastitis phlegmonosa 134, 188.
Eatzündung der Zitze, siehe Tholitis,
—nbsp; nbsp;parem-liyimitö.se, siehe Mastitis paren-chyinatosa.
Erweiterung dos verengerten Striohkanales, siehe Striclikamil,
Euter, Besohreibung 1,
—nbsp; nbsp;Blutgefäße 19.
—nbsp; nbsp;Lymphgefäße 20.
—nbsp; nbsp;Nerven 20.
— Physiologisches 21,
ocr page 305
BaohregUter,
293
ButeituberkulOBS bei den Ziegen 'Juli, Kxanthoin :iu den Zitzen, Futloraus-schlüge 83.
—nbsp; nbsp;— Therapie 32.
—nbsp; nbsp;— KasniBtik 82.
—nbsp; nbsp;Knotenoxantheni 31.
—nbsp; nbsp;Mcdikunmntcises 82.
Pookencitusohlag 27, --------Kasuistik 2',).
—nbsp; nbsp;Pocken, brandige, Symptome 81.
—nbsp; nbsp;— Therapie Hl. --------falsche 29.
—nbsp; nbsp;iSpil/.poeken 2'J,
—nbsp; nbsp;Stein- oder Wa^aerpocken 29.
—nbsp; nbsp;Wasser- und Windpocken 30.
—nbsp; nbsp;— Therapie 30.
Galt, Prognose 2.')2,
—nbsp; nbsp;Therapie 203.
—nbsp; nbsp;mit Kuteitnherkulose 257,
Galt, sporadischer, Äliolugie 124. 229. Inlektionsmodus 281. - l'athogenose 231. #9632;— Symptome 232.
—nbsp; nbsp; Sekret 90. 135, 23-1.
—nbsp; - Diagnose 238,
...... Differentiaidiagnose 238,
..... Verlauf und Ansgaog 239.
—nbsp; nbsp;Anatomische Verilnderungen 239.
—nbsp; nbsp;Therapie 241,
—nbsp; nbsp;mit Euterödem 98. mit Furunkulose 34.
mit Mastitis necrotica 191. mit Mastitis phlegmonosa 187,
—nbsp; nbsp;infolge Mastitis recidiva 138.
—nbsp; nbsp; Übergangsform in Mastitis phlegmo­nosa 1^5.
—nbsp; nbsp; Ursache von Verwachsungen 60,
—nbsp; nbsp;Ursache von Ziihmelkigkcit; 48,
—nbsp; nbsp;Verwechslung mit Euterkatarrh 108.
—nbsp; nbsp;Verwechslung mit Kutortiiberkuloso 263,
Gastritis phlegmonosa et nlcerosa bei Mastitis phlegmonosa 188.
—nbsp; - traumatica et nlcerosa mit Mastitis
necrotica 191.
—nbsp; nbsp;phlegmonosa et traumatica mit Masti­tis necrotica 192.
traumatica 121,
—nbsp; nbsp;— mit Euterkatarrh 104.
—nbsp; nbsp;— mit Mastitis raetastatica 122, Gehärparese, Verwechslung mit Mastitis
necrotica 145. üolonkentzünduug infolge Agalactia in-feetiosa 276,
h'äulnisbnuid, siehe Mastitis ncciotica. Festliegen, siehe Kreuzlahme. Fibroma mammae 277.
—nbsp; nbsp;pericanalicnhire 277. Fleiseheutor infolge Mastitis recidiva 138,
182.
—nbsp; nbsp;infolge Ketentionscyston 109.
—nbsp; nbsp;mit Euterödem 98.
—nbsp; nbsp;Therapie 213. Fremdkürpcrinaslitis, siehe Mastitis traa-
maticn. Freuidkiirperpneumoiiie bei Mastitis no-erotica 192.
—nbsp; nbsp;bei Mastitis phlegmonosa 131, 188. Fürstenbergflohe Rosette 9.
Fußtritt 122.
Futterausschlage, siehe Exanthem,
Furnnkuloso des Kilters, Symptome 86.
—nbsp; nbsp;Komplikationen 3r).
—nbsp;• Prognose 85.
—nbsp; nbsp;Therapie 36.
Futterstoffe, Ursachen von Milchfehlem 79, 83.
H.
