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DIE EXPEKIMENTELLE BASIS
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SCHUTZIMPFUNGEN PASTEUR'S
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NEBST EINIGEN BEITRÄGEN
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ZUR STATISTIK DER WUTHBEIIANDLUNG
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Prof. Dr. ANDREAS HÖGYES,
OHDEXTL. MITGLIED DEE TNG. AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN.
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STUTTGART.
VERLAG VOX FERDINAND ENKE.
1889,
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B1BU0THEEK UNIVERSITEIT UTRECHT
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DIE EXPERIMENTELLE BASIS
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DER ANTIRABISCHEN
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ZUR STATISTIK DER WUTHBEHANDLUNG
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Prof. De. ANDREAS HÖGYES,
ORDENTL. MITGLIED DER UNG. AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN.
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STUTTGART. VERLAG VON FERDINAND ENKE.
1889.
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Druck von Gebrüder Kröner in Stuttgart.
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Vorwort.
Am 26. October 1885 legte Pasteur der französischen Akademie eine Methode vor, mittelst welcher man bei von wuthkrankeu Hunden gebissenen Menschen den Ausbruch der Wuthkrankheit verhindern könne.
Jener panikartige Schrecken, welchen die blosse Idee der Wuthkrankheit bei den meisten Menschen hervorruft, erklärt das ungemeine Interesse, mit welchem die ganze Welt Pasteur's Entdeckung aufnahm.
Lange Zeit beschäftigte sich die Presse fast aller Nationen auf das Eingehendste damit. Fast von allen Ländern der Welt eilten theils Private, theils amtlich Entsendete nach Paris, um die Methode zu erlernen und um sie dann bei jenen Unglücklichen, die, von wuthkranken Hunden gebissen, einer schrecklichen und, wie bekannt, stets tödtlich endenden Krankheit entgegensahen, anzuwenden.
Die Methode schien äusserst einfach zu sein. Man musste nur das Rückenmark von wuthkranken Kaninchen trocknen, und zuerst das 14 Tage, später kürzere Zeit, schliesslich nur 4 Tage getrocknete Mark in Fleischsuppe zerrieben täglich unter die Haut spritzen.
Die Eingeweihten aber, die Pasteur's Untersuchungen über die Wuth seit dem Jahre 1880 verfolgten, wussten, dass diese scheinbar einfache Methode die Frucht von langwierigen Thierexperi-menten war, und dass man zur zielbewussten und erfolgreichen Anwendung derselben eine Summe von Kenntnissen besitzen muss.
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die nur durch vorhergehende aufklärende Thierexperimente erreicht werden können.
Als ich, gleich nach dem Erscheinen der Publication Pasteur's im Jahre 1885, diese sowohl vom wissenschaftlichen, als vom humanistischen Standpunkte ungemein wichtige Frage zum Gegenstande meiner Untersuchungen machte, um mir ein objectives Urtheil über die experimentelle Basis der antirabischen Schutzimpfungen und über die Anwendbarkeit an Menschen bilden zu können, war ich mir dieser Schwierigkeiten vollkommen bewusst.
Vor Allem musste ich die Natur des Wuthvirus studiren, welche durch die Untersuchungen Pasteur's vom Jahre 18801885 in ganz neuem Lichte erscheint. Dann musste ich das für die Schutzimpfungen nothwendige, verstärkte Virus darstellen und dessen Wirkung an Kaninchen und Hunden feststellen.
Diese Untersuchungen erforderten voraussichtlich viel Zeit-, Geduld- und Geldopfer, und waren deshalb bei der geringen Dotation meines Institutes kaum durchführbar.
Die mit geringen Mitteln begonnenen Arbeiten machten einen grossen Fortschritt durch die im Jahre 1886 von der ungarischen Akademie bewilligte Unterstützung.
Gänzlich ausführbar wurde sie aber nur durch die rege Theil-nahme des im Jahre 1888 verstorbenen ung. Unterrichtsministers August Trefort, welcher schon Anfangs 1886 den Professor Babes, da ich durch amtliche Beschäftigungen verhindert war, nach Paris sandte, um die Methode der Schutzimpfung kennen zu lernen, und welcher für diese Untersuchungen auf Vorschlag des Professorencollegiums eine vom Abgeordnetenhaus gross-müthig bewilligte jährliche Unterstützung aussetzte.
Im Folgenden werde ich, nach einer kurzen Skizze der epochalen Untersuchungen Pasteur's, die Ergebnisse meiner dreijährigen Thierexperimente schildern, über welche ich schon in den Sitzungen der ungarischen Akademie der Wissenschaften einzeln referirt habe. In der Sitzung vom 15. October 1888 habe ich das Gesammtergebniss meiner Untersuchungen sammt den statistischen
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Daten über die von Pasteur in Paris von Mitte November 1885 bis Ende Juni 1888 behandelten Ungarn vorgelegt. Die Daten habe ich im Juli 1888 in Paris aus Pasteur's eigenen Journalen ausgeschrieben und dieselben hier nach Erkundigungen über das Befinden der Behandelten vervollständigt.
Die Hauptphasen der Thierversuche über die Schutzimpfung wurden auf Ansuchen der III. Classe der Akademie von den Herren Josef Fodor, ord. Mitglied, Ludwig Markusowsky und Friedrich Koranyi, corr. Mitgliedern, verfolgt, die darüber in der Sitzung am 15. October 1888 mündlich referirten.
Gegenwärtige deutsche Ausgabe erscheint mit Bewilligung der ungarischen Akademie. Die Uebersetzung besorgte Herr Assistent Dr. Josef Geyer unter meiner Aufsicht, wofür ich ihm auch hier meinen Dank ausspreche.
Budapest, den 14. November 1889.
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Inhalt.
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Vorwort......................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; III
I.
Einleitung. Uebersicht der geschichtlichen Entwickelung der Pasteur'schen Schutzimpfungen gegen die Hundswuth ....nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;19
Pasteur's Schutzimpfung der Hühnercholera und des Anthrax. Principielle Wichtigkeit dieser Untersuchungen. Erste Untersuchungen über die Natur des Wuthvirus. Experimentelle Entdeckung der Hauptsitze des Wuthvirus im Centralnervensysteme. Sichere Infectionsmethode für die Wuth-Inoculationen. Versuche über die Schwächung und Verstärkung des Wuthvirus. Herstellung eines constanten, fixen Wuthvirus durch Verimpfungen von Kaninehen zu Kaninchen. Erste Versuche über Schutzimpfungen an Hunden. Erzeugung von Immunität bei Hunden gegen nachträgliche Wuthinfectionen. Verbesserung der Schutzimpfungen. Versuche mit Schutzimpfungen zur Verhütung des Ausbruches der Wuth nach der Infection durch Bisse von wuthkranken Hunden. Ergebniss der Versuche der von der französischen Regierung ausgesandton amtlichen Commission über den Werth der antirabischen Schutzimpfung Pasteur's. Schutzimpfungen an Menschen, die von wuthkranken Hunden gebissen wurden. Litteraturbericht.
11. Plan zu den eigenen Versuchen über den Werth der Pasteur'schen antirabischen Schutzimpfungen.............nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 9
III.
Versuche zur Herstellung des zur Schutzimpfung nothwendigen
fixen Virus.................... 10 18
Gründe zur Aufnahme dieser Versuche. Beginn der Verimpfungen von Kaninchen zu Kaninchen am 27. Februar 1886. Eigene Methode dieser Verimpfungen. Rasche Verstärkung dos Virus. Tabellarische und graphische Uebersicht der Verimpfungen durch 106 Kaninchenpassagen vom 27. Februar 1886 bis Anfang October 1888. Vergleichung der Wirkung des selbstständig dargestellten Budapester fixen Virus mit der Wirkung des aus Paris erhaltenen Pasteur'schen Wuthvirus.
IV. Schutzimpfungen zur Verhütung der Wuth vor und nach der Infection ..................... 1858
A) Versuche zur Verhütung der Wuth durch Schutzimpfungen vor
der Infection................... 1924
Unterschied zwischen meiner Schutzimpfungsmethode und zwischen der Pasteur'schen. Entstehung dieser Methode nach den negativen Versuchen mit der Pasteur'schen. Gleichzeitige negative Schutzimpfungsversucho des Wiener Professors Frisch. Ursache dieses negativen Erfolges. Vortheile der Schutzimpfung
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mit verdünntem fixen Virus vor derjenigen mit getrocknetem Rückenmarke. Die Versuchsreihen:
I. Praeinfectionale Schutzimpfungen mit fixen Virus enthaltendem getrocknetem Marke: Versuch IIV....... 2425
II. Praeinfectionale Schutzimpfungen durch Einführung von fixen
Virus enthaltendem Marke unter die Haut; Versuch VXIV 2628 III. Praeinfectionale Schutzimpfung mit Dilutionen von frischem,
fixen Virus enthaltendem Marke.......... 2938
1 3. Stägige subeutane und intratracheale Schutzimpfungen, Versuch XVXIX 4. 4fägige Schutzimpfung, Versuch XX. 5. 6tägigo Schutzimpfung, Versuch XXIXXIII. 6. Ttägige Schutzimpfung, Versuch XXIV. 7. 9tägige Schutzimpfung, Versuch XXVXXVII. Tabellarischer Ausweis der Schutz-impfungsversuohe mit verdünntem Marke. B) Versuche zur Verhütung der Wuth mit Schutzimpfungen nach der Infection.............. 8857
I. Postinfectionale Schutzimpfungen mit fixen Virus enthaltendem getrocknetem Marke............. 4043
1. Vorhergehende subdurale Infection mit Strassenwuth-virus; nachträgliche Schutzimpfung mit getrocknetem Marke, Versuch XXVIIIXXX. 2. Subeutane Infection mit Strassen-wuthvirus; nachträgliche Schutzimpfung mit getrocknetem Marko, Versuch XXXI. II. Postinfectionale Schutzimpfungen mit verdünntem fixen Virus 4357 1. Vorhergehende subeutane Infection mit stärkerem Passagevirus, nachträgliche Schutzimpfung, Versuch XXXII bis XXXIII. 2. Endermatische Infection, nachträgliche Schutzimpfung, Versuch XXXIV. 3. Infection durch Bisse, nachträgliche Schutzimpfung, Versuch XXXVXXXVII.
4.nbsp; Subdurale Infection mit starkem Passagevirus, nachträgliche mehrere Tage dauernde Schutzimpfung mit subeutanen und iutratrachealen Injectionen, Versuch XXX VIIIXLIII.
5.nbsp; Intraoculare Infection mit Strassenwuthvirus, nachträgliche Schutzimpfung, Versuch XLIV. Tabellarische Ueber-sicht der postinfectionalen Schutzimpfungen. Schlussergebnisse der prae- und postinfectionalen Schutzimpfungen. Vergleichung dieser Ergebnisse mit den Pasteur'schen.
V.
Die Ergebnisse der antirabischen Heilmethode Pasteur's
an Menschen..................59 106
Krankengeschichte der 51 von wuthkranken Hunden gebissenen, im Pasteurinstitute zu Paris behandelten Ungarn. Tabellarische Uebersicht dieser Fälle. Statistische Verwerthung dieser 51 Fälle. Professor Grancher's neuester statistischer Ausweis der im Pariser provisorischen Institute von Pasteur behandelten, von wuthkranken Hunden gebissenen 5374 Personen. Statistik der 20 antirabischen Institute in den verschiedenen Ländern. Die Wuthstatistik des Seine-Departements von den Jahren 1887 und 1888. Die Wuthstatistik von Ungarn vom 1. November 1885 bis Ende Juni 1888. Die Wuthstatistik von England 1887-1888. Wuthboliandlungsstatistik des Institut Fasteurquot; vom 1. November 1888 bis 1. November 1889.
Schlusswort....................107-108
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I.
Einleitung, üebersicht der geschichtlichen Entwicke-lung der Pasteur'schen Schutzimpfungen gegen die
Hundswuth.
Langjähi-ige Thierversuche waren die Vorläufer der Paste urschen Schutzimpfungen gegen die Lyssa humana. Jenner's Schutzimpfungen gegen die Blattern waren ja auch, theilweise wenigstens, auf Thierversuche begründet.
Die exacten Versuchsmethoden wurden jedoch erst durch Pasteur und durch seine Studien über die Hühnercholera und über den Anthrax eingebürgert. Er bewies bei diesen beiden Krankheiten durch exacte und widerspruchsfreie Versuche, class man durch Schwächung des Infectionscontagiums eine Vaccine erhalten könne, welche dem Organismus, bei geeigneter Anwendung, eine Immunität gegen eine sonst tödtliche Infection verleiht. Die Präcision und Exactheit dieser experimentellen Beweise stehen denen der physicalischen und chemischen Experimente nicht nach.
Der grosse praktische Nutzen dieser Untersuchungen Pasteur's wird noch von dem wissenschaftlichen Nutzen bei Weitem übertroffen, denn der Beweis einer Möglichkeit der Schutzimpfung gegen diese beiden Krankheiten lässt auch die Möglichkeit eines Kampfes gegen die anderen Infectionskrankheiten hoffen, und zwar nicht nur bei den Thieren, sondern auch beim Menschen. Durch diese Untersuchungen sind folgende Grundprinzipien festgestellt worden: dass nämlich die Virulenz des Contagiums eine verschiedene sein könne, dass man dieselbe künstlich schwächen und verstärken könne, und dass man den Organismus durch Einführung des schwächeren Contagiums gegen eine spätere ähnliche, aber stärkere Infection immun machen könne.
Es lässt sich prinzipiell Nichts dagegen einwenden, wenn man Högyes, Die SohutzliupfUngen Pasteur's,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;1
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diese Sätze auch auf die Infectionskrankheiten des Menschen überträgt. Zahlreiche Infectionskrankheiten verlaufen sowohl beim Menschen als auch bei den Thieren ganz gleich, so z. B. auch der Milzbrand. Man kann wohl annehmen, dass, wenn die Schutzimpfung gegen den Anthrax bei den Thieren gelingt, dieselbe auch bei den Menschen gelingen würde, wenn man die richtige Methode anwenden würde. Die Methode kann nur durch Experimente festgestellt werden, wobei man natürlich von jener klugen Vorsicht geleitet werden muss, die ja auch bei Versuchen mit anderen Heilmitteln nicht ausser Acht gelassen werden darf. Die meisten wirksamen Medicamente wirken in grösseren Dosen, wie bekannt, giftig. Wenn wir nun ein neues Mittel besitzen, von welchem wir wissen, dass es in gewissen Dosen auf die Thiere giftig wirkt, aber dabei Eigenschaften zeigt, die es in der Therapie anwendbar scheinen lassen, so versuchen wir es beim Menschen zuerst in so kleinen Dosen, welche auch für die Thiere unschädlich sind. Durch solche Versuche gelangen wir dann zur Kenntniss der wirksamen Medi-camente. Man kann nun auch gegen die Versuche einer Einführung von geschwächtem Infectionsvirus in den menschlichen Organismus keinen Einwand erheben, wenn die Unschädlichkeit desselben an Thieren bewiesen ist. So führt man ja auch gesetzlich erlaubt, selbst geboten das geschwächte Pockenvirus in den Organismus ein.
Jeder Schritt muss jedoch äusserst vorsichtig gethan werden und man muss die Schutzimpfungen zuerst bei jenen Infectionskrankheiten versuchen, die sowohl bei den Menschen als auch bei den Thieren vorkommen, da die Controlversuche bei diesen Krankheiten am leichtesten ausführbar sind.
Diese Gedanken führten Pasteur zu dem Studium der Wuth-krankheit, da dieselbe unzweifelhaft eine den Thieren und den Menschen gemeinsame ist, da ja selbst ihre Quelle (Biss durch ein wuthkrankes Thier) dieselbe ist.
Vor Pasteur hatten wir über das Wesen der Wuthinfection, über die Wirkung und den Hauptsitz des Contagiums nur spärliche Kenntnisse. Von der französischen Regierung und dem Parlamente unterstützt, begann Pasteur seine auf breiter Basis stehenden Untersuchungen Ende des Jahres 1880. Er musste seine Versuche an einer grossen Anzahl von Thieren anstellen, sozusagen eine künstliche Epidemie hervorrufen, um die näheren Details der Krankheit würdigen zu können.
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Pasteur's Versuche führten bald zu zwei grossen Errungenschaften. Er fand, dass der Hauptsitz des Virus sich nicht im Speichel, sondern in dem Rückenmarke des wuth-kranken Thieres befinde'und dass man durch Einführung von solchem Rückenmarke unter die Hirnhaut eines gesunden Thieres die Wuthkrankheit stets und sicher erzeugen könne. Pasteur konnte nun die Wuth stets rascher und sicherer erzeugen, als durch die Infection mit dem Speichel des kranken Thieres.
Nun trat er an die Frage der Schutzimpfung gegen die Wuth.
Seine Erfahrungen über die Schutzimpfungen gegen die Hühnercholera und gegen den Milzbrand lehrten ihn, dass man ein Virus besitzen müsse, welches eine verschiedene Stärke annehmen kann, wo dann die Impfung mit dem schwächeren gegen die Wirkung des starken Virus einen Schutz gewährt, und dass man ferner eine Methode besitzen müsse, mittelst welcher man die verschiedene Virulenz dieses Virus stets sicher erzeugen kann.
Es handelte sich also darum, ob man dem Virus der Wuth eine so verschiedene Virulenz beibringen könne, wie es bei dem Virus der Hühnercholera und des Milzbrandes thatsächlich gelungen war.
Nach langen Versuchen konnte die Frage als gelöst betrachtet werden. Als Ausgangspunkt wurde die Virulenz des verlängerten Markes eines gewöhnlichen wuthkranken Hundes genommen; das Maass der Virulenz lieferte die Incubationszeit, welche nach subduraler Infection mit einem solchen Marke bis zum Ausbruche der Wuth verfloss.
Auf diesen Grund bauend, fand er eine Methode, mittelst welcher er ein stärkeres und schwächeres Virus erzeugen konnte.
Bei der Hühnercholera und beim Anthrax erreichte er die Schwächung des Virus, d. h. der pathogenen Microorganismen durch einen Wechsel des Nährbodens. Hier konnte diese Methode nicht angewandt werden, da er die pathogenen Mikroben nicht finden konnte. Desshalb schlug er einen anderen Weg ein und erfand die Züchtung auf lebenden Thieren.
Wenn er das verlängerte Mark von an Strassenwuth verendeten Hunden unter die Hirnhaut von Kaninchen brachte, so brach bei diesen die Wuth nach 1520 Tagen aus. Das von diesem
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Kaninchen weitergeimpfte Kaninchen erkrankte schon in kürzerer Zeit, das dritte noch rascher u. s. w. Schliesslich sank die Incu-bationszeit auf 8, 7, endlich auf 6 Tage, wo sie dann permanent blieb. Die Virulenz des Wuthvirus konnte also durch Impfungen von Kaninchen zu Kaninchen bis zu einem gewissen Grade verstärkt werden; auf jenem Höhepunkte war dann das Virus auch permanent zu erhalten (virus fixe et determine).
Andererseits fand er, dass, wenn er das verlängerte Mark eines an Strassenwuth verendeten Hundes unter die Hirnhaut eines Affen brachte, das Mark dieses einem zweiten, vom zweiten einem dritten Affen etc. einimpfte; so wurde das Virus von Stufe zu Stufe schwächer, und die Incubationszeit immer länger, bis das Virus ganz wirkungslos blieb.
So waren die zwei Grundbedingungen einer Schutzimpfung gegen die Wuth erfüllt; es war bewiesen, dass die Virulenz des Wuthvirus eine verschiedene sein kann, und es war auch die Methode gegeben, mittelst welcher man das Virus nach Belieben schwächen und stärken kann.
Die ferneren Versuche bewiesen, dass das schwächere, nicht tödtliche Virus auch bei dieser Krankheit gegen die Wirkung des stärkeren, sonst stets tödtlichen Virus schützte. Es gelang Pasteur durch successiv verstärkte, subeutane Injectionen von an Affen geschwächtem Virus eine grosse Anzahl von Hunden gegen die Folgen einer Wuthinfection, selbst wenn dieselbe auf subduralem Wege erfolgt war, immun zu machen.
Die obengenannte Schwächung des Wuthvirus war aber noch zu umständlich, sie erforderte zu viel Zeit und Mühe. Pasteur fand jedoch im Verlaufe seiner Untersuchungen auch eine viel einfachere Methode der Schwächung des, durch Impfungen von Kaninchen zu Kaninchen verstärkten, schliesslich fixen Virus. Er setzte nämlich das Mark von nach einer 67tägigen Incubation verendeten Kaninchen der Einwirkung der trockenen, reinen Luft aus. Das Virus wurde dadurch von Tag zu Tag schwächer, bei den damit snbdural inficirten Kaninchen trat die Wuth nach einer immer längeren Incubation auf, bis das Virus schliesslich wirkungslos wurde. Pasteur injicirte mm das zuerst 14 Tage, später 13 12, schliesslich nur 4 Tage getrocknete Mark, in wenig steri-lisirter Fleischsuppe zerrieben, täglich unter die Haut von gesunden Hunden, und konnte sie dadurch thatsächlich immun machen.
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Durch diese einfache Methode konnte man also den Hunden in wenigen Tagen eine Immunität selbst gegen die tödtliche, sub* durale Infection geben.
Durch diese Versuche wurde also bewiesen, dass die Schutzimpfung auch bei der Wuth möglich ist, dass sich also dieWuth in dieser Beziehung so verhält, wie die Hühnercholera, der Milzbrand, der Rothlauf der Schweine und die Pocken.
Im Verlaufe der weiteren Versuche verfolgte dann Pasteur eine ganz neue Richtung.
Es war bewiesen, dass man die Immunität gegen die Wuth in wenigen Tagen erreichen könne. Andererseits war es bekannt, dass die Wuth erst nach 4(i Wochen, oft erst nach 2 :! Monaten nach dem Bisse auftritt.
Pasteur stellte sich also die Frage, ob man die Tbiere nicht auch nach dem Bisse, also nach der Infection, durch Schutzimpfungen retten könne. Die Versuche gaben auch in dieser Beziehung befriedigende Resultate. Und so war der, durch Thierversuche gestützte Grund zur prophylactischen Heilmethode der Wuthkrank-heit bei den Menschen gelegt. Es war also eine Methode gegeben, mittelst welcher man den Ausbruch der Wuth bei von wuthkranken Hunden gebissenen Menschen verhindern kann.
Pasteur gelangte nach einer 41/2 Jahre dauernden, ununterbrochenen Thätigkeit zu diesen Resultaten, über die er von Zeit zu Zeit der französischen Akademie Bericht erstattete.
Da er wusste, welche heftige Widersprüche und Anfeindungen Jenner seiner Zeit erdulden musste, so wollte er seine Versuche einer Controlle unterwerfen und bat den damaligen Unterrichtsminister Falberes um die Entsendung einer amtlichen Commission. Im März 1884 wurde diese Commission, welche aus den anerkannten Gelehrten Beclard, P. Bert, Bouley, Tisserand, Villemin und Vulpian bestand, entsendet. Von Mitte März 1884 bis Ende Mai 1885 beschäftigten sich diese Gelehrten eingehend mit Pasteur's Versuchen.
Die Commission stellte sich folgende Aufgaben:
I, Pasteur übergiebt 20 von ihm immun gemachte Hunde. Diese werden mit 20 nicht immunen Hunden zugleich durch Biss oder auf eine andere Weise mit Wuth inficirt. Wenn Pasteur's Behauptung, dass jene 20 Hunde immun sind, auf Wahrheit beruht, so müssen diese die Infection überstehen, während von den
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anderen 20 alle, oder doch mehrere durch Wuth umkommen müssen.
II. Von 40 Hunden erhalten 20 vor Augen der Commission die Schutzimpfung, die 20 anderen werden nicht geimpft. Alle 40 werden mit Strassenwuthvirus subdural inficirt. Die 20 geimpften Hunde müssen diese, sonst tödtliche Infection überstehen; die nicht geimpften Hunde müssen an der Wuth verenden.
Die Commission absolvirte nach fünfmonatlicher Arbeit beide Versuchsreihen und erstattete darüber dem Minister Bericht. Der Bericht wurde sodann im Amtsblatte publicirt.
Die Versuche wurden folgendermaassen angestellt: I. 19 von Pasteur immunisirte Hunde wurden mit 19 nicht immunisii'ten verglichen.
1884 1. Juni. Zwei immune und zwei nicht immune Hunde wurden mit Strassenwuthvirus subdural inficirt. S.Juni. Ein immuner und ein nicht immuner Hund wurden
von einem wuthkranken Hunde gebissen. 4. Juni. Ein immuner und ein nicht immuner Hund wurden von demselben wuthkranken Hunde gebissen. 0. Juni. Drei immune und drei nicht immune Hunde werden mit dem Marke des vorigen, an Strassenwuth verendeten Hundes subdural inficirt. 10. Juni. Ein immuner und ein nicht immuner Hund wurden
von einem anderen wuthkranken Hunde gebissen. 19. Juni. Ein immuner und ein nicht immuner Hund wurden von einem subdural inficirten, wuthkranken Hunde gebissen. 19. Juni. Drei immunen und drei nicht immunen Hunden
wurde Strassenwuthvirus in die Vena poplitea injicirt. 20. Juni. Fünf immunen und fünf nicht immunen Hunden
wurde Strassenwuthvirus in die Vene injicirt. , 28. Juni. Zwei immune und zwei nicht immune Hunde wurden von einem erkrankten Hunde, welcher von einem Thierarzte in das Institut gebracht wurde, gebissen. Das Ergebniss dieser Versuche war, dass sämmtliche immune Hunde am Leben blieben.
Von den 19 nicht immunisirten Hunden verendeten 13 und zwar:
a)nbsp; von den 6 gebissenen 3,
b)nbsp; nbsp;von den 8 intravenös inficirten 6,
c)nbsp; nbsp;von den 5 subdural inficirten Alle.
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Der Bericht der Commission erwähnt noch in Bezug auf die erste Versuchsreihe, dass von 23 refractairen Hunden bei keinem einzigen die Wuth nach Bissen wuthkranker Hunde ausbrach, während von den nicht geimpften gebissenen Hunden 660/o ander Wuth verendeten.
Die zweite Versuchsreihe betreffend, lautet der Bericht der Commission, dass die von der Commission nach Pasteur's Methode geimpften Hunde thatsächlich eine Immunität gegen die Wuth erhielten.
Die Commission beschloss auch in der Sitzung vom 10. März 1885 die Untersuchung jener Frage, ob man die Hunde nicht auch nach dem Bisse, d. h. nach der Infection durch Schutzimpfungen retten könne.
Zur Entscheidung dieser Frage wurden von der Commission folgende Versuche angestellt.
In der Sitzung vom 17. März 1885 wurden 2 in Alfort in Gegenwart von Herrn Nocard am 16. und 17., also zweimal, von einem wüthenden Hunde gebissene Hunde, ferner 3 andere, am 11. und 12. bei Bourrel von einem wüthenden Hunde gebissene Hunde vor die Commission gebracht. Von den fiinfen wurden 3 einer Schutzimpfung unterworfen, die zwei übrigen wurden nicht geimpft. (Die Schutzimpfungen nahmen damals noch eine lange Zeit in Anspruch).
Beide nicht geimpften Hunde erlagen der Wuth, der eine nach 70 Tagen, der andere nach 6 Monaten. Von den 3 geimpften blieben 2 am Leben, einer erlag der Wuth nach 32 Tagen.
In der Sitzung vom 31. März 1885 wurden 2 in Gegenwart von Nocard von einem tollwüthenden Hunde am 29. März gebissene Hunde vor die Commission gebracht. Der eine wurde einer Schutzimpfung unterworfen, der andere nicht. Bei dem nicht Geimpften brach die Wuth nach 53 Tagen aus; der geimpfte Hund blieb gesund.
Von 7 gebissenen Hunden wurden also 4 geimpft; von den 4 Geimpften blieben 3 am Leben und nur einer erlag der Wuth, die 3 nicht Geimpften verendeten alle an der Wuth.
Die Commission erstattete auch hierüber einen Bericht an den Minister.
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Auf diese Ergebnisse gestützt impfte Pasteur, auf Vorschlag der Pariser Universitätsprofessoren Vulpian und Grancher, vom 7.10. Juli 1885 den von einem wüthenden Hunde gebissenen 9jährigen Josef Meister aus Elsass.
Die Schutzimpfung war erfolgreich, der Geimpfte blieb gesund.
Von nun an wurden die Schutzimpfungen an Menschen fortgesetzt. Ende 1888 betrug die Zahl der von wüthenden oder wuthverdächtigen Hunden gebissenen und in Paris geimpften Menschen weit über 5000.
Die Statistik der Genesenen scheint den hohen Werth der Pasteur'schen antirabischen Heilmethode zu beweisen.
Im Folgenden gebe ich Pasteur's von Zeit zu Zeit erschienene Publicationen, welchen ich die obigen Angaben entnommen habe.
1.nbsp; nbsp;Comptes Rendus. Acad. d. Sc.; 24 janvier 1881.
Sur une maladie nouvelle provoquee par la salive d'un enfant mort de la rage. Note de M. L. Pasteur avec la collaboration de MM. Chamberland et Roux.quot;
2.nbsp; Ibidem 30 mai 1881.
Note de M. L. Pasteur avec collaboration de MM. Chamberland, Roux et Thuillier.
3.nbsp; Ibidem 11 decembre 1882.
Nouveaux faits pour servir ä la connaissance de la rage; par M. L. Pasteur avec la collaboration de MM. Chamberland, Roux et Thuillier.
4.nbsp; Ibidem 25 fevrier 1884. Nouvelle communication sur la rage; par M. Pasteur, avec
la collaboration de MM. Chamberland et Roux.
