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BIBUOTHEEK UNIVERSITEIT UTRECHT
2856 072 4
* #9632; #9632;
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DIE
KRANKHEITEN DES HUNDES
UND DEREN BEHANDLUNG.
FÜR TH[ERÄRZTE, HUNDEZÜCHTER, JÄGER UND HUNDELIEBHABER
BEARBEITET VON
FRANZ KONHÄUSER,
DOCENT UND ADJUNCT AM K. UND K. THIKRAKZNBI-1NSTITUTE IN WIEN.
ZWEITE GANZLICH UMGEARBEITETE UND VERMEHRTE AUFLAGE.
WIEN UND LEIPZIG.
WILHELM ER AU MÜLLER
K. UND K. HOF- UND UNI VEnSITATS-nUCHHANDLER.
1896.
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Alle Rechte vorbehalten.
K. und k. Hoflmclidnickcrei Karl Piocliaska, Tesohcn.
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Vorwort zur 2. Auflage.
Gänzlich umgearbeitet, vermehrt und verbessert erscheint diese zweite Auflage und habe ich bei deren Bearbeitung meine durch 30 Jahre gesammelten Erfahrungen auf dem Gebiete der Hundekrankheiten zum grössten Theile aufgenommen, aber auch alle neueren Aufzeichnungen der Pathologie und Therapie, der Arzneimittellehre, sowie der Chirurgie der Haussäugethiere berücksichtigt.
Das Werk ist nicht vollkommen streng wissenschaftlich abgefasst; denn es soll in erster Linie dem Veterinär nur als Handbuch, in zweiter Linie aber dem Hundezüchter, Jäger und Handeliebhaber bei dringenden und lebensgefährlichen Erkrankun­gen seines Hundes, in Ermanglung eines Thierarztes, als Nach-schlagebuch dienen, um die erste Hilfe durchzuführen.
Ich habe daher auch in dieser Auflage meine Schreibweise meist populär und die Darstellung im praktischen Sinne gehalten, damit dieses Buch nicht blos von Seite der Fachcollegen, sondern auch allgemein in Gebrauch gezogen werde. Möge dasselbe eine günstige Aufnahme finden.
Wien, Herbst 1895.
Der Verfasser.
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Inhalt.
A. Constitutionelle Krankheiten,
I,nbsp; Krankheiten des Blutes.
Seite
Knochonweiche, Ehachitis..............nbsp; nbsp; nbsp; 1
Lähme dor jungen Hunde . ............nbsp; nbsp; nbsp; 2
Scorbut ....................nbsp; nbsp; nbsp; 2
Anäniio....................nbsp; nbsp; nbsp; 4
Bleichsucht...................nbsp; nbsp; nbsp; 5
Uriimio. Harninfection des Blutes............nbsp; nbsp; nbsp; 6
Gelbsucht. Icterus.................nbsp; nbsp; nbsp; ß
Pyümio....................nbsp; nbsp; nbsp; 8
Septiciimie...................nbsp; nbsp; nbsp; 9
II.nbsp; Iiifectiüiiski'iuikheiten.
Staupe (Influenza).................nbsp; nbsp; 10
Typhus....................nbsp; nbsp; 19
Wuth....................nbsp; nbsp; 21
B. Locale Krankheiten. I. Krankheiten des Nervensystems-.
Gehirncongostion.................nbsp; nbsp; 33
Gehirnentzündung.................nbsp; nbsp; 34,
Gehirnödem...................nbsp; nbsp; 34
Fallsucht (Epilepsie)................nbsp; nbsp; 35
Veitstanz...................nbsp; nbsp; 39
Starrkrampf..................nbsp; nbsp; 39
Lähmungen...................nbsp; nbsp; 41
Eklampsie der säugenden Hündinen...........nbsp; nbsp; 4.3
II. Krankheiten der Kespirntionsorganc.
a) Krankheiten der Nasenhöhle.
Nasenbluten..................nbsp; nbsp; 45
Acuter Nasenkatarrh................nbsp; nbsp; 46
Chronischer Nasonkatarrh..............nbsp; nbsp; 47
Parasiten...................nbsp; nbsp; 48
b) Krankheiten des Kehlkopfes und der Luftröhre.
Krampfhusten..................nbsp; nbsp; 4-8
Acuter Katarrh des Kehlkopfes und der Luftröhre ......nbsp; nbsp; 50
Chronischer Katarrh des Kehlkopfes und der Luftröhre.....nbsp; nbsp; 51
Crouposo Kehlkopf- und Luftröhrenentzündung........nbsp; nbsp; 52
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VI
c) Krankheiten der Bronchien.
Solto
Acutor Bronchialkatarrh...............nbsp; nbsp; 53
Chronischer ßronchialkatarrh.............nbsp; nbsp; 65
d) Krankheiten der Lunge.
Lungencongestion—Lungenödem............nbsp; nbsp; 55
Lxingenblutung.................nbsp; nbsp; 56
Lungenentzündung................nbsp; nbsp; 56
Lungen empliysem (Asthma)..............nbsp; nbsp; 69
e) Krankheiten des Brustfelles.
Brustfellentzündung................nbsp; nbsp; 60
Brustwassersucht.................nbsp; nbsp; 63
Pnenmothorax..................nbsp; nbsp; 64
III. Krankheiten rter Krcislnuforgano.
a) Herzkrankheiten.
