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BIBLIOTHEEK UNIVERSITEIT UTRECHT
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2913 017 0
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Erfahrungen :. fyz/
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iil)er
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Rinderkrankheiten
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und deren Behandlung.
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In der Praxis gesammelt und systematisch geordnet
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von
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Professor Dr. Carsten Harms,
vormals Iieltor der Rinder-KllDtk etc. im der Könlgl. Tlerarznelschule zu Hannoverlaquo;
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Zweite, umgearbeitete und vermehrte Auflage.
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,-y ' ::'nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;laquo;no r*nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;5 ^
- L'jP ^. .lt;v
; . :#9632; /
Berlin 1895.
Verlag v o n R1 c h a r d 8 o h o e t z, Lulsenstrosso Nlt;gt;. 80.
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Vorwort zur zweiten Auflage.
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Bei Bearbeitung der ersten Auflage dieses Buches war es nicht meine Absicht, ein Lehrbuch sämtlicher Binderkiankheiten zu liefern, ich stellte mir vielmehr nur die Aufgabe, die bei Behandlung der Kinderkrankheiten während meiner praktischen und kliniscben Thätigkeit gemachten Beobachtungen und gesammelten Erfahrungen In knapper und klarer Form übersichtlich zusammenzustellen.
Diesem meinem Vorsatze bin ich auch in der nunmehr erscheinenden zweiten Auflage getreu geblieben, jedoch habe ich mich, einer wiederholten Aufforderung befreundeter Kollegen ent-sprechend, veranlasst gesehen, einige von mir in der ersten Auflage unberücksichtigt gelassene Krankheiten einer kurzen Besprechung zu unterziehen, dagegen andere, für die Praxis weniger wichtige Krankheiten und physiologische Vorgänge ~ z. B. die Rumination abzukürzen, bezw. gar nicht zu besprechen. Besonders bin ich bemüht gewesen, meine Erfahrungen über die Krankheiten des Verdauungstraktus und der Milchdrüse, welche den Landpraktiker bekanntlich täglich beschäftigen und deshalb von hervorragendster Bedeutung für denselben sind, ausführlich niederzulegen.
Ich hoffe, dass diese fast gänzlich umgearbeitete Auflage einer gleich wohlwollenden und freundlichen Aufnahme, wie die erste, begegnen möge.
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Flensburg, den lö. April 1895.
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Carsten Harms.
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Inhaltsverzeichnis.
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Heile
Untersuchung des Kindes..................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;I
Krankheiten dos Bauchfells..................nbsp; nbsp; nbsp;18
der Leber...................nbsp; nbsp; nbsp;24
des Verdauungstraktus..............nbsp; nbsp; nbsp;36
der Rosplratlonsorgano...............nbsp; nbsp;108
des Schlundes..................nbsp; nbsp; 118
dos Rachens..................nbsp; nbsp; 127
dos Maules...................nbsp; nbsp; 180
der Zentralorgane dos Nervensystems.........nbsp; nbsp; 182
dor Hamwerkzeuge ...............nbsp; nbsp;142
dor Milchdrüse.................nbsp; nbsp; IßO
Konstitutionelle und Infektionskrankheiten............nbsp; nbsp;li'-'i
Mlichfleber.....................nbsp; nbsp;245
Aktinomykoso....................nbsp; nbsp;208
Absccsso......................nbsp; nbsp;284
Nerven-, Muskel-, Gelenk- und Knoohenkrankhelten......nbsp; nbsp;285
Panarltlutn.....................nbsp; nbsp;297
Amputation der Klanen.................nbsp; nbsp;304
Register......................nbsp; nbsp;300
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Zur Untersuclmiift' des Kindes.
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Eine systematische Untersuchung des Kindes ist in der Privatpraxis vielfach nicht notwendig, in jeder den Unterrichtszwecken dienenden Klinik aber fast stets unerliisslich und dem entsprechend von mir während der Leitung der externen Klinik der Tierarzneischule zu Hannover ungefähr in jedem Falle vorgenommen worden. Obgleich nun über die Unter-suchungsmethoden und allgemeine Diagnostik Arbeiten aus neuerer Zeit vorliegen, kann ich nicht unterlassen, folgendes über meinen beim Rinde üblichen Gang der Untersuchung in möglichster Kürze anzuführen: Es wird das kranke Rind zunächst aus einer entsprechenden Entfernung besichtigt, weil man dabei mitunter zu einer sicheren oder doch Wahrscheinlichkeitsdiagnose gelangt, und darauf speziell untersucht. Hierbei wird von mir in jedem Falle zuerst, und zwar der Regel nach in angegebener Reihenfolge, die Respiration, der Puls, die innere und äussere Temperatur, die Beschaffenheit der Schleimhäute, der Absatz und die Qualität der Se- und Exkrete aufgenommen, dann zur Perkussion und Auskultation geschritten, darauf das etwaige Vorhandensein und die Stärke des Appetits festgestellt und schliesslich eine etwa bestehende Druck-empfindlichkeit der Brust- und Bauchorganc etc. zu ermitteln versucht.
Aus dem aufgenommenen Symptomenkomplex sucht man dann unter Berücksichtigung der Fütterimg, Haltung und Benutzung des Tieres, sowie des Vorberichtes direkt oder, wenn dies nicht möglich ist, indirekt, auf dem Wege der Ausschliessung, zur Diagnose zu gelangen.
Zum Zwecke der Untersuchung wird das Rind, wenn es auf Stallfütterung steht, entweder auf dem Standplatz belassen oder nach einem geeigneten Raum geführt. Letzteres ist im allgemeinen schon deshalb vorzuziehen, weil bei der Untersuchung auf dem Standplatz eine starke Beschmutzung der Garderobe meistens, namentlich im Sommer, nicht zu umgehen ist, jedoch muss den Verhältnissen stets Rechnung getragen werden. So z. B. entfernen die Besitzer solcher Gegenden, in welchen die Rinder auf dem Standplatz getränkt, also zu diesem Zweck
Harms, Rimlerkrsnklieiten.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 1
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niemtxls losgebunden und zum Tränktroge geführt werden, ihre kranken Eluder zum Zweck der Untersuchung höchst ungern vom Standplatz. Bei Weiderindern nimmt mau, wenigstens in den mir bekannten Marschen, die Untersuchung ganz gewöhnlich an Ort und Stelle vor.
Die Respiration.
Die Respirationsfrequenz wird aus einer Entfernung, bei weloher die Aufmerksamkeit des Tieres nicht erweckt wird, an der Hebung und Senkung der Brust- und Bauchwand oder der Nasenflügel aufgenommen. Mitunter kann man hierzu den Exspirationsstrom benutzen. Die Aufnahme des Exspirationsstromes kann bei niederer Temperatur durch das Auge, bei höherer Temperatur durch die vorgestreckte Hand geschehen. Die Respirationsfrequenz beträgt im Mittel lü bis 20. Man vergesse bei der Verwertung der Atmungsfrequenz zur Ermittelung der Diagnose aber nicht, dass folgende Momente von Einfluss auf selbige sind:
1.nbsp; Das Alter des Tieres. Junge Tiere haben unter sonst ''gleichen Verhältnissen eine höhere Respirationsfrequenz als alte. Dieser Umstand ist jedoch ziemlich bedeutungslos.
2.nbsp; Die Füllung des Pansens. Je stärker der Pausen gefüllt ist, um-somehr ist die Abflachung des Zwerchfells zum Zwecke der Inspiration erschwert, und desto bedeutender unter sonst gleichen Verhältnissen die Respirationsfrequenz.
3.nbsp; Die Trächtigkeit. Bei hochträchtigen Tieren ist die Respirationsfrequenz höher als bei nichtträchtigen.
4.nbsp; Die Körperhaltung des Tieres. Während des Liegens ist die Abflachung des Zwerchfells erschwert, besonders gleich nach der Sättigung und bei hochträchtigeu Tieren, daher die Frequenz beim Liegen des Tieres hölier als beim Stehen desselben. Die Abflachung des Zwerchfells kann bei bedeutender Fülle des Bauches in solchem Grade erschwert sein, dass während des Liegeus des Tieres bei jeder Exspiration ein Brummenquot; zu hören ist.
5.nbsp; Die Arbeitsleistung. Angestrengte Arbeit, namentlich rasches Laufen, kann die Atmungsfrequenz in ziemlich bedeutendem Grade steigern. In diesem Falle ist die Zunahme der Frequenz zum Teil vielleicht auf die Steigerung des Sauerstoffbedürfnisses, hauptsächlich aber darauf zurückzuführen, dass einige der Respiratiousmuskeln gleichzeitig zur Arbeit verwendet werden. S. die Myologie von Günther, S. 126.
6.nbsp; Die Lufttemperatur. Hohe Lufttemperaturen wirken, wie man dies bei Weidetieren um die Mittagsstunde beobachten kann, beschleunigend auf die Respirationsfrequenz.
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Erschwert wird die Feststellung der Reapirationsfrequenz durch Fressen, Saufen, Wiederkauen, Koten, Urinieren, Sehnüft'eln etc.
Der Rythmus der Respiration ist beim Kind wie bei den übrigen Tieren. Einen Unterschied zwischen In- und Exspirationsdauer habe ich nur dann gefunden, wenn diese Akte durch die vorhin bemerkten Vorgänge beeintiusst wurden.
Der Puls.
Schon seit dreissig Jahren spreche ich beim Rinde von einem Arterien- und einem Venenpuls.
Der Arterienpuls wird von mir in der Kegel an der beim Rinde anders als beim Pferde gelagerten Gesichtsarterie aufgenommen, weil an dieser Stelle nicht nur die Zahl, sondern auch die vorhandenen Eigentümlichkeiten desselben am leichtesten und sichersten zu ermitteln sind. Ueber die Zahl des Pulses beim Rinde lassen sich für alle Verhältnisse sichere Angaben noch nicht machen, weil nicht Zählungen genug vorliegen. In der Gartengemeinde zu Hannover fand ich bei den wenigstens anscheinend gesunden Kühen 60 bis 80 Pulse, ausnahmsweise ca. 60. Die Zahl der Pulse nimmt bei der Arbeit und hoher Lufttemperatur mitunter bedeutend zu. Die Aufnahme des Pulses muss daher bei voller Ruhe des Tieres, also nicht gleich nach dem Aufstehen desselben, vorgenommen werden. Eine bestimmte Pulsfrequenz, bei welcher Gefahr für das Leben des Rindes eintritt, ist mir nicht bekannt; ich weiss nur aus Erfahrung, dass bei einer Pulsfrequenz von 100 und darunter der Tod, bei einer Pulsfrequenz von 120 bis 186 volle Ausgleichung, sogar in kurzer Zeit, eintreten kann.
Die Regelmässigkeit des Pulses wird nach meinen Untersuchungen durch physiologische Vorgänge nicht beeinflusst.
Der Venenpuls ist nach den von mir aufgestellten und in der unter meiner Leitung stehenden externen Klinik zu Hannover stets gebräuchlich gewesenen Bezeichnungen entweder ein physiologischer oder ein pathologischer.
Der physiologische Venenpuls ist bei allen Niederungsrindern, die ich hierauf in Hannover untersucht habe, gefunden worden. Derselbe bestellt in einer stärkeren Anfüllung der Jugularis zur Zeit der Systole der Herzkammern und ist folglich stets von derselben Höhe, wie der Arterienpuls. Er tritt mitunter nur am unteren Ende des Halses auf, reicht meistens aber bis zum Teilungswinkel des Gefässes. Ausdrücklich bemerke loh, dass der von mir als physiologischerquot; bezeichnete Venenpuls nur in einer Anstauung des Bluts in der Jugularis bestellt, dass
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dabei, wie irrtümlich angegeben wird, ein Zurückströmen, ein Eegurgi-tieren des Bluts in dem Gefässe, also eine wirkliehe Pulsation nicht vorkommt. Die Entstehung, d. h. die Ursache des physiologischen Venenpulses kann ich nicht mit Sicherheit angeben, selbige wird aber darauf von mir zurückgeführt, dass das Einströmen dos Bluts in die betreffende Vorkammer zur Zeit der Systole der Herzkammern allmählich geringer wird, am Ende derselben vielleicht ganz aufhört.
Die einfache Beobachtung des Halses giebt uns nach meinen in der externen Schulklinik zu Hannover gemachten Beobachtungen hei den Kühen der Niederungsrassen ob bei den Kühen anderer Rassen, weiss ich nicht Auskunft über die Höhe des Arterienpulses. Die Bezeichnung physiologischerquot; Venenpuls finde ich begründet durch das stete Vorkommen beim Niederungsrinde, und die Erwähnung desselben halte ich für notwendig, weil derselbe den Unkundigen zur Diagnose Herzfehlerquot; veranlassen kann.
Der pathologische Venenpuls besteht nicht in einer einfachen Anstauung, sondern in einem wirklichen Zurückströmen, in einem Kegurgi-tieren des Bluts aus dem Vorhofe und der vorderen Hohlvene in die Jugularis. Derselbe kann erstens in gleicher Höhe mit der Respiration stehen und mit der Exspiration zusammenfallen. Dieses Verhalten habe ich bei solchen Erkrankungen der Lungen konstatiert, bei welchen ich annehmen durfte, dass selbige die Fähigkeit verloren hatten, sich zusammenzuziehen, so dass sie zum Zweck des nötigen Luftwechsels durch den Brustkorb zusammengepresst werden mussten interstitielles Lungenemphysem, hochgradige Lungentuberkulose etc. . Derselbe kann zweitens aber in gleicher Höhe mit dem Arterienpulse stehen und mit der Systole des Herzens zusammenfallen. Ersteres habe ich ziemlich häutig, letzteres seltener konstatiert.
Der Herzschlag.
Der Herzschlag wird durch die Systole der Herzkammern hervorgerufen und steht demnach in gleicher Höhe mit dem Arterienpuls. Die Aufnahme desselben erfolgt in der unteren Partie der linken Brustwand in dem Räume zwischen der dritten und fünften Rippe. Von mir bekannt gewordenen Anhängern der Brown'schen Erregungstheorie wurde ein ganz besonderes Gewicht auf die Untersuchung des Herzschlags gelegt, um zu ermitteln, ob Hypersthenie oder Asthenie bestehe.
Die innere Temperatur.
Ueber die Höhe der inneren, resp. Mastdarintemperatur liegen folgende, etwas ungleiche Angaben vor: 38,8 nach Krabbe und Müller, 38,9 nach
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Siedamgrotzky, 89,0 nach Zitndel, 38,0 bis 88,0 nacli Lydtiu. Sie steigt bei der Arbeit und steht liöehstwahrscheinlieh bei Kälbern höher als bei ausgewachsenen Kindern. Zu dieser Annahme werde ich durch die von mir regelmässig gemachte Beobachtung gedrängt, dass die innere Temperatur bei Lämmern höher ist als bei Schafen.
Hinsichtlich der inneren Temperatur mache ich auf folgende That-sachen besonders aufmerksam:
1,nbsp; Es kann die Mastdarmtemperatur bei anscheinend ganz gesunden Kindern, bei Kindern, welche vollen Appetit zeigen, saufen, ruminieren etc. abnorm hoch sein, 40,0 und darüber betragen. Diese schon vor 20 Jahren von mir gemachte Angabe hat endlich eine Bestätigung, und zwar durch Hoffmann und Lüpke, gefunden.
2.nbsp; Bei kranken Kindern kann man nicht immer aus der Höhe der Mastdarmtemperatur auf die Höhe der Krankheit schliessen, wie unter andern aus den beim Magen-Darmkatarrh mitgeteilten Krankenberichten hervorgeht. Diese nicht selten konstatierte und auch schon vor 20 Jahren mitgeteilte Thatsache hat jetzt durch von Wehrmeister gemachte Beobachtungen ihre Bestätigung gefunden.
Die äussere Temperatur.
Eine normale Höhe der Temperatur für die verschiedenen Stellen an der Körperoberfläche lässt sich nicht angeben, weil die Bestimmung derselben durch die Hand geschieht. Man muss sich durch Untersuchung gesunder Kinder zu informieren suchen. Bei der Aufnahme der äusseren Temperatur muss man die etwa bestehende Zugluft berücksichtigen und fernerhin der bekannten Thatsache Rechnung tragen, dass, je geringer die Masse im Vergleich zum Umfange ist, um so bedeutender Verhältnis-massig die Ausstrahlung von Wärme ist. Korrespondierende Teile müssen unter sonst gleichen Verhältnissen gleich warm sein. Ist das eine Ohr kälter, als das andere, so ist das abnorm. Das eine Ohr kann brennend heiss, dagegen das andere von normaler oder subnormaler Temperatur sein.
'nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Die Schleimhäute.
Die zugänglichen Schleimhäute sind unter normalen Verhältnissen feucht und blassrot. Die Augenschleimhiuit erscheint bei künstlicher Beleuchtung viel stärker gerötet, als sie In Wirklichkeit ist; ob bei den anderen Schleimhäuten dasselbe Resultat durch künstliche Beleuchtung erzielt wird, kann ich nicht angeben. Jede Abweichung von der oben angegebenen Farbe, sowie jede Auflagerung von Schleim und anderen Massen, ist abnorm.
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Die Sekrete.
Der Nasenspiegel ist bei gesunden Kindern mit Perlen besetzt, die nach dem Abstreichen sofort wieder auftreten. Nasenausfluss sieht man unter normalen Verhältnissen beim Rinde nicht, weil das Tier seine Nase mittels der sehr weit vorstreckbaren Zunge ab und zu reinigt. Stärkerer Ausfluss aus dem Maule 1st in jedem Falle abnorm: einen leichten Ausfluss aus dem Maule, und zwar in Form von Strähnen, habe ich beim Rinde nicht ganz selten gesehen. #9632; Die Milch muss amphoter reagieren und in sonst gesunder Qualität und normaler Quantität geliefert werden. Es darf allerdings nicht gesagt werden, dass das Rind absolut gesund ist, so lange die Thätigkeit des Euters eine normale ist, denn bei gewissen chronischen Krankheiten, z. B. bei der Tuberkulose, liefern die Tiere lange Zeit hindurch die normale Quantität Milch. Es darf aber behauptet werden, dass, so lange die Kuh die normale Quantität Milch liefert, kein bedeutendes akutes Leiden bei derselben vorliegt, und dass plotzliohe Abnahme der Milchsekretion ein sicheres, nicht selten das erste Zeichen einer akuten Krankheit ist, welches wahrgenommen wird. Besonders muss ich bemerken, dass es in der Praxis Regel sein muss, die Untersuchung des Euters von der Seite aus vorzunehmen, von der aus das Melken stattfindet. Auf die normale Beschaffenheit der Kuhmilch kann hier nicht weiter eingegangen werden.
Die Exkrete.
Der normale Rinderharn ist vollständig klar und nach der Konzentration wasserhell oder gelblich. Jede Abweichung hiervon muss uns zur chemischen und mikroskopischen Untersuchung veranlassen. Das Tier muss den Harn in normaler Menge und breitein Strahl entleeren und darauf sofort in die gewöhnliche Stellung zurücktreten. Wird der Harn in zu kleinen Quantitäten und zu häutig entleert, bleibt das Tier nach dem Absetzen des Harns zu lange mit krummem Rücken und gehobenem Schwänze stehen, so liegt eine abnorme Reizbarkeit an irgend einer Stelle der Harn- und Geschloehtswerkzeuge vor.
Besonders wichtig ist die Untersuchung des Kots. Die Konsistenz des Kots richtet sich nach dem Wassergehalt desselben, und dieser ist unter normalen Verhältnissen durch das Futter bedingt. Der beim Weidegang gelieferte Kot enthielt bei meinen Untersuchungen 88% Wasser; in dem auf dem Stalle bei naturgemässem Futter abgesetzten Kot, der geringelt erschien, fand ich 75% Wasser. Die Farbe des Kots ist zum Teil abhängig vom Futter, hauptsächlich aber durch die Farbe der Galle bedingt. Ist der Kot nach dem verabreichten Putter nicht intensiv genug
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gefärbt, so darf mau daran denken, (lass nicht Galle genug nach dem Darmkaual gelaugt ist. Der Weidekot enthält mir gut zerkleinerte Stoffe; iu dem Stallkot kommen einzelne gröbere Stengel vor. Ist der Stallkot zu stark mit groben Stoffen durchsetzt, so geht daraus mit voller Sicherheit hervor, dass der Magen nicht normal funktioniert. Es zeigt sich hier ein grosser Unterschied in der Beurteilung solchen Kotes beim Pferd und Rind. Ist der Pferdekot mit zu viel langen, nicht normal zerkleinerten Stoffen durchsetzt, so liegt in der Regel eine Erkrankung der Zähne und deren Höhlen vor, Beim Rinde ist dies ganz anders. Die Reaktion des Kots ist vom Futter abhängig; selbige ist von mir bei vollständig normalem Futter auf der Weide, wie auch auf dem Stalle bei Verabreichung von Heu oder von Heu und Weissstroh amphoter, bezw. neutral, bei Verabreichung von künstlich zubereitetem Futter, wie es in der üartengemeinde zu Hannover üblich ist, sauer befunden worden. Eine deutlieh ausgesprochene alkalische Reaktion betrachte ich stets als Beweis, dass im Verdauungsschlauch ein Katarrh seinen Ablauf nimmt, und dies umsomehr, wenn künstlich zubereitetes Futter verabreicht worden ist. Der Absatz des Kots muss rasch, ohne Unterbrechung und in normaler Quantität erfolgen. Wird der Kot bei gefülltem Mastdarm langsam, vielleicht gar mit Unterbrechung und in kleineu Quantitäten abgesetzt, so geht daraus hervor, dass die Defäkation dem Tiere Schmerzen verursacht. Ich habe dies am häufigsten bei der traumatischen Magen-Zwerchfellentziindung gesehen. Zu selten erfolgendos Absetzen des Kots spricht für eine abnorm sehwache peristaltische Bewegung des Darmkanals.
Perkussion und Auskultation.
Die Perkussion wird beim Rinde regelmässig mittels Hammers und Plessimetors beschafft. Bei der Perkussion der Lungen wird, soweit gesundes Lungengewebe unter der normalen Rippenwand liegt, ein lauter Ton vernommen, dessen Intensität nicht an allen Stellen ganz gleich ist. Der Ton ist in halber Brusthöhe am lautesten, iu der obersten und hintersten Partie, namentlich zu beiden Seiten der Herzgegend, weniger laut. Zur genügenden Orientierung ist aber Uebung am gesunden Tiere notwendig. Bei der Perkussion der Brustwand magerer Rinder kann man mit einem kleinen Hammer und leichten Schlägen auskommen; bei der Perkussion der Brustwand sehr muskulöser, bezw. fetter Rinder muss ein grosser Hammer benutzt und stark aufgeschlagen werden. Besonders bemerken möchte ich, dass sich nicht alle Plätze gleich gut zur Perkussion qualifizieren; man bekommt mitunter im Freien In irgend einem Winkel eines Gebäudes ein viel deutlicheres Resultat als im Stalle.
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Die Auskultation geschieht mittels des direkt angelegten Ohres, ohne Stetlioskoj). Man muss diese Untersuchung in ruhiger Umgebung vornehmen und so einzurichten suchen, dass Verunreinigungen des eigenen Körpers möglichst ausgeschlossen werden. Bei der Auskultation der Lungen vernimmt man zur Zeit der Inspiration ein murmelndes oder säuselndes Geräusch, das sogenannte Bläschen- oder vesikuläre Geräusch, während die Exspiration unhürbar ist. Das Inspirationsgeräusch in der vordersten Partie der Lungen wird durch das in den hier liegenden grösseren Bronchien vorhandene Geräusch verstärkt und bronchovesiku-läres Geräusch genannt. Bei jungen Tieren ist das vesikuläre Geräusch stärker als bei alten Tieren. Bei gesteigerter und sehr angestrengter Eespiration ist das Inspirationsgeräusch stärker und bei der Exspiration ein hauchender Ton zu vernehmen. Bei der Auskultation der Luftröhre, welche allerdings nur ausnahmsweise vorgenommen wird, vernimmt man nicht nur bei der Inspiration, sondern auch bei der Exspiration ein Geräusch, das durch die Laute chüquot; und chiquot; ungefähr auszudrücken ist. Die Auskultation des Herzens, die Aufnahme der Herztöne, darf man niemals unterlassen. Die Aufnahme der Herztöne wird erschwert, resp. unmöglich gemacht erstens durch Geräusch in der Umgebung des Tieres, zweitens durch sehr starkes Bläschengeräusch, wie mau es bei erhöhter und angestrengter Respiration findet, und drittens durch Zittura des Tieres. Der letzteren Thatsache wegen auskultiert man das Herz im Winter mitunter lieber auf dem etwas unruhigen Standplatz als in einem Räume, wo es kalt ist, denn nach dem Uebertritt aus einem warmen in einen kalten Raum fängt das Rind, besonders dann, wenn es an einer fieberhaften Krankheit leidet, sehr leicht zu zittern an. Die Auskultation des Bauches wird ebenfalls in jedem Falle vorgenommen. An der linken Seite desselben konstatiert man mit Leichtigkeit und voller Sicherheit, ob und in welchem Grade der Pansen arbeitet. Der Inhalt des Pansens wird normaliter ca. alle dreissig Sekunden unter sausendem Geräusch einmal im Kreise bewegt, und zwar von vorn an der unteren Fläche entlang nach hinten, dann nach oben gegen die Flanke und darauf nach vorn. Die Thätigkeit des Pansens ist jedoch unter normalen Verhältnissen nach der Füllung desselben graduell ziemlich verschieden; sie ist im grossen und ganzen bald nach der Sättigung am lebhaftesten und wird mit der infolge des Wiederkauens stattfindenden Entleerung allmählich geringer. Bei dem Aushorchen der rechten Bauchwand vernimmt man wohl das Pansengeräusch in schwachem Grade dann, wenn es sehr lebhaft ist. Darmgeräusche hört man unter physiologischen Verhältnissen nicht.
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Hinsichtlich des Auskultationsergebnisses möchte ich, wie auch schon in der ersten Auflage geschehen ist, folgende zwei Tliatsachen besonders hervorheben i
1,nbsp; Bei dem Aushorchen der linken Brustvvand vernimmt man nicht selten das Pansengeräusch. Dasselbe charakterisiert sich in der bestimmtesten Weise dadurch, dass es unabhängig von den Respirationsphasen und Herzaktionen auftritt.
2.nbsp; Ziemlich häufig habe ich in der (iartengemeinde zu Hannover bei Kühen die Herztöne an der Bauchwand gehört, jedoch häufiger an der linken als der rechten Seite. Um allen falschen Deutungen von vornherein zu begegnen, füge ich hinzu, dass sämtliche Kühe, bei denen ich die Herztöne an der Bauchwand vernommen habe, nicht trächtig waren. Es ist merkwürdig, dass diese schon vor vielen Jahren von mir bekannt gemachte und für gewisse Fälle in der Praxis wichtige That-sache noch keine Bestätigung durch andere gefunden hat.
Der Appetit.
Aus der Eutteraufnahme, dem Kauen, der Fülle des Bauches und dem Wiederkauen kann man einen sicheren Schluss auf Vorhandensein und Grosse des Appetits ziehen. Vor der Sättigung muss das Futter mit einer der Dauer der Fütterung entsprechenden Lebhaftigkeit aufgenommen und gekaut werden, nach dem Aufhören der Eutteraufnahme muss der Bauch gut gefüllt sein, die Rumination bald beginnen und in zukömmlicher Weise ausgeführt werden. Alles, was ich über das Wiederkauen früher angegeben habe, kann ich auch jetzt noch als richtig hinstellen. Besonders bemerken möchte ich noch, dass Rinder, welche normal wiederkäuen, in der Regel auch den vollen Appetit haben und nicht an einer allgemeinen akuten Krankheit leiden, wohl aber mit chronischen Krankheiten, sogar mit solchen chronischen Krankheiten, die zum Siechtum und zum Tode führen, behaftet sein können.
Die Druckempfindlichkeit.
Bei jeder exakten Untersuchung innerlich kranker Rinder ist man bestrebt, zu ermitteln, ob und welche Organe der Bauch- und Brusthöhle druckempfindlich sind. Das Rind giebt hierbei eine absolut sichere Auskunft. Ist ein unter Druck gesetztes Organ gesund, so bleibt das Tier ruhig; ist ein unter Druck gesetztes Organ aber in einem entsprechenden Grade entzündet, so tritt ein Ausweichen, meistens ein Stöhnen, resp. eine Verstärkung des Stöhnens ein. Es ist der Sitz der Krankheit auf diese Weise recht häufig mit vollster Sicherheit zu ermitteln, während
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derselbe sonst nicht erkannt werden kann. Deshalb involviert die Nicbt-bemitzung dieser Untorsuohungsmothode eine grosse Unterlassungssünde. Bei dieser Untersuohung umfasse ieli den Kamm der Wirbelsäule mit der rechten Hand, lege die linke, tlach ausgebreitete Hand gegen die zu untersuchende Stelle des Tieres, stemme den linken Ellenbogen gegen den eigenen Körper und wende darauf eine entsprechende, bezw. meine volle Kraft an. In vielen Fällen empfiehlt es sich, zum Drücken den Besitzer oder dessen Vertreter zu verwenden und selber am Kopfe Posto zu fassen.
Für jede, ganz besonders aber für die auf Druckempfindlichkeit gerichtete Untersuchung ist die genaue Kenntnis der Lage der Organe notwendig. Deshalb kann ich nicht unterlassen, hierüber einige Angaben zu machen, und zwar unter Benutzung der beifolgenden, nach Günther reproduzierten Abbildung. (Fig. 1.)
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Figur I.
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Das Zwerchfell, namentlich der mittlere Teil desselben, ist stets freilich bei verschiedenen Rindern in ungleichem Grade weit vorgewölbt, so dass ein grosser, aber bei verschiedenen Rindern ungleich grosser Teil des von den Rippen seitwärts begrenzten Raumes nicht von den Brust-, sondern von den Baucheingeweiden eingenommen wird. (Fig. I, 1 und 2.)
Das Herz des Rindes ist verhältnismässig klein es hat ein Gewicht von 1,5 bis 2,5 kg und wird an beiden Seiten, namentlich je-
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(loch an der rechfeu Seite von einer ziemlich starken Schicht der Lungeu bedeckt. Die Spitze des Herzens liegt dem fünften Interkostalranme, die vordere RuudUQg desselben dem hinteren Rande der dritten Rippe gegenüber. (Fig. I, 8.)
Die Lungen finden, wie aus dorn Vorstehenden hervorgeht, besonders an der rechten Seite neben dem Herzen einen ziemlich weiten Raum. Ihre hintere Grenze ist durch die Lage des Zwerchfells bedingt.
Der Pansen nimmt den grössten Teil der Bauchhöhle ein und liegt mit seiner linken Flüche allenthalben an der Bauchwand. Er ist nur gleich nach der Sättigung des Tieres so stark gefüllt, dass die linke Hungergrube fast ganz ausgeglichen ist. Auf der vorderen Fläche des linken Sackes des Pansen liegt die Milz.
Die Haube ruht auf dem Sohaufelknorpel des Brustbeins, jedoch näher der rechten als der linken Seitenwand und dicht hinter dem hinteren .Mittelfellsraum. Sie ist von aussen durch Druck auf die Schaufelknorpelgegend zu erreichen Günther . Ich benutze zur Untersuchung auf Druckenipfindlichkeit, wenn es sich, wie gewöhnlich, um die Ermittelung der traumatisohen Magen-Zwerchfellentztindung handelt, bequemer und besser die untere Partie der rechten Hrustwand in der Gegend der sechsten und siebenton Rippe. (Fig. I, I.)
Der Psalter hat seine Lage an der rechten Wand zwischen der siebenten und elften Rippe. (Fig. I, rgt;.)
Der Labmagen liegt an der rechten Bauchwand dicht hinter dem Rippenrande und reicht vom Schaufelknorpel bis über das untere Ende der letzten Rippe hinauf. (Fig. I, (i.)
Die Leber hat ihre Lage an der rechten Seite dicht hinter dem Zwerchfell und dem das Zwerchfell begrenzenden oberen Teile der beiden letzten Rippen. Niemals habe ich, trotzdem ich bei Tausenden von Rindern die Leber perkutiert habe, gefunden, dass sie bei gesunden Kindern über den hinteren Rippenrand hinausragte. Dagegen habe sich bei schlechter Füllung dos Bauches nicht selten durch die Perkussion ermittelt, dass die hinterste Leberpartie unter dem oberen Teile der beiden vorletzten Rippen sich befand, denn hier wurde ein dumpfer
leerer oder Schenkel-----Ton aufgenommen. Ein Umfassen des hinteren
Leberrandes vom Mastdarm aus ist mir unter normalen Verhältnissen niemals gelungen.
Die linke Niere wird normalitor von den Querfortsätzen des dritten, vierten und fünften Lendenwirbels bedeckt. Sie findet sich bei der Exploration vom Mastdarm aus aber nicht ganz selten an der rechten Seite der Wirbelsäule und ist dann leicht beweglich. In jedem Falle habe
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ich die linke Niere vom Mastdarm aus erreichen und, wenn sie nach rechts hinüber getreten war, sogar mit der Hand umfassen können. Hinsichtlich der Uatersuohung auf Druokempfladllohkeit darf ich nicht zu bemerken unterlassen, dass bei dem vom Mastdarm aus auf die wie die Sektion ergab ganz gesunde Niere mitunter ein leichtes Zusammenzucken des Tieres von mir konstatiert worden ist.
Die rechte Niere liegt unter den Querfortsätzen der ersten drei Lendenwirbel; selbige ist vom Mastdarm aus nicht zu erreichen.
Die Ausmündung der Harnröhre ist beim weiblichen Rinde eine so eigentüniliche, dass die Einführung eines Katheters oder eines Fingers nur dann leicht gelingt, wenn man die anatomischen Verhältnisse genau kennt. Die Ausmündung findet zwischen zwei Blättern statt, die vorder-halb einer kleinen Grube stehen, und von denen das vordere Blatt über das hintere hinausragt. Das Einführen eines Fingers ist nur dann möglich, wenn man denselben gegen den oberen Teil des vorderen Blattes drückt und dann abwärts schiebt. Die fragliche Grube liegt an der unteren Wand auf der Grenze des Vorhofes.
Die Eierstöcke sind von mandelförmiger Gestalt, ca. 3 cm lang und 1,5 cm dick. Bei gestreckter, d. h. vorgeschobener Scheide liegen sie rechts und links neben dem Muttermund, so dass man sie bei der Kastration durch einen am vordersten Ende der Scheide gemachten Schnitt ganz bequem mit Daumen und Zeigefinger erfassen und nach dem Scheidenraum bringen kann.
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Zur speziellen Pathologie und Chirurgie.
Zu den Krankheiten des Bauchfells.
Allgemeine raquo;kiito HaucMVllciilxiiiidimg'.
Die allgemeine akute Bauchfellentzündung ist in der Kegel eine sekundäre deuteropatllisohe , mitunter aber eine primäre idio-pathischo .
Krankheitserscheinungen. Grosse Teil nah mlosigkoit. Respiration erhöht; Exspiration mitunter von Stöhnen begleitet. Bauch gefüllt wie unter normalen Verhältnissen gleich nach der Sättigung mit Rauhfutter; die linke Hungergrube also ganz oder doch fast ganz ausgeglichen. #9632; Relative Aufblähung. Der Pansen liegt still, in der oberen Partie desselben ist, wie manuelle Untersuchung und Perkussion ergeben, nur Gas vorhanden. Kot zu konsistent, das Absetzen desselben erfolgt verzögert, in abnorm kleinen Quantitäten und unter Stöhnen. Milch wird wenig oder garuicht geliefert. Puls klein, mitunter kaum oder garnloht an der Kinnbackenarterie zu fühlen und abnorm hoch. Temperatur im Mastdarm In der Regel zu hoch, an der Körperoberflächo ungleich verteilt und häufig wechselnd. Der ganze Hinterleib ist in hohem Grade druckempfindlich, d. h. an jeder Stelle des Bauches kann man durch Druck Schmerzäusserungen hervorrufen. Mitunter kann man (s. d. Bauchwassersucht) durch geeignete Manipulationen am Bauch, sowie durch Schütteln des Tieres ein plätscherndes Geräusch erzeugen.
Leichenerscheinungen. In der Bauchhöhle der wegen allgemeiner akuter Bauchfellentzündung getöteten Rinder fand ich bis 100 Liter gelblichgraue, trübe, mit vielen grösseren und kleineren Gerinnseln versehene Flüssigkeit. Die serösen Häute sind fast allenthalben mit Pibrinplatten von verschiedener Dicke und etwas ungleicher Farbe belegt. Die begrenzenden Flächen der serösen Häute sind stellenweise mit einander verklebt und erscheinen nach dem Abheben des Fibrins rauh, vaskularisiert und ekehymosiert.
Verlauf. Bei lethalcm Ausgang, der stets zu befürchten ist, erstreckt sich die Dauer dieser Krankheit auf einige bis vierzehn Tage.
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Diagnose. Die groase Toilnahnüosigkclt, die abnorme Höhe des Pulses, das angegebene Verhalten der Temperatur, die Appetitlosigkeit ete. beweisen, dass Fieber bestellt. Das bei der Exspiration auftretende Stöhnen ist ein sicheres Zeielien dafür, dass eine Innerliche Krankheit ihren Ablauf nimmt, die sehr schmerzhaft ist. Die relative Aufblähung des Tieres, die Unthiitigkeit des Pansens und die Ansammlung von Gas in der oberen Region dos Pansens beweisen, dass ein Hinterleibsleiden vorliegt. Durch das beim Druck gegen den Bauch auftretende, bezw. verstärkte Stöhnen bekundet das Tier mit vollster Sicherheit, dass das vorliegende Hinterleibsleiden ein sehr schmerzhaftes ist. Die allenthalben am Bauch vorhandene Druokempflndliohkelt beweist mit Bestimmtheit, dass nur eine sehr umfangreiche, resp. allgemeine akute Bauchfellentzündung oder eine Magen-Darmentzündung vorliegen kann. Es handelt sich also fernerhin um die Ausschliessung der letzteren Krankheit. Bei dieser Ausschliessung beschränke ich mich hier auf die gewöhnliche phlegmonöse Magen-Darmentzündung; die mykotische und toxische Magen-Darmentzündung werden später auch in diagnostischer Beziehung besprochen werden.
Die relative Aufblähung des Tieres und die Ansammlung von freiem Gas in der oberen Region des Pansens beweisen bei dem angegebenen Symptomenkomplex das Vorhandensein einer allgemeinen Bauchfellentzündung. Regel ist, dass das Rind bei umfangreicher, resp. allgemeiner akuter Bauchfellentzündung infolge einer Ansammlung von freiem Gas in der oberen Region des Pansens aufgebläht, bei der gewöhnlichen phlegmonösen Magen-Darmentzündung aber eingefallen ist. Huss bestätigt 1891, dass bei Peritonitis stets Ausdehnung der oberen Flankengegend, besonders der linken Seite, bestehe. Das plätschernde Geräusch, welches man im Verlauf der allgemeinen akuten Bauchfellentzündung vielleicht hervorrufen kann, darf nur (s. u.) mit grosser Vorsicht zur Stellung, resp. Begründung der Diagnose Bauchfell-entzündungquot; benutzt worden. In diagnostischer Beziehung muss ich schliesslich ganz besonders darauf aufmerksam machen, dass dia gewöhnliche phlegmonöse Magen-Darmentzündung (s. d.) sehr rasch, die allgemeine akute Bauchfellentzündung (s. o.) in der Regel langsam verläuft. Die Feststellung der Bauchfellentzündung beim Rinde fällt dem Sachkundigen in der Regel leicht; ich wenigstens bin nur einmal, und zwar vor ca. zwei Jahren, bei einem Rinde, das schon 14 Tage krank und nicht aufgebläht, sondern tief eingefallen war, was ich in meiner 4.0jäliri-gen Praxis nur einmal erlebt habe, hinsichtlich des Sitzes der Krankheit Im Zweifel geblieben.
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Ursachen. Die sekundäre BauohfellentzUaduag wird durch Verletzungen der Kclieide, des Fruchthiilters, des Magens etc. hervorgerufen, Uebor die Entstehung der primären akuten Bauchfellentzündung wissen wir nichts Sicheres. Aus diesem Grunde aber das Vorkommen zu leugnen, finde ich nicht gerechtfertigt. Beim Rinde und beim Pferde kommt zeitweise ziemlich häufig eine Krankheit vor, bei welcher die Synovial-membrane der Gelenke und Sehnenscheiden in hervorragendster Weise affiziert sind, ohne da,ss das Peritoneum in Mitleidenschaft gezogen ist. Sowie nun auf imematogenem Wege die Synovialmombrane häutig erkranken, ohne dass das Peritoneum nachweisbar affiziert wird, so wird das kann man doch ohne allen Zwang annehmen das Peritoneum auf haematogenem Wege erkranken können, ohne dass die Synovial-meinbrane ergriffen werden. Sowie gewisse infektiöse Stoffe zur Synovia!-membran, so werden andere infektiöse Stoffe zum Peritoneum in besonderer Beziehung stehen. Wenn man dies zugiebt, so kann das häufige Vorkommen der allgemeinen akuten Bauchfellentzündung zu gewissen Zeiten, wie ich es Ende 1879 und Anfang 1880 erlebt habe, auch nicht überraschen. In derselben Zeit, in welcher ich das häufige Vorkommen der Peritonitis beim Rinde erlebte, kam diese Krankheit auch abnorm häufig beim Menschen vor.
Prognose. Diese muss in jedem Falle mit Vorbehalt gestellt werden. In den meisten Fällen wissen wir nicht, ob wir es mit einer idiopathlschen oder deuteropathischen Bauchfellentzündung zu thun haben, aber selbst auch dann, wenn dies bekannt ist, müssen wir vorsichtig bei der Abgabe der Prognose sein. In seinem Vortrage über allgemeine Chirurgie sagt Karl Günther: Eine schlechte Prognose ist ein Nagel zum Sarge des Tierarztes!quot;
Behandlung. Seit ca. 1800 gebrauche ich gegen die Entzündung der serösen Häute, also auch gegen die des Bauchfells, den aus dem Arzneischatz sonst ausgemerzten Borax. Beim Rinde lasse ich gewöhnlich in den ersten vier und zwanzig Stunden 200 g auf dreimal und darauf 2i) g dreimal täglich geben. Jedoch wird für den ersten Tag zuweilen mehr, mitunter weniger verordnet. Der Bauch des Tieres wird in der Regel mit einem ziemlich rasch und anhaltend wirkenden Reizmittel, z. B. mit einer aus Oleum terebinthinae und Tinctura cantbaridum iia 76,0 g bestellenden oder ähnlichen Mischung eingerieben, und das ganze Tier in Decken eingehüllt. Mitunter ist sofort nach der Einreibung oder später ein Pricssnitz'scher Umschlag gemacht worden. Ausserdem sorge ich für hohe Streu und für einen luftigen, zugfreien Stall. Sinkt im Verlauf der Krankheit die Herzthätigkeit gefahrdrohend stark, so werden
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selbstverständlich die bekannten Excitantia Braimtwein, Kampfer etc. in Auweudung gebracht, Hat man einmal eine Beliandlung eingeleitet, so muss auch alles aufgeboten werden, selbige zum glücklichen Abschluss zu bringen. Das ist in diesem Falle um so notwendiger, weil das Fleisch eines Kindes, das mehrere Tage an einer allgemeinen akuten Bauclifellentzüiulung gelitten hat, als Nahrungsmittel für Menschen nicht mehr zu verwerten ist.
Nachdem meine Boraxbehandlung gegen Peritonitis beim Kinde durch die erste Auflage dieses Buches bekannter geworden, ist schon im sechsten Baude der ticrmediziiiisclien Kundschau mitgeteilt worden, dass Distriktstierarzt Pranok-Speyer und Bezirkstierarzt Steuert-Memmingen sich von der günstigen Wirkung der Boraxbehandlung gegen Peritonitis überzeugt haben. Franck sagt, dass er bei den nicht durch fremde Körper hervorgerufenen Bauchfellentzündungen öftere Gaben von Borax bis 100 g mit sichtbarem Nutzen verabreicht habe, und dass er diesem Heilmittel fast eine spezifische Wirkung auf die serösen Häute zuschreiben möchte. Steuert drückte sich dahin aus, dass die Boraxbchnndlung bei Peritonitis überraschend gute Dienste leiste.
Es dürfte sich nicht mir empfehlen, sondern notwendig sein, einige von denjenigen Fällen, welche die Grundlage zur vorstehenden Mitteilung über die allgemeine akute Bauchfellenzündung bilden, hier anzureihen.
1.nbsp; Fall. Kuh dos Gartenmannos G. im Moore boi Hannover. Vorberloht. Dio Kuh hat in den lotztou 24 Stunden wenig gefressen
und ist in der Milchsekrotion von 20 bis auf 2 1 heruntergegangen.
Am 21. Oktober 187!) wurde beim Patienten mit Wahrselieinlichkeit, am 22. Oktober mit vollster Bestimmtheit Bauchfellentzündung festgustollt. Da ich die Banohfellentzttndung für eine deuteropathisohe hielt, wurde nur eine Schein-kur eingeleitet. Das Tier diente einige Tage als Unterrichtsmaterial und wurde, sobald feststand, dass die Krankheit lethal vorlaufen werde, gesohlachtet.
Soktionsbefund. In der Bauchhöhle befinden sich ca. 100 1 golblichgraue, trUbe, mit vielen grösseren und kleineren Gerinnseln versehene Flüssigkeit. Die serösen Häute dos Hinterleibes sind fast allenthalben mit Fibrin belegt, solbigo erscheinen nach dem Abhoben dos Fibrins rauh, hyporamiseh und mit kleinen Ekchymoson besetzt. Fremde Körper odor pathologische Prozesse, dio imstande gewesen wären, die Bauchfellentzündung hervorzurufen, sind trotz der aufmerksamsten Untersuchung sämtlicher Organe der Bauchhöhle nicht zu linden.
Dieser Fall ist mit Rücksicht auf die vier folgenden Fälle, in welchen ich nicht zur Soktion gelangte, doshalb mitgeteilt worden, weil, so weit os überall möglich ist, durch die Sektion erwiesen wurde, dass eine allgemeine akute idio-pathischo Peritonitis, dio ich bis dahin noch nicht konstatiert, bestanden hatte.
2.nbsp; Fall. Sechzehn Monate alter, ca. 225 kg schworer Bulle des Garton-maimes St. zu Hannover.
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Vorboricht. Fragliches Tier hat in don letzten 34 Stnndon den Appetit nach und nach verloren.
Untorsuchiingshofuml am 7. November 1870. Das Tior stoht mit go-ki'umnitoiu Rlloken und achtot auf soino llmgobiing niclit. Respiration 24 und (lach. Puls 100 und so klein, dass or an dor Ivinnlmckonartorio nicht aufgo-noiumen worden kann. Temperatur Im Mastdarm ',i'.),0, an dor Oberfläche des Körpers ungleich vorteilt. Von dorn vorgehaltenen Futter und Getränk wird nichts aufgenommen. Die linke Hungergrube ist gof'iillt wie boi einom Rinde, das sich kurze Zeit verhör gesättigt hat. Dor Pansen arbeitet subnormal; dor Inhalt desselben wird allerdings ab und zu in leichtem Grade gehoben, aber nicht in dor bekannten Welse unter dem horchenden Ohre vorbelgesohoben. Dlo Perkussion der Pansengegend erglebt den normalen Ton. Der Kot wird verzögert. In abnorm kleinen Quantitäten und unter Stöhnen abgesetzt; derselbe ist dem Futter nach von normaler saurer Reaktion. Der Bauch ist im ganzen Umfange driickomptlndlich, Jedoch nicht in hohem Grade. Auskultation und Perkussion der Brust ergobou das normale Resultat.
Aus diesem Befunde konnte ich nur auf ein entzündliches Hinterleibsleiden schllessen. Es wurde, weil der Kot verzögert, In kleinen Quantitäten und unter Stöhnen abgesetzt wurde, ein Laxans verordnet.
9. November. Puls 120, an der Kinnbackonartoric nicht zu fühlen. Temperatur 40,0. Respiration 27; bei der Kxsplratlon zuweilen ein leichtes Stöhnen zu hören. Der Pansen liegt still; in der oberen Partie desselben ist nur Gas vorhanden. Allenthalben am Bauche tritt beim Druck heftiges Stöhnen ein. Boi geeigneten Manipulationen am Bauche Ist durch die Auskultation ein plätscherndes Geräusch zu konstatieren.
Die Diagnose wurde jetzt mit voller Bestimmtheit auf Bauchfellentzündung gestellt und In der oben angegebenen quot;Weise begründet. Das plätschernde Geräusch durfte ieli hierbei nicht verwerten, weil das Tier 48 Stunden vorher ein Laxans bekommen hatte.
Da. unter Berücksichtigung des sub 1 angegebenen Pallos an das Vorliegen einer Idiopathischon Bauchfellentzündung gedacht werden musste, wurde folgende Behandlung eingeleitet: 200 g Borax wurden verordnet, alle 8 Stunden den 8. Teil einzugeben; eine aus Oleum toreblnthinao und Tinctura cantbaridum bestehende Mischling zum Einreiben der Bauchwand; Einhüllen des Körpers In Decken; hoho Streu; Wasser nach Belieben.
11. Novombor. Das Tier erscheint munterer, es nimmt etwas von dem vorgehaltenen Futter auf. Die linke Hungergrube ist weniger stark gefüllt. Der Kot wird in grössoron Quantitäten und freier abgesetzt. Respiration 2-1. Rektaltemporatur 38,5. Puls 80, an der Kinnbackonarterio leicht aufzunehmen. Der Pansen bewegt sich mitunter in leichtem Grade. Beim Druck gegen den Bauch tritt nur ab und zu Stöhnen ein. Verordnet wird, in den nächsten beiden Tagen dreimal täglich 25 g Borax zu geben.
18. November. Die Untersuchung des Tieres erglebt im allgemeinen dasselbe Resultat wie am 11. Die Behandlung wird fortgesetzt. Es stellt sich hierauf nach und nach eine solche Besserung ein, dass das Tier am 18. November aus der Behandlung entlassen werden kann.
Harms, Uinderkrankheiton.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 2
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3.nbsp; Fall. Kuh dor Wittwo IM. in Hannover.
Vorberloht, Die Kuh hat In don letzten 21 Stunden in der Puttorauf-nahmo und Milcliliofcrung stark naobgelassen.
Untoi'suehnngsbefnnd inn 20. November 1879. Das Tier steht apathisch, nimmt von dem vorgehaltenen Futter und Grotriink nichts auf, ist aufgebläht und bewegt sich höchst ungern. Respiration 24; Exspiration mitunter von Stöhnen begleitet. Temperatur im Mastdarm 37,0 und an der Körperoborfläohe ungleich verteilt. Pulfi 100; derselbe ist so klein, (lass or an der Kinnbackon-artorio kaum aufgenommen worden kann. Der Pansen liegt fast still; in dor oberen Partie desselben ist nur Gas vorhanden. Dor Bauch ist in ganzem Umfange sehr druckempfindlich.
Nach diesem Befunde wurde die Diagnose auf Bauchfellentzündung gestoiit und folgendes verordnet: Innerlich achtstiindlich 50 g Borax. Umhüllung des Bauches und der Brust. Hohe Streu.
27. November. Puls 80, an der Kinnbackenarterie leicht aufzunehmen. Hespiration 20, Temperatur 38,0. Das Tior ist an der linken Bauchseite oingo-fallon, nimmt von dorn vorgehaltenen Futter etwas auf und hat nach Aussage des Besitzers in dor Milchlieforung nicht weiter nachgelassen. Beim Druck gegen den Bauch tritt kein Stöhnen auf. Das Tier bekommt fortan koine Arznei und ist am 1. Dezember vollständig hergestellt.
4.nbsp; Fall. Kuh dos Rentier H, in Hannover.
Vorbericht. Das Tier hat vor acht Tagen gekalbt, gestern einen Marsch von einer Stunde gemacht und seit der Koit kein Puttor aufgenommen.
Untersuchungsbefund am 1. Februar 1880. Das Tier ist aufgebläht, nimmt vorgehaltenes Putter und Getränk nicht auf und setzt braunen Kot in geringeltem Znstand in geringer Menge unter Stöhnen ab. Respiration 24. Puls 02; derselbe, ist deutlich an dor Kinnbackenarterie zu fühlen. Temperatur 40,5. Der Pansen arbeitet subnormal; der Inhalt dosselbon wird alle zwoi Minuten nur ein wonig gehoben. Die obere Partie dos Pansens enthält nur Gas. Der Bauch ist in ganzem Umfange druckempfindlich. Perkussion und Auskultation der Brustorgano ergeben das normalo Resultat. Scham und Seheide zeigen nichts abnormes.
Diagnose: Bauchfollentzündung.
Behandlung. Borax 200 g, achtstiindlich den 3. Teil; eine aus Oloum terebinthinae und Tinctura cantharidum äa 75,0 g bestehende Einreibung; Bin-, hiillung dos Bauches und der Brust; hoho Streu.
2. Februar. Das Tier ist weniger aufgebläht, nimmt etwas Futter und Getränk auf, hat nach Aussage dos Besitzers schon rumlniert und setzt Kot in normaler Qualität und Quantität ab, und zwar ohne allo Boschwerden. Rospiration 14. Puls CO. Temperatur 38,0. Die Druckempflndliohkeit dos Bauches hat abgenommen. Verordnet wird, dem Tioro alle 8 Stunden 25 g Borax zu geben.
7. Februar. Das Tier zeigt keine Krnnkhoitsorsclioinungon und liefert oino don Umständen nach normalo Quantität Milch.
5.nbsp; Fall. Kuh des Gartenmannos Seh. in Hanno vor.
Vorbericht. Die Kuh hat seit dorn vorigen Tage das Futter verschmäht und ist in der Milchlieforung bedeutend zurückgegangen.
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Dio am Anmoldunsstago vorgenoiuraene Uutorsuohung liefert folgenden Bo-fund: Rospiration 40. l'uls 00; Artorio miissig gofiillt. Temperatur 40,0. Linke Huiigorgrube gefüllt wie bei einem Tiere, das sich kurze Zeit vorher mit Kanh-futtor gesättigt hat. - - Relative Aufblähung. üor Pansen liegt absolut still; die obere Region desselben enthält nur Gas. Der Kot ist dem Futter nach zu konsistent; er wird verzögert, in abnorm kleinen Qimntitäton und unter Stöhnen abgesetzt. Uer Bauch ist druckompllndlich.
Diagnose: Bauchfellentzündung.
Behandlung. '2S0 g Borax, wovon alle fünf Stunden dor vierte Teil gegeben worden soll. Kino aus Oloum terebinthinao 100,0 und Tinctura canthari-dum 75,0 bestehende Einreibung. Einhüllen des Bauches. Hoho Streu. Luftiger Stall.
Dritter Krankheitstag. Puls 100, an der Kinnbackenarterio nicht zu fühlen. Temperatur nicht aufzunehmen, weil der After offen steht. Auf ge-Olgnete Manipulationen tritt ein plätscherndes Geräusch im Bauche des Tieres auf. Die Einreibung hat gut gewirkt. Dor Kot ist weich. Die Harnaus-schoidung ist sehr bedeutend.
Behandlung. Viermal täglich 25 g Borax. Mine aus Oloum terebinthinae 50,0 und Tinctura cantharidum .'!0,0 bestehende Einreibung.
Vierter Krankheitstag. Puls 86, an der Kinnbackenarterio aufzunehmen. Temperatur 37,0. Hungergrube etwas eingefallen. Das plätschernde Geräusch tritt nicht mehr so stark auf. Harnausscheidung bedeutend. Vorordnet wird, in don nächsten Tagen viermal täglich 25 g Borax zu geben.
Achter Krankheitstag. Puls 82. Temperatur 89,2. Rospiration 19. Hungergrube stark eingefallen. Der Pansen arbeitet fast normal. Appetit hat sich eingestellt. Milchsekretion hat sich gehoben. Harnausscheidung noch immer stark.
Das Tier wird aus der Behandlung entlassen.
6. Fall. Kuh dos Kleinbesitzers 0. in R.
Vorbericht. Die Kuh hat am 11. d. M. leicht geboren und ist 48 Stunden später sehr krank geworden.
Untersuchungsbefund. Puls an dor Kinnbackenarterle nicht aufzunehmen. Respiration 44; Exspiration von sohr starkem Stöhnen begleitet. Herztöne dos starken Stöhnens wogen nicht zu hören. Das Tier ist in ziemlich bo-deutondem Grade aufgebläht. Der Pansen liegt still; dio obere Partie dossolben enthält nur Gas. Kot ist in den letzten 24 Stunden nicht abgesetzt. Der im Mastdarm in geringer Quantität vorhandene Kot 1st trocken und mit Schleim umhüllt. Dio Druckoniptlndlichkoit des Bauches ist eine sehr bedoutondo. Ki-hauttoilo hängen aus der Scheide.
Diagnose: Sekundäre Bauchfellentzündung.
Das Tier stirbt 12 Stunden nach dor Untersuchimg.
Leichenbefund. Bei Eröffhung der Bauchhöhle lliesst ca. '/a Stalloinior voll Flüssigkeit aus derselben. Die serösen Häute der Bauchhöhle und dor in dieser liegenden Eingeweide sind mit Fibrin belegt; selbige erscheinen nachdem Abhoben des Fibrins rauh, streifig und punktförmig gerötet. In der Wand dos tragend gowosenon Hornos ist ein wallnussgrosses, mit blutig infiltrierten und zerrissenen Rändern versehenes Loch, in welchem ein fingerdicker Fihautstrang steckt, der In dio Bauchhöhle hineinragt. Ein ähnliches Loch findet sich in der untoron Wand der Scheide, und zwar dicht am Muttermunde.
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Dio Änfttbrung dieses Falles 1st goschohon, weil mir Oologonhoit gogobon wurde, nioiiio bei Lebzeiten dos Tieres gestellte Diagnose duroh dio Sektion bestätigen zu köimon, was mir der Praktikanten wegen sehr angonehm war.
Um Raum 7Ai sparen, verzichte ich auf dio Anl'iilirnng weiterer Fiillo von allgemeiner akuter Banohfellentzündnng) weil mir In denselben keine Golegenheit zur Sektion gegeben wurde.
Hlnsk'htlich der Behandlung der Bauohfellentzttndung möchte loh noch folgondos bemerken: Die Monscheniirzto geben seit vielen Jahren Opium und ähnlich wirkende Mittel. Mir gegenüber wurde unlängst In unfeiner Weise der Borax verworfen und Opium in grossen Dosen empfohlen. Sollte der betreffende Herr diese Zeilen losen, was ich seiner Stellung wegen annehmen darf, so wird derselbe hoffentlich Veranlassung nehmen, diejenigen Fälle, auf welche or sich bei seiner Empfehlung stützt, anzuführen, und zwar derart, dass eine Kontrolle möglich ist.
Friedberger-Fröhnor empfohlen, zunächst zur Minderung der Schmerzen und zur liintanlialtung der Darniperistaltik Opium ZU geben, und dio dadurch gesteigerte Verstopfung durch lauwarme Klystiere und Infusionen zu bekämpfen. Bei starkor Flüssigkoitsansamnilnng In der Bauchhöhle diuretischo Digitalis, Scilla, Strophanhis, Coftoi'n, Fruct. Jimiperi, Oleum terebinthinae, Liq. Kali aeotici etc. oder scbwoisstrelbende Mittel IMIocorp. zu jobben.
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Die partielle akute IJauclifelleiitziimluiig.
Diese Krankheit kommt nicht ganz selten, in einigen Gegenden sogar ziemlich häufig, vor.
Krankheitserscheinungen. (Sk-he die vorige Krankheit.) Fieber mit den weiteren Folgen. Driickeniptimlliclikeit an einer mehr oder weniger begrenzten Stelle des Bauches. Mitunter Aufblähung) und zwar dann, wenn ein grösserer Teil des Peritoneuma ergriffen ist.
Leichenbefund. Die serösen Häute zeigen an einer verschieden umfangreichen Stelle die Erscheinungen der Entzündung, und in der Bauchhöhle ist ein Erguss vorhanden. Die übrigen Veränderungen sind nach den Ursachen verschieden.
Verlauf. Die Krankheit kann erstens selbst dann sogar, wenn sie anscheinend in einem ziemlich bedeutenden Grade vorliegt, in kurzer Zeit zur absoluten oder relativen Ausgleichung gelangen, und dies ist der Fall, wenn die Ursache beseitigt oder unschädlich gemacht wird; zweitens in kurzer Zelt tödlich verlaufen und drittens chronisch werden.
Diagnose. Die partielle Bauchfellentzündung ist, wenn systematisch, also auch der Bauch auf Diuckeinpfmdlichkeit untersucht wird, gewöhnlich leicht, die Ursache aber vielfach schwer zu ermitteln.
Ursachen. Die partielle Bauchfellentzündung ist in der Eegel eine sekundäre, und diejenigen Krankheiten, die sie hervorrufen, werden später speziell angegeben werden.
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Prognose. Die Abgnbe derselben muss in jedem Falle mit grosser Reserve geschehen.
Behandlung. Man muss, wenn es möglich und den praktischen Erfahrungen zufolge wünschenswert ist, der Kausal-Indikation Rechnung trugen und sonst in ähnlicher Weise wie gegen die allgemeine Bauchfellentzündung einschreiten. Ganz besonders kann hier die örtliche Anwendung des Eises in Frage kommen.
Chronische liauchfcllont/iiudun^.
Eine allgemeine chronische Bauchfellentzündung habe ich niemals, eine partielle chronische Bauchfellentsiündung aber mitunter gesehen.
Krankheitserscheinungen. Die Rinder zeigen nicht die normale Munterkeit und den vollen Appetit, gehen im Nährzustande eher rückwärts als vorwärts, liefern eine zu geringe Quantität Milch und zeigen an einer begrenzten Stelle des Bauches Druckempfindlichkcit. Die Angabe, dass bei der Palpation gewöhnlich keine Schmerzäusserungen auftreten, beruhtauf einem Irrtum. Die Bemerkung dagegen, dass der Regel nach die Symptome der Kolik fehlen, ist richtig; Kolikerscheimingeu habe ich niemals wahrgenommen.
Leichenerscheinungen. Verdickungen und Verwachsungen der serösen Häute. Mitunter bedeutende Wucherungen des subserösen Bindegewebes. Zuweilen Abscessc. Ausnahmsweise unbeträchtliche Ergiessungon in der Bauchhöhle.
Verlauf. Die Krankheit verläuft stets langsam; sie kann sich auf ein Jahr und darüber erstrecken. (Siehe die traumatische Magen-Zwerchfellentzündung.)
Diagnose. Ist unter Berücksichtigung des Verlaufs nur durch die Untersuchung des Bauches auf Druckeinpfindlichkeit zu stellen.
Prognose und Behandlung. Im allgemeinen ist es besser, eine Behandlung nicht einzuleiten. Soll ein Heilversuch gemacht werden, so empfehle ich eine Einrreibung in der druckempfindlichen Gegend des Bauches. Oleum cantharidum coinpositum, welches aus 2 Teilen spanischer Fliegen, 1 Teil Euphorbium, 21 Teilen Leinöl und quot;) Teilen Terpentinöl besteht, verwende ich für diesen wie für ähnliche Fälle sehr gern als scharfes Mittel. Ich lasse dasselbe ein- bis zweimal täglich einreiben, bis eine genügende Wirkung eingetreten ist. Haar- und Hautverlust habe ich darnach niemals eintreten sehen. Innerlich werden wohl harntreibende und Laxiermittel empfohlen. Hat man durch die vorstehende oder eine andere medikamentöse Behandlung nichts erreicht, so kann man, falls das Fleisch des Tieres als Nahruüg für Menschen nicht verwendet werden
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kiinu oder soll, vorsuchen, auf operativem Wege mittels der Laparo-tomle nur präzisen Diagnose und zur Aufstellung rationeller Hcil-indikationen zu gelangen. Nach den Erfolgen, die auch in der tierärztlichen Chirurgie mittels der antiseptischen Kurmethode erzielt worden, sind wir in oben bemerktem Falle dem Besitzer gegenüber verpflichtet, die Baucbliöhle zu öffnen, und diese, sowie die in derselben liegenden Organe nüiglicbst gründlich zu untersuchen. Selbstverständlich darf dieser Eingriff immer nur als ein Vorsuch von selten des Besitzers angesehen worden.
UauclMvasscrsucIii.
Die Bauchwassersucht besteht in einer Ansammlung von Serum Transsudat In der Bauchhöhle. Sie kommt in dem Grade, dass sie störend wirkt und folglich Veranlassung zur Untersuchung des Tieres giebt, selten vor.
Krankheitserscheimmgen. Das Tier zeigt nicht die normale Munterkeit und Leichtigkeit in der Bewegung, hat ein glanzloses, rauhes, struppiges Haar, eine zu hart und zu fest anliegende Haut und eine eigentümliche Form des Leibes. Der Bauch hängt tief hinab Hängebauch , ist in der obersten Partie von zu geringem, in der untersten Partie von zu grossein Querdurchmesser, so dass die Hungergruben und die Querfort-sätzo der Lendenwirbel zu stark auftreten, während der Brustkorb am hinteren Rande gegen den Bauch zurücktritt. Die Respiration geht nicht mit der gewohnten Leichtigkeit von statten, jedoch tritt dieses Symptom erst dann deutlich hervor, wenn das Tier sich anhaltend bewegt. Beim Schütteln des Tieres, wie auch dann, wenn man kurze Stösse gegen die linke Bauchwand machen lässt, vernimmt das an die rechte Bauchwand angelegte Ohr ein plätscherndes Geräusch. Diese Erscheinung darf aber nur mit der grössten Vorsicht zur Stellung der Diagnose Bauchwassersuchtquot; verwertet werden. Denn durch die bemerkten Manipulationen kann man auch dann ein plätscherndes Geräusch erzeugen, wenn der Inhalt dos Darmkanals dünnflüssig ist, oder das Tier kurze Zeit vorher seinen Durst gestillt hat. Mitunter habe ich sogar durch den Inhalt der entsprechend gefüllten Gallenblase ein ähnliches Geräusch hervorrufen können. Macht man mit der in den Mastdarm eingeführten Hand auf- und abgehende Bewegungen, so kann man mit der anderen, an die rechte Bauchwand angelegten Hand schwappende Bewegungen fühlen. Die Leistung des Tieres ist subnormal. In einem Falle fand ich ein Oedem, dessen Umfang bei hoher Temperatur geringer war als bei niederer Temperatur. (S. u.)
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Leichenerscheinungen. Kadaver mager und aniimiscli. Die serösen Bauclilüiuto nicht glänzend, soiulem trübe. Die. in der Bauchhöhle vor-liaiuleno Flüssigkeit kann klar, aber auch in verschiedenem Grade trübe sein.
Verlauf. Die Krankheit verläuft sehr langsam. quot;Wie lange die au Bauchwassersucht leidenden Kinder am Leben bleiben können, weiss ich nicht. Sobald der Praktiker die Diagnose auf Bauchwassersucht beim Kinde gestellt hat, rät er zur Verwertung desselben.
Diagnose. Mir ist beim Kinde niemals beim Hunde ziemlich häufig Gelegenheit geboten worden, meine Diagnose Dauchwasser-suchtquot; durch die Sektion bestätigen zu können. Auch nur einmal habe ich vom Besitzer erfahren können, dass meine Behauptung, die betreffende Kuh leide an Bauchwassersucht, richtig gewesen sei. Trotzdem aber glaube ich, mich in dieser Diagnose niemals geirrt ZU haben. Das Bild, welches das Tier darbietet, ist ein charakteristisches, der Untersuchungsbefund ist sicher, und Krankheiten, mit denen der umsichtige Praktiker die Bauchwassersucht verwechseln könnte, sind mir nicht bekannt.
Ursachen. Zirkulationsstörungen und wässerige Beschaffenheit des Blutes rufen im allgemeinen Bauchwassersucht hervor. Das ist eine nicht zu bestreitende Thatsache. Die Wassersucht entsteht bei Zirkulationsstörungen durch Erhöhung des Seitemirucks in den Kapillaren und kleinsten Venen, bei der Hydrämie infolge einer Erkrankung der Gefäss-wand und dadurch bedingten grösseren Durchlässigkeit derselben. Wassersucht, auch Bauchwassersucht, kann durch jedes dieser Momente hervorgerufen werden, selbige entsteht unbedingt aber leichter, wenn beide zusammenwirken. Positive Angaben über die Ursachen solcher Zirkulationsstörungen, welche beim Kinde Veranlassung zur Entstehung der Bauchwassersucht geben, kann ich nicht machen, weil ich, wie schon oben bemerkt, niemals Gelegenheit gehabt habe, an Bauchwassersucht leidende Rinder zu sezieren. Die folgenden negativen Angaben sind auch vielleicht ebenso wichtig. Nach meinen Beobachtungen konmit es beim Kinde selbst, dann, wenn bedeutende. Zirkulationsstörungen vorliegen, nur selten zur Ansammlung einer grösseren Menge von Flüssigkeit in den Körperhöhlen. So habe ich erstens bei Verkalkung der Atrio-ventrikularklappen, zweitens beim Zottenherz, welches ich mehrfach gefunden habe, drittens bei so hochgradigem Lungenemphysem und so bedeutender Lungentuberkulose, dass die. Exspiration nicht mehr durch die Zusammenziehung der Lungen beschafft werden konnte, sondern durch die Exspirationsmuskeln bewirkt werden musste, viertens bei der
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infolge der Lebcrogolkninkhoit ciitstniuloucn Leberatrophie, fünftens bei der Eeliinoknkkenkrankheit sell)st dann, wenn die Leber ein Gewicht von 40 kg erreicht Imtte, sechstens bei kolossaler Vergrossernng der Gekrüsdriisen des ganzen Dünndarms, siebentens bei Thrombosis der hinteren Hohlvene, achtens bei Hinterleibstuberkulose selbst dann, wenn sänitliche serösen Häute mit handdicken Platten belegt waren, niemals Bauchwassersucht und neuntens bei einer durch beiderseitige chronische intcrstitiello Nephritis bedingten, so bedeutenden Zirkulationsstörung, dass (s. u.) monatelang ein Oedem im Kehlgange bestand, nur eine geringe Ansammlung von Serum in der Bauchhöhle beim Rinde gefunden.
Prognose. Im allgemeinen ungünstig.
Behandlung. 1st die Krankheit beim Rinde mit Sicherheit erkannt, so ist es unbedingt am richtigsten, die Behandlung abzulehnen und zur baldigen Verwertung des Tieres zu raten. Das ist auch stets von mir geschehen. Jagdhunde, die einige Wochen vor Eröffnung der Jagd in meine Behandlung kamen, habe ich durch Punktion, Umwickelung des Bauches und durch Bulbus scillae ein paarmal soweit gebracht, dass sie noch eine Jagd mitmachen konnten, aber niemals geheilt. Wünscht der Besitzer aus irgend einem besonderen Grunde einen Heilversuch, so ist es meistens praktisch richtig, einen solchen unter der nötigen Reserve einzuleiten. Zur Kur benutzt man dann die harntreibenden Mittel: Bulbus scillae, Tct. Strophant., Fruct. Junip., Oleum terebinth., Liq. Kali acet. etc. Welches Mittel man wählt, ist ziemlich gleichgiltig, wenn nur der Zweck, die Vermehrung der Harnausscheidung, erreicht wird. Jedoch muss man, wenn man auf die Gewinnung und Benutzung der Milch Wert logt, solche Mittel, welche der Milch einen schlechten Geschmack verleiben, ausschliessen. Ebenso muss ich empfehlen, die Digitalis nicht zu gebrauchen. Purgiermittel, die ich in diesem Falle abwechselnd mit harntreibenden Mitteln beim Pferde verwende, kann ich beim Kinde nicht benutzen. Ueber die Punktion beim Rinde habe ich keine Erfahrung. Gute Hautpflege, kräftige Fütterung und teilweise Entziehung des Getränks sind notwendig.
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Zu den Krankheiten der Leber.
Der Kliniker ist selten in der Lage, beim Rinde während des Lebens eine Erkrankung der Leber nachweisen zu können. Die bekannten Invasionskrankheiten, die durch Leberegel und Echinokokken bedingt sind und später besprochen werden, verlaufen sehr häufig nicht nur, sondern in den meisten Fällen derart, dass sie die Verwertung des Futters und
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das Befinden dos Tieres nicht imchweisbar beeinträehtigeii. Die bei den Zirkulationsstörungen mitunter eintretende Leberliyperiimie, sowie die bei den Infektionskrankheiten sich einstellende parenohymatöse Lebercnt-zündung sind bei lebenden Hindern bis jetzt noch nicht siu erkennen, und folglich muss deren Bespreohung der allgemeinen Pathologie und pathologischen Anatomie überlassen werden.
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Gelbsuclit - Ikterus .
Die Gelbsucht ist keino bostlnnnto Krankheit, sondern nur oin Symptom verschiedener Krankheiten; Ihre Besprechung gehört daher weniger in die spezielle als in die allgemeine Pathologie, In der allgemeinen Pathologie unterscheidet man den hämatogonon und den hepatügeneu Iktorus. Der biimatogono Ikterus entsteht bei Infektionskrankheiten durch Umwandlung des Hämoglobins In Hiima-toidln, welches mit dem Blute zirkuliert. Dor hepatogono Ikterus entsteht erstens angeblich bei dor Entzündung Entartung dos Parenchyms der Lohor und zweitens infolge dor Resorption der fortig gebildeten Galle aus den GaUon-kaniilchon. Diese Resorption ist ausnahmsweise durch zu geringen Druck in die Kapillaren der Pfortader embolisohe Lieberentzündung , derRogol nach aber durch beschränkten odor ganz aufgehobenen Abtluss dor Gallo nach dem Darrakanal bedingt. Als Ursache dos beschrankten oder ganz aufgehobenen Ab-tlussos der Gallo nach dem Darmkanalo führt man den Katarrh dor Gallengange und des hetrell'ondon Teiles dos Dünndarms, sonst noch Oallonstoino, Geschwülste, Parasiten etc. an.
Bei dem Rinde habe ich ziemlich häufig eino iktorischo Färbung der Schleimhäute gefunden, aber ausserordontlich selten Gelegonheit gebäht, Gelbsucht zu diagnosieren; denn selhstverstiindlich unterscheide ich ikterische Färbung der Schleimhäute und Gelbsucht Iktorus . Von Gelbsucht spreche ich nur dann, wenn die Gelbfärbung der Schleimhaut eine Intensive und anhaltende ist und die Ursache dersolbon nicht mit Sicherheit erkannt werden kann.
Krankheitserscheinungen. Das Tier befindet sich nach der Fütterung und Halfimg in einem schlocliten Nährzustande; es nimmt nicht die normale Quantität Futter und Getränk auf, ruminierf weniger ergiebig als unter normalen Verhältnissen und liefert nur eine geringe Quantität Milch. Die Milch zeigt einen gelblichen Schimmer und besitzt nicht den normalen angenehmen Gesclnnaek. Der Kot war in den paar von mir gesehenen Fällen dem Futter nach von normaler Konsistenz derselbe ist sonst zu konstistent gefunden worden , zu bell von Farbe und von unangenehmem Geruch; das Absetzen desselben erfolgte langsam. Die Schleimhäute sind, soweit sie zu übersehen sind, gelblich gefärbt; die Schleimhaut des Auges fand ich stets tiefer gelb gefärbt, als die des Maulcs und der Scheide. Ueber die Temperatur, welche zu der Zeit, zu welcher ich meine Beobachtungen machte 18r)7 und \8'gt;8 nicht aufgenommen wurde, sowie über Puls und Respiration kann ich aus
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2(gt;
eigener Erfahrung keine Angilben machen. KoUkereoheinungen habe ich nicht wahrgenommen, Eine Untersuchung der Lobergegend hat nicht stattgefunden. Besonders miichto ich schllesslich folgendes hervorheben, Kino lichtgelblicho Färbung der weissen Hautstellen findet sich bei Kindern, die längere Zeit gekränkelt haben, nicht selten; diese Er-soheluung kann ich zur Zeit aber noch nicht zur Stellung einer präzisen Diagnose verwerten.
Verlauf. Hierüber kann man nach meiner Auffassung der Gelbsucht von vornherein nichts angeben. Alles hängt ab von der Ursache, von der Krankheit, die die Gelbsucht bedingt. In den von mir beobachteten zwei Füllen war der Verlauf ein sein- langsamer und tödlicher. Die Tiere magerten mehr und mehr ab und starben sehliesslich, wie ich damals glaubte, an Entkräftung. Ob bei meinen Patienten sehliesslich infolge einer Eesorption der Gallcnsäuren Sinken des Pulses and der Temperatur, sowie Sohlummersuoht eingetreten ist, was auch ich bei Hunden gesehen habe, kann ich nicht angeben.
Ursachen. In den beiden von mir bei Kühen erlebten Fällen fand ich Gallensteine; bei der einen Kuh siebzehn Stück, bei der anderen fünfundzwanzig Stück. Die grüssten Steine waren von dem Umfange einer Kastanie, die kleinsten von dein einer Erbse. Das Gewebe war gelb und eine ziemlich tiefgelbe Flüssigkeit in den Körperhöhlen vorhanden. Beim chronischen Katarrh des Dünndarms, sowie bei dein Vorhandensein von Leberegeln und Echinokokken in der Leber habe ich niemals die Erscheinung der Gelbsucht gefanden.
Behandlung. Das souveräne -Mittel gegen Gelbsucht ist das Karlsbader Salz. Man gebe dasselbe dem Kinde in der Dosis und Form, wie ich es beim chronischen Labmagen-Dünndarmkatarrh bemerken werde. Ein Heilversuch muss gemacht werden, weil das Fleisch des an Gelbsucht leidenden Rindes absolut vtneeniessbar ist.
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Ijnliolisclic LcberiMitzüiiduiig.
Diese hochinteressante Krankheit habe ich einigemale unter absolut gleichen Erscheiiuingen gesehen; sie ist in der ersten Zeit falsch von mir beurteilt, später aber richtig erkannt worden.
Krankheitserscheinungen. Wenn man im allgemeinen an die gewöhnliche Magen-Darmontzüiulung erinnert wird, dabei aber die Temperatur gar nicht oder nur in geringerem Grade erhöht ist, sämtliche Schleimhäute gelb sind, die Bindehaut des Auges sogar zitronengelb gefärbt ist, in der oberen Partie des Pansens nur Gas vorhanden ist, das Tier aufgebläht, vielleicht in dem Grade ist, dass der Pansenstich
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in Brwäguiig gezogen wird, Kot uieht abgesetzt wird, beim Einschieben der Hand in den Mastdarm jedoch in grosser Menge und von wässeriger Beschaffenheit entleert wird, darauf sogar unfreiwillig abläuft, so darf man an die in Frage stehende Krankheit denken.
Leiohenerscheinungen. In dem Herzbeutel, der Brust- und Bauchhöhle ist reichlich Flüssigkeit vorhanden; dieselbe ist dicker als unter normalen Verhältnissen und von tiefgelber Farbe. Die Lungen fallen bei der Exenteration nicht normal zusammen und sind in bedeutendem Grade mit gelbem Serum getränkt. Die Schleimhaut des Verdauungs-traktus ist in verschiedenem Grade streifig und fleckig gerötet und in Verbindung mit der Muskel- und serösen Haut mit gelber Flüssigkeit infiltriert. Diese Infiltration kann so bedeutend sein, dass die Dannwand quot;2 cm dick ist. Die Leber hat an Umfang und Gewicht zugenommen und ist mit reichlich erbsengrossen, runden, auf dem Durchschnitt graugelb erscheinenden Herden in unzähliger Menge durchsetzt. In der Pfortader findet sieh ein Thrombus von solchem Umfange, dass der Durchtritt des Bluts sehr erschwert oder fast ganz aufgehoben ist, und von solcher BeschafTenheit, dass kleine Stückchen desselben fortgeschwemmt werden konnten.
Verlauf. Patienten, bei welchen ich diese Krankheit vermutete oder nicht vermutete, sind mir, wenn sie nicht geschlachtet wurden, nach einigen Tagen gestorben.
Ursachen. Ueber Thrombus und Embolien giebt die allgemeine Pathologie Auskunft.
Prognose. Ungünstig.
Behandlung. Einen Heilversuch kann man ruhig macheu, weil das Fleisch solcher Tiere als menschliche Nahrung nicht zu verwerten ist.
Dio vorstohond geschilderte Krankheit 1st bis jetzt unbekannt, und deshalb will ich mir erlauben, zwei Fälle spozioll anzureihen.
1. Aus Vahromvald wurde cino Kuh mit dem Vorbericht angemeldet, dass solbigo vor zwei Tagen plötzlich krank geworden sei, nichts fresse, wonig saufe, nur eine geringe Quantität Milch liefere und in den letzten sochszohn Stunden nicht gemistet habe.
Untersuchungsbefund. Das Tier achtot auf soino Umgebung nicht und nimmt von dem vorgehaltenen Futter und Getränk nichts auf, Respiration 10. Puls 80, klein und langsam. Temperatur 39,0. Mittlere Temperatur nach dem benutzten Thormonictor 30,3. Die Organe der Brust funktionieren dor Auskultation und Perkussion nach normal. Dio linke Hungergrube ist, trotzdem das Tier in den letzten beiden Tagen nichts gefressen hat, ziemlich gut gefüllt. Relative Aufblähung. Der Pansen liegt absolut still, in der oberen Partie desselben ist nur Gas vorhanden. Die untere Pansenpartie ist anscheinend druckempfindlich. Die Schleimhäute dos Maules und der Scheide sind gelblich, die des
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Augos sogar zitronengelb. Kot wird nach dorn Binsohieben der Hand in rton Mastdarm In grosser Menge und von wässeriger Besehallenlieit ontloort und läuft nach dem Herausziehen der Hand unfreiwillig ab.
Behandlung, Den Studierenden sagte ich mit Kiicksicht auf frühere Erlebnisse, dass Aussicht auf Heilung kaum vorhanden, dass aber ein Heilvorsuch angezeigt sei, weil das Fleisch dos Tieres als mensohlicho Nahrung nicht verwendet werden könne. Verordnet wurde Kupfervitriol mit vielem Wasser. (S. Magon-Dannkatarrh.)
Verlauf. Unter Zunahme der Aufblähung trat allmählich Verschlechterung und nach vierundzwanzig Stunden der Tod ein.
Sekt i on sbo fund. Das Unterhautbindegewebo zeigt einen gelblichen Schimmer. Das Fleisch hat seine normale Farbe verloren. Es enthält der Herzbeutel 150, die Brusthöhle 200, die Bauchhöhle 700 g Kliissigkeit, welche nicht ganz klar und von gelblicher Farbe ist. Die Dannwand ist infolge einer In-tiltration mit gelblicher Flüssigkeit roiehlich 2 cm dick und an der inneren Fläche in verschiedenem örade streifig und fleckig gerötet. Die Lungen fallen bei der Exenteration nicht normal zusammen und sind mit gelbem Serum solir stark getränkt. Die Leber wiegt 10 kg; sie enthält eine unzählige Menge relohlloh erbsengrosser, rundlicher Herde, welche auf dem Durchschnitt graugelb erscheinen.
Auch noch dieser Fall wurde infolge der mangelhaften Untersuchung der Leiche der Leber ..... falsch interpretiert.
2. Diihlmeyer in der (lartengomeinde in Hannover meldete eine kranke Kuh mit dem Vorbericht zur Untersuchung und Behandlung an, dass selbige in der letzten Zeit schlecht, in den letzten zwei Tagen garnichts gefressen und in dieser Zeit auch nicht gemistet habe,
Die ca. drei Stunden nach der Anmeldung stattfindende Untersuchung fraglichen Tieres lieferte folgenden Befund: Das Tier liegt hei unserer Ankunft im Stalle in der gewöhnlichen Weise. Es erhebt sich erst auf starkos Antreiben und steht absolut teilnahmlos. Vorgehaltenes Futter und Getränk wird nicht beachtet. Respiration 14 und stark ziehend. Puls 84, langsam und sehr kloin. Innere Temperatur 39,4. Mittlere Temperatur nach dem benutzten Thormo-moter 89,8, Aoussere Temperatur, namentlich an den extremen Teilen, subnormal. Alle sichtbaren Schleimhäute gelblich, die Bindehaut dos Auges sogar tief zitronengelb. Das Inspirationsgeräusch ist nicht normal stark. Der Por-kussionston an der Brustwand kaum voll genug, mit einem tympanitischen Beiklang. Herztöne schwach, sonst normal. Linke Hungergrube ausgeglichen, das Tier also relativ aufgebläht. Der Pansen liegt absolut still und enthält in seiner oberen Region nur Gas. Von einer Bewegung dos Darms ist obonfalls nichts zu konstatieren. Mist liegt nicht hinter dem Tiere, dringt aber beim Einschieben dor Hand in den Mastdarm in bedeutender Menge und von wässeriger Beschaffenheit hervor und läuft später sogar unfreiwillig ab.
Das Tior wurde sofort getötet und seziert. Der Sektionsbefund war im allgemeinen so wie in dem oberen Falle. Es wurde aussordem in dor Pfortader ein Thrombus gefunden, welcher das Oefäss ausfüllte, an der oinon Soito innig mit der Wand desselben verbunden, an der freien Fläche graurot und bröckelig war. Nach Auffindung dos Thrombus lag der Fall in allen Einzelheiten klar vor.
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IMlaquo;- I'lchiiiokokkoiikranklioit der leberlaquo;
Der Echinokokkus odor Hiilsonwiit'm Eohlnooooous polymorphus ist in einfachem, normalem und vollständig entwlokoltem Zustande oine hühnoroi-bis leopfgrosse, durohslobtige Hiaso, welche in oinor Blndegewebskapsel llogt. Soinö cigono Wand bestellt aus zwoi Lamellen. An dor inneren Fläche dor inneren Lamello sitzen auf den sofionnnnton Brutkapseln die Bandwurmköpfe, welche vier Sauggruben und einen Hakenkranz besitzen. Sonst ontliiilt dieser Echinokokkus nur eine klare Flüssigkeit. Mitunter sind in der Grundblaso Tochter- und Enkolblason vorhanden, dann nennt man den Echinokokkus zn-samniongcsotzt. Es kommt auch, und zwar nicht ganz selten, vor, dass die Blasen an dor inneren Fläche keine Köpfe besitzen, und solche werden sohr bezeichnend Aoephaloclsten genannt. Nicht ganz solton findet sich in der Leber auch der Echinococcus nniltilocularis; dieser ist in praktischer Beziehung aber vollständig bedeutungslos.
Der Echinococcus polymorphus entwickelt sich aus den Eiern dor Taonia Echinococcus. Dieser Bandwurm ist höchstens 4 mm lang, also doch noch mit unbewaffnetem Auge zu sohon; er besitzt drei bis vier Glieder und haftet an der Schleimhaut des DUnndarms heim Hunde. Wird dieser Wurm vom Kinde oder von anderen quot;Wiederkäuern, dorn Schwein und dem Menschen aufgenommen, so entwickeln sich ans den Eiern desselben die Echinokokken. Aber nicht annähernd alle Eier kommen beim Rinde zur Bntwickolung. Ich habe in einem Falle bei einem Jungrinde, dem ich den ganzen mit Taonia Eohinocoecus dicht besetzten Dünndarm eines frisch gotöteten Hundes eingegeben hatte, nur ein paar Echinokokken gefunden. Giobt man dem Hunde dem Fuchs etc. dio Echinokokken, so entwickelt sich Taonia Echinococcus.
Ueber die Schnelligkeit der Entwickelung des Echinokokkus, welche für die gerichtliche Medizin, wie auch für die Stellung der Diagnose intra vitam von Interesse sein kann, kann ich auch jetzt nur die schon in meiner Broschüre vorhandenen Angaben machen. Leuckhardt fand in dor Lebor des Schweines die Echinokokken im Alter von vier Wochen niillimetergross und solid; wenn sie acht Wochen alt geworden waren, anderthalb millimetergross, und dio neunzehn Wochen alten Blasen von der Grosse einer Nuss, aber kopflos. Aus dieser kurzen Angabe geht, was namentlich für die Stellung der Diagnose von Wichtigkeit sein kann (s. dio Echinokokkenkrankhoit der Lunge), hervor, dass die Entwickelung dieses Wurmes gleich nach der Aufnahme der Taonia Echinococcus viel langsamer von statten geht als später.
Der Echinokokkus ist fast in allen Geweben und Organen gofundon worden; in den Muskeln und Knochen, an den serösen Häuten, in dem Auge, der Niere, dem Gehirn, dem Herzen, den Lungen und der Leber. Dio beiden zuletzt go-nannton Organe bilden den Hauptsitz. Hier handelt es sich nur um die Echino-kokkonkrankhoit dor Leber.
Krankheitserscheinungen. Einige Echinokokken können in der Leber sitzen, ohne nachweisbare Störungen zu veranlassen. Ist die Zahl der Echinokokken in der Leber eine recht grosse, so stellen sich im späteren Verlaufe Ersclieinungen ein, die sich auf-einen chronischen Lab-magen-Diinndaniikatarrh, der infolge von Zirkulationsstörungen aufgetreten
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ist, zurilokführen lassen. Liegt die Krankheit in so bedeutendem Grade vor, dass das Gewicht der Leber gegen 40 kg und darüber erreicht hat, so geht die Leberdiimpfung über den hinteren Rand der letzten Rippe hinaus, und man kann bei der Untersuchung durch den Mastdarm den hinteren Rand der Leber umfassen, ausnahmsweise sogar die höckerige Beschaffenheit des Organs konstatieren.
Leichenerscheinungen. Ausser den Echinokokken in der Leber, deren Gewicht ich bis !(raquo;, andere sogar bis 75 kg gefunden haben, sind solche auch an den anderen genannten Stellen, namentlich in der Lunge vorhanden. Lchinococcus multilocularis habe ich ziemlich häutig, aber immer nur in ein jmar Exemplaren gefunden. Im Labmagen und Dünndarm findet sich mitunter garnichts, bei starkem Besetztsein der Leber ein chronischer Katarrh.
Verlauf. Die Krankheit verläuft stets sehr langsam, sie führt, wenn sie in bedeutendem Grade besteht, stets zur Abmagerung, vielleicht auch direkt zum Tode.
Diagnose. So lange die Leber von normalem Umfange ist, kann von einer Erkennung dieser Krankheit nicht die Rede sein. Ist die Leber aber in dem Masse vergrössert, dass man bei der Besichtigung des Tieres an Trächtigkeit, Bauch- und Eihautwassersucht erinnert wird, so kann man mittels einer genauen Untersuchung die Krankheit unschwer feststellen.
Behandlung. Wenn nur die Erscheinungen des chronischen Lnb-magen-Dünndarmkatarrhs vorliegen, so wird man sich vielleicht ver-anlasst fühlen, gegen diesen einzuschreiten, und dazu empfehle ich s. den chronischen Labmagen-Dünndarmkatarrh das Karlsbader Salz und die Salzsäure. Hat man sich von dem Vorhandensein der in Frage stehenden Krankheit überzeugt, so ist nur die sofortige Verwertung des Tieres zu empfehlen, Die Hauptsache ist dann aber, dem Besitzer die Vernichtung aller Organe, die Echinokokken enthalten, aufzugeben; denn bei der Empfehlung zur Verwertung des Tieres kann es sich nur um das Schlachten, nicht um den Verkauf desselben vielleicht auf dem Markte in Husum, wo das eigentümliche Recht besteht, dass kein Verkäufer von Vieh nötig hat, dasselbe zurückzunehmen handeln. Den Rat, krankes Vieh ohne Angabe des Fehlers zu verkaufen, erachte icli als Verleitung zum Betrug.
Die Leberegelsenche Distomatosis .
Die Leberegelseuche wird durch die beiden Distomen Distomum hepaticum und Distomum lanceolatum hervorgerufen. Ich habe, so lange ich Dir. der externen Klinik an der Königlichen Tierarznei-
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schule in Hannover gewesen bin, beinahe in jedem der von mir sezierten liindskadaver Distomum hepaticiim selten 1). lanceolatum gefunden, aber niemals ein Kind gesehen, das infolge der Aufnahme der Leberegelbrut auffällige, resp. nachweisbare Störungen in der Gesundheit zeigte. Damit will ich aber ja nicht behaupten, dass das Rind diese Parasiten ohne Schaden beherberge; ich bin sogar überzeugt, dass selbige auch bei diesem Tiere gewöhnlich einen Nachteil bedingen, und es liegen aus neuerer Zeit Mitteilungen In der Literatur vor, nach welchen die Leberegolseuche ebenso grosso Nachteile beim Rinde wie beim Schafe hervorrufen kann.
Die Entwiokelnng der Distomcn oder Loborogol ist eine ganz eigentümliche; sio ist von Leuokhardt und Thomas klargelegt worden. Dio Loborogeloior worden mit den Exkrementen an dio Anssenwelt befördert. Dio in den Elorn enthaltenen Embryonen entwickeln sich, wenn sio an einem entsprechend warmen und feuchten Ort liegen, in vier bis sechs Wochen zu Larven, die ein Wimperkleid und am vorderen Ende einen Stachel besitzen. Dioso Pllmmerlarven dringen nach kurzem, freiem Leben in eine Sclinocko nach Leuokhardt in Limnaeus pereger, nach Thomas in Limnaeus trunculatiis ein. üio Larve wächst im Leihe der Schnecke Im Sommer in zwei, im Winter in vier Wochen zu einem Koimschlanch Sporocysto mit Keimzellen. Aus den Keimzellen entwickeln sich unter Ver-längorung des Keimschlauohes die sogenannten Redien odor Cercarionschliiuche, aas welchen nach Leuokhardt direkt, nach Thomas durch Vormittolung von Tochtorzollon geschwänzte Cercarien, welche die eigentUobe Leberegelbrut darstellen, hervorgehen. Aus einem Distomenei gehen ca. tausend geschwänzte Corcarien hervor.'
Uebor dio Art dor Aufnahme der Leberegelbrut, der geschwänzten Corcarien, ist man verschiedener Meinung. Nach Leuokhardt tlmlot dieselbe mit dor Schnecko, in welcher dio oben bemerkte Entwiokelung ihren Ablauf genommen hat, oder durch Aufnahme coroarionhaltigon Wassers, odor schliesslieh durch Vermittehing eines zweiton Zwischenträgers, in welchem dio Corcarien sich einkapseln, statt. Nach Thomas sollen dio geschwänzten Corcarien ihre Wirto Eodien und Schnockon verlassen, nach kurzer Zeit an Blättern und Halmen von Wasserpflanzen und feuchten Gräsern haften bleiben, den Schwanz verlieren, sich zu einor Kugel zusammenziehen und mit einer gummiäbnliohen Masse umgeben. In dieser Kapsel, die 2,!? mm lang und von weissor Farbe ist, sollen sio mehrere Wochen lebensfähig bleiben.
lieber die Zeit, in welcher die Aufnahme der Leberegelbrut stattfindet, bemerkte schon Gerlach, dass selbige nur im Frühjahre und Sommer bis zu den ersten Frösten, und zwar mit Griinfutter, erfolge. Das ist im grossen und ganzen richtig, doch kommen unbedingt Ausnahmen von dieser Regel vor, die mau nicht unbeachtet lassen darf. Ich habe auch im Ausgange des Winters, also zu einer Zeit, zu welcher die Rinder schon seit Monaten Grünfuttcr nicht bekommen hatten, Leberegel sehr verschiedenen Alters in der Leber gefunden, und deshalb
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steht es für micli fest, dnss die Aufnalime einer lebensftthlgen Lober-egelbrut mit Trookenfutter nicht ausgeBohlossen ist. Von den nicht wenigen, mir In der Klinik vorgekommenen Fällen dieser Art führe ich nur den nachfolttenden an.
Am 15. April 1801 fand ich boi der Sektion einer liochfotton Kuh dos Grosskaufmannos and Reserveoffiziers Lassen in Plensburg, die seit oinoiu Jahre auf Stallmast gestanden mul Sohlerape, Hon, Körner und Kaff als Putter bekommen hatte, folgendes! Die Leber wiegt 9226 g, sie ist bis auf einen handbreiten Rand des rechten Lappens, der blass erscheint und derb ist, hyperämisch. Auf der Schnittflöche derselben, mit Ausnahme dos oben erwähnten Randes, Unden sich die Gallengänge glelohmässlg erweitert, stark Inkrustiert and mit Schleim mohr oder weniger gut gefüllt. In dem Schleim, der bräunlich gefärbt ist, sind Leboregel vorhanden, dio allo von gleicher Grosse, aber nicht ausgewachsen sind.
Dieser Fall ist in hohem Grade deshalb interessant, weil die Leberegelbrut unbedingt mit Trookenfutter aufgenommen worden ist.
Praktisch wichtig sind besonders die Thatsachen, dass die Leber-egelembryonen, die in den Leberegeleiern liegen, nur an feuchten Orten zur Entwickelung kommen können, und dass solche Plätze vor Johannis und nach dein Eintritt des Frostes in der Regel nicht schädlich sind.
Krankheitserscheinungen. Erscheinungen, welche das Vorhandensein von Leberegcln in der Leber anzeigen, sind nicht bekannt. Bei sehr bedeutender Invasion können sich die Merkmale der Bleichsucht zeigen. Abmagerung, langes struppiges Haar, harte und festanliegende Haut, bleiche Schleimhäute, Ödem im Kehlgange etc. Letzteres Symptom ist indessen von mir nur bei einem an Leberegelseuche leidenden Rinde gefunden worden.
Leichenerscheinungen. Nach Gerlach. 1. Das Stadium der traumatischen Leberentzündnug. Die Leber ist hyperämisch und gesehwollen, auch wohl etwas mürbe, an der Oberfläche glatt und mit kleinen Oeff-nungen verscheu, aus denen beim geeigneten Druck blutige Flüssigkeit zum Vorschein kommt, und deren peritoneale Umgehung mitunter entzündet ist. In der Lebersubstanz finden sich hämorrhagische Herde, welche wohl durch Annagung der Pfortadergefässe entstanden sind. Die Gallengänge sind normal. Die Lebcregel sind zum Teil vielleicht ausgewachsen, zum Teil nicht. Die Galle ist mehr oder weniger blutig. Nicht selten findet sich blutige, seröse Flüssigkeit in der Bauchhöhle. 2. Das Stadium der Einschnürung, Einschrumpfung der Leber. Die Leber ist blass und derb, aber noch nicht auffällig atrophiert, die Oberfläche derselben zeigt nabeiförmige Einschnürungen und ist folglich uneben. Die Gallengänge zeigen eine Verdickung ihrer Wand, die grösseren der-
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selben sind dilatiert. Die Gallenblase erscheint recht gross, Dieses Stadium tritt ungefähr mit sechs bis acht Wochen nach dem Verhüten nach der Aufnahme der Leberegelbrut ein. 3. Das Stadium der Leberatrophie. Die Leber ist bis zum gänzlichen Verlust des Parenchyms in dem einen oder anderen Lappen atrophiert. Die Gallengänge sind inkrustiert. Die Wand derselben ist bedeutend verdickt. Der Kegel nach tritt dieses Stadium ein Vierteljahr nach dem Verhüten ein. 4. Das Stadium der Auswanderung der Egel. Dieses Stadium soll nach Qerlach unabhängig vom Grade der Krankheit, sondern durch die Lebensgeschichte der Egel bedingt sein. Die Egel sollen nach Gerlach instinktiv auswandern, wenn ihre Zeit gekommen ist. Man behauptet jetzt aber, class die Auswanderung der Egel beginnt, sobald sie geschlechtsreif sind, und das sollen sie schon drei Wochen nach der Aufnahme der Brut sein.
Bei dem Rinde, bei welchem ein Oedem im Kehlgange vorhanden war (s. d. Krankheitserscheinungen), fand sich nach dem Töten desselben bei der Sektion neben den Erscheinungen der Bleichsucht die Leber im ganzen Umfange affiziert. In allen übrigen von mir beobachteten Fällen, deren Zahl eine ziemlich beträchtliche ist, war nur der linke Leberlappen erkrankt, und sogar diejenigen Tiere, bei welchen ich diesen Lappen in eine schwielige, fibröse Masse, in welcher Leber-parenehym nicht mehr nachzuweisen war, umgewandelt fand, hatten nachweisbare Störungen in der Ernährung nicht gezeigt.
In allen mir bekannten Gegenden hat die Leberegelkrankheit für das Rind nicht annähernd die hohe Bedeutung wie für das Schaf. Ich habe erlebt, dass von Schafen und Bindern, die den ganzen Sommer auf einer und derselben Weide gewesen waren, die ersteren starben, die letzteren aber nicht einmal Krankheitserscheinungen zeigten.
Verlauf. Dieser ergiebt sich aus dem Vorstehenden.
Diagnose. Diese Krankheit ist nur durch die Sektion mit Sicherheit zu ermitteln. Denn selbst das Auffinden der Distomeneier in den Exkrementen beweist ja nicht, dass die vielleicht vorhandenen Störungen durch Leberegel bedingt werden.
Behandlung. Wir kennen keine Mittel, welche die in der Leber vorhandenen Egel töten können. Deshalb kann auch nicht von einer Behandlung der Krankheit, sondern nur von einer Vorbeugung die Rede sein. Diese besteht darin, dass die verdächtigen Stellen der Weiden in der Zeit zwischen Johannis und dem ersten Frost vermieden, eventuell durch Gräben etc. trocken gelegt werden.
Harms, liiiulorkrankheiteii.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;3
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Trauinatlscho LcbcmitüUiiAungr.
Ich bin nicht in der Lage, eine allgemeine Beschreibung dieser Krankheit liefern zu können, sondern muss mich auf die Mitteilung eines speziellen Falles beschriiuken.
Dor Hofbesitzer J. in 0. teilte mir vorbericbtlich folgendes mit:
Eine meiner Kühe ist seit einigen Tagen krank. Der das Tier behandelnde Tierarzt behauptet, (lass Verstopfang vorliegt und bat Laxier- und Purgiormittel, zuletzt Krotonöl verordnet. Der Zustand des Tieres ist während des Gebrauchs genannter Mittel nicht besser, sondern alliuählich schlechter geworden. Das Tier hat allerdings in den letzten paar Tagen keinen Kot abgesetzt, trotzdem aber nehme ich nicht an, dass der Tierarzt sich mit seiner Diagnose im Rechte befindet; ich glaube vielmehr, dass bei dorn Tiere eine Krankheit des Herzens und Herzbeutels vorliegt, denn es hat Im Kohlgango eine Geschwulst, wie sie nach dem Vortrage des an der landwirtschaftlichen Schule zu K. dozierenden Tierarztes bei Herz- und Horzbeutolkraukheiton des Rindes vorkommen soll.quot;
Da ich hoffte, dem Besitzer den Beweis liefern zu können, dass bei Tier-krankhoiten der Tierarzt doch eine bessere Diagnose stellen könne, als ein Landwirt, kam ich dem Wunsche des betreffenden Herrn, fragliches Tier zu untersuchen, mit dem grösston Vergnügen nach.
Folgender Befund wurde anfgenonunon: Das Tier liegt auf der Weide und steht ungern auf. Die Gegend unter dein After, sowie der Schwanz ist mit wässerigem Kot boschmutzt. Die linke Hungergrubo ist möglichst tief eingefallen. Im Kehlgange ist eine weiche, Plngerelndrtioke annehmende und kurze Zeit zurücklassende also ödematose Geschwulst vorhanden. Der Puls ist elend und steht auf 08. Die Temperatur beträgt im Mastdarm 08,7 und ist an der Oberfläche dos Körpers gesunken und ungioicbniässig vorteilt. Bei der Auskultation und Perkussion dos Herzens und der Lungen kann nichts Abnormes ermittelt worden. Bei der Auskultation des Hinterleibes ist an keiner Stelle desselben von einer aktiven Bewegung des Vordauungstraktus, von dem Geräusch, welches die poristaltische Bewegung des Magens und Darmkanals hervorruft, etwas zu vernehmen. Die Perkussion der Lebergegend orgiobt eine viel zu umfangreiche Dämpfung und Sohraerzäussernngen. Die Konjunktiven sind bleich und zeigen einen gelblichen Schimmer.
Nach diesem Befund konnte ich dem Besitzer mit Bestimmtheit sagen, dass fragliches Tier weder an Verstopfung, noch an einer Herz- und Herzboutel-krankheit, sondern an einer Leberkrankheit leide. Das plötzliche Auftreten der Krankheit, die zu umfangreiche Leberdämpfung, die Druckcmpflndlichkeit in der Lobergegond führten selbstverständlich zu der Annahme, dass die vorliegende Loberentzändung eine traumatische sei.
Hinsichtlich der Ursachen ermittelte ich schliesslieh, dass das Tier vom Pferde geschlagen worden sei.
Auf besonderen Wunsch dos Besitzers wurde eine Behandlung eingeleitet; es wurde demselben aber gesagt, er möge, falls das Tier sterbe, mir Nachricht zukommen lassen, damit ich zur Sektion gelange, aus welcher ihm besondere Kosten nicht erwachsen würden.
Schon nach 48 Stunden kam der Besitzer angefahren mit der Nachricht, dass seine Kuh im Sterben liege.
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Das Tier lag hoi nioinor Ankunft auf dem Hofo in dor Agonio. Es wurde deshalb sofort getötet, enthäutet und seziert. Alle Organe mit Ausschluss der Leber und der die Lober an der rocliton Seite der Bauchwand begronzonden Partie der serösen Hauphhaut zeigten keine mit blosscm Auge wahrnohmharen pathologischen Veränderungen. Die Leber war mit dem dieselbe an dor rochtcn Bauchseite begrenzenden Toilo dor serösen Bauohhaut verklebt. Nach dor Trennung beider Teile erschienen die froigowordonon h'iäohon rauh, gerötet und mit Fibrinfotzen besetzt. Dio Leber, deren üowicht in Ermangelung einer Wage von einem anwesenden Schlachter auf 50 kg geschätzt wurde, war in dem Dritteil, welcher dor rechten Rippenwand zugekehrt ist, in eine brauno, matschige Masse zerfallen. ~ Ein fremder Körper wurde weder in der Lobor, noch in irgend einem Teile dos Vordauungstraktus gefunden.
Die Krankheiten des Verdauungstraktus.
Die Krankheiten des Magens und Darmkanals gehören zu den täglichen Vorkommnissen in der Rinderpraxis und sind folglich für den Landpraktiker von höchster Bedeutung. Sie sind noch nicht in genügender Weise bekannt und müssen daher weiter erforscht werden. Dies kann nur auf die Weise geschehen, dass wir die bezüglichen Kranken möglichst genau untersuchen und gegebenen Falls die Sektion zu machen nicht versäumen. Ohne Leichenuntersuchungen ist ein Fortschritt in der Erkennung vieler Magen- und Darmkrankheiten absolut unmöglich, das möge der Praktiker niemals vergessen.
Die gewöhnliche phlc^nionöse Magen- und DaniientzUiidung.
Als gewöhnliche phlegmonöse Magen- und Darmentzündung bezeichne ich diejenige Krankheit der Wand des Verdauungstraktus, hei welcher Mucosa und Muscularis in grossem Umfange, die Serosa ausser-dem nicht selten an einzelnen Stellen entzündet ist. Die in der ersten Auflage dieses Buches benutzte Bezeichnung rheumatische Magen- und Darmentzündungquot; habe ich fallen lassen, um nicht von vorn herein über die Ursachen dieser Krankheit zur Annahme unerwiesener Ansichten Veranlassung zu geben.
Krankheitsersehemungen. Die Tiere liegen stöhnend und ächzend in unregelmässiger Körperhaltung am Boden, sind mehr oder weniger schwer zum Aufstehen zu bewegen, gehen im höchsten Grade schwankend, fallen, wenn sie drehende Bewegungen machen oder über hohe Gegenstände Thürschwellen geführt werden, leicht zusammen. Der Puls steigt bis 120 und darüber; derselbe ist hart, sehr schnell und so klein, class er an der Kinnbackcnarterie kaum oder gar nicht zu fühlen ist. Die Temperatur ist im Mastdarm meistens nicht immer
erhöht, an der Körperoberfiäche ungleich verteilt und wechselnd; das
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eine Ohr ist wärmer, als das andere, und das augenblicklicli kalte Horn ist vielleicht nach Ablauf einer Stunde brennend heiss. Das Euter ist schlaff. Der Nasenspiegel ist trocken, fast rissig, oder doch nur schwach befeuchtet; letzteren Falls treten die Perlen nach dein Abstreichen sehr langsam auf. Die Bindehaut des Auges ist braunrot, ziegelfarbig. Die Vaginalschleimhaut ist gewöhnlich von derselben Farbe. Der Augapfel ist tief zurückgezogen. Im inneren Augenwinkel findet eine Ansammlung von Thriinen statt. Die linke Hungergrube ist tief eingefallen. Der Pansen liegt still, d. h. aktive Bewegungen macht er nicht, wohl aber wird er, wie auch sein Inhalt, infolge des durch die Respirationsplmsen bedingten Vor- und Rückwärtstreteus des Zwerchfells passiv bewegt. Freies Gas steht unter der oberen Pansemvand nicht. Der Mist wird selten oder fast gar nicht entleert und ist nach dem aufgenommenen Futter gewöhnlich zu konsistent. Der Bauch ist im ganzen Umfange druckempfindlich.
Leichenerscheinungen. Die seröse Haut des Verdauungstraktus ist zuweilen intakt, zeigt aber meistens an denjenigen Stellen, an welchen die beiden anderen Häute stark al'fiziert sind, die Erscheinungen der Entzündung. Und in diesem Falle ist auch wohl ein kleiner Erguss in der Bauchhöhle vorhanden. Die Muskelhaut ist fast allenthalben, wo die Schleimhaut erkrankt ist, serös infiltriert, hyperämisch und mit kleinen Extravasaten durchsetzt; ihre Elemente, die kontraktilen Faserzellen, zeigen die Kerne deutlicher als sonst unter dem Mikroskop. Die Schleimhaut ist im Pansen stets, in der Haube fast niemals, in dem Psalter mitunter, im Labmagen und Dünndarm immer, im Blind- und örimm-darm zuweilen und im Mastdarm häufig erkrankt. Niemals habe ich gesellen, dass die Schleimhaut des Verdauungstraktus in ganzem Umfange erkrankt war. Im Pansen ist nur die Partie der Schleimhaut, wo die grossen Zotten sich befinden, erkrankt, an allen übrigen Stellen absolut normal. An der erkrankten Schleimhaut ist das Epithel beim frisch gefallenen oder geschlachteten Kinde gequollen und so schwach mit der darunter liegenden Substanz verbunden, dass es sehr leicht ab-hebbar ist. Nach der Entfernung des Epithels erscheint die Schleimhaut dunkelrot und sehr saftig. Die Schleimhaut der Haube zeigt, wie schon oben bemerkt, fast niemals Veränderungen, nur ausnahmsweise fand ich an einzelnen, sehr kleinen Stellen eine leichte Injektion. Ist der Psalter affiziert, so erscheinen dessen Blätter bräunlich; nimmt man dann aber das leicht abhebbarc Epithel fort, so findet sich, dass nur die Wärzchen rot sind. Die Schleimhaut des Labmagens ist ziemlich gleichmässig rot, ödematös und stellenweise vom Epithel entblösst. Im Dünndarm ist die
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Schleimhaut In verschiedenem Orado rot, gewöhnlich vom Epithel ent-blösst, mitunter in hohem Grade erweicht, fast zu einer matschigen Masse geworden. Der Inhalt des Dünndarms ist mitunter blutig. Die Schleimhaut des Dickdarms zeigt an den af'fizierten Stellen ähnliche Verhältnisse, wie die des Dünndarms. Im Mastdarm zeigt sich die liötung hauptsächlich auf dem Kamm der Falten.
Verlauf. Die Krankheit verläuft sehr rasch und gewöhnlich tödlich. Es kann allerdings, wenn man zeitig gerufen wird, die Krankheit nicht in ihrem höchsten Grade vorliegt und eine energische Behandlung eingeleitet wird, Heilung eintreten, für gewöhnlich aber ist der Verlauf ein Ictlialcr. Die Krankheit tritt plötzlich in voller Heftigkeit auf und kann schon in einigen Stunden tödlich enden. Wenn man hört, dass ein Rind abends ganz munter gewesen und am folgenden Tage morgens tot vorgefunden worden ist, so muss man schon daran denken, dass die gewöhnliche phlegmonöse Magen- und Darmentzündung bestanden hat. In den von mir beobachteten Fällen hat sich die Dauer der Krankheit gewöhnlich nur auf Stunden, selten auf Tage, niemals über fünf Tage erstreckt.
Diagnose. Zu den wesentlichsten Erscheinungen gehören die grosse Apathie, die bedeutende Pulsfrequenz, das Eingefallensein der linken Hungergrube, das Tiefliegen des Augapfels, das Stilllicgen des Ver-dauungstraktus und die Druckemptindlichkeit im ganzen Umfange des Bauches. Das Wesentlichste des Verlaufs besteht in der grossen Akuität. Die Tiere sind, wie der Besitzer sagt, plötzlich sterbenskrank geworden. Zu verwechseln ist die gewöhnliche phlegmonöse Magen- und Darmentzündung mit der allgemeinen akuten Bauchfellentzündung, der my-kotischen und toxischen Magen-Darinentzündung, der Waldkrankheit und dem akuten Magen-Darmkatarrh.
Die Unterscheidung zwischen der allgemeinen akuten Bauchfellentzündung und der gewöhnlichen phlegmonöseu Magen-Darmentzündung ist früher besprochen worden. Auf die Aussehliessung der mykotischen und toxischen Magen-Darinentzündung, sowie auf die der Waldkrankheit komme ich später zurück.
Der akute Magen-Darmkatarrh und die gewöhnliche phlegmonöse Magen-Darmentzündung gehen allmählich in einander über, eine scharfe Grenze besteht zwischen diesen beiden Krankheiten nicht. Vom klinischen, d. h. vom praktischen Standpunkt aus aber muss ich empfehlen, ein gana bestimmtes Unterscheidungsmerkmal aufzustellen. Wenn der Bauch druck-empfindlich ist, nenne ich die Krankheit eventuell gewöhnliche phlegmonöse Magen-Darmentzündung, sonst akuten Magen-Darmkatarrh.
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Ursachen. Iii den Fällen, in welchen die gewöhnliche phlegmonöse Magen- und Darmentzündung hei hestehendcu Infektionskrankheiten auftritt, wie ich es am besten bei der Maul- und Klauenseuche (s. d. Aphtheuseuche in Ahlefeldt) konstatiert habe, wird man unbedingt zu der Annahme gezwungen, dass der Infektionsstott', welcher z. B. Aphthen-seuche hervorrufen, auch Veranlassung zur Entwickelung der gewöhnlichen phlegmonösen Magen-Darmentzündung gegeben hat. Ich habe dann aber, da die gleichzeitig an Aphtheuseuche und gewöhnlicher phlegmonöser Magen-Darmentzündung erkrankten Rinder der Erkältung ausgesetzt gewesen waren, und da mit der Acnderung der Haltung der Tiere neue Fälle von gewöhnlicher phlegmonöser Magen- und Darmentzündung nicht mehr auftraten, angenommen, dass Erkältung den Ausbruch der Krankheit des Ver-dauungstraktus wenigstens begünstigt habe. In den mir nicht selten vereinzelt vorgekommenen Fällen von gewöbulloher phlegmonöser Magen-und Darmentzündung habe ich als ursächliches Moment Erkältung angenommen.
Prognose. Ungünstig.
Behandlung. Ob durch eine Behandlung wirklich etwas zu erreichen ist, ist für mich fraglich. Nach Verabreichung salziger Laxantia habe ich sofort Verschlimmerung eintreten sehen. Der Aderlass hat sich nicht bewährt. Sonst habe ich Einreibungen von Oleum terebiiithinae, Oleum terebinthinae und Tinctura oder Oleuni cantharidum. Oleum crotonis und Aether oder Spiritus, zuweilen auch Priessnitz'sche Umschläge machen lassen. Innerlich habe ich grosse Quantitäten Schleim (s. d. toxische Magen-Darmentzündung, sonst Cuprum sulfuricum mit einer grossen Qantität Wasser (s. d. akuten Magen-Darmkatarrh), mitunter auch Salz- oder Schwefelsäure benutzt. Tritt Besserung ein, so gebe ich kleine Dosen Salzsäure und lasse nur leicht verdauliches, weiches Futter, am liebsten Gras, bis zu knapper Sättigung geben.
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Mjkotischc Mng'cn-Darineiitziinduii^.
Diejenige Krankheit, welche früher typhöse Magen- und Darmentzündung genannt wurde, ist, nachdem man die Ursache derselben ermittelt zu haben glaubt, mit dem Namen Mykotische Magen- und Darmentzündungquot; belegt worden. Diese Krankheit habe ich im ersten Jahre meiner praktischen Thätigkeit 1864 bei einer grossen Anzahl Leicester Schafe und später in Einzelfällen bei Rindern beobachtet.
Krankheitserscheinungen. Speicheln, Leibschmerzen, welche sich durch Stöhnen, Umsehen nach dem Leibe, mitunter durch Brüllen zu erkennen geben. Futter und Getränk wird verschmäht. Bauch druck-
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empfindlich. Peristaltik unterdrückt oder ganz aufgehoben. Der Kot ist zunächst mitunter bis zum Tode fest, trocken, hart und wird verzögert oder gar nicht abgesetzt, später der Regel nach dünn, schleimig, blutig, übelriechend und wird häufig, gegen Ende des Lebens mitunter freiwillig entleert. Puls hoch. Mastdarnitemperatur steigt, fällt aber, wie ich wenigstens in zwei Fällen beobachtet habe, schon längere Zeit vor dem Tode. Neben diesen Erscheinungen zeigen sich Taumeln, grosse Hinfälligkeit, Schlummersucht, Zähneknirschen, Zittern der Lippen, Sehaumschlagen und auch wohl heftige Krämpfe. Abortus, der von einigen beobachtet worden ist, habe ich niemals eintreten sehen.
Leichenerscheinungen. Blut kirsch- bis dunkelrot mit einem Stich ins Graue, färbt das Gewebe, namentlich auch die Intima der Gefässe. Herzmuskel wie gekocht. An der inneren und äusseren Fläche des Herzens Ekchymosen. Das Fleisch hat die normale Farbe verloren und verbreitet beim Kochen einen unangenehmen Geruch. Leber blutreich und brüchig. Inhalt im Darmkanal schleimig, wässerig, blutig, im Dickdarm mit harten Kotstücken untermischt. Schleimhaut des Verdauungs-traktus schmutzig rot, stellenweise schiefergrau und, wie auch die Musoularls, mit blutiger Flüssigkeit infiltriert und ekchyinosieit. Serosa an einzelnen Stellen des Darmkanals entzündet. Bei sehr langsameni Verlaufe nach Friedberger-Fröhner jauchige Perforativperitonitis. Gehirn hyperämisch; in den Seitenkammern rötliche Flüssigkeit.
Verlauf. Die Dauer der Krankheit beträgt nach Haubner-Siedam-grotzky 48, höchstens 1824 Stunden, nach eigenen Beobachtungen 23 Tage, nach Friedberger-Fröhner einen Tag, nicht selten 814 Tage. Letzere geben an, dass auch aploplektifonne Todesfälle vorkommen. Heilung ist schwer herbeizuführen, von mir niemals erreicht worden.