5.nbsp; Ibidem 19 mai 1884. Communication faite par M. Pasteur avec la collaboration
de MM. Chamberland et Roux. L'attenuation de la Rage.
6.nbsp; Ibidem 11 aoüt 1884.
Conference de M. Pasteur au Congr^s International de Medicine de Copenhague. Maladies virulentes et vaccins-rage.
7.nbsp; Ibidem 26 octobre 1885. Methode pour prevenir la Rage apres morsure.
8.nbsp; nbsp;Ibidem 1 mars 1886, Resultats de l'application de la m^thode pour prevenir la rage
apres morsure.
9.nbsp; Ibidem 11 avril 1886. 31 octobre 1886.
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Resultats de l'application de la methode de prophylaxie de la rage apres morsure.
10. Pasteur's Publicationen in den Annales de l'Institut Pasteurquot; 1887, 1888.
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II.
Plan zu den eigenen Versuchen über den Werth der Pasteur'schen antirabischen Schutzimpfungen.
Schon Anfangs November 1885, also gleich nach der ersten Publication Pasteur's (25. October 1885) über die Schutzimpfungen bei der Lyssa humana, begann ich die Untersuchungen über die Hundswuth. Ich befolgte stricte Pasteur's Hauptideengang und wiederholte alle seine wichtigeren Versuche.
Da meine diesbezüglichen Versuche über die Natur des Wuth-virus, über die Infectionsarten, über den Sitz des Virus und über dessen Wirkung mit Pasteur's geschilderten Versuchsergebnissen im Grossen und Ganzen übereinstimmende Resultate gaben *), begann ich die Versuche über die antirabischen Schutzimpfungen.
Ich stellte mir zur Untersuchung der Heilmethode Pasteur's folgende Aufgaben:
1.nbsp; nbsp;Die selbstständige Herstellung eines zur Schutzimpfung nothwendigen, fixen Virus;
2.nbsp; nbsp;die Untersuchung, ob man durch jene Schutzimpfungen bei Hunden vor und nach der Infection den Ausbruch der Wuth verhindern könne;
3.nbsp; nbsp;die Beobachtung der Ergebnisse der Pasteur'schen Heilmethode, mit besonderer Berücksichtigung der von Pasteur behandelten Ungarn,
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') Siehe Mathematikai es terra, tud. Krtesitö 1886.
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III.
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Versuche zur Darstellung des zur Schutzimpfung notwendigen fixen Virus.
Als ich meine Untersuchungen begann, war die Darstellung eines fixen Virus nicht nur desshalb nothwendig, weil es ein hohes wissenschaftliches Interesse bot, die Veränderungen des Strassen-wuthvirus bei den Verimpfungen von Kaninchen zu Kaninchen zu verfolgen, sondern besonders desshalb, weil Pasteur zu jener Zeit noch Niemandem ein fixes Virus aus seinem Laboratorium gab, was damals ganz natürlich war, da ja die präcise Ausführung der Schutzimpfungen ein eigenes Laboratorium, ferner grosse Uebung und Gewissenhaftigkeit erfordert. Anfangs glaubte Pasteur auch, dass für die Schutzimpfungen ein Institut, das Pariser, genügen dürfte. Erst später erkannte er, dass diess nicht der Fall sei, weil die in fernen Weltgegenden Gebissenen zu spät zur Behandlung kommen, so dass der Erfolg der Behandlung zweifelhaft wird.
Als Pasteur später sein fixes Virus zu vertheilen begann, war mir dessen selbständige Darstellung schon gelungen.
Die Darstellung des fixen Virus besteht, wie schon erwähnt, darin, dass die Medulla oblongata eines an Strassenwuth verendeten Hundes unter die Hirnhaut eines Kaninchens gebracht wird; das Mark dieses, nach einer gewissen Zeit verendeten Kaninchens wird einem zweiten, einem dritten etc. injicirt, so dass man eine Impfserie erhält, dessen spätere Glieder (passages) ein stärkeres, schliess-lich ein stärkstes, aber auch fixes Virus produciren.
Zum Ausganpspunkte meiner Serien diente ein durch die Güte des Prof. Dr. Kolomann Czakö aus dem Thierarzneiinstitute in Budapest am 27. Februar 1886 erhaltenes Mark eines an Strassenwuth verendeten Hundes. Die Verimpfungen geschahen subdural, da diese Methode thatsächlich die allersicherste ist, wie ich mich durch Vorversuche überzeugte. Sie ist sicherer als die Impfung durch die Nasenhöhle und durch das Auge, ja sie ist noch sicherer, als die Impfung in das vierte Gehirnventrikel durch die Membrana occipitalis hindurch. Das zur Injection dienende Mark wurde in sterilisirter 7 0/oo Kochsalzlösung zerrieben.
Die Technik der subduralen Impfung betreffend, bemerke ich, dass die Trepanationen in meinem Institute stets mit dem White-
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sehen Dentalengine vollführt werden; man kann mit demselben sowohl am Kaninchen-, wie am Hundeschädel sehr rasch eine Oeff-nung für die Pravatzspritze bohren, so dass ich dasselbe wegen der Zeitersparniss und Reinlichkeit, Leichtigkeit und Eleganz der Operation wärmstens empfehlen kann. (Bei Pasteur werden die Trepanationen mit einer kleinen Trephine ausgeführt; das Instrument ist jedoch nicht so bequem wie das White'sche Dentalengine.)
Die von mir benutzten Kaninchen verschiedener Race unterschieden sich alle von den französischen Lapins. Sie waren im Allgemeinen kleiner; zwischen 10002500 Gramm schwer; sie waren aber auch im jungen Zustande, wo ihr Gewicht 7001000 Gramm beträgt, zu den Versuchen brauchbar.
Bei den Verimpfungen befolgte ich eine gewisse Auswahl. Auf Pasteur's Erfahrung gestützt, dass die jungen Kaninchen nach einer kürzeren Incubationszeit erkranken, wie die Ausgewachsenen 1), benutzte ich in den ersten Passagen zur Beschleunigung nur junge Kaninchen.
In jeder Passage wurden mehrere Kaninchen verwendet; von diesen benutzte ich das am raschesten Verendete zu den Weiter-impfungen.
Meine Erwartungen wurden nicht getäuscht, denn ich gelangte in verhältnissmässig kurzer Zeit zu einem fixen Virus.
Da wir die Mikroben der Wuth nicht kennen und auch nicht wissen, welchen chemischen Veränderungen das virulent gewordene Nervensystem unterworfen ist, so können wir die Veränderungen des Virus auch nur durch dessen Wirkungen erkennen.
Wie bekannt, bestehen die auffallendsten Erscheinungen darin, dass bei subduraler Injection des Wuth virus, nach verschieden langer Incubation, gewisse nervöse Erscheinungen auftreten (Ausbruch der Wxith). Diese nervösen Symptome können sehr verschieden sein; im Allgemeinen bestehen sie aus verschieden entwickelten' Reiz- oder Depressionserscheinungen. Oft treten die Reizerscheinungen in den Vordergrund (rage furieuse), verschwinden jedoch vor dem Tode, um der Erschöpfung (Depression) Raum zu geben. In anderen Fällen tritt gleich anfangs eine Depression auf in Form von Paralysen, die bei den Vorder- oder Hinterfüssen beginnend, sich schliesslich auf den ganzen Körper ausbreiten, bis
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') Die schwächeren (im Gewichte leichteren) Kaninchen erkranken überhaupt leichter nh die stärkeren (schwereren).
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der Tod eintritt (rage paralytique). Es giebt jedoch auch gemischte Formen, wo die Reizungs- und Depressionserscheinungen gleichzeitig auftreten; die Thiere sind z. B. auf den Hinterextremitäten gelähmt, während in der vorderen Hälfte des Körpers ein Reizungs-zustand constatirt werden kann. Solche Fälle kann man in keine der gangbaren Schablonen eintheilen. In seltenen Fällen kommt es auch vor, dass die Thiere ohne irgendwelche nervösen Erscheinungen zur erwarteten Zeit verenden; die Weiterimpfungen beweisen trotzdem, dass die Thiere an der Wuth verendeten. Für diese Formen muss man bei Massenbeobachtungen eine besondere Eintheilung machen (gemischte Formen).
Die nervösen Erscheinungen endigen mit dem Tode, welcher im Durchschnitt 23, seltener 4 Tage nach dem Auftreten der ersten nervösen Erscheinungen eintritt.
Diese Erscheinungen geben einen genügenden Anhalt zur Be-urtheihmg der Veränderungen des Wuthvirus bei den successiven Verimpfnngen.
Auf den Ausbruch der Wuth und auf den Eintritt des Todes muss man das Hauptaugenmerk richten. Beide vereint bilden das Maass der jeweiligen Virulenz des Wuthvirus. V (Virulenz) = i (Incubation) und m (mors, Tod).
Nachstehende Tabelle (Seite 13) zeigt die Veränderungen der Virulenz des Strassenwuthvirus bei den Verimpfungen von Kaninchen zu Kaninchen. Die erste Verimpfung (erstes Glied = Passage = P) beginnt am 27. Februar 1886; die letzte (106. Glied) schliesst mit October 1888.
Die Veränderung der Virulenz kann man aus den Zahlen be-urtheilen, welche sich unter den mit fetten Lettern gedruckten Passagenummern (P) befinden. Die Zahlen selbst sind folgender-maassen gekennzeichnet: N= die Zahl der in den einzelnen Passagen benutzten Kaninchen; m die mittlere Zahl der Lebenstage dieser Kaninchen nach der Infection; d. h. der Todestag; / = die Incubationszeit, d. h. die Zahl der Tage nach der Infection bis zum Ausbruche der Wuth. Die Diiferenz zwischen der Lebensdauer und der Incubation giebt die Dauer der ausgebrochenen Wuth. Die Virulenz der einzelnen Passagen kann also durch Zahlen ausgedrückt werden; z. B. die Virulenz der ersten Passage: Vssi (18) m (21); der 100. Passage: 7= i (7-1) m (8-5), d. h. in der ersten Passage war die Virulenz des Virus so stark, dass das damit inficirte Thier nach 18 Tagen wuthkrank wurde und
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Verändernngen des Strassenwutlivirns im Verlaufe der Verimpfangen von
Kaninchen zu Kaninchen (erste Verimpfnng vom Hunde auf ein Kaninchen
am 27. Februar 1886, letzte Verimpfnng Anfangs October 1888).
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nach 21 Tagen verendete; in der 100. Passage wurde das Thier schon nach 7 Tagen wuthkrank und verendete nach 8-5 Tagen, die Virulenz nahm also bedeutend zu.
Noch übersichtlicher ist das Ergebniss dieser 106 Verimpfungen in der graphischen Tabelle auf Seite 14 zusammengestellt.
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Die horizontalen Linien, von unten hinauf gerechnet, bedeuten je einen Tag (1 21). Die unterste horizontale Linie zeigt den Beginn der Infection an. Die senkrechten Linien stellen die einzelnen Passagen vor (1 106). Der dünnere Theil der senkrechten Linie bedeutet die Incubationsdauer (*'), der dickere Theil die Dauer der ausgebrochenen Wuth, die ganze Linie die Dauer des Lebens, d. h. den Todestag (raquo;raquo;), nach der Infection in Durchschnittszahlen. Die zwei kleineren Tabellen beziehen sich auf die Wirkung des Pasteur'schen fixen Virus, und dienen zum Vergleiche desselben mit dem Budapester fixen Virus, worüber später ausführlicher berichtet wird.
In beide Tabellen wurden aus dem Institutsjournale im Ganzen 542 ganz reine Fälle aufgenommen. Die Wuth war theils eine rasende, theils eine stille, theils auch jene im schon erwähnten Sinne gemischte Wuth. Die Zahl der in den einzelnen Passagen benützten Thiere war zwar nicht gleich, doch kann das keinen sehr grossen Einfluss auf die Durchschnittsergebnisse der Lebensdauer ausüben, und stört wohl kaum die Gesammtübersicht.
Wenn man die graphische Tabelle überblickt, gewinnt man ein präcises Bild jener grossen und eingreifenden Veränderungen, welche das Strassenwuthvirus bei den Verimpfungen von Kaninchen zu Kaninchen erleidet. Die grösste Differenz bietet die Incubationsdauer. Es verändert sich zwar auch die Dauer der ausgebrochenen Wuth, da auch diese in den späteren Passagen durchschnittlich kürzer ist, doch ist diese Veränderung im Verhältnisse zu jener der Incubationsdauer gering.
Die grösste Veränderung ist in den ersten Passagen ersichtlich. Schon nach der 6. Generation ist die Dauer der Incubation kaum halb so gross, als im Anfange. Schon in der 10. Passage ungefähr 4 Monate nach dem Beginne der Impfungen ist sie auf 8 Tage gesunken, und reicht von da an nie über den 9. Tag, sondern schwankt 2 Jahre hindurch definitiv zwischen 0S1^ Tagen; von der 20. Passage an zeigt sich schon die Tendenz zu einer 7tägigen, später zu einer Otägigen Incubation. Die Lebensdauer der einzelnen Thiere derselben Passage war nicht immer gleich; die Verschiedenheiten schienen theils individuell zu sein, theils konnten sie auf Gewichtsverschiedenheiten zurückgeführt werden. Die Differenzen, die selbst mehrere Tage umfassten, bezogen sich sowohl auf die Lebensdauer, als auch auf die Incubationszeit. In den späteren Passagen waren sie jedoch weniger ersichtlich.
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Die rasche Abnahme der Incubation, also auch die rasche Steigerung der Virulenz erreichte ich durch jene schon erwähnte doppelte Auswahl, indem ich von den Thieren derselben Passage stets das am raschesten Verendete zur Weiterimpfung verwendete und indem ich stets junge, möglichst 8001000 Gramm schwere Kaninchen benützte.
Auf diese Weise gelang ich verhältnissmässig rasch zu einem fixen Virus, rascher als seinerzeit Pasteur; ich wurde übrigens auch noch von jenem Umstände unterstützt, dass unsere Kaninchen im Allgemeinen kleiner sind als die französischen. Ich hatte schon nach ungefähr einem halben Jahre nach 21 Passagen ein fixes Virus.
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Die weiteren Erfahrungen müssen uns noch lehren, ob die Incubationsdauer durch die sich unendlich vermehrenden succes-
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siven Verimpfungen nicht noch kürzer wird. Nach der 100. Passage zeigte sich schon in den meisten Fällen eine 6tägige Incubation.
Gegenwärtig halten wir bei der 146. Passage. Die Incubation ist fast ausschliesslich auf 6 Tage beschränkt, oft selbst nur auf 5 Tage; eine Ttägige Incubation kommt nur ausnahmsweise vor. Beiliegende Tabelle zeigt die Incubation etc. der 40 letzten Passagen.
Um mich zu vergewissern, ob das hier selbstständig dargestellte fixe Virus mit dem Pariser fixen Virus identisch sei, ver-
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glich ich dasselbe mit jenem fixen Virus, welches Pasteur im October 1886 an Professor Babes in Budapest zu senden die Güte hatte. Das Pasteur'sche Yirvs wurde anfangs im Laboratorium von Babes, seit Ende August 1887 aber bei mir, parallel mit dem eigenen Virus, weitergeimpft. Die Controlle wurde zweimal ausgeführt; das erstemal vom October bis Dezember 1886, das zweitemal von Ende August 1887 bis Mitte Januar 1888.
Bei der ersten Controlle wurde die 21.30. Passage meiner Serie mit den 10 von Professor Babes hier gezüchteten Passagen des Pariser fixen Virus verglichen. Bei der zweiten Controlle verglich ich die 57.77. Passage meines Virus mit den letzten 21 Passagen des damals schon bei mir parallel gezüchteten Pariser fixen Virus.
Das Ergebniss ist aus der graphischen Tabelle ersichtlich; sub II. ist die Durchschnittslebensdauer der 10 von Prof. Babes gezüchteten Passagen des Pariser fixen Virus, sub III. die Durchschnittslebensdauer und Incubationszeit von 16 von mir gezüchteten Passagen desselben Virus graphisch dargestellt; darunter befinden sich die zum Vergleiche dienenden betreffenden Passagen des hiesigen fixen Virus.
Beim ersten Vergleiche verendeten die durch 10 Passagen hindurch mit dem Pariser fixen Virus geimpften Thiere nach 7-28-3 Tagen, die mit dem hiesigen fixen Virus geimpften Kaninchen nach 7*58-8 Tagen.
Beim zweiten, 21 Passagen umfassenden Vergleiche erkrankten die mit dem Pariser fixen Virus inficirten Kaninchen nach 5quot;5 bis 8 Tagen und verendeten nach 8quot;311 Tagen, die mit dem Budapester Virus geimpften erkrankten nach 6 7'6 Tagen und verendeten nach 8O^ Tagen.
Bei der 21.30. Passage der Budapester Serie (Anfangs October 1886) war also das Strassenwuthvirus bereits so verstärkt, dass es das Kaninchen in beinahe so kurzer Zeit tödtete, wie das Pariser, hier gezüchtete Virus, welches nach approximativer Schätzung in der 151.160. (?) Passage sein konnte.
Beim zweiten Vergleiche, welcher ein Jahr später in Angriff genommen wurde, war die Wirkung der beiden Virus ebenfalls fast identisch; beide hatten also ein gewisses Maximum der Virulenz erreicht und zeigten nur wenig Tendenz zu einer Verstärkung.
Auch in den Details der Wirkungen (Fieber, nervöse Er-
Högycs, Die Schutzimpfungen I'asteur's.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 8
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scheinungen, Gewichtsabnahme, Art des Todes) zeigte sich die Identität zwischen dem Budapester und dem Pariser fixen Virus1).
Das von Pasteur auf Grund seiner von 18821885 reichenden Verimpfungen aufgestellte Gesetz betreffs der Verstärkung des Virus zeigte sich auch in meinen vom Februar 1886 bis auf den heutigen Tag reichenden Verimpfungen; meine Versuche, welche wohl nach den Pasteur'sehen die umfangreichsten sind, die bisher unternommen wurden, beweisen also auch, dass sich die Virulenz des Strassenwuthvirus durch die Verimpfungen von Kaninchen zu Kaninchen fortwährend steigert, bis ein gewisses Maximum erreicht wird, wo sie dann stationär bleibt, so dass man sicher eine stets gleiche Wirkung erzielen kann.
Das zu den antirabischen Schutzimpfungen nothwendige, gleich-massig wirkende, sogenannte fixe Virus wurde also selbstständig dargestellt; dasselbe wird in dem Institute für allgemeine Pathologie der Universität zu Budapest parallel mit dem Pariser fixen Virus, mit dem es stets identisch ist, ständig weitergezüchtet.
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IV.
Schutzimpfungen zur Verhütung der Wuth vor und nach der Infection.
Die Darstellung des fixen Virus gelang uns durch obige Methoden schon Ende Juli 188G; das Pasteur'sehe fixe Virus erhielten wir erst im October 1886. Die Vergleiche bewiesen, dass unser fixes Virus mit dem Pasteur'schen identisch ist.
Sobald das fixe Virus dargestellt war, also Ende Juli 1886, begann ich die Schutzimpfungsversuche, welche seitdem ununterbrochen fortgesetzt und erst Ende September 1888 beendet wurden.
Vor Allem mussten die zu den Schutzimpfungen nothwendigen Impfstoffe aus dem fixen Virus dargestellt und die Züchtung so eingerichtet werden , dass uns täglich die ganzen Serien, also von
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') Siehe meine Abhandlung: Das Budapester und das Pariser fixe Virus. Eine vergleichende Studie. Math, es term. tud. Krtesitö 1887 8.4.
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14 Tagen bis zu einem Tage getrocknete Marke zur Verfügung stehen konnten. Dann musste die Frage entschieden werden, ob man durch successive Injectionen von verschieden lange Zeit getrocknetem Marke thatsächlich eine Immunität gegen eine nachträgliche Infection erzeugen könne, und ob man schliesslich durch dieselbe Methode den Ausbruch der Wuth nach geschehener Infection verhindern könne.
Die diessbezüglichen Versuche nach beiden Richtungen wurden Anfangs August 1886 begonnen. Dieselben führten jedoch fast, stets zu negativen Resultaten und zwar sowohl die Impfungen mit dem hiesigen, als auch mit dem Pasteur'sehen Virus. Desshalb benutzte ich bei den ferneren Versuchen ein anderes Verfahren, welches thatsächlich günstige Resultate lieferte. Im October 1887 konnte ich der Akademie über 4, nach der neuen Methode absolut immun gemachte Hunde berichten.
Zu den Versuchen benutzte ich über 1500 Kaninchen und einige Hundert Hunde, so dass die Schlussfolgerungen auf reicher Erfahrung beruhen.
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A) Versuche zur Verhinderung der Wuth durch Schutzimpfungen
vor der Infection.
In der Octobersitzung 1887 legte ich der Akademie ein Verfahren vor, mittelst dessen man Hunde gegen die Folgen eines nachträglichen Wuthbisses immun machen kann. Das Verfahren ist so wirksam, dass die meisten so behandelten Hunde selbst eine bedeutend heftigere Infection überleben. Bei solchen Hunden kann man das Wuthvirus sowohl Strassenvirus als auch das viel stärkere fixe Virus direct unter die Hirnhaut oder in das Auge gefahrlos impfen, während nicht geimpfte Hunde nach solcher Infection ausnahmslos verenden. Pasteur's Behauptung, dass man gesunde Hunde durch entsprechende Schutzimpfungen gegen die Polgen einer nachträglichen Infection immun machen könne, ist also eine zweifellose, experimentell bewiesene Thatsache.
Meine Methode der Schutzimpfung unterscheidet sich von jener Pasteur's. Pasteur trocknet nämlich die Medulla oblongata von mit fixem Virus geimpften und an den Folgen dieser Infection verendeten Kaninchen in reiner, trockener Luft verschieden lange Zeit, 114 Tage. Das trocknende Mark verliert von Tag zu Tag an
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Virulenz. Das 14 Tage getrocknete Mark enthält das schwächste Virus, das Itägige Mark das stärkste.
Auf diese Weise kann man eine Serie von verschieden starkem Virus erhalten.
Die Schutzimpfung selbst macht Pasteur so, dass er das getrocknete Mark in Fleischsuppe zerrieben dem Hunde subcutan injicirt. Die Injectionen werden täglich oder noch rascher wiederholt, und dabei wird successive kürzere Zeit getrocknetes, also stärkeres Mark benutzt. Durch die successiven Injectionen von 1 oder 2 solchen Markserien wird das Thier gegen eine nachträgliche Infection immun.
Ich gehe bei meiner Methode auch vom fixen Virus aus, nur schwäche ich dasselbe nicht durch Trocknen, sondern durch Verdünnung. Durch Versuche an Kaninchen konnte ich constatiren, dass man das Virus durch entsprechende Verdünnung mit O? 0/o Kochsalzlösung successive schwächen kann, ganz so, wie es Pasteur durch Trocknen erreichte. Die Schutzimpfungen werden so durchgeführt, class man successiv sehr stark, später weniger, schliesslich nur schwach verdünntes Virus subcutan oder intratracheal mehrere Tage hindurch täglich einigemal injicirt. Durch diese Injectionen kann man beim Hunde eine Immunität erzeugen geradeso, wie Pasteur dieselbe nach seiner Methode erzeugte.
Auf die Idee einer neuen Methode verfiel ich desshalb, weil ich nach Pasteur's Methode weder mit dem hiesigen, noch mit dem Pariser fixen Virus eine Immunität erzeugen konnte. Diese negativen Versuche fielen theils vor, theils in die Zeit, wo Frisch ähnliche negative Resultate erhielt1).
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') Frisch's Versuche (Die Behandlung der Wuthkranklieit von Prof. Dr. A. von Frisch, Wien 1887) waren folgende:
1.nbsp; Vom 15. Juli 1886 an impfte er 8 Hunde 11 Tage hindurch täglich mit von 15 Tagen bis zu 1 Tage getrocknetem Marke; das Mark injicirte er als Emulsion und nahm davon stets 1 Kubikcentimeter. Nach Schluss der Schutzimpfungen untersuchte er die Immunität bei bem ersten Hunde nach 19, bei dem -/weiten nach 84, bei dem dritten nach 51 Tagen durch subdurale Infection mit Strassenwuthvirus. Es zeigte sich aber kein Hund refraetär, denn alle drei verendeten nach 8 12 Tagen an der Wuth.
2.nbsp; Ein ähnliches, negatives Resultat erhielt er bei einem anderen Hunde, dem er die 151 Tage getrocknete Marksorie in 15 Tagen zweimal subcutan injicirte, und dessen Immunität er nach einem Monate durch subeutane Injection mit Strassenwuthvirus untersuchte.
8. Bei einem anderen Versuche unterzog er 2 Hunde einer 2tägigen
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Diese scheinbar ganz widersprechenden Versuchsergebnisse durfte ich aber einem Pasteur gegenüber umsoweniger als vollkommen beweiskräftig ansehen, da sie nicht alle Möglichkeiten erschöpften. Ich suchte nun den Grund der Verschiedenheit der Resultate.
Der Grund musste in der Verschiedenheit der Impfstoffe liegen. Das zu den Impfstoffen verwendete hiesige Virus war, wie die betreffenden Versuche zeigten, in Bezug auf Wirkung und Stärke mit dem Pariser identisch; übrigens gaben auch die aus dem Pariser fixen Virus erzeugten Impfstoffe wie die mit Prof. Babes unternommenen Versuche zeigten negative Resultate. Die Methode des Trocknens konnte auch nicht beschuldigt werden, da dieselbe so einfach ist, dass sie auch nach dem blossen Beschreiben genau nachzuahmen ist. Der Grund konnte also nur darin bestehen, dass die französischen Kaninchen grosser sind als die unseren; ihr Mark ist dicker, darum trocknet es auch wahrscheinlich selbst bei derselben Temperatur anders, als das Mark unserer Kaninchen. Ein fernerer Grund konnte auch darin gefunden werden, dass wir zur Züchtung des fixen Virus grössere und kleinere Kaninchen gemischt verwandten; die verschieden dicken Marke trockneten also auch unter sonst gleichen Umständen verschieden, so dass eine Successivität in der 14tägigen Serie trotz der ursprünglich gleichen Virulenz nicht zu erreichen war. Die subduralen Infectioneu mit solchem getrockneten Marke bewiesen thatsächlich einigemal, dass das längere Zeit getrocknete Mark das Kaninchen rascher tödtete, als das kürzere Zeit getrocknete; während es doch umgekehrt hätte sein müssen. Dieser Umstand verursacht es, dass die Schutzimpfungen mit dem getrockneten Marke unserer verschieden grossen Kaninchen problematisch werden, ja dass sie selbst schädlich werden
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Schutzimpfung mit der ganzen Serie von getrocknetem Marke. Nach einem Monate inflcirte er beide durch subcutane Injection^ von Strassenwnthvirns. Der eine Hund verendete an der Wuth, der andere blieb am Leben.
4.nbsp; Aehnliche Versuche an Kaninchen lieferten ebenfalls negative Resultate.
5.nbsp; Versuche mit Injectionen von getrocknetem Marke, ohne nachträgliche Infection:
a)nbsp; 4 Hunden injicirte er 2stündlich die successive Markserie; 1 Hund wurde dadurch getödtet.
b)nbsp; 8 Hunde impfte er nach Pasteur's stärkerer Methode; alle i! verendeten an der Wuth.
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können. Wir konnten, ebenso wie Frisch, Hunde durch lOtägige successive Impfungen mit getrocknetem Marke tödten.
Diese Umstände führten mich eben zu einer anderen Methode. Die Basis dazu fand ich in einzelnen Versuchen und Ideen Pasteur's. Er sprach bei den Erklärungen über die Wirkung des getrockneten Markes den Gedanken aus, dass das fixe Virus bei dem Trocknen nicht an Virulenz, sondern an Menge abnimmt. Jener Versuch wenigstens, den auch ich bestätigen kann, dass das getrocknete Mark schon bei der zweiten Verimpfung das Kaninchen wieder nach 6-1 Tagen wuthkrank macht, deutet darauf hin. Pasteur fand ferner, dass das Strassenwuthvirus in stärkerer Verdünnung die Thiere später tödtet, als conceutrirtes. Wenn dem so ist, so ist es klar, dass wir bei den Impfungen mit dem erst 14 Tage später successiv bis zu einem Tage getrockneten Marke nichts Anderes thun, als dass wir den Impfstoff gleicher Virulenz anfangs in wirkungsloser, später in immer wirksamerer Dosis anwenden. Die Steigerung der Menge des Virus kann man jedoch auch einfacher, als durch Trocknen erreichen. Man muss nur das ein fixes Virus enthaltende Mark verschieden verdünnen; dann muss man die Injectionen mit der stärksten Verdünnung beginnen und dann successive zum concentrirteren Virus steigen.
Bei dieser Methode kann man auch die Dosirung des Virus präciser bestimmen, als bei der Trocknungsmethode. Wenn man das zu verdünnende Marktheilchen stets aus der Medulla oblongata, speciell aus deren grauer Substanz nimmt, dasselbe genau wägt und dem Gewichte entsprechend verdünnt, so erhält man nicht nur einen relativen, sondern auch einen annähernd absoluten Werth des zu injicirenden fixen Virus.