Haematoma uberis, siehe Kontusion des
Euters und Eutorhiunatom, Haemorrhagia traumatica dill'usa, siehe
Kontusion des Enters,
Hängeeuter, Entstehung 183,
- Unemplimllichkeit 122.
—nbsp; nbsp;Verwundungen 40,
—nbsp; nbsp;mit Euterödem 98, Hartmelkigkeit, angeborene 47. Hautausschlag 32, llaiitscliürfungen 122.
Hernia uberis, Verwechslung mit Euter-hilmatom 93.
—nbsp; nbsp;Verwechslung mit Euterödem 101. Hepatitis infolge Mastitis traumatica 196. Hornstoß 122.
lliilmercholerabakterium 118. Hypertlmie infolge Mastitis 128.
—nbsp; nbsp;infolge Mastitis necrotica 144,
Ca Ga
lactococcus albus 118.
fulvus 116, 118.
versicolor 81, 116, 118, lactophoritis sporadiclaquo;, siehe sporadi­scher (iah.
traumatica. siehe Mastitis traumatica, laktokokken 103, 123. 129. It, gelber, Ätiologio 229, 2-16,
Infektiottsmodus 231,
l'athogenose 231.
Symptome 247.
Sokrot 247.
Diagnose 249.
Differentialdiagnose 2-19,
Verlauf 249,
Anatomische Veränderungen 2.:i0,
Ga Ga
ocr page 306
294
.SaclirctfiBtor.
I.
lncontinentia Inctis, Ätiologie 89,
—nbsp; nbsp;Prognose 89.
—nbsp; nbsp;Therapio 89, Kasuistik iii).
Imligestion Infolge Mastitis nocrotioa 141!,
196.
—nbsp; nbsp;Infolglaquo; Mastitis reoidira 140. Induration di-r MilabdrUse infolge Ma­stitis 182.
—nbsp; nbsp;infolge Mastitis reoldiva 138. ..... liei Eutertuberkulose 261,
Insektonstiche 98, 100,
Jodexanthom 82,
Lobuli mainmae 4.
Lungentuberkulose mit Mastitis necrotica
161,
M.
Magen-Dannkatarrh mit Enterkatarrh 104.
—nbsp; mit Eutertuberkulose 261,
—nbsp; nbsp;mit Mastitis reeidiva 137, 140. infolge Mastitis 126.
—nbsp; nbsp;— Mastitis metastatioa 142.
-nbsp; nbsp;— — necrotica 143, 147.
-nbsp; nbsp;— — phlegmonosa 134.
—nbsp; nbsp;— — tranmatica 196. Malzekzem 27, 32,
Mastitis, chronische, indurierende, siehe Galt.
—nbsp; nbsp;bei der Hündin 225. -- beim Schafe 218.
-nbsp; nbsp;beim Schwein 222,
—nbsp; nbsp;bei der Stute 221.
Mastitis oatarrbalis, Atiologie 103.
—nbsp; nbsp;Symptome 104.
—nbsp; nbsp;Sekret 107.
—nbsp; nbsp;Diagnose 108.
—nbsp; nbsp;Prognose 109,
—nbsp; nbsp;Therapie 109.
—nbsp; nbsp;infolge Abortus 121.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Endometrltis 121,
—nbsp; nbsp;— Oastritis traninatica 121,
—nbsp; nbsp;— Kontusion 93. - Mastitis 128.
reeidiva 188.
—nbsp; nbsp;— Prolapsus nteri 121,
—nbsp; nbsp;— Kotontio placentarum 121. mit Enteröilcm 98.
-nbsp; nbsp;Eutertuherkulose 261.
-nbsp; nbsp;Mastitis necrotica 144,
—nbsp; nbsp;Üborgangsfonn in leichte oder phleg-monSse Mastitis 125.
—nbsp; nbsp;Verwechslung mit sporadischem Qalt 238.
Mastitis oatarrbalis der Ziege 106.
—nbsp; nbsp;-— cont,'igiosa, siehe gelber (Jalt. - ohronica mit Enteröilcm 98,
—nbsp; nbsp;gangraenosa, siehe Mastitis necrotica. Mastitis metastatioa, Ätiologie 110.
—nbsp; nbsp;Bakterien 114. Infektionsmodus 118
—nbsp; nbsp;Allgemeine Symptome 125.