Diagnose. Durch das Resultat der speziellen Untersuchung des Futters, die der umsichtige Praktiker bei innerlichen Erkrankungen ja niemals unterlässt, sowie durch die zum Teil eigentümlichen Krankheitsund Leichenerscheinungeu wird die Diagnose in dem Grade erhärtet, dass höchstens während des Lebens eine Verwechselung mit der gewöhnlichen phlegmonösen Magen- und Darmentzündung möglich ist, wenn die nervösen Erscheinungen Zähneknirschen, Zittern der Lippen, Sehaumschlagen und heftige Krämpfe nicht vorhanden sind.
Ursachen. Durch Schimmel verdorbenes, sowie durch mit Rostoder Brandpilzen besetztes Futter kann die Krankheit hervorgerufen werden. Die Pilze verursachen die Erkrankung des Dannkanals und die Stoffwechselproduktc der Pilze ptomai'nartigo Körper , welche ins Blut übergehen, erzeugen die nervösen Erscheinungen. Mitunter
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aber köimou die Tiere mit Pilzen besetztes Futter längere Zeit erhalten, ohne dass sichtbare Nachteile darnach eintreten. So habe ich, wie schon in der zweiten Auflage meiner Geburtshilfe bemerkt, einmal beobachtet, dass mit Rost besetztes Orünt'utter mehrere Monate hindurch an reichlich vierzig Kühe, die trächtig waren, verabreicht wurde, ohne Krankheiten, resp. Abortus hervorzurufen. Ebenfalls habe ich beiläufig bemerkt gesehen, dass verschimmelte Bohnen Bohnenstroh mit der darin vorhandenen Frucht den ganzen Winter hindurch an reichlich zwanzig Arbeitspferde ohne allen sichtbaren Nachteil verfuttert wurden. Prognose. Ungünstig.
Behandlung. Entleerung und Desinfizierung des Darmkanals, sowie Schrumpfung und Deckung der Schleimhaut desselben sind diejenigen Indikationen, denen wir Rechnung zu tragen haben. Besteht die Krankheit erst eine sehr kurze Zeit, so reiche ich ein mildes, aber ergiebig wirkendes Laxans und darauf, d. h. ein paar Stunden später, Cuprum sulfuricum mit einer solchen Menge Wasser, dass die Flüssigkeit bald nach dem Darmkanal gelangt (Siehe den akuten Magen-Darmkatarrh), Besteht die Krankheit aber schon mehrere Stunden, so lasse ich sofort Cuprum sulfuricum eingeben. Liegt bedeutende Hinfälligkeit und Schlummersucht vor, so müssen Excitantia Branntwein etc. gereicht werden.
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Toxische Magen- und Ditrincntziindung'.
Viele aus allen drei Naturreichen stammende Körper, welche zum Teil als Arzneien Verwendung finden, rufen, wenn sie dem Tierkörper in einer entsprechenden Quantität und Form einverleibt werden, eine Erkrankung, Vergiftung, hervor, die sich zum Teil oder hauptsächlich in einer Magen-Darmentzündung ausspricht. Die Vergiftungen werden in der Arzneimittellehre und Toxikologie besprochen. Deshalb muss ich mich unter Hinweis auf die neueren Werke über Pharmakologie wni Toxikologie auf folgende kurze Andeutungen beschränken.
Krankheitserscheinungen. Diese sind nach dem Gifte ausserordent-lich verschieden. Speicheln; Anätzungen an den Lippen und im Maule; Schlingbeschwerden; Husten; Respirationsbeschwerden; Rülpsen; Brechanstrengungen; Erbrechen; Aufblähung oder Eingefallensein des Bauches; Kot hart oder dünn, schleimig, wässerig, blutig; Aufregung, Tobsucht, Hinfälligkeit, Schlummersucht, Zittern, Zuckungen, Krämpfe. Puls hoch und aussetzend. Bauch druckeinptindlich. Erscheinungen der Kolik in verschiedenem, mitunter sehr hohem Grade.
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Leiohenersoheimmgen. Diese zeigen ebenfalls nach (lein Körper, der die Krankheit hervorgerufen luvt, Verschiedenheiten. Im Verdauungs-traktus finden sich die Ersohelnungen der Entzündung und Anätzungen.
Verlauf. Die Krankheit verläuft akut und tötet nicht selten plötzlich.
Diagnose. Aus dem Symptomenkomplex können wir am Ende unschwer das Vorhandensein der Magen- und Darmentzündung, aber nicht die Ursache derselben entnehmen. Plötzlloh eingetretene, heftige Kolik-ersohelnungen sprechen allerdings, namentlich in Verbindung mit Rülpsen, Erbrechen etc. dafür, dass irgend ein Gift eingewirkt hat. Die Anamnese und die Untersuchung der vielleicht ausgebrochenen Massen, namentlich die chemische Untersuchung derselben, geben Auskunft über das Gift.
Ursachen. Scharfe und ätzende Substanzen, sowie scharfnarkotische Pflanzen und Pflanzenteile.
Prognose. Unbestimmt.
Behandlung. Entfernung des (iiftes aus dem Darmkanal; Ueber-führung des in dem Darmkanal vorhandenen Giftes in unlösliche und somit unschädliche Verbindungen; Einhüllung und Deckung der im Darm-kanale vorhandenon lädierten Stellen: Begegnung der das Leben zunächst bedrohenden Vorgänge: das sind die Indikationen, denen wir Rechnung tragen müssen. Die Entfernung des Giftes aus dem Ver-dauungstraktus durch Brech- und Laxiermittel erfordert meistens zu viel Zeit und ist der Regel nach gar nicht zu beschaffen. Die Bindung des aufgenommenen Giftes kann selbstverständlich erst nach der Feststellung desselben erfolgen. Und deshalb müssen wir nicht selten sofort zur Erfüllung der dritten Indikation, zur Einhüllung und Deckung der wunden Sohleimhautfläohe, schreiten. Hierzu verwende ich Schleim in grossen Quantitäten. Tritt Hinfälligkeit, Schlummersucht etc. ein, so ist die Verabreichung der Exoltantla Spiritus, Kampher etc. #9632; angezeigt.
Um anzudoxiten, wie grosso Quantitäten Schleim ich schon benutzt habe, führe ich folgonden Fall au.
Die Kuh, Eigentum des Gastwirtes J. ('. K. in W., litt an dor Paroso dos Verdaunngstraktus, Das Tier bekommt, wie das in solchen Fällen bei mir seit vielen Jahren gohräuchlicli ist, von einer aus Tartarus stibiatus 15,0 und Natrium snlfuricum 750,0 bestehenden Mischung alle acht Stunden don dritten Teil mit einer Flasche Wasser. Massieron des Hauches.
Nach 48 Stunden ist bedeutende Besserung, aber noch keine vollständige Ausgleichung eingetreten. Doshalb bekommt das Tier, wio das früher ebenfalls geschehen, für die nitebston zwei Tago dreimal täglich 2,5 g Brcchweinstoin mit einer Flasche Wasser.
Nach ferneren 48 Stunden ist das Tier nach Verabreichung dos letzton Pulvers plötzlloh sein- krank geworden. Die Untersuchung erglebt folgendos: Das Tier stöhnt, zeigt bedouteiulo Uruckomptlndlicbkeit in ganzem Umfango des
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Bauches, respiriert vermehrt, schlägt mit den Hintcrboinon gegen den Bauch, 'wechselt hiiuflg mit der Stellung und Lage, wiilzt sich und bleibt mituntor sogar liingero Zeit auf dem Kücken liegen. Puls 135. Temperatur 40,0. Jetzt lag unverkennbar oiuo heftige Magen-Darmentzündung vor, die #9632;wahrscheinlich, aber in nicht aufgeklärter Weise, durch Tart. stib. herbeigeführt worden war. Das Tier bekommt 70 kg Leinsamenschleim in Ermangelung eines Gummischlnuchs mittels oinor Flasche per os. Das Eingeben wurde ununterbrochen fortgesetzt und war in ca. zwei Stunden beendet. Das Tier war nach vierundzwanzig Stunden niliig und nach weiteren vierzehn Tagen vollständig hergestellt.
Die raquo;ulir.
Die Ruhr stellt eine spezifische Entzündung der Schleimhaut des Verdauungstraktus, besonders der des Dickdarms dar, welche sporadisch und enzootisch auftritt.
Krankheitserscheimmgen. Hohes Fieber. Starker Durst. Grosse Teilnahmlosigkeit. Bauch aufgezogen und druckempfindlich. Bauch-deckeu gespannt. Kot dünn, missfarbig, übelriechend, stinkend, heiss, blutig, zuletzt jauchig. Der Absatz des Kots erfolgt häufig imd unter so starkem Drängen, dass die Sclileimhaut des Mastdarms mitunter zum Vorschein kommt. Neben diesen bekannten Erscheinungen findet sich, wenigstens mitunter, ein anderes, wie mir scheint, sehr wichtiges Symptom. In allen Fällen von Kuhr, in welchen ich das Maul des Tieres untersuchte, fand ich die Schleimhaut dev Lippen und des Zahnfleisches derart verdickt und gelockert, dass ich unwillkürlich an die Rinderpest erinnert wurde. Ob diese Erscheinung auch in den Fällen, in welchen ich nicht darauf untersucht habe, vorhanden gewesen ist, kann ich selbstverständlich nicht wissen; wahrscheinlich aber ist sie nicht immer zugegen, denn Haubner-Siedamgrotzky geben die Beschaffenheit der Zunge und des Flotzmauls an, ohne ihrer Erwähnung zu thun.
Leichenerscheinungen. Der Verdauungskanal ist in ganzer Länge afflziert. In den ersten drei Magenabteilungen ist das Epithel leicht abhebbar; im Pansen findet sich die zottentragende Partie fleckig oder diffus gerötet. Die Schleimhaut der anderen Abteilungen des Verdauungstraktus ist in verschiedener Ausbreitung gerötet, aufgelockert, gewulstet, erweicht, stellenweise vom Epithel entblösst, hierunddanütdiphtheritischem Schorf belegt oder geschwürig zerstört.
Verlauf. Die Krankheit stellt sich plötzlich in voller Heftigkeit ein und verläuft meistens tödlich. Die Dauer beträgt bei lethalem Ausgang drei bis sieben Tage, beim Uebergang in Genesung zwei bis drei Wochen. Zuweilen soll eine chronische Diarrhöe zurückbleiben, an welcher die Tiere nach einigen Wochen oder Monaten sterben.
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Diagnose. Die Unterscheidung dieser Krankheit von der Maul- und Klauenseuche macht geringe, die Ausschliessung der Eiuderpest zuweilen jedenfalls grössere Schwierigkeiten.
Ursachen. Es darf daran gedacht werden, dass die Entstehung der Ruhr, besonders beim euzootischen Auftreten, auf die Aufnahme und Einwirkung niederer Lebewesen zurückzuführen ist, und dass eine Ueber-tragung derselben durch die Dejektionen erfolgen kann. Zur Zeit, in welcher die Ruhr herrscht, geht jeder akute Magen-Darmkatarrh in Ruhr über.
Behandlung. Angezeigt sind solche Mittel, welche schmerzstillend, einhüllend, deckend und schrumpfend auf die Schleimhaut wirken und gleichzeitig etwa vorhandene Pilze töten. Die Arznei muss mit einer solchen Menge von Flüssigkeit verabreicht werden, dass sie möglichst bald mit der erkrankten Schleimhaut in ganzem Umfange in Berührung kommt. Nimmt das Tier die Arzncilösung nicht freiwillig als Getränk in genügender Menge auf, so muss dieselbe mittels eines hartwandigen Qummi-schlauchs unter Zuhilfenahme eines Maulgatters direkt eingegeben werden. Infusionen in den Mastdarm dürfen hier nicht unterlassen werden, dabei aber muss man den Schlauch, da nach meinen Versuchen die Flüssigkeit nur wenig tiefer als dessen vorderes Ende vordringt, möglichst weit hineinführen. An Arzneien verwende ich zunächst Opium und Cuprum sulfuricum. Stellt sich grosse Hinfälligkeit ein, so kommen auch hier die Excitantien in Anwendung. Bei eintretender Besserung und sich einstellendem Appetit darf nur wenig und leicht verdauliches Futter gereicht werden, weil sonst Rückfälle eintreten. Gegen die zurückbleibende Diarrhöe können abwechselnd Salzsäure mit Opium und ad-stringierende Heilmittel versucht werden.
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Die lliilii' der Kälber.
Diese Krankheit befällt, wenn nicht Vorbauungsmassregeln ergriffen werden, wenigstens viele, gewöhnlich sogar alle Kälber eines Stalles, und zwar innerhalb der ersten drei Lebenstage, sehr selten später, mitunter früher.
Krankheitserscheinungen. Grosse Unruhe. Fieber. Appetitlosigkeit. Der Kot ist zuerst breiig, schmierig und unangenehm säuerlich riechend, dann schleimig und mit Milchgerinnseln durchsetzt Weissc Ruhr , schliesslich bräunlich und mit Blut gemischt Rote Ruhr . Der Kot wird zuerst unter heftigem Drängen Tenesmus und Blöcken Schmerzen entleert, läuft schliesslich unfreiwillig ab. Gegen Ende der Krankheit liegen die Tiere fest und bekommen Krämpfe.
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Leichenerscheinungen. Hochsradige Auiimie dos ganzen Körpers, besonders des Darmes.
Verlauf. Fast alle Tiere sterben, und zwar in einer Zeit von ein bis drei Tagen.
Diagnose. Eine Verwechselung mit akutem Magen-Darmkatarrh ist im Einzelfalle nicht ausgeschlossen.
Behandlung. Auch hier sind solche Mittel, welche schmerzstillend, einhüllend, deckend, schrumpfend auf die Schleimhaut des Verdauungs-traktus wirken und etwa vorhandene Pilze töten, angezeigt, wenn die Tiere noch schlucken können, eine innerliche Behandlung überall noch einzuleiten ist. Die Verabreichung der Arzneien muss mit einer ver-hältnissmässig grossen Quantität Flüssigkeit geschehen, damit die erkrankte Schleimhaut möglichst bald berieselt wird. Infusionen in den Mastdarm müssen, namentlich dann, wenn die Tiere nicht mehr schlucken können, trotzdem aber ein Heil versuch gemacht werden soll, in ergiebigster Weise gemacht werden. An Arzneien habe ich innerlich Opium mit Cuprum sulfuricum, event, gegen eintretende Schwäche Spiritus, Wein, Kampfer etc. benutzt. Einen Erfolg aber darf man naeli Einleitung dieser Behandlung kaum erwarten, selbst dann nicht, wenn die Tiere erst ein paar Stunden krank sind. Deshalb sucht man nach günstiger wirkenden Mitteln. Man hat in neuerer Zeit Natr. salicyl ohne Ehrle , wie auch in Verbindung mit Tannin Weigel benutzt. Weigel will eine Mischung von Natr. salicyl und Tannin aa 2,5 mit 0,5 Liter Kamillenthee, nach 3 bis 4 Stunden wiederholt, mit gutem Erfolg verabreicht haben.
Verbauung. Umstallung der trächtigen Rinder einige Wochen vor dem Kalben. Möglichst gründliche Desinfektion des Stalles. Benutzung eines anderen Baumes zur Placierung der Kälber. Eventuell Aenderung der Fütterung der Binder.
Die sog:*iiaiiute Waldkraiikhdt.
Diese in einer Vergiftung durch terpentinhaltiges Futter und Getränk bestehende Krankheit, welche früher sehr häufig vorkam, jetzt aber selten gesehen wird, findet ihre ausführliche Erledigung in der Toxikologie; die Erwähnung derselben an dieser Stelle geschieht nur deshalb, weil der Verdauungstraktus in hohem Grade in Mitleidenschaft gezogen ist.
Krankheitserscheinungen. Diese zeigen bedeutende quantitative Verschiedenheiten. Im allgemeinen liegen solche Erscheinungen vor, wie sie durch Reizungszustände im Verdauungstraktus und in den Harnwerkzeugen Nieren, Harnleiter, Blase, Harnröhre hervorgerufen werden. Fieber. Der Appetit hat abgenommen oder ist gänzlich ver-
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schwunden. Durst vermehrt, Rumination mangelliaft oder gänzlich sistiert. Respiration mitunter in leichtem Grade vermehrt. Allst zunächst trocken, scharf geringelt, hart schwärzlich, mit Schleim umhüllt, hier und da mit Blut belegt, später dünnbreiig, dünnflüssig, Der Absatz des harten Kotes erfolgt in kleinen Quantitäten. Harn dick, bräunlich, rötlich. Der Absatz des Harns erfolgt sehr häutig, zuweilen unter Stöhnen und in kleinen Quantitäten, mitunter kommen auf anhaltendes Drängen nur einige Tropfen zum Vorschein Strangurie . Nierengegend anscheinend druckempfindlich. Scheidenschleimhaut vermehrt warm und gerötet. Mitunter Austiuss einer schleimigblutigen Flüssigkeit aus der Scheide. Die Milch 1st von eigentümlichem Geruch und unangenehmem Geschmack.
Leichenerscheinungen. Das Kadaver ist abgemagert und blutarm. Der Verdauungstraktus zeigt vom Pansen bis zum After geringere oder stärkere Erscheinungen der Entzündung. Nach Frledberger - Pröhner Degenerationszustände in den Nieren. Schwellung der Milz und der Leber.
Verlauf. Die Krankheit kann, wenn sie in geringem Grade besteht, in ein paar Tagen beseitigt sein; sie dauert meistens aber länger. Bei sehr langsamem Verlauf magern die Tiere mehr und mehr ab, bekommen eine harte, trockene Haut, sowie ein totes, struppiges Haar. Der Tod tritt unter kolliquativen Durchfällen, Krämpfen und Zuckungen ein.
Diagnose. Das Krankhcitsbikl ist ein so charakteristisches, class eine Verkeuuung gar nicht möglich ist. Gegen eine Verwechselung mit der gewöhnlichen phlegmonösen, mykotiachen und toxischen Magen-Darmentzündung schützen die von den Harnwerkzeugen ausgehenden Erscheinungen.
Ursachen. Diese Krankheit wird, wie schon oben bemerkt, durch Aufnahme von Futter und Getränk, In welchem zu viel Terpentin oder ein ähnlich wirkender Stoff enthalten ist, hervorgerufen; sie tritt also auf Bruch- und Waldweiden auf, und zwar namentlich dann, wenn auch der Durst hier gestillt werden muss. Neu eingeführte Tiere werden am leichtesten aftiziert; bei diesen kann eine einmalige Stillung des Durstes schon eine leichte Erkrankung hervorrufen.
Prognose. In den leichten Fällen tritt bald Heilung ein; bei schwerer Erkrankung muss man bei der Abgabe der Prognose vorsichtig sein.
Behandlung. Ueberführung nach einer gesunden Weide oder Verabreichung von Kartoffeln, Knollen, Wurzeln etc. Ist der Kot hart, so kann man ein mildes Laxans 01. ricini mit Schleim geben. Ist der Kot nicht sehr hart, so empfiehlt sich Kampfer mit vielem Schleim. Die Priessnitzquot;schcn Umschläge sind ebenfalls zu empfehlen. Bei bedeutender Hinfälligkeit reicht man auch hier selbstverständlich Excitantia.
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Der aluilc Magcn-Darmkatarrli.
Als akuten Mageu-Darmkatarrh bezeichne ich diejenige Krankheit, bei welcher die Schleimhaut des Verdauuugstraktus vom Pansen bis zum After entzündet ist. Zu gewissen Zeiten beobachtete ich, dass neben dem Katarrh im Verdauuugstraktus ein gleicher Prozcss in der Scheide und den Bronchien seinen Ablauf nahm, und dann wurde ich, wenn auch nur in sehr geringem Grade, an das bösartige Katarrhaltieber erinnert.
Krankheitserschemungen. Es ist stets ein Fieber, mitunter ein hochgradiges zu konstatieren. Der Puls steigt unter Verhältnissen, unter welchen er, wie bei den Kühen in der Gartengemeinde zu Hannover, auf 60 bis HO steht, bis 100, ausnahmsweise sogar bedeutend höher. Die Arterie ist gespannt, die Welle schnell und klein, jedoch der Regel nach bequem an der Maxillaris aufzunehmen. Die Mastdarmtemperatur ist gewöhnlich erhöht, mitunter normal, ausnahmsweise gesunken. Die äussere Temperatur ist ungleich verteilt und wechselnd. Die Milchsekretion ist um die Hälfte oder mehr vermindert und hat plötzlich bedeutend abgenommen. Der Nasenspiegel ist trocken oder nur in geringem Grade befeuchtet; letzteren Falls treten die Perlen nach dem Abtrocknen sehr langsam wieder auf. Die Bindehaut des Auges ist gerötet, zuweilen bräunlich oder ziegelfarbig, mitunter jedoch normal von Farbe. In dem inneren Augenwinkel findet sich nicht selten eine Ansammlung von Schleim. Der Augapfel ist gewöhnlich, aber nach der Höhe der Krankheit in verschiedenem Grade zurückgezogen. Der Appetit hat in bedeutendem Grade abgenommen oder ist gänzlich verschwunden. Das Wiederkauen erfolgt selten und unvollständig oder hat ganz aufgehört. Durch lose Kaubewegungen und Aufnahme von Leckerbissen wird der junge Praktiker sich nicht täuschen lassen. Die Faeces sind von alkalischer Reaktion und infolge einer ziemlich starken Beimischung von Schleim weich, resp. durchfällig, oder sie sind, was jedoch selten der Fall ist, mit zähem Schleim umhüllt und durchsetzt und daun gewöhnlich ziemlich konsistent. In dem Kote findet man, wenn die Tiere auf dem Stalle stehen und mit Trockenfutter unterhalten werden, meistens so grobe Stoffe, wie normaliter nur im Pansen vorhanden sind. Die linke Hungergrube ist tief eingefallen. Der Pansen arbeitet subnormal; unter der oberen Wand desselben steht kein freies Gas. Der Inhalt des Pansens wird gewöhnlich ab und zu gehoben, aber nicht in normaler Weise rotiert. Die Reaktion des Panseninhaltes fand ich sogar bei solchen Tieren, bei denen derselbe dem Futter noch sauer sein musste, alkalisch. Der Bauch ist nicht druckempfindlich.
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Leichenersoheinungen. Der Pansen ist stets, aber nur in der Partie, welche die grossen Zotten trägt, affizicrt. Die Rötung tritt hier aber erst auf, nachdem man das Epithel, welches an Irischen Leichen noch recht fest sitzt, durch starkes Schaben mit dem Rücken einer Klinge entfernt hat, und verliert sich sehr rasch und leicht, z. 15. schon dann, wenn man die abgeschabte und rein gewaschene Schleimhaut zusammenklappt und liegen lässt. Die gründliche Untersuchung der angegebenen Partie des Pansens darf bei der Sektion niemals versäumt werden. Die Haube ist auch hier stets leer; die Schleimhaut derselben ist vollständig intakt oder zeigt an einzelnen Stellen eine leichte Injektion. Im Psalter ist der Inhalt zuweilen normal, mitunter stellenweise, besonders in den tieferen Schichten, ausgetrocknet, in den meisten Fällen in der Nähe des freien Psalterkanales viel zu grob. Die Schleimhaut des Psalters ist für gewöhnlich nur in geringem Grade erkrankt, mitunter jedoch an einigen Blättern ziemlich stark In Mitleidenschaft gezogen. Labmagen und Dannkanal sind meistens in ganzer Länge affizirt und enthalten neben normalen grob zerkleinerte Massen. Die Schleimhaut des Labmagens und Darmkanals ist gerötet und sehr saftig. Auf der erkrankten Schleimhautpartie findet sich vielfach ein schleimiger Beleg.
Verlauf. Diese Krankheit tritt plötzlich auf. Die Tiere sind abends, wenigstens anscheinend, ganz munter und liefern am nächsten Morgen nur die Hälfte oder ein Dritteil der normalen Quantität Milch. Der fernere Verlauf richtet sich dann nach der Höhe der Krankheit, sowie nach der Haltung und Behandlung des Tieres.
1.nbsp; Der Regel nach tritt, wenn die Krankheit nicht zu hochgradig ist und die unten anzugebende Behandlung exakt durchgeführt wird, in kurzer Zeit vollständige Ausgleichung ein, selbst auch dann, wenn eine Komplikation mit Bronchitis vorliegt.
2.nbsp; Es kann, was jedoch sehr selten geschieht, der akute Magen-Darmkatarrh nach und nach in die gewöhnliche phlegmonöse Magen- und Darmentzündung übergehen. Aus diesem Grunde darf man nicht unterlassen, bei jedem Besuch den Bauch des Tieres auf Druckempfindlichkeit zu untersuchen. Ist dieser Uebergang erfolgt, so ist die Aussicht auf Erhaltung des Tieres eine sehr geringe.
3.nbsp; Nicht ganz selten stellt sich eine Anschoppung von groben Massen im Labmagen und Darmkanal, mitunter jedoch sehr selten eine veritable Verstopfung des Lamagens ein. (Siehe später).
4.nbsp; Der akute Magen-Darmkatarrh kann, wenn das Tier schlecht gehalten und gar nicht oder nicht rationell behandelt wird, chronisch werden. (S. später).
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Diagnose. Zu den wesentlichsten Erseheinungen gelioron das Fieber, die schleimige und ukalische Bescluiffeuheit der Faeces, das Eingcfallen-sein der linken Hungergrube, das Nichtvorhmulensein von freiem Gas in der oberen Partie des Pansens und das Fehlen der Dmokempfiudlioll-keit. Das Wesentlichste des Verlaufs besteht in dem plötzlloheu Eintritt. Auszuschliesseii sind die gewöhnliche phlegnumöse Magen- und Dann-entziiudiiiig, wovon schon früher die Rede gewesen, und die Dyspepsie, worauf ich später zurückkommen werde.
Ursachen. quot;Wahrscheinlich Infektion und Erkältung.
Prognose. Im allgeineiuen sehr günstig.
Behandlung. Den Stalltieren muss zunächst ein entsprechend temperierter, zugfreier, aber gut ventilierter Aufenthaltsort eingeräumt, eine gute Streu gegeben, der Bauch eingehüllt, jedes, namentlich feste Nahrungsmittel entzogen und reines Wasser oder ein schleimiges Gesöff zur beliebigen Aufnahme vorgesetzt werden. Weidetiere werden bei ungünstiger Witterung aufgestallt und unter oben bemerkten Verhältnissen gehalten, sonst auf der Weide belassen. Letzteren Falls empfiehlt es sicli jedoch, den Bauch der Patienten, besonders zum Schutz gegen die Xachtkälte, gut einzuhüllen. Mit dieser diätischen Behandlung kommt man in den leichten Fällen zum Ziele, darf sich auf dieselbe aber nicht verlassen. Ist der Mist konsitent, dann gebe ich zunächst 7ü0 g Glaubersalz mit 100 bis 160 g doppeltkohlensaurem Natron, alle acht Stunden den dritten Teil mit einer Flasche Wasser. Arbeitet der Pansen sehr gering, enthält der Kot grobe Massen beigemengt, dann setze ich dem oben bemerkten Pulver noch 7,ö g Brechweinstein hinzu. Ist die Defäkatiou eine zufriedenstellende, so mache ich Gebrauch von der Salzsäure. Ich lasse zuerst sechsmal, später dreimal täglich 7,5 g konzentrierte Salzsäure mit einer Flasche Wasser eingehen. Lieber wäre es mir, wenn das Tier die Arznei mit dem Tränkwasser aufnähme. Besteht von vornherein heftige Diarrhöe, so kann man der Salzsäure Opiumtinktur zusetzen oder ein mildes Adstringens gebrauchen. Früher benutzte ich dann wohl eine leichte Abkochung von Weidenrinde, seit reichlich zwanzig Jahren verordne ich Kupfervitriol in unten angegebener Weise. In ganz besonders heftigen Fällen habe ich die Bauohdeoken mit einem flüchtigen Reizmittel einreiben lassen.
1. Kuh dos ü. in H. Vorgeführt am 22. Dezember 1879.
Anamnese: Fragliche Kuh frisst und runünlert seit vierundzwanzig Stunden nicht, setzt einen breiigen Kot ab und liofort seit zwölf Stunden keine Milch.
Stat. praos. Rospiration normal. Puls 120, an der Klnnbackonarterio kaum zu fühlen. Temperatur im Mastdarm 36,0, an der Körporoborfläche, namentlich am Flotzmaul, bedeutend geringer als unter normalen Vorhältnisson.
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Bindehaut des Auges sehnnitzigrot. Augapfel stark zurückgezogen. Herztöne und vosikuliires Geräusch normal; erstero auch deutlich an der linken, undeutlich an dor rechten Bauchseite zu hören. Kontraktionen des Pansens erfolgen selten und in so schwachem Grade, dass der Inhalt desselben nur wenig gehoben wird. Darmgeräusch ist sehr stark, fliossend und kluckornd. Bauch nicht druckonipflndllch. Der Mastdarm enthält eine dünne, sohloimigo Masse. Das Euter ist schlaff.
Behandlung. Der Bauch wird mit einer aus Oleum terebintlünae 50,0 und Spiritus frumenti 100,0 bestehenden Mischung eingerieben und darauf mit Decken umhüllt. Innerlich werden 25 g Kupfervitriol verordnet. Dieses Mittel soll, in zwei Eimer Wasser gelöst, mittels eines hartwandigen Gummi-schlauchs unter Zuhilfonahrao eines Maulgatters auf einmal eingegeben worden. Der Praktikant Herr Drewes aus Oldesloe in Holstein übernimmt die Applikation.
24.nbsp; nbsp;Dezember. Puls 75, an der Kinnbackenarterie leicht aufzunehmen. Temperatur 37,6. Kot flüssig und von dunkelgrüner Farbe. Das Tier bekommt für die nächsten zwölf Stunden stündlich 1 g Kupfervitriol mit einer Flasche Wasser.
25.nbsp; nbsp;Dezember. Puls 72. Temperatur 38,5. Kot von breiiger Konsistenz und dunkelgrüner Farbe. Morgens 1 1 Milch geliefert. Behandlung ausgesetzt.
31. Dezember. Das Tier ist vollständig hergestellt.
2. Kuh des Gr. in Hannover. Vorgeführt am 23. Dezember 1879.
Anamnese. Die Kuh hat seit viorundzwanzig Stunden nicht gefressen und beim letzten, frühmorgens stattgefundonen Melken nur 0,5 1 Milch geliefert.
Stat. praes. Respiration normal. Puls 136, an der Kinnbackenartorio nicht aufzunehmen. Temperatur im Mastdarm 36,5, an der Oberfläche des Körpers stark gesunken. Augapfel stark zurückgezogen. Augen- und Vaginalschleimhaut ziegelrot, letztere anscheinend geschwollen. Herztöne und vesiku-läres Geräusch normal. An der linken Bauchwand beide Herztöne, an der rechton Bauchwand nur einer derselben zu hören. Hungergruhe tief eingefallen. Thätig-keit im Pansen sehr gering. Darmgeräusch lebhaft. Kot breiig, lehmfarbig und mit groben, nicht wiedergekauten Massen zu stark durchsetzt. Bauch nicht druckempfindlich.
Behandlung. Dieselbe wie im vorigen Falle.
24.nbsp; Dezember. Puls 120, an der Kinnbackenarterie aufzunehmen. Temperatur 37,5. Kot breiig und dunkelgrün. Behandlung wie im vorigen Falle.
25.nbsp;Dezember. Puls 80, ziemlich kräftig. Kot breiig, dunkelgrün von Farbe und mit Schleimstreifcn durchsetzt. Heu wird aufgenommen. Am Morgen 1 1 Milch geliefert. Behandlung ausgesetzt.
81. Dezember. Das Tier ist gesund.
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In den beiden vorstehenden, in möglichster Kürze mitgeteilten Fällen hielt ich mich berechtigt, auf das Vorhandensein eines akuten Magen-Darmkatarrhs zu schliessen, der sich vom Pansen bis zum After erstreckte. Der hohe und an der Kinnbackenarterie im ersten Falle kaum, im zweiten Falle gar nicht fühlbare Puls, die vollständige Appetitlosigkeit, das starke Bingefallensein des Bauches, die tiefe Lage des Augapfels, die vollständige Sistiemng der Milchsokrotion sprachen für die Hochgradigkoit der Krankheit. Dabei war die Mastdarm-Harms, Rimlerkranktieiten,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 4
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tomperatur bei vollstiintlig gosohlossonom After - subnomial! Diesor Befund erhärtet meine schon vor ca. 20 Jahren ausgesprochene und häufig wiederholte Behauptung, dass man bei unserem Kinde bei Magen- und Darmkrankheiten aus der Hoho der #9632;Slastdarmtemperatur nicht immer mit Sicherheit auf die Höhe der Krankheit sohliesseu kann. Die Wahrnehmung der Herztöne au der linken und jedoch weniger gut rechten Bauchwand überraschte mich nicht im mindesten. Ich fUhre diese von mir sehr häufig gemachte und auch in der zweiton Auflage meiner Geburtshilfe schon mitgeteilte Beobachtung nur doshalb hier nochmals an, damit darauf bei der geburtshilflichen Auskultation Kücksicht genommen werde. In beiden vorstehenden Fällen konnte ein Zweifel über die Entstohungs-stolle der an dor Bauchwand wahrgenommenen Töne nicht aufkommen, weil die Tiere nicht trächtig waren.
Die hier angeordnete und von dem Praktikanten jedenfalls exakt ausgeführte Behandlung ist schon früher mit gleichem Nutzen in Anwendung gebracht worden. Die Applikation von Arzneien mit einer grossen Quantität Wasser empfiehlt sich für viele Fälle und ist stets leicht mittels eines hartwandigen (iummischlauches unter Zuhilfenahme eines Maulgatters zu beschaffen.
Der olironisoUe Magcn-narnikatarrh.
Ähnlich wie bei dem akuten Magen-Dannkatarrh erstreckt sich auch beim chronisehen Magen-Dannkatarrh der krankhafte Prozess vom Pansen bis zum After. Bei meinen Demonstrationen im Krankenstalle, sowie in den kleinen Mitteilungen über Magen- und Darmkrankheiten im zweiten Bande der Deutschen Zeitschrift für Tiermedizin und vergleichende Pathologie habe icli auf den chronischen Magen-Dannkatarrh aufmerksam gemacht, aber einen zufriedenstellenden Symptomenkomplex nicht liefern können. In ähnlicher Lage befand ich mich bei der Bearbeitung der ersten Auflage dieses Buches und befinde ich mich auch noch jetzt. Ich habe den chronischen Magen-Darmkatarrh in den Jahren 1854 bis 1807, also in einer Zeit, wo ich noch nicht annähernd reif zur gründlichen Beobachtung und Untersuchung war, ziemlich häufig, später aber, so namentlich in der Klinik zu Hannover, fast gar nicht gesehen. Hoffen wir, dass die Praktiker, namentlich diejenigen, welche als Dirigenten der Rinderkliniken wirken, uns bald weitere Belehrung zukommen lassen.
Krankheitserscheinungen. Das Tier ist mager oder magert doch ab, hat einen trüben Blick, ist träge, hat glanzloses, rauhes Haar, harte, zu fest anliegende Haut, erscheint infolge des geringen Bauchumfanges sehr hochbeinig, frisst zu wenig und rmniniert seltener und unvollständig. Der Pansen arbeitet subnormal. Der Kot ist bei einigen Patienten trocken, bröckelig und dunkel, resp. schwarz; bei den meisten Kranken, namentlich bei Jungrindern, dünn und wässerig und bildet beim Auffallen auf den Boden Blasen.
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Leiohenerscheinungen. Kadaver nuigor und blutarm. Die Schleimhaut der ersten drei Magenabteilungen am wenigsten die der Haube braunrot von Farbe und sehr derb. Die Schloimhaut dos Labmagens und Dünndarms im allgemeinen so, wie ich beim ehronisehen Labmagen-Düundarmkatarrh bemerken werde; die des Dünndarms zeigt ausserdem stellenweise graue Pigmontierung. Im Dickdarm ist die Schleimhaut auch braunrot von Farbe und sehr derb, fast lederartig. Diese Erscheinungen habe ich an den Kadavern solcher Tiere aufgenommen, die einen dünnen, wässerigen Kot abgesetzt hatten. Ob dieselben Erscheinungen sich auch im entgegengesetzten Falle finden, muss ich dahingestellt sein lassen.
Verlauf. Diejenigen meiner am chronischen Magen-Darmkatarrh leidenden Rinder, welche einen dünnen, wässerigen Kot absetzten, habe ich nicht am Leben erhalten können; diejenigen Kranken dieser Art dagegen, deren Kot trocken war, habe ich nicht nur am Leben erhalten können, sondern der Kegel nach so weit hergestellt, dass sie das Futter anscheineiul normal verwerteten.
Diagnose. Mit vielen chronischen Krankheiten, die eine Abmagerung dos Tieres, resp. eine schlechte Verwertung des Futters bedingen, kann der chronische Magen-Dannkatarrh verwechselt werden, besonders leicht aber mit dem chronischen Labniagen-Dünndarinkatarrh. Auf die Unterscheidung dieser beiden Krankheiten komme ich später zurück.
Ursachen. Der akute Magen-Darmkatarrh kann bei solchen Tieren, die schlecht gehalten, nicht sachgemäss gefüttert, gar nicht oder nicht rationell behandelt werden, chronisch werden. Ebenfalls kann sich infolge der Dyspepsie ein chronischer Katarrh im Verdauungs-traktus entwickeln.
Behandlung. Wird der Kot in trockener, fester Konsistenz abgesetzt, so wirkt das Frühlingsgras einer schönen Ochsemveide ausserordentlich günstig. Muss man auf den Gebrauch dieses diätetischen Heilmittels verzichten, so benutze man, wenn möglieh, das Karlsbader Salz In später anzugebender Weise. Gestatten Zeit und Umstände die Anwendung auch dieses Mittels nicht, so reiche man derart ein mildes Laxans, dass der Kot stets in weicher Konsistenz abgesetzt wird, und gebe daneben Salzsäure. Diese Kur dauert wenigstens mehrere Wochen. Setzt das Tier aber einen dünnen, wässerigen Kot ab, so kann man Salzsäure mit Opium, sonst die bekannten Adstringentia versuchen.
Als Futter wähle man, wenn der Kot zu konsistent ist, Gras, sonst Knollen- und Wurzelgewächse; wenn der Kot Hüssig ist, Heu, Stroh und geröstet es Mehl.
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Der akute Liibmng'en-IMliiiKlariiikiittirrli.
In den früher erwähnten Beiträgen zu den Magen- und Darmkrank-heiten heim Kinde luibe ich eine Krankheit unter dem Namen Lab-magen-Zwölfflngerdarmkatarrhquot; besprochen. Jetzt dagegen sjireche ich vom Lahmagen-Diinndarmkatarrh, weil der Katarrh sich im Dünndarm gewöhnlich auf den Leerdarm, nicht selten sogar bis zur Hüftblinddarm-klappe erstreckt. Ob der akute Katarrh mitunter nur im Labmagen, zuweilen nur im Dünndarm besteht, was sehr wahrscheinlich ist, weiss ich nicht aus Erfahrung. In den paar Fällen, in welchen ich Gelegenheit gehabt habe, meinen Befund am lebenden Tiere durch den an der Leiche kontrollieren zu können, was zuletzt im Jahre ]H8ß (s. u.) geschehen ist, waren beide Teile affiziert. Bei Druckemptindlichkeit in der Gegend des Labmagens spreche ich vom Übergang der Entzündung auf die Muscu-laris. Es ist dies nicht korrekt, aber von gewisser praktischen Bedeutung.
Krankheitserscheinungen. Teilnahmlosigkeit. Puls und Temperatur erhöht. Appetit und Rumination ungefähr oder ganz aufgehoben. Leib etwas, aber nach der geringen Futteraufnahmo kaum genügend eingefallen. Der Pansen arbeitet nach der Füllung normal. Der Kot wird verzögert abgesetzt, zeigt keine bedeutende Veränderungen in der Konsistenz, enthält aber zuweilen grobe nicht wiedergekaute Massen und ist, gewöhnlich auch dann sogar, wenn er dem Futter nach sauer reagieren müsste, von alkalischer Reaktion. Die Milchsekretion ist bedeutend reduziert. Die Milch zeigt mitunter, namentlich im Sommer, einen Stich in's gelbliche. Die Bindehaut des Auges ist mitunter normal, zuweilen gerötet, zeigt ausnahmsweise einen gelblichen Schimmer. Die Labmagengegend kann druckempfindlich sein.
Leichenerscheinungen. Die Schleimhaut des Labmagens ist, am wenigstens In dem Pylorusteile, ödematös, ziemlich gleichmässig gerötet, und mit einem dünnen Beleg versehen. Die Schleimhaut des Dünndarms Ist verschieden weit rückwärts geschwollen, fleckig, streitig od.er mehr gleichmässig gerötet, grobfaltig und ebenfalls mit einem Beleg versehen.
Verlauf. Die Krankheit tritt plötzlich auf, was am besten an dem schnellen und bedeutenden Nachlassen in der Milchsekretion zu konstatieren ist, und gleicht sich in der Regel in der Zeit von einigen Tagen aus. Selbst dann sogar, wenn anscheinend die Muscularis des Labmagens affiziert ist, darf man auf einen solchen Ausgang rechnen. Die Krankheit kann aber auch chronisch werden.
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Diagnose. Auch noch jetzt, siebzehn Jahre nach der ersten von mir darüber gemachten Mitteilung, muss ich gestehen, dass diese Krankheit nicht immer mit der wünschenswerten Sicherheit zu erkennen ist. Die wesentlichsten Symptome sind das leichte Eingefallensein der linken Hungergrube, die nach der Füllung normale Thätigkeit des Pansens, die angegebene Beschaffenheit des Kots und das Vortreten der gelblichen Färbung der Bindehaut. ; Eine zitronengelbe Färbung der Biii(Miaut muss man nicht erwarten. Treten beim Vorhandensein dieser Erscheinungen Schmerzäussenmgen beim Druck auf die Labmagengegend ein, so ist damit, wenn die Bindehaut auch von ganz normaler Farbe ist, die Diagnose gesichert. Die Ausschliessung bezieht sich auf den akuten Magen-Darmkatarrh, wozu der ganze Symptomenkomplex dieser Krankheit herangezogen werden muss.
Ursachen. Mir unbekannt. Ich kann nur bemerken, dass ich diese Krankheit im Sommer und im Winter, naineutlich aber in letzterer Jahreszeit, beobachtet habe.
Prognose. Günstig.
Behandlung. Im Winter sorge man für einen warmen, gut ventilierten, zugfreien Stall, hoho Streu, Einhüllung des Bauches, gänzliche Entziehung der Nahrung und häutiges Vorsetzen frischen Wassers. Weidetiere bleiben, wenn das Wetter gut ist, auf der Weide. Innerlich gebe ich, wenn der Kot normal ist, in den ersten Tagen sechsmal, später dreimal täglich 7,5 g konzentrierte Salzsäure mit einer Flasche Wasser. Ist der Kot zu konsistent, dann reiche ich zunächst von einem Pulver, das aus 000 g Glaubersalz und 100 g doppeltkohlensaurem Natron besteht, achtstündlich den dritten Teil mit einer Flasche Wasser. Enthält der Kot sehr viel grobe Stoffe, so setze ich der vorhin erwähnten Mischung 5 g Brechweinstein zu. Tritt Appetit ein oder wird der vorhandene Appetit stärker, so reiche ich am liebsten Gras als Putter. Dass auch einmal eine Änderung oder ein Wechsel der Arzneien notwendig worden kann, verstellt sich von selbst.
Jungrind des Kloinbositzers S. in K.
Angomeldot mit dorn Vorboricht, dass das Tier seit vierundzwanzig Stunden krank sei.
Untersuchungsbefund. Das Tier ist ziemlich teilnahmlos, respiriert normal, ist Im Bauch etwas oingefallon, verschmäht vorgehaltenes Futter, ruini-niort nicht. Puls 85. Temperatur 3{),:i. Der Inhalt des Pansens wird .alle zwei Minuten ca. dreimal gohobon und langsam und unvollständig unter dem aushorchenden Ohre vorbeigeschobon. Der Kot reagiert sehr stark alkalisch, ist von derselben Konsistenz wie der der übrigen Tiere desselben Stalles und ist
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frei von groben Stott'on. Die Bindehaut ist leicht gerötet. Beim Druck auf den Labmagen woieht das Tier aus, stöhnt aber nicht. Vorordnot wird Salzsäure.
Am folgenden Tage ist Bossorung oingetroten. Der Kot enthält ziemlich yiel grobe Bestandteile. Das Tier bekommt zwei Drittel dos oben bomorkten Pulvers, wovon achtstiindlich der dritte Teil mit oinor Flasche Wasser eingegeben werden soll. Am Nachmittage desselben Tagos kommt der Besitzer und meldet, das Tier sei beim Eingeben der Arznei plötzlich gestorben. Die am nächsten Tage stattfindende Sektion erglebt folgendes: Im Labmagen und im Dünndarm bis zur Valvula Bauhinii ist die Schleimhaut geschwollen ödematös , gerötet und mit Schleim belogt. Pansen, Haube, Psalter und Dickdarm zeigen nichts abnormes. Dor Tod ist infolge Binschüttons der Arznei in die Luftwege oingetroten.
Obronlsoher Lubimigeii-Diiniidarinkatanii.
Der obronlsohe Katarrh findet sich mitunter mir im Labmagen, häufiger nur im Dünndarm, zuweilen aber gleichzeitig an beiden Stellen,
Krankheitserscheinungen. Beim ohronlsohen Dünndarmkatarrh wird Futter in normaler Quantität aufgenommen, aber sohlecht verwertet. Infolge des chronischen Labmagenkatarrhs ist das Tier in leichtem Grade aufgebläht und hat einen zu geringen und wechselnden d. h. bald stärkeren, bald geringerennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Appetit. Leidet das Tier
am ohronlsohen Labmagen-Dünndarmkatarrh, so ist es in leichtem Grade aufgeblüht, nimmt Futter In zu geringer und wechselnder Menge auf und verwertet das aufgenommene Putter schlecht.
Leichenerscheinungen. Im Dünndarm ist die Schleimhaut verdickt, mit vielen und groben Falten versehen, punkfförmig und streifig gerötet und mit einem zellenreichen Sekret belegt. Der Prozess reicht, wenn nicht gleichzeitig der Labmagen affiziert ist, gewöhnlich vom Pylorus Ms zur Valvula Bauhinii, andernfalls der Regel nach nur bis zum Ileum. Im Labmagen ist der Teil der Schleimhaut, in welchem die Labdrüsen sich befinden, in leichtem Grade geschwollen, mitunter ziemlich gleich-massig, sonst streifig und punktförinig gerötet, mit einem zellenreichen Beleg versehen nud meistens mit punktförmigen, umwallten Vertiefungen besetzt. Diese Vertiefungen, die Ausführungsgänge der Labdrüsen, finden sieh zuweilen nur vereinzelt, mitunter aber in solcher Zahl, dass die Fläche damit wie übersäet erscheint. Zwischen diesen beiden Extremen kommen alle möglichen Zwischenstufen vor. Der übrige Teil der Schleimhaut des Labmagens ist gewöhnlich in bedeutendem Grade verdickt, braunrot oder violett von Farbe und mit einem zellenreichen Sekret sehr stark belegt.
Verlauf. Es ist der Regel nach eine solche Ausgleichung zu erzielen, dass das Futter wenigstens anseheinend - annähernd oder vollständig normal verwertet wird.
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Diagnose. Es kann sich immer nur um eine -Walirsclieinlielikeits-(iiagnose handeln. Tiere, die an einer dieser Krankheiten oder, was seltener vorkommt, an beiden gleichzeitig leiden, verwerten das Futter schlecht, gehen Im Nähmistand eher rück- als vorwärts und liefern ev. auch nicht die normale Quantität Milch. Findet sich bei der Beobachtung und Untersuchung dos Tieres weiter nichts als dieses, so ist der Verdacht auf die in Frage stehende Krankheit begründet.
Ursachen. Die Krankheit kann sich nach und nach infolge von Zirkulationsstörungen entwickeln, wie auch aus dem akuten Katarrh hervorgehen. Ich habe sie namentlich bei älteren Kühen, ebenfalls aber auch mitunter bei solchen jungen Hindern, die fortwährend im Stalle gehalten und mit nicht natiirgemässem Futter unterhalten wurden, konstatiert.
Prognose. Unbestimmt,
Behandlung. Zunächst möchte ich für die Gegenden und Zeiten, wo es möglich ist, empfehlen, die Tiere auf die Weide zu schicken; das frische Gras im Frühjahr wirkt auch hier ausserordentlich vorteilhaft. Kommt man damit nicht zum Ziele, so gebe man einige Wochen hindurch täglich zwei- bis dreimal eine kleine Dosis Salzsäure mit einer Flasche Wasser. Bei Stalltieren kann ich, wenn selbige Trockenfutter bekommen, nur das Karlsbader Salz empfehlen. Benutzt wird von mir das künstlich hergestellte Karlsbader Salz Sal carolinum facticium , welches, wie ja längst bekannt, absolut ebenso wirkt, wie das natürliche Karlsbader Salz. Ich rechne drei bis sechs Wochen zur Kur, beginne bei Tieren, die im ausgemästeten Zustand ein Schlachtgewicht von 200 bis 800 kg liefern, pro die mit öO g und steige allmählich auf 150 g. Nach dem anhaltenden Gebrauche der zuletzt genannten Dosis habe ich wohl zuweilen das Absetzen weicherer Faeces, aber niemals Diarrhöe eintreten sehen. Ich lasse das Salz, in einem grossen Stalleimer Wasser gelöst, den Tieren morgens vorsetzen, und erst eine Stunde nach der Aufnahme desselben mit der Fütterung beginnen. Einige Tiere nehmen das Wasser sofort und anscheinend nicht ungern auf; andere Tiere müssen sich an den Oenuss desselben erst gewöhnen. 1st dieses der Fall, dann bin ich in der Anforderung, class die Fütterung erst eine Stunde nach der Aufnahme des letzten Teiles der Flüssigkeit beginne, für die ersten Tage der Kur weniger streng. Tieren, welche einige Tage nach Einleitung der Kur die Flüssigkeit noch nicht in voller Quantität aufnehmen, lasse ich das Abendgetränk zum Teil, bezw. ganz entziehen. Während der Karlsbader Kur muss den Tieren ein naturgemässes Futter in natur-gemässem Zustande gereicht werden.
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Professor Vogel in Stuttgart führt in dor zweiten Auflage seiner Arznoi-mittellehro, die 1881 erschienen ist, ebenfalls das Karlsbader Salz an und stellt 20 bis 50 g als Dosis für das Kind hin; derselbe bemerkt aber wörtlich: Kloinero Gaben, ein- bis zweimal tiiglich, sind den grosson im allgemeinen aber vorzu-ziohon.quot; Vogel spricht sich über dio Dosis nicht ganz bestimmt aus und bemerkt über den Modus der Applikation gar nichts. Vogel wird also wohl, die Annahme liegt wenigstens sehr nahe, das Salz in der beim Rinde meistens üblichen Weise, mit einer Flasche Wasser, eingeben lassen. Ich lege aber auf die Verabreichung dieses Salzes mit einer grossen Menge Wasser ein ganz besonderes Gewicht, weil dasselbe nur in diesem Falle eine möglichst weit rückwärts reichende Wirkung entfalten kann. Es dürfte mir wohl gestattet sein, die Eichtigkcit #9632;dieser meiner Behauptung, welche, da sie auch auf andere Fälle und andere Arzneien bezogen werden darf (s. d, akuten Magen-Darmkatarrh), ein allgemeines praktisches Interesse hat, mit einigen Worten zu begründen.
Aus den Ergebnissen meiner über die Rumination angestellten Versuche (s. Deutsche Zeitschrift für Tiermedizin, Bd. 2, und erste Auflage dieses Buches) geht mit vollster Bestimmtheit hervor, dass die alte Angabe, nach welcher ein kleiner Schluck von festen und flüssigen Stofl'en, sagen wir von Futter und Getränk nicht in den Pansen, sonder., in eine hinter dem Pansen bclegeno Abteilung des Magens, nach einigen in die Haube, nach anderen in den Psalter, nach noch anderen in den Labmagen gelangt, falsch ist, dass vielmehr alles, was vom Rinde freiwillig oder gezwungen geschluckt wird, einerlei, ob es flüssig oder fest, letzterenfalls grob oder fein zerkleinert, viel oder wenig ist, zunächst in den Pansen tritt. Vom Pansen aus gelangen Futter und Getränk vermittels der Haube und des Psalters nach dem Labmagen, aber nicht auf ganz gleichem Wege und in ungleicher Zeit. Die gründlich zerkleinerte, also event, zweimal gekaute feste Nahrung tritt in Verbindung mit einer gewissen, jedoch nicht bestimmt anzugebenden, jedenfalls aber verhältnissmässig geringen Quantität Flüssigkeit vom Pansen nach der Haube, dann zwischen die Blätter des Psalters und darauf in den Labmagen. Dio feste Nahrung muss, darauf kommt es an, zwischen den Blättern des Psalters durchtreten und kann folglich nur langsam nach dem Labmagen und Darm-kanal gelangen. Das Getränk dagegen läuft nach der Aufnahme sofort aus dem Pansen nach der Haube und dann, was ich besonders hervorhebe, durch den freien Kanal des Psalters, die sogenannte Psalterrinne, nach dem Labmagen. Der grössto Teil des Getränks findet sich bald nach der Aufnahme in der letzten Abteilung des Magens und im Darmkanal.
Wenden wir diese physiologischen Thatsachen auf die Praxis an, so ergiebt sich daraus für unsern Fall folgendes; Reichen wir dem Rinde Karlsbader Salz mit einer Flasche Wasser, so gelangt die Lösung, wenigstens zum Teil, in Verbindung mit feston Stofl'en langsam rückwärts und verliert, ehe sie nach dem Bestimmungsorte hingelangt, infolge der überall, namentlich auch im Pansen stattfindenden Resorption mehr oder weniger von der wirksamen Substanz. Geben wir dagegen dos Karlsbader Salz mit einem grossen Stallcimer Wasser, so gelangt das Mittel in kürzester Zeit nach dem Labmagen und Dannkanal und kann seine volle Wirkuug entfalten.
Bleibt der erwünschte Erfolg nach Einleitung der Karlsbader Kur aus, so geht daraus lucht mit Sicherheit hervor, dass die angenommene Krankheit nicht mehr zu beseitigen ist oder garnloht vorliegt; man darf
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dann wenigstens daran denken, dass den Anordnungen nicht vollständig Rechnung getragen worden ist. Der letzte Fall während meiner Dozentur, in welchem die Karlsbader Kur in Anwendung kam, war ein solcher, und selbigen möchte ich hier anreihen.
Im Herbst 1882 präsentierte die Frau Wlttwe N. in K. bei Hannover in der externen Klinik der Königlichon Tierarzneisohule in Hannover oino etwa 5 Jahre alte, zum Skolott abgemagerte und fast haarlose Kuh zur Untersuchung und event. Behandlung mit dem Vorborichto, dass selbige in den letzen Monaton bei guter Fütterung und Haltung abgemagert sei und die Milch nngefälir ganz verloren habe. Es wurde ein chronischer Düiindarinkatarrh angenommen und die Karlsbader Kur in angegebenor Weise eingeleitet. Der erwünschte Rifolg trat nicht ein. Don Missertblg schob ich darauf zurück, dass Besitzerin den Anordnungen nicht nachgekommen sei. Um den Praktikanten wenn möglich den Beweis zu liefern, dass die Diagnose nicht falsch und die Auswald der Arznei eine richtige gewesen sei, wurde das Tier angekauft und in der Anstalt von neuem der Karlsbader Kur unterworfen. Jetzt war das Resultat ein günstiges. Das Tier war nach sechs Wochen anscheinend ganz gesund. Die Haut war weich, das Haar glänzend, der Nährzustand hatte sich gebessert und die Milchsekretion betrug schon 8 L. Das Tier wurde jetzt um das Siebenfache des Einkaufspreises an einen Gartonmann verkauft und stand liier bei meinen) Austritt aus dem Staatsdienst, am 31. März 1883, als beste Milchkuh im Stalle.
Dyspepsie.
Diese vor ca. 17 Jahren von mir in die Litteratur eingeführte, von anderen allerdings nicht aufgenommene Bezeichnung muss icli auch fernerhin beibehalten.
Als Dyspepsie bezeichne Ich diejenige Krankheit des Kindes, welche durch abnorme Zersetzungsprozesse des Panseninhaltes hervorgerufen wird und nach Aufnahme nicht miturgemiisser Nahrungsmittel entstellt.
In der externen Klinik der Königlichen Tierarzneischule zu Hannover ist keine Krankheit von mir so häufig behandelt worden, wie die in Frage stehende. Das Bild derselben ist ein durchaus präzises, so dass der aufmerksame Schüler dasselbe nach einmaliger Aufnahme sofort wieder erkennt. Alles, was ich früher darüber bemerkt habe, kann ich auch noch heute als richtig hinstellen. In früherer Zeit habe ich diese Krankheit mit dem akuten Magen-Darmkatarrh konfundiert, well sich im Verlauf derselben ein Katarrh im Verdauungstraktus entwickelt; davon bin ich aber schon vor mehr als siebenzehn Jahren zurückgekommen, weil die Dyspepsie durch besondere Ursachen hervorgerufen wird, Eigentümlichkeiten im Verlaufe zeigt und einen Symptomenkomplex darbietet, der mit dem des akuten Magen-Darmkatarrhs fast gar keine Ähnlichkeit hat. Wer beide Krankheiten kennt, wird schwerlich den grossen Fehler begehen, selbige zu konfundieren.
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Krankheitserscheimmgen. Appetit vorBchwiuulen. Sauflust gering. Rumination sistiert. Puls meistens etwas erhöht; Arterie leicht gespannt. Milohsekretion vermindert. Die linke Hungergrube gefüllt, mitunter sogar vorgewölbt. Der Panseninhalt steht fest gegen die obere Pansenwand. Die Auskultation ergiebt nach der Höhe und Dauer der Krankheit ein etwas verschiedenes Resultat. 1. Besteht die Krankheit in geringem Grade und erst eine kurze Zeit, so wird der Panseninhalt ziemlieh normal hewegt; quot;2. Hat das Tier, das immer ein natur-gemässes Futter erhalten hat, schwor verdauliche Stoffe mit einemmal in grosser Quantität aufgenommen, so wird bald nachher der Pansen-Inhalt wohl etwas gehoben, aber nicht in der bekannten Weise unter dem aushorchenden Ohre vorbeigeschoben, und es bilden sich grosse Gasblasen, die, wie man sehr deutlich wahrnehmen kann, in die Höhe steigen und platzen; 3. In den meisten Fällen aber findet man, dass der Pansen aktive Bewegungen garnloht mehr macht, so dass nur eine leichte Verschiebung seines Inhaltes bei der In- und Exspiration eintritt. Die Reaktion des Panseninhaltes, welche ich über Jahr und Tag in jedem Falle von Dyspepsie mittelst eines besonderen Trokars, durch welchen ich Lakmuspapier einführte, aufgenommen habe, ist eine saure. Diese Reaktion kann man schon vierundzwanzig Stunden nach der Ver-fütterung von Hafer und Roggenmehl konstatieren. Ich muss jedoch bemerken, dass in den leichteren Fällen von Dyspepsie der peripherische Teil des Panseninhaltes alkalisch reagieren kann, dass man also, wenn mau in solchen Fällen die Reaktion bestimmen will, den Trokar auch tief genug hineinführen mnss. Es ist mir vorgekommen, dass Studirende den Trokar selbständig gebraucht und keine saure Reaktion gefunden hatten, und dass ich dieselben schon ein paar Stunden später von dem Vorhandensein der sauren Reaktion überzeugen konnte. Die bei Eröffnung des Pansens in geringer Menge ausströmenden Gase sind stets von abnorm unangenehmem Geruch, mitunter so namentlich nach Verfütterung von Hotel-Abfällen, In welchen verliältnismässig viel Fleisch enthalten ist im höchsten Grade stinkend. Der Kot kann normal sein, das ist er aber selten, und zwar nur dann, wenn die Krankheit ziemlich sclmell entstanden ist, und die Untersuchung bald darauf stattfindet. Die Faeces sind gewöhnlich von saurer Reaktion, abnorm unangenehmem Geruch, resp. stinkend, und entweder ziemlich konsistent und krümelig oder in verschiedenem Grade dünn. Ist der Kot ziemlich konsistent, dann wird er wohl verzögert abgesetzt; ist derselbe dagegen dünn, so wird er häufig entleert. In diesem Falle liegt auch mitunter Tenesmus vor.
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Leichenerscheimmgen. l'anscn in der zotteiitiageiulon Partie, sowie Labmagen und Darmkanal zeigen die Brsoheinungen der oberfläoh-liclien Entzündung, wenngleich gewöhnlich nur in geringem Grade. Die Haube fand ich niemals affiziert, und der Psalter zeigt nur hier und da kleine Rötungen.
Verlauf. 1. Die Krankheit kann, wie loh in der Praxis und auch bei Versuchstieren gesehen habe, in kürzester Zeit Ihren Höliepunkt erreichen, aber ohne alles ärztliche Eingreifen in einigen Stunden soweit ausgeglichen sein, dass keine Krankheitsersclieinimgcn wahrzunehmen sind. - Dies zeigt sich recht gut, wenn sich ein hungriges Kind mit Hafer und Roggenmehl etc. sättigt. Es tritt dann aber später ganz gewöhnlich eine Veränderung des Kotes In angegebener Richtung ein.
2.nbsp; Es entwickelt sich mitunter in verluiltnissmässig kurzer Zeit eine gefahrdrohende Aufblähung. Wie stark die Aufblähung sein muss, um als gefahrdrohend bezeichnet werden zu dürfen, lässt sich weniger gut beschreiben, als am Patienten zeigen. Fälle, in welchen die Aufblähung plötzlich aufgetreten ist, müssen der augenblicklichen Gefahr wegen viel vorsichtiger beurteilt werden, als solche, in welchen selbige sich allmählich entwickelt hat.
3.nbsp; Die Dyspepsie kann, wenn nicht dagegen eingeschritten wird, sich in die Länge ziehen. Es zeigt sich hier sehr schön, dass der Verlauf der Krankheiten beim Pferde und Rinde nicht immer gleich ist. Ist beim Pferde infolge der Dyspepsie Laxieren eingetreten, so stellt sich, wenn zunächst kein und darauf nur naturgemiisses und leicht verdauliches Futter gereicht wird. In ein paar Tagen Heilung ein. Das ist beim Rinde aber anders. Bei diesem Tiere gelangen immer von neuem in Zersetzung begriffene Massen von Pansen, Haube und Psalter nach dem Labmagen und Darmkanal.
4.nbsp; Die Entzündung der Schleimhaut der zottentragenden #9632; unteren Partie des Pansens kann auf die Muscularis, sogar, was von mir jedoch nur einmal nachgewiesen worden ist, auf die Serosa übergehen. Dieser Uebergang giebt sich durch Druckempfindllohkeit zu erkennen. Stirbt das Tier dann, so findet der Laie bei der Sektion nur zirkumskripte Bauchfellentzündungquot;, deren Entstehung ihm unklar bleibt. Ich habe diesen Uebergang, wie schon bemerkt, nur einmal direkt nachgewiesen; es ist aber wahrscheinlich, dass eine sehr beschränkte Peritonitis nicht so ganz selten vorkommt, denn ich habe mitunter eine Verwachsung des Pansens mit den Bauchdecken bei der Sektion gefunden.
5.nbsp; Es kann sich, wenn das Tier gar nicht oder irrationell behandelt wird, ein chronischer Magen-Darmkatarrh entwickeln.
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Diagnose. Die Ermittelung der Fütterung des Tieres giebt schon einen guten Anhaltsiiunkt für die Diagnose. Die wesentlichsten Symptome sind die Aufblähung, das Nlchtvorhandensein von freiem Gas in der oberen Partie des Pansens, die angegebene Beschaffenheit des Mistes und event, die Reaktion des Pauseninhaltes. Ausschliessen muss man den akuten Magen-Darmkatarrh und die Pareso des Verdauungstraktus.
Das Tier ist beim akuten Magen-Darmkatarrli im Bauche eingefallen und setzt einen neutral oder alkalisch reagierenden Kot ab, bei der Dyspepsie im Bauche aufgetrieben und entleert sauer reagierende Faeces.
Bei der Parese ist das Tier im Bauche ebenfalls aufgetrieben. Bei dieser Krankheit steht aber freies Gas in der oberen Partie des Pansens und der Kot ist fest, geringelt, glänzend an der Oberfläche etc., was bei der Dyspepsie nicht der Fall ist.
Ursachen. Verabreichung nicht uaturgemässer Nahrungsmittel. Treber, Wurzeln, Knollen, Küchenabfälle aus den Hotels etc. in Verbindung mit Schlempe.
Behandlung. Mein Hauptmitte] gegen die Dyspepsie ist die Salzsäure. Ich habe mehrere Jahre hindurch bei der Dyspepsie abwechselnd in dem einen Falle doppeltkohlensaures Natron, in dem anderen Falle Salzsäure als Hauptmittel benutzt und dabei gefunden, dass man mit der Salzsäure schneller und sicherer zum Ziele kommt. Ist der Kot ziemlich konsistent, so reiche ich zunächst ein Laxans, und zwar auch hier eine Mischung, die aus 15 g Brechweinstein und 750 g Glaubersalz besteht, achtstündlich den dritten Teil mit einer Flasche Wasser zu geben. Hierauf lasse ich zunächst sechsmal, später dreimal täglich 7,6 g konzentrierte Salzsäure mit einer Flasche Wasser reichen. Wird der Kot in weicher, resp. dünner Konsistenz abgesetzt, so beginne ich sofort mit der Salzsäure. Kehrt hierbei der Pansen nicht in einigen Tagen zur normalen Bewegung zurück, so muss versucht werden, diese zu heben. Dazu benutzte ich früher kleine Dosen von Brechweinstein oder eine Injektion von Veratrin, würde jetzt aber unbedingt das Eserin versuchen. (S. d. Parese.) Gegen die gefahrdrohende Aufblähung schreitet man am besten ein in der Weise, wie ich es bei der zweiten Form der akuten Tympanitis bemerken werde. Die Tiere müssen zunächst absolut hungern, später nur mit naturgemässem Futter wenigstens in den ersten paar Wochen unterhalten werden.
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Parese des Verdauungstraktus.
Diese Krankheit, welche sich im allgemeinen dadurch charakterisiert, dass die Thätigkeit in der Wand des Magens und des Darmkauais nach
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und nach, aber nicht infolge eines Katarrhs oder einer tiefer gehenden Entzündung abnimmt, ist mir in frühereu Jahren in ineiner Privat-praxis in den Marschen Schleswig-Holsteins ziemlich häufig, in den späteren Jahren ausserordentlich selten, in der Qartengomeinde Hannovers niemals vorgekommen. Meine Mitteilungen über diese Krankheit beziehen sich demnach auf die Erlebnisse einer entfernt liegenden Zeit, was ich um so mehr bedauere, weil ich mir des allzu häufigen Vorkommens wegen damals keine Notizen darüber gemacht habe. Die Krankheit kommt jetzt auch vielleicht in den Marschen Schleswig-Holsteins nicht so häufig vor wie früher, dessenungeachtet beansprucht sie immer noch unser ganzes Interesse, so dass sie, namentlich weil sie ein ganz bestimmtes, garnloht zu verkennendes Krankheitsbild liefert, auch ganz besonders besprochen werden muss. Meine vor siebenzehn Jahren über diese Krankheit gemachten Mitteilungen darf ich auch noch heute als richtig hinstellen.
Krankheitserscheinungen. Das Tier ist träge, an der Körperober-däche nicht normal warm, liefert eine geringere Quantität Milch, hat blasse, zuweilen etwas wässerige Schleimhäute, einen normal hohen und weichen Puls, nimmt Futter und Getränk in zu geringer Menge auf, ruminiert seltener und weniger vollständig als sonst und setzt einen festen, geringelten, dunklen, an der Oberfläche glänzenden Kot in zu geringer Quantität ab. Die linke Hungergrube ist ausgeglichen. Der Pansen arbeitet subnormal; der Inhalt desselben besteht in der oberen Kegion nur aus Gas, in der unteren Partie aus einer festen, beinahe harten Masse, welche nicht selten von aussen in dieselbe gemachte Eindrücke längere Zeit stehen lässt. Die Perkussion der linken Hungergrube liefert einen tympanitischen Schall.
Leichenerscheinungen. Diese ergeben sich aus dem, was über den Verlauf bemerkt werden wird.
Verlauf. Die Pareso des Vordauungstraktus tritt ganz allmählich auf, der fernere Verlauf derselben ist verschieden.
1.nbsp; Bei frühzeitig eingeleiteter und energischer Behandlung tritt ganz gewöhnlich in ein paar Tagen vollständige Ausgleichung ein.
2.nbsp; Wenn auf die Abnahme des Appetits kein Gewicht gelegt wird, der Hunger des Tieres vielmehr mit dem bis dahin gereichten Futter gestillt wird, so hört, wie durch die Auskultation leicht zu ermitteln ist, nach und nach jede Thätigkeit Bewegung im Pansen auf. Dasselbe darf dann aber, da die Entleerung von Faeces sistiert, für Haube, Psalter, Labmagen und Darmkanal angenoimnen werden. Es ist dann allerdings der Inhalt des Psalters trocken, der durch den Psalter
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führciule Kanal aber nicht verstopft. Flüssigkeiten können sogar in kurzer Zeit vom Pansen durch die Haube welche durchaus nicht, wie fälschlich angegeben, geflillt ist und Psalter nach dem Labmagen u. s. w. gelangen, und deshalb kann ich mich auch nicht entschlicsseu, in diesem Falle von Psaltervcrstopfungquot; zu sprechen, um so weniger, weil man bei vielen anderen Krankheiten ebenfalls den Inhalt des Psalters trocken findet. Wenn man, nachdem man sieh von dem gänzlichen Stillliegen des Pansens überzeugt hat, leichte, rasche Eindrücke auf die untere Partie desselben macht, und darauf den Eintritt einer aktiven Bewegung konstatiert, so ist das ein relativ günstiges prognostisches Zeichen. Aber selbst dann, wenn auf diesem Wege der Pansen nicht in Thätigkeit zu versetzen ist, kann noch Ausgleichung erzielt werden,
3.nbsp; nbsp;Mitunter treten, nachdem die Thätigkeit im Pansen vollständig erloschen ist, die Erscheinungen der Pansenentzündung Rnminitis und die des Fiebers ein, und dann ist die Prognose bedenklich, resp. ungünstig. Sind die Erscheinungen der Entzündung nur in geringem Grade vorhanden, treten Aeusserungen von Schmerzen nicht freiwillig, sondern nur auf Druck ein, so liegt allerdings schon eine Kuminitis vor, die sogar zur Verwachsung des Pansens mit der begrenzenden Fläche des Bauchfells führen kann, die aber nicht unbedingt tödlich verläuft. Sind die Erscheinungen der Entzündung in bedeutendem Grade vorhanden, stöhnen die Tiere stark, nimmt das Stöhnen beim Druck beträchtlich zu, dann ist der Ausgang ein lethaler.
4.nbsp; Hält die Krankheit bei schlecht genährten Findern lange an, so muss man auch au den Eintritt des Ersohöpfungstodes denken.
Diagnose. Die allmähliche Fntwickelung der Krankheit, die subnormale Thätigkeit, resp. das Stillliegen des Verdanungstraktus, das Vorhandensein von freiem Gas in der oberen Region und von festen, harten Massen in der unteren Region des Pansens, die angegebene Beschaffenheit der Faeces, die zuerst nur verzögerte, später aber gänzlich sistierte Entleerung des Kotes sind diejenigen Erscheinungen, welche das Vorhandensein der in Frage stehenden Krankheit mit Sicherheit angeben.
Ursachen. Diese sind nicht in genügender Weise erforscht. Man sieht diese Krankheit am häufigsten beim plötzlichen Uebergang vom Grün- auf Trockenfutter, wie er in den mir bekannten Marschen im Herbst, im November, erfolgt, sowie im Frühjahre, wenn die letzten, vielleicht überjährigen Reste des Rauhfutters verabreicht werden. Trockne Nahrungsmittel, welche arm an Arom, sehr weich, vielleicht gar auf dem Felde ausgelaugt sind, bedingen nicht selten den Eintritt der Krank-
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belt. Gersteustroh, Kaft', namentlloh 'ipi'stcukaff, und Sohlammheu sind in dieser Bezlehuug am meisten anzusohuldigen.
Prognose. Diese erglebt sich aus den über den Verlauf gemachten Angaben.
Behandlung. Mit vollständiger Entziehung der Nahrung muss die Kur beginnen. Liegen keine oder sehr geringgradige Erscheinungen der Entzündung vor, so gebe ich von einem Pulver, das aus 750 g Glaubersalz und 15 g Brechweinstein besteht, achtstündlich den dritten Teil mit einer Flasche Wasser und lasse den Bauch nicht nur die Pansengegend vorsichtig, aber anhaltend, massieren. Hierauf tritt der Kegel nach Heilung ein. Ist dies der Fall, so halte ich die Tiere in den nächsten Tagen von dem früher gereichten Futter ab, lasse Rüben und Kartoffeln in geringer Menge geben und gehe allmählich auf die Verabreichung einer gesunden Rauhfourage über. Ist aber zwei Tage nach Verabreichung der letzten Dosis des oben genannten Mittels noch keine genügende Wirkung eingetreten, so gebe ich zwei Tage nach der Reihe dreimal täglich 2,6 g Brechweinstein mit einer Flasche Wasser. Statt der kleinen Dosen Brechweinstein habe ich auch wohl die weisse Nlesswurzel oder eine Injektion von Veratrin benutzt. Als Anfangsdosis gab ich vom Veratrin 10 cg, von der Nlesswurzel 7 g. Nach 10 cg Veratrin habe ich schon Geifern etc. eintreten sehen, und deshalb begann ich niemals mit einer grösseren Quantität, Trat keine genügende Wirkung ein, dann wiederholte ich das Mittel einmal täglich und verstärkte die Dosis jedesmal um I cg. lieber 14 cg habe ich niemals injiziert. Von der weissen Niesswnrzel sind, wie ich sehr wohl weiss, viel grössere Dosen gegeben worden, ich habe aber, und zwar im Anfange meiner praktischen Thätigkeit, so traurige Erfahrungen mit diesem Mittel gemacht, dass ich später als erste Dosis nur 7 g benutzt habe, -letzt wird mau, um die Peristaltik zu heben, auch beim Rinde zum Eserin greifen. Dieses Mittel ist von mir allerdings in einem Falle ohne allen Erfolg appllziert, von Dlecas dagegen in der Dosis von 0,15 mit 16,0 aqua mit sehr gutem Erfolg injiziert.
Ist infolge einer Verabreichung von Glaubersalz oder von ähnlich wirkenden Mitteln durch den Besitzer schon Laxieren eingetreten, was In meiner Praxis mitunter vorgekommen ist, der Pansen aber noch nicht normal tliätig, so kann man Brechweinstein, Nlesswurzel, Veratrin oder Eserin benutzen.
Ist der Panseninhalt sehr fest, resp. hart, so kann man Glaubersalz in Verbindung mit einer grossen Quantität Wasser mittels eines Gummi-
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schlauchs durchs Maul elngiessen, ciuo Injektion von Eserin machen, den Bauch massieren und Infusionen in den Mastdarm machen lassen.
Liegen schon bedeutende Entzunduugsersohelnungen vor, kann man in gleicher oder ähnlicher Weise verfahren. Werden die Tiere schwach, steht der Eintritt des Erschöpfungstodes zu hefürchten, so empfiehlt es sich, Brod- und Biersuppen mit etwas Branntwein zu gehen.
Ist, nachdem Entzündungserscheinungen zu konstatieren waren, Heilung eingetreten, aber ein soldier Zustand im Verdauungstraktus zurückgeblieben, dass das Tier nach der Aufnahme von Futter häutig oder jedesmal etwas aufbläht, so thut der freie Weidegang die schönsten Dienste. Muss hierauf verzichtet werden, so versuche man die Karlsbader Kur oder reiche Salzsäure in früher angegebener Weise.
Tyinpnnitis.
Tympanitis, Trommelsucht, Blähsucht, Aufblähen, Windbauch etc. nennt man diejenige Krankheit, bei welcher der Verdauungstraktus, besonders in manchen Fällen vielleicht einzig und allein der Pansen infolge einer vermehrten Entwickelung und Ansammlung von Gas stark ausgedehnt, der Umfang des Bauches bedeutend grosser geworden und die linke Hungergrube vorgewölbt ist. Die Aufblähung kommt nicht ganz selten als Teilerscheinung anderer Krankheiten, ziemlich häutig aber als selbständige Krankheit vor. Nur um die letztere handelt es sich liier.
Die als selbständige Krankheit auftretende Tympanitis verläuft jedesmal in kurzer Zeit und kehrt entweder nicht wieder oder häufiger in ungleichen, meistens kurzen Zwischenzeiten. Darnach unterscheidet man seit langer Zeit die akute und chronische Tympanitis.
Akute Tympanitislaquo;
Ursachen. Es giebt Futtermittel, die, wenn sie von Tieren, die an den Genuss derselben nicht gewöhnt sind, bis zur vollen Sättigung aufgenommen werden, sehr leicht die Trommelsucht hervorrufen. Dahin gehören: junger, üppig gewachsener Klee; die grünen Blätter und Stengel der meisten übrigen Leguminosen: im Abtrocknen begriffene, erwärmte, bereifte und gefrorene Grünfuttermittcl. Ferner Fabrikationsrückstände, wie Traber, Schnittlinge, Presslinge Malzkeime etc., sowie alle Knollen-und Wurzelgewächse. Die Tympanitis tritt auf dem Stalle mitunter aber dann auf, wenn nur Heu mit oder ohne Stroh verfüttert wird.
Bei der akuten Tympanitis steht das im Pansen in übergrosser Menge vorhandene Gas entweder frei unter der oberen Wand oder es
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Lkn.
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ist mit dem übrigen luhnlt desselben gemischt. Hiernach unterscheide ich zwei Formen, die ich einfach als erste und zweite bezeichne. Diese Unterscheidung halte ich, obgleich die zweite Form verhältnismässig selten von mir gesehen worden ist, in praktischer Beziehung für ansser-ordentlich wichtig.
Erste Form.
Das Gas steht bei dieser Form der Tympanitis frei unter der oberen Pansenwand. Der eine Teil des im Pansen in abnorm grosser Menge gebildeten Gases ist wenigstens mitunter weiter rückwärts, sogar nach dem Dannkanal gepresst worden; denn in einem Falle, in welchem ich bei einer in hohem Grade an Tympanitis leidenden Kuli meine Hand möglichst tief in den Mastdarm hineinschob, wurde eine grosse Menge Gas unter sausendem Geräusch aus dem After entleert.
Krankheitserscheinungen. Das Tier steht mit gestrecktem Kopf und Hals und respiriert vermehrt und angestrengt. Der Puls ist von verschiedener Schnelligkeit, Stärke und Frequenz. Der Bauch ist sehr gespannt. Die linke Hungergrube vorgewölbt. Der Pausen liegt still. Bei der Perkussion der linken Hungergrubo tritt ein tym-panitischer, fast metallisch klingender Ton auf.
Verlauf. Die Krankheit verläuft in dieser Form immer sehr rasch. Gesundheit und Tod liegen mitunter nur eine Stunde auseinander. Dabei muss man berücksichtigen, dass die Krankheit, wenn sie augenblicklich noch nicht gefährlich erscheint, schon nach Minuten das Tier töten kann. Deshalb darf man sich von solchen Patienten auch nicht eher entfernen, bis die Gefahr beseitigt ist. Volle Ausgleichung wird mitunter durch die Natur herbeigeführt und kann in jedem Fall durch die Kunst erreicht werden, wenn es sich nur um einzelne Tiere handelt. Stirbt das Tier, so geschieht es infolge einer Kompression der Lungen Kohlensäurevergiftung oder einer Anhäufung des Blutes im Gehirn Hirn-schlagfluss .
Diagnose. Die Aufblähung des Tieres ist nicht zu verkennen. Es kann sich nur um die Unterscheidung von der zweiten Form handeln, die in dem Perkussionsergebnis liegt, sowie um die Ausschlicssung der Aufblähungen, die Teilerscheinung anderer Krankheiten sind. In dieser Beziehung kommen die Schlundverstopfung und die Parese des Verdauungs-traktus in Betracht, und bei diesen beiden Krankheiten sind die Symptome so charakteristisch, dass eine ausführliche Besprechung überflüssig ist.
Behandlung. Es werden nach de?) vorliegenden Verhältnissen verschiedene, und zwar folgende Wege eingeschlagen:
Hur ms, Rinderkrankhoiten.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 6
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1.nbsp; Möglichst schnelles Laufen. Dieses muss ich dann empfehlen, wenn mehrere Stücke einer Herde aufgeblüht sind und bessere Mittel nicht zur Verfügung stehen. In einem solchen Falle Hess ich, du mir andere Hilfsmittel augenblicklich nicht zur Verfügung standen, eine aus elf Häuptern bestehende Herde in schneller Gangart nach dem ca. eine Viertelstunde entfernt liegenden Hofe treiben, um sie mitBegiossungcn etc. behandeln zu lassen. Zehn dieser Tiere waren bei der Ankunft auf dem Hofe soweit im Hauche eingefallen, dnss es ausreichend war, sie in Bewegung zu erhalten; das eine Tier nuisste anderweitig behandelt werden.
2.nbsp; Hervorziehen der Zunge. Hiervon habe ich niemals den erwünschten Erfolg gesehen.
3.nbsp; Aufzäumen. Ein durch Zusammendrehen von Stroh hergestelltes Strohband wird mit Mistjauche, Teer etc. getränkt, den; Tiere ins Maul geschoben und hinter den Hörnern zusammengebunden. Auch dieses Verfahren hat mir keine besonders guten Dienste geleistet.
4.nbsp; Begiesson mit möglichst kaltem Wasser. Eintreiben in Wasser. Dieses Verfahren ist im Notfälle wenigstens mehr zu empfehlen, als die unter 1, 2 und 8 genannten Methoden,
5.nbsp; Beklopfen des Bauches und Druck gegen die linke Hangergrube. Dieses Mittel habe ich stets, wenn nicht augenblickliche Lebensgefahr bestand, benutzt. S. 7.
6.nbsp; Das Einschieben der Monro'schcn Röhre. Diese Behandlung ist aus England zu uns gekommen und wenigstens in der Umgegend der Stadt Hannover sehr stark im Gebrauch. Die Applikation der Eöhre ist ungefährlich, Der aus der Schweiz mitgeteilte Fall, in welchem das Instrument in die Luftröhre gelangte, sowie die von Epple angegebene Beobachtung, bei welcher dasselbe so tief hinabglitt, dass es mittels des Pansenschnitts zutage gefördert werden musste, bilden Ausnahmen. Die Einführung des Instruments muss jedoch, wenn nicht die neuere, aus Stahldraht verfertigte Röhre benutzt wird, unter Zuhilfenahme des Maulgatters geschehen. Ueber den Nutzen dieser Methode kann ich aus eigener Erfahrung nichts mitteilen. Einige Tierärzte empfehlen diese Röhre, andere verwerfen sie.
7.nbsp; Benutzung der Carminativa und Absorbentia. Die ersteren habe ich niemals, die letzteren fast jedesmal mit der sub 5 genannten Methode in Verbindung gebraucht. Ich habe stets Liquor ammonii caustici Salmiakgeist benutzt, und zwar pro dosi 16 g mit einer Flasche Wasser vorsichtig eingeben lassen. Diese kombinierte Behandlung hat gewöhnlich zum Ziele geführt.
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8. Der Panseustieh. Ist Gefahr vorhanden, so muss man unbedingt diese Operation vornehmen. Ich benutze am liebsten einen runden Trokar ohne Seitenöffmmgen und von kleinem Kaliber. Ist ein Trokar nicht vorhanden, so verwende ich ein kleines, spitzes Messer, mit dem ich nach der Einführung eine halbe Wendung mache. Verfehlen kann man den Pansen von der linken Seite aus nicht; soll jedoch für den Einstich eine besondere Vorschrift gegeben werden, so ist es folgende: Man stelle sich an die linke Seite des Tieres, seinen Rücken dem Kopfe des Tieres zugekehrt, setze das Instrument in der Mitte zwischen der letzten Kippe, den Lendenwirbeln und der Hüfte so gegen die Haut, dass eine gedachte Verlängerung desselben zwischen die Vordersehenkel fallt, treibe es mittels eines kräftigen Druckes rasch hinein und entferne das Stilett. Die Kanüle muss mit der Hand fixiert werden. Oesehieht dies nicht, so kann dieselbe infolge der bald eintretenden Pansenbewegungen sehr leicht mit dem vorderen Ende In die freie Bauchhöhle gelangen und die serösen Häute beschmutzen. Mit der Entfernung des Gases ist die Quelle der Eiitwickelung desselben nicht beseitigt, deshalb muss man solche Tiere in den nächsten Stunden beobachten, denselben vielleicht Curminativa und Absorbentia reichen lassen.
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Zweite Form.
Das bei dieser Form der Tympanitis in abnorm grosser Menge vorhandene Gas ist nur im Pansen vorhanden und mit dem übrigen Inhalt desselben gleichmässig gemischt. Diese Form der Tympanitis kommt, wie schon oben angedeutet worden ist, seltener vor, als die erste.
Krankheitserscheinungen. Der Rauch ist ausgedehnt. Die linke Hungergrube vorgewölbt. Die Respiration in verschiedenem Grade erhöht und erschwert. Der Puls rasch, frequent und unregelmässig. Der Pansen liegt still; trotzdem hört man bei der Auskultation desselben mitunter ein sausendes Geräusch und ab und zu metallisch klingende Töne. Der Perkussionston an der linken Hungergrube ist zum Unterschied von der ersten Form nicht tyinpanitisch, sondern dumpf, leer.
Verlauf. Diese Form der Tympanitis verläuft auch rasch, in den meisten Fällen aber nicht so stürmisch wie die vorige.
Behandlung. Hervorziehen der Zunge, Aufzäumen, Beklopfen des Bauches, sowie das Trokarieren nützen nichts. Die Benutzung des kalten Wassers in Form von Begiessungen oder des Belegens mit angefeuchteten Säcken und die Verwendung der absorbierenden Mittel muss ich zunächst empfehlen. Wenn trotz der Benutzung dieser Mittel die Aufblähung zunimmt, die Respiration steigt, das Tier ängstlich wird, die Krankheit
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also tödlich zu verlaufen droht, so muss der Pansenschnitt vorgenommen werden. Hierbei verfahre ich in folgender Weise: Ein entsprechend scharfes und spitzes Messer wird an der Stelle des Bauches, die für die Applikation des Trokars augegeben ist, in den Pausen hineingesenkt, und so eine senkrecht verlaufende Oeffnung hergestellt, die in der Haut ca. 4 cm lang ist. Wenn eigene Instrumente nicht zur Verfügung stehen, so kann man ein spitzes und scharfes Brodmesser sehr gut benutzen. Mit dem Ausziehen des Messers dringt Panseninhalt mit grosser Vehemenz aus der Wunde heraus, bis die Gefahr beseitigt ist. Sollte sich die Wunde durch vortretenden Panseninhalt zu früh verschliessen, was vorkommt, so muss die Bahn frei gemacht worden. Eine besondere Behandlung der Operationsstelle ist zunächst nicht nötig. Sollte die Schliessung der Wunde nieht durch die Natur erfolgen, so kann man selbige, wie es in der externen Klinik geschehen ist, mittels eines ledernen Riemens unter Zuhilfenahme der Günther'schen Hunde-Haarseilnadel, die fälschlich als die Gerlach'sche bezeichnet wird, heften. Diese höchst einfache, aber ausserordentlich praktische Methode des Pansenschnitts habe ich während meiner Studienzeit 1853 von dem Schäfer in Davenstedt bei Hannover kennen gelernt.
1st auf dem einen oder anderen Wege die Gefahr beseitigt, so gebe ich zunächst, und zwar auf ca. vierundzwanzig Stunden, Absorbentia und darauf noch etwas Salzsäure.
Chronische Tympanitis.
Diese tritt gewöhnlich sporadisch, mitunter aber seuchenartig auf.
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Beim sporadischen Auftreten.
Krankheitserscheinungen. Ab und zu stellt sich eine verschieden starke, jedoch niemals lebensgefährliche Aufblähung auf einige Stunden oder auf einen, resp. ein paar Tage ein. Dauert die Auf blähung nur einige Stunden, so bleibt der Appetit fortbestehen; hält dieselbe aber länger an, dann wird, soviel ich gesehen habe, stets weniger Futter als sonst aufgenommen.
Verlauf. Es giebt Fälle, in welchen nach jeder Sättigung eine geringgradige Aufblähung eintritt. Es kommt aber auch vor, dass die Tiere ca. alle vierzehn Tage auf einen oder einige Tage aufgebläht sind. Ob Ausgleichung durch die Natur herbeigeführt werden wird oder durch die Kunst zu erreichen ist, kann man niemals im voraus wissen. Die Behauptung, dass Heilung um so leichter zu erreichen ist, je weniger lange die Krankheit besteht, ist, wie die Erfahrung mich gelehrt hat, durchaus nicht für alle Fälle richtig. Naturheilung habe ich nach langem
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Bestehen der Krankheit eintreten sehen; eine Heilung durch die Kunst mitunter nicht einmal in frischen Fällen erreichen können.
Ursachen. Umfangreiche Verwachsung des Pansens mit der begrenzenden Fläche der Bauchwand und chronischer Labmagenkatarrh. Besonders beschuldigt wird, und zwar von recht vielen Kollegen, die durch Neubildungen bedingte Kompression des Schlundes. Von der Richtigkeit dieser Angabe habe ich mich bis jetzt nicht überzeugen können. Bei tuberkulösen Tieren, die ich in ziemlich grosser Zahl gesehen, habe ich, trotzdem ich die Bronehialdrüsen bis zu 0,ö m Länge und 16 cm Dicke gefunden habe, niemals eine Kompression des Schlundes nachweisen können. Man sollte auch glauben, dass, so lange Bissen den Schlund passieren können, ebenfalls Luft aufwärts gebracht werden kann. Auch Geschwülste in den Vormagen sind gewiss so selten Ursache der chronischen Tympanitis, dass es am besten ist, damit gar nicht zu rechnen. Denn ich habe ca. 000 Rinder seziert, aber niemals Neubildungen in dem Pansen, der Haube und dem Psalter gefunden. Die Herren Sanitätstierärzte können sich am leichtesten Auskunft über die Ursachen der chronischen Tympanitis verschaffen.
Prognose. Man kann niemals im voraus wissen, ob Besserung oder Heilung eintreten wird. Liegt eine umfangreiche Verwachsung des Pansens mit der begrenzenden Fläche der Bauchwand vor, so hat man Aussicht auf Besserung; besteht ein chronischer Labmagenkatarrh, so hat man sogar Hoffnung auf solche Ausgleichung, dass das Futter anscheinend gut verwertet wird.
Behandlung. Diese muss stets mit der nötigen Reserve übernommen werden. Man empfiehlt bittere und aromatische Mittel in Verbindung mit doppelkohlensaurem Natron und Kochsalz. Ich benutze die Salzsäure oder das Karlsbader Salz in früher angegebener Weise.
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Beim seuchenartigen Auftreten.
Die chronische Tympanitis in seuchenartiger Verbreitung habe ich in den Marschen Schleswigs kennen gelernt.
Krankheitaerscheinungen. Die Tiere sind fast kontinuierlich in leichtem Grade aufgebläht, haben normalen Appetit und fühlen sich anscheinend nicht belästigt.
Verlauf. In den von mir beobachteten Fällen blieb die Seuche bis Mitte Juni bestehen.
Ursachen. Hierüber kann ich nur mitteilen, dass in der Zeit, in welcher ich diese Aufblähung beobachtete, der Kleewuchs auf den Fettweiden ein sehr üppiger war.
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Behandlung. Kochsalz, l'ökelbriihe, Feld- und röinlseher Kümmel, Kalkwasser, Seifenwasser wurden von den Laien ohne Erfolg benutzt. Auch die von meinen Kollegen und mir verordneten Arzneien bewährten sich nicht.
Kolik.
Einigemale habe ich beim Kinde eine Kolik beobachtet, deren Entstehung nicht auf Verlegung der Passage im Verdauungstraktus, sondern auf Krampf in der Muscularis der Wand des Verdauungstraktus, besonders in der dos Magens zurückgeführt wurde.
Krankheitserscheinungen. Erhöhte Respiration. Aufblähung. Kratnpfgetön im Pansen. Sohmerzäusserungen. Die Tiere trippeln und schlagen mit den Hinterschonkeln gegen den Bauch, sehen sich ab und zu nach dem Leibe um und wechseln häufig mit dem Stehen und Liegen.
Verlauf. In den von mir beobachteten Fällen ist in einer Zeit von vierundzwanzig Stunden volle Ausgleichung eingetreten.
Ursachen. Reichliche Verfütterung von sogenanntem stark blähendem Futter. Grün- und Braunkohl etc.
Diagnose. Es handelt sich nur um die Ausschliessung des inneren Bruches, der Darmeinschiebung und der Stenose im Darmkanal, weil hierbei ähnliche Sohmerzäusserungen vorkommen; diese Krankheiten werden später besprochen werden. Hier sei nur bemerkt, dass die Anamnese und das im Magen vorhandene Krampfgetön schöne Anhaltspunkte für die Diagnose bieten.
Behandlung. Freie Bewegung an einem Platze, auf dem das Tier sich nicht beschädigen kann. Innerlich gebe ich Terpentinöl mit Brechweinstein, doppeltkohlensaurem und schwefelsaurem Natron in Form einer Schüttelmixtur. Massieren des Bauches.
1. Qartenmann Sp. an der Alte DOhmorstrasse raeldote eine kranke Kuh mit dorn Vorberioht an, dass selbige eine grosso Unruhe zeige, sich häufig niederlege, bald darauf aber wieder aufstehe, das Futter vorsage und in der Mllohproduktlon abgenommen habe. Bei meiner Ankunft wurde auf Befragen die Anamnese dahin erweitert, dass die fragliche Kuh am vorhergehenden Tage hauptsächlioh braunen Kohl als Futter erhalten habe.
Untersuchungsbefund. Das Tier steht mit leicht gekrüinnitein Rücken, angezogenen llintersclienkelu, trippelt und schlägt mit den Ilinterschciikeln gegen den Bauch, sieht sich ab und zu nach dem Leibe um und wechselt häufig mit dem Stehen und Liegen. Mist ist in den letzten Stunden nicht abgesetzt; der im Mastdarm befindliche Kot ist zu konsistent. Die Pansenbewegung ist eine sehr lebhafte; ab und zu treten starke metallisch klingende Töne auf. Schleimhaut normal. Puls 80. Respiration 26, Temperatur gleichmiissig verteilt.
Behandlung. Das Tier bekommt von einer Mischung, die aus Oleum terebinthinae 15,0, Natrium bicarbonicam 100,0 und Natrium sulfuricum 500,0
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besteht, alle fünf Stunden den dritten Toil mit einer Flasche Wasser und ist vlerondzwanzlg Stunden später, heim zweiten Besuch, vollständig gesund.
2. Frau Q. im Moore meldete eine kranke Kuh mit dem Vorberloht an, dass selbige am vorbergehenden Nachmittage mir frischen Grummet als Futter bekommen habe und seit dem Morgen sehr unruhig sei.
Untersuchungsbefund. Das Tkgt;r ist aufgebläht, liegt auf der Seite, sieht sich häutig nach dem Leihe um, stöhnt ab und zu, verrät Überhaupt im ganzen Benehmen einen dumpfen Seliiiicrz. Infolge leichten Antreibens steht das Tier auf, hebt bald den einen, bald den anderen Hinterschenkel in die Höhe und logt sich schon nach einigen Minuten wieder nieder. Mist ist in den letzten acht Stunden nur einmal, und zwar in kleiner Quantität und zu fester Konsistenz, abgesetzt worden. Der Pansen liegt fast ganz still; bei der Auskultation desselben hört man ab und zu metallisch klingende Töne. Puls, Respiration, Temperatur und Schleimhäute normal.
Bohandlung. Das Tier bekommt viermal, und zwar alle zwei Stunden, 21/2 g Breohwelnstein, 150 g Glaubersalz und 1000 g Wasser.
Achtzehn Stunden nach Einleitung der Behandlung ist das Tier gesund.
Vorfall des Ma^us.
Als Vorfall des Magens bezeichnet man denjenigen Zustand, bei welchem ein Teil des Magens in der Brusthöhle liegt. Es ist nur der zweite Magen, oder mit diesem der dritte Magen Bareille , oder, was ich selbst erlebt habe, mit dem zweiten Magen gleichzeitig ein Teil des ersten Magens in die Brusthöhle hineiugetreten.
Krankheitserscheinungen. Frcsslust gering oder gar nicht vorhanden. Rumination nur erschwert oder ganz unmöglich. Erhöhte Respiration. Husten. Blick Angst verratend. Das Geräusch der peristaltischen Bewegung des Magens tritt abnorm stark an der Brustwand auf; es ist auf der rechten oder linken oder auf beiden Seiten zu konstatieren. Fehlen dos Respiratioiisgeräusches und gedämpfter, resp. dumpfer Perknssionsschall an der betreffenden Stelle der Brustwand.
Leichenerscheinungen. In einem von Bareillo beobachteten Falle war das Schlundloch zu gross. Sonst findet sich im Zwerchfell ein Riss, dessen Ränder nach dem Alter Veracliiedenheiten zeigen. Ein Teil des Magens liegt in der Brusthöhle und ist mit den begrenzenden Flächen nur verlötet oder innig verwachsen.
Verlauf. Es darf bis auf weiteres angenommen werden, dass volle Ausgleichung niemals eintritt. In dein von mir beobachteten Falle trat bald eine solche Zunahme der Pulsfrequenz ein, dass ich das Vorhandensein von Fieber annehmen musste. Das Tier wäre unbedingt in kurzer Zeit gestorben, wenn es nicht geschlachtet worden wäre. Ähnliches erlebte Lehnhardt. Die Tiere dagegen, an welchen Chartler und Bareille diesen Vorfall beobachteten, blieben monatelang am Leben, magerten
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aber ab, waren aufgebläht und Hessen in der Milchsekretion bedeutend nach. Bei einem dieser Tiere stellte sich Husten ein, dessen Anfälle mitunter sieben Minuten dauerten.
Diagnose. Sind die bemerkten Erscheinungen alle gut ausgeprägt, so wird die Diagnose wohl niemals Schwierigkeiten bereiten. Wenn jedoch, wie in dem von Lehnhardt beobachteten Falle, Husten und Respirationsbeschwerden fehlen, so wird die Krankheit wohl nicht mit der wünschenswerten Sicherheit zu erkennen, sondern nur zu vermuten sein.
Ursachen. Heftige mechanische Einwirkungen. Merkle konstatierte einen Vorfall der Haube bei einer Kuh, die sich während einer schwierigen, durch Zug beschafften Entwickelung des Kalbes plötzlich niedergelegt hatte. Plötzliches Niederwerfen während des Abziehens einer Frucht führt beim Rinde und Pferde sehr leicht zur Zerreissung des Fruchthälters.
Behandlung. Sobald die Krankheit erkannt ist, kann von einer Behandlung nicht mehr die Rede sein.
Hofbositzor J. Ths. ,1. auf N. kam am 18. Mal 1855 mit der Bitto zu mir, einen seiner Ochsen, der über ein Heck habe springen wollen, aber auf demselben hängen geblieben sei, zu untersuchen.
Untersuchungsbefund. Das Tier steht mit gespreizton Schenkeln, gestrecktem Hals und Kopf, bat einen Angst verratenden Blick, respiriert Sechzigmal in der Minute und in hohem Grade erschwert, hustet ab und zu in leichtestem, kaum wahrnehmbarem Grade und hat 85 Pulse.
Mit der Aufnahme dieser Erscheinungen war vorläufig meine Kunst zu Ende. Zu einer bestimmten Diagnose gelangte ich nicht. Ich dachte allerdings an eino Beschädigung innerer Organe und verordnete Ruhe und ein Antiplilogisticum.
Am folgenden Ta^c, am 19. Mal, war der Zustand im allgemeinen derselbe wie am Tage vorher, Das Tier war sogar etwas kräftiger, hatte aber schon einen Puls von 112. Bei der jetzt stattfindenden Auskultation der Brust hörte ich in der hinteren Partie derselben zu beiden Seiten dicht unter dem Ohre das Geräusch der peristaltischen Bewegung in solcher Stärke, wie man es normaliter niemals vernimmt. Die Zwercbfellgegend war, wie ich zufällig entdeckte, auf beiden Seiton (Iruckempflndlidi.
Nach diesem Bofund sagte ich dem Besitzer, dass bei dem fraglichen Tiere wahrscheinlich ein Teil des Magens durch einen Kiss des Zwerchfells nach der Brusthöhle durchgetreten sei, und dass eine weitere Behandlung nichts nützen könne.
Das Tier wurde nach diesem Ausspruch eigentlich gegen meinen Wunsch, weil ich mich, da ich von dem Vorkommen eines Magenvorfalles niemals etwas gehört hatte, in der Diagnose nicht sicher genug fühlte sofort getötet und seziert. Die Haube und ein grosser Teil des Pansens lagen in der Brusthöhle. Das Zwerchfell hatte ungefähr in der Mitte einen ca. fünfzehn Zoll langen, mit zerfetzten und blutig infiltrierten Rändern versehenenRiss. Eino kleine Quantität Blut fand sich sowohl in der Brust-, wie auch in der Bauchhöhle.
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Magenzerrclssuiig.
Diese ist am Pansen von Voulton, am Psalter von Pamster und am Labmagen von Heckmeyer und Bimmel konstatiert worden.
Krankheitserseheinungen. Puls hoch und sehr klein. Respiration erhöht, Speicheln. Umsehen nach dem Bauche. Aufblähung. Retention des Mistes. Bei der Zerreissung des Pansens will man eigentümliche Bewegungen der Hinterschenkel gesehen haben.
Leichenerscheinungen. Von dem Inhalt der Magenabteilung, die gesprengt ist, findet sicli mehr oder weniger in der freien Bauchhöhle. Die serösen Häute sind entzündet. Nach der Dauer der Krankheit zeigen die Rissränder ein ungleiches Aussehen und hat die Entzündung der serösen Häute mehr oder weniger Fortsehritte gemacht,
Diagnose. Der oben angegebene Symptomenkomplex, der, was sich nicht leugnen last, sehr unvollständig ist, liefert keine Anhaltspunkte. Da aber unbedingt Druckempfindlichkeit am Bauche vorhanden ist, so wird man, wenn man systematisch untersucht, selbige auch ermitteln, und dann unter Berücksichtigung der Ursache auch zu einer Wahr-schcinlichkeitsdiagnose, wenigstens zu der Annahme gelangen müssen, dass innere, yi der Bauchhöhle liegende, Organe eine bedeutende Beschädigung erfahren haben.
Ursachen. Heftige mechanische Einwirkungen.
Behandlung. Am richtigsten ist selbstverständlich, das Tier sofort schlachten zu lassen. Da man jedoch eine sichere Diagnose nicht stellen, sondern nur eine Bauchfellentzündung nachweisen, unter Berücksichtigung der Ursache eine Verletzung eines in der Hauchhöhle liegenden Organea vermuten kann, so dürfte sich vom praktischen Standpunkte aus nicht empfehlen, einen Heilversuch absAlehnen. Soll ein solcher natürlich unter der nötigen Reserve gemacht werden, so kann man die gegen die Bauchfellentzündung bemerkte Behandlung einleiten, vielleicht ausser-dem an der Stelle, wo die Ursache eingewirkt hat, Eis applizieren.
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Traumatische Knt/.Uiuliiiig des zweitelaquo; und dritten Magens.
Es kommt vor, jedenfalls aber sehr selten, dass ein fremder scharfer Körper mit dem einen Ende von der Rückwand des zweiten Magens in den dritten Magen hineintritt und in beiden Magenabteilungen sitzen bleibt. Aus der Literatur ist mir darüber nichts bekannt, und in der externen Klinik der Königlichen Tierarzneischule zu Hannover sah ich nur zwei derartige Fälle. Den ersten Fall erlebte ich 18G9 kurze Zeit vor der Veröffentlichung meiner Arbeit über die traumatische Magen-Zwerchfellentzündung , den zweiten Fall beobachtete ich einige Jahre
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später in Begleitung dos l'niktikanteu Herrn Schlüter aus Kiel. In dem ersten Fall sprach ich mich dahin aus, dnss eine zirkumskripte Bauchfellentzündung bestelle, in dem zweiten Pull aber sagte ich, wie Kollege Schlüter sich noch erinnern wird, dass eine Verletzung des dritten Magens infolge Eindringens eines fremden Körpers vorliegen müsse.
Krankheitserscheinungen. Fieber. Leichte Aufblähung. Retention des Mistes. Stöhnen. Druckoinpfindlichkeit in der Gegend der Haube, namentlich in der Gegend des Psalters.
Leichenerseheinungen. Die beiden Tiere wurden nicht behandelt, sondern am Tage nach der Untersuchung geschlachtet und seziert. Hierbei fand sich folgendes: Ein langer Nagel sass in der Wand der Haube und der des Psalters, sowie in den Blättern des letzteren. Die äussere Fläche dieser Magenabteilungen, sowie die begrenzende Fläche der serösen Bauchhaut waren entzündet. In der Bauchhöhle war ein Liter Iriibes, flockiges Exsudat vorhanden.
Hier möchte ich auf einen Sektionsbefund des Tierarztes Buch aufmerksam machen. Derselbe fand, dass der Labmagen durob einen armdicken Strang mit der Bauohwand verwachsen war. Der Strang war 15 cm lang, 9 cm dick, bestand aus derbem, glänzendwelssem, schwur schaeldbarem Bindegewebe und enthielt im Innern eine 0 cm lange, ziemlich breite Messerklinge, welche mit ihrer Spitze, die indessen umgebogen war, nach der Bauohwand zeigte.
Magenrerstopfung.
Die Magenverstopfung hat seit undenklicher Zeit in der Form und unter dem Namen Psalterverstopfungquot; eine sehr bedeutende, aber absolut unverdiente Holle in der Tierheilkunde gespielt. Der Laie diagnosiert, wenn bei einem Tiere, welches allgemeine Krankheitserscheinungen zeigt, der Kot in abnorm festem Zustande verzögert abgesetzt wird, Psalterverstopfungquot;, und befindet sich cv. bei der Sektion in der glücklichen Lage, den Anwesenden an der festen, resp. trockenen Beschaffenheit des Inhalts des drittens Magens ad oculos demonstrieren zu können, dass er sieh in der Diagnose nicht geirrt habe; denn es giebt nur wonige Krankheiten, bei denen der Inhalt des dritten Magens nicht fester ist als im Normalzustande. Doch nicht allein die Laien, sondern auch die Tierärzte sprechen, trotzdem ich schon vor ca. siebzehn Jahren dagegen geschrieben habe, bis auf die neueste Zeit von Psalterverstopfung, Und das ist nicht zu begreifen.
Als Magenverstopfung bezeichne ich diejenige Krankheit, bei welcher der Labmagen im höchsten Grade und der Psalter stärker als unter normalen Verhältnissen gefüllt, die Passage zwischen dem zweiten und vierten Magen, der sogenannte Psalterkanal, aber nicht verlegt 1st. Die
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ungleiche Füllung der beiden Magenabteilungeii beweist, dass der abnorme Zustand zuerst im vierten Magen auftreten muss. Eine abnorm starke und allgemeine Füllung des dritten Magens kann erst dann eintreten, wenn in den vierten Magen nichts mehr hineinzubringen ist, weil wahrscheinlich die Aufnahme von Futter, ganz bestimmt aber die Fortschaffung des aufgenommenen Futters von einer Bewegung der Blätter, der peristaltischcn Bewegung, abhängig ist. Kann der dritte Magen vielleicht ohne Bewegung Aufrichtung seiner Blätter etwas aufnehmen, so ist er doch keinesfalls imstande, das Aufgenommene ohne peristaltische Bewegung der Blätter vom vordersten bis zum hintersten Ende zu bringen. Eine stärkere Füllung des dritten Magens ohne eine solche des vierten Magens kann also höchstens am vorderen Ende, in nächster Nähe des zweiten Magens, eintreten.
Krankheitserscheinungen. Kimm nachweissbares bis hochgradiges Fieber. Appetit nicht vorhanden. Rumination sistiert. Linke Hungergrube tief eingefallen. Kot wird nicht abgesetzt. Mastdarm leer, ausnahmsweise strotzend gefüllt! Speicheln, Rülpsen, Würgen und Erbrechen. Druokerapflndliohkeit in der Gegend des vierten Magens.
Leiehenerseheimmgen. Der vierte Magen ist vollständig gefüllt mit einem Futter, das entweder fein zerkleinert, also wiedergekaut worden ist, oder ganz grob, folglich nicht wiedergekaut worden ist. Das ist eine unbestreitbare Thatsaehe, doch unter welchen Umständen das eine oder das andere der Fall ist, kann ich nicht mit Sicherheit angeben. Der dritte Magen ist besonders gegen den freien Rand seiner grossen Blätter mit einer ähnlichen Masse, wie im vierten Magen vorhanden ist, stärker als unter normalen Verhältnissen gefüllt. Die Serosa und Muscularis des vierten Magens sind in verschiedenem Grade, besonders an der grossen Krümmung gesprengt. Die soröse Haut des vierten Magens, sowie die begrenzende Fläche des Bauchfells zeigen Spuren der Entzündung.
Verlauf. Eine Ausgleichung ist in den paar von mir beobachteten Fällen nicht eingetreten.
Diagnose. Die wichtigsten Symptome sind häufiges Rülpsen, Würgen und Erbrechen. Bei der Aufnahme dieser Erscheinungen wird man an die Anschoppung von Futter im Schlund, ferner an eine Vergiftung mit scharf narkotischen Pflanzen erinnert. Das Tier ist bei der erstereu Krankheit nicht druckempfindlich in der Gegend des vierten Magens, setzt Kot ab und nimmt, nachdem der Schlund infolge des Erbrechens entleert ist, wieder Futter auf. Bei der letzteren Krankheit, die viel stürmischer verläuft, finden sich In dem Ansgebrochenen die Giftpflanzen oder Teile derselben.
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Ursachen. Hierüber kann icli nichts Bestimmtes augeben. Man darf aber, da ich am Pylorus nichts Abnormes Geschwülste etc. gefunden habe, wohl annehmen, dass der vierte Magen infolge einer Lähmung nicht imstande ist, die aufgenommenen Massen weiter rückwärts zu schaffen.
Behandlung. Im allgemeinen dürfte es sich empfehlen, auf die Einleitung einer Behandlung zu verzichten, wie es von mir, nachdem ich die Krankheit kennen gelernt hatte, regelmässis geschehen ist, wo dies nicht rätlich erscheint, leite man dieselbe unter grösster Reserve ein. Die Verabreichung eines salzigen Laxans mit Öl und einer grossen Quantität Wasser mittelst eines hartwandigen Gummischlauchcs unter Zuhilfenahme eines Maulgatters ist jedenfalls angezeigt. Daneben eine vorsichtige, aber anhaltende Massage des Bauches in der Gegend des vierteil Magens.
Der nachfolgende Kali 1st besonders Instruktiv und wird deshalb speziell angeführt.
Uor Gartcnmaim R. In K. inoklcte am 8. Juni IST!) eine kranke Kuh mit nachstehendem Vorbericht an: Fragliches Tier hat vor zwölf Tagen gekalbt und befindet sich seit zehn Tagen In meinem Besitz. Es war zuerst vollständig gesund, ist aber seit fünf Tagen krank. Es frisst, säuft und wiederkäut nicht und hat in den letzten drei Tagen keinen Kot abgesetzt. Während des Liegens vernimmt mau ab und zu ein leichtes Stöhnen.
Untersuchungsbefund. Das Tier steht teilnamlos, geht schwankend und rülpst sehr häutig. Der Leib 1st an der linken Seite tief eingefallen. Schönstes Putter wird nicht angerührt; Getränk nicht aufgenommen. Temperatur 38,3. Respiration 40 und angestrengt. Der Mastdarm ist strotzend gefüllt mit konsistentem, sauer reagierendem Kot, In welchem grobe Stoffe nicht vorhanden sind. Aus dem Maule flicsst klarer Speichel in Form von Tropfen und Strähnen ab. In und unter den Nasenlöchern liegt grünlicher, mit Futterpartikelchen durchsetzter Schleim. Hei der Auskultation des Pansens konstatiert man ab und zu eine leichte Hebung seines Inhalts. Heim Druck auf die (legend des Labmagens tritt heftiges Stöhnen ein.
Die Diagnose wurde auf Magenverstopfung gestellt.
Das Tier wurde nicht behandelt, sondern am folgenden Tage geschlachtet und sofort seziert.
Sektionsbefund. Der Psalter, namentlich aber der Labmagen war stark ausgedehnt. Der Labmagen enthielt 45 1 fein zerkleinertes Putter, welches am und im Pylorus weich, sonst allenthalben sehr konsistent war. Die Serosa und Muscularis waren an verschiedenen Stellen, namentlich an der grossen Krümmung, gesprengt. - - Der Labmagen hatte einen solchen Unifaag, dass er von D., welcher ihn aus der Ferne betrachtete, für den Pansen gehalten wurde.
Ansammliing von Sand im Magen.
Auf die Ansammlung von Sand im Magen des Rindes mache ich hauptsäohlioh deshalb aufmerksam, damit die Praktiker gegebenen Falls Mitteilungen darüber machen.
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Krankheitserscheinungen. Der Appetit ist gering oder ganz aufgehoben. Aufblähung kann vorhanden sein. Defäkation findet selten oder fast gar nicht statt. Die abgesetzten Faeces enthalten keinen Sand, wenigstens nicht in auffälliger Menge. Beim Pferde ist dies bekanntlich anders. Druckempfindlichkoit ist bis jetzt nicht nachgewiesen, dürfte aber, wenn der Labmagen affiziert ist, vorhanden sein. Die Intensität der Krankheitserscheinungen ist nicht immer der im Magen vorhandenen Menge Sand entsprechend gewesen.
Leichenerscheinungen. Sand ist bis 00 kg, und zwar am häufigsten in dem Pansen und der Haube, am seltensten in dem Psalter und dem Labmagen gefunden worden. Die Schleimhaut der ersten drei Magenabteilungen kann beim Vorhandensein von Sand in denselben normal, aber auch hyperämisch sein. Im Labmagen ist, wenn er eine ziemlich beträchtliche Menge Sand enthält, die Schleimhaut gleichmässig und stark gerötet, wenigstens in dem vorderen Teile. Die Serosa dos Magens kann an denjenigen Stollen, wo im Innern desselben Sand liegt, ebenfalls affiziert sein. Wilhelm fand die Serosa trübe, rauh und zottig.
Verlauf. In der Regel verläuft die Krankheit sehr langsam, selbst dann sogar, wenn eine freiwillige Aufnahme von Futter garnicht stattfindet. In einem Falle, der zu einem langwierigen Prozess führte, blieb das Tier, ohne Futter aufzunehmen, vier Wochen am Leben. In einem anderen Falle, in welchem das Tier ebenfalls Futter freiwillig nicht aufnahm, aber kräftigende Einschütte erhielt, blieb das Tier noch bedeutend länger am Leben. Das Tier, worüber Wilhelm berichtete, wurde nach ein paar Monaten getötet; dasselbe hatte aber, trotzdem es 60 kg Sand im Magen beherbergte, während der ganzen Krankheit etwas Appetit behalten und folglich Futter aufgenommen.
Diagnose. Das Vorhandensein von Sand im Magen des Rindes kann vielleicht einmal vermutet, aber au den bis jetzt bekannten Krankheitserscheinungen niemals festgestellt werden.
Ursache. Eine Ansammlung von Sand im Magen kommt am häufigsten in trocknen Sommern auf sandigen Weiden, aber ausnahmsweise auch unter anderen Verhältnissen vor.
Behandlung. Hierüber lässt sich nichts angeben.
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Erbrcclien.
Dieser pathologische Vorgang ist dem einen Akte des Ruminations-prozesses sehr ähnlich; er geht bei der Qrtinfütteruug leichter als bei der Trockenfütterung von statten.
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Das Erbrechen kommt als Teilerscheinung ganz bestimmt bei der Magenverstopfung und dem Divertikel des Schlundes, bei der Verlegung der Passage zwischen dem Pansen und der Haube Curdt und bei der Vergiftung mit scharf narkotischen Pflanzen, wahrscheinlich auch noch bei einigen anderen Krankheiten, Im grossen und ganzen aber nicht häufig vor. Es werden aber auch Fälle von Erbrechen konstatiert, In welchen wir nicht in der Lage sind, die veranlassende Krankheit zu ermitteln, und darum handelt es sich hier eigentlich nur.
Der Verlauf des Erbrechens ist bedingt durch die dasselbe veranlassende Krankheit; kennen wir diese nicht, so müssen wir bei der Vorhersage ausserordentlich vorsichtig sein.
Die Diagnose kann niemals Schwierigkeiten bereiten.
Die Behandlung richtet sich nach dem Grundleiden; ist dieses nicht bekannt, so verfahren wir rein empirisch. Eis und Eiswasser, Opium, Promkalium und Rrtfusepulver kann mau versuchsweise anwenden, ebenfalls auch Kamillcnthee, Baldrianthee und Kaffee reichen lassen. Das aus der Apotheke zu beziehende Brausepulver ist für diesen Zweck viel zu teuer. Wir können billiger in der Weise verfahren, dass wir die nötigen Ingredienzien vom Droguisten, bozw. dem Kaufmann entnehmen und nicht miteinander, sondern nacheinander applizieron. Wir können z. B. in folgender Weise verfahren. Dürfen wir nach der Fütterung annehmen, dass der Inhalt des Pansens nicht sauer reagiert, so applizieron wir zunächst eine Lösung von doppeltkohlensaurem Natron und und darauf sofort mit Wasser verdünnten Essig. Müssen wir nach dem verabreichten Futter (s. d. Dyspepsie) aber auf eine saure Reaktion des Pnnseninhaltes schliessen, so ist es unbedingt richtiger, zuerst die Säure Essig und dann die Natronlösung zu geben. Man darf die Hoffnung auf Heilung nicht allzu rasch aufgeben, denn in einem Falle, in welchem ich über die veranlassende Krankheit absolut nichts ermitteln konnte, hörte das Erbrochen erst nach reichlich acht Tagen auf.
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Lecksucht.
Die Lecksucht habe ich allerdings mehrfach konstatiert, aber keine Gelegenheit gefunden, sie gründlich zu studieren, und deshalb werde ich bei der Aufstellung der folgenden kleinen Skizze, die ich der Vollständigkeit wegen gern geben möchte, die von anderen, besonders die von Lembke darüber gemachten Mitteilungen herbeiziehen müssen.