Dass die graue Substanz des vierten Gehirnventrikels das Virus in allen Theilen fast gleichmässig vertheilt enthält, kann mau daraus ersehen, dass man bei den Verimpfungen des fixen Virus die verschiedensten Theilchen der grauen Substanz verwenden kann, ohne dass sich die Incubationszeit (67 Tage) verändert. Wenn man mit der Medulla ein grösseres Rückenmarkstück zusammen benutzt, wie diess bei dem Trocknen geschieht, so ist es wahrscheinlicher, dass man das Virus nicht in allen Theilen gleichmässig vertheilt finden wird. Dieser Umstand stellt die Verdünnungsmethode über die Trocknungsmethode. Auf Grund dieses Ideenganges begann ich im vorigen Jahre meine Schutzimpfungen nach der Verdünnungsmethode. Eine anderthalbjährige Erfahrung
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bewies seitdem die Vorzüglichkeit derselben. Ich habe solche Schutzimpfungen mit verschiedenen Veränderungen an 34 Hunden ausgeführt; bei 29 konnte ich eine absolute Immunität erreichen, d. h. eine Immunität gegen die subdurale Infection; es lässt sich voraussetzen, dass auch die übrigen 5 die schwächere Infection, d. h. den einfachen Wuthbiss überstanden hätten.
Man kann eine Immunität zweifellos noch einfacher erzeugen. Der seitdem verstorbene Prof. A z ar y übergab mir noch im Jahre 188(5 einen Hund, dem er 1884 und 1885 öfters öehirnpartikelchen von an der Wuth verendeten Hunden unter die Haut schob. Dieser Hund wurde dann in seinem Institute auf Immunität durch Wuth-bisse und durch subcutane Injectionen von Strassenwuthvirus untersucht und zeigte sich thatsächlich immun. In meinem Institute wurde er auch der subduralen Infection mit fixem und mit Strassenwuthvirus ausgesetzt und zeigte sich auch diesen heftigsten Infec-tionen gegenüber refraclär. Auch ich konnte mehrmals eine Immunität durch einmalige subcutane Injection von wenig fixem Virus erzielen.
Diese Methoden sind jedoch unverlässlich, da die Immunität nur in wenigen Fällen erreicht wird und da die Thiere der Gefahr einer Wutherkrankung ausgesetzt sind.
Folgende Versuche sind in dieser Beziehung besonders lehrreich : 7 Hunde erhielten subcutan je 0*5 Gramm fixes Virus. Von den 7 Hunden erkrankte einer nach 9 Tagen und verendete an der Wuth, die übrigen 6 blieben am Leben. Nach 54 Tagen wurden die am Leben gebliebenen Hunde mit Strassenwuthvirus subdural inficirt. Ein Hund verendete an den Folgen dieser Infection, 5 Hunde zeigten sich immun und leben noch heute. Bei diesen Versuchen erzeugte also eine einmalige subcutane Injection von 05 Gramm fixem Virus bei 5 Hunden von 7 eine absolute Immunität: ein Hund verendete aber rein an den Folgen der Impfung.
Die Gefahr ist jedoch ausgeschlossen, wenn man das fixe Virus nach der obigen Verdünnungsmethode anwendet, indem man mit der wirkungslosen Menge beginnt und mit der Dosis successive steigt. Ich habe diese Schutzimpfungsmethode in über 70 Fällen angewandt, ohne dass auch nur ein Thier an den Folgen der Schutzimpfung selbst verendet wäre. Das spricht jedenfalls für die Unschädlichkeit dieser Methode, was man von der Schutzimpfung mit getrocknetem Marke bei uns, wo durch die Verschiedenheit der
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Kaninchen ein gleichförmiges Trocknen kaum erreicht werden kann, durchaus nicht behaupten könnte.
Und nun übergehe ich auf die Versuche selbst und veröffentliche die Hauptversuchsgruppen, die ich in Bezug auf den Werth der praeinfectionalen Schutzimpfungen mit getrocknetem Marke und mit Lösungen von fixem Virus ausgeführt habe.
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I. Fraeinfectionale Schntzimpfnngon mit getrocknetem Marke.
Bei diesen Versuchen wurde das ein fixes Virus enthaltende, verschieden lange Zeit getrocknete Mark, mit 70/oo Kochsalzlösung zur Emulsion zerrieben, gesunden Thieren einige Tage hindurch injicirt. Verschieden lange Zeit nach Schluss der Injectionen wurden die Thiere mit Strassenwuthvirus subdural inficirt. Wenn nun die Thiere trotz dieser absolut tödtlichen Infection am Leben bleiben, so ist die Immunität derselben gegen die Wuth bewiesen; noch schlagender wird der Beweis, wenn man gleichzeitig gesunde, aber nicht geimpfte Hunde zur Controlle ebenso inficirt, wo dann dieselben natürlich alle verenden.
lOtägige Schutzimpfung mit 101 Tage getrocknetem Marke (Pasteur's traitement simple); nachträgliche subdurale Infection mit stärkerem Passagevirus.
Versuch I. Vom 5.14. August 1886 wurde 8 Kaninchen 10 Tage hindurch 101 Tage getrocknetes Mark, mit 70/oo Kochsalzlösung zur Emulsion zerrieben, subcutan injicirt (je 1 Kubik-centimeter).
Am 22. August 1886, also 8 Tage nach Schluss der- Injectionen, wurde die Immunität bei 5 Kaninchen durch subdurale, bei dreien durch subcutane Injection mit starkem Passagevirus [v = i{8}m (9)] untersucht.
Die 5 trepanirten Kaninchen verendeten an der Wuth nach 915 Tagen, die subcutan inficirten 3 Kaninchen nach 81236 Tagen. Ein gleichzeitig mit demselben Virus subdural inficirtes (Controll-)Kaninchen, welches aber nicht geimpft wurde, verendete am 13. Tage an der Wuth.
Versuch II. Vom 11.20. October 1886; lOtägige Schutzimpfung mit 101 Tage getrocknetem Marke bei einem Hunde. Am 11. Februar 1887, also 114 Tage nach Schluss der Schutzimpfung, Untersuchung auf Immunität durch subdurale Infection
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mit stärkerem Virus [v = i(l0)in(l3)]. Der Hund verendete 17 Tage nach der subduralen Infection an der stillen Wuth.
Versuch III. Vom 26. October bis 4. November 1886; lOtägige Schutzimpfung mit 101 Tage getrocknetem Marke. 109 Tage nach der Schutzimpfung Untersuchung der Immunität mit Strassenwuthvirus [v = i (14)m(2,0)]. Der Hund verendete 12 Tage nach der Infection an der stillen Wuth.
Schutzimpfungen nach Pasteur's stärkerer Methode (traitement intensif) mit getrocknetem Mark; nachträgliche subdurale Infection mit stärkerem Strassenwuthvirus.
Versuch IV. 22.24. April 1887. Von 6 gesunden Hunden erhielten 2 aus Pariser, 4 aus Budapester fixem Virus erzeugten Impfstoff subcutan injicirt. Der Impfstoff bestand aus der Emulsion des nach Pasteur getrockneten Markes. Die Injectionen wurden folgendermassen angewandt:
22.nbsp; April 1887: 2stündliche Injectionen je eines Kubikcenti-meters einer Emulsion von 14, 12, 10, 8, 6, 4, 2 Tage getrocknetem Marke.
23.nbsp; April 1887: Dieselben Injectionen von 12, 10, 8, 4, 2,
1nbsp; nbsp;Tage getrocknetem Marke.
24.nbsp; April 1887: Dieselben Injectionen von 10, 8, 6, 4, 2, 1, 0 Tage getrocknetem Marke.
3. Mai 1887: Dieselben Injectionen von 9, 7, 5, 3, 2, 1, 0 Tage getrocknetem Marke.
Am 5. Mai, also 11 Tage nach Schluss der ersten drei und
2nbsp; Tage nach der letzten Schutzimpfung wurden alle 0 Hunde mit dem Marktheilchen eines an der rasenden Wuth verendeten Hundes subdnral inficirt. (Der Hund bildete die 4. Generation der Ver-impfung eines Strassenwuthvirus; derselbe wurde 7 Tage nach der Trepanation wuthkrank und verendete nach 10 Tagen.) Alle 6 Hunde verendeten, theils an der stillen, theils an der rasenden Wuth, nach 1133 Tagen. 4 Controllhunde, die nicht geimpft wurden, aber gleichzeitig mit demselben Virus subdural inficirt wurden, verendeten nach 811 Tagen.
Eine Immunität durch Impfungen mit getrocknetem Marke konnte also weder bei den Hunden noch bei den Kaninchen erzeugt werden. Das einzige Ergebniss der Impfungen war, dass die Hunde widerstandsfähiger wurden, da sie später verendeten, als die nicht geimpften.
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II. Fraeinfectionale Schutzimpfungsversache durch subcntane Application von fixen Virus enthaltendem, getrockneten Mark.
Ich wollte durch diese Versuche ermitteln, ob man nicht eine Immunität gegen nachträgliche Infection erzielen könne, wenn man virulentes, frisches Mark einmal oder öfters unter die Haut bringt. Die Ergebnisse waren folgende:
1.nbsp; nbsp;Eine einmalige Einführung von Wuthvirus durch Wuthbiss gab gegen eine nachträgliche stärkere subdurale und schwächere intraoculare Infection keine Immunität.
Versuch V. Am 19. Juli 1887 wurden 2 Hunde von einem an rasender Wuth leidenden Hunde heftig gebissen. Die 2 Hunde wurden 4 Monate hindurch beobachtet, zeigten aber keinerlei Veränderungen. Am 19. October 1887 wurden beide Hunde mit starkem Passagevirus [v = i (7) m (9)] subdural inflcirt. Beide verendeten an der rasenden Wuth, der eine nach 8, der andere nach 9 Tagen.
Versuch VI. Am 2. und 3. Juli 1888 wurde ein Hund von einem an rasender Wuth leidenden Hunde sehr heftig gebissen. Nach 18 Tagen zeigten sich an demselben die Zeichen der stillen Wuth, die aber nach 11 Tagen wieder verschwanden. Nach CO Tagen erschienen abermals einige Lähmungsattaquen, von denen sich der Hund jedoch gänzlich erholte. Am 12. September, also nach 3 Monaten und 8 Tagen, wurde er mit Strassenwuthvirus intraocular inficirt und verendete nach 17 Tagen an der rasenden Wuth.
In diesem Falle zeigte also das Thier, trotzdem es die Wuth schon einmal überstanden hatte, keine Immunität gegen eine nachträgliche intraoculare Infection. Es ist jedoch möglich, dass derselbe erneuerte Wuthbisse überstanden hätte.
2.nbsp; Eine einmalige subcutane Injection von Strassenwuthvirus gab in 5 Fällen einmal Immunität gegen eine nachträgliche subdurale Infection.
Versuch VII. Am 27. März 1888 wurde 4 Hunden je V* Kubikcentimeter Strassenwuthvirus [v = r(19)raquo;w(21)] unter die Ohrenhaut injicirt. 5 Monate hindurch zeigte sich keine Veränderung. Am 22. August wurden dieselben mit Strassenwuthvirus intraocular injicirt. Alle 4 verendeten theils an der stillen, theils an der rasenden Wuth nach 1321 Tagen.
Versuch VIII. Am 26. März 1887 wurde einem 60 Tage
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alten Hunde V2 Kubikcentimeter Strassenwuthvirus subeutan injicirt. Nach 17 Tagen wurde die Immunität mit schwachem Passagevirus [y = laquo;(ll)w/(161/2)] durch subdurale Infection untersucht. Der Hund zeigte sich immun.
3.nbsp; nbsp;Eine öftere subcutane Application von Strassen-wuthvirus erzielte bei einem Hunde Immunität, nicht nur gegen Strassenwuthvirus, sondern auch gegen die subdurale Infection mit dem stärksten Passagevirus.
Versuch IX. Dieser Versuch wurde von Prof. Azary 1884 begonnen. Er schob unter die Rückenhaut eines Hundes ein erbsengrosses Stück der Medulla eines an der Wuth verendeten Hundes. Der Hund wurde hierauf wuthkrank, erholte sich jedoch gänzlich. Später untersuchte er, ob derselbe nicht immun geworden sei. Er inficirte den Hund durch subcutane Injection einer aus der Medulla eines wuthkranken Hundes bereiteten Emulsion. Der Hund überstand diese Infection. Später wiederholte er in den Jahren 18841886 diese Infectionen mit Strassenwuthvirus, im Ganzen 11 Mal, ausserdem liess er den Hund öfters von wuthkranken Hunden beissen. Der Hund überstand alle Infectionen. Am 19. October 1887 wurde der Hund in meinem Laboratorium mit stärkstem Passagevirus [v = i{7)m(9y] subdural inficirt. Er überstand auch diesen Eingriff, während 2 Controllhunde, die zu gleicher Zeit ebenso inficirt wurden, nach 0 und 8 Tagen an der Wuth verendeten. Seitdem wurde derselbe Hund öfters auf die verschiedenste Weise inficirt, zeigte sich jedoch stets immun, und lebt noch gegenwärtig.
4.nbsp; nbsp; Eine einmalige endermatische Application des stärksten Passagevirus (fixes Virus) gab von 3 Hunden zweien, eine subcutane Injection desselben Virus von 4 Hunden einem, eine subcutane Injection desselben Virus, aber in grosser Menge, von 7 Hunden fünfen eine Immunität gegen subdurale Infection mit Strassenwuth-, respective Passagevirus.
Versuch X. Am 31. August 1887. 3 Hunden wurde in die rasirte und scarificirte Stirnhaut eine dicke Emulsion von fixem Virus [y = i (6) m (9)] eingerieben und ausserdem einige Tropfen dieser Emulsion in die Nasenhaut injicirt. Alle 3 Hunde blieben am Leben.
Am 19. October, 49 Tage nach der Application des Virus, wurden dieselben mit fixem Virus [?' = i(7)m(9)1l subdural inficirt.
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Einer verendete nach 10 Tagen an der stillen Wuth, die anderen 2 blieben am Leben.
Versuch XI. Am 3. Februar 1888 wurde unter die Ohren-haut von 3 Hunden stärkeres Passage virus [laquo; = i{9)m{l0)] injicirt. Am 5. April, 61 Tage nach der Injection, wurden die 3 Hunde mit Strassenwuthvirus [laquo; ss j(15)ot(27)] subdural inficirt; 2 verendeten an der stillen, einer an der rasenden Wuth nach 1119 Tagen. Es zeigte sich also keiner immun.
Versuch XII. Am 9. Januar 1887 wurde unter die Nackenhaut eines jungen Hundes 1 Kubikcentimeter einer Emulsion von fixem Virus injicirt. Am 17.21. Tage nach der Injection traten Anfälle der rasenden Wuth auf, die aber wieder verschwanden. Am 20. März, 60 Tage nach der Injection, wurde der Hund mit Strassenwuthvirus subdural inficirt. Nach 25 Tagen traten neuerdings Zeichen der rasenden Wuth auf, die aber nur 3 Tage dauerten und in vollständiger Genesung endigten. Am 24. April, 35 Tage nach der ersten subduralen Infection, wurde der Hund wiederum, diessmal mit stärkerem Passagevirus [laquo;= raquo;(12)wi(14)] subdural inficirt. Es zeigte sich keine Veränderung und der Hund lebte noch 8 Monate, bis er von einem anderen Hunde erwürgt wurde.
Versuch XIII. Am 12. April 1888 wurde unter die Rückenhaut von 7 Hunden je 0*5 Gramm fixes Virus [v = i{7)m(9)], in 2'5 Kubikcentimeter Kochsalzlösung zerrieben, injicirt. Ein Hund erlag nach 9 Tagen der paralytischen Wuth, die übrigen 6 blieben am Leben und wurden nach 54 Tagen mit Strassenwuthvirus (aus der Medulla eines an Strassenwuth verendeten Thieres) subdural inficirt. Von den 6 Hunden erlag einer der Wuth nach 17 Tagen, 6 blieben am Leben und leben noch gegenwärtig.
5. Eine zweimalige subcutane Application von wenig Virus erzielte bei einem Hunde Immunität gegen die subdurale Infection.
Versuch XIV. 22. December 1886. Unter die Nackenhaut eines im Laboratorium geborenen, 38 Tage alten Hundes wurde iJ2 Kubikcentimeter einer Emulsion von Strassenwuthvirus [v = i(l9)m(2l)] injicirt. Am 18. Januar 1887 gleiche Injection von fixem Virus; am 12. April 1887 wurde der nun 5 Monate alte Hund mit starkem Strassenwuthvirus subdural inficirt, zeigte sich aber immun.
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III. Praelnfectiouale Schutzimpfungren mit Dilutioueii von fixem Virus.
Auf Grund jener Voraussetzung, dass bei den Pasteur'schen Trocknungen in dem trocknenden Marke nicht die Virulenz, sondern die Menge des Virus abnimmt, machte ich Versuche mit Dilutionen von frischem fixen Virus, und zwar so, dass ich, mit den verdünnteren Lösungen beginnend, successive zu stärkeren Lösungen überging.
Die Dilutionen stellte ich so dar, dass ich von dem Boden des 4. Gehirnventrikels des betreffenden Kaninchenmarkes ein Theil-chen herausnahm, abwog und so verdünnte, dass ein Theil Mark 10, 100, 200, 250, 500, 1000, 5000 und 10000 Theilen Flüssigkeit entsprach. Die Verdünnungen machte ich stets mit 7 0/o o sterilisirter Kochsalzlösung und beobachtete stets eine möglichst gleichmässige Vertheilung, was ich durch sorgfältige Zerreibung erreichte. Die Menge des fixen Virus konnte ich so stets genau bestimmen. Bei den subduralen Injectionen dieser Dilutionen konnte ich bei Kaninchen thatsächlich eine successive Steigening der Wirkung beobachten. Die lOOOOfache Verdünnung tödtete das Kaninchen nicht mehr, die 5000fache nicht sicher und nur mit verspäteter Incubation. Die stärkeren Lösungen, bis zu der 250fachen Verdünnung, tödteten das Kaninchen mit immer geringerer Incubation. Die 200-, 100- und lOfachen Verdünnungen wirkten beinahe so stark, wie die ganz dicken Emulsionen. Bei den Versuchen mit nach Pasteur's Methode getrocknetem Marke konnte ich eine so sichere und gleichmässige Successivität nie beobachten.
Bei den Schutzimpfungsversuchen stieg ich nach Pasteur's traitement intensifquot; in kurzen Zwischenräumen von den schwachen Lösungen zu den stärkeren, und wiederholte diese Schutzimpfungen mehrere Tage hindurch. Kürzere oder längere Zeit nach Schluss der Impfungen untersuchte ich, ob die Thiere gegen das schwächere oder stärkere Virus refractär geworden waren oder nicht.
Durch die successiven Injectionen diser Dilutionen kann man ohne die geringste Gefahr eine grosse Menge Virus einimpfen.
Im Ganzen machte ich über 70 solche Schutzimpfungen, ohne je einen Unfall, als Folge der Schutzimpfung selbst, beobachtet zu haben; bei der Einimpfung einer grossen Menge des Virus kommen solche Unfälle, wie wir oben gesehen haben, häufig vor.
Die diessbezüglichen Versuche sind folgende:
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1.nbsp; nbsp; Eine Stägige subcutane Schutzimpfung mit verdünntem fixen Virus erzielte keine Immunität gegen eine subdurale Infection mit fixem Virus.
Versuch XV. 30. October 1887. 6 Hunde erhielten sub-cutan je 1 Kubikcentimeter einer Dilution von fixem Virus [ü = laquo;(6)raquo;raquo; (8)]. Die Dilutiouen waren folgende: 1:1000; 1:500; 1:250; 1:100; 1:10. Die Menge des injicirten Markes betrug annähernd 0,354 Gramm. Die Untersuchung auf Immunität durch subdurale Injection von fixem Virus wurde bei 2 Hunden einen Tag, bei anderen zweien 7, bei den letzten 2 Hunden 15 Tage nach Schluss der Impfungen ausgeführt.
Alle 6 Hunde verendeten mit ausgesprochenen Symptomen der Wuth nach 611 Tagen.
2.nbsp; nbsp;Eine Stägige subcutane Schutzimpfung mit verdünntem fixen Virus erzielte in 2 Fällen von 6 eine Immunität gegen die subdurale Infection mit schwächerem und stärkerem Hundepassagevirus.
Versuch XVI. 18.20. Januar 1888. 3 Hunden wurden unter die Rückenhaut zweistündlich Diktionen von fixem Virus folgendermassen injicirt:
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Menge des in 8 Tagen injicirten Virus: 0-351 Gramm.
Am 3. Februar, 14 Tage nach Schluss der Schutzimpfungen,
wurden 2 Hunde mit starkem Strassenwuthvirus [t) =s i (9) W (10)]
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(das Mark eines au ausgesprochener rasender Wuth verendeten Hundes) subdural inficirt. Beide erlagen der rasenden Wuth nach 15 resp. 24 Tagen.
Am 18. Februar, 29 Tage nach den Schutzimpfungen, wurde der dritte Hund mit Strassenwuthvirus [laquo; = i (12)raquo;laquo; (15)] subdural inficirt. Auch dieser verendete, aber nicht an der rasenden, sondern an der stillen Wuth nach 18 Tagen.
Versuch XVII. 7.-9. Februar 1888. 2 gesunde Hunde erhielten 2stündliche Injectionen von Dilutionen eines fixen Virus [v = i (7) m (9)J wie bei Versuch XVI.
Am 18. Februar, also 9 Tage nach Schluss der Schutzimpfungen, Untersuchung auf Immunität durch subdurale Infection mit Strassenwuthvirus (das Mark eines 15 Tage nach der Infection an der rasenden Wuth verendeten Hundes). Beide Hunde zeigten sich refractär.
Versuch XVIII. 15.17. Februar 1888. Einem Hunde wurden 2stündlich je eine Pravatspritze \on folgenden Dilutionen eines fixen Virus injicirt: 1:1000; 1:500; 1:250; 1:100; 1:10. Menge des injicirten Markes: 0,351 Gramm.
Am 18. Februar, 24 Stunden nach Schluss der Schutzimpfungen, wurde der Hund mit dem Marke eines an der rasenden Wuth verendeten Hundes subdural inficirt. Nach 16 Tagen verendete er an der stillen Wuth.
3. Eine 3tägige intratracheale Schutzimpfung mit verdünntem fixen Virus erzielte in einem Falle Immunität gegen die subdurale Infection mit fixem Virus.
Versuch XIX. 16. November 1887. Einem Hunde wurden intratracheal folgende Dilutionen von fixem Virus 2stündlich injicirt:
16.nbsp; November. 1: 2000 5 kbc; 1 : 1000 2 kbc; 1 : 500 2 kbc; 1:250 2 kbc; 1:100 1 kbc.
17.nbsp; nbsp;November. 1:1000 4 kbc; 1:500 3 kbc; 1:250 2 kbc; 1:100 l kbc; 1 : 10 1 kbc.
18.nbsp; nbsp;November. 1:1000 4 kbc; 1:500 3 kbc; 1:250 2 kbc; 1:100 1 kbc; 1 : 10 1 kbc.
Menge des injicirten Markes: 0-286 Gramm.
Am 27. November, 9 Tage nach Schluss der Schutzimpfungen, Untersuchung auf Immunität durch subdurale Infection mit fixem Virus [laquo; i (8) in (10)]. Der Hund zeigte sich refractär.
Am 21. December wurde die subdurale Infection ebenfalls mit negativem Erfolge wiederholt.
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4. Eine 4tägige subcutane Schutzimpfung mit Di-lutionen von fixem Virus erzielte in vier Fällen Immunität gegen eine intraoculare Infection.
Versuch XX. 3., 4., 5. und 9. Juni 1888. 4 Hunde erhielten unter die Rückenhaut die in folgender Tabelle zusammengestellten Dilutionen injicirt:
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Menge des in 4 Tagen injicirten Virus 0-156 Gramm.
Am 12. September 1888, 85 Tage nach Schluss der Schutzimpfungen, wurden die 4 Hunde nebst einem nicht geimpften Controllhunde mit Strassenwuthvirus intraocular inficirt. Der Controllhund verendete nach 14 Tagen an der rasenden Wuth; die 4 geimpften Hunde blieben am Leben.
5. Eine 6tägige Schutzimpfung mit Dilutionen von fixem Virus erzielte bei 8 Hunden von 12 eine Immunität gegen eine subdurale, resp. intraoculare Infection mit Strassenwuthvirus; bei dreien trat die Wuth verspätet auf, und nur ein Hund verendete zur entsprechenden Zeit an der stillen Wuth.
Versuch XXI. Am 3., 4., 5., 7., 8. und 9. Februar 1888 erhielten 3 Hunde 5mal täglich 2stüiidlich subcutane Injectionen von folgenden Dilutionen: 1 : 1000; 1 : 500; 1 : 250; 1 : 100; 1 :10; die tägliche Virusmenge (Passagevirus) betrug ungefähr 0-117 Gramm;
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die Gesammtmenge 0quot;702 Gramm. Es muss bemerkt werden, dass am 3. Tage die Dilutionen vom 2. Tage, am 5. und G. Tage die Dilutionen vom 4. Tage benutzt wurden, so dass die Hunde nur 8 Tage hindurch ganz frisches fixes Virus erhielten.
Am 5. April, 56 Tage nach Schluss der Schutzimpfungen, wurden die Hunde mit Strassenwuthvirus [y = i (15) m (17)] sub-dural inficirt. 2 blieben am Leben, einer verendete nach 20 Tagen an der stillen Wuth.
Versuch XXII. Am 8., 9., 10., 12., 13. und 14. März 1888. 5 Hunde wurden 6 Tage lang mit verdünntem fixen Virus geimpft (siehe die Tabelle Seite 34), 4 Tage hindurch wurde stets frisches Virus verwendet, am 5. und 6. Tage wurde das Virus vom 4. Tage, in Glycerin aufbewahrt, benutzt.
4 Hunde wurden 4 Tage nach Schluss der Schutzimpfungen mit dem Marke eines mit Strassenwuth geimpften und verendeten Kaninchens subdural inficirt. Ein Hund starb nach 27 Tagen an der paralytischen Wuth, die übrigen 3 blieben am Leben und leben noch gegenwärtig.
Der 5. Hund wurde nach 75 Tagen auf Immunität untersucht, und zwar durch subdurale Injection von Kaninchenwuthvirus. Derselbe zeigte sich immun und lebt noch gegenwärtig.
Versuch XXIII. Am 28., 29., 30, März und 3., 4. und 5. April 1888. 4 Hunde wurden einer Gtägigen Schutzimpfung, wie in Versuch XXII, unterworfen; nur wurde am 2. und 3. Tage das Virus vom 1. Tage, am 6. Tage das Virus vom 5. Tage benutzt, so dass die Hunde nur 3 Tage hindurch ganz frisches fixes Virus erhielten.
Am 22. August 1888, 148 Tage nach Schluss der Schutzimpfungen, wurden die Hunde nebst 4 nichtgeimpften Controll-hunden intraocular inficirt (durch Einführung von einigen Tropfen einer Strassenwuthvirus enthaltenden Markemulsion in die vordere Augenkammer). Die 4 Controllhunde verendeten nach 13 bis 21 Tagen. 2 geimpfte Hunde verendeten, verspätet, nach 27 Tagen. Die 2 übrigen geimpften Hunde überstanden die Infection und leben noch gegenwärtig.
6. Eine 7tägige Schutzimpfung mit verdünntem fixen Virus erzielte in 3 Fällen Immunität gegen die subdurale Infection mit stärkstem Passagevirus.
Versuch XXIV. Am 26., 27. und 28. April 1887 wurde unter die Rückenhaut von 3 Hunden 2stündlich je ein Kubik-
Högyes, Die Schutzimpfungen Pasteur's.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ?
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centimeter einer Emulsion von fixem Virus in folgenden Verdünnungen injicirt: 1 : 5000; .1 : 1000; 1 : 500; 1 : 250; 1 : 100; 1 : 10. Nach 16 Tagen, am 14.16. Mai, wurden dieselben In-
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jectionen wiederholt. Sowohl bei der ersten, als auch bei der zweiten Stägigen Schutzimpfung wurde der Impfstoff für alle
3nbsp; Tage aus je einem Kaninchenmarke dargestellt. Am 1. September wurde noch eine Schutzimpfungsserie angewandt.
Am 18. October wurden die 3 Hunde mit fixem Virus [v = i (7) m (9)] subdural inficirt. Alle 3 zeigten sich immun. Schon früher, am 16. Juni, also 1 Monat nach der Gtägigen Schutzimpfung , wurden alle 3 Hunde von einem tollwüthenden Hunde gebissen, überstanden jedoch diese Infection.
7. Eine Qtägige Schutzimpfung mit verdünntem fixen Virus erzielte bei 7 Hunden von 8 eine Immunität gegen die subdurale Infection mit fixem Virus.
Versuch XXV. Am 24., 25. und 2(3. März, ferner am 4., 5., 6., 18,, 19. und 20. April 1887 wurde unter die Rückenhaut. von 3 Hunden 2stündlich je ein Kubikcentimenter von fixem Virus in folgenden Verdünnungen injicirt: 1:5000; 1 : 1000; 1 : 500; 1:250; 1:100; 1:10. Die täglich injicirte Virusmenge betrug 0117 Gramm, die Gesammtmenge 1quot;053. Der Impfstoff wurde täglich aus frischem fixen Virus bereitet.
Am 4. Mai 1887 wurden die 3 Hunde nebst den nicht geimpften Controllhunden mit fixem Virus [v = i (7) m (9)] subdural inficirt. Zwei geimpfte Hunde überstanden die Infection, der 3. verendete, verspätet, nach 14 Tagen an der rasenden Wuth; die Controllhunde verendeten nach 81/211 Tagen.
Versuch XXVI. Am 1., 2., 3., 8., 9., 10., 15., 1(3. und 17. September 1887 wurden 4 Hunde so behandelt wie in Versuch XXV.
Am 10. October 1887 Untersuchung auf Immunität. Alle
4nbsp; Hunde überstanden die subdurale Infection mit fixem Virus.