—nbsp; nbsp;Sekret 128.
Spezielle Symptome 132.
—nbsp; — mit Kreuzlahme 140.
—nbsp; nbsp;— mit heißem Odern und Synovitis
an den Tarsalgclenken III.
—nbsp; nbsp;— mit anderen Komplikationen 142.
—nbsp; nbsp;Verlauf und Ausgang 180.
—nbsp; nbsp;Prognose 203.
—nbsp; nbsp;Therapie 204.
—nbsp; nbsp;Kasuistik 142.
K.
KartolVflaiisschliig 32. Karzinom ilos Enters 27i).
-nbsp; nbsp;Prognose 282,
—nbsp; nbsp;Tborapte 282.
-nbsp; nbsp;des Uterus hoi Mastitis phlegmonosa 188.
Kiisofalirikation 182. Kasoinbakterion 81, Kathetensinus 26, 54, 192,
—nbsp; nbsp;Ursache von Mastitis traninaliea 122 193.
—nbsp; Ursache von chronischem, hypertroph!' schorn Katarrh der Milchzisterno oö.
Keratitis infolge Agalactia infectiosa 272
Kleeansschlag 32,
KnotoneNanthein 81,
Kokken 123.
Kolostnilmilch 83.
Konjunktivitis hoi Mastitis 126.
—nbsp; nbsp;bei Mastitis necrotica 148, Kontusion des Enters 4ö.
—nbsp; nbsp;Symptome 92.
—nbsp; nbsp;Diagnose 03.
—nbsp; nbsp;Verlauf 98,
—nbsp; nbsp;Prognose 94.
—nbsp; nbsp; nbsp;Therapie 94.
Kronzlälmie infolge Heckenfraktiir 141,
—nbsp; nbsp;infolge EuterOdem 98.
— Mastitis metastatioa 140, 218. — neorotlca 141,
— .....— phlegmonosa 131.
Paresis puerperalis 1 II.
Kreuzviertel, siehe Mastitis phlegmonosa. Kubpocken 27.
L.
LaktorrbUe, siehe lncontinentia lactis. Laminariastifte 64, Lendenlahme, siehe Kreuzlahme, Leudenlabmhelt bei Mastitis 126.
—nbsp; nbsp;bei Mastitis reeidiva 137.
#9632; #9632;
ocr page 307
Siiclircjjister.
395
Mastitis mtcrotiea, ütiologU HO, 133, 144.
—nbsp; Üakterlen 114.
—nbsp; nbsp;liifeUtiiiiisiiiuJus 118. Allgüineiiu.' Symptome 125.
—nbsp; nbsp;Sekret 'JO, 128, 185, 144.
—nbsp; nbsp;Speziello .Symptome 143.
—nbsp; nbsp;IComplikatlouen 14ö, 151, IW,
—nbsp; nbsp;DifiTerentlaldlagnoBe 14(i, 161.
—nbsp; nbsp;Verlauf mul Ausgang 147, 180.
—nbsp; nbsp;Pathologisch anatomlsobe Verttnderun-gen 184.
—nbsp; nbsp;Prognose 20;).
—nbsp; nbsp;Therapie 201.
—nbsp; nbsp;Kasuistik 147, 161,
—nbsp; nbsp;infolge Mastitis ceoidiva 1 10.
—nbsp; nbsp;Verweohslungmit lSutertuberkulo8e262lt;
Mastitis neerotica cn/.ootioa 17-1. Mastitis neerotica bei Ziegen 141).
Kasuistik 171). Mastitis parcncliymatosa. Atiologie 1 10.
—nbsp; Bakterienfauna 114.
—nbsp; Infektlonsmodus 118. ...... Pathogenose 12'i.
—nbsp; nbsp;Allgemeine Symptome 125.
—nbsp; nbsp;Einteilung 126,
—nbsp; nbsp;Sekret 128.
—nbsp; nbsp;Verlauf und Ausgang ISO. Prognose 203.
—nbsp; nbsp;Therapie 204.
Mastitis parcnchyinatosa aposteniatosa 121. Mastitis phlegmonosa, Atiologie 110. Bakterien 114.
—nbsp; Infektionsmodus 118.