Herzklopfen..................nbsp; nbsp; 6i
Herzbeutelentzündung...............nbsp; nbsp; 65
Herzbeutolvvassersucht, Ilerzhypertrophie, llerzatrophio, Herzerweiterung,
Herzklappenfehlor...............nbsp; nbsp; 66
b) Krankheiten der Gefässe.
Arterien- und Venenentzündung, Lymphgefässentzündnng.....nbsp; nbsp; 66
IV. Krankheiten der Verdauungsorgaiie.
a) Krankheiten der Maul- und Bachenhöhle.
Neubildungen.....................nbsp; nbsp; 67
Blutungen...................... .nbsp; nbsp; 68
Lntzündung der Maulschloimhant..............nbsp; nbsp; 69
Halsentzündung.....................nbsp; nbsp; 70
Ohrspeicheldrüsenentzündiuig................nbsp; nbsp; 70
Entzündung der Schilddrüsen................nbsp; nbsp; 71
Kropf........................nbsp; nbsp; 71
Fremde Körper im Schlünde................nbsp; nbsp; 73
Fehler an den Zähnen..................nbsp; nbsp; 75
b) Krankheiten des Magens und Darmes.
Kolik ........................nbsp; nbsp; 76
A cuter Magen-Darmkatarrh.................nbsp; nbsp; 77
Chronischer Magen-Darrakatarrh...............nbsp; nbsp; 79
Erbrechen.......................nbsp; nbsp; 79
Durchfall (Diarrhöe)...................nbsp; nbsp; 81
Ruhr.........................nbsp; nbsp; 83
Magen-Darmentzündung .................nbsp; nbsp; 84:
Mastdarmenizündung...................nbsp; nbsp; 85
Vergifuingen......................nbsp; nbsp; 86
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VII
Seite Afterontzündung, Afterdrüsenontzündung und Entartung dor Aftordrüsen 87
Mastdarmvorfall.....................89
Verstopfung......................91
Aufblähen .... -..................9a
liauclit'cllentzündung...................nbsp; nbsp; 94
Bauchwassersucht . . . . ,...............nbsp; nbsp; 95
Leberentzündung....................nbsp; nbsp; 97
Wurmkrankheit.....................nbsp; nbsp; 98
Fettsucht.......................nbsp; nbsp; 99
Abzehrung.......................nbsp; 1Ü0
V. Krankheiten dor Harn- nnd Gosclilechtsorganc.
Einfache Harnruhr, Zuckerharnruhr........nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;.... 101
Unwillkürlicher Harnüuss.................102
Blutharnen ......................103
Nierenentzündung....................UM
Harnblasenentzündung. — Blasenkatarrh............105
Blascnkrampf......................107
Lähmung der Harnblase .................108
Harnröhrenentzündung. — Harnröhren- und Vorhautkatarrh (Tripper) . 108
Harnsteine............nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;..........109
Condylome am Penis...................112
Phimosis und Paraphimosis.................113
Hodensack- und Hodcnentzündung..............115
Hoden verbildung.........•........ . • 116
Entzündung und Vergrösserung der Prostata..........117
Schoidonblutung....................117
Neubildungen in der Scheide und Gebärmutter.........118
Scheidenentzündung...................119
Gebärmutterentzündung..................120
Scheidonvorfall.....................120
Gebärmuttervorfall...........,........121
Euterentzündnng....................124
Neubildungen in den Milchdrüsen............nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;. 125
Schwergeburton.....................127
VI.nbsp; Krankheiten der Augen.
Conjunctivitis.....................nbsp; 131
Keratitis.....nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;.................nbsp; 133
Innere Augenentzündung.................nbsp; 134
Grauer Staar ......................nbsp; 135
Schwarzer Staar.........^............nbsp; 1311
Augapfel-Wassersucht.......*............nbsp; 137
Augapfelvorfall.....................nbsp; 137
Blutung in das Auge...................nbsp; 139
Trichiasis....................• . •nbsp; 140
Entropium.......................nbsp; 140
Ektropium.......................nbsp; 141
Neubildungen......................nbsp; 141
VII.nbsp; Krankheiten der ühron.
Blutohr........................141
Ohrmuschelgesohwür—-Ohrwurm...............143
Ohrenkatarrh —Ührenfluss . . . . •............144
Keubildungen......................14G
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VIII
VIII. EiiiKOweldclirtlcho.
Seite
Nabelbruch......................]jl
Leisten- und Hodensackbruch................^f
Schenkelbruch.....................J*S
Flankenbruch ...................... JgV
Harnblasenbruch....................
IX. Kranklu'itcn der limit.
151 Hautjucken . ,....................*.„
Schuppenflechte.....................nbsp; |?^
GlatzHechto.....................nbsp; }?2
Eczemformcn......................nbsp; 1. _
Nesselausschlag . . •..................nbsp; ..?7
Krätze (Räude).....................nbsp; |?A
Acarusräudo...................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;'nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;IAO
Läuse und Haarlinge...................
X. Andere chirurgische Krankheiten.
Hantentzündung....................nbsp; ffi9
Verbrennung....................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 'nbsp; ^,!.1
Verbrühung......................nbsp; f߄
Anätzung.......................nbsp; .„,
Quetschungen.....................nbsp; ^^
iluskelrheumat Ismus...................nbsp; i^p
OelenksentzüiKlung...................nbsp; .„2
Verstauchung.....................nbsp; j„g
Verrenkung......................nbsp; ..„..