Versuch XXVII. Am 16., 17., 18., 27., 28., 29. Juli, ferner am 8., 9. und 10. August 1887 wurde ein Hund ebenso behandelt wie in Versuch XXV und XXVI. Am 19. October 1887 wurde derselbe mit fixem Virus subdural inficirt, zeigte sich aber immun.
Umstehende Tabelle (Seite 36 und 37) zeigt die Ergebnisse der Schutzimpfungen mit verdünntem Virus am deutlichsten.
Bei diesen Versuchen gelang es mir, 36 Hunde absolut immun zu machen. Die Mehrzahl derselben, 25, wurden mit Verdünnungen von frischem fixen Virus auf verschiedene Weise geimpft. Wenn man nur diejenigen günstigen Versuchsreihen in
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36
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Die Ergebnisse der antirablsclien Schutz
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impfungen mit verdünntem fixen Vims.
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Betracht zieht, bei welchen nur mit verdünntem fixen Virus geimpft wurde, so finden wir 30 behandelte Hunde. Von diesen wurden 25 immun, und nur 5 überstanden die Untersuchung auf Immunität nicht. Diese Hunde kann man zweifellos für hyperimmun halten. Bei der grössten Mehrzahl wurde die Untersuchung auf Immunität durch subdurale Infection mit dem stärksten Virus untersucht, so dass man behaupten kann, dass jene 5 von den 30 mit verdünntem fixen Virus geimpften Hunden, welche dieser stärksten Infection nicht widerstehen konnten, die schwächere Infection, den Wuthbiss, mit grösster Wahrscheinlichkeit überstanden hätten.
Die Vortheile dieser Verdünnungsmethode vor derjenigen mit getrocknetem Marke bestehen in Folgendem:
1,nbsp; nbsp;kann man bei dieser Methode die Menge des zu injiciren-den fixen Virus viel genauer dosiren;
2.nbsp; nbsp;kann man bei dieser Methode den Fehler, den die verschiedene Grosse der benützten Kaninchen bietet, ganz vermeiden.
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B) Versuche zur Verhütung der Wuth durch Schutzimpfungen nach der Infection.
Die Möglichkeit einer praeinfectionalen, antirabischen Schutzimpfung lässt auch die Möglichkeit einer postinfectionalen Schutzimpfung wenigstens hoffen. Die postinfectionale Schutzimpfung wäre von einer eminenten Wichtigkeit, besonders in der Therapie der Menschenwuth. Es ist nämlich kaum denkbar, dass die praeinfectionalen Schutzimpfungen eine Verbreitung finden könnten. Die durch den Wuthbiss hervorgebrachte Menschenwuth ist ja nicht so häufig, dass die obligate Einführung der antirabischen Schutzimpfung begründet wäre, wie es z. B. bei der Kuhpocken-impfung der Fall ist. Auch ist es undenkbar, dass man die Gefahr des Wuthbisses dadurch beseitigen würde, dass man alle Hunde einer praeventiven, antirabischen Schutzimpfung unterwerfen würde. Denn selbst wenn man, energisch vorgehend, sämmtliche Hunde impfen würde, so bliebe noch die Möglichkeit einer Infection durch wüthende Katzen und Wölfe offen. Auch der Maulkorbzwang und die hohe Hundesteuer vermindern nur, beseitigen aber nicht die Gefahr. Die postinfectionale Schutzimpfung kann aber zur Verhütung dieser mit Recht gefürchteten Krankheit
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als Heilmethode ohne jedwede Schwierigkeit angewandt werden, wenn sie nur selbst gefahrlos ist und wenn sie den Erwartungen entspricht. Pasteur's Genie und sein in allen Arbeiten nachweisbarer Sinn für die praktisch wichtigen Fragen müssen von Jedermann anerkannt werden, und wir müssen ihm danken, dass er diese sowohl vom wissenschaftlichen, als auch vom praktischen Standpunkte äusserst wichtige Frage zum Gegenstande seiner Untersuchungen und Versuche machte und die Aufmerksamkeit der Forscher darauf lenkte.
Jene Kenntnisse, welche wir durch seine langjährigen diess-bezüglichen Versuche besitzen, und welche von allen objectiven Forschern, die die Versuche wiederholten, bestätigt wurden, lassen gegen die theoretische Möglichkeit einer postinfectionalen anti-rabischen Schutzimpfung keinerlei wissenschaftlich berechtigten Zweifel aufkommen.
Bei nicht inficirten Thieren kann man die Immunität, wie wir gesehen haben, in kurzer Zeit erzielen. Schon nach einigen Tagen ist das Thier so immun, dass es sich selbst gegen die sub-durale Infection refractär verhält. Beim Menschen pflegt die Wuth durchschnittlich GO Tage nach dem Wuthbisse auszubrechen. Man leann desshalb mit Recht annehmen, dass man nach dem Bisse noch Zeit genug hat, eine Immunität zu erzeugen, die dann den Ausbruch der Wuth verhindert. Beim Hunde, Schafe und bei anderen kleineren Thieren, die zu Versuchen brauchbar sind, ist die Incubationszeit nach dem Wuthbisse weit kürzer. Darum muss man sich bei diesen mit den Impfungen mehr eilen. Die künstlichen Infectionen, besonders die subduralen und intraocularen welche aber im praktischen Leben nicht vorkommen , verkürzen die Incubationszeit noch mehr, so dass man bei diesen Infectionen eine noch raschere Schutzimpfung vornehmen rauss. Die Erfahrungen bei den praeinfectionalen Schutzimpfungen lehrten ferner, dass auch die Menge des verbrauchten Impfstoffes eine grosse Rolle bei dem Gelingen oder Misslingen der Immunität spielt. Es lässt sich zwar nicht leugnen, dass man auch durch 1- oder 2malige Injection von Strassenwuth- oder Fassagevirus eine Immunität erzeugen kann, doch beweisen die übrigen Versuche, dass die Immunität um so sicherer erreicht wird, je mehr Impfstoff (Virus) verbraucht wurde.
Bei den experimentellen Untersuchungen jener Frage, ob mau nach künstlicher Wuthinfection den Ausbruch der Wuth durch
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Schutzimpfungen verhindern könne, muss man diese Umstände auf das Sorgfältigste in Betracht ziehen.
Vom praktischen Standpunkte aus besonders zur Motivirung der Inangriffnahme dieser Schutzimpfungen bei Menschen genügt es zweifellos, wenn man den Erfolg der Schutzimpfungen nach Wuthbissen experimentell beweisen kann. Es ist durchaus nicht motivirt, wenn man wie Frisch auf Grund der Misserfolge der Schutzimpfung nach künstlichen und stärkeren subduralen und intraocularen In-fectionen ein abfällendes Urtheil über die Schutzimpfung im Allgemeinen fällt. Wenn man aber auch nach diesen Infectionen Erfolge beobachtet, so ist dadurch der Werth der Schutzimpfung um so mehr bewiesen.
Die folgenden, verschieden raodificirten Versuche, welche ich 2 Jahre hindurch ausführte, geben mit ihren positiven und negativen Resultaten eine genügende Basis zur objectiven Beurthei-lung dieser Frage.
Die postinfectionalen Schutzimpfungen begann ich ebenfalls mit den nach Pasteur getrockneten Markserien, anfangs August 1886. Es gelang mir jedoch von 10, vorher mit Strassenwuth-virus subdural inficirten Kaninchen nur eines, durch subcutane Injection von 101 Tage getrocknetem Marke zu retten. Im selben Jahre wiederholte ich diese Versuche an Hunden, erzielte jedoch nur negative Resultate. Da ich das Misslingen dieser Versuche der Verschiedenheit unserer Kaninchen, bei welchen das verschieden dicke Mark ungleich trocknet, zuschrieb, und da ferner die praeinfectionalen Schutzimpfungen mit verdünntem fixen Virus positive Resultate gaben, benutzte ich fernerhin nur die Verdünnungsmethode.
Die Versuche selbst sind folgende:
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I. Postinfectionale Schutztmpfnnpen mit getrocknetem Marke.
Bei diesen Versuchen wurden gesunde Kaninchen und Hunde mit Strassenwuthvirus theils subdural, theils subcutan inficirt; nach der Infection erhielten sie subcutan, nach Pasteur's einfacher oder verstärkter Methode, in kürzeren oder längeren Zwischenräumen , das fixe Virus, in Form von getrockneten Markserien. Gleichzeitig wurden Controllthiere ebenso inficirt, aber nachträglich nicht behandelt.
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1. Nach subduraler Infection mit Strassenwuth- und schwächerem Passagevirus methodische Schutzimpfung mit getrocknetem Marke; von 16 Kaninchen und 8 Hunden wurde nur bei einem Kaninchen der Ausbruch der Wuth verhindert.
Versuch XXVIII. Subdurale Infection mit schwächerem Passagevirus [raquo; = i (12) m (16)]; nachträgliche Schutzimpfung mit getrocknetem Marke.
Am 4. August 1886 wurden 12 Kaninchen mit schwächerem Passagevirus [y = i (12) m (16)] subdural inficirt. 2 blieben ohne Behandlung. Den 10 Kaninchen wurde vom 5. August an 10 Tage hindurch 101 Tage getrocknetes Mark (je ein Kubikcentimeter der Emulsion) subcutan injicirt.
Die nicht behandelten 2 Kaninchen verendeten nach 9, resp. 10 Tagen an der Wuth. Von den 10 Behandelten blieb eines am Leben, die übrigen 9 Kaninchen verendeten nach 917 Tagen an der Wuth. Bei 2 Kaninchen trat der Tod verspätet ein (nach 1617 Tagen).
Versuch XXIX. Subdurale Infection mit schwachem Passagevirus; nachträgliche Schutzimpfung mit getrocknetem Marke.
Am 27. August 1886, Abends 57 Uhr, wurden 6 Kaninchen mit schwachem Passagevirus [laquo; =raquo;'(15) m (19)] subdural inficirt.
Vom 28. August an wurde diesen Kaninchen 10 Tage hindurch 101 Tage getrocknetes Mark subcutan injicirt.
Alle Kaninchen verendeten nach 13 17 Tagen an der Wuth.
Versuch XXX. Subdurale Infection mit Strassen-wuthvirus; nachträgliche Schutzimpfung mit getrocknetem Marke.
Am 20. November 1886 wurden 12 Hunde subdural inficirt. Als Virus wurde die Medulla oblongata einer Frau benutzt, die am 15. September 1886 von einem wüthenden Hunde gebissen wurde und am 19. November 1886 an der Wuth starb. 8 Hunde wurden 12 Stunden nach der Infection der stärkeren Impfmethode Pasteur's unterworfen. 4 Hunde blieben ohne Behandlung.
Die behandelten Thiere erhielten 2stündlich je einen Kubikcentimeter der Emidsion von getrocknetem Marke; bei 4 Hunden wurde ßudapester fixes Virus, bei den anderen 4 Pariser fixes Virus benutzt und zwar folgendermaassen:
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1880 21. November 14, 13, 12, 11, 10, 9, 8, 7, 6 Tage getrocknetes Mark.
1886 22. November 5, 4, 3, 2, 1,0, 12, 11, 10, 9,8 Tage getrocknetes Mark.
1886 23. November 7, 6, 5, 4, 3, 2, 0, 12,11, 10, 9 Tage getrocknetes Mark.
1886 24. November 8, 7, 6, 5, 4, 3, 2, 1, 0 Tage getrocknetes Mark.
Sowohl die nicht behandelten, als auch die behandelten Hunde verendeten an der Wuth; erstere nach 1819, letztere nach 1526 Tagen.
2. Bei subcutaner Infection mit Strassenwuthvirus und nachträglicher methodischer Injection von getrocknetem Marke unterblieb zwar bei 2 Hunden der Wuthausbruch, doch unterblieb er auch bei 2 anderen, gleichzeitig und ebenso inficirten, aber nicht behandelten Hunden. Auf subdurale Infection mit Strassenwuthvirus zeigten sich die 2 Hunde nicht refractär.
Versuch XXXI. Subcutane Infection mit Strassenwuthvirus; nachträgliche Schutzimpfung mit getrocknetem Marke.
Am 20. November 1886 wurden 4 frische Hunde mit Strassenwuthvirus (aus der Medulla oblongata einer an der Wuthkrankheit verstorbenen Frau) subcutan inficirt.
Am 21.24. November 1886 wurden 2 Hunde von den 4 einer ähnlichen Schutzimpfung unterworfen wie in Versuch XXX. 2 Hunde blieben ohne Behandlung. Bis zum 11. Februar 1887, also 83 Tage hindurch, zeigte sich bei keinem Hunde eine Veränderung.
An diesem Tage wurden alle 4 mit Strassenwuthvirus [y i (14) m (2)] subdural inficirt. Alle 4 Hunde verendeten an der Wuth, 1415 Tage nach der subduralen Infection.
Die negativen Ergebnisse dieser postinfectionalen Schutzimpfungen mit getrocknetem Marke stimmen mit Frisch's1) ähnlichen Versuchsergebnissen überein. Nur kann man auch gegen
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') Frisch's Versuche über die postinfectionalen Schutzimpfungen waren folgende:
1. Am 14. Juli 188ü unterwarf er 6 Hunde einer subduralen Infection mit Strassenwuthvirus. Dann injicirte er 3 Hunden von den 6 11 Tage hindurch 151 Tag getrocknetes Mark. Die nicht behandelten 2 Hunde verendeten nach 1617 Tagen. Von den 8 beljandelten Hunden verendeten 2,
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Frisch's Versuche einwenden, dass das Mark unserer verschieden grossen Kaninchen ungleich trocknet und dass desshalb bei uns eine gleichmässige Virulenzverminderung nicht erzielt werden kann, wie diess in Pasteurs Institute mit den dortigen, eigens für Versuchszwecke sorgfältig gezüchteten und durchschnittlich grösseren und dabei gleichen Kaninchen thatsächlich gelingt.
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II. Postlnfectionale Schutzimpfungen bei den verschiedenartigen In-
fectionen durch einmalige oder Öftere Anwendung von frischem, ein
fixes Virus enthaltendem Marke.
Da die praeinfectionalen Schutzimpfungen mit verdünntem Marke so auffallend günstige Resultate lieferten, war es interessant, auch die postinfectionale Wirkung dieser Methode kennen zu lernen.
Das Prinzip der Wirkungsweise der postinfectionalen Schutzimpfung kann nur darin bestehen, dass das Centralnervensystem durch diese Schutzimpfungen in Immunität versetzt wird, bevor es von der Wirkung der vorhergehenden Infection erreicht wird. Das zu erwartende Resultat der postinfectionalen Schutzimpfung muss demnach verschieden sein, je nach der Verschiedenheit der Virulenz der vorhergehenden Infection und je nach der Applicationsstelle derselben. Es ist auch schon a priori wahrscheinlich, dass auch die Applicationsweise der Schutzimpfung, die Menge des Impfstoffes, die Zeit der Schutzimpfung nach der Infection einen Einfluss auf das rasche Gelingen der Immunisation im Centralnervensystem selbst üben müssen.
Vom praktischen Standpunkte aus, zur Demonstrirung dessen, dass die postinfectionalen Schutzimpfungen beim Menschen auf solider, experimenteller Basis stehen, würde der Beweis genügen, dass diese Schutzimpfungen nach Wuthbissen thatsächlich wirksam sind. Vom wissenschaftlichen Standpunkte aus ist es jedoch wichtig,
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einer blieb 106 Tage am Leben, erlag jedoch dann einer neuerlichen subduralen Infection.
2. Am 17. November 188(5 inficirto er 6 Hunde mit Strassenwuthvirus subdural. Bei zweien begann er die Schutzimpfungen mit getrocknetem Marke (2stündlicho subcutane Jnjectionen, nach Pasteur's intensiver Methode) 10 Stunden, bei anderen zwei 17 Stunden nach der subduralen Infection. 2 Hunde blieben ohne Behandlung. Die nicht behandelten 2 Hunde verendeten nach 1820 Tagen, die behandelten 4 nach 1011 Tagen an der Wuth.
Seine ähnlichen Versuche an Kaninchen lieferten ebenfalls negative Resultate.
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auch das zu wissen, was man durch dieselben bei den höheren Graden der Infection erreichen kann.
Bei den folgenden Versuchen untersuchte ich daher die Wirkung der Schutzimpfungen nicht nur nach dem Wnthbisse, oder nach der gleichwerthigen endermatischen Infection, also bei den niederen Graden der Virulenz, sondern auch der subdüralen und intraocularen Infection, also bei den stärkeren Graden der Virulenz, und zwar sowohl mit Strassenwuthvirus, als auch mit schwachem und starkem Passagevirus.
Die Versuche und Ergebnisse sind folgende:
I, Subcutane Infection. Nachträgliche Schutzimpfung.
Versuch XXXII. Subcutane Infection mit stärkerem Passagevirus (von einem Hunde) [raquo; = i (9)raquo;laquo; (10)]. Nachträgliche Schutzimpfung durch successive, subcutane In-jectionen von verdünntem fixen Virus.
Am 3. Februar 1888 wurde unter die Ohrenhaut von 8 gesunden Hunden je ^2 Kubikcentimeter einer Emulsion von der Medulla eines Hundes injicirt. Der Hund war an toller Wuth, 10 Tage nach einer subdüralen Infection verendet.
Von den 8 inficirten Hunden blieben 4 ohne Behandlung, 4 wurden folgender Schutzimpfung unterworfen: Vom3.O.Februar, also 6 Tage hindurch, wurde allen 4 Hunden täglich 5mal, 2stünd-lich, je ein Kubikcentimeter von fixem Virus in folgenden Verdünnungen injicirt: 1: 1000; 1 : 500; 1 : 250; 1 : 100; 1 : 10. Die täglich injicirte Menge des Markes betrug 0'117, die Gesammt-menge 0-702 Gramm.
Von den geimpften Hunden blieben 8 am Leben, einer erlag nach 19 Tagen der Wuth. Von den nicht geimpften Hunden verendeten 2 nach 18 resp. 19 Tagen an der stillen Wuth. Der dritte nicht geimpfte Hund wurde nach 19 Tagen wuthkrank (tolle Wuth), erholte sich jedoch schon am 3. Tage. Der 4. nicht-geimpfte Hund blieb gesund.
(63 Tage nach der Infection, 50 Tage nach Schluss der Schutzimpfungen wurden alle 5 am Leben gebliebenen Hunde mit Strassenwuthvirus subdural inficirt. Die 2 nichtgeimpften und ein geimpfter Hund verendeten, 2 geimpfte Hunde zeigten sich refractär.)
Versuch XXXIII. Subcutane Infection mit Strassenwuthvirus; nachträgliche Schutzimpfung mit verdünntem, fixen Virus.
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Am 27. März 1888 wurde unter die Ohrenhaut von 8 Hunden je V* Kubikcentimeter einer Emulsion von Kaninchenmedulla in-jicirt. Das Kaninchen war 27 Tage nach einer Infection mit Strassenwuthvirus verendet. Von den 8 inficirten Hunden wurden 4 folgender Gtägigen Schutzimpfung unterworfen: Es wurde am 28. März, 1: 5000; 1 : 2000; 1 :1000; 1 : 500; 1 : 200; 29. März 1:2000; 1:1000; 1:500; 1:200; 1:100; 30. März 1: 1000; 1:500; 1 : 200; 1 : 100; 1 : 10; 3. 4., 5. April täglichl : 1000; 1:500; 1:200; 1:100; 1:10 verdünntes fixes Virus sub-cutan injicirt. Die Gesamratmenge des injicirten Virus betrug 0-552 Gramm. Die andern 4 Hunde wurden nicht behandelt. Alle 8 Hunde blieben 41/s Monate hindurch gesund. (146 Tage nach der Infection wurden allen 8 Hunden einige Tropfen Strassenwuthvirus in die vordere Augenkammer injicirt. Die 4 nicht behandelten Hunde verendeten nach 13, 15, 19 und 21 Tagen. Von den 4 behandelten Hunden blieben 2 am Leben; 2 verendeten nach 25 resp. 27 Tagen, also später wie die nicht behandelten, an der Wuth.)
2. Endermatische Infection; nachträgliche Schutzimpfung,
Versuch XXXIV. Endermatische Infection mit fixem Virus; nachträgliche subcutane Schutzimpfung.
Am 31. August 1887 wurden 8 Hunde mit fixem Virus (58. Passage) inficirt und zwar so, dass das Virus in die rasirte und scarificirte Stirnhaut eingerieben wurde. Ausserdem wurden den Hunden einige Tropfen der Virusemulsion endermatisch injicirt.
Von den inficirten Hunden blieben 4 ohne Behandlung, 4 erhielten folgende 9tägige subcutane Schutzimpfungen mit fixem Virus:
I. 1887, 1., 2., 3. Sept.: ^iooo; ^oo; Vlaquo;laquo;laquo; 5 Vioo; ljio verdünnte Viruslösung. II. 1887, 8., 9., 10. Sept.: ^iooo; ^soo; '/m; ^ioo; llio verdünnte Viruslösung. III. 1887, 15., 16., 17. Sept.: 1/iooo; ^soo; 'Z250! V100raquo; V10 verdünnte Viruslösung.
Sowohl die behandelten, als auch die nicht behandelten Hunde blieben am Leben, obgleich das zur endermatischen Infection verwandte fixe Virus vollkommen virulent war, da ein damit subdural inficirtes Controllkaninchen nach 10 Tagen an der Wuth verendete.
Am 19. October 1887, 50 Tage nach der endermatischen Infection, Untersuchung auf Immunität durch subdurale Infection mit fixem Virus. Die 4 behandelten Hunde zeigten sich refractär; von den 4 nicht behandelten Hunden verendete einer an der Wuth,
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die anderen 3 blieben am Leben. Das zur Untersuchung der Immunität benutzte fixe Virus tödtete, bei subduraler Anwendung, ein Controllkaninchen nach 12 Tagen.
Bei diesem Versuche erzielten also die Schutzimpfungen eine absolute Immunität selbst gegen die stärkste Infection. Die ender-matische Infection erzielte in 3 Fällen von 4 Immunität.
3. Infection durch Wuthbisse; nachträgliche Schutzimpfung. Zur Erzeugung von Wuthbissen wurden die zu infi-cirenden Hunde einfach in den Käfig eines wüthenden Hundes geschoben. Da der wüthende Hund stets den Kopf des anderen Hundes zu beissen sucht, wurde der Kopf des zu inficirenden Hundes abrasirt, damit die Infection um so sicherer hafte. Der wüthende Hund beisst sein Opfer so lange, bis er selbst ermattet; die Ermattung tritt um so eher auf, je stärker sein Gegner ist. Um die Infection noch wahrscheinlicher zu machen, gaben wir später die zu inficirenden Hunde mit gebundenen Fassen, zugebundenem Maul und rasirter Kopfhaut dem wüthenden Hunde Preis; durch diese Methode erzielten wir stets sehr starke Gesichtswunden, bei welchen die Infection, wie bekannt, am sichersten haftet. Zu den Versuchen wurden selbstverständlich stets frische Thiere benützt; die am Leben gebliebenen Verauchsthiere wurden aufbewahrt, doch nicht weiter benützt.
Versuch XXXV. Wuthbiss; nachträgliche Schutzimpfung mit verdünntem fixen Virus.
Am 23. März 1887 wurden 4 Hunde von einem tollwuth-kranken Hunde gebissen. (Der Hund war mit dem Marke eines aus dem Budapester Thierarzneiinstitute erhaltenen, wüthenden Hundes inficirt worden. Er erkrankte nach 12 und verendete nach 18 Tagen. Zum Versuche wurde er am 15. Tage benützt.)
2 Hunde wurden folgendermaassen geimpft:
Am 24., 25. und 26. März wurde täglich Ssttindlich je ein Kubikcentiraeter fixes Virus in folgenden Dilutionen: 1 : 5000; 1 : 500; 1: 250; 1 :100; 1: 10 unter die Rückenhaut injicirt.
Am 4., 5. und 6., ferner am 18., 19. und 20. April dieselben Schutzimpfungen. Die täglich injicirte Virusmenge betrug O'll?, die Otägige Gesammtmenge 1*053 Gramm.
2 Hunde blieben ohne Behandlung.
Von den letzteren verendete ein Hund nach 38 Tagen an der tollen Wuth, die anderen 3 (2 behandelte, 1 nichtbehandelter) blieben am Leben.
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(Später wurden diese 3 Hunde mit starkem Hundewuthvirus \v #9632;= i (7) m (O1/raquo;)] subdural inficirt. Der nicht behandelte Hund erlag der Wuth, während die 2 behandelten Hunde am Leben blieben. 4 mit demselben Virus inficirte Controllhunde verendeten nach S1/laquo; 11 Tagen an der Wuth (8 an der tollen, 1 an der stillen Wuth.)
Versuch XXXVI. Infection durch Wuthbiss; nachträgliche Schutzimpfung mit verdünntem fixen Virus.
Am 15. Juli 1887 wurden 6 Hunde von einem tollwuth-kranken Hunde gebissen. (Dieser tolle Hund bildete die XI. Generation eines von Hund zu Hund verimpften Strassenwuthvirus.) Von den 6 gebissenen Hunden blieben 3 ohne Behandlung, 3 wurden folgender, Otägiger Schutzimpfung unterworfen:
Am 16., 17. und 18. Juli wurde 2stiindlich je 1 Kubikcenti-meter von fixem Virus in folgenden Dilutionen unter die Rückenhaut injicirt: 1 :1000; 1 : 500; 1 : 250; 1 : 100; 1 : 10.
Am 27., 28., 29 Juli und am 8., 9. und 10. August dieselben Injectionen. Die täglich injicirte Virusmenge betrug 0'117, die Gesammtmenge: 1059 Gramm. Ein behandelter Hund erlag am 2. August einer Doppel-Pneumonic. Von den nicht behandelten Hunden verendete einer 36 Tage nach dem Wuthbisse ohne vorhergehende Symptome einer Krankheit. Die übrigen 4 blieben am Leben.
(Am 19. October, also ca. 8 Monate nach den Wuthbissen, wurden alle 4 mit verdünntem fixen Virus (1 : 250) subdural inficirt. Die 2 nicht behandelten Hunde verendeten nach 8 resp. 9 Tagen an der Wuth. Von den 2 behandelten Hunden blieb einer am Leben, der 2. erlag einer Pneumonic.)
Versuch XXXVII. Infection durch Wuthbiss; nachträgliche Schutzimpfung mit verdünntem fixen Virus.
Am 2. und 3. Juni 1888 wurden 7 Hunde von einem toll-wüthenden Hunde gebissen. Jeder trug 56 theils blutende, theils gequetschte Gesichtswunden (der Kopf war rasirt) davon. 3 blieben ohne Behandlung, 4 wurden folgender Schutzimpfung unterworfen:
Es wurden 321 Kubikcentimeter von verdünntem Passagevirus injicirt, und zwar:
am 3. Juni: 1:10000; 1:8000; 1:6000; 1 :5000 , 4. , 1:2000; 1: 1000; 1:500; 1:200 , 6. , 1 :500; 1:200; 1:100; 1:10.
Am 9. Juni je 1 Kubikcentimeter von 1:2000; 1:1000;
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1:500; 1:200; 1:100 verdünntem Virus. Gesammtmenge des in 4 Tagen injicirten Virus: 0156 Gramm.
Von den 3 nicht behandelten Hunden verendete einer nach 27 Tagen an der Wuth; einer verendete nach 9 Tagen, doch blieb die Diagnose der Wuth zweifelhaft; beim 3. Hunde traten am 18. Tage paralytische Wuthsymptome auf, die jedoch wieder verschwanden ; nach 1 lji Monaten zeigten sich wieder Paralysen an den hinteren Extremitäten mit Reizungserscheinungen (der Hund haschte nach dem Stocke); der Hund erholte sich jedoch abermals und lebt noch gegenwärtig. Die 4 behandelten Hunde zeigten sich immun. (Nach 8 Monaten wurden dieselben mit Strassen-wuthvirus intraocular inficirt, widerstanden jedoch auch dieser Infection.)
4. Subdurale Infection. Nachträgliche Schutzimpfung. Bei diesen Versuchen geschah die Infection auf subdurale Weise. Es wurde theils stärkstes (fixes), theils schwächeres Passage-, theils auch Strassenwuthvirus benützt. Die Schutzimpfungen bestanden aus in rascher Folge angewandter subeutaner oder intra-trachealer Injection von verdünntem fixen Virus in steigender Menge.
Versuch XXXVIII. Subdurale Infection mit starkem Passagevirus. Nachträgliche 6tägige subeutane Schutzimpfung mit verdünntem fixen Virus.
Am 22. Januar 1887 wurden 8 Hunde und 1 Kaninchen mit der Medulla eines an der tollen Wuth verendeten Hundes subdural inficirt. (Dieser Hund bildete das 8. Glied einer Verimpfung von Strassenwuthvirus von Hund zu Hund; die Virulenz dieses Virus welche im Anfange [v = i (12) m (18)] betrug, war beim 8. Gliede auf [v i (8) m (O1/laquo;)] gestiegen.) Das Kaninchen und 2 Hunde blieben ohne Behandlung; 6 Hunde wurden folgender Schutzimpfung mit verdünntem fixen Virus unterworfen:
Am 23.25. Januar wurde 3 Tage hindurch täglich, 2stünd-lich je 1 Kubikcentimeter fixes Virus in folgenden Dilutionen, 1:5000; 1:1000; 1:500; 1:250; 1:100; 1:10 unter die Rückenhaut injicirt. Am 29., 30. und 31. Januar wurden dieselben Injectionen wiederholt.
Sowohl die nicht behandelten, als auch die geimpften Thiere verendeten an ausgesprochener Wuth; die Hunde nach 1016, das Kaninchen nach 14 Tagen.
Versuch XXXIX. Subdurale Infection mit fixem Virus.
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Nachträgliche 6tägige, subcutane Schutzimpfung mit verdünntem fixen Virus.