Die Lecksucht des Kindes ist nach Lembke eine chronische Krankheit, deren Wesen in einer Nutritionsstörung besteht, durch Phosphor-mangel erzeugt wird, und durch primäre Erkrankung der Zentralorganc
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und der Nerven, unter deren Herrschaft die Ernährung steht, ihren Anfang nimmt. Diese Krankheit ist in einigen Gegenden stationär, tritt in anderen Distrikten in einzelnen Jahrgängen auf, zeigt sich in gewissen, mir hekannten Landschaften aber niemals. Sie befällt Kühe, Ochsen und Kälber. Kälber erkranken daran am leichtesten nach dem Absetzen; selbige zeigen ausnahmsweise aber schon während der Saugzeit lecksüchtige Erscheinungen. Ochsen werden, wahrscheinlich weil sie der Arbeitsleistungen wegen besser gefüttert werden, im ganzen seltener davon ergriffen. Von den Kühen werden die besten Milchgeberinnen, und zwar stark hervortretend während der Trächtigkeit befallen.
Krankheitserscheinungen. In den ersten zwei bis vier Monaten soll man folgendes konstatieren: Die Presslust nimmt allmählich, aber nur in geringem Grade ab; auf der Weide werden am liebsten die stark bedüngten Gräser, sowie die jungen, grünen Sprösslinge von Blumen und Sträuchern aufgenommen. Die Kuiuinatiou wird allmählich seltener und weniger ergiebig ausgeführt. Alle zukömmlichen, selbst die mit Urin und Kot beschmutzten Gegenstände werden beleckt und benagt. Die Tiere bekommen später, nach den ersten zwei bis vier Monaten, Fieber, belecken und benagen nicht nur alle Gegenstände, sondern verschlucken sogar die heterogensten Dinge, wie Leder, Lumpen, Kot etc. mit der allorgrössten Gier, knirschen mit den Zähnen, liefern allmählich weniger, zuletzt gar keine Milch, gehen gespannt, bekommen ein glanzloses Haar und eine harte Haut, setzen einen harten, häufig mit Schleim überzogenen oder dünnbreiigen und übelriechenden Kot ab, magern zum Skelett ab und bekommen eine weite Pupille.
Leichenerscheinungen. Die Kadaver solcher Tiere, die an der Lecksucht gestorben sind, zeigen allgemeine Blutarmut und hochgradige Abmagerung.
Verlauf. Die Krankheit verläuft, wenn nichts dagegen geschieht, in sechs Monaten bis zwei Jahren tödlich. In denjenigen Wirtschaften, in welchen die Lecksucht fortwährend besteht, treten mitunter die Erscheinungen der Knochenbrüchigkeit ein, jedoch angeblich nur dann, wenn die Tiere unter Verhältnissen leben, welche zur Entwickelung von Erkältungskrankheiten, Rheumatismus, Veranlassung geben. Beim Futterwechsel tritt je nach der Dauer der Krankheit in drei bis vier Monaten Heilung ein.
Ursachen. Nicht bekannt! Die Lecksucht kann, da sie nur in einzelnen Gegenden und Wirtschaften stationär, in anderen Distrikten blos in einzelnen Jahrgängen, in bestimmten Landschaften sogar niemals vorkommt, auch nicht durch Ursachen, die allenthalben in einzelnen
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Wirtschaften zur Geltimg gelungen, wie z. B. durch schlechte Stallungen, Unreinlichkeit, saure Gräser etc., sondern nur durch solche ätiologische Momente, die iu einigen Gegenden oder Wirtschaften stets, in anderen Distrikten nur in gewissen Jahrgängen, in gewissen Landschaften aber niemals gegeben sind, hervorgerufen werden. Die Ursache kann nur im Boden liegen, und durch diesen in den darin gewachsenen Pflanzen gegeben sein. Nessler gelangte bei seinen Untersuchungen zu dem Schluss, dass die Pflanzen sicli durch zu geringe Gegenwart von Alkalien, namentlich von Natronverbindungen auszeichnen. Nach Lembke liegt bei lecksüchtigen Kühen ein Defekt an phosphorsaurem Kalk vor, der darin begründet ist, dass die Futterpflanzen, indem sie auf einem an Irdphospbaten armen Boden gewachsen sind, selber arm an diesen Verbindungen sind.
Behandlung. Die bitteren Mittel in Verbindung mit Kochsalz, die säurebindenden Mittel und die ekelerregenden Stoffe haben nichts genützt; auch die Verabreichung des phosphorsauren Kalks hat sich nicht bewährt. Alle Mittel, die bis auf die neueste Zeit angepriesen worden sind, sind nicht imstande, die lecksüchtigen Erscheinungen zu beseitigen. Auf Empfehlung Pesers ist das Apomorphin bei einer Anzahl von Kühen, Ochsen und Kälbern von Lembke benutzt, und durch dasselbe die Lecksucht jedesmal beseitigt worden. Das Apomorphin wird subkutan appliziert, und zwar in folgender Quantität pro dosi et die: 1. Liegt die Krankheit schon lange vor, und ist starke Abmagerung und Fieber zu konstatieren, so genügt 0,1 g. 2. Besteht die Krankheit erst kürzere Zeit, so ist das Mittel in der Quantität von 0,2 g zu geben. 3. Den Kälbern hat man eine ähnliche Dosis wie den erwachsenen Tieren, nämlich 0,1 bis 0,2 g, zukommen lassen. Kinder, die lange krank sind, sollen stärker auf Apomorphin reagieren, als solche, die erst eine kurze Zeit krank sind. Die bemerkte Quantität soll drei Tage nach der Reihe angewandt werden; selten soll eine vierte oder gar fünfte Einspritzung nötig sein. Lembke beobachtete bei acht Kühen, einem Ochsen und fünf Kälbern Erbrechen nach der Injektion. Mit dem Apomorphin soll man das ganze Bild der Lecksucht bis auf den Appetitmangel heben können. Bei denjenigen Rindern, die schon die Erscheinungen des Fiebers zeigen, soll Appetit und vollständige Erholung mir dann eintreten, wenn ein solches Futter gereicht wird, welches die oben genannte Nutritionsstörung ausschliesst; bei den Tieren dagegen, die noch kein Fieber zeigen, soll sich auf die Einverleibung des Apomorphins auch dann in acht bis vierzehn Tagen Appetit einstellen, wenn die Verabreichung des alten Putters auch weiterhin stattfindet. Bei fortwährender Einwirkung der ätiologischen Momente soll sich die
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Wirkung dos ApomorphiüS auf drei bis fünf Monate geltend machen. Durch vierteljährlich vorgenommene Apomorphin-Injektlonen soll man die Tiere drei Jahre hindurch in einem relativ guten Nährzustando halten können. Von anderen ist Apomorphln filme Erfolg gegen Locksucht gegeben worden.
Knipiiiisc Dannontssttndunfft
Der Darmkrupp kommt nicht häufig vor, erstreckt sich über einen verschieden, mitunter gegen dreissig Fuss, langen Teil dos Darms und verläuft meistens so leicht, dass der Besitzer erst dann darum gewahr wird, wenn die Kiuppmassen abgehen, zuweilen aber unter mehr oder woniger heftigen Krankheitsorscheinungen.
Krankheitserscheimmgen. In den mir in der Praxis vorgekommenen Fällen sind von dem Besitzer vor dem Abgang der Kruppmassen Krankheitserscheinungen nicht wahrgenommen worden. In anderen Fällen ist folgendes konstatiert worden. Erstens vor dem Abgang der Kruppmassen: Puls hoch und klein, Arteric gespannt. Bindehaut injiziert. Bauch druckempfindlich. Kolikerscheinungon. Heftiges Drängen. Zweitens nach dorn Abgang der Kruppmassen entweder Entleerung dünner, brauner Faeces und baldige Genesung, oder Entleerung übelriechender, jauchiger Massen aus dem Anus, Entwickelung einer Bauchfellentzündung und baldiges Abstorben.
Leichenerscheinungen. Die Kruppmasse bedeckt die innere Darmwand in sehr verschiedener, mitunter bedeutender Länge, und zwar entweder mit kleineren oder grossoren Unterbrechungen oder ununterbrochen. Die Kruppmasse stellt im letzteren Falle Schläuche dar, die für den Laien eine Ähnlichkeit mit dem Darm haben, und deren Wand ein- oder mehrschichtig ist. Nach dem Abheben der Kruppmembran erscheint die Schleimhaut rauh, in ganzer Dicke rot und erweicht, resp. mürbe. Neben der Kruppmasse findet sich zuweilen eine nnssfarbige, stinkende und mit Kruppmassen durchsetzte Flüssigkeit im Darm.
Diagnose. Beim lebenden Tiere kann man die spezifische Natur der Darmkrankheit erst mit dem Abgang der Kruppmassen erkennen. Nach dem Abgange längerer Stücke Kruppmassen werden die Tiere wohl mit dem Vorbericht angemeldet, dass ein Teil der Darmes von ihnen ausgepresst worden sei.
Ursachen. Je weniger Sicheres man über die Ursachen einer Krankheit weiss, um so mehr Momente werden beschuldigt. Das war üblich bei unseren Vorfahren, und das ist es auch noch vielfach heute bei uns. Man spricht von einer besonderen Disposition, welche in einem faserstoff- und eiweissreiehem Blut mit Neigung zu fibrinösen
Harms, TUndorkrankheiten.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 6
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Ausscheidungen beruhen soll. Ich kann hierzu bemerken, das ich diese Krankheit nur bei massig gut genährten, nicht trächtigen, weiblichen Rindern, die auf hoehbelcgenon, mageren Weiden gingen, gesehen, dagegen bei den üppig genährten Rindern der Eiderstedter Marsch niemals beobachtet habe. Man darf wohl annehmen, dass sich der Krupp im Darm infolge der Einwirkung eines wahrscheinlich spezifischen Reizes entwickelt.
Behandlung. Vor dem Abgang der Kruppmassen kann von der Einleitung einer rationellen Behandlung nicht die Rede sein. Mit dem Abgänge von Kruppmassen tritt, wenn eine Behandlung notwendig 1st, eine wunde Schleiinhauttläche in unberechenbarer Ausdehnung auf. Um diese einzuhüllen oder zu decken, würde ich beim Entleeren dünner, graubrauner Faeces nur Schleim, beim Abgang von stinkenden, jauchigen Faeces Kupfervitriol in starker Verdünnung per os et rectum verordnen. S. den Magen-Darmkatarrh, In den von mir beobachteten Fällen von Darmkrupp ist eine medikamentöse Behandlung nicht eingeleitet worden, weil die Tiere Kninkheitserschoinungen gar nicht zeigten.
Durchfall.
Durchfall, Diarrhöe, tritt bei verschiedenen Krankheiten als Teiloder Nebenerscheinung, nicht selten aber, in einigen Marschen zu gewissen Zeiten, bei Tausenden von Rindern als Haupt- oder selbständige Krankheit auf. Die bei der Diarrhöe bestehenden ursächlichen Momente und pathologischen Verhältnisse sind nicht immer mit Sicherheit zu ermitteln, und deshalb benutze ich zu der für die Praxis nicht unwichtigen Einteilung die Dauer der Krankheit und die Beschaffenheit der Exkremente. Naoh der Dauer unterscheide ich den akuten und chronischen Durchfall.
Akuter Durchfall.
]., Der schleimige Durchfall. Das Tier frisst und ruminiert in normaler oder annähernd normaler Weise. An der Pansenbewegung ist nichts Abnormes zu konstatieren. Die peristaltische Bewegung des Darmes ist lebhafter als sonst. Der Durst ist mitunter vermehrt. Der Kot ist sehr schleimig.
Dieser Durchfall, der wohl auf einen im Darmkanal vorhandenen Katarrh, der durch Erkältung hervorgerufen worden ist, zurückgeführt werden darf, gleicht sich bei vorsichtiger Fütterung und Haltung des Tieres der Regel nach in einer Zeit von ein paar Tagen vollständig aus. Soll etwas dagegen geschehen, so kann man sich mit dem Bedecken des Rückens oder dem Einhüllen des Bauches begnügen, oder noch ausser-dem etwas Opiumtinktur, eine Salzsäuremixtur mit Opiumtiuktur, in sehr
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schliinmeu Fällen Kupfervitriol, ähnlich wie beim Magen-Dunnkatanii angegeben worden ist, verordnen.
2. Der seröse Durchfall. Mei diesem Durelifall, der wohl auf verschiedene Ursachen, nach meinen Beobachtungen auch auf die Verabreichung nicht naturgomiisser und nicht ganz tadelloser Futtermittel zurückgeführt werden darf, ist das Tier im allgemeinen munter, es lässt bei der Auskultation des Bauches ein zu lebhaftes, mitunter kluckerndcs Geräusch erkennen und setzt einen wässerigen, mit Krümelchen durchmischton Kot ab. Die Krankheit gleicht sich, wenn Fütterung und Haltung des Tieres geregelt werden, gewöhnlich in ein paar Tagen vollständig aus, aber nicht so sicher, wie die vorige, und deshalb habe ich in jedem Falle eine arzneiliche Behandlung eingeleitet, und zwar Natrium bicarbonicum mit Schleim verordnet.
ii. Der Prühjahrsdurchfall. Die Grasseuche. Diejenigen Rinder, welche im Frühjahr von voller Trockenfütterung auf die Weide in den mir bekannten Marschen gebracht werden, bekommen Durchfall, der sich in ca. vierzehn Tagen soweit ausgleicht, dass der Kot fortan in Fladen zusammenfällt und stehen bleibt. Diesem Durchfall kann auf die Weise vorgebeugt werden, dass der Übergang von Trocken- auf Grünfutter allmählich beschafft wird. Dieser allmähliche Übergang ist aber bei den wirtschaftlichen Verhältnissen in den mir bekannten Marschen nicht nur sehr umständlich und meistens gar nicht zu beschatten, sondern in ökonomischer und gesundheitlicher Beziehung auch falsch. Das junge Gras der schönen Marschweiden wirkt auf den Ver-dauungstraktus, indem es eine leichte Diarrhöe hervorruft und unterhält, so günstig, dass der durch die Grasseuche bedingte kleine Verlust durch die spätere bessere Ausnutzung der Nahrungsmittel mehr als aufgewogen wird. Und Kinder, bei welchen in der letzten Zeit auf dem Stalle der Verdauungstraktus nicht in zufriedenstellender Weise etwas trüge funktionierte, erholen sich infolge dieser Frühjahrskur meistens derart, dass sie das Futter normal verwerten. Gegen diese Diarrhöe schreitet man, so lange sie normal verläuft, nicht ein.
Hält die Grasseuche aber zu lauge an, bilden die Exkremente beim Auffallen auf den Boden Blasen, nimmt der Appetit vielleicht gar etwas ab: so ist es durchaus geboten, das Tier in Behandlung zu nehmen. Die Verfütterung von Weizenstroh auf dem Stalle bedingt gewöhnlich sofort, dass der Kot in konsistenter Beschaffenheit abgesetzt wird. Kommt das Tier darauf wieder auf die Weide, so stellt die Diarrhöe sich gewöhnlich von neuem ein. Dieses Verschwinden der Diarrhöe bei Strohfütterung auf dem Stalle, sowie das Wiederauftreten derselben auf
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der Weide knnn sich häuflg, sogar so lange zeigen, bis das Tier vollständig entkräftet ist. Deshalb muss man, wenn es irgend thunlich ist, in allen Fällen, in welchen die Grasseuche auszuarten droht, für einen ganz allmähliclien Uebergang von Trocken- auf Grünfüttcrnng sorgen, und dabei den Kot als Massstab für die Futtormischung benutzen. Sollen Arzneien gebraucht werden, so kann man Opium in Verbindung mit Salzsäure, von den ptlanzlichen Adstringentien besonders die Weidenrinde, von den metallischen Adstringentien namentlich Kupfervitriol versuchen.
Chronischer Durchfall.
Die am chronischen Durchfall leidenden Rinder setzen einen dünnen, mehr wässerigen Kot ab, haben einen übergrossen Durst und magern im späteren Verlaufe ab. Die Beseitigung des chronischen Durchfalls ist immer schwierig, meistens nach eigenen Erfahrungen nicht möglich. Indessen muss man sich mit der Abgabe der Prognose in acht nehmen, einen Heilversuch ja nicht ablehnen. Neben uaturgemässem Troekenfutter giebt man mit dem Getränk Schrot von gerösteter Gerste. An Arzneien kann mau zunächst Aciduin hydrochlor. mit Tinctura opii und darauf ev. die adstringierenden Heilmittel versuchen. Vorübergehend habe ich Heilung auf die Weise erreicht, dass das Tier im Getränk Tannin bekam. (S. u.) Nach den Mitteilungen von Truelsen dürfte es sich empfehlen, Creolin und ähnlich wirkende Mittel zu versuchen. Denn in einer Wirtschaft, in welcher unter den Rindern eine Krankheit herrschte, bei welcher chronische Diarrhöe konstatiert wurde, und an welcher schon mehrere Tiere gestorben waren, gab Truelsen, nachdem er Tannin zehn Tage ohne Erfolg gegeben hatte, dreimal täglich 5 g Creolin in einer Flasche Wasser mit dem schönsten Erfolg. Jedoch muss ich bemerken, dass ich das von Truelsen mitgeteilte Krankheitsbild bei meinen an chronischer Diarrhöe leidenden Rindern niemals gesehen habe.
Um don Beweis zu liefern, dass man vorübergehend die chronlscbe Diarrhöe durch Tannin beseitigen kann, was u. a. auch für die gerlohtllolte Tierhellkunde nicht ohne Interesse sein dürfte, führe Ich folgenden Fall aus dor externen Klinik der Tierarznelsohnle zu Hannover an.
Der Kloinbositzor Z. in L. stellte eine alte, seit Monaten an Diarrhöe leidende, ganz heruntergekommene Kuh mit dem Bemerken auf der Tierarzneischule ein, dass er selbige, einerlei wie der Verlauf dor Krankheit sieh gestalte, nach einigen Tagen abholen werde. Da an eine Herstellung des Tieres, schon der kurzen Zeit wegen, nicht gedacht worden konnte, wurde selbiges zu einem kloinen Versuch benutzt. Es wurde verordnet, dem Tiere das Abondgetränk zu entziehen und am folgenden Morgen einen grosson Stalleimer Wasser mit 10 g Tannin vorzusetzen. Dio Tanninlösung wurde ohne Unterbrechung aufgenommen
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und darauf noch reines Wasser in dor Quantität von anderthalb Stallelmern verzehrt. Am folgenden Tage, vlerondzwanzlg Stunden nach dor Aufnahme dor Tannlnlösung, war dor Kot so konsistent, wie er normalitoi- bei der Fütterung von Weizenstroh ist. Dor Erfolg liiolt aber nloht lange an; nach weiteren aohtundvlerzlg Stunden war dor Kot wieder ebenso weich wie vor der Aufnahme dor TannlnlOsung.
Iturchfall der Itürnkälher.
In allen mir bekannten Gegenden ist es nicht üblich, die Kälber au der Mutter saugen zu lassen, sondern gebräuchlich, sellnge aufzubornen. Die Tiere bekommen zunächst Vollmilch, später abgerahmte Milch ohne oder mit Surrogaten. Bei dieser Fütterung, namentlich dann, wenn der Milch Surrogate zugesetzt werden, tritt nicht ganz selten Diarrhöe ein.
Krankheitserscheinungen. Die Tiere sind entweder vollständig munter und haben normalen Appetit, oder sie sind trübe und nehmen nicht die gewohnte Quantität Nahrung zu sich. Die bis dahin normalen Faeces erscheinen mit einemmalo schmutziggelblich, grünlich, graugrünlich, übelriechend und schäumend. Der Absatz des Kotes erfolgt häufig und zuweilen unter anhaltendem und heftigem Drängen. Tenesmus.
Leichenerscheinungen. Diese aufzunehmen, ist mir keine Gelegenheit geboten worden.
Verlauf. Unter aufmerksamer Haltung und Pflege, wie solche allenthalben dort, wo die Kiiulviehzncht hoch steht, üblich ist, tritt ganz gewöhnlich in kurzer Zeit Genesung ein.
Ursachen. Die Krankheit tritt zuweilen auf, wenn nur Milch verfüttert wird, und da nun abgesehen von den kleinen Wirtschaften, in welchen nur eine Kuh gehalten wird regelmässig erwärmte Mischmilch gegeben wird, so kann ich die Entstehung der Diarrhöe in diesem Falle nicht auf eine abnorme Qualität der Nahrung, sondern nur darauf zurückführen, dass eine zu grosse Quantität von derselben aufgenommen worden ist. Die Krankheit tritt aber leichter ein, wenn, wie ich sogar bei meinen Versuchskälbern gesehen habe, Surrogate mit der Milcii gegeben werden. Ausnahmsweise stellt sich nach der ersten Aufnahme eines Surrogats schon Durchfall ein.
Behandlung. Entziehung der Nahrung für die ersten Futterzeiten selbst dann, wenn die Tiere durch Blöcken u. s. w. einen guten Appetit zu erkennen geben, ist das notwendigste. Später massige Putterration ohne Zusatz eines Surrogats. Tritt damit nicht sofort Besserung und bald gänzliche Heilung ein, so kann ich, wie auch dann, wenn die Krankheit sehr heftig auftritt, von vornherein die Verabreichung der Opiumtinktur und Salzsäure mit einer hinreichenden Quantität Wasser und
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EinhUUuag ties Leibes sehr empfehlen. In früherer Zeit wurde eine aus Opium, Bhabarber und Magnesia bestellende Mischung sehr gern benutzt.
DiU'iiivcrstopl'iin^, die durch Kot iKMling't ist.
1.nbsp; Darmverstopfung bei Kälbern durchDarmpeoh-Meoonlum .
Der Inhalt des Darmkanals bei neugeborenen Kälbern ist eine zähe, mitunter ziem lieh harte Masse, deren Entfernung, wie allgemein angegeben wird, durch die Kolostralmilch begünstigt werden soll. Die Richtigkeit dieser Behauptung kann und will ich nicht bestreiten. Ich habe die durch Meoonlum bedingte Darmverstopfung allerdings nur bei solchen Kälbern beobachtet, denen die Kolostralmilch nicht entzogen worden war, ich habe aber diese Krankheit so selten gesehen, dass meine darüber gemachten Erfahrungen bedeutungslos sind. Kälber, die an durch Meconium bedingte Darmverstopfung leiden, haben geringen oder gar keinen Appetit, drängen oft und verhältnissmässig stark, setzen keinen Kot ab, zittern nach dem Aufstehen und stehen mehr oder weniger teilnahmlos. Der Verlauf ist in den paar von mir beobachteten Fällen ein günstiger gewesen. Die Behandlung ergiebt sich z. Z. von selbst. Verabreichung der noch zur Verfügung stehenden Kolostralmilch, Saxlehner Bitterwasser und ähnlich wirkende Mittel, Ob ein Ausräumen des Mastdarms nach der von Maaseli für Füllen empfohlenen Methode möglich ist und mit Nutzen gemacht werden kann, muss durch Versuche ermittelt werden.
2.nbsp; Durch Kot bedingte Darmverstopfung bei älteren Rindern.
Bei Rindern, die die ersten Lebenstage überstanden haben, kommt eine durch Kot bedingte Verstopfung des Darmkanals unbedingt so ausserordentlich selten vor, dass man damit in der Praxis gar nicht zu rechnen braucht. Aus eigener Erfahrung ist mir hierüber nichts und aus der Littoratur nur der von Lindenberg im dreizehnten Bande des Magazins für die gesamte Tierheilkunde von Ourlt und Hertwig, Seite 443, mitgeteilte Fall bekannt. In dem Lindenberg'schen Fall, in welchem das Tier Kolikerscheinungen zeigte und fast wild war, führte die Untersuchung per rectum nicht zur speziollen Diagnose. Mit dem späteren Auspressen eines faustgrossen, harten, mit Schleim stark umhüllten Kotklumpens beruhigte sicli das Tier, und damit war die Ursache der Krankheitserscheinungen festgestellt.
Verstopfung des Darms durch eine Geschwulst.
Einen durch eine Geschwulst bedingten Verschluss des Darmes habe ich dreimal beim Rinde nachweisen können.
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Krankheitsersoheinungen. Diese sind älmlicli wie bei den beiden folgenden Krankheiten.
Verlauf. Wird keine Behandlung eingeleitet, so stirbt das Tier unbedingt.
Diagnose. Eine absolut sichere Diagnose ist nicht zu stellen; denn wenn man auch bei der Exploration per rectum, wozu man durch die Symptome gezwungen wird, eine Geschwulst fühlt, wie ich es in meinem zweiten Fall konnte, so ist doch die Ausschliessung der Darmeinscbiebung bis jetzt nicht möglich.
Behandlung. Soll eine Behandlung eingeleitet werden, so kann es sich, wenn, wie in dem Werner'schen Falle, die Geschwulst gestielt ist, nur um die Exstirpation derselben handein, wenn dagegen der Tuinor flach aufsitzt und in grösserer Fläche mit der Unterlage verbunden ist, muss zur Resektion des Darmes geschritten werden. (S. d. folgende Krankheit.) Vor Einleitung des operativen Eingriffes muss eine inögliehst gründliche Untersuchung des Tieres auf Tuberkulose stattfinden; denn in dem letzten meiner drei Fälle war das Tier tuberkulös. (S. Tuberkulose.)
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Igt;n riac i nschicbung.
Als DanneinsoMebung bezeichnet man denjenigen Zustand, bei welchem eine Dannpartie in ein begrenzendes Stück des Darmes hineingetreten ist, so dass an dieser Stelle drei gleich lange Darmabschnitte einander in abnormer Weise begrenzen. Es kann eine solche Inein-anderschlebung vielleicht auch beim Kinde an jedem Darmabschnitte vorkommen, beobachtet ist sie bei diesem Tiere aber erst am Dünndarm Jejunum und Ileum , denn der von Kirchner mitgeteilte Fall von Ineinandersohiebung des Mastdarms wird von uns mit dem Namen Vorfall oder Umstülpungquot; belegt.
Die Entstellung einer solchen Einsobiebung liisst sieb nicht mit Sicherheit angeben. Man darf aber annehmen, dass ein vorderer Darmabsohnitt, welcher durch die Kontraktion seines Kreismuskels verengt ist and gleichzeitig eino fortschreitende Bewegung macht, unschwer in ein dahinter liegendes Darmstiick, wplches erweitert ist and still liegt, bineiiiscliliipfen kann. Das hintere Ende bildet dann die Scheide, und innerhalb derselben liegt ein doppelter Abschnitt eines vorderen Darmteiles. Die Vergrösserung der Einschiebung muss, wie schon Roll bemerkt, stets auf Kosten der Scheide geschehen, und die Innerhalb der Scheide liegende Doppelsohlinge soll bis zu einem Fuss lang werden können. In dem Darmstiick tritt infolge des Drucks und der dadurch bedingten Zirkulationsstörung Brand und in dem begrenzenden Teile des Bauchfells Entzündung ein. Eine Naturheilung ist meines Wissens beim Rinde noch nicht beobachtet.
Krankheitserscheinungen. Plötzliches Versagen des Futters und Aufhören des Wiederkauens, Retention des Mistes, Kolik und Fieber.
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Leichenerscheinungen. Im Diiimdann fällt eine verschieden lause Stelle auf, welohe dick, dunkelrot bis schwarzrot von Farbe, zuweilen mit Fetzen von plastischem Exsudat belegt, sehr mürbe und so stark infiltriert ist, dass von einem Lumen kaum etwas zu sehen ist.
Verlauf. Die Tiere hören auf zu fressen, stellen die Rumination ein, werden unruhig, zeigen Fiebererscheimuigen, entleeren zunächst noch kleine Quantitäten Kot, darauf unter starkem Pressen Sohlelm-klumpeu, die mit Blutstreifen besetzt oder durchzogen sind. Die Unruhe ist mitunter eine geringe, zuweilen aber eine bedeutende. Die Tiere wechseln häufig mit der Stellung und Lage, schlagen mit den Hinterschenkeln gegen den Bauch, sehen sich nach dem Leibe um und stöhnen. Letzteres Symptom nimmt beim Druck gegen den Bauch bedeutend zu. Die Fiebererscheinungen steigen, die Hinfälligkeit nimmt zu, die Kolik-erscheinungen verlieren sich nach und nach und der Tod tritt ein. Die Dauer der Krankheit soll sich bis auf acht Tage erstrecken können.
Diagnose. Durch die von Kolik bogleitete Verstopfung, ganz besonders aber durch das Nachlassen der Kolik unter gleichzeitiger Steigerung des Fiebers wird der Praktiker zur Untersuchung per rectum gezwungen. Hierbei tindet sich günstigen Falls eine Geschwulst, welche druckempfindlich ist, so dass das Tier bei dem Umfassen derselben zusammenschiesst, den Rücken einbiegt und stöhnt, resp. stärker stöhnt. Die Kinscluebiing des Darms kann mit dem inneren Bruch oder Über--wurf, sowie mit der Stenose des Darms durch eine Geschwulst verwechselt werden.
Behandlung. Hat man die Krankheit mit möglichster Sicherheit erkannt, so kann es sich nicht um eine innerliche Medikation, sondern nur darum handeln, das Tier entweder möglichst bald verwerten zu lassen, oder zu operieren. Der operative Eingriff bezweckt die manuelle Lösung der Finschiebung oder die Resektion des affizierten Darmstücks. Es kommt also in Frage erstens die Eröffnung der Bauchhöhle, zweitens die manuelle Lösung der Finschiebung oder die Resektion des erkrankten Darmstücks und drittens die Schliessung der Wunde. Hierbei muss man selbstverstiindlich im strengsten Sinne des Wortes antiseptisch verfahren.
Die Operationsstelle die rechte Flanke wird, wenn man der Antisepsis möglichst Rechnung tragen will, zunächst rasiert, alsdann mit Wasser abgespült und darauf mit einem sicheren Antiseptikum bearbeitet. Hände und Arme des Operateurs und der Gehilfen müssen nach Bedarf, also ev. wiederholt, desinfiziert und die zu benutzenden Instrumente in Karbolwasser gehalten werden. Das Tier wird derart befestigt, dass es mit der linken Seite an einer Mauer etc. stellt und
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sich nicht niederlegen kann. Der Schnitt durch die Bauchdecken bis zur Serosa wird unter starkem Gebrauch der Bremse senkrecht und in solcher Länge gemacht, dass die Hand bequem hineinzubringen ist. Die Serosa wird, weil die Eingeweide dicht unter ihr liegen, auf das vorsichtigste getrennt. Das Darmstück wird hervorgeholt, auf ein desinfiziertes Tuch gelegt und, falls es nicht brandig ist, zu lösen gesucht. Während dieser Arbeit müssen Gehilfen das weitere Vordringen des Darms, ev. die Beschmutzung desselben, verhüten. Ist die Lösung nicht zu besebaffen oder nicht mehr angezeigt, so handelt es sich um die Resektion. Das betreffende Darmstück wird unter Berücksichtigung Stillung der Blutung herausgeschnitten, die beiden freien Darmenden werden einwärts umgebogen, auf eine Papierrolle geschoben, zusammengebracht und dann mittels Catgut sicher vereinigt. Die Schliessung der Bauchwunde geschieht durch die Zapfennaht. Das Tier bekommt in den ersten paar Tagen kein Futter, sondern nur Getränk.
Die in dem Vorstehenden kurz angedeutete, in jeder Chirurgie und Aklurgie ausführlich beschriebene Operation ist unbedingt in jedem Falle als eine lebensgefährliche, aber durchaus nicht als eine unbedingt tödlich verlaufende anzusehen. Schon vor dem Bekanntwerden des antiseptisehen Verfahrens ist diese Operation u. a. von Meyer und nach mündlicher Mitteilung von Dröse mit vollstem Erfolg ausgeführt worden und wird jetzt um so weniger leicht lethal verlaufen.
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Ueberwnrf beim Ochsenlaquo;
Als Ueberwurf oder inneren Bruch bezeichnet man diejenige nur beim Ochsen vorkommende Krankheit, bei welcher ein Darmstück, nach Karl Günther wahrscheinlich die Blinddarmspitze, zwischen dem Samen-strangrudlineut und der Becken-, resp. Krouzbeiuwölhung durchgetreten ist. Der Ueberwurf kommt nicht in allen, sondern nur in einigen Gegenden vor, es giebt sogar Distrikte, in welchen er nicht einmal dem Namen nach bekannt ist. Darüber, ob der Ueberwurf mehr auf der linken oder rechten Seite, vielleicht nur aut der letzteren vorkommt, was man, wenn die Wahrscheinlichkeitsangabe Günthers richtig ist, annehmen darf, sind mir sichere Angaben aus der Litteratur nicht bekannt.
Krankheitserscheinungen. Appetit verschwunden. Rumination eingestellt. Kolik. Aufblähung. Retention des Mistes. Oefteres und heftiges Drängen. Fieber. Lebrecht bemerkt, dass das Tier in manchen Fällen ruhig steht. Andere geben nicht nur an, dass Schmerzäusserungen deutlich vorhanden sind, sondern machen sogar auf Eigentümlichkeiten derselben aufmerksam. Einbiegen oder Krümmen des Rückens. Hinter-
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Ständige Stellung der Hintci-sehenkel. Emporheben dos Hiutorscheukels der kranken Seite. Ausstrecken der Hinterschenkel, Sobald der hinter dem eingeschnürten Darmstück vorhandene Kot abgesetzt ist, werden nur noch Schleimklumpeu, die mit Blutstrelfen besetzt, beüw. durchsetzt sein können, aus dem Darmkaual entleert.
Leichenerscheinungen. Die eingeschnürte Dannpartic ist über die Grenzen hinaus dunkelrot, mit Blutextravasaten besetzt, stark iutiltriert, sehr mürbe und enthält im Innern blutige Flüssigkeit.
Verlauf. Der bis dahin vollständig normale Appetit hört plötzlich auf und gleichzeitig treten der Regel nach (s. o.) Kolikerscheinungen auf. Die Unruheerscheimmgeu sind in den ersten sechs bis acht Stunden besonders heftig, nehmen dann an Intensität ab, sistieren mitunter auf kurze Zeit fast ganz, so dass das Tier ruhig liegt, sich jedoch ab und zu nach dem Leibe umsieht. Wenn keine Behandlung eingeleitet wird, tritt der Tod in ein paar bis acht Tagen ein.
Diagnose. Das plötzliche Sistieren der Futteraufnahme und der Rumination, die der Kegel nach gleichzeitig eintretenden Unruhcerschei-nungen und die Erscheinungen der Verstopfung zwingen uns zur Untersuchung per rectum. Hierbei findet sich am Beckenrande eine apfel- bis faustgrosse, schmerzhafte, teigige Oeschwulst, ausserdem mitunter der gespannte Samenstrang. Durch diesen Untersuchungsbefund wird die Diagnose gesichert. Muss man der Enge des Anus und Rektums wegen auf die innerliche Exploration verzichten, so ist nur zu einer Wahrscheinlichkeitsdiagnose zu gelangen.
Ursachen. Diese werden teils in der Kastrationsmethode, teils in der Gegend gesucht. Nach Metzger kommt diese Krankheit nur in denjenigen Gebirgsgegenden vor, in welchen mau die jungen Kälber in der Weise kastriert, dass die blosgelegten Testikel mit den Zähnen abgerissen werden. Es soll dabei eine Trennung des Samenstranges vom Beckenrande eintreten und somit eine Oeffnung für den Durchtritt des Darmes geschaffen werden. Bei Bullen sah man den Ueberwurf niemals. Begünstigt, resp. ermöglicht wird der Durchtritt des Darmstücks durch tieferes Stehen mit dem Hinterteil, namentlich durch Gehen und starkes Ziehen gegen den Berg.
Behandlung. Rasches Bergabtreiben. Wenn hierbei die Reduktion nicht gelingt, so muss man versuchen, selbige vom Mastdarm aus zu beschaffen. Der Ochse wird mit dem Hinterteil hoch gestellt, die gut eingeölte Hand wird in den Mastdarm hinein- und nach dem Beckeneingang vorgeschoben, das Darnistück behutsam aufgesucht, erfasst, in die Höhe gebracht und nach vorn gedrückt. Nach Rychner soll die Re-
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position durch Einbiegen der Leudenpartio, welches durch einen Gehilfen mittels eines zur rechten Zeit nngehrnchten Druckes bewirkt werden kann, erleichtert werden. Nach der Reposition empfiehlt es sich, das SameustrangTiidiment abzureissen. Metzger sucht den Samenstrang auf den Finger zu bringen und durch Druck zu trennen. Eisele wendet mehr stossendo als ziehende Züge mich vor-, rück- und abwärts an. Gierer benutzt zum Abtrennen des Sainenstranges den Daumen. Es soll, wenn der Ueberwurf auf der rechten Seite besteht, die linke Hand, wenn er auf der linken Seite vorliegt, die rechte Hand benutzt werden. Kann man vom Mastdarm aus nicht zum Ziele gelangen, so geht man event, zu der von Anker zuerst gemachten und empfohlenen Operation 'über. Es wird diis Tier derart placiert und befestigt, dass es sich während der Operation nicht niederlegen kann, dann in früher angegebener Weise (s. d. Einschiebung des Darms) die Bauchhöhle geöffnet, die Hand in dieselbe hineingeschoben, der Bruch aufgesucht, das kleine Hakenmesser in gut gedeckter Lage bis an die Einschnürung gebracht, um den Samenstrang gelegt und nach Deckung mit dem Daumen angezogen. Das Darmstück wird in die richtige Lage gebracht und die Wunde mittels der Zapfennaht geheftet. Das Tier bekommt nach der Operation Getränk nach Belieben, Futter aber erst nach dem Eintritt der Rumination. Bass auch bei dieser Operation der Antiseptik Rechnung getragen werden muss, ist schon deshalb selbstverständlich, weil man sonst event, beim ungünstigen Verlauf für den Schaden verantwortlich gemacht werden kann.
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Miistdariueiitziiiuluiig'.
Der Mastdarm ist gewöhnlich bei der akuten Diarrhöe affiziert, zuweilen aber für sich entzündet. Ob dann die Schleimhaut allein erkrankt ist, oder oh der Prozess auch In der Muscularis abläuft, lässt sich nicht immer mit Sicherheit ermitteln. Deshalb habe ich die Bezeichnung Mastdarmentzündung'* adoptiert. Diese Krankheit kommt beim Rinde nach meinen Beobachtungen nicht häufig, nach Haubner-Siedamgrotzky aber sogar enzootisch vor.
Krankheitserscheimmgen. Futter- und Getriinkiiufnahme, sowie Rumination normal. Der Kot ist entweder flüssig oder fest, scharf geringelt und mit Blutstreifen besetzt. Der Absatz des Kotes erfolgt abnorm häufig, folglich in kleiner Menge und, wenn er sehr fest ist, unter Schmerzen und langsam. Nach der Defakation treten die Tiere sehr langsam in die frühere Stellung zurück. Die Schleimhaut des Mastdarms ist heiss, geschwollen, dunkelrot und an der Oberfläche nur in geringem
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Qrade feucht, als sei sie kurz vorher mit Wasser berieselt, oder sehlüpfrig. Der Analnnul ist gesohwollen und druckeinpfiudiicli.
Verlauf. In den von mir beobachteten Fällen 1st In einigen Tagen volle Ausgleichung eingetreten. Nach anderen soll der Ausgang zuweilen ein tödlicher sein.
Ursachen. Tiere, die sich in einem kräftigen, gut genährten Zustande befinden, bekommen ausnahmsweise, wenn sie von einem mehr reizlosen Futter, z. lä. von dem Gras einer schönen Ochsenweide, plötzlich, d. h. mit eineininale, auf eine hitzige Fütterung gesetzt werden, eine Mastdarmentzündung. Irgend eine Spur von Hämorrhoiden habe ich beim Rinde niemals gesehen.
Behandlung. Regulierung der Diät. Injektionen von schleimigen Mitteln mit Zusatz eines Antiseptikums in den Mastdarm. Innerlich, wenn der Kot fest ist, ein mildes Laxans.
Trauiuatisohe Magon^ZwerohfeUentzttuduuglaquo;
Als traumatische Magen-Zwerehfellentzündung bezeichne ich diejenige Krankheit, bei welcher ein fremder Körper die Magenwand und das Zwerchfell verletzt hat und infolge dessen eine Fntzünduug mit ihren Folgen in diesen Teilen eingetreten ist. Von allen Krankheiten, die durch verschluckte fremde Körper hervorgerufen werden, kommt diest' unstreitig am häufigsten vor; dessenungeachtet aber findet sich hierüber nichts in der Litteratur, sondern es ist stets nur von der traumatischen Herzbeutelentzündung die Rede. Nach den von anderen gemachten Mitteilungen sollte mau glauben, es müsse jeder fremde Körper, der in die Wand des Magens hineingetreten ist, auch unbedingt bis in den Herzbeutel oder wohl gar bis in das Herz vordringen. In den meisten Fällen gelangt der fremde Körper aber nur bis in das Zwerchfell I Auf der anderen Seite scheint man der Ansicht zu sein, dass erhebliche Störungen in der Gesundheit erst dann sich zeigen, wenn der fremde Körper'in den Herzbeutel eingedrungen ist. Auch das ist nicht richtig! Der in das Zwerchfell eingedrungene fremde Körper verursacht mitunter freilich nur geringe Störungen, die bald zur ungefähren oder gänzlichen Ausgleichung gelangen, in vielen Fällen jedoch beträchtliche Störungen, die weiterhin zu einem starken Siechtume oder bald zum Tode führen. Letzteres ist der Fall, wenn bedeutende Komplikationen eintreten. Ferner giebt man auch an, die durch verschluckte fremde Körper verursachten Störungen seien erst dann zu diagnosioren, nachdem
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eine Affektion des Herzbeutels eingetreten sei. Diese Be-hauptung ist nur insofern richtig, als man niemals, selbst wenn auch der Herzbeutel oder das Hera aftiziert ist, feststollen, sondern nur vermuten kann, dasa eine meohanlsohe Verletzung die Erkrankung herbeigeführt habe, falsch aber, weil man, wenn eine einfache traumatische Magen-Zwerohfellentztindung besteht, den Krankheltsprozess auch durch eine exakte Untersuchung und auf dem Wege der Aussohllessung lokalisieren kann.
Krankheitserscheinungen. Der Blick ist trübe, Angst und Schmerz verratend. Der Gang ist nicht frei. Die Respiration meistens um einige Züge vermehrt; die Exspiratlon von einem Stöhnen begleitet. Der Appetit nach Futter und Getränk, sowie die Ruminiitiou aufgehoben. Mist und Harn worden in kleineren Quantitäten als sonst abgewetzt; der Mist ist nach dem aufgenommenen Futter zu trocken. Die peristal-tische Bewegung des Pansens ist subnormal. Die Temperatur ist an der Oberfläche des Körpers ungleich verteilt und wechselnd, im Innern erhöht. Die Sekretion ist geringer als sonst und hat in der Milchdrüse plötzlich abgenommen. Der Puls steigt bis 100; die Arterie ist gespannt. Beim Perkutieren der Insertionsstelle dos Zwerchfells, sowie beim Druck gegen diese Partie treten Schmerzäusserungen auf. Hat die traumatische Magen-Zwerohfellentzündung lungere Zeit, vielleicht Jahr und Tag, bestanden, 1st also der Prozess ein chronischer geworden, was geschehen kann, wenn auch der fremde Körper zurücktritt oder eingekapselt wird, so findet man nahe am Zwerchfell eine Dämpfung bei der Perkussion. Ein Symptom muss ich noch ganz besonders hervorheben, und das ist ein Abgang von Blut mit den Exkrementen. In einem Fülle, wo ich, soweit es überall möglich ist, mit Sicherheit eine traumatische Magen-Zwerchfellentzündung diagnosiert und eine Scheinkur eingeleitet hatte, erfolgte am zweiten, jedoch namentlich am dritten Tage ein Abgang von Blut aus dem After. Am zweiten Tage waren es formlose Massen, am dritten Tage aber ein zusammenhängendes Coagulum, welches ungefähr s/,i Fuss im Quadrat mass, '/s Zoll dick war und einen getreuen Abdruck der inneren Oberfläche der Haube darstellte. Dieses Tier genas. Ich konnte also meine Diagnose nicht kontrollieren, was ich um so mehr bedauerte, weil mir der von Camoin im Kepertorium von Hering, Band 22, mitgeteilte Fall wohl bekannt war. Aber gerade weil ich diesen Fall kannte, untersuchte ieh natürlich das Tier um so gründlicher, konnte jedoch nicht die geringste Spur einer Horzaffektion entdecken.
Leichenerscheinungen. An der Leiche derjenigen Tiere, welche an der traumatischen Magen-Zwerchfellentzündung gelitten haben, findet man, wenn das Leiden noch frisch Ist, nur die Erscheinungen der Ent-
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ztiudung, wenn dagegen die Krankheit länger bestanden hat, die Folgen der Entzündung. Bei Tieren, die bald nach dem Eintritt der Krankheit geschlachtet werden, tindet man die Rötung, die Schwellung und die Wunde. Die Rötung ist gewöhnlich nicht bedeutend, sie ist au der inneren Mageuwand am schwächsten und tritt hier erst sichtbar auf, nachdem das Epithel entfernt worden ist, an dem Zwerchfell dagegen stärker, und an der vorderen Fläche desselben am bedeutendsten, wenn der fremde Körper durch das Zwerchfell hindurch gegangen ist. Die Schwellung der betreffenden Partie der Magenwnnd und des Zwerchfells ist in den meisten Fällen nur schwach, mitunter jedoch so bedeutend, dass die gewöhnliche Dicke um das zwei- bis dreifache zugenommen hat. Das Exsudat ist plastischer Natur, In verschiedener Menge vorhanden und hat regelmässig zur Verklebung der begrenzenden Flächen geführt. Die Wunde ist, wenn der fremde Körper bald wieder zurückgetreten, was gewöhnlich der Fall ist, mitunter schwer zu linden; es ist nur ein Kanal vorhanden, oder es sind deren melirere zugegen. Hat die traumatische Magen-Zwerchfollcutzünduug schon längere Zeit bestanden, so ist der Magen mit dem Zwerchfell in geringerem oder grösserem Umfange verwachsen, und dann ist die Trennung nur mittels eines starken Zuges oder eines Messers zu beschaffen. War der fremde Körper vielleicht längere Zeit stecken geblieben, oder sitzt er noch in der Magenwand und dem Zwerchfell, so sind die betreffenden Gänge, in Zahl und Richtung verschieden, mit einer schwieligen, grauen oder graublauen Wand versehen und enthalten ausser dem vielleicht noch vorhandenen fremden Körper eine Zerfallsmasse. An dem einen oder anderen Ende oder im Verlaufe der Gänge finden sich gar nicht selten schwielige Verdickungen von Kastanien- bis Kigrösse. Ebenso häufig findet man bei der Sektion Abscesse, die verschieden gross sind, gewöhnlich einen guten Eiter enthalten, und entweder mehr in der Wand des Magens, oder in dem Xarbengewebe, oder in dem Zwerchfell liegen. In einem Falle fand ich einen Abscess, der von dem Zwerchfell ausging, sich so tief in die Brusthöhle hinein erstreckte, dass der ganze hintere Mittelfellsraum davon eingenommen wurde, und ca. vier Quartier Eiter enthielt. Ausnahmsweise ist in solchen Fällen, in welchen der Krankheitsprozess schon lange bestanden hat, an der vorderen oder hinteren Fläche des Zwerchfells, au, bezw. neben der mit dem Magen verwachsenen Partie desselben eine Auflagerung von Granulationsgewebe vorhanden, die icli bis zu zwei Zoll Dicke gefunden habe.
Verlauf. Am meisten Vertrauen erweckend beim Publikum ist die Stellung einer sicheren Prognose. Karl Günther sagte (s. o.) in einem seiner
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höchst anziehomleu Vorträge über allgemeine Chirurgie: Eine schlechte Prognose ist ein Nagel zum Sarge des Tierarztes!-' Aus diesem Grunde bin ich bemüht gewesen, bestimmte Anhaltspunkte für die Vorhersage zu finden. Aussordem ist die Kenntnis des Verlaufs auch notwendig für die Entscheidung der Frage, ob es zweck massig, d. h. ökonomisch richtig ist, bei der traumatischen Magen - Zwerchfell-entzündung in einer Weise operativ einzuschreiten, wie es von Obich und Meyer zuerst bei der traumatischen Herzbeutelentzündung geschehen ist. So wichtig die Stellung der Prognose, die sichere Voraussage des Verlaufes dieser Krankheit auch ist, so muss ich leider bekennen, dass ich genügende Anhaltspunkte hierfür nicht gefunden habe.
Was zunächst das Verhalten des fremden Körpers anbetrifft, so kann man dieses niemals im voraus mit voller Sicherheit bestimmen. Thatsache ist, dass er niemals aufgelöst wird. Es wird sonst ja gar viel von dem Auflösen desselben geschrieben und, wie ich manchmal vernommen habe, noch mehr gesprochen. Diese Angaben beruhen aber nicht auf mehrfach gemachten, getreuen Beobachtungen, sondern auf Uebertragung, Denn wer hat jemals Zeichen der Auflösung gesehen? Wer hat Rudimente eines fremden Körpers bei der Sektion gefunden? Niemand! Dagegen spricht man schon in der periodischen Litteratur von einem Vor- und Zurücktreten des fremden Körpers. Und ich kann versichern, dass ich bei der einfachen traumatischen Magen-Zwerchfellentzündung selbst dann, wenn das Tier bald nach dem Eintritt derselben geschlachtet wurde, den fremden Körper selten in der Wunde, d. h. in der Wand des Magens und in dem Zwerchfell, sondern ganz gewöhnlich in der Haube gefunden habe.
Einen allgemeinen Anhaltspunkt für die Prognose habe ich am Fieber gefunden. Ist dieses schwach, so tritt häufig in kurzer Zeit eine solche Ausgleichung ein, dass die Tiere Futter und Getränk aufnehmen; dass darauf aber regelmässig vollständige Heilung folgt, soll damit nicht gesagt sein. Ist dagegen das Fieber bedeutend, steht der Puls auf ca. 100 oder wohl gar noch höher, ist dem entsprechend die innere Temperatur 1, l1^ Ws 21/ij0 zu hoch, dann tritt gewöhnlich, wenn nicht infolge von Komplikationen der Verlauf sich besonders gestaltet, ein Siechtum verschiedenen, meistenteils aber solchen Grades ein, dass das Futter nicht annähernd normal verwertet wird. Nach Anführung dieser allgemeinen Anhaltspunkte für die Prognose muss ich auf folgende Ausgänge speziell aufmerksam machen.
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1.nbsp; Tritt, was gewöhnlich der Fall ist oder doch meistens geschieht, der fremde Körper zurück, dann kann, wie ich annelune, volle Genesung eintreten. Ich habe sehr häufig Tiere, bei denen ich traumatische Magon-Zwerchfellentzündungquot; mit möglichster Sicherheit diagnosiert hatte, unter oiner Scheinkur soweit genesen sehen, dass keine Spur von Fieber nachzuweisen, und Appetit auf Futter und Getränk, sowie die Defäkation normal waren. Solche Tiere sind von den Besitzern noch monatelang behalten und gefüttert worden, ohne dass selbige kamen, um sich über das Niehtgedeihen derselben zu beklagen. Ich habe solche Tiere wiederholt beobachtet und untersucht, nichts Abnormes an denselben gefunden, aber konstatiert, dass sie das Putter wenigstens anscheinend gut verwertet hatten. Ich anerkenne ganz gewiss, dass die Richtigkeit der Diagnose in solchen Fällen erst durch die Sektion bewiesen werden kann, indessen wird man mir zutrauen, dass ich die traumatische Magen-Zwerchfellentzündung, welche ich während der Leitung der externen Klinik der Tiorarzneischule zu Hannover sehr häufig gefunden und wie auch die anderen Krankheiten des Rindes mit grösstem Interesse verfolgt habe, auch mit gewünschter Sicherheit zu diagnosieren vermag.
2.nbsp; Wenn auch der fremde Körper zurücktritt und nur eine umfangreiche Verwachsung des Magens der Haube mit dem Zwerchfell zurückbleibt, kann ein solches Siechtum die Folge sein, dass das Futter schlecht verwertet wird. Ich habe diesen Ausgang als Ursache der schlechten Verwertung des Futters einigemale angenommen, in einem Falle aber auch direkt durch die Sektion nachweisen können.
8, Der fremde Körper kann zurücktreten und eine chronische Entzündung, namentlich am Zwerchfelle, zurückbleiben. Hierbei besteht ein bedeutendes Siechtum, welches jedoch Schwankungen zeigt, so dass der Appetit bald etwas besser, bald etwas schlechter ist. Dieses tritt, wie ich gefunden zu haben glaube, namontlich dann ein, wenn der fremde Körper durch die ganze Substanz des Zwerchfells gelangt und längere Zeit in demselben stecken geblieben ist. Einen Fall dieser Art möchte ich in möglichster Kürze speziell anführen.
Eine Kuh dos Gartonmannos D. an der H.-Strasse wurde von mir im Juni 1807 untersucht, traumatische Magen-Zwerchfellentzttndung diagnosiert, und zum Schlachten dos Tieres um so mehr geraten, weil das vorhandene Fieber ziom-lieb bedeutend war.
Da der pp. D. den Deputierten des Kuhvercins wohl olno missliobigo Person war, wollten selbige die Kuh nicht abnehmen und schlachten lassen. Dor Besitzer stellte sich dann und wann bei mir ein und klagte, dass das Tier schlecht fresse, nicht gedeihe und auch nur wenig Milch gehe. Bin halbes Jahr späte
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ufftersuoMe loh noohmals die Kuh, gelangte zu derselben Diagnose, und bot sogar don Deputierten eine betrttchtllohe und für Ao ganz vorteilhafte quot;Wotto an, tails sie Zwoifcl an der Rlohtlgkelt meiner Diagnose hog'on sollten. Obgleich die Wotto abgelehnt wurde, Uessen sio .sich dooh nicht auf das Sohlaohten dos Tieres ein, und ioh drang auch nicht stark darauf, #9632;well ich don weiteren Vorlauf dor Krankheit gern aufnehmen wollte. Wieder neun Monate später, am 0. Oktober 1868, wurde loh von dem Besitzer aufgefordert, das Tier zu untersuchen und nötigen Falls eine Bescheinigung über dessen Unheübarkelt auszustellen.
Das Tier befand sich nach dorn Futter, welches es bekommen, sowie nach der Quantität Milch, die es gcliofort hatte, in einem schlechten Nährzustando, es hatte, wie dio Deputierten borlohteten, einen wechselnden, im grossen und ganzen aber geringen Appetit. Fieber war noch nachzuweisen. Dio Perkussion der Rippenwand ergab an der [nsortionsstello des Zwerchfells Schmorzäussoningon, an der rechten Seite noch aussordom vor der Insertionsstolle des Zwerchfells eine zwei Zoll breite Dainpfnngslinio. Dort, wo bei der Perkussion dio Dämpfung konstatiert wurde, waren Schnierzänsserungon am leichtesten hervorzurufen. Des letzteren Befundes wegen sagte ich don anwesenden Herren, dass dio rechte Hälfte dos Zwerchfells am stärksten afflzlert sei. Jetzt, nachdem also dio Krankheit ca. fünfzehn Monate bestanden hatte, wurde das Tier geschlachtet. Die Sektion bestätigte die Diagnose. Dio rechte Zwerchfellhiilfto war mit einem zwei Zoll dicken Oranulationsgowebe, in welchem dio Gefässnoubildung eine bo-deutende war, bedockt.
4. Der fremde Körper tritt zurück, es bilden sich Absoesse zwischen der Magenwand und dem Zwerchfell, also in dem Narbengewebe, oder mehr in der Wand des Magens, oder mehr in dem Zwerchfell. Dieser Ausgang erfolgt nicht ganz selten, und es bleibt dabei regolmässig ein Siechtum fortbestehen. Das Siechtum ist mitunter nur unbedeutend, gewöhnlich aber ziemlich beträchtlich und wechselnd derart, dass der Appetit bald besser, bald schlechter ist. Infolge dieses Ausganges stellt sich wie unter den sub 2 bemerkten Umständen mitunter eine leichte und bald vorübergehende Aufblähung ein.
6. Der fremde Körper tritt bald zurück, und das Tier erscheint so ungefähr oder ganz gesund; jedoch nach kurzer Zeit tritt der fremde Körper wieder in Magenwand und Zwerchfell hinein. Dieses Vor- und Zurücktreten kann sich vielemale wiederholen und ist selbstverständlich nicht an bestimmte Zeitabschnitte gebunden. Jedesmal kann einer der vorbemerkten Ausgänge eintreten.
0. Der fremde Körper kann in der Wand des Magens und dem Zwerchfell stecken bleiben. Wenn das der Fall ist, lässt das Fieber nicht nach, der Appetit stellt sich nicht ein und Schmerzäusserungen. sind beim Druck, sowie bei der Perkussion leicht hervorgerufen. Es kann jedoch in diesem Falle eine solche Einkapselung des fremden
Harms, Himlerkrankhelten.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;7
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Körpers eintreten, dass nicht allein Futter aufgeuonunen, sondern sogar der Nälimistaml ein hesserer wird. Eine normale Verwertung des Futters tritt nach meinen Beolmchtungen aber niemals ein.
7. Der fremde Körper dringt weiter vor, in Herzbeutel und Herz hinein, und dann treten Komplikationen ein, welche später besprochen werden. Kleine zweiarmige Körper, wie Haarnadeln, und kleine, mit einem Kopf versehene ^'ägel etc., gelangen nicht in den Herzbeutel hinein, wohl aber tlum dies die längeren Nadeln Stopfnadeln , kopflose Nägel etc., und diese Körper treten nicht selten in ganzer Länge durch Magenwand und Zwerchfell hindurch.
Diagnose. Die wesentlichsten Symptome sind das Fieber, die mangelhafte Benutzung der Bauchpresse und die Schmerzäusserungen. Das Fieber zeigt, wie oben schon bemerkt, in seiner Stärke bedeutende Verschiedenheiten. Die mangelhafte Benutzung der Bauchpresse ist in jedem Falle zu konstatieren; sie spricht sich durch den langsamen Absatz des Kotes in abnorm kleinen Quantitäten aus. Die Sclunerz-äusserungen, welche nach meinen an hunderten von Patienten gemachten Beobachtungen nur in Form des Stöhnens bei dieser Krankheit auftreten, bilden die Haupterscheinung. Das Stöhnen, welches man nicht mit dem Brummen konfundieren darf, beweist uns stets, dass eine innerliche Krankheit besteht, die sehr schmerzhaft ist: konstatieren wir Schmerz-äusserungen #9632; Stöhnen , so haben wir umsoniehr die Aufgabe, durch Untersuchung des Bauches und der Brust auf Dmckemptindiichkeit den Kranheitsherd festzustellen. Und das gelingt bei der traumatischen Magen-Zwerohfellentzündung in jedem Falle. Bei dieser Krankheit stöhnt das Rind freilich mitunter nicht; trotzdem wird der gewissenhafte Praktiker den Krankheitsherd dennoch ermitteln, da er niemals unterlassen wird, Bauch und Brust in ganzem Umfange auf Druckempfindlich-keit zu untersuchen. Wer diese Untersuchung, auf welche das Rind sicher und meistens sehr deutlich reagiert, unterliisst, begeht eine grosse Unterlassungssünde (s. o.). Das wesentlichste des Verlaufs ist schon bemerkt. Die Besprechung der Ausschliessung, welche sich auf eine sehr bedeutende Menge you Krankheiten erstrecken müsste, ist nicht notwendig.
Behandlung. In der Rindviehpraxis haben wir die Aufgabe, die Tiere, wenn sie erkrankt sind, nicht allein am Leben zu erhalten, sondern sie in einen solchen Zustand überzuführen, dass sie späterhin ihr Futter gut verwerten. Ehe wir Rinder in Behandlung nehmen, haben wir zunächst uns die Frage zur Beantwortung vorzulegen, ob wir dadurch auch das ökonomische Interesse des Besitzers fördern. Ob dieses nun
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der Fall ist, oder nicht, dafür ist zunächst die Krankheit, ausserdem auch Sitte und Gewohnheit entscheidend. In letzterer Beziehung möchte ich hervorheben, dass in Gegenden, in welchen das Fleisch erkrankter Rinder gar nicht als menschliche Nahrung verwertet wird, ein Heilversuch gestattet ist, so lange noch irgend eine, wenn auch nur geringe Hoffnung auf absolute oder relative Heilung vorliegt; dass aber auf der anderen Seite in solchen Gegenden, in welchen das Fleisch erkrankter Rinder, wenn der Genuas desselben nicht gesundheitsgefährlich ist, von Menschen gegessen wird, von der Behandlung einer vorliegenden Krankheit schon dann Abstand genommen werden muss, wenn das Tier das Futter später voraussichtlich schlecht verwerten wird, und wenn es sich zur Zeit in einem schlachtbaren Zustande befindet. In der sogenannten Gartengemeinde Hannovers wird das Fleisch erkrankter Rinder wie auch das erkrankter Schweine von den Gartenleuten genossen, und deshalb habe ich dort auch niemals die von Obich und Meyer bei der traumatischen Herzbeutelentzündung vorgenommene Operation ausführen können. Meine Behandlung hat sich immer auf eine Scheinkur beschränkt. Wenn also bei den von mir behandelten Patienten dieser Art Heilung eingetreten ist s. d. Verlauf , so ist es stets eine reine Naturheilung, niemals eine Kunstheilung gewesen.
In neuester Zeit cmpflolilt Schöberl ein bei der traumatischen Magen-ZwerchfellentzQndung vorzunehmendes Verfahren, durch welches er angeblloli
von sechzig mit dieser Krankheit behafteten Rindern aohtundfttnfzlg geheilt hat. S. logt das Rind nieder, bindet dessen vier Schenkel zusammen und wälzt es darauf mittels einer durchgeschobenen Stange auf den Kücken. S. stellt sich alsdann auf einen zur linken Seite dor Kuh gostollton Stuhl und bearbeitet von liier aus mit dem einen Fasse die linke Seite der Magengegend hinter dem Sohaufelknorpel mit kräftigen Stössen. Sechs bis acht Stösso sollen in der Regel genügend sein. S. geht bei diesem Vorfahren von der Erwägung aus, dass bei den Kindern die in der Haubonwand steckenden Fremdkörper meist herausfallen, wenn sie nach dem Schlachten auf den Kucken gelegt und dann zum Zweck besserer Ausblutung auf den Hauch getreten werden. Wenn dieses Verfuhren sicli fernerhin, d. h. in der Praxis anderer Kollegen, bewährte, so wäre die SehöberlVehc Entdeckung eine eben so grossartige, wie die Jelkmannsclie.
Vorbauung. Es handelt sich natürlich nur um das Entfernthalten der Ursache, um die Verhinderung der Aufnahme fremder Körper, denn befinden selbige sich schon im Magen, so kann von einer Vorbauung nicht mehr die Rede sein. Diese Aufgabe, welche dem Besitzer anheimfällt, ist aber nur ausnahmsweise und in einem beschränkten Masse durchzuführen. Am meisten kommt diese Krankheit in den Stallungen vor, in welchen die Abfälle aus der eigenen Haushaltung, vielleicht gar
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die aus Kasernen und Restaurationen an die Rinder verfüttert werden und In denen dem weiblichen Dicnstpersonale die PHege und Wartung der Tiere überlassen ist. Es sind also die Stallungen der Kleinbesitzer, bei Hannover die der sogenannten Gartenleute, in welchen diese Krankheit am häutigsten vorkommt. Auf folgende Punkte möchte ich besonders aufmerksam machen.
1.nbsp; nbsp;Das weibliche Dienstpersonal ist mitunter reichlich mit den in Frage kommenden Körpern versehen; dasselbe muss daher zur Vorsicht ermahnt und angehalten werden.
2.nbsp; Ich habe vielfach die Abfülle untersucht und dann die fremden Körper, wenn solche überall darin vorbanden waren, am Grunde gefunden. Ich muss daher empfehlen, das Augenmerk besonders auf die untere Partie des Futters zu richten, selbige mit der Hand oder in einer anderen entsprechenden Weise zu untersuchen, besonders dann, wenn die Aufbewahrung der Abfälle in Tonnen, vielleicht noch gar in Verbindung mit vieler Flüssigkeit stattfindet.
3.nbsp; Ks ist von mir beobachtet, dass namentlich das Tier, welches an dem einen Ende der Krippe steht, am häufigsten von dieser Krankheit betroffen wird. Ich habe in Stallungen, die nur mit fünf bis sechs Kühen besetzt sind, in einigen Jahren drei und vier Rinder nach der Reihe auf einem und demselben Standplatze an dieser Krankheit leidend befunden. Diese Thatsuche, die wohl auf eine nicht ganz horizontale, sondern nach dem einen Ende leicht geneigte Richtung der Bodenliäche der Krippe zurückzuführen ist, veranlasst mich regelmässig, dem Besitzer anheimzugeben, bald nach der jedesmaligen Einfüttcrung das Futter an der Stelle der Krippe, wo es am tiefsten steht, mit der Hand untersuchen zu lassen. Ich. habe sogar schon vorgeschlagen, der Krippe regelmässig eine kleine Neigung zu geben, und an der niedrigsten Stelle derselben eine kleine Senkgrube anzubringen, habe damit jedoch bei dem betreffenden Publikum nicht durchdringen können.
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Tranmatlsolie Magen-ZworchfellentzttMung mit Komplikattonen,
Zu der traumatischen Magen-Zwerchfelleutziindung treten sehr häufig Komplikationen hinzu, wodurch das Krankheitsbild, besonders jedoch auch der Verlauf, abgeändert werden kann.
Traumatische Magen-Zwerchfellentzündung kompliziert mit partieller liauchfellentzündung.
Diese Bezeichnung ist nicht ganz korrekt, deshalb muss ich den Zustand, den ich im Auge habe, näher bezeichnen. Bei der traumatischen
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Miigen-Zwerchfelleutzimdung ist selbstverständlich die seröse Haut des Magens und Zwerchfells affiziert, für gewöhnlich aber nur in ganz geringem Umfange. Es kommt aber vor, dass die seröse Haut des Magens und Zwerchfells in einem grösserem Umfange entzündet ist, dass sogar ein Teil des Peritoneums des Seitenteils des Bauches, sowie des Netzes in den Hereich der Erkrankung gezogen worden ist, und wenn dieses der Fall ist, spreche ich von der Komplikation der traumatischen Magen-Zwerchfellentzündung mit partieller Peritonitis.
Krankheitserscheinungen. Im allgemeinen neben den früher angegebenen Erscheinungen die der Peritonitis. Das Tier Ist also, woran ich speziell erinnern möchte, aufgebläht.
Verlauf. Die meisten derjenigen Tiere, bei welchen ich diese Diagnose gestellt habe, sind am Leben geblieben.
Diagnose. Die Aufblähung, sowie die umfangreiche Druckempfindlichkeit beweisen, dass ein grösserer Teil der serösen Bauchhaut entzündet ist.
Behandlung. Es ist von mir stets die Behandlung eingeleitet worden, wie ich sie gegen die allgemeine akute Peritonitis empfohlen habe.
Traumatische Magen-Zerchfellentzüudung kompliziert mit
Leberentzündung.
Neben der Haube und dem Zwerchfell kann gleichzeitig die Leber durch einen fremden Körper verletzt worden sein.
Krankheitserscheinungen. Es sind im allgemeinen die früher angegebenen. Die Lebergegend kann druckemptindlich sein und der Haru bräunlich erscheinen.
Verlauf. Wenn nicht der Tod eintritt, so bleibt ein starkes Siechtum zurück.
Traumatische Magen-Zwerchfellentzündung kompliziert mit Herzbeutel- und Herzentzündung.
Wie schon früher bemerkt, ist einzig und allein diese Komplikation, und zwar unter dem Namen traumatische Herzbeutelentzündungquot; bisher beschrieben worden, was mich um so mehr wundert, da meinen Erfahrungen nach der in das Zwerchfell eingetretene fremde Körper nur selten in den Herzbeutel und noch seltener in das Herz hineingelangt. In hundert Fällen von traumatischer Magen-Zwerchfellentzündung ist vielleicht zwanzigmal der Herzbeutel, aber noch seltener das Herz direkt in Mitleidenschaft gezogen. Wenn der fremde Körper vom Zwerchfell aus weiter vordringt, so erfolgt dies nicht in bestimmten Zeitabschnitten, wie aus einer oder einigen Beobachtungen wohl gefolgert ist, sondern
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es vergehen darüber mituutor nur Stunden, sonst aber Tage oder gar Wochen. Die pathologischen Veränderungen, die nach der Verwundung des Herzbeutels und Herzens auftreten, sind recht verschieden, und folglich ist dies auch der Syinptoinenkomplex. Deshalb werde ich, nachdem ich die Erscheinungen, die während des Lebens und nach dem Tode gefunden werden, im allgemeinen angeführt habe, nochmals siieziell darauf zurückkommen.
Krankheitserscheimmgen. Die Tiere gehen schwankend, stehen mit krummem Rücken, legen sich vielfach nicht gern nieder und liegen mitunter auf dem Brustbein. Die Respiration ist regelmässig erhöht; die Exspiratiou ganz gewöhnlich von Stöhnen begleitet. Der Puls steigt bis 120 und darüber, er ist nicht selten unregelmässig oder ungleich-massig oder beides zugleich. Die innere Temperatur ist zuweilen nur wenig, meistens aber ziemlich bedeutend, um reichlich zwei Grad, er-/'. öht. Die iiussere Temperatur ist stets ungleich verteilt und oft und stark wechselnd. Die Tiere sind sehr empfindlich gegen die Kälte, so dass schon nach geringer Abkühlung, z. B. nach dem Aufstehen oder infolge eines kalten Luftzuges, ein so bedeutendes Zittern eintritt, dass die Untersuchung der Brust, namentlich die des Herzens, vorläufig nicht stattfinden kann. Die Sekretion ist in hohem Grade unterdrückt. Press-und Sauflust haben mitunter nur stark abgenommen, sind meistens aber gar nicht vorhanden. Ähnliches gilt auch von der Rumination. Der Pansen arbeitet subnormal. Der Kot ist dem Futter nach zu konsistent; der Absatz desselben erfolgt langsam und in kleinen Quantitäten. Die Perkussion und der Druck an der Insertionsstelle des Zwerchfells, sowie in der Herzgegend verstärken die Schmerzäusserungen. Alle diese Symptome sind in den höheren Graden vorhanden, wenn auch das Herz affiziert ist und der fremde Körper noch steckt oder gar weiter vordringt, selbige nehmen aber ab, sobald der fremde Körper zurücktritt oder eingekapselt wird. Bei der Auskultation der Lungen hört man allenthalben das normale Bläschengeriiusch, oder es ist links oder rechts, oder links und rechts nicht vorhanden. Die Herztöne sind normal und nur links in dem Winkel zwischen dem Schulterblatte und dem Armbein aufzunehmen, oder sie sind metallisch klingend und allenthalben an der linken Brustwand zu hören, oder es ist nur der eine Herzton hörbar und dann ein Plätschern wahrzunehmen. Der erste Herzton ist mitunter nicht ganz rein, sondern schwirrend, und nicht gar selten ist ein perikarditisches Reibegeräusch vorhanden. Der Perkussionston ist allenthalben normal, oder rechts, oder links, oder zu beiden Seiten der Brust in der Herzgegend gedämpft oder dumpf leer . Die Jugularis ist
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meistens stark gefüllt, und zuweilen zeigt sieh der pathologische Venenpuls in derselben. Der Herzschlag ist gar nicht, oder nur links, oder auf beiden Seiten zu fühlen. Sonst wird noch angegeben, dass die Ellenbogen weit von der Brust abstehen, und dass ein Ödem im Kehlgange oder hier und am Triel vorhanden sei. AVas das erstere Symptom anbetrifft, so finde ich dasselbe fast bei allen älteren Kühen der Niederungsrasse, habe es aber niemals bei solchen Kühen, die an den in Frage stehenden Komplikationen litten, in auffällig hohem Grade gesehen. Ein Odem im Kehlgange habe ich erst einmal bei dieser Krankheit gefunden. Ich glaube gern, dass es in allen von andern mitgeteilten Fällen vorhanden gewesen ist; ebenso sicher ist aber auch, dass es nur in einem der von mir beobachteten Fälle bestanden hat. Die Erklärung dieses Widerspruches mag vielleicht darin zu suchen sein, dass die Kühe, welche ich beobachtete, nicht von der Erde, sondern aus einer reichlich zwei Fuss hohen Krippe ihr Futter aufnahmen. Man muss ausserdem der Thatsache Rechnung tragen, dass infolge anderer Zirkulationsstörungen ein Ödem im Kehlgange auftreten kann.
Leichenerscheinungen. Nur solche, welche sich auf diese besondere Komplikation beziehen, werden angegeben werden. Es liegt eine einfache Verklebung oder eine wirkliche Verwachsung des Zwerchfells mit dem Herzbeutel vor. In dem ersteren Falle liegen beide Teile innig aneinander, in dem letzteren Falle sind sie gewöhnlich weiter auseinander gerückt und nur durch einen Strang von Xarbengewebe mit einander verbunden. Desteht nur eine einfache Verklebung, so findet man häufig noch den fremden Körper, oder es sind doch wenigstens die Stellen, wo er gesteckt hat, die Gänge, nachzuweisen, und selbige sind von einer Beschaffenheit, wie früher schon angegeben worden ist. In dem fertigen Xarbengewebe habe ich einen fremden Körper niemals gefunden, besondere Gänge gewöhnlich vermisst, dafür aber waren häufig kleinere oder grössere Abscesse vorhanden, die einen guten Eiter und ausserdem zuweilen einen fremden Körper enthielten. Der Herzbeutel ist nur an seiner hinteren, dem Zwerchfelle zugekehrten Fläche, oder auch an der einen oder an beiden Seiten, oder in ganzem Umfange erkrankt, und zwar mitunter mir wenig, zuweilen aber in so bedeutender Weise, dass seine Wund einen bis zwei Zoll dick ist. Wenn der Herzbeutel nur wenig verdickt ist, so findet man einen Erguss in demselben, der entweder trübe, flockig und in geringer Quantität, oder wasserklar und in beträchtlicher Menge vorhanden ist. Bis zu 12,6 kg sind von mir aufgenommen worden. Ist der Herzbeutel stärker verdickt, so ist er auch ziemlich regelnuissig mit dem Herzen verwachsen, entweder
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nur an einzelnen Stellen, oder in ganzem Umfange, Bei der partiellen Verwachsung, welche häufiger vorkommt, als die totale, ist die innere Fläche des Herzbeutels und die iiusscro Oberfläche des Herzens mit plasÜsohem Exsudat, das mitunter in zolllangen Fäden avisgezogen ist Zottenherz oder mit öranulationsgewebe besetzt, welches drüsig an der Oberfläche erscheint und mit der gleich zu erwähnenden Flüssigkeit bedeckt ist. Die freien Zwischenräume, die sich bei der partiellen Verwachsung finden, enthalten in der Regel eine grauweisso und nicht stark riechende, ausnahmsweise aber eine bräunliche und stinkende Masse Eiter, bezw. Jauche in verschiedener Quantität. Ist die Verwachsung des Herzbeutels mit dem Herzen eine totale, wie ich sie ebenfalls gefunden habe, so ist die Grenze zwischen beiden Teilen erst bei genauerer Untersuchung zu finden, und man überzeugt jsich dann dabei zugleich, dass in solchen Fällen der äussere Überzug des Herzens mit erkrankt und verdickt ist. In der Muskelsubstanz des Herzens findet man Gänge von verschiedenem Alter, in denen ganz gewöhnlich der fremde Körper noch steckt. Ausnahmsweise ist der fremde Körper zurückgetreten, so dass nur die Folgen vorhanden sind, Gänge mit einer frischen oder einer grauen und schwieligen Wand, oder verschieden grosse Ab-scesse. Mitunter ist die Wunde des Herzens eine durchgehende, und dann kann der Herzbeutel voll Blut, ebenfalls aber auch der Klappenappamt verletzt sein. Ich fand in einem Falle den Herzbeutel strotzend mit Blut gefüllt, in einem anderen Falle zwei Mitralklappen mehrfach durchlöchert, bedeutend verdickt, mit Fibrin belegt und in einer derselben das spitze Ende einer Packnadel. Cumoin entdeckte bei der Sektion einen von der Haube bis in das Innere des Herzens gehenden Kanal, durch welchen Blut nach dem Verdauungskanale gelangt war. (of. Seite 98.)
Verlauf. Auch für den Verlauf dieser Komplikation lassen sich einigermassen sichere Anhaltspunkte nicht gehen. Der Tod kann dem oben bemerkten zufolge durch Verblutung in den Herzbeutel plötzlich erfolgen. Abgesehen von diesem, jedenfalls sehr seltenem Ausgang, für dessen Eintritt wohl kaum jemals besondere Erscheinungen nachzuweisen sein werden, muss man das Fieber und neben diesem die Schmerzen berücksichtigen, wenn man einen allgemeinen Anhaltspunkt für den ferneren. Verlaut gewinnen will. 1st das Fieber bedeutend, bleibt es auf der ursprünglichen Höhe stehen, nimmt es vielleicht noch gar zu, dann ist zu befürchten, dass der Ausgang bald ein lethaler werden wird, um so eher dann, wenn, was in den von mir beobachteten Fällen Regel war, die Sehmerzen auch auf der ursprünglichen Höhe
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verharren oder gar gleichzeitig mit dem Fieber zunehmen. Lässt dagegen das Fieber und mit demselben der Schmerz nach, so darf man, namentlich aus dem letzteren Umstände, entnehmen, dass der fremde Körper zurückgetreten ist, und dass der fernere Verlauf der Krankheit ein mehr langsamer sein wird. Doch, ob in dem letzteren Falle das Tier am Leben bleiben, absolut oder relativ genesen, oder in ein anhaltendes Siechtum verfallen werde, ist im voraus niemals zu wissen. Ist nur der Herzbeutel leicht aftiziert, so kann, wie ich beobachtet habe, eine relative Gesundheit eintreten, bei der das Futter wenigstens anscheinend normal verwertet wird; es kann sich unter solchen Umständen aber auch ein bedeutendes Siechtum entwickeln. Ist der Herzbeutel stark in Mitleidenschaft gezogen, so tritt regclmässig ein Siechtum, und zwar meistens hohen Grades ein, wenn nicht in kurzer Zeit der Tod folgt. Ist das Herz in solcher Weise mit erkrankt, dass dessen Mitleidenschaft zu diagnosieren ist, dann tritt in kurzer Zeit der Tod, sonst doch ein hochgradiges Siechtum ein. Wenn Herzbeutel und Herz durch einen fremden Körper, der sofort wieder zurücktritt, verletzt werden, so treten, wie experimentell festgestellt worden ist, keine darauf bezüglichen Krank-heitserscheinungen auf.
Nachdem ich diese allgemeinen Angaben gemacht habe, kann ich nicht unterlassen, noch einiges speziell hervorzuheben, und ich bringe auch hier, wo ich nicht das Gegenteil angebe, nur eigene Beobachtungen, die ich am Kadaver kontroliert habe.
Ablagerung von plastischem Exsudat am Herzbeutel. Eine oin-facho Ablagerung von plastischem Exsudat am Herzbeutel tritt ein, wenn die Verwundung desselben eine loiehto ist und der fremde Körper bald zurücktritt. Man hört in solchem Falle bei dor Systole dos Herzens ein Reibegeräusch, welches jedoch nur einige Tage bestehen bleibt. Wenn mit dorn Verschwinden dos Eoibe-goriiuschos das Fieber und ebenfalls die anderen Krankheitserscheinnngen nachlassen, so tritt mitunter eine solche Ausgleichung ein, dass das Futter später gut verwertet wird; in den meisten Fällen bleibt dann aber schon ein deutlieb erkennbares Siechtum zurück. In dem erstoren Falle fand ich nur eine nicht umfangreiche Verwachsung zwischen Haube, Zwerchfell und Herzbeutel; in dem letzteren Falle bestand eine, chronische Entzündung dos Zwerchfells und dos Herzbeutels, oder es waren Abscesso zwischen, bozw. in den verwachsenen Partien vorbanden.
Akute Herzbeutolwassersucbt. Diese giobt sich bald durch das Fehlen dos einen Horztonos und das Vorhandensein eines plätschernden Geräusches zu erkennen. Fieber und Schmerz bleiben in gleicher Hoho fortbestehen. Bei der Sektion fand ich bis 1,5 kg Flüssigkeit im Herzbeutel, dio infolge rcichlichor Beimengung von Zellen und Fibringerinuseln trübe erschien. Der Herzbeutel zeigt in verschiedenem Umfange und Grade die Erscheinungen der Entzündung. Volle Genesung erfolgt hiernach wohl schwerlich.
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Obronisohe Horzbeutelwassersuoht. Auoli diese kann naoh Verletzung des Herzbeutels eintreten. Bei derselben sind die Erscheinungen dos Fiebers unbedeutend; die Tiere fressen, saufen, rnnilnleren, die Mltohsekretion
besteht fort, wenn auch in beschränkter Welse, Der eine Herzton fehlt, dafür ist ein pliitschei'iules (ieniuseh vorhanden. Der Herzschlag ist gar nicht, oder nur links, oder rechts und links auf einer verschieden grossen, meistens sohl' umfangreichen Stelle dunkel zu fühlen. igt;ie Respiration 1st bis auf vierzig erhöht. Ist die Herzbeutelwassersncht In einem sehr bedeutenden Grade vorhanden, dann fehlt das Bespirationsgerttusoh in der Herzgegend, und dor Perkussionston 1st hier dumpf. In diesem Falle ist ausserdem eine bedeutende Stauung des Blutes, zuweilen sogar ein pathologischer Venenpuls in der Jugularis vorhanden. Bei der Sektion fand Ich den Herzbeutel nur wenig verdickt und mit einer wasserklaren Flüssigkeit bis zu 12,6 kg (s. o.) gefüllt.
Verdickung des Herzbeutels und partielle Verwachsung dos-solbon mit dem Herzen. Hierbei sind, je nachdem der fremde Körper zurückgegangen ist, oder nicht, ebenfalls die Fieber- und Fhitzündungserscheinungen In einem verschieden hohen Grade vorhanden. In der Herzgegend ist rechts oder links, oder zu beiden Seiten das Respirationsgeräusch sehr schwach oder gar nicht vorhanden, und diesem entsprechend ist der Perkussionston gedämpft oder dumpf leer . Die Herztöne sind beide vorhanden; der zweite ist metallisch klingend. Der Herzschlag ist in den unbedeutenderen Fällen nur links, sonst auch rechts zu fühlen. Bei diesem Zustande besteht regelmässig' ein bedeutendos Siechtum. Heilung tritt niemals ein. Die Leichenerscheinungen habe ich oben schon angegeben.
Die totale Verwachsung des Herzbeutels mit dorn Horzon. Diese kommt selten vor und unter den Erscheinungen, wie sie bei der partiellen Verwachsung angegeben sind. Die Sektionserscheinungen sind schon früher bemerkt.
Klapponverletzung. Dabei sind, wie ich in einem Falle konstatiert habe, die Krankheitsersoheinungen im allgemeinen sehr bedeutend und bei der Auskultation des Herzens ein fremdes Geräusch zu vernehmen.
Blutung In den Herzbeutel. Diese tritt selbstverständlich nur nach einer durchgehenden Verwundung des Herzens ein und verläuft in kurzer Zeit tödlich. Ich seihst habe, wie schon oben bemerkt, nur einen solchen Fall erlebt, und zwar zu einer Zeit, wo mir die durch fremde Körper hervorgerufenen Störungen noch unbekannt waren. Zu einer präzisen Diagnose gelangte ich nicht. Da Ich jedoch auf eine Herz-, resp. Herzbeutelentzündung schliossen mussto, und da die Krankheitserscheinungen in hohem Grado vorhanden waren, gal) ich eine ungünstige! Prognose ab. Vier Stunden nach der Untersuchung und achtzehn Stunden nach dem Eintritt der Erkrankung starb das Tier.
Behandlung. In den Gegenden, in welchen das Fleisch kranker ,Rinder als menschliche Nahrung verwertet wird, verfahre ich in folgender Weise: Ist die Krankheit erst eingetreten, dann lasse ich die Tiere, wenn nicht Gefahr im Verzüge ist, einige Tage stellen. Der Verlust, der dadurch eventuell entstellt, ist nicht so bedeutend, wie man gewöhnlich glaubt. Hat die Krankheit aber schon mehrere Tage, vielleicht gar
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Wochen ohne bedeutende Abnahme bestanden, so lasse ich die Tiere möglichst bald schlachten. .Mit diesem Vorgehen will ich aber ja nicht andeuten, dass ich das Fleisch solcher Patienten in jedem Falle als geniessbar erachte! In Gegenden, in welchen das Fleisch erkrankter Kinder nicht von Menschen genossen wird, kann man ja abwarten, ob nicht doch noch sehliesslich eine Ausgleiehimg durch die Natur herbeigeführt wird, oder mau kann sofort versuchen, Heilung durch die Kunst zu erreichen.
Naturheilung kann in zweierlei Weise eintreten. Der fremde Körper kann einfach zunickgeheu oder durch die Brustwand aus dem Körper entfernt werden. Ersteres kommt vcrhältnismässig häutig vor, führt nach meinen Beobachtungen aber höchst selten zu einer solchen Ausgleichung, dass das Futter einigermassen gut verwertet wird. Letzteres kommt selten vor, ist jedoch von Aubry, Bergmann u. a., sowie auch von mir beobachtet worden. An der Stelle, wo der fremde Körper durchtritt, etabliert sich eine Entzündung, die zur Absccdiorang führt. Wird der Abscess geöffnet, so kann mau den fremden Körper beim Sondieren mit dem Finger fühlen; bricht der Abscess von selbst durch, so kann man, wie mir in einem Falle vorgekommen ist, den fremden Körper in der Wunde liegen seilen. In der Litteratur ist angegeben, dass nach dieser Ausscheidung des fremden Körpers Heilung eingetreten sei, nicht aber bemerkt, dass später eine gute Verwertung des Futters stattgefunden habe. Nach meinen Beobachtungen tritt eine Ausgleichung die zur normalen Verwertung des Futters führt, wohl selten ein; es kann wenigstens ein Siechtum solchen Grades zurückbleiben, dass man sich veranlasst fühlt, das Tier schlachten zu lassen.
Die Kunstheilung kann man nach dem Vorgange Obichs und Meyers auf die Weise herbeizuführen suchen, dass man den Pausen öffnet, die Hand nach der Haube führt, den fremden Körper aufsucht und entfernt. Die Operation ist ungefährlich, führt wahrscheinlich aber sehr selten zu dem erwünschten Ziele. Von dreizehn operierten Rindern nuissten neun getötet werden, und ob die übrigen das Futter später gut verwertet haben, ist mehr als frafflich,
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Traumatische Magen-Zwerchfellcntzüudung kompliziert mit partieller B r u s t fe 11 e n t z ü n d u n g.
Diese Komplikation kommt neben der vorigen, wie auch ohne dieselbe vor. Sie ist von mir während des Lebens des Tieres noch niemals erkannt, sondern erst nach dem Tode desselben gefunden worden.
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Traumatisclio Maseii-Zworchfolleutzüiuluug kompliziert mit
L u ngeneutz ü u d u n ggt;
Diese Komplikation kommt neben der vorigen, wie ancli ohne dieselbe, im ganzen aber sehr selten vor.
Krankheitserscheinungen. Neben den früher erwähnten Ersehein ungen Husten, Fehlen des Eespirationsgeräusches, bronchiales Atmen und gedämpfter oder dumpfer Perkussionssohall.
Leichenersoheinungen. Die erkrankte Lungenpartie fällt nicht zusammen und fühlt sich derb an. Die einzelnen Läppchen erscheinen auf der Schnittfläche gleichmässig gefärbt; das begrenzende Bindegewebe der Läppchen ist infiltriert, und zwar in ziemlich hohem Grade. Das Bild der Schnittfläche ähnelt dem des Schachbretts; dasselbe erinnert an die marmorierte Beschaffenheit der Sohnittfläche bei der Lungenseuche nicht.
Diagnose. Die Lungenentzündung ist unschwer zu erkennen, die Lungenseuche aber während des Lebens des Tieres nicht auszuschliessen.
Behandlung. Diese ist, da Verdacht auf Lungenseuche besteht, ausgeschlossen.
Zu den Krankheiten der Respirationsorgane.
Itroncliialkatarrli.
Den akuten Bronohialkatarrh habe ich beim Einde nur ein paarmal beobachtet und behandelt; es ist daher die Annahme, dass diese Krankheit bei dem Kinde nur selten vorkommt, wohl zulässig, und deshalb dürfte die Anführung des nachfolgenden Falles gestattet sein.
Am 10. Dezember 1876 meldete dor Oartcnmann Lafjiiifi- an der Weide in Hannover in dor externen Klinik der Königlioben Tierarznelsoliule zu Hannover eine kranke Kuh mit dem Vorberloht an, dass selbige seit acht Tagen schlocht gefressen, viel gehustet und bedeutend in der Mllchsekrotlon nachgelassen habe.
])io selbigen Tages vorgenommene Untersuoliung lieferte folgenden Befundi Das Tier ist im Bauche eingefallen, hat achtzig gleich- und rogolmässigo Pulse, atmet vierzehn mal in der Minute, zeigt 40,4 Mastdarmtomperatur und hustet freiwillig, wie auch auf die beim Pferde üblioho Reizung dos Kehlkopfes. Der Huston ist kräftig, locker und anscheinend nicht schmerzhaft. Dio Perkussion der Brustwand erglebt das normale Resultat. Druck auf Brust- und Bauehwand ruft keine Sohmerzäussernng hervor. Bei der Auskultation der Respirationsorgane hört man an jeder erreichbaren Stelle der Lungen verstärktes rauhes Bläschcngeriiiisch, an dor Trachea ein schlotterndes Geräusch und am Kehlkopf ein Schniomcn. Vorordnet wird: Luftiger und zugfreier Stall und hoho Streu, für die nächsten beiden Tage morgens und abends 15 g Salmiak mit einer Flasche Wasser zu geben.
12. Dezember. Puls 72. Respiration 12. Temperatur 40,2. Husten weniger anscheinend lockerer.
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14. Dezembor. Puls 04. Resplmtlon 12. Temperatur 39,2. Der Husten tritt viel seltener und nicht mehr auf manuelle Reizung In (Icr beim Pferde tlbllohen Welse ein. Bobnleiuen ist nicht mehr zu konstatieren. Das solilotternde Qerftusoh in der Trachea hat bedeutend abgenommen. Das veslkuläre Qerttnsch ist nicht annähernd so rauh wie frilher. Der Appetit ist fast normal. Die Mllohsekretion hat zugenommen. Verordnet werden sechs Pulver Salmiak u 7)6 k. wovon morgens eins mit einer Flasche Wasser eingegeben wurden soll.
20. Dezember. Das Tier quot;hustet noch ab und zu, zeigt aber sonst nichts Abnormes; es wird doshaib aus dor Behandlung und Beobachtung entlassen.
Hortsohnanilgkoitlaquo;
Diese so häufig bei Pferden vorkommende Krankheit findet sieh nur selten beim Kinde. Deshalb dürfte sich empfehlen, die vorgekommenen Fälle mitzuteilen.
Yerongerang der Liiftnilii-e.
Der (iartciiumnii Qrothe an der Seilerstrasso In Hannover meldete eines Tages oino kranke Kuh mit dem Vorbericht au, dass selbige dämptljiquot; sei.
Untersuchungsbefund; In- und Exsplratlon sind im Staude der Kühe, namentlich aber während der Bewegung von einem elgontllmllohen Geräusch begleitet. Rachen und Kehlkopf sind frei von Geschwülsten. Die Luftröhre ist dicht, vor der ersten Rippe in ihrer Perm so bedeutend verändert, zusammenlaquo; gedrllokt, dass ihr Durchmesser von der einen zur anderen Seite auf 2 cm geschätzt wurde.
Auf die Einleitung einer Behandlung musste natürlich verzichtet worden. Das Tier verwertete auch fernerhin das Futter durchaus normal und wurde ein halbes Jahr später in hochfettem Zustande geschlachtet. Die Untersuchung der Leiche des fraglichen Tieres war mir nicht möglich.
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Gesclrwulsi im Kehlkopf.
Kleinbesitzer Zimmermann an der Pannystrasse in Linden fllhrte am 18. Januar 1879 eine ca. neun Jahre alte Kuh zur Untersuchung und Behandlung vor.
Vor be rieht. Pragllchea 'Pier besitze Ich ungefähr vierzig Wochen. In der ersten Zeit habe ich nichts Krankhaftes an demselben gefunden. Vor zehn bis fünfzehn Wochen bemerkte! ich Jedoch eines Tages, dass das Tier nach jeder heftigen Bewegung im Stalle einen fremden Ton beim Atmen hören liess. Dieses beim Atmen auftretende Geräusch ist allmählich stärker geworden. Ebenfalls habe ich wahrgenommen, dass das Tier jetzt stärker mit den Kippen arbeitet als früher.
Untersuchungsbefund. Respiration steht auf vierzig und wird unter starkor Senkung und Hebung der Kippen ausgeführt. Im Stande der Kühe, namentlich aber während und gleich nach der Bewegung hört man bei der lu-und Exsplratlon ein pfeifendes Geräusch. Auf manuelle Reizung des Kehlkopfes, sowie auch während und gleich nach der Futteraufnahme tritt ein trockener, pfeifender Husten auf. Die direkte Untersuchung des Kehlkopfes mit der Hand
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orpiobt, dass an dor ganzen Inneren Oberflftohe desselben oino höckerige, breit aufsitzende Gesobwulst in der Dicke sieh befindet, dass kaum oin Finger liinciii-gesohoben worden kann. Nach dem Einsetzen dos Maulgatters und dorn Nieder-di'üokon der hervorgezogenen Zunge mittels eines besonderen, in der Instrumenten-sammlung der KOntgliohen Tierarzueisohule vorhandenen Instruments 1st dio Ge-seliwulst zu sehen. Gleiebe und ähnliche Vorkommnisse sind nicht selten. Auf dio Kinleitung: einer Behandlung wurde verzichtet. Das Tior war fett und wurde in den nächsten Tagen zum Schlachten verkauft.
Akutes Interstitlelles Luugeiieiupbysenii
Haubner-Sledamgrotzky maohen darauf aufmerksam, dass infolge einer Zerreissung von Lmigenbläsclien Luft in das interstitielle Bindegewebe treten und bei der Bewegung bis zur Luftröhre gelangen kann. Ich habe drei interessante Fälle von akutem interstitiellem Lungenem-[ihysem erlebt.
Krankheitserscheinungen. Die Tiere stehen mit gestrecktem Kopf und Hals und mit gespreizten Vorderschenkeln und husten zuweilen, aber in schwachem, mitunter kaum hörbarem Grade. Zu beiden Seiten der Dornfortsätze findet sich eine beim Überstreichen knisternde Geschwulst. Die Respiration steht hoch und wird unter starker Benutzung der Bippenwand vollzogen. Bei der Auskultation der Lungen vernimmt man starke fremde Geräusche, namentlich ein Knistern. Der Perkussionsschall ist tympanitisch, fast metallisch klingend. Der Puls ist an den kleineren, gewöhnlich benutzten Arterien nicht aufzunehmen. In der Jugularis sieht man den pathologischen Venenpuls.
Verlauf. In den beiden Fällen, in welchen ich die Tiere längere Zeit beobachten konnte, war der Verlauf ein günstiger.
Diagnose. Erstreckt sich das Emphysem bis auf die Umgebung der Luftröhre, wie Haubner-Siedamgrotzky gesehen haben, oder bis unter die Haut des Rückens, wie ich es jedesmal beobachtet habe, so kann die Diagnose keine Schwierigkeiten bereiten.
Ursachen. Es muss eine Sprengung von Lungenbläschen vorliegen, und diese kann nur bei einer heftigen Erschütterung der Lungen eintreten.
Behandlung. Gut ventilierter Stall. Absolute Ruhe. Bekämpfung des Hustenreizes durch Xarcotlca, besonders durch ein- bis zweimal täglich stattfindende Injektionen von Morphium.
I. Das Tior stellt mit gestrecktem Kopf und Hals, sowie mit leicht gespreizten Vorderschenkeln. Die änssere Temperatur ist gleichmässig verteilt, aher etwas niedriger als im Normalzustande. Fresslust ist nicht vorhanden. Wiederkauen wird während meines Aufenthaltes im Stalle nicht beobachtet. Der Mist wird abnorm häufig, aber in zur Zeit kleiner Menge'abgesetzt. Puls 84.
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Respiration V4. Die Jngularls liosft armdiek vor, und in dersolbon Kiolit man sehr deutlich bei Jeder Bxsplratlon oino Wollo aufwärts stoigon, die sieh in den meisten Fällen bis über don Teihingswlnkel dos Gofässos erstreckt. Dann und wann tritt ein matter, höchst unkrftftiger Husten auf. Die Auskultation der Brust ergiebt ZU beiden Seiton in ganzer Ausdehnung knisternde und pfeifende Qerttnsohe. Der Porkusslonssohall ist an dor Brust allenthalben tympanitlsoh, fast metallisch klingend. Zu beiden Seiten der Dornfortsätze, links bis zum ersten, rechts bis zum dritten Lendenwirbel) abwärts bis zuin Rippoubogen ist ein ziemlich bedeutendes Emphysem vorhanden. Über die Ursache konnte loh von dem Besitzer nichts ermitteln, und zur Einleitung einer Behandlung wollte derselbe seine Einwilligung nicht geben, weil das Tier erst vierundzwanzig Stunden in seinem Besitze war und zuriiek-gegoben werden sollte.
2. Kuh des Gartenmannes Schaper an der Grosso Barlinge in Hannover. Dor Vorboricht lautete dahin, dass das Tier in der letzton Nacht krank geworden sei und am Morgen nicht gefressen habe.
Bio ca. vier Stunden nach der Anmeldung stattfindende Untersuchung lieferte folgenden Befund: Die Kuh steht mit gestrecktem Kopf und Hals und mit gespreizten Vorderscbenkeln, hustet ab und zu in sehr schwachem Grade und nimmt von dein vorgehaltenen Putter nichts auf. Rechts und links von den Dornfortsätzen findet sich eine von der Schulter bis zur Mitte der London-wirbel, abwärts bis zum Rippenbogen reichende, schmerzlose, beim Überstreichen knisternde Geschwulst. Die Rospiration steht auf 08 und wird unter sehr starkor Bewegung der Kippen ausgeführt. Der Puls 1st so ölend, dass or au der Gosichts-arterie nicht aufgenommen werden kann. Innere und äusseroKörpertemperatur kaum normal hoch. Die Auskultation der Lungen erglebt starke knisternde und pfeifende Geräusche. Von den Herztönen ist nur ab und zu eiuor zu hören. Dor Porkussionsschali an der Brust ist tympanitlsoh, fast metallisch klingend. Die Tliätigkcit des Verdauungstraktus ist subnormal. Mist wird häufig in kleinen Quantitäten abgesetzt. Die Jugularis liegt fast armdick vor, in derselben sieht man bei jeder Kxspiration eine Welle aufwärts steigen, die sich bis zum Teilungswinkel des Gefässes erstreckt.
Behandlung. Das Tier wird in einem grossen, nicht zugigen Schuppen placiert, bekommt In den ersten acht Tagen Morphiuni-Tnjoktioneii, pro dosi 0,00; als Futter Mehltrank und Heu.
Unter zuweilen eintretender leichter Zunahme des Rücken-Emphysems tritt in fünf Wochen volle Ausgleichung ein.
3. Kuh des Kleinbesitzers R. in Horrcnhauson bei Hannover. Angemeldet mit dem Vorbericht, dass selbige seit zwei Tagen schlecht fresse und stark stöhne.
Die selbigen Tages vorgenommene Untersuchung lieferte folgenden Befund; Das Tier steht mit leicht gestrecktem Kopf und Hals und stöhnt bei joder Ex-spiration. Puls 80, an der Kinnbackenarteno kaum zu fühlen. Mastdarmtemperatur kaum normal hoch 38,5 . Respiration schwankt zwischen vierzig und fünfzig. Die Jugularis liegt abnorm stark vor, in derselben tritt bei jeder Kxspiration eine Zunahme dosUmfanges ein. An der ganzen linken Brust- und Bauchwand vernimmt man beim Überstreichen ein Knistern. Die Auskultation der Brust an der linken Seite ergiebt nichts Bestimmtes, an
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dor rechten Boito ein Knistern, Pfeifen und Qniirksen. Die Perkussion ist links nieht ausführbar, selbige erglebt rechts einen tympanitisohen Schall. Dns Tier wird an einen gut ventilierten Ort gebracht und nur der Beobachtung unterstellt.
11. November. Fünfter Krankheitstag. Respiration 80. Temperatur 38,7. Dns Emphysem an dor linken Seite luit zugenommen. Sonst alles wio früher,
18. November. Das Emphysem ist an der linken Seite grosser geworden und auch auf der rechton Seite aufgetreten; es erstreckt sich hier aber nicht über die Grenzen des langen Eüokenmuskelg hinaus. Sonst alles wie früher.
15. November. Das Emphysem an der Körperoherfliiche hat zugekommen.
17. November. Das subkutane Emphysem hat auf beiden Seiten abgenommen. Bei dor Auskultation der Brust ist ein fremdes Geräusch nicht mehr zu vernehmen, Respiration 50.
21. November. Das subkutane Emphysem ist fast ganz versebwunden. Respiration 80. Auskultation und Perkussion ergeben das normale Resultat.
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Pueumotlioraxlaquo;
Als Pneumothorax bezeichnet man denjenigen Zustand, bei welchem Luft in der freien Brusthöhle vorbanden 1st. Nur einen Fall dieser Art habe ich erlebt, und diesen will ich, trotzdem ich niclit zur Sektion gelangt bin, folglich den Beweis für die Klchtlgkelt meiner Diagnose nicht geliefert habe, dennoch hier mitteilen.
Krankheitserscheinungen. Fresslust, Rumination und Defäkatlon stark unterdrückt. Respiration 50 und ziehend ; Exspiration von Stöhnen begleitet. Äussore Temperatur subnormal. Mastdarmtemporatur um einen Grad zu hoch. Puls 80 und kloin; Arterie leicht gespannt. Milchsekretiou auf ein Viertel der normalen Quantität gesunken. Das Tier hustet kontinuierlich; der Husten ist schwach, matt, fast bauchend. Die Auskultation ergiebt folgendos: An dor linken Seite der Brust ist das Bläschengeräusch verstärkt, an der rechten Brustseite hört man nicht das normale vosikuläre, sondern ein eigentümliches, metallisch klingendes Geräusch, ähnlich dem, welches entsteht, wenn man in ein grösseres metallisches Oefäss hineinspricht. Die Perkussion ist an der linken Brustwand reichlich voll, an der rechten Brustwand, namentlich dort, wo nor-maliter die Leboidämpfung ist, rein tympanitiscli. Druck gegen die insertions-stelle des Zwerchfells verstärkt das Stöhnen in bedeutendem Grade.
Diagnose. Nach Hervorhebung der wichtigsten Symptome und Ausschliessung der in Frage kommenden Krankheiten behauptete ich zunächst, dass Luft in den freien Brustraum hineingetreten sei, und dass dadurch die rechte Lunge und das Zwerchfell, mit diesem der rechte Lobcrlappen, aus der normalen Lage vordrängt worden seien, nahm fernerhin, weil die lusertionsstelle des Zwerchfells sehr druckempfindlich war, an, dass dieser Zustand durch einen fremden Körper, der vom Magen und Zwerchfell aus die Lungo vorletzt habe, entstanden sei.
Vorlauf. Derselbe war unter der unten angegebenen Bobandlung ein günstiger. Schon am dritten Tage war der Husten bedeutend geringer und am vierten Tage gänzlich verschwunden. Ausserdem stand an diesem Tage die
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Kospiration auf 30, os war das Stöhnen geringer, Appotit und Mllohsekretlon Imssor geworden. Dio früher aufgenommenen Perkusslons- und Anskultattons-ersehelnungen waren noeli vorhanden, zu den letzteren aber noch oin anderes Symptom hinzugetreten. Moi dor Auskultation von dor Mitto dor rechten Brustwand aus hörto loh oin derartiges Ooränsch, dass ich annehmen imissto, os halio sieh, vlelleloht Infolge einer Abhebung dor Pulmonalpleura und Brglessung von Serum oder Kiut oin eine Flüssigkeit enthaltender Beutel gebildet. Am fllnf-andvierzlgsten Tage waren Appotit, Wiederkauen, Mistentleerung, soweit festzustellen war, normal, der Perkusslonssohall so wie, früher, die bei der Auskultation aufgenommenen fremden Qerftusohe hatten an Stärke verloren. Am achtzigsten Tage kaibto die Kuh ohne jogiiclio Hilfe und ohne nachweisbaren Nachteil. Am fünfundneunzigsten Tage waren dio fremden Auskultationsgerftusche verschwunden und an dor oboron Partie dor rechten Brustwand vesikuiiiros Goräusch vorhanden. Die Milchsekretion war freilich geringer als im Jahre vorher, aber zufriedenstellend.
Behandlung. Es wurde, um den Hustenreiz zu massigen und somit einer Verschlimmerung vorzubeugen, sofort eine Injektion von 52 cg Morphium gemacht, und diese am dritten Tage wiederholt.
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Embolisolic Lnngenontztlndnnglaquo;
Eine allgemeine Beschreibung kann loh nicht geben, sondern nur folgenden hochinteressanten Fall mitteilen.
Bei einer Kuh dos Ökonomen Sehaper in Heramingen bei Hannover, welche von einem praktischen Tierarzte der Lungenseuche dringend verdächtig bezeichnet worden war, wurde bei der am 0. September 1880 auf Requisition dos K. A. stattfindenden Untersuchung folgender Befund aufgenommen;
Die mittelmässig genährte Kuh ist am Bauche tief eingefallen, respiriert viorundvierzigmal in der Minute und hustet ab und zu freiwillig, wie auch auf manuelle Reizung dos Kohlkopfes und der Luftrühre. Der Husten ist ziemlich kräftig. Der Puls ist klein und stellt auf achtundachtzig. Dio Temperatur beträgt im Mastdarm 41,1 und ist an der Oberfläche des Körpers ungleich vorteilt. Dio Perkussion der Brust erglebt absolut nichts Abnormes. Bei dor Auskultation der Brust findet sich ein für die angegebene Respirationshöhe normal starkes vesikuiäros Geräusch.
Das Fieber, die Respirationshöhe, dor Husten und die sehr starke Reizbarkeit des Kehlkopfes und der Luftröhre bokundoten mit vollster Sicherheit eine akute Erkrankung der Respirationsorgane; das Resultat der Perkussion und Auskultation sprach nicht für, dor ziemlich kräftige Husten sogar gegon das Vorhandensein der Lungenseuche. Da mm auch keine Möglichkeit für die Bln. schleppung dos Lungonsouchegiftes gefunden werden konnte, war loh von dem Nlchtvorhandensein der Lungonseuehe moralisch überzeugt, ich wagte aber nicht, das Tier als unverdächtig zu bezeichnen, sondern drückte mich in meinem Berichte dahin aus, dass dasselbe der Lungenscuclio nur in sehr geringem (irado verdächtig sei.
Da dio von mir in Vorschlag gebrachte Tötung dos Tieres nach vierzehn Tagen noch nicht verfügt war, wird selbige auf Veranlassung dos Besitzers vorgenommen.
Harms, Riniterkrankhclten.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 8
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Dio Sektion lioforto der Hauptsache nach folgenden Befund: In dor hinteren Hoblvene war ein armdiekoi', gelbllohgraueis bröckeliger Thrombus vorbanden, welcher nur mit der einen Seitenfläche mit der Venenwand in Verbindung stand. In den Lungen fanden sieh erhson- bis wallnnssgrosso Herde, welche aus einer nnregelmässigen Höhle und einem krümeligen Inhalt bestanden.
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Infektiöse (?) Krkriinkiin? der Sclileimlmiit der Luftwege.
Der nachfolgende Fall scheint mir mittoilonswcrt zu sein.
Kuh des Hofbesitzers Stamm In Witzwort. Vorgeführt am 23. Juni 1880. Anamnese. Seit vierundzwanzig Stunden hat das Tier keinen Appetit gehabt und so angestrengt geatmet wie jetzt.
Die am Anmeldungstage vorgenommene Untersuchung lieferte folgenden Befund; Das Tier steht mit gestrecktem Kopf und Hals, atmet vierundzwanzig-mal in der Minute, hustet mitunter in leichtestem Grade und lässt bei der found Exspiration ein Schniemen hören. Der gleich- und regelmiissigo Puls stellt auf vierundachtzig. Die Temperatur beträgt im Mastdarm 40,9 und Ist an der Oberfläche des Körpers ungleich verteilt und rasch wechselnd. Am Nasenspiegel zeigen sich Defekte in dor Epidermis. Dio Nasenschleim-haut ist, soweit sie zu übersehen ist, geschwollen und rosenrot von Farbe, sie zeigt hier und da Epitheldefekte mit anhängenden lüpi-thelfetzen und kleine Züge von klarem, rotem Serum. Vesikuliires Geräusch sehr stark, rauh. Leib tief eingefallen. Der Pansen arbeitet subnormal. Der Kot ist nach dem aufgenommenen Putter sehr weich.
Behandlung. Das Tier wurde sofort isoliert; es bekam innerlich von einer ans Acid. sulf. cono. 50,0 und Aqua pluvialis 150,0 bestehenden Mixtur stündlich einen Essloffel voll mit einer Flasche Wasser und ausserdem von einer aus Cuprum sulfuricum 4,0 und Aqua pluvialis 750,0 bestehenden Lösung stündlich einen Bsslöffel in jedes Nasenloch gegossen. Nach der Applikation der Kupferlösnng trat regelmttssig Husten ein.
24. Juni. Haltung und Bewegung sind freier. Das Schniemen hat abgenommen. Puls und Pospiration stehen noch so hoch wie am Tage der ersten Untersuchung. Rektaltemperatur 30,9. Husten wird nach der Applikation der Kupferlösnng, sonst aber nicht gebort. Die Behandlung wird fortgesetzt.
27. Jiini. Das Tier ist gesund.
Einen dem vorstehenden in den Symptomen und dem Verlauf absolut gleichen Fall sah ich bald nachher bei einer Kuh des Landmannes H. A. A. in W., und zwei Fälle, in denen nur die auf dem Nasenspiegel angegebenen Erscheinungen vorhanden waen, fand ich bei Kühen des Landmannes J. Pf in 0.
Als ich auf der tierärztlichen Versammlung zu Neumünstor, 1880, dem Kreistierarzt V. das vorhin aufgestellte Krankheitsbild mitteilte, sagte derselbe mir, er habe mehrere solcher Fälle in einem Stalle gehabt und auf Einsendung des Kopfes eines krepierten Tieres die Auskunft, das Tier sei vom bösartigen Katarrhalfleber befallen gewesen, erhalten. In meinen Fällen wurde ich an das mir bestens bekannte bösartige Katarrhalfleber nicht im mindesten erinnert. Das Wesen der oben geschilderten Krankheit ist mir vollständig unbekannt, deshalb muss dio Taufe, die für die Einreibung in die spezielle Pathologie doch notwendig ist, einer späteren Zeit vorbehalten werden. Das gegebene Krankhoits-
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bild ist oin absolut getreues, und das ist vorläufig dlo Hauptsache, Nach dom-selben kann dio etwa einmal wieder vorliegende Krankheit sofort erkannt wurden. Das Elnglegsen dor Arznei In die Nase war allerdings neu, diese lokale Bo-liandlung hat ansehelnond aber eben so gut gewirkt wie die innerliche.
Ecliiiiokokkeiiki'nnklieil der Lunge.
Vom klinischen Standpunkt mis kann man nur dann von Eohino-kokkenkrankheit der Lungequot; spreoheu, wenn das Organ so stark mit Echinokokken besetzt ist, dass dadurch Störungen in dessen Funktion bedingt sind.
Krankheitserseheinungen. Diese lassen sich schwer, ich möchte sagen, fast gar nicht zu einem kurzen und dabei übersichtlichen Krankheitsbilde zusammenstellen; ich ziehe deshalb vor, sie einzeln anzuführen.
Respiration. Diese ist stets erhöht, mitunter sogar bis auf achtzig, und in verschiedenem, zuweilen sehr bedeutendem Grade ziehend. In ein paar Fällen habe ich konstatiert, dass die Inspiration in sieben bis acht Absätzen beschafft wurde.
Husten. Mit dieser Erscheinung verhält es sich bekanntlich beim Rinde eigentümlich. Bei der Stallhaltung husten die meisten Rinder, ähnlich wie die meisten Menschen sich ab und zu, namentlich morgens, räuspern. Wenn ich diesen, ich kann fast sagen, bei den auf dem Stalle gehaltenen Rindern gewöhnlich vorhandenen Husten abrechne, so darf ich behaupten, dass mitunter solche Rinder, deren Lungen mit Echinokokken besetzt sind, nicht husten. In den meisten Fällen ist dieses Symptom vorhanden, und die Tiere husten dann nach längeren Zwischenzeiten oder sehr häufig, alle zwei bis drei Minuten, Vi oder l/8 Minute hindurch. Der Husten ist niemals sehr kräftig, sondern schwach, keuchend, mitunter nur hauchend.
Puls. Er schwankt zwischen sechzig und neunzig und ist klein, mitunter elend. Ein Venenpuls ist stets vorhanden, mitunter sogar ein pathologischer.
Temperatur. Diese ist an der Oberfläche des Körpers mitunter ungleich verteilt, im Mastdarm normal oder in leichtem Grade subnormal.
Perkussion. Der Ton ist mitunter in ganzem Umfange der Brust, häufiger jedoch nur an beschränkten Stellen derselben in verschiedenem Grade gedämpft und klappend, in Ausnahmefällen vollständig dumpf leer . In diesem Falle fühlt man bei der Perkussion, dass der Widerstand unter dem Hammer grosser ist als unter normalen Verhältnissen. Dagegen ist der Ton mitunter an begrenzten Stellen der Brustwaud zu
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voll, fast tympanltlsoh, Ziemlich regelmässig treten bei dieser Unter-Buohung leichte Sohmerzäusserungen auf.
Konstanter Druck. Audi durch diesen kann man, immentlieli wenn er gleichzeitig von beiden Seiten einwirkt, Schmerzttusserungen hervorrufen. Um Irrungen vorzubeugen, muss ich jedoch bemerken, dass beim Perkutleren und beim konstanten Druck nicht immer Schmorzäusseruniien auftreten, und dass die etwa auftretenden Äusserungeu von Schmerzen meisteus nur bei scharfer Beobachtung aufgenommen werden können.
Auskultation. Hierdurch bekommt man die besten Resultate. Man hört sehr deutlich, dass das normale Respirationssrcriiuscb, das vesikuläre Geräusch, verstärkt und rauh ist, und dass neben demselben fremde Geräusche vorhanden sind. Diese bestehen in einem Pfeifen, Schnurren, Brummen und namentlich in dem von mir sogenannten Quurksenquot;. Dieses Geräusch muss ich als charakteristisch bezeichnen. Ein dein Quurksen ähnliches Geräusch entsteht, wenn man ein mit Echinokokken besetztes Lungenstück zwischen die Hände nimmt und drückt und walkt.
Leiehenerscheinungen. Die Lunge ist von mir in sehr verschiedenem Grade, ausnahmsweise so stark mit Echinokokken besetzt gefunden worden, dass ihr Gewicht fünfzig Pfund #9632; 25 kg betrug. Die In der Lunge vorhandenen Echinokokken variieren sehr in ihrer Grosse und ihrem sonstigen Verhalten. Einige sind ganz normal, andere sind kopflos oder mit Tochter und Enkelechinokokken im Innern besetzt, noch andere führen eine schleimige oder käsige oder kalkige, Masse als Inhalt. Die Schleimhaut der Luftröhre ist, wenn die Tiere husteten, aufgelockert und streifig injiziert.
Verlauf. Der Verlauf ist unter allen Umständen ein chronischer. Ist die Lunge stark besetzt, dann entwickelt sich bei guter Fresslust und gutem Gedeihen in kurzer Zeit, mitunter In Wochen, eine derartige Atembeschwerde, dass die Respiration auf 60 bis 80 und darüber hinaussteigt. Gleichzeitig mit der Respirationsbeschwerde tritt auch meistens der früher beschriebene Husten ein und nimmt mit ihr allmählich zu. Stehen die Tiere, nachdem die Respirationsbeschwerde aufgetreten ist, noch längere Zeit, so stellt sich, namentlich dann um so leichter, wenn gleichzeitig die Leber affiziert ist, ein chronischer Lubmagen-Di'tnndarm-katarrh ein. Die Tiere verlieren nach und nach den Appetit, gehen im Xährzustandc zurück und präsentieren schliesslich das Bild der Kachexie. Ist die Lunge nicht sehr stark mit Echinokokken besetzt, so können die Tiere sich, falls auch die Leber nur in geringem Grade oder garnieht affiziert ist, ziemlich lange in einem recht guten Niihrzustand halten.
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Einige Echinokokken in der Lunge üben nueh meinen Erfahrungen keinen Einfluss auf die Verwertung des Futters aus.
Diagnose. Zu den wesentlichsten Erscheinungen gehören folgende:
1.nbsp; nbsp;Die Respiration ist erschwert, stark ziehend. Letzteres mitunter In so bedeutendem Grade, dass die Inspiration in mehreren Absätzen beschafft wird.
2.nbsp; Der vorhandene Husten ist regelmässlg unkräftig in den verschiedensten Graden.
8, Die Lunge ist, geringe Ausnahmen abgerechnet, allenthalben wegsam.
4. Bei der Auskultation der Lungen hört man die früher angegebenen Geräusche, namentlich das Quurksen.
6, Der Perkussionssohall zeigt bei verschiedenen Tieren, wie auch sogar bei einem und demselben Tiere an verschiedenen Stellen der Brustwand Differenzen.
(j. Fieber ist gewöhnlich nicht vorhanden, wenn ein solches bestellt, so ist es doch ein geringgradiges.
Das Wesentlichste des Verlaufs bestellt darin, dass sich bei einem fleberlosen Zustande in kurzer Zeit, in Wochen, eine bedeutende Respirationsbeschwerde ausbilden und eine soJchc folglich bei einem guten Nährzustande vorhanden sein kann.
Ausschliessen muss man die Lungentuberkulose, und die unterscheidenden Merkmale zwischen dieser und der Echinokokkenkrankheit der Lunge sind folgende:
1. Kei der Kchinokokkenkrankheit fehlt mitunter der Husten, und der etwa vorhandene Husten ist unkräftig. Bei der Lungentuberkulose fehlt der Husten niemals, und zwar ist derselbe kräftig, meistens trocken, zuweilen von einem Sclileimrasseln begleitet.-
'2. Bei der Lchinokokkenkrankheit ist die Respiration viel frequenter als bei der Lungentuberkulose.
Ji. Bei der Ecliinokokkeiikrankheit, ist die Respiration, wenn die Krankheit In einem ziemlich hohen Grade bestellt, bedeutend stärker ziehend als bei der Lungentuberkulose.
-1. Bei der Lchiiiokokkenkrankheit tritt, wie die Auskultation der Lungen ergiebt, namentlich zur Zeit der Exspiration, das Quurksen auf, ein Geräusch, das ich bei der Lungentuberkulose niemals vernommen habe.
ö. Bei der Ecliinokokkenkrankheit der Lunge ist niemals ein Reibegeräusch vorhanden, während ein solches bei der Lungentuberkulose vernommen wird, wenn die Pleura afüziert ist.