Wunden im Allgemeinen...............nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;1^-
Knochenbrüche..................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;1W)
Schweifgeschwür....................nbsp; ..,,.
Krankheiten der Pfoten und der Nägel............
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A
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A) Constitutionelle Krankheiten.
I. Krankheiten des Blutes.
Die Knochenweiche. Rhachitis.
Diese Krankheit besteht dem Wesen nach darin, dass die Knochen junger Thiere weich bleiben, weil eine Ablagerung von Kalksalzen in sie entweder gar nicht oder nur in sehr geringem Grade stattfindet.
Die verlangsamte, unregolmässige, somit mangelhafte Ab­lagerung der Kalksalze veranlasst eine Zellenwucherung in den Knorpeln der Epiphysen und an der Beinhaut der Diaphysen und eine Vermehrung der Markräume innerhalb der Linie der Ver-knöcherung. Derartige Knochen bleiben weich, werden plump, besonders an den Gelenksenden und an den Anhoftungspunkten der Bänder, der Muskeln und Sehnen, in Folge der Zerrung der Beinhaut misstaltet, und erleiden mannigfache Biegungen und Ver­krümmungen.
Die Khachitis ist entweder allgemein, oder local, und kommt dann besonders an den Knochen der Extremitäten, aber axreh an den Rippen und am Becken vor. Sie kann so lange eintreten als der Verknöcherungsprocess noch nicht voll­endet ist.
Die Krankheit kann auch zur Heilung kommen, in welchem Falle die Knochen missbildet und namentlich die Knochenendon verdickt bleiben. In Folge der Zerrungen der Beinhaut ent­wickeln .sich mitunter Entzündungen dieser Membran, welche sieh auf das Bindegewebe und die Gelcnkskapseln fortpflanzen, oder es tritt Eiterung im Knochen auf, welche Processe durch Pyämio oder Cachexio zum Tode der Thiere führen.
Kon hiluser, Krankheiten des Uundea. 2. Aufl.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;1
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2nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;I. Krankheiten des Blutes.
Die Ursache liegt immer in einer nicht genügenden Zufuhr
von Kalksalzen in den Organismus, sei es durch mangelhafte Be­schaffenheit der Muttermilch oder durch unpassende Fütterung. Eine Vererbung der Krankheit ist mit Gewisshcit anzunehmen, daher solche Tliiero von der Zucht auszuschliessen sind.
Die Behandlung kann nur auf eine Besserung des Zu-standes gerichtet sein. Diesbezüglich empfiehlt es sich, junge Hunde sobald sie abgespänt sind, mit Fleisch und Fleischbrühe, und in den späteren Lobensmonaton auch zeitweise mit weichen Knochen zu füttern. Unter dieses Futter ist jeden folgenden Tag je nach der Grüsso und Stärke des Hundes eine Menge von 5—10 Gramm aufgeschlossenes Knochenmehl zu mengen. Eine sonstige medicamentöso Behandlung ist erfolglos. Kräftige Nahrung spielt die Hauptrollo.
Die Lähme der jungen Hunde.
Dieselbe ist entweder angeboren oder tritt wonige Tage nach der Geburt auf, und besteht in einer hochgradig vorgeschrittenen Knochen weiche. — Im orsteren E'alle nimmt die Krankheit' ge­wöhnlich einen sehr ungünstigen Verlauf; es kommt nicht zu Gelonksanschwellungen, aber die Bewegungen veranlassen dem Thiero heftige Schmerzen. Entwickelt sich die Krankheit erst nach der Geburt, dann kommt es zu Verdickungen der Knochen, besonders an den Golenksenden und zu Deformitäten der Gelenke. Jede Bewegung verursacht den Thiercn die heftigsten Schmerzen; sie schonen entweder blos die Gliechnassen, wenn die Krankheit blos daselbst localisirt ist, oder sie halten den ganzen Körper steif und gespannt und erscheinen völlig gelähmt, wenn die ge-sammten Rumpfknochen an Ehachitis leiden.
Die Ursachen dieser Krankheit sind dieselben wie bei der Ehachitis erwähnt wurde.
Auch bezüglich der Behandlung gilt dasselbe, obwohl kaum auf einen Erfolg zu rechnen ist.
Scorbut.
Der Scorbut ist eine Blutkrankheit, deren Merkmale sich beim Hunde hauptsächlich an dem Zahnfleische und der Backen-schleimhaut localisiren.
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Suorbut.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; •nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;3
Die Erscheinungen sind blutige Infiltrationen und Blut-extravasate an der Maulsclileimliaut, Auflockerung, Erweichung und dunkclrothe Färbung längs des Zahnfleisches, Ausfluss eines zähen, missfärbigen, übelriechenden Schleimes aus der Maulhühle und Lockerwerden, selbst Ausfallen der Zähne. Die Futteraufnahme und das Kauen sind erschwert, das Thier ist matt und magert rasch ab.
Nach 8—lOtägiger Krankheitsdauer treten am Gruude des Zahnfleisches und der Lippen- und Backonschleimhaut Geschwüre auf, welche ein graugelbes Aussehen besitzen und mit schwarz-blauen Rändern umgeben sind. Der faule Geruch aus dem Maule sowie die Speichclsecretion steigert sich; die Abmagerung macht rasche Fortschritte und die Hunde erKcgen nach 3—4 Monaten der Krankheit.