—nbsp; nbsp;Allgemeine Symptome 125.
—nbsp; nbsp;Sekret 128, 186,
—nbsp; nbsp;Spezielle .Symptome 133.
—nbsp; nbsp;Komplikationen 134, 187.
—nbsp; nbsp;Obergangsformen 125, 188, 144, 187.
—nbsp; nbsp;Verlauf und Ausgang 180.
—nbsp; nbsp;Pathologisch-anatomische Veränderun­gen 184.
—nbsp; nbsp;Prognose 203.
—nbsp; Therapie 204.
—nbsp; nbsp;Kasuistik 134.
—nbsp; nbsp;infolge Kuteriklem (Wundiidein) 98. infolge Mastitis reoldiva 140,
—nbsp; nbsp;infolge Pockenaussolilag 08.
—nbsp; nbsp;mit Entertulierkulosc 20].
—nbsp; nbsp;Verwechslung mit Kutertuberkulose 257.
Mastitis reeidiva, Atiologie 110.
—nbsp; nbsp;Bakterien 1 14.
..... Infektionsmodus 118.
—nbsp; nbsp;Allgemeine Symptome 125.
—nbsp; nbsp;Sekret 128, 137.
—nbsp; nbsp;Spezielle Symptonio 1HH. Verlauf und Ausgang 137, 180,
—nbsp; Komplikationen 138, 110.
—nbsp; Prognose 20ii.
—nbsp; nbsp;Therapie 204.
Mastitis, Kasuistik 188.
Mastitis septioa infolge Kndomotritis 121,
Mastitis simplex, Atiologie 110.
—nbsp; nbsp;Bakterien 114. Infekiionsniodus 118.
—nbsp; nbsp;Allgeineino Symptome 132.
—nbsp; nbsp;Komplikationen 133, ll-l.
—nbsp; nbsp;Verlauf und Ausgang 180.
—nbsp; nbsp;Prognose 203.
—nbsp; Therapie 201.
—nbsp; nbsp;Verwechslung mit sporadischem Galt 288,
Mastitis BUppurativa, siehe Mastitis ne­erotica.
Mastitis traumatlca purulentn, Atiologie HO, 121.
—nbsp; nbsp;Bakterien 1 14.
—nbsp; nbsp;Infektionsmodns 93, 118.
—nbsp; nbsp;Allgemeine Symptome 125.
—nbsp; nbsp;Sekret 128, 194.
—nbsp; nbsp;Spezielle Symptome 102.
—nbsp; nbsp;Ausgang 195, Komplikationen 195.
—nbsp; nbsp;Pathologisch-anatomische Veränderun­gen 197.
—nbsp; nbsp;Prognose 203. Therapie 204.
—nbsp; nbsp;Kasuistik 195.
—nbsp; nbsp;mit Kutertuberkulose 205. infolge Kontusion des Euters 93. infolge Verwachsung des Strichkanales
64.
—nbsp; nbsp;infolge Zitzenoperation 77.
Mastitis traumatlca purulenta bei Ziegen
199.
Kasuistik 200. Mastitis tuberculosa 121. Mastitisbakterien 124. Mastitiskokken 115. Mastitiskoliliakterien 121. Mastitisfit replokokken 121. Maul- und Klauenseuche 27, 1 16, Meikröhrohen 54, 61, 66, 122. Metritis purulenta 104.
—nbsp; nbsp;septiea 108,
Miorococcus tetragenus 116, 118.
—nbsp; nbsp;Proudenrcichii 85. Milch, Allgemeines 79.
Aufziehen 24, 270.
—nbsp; nbsp;Ab- oder Ausfließen 88,
—nbsp; nbsp;Biest- oder Kolostralmilch 83. —•nbsp; bittere 83.
—nbsp; nbsp;blähende 86.
—nbsp; fadenziehende 85.
—nbsp; nbsp;farbige 88.
—nbsp; nbsp;gllrondo 86.
—nbsp; nbsp;käsige 87.
rasch Bauerwerdende 84.
rässo oder salzige 82.
—nbsp; nbsp;sebloimige 85.
ocr page 308
296
Sachregister.
Milch, nnbaltbare 84, Milch hei Ülutraelken 89.
—nbsp; nbsp;bei KutcrhyiHiiuinie ',)'2.