Am 19. October 1887 wurden 3 Hunde mit einer 250fachen Verdünnung von fixem Virus [v = i (7) m (9)] subdural inficirt. Ein Hund blieb ohne Behandlung, bei den 2 übrigen Hunden wurde die Schutzimpfung sogleich nach der subduralen Infection begonnen.
Am 19., 20. und 21. October wurde 2stündlich je 1 Kubik-centimeter von fixem Virus [ü = i (7) m (9)] in folgenden Dilu-tionen 1 : 1000; 1 : BOO) 1 : 250; 1 :100; 1 : 10 subcutan injicirt. Am 23., 24. und 25. October dieselben Injectiouen. Virulenz des fixen Virus \v = i (6) m (8)].
Die 2 behandelten Hunde verendeten 6 resp. 8 Tage nach der subduralen Infection an der Wuth (die von ihnen geimpften Kaninchen verendeten ebenfalls an der Wuth). Der nicht behandelte Controllhund erkrankte 11 Tage nach der subduralen Infection mit Symptomen der Wuth, erholte sich jedoch wieder und erlag erst einer erneuerten subduralen Infection mit Strassen-wuthvirus.
Versuch XL. Subdurale Infection mit fixem Virus. Nachträgliche 3tägige intratracheale Schutzimpfung.
Am 16. November 1887 wurden 2 Hunde und 2 Kaninchen mit fixem Virus [y = i (6) m (9)] subdural inficirt. Den 2 Hunden wurde gleich nach der Infection 2stiindlich intratracheal fixes Virus in folgenden Dilutionen injicirt:
16. November: 1:2000 5 kbc; 1:1000 4 kbc; 1:500 Skbcj l:2502kbc.; 1:100 Ikbc. 17.Nov.: 1:1000 4kbc.; 1:500 3 kbc; 1:250 2 kbc; 1:100 Ikbc; 1:10 Ikbc. 18. Nov.: 1 : 1000 4 kbc; 1 : 500 3 kbc; 1 : 250 2 kbc; 1 : 100 1 kbc; 1 : 10 1 kbc.
Die 2 behandelten Hunde verendeten 8 resp. 6 Tage nach der subduralen Infection; der eine an der tollen Wuth, der andere unter starkem Kopf- und Rumpfzittern. Die 2 nicht behandelten Controllkaninchen verendeten 10 Tage nach der subduralen Infection an toller resp. stiller Wuth.
Versuch XLI. Subdurale Infection mit Strassenwuth-virus. Nachträgliche intratracheale Schutzimpfung.
Am 1. December 1887 wurden 4 Hunde mit Strassenwuth-virus (aus dem Thierarzneiinstitute) subdural inficirt. Einer blieb ohne Behandlung, die übrigen 3 erhielten intratracheale Injectionen
Högyes, Die Schutzimpfungen Pasteur's.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;4
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von verdünntem fixen Virus, und zwar am 1., 2., 3., 5., 6. und 7. December ganz so wie in Versuch XL.
Der Controllhund verendete nach 17 Tagen an der tollen Wuth (Ausbruch der Krankheit nach 10 Tagen). Von den 3 behandelten Hunden verendete einer nach 17 Tagen an der tollen, einer nach 18 Tagen an der stillen Wuth. Der 3. überlebte den kritischen Zeitpunkt, verendete aber 28 Tage nach der subduralen Infection an Maulgangrän. Das mit seiner Medulla subdural inficirte Kaninchen wurde nicht wuthkrank; man kann also behaupten, dass dieser Hund nicht wuthkrank war.
Versuch XLII. Subdurale Infection mit Strassenwuth-virus. Nachträgliche subcutane und intratracheale Schutzimpfung.
Am 17. December 1887 wurden 6 Hunde mit Strassenwuth-virus (von einem am 17. Tage an toller Wuth verendeten Hunde) subdural inficirt. Ein Hund blieb ohne Behandlung. Die 5 übrigen wurden sogleich behandelt und zwar 3 mit subcutanen, 2 mit intra-trachealen Injectionen. Die subcutanen Schutzimpfungen, die nach der bekannten Weise vollzogen wurden, dauerten 0 Tage (17.24. und 20. December); die intratrachealen Schutzimpfungen (wie in Versuch XL) dauerten 8 Tage (17.24. December). Der Controllhund verendete 27 Tage nach der subduralen Infection an ausgesprochener stiller Wuth. Von den subcutan behandelten Hunden verendeten 2 an toller, einer an dor stillen Wuth nach 21, 22 und 26 Tagen, die 2 intratracheal behandelten verendeten 12^s resp. 18 Tage nach der subduralen Infection.
Versuch XLIII. Subdurale Infection mit Strassen-wuthvirus. Nachträgliche Schutzimpfung durch einmalige Injection einer grösseren Menge von fixem Virus.
In Versuch XIII erzielte eine subcutane Injection von 0-5 Gramm frischem fixen Virus in 5 Fällen von 7 Immunität gegen die subdurale Infection mit Strassenwuthvirus. Man konnte also hoffen, dass man durch dieselbe Methode auch nach der subduralen Infection Erfolge erzielen werde.
Am 27. Juni 1888 wurden 10 frische Hunde mit der Medulla einer an der Wuthkrankheit verstorbenen Frau subdural inficirt. 8 Hunden wurde 0-5 Gramm stärkstes Kaninchenpassagevirus [tj = i (0) m (S1/raquo;)] subcutan injicirt. 2 Hunde blieben ohne Behandlung.
Von den 8 behandelten Hunden verendeten 7 nach 12 bis
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25 Tagen theils an stiller, theils an toller Wuth; beim 8. traten am 12. Tage Lähmungen auf, die 10 Tage dauerten, aber wieder verschwanden; der Hund lebt noch gegenwärtig. Von den 2 Controll-hunden verendete der eine nach 24 Tagen an der tollen Wuth; der andere zeigte vom 10.22. Tage Symptome der tollen Wuth, erholte sich aber und lebt noch gegenwärtig.
5. Intraoculare Infection. Nachträgliche Schutzimpfung.
Wenn man einige Tropfen Wuthvirus mit einer Pravazspritze in die vordere Augenkammer injicirtj so tritt die Wuth fast ebenso sicher auf, als nach der subduralen Infection. Die Operation selbst ist, wenn man CocaTn anwendet, äusserst einfacii. Ich versuchte die postinfectionalen Schutzimpfungen auch bei dieser Infections-methode um so mehr, da Nocard und Roux ') bei dieser Infections-weise durch intrajugulare Schutzimpfungen an Schafen in einigen Fällen Erfolge verzeichnen konnten.
Versuch XLIV. Intraoculare Infection mit Strassen-wnthvirus. Nachträgliche intrajugulare Schutzimpfung mit fixem Virus.
Am 22. August 1888 wurden in die vordere Augenkammer von 9 Schafen einige Tropfen von Strassen wuth virus injicirt. Das Virus entstammte aus der Medulla eines 8jährigen Knaben, welcher 45 Tage nach dem Wuthbisse an der Wuthkrankheit verstarb. 2 Schafe blieben ohne Behandlung. Bei den anderen 7 wurde 5 Stunden nach der intraocularen Infection 1 Kubikcentimeter einer Emulsion von fixem Virus in die Vena cruralis injicirt. Virulenz des fixen Virus [v = i (8) m (10)]. 24 Stunden nach der Infection wurde die Injection wiederholt. Virulenz des 2. fixen Virus [gt; = t(8)m(9)J. Alle 9 Schafe verendeten nach 12-25 Tagen, die Mehrzahl an der tollen, einige an der stillen Wuth. Ausbruch der Krankheit zwischen dem 13.17. Tag. Bei einem Schafe trat die Wuth schon nach (J Tagen auf.
Folgende Tabellen zeigen die Ergebnisse der postinfectionalen Schutzimpfungen.
Bei diesen Versuchen betreffs der postinfectionalen Schutzimpfungen mit getrocknetem Marke waren die Resultate nach der subduralen Infection mit Strassenwuthvirus absolut negativ, Nach subduraler Infection mit stärkerem Passagevirus blieb von 10 so
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') Annnies de l'Tnstitut l'astenr, Tome 11, page 341.
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53
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infectionalen Schutzimpfungen.
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Postinfeotionale Schutzimpfung
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Ergebnlss
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Wie viel verendeten an der Wutli
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Wie viel blieben
am Leben
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Methode
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J.i
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Ä a laquo;8
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11
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Bemerkung
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Mg 'S
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lütägige subcu-lane Injection von
101 Tage ge-troelinetem Marke
täglich eine Injection.
Detto.
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1886 5.-14. VIII.
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Die behandelten Thiere verendeten verspätet.
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188ß
28. VIII
bis
6. IX.
188B
21.21
IX.
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Kin Kaninchen verendete nach 8, die übrigen B nach 1317 Tagen.
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Intensive Behandlung mit 140 Tage getrocknetem Marke, 2stündlicli. Es wurden 3 Serien verbraucht.
Detto.
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Von den 8 behandelten Hunden erhielten 4 Pariser und 4 Budapester fixes Virus In Form von getrocknetem Marke, Die nicht behamlel-len Hunde verendeten nach 1319, die behandelten 8 Hunde nach In bis 26 Tagen.
Diese 4 Hunde erlagen einer nach 83 Tilgen iiiitenioiiiineueu subdu-raleu Inl'ection mit Strassenwutli-virus. Sie zeigten sich also gegen die subdurale Inl'ectionnicht immun.
') Der eine war wutbkrank, erholte sich jedoch. Nach 56 Tagen wurden die am Leben gebliebenen Hunde mit Strassenwutliviruraquo; subdural in-ficirt. Von den ;gt; belmmlelten Hunden zeigten sich 2 immun; die übrigen 8 verendeten an der Wutb.
Diese 8 Hunde wurden nach 150 Tagen mitStiassenwuthvirus intraocular inficirt. Die i nicht behandelten Hunde und 2 von den behandelten Hunden vorendeten an derWuth (die letzteren später wie die ersteren).
Nach 50 Tagen wurden alle 8 mit fixem Virus subdural inficirt. 7 üeig-ten sich iiinnuu; einer (ein niclit behandelter Hnndl erlag der Wutb.
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1886
2.-24.
IX.
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ästündliche, sub-
cutane Injectionen
von Dilutionen von
frischem fixen
Virus 6 Tage
hindurch.
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O-702
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1887
3.-9.
II.
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21)
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Dieselben 0 Tage hindurch, 5mal
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1888 18.30,
III.
und 3.-5.
IV.
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täglich.
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Dieselben 9 Tage hindurch.
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1887 1.-3., 8.10.
IX.
und 15.17,
IX.
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Detto.
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1-05.1
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1887 24.-26.
II.;
4.-6.
IV.;
18.-20.
V.
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Nach 14Tagen wurden diese 3 Hunde mit fixem Virus subdural inficirt. Die 2 behandelten Hunde zeigten sich immun; der nicht Behandelte erlag der Wutb.
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56
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behandelten Kaninchen eins am Leben, bei den übrigen 9 erzielten die Schutzimpfungen nur eine theilweise Verlängerung der Incu-bationszeit. Nach subcutauer Infection mit Strassenwuthvims blieben zwar die behandelten Thiere am Leben, aber auch die nicht behandelten Controllthiere; eine nachträgliche Untersuchung bewies übrigens, dass weder die behandelten, noch die nicht behandelten Thiere immun waren.
Die postinfectionalen Schutzimpfungen mit getrocknetem Marke waren also ganz resultatlos.
Bei den postinfectionalen Schutzimpfungen mit verdünntem fixen Virus nach subduraler Infection mit fixem Virus konnte in 10 Fällen kein einziges Thier gerettet werden; selbst eine Verlängerung der Incubation konnte nicht beobachtet werden.
Nach subduraler Infection mit Strassenwuthvims verhinderten diese Schutzimpfungen, subcutan angewandt, in 3 Fällen keinmal, intratracheal angewandt in 5 Fällen einmal den Ausbruch der Wuth.
Die einmalige subcutane Injection von fixem Virus in grösserer Menge (0-5 Gramm Mark) nach subduraler Infection mit Strassen-wuthvirus rettete von 10 Hunden einen.
Die mehrmalige subcutane Injection von fixem Virus in grösserer Menge (bis zu 3-5 Gramm) nach intraocularer Infection mit Strassenwuthvirus verhinderte in keinem Falle den Ausbruch der Wuth; die Incubationszeit war auch nur in einem Falle verlängert.
Die mehrmalige intratracheale Injection von fixem Virus in grösserer Menge nach intraocularer Infection mit Strassenwuthvirus verhinderte in 5 Fällen zweimal den Ausbruch der Wuth.
Eine zweimalige Injection von wenig fixem Virus in die Vena jugularis nach intraocularer Infection mit Strassenwuthvirus war bei 9 Schafen ohne Resultat, da alle 9 Thiere verendeten.
Die postinfectionalen Schutzimpfungen mit verdünntem fixen Virus gaben also nach subduraler Infection mit fixem Virus absolut negative Resultate. Nach subduraler und intraocularer Infection mit Strassenwuthvirus verhinderten sie in einigen Fällen den Ausbruch der Wuth, in anderen Fällen wurde wenigstens die Incubationszeit verlängert; in den meisten Fällen jedoch blieb jeder Erfolg aus.
Erfolgreich waren die postinfectionalen Schutzimpfungen mit verdünntem fixen Virus nach subcutauer und endermatischer Infec-
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tion, ferner nach der natürlichen Iniection durch Wuthbiss; von 8 gebissenen und nachträglich behandelten Hunden brach bei keinem die Wuth aus, während von den 8 Controll-hunden, die von denselben wüthenden Hunden gebissen wurden, wie die behandelten 8 Hunde, 5 wuthkrank wurden; von diesen 5 verendeten 4 an der Wuth, einer überstand die Krankheit.
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Das Schlussergebniss der obigen Thierversuche ist folgendes:
I.nbsp; nbsp;Man kann durch methodische praeinfectlonale Schutz-impfungen die Polgen einer Wuthinfection, d. i. den Ausbruch der Wuth und den Tod verhindern; es ist dabei gleichgültig, ob die Infection auf dem natürlichen Wege Wuthbiss geschieht, oder ob dieselbe durch ender-matische, subcutane oder die sonst stets tödtliche subdu-rale und intraoculare Injection künstlich erzeugt wird. Man kann sogar die Immunität so weit steigern, dass der so geimpfte Organismus nicht nur dem gewöhnlichen, sogenannten Strassenwuthvirus, sondern auch dem künstlich verstärkten, sogenannten fixen Virus widersteht.
II.nbsp; nbsp;Man kann durch methodische Schutzimpfungen nach geschehener Infection (postinfectlonale Schutzimpfungen) den Ausbruch der Wuth und den Tod verhindern, wenn die Infection auf natürliche Weise durch Wuthbiss geschehen ist. Bei künstlicher endermatischer und subcutaner Infection ist die Schutzimpfung ebenfalls erfolgreich, wenn bei der Infection Strassenwuthvirus angewendet wurde. Bei subduraler oder intraocularer Infection kann man nur in sehr wenigen Fällen den Ausbruch der Wuth verhindern, wenn auch die Infection mit Strassenwuth- oder schwachem Passagevirus geschah. Eine Verlängerung der Incubationszeit ist jedoch öfters zu beobachten. Ganz wirkungslos ist die Schutzimpfung bei subduraler oder intraocularer Infection mit starkem Passagevirus oder fixem Virus.
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Die Resultate meiner prae- und postinfectionalen Schutzimpfungen beweisen also, dass die antirabische Heilmethode
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Pasteur's auf sicherer, durch Thierversuche gestützter Basis beruht. Durch die praeinfectionalen Schutzimpfungen kann man den Organismus in den meisten Fällen vor den Folgen der verschiedensten Wuthinfectionsmethoden schützen. Die postinfec-tionalen Schutzimpfungen geben bei der natürlichen Infections-methode, beim Wuthbisse, ebenfalls positive Resultate. Diese Versuche können um so mehr für beweiskräftig angesehen werden, da sie, von Pasteur's Methode abweichend, dennoch dieselben Schlussresultate lieferten.
Die Ausführung dieser Thierversuche war nothwendig, weil die antirabische Heilmethode an Menschen auf solchen Versuchen basirt ist; sie war um so wichtiger, weil von Frisch und nach ihm von den Antivaccinatoren gegen diese Heilmethode Bedenken und Zweifel erhoben wurden, die scheinbar auf Thierversuche begründet waren. Wir haben den Grund der negativen Resultate der Versuche Frisch's schon nachgewiesen; andererseits machen die positiven Versuche seine negativen werthlos. Die auf die negativen Versuche gestützten Gegenbeweise verlieren dadurch ganz an Beweiskraft.
Die Versuche nahmen fast 3 Jahre in Anspruch. Wir mussten eine ganze Wuthepidemie erzeugen; über 2000 Fälle mussten einzeln genau beobachtet und registrirt werden; wir mussten die oft eine lange Zeit erfordernden Versuchsergebnisse geduldig abwarten, um kein voreiliges Urtheil zu fällen.
Ich muss schliesslich noch für die bereitwillige Unterstützung danken, welche ich von der Akademie der Wissenschaften genoss, ohne welche ich die Versuche nicht hätte beginnen können.
Ich schulde meinen Dank ferner dem ungarischen Parlamente und dem Unterrichtsministerium für die beträchtlichen materiellen Unterstützungen; endlich auch noch dem Herrn Stadtrepräsentanten Gustav Fuchs, welcher mir ebenfalls eine beträchtliche Geldsumme für die Versuche zur Verfügung stellte. Schliesslich sei mir noch gestattet, meinem Institutspersonale, welches mir bei diesen lebensgefährlichen und mühevollen Versuchen 3 Jahre hindurch that-kräftig zur Seite stand, meinen besonderen Dank auszusprechen. Die Herren Dr. Josef Löte, Docent, Dr. Karl Szigethy, Dr. August Szekely, Dr. Josef Koväcs, Franz Tangl und Ludwig Sebess haben einen beträchtlichen Antheil an dem Gelingen der Versuche.
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V.
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Die in Pasteur's Institute behandelten Ungarn. Statistische Ergebnisse der antirabischen Schutzimpfungen
Pasteur's.
Als ich mich auf Grund meiner Versuche von dem Werthe der prae- und postinfectionalen Schutzimpfungen bei Thieren überzeugte, resp. mich genügend orientirte, besuchte ich, zur Ergänzung meiner Studien, im Juli 1888 das Institut Pasteur's, wo seit November 1885 die von wüthenden Thieren gebissenen Menschen methodisch behandelt werden.
Die Schutzimpfungen wurden noch in dem alten .Institut Pastourquot; ausgeführt. In den eigens für diesen Zweck eingerichteten Localitäten wurden zur Vermeidung von irgendwelchen anderen Infectionen nur Wuthimpfungen vorgenommen. Die Zahl der aus allen Weltgegenden hinströmenden Impflinge schwankte damals täglich zwischen 80 und 90. [In dem neuen Institut Pasteur*, für welches über 2,000,000 Francs gespendet wurden, sind für die Schutzimpfungen noch geeignetere Localitäten eingerichtet worden ^). Ich übergehe die Beschreibung der damaligen Localitäten und stelle nur die Daten der von Pasteur behandelten Ungarn zusammen, welche ich, theilweise noch vor ihrer Abreise von Budapest nach Paris, im Auftrage des hohen ungarischen Ministeriums in Gemeinschaft mit der Lyssa-Commisson des Budapester Aerztevereins untersuchte. Pasteur und der damalige Vicedirector Dr. ßoux stellten mir die Institutsjournale bereitwilligst und mit verbindlichster Zuvorkommenheit zur Verfügung. In Paris wurden von Pasteur bis Juli 1888 im Ganzen 51 Ungarn behandelt, und zwar:
1885.........4
1886.........28
1887.........14
1888 bis Juli...... 5
Summe: 51.
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') Am 14. November 1888 wurde dieses neue Pasteur-Institut feierlich eröffnet. Die Beschreibung und Schilderung desselben kann man in den Annales de l'Institut Pasteur 1889 f. Heft finden.
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#9632;^
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Aus Paris zurückgekehrt, suchte ich mir über den Zustand der Behandelten Kenntniss zu nehmen und erbat mir von den betreffenden Comitats-, Bezirks- und Kreisärzten, auch wohl von den Betreffenden selbst Nachricht.
Im Folgenden gebe ich die Journalangaben Pasteur's nebst den nachträglichen Daten, die ich mir verschaffte.
Die in Pasteur's Institute von November 1885 bis Ende Juli 1888 behandelten Ungarn.
Fall 1. Alexander Rivnük, 21 Jahre alt, Arbeiter aus Arad, wurde am 14. November 1885 von einem wüthenden Hunde am rechten Arme gebissen. Seine Wunde wurde mit Höllenstein ausgebrannt.
Wurde vom 5.12. December behandelt: Impftage: I II III IV V YI YII VIII Mark: 13, 12 11 10 9 8 7 6 5 Tage getrocknet. Siehe Fall 5.
Fall 2. Alfred Reisch, 34 Jahre alt, aus Dezs, wurde am 24. September 1884 von einem wüthenden (?) Hunde gebissen.
Die antirabische Behandlung dauerte vom 5.14. December 1885. Impftage: I II 111 IV V VI VII VIII IX Mark: 13 12 11 10 9 8 7 6 5Tage getrocknet.
In diesem Falle fehlen die näheren Angaben über die Wuth des Hundes; die Wunden wurden 2 Stunden nach den Bissen ausgebrannt.
Nach einem Briefe des Herrn Reisch vom 13. September 1888 ist er kränklich, doch steht diese Kränklichkeit mit dem Hundebisse in keinem Zusammenhange.
Fall 3. Frau Friderici, 32 Jahre alt, aus Budapest, wurde
im Juni 1885 an dem Zeigefinger der linken Hand von einem
wüthenden (?) Hunde gebissen. Dr. See führte sie zu Pasteur.
Die antirabische Behandlung dauerte vom 13.21. December 1885.
Impftage:! II III IV V VI VII VIII IX
Mark: 13 13 12 11 10 9 8 7 6 Tage getrocknet.
Ueber den Hund und darüber, ob die Wunde gebrannt wurde,
konnte ich keine näheren Details erfahren. Die Wohnung der Frau
war in Pasteur's Journal nicht angegeben; im Adressenbureau
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von Budapest konnte ich nur so viel erfahren, dass dieselbe im Winter in Budapest, im Sommer im Comitate Tolna wohnhaft ist.
Fall 4. Marton Nagy, 29 Jahre alt, Honvedhuszärfeld-webel aus Arad, wurde von demselben Hunde wie in Fall 1 und 5 an der rechten Hand gebissen. Behandlung vom 21. December 1885 bis 1. Januar 1886.
Impftage: I II III IV V VI VII VIII IX X XI XII
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Fall 5. Stefan Simon, 54 Jahre alt, Laborant aus Arad, wurde von demselben Hunde wie in Fall 1 und 4 gebissen. Behandlung vom 23. Januar bis 2. Februar 1886.
Impftage: I II III IV V VI VII VIII IX X XI Mark: 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4
Nach Bericht des Honved - Regimentsarztes Dr. Kolomann Stand war der Hund, welcher die 3 Personen gebissen hatte und welcher dem Apotheker S i m o n gehörte, positiv wüthend, was sowohl durch die Krankheitssymptome, als auch durch die Obduction bewiesen wurde. Die Bisswunden der 3 Verletzten wurden bald nach der Verletzung ausgebrannt.
Nach dem Briefe des Herrn Comitatsphysikus Dr. Johann Daränyi vom 28. August 1888 befinden sich alle 3 Gebissenen wohl und gesund.
Fall 6. Eliz Värady, 9 Jahre alt, Tochter des Steueraufsehers Alexander Värady, wurde am 22. Januar 1886 von einem wüthenden Hunde gebissen. Derselbe Hund biss gleichzeitig eine Frau, welche nach 29 Tagen an der Wuthkrankheit starb. (Ein Brief vom 29. August 1888 des Herrn Spitaldirectors Dr. Stefan Hary aus Zala-Egerszeg bestätigt diese Notiz.) Die antirabische Behandlung wurde 37 Tage nach dem Wuthbisse begonnen und währte vom 1.9. März 1886.
Impftage: I II III IV V VI VII VIII IX Mark: 14 13 12 11 10 9 8 7 6 Nach einem Berichte des Herrn Kreisarztes Dr. Paul Mun-käcsy aus Nagy-Bocskö vom 15. September 1888 ist das Mädchen vollkommen gesund.
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Fall 7. Peter Cernat, 33 Jahre alt, Schlosser bei der österreichisch-ungarischen Staatseisenbahngesellschaft aus Temes-vär, wurde am 19. Februar von einem wttthenden Hunde gebissen. Die Wuth des Hundes wurde von dem Temesvärer Arzte Dr. Sza-bados constatirt. Die antirabische Behandlung wurde 14 Tage nach dem Wuthbisse begonnen und dauerte vom 5.14. März 1886. Impftage: I II III IV V VI VII VIII IX X Mark: 14 13 12 11 10 9 8 7 0 5 Herr Dr. Alexander Stefanovics, Physikus in Temesvar, verständigte mich am 9. September 1888, dass Peter Cernat seit 1880 vollkommen gesund ist und seinem Berufe ununterbrochen nachgeht.
Fall 8, 9 und 10. Friedrich Koszt, 30 Jahre alt, ßosa Koszt, 9 Jahre alt, und Paul Vicziän, 15 Jahre alt, aus Kis-Körös, wurden am 28. Januar 1880 von einem wiithenden Hunde an den Händen gebissen. Die Wuth des Hundes wurde auf Grund des Obductionsbefundes von Herrn Dr. Victor Babes, Universitätsprofessor in Budapest, constatirt. Die antirabischen Behandlungen wurden 39 Tage nach den Bissen begonnen und dauerten vom 9.-18. März 1880.
Gang der Schutzimpfungen: Impftage: I 11 III IV V VI VII VIII IX X Mark: 14 13 12 11 10 9 8nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;7 6 5
Nach den Berichten des Herrn Stuhlrichters Geza Eötvös und des Herrn Gemeindearztes Dr. Jakob Berkovics vom 24. September 1888 befindet sich Paul Vicziän vollkommen wohl, die zwei Anderen sind inzwischen nach Budapest verzogen. Die von denselben selbst erhaltenen Berichte bezeugen ihre vollkommene Gesundheit.
Fall 11. Nicolaus Koflanovics, 42 Jahre alt, aus Fancsika im Comitate Ugocsa, wurde am 18. Februar 1886 von einem wiithenden Hunde gebissen. Ueber den Hund fehlen die näheren Angaben. Die antirabische Behandlung wurde 30 Tage nach dem Wuthbisse begonnen und dauerte vom 10.19. März 1886. Gang der Schutzimpfungen:
Impftage: I II III IV V VI VII VIII IX X Mark:nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;14 13 12 11 10 9 8nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;7 6 5
Nach dem Zeugnisse des Herrn Kreisarztes Dr. Franz Theo-
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dorovits aas Nagy-Szöllös vom 12. September 1888 ist N. Kofla-novics vollkommen gesund.
Fall 12. Ida Molnar, 7 Jahre alt, aus Papa, wurde am 22. Januar 188(3 von einem wüthenden Hunde gebissen. Ueber die Wuth des Hundes fehlen die näheren Angaben. Molmir wurde vom Pariser ungarischen Vereine zu Pasteur geführt. Die anti-rabische Behandlung wurde 59 Tage nach dem Bisse begonnen und dauerte von 22.31. März 1886.
Gang der Schutzimpfungen:
Impftage: I 11 III IV V VI VII VIII IX X Mark:nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;14 18 12 11 10 9 8nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;7 6 5
Nach dem Berichte des Herrn Oberphysikus Dr. Josef Steiner in Päpa vom 28. August 1888 befindet sich das Kind vollkommen wohl.
Fall 13, 14, 15, 16, 17 und 18. In Nagy-Körös wurden am 5. und 6. April 1886 6 Personen von einem wüthenden Hunde gebissen. Die Wuth wurde sowohl auf Grund der Symptome als auch durch die Obductionsbefunde vollkommen constatirt. Diese Fälle verdienen ein besonderes Interesse, da sie von der zum Studium der Lyssa von dem Budapester Aerztevereine entsendeten Commission bis zum Schlüsse beobachtet wurden.
Die Gebissenen waren folgende:
1.nbsp; Josef Koväcs, 22 Jahre alt. Am 6. April erlitt er eine grössere und eine kleinere Bisswunde an der inneren Fläche des oberen Drittels des linken Schenkels. Die Wunden wurden am 7. April mit Aetzkali kauterisirt.
2.nbsp; Johann Hugyecz, 16 Jahre alt, wurde am 5. April von demselben Hunde in der Nähe des rechten Handgelenkes gebissen. Die Wunde blutete ein wenig; nach 6 Tagen wurde dieselbe ausgebrannt.
8. Wilhelm Balla, 9 Jahre alt, wurde am 6. April von demselben Hunde an der rechten Hand gebissen. An der äusseren Fläche der Hand waren 3 penetrirende Bisswunden, an der inneren Fläche mehrere kleinere Abschürfungen entstanden. Die Wunden wurden nach 2 Stunden mit Aetzkali kauterisirt.
4. Bela Glückmann, 4 Jahre alt, wurde am 6. April gebissen. Auf dem rechten Oberarme, von dem Ellbogen bis zum mittleren Drittel, waren 17 Bisswunden sichtbar. Die Wunden
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wurden nach 2 Stunden mit Aetzkali, später auch mit Salpetersäure geätzt.
5.nbsp; Albert Halasz, 41/2 Jahre alt, wurde am 6. April gehissen. Er erlitt eine Bisswunde auf dem linken oberen Augenlide und 13 Bisswunden an der rechten Hand. Die Wunden wurden nach 2 Stunden mit Aetzkali kauterisirt.