Die Ursachen dieses Leidens sind mangelhafte Ernährung des Hundes, gänzliche Entziehung der Fleischnahrung, feuchter, finsterer Aufenthaltsort, geringe Bewegung im Freien, ausschliess-licho Fütterung mit Süssigkeiten, und hohes Alter.
Die Prognose bezüglich der Heilung stellt sich um so ungünstiger, eine je grössere Ausbreitung der Krankheitsprocess bereits erlangt hat und je länger sein Bestehen.
Die Behandlung hat zuerst die Beseitigung der Ursachen anzustreben und besonders die sofortige Fleischfiitterung einzu­leiten.
Innerlich sind bittere, gewürzhaftc oder herbe Arzneien, z. B. Enzian, Kalmus, Wermuth, Tannin, oder verdünnte Säuren, wie: Essig oder Salzsäure zu verabreichen. Von den drei erstgenannten Mitteln genügen 5 Gramm auf eine Abkochung auf 100 Gramm Flüssigkeit eingekocht; das Tannin wird in der Menge von O^O bis O50 Gramm in 100 Gramm Wasser gelöst katfeelöffelweise verab­folgt und von den erwähnten Säuren nimmt man so viel, dass das Wasser schwach säuerlich schmeckt. Letzteres wird den Patien­ten zum Trinken vorgestellt, oder, im Falle sie es verschmähen, gewaltsam kaffeelöffelweiso eingegeben. — Das Reinigen und Be­feuchten des Zahnfleisches und der etwa vorhandenen Geschwüre kann gleichfalls mit einer Abkochung erstgenannter Mittel, oder mit Weinessig, Citronensäure, Salzsäure in verdünntem Zustande, Salbeiwasser, Alaunlösung (1:100), Carbolsäuresolution (1:100),
1*
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4nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;'nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;I. Krankheiten des Blutes.
Salicylsäurelösung (1:300), übormangansaurom Kali (1:1000), Myrrlientinctm- oder Chlorwassor, vorgenommen werden. Mit genannten Stoffen werden die kranken Partien 2—3inal täglich bepinselt. Gute Dienste leistet eine Mischung von je 1 Theil Myrrhentinktur und Weinessig und 5 Theile Salbeiwasser.
Die etwa locker gewordenen Zahne sind zu entfernen, und hierauf das Zahnfleisch mit eines der erwähnten Mittel gut und wiederholt zu reinigen.
Anämie.
Unter Anämie (Blutmangel, Dlutarmutli, Blutleere) versteht man eine Verringerung der Menge des Blutes bei sonst normalen Verhältnissen seiner Zusammensetzung,
Die Ursachen dieses Zustandes beim Hunde sind starke Blutverluste, übermässige, langdauernde Ausleerungen, Nahrungs­mangel, mangelhaft beschaffenes oder nicht zuträgliches Futter, körperliche Uoberanstrengung bei schlechter Fütterung, sowie chro­nische Entzündungsprocesso z. B. der Lunge, des Herzens, der Leber, der Nieren, dor Prostata etc.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; gt;
Die Erscheinungen sind Mattigkeit, Hinfälligkeit, schwan­kender Gang, Schlafsucht, Bleichheit und Kühle der Schleim­häute, sogar Ohnmachtsanfällo. Das Athmen ist erschwort, der Herzton matt, der Puls anfangs klein, schwach, später grosser, deutlich, die Fresslust verringert, der Durst vermehrt. Zeitweilig erfolgt eine Erregbarkeit, worauf aber eine auffallende Abspan­nung, Mattigkeit merkbar wird.
Der Verlauf ist verschieden. Rasch erfolgt mitunter die Reconvalescenz bei der acuten und primären Anämie, wenn es möglich ist die Ursachen baldigst zu beheben. Sind jedoch chronische Krankheitsprocesse die Veranlassung, so ist eine Besserung entweder nur langsam oder gar nicht zu erreichen, und die Thioro vorenden dann durch die bedeutende Höhe der Blutarmut oder an der Weiterentwicklung der Krankheits­processe. Mit Rücksicht auf den Verlauf ergibt, sich auch die Prognose.
Die Behandlung hat vorzüglich die Entfernung und Schwächung der der Blutleere zu Grunde liegenden Ursachen im Auge zu behalten.
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Bioichsucht.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 5
Bei starken Blutungen ist die Stillung der Blutung die erste Aufgabe. Ist Nahrungsmangel, schlechtes Futter die Veranlas­sung, so muss in dieser Hinsicht eine Besserung nach Möglich­keit eintreten. Massige Verwendung, der Kraft des Hundes ent­sprechend, hei angemessener Fütterung muss Platz greifen. Hef­tige Ausleerungen sind durch geeignete Medicamente zu behoben, z. B. durch Dower'sche Pulver, Opium, Alaun, Tannin, Eisen­präparate; anbei ist eine der Krankheit entsprechende Diät ein­zuleiten. Bei chronischen Entzündungsprocessen ist eine dem­selben anpassende Behandlung durchzuführen.
Bleichsucht.
Diese Krankheit, welche bei Hunden wohl sehr selten be­obachtet und diagnosticirt werden dürfte, hat ihren Grund in einer abnormen Blutbeschaffenhcit in der Weise, dass das Blutserum gegenüber den Blutkörperchen und Albuminaten eine relative Vermehrung erfahren hat, und das Blut somit dünnflüssig, fleisch-wasser ähnlich erscheint.