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0. Bei der Eelimokoklveiikniukheit ist der Nährzustand des Tieres nach dein erhaltenen Futter mitunter ganz normal, wenn auch schon eine bedeutende Resplratioasbesohwerde, vielleicht In Verbindung mit einem sehr belästigenden Husten, vorliegt, während dies bei der Lungentuberkulose, wenn erst Verdacht auf diese besteht, niemals der Fall ist.
Zu den Krankheiten des Schlundes.
Entzttnduug der ISoIlleimliaul des Schlundes.
I. Akute Entzündung.
Bei der akuten Entzündung dos Schlundes, welche im grossen und ganzen selten, beim Kinde noch am häufigsten vorkommt, ist die Schleimhaut in ganzer Länge oder doch wenigstens auf einer grösscren Strecke in verschiedener Tiefe, resp. Stärke erkrankt. Die durch Verwundung herbeigeführten, sowie die als Teilcrscheinung anderer Krankheiten auftretenden Entzündungen des Schlundes sind hier zunächst ausgeschlossen.
Krankheitserscheinungen. Geifern; Schlucken erschwert, schmerzhaft, unter Streckung des Kopfes und Halses, oder ganz unmöglich. Husten Bussaroq . Druckcmptindlichkeit im Verlaufe der Drossel-rinne. Fieber Serres .
Leichenerseheinungen. Die Schleimhaut soll in den leichten Fällen nur vermehrte Hyperämie und eine Epithelproliferation zeigen; in den schweren Fällen ist sie mit einem Schorf bedeckt und erscheint nach dem Abheben des Schorfes rauh und stark gerötet. Bussaroq fand das submuköse Bindegewebe infiltriert.
Verlauf. Leichtere Fälle verlaufen günstig. Schwere Fälle können gewiss Veranlassung zur Bildung von Strikturon gehen, die wenigstens nebenbei bemerkt beim Menschen nicht selten als Folgekrankheit konstatiert werden. Bussaroq fühlte sich veranlasst, das Tier töten zu lassen.
Diagnose. Am leichtesten könnte man diese Krankheit mit der Bräune verwechseln, aber dagegen schützt die Druckempfindlichkeit im Verlaufe der Drosselrinne,
Ursachen. Aufnahme harter und scharfer Stoffe Serres . Eingeben von 00 g Salmiakgeist Lemaire Als . In einem von mir beobachteten Falle hatte der Besitzer eine aus einem Teile konzentrierter Salpetersäure und fünf Teilen Wasser bestehende Mischung dem Tiere gegen Aufblähung eingegeben.
Behandlung. In der Mensehenhcilkunde lässt man Eis schlucken. Dies Verfahren ist allerdings auch in der Tierheilkunde empfohlen worden,
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beim liinde aber jedenfalls so schwer durchzuführen, dass für gewöhnlich von vornherein darauf verzichtet werden nuiss. Wir können vielleicht eher in der Weise verfahren, dass wir in kurzen Zwischenzeiten dem Tiere Eiswassor vorhalten und ein paar Schluck aber, um den Durst nicht gänzlich zu stillen, nicht mehr davon aufnehmen zu hissen. Sonst werden auch adstringiorendc Mittel empfohlen. In dem von mir behandelten Falle wurde der Kuh die feste Nahrung für die nächsten Tage entzogen, ein kaltes, schleimiges Gesöff gereicht und eine scharfe Einreibung In der Drosseliinne gemacht. Komplette Heilung . Gegen die vielleicht in Aussicht stehende Striktur zeitweilig die Schlundsonde einzuführen, was vorgeschlagen worden ist, dürfte sich schwerlich empfehlen.
'2. Chronische Entzündung.
Die Schleimhaut des Schlundes, besonders die des Rindes, hat nach Schütz einen mehr kutanen Bau und soll daher bei chroiuschen Entzündungen eine grosse Neigung zu paplllösen Wucherungen zeigen. Wenn folglich papillose Wucherungen auf der Schleimhaut des Schlundes gefunden werden, so dürfen wir bis auf weiteres annehmen, dass eine chronische Entzündung in derselben bestanden hat. Die erste Mitteilung darüber ist uns von Breakell gemacht werden. Eine chronische Entzündung der Schleimhaut des Schlundes ist von mir niemals konstatiert worden: nur der Vollständigkeit wegen bin ich darauf zurückgekommen.
Krankheitserscheinungen. In dem von Breakell beobachteten Falle konnte das Tier feste Futterstoffe nicht schlucken und nur erschwert ruminieren.
Verlauf. In dem Breakell'schen Falle wurde das Tier mit Schlappfutter gemästet.
Diagnose. Sogar unter Anwendung der Schlundsonde wird man weiter nichts als eine Verengerung des Schlundes konstatieren.
Behandlung. Der Versuch, den Schlund zu erweitern, wie dies in der Mensoheuheilkuude üblich ist, wird man beim Rinde schwerlich einleiten,
Durohgehonde Sohlundwandeiit
Diese Wunden entstehen beim unvorsichtigen Niederschieben fremder Körper im Schlünde.
I. In der Halsportion.
Krankheitserseheinungen. Schlucken erschwert oder unmöglich; letzteren Falls Erbrechen des aufgenommenen Kutters. Atembeschwerden. Anschwellung des Halses infolge einer Anhäufung des aufgenommenen und durch die Schlundwunde hindurchgetretenen Putters. Emphysem.
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Verlauf. Dor Regel nach worden die Knmklioitsorsclioinuiiiioii bald nach der Durohbobruug des Schlundes auftreten; in dem Sander'sohen Falle Repertorlum von v. Heriug, Band 1-, Soito 848 dauerte dies vierzehn Tage.
Diagnose. Eine Verwechselung dieser mit irgend einer anderen Sohlundkraukhelt ist kaum möglich, wenn man woiss, dass sio infolge dos Hinabschiebens eines fremden Körpers entstanden ist.
Behandlung. Soll ein Heilvorsuch gemacht werden, dann muss ein Einschnitt von entsprechender Länge in die Haut gemacht, die angehäufte Futtermasse, die in dem Sander'schen Falle 1/4 Motze betrug, entfernt, die ganze Partie gereinigt und desinfiziert, die Schlundwunde, die in dem Sander'sohen Falle drei Zoll lang war, geheftet werden.
2. In der B rust port io n.
Krankheitsersoheinungen. Neben den Erscheinungen des Fiebers finden sich die der Brustentzündung.
Verlauf. Sehr akut und lethal, wenn das Tier nicht rechtzeitig geschlachtet wird.
Diagnose. Charakteristische Erscheinungen dieser mir aus der Praxis bekannten Verletzung des Schlundes kann ich nicht angehen; wenn Jedoch, nachdem ein fremder Körper aus dem Schlünde zu schieben versucht worden ist, die vorhin bemerkten Escheinungen sich zeigen, so ist man berechtigt, die in Frage stehende Verwundung anzunehmen.
Ueber zufttllig von aussen entstandene Verletzungen des Schlundes beim Rinde ist mir aus der Littonitur und der eigenen Brfahrung nichts bekannt.
Verciigeruiig- des Schlundos.
Ätzungen der Schlundschleimhaut werden eine Verengerung des Schlundes herbeiführen können: derartige Fälle sind mir ahor weder aus der Litteratur noch aus der eigenen Praxis bekannt. Auf das Heften des Schlundes muss eine Verengerung desselben folgen, die aber wohl nur ausnahmsweise so bedeutend wird, dass Störungen in der Futtor-aiifnahmo dadurch hervorgerufen werden. Warzenartige Wucherungen fand Brakell als Ursache der Schlundverengerung (s. 0.).
Krankheitserscheinungen. Proakell fand, dass Schlingen und Ru-minieren erschwert waren. Haycock sah bei einem Kinde, nachdem es den dritten Teil seines Futters verzehrt hatte, Aufblähung, Respirationsbeschwerden, Streckung des Kopfes und Halses, sowie Erbrechen oin-treten. Eine Verengerung des Schlundes ward von Haycock angenommen und bei der Sektion auch, und zwar in einer Länge von sechs Zoll, nachgewiesen.
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Verlauf. In dem Breakell'sohen Fall konnte das Tier mit ent-sprecliotidon Nahrungsmitteln gemästet worden, in dem Hayoook'sohen Falle wurde das Tier getötet.
Behandlung, ist eine Verengerung des Schlundes nachgewiesen, so suche man das Tier auf der Schlaohtbaiik sofort, ev. nach geeigneter Mast zu verwerten. Kino Erweiterung der verengten Stelle durch Bin-fühmng allmählich dickerer Sonden herbeizuführen, wie es beim Men-sohen üblich ist, wird von dem Praktiker wohl schwerlich versucht werden.
Partiolle Erweiterung des Soldundest
Als partielle Sohlunderweiterung oder Schlunddlvertikel wird eine begrenzte Ausbeutelung des Schlundes bezeichnet. Divertikel kommen nach Stockfleth beim Rinde nur an der Brustportion, beim Pferde nur an der Halsportion des Schlundes vor. Krsteres kann ich bis Jetzt bestätigen; letzteres ist nicht ganz richtig. Gurlt fand auch einmal bei einem Pferde ein Divertikel am Brustteil des Schlundes. Lehrbuch der pathologischen Anatomie, Seite \-i'2. sect; 189. Man unterscheidet jetzt nach Zenker Pulsions- und Traktionsdivertikel. Erstere entstehen durch Druck der Bissen gegen die innere Wandtläche des Schlundes; letztere bilden sich angeblich dann, wenn infolge einer Schrumpfung benachbarter Organe ein Zug von aussei! auf den Schlund einwirkt. Da Divertikel beim Rinde jedoch nur an der Brustportion des Schlundes gefunden worden sind, also von einer Feststellung, ob ein Pulsionsoder Traktionsdivertikel vorlag, sowie von einer Behandlung niemals die Rede sein konnte, so ist die von Zenker gemachte Einteilung bis jetzt für die Rinderpraxis vollständig bedeutungslos.
Krankheitserscheinungen. Die Tiere nehmen Futter auf und kauen und schlucken es in ganz normaler Weise. Aber mit einemmale treten sie, von der Krippe zurück, strecken Kopf und Hals, machen Brech-anstrongungen und werfen bald darauf diejenigen Stoffe aus, die sie eben vorher aufgenommen haben. Dieses wiederholt sich nach der nächsten Futteraufnahme, oder nach Tagen, mitunter erst nach einer oder mehreren Wochen. In einem von mir beobachteten Falle war das schon zwei Jahre kranke Tier sehr mager und im höchsten Grade apathisch. Der Pansen lag still, in der oberen Partie desselben war nur Gas vorhanden, DargeMtohtes Griiufutter wurde aufgenommen, gekaut, gut geschluckt, bald darauf aber, gewöhnlich nach ca. zwei Minuten, unter Stöhnen erbrochen. Die eingeschobene Schnndröhro glitt zunächst leicht vorwärts, stiess schliesslich aber auf ein unüberwindliches Hindernis. Dieses Hindernis musste, wie Messungen ergaben, in nächster Nähe des
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Pansens sich befinden. Wurde die Schluiuiröhre stark gegen das Hindernis geschoben und dann mittels eines Trichters Flüssigkeit in dieselbe gegeben, so gelangte diese unbedingt in den Pansen, denn es erfolgte darauf kein Erbrechen, und bei der Auskultation des Pansens während des Einfüllens der Flüssigkeit vernahm man ein eigentümliches, metallisch klingendes Geräusch. Beim Vorhandensein eines Divcrtikels am Halsteile des Schlundes wird sich auch beim Kind diese Stelle markieren und vielleicht druckempfindlich sein.
Verlauf. Die mit einem Divertikel an der Brustportion des Schlundes behafteten Kinder sind unheilbar und sterben, wenn sie nicht zeitig geschlachtet werden, früher oder später. In dem oben von mir speziell angeführten Falle war das Tier, welches sofort nach der Untersuchung für inkurabel erklärt und nicht in Behandlung genommen wurde, nach zweijährigem Bestehen der Krankheit sehr mager, und es starb schon zwei Tage später. Beim Divertikel an der Halsportion des Schlundes kann unter Umständen ein Heilversuch angezeigt sein.
Diagnose. Die bei dem Schlunddivertikcl vorhandenen Erscheinungen sind derart, dass nur eine Verwechselung mit einer Verengerung, die in der Brustpartie des Schlundes besteht, möglich ist, und diese Verwechselung ist für die Praxis bedeutungslos.
Ursachen. Spaltungen der Muscularis, welche gewöhnlich mehrere Zoll lang und entweder angeboren oder während des Lebens z. B. beim Niederschieben fremder Körper nach dem Magen entstanden sind, führen zur Ausbeutelung der Schleimhaut. Partielle Verengerungen des Schlundes können, wenn Zeit genug gegeben wird, eine Ausbeutelung der normalen Wand vor der verengten Stelle hervorrufen.
Behandlung. Das Tier muss auf der Schlachtbank sofort, event, nach geeigneter Mast verwertet werden. Das an der Halsportion des Schlundes vorhandene Divertikel kann, wie es in einem B'alle beim Pferde schon mit Erfolg geschehen ist, in der Weise operiert werden, dass man es freilegt, aufschneidet, reinigt, desinfiziert, den überflüssigen Teil entfernt und darauf die Wundränder mittels der Naht vereinigt. Es muss für diesen Fall aber der Thatsache Rechnung getragen werden, dass die Muscularis des Schlundes mitunter sehr wenig widerstandsfähig ist.
Lälimiing rtes SelilumleK
Diejenige Kränkelt, welche man mit dem Namen Lähmung des Schlundesquot; belegt hat, habe ich 1803 bei einem Pferde, aber niemals beim Rinde gesehen. Bei dieser Krankheit füllt sich der Schlund in ganzer
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Länge mit,Futterstoffen, so dass er wenigstens beim Pferde an der linken Halssoito in Form eines langen Wulstes gefühlt werden kann.
Krankheitserscheinungen und Verlauf. Hierüber kann ich nur dasjenige mitteilen, was von Ziller 1830 berichtet worden ist. Ziller fand bei einer Kuh, deren Schlund vom Sclilundkopf bis zum Magen voll Futter war, folgendes; Das Tier ging mit Appetit an das Futter, sobald es aber etwas Heu gefressen hatte, hörte es auf, Futter aufzunehmen, und es erfolgte heftiges Würgen mit Auswurf durch Xase und Maul. Durch ein in den Schlund hineingeschobenes spanisches Rohr wurde die Passage zum Magen frei gemacht. Nach einigen Tagen zeigten sich dieselben Erscheinungen, aber in einem stärkeren Grade. Das Tier war sehr beängstigt, der Bauch aufgetrieben, die Augäpfel waren vorgedrängt, durch Maul und Nase wurde viel Futter ausgeworfen. Die Einführung des spanischen Rohres hatte diesmal nicht den günstigen Erfolg, und deslmlb wurde das Tier geschlachtet. Da sich bei der Sektion nichts Abnormes fand als die Anhäufung des Putters im Schlünde, so glaubte Ziller, berechtigt zu sein, die Krankheit als Lähmung des Schlundes aufzufassen.
Ursachen. Unbekannt.
Behandlung. Ein Heilversuch darf nur unter grösster Reserve eingeleitet werden. Befindet das Tier sich in einem guten Nährzustande, so ist es rätlich, dasselbe sofort verwerten zu lassen. Andernfalls empfiehlt sich die Verabreichung von Schlappfutter oder die Haltung des Tieres auf einer Fettweide mit kurzen Gräsern, um dasselbe möglichst bald in einen verwertbaren Zustand zu bringen.
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Verstopfung des Schlundes durch Futterstückelaquo;
Diese Krankheit kommt in denjenigen Wirtschaften, in welchen eine künstliche Fütterung besteht, nicht ganz selten vor.
Krankheitserseheinungen. Plötzliches Zurücktreten von der Krippe, Strecken des Kopfes und Halses, Versagen von Futter und Getränk, Gelfern, Aufblähung, beschleunigte Respiration, frequenter Puls. (Jang behutsam. Sitzt der fremde Körper in der Halsportion des Schlundes, so fühlt man denselben in der Drosselrinne und konstatiert dabei gewöhnlich eine leichte Druckempfindlichkeit.
Verlauf. Dieser-^St gewöhnlich akut. Geschieht nichts, so stirbt das Tier in der Regel nach kurzer Zeit. Bei Einleitung einer Behandlung kann Heilung in ein paar Minuten erreicht werden. Es kann aber ein und derselbe Körper, wenn er nicht entfernt wird, mehrfach eine Schlund-verstopfuug herbeiführen. Guudy erlebte, dass ein im Schlünde stecken
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sobliobeuer Haarball nat'li dem Hinabstossen bald wieder bei der Rumlnatlou in die Höhe stieg und die Passage im Sohlunde erlegte. .Tanno beobachtete, dass ein niedergeseliobener Apfel wieder in den
Schlund getrieben wurde. Letzteres beobachtete auch Sohaak.
Diagnose. Speicheln, Streckung des Kopfes und Halses, sowie Aufblähung- sprechen für gänzliche Verstopfung dos Schlundes. Ermittelt man dann noch, dass Wurzelwerk gefüttert worden und die Krankheit plötzlich aufgetreten ist, so ist damit die Diagnose schon gesichert. Dies ist aber namentlich dann der Fall, wenn mau den fremden Körper am Halse in der Drosselrinne fühlt, oder die Verstopfung des Schlundes durch die Schlnndsonde konstatiert.
Ursachen. Rüben, Knollen, Wurzeln, Kartoffeln.
Behandlung. Verschiedene Wege können zum Ziele führen.
1.nbsp; Schaak empfiehlt, dem Tiere einen Liter Leinsamonabkoclmng einzugeben, und dasselbe darauf sofort gegen den Berg zu führen.
2.nbsp; Sitzt der fremde Körper in der Halsportion des Schlundes, so kann man denselben durch geeignete Manipulationen nach dem Rachen schieben und hier mit- der durch die Maulhöhle eingeführten Hand in Empfang nehmen. Ms wird zwar angegeben, der fremde Körper werde, sobald er im Rachen angekommen sei, durch einen Hustenstoss hinausgeschleudert, das habe ich indessen niemals erlebt. Auch ich habe in dieser Weise mit Erfolg gearbeitet. Das eine Mal habe ich sogar ohne Benutzung des Maulgatters den fremden Körper durch die Hand des Praktikanten Herrn Tappe erfassen und hinausspedieren lassen. Ich habe mich jedoch überzeugt, dass diese Methode leichter zu boschreiben, als in der Praxis auszuführen ist. Der fremde Körper ist nicht immer leicht hinaufzuschieben, und ist er endlich im Rachen angekommen, so macht das Tier gewöhnlich sehr energische Schluckbewegungen.
Eine Kuh, Eigentum dos Kleinbesitzers und Wäschers Pieper In der Glocksoo, zeigte, alle Erscboimuigon der Schlundvorstopfung, und die spezielle Untersuchung derselben ergab, dass ein fremder Körper in der Halsportion des Schlundes festsass.
Da nach der Kiittorung anzunehmen war, diiss dor Im Schlünde stockende fremde Körper ein Stück einer Runkelrübe sei, hätte ich unter Berücksichtigung, resp. Bekämpfung der Aufblähung des Tieres den fremden Körper sitzen und einschmolzen lassen können; ich zog aber, obgleich kein Maulgatter zur Verfügung stand, im Interesse der Praktikanten vor. denselben direkt zu entfernen.
Nachdem die Kuh auf einem freien Platz möglichst kurz angebunden worden war, wurde dor fremde Körper durch geeignete Manipulationen zu beiden Seiten des Halses bis in den Schlnndkopf binautgesclioben, hier fixiert und durch die
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von dorn damaligen Btndleronden Herrn Tappe eingeführte Hand in Empfang genommen.
Das Hinauf schieben des fremden Körpers machte in diesem Falle keine grossen Schwierigkeiten, das Fixieren desselben erforderte aber ganz bedeutende Kraftanstrengungen, weil das Tier kontluuiorlloh sehr onergisohe Sohluokbe-wegungen machte,
;i. Kann man der nicht zu bestreitenden, mir seit L868 bekannten Thatsache Reobnuug tragen, dass im Solilunde sitzende Rtibenstüoke und iilmlicho Körper eiuBobmelzen und dann von selber abwärts gleiten. Die Betretung dieses Weges kann Ich für alle diejenigen Fälle empfehlen, in welchen weiche Futterstücke Riihenstiieke etc, in der Hrnst portion des Schlundes sitzen. Man muss bei diesem Vorgehen aber die etwa schon vorhandene Aufblähung des Tieres beseitigen und dem Eintritt einer neuen Aufblähung sicher vorbeugen. Bleibt man zunächst beim Patienten, so kann man sieh vorläufig vielleicht auf die Anwendung des kalten Wassers beschränken, sonst muss man den Trokar einführen und unter sicherer Aufsicht sitzen lassen. Ich möchte hier die gewiss allbekannte Thatsache hervorheben, dass eine natürliche Entleerung von Gasen durch den After beim Finde nicht verkommt.
1. Der fremde Körper kann, namentlich dann, wenn er in der Brustportion des Schlundes sitzt, hiuabgeschoben werden. Fs werden hierzu Sohlundröbren, Schlundsonden, Peitschenstiele, Weidenruten u. s. w. benutzt. Die Einführung des Instruments, namentlich aber das Hinab-schieben des fremden Körpers, muss mit der grössten Vorsicht gesebetaen. Unangenehme Erfahrungen in der externen Klinik der Tierarznelsohule zu Hannover hatten mich dahin gebracht, den Praktikanten den selbstständigen (Jebrauch der Schlundröhre etc. zum Hinabschieben der im Schlünde stockenden Körper zu verbieten.
6.nbsp; Man hat vorgeschlagen, den fremden Körper nach dem Maul zu ziehen, und zu diesem Zweck verschiedene Instrumente konstruiert. Dieses Verfahren ist gefährlicher, als das sub 1 angegebene.
(1. Nach Chapard soll man den in der Halsportion des Schlundes sitzenden fremden Körper subkutan zerstückeln und darauf abwärts schieben.
7.nbsp; Sitzt der fremde Körper in der Halsportion des Schlundes, so kann man, falls die sub 1 bis incl. 6 genannten Metboden nicht zum Ziele führen und die sub 6 angegebene Behandlung nicht eingeleitet werden soll, den Schluudschnitt machen, Fs wird das Tier zu diesem Zwecke auf die rechte Seite gelegt, die Operationsstelle d. h. die Stelle des Halses, wo der fremde Körper sitzt rasiert und auf das gründlichste desinfiziert, die Drosselrinne durch Druck gegen die rechte
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Halsscite gehoben, ein Längssohnitt durch die Haut gemacht, der Schlund in die Wunde gebracht, ein Liingsschnitt in demselben gemacht, der fremde Körper hervorgeholt, die Sehlundwunde mit Catgut derart geheftet, dass Schleim- und Muskelhaut gefasst werden, die Wunde gereinigt und desinfiziert, der Schlund in seine normale Lage gebracht, Verbattdwatte aufgelegt und die Hautwunde mit ein paar Heften geschlossen. Das Tier bekommt in den ersten vierundzwanzig Stunden weder Futter noch Getränk, darauf klares Wasser und weiches Lang-futtor. Die Wunde wird dann weiter mich den Regeln der Chirurgie behandelt.
Anhang. Pesteltzen von Futterstücken Im Rachon. Kol oinom Rindo beobachtete Stocktleth folgendes: Speicheln, oboro Hälfte des Halses aufgotrioben, Augen glotzend, Blick stier. Keine Aufblähung und keine Brochanstrengung. Bei der darauf folgenden Untersuchung fand sich eine Kartoffel im Rachen, welche entfernt wurde, und ein Quorriss im Schlünde, welcher von dem Besitzer bei den Versuchen, den fremden Körper mit einem Besenstiel nieder-zuschieben, gemacht worden war.
Festsitzeii scharfer, spitzer Körper im Sclilundc.
Krankheitserscheinungen.. Bergmann fand bei einem Rinde, dem ein dritthalb Zoll langer Eisendraht im Schlünde steckte, Husten, Streckung des Kopfes und Halses, Anstrengungen, als wenn etwas aus dem Schlünde entfernt werden sollte, Ausfluss von dünnem, übelriechendem Schleim aus dem Maule, Versagen des Futters, Schlucken des Wassers nur unter Beschwerden möglich. Falke konstatierte bei einem Rinde, dem eine dreizinkige Gabel im Schlund steckte, Kau-bewegungen, Versagen von festem Futter, Schlucken des Wassers unter Beschwerden.
Verlauf. In dem Bergmann'schen Falle wurde der fremde Körper auf operativem Wege entfernt. In dem von Falke erlebten Falle fand sich einige Wochen nach der Untersuchung des Tieres, dass die Gabel die Haut perforiert hatte, so dass selbige herausgezogen werden konnte.
Diagnose. Hierüber können allgemeine Angaben zur Zeit noch nicht gemacht werden.
Behandlung. Es kann sich selbstverständlich nur um die operative Entfernung des fremden Körpers handeln, die jedoch ausgeschlossen ist, wenn derselbe in der Brustportion des Schlundes sitzt. In diesem Falle ist Naturheilung möglich.
Schlnndflstel.
Eine Fistel kann nach der künstlich beschafften, wie auch nach der zufällig entstandenen Verwundung des Schlundes entstehen.
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Krankheitserscheinungen. An der linken Seite des Halses findet sieh in der Drosselrinne eine nindliche, mit aufgeworfenen Rändern versehene Oeffmmg, aus welcher .Maulsaft, Wasser und Futtcrpartikelchen zum Vorschein kommen.
Verlauf. Dieser ist, soweit mir bekannt geworden, in jedem Falle ein günstiger gewesen.
Behandlung. Durch Ätzmittel oder durch das Brenneisen muss man einen Schorf erzeugen, und diesen möglichst lange zu erhalten suchen. Deshalb darf dem Tiere in den ersten viernndzwanzig Stunden nach Einleitung der Behandlung weder Futter noeh Getränk gereicht und später bis zur Heilung nur weiches Langfutter und Wasser gereicht werden.
Zu den Krankheiten des Rachens.
Baoheiibrftuiielt;
Als Kachenbräune bezeichnet man eine Entzündung der Schleimhaut der Rachenhöhle, welche sich gewöhnlich auf die Schleimhaut benachbarter Organe, auf die des Gaumensegels und der Mandeln, der Maul-und Nasenhöhle, sowie auf die des Kehlkopfes fortsetzt. Ks was deshalb früher auch nicht gebräuchlich, die Bräune in zwei Krankheiten, nämlich in Pharyngitis und Laryngitis, zu trennen.
Da aber bei den an Bräune leidenden Rindern nicht nur mitunter das Bild der Pharyngitis, zuweilen das der Laryngitis prävaliert, sondern da es sogar vorkommt, dass bei der deutlich ausgesprochenen Pharyngitis keine Erscheinungen der Laryngitis, bei der zweifellos vorhandenen Laryngitis keine Erscheinungen der Pharyngitis wahrzunehmen sind, so empfiehlt sich die getrennte Besprechung dieser beiden Krankheiten. Hier handelt es sich um die Pharyngitis. Nach der Tiefe und dem Charakter der Entzündung werden von einigen Autoren verschiedene Formen unterschieden. Man spricht, abgesehen von der Diphtherie, von einer katarrhalischen, phlegmonösen und kruppösen Bräune. Am lebenden Tiere ist die Unterscheidung der katarrhalischen von der phlegmonösen Form schon aus dem Grunde unmöglich, weil eine scharfe Grenze zwischen beiden nicht bestellt, und das Vorhandensein der kruppösen Form der Bräune ist vor dem Auswerfen der Kruppmassen nicht mit Sicherheit zu erkennen. Der Kliniker muss mit der gesonderten Besprechung der verschiedenen Formen der Bräune so lange warten, bis er die Unterscheidung derselben hei Lebzelten des Tieres treffen kann. In der Rinderpraxis kann man bis jetzt nur von leichten und schweren Formen sprechen; man muss dabei aber stets der Thatsache
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Reöhnung tragen, dass die schworon Formen der Rege] nach mit leichten ErSohelnungen beginnen.
Bei gesunden, mit dor Nasenbremse versehenen Rindern kann man, wenn man ein Manlgatter einsetzt, dio Zunge #9632; nach Umlegen eines Tuches hervorzieht und am oberen Ende mittels eines ^ooignoton Instruments niederdrückt, bei einfallendem Sonnenlicht den Rachenraum, sogar den Kohlkopf sehen. Oh aber diese Untersuchung bei den an Briüino leidenden Rindern möglich und nützlich ist, woiss ich nicht.
Krankheitserscheinungen. Diese zeigen nicht nur nach der Form und Dauer der Krankheit quantitative, sondern nach der Ausbreitung derselben, namentlich darnach, ob der Kehlkopf in Mitleidenschaft gezogen ist, auch qualitative Verschiedenheiten. Die ersten Krankheitserscheinungen, welche aufgenommen werden, sind geringere Fresslust, loses Kauen, selteneres Wiederkauen, steife Haltung des Kopfes und Halses und Druekemptindlichkeit der Ohrdrüsengegcnd. Jede Bewegung des Kopfes, besonders nach der Seite, wird möglichst zu vermeiden gesucht. Einer gezwungenen Stellung des Kopfes, wie hei der Untersuchung des Rachens notwendig ist, widersetzt sich das Tier auf das heftigste. Später sieht man, dass das Schlingen schmerzhaft, in verschiedenem Qrade erschwert, mitunter gar nicht zu beschaffen ist, so dass das aufgenommene Futter nach einigen Kaubewegungen mit Schleim gemischt und umhüllt wieder ausgeworfen wird, und dass der Maulsaft fortwährend abfliesst. Erbrechen, was nach Spinola zuweilen gesellen werden soll, habe ich niemals beobachtet. Ebouao ist ein Zurückliicssen des Getränks ans der Nase von mir in keinem Fall wahrgenommen worden. Neben den angegebenen Erscheinungen findet man die des Fiebers in sehr verschiedenem, mitunter kaum nachweisbarem, zuweilen in sehr hohem Grade.
Leiehenerscheinungen. Hierüber kann ich aus eigener Erfahrung nichts mitteilen. Ich habe nur ein Rind an Rachenhräune verloren, und in diesem Falle keine Sektion machen können. Das Bekenntnis des Nichtwissens ziehe ich einer Übertragung aus der Menschen- oder Pferdeheilkunde vor.
Verlauf. Die Krankheit entwickelt sich gewöhnlich allmählich, tritt ausnahmsweise aber mit einemmale in voller Heftigkeit auf. Geht der Prozcss auf dio Schleimhaut dos Kehlkopfes über, so treten neben den früher erwähnten Krankheitserscheinungen dio der Laryngitis auf. Bei den leichteren Fällen von Rachenbräune darf man auf Heilung in einigen bis vierzehn Tagen rechnen. Die schwereren Fälle von Bräune verlaufen allerdings langsamer, führen aber auch gewöhnlich direkt zur Genesung. Bei den schweren Fällen von Rachenbräune entwickeln sich
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zuweilen retropharyngeale und gubparntoldeale Ahsoessp, welche Atom-begohwerden bedingen und sieh naoh innen öffnen, ausnahmsweise in vierzig Jahren einmal von mir beobachtet ..... sogar eine tödlich verlaufende Lungenentzündung hervorrufen.
Diagnose. Diese hat mir niemals Schwierigkeiten bereitet. Eine Täuschung kann höchstens dadurch bereitet werden, dass sich ein fremder Körper vor oder in dem Rachen festgesetzt hat. Ganz besonders möchte ich hervorheben, daslaquo; ich bei Rachengeschwülsten, die ich recht häufig gesehen habe, niemals auf den Gedanken gekommen bin, dass Raohenbräune vorliegen könne.
Ursachen. Hierüber gelangt man in den wenigsten Füllen zur Klarheit. Wenn ich in den letzteren Jahren nichts Annehmbares ermitteln konnte, habe ich allerdings an eine Infektionquot; gedacht. Dagegen sprach dann aber stets der Umstand, dass seihst in den grösseren Stallungen immer nur ein Rind hefallen wurde. Plötzliche Abkühlung des erhitzten Körpers kann, wenn eine Prädisposition zu dieser Krankheit besteht, Rachenbräune hervorrufen, wie wir dies beim Menschen leicht konstatieren können. Ob mm bei einzelnen Kindern diese besondere Anlage vorliegt, ist Jedenfalls noch nicht festgestellt. Direkte Abkühlung durch Einatmen scharfer, kalter Nord-, Nordost- und Ostwinde gleich nach dem Verlassen eines recht warmen Stalles. Es giebt Menschen, die beim Marschieren gegen die oben bemerkten Winde sehr leicht von Rachenbräune befallen werden, wenn sie anhaltend sprechen. Scharfe, ätzende Stoffe, vielleicht in Form einer Latwerge Tartarus stihiatus .
Behandlung. Luftiger, zugfreier, nicht kalter Stall. Bedecken des Körpers. Weiches, am besten Grün-Futter. Häutiges Ausspülen des Maules mit einem leicht angesäuerten Wasser oder einer halbprozentigen Alaunlösung. Eine scharfe Einreibung zu beiden Seiten des Halses in der Ohrdrüsengegend und unter dem Kehlkopfe. Zur Einreibung kann ich nicht die graue Salbe laquo;der Ammoniaktliniment und dergleichen leichte Mittel, sondern nur kräftiger wirkende Mittel, wie 01. canth. comp. oder Ungt. canthar., empfehlen. Eines dieser beiden letzten Mittel benutze ich in jedem Falle. Ich lasse dasselbe am ersten Tage zweimal, event, an dem oder den folgenden Tagen einmal einreiben, bis eine starke Hautentzündung eingetreten ist. Dieses Verfahren kann ich sehr empfehlen. Die Wirkung der iiusseren Hautentzündung ist um so bedeutender, je früher sie eintritt und je stärker sie ist. Ich würde in diesem Falle die Brechweinsteinsalbe benutzen, wenn auf die Applikation derselben nicht so sehr leicht brandiges Absterben der Haut
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In sehr heftigen Fällen kann mau zuerst Eis- und später
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Harms, Rinderkrankheiten.
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Priessnltz'sohe Umschläge umehoii lassen. Auf die Anwenduag inaer-lichor Arzneien Imbe Ich gewöhnlich verzichtet. Wenn solche, benutzt worden sind, so imbe icli sie in dem Trinkwasser zur beliebigen Aufnahme vorsetzen lassen.
Zu den Krankheiten des Maules.
r.iit/iimliini: der Schloimliaiit (Ick Maulos.
Eine oberflächliche Entzündung der Schleimhaut des Maules als selbständige Krankheit habe ich beim Kinde nur selten gesellen.
Krankheitserscheinungen. Speicheln, Rötung der Schleimhaut und loses Kauen. Einen Zungenbeleg, wie man ihn so häutig beim Menschen sieht, sowie eine Schwollung des harten Gaumens, welche man nicht selten bei jungen, an Maulentzündung nicht leidenden Pferden antrifft und unter dem Namen Froschgeschwulstquot; bekannt ist, habe ich beim Rinde niemals gefunden.
Verlauf. Heilung erfolgt in einigen Tagen, wenn die Fütterung geregelt wird.
Diagnose. Das Geifern erinnert an die Maul- und Klauenseuche. Bei der näheren Untersuchung des Maules überzeugen wir uns dann aber der Regel nach sehr leicht von dem Nichtvorhandensein der Aphthenseuohe. Nur Jünger der Kunst können durch Verletzungen der Schleimhaut des zahnlosen Randes in geringe Verlegenheit gebracht werden. Die Bullen werden bekanntlich am Nasenringe geführt; wird nun von dem Führer des Tieres dessen Vorderlippe in die Höhe gezogen #9632;und gegen den dann von der Lippe entblössten Teil des Kiefers geschlagen, was wenigstens in bestimmten Gegenden üblich ist, so entstehen Beschädigungen der Schleimhaut, die beim ersten Anblick an Maul- und Klauenseuche erinnern.
Behandlung. Verabreichung eines normalen, wenn möglich weichen Futters. Soll mehr geschehen, so kann man eine Alaun- oder Boraxlösung zum häutigen Ausspülen des Maules verordnen.
Festsitzen fremder, scharfer Körper im Maule.
Fremde Körper, wie Stopfnadeln und dergleichen Dinge, können an joder Stelle des Maules, von den Lippen bis zum Rachen, stecken bleiben, gelangen jedoch, da sie gewöhnlich oder stets mit dem Putter aufgenommen werden, meistens nach dem Magen. Die Erscheinungen, die auftreten, wenn fremde Körper im Maule festsitzen, sind derart, dass man sich zu einer speziellen Untersuchung des Maules veranlasst fühlt,
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trotzdem ist es ivber mitunter schwer, zu einer sicheren Diagnose zu ge-hingen, den fremden Körper iiufzufiiidcii.
Krankheitserscheinungen. Sitzt der fremde Körper erst eine kurze Zeit im Maule, so ist das Tier nach der Fütterung und Haltung von gutem Aussehen, und nur die Hungergruben sind eingefallen; steckt der fremde Körper dagegen eine lange Zeit, mehrere Tage etc., so ist das Tier stark eingefallen, brettdünn im Leihe und hat glanzloses, struppiges Haar, es macht den Eindruck, als seien wichtige innere Organe erkrankt. Der Maulsaft fliesst in abnorm grosser Menge aus dem Maule. Der Appetit nach Futter und Getränk ist noch vorhanden, ob von beiden jedoch etwas aufgenommen wird undVie viel, das ist durch den Ort, wo der fremde Körper sitzt, sowie durch die Läsionen, die er hervorgerufen hat, bedingt. Das Tier geht vielleicht mit der grössten Gier an das vorgelegte Futter, nimmt etwas auf, kaut und schluckt es, oder lässt das aufgenommene Futter sofort wieder aus dem Maule fallen, oder nimmt nicht einmal etwas auf, weil das Öffnen des Maules oder die Bewegung der Zunge bedeutende Schmerzen verursacht. Das Tier ist mitunter kopfscheu; in einem anderen Falle gestattet es das Ergreifen des Kopfes wohl, setzt aber dem Eröffnen des Maules seine ganze Kaumuskelkraft entgegen, so dass es schwer hält, mit der Hand in die Maulhöhle zu gelangen. In einem noch anderen Falle setzt es dem Erfassen des Kopfes und dem Öffnen des Maules keinen oder nur unbedeutenden Widerstand entgegen, wird aber beim Erfassen und Vorziehen der Zunge fast wild. Sitzt der fremde Körper schon längere Zeit im Maule, und ist die Läsion, die er hervorgerufen hat, eine ziemlich bedeutende, so ist gewöhnlich ein Odem am Kopfe vorhanden.
Diagnose. Es sind die Erscheinungen, wie auch schon oben bemerkt, derart, dass sie sofort begründeten Verdacht auf das Vorhandensein eines fremdes Körpers im Maule erregen. Gesichert wird die Diagnose selbstverständlich aber erst durch das Auffinden des fremden Körpers und hierbei kann man sich mitunter von dem vielleicht vorhandenem Odem leiten lassen. Das Maul des erwachsenen Rindes ist ja so geräumig, dass man mit den Fingerspitzen bis in den Kehlkopf gelangen kann. Gewöhnlich gelingt es, am stehenden gut gebremsten Tiere den fremden Körper zu finden und zu entfernen, mir ist wenigstens nur einmal vorgekommen, dass das Tier, bei dem eine Stopfnadel im mittleren Teile der Zunge verborgen steckte, sich dem Vorziehen der Zunge in dem Grade widersetzte, dass es niedergelegt werden musste.
Behandlung. Spezielle Vorschriften für die Entfernung des fremden Körpers lassen sich nicht geben.
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Zu den Krankheiten der Centralorgane des Nervensystems.
UvhirHMnimig.
Die Oehirublutiing, auch Gehirusoblag genannt, spricht sich, wie allgemein bekannt und auch schon von Lemaire fils, der einen Fall beim Rinde erlebt hat, angegeben ist, durch Lähnuingen aus.
Die plötzlich auftretenden Lähmungen sind wahrscheinlich weniger durch Druck, sondern mehr durch die Sistieruug der Ernährung der betreffenden Ganglienzellen bedingt.
Eine Prädisposition zu Qehirnblutuugen ist gewiss auch beim Rinde in einer Erkrankung von (iefässen gegeben, und hervorgerufen wird die Zerreissung derselben durch Erhöhung des Blutdruckes. Beim Menschen erfolgt die Hirnblutung der Regel nach aus gewissen Endarterien, ob dies auch bei unseren Tieren, bezw. Rindern der Fall, ist zur Zeit noch nicht bekannt.
Zu einer allgemeinen Beschreibung dieser beim Rinde jedenfalls selten vorkommenden Krankheit reichen meine Erfahrungen, selbst unter Zuhilfenahme der in der periodischen Litteratur vorliegenden Angaben nicht annähernd aus; ich muss mich deshalb auf die Mitteilung des nachstehenden Falles beschränken.
Am 81, Oktober 1880 moldoto der Kleinbesitzer H. in K. eine kranke Kuh mit dem Vorberlohte zur Behandlung an, dass selbige geboren habe und nicht aufstehen köuue.
Da loh verhindert war, das Tier sofort zu besuchen, schiokto ich den Herrn Stud. Drews aus Oldosloo zu demselben, während ich mit den übrigen in der externen Klinik fungierenden Herren zu anderen Patienten ging.
Am Naohmlttage erstattete Herr Drews folgenden Rapport: Die fragliche Kuh hat am 80. Oktober noch keine Krankheitserscheimingen gezeigt. Am 81, Oktober, morgens i'/aühr, hat sie nicht mehr aufstehen können. Von dem im Laufe dieses Tages gereichten Putter und Getränk ist ziemlich viel aufgenommen worden, auch will man noch das Ruininieren beobachtet haben. Am Nachmittage um 4' ._, Uhr ist nach einer Trächtigkeitsdimer von einnndvierzig Wochen und zwei Tagen ein lebendes Kalb unter Anwendung eines geringen Zages leicht geboren. Nach diesem Akte ist wiederum etwas Kutter und Getränk aufgenommen worden, das Aufstehen aber nicht möglich gewesen. In der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November sind die Rihäute abgegangen.
Die heute mittag am 1. November - - stattgefundone Untersuchung hat folgenden Befund geliefert: Das gut genährte Tier liegt auf der rechten Seite mit unter den Leib geschlagenen Schenkeln und links horuragegangonem und auf die linke Brustwand gestütztem Kopf. Versuche zum Aufstellen werden beim Antreiben nicht gemacht. Die Schenkel werden zuweilen bewegt. Bringt man den Kopf in die normalo Lage, so wird er eine kurze Zeit, vielleicht eine Minute, so getragen, fällt aber wieder in die frühere abnorme Lage zurück. Die Augäpfel sind zurückgezogen. Die Cornea ist klar. Thränenlluss and
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(loifoi'ii ist nicht beobachtet. Die Con.jiinotiva ist dunkolrot mit einem golblichon Bohlmmer. Der Puls ist leicht au der Klnnbaokenarterle aufzunehmen und steht auf 80. Uie Temperatur beträgt Im Mastdarm 88,0; solbige ist am Sohttdel abnorm lioch, sonst an der Peripherie des Körpers abnorm niedrig. Die Respiration ist tief und ziolicnil; die Frequenz derselben beträgt 16. Der Pansen macht keine aktiven Bewegungen. Kot von dickbreiigor Konsistenz liegt in geringer Quantität hinter dom Tiere. Dio Harnblase ist prall gefüllt, entleert sich jedoch auf Druck. Muttermund und Fruohthälter haben sich ziemlich stark kontrahiert. Manuelle Reizung des Muttermundes ruft-heftiges Drängen hervor. Auf Nadelstiche tritt nur im Bereiche des Quintus eine doutlicho Reaktion ein.
Das Festliegen des Tioros, die anscheinend vorhandene Gefllhlloslgkelt am Kumpfo und die subnormale Temperatur haben mich unter Berücksichtigung des Umstandes, dass das Tier geboren hat, veranlasst, dio Diagnose auf MUohfleber
nbsp; nbsp;Aorämie - #9632; zu stellen. Das Tier bekommt Brechweinstein innerlich, Eln-fllllungen in den .Mastdarm und den Uterus und kaltes Wasser auf den Kopf.
Nach diesem recht vollständigen Rapport ging ich noch am späten Abend
nbsp; nbsp;im stärksten Schneegestöber mit genanntem Praktikanten nach R., um diesen hochinteressanten, aber auch dunkle'n Fall aus eigener Anschauung kennen zu lernen.
Untersuchungsbefund am 1. Novomber, abends 7 Uhr. Im allgemeinen ist der Zustand wie am Mittage. Es werden jetzt aber nur siobon tiefe, ziehende Atemzüge und zweiundsiebonzig unregelmässige und unglcichmässige Pulse gezählt. Nach Aussage dos Besitzers bat das Tier etwas Heu und einen halben Eimer Wasser aufgenommen.
Die Diagnose raquo;MUohfleberquot; konnte nicht aufrecht erhalten werden, weil das Tier erstens vor dom Eintritt des Gebarens erkrankt war, zweitens nach dom Eintritt des Eostliogens noch Futter und üetränk aufgenommen, sowie auch rumlnlert hatte, drittens während der Krankheit die Eihäuto ausgestossen hatte, viertens auf Reizung des Muttermundes stark drängte, fünftens ab und zu etwas Kot absetzte und sechstons eine starke Eötung der Conjunctiva zeigte. Ich vermutete, dass eine starke Hyperämie der welchen Hirnhaut bestehe, die zur Erlaquo; gicssung, Hydrooephalus, führe.
Behandlung. Fortwährendes Kühlen des Schädels.
2.nbsp; Novomber, mittags 11 Uhr. Patientin zeigt dieselben Erscheinungen wio gestern, hat weichen Kot abgesetzt und rumlnlert in meiner Gegenwart. Das Tier wird auf die linke Seite gewälzt. Der Kopf wird hiernach aber nicht nach der rechten Seite umgebogen, sondern ziemlich gerade aus gebalten und auf die Streu gestützt. Das Kühlen des Kopfes wird fortgesetzt und kleine Dosen von Breohwolnsteln werden gereicht.
3.nbsp; November, mittags 11 Uhr. Patientin liegt auf der rechten Seite mit nach links herumgezogenem und auf die linke Brustwand gestütztem Kopfe; sie soll die Wälzung von der linken nach der rechten Seite allein beschafft haben. Mastdarmtemporatur ^7,4. Das Kühlen des Kopfes wird fortgesetzt. Für den innerliehen Gebrauch wird ein ans 10 g Brechwelnstoin und 500 g Glaubersalz bestehendes Pulver verordnet.
4.nbsp; November, mittags 11 Uhr. Das Tier liegt auf der linken Seite; der Kopf desselben ist aber nicht nach rechts hinübergegangen; es bildet viel mehr der Hals in der Gegend des dritten und vierten Wirbels einen konvexen Bogen
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naoh rechts, und das Maul ist naeli links fqst In dio Streu geprosst. Die Mast-darmtcinperatur betrügt 8(i,3; jedoch ist der After nidit normal innig geschlossen. Es wurde dem Besitzer gesagt, dass er uns, falls das Tier sterbe, sofort Nachricht zukommen lassen möge, damit Sektion gemacht werden könne.
Nachmittags um S'/a Uhr bekam ich die Nachricht, das Tier sei um 12 Uhr plötzlich gestorben.
Etwas nach 6 Uhr war ich schon in R, kam aber dennoch zu spät, um eine vollständige Sektion machen zu können. Das Kadaver war schon enthäutet und in Stücke zerlegt. Wir konnten nur das Gehirn besehen. Dio Qefässe der weichen Haut waren stark mit Blut gefüllt und in der linken Hemisphäre des grossen Gehirns lag über dem Seiten Ventrikel ein Blutextravasat, das von dem Umfange einer Mandel und von der Dicke eines Millimeters war.
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ftelilruhypenimic.
Diese Krankheit kommt beim Kinde selten vor.
Krankheitserscheimmgen. Anfälle von Tobsucht wechseln mit Ruhe ah; dnboi sind die Tiere so schreckhaft, dass sie bei eintretendem Geräusch und stattlindender Berührung ziisammenschiessen oder sofort in Käserei verfallen. Während der Anfälle von Tobsucht drängen die Tiere vorwärts, brüllen, klettern in die Krippe und gegen die Mauer und beissen wie ich wenigstens beobachtet habe auf alles, sogar auf den Menschen los, respirieren oberflächlich und vermehrt und sollen nach Friedborgcr-Fröhner mit den Hörnern stossen. Letzteres ist von mir nicht gesehen worden, doch gilt eine positive Beobachtung mehr, als einige negative. Während der Ruhe findet man die Respiration nicht vermehrt, sondern tief und ziehend, den Puls nur wenig oder gar nicht vermehrt, die Arterie etwas gespannt, den Herzschlag kaum oder gar nicht fühlbar, die Bindehaut des Auges gerötet. Ueber die Mast-darmtemperatur kann ich aus eigener Erfahrung nichts berichten.
Leichenerscheimmgen am Gehirn. Die Blutgofässe sind gefüllt, hier und dort von kleinsten Extravasaten begrenzt. Die Rindensubstanz ist bräunlich. Auf der Schnittfläche treten Blutpunkte auf, die nach dem Abspülen sehr bald ersetzt werden.
Verlauf. Wenn man zeitig gerufen wird, so darf man auf Genesung hoffen. Es kann, wofür wenigstens der vorher angeführte Fall zu sprechen scheint, Gehirnblutung mit den weiteren Folgen, und auch ohne diese der Tod in kurzer Zeit, am ersten Tage der Krankheit eintreten.
Diagnose. Es handelt sich namentlich um die Ausschliessung der Wut, und darauf werde ich später zurückkommen.
Ursachen. Mir unbekannt.
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Behandlung. Kommt man frühzeitig zu solohea Patienten, so wirkt, wie Friedrich Ollnther schon konstatiert hat, ein Aderlass Überraschend
günstig. Sonst Kühlen des Kopfes, am liebsten mit Eis. Innerlich Laxantiü. Der Aufenthalt muss dunkel und kühl, und die Befestigung des Tieres derart sein, dass es sicli nicht beschädigen kann.
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Akute OliiriMvasswsHclil.
Das Krankheitsbüd der an akuter Qehirmvassersucht leidenden Rinder erinnert an das der am Mllchfleber erkrankten Kühe, mitunter allerdings nur wenig, ausnahmsweise aber in so bedeutendem Grade, dass, wenn das Tier in den letzten Tagen geboren hat, eine sichere Diagnose kaum oder gar nicht möglich ist. Da ich diese Krankheit allerdings ab und zu, im grossen und ganzen aber nicht so häufig gesehen habe, dass ich, wenn ich auch die nach meiner Publikation über diese Krankheit von anderen mitgeteilten paar Fülle berücksichtige, nicht im stände bin, eine allgemeine Beschreibung zu liefern, die dem Anfänger im Fache zur hinreichenden Orientierung dienen könnte, so will ich mich auf die Mitteilung der folgenden Fälle beschränken.
1.nbsp; Fragliches Tier, Bulle, Eigentum eines nahe dorn Delster wohnenden Bauern, lag auf den normal untergeschlagenen Schenkeln mit seitwärts herumgegangenem und auf die Rippenwand gestütztem Kopfe, also ganz in dor Weise, wie es mllohfleherkranke Kühe meistens zu thun pflegen. Hob man den Kopf des Tieres in die Höhe und Hess ihn darauf los, so fiel derselbe wie ein toter Klotz in die frühere abnorme Lage zurück. Speichel tloss in Form von langen Strähnen und klaren Tropfen aus dem Maule. Der Buibus war zurückgezogen. Thronen liefen kontinuierlich und in so bedeutender Menge ab, dass die betreffende Qesiohtspartie ganz nasa war. Dor Puls stand auf reichlich 80 und war klein. Die Respiration war der Zahl nach normal, aber tief und ziehend; bei der Exspiration wurde ein leichtes Stöhnen vernommen. Das Aufstehen war dem Tiere nur möglich bei Unterstützung am Schwänze. Dor (lang war im Hinterteile schwankend, Im Vorderteile tappend und stolpernd. Das Tier stürzte während der Bewegung bei der geringsten Veranlassung nieder, und zwar jodos-nial derart, dass es zuerst mit dem Maule den Erdboden berührte.
Das Tier war zwölf Stunden nach der Untersuchung anscheinend in der Besserung; es wurde trotzdem jetzt geschlachtet und sofort seziert.
Bei der Sektion fand sich, dass das Gehirn anämisch, und dass unter der Dura und in den Ventrikeln wasserklares Serum in grosser Menge vor-handon war.
2.nbsp; Gartenmann Bartels in Kleefeld meldete in der externen Klinik der Königlichen Tiorarzneischulo In Hannover eine kranke Kuh mit dorn Bemerken zur Behandlung au, dass selbige seit zwei Tagen krank sei und in den letzten viorundzwanzig Stunden nicht gemistet habe.
Die ein paar Stunden nach der Anmeldung vorgenommene Untersuchung ergab folgendos: Das Tier lag platt auf der Seite, konnte kaum aufstehen, stand
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mit stark unter den Leib gesohobenen Soheukeln, sohwankto hin und hör, sing' im Vorderteile tappend und .stolpernd und im Hinterteile seliwinikond, stürzte während der Bewegung hei der geringsten Veranlassung nieder, und zwar jedes-niiil in der Weise, dass es mit dorn Maule den Brdboden zuerst berührte. Das Bplthel der Hinterlippe war stelienweiso abgesclüifort. Was Gefülii hatte so sehr abgenommen, dass nur im Bereiche des Qulntus auf Nadelstiche eine deutlich wahrnehmbare Reaktion eintrat. Rospiration 10 und stark ziehend. Temperatur Im Mastdarm HS,:!, an der Oberfläche des Körpers stark gesunken. Arterie weicht Puls 78.
Das Tier starb nach drei Tagen und wurde dreizehn Stunden post mortem seziert.
Leichenbefund am Gehirn. Nach vorsichtiger Eröffnung dor Dura des Gehirns trat sofort wasscrklares Kerum hervor, von welchem ;!0 g aufgefangen werden. Die Seitenvontrikel waren prall gefüllt, Das Qehlm erschien anämisch.
^ Garteumann Scidlitz an der Alte Döhrnor Strasse in Hannover meldete eine kranke Kuh in der externen Klinik der Ticnirzneisehule in Hannover mit folgendem Vorberieht an: Das Tier ist seit vierundzwanzig Stunden krank: es f'risst, säuft und rumilüert nicht, giobt nur wenig Milch und kann nicht aufstehen.
Die sofort vorgenommene Untersuchung ergab folgendos: Die Kuh konnte sich nur mit Mühe vom Lager erheben, stand mit untor den Leib geschobenen Schenkeln vornüber geneigt, ging vorn tappend und stolpernd, hinten schwankend und stürzte bei der geringsten Veranlassung nieder, wie die vorigen beiden Tiere. Der Verdaunngsschlauoh lag still. Uofiihl war allenthalben vorhanden, anscheinend aber subnormal. Respiration 46. Temperatur im Mastdarm 40,1, an der Oberfläche des Körpers normal.
Am folgenden Tage konnte das Tier nicht mehr aufstehen. Bei den vielen Versuchen zum Aufstehen, die es auf starkos Antreiben gemacht hatte, war os rogelmässig vornüber gestürzt und hatte sich dabei das Zahnfleisch stark verletzt. Respiration 24. Puls (30. Temperatur ;!8,().
Vierundzwanzig Standen später wurde das Tier geschlachtet und sofort seziert.
Sektionsbefund. Nach vorsichtiger Eröffnung dor Dura dos Gehirns trat wassorklares Serum In bedeutender Menge hervor. Gehirn anämisch. Die Seltenkammern strotzend gefüllt mit Serum von vorhin boinerktor Beschaffenheit,
4. Gartenmann Pralle am Bischofshohlerdamia in Hannover meldoto in der externen Klinik der Königlichen Tierarznoischulo zu Hannover eine Kuh zur Behandlung mit dem Vorberichte an, dass selbige plötzlich niedergestürzt sei und jetzt nicht aufstehen könne.
Die bald nach der Anmeldung vorgenommene Untersuchung dos Tieres ergab folgendes: Das Tier wurde mit Milho hochgebracht, stand vornüber geneigt, schwankte hin und her und wäre beim Gohcn unbedingt aufs Maul gestürzt, wenn es nicht von zwei kräftigen Männern unterstützt, fast getragen worden wäre. Gefühl allenthalben vorbanden. Respiration '!(). Puls !)-2. Mast-darmtemperatnr ;37,il.
Das hochfetto Tier wurde sofort geschlachtet.
Sektionsbefund. Nach vorsichtiger KröfTnung der Dura des Gehirns floss wasserklares Serum in bedeutender Menge ab. Die weitere Untersuchung wurde vereitelt.
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5. Kuh dos Qartenmaunes Steinwedel an dor Gr. Barlinge In Hannover. Das Tier wurde mit dorn Vorberlohte angemeldet, dans os seit zwei Tagen krank soi, zuerst nur wenig Appetit gozolfrt Imbo und schwor ziun Aufstehen zu bringen gewesen sei, jetzt keinen Kot absetze, gar nichts fresse und nicht mehr hoch zu bringen sei.
Dio ein paar Stunden nach der Anmeldung stattfindende üntersuohung des Tieres liefert folgenden Befund; Das Tier liegt auf der rechten Soito auf den normal untergeschlagenen Schenkeln mit nach links herumgegangenem und auf die Unke Brustwand gestütztem Kopfe, demnach ganz so, wio es njllohfieber-kranke Kühe zu tliun pflegen. Wurde dor Kopf in dio Hohe gehoben und dann losgelassen, so schnellte er in die frühere abnorme Lage zurück. Die Augapfel waren tief zurückgezogen. Thräneu liefen kontinuierlich über die Wangen. Spolchel floss aus dem .Maule. Respiration Ui; Bxsplratlon von einem deutlich wahrnehmbaren Stöhnen begleitet. Puls 87, klein, unregelmässlg und unglelchmttsslg. Temperatur im Mastdarm 88,0, an dor Oberfläche dos Körpers normal. Auf Nadelstiche trat allenthalben eine leichte Reaktion ein. Magen und Darnfkanal lagen absolut still. Mastdarm mit konsistentem Kot gefüllt. Das Tier machte auf Antreiben Versuche, sich vom Lager zu erheben, tlol dabei aber jedesmal vornüber aufs Maul; es wurde jedoch schliosslich bei geeigneter Unterstützung am Kopfe und Schwänze hochgebracht. Dio Kuh stand mit unter den Leib geschobenen Vorder- und Hlntersohenkeln vornüber geneigt und schwankte fortwährend hin und her. Beim Antreiben fiel das Tier in die eine Kcko dos Stalles hinein.
Da Aussicht auf Heilung nicht gegeben worden konnte, wurde das Tier selbigen Tages geschlachtet und zwei Stunden post mortem seziert. Hierbei fand sich wasserklares Serum unter der Dura und in den Seitenventrikeln, sowie Anämie der Grohirnsubstanz.
Um falschen Deutungen vorzubeugen, liebe ich nachträglich besonders hervor, dass dio vier Kühe seit längerer Zeit auf dor Mast standen und nicht trächtig waren, so dass in keinem der angeführten Fälle Verdacht auf Milchfieber entstehen konnte.
Um Kaum zu sparen, verzichte ich auf dio Auftihruug der anderen, mir noch zur Verfügung stehenden Fälle. Die vorstehenden kurzen Berichte beweisen auch zur Genüge, dass das Krankheitsbild der akuten Hirnwassersucht an das des Milohflebers wenigstens erinnert, dass es aber event, bei gründlicher Untersuchung der Regel nach nicht zweifelhaft sein wird, welche von beiden Krankheiten vorliegt.
Chronische UirnhautentzUndungi
Diese Krankheit kommt jedenfalls selten vor; denn os ist mir darüber ans der Litteratur nichts und ans der eigenen Praxis nur ein Fall bekannt. Ich muss demnach auf die Lieferung einer allgemoinon Skizze verzichten.
Der Gartenmann Hitzmann, Tiefeweide S, Hunnover, meldete eine Kuh mit dem Vorberlohte zur Behandlung an, dass selbige seit längerer Zeit schlecht gefressen habe und in der Milchlieferung bedeutend zurückgegangen sei.
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üio am Anmeldungstage vorgeuoramene Untei'suohung Uefei'te folgenden Befund: Das Tier Ins auf dor vochten Soito mit nach links hernmgeganKenem und auf die Blppenwand gestutztem Kopfe. Thränen liefen kontinulerlicl) ab und Speichel floss in Form von Strähnen aus dem Mnulo. Dio Respiration .stand auf IS und war ziehend. Puls loo und unregelmftssig. Gefühl in bedeutendem Grade abgestumpft, nur Im Bereiche dos Quintns trat auf Nadelstiche oino deutliche Reaktion ein. Das Tier erhol) sieh erst auf sehr starkes Antreiben, und zwar in ganz unregolinassiger Weise.
Aus diesem Befände konnte leb zu einer präzisen Diagnose nicht gelangen; ich entwickelte den anwesenden Praktikanten, dass eine Krankheit im, resp. am Gehirn bestehe, dass es sich aber nicht um das Vorhandensein von Hyperämie, Hydrocephaius aoutus und Meningitis cerebrospinalis handeln könne.
Zweitor Besuch. Das Tier lag ähnlich wie beim ersten Besuch und hielt einen grossen Heubüschel im Maule, Puls 88. Respiration 18. Temperatur 38,;!. Das Tier war so abgestumpft, dass es selbst beim stärksten Antreiben keine Anstalt machte, sich vom Lager zu erheben. Aufgehoben und am Strick geführt, drängt es stark nach links. Beim freien Umhergehen wurde ein Drängen nach einer Seite nicht bemerkt.
Das Tier starb einige Tage später und wurde zwölf Sturden p. m. seziert.
Sektionsbefund. Zum Teil nach Bötbor. Die Höhlen dos Kopfes zeigten keine Veränderungen. Die Dura des Gehirns war normal. Dio weiche Haut des Gehirns war sehnig glänzend, ungefähr von der Dicke der normalen Dura, auf den Windungen weisslich schimmernd, zwischen den Windungen milchig getrübt und allenthalben zu innig mit dem Gehirn verbunden. Beim Abheben der weichen Hirnhaut kamen lange und starke bindegewebigo Portsätze aus dem Gehirn zum Vorschein. An der Medulla, aber auch nur hier, fand sich unter dor Dura eine klare, leicht gelblich gefärbte Flüssigkeit in der Quantität von 25 g. Die Seitenkammern lieferten ö g wasserklares Serum. Nach diesem Befund wurde dio Diagnose auf raquo;chronische Entzündung der weichen Hirnhaut - - Leptomeningitis chronica - quot; gestellt.
Dor vorstehende Fall gehört unbedingt zu den seltenen Vorkommnissen; wenigstens sind mir ähnliche oder gleiche Fälle weder aus der periodischen Litteratur, noch aus der eigenen Praxis bekannt. Er zeigt uns u. a. wiederum s. auch unter 1 und 5 bei Hydrocephaius aoutus bemerkten Fülle , dass diejenigen Herren, welche zur Stellung; der Diagnose Milchfieherquot; die Kopflage des Rindes in hervorragendster Weise benutzten, sich jedenfalls nicht selten irren. In dem vorliegenden Falle, der wohl dem Laien genügt haben würde, ein Bild über die Luge einer am Milchfiehor leidenden Kuh aufnehmen zu lassen, konnte von dem Vorhandensein des Milchfiebers nicht die Rede sein, weil das Tier vor acht Monaten geboren hatte und nicht trächtig; war.
Iliil/.iimlang des liückciiinaiiis und seiner Häuteraquo;
Die Krankheiten des Rückenmarks und seiner Häute sind, wenn man die groben anatomischen Veränderungen ausschliesst, noch nicht
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in befriedigender Weise bekannt. Dies liegt zum Teil vielleicht in der geringen Aufmerksamkeit, welche man auf die Aufnahme der Krankbeits-ersohelnungen verwandt hat, grösstentells aber unbedingt, wie es auch die Gnubberkrankhelt der Schafe bestens demonstriert, in der Schwierigkeit der Feststellung der pathologischen Veränderaugen der Central-organe des Nervensystems. Dazu kommt nun noch der Umstand biiizu, dass die hoffnungslos erkrankten Kinder im geheimen, also ohne Untersuchung- der Leiche, verwertet werden. Wer die Leichenuntersuchung unterlässt, begeht eine grosso Unterlassungssünde, besonders jedoch dann, wenn er als Kliniker an einer Lehranstalt wirkt.
Was im allgemeinen von den Erkrankungen des Rückenmarks und seiner Häute behauptet worden ist, das gilt auch von der Entzündung desselben, wie die Anführungen von Hering, Haubner, Roll und Splnola in ihren Werken über spezielle Pathologie und Therapie beweisen.
Krankheitserscheinungen. Abgesehen von den Ausnahmen und Komplikationen, auf die ich gleich nachher zurückkommen werde, sind es folgende: Das Tier liegt fest am Boden, kann die Hinterschenkel jedoch bewegen und macht zuweilen Versuche, sich vom Lager zu erheben. Das Tier liegt, nachdem es sich überzeugt hat, dass das Hintorteil nicht hochgebracht werden kann, gewöhnlich ruhig, ohne Schmerz-iiusserungen zu zeigen, ist mitunter aber unruhig und wird, wie aus dem Blick und dem vorhandenen Stöhnen hervorgeht, von bedeutenden Schmerzen geplagt. Der Kopf wird in gewöhnlicher Weise gehalten oder er ist seitwärts herumgegangen und wird wie es gewöhnlich beim Milchfieber der Fall ist auf die Brustwand gestützt. Das Gefühl ist am hinteren Ende des Körpers verschwunden wenigstens tritt hier auf Nadelstiche keine Reaktion ein , am Vorderteile intakt. Die Gefühllosigkeit setzt nicht scharf ab. Der Appetit hat in verschiedenem Grade abgenommen. Der Puls ist klein und steigt bis 120; die Arterie ist gespannt. Das Flotzmaul ist wenig befeuchtet. Die Milchsekretion hat plötzlich stark abgenommen. Der Kot ist dem Futter nach zu konsistent und wird verzögert abgesetzt. Der Harn sammelt sich, wie das beim liegenden Rinde aber meistens der Fall 1st, stark an. Die Temperatur ist an der Körperoberfläche der Regel nach nicht höher als im Normalzustand, eher sogar, und dies besonders am Hinterteile, abnorm niedrig. Die Mastdarintemperatur ist wenig oder gar nicht erhöht. Der Augapfel ist zurückgezogen. Die Bindehaut erscheint gerötet. Thränen laufen mitunter kontinuierlich über die Wangen.
Ausnahmen und Komplikationen. 1. Es kommt vor, dass das Vorderteil mehr gelähmt ist, als das Hinterteil. 2. In zwei Fällen habe
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ich cine Abnahme des GefUbls, reap, Gefühllosigkeit nicht koustatleren köimen. - - Hier möclito ich gelegeutlioh docli darauf aufmerksam maohen, dass wir Gefühllosigkeit niemals mit Sicherheit konstatieren können, selbige dann aber annehmen, wenn auf Nadelstiche keine Reaktion erfolgt, 8. Es liegt zuweilen eine Komplikation mit Dick-dannkatarrh vor, dann ist der Kot dünn, schleimig und son alkalischer Reaktion. 1. Eine Komplikation mit trockener Bauchfell- und Brustfellentzündung ist mir vorgekommen. Die betrettenden Tiere waren aufgebläht und am Hauche und der Brust druckempfindlich.
Leichenerscheimingen. Am hinteren Ende des Rückenmarks findet sich folgendes: Die weiche Haut ist stets, zuweilen sogar in bedeutendem Grade injiziert, ihre kleinsten Gefiisse sind in ungleichen Abstünden mit kleinen Ausbuchtungen versehen und unter ihr finden sich Extra-vasate. Die kleinsten Extravasate sind mit unbewaffnetem Auge kaum zu sehen, die grössten Extravasate können einige Decimeter lang, zwei bis drei Millimeter dick sein und das ganze Rückenmark umfassen. Das Rückenmark ist zwischen den Seitensträngen injiziert, auf der Schnittfläche gelblich und mit Blutpünktchen, die sich abspülen lassen, besetzt. Im Herzen finden sich, wenn die Tiere gestorben sind, Ekchymosen. Ausnahmsweise sind Peritoneum und Pleura costalis trübe, geschwellt und hyperämisch.
Verlauf. Diese Krankheit tritt gewöhnlich plötzlich in voller Heftigkeit auf. Die Tiere haben das Morgen-, Mittag- oder Abendfutter in ganz gewohnter Weise verzehrt und Krankheitserscheinungen irgend welcher Art durchaus nicht gezeigt, liegen aber schon bei der nächsten Fütterung fest am Boden. Nur einmal habe ich gesehen, dass die Lähmung sich nach und nach entwickelte. Die Tiere liegen dann, ohne einen Laut von sieh zu geben, oder stöhnend und ächzend. Der weitere Verlauf zeigt bedeutende Verschiedenheiten.
1.nbsp; Die Krankheit kann in vierundzwanzig Stunden bis fünf Tagen vollständig ausgeglichen sein. Dieser Ausgang 1st zu erwarten, wenn die Tiere a) keine Fiebersymptome zeigen und Futter und Getränk in annähernd normaler Quantität aufnehmen, b) Versuche zum Aufstehen machen, das Hinterteil vielleicht etwas erheben können, c) im Vorderteile mehr als im Hinterteile gelähmt sind, d) einen weichen, resp. dünnen Kot absetzen; dieser Verlauf stellt sich aber auch dann zuweilen ein, wenn die Umstände anscheinend sehr ungünstig sind.
2.nbsp; Die Krankheit kann in den ersten Tagen tödlich verlaufen. Diesen Ausgang habe ich nur zweimal erlebt. Derselbe steht zu befürchten, wenn das Fieber sehr hoch ist.
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8, Der Verlauf gestaltet sidi häufig in dor Weise, lt;lass die Tiere nach einigen Tagen etwas besser worden, Futter und Getränk aufnehmen und das Gefühl sicdi liebt. In diesem Falle können die Tiere nach und nach) d. h. im Verlaufe mehrerer Wochen, resp. einiger Monate vollständig genesen. Ob dies in jedem Falle möglich ist, kann ich schon aus dem Grunde nicht wissen, weil ich die gut genährten Finder dieser Art, wenn sie nach zehn- bis vierzehntägiger Behandlung nicht aufstehen konnton, der Regel riaoll im Interesse des Besitzers aus der Kur entlassen habe.
Diagnose. Die schnelle Entstehung, das Festliegen, die Qefüllosig-keit führen ziemlich sicher: jedoch muss man bei den Tieren, die in den letzten Tagen geboren haben, event, das Milehlieher ausschliessen, und hierauf komme ich bei dieser Krankheit zurück.
Ursachen. Unbekannt, Wahrscheinlich Erkältung.
Prognose. Nur soviel kann man im allgemeinen sagen, daas der Verlauf ein sehr langsamer sein werde, wenn das Tier in den ersten fünf Tagen nicht aufsteht.
Behandlung. Weiches, namentlich auch trockenes Lager. Umwälzen des Tieres. In der Kreuz- und Lendenpartie eine scharfe Einreibung. Innerlich zunächst kleine Dosen Salpeter mit Glaubersalz, später Sem. strychni in Abkochung oder ähnlich wirkende Mittel, Bei längerer Dauer dor Krankheit halte ich besonders darauf, dass die Tiere nach der zweiten, resp. dritten Woche ab und zu in geeigneter Weise auf die Beine gestellt werden.
Der vorstellenden Skizze einige derjenigen Fälle, die zur Konstruktion derselben benutzt worden sind, anzureihen, halte ich der Praxis wegen für nötig. Die Beobachtungen sind nicht in der angegebenen Reihenfolge gemacht, sondern nur der üebersichtlichkeit wegen so zusammengestellt,
1. Fall. Anamnese: Die Kuh hat vor vier Monaton gekalbt, seit vier-undzwanzlg Stunden weniger geflossen, seltener niniiniert und gemistet, nicht die volle Quantität Milch geliefert und kann jetzt nicht aufstellen.
Stat. pr. Das Tier liegt mit aufgerichtetem Kopfe, sieht ziemlich munter aus den Augen aus, mneht infolge starken Antreibens wohl Versuche zum Aufstehen, kann das Hinterteil aber nicht erheben, Der Verdauungstraktus arbeitet weniger lebhaft als unter normalen Verhältnissen, und der Mist wird verzögert entleert, Das Gefühl ist am Hinterteil bis zum vierten Lendenwirbel gänzlich verschwunden, wenigstens tritt bis dahin auf Nadelstiche keine Reaktion ein.
Die Kuh war nach Verlauf von vierundzwanzig Stunden gesund,
Ich bin mir sehr wohl bowusst, was man in diesem Falle alles gegen die Richtigkeit der Diagnose einwenden kann; ich gebe gerne zu, dass wohl nur
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eine Hyperftmlo vorgelegen hat, und dass ich nicht einmal iiiorfür Beweise beibringen kann.
Dessenungeachtet aber hat dieser Fall ein praktisches Interesse, weil Fülle dieser Art mir nicht selten vorgekommen sind.
2. Fall. Anamnese: Die Kuh hat vor acht Tagen fjoknlht, kann seit acht Stunden nicht aufstehen, und hat in dieser Zeit weniger gefressen und nur eine geringe Quantität Milch geliefert.
Stat. pr. Die Kuh liegt mit aufgerichtetem Kopfe, sieht nicht sehr leidend aus und macht, wenn sie angetrieben wird. Versuche zum Aufstehen, kann das Hinterteil aber nicht erheben. Der Verdauungstraktiis bewegt sich lebhaft; der Mist ist dünn, von alkalischer Reaktion und wird häutiger als sonst abgesetzt. Das Hinterteil ist bis zum ersten Lendenwirbel gefühllos.
Die Kuh ist nach Verlauf von vierundzwanzig Stunden gesund.
Ich führe diesen Fall, gegen welchen man hinsichtlich der Diagnose dasselbe sagen kann, wie gegen den vorigen, aus folgenden zwei Gründen an:
1,nbsp; nbsp;muss derselbe als ein Ausnahmefall angesehen werden, weil der Kot dünn war, und
2.nbsp; weil in einer Versammlung der Tierärzte der Provinz Hannover von einem der Herren geäussert wurde, dass beim Milchfieber zuweilen Diarrhöe bestehe, was nicht richtig ist.
In diesem Falle dachte ich nicht im mindesten an das Vorhandensein des Milchflebei's und sagte zu dem betreffenden Praktikanten Herrn Meyer , dass die Kuh auch ohne Einleitung einer Behandlung in vierundzwanzlg Stunden genesen werde.
S. Fall. Anamnese: Die Kuh hat vor längerer Zeit gekalbt. In den letzten zwölf Stunden weder gefressen noch rnminiort und kann seit einer Stunde nicht aufstehen.
Stat. pr. Das Tier liegt teilnahmlos auf der Seite mit gestrecktem Kopf und Hals, sieht sich zuweilen nach dem Leibe um und stöhnt ab und zu bei der Exspiration. Die Erscheinungen des Fiebers sind in ziemlich bedeutendem Grade vorhanden. Die Bindehaut dos Auges ist gerötet; der Augapfel stark zurückgezogen; Thränen laufen kontinuierlich über die Wangen. Der Verdauungstraktiis liegt still. Der Hauch ist druckempflndllch. Das Gefühl Ist am Rumpfe und Halse in dem Grade gesunken, dass auf Nadelstiche gar keine, auf heftige Stockschläge nur eine gelinge Reaktion eintritt. Am Kopfe tritt auf Nadelstiche ein Zwinkern mit den Augenlidern ein. Das Hinterteil kann bei einiger Unterstützung wohl etwas In die Höhe gebracht werden, dasselbe fällt aber, sobald die Unterstützung aufhört, auf dio Streu nieder. Bei den heftigsten Anstrengungen zum Aufstehen bleibt das Vorderteil unbeweglich am Boden liegen.
Der Verlauf war ein günstiger. In den beiden ersten Tagen wurde das Tier ruhiger, am dritten Tage stellte sich etwas Appetit ein, und am vierton Tage waren Krankheltserscholnungen irgend welcher Art nicht mehr nachzuweisen.
Diesen Fall, gegen den man ebenfalls hinsichtlich der Diagnose Einwendungen erheben kann, führe ich aus folgenden zwei Gründen an:
1.nbsp; war das Vorderteil mehr als das Hinterteil gelähmt, und es ist bemerkt worden, dass dies zuweilen beim Milchfieber der Fall sei, was ich nach meinen bisherigen Bcobacbtimgen nicht bestätigen kann;
2.nbsp; hielt ich mich berechtigt zur Annahme, dass gleichzeitig Peritonitis vorliege.
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4.nbsp; Fall. Anamnese; Dio Kuh hat vor drei Tagen gekalbt, seit zwölf Stunden nicht gefressen und kann jetzt nicht aufstehen.
Stat. pr. Das Tier macht ganz und gar den Eindruck üinor inilchflohci'-krankon Kuh, kann nicht aufstehen und ist im Hinterteil bis zur Mitto dos Kückens gefUMos, Ein Fieber mittleren Grades ist am Pulse und an der inneren Temperatur zu konstatieren. Die sichtbaren Schleimhäute sind gerötet. Der Vordauungstraktns liegt still. Der Mastdarm 1st gefüllt mit konsistentem Kot. Der Bauch ist druckomptlndlieh.
Der Vorlauf war in diesem Fall weniger günstig. Nach drei Tagen frass, soll' und ruminierte das Tier, dio Milchsekretion hatte um diese Zeit schon etwas zugenommen, die Kreiizschwiiebo aber bestand noch in dem ursprünglichen Grade. Erst nach Ablauf der zehnten Woche konnte das Tier aufstehen.
5.nbsp;Fall. Anamnese; Es hat sieb im Verlaufe mehrerer Tage eine solche Sohwächo eingestellt, dass das Tier ohne Hilfe nicht nnfstoben kann.
Stat. pr. Dio Kuh liegt auf den normal untergesohlagenen Beinen mit nach seitwärts herumgegangenem und auf die Blppenwand gestutztem Kopfe. Appetit gering. Der Verdauimgstraktus arbeitet subnormal. Der Kot wird verzögert und in zu trockener Konsistenz abgesetzt. Das Tier ist niebt im stände, das Hinterteil zu erheben. Das Gefühl ist an der ganzen Körperoberfläcbo nach-#9632;welsbar vorhanden.
Der Vorlauf ist kein günstiger. Der Zustand verschlimmerte sich allmählich mehr und mehr, und doshalb wurde das Tier am sechsten Tage der Behandlung geschlachtet.
Leichenerscheinungen, Die weiche RUokenmarkshaut ist vom ersten Lendenwirbel an rückwärts in ziemlich bedeutendem Grade injiziert, und im Vorlaufe dor kleinsten Gefässo finden sich stecknadelknopfgrosse Blutextravasate. Das Rückenmark erscheint auf dem Querdurchschnitt mit röten Pünktchen besetzt, die nach dem Abspülen wieder auftreten, und zwischen dem mittleren und unteren Seitenstrange liegen jodersoits Blutextravasate, von welchen die grössten von dorn Umfange einer Linse sind.
Dieser Fall bildet eine Ausnahme von der Kegel, weil das Gefühl nicht verschwunden war.
6.nbsp; Fall. Anamnese: Dio Kuh bat vor sechs Wochen gekalbt und ist seit zwölf Stunden sehr krank.
Stat. pr. Das Tier liegt teiluahmlos mit auf die Blppenwand gestütztem Kopfe. Puls 100 und klein. Respiration 16. Innere Temperatur um ca. 0,5 Grad erhöbt, äussero Temperatur nngleichmässig vorteilt. Schleimhäute, namentlich dio des Auges, gerötet. Die Augäpfel sind stark zurückgezogen; die Cornea or-schoint matt; Thränon laufen kontinuierlich über die Wangen. Dor Vordauungs-traktUS liegt still. Der Kot ist zu trocken. Bauch und Brust sind druckempfindlich. Das Gefühl ist am Hinterteil bis zur Hälfte dos Rückens verschwunden. Das Tior ist nicht im stände, sich vom Lager zu erheben.
Der Verlauf war kein günstiger. Das Tier zeigte sich in den nächsten Tagen allerdings munterer, es frass, soff und ruminierte zuweilen; jedoch war nach Ablauf von zwölf Tagen noch keine Aouderung in der Mobilität und Sensibilität eingetreten. Doshalb wurde zum Schlachten dos gut genährten Tieres geraton.
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Ijou'luMiorsclu'inuiijfon. l)io serösen Häute dos Hinterleibes und der Brustwand sind trllbe, geschwellt und byperämlsoh. Das RUokenmark orsolieint vom dritten Lendenwirbel an bei gesohlossener Dura bläulich. Die welche RUckenmarkshaut ist In bedeutendem Q-rado injiziert; In, sowie auch unter- und oberhalb derselben finden sich Blutextravasate, die von dor Grosso oinos kleinen Hirsekorns bis zu dor einer Liuso und darüber sind. Das Rückenmark erscheint auf dor Schnittfläche rötlichgelb und mit roten Pünktchen besetzt, die nach dorn Abspülen wieder auftreten,
7. Kali. Anamnese; Die Kuh hat vor zwei Tagen gekalbt and ist seit zwölf Stunden krank.
Stat. pr. Das Tier liegt mit auf die Brust gestütztem Kopfe, kann das Hinterteil nicht erhüben, stiihnt bol jeder Kxsplratiou und ist bis zur Schulter gefühllos, Puls reioMoh loo. Respiration 85. Temperatur im Mastdarm um ca. einen Grad erhöht. Der Verdauungssohlauch liegt still. Der Mastdarm 1st gefüllt mit nach dem Putter '/.u konsistentem Kot. Cornea matt. Thräuen laufen kontinuierlich über die Wangen. Brust und Bauch sind druckempfindlich.
Dio Kuh wurde, um dem Eintritt dos natürlichen Todes vorzubeugen, geschlachtet.
Bei dor Sektion wurden neben einem Katarrh der Blase dieselben Erscheinungen gefunden wie In dem vorigen Falle.
Bttokouniarkswassersnchtlaquo;
In (Ion vorhin erwähnten Fällen von Entzündung; des Rtiokenmarks und seiner Hüllen ist niemals ein Erguss unter der Dura gefunden worden, was mich sehr überraschte. Ebenso habe ich aber auch Rückomnarks-wassersucllt olmo Spuren von Hyperämie geschon.
Sundmacher sen. In Haspelfelde moldoto eines Tages oino kranke Kuh mit dem Vorberiohte an, dass selbige seit vierzehn Tagen bei normaler Presslust und Milchllefcrung an einer allniälillcli zunehmenden Kreuzschwäohe leide.
Die selbigen Tages vorgenommene Untersuchung führte namentlich deshalb zu keinem Resultat, weil das Tier bei unserer Ankunft im Stalle stand und Putter in normaler Welse verzehrte.
Die nach einigen Tagen wieder stattfindende Besichtigung und Untersuchung ergab folgendes: Das Tier war anscheinend fleherfrei: es konnte sich nicht mehr vom Lager erheben und hatte das Gefühl am Hintertolle bis zur Schulter verloren.
Dio Diagnose wurde mit Wahrscheinlichkeit auf Rüokenmarkswassor-sucht gestellt, und dem Besitzer das Schlachten des Tieres empfohlen.
Bei der zwei Tage später gleich nach dem Tode des Tieres vorgenommenen Sektion fand sich das Rückenmark anämisch und unter der Dura desselben wasserklares Serum in grosser Menge. Spuren von Entzündung, sowie Thromben wurden nicht gefunden.
Oesohwttlste im Bttckenmarkskanalei
Geschwülste im Rückenmarkskaiiale können, wie es der nachfolgende Fall beweist, ähnliche Krankheltsersoheinungen hervorrufen, wie die bei der Kückenniarkswasscrsucht angegebenen.
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Kino acht Jaliro nlto, sechsmal tragend gewesene, in gutem Ntthrzustande beflndllohe Kuli, welche die normale Quantität MUch lieferte, wurde von einer
Schwiioho im Kiieken befallen, die alliiiülilieli in dem (irade zunahm, dass sie SOhllessllch nur mit Muhe, zuweilen erst bei entsprechender üntersttttzung, aufstehen konnte. Sie stand mit krummem Kücken, trippelte fortwährend mit den Hlntersohenkeln und setzte häufig, heim Melken fast jede Minute, Harn in geringer Menge ah.
Das Tier wurde baldigst geschlachtet. Bei der Sektion fand sich im Kücken-markskanale eine extramedullär belogene,'mit einem Wirbelkörper In Verbindung stehende Q-esphwulst, welche von Herrn Professor Lüpke als myologenos, ge-mlsohtzelllges, weiches Sarkom bestimmt wurde.
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Oerobi'osplnalmenlugitlslaquo;
Diese Krankheit, auch Geniokkrampf genannt, ist von mir nur in Einzelfällen gesehen, kommt aber, wie andere konstatiert haben, auch in seuchenartiger Verbreitung enzootisofi, sogar eplzootisoh vor. Sie bestellt in einer spezifischen Entzündung der weichen Haut des Gehirns, verlängerten Marks und vordersten Endes des Halsmarks.
Kranklieitserseheimmgen. Das Tier liegt am Hoden, ist nicht im stände, sicli vom Lager zu erheben, hält die Schenkel geradeaus und Kopf und Hals kontinuierlich so stark gestreckt, dass das Maul in gleicher Linie mit der Wirbelsäule steht, mitunter diese Linie noch überragt Oplsthotonus . Der Kopf ist nicht in die normale Lage zu bringen, beugt man denselben etwas, so schnellt er nach dem Loslassen in die abnorme Lage zurück. Das Maul ist schwer zu öffnen. Der Augapfel ist verdreht, Zuckungen kleinster Muskelpartien werden mitunter wahrgenommen. Das Gefühl fand ich niemals verschwunden. Über Puls, Respiration und Temperatur kann ich ans eigener Erfahrung keine einigermassen sichere Angaben machen.
Leiehenerscheinungen. Die weiche Haut des Gehirns, verlängerten Markes und des vordersten Endes des Halsmarkes zeigt die Erscheinungen der Entzündung. Die (Masse sind mit Blut strotzend gefüllt. Im Verlaufe der Gefässe finden sich zuweilen kleine Hlutextravasate. Das Exsudat kann angeblich serösblutig oder eiterig sein, dasselbe bildete in den von mir gesehenen Fällen eine gallertartige Masse. Die Seiten-kammeru des Gehirns enthalten eine abnorm grosso Menge Flüssigkeit, die rötlichgelb aussieht. Das Gehirn erscheint auf der Schnittfläche mit kleinen Blutpünktchen besetzt, die nach dem Abspülen wieder auftreten. Herz schlaff. Leber lehmfarbig. Die Schleimhaut des Vcrdauuugstiaktus zeigt liier und da die Erscheinungen des Katarrhs. Blut nicht normal geronnen.
Harms, Himlcrkraiikhelton.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 10
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Verlauf. Der vorhin angegebene Symptomenkomplex tritt mitunter plötzlich ein, demselben gelicu aber in anderen Fällen Vorboten Versagen des Futters und Gotriiuks, Unterlassen des Wiederkauens, Unruhe und steife Haltung des Kopfes voran. Die Krankheit kommt nicht immer zur vollen Entwickclung. Wenigstens habe ich einmal erlebt, dass eine Kuh neben Appetitlosigkeit und leichter Unruhe nur eine steife Haltung des Kopfes, ähnlich wie heim Starrkrampf, zeigte, und dass diese Krseheimmgen sich allmählich in zwei Tagen verloren. Ist die Krankheit vollständig entwickelt, so ist der Ausgang gewöhnlich ein tödlicher. Wenn ich den vorhin erwähnten Fall, in welchem die Kuh nicht zum Festliegen kam, die Diagnose immerhin als zweifelhaft bezeichnet werden kann, ansschliesse, so habe ich nur einmal Heilung eintreten lassen.
Diagnose. Die Krankheit kann während der Fntwickelung nur mit Wahrscheinlichkeit, nach derselben aber mit absoluter Sicherheit aus dem angegebenen Symptomenkomplex erkannt werden.
Ursachen. Hierüber ist nichts Sicheres ermittelt; man denkt jedoch an Infektion.
Prognose. Ungünstig.
Behandlung. Bricht die Krankheit mehrfach im Stalle aus, so muss man an die Umstallung der Tiere, event, an die Desinfektion des Stalles denken. Örtlich wendet mau Eis oder kalte Begiessungcn an. Ich habe hiernach keinen günstigen Erfolg gesehen und biu deshalb zur Benutzung einer scharfen Salbe übergegangen. Innerlich habe ich Kalium nitricum und Laxantia gegeben. Nach der von Johne in einem Falle beim Pferde gemachten Beobachtung dürfte es sich empfehlen, auch beim Rinde das Pilocarp. hydrochlor. zu versuchen,
Von den mir in der Praxis vorgekommenen Fällen von Cerebrospinal-meningitis möchte ich den folgenden speziell anführen.
Kuh des Fuhrmanns Maassbeig in dor Andortcnschcn Wiese in Hannover. Am 29. Mai zur Untersuchung, evont. Behandlung angemeldet.
Anamneses Patientin hat das Morgonfuttor anscheinend mit gutora Appetit verzehrt, eine Viertelstunde später den Riickon mehrfach gekrümmt, ist dann niedergestürzt und liogen gebUeben.
St. pr. Morgens 10'o Uhr. Die Kuh liegt platt auf der Seite. Die Schenkol liogen gerade aus. Kopf und Hals sind so stark gestreckt, dass das Maul fast in gleicher Linie mit dor Wirbelsäule sich befindet. Der Augapfel ist verdreht. Im Auge liegt ein eigentümlich stierer Ausdruck, Puls 06 und regolmässig. Kospiration 21. Temperatur 88,2. (Jefiihl allenthalben vorhanden. Der Kopf lässt sieh nicht in die normale Lage überführen; derselbe schnellt nach starker Beugung beim Loslassen in die frühere abnorme Lage zurück.
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Die Diagnose Qeniokkrampf, Meningitis oerebrospinaiis,quot; konnte nach dem vorstehenden Befunde nicht zweifelhaft sein.
Die Behandlung wurde unter dem ausdrücklichen Bemerken, dass Heilung voraussichtlich nicht erreicht weedon würde, ehiKeloitot. Auf die Qeniokpartlo wurde eine ans Ungt, eantlinrid. und Oleum erotoni.s bestehende Salbe auf das nachdrücklichste appliziert, und Innerlich wurden aohtstlindllch, jedoch nur dreimal, 60 laquo;#9632; Kalium nitricum gegeben.
30. Mai. Die Einreibung hat sehr stark gewirkt. Rektaltemperatur 38,0. Puls 58. Im Übrigen wie am Tage vorher. Das Tier bekommt, da es in den letzten vierundzwanzig Stunden keinen Kot abgesetzt hat, sofort wie auch acht Stunden später 375 g Glaubersalz mit 7,5 g Breclnveinstein.
81. Mal. Puls 52. Temperatur 37,8. Respiration 1*.
1.nbsp; Juni. Puls 50. Temperatur 37,1. Respiration 18. Das Tier stöhnt in leichtem Grade und hält den Kopf noch mehr gestreckt,
2.nbsp; Juni, Puls 52, Temperatur 30,2, Respiration 20. 8. Juni, Das Tier liegt morgens tot im Stalle.
Leiohenersoheinungen. Aufgenommen am .'!, Juni, vormittags. Die Muskeln in der Genickpartie sind dunkelrot und hyperämlsch. Auf Perforation dor Dura zwischen dem Hinterhauptsbein und dem ersten Halswirbel ftiesst eine ziemlich klare, rötlichgelbe Flüssigkeit in der Quantität von 5 g ab. Die harte Haut dos Gross- und Kleinhirns, des verlängerten Markes und des Anfangsteiles des Halsmarkes zeigt nichts Abnormes, Die weiche Haut der vorhin bemerkten Stellen stellt eine ca. 1 eindicke, sulzige Masse dar, in welcher die Arterien und Venen strotzend gefüllt und in unregelmässigen Abständen von kleinen Blutextra-vasaten begrenzt sind. Die Scitenkammorn sind mit einer rötlichgelbon Flüssigkeit sehr stark gefüllt. Das Gehirn zeigt auf der Schnittfläche, kleine Blut-punkte, die nach dem Abspülen wieder auftreten. Die Harnblase enthält einen Stalleimer voll Harn, ist sonst normal. An sämtlichen übrigen Organen sind wesentliche Veränderungen nicht vorhanden.
Zu den Krankheiten der Harnwerkzeuge.
Das dunkelste Kapitel in der Pathologie des Rindes bilden unbedingt die Krankheiten der Harnwerkzeuge. Eine gesamte Darstellung dieser Krankheiten ist zur Zeit nicht möglich, es kann sich also nur um die Mitteilung spezieller Fälle handeln.
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(icsclnviilstc in der Blase. Blaseiiblutiing.
Am 8. Oktober 1871 meldete der Gartonmann B. an der Alte Döhrnerstrasse in Hannover, dass eine seiner Kühe bei guter Fütterung und Pflege schon seit längerer Zeit abgemagert sei, in der Mllchlioferung nachgelassen und von Zeit zu Zeit unter heftigem Drängen Blut aus den Geschlechtsteilen entleert habe, seit zwei Tagen sogar festliege, sehr wenig fresse und Milch gar nicht mehr liefere. Bei der am Nachmittage stattfindenden Untersuchung erweiterte dor Besitzer seinen Vorberieht dahin, dass seit dem Vormittage wohl ein halber Stalleimer voll Blut entleert worden sei.
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U n t or s no Im n ^s bo fund. Das Tior präsentiert das Bild dor Kaohoxio, Hegt rait hfülnmtergesohlagenen Sohenkeln und aufgerlobtetera Kopfe, nimmt noch etwas von dorn vorgehaltenen Futter auf, macht jedoch trotz starken Au-ti'oibons nicht die geringste Anstrengung zum Aufstehen. Dor Puls steht auf 52, Ist welch und so klein, dass er an der G-eslohtsarterle kaum aufgenommen werden kann. l)io Respiration stolit auf 10 und Ist ziehend. Die Schleimhaut dor Scheide Ist, soweit sie zu übersehen, streifig swütot; alle anderen Schleim-häuto erscheinen vollständig bleich. Igt;io Temperatur 1st an dor Körperoberfläohe bedeutend gesunken und unregelmässig vertollt. Dor Muttermund Ist normal geschlossen, so dass nur ein Pinger in denselben tüneinznbringen ist. Dio Scheide enthält am vorderen Ende Blntooagula, deren Gewicht auf 500 g geschätzt wird. Von der Scheide aus fühlt man dort, wo die entleerte Blaso ihren Platz hat, oiuo harte, knollige Masse. Im Blasenhalse kann man mit dorn eingeführten Pinger sehr deutlich warzenförmlge Hervorragungen fühlen.
Obgleich oino absolut ungünstige Prognose gestellt wurde, well ich dio Blutung auf eine Qefässzerreissung In oinor in dor Blaso sitzenden Goschwulst zurückführen musste, so wurde dennoch, weil das Tier nicht verwertet werden konnte, eine Behandlung eingeleitet, um den weiteren Verlauf aufzunehmen.
Am 11. Oktober war das Tier an der Körperoberfläche eisig kalt; die Mast-darmtomperatnr betrug 19,7; der Bulbns war stark zurückgetreten; es stellten sieh in kurzen Zwischenzoiton Zuckungen ein. Da das Tier sich offenbar in der Agonie bo fand, wurde es getötet.
Bei der am 12. Oktober stattfindenden Untersuchung der Leiche wurde folgender Befund verzeichnet. Der Pruohthälter ist normal. Dio Schoido enthält in ihrem vorderen Räume Blutgerinnsel von pp, 750 g Gewicht, ihre Schleimhaut zeigt die Erscheinungen der Entzündung, Die Blase erscheint als oino harte, knollige Masse von '20 cm Länge, 40 cm Umfang an der stärksten Stelle und von der Porm oinor stumpfen Kegels, dessen Basis der Harnröhre zugekehrt ist; sie enthält 200 g blutige Plüssigkeit. Dio Blasenwand ist in der Gegend der Harnröhreraquo; 7,5 cm dick und nimmt von hier nach der Spitze, wo sio nur 1 cm dick ist, allmählich an Stärke ab. Dio äussere Oberfläche der Blase ist von normaler Farbe, aber mit Hervorragungen besetzt. Diese Hervorragungen sind mit Ausnahme von zweien, von denen die eine haselmiss-, dio andere wall-nussgross ist, von der Grosse einer Linse bis zu der einer Erbse. Der Blasenhals, der als solcher kaum zu erkennen, ist an der äusseren Fläche von einer '2 ein dicken Gesehwulstmasse umgeben. Die innere Oberfläche der Blaso und dos Blasenhalses ist mit hlrsekorn- bis hühnerelgrossen Hervorragungen besetzt, von denen dio kleineren rundlich, fest und gelbliehweiss, die grösseren grau-rötlich, welch und mit einer graurötlichen, schmierigen Masse bedockt sind. Dio Nierenkapsel ist stark Infiltriert. Dio Nieren sind um dio Hälfte grosser als im Normalzustände, sehr stark infiltriert ödematös und blass. Die Nierenbecken sind bedeutend erweitert, mit klarer Flüssigkeit prall gofiillt, enthalten ausserdem einige unregelmässig geformte, hlrsekorn- bis orbsengrosso Konkremente. Dio Untersuchung der Nieren auf amyloide Degeneration fiel negativ aus. In der rechten Lunge markieren sich einige Lobuli durch oino dunklere Farbe und festere Konsistenz.
In den an der inneren Fläche der Blase sitzenden Geschwülsten fand sieh sofort ein starkes bindegowobiges Gerüst und Zellen, die teils rundlieh, teils
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mehr eoklg, und alle von dor doppelten Grosso der lympliolden Zeilen waren, bald darauf aber auch rundllobe und ovale Alveolen, die mit den eben bemerkten Zeilen besetzt waren. Diese Neubildungen waren denniaeb Fibmeareinome. Die an der äusseren Fläche der Blase und des ülasenbalses sieb befindenden Ge-sohwttlste bestanden, wie loh an vielen Präparaten sehr deutlich gesehen habe, aus retiktilärem Bindegewebe mit eingeschlossenen Zellen, die in jeder Bezioliiiiif? mit der vorhin angeführten übereinstimmten. Diese Neubildungen erklärte loh für oaroinomatüse Lymphome,
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Von einem Herausreissen der Qesohwtllste, wie In dem von Levens tultge-teilten Falle 15. T. \V. pro 1898, Seite 118 , konnte in ilem vorstellend erörterten Falle nicht die Rede sein.
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Chronische interstltlelle Entzündung beider Nieren einer Kuh.
Vorberiebtlieb wurde über die sieben Jahre alte Kuh, die bei voller Aus-niast ein (Jewiebt von ea. 226 kg erreicht haben würde, von dem Besitzer folgendes mitgeteilt: Die Kuh ist seit Neujahr krank, hat bald mehr, bald weniger, aber niemals die normale Quantität Futter aufgenommen und fortwährend wenig1 Milch geliefert. Der abgesetzte Kot war mitunter normal, zuweilen dünn. Der Nährzustand nahm bis zum Weidegang albnäblich und in ziemlich bedeutendem (irade ab, ist dann allerdings etwas besser geworden, aber immer noch schlecht. Bald nach dem Eintritt der offenbaren Erkrankung stellte sieh eine Qesohwulst im Kehlgange ein, die angenbllokiloh noch besteht und das Eigentümliche zeigt, dass sie bei dor Wärme kleiner, bei der Kälte grosser wird: dieselbe ist mitunter nur von dem Umfange eines Gänseeies, füllt zuweilen aber den ganzen Kehlgang aus; niemals ist sie ganz verschwunden. Erscheinungen der Brummerkrankheit sind niemals wahrgenommen worden.
Bei der speziellen Untersuchung, die von dein Polizeitierarzt Thomson und mir gemeinschaftlich ausgeführt wurde, ergab sieb folgendes; Die Kuh steht ruhig auf der Weldo, siebt ganz munter aus, ist stark abgemagert, tief im Bauche eingefallen, bat glanzloses Haar und eine faustgrosse, schmerzlose, Fingereindrücke annehmende und nach Aufhebung des Druckes Grübchen zurücklassende, also ödematöse Geschwulst im Kehlgange, liespiration bei 22deg; Lufttemperatur im Schatten 21. Inspiration sackadiert. Puls 74. Arterie stark gefüllt, die Wand derselben gespannt. Venenpuls am Halse deutlich sichtbar; derselbe erstreckt sieb bis ungefähr zum Teilungswinke] der Jngnlaris und steht in gleicher Höbe mit dem Arterlenpuls. Physiologischer Venenpuls. Temperatur an der äusseren Fläche des Körpers normal, im Mastdarm 38,8. Bindehaut des Auges in leichtem Grade schmutzigrot. Schleimhaut der Soholdo normal. Der Kot ist von normaler Konsistenz, wird In abnorm kleiner Menge abgesetzt und ist von schwach alkalischer Reaktion, Der Harn ist vollständig wasserklar und von schwach alkalischer Reaktion, er wurde während der Unter-SUOhung abgesetzt, aber in so geringer Menge vielleicht 100 g , dass ein Auffangen desselben für die spätere Untersuchung ausgeschlossen war. Die Milchdrüse ist schlaff, enthält nur eine geringe Quantität dünner, ampbotoi' reagierender Milch. Bei der Auskultation der Lungen wird allenthalben, wo anzukommen, ein schwaches, vesikuläres Geräusch wahrgenommen, aussordom kon-
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statiiM't, (lass die Inspiration (s. o.) in drei Absätzen beschafft wird. Die Herztöne sind rein, an dor linken Seite sehr laut, an dor rechten Seite weniger laut, aber doch sehr deutlich wahrnehmbar. Pansenthätigkelt sehr lebhaft, Darm-gerftusoh fliessend und kluckernd, Leberdärapfung normal, Druokempflndlich-keit bei dor genauesten Untersuchung an keiner Körperstelle zu konstatieren. Auf die spezielle Untersuchung dor Niere vom Mastdarm aus musste krankheitshalber verzichtet werden.
Aus diesem Bofnud schlössen wir auf Zirkulationsstörungen, deren Ursache, da das Herz normal funktionierte, in dor Bauchhöhle vermutet wurde.
Das Tier wurde sofort getötet.
Die Sektion lieferte Im wesentlichen folgenden Befund: Bei Bröflhung dor Bauchhöhle fllesst l 1 wasserklare Flüssigkeit ab. Die serösen Häute der Bauchhöhle sind allenthalben glatt und glänzend. Zwischen den Blättern des Gekröses tindot sich wasserklares, absolut flockenfreies Seram In ziemlich bedeutender Menge und derart verteilt, dass auf gemachten Einstich an einigen Stellen nur Tropfen, an anderen Stollen ' ^ 1 und darüber zum Vorschein kam. Die Nieren wiegen 650 und bozw. 800 g. Die gesunde Niere einer gleich grossen Kuh wiegt ca. 500 g. Sie sind derb, fest, In der Rindensubstanz und in dem diese begrenzenden Teile der Marksubstanz blass und speckähnlioh, jedoch sind einzelne Abteilungen derselben rot gesprenkelt. Die beiden Eierstöcke präsentleren sich als zwei luihnereigrosso Blasen. Beim Einstich in dieselben entleert sich eine schleimige Plttssigkeit; die zurückbleibenden Bälge sind von der Dicke einer starken Spielkarte und enthalten im Grunde noch Bierstocksgewebe.
Da uns zur Zeit kein Mikroskop zur Verfügung stand, war die Redaktion der B. T. W. so liebenswürdig, die mikroskopische Untersuchung der Nieren zu vermitteln, und diese ergab chronische intorstitielle Nephritisquot;.
Die Krankheiten der Milchdrüse.
Die Krankheiten der Milchdrüse des Rindes beschäftigen den Landpraktiker täglich und sind daher für ihn, nicht weniger natürlich für den Ländmann von der allergrössten Bedeutung: sie sind, trotzdem sie so häutig vorkommen, noch nicht nach allen Richtungen in genügender Weise erforscht und müssen daher weiter studiert werden.
Ich habe In meiner früheren Privatpraxis, wie auch später in der externen Klinik der Königlichen Tierarzneischule zu Hannover recht gute Gelegenheit gehabt, Euterkrankheiten zu beobachten; ich schildere diese Krankheiten, wenigstens die hauptsächlichsten derselben, mich eigenen Beobachtungen, und daher kommt es, dass die Anschauungen anderer über die Euterkrankheiten mit meinen Ansichten und Aufstellungen nicht ganz übereinstimmen. Das ist indessen kein Nachteil, sondern ein Vorteil, Denn Meinungsverschiedenheiten können nur zur weiteren Untersuchung und so zur Klarstellung führen.
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16] Mlloliiuangel zur Zelt dos Gebarens.
Die Abnormität kommt jedenfalls nieht häufig vor.
Krankheitserscheinungen. Dns Kutter ist schlaff, kälter als sonst zu dieser Zeit, und aus demselben ist trotz anhaltender Melkmanipula-tionen kein Tropfen Milch zu bekommen.
Verlauf. Dieser ist in allen von mir beobachteten Fällen insofern kein günstiger gewesen, als Mllohsekretlon niemals eingetreten ist. Ich muss jedoch hinzufügen, dass ich mir wenige Fälle dieser Art behandelt habe, und folglich meine hierin gemachten Erfahrungen zur Aufstellung einer Kegel nicht genügend sind.
Diagnose. Diese kann niemals Schwierigkeiten bereiten. Eine Verwechselung ist nur denkbar mit der Verstopfung des Striches, die jedoch niemals an allen vier Vierteln zu gleicher Zeit vorkommt, und mit der interstitiellen Euterentzündung, hei welcher aber sehr bedeutende Entzündungserscheinungen vorliegen.
Ursachen. Diese Abnormität stellt sich mitunter im Verlaufe der katarrhalischen und der interstitiellen Mastitis ein.
Behandlung. Obgleich ich durch die eingeleitete Behandlung niemals ein günstiges Resultat erreicht habe, kann ich doch nur empfehlen, in jedem Falle einen Heilversuch zu machen. Man lasse Melkmanipulationen machen, das Euter massieren und innerlich die inilchtreibenden Mittel Fenchel, römischen und schwarzen Kümmel, Spiessglanz etc. oder kleine Dosen Aloe geben. Es dürfte sich besonders empfehlen, die Behandlung event, schon während der Trächtigkeit einzuleiten. Ein mir befreundeter Menschenarzt, Dr. Mensinga in Flensburg, erzielt bei Frauen, welche keine Milch produzieren, in 75 pCt. aller Fälle auf die Weise volle Laktation, dass er von der '20. Schwangersehaftswoche an die Brust centrifugal, d.h. von der Warze gegen den Körper, massiert und innerlich kleine Dosen Aloe reicht. Fette Frauen sollen am wenigsten Aussicht auf Heilung bieten, Bainwerker lässt oft melken und giebt innerlich Sulf, nur., Rhiz. calami. Kniet, anisi und Hb. millefolii. Area und Sicardi geben an, Morrhenia braehystephana, eine zu der Familie Asklepsiadeen gehörende, in Argentinien wild wachsende Pflanze, befördere die Milchsekretion selbst dann, wenn selbige bereits gänzlich stockt.
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Der gelbe Oalt.
Diese in der Schweiz vorkommende, bei uns unbekannte Krankheit findet an dieser Stelle Erwähnung, weil sie zur gänzlichen Sistierung der Milchsekretion in der ergriffenen Drüsenpartie führt.
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Schweizer Tierärzte geben nach Brenuwald an, dass beim gelben (Inlt die ergriffene Drüse entweder seblaft' oder hart, bezw. knotig, mit-inifer auch schmerzhaft werde, nnd dass die Milelisekretiou autliore, wfthreud Fress- und Saufluat bestehen bleiben.
Xaeli Nooard und Mallereau soll die Krankheit mit leichter Temperaturerhöhung bis 89,4 und geringgradiger Entzündung des Euters beginnen. Die ergriffene Drüse soll im grossen und ganzen normal, aber etwas kleiner, als die nieht erkrankte Drüse sein, und über dem Striche tgt;ino nuss- bis apfelgrosse, unempfindliche Verhärtung besitzen. Die Milch scdl graugelb von Darbe und sauer sein, ohne. Nachteil genossen werden können, aber infolge Einspritzens in gesunde Euter dieselbe Krankheit hervorrufen.
Der gelbe Galt tritt nach Hess und Borgeaud bei Kühen, Schafen und Ziegen auf, geht von einem Tiere auf das andere über und führt in I bis 6 Monaten zur Sistierung der Milchsekretion und zur Atrophie der Drüse. Diese Herren haben einen Streptokokkus entdeckt, der über die Krankheitsdauer hinaus vorhanden ist, und der sich sonst nicht findet. Die Milch ist nach Hess und Borgeaud anfangs wässriger, bläulich, um die Hälfte vermindert, manchmal rosarot bis bräunlich, meistens aber gelblich, enthält viele KaseYnflockeu und gerinnnt vorzeitig; sie nimmt in einigen Tagen oder Wochen ein molkenähnliches Aussehen an, wird schleimig, klebrig, riselig, stark fadenziehend, bekommt einen salzigen Geschmack, behält aber den normalen Geruch.
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Das Flelsoheutei't
Das sogenannte Fleiscbcuter, von Hychner auch Schwammeuter etc. genannt, habe ich in den ersten Jahren meiner Praxis ab und zu, später aber niemals gesehen.
Das Pleischeuter charakterisiert sich dadurch, dass es sehr umfangreich und derb ist, keine besondere Empfindlichkeit zeigt, Verhältnis-massig wenig Milch liefert und nach dem Ausmelken nicht schlaff ist. Das Allgemeinbefinden des Tieres ist nicht getrübt, und die Mastfähigkeit desselben normal. Solche Tiere scheinen nach dem Umfange des Euters ausgezeichnete Milchlieferanten zu sein, sind in der That aber sehr schlechte.
Die Einleitung einer Behandlung, die in häufigem Melken und Massieren des Euters, sowie in der Verabreichung der sogenannten milchtreibenden Mittel bestehen müsste, kann ich nicht empfehlen.
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168 Das Aufhalten der Milch.
So bezeichnet man diejenige beim Melken auftretende Abnormität,
bei welcher die Milch aus den Milchkanälclien nicht in die Zisterne hineintritt und folglich nicht aus dein Euter zu bekommen ist. Das Aufhalten der Milch ist Jeder Melkerin bekannt und von Fürstenberg
wissenschaftlich erörtert worden.
Erscheinungen. Milch kommt beim Melken zuerst In normal dickem, nach ein paar Zügen schon in dünnem Strahl und dann gar nicht mehr zum Vorschein.
Verlauf. Die Milch, die zu einer Melkzeit aus dem Euter gewonnen wird, ist nicht, wie man gewöhnlich glaubt, im Anfange des Melkens schon in ganzer Menge im Euter, mich weniger in der Zisterne vorhanden, sondern wird zum Teil, vielleicht gar grösstenteils während des Melkens gebildet. Die Zisterne kann Im Vergleich zu der Quantität Milch, die zu einer .Melkzeit erhalten wird, nur eine geringe Menge fassen; selbige muss daher während des Melkens von den Drüsengängen aus gespeist werden. Bleibt dieser Nachschub aus, so sagt man, die Kuh hält die Milch auf. Werden die Melkmanipulationen dann fortgesetzt, so fliesst die Milch nach kurzer Zeit in die Zisterne hinein. Melkerinnen haben mir wohl gesagt, die Kühe könnten die Milch von einer Melkzeit bis zur andern aufhallen, Beweise für die Richtigkeit dieser Behauptung habe ich aber nicht gefunden.
Ursachen. Das Aufhalten der Milch stellt sich mitunter ohne nach-weissbare Ursache, namentlich aber dann ein, wenn das Melken roh oder durch unbekannte Personen beschafft wird. Wie dabei der Mechanismus ist, wissen wir zur Zeit noch nicht. Die Pürstenberg'sohe Ansicht, nach welcher das Tier auf der Höhe der Inspiration die Respiration sistieren, damit den Abfluss des Hints ans der Milchader hemmen, so eine starke Eiillung der Venen des Euters und dadurch eine Kompression der in die Zisterne einmündenden Ausführungsgiingo der Milchdrüse hervorrufen soll, kann Ich nicht adoptieren. Wäre diese Ansicht richtig, so könnte das Tier, wie von Fürstenberg allerdings auch behauptet wird, die Milch nur so hinge aufhalten, wie es die Respiration sistieren kann: das ist aber nicht der Fall. Ein kleiner Versuch kann die Haltlosigkeit der Ansicht von Fürstenherg auch beweisen. Man komprimiere während des Melkens beide Milchadern derart, dass ein Abfluss von Blut aus denselben nicht stattfinden kann, dann müssen sich die kleinen Venen des Enters auch füllen: das Aufhalten der Milch tritt aber nicht ein.
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Die abnorm geringe Milohsekretlon zur Zeil des Gebamp;renslaquo;
Diese Abnorniitiit lutbe ich in meiner Privatpraxis nicht ganz selten gesehen.
Krankheitserscheinungen. Das Allgemeinbefinden des Tieres ist nicht gestört: das Enter ist zur Melkzeit noch schlaff und liefert weniger Milch als sonst zu dieser Zeit.
Verlauf. Unter entsprechender Fütterung und Behandlung des Tieres steigt die Milchsekretion allmählich, kommt aber der Regel nach nicht zur normaldn Höhe.
Diagnose. Eine Verwechselung ist kaum möglich. Produziert das Kutter zu wenig, so muss das Allgemeinbefinden des Tieres aufgenommen werden. Findet sieh dieses normal, so liegt diejenige Abnormität vor, um welche es sich hier handelt.
Ursachen. Allgemeine Schwäche der Mutter, wenn diese durch mangelhafte Ernährung, wie ich vor ca. dreisslg Jahren, namentlich bei bestehender Zwillingsträchtigkeit, mehrfach gefunden habe, bedingt ist. Erwähnen darf ich hier wohl, dass bei der Frühgeburt dann, wenn selbige gegen Ende der normalen Triichtigkeit auftritt, die Milchsekretion ebenfalls geringer ist, als sie ausgefallen, wenn die Geburt am normalen Ende der Triichtigkeit erfolgt wäre. In diesem Fall ist der Zustand des Euters gewissermassen als normal zu bezeichnen. Die Hausfrau ist gewöhnlich der Meinung, dass die Milchsekretion zu der Zeit, zu welcher die Geburt normaliter hätte erfolgen müssen, in voller Griisse sich einstellen werde.
Behandlung. Das Tier muss kräftig gefüttert und mehrere male am Tage gemolken werden. Soll mehr geschehen, so kann man auch hier die früher erwähnten milchtreibenden Mittel reichen.
Das EnterMeinlaquo;
Die Erwähnung des einfachen Euterödems lässt sich kaum rechtfertigen; jedoch halte ich selbige der Vollständigkeit wegen für geboten.
Ein Euterödem ist normaliter häutig nicht immer zur Zeit des Gebarens, wie auch stets bei der phlegmonösen Mastitis vorhanden; ausserdem stellt sieh ein solches auch zuweilen als Folge- oder Teilerscheinung anderer Krankheiten ein.
Krankheitsersoheinungen. Das ganze Euter oder ein Teil desselben ist geschwollen und nimmt, wie man zu sagen pflegt, Fingerein-driicke an, d. h. wenn man mit einem Finger einen Druck auf
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dasselbe ausübt, so bildet sich eine dein Umfange des Fingers ent-sprecliende Grube.
Verlauf. Dieser richtet sieh nach der Ursache, d. h, nach der Krankheit, von welcher das Ödem als Folge- oder Teilerscheinung aufgefasst werden muss. Aber auch dann, wenn die Ursache nicht zu entfernen ist, kann das ödem wenigstens für eine kürzere Zeit beseitigt \\:erden.
Diagnose. Wenn beim vorhandenen Futerödcm Sohmerz, Köto und Hitze fehlen und das gelieferte Sekret, die Milch, qualitativ normal ist, hat man es mit der Ahnonnität zu thun, um welche es sich hier handelt.
Behandlung. Diese inuss sieh nach der Ursache richten. Ist diese Krankheit nicht zu beseitigen, will man aber aus irgend einem Orunde das ödem für eine kurze Zeit entfernen, so muss man häutig melken und das Euter massieren lassen. Fine natürliche Massage des Euters findet bei der Bewegung des Tieres statt.
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]Me parencliyinatftse EuterontzUnlt;lnng:(
Darunter verstehe ich eine Erkrankung Entzündung? desjenigen Epithels der Milchdrüse, in welchem die Milchbereitung stattfindet. Sollte ich mich in der bis jetzt noch neuen Auffassung irren, und sollte die gewählte Bezeichnung nicht präzise ein, so ist das nicht so schlimm, wie der Laie vielleicht glaubt. Ich kann hierunter wenigstens mitteilen, was ich in der Klinik vielfach gesehen habe, und was sich folglich auch wieder linden wird.
Die parenehymatöse Mastitis liegt bei vielen Infektionskrankheiten, wahrscheinlich auch bei der katanhalisehen und interstitiellen Mastitis vor: dieselbe ist von mir auch nicht ganz selten als selbständiges Leiden gefunden worden.
Krankheitserschelmmgen. Das Allgemeinbefinden des Tieres ist, wenn die parenehymatöse Euterentzündung als selbständiges Leiden besteht, nachweisbar nicht gestört. Das Euter ist nach der Quantität Milch, welche es liefert, zu umfangreich, also relativ geschwollen und, wenigstens anscheinend, empfindlicher als unter normalen Verhältnissen. Von dem Vorhandensein einer höheren Temperatur habe ich mich nicht überzeugen können. Die Milchsekretion hat abgenommen bis auf den fünften, ja mitunter sogar bis auf den zwanzigsten Teil der früher gelieferten Menge. Die Milch erscheint mitunter normal, in anderen Fällen zu dick und gelblieh und in noch anderen Fällen schmutziggrau: sie gerinnt in jedem Falle beim Kochen, selbst auch dann, wenn sie kurze
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Zeit vorher gewonnen worden ist und normal, d. li. amphoter, reagiert. Die Ursache der Gerinnung der Miloll ist trotz der vielseitigen Unter-snohungen derselben, die auf meine Veranlassung vorgenommen worden sind, mit Sicherheit noch nicht erkannt. Begemann, der die Milch mehrfach untersucht hat, gelangte jedesmal zu dem Resultat, dass der Gehalt an Kasein abnorm gering, dagegen der Gehalt an Albumin viel zu bedeutend sei. Sohmldt-Mühlheim kam bei seinen Untersuchungen zu dem Ergebnis, dass ein Biweisskörper, der zwischen Kasein und Albumin stehe und Prokasein genannt wurde, in der Milch vorhanden sei. Der als Chemiker rühmlichst bekannte Arnold neigt sich zufolge seiner Untersuchungen der Ansicht zu, dass ein dem Labferment sehr ähnlicher Körper in der Milch vorhanden ist, welcher die (ierinnung derselben verursacht.
Verlauf. Dieser ist der Regel nach ein günstiger; die Milch wird nach und nach in grösserer Menge und von normaler Konstitution geliefert.
Ursachen. Die veranlassenden Ursachen der Mastitidcn werden Später im allgemeinen besprochen werden.