—nbsp; nbsp;bei Eiiterixlcin 9i).
ijci Eutertuberkulose 201), 261, 263.
—nbsp; nbsp;bei Oiilt, gelbem 2-il.
—nbsp; nbsp;hei Galt, sporadlsohem 'MK 135, 284.
—nbsp; nbsp;bei Kantusion des Euters 92.
—nbsp; nbsp;bei Mastitis catiirrhuliraquo; 106, 107.
—--------necrotioa 90, 128, 185, 1-14.
— — parenehymatosa 129, 181, 204.
-nbsp; nbsp;phlegmonosa 129, 185. reoidlva 128, 187,
—nbsp; nbsp;— — simplex 132.
-nbsp; trauniatica 128, 194.
Milch bei Agalactia Infeotlosa der Ziegen
273. Milohdrilsen, siehe Enter. Mih'hCehlcr, siehe auch Milch, Allgemeines
79.
—nbsp; nbsp;infolge Abortus 80.
-nbsp; nbsp;Bakterien 81,
—nbsp; nbsp;— Kiulometritis 121.
- — Magen-Darmkatarrh 80.
-nbsp; nbsp;Metritia Hü.
-nbsp; nbsp;septloa 108.
—nbsp; nbsp;— Retentio placontarum 80.
Milchlisteln 40.
—nbsp; nbsp;angeborene 41.
—nbsp; nbsp;— Symptome 41.
—nbsp; nbsp;— Vorlauf 42.
—nbsp; nbsp;— Therapie 42.
—nbsp; nbsp;— Kasuistik 43. Milohflufl 38. Milobgrieß 88. Milohhügel 2. Miloblelste 2. Milchlinie 2.
Milchailurebaktorlen 84. 8;quot;). Milchsekretion, Versiegen infolge
Mastitis recidlva 138.
—nbsp; nbsp;infolge Agalactia infectlosa der Ziegen 272.
Milchspiegel, Guenon'uoher 2. Miiohsteine 182. Milchtröpfeln 38. Milchzisterno 112.
—nbsp; Strlktnren und Verwachsungen 46. Morlitlcalio nberis infolge Mastitis necro-
tica 146, Musculas sphincter pupiltao 9, 39, 48, 144. Muslielschwäciie bei Mastitis 120.
N.
Nascnlcatarrh bei Mastitis 12(). Nekrose bei Mastitis traumatica 198,
—nbsp; nbsp;infolge Mastitis reeidiva 138. Nokrose der Haut in der Schenkclfalto 38. i Nekrosobaziilus 31.
Neubildungen, polypUse .r)(5, 74.
Nystagmus bei Mastitis 120.
O.
Odem, heißes, an den Tarsalgelenken bei Mastitis metastatloa 1-11.
—nbsp; nbsp;hei Mastitis noerotica 14ö,
—nbsp; nbsp;bei Mastitis reeidiva 137. ...... an den Zitzen 32.
—nbsp; nbsp;dor Wuiflefzen hei Mastitis 12(!.
—nbsp; nbsp;kollaterales infolge Mastitis 128. Oedema uberla inllammatorium 98, 100, Ol'dium liutis 118.
Gssiflcatio plana 277.
P.
Paralysis der Xachhaml mit Mastitis me-
tastatica 14 2.
mit Mastitis necrotica 145. Parese (Festliegen) bei Mastitis necrotica
145. Paresis puerperalla 141. l'apilloni 65,
—nbsp; nbsp;infolge chrouisch-hypcrtrophischer Ka­tarrhs 66.
Pericarditis bei Mastitis 12ö. bei Mastitis metaatatica 142.
—nbsp; nbsp;bei Mastitis necrotica 145. Peritonitis bei Mastitis 126,
—nbsp; nbsp;bei Mastitis metastatica 112.
—nbsp; nbsp;bei Mastitis necrotica 115. Phlegmone der Baterhaut 98, 100, 101,
—nbsp; nbsp;infolge Insektenstichs 161, Pleuritis hui Mastitis 126,
—nbsp; nbsp;bei Mastitis metastatica 142.
—nbsp; nbsp;bei Mastitis necrotica 146, Plcuiopncuinonia metastatica 125, Pneumonie bei Mastitis 120.
—nbsp; nbsp;bei Mastitis metastatica 142.