Die Ursache dieser Veränderung liegt einmal in der Ab­stammung von schwächlichen, anämischen, herabgelcommenen Muttcrthieren; ferner in einer mangelhaften, an Fleisch armen Fütterung der jungen Hunde ; dann in einer zu kurzen Säuge-periodo und endlich in ungünstigen, besonders feuchten Verhält­nissen des Aufenthaltsortes für junge Hunde.
Die Erscheinungen sind gleich jenen bei der Anämie an­geführten.
Der Verlauf ist chronisch und endet, wenn nicht baldraquo; radicale Hilfe geschaffen wird, mit dem Tode.
Die Prognose ist daher immer zweifelhaft, weil es nur selten möglich ist, die ungünstigen Verhältnisse zu ändern.
Bezüglich der Behandlung bleibt es vor Allem Haupt­aufgabe, dass nur vollkommen gesunde Zuchtthiere aufgestellt werden. Die jungen Hunde sollen je nach der Grosse der Rasse mindestens 4 — 6 Wochen gesäugt werden, Gleich nach dem Abspänen ist denselben aussei' einer guten Milch täglich zwei Mal Fleischbrüche mit etwas Brot und in den folgenden Lebenswochen auch schon eine massige Menge klein geschnittenes Fleisch vor­zusetzen. Spuren von Knochenmehl unter das Futter ist von
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I. Kianklieiten des Bliites.
grossem Nutzen. Schwaclie herabgekommene Mutterthioro müssen unter ausgiebige Fleisclikost gestellt werden. Ein ungünstiger, besonders feuchter Unterkunftsraum ist entweder gänzlich auf­zulassen, oder doch mindestens nach Möglichkeit zu verbessern.
Urämie. Harninfection des Blutes.
Es ist dies eine Krankheit, welche ihre Entstehung entweder einer theilweisen oder vollständigen Sistirung dor Secretion des Harnes in den Nieren, oder einem Hindernisse in der Entleerung des Harnes verdankt.
Die Ursachen sind demnach acute und chronische Nieren­entzündung, Entartung der Prostata, Blasen- und Harnröhren­entzündungen, besonders aber die Gegenwart von Nieren- und Blascnsteinen.
Da vorgenannte Krankhcitsprocesso meist bei älteren Hunden auftreten, so wird der Eintritt der Urämie auch am häufigsten bei derartigen Thieren beobachtet.
Die Erscheinungen dieser Krankheit sind: verminderte oder ganz unterdrückte Harnausscheidung, plötzlicher Eintritt v.on Fieber mit starkem Frostschauer und hoher Temperatursteigerung, Betäubung, erschwertes stöhnendes Athmen, Erbrechen mit Con-vulsioncn, gänzlicher Mangel an Frcsslust, vermehrter Durst, und oft ausgebreitete Hautödeme.
Die Prognose ist ungünstig.
Der Ausgang meist innerhalb weniger Tage in Tod. Nur bei Vergrösserungen der Prostata ist ein längerer, aber gleichfalls Jxkltlicher Vorlauf zu beobachten.
Die Therapie hat die Behandlung dos der Urämie zu Grunde liegenden Leidens im Auge zu behalten, wie bei den betreffenden Krankheiten des Näheren angeführt ist. Ein Erfolg ist jedoch kaum zu gewärtigen.
Die Gelbsucht. Icterus.
Bedingt wird diese Krankheit durch Aufnahme von Gallon-bestandtheilen in das Blut, wodurch eine Gelbfärbung der Ge­webe und Flüssigkeiten des Körpers veranlasst wird.
Die Ursachen sind: Katarrh der Auskleidung der Gallon­gänge, Verstopfung derselben durch Schleim, Eiter, Gallensteine, Schwellung an der Ausmündung des Gallonganges in den Zwölf-
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Die Gelbsucht. Icterus.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;7
fingcvdarm, Neubildungen und Vergrössoningon der Leber, Circu-lationsstörungen im Pfortadersystem, wodurch das Druckverluiltniss zwischen Blut und Galle eine Aenderung erfilbrt, und endlich Leberontzündung.
Die hauptsächlich vortretenden Symptome sind: grosse Mattigkeit, anfangs blassgelbe, später citronengelbo Färbung aller sichtlichen Schleimhäute, der weissen Augonhaut, Bindehaut der Augenlider und der nicht pigmentirten, wenig behaarten Partien der Haut, Abnahme der Fresslust, endlich vollkommenes Aufhören derselben, vermehrter Durst, verminderte Harnsecrction, der Harn selbst von dunkler Farbe und intensivem Harngeruch; verzögerter Absatz der Excremente, letztere meist licht gefärbt. Häufig ist das Athmen beschleunigt, die Temperatur erhöht. Unter Zunahme der Mattigkeit bis zum Unvermögen, sich auf den Füsson zu er­halten, Eintritt eines stöhnenden, schmerzhaften Athmcns, und Gegenwart totaler Betäubung, erfolgt beim Hunde nicht selten innerhalb weniger Tage der Tod.
Die Prognose muss demnach sehr zweifelhaft, und bei Vorgeschrittensein der Krankheit ungünstig gestellt werden.
Der Ausgang ist meist in den Tod.