Behandlung. Nachdem ich früher vieles und anscheinend mitunter auch mit Nutzen gebraucht habe, bin ich seit reichlich zwanzig Jahren s. d. den dritten Jahresbericht der Königlichen Tierarzneischule in Hannover bei der Verwendung von Fructus foenieuli mit Antimonium crudum stehen gehliehen. Ich lasse dreimal täglich sanft ausmelkcn und morgens, mittags und abends Antim. crud. 7,5 mit Pruot, foenic, 16,0 in Form einer Sohüttelmixtur geben.
Bei der Ziege habe ich diese Krankheitziemlich häufig nach dem Gebären gefunden und unter Benutzung der oben genannten Mittel bald beseitigt.
Die katarrhalische Enterentzttiidnn^
Eine verschieden tief gehende Entzündung der Sehleimhaut des Striches, der Zisterne und der Ausführungsgänge der einzelnen Driisen-läppohen. Sie kommt für sich als rein örtliches Leiden, häutiger jedoch als Teilerscheinung von Infektionskrankheiten vor. Als solche habe ich sie ab und zu bei der Kinder-Influenza und ziemlich oft bei der Maul-und Klauenseuche gesehen. Es ist merkwürdig, dass diese ro rein in die Erscheinung tretende Krankheit von anderen Autoren gar nicht speziell beschrieben, also wohl mit der von mir sogenannten interstitiellen Mastitis zusammengeworfen worden ist.
Krankheitserscheinungen. An einem Viertel, einer Hälfte, an allen Abteilungen, mitunter am linken Vorder- und rechten Hinterviertel etc. des Euters linden sich die Erscheinungen der Entzündung. Die betreffende Euterpartie ist geschwollen, vermehrt warm, ausnahmsweise
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gerötet und liefert beim Melken ein abnormes Sekret. Die Schwellung beschränkt eich, wenn diese Form rein vorliest, auf die untere Hälfte der ergriffenen Euterpartie und ist vielfach so schwach, dass sie kaum nachzuweisen ist. Niemals ist das Euter bei der katarrhalischen Euter-entzündung sehr umfangreich, steinhart oder gar ödematös. Vielfach ist die Schwellung am Stricfie verhältnismässig stark, mitunter fehlt sie hier aber ganz. Der Schmerz erstreckt sich gewöhnlich bis zur mittleren Höhe der ergriffenen Euterpartie; derselbe ist mitunter aber nur an dein Striche und der Zisterne zu konstatieren. Die Kote sieht man nur ausnahmsweise, sie erstreckt sich vom Strich bis zur mittleren Höhe des Organes und geht hier allmählich in die normale Farbe über. Die beim Melken gewonnene Flüssigkeit habe ich, wie folgt, verschieden gefunden.
a)nbsp; Die zu einer Melkzeit zuerst erhaltene Flüssigkeit erscheint hellrosarot ganz so, als wenn zur normalen Milch etwas Blut hinzugesetzt wird und enthält sogar kleine Blutgerinnsel; die zuletzt gewonnene Flüssigkeit sieht vollständig weiss, bezw. normal aus, in derselben können aber auch ab und zu kleine Blutgerinnsel sichtbar werden. Je härter gemolken wird, um so leichter treten Hlutcoagula in der Milch auf.
b)nbsp; In anderen Fällen ist die beim Melken zuerst erhaltene Flüssigkeit dünn, grauweiss von Farbe und mit kleinen Flöckchen durchsetzt, die zuletzt gewonnene Flüssigkeit von der Beschaffenheit der normalen Milch.
c)nbsp; nbsp; In noch anderen Fällen ist die beim Melken zum Vorschein kommende Flüssigkeit bis zum letzten Tropfen dünn, grauweiss von Farbe und mit kleinen Flöckchen und gröseren Klümpchen, von denen die letzteren aus Zellenschollen und Fibrinplatten bestehen und sich nur unter grosser Kraftanstrengung auspressen lassen, untermischt. In keinem Falle ist die Sekretion des Euters eine quantitativ normale.
Verlauf. Dieser ist niemals im voraus mit Sicherheit anzugeben. Folgende Ausgänge habe ich in der Praxis kennen gelernt.
1.nbsp; Die Krankheit kann in einer Zeit von einigen Tage zur vollen Ausgleichung gelangen. Dieser Ausgang ist von mir am leichtesten erreicht worden, wenn die beim Melken zuerst erhaltene Flüssigkeit von rötlicher Farbe war; derselbe ist aber nicht ausgeschlossen, wenn das gelieferte Sekret von grauweisser Farbe und flockig ist.
2.nbsp; Es kann relative Heilung derart eintreten, dass eine Verdickung der Schleimhaut des Striches und der Zisterne zurückbleibt. Mau fühlt dann, wenn man den Strich zwischen Daumen und Zeigefinger rollen lässt, einen federkieldicken Strang, welcher sieh bis zur obersten Partie der Zisterne erstreckt. Die Tiere liefern eine normale Milch, sind aber hartmelkig, mitunter in sehr bedeutenden Grade.
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8. Ks kommt vor, (lass dor Katarrh vollständig beseitigt wird, gleichzeitig aber die Milohsekretioii sisticrt. Ob solche Tiere, wemi sie fernerhin zur Zucht benutzt werden, im nächsten .Jahre der Kegel nach wieder Milch produzieren, weiss ich nicht.
4.nbsp; Es stellt sich mitunter Eiterung ein, so dass aus den ergritt'enen Eutervierteln Milch nicht mehr gewonnen wird. Die bei den Melk-inanipulationeu erhaltene Masse ist ziemlich dick und mit Klumpen durchsetzt; sie enthält neben den Fettkügelchen granulierte Rundzellen, Epithelzellen und Bakterien. Die Klumpen, die sieh in dieser Masse finden, bestehen weniger aus Kasein, sondern mehr aus Albumin. Ist die tägliche Lieferung von Eiter keine bedeutende, so kann vielleicht, was ich jedoch nicht gesehen habe. In verhältnisinässig kurzer Zeit Ausgleichung eintreten, es dauert der Prozess dann aber der Regel nach sehr lange, mitunter sogar bis zum Tode, bew. bis zum Schlachten des Tieres. Es stellt sich auch hierbei eine Verdickung der Schleimhaut des Striches und der Zisterne ein, jedoch nur eine geringgradige. Hartmelkigkeit habe ich hierbei niemals eintreten sehen. Ist die Eiterproduktion eine bedeutende, so stellt sich ziemlich rasch neben einer Verdickung der Schleimhaut des Striches und der Zisterne eine Verdickung der Wand der Drüsenkanäle ein. Man fühlt dann dicke, harte Stränge in der Drüsensubstanz. In diesem Falle treten auch wohl an der äusseren Fläche der ergriffenen Drüsenpartie hervorragende, weiche fluktuierende Stellen auf, aus welchen auf gemachten Einstich eine purulente Masse, bezw. Eiter zum Vorschein kommt.
5.nbsp; nbsp;Es tritt zur katarrhalischen Mastitis mitunter die interstitielle hinzu. Dann fühlt sich das Euter, bezw. das Viertel hart und uneben an und liefert ein Sekret von vorhin bemerkter Beschaffenheit. Wenn sich neben der interstitiellen Mastitis die katarrhalische findet, so ist, wie die Erfahrung mich gelehrt hat, zu der letzteren die erstere hinzugetreten.
Leichenerscheinungen. Die noch etwas unsichere Kenntnis der Euterkrankheiten ist darauf zurückzuführen, dass selten Gelegenheit zur Sektion geboten wird. Auch ich habe nicht häufig Gelegenheit gehabt, Euter von Kühen, die an der katarrhalischen Mastitis gelitten hatten, zu untersuchen. Gefunden habe ich folgendes:
1. In den Fällen, in welchen zuerst eine rötliche, darauf eine normale Milch geliefert wird, findet sich die innere Fläche des Striches, der Zisterne und der grossen Ausführungsgänge geschwollen, bis dunkelrot von Farbe, mit gefüllten Blutgcfässen durchzogen und mit kleinen Blut-oxtravasaten durchsetzt.
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2.nbsp; Bekommt man beim Molken eine diinne, grauwelsse, mit sehwei' auszuprösseudea Klüiupohen durohsetzte Masse, so 1st die Soblelrnhaut des Striclies, der Zisterne und der grosseu Ausführungsgäage der Drüsen-liippclicn mit innig anhaftenden Platten belegt, die ans Fibrin und Zellen bestehen.
3.nbsp; Fühlt man beim Rollen des Striehes zwischen Daumen und Zeigefinger einen federkieldieken Strang in demselben etc., so ist die Schleimhaut bodeutond verdickt und hat sich sternförmig zusammengelegt.
4.nbsp; Hat eine geringe Kiterlieferung lange Zeit, monatelang, vielleicht ein ganzes Jahr hindurch bestanden, so findet sich die Sehleimhaut des Striclies, der Zisterne und der grossen Drüsenkanäle verdickt, graurot oder graubraun von Farbe, drusig an der Oberfläche und mit einer purl-formen Masse bedeckt.
5.nbsp; In den Fällen, in welchen eine bedeutende Eiterung längere Zeit bestanden hat, erscheint die Schleimhaut des Striches und der Zisterne wie vorhin sub 1 angegeben ist. Die Drüsenkanäle haben au Umfang bedeutend zugenommen und sind an verschiedenen Stellen stark aus-gebeutolt, bezw. höhlenartig erweitert; ihre Wand ist verdickt, an der inneren Fläche grauyot bis graubraun von Farbe und uneben. Die beutclförmigen Erweiterungen sind von Bohnen- bis Faustgrösse und darüber und enthalten eine puriforme Masse.
Ursachen. Es dürfte sich, umWiederliolungen zu vermeiden, empfehlen, hier die Ursachen der Mastitiden im allgemeinen zu besprechen. Auf folgende möchte ich aufmerksam machen.
1.nbsp; Mechanische Insulte. Diese erzeugen Wunden oder rufen infolge von Quetschungen eine partielle Entzündung hervor; selbige kommen hier aber wenig in Betracht.
2.nbsp; Erkältung. Die Erkältung kann als ätiologisches Moment unbedingt eine grosse Rolle spielen, ob sie aber, wie Strebel und Bühler noch in neuerer Zeit behaupten, eine Mastitis hervorrufen kann, muss zur Zeit als fraglich hingestellt werden.
8. Retention der Milch. (ialaktostase. Unterlässt man das Melken bei Kühen, die in guter, wenn auch nicht mehr voller Laktation stellen, so nimmt der Umfang des Euters selbstverständlich zu, ja man gewinnt zuweilen bei der speziellen Untersuchung den Eindruck, als bestehe eine Mastitis. Lässt man solche Tiere ohne Behandlung laufen, so tritt gewöhnlich nach und nach volle Ausgleichung, ausnahmsweise aber Eiterung ein. Schröder betrachtet die Galaktostase als Ursache der Mastitis beim Weibe, seine Nachfolger geben aber nur zu, dass durch eine solche die Entstehung der Mastitis begünstigt werde.
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I. Infektion. Die bakteriologischen Forschungpii, sowie die klinischen Beobaohtuügön führen uns unbedingt zu der Annahme, dass die Entstehung der Mastitiden auf das Kindringen von Mikroorganismen in das Euter zuriickzufiiliren ist. Mit dieser Auffassung habe ich mich zuerst nicht befreunden können, man wird ja im Alter sehr leicht zu konservativ. Nachdem jedoch recht viele Krankheiten als Infektionskrankheiten erkannt worden sind, nachdem ich bei Krankheiten, die zu den Infektionskrankheiten gezählt werden dürfen Kmderintluenza, Maul-und Klauenseuche , die verschiedenen Hauptformen der Mastitideu die parenchvmntöse, katarrhalische und intorstitielle konstatiert habe, und nachdem es schliesslich Kitt mit Reinkulturen von Pilzen, welche in die Milchzisterne gebracht wurden, gelungen ist, Mastitis hervorzurufen: bin ich ganz und gar Anhänger der Infektionstheorie geworden.
Die Zufuhr der Mikroorganismen zum Euter kann nach Kitts Angaben Deutsche Zeitschrift für Tiermedizin und vergleichende Pathologie, Band 12, Seite 1 durch das Blut, durch die im Euter vorhandene Milchsäule, sowie von Wunden des Striches aus durch die Spalträume und Lymphkanille des Bindegewebes erfolgen.
Ks soll nach Kitt, wenn die Infektion vom Blute aus erfolgt hämatogene Mastitis , das ganze Euter erkranken, falls der Infektionsstoff durch den Zitzenkanal eindringt galaktogeno Mastitis , nur das der betreffenden Zitze zukommende Gebiet der Drüse aftiziert werden, wenn das Virus von Wunden und Schrunden des Striches aus durch die Spalträume und Lymphkanäle dos Bindegewebes in das Euter gelangt lymphogene Mastitis , eine partielle oder allgemeine Mastitis auftreten.
Die Entstehung der Euterentzündung vom Blute aus nehme ich schon seit vielen Jahren, und zwar aus folgenden Gründen an. 1. Bei der Rinder-Influenza sind stets mehrere, auch solche Organe, die mit der Aussenwelt nicht direkt in Verbindung stehen, z. B. Gelcnkapseln und Sehnenscheiden, erkrankt. Es wäre doch merkwürdig, wenn bei dieser Krankheit der Infektionsstoff in Augen, Respirationsorgane, Vcr-dauungstraktus, Euter etc. gleichzeitig direkt von aussen, in die Gelenkkapseln und Sehnenscheiden zu derselben Zeit vom Blute aus gelangte. 2. Bei der Rinder-Influenza sind die Gelenkkapseln mitunter eher nachweisbar erkrankt, als das Euter. 8. Die bei der Rinder-Influenza mitunter vorhandene parenehymatöse Mastitis kann, da am Striche Erscheinungen der Entzündung nicht vorhanden sind, nur vom Blute aus angeregt sein. 4. Bei der katarrhalischen Mastitis sind nicht selten alle vier Viertel erkrankt, und da kann man doch unmöglich annehmen.
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(hiss die Mikroorganismen gleichzeitig in alle vier Striche cingedrungon sind. ü. Bei der interstitiellon Mastitis sind meistens, besonders in den heftigen Fällen, alle Abteilungen des Euters gleichzeitig erkrankt, und tinden sich in der Regel die Striche ganz gesund.
Es ist von Kitt durch Versuche festgestellt worden, dass in den Strich hineingebrachte Mikroorganismen eine Euterentzündung hervorrufen können. Aber damit ist noch nicht erwiesen, dass in der Natur ein Eindringen von Mikroorganismen in den Strich wirklich vorkommt. Die Möglichkeit einer künstlichen Infektion vom Striche aus beweist doch nicht das Vorkommen der natürlichen Infektion vom Striche aus. In einem Falle von Schlompemauke, in welchem die Haut des Euters in ganzem Umfange und in bedeutendem Grade erkrankt war, hatte sich der Krankheitsprozesa von der äusseren Haut aus auf die Auskleidung der Strichenge, des Striches, der Zisterne und der grösaeren Milchkanäle fortgesetzt. Dieser Fall ist aber ein exceptioneller und kann daher nicht in Betracht kommen. Bei der kntaniialischeu Mastitis habe ich (s. o.) bei der Untersuchung des Euters nur an der unteren Hälfte desselben die Erscheinungen der Entzündung nachweisen können und gewöhnlich eine heftige Erkrankung der Schleimhaut des Striches dabei gefunden. Diese unbestreitbaren Thatsachen sprechen allerdings dafür, dass das Gift direkt von aussei! in den Strich hineingedrungen ist und die Mastitis hervorgerufen hat, beweisen dies aber durchaus nicht; denn erstens war In jedem Falle die Auskleidung der Strichenge absolut gesund, zweitens findet man nicht selten bei der katarrhalischen und gewöhnlich, wenigstens in den schlimmsten Fällen, bei der inter-stitiellen Mastitis, dass alle vier Abteilungen des Euters gleichzeitig aftiziert sind, und drittens sind die Striche bei der interstitiellon Mastitis stets und bei der katarrhalischen Mastitis mitunter gesund. Die natürliche Infektion von der Milchsäule aus, deren Möglichkeit ich nicht bestreite, ist nach meinem Dafürhalten noch nicht bewiesen.
In den mehr als tausend Fällen von parenehymatöser, katarrhalischer und iuterstitieller Mastitis, welche ich seit 1864 beim Rinde zu sehen und untersuchen Gelegenheit gehabt habe, war die Haut des Euters und der Striche stets gesund, wenigstens ohne Wunden und Schrunden, sowie frei von allen Erscheinungen der Entzündung; ich kann es folglich niemals mit einer sogenannten lymphogenen Euterentzündung zu thun gehabt haben. Denn wenn von Schrunden und Wunden des Striches aus durch die Spalträume und Lymphkanäle ein Virus eingedrungen ist, welches zur Entstehung einer Euterentzündung geführt hat, so müssen auch doch nicht nur die Wunden und Schrunden, sondern ebenfalls
Harms, Ulmlcrkrankhoiten.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 11
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dio Ersoheluuagen der EatZÜadUttg lu der Haut dos Striches, und zwar um [afektioosherde aaobzuweisea sein. Bemerkea möclite ich auch noeh folgemies: In der Praxis tindot man recht häufig, dass die Haut der Striche spröde ist, und zwar in solchen) Grade, dass ab und zu neue Einrisse auftreten. Hierbei habe loh wohl zuweilen eine heftige Entzündung des ganzen Striches, aber niemals eine Euterentzündung auftreten sehen. Die lymphogeue Mastitis mag häufig bei der Frau vorkommen, nach meinen Beobachtungen aber nicht beim Rinde.
Bei der Frau tritt die Entzündung der MilohdrUse in dor Reget in Form oinos Knoten auf. und dieser Beginn der Krankheit spricht dafür, ilass selbige
durch eine Infektion von der Baut ..... der Warze aus hervorgerufen wird.
Bei dem Rinde tritt die Mastitis, wenn wir von der durch Tuberkelpilze, Aktinomyces und (lurch mechanische Einwirkungen entstandenen absehen, gewöhnlich ja in lianz anderer Weise auf. Der Praxis ferne stellende Männer müssen sich hei den Übertragungen aus der Mensohenhollkunde in die Tierheilkunde In acht nehmen.
Behandlung. Fütterung und Haltung müssen den Umständen nach geregelt werden. Das Melken muss möglichst sanft ausgeführt werden und darf höchstens zweimal täglich stattfinden. Äusserlich benutze loh eine mit einem gleichen Teile Spiritus verdünnte Jodtinktur, die vier- bis fünfmal täglich mit einem Pinsel auf die erkrankte Ettterpartle aufgetragen wird, bis eine hinreichende Entzündung aufgetreten ist. Bei Tieren, die auf der Weide leben, dürfen diese Bepinseluugen aber nicht stattfinden. Innerlich gebe ich Antimon, crud. mit Fruct. foenicnli in früher bemerkter Dosis. Mit dieser einfachen Behandlung habe ich, wenn ich frühzeitig gerufen worden bin, ganz gewöhnlich Ausgleichung erzielt. Die bedeutende anscheinend strangförmige Verdickung der Schleimhaut des Striches habe ich nur zweimal mit zufriedenstellendem Erfolge behandelt, lu dem einen Falle, wo es sich um die einzige Kuh eines armen und alten Ehepaares in dem Dorfe Missburg bei Hannover handelte, wurde vollständige Heilung erzielt. Das betreffende Euterviertel wurde volle vier Wochen hindurch fast kontinuierlich gebäht. In dem zweiten Falle nahm ich die Amputation des unteren Endes des Striches vor. Ks trat hierauf eine solche Vernarbung ein, dass nur ein sehr kleiner Teil der Milch zwischen den Melkzeiten abfloss. Das Präparat ist dem Museum der Königlichen Tierarzneischule in Hannover übermittelt. Einreibungen von Merkurialsalbe und ähnlich wirkenden Mitteln habe ich in früheren Jahren ohne allen Erfolg machen lassen. Bei bestehender Eiterung lasse ich das Tier nur ausmelken. Früher habe ich hier manches, auch in Form von Einspritzungen, versucht, aber stets ohne Erfolg. 1st die Eiterung bei solchen Tieren, die sich
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auf der Weidemast befinden, eine bedontende, ho nehme icli ebenfalls die Amputation des Striches vor, weil dann die Etttfernuttg des Elters bei der Bewegung des Tieres statttindet. Auftretende Abscesse sackförmige Erweiterungen der Milehkanäle müssen nach den Regeln der Chirurgie behandelt werden. Hat sich zur katarrhalischen Mastitis die intcrstitielle hinzugesellt, was ich nur ein paarmal konstatiert habe, so lasse ich das Euter häufig, aber sanft massieren und ausmelkcn, gebe innerlich nichts oder Antimonium crud. mit Fruct. foen., und gebrauche äusserlloll am liebsten Bähungen, sonst, im Notfalle, Bepinselungeii mit Jodtinktur,
riiU^iiionösc BntorentzUndunglaquo;
Tiere, die an dieser Form der Euterentzündung litten, habe ich niemals zu sezieren Gelegenheit gehabt. Ich kann daher über die pathologisch-anatomischen Verhältnisse nichts Sicheres angeben. Den Erscheinungen nach ist das subkutane, sowie ausserdem wahrscheinlich, jedoch in geringem Grade, das intcrstitielle Bindegewebe affiziert, das gesetzte Exsudat seröser Natur und das Drtisenparenohym mit den abführenden Kanälen in unbedeutender Weise in Mitleidenschaft gezogen. Diese Form der Eutcrenzündung habe ich in den Marschen Schleswigs und Holsteins während des Weideganges ziemlich häutig, während der Stallhaltung sehr selten, in der Gartengemeinde in Hannover niemals gesellen.
Krankheitserscheinungen. Die Tiere fiebern in geringem, mitunter kaum oder gar nicht nachweisbarem Grade, nehmen daher Futter und Getränk auf, und zwar gewöhnlich in normaler Quantität. Die Entzündung ist ebenfalls nicht hochgradig: sie erstrockt sich über das ganze Euter oder findet sich, was Regel ist, nur an einer Abteilung desselben. Von den Entzündungserscheimmgen tritt die Geschwulst in den Vordergrund, und selbige ist ödematös. Die Sekretion hat im ganzen Euter, besonders jedoch in der erkrankten Abteilung desselben, abgenommen. Die Milch der nicht affizierten Drüsenviertcl ist normal; die Milch der erkrankten Drüsenabteilung dagegen ist weniger weiss, also dünner, und regelmässig grobflockig.
Verlauf. Diese Form der Euterentzündung verläuft, wenn sie gut ausgeprägt ist, regelmässig in ein paar Tagen günstig, .le deutlicher die ödematöse Beschaffenheit ausgeprägt ist, um so leichter ist Heilung zu erreichen. Sind dagegen Fingereindriicke schwer zu machen, liegt demnach, was mitunter vorkommt, ein Übergang zu der folgenden Form von Euterentzündung vor, so muss man in der Vorhersage schon vorsichtig sein.
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Diagnose. Die gleichmässigc und ödematöse Schwellung der erkrankten Partie des Euters, sowie die bemerkte Eigentüinliclikoit des Sekrets sichern unbedingt vor Verwechselung.
Behandlung. Das Tier wird knapp gefüttert. Das Euter wird stündlich entleert und in schonender Weise nmssiert. Hiermit kann man in ein paar Tagen zum Ziele gelangen. Ich empfehle jedoch, leichte Einreibungen zu machen und salzige harntreibende Mittel innerlich zu geben. Als Externum benutze ich gern Seifeuspiritus oder Seifenliuiment und als Internum am liebsten Borax.
Die Vorschrift zu dem Scifonlinimont, welches ich seit 1858 benutze, ist folgende: Sapo viridis 120, Aqua forvida 400, Oleuiu torebinthinao und Liquor ammonii caust. aa 00 und Kalium carhonicum 30. Die Seife wird in dorn heisson Wasser gelöst, die Lösung In eine Flasche gegeben, alsdann die übrigen Teile hinzugesetzt.
Die Interstitielle Mastitis.
So nenne ich diejenige Euterentzüudung, bei welcher das eigentliche Parenchvm und die Schleimhaut der Ausfuhruugsgänge der Milchdrüse affiziert sein können, das interstitielle und event, das subkutane Bindegewebe aber unbedingt in hervorragender Weise erkrankt ist. Es unterliegt keinem Zweifel, dass von allen Euterentzündungen diese am häufigsten nicht nur, sondern absolut sehr häutig vorkommt.
Diese Form der Eutereutzündung wird von anderen Autoreu parenehymatöse Mastitisquot; genannt. Nachdem ich meine Bezeichnung seit Beginn meiner Dozentur benutzt habe, kann ich mich um so weniger zur Annahme eines anderen Namens bequemen, weil ich meine Benennung für richtig und die der anderen für falsch halte; denn die Entzündung des Parenchyms der Milchdrüse kann niemals eine solche Schmerz-haftigkeit, Umfangszunahme und Härte bewirken, wie wir sie bei der in Frage stehenden Entzündung finden.
Schlösser sagt In seiner Abhandlung Deutsche Zeitschrift für Tiermedizin und vergleichende Pathologie, Band ü, Seite 277 , wo er von der Einteilung der Mastitiden spricht: Auch könnte man, wenn mau die Ursache und das Wesen charakterisieren will, noch infektiösquot; oder interstitiellquot; hinzusetzen, jedoch niemals parenehymatösquot;; denn das Parenchym ist, wie ich oben gezeigt habe, nicht erkrankt, sondern es spielt sich der Krankheitsprozess lediglich im luterstitiuin ab.quot; *
Kitt Deutsche Zeitschrift für Tiermedizin etc.. Band 12, Seite 1 sagt: Im Grunde genommen liegen bei allen Mastitiden zumeist interstitielle Prozesse vor, denn bei allen Vorgängen, bei welchen die Alteration der Blutgcfässe zu einem Austritt geformter und unge-
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formter Elemente des Blutes führt und welche allein die Bezeiohuaug Eatzüaduug verdienen, erfolgt die Ablagerang der Blutbestandteile zuerst in die bindegewebige Umgebung der Venen und Kapillaren und wohl erst dann In das Drüsonlumen.quot;
Nach diesen wortgetreuen Anfülirungen von Kitt und Schlösser bin ich gewiss berechtigt, die von mir seit mehr als dreisslg Jahren benutzte Bezeichnung Interstitiellquot; auch fernerhin zu verwenden.
Krankheitsersoheinungen. Die Tiere fiebern in bedeutendem Grade und versagen folglich das Kutter, sie liegen viel, gehen deutlich lahm lliid heben während des Stehens die Hinterschenkel abwechselnd hoch. Das Euter ist sehr umfangreich, hart und warm; es fühlt sich gewöhnlich gleichmässig eben, mitunter jedoch uneben, sogar in leichtem Grade höckerig an. Und letzteren Falles nehme ich an, dass das subkutane Bindegewebe nicht in Mitleidenschaft gezogen ist. Bei den Melk-manipulatlonen bekommt man nur mit Mühe eine sehr geringe Menge, meistens nur einige Tropfen einer klaren, gelblichen, rötlichgelben, flockenfreien Flüssigkeit, die, wie man beim Einmelken in die Hand konstatieren kann, sehr warm ist.
Leichenerscheinungen. Unter Hinweis auf dasjenige, was ich über den Verlauf bemerken werde, kanö ich aus eigener Anschauung nur folgendes angeben. In frischen Fällen erscheint das Euter auf der Schnittfläche bräunlich und sehr saftig, und in den meisten Fällen tritt auf der Schnittfläche hier und da etwas Milch von anscheinend normaler Konstitution auf. Zu einer mikroskopischen Untersuchung hat es mir an Zeit gemangelt. -
Verlauf. Dieser ist ausserordentlich verschieden und niemals im voraus zu bestimmen. Folgende Ausgänge habe ich in der Praxis kennen gelernt.
1.nbsp; Vollständige Ausgleichung. Fieber- und Kntzündiingsersclieiiumgen nehmen nach und nach ab und verlieren sich schliesslich gänzlich. Die Milchsekretion tritt ein, nimmt allmählich zu und steigt mitunter fast bis zur normalen Höhe. Dieser Ausgang darf, wenn anscheinend das subkutane Bindegewebe der Drüse nicht in Mitleidenschaft gezogen ist, wenn also das Euter sich steinhart und uneben, bezw. höckerig anfühlt, am wenigsten erwartet werden.
2.nbsp; Ausnahmsweise treten alle Fntziindungserscheinungen mit Aus-schluss der gestörten Funktion zurück. Ob dann im nächsten Jahre, falls das Tier fernerhin zur Zucht benutzt wird, die Milchsekretion der Kegel nach sich einstellt, weiss ich nicht.
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8. Nicht ganz selten bleiben Verhärtungen zurück. Das Fieber ver-schwindet, Schmerz und Hitze verlieren sieh, aber die Geschwulst bleibt zum Teil zurück. Die Müchsekretion tritt ein und hebt sieh, erreicht aber nicht annähernd die normale Höhe.
i. Entwickelt sich ausnahmsweise ein grosser Abscess über dem Euter, dann treten mit Ausnahme des Schmerzes, der sogar bedeutender werden kann, die Krankheitserscheinungen in geringem Grade zurück. Diesen Ausgang kann man nach meinen bisherigen Erfahrungen aber nicht mit Sicherheit diagnosieren. In den beiden von mir erlebten Fällen magerte das Tier allmählich in hohem Grade ab und wurde sehliesslich getötet.
5, Verjauchung mit tödlichem Ausgange habe Ich zweimal erlebt. Das Fieber nahm allmählich zu. Die beim Melken gewonnene Flüssigkeit war sohmutzlggrau und stinkend. Es trat deutliche Fluktuation am Euter auf. Auf gemachten Einschnitt kam die vorhin bemerkte Flüssigkeit in grosser Quantität zum Vorschein und zerfallene Drüseusubstanz konnte mit der Hand entfernt werden. In einem dieser beiden Fälle lag gleichzeitig eine jauchige I'erikarditis vor und ich nehme an, dass von diesem Krankheitsherd Fäulniserreger nach dem Euter getragen worden sind. Über einen Fall von Euterverjauchung, die sich bei einer hochträchtigen Kuh entspann und günstig verlief, berichtet Deuper in Xo. 14 der Berliner Tierärztlichen Wochenschrift vom Jahre 1891. Diesen Fall lasse ich seines bedeutenden Interesses wegen im Auszüge folgen.
Vierzehn Tage vor dorn Kalben war das linke bintoro Viertel dor Milehdriiso geschwollen und lieferte beim Molken eine stinkende, stückige Milch; das Tier verlor nach und nach den Appetit, so dass sehliesslich nicht einmal Gras von demselben aufgenommen wurde. Am 21. Mai erfolgte dio Geburt dos Kalbes ohne bodoutondo Boschworden. Am 22. Mai nahm Deuper folgenden Bofuiul auf: Das Tier ist stark abgemagert. Fieber ist nicht vorhanden. Hinteres rechtes Euterviertel stark geschwollen und hart, in der unteren Hälfte gegen Nadelstiche unempfindlich und mit einem subkutanen Emphysem versehen. Beim Melken bekommt man aus diesem Viertel eine stinkende, rötliche Jauche. Auf gemachten Einschnitt an der hinteren Fläche und äusseren Seite findet sich eine Höhle, mit Jauche von oben bemerkter Besohaffonheit. Antlseptisolie Behandlung. Am 4. Juni ist ein uianuskopfgrosses Stück Gewebe abgestorben, welches abscheulich stinkt. Am 14. Juni. Das rechte Vorderviertel ist ebenfalls erkrankt; dasselbe ist hart und knollig; der Strich desselben stark vor-grössert und bläulich; beim Melken bekommt man aus diesem Htriche eine weiss-licho, stinkende, stückige Masse. In dem linken Hiuterviertel ist eine feinstückigo, nicht riechende Milch vorhanden. In der Milch dos linken Vorderviertels sind schon Elterkörperohen aufzuweisen. Amputation des Euters mit Erfolg.
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lt;gt;. Zweimal habe icli erlebt, dass Kühe, die an einer sehr heftigen interstitiellen Mastitis erkrankt waren, nach ein paar Tagen starben. Dass aber die Knterentzündnng zum Tode geführt hat, kann ich nicht behaupten, denn neben dieser Krankheit bestand unbedingt Magen- und Darnientzündiing. Zur Sektion bin ich in keinem dieser Fälle gelangt.
Ursachen. Siehe die katarrhalische Mastitis.
Behandlung. Nach Gillibert soll man das Euter mit Kollodium bestreichen. Mir ist nicht bekannt, dass diese Methode Anhänger gefunden hat. Vogel empfiehlt eine Mischung, welche aus zwei Esslöffeln voll Wasser, vier Esslöffeln voll Amylum, zwanzig Esslöffeln voll Glycerin und einem Esslöffel voll dicken Terpertin besteht und über gelindem Feuer geschmolzen worden ist, auf das Euter zu streichen, Schaak lässt häufig melken und mit Wasser, das erwärmt oder mit Essig angesäuert worden ist, zwei bis drei Tage kontinuierlich bähen. Sonst empfiehlt man Bähungen mit warmem Wasser, mit einem schleimigen Dekokt, mit leichter Kalilösimg. Einreibungen mit Seifenliniment, Ammoniakliniment u. s. w. Ich treffe zunächst Anordnungen über Placierung, Fütterung und Melken des Tieres, sowie über die Massage des Euters. Die l'la-olerung des Tieres kommt in vielen Fällen kaum in Frage, in anderen Füllen aber wohl. Es empfiehlt sich, die Tiere in den ersten Tagen auf dem Stalle, später aber auf der Weide zu halten; denn nichts befördert die Resorption so sehr, wie die Bewegimg des Tieres, weil dabei eine natürliche Massage des Euters stattfindet. In den Gegenden, in welchen Weidewirtschaft besteht, muss man im Sommer gewöhnlich darauf verzichten, die Tiere in den ersten Tagen auf dem Stalle zu halten, und in Wirtschaften, in welchen Stallfütterung besteht, ist es der Kegel nach nicht möglich, den Tieren nach einigen Tagen freie Bewegung zukommen zu lassen. Hinsichtlich der Fütterung muss es Kegel sein, die Tiere in den ersten Tagen knapp zu halten, resp. hungern zu lassen. Bei dieser Kuterentzündung ist ein häufiges, in den schweren Fällen stündliches Melken durchaus notwendig, und mit dem Melken verbindet man die Massage. Auf die Massage des Euters habe ich schon in der ersten Auflage meiner Geburtshilfe unter den Bezeichnungen Frottieren und Walkenquot; aufmerksam gemacht. Die mechanische Behandlung in der Form des Melkens und Massierens bildet hier unbedingt die Hauptsache, und werden dagegen Hinwendungen jetzt wohl nicht mehr erhoben werden. Innerlich gebe ich Kalium nitricum mit Natrium sulfuricum oder Borax. Ausserlich benutze ich am liebsten Bähungen mit warmem Wasser. Wenn das Euter kontinuierlich gebäht und stündlich abwechselnd und anhaltend ausgemolken und
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massiert wird, erreicht man unbedingt die besten Resultate. Will man dem Badewasser irgend welche Stoffe zusetzen, so ist nichts dagegen einzuwenden. Ks ist zu bedauern, dass so häufig auf die Benutzung der Ballungen verzichtet werden muss. Man könnte daran denken, die Bähungen durch Kataplasmen zu ersetzen; mir ist es nicht gelungen, diese so anzubringen, dass sie dem Euter stets innig anhaften. Muss ich auf die Bähungen verzichten, so lasse ich dennoch stündlich Melkmanipulationen machen und massieren, und ausserdem das Euter täglich vier- bis fünfmal mit einer aus gleichen Teilen Jodtinktur und Spiritus bestehenden Mischung bepinseln, bis eine entsprechende Hautentzündung aufgetreten ist. Der Erfolg dieser Behandlung tritt gewöhnlich erst nach mehreren bis zehn Tagen ein. Die Jodbepinselungen schliessen aber, wie auch schon früher bemerkt, den freien Weidegaug aus. Sonst kann man Einreibungen von Seifen- oder Ammoniakliniment machen, oder Kollodium, oder die Vogel'sche Mischung auftragen lassen. Gegen zurückgebliebene Verhärtungen mit Arzneien einzuschreiten, kann ich nicht empfehlen; soll etwas dagegen geschehen, so lasse man massieren. Vermutet man einen grossen Abscess über dem Euter, so kommt, falls das Tier allmählich magerer wird, vielleicht gar an Entkräftung einzugehen droht, ein operatives Einschreiten, event, die Amputation in Frage. Bei Verjauchung finden Antiscptika Verwendung und muss nach Deupers Vorgang die Amputation in Erwägung ge-ZOgen werden.
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Der trockene Enterbrandlaquo;
Über diese Krankheit des Kindes ist mir aus der Litteratur gar nichts und aus der eigenen Praxis nur wenig bekannt, so dass ich auch nur kärgliche Mitteilungen darüber machen kann.
Krankheitserscheinungen. Während die eine seitliche Hälfte des Euters vollständig intakt ist und normale Milch in der früheren Quantität liefert, iindet sich die andere Hälfte kalt, odematös geschwollen, bis zu einem in ganzem Umfange ziemlich gleich hohen Punkte gerötet und nicht nur nicht schmerzhaft, sondern gefühllos. In einem Falle sah ich an den Strichen Blasen mit einem kalten, rötlichen und trüben Inhalt. Bei den Melkmanipulationen bekommt man eine kalte, blutige Flüssigkeit. Das Allgemeinbefinden fand ich beim Rinde niemals gestört.
Verlauf. In verschiedener Höbe bildet sich die Demarkationslinie: der darunter liegende Teil trocknet allmählich auf und löst sich gleichzeitig von dem lebenden Teile ab. Am längsten halten sich die durch
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Thromben geschlossenen Blntgefässe; die Vernurbung erfolgt verhältais-mttssig schnell.
Diagnose. Eine Verwechselung ist, wenn nian nur das Vorkommen dieser Krankheit kennt, absolut unmöglich; denn die Ausschiiessung der interstitiellcu Mastitis und des Blutextravasats über dem Euter, um welche es sich überall nur handeln kann, wird niemals Schwierigkeiten bereiten.
Ursachen. Diese sind mir unbekannt. Ich möchte jedoch bemerken, class von einem Ausgang der Entzündung in Brand hier nicht die Rede sein kann.
Behandlung. Niemals bin ich gegen diese Krankheit beim Rinde eingeschritten. Soll etwas geschehen, so kann es sich nur um die Benutzung der Antiseptika, event, um die Amputation der erkrankten Euterhälfte handeln.
Die rosenartig'c Kiitxiimluug' dor Haut des Euters.
Diese Krankheit habe ich bei den auf der Weide lebenden Kindern mitunter gesehen und behandelt.
Krankheitsersoheinungen. Leichtes Fieber mit den weiteren Folgen. In der Haut des Euters finden sich kleine, flache, ödematöse Schwellungen, die entweder scharf begrenzt und von dem Umfange eines Zehnpfennigstückes bis zu dem eines Markstückes oder von mehr unregelmässiger Form und grösserem Umfange sind. Die Milch ist gewöhnlich normal, mitunter jedoch gelblieh und dicker als im Normalzustände.
Verlauf. Stets günstig. In ein paar Tagen tritt Heilung ein.
Ursachen. Unbekannt.
Behandlung. Ich gebe innerlich stündlich 6 g Schwefelsäure mit einer Flasche Wasser,
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Die sogeiiamite Kiitersenclie.
Schlösser sagt im neunten Bande der Deutschen Zeitschrift für Tiermedizin und vergleichende Pathologie auf der 272. Seite, dass die Mastitis nur während der Laktation auftritt. Das ist im allgemeinen auch richtig. Es kommt jedoch seit dem Jahre 18ÜO in Schleswig-Holstein bei Kindern eine Infektionskrankheit vor, bei welcher auch bei den nicht in der Laktation stehenden weiblichen Kindern, sogar bei den Ochsen und Bullen die Milchdrüse entzündet ist. Und diese Infektionskrankheit wird, weil die Milchdrüse stets aftiziert ist, mit dem Namen Euterseuchequot; belegt. Über diese Krankheit, welche jedes Jahr, mitunter
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sogar in grosser Verbreitung, besonders an der Westküste Schleswigs vorkommt, liegt, was sehr zu bedauern ist, keine exakte Besohrelbuug vor; und da loh keine (ielegenheit gehabt habe, selbige zu studieren, so kann icli fast nur darauf aufmerksam machen, dass sie vorkommt, und muss fernerhin die betreffenden Kollegen ersuchen, baldigst aus* führliohe Mitteilungen darüber zu machen.
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Die Entersouohe hu Herzogtiun SolileswlgTt
Auf besonderen Wunsch hat Tierarzt Thlessen in Tetenbüll mir hlerllber du Schreiben zugehen Lassen, aus welchem ich das Folgende entnommen habe.
Die Krankheit hat In den Jahren 1850 und 1852 allenthalben in Eiderstedt unter den frästen fetten Kühen und Quien, sogar hol sechs Monate alten Kälbern, vereinzelt bei Ochsen und sehr selten bei Milchkühen geherrscht.
Krankheitsersoholnungen, Leichtes Fieber. Die Tiere, stehen krummbeinig und gehen labin. Die Sprunggelenke sind entzündet. Euter und Striche sind stark geschwollen, sehr wann, von bläulicher Farbe, glänzend und sehr schmerzhaft. Bei den Melkmaniptilationen giebt es In den ersten Tagen oine wässerige und schinutziggelhe, später eine kliünperige und übelriechende Flüssigkeit.
Vorlauf. Selten lethal. Die Entzündung des Euters und der Sprunggelenke hat sich aber Immer erst nach einigen Wochen verloren.
Ursachen. Hierüber ist nichts Sicheres ermittelt worden. Thlessen hat aber wohl schon an eine Infektion gedacht. Derselbe ist näralieli der Ansicht, dass der Rotlauf des Schweines und die in Präge stehende. Krankheit, welche gleichzeitig geherrscht haben, durch eine und dieselbe Ursache hervorgerufen worden sind.
Behandlung. Aderlass, häufiges Ausmelken, Bestreichen des Euters und der Sprunggelenke mit Schlamm Mndder aus den Gräben , Einroiben des Katers mit einer aus 01. laurinum und Ungt. althaeao bestehenden Salbe. Entleerung der grösseren Abscesse. Innerlich N'atr. sulf. mit Rhiz. calami und Kniet, junip.
Die Eutersencho tin Herzogtum Holstein.
Uober eine Knterseuche, welche in Holstein nicht nur unter den milchenden, sondern auch unter hochträchtigen und glisten Kühen geherrscht hat, macht der Domftnenpäohter Drenkhahn auf Stendorf in Holstein uns im Wochenblatt für Schleswig-Holstein eine Mitteilung, ans welcher ich das Folgende entnommen habe.
Eine besondere Euterkrankheit trat im Winter 187475 und im Sommer 1875 vereinzelt, im Winter 1875 76 aber in solcher Ausdehnung auf der Domäne Stendorf auf, dass von einhundertundaohtzig Kühen nur vierzig verschont blieben. Jedoch nicht allein hier, sondern auch auf Redinghof und an anderen Stellen Holsteins soll die Seuche geherrscht haben.
Krankheitserscheinungeu. Das ganze Euter oder ein Teil desselben liefert bei den Melkmanipulationen eine wässerige Flüssigkeit mit geronnenen Stücken, welche letztere zuweilen so dick sind, dass sie kaum und nur mit Schmerzen für das Rind aus dem Striche zu bringen sind, ja zuweilen einem
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Biter gleichen und t:icli in Gestalt olnea Kegels in die Hand melken lassen. Dio erkrankte Güterpartie ist meistens weich und fühlt sich normal an; sollnslaquo; ist Jedoch ausnahmsweise gesohwollen, vemiehrt warm und schmerzhaft. Diese Ersobelmmgen treten plützUoh, oder nachdem das Tie r einige Tage krank gewesen ist, auf.
Über dio Ursache Ist nichts festgestellt, Ansteckung ist angenommen worden.
Behandlung. Das Euter ist mit Karbolwasser abgewaschen und ausgespritzt, der Stall gründlich desinfiziert worden. Alles jedoch ohne Erfolg.
In diesen Seucliongüiigeii hat uuhedingt eine Infektion vorgelegen, durch welche verschiedeive Lokalerkrankungen hervorgerufen worden sind. In Schleswig ist durch den Tierarzt Thiessen neben der Entzündung des outers wenigstens eine Entzündung von Gelenkkapseln konstatiert worden. In Holstein scheint man nur Augen für die Huter-krankheit, welche jedenfalls auch die bedeutendste Lokalerkrankung gewesen ist, gehabt zu haben.
Die Infektion des Euters ist wohl aul liaeinatogenem Wege erfolgt, dafür spricht ganz besonders die in Holstein gemachte Beobachtung nach welcher die Tiere mitunter einige Tage vor dein Eintreten der Euterentzündiing krank gewesen sind.
Wenn ich das wenige, was mir aus der Litteratur und durch briefliche Mitteilung über diese Krankheit bekannt geworden ist, in Zusammenhang bringe mit dem, was ich au zwei Tieren, die an der Euterseucho litten, gesehen habe, so seheint mir, dass Euterseuche und Hinderintluenza eine und dieselbe Krankheit sind.
Bei der Behandlung der Euterseuche kann es sich, so lange rheumatische Affektionen nachzuweisen sind, nur um die Verwendung des Natr. salicvl. und ähnlich wirkender Mittel handeln.
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Die Entertnhei'kulose.
Bei der Schilderung dieser Krankheit folge ich ganz und gar den in der Deutschen Zeitschrift für Tiermedizin und vergleichende Pathologie, Band 11, Seite lü, und in der Chirurgie von Stocktteth, Übersetzung von Steffen, vorhandenen hochinteressanten Mitteilungen Bangs, von deren Richtigkeit ich mich in einem Falle zu überzeugen Gelegenheit gehabt habe.
Krankheitserscheinungen. Die ergriffene Partie des Euters ist geschwollen, hart, schmerzhaft und mitunter von einem ödem umgeben; das Sekret ist zuerst wenig oder gar nicht verändert, später aber eine gelbliche, etwas trübe oder feinflockige Flüssigkeit. In dem von mir beobachteten Falle stand die Temperatur im Rectum auf 41,0,
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Leichenerscheinungen. Der primär ergriffene Teil des Euters ist gewöhnlich ziemlich gleichmüssig geschwollen und grenzt sich gegen die gesunden Teile desselben durch eine meist wellenförmig verlaufende Linie scharf ab; in sehr langsam verlaufenden Fällen kann in der ergriffenen Partie ein kleiner begrenzter Teil als fester Knoten hervortreten. In den sekundär befallenen Drüsen hat Bang einige male die tuberkulöse Infiltration in Form von wallnuss- bis hühnereigrossen Knoten gefunden. Die Schnittfläche der erkrankten Partie zeigt eine ziemlich gleiclunässige graue Farbe, in welcher bei genauer Untersuchung kleine gelbliche Punkte, welche unbedingt Drüsenkörnchen entsprechen, und gelbliche verästelte Streifen, die kleinsten Milchkanälchen, sich zeigen. Die leicht sichtbaren Milchgänge sind gewöhnlich mit einer weichen, gelblichen Masse, die reich an Tuberkelbazillen ist, gefüllt oder an den Wänden bedeckt. Die festesten Teile der ergriffenen Drüsenpartie erscheinen rötlich schillernd, bezw. rot gesprenkelt. In dem Striche, der Zisterne und den grösseren Milchkanälen kann man die Schleimhaut mit Bazillen besetzt finden. Die betreffende Lymphdrüse ist geschwollen und schon früh mit Tuberkeln versehen. Die Verkäsung nimmt mit dem Fortschreiten der Krankheit zu, so dass später trockne gelbe Knoten von verschiedener Form und ungleichem Umfange in der erkrankten Drüsenpartie vorhanden sind. Das Bindegewebe ist gewuchert. Die kleinen Milchkanäle sind mitunter hier und da erweitert. Selten sind einzelne Läppchen zu Kavernen mit käsigen Wänden und weichem oder ganz flüssigem Inhalt zerfallen.
Verlauf. Das Allgemeinbefinden ist ursprünglich nicht gestört. Die Krankheit beginnt in der Regel in einem, und zwar meistens in einem Hinterviertel, selten in zwei Abteilungen des Euters zu gleicher Zeit. Die befallene Drüse ist geschwollen und schmerzhaft. Die Milch ist scheinbiU' vorläufig normal, wird Jedoch gewöhnlich in etwas geringerer Quantität als sonst sezerniert. Die Schwellung der Drüse kann im Verlaufe einiger Tage bedeutend werden, aber auch nach und nach zunehmen; sie ist meistens gleich über die ganze Drüse verbreitet, mitunter aber auf eine kleinere Partie der Drüse beschränkt, so dass sie sich dann in Form eines Knotens präsentiert. Die Schwellung der Drüse ist, falls sie dieselbe im ganzen Umfange ergriffen hat, an der Oberfläche gewöhnlich eben, in seltenen, und zwar sehr langsam vorlaufenden Fällen höckerig, knotig. Die Drüse wird mit der Umfangszunahme allmählich derber und schliesslich steinhart. 1st ein Hinterviertel befallen, so tritt bald eine Vergrösserung der oberhalb desselben liegenden Lymphdrüse ein. Abscesse bilden sich selten.
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Hat die Krankheit eine Zeit lang, so ungefähr vier Wochen, bestanden, fängt das Sekret der Milchdrüse an, sich zu verändern; es wird dünner, feintlockig, verliert das milchartige Ansehen und ist sehliesslich eine dünne, gelbliche seröse trübe, leicht tlockigo Flüssigkeit, welche oft in reichlicher Menge abgesondert wird.
Der tuberkulöse Prozess geht von dem zuerst ergriffenen Viertel auf die benachbarten, am häutigsten auf das gleichseitige Viertel über und präsentiert sich hier dann iii Form von begrenzten Knoten. Bang hat keinen Fall gesehen, in welchem der tuberkulöse Prozess sich in dem sekundär ergriffenen Drüsenviertel gleichmässig ausbreitete.
Im weiteren Verlaufe stellt sich dann Abmagerung ein, die gewöhnlich rasch annimmt. Jedoch ist die Sehneiligkeit des Eintritts und der Zunahme der Abmagerung wohl nicht allein und hauptsächlich von dem Zustande der Eutertuberkulose, sondern wahrscheinlich davon abhängig, ob und welche inneren Organe erkrankt sind und in welchem Grade. Denn eine Kuh, bei welcher im März 1881 der tuberkulöse Prozess In einem Euterviertel auftrat, jedoch auf alle vier Viertel überging, wurde erst im Dezember geschlachtet. In welchem Nährzustande dieselbe sich befunden hat, kann ich nicht angeben, sie hat sich aber neun Monate gehalten und wahrscheinlich nur deshalb, weil das Tier, wie Tierarzt Gramer bei der Sektion feststellte, an allen inneren Organen frei von Tuberkeln war.
Diagnose. Diese ergiebt sich aus den Krankheitserscheinungen und namentlich aus dem Verlaufe. Eine Verwechselung der Eutertuberkulose mit einer anderen Euterkrankheit ist nicht möglich, sogar die intcrstitielle Mastitis ist sofort auszuschliessen, wenn man nur bedenkt, dass diese die betreffende Driisenpartie mit einem Male in vollem Umfang ergreift, und dass dabei die Lieferung von Milch sofort sistiert. Endgültig bestätigt wird die Diagnose durch das Auffinden der Bazillen.
Ursachen. Es ist hier nur darauf aufmerksam zu machen, dass das Virus bei sekundärer Kutertuberkulose vom Blut aus, bei primärer Eutertuberkulose dagegen direkt von aussen in das Euter eingedrungen sein nmss. (Siehe die Ursachen der Mastitiden).
Sehliesslich muss ich noch bemerken, dass bei der Eutertuberkulose nicht allein das Sekret der nachweisbar ergriffenen, sondern auch das der noch anscheinend gesunden Abteilungen der Milchdrüse infektionsfähig ist.
Die Beschreibung eines bestimmten Falles ist oftmals belehrender, als eine allgemeine Abhandlung, deshalb lasse ich den in der Praxis des Polizeitierarztes Thomsen-Plensburg von mir aufgenomnienen Fall hier folgen.
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Uoi' Hausvater teilte mir auf wiederholtes Befragen vorberlobtlloli folgendes mit; Das Martinstift hält zwölf Külio, die unter meiner Aufsicht von don Knaben der Besserungsanstalt gemolken worden. Unter den Kühen dos Stiftes ist die Tuberkulose vor anderthalb Dezennien In einem Jahre dreimal, in der zunfiohst folgenden Zeit ein paarmal vereinzelt, seit einigen .Jahren aber gar nicht mehr vorgekommen. Auch die Insassen dos Stiftes - fiinfundvierzig Kinder sind wenigstens anscheinend frei von der Tuberkulose.
Pragllohe Kuh ist im Dezember 1800 Im hochträchtigon Zustande gekauft worden und hat zur Normalzeit oin gesundes Kalb geboren. Sie hielt sich weniger gut im Nährznstande, als die übrigen Kühe, und lieferte auch nicht die normale Quantität Milch. Nachdem sie zwei Monate trocken gestanden hatte, brachte sio Mitte Dezember 1891 das vierte Kalb zur Normalzelt und in völlig gesundem Zustande zur Welt. Ungefähr vierzehn Tage nach dein Kalben, also Undo Dezember 1891, fand sich am linken Hintorviertel dos Euters, und zwar dicht über dem Striche, ein Knoten, der durchaus nicht schmerzhaft war, aber verursachte, dass beim Melken die Milch nicht in einem normal dicken Strahl zu bekommen war. Als ca. vierzehn Tage später beim Durchseihen der Milch Flocken auf dorn Siebe zurückblloben, wurde sofort angenommen, dass die mit dem Knoten Im Euter behaftete Kuh die Lieferantin der abnormen Milch sei, und das wurde durch die weitere Untersuchung bestätigt. Die Milch, welche bei fraglicher Kuh ans dem linken Hinterviertel gewonnen wurde, erschien abnorm dünn und enthielt grosso schmierige Flocken. Das erkrankte Viertel wurde allmählich mehr und mehr von der Geschwulst ergriffen und schliesslich ganz und gar von derselben eingenommen; das Sekret desselben wurde mit jedem Tage spärlicher und weniger weiss abgesondert, so dass nach Ablauf von vierzehn Tagen nur eine geringe Quantität einer gelben, ziemlich klaren Flüssigkeit aus dem betreffenden Viertel beim Melken zu bekommen war.
Sowie das linke Hinterviertel allmählich umfangreicher und härter wurde, und das Sekret desselben sich In vorbin bemerkter Welse veränderte, stellte sieh dieselbe Krankheit auf dem linken Vorderviertel ein, und ca. vier Wochen nach Konstatierung der Erkrankung des Euters, also vor ungofähr acht Tagen, waren beide linke Viertel desselben glelcbmässlg, und zwar in annähernd dem jetzigen Grade, erkrankt.
Untersuchungsbefund: Fragliches Tier eine Angeler Kuh, die nach voller Ausmast ein Schlachtgewicht von 200 bis 225 kg erreicht haben würde - steht bei meiner Ankunft im Stalle vor dor Krippe und nimmt Rauh-futter auf; es Ist abgemagert, hat ein rauhes glanzloses Haarkleid und ist Im Bauche tief eingefallen. Die Respiration steht auf 11; an derselben ist nichts Abnormes zu bemerken. Puls (raquo;0, sehr deutlich au der Kinnbackonarterio aufzunehmen. Venenpuls normal. Herzschlag deutlich, aber ungleich stark. Bei der Perkussion der Brustwand tritt nirgends ein dumpfer oder gedämpfter, sondern allenthalben ein lauter voller Schall auf, der einen schwachen tympunl-tlschen Anklang deutlich erkennen lässt. Bei der Auskultation der Lungen findet sich an jeder der zu untersuchenden Stellen das normale vesikuläre Geräusch, neben welchem hier und da kurz vor und auf der Höhe der Inspiration oin schwaches knisterndes Geräusch wahrgenommen wird. Auf manuelle Reizung dos Kohlkopfes in der beim Pferde üblichen Weise treten ein paar sehr schwache, fast nur hauchende Hustenstosso auf. Peiistaltischo Bewegung dos Vordauungs-
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tiuktiis normal. Kot wird in meinet' Gegenwart in normaler Qualität, aber in zu geringer Quantität abgesetzt. Dio linke EluteiMlfte ist von ganz bedeutendem (JmfangOj von einem subkutanen ödem umgeben, innerhalb des Ödems steinhart und sehr schmorzhaft. Die Striche sind stark mit Warzen besetzt, sonst gesund. Boi den Melkmanipulationen an diesen Strlohen, gegen welche das Tier sich durch Schlafen mit dorn betr. Hinterschcnkel stark wehrt, kommt eine gelbe, lymphatische, absolut neutrale, ein wenig trübe Flüssigkeit zum Vorschein, die dem Gefühle nach wärmer ist, als normale Milch. Die rechte Kuterhälfte ist in die Höhe gedrängt, von welcher Beschaffenheit und nicht nur nicht geschwollen, sondern zusammengeschrumpft. Das vordere Viertel der rechten Kuterhälfte liefert ein anscheinend normales Sekret, welches Lakmuspapier rötlich schimmernd machte, gegen rotes Probierpapier sich vollständig indifferent verhält. Das Sekret des hinteren Viertels dieser Kuterhälfte ist abnorm dünn, enthält grosso schmierige Flocken und reagiert deutlich sauer. Temperatur 41,0.
Die Sektion bestätigt die Diagnose. Alle inneren Organe waren frei von Tuberkeln; das Tier hatte folglich an primärer Kulertuberkulose gelitten.
Eiiter-Akliiioinjkonu'.
Auf die Eutcr-Aktinoniykome habe ich schon in der ersten Auflage meiner Geburtshilfe, und zwar unter dem Namen Lymphdrüsen-Absoessequot;. aufmerksam gemacht. Diesen Namen habe loh infolge eigener genauerer Untersuchungen in der zweiten Auflage meiner Geburtshilfe In Kuter-Lymphomequot; und, naeli hinreichender Bestätigung, dass diese Krankheit durch Einwanderung von Aktlnomyoes entsteht, nach dem Vorgange .lohne's in der ersten Auflage dieses Buches in Unter-Aktinomykomequot; umgewandelt. Diese Euterkrankheit kommt jedenfalls selten vor. Ich habe sie mir zweimal beobachten und behandeln können, und NIoolaus .Mari führt unter 684 in dem Sohlachthause zu Moskau konstatierten Fällen von Aktinomykose beim Eiude das Euter als Sitz der Krankheit nicht an.
Bei meinen Untersuchungen der Rachen- und Ohrdriisen-Aktino-mykome habe ich mit Sicherheit ermittelt, dass diese aus Lymphdrüsen hervorgehen; ob dies auch die übrigen Aktinoinykome tliun, ist meines Wissens noch nicht festgestellt. Nach dem Sektionsbefunde, den Johne bei seiner Versuchskuh aufgenommen hat, scheint mir dies für die Kuter-Aktinomykome der Fall zu sein.
Krankheitserscheinungen und Verlauf. Ich kann nur angeben, was ich selber In zwei Fällen aufgenommen habe. Bei der ersten Kuli lag im linken hinteren Viertel ein unter der Haut etwas beweglicher, nicht besonders stark emptindlicher, ca. wallnussgrosser Knoten. Da icli hierbei an eine einfache, infolge einer mechanischen Einwirkung ent-staudeue Verhärtung dachte, wurde eine Behandlung gar nicht eingeleitet, sondern dem Besitzer gesagt, dass Ausgleichung wohl von selbst eintreten
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werde. Denn eine hautreizende Salbe, die ich, wenn das Tier auf dem Stalle gestanden hätte, benutzt haben würde, wagte ich, da dasselbe sich auf der Weide befand uml die Stelle des Euters, wo der Knoten sass, einer fast kontinuierlichen Reibung ausgesetzt war, nicht anzuwenden. Bei meinem nach mehreren Wochen auf Wunsch des Besitzers stattfindenden zweiten Besuch war der Knoten von der Grosse eines Enteneies, mit der Haut verwachsen und zeigte begrenzte Fluktuation. Auf gemachten Einstich entleerte sieh eine gelbliche, seröse, mit gelben Flocken untermischte Flüssigkeit in geringer Menge. Die Geschwulst wurde in den folgenden anderthalb Jahren allmählich umfangreicher, und nicht nur auf der alten, sondern auch auf neuen Stellen derselben erfolgten wiederholt Durchbriiche. Jetzt wurde mir klar, dass dieser im Euter ablaufende Prozess ganz und gar mit der Krankheit übereinstimmte, welche ich schon mehrfach in den unter der Ohrdrüse liegenden Lymphdrüsen beobachtet und behandelt hatte, und welche in meiner Heimat unter dem Namen Ihlen- oder Igelkropf bekannt ist. Da ich nun die Igelkröpfe als Lymphdrüsen-Abscesse auffasste, wählte ich für die in Frage stehende Krankheit die Bezeichnung Lymphdrüsen-Abscessquot; im Euter. Das Tier wurde jetzt auf meine Veranlassung verkauft und damit der ferneren Beobachtung entzogen. In dem zweiten Falle, der ca. zwanzig Jahre nach dem ersten vorkam, fand ich im Euter einen Knoten, der von dem Umfange eines Kntencies und mit der Haut verwachsen war. Die Geschwulst wurde geöffnet, entleert, mit einem stumpfen Instrument scharf ausgekratzt, an der inneren Fläche mit einem Ätzmittel bestrichen und geschlossen. Heilung trat bald ein.
Leiehenerscheinungen. Hierüber kann ich aus eigener Erfahrung nichts angeben. Bang fand folgendes: Auf der Schnittfläche zeigte sich das Gewebe induriert und mit zahllosen weichen Aktinomykomen von der Grosse eines Steeknadelknopfes bis zu der einer Wallnuss durchsetzt. Die Zisterne war ganz angefüllt mit denselben. In der Nachhardrüse waren einige Knoten vorhanden.
Diagnose. Findet sich ein kleiner, nicht besonders stark empfindlicher Knoten im Euter, so liegt auch sofort der Verdacht vor, dass es ein Aktinomykom ist. Tritt dieser Knoten in kurzer Zeit mit der Haut in Verbiudung, stellt sich begrenzte Fluktuation ein, und bekommt man dann auf gemachten Einstich eine geringe Menge oben bemerkter Flüssigkeit, so ist die Diagnose gesichert.
Ursachen. Eindringen der Aktinomyces in das Euter.
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Behandlung. Wenn wir der Ansieht sind, dass es sich einzig und allein um das von uns nachgewiesene, also um ein einzelnes Aktino-mykom im Euter handelt, so kann je nach Umständen die totale oder partielle Exstlrpation, die Injektion von Jod, sowie das sehnrfe Auskratzen des Hohlraums und Bestreichen der inneren Flüche desselben mit Jod oder einem Ätzmittel in Frage kommen. Muss man dagegen annehmen, dass das Euter auch schon im Innern mit Geschwülsten besetzt ist, die nicht in den Bereich der Behandlung hineingezogen werden können, so kann es sich nur um die sofortige Verwertung des Tieres auf der Schlachtbank oder um die Amputation des Euters handeln.
Blutextrarasal iraquo; und über dein Euterlaquo;
Dieses Extravasat ist von Schulz, Lydtin und mir gefunden worden.
Krankheitserseheinungen. Das Euter ist in ungleichem, aber mitunter in so bedeutendem Grade geschwollen, dass es, wie Lydtin beobachtete, fast den Erdboden berührt, und schmerzhaft. Die Geschwulst nimmt Fingereindrücke an. Beim Melken gewinnt man aus einem oder mehr Strichen Blut oder eine blutige Flüssigkeit.
Leichenerscheinungen. Schulz konstatierte, dass das ganze Euter mit Blut durchsetzt war. Lydtin fand komplette Ruptur eines der Auf-hängebänder und 4 1 Blut. Über einen meiner Fälle werde ich unten Auskunft geben.
Verlauf. In dem von Schulz beobachteten Falle trat Verblutung ein. Lydtin konstatierte zunächst Besserung, dann aber Verschlimmerung, weshalb das Tier geschlachtet wurde. Die eine von meinen Kühen wurde schliesslich geschlachtet (s. u.), die andere genas.
Diagnose. Diese ergiebt sich aus der bedeutenden Quantität Blut oder blutiger Flüssigkeit, die beim Melken gewonnen wird. Beim Melken geben diejenigen Striche, welche nicht am Bluterguss partizipieren, normale Milch. Eine Verwechselung mit blutiger Milch, bei der das Sekret rütlichweiss erscheint, darf natürlich nicht stattfinden.
Ursachen. Spontane Ruptur von Oefässen im Euter. Solche Zer-reissungen von Gcfiissen kommen, wie jeder ältere Praktiker genugsam konstatiert haben wird, beim Rinde an anderen Stellen ja häufig vor. In dem Schulz'schen Falle hatte ein Holzsplitter die Arteria pudenda verletzt.
Behandlung. Dem Tiere muss zunächst Ruhe gegeben und um das Euter ein Suspensorium gelegt werden. Man lasse mit möglichst grösster Vorsicht melken, aber das oder die erkrankten Viertel niemals bis zur gänzlichen Entleerung, sondern nur bis zur Abnahme der Spannung in
Harms, Uimlorkrankheiton.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 12
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dem-, bezw. (iciisclben. Kami inun das oder die erkrankten Viertel ganz in Kühe lassen, bis man glaubt, dass der Thrüinbus in dem rii|itiiriertoii üefässe die nötige Festigkeit erlangt hat, was mit dem zehnten bis vierzehnten Tage der Fall sein dürfte, so ist das um so besser. Später gebe man dem Tiere freie Bewegung und melke bis zur gänzlichen Knt-leerung des Katers.
Zur weiteren Orientierung will icli mir erlauben, denjenigen meiner Fälle, welcher ungünstig verlaufen ist, hier mitzuteilen.
Bei einer Kuh, die mit dein Vorberiohte angemeldet worden war, dass sich bei derselben vor zwei Tagen plötzlich eine starke Schwellung des Katers eingestellt habe, und dass seit der Zeit beim Melken uns dem einen Striche Blut komme, nabin ich am 10. August 1870, bei meinem ersten Besuch, folgen-(Ion Befund auf:
Das ganze Kater ist stark geschwollen, odeaiatös und schmerzhaft; am wenigsten ödematös, aber am schmerzhaftesten Ist das rechte hintere Viertel. Beim Melken kommt aus dem rechten Unteren Viertel beinahe reines Blut, aus den übrigen drei Vierteln normale Milch, jedoch In zu geringer Quantität. Nach diesem Befunde konnte, obgleich os mein erster Fall war, ein Zweifel über die Diagnose nicht bestehen. Ms wurde sofort ein Suspensorium umgelegt und ausserdem verordnet, das rechte HIntervIertel gar nicht, die übrigen drei Viertel schonend, d. h. mit möglichst geringer Zerrung, anszumelken.
Am 11. August. Das rechte HIntervIertel ist stärker geschwollen als am Tage vorher, beim Melken bekommt man aus demselben eine weissrötliche mit Blutgerinnseln untermischte Masse.
Am 12. August. Die Schwellung hat am rechten hintern Viertel etwas, an den übrigen drei Vierteln bedeutend abgenommen. Beim Melken liefert das rechte hintere Viertel eine schokoladenfarbene, dickliche Flüssigkeit. Verordnet wird, fortan auch das rechte Hinterviertel täglich einige Male etwas zu melken.
Von dieser Zeit an trat eine allmähliche Besserung ein, die bis zum 26. August. beim Antritt meiner Ferienreise, soweit vorgeschritten war, dass das Tier als nahezu gehelltquot; aus der Behandlung entlassen werden konnte.
Am 21. August trat eine solche Verschlimmerung ein, dass mau sich ver-anlasst fühlte, das Tier am 4. September schlachten zu lassen.
Sektionsbefnud. Aufgenommen von Professor [Cöhne. Das rechte hintere Viertel des Euters ist bis zur dreifachen Grosso des normalen Umfangcs augeschwollen; es 1st durch Wucherung des Interacinösen und interlobulären Bindegewebes zu einer derben fibrösen Masse geworden, die nur an einzelnen Stellen die Überbleibsel des DrUseugewobcs mikroskopisch erkennen lässt. In der Mitte dos verbildeten Kuterviertels befindet sich eine Bohle, die beinahe einen Eimer voll geronnenen Bluts enthält. Die Wände dieser Hüblo sind dick mit Fibrin-gerinnsei belegt, und an mehreren Stellen derselben zeigen sich junge Blnde-gewobsueubildungen, die in Form feiner Stränge in die Hohle hineinragen. Eine Kommunikation dieser Höhle mit der Milcbzisterne ist nicht aufzufinden.
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Dhh BlntexU'ftTiisat vor dein Euterlaquo;
Auf dieses Extravasat mache loh aufinerksanij well es verhältnis-inässig häufig vorkommt, mul weil es sich rückwärts bis auf das Euter erstreckt. Es liegt vor dem Euter, jedoch nicht In der Mitte, sondern vor der einen seitlichen Hälfte desselben; es hat die sogenannte Milcli-ader umfasst und reicht je mich der Menge des ergossenen Blutes verschieden weit vorwärts, in seltenen Fällen bis zum Vorderschenkel. Das ausgetretene Blut bleibt mitunter vorläufig zum Teil oder in ganzer Menge flüssig, gerinnt jedoch gewöhnlich bald zu einem festen Kuchen. Letzteren Falls kann unbedingt eine Auspressung von Serum stattfinden; denn ich habe in einigen Fällen aus einem und demselben Blutextravasat zu drei verschiedenen, ca. acht Tage auseinandorliegendcn Zeiten eine nicht unbeträchtliche Quantität Serum bei der Punktion gewonnen. Ungefähr vierzehn Tage nach dem Fintritt des Extravasats ist an der inneren Fläche der Wand der Höhle, in welcher das Blut liegt, eine starke Granulation vorhanden.
Krankheitsersoheinungen. Die Geschwulst ist in leichtem Grade schmerzhaft, in der Mitte fest oder fluktuierend, an der Peripherie, besonders am inneren Rande ödematös.
Verlauf. Das Blutextravasat tritt plötzlich, und zwar meistens sofort in voller Grosse auf, nur selten nimmt dasselbe in den ersten paar Tagen noch etwas an Umfang zu. Es verliert sich bei sonst gesunden Tieren regelmässig von selbst, wenn nur Zeit gegeben wird. Dann jedoch, wenn gleichzeitig ein Geschwür an irgend einer Stelle des Körpers vorliegt, kann leicht Verjauchung des extra-vasierten Bluts und damit die grösste Lebensgefahr eintreten. Tritt z. B. bei einem Kinde, das mit einem Blutextravasat behaftet ist, Pana-ritium auf, so ist, wie ich aus eigener Erfahrung weiss, der Fintritt der Verjauchung zu befürchten.
Diagnose. Die Lage und die rasche Entstehung der Gesehwulst, das Nichtvorhandensein der peristaltischen Bewegung und das Fehlen der Bruchpforte in derselben leiten schon ziemlich sicher, die Einführung eines feinen Trokars oder der Pravazsclion Spritze erhärtet die Diagnose. Die Einführung eines dieser Instrumente wird vielleicht von manchem verworfen; ich kann jedoch versichern, dass darnach, sogar vor dem Bekanntwerden der autiseptischeu Kurmethode, in meiner Praxis niemals Nachteile aufgetreten sind. In einem Falle jedoch, in welchem ich einen Einstich mit der Lanzette in das Blutextravasat machte und nicht einmal die Wunde schloss, stellte sich eine tödlich verlaufende Verjauchung ein. Jetzt, wo natürlich nicht allein das zu
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beiiutzomle Instniinent, sondern ebenfalls und In erster Linie die Ein-Btiohstelle auf das grüadllohste desinfiziert wird, zu welchem Zwecke man ja Rasiermesser, Seife, Bürste etc. stets bei sich fuhren muss, kann man die Probepunktion ohne alle Bedenken vornehmen.
Ursachen. Es liegt eine Verletzung der Milchader vor, deren Entstehung wenigstens vielfach auf eine von airssen stattgefundene mechanische Einwirkung zurückgeführt werden darf.
Behandlung. Sichere Heilung tritt bei solchen Tieren, die sonst gesund sind, ein, wenn gar nichts geschieht. Will man die Heilung der Natur überlassen, was ich in jedem Falle jetzt thun würde, so empfiehlt es sich, dem Tiere zunächst, und zwar bis zur Herstellung eines festen Thrombus in dem rupturierten Gefiisse und bis zur Gerinnung des extra-vasierten Bluts, also ca. 14 Tage, volle Ruhe und später freie Bewegung zu gestatten. Muss auf letztere verzichtet werden, so ersetze man selbige durch häutiges, anhaltendes und sanftes Massieren. Die Naturheilung aber erfordert eine recht lange Zeit. Ich habe Fälle gesehen, in welchen die volle Beseitigung erst mit Ablauf des dritten Monats erfolgte. Deshalb habe ich in einigen Fällen wiederholt, und zwar in Zwischenzeiten von ca. 8 Tagen, mittelst der Punktion eine grössere Quantität Serum entfernt und dadurch die Ausgleichung der Krankheit jedenfalls beschleunigt. Diese Methode empfehle ich aber durchaus nicht. Man kann auch auf die Weise rascher zum Ziel kommen, dass man zwei bis drei Wochen nach dem Eintritt des Kxtravasats das Blut entfernt und die dann schon granulierende Wand des Hohlraumes nach den Regeln der Antiseptik behandelt. Die sofortige Entfernung des Blutes ist nicht unbedenklich.
Der Mikhiibsccss, Galaktocelc.
Als Milchabscess bezeichnet man die Ansammlung einer grösseren Quantität Milch innerhalb eines bedeutend erweiterten Kanales der Milchdrüse oder des interstitiellen Bindegewebes.
Krankheitserscheinungen. Nur dann, wenn der Milchabscess dicht unter der Haut liegt, kann er erkannt werden. Ks findet sich in diesem Falle eine prominierende Stelle, welche deutlich fluktuiert, aber weder vermehrt warm, noch schmerzhaft ist.
Verlauf. Konstatiert habe ich, dass ohne Einleitung einer Behandlung Heilung eintreten kann. Ob vielleicht, was wohl angenommen wird, die Milch gerinnen und sich so ein Milchkiioten, von dem mitunter gesprochen wird, bilden kann, weiss ich nicht aus Erfahrung.
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Diagnose. Es kann sich nur um die Verwechselung mit einem gewöhnlichen Abscess handeln, und dagegen schützt das Fehlen der Wärme und des Schmerzes an der fluktuierenden Stelle und deren Umgebung.
Ursache, Infolge einer Verlegung eines Ausführuugsganges der Milchdrüse muss sich vor der verstopften Stelle allmählich mehr und mehr Milch ansammeln, bis das betreffende Paronchym die Sekretion einstellt. Ks kann dabei der Seitendruck in dem Ausführungsgange so bedeutend werden, dass die Wand desselben gesprengt wird und Milch in das interstitielle Bindegewebe tritt.
Behandlung. Die Einleitung einer Behandlung ist nicht in jedem Falle notwendig, weil, wie schon oben bemerkt, Naturheilung eintreten kann. Bleibt diese aus, so kann, wenn die Beseitigung dringend gewünscht wird, die Entleerung mittelst eines feinen Trokars oder der Pravaz'scheu Spritze wahrscheinlich mit Erfolg vorgenommen werden. Ich muss jedoch bemerken, dass ich dies noch niemals versucht habe. Ein einfaches Aufspalten kann ich nach dem, was ich in einem Falle gesehen habe, nicht empfehlen.
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Euterfnrnnkuloselaquo;
.lohne berichtet über eine seuchenartig verbreitete Euterfnrunkulose unter den Kühen einer Milchknranstalt, wobei sich das Eigentümliche zeigte, dass bei einigen Tieren derselbe Krankheitsprozess am Schwänze auftrat. Ich habe im Jahre 1870 zum ersten Male, und zwar zu gleicher Zeit in zwei Stallungen bei drei Kühen Furunkeln am Euter gefunden, worüber ich in dem betroffenden Jahresbericht der Königlichen Tier-arzneisohule in Hannover Bericht erstattet habe.
Krankheitserscheimmgen und Verlauf will ich nach den Beobachtungen, die ich an den vorhin bemerkten drei Kühen gemacht habe, schildern. In einem Viertel, gewöhnlich in der Nähe des Striches, findet sich ein harter Knoten. In diesem Knoten treten weiche Stellen auf, an welchen bei geeignetem Druck Zerfallsmasse in Form von Pfropfen, die hier und dort etwas Blut enthalten, zum Vorschein kommt. So viele Pfropfe ausgepresst werden, so viele Höhlen finden sich dann, welche sämtlich eine gute Granulation zeigen. Im weiteren Verlauf schmelzen die zwischen den Höhlen stehenden Weichteile ein, gleichzeitig hebt sieh die Granulation und nach zwei bis drei Wochen ist Heilung erreicht. In einem Falle fand ich an dem Strich des betreffenden Euters eine ca. 8 cm lange, in der Mitte ca. 1,6 cm breite, ovale, blutrünstige Stelle, in welcher, wie die genaue Untersuchung ergab, die Epidermis und die obere Schicht
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der l'ulis fehlte, Das Euter lieferte in den von mir beobachteten Fällen auch aus dem mit dem Furunkel besetzten Viertel die normale Quantität Mlloh.
Ursachen. Bis auf weiteres nebme ich eine Infektion an.
Behandlung. Heilung tritt von selbst ein. Soll etwas geschehen, so kann man auf den Knoten eine fettige Substanz und auf die später auftretenden Geschwürtläelien eine Digestivsalbe oder Jodoform etc. auftragen lassen.
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Traniuatisches EutertfesohwUrlaquo;
Fs kommen, wie auch aus dem über Euterfurunkulose Demerkten hervorgeht, am Euter Geschwüre vor, die, indem sie leicht zur Heilung zu bringen sind, keine besondere Bedeutung haben. Es kommen am Euter aber ebenfalls solche Geschwüre vor, die nicht auf die Einwirkung der gewöhnlichen Mittel zur Heilung zu bringen, also von grosser Bedeutung sind, und mir um diese handelt es sich in dem folgenden.
Krankheitserscheinungen. Eine Flüssigkeit, die in Farbe, Konsistenz und Geruch Verschiedenheiten zeigt und meistens klebrig ist, tliesst an einer Stelle des Euters in einer der sezernierenden Flüche entsprechenden Quantität ab. Der Ort, wo diese Flüssigkeit geliefert wird, fühlt sich hart an und 1st schmerzhaft. Au einer Stelle wenigstens lindet sich eine Öffnung, die von verschiedenem Umfange ist und zu einem Hohlraum führt, der gewöhnlich vielfächerig ist.
Verlauf. Es kann ein solches Geschwür lange bestehen bleiben und sogar allmählich grosser werden. Unter sachgemässer Behandlung ist bald Heilung zu erreichen, wobei jedoch ein Teil, ganz gewöhnlich ein Viertel des Euters für die Milchproduktion verloren geht. Man saut in solchem Falle dann wohl, das Tier gebe mit drei Strichen eben so viel Milch wie früher mit vier Strichen: das ist aber nicht wahr.
Behandlung. Ks können vielleicht mehrere Methoden zur Heilung, zur Beseitigung des Geschwüres führen. Ich kann nur die Anwendung eines Ätzmittels empfehlen. Ich benutze zunächst Liq. Villatii. Komme ich hiermit nicht bald zum Ziele, so greife ich zu einem aus weiasem Arsenik, dickem Terpentin und Eigelb bestehendem Liniment, in welchem das Verhältnis des Arseniks zu den beiden anderen Bestandteilen wie ] : 20 ist. Die Geschwürshöhle wird gründlich gereinigt, darauf mit Hede, welche mit dem Liniment gut imprägniert worden ist, vollständig gefüllt und dann durch die Naht geschlossen. Mit ca. 20 Tagen fällt der Ätzschorf ab, und dann liegt die schönste Granulation vor. Nach
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weiteren zwei bis drei Wochen ist Heiluufi' erreicht. Sollte, was mir einmal vorgekomnien ist, ein Rezidiv auftreten, so kann in derselben Weise weiter verfahren werden, (iewölinlieh habe ich fünfzig bis sechzig Gramm des Liniments gebraucht. loh möchte noch besonders darauf aufmerksam machen, dass in der Milch von Kühen, die in der vorbemerkten Weise behandelt wurden, bis Jetzt noch niemals Arsenik gefunden worden ist.
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Striktur auf doiquot; dreilüO zwischen dem Striche und doiquot; Zisterne.
In den früheren Auflagen der Geburtshilfe, sowie auch in der ersten Auflage dieses Buches habe Ich über eine Abnormität am Kater des Kindes unter der Überschrift ..Lähmung (?) der Zisternequot; berichtet; ich habe dabei jedoch bemerkt, dass es mir fraglich, ob die gewählte Bezeichnung richtig sei, und dies ja aussordom durch ein kleines Fragezeichen angedeutet. Es hat sich aun vor drei Jahren bei einer Kali meines Hanswirtes ergeben, dass die fragliehe Abnormität nicht in einer Lähmung der Zisterne, sondern in einer Striktur auf der (irenze zwischen dem Strich und der Zisterne besteht. Es dürfte sich empfehlen, den Tliatbestand einfach mitzuteilen.
Fraglioho Kuh kam eines Tagos von Hadersleben auf der Bisonbahn an
und kalbte schon nach ein paar Standen, wenigstens mohrero Tage za früh. Ungoffthr acht Tage später sagte mir der betreffende Stalldiener, das eine Euter-viertel der nouen Kuh müsse nicht in Ordnung sein, denn er könne aas demselben die .Milch nicht in der zakommenden Weise erhalten. Als darauf die .Melkzelt wieder gekommen war, nahm ich folgenden Befund auf,
Das ganze Euter ist gut gefüllt und lässt beim Betasten keine Abnormität erkennen. Am rechten hinteren Viertel ist die Zisterne zu stark gefüllt und hat das obere Ende des entsprechenden Striches, der, wie auch die llbrlgen, gut gefällt ist, beuteiförmig umfasst. Keim Melken kommt zuaiiclist aus beiden hinteren Strichen ein voller Strahl, nach zwei Zügen erhält man ans dorn rechten hinteren Viertel einen dünnen Strahl und bald darauf mir Tropfen. Wird dann das Melken unterbrochen, so stellt sich der ursprüngliche Zustand bald wieder ein. Bei dem darauf beginnenden .Melken traten die vorhin bemerkten Erscheinungen wieder auf. In dem folgenden Jahre, In welchem die Kuh während des Abmelkens gemästet wurde, trat keine Besserung ein.
Nach dem Schlachten des Tieres fand sich, dass an der Übergangsstelle der Zisterne in den Strich eine solche Striktur keine Klappe oder falte bestand, dass nur mit Mühe die knopffönnige Sonde blndnrcbzabiingen war.
In dem ersten Falle dieser Art, den Ich 1858 auf Nordstrand bei einer Kuh des Hofbesitzers B. Feldtmaun erlebte, habe ich selber über eine Stunde go-inolken, ohne das Viertel vollständig zu entleeren.
Eine Behandlung habe ich niemals eingeleitet, sondern stets empfohlen, das betreffende Viertel aufzutrocknen.
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Yeratopfiing1 lt;les Striches UhitIi vino in derselben tynerllbersteliemle Membranlaquo;
Es kommt, wovon ich mich an drei Präparaten der Landbauliooli-schule zu Kopeilhagen überzeugt habe, vor, daas in dem Striche eine Membran querübersteht. Bei der Marktkontrolle in Hannover ist mir eine Kuh vorgekommen, bei der ich diesen Fehler annehmen durfte. Tierarzt Fraun in Dänischhasen hat mir mitgeteilt, dass diese Abnormität in seinem Wirkungskreise mitunter vorkommt, und in der Chirurgie von Stockflcth tindeii sich darüber einige Andeutungen.
Krankheitserscheinungen. Hierüber habe ich nirgends Sicheres erfahren können. In dem einen Falle konstatierte ich, dass das Euter-viertel mit der Zisterne und dem obersten Teile des Striches einen zu grossen Umfang hatte, das untere Ende des Striches normal war, bei den Melkmanipulationen kein Tropfen Milch zum Vorschein kam und die eingeführte Sonde ungefähr anderthalb Zoll ca. 8 cm vom Strich-endc entfernt auf ein Hindernis stiess.
Verlauf. Es darf bis auf weiteres angenommen werden, dass, wenn keine Behandlung eingeleitet wird, eine Entzündung des Euters sieh einstellt, die sieh ganz gewöhnlich nach und nach verliert. Unter ent-spreohender Behandlung kann, wie Stockflcth, Fraun, Bang und namentlich Steffen erfahren haben, Heilung eintreten, es kann dann aber auch sehr leicht Entzündung, Eiterung und Brand des Fitters die Folge sein. Diese Ausgänge werden nach Einführung der Antiseptik aber leichter zu vermeiden sein als früher.
Ursachen. Unbekannt.
Behandlung. Bang ist überzeugt, dass es sich in der Regel empfiehlt, nicht operativ einzuschreiten. Nach Stockfleth soll man, wenn die Mem-bran sehr hoch sitzt, lieber nicht zur Operation schreiten; wenn dieselbe nicht sehr hoch sitzt, entweder den Strich amputieren oder die Membran perforieren. Zur Perforation der Membran sind verschiedene Instrumente benutzt worden. Stookfleth operierte mit dem von ihm sogenannten Milchspiess. Bang hat die Operation mit dem von den dänischen Tierärzten unter dem Namen Milchnadelquot; geführten, sehr schmalen Messer, jedoch nur einmal mit zufriedenstellendem Erfolg gemacht. Fraun hat mitunter mit dem von ihm erfundenen Instrument ein gutes Resultat erzielt. Das Fiaunsehe Instrument besteht aus zwei, bezw. vier Uhrfedern, welche mit einer in der Mitte derselben sich befindenden Stange beweglich verbunden sind. Die Uhrfedern werden vor dem Einführen des Instruments an die Stange gezogen, nach der Einführung des Instruments aber von der Stange abgeschoben, so dass die Membran
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nach zwei, bezw. vier Riclitimgon entspreoliend tief durohsobnitten wird. Steffen durohsohneldet seit einer Reihe von Jahren mit sehr gutem Erfolg die Scheidewand mit einem von ihm selbst konstruierten 2 bis ;$ mm breiten Knopfbistouri, (lesson Schneide unter dein Kopfe nur 1,5 cm lang ist. Dass Euter, Strich, Hände, Instrumente vor der Operation sicher desinfiziert werden müssen, ist selbstverständlich.
Milchiliiss.
Als Milollfluss oder Lactorrhoe bezeichnet man diejenige Abnormität, bei welcher die Milch abfllesst, sobald die Zisterne entsprechend gefüllt ist. Dem Tierarzte werden allenthalben an Lactorrhoe leidende Milchkühe, in den Marschen, in welchen Weidemast betrieben wird, ausserdem und in verhältnismässig grosser Zahl mit Lactorrhoe behaftete Mastkühe zur Behandlung präsentiert. Durch diese Abnormität tritt bei Milchkühen ein Verlust an Milch, bei Mastkühen eine Beeinträchtigung der .Mast ein.
Verlauf. Eine Naturheilung tritt niemals ein, und auch durch die Kunst ist bei solchen Tieren, die als Milchtiere dienen, wohl schwerlich etwas zu erreichen. Besteht die Abnormität bei Kühen, die gemästet werden, so kann man das Auftrocknen derselben jedoch ziemlich leicht beschaffen.
Ursachen. Der Schlussapparat am Striche ist zu schwach, oder es liegen vielleicht infolge eines besonderen operativen Kingriffs stärkere Verletzungen am Striche vor. Letzteres habe ich bei Kühen jeden Alters, ersteres nur bei älteren Tieren gefunden.
Behandlung, a. Bei Milchkühen. Um dem Verlust an Milch vorzubeugen, genügt allerdings ein häutigeres Melken, jedoch muss der ökonomischen Verhältnisse wegen hierauf ganz gewöhnlich verzichtet werden. Um das Abfliessen der Milch und den dadurch bedingten pekuniären Nachteil zu verhüten, wird empfohlen, Ringe von Horn, Messing, Eisen etc. auf den Strich zu schieben. Ob diese Ringe gut sitzen, bezw. nicht leicht verloren gehen, ist mir aus der Praxis und Litteratur nicht bekannt. Gegen die Schwäche des Schlussapparates der Striche empfiehlt Andre die Benutzung elastischer Ringe, Die durch selbige herbeigeführte Kongestion des unteren Endes des Striches soll häutig die Erschlaffung des Schlussapparates beseitigt haben. Die Benutzung elastischer Ringe dürfte aber nicht ganz ungefährlich sein; denn liegen selbige zu fest und zu lange, so muss brandiges Absterben des unteren Strichendes eintreten, b. Bei Mastkühen. Hier handelt es sich nur um den längeren kontinuierlichen Versehluss der unteren
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Strlohöffimng, welchen mau erreioheu kann.
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ja loiclit und in versohledeuer Weise
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Der früher erwähnte Menselienarzt Dr. Meiislllga benutzt Regen die Laetorrhoe bei der Frau ebenfalls die Massage. Ill diesem Falle wird jedoch centripetal, d. h. vom Kölner gegen die Warze, massiert, bis sämtliche Milch entfernt ist, und darauf die Brustdrüse mittelst eines Verbandes unter leichtem Druck gehalten bis zur nächsten Massage.
Hier könnte die Frage nach milchvertreibenden Mitteln aufgeworfen werden. Solche kennen wir zur Zeit noch nicht. F,s wird sonst wohl der Mentha diese Wirkung zugesehrieben, und von den Tierärzten werden solchen Kühen, die gern aufgetrocknet werden sollen, Adstringentia, namentlich Alumeu crudnm gereicht. Stanislaus Martin teilt mit Repertorium von Hering, Band 19, Seite 809 , dass die eisenhaltigen Wasser von Chateauneuf bei Frauen und Kühen die Milch vertreiben. 1st der Schlussapparat am Striche gut, so kann man die Kühe durch Unterlassung des Melkens sicher auftrocknen.
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Milohflstel.
Diese Abnormität ist von mir bei der Kuh und der Ziege, im ganzen aber selten gefunden worden.
Krankheitserscheinungen. Am Striche oder oberhalb desselben ist eine kleine Öffnung vorhanden, aus welcher in der Laktationsperiode Milch abfllesst, ist die Fistel am Striche, so kommt die Milch beim Melken in einem feinen Strahl zum Vorschein; liegt die Fistel aber höher, dann sickert die Milch kontinuierlich, jedoch in sehr geringer Quantität ab.
Verlauf. Naturheilung ist ausgeschlossen. Bei nicht zu grosser Öffnung ist, wenigstens am Striche, Heilung zu erreichen.
Ursachen. Die Milchfistel ist wohl meistens angeboren, kann aber auch infolge von Verwundungen erworben sein.
Behandlung. Besteht die Fistel am Striche, so betupfe ich dieselbe mit einem entsprechend grossen, rotglühend gemachton Eisen Stricknadel , decke die Stelle durch Heftpflaster, Kollodium, Jodoform-Kollodium, und lasse den betreffenden Strich in den nächsten paar Tagen mittelst des Milchkatheters entleeren. Dieser Weg hat zum Ziele geführt. Auch der Milchkatheter muss vor jedesmaligem Gebrauch desinfiziert werden, weil eine Verletzung des Striches durch denselben nicht ausgeschlossen ist. Befindet sich die Fistel oberhalb des Striches, so
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wird vorausslohtlioh ebeafalls durch Erzeuguug einer adhäsiven Ent-zUadung Heilung zu erreichen sein.
Sind beim Rinde sechs Striche vorhanden, was ziemlich oft der Pali ist, so ist damit, wenn sie in regelmässigen Abständen von einander sitzen, kein Nachteil gegeben. Wenn in solchem Falle aber die hinteren Striche an den mittleren Strichen sitzen, also in der That At'terstrichc darstellen, was ich bis jetzt nur zweimal gesehen habe, so tritt beim Melken ein ziemlich starker Verlust an Milch ein.
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Zu grosse Enge der unteren stricliöiriunif!'.
Ein ziemlich häutig vorkommendes Leiden beim Kinde.
Krankheitserscheinungen. Es liegt Hartmelkigkeit, mitunter sogar in hohem Grade, vor.
Verlauf. Wenn nichts geschieht, so bleibt die Abnormität, wie sie ist, gewöhnlich bestehen, unter sacligcmiisser und andauernder Be-hamllung kann Besserung eintreten.
Behandlung. Man muss eine all mähliche Erweiterung der Strich-Öffnung zu beschaffen suchen, und hierzu habe ich Lab, wie ihn die Bauern in früherer Zeit für die Käsebereitung stets in der Wirtschaft hatten, Dannsaite und auch Laminaria benutzt. Ein entsprechend langes und dickes Stück wird nach dem Melken in den Kanal hineingeschoben und nach dem nächsten Melken, event, schon früher, durch ein neues Stück ersetzt, Fährt man hiermit eine Zeit lang fort, so erzielt man gewöhnlich Besserung, Vor dem Einschieben muss man an dem fremden Körper eine solche Einrichtung treffen, dass ein gänzliches Hineingleiten desselben in den Strich nicht möglich ist, Laminaria kann ich nach meinen Erfahrungen nicht empfehlen; denn in zwei Fällen war diese Miissc so weich geworden, dass sie beim Anziehen abbrach und auf operativem Wege entfernt werden nuisste, Lraasch macht mit vollstem Recht darauf aufmerksam, dass diese Methode nicht allein zeitraubend und umständlich ist, sondern auch nicht immer zum Ziele führt. Er empfiehlt daher das Einführen eines sehr schmalen Messers mit median-wiirts gerichteter Schneide in den Striehkanal bis zur Zisterne, Diese Operationsmethode wird von mir bekannten, in Kopenhagen ausgebildeten Tierärzten seit vielen Jahren benutzt und dazu dasjenige Messer gebraucht, welches In Dänemark unter dem Namen Milchnadelquot;, reap. Milchspiessquot; bekannt ist.
Geschwttlste im Slriclie.
Diese findet man in einigen Gegenden selten, in anderen Distrikten ziemlich häufig.
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Krankheitserscheinungen. Das Tier ist luutmelkig, so dass beim starken Melken nur ein dünuer Strahl von Milch zum Vorschein kommt, oder es ist trotz aller Aiistrensiungeii kein Tropfen Milch zu bekommen. In dem letzton Falle, der seltener gesehen wird, tritt die Milch beim Melken bis zur verstopften Stelle und darauf beim stärkeren Druck wiederum in die Zisterne zurück. In dem Striche fühlt man, wenn man denselben zwischen Daumen und Zeigetinger nimmt und in eine rotierende Bewegung vorsetzt, einen länglichrunden, erbseu-, bohnen- bis haselnuss-grossen Knoten, der, was gleichzeitig erkannt wird, an einem Stiel befestigt und folglich beweglich ist. Niemals habe ich diese Geschwulst mit breiter Basis aufsitzend gefunden.
Verlauf. Wird keine Behandlung eingeleitet und bleibt der Strich gangbar derart, dass jedesmal beim Melken etwas, aber nicht alle Milch entfernt wird, so wird das Tier auf dem betreffenden Viertel nach und nach giist; wenn in solchem Falle aber der Strich ganz vorstopft ist, so tritt eine leichte Entzündung des Euters ein, die In der Regel nach und nach abnimmt und nur zur Aufhebung der Funktion führt. Wird eine Behandhmg eingeleitet, so tritt gewöhnlich bald volle Heilung, ausnahmsweise Obliteration des Striches oder eine Fistel an demselben ein.
Behandlung. 1. Das Losreisen mit der Hand. Bin sehr starker Mann machte so energische Melkmanipulationen, dass die Geschwulst gelöst und aus der Strichöffnung hinausgepresst wurde. Ich habe dasselbe mehrfach versucht, aber niemals mit Erfolg,
2. Die Geschwulst kann mittels einer kleinen blutigen Operation entfernt werden. Das Tier wird niedergelegt und gefesselt, der Strich desinfiziert, mit der linken Hand derart erfasst, dass die Partie desselben, wo die Geschwulst sitzt, gespannt vorliegt, darauf ein der Grosso der Geschwulst entsprechender Längsschnitt gemacht, die Geschwulst entfernt, die Milch abgelassen, die Wunde desinfiziert, möglichst sauber geheftet, wobei man darauf sehen muss, die Schleimhaut mit in die Xadol zu bekommen, das ganze Operationsfeld mit Jodoform bepudert und mit Jodoform - Kollodium bepinselt. Ausserdein können noch ein paar Touren Heftpflaster umgelegt werden. Diese Operation verläuft der Regel nach günstig: es kann aber, wie Cartwright anglebt, eine Milchfistel entstellen oder eine Obliteration des Striches eintreten. Diese beiden üblen Ausgänge sind aber vor der Einführung der antiseptischen Kurmethode beobachtet worden. Ich möchte glauben, dass unter strengster Benutzung der Antiseptik diese Operation niemals ungünstig verlaufen wird.
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Ji. Das Herausreisseu der Ooschwulst mittels eines besonderen Instrnmeuts. Warsage hat hierzu ein Instrument erfunden, welches von Kemy und Maroorps empfohlen worden ist. Dasselbe bestellt aus einem dünnen Metallstäbchen, an welchem das Ende mit einer konischen, knanfartigen Kapjie versehen ist, deren Spitze abgeplattet und glatt ist, und deren Ränder scharf sind. Man führt das Instrument so tief in den Strich hinein, bis die Kappe oberhalb der Geschwulst steht, und zieht es dann schnell zurück. Das von Fraun erfundene Instrument, auf welches ich früher aufmerksam gemacht habe, dürfte auch hierzu verwendbar sein.
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Mllohstetue.
Diese sind bei Tieren, die schon geboren hatten und in der Laktation standen Smith und Hauer , wie auch bei jungfräulichen Tieren Weille gefunden worden.
Krankheitserscheinungen. In dem Smith'schen Falle war die Kuh beim Melken unruhig, und in dem einen Stricli derselben ein harter Körper zu fühlen. In dem Bauer'soheu Falle lag ein Stein in der Zisterne, welcher beim Melken in den Strich hineintrat und denselben verstopfte. Weille sah bei einem jungfräulichen Finde erschwerte Bewegung und gespreizte Stellung der Hinterschenkel, und er fühlte im Euter harte Körner, die anscheinend in einer Flüssigkeit schwammen.
Verlauf. Stets günstig gewesen.
Ursachen. Unbekannt.
Behandlung. Die operative Entfernung der Steine hat zur Heilung geführt. In dem Falle von Weille wurden 2*2 kaum nussgrosse Steine, die zusammen 72 g wogen, entfernt und Heilung erzielt.
Oas Fehlen der unteren Stricliöflnun^.
Diese Abnormität habe ich selten und nur bei Erstgebärenden gesehen.
Krankheitserseheinungen. Der Strich ist prall gefüllt und in ganzer Länge, auch am untersten Ende, weich. Bei den Melkmunipulationeu tritt die Milch nicht ans dem unteren Ende des Striches hinaus, sondern fliesst, wie man deutlich in der Hand fühlt, in die Milchzisterne zurück. Bei näherer Untersuchung des Striches konstatiert man, dass am unteren Ende desselben niemals eine Öffnung vorhanden gewesen ist, und sieht man sehr deutlich die Stelle, wo sicli selbige normaliter befindet.
Verlauf. Wenn keine Behandlung eingeleitet wird, so stellt sich eine leichte Entzündung des betreffenden Viertels mit den früher er-
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wälmtou Folgen ein. Unter saohgeinässer Behandlung kann das Viertel in seiner Funktion erhalten werden.
Ursachen. Bildimsisfehler.
Behandlung. Zwei Methoden kann man benutzen. Man kann das untere Striehende mit einem Trokar perforieren, die Mileli mittels des Milehkatheders entfernen und zum Offenhalten dos Kanals zwischen den Melkzeiten Darmsaite verwenden. Mit diesem Verfahren kann man wolil zum Ziele gelangen; loh habe mit demselben allerdings kein Oliiek gehabt. Man darf aber daran denken, dass die üblen Folgen dieser kleinen Operation auf eine Infektion der gesetzten Wunde zurückzuführen sind, welche durch die benutzten Instrumente entstanden ist, und dass unter strengster Benutzung der Antiseptik bessere Resultate erzielt werden. Will man diesen Weg nicht betreten, so muss man den Strich am unteren Ende aufspalten. Siehe die folgende Kninheit.
IMc Kiit/Unduiig- dos nnteren Kude des Strickes.
Diese Krankheit wird beim Rinde nicht ganz selten gesehen.
Krankheitserscheinungen. Das Tier ist beim Melken sehr unruhig; Milch kommt in einem feinen Strahl, einem Doppelstrahl oder nicht einmal tropfenweise zum Vorschein. Das untere Ende des Striches ist geschwollen, hart und sehr schmerzhaft. Vor der Strichöffnung sitzt gewöhnlich ein kleiner Schorf, nach dessen Entfernung eine kleine wunde Fläche auftritt.
Verlauf. Volle Heilung kann erreicht werden; es kann aber auch Hartmelkigkeit oder das Entgegengesetzte, Lactorrhoe, zurückbleiben.
Ursachen. Fusstritte nebenstehender Tiere.
Behandlung. Seltenes Melken, anhaltendes Bähen mit warmem Wasser, Einlegen von festen, aber quellbaren, mit Borsalbe etc. bestrichenen Körpern in den Strich. Auf diese Weise ist vollständige Heilung zu erreichen. Diese Behandlung wird aber, da sie sehr viel Zeit und Aufmerksamkeit erfordert, nicht immer gut durchgeführt, und dann bleibt wohl Hartmelkigkeit zurück. Ks empfiehlt sich deshalb mitunter von vornherein oder im späteren Verlauf, das Aufspalten des Striches vorzunehmen. Das Tier wird gut fixiert, vielleicht gebremst, der Strich derart erfasst, das die Milch gegen das Ende desselben tritt, das Messer gegen die untere Strichöffnung gesetzt und in möglichst raschem Zuge bis in den weiten Teil des Striches durcligeführt. Die Verheilung der gesetzten Wunde ist gewöhnlich eine derartige, dass nur geringe Lactorrhoe zurückbleibt.
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Sprödiifkcit dor Haul der Slt;iilt;li(gt;.
Ein ziemlich häufiges Vorkommnis.
Krankheitserscheinungen. Das Tier ist unruhig beim Melken; der Strich ist trocken, hart mul mit kleinen, verschieden tief gehenden Rissen verseilen.
Verlauf. In kurzer Zeit kann Hellung erreicht werden.
Ursachen. Es muss zu wenig Hauttalg abgesondert werden, oder es findet eine Verseifung des in normaler Qantität gelieferten Sekrets statt. Letzteres darf man wohl daun annehmen, wenn das Euter fortwährend im Kot und Harn liegt.
Behandlung. Vor und nach dem Melken lasse man die Striche mit warmem Wasser vorsichtig reinigen, und nach dem Melken ausserdem Vaseline, Blei- oder Borsalbe, wenn die Tiere beim Melken sehr unruhig sind, auch wohl eine mit einem narkotischen Extrakt versetzte Blei- oder Borsalbe auf die Striche auftragen.
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Blttschenanssolilag an den Nlriclicn.
Dieser kommt in einigen mir bekannten Gegenden ziemlich häutig vor.
Verlauf. In zwei bis drei Wochen tritt Heilung ein, wenn eine sachgemässe Behandlung eingeleitet wird.
Ursachen. Darüber weiss ich nur, dass eine Übertragung möglich ist. Die mit dieser Krankheit behafteten Kühe müssen deshalb zuletzt gemolken werden.
Behandlung. Die Behandlung wird eingeleitet wie bei der vorigen Krankheit.
Weiclnrarzen imi den Striclieu.
Die Weichwarzen, Mollusken, finden sich in einigen Oegenden ziemlich häutig an den Strichen der Kühe; sie erscheinen als fadenförmige Fortsätze der Haut, sind nicht innig mit derselben verbunden, belästigen das Tier nur wenig, können mit der Zeit von selbst verschwinden, bleiben aber meistens, wenn sie nicht künstlich entfernt werden, für die ganze Lebenszeit bestehen.
Behandlung. Diese Warzen sind mittels einer kleinen drehenden Bewegung mit geringer Mühe zu entfernen. Man veranlasse die Melkerin, täglich eine abzupHüeken.
Eigentliche Warzen au den Strichenlaquo;
Diese charakterisieren sich in einer sogar jedem Laien bekannten Weise. Um sich vor einer Verwechselung mit den vorigen, den söge-
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naimten Wciehwarzen, zu sieheiii, kann man nur versuchen, sie abzudrehen, (ielingt dies nicht, so hat man es mit wirklichen Warzen zu thun. Diese belästigen das Tier nur ausnahmsweise, und zwar dann, wenn sie in grosser Zahl vorhanden sind.
Behandlung. Die Entfernung dieser Warzen ist für gewöhnlich nicht notwendig und auch nicht zu empfehlen; soll diese aber stattfinden, so darf sie in der Kegel nur in der Zeit vorgenommen werden. In welcher das Tier trocken steht. Als Ätzmittel wird für diesen Fall von Lüddeke Monochloressigsäure empfohlen. Dieser Herr sagt im Hannoverschen Laud- und Forstwirschaftlichen Blatt, Jahrgang ;i7. No. 39, Seite 847: Man betupfe mit einem Pinsel die Warze und nach kurzer Zeit lost sich die abgestorbene Hornhaut von selbst ab, oder kann abgewischt werden. Es ist nur nötig, dass man nicht andere Steilen des Euters ebenfalls betupft, sonst löst sich auch da natürlich die Haut ab. Die Wirkung jener Säure ist geradezu überraschend etc.quot;.
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Sflmell roritberyehendes Fieber ohne nachweisbare Lokalerkrankung^
Dasjenige, was Dleokerhoff in seiner speziellen Pathologie, Seite 380, unter dem Namen Febriculaquot; vom Pferde mitteilt, habe ich einige-male bei Milchkühen gesehen; ich würde indessen schwerlich darauf aufmerksam gemacht haben, wenn nicht Dleokerhoff damit vorangegangen wäre.
Krankheitserscheinungen. Die Tiere stehen auf der Weide abseits von der Herde mit krummem Kücken, respirieren ruhig, verschmähen Futter und Getränk, ruminieren nicht, putzen die Nase nicht mit der Zunge, lassen geringe Quantitäten Maulsaft abfliessen und zittern über den ganzen Körper, am stärksten in der Flankengegend und in dem Winkel zwischen Schulterblatt und Armbein. Über innere Temperatur und Puls kann ich keine sicheren Angaben machon.
Verlauf. Die Krankheitserscheimmgen sind auf die Einleitung der unten bemerkten Behandlung in jedem Falle in vierundzwanzig Stunden verschwunden. Dass der Verlauf sich so gestalten werde, kann man niemals bestimmt wissen, sondern nur vermuten. Bei der Schilderung dieser oder jener Krankheit heisst es wohl, dass selbige mit einem Fieberfroste Schüttelfroste beginnt, dem ein allgemeiner Schweiss-ausbruch folge. Einen solchen Krankheitsanfang habe ich allerdings beim Rinde, niemals zu beobachten Gelegenheit gehabt; ich gebe aber gerne zu, dass auch bei diesem Geschöpf das Initialstadium gewisser Krankheiten mit Fieherfrost beginnt, resp. beginnen kann.
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Diagnose. Der Frost, Schüttelfrost, ist unverkennbar; die Möglichkeit, dass selbiger das luitialstadium einer noch nicht hinreichend entwickelten Krankheit ist, lässt sich nicht mit vollster Sicherheit bestimmen.
Ursachen. Ich habe dieses Fieber ein paarmal bei Stalltieren nach dem Gebären und bei Weidetieren im Frühjahre mich solchen Xiichten, in denen ein kalter Regen gefallen war, morgens konstatiert. In dem ersteren Falle habe ich an eine Reizung des Oenitalapparats, in dem letzteren Falle an Erkältung gedacht.
Behandlung. Aufstallen der Weidetiere, wenn die Witterung feucht-kalt ist. Frottieren des Körpers mit lockeren Strohwischen. Nachhoriges Kinhüllen in Decken. Innerlich habe ich Oleum terebinthinae mit Spiritus frumenti und Aqua gegeben. Sonst können schwere Weine, Kognak etc. in Verbindung mit Kamillen- und Fliedertee gegeben werden.
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Tuberkulose.
Diese beim Menschen und Tiere vollständig gleiche Krankheit kommt fast allenthalben vor, tötet ca. den siebenten Teil aller Menschen und befällt einen sehr grossen, aber nicht mit annähernder Sicherheit anzugebenden Teil unserer Rinder.
Ursache. Diese ist, wie von Robert Koch entdeckt und von vielen anderen bestätigt worden ist, in einem Mikroorganismus, der mit dem Namen Tuberkelbazillequot; belegt worden ist, gegeben. Wenn dieses kleine Lebewesen in den Tierkörper eindringt und die nötigen Bedingungen zum Einnisten und zur Vermehrung findet, so entwickelt sich die Tuberkulose. Die Aufnahme der Tuberkelbazillen kann unbedingt intrauterin erfolgen Vererbung , findet aber der Regel nach extrauterin statt.
Die Vererbung. Bis auf die neueste Zeit ^laubto man allgemein, dass bei dor Entstehung dor Tuberkulose die Vererbung die Hauptrolle spiele; davon ist man aber zuriickgokoininon. Es muss allerdings zugegeben worden, dass die Nachkommen tuberkulöser Kühe leicht, bozw. moistens oder gar gewöhnlich tuberkulös worden, jedoch gilt dies doch mir für solche Fälle, in welchen die Kälber mit ihren Müttern unter denselben Vorhältnissen zusammenbleiben, Man muss bei der Frage der Vererbung der Tuberkulose die Übertragung der Krankheit und die der Prädisposition zu derselben unterscheiden.
Eine direkte Vererbung der Tuberkulose, d. h. die Infektion der Frucht während der Entwickolung im Frnchthältor, kommt, wie zuerst von Johne, später von Kohl, Lucas, Fadeayn, Ruser etc. bei Rindern konstatiert und nach Cornet auch bei Kindern nachgewiesen worden Ist, allerdings vor, jedenfalls aber nicht häufig. Denn von den im Jahre 18!)'2 in verschiedenen Schlaohthänsem Sachsens geschlachteten Kälbern wurden nur achtundachtzig = 0,06% tuberkulös befunden. Die Infektion dos weiblichen Fies, bezw. des Fötus kann vielleicht vom Eierstocke aus oder durch den Samen erfolgen odor muss vom Fruchthälter ans
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Hnnns, Rinderkrankhelten,
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#9632; I
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Btattflndeiii Kii'i', die vom Ovai'lum mis odor durch das luiiiinliclu1 Sporiiia in-flziert werden, könnon vleUeiobt In dio Bntwiokolung: eintreten, worden selbige aber gewlss sohwerlloh vollenden. Die [ufektlon auf diesem Wege Ist bis jetzt nocli nicht naobgewiesen. Uio Mögllobkelt dor [nfektlou dos Fötus vom Frucht-hältor aus muss zugegeben worden, doob kommt dio Frucbtbtlltertuberkulose nicht btluflg vor, und wenn sie in hohem (Jrado besteht, bleibt dio Brunst aus. .Sollte es eiao besondere, von den Eltern auf dio Juugon Übergehende Körper-konstitution geben, welche dio Qntwlokelung der Tuberkulose l)cgiinstigt, wie ja meistens angenommen wird, so ist der Bintluss derselben nach den von Mouscliouärzton gelieferten Statistiken docli nicht so bedeutend, wio man ge-wöhnlich glaubt. Cornet teilt mit Tlormedlzlnlsohe Rundschau, Band 5, No. 16 und 10 , dass In dem Walsonhauso in Nürnberg in acht Jahren und in dem Waisenhanse in MUnohen In zwölf Jahren bei sechslumdertdreizehn Kindern je ein Fall von Tuberkulose vorgekommen ist, obwohl die Hillfte der Kinder cin-oder doppelseitig hereditär belastet waren.
Die extrauterlne Infektion ist jedenfalls dio gewöhnliche. Für dieso Infektion kommen namentlich folgende Aufnahmewege des Giftes in Frage: Die StricliütTnung mit der Milcbsäulo, frische Hautwunden, der Verdanungstraktus und die Respirationsorgane.
Das Kiiulringen der Tuliorkelbazilieu durch dio Strichonge in die Milch-.-iiiulo dio galaktogone Infektion muss ich doch als sehr fraglich hinstellen. Denn erstens ist die Strichenge unter normalen Verhältnissen gut geschlossen, so dass das Eindringen der Bazillen in dieselbe unmöglich ist, zweitens ist die Striohenge mit Lederhaut bekleidet, welche bekanntlich keinen geeigneten Nährboden für die Tuberkelbazilleu bildet, drittens können die Tuborkeibazillon sich nicht aktiv bewegen und folglich nicht durch die Striohenge hindurcliwandern, viertens treten bei der primären Eutertuberkulose nicht zunächst dio Erscheinungen der katarrhalischen Mastitis auf, was doch der Fall sein iniissto, wenn die Tuberkelbazillen von der Schloimhaut dos Striches, dor Zisterne und der grössoron Driisengänge zur Wirkung gelangten.
Die Möglichkeit der Infektion mittels der entsprechend tief verletzten Haut, dio kutano Infektion, ist experimentell, wie auch zufällig festgestellt worden. Ponflok konstatierte, was für alle Tierärzte, die Ihr Wissen gern erweitern wollen, also Sektionen zu machen nicht versäumen, besonders interessant sein dürfte, bei einem Tierarzte, welcher sich bei der Sektion einer tuberkulösen Kuh verletzt hatte, eine Infektion durch die hierbei gesetzte Wunde.
Die Infektion vom VordauungsschlaucliG aus, die. gastrointestinalc Infektion, 1st zuerst von Chaveau und darauf von vielen anderen konstatiert worden. Von den einzelnen Absclinitten dos Verdauungsschlauches worden Hüft- und Blinddarm viel leichter ergriffen, als alle übrigen Abschnitte, und zwar deshalb, weil in den genannten Teilen der grössto Reichtum an Follikoln besteht. Das tuber kulöso Uift gelangt mit Milch und Fleisch, beim Vorhandensein von Lungen-, Luftröhren- und Kehlkopfstubcrkulose mit dem Auswurf in den Verdaunngs-traktus. Die Infektion mit Milch vom Verdauungstraktus aus ist zuerst Andreas (#9632;rerlach und darauf vielen anderen gelungen, üerlach hat, was ich seinen Mit-toilungen ergänzend zufügen will, seine ersten positiven Versuclisresultate mit der Milch einer tuberkulösen Kuh gewonnen, deren Kuter nicht nachweisbar
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erkrankt war. Dio ersten Vei'suolie mit der PUtterung von Fleisch tuberkulüser Tiere sind wolil von mir angestellt worden. Don ersten positiven Eirfolg erzielte ich mit dorn Fleisch eines Schweines, das an lioohgradlger akuter Miliartuberkulose, besonders der Lungen, gelitten liatte. Man'hat bei diesen fortgesetzten Versuchen ermittelt, duss unter sonst gleichen Verhältnissen das Kleiscli derjenigen tuberkulösen Kinder, bei welchen die Tuberkeln käsig zerfallen sind, gefährlicher ist, als das Fleisch von denjenigen tuberkulösen Rindern, bei welchen die Tuberkeln verkalkt, wenigstens nicht käsig zerfallen sind. Kastner erhielt bei seinen Kütterungsversuchen mit Floisohsaft solcher Rinder, deren Tuberkeln verkalkt waren, nur negative Resultate, darauf aber mit Fleischsaft von Kindern, deren Tuberkolknoten in den Lungen und an anderen Organen in Ver-käsung wie beim Menschen übergegangen waren, zehnmal ein positives und nur zweimal ein negatives Resultat, -- Hs ist ein Punkt, auf den bei der Fleischbeschau Rücksicht genommen werden muss. Die mit Lungen-tuberkulöse behafteten Kimler entfernen ganz so wie die Menschen beim Husten das Sekret aus den Uingen, spucken es aber nicht aus, sondern schlucken es nieder und Infizieren sich so sekundär AutoInfektion .
Die Respirationsorgane bilden die gewöhnliche Eingangspforte für das tuberkulöse Gift, Pulraonale Infektion. Wenn sieb hierauf die Tuberkulose in den Respirationsorgauen entwickelt, so geschieht dies fast regelnuisslg in den Lungen, weil die Schleimhäute des Kopfes und der Luftröhre etc. die Tuberkelbazillen leicht passieren lassen. Die Tuberkulose des Kehlkopfes und der Luftröhre tritt wahrscheinlich stets sekundär auf, und zwar von den Lungen aus. Dio direkt ausgeatmete Luft ist, wie die Menschenärzte angeben, nicht infektiös. und für die Richtigkeit dieser Behauptimg spricht auch das Resultat des von mir angestellten Versuches, in welchem mehrere Kaninchen so vor einer In hohem Grade an der Lungen-, Luftröhren- und Kohlkopfstuberkulose leidenden Kuh gehalten wurden, dass sie deren Exspirationsluft stets einatmen mussten. Dio atmosphärische Luft des Stalles kann nur auf die Weise infektiös gemacht werden, dass mit Tuberkelbazillen verschone Massen auftrocknen und darauf zerstäuben. Ob die Tuberkelbazillen, wenn sie In absolut gesunde Lungen gelangen, sicii einnisten und so die Tuberkulose hervorrufen können, ist für viele noch fraglich, bis kommt allerdings vor, dass einzelne, bezw. mehrere Tiere einer tuberkulösen Kinderherde alt werden, ohne dass an denselben vor und nach dem Tode Erscheinungen der Tuberkulose gefunden werden. Regel aber ist, dass, wenn in einen auf dem Stalle gehaltenen gesunden Stamm ein tuberkulöses Kind gebracht wird, alle, bozw. fast alle Rinder dos Stalles nach und nach tuberkulös worden. Ebenso trat bei meinen Tuborkolversuchen schliess-lich eine solche Infektion dos Kaninchenstallos ein, dass, wenn nach dor Kva-cuierung desselben ein neuer Stamm in denselben hineingebracht wurde, sämtliche Tiere nach und nach erkrankten. Leichtor erfolgt die Infektion jedenfalls, wenn die Schleimhaut katarrhalisch erkrankt ist. Bogünstigt wird das Einnisten der Tubcrkolbazillon in die Schleimhaut der Respirationsorgane durch verhältnismässig langes Verweilen an einem bestimmten Orte, wozu Verabreichung einos erschlaffenden Futters und Haltung der Tiere in einer feuchtwarmen Stallatmosphäre Veranlassung geben dürfte. Unter den zuletzt genannten Bedingungen werden die Flimmerhaaro der Schleimhaut der Kospirationsorgane nicht normal stark funktionieren und ein zum Husten veranlassender, folglich zum Aus-
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Wurf zwingender Koiz durch (Ins vorhandene Sekret mdit sei leicht gesetzt weiden.
Dom Vorstellenden zufolge bilden die Respirationsorgane in erster und die Verdauungsorgane erst in zweiter Linie die Eingangspforte für das tuberkulöse Gift. Es können aber die Tubeikelbazillen die Lungen und die Darmwand passieren, ohne liier Spuren zu hinterlassen und au anderen Orten die Krankheit hervorzurufen. Man kann die reglonären Lymphdrüsen erkrankt finden, ohne dass Spuren der Tuberkulose sonst im Körper zu finden sind. Ebenso findet man nicht selten bei vollständig gesunder Lunge Brustfelltuberkuloso.