—nbsp; nbsp;hei Mastitis necrotica 145, 191.
—nbsp; nbsp;bei Mastitis reeidiva 137. Pookenausschiag 27, 28, 31. 98. Pocken., falsche 29. Pockeninastitis 186. Prolapsus uteri 121.
Proteus vulgaris 84.
Paeadurauschbrand bei Mastitis necrotica
192. Pyelonephritis bei Mastitis phlegmonosa
188.
Q.
Qneoksilberekzem 32. Quetschungen 45.
—nbsp; nbsp;mit Jilutinelkon 93.
—nbsp; nbsp;als Ursache von Mastitis parenehyma-tosa 122.
—nbsp; als Ursache von Mastitis phleginonosaOS.
ocr page 309
Sftohroghtet',
297
R.
Ii;iuslt;;lilirainl 140,
Retentlo plaoontftrura 80, 104, 108, 121. K'cti'iitioiiKcyston raquo;Is Ursache des Fleiscli enters W'.K
Synovitis infolge Mastitis inetaBlatica 141, 142, 218. infolge, Mastitis necrotica 145. 147, 102.
—nbsp; nbsp;Infolge Mastitis trannuitica 105.
—nbsp; nbsp;sorosa bei Mastitis 184.
T.
SnccliaromyQea ruber 88,
Siilheiulormatitis ;iquot;J.
Sarolna rosea 88, Sarkom 277,
Scheidewand, anvollstUndigo, in ilor '/A sterno 58.
—nbsp; nbsp;Ptognose 08. Therapie 69.
-— vollständige, in der Zisterne ÖR, 7b.
—nbsp; nbsp;— SyniptODie ö7. Soblappeuter, siehe Hllngeeuter, Schlempefütterung 81, 81, 08. Sohlempemauke 27. '6'2.
Schwammeuter, sielio Fleischenter. Sohweinepestbazillus 118. Sobwielenbildang 61, 70, Septicaemia puerperalis 141, 142, 14ft,
Spelchellluß bei Mastitis 126. Spitzpocken 2'J. Stttbchenbakterium 116. Staphylococcus niastilidiB 81,116,117,129,
—nbsp; nbsp;pyogenes aureua 118. Stapbylokokken 84, 103, 107, 128, 136. StapbylokokkeumRBtitls 180, Stelopooken 29.
Stenosen (i(i. 74.
Stratum mortifloatum 81. Streptococcus hollandicuB 85.
—nbsp; nbsp;maatitidis 229.
—nbsp; nbsp;— infeetiosae 2'M). .....— contaglosae 247.
e.atarrlialis sporadiene I2,'5, 124. Streptokokken 84, 108, 107, 136. 228, Striehkanal, Bröffnung, blutige 77, Erweiterung 61. 66,
—nbsp; nbsp;— mittels Hongies 68,
—nbsp; nbsp;— mittels Melkrtlhichen 61,
—nbsp; nbsp;— mittels Operation 65.
—nbsp; nbsp;Strlktur 4(i.
—nbsp; nbsp;Verengerungen 70,
—nbsp; nbsp;Verwachsungen 28. 4(i, 60, 61, Striklnren der Milrlizislerne 46.
—nbsp; nbsp;des Strielikanales 46, — Verlauf 49,
—nbsp; nbsp;— Symptome 51.
—nbsp; nbsp;— Kasuistik 61. Sulens interioanirnnricns 1. Synovitis bei Kntertiiberkiiloso 281.
—nbsp; nbsp;bei Mastitis phlegtnonosa 188.
reoidiva 137. 140.
—nbsp; nbsp;infolge Iinpfang 142.
—nbsp; nbsp;infolge Mastitis 126,
Tarsalgelenk 111, Teleangiektasie 278.
-nbsp; nbsp;Kasuistik 278. Tendovaginitis mit Mastitis 12(i.
-nbsp; nbsp;mit Mastitis necrotica 145. infolge Mastitis traiunatica 195.
—nbsp; nbsp;— Agala tia infeetiosa dor Ziegen 272. Tetanus infolge Mastitis neorotiox 146, Thelltls 29.
—nbsp; nbsp;Int'sotioea 44.
—nbsp; nbsp;— Symptome 44.