Die Behandlung ist in folgender Weise einzuleiten und durchzuführen: Vor Allem muss dem Patienten die strengste Ruhe in einem mehr kühlen, jedoch luftigen Aufenthaltsorte gegönnt werden. Als Futter sind nur leicht verdauliche Stoffe, wie Suppe und etwas Weissbrot, oder Milch mit Brot vorzusetzen. Das Trinkwasser ist mit Essig, Essigsäure, Salzsäure anzusäuern. Als Medicamentc empfehlen sich aussei- vorgenannten verdünnten Säuren, 2—3mal täglich kaffeelöifelweise verabreicht, auch die Verabfolgnng von kleinen Gaben Mittelsalzen 2—5—10 Gramm je nach der Grosso des Hundes, von bitteren, gewürzhaften oder tonischen Mitteln, als Enzian, Kalmus, Rhabarbar, Krähenaugen, Tannin. Die Krähenaugen und die Ehabarbar finden meist als Tinctur ihre Anwendung, von welcher 10—15 Tropfen unter das Trinkwasser gemengt, oder von einer Mischung von 1—2 Gramm der Tinctur auf 100-00 Wasser täglich 3-4 Kaffeelöffel ver­abreicht werden. Vom Enzian und Kalmus kann der Extract ordiniert werden, u. zw. O'Oö —010 auf 10000 Wasser und eben so verabfolgt wie die vorgenannten Tincturen. Tannin wird meist
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8nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;I. Krankheiten des Blutes.
mit einem schleimigen Pulver oder Zucker gemengt, gegeben und man rechnet pro Dosi 0-50 auf TOO Eihisch- oder Zuckerpulver.
Pyämie.
Unter Pyämie, (Eitervergiftung dos Blutes) vorsteht man ein von Fieber begloitetos Allgemeinleiden, bei -welchem in Folge der Aufnahme specifiscbor Stoffe in das Blut, eine besondere Neigung zur Bildung von eitrigen Entzündungen und Ahscessen in ver­schiedenen Organen zugegen ist.
Aotiologio. Nach dem heutigen Stande der Wissenschaft sind es Spaltpilze (Mikrokokkon), wclclie dor Entstehung der pyiimischen Procosso zu Grunde liegen. Veranlassung zur Ent­stehung der Pyämie gehen offene Wundflächon, complicirte Knochenbrüchc, Eiterung der Beinhaut und der Knochen, be­sonders des Knochenmarkes, Eitorungsprocosse im Unterhautbinde­gewebe und den Muskeln, Verletzungen dos Uterus nach der Geburt, hochgradige Quetschungen, Geschwüre am Nabel u. s. w.
Krankheitserscheinungon. Vorhandene Wundonnehmon ein übles Aussehen an und es stellen sich Fiebersymptome ein, welche entweder gleich stark oder sich steigernd andauern, odei^ zeitweise etwas nachlassen. Die Thiere sind matt und abgestumpft, die Presslust fehlt, der Durst ist gesteigert, die Schleimhäute sind mitunter ikterisch gefärbt, nicht selten ist Durchfall zugegen. Treten motastatischo Herde auf, so zeigen sich, entsprechend den betroffenen Organen, verschiedene Functionsstörungen. Diese Metastasen treten meist zuerst in den Lungen auf und bedingen, wenn selbe zahlreich sind, Athembeschwerden. Entzündungen der Gelenke geben sich durch Geschwülste, besondere Schmerz-haftigkeit und auffallende Schonung der Extremität kund.
In leichteren Fällen erreichen die Symptome nur einen mas­sigen Grad und es kann selbst Genesung eintreten, was jedoch selten beobachtet wird. — In schwereren Fällen erfolgt der Tod meist rasch, besonders wenn die Lungenaffection und die Blut­vergiftung eine bedeutende Höhe erlangt haben; seltener erst nach einem längeren Verlaufe, während dessen die Thiere im hohem Grade abmagern und schwach werden.
Die Prognose richtet sich nach der Schwere des Falles, ist jedoch meist sehr zweifelhalt, ja ungünstig zu stellen.
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Septicllmie,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;9
Bezüglich der Therapie lehrt die Erfahrung, dass bei bereits eingetretener Pyämie die Kunsthilfo wenig zu leisten vermag. Hauptsache bleibt, die hygienischen Verhältnisse zu regeln, und eine zweckmässigo Behandlung der localon Krankheitsherde anzu­streben. Die gesunkenen Kräfte müssen durch passende Nahrung sowie durch erregende Arzneien (Kampfer, Baldrianabkochung, Wein, Branntwein) gehoben, und das Fieber durch passende Mittel zu massigen getrachtet werden. In letzterer Eichtung empfiehlt sich: Chinin, Digitalis, Akonit, Salicylsäure, salicylsaurcs Natron. Da die Pyämie durch das Eindringen von Mikroorganismen ver-anlasst wird, so ist es Hauptaufgabe, diese von Wundflächon ferne zuhalten, und dort, wo sie bereits eingedrungen sind, zu zerstören. Man sorge demnach für reine Luft des Unterstandsortes, freien Abfluss des Eiters aus Wunden, Eistel- und Hohlgängen, welches durch öfteres Abspülen der Wundflächen, Spalten von Hohlgängen erreicht wird. Den sichersten Erfolg gewährt in dieser Beziehung die antiseptische Wundbehandlung, wie dies bei dem Capitel „Wun­donquot; näher ausgeführt ist.
Septic ämie.
Unter dieser Krankheit versteht man ein von hohem Fieber begleitetes Allgemeinleiden, hervorgerufen durch den Eintritt fau­liger, septischer Substanzen in das Blut. Das Blut bildet somit in diesem Falle den Träger des Ansteckungstoffes.