6.nbsp; Eszter Korsos, 9ljraquo; Jahre alt, wurde am C. April gebissen. Sie erlitt am rechten Oberarm, im oberen Drittel, 2 Bisswunden, eine an der ulnaren und eine an der radialen Fläche. Die Wunden wurden nach 3 Tagen kauterisirt.
Diese 6 Personen wurden von der erwähnten Commission vor der Abreise nach Paris und auch nach der Rückkehr genau untersucht.
Die antirabische Behandlung wurde 20 resp. 21 Tage nach den Wuthbissen begonnen und dauerten vom 26. April bis 5. Mai 1886.
Gang der Schutzimpfungen:
Impftage: I II III IV V VI VII VIII IX X Mark:nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;14 13 12 11 10 9 8 7 6 5
Nach dem vom 8. Juni 1887 datirten ersten Berichte des Herrn Oberphysikus Dr. Michael Szabö aus Nagy-Körös welcher die 6 Gebissenen zu Pasteur führte waren alle sechs im ersten Jahre gesund geblieben. Nach dem zweiten Berichte vom 22. August 1888 sind dieselben auch im zweiten Jahre gesund geblieben. Der eine Gebissene, Hugyecz, ist jedoch inzwischen fortgereist und konnte über ihn keine Nachricht erhalten werden.
Fall 19. Franz Szegeny, 45 Jahre alt, aus Temesvär, wurde am 5. Mai 1886 von einem wüthenden Hunde am rechten Handgelenke gebissen. Die Wuth des Hundes wurde von einem Thierarzte constatirt. Die Wunde wurde nach 3 Stunden ausgebrannt.
Die antirabische Behandlung wurde 11 Tage nach dem Wuth-bisse begonnen und dauerte vom 16.25. Mai 1886.
Gang der Schutzimpfungen:
Impftage: I II III IV V VI VII VIII IX X Mark:nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;14 13 12 11 10 9 8nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;7 6 5
Nach dem vom 7. September 1888 datirten Briefe des Herrn Oberphysikus Dr. Alexander Stefanovics aus Temesvär war dieser Mensch dem Trunke ergeben und ist vor 8 Monaten (im Juni 1887, also ein Jahr nach dem Wuthbisse) an Lungenschwindsucht gestorben.
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Fall 20, 21 und 22. Marie Jezerniczky, 33 Jahre alt, Frau eines reformirten Geistlichen aus Terestyamp;i-Egyhiiz-Szecsöd (Comitat Vas), und ihre Kinder: Elemt^r, 5 Jahre alt, und Dio-nysius, 3 Jahre alt, wurden am 10. Februar 1886 von einem wüthenden Hunde gebissen. Die Mutter erlitt eine geringe Bisswunde am Fusse, durch den Schuh hindurch, der ältere Knabe eine Bisswunde an der rechten Hand, der jüngere am rechten Arme. Der Hund war ihr Eigenthum. Derselbe biss ausser diesen dreien noch 3 Schulkinder und wurde sofort erschlagen und im Budapester Thierarznei-Institute secirt. Aus dem Obductionsbefunde konnte die Wuth nicht bestimmt constatirt werden. Von den 3 Schulkindern starb jedoch das eine, der 10jährige Kolomann Boksa, am 9. Mai 1886 (88 Tage nach dem Bisse) an der Wuth-krankheit, so dass die Wuth des Hundes absolut sicher erwiesen ist. Die Bisswunden wurden nach 3 Tagen ausgebrannt. Die antirabische Behandlung wurde 106 Tage (14 Wochen) nach den Bissen begonnen und dauerte vom 18.27. Mai 1886.
Gang der Schutzimpfungen:
Impftage: I II III IV V VI VII VIII IX X Mark:nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;14 13 12 11 10 0 8nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;7 6 5
Nach dem Berichte des Herrn Kreisphysikus Dr. Gergö aus Könnend vom 22. September 1888 sind alle 3 Behandelten vollkommen gesund. Die ebenfalls gebissenen, aber nicht behandelten 2 Schulkinder befinden sich ebenfalls vollkommen wohl.
Fall 23. Peter Stoffel, 39 Jahre alt, Strassenkehrer aus Temesvar wurde am 27. April 1886 von einem wüthenden Hunde an der rechten Hand gebissen. Die Wuth des Hundes wurde von dem Arzte Dr. Hartmann in Temesvar constatirt. Die Wunde wurde nach 12 Stunden mit Glüheisen ausgebrannt. Die antirabische Behandlung wurde 22 Tage nach dem Wuthbisse begonnen und dauerte vom 19.28. Mai 1886.
Gang der Schutzimpfungen:
Impftage: I II III IV V VI VII VIII IX X Mark:nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;14 18 12 11 10 9 8nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;7 6 5
Nach dem Berichte des Herrn Oberphysikus Dr. Alexander Stefanovics aus Temesvar vom 7. September 1888 befindet sich Peter Stoffel vollkommen wohl.
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Hiigyes, Die Sc.lmtzimpfunKPn Pasteui's.
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(JO
Fall 24. Stefanie Maderer, 27 Jahi-e alt, aus Madeszony bei Temesvav, bei Baron Nikolics angestellt, wurde am 28. Mai 1886 an der rechten Hand von einem wüthenden Hunde gebissen, welcher viele andere Hunde biss, mehrere Menschen angriff und sich schliesslich flüchtete. Die Wunde wurde nicht gebrannt.
Die antirabische Behandlung wurde 13 Tage nach dem Bisse begonnen und dauerte vom 10.19. Juni 1886.
Gang der Schutzimpfungen:
Impftage: I II III IV V VI VII VIII IX X Mark:nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;14 13 12 11 10 9 8nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;7 6 5
Nach dem Berichte des Herrn Oberphysikus Dr. Alexander Stefiinovics aus Temesvär vom 7. September 1888 ist Maderer vor einem Jahre aus ihrem Dienste gesund entlassen worden und wohnt jetzt angeblich in Wien.
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Fall 25 und 26. Josef Pollakovics, 41 Jahre alt, Bahnwächter aus Rozsnyo, wurde am 31. August 1886 von einem wüthenden Hunde an der inneren Fläche des rechten Daumens gebissen. Derselbe Hund biss auch seine 7jährige Tochter Helene Pollakovics über dem Fussgelenke. Der Hund war fremd, seine Stimme war verändert, er selbst sehr aggressiv. Er wurde erschlagen und sein Fleisch von den Zigeunern gegessen. Die nicht blutenden Bisswunden wurden nach 7 Stunden ausgebrannt. Der Hund biss angeblich noch 6 andere Personen. Obductionsbefund fehlt. Die Gebissenen wurden von Prof. Babes nach Paris gesendet.
Die antirabische Behandlung begann 14 Tage nach den Bissen und dauerte vom 14. September bis zum 3. October 1886.
Gang der Schutzimpfungen: Impftage:nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Inbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; II III IV V VI VII VIII IX X
Mark:nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 12,11,10 9,8, 7 6,5 4 3 2 1 4,3 2 1
Impftage: XI XII XIII XIV XV XVI Mark:nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;3 2nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;1nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;3 2 1
Nach dem Berichte des Herrn Oberphysikus Dr. Desiderius Posch aus Rozsnyo vom 23. August 1888 befinden sich sowohl Josef Pollakovics, als auch seine 5 ebenfalls gebissenen und behandelten Kinder vollkommen wohl. (Es scheint hier ein Irrthum vorzuliegen, da in Pasteur's Journalen nur ein Kind erwähnt wird.)
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Fall 27. Ludwig Rethy, 29 Jahre alt, Gutsbesitzer aus Taraczköz, Comitat Marmaros, wurde am 29. September 1886 von seinem Jagdhunde im Gesichte gebissen. Er erlitt 2 Bisswunden, eine unterhalb der unteren Lippe, eine neben dem linken Auge. Die Wunden bluteten und wurden nach 3 Stunden ausgebrannt. Der Hund wurde erschlagen; die Wuth desselben wurde vom Arzte Dr. Wachsmann aus Märmaros-Sziget constatirt. Rethy consultirte auch mich vor seiner Abreise nach Paris.
Die antirabische Behandlung wurde 10 Tage nach den Bissen begonnen und dauerte vom 0.23. October 1886.
Gang der Schutzimpfungen: Impftage: Inbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;II III IV V VI VII VIII IX X
Mark:nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;10,8,6 4,8,2 1 4,3 2 1 4 3 2 l
Impftage: XI XII XII XIV XV XVI XVII Mark:nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;4,3 2 1 4 3 2nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 1
Nach Privatbericht befindet er sich vollkommen wohl.
Fall 28, 29 und 30. Am 16. October 1886 biss in Peczel ein wüthender Hund, Eigenthum des Herrn Franz Fay, 3 Personen und mehrere Hunde. Der Hund wurde getödtet und in das Budapester Thierarznei-Institut behufs Section gebracht, wo man die Wuth constatirte. Die übrigen gebissenen Hunde wurden vernichtet. Die gebissenen Personen waren folgende:
1.nbsp; nbsp;Stefan Pekary aus Budapest erlitt am rechten Oberarm drei oberflächliche, doch blutende Abschürfungen und am rechten Fusse, in der Nähe des Fussgelenkes, eine blutende Bisswunde. Kauterisation wurde nicht vorgenommen.
Die antirabische Behandlung wurde nach 6 Tagen begonnen und dauerte vom 22. October bis 1. November 1886.
Gang der Schutzimpfungen: Impftage: Inbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;II III IV V VI VII VIII IX X XI
Mark: 12,10,9 8,7,6 5,4,3 2 6,5 4 3 2 4 3 2
2.nbsp; nbsp;Tibor Fäy, 11 Jahre alt, aus Peczel, erlitt eine Biss-wunde an der inneren Fläche der rechten Hand; die Wunde wurde mit Höllenstein sofort ausgebrannt.
3.nbsp; Josef Soltesz, 46 Jahre alt, aus Peczel, erlitt eine blutende Bisswunde am Schenkel, oberhalb des Knies, durch die Kleider hindurch. Die Wunde wurde mit Höllenstein sofort kaulaquo; terisirt.
Diese beiden Fälle wurden vom hohen Ministerium behufs
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G8
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Untersuchung der Lyssa-Commission zugewiesen. Die Commission hielt die Fälle für die Behandlung passend.
Die antirabische Behandlung wurde 15 Tage nach den Bissen begonnen und dauerte vom 1. 9. November 188G.
Gang der Schutzimpfungen: Impftage:nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Inbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; IInbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; IIInbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;IV V VI VII VIII
Mark:nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 12,10,8 6,4,2 9,8,7 6,5,4 6 2,4 3 2
Nach Bericht des Herrn Stefan Pekiiry vom 3. September 1888 sind alle 3 Behandelten vollkommen gesund.
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Fall 31 und 32. Am 29. September 1886 biss ein fremder Hund in Zolyom 2 Personen. Herr Oberphysikus Dr. Palesch constatirte die Wuth auf Grund der Symptome und des Sections-befundes. Die Gebissenen waren:
1.nbsp; nbsp;Johann Jurecska, 43 Jahre alt, Schneider aus Zolyom. Er erlitt am rechten Schenkel, oberhalb des Knies, eine 3 cm lange, blutende Bisswunde. Der Biss geschah durch eine Hose und Flanellunterhose hindurch, die durchlöchert wurden. Die Wunde wurde nach lji Stunde mit concentrirter Carbolsäure ausgebrannt.
2.nbsp; nbsp;Georg Bucsün, 48 Jahre alt, Schuhmacher. Der Hund biss ihm von der inneren Fläche des rechten Schenkels ein circa hühnereigrosses Stlick heraus; es blieb eine handgrosse, stark blutende Wunde zurück. Ferner erlitt er an dem linken Unterarme und an der linken Hand 8 tiefe Bisswunden. Die Wunden wurden nach einer halben Stunde ausgebrannt.
Beide Personen wurden von der Lyssa-Commission zu Pasteur gesendet. Die antirabische Behandlung begann nach 13 Tagen und dauerte vom 12.24. November 1886. Gang der Schutzimpfungen: Impftage: Inbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; IInbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; IIInbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;IV V VI VII VIII
Mark:nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 12 11,10,9 8,7,6 5,4,3 2 6,5 4 3
Impftage: IX X XI XII XIII Mark:nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;2 6 4 3nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 2
Nach einem diesjährigen Berichte des Herrn Oberphysikus Dr. Gustav Palesch befinden sich beide Behandelten vollkom-inen wohl.
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Fall 33. Franz Fekete, 29 Jahre alt, Aufseher bei der ungarischen nordöstlichen Eisenbahn aus Csap, Comitat Ungvar, wurde
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am 12. December 1886 von einem Hunde gebissen, welcher auch drei andere Hunde biss und sodann erschlagen wurde. Die Wuth des Hundes wurde von Herrn Docenten Dr. E lisch er constatirt. Der Biss traf das Gesicht, wo zwei wenig blutende Wunden entstanden, die nach einer halben Stunde ausgebrannt wurden. Der Gebissene ging mit einem Briefe des Herrn Dr. Elischer zu Pasteur.
Die antirabische Behandlung wurde 9 Tage nach dem Bisse begonnen und dauerte vom 21. December 1886 bis 3, Januar 1887.
Gang der Schutzimpfungen:
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teraber 1888 ist der Behandelte vollkommen gesund.
Fall 34. Heinrich Höckel, 17 Jahre alt, aus Budapest, wurde am 18. März 1887 von seinem eigenen Hunde gebissen; er erlitt am rechten Zeigefinger zwischen der ersten und zweiten Phalanx eine kleine, nicht blutende Bisswunde, welche sofort ausgewaschen und nach einer halben Stunde ausgebrannt wurde. Die Wuth des Hundes wurde nach einem Briefe des Prof. Babes in dem Budapester Thierarzneiinstitute auf Grund der Symptome und des Obductionsbefundes constatirt. Der Hund wurde im Thierarzneiinstitute getödtet. Prof. Babes impfte mit dem Marke desselben ein Kaninchen, welches später an der Wuth verendete.
Die antirabische Behandlung wurde 6 Tage nach dem Bisse begonnen und dauerte vom 23. März bis 3. April 1887. Gang der Schutzimpfungen: Impftage: Inbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;II III IV V VI Vll VIII
Mark:nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 14,13 12,11 11 10,10 9,9 8,8 7nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;7
Impftage: IX X XI XII Mark:nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;6 ^ 6 B
Anfangs September erfuhr ich von ihm selbst, dass er vollkommen gesund ist.
Fall 35. Andreas Roxer, 35 Jahre alt, Beamter bei der k. ungarischen Staatseisenbahn, wurde am 4. April 1887 von seinem
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Nicht erschienen.
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eigenen Hunde gebissen und erlitt am rechten Zeigefinger zwischen der 1. und 2. Phalanx zwei blutende Bisswunden, die nach einigen Minuten mit Höllenstein ausgebrannt wurden. Der Hund lief davon, frass nicht und trank nicht, biss mehrere Hunde, bis er erschlagen wurde. Roxer wurde von der Eisenbahndirection mit einem Briefe, in welchem die Wuth des Hundes als constatirt erwähnt wurde, zu Pasteur gesendet.
Die antirabische Behandlung begann 7 Tage nach dem Bisse und dauerte vom 11.24. April 1887. Gang der Schutzimpfungen:
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Impftage:nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Inbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;IInbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; III
Mark:nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 14,13 12,11 11,10
Impftage: IX X XI Mark:nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;7 7 6
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Nach einem Berichte der Eisenbahndirection vom 10. September 1888 wurde Koxer von Sachverständigen untersucht und vollkommen gesund befunden.
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Fall 36. Vincentius Rajkort, 19 Jahre alt, Herrschaftsschäfer aus Zsombolya, Comitat Torontiil, wurde am 27. April 1887 von einem Hunde gebissen. Er erlitt zwei blutende Bisswunden auf der 2. Phalanx des rechten Daumens. Die Wunden wurden weder ausgebrannt, noch überhaupt behandelt.
Die Wuth des Hundes wurde vom Thierarzte Wilhelm Vagi aus Puszta Borito auf Grund der Symptome und des Sections-befundes constatirt. Der Hund biss noch mehrere Hunde.
Die antirabische Behandlung wurde nach 6 Tagen begonnen und dauerte vom 3.18. Mai 1887.
Gang der Schutzimpfungen: Impftage:nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Inbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;IInbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;III IV V VI VII
Mark:nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 14,13 12,11 11,10 10,9 9,8 8nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 7
Impftage: VIII IX X XI XII XIII XIV XV Mark;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 776 6 65nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;5nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 4
Nach dem Berichte des Herrn Dr. Desiderius Muraközy vom 17. September 1888 befindet sich Rajkort seit October 1887 nicht mehr im Herrschaftsdienste. Bis zu jener Zeit war er gesund. Nach Privatmittheilungen des Prof. Ketli ist Rajkort auch gegenwärtig gesund.
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Fall 37. Michael Gyurkits, 31 Jahre alt, Beamter bei einer Holzniederlage aus Budapest, wurde am 5. Mai 1887 von seinem eigenen Hunde gebissen. Er erlitt drei blutende Bisswunden an der rechten Hand, zwei am Daumen, eine am Handrücken, bei dem zweiten Metacarpus. Die Wunden wurden nach 6 Stunden mit Höllenstein ausgebrannt. Der Hund war traurig, frass nicht, haschte nach dem Stocke und verendete am andern Tage.
Aus der im Thierarzneiinstitute vollzogenen Section konnte die Wuth nicht positiv nachgewiesen werden, doch musste man dieselbe nach den Krankheitssymptomen für sehr wahrscheinlich halten.
Die antirabische Behandlung wurde 8 Tage nach dem Bisse begonnen und dauerte vom 13.24. Mai 1887.
Gang der Schutzimpfungen: Irapftage: Inbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; II III IV V VIVII VIII IX X XI XII
Mark: 14,13 12,11 10,9 9,8 8,131)7 7 6 6 5 5 4
Anfangs September 1888 erfuhr ich von ihm selbst, dass er vollkommen gesund sei.
Fall 38. Emerich Tottal, h1^ Jahre alt, aus Mezöhegyes, wurde am 8. Mai 1887 von einem fremden Hunde gebissen. Er erlitt am rechten Schenkel zwei wenig blutende Bisswunden, welche nach einer halben Stunde mit Höllenstein ausgebrannt wurden. Der Hund zerriss verschiedene Gegenstände und biss noch mehrere Hunde, bis er erschlagen wurde. Der Thierarzt Kistätray aus Mezöhegyes constatirte auf Grund der Section die Wuth. Totall ging mit einem Briefe von Prof. Ketli nach Paris.
Die antirabische Behandlung wurde 6 Tage nach dem Bisse begonnen und dauerte vom 14.24. Mai 1887.
Gang der Schutzimpfungen: Impftage: Inbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; II III IV V VI VII VIII IX X XI
Mark: 14,13 12,11 10,9 9, 8 8,7 7 6 6 5 5 4
Nach dem Berichte des Herrn Kreisarztes Dr. Bel a Ele-sanszky aus Battonya vom 7. September 1888 ist das Kind vollkommen gesund.
Fall 39. Anton Halesch, 58 Jahre alt, Eisenbahnbeamter aus Budapest, wurde am 9. Juni 1887 am linken Arme von einem
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Erhielt aus Versehen 13tägiges Mark.
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verdächtigen Hunde gebissen, welcher nach dem Bisse davonlief. Die Wunde wurde nach V2 Stunde ausgebrannt. Die antirabische Behandlung wurde 10 Tage nach dem Bisse begonnen und dauerte vom 19.28. Juni 1887.
Gang der Schutzimpfungen: Impftage: I II III IV V VI VII VIII IX X Mark: 14 13 12 11 10 9 8nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;7nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;6 5
Nach Bericht den Eisenbahndirection vom 16. September 1888 befindet sich der Behandelte vollkommen wohl.
Fall 40. Max Klein, 11 Jahre alt, aus Szobrancz, wurde am 14. Juli 1887 von einem fremden Hunde gebissen, welcher noch einen Truthahn biss und eine andere Person angriff. Derselbe wurde erschlagen und vom Arzte Dr. Felkovics aus Szolnok auf Grund der Section für wüfchend befunden. Der Biss traf den linken Unterarm; es zeigten sich 6 Bissstellen, 4 auf dem oberen, 2 auf dem unteren Theile des Oberarmes. Der Arm war beim Bisse entblösst; die Wunden bluteten ein wenig und wurden nach einer Stunde mit Höllenstein ausgebrannt. Die antirabische Behandlung wurde nach 7 Tagen begonnen und dauerte vom 21. Juli bis 2. August 1887. Gang der Schutzimpfungen:
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Impftage: Inbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; IInbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; III
Mark: 14 13,12 11,10 Impftage: IX X Mark:nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 4 4
Nach Bericht des Herrn E
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30.nbsp; August 1888 ist das Kind gesund.
Fall 41. Georg Borhy, 28 Jahre alt, Lieutenant im 4. Huszären-Regimente, aus Gyöngyös, Comitat Heves, wurde am
31.nbsp; Juli 1887 unter dem rechten Auge von seinem eigenen Hunde gebissen, welcher noch 3 andere Hunde und 3 Schweine biss und dann erschlagen wurde. Der Thierarzt Guttmann aus Gyöngyös constatirte die Wuth desselben auf Grund der Section. Die Wunde wurde nicht gebrannt.
Die antirabische Behandlung wurde nach 8 Tagen begonnen und dauerte vom 8.20. August 1887.
Gang der Schutzimpfungen: Impftage: Inbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; IInbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; III IV V VI VII
Mark: 14,13 12,11 10,9 8,7 0 5 4
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Impftage: VIII IX X XI XII XIII
Mark:nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 3 8 6 4 3nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;2
Nach Bericht des Herrn Oberphysikus Dr. Leopold Schönfeld aus Gyöngyös vom 31. August 1888 befindet sich der Behandelte vollkommen wohl.
Fall 42. Kolomann Domokos, 42 Jahre alt, Director eines Landwirthschaf'tsinstitutes aus Debreczen, wurde am 24. Juli 1887, 5 Uhr Morgens, von seinem eigenen Hunde gebissen. Er erlitt zwei wenig blutende Bisswunden: eine am rechten Zeigefinger am Gelenke der 1. und 2. Phalanx, eine andere auf der äusseren Fläche desselben Fingers. Die Wunden wurden sofort mit
2nbsp;0/oiger Carbolsäure ausgewaschen und nach 4 Stunden mit Höllenstein kauterisirt. Der Hund frass nach dem Bisse nicht, haschte nach dem Stocke, kaute Holz und Haare und verendete nach
3nbsp; Tagen. Er wurde im Budapester Thierarzneiinstitute secirt und für wuthverdächtig befunden. Mit seiner Medulla wurden zwei Kaninchen im Institute für allgemeine Pathologie subdural inficirt. Beide verendeten nach 16 resp. 17 Tagen unter den Symptomen der tollen Wuth.
Die antirabische Behandlung wurde nach 15 Tagen begonnen und dauerte vom 8.21. August 1887. Gang der Schutzimpfungen:
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Impftage: Inbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; IInbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;III
Mark: 14,13 12,12 11,10 Impftage: VIII IX X XI Mark:nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;5 4 5 5
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IV V IV VII
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Nach Privatberichten ist er vollkommen gesund.
Fall 43. Georg Stancz, 30 Jahre alt, Agent bei der kön. ung. Gendarmerie aus Nyir-Adony, wurde am 21. Juli 1887 Abends 6 Uhr von dem Hunde seines Vaters gebissen; der Hund biss noch 34 andere Hunde und wurde nach zwei Tagen erschlagen.
Nach einem Briefe des Prof. Navratil war die Wuth des Hundes von einem Thierarzte auf Grund der Section constatirt worden. Die nichtblutende erbsengrosse Bisswunde befand sich an der oberen inneren Partie des rechten Schenkels. Sie wurde nach 3 Tagen mit 1 : 2000 Sublimatlösung ausgewaschen. Die Hose und Unterhose war durch den Biss durchlöchert worden.
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Die antirabische Behandlung wurde nach 20 Tagen begonnen und dauerte vom 16.30. August 1887. Gang der Schutzimpfungen: Impftage: Inbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;II III IV V VI VII VIII
Mark: 14,13 12,11 10,9 8,7 7,6 6nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;5nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 5
Impftage: IX X XI XII XIII XIV XV Mark:nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 4 4 5 5 4nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;4nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;3
Nach Bericht des Ortsvorstandes von Nyir-Adony vom 15. September 1888 befindet sich der Behandelte gegenwärtig bei der Gendarmerie in Nagy-Värad. Die Wuth ist also nicht ausgebrochen.
Fall 44. Paul Nagy, 30 Jahre alt, Bahnaufseher aus Budapest, wurde am 3. August 1887 3 Uhr Morgens von dem Hunde seines Nachbarn gebissen. Derselbe wurde erschlagen und im Thierarzneiinstitute secirt, wo die Wuth constatirt wurde.
Der Biss traf den rechten Fuss unterhalb des äusseren Knöchels. Die Wunde blutete stark und wurde nach 2 Stunden von einem Arzte mit Aetzkali kauterisirt.
Die antirabische Behandlung wurde nach 22 Tagen begonnen und dauerte vom 25. August bis 9. September 1887.
Gang der Schutzimpfungen: Impftage: Inbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;IInbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;III IV V VI VII VIII
Mark: 14,13 12,11 10,9 8,7 7,0 0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;5nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 5
Impftage: IX X XI XII XIII XIV XV XVI
Mark:nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 4465 4nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;43nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;3
Nach Bericht der Eisenbahndirection von Ende August 1888 befindet sich der Behandelte vollkommen wohl.
Fall 45. Stefan Fazekas, 3 Jahre alt, Sohn des Stationschefs von Rakos-Keresztur, wurde am 22. August 1887 von dem Hunde eines Fleischhackers in der Gegend des rechten Gluteus gebissen. Die Wunde wurde nach i!/4 Stunde kauterisirt. Der Hund wurde im Budapester Thierarzneiinstitute secirt. Der Gebissene wurde von Prof. Babes nach Paris mit einem Briefe geschickt, in welchem die Wuth des Hundes constatirt wurde.
Bei der Aufnahme fand sich an der Bissstelle ein 4 cm langer, mit einer Kruste bedeckter Substanzverlust.
Die antirabische Behandlung wurde nach 23 Tagen begonnen und dauerte vom 14.29. September 1887.
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Gang der Schutzimpfungen:
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Irapftage:nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Inbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;II III
Mark: 12,11,10, 9,8,7 6,5 Impftage: X XI XII Mark:nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;13 2
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Nach dem Berichte der Eisenbahndirection vom 1(3. September 1888 wurde Fazekas von Sachverständigen untersucht und gesund befunden.
Fall 4G. Stefan Kenipf, 12 Jahre alt, aus Deamp;s, Comitat Szolnok-Doboka, wurde am 4. December 1887 Abends 6 Uhr von einem fremden Hunde auf der rechten Hand gebissen. Er erlitt auf dem rechten Handrücken 4 wenig blutende Bisswunden, die sofort mit Salzwasser ausgewaschen und mit Lapis gebrannt wurden. Der Hund biss noch 3 Personen, von denen einer den Bisswunden erlag; der Hund lief davon, wurde jedoch gefangen und erschlagen. Der Thierarzt Kuszenda aus Dees beobachtete und secirte den Hund und erklärte ihn für wüthend.
Die antirabische Behandlung wurde nach 12 Tagen begonnen und dauerte vom 16. 30. December 1887. Gang der Schutzimpfungen: Impftage: Inbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; II III IV V VI VII VII
Mark: 14,13 12,11 10,9 8,8 7,7 6nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;6nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;5
Impftage:nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;IX X XI XII XIII XIV XV
Mark:nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 5 7 6 5 5nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 4nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;3
Nach Bericht des Herrn Alfred ßeisch aus De^s vom 13. September 1888 befindet sich der Behandelte wohl.
Fall 47 und 48. Am 24. Januar 1888 61/2 Uhr Morgens biss ein angeblich wüthender Hund in der Staatsmaschinenfabrik mehrere Personen, ungefähr 12. Der Hund war zugelaufen, wurde erschlagen und im Budapester Thierarzneiinstitute secirt und für wahrscheinlich wüthend declarirt.
Von den Gebissenen gingen zwei behufs antirabischer Behandlung zu Pasteur.
1. Alexander Breuer, 21 Jahre alt, Monteur in der Staatsmaschinenfabrik aus Budapest, erlitt zwei blutende Bisswunden am rechten Schenkel oberhalb des Knies, welche nach einer Stunde ausgebrannt wurden. Der Biss geschah durch die Hose und Unterhose hindurch, welche durchlöchert wurden.
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Diesen Fall untersuchte ich auf Aufforderung des kön. ungarischen Ministeriums und empfahl ihn zur Entsendung nach Paris. Die antirabische Behandlung wurde nach 23 Tagen begonnen und dauerte vom 16. Februar bis 1. März 1888. Gang der Schutzimpfungen: Impftage: Inbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; II III IV V VI VII VIII
Mark: 14,13 12,11 10,9 8,8 7,7 6 6nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 5
Impftage: IX X XI XII XIII XIV XV Mark:nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;5 6 5 5nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;5 4 4.
2. Peter Neineth, 29 Jahre alt, aus Budapest, erlitt eine blutende Bisswunde am linken Schenkel, welche erst Abends mit Glüheisen gebrannt wurde. Die Behandlung begann nach 24 Tagen und dauerte vom 17. Februar bis 2. März 1888. Gang der Schutzimpfungen:
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Impftage: I IInbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; III
Mark: 14 13,12 11,10 Impftage IX X XI
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IV V VI VII VIII
9,8 8,7 7,6 6 5 XII XIII XIV XV
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5 5nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 4 3
Beide befinden sich nach Privatberichten von Ende August vollkommen wohl.