—nbsp; nbsp;— Prognose 58,
—nbsp; nbsp;— Therapie 69,
—nbsp; nbsp;interna 2laquo;. mortilieans 81,
—nbsp; nbsp;superlicialis aphlliosa 27.
—nbsp; nbsp;— varlolosa 27.
—nbsp; nbsp;traaniatica 44,
..... mit Furunkulose 86.
Toxümio infolge Mastitis tranmatiea 196, Träeliligkeit mit Euteriidem 98, Tränenlluß hei Mastitis 126,
—nbsp; nbsp;bei Mastitis necrotica 14)!,
—nbsp; nbsp;bei Mastitis reoidiva 137, TraulienknnniikianUlieit ii2. Trookenfutter 98, Tuberkelbazillen 260.
Tuberkulose mit Mastitis traiunatica 198 Tympanitis 08.
—nbsp; nbsp;bei Mastitis 12(i.
u.
Ulüeratlun der Haut 38,
V,
Vaginitis hei Mastitis 12(i.
—nbsp; nbsp;purulenta infolge Mastitis tranmatiea 105.
Varicüllen 20. Variola 28. 'Verätzungen 32. Verliärtiuigen im Euter 106, Verwachsungen dos Strichkanales, ange­borene 50 - erworbene 50.
—nbsp; nbsp;— Symptome 51. - — Kasuistik 51.
—nbsp; nbsp;infolge sporadischen (Jalts 50, Vibrio MetschnikolV 1 18.
Viertel, leichter, siebe Mastitis simplex.
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J98
8 aob register,
W.
Warzen an den Zitzen und am Enter Bfl,
—nbsp; nbsp;TherH])io ii?. Warzenpooken 29. Wasterpooken 80. WeBpenstiobe 44. Wlndpooken 80, Wunden an don Zitzen 40.
- Symptome 40.
—nbsp; nbsp;Tberaple 40.
Zit/on, Aaetohllige 83,
—nbsp; nbsp;Hruiul 84
—nbsp; nbsp;Dermatitis 'i.').
—nbsp; nbsp;Entzündung -''#9632;
—nbsp; nbsp;Kxantht'ni 27.
—nbsp; Inoontlnentla laotls HS.
—nbsp; nbsp;Milobfletelo 41.
—nbsp; Quetiiobungen 122. #9632;— Sprengen 711.
Verdopplung 43.
—nbsp; nbsp;Verletzatigen 122.
—nbsp; nbsp;Warzen !!(gt;. Wunden 40. Zenmet-chen eines Hindernisses 77.
Zit/.enentzüiulnng. siehe Thelitis. Zitzenlislel 41. Zitzenlanzette nach Hug 7;i. Zitzenniiindung, Atresie öl',
—nbsp; nbsp;Mißbildung 48,
—nbsp; nbsp;Verwachsung ÜH. Zitzenoperation Infolge Mastitis trauiuatloa
19;5
Zitze mil nmer 70. , Zilzcnspit/.e, Amputation 7H.
Ztthmelkigkeit, angeborene 47, 73.
—nbsp; nbsp;— Therapie 61.
—nbsp; nbsp;erworbene If*. lU,
—nbsp; nbsp;—- Therapie 61.
—nbsp; nbsp;infolge (iah 48.
Zisterne, Soheldenwandblldungen öl
Zitzen, siehe auch Kuler.
—nbsp; Amputation 78.
—nbsp; nbsp;Anomalien 41.
—nbsp; nbsp;Ausbrennen 72.
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Hell. Kmnkhoiton der Mllclulrüscn.
Tnfel I.
I ig. 71. I.iings #9632;•
it (U'r 'iHv,ii liei ixkatem Galt. Sdiloimlmul mil l'risclion |..i|iill.....
lili^l inlonsh C M\ irr.mi!. . i N.i -h Hl ;i rk.)
W„,-I„,n,!;.-,,:
Kig. 72. rjlingssclmitl der /.ii/'1 hei clironi^clicni (lall. Schrnnipl'iing dor /.it/--. Qi-nnu)n mil Harkci Kiiilholsdriflil, .lerb, wurzcnnrlig. (Nnch Kmrk.)
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Ilcli. Kninklu'iti'ii der MilclidrliscMi.