Die Ursache bilden meist Wunden und Geschwüre mit dem Ausgange in Verjauchung und Brand. Je gefässreicher der ver­letzte Theil, um so leichter die Infection.
Die Symptome sind ähnlich jenen bei der Pyämie. Die Kör­pertemperatur ist sehr gesteigert, oft auffallend schwankend, der Puls erhöht, klein, schwach fühlbar, der Herzschlag pochend, die Schleimhäute violett gefärbt, die Füsse kühl. Die Kräfte sinken unter der rasch abnehmenden Fresslust, die Patienten erscheinen theilnahmslos, abgestumpft, liegen meist; nicht selten stellt sich hef­tiger Durchfall ein. Die Wunden besitzen ein gelbgraues, mitunter blaugraues Aussehen, das Secret vorbreitet einen faulen Geruch.
Der Verlauf ist mitunter sehr acut.
Die Ausgänge sind Genesung unter Nachlass sämmtlicher Krankheitssymptome oder der Tod meist in 4 — 5 Tagen.
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II. Infoctionskrankhoiten.
Die Yorkers ago ist daher sehr zweifelhaft, moist ungünstig.
Die Therapie hat in erster Linie die Ursachen zu be-kiimpfen. Dem Wuudsecrete ist ein freier Abfluss zu verschaffen, alles matsche, zerquetschte Gewebe ist baldigst zu entfernen, die Wunde selbst streng antiseptisch zu behandeln, und das Ein­dringen fauler oder die Fäulnis begünstigende Stoffe unmöglich zu machen. — Bei Fieber sind die vorangeführton antypiietischen Mittel zu verabfolgen. Zur Hebung der Kräfte sind die genannten tonischen Stoffe zu verabreichen. Ausserdem sorge man für einen kühlen, sehr luftigen ixnd reinen Aufenthaltsort.
II. Infectionskranklieiten,
Staupe.
Unter Staupe, (Hundekrankheit, Hundeseuche, Laune, Hunde­rotz) versteht man eine häufig senchenartig auftretende, leicht übertragbare Krankheit, von welcher der Hund meist in seiner Jugend, d. i. im Verlauf des 1. Lebensjahres befallen wird. Die Staupe ist ansteckend, und das Contagium fix und flüchtig und haftet in den Se- und Excreten, in der Hautausdünstung und in der ausgeathmeten Luft. Das Ansteckende seien nach mehrfachen Versuchen und Beobachtungen im Schleim, Harn und Blute nachweisbare Spaltpilze.
Das Contagium besitzt eine besondere Widerstandsfähigkeit, hauptsächlich bei feuchter Beschaffenheit der Luft und des Baumes. Das Contagium haftet auch an den Futter- und Tränkgeschirren, den Decken, Polstern, Kotzen, Strohmatten, Strohsäcken u. s. w.
Die Anlage zur Staupe besitzen insbesondere junge, ver­zärtelte, meist im Zimmer gehaltene, schwächliche Hunde ; dann jene, welche wenig oder gar keine Fleischnahrung bekommen. Im Allgemeinen werden Hunde jeder Kasse und jeden Alters von der Staupe befallen.
Befördert wird der Ausbruch der Krankheit durch Erkältung und starke Durchnässung, und man beobachtet das häufigere Vorkommen auch in den kälteren und nassen Jahreszeiten, bei häutigem Witterungs- und Temperaturwechsel; sie herrscht jedoch mitunter das ganze Jahr, selbst in bedeutender Ausbreitung.
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Staupe.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;11
Mangel an Floischnahrung, eine sogenannte weiche Aufzucht, bedingt eine grosso Disposition zum Auftreten der Staupe. Beweis hiefür die grossen Verluste unter den jungen Jagdhunden. Letztere werden, kaum von der Mutter weg, nur mit Milch, Mchlsuppe oder Schrott gefüttert; dadurch bleiben sie einmal in der Ent­wicklung zurück, andererseits so weich und empfindlich, dass bei der geringsten ungünstigen, besonders nassen Witterung und bei noch so kurzer Berührung mit einem an Staupe erkrankten Hunde die Krankheit auftritt. Ebenso liisst auch eine kurze Säugozeit oder das frühe Abspänen eine grosse Geneigtheit für das Auftreten der Krankheit zurück.
Vorherrschend werden Hunde im Alter von 4—ü Monaton von der Staupe ergriffen, also zur Zeit des Zahnwechsels, wo in Folge dieses obwohl natürlichen Vorganges eine besondere Em­pfindlichkeit und leichte Reizbarkeit im ganzen Organismus vor­handen ist. Die grössto Sterblichkoitszitfer fällt auch in diese Zeitperiode. Geringer ist das Mortalitätspercent bei Hunden im Alter von 1—3 Jahren, und sehr gering bei alten Hunden, welche meiner Beobachtung nach an der eigentlichen Staupe ausseist selten leiden. Es ist die Staupe mehr eine Jugendkrankheit.
Seuchenartig herrscht die Staupe auch nur dort, wo eine grosso Zahl von Hunden gehalten wird und selbe vielseitig in Berührung kommen; so in grössoren Städten, bei Hundezüchtern, Jägern etc.
Symptome. Die Staupe besteht in einem meist aus­gebreiteten, fieberhaften Katarrh der Luftwege, dem sich nicht selten Pneumonie, Magen-Darmkatarrh, nervöse Zustände (Zu­ckungen, Lähmungen, Fallsucht), Augenentzündung, sowie ein pustulöses Exanthem an der Haut (die sog. Hundepocke, Hunde-blatter) und mitunter ein lange dauernder Muskelschmerz (Rheu­matismus) zugesellen.