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Fall 49. Rosa Friedmann, 14 Jahre alt, aus Ungviir, wurde am 15. Februar 1888 von einem fremden Hunde gebissen. Der Hund biss ausserdem noch 3 Personen, wurde sodann gefangen, beobachtet und nach dem Tode secirt. Die Wuth desselben wurde vom städtischen Arzte Dr. Jacob Oesterreicher constatirt. Die Bisse durchlöcherten das Kleid und erzeugten 2 Wunden, welche nach einer Stunde mit Aetzkali kauterisirt wurden.
Die antirabische Behandlung wurde 39 Tage nach dem Bisse begonnen und dauerte vom 26. März bis 17. April 1888.
Gang der Schutzimpfungen: Impftage: Inbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;II III IV V VI VII VIII IX X XIXIIXIII
Mark: 14,13 12,11 10,9 8,8 7,7 6 6 5 5 4 7 6 5 Impftage: XIV XV XVI XVII XVIII XIX XX XXI Mark:nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 5 4 4nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 6nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 6nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 5nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;4 3
Nach Bericht des Comitatsoberphysikus Dr. Alexander Bene aus Ungvar vom 30. September 1888 ist Rosa Friedmann vollkommen gesund. Von den 3 anderen gebissenen Personen ist die eine, Anna Vrabelyi. 10 Jahre alt, bei welcher der Biss durch
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6 Kleider hindurch geschah und welche in Wien von Prof. Ulimann antirabisch behandelt wurde, ebenfalls gesund. Von den 2 anderen Gebissenen konnte keine Nachricht erhalten werden.
Fall 50. Rosa Sebestyön, 5 Jahre alt, Tochter eines Beamten der Nordostbahn aus Kirälyhaza, wurde am 27. März 1888 von einem fremden Hunde gebissen. Der Hund war seit 2 Tagen krank, wollte auch den Vater des Mädchens beissen und biss mehrere Hunde. Er wurde erschlagen und von einem Thierarzte secirt, welcher die Wuth constatirte. Das Mädchen erlitt am linken Gesichte, neben dem linken Mundwinkel, 3 tiefe, stark blutende Bisswunden, welche nach 4 Stunden mit Lapis gebrannt wurden. Das Mädchen wurde mit einem Briefe des Chefarztes Dr. Elischer zu Pasteur geführt, wo die antirabische Behandlung nach 55 Tagen begonnen wurde und vom 21. Mai bis 7. Juni 1888 dauerte.
Gang der Schutzimpfungen: Impftage: Inbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; IInbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; III IV V VI VII VIII IX
Mark: 14, 13 12, 11 10, 0 8, 7 7, 6 6 5 5 4 Impftage: X XI XII XIII XIV XV XVI XVII XVIII Mark:nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;43G5nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 544nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 3nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;3
Nach Bericht des Herrn Chefarztes Dr. Elischer vom 5. September 1888 befindet sich die Betreifende ganz wohl.
Fall 51. Margarethe Kubinyi, 9 Jahre alt, Tochter des Grundbesitzers Kubinyi aus Kerepecz, Comitat Gömör, wurde am 9. Juni 1888 von einer Katze gebissen. Die Katze wurde sofort erschlagen. Das Thier wurde in mein Institut für allgemeine Pathologie gebracht, wo wir mit ihrer Medulla ein Kaninchen auf subduralera Wege inficirten, welches nach 15 Tagen an der Wuth verendete. Der Biss traf den entblössten Körper und erzengte am linken Schenkel, oberhalb des Knies, 2 Wunden, von denen die eine sehr stark blutete; ausserdem waren am rechten Unterschenkel 1520 starke Kratzwunden sichtbar. Die Wunden wurden nach einer halben Stunde mit Lapis ausgebrannt. Das Mädchen wurde am 3. Tage nach dem Bisse zu mir gebracht; ich schickte dieselbe, nachdem die Umstände bei dem Bisse annehmen Hessen, dass die Katze wüthend war, sofort nach Paris.
Die mit der Medulla der Katze gemachten Probeimpfungen setzten die Wuth der Katze ausser Zweifel, was wir nach Paris
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Tabellarischer Ausweis der von November 1885 bis Ende Jnli
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Name
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Wohnort und Beschäftigung
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Alexander Rivnäk
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21
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1885 14. XI
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Hund
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mit Lapis
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7G
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Alfred Reisch
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84
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Dees
|
1884 24. IX
|
k.
|
2 Stunden
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
94
|
Frau Friderici
|
32
|
Budapest
|
1885 VI.
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
110
|
Martin
Nagy
|
29
|
III. Honvöd-huszärenreg Wachtmeister
|
1885 14. XI
|
bald
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
212
|
Stefan Simon
|
54
|
Arad Laborant
|
1885 14. XI
|
bald
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
374
|
Elise Varady
|
Zala-Egerszeg (der Vater Alex. Varady ist Steueraufseher)
|
1886 22.1.
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
394
|
Peter Cernat
|
(3
|
Temesvar Schlosser bei derOest Staatseisenbahngesellschaft
|
1886 19. II.
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
79 -
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
1888 in Pasteur's Institute antirabisoh behandelten Ungarn.
|
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|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
||||||||||||
|
- 80
|
||||||||||||
|
|
||||||||||||
|
3 2
|
3 ä g
a
3
|
Name
|
Bissstelle
|
|||||||||
|
Wohnort und Beschäftigung
|
MJä
fi
|
3
I
|
m
|
SS
11
|
9
|
|||||||
|
Ja P
|
|
|||||||||||
|
3
a
|
||||||||||||
|
|
||||||||||||
|
428
|
Friedrich Koszt
|
30
|
Kis-Körös
|
1886 28.1.
|
Hund
|
|||||||
|
|
||||||||||||
|
429
|
Rosalie Koszt
|
Kis-Körös
|
1886 28. I.
|
|||||||||
|
|
||||||||||||
|
10
|
430
|
Paul Vieziän
|
15
|
Kis-Körös
|
1886 28. I.
|
|||||||
|
|
||||||||||||
|
11
|
434
|
Nikolaus Koflano-
|
42
|
Panes ika
(Comitat Ugocsa)
|
1886 18.11.
|
|||||||
|
|
||||||||||||
|
12
|
561
|
Ida Molnar
|
Päpa
|
1886 22. T.
|
||||||||
|
|
||||||||||||
|
13
|
850
|
Josef Koväcs
|
22
|
Nagy-Körös
|
1886 6. IV.
|
k. mit KOH
|
nach 1 Tage
|
|||||
|
|
||||||||||||
|
14 857
|
Johann Hugyocz
|
16
|
Nagy-Körös
|
1886 5. IV.
|
k. mit KOH
|
nach
2 Tagen
|
||||||
|
|
||||||||||||
|
15
|
858
|
Wilhelm Balla
|
Nagy-Körös
|
1886 6. IV,
|
k. mit KOH
|
nach 1 Tage
|
||||||
|
|
||||||||||||
|
|
|||||||
|
- 81
|
|||||||
|
|
|||||||
|
be
|
3 M lt;n TL a to
Mi ill
3 aj cö
|
Methode der Behandlung
|
Aerztliche Berichte
und
andere Daten
|
Rubrik
|
Wie befindet sich
der Behandelte Ende August 1888?
|
||
|
S 9
M Ilaquo;
|
|||||||
|
A B
|
|||||||
|
|
|||||||
|
1886
.9.-18.
III.
|
4048
Tage
6
Wochen
4048
Tage
6
Wochen
4048
Tage
6
Wochen
|
Dr. Babes constatirte auf Grund des Sections-befundes die Wuth des Hundes.
|
Nach eigenem Berichte befindet er sich wohl.
|
||||
|
1886
9.18
III.
|
Nach eigenem Berichte befindet sie sich wohl.
|
||||||
|
1886
9.-18.
III.
|
|
Nähere Daten über den Hund fehlen.
|
Nach Bericht des
Gemeindearztes Dr.
Jacob Berkovics
vom 24./IX. 1888 ist
er gesund.
Nach Bericht des N. Szöllöser Kreisarztes Dr. Franz Theodorovics vom 12./IX. 1888 ist er gesund.
Nach Bericht des (Päpaer) Obcrphysi-kus Dr. Josef Steiner vom 28./VIII. 1888 ist er gesund.
Nach Bericht des Nagy-Köröser Ober-
physikus Dr. Michael Szabö vom 22./VIII. 1888 ist er gesund.
|
||||
|
1886 10. bis 19. III
|
2029
Tage
3
Wochen
|
||||||
|
1886 22. bis 81. III
|
09öö
Tage
9
Wochen
|
||||||
|
1886
vom
26. IV
bis5.V.
|
2030
Tage
3
Wochen
|
Der Thierarzt von N,
Körös erklärte den Hund
für wüthend. Koväcs
wurde vom Lyssa-Comite
zu Pasteur gesandt
Mit ihm ging Dr.
Michael Szabo.
|
|||||
|
|
|||||||
|
1886
vom
26. IV
bisö.V
|
2131
Tage
4
Wochen
|
Nach Bericht des Nagy-Köröser Ober-
physikus Dr. Michael Szabö vom
8./VI. 1887 ist er gesund. Seitdem ist er verreist. Weitere
Berichte fehlen.
Wie Nr. 13.
|
|||||
|
1886
vom
26. IV
bisö.V.
|
2030
Tage
3
Wochen
|
||||||
|
|
|||||||
|
Högyes, Die Sclmtzimpfungen Pasteur's.
|
|||||||
|
|
|||||||
|
|
|||||||||||||||
|
82
|
|||||||||||||||
|
|
|||||||||||||||
|
i
a
m
|
Name
|
Wohnort und Beschäftigung
|
a
|
|
Bissstelle
|
nach 2 Stunden
|
|||||||||
|
ffi
|
|||||||||||||||
|
r-!
|
.ffs
|
||||||||||||||
|
|
Adalbert Glückmann
|
472
|
Nagy-Körös
|
||||||||||||
|
16
|
859
|
1886 6. IV.
|
Hund
|
17
|
|||||||||||
|
17
|
860
|
Albert Haläsz
|
Nagy-Körös
|
1886 6.1V.
|
14
|
||||||||||
|
|
|||||||||||||||
|
18
|
861
|
Ester Korsos
|
3V2
|
Nagy-Körös
|
1886 6. IV.
|
k. mit KOH
|
nach 3
Tagen
|
||||||||
|
|
|||||||||||||||
|
19
|
1060
|
Franz Szegeny
|
45
|
Temesvar
|
1886 5. V.
|
mit KOH
|
nach 3 Stunden
|
||||||||
|
|
|||||||||||||||
|
20
|
1078
|
Maria Je-zerniczky
|
3:5
|
Perestyen Egyhäz-Szecsöd Gattin eines ref. Geistlichen
Sohn der Vorigen
|
1886 10. II.
|
k. mit KOH
|
nach
36 Stunden
|
||||||||
|
21
|
1079
|
Elemer Je-zerniczky
|
1880 10. II.
|
k. mit KOH
|
nach
36 Stunden
|
||||||||||
|
|
|||||||||||||||
|
22
|
1080
|
Dionysius Jezer-niczky
|
1886 10. II.
|
k.
mit KOH
|
nach
36 Stunden
|
||||||||||
|
|
|||||||||||||||
|
23
|
1098
|
Peter Steffel
|
39
|
Temesvar Gassenkehrer
|
1886 27. IV
|
k. mit
Glüheisen
|
nach 12
Stunden
|
||||||||
|
|
|||||||||||||||
|
|
|||||||||
|
83
|
|||||||||
|
|
|||||||||
|
be ja i
a o Iquot;
laquo;
-8
|
m
|
.IPS
'S j
h 9
|
Methode der Behandlung
|
Aerztliche Berichte
und
andere Daten
|
Rubrik
|
Wie befindet sich
der Behandelte Ende August 1888?
|
|||
|
A B
|
|||||||||
|
|
|||||||||
|
1886 vom
26. IV.
bisß.V
1886 vom
26. IV.
bisö.V
1886 vom
26. IV.
bisö.V
1886 16. bis 25. V.
|
2030
Tage
3
Wochen
2030
Tage
3
Wochen
2030
Tage
3
Wochen
1121
Tage
2
Wochen
|
Wie Nr. 13.
|
Wie Nr. 13.
|
||||||
|
Die Wuth des Hundes wurde von einem Thier-arzte bestätigt.
|
1st nach Bericht des Temesvärer Ober-physikus Dr. Alexander Stefano-vies im Juni 1888 an Lungenschwindsucht gestorben.
Nach Bericht des Kormonder Kreisarztes Dr. Gergö vom 25./IX. 1888 ist sie gesund.
|
||||||||
|
1886 18. bis 27. V
|
106
bis 116
Tage
15
Wochen
|
Von demselben Hunde wurde der 10jährige Koloman Boksa gebissen, welcher am 8. Tage nach dem Bisse an der Wuth starb.
|
|||||||
|
|
|||||||||
|
1886 18. bis 27. V
|
106
bis 116
Tage
15
Wochen
106
bis 116
Tage
15
Wochen
2232
Tage
4
Wochen
|
Die Wuth des Hundes wurde von dem Temes-värer Arzte Dr. Hartmann bestätigt.
|
Nach Bericht des; Temesvärer Ober-physikus Dr. Alexander Stefano-vics voin7./IX. 1888: ist er gesund.
|
||||||
|
1886 18. bis 27. V.
|
|||||||||
|
1886 19. bis 28. V.
|
|||||||||
|
|
|||||||||
|
|
||||||||||||
|
84 -
|
||||||||||||
|
|
||||||||||||
|
s I d
eg o laquo;I
S3 =
|
Name
|
Wohnort und Beschäftigung
|
ll II
|
60
C
|
|
Bissstelle
|
|||||||
|
PQ
|
SS
il
|
|||||||||||
|
Q{
|
||||||||||||
|
|
||||||||||||
|
a
|
P
|
|||||||||||
|
|
||||||||||||
|
24
|
1299
|
Stofanio Maderor
|
27
|
Madeszony
neben Temesvär
|
1886 28. V.
|
Hund
|
nicht k.
|
|||||
|
|
||||||||||||
|
25
|
080
|
Josef
Pollako-
vics
|
41
|
Rosenau Eisenbahn-Wächter
|
1880 31.
vni.
|
nach
7 Stunden
|
||||||
|
|
||||||||||||
|
26
|
ö;3l
|
Helene
Pollako-
vics
|
Kind des Vorigen
|
1886
81.
VIII.
|
k.
|
nach 7 Stunden
|
||||||
|
|
||||||||||||
|
27
|
818
|
Ludwig Hethy
|
29
|
Taraczköz Grundbesitzer
|
1886 29. IX,
|
k.
mit
Lapis
|
nach 3 Stunden
|
|||||
|
|
||||||||||||
|
28
|
892
|
Stefan Pekäry
|
28
|
Budapest
|
1886 16.X.
|
nicht k.
|
||||||
|
|
||||||||||||
|
29
|
945
|
Tibor Fay
|
11
|
Peozel
|
1886 16.X.
|
k.
mit
Lapis
|
sofort
|
|||||
|
|
||||||||||||
|
80
|
946
|
Josef Soltesz
|
40
|
Peczel
|
1886 16.X.
|
k.
mit
Lapis
|
sofort
|
|||||
|
|
||||||||||||
|
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
85 -
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
TT
|
#9632;#9632;
|
|||||||||||||
|
|
||||||||||||||
|
8(3
|
||||||||||||||
|
|
||||||||||||||
|
J
a
3
a
|
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11 I
|
Name
|
Wohnort
und Be-
schilftigung
|
11
si t,
|
be
I
bo
|
Bissstelle
|
|
|||||||
|
ta
|
II
|
|||||||||||||
|
^3 Eh
|
||||||||||||||
|
|
||||||||||||||
|
81
|
99Ö
|
Johann Jurccska
|
43
|
Zölyom Schneider
|
1886 29. IX.
|
Hund
|
k. mit con-
centr. Car-hol-
säure
|
nach Stunde
|
||||||
|
|
||||||||||||||
|
32
|
Ö(J7
|
Georg Bucsän
|
48
|
Zölyom Schuster
|
1886 29. IX,
|
Stunde
|
||||||||
|
|
||||||||||||||
|
33
|
1182
|
Franz
i'ekoto
|
29
|
Csap (Ung.)
Bahnauf-
seher
|
1886
12.
XII.
|
k.
mit
Lapis
|
Stunde
|
|||||||
|
|
||||||||||||||
|
34
|
1692
|
Heinrich Hocke 1
|
17
|
Budapest
|
1887 18. III,
|
k.
|
||||||||
|
Stunde
|
||||||||||||||
|
|
||||||||||||||
|
85
|
1798
|
Andreas Roxer
|
35
|
Bosenau Bahnbeamter
|
1887 4. IV.
|
k. mit Lapis
|
Einige
Minuten
|
|||||||
|
|
||||||||||||||
|
36
|
1907
|
Vincen-
till.S
Raykort
|
19
|
Zsombolya Herrschaftsschäfer
|
1887 27. IV
|
nicht k.
|
||||||||
|
|
||||||||||||||
|
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
- 87 -
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
w.
|
||||||||||||
|
|
||||||||||||
|
88
|
||||||||||||
|
|
||||||||||||
|
a S
i
h3
|
g
Oh-3 11
s
|
Name
|
Wohnort und Beschäftigung
|
bD
|
Bissstelle
|
|||||||
|
n
|
III
fi 3-a tJQM g
|
|||||||||||
|
|
1 S
|
|||||||||||
|
amp;
|
||||||||||||
|
|
||||||||||||
|
37
|
1963
|
Michael Gyurkics
|
31
|
Budapest Beamter einer Holzniederlage
|
1887 5. V.
|
Hund
|
k.
mit Lapis
|
6 Stunden
|
||||
|
|
||||||||||||
|
38
|
1971
|
Emerich Tottal
|
S'/ä
|
Mezöhegyes
|
1887 S.V.
|
k.
mit
Lapis
|
Stunde
|
|||||
|
|
||||||||||||
|
39
|
24.?
|
Anton Halesch
|
.r)8
|
Budapest
Bahnbeamter
|
1887 9. VI.
|
k. mit Car-bol-
säure
|
Stunde
|
|||||
|
|
||||||||||||
|
40
|
2301
|
Max Klein
|
11
|
Szobräucz
|
1887
14.
VII.
|
k.
mit
Lapis
|
18
Stunden
|
|||||
|
|
||||||||||||
|
41
|
307
|
Georg Borhy
|
28
|
Lieutenant im 4. Hu-szärenregi-
ment Gyöngyös
|
1887 81. VII.
|
nicht k.
|
||||||
|
|
||||||||||||
|
42
|
2381
|
Koloman Domokos
|
42
|
Debreczen Director des Landwirth schaftlichen Instituts
|
1887 24. VII.
|
k. mit
Lapis
|
3 Stunden
|
|||||
|
|
||||||||||||
|
|
|||||||
|
89
|
|||||||
|
|
|||||||
|
|
Methode der Be hand-lung
|
Aerztliche Berichte
und
andere Daten
|
Rubrik
|
Wie befindet sich
der Behandelte Ende August 1888?
|
|||
|
1
|
|||||||
|
ill
CQ
b ja
s ^ H
3 OJ cä
Q
|
|||||||
|
S2
|
|||||||
|
|
|||||||
|
1887 13. bis 24. V,
|
819
Tage
2
Wochen
|
Sein eigener Hund brachte ihm 2 blutende Wunden am rechten Daumen, eine am rechten Handrücken bei. Der Hund frass nicht, war traurig, haschte nach dem Stocke und verendete am andern Tage. Durch die Section konnte die Wuth mit Uewissheit nicht festgestellt werden.
Am rechten Schenkel 2
wenig blutende Wunden.
Der Hund wurde erschlagen.
Die Wuth wurde vom Thier
arzte K i s t a t r a y auf Grund
der Symptome und der
Section constatirt.
Er wurde am linken Arme von einem verdächtigen Hunde gebissen, welcher nach dem Bisse davonlief.
|
Nach seinem eigenen
Berichte von Anfang
September 1888 ist
er gesund.
|
||||
|
1887 14. bis 24. V.
|
616
Tage
1
Woche
|
Nach Bericht des Kreisarztes Dr. A d a 1-
bert Pjlesanszky vom 7./IX. 1888 ist
das Kind gesund.
Nach dem Berichte der Direction der
k. ung. Staatseisenbahn vom 16./1X.
1888 ist er vollkommen gesund.
Nach dem Briefe des Bezirksarztes Dr. RussayvomDO./VlII.
1888 ist das Kind gesund.
|
|||||
|
1887 19. bis 28. VI
|
1019
Tage
2
Wochen
|
||||||
|
1887 vom
2i.yii
bis 2. VIII.
|
719
Tage
2
Wochen
|
Sechs wenig blutende Biss wunden; 1 am oberen; 2 am unteren Theile des linken Unterarmes; wurde am nackten Körper gebissen. Der Hund war fremd. Biss einen Truthahn und hat noch mehrere Personen angegriffen. Dr. Felkovies constatirte die Wuth aus dem Sectionsbefuncle.
Wurde vom eigenen Hunde unter dem rechten Auge gebissen. Der Hund hatausser-dem drei andere Hunde und
drei Schweine gebissen;
wurde sofort erschlagen. War laut dem Sectionsbe-fundo des üyöngyöser Thier arztes (i u 11 m a n n wüthend.
Wurde vom eigenen Hunde am rechten Zeigefinger an zwei Stellen genissen; die Wunden bluteten wenig und wurden mit 20(0iger Carbol lösung ausgewaschen. Die Wuth des Hundes wurde auf Grund der Symptome , des Scctionsbefundes und der Impfungen auf Kaninchen absolut sicher bewiesen.
|
|||||
|
1887
8.20,
VIII.
|
820
Tage
2
Wochen
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Nach dem Briefe des Gryöngyöser Chefarztes vom 31./V11I. 1888 ist er gesund.
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1887
8.21
VIII.
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1528
Tage
3
Wochen
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Nach Privatberichten ist er gesund.
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it
a
55
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Name
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Wohnort und Beschäftigung
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.#9632;fi
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SB El
I
60
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Bissstelle
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ogt;
a
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M
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1
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3
o
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47
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3253
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Alexander Breuer
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21
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Budapest Monteur in dor ungar.
Staats-Maschinen-f'abrik
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1888 24.1.
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Hund
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k.
mit Glüheisen
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24 Stunden
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48
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3261
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Peter Nemeth
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29
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Bndapest
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1888 24. I.
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k.
mit Glüheisen
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12
Stunden
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3484
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Rosa Fried-mann
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14
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Ungvär
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1888 15. II.
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k. mit Glüheisen
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1
Stunde
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50
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3793
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Rosa Sebestyen
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Kirälyhäza Tochter eines Beamten der ung. Nordöstlichen Eisenbahn
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1888 27. III.
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k.
mit
Lapis
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4 Stunden
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51
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3906
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Marga-
rethe
Kubinyi
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Kerepecs Grundbesitzers Tochter
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1888 9. VI.
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Katze
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k. mit
Lapis
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Stunde
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telegraphirten, wo das Mädchen bereits unter antirabischer ße-hiuidhuig stand.
In Folge des Tele^rammes ward ihr eine noch intensivere Behandlung zu Theil. Die antirabischc Behandlung begann am 5. Tage nach dem Bisse und dauerte vom 14. Juni bis I.Juli 1888.
Gang der Schutzimpfungen:
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Impftage: Inbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;IInbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;
Mark: 14, 13 12, 11 1Impftage: X XI XII Mark:nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;4 3 6
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Vnbsp; nbsp; VI
7, 6nbsp; nbsp; nbsp;6
XIII XIV XVnbsp; nbsp; XVI 5 5 4 4
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VII VIII IX 5nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;5 4
XVII XVIII
3nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 2
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Nach Privatmittheilungen befindet sich das kleine Mädchen bis jetzt wohl, und da seit dem Bisse bereits 4 Monate verstrichen sind, so ist ein Ausbruch der Wuth kaum mehr zu fürchten.
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Diese 51 Fälle können nach einzelnen, bei der Beurtheiluug der Heilerfolge wichtigen Details in folgende Gruppen eingetheilt werden:
I. Fälle, in welchen die Wuth des Thieres (in 50 Fällen war es ein Hund, in einem Falle eine Katze) absolut sicher (Rubrik A) oder nahezu sicher constatirt wurde (Rubrik B):
1.nbsp; 4. 5. *6. 7. 8. 9. 10. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. *20. *21. *22. 23. 25. 26. 27. 28. 29. 30. 31. 32. 33. 34. 35. 36. 37. 38. 40. 41. *42. 43. 44. 45. 46. 47. 48. 49. 50. *51.
Im Ganzen 45 Fälle von Wuthbissen durch 29 Thiere.
(Bei den mit Stern * bezeichneten Fällen wurde die Wuth
experimentell, bei den anderen Fällen durch einen Thierarzt
erwiesen.)
II. Fälle, in welchen das Thier wuthverdächtig war (Rubrik C):
2.nbsp; 3. 11. 12. 24. 39.
Im Ganzen 6 Fälle von Bissen durch 6 Thiere. III. Fälle, in welchen die Wunden behandelt wurden:
a)nbsp; mit Lapis (Höllenstein): 1. 19. 27. 29. 30. 33. 35. 37. 38. 40. 42. 45. 46. 50. 51 = 15 Fälle.
b)nbsp; mit Aetzkali: 13. 14. 15. 16. 17. 18. 20. 21. 22. 44 = 10 Fälle.
c)nbsp; mit Gltiheisen: 23. 47. 48. 49 = 4 Fälle.
d)nbsp; mit Carbolsäure: 31. 39 = 2 Fälle.
e)nbsp; mit Sublimat: 43 = 1 Fall.
f)nbsp; nbsp;auf unbekannte Weise: 2. 4. 5. 25. 26. 32. 34 = 7 Fälle.
Die Bisswunden wurden also in 39 Fallen behandelt.
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IV. Fälle, in welchen die Bisswunden nicht behandelt wurden:
24. 28. 36. 42 = 4 Fälle. V. Fälle, in welchen die Angabe fehlt, ob die Wunden behandelt wurden oder nicht:
3.nbsp; nbsp;6. 7. 8. 9. 10. 11. 12 = 8 Fälle.
VI. Fälle, in welchen die Kauterisation vor Ablauf der ersten Viertelstunde geschah:
4.nbsp; nbsp;5. 29. 30. 31. 35. 46 = 7 Fälle.
In einem Falle (1.) ist der Zeitpunkt der Kauterisation unbekannt. VII. Fälle, in welchen der Biss durch Kleider hindurch geschah:
20. 28. 30. 31. 38. 43. 47. 49 = 8 Fälle. VIII. Fälle, in welchen der Biss den entblössten Körper traf:
3. 4. 14. 15. 17. 19. 21. 23. 24. 25. 27. 29. 33. 34. 35. 36. 37. 40. 41. 42. 46. 50. 51 = 23 Fälle. IX. Fälle, in welchen der Biss den Kopf traf:
17. 27. 28. 29. 30. 33. 41. 50 = 8 Fälle.
Fälle, in welchen die Extremitäten gebissen wurden:
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bis 40. 4249. 51 = 39 Fälle.
Fälle, in welchen die Bissstelle nicht angegeben ist: 2. 6. 7. 12 = 4 Fälle. X. Fälle, in welchen die antirabische Behandlung a) nach 1 Woche begonnen wurde: 28. 33. 34
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36. 38. 51......
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= 6 Fälle
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b)
o) d)
e)
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2nbsp; Wochen begonnen wurde: 19. 24. 27
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35. 37. 39. 40. 41. 46 . . . .
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= 9
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3nbsp;Wochen begonnen wurde: 1. 7.11.13 15. 16. 17. 18.25.26.29.30.31. 32. 42 = : 15
4nbsp;Wochen begonnen wurde: 14. 23. 43 44. 45. 47. 48.....
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6 Wochen begonnen wurde: 4. 6
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8. 9
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f) g) h) i)
j) k)
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10. 49........
8nbsp; Wochen begonnen wurde: 50
9nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 12 14 , ,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;,5 16 , . . 20. 21. 22
6 Monaten nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;3
14nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;2
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6 ,
1nbsp; Fall 1 , 1 ,
3nbsp; Fälle
1nbsp; nbsp;Fall
1 ,
ilnbsp; nbsp;Fälle
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V
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96
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XI. Bei den 51 Fällen war das männliche Geschlecht 40inal, das weibliche llinal vertreten (3. 6. 9. 12. 18. 20. 24. 26. 49. 50. 51). XII. Die 51 Fälle vertheilen sich nach dem Alter folgender-
massen; Unternbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;6 Jahren: 16. 17. 18. 21. 22. 45. 50 = 7 Fälle
Zwischen 515 Jahren: 6. 9. 10. 12. 14. 15.26.
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51 Fälle
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Statistische Verwerthimg der Erfolge der antirabischen Behandlung
der 51 Ungarn.
Nach dem obigen Ausweise brach also die Wuth bei keinem der von November 1885 bis Juni 1888 behandelten Ungarn aus. Von den 51 Behandelten sind 49 bis Anfangs September 1888 gesund geblieben. Der 14. Behandelte war noch ein Jahr nach dem Bisse gesund, seitdem fehlen die näheren Nachrichten. Der 19. Behandelte starb nach einem Jahre an Tuberculose.
Um die Frage zu entscheiden, ob dieser Erfolg der antirabischen Heilmethode zuzuschreiben sei, und bis zu welchem Grade, muss man die Fälle einerseits einzeln und im Ganzen genau analy-siren, andererseits dieselben mit den übrigen, speziell mit den ungarischen statistischen Daten vergleichen.