I'iiIVI 11.
liecliti - Augo,
Fig. 70, Normn las A a go ol nor Zlogo. .1 Conjnnctivo larsi, A' Coiyunotivn sclorno. ' Dunkelbraiuicr Uund dor Körnen. /) Iris.
i Pupille,
Linkes Auquot;
— H
Fig. 7;. N'oi-mn les Ai ! Conjuiiillvn lursi. /; Onjuneliva selerao, ' Dunli
• einer Uicge,
raunei' Kand laquo;irr lioinea. /' Iris. A I'niiillo.
Fig. 73. 1. in kos Auge.
Hyporämisehc Conji.....tivn tarsi, n ^iiskularisicrto lt; onjunctiva selorae.
i: Pupllla, /#9632;' llorizontalor, nicht vasknlarislortoi Ilord dor parenchi
#9632;#9632; Dniikolbraiiner Hand dor Kornea.. /. h alüsen Kerntitis in dor I.idsnalteiu.....!.
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,
#9632;
#9632;
,
...
#9632;
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lleH. Kranklicitt'ii dci- M ilclHlri'tsrn.
Tnfcl Ml.
rig. 79, Ucchtes Augc.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;.1 Conjunctiva tarsi, fi Conjunctiva sderao, mit lUrweitorung der Gofaüo. '.' Braunor
K'jirnl tlor Kornea. /' Iris. A' Pupillo, /•' Kntzftmlofer vasfeulavlsiorter Herd der Kornofi; durcli dio olnn-G Hälfte dor
Ivonielaquo; koinmeu einige breitere Gefäße \,'gt;iii Skleraraiuie und reiclien bis zum Kntzfindungsherd; vom imterün Itande der
#9632;ilciern bis zu dem KnUflndungsherd dor ICornea verlaufen zahlreiobG kleine purallolgehende Uet'äÜe.
Kig. 80, Linkes Auge.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;.( Conjunctiva tarsi, W Conjnnctivn sclerae. ' Ounkoltirauner Rand der Kornea
/' Vaskulm'fsntionszone dor Kornea, h Zone der hochgradigen pare n city in at ii son Keratitis.
Fig
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.1 Conjum der Korne
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Kig. gt;:;. Senk rocbtor Schnitl d ii re li d as r ec h t gt;• A ugo,
.1 Oberes Augenlid, fi AwgnpfGl,
' il ypertropliische G rann lal ion.
' f) I'm, -os Augenlid.
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-
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Hell, KranMii'iti'ii der Milrlnlrti-i'n.
Tafol l\
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iuilL'tiVil 1 : .
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aticmszon
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Koni, n
fig. 81. H ech tos A ügt\ : 'i ae, tuil Krweitening iler großt n lii Päße, Durchsdioüiondä Pupille. /#9632;' Umidö Hon!quot; oschwtti-iger Zorfali einiger diesor Herdo.
Brauner liand dor [raquo;arenehj inntölaquo;
r Körnen Koratitis
' i'onjinKlivn tarsi. /.' Conjunctiva selerae, ' I #9632;i icndt Pupille. /•' Entzündungsherd der Konn zöndungsberd gelion einige Gefäüo
ea, /' Ditrchscheinende Iris. /-' Durch-'Innkcl pigmentiorlem Rande; zum Ent-ntovcn llande der Skli ra,
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#9632;
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Hell. Kiiiiililicilni dor IlilcliiliiiMii.
Ttifol V,
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I'ig. KS. 'I'll. ;[ ngiok I n - lo dos Is uhoutprs. I Inlrnalvooliin' ICupillnron. A' Qncrsclmitt (lorsoüicn. i Keiuo der Kaiiillaren, /' Kenio des iiitcralv( /. Alvcoloii. n Kcnip doi- DrflscnppiHiolion. r Lcukocytonkenio. (Niudi Stcn/.ol.)
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Vig. m. riitciioliulttroa km-ernösos A ngiom dolaquo; ICuIinu tors.
i Mil rotcn IflutMrperclion gefnllt. It Holilrilumo, llindogowcbsbalkcn, ( W'ciOis BliUköriiercIion /'lln.....t
Inhttll dct Aiv.olcn. a Korno der Drlisonepithelien. /#9632; Kerne der I.onkocyl.....' (Nncli Slonzol.1
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