Die Entstehung der Tuberkulose ist für gewöhnlich auf die Inhalation dor Tuberkelbazillen zurückzuführen, und da muss man sich doch unbedingt fragen, auf welche Welse die Tuberkelbazillen in die Atmosphäre gelangen. Der Menschenarzt behauptet, dass ein schwindsüchtiger Mensch nur dann seiner Umgebung gefährlich werden kann, wenn er soinon Auswurf derart ausspuckt, dass derselbe auftrocknet und der Atmosphäre beigemischt wird u. s. w. Bei unseren tuberkulösen Rindern wird das Lungonsekrot beim Huston auch unbedingt aus den Lungen entfernt, aber nicht ausgespuckt, sondern niedergeschluckt. Im Magen und Darmkanale worden ganz gowiss viele Tuberkelbazillen vernichtet, einige gelangen aber unbedingt nicht selten bis zum Hilft- und Hlinddarm, denn hier findet sicli die Tuberkulose In Form von GoscInvUren ziemlich häufig und mitunter in bedeutender Ausdehnung. Da nun nledergeschluokte Tuberkelbazillen nachweisbar bis zum Hilft- und Blinddarm rückwärts treten denn die hier auftretende Tuberkulose kann in dor Kegel doch nur auf eine Autoinfektion zurückgeführt werden , so kann man doch ungezwungen annehmen, dass solche auch bis zum Anus gelangen und mit dem Kot abgesetzt worden. Körner mnss man bedenken, dass, wenn erst im Hüft- und Blinddarm der tuberkulöse Prozess aufgetreten ist. hier kontinuierlich Tuberkelbazillen gebildet worden, und dass die hier entstandenen Tuberkelbazillen leichter bis zum Anus geführt und mit dem Kot abgesetzt worden können, als die niedergeschluckten Bazillen bis zum Hüft- und Blinddarm gelangen. Die Tuborkelbazillen werden demnach von dem Binde mit dem Kot ausgeschieden und gelangen nach dem Auftrocknen des Kotes in die atmosphärische Luft, welche damit für die Tiere des Stalles, nicht weniger auch für den oder die Wärtor der Tiere gefährlich wird. Diese meine Annahme hat ihre Bestätigung gefunden durch das AufAnden der Tuberkelbazillen in dem Rinderkot durch Gafl'ky.
Bei bestehender Fnichthältortuborkulose gelangen selbstverständlich auch von hieraus Tuberkelbazillen an die Ausscnwelt.
1) lagnose. Die Krankheitserscheinungen, welche Verdacht auf Tuberkulose erregen, aber nur selten diese Krankheit mit genügender Sicherholt orkennon lassen, worden später angegeben worden. Die Diagnose wird durch den Nachweis der Tuberkelbazillen ondgiltig gesichert. Zur Untersuchung auf Tuberkol-bazillen kann man Auswurf aus den Lungen, das Pruehthaltorsokret, die Milch und eventuell den Kot benutzen. Diese Untersuchung ist aber nicht allein sehr zeitraubend, sondern fällt auch mitunter negativ aus, wo sie ein positives Resultat ergeben müsste. Aus diesem Grunde griff man, um die Diagnose zu sichern, früher zur intraperitoncalen und subkutanen Impfung und macht jetzt eine Injektion von Tuberkuliu. Eine Besprechung dieser Massnahmon muss ich aus räumlichen Rücksichten unterlassen.
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Behandlung. Rinder, dio naohwelsbor an dor Tuberkulose erkrankt sind, bezw. begründeten Verdacht auf diese Krankheit erwecken, worden möglichst bald abgeschafft.
Vorbauung'. Wir können die Tuberkulose beim Rinde nicht lioilou, und doshalb spiolt dio Vorbauung- bei dieser Krankheit eine aussorordontlich grosso Kollo. Ks kommt hier nicht allein und hauptsächlich der Verlust an Kindern, sondern namoiitlich die Thatsacho in Betracht, dass jedes tuberkulöse Kind dem Menschen gefährlich worden kann. Für moino Heimatsprovinz darf ich die Behauptung aufstellen, dass gerade in dem Distrikte, in welchem die Tuberkulose unter don Rindern am verbreitotston ist, diese Krankheit unter den Menschen auch am häutigsten vorkommt. Die zu ergreifenden Massregeln orgeben sich allerdings von selbst, bei der Wichtigkeit der Sache kann ich trotzdem nicht unterlassen, auf folgende Punkte speziell aufmerksam zu machen.
1. Neu angekaufte männlicho und weibliche Zuchtrinder müssen einen Impfschein mitbringen, was hier in und bei Kiensburg schon vielfach Kegel ist, oder nach dem Ankauf sofort geimpft worden.
quot;2. Neu angekaufte Kinder, namentlich solche aus unbekannten Wirtschafton, dürfen, wenn sie der Impfprobe nicht unterworfen worden sind, nicht sofort mit don schon längere Zeit vorhandenen und anscheinend gesunden Rindern in einem und demselben Stalle gehalten worden.
3. Sobald ein Kind sich der Tuberkulose verdächtig zeigt, muss es von den übrigen Kindern entfernt und isoliert aufgestallt worden. Der Standplatz ist sofort und auf das gründlichste zu desinfizieren.
4:. Kälber, die von wahrscheinlich oder nachweisbar tuberkulösen Bitern abstammen, worden am besten sofort gemästet, denn dio Möglichkeit der hitraute-rinen Infektion und der Vererbung der Prädisposition lässt sich ja nicht mit Sicherheit ausschllessen. Will man solche Kälber aber aufziehen, so sorge man für einen geeigneten Aufenthaltsort und für gesunde Nahrung. Bei diesen Kälbern dürfte sich ebenfalls die Tuberkulln-Injektlon empfehlen.
5. Bei der Mast von Kälbern, die von tuberkulösen Kühen abstammen, darf die Muttormilcli, wenn Eutertuberkulose besteht, gar nicht, sonst erst nach erfolgter Tötung der etwa in ihr vorhandenen Bazillen als Nahrungsmittel verwendet werden. Man muss bedenken, dass die Tuberkulose sich nach Vor-l'iittorung tuberkulöser Massen sehr rasch entwickeln kann. Mine zwei Jahre alte Versuohszlege zeigte slebenunddrelsslg Tage nach der Vorfütterung tuberkulöser Massen das volle Bild der Hirntuberkulose. --
G. Kühe, die der Tuberkulose dringend verdächtig oder mit dieser Krankheit nachweisbar behaftet sind, müssen möglichst bald aus dein Stalle entfernt und event, verwertet werden.
7.nbsp; Die Milch von Kühen, die an der Tuberkulose leiden oder dieser Krankheit genügend verdächtig sind, sowie die aus .solcher Milch gewonnenen Produkte Rahm und Butter müssen sofort vom Verkauf ausgeschlossen worden.
8.nbsp; Das Ausmelken erkrankter Euter auf don Pussboden muss in jedem Falle, namentlich jedoch dann, wenn Kutertuberkuloso odor Vordacht auf dieselbe vorliegt, streng verboten werden; es muss in diesen Fällen die beim Melken gewonnene Flüssigkeit in einem Gefässe aufgefangen und später unschädlich beseitigt worden.
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0. Dom Voi'gotragenon naoh flndot die Ausscheidung der Tuberkelbazlllen seitens dor Rinder mit dor Mllöh und dem öenltalsekret, am häufigsten aber wohl mit dem Kot statt. Wio hinsichtlich dor Milch zu vorfahren ist, ist schon bemerkt worden. Der verdächtige Anslluss aus den Genitalien nniss unschädlich beseitigt worden. Was den Kot anbetrifft, so muss auf das strengste dafür gesorgt werden, dass derselbe nicht auftrocknen und in Staubform der atmosphärischen Luft beigemischt werden kann. So gefährlich der Lnngenanswurf tuberkulöser Menschen im Zimmer, so gefährlich ist dor Kot tuberkulöser Kinder im Stalle. Welches Vorfahren im Einzelfalle einzurichten, muss sich zum Teil nach den wirtschaftlichen Verhältnissen richten. Man muss besonders bedenken, dass der Kot beim Absetzen die Genitalien und nachher das Euter beschmutzen und infizieren kann.
10.nbsp; Bewegung in gesunder Luft, z. B. der froio Weidegang, erschwert die Infektion und verzögert die Verschlimmerung der vorhandenen Tuberkulose; denn In gesunder Atmosphäre ist die Anfnahmo von Tuberkelbazillen fast oder ganz ausgeschlossen und bei der Bewegung des Tieres wird infolge der stärkeren und rascheren Ausdehnung und Zusannnenziehnng der Lungen der Auswurf der in den Lungen vorhandenen Bazillen befördert. In Herden, die das ganzo Jahr auf dem Stalle gehalten werden, verbreitet die Tuberkulose sich schneller als in solchen Herdon, die im Sommer auf der Weide leben. Fricko-Kawitsch teilt uns auch mit, dass nach seinen Erfahrungen die Tuberkulose in wild lebenden Herden, so bei dem russischen Stoppenvieh, sehr selten verkommt. Die Wirkung des steten Aufenthalts im Freien schon wir ganz besonders auch bei den Schafen.
11,nbsp; Reinigung und Desinfektion des Stalles.
So viel im allgemeinen über die Tuberkulose. Dem Verlaufe nach kann man eiuo akute und chronische Tuberkulose unterscheiden.
Aknie gt;!ilinrtulicrkulose.
Die von vornherein akut verlaufende Tuberkulose, um welche es sieh hier einzig und allein handelt, kommt beim Kinde jedenfalls nicht häutig vor. Bei der Bearbeitung der ersten Auflage dieses Buches war mir über diese Form der Tuberkulose keine Mitteilung aus der Litteratur bekannt: jetzt liegt ein von Klaeher in der B. T. W., Jahrgang 18!f2, Seite 851, publizierter Fall vor.
Krnnkheitserscheinungen. Das Tier stellt viel, ist teilnahmlos, hat geringen, meistens gar keinen Appetit, ruminiert selten und unvollständig oder gar nicht, zeigt tief eingefallene Hungerginben, hustet ab und zu ohne nachweisbare Ursache, wie auch nach Aufnahme kalten Wassers und nach der beim Pferde üblichen Reizung des Kehlkopfes, Der Husten ist kurz, imkräftig und anscheinend schmerzhaft. Die Respiration ist bedeutend erhöht. Bei der Auskultation der Lungen konstatiert man ein verstärktes Inspirationsgeräuch und ein hauchendes Exspirationsgeräusch. Die Perkussion erglebt keinen abnormen Schall: dieselbe verursacht aber,
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wean stark aufgesohlagen wird, ähnlich wie ein starker Druck gegen die Brustwaudj ein AiiRweichen und leichtes Stöhnen des Tieres. Puls und Temperatur abnorm hoch. Klaeber fand sonst noch: zeitweiliges Zittern, die supraniamniiiren Lymphdrüsen vergrössert, Exspiration von
Stöhnen quot;begleitet u. s. w.
Leichenerscheinungen. Die serösen Häute der Brust- und Hauch-höhle sind mit hirsekorngrossen Kuötohen besetzt. Die Lungen fallen bei der Eröffnung der Brusthöhle nur wenig zusammen, sie sind, wie die Schnitt-, bezw. Risstläche ergiebt, abnorm stark durchfeuchtet und mit Kuötohen in verschiedenem, mitunter in geringem, zuweilen aber in sehr bedeutendem flrade durchsetzt. Die Kuötohen sind von geringem Umfange, mitunter so klein, dass sie erst nach dem Erkalten der betreffenden Organe wahrgenommen werden können. Die lieber zeigt ähnliche Verhältnisse wie die Lunge.
Diagnose. Das Fieber, die abnorm hohe Respiration, die grosso Reizbarkeit des Kehlkopfes in Verbindung mit dem Ergebnis der Perkussion und des Drucks, sowie der Auskultation beweisen mit vollster Sicherheit das Vorhandensein einer Erkrankung von in der Brusthöhle belogenen Organen, geben aber keine sichere Auskunft über die Natur der Erkrankung. So habe ich in dem ersten Falle gar nicht an das Vorhandensein der Tuberkulose gedacht und in den folgenden Fällen nur den Verdacht, dass akute Miliartuberkulose bestehe, ausgesprochen. Die Ausschliessung der embolischen Pneumonie, die ich beim Rinde noch seltener als die akute Miliartuberkulose, nämlich nur einmal konstatiert habe, dürfte, wenn nur das oben von mir gelieferte Krankheitsbild vorliegt, absolut unmöglich sein. Ob die früher bemerkten Hilfsmittel, namentlich die mikroskopische Untersuchung der Ausscheidungen auf Tuberkelbazlllei) und die Tuberkulinlnjektion zur sicheren Diagnose führen können, müssen spätere Versuche entscheiden.
Verlauf. Die Krankheit entwickelt sich rasch, das ist alles, was ich mit Sicherheit angeben kann. Ob der Ausgang stets oder gewöhnlich lethal ist, was bis auf weiteres von mir angenommen wird, und wie bald der Toni der Regel nach eintritt, müssen spätere Beobachtungen entscheiden.
Ursachen. Ks muss plötzlich eine Ueberschwemmung des Bluts mit. Tuberkelbazillen eingetreten sein.
Prognose. Diese ist um so ungünstiger, weil nicht nur das Tier unheilbar ist, sondern auch das Fleisch desselben als menschliche Nahrung nicht verwertet werden darf.
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Behandlung. Sobald man ZU einer Wahrscheiiiliclikeitsdiaguose gelaugt ist, wird mau von Jeder Hehandlung absehen: es könnten liier sonst versuchsweise Injektionen von Tuberkulin oder Tuberkulocidin oder von beiden Flüssigkeiten gleichzeitig angewandt werden.
Der K. In li. meldete auf der Königlichen Tionirzncisehule zu Hannover ein Jiuigrlnd mit dem Bemerken au, dass dasselbe seit acht Tagen wonig fresse und viel huste, und dass dieser Zustand allmählich schlimiuür geworden sei.
Da ich verhindert war, das Tier am Anmelduugstago zu besuchen, schickte ich in Ermangelung eines Assistenten einen Praktikanten dorthin. Derselbe erstattete einen derartigen Rapport, dass ein leichter Verdacht auf Lungen-seuche nicht ausgeschlossen werden konnte.
Am folgenden Tage, dorn Vorborichto nach am neunten Tage dor Krankheit, wurde folgender Befund von mir aufgenommen:
Das Tier ist teiluahmlos, versehmäht das vorgehaltene Kutter, trinkt viel, hat angeblich in den letzten paar Tagen nicht ruminiort, entleert dem Futter nach zu konsistenten Kot in abnorm kleinen Quantitäten und ist tief eingefallen. Fespiration 54. Puls 88. Temperatur 39,4. Die Perkussion giobt keinen abnormen Schall, ruft aber, wie auch der Druck gegen die Frustwaml, ein Ausweichen des Tieres und nach Aussago des Praktikanten leichtes Stöhnen hervor. Bei der Auskultation findet sich ein zu starkes - rauhes Inspirations-geräusch und ein liauchendes Bxspirationsgoräuseh. Dio Herztöne sind des starken Resplratlonsgeränsohes wogen nur ab und zu deutlich hörbar. Die Reizbarkeit der Fespirationsoi'gane ist eine sehr bedeutende; denn das Tier hustet dann und wann ohne nachweisbare Ursache, wie auch nach Aufnahme kalten Wassers und auf manuelle Reizung des Kehlkopfes. Der Husten ist dumpf, kurz und nicht kräftig.
Am folgenden Tage: Respiration 04. Puls 06. Temperatur 40,5. Das Tier wurde Jetzt getötet und sofort seziert.
Sektionsbefund. Die Lunge befindet sich nach der Bxonteration im Inspirationszustande, ist stark durchfeuchtet und mit kleinen grauen Knötehen in ziemlich bedeutendem Grade durchsetzt. Ähnliche Knötcben finden sich in der Leber und auf den serösen Häuten der Brust- und Bauchhöhle. Zwischen dem Zwerchfell und der Haube liegt ein ziemlich umfangreicher Abscess.
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Nicht selten und mitunter in sehr hohem Grade habe ich die akute Miliartuberkulose beim Schwein gefunden.
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Cluronlsolie Tuberkulose.
Die Bezeichnung chronischquot; werde icli fortan nicht anwenden, weil, wenn von Tuberkulose gesprochen, doch nur an die chronische Form derselben gedacht wird,
Die Tuberkulose entwickelt sich der Regel nach zunächst an oder in einem Organ Frimärcrkrankung , tritt dann mit dem Lymph-strom oder auf dem Wege der Kontiguität auf andere Organe Sekun-diirerkrankuug , ausnahmsweise mittels des Bluts auf alle Teile des Körpers über Generalisation .
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Da es nun verschiedene Eingangspforten für die Tuberkellmzilleu giebt u. s. w., so ist es auch gar nicht möglich, ein allgemeines, für alle Fälle passendes Kraukheitsbild der Tuberkulose zu liefern. Ich will doshalb zunächst die Krankhcitserscheinungen in aller Kürze andeuten, darauf die Leichenerscheinungeu, den Verlauf und die Diagnose hervorheben und schliesslich die Tuberkulose nach ihrem jeweiligen Sitz erörtern.
Krankheitserseheinungen. Husten. Rauhes Inspirationsgeräusch und hauchendes Bxsplrationsgoräusoh, Pcrikarditische und plouritische Reibegeräusche. Trockene Rasselgeräusche. Gedämpfter, zuweilen fast dumpfer leerer Schall bei der Perkussion. Stöhnen beim starken Druck gegen die Brustwand. Vergrössenmg der Mosenterialdrüsen. Geschwülste am Peritoneum. Ödem am Triel, im Kehlgange, am Euter, am Rumpfe und in den Lungen. Pathologischer Venenpuls, Von einigen, so namentlich von Clavel und Spinola, wird auf die Schwellung der oberflächlich liegenden Lymphdrüsen aufmerksam gemacht.
Leichenerscheinungen. Man tindet strangförmige Fortsätze, Knöt-chen, Geschwüre und eine Erkrankung der Lymphdrüsen.
Die strangförmigen Fortsätze sitzen an den serösen Häuten, besonders an der Pleura. Selbige sind zuerst rot und mitunter, nämlich bei sehr rascher Entwickelung, am freien Ende mit einer kolbigen Anschwellung versehen, gleichen aber später in Farbe und sonstiger Beschaffenheit dem festen Bindegewebe.
Die kleinen Knötchen, welche allenthalben, sogar im Knochen gefunden werden, sind hirsekorngross oder von solcher Kleinheit, dass sie mit unbewaffnetem Auge kaum wahrgenommen werden können; sie erscheinen im jugendlichen Zustande gmuweiss, festweich, elastisch und auf der Schnittfläche saftig; sie verharren in diesem Zustand aber nicht lange, sondern fallen bald der regressiven Metamorphose anheim, wobei sie verhornen oder verfetten und verkäsen, resp. verkalken. Diese miliaren und submiliaren Knötchen stellen zum Teil isoliert, haben sich aber grösstenteils zu Gruppen von verschiedener Form und ungleichem Umfange, zu Platten, Knoten, Trauben vereinigt. In solchen Gruppen finden sich einzelne Knötchen noch ziemlich frisch, also jung, die meisten derselben sind aber verhornt, verfettet, verkäst und verkalkt.
Die Geschwüre finden sich im Verdauungstraktus, in der Luftröhre und den Bronchien ziemlich häufig, in den Auflagerungen auf den serösen Häuten sehr selten. Sie sind von verschiedenem Umfange und ungleicher Tiefe, haben einen wulstigen Rand und sind mit einer käsigen Masse bedeckt. Ein Präparat mit zwei Geschwüren in der Auf-
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Iflgerung auf dor äusseren Fläche des Pansens habe ich dem Museum der Tierarzneischule in Hannover einverleibt.
Die Lymphdrüsen sind, wenn die allerersten Anfange der Krankheit abgerechnet werden, stets afflzlert; sie .sind In verschiedenem, mitunter sehr bedeutendem (irade vergrössert und im Innern verkäst und verkalkt.
Verlauf. Die Krankheit verläuft sehr langsam. In der ersten Zeit leidet der Xährzustand nicht, die Tiere verwerten das Futter anscheinend ganz gut, werden wenigstens normal fett. Unsere Vorfahren sprachen, wenn sie die Tuberkulose bei fetten Tieren fanden, von fetten Franzosenquot;. Ebenfalls ist die Milchergiebigkeit solcher Tiere in der ersten Zeit, d. h. in den ersten Jahren, eine ganz gute, mitunter sogar eine ausgezeichnete. Später, nach Jahren, tritt eine schlechte Ver-wertung des Futters ein. Die Tiere bleiben dann bei Verabreichung eines Mastfutters im Nährzustande stehen, oder gehen, so namentlich dann, wenn, was schliesslich stets der Fall, der Appetit ein schlechterer geworden ist, im Xährzustand zurück und liefern nur eine geringe Menge dünner, wässeriger Milch. Es entwickelt sich nach und nach unter Auftreten von Diarrhöe, Ödemen, Stauung des Blutes in der Jugularis das Bild der Kachexie. Wenn an dem Orte, wo die Tuberkeln sitzen, eine Entzündung auftritt, so können sich in kurzer Zeit erstaunlich grosse Massen von Tuberkeln bilden, wie ich dies im Euter und am Brust-und Hauchfell konstatiert habe. Mit dem Fintritt der Generalisation stellt sich Fieber und ein akuter Verlauf ein. Ausnahmsweise können tuberkulöse Kühe, die bei guter Fütterung schon abgemagert sind, im Nährzustande sich bedeutend bessern, wenn sie auf einer guten Ochsenweide in dem Marschen gehalten werden.
Diagnose. Jedes nicht fette Find, welches bei gutem Appetit und Aufnahme einer hinreichenden Menge guten Futters im Xährzustande zurückgeht, vielleicht schon stark abgemagert ist, das Bild der Kachexie präsentiert, ist der Tuberkulose verdächtig, und das um so mehr, wenn es in der später anzugebenden Weise hustet. Aber auch gut genährte, ja sogar fette Rinder können, wie schon vorher angedeutet, in bedeutendem Grade tuberkulös sein. Die exakte Untersuchung tuberkulöser Kinder führt mitunter zur sicheren Erkennung der Krankheit, meistens aber nur zu einer Wahrscheinlichkeitsdiagnose, sehr häufig aber nicht, einmal zu einem begründeten Verdacht. Wo es auf eine möglichst sichere Diagnose ankommt, muss man die früher erwähnten Hilfsmittel, Tuberkulininjektion etc., in Anwendung bringen.
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Hii'ntnbei'kulose^
Diese Form der Tuberkulose kommt, wie die letzten paar Jahre gezeigt, uicht so selten vor, wie ich früher angenommen habe, denn bei der Zusiiminenstelhmg der ersten Auflage dieses Buches waren mir über dieselbe ausser den eigenen Erfahrungen nur die Mitteilungen von Cartwriglit, Faller, .lessen und Gierer bekannt, seit der Zeit aber, also in den letzten paar Jahren, ist diese Krankheit wieder mehrfach, so von Hess, Braaden, Kunke etc. konstatirt worden.
Krankheitserscheinungen. Die Tiere liegen viel, mitunter sogar beständig, sind kaum oder gar nicht im stände, aufzustehen, fallen, wenn sie auf die Beine gestellt und angetrieben werden, vornüber nieder und bekommen Krämpfe, die von Opisthotonus begleitet sein können. Krämpfe stellen sich auch wohl beim einfachen Aufrichten des Kopfes, zuweilen sogar ohne alle äussere Veranlassung ein. In den krftnyjfe-freien Intervallen kann das Sensorlum vollständig frei, aber auch in hohem Grade eingenommen sein. Anfälle von Tobsucht hat man kon, statiert. Der Kopf ist stark gesenkt oder in normaler Haltung oder geggn die Rippenwand gewendet. Die Hinterlippe Kann gelähmt erscheinen. Die Zunge hängt mitunter schlaff aus dem Maule heraus, wird dann aber ab und zu in dasselbe hineingezogen. Speichel tliesst kontinuierlichlaquo; ab. Appetit ist gar nicht, sonst doch nur in geringem Grade vorhanden. Letzteren Falles nehmen die Tiere etwas Futter auf, halten es eine kurze Zeit im Maule und lassen es dann herausfallen, oder es ist ihnen sogar das Aufnehmen des Futters unmöglich. Der Kot wird in zu trockener Beschaffenheit, in kleineu Quantitäten und verzögert abgesetzt. Puls und Temperatur fand ich subnormal, Hess normal und
Kunke in dem ersten Falle auf 82 bezw. 40,8.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;
Leichenerscheinungen. Unter der harten Hirnhaut habe ich klare Flüssigkeit bis zu 60 g gefunden. Die weiche Hirnhaut ist injiziert und mit Knötehen besetzt, die isoliert stehen oder zu Knoten vereinigt sind. Das Gehirn ist ödematös: die Seitenkammern enthalten eine zu grosse Quantität Serum. Daneben tinden sich die Erscheinungen der Tuberkulose mich an anderen Organen.
Verlauf. Der Tod tritt in verhältnismässig kurzer Zeit, mitunter ganz unerwartet, apoplektisch, ein.
Diagnose. Die Erscheinungen der Lähmung und die Krämpfe, sowie der Umstand, dass die Tiere in den krämpfefreien Intervallen nicht munter sind, berechtigt, au das Vorhandensein der Hirntuberkulose zu denken. Finden sich bei der speziollen Untersuchung dann auch
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noch an anderen Organen Spuren der Tuberkulose, so wird damit die Diagnose ziemlich gesichert.
Kohlkopf- und Luftrölirmtiilx'i-kiiloHC.
Kehlkopf- und Luftröhre sind niemals der alleinige, wohl aber, wie ich konstatiert habe, mitunter der Hauptsitz der Krankheit.
Krankheitserscheinungen. Die Respiration ist ziehend, von einem pfeifenden, rasselnden, mitunter schlotternden Geräusch begleitet. Das Tier hustet sehr häutig und anhaltend ohne jegliche äussere Veran-lassuijg, wie auch auf die geringste manuelle Reizung des Kehlkopfes. Dei der Untersuchung per os kann man im günstigsten Falle das Vorhandensein von Geschwülsten und Geschwüren konstatieren. In einem Falle fand ich an der äusseren Fläche des Kehlkopfes eine Geschwulst, welche mit einer im Inneren des Organes sitzenden Geschwulst zusammenhing.
( Leichenerscheinungen. Es finden sich hirsekorn- bis haselnuss-f;rosse Knotclion und Knoten, sowie Geschwüre. Die kleinen Knötchen überragen das Niveau der Schleimhaut nicht und sehen gelb aus. Die Farbe dieser kleinen Knötchen variiert wahrscheinlich nach dem Alter; ich habe selbige nur gelb gefunden. Beim Druck auf die betreffende Schleimhaut treten die Knötchen in Form von Pfropfen hervor und lassen kleine Grübchen zurück. Die grossen Knoten gehen aus der Schleimhaut hervor, überragen dieselbe inversohiedenemGrade, sind vouverschiedenerForm und ungleichem Umfange, erscheinen auf der Ober- und SchnittHäche mitunter dunkelrot, meistens aber graurötlich und mithirsekorngrossen, gelben Knötchen besetzt. Bringt mau letzteren Falles einen Druck an, so kommen auch hier kleine Pröpfe zum Vorschein und Grübchen bleiben zurück. Die Geschwüre sind von sehr verschiedener Grosse und Form, haben einen wulstigen Rand und sind mit einer käsigen Masse belegt. Rand und Grund der Geschwüre erscheinen, nachdem die käsige Masse entfernt worden ist, höckerig, gerötet und mit kleinen Knötchen durchsetzt.
Verlauf. Diese Form der Tuberkulose verläuft nicht sehr rasch. Ich weiss mit Bestimmtheit, dass die Zunahme der Krankheit innerhalb eines Jahres mitunter eine unbedeutende ist.
Diagnose. Zur Erhärtung der Diagnose kann man den Kehlkopf spalten und so direkt untersuchen.
Lnngentuberkuloselaquo;
Die Lunge ist meistens der Hauptsitz, mitunter der alleinige Sitz der Tuberkeln. Adam fand unter 04 tuberkulösen Rindern 10 Stück, bei welchen nur die Lungen mit Tuberkeln besetzt waren.
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20'gt;
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Krankheitserscheinungen. Der Husten ist das Hauptsymptom. Derselbe ist trocken und pfeifend, zuerst kräftig, am Ende matt. Der Husten stellt sich ab und zu ohne jegliche äussere Veranlassung ein; derselbe tritt aber leicht infolge der beim Pferde üblichen Reizung des Kehlkopfes, beim stärkeren Perkuticren der Brustwand, beim Einatmen kalter Luft, sowie bei rascherer Bewegung ein. Die Zunge wird der Regel nach beim Husten stark vorgestreckt und verharrt in der angenommenen Lage, bis eine Hustenpause eintritt. Die Kespiration ist ziehend, die Frequenz derselben wenig oder gar nicht vermehrt. An der Exspirationsluft habe ich besonderes niemals gefunden. König behauptet, dass dieselbe mitunter eigentümlich stinkend werde. Die Auskultation liefert einen sehr verschiedenen Befund. In vielen Fällen ist nur das vesikuläre Geräusch rauh; in anderen Fällen konstatiert man bronchovesikuliires Geräusch; und in anderen, jedoch höchst seltenen Fällen vernimmt man an einzelnen Steilen ein ziemlich reines bronchiales Atmen. Daneben hört man regelmässig ein Pfeifen etc. Der I'erkussions-schall ist zuweilen allenthalben normal, meistens hier und da etwas gedämpft, in seltenen Fällen stellenweise dumpf leer . Beim starken Beklopfen der Brust, sowie auch beim starken Druck gegen dieselbe fängt das Tier mitunter an, zu husten und zu stöhnen.
Leichenerscheinungen. Dicht unter der serösen Haut, sowie allenthalben in den tieferen Schichten der Lunge ttnden sieh isolierte und zu Konglomeraten vereinigte Knötchen in verschiedener Menge und von ungleichem Alter. Die Lungen sind mitunter in so bedeutendem Grade mit verkästen und verkalkten Tuberkeln besetzt, dass man kaum begreifen kann, wie ein für das Leben notwendiger Gaswechsel hat beschafft werden können. Gewöhnlich findet man an einzelnen Stellen das interstitielle Bindegewebe emphysematös. In einem Falle, In welchem die Atrio-Ventrikularklappen verkalkt waren, war die untere Hälfte beider Lungen ödematös. Die Bronchialdrüsen sind in der angegebenen Richtung in sehr verschiedenem Grade affiziert.
Verlauf. Ein sehr langsamer.
Diagnose. Der eigentümliche Husten, das rauhe, vesikuläre Geräusch, die trockenen Rasselgeräusche, die geringe Zunahme der Respirations-frequenz sind wohl die wesentlichsten Erscheinungen. Das Eigentümliche des Verlaufs besteht darin, dass die Krankheit sehr laugsame Fortschritte macht. Zu den Krankheiten, die ausgeschlossen werden müssen, gehören namentlich der chronische Bronchialkatarrh, die Eehino-kokkenkrankheit und die Lungenseuche.
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Brust fclUiilwrkuIoge.
Nicht ganz selten sitzen Tuberkeln hauptsächlich an ileu serösen Häuten der Brust, der Kostal- und Pulmonalpleura, sowie am Perikar-dium; es kommen sogar Fälle vor, in welchem die Kostalpleura im höchsten Grade mit Tuberkeln besetzt, dagegen in den Lungen trotz genauester Nachforschung kein einziges Kuötcheu zu finden ist.
Krankheitserscheinungen. Das Hauptsyinptom ist Reibegeräusch. Dieses tritt bei der Inspiration, besonders gegen das Ende derselben, schon dann auf, wenn Pulmonal- und Kostalpleura auch nur in schwachem Grade besetzt ist; dasselbe wird dagegen gänzlich vermlsst, wenn sehr grosso Mengen von Tuberkeln auf genannten Häuten vorhanden sind, weil dann die unter normalen Verhältnissen durch die Respirationsphasen bedingte Verschiebung der Lungen nicht erfolgt. In diesem Falle kann man aber eine Dämpfung des Pcrkussionsschalles verzeichnen.
Leichenerscheinungen. Die serösen Häute crsclieinen matt und sind mit fadenförmigen Fortsätzen und Knötchen besetzt. Die fadenförmigen Fortsätze sind, wie früher schon bemerkt, im jugendlichen Zustande rot und bei rascher Entwickelung nicht selten am freien Ende kolbig verdickt, im späteren Alter aber von der Beschaffenheit des festen Bindegewebes. Die Knötchen sind sehr verschiedenen Alters und stehen teils isoliert, grösstenteils aber zu grösseren Konglomeraten Knoten, Platten, Trauben u. s. w. vereinigt. Die Ablagerung von Tuberkeln ist zuweilen eine sehr bedeutende. Niklas fand Herz und Herzbeutel reichlich P2 kg schwer. In einem von Lindenberg beobachteten Falle lag eine 6 bis 6 Zoll ca. 10 cm dicke Tuberkelmasse zwischen den Blättern des Zwerchfells, welche 6 kg wog. Die in der Brusthöhle liegenden Drüsen sind stets, mitunter in sehr beutendem Grade aftiziert.
Verlauf. Die Entwickelung der Tuberkeln geht auch an dieser Stelle sehr langsam von statten, dieselbe wird aber mitunter, wenn z. B. beim akuten Gelenkrheumatismus die Pleura in Mitleidenschaft gezogen wird, so ansserordentlich beschleunigt, dass sich in einer Zeit von einigen Wochen handdicke Platten bilden.
Diagnose: Findet man bei der Untersuchung Reibegeräusch, das in jedem Falle von dem an der Brustwand mitunter hörbaren Pansen-geräusch leicht zu unterscheiden ist, und vielleicht noch ausserdem eine Dämpfung des Perkussionsschalles, so ist damit der Verdacht auf Brustfelltuberkulose begründet.
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-JOT
Mii^oii- mill Darmtuberkuloselaquo;
Gewöhulioh gebraucht mau den Nameu Danutuberkulose''. Diese Bezelohnuug ist aber für die in Frage stellende Krankheit des Rindes nicht umfassend gcnuji', weil, wenn bei diesem Tiere der Darm tuberkulös ist, nicht selten der Magen in gleicher Richtung erkrankt ist. Über diese Form der Tuberkulose ist wenig bekannt; hieraus aber auf seltenes Vorkommen derselben sohliesseu zu wollen, wäre absolut falscb. Wird bei der Sektion tuberkulöser Rinder nur jedesmal Magen- und Darmkanal untersucht, so wird man finden, dass selbige nicht so ganz selten in Mitleidenschaft gezogen sind.
Krankheitserscheinungen. Appetit abnorm gering. Daneben sah ich mehrfach Diarrhöe, in einem Falle, in welchem eine tuberkulöse Geschwulst die Passage im Dünndarm verlegte, Verstopfung und Kolik.
Leichenerscheinungen. Neben den Erscheinungen des Katarrhs finden sich vom Pansen bis zum Mastdarm Narben und Geschwüre, ausnahmsweise Geschwülste, Die Geschwüre tinden sich am häutigsten im Dünndarm namentlich im Hüftdarm , seltener im Dickdarm, noch seltener im Labmagen und am seltensten im Pansen. In der Haube und dem Psalter sah ich solche niemals, im Pausen erst einmal! Die Tuberkelgesohwüre im Labmagen und Dtiiindarin sind von dem Umfange einer Krbsc bis zu dem eines Thalers und habet) einen aufgeworfenen Rand. Die Gekrösdrüsen sind in verschiedenem, mitunter sehr bedeutendem Grade vergrössert und im Innern mit Käse- und Kalkherden besetzt.
Verlauf. Bei ziemlich ausgebreiteter Tuberkulose Im Verdauungs-traktus magern die Tiere verhältnismässig rasch ab.
Diagnose. Chronische Diarrhöe mit mangelhaftem Appetit und bedeutende Abmagerung berechtigen an das Vorhandensein der Magen-und Darmtuberkulose zu denken und müssen besondere Veranlassung zur mikroskopischen Untersuchung des Kotes geben.
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Bauchfolltubei'kulosea
Die serösen Häute des Bauches, namentlich das Netz, sind mitunter weitaus am stärksten mit Tuberkeln besetzt. Die begrenzenden Drüsen, besonders die Leber, sind dabei regelmiissig aftizierf.
Krankheitserscheinungen. Bei der Exploration per rectum fand ich einigemale Geschwülste auf den serösen Häuten und zuweilen eine Vcrgrösserung der Gekrösdrüsen. Eine Schwellung der Leistendrüsen, auf welche aufmerksam gemacht wird, sowie die Nymphomonie habe ich hierbei niemals gefunden. Die in der linken Hungergrube zuweilen
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vorkommeuden, reiohlloh erbaengrosseu Knoten muss ich bis auf weiteres als bedeutungslos eracliten.
Leichenerscheinungen: Diese sind ähnlieh wie bei der Brustfell-tuberkulöse. Fadenförmige Fortsätze finden sich an den serösen Häuten des Bauches nicht so häutig wie an den serösen Häuten der Brust. Die Knötchen haben sich meistens zu grossen Platten, und zwar mitunter derart vereinigt, dass der Aufbau aus Knötchen gar nicht mehr nachzuweisen ist. In einem Falle fand ich (s. o.) in einer auf der äusseren Fläche des Pansens sitzenden Platte zwei rundliche, gelbe, etwas jirominierende Stellen, von welchen die grössere 2 cm, die kleinere reichlich 1 cm im Durchmesser hielt. Indem ich am Kande die Spitze eines Messers einschob, hob ich eine Platte, den Schorf, ab und es blieb eine vertiefte Stelle, das freigelegte Geschwür, zurück, welches ganz und gar den Eindruck der in der Luftröhre gefundenen Geschwüre machte. Das hochinteressante Präparat ist dem Museum der Königlichen Tierarzneischule einverleibt worden. Die Gekrösdrüsen sind stets affiziert.
Verlauf. Sehr langsam.
Diagnose. Hat man durch die Exploration per rectum festgestellt, dass Geschwülste auf den serösen Häuten sitzen, und dass die Meseu-terialdsüsen vergrössert sind, so ist der Verdacht auf Tuberkulose vollständig begründet.
KruolithiiltertulKTkulose.
Der Fruchthälter ist bei der Tuberkulose nicht allein mitunter in Mitleidenschaft gezogen, sondern ausnahmsweise sogar der Hauptsitz der Krankheit.
Krankheitserscheinungen. Ich bin nicht im stände, solche augeben zu können: denn ob, was allerdings wahrscheinlich ist, ab und zu von den im Fruchthälter vorhandenen Massen durch die Vulva entleert werden, kann ich auch jetzt noch nicht angeben.
Leichenerscheinungen. Es findet sich im Fruchthälter eine gelblichgraue, käsige, griesige, nicht selten Kalkkrümelchen enthaltende Masse. Die Wand des Fruchthälters ist verdickt, und in derselben liegen hirse-korngrosse Käseherde, die beim Druck hervortreten. Die Eierstöcke fand ich ein paarmal tuberkulös.
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Entertuberknloselaquo;
Siehe die Krankheiten des Euters.
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209 Knocliciitiibcrkiilose.
Diese Form der Tuberkulose ist von Leisering am Hluterkiefer, von Müller im vierten Halswirbel und von mir im Oberschenkelbein gefunden worden.
Krankheitserseheinungen. Der Knochen hat an Umfang zu-genommon. In dem Mtiller'sohen Falle war das Tier stark abgemagert, hielt den Kopf auf- und rückwärts gestreckt und Hess das aufgenommene Futter nach einigen Kaubewegungen aus dem Maule fallen. Der Kopf war nicht in die normale Stellung zu bringen; wurde derselbe weiter rückwärts gebogen, so stürzte das Tier nieder. In meinem Falle war das Tier stark lahm.
Leichenerscheinungen. Knochen aufgelockert und im Innern mit Tuberkeln besetzt.
Tuberkulöse Gelonkoiitzlindiing.
Diese in der Mensclienheilkunde unter dem Namen Tumor albusquot; bekannte Krankheit kommt beim Rinde nicht so ganz selten vor.
Krankheitserscheinungen. Die Tiere sehen zuweilen ziemlich munter, meistens aber sehr leidend aus und gehen lahm, letzteres mitunter in dem Grade, dass sie den kranken Schenkel gar nicht belasten. Das Gelenk ist von zu bedeutendem Umfang, sehr schmerzhaft und entleert auf gemachten Einstich eine gelbgraue Masse. Hess konstatierte beim Strecken und Beugen des Schenkels Krepetatiou.
Leichenerscheinungen. Mir ist es nicht möglich gewesen, zur Sektion zu gelangen. Meyer fand in dem Kniegelenk einer tuberkulösen Kuh Tuberkeln. Hess sah in dem Ellenbogengelenk einer tuberkulösen Kuh gelbliches Exsudat und Tuberkeln.
Diagnose. Jede sehr schmerzhafte Gelenkentzündung, welche einer energischen Behandlung nicht weicht, vielleicht gar allmählich schlimmer wird, beim Einstich eine gelblichgraue Masse entleert, ruft bei dem Praktiker schon Verdacht auf Tuberkulose hervor.
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Dem Vorstehenden möchte ich noch kurz hinzufügen, dass jede Vergrösserung der Hoden und Nebenhoden, sowie jede knotige Ver-diekung des vorderen Endes des Penis Verdacht auf Tuberkulose erwecken muss.
#9632; Akuter (Mcnkrliounialisinus.
Der akute Gelenkrheumatismus kommt jedenfalls nicht häufig vor; ich wenigstens habe nur in den Jahren .1801 bis incl. 1800 Gelegenheit gehabt, denselben zu sehen und zu studieren.
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Harms, Kimlcrkrankhoilon.
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Krankheitserscheinungen. Ausser einem Fieber finden sich die Krscheinuniicn der Entzündung nn Gelenken. Die Respiration ist in verschiedenem Grade erhöht. Der Puls steigt bis ÖO und darüber. Die Arteric ist hart und gespannt, Die Temperatur ist im Mastdarm um 0,5 bis 2,0 erhöht, an der äusseren Fläche des Körpers ungleich verteilt und wechselnd. Der Appetit hat nur abgenommen oder ist gänzlich verschwunden. Kuminiert wird selten und unvollständig oder gar nicht. Der Kot wird nach dem Futter in zu trockener Konsistenz abgesetzt. Das Tier ist sehr lahm, liegt daher viel, resp. anhaltend, ist schwer, mitunter gar nicht zum Aufstehen zu bewegen, hält den erkrankten Schenkel während des Stehens in gebeugter Stellung, bringt ihn beim Gehen mehr oder weniger steif vor, tritt nicht normal durch und nimmt zuweilen nicht einmal Last auf denselben. Ich kenne keine Krankheit beim Rinde, welche mit so bedeutenden Schmerzen verknüpft ist, wie der akute Gelenkrheumatismus. Das Tier sucht den kranken Schenkel bei der leisesten Berührung des Gelenks zu entziehen. Die befallenen Gelenke sind graduell sehr verschieden affiziert, so dass es mitunter scheint, als sei nur ein einziges Gelenk erkrankt. Ebenso kann der Prozess an dem am stärksten erkrankten Gelenk plötzlich abnehmen und an einem anderen, bis dahin nur wenig ergriffenen Gelenke mit einemmale bedeutend zunehmen, so dass ein gewisses Wandern der Krankheit nicht zu verkennen ist. Die erkrankten Gelenke sind in ganzem Umfange und auf- und abwärts über die (irenzen hinaus geschwellt, vermehrt warm und wie schon gesagt sehr schmerzhaft. Mitunter ist eine dunkle Fluktuation zu konstatieren.
Leichenerscheinungen. Nach dem Gelenke, sowie nach dem Grade und der Dauer der Krankheit zeigen sich ziemlich bedeutende Verschiedenheiten in den pathologischen Veränderungen. In ersterer Beziehung möchte ich speziell hervorheben, dass stets mehrere Gelenke affiziert sind, dass man es also immer mit einem polyartikulären Rheumatismus zu thun hat.
Die das Gelenk umgebenden Weichteilo sind mit stark gefüllten Gefässen durchzogen, recht häufig sogar mit Blutextravasaten durchsetzt, regelmässig stark infiltriert, und in zwei Fällen fand ich erbsengrosse Abscesse darin. Das lockere Bindegewebe, sowie das etwa vorhandene Fettgewebe ist mitunter in eine sulzige Masse umgewandelt. Die Synovialmembran ist geschwollen, plastisch infiltriert, an der inneren Oberfläche rauh, in verschiedenem Grade vaskularisiert, zuweilen mit steoknadelkaopf- bis linsengrossen Blutextravasaten besetzt und ausnahmsweise mit Faserstoffplatten belegt. Die Plicae vasculosae sind
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stets vergrössert, mitunter in dem Grade, dass ihr freies, bei dieser Krankheit gewöhnlich kolbiges Ende von der Grosso und Form einer Pferdebohne ist. Die Synovia ist gelb oder rötlicligcib von Farbe, dicker als im Normalzustände und zuweilen durch Beimengung kleiner Kund-zellen oder Faferstoffflöckclien trübe; sie ist stets in zu grosser, niemals aber in sehr bedeutender Menge von mir gefunden worden. Der Knorpel erscheint in der ersten Zeit der Krankheit, so lange er mit dem Knochen in Verbindung stellt, rot oder bläulichrot, jedoch nicht an allen Stellen eines und desselben Gelenks gleich intensiv. Die Rötung erstreckt sich über das ganze Gelenkendc oder tritt in Form von ungleichgrossen und unregclmiissig gestalteten Flecken auf. Schneidet man von dem Knorpel dort, wo er rot oder bläulichrot erscheint, kleine Stückchen ab, so findet man denselben gewöhnlich von normaler Farbe, ausnahmsweise gerötet. Später, wenn der Prozess weiter vorgeschritten, ist der Knorpel gelb und rauh, so dass er sich samtartig weich anfühlt. Bei der mikroskopischen Untersuchung findet sich dann, dass der Knorpel in bandartige Fasern zerklüftet ist, und dass die Knorpelzellen bedeutend grosser als im Normalzustande und mit Fettröpfchen im Innern besetzt sind. Je näher dem Knochen, um so weniger ist dieser Prozess vorgeschritten. Mitunter sind in dem Knorpel zwischen den Fasern kleine, granulierte Eundzellen vorhanden. Ausnahmsweise hat sich ein grösserer Teil des Knorpels in linscngrossen Stückchen abgelöst, welche rosenkranzähnlich aneinander gereiht sind. Die Knochonenden sind in der schwammigen Substanz stets gerötet hyperämisch , und zwar je näher dem Knorpel, um so bedeutender. Auf der Schnittfläche treten hier zuweilen in der im allgemeinen ziemlich gleichmässigen rötlichen Farbe scharf begrenzte dunkelrote Flocke auf, die ich bis zur Grosse eines Thalers gefunden habe. Die kompakte Substanz des Knochens ist ebenfalls zuweilen in nächster Nähe des Knorpels hyperämisch. Das Mark in den langen Knochen ist auch stets in Mitleidenschaft gezogen; es ist rötlichgelb bis gelbrötlich von Farbe, mit stark gefüllten Gefässen durchzogen und nicht ganz selten mit stecknadelknopf- bis erbsengrossen Blut-extravasaten durchsetzt.
Verlauf. Die Krankheit tritt in den meisten Fällen mit einein-male in voller Heftigkeit auf; die Tiere sind abends vielleicht ganz munter, verzehren ihr Nachtfutter in der gewohnten Weise, am anderen Morgen aber schon sehr krank, namentlich stark lahm. Der weitere Verlauf ist dann abgesehen von dem Einflüsse der Behandlung abhängig von dem Grade der Krankheit und von den eintretenden Komplikationen. Zu der Zeit, in welcher Specifica gegen
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diese Krankheit noch nicht bekannt waren, habe ich folgendes konstatiert.
1.nbsp; Wandern des Prozesses von einem auf ein anderes Gelenk. Ich habe gesehen, dass Tiere in einer Zeit von acht Tagen so weit hergestellt waren, dass sie keine Krankheitserscheinungen zeigten, Futter und Getränk in normalen Quantitäten aufnahmen, aber einige Tage später wieder sehr krank, namentlich in ähnlichem oder stärkerem Grade lahm waren.
2.nbsp; Die Sehnenscheiden können in Mitleidenschaft gezogen werden; es kommen sogar Fälle vor (s. u.), wo der l'rozess in den Selmen-scheiden am deutlichsten auftritt.
3.nbsp; Die serösen Häute der Brust und des Bauches können afflziert werden. Fieber- und Entzüudungserscheinungen bleiben in gleichem, nicht sehr hohem Grade fortbestehen, die Tiere nehmen etwas Futter auf, erheben sich dann und wann, im ganzen aber nicht gern vom Lager und bekommen eine durch die Untersuchung sehr wohl nachweisbare Entzündung der serösen Häute bemerkter Höhleu.
4.nbsp; Wenn bei Tieren, die an Brustfell- und Bauchfelltubcrkulose leiden, akuter Gelenkrheumatismus auftritt, so kann eine erstaunlich grosse Menge von Tuberkeln in kurzer Zeit geliefert werden.
ij. Die Krankheit wird nicht gebrochen, der Schmerz ist so bedeutend, dass das Tier die kranken Schenkel nicht bewegt, und dass es folglich nicht aufsteht. Ist das Lager dann nicht trocken und nicht weich, so stellt sicli leicht Absehilferung der Epidermis, sowie Dekubitus ein; es können sogar, wie ich in zwei Fällen beobachtet habe, periarti-kuläre Abscesse am Sprunggelenke auftreten.
(i. Die Akuität wird gebrochen, und der Prozess wird chronisch. Die Schmerzen werden allerdings geringer, verlieren sich aber nicht ganz, und deshalb bleiben die Tiere lahm oder gehen wenigstens klammerig. Der Nährzustand kann dann ein besserer werden, aber eine normale Verwertung des Futters findet nicht statt. Ich habe keine Gelegenheit gehabt, solche Tiere lange Zeit hindurch zu beobachten und später zu sezieren.
7.nbsp; Die Krankheit wird bis auf eine das ganze Gelenk umfassende Verdickung beseitigt.
8.nbsp; Es kann, wie ich allerdings nur einmal beobachtet habe, Heilung bis auf eine stärkere Füllung der Gelenk-Kapseln erreicht werden.
9.nbsp; Vollständige Ausgleichung habe ich eintreten sehen, jedoch ausser-ordentlich selten.
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Beim (iolcukrhciimatismus habe icli jedesmal das Heiz sowohl während des Lebens des Tieres, als aueh nach dem Tode desselben möglichst genau untersucht, an der Intima, besonders an den Klappen desselben aber niemals etwas Krankhaftes gefunden. Andere haben allerdings als Komplikation des akuten Gelenkrheumatismus auch beim Kinde Endokarditis gesehen, und ich will die Richtigkeit dieser Beob-achtung nicht bestreiten, ja nicht einmal bezweifeln. Ich hin allerdings, da ich nicht selten wahrgenommen habe, dass bei einem Kollegen schon einige Kkchymosen an der Intima des Herzens, die bekanntlich in der Agonie auftreten können, auch jeden Augenblick künstlich zu erzeugen sind, zur Begründung seiner bei Lebzeiten des Tieres gestellten Lieblings- Diagnose Endokarditisquot; ausreichten, in dieser Beziehung etwas misstrauisch geworden.
Diagnose. Diese kann höchstens im Anfange der Krankheit Schwierigkeiten bereiten, und zwar dann, wenn Entzündungserscheinungen nur an einem Gelenke nachzuweisen sind. Zu den wesentlichsten Erscheinungen gehören das stets deutlich ausgesprochene Fieber und die gleichzeitige Erkrankung mehrerer Gelenke. Das Wesentlichste des Verlaufs für die Diagnose hegt darin, dass die Krankheit mit einemmalc in voller Heftigkeit auftritt, oder doch in kurzer Zeit ihren Höhepunkt erreicht, und dass sie, wenn sie raquo;in dein einen Gelenke nachlässt, in einem anderen Gelenke stärker hervortritt. Ich habe gesehen, dass die Krankheit aus der Vordorfusswurzel verschwand, gleichzeitig aber in dem Kniegelenke auftrat. Ein gewisses Wandern kommt in der That vor. Zu den Krankheiten,welche mit der fraglichen verwechselt werden können, gehört die Arthritis. Diese tritt unter ähnlichen örtlichen Erscheinungen wie der akute Gelenkrheumatismus auf, trotzdem aber ist die Unterscheidung nicht sehr schwer, denn
1.nbsp; ist beim akuten Gelenkrheumatismus wenigstens ein leicht nachweisbares, meistens sogar ein heftiges Fieber vorhanden, was bei der Arthritis des Rindes nach meinen Beobachtungen nicht der Fall ist;
2.nbsp; sind beim akuten Gelenkrheumatismus mehrere Gelenke aftiziert, wogegen die Arthritis sich auf ein Gelenk beschränkt. Mir ist svenigsteus aus meiner Praxis nur ein Fall bekannt, dass die Arthritis gleichzeitig an zwei Gelenken, Vorderfusswurzel und Sprunggelenk, bestand. Und
3.nbsp; sind beim akuten Gelenkrheumatismus die Schmerzen viel heftiger als bei der Arthritis.
Ursachen. Der akute Gelenkrheumatismus ist von mir nur in der externen Klinik der Königlichen Ticrarzneischule zu Hannover, also
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bei solchen Milchkühen, die auf der Mast standen, und welche vor der Aufstellung zur Mast das Qcburtsgeschäft vollständig und in jeder Beziehung glücklich überstanden hatten, beobachtet worden. Immer traten mehrere Fälle gleichzeitig oder bald nach einander ein. Letzterer Umstand erinnerte mich allerdings an die früher in solchen Fällen gewöhnlich hervorgehobene Witterungskonstitution, ich wagte aber nicht, diesen Ausdruck, der damals schon von vielen als veraltet betrachtet wurde, zu gebrauchen, sondern drückte mich bei meinen bezüglichen üemonstra-tioneu dahin aus, dass, da die Krankheit stets bei den rauhen Nordwest-, Nord- und Nordostwinden aufgetreten sei, Erkältung als die Ursache derselben wohl angesehen werden dürfe. Jetzt weiss man, dass der akute Gelenkrlieumatismus des Menschen eine Infektionskrankheit ist, und dasselbe darf man bis auf weiteres für die gleiche Krankheit des Kindes annehmen.
Bemerken möchte ich noch, dass ich nach dem Gebären wohl mitunter eine Synovitis, aber niemals Gelenkrheumatismus habe auftreten sehen.
Prognose. Bis auf die neueste Zeit war der Verlauf des akuten Gelenkrheumatismus beim Kinde gewöhnlich kein günstiger; wie sich derselbe unter Benutzung der neuen Heilmittel gestalten wird, lässt sich nicht mit Bestimmtheit, wohl aber mit grosser Wahrscheinlichkeit sagen. Nach dem, was ich bei anderen rheumatischen Krankheiten (s. d. Influenza) gesehen habe, nehme ich an, dass wir beim frühzeitigen Einschreiten deiv Feind des Rindes, der in dem Gelenkrheumatismus gegeben ist, werden leicht bekämpfen können. Immer aber muss man, bis Erfahrungen darüber vorliegen, bei der Abgabe der Prognose nach beiden Richtungen vorsichtig sein.
Behandlung. Die Tiere müssen in einem warmen, gut ventilierten Stall auf guter Streu und im Winter noch ausserdem unter Decken gehalten werden. Innerlich kann man Natrium salicylicum reichen. Über die nötige Dosis und Wiederholung dieses Mittels sind noch nicht Erfahrungen genug gesammelt. Für mittelgrosse Rinder kann man zunächst alle acht bis zehn Stunden 30 bis 40 g mit einer grösseren Menge Wasser eingeben lassen. Um einem etwaigen Kollaps vorzubeugen, kann man gleichzeitig mit dem Natr. salicylicum Excitantia Spiritus reichen. Dem Natrium salicylicum ähnlich wirkende Mittel, wie Phenacetiu etc., können ebenfalls in Gebrauch gezogen werden. Liegen die Tiere beständig, so muss man event, für einen Wechsel in der Lage sorgen.
In dor Zeit, in welcher uns der Gebrauch des Natrium salicylicum möglich ist, was gleich nach der Entdeckung des Mittels des hoben Preises wegen nicht
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dor Fall war, habe loh koine Golegonhoit gefunden, am Qelenkrheumatlsmus erkrankte Rinder zu bebandeln.
Von den ziemlich vielen erlebten Fällen, welche die Grundlage zur vorstehenden Skizze gegeben haben, darf ich, um Kaum zu sparen, nur ein paar speziell anführen.
1.nbsp; Kuh dos B. an der Collerstrasso in Hannover. Vorboricht: Eine Lahmheit habe sich plötzlich am 9. Februar 1804 am linken Vordersohenkel eingestellt, die in zwei Tagen so bedeutend geworden sei, dass das Tier fast bostiimlig liege, wenig fresse und auch nur oiuo geringe Quantität Milch liefere.
Untersuchungsbefund am 11. Februar. Bin ziemlich hohes Fieber ist vorhanden. Die linke Vorderfusswuizel ist in ganzem Umfange, sowie auf- und abwärts über die Grenzen hinaus geschwollen, vermehrt warm und so schmerzhaft, dass das Tier den betreffenden Schenkel gar nicht belastet und ihn, sobald das nfflziorto Oelonk orfasst wird, in rechtem Winkel nach auswärts abbiegt.
Unter innerlicher Anwendung von Urochwoinstein, Salpeter und Glaubersalz und iiussorlicher Benutzung von Kantliaridontinktur trat in zehn Tagen anscheinend Heilung ein.
Jedoch schon am 24. Februar war wieder ein bedeutendes Fieber vorbanden, und das linke llackbeiu-Koidengolonk in hohem, sowie einige andere Gelenke in geringerem Grade erkrankt. Jetzt wurde empfohlen, das Tier schlachten zu lassen.
Leichenbefund am linken Backboin-Keulengelenk. Die Weichteile in der Umgebung des Gelenkes sind injiziert, mit Blutextravasaten verschiedener Grosse durchsetzt und infiltriert. Die Plicae vasculosae enthalten strotzend gefüllte Blutgefasse, erscheinen dunkelrot und sind grosser als man sie gewöhnlich findet. Die Synovia zeigt einen rötlichen Schimmer, enthalt viele kloine Rundzellen und ist in vermehrter Quantität vorhanden. Der Knorpel erscheint an einigen Stellen rot in verschiedener Intensität, an anderen, namentlich an den hervorragenden Stellen gelb. An den letzteren Stellen ist er samtartig weich und, wie die mikroskopische Untersuchung erglebt, faserig zerfallen und stark verfettet. Die schwammige und kompakte Knochensubstanz 1st injiziert und mit Kxtra-vasaten durchsetzt.
2.nbsp; Kuh des H. an der Cellerstrasse in Hannover. Vorhorichtlich wurde be-
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merkt, das Tier habe am
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November
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sgIu Nachtfntter mit ge-
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wohntem Appetit verzehrt, am 20., morgens, gefiebert, wenig gefressen und viel gelogen.
Untersuchungsbefund. Die Temperatur ist an der Körperoborflächo gesunken, im Mastdarm um ca. 0,5 Grad erhöht. Die Milchsekretion ist um die Hälfte vermindert, und der Mist wird in zu trockenem Zustande verzögert entleert. Respiration 25. Puls 85. Arterie gespannt. Das Tier erhobt sich langsam vom Lager, stellt die Hinterfüssc unter den Leib, hebt selbige abwechselnd hoch und tritt in dem Fesselgelenke beider Hinterschonkel nicht ordentlich durch. Unmittelbar oberhalb des Fesselgelenkes findet sieh an beiden Hinterschenkeln am hinteren Rande eine 7 cm lange, 5 cm breite Geschwulst, welche fluktuiert und bedeutend schmerzt.
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Dio Diagnose #9632;wurde nuf rhenmatlsohe Sebnensobeldenontztludnog gostollt. Uns Tier bekam Innerllob Breobwelnsteln mit Salpotor und äusserllob oino scharfe Einreibung.
Am dritten Tage darauf war das Fieber solir hoftig, und os zoigton sich dio Sprunggelenke In öbnllober Weise, aber In viel stärkerem Grade als die Selmensohelden erkrankt. Das Tier war nur mit grosser Miilio auf dio Boino xu bringen. Deshalb das Schlachten dossolbon anheimgegeben.
Sektionsbefund. Die die Gelenke und Sehnenscheiden umgebenden Woichtcilc sind mit stark gefüllten Gofasson durchzogen, mit Blutoxtravasaton von der Grosse eines Stecknadelknopfes bis zu der einer Linse durchsetzt. Die Spmnggelenkkapsel und die bemerkten Sehnenscheiden sind Infolge einer serösen und plastischen Infiltration verdickt, an der inneren Fläche trübe, vaskularisiort und mit Pibrlnplatten belegt. Die Synovia der Gelenke ist etwas dicker als im Normalzustände und enthält linsengrosso und linsenähnlich gestaltete, rosenkranz-ähnlicli aneinander gereihte Körperohen, die, wie die mikroskopische Untor-suchung ergiebt, ans fettig degeneriertem Knorpel bestehen. Die Plicae vascu-losao sind sehr stark entwickelt, reich an Blntgefasson und zeigen am freien Ende eine bohnenförmlge Verdickung. Der Gelenkknorpcl erscheint teils rot und glänzend, teils infolge eingetretener Verfettung gelb und rauh samtartig : er ist an den meisten Stellen faserig zerfallen, hier und dort treten sogar rundliche Defekte in Ihm auf. Der Knochen ist in der Nähe der Gclcnk-enden sowohl In der schwammigen, als auch kompakten Substanz hyperiimisch. Das Knochenmark 1st weicher als unter normalen Vorhältnissen, rotlichgelh von Farbe, mit stark gefüllten Gofässen durchzogen und mit einigen Stecknadelknopf-bis linsengrossen Blntexlravasaton durchsetzt.
:!. Kuh des \V. an der A. D.-Strasso in Hannover. Vorboricht: Fragliche Kuh soll seit ein paar Tagen fast immer liegen, langsam und ungern aufstehen, wenig fressen, selten ruminieron und nur eine geringe Menge Milch liefern.
Untersuchungsbefund am 19. April 1864. Respiration 10 und ziehend. I'uls 80; Arterie gespannt. Temperatur an der Oberfläche des Körpers ungleich verteilt. Appetit nicht vorhanden. Wiederkauen nicht beobachtet. Milchsekrotion gering. Faeces zu trocken. Perlstaltlsche Bewegung zu gering. Brust und Bauch druckempflndllob. Mehrere Gelenke, besonders die Sprunggelenke, sind in ganzem Umfange, sowie auf- und abwärts über die Grenzen hinaus geschwollen, vermehrt wann und sehr schmerzhaft.
Dio Diagnose wurde auf akuten Gelenkrheumatismus und Entzündung der serösen Häute der Brust und des Bauches gestellt. An das Vorhandensein der Tuberkulose wurde nicht gedacht.
Das Tier erhielt, obgleich dio Prognose höchst bedenklichquot; gestellt wurde, innerlich Antiphlogistica in grossen Dosen und äusserlich auf dio Gelenke kräftige Ableitungsmittel. Alles ohno Frfolg. Das Tier wurdo am 12. Mal, weil es so elend war, dass os nicht mehr aufstehen konnto, getötet.
Sektlonsbefnnd. Die die Golonko umgebenden Woichtoile sind injiziert und mit kleinen Blutoxtravasaton durchsetzt. An beiden Sprunggelenken finden sich oinige Absccsse in dor Grosso einer Erbso bis zu der oinor Hasolnuss. Die Gelenkkapsel ist infolge einer plastischen Infiltration vordickt und an dor inneren Klächo mit Fibrinplatten belogt. Die Synovia zeigt einen rötlichen Schimmer, ist zum Toll flockig und in einigen Gelenken in zu grosser Menge vorhanden.
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Der Qelenkkliorpel ist rötlich odor golb und samtartig weich: dort, wo er die lotztoro Boschaftoidicit zeigt, ist er streifig zerfallen und verfettet. Die schwammige Substanz der Knochen ist von rötlicher Farbe, in welcher hier und da bis thalergrosse, dnnkelrote Flocke auftreten. Die serösen Hiiute der Brust-lind Bauobhöhle sind in sehr bedeutendem Grade mit Tuberkeln, und zwar von solcher Beschaffenheit besetzt, dass dieselben in neuerer Zeit entstanden sein miisson.
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Kastner hat bei seinen Versuchen gefunden, dass Organe, die in einen Knt-/.iindungszustnnd versetzt worden, wozu derselbe Ammoniak verwendete, den Tnberkelbazillen viel leichter zugänglich sind, als norinalo Organe.
Iiiflucn/a.
In der externen Klinik der Königlicheu Tierarzneisclmle zu Hannover habe ich vom Jahre 1870 bis Oktober 1879 ziemlich häufig, später ab und zu beim Kinde eine mir bis dahin aus der Litteratur und der eigenen Praxis unbekannte Krankheit beobachtet und belmmlelt, welche ihrer Vielseitigkeit wegen mit dem nichtssagenden Namen Influenzaquot; belegt wurde.
Krankheitserscheinungen. Es finden sich die Erscheinungen der Gastroenteritis, Synovitis und Mastitis regelmässig, die der Vaginitis, Bronchitis und Conjuntivitis häufig, und die der Entzündung iiusserer oder innerer Teile des Augapfels zuweilen.
Verlauf. Dieser ist niemals ein tödlicher. Die Krankheit tritt plötz-lich in ziemlich heftigem Grade auf und gelangt, wenn keine Behandlung eingeleitet wird, der Kegel nach in einer Zeit von acht Tagen bis drei Wochen zur Ausgleichung. Die Eutcrkranklieit wird jedoch nicht immer beseitigt. Nach der interstitiellen Mastitis bleiben zuweilen lu-durationen zurück, und die katarrhalische Euterenzüiulung wird zuweilen chronisch.
Diagnose. Die Erkennung der fraglichen Krankheit, welche wenigstens sehr stark an die vor einigen Jahren in Holstein etc. beobachtete, sogenannte Euterseuche erinnert, macht niemals besondere Schwierigkeiten.
Ursachen. Hierüber weiss ich auch jetzt noch nichts Bestimmtes anzugeben. Ich habe diese Krankheit, weil so verschiedene Organe gleichzeitig erkranken, stets als eine infektiöse angesehen, und ich bin der Meinung, dass das uns zur Zeit noch unbekannte Virus mit der Luft oder der Nahrung in den Körper und auf liaematogenein Wege nach den verschiedenen Organen gelangt. Das Euter kann ich um so weniger als die Eingangspforte für die Krankheitsursache betrachten, weil die Kntzündiing desselben mitunter erst am zweiten, dritten Tage der Krankheit nachgewiesen werden kann. Eine Übertragung von Tier zu
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Tier kommt nicht vor; denu ich habe niemals mehr als ein Rind im Stalle an der Influenza erkranken sehen.
Behandlung. In früheren Jahren verfuhr ich in folgender Weise: Innerlich wurde, wenn, was gewöhnlich der Fall, der Kot weich war und keine groben Beimengungen erhielt, in der Kegel sofort zur Benutzung der Salzsäure geschritten, und zwar je nach Umständen drei- bis sechsmal täglich ~ll-2 g mit einer Flasche Wasser gegeben. War der Kot dem Futter nach zu konsistent oder mit groben Stoffen stark durchsetzt, so wurde vor dem Gebrauch der Salzsäure ein mildes Laxans gereicht. Gegen die Synovitis, Bronchitis und Vaginitis ist nur ausnahmsweise eingeschritten worden. Bei vorhandener Augenentzimduug Hess ich das Tier dunkel stellen und je nach Umständen Atropin, Zinkvitriol oder Tannin gebrauchen. Die Euterentzündung verlangt, wenn sie die inter-stitielle oder katarrhalische Form zeigt, eine ausserordentlich aufmerksame Behandlung. (Siehe die Euterkrankheiten.)
Kuh des Giirloumnmu's E. an der W, in Hannover.
Anamnese. Das Tier frisst seit fünf Tagen allniiihlich weniger, liegt viel, stellt ungern auf, hustet ab und zu und liefert eine beim Kochen sofort gerinnende Milch in geringer Quantität.
Stat. pr. Die Kuh liegt, erhebt sich erst auf starkes Antreiben, steht mit im Spunggclenk gebeugten Hinterschenkeln und gellt auf beiden Hinterbeinen lahm. Die Sprunggolenkkapseln sind abnorm stark gefüllt, beim Druck auf dieselben äussert das Tier Sohmerzoii. Die Temperatur beträgt im Mastdarm 40,8 und ist an der Oberfläche dos Körpers ungleich vorteilt. Das Flotzmaul ist schwach befeuchtet, nach dem Abtrocknen desselben treten die bokannten Perlen zu langsam auf. Der Puls steht auf 70 und ist gleich- und rogolmässig. Die Arterie ist von mittlerer Fällung, die Wand derselben etwas gespannt. - Die Hungergruben sind tief eingefallen. Der Pansen arbeitet subnormal. Die Faeces sind dem Futter nach zu weich und von alkalischer Reaktion. Die Respiration ist ziehend und stellt auf 40. Das Inspirationsgeräusch ist in bedeutendem Grade verstärkt, raub und knisternd; das Exspirationsgeräusch ist deutlich vernehmbar. Die Perkussion der Brust ist dem Tiere anscheinend un-angenohni. Der PerkussionsscbaU zeigt nichts Abnormes. Beim Druck auf die Brustwandungen treten keine Schmerzäussorungen auf. Auf manuelle Heizung des Kohlkopfes In der beim Pferde üblichen Weise tritt Husten auf. Die Nason-schleimhaut ist bräunlichrot. - - Die Augen werden geschlossen gehalten und thriinen stark; die Konjunktiven sind geschwollen und gelbbraun von Farbe. In dem äusseren Aiigemviukcl sitzt Schleim. Die Vaginalschleimhaut ist gelbbraun von Farbe, anscheinend geschwollen, vermehrt warm und hier und da mit Schleim belegt. Das Euter fühlt sich weich und saftig an, liefert aber nur den vierten Teil der normalen Quantität Milch. Die Milch erscheint zu gelb, gerinnt beim Kochen und ist, wie die chemische Untersuchung durch Bogemann ergiebt, viel zu reich an Albumin und zu arm an Kasein.
Die spezielle Diagnose lautete: Synovitis. Gastroenteritiscatarrhalis. Vaginitis. Conjunctivitis. Mastitis paroncbymatosa.
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Behandlung. Das Tier wird in einen gut ventilierten Stall gebracht und bekommt alle vier Stunden 7 ['., g konzentrierte Salzsäure mit einer Flaseho Wasser.
Am tblgendeu Tage ist das Tier etwas munterer. Der Kot ist neutral.
Am dritten Tage. Das Tier hat angeblich stärkeren Appetit gezeigt und auch mehr Milch geliefert. Die Gelbfärbung der Schleimhaut ist vcrscluviinden. Die Cornea de^ rechten Auges ist vollständig getrübt Koratitis . Patientin erhält alle sechs Stunden 7'/._, g konzentrierte Salzsäure mit einer Flasche Wasser. Das Auge wird mit Atropiiilösung behandelt.
Am fünften Tage, Das Tier liegt bei meiner Ankunft im Stalle, zu ruini-nioren. Ks hat nach Aussago des Besitzers und nach der Füllung des Pansens die normale Quantität an Futter und Getränk aufgenommen. Die Thätigkeit im Euter hat zugenommen. Die Milch erscheint weniger gelb, gerinnt aber noch sofort beim Kochen. Das Tier bekommt innerlich gegen die Kuterkrankheit Stil), sulf. nigr. cmd. mit Fruct. foeniouli, und gegen die Augenkrankheit wird eine leichte TanninUisung gebraucht.
Am achton Tage. Bis auf eine schwache Trübung der Cornea ist volle Ausgleichung erzielt.
Bei einem späteren Besuch findet sich die Cornea absolut klar.
2. Kuh des üartonmannes Seh. an der Gr. Barlinge in Hannover.
Anamnese, Das Tier ist seit zwölf Stunden krank; es zeigt einen sehr geringen Appetit, setzt einen dünnen Kot ab und liefert bedeutend weniger Milch als sonst.
Stat. pr. Das Tier steht mit untergeschobenen Hinterschenkeln und krummem Bücken, es entfernt sieh ungern vom Standplatz und geht auf beiden Hinterschenkeln stark lahm. Die Sprunggelenkkapsel tritt an der vorderen inneren Partie an beiden Hintorschenkeln zu stark vor; beim Druck auf dieselben äussert das Tier Schmerzen. Der Puls ist gleich-und regelmässlg und steht auf 88. Die Temperatur ist an der Peripherie des Körpers ungloichinässig verteilt und beträgt im Mastdarm 40,1. Das Flotzmaul 1st trocken. Vorgehaltenes Futter wird langsam aufgenommen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Die linke Hungergrube ist stark ein-
gefallen. Der Pansen arbeitet subnormal. Dor Kot erscheint wie eine schleimige Masse und reagiert alkalisch. Beim Druck auf die untere Partie der vier Eutervicrtcl und auf die Striche äussert das Tier Schmerzen. Beim Melken bekommt man zuerst eine rötliche Flüssigkeit, in welcher sich hin und wieder ein kleines Blutcoagulum zeigt, darauf eine ganz normale Milch, in welcher ebenfalls ab und zu ein kleinstes Blutcoagulum auftritt. Husten tritt zuweilen freiwillig, namentlich aber auf nianuolle Reizung des Kohlkopfes ein. Die Nasenschleim-haut ist abnorm stark gerötet. Die Kospiration steht auf ;i5. Der Perkussionssehall ist normal. Das Inspirationsgeräusch ist abnorm stark und mitunter von einem Pfeifen begleitet.
Die spezielle Diagnose lautet: Synovitis. Gastroenteritis eatarrlmlis. Bronchitis. Mastitis catarrlialis,
Behandlung. Das Tier wird an einem gut ventilierten Ort placiert und erhält Stroh und Wasser zur beliebigen Aufnahme. Vorläufig soll nur zweimal täglich gemolken werden und zwar in möglichst sanfter Weise. Die untere Hälfte des Euters mit Ausschluss der Striche wird mit einem Gemisch, welches aus gleichen Teilen Jodtinktur und Spiritus besteht, dreimal täglich bepinselt.
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bis eine entspreohende Entzündung der Haut eingetreten i^t. Innerlich Salzsäure in vorhin bemerkter Wolso.
Bei diosoi- Behandlung trat In zehn Tagen volle Ausgleichung ein.
3. Kuh dos Ghirteumaunes B. an dor B.-Str. in Hannover.
Anamnese. Das Tier ilaquo;t soit vierundzwanzig Stunden sehr krank; os nimmt nichts zu sich und gleht keinen Tropfen Milch.
Stat. pr. Das Tier kann sicli in dein engen Baum, in welchem es sich bofludet, kaum vom Boden erhoben, os stellt mit krummem Eiickon, geht auf allen vier Schenkeln lahm und äussert beim Druck auf die stark vortretenden Sprunggolciikkapseln und Sehnenscheiden dor Huf- und Krononboinbougor am Vorder- und Hintersohenkel Schmerzen. Die Temperatur ist an der Peripherie des Körpers ungloiohmässig vorteilt und beträgt im Mastdarm 41,7. Puls 90. Die Arterle 1st schwach gefüllt und lässt oine bedeutende Spannung in der Wand erkennen. Das Flotzmaul ist trocken. Vorgehaltenes Putter wird nicht aufgo-nommen. Das Euter 1st in ganzem Umfange in bedeutendem Grade go-schwollon, steinhart, sehr schmerzhaft und liefert beim Melken eine rötlichgelbe, vollständig klare, tlockeiifieie, warme Flüssigkeit in der Quantität von ca. 10 g. Die linko Hungergrube ist tief eingefallen. Fansenhewegungen sind kaum ZU konstatieren. Der Kot wird verzögert abgesetzt, ist dem Putter nach zu konsistent, mit Schleim umhüllt und durchsetzt und von alkalischer Reaktion. Die Augen tlminen stark und werden halb geschlossen gehalten. Die Bindehaut ist stark geschwollen und gerötet. Die Cornea zeigt eine vom Bande gegen die Mitte schwach auslaufende schwache Trübung. In der vorderen Augenkammer liegt ein grau rötliches Exsudat. Husten tritt ab und zu freiwillig, ^\io auch auf manuelle Reizung dos Kehlkopfes und der Luftröhre ein. Die Respiration ist ziehend und steht auf 10. Das Inspirationsgeräusch ist rauh und wird zuweilen von einem Pfeifen begleitet. Der Perkussionsschall ist normal. - - Die Scheidenschleimhaut ist geschwollen, stark gerötet, sehr warm und partiell mit Schleim bedeckt.
Die spezielle Diagnose lautete: Synovitis. Gastroenteritis catarrhalis. Bronchitis. Vaginitis. Mastitis interstitial is. Conjunctivitis, Keratitis etc.
Behandlung. Das Tier bekommt innerlich zunächst ein mildes Laxans in recht grosser Quantität und später Salzsäure. Die Augen werden zuerst mit Atropin und nachher mit Ziukvitriol behandelt. Das Enter wird stündlich längere Zeit gemolken und massiert und kontinuierlich in warmem Wasser gebadet.
Unter dieser Behandlung tritt volle Ausgleichung ein. Die Verabreichung der Salzsäure liörto am siebenten Tage auf. Am zelmtou Tage der Behandlung war die Euterkrankheit beseitigt. Um diese Zeit wurde schon die Hälfte der normalen Quantität Milch geliefert. Die Augen erschienen erst am 25. Tage der Behandlung normal.
Aus der grossen Zahl von an Influenza bohaiulclteu Eimlom habe ich gerade die vorstehenden drei Fälle ausgesucht, weil sie sogenannte Schul-fällc darstellen und weil sie die von mir aufgestellten drei Hauptformen der Euterentzündung in klarster Weise zur Anschauung bringen. Der Symp-tomenkomplex ist, wie auch eingangs besonders hervorgehoben worden ist, nicht immer ganz und gar derselbe. Auch ist der Ausgang, wie schon ebenfalls
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bemerkt, nicht Immer so günstig wie in den speziell angeführten Füllen. Ein Hauptmittel bei der Behandlung dieser Krankheit wird fortan das salioylsaure
Natron bilden müssen. Sehen während der Leitung der externen Klinik an der Königlichen Tierarzneischule zu Hannover hätte ich dieses Mittel gern benutzt; ich musste aber, da die Besitzer der Tiere, um welche es sich handelte, durclischnittlich unvermögend waren, des hohen Preises wegen darauf verzichten. Nach meiner Pensionierung habe ich einmal Gelegenheit gehabt, salicylsaurcs Natron bei einem an Influenza erkrankten Stier zu benutzen.
Am 1. Dezember 1885 präsentierte ein alter Bekannter, der Hofbesitzer J, J, Ij. in \V., mir einen ca. sieben Monate alten Bullen mit (lern Bemerken, tlass das Tier erst vlorundzwanzlg Stunden, aher in dem ürado krank sui, dass an eine Heilang desselben wohl nicht gedacht werden könne; trotzdem aber habe er nicht unterlassen wollen, meine ^101111111^ zu vernehmen.
Untersuchungsbefund. Das verhältnismässlg grosse und brillant genährte Tier kann sieb, nachdem es gewaltsam hoch gebracht worden ist, nur kurze Zelt mit stark unter den Leib geschobenen Hinter- and Vordersohenkein stehend erhalten. Temperatur im Mastdarm 41,7, an der Körperoberfläche un-gleiohmässig verteilt. Der Leib ist tief eingefallen; der Pansen arbeitet subnormal; der Kot 1st zu konsistent, mit Schleim umhüllt und wird verzögert ab-f?esetzt. Alle der Untersuchung zugänglichen Gelenkkapseln und Sehnenscheiden sind abnorm stark gefüllt; beim leichten Druck auf dieselben treten die heftigsten Sohmerzäusserungen ein.
Behandlung. In diesem Falle verordnete loh Natrium salicyllcam. Es werden sechs Gaben ii 6 g verschrieben und davon alle fünf Stunden eine mit einer halben Flasche Wasser eingegeben.
Aohtundvlerzlg Stunden nach Verabreichung des ersten Pulvers war die Bewegung dos Tieres eine absolut normale. Voller Appetit war erst nach weiteren zwei Tagen vorbanden.
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Rotlauf.
lu meiner früheren Privatpraxis, wie auch in der externen Klinik der Königlichen Tierarzneischule zu Hannover habe ich nicht ganz selten beim Eincle eine Krankheit beobachtet, welche derjenigen Krankheit, auf welche Rychucr, Bujatrik, Auflage 3, Seite 606 , Hering, Spezielle Pathologie, Auflage 2, Seite 284 und Haubner, Landwirtschaftliche Tierheilkunde, Auflage 5, Seite ;i73 aufmerksam machen, weuigstous ähnlich ist.
Krankheitserseheimmgen. Das wesentlichste Symptom sind schmerzlose, nicht vermehrt warme, auslaufende ödematische Schwellungen, die sich mitunter hier, mitunter dort finden. Meistens fand ich nur die Augenlider und Lippen in leichtem Grade geschwollen. Zuweilen waren nur die Schamlippen und der Analrand afflziert, und in diesem Falle
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lagen gerötete SohleimhautpartieQ vou verschiedenem, der Regel nach von ziemlich beträchtlichem Umfange vor. Mituuter fand ich nur einen Yorderschcnkel in hohem Grade ödematös geschwollen. Und einmal zeigten sich am Rumpfe mehrere ziemlich umfangreiche Geschwülste. Puls und Temperatur sind normal oder doch nur um ein geringes erhöht. Futter wird wenig oder gar nicht aufgenommen. Die Milchsekretion hat ziemlich stark abgenommen. Die Milch ist mitunter wenigstens iinscheinend normal, zuweilen aber derart verändert, dass sie gleich nach der Gewinnung beim Kochen gerinnt. S. d. parenehymatöse Mastitis. Der Kot wird, wenigstens zuweilen, in zu weicher Konsistenz abgesetzt und ist, wenn er dem Futter nach sauer reagieren müsste, von alkalischer Reaktion. Auf der Schleimhaut der Nase fand ich ein paarmal Peteohien.
Verlauf. Selbiger ist in allen von mir beobachteten Fällen ein höchst akuter und günstiger gewesen. Die Krankheit entwickelt sich, wie besonders sicher beim Milchrinde au dem sohncllen Nachlassen der Milchsekretion zu konstatieren ist, in einigen Stunden bis zu voller Höhe und verliert sich in zwölf bis achtuudvierzig Stunden vollständig. Eine Abstossung dor Epidermis, vielleicht gar in Verbindung mit der oberen Schicht der Lederhaut, habe ich bei dieser Krankheit niemals gesehen.
Diagnose. Die Erkennung dieser Krankheit kann, wenn das Vorkommen derselben bekannt ist, Schwierigkeiten niemals bereiten. In dem ersten Falle wurde ich an Milzbrand erinnert; ein Einstich in das Ohr des betreffenden Tieres belehrte mich aber sofort, dass ich diese Krankheit ausschliessen durfte, denn das Blut erschien dünn und hellrot.
Ursachen. Hierüber weiss ich nichts anzugeben. Die Krankheit habe ich im Sommer und Winter, bei Weide- und Stalltieren gesellen, aber niemals bei mehreren Tieren zu gleicher Zeit. Dass man auch hier an eine Infektion denkt, ist selbstverständlich.
Die etwa vorhandenen pathologischen Veränderungen kann ich, da ich niemals zur Sektion gelangt bin, nicht angeben. Das Blut ist, wie schon oben bemerkt, hellrot, und die Blutkörperchen sind, wie die mikroskopische Untersuchung ergeben hat, stark geschrumpft. Lebewesen habe ich in dem Blute nicht gefunden, aber auch nicht besonders darnach gesucht.
Behandlung. Die Einleitung einer Behandlung ist nicht in jedem Falle vielleicht niemals notwendig. Ich bin nicht ganz selten zu den Patienten erst dann gekommen, wenn die Krankheit schon ungefähr zur vollen Ausgleichung gelangt war. In Fällen, in welchen ich zeitig genug zu den Patienten gekommen bin, habe ich halbstündlich bis
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stündlich Acid sulf. cone, und zwar der Regel nach 4 g mit einer Piasehe reichen lassen. Sehr belieht auch gegen diese Krankheit ist beim Laien der Aderlass.
Leukämielaquo;
Die Leukämie oder Weissblütigkoit ist häufig beim Schweine, selten beim Rinde, und zwar bei diesem Tiere niemals in der linealen oder myologenen, sondern nur in der lymphatischen Form von mir gesehen worden. Da diese Krankheit in der allgemeinen Pathologie in umfassender Weise besprochen wird, will ich mich auf die Anführung eines speziellen Palles beschränken.
Kino .sieben Jahre alte, der Nlodorungsrasse angehörende Kuh, welche schon fünf Kälber geboren hatte, wurde mir mit dem Vorbericht in der Klinik vorgeführt, dass solbigo seit einigen Wochen schlecht, seit drei Tagen gar nicht fresse.
Die sofort vorgononimono Untersuchung ergab folgenden Befund: Das Tier war abgemagert, stark eingefallen im Bauche, rauh im Haar und so toilnahmlos, dass es sich der Untersuchung, sogar der Exploration per rectum nicht widersetzte. Der linke Augapfel war in so bedeutendem Grade aus der Augenhöhle vorgedrängt, diiss das Tier denselben nicht mehr bewegen and ebenfalls mit den Augenlidern nicht mehr bedecken konnte. Vor beiden Buggelenken, sowie in beiden Flankon-falten lag eine ziemlich scharf begrenzte Geschwulst, die von der Grosse eines Qänseeies bis zu der einer Männerfaust war und sich leicht unter der Baut hin-und herbewegen lioss. Die Conjunctiva erschien leicht gerötet. Die Temperatur an der Oberfläche des Körpers war gleiohmässlg gesunken. Die Auskultation und Perkussion der Brust ergaben das normale Resultat. Der Verdauungs-scblauch arbeitete subnormal. Bei der Untersuchung per rectum wurden zahlreiche Geschwülste von sehr verschiedener Grosso In der Bauchhöhle entdeckt.
Die Kuh wurde, weil sie unheilbar war und das Fleisch derselben als menschliche Nahrung nicht vorwertet werden sollte, dor Königlichen Tierarznei-schule für einen geringen Preis überlassen und schon am folgenden Tage, nachdem sie zu Operationsübungen benutzt worden war, getötet und seziert.
Die Sektion bestätigte die Diagnose. Unter der Serosa der ersten drei Magenabteilungen fanden sich viele erbsen- bis hasolnnssgrosse Geschwülste. Die Mesontorialdrüsen bildeten eine zusammenhängende, höckerige Masse, welche 17 kg wog. Am Bocken, sowie in der nächsten Nähe desselben fanden sich unter der Serosa viele hasolnuss- bis hühnoreigrosse Goschwülste. Die in der Brusthöhle vorhandenen Lymphdrüsen waren so bodeutend vergrössert, dass ihr Gewicht 4 kg betrug. In der linken Augenhöhle lag eine hühnereigrosso Geschwulst.
Alle diese, sowie auch die an der äusseren Körperoberlläche vorhandenen Geschwülste waren weich, erschienen auf der Schnittfläche markig und in un-rogolmässigor Zeichnung grau und rot. Bei der mikroskopischen Untersuchung fanden sich in den Schnitten der nicht erhärteten Masse nichts als lymphoido Zollen, in den Schiittelpräparaten der gekochten und erhärteten Substanz das l'ollikuläre Gewebe in schönster Form.
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Die Milz war normal. Die Sdiloimhiuit dos Vordiiuuiigstraktus befand sieh Im Zustande dos Katarrhs. Dio woisson Blutkorpor waren bedeutend vorraolirt.
Versuch. Zwei kleine Hunde bokamon vom 2. his zum 16. März als aus-sehliossliche Nahrung die bei obiger Kuh gesammelten (Josehwiilste. Boide Tiere blieben gesund und zeigten, als sie nach sechs Monaten getötet worden waren, bei der Sektion nichts Abnormes.
Itliitlianieii.
Blutharncii, auch Blutpissen, rotes Wasser, Maisouche, Woidebruch etc. genannt, kam früher sehr häufig vor und war infolge dessen von hoher Bedeutung, tritt jetzt aber selten, in vielen Gegenden, z. B. in den mir bekannten Marschen, gar nicht mehr auf. Diese Krankheit ist in ihren Erscheinungen so charakteristisch, dass bei aufmerksamer Beobachtung eine Verkennung, eine Verwechselung derselben mit anderen Krankheiten, kaum möglich ist.
Krankheitserscheimmgen. Diese sind graduell ausserordontlich verschieden. Der Appetit ist zuweilen normal, meistens aber gering oder ganz verschwunden. Die Elimination ist, dem Appetit entsprechend, mitunter normal, gewöhnlich unterdrückt oder ganz aufgehoben. Der Verdauungstraktus arbeitet wahrscheinlich in vielen Fällen annähernd oder ganz normal; derselbe ist in anderen Fällen aber paretisch. Die linke Hungergrube ist in der Eegel eingefallen, ausnahmsweise aber aufgebläht. Der Kot ist nach Stockfleth zuerst dünn, mitunter blutig, nach drei Tagen aber der Kegel nach zu konsistent. Splnola sagt: Die Mistung ist entweder durchfällig, oder mehr oder gewöhnlicher es ist Hartleibigkeit vorbanden, in manchen Fällen steigert sich diese bis zur wirklichen Verstopfung, begleitet von tympatiitischcr Auftreibung des Leibes.quot; Ich fand die Faeces von vornherein zu konsistent, von gelb-lichbrauner Farbe, mit Schleimklumpen und Blut durchsetzt. Der Harn schäumt beim Niederfallen, ist in verschiedenem Grade rot, gerinnt beim Kochen zu einer dicken, breiigen, gallertartigen Masse, reagiert nach Stockfleth bis zum zweiten, nach Eeuter bis zum dritten, resp. fünften, nach eigenen Untersuchungen wenigstens bis zum vierten sauer, später neutral, resp. alkalisch. Bei der letzten Reaktion entwickelt er einen starken Ammoniakgeruch. Bei der chemischen Untersuchung überzeugt man sich von dem Vorhandensein des Eiweisses und durch das Mikroskop kann man die Abwesenheit der roten Blutkörperchen konstatieren. Nach Stockfleth tritt eine Rotfärbung des Harnes nicht immer ein. Das Absetzen des Harnes erfolgt häufig und augenscheinlich unter Schmerzen. Die Tiere stehen dabei mit aufwärts gekrümmtem Rücken, bringen unter starkem Pressen einen dünnen Strahl zum Vor-
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schein, der an den Schenkeln abwärts läuft, und zeigen eine wurmförmige Bewegung am Mitteltleische. Die Milch ist dick, gelblich und von saurer Reaktion, nach Spinola rot - - blutig , Die Schleimhaut des Auges ist zuerst bräunlich gefärbt, später zitronengelb. Den Puls fand ich in jeder Beziehnung normal, aber auch bis auf 100 gestiegen und elend. Die Temperatur steigt nach Reuter bis auf 41,8. Ich fand dieselbe im Anfange der Krankheit zu hoch, dann normal, aber schon am vierten Tage subnormal. Die Herztöne können normal, aber auch am ganzen Rumpfe vernehmbar sein. Der Gang ist gespannt und schwankend. Die Lenden- und Kreuzpartie ist druckempfindlich.
Leichenerscheinungen. Kadaver anämisch. Mitunter alle Organe gelb gefärbt, und dann ist die Leber zu hell, die Milz abnorm rot. Das Blut ist flüssig: wenn es später gerinnt, so scheidet sich nach Gerlach
nbsp; nbsp;rötliches Serum ab. Muskeln schlaff und bleich. Nieren schlaff, zeigen im Innern, wenn der Tod zu der Zeit eintrat, wo noch Blutharnen bestand, eine Ueberfüllung der Harnkanälchen mit blutigem Urin. Katarrh im Verdauungstraktus. Spinola.
Verlauf. Die Krankheit verläuft akut in acht bis vierzehn Tagen
nbsp; und in den meisten Fällen günstig. Ist der Verlauf ein ungünstiger, so fällt die Temperatur stark ab, die Schwäche nimmt allmählich zu, die Tiere bleiben liegen und sterben, wie Stookfleth angiebt, gewöhnlich an Anämie, ausnahmsweise an Lungenentzündung.
Diagnose. Die wesentlichsten Erscheinungen sind in der Beschaffenheit des Harns und in der Gelbfärbung der Schlcimheit gegeben. Eine Verwechselung mit der einfachen Hämaturie und der Waldkrankheit ist bei oberflächlicher Untersuchung nicht unmöglich.
Ursachen. Diese sind zur Zeit noch nicht bekannt. Die Krankheit tritt, abgesehen von den sporadischen Fällen, in ganz bestimmten Lokalitäten fast alljährlich, oder doch ab und zu, am häufigsten beim Weidegange, aber auch bei Stallfütterung auf. Die Futterpflanzen gewisser Wald-und Bruchweiden bringen mitunter im grünen, wie auch im getrockneten Zustande diese Krankheit hervor. Aber auch nach verfaulten und gefrorenen Rübenblättern, nach verdorbenen Kohlrüben Stookfleth , sowie nach Verfüttcrung von Runkelrüben in Verbindung mit Trebern und Bauhfourage kann selbige auftreten. Das Gift kennt mau aber noch nicht. Dasselbe muss die roten Blutkörperchen auflösen und so den hämatogeneu Icterus herbeiführen. Ob die Witterung einen Elnfluss auf die Entstehung der Krankheit ausübt, ist mit Sicherheit noch nicht ermittelt.
Harms, Kindcrkrnnkhultcn.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;15
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Behandlung. Die Hauptsache, wenn Appetit vorhanden, ist die Änderung der Fütterung, Arzneien sind in grosser Zahl empfohlen und auoh unbedingt versuoht worden. Terpentinöl und Btelnöl. Bleizucker, Kupfervitriol, Eisenvitriol, Alaun, Schwefelsäure, Tonnentillwurzel, Bilsenkraut, Kampfer, antiphlogistiseho Salze etc. Stocklleth empfiehlt a) zur Bekämpfung der Diarrhöe Roggenmehltränke, Milch, Suppe von Gerste oder Hafer, b) gegen die eigentliche Krankheit Eisenvitriol mit Kampfer und c) um die etwa entstandene Verstopfung zu heben Krotonöl, 80 bis 86 Tropfen mit Rüböl. Meine Behandlung stimmt mit der der Kollegen nicht überein, und deshalb kann ich nicht unterlassen, folgende drei Fälle in möglichster Kürze anzuführen.
1. Kuh, einen Tag krank. Försterei Kaimnoh bei Hannover.
Krankheitsersoheinungen. Appetit gering. Puls 85, ziemlioh normal. Temperatur 1,5quot; erhöht. Conjunctiva bräunliohgelb. Milohsekretion gering. Milch normal. Urin rötlich, diinn, eiweisshaltlg und von saurer Reaktion. Faeces zu konsistent, mit Sclileimklumpen und Blutcoagula durchsetzt und gelbbräunlloh von Farbe. Pansen paretisch.
Behandlung wie bei der sub .'i angeführten Kuh.
Fragliches Tier befand sieh aohtundvlerzlg Stunden nach dem ersten Besuch in dor Kekonvalescenz.
'2. Kuh, drei Tage krank. Gartengemeinde bei Hannover.
Krankheitsersoheinungen. Appetit mittelmässig. Puls, äussere und innere Temperatur normal. Conjunctiva zitronengelb. Milohsekretion gering. Milch normal. Urin braun, dünn, eiweisshaltlg und neutral. Faeces konsistent und gelbbraun von Farbe. Defakation verzögert. Verdanungsscblauoh paretisch.
Behandlung wie bei der sub 3 angeführten Kuh.
Verlauf günstig.
;!. Kuh, drei Tage krank. Försterei-Kananoh bei Hannovor, Krankheitsersoheinungen. Grosse Mattigkeit: 100 elende Pulse; 16 Atemzüge; äussere Temperatur allenthalben, ganz besonders an den Extremitäten gesunken; Mastdarmtemperatur 1deg; niedriger als Im Normalzustände; Conjunctiva zitronengelb; Schleimhaut des Kektums bräunlichgolb; Milch dick, gelb und von saurer Reaktion; Faeces zu konsistent, gelbbraun von Farbe, mit Sebleimklumpen und Blutcoagula durchsetzt; Harn diinn, schwärzlich, eiweisshaltlg und von saurer Reaktion; Verdanungsscblnuch paretisch; Defiikatiou vorzögert und erschwert; Herztöne am ganzen Rumpfe zu hören.
Behandlung. Leinsamenschleim in möglichst grosser Quantität; viermal täglich 250 g Glaubersalz, bis der Mist weicher und leichter abgesetzt wird; alle drei bis vier Stunden T'/a g konzentrierte Salzsäure mit zwei Flaschen Wasser einzugeben.
ViernndzwanzigStunden später neben derSalzsäure eine Injektion vohVeratrln, Drei Tage nach Einleitung der Behandlung befand sich das Tier in der Kekonvalescenz.
Indem der sub 1 angeführte Fall den Erscheinungen nach als ein leichter bezeichnet werden muss, bemerke ich nachträglich, dass auf der Försterei von
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don siobon KUheu schon zwei vor unserem Eingreifen gestorben waren, und dass drei derselben walirsclioinlicli Infolgo dor Änderung der Fütterung gnr nloht erkrankten.
Vorbauung. Die Besitzer solcher Wirtschaften, In denen hiinfis oder ah und zu das Blutharnen auftritt, müssen ihr Vieh selber züchten, und die schlechten Weiden durch Eutsumpfung etc. zu verbessern suchen.
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Soldempenmuket
Trotzdem die Schlempeimuike seit mehreren Dezennien bekannt ist, möchte ich dennoch folgenden Fall hier mitteilen, weil nicht allein die üussere Haut, sondern auch die Schleimhaut der grösseren Ausführungsgänge der Milchdrüse erkrankt war. Es handelt sich also um ein ausser-gewöhnliches Vorkommnis.
Mit dem Vorberlohte, dass die Pressinst gering und die MUohsokretlon unbedeutend sei, wurde fragliche Kuh angemeldet.
Untersuchungsbefund. Puls 96. Respiration 20. Flotzmaul trocken und wann. Äussoro Temperatur unregelniiissig verteilt. Mist trocken. Euter stark geschwollen, derber als im Normalzustände und gespannt. Striche stark geschwollen und derb, an der Oberfläche teils mit Schorfen bedeckt, teils von der Jüpidermls entblösst und stark blutrünstig. Strlohöffnangen verklebt und mit dicken Schorfen bedeckt; nach Entfernung der Schorfe in Ermangelung einer Sonde ein feiner und steifer Strohhalm nicht ohne Gewalt hineinzubringen, selbst nachdem die untere Öffnung passiert, noch immer ein Widerstand vorhanden. Melkmanipulationen, möglichst sanft und mit der vollen Hand ausgeführt, verursachen dem Tiere anscheinend grosso Schmerzen, bleiben In Bezug auf Milchgewinnung ganz ohne Erfolg. Die Haut ziemlich allenthalben, besonders stark jedoch an der ganzen Oberfläche des Euters, an der inneren Fläche der Hinterschenkel, vor derVorderfusswurzel und um die Kronen-und Fessolgelenke entzündet geschwollen und schmerzhaft , mit dicken, rissigen Borkon belegt oder blutrünstig, und hier und da oin kleines Bläschen vorbanden. Bewegungen des Hinterteiles steif und schwankend. Presslust sehr gering.
Bei näherer Nachforschung wurde, die Anamnese dabin erweitert, dass die, Hautkrankheit schon seit acht Tagen beobachtet, und dass Kartoffelschale unter dem Namen Kasernenabfallquot; schon seit vielen Wochen in bedeutender Menge an das Tier verfüttert worden sei.
Behandlung. Die am stärksten afllzierten Stollen, namentlich das Euter und die Striche, werden mit warmem Wasser gebäht; letztere beiden Teile während des Bäbens massiert; um das Euter wird nach dem Bähen oin feucht-wanner Verband gelegt, Als Futter bekommt das Tier Heu und Stroh.
Am folgenden Tage Fieber massiger. Fresslust noch gering. Euter und Striche weicher. Das Unter liefert beim Melken anfänglich eine dicke, puriforme Masse, später eine milchige, mit vielen Gerinnseln untermischte Flüssigkeit in ziemlich grosser Quantität. Die Borken und mit ihnen zum Teil die Epidermis sind infolge des Bäbens und Massierens an vielen Stollen, namentlich an den Strichen, entfernt.
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Boh a n lilting. Fortsetzung dor Bähungen. Nach dem Biihon werden die blutrünstigen Stellen dor Striche, eventuell die dos Euters mit einer mit BUsen-krautextrakt versetzten leichten Blelsalbe bestrichen. Innerlich dreimal tiiigt;'lich 15 g doppeltkohlensaures Nation mit einer Flasche Wasser.
Unter dieser Behandlung mit der Modifikation, dass ab und zu etwas Glaubersalz geij-eboii winde, trat nach und nach vollständige Ausgleichung ein.
Aus dem vorstehenden und vielen ähnlichen Füllen, welche ich zu beobachten und behandeln Gelegenheit gehabt habe, entnehme ich folgendes:
1.nbsp; Die Kartoffelsohale kann, wie ich oft Gelegenheit gehabt habe, zu konstatieren, eine der Sohlempemauke gleiche oder doch zum Verwechseln ähnliche Krankheit hervorrufen, wenn sie in grosser Quantität an das Rind verabreicht wird.
2.nbsp; Diese Krankheit kann nicht nur auf der äusseren Haut des Euters und der Striche, sondern ebenfalls auf der Auskleidung der Striche, der Zisterne und der grösseren Ausführungsgänge der Milchdrüse auftreten.
3.nbsp; Die in Frage stehende schädliche Wirkung der Kartoffelsohale habe ieii nur im Frühjahre und Vorsommer konstatieren können.
4.nbsp; Die letztere Thatsache scheint dafür zu sprechen, dass sich infolge des Keimungsprozesses das giftige Agens in gnisserer Menge entwickelt, resp. ansammelt.
6, Ais eine Milbenkrankheit darf die Sohlempemauke nicht angesehen werden. Seit der ersten Publikation Luelfings habe auch ich ab und zu Milben bei den an Sohlempemauke leidenden Kindern, aber nicht allein bei diesen, sondern auch bei solchen Rindern, die keine Erscheinungen der Sohlempemauke zeigten, gefunden. Diese Milbe ist ausserordentlich stark verbreitet; ich habe sie in früheren Jahren sogar nicht ganz selten bei den Rindern des zoologischen Gartens nachweisen können.
KnochenbrUchigkelti
Die Knochcnbrüchigkeit kommt in einigen Gegenden, z. B. in Missburg bei Hannover, wo ich dieselbe zu drei verschiedenen Zeiten beobachtet und behandelt habe, nur nach sehr trockenen Sommern, in anderen Distrikten auch in anderen Jahrgängen vor. Von ihr befallen werden, wie man wohl sagt, nur die milchgebenden und trächtigen Rinder; jedoch wie allenthalben, so kommen auch hier Ausnahmen von der Regel vor. Spinola hat die Krankheit, wenngleich nur in geringem Grade, bei Ochsen beobachtet, nnd icli habe dieselbe in einem Falle bei einem Deckstier konstatiert. Die Knochenhrüchigkeit charakterisiert sich, wenn sie vollständig entwickelt ist, dadurch, dass die Knochen spröder und folglich brüchiger geworden sind.
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Krankheitserscheinungen. J)io Tiere erheben sich unter Schmerzen und folglich höchst ungern vom Lager, entlasten beim Stehen abwechselnd die Schenkel, gehen in verschiedenem Grade gespannt und lahm und legen sich sehr vorsichtig nieder. Bei der Bewegung hört mau wohl ein Knarren und Knacken in den Gelenken, besonders in dem Sprung-und Fesselgelenk. Der Puls steigt bis 100. Die innere Temperatur steigt ebenfalls; sie ist von mir bis zu einem Grad zu hoch befunden worden. Harn und Milch sind von saurer Reaktion. Die Thätigkeit im Pansen und der Appetit sind nicht selten subnormal. Der Kot ist gewöhnlich weieii und von alkalischer Reaktion. Die Krankheit soll zuweilen mit Störung in der Verdauung und den Erscheinungen der Leoksucht beginnen.
Verlauf. Dieser ist, wenn eine in jeder Beziehung rationelle Behandlung eingeleitet wird, der Regel nach ein günstiger. Es tritt mitunter in kurzer Zeit eine solche Ausgleichung ein, dass Krankheits-erscheinungen gar nicht mehr zu konstatieren sind. Die Heilung erfordert für gewöhnlich aber eine längere Zeit. Nach langem Bestehen der Krankheit finden sich ausnahmsweise an den am meisten affizierten Gelenken Verdickungen. Diese Verdickungen, welche von mir an der Vorderfusswurzel, dem Sprunggelenk und Fesselgelenk gesehen worden sind, sind hart und anseheinend druckempfindlich. Die Tiere werden, wenn gar nicht gegen die Krankheit eingeschritten wird, allmählich bewegungsunfähiger, magern mehr und mehr ab und brechen bei der geringsten Veranlassung, mitunter ohne jegliche nachweisbare Ursache, einen oder mehrere, gewöhnlich platte Knochen Rippen, Becken etc. Aber auch während der Behandlung können, wie es sich von selbst versteht, Knochenbrüche eintreten. Bei meinen Patienten ist nicht nur mitunter ein Knochenbrnch erfolgt, sondern zweimal habe ich die Ab-reissung der Achillessehne vom Hakenboin bei Lebzeiten des Tieres konstatiert und viermal einen Kindruck an der Gelenkfläche des Ober-sclipn kelbeines konstatiert.
Leichenerscheinungen. Abgesehen von den Erscheinungen der Zehrkrankheit fand ich folgendes: Der Gelenkknorpel ist rot, jedoch nicht allenthalben gieichmässig stark, sondern in der lichteren Grundfarbe treten dunklere Stellen Flecke auf. Die in der Nähe des Knorpels liegende schwammige Knochensubstanz zeigt gleiche Farbenverhältnisse. Das Knochenmark ist hyperiimisch und sulzig. Nach langem Besteben der Krankheit sind verschieden tief gehende Defekte im Gelenkknorpel vorhanden, welche mit Granulation gefüllt sind. 1st bei den Patienten eine Verdickung der Gelenkpartie konstatiert, so sind
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die betreffenden Knocheiv mit Osteophyten bedeckt, mir das das Gelenk umgebende Bindegewebe ist hypertrophiert und im Innern mit kleinen Knoohentafeln besetzt. Wie schon oben bemerkt, habe ich aussei Knochenbrüchen zweimal die Abrelssung der Achillessehne vom Hakenbein und viermal einen Eindruck der Gelenkfläclie des Oberschenkelbeins gefunden. An den Bruchenden der Knochen tritt keine Reaktion, keine Kallusbildung ein.
Der sei. Begemann hat zuerst auf Befehl Gerlach's und später auf meine Bitte die Knochen knochenbrüohiger Tiere vergleichend untersucht Jahresbericht der Königlichen Tierarzneischule zu Hannover pro 1875 und folgendes gefunden:
1,nbsp; Das spezifische Gewicht der kranken Knochen ist in allen Fällen geringer als das der gesunden.
2.nbsp; Der Wassergehalt sowohl in den Knochen als in dem Mark der kranken Knochen überwiegt den der gesunden.
8. Das Fett schwindet sowohl in dem Knochen als wie im Mark und hat ausserdem geringere Konsistenz.
4.nbsp; Die organische Substanz der Knochen erleidet eine mehr oder weniger grosso Veränderung.
5.nbsp; Aus dem spezifischen Gewicht und aus dem Vergleiche des Um-fangs derselben Knochenstiickchen geht hervor, dass eine Verminderung der Knochenmasso stattfindet. Da nun das Verhältnis der organischen Substanz zu der unorganischen gegenüber den gesunden Knochen nicht sehr differiert, so muss gleichzeitig ein Schwinden sowohl der Knochensalze als auch der organischen Substanz stattgefunden haben.
Diagnose. Unter Berücksichtigung der Gegend und der Sommerwitterung ist die Krankheit, sobald sie einigermassen ausgebildet ist, zu erkennen und namentlich sicher vom Gelenkrheumatismus, mit welchem sie bei oberflächlicher Untersuchung eine geringe Ähnlichkeit hat, zu unterscheiden.
Einst kam oinor meiner früheren Schiilor zu mir, um mir mitzuteilen, dass in einer grössoron Rindorhonlc der Gelenkrheumatismus seuohenartig aufgetreten sei, und dass er Natr. salloyl, dagegen benutzo. Als ich ihm nach näherer Erkundigung sagte, dass er os jedenfalls nicht mit Gelenkrheumatismus, sondern mit Knochonbriichigkoit zu thun habe, wurde er sehr unangenehm darüber, dass er während seines Studiums nicht alle Krankheiten gesehen habe.
Ursachen. Diese sind noch nicht mit der wünschenswerten Sicherheit ermittelt. Man beschuldigt ziemlich allgemein Mangel an Kalk in der Nahrung, und führt für die Richtigkeit dieser Behauptung an, dass die Krankheit fast nur bei Milchvieh, also nur bei solchen Tieren, bei
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welchen eine vermehrte Abgabe von Kalk stattfindet, auftritt. Das ist, (s. o.) im grossen und ganzen richtig. Es ist bis Jetzt aber noch niemals gelungen, durch Kntziehung des Kalks aus der Nahrung eine der Knoclienbrüchigkeit gleiche oder ähnliche Krankheit zu erzeugen. Denn die von Eoloff auf diese Weise hervorgerufene Krankheit wird man doch unmöglich der Knochcnbrüchigkeit gleichstellen wollen. Ich habe (s. u.) infolge der Verabreichung eines Futters, das sehr arm an Kalk und Phosphorsäure ist, bei Schweinen eine Krankheit auftreten sehen, die ausserordentlich verschieden von der Knoclienbrüchigkeit dos Rindes war. Die Knochen der fraglichen Schweine waren im höchsten Grade weich, leichter als Zellenknorpel zu schneiden, und so biegsam, dass man sie, ohne sie zu zerbrechen, in jode beliebige Richtung bringen konnte, während der Knochen bei der Knoclienbrüchigkeit abnorm spröde, also nicht biegsam, sondern brüchiger als unter normalen Verhältnissen ist. Die Knoehcnbriicliigkeit kommt aber auch auf kalkreichem Boden vor, jedoch angeblich nur dann, wenn es demselben an Phosphorsäure gebricht.
Wesen. Wie aus dem Vorstehenden zu entnehmen, ist das Wesen der Knochenbrüchigkeit noch nicht bekannt. Nach den Untersuchungen Begemanns kann man annehmen, dass, da beide Bestandteile organische und unorganische nicht allein relativ gleichmässig ahgenommen haben, sondern die Restteile derselben infolge der Degeneration der organischen Substanz nicht normal mit einander verbunden sind, die Brüchigkeit der Knochen zum Teil auf die Abnahme der beiden Substanzen, grösstenteils aber gewiss auf die abnorme weniger innige Verbindung der Restteilo zurückzuführen ist.
Behandlung. Verabreichung einer auf einem kräftigen Hoden gewachsenen kalkreichen #9830;Jahrung. Kleeheu, Bohnen- und Erbsenstroh, Lein- und Rapskuchen, Biertreber, Bohnen- und Erbsensclirot. Beim Weidegang muss ein Uinweidon stattfinden. Wenn dies nicht möglich ist, muss ein aus obigen Nahrungsmitteln bereitetes Beifutter gereicht werden. Innerlich gebe ich an Arzneien nur Acidum hydrochloricum. Von dieser konzentrierten Säure lasse ich zunächst sechsmal, später dreimal täglich 772 g mit einer Flasche Wasser eingeben. Diese Behandlung kann ich allen Kollegen bestens empfehlen. Ziemlich allgemein wird sonst die Benutzung des Knochenmehls empfohlen. Das gewöhnliche Knochenmehl wird aber nicht gern aufgenommen und auch nicht resorbiert. Wenn man dagegen die Knochen normal entwickelter Tiere weiss brennt, dann In Salzsäure auflöst, die Losung mittels Ammoniak fällt, so bekommt man durch Trocknen des Niederschlages
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ein Pulver, das uuch Lehmanns Versuchen resorbiert wird. Als Getränk kann man auch Kalkwasser gehen.
Vorbauung. Die Weiden, auf denen die Knoehenhriichigkeit sich entwickelt, müssen durch Eutsumpfung, sowie durch angemessene Düngung verbessert werden.
In neuerer Zeit wird die Kuooheubrttohigkelt von einigen Autoren ostoo-nmlacicquot; genannt. Deshalb bemerke loh nachträglich folgendes.
Abgesehen von einigen anderen Knoclienkriiiikliciton spreche ich erstens von dem Woichbleiben der Knochen Rachitis , zweitens von dorn Woich-
werden der Knochen Knochenerweichung, Osteomalade ..... und drittens von
dem Brttohlgwerden der Knochen -- Knoohenhrilohlgkelt .
Ein Woichbleiben der Knochen kann selbstverständlich nur bei solchen jungen Tieren vorkommen, bei denen die Knochen noch in voller Bntwlokelung begriffen sind. Diese Krankheit, welche in einer mangelhaften Erhärtung der Knochen besteht, habe ich bei dem Kalbe selten gesehen.
Von Knochenerweichung spreche ich natürlich nur dann, wenn der mehr oder weniger fertig gebildete Knochen nach und nach weicher wird, und zwar infolge mangelhafter Zufuhr oder zu starker Abfuhr von Kalksalzen. Diese Knochenerweichung habe ich (s. u.) in der Praxis nur bei Schweinen beobachtet, selbige ist von Eoloff beim Kalbe experimentell hervorgerufen worden. Diese Krankheit führt sehr leicht zur Verbicgung der Knochen.
Bei der Knoclienlmichigkeit tritt niemals eine Verbiegung, wohl aber sehr leicht ein Bruch der Knochen ein.
Professor Köster, dem von Borgartz Gelegenheit gegeben wurde, Knochen von an Knochcnhriicbigkoit erkrankten Rindern zu untersuchen, bemerkt, dass er die Identität der Kuochenbrttchlgkelt und der Osteomal. adult, et puerp. nicht habe erkennen können.
Im Nachsommer dos Jahres 1881 wurden in der externen Klinik d^r Königlichen Tlerarznelschule zu Hannover viele junge Schweine zur Behandlung vorgeführt, die sehr gespannt gingen, mitunter nicht imstande waren, sieh vom Lager zu erheben, und bedeutende Verkrümmungen fler Knochen, namentlich an den unteren Hehenkelenden, zeigten.
Als Ursache der Krankheit wurde die ausschliossliche Fütterung der Tiere mit einem üemisch, das aus Kartoffeln und Kartoffelschalen bestand und gekocht war, angenommen. Die Fütterung der Schweine mit Kartoffeln war in diesem Jahre eine so überaus starke, weil infolge der aussorordentlich reichen Ernte der Marktpreis für selbige ein abnorm geringer war.
Die pathologisch-anatomischen Verhältnisse habe ich, da ich stets kränklich war, nicht nach allen Richtungen aufnehmen können. Nur ein paarmal habe Ich die unteren Schenkelenden oberflächlich untersucht, und selbige darauf, wenn ich nicht irre, dem pathologischen Institut übergeben. Die Knochen waren ten Vergleich zur (Irösse des Tieres und zum Umfange der Markröhre schwach entwickelt und so weich, dass sie sich leichter schneiden Hessen als Zellenknorpel, Die Röhrenbeine waren so biegsam, dass man sie, ohne sie zu zerbrechen, in jede beliebige Richtung bringen konnte.
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Hoi der in dem Vorstehenden gesohllderten Krankheit, dio loh bei sehr violon jungon Schweinen beobaohtet, resp, behandelt habe, 1st niemals ein Knoohen-bruoh aufgetreten] und bei der Knoobenbrllohlgkelt habe loh niemals eine Ver-blegung doi- Knochen konstatiert.
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Starrkrampf.
Als Starrkrampf Tetanus bezeichnet man einen anhaltenden toniaeheii Krampf der willkürlichen Muskeln, welche in einzelnen Gruppen derselben beginnt und eventuell allniiihlicli auf alle übergeht oder alle willkürlichen Muskeln mit einemmale befällt. Die Krankheit wird wohl, wenn nur die Kaumuskeln ergriffen sind, als Trismus Maulsperre, Maulkleinino bezeichnet, wenn dagegen der Krampf mehr verbreitet ist oder sich auf sämtliche willkürliche Muskeln erstreckt, Tetanus, resp. Tetanus universaiis genannt.
Krankheitserscheinungen. Die vom Krampf befallenen Muskeln sind steinhart. Beim ausgebildeten Trismus ist das Maul fest verschlossen. Ist der Krampf ein allgemeiner, so steht das Tier sägebockälmlich und kann sich nur mit Mühe bewegen. Beim Autreiben zur Ortsveränderung, ja sogar schon bei plötzlich eintretender greller Beleuchtung des Standplatzes etc. nimmt infolge der erhöhten Beizbarkelt des Tieres der Krampf plötzlich bedeutend zu. Der Gang ist, da die Schenkel nicht gebeugt werden können, eigentümlich gespannt. Der Verdauungstraktus arbeitet subnormal, resp. gar nicht. Die Defäkation ist verzögert, mitunter ganz aufgehoben. Appetit ist bei nicht zu stürmischem Verlaute vorhanden; die Aufnahme des Futters aber kaum oder gar nicht zu beschaffen. Aufgenommenes Schlappfutter wird vielleicht noch mit Mühe geschluckt, Langfutter aber wieder ausgeworfen. Der Augapfel ist stark zurückgezogen und wird, namentlich beim Aufrichten des Kopfes, in zu bedeutendem Grade von der Nickhaut bedeckt. Die Nasenlöcher stehen abnorm weit offen. Die Respiration ist, wenn die Respirationsmuskeln atüziert sind, erhöht, zuweilen in bedeutendem Grade. Der Puls ist im Anfang normal, später gewöhnlich zu hoch. Die Temperatur ist zuerst auch normal, steigt aber der Regel nach später, und zwar nicht allein bis zum Tode, sondern auch noch nach dem Eintritt desselben.
Verlauf. Es kann, namentlich dann, wenn die Krankheit sich langsam entwickelt und nicht sehr hochgradig ist. Puls und Temperatur gar nicht oder nur wenig erhöht sind, unter allmählichem Nachlassen des Krampfes Heilung eintreten. Dieser Ausgang trittnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;wenigstens bei
Pferden in einigen Gegenden ziemlich häufig, in anderen Gegenden selten, fast gar nicht ein. Der sei. Köhne behauptete, dass er in der
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Berliner Pferdeklinik 50% der Starrkrampf-Patienten geheilt habe. Ebenso weiss icli aber auch, dass In der Hannoverschen Pferdeklinik unter Leitung der Herreu Günther, Oerlacli und Kölino niemals ein Starrkrampf-Patient geheilt werden ist. Auch mir sind sämtliche Starrkrampf-Patienten Pferde und Rinder gestorben. Tritt die Krankheit stürmisch auf, steigen, wie es dann Regel ist. Puls und Temperatur, sowie die Respiration rasch und bedeutend, so ist kaum Aussicht auf Heilung vorhanden, sondern zu erwarten, dass der Tod bald eintreten werde. Nur Fälle der letzteren Art habe ich gesehen und behandelt.