Es drängen sich hiebei mehrere Fragen auf, die alle genau analysirt werden müssen.
Erstens müssen wir genau bestimmen, in wie viel Fällen von den 51 das Thier thatsächlich wüthend war und in wie viel Fällen nur wuthverdächtig ? Zu einer sicheren Berechnung eignen sich natürlich nur die ersteren Fälle, da in den letzteren möglicherweise zwar alle wüthend, aber möglicherweise auch kein einziges Thier wüthend war.
Zweitens, ob bei den von einem thatsächlich wüthenden
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Hunde Gebissenen die Bisswunden zur rechten Zeit, oder verspätet, oder überhaupt nicht kauterisirt wurden.
Drittens, ob der Biss durch Kleider hindurch geschah, oder ob er den entblössten Körper traf. Zu einer sicheren Berechnung eignen sich nur die letzteren Fälle, da die Möglichkeit einer Infection bei den ersteren Fällen sehr vermindert ist.
Viertens, ob der Biss den Kopf, den Rumpf oder die Extremitäten traf. Die Erfahrung lehrt nämlich, dass die Gefahr je nach der Lage der Bissstelle eine verschiedene ist.
Die 61 Fälle müssen also von diesen Gesichtspunkten aus analysirt werden, um einen absoluten Werth für die weiteren Berechnungen zu gewinnen.
I. Die sichere Erkennung der Wuth ist durchaus nicht leicht. Absolut sichergestellt ist die Wuth, wenn mau mit dem Marke des wuthverdächtigen Thieres subdurale Infectionen bei Versuchsthieren (Kaninchen) macht und diese sodann an der Wuth verenden. Ebenso sicher constatirt ist die Wuth in jenen Fällen, wo eine oder mehrere von dem wuthverdächtigen Hunde gebissene Personen an der Wuth sterben. So ist in den Fällen 0. 20. 21. 22. 42. 51 die Wuth absolut sicher constatirt. In Fall 42 und 51 erzeugte das Mark der Thiere (im ersten Falle handelte es sich um einen Hund, im zweiten um eine Katze), Kaninchen subdural injicirt, die Wuth. Im 6. Falle biss derselbe Hund noch eine Person, welche nach 29 Tagen unter den Symptomen der Wuth starb. Im Fall 20. 21 und 22 biss derselbe Hund ausser diesen noch 1$ Personen, von welchen eine nach 88 Tagen an der Wuth starb.
Von den 51 Fällen ist also die Wuth in 6 Fällen absolut sicher constatirt; es handelte sich hiebei um 2 Hunde und 1 Katze. Die Katze, wie auch der eine Hund bissen je eine Person, der zweite Hund biss 3. Diese Fälle sind in der tabellarischen Zusammenstellung unter Rubrik A. erwähnt.
Man kann die Wuth auch aus den Krankheitssymptomen und der Section constatiren, und zwar mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit.
Die rasende Form der Wuth, welche ja fast ausschliesslich in Betracht kommt, da die an der stillen Wuth erkrankten Thiere nicht aggressiv sind, ist kaum zu verkennen, besonders für einen Sachverständigen. Das veränderte Benehmen, die Appetitlosigkeit. Beisssucht, rasche Abmagerung, ferner jener Umstand, dass das
Högyes, Die Seliutziinpfinigfin Pasteur's.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;7
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Thier nach 84 Tagen unter Lähmungserscheinungen verendet, und dass man bei der Section im Magen allerlei Fremdkörper findet, bieten genügenden Anhalt zur Diagnose der Wuth. Unsere Erfahrungen zeigen, dass die auf solcher Basis gestellte Diagnose der Thierärzte fast ausnahmslos richtig ist. Unter 12 im Thier-arzneiinstitute auf solcher Basis aufgestellten Diagnosen wurden 10 auch durch Thierexperimente für absolut richtig erkannt. In den übrigen 2 Fällen gelungen die Thierexperimente darum nicht, weil das eingesandte Mark schon in zu starke Fäulniss übergegangen war. Aehuliche Resultate erhielten wir auch in jenen Fällen, wo uns aus der Provinz das Mark von für wuthverdächtig erklärten Humlen von den betreffenden Thierärzten zugesandt wurde. Die thierärztliche Constatirung der Wuth muss also für einen fast sicheren Beweis angesehen werden.
Von den obigen 51 Fällen ist die Wuth auf diese Weise in 39 Fällen constatirt worden: 1. 4. 5. 7. 8. 9. 10. IB. 14. 15. 16. 17. 18. 19. ü. 25. 2(5. 27. 28. 29. 3038. 40. 41. 4350, wo es sich im Ganzen um 26 Hunde handelte. Die Wuth wurde in 12 Fällen (8. 9. 10. 28. 29. 30. 34. 37. 44. 45. 47. 48) an 8 Hunden im Budapester Thierarzneiinstitute, in den übrigen 27 Fällen von Provinzärzten constatirt. Diese Fälle sind in der Tabelle unter Rubrik B erwähnt.
Die erste Frage betreffend sehen wir also, dass von den 51 Behandelten 45 thatsächlich von wüthenden Thieren gebissen wurden, und zwar ist die Wuth in 5 Fällen absolut sicher, in 39 fast mit Sicherheit constatirt worden. In den übrigen 6 Fällen, wo es sich um 6 wuthverdächtige Hunde handelte, kann es nicht entschieden werden, ob und wie viel Hunde thatsächlich wüthend waren. Diese 6 Fälle sind also im Interesse der sicheren Berechnung zu eliminiren.
Die zweite Frage betreffend müssen wir untersuchen, bei wie vielen von den nun restirenden 45 Gebissenen die Wunden zur rechten Zeit kauterisirt wurden?
Die Kauterisation vermag, wenn sie zur rechten Zeit, d. h. sofort nach dem Bisse, und richtig ausgeführt wird, die Gefahr der Infection unzweifelhaft zu beseitigen. Sie muss jedoch intensiv und rasch bewerkstelligt werden, wie diess Pasteur's Versuche zeigen. Pasteur injicirte in die Spitze des Ohres von Kaninchen Wuth-virus und schnitt dann nach verschieden langer Zeit ein mehrere Centimeter langes Stück des Ohres ab; er kam zu dem Resultate,
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(hiss man schon lji Stunde nach der Infection durch diese jedenfalls energischeste Methode den Ausbruch der Wuth nicht verhindern kann. Die Kauterisation also, die über ljt Stunde nach dem Bisse vorgenommen wird, wird den Ausbruch der Wnth nicht verhindern können.
Von den obigen 45 Fällen wurden innerhalb der ersten '/i Stunde kauterisirt: 4. 5. 29. 30. 31. 35. 46 = 7 Fälle. Vorausgesetzt also, dass die Kauterisation auch energisch genug ausgeführt wurde, so würden diese 7 Personen auch ohne jede Behandlung von dem Wuthausbruche verschont worden sein. Es verbleiben also jene 31 Fälle, wo die Kauterisation verspätet (bei einigen erst nach einigen Tagen) und jene 7 Fälle, wo dieselbe gar nicht ausgeführt wurde.
Die Bisswunden wurden über '/i Stunde nach dem Bisse kauterisirt: 1. 1323. 2529. 82. 33. 34. 37. 38. 40. 42. -43. 44. 45. 4751 = in 31 Fällen.
Die Bisswunden wurden nicht kauterisirt: (3. 7. 8. 9. 10. 30. 41 = in 7 Fällen.
Die Zahl der nicht rechtzeitig oder gar nicht kauterisirtcn Personen beträgt also: 38.
Bei der dritten Frage handelt es sich darum, ob der Biss durch die Kleider hindurch oder auf den blossen Körper geschah? Natürlich kommen hier jene Fälle nicht in Betracht, die schon eliminirt wurden; es verbleiben nur diejenigen 38 Fälle, wo die Wuth des Thieres sicher constatirt wurde und wo die Wunden verspätet oder gar nicht kauterisirt wurden.
Es ist zwar durchaus nicht ausgeschlossen, dass auch jene Personen der Wuth zum Opfer fallen können, bei welchen der Wuthbiss durch die Kleider hindurch geschah, doch ist die Gefahr der Infection sehr vermindert. Um ganz sicher zu gehen, werden wir also jene Fälle, wo der Biss durch Kleider hindurch geschah, unberücksichtigt lassen, und die Berechung nur auf jene Fälle stützen, wo der Biss von einem thatsilchlich wüthenden Thiere den blossen Körper traf und wo die Wunde verspätet oder gar nicht kauterisirt wurde.
Von den 38 Fällen geschah der Biss durch Kleider hindurch in 0 Fällen: 20. 28. 38. 43. 47. 49.
Der Biss traf den blossen Körper in: 1. 0. 7. 8. 9. 10. 13. 14, 15. 16. 17. 18. 19. 21. 22. 23. 25. 26. 27. 29. 32. 38. 30. 37. 40. 41. 42. 44. 45. 48. 50. 51 = in 82 Füllen.
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- 100
Vorausgesetzt also, dass bei denjenigen Personen, bei welchen der Biss durch die Kleider hindurch geschah, der Ausbruch der Wuth auch ohne Behandlung ausgeblieben wäre was durchaus nicht sicher ist so blieben im Ganzen 32 Fälle, wo der Biss von einem thatsächlich wüthenden Thiere den blossen Körper traf und wo die Kauterisation verspätet oder gar nicht vorgenommen wurde.
Nach diesen Reductionen müssen wir noch die vierte Frage untersuchen, welche Körperstellen bei diesen Personen, die also der Gefahr des Wuthaüsbruches zweifellos ausgesetzt waren, von dem Biss getroffen wurden. Am gefährlichsten in Bezug auf Haftung der Wuth sind, wie bekannt, die Kopfwunden, am wenigsten gefährlich die Bisse am Rumpfe.
Der Biss traf den Kopf: 17. 27. 29. 33. 41. 50. = in 6 Fällen. Der Biss traf die Extremitäten: 1. 8. 9. 10. 13. 14. 15. IG. 18. 19. 21. 22. 23. 25. 20. 32. 36. 37. 40. 42. 44. 45. 48. 51 s= in 24 Fällen.
Die Bissstelle ist nicht angegeben: 0. 7= in 2 Fällen.
Obige Daten zusammengefasst lauten also folgendermaassen;
1.nbsp; nbsp;Die Zahl der antirabisch Behandelten beträgt: 51.
2.nbsp; nbsp;In diesen 51 Fällen war das beissende Thier
a)nbsp; thatsächlich wüthend: in 45,
b)nbsp; wuthverdächtig: in 6 Fällen.
3.nbsp; nbsp;Von den 45 Fällen, wo die Wuth thatsächlich constatirt wurde, wurden die Biss wunden:
a) zur rechten Zeit kauterisirt: 7,
])) verspätet kauterisirt: 31 Inbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; oo tv.h
'nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;. , ,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; gt; zusammen in 38 i allen.
c)nbsp; gar nichtnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 7 |
4.nbsp; Von den 38 Fällen, wo die Kauterisation verspätet oder gar nicht vorgenommen wurde, geschah der Biss
a)nbsp; nbsp;durch Kleider hindurch in 6 Fällen,
b)nbsp; auf den blossen Körper in 32 Fällen.
5.nbsp; nbsp;Von diesen 32 Fällen, wo die Wuth des Hundes constatirt wurde, wo der Biss auf den vollen Körper geschah und wo die Wunden verspätet oder gar nicht kauterisirt worden, traf der Biss
a)nbsp; nbsp;den Kopf in 8 Fällen,
b)nbsp; nbsp;die Extremitäten in 24 Fällen,
c)nbsp; nbsp;die Bissstelle ist nicht angegeben in 2 Fällen.
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Um jene Frage beantworten zu können, ein wie grosser Theil jenes Erfolges, dass von den 51 Gebissenen bei keinem die Wuth ausbrach, der antirabischen Behandlung zuzuschreiben sei, müssten wir wissen, bei wie vielen die Wuth ausgebrochen wäre, wenn sie nicht behandelt worden wären.
Die Entscheidung dieser Frage kann nur durch die statistische Analogie geliefert werden. Die besten statistischen Daten über die Wuth finden wir bei: Tardieu, Thamhayn und Bouley1). Diese sorgfältig und gewissenhaft bearbeiteten Daten beziehen sich auf die in Frankreich vom Jahre 18501872 von wüthenden Thieren gebissenen Menschen und berücksichtigen alle wichtigeren Fragen.
Wir müssen nun die obigen Zahlwerthe mit diesen, auf breiter Basis stehenden Daten und dann mit den ungarischen statistischen Daten vergleichen. Letztere sind zwar in vieler Beziehung mangelhaft, doch bieten sie dennoch genügende Anhaltspunkte.
Der Vergleich mit den französischen statistischen Daten giebt folgende Resultate:
I.nbsp; Nach Bouley brach die Wuth von 1362, von wüthenden oder wuthverdächtigen Thieren gebissenen Personen bei 105, d. h. 8 0/o aus. In Ungarn erlagen, nach den Berichten der Lyssa-commission, von 810 in den Jahren 1881 1885 von wüthenden oder wuthverdächtigen Thieren gebissenen Personen 48, d. i. 5'9 0/o der Wuthkrankheit.
Wenn man diese Daten mit den 51 von Pasteur behandelten Fällen in Analogie bringt, ersieht man, dass, wenn man die obigen 8 0/n zu Grunde legt, wenigstens 4, und wenn man die 5.9 0/o berücksichtigt, wenigstens 3 Personen an der Wuth hätten sterben müssen.
II.nbsp; Von den 51 Behandelten waren 45 von thatsächlich wüthenden, und nur 0 von wuthverdächtigen Thieren gebissen worden. Wenn man auf Grund der obigen Analyse von diesen 45 Fällen alle jene ausscheidet, wo der Biss durch die Kleider hindurch geschah und wo die Wunden rechtzeitig kauterisirt wurden, so verbleiben 32 reine Fälle, wo die Möglichkeit des Wuthausbruches entschieden vorhanden war.
Bouley stellte 855 Fälle zusammen, wo die Wuth des Thieres
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') Diotionnaire encyclopedique des Sciences medieales. Kapitel über die Wuth.
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constatirt wurde; von diesen 855 erlagen 339, d. h. 47 0/o der Wuth. Nach diesen Daten hätten also von den 32 Personen 15 an der Wuth sterben müssen.
Diese Daten stimmen mit dem von uns im Jahre 1885 in Neupest beobachteten Falle überein, wo ein wiithender Hund 7 Personen biss, von denen 3 (42 0/o) an der Wuth starben.
III. Unter den obigen 32 Fällen sind G solche, wo der Biss den Kopf traf. Bei Kopfwunden ist die Mortalität nach Bouley !)0fl/o. Von jenen 6 Personen hätten also 5 sterben müssen. Der Biss traf die Extremitäten in 24 Fällen. Bei Extremitätenwunden ist die mittlere Mortalität 37 0/o. Von jenen 24 Personen hätten also 8, im Ganzen also von den 32 13 sterben müssen. In 2 Fällen ist die Bissstelle unbekannt, diese konnten darum hier nicht berücksichtigt werden.
Wenn man nun auch annimmt, class die Mortalitätsziffer nicht eine der angegebenen, sondern zwischen der geringsten und höchsten Ziffer, also zwischen 5'947n/o liegt, so hätten von den 51 Gebissenen 3IG sterben müssen. Diese analytischen Ergebnisse in Verbindung mit den obigen Resultaten der Thierversuche überzeugen uns, dass der Werth der Pasteur'schen antirabischen Heilmethode auch bei Anwendung auf Menschen statistisch bewiesen ist.
Der positive Werth der antirabischen Behandlung wird auch durch die allgemeine Statistik der von Pasteur Behandelten bewiesen. Professor Grancher stellte zur Eröffnungsfeier des neuen Pasteur-Institutes eine Statistik sämmtlicher im alten Institute behandelten Fälle zusammen, welche folgende Resultate zeigt:
Die Gesammtzahl der in den Jahren 18861887 und in der ersten Hälfte des Jahres 1888 behandelten Personen beträgt 5374. Von diesen fielen auf das Jahr 188G, wo der Zulauf der Fremden der grösste war, 2G82, auf das Jahr 1887: 1778 und auf die erste Hälfte von 1888 (bis Ende Juli) 914. Die Gesammtmortalität, mit Einschluss aller Todesfälle, selbst jener, wo der Tod gleich nach der Behandlung eintrat, betrug 1886 1-34 gt;, 1887 112, 1888 0-77gt;.
Von diesen Todesfällen müssen jedoch jene, wo der Tod innerhalb von 15 Tagen nach der Behandlung eintrat, ausgeschieden werden, da die Schutzimpfungen nur dann wirksam sein können, wenn sie früher begonnen werden, bevor die Incubation des Wuth-virus in den Nervencentren beginnt. Das gewöhnliche Wuthvirus
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hat aber, wenn es einem Hunde subdural beigebracht wird, eine Incubation von 1518 Tagen, bevor es seine Wirkung äussert. Bei jenen Gebissenen, die innerhalb der ersten 15 Tage nach der Behandlung starben, war die Schutzimpfung darum wirkungslos, weil sie zu spät angewandt wurde.
Wenn man diese Fälle eliminirt, stellen sich die Mortalitätsverhältnisse folgendermaassen: 1886 0-93 0/o, 1887 0-67 gt;; 1888 0quot;550/n. Die Mortalität nimmt also stetig ab und bleibt immer unter 1 0/n.
Die specielle Mortalitätsstatistik, die Gesicht-, Hand- und Ex-tremitätenwunden betreffend, bezeugt ebenso den Werth der anti-rabischen Schutzimpfungen. Nach den alten Statistiken betrug die Mortalität, alle Fälle zusammengenommen, 10150/o, bei Gesichts- und Kopfwunden jedoch 8088n/o. Wenn man nur die Kopfwunden in Betracht nimmt, so beträgt die Mortalität bei den Behandelten, alle Todesfälle eingerechnet: 3'84n/o; wenn man jedoch jene Fälle ausschliesst, wo der Tod vor Ablauf der 15 Tage nach der Behandlung eintrat: l-820/o. Diese Mortalität, im Vergleiche zur gewöhnlich angenommenen Mortalität von 80880/o, zeigt den eclatanten Werth der antirabischen Behandlung.
Die Statistik der ausländischen antirabischen Impfinstitute zeigt ähnliche Verhältnisse. Antirabische Schutzimpfungen werden in folgenden Städten ausgeführt: in Wien, Odessa, St. Petersburg, Moskau, Warschau, Charkow, Samara, Tiflis, Rom, Neapel, Mailand, Turin, Palermo, Bologna, Konstantinopel, Barcelona, Bukarest, Rio de Janeiro, Havanna, Buenos-Ayres und Chicago. In Malta ist ein ähnliches Institut im Entstehen.
Die Statistik dieser Institute ist folgende:
In St. Petersburg, wo das Institut von Alexander, Grossherzog von Oldenburg, gegründet wurde, sind nach Bericht des Dr. Kraüouchkine vom 13. Juli 1886 bis 13. September 1888 484 Personen geimpft worden. Die Mortalität betrug 2-t380/o.
In Odessa impfte Dr. Gamaleia im Laboratorium des Professor Metchnikoff 1886 324 Personen nach verschiedenen Methoden. Die Mortalität betrug 3-39 0/o. 1887 wurden 345 Personen nach Pasteur's verstärkter Methode mit 0-680/o geimpft. 1888 betrug die Mortalität bei 364 Personen 0,540/o. Die mittlere Mortalität war also bei 1135 Impfungen 1-41 0/o.
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In Moskau impfte Dr. Gwozeff in dem von Herzog Dolgorukow gegründeten Institute 1886 107 Personen nach der einfachen Methode mit 8*40 0/o Mortalität.
Im Jahre 1887 wurden 280 Personen nach der verstärkten Methode geimpft. Die Mortalität sank auf lquot;270/0. 1888 wurden 246 Personen ebenso geimpft; Mortalität r600/o.
In Warschau impfte Dr. Bujwid 297 Personen nach der einfachen Methode mit 8 0/o Mortalität und 370 nach der verstärkten Methode. Von Letzteren starb kein einziger.
In Samara impfte Dr. Parschenski 54 Personen, darunter 4 von Wölfen Gebissene. Die Mortalität betrug 5-670/o.
In Charkow wurden 233 Personen von Dr. Protopopoff geimpft. Mortalität 3800/o.
In Turin impfte Bordoni-Uffreduzzi in den Jahren 1886 bis 1888 502 Personen, welche von bestimmt wuthkranken Thieren gebissen wurden (Rubrik A) mit 2quot;50 0/o Mortalität; ferner 221 Personen, welche von fast bestimmt wuthkranken Thieren gebissen wurden (die Wuth wurde von Thierärzten constatirt, Rubrik B) mit l-300/o Mortalität und 43 Personen, welche von wuthver-dächtigen Thieren gebissen wurden. Von diesen starb kein einziger.
In Mailand impfte Dr. Baratieri 335 Personen, von welchen 2 starben; die Mortalität betrug also 0'600/o.
In Palermo impfte Professor Celli bis Ende September 1888 100 Personen, ohne einen einzigen Todesfall zu verzeichnen.
In Neapel wurden vom 22. September 1886 bis 1. Januar 1888 199 Personen geimpft. Da die Stadt damals die Unterstützung entzog, so setzte Prof. Cantani die Impfungen nicht mehr fort. In den folgenden 2 Monaten starben jedoch 7 nicht geimpfte Personen an der Wuthkrankheit, so dass die Stadt den Prof. Cantani dringend ersuchte, die Impfungen wieder aufzunehmen. Das Institut wurde also wieder eröffnet und bis Ende September 34 Impfungen vorgenommen. Die Mortalität betrug im Ganzen l-50/o.
In Konstantinopel impfte Zoeros Pascha in dem unter dem Protectorate des Sultans stehenden Institute 34 Personen. Die Mortalität war null.
In Bukarest impfte Prof. Babes, nach Privatmittheilungen, circa 500 Personen, darunter viele von wüthenden Wölfen Gebissene. Das Ergebniss war äusserst günstig.
In Havanna impfte Dr. Tamayo im Institute des Dr.
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Fernandez Santos 170 Personen; (in 50 Fällen wurde die Wuth des Thieres experimentell erwiesen).
Die Mortalität betrug 0-60 gt;.
In Rio de Janeiro impfte Dt. Ferreira dos Santos in dem vom Kaiser von Brasilien errichteten Institute 60 Personen. Die Mortalität war null.
Sehr lehrreich sind die von Prof. Duj ardin Be a um et/.1) zusammengestellten statistischen Daten. Dieselben beziehen sich zwar nur auf die im Seine-Departement gebissenen Personen, sie sind jedoch desshalb wichtig, weil sie einen TJeberblick über die geimpften und nicht geimpften Personen liefern.
Im Jahre 1887 wurden im Institute Pasteur's 300 Personen aus dem Seine-Departement behandelt. Von diesen starben 8, die Mortalität betrug also 0-970/o.
Im selben Jahre wurden im Departement noch 44 Personen gebissen, die sich jedoch nicht behandeln Hessen. Von diesen starben 7, d. h. 15'900/o. (Das entspricht nach Brouardel und Pasteur der durchschnittlichen Mortalität bei nicht Geimpften.)
Im Jahre 1888 starben im selben Departement 19 Personen an der Wuthkrankheit, darunter 14 solche, die sich nicht impfen Hessen, und 5 Geimpfte.
Von den letzteren fällt der Wuthbiss jedoch noch in das Jahr 1887, wo der Fall schon aufgeführt war, so dass eigentlich nur 4 Geimpfte und doch Gestorbene für 1888 verbleiben. Es wurden im Ganzen 490 Personen von wüthenden Thieren gebissen, von welchen sich 385 behandeln Hessen. Bei diesen war die Wuth der Thiere in 105 Fällen experimentell, in 231 Fällen von Thier-ärzten constatirt worden; in den restlichen 49 Fällen war die Wuth zweifelhaft.
Von den 385 Geimpften starben 4, d. h. 1*04 0/o, oder wenn man die zweifelhaften 49 Fälle ausschliesst, 1-19 0/o.
Von den 105 im selben Jahre Gebissenen, aber nicht behandelten Personen starben 14, d. h. 13*80/o.
Die Statistik zeigt also klar, dass die Mortalität der von wüthenden Thieren gebissenen Personen im Seine-Departement durch die antirabischen Schutzimpfungen von 13160/o auf nahe 10/o vermindert wurde.
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gt;) Le Bulletin medicale 1889. Nr. 18.
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Für Ungarn orgeben die ähnlich zusammengestellten statistischen Daten folgende Ergebnisse:
Vom 1. November 1885 bis Ende Juni 1888 wurden 532 wuthverdiichtige Hundebisse amtlich gemeldet. Von den Gebissenen wurden 49 bei Pasteur, 13 bei Ullmann in Wien antirabisch behandelt. A^on diesen starb nur einer, aber nicht an der Wuth, sondern an Phthisis, und zwar ein Jahr nach Schluss der Impfung. Von den 470 nicht behandelten Gebissenen starben in dieser Zeit 44 an der Wuth, was also einer Mortalität von 9'30jo entspricht. In diesem Ausweise sind 2 von Pasteur Behandelte nicht aufgeführt, weil der Biss vor dem 1. November 1885 geschah. Diese 2 Fälle sind in der ausführlich mitgetheilten Statistik der 51 von Pasteur behandelten Ungarn aufgeführt.
Schliesslich wollen wir noch die von Roscoe, dem Präsidenten der von der englischen Regierung entsandten Lyssa-Com-mission, zusammengestellten Daten über die Erfolge der Pasteur-schen Schutzimpfungen an Engländern erwähnen. Nach dem im Unterhaus am 15. December 1888 gehaltenen Vortrage des ge-nannteu Forschers wurden in den letzten 2 Jahren 178 von wüthenden Thieren gebissene Engländer im Pasteur'schen Institute geimpft. Die Mortalität betrug bei diesen S5-30/o. Von den nicht geimpften, von wüthenden Thieren gebissenen Personen starben in denselben Jahren 150/o. Diese Daten sprechen also ebenfalls für den Werth der Pasteur'schen Schutzimpfungen.
Nach dem letzten Ausweise des Institut Pasteurquot; ') haben auch die Erfahrungen des letzten Jahres (vom 1. November 1888 bis 1. November 1889) den Erwartungen entsprochen, zu welchen man schon auf Grund der bisherigen statistischen Daten berechtigt war. Im vergangenen Jahre wurden 1810 Personen im Pasteur* Institute behandelt; von diesen starben 18, d. h. 0-73(l/o. Die Mortalität blieb also, wie schon in den früheren 3 Jahren, unter 1 0/o.
Die Beweise für die wohlthätige Wirkung der anti-rabischen Schutzimpfungen sind also genügend eclatant und zahlreich.
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*) Siehe die vorläufige statistische Mittheilung in der Nummer vom 6. November 1889 des ,Le Bulletin medicalcquot;: La rage a l'Institut Pasteur en 1888 -1889laquo;.
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Schlusswort.
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Obige experimentelle Studie umfasst nur die praktische Seite der antirabisclien Schutzimpfungen; es sind darin nur die nackten Versuchsergebnisse dargestellt worden, um den Werth der Impfungen, frei von theoretischer Speculation, feststellen zu können. Obige Thierversuche sind wohl zahlreich genug und wurden genug lange Zeit fortgesetzt, um ein vorurtheilsloses, objectives Urtheil fällen zu können. Es wurde bewiesen, dass die antirabi-schen Schutzimpfungen auf sicherer, experimenteller Basis gegründet sind. Mit präinfectionalen Schutzimpfungen kann man die Thiere in den meisten Fällen selbst gegen die stärkste Infection schützen. Mit postinfectionalen Schutzimpfungen kann man den Ausbruch der Wuth bei der gewöhnlichen Form der Infection, bei dem Wuthbisse, verhindern. Das sind unbestreitbare Versuchsergebnisse.
Obige ausführlich mitgetheilte und analysirte Statistik der 51 geimpften Ungarn spricht in Gemeinschaft mit den übrigen statistischen Daten entschieden für die Richtigkeit jenes von Pasteur auf Grund seiner übrigen Statistik aufgestellten Satzes, dass der Werth der antirabisclien Schutzimpfungen auch durch die Statistik bewiesen wird.
Die Errichtung antirabischer Institute ist also vollkommen begründet, selbst in solchen Ländern, wo die Zahl der Hunde im Allgemeinen, also auch die Wuthfälle durch entsprechende Verfügungen auf ein Minimum reducirt sind, wie z. B. in Deutschland. Denn die hohe Hundesteuer und der Maulkorbzwang lassen zwar ein gewisses Minimum erreichen, rotten jedoch die Wuth nicht aus, umsoweniger, da ja die Wuth auch bei anderen Thieren vorkommt. Solche wenn auch seltene Fälle können unmöglich ganz ignorirt werden.
Ob die antirabisclien Schutzimpfungen nur in eigens dafür errichteten Instituten oder in schon vorhandenen bacteriologi-schen, hygienischen, experimental-pathologischen etc. Instituten vorgenommen werden sollen, kommt natürlich nur in zweiter Linie in Betracht. In Deutschland und Oesterreich-Ungarn giebt es genug Laboratorien, wo die Erzeugung und Erhaltung des Wuthvirus mit geringen Mitteln ständig durchgeführt werden könnte.
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Die theoretische Würdigung der Wuthinfection und der künstlich erzeugten Immunität, sowie die diessbezüglichen Versuche tmd deren Ergebnisse, welche ich zum Theile bereits der ungarischen Akademie vorgelegt habe, gedenke ich in einer späteren Publication ausführlich darzulegen.
Budapest, den 14. November 1889.
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;y;lt;p.
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