Diagnose. Das Krankheitsbild ist in vollständig entwickeltem Zustande ein so charakteristisches, dass man die Diagnose auf den ersten Blick mit vollster Sicherheit stellen kann. Im Anfange, aber auch nur zu dieser Zeit, kann man vielleicht an Geuickkrampf und akuten Muskelrheumatismus erinnert werden. Die letztere Krankheit hat wahrscheinlich schon Veranlassung zur Diagnose partieller Starrkrampfquot; gegeben.
Ursachen. Der Starrkrampf wird durch einen Bazillus, der sich in der Erde, dem Stallboden, altem Holz, auf den Chausseen, also fast allenthalben findet, hervorgerufen. Dringt dieses kleine Lebewesen in eine frische Wunde, so steht der Ausbruch des Starrkrampfes zu befürchten. Beim Rinde tritt diese Krankheit am häufigsten nach dem Gebären ein.
Behandlung. Der Stall muss dunkel, ruhig und gut ventiliert sein. Der Zutritt neugieriger Personen darf nicht gestattet werden. Die Einstreu ist am besten aus Kaff, sonst aus durchschnittenem Stroh zu beschaffen. Frisches Wasser muss so angebracht werden, dass das Tier dasselbe ohne besondere Mühe erreichen kann. Als Futter empfiehlt sich ein nährkräftiges Schlappfutter, das täglich gewechselt werden muss. Ist der Kot sehr fest, so kann die Verabreichung eines milden Laxans in Erwägung kommen. Empfohlen werden sonst Klystiere von Bromkali, Chloralhydrat, Äther und Chloroform mit vielem Schleim, ausserdem Injektionen von Morphium, Kurare etc. Ich kann die Benutzung dieser Arzneien nicht empfehlen, denn nach Morphium und Kurare habe ich regelmässig Verschlimmerung eintreten sehen. Jetzt hoffen wir, dass die Serumtherapie sich bewähren werde.
Vorbauung. Diese ergiebt sich ganz von selbst. Jede vorhandene frische Wunde muss desinfiziert und erst darauf eventuell verbunden werden; dies gilt besonders von Wunden an den Klauen.
Ein bestimmter Fall dürfte (Ins Bild dos Starrkrampfes am besten do-monstrioren.
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#9632;#9632;
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Am 20, März 1871 fand ich boi einer ca. acht Jahre alten Kuh dor Nlederungs-rasso, welohe am 20. gekalbt, am 23. bei oinom scharfen, kalten Nordostwinde einen ungeffthr zwei .Meilen langen Wog zurückgelegt hatte und seit dem 2-1. krank war, folgende Brsoholnnngen:
Das Tier stand wie angenagelt auf seinem Standplatz mit leicht gespreizten Beinen, gehobenem und leicht seitwärts gehaltonom Schwänze, gestrecktem Halse und Kopfe, sowie steif auf-, riiok-und auswärts gerichteten Ohren. Das Maul war fest und eng verschlossen, iin Innern sehr helss und ans demselben floss kontinuierlich der Maulsaft in grosser Menge ab, Bei dem Versuche, das Maul zu öffnen, trat ein bedeutende Aufregung ein. Die Respiration war ziehend, von einem leichten, röchelnden Kehlkopfsgoräusoh begleitet und stand auf 24. Der Bulb.us lag tief zurückgezogen In seiner Höhle und wurde zur Hälfte von der Nlokhaut bedockt. Die Temperatur war an der Körperoberfläche unglelchmässlg verteilt, im Innern, im Mastdarm, auf K) erhöht. Der Puls war an der Gesichtsarterle, Armarterle und mittleren Schwanzarterle nicht zu fühlen, wohl aber an der Carotls aufzunehmen und stand auf 72 bis 74. Der Herzschlag war nicht zu fühlen. Die Herztöne traten sehr deutUch auf. Der Hinterleih war aufgetrieben; der Pausen wölbte sich nur alle anderthalb his zwei Minnton in einem sehr schwachen Grade vor. Harn und Mist wurden in kleinen Quantitäten, und letzterer in trockener Beschaffenheit abgesetzt.
Vorordnot wurde volle lUilio, warmes Einhüllen und eine Injektion von 0,GO Morphium hydrocliloricum.
Am Abend desselben Tages fanden die beiden Praktikanten den Zustand ähnlich wie am Vormittage, die Innere Temperatur aber um 0,'2 gestiegen.
Am 80. November, nachmittags 4 Uhr, wurde der zweite Besuch von mir gemacht und auf den ersten Blick eine bedeutende Steigerung der Krankheit konstatiert. Der Krampf hatte in allen willkürlichen Muskeln bedeutend zugenommen. Der Puls war jetzt auch nicht an der Carotis zu fühlen, die Frequenz dos Pulses nicht einmal durch Auskultation des Herzens zu ermitteln, weil verschiedene Limgengeräusche, wie Pfeifen, Rasseln etc., so laut und heftig waren, dass nur solton ein Herzton aufgenommen werden konnte. Die Respiration stand auf 07 und war von oinom sehr starken, röchelnden Geräusch im Kohlkopf begleitet. Der Pansen lag absolut still, war bedeutend durch (Jas ausgedehnt, das Tier also stark aufgebläht. Die Temperatur betrug 41,2.
Um dem Tiere einige Erleichterung zu verschaffen, wurde der Pansenstich gemacht. Um 10 Uhr abends, ca. sechs Stunden nach der letzten Untersuchung, starb das Tier.
Auf die Untersuchung dos Kadavers wurde verzichtet.
Wiitkrankheit.
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Diese Krankheit, welche auch Wut, Wasserscheu, Kahles, Lyssa, Hydrophobie genannt wird, Ist, wie wir Jetzt mit Bestimmtheit wissen, eine Infektionskrankheit. Der infizierende Stoff ist noch nicht rein dargestellt, trotzdem aber ist ermittelt worden, dass er fixer Natur Ist, am reinsten im Gehirn und Rückenmark vorbanden ist, aber auch in den
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SpeloheldrUsen des Kopfes, dor BauohspeloheldrUse, der Tliriinendrüse und Milclidrüse, sowie in deren Sekreten, wuhrscheinlieh aber nicht im Blut (s, u.) vorkommt, und dass er bei vorgeschrittener Fäulnis, in vier bis fünf Tagen, zerstört wird. Die alte Annahme, dass man sich an dein erkalteten Hundekadaver nicht Infizieren könne, ist durch den traurigen Fall, in welchem mein Landsmann Anker, Kandidat der Tierheilkunde an der Landbauhochschule zu Kopenhagen, sich bei der Sektion eines erkalteten Hundekadavers infizierte und starb, vor eirka 40 Jahren schon widerlegt.
Die Übertragung des Giftes auf andere Tiere und den Menschen geschieht durch den Biss toller Hunde, ausnahmsweise durch den Hiss anderer Tiere. Ks werden jedoch nicht alle gebissenen Tiere und Menschen krank, und das ist darauf zurückzuführen, dass entweder Immunität vorliegt, oder nicht genügend, resp. gar kein Gift in die Wunde gekommen ist. Die Impfungen, zu denen man der Regel imch Hunde, Kaninchen und Meerschweine verwendet, wirken am sichersten, wenn das Virus direkt unter die Dura des Gehirns und Rückenmarks gebruclit wird, und um so langsamer, je weiter entfernt vom Gehirn die Impfung vorgenommen wird. Die Milch soll nur dann infizieren, wenn sie interkraniell appliziert wird. Der Genussquot; des Fleisches und der Milch hat bis jetzt noch niemals den Ausbruch der Krankheit zur Folge gehabt. Mir ist ein Fall bekannt, dass der Tierarzt, um die Familie, welche Milch von einem wutkranken Tiere genossen hatte, zu beruhigen, ein Glas frischgemolkener Milch desselben Tieres trank. Das Verkommen einer intrauterinen Infektion, welches man konstatiert haben will, ist doch wohl kaum hinreichend gesichert.
Krankheitserscheinungen. 1. Heisssucht. Wenn man von Tollwut spricht, so denkt man auch unwillkürlich an das Vorhandensein der Heisssucht. Lewes, Fass, Kampmann und Seer haben auch gesehen, dass tollwutkranke Kinder beisssüchtig waren: von den meisten Beobachtern ist dieses Symptom aber nicht wahrgenommen worden. Auch ich habe bei tollwutkranken Kindern und Schafen niemals Heisssucht konstatiert. Fehlen der Heisssucht schliesst also die Tollwut nicht aus. Ebenfalls darf man nicht jedes beisssüchtige Rind für tollwutkrank halten.
2. Stossen. Tollwutkranke Kinder stossen ganz gewöhnlich. Im Anfange und am Ende der Krankheit machen die Tiere kaum oder gar nicht Gebrauch von den Hörnern, wohl aber in der Mitte derselben. Zu dieser Zeit zertrümmern sie alles Mögliche: gehen sogar auf andere Tiere und den Menschen los. Aber auch dieses Symptom beweist nicht
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unbedingt ilas Vorhandensein der Wut. Stark aufgeregte, böse Binder arbeiten mitunter furojitbar mit ihren Hörnern umher, und Rosotto sah, dass ein an Gehirnentzündung leidendes Kind, welches geheilt wurde, mit den Hörnern wtiess.
;i, Stampfen mit den Vorderfüssen führen Hering und Cartwrlght an., 4. Brüllen. Dieses Symptom ist wohl stets vorhanden. Vorhalten von Hunden wird dasselbe zuweilen hervorrufen Ferir oder verstärken. In einem von mir beobachteten Falle (s.u.) hörte das Brüllen auf, sobald Menschen bei dem Tiere waren.
6. Schnaufen ist von Cartwrlght beobachtet worden.
6.nbsp; Abgeänderte Stimme. Die Stimme ist dumpf und heiser Splnola , rauh und zitternd Lessona, jedoch in vielen Fällen nicht verändert gefunden worden.
7.nbsp; Der Blick ist glotzend Spinola und Rossignol , stier und glänzend Lessona , wild Hering , glotzend und wild Perilquot;, Die Pupille ist nach Spinola und Lessona weit.
8.nbsp; Spelohelfluss und Schäumen. Dieses Symptom ist ungefähr von allen, so von Hering, Pass, Lessona, Canillae, Ferir, Seer und auch von mir gesehen worden. Der Spelohelfluss spricht für eine Lähmung des Schlundkopfes. Man darf jedoch nicht vergessen, dass dieses Symptom auch bei anderen Krankheiten Maul- und Klauenseuche u. s. w. vorkommt, dass ein leichter Abflugs von Speichel sogar nicht ganz selten bei ganz gesunden Bindern beobachtet wird.
9.nbsp; Trippeln und Schwanzwedeln sind von Ferir beobachtet worden.
10.nbsp; nbsp;Belecken des Körpers sah Seer.
11.nbsp; Xagen am Schwänze beobachtete Kampmann bei mehreren Stücken.
12.nbsp; Wasserscheu ist nicht von allen, auch nicht von mir beobachtet, wold aber von einigen konstatiert worden. Wegstossen des Trinkge-fässes sah Hering; Wildwerden beim Umrühren des Wassers konstatierte Cartwrlght; Auftreten von Brüllen und Zuckungen unter gleichen Umständen beobachtete Rossignol. Der Anblick des Wassers erzeugt wahrscheinlich, wenn das Tier durstig ist, Schlingbewegungen, welche in den betreffenden Muskeln krampfhafte Kontraktionen hervorrufen, und deshalb zum Entweichen vom Wasser Veranlassung geben.
18. Krämpfe. Zuckungen sah Canillae am Halse, Lessona am Halse und an den Schenkeln. Hering beobachtete Zuckungen und Sehnen-httpfen. Ich konstatierte Zuckungen an den Mundwinkeln.
14. Rötung der Schleimhäute. Ich fand die Bindehaut dos Auges, wie auch das Zungenbändchon und die diesem zunächst liegenden Partien der Schleimhaut gerötet.
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h'). Fieber. Pass bezeichnet freilich nls konstantes Symptom raquo;Fieber-loslgkeltquot;; jedoeli fand Lessoua den Puls klein, schnell, zusammengezogen. Ich konstatierte nicht allein eine leichte Frequenzzunahme des Pulses, sondern auch eine Erhöhung der Mastdarmtemperatur.
16, Eingefallene Hungergruben, Von Eosslgnol und mir, wahrscheinlich auch von allen anderen Beobachtern gesehen worden.
:27. Parese des Verdauungstraktus. Es ist mir In keinem Falle möglich gewesen, bei der Auskultation des Bauches peristaltischo Bewegungen zu konstatieren.
]H. Drängen. Starkes und häufiges, mitunter unausgesetztes Drängen ist von Hering, Fass, Kaiupinann etc. und auch von mir beobachtet worden.
19.nbsp; Verstopfung. Auf dieses Symptom machen Fass, Ferir, Seerote, aufmerksam. Cartwright fand harten Mist Im Mastdarm. Ich fand den Mastdarm, soweit mit der Hand in demselben vorzudringen war, leer, sogar bei solchen Rindern, die in den letzten vierundzwanzig Stunden nicht gemistet hatten. Nach Spinola soll im weiteren Verlauf der Krankheit Durchfall mit Tenesmus auftreten. Hering fand zuweilen den Mist blutig.
20.nbsp; Entleerung von Schleim aus dem Mastdarm. In den von mir beobachteten Füllen wurde bei dem anhaltenden Drängen ab und zu etwas Schleim entleert.
21.nbsp; nbsp;Harnzwang. Seer fand den Harn blutig. Ferir beobachtete Harnzwang.
22.nbsp; Aufgeregter Geschlechtstrieb. Ferir spricht vom Aufspringen auf andere Tiere. Spinola sagt ausdrücklich: Bullen mitunter auch Kühe zeigen aufgeregten Geschlechtstrieb.quot;
2;i. Partielle Lähmung. Wenn die Tiere an einem Schenkel gebissen, nfiziert sind, so soll, wie Spinola anglebt, bald nach dem Eintritt der Krankheit eine Lähmung an demselben zu konstatieren sein.
2-1. Allgemeine Lähmung. Im Verlaufe der Krankheit tritt ein Schwanken im Hinterteile und schliesslioh allgemeine Lähmung ein.
Inkubationsdauer. Der Ausbruch der Krankheit erfolgt in der Kegel einen bis zwei Monate nach der Infektion, ausnahmsweise schon am neunten Tage oder erst 20, 30, 40 oder 60 Wochen nach derselben. So sah Spinola in einem Falle, in welchem in einer Viehherde 22 Stück in Wut verfielen, den letzten Krankheitsfall in der -17. Woche erfolgen. Morra will eine Inkubationsdauer von 2 Jahren und 4 Monaten beobachtet haben. Spinola giebt auch noch an, dass Trächtigkeit die Inkubations-dauer verlängere.
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Leichenerseheimmgen. Hierüber kann ieli aus eigener Erfahrung ebenso wenig wie aus der Litteratur sichere Angaben imichen.
Verlauf. Es werden wohl drei Stadien untersebiedeii, niiinlieh:
1.nbsp; Stadium prodroinorum s. melaneholicuin;
2.nbsp; Stadium irritationes s. furiburidum, und
3.nbsp; Stadium paralytieum.
Diese drei Stadien gehen nninerkiicli in einander über und (lauern zusammen nur vier bis sechs Tage.
Diagnose. Krankheitserscheinungen giebt es bei der Tollwut des Kindes eine grosso Menge; selbige sind aber in keinem Falle alle vorhanden, und jede derselben kann auch bei nicht wutkranken Tieren gefunden werden, ratiiognomonische Erscheinungen sind bis jetzt nicht bekannt.
Die wesentlichsten Symptome sind: Hrüllon, Verstopfung, starkes Drängen, Stillliegen des Verdauungstraktns, Stossen und Beisssucht. Ausschliessen muss man die Stenose und Invagination des Darmes, den inneren Bruch und die Hyperämie, resp. Entzündung des (iehirns. Der Vorlauf der Krankheit wird, wenn ursprünglich noch Zweifel bestanden, in jedem Falle zur sicheren Diagnose führen, um so leichter dann, wenn noch gar ermittelt wird, dass wahrscheinlich oder ganz bestimmt Oelegen-heit zur Infektion vorhanden gewesen ist.
Prognose. Die Krankheit ist unheilbar.
Behandlung. Die Tiere müssen, wenn man nicht vorzieht, sie sofort zu töten, so placiert werden, dass sie weder Tiere, noch Menschen beschädigen können.
Vorbauung. Vereinzelte Eissstellen müssen ausgeschnitten, ausgebrannt oder sicher geätzt worden. Sind diese Massnahmon nicht durchführbar, weil die Verletzungen zu umfangreich oder nicht mit Sicherheit aufzufinden sind, müssen Waschungen mit desinfizierenden Flüssigkeiten stattfinden. Wie bald diese örtliche Behandlung eintreten muss, um einen Erfolg zu liefern, ist noch nicht bekannt. Impfungen h la Pasteur, die sich anscheinend beim Menschen bewährt haben, sind meines Wissens in der tierärztlichen Praxis noch nicht vorgenommen worden.
Der nachstehende Fall gelangt zur speziellen .Mitteilung, weil fragliches Tier ein paar Symptome mit voller Sicherheit erkennen liess, die bfi anderen Patienten nicht aufgenommen sind.
Pragliche Kuh hatte angeblich seit drei TaRon Futter und Qotriink friiuz-lich verschmäht, nicht rumlniert und gemistet und kontinuierlich gebrüllt.
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Untersuchungsbefund, Das Tier ist anscheinend ängstlich, denn sobald os allein ist, fängt es an zu brüllen. Die Stimme zeigt nichts Eigentümliches, öffüet man die Stalltür, so hört das Brüllen sofort auf. Bei der Annäherung und dem Vorhalten von Hunden tritt keine Aufregung ein, das Tier bleibt vollständig ruhig. Das Tier beisst und stosst nicht und lässt sieh die Untersuchung, sogar die Exploration per os et rectum ruhig gefallen. Das Tier drängt ab und zu ziemlich stark, entleert dabei aber keinen Kot. sondern dann und wann kleine Sohleimklumpen von al-kaliseher Reaktion. Die Kespiration ist der Zahl nach normal, aber etwas ziehend, Aus dem Manie tliosst Speichel. Am Maulwinkel bemerkt man kon-tinuierilch Zuckungen, Der Puls steht auf S2 und ist in der Qualität normal. Die äussero Temperatur ist normal hoch und gleichmässig verteilt. Die Mast-darmtemperatur ist oa, 0,5 erhöht. Das Euter ist schlaff. Die Bindehaut und das Znngonbtlndohen sind ziemlich stark gerötet. An dem letzteren Orte sind kleine Erhöhungen vorhanden, die von den Praktikanten - Hansen und Meyer als Bläschen angesehen worden. Putter wird nicht aufgenommen. Vorgehaltenes Getränk wird wohl mit dem Maule berührt, aber ebenfalls nichts von demsolben aufgenommen. Der Vei'dauungstraktus liegt absolut still. Die linke Hangergrube ist, trotzdem das Tier in den letzton drei Tagen nichts gefressen hat, nur in leichtem tirade eingefallen. In der oberen Partie des Pansens ist nur freies Gas vorhanden. Der Mastdarm ist, soweit dio Hand in demselben vorgeschoben werden kann, gänzlich leer. Der Bauch ist nicht druckempllndlich. Nach diesem Befunde konnte dio Stellung dor Diagnose keine Schwierigkeiten bereiten.
Am folgenden Tage berichtete der Besitzer, das Tier sei in der Nacht vorbei' sehr unruhig, wütend, gewesen und habe sogar die Mauer, an der es angebunden stehe, demoliert.
Am sechsten Tage der Krankheit fanden dio genannten Herron Praktikanten Wasserscheu, stärkeren Speichelfluss, Schwanken im Hintorteile, stärkere Zuckungen am Maulwinkel und Ahnalmie der Mastdarmtemperiitui' um 0,5. Das Tier wurde Jetzt getötet.
Versuch. Blut von diesem Tiere, welches die Praktikanton auf meine Veranlassung mitgebracht hatten, wurde einer Kuh in die linke Jngularis infundiert, Fünf Monate nachher war noch keine Peaktion eingetreten.
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.Maul- und Klauenseuchelaquo;
Die. Maul- und Klauenseuche, auch Aphtheriseuche genannt, ist eine akute Infektionskrankheit, welche sich durch Blasenbildung charakterisiert, der Regel nach im Maule und an den Pässen sich lokalisiert, zuweilen aber auch andere Partien der Leder- und Schleimhaut in bedeutendem Grade in Mitleidenschaft zieht.
Krankheitserscheinungen. Bald nach Stattgefundener Infektion stellt sich ein Fieber ein, welches mit dem Ausbruch des Exanthems in der Regel abnimmt mid bald darnuf verschwindet. Das Fieber ist mitunter kaum oder gar nicht nachzuweisen, zuweilen aber, wenigstens
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dann, wenn bedeutende Komplikationen vorliegen, in einem sehr hohen Grade vorhanden. Die Tiere haben einen geringen oder gar keinen Appetit und liefern eine subnormale Menge Milch. Die Milch Ist, abgesehen davon, dass sie infektiös ist, krankhaft verändert; sie ist schleimig, weiss-gelblich, gerinnt beim Kochen und lässt sich nicht so leicht buttern wie sonst. Die lokalen Erscheinungen zeigen mit der Entfernung vom Ausbruch ziemlich bedeutende Verschiedenheiten.
#9632; a. Maulseuche. Die Tiere zeigen Speichelfluss, lassen das etwa aufgenommene harte Kauhfutter nach einigen losen Kaubewegungen in stark eingeschleimtem Zustande aus dem Maule fallen. Bei der speziellen Untersuchung findet man zunächst nur die Schleimhaut des Maules gerötet, später auf der Zunge, dem zahnlosen Vorderkieferrand, der inneren Fläche der Hinterlippe, dein Nasenspiegel etc. Blasen, die von dem Umfange einer Erbse bis zu dem eines Fünfmarkstückcs und darüber sind und eine zuerst wasserhelle, etwas gelbliche, darauf schleimige Flüssigkeit enthalten. Dort, wo ursprünglich die Blasen stehen, zeigen sich später hochrote, sehr empfindliche, wunde Stellen, die zum Teil mit Epithel- und Epidermisfetzen bedeckt sind. Mit dem Auftreten, namentlich mit dem Platzen der Blasen nimmt der Speichelfluss ganz bedeutend zu, und man hört dann mitunter infolge der Kieferbewegungen einen ganz charakteristischen schnalzenden Ton.
b.nbsp; Klauenseuche. Gleichzeitig mit der Maulseuche treten gewöhnlich die Erscheinungen der Klauenseuche auf. Die Tiere gehen klammerig, resp. lahm. Im Klauenwinkel, in der Klauenspalte und am Kronenrande findet man zunächst vermehrte Wärme, Druckempfindlich-koit und event. Kötnng der Haut, später Blasen von verschiedenem Umfange mit oben bemerktem Inhalte und schliesslich nach dem Platzen der Blasen rote, sehr empfindliche Stellen, die zum Teil mit Epidermisfetzen bedeckt sind.
c.nbsp; Komplikationen. 1. Das Exanthem tritt mitunter gleichzeitig an anderen Stellen der Lederhaut an der Brust, dem Bauche, den Schamlippen, dem Euter und den Strichen auf. Die beiden letzten Stellen hübe ich mitunter affiziert gefunden, dabei aber niemals die katarrhalische oder interstitielle Entzündung der Milchdrüse konstatieren können. 2. Die Aphthen können an anderen als an den genannten Schleimhäuten im Rachen und Schlund, sowie in der Scheide sich entwickeln. 8. In einem Seuchengange habe ich ziemlich oft die katarrhalische Mastitis konstatiert, dann aber niemals Aphthen an dem Euter und den Strichen gefunden. 4. Die Schleimhaut des Verdauungs-traktus ist meistens in geringem Grade erkrankt, mitunter aber in VerHarms, Kimlerkriinkliciten.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;!(gt;
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,__ 2i2 __
binduug mit der Schleimhaut der Respinitionsorgane in sehr hohem Grade in Mitloidenscluift gezogen. 5. An den Klauen stellt sich ziemlich häutig eine bedeutende Lösung des Horns, mitunter sogar Panaritium mit den weiteren Folgen ein.
Verlauf. Die Inkubationszeit wird auf zwei bis sechs Tage angegeben. Die Blasen treten angeblich zwei bis drei Tage nach dem Eintritt der Krankheit auf und platzen nach zwölf- bis vierundzvvanzig-stündigem Bestehen. Die Krankheit ist beim gewöhnlichen, gutartigen Verlauf in acht bis vierzehn Tagen beendet. Die Maul- und Klauenseuche verläuft, wie ich es bei Weidetieren im schönen Sommer gesehen habe, mitunter so leicht, dass der Besitzer um das Vorhandensein derselben kaum gewahr wird; sie tritt aber zuweilen, wie ich es in Ahlfeldt erlebt habe, so heftig auf, dass eine grosse Zahl der Kranken stirbt. Der Tod kann sogar apoplektisoh eintreten, und zwar nach Johne infolge multipler embolischer Myokarditis, nach Lydtin in der Weise, dass Epithelfetzen aus dem Maule in den Kehlkopf aspiriert werden.
1, Bei cinoiu Eiiido, das aus Vorsehen In einen Stall gebracht worden war, in wolehom Tiere standen, dio an der Maul- und Klauenseuche litten, fand ich aohtunddrelsslg Stunden nach der Einstellung an den Fttssen Abhebungen der Epidermis in dem Umfange einer Hasolnuss, Nach Entfernung der gelösten Epidermis erschien die darunter liegende Pliiclie blutrünstig. Bei einem Schwein fand loh dasselbe nach seohsunddroissig Stunden. Vollständig entwickelte Blasen waren in beiden Fällen nocli nicht vorhanden.
Die schon 1870 von Dammann gemachten Angaben über die wenigstens mitunter recht grosso Kürze des Inkulmtionsstadiuin.s werden durch vorstehende Beobachtungen bestätigt. Dammann hatte am 10. September 1809, nachmittags 2 Uhr, ein Leinowamlläppchen, wolclies soeben von ihm dazu benutzt war, den Ansteckungsstoff kranker Ochsen auf dio Maulschleimbaut sämtlicher Kälber des Stalles zu übertragen, um diese gleichzeitig und schnell durclisouchen zu lassen und ausserdem einen Blasenfetzen eines kranken Kalbes auf die Streu einer Bucht dos Schweinestalles geworfen, in dem eine dreijährige Sau domiziliorte. Nachdem die Sau noch am 18., abends, wie gewöhnlich gut ausgefressen hatte und keine gestörte Bewegung bei ihr aufgefallen war, versagte sie am 14. September, früh, das Futter unter lautem Stöhnen. Bei genauer Besichtigung bemerkte man eine starke Schwellung der Krone aller vier Püsse, dio ganzen Ballen und die Haut am Grunde der Aftorklauen waren blasig aufgetrieben und schmerzhaft. In diesem Falle waren nach Oft, neunzig Stunden, nachdem Gelegenheit zur Infektion gegeben worden war, schon vollständig entwickelte Blasen vorhanden.
2. Die Maul- und Klauenseuche in Ablfoldt. Am 22. Mai 1872 kam der Sclilachtermoister Schaper aus Ahlfeldt zu mir und berichtete, dass unter der ca. dreihundert Häupter zählenden Rindviehherde der Stadt seit einiger Zeit die Maul- und Klauenseuche und wahrscheinlich, weil in den letzten Tagen fünfzehn Stück der Herde krepiert seien, oiuo andere Krankheit, vielleicht gar die Rinder-
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post, horrscho; or sei doshalb von dor Gemeinde an den Direktor der Tierarznoi-schulo mit der Bitte abgeseliiekt worden, von dor Schule aus eine genaue Untor-snchung vornohmon zu lassen etc.
Am folgenden Tage, am 23. Mai, reiste ich mit Gonehmigung dos Direktors in Begleitung der Herren von Dollfs, Fraun, Hansen und Hinrichson nach benanntem Orto hin. Dor dortige Tierarzt, Herr BUrgormeistor Striivy, teilte uns mit, dass die Tiere plötzlich gestorben, und dass bei der Sektion der betreffenden Kadaver besondere pathologische Veränderungen nicht gefunden worden seien; die Besitzer berichteten noch ausserdem, dass Kälbor, denen man die Milch krankor Kühe gegeben habe, schon nach einer halben Stunde gestorben seien.
Während meiner Anwesenheit im Orto starben noch drei erwachsene Rinder, und dio Kadaver dieser Tiere, sowie vierunddreissig in verschiedenem Grade erkrankte Kühe wurden speziell untersucht.
Bei allen uns vorgeführten Tieren fanden wir die Erscheinungen dorMaul-und Klauenseuche; boi den schwer erkrankten Tieren ausserdem hauptsächlich folgendes; Rektaltemporatur bis 2 Grad erhöht. Puls bis 120, an der Kinn-backenarterle kaum, resp. gar nicht zu fühlen. Verstärktes Bläschengorüusch und Husten. Druckempfludlichkeit des Bauches. Rotention dos Mistes. Absolute Unthätlgkelt des Pansens.
Die Diagnose wurde auf gewöhnliche phlegmonöso Magen- und Darraont-zllndung und Katarrh der Schleimhaut der Respirationsorgane gestellt.
Die Sektion bestätigte die Diagnose. Die Schleimhaut der Luftröhre, sowie die der grösseren und kleineren Bronchien war aufgelockert, streifig injiziert, mit stccknadelknopfgrossen Blutextravasaten durchsetzt und mit Schleim belegt. Dio Lungen fielen bei der Eröffnung dos Brustkorbes nicht normal zusammen, knisterten beim Durchschneiden In zu geringem Grade und waren so stark durchfeuchtet ödematös , dass bei dem Durchschneiden dorsolbon Serum in grösseror Quantität über dio Messerklinge lief. Dio Schleimhaut dos Pansens und der Haube war dunkelrot gefärbt, das submuköso Bindegowebe dieser beiden Magennbteilungon infiltriert. Der Blättermagen war normal. Die Schleimhaut dos Labmagens war geschwollen, grobfaltig und kirschrot von Farbe; in dieser roten Farbe traten aber gelbgraue Stelion auf, dio von der Grosso und Form eines Molmsamenkorns bis zu der einer Linse waren, und die sich von den begrenzenden Teilen durch eine am Rande eingeschobene Messerklinge abhoben Messen. Das submuköso Bindegewebe war stark infiltriert. Die Schleimhaut des Darmkanals war ähnlich beschaffen wie die dos Labmagens.
Hinsichtlich der Behandlung wurde empfohlen: Dio Tiere des schlechten Wetters und der feuchten Weide wogen sofort aufzustallon. Innerlich grosso Quantitäten Schleim zu geben und Saccharum saturni, Cuprum sulfnricum und Natrium bicarbonicum zu versuchen. Äusserlich eine scharfe Einreibung oleum crotonis In geeigneter Verbindung zu benutzen.
Nach dem 23. Mai ist, wie ich später erfahren habe, nur eine Kuh gestorben.
Vorsuch. Da mir die Aussage der Besitzer, dass Kälber Infolge des Genusses der Milch der an der fraglichen Krankheit leidenden Kühe schon nach einer halben Stunde nach der Aufnahme derselben gestorben seien, höchst unwahrscheinlich vorkam, nahm ich zwei Flaschen Milch von oiner schwor kranken Kuh mit und verfütterte dieselbe in den nächsten zwei Tagen an fünf junge Kaninchen. Sämtliche Teire blieben gesund.
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Ursachen. Die Krankheit entsteht und verbreitet sieli einzig und allein durch Austeokung. Der Ansteekungsstoff ist in der Flüssigkeit der Blasen, im Maulschleim und in der Milch enthalten, aber noch nicht mit Sicherheit erkannt. Man hat allerdings in der BlasentUissigkeit Mikrokokken gefunden und ausserhalb des Körpers fortgeziiehtot, aber bis jetzt noch nicht bewiesen, dass selbige den spezifischen Ansteekungsstoff bilden. Der Ansteckungsstoff ist flüchtig und fix, er kann sich, wenn kein Luftzutritt stattfindet, z. B. im verschlossenen Stall, im Dünger etc. monatelang halten. Die Übertragung des Giftes erfolgt von Tier zu Tier oder durch Zwischenträger. Gesunde Rinder werden, wenn sie Wege betreten, die kurze Zeit vorher von Tieren, die an der Mavil-und Klauenseuche leiden, benutzt worden sind, sehr leicht infiziert. Durch Schlachter und Händler wird die Seuche von Stall zu Stall verschleppt. Tierärzte dürfen, wenn sie bei Tieren, die an der Maul- und Klauenseuche leiden, gewesen sind, nicht ohne weiteres andere Stallungen betreten.
Behandlung. Die Weidetiere liisst man, wenigstens in den Marschen, auf der Weide. Bei den Stalltieren sorge man für möglichst ergiebige Ventilation, sowie für eine weiche und trockene Streu. Als Nahrung reiche man weiches und Schlappfutter. Als Getränk angesäuertes Wasser, welches, wenn möglich, vor den Tieren stehen bleibt und mehrfach am Tage erneuert wird. Gegen das Maulleiden schreitet man mit Arzeneien nicht ein. Das Klauenleiden wird ebenfalls bis zum Platzen der Blasen nicht behandelt. Liegen Erosionen vor, so empfehle ich Bestreichen derselben mit einem Gemisch, das aus gleichen Teilen Teer und Baumöl besteht. Hat das Horn sich in grösserem Umfang gelöst, so muss dasselbe bis dahin, wo es noch in normalei' Verbindung mit den unterliegenden Teilen steht, weggenommen und die wunde Fläche nach der gründlichen Reinigimg mit Teer bestrichen oder, was ich vorziehe, mit einem Teerverband versehen werden. Auch Hartenstein sagt, dass er den fast in Vergessenheit geratenen Holzteer als Adstringens und Des-infizins gegen die Klauenseuche mit Erfolg benutzt. Dass liier viele andere Mittel Anwendung linden können, ist selbstverständlich und bekannt. Die exakte Behandlung der Klauen ist ausserordentlich zeitraubend, aber notwendig. Die anderen Komplikationen, wie Panaritium, müssen hier wie in allen anderen Fällen behandelt werden.
Vorbauung. Diese bestellt in der Abhaltung der Ansteckung. Der Besitzer muss sein Vieh, soweit es möglich ist, absperren, fremde Personen nicht zu demselben gelangen lassen, und seinen eigenen Leuten verbieten, fremde Stallungen zu betreten.
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Impfung. Ist clio Krankheit unter dem Vieli eines Hofes ausgebrochen, so ist es, falls angenommen werden darf, dass alles befallen werden wird, am besten, die Impfung vorzunehmen, und dies geschieht gewöhnlich in der Weise, dass man einen Schwamm oder Lappen mit dem Maulsaft kranker Tiere tränkt und an der inneren Fläche der Hinterlippe der gesunden Tiere abstreicht. Ich habe mitunter ein mit dem Maulsaft getränktes Händchen in Form eines Eiterbandes gelegt und bin mit dem Erfolg zufrieden gewesen. Infolge der Impfung wird wenigstens das Durchseuchen der Herde beschleunigt.
Die Milch muss vor dem Genuss gekocht werden; dieselbe ist mitunter aber in so hohem Grade unappetitlich, dass der Besitzer auf die Verwertung derselben ganz verzichtet.
Die Desinfektion des Stalles beschränkt sich meistens auf die Reinigung und Lüftung; ich habe ausserdem schweflige Säure oder Chlordämpfe entwickeln lassen.
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Milohfleberlaquo;
Diese bis jetzt nur beim Rinde mit Sicherheit konstatierte Krankheit wird sonst auch wohl Wurffieber, Kalbetiebor, Gebärtiebor, Puerporal-fieber und Gebärpareso genannt. Die ersteren fünf Namen sind absolut falsch, weil bei der in Frage stehenden Krankheit kein Fieber besteht, und die Bezeichnung Gebärparesc muss ich deshalb verwerfen, weil eine Parese der Nachhand bei Kühen nicht nur vor dem Gebären Festliegen vor dem Gebären in meiner Geburtshilfe, 2. Auflage, Seite 107 , sondern auch nach demselben vorkommt, die mit der in Frage stehenden Krankheit absolut nichts gemein hat. Die bei den Kühen nach dem Gebären vorkommende Parese der Xachhand ist entweder mit Beendigung des Gebarens vollständig entwickelt Quetschung der Kreuz-nerveu. L. c. S. 14 I , oder tritt, was häutiger der Fall ist, erst ein paar Tage später ein. Festliegen nach dem Gebären. L. c. S. 161. Den Namen Milchfieber' habe ich bis jetzt stets benutzt, weil er durch das Alter sanktioniert ist.
Das Milchfieber tritt in den ersten drei bis vier Tagen nach dem Gebären auf, und zwar in der Regel nicht vor der Ausstossung der Ei-häute. Köhnc, Bormaun, Eggeling u. s. w. beobachteten Milchfieber bei Kühen, die die Eihäute oder Teile derselben im Fruchthältor beherbergten, und Eggeling giebt an, den Eintritt des Milchfiebers während der Ausstossung der Frucht erlebt zu haben. Nach Zwillingsträchtigkeit ist das Milchfieber meines Wissens noch niemals beobachtet worden.
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Krankheitserscheinungen. Das Tier liegt fest am Boden; es kann die Schenkel aber noch etwas bewegen, macht ab und zu mit denselben stossende Bewegungen und arbeitet sich in der ersten Zeit mitunter kriechend vorwärts. Das Tier liegt zuweilen platt auf der Seite, der Regel nach jedoch auf den normal untergesclilageneu Schenkeln mit seitwärts lierunigegangenem und auf die Rippenwand gestütztem Kopfe. Der Kopf kann allerdings in den meisten Fällen noch etwas getragen werden, derselbe fällt aber, wenn er aus der abnormen Lage herausgehoben und darauf wieder losgelassen wird, wie ein toter Klotz in die abnorme Lage zurück. Aus dem Maule fliesst Speichel, vielfach in Form von klaren Tropfen und Strähnen ab.
Der Bulbus ist zurückgezogen und liegt still, so dass der Blick anscheinend stets auf einen Punkt gerichtet ist. Die Conjunctiva ist bleich. Die Cornea erscheint trübe, wie bestäubt, mitunter rissig. Thräncn laufen gewöhnlich fortwährend über die Wangen.
Die Respiration ist mitunter tief, ziehend und langsam, zuweilen flach und ziemlich frequent. Die Exsplratlon ist stets von einem Stöhnen begleitet. Die Ursache der mitunter ziemlich bedeutenden Respirationsfrequenz kann nicht durch den Zustand der Lungen bedingt sein, denn in einem Falle, in welchem bei der Sektion die rechte Lunge in geringem, die linke Lunge aber in- stärkstem Grade ödematös und emphysematös gefunden wurde, stand die Respiration während des ganzen Verlaufs der tödlich endenden Krankheit auf 11.
Die Temperatur steht, wie ich zuerst am 13. Januar 1809 bei einer Kuh des Gartenmannes Böning, Am Bokemahle in Hannover, gefunden habe, unter der Norm. Die widersprechenden Behauptungen beweisen, dass die betreffenden Herren es mit einer ganz anderen Krankheit zu thun gehabt haben, als mit der, welche wir in Norddeutschland Milch-fieber nennen. Die Tiere sind an der Oberfläche sofort kühl, an den extremen Teilen, namentlich an dem Flotzmaul, eisig kalt. Die Mastdarmtemperatur ist ebenfalls gesunken, was Franck, Anacker, Breken-bohm u. s. w. bestätigen. Wie tief die Temperatur beim Eintritt des Todes gewöhnlich gesunken ist, weiss ich nicht. Ich habe bis jetzt nur ermittelt, dass sich hierin bedeutende Verschiedenheiten zeigen; denn ich fand in einem Falle beim Eintritt des Todes 37,2 und in einem anderen Falle 10 Stunden vor dem Tode 35,5 Mastdarmtemparatur. Anacker fand eine Mastdarmtemperatur von 84,0 und darunter. Sobald der Anus offen steht, wird jeder geschulte Praktiker auf die Aufnahme der Mastdarmtemperatur verzichten.
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Das Gefühl ist anscheinend gesunken, gewöhnlich schon nach kurzem Verlauf in dem Grade, dass sogar heim Berühren des Baibus nur leichte Bewegungen mit den Augenlidern eintreten.
Die Sekretion ist ungefähr oder ganz auf Null reduziert. Im Euter ist nur wenig Milch vorhanden. Das Flotzmaul ist trocken, beinahe rissig.
Magen und Darmkanal liegen still. Der Leih ist mitunter infolge einer Ansammlung von Gas in hedeutendem Grade aufgebläht.
Defäkation findet nicht statt, selbst auch dann nicht, wenn der Mastdarm so stark gefüllt ist, dass man den Kot im After sehen kann.
Harn wird mitunter nicht abgesetzt, und dann kann er sich nach und nach in dem Grade ansammeln, dass die untere Scheidenwand durch die Blase stark vorgedrängt wird; in anderen Fällen läuft er unfreiwillig ab. In dem Harn fand Noeard Zucker, Violet Zucker und Eiwelss.
Leichenerscheinungen. Schädelhöhlc. Die Dura ist gesund; unter derselben findet sich gewöhnlich wasserklares Serum, zuweilen sogar in bedeutender Menge. Die weiche Hirnhaut ist mitunter durch unter ihr vorhandene Luft blasig abgehoben. Die Arterien der weichen Hirnhaut zeigen einen ödemntösen Saum und enthalten nur hier und da etwas Blut, in dem bis erhsengrosse Luftblasen von meistens ovaler Form vorhanden sind. Die Venen der weichen Hirnhaut sind ziemlich gut mit Blut gefüllt, in welchem kleinere, rundliche Luftblasen in solcher Zahl vorhanden sind, dass die Gefässe dicht punktiert erscheinen. Das Gehirn der eines natürlichen Todes gestorbenen milchkrankcn Rinder ist blutarm, ziemlich fest und enthält in den Ventrikeln wasserklares Serum in abnorm grosser Menge.
Rückenmarkskanal. Hier finden sich die Verhältnisse gewöhnlich so wie am Gehirn. Die harte Haut ist gesund; unter derselben ist gewöhnlich wasserklares Serum vorhanden. In den Venen des Rücken-markskanalos habe ich in einem Falle sehr deutlich grosse Luftblasen gefunden. Das Rückenmark ist in der Regel so blutarm, dass beim Durchschneiden desselben nicht einmal die geringsten Spuren von Blut zum Vorschein kommen.
Die unter der Haut liegenden, beim Abhäuten zum Vorschein kommenden Venen führen meistens in dem Blute grössere Luftblasen.
Brusthöhle. In dem unten sub 2 angeführten Falle fand ich in der Brusthöhle eine ziemlich bedeutende Menge, der Schätzung nach 2 kg, wasserklares, leicht gelblich gefärbtes Serum. Ob dieser Befund ein häufiger oder vielleicht gar ein gewöhnlicher ist, muss ich dahin gestellt sein lassen, lieber Ansammlungen von Serum war mir bis dahin nichts
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bekannt geworden, ind doshalb habe ich bis zu dieser Zeit keine Rücksicht darauf genommen.
Herzbeutel. Dieser kann mit Ekcliymoscn in verschiedenem Grade besetzt sein und Im Inneren klares, gelbliches Serum enthalten.
Das Herz ist stets schlaff und gut gefüllt. An der äussoren Fläche des Herzens linden sich vielfach Ekchymosen, mitunter in grosser Zahl und von bedeutendem Umfange. Die stets Blut enthaltenden Kranzvenen führen von den kleinsten bis zu erbsongrossen Luftblasen, die beim Druck auf die Gefässe hin- und hertreten. Die Muskelsubstanz sieht wie gekocht aus und ist ausnahmsweise mit steoknadelknopf- bis erbsen-grossen Biutextravasaten durchsetzt. Die Intima der linken Kammer ist vielfach, mitunter sogar in bedeutendem Grade ekehymosiert. Das im Herzen vorhandene Blut ist in beiden Hälften von dunkelbräunlicher Farbe, grösstenteils locker geronnen, zum Teil eine tlüssige, mit vielen und grossen Luftblasen untermischte Masse.
Lungen. Kleinere oder grössere Partien der Lungen, mitunter eine ganze Lunge ist ödematös und emphysematös, zuweilen in dem Grade, dass beim Durchschneiden des Organs eine wasserklare, mit vielen Luftblasen untermischte Flüssigkeit abläuft. In einem Falle, in welchem (s. o.) die Respiration während des ganzen Verlaufs der tödlich endenden Krankheit auf 11 gestanden hatte, fand ich die ganze linke Lunge in bedeutendem, die rechte Lunge in sehr geringem Grade emphysematös und ödematös. Line kleine Partie der Lunge kann ziemlich derb sein, ein zu bedeutendes spezifisches Gewicht besitzen und auf der Schnittfläche eine rote Farbe zeigen, in welcher kleine, rundliche, graue Stellen auftreten. In einzelnen Gefässen der Lungen findet man in dem Blut Luftblasen. Fremdkörper, wie z. B. Futterpartikelchen, habe ich in den Lungen der Kadaver milchfieberkranker Tiere niemals gefunden.
Magen und Darmkanal. Die Wand des Verdauungstraktus zeigt keine bestimmten Veränderungen. Einmal fand ich die Wand des Dünndarms auf einer grösscren Strecke blutig infiltriert und mürbe. Der Inhalt des Verdauungstraktus ist nach dem aufgenommenen Futter zu
konsistent.
Harnblase. Ist der Harn während der Agonie oder nach dem Tode nicht abgelaufen, so ist die Blase stark gefüllt. Die Wand der Blase fand ich stets normal.
Leber, Milz und Nieren. Diese Organe sind der Regel nach ziemlich blutarm. In dem Blute derselben habe ich jedesmal Luftblasen
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gefunden, gewöhnlich sogar in der Menge, dass dasselbe eine schaumigo Masse bildete.
Pruchthälter. Dieser hat sich uielit normal kontrahiert. Gegenteilige Angaben, bezw. Behauptungen beruhen auf oinein Irrtum. Die Fruchthälterwand ist blutarm, mitunter in dem Grade, dass beim Durchschneiden derselben kein einziger Tropfen Blut zum Vorschein kommt. Das Bindegewebe, besonders das submiikose, ist stets serös infiltriert und enthält ausserdem Luftblasen. Die ödematösc und emphysematöse Besohaffenbeit der Wand des Fruchthiilters ist mitunter kaum nachweisbar, nicht ganz selten aber so hochgradig, dass auf längere Einschnitte eine wasserklare und schaumige Flüssigkeit in bedeutender Menge abläuft. Die Kotyledonen erscheinen ausnahmsweise alle gelblichgrau, resp. blass, der Regel nach aber finden sich au einigen derselben Infarkte von verschiedener Form und ungleichem Umfange. In einem Falle bestanden an einigen Kotyledonen erbscn- bis haselnussgrosso Substanzverluste, und in einem anderen Falle fand ich auf einigen mit Infarkten besetzten Kotyledonen Blutgerinnsel, die leicht abzuheben waren. Die Pruchthälterhöhle enthält mitunter nur etwas rötlichen Schleim, meistens aber eine braunrötliche blutige Flüssigkeit. Die Kihäute oder Reste derselben habe ich im Fruchthälter niemals gefunden. In den Gefässen des Fruchthälters, besonders in den grösscren abtretenden Venen, habe ich in jedem Falle Luftblasen, mitunter in bedeutender Menge, gefunden.
Den vorstehenden Befund habe ich an absolut frischen Kadavern solcher milchfieberkranker Rinder, die nicht geschlachtet, sondern eines natürlichen Todes gestorben waren und keine Infusionen in den Fruchthälter bekommen hatten, aufgenommen. Die Sektionen, die ich zur Zusammenstellung des Befundes benutzt habe, sind höchstens vier Stunden nach dem Tode des Tieres gemacht worden, so dass vom Eintritt der Fäulnis absolut nicht die Rede sein konnte.
Verlauf. Wenn die oben angegebenen Kraiikheitserscheinungen gut ausgeprägt sind, so kann sogar der Schüler der einen sachgemässen Vortrag über Rinderkrankheiten gehört hat, das Milchfieber erkennen. Aber schon im Anfange sind solche Symptome vorhanden, dass der Praktiker auch zu dieser Zeit nicht lange über die Krankheit im Zweifel bleibt, mit welcher er es zu thuu hat. Deshalb lege ich auf die Angabe des Verlaufs, besonders auf die des Eintritts des Milehfiebers den grössten Wert.
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Ich habe, vom Glück begünstigt, den Eintritt des Milchflebers vor 1H03 nicht ganz selten aufnehmen können und dabei stets folgendos gefunden: Die bis dahin ganz gesunden Tiere treten plötzlich von der Krippe zurück, sind sofort etwas schlummer-süchtig, verschmähen Futter und Getränk und ruminieren nicht; sie fangen bald darauf an, in leichtem Grade zu drängen Ameiscnkriechen in den Geschlechtsteilen und dem Mastdarm , zu stöhnen Kopfschmerz und zu rülpsen Übelkeit . Wenn man diese Erscheinungen bei Tieren, die in den letzten drei bis vier Tagen geboren haben, findet, so kann man überzeugt sein, es mit dem Milchtieber zu thun zu haben. Die Tiere fangen dann au, mit den Hinterschenkeln zu trippeln, im Hinterteil zu schwanken und brechen bald darauf zusammen. Sie bleiben sofort liegen, oder sie arbeiten sich noch einmal wieder hoch, um bald von neuem zusanunen-zubrechen. Die Krankheit gelangt in kaum oder reichlich einer Stunde, ausnahmsweise aber erst in einigen Stunden zur vollen Höhe und der Regel nach in 14 bis 24 Stunden, ausnahmsweise später zur Entscheidung. Wie schon bemerkt, habe ich die Entwickoluug des Milchfiebers nur vor 1803, also in einer Zeit, in welcher thennometrischo Untersuchungen noch nicht üblich waren, beobachtet; ich kann demzufolge über die Mastdarmtemperatur während der Entwickelung der Krankheit, die ja, wie oben bemerkt, nur eine sehr kurze Zeit dauert, nichts angeben. Sobald das Tier festliegt, steht die Temperatur unter der Norm!
I. Genesung. Ob dieser Ausgang eintreten wird oder nicht, lässt sich von vornherein niemals mit Bestimmtheit sagen, was am unangenehmsten in solchen Gegenden ist, in welchen das Fleisch kranker Rinder als menschliche Nahrung verwertet wird. Man darf auf Genesung um so mehr hohen, wenn
a)nbsp; die Krankheit verhältnismässig spät nach dem Gebären aufgetreten ist;
b)nbsp; nbsp;das Tier nach dem Zusammenbrechen noch einmal auf kurze Zeit aufgestanden ist;
c)nbsp; nbsp;nach einigen Stunden das Gefühl im Bereiclie des fünften Nerven noch nicht verschwunden ist;
d)nbsp; nbsp;die Peristaltik nicht ganz aufgehoben ist;
e)nbsp; die Temperatur im Mastdarm steigt;
f)nbsp; nbsp;das Gefühl sich hebt, und
g)nbsp; das Tier den Kopf tragen kann, während dies vorher nicht möglich war.
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Was den letzten Punkt anbetrifft, so mache loh darauf aufniciksain, dass der Tierarzt beim Herantreten an das Krankenlager vielleicht den ungünstigsten Eindruck empfängt, indem das Tier platt auf der Seite liegt, derselbe aber, nachdem das Tier auf das Brustbein gewälzt worden ist, sich überzeugt, dass Besserung eingetreten ist, da der Kopf wieder iu normaler Weise gehalten wird.
2. Lungenentzündung. Younghusband hat zuerst darauf aufmerksam gemacht, dass sich im Verlaufe des Milehtiebers diese Krankheit entwickeln kann. Später sind solche Fälle von Demoor und Mans, von Adam und anderen, so von mir, konstatiert worden. Die Lungenent-zündung wird gewöhnlich als Fremdkörper-Pneumonie bezeichnet; in den von mir bei der Sektion konstatierten Fällen war die Entstehung derselben auf Luftcmbolien zurückzuführen. Adam bemerkt, dass zweimal Pneumonie bei solchen milchfieberkranken Kindern gefunden worden sei, die keine Arzeneien bekommen hatten. Und wenn man beim Rinde, das an Pneumonie gelitten hat, bei der Sektion fremde Körper in der Lunge findet, so darf nicht ohne weiteres gefolgert werden, dass die fremden Körper die Lungenentzündung hervorgerufen haben, denn bei der Sektion gestorbener Rinder habe ich mitunter Futterstoffe in der Lunge gefunden, ohne dass an diesem Organe die geringsten Spuren der Entzündung nachzuweisen waren. Schliesslich möchte ich hervorheben, dass, wenn beim Weibe, welches an der Aeraemia puerperalis erkrankt ist, eine Pneumonie auftritt, was nach einem mir bekannt gewordenen Falle vorkommt, doch von einer Fremdkörper-Pneumonie nicht die Rede sein kann.
8, Lähmung des Hinterteils. Aus eigener Erfahrung ist mir über diese Nachkrankheit nichts bekannt. Ich habe nur von Kollegen vernommen, dass solche Kühe mitunter nicht aufstehen können, in anderen Fällen sich wohl vom Lager erheben, aber nicht die Hinterschenkcl normal gebrauchen können. Infolge der Senkkastenkrankheit habe ich in einem von mir aufgenommenen Falle Lähmung des rechten Armes zurückbleiben sehen.
4. Der Tod. Nimmt die Krankheit einen tödlichen Verlauf, so erreichen Lähmung und Schliimmersucht den höchsten Grad. Die Zunge hängt schlaff aus dem Maul heraus; beim Berühren des Bulbus treten keine Bewegungen der Augenlider ein; Todesröcheln ist zu konstatieren. Der Tod tritt gewöhnlich plötzlich ein, mitunter aber erst, nachdem das Todesröcheln 10 bis 16 Stunden gedauert hat.
Prognose. Über den Verlauf dieser Krankheit kann man (s. o.) im voraus nichts aussagen.
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Diagnose. Der Blick führt, wie schon Splnola sagt, ziemlich sicher, jedoch darf man sich auf deuselben nicht verlassen. Es kommen sogar Fälle vor, in welchen man, weil man die Entwickelung der Krankheit nicht aufgenommen hat, selbst nach gcnauester Untersuchung nur eine quot;Wahrsclieinlichkeitsdiagnose stellen kann. Allen, welche dies bezweifeln, aehe loh den Rat, in jedem Falle gründlich zu untersuchen.
Die wesentlichsten Symptome sind zunächst Stöhnen, Rülpsen, Drängen und Trippeln, später Lähmung aller willkürlichen und unwillkürlichen Muskeln, Gefühllosigkeit, subnormale Temperatur und Schlum-mersucht.
Das Wesentlichste des Verlaufs ist schon bemerkt; ich wiederhole hier nur einen, nämlich den Punkt, dass die Tiere schon vor dem Zu-samincnbrechen den Appetit verloren haben. Dieses wird von Brecker-bolim jun. nach Beobachtungen an 72 Patienten bestätigt.
Hinsichtlich der Auschliessung kann ich nur die Entzündung des Rückenmarks und der Rückenmarkshäute, sowie die akute Hirnwassersucht besonders hervorheben. Denn der Mutterwahnsinn Mania puerperalls , das Febris puerperalls, das Festliegen vor dein Gebären, die Quetschung der Kreuznerven, das Festliegen nach dem Gebären, der Becken- oder Kreuzbeinbruch etc. können den sachkundigen Tierarzt nicht irre führen. Die Entzündung des Rückenmarks etc. und die akute Hirnwassersucht sind wohl nicht allein von mir in früheren Jahren , sondern von vielen, namentlich auch von denjenigen, welche angeben, dass beim Milchtiebcr in den ersten Tagen ein nieder- bis mittel-hochgradiges Fieber selten vermisst werde, und dass bei der Sektion der am Milchtiebcr gestorbenen Kühe Luftblasen im Blut mitunter vorhanden, mitunter nicht vorhanden seien, mit der in Frage stehenden Krankheit zuweilen verwechselt worden.
Die Rückenmarkshautentzündung darf angenommen und das Milch-fteber ausgeschlossen werden, wenn das Tier erstens in den letzten Tagen nicht gekalbt hat, zweitens nur im Hinterteile gefühllos ist, drittens eine normale oder übernormale Mastdarmtemperatur zeigt, viertens den Appetit nicht gänzlich oder erst nach dem Zusammenbrechen verloren hat und fünftens nach und nach Appetit bekommt, aber nicht aufstehen kann.
Das Milchtieber darf angenommen und die akute Hirnwassersucht ausgeschlossen werden, wenn das Tier in den letzten Tagen gekalbt hat und bald nach dem Eintritt der Erkrankung so vollständig gelähmt ist, dass es sogar bei passendster und kräftigster Unterstützung nicht stellen kann. Die Unterscheidung dieser beiden Krankheiten ist
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mir aber, selbst in späteren Jahren und naeli genauester Uutersuohuug, niclit immer möglich gewesen. So nalini ich in einem Falle, den ich in der dritten Auflage meiner Geburtsbilfe angeführt habe, das Vorhandensein der akuten Hirnwassersucht an, weil das Tier sich aufrichten Hess und eine kurze Zeit ohne Unterstützung stehen blieb, bei der Sektion des eines natürlichen Todes gestorbenen Tieres fanden sich aber die Erscheinungen der Aeriimic.
Ursachen. Eine Prädisposition zur Erkrankung am Milchfieber kann durch folgende Momente gesetzt werden. I. Nährzustand. Dieser übt unbedingt einen grossen Einfluss auf den Eintritt des Milchfiebers aus. Man darf wohl behaupten, dass, je fetter das Tier ist, um so leichter dasselbe unter sonst gleichen Umständen vom Milchfieber befallen wird. Magere Tiere habe ich niemals von dieser Krankheit befallen sehen. Ich habe sogar beobachtet, dass das Milchtieber in Stallungen, in welchen es bis dahin grosse Opfer gefordert hatte, sofort ausblieb, nachdem mau auf mein Anraten die Tiere schon einige Wochen vor dem Kalben auf eine massige Ration eines naturgemässen Futters gesetzt hatte. Ein Ähnliches berichtete mir der verstorbene Tierarzt Beckedorf.
2.nbsp; Künstlich zubereitetes Futter. Mir 1st nicht unbekannt, dass Kühe auf der Weide in den Marsehen und auch auf dem Stalle bei Verabreichung eines naturgemässen Futters vom Milchfieber bebefallen werden; viel häufiger tritt dasselbe auf dem Stall aber dann auf, wenn die Fütterung eine künstliche ist. In der Gartengemeinde zu Hannover lässt man aus diesem Grunde die Kühe nicht kalben, sondern kauft selbige so, dass sie nach dem Kalben und der Ausstossung der Eihiiute abgeliefert werden.
3.nbsp; Die Stallung übt ebenfalls einen Einfluss auf die EntWickelung des Milchtiebers aus; je besser die Ventilation ist, um so weniger leicht tritt diese Krankheit unter sonst gleichen Verhältnissen auf. In Stallungen, in welchen die Tiere den Unbilden der Witterung ausgesetzt waren, habe ich das Milchtieber niemals gesehen. Dagegen in Stallungen, die schon vor dem Kalben, auch während des Aktes und in der ersten Zeit nach demselben aus Furcht, die Tiere konnten sicherkälten, verschlossen gehalten worden waren, verhältnisiniissig häufig gesehen.
4.nbsp; Im höchsten Grade gefährlich ist es, Kühe, die auf der Weide gekalbt haben, gleich nach Beendigung des Aktes in den Stall zu bringen.
5.nbsp; Nach einer Angabc von Kühne soll das Milcbfieber namentlich bei abnehmendem Monde auftreten.
6.nbsp; Milchergiebige Kühe werden häutiger vom Milchfieber befallen, als andere.
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7.nbsp; nbsp;Bl'Ulu denkt nach einer von ihm gemachten Beobachtung an Vererbung der Präeisposition zur Erkrankung am Milchfleber.
8.nbsp; Je rascher und leichter die Durchtreibung der Frucht erfolgt, um so mehr ist der Ausbruch des Milchfiebers zu befürchten.
Die nächste Ursache bilden im Blut vorhandene Luftblasen.
Wesen. Auf eine Besprechung der vielen von anderen aufgestellten Behauptungon will ich mich hier, weil es sich um die eigenen Beobachtungen und Erfahrungen handelt, nicht einlassen. Ich bin in der glücklichen Lage, auch fernerhin als Thatsache hinstollen zu können, dass die Krankheits- und Lcichencrscheinungen, welche man bei am Milchfleber erkrankten Kühen und deren Leichen findet, durch im Blut vorhandene Luftblasen Luftembolicn hervorgerufen werden, und annehmen zu dürfen, dass die Entstehung der Luftblasen im Blut auf eine Aspiration von atmosphärischer Luft aus dem Uterus durch die Uterusvenen zurückgeführt werden muss. Es ist keine Angabe über das Wesen des Milchtiebers mehr bestritten und in abstosseuderer Weise besprochen worden, als die meinige. Das Neue überrascht ja vielfach und fordert gewöhnlich zur Besprechung auf. Man darf sich in diesem Falle aber nicht auf spekulative Raisonnements beschränken, sondern muss durch Beobachtungen, Untersuchungen und Experimente gewonnene Thatsachcn vorbringen. Von den Angaben der Kollegen über das Wesen des Milchfiebers stützt sich keine einzige auf Experimente, ein paar derselben sind allerdings auf Sektionsbefunde basiert: die Sektionen, die diese geliefert haben, sind, soweit sie zu meiner Kenntnis gelangt sind, aber nicht so vollständig und vorsichtig ausgeführt worden, wie es zur Kontrolle meiner Behauptungen nötig ist.
Denjenigen Herren, welche sich die Mühe nehmen wollen, meine Angaben über das Wesen des Milchtiebers zu kontrollieren, muss ich anheimgeben, die Sektionen vollständig und vorsichtig zu machen, und, da das Ergebnis derselben, besonders hinsichtlich der serösen Ergiessungen, nicht immer ein absolut gleiches ist, sich nicht auf eine einzige Sektion zu beschränken. Die vollständige Sektion einer Rinderleiche erfordert nicht allein eine stundenlange Zeit, sondern ist, wenn sie im Freien vollzogen werden muss, was in der Praxis und in der externen Klinik ja Regel ist, im Winter mitunter nicht nur sehr beschwerlich, sondern sogar gesundheitsgefährlich. Der praktizierende Tierarzt verzichtet, wie ich aus eigener Erfahrung weiss, nicht selten oder gar gewöhnlich auf die Leiehenuntersuchung, der gewissenhafte klinische Lehrer aber versäumt niemals, die Leiche eines von ihm behandelten Tieres zu sezieren.
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weil er dabei (Jelegenhoit findet, seine Schüler zu belehren und ihnen die Richtigkeit seiner Diagnose ad oculos zu demonstrieren.
Gegen meine Angaben über das Wesen und die Entstehung des Milchfiebers ist folgendes behauptet worden:
1,nbsp; Im Blut der Milchficberleichen sollen nur mitunter, nicht immer, Luftblasen gefunden werden.
2.nbsp; Die im Blut der Milchfiebeileichen etwa vorhandenen Luftblasen sollen postmortal, und zwar entweder infolge einer kndaverösen Zersetzung oder während der Sektion infolge einer Aspiration mittels durchschnittener Blutgefässe aufgetreten sein.
8. Die während des Lebens im Blute vorhandenen Luftblasen sollen ganz andere Erscheinungen hervorrufen, als beim Milchfiebcr vor und nach dem Tode des Tieres gefunden werden.
4. Die Venen des Fruchthälters sollen unter positivem Druck stehen und folglich atmosphärische Luft aus dem Eruchthälter gar nicht aufnehmen aspirieren können.
quot;). Atmosphärische Luft soll im Fruchhälter gar nicht vorhanden sein.
lt;gt;. Meine Angaben sollen von niemand bestätigt worden sein.
Auf Vorstehendes erwidere ich Folgendes.
Ad 1, In den letzten reichlich zwanzig Jahren habe ich in jedem Falle in dem Blut der Milchfieberleichen Luftblasen gefunden. Nachdem ich viermal nach der Reihe bei der Sektion milchfieberkranker Kühe, die in der gewöhnlichen Weise geschlachtet worden waren, solche Erscheinungen aufgenommen hatte, die mich auf den Gedanken bringen mussten, dass das Milchfieber eine Aerämie sei, fand ich die Bestätigung dieser Annahme zunächst an der Leiche eines milchfieberkranken Rindes, welches ich mittels des Genickfanges getötet hatte, und darauf an mehreren Leichen von milchfieberkranken Kühen, die eines natürlichen Todes gestorben waren. Die Bemerkung, dass alle Untersuchungen von am Milchfiebcr erkrankten Kühen und deren Leichen im Beisein von Studierenden gemacht worden sind, dürfte vielleicht überflüssig sein.
Kuh dos Gartonmaiincs B. in H. Das Tier wurde gleich nach Konstatierung und ca. elf Stuiulon nach Beginn der Krankheit von mir gotötot, und zwar, um jedem späteren Einwurf, dass Luft beim Töten in die Venen eingedrungen sei, von vornherein zu begegnen, mittels des Genickfangos. Bemerken möchte ich auch noch, dass das schmälste Messer der Vorlwndstascho von mir benutzt wurde. Die Sektion wurde oino Viertelstunde post mortem vorgenommen und lieferte folgenden Befund:
Im Blut der Milchader sind orbsengrosse Luftblasen vorhanden. Dor Frucht-hiilter hat sich fast gar nicht kontrahiert und enthält keine Kihiiuto oder Reste derselben, sondern nur '2 I blutige Flüssigkeit von durchaus normalem Oeruch.
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Mohrore Kotylodonou zeigen erb.sengrosso bis liaselinissgrosse Substanzvprlusto und sind blutig infiltriert. Die ubtuln'emleii Venen enthalten rocht grosse Luftblasen. Auf Einschnitte in die Frachthälterwond läuft eine mit Luftblasen unterlaquo; misehto Flüssigkeit ab. Nieren und Leber sind blntroicb; beim Druck auf dioso Organe konnut schaumiges Blut aus den durchschnittenen Gelassen zum Vor-sebein. Das Herz ist schlaff und mit Blut gefüllt, in dem Luftblasen vorbanden sind. Die Kranzvenon führen mit Luftblasen untermischtes Blut. Die Lungen sind nicht normal zusammengefallen und enthalten im iuterstitiollen Bludegewehe neben Luftblasen wasserklares Serum. Das Gehirn ist anämisch, Unter der Dura des Goliirus und in den Ventrikeln desselben findet sich viel wasserklares Serum. In einigen frei liegenden Blutgofassen dos Goliirus finden sich Luftblasen.
Mit diesem Sektionsergebnls hoffte ich, da vom Eindringen atmo-sphärlsoher Luft in den Körper des fraglichen Tieres infolge des Tötens docli nicht die Rede sein konnte, alle Einwendungen zu beseitigen. Das war aber nicht der Fall. Deshalb musste icli mich bemühen, zur Unter-suohung von Leichen solcher milchkranken Kühe, die eines natürlichen Todes gestorben, zu gelangen. Und damit hatte ich Glück!
Kuh des Landmannes II. in V. Das Tier erkrankte vierundzwanzig Stunden nach dem Gebären und starb vierzehn Stunden nach dem Eintritt der Krankheit.
Die Sektion wird drei Stunden nach dem Tode vorgenommen und liefert folgenden Befund: Das Gehirn ist von normaler Konsistenz und Farbe, auf der Schnittfläche desselben treten rote Stippchen in nicht sehr geringer Zahl auf. Die Gefiisso der weichen Hirnhaut sind mit Blut gefüllt, in dem viele Luftblasen vorhanden sind. Das Gehirn war bei der Entfernung der Hormvurzol durch den Schlächter derart vorletzt worden, dass weiter nichts ermittelt worden konnte. - Das Rückenmark ist blutarm, unter der Dura desselben findet sich wasserklares Serum in grosser Menge. Die Lunge ist ödomutös und empliysomatös. Das Herz ist schlaff und enthält mit Luftblasen untermischte Kruorkluinpon von kirschroter, bezw. bräunlicher Farbe. In der Kramvene siebt man deutlich erbsengrosse, ovale Luftblasen, die beim geeigneten Druck aus den Schnitt-ötlnungon der Gofässo hinaustreten. Die Milz enthält dem Anschein nach die normale Quantität Blut; in dem Blut der Milzvene sind erbsengrosse Luftblasen vorhanden. Leber und Nieren sind ziemlich blutarm; in den Gefässen dieser Organe sind Luftblasen, z. T. in solcher Menge vorhanden, dass das abfliessende Blut schaumig erscheint. Die Fruchthälterwand ist schlaff, im eigentlichen Sinne des Wortes anämisch und ontliält in der Submucosa nobon klarem Serum hier und da ein Häufchen von orbsongrossen Luftblasen. In dor Eruchtbälterhöhle findet sieh eine geringe Menge einer bräunlichen Flüssigkeit von durchaus frischem Geruch. Die meisten Kotyledonen sind von gelblichgrauor Farbe, einige derselben sind mit Infarkten von etwas verschiedener Form und sehr ungleichem Umfange besetzt. In einigen freigelegten grösseron Vonon dos Rumpfes, Halses und Kopfes finden sich ebenfalls Luftblasen.
Kuli dos Gastwirtes M. in H.
Fragliches Tier erkrankte vierundzwanzig Stunden nach dem Gebären und starb neun Stunden nach dem Eintritt der Krankheit.
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Dio Sektion wurde sofort nach dorn Eintritt des Todes gemacht und lieferte folgenden Befund. Unter dor Dura des Gehirns ist keine Flüssigkeit vorhanden. In einigen an der Oberfläche des Oehirns liegenden, etwas Blut onthaltonden Gcfässen finden sich orbsongrosse ovale Luftblasen, die bei geeignetem Druck hin- und hertroton. Das (Johirn ist anämisch; die Seitonkammorn sind strotzend gefüllt mit wasserklarer Flüssigkeit. Unter der Dura dos Bückenmarks ist keine Flüssigkeit vorhanden. Das Rückenmark ist ziemlich fest und anämisch. In beiden Kammern dos vorsichtig herausgehobenen nicht exenterlerten Herzens ist schaumiges Blut vorhanden. Dio Kranzvenon onthalton kleine und rundliche, wie auch erbsongrosse und ovale Luftblasen in grosser Zahl. lieber und Nieren sind ziemlich blutarm; das Blut dieser Organe enthält Luftblasen von sehr verschiedener Grosso in bedeutender Menge. Der Fruchthälter ist nicht normal kontrahiert. Die Fruchthälterwand ist in dem Grade blutarm, dass bei der Durchschneidung dorsolbon kaum ein Tropfen Blut zum Vorschein kommt. Viele der matornon Plazenten zeigen Infarkte von verschiedener Grosso. Auf der Oberfläche einiger Karunkeln liegen leicht abhebbare Blutgerinnsel, welche sich in die Sinus dorsolbon erstrecken, Die Fruchthälterhöhlo enthält mir eine geringe Quantität blutiger und schleimiger Flüssigkeit.
Kuh dos Ökonomen H. in L.
Fragliches Tier, welches dem Vorborichte nach am 19. April, mittags, leicht gekalbt, bald darauf die Eihaut ausgostosson haben und am 20. April, abends, erkrankt sein soll, zeigte am 21. April alle Erscheinungen dos Milchfiebers; es starb in der folgenden Nacht gegen 8 Uhr und wurde vier Stunden später seziert.
Sektionsbefund: Unter dor Dura des Gehirns ist viel wasserklares Serum vorhanden. Die an der Oberfläche dos Gehirns liegenden Blutgefässo zeigen einen ödematosen Saum und enthalten in dem Blut Luftblasen. Die kleineren, in den Venen vorhandenen Luftblasen sind von der Grosso und Form eines Stecknadelknopfes und verleihen dem Oofässo ein punktiertes Aussehen: die grössoren, in den Arterion vorhandenen Luftblasen sind von Krbsengrösso und ovaler Form, In den Seitenkammern dos Gehirns ist wasserklares Serum in abnorm grosser Menge vorhanden. Dio Gelürnsubstanz ist ziemlich fest und arm an Blut. In der einen Milchador, welche beim Abhäuten unversehrt erhalten wurde, sind neben dem Blut viele Luftblasen vorhanden, die in Form und Grosso Verschiedenheiten zeigen. Unter der Dura des Rückenmarks findet sich wasserklares Serum. Das Rückenmark ist fest und im wirklichen Sinne des Wortes anämisch. In der Brusthöhle sind 800 g gelbliches Serum vorhanden. Der Herzbeutel enthält 400 g gelbliches Serum. Das Herz ist sehr umfangreich und schlaff; die äussere Fläche desselben ist im höchsten Grade mit Ekchymosen besetzt. Die Kranzvenon sind gefüllt mit Bhit, welches mit Luftblasen von sehr verschiedener Grosse und ungleicher Form dicht durchsetzt ist. Die Muskelsubstanz des Herzens ist mit stecknadolknopf- bis erbsengrossen Blutextravasaten dicht durchsetzt. Beide Herzkammern sind mit grösstontoils koaguliertom, zum Toll flüssigem und schaumigem Blut gefüllt. Dio Intima der linken Kammer zeigt einige kleine Fkchymoson. Die linke Lunge ist nicht zusammengefallen, die Felder derselben erscheinen glelchmässig rot und sind von helleren Streifen umfasst, die von dem Durchmesser reichlich eines Millimeters sind. Beim Einschneiden in diese Lunge lliosst ein schwachrötliches, mit vielen Luftblasen durchsetztes Serum in bedeutender Menge ab. Diese Lunge ist demnach hyperämisch,
Harms, lümlorknuiklielten.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;17
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yowie In bodoutondem Grade ödomatös und cmpliysomatos. Die rechte Lunge 1st blass und enthält im intor.stitiellen Bindegewebe einige Luftblasen und etwas Serum. Milz, Leber und Nieren sind ziemlich arm an Blut. Das Blut dieser Organe enthält grössoro und kleinere Luftblasen in solcher Menge, dass os schaumig erscheint. Am Verdauungssclilauche findet sieli am Dünndarm eine grössero Partie geschwollen, blutig infiltriert und erweicht. Die Blase ist im höchsten Grade gefüllt, die Wand derselben zeigt nichts Abnormes. Der Prucht-hältor hat sich nicht normal verkleinert. Die Pruclithältorwand ist omphysematös und ödomatös und so blutarm, dass bei der Durohsohneidung derselben eine klare, schaumige Pliissigkcit abläuft, die nicht Im mindesten gefärbt ist. Die Karnnkeln sind alle golblichgrau. In der Pmchthältorhöhlc findet sich eine blutige, schleimige Flüssigkeit in geringer Quantität.
Ad 2. Ich habe erstens mit Ausschluss eines Falles den Schädel auf das vorsichtigste und ohne Verletzung der Dura geöffnet, was, wenn mau nach dem Absägen der Hornwnrzel mit Hauklinge und Hammer weiter arbeitet, in jedem Fälle möglich ist, zweitens die Dura ohne Verletzung von Hirngefässen abgehoben, drittens das Gehirn stets in situ untersucht, viertens das Herz in der Regel nicht exentriert, sondern nach der Eröffnung des Herzbeutels hervorgehoben, aufgeschnitten und den Inhalt etc. aufgenommen und fünftens die Sektion gewöhnlich ein paar Stunden, mitunter sofort nach dem Tode des Tieres gemacht. Die Entstehung der von mir bei den angeführten Sektionen gefundenen Luftblasen kann dem Vorstehenden zufolge eben so wenig auf eine kadaveröse Zersetzung, wie auf eine Aspiration durch bei der Sektion verletzte Blutgefässc zurückgeführt werden.
Ad 8. Bei Menschen, die längere Zeit unter abnorm hohem Luftdruck in den sogenannten Senkkasten oder Caissons arbeiten, treten, wenn sie unvorbereitet ohne genügende Akkomodation in der Schleuse an die atmosphärische Luft gelangen, Luftblasen im Blute auf, welche eine dem Milchfieber ähnliche Krankheit, mitunter sogar plötzlichen Eintritt des Todes hervorrufen. Beides habe ich konstatiert. Die betreffenden Patienten setzen beim Beginn der Krankheit Kot und Urin ab, liegen bewegungslos, zeigen selbst auf tiefes Einschieben von Nadeln in die Haut und Muskeln keine Reaktion, können anfangs gar nicht, bei eintretender Besserung nur erschwert sprechen, quot;zeigen Übelkeit und Erbrechen und klagen über Schmerzen im Kopfe. Bei der Sektion der Leiche eines plötzlich beim Austritt aus der Schleuse gestorbenen Arbeiters, welche, um die Richtigkeit meiner im voraus über den Befund gemachten Angaben den am Orte vorhandenen Ärzten, denen merkwürdiger Weise die Senkkastenkrankheit, sogar dem Namen nach, vollständig unbekannt war, zu beweisen, auf meine Veranlassung gemacht wurde,
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fand sich Beschmutzung der Wäselie mit Kot und Urin, Hirnödem, geringer Erguss unter der Dura und in den Ventrikeln des Gehirns und Luftblasen in sämtlichen untersuchten Blutgefässen. Es ist fernerhin, was ich in Bezug auf das Referat in der Berliner Tierärztlichen Wochenschrift, Jahrgang 6, Seite 4(gt;, noch bemerken möchte, beim Bau der Eiderbrücke mit grösster Wahrscheinlichkeit konstatiert worden, dass solche Arbeiter, welche mit leerem Magen in den Senkkasten hinabsteigen, leichter beim Austritt aus der Schleuse erkranken, als diejenigen, welche sich vorher mit kräftiger Nahrung gesättigt haben. Die Menge Luft, welche in die Blutgefässe eines Tieres hineingelangen muss, um dasselbe zu töten, hängt zum Teil unbedingt von der Menge und Beschaffenheit des Blutes, zum Teil natürlich davon ab, wie bald Oefäss-verstopfungen und dadurch bedingte Ernährungsstörungen in solchen Organen auftreten, deren Punktionierung für das Leben absolut notwendig ist. Ausserdem steht fest, dass eine und dieselbe Quantität Luft quantitativ ungleiche Wirkungen darnach hervorrufen kann, ob sie sehr rasch oder sehr langsam nach und nach, in Stunden in die Blutbahn gelangt. Während meiner Studienzeit habe ich gesehen, dass ein kräftiger junger Mann mein Studiengenosse K. aus B. mittels einer, allerdings möglichst ergiebigen Exspiration ein Anatomiepferd sofort tötete, später aber habe ich, wenn ich beim Rinde viel grössere Quantitäten Luft nach und nach, im Verlaufe von Stunden, in die JugU-laris eingeblasen, Erscheinungen und Verlauf, wie ich später angeben werde, aufgenommen. Czerni hat bei seinen über die Fettemboli bei Hunden angestellten Versuchen Berliner klinische Wochenschrift, Jahrgang 12, No. 45 Erscheinungen aufgenommen, die zu den wesentlichsten des Milchtiebers gehören. Da im Blute vorhandene Fettpartikelchen und Luftblasen nur nach physikalischen Gesetzen Zirkulationsstörungen mit den weiteren Folgen hervorrufen können, so darf man a priori annehmen, dass die Erscheinungen, die Czerni nach der Infusion von Fett in die Blutgefässe beim Hunde aufgenommen hat, sich auch nach dem Eintritt atmosphärischer Luft in die Blutgefässe beim Kinde finden werden. Deshalb kann ich nicht unterlassen, als weitere Stütze für meine Behauptung, dass die beim Milchfieber auftretenden Erscheinungen durch im Blute vorhandene Luftblasen hervorgeufen werden, zu bemerken, dass Czerni bei diesen seinen Versuchen Sinken der Temperatur, motorische Lähmung, Kot- und Urinentleerung also Drängen Erbrechen also Übelkeit , Hinfälligkeit, Schlummersucht, Lungenödem und Lungenentzündung konstatiert hat. Um schliesslich den vollen Beweis zu liefern, dass das Milchfieber
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durch Eindringen von Luft in die Blutgcfiisse hervorgerufen wird, führe ich die Ergebnisse der nachfolgenden Versuche an.
1, Schaf. Das Tier stürzte nach dem Kinblason von Luft in die Jugularis sofort zusammen und starb nach ca. fünf Minuten,
Bei der Untersuchung der Leiche fand sich die Intima der linken Herzkammer okehymosiort, also iihnlich wie wenigstens nicht selten beim Milchflober. Schiidol und Rilckenmavkskanal konnten nicht untersucht worden, weil die Leiche in der Anatomie verwertet worden sollte.
2. Schaf. Das Tier stand auf das Einblasen von Luft sofort etwas schlummor-süchtig, schwankte nach drei Minuten hin und her, fiel nach fünf Minuten um, hatte nach acht Minuten das Gefühl am Hinterteile bis zur letzten Rippe verloren, entleerte nach zehn Minuten einige Tropfen Harn und fünf Kotballon, stand nach fünfzehn Minuten wieder auf und lief umher. Das Einblasen von Luft in die Jugularis wurde Innerhalb der ersten Stunde zweimal mit gleichem Erfolge wiederholt. Als darauf aber zum viertenmalo Lnft eingeblasen wurde, liel das Tier um und starb sofort.
Bei der Sektion fand sich die Intima der linken Herzkammer In bedeutendem Grade ekchymoslert und eine sehr grosse Menge wassorklares, leicht rötlich gefärbtes Serum unter der Dura des öohirns.
Bei diesem Vorsuch traten von den Erscheinungen, die mau vor und nach dem Tode bei milchflcborkrankon Kühen findet, folgende auf: Schlummersucht, Schwanken, Zusammenbrechen, Festliegen, Gefühllosigkeit aber nur am Hinterteile , Drängen, Kkehymoson in der linken Herzkammer und Serum unter der Dura dos Gehirns. Das Tier starb schon ca. eine Stunde nach Einleitung dos Versuchs, und trotzdem befand sich eine bedeutende Menge Serum unter der Dura des Gehirns.
li. Kuh. Um 10 Uhr morgens wurde ein Gumraischlanch in die linke Jugularis eingebunden und durch denselben bis zum Ende des Versuchs alle fünf .Minuten eine geringe Quantität Luft oiugoblasen. Vor dem Einblason der Luft wurden die etwa in dem Schlauche vorhandenen Blutgerinnsel durch Saugen entfernt.
Das Tier trat sofort von der Krippe zurück und wurde in leiclitom Grade sclilummorsüchtig, trippelte bald .nachher mit den Hinterschenkeln, entleerte 10 Uhr 86 Minuten infolge leichten Drängens einen Kotballen und eine geringe Menge, vielleicht 10 g, Harn, fing 10 Uhr 40 Minuten au, im Hinterteile zu schwanken, nahm bald darauf eine gespreizte Stellung mit den Hinterschenkeln an, stürzte 10 Uhr 45 Minuten zusammen, entleerte gleich nachher infolge leichten Drängens aus dem Mastdarm etwas Schleim und aus der Blase einige Tropfen Harn, hatte um 10 Uhr 52 Minuten das Gefühl am Hinterteile bis zur letzten Kippe verloren, fing um dieselbe Zeit zu rülpsen an und starb fünf Minuten später in olnor Zeit von einigen Sekunden. Das Sterben dos Tieres überraschte mich umsomehr, weil es bis zum letzten Augenblick den Kopf normal hielt.
An der Leiche wurde nur konstatiert, dass eine sehr grosso Menge klaren Serums unter der Dura und in den Ventrikeln dos Gehirns vorhanden war. Eine weitere Untersuclumg der Leiche konnto nicht stattfinden, weil selbige in der Anatonuo verwertet werden sollte.
in diesem Falle konstatierte Ich von den beim Milchtleber vor und nach dem Tode des Tieres vorkommenden Erscheinungen folgende: Zurücktreten von
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der Krippe und loichto Schlummorsucht-, Trippeln, Schwanken, Zusiiiiiinenbrochcn, Festliegen, leichtes Drängen, Abnahme des Uofiihls, Kiilpson und innorc und äussoro Kop fWassersucht.
4.nbsp; Kuh. Fraglichem Tiere wurden am lä. April von morgens 7Va Uhr his nachmittags 3 Uhr alle zehn Minuten kleinste Quantitäten Luft mittels eines in die linke Jugularis eingebundenen Schlauohes oingehlasen. Hierbei wurde folgendes konstatiert: Allmählich stärker werdende Schlummersucht und Xuriicktroten von der Krippe, starkos Abträufoln klarer Flüssigkeit aus dem Maule, häufiges Rülpsen, allmiililich stärker werdendes Stöhnen bei der Exspiration, ab und zu leichtes Drängen, Aufblähung der linken Hungorgrubc, Abnahme des Oefühls und schliesslich gänzliche Gefühllosigkeit, Trippeln, Schwanken, Zusammenbrechen und Festliegen.
Die Sektion lieferte hauptsächlich folgenden Befund: Gehirn anämisch; unter der Dura des Gehirns, sowie in den Ventrikeln desselben wasserklares Serum in grosser Menge vorhanden. Rückenmark anämisch, unter der Dura desselben rötlichgclbos Serum. Lunge üdematös. Jedoch mir in geringem Grad.
Von den beim Milchflebor vorkommenden Krankhcits- und Sektions-erscheinungon wurden bei diesem Versuch folgende aufgenommen: Schlummer-sucht, Zurücktreten auf dem Standplatz, Abträufeln klarer Flüssigkeit ans dem Maule, Rülpsen, Trippeln, Aufblähung, Schwanken, Zusammenstürzen, Festliegen, Gefühllosigkeit, Anämie des Gehirns und Rückenmarkes, innere und äussere Wassersucht des Gehirns, Wassersucht des Rückenmarks und Lungenödem.
5.nbsp; Kuh. Hincs Nachmittags wurde bei einer Kuh die linke Jugularis freigelegt und bis gegen 6 Uhr ca. alle 15 Minuten Luft in dieselbe eingeblasen. Nach jedesiitaligom Einblasen von Luft trat eine leichte Aufregung mit geringer Temperaturstoigening ein.
Um 91/a Uhr abends fand ich bei der speziellen Untersuchung fraglichen Tieres folgendos: Das Tier liegt auf den normal untergeschlagenen Schenkeln mit nach links herumgegangenem und auf die linke Rippenwand gestütztem Kopfe. Der Kopf fällt, wenn er aufgehoben und darauf losgelassen wird, wie ein toter Klotz in die abnorme Lage zurück. Die Respiration steht auf 24, bei der Exspiration vernimmt man ein Stöhnen. Der Bulbus ist zurückgezogen und wird nicht bewegt. Die Pupille ist weit gcöll'not und wird beim Vorhalten einer Kerzen-flaramo nicht enger. Thränen laufen kontinuierlich über die Wangen. Die Temperatur ist an der Peripherie dos Körpers bedeutend, im Mastdarm reichlich einen Grad gesunken. Der Puls steht auf 80 und ist klein und weich. Der Mastdarm ist mit trockenen Faeces vollständig gefüllt. Gefühl ist nirgends nachweisbar vorhanden.
Am nächsten Morgen um 7 Uhr liegt das Tier noch ganz so, wie am Tage vorher. Der Puls ist an der Kinnbackenarterio nicht mehr zu fühlen. Die Mastdarmtemperatur ist noch B Grad mehr gesunken. Bin weitere Untersuchung konnte nicht stattfinden, weil das Tier, indem ich dessen Kopf aufrichtete, plötzlich starb.
Die Sektion konnte auch diesmal, weil die Leiche in der Anatomie verwertet worden sollte, nicht vollständig gemacht worden. Die Intima der linken Herzkammer war in bedeutendem Grade ekehymosiert und unter der Dura und in den Seitenkainiuern des Gehirns war wasserklares Semm in bedeutender Menge vorhanden.
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Mit dem Vorstehenden glaube ich, auch experimentell den Beweis geliefert zu haben, dass im Blute vorhandene Luftblasen die Kranheitsund Sektionsersclieiuungen hervorrufen, wie sie bei sorgfältigster Untersuchung heim Milehfieber gefunden werden.
Ad 4. Was die Aspiration von Luft durch die Uteringefässe anbetrifft, so handelt es sich selbstverständlich nur um die Venen. Es ist nun gesagt worden, dass die Uterinvenen unter positivem Druck stehen und folglich gar nicht im stände sind, Luft aus dem Uterus aufzunehmen Schmidt , und dass fernerhin bei der Gehurt des Kalbes Uteringefässe nicht verletzt werden, also Eingangspforten für die Luft gar nicht vorhanden sind. Beides mag der Fall sein beim ganz normalen Verlauf des Kalbens. Man muss aber bedenken, dass man es in der Praxis nicht mit normalen Vorgängen und Zuständen zu thun hat, und dass es doch eine heikle Sache ist, aus dem Normalen herauszulesen, was in der Praxis vorkommen und nicht vorkommen kann. Ich stütze meine Behauptung, dass die Entstehung der Luftblasen, welche bei milchfieberkranken Tieren im Blut vorhanden sind, auf eine Aspiration durch die Uterinvenen zurückzuführen ist, auf folgende Thatsachen:
a) Menschenärzte haben beim Weibe die Aspiration von Luft aus dem Uterus durch die Uterinvenen direkt nachgewiesen. Zur Zeit meiner ersten Publikation über das Milchtieber als Aerämie war den Menschenärzten das Eindringen von Luft in den Pruohthälter und von hier aus in die Fruchthälterveneu fast unbekannt. Ich konnte in meiner Broschüre nur auf die Angaben von Uhle und Wagner und von Brücke hinweisen. Uhle und Wagner machen in ihrer allgemeinen Pathologie, Auflage 6, Seite 46, nur auf das Vorkommen von freier Luft in dem Blute gebärender Frauen aufmerksam. Und Krücke bemerkt in seiner Physiologie, 2. Auflage, Seite 14('), folgendes: Dagegen ist mir eine unzweifelhafte Thatsachc bekannt, nach der Luft aus den Venen des Uterus in das Herz eingedrungen, vom Herzen in die Lunge gelangt war und so den Tod veranlasst hatte. Es liess sich bei der Obduktion der Weg der Luft genau verfolgen.quot; Auf besondere Anfrage hatte Professor Brücke die Gewogenheit, mir mitzuteilen, dass dieser Fall bei einer Puerpera vorgekommen sei. Jetzt ist das Eindringen von Luft in die Uterinvenen während des Gebarens und Wochenbetts schon ziemlich häutig von den Menschenärzten konstatiert worden. Laufs stellt Schröders Geburtshilfe, 11. Auflage, Seite 87843 Fälle zusammen. 17 mal gaben Injektionen in den Uterus die Ursache ab, 18 mal trat die Luft spontan ein; 8 mal schien der Uterus die in ihm enthaltene Luft selbst in das
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öofässsystem geprcsst zu haben. 81 mal wurde der Hergang durch die Autopsie festgestellt, 39 Fülle verliefen lethal. Die Meuschenär/te stellen als wahrscheinlich hin, dass die Anfüllung der Kranzarterien mit Luft anstatt mit Blut den tödlichen Ausgang herbeiführt. Über das Krankheitsbild der Aeriimie puerperalis b. M. ist mir nichts bekannt geworden. Hinsichtlich dos Übertritts der Fruchthälterluft in die Fruchthältervenen heisst es in dein erwähnten Lehrbuche: Ks ist wahrscheinlich, dass bei der teilweise oder ganz gelösten Plazento der negative Druck im Verein mit der aspiratorischen Kraft des Herzens genügen kann, um Luft in die weiten Lumina der Plazentarvenen eintreten zu lassen!quot; Sowie nun in den Uterinvenen des Weibes nach dem Gebären mitunter ein negativer Druck vorhanden ist, so kann dasselbe doch auch in den Uterinvenen bei der Kuh nach der Geburt des Kalbes der Fall sein. Und wenn man die Leichen milchftcberkranker Kühe untersucht, gelangt man zu der vollsten Überzeugung, dass der Seitendruck in den Utcrin-venen während des Lebens ein negativer gewesen sein muss. Man tindet findet nämlich (s. o.) die Fruchthiilterwand schlaff und blutarm, letzteres mitunter In dem Grade, dass auf lange Einschnitte in dieselbe gar kein Blut zum Vorschein kommt. Den vollgültigsten Beweis aber, dass die Uterinvenen solcher Kühe, die vor kurzer Zeit geboren haben, wenigstens mitunter unter negativem Druck stehen, hat Reinhard Fröhner geliefert. Derselbe erlebte einen Fall, in welchem bei einer Kuh während der Infusion in den eben vorher reponierten Uterus plötzlich der Tod eintrat, und in welchem bei der sofort vorgenommenen Sektion hellroter blutiger Schaum in der rechten Herzhälfte gefunden wurde.
Was nun die Eingangspforte für die Uterinluft in den Körper b. R. anbetrifft, so nehme ich an, dass bei, event, gleich dem Gebären Gewebe im Uterus zertrümmert wird, wobei Gefässe geöffnet werden. Bei diesefli Ausspruch stütze ich mich auf folgende Thatsachcii: a) Bei der Sektion der Milchtieberleichen habe ich eine blutige Flüssigkeit im Fruchthältor gefunden. Es muss somit eine Blutung aus maternen Gefässen stattgefunden haben; denn das etwas bei der Zerreissung der Nabelschnur in den Fruchthälter ergossene Blut wird durch die Nachwehen entfernt werden, b) Substanzverluste und Blutcoagula habe ich an den maternen Plazenten (s. o.) bei der Sektion gefunden, c) An Milchtieberleichen findet man die Wand des Fruchthälters emphysematös, freilich in sehr verschiedenem Grade. Es müssen demnach Gewebszertrümmerungen stattgefunden haben, d) Wenn man den Fruchthälter solcher Tiere, die kurze Zeit Stunden vorher gekalbt haben, nach der Exenteration aufbläst, möglichst stark mit Luft füllt, so wird die Wand emphysematös.
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2tgt;4
Ks ist dies allerdings nur zweimal von mir versucht worden, aber beide Male mit Erfolg.
Ad 5, Kühne sagt in der Deutschen Zeitschrift für Tiermedizin und vergleichende Pathologie, Band I, Heft 4, Seite 8011 Es lässt sich denken, dass die Geburtswege sich nicht so schnell schliessen können, daher der atmosphärischen Luft den Eintritt in den Uterus gestatten.quot; Mit dein Nachlassen des Drängens muss atmosphärische Luft in die Frucht-hälter infolge des hier vorhandenen negativen Drucks eindringen und mit dem darauf folgenden Drängen wieder aus demselben hinaustreten. Das Austreten der Luft aus den Geschlechtsteilen konstatiert man nicht selten an einem eigentümlichem Geräusch, das die Menschenärzte als Garru-litas vulvaequot; bezeichnen.
Ad. ü. Ich will hier nur die Publikation Bormanns in der Deutschen Zeitschrift für Tiermedizin und vergleichende Pathologie, Band 4, Seite 251, mitteilen. Derselbe schreibt:
Unter (Ion zalürcichon Hypothesen, die über das Wesen dos Milchflcbers aufgestellt sind, hat wohl keine mehr Widerspruch gefunden, als die fast von allen Seiten ungläubig aufgenommene dos Dr. Harms; dass nämlieli hier eine Ansammlung von Luft stattflude, wodurch die Krankheitsersohelnungen bedingt würden. So unwahrsclioinlicli die Sache auch scheinen mag, so kann ich die Beobachtung von Harms infolge zweier von mir gemachten Obduktionen docli nur bestätigen, und will ieb daher beide Fälle, von denen der erstero besonders ausgeprägt war, hier kurz mitteilen.
Am 15. Dezember, abends, wurde ich zu einer Kuh des Kitterguts K. gerufen mit dem Bemerken, dieselbe habe am 11., abends, gekalbt und seit Mittag nicht mehr gefressen. Die Kuh lag flach, ganz bewusstlos auf der Seite, Körporober-tläche war eiskalt, Mastdarmtemperatur 37 0C., Puls 90, kaum fühlbar; der Mist im Mastdarm sehr trocken. Conjunctiva blass, Pupille erweitert, Verdauungs-organe vollständig unthätlg. Es lag also unzweifelhaft Kalbefleber vor und konnte unter obwaltenden Umständen nur eine absolut ungünstige Prognose gestellt werden. Da der Eigentümer zum Schlachten nicht zu bewegen war, so musste das Tier eines natürlichen Todes sterben, der gegen morgens erfolgte. Zwei Stunden später wurde die Sektion gemacht, welche folgendes ergab:
Uterus nicht wio gowöbnlicli zusammengezogen, sondern urafangroieher; die Nachgeburt vollständig ausgostossen, an den Kotyledonen kloine Blutunter-laufangen; die übrigen Hinterleibsorgane zeigten nichts abnormes, nur enthielt der Psalter sehr stark ausgetrocknete Futterstoffe. Die Lunge war fast gar nicht zusammengefallen und zeigte auf der Schnittfläche reichliches schaumiges Blut. Das Gehirn erschien blutarm und die Ventrikel waren vollständig mit wasserklarem Serum gefüllt. In den kloinen Gofässen aller Organe, besonders an der Herz- und Gobirnoborfläche zeigten sich blasige hello Punkte, welche hier die Blutsäule unterbrachen und das Gefässlumen vollständig ausfüllten; sie reihten sich oft porlschnurartig aneinander, indem zwischen je zwei derselben nur sehr wenig Blut sich befand, und füllten so selbst grössoro Gefässo fast ganz
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aus. Dass diese hellen Punkte Luftblasen waren, kann wohl nicht bezweifelt werden, da man sie mit dem Blute hin- und horbewogon konnte. Beim zufalligen Druck auf das rechte Herzohr vernahm ich deutlich ein Kauschen, was ich anfangs für einen Irrtum hielt; allein es kehrte bei Jedem Drucke wieder. Der Inhalt inusstc also stark lufthaltig sein, was sich beim Öffnen vollständig bestätigte. Das Blut der rechten Vor- und Herzkammor war nicht geronnen und enthielt so massenhafte Luftblasen, dass es wie Schaum erschien. In der linken Herzhälfte war das Blut meist geronnen und konnton hior nur spärliche Luftblasen nachgewiesen werden.
Dor zweite Fall betrifft eine Kuli auf dem Rittergut zu G. Die Symptome waren dieselben wie im vorhergehenden Falle, nur stand die Mastdarmtemperatur unter 370 ('. Das Tier wurde sofort geschlachtet, und konnte auch hier in vielen kloinen Gefässen, besonders am Gehirn Luftblasen nachgewiesen werden, die Ventrikel dagegen enthielten nur wonig klares Serum. Die Gebärmutter war wonig kontrahiert und enthielt noch die Elhäute, die nur von drei scheinbar normalen Kotyledonen gänzlich abgetrennt waren, an allen übrigen aber noch fest haftoten.
Auf demselben Gute erkrankte nach sechs Tagen wieder eine Kuh vierundzwanzig Stunden nach dem Kalben unter gleichen Erscheinungen, die ebenfalls geschlachtet wurde. Auch hier haftete, wie dio manuelle Untersuchung ergab, die Nachgeburt noch fest am Uterus, ob sie aber an einigen Stellen schon abgetrennt war, woiss ich nicht, da ich zur Sektion leider keine Gelegenheit hatte.
Hiernach muss ich gegen die Angabe von Harms, das Kalbflcber trete nur nach Ausstossung der Nachgeburt auf, entschieden Widerspruch erheben, wenn ich auch zugeben muss, dass dies Regel ist. Mag nun immerhin, wie behauptet ist, beim Schlachten oder bei der Obduktion, namentlich der Schädelhohle, etwas Luft in die Gefässo eindringen, der zweite Fall also nicht beweisend sein, so kann doch im orsteren die kolossale Luftansammlung Im Herzen unmöglich darauf zurückgeführt werden; die hat unzweifelhaft vor dem Tode bestanden und gewiss auch die Krankheitserscheinungen vcranlasst etc.quot;
Der erste Fall Bonnanns bestätigt meine Angaben über das Wesen des Milehfiebers auf das vollständigste.
Auf die etwaige Frage, warum denn nur nach rascher Durchtreibung der Frucht und namentlich bei feisten Tieren das Milehfieber sich entwickelt, bemerke ich folgendes: Erfolgt der Gebärakt in der normalen langsmou Weise, so hat die Fruchthältenvand sich während der Ausstossung der Frucht und event, ihrer Hüllen in so bedeutendem Grade kontrahiert, dass die etwa rupturierten Arterien ebensowenig eine Auslasspforte für das Blut, wie die etwa reputurierten Venen eine Finlasspforte für die im Pruchthälter vorhandene Luft bilden. Wenn dagegen, namentlich bei feisten Rindern, die, was ja bekannt, infolge der geringen Menge und schlechten an Blutkörperchen armen Beschaffenheit des Blutes sehr rasch, besonders in den Muskeln, die nicht an Arbeit gewöhnt sind, ermüden, das Junge infolge besonders günstiger Verhältnisse des Geburts-
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kanales und möglichst starker körperlicher Anstrengung in kürzester Zeit iilmlieh wie die Kugel aus der Pistole, Köhne an die Aussen-welt befördert wird, so hat der Fruehthülter sich mit Beendigung des Gebärnktes in so geringem Grade kontrahiert, dass die etwa rupturierten Gcfässe nicht geschlossen sind. Dann muss eine Uterinblutung und damit a) in der Fruchthältermuskulatur vollständige Unthätigkeit und b) in den betreffenden Venen wegen mangelhafter oder ganz aufgehobener Zufuhr von Blut ein negativer Druck auftreten. Von wie grossem Einfluss die Schnelligkeit des Verlaufs des Gebäraktes auf die Ent-wickelnng des Milchfiebers ist, kann man unter anderem auch noch daraus entnehmen, dass bis jetzt noch kein Fall bekannt, dass diese Krankheit nach Zwillingsträchtigkeit aufgetreten ist.
Die Gegner meiner Behauptungen werden schliesslich noch darauf aufmerksam machen, dass der Verlauf der Aerämia puerperalis beim Weibe ein anderer, als der Verlauf des Milchflebers beim Rinde ist. Die Frauen, welche von der Aerämia puerperalis befallen werden, sterben fast alle und ganz gewöhnlich sofort, plötzlich, sehr wenige überstehen diese Krankheit in kurzer Zeit, und ausnahmsweise kommt es, wofür ein mir bekannt gewordener Fall spricht, vor, dass eine mit subnormaler Temperatur verlaufende Lungenentzündung sich entwickelt. Von den am Milchfieber erkrankten Kindern genesen die meisten, die anderen sterben der Regel nach bald, mitunter aber erst nach dem Auftreten der Lungenentzündung. Der Unterschied in der Sterblichkeit beim Menschen und dem Rinde infolge der Aerämia puerperalis ist jedenfalls durch die ungleich rasche Aufnahme einer verhältnismässig gleichen Menge von atmosphärischer Luft durch die Uterinvonen bedingt. Beim Weibe, wo eine grosse Eingangspforte für die Luft in den rupturierten Venen des Mutterkuchens gegeben ist, dringt eine relativ grosse Menge von Luft in kurzer Zeit, also rasch, in die Utcrinvenen ein, beim Rinde dagegen, bei welchem die Verhältnisse für die Aspiration weniger günstig an den Kolyledonen sind, tritt die Luft unbedingt langsam in die betretfenden Venen über. Aus räumlichen Rücksichten muss ich mich auf diese kurze Besprechung über das Wesen des Milchfiebers beschränken. Ich bedauere sehr, dass die Menschenärzte uns noch nicht in die Lage versetzt haben, das Krankheitsbild der an der Aerämia puerperalis erkrankten Frauen mit dem Krankheitsbild der am Milch-fteber erkrankten Kühe vergleichen zu können.
Behandlung. Unter Hinweis auf mein Lehrbuch der tierärztlichen Geburtshilfe, dritte Auflage, bemerke ich hier nur meine eigene Behandlung. Ich habe viele Jahre hindurch einzig und allein Brechweinstein benutzt. Ich
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gab bis zum Jahre 1878 sofort lö g mit 2 Plaschcu Wasser, iu den nächsten
4nbsp; Stunden stündlich i g mit 1 Flasche Wasser, und in den folgenden
5nbsp; Stunden stündlich Ji g mit 1 Flasche Wasser. Mehr als 40 g Tart. stibiatus habe ich niemals verordnet. Für gute Lösung des Mittels, sowie für möglichst sicheres Eingeben der Arznei muss gesorgt werden. Beides ist aber für jeden Praktiker so selbstverständlich, dass man nur den Laien darauf aufmerksam zu machen braucht. Seit dem -Fahre 1870 beschränke ich mich indessen auf den Gebrauch des Tart. Stibiat. aber nicht, sondern lasse ausserdem Einfüllungen von Wasser in den Mastdarm und den Fruchthälter machen. Die beiden ersten in dieser Weise behandelten Fälle möchte ich hier in möglichster Kürze folgen lassen, um zu zeigen, dass grosse Quantitäten von Wasser wenigstens ohne allen Nachteil infundiert worden sind.
1.nbsp; Kuh dos Eittorgutsbcsitzors Fiedler in Döhron. Angemeldet am quot;23. Mal 1879. Milchfleber mit 80,9 Mastdarmtemporatui'.
Behandlung. Das Tier wurde gut placiert, bekam Innerlich Tart. stibiatus in oben angegebener Weise und erhielt ausserdem bis 7 Uhr abends vier Stallclmer voll Wasser In den Mastdarm und acht Stalleimer voll Wasser in den Fruchthälter mittels eines liartwandigon Gummiscblauchos Infundiert. Am anderen Morgen, ca. 20 Stunden nach Einleitung der Behandlung, war das Tier vollständig gesund.
2.nbsp; Kuh der Frau Witwe Busse In Valmerwald bei Hannover. Fragliches Tier hatte am 11. Juni 1879 gekalbt und war am folgenden Tage, am 20. Juni, am Milchfleber erkrankt.
Der auf der Nachbarschaft wohnende Tierarzt, Herr Kotormund, machte einen Aderlass und reichte Tart. stibiat.
Am Nachmittage untersuchte auch ich das Tier und musste die Richtigkeit der Diagnose anerkennen.
Wir infundierten sofort einen Stalleimer voll Wasser in den Mastdarm und zwei Stalleimer voll in den Fruchthälter und baten den Kollegen Kotormund, die zuletzt gemachten Einfüllungen alle fi'mfundvlorzig Minuten zu wiederholen.
Am andern Morgen war das Tier gesund.
Auf Befragen teilte Herr Rotermund mir mit, dass, obgleich das Tier am Abend des 21. schon aufgestanden, die Einfüllungen dennoch bis zum Verbrauch von 4;5 Stalleimorn voll Wasser fortgesetzt worden seien.
Durch die Wassereinfüllungen will ich den Uterus zur Kontraktion anregen, damit die Eingangspforten für die Luft geschlossen werden, und ausserdem Flüssigkeit zur etwaigen Resorption zur Verfügung stellen, um den Inhalt der Blutgefässe zu vergrössern und folglich dessen Absorptionsfähigkeit zu erhöhen.
Verbauung. Diese ergiebt sich eigentlich schon aus dem früher hinsichtlich der Entstehung und des Vorkommens des Milchtieber gemachten Angaben: jedoch kann ich nicht unterlassen, darauf zurückzu-
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kommen. Sehr gut genährte, resp. fette Rinder müssen einige Wochen vor dem normalen Ende der Trächtigkeit auf eine geringere Ration von Futter gesetzt worden. Künstlich zubereitetes Futter darf in den letzton Wochen vor dem Gebären gar nicht, oder doch nur in möglichst geringer Quantität gegeben werden. Auf der Weide lebende Kühe dürfen, weil sie gehären wollen oder kurze Zeit Stunden vorher geboren haben, nicht aufgestallt werden: höchstens darf man unter diesen Umständen die Kühe in Unterstnndsschuppen oder in ähnliche Lokalitäten bringen. Bei dem Gebären darf die Mutter, wenn das .hinge normal liegt, nicht sofort unterstützt werden; denn je langsamer die Ausstossung der Frucht erfolgt, um so weniger steht der Eintritt des Milchfiebers zu befürchten. Dort, wo das Milclifieber häufig auftritt, muss die Geburt des Kalbes schon dieser Krankheit wegen überwacht werden, damit, wenn das Junge sehr rasch hindurchgeschoben wird, die Vulva nach dem Austritt der Frucht sofort geschlossen werden kann. Erst vor mehreren Jahren habe ich mich eines in meiner Heimat üblichen Griffes erinnert, welcher darin besteht, dass man nach dem Austritt des Kalbes sofort beide Schamlippen mit der Hand in der Weise erfasst, dass die Scheide vollständig geschlossen wird. Ich erinnere ebenfalls, dass ich den Stallungen, in welcher dieser Griff, der wahrscheinlich gegen die Umsttilpung des Fruchthälters gerichtet, üblich ist, niemals milchtieberkrankc Tiere behandelt habe. An Arzneien habe ich als Verbauungsmittel Tart. Stibiatus benutzt, und zwar nach dem Kalben sieben lassen.
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Strahlenpilzkrankheit.
Die Strahlenpilzkrankheit Aktinomykosc ist den schleswig-holsteinischen, wahrscheinlich auch den übrigen Tierärzten seit wenigstens fiiiifzif!; Jahren bekannt und von mir auch schon vor ca. zwei Dezennien in den Jahresberichten der Königlichen Tierarzeneischnle zu Hannover und in der Deutschen Zeitschrift für Tiermedizin und vergleichende Pathologie besprochen worden. Besonders aufmerksam auf diese Krankholt wurde man aber erst, als nach Entdeckung der Ursache durch Harz und Bollingoi' von dem letzteren über eine ..neue Rinder kr ankheitquot; berichtet wurde.
Die Strahlenpilzkrankhelt kommt in einigen Gegenden bei der Stadt Hannover sehr selten, in anderen Distrikten zu holden Seiten der Unter-clhe und auf neu eingedeichten Lftndereien in den Marschen recht häufig, ausnahmsweise nach Überschwemmungen, wie Preusse berichtet In seuchenartiger Verbreitung vor. Nicolaus Mari konstatierte auf dem städtischen Schlaeht-hause zu Moskau in der Zeit vom 1. April 1880 his zum 1. April 1891 unter 151 m Ochsen und Kühon 534mal die Aktinomykosc, und zwar in der Haut 271 , den Untorkieferdrüsen 177 , den Knochen des Kopfes 117 , den Lymphdrüsen unter der Schädelbasis 51 -, den oberen Luft-
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rührcndrüsen 38 , den Lungon 29 , don unteren LuftrOhrendrUsen
nbsp; 5 , dor Zunge 5 , dorn Schlundkopf 4 , don Bi'Onohlaldi'Useu
nbsp; 4 - , dem Bauelifell 8 , den Backen 2 , dem Brustfell 1 , don Leistendrüsen 1 , der Wand der Brusthöhle 1 , der Wand der Bauchhöhle 1 - , den Mittelfellsdrttsen 1 und dor Leber 1 . Salomo berichtet, daslaquo; von don in C'hikago auf dem Markte stehenden Kindern 4,0 % mit Äktlnomykoiuen behaftet waren. In der Regel findet .sich diese Krankheit nur an einer Stolle des Körpers, bozw. in einem Organ, os kommt dieselbe aber auch mitunter gleichzeitig an mehreren Stellen dos Körpers vor.
Die Strahlonpilzkrankheit wird, wie schon im Namen angedeutet ist. durch don Strahlenpilz Aktinomyces - verursacht. Dieser Pilz wird der Regel nach mit dem Futter mit den Grannen der Gramineen und dorn üotränk aufgenommen, er kann auch unbedingt direkt in die Haut, die Lungen u. s, w. eindringen. An der Einnistungsstelle entwickelt sich infolge der Vermehrung dos Pilzes und der Wucherung dos ursprünglich vorhandenen Gewebes eine Geschwulst, welche jetzt den Namen Aktiiiomykora führt. Wollt' und Israel haben vom Monschon stammende, gezüchtete Aktinomyces auf Kaninchen mit Erfolg übertragen. Meyer teilt mit, dass der Sohn eines Bauern, der zwei mit Kiefer-aktinomykom behaftete Kiihe pflegte, ein Unterkieferaktinomykom bekam, und dass folglich eine natürliche Übertragung angenommen worden durfte. Kino natürliche Übertragung von Tier zu Tier ist meines Wissens noch nicht konstatiert.
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liaclieiiaktiiiMin.vkome.
Im Jahresbericht pro 1871 habe ich diese Geschwulst, unter dem Namen Rachen-Lymphonr besprochen. Sitz und Ursprung der Geschwulst führten zur Wahl der Bezeichnung. Als Harz und Bollinger mehrere Jahre später die Aktinomyces in dieser Geschwulst entdeckt und als Ursache derselben liinzugestellt hatten, liess man den Namen Lymphomquot; fallen und John stellte die Bezeichnung Aktinomykomquot; auf. Diesen Namen habe ich adoptiert und auch schon in der kleinen Mitteilung in der Deutschen Zeitschrift für Tiermedizin etc. gebraucht.
Mit dem Namen Kachenaktinomykom bezeichne ich eine heim Rinde im Rachen sitzende, nach meinen Untersuchungen aus Lymphdrüsen hervorgegangene und nach Bollinger-Harz durch Strahlenpilze verursachte Geschwulst. Diese Rachengeschwulst findet sich entweder nach der Untersuchung am lebcudeu Tiere am Keilbein, oder wie die Sektion ergeben hat weiter rückwärts, ober- und liiuterhall) des Kehlkopfes. Die ersteren, die ich fortan vordere Raclienaktinomequot; nennen werde, sind zu der Zeit, zu welcher sie zur Untcrsiiehung und Behandlung des Tieres Veranlassung geben, von der ungefähren Grosse eines Borsdorfer Apfels; die letzteren, die in der Folge den Namen hintere Rachemiktiuomykomequot; führen werden, sind, wenn sie bemerkbare Beschwerden hervorrufen, schon von ziemlich beträchtlichem Umfang.
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Krankheitserscheimmgen. Deren giebt es fünf, nämlich: Respira-tionsbeschwcrden, Sclilingbeschwcrden, Husten, abnorm starke Fülle in der Raclieugegend und Dislokation des Kehlkopfes. Haben die Rachen-aktinomykome eine gewisse (irösse erreicht, so treten Respirationsbesehwerden ein. Die Respiration ist dann ziehend und von einem schnarrenden, schnarchenden, röchelnden Geräusch begleitet. In vielen, jedoch nicht in allen Fällen werden die Tiere recht häutig und namentlich während des Fressens von einem starken Hustenreiz geplagt, ja man hört und sieht mitunter, dass die Tiere nach dem jedesmaligen Schlucken eines Bissens husten und dabei die Zunge weit aus dem Maule vorstrecken. Der Husten ist kräftig, trocken und pfeifend. Das Schlucken ist auch zuweilen, und zwar mitunter in dem Grade erschwert, dass es nur mit Mühe beschafft werden kann. In seltenen Fällen sieht man eine abnorme Fülle in der Rachengegend. Einmal konstatierte ich eine Dislokation des Kehlkopfes.
Die pathologisch-anatomischen Verhältnisse. Die vorderen Rachen-aktinomykome, deren (irösse schon angegeben, sind meistens, freilich in verschiedenem Umfange, mit einer der begrenzenden Fläche verwachsen, sehen rötlichgrau oder graurötlich und markig aus, bestehen aus follikulärem Gewebe, zeigen mitunter Verkalkungou und enthalten gelbe, sandkorngrosse Körper, die Aktinomycesdrusen. Die hinteren Rachenaktinoykome bestehen aus einer derben, fibrösen, Hülle und einer Zerfallsmasse. Die Hülle ist an der äusseren Fläche glatt und glänzend, an der inneren Fläche mit einer Lage rötlichgrauen Gewebes besetzt, in welchem sich die vorhin angegebenen Aktinomycesdrusen finden. Der Inhalt ist eine graue, gelblichgrauc Zerfallsmasse, in welcher ebenfalls Aktinomycesdrusen gefunden werden.
Verlauf. 1. Haben die vorderen Rachenaktinomykome die ungefähre Grosse eines Borsdorfer Apfels erreicht, so bedingen sie so bedeutende Respirationsbeschwerden, dass alsbald Hilfe gesucht und geleistet worden muss. Ob diese Geschwulst so gross werden kann, dass sie zur Erstickung führt, weiss ich nicht; und wie schnell die Geschwulst die bemerkte (irösse erreichen kann, ist mir ebenfalls unbekannt.
2. Tiere, die mit einem hinteren Rachenaktinomykom behaftet waren, habe ich längere Zeit beobachten können. In dem ersten Falle 1859 gelangte ich zu keiner Diagnose. Das Tier wurde, da ich keinen Angriffspunkt für die Einleitung einer Behandlung kannte, weiter auf der Weide gemästet. Es blieb noch ca. drei Monate gehen, war dann normal fett und wurde für die eigene Haushaltung geschlachtet, wozu
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es auch von vornherein bestimmt gewesen wiir. Die Respirations-beschwerden nahmen bei diesem Tiere allerdings zu, Krstickungsgefahr ist meines Wissens aber niemals aufgetreten. In dem zweiten Falle, in welchem ich infoige der im ersten Fal'e gemachten Sektion die Diagnose sofort stellte, die Erlaubnis zur Operation aber nicht gleich von den beiden Besitzern bekommen konnte, war die Respiration bei meinem ersten Besuch schon ziemlich bedeutend; sie nahm auf der Weide all-mälilich in dem Grade zu, dass nach reichlich zwei Monaten den Besitzern nur übrig blieb, das Tier schlacliten oder operieren zu lassen. Da die Kuh sehr milchergiebig war, wurde die Operation gestattet und zum erstenmale in später anzugehender Weise ausgeführt. In einem dritten Falle, in welchem ich die Erlaubnis zur Operation ebenfalls nicht bekommen konnte, blieb das Tier noch reichlich fünf Monate auf dem Stalle stehen und wurde dann, weil es an der Echinokokkenkrankheit litt, geschlachtet. Die Respirationsbeschwerde blieb bei diesem Tiere während der ganzen Beobachtungszoit auf gleicher Höhe stehen. Aus den vorstehenden, sowie aus einigen anderen Beobachtungen geht folgendes hervor:
1.nbsp; Die Respirationsbesehwerde nimmt mit dem Grösserwerden der Geschwulst zu.
2.nbsp; Hat die Geschwulst ihren grössten Umfang erreicht, was der Fall ist, wenn sie aus einer dicken fibrösen Hülle, an deren innerer Fläche nur Spuren von follikulärem Gewebe vorhanden sind, und einer Zerfallsmasse besteht, nimmt die Respirationsbeschwerde nicht mehr zu.
3.nbsp; Die Beengung des Luftweges kann so bedeutend werden, dass Erstickungsgefahr eintritt.
4.nbsp; Der Balg kann beim starken Husten platzen. Dass hierbei jemals Eiter aspiriert worden ist und infolge dessen eine Lungenentzündung sich entwickelt hat, ist mir nicht bekannt. Diesen Ausgang durch spezielle Anführung eines Falles zu beweisen, dürfte sich empfehlen.
Kuh der Wit wo R. H. auf N.
Vorboriclit: Dio Kuli schnarcht beim Atmen, kann nicht (fiit schlucken, frisst jetzt wenig und fieht im Nährzustamlo zurück. Mein Tierarzt, dorn ich ausdrücklich gesagt habe, dass wohl eine Geschwulst Im Rachen des Tieres sitze, hat mir eine Kruke, etwa 200 g, gmie Merkurialsalbo zum Einroiben und einen grosson Beutel voll Pulver zum Eingeben aus der Apotheke geschickt.
Als der auf N. als Tierarzt praktizierende Z., angeblich Kandidat der Ticr-beilkundo, und ich am folgenden Tage das Tier per os untersuchten, fanden wir eine mit glatter Oberfläche versehene Geschwulst im Rachen, die so gross war, dass ich sie nicht umfassen konnte. Hinteres Rachouaktinoinykom. Es wurde von mir beschlossen, die Kuh am folgenden Tage zu operieren, und zwar nach meiner Methode. Am andern Morgen wurde mir von dem Haussobn aber mit-
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gotoilt, class die Kuli zu einem annohinhai-on Preise 210 Mark verkauft sei, und dass selbige in der Nacht eine grosse Menge Eiter ausgehustet habe. Bei meinem späteren Besuch fand loh, dass das Tier viel ruhiger als am Tage vorher atmete, und dass vor demselben auf doc Streu eine diokbreiige, grau-weisso Masse in bedeutender Menge lag. Die darauf folgende Untorsuohung des Tieres ergab, dass die Gescbwulst zusammengefallen war. Dieser Fall beweist mit vollster Sicherheit, dass die fibröse Hülle eines im Innern zerfallenen Rachen-aktinomykoms heim Husten gesprengt werden kann. Diese Sprengung der Hülle hildet aber unbedingt eine Ausnahme und führt (s. u.) nicht immer zur vollen Ausgleichung.
Diagnose. Sind beim Rinde, dessen Allgemeinbefinden nicht gestört ist, welches also vollständig fieberfrei ist, die vorhin erwähnten Erscheinungen oder auch nur eine derselben, nämlich die Respirations-beschwerde, welche als die wesentlichste bezeichnet werden muss, vorhanden, so ist der Verdacht auf das Vorhandensein eines Raehenaktino-mykoms vollständig gerechtfertigt und die spezielle Untersuchung geboten. Hierbei verfahre ich in folgender Weise:
1.nbsp; Kopf und Hals des Tieres werden stark gebeugt. Die Respirationsbeschwerde nimmt dann, wenn eine Geschwulst im Radien sitzt, zu, das fremde Geräusch wird stärker. Durch diese Abänderung in der Kopfstellung, die ich von meinen Praktikanten mitunter versuchsweise ausführen liess, bin ich zuweilen auf das Vorhandensein eines Rachen-aktinomykoms aufmerksam gemacht worden.
2.nbsp; Ist das sub 1 angegebene Vorfahren beendet, einerlei ob mit negativem oder positivem Erfolg, oder ist es vielleicht, weil es schwer oder gar nicht durchzuführen, unterblieben, so lasse icli den Kopf des Tieres stark strecken. Man kann dann eine in der hinteren Rachenpartie sitzende Geschwulst fühlen, wenn man die Finger beider Hände von beiden Seiten stark vorschiebt.
'6. Um zu einer absolut sicheren Diagnose zu gelangen, nehme ich schliesslieh noch regelmässig die Untersuchung durch das Maul vor. Ich lasse den Kopf des gut befestigten und gebremsten Tieres stark gestreckt halten, schiebe dann die Hand, die innere Eliiche derselben gegen den harten Gaumen gerichtet, bis zum Keilbein, resp. Kehlkopf vor. Sitzt eine Geschwulst im Rachen, so kann man dieselbe, auch wenn sie nur von der Grosse einer Wallnuss ist, nicht allein finden, sondern sogar ihre Beschaffenheit leicht feststellen. Kann ich am stehenden Tiere diese Untersuchung nicht zu Ende führen, so lege ich das Tier nieder und verwende dann noch ein Maulgatter oder, wenn ein solches nicht zur Verfügung steht, vielleicht eine starke Feuerzange zum Offenhalten des Maules.
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Die sub 8 angegebene Untersuchung fuhrt in jedem Falle zur vollständig sicheren Diagnose, und deshalb ist es überflüssig, diejenigen Krankheiten, die eine gewisse Ähnlichkeit mit der fraglichen haben, speziell anzuführen und auszusehliessen.
Behandlung. Die Bemerkung, dass Tiere, bei denen die hinter dem Schlundkopfe gelegenen Lymphdrüsen erkrankt sind, möglichst bald de.m Schlächter überwiesen werden müssen, trifft nur ausnahmsweise als richtig zu, dann nämlich, wenn sie fett sind. In allen anderen Fällen kann ich nur raten, zur Operation zu schreiten. Ich will zunächst meine und darauf die Meier'sche Methode mitteilen. Beim Eintritt in die Praxis war mir das Vorkommen von Rachengeschwüisten beim Rinde vollständig unbekannt. Ich gelangte daher im ersten Falle, wie auch schon früher erwähnt, zu keiner Diagnose, fand jedoch in demselben genügende Belehrung für spätere Fülle. In dem zweiten Falle gelangte ich, wie ebenfalls schon früher bemerkt, sofort zu einer sicheren Diagnose und nahm die Exstirpation der Geschwulst in einer Weise vor, wie ich sie späterhin recht häufig ausgeführt und vom Beginne meiner Dozentur meinen Praktikanten gelegentlich auch mitgeteilt habe. Mein Verfahren ist folgendes!
Ich lege das Tier nieder, stelle den Kopf desselben auf's Genick, durchschneide dann die Haut, das Tier stehend gedacht, in der Mitte unter dem Kehlkopfe in solcher Länge, dass ich die Hand bequem durch die Hautwunde hindurchschieben kann, trenne darauf die unter dem Kehlkopfe liegenden Muskel- und Bindegewebsmassen mit dem Messer, schiebe die Hand hinein und verfahre nach dem Sitz der vorhandenen Geschwulst weiter.
L Sitzt eine Geschwulst in der vorderen Partie des Rachens, so dirigiere ich die Hand neben dem Kehlkopf bis zur mittleren Partie desselben und darauf nach dem Keilbein, erfasse die Geschwulst und löse und entferne sie in zukömmlicher Weise, durch einfaches Anziehen, Drehen, Kratzen mit den Fingernägeln u. s. w. Die hierbei auftretende Blutung ist niemals gefahrdrohend stark.
2. Liegt ein Tumor ober- und hinterhalb des Kehlkopfes, so ist die Operation leichter zu beschaffen. Man braucht nur die Hand am Kehlkopfe in die Höhe zu schieben, um die Geschwulst erfassen und, da sie mit den begrenzenden Teilen, wenigstens in der Regel, nicht verwachsen ist, herausziehen zu können.
Da die Ausführbarkeit dieser Operation, die ich in der internen Klinik dem verstorbenen Gerlach einmal zeigen durfte, mir gegenüber von einem Vertreter der Chirurgie bestritten worden ist, kann ich nicht
Hanns, Riiiderkraiikhoitcu.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 18
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uaterlassen, laquo;leu letzten in Hannover erlebten Fall hier anzuführen, weil er in seinem ganzen Verlaufe von den Praktikanten aufgenommen werden konnte.
Dor Gartmimann Bremer an dor Broniorstiassc in Hannover führte im Jahre 1881 in der externen Klinik dor Könlgllohen Tlerarznelsohule zu Hannover oino Kuh zur Behandlung' vor, dio ganz nuiutor war, jedoch bei dor In- und Exspiration ein schnarrendes Qeräusoh hören lioss und während dos Fressens ab und zu ziemlich anhaltend hustete. Bei der sofort ohne Maulgatter per os vorgenommenen Untersuchung fand sich hinter dem Gaumensegel am Keilbein? oino Geschwulst von dorn Umfange eines Borsdorfor Apfels.
Einige Tage später legte ich das Tier nieder, Hess den Kopf stark strecken und auf die Seite legen, durchschnitt, das Tier stehend gedacht, die Haut in der Mitte unter dem Kehlkopfe in solcher Länge, dass eine Hand bequem durch die Wunde bindurcligeführt werden konnte, trennte das unter dorn Kehlkopf liegende Muskel- und Bindegewebe, schob dio rechte Hand seitlich und dicht nobon dem Kohlkopfe In der Richtung nach dor Mitte des Keilbeins vor, orfasste und löste die Geschwulst, kratzte die Grundfläche mit dem Fingernagel ab und förderte hierauf den Tumor zu Tage.
Nachdem das Tier entfesselt und in den Stall gebracht worden war, wurde dio Operatiousstelle mit kaltem Wasser möglichst gut gereinigt, weiter aber absolut nicht behandelt. Das Tier blieb bei gutem Appetit, zeigte sich niemals stark geniert in der Futteraufnahme und war nach Ablauf einiger Wochen vollständig geheilt.
Dio Geschwulst war von pilzförmigor Gestalt, hatte die vorhin bemerkte Grosso, zeigte Sparen von Verkalkung und enthielt, wie die Untersuehving im pathologischen Institut ergab, die bekannten Aktiuomyces.
In diesem Falle hätte ich die Geschwulst auf das loiehtosto durch das Maul nach der Moyer'schcu Methode - entfernen können, ich zog aber aus folgenden Gründen vor, dio angegebene Methode in Anwendung zu bringen.
1.nbsp; Ich hielt os im Interesse des Unterrichts für geboten, den Studierenden die schwierigere Operation ad oculos zu demonstrieren, Eine solche Operation einmal machen sehen ist für den Schüler unbedingt nutzbringender, als sio zehnmal beschreiben hören.
2.nbsp; Die Kachoiiaktinomykome sind nicht immer durch das Maul zu entfernen. Es ist die Hand dos Tierarztes mitunter so gross, dass sio, wie os einem meiner früheren Schüler, dem Kollegen B., vorgekommen, nicht einmal bis zur vorderen Kachengescbwulst zu bringen ist. Die hinteren Bachenaktinomykome sind in keinem Falle vom Maule aus zu umfassen und, wenn dies auch gosobehen würde, infolge dos grosson Um fangs durch den Bachen hindurchzubringen.
Das Meier'sche Verfahren ist nach Lage und Beschaffenheit der Geschwulst ziemlich verschieden. Das Tier wird, um mit der rechten Hand operieren zu können, auf die rechte Seite niedergelegt, der Kopf aufs Genick gestellt, und das Maul mittels des Maulgatters offen gehalten. Meier operiert stets von der Maulhöhle aus und bedient sich einzig und allein der Hand.
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1.nbsp; Sitzt die Geschwulst vorn, ist sie also, wie oben besohrieben, klein, so wird sie oifasst und herausgerissen.
2.nbsp; Liegt die Geschwulst in der hinteren Partie des Rachens, ist selbige also gross und im Innern zerfallen, so wird sie am vorderen Ende mit dem Finger durchbohrt, der käsige Inhalt unter leichtem Druck hinausgepresst und mit der hohlgestellten Hand aus der Maulhöhle entfernt.
Meyer, der, wie er mir seine Operatiousmethodcn mitteilte, schon zirka 300 Kachengcschwiilste entfernt hatte, hat vorsucht. In die mit einer derben Hülle versehenen Geschwülste Einschnitte mit dem krummen Fingermesser zu machen, und giebt hierüber an, dass man dabei sehr vorsichtig sein müsse.
Nach meinen Beobachtungen ist das sub I angegebene Verfahren Meyers, das Herausrcisseu der in der vorderen Partie des Rachens sitzenden, kleineren, leicht zu umfassenden Geschwülste sehr zu empfehlen, das unter 2 bemerkte Verfahren Meyers, die einfache Entleerung des Balges, aber zu verwerfen, weil dasselbe a) ausnahmsweise gar nicht ausführbar ist, b) nicht immer abgesehen von Heilung zu der erhofften Erleichterung der Atmung führt, und c) auch nicht ganz ungefährlich ist. Zum Beweise der Richtigkeit dieser Behauptungen muss ich folgende drei Fälle anführen.
Kuh dos Gartonmannos 8. an dor Gr. B. in Hannover.
Vorbericht: Das Tier atmet, so lango os in meinem Besitze ist, sehr an-gostrongt; es lässt seit drei bis vier Monaton ein schnarrendes Geräusch beim Atmen hören und hustet ab und zu, namentlloh während des Fressens.
Untersuchungsbefund. Das Tier ist hochfett, gut im Baucho gefällt und fleherfrei, Das Atmen geschieht drolssigmal in der Minute unter starkor Benutzung der Bauchmuskeln; beim Bin- und Ausatmen hört man ein schnarrendes Geräusch, Die Bachenpartie zeigt, bosondors bei starker Streckung dos Kopfes, cino abnorm grosso Fülle. Der Kehlkopf befindet sieh nicht in seiner normalen Lage. Bei der Untersuchung per os findet sich eine an dor Oberfläche glatto und mit einer derben Hülle versehene Geschwulst von sehr bedeutendem Umfang.
Es kam dem Besitzer nur darauf an, von uns zu erfahren, ob das Fleisch dos Tieres ohne allo Bedenken als menschliche Nahrung verwertet werden könne. Es war also für mich jedes operative Einschreiten vollständig ausgeschlossen, was ich im Interesse der Praktikanten bedauerte. Ich bemerkte jedoch den beiden anwesenden Praktikanten Bansen von Nordstrand und Pieper aus Hanioln , dass £s mir nur angenehm sei, wenn sio bei der Untersuchung dlo Biilio der Geschwulst durchbohrten und den Inhalt derselben mit der Band ont-fernton, weil dlosos von Meyer empfohlene Verfahren von mir niemals ausgeführt worden sei. Die Hülle war aber so widerstandsfähig, dass die Durch-
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bohrnng dersolbon don beiden jungen, sehr starken Herren nicht möglich war.
2, Der Hofbesitzer J, in K. teilte mir im .liilire 1885 gologentlich eines Besuches über eine von seinen auf der Fottweido befindlichen Kühen mit, dass selbige längere Zeit hindurch an sehr bedeutenden Atembeschwerden gelitten, dann plötzlich eine grauwoisso Masse in grosser Quantität ausgehustet, darauf leichter g;oatniot habe, aber trotzdem nicht geheilt sei.
:!. Mein Studiongenosse und Freund D. teilte mir gelegentlich mit, dass ihm ein Rind, dass er nach dem uutor 2 angegebenen Verfahren Meyers operiert habe, uiiter der Hand, d. h. während der Operation gestorben sei.
Im aUgemeiueil kann man ruhig an die Operation herantreten, denn seit dem Sommer 1869 bis jetzt ist mir nur ein Fall vorgekommen, in welchem die Entfernung der Geschwulst weder nach der Meier'schen, noch nach meiner Methode gelingen wollte. Den beweisenden Fall mochte ich ebenfalls seiner Seltenheit wegen speziell anführen.
Kuh dos Hofbesitzers und Hauptpartizipanten R. H. auf N.
Der Besitzer teilte vorberichtlich folgendes mit: Das Tier ist im allgemeinen gesund, kann aber nicht gut schlucken, nimmt deshalb wenig Futter auf und magert folglieh ab. Nach dem, was ich in der Praxis meines Bruders, des verstorbenen Tierarztes (i. Hansen in Deozbiill, gesehen habe, nehme Ich an, dass ein Gewächs im Rachen sitzt, welches herausgerissen werden muss. Der hinzugezogene Tliierarzt, dem ich meine Ansicht mitgeteilt habe, hat mir oino Einreibung gegeben, die indessen keine Besserung bewirkt hat.
Als ich einige Wochen später die Patientin besuchte, nahm Ich folgenden Befund auf: Das Tier ist im höchsten Grade abgemagert und so entkräftet, dass es ohne Unterstützung nicht aufstehen kann. Das Schlucken ist kaum zu beschallen. Nach dem Niedergleiten eines Bissens tritt anhaltendes Husten ein. Im Rachen sitzt eine Gesehwulst, die nicht allein von mir, sondern nach dem Blnlegen eines Maulgatters auch von dem Haussohn und den Knechten erfasst werden kann.
Obgleich das Tier dem Erschöpfangstode nahe war, wurde dennoch vorsucht, die Geschwulst zu entfernen, aber ohne allen Erfolg. Die Geschwulst war so derb und so imdg mit den begrenzenden Teilen verbunden, dass sie weder stiickweisse, noch in unzeratückeltem Zustande nach der Meier'schen Methode zu entfernen war. Es wurde deshalb auch noch meine Methode in Anwendung gebracht, aber ebenfalls ohne Erfolg.
Ein solcher Fall war mir noch nicht vorgekommen, und deshalb hätte ich gern den Befund am Kadaver aufgenommen, dies war mir aber, da der Besitzer dass Tier nicht töten lassen wollte, sondern nach Husum zum Vorkauf schickte, nicht möglich. Mit diesem Falle kann ich nur konstatieren, dass beim Rinde im Rachen Geschwülste vorkommen, die so derb und so innig mit den begrenzenden Teilen verbunden sind, dass sie mit der Hand weder stilckwois, noch in unzcrstückcltem Zustande zu entfernen sind.
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Olinlritsciiiikliiiomykoin.
Als Olirdriiscmiktiiiomykom bozeiclmo ich die unter der Ohrdrüae liegende, nach meinen Uutersuoliungen aus Lymphdrüsen hervorgegangene, nach Harz und Bollinger durch Aktinomycos verursachte öesohwulst.
Krankheitserscheinungen. Unter der Ohrdrüse liegt eine nicht fluktuierende, zur Zeit der Feststellung gewöhnlich hühnerei- bis gänseei-grosse Geschwulst, welche sich durch geeignete Manipulationen hin und her bewegen lässt, also mit den begrenzenden Teilen nicht innig verbunden ist.
Die pathologisch-anatomischen Verhältnisse. Diese Geschwülste gehen aus Lymphdrüsen hervor, welche unter der Ohrdrüse liegen. Infolge der Einwirkung des Strahlenpilzes tritt eine Wucherung in der Drüse ein, wobei nicht allein die Hülle mit den von ihr in das Innere der Drüse sich erstreckenden Fortsätzen zunimmt, sondern ebenfalls das retikuläre oder follikuläre Gewebe zu wuchern beginnt. Das Drüsen-gewebe erscheint dann graurot und markig. Es tritt aber bald der nekrobiotische Prozess an verschiedenen Stellen der Drüse ein; es bilden sich zunächst kleine, mit einer flockigen, gelblichen, lymphatischen Flüssigkeit oder mit einer gelbgrauen, käsigen Masse gefüllte Höhlen, welche durch eine weitere Einschmelzung der begrenzenden Partien all-mählith an Grosse zunehmen, so dass schliesslicb das Ganze aus mehreren teils gut abgeschlossenen, teils miteinander kommunizierenden Hohlräumen besteht, oder zu einem einzigen Balge umgewandelt worden ist. Die innere Fläche der Höhlen ist, so lange noch follikuläres Gewebe vorhanden, stets rot und mit verschiedenen grossen und ungleich geformten Vorsprüngen besetzt. Hei der mikroskopischen Untersuchung findet sich, dass der Inhalt aus einem fettigen Detritus und lymphoiden Zellen bestellt, und dass die graurötliche, markige Masse follikuläres Gewebe ist, in dessen Maschenräumen lymphoide Zellen liegen.
Die Richtigkeit des Vorstehenden könnte ich durch eine grosse Zahl von Befunden beweisen; da meine sämtlichen Untersuchungen aber vor der Entdeckung der Aktinomycos stattgefunden haben, also nicht ganz vollständig sind, will ich auf die Anführung spezieller Fälle gänzlich verzichten.
Verlauf. Eine vollständige Ausgleichung, eine Abnahme der Drüse bis zu der ursprünglichen Grosse, kann, so weit meine Beobachtungen reichen, weder durch die Naturheilkraft, noch durch die Kunst herbeigeführt werden, sondern der Prozess schreitet allmählich, und zwar bis zu einem gewissen Punkte stets in derselben Weise fort. Ist die Geschwulst von der früher bemerkten Beschaffenheit, hart, hühnerei- bis gänseei-gross und verschiebbar, so kann sie in einem solchen oder ähnlichen
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Zustande wochen-, sogar monatelang verharren; sio wird jedoch all-mälilich grosser, weniger verschiebbar, tritt schliesslich, zunächst mit dem unteren Ende, gegen die Haut und verwächst mit derselben. Es stellt sieh nach und nach eine ziemlich scharf begrenzte Fluktuation und bald darauf ein Durchbruch ein. Der Ausfluss ist dann entweder eine gelbliche, lymphatische, mit vielen Flocken untermischte Flüssigkeit, oder eine gelblichgraue, puriforme Masse. Von dieser Zeit an ist der Verlauf ein verschiedener.
1.nbsp; Es kann, nachdem der Inhalt entleert worden ist, eine Ausheilung der Höhle eintreten, so dass für die fernere Lebenszeit nur eine geringe Verdickung mit leicht eingezogener Narbe zurückbleibt. Dieser Ausgang ist aber ein sehr seltener und nach meinen Beobachtungen nur dann zu erwarten, wenn die Geschwulst vor dem Durchbruch in einen einfachen Balg umgewandelt worden ist, der au der inneren Fläche grauweiss erscheint und eine käsige Masse enthält. Das Hauptgewicht bei der Beurteilung lege ich auf die Beschaffenheit der inneren Fläche des Balges; denn wenn auch der Inhalt eine käsige Masse ist, dabei aber die innere Fläche des Balges rötlich, resp. rot erscheint, hier also noch follikuläres Gewebe vorhanden ist, tritt dieser Ausgang niemals ein.
2.nbsp; Nicht selten kommt es vor, dass, nachdem ein Durchbruch erfolgt ist, wohl eine Heilung in sub 1 bemerkter AVeise eintritt, jedoch dem ersten Durchbruch nach kürzerer oder längerer Zeit, mitunter erst nach Monaten, ein neuer oder deren mehrere folgen, welche ebenfalls ganz so wie der erstere zur Heilung gelangen.
3.nbsp; Tritt, nachdem ein natürlicher Durchbruch erfolgt, leichter indessen, wenn die Eröffnung künstlich beschafft worden ist, eine üppige Granulation ein, wobei die ganze Nachbarschaft in Mitleidenschaft gezogen und stark verbildet wird. Man sieht dann schon einige Tage nach der Eröffnung ausserhalb der Wunde eine dunkelrote, dickfaserige Masse von knopfförmiger Gestalt, die sehr reich an Blut-gefässen ist und folglich bei der Verletzung stark blutet. Untersucht man in diesem Falle die ursprünglich vorhandene Höhle, so findet mau selbige mit der vorhin beschriebenen üppigen Granulation gefüllt. Der fernere Verlauf ist dann wiederum verschieden. Es kann a) die Granulation sich mehr und mehr organisieren, dabei stark schrumpfen und soweit zurücktreten, dass nach der Heilung keine Hervorragung zurückbleibt; oder es wird b) die Granulation wohl organisiert, tritt dabei aber nicht zurück, sondern bedeckt sich schliesslich mit einer feinen, glänzenden, gänzlich haarlosen Haut. Es bleibt also in diesem Falle ein verschieden
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stark hervorragender Zapfen zurück, welcher lu der ersten Zeit noch immer sehr reich an Blutgefässen ist. Mir ist ein Fall aus dem zweiten Jahre meiner Praxis hei einer Kuh des Hofhesitzers und Müllers Kühl-mann auf Nordstrand vorgekommen, wo dieser Zapfen abgeeoheuert war, und es mir ziemlich schwer fiel, die Blutung zu stillen. Sohliesslioh können o) mehrere Durchhrüche mit nachfolgender üppiger Granulation nacheinander auftreten, und jede Stelle kann fernerhin, wie suh a und b angegeben worden ist, verlaufen.
4. Es kommt vor, dass gleichzeitig mit dem Ülmlriisenaktinomykom oder etwas später in nächster Nähe desselben, jedoch am häutigsten aufwärts von demselben, am Grunde der Ohrmuschel, ein oder zwei andere Aktinomykomo auftreten. Sie stehen zuerst isoliert, treten jedoch später zusammen und können dann durch die dabei auftretende kolossale Entartung der ganzen Umgebung Respirationsbeschwerden hervorrufen.
6. Finden sich neben dem Ohrdrüsenaktinoinykom auch an anderen Körperstellen solche Geschwülste, was allerdings selten von mir konstatiert worden ist.
Diagnose. Diese Goschwülste können in der ersten Zeit ihrer Entlaquo; Wickelung, während welcher sie hart, reichlich eigross und dahei verschiebbar sind, gar nicht verkannt werden, sobald dieselben aber mit der Haut verwachsen sind, vielleicht schon fluktuieren, ist eine Verwechselung mit einem kalten Abscess für den jungen Praktiker vielleicht nicht ganz ausgeschlossen, wenn er den Entwickclungsgang unberücksichtigt lässt.
Prognose. Im allgemeinen sind die Ohrdrüsenaktinomykome von den Landlcuten gefürchtet. Ich kenne eine Gegend, in welcher beim Ankauf von Ochsen von vornherein ausbedungen wird, dass alle mit diesen Geschwülsten behaftete Tiere ausgeschlossen werden dürfen. Man ist in den Gegenden, in welchen diese Neubildungen häufig vorkommen, vielfach der Ansicht, dass damit behaftete Kinder nicht gedeihen, schliesslich sogar der Abzehrung verfallen. Beobachtungen, die hierfür sprechen, werden vielleicht gemacht worden sein, ich jedoch kann die Richtigkeit dieser Angabe nur für solche Fälle bestätigen, in welchelaquo; Aktinomykome an verschiedenen Körperstellen gleichzeitig vorhanden sind. Ich habe Kühe, die infolge des Ohrdrüsenaktinomykoms sehr bedeutende Verbiklungcn in der Rachengegend zeigten, viele Jahre hindurch beobachtet und mich überzeugt, dass solche Tiere das Futter gut verwerteten. Und die Landleute nehmen Ochsen, bei welchen die Igelkröpfe exstirpiert worden sind, ebenso gern wie diejenigen Tiere, welche niemals daran gelitten haben.
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Behandlung. Findet man die Olirdriisomiktmomykome noch klein, unter der Haut beweglich, also auch nicht fluktuierend, dann versucht mau wohl, so lange die Krankheit einem noch nicht bekannt ist, durch Einreibungen Zerteilung herbeizuführen. Mit dieser Behandlung schadet man aber stets, und zwar um so mehr, je schärfer das Mittel ist, welches man anwendet. Es tritt infolge dieser Einwirkung nicht allein eine schnellere Zunahme der Geschwulst mit den weiteren Folgen ein, sondern die Vorbindung derselben mit den begrenzenden Teilen wird in kurzer Zeit eine sehr innige. Bei der Behandlung dieser Geschwülste können folgende Wege betreten worden:
1.nbsp; Die totale Exstirpation. So lange die Olmlrüsonaktinomykome noch beweglich, also scharf abgegrenzt sind, ist diese Operation, welche #9632;von mir das erste Mal am 9, Februar 1856 bei einem Ochsen der Frau Lehnsmann Gertz in Katharineuherd gemacht worden ist, angezeigt. Bas Tier wird so niedergelegt und am Boden gefesselt, dass die kranke Seite oben liegt, der Kopf wird aufs Genick gestellt, mit dem Laufe des Brustkinnbackemmiskels und das Tier stehend gedacht unmittelbar oberhalb desselben ein solcher Einschnitt gemacht, dass die Geschwulst bequem losgeschält und aus der Wunde entfernt werden kann. Das Ausschälen der Geschwulst geschieht hauptsächlich mit den Fingern, nur dort, wo die Verbindung eine zu innige ist, mit quot;dem Messer oder der Scheere. In die Höhle legt man nach der Eeinigung und Desinfektion Salicylwatto, und die Wundränder werden dann derart vereinigt, dass ein Austritt von Blut nicht stattfinden kann. Nach drei Tagen werden Nähte und Watte entfernt und Teer aufgestrichen.
2.nbsp; Die partielle Exstirpation nach dem verstorbenen Tierarzt Georg Hansen in Deezbüll. Diese Operation dürfte vielleicht angezeigt sein, wenn die Grenzen der Geschwulst schon etwas verwischt sind. Hansen vorfuhr dabei, wie ich gesehen habe, in folgender Weise: Nachdem das Tier in vorhin bemerkter Weise niedergelegt und gefesselt worden war, wurde am unteren Ende der Geschwulst ein ovales Stück aus der Haut entfernt, darauf ein dicker Keil aus der Geschwuht herausgeschnitten, dann Cuprum sulfuricum in frustulis in die Höhle gebracht, etwas Werg oben aufgelegt und schliesslich die Wundränder derart vereinigt, dass Blut nicht austreten konnte. Hanson hat nach dieser Methode, deren Ausführung fünfzehn bis zwanzig Minuten dauerte, alljährlich viele Rinder, und zwar stets mit gewünschtem Erfolg, operiert. Die von Klemm gemachte Bemerkung, dass die operative Entfernung nur selten am Platze ist, da selbige hierauf fast immer wiederkehren, ist nicht zutreffend.
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^#9632;#9632;H
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8. Das Ausbrennen. Dieses wird in einer mir bekannten Gegend vielfach von den Ticrbesitzorn selber vollzogen und liefert, wie loh aus eigener Erfahrung wciss, bei Qesohwülsten, die im Innern noch gur nicht oder nur in geringem Grade zerfallen sind, sehr schöne Resultate. Das Tier braucht nicht niedergelegt, sondern nur mit dem Kopfe kurz und sicher derart angebunden zu werden, dass bequem anzukommen ist.
4. Mehrfache und wiederholte Einspritzungen von Jodtinktur und Kupfervitriollösung In die Geschwulst mittels der Pravaz'schen Spritze sind empfohlen worden. Eigene Erfahrungen über diese Methode stehen mir nicht zur Verfügung. Model brachte ein kindskopfgrosses Akti-nomykom zur Schrumpfung durch Anwendung von Lugoll'soher Lösung, von welcher er zehn Monate lang je einmal und stets an einer anderen Stelle etwas in den Tumor einspritzte. Blllroth macht auf die gute Wirkung der Tuberkulin-Injektion gegen Aktinomykome aufmerksam.
6.nbsp; nbsp;Empfohlen worden ist, die im Innern zerfallene, resp. schon durchgebrochene Geschwulst scharf auszukratzen und wiederholt mit Jodtinktur auszupinseln.
0. Benutzung von Ätzmitteln. In Nordfriesland wird seit einigen Dezennien eine aus Schmalz und weissem Arsenik aa 15 g bestehende Salbe viel benutzt, welche auf einmal oder auf drei- bis viermal, letzteren Falles in Zwischenräumen von vierundzwanzig Stunden, mittels eines Holzspatels aufgetragen und leicht eingerieben wird. Der Ätzschorf löst sich langsam und fällt, wenn die Geschwulst schon im Innern zerfallen ist, erst nach Monaten ab. Diese Methode ist versuchsweise auch von mir bei Milch- und Mastrindern ein paarmal, und zwar mit erwünschtem Erfolg, benutzt worden. Die Milch der in dieser Weise behandelten Milchkühe ist bei der chemischen Untersuchung stets frei von Arsenik befunden worden. Besonders empfehlen kann ich diese Methode nicht, weil dabei solche Schmerzen auftreten können, dass die Tiere tagelang nicht die volle Quanität Futter aufnehmen.
7.nbsp; Ein Landmann in der Nähe von Glückstadt teilte mir mit, dass er regehnässig ein Stück der schwarzen Nieswurzel in den Igelkropf hineinschiebe, und dass darauf brandiges Absterben der zunächst belegenen Partien und Heilung erfolge.
Soweit ich an der Westküste Schleswig-Holsteins bekannt bin, ist es den dortigen Landwirten am liebsten, wenn die totale Exstirpation der Igelkröpfe stattfindet.
Ist nach erfolgtem Durchbruch der Geschwulst schon Heilung eingetreten und keine Respirationsbeschwerde vorhanden, so kann man das
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Tier, wenn auch die Verblldung eine sehr bedeutende ist, ohne weiteres Eingreifen vorläufig ruhig laufen lassen.
Kleferaktinomykomlaquo;
Diejenige Krankheit, welche jetzt als Kieferaktinomykom bezeichnet wird, wurde früher Winddorn, Knochenwurm, Kiefernsarkom, Oteo-porose etc. genannt. Diese Geschwulst entstellt infolge Eindringens der Aktinomyces in die Aveolen und wird folglich nur in denjenigen Kieferknochen, welche Zähne tragen, also in dem grossen Vorderkieferbein und in dein Hinterkiefer, gesehen. Sie kommt in allen Gegenden, nach meinen Beobachtungen aber nicht annähernd so häutig wie die vorigen Geschwülste vor.
Krankheitserscheinungen. Es zeigt sich zunächst eine etwas schmerzhafte Anschwellung des Knochens, welche langsam zunimmt und nach und nach mit der Haut verschmilzt. Dann folgt eine Lockerung der Zähne und ein Durchbrucli der Geschwulst an einer oder mehreren Stellen nach aussen, wobei eine eiterigschleimige Masse zum Vorschein kommt. Es erheben sich schliesslich an den Durchbruchstellen üppige Granulationen, welche sehr empfindlich sind und leicht, verhältnismässig stark und anhaltend bluten. Bei einem Ochsen des Hofbesitzers Ketel Peter Jakobson auf Nordstrand konnte ich nur mit Mühe die Blutung stillen.
Verlauf. Diese Krankheit verläuft in der ersten Zeit, wenigstens mitunter, sehr langsam. Ich habe Ochsen mit einer Schwellung des Hinterkiefers vier Monate auf der Weide laufen sehen, ohne eine bedeutende Veränderung derselben konstatieren zu können. Sobald aber der Durchbruch erfolgt ist und die Zähne gelockert sind, findet schnell Abmagerung statt.
Diagnose. Jede Anschwellung der genannten Kieferknochen muss beim Rinde #9632; nicht beim Pferde als verdächtig bezeichnet werden, wenn eine bestimmte Ursache nicht nachzuweisen ist. Sobald die Lockerung der Zähne zu konstatieren und ein Durchbruch erfolgt ist, kann die Krankheit mit keiner anderen verwechselt werden.
Behandlung. In früheren Jahren habe ich solche Tiere möglichst bald verwerten lassen; jetzt dagegen würde ich nach den Mitteilungen von Thomassen, Pürthmeyer und Klemm bei mageren Rindern unbedingt einen Heilversuch machen. Genannte Herren empfehlen innerlich Jodkali und äusserlich, als Einspritzung in die Kuochengeschwulst, Jodtinktur. Die Einspritzungen werden täglich gemacht, und innerlich soll man nach Klemm zehn bis fünfzehn Tage täglich 10 bis 15 g Jodkali, in Vi bis ^2 1 warmem Wasser gelöst, eingeben. Bei eintretendem Appetitmangel muss
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die Kur untorbroclien werden, und nicht selten soll es notwendig werden, selbige nach einigen Wochen wieder aufzunehmen.
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Znngrenaktinomykonii
Diese Krankheit, früher Zungentuborkulose, Holzzunge etc. genannt, wird im grossen und ganzen wohl nicht häutig vorkonunen, denn ich habe sie in meiner Privatpraxis niemals und in der externen Klinik der Königlichen Tierarzeneisclmlo zu Hannover nur einmal gesehen.
Krankheitserscheinungen. Austluss von Speichel aus dem Maule und erschwerte Aufnahme des Futters veranlassen zur speziellen Untersuchung des Manles. Die Zunge ist zuerst verdickt, steif, hart, schwer beweglich, zeigt an der unteren Fläche eine bläuliche Farbe und stark gefüllte Venen, an der oberen Fläche gelbe, linsengrossc Knötchen, durchschimmernde, wallnussgrosse Knoten und evtl. kleine Geschwüre. Die Zunge wird später von solchem Umfange, dass sie nicht mehr Platz im Maule hat und folglich ausserhalb desselben erscheint. J5ei tödlichem Verlaufe findet sich schliesslich im Kehlgange noch eine Schwellung der hier liegenden Lymphdrüsen.
Verlauf. Dieser ist, wenn nicht gegen die Krankheit eingeschritten wird, ein tödlicher. Die Krankheitserscheinungen nehmen, wie oben bemerkt, allmählich zu, so dass das Tier schliesslich Futter gar nicht mehr aufnehmen kann und folglich an Erschöpfung sterben muss.
Behandlung. In früherer Zeit schon 1855 haben mir bekannte Kollegen die Zunge mit Jodtinktur bepinselt und tiefe Einschnitte in dieselbe gemacht, aber Heilung nicht erreichen können. Deshalb leitete ich in demeinen mir vorgekommenen Falle nur eine Scheinkur ein, um das Tier recht lange als Unterrichtsmaterial verwerten zu können. In neuerer Zeit aber hat man durch innerliche Verabreichung von Jodkali und Bepinselungen der Zunge mit Jodtinktur Heilung erreicht. Siehe das Ohrdrüsenaktinomykom.
Hantaktlnomykomlaquo;
Aktinomykomc können unbedingt an Jeder Hautstelle auftreten, sind von mir aber nur in der Qesichtshaut zwischen Maul und Auge gefunden worden. In den paar von mir erlebten Fällen lagen kleine Hache Geschwüre vor, die durch dicke Stränge entzündete Lympligcfiisse mit einander in Verbindung standen und folglich an Hautrotz Wurm beim Pferde erinnerten. Ein solches Präparat habe ich an das pathologische Institut der Tierarzneischule zu Hannover abgeliefert.
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Zu den Abscessen.
Dio Eiitzüiuhuig und Absccssbildung Im allgemeinen zu besprechen, kann nicht ineine Aufgabe sein; ich möchte hier nur ein paar Abscesse im speziellen hervorheben.
Die multiple AbsoessMldungi
Zweimal habe ich beim Rinde konstatiert, dass mehrere Abscesse gleichzeitig bestanden, resp. in kurzer Zeit nach und nach auftraten. Pas erste Mal entwickelten sich in kurzer Zeit fünfzehn Abscesse. Selbige waren von der Grosse eines Borsdorfer Apfels, sassen am Schwänze und in der Nähe des Afters, enthielten einen nicht ganz normalen (Rinder-) Eiter, heilten auf gemachten Einstloh und nach dem Ausstreichen mit Teer bald aus und Hessen kleine Verdickungen zurück. In der Zeit von drei Wochen war Heilung erreicht. In dem zweiten Falle traten am Vorder- und Hinterteile nach und nach mehrere Abscesse von Raustgrösse und darüber auf. Der Verlauf dauerte ca. acht Wochen. Die Behandlung bestand in dem Aufspalten der Abscesse und dem Ausfüllen derselben mit Salicyhvatte.
Extraperitonealo Abscesse. Subseröse Abscesse.
Diese liegen zwischen dem Peritoneum und den dieses bedeckenden Weichteilen; sie erreichen einen kolossalen Umfang, bedrohen das Leben des Tieres nach den paar Beobachtungen, die ich gemacht habe, jedoch nicht. Auch über diese Abscesse ist mir nichts aus der Litteratur bekannt.
Illakal-Absccss. Bei einem Kinde der Gaitonficmciiulo Hannover fand ich folgendes: Das Tier war fieberfrei und hatte normalen Appetit, dass Futter aber nach Aussage des Besitzers nicht normal verwertet. Dio linke Bauchseite wölbte sich auf einer umschriebonen Stelle stark vor. Druokompflndliclikoit und Fluktuation waren nicht zu konstatieren, von einer peristaltischon Bewegung nichts zu ver-nolnnen, eine Bruchpforte nicht zu fühlen. Bei der Probepunktion kam Kiter zum Vorschein. Dor Abscess wurde in der Weise geöffnet, dass der Schnitt möglichst tief zu liegen kam. Die entleerte Masse, welche vollständig normal war, betrug einen grossen Stalleimer voll. Bei der Untersuchung der Abscess-höblo fand sich, dass sie bis zur linken Niere ging und an der inneren Fläche vollständig glatt war. Dio fernere Behandlung bestand darin, dass der Raum in den ersten Tagen mit 5 %lger Karbolmischung ausgespült und später mit Salicylwatte ausgefüllt wurde, in ca, drei Wochen war Heilung erreicht.
Psoas-Absccss.
Bei einer Kuh in der Gartongemeindo Hannovers fand sich an der rechten Seite im Bereiche der Querfortsätzo der Lendenwirbel eine kopfgrosse Geschwulst.
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#9632;
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In (loin ülaubon, os mit einem Abscess zu tlum zu haben, wurde ein Bin-stich in die Geschwulst gemacht, worauf auch nonualer Eiter in grosser Menge abtloss. Die Stichüffnung wurde darauf iintor stetem Vorquellen von Biter nach und nach in dem Grade vergrössert, dass eine Untersuchung mit der Hand ausgeführt werden konnte. Hierbei ergab sich, dass die Abscesshöhle von dem ungefähren Umfange eines Fünflltermasses war und sich bis über die Wirbelsäule nach links erstreckte.
Die Hollung dieses Abscesses erfolgte unter Abhaltung der Luft und Berieselungen mit Karbolwasser in der Zeit von einigen Wochen.
Lähmung der Speicliciiiicrven.
Die Lähmung des Speichennerven kommt beim Riudo jedenfalls sehr selten vor, und deshalb gelangt der nachfolgende Fall zur Mitteilung.
Der betreffende Schenkel der fraglichen Kuh, die als lahm angemeldet worden war, wurde in der Ruhe ganz so gehalten wie der gesunde, bei der Bewegung in leicht gebeugtem Zustande, mit der Zehe auf dem Boden schleifend, nicht normal weit vorgeführt und knickte bei der Belastung so stark zusammen, dass die Last bald möglichst auf den gesunden Schenkel übertragen worden mussto. Ein entzündlicher Zustand war nirgends am Schenkel nachzuweisen, und auf angebrachte Nadelstiche trat in dem Verbreitungsbezirke des Speichennerven eine sehr schwache Reaktion ein, während diese an den andern Stellen dos Schenkels normal war.
Die Diagnose konnte Schwierigkeiten um so woniger bereiten, weil sich für die Erkennung der Muskellahmheiten und-Lähmungen die sichersten Grundlagen in der GUnthersohen Myologie, welche in keiner tierärztlichen Bibliothek fohlen sollte, finden.
Der Vorlauf war ein günstiger; in vierzehn Tagen erfolgte ohne alles Zu-thun volle Ausgleichung.
Über die Ursache konnte ich nichts ermitteln.
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Dislokalion des drelkVpflgen Muskels.
Der in Frage stehende Muskel wird sonst iiusserer Kreuz-Sitzbein-Muskelquot; genannt. Es handelt sieh hier aber nicht um den gniizen Muskel, soiulern nur um die vordere, resp. obere Abteilung desselben, welche au den Dornfortsätzen der letzten drei Kreuzwirbel und den Querfortsätzen der ersten zwei bis drei Sclnvanzwirbel entspringt und frei über den Trochanter abwärts geht etc. Wenn diese Muskelabteilung sich am vorderen Rand löst, so tritt die hier in Frage stehende Dislokation auf.
Krankheitsersoheinungen. Der Muskel springt während des Gehens beim Zurückbleiben des Schenkels hinter den Trochanter und beim Vorwärtsbringen des Schenkels in seine normale Lage zurück. Bei dem Hin- und Herspringen des Muskels hört man, wenn man das Ohr in die geeignete Nähe des Tieres bringt, ein eigentümliches Geräusch, und
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fühlt mnu in der aufliegenden Hand eine Ersclüittenmg;. Der Muskel kann aber auch hinter dem Troehanter liakon bleiben, dann hält das Tier den Schenkel rückwärts gestreckt und bringt denselben, wenn es stark angetrieben wird, nur mit Mühe, und zwar in der Weise, dass die vorderen Flächen der Klauen auf der Erde schleifen, nur wenig vorwärts.
Verlauf. Wenn keine Behandlung eingeleitet wird, so kann auch keine Heilung eintreten. Mit der Zeit tritt aber niemals eine Verschlechterung, viel eher eine Besserung in der Bewegung des Schenkels ein.
Diagnose. Die Erscheinungen sind so charakteristisch, dass eine Verwechselung mit irgend einer andern Krankheit absolut unmöglich ist.
Ursachen. Hering sagt, dass bei den mageren Kühen mit spitzem Hinterteil und abhängigem Kreuz, wenig vorstehender Gelenkpfanne, aber hohem Troehanter eine besondere Neigung zu dieser Dislokation bestehe. Ich habe meine Patienten immer bei Tieren der Niederungsrasse, bei welchen die vorhin bemerkten Verhältnisse sich so ungefähr finden, gehabt, jedoch habe ich in den ersten sechzehn Jahren meiner praktischen Thätigkeit niemals, später nur viermal diese Abnormität gesehen. Hering sagt aber auch, dass das Übel In den gebirgigen Gegenden häufiger vorkomme. Da nun die Gebirgsrinder kein schüssiges, sondern ein rückwärts aufsteigendes Kreuz besitzen, so scheint mir, dass in den Angaben Herings ein Widerspruch liegt. Die Lösung des Muskels am vorderen Rande kann beim Ausgleiten des Tieres eintreten.
Prognose. Diese ist günstig. Milch- und Mastrinder, die an dieser Abnormität leiden, verwerten das Futter auf dem Stalle, wie auch auf der Weide ganz normal. Ob Arbeitsrinder operiert werden müssen, mit anderen Worten, ob mit dieser Krankheit behaftete Arbeitstiere normal leistungsfähig sind, weiss Ich nicht. Die Operation wird nicht nur als leicht ausführbar, sondern auch als absolut ungefährlich bezeichnet.
Behandlung. Es kann sich nur um die Operation handeln, und da mir niemals Gelegenheit geboten worden ist, diese zu vollziehen, führe ich die Beschreibung unseres Altmeisters Hering an. Derselbe sagt in seiner Operationslehre folgendes: Die Operation besteht in dem Durchschneiden der gespannten Muskelpartie; sie wird entweder am stehenden oder liegenden Tier vorgenommen; im ersten Fall zieht man den gesunden Fuss etwas vor, der Operateur stellt sich an der kranken Seite etwas nach vorne und schneidet etwa zwei Zoll unter und vor dem Troehanter die Haut anderthalb Zoll in der Richtung des gespannten Muskels beinahe senkrecht durch; hierauf trennt man mit dem Finger oder Skalpelheft die Haut vom vorderen Fand des Muskels, ebenso
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die Verbindung desselben mit der Scheiikelnponeurowe, liebt den Muskel in die Höhe und führt zuerst eine Hohlsoiule, dann ein konvexes Bistouri unter denselben, dessen Schneide man sofort nach aussen und abwärts richtet und den Muskel in dieser BiohtUUg in einer zieniliehen Ausdehnung durchschneidet. Hierauf untersucht man teils mit dem Finger, teils durch Bewegungen mit dem Schenkel, ob der Muskel hinreichend a-b-geschnitten ist, und vervollständigt im andern Falle die Operation durch weitere Schnitte. Eine weniger empfehlenswerte Methode besteht darin, ein krummes Bistouri unter den mit dem Finger losgetrennten Muskel zu schieben und dann das Tier einige Schritte vorwärts zu treiben, wodurch der Muskel gleichsam von selbst abgeschnitten werden soll.quot;
Fremde Mitteilungen über diese Lahmheit sind mir aus der periodischen Litteratur nicht bekannt, deshalb führe ich die von mir erlebten vier Fälle in aller Kürze an.
1. Der Muskel sprang bei dem Herumtreton im Stalle, sowie bei der Bewegung im Freien mitunter hinter (Ion Trochanter und darauf sofort wieder zurück; niemals blieb derselbe hinter dem Troohanter sitzen, und mitunter musste man das Tier zweihundert Schritt bewegen, oho die Krselioiiiunraquo;- eintrat.
2.nbsp; nbsp;Dor Muskel sprang bei dor Bewegung sofort hinter den Trochanter und gewöhnlich auch sogleich wieder zurück; derselbe blieb nur ausnahmsweise hinter dem Trochanter festsitzen, und dann hielt das Tier den Schenkel rückwärts gestreckt.
3.nbsp; Die fragliche Abnormität bestand zunächst auf einem, ein Jahr später auf beiden Hinterscbenkeln. Das Tier wurde, wenigstens so lange die zu verschiedenen Zeiten vorgenommene Besichtigung dauerte, in der Bewegung garniclit geniert; der Muskel hakte niemals hinter dem Trochanter fest.
4.nbsp;Das Tier, angemeldet mit dorn Vorberichte, dass es am Rammquot; leide, konnte lange Zeit ganz normal geben, blieb dann aber plötzlich mit rückwärts gestrecktem Schenkel stehen, Die darauf folgende Untersuchung ergab auf das bestimmteste, dass der Muskel hinter dem Trochanter fostsass. Vier Monate später hakte der Muskel niemals mein' fest, sondern glitt bei der Bewegung immer ganz frei hin und her.
Diese vier Fälle ergänzen sich auf das beste.
Eine Behandlung ist in keinem Falle gestattet worden, weil die Tiere das Futter gut verwerteten.
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Komplette Luxation des Hüftgelenks.
Diese so häufig beim Rinde vorkommende Krankheit war mir beim Eintritt in die Praxis absolut unbekannt. Ich wurde aber im zweiten Jahre meiner praktischen Thätigkeit von einem sehr liebenswürdigen Manne, der vor meiner Niederlassung mitunter tierärztliche Hilfe zu leisten versucht hatte, auf selbige in einer Weise, die mich nicht verletzen konnte, aufmerksam gemacht. Seit dieser Zeit habe ich die
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komplette Luxation des Hüftgelenks beim Rinde sehr häufig beobachtet, auch schon vor reichlich drei Dezonmen derart beschrieben, dass ich dem damals gesagten nichts Wesentliches zufügen kann.
Die anatomische Verbiudmig des Oberschenkelbeins mit dem Becken ist nach Tierart eine etwas verschiedene. Bei dem Pferde ist die Pfanne tief ausgehöhlt, und dem entsprechend ist der Kopf des Oberschenkelbeins gebildet; das runde Band ist stark und wird durch die Endsehne des geraden Bauchmuskels unterstützt. Bei dem Rinde dagegen ist die Pfanne flach, der Kopf des Oberschenkelbeins scharf abgesetzt, dessen Hals lang, das runde Band vorhiiltnismiissig schwach und erhält von dem geraden Bauchmuskel keine Verstärkung. Es ist daher diese Verbindung bei dem Pferde viel widerstandsfähiger als beim Rinde, und deshalb kommt diese Läsion viel seltener bei dem ersteren als bei dem letzteren Tiere vor. Während ich diesen Krankheitszustand beim Pferde erst einmal sah, beoabaehtete ich, wie schon bemerkt, denselben beim Kinde sehr häufig. \
Bei allen Patienten dieser Art habe ich nicht allein während des Lebens, sondern auch nach dem Tode desselben im wesentlichen dieselben Erscheinungen gefunden, und schliesse deshalb auch meinerseits von vornherein jegliche Irrung aus. Don Beoachtungou und Angaben der Kollegen muss man jedoch volle Rechnung tragen, und ich räume daher auch gerne ein, obgleich ich für die nachfolgende Schilderung wohl eine allgemeine Gültigkeit beanspruchen darf, dass bei dieser Luxation die Verhältnisse einmal andere sein können, als ich sie in dem nachfolgenden gebe.
Krankheitserscheinungen. Das Aufstehen ist erschwert, mitunter sehr bedeutend, und zwar namentlich dann, wenn das Tier auf dem kranken Schenkel liegt. Der Schenkel wird beim rahigen Stehen vor- und mit der Zehe auswärts gerichtet gehalten. Der Gang dos Tieres ist schwankend und dabei die Bewegung des Schenkels charakteristisch; derselbe wird in einem nach auswärts gerichteten Bogen, mähend und schleudernd weit vorgeschoben, er knickt bei der Belastung stark zusammen, besonders dann, wenn das Tier auf demselben wendet, und bleibt niemals hinter der senkrechten Linie zurück. Bei der Bewegung, bei der einfachen Beugung und Streckung, mehr noch bei der künstlich herbeigeführten nach auswärts gerichteten Seitenbewegung sieht man sehr deutlich, dass die Verbindung dos Oberschenkelbeins mit dem Becken gelockert ist. Der grosso Umdreher ragt stärker vor und liegt weiter nach ab- und rückwärts als an der gesunden Seite. Diese Erscheinung ist schon durch das Auge, sonst auch sehr bestimmt durch
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ein Messbaud festzustellen. Bei der Aufnahme dieses Symptoms muss man jedoch die Stellung des Tieres beriieksichtigen; die Hintorschenkol müssen in gleicher Linie stehen. Bei einem Druck auf die Gelenkpartie, die in manchen Fällen eine entzündliche Schwellung zeigt, sowie bei der Bewegung, besonders bei der ein- und auswärts gerichteten Bewegung des Schenkels, äussern die Tiere Schmerzen und zwar am stärksten dann, wenn eine bedeutende Läsion des Knochens oder der das Gelenk begrenzenden Welohgebüde vorliegt. Bei der Bewegung dos Schenkels sieht man den grossen Umdreher stark vor- und rückwärts gleiten und hört dabei mitunter ein eigentümliches Geräusch. Legt man das Ohr auf das Gelenk und lässt dann den Schenkel vor-und rückwärts oder ein- und auswärts bewegen, so hört mau ein knarrendos oder sägendes Geräusch, ähnlich im ersteron Falle dem Krepitations-geräusch, im letzteren Falle dem Geräusch, welches man mit dem Ohre, sogar mit dem Finger an einer unvollkommen zerrissenen, zerfaserten, Sehne wahrnehmen kann, wenn selbige angespannt wird.
In früheren Jahren habe ich solche Patienten regelmiissig per vaginam et rectum untersucht, um festzustellen, ob auch der Kopf des Oberschenkelbeins im eirunden Loch liege; ich habe denselben jedoch hier niemals' gefunden, so dass ich die Richtigkeit der Angaben, nach welchen dies stets oder auch nur häufig der Fall sein soll, bestreiten muss.
Leichenerscheinungen. Die Muskeln in der Umgebung des Gelenks sind gewöhnlich intakt, mitunter jedoch zerrissen, mit Blut unterlaufen und entzündet. Niemals sah ich eine eitrige oder brandige Zerstörung. Den Kopf des Oberschenkelbeins fand ich regelmiissig in der Pfanne. Das runde Band war entweder
1.nbsp; in der Pfanne zum Teil oder ganz vom Knochen gelöst, oder
2.nbsp; in der Mitte oder mehr nach dem einen oder anderen Ende unvollkommen zerrissen, zerfasert, oder
3.nbsp; ungefähr in der Mitte oder in der nächsten Nähe der Bandgrube des Obersehenkelbeins vollständig zerrissen.
Die knorpelige Bekleidung des Gelenkkopfes des Oberschenkelbeins ist an einer ziemlich scharf begrenzten, ca. fünfgroschengrossen Stelle angerieben oder ganz weggerieben, so dass in dem letzteren Falle der Knochen liier freiliegt und blutrünstig erscheint. Der hintere äusscre Teil des Pfannenrandes ist ebenfalls angerieben, mitunter auch nur schwach, zuweilen jedoch in ziemlich beträchtlichem Grade. Wenn man diese beiden Läsionen mit der beschriebenen Lage des grossen Umdrchers während des Lebens zusammenhält, so ist man unbedingt zu dem Schluss berechtigt, dass in den von mir beobachteten Fällen der
Harms, Kinderkrankheiten.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 19
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Qelenkkopf lt;ios Obersohenkelbeias vor dem Tode des Tieres auf dem hinteren äusseren Teil des Pf'aiiiienrandes geruht hat, und dass derselbe in der Agonie oder nach dem Eintritt des Todes in die Pfanne zuriiek-getreten ist. Tiere, die monatelang au dieser Krankheit gelitten hatten, habe ich wohl gesehen, aber niemals seziert.
Verlauf. Es sei zunächst bemerkt, dass In keinem der von mir beobachteten Fälle Heilung, wohl aber zuweilen eine Besserung in dem Gebrauche des Schenkels eingetreten ist. Im günstigsten Falle nimmt nach und nach die Lahmheit ab. wobei aber gewöhnlich Atrophie in den Muskeln des Schenkels eintritt. Werden solche Tiere im Stalle gehalten, so kann eine recht gute Produktion von Stoffen, von Fleisch und Milch, stattfinden, womit aber durchaus nicht behauptet werden soll, dass selbige das Futter gut verwerten. Leben die mit dieser Luxation behafteten Finder auf der Weide, dann ist die Verwertung des Futters der Kegel nach eine schlechte, und um so mehr, wenn sie auf derselben täglich grössere Strecken zurücklegen müssen. Es ereignet sich aber auch mitunter, dass solche Tiere zum Festliegen kommen, und dann wohl, wenn sie nicht zeitig genug geschlachtet, sterben würden.
Ursachen. Auf Befragen ist mir von den Besitzern mitgeteilt worden, dass die Tiere beim Aufstehen oder bei dem Begattungsakte unter dem Bullen ausgeglitten seien.
Behandlung. Schon seit fünfundzwanzig Jahren time ich gegen diese Krankheit nichts, gebe aber in jedem Falle eine bestimmte Prognose ab, so dass der Besitzer sofort orientiert ist, um in einer ihm zusagenden Weise Verfügungen treffen zu können.
[nkoinpletto Luxation laquo;les Hüftgelenks.
Dieses in der speziellen Litteratur noch ganz unbekannte Leiden habe ich in Hannover fast in jedem Jahre mehrfach beobachtet.
Krankheitserscheinungen. Die Tiere gehen in verschiedenem, meistens jedoch in ziemlich bedeutendem Grade lahm. Der kranke Schenkel wird im Stande der Ruhe nicht normal belastet und während des (Jehens in ungleicher Weise, also regellos, bewegt. Der Trochanter ragt stärker vor als unter normalen Verhältnissen, ist aber nicht disloziert. Zwischen dem Trochanter und dem Sitzbeinhöcker fand ich einmal eine schmerzlose, fluktuierende Geschwulst, aus welcher auf gemachten Einstich eine klare, gelbliche Flüssigkeit zum Vorschein kam. Diese Erscheinung habe ich bei der kompletten Luxation des Hüftgelenks, wo man sie nach den Auffassungen der Menschenärzte stets erwarten sollte, niemals gefunden. Bei der vor- und rückwärts, sowie
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aus- und einwärts gerichteten Bewegung des Schenkels im Pfannengelenke äussert das Tier Schmerzen und konstatiert das anliegende Ohr mitunter ein leichtes Roibegränsch.
Leiehenerscheinungen. Man findet stets eine partielle Lösung des runden Bandes aus der Bandgrube der Pfanne. Das Baud erscheint am Pfannenrande auch bei abgebluteten Tieren allenthalben ro-t, in den gelösten Partieen ausserdem zunächst gewulstet, später sogar mit Granulation bedeckt. Die Stelle der Bandgrube, wo die Ausreissung des Bandes erfolgt ist, erscheint in den ersten Tagen blutig, ist später aber ebenfalls mit Granulation bedeckt. Der Kopf des Oberschenkelbeines ist an einer Stelle rauh und gelblich. Untersucht man den Knorpel von dieser Stelle mikroskopisch, so lindet man denselben faring zerfallen und verfettet. Einmal fand ich (s. o.) die Gelenkkapsel rupturiert und Synoria zwischen dem Trochanter und Sitzbeinhöcker, In einem anderen Falle, in welchem die Krankheit ein halbes Jahr bestanden hatte, erschienen die in nächster Nähe des Gelenkes liegenden Muskeln auf dem Querschnitt mormoriert.
Verlauf. Dieser ist in der Regel kein günstiger. Die meisten derjenigen Kühe, bei welchen ich diese Lahmheit diagnosiert habe, sind lahm geblieben, resp, geschlachtet worden. Dabei muss noch ganz besonders berücksichtigt werden, dass in allen den Fällen, in welchen Heilung eingetreten ist, die Diagnose nicht durch die Sektion kontrolliert worden ist.
Diagnose. Diese ist niemals mit absoluter Sicherheit, wohl aber mit an Gewisshelt grenzender Wahrscheinlichkeit zu stellen. Selbige stützt sich zum Teil auf den negativen Befund an den übrigen Teilen des Schenkels, sowie auf die Thatsache, dass die Lahmheit Verhältnis-massig häutig vorkommt, gröstenteils aber auf die wesentlichen Erscheinungen. Zu diesen gehören: 1. Die regellose Bewegung des Schenkels. Dieses Symptom ist immer vorhanden, aber sogar von dem geübten Augo nicht immer leicht zu konstatieren. Die Ursache der regellosen Bewegung liegt in der weniger innigen Verbindung des Oberschenkelbeins mit dem Becken. 2. Das Krepitationsgeräusch. Dieses ist leider nicht immer vorhanden und wird ausserdem sehr leicht durch ein an einer anderen Stelle stattfindendes Geräusch vorgetäuscht. Bei der Auskultation des Gelenkes und bei der Deutung des Gehörten muss man recht vorsichtig sein. 3. Das stärkere Vorliegen des Trochauters. Dieses Symptom darf aber nur dann verwertet werden, wenn es bei gleichmässigcr Stellung, d. h. bei normaler Belastung des betreffenden Schenkels, aufgenommen worden ist.
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Ursachen. Die partielle Lösung dos runden Bandes in der Bandgrube der Pfanne ist selbstverständlich auf eine zu starke Anspannung desselben zurückzuführen. Diese kann zu jeder Zeit, beim Weidegang namentlich während des Rinderns eintreten.
Behandlung. Die sofortige Verwertung des Tieres auf der Schlachtbank ist in manchen Fällen das beste. Soll ein Heilvorsuch gemacht werden, so muss man das Tier in solche Verhältnisse bringen, dass es möglichst wenig Veranlassung findet, den kranken Schenkel zu bewegen. Auf der Weide lobende Rinder nimmt man während der Brunst am liebsten auf den Stall. Eine arznoiliche Behandlung kann natürlich auch hier nicht in Frage kommen.
Dislokation der Kiiicsclielbo.
Als Dislokation der Kniescheibe, Verrenkung der Kniescheibe, Ramm etc. bezeichnet man diejenige Abnormität, bei welcher die Kniescheibe aus ihrer Lage herausgetreten ist und in der abnormen Lage festgehalten wird, so dass jegliche Bewegung im Kniegelenke ausgeschlossen und der ganze Schenkel damit festgestellt ist.
Die Erscheinungen dieser Abnormität sind charakteristisch und in den betreffenden Handbüchern auch genau angegeben. Eine Verkennung derselben ist absolut unmöglich. Über die Stellen aber, an welchen die Kniescheibe fest sitzen bleiben kann, dürften präzisere Angaben im allgemeinen erwünscht, aber nur durch Sektion und Versuche zu gewinnen sein.
Da ich nun niemals Gelegenheit gehabt habe, ein solches Tier zu sezieren, und die von mir am lebenden Tiere vorgenommenen Versuche nicht gelungen sind, will ich keine allgemeine Beschreibung dieser Abnormität geben, sondern mich auf die Mitteilung des letzten Falles beschränken.
Der Gärtner auf dem Bngensohder Kirchhofe bei Hannover berichtete eines Tages, dass eine seiner Kühe mitunter plötzlich den rooliten Hlnterfass rückwärts gestreckt halte und dann nicht Im Stande sei, sich von der Stelle zu bewegen, dass das Tier sogar zuweilen während des Liogons den Schenkel rückwärts gestreckt halte und dann nicht aufstehen könne.
Bei der näheren Untersuchung fand ich folgendes: Das Tier belastete den kranken Sehenkel im Stande der Ruhe in ganz normaler Weise, zeigte bei der Bewegung zuerst nichts Auffälliges, stand aber nach einigen Schritten plötzlich still und hielt den rechten Hinterschonkel rückwärts gestreckt. Infolge starken Antroibens marschierte das Tier mit biipftmder Bewegung des Hintorteils, wobei das rechte Hinterbein in der Weise nachgeschleppt wurde, dass die vordere Fläche des Fesselbeins den Erdboden stets berührte. Die Kniescheibe war ab- und auswärts geglitten, sass hier fest, glitt aber, sobald man einen auf- und einwärts gerichteten Druck auf dieselbe ausübte.
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In Ihre normalo Lage zurück. Ebenso konnte man dio Kniosehoibe aber auch, wenn der Sobeukel etwas vorgestellt und weniger belastet war, mit leichter Mülio in ihre abnormo Lage zurückbringen.
Karl Günther hat zu meiner, in dem Jahresbericht der Königlichen Tierarzneischule zu Hannover pro 187-1 vorhandenen Mitteilung einen kleinen, mir absolut unverständlichen Zusatz geliefert. Sollte Günther darin vielleicht ausdrücken wollen, duss meine Angaben auf falscher Be-obaehtnng und Untersuchung beruhen, so müsste ich dagegen protestieren.
Da es mir nun nicht einerlei ist, wie meine Mitteilungen aufgefasst werden, bemerke ich, dass Meyer in der B. T. W. pro 1892, Seite 75., zwei Fälle von Dislokation der Kniescheibe mitteilt und dabei angiebt, dass er in der Litteratur nur einen einzigen derartigen Fall, nämlich den von mir angeführten, gefunden habe.
Kiiptui' der geraden Scheukclmuskelu.
Hierüber kann ich nur berichten, was ich in einem Falle gefunden habe.
Krankhoitsorschoinungen. Der Schonkol wurde in einem wenig gebeugten Zustande, also steif und mühsam vorwärts bewogt, bis or senkrecht unter dorn Körper stand, knickte boi der dann folgenden Belastung stark zusammen und wurde darauf schnell entlastet. Uioso ganze Bewegung, deren Eigon-tiimlichkcit ich nicht so genau beschreiben kann, machton sofort auf mich den Eindruck, dass das Tier die Last auf dem kranken Schenkel zum Teil nicht tragen könne, zum Teil, vorhandener Schmerzen halber, nicht tragen wolle. Die ganze Partie der geraden Schcnkelmuskoln war geschwollen, und der Um-droher lag an dieser Seite 4 cm weiter nach vorn als an der gesunden Seite. Hierauf legte ich zum Unterschied von der kompletten Luxation des Hüft-golenks ein besonderes Gewicht. Beim Druck auf die geschwollene Partie, sowie bei der abwechselnden Streckung und Beugung dos Schenkels traten Schmerzäusserungen auf und ausserdem boi der letzten Manipulation ein knarrendes Geräusch, welches ich sohr deutlich vornahm, wenn ich das Ohr an die entsprechende Stelle legte.
Der Vorlauf dieser Ruptur, über deren Entstehung ich nichts sicheres ermitteln konnte, wäre voraussichtlich bei voller Ruhe ein günstiger gewesen; dessenungeachtet aber wurde das Tier geschlachtet, weil es in hohem Grade an der Echinokokkenkrankhoit litt.
Boi der am fünfton Tage nach der Entstehung der Krankheit vorgenommenen Sektion fanden sich die geraden Schenkelmuskeln Kniescheiben-muskoln an mehreren Stollen zerrissen, stark inflltriert und mit Blutgerinnseln durchsetzt.
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Entziliidung des Kniegelenks.
Die Entzündung des Kniegelenks ist eine selten vorkommende, durch die Litteratur nur wenig bekannte Krankheit.
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Krankheitserscheimmgen. Das Tier liegt viel, steht ungern auf und geht auf dem kranken Schenkel bis zu dem Grade lahm, dass es denselben beim Stehen und Gehen gar nicht mehr verwendet. Die ganze Oelenkpartie ist in bedeutendem Grade geschwollen, vermehrt warm, und, wie beim leichten Druck zu konstatieren, sehr schmerzhaft. Bei der Auskultation des Gelenks während der Bewegung des Schenkels vernimmt man ein eigentümliches Geräusch.
Leiehenerscheinungen. Ich habe nur ganz frische Fälle untersucht und in diesen folgenden Befund aufgenommen: Bei Abnahme der Haut an den afflzierten Stelleu fiiesst eine klare, gelbliche Flüssigkeit in Form von Tropfen und Strähnen ab; die sämtlichen, das Gelenk zunächst umgebenden Woichteile sind mit derselben Flüssigkeit sehr stark durchtränkt. Beim Eröffnen des Gelenks kommt eine sehr klebrige, rötliche, etwas trübe Flüssigkeit zum Vorschein, die bis zur Quantität von 30 g aufgenommen worden ist. Die Gelenkkapsel ist an den inneren Flächen mit einer Fibrinplatte belegt, erscheint nach dem Ablieben dieser Platte rauh, vaskularisiert und mit Eehymosen besetzt. Die Plicae vasculosao erscheinen dunkelrot. An Knochen und Knorpel habe ich nichts Abnormes gefunden.
Verlauf. Nur folgendes habe ich in der Praxis er-fahren. Vollständige Ausgleic-hung ist schwer zu erreichen; wird auch die Akuität der Krankheit nach und nach gebrochen, so hält es doch schwer, die letzten Reste derselben zu beseitigen. Deshalb habe ich auch ausgemästete Tiere, die mit dieser Krankheit behaftet waren, sofort schlachten lassen.
Diagnose. Diese ist nicht mit absoluter Sicherheit, wohl aber mit au Gewissheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu stellen. Wenn die vorhin bemerkten Erscheinungen vorliegen, so ist man berechtigt, das Vorhandensein der in Frage stehenden Krankheit anzunehmen. Man muss dabei allerdings der Thatsache eingedenk sein, dass bei einem Bruch der Gelenkenden der betreffenden Knochen ähnliche Erscheinunger sich zeigen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; '
Ursachen. Mir unbekannt.
Prognose. Diese muss nach jeder Richtung mit Reserve gestellt werden.
Behandlung. Soll eine Behandlung eingeleitet werden, so trage man dem in der Chirurgie geltenden Gesetze: Ruhe dem leidenden Teilequot; vollste Rechnung und erzeuge eine recht intensive Hautentzündung. Je heftiger die etablierte Hautentzündung ist, um so leichter tritt unter sonst gleichen Verhältnissen ein günstiger Ausgang ein. Das Reizmittel
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wird nur au der vorderen und äusseron Fliicho, jedoch ziemlich weit über die Grenzen des Entzündungsherdes hinaus applizlert. Könnte man das Gelenk in Eis einpacken, wie es die Menscheniirzte bei dieser Krankheit des Menschen thun, so würden wir wohl ungleich bessere Resultate erzielen.
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Spi'nnggeleukentzttiulnnga
Der nachfolgende Fall gelangt nur deshalb zur Mitteilung, weil in demselben ein unbeweglicher Verband mit wenigstens anscheinend ausserordentllch sohönem Erfolg benutzt worden ist,
Der unbewegliche Verband, welcher in der Meuschenheilkunde schon seit langer Zeit nicht allein bei den Kiiochenbrüehen, sondern ebenfalls bei anderen Leiden, namentlich bei (iolenkkrankheiten, mit brillantem Erfolg benutzt wird, ist in der Tierheilkunde bis jetzt nur bei Knoehen-brüchon angewendet worden. Es ist auch zuweilen schwierig oder gar nicht ausführbar, die freiliegenden Gelenke die nicht freiliegenden Gelenke kommen gar nicht in Betracht der Schenkel bei unseren grossen Haussäugetieren festzustellen; die Erfolge jedoch, welche die Menscheniirzte durch diesen Verband erzielen, sind derart, dass wir zu ermitteln suchen müssen, wo dies möglich und praktisch richtig ist.
Am 18. Februar 1872 wurde von dem üartonm.iim St. au dor Gr. Br. oino Kuh vorgeführt, bei welcher Ich am Sprunggelenke dos rechten Hlntersohenkels Arthritis purulentaquot; dlagnoslerte, Die Arthritis purulenta und serosa, die beide beim Rinde von mir beobachtet und behandelt worden sind, zeigen In Ihren Erscheinungen nur graduelle Verschiedenheiten, und deshalb ist es auch von vornherein nicht immer möglieh, festzustellen, ob dio cine odor die andere Form vorliegt. Indem fraglichen Falle war dor Schmerz aber so bedeutend, dass ich mich zur Diagnose Arthritis purulentaquot; berechtigt hielt,
Durch den als Praktikant fungierenden Herrn Thölko wurde am andern Tage ein üipsverhand so angelegt, dass das Sprunggelenk nachher unbeweglich feststand. Die Kuli war durch diesen Verband in ihren Bewegungen nur wenig geniert; sie legte, sich nieder und stand wieder auf, ohne besondere Anstrengungen machon zu müssen. Als nnch zwei Tagen der Vorhand etwas locker geworden war, wurde Gipsbrei, der etwas Altheopulver enthielt, hinter denselben gegossen. - Ein mit 2 % Althocpulver versetzter Gips erhärtet langsam, wird aber sehr hart und widerstandsfähig.
Nach Ablauf von vierzehn Tagen ging die Kuh bedeutend besser. Der Vorband wurde erneuert.
Am 12, März war das Tier allerdings noch lahm, jedoch in so geringem Grade, dass ein Durchbrach nicht mehr zu befürchten war. Der Verband wurde entfernt und oino leichte Einreibung vorordnet. Ende März war vollständige Heilung erreicht.
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Als das Tier ca. noun Monate später an der traumatisphon Magon-Zwerch-fellentzttndDDg erkrankte und aus diesem Orundo gesohlachtot wurde, fand sich bei dor Sektion der Knorpel dos betreffenden Spranggelenks golb.
Zur liclimidliiiin laquo;1er rollHtiiiidig'oii Kiioclicnlu'ilche.
Auch in der Rinderpraxis bieten die Knochenbniche Frakturen mitunter recht unangenehme Vorkommnisse. Ihre Erkennung ist gewöhnlich leicht; die Frage aber, ob eine Behandlung einzuleiten ist oder nicht, und eventuell welclie, ist mitunter schwer zu beantworten. Ausgeschlossen ist die Behandlung gewöhnlich bei solchen Rindern, die sich in einem schlachtbaren Zustande befinden und folglich preiswürdig auf der Schlachtbank zu verwerten sind, und selbstverständlich dann, wenn Heilung absolut nicht zu erreichen ist. Wir müssen uns auch hier, wenn eigene Erfahrungen fohlen, wie es beim Eintritt in die Praxis fast stets der Fall ist, auf die Erfahrungen der Zeitgenossen und Vorfahren zu stützen suchen, was aber hinsichtlich der Frakturen beim Kinde nicht mit der wünschenswerten Sicherheit möglich ist. Ich möchte deshalb, um ein besseres Fundament für die Beurteilung konkreter Fälle zu gewinnen, die Anregung zu recht häutigen Mitteilungen über Frakturen beim Rinde geben.
Es kann schon wegen Mangel an Raum nicht meine Aufgabe sein, die Knochenbrüche ausführlich zu besprechen. Die Infraktionen Eindrücke, Knickbruche, Quetschungen und Fissuren, sowie die Ab-sprengung von Fragmenten und die Epiphysenlösungen bleiben hier vollständig unberücksichtigt. Nur über die Behandlung der vollständigen Brüche, und zwar sowohl über die der subkutanen, als auch über die der perkutanen Brüche, möchte ich das Nachstehende bemerken.
Bei den subkutanen Brüchen können eventuell Schmerzen, abnorme Beweglichkeit, Difformitäten, Krepitation und gestörte oder ganz aufgehobene Funktion konstatiert werden. Ob jedesmal oder mitunter ein aseptisches Fieber besteht und Fett im Harn nachzuweisen ist, ist mir nicht bekannt.
Die Heilung der subkutanen Brüche kann man durch die Kunst unterstützen Kunsthcilung oder sie der Natur überlassen Naturheilung ,
Bei der Kunstheilung handelt es sich um die Einrichtung und die Anlegung eines Verbandes. Für beide Aufgaben liegen ausführliche Vorschriften in unseren Werken über Chirurgie vor.
Die Naturheilung der subkutanen vollständigen Frakturen beim Rinde scheint mir nicht genug bekannt zu sein. Ich möchte hier den Satz
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aufstellen, dass diejenigen subkutanen Briiclic beim Rinde, welche nicht durch die Natur geheilt werden, der Regel nach auch nicht durch die Kunst zu heilen sind. Aber auch hier können Ausnahmen von der Regel vorkommen. Es ist nicht meine Absicht, für alle Fälle von der Behandlung der subkutanen Frakturen beim Rinde abzuraten, im Gegenteil empfehle ich, allenthalben dort, wo ein Verband, der die Knochenenden feststellen kann, anzubringen ist, einen solchen anzuwenden. Ich möchte durch meinen Ausspruch nur zweierlei erreichen, niimiieh erstens die Abschaffung der Spielerei mit Verbänden, die keinen Nutzen gewähren, und zweitens die Unterlassung des unzeitigen Tötens der mit oiiiui einfachen, aber vollständigen Fraktur behafteten Binder. Die an einem einfachen, aber vollständigen Bruche leidenden Rinder lasse ich, wenn ein haltbarer, die Bruchenden feststellender Verband nicht anzubringen ist, im Sommer am liebsten auf der Weide, im Winter in einem Räume des Hauses, in dem sie isoliert leben und sich frei und zwanglos bewegen können. Bei dem freien Umhergehen kann sogar infolge der durch die Schwere des unterhalb des Bruches liegenden Teiles des Schenkels bedingten natürlichen Expansion eine Heilung ohne Difformität des Knochens und Verkürzung des Schenkels eintreten, was indessen gewöhnlich nicht der Fall ist. Wenn ich absehe von den Beckenbrüchen 8, Auflage meiner Geburtshilfe , habe ich bei Frakturen des einen Fesselbeins, des Vorarms, des Armbeins und des Schulterblatts am Vorderschenkel und der Keule des Hinterschenkels Heilung ohne alle Unterstützung der Natur eintreten sehen. Einzelfälle will ich nicht angeben, sondern nur bemerken, dass ich die Naturheilung einer Fraktur beim Rinde das erstemal im Sommer IH54 und das letztemal im Sommer 1885 beobachtet habe.
Der perkutane Bruch, sonst offener oder komplizierter Bruch genannt, ist auch beim Rinde eine ausserordentlich schwere, aber nicht in jedem Falle absolut unheilbare, resp. tötlich verlaufende Verletzung. Der offene Knochenbruch ist beim Rinde nachweisbar schon geheilt werden. Man darf daher die vom Besitzer aus irgend einem Grunde gewünschte Behandlung nicht ohne weiteres, sondern erst nach vollster Würdigung der vorliegenden Verhältnisse ablehnen.
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Panaritiuiii.
Das Panaritium ist eine Entzündung der Weichteile des unteren Fussendes, welche verschieden tief eindringt und beim natürlichen Verlaufe unbedingt zur Nekrose führt. Das Panaritium gehört, obgleich der örtliche Prozess von geringem Umfange ist, zu den schlimmsten
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Fusskrankhölten, weil es des langsameu Verlaufes und des die höheren Grade begleiteadeu Fiebers wegen eine schlechte Verwertung des Futters bedingt und aussenlem zuweilen, was jedoch mir beim Arbeitsvieh von Bedeutung ist, zur Verkrüppelung des Fusses führt.
Das Wesen des ranaritiums besteht, wie schon oben bemerkt, in einer Entzündung. Diese Entzündung zeigt jedoch das Eigentümliche, dass sie direkt zur Nekrose und Verjauchung, erst in zweiter Linie zur Eiterung führt. Wodurch der Eintritt der Nekrose in diesem Falle bedingt ist, liisst sich nicht mit Bestimmtheit angeben; man wird jedoch unwillkürlich an den Furunkel des Mensehen, ganz besonders auch an die Diphtherie erinnert. Das Gewebe, in welchem das Panaritium beim Rinde seinen Sitz hat, ist sehr derb, also nicht leicht ausdehnbar. Treten nun unter dem zur Zeit erhöhten Blutdruck neben dem Blutplasma lymphoide Zellen in grösserer, reap, grosser Zahl aus den Gelassen hinaus, so nimmt die Spannung des Gewebes noch bedeutend zu, die Venen werden komprimiert, das Blut stagniert, die Ernährung sistiert und das Gewebe mortitiziert. Möglich ist indessen ja auch, dass der Eintritt der Nekrose etc. durch die Ursache (s. d.) bedingt ist. Das die höheren' Grade des Panaritiums begleitende Fieber wird, ähnlich wie in jedem anderen Falle, durch den Übertritt phlogogener Stoffe ins Blut hervorgerufen und steht regelmässig insofern in einem bestimmten Verhältnis zum örttlichen Prozess, als aus der Höhe des Fiebers auf die Bedeutung des örtlichen Prozesses geschlossen werden kann.
Die Ursache des Panaritiums ist mit Sicherheit allerdings noch nicht ermittelt; es liegt jedoch wahrscheinlich eine Infektion vor, und Bang will den betreffenden Bacillus gefunden haben.
Ich unterscheide Zehen-, Ballen- und Zwischenklauenspalt - Panaritium.
Das Zcheiiitaiiaritiiini.
Als Zchen-Panaritium bezeichne ich die Entzündung oben bcaeiohneten Charakters, welche am Klauenwinkel ihren Sitz hat.
Erster Grad.
In allen hierher gehörenden Fällen beschränkt sich die beim natürlichen Verlaufe eintretende Nekrose auf die Haut, sehr häufig auf den oberflächlichen Teil derselben.
Krankheitserscheimmgen. Die Tiere fressen, saufen und ruminieren in ziemlich normaler Weise, liegen Jedenfalls etwas häutiger und anhaltender als sonst, belasten den kranken Schenkel nicht normal und gehen auf demselben deutlich, aber in nicht sehr bedeutendem Grade
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lahm. Sind, was allerdings sehr selten von mir konstatiert worden ist, beide Hintersehenkel afflzlert, so trippeln die Tiere und gehen gespannt. Am vorderen Ende der Klauenspalte, am Klauenwinkel, findet sich eine leichte und auslaufende Schwellung der Haut, die wohl vermehrt warm, besonders aber schmerzhaft ist und, wenn die Haut nicht pigmentiert ist, lebhaft rot erscheint.
Verlauf. Ist stets ein sehr günstiger. Xucli ein paar Tagen wird die betreffende Hautstelle rissig; die gespaltenen Partien präsentieren sich in Form von unregelmiissigen, meistens zottigen Hervorragungeu, und zwischen diesen findet sich, besonders wenn die Haut in ganzer oder ungefähr ganzer Dicke nekrotisiert ist, eine schmutzige, bräunliche Zerfallsmasse. Die abgestorbenen Teile werden in kurzer Zeit abge-stossen, es bildet sich eine gute Granulation und darauf tritt bald Heilung ein.
Prognose. Diese ist in Bezug auf Heilung stets günstig, selbst auch dann, wenn keine Behandlung eingeleitet wird. Jedoch wird schon bei diesem geringgradigen Panaritium das Futter weniger gut verwertet und deshalb empfiehlt es sich, durch ein sachgemässes Vorfahren die Schmerzen zu lindem und den Verlauf zu beschleunigen.
Behandlung. Richtet sich nach dem Stadium der Krankheit. 1st Mortifikation noch nicht eingetreten, so lasse ich, falls die Haut nur oberflächlich affiziert ist, feuchte Wärme anwenden; wenn aber angenommen werden darf, dass die Haut in ganzer Dicke in Mitleidenschaft gezogen 1st, so spalte ich dieselbe, unterhalte die Blutung eine kurze Zeit und lege einen Teerverband derart an, dass die Klauen etwas auseinander stehen bleiben. Ist aber die Nekrose schon eingetreten, so verwende ich, wenn die Haut nicht in ganzer Dicke zerstört ist, ein leichtes Atz- und austrocknendes Mittel Cuprum sulfuricum und Radix Altheae äa q. s. , falls dagegen die Haut in ganzer Dicke inortitiziert ist, nach dein Ausräumen und Reinigen dos Geschwürs ein Teerverband. Auch in diesem Falle muss so viel Hede oder ähnliches Material zwischen die Klauen gebracht werden, dass selbige nach dem Anlegen einer Binde auseinanderstehen, damit die erkrankte Partie nicht durch den Verband belästigt wird.
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Zweiter Grad.
Bei diesem Grade des Pauaritiums liegt eine heftige Entzündung der Weichteile vor, welche sich auf das Kapselband des einen oder beider Klauengelenke erstrockt.
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Krankheitserscheinungen. Die Tiero fiebern, liegen häufig und anhaltend, stehen ungern auf und belasten den kranken Schenkel im Stande der Kühe, sowie bei der Bewegung nur wenig. Das untere Fassende ist an der früher bezeichneten Stelle und über diese Grenzen hinaus geschwollen und sehr scluner/haft. Ziemlich dicht oberhalb des Saumes der einen oder beider Klauen findet sich in der geschwollenen Partie ein quot;Wulst, der am Klauenwinkel am stärksten ist und seit- und rückwärts allmählich ausläuft, Mitleidenschaft des Kronen-Klauengelenks.
Verlauf. Der Verlauf ist, wenn die von mir empfohlene Behandlung frühzeitig, d. h. vor dem Eintritt der Morfitikation, richtig eingeleitet und durchgeführt wird, der Regel nach iiisofein ein günstiger, als in zwei bis drei Wochen Heilung erzielt wird. Bei dem natürlichen Verlauf, sowie bei nicht sachgeinässer Behandlung wird die Haut am Klauenwinkel in ganzer Dicke zerstört, die Verjauchung dringt verschieden tief iu das zwischen den Kronen- und Fesselbeinen liegende Fettpolster hinein, und es erfolgt nicht ganz selten eine Perforation der Gelenkkapsel und Gelenkverjauchung. Dringt die Verjauchung nur In das Fettpolster hinein, so tritt unter der unten angegebenen Behandlung in ein paar Wochen Heilung ein; ist dagegen das eine Kapselband perforiert, so ist der Verlauf stets ein sehr langsamer. Die Tiere können sogar in diesem Falle, besonders wenn sie schlecht gehalten werden, infolge des Eintritts von Dekubitus sterben. Diesen Ausgang habe ich jedoch nur einmal, und zwar bei einem Tiere gesehen, welches vor meinem ersten Besuch schon sechs Wochen hindurch in einem relativ sehr kleinen Stall gelegen hatte.
Prognose. Diese ergiebt sich aus dem Vorstellenden. Hervorheben möchte ich jedoch besonders, dass auch noch im späteren Verlaufe eine Perforation der Gelenkkapsel eintreten kann, und dass es zuweilen nicht ganz leicht ist, die Perforation sofort zu erkennen. Man muss bei diesem Grade des Panaritiums besonders an die schlechte Verwertung des Futters denken, wenn eine Gelenkkapsel perforiert worden 1st, bezw. schon Indikationen zur Amputation der Klaue vorliegen, und in Erwägung ziehen, ob es nach den bestehenden ökonomischen Verhältnissen nicht vielleicht richtiger ist, das Tier schlachten zu lassen.
Behandlung. Ist die Haut noch nicht mortifiziert, so durchschneide ich dieselbe im Klauenwinkel in einer Länge von 4 bis 5 cm, und zwar derart, dass der zentrale Teil des Entzündungsherdes in die Mitte der Schnittwunde zu liegen kommt. Die eintretende, ziemlich starke Blutung unterhalte ich eine kurze Zeit, fülle die Wunde nach der Reinigung mit
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Teer, und lege einen Teerverband derart an, dass die Spitzen der Klauen weit auseinander stellen bleiben. Ist schon Mortifikation eingetreten, so wird das Geschwür bis auf den Grund von allen Fetzen mit Messer und Scheere befreit, gut gereinigt, desintiziert und abgetrocknet, mit Teer ausgefüllt und mit einem Teerverband oben bemerkter Weise versehen. Ist der Verlauf hiernnch ein günstiger, so tritt am vierten, fünften, sechsten Tage eine bessere Benutzung des Schenkels ein. Liegt Geleuk-verjauchung vor, so habe ich am raschesten Heilung durch die Amputation der Klaue erreichen können.
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Dritter Grad.
Bei diesem Grade führt die Entzündung beim naturgemässen Verlauf selbstverständlich auch zur Mortifikation; Haut, Fettpolster und Periosteum verfallen unbedingt diesem Prozesse, und der Regel nach wird ausserdem eine Gelenkkapsel perforiert.
Krankheitserscheinungen. Ein bedeutendos Fieber ist vorhanden. Press- und Sauflust sind verschwunden, Wiederkauen sistiert, und Milch wird kaum geliefert. Die Tiere liegen fast beständig, sind mitunter nur unter dem stärksten Antreiben zum Aufstehen zu bewegen, halten den kranken Sehenkel im Stande der Ruhe in gebeugter Stellung und berühren mit demselben bei der Ortsbewegung kaum den Erdboden. Das untere Fussende, zuweilen der ganze Unterschenkel ist geschwollen, vermehrt warm und sehr schmerzhaft. In der geschwollenen Partie tritt im Klauenwinkel ganz gewöhnlich eine ziemlich scharf umschriebene, circa thalergrosse Stelle auf, welche bis 0,5 cm die Nachbarschaft überragt und ganz besonders schmerzhaft ist.
Verlauf. Der Verlauf ist, wenn frühzeitig die Durchspaltung der Haut im Klauenwinkel vorgenommen und die Behandlung gut durchgeführt wird, in sofern ein günstiger, als eine Xekrotisiernng nicht eintritt. Seit 1871 habe ich, wenigstens unter den oben bemerkten Verhältnissen, wenn dieser Grad des Zehen-Panaritiiims vorlag, nur einmal erlebt, dass nachträglich eine Perforation der Gelenkkapsel eintrat; in in diesem Falle erfolgte die Perforation aber infolge des zu fest angelegten Verbandes. Wenn keine Behandlung eingeleitet oder die Durchschneidung der Haut am Klauenwinkel unterlassen wird, ist der oben beschriebene, im Klauenwinkel im Centrum liegende rundliche Teil am dritten bis vierten Tage auf der Schnittfläche grüngelblich und besteht aus einer Zerfallsmasse: derselbe trennt sich bald darauf von der Umgebung und fällt schliesslich heraus. Es liegt dann ein Geschwür vor,
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welches sieli unbedingt bis auf das Periosteum, ganz gewöhnlich mich in eines der Gelenke erstreckt. Sobald das (ielenk geöffnet ist, Knochen und Knorpel usurlert sind, ist der fernere Verlauf stets ein sehr langsamer. Wie derselbe sieh ohne Einleitung einer Behandlung gestaltet, weiss ich nicht; unter entsprechender Behandlung ist stets Heilung zu erreichen, wenn das Tier gut gehalten und Zeit genug zur Verfügung gestellt wird.
Behandlung. Diese ist im grossen und ganzen so, wie bei dem zweiten Grade angegeben worden ist. Vor der Mortifikation besteht dieselbe in der Durchspaltung der Haut, die in diesem Falle recht ergiebig ausfallen muss, Unterhaltung der Blutung, Ausfüllen der Wunde mit Teer und in der Anlegung eines Teerverbandes derart, dass die Klauen am vorderen Ende, an der Spitze, auseinander stehen, damit kein starker Druck auf die gesetzten Wundflächen einwirkt. Ist der Eintritt der Mortifikation nachweisbar, der Pfropf aber noch nicht herausgefallen, so verordne ich, um die Lösung desselben zu beschleunigen, auf ein paar Tage feuchte Wärme in Form eines Verbandes. Liegt schon das Geschwür vor, so kann man allerdings zunächst einen Versuch mit einem Teer- oder einem ähnlichen Verband machen; in der Regel emptiehlt es sich aber, sofort die Amputation der Klaue vorzunehmen.
linllcn-raiini'itiuni.
Als Ballen - Panaritium bezeichne ich die Entzündung oben angegebenen Charakters, wenn sie im Ballen ihren Sitz hat. Diese Entzündimg orgreift in der Regel nur einen Ballen, und zwar den inneren; niemals habe ich gesehen, dass mir der äussere Ballon erkrankt war, und nur einmal habe ich erlebt, dass beide Ballen eines Hinter- Fusses aftiziert waren.
Krankheitserscheinungen. Das Tier ist sehr lahm, setzt den Fuss zum Zweck der Belastung mitunter gar nicht an, hüpft, wenn es stark angetrieben wird, zuweilen auf drei Beinen vorwärts, liegt anhaltend und ist schwer zum Aufstehen zu bewegen. Der Appetit ist gering, die Rumination erfolgt selten und unvollkommen und die Milchsekretion hat stark abgenommen. Der Ballen ist dick und ausserordcntlich schmerzhaft.
Verlauf. Unter allmählicher Zunahme der vorhin angegebenen Krankheltsersoheinungen tritt nach einigen Tagen näher kann ich die Zeit nicht angeben am vorderen Bade des Ballens eine weiche Stelle auf, aus welcher auf geeigneten Druck Zerfallsmasse zum Vor-
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schein kommt. Mit der eingeführten Sonde gelaugt man dann auf den Knochen, bezw. in das Gelenk. Sind diese Ersclieinungen vorhanden, so kann man vom Ballengeschwür sprechen. Unter sachgemiisser Behandlung ist Heilung zu erreichen. Wird keine Behandlung eingeleitet, so stellt sich, namentlich bei der Stallhaltung, sehr leicht Dekubitus mit den weiteren Folgen und der Tod ein.
Diagnose. Beim Eintritt in die Praxis war mir auch das Vorkommen des Ballen-Panaritiums absolut unbekannt: ich konfumlierte dasselbe mit der einfachen Ballen-Entzündung. Nachdem ich aber einige Fälle behandelt und medizinisch denken gelernt hatte, nahm ich die Trennung vor. Das Ballen - Panaritium unterscheidet sich von der einfachen Ballenentzündung in der ersten Zeit nur, aber auch ganz bestimmt durch die Heftigkeit der Schmerziiusserungen; diese sind bei der ersteren Krankheit sehr bedeutend, bei der letzteren gering. Liegt schon das his auf den Knochen, bezw. in das Gelenk reichende Geschwür vor, so ist eine Verwechselung gar nicht mehr möglich.
Behandlung. Bis zum Auftreten des Geschwürs empfiehlt sich die' Anwendung der feuchten Warme. Das Geschwür muss mit möglichster Schonung des Ballens bis auf den Knochen keilförmig erweitert, dann gut gereinigt, gründlich desinfiziert und darauf derart antisoptisch verbunden werden, dass der Verband eventuell sitzen bleiben kann, bis er durchgetreten ist. Dies dauert mitunter nur wenige, zuweilen aber vierzehn Tage und darüber. Ist am sechsten Tage noch keine Besserung im Gebrauch des Fusses eingetreten, so kann man von neuem verbinden und mit dieser Behandlung fortfahren oder, was ich stets vorgezogen habe, zur Amputation schreiten.
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Zwisoltenklauenspalt^Panaritiuinlaquo;
Als Zwischenklauenspalt-Panaritium bezeichne ich die Entzündung oben angegebenen Charakters dann, wenn sie ihren Sitz in der zwischen den Klauen liegenden Haut hat.
Krankheitserscheinungen, Die Tiere sind sehr lahm, liegen gern und viel und können nur mit Mühe der Herde auf der Weide folgen. Die Haut zwischen den Klauen ist vermehrt warm, sehr schmerzhaft und so stark geschwollen, dass sie wulstig vorliegt und die Klauen auseinander gedrängt hat. Milch- und Fleischproduktion nehmen bedeutend ah.
Verlauf. Nachdem die bemerkten Erscheinungen ein paar Tage bestanden haben, platzt die Zwischenklauenhaut in der Regel in ganzer Länge, das untere Fussende wird allmählich in ganzem Umfange dick, und die
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Klauen werden weit auseinander gedrängt. So kniin der Zustand, wenn gar nichts geschieht oder keine rationelle Behandlung eingeleitet wird, längere Zeit bestehen bleiben; es kann jedoch auch, was freilich sehr selten gesehen wird, einer der begrenzenden Knochen In den Bereich der Erkrankung gezogen und kariös werden.
Diagnose. Diese Krankheit kann mit irgend einer anderen gar nicht verwechselt werden.
Prognose. Diese Form des ranaritium ist die am wenigsten unangenehme.
Behandlung, t. Wenn die Haut noch nicht geplatzt ist, durchschneide ich selbige in ganzer Länge, unterhalte die Blutung, reinige das ganze untere Fussende und lege dann einen Teerverband in folgender Weise an: In die Schnittwunde bringe ich einen feinen mit Teer getränkten Hedestrang, lege darauf einen grösseren, mit Teer getränkten Hedebausch, fülle den ganzen Raum zwischen den Klauen bis zur Spitze derselben mit Hede ziemlich fest aus und lege dann eine Binde um, deren Touren durch einige Hefte vereinigt werden. Die Indikationen, die ich mir bei dieser Behandlung stelle, sind a) die Spannung in der Zwischenklauenhaut zu heben, b) die gesetzte Wunde unter Einwirkung eines sicheren Autisoptikums zu halten und c) die Klauen festzustellen, um jegliche Zerrung der dazwischen liegenden Partie auszuschliessen. Wie fest die Hede eingelegt und die Binde angezogen werden muss, lässt sich nicht näher angeben; das muss der Praktiker herausfühlen. Wird der gut angelegte Verband etwas locker, was, wenn damit eine Besserung in dem Gebrauch des Schenkels verbunden, ein gutes Zeichen ist, so lasse ich jeden zweiten, dritten Tag Teer oder ein aus gleichen Teilen Teer und Öl bestehendes Gemisch am Zehenteile des Fusses hinter die Binde giessen. '2. Ist die Zwischenklauenhaut schon geplatzt, so wird die Geschwürsflächo mit Messer und Scheere geputzt, gut gereinigt und abgetrocknet, mit Teer gefüllt und darauf in oben angegebener Weise, aber unter stärkerer Benutzung des Teers, verbunden. Das Feststellen der Klauen, worauf ich schon 1868 In der kleinen Schrift: Beiträge zur Histologie der Hautdrüsen der Haussäugetiere etc.quot; aufmerksam gemacht habe, benutze ich seit IBöö bei der Behandlung das Zwischenklauenspalt-Panaritiums.
Klanenampntatlonlaquo;
Das Tier wird niedergelegt und gut gefesselt. Der zu operierende Schenkel wird freigelegt, befestigt und mit einem Tourniquet versehen, damit die Blutung und die Unruhe des Tieres bei der Operation nicht
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stören. Alsdann werden zu beiden Seiten, sowie an der unteren Fläche der Klaue ineinanderlaufende Schnitte mit dem Rinnmesser bis in die Weiohteile derart gemacht, dass der Ballen vollständig erhalten bleibt und in seinen hornproduzierendcn Teilen absolut nicht beschädigt wird, hierauf wird die Kronenwulst bis zu dem Schnitt im Horn gelöst und dann das Klauenbein mit dem dasselbe bedeckenden Horn entfernt. Bestimmte Regeln kann ich weiter nicht angeben. Doch möchte ich darauf aufmerksam machen, dnss die Trennung des Klauenbeins von den begrenzenden Teilen leichter am vorderen als am hinteren Ende zu beschaffen ist, und dass das Klauengelenkbein nicht mit entfernt werden soll. Nach der Wegnahme der Klaue wird die Wunde von allen anhängenden Fetzen befreit, möglichst gut desinfiziert mid abgetrocknet, mit Teer gefüllt und mit einem Teerverband versehen. In diesem Falle lasse ich das ganze Verbandmaterial Hede, Binden, Bindfaden mit Teer auf das vollständigste imiiriignieren.
1.nbsp; nbsp;Die Kuh, welche schon einige Wochen an Zehon-Panaritium gelitten hatte, lieferte folgenden Untersuchungsbefund:
Das Tier ging auf dorn rechten Hintorschonkel in dem Orado lahm, dass es denselben beim Stehen und Gehen kaum belastete. Im Klauenwinkel lag ein Geschwür, welches sich bis in das Klnuonbein-Krononboingelcnk hinein erstreckte. Bei dor Sondierung mit dem Finger wurden nicht allein die Enden der erwähnten Knochen gefühlt, sondern gleichzeitig konstatiert, dass der Go-lonkknorpel grösstonteils zerfallen war.
Die Klnue wurde; sofort entfernt und darauf ein Karbolsäureverband angelegt, der alle vierzehn Tage erneuert wurde. Die Wunde war nach Ablauf von sechs Wochen nicht nur vernarbt, sondern schon mit Horn bedeckt. Das Tier ging zehn Wochen nach der Operation nicht mehr lahm. Figur 2.
2.nbsp; Am Ballon-Panaritium leidende Kuh.
Das Tier wurde niedergelegt und gefesselt, ein Tourniquet um die Rohre gelogt, und darauf die Klaue unter fortwährender Berieselung mit Karbolwasser ausnahmsweise in folgender Weise amputiort: Die Haut wurde, nachdem sie an der inneren
Seite dos Schenkels bis zum Fossolgelonk
ejerur 2. hinauf, sowie dicht oberhalb der innerennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Saiten-AmIoM
Klaue in ganzem Umfango derselben gespalten war, entsprechend weit vom Knochen abgehoben, und darauf das Fossel-bein in schräger Eichtung, und zwar von oben und aussen nach unten und innen mit der Säge durchschnitten. Die Wunde wurde von allem losen und überflüssigen Gewebe befreit, mit einem desinfizierten Tuche abgetrocknet, darauf mit Teer ausgegossen, dann mittels der Knopfnaht geheftet und schliesslich mit
Harms, KlnderkrankliuHen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 20
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eiiioin Teerverband versehen. Dio Wunde war nach vicrzohn Tagen in bester Heilung begriffen, selbige wurde deshalb nicht wieder verbunden, gondern nur täglich mit Toor bestrichen. Hellung war sechs Wochen nach der Operation erreicht. Figur ;!.
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Ansicht von nuten.
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Flffur 8.
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Seiten-Ansicht.
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8. Eine am Ballon-Panaritium leidende Kuh.
Das Tier war bis zum Skelett abgemagert, hatte sicli an verschiedenen Stellen durohgelegen, konnte sieh kaum vom Boden erheben, stand und ging auf drei Beinen und lieferte, obgleich es erst vor sechs Wochen geboren hatte, nur Spuren von Milch. Klauenbein-Krononbuingolonk und Kronenbein-Possolbeln-goienk waren geöffnet, Klauenbein und Kronenbein waren nekrotisch.
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Belten-Ansloht
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Flarur 4.
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Ansicht von vom.
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Die Kuh wurde, da der Besitzer sie lieber los sein wollte, von mir auf Rechnung der Schule angekauft, dem Institute auf einem Wagen sofort zugeführt und am andern Tage dem 15. Oktober unter meiner Leitung von dem Praktikanten Hinrichsen zur Zeit Kreistierarzt in Hiisum operiert.
Die Klaue wurde ausnahmsweise im Kesselbein-Kronenheln-goienk amputiert, und die Wunde wie in dem folgenden Falle verbunden.
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Am 7. November wurde Jedoch nur um den Studierenden die Wunde zu zeigen dor Vorband abgenommen und durch üiuen neuen ersetzt.
Das untere Ende des Fessolboius war bis auf den mittleren Teil, wo noch etwas aerfallener Knorpel lag, mit guter Granulation bedeckt.
Am 1. Dezember wurde der Verband wieder abgenommen und durch einen neuen ersetzt.
Am 8. Januar war der Amputationsstumpf schon mit Horn bedeckt; .das Tier ging nicht mehr lahm. Figur 4.
4. Kuh mit Zohon-Panaritium.
Das Tier war sehr mager, lieferte angeblich nur die Hälfte der vor dem Eintritt dor Krankheit gewonnenen Milch und lahmte In sehr bedeutendem Grade. Das innere Klauenboin-Kronenbeingolenk war so weit
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geöffnet, dass man zwei Finger in dasselbe hineinschieben konnte. Der Gelenkknorpel war grössten-teils zerfallen.
Die Operation wurde am liegenden Tiere nach Anlogung eines Tourniquets, also olino Blutverlust, in der Weise ausgeführt, dass der Ballon, der allerdings schon gespalten war, erhalten blieb. Die Wunde wurde geebnet, gereinigt, abgetrocknet, mit Teer begossen und darauf mit Hode, die vorher mit Teer getränkt worden war, mohr als ausgefüllt und mit einer geteerten Binde umwickelt.
Die Wundo wurde nach vierzehn und achtund-zwanzig Tagen in derselben Weise verbunden und war sechs Wochen nach der Operation nicht allein vernarbt, sondern sogar schon mit einer 1 cm dicken Hornlago bedeckt. Das Tier ging um diese Zeit nicht mehr lahm und war sechs Wochen später,
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also zwölf Wochen nach der Operation, schon so weit gemästet, dass os vom Schlachter verwertet werden
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Figur 5.
Ansicht VOB uiiton.
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konnte. Figur 5.
Die durch die Klaueii-Aniputation gewonnenen Resultate veranlassen mich zur Aufstellung folgender Sätze:
1.nbsp; nbsp;Sobald beim Panaritium eine Gelenkkapsel perforiert, Gelenkknorpel usuriert, vielleicht gar Knochensubstanz freigelegt ist, muss man umsomehr au die Klauen-Amputation denken, weil durch dieselbe relative Heilung in einer Zeit von einigen Wochen zu erreichen ist.
2.nbsp; nbsp;Die sub 2 angeführte Klauen - Amputation ist am wenigsten zu empfehlen.
3.nbsp; Hat man bei der Klauen-Amputation den Ballen unverletzt erhalten, was in jedem Falle möglich ist, so entwickelt sich am Ampu-tationsende eine solche Hommasse, dass das Tier den betreffenden Schenkel in normaler Weise benutzen kann. Ob solche Rinder aber als Arbeitstiere zu verwerten sind, ist wenigstens fraglich.
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4.nbsp; Ist der Ballen zum Zweck der Uiitersuclmng oder der Behandlung vielleicht der Länge nach durchschnitten, so sind später zwei Horn-stttmpfe vorhanden, zwischen welchen eine geringe Eiterung längere Zeit hindurch bestehen bleiben kann.
5.nbsp; Wird die Amputationswunde stets unter Einwirkung von Teer gehalten, was durch einen Verband leicht zu erreichen ist, so tritt Heilung ohne jegliche Eiterung ein.
ti. Ein besseres Auftreten auf den kranken Schenkel sieht man schon am fünften bis sechsten Tage nach der Amputation.
7.nbsp; Ein längeres Liegenlassen des Teerverbaudes ist besser, als ein häufiges Wechseln desselben.
8.nbsp; Wird das Klauengelenkbein fortgenommen, was nur geschehen darf, wenn auch das Fesselbein-Kronenbeingelenk affiziert ist, so muss ganz besonders gründlich desinfiziert werden, weil sonst leicht jauchige Synovitis eintritt, die schwer zu beseitigen ist, sogar, wie ich glaube, tödlich verlaufen kann.
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Anhang.
An die Klauen-Amputation möchte ich eine andere Amputation, die freilich nur bei einem kleinen Wiederkäuer gemacht worden ist, aber event beim Rinde Anwendung finden kann, hier anreihen.
Am 'JO. August 1869 wurde Im zoologischon Garten zu Hannover bei einom Axishirsch eine Amputation vorgenommen. Eben oberhalb des Eesselgelenkes des rechten Hinterschonkols lag ein Splittorbruch mit so bodontendor Verletzung der Weichtoilo vor, dass das untere Bruohende nur mittels kleiner Haut- und Sohnonstücke mit dem oberen Ende zusammenhing. Es wurde das untere Ende der aus der Wunde horausragonden Rohre unter nötiger Schonung der Haut abgesägt, die Knochensplitter aus den oberen Weiehteilen entfernt, die blutenden Gefässo komprimiert, die Wundhohle mit Teer gefüllt, die reservierte Haut dicht vor dem Stampf mit Bindfaden zusammengenäht und darauf ein Teorverband in folgender Weise angelegt: Es wurde ein mit Teer getränkter Hedebausch vor den Amputationsstumpf gelegt und mit seinen auslaufenden Enden bis zum Sprunggelenk vorgeschoben, über den Hedebausch drei mit Teer getränkte Leinwandstreifen in gekreuzter Richtung und ungefähr bis zur gleichen Hohe gebracht, und das Ganze mit einer geteerten Binde umwickelt, deren verschiedene Touren zusammengenäht wurden.
Eine Stöning im Allgomoinboflnden trat nicht ein. Da man jedoch glaubte, dass dieses droiboinige Geschöpf kein geeignetes Schaustück sei, wurde dasselbe im Februar 1870 geschlachtet. Der Verband lag zu dieser Zeit, also nach Ablauf von sechs Monaton, noch vorzüglich gut, und die Wunde war bis auf eine erbsengrosse Stelle, an #9632;welcher der Knochen etwas vorstand, abgeheilt. Von der abgenähten Haut, sowie von dem benutzten Bindfaden war nichts zu flndon.
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Cerobrospinalmeningitis . . . .
Chronische interstitielle Kntziin-
dung beider Nieren.....
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Darmeinschiebung......nbsp; nbsp; nbsp;87
Darmentzündung, kruppöse ...nbsp; nbsp; nbsp;81
Darmkrupp.........nbsp; nbsp; nbsp;81
Darmverstopfung bei älteren Kindern durch Kot......nbsp; nbsp; nbsp; SO
Darmverstopfung bei Kälbern durch
Kot Dannpech . . . .nbsp; nbsp; nbsp;86
Diarrhöe.........nbsp; nbsp; nbsp; 82
akute.......nbsp; nbsp; nbsp; 82
seröse ....nbsp; nbsp; nbsp; 83
schleimige ...nbsp; nbsp; nbsp; 82
chronische.....nbsp; nbsp; nbsp; 84
Frühjahrs-.....nbsp; nbsp; nbsp;83
Dislokation dos dreiköpfigen Muskels ..........nbsp; nbsp; 285
Dislokation der Kniescheibe . .nbsp; nbsp; 292
Distomatosis........nbsp; nbsp; nbsp; 30
Druckompflndlichkeit.....nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;9
Durchfall.........nbsp; nbsp; nbsp; 82
akuter.......nbsp; nbsp; nbsp; 82
seröser ...nbsp; nbsp; nbsp;83
schleiiniger . .nbsp; nbsp; nbsp; 82
chronischer.....nbsp; nbsp; nbsp; 84
der Börnkälber ...nbsp; nbsp; nbsp; 85
Frühjahrs-.....nbsp; nbsp; nbsp; 83
Dyspepsie.........nbsp; nbsp; nbsp; 57
Echinokokkenkrankheit der Lebernbsp; nbsp; nbsp;29
, Lungennbsp; nbsp; 115
Kierstöcke, Lage derselben ...nbsp; nbsp; nbsp; 12
Eigentliche Warzen an den
Strichen.........nbsp; nbsp; 191
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Bauchfellentzündung, allgemeine
akute..........nbsp; nbsp; nbsp; 13
Bauchfollentziindiing, chronische .nbsp; nbsp; nbsp;21
partiolle akutenbsp; nbsp; nbsp;20
Bauchfolltuberkulose.....nbsp; nbsp; 207
Bauchwassersucht......nbsp; nbsp; nbsp;22
Blähsucht.........nbsp; nbsp; nbsp; 04
Blasonblutung.......nbsp; nbsp; 147
Bläschenansschlag an den Strichennbsp; nbsp; 191
Blase, Geschwülste in der . . .nbsp; nbsp; 147
Blutharnen.........nbsp; nbsp; 224
Bronchialkatarrh......nbsp; nbsp; 108
Bruch, innerer.......nbsp; nbsp; nbsp;89
Brustfolltuborkuloso.....nbsp; nbsp; 200
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a lo
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Qelenkentzündnng, tuberkulöse
(lonickkranipf......
Geschwulst in der Blase . . .
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Striche . . .
Grasseuchc.......
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Seillaquo;
200 145 117 100
1S7 83
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Harnröhre, Ausmiiiulung der .
Hartsehnanflgkoit.....
Haube, Lage dor.....
Haiitaktinomykoin ..... Herz, Lage desselben ....
Herzschlag........
Hirnhautentzündung, chronische Himtuberkulose......
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10!) 11
283 4 4
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245
204 282 304 2Ö3 202 200 228 209 70
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Ikterus..........
Infektiöse Erkrankung der Schleimhaut der Luftwoge.....
Influenza.........
Kalbeflebor.........
Kohlkopf- und Luftröbrentubor-
kulosc..........
Kieforaktinomykom......
Klauenamputation......
Knlegolenkentzllndung.....
Knieschelbe, Dislokation der . . Knochenbrücho, zur Bohandlungdor
Knochenbrüehigkoit.....
Knochentuberkulose.....
Kolik...........
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Pebrlcula.........
Fehlen der unteren StrlohOffnung.
Festsitzen scharfer Körper im Maule
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Fieber, schnell vorübergehendes .
Flelscheuter........
FruchtMltortuberkulose ....
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18!) 130 126 192 152 208
180 132 134 135 151 25
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Labmagen - Düniulannkatarrh,
akuter.........nbsp; nbsp; nbsp; 52
Labmagen-D ünmlannkatarrh, chronischer .........nbsp; nbsp; nbsp; 54
Labmagen, Lage desselben ...nbsp; nbsp; nbsp; 11
Lage der Haubo.......nbsp; nbsp; nbsp; 11
Leber.......nbsp; nbsp; nbsp; 11
linken Niere ....nbsp; nbsp; nbsp; 11
Lungen......nbsp; nbsp; nbsp; 11
rechten Niere ....nbsp; nbsp; nbsp; 11
des Herzens......nbsp; nbsp; nbsp; 10
Labmagens.....nbsp; nbsp; nbsp; 11
Pansens......nbsp; nbsp; nbsp; 11
I'salters......nbsp; nbsp; nbsp; 11
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Galactocole . . Gehirnblutung Gehirnhyperämio üohirn Wassersucht, Oolbor Galt . . Gelbsucht . . .
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akute
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Kciti!
laquo;Lage des Zwerolifells.....nbsp; nbsp; nbsp; 10
Lähmung dos Sohlundes ....nbsp; nbsp; 123
Spelohennorven . .nbsp; nbsp; 285
LeberontzUndung, embollsohe . .nbsp; nbsp; nbsp;2()
traumatische .nbsp; nbsp; nbsp; .tl
Leber, Lage dor.......nbsp; nbsp; nbsp; 11
Leoksuoht.........nbsp; nbsp; nbsp; 78
Leptomoningltls ohronioa . ....nbsp; nbsp;187
Leukämie.........nbsp; nbsp; quot;223
Lungen^ohltiokokkenkraukheit dornbsp; nbsp; 115 Lniigenemphysem, akutes inter-
stltiellea.........nbsp; nbsp; 110
Lungenentzündung, embolisohe .nbsp; nbsp; 118
Lungen, Lago der......nbsp; nbsp; nbsp; 11
Lungentuberkulose......nbsp; nbsp; 204
Luxationdes Hüftgelenks, komplettenbsp; nbsp; 287
Inkomplettenbsp; nbsp; 25)0 i
Magen-Darmentzündung, gewöhn-
licho phlegmonöse.....nbsp; nbsp; nbsp; .'iü
Magen-DarmentzQndung,mykotisohenbsp; nbsp; ü8
toxische .nbsp; nbsp; nbsp;40
Mageu-Darmkatarrh, akuter . .nbsp; nbsp; nbsp;4()
chronischer .nbsp; nbsp; nbsp;50
Magen- und Darmtuberkulose . .nbsp; nbsp; 207
Magenverstopfang......nbsp; nbsp; nbsp; 74
Magenvorfall........nbsp; nbsp; nbsp; 71
Magenzerreissung......nbsp; nbsp; nbsp; 73
Magen-Zwerchfelientzllndung, traumatische .........nbsp; nbsp; nbsp; 02
Mastdarmentzllndung.....nbsp; nbsp; nbsp; itl
Mastitis katarrhalls......nbsp; nbsp; 166
interstitialts.....nbsp; nbsp; 164
parenehymatosa . . . .nbsp; nbsp; 155
phlegmonosa.....nbsp; nbsp; 188
Maul- und Klauenseuche ....nbsp; nbsp; 240
MUohabsoesa........nbsp; nbsp; 180
Milohfleber.........nbsp; nbsp; 245
Milchflstel.........nbsp; nbsp; 180
Miiohflusa.........nbsp; nbsp; 185
Milohmangel zur Zeit dos Gebarensnbsp; nbsp; lquot;,!
Milchsteine.........nbsp; nbsp; 189
Nieren, chronische Entzündung
beider..........nbsp; nbsp; 149
Niere, Lage der linken ....nbsp; nbsp; nbsp; 11
h rechten ....nbsp; nbsp; nbsp; 12
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Ohrdriisenaktinomykom ....nbsp; nbsp; 277
Paiiaritium, Ballon-......nbsp; nbsp; 302
Zohon-......nbsp; nbsp; 208
Zwlsohenklauenspalt-.nbsp; nbsp; 808
Pansen, Lage desselben ....nbsp; nbsp; nbsp; 11
Parese des Verdauungstraktus. .nbsp; nbsp; nbsp; 00
Perkussion.........nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;'7
Peritonitis, allgeiueine akute . .nbsp; nbsp; nbsp; 18
partiolle akute . . .nbsp; nbsp; nbsp; 20
Pneumothorax.......nbsp; nbsp; 112
Psalter, Lage desselben ....nbsp; nbsp; nbsp; 11
Puls, arterieller.......nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;3
Venen-....... .nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;3
, pathologischer . .nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;4
, physiologischer . .nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;3
Bachenaktinomykom.....nbsp; nbsp; 260
Bachenbräune........nbsp; nbsp; 127
Respiration.........nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;2
Kosenartige Entzündung der Haut
des Euters........nbsp; nbsp; 109
Rotlauf..........nbsp; nbsp; 221
RUckenmarks-u.Rilckonmarkshaut-
entzUndung........nbsp; nbsp; 138
Ruhr...........nbsp; nbsp; nbsp; 42
der Kaibor.......nbsp; nbsp; nbsp; 43
Ruptur der geraden Knloscheiben-
muskeln.........nbsp; nbsp; 293
Sandansammlung Im Magen . .nbsp; nbsp; nbsp; 70
Sohleimhäuto........nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;6
Sohlompemauke.......nbsp; nbsp; 227
Sc.hlunddivortikol......nbsp; nbsp; 121
Schlund, Entzündung der Schleimhaut desselben ....nbsp; nbsp; 118 Festsitzen scharfer Körper in demselben.....nbsp; nbsp; 120
Schiundflstel........nbsp; nbsp; 126
Schlundlähmung.......nbsp; nbsp; 122
Schlund Verengerung.....nbsp; nbsp; 120
Schlundverstopfung durch Futterstücke .........nbsp; nbsp; 123
Schlundwunden, durchgehende. .nbsp; nbsp; 110
Sekrete..........nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;(i
Sprödigkelt der Haut der Striche.nbsp; nbsp; 191
Sprunggelenkentzündung ....nbsp; nbsp; 295
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Starrkrampf........
Stnililcnpilzkiankhoit.....
Strich, Geschwulst Im . . . . Verstopfung durch eine Membran in demselben . . .
Striktur auf dor Grenze zwischen Strich und Zisterne.....
Temperatur, tosere.....
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;innere.....
Traumatische Entzündung des -i.
und 8, Magens......
Traumatische Magenzworchfellent-
zündung .........
Traumatische Magenzwerchfellent-zttndung mit Komplikationen
Trommelsucht.......
Tuberkulose........
Bauchfell- . . . .
Brustfell-.....
Euter-......
Pruohthftlter- . . .
Gehirn-.....
Kehlkopf-und Luftröhren-Tuberkulose, Knochen- .... Magen- und Darm-Gelenk- .....
Tympanitis.........
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;akute......
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Druck von Alliert DlUllckc, Berlin BW.
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