Nach dieser Definition ergeben sich mehrere Formen der Staupe, und ich unterscheide eine katarrhalische, pneumo-nischo, nervöse und eine exanthematöse oder pustu-1 ö s e Form, welche jede für sich, aber auch in Complication vor­kommen kann.
Von diesen vier Formen ist nur die nervöse bis nun als nicht ansteckend zu betrachten, da die Beobachtung lehrt,
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II. Infect ionskrankheiten.
class derart kranke Hunde woclienlang mit gesunden Hunden bei­sammen waren, ohne dass ein gleiches Erkranken der letzteren Platz gegriffen hätte.
Die katarrhalische Form tritt entweder als ein Katarrh der Athmnngs- und Verdauungsorgane oder nur eines der ge­nannten Systeme auf und kennzeichnet sich durch Fiobersympraquo; tomo, somit geringe Fresslust, Traurigkeit, Mattigkeit, Puls­erhöhung bis auf 100, Temperatursteigerung bis 42quot; C, beschleu­nigtes Athmen, Husten, Schleimfiuss aus der Nase, Brechreiz oder wirkliches Erbrechen eines zähen Schleimes, vermehrten Durst, Verstopfung, oder, was häufiger dor Fall ist, durch Diarrhöe. Die Darmabsonderung ist anfangs gelb, breiig, später dünn, mit viel Schleim gemengt, endlich selbst flüssig und mit Blutstreifen durchsetzt, meist sehr übelriechend und mit Zwang verbunden. Eine häufige Complication ist eine hatarrhalische Affection der Augen. Anfangs besteht vermehrte Thränensecretion, welcher in 4—5 Tagen ein Schleimsecrct folgt, oft so stark, class die Augen­lider mit einander verklebt erscheinen und im Innern Augen­winkel und an den Lidrändern schmierige Krusten sich vor­finden.
Nicht selten erscheint die Cornea woiss- oder blaugrau, oft' wolkig getrübt, und zwar meist in der ganzen Ausdehnung; oft auch mit kleinen Geschwürchen besetzt. Die Scleralgefässe sind stark injicirt. In sehr seltenen Fällen beobachtet man ein über­greifen der Entzündung auf das Innere dos Auges, wo durch mit­unter heftige Exsudation Zerstörung der Gebilde und Erblindung des Thieros zu erwarten steht.
Nur selten verbleibt es bei einem einfachen Catarrh der Luft­wege, selbst bei der sorgsamsten Pflege, sondern es findet eine Verbreitung des Entzündungsprocesses bis in die feinsten Bron-chialvorzweigungen oder selbst in die Lungenbläschen statt, in welchem Falle das Athmen kurz, stöhnend, mitunter mit Auf­blasen der Hacken vor sich geht, der Husten sehr schmerzhaft und das Fieber sehr hochgradig wird. Die physikalische Unter­suchung der Brust ergibt dann verschiedenartig gedämpfton Per-cussionston, die Auscultation feuchtes, feinblasiges Rasseln, stellen­weise unbestimmtes, mitunter fehlendes Athmen. Nach wenigen Tagen stellt sich entweder eitriger, selbst blutiger, nicht selten
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Staupe.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;13
übelriechender, oder blos dickschlcimigor AusflUBS aus beiden Nasenöffnungen ein. Alle vorgenannten Symptome sprechen für Pnciunonie, somit für die pneumonischo Form, meist mit Ausgang in Vereiterung, welcher beim Hunde nicht zu den Selten­heiten gehört. Mit dem Eintritt solcher Merkmale steigert sich die Athemnoth und das Fieber, sowie der Augenkatarrh. Selten gleich im Beginne der Krankheit, gewöhnlich erst, wenn die katarrhalischen oder pneumonischen Erscheinungen durch einige Zeit gedauert haben, oder selbst abgelaufen sind, somit der Hund schon in der Roconvalescenz ist, tritt die nervöse Form der Staupe auf, u. zw. als Zuckungen einzelner Muskeln verschiedener Körportheile, wie: der Ohren, Nase, Lippen, Gliedmassen, oder gleich über das Vorder- oder Hintortheil oder über den ganzen Körper. — Bei rascher Zunahme des Fiebers, ohne irgend eine örtliche Localisation, tritt oft Fallsucht, seltener Lähmung der Nachhand oder dos ganzen Körpers auf.
Mit vorerwähnten fioberlosen nervösen Zuckungen können die Patienten oft lange Zeit fortleben, nur wird man die Wahr­nehmung machen, dass nach und nach eine Steigerung des Leidens stattfindet, dass während der Bowogung die Zuckungen weniger, dagegen nach längerer Ruhe dos Thieros stärker, ja mitunter so bedeutend auftreten, dass die Hunde zu winseln, zu heulen, ja selbst stark aufzuschreien beginnen und häufig ihr Lager wechseln. In einem solchen Zustande erscheinen sie oft wie ihrer nicht bewusst.
Tritt während des Verlaufes der Staupe oder kurz nach Ein­tritt der ersten Fiebersymptomo die Fallsucht oder Lähmung ein, so ist in Bälde ein tödtlicher Ausgang zu gewärtigen.
Häufig zeigt sich die Staupe nach vorher eingetretenem hef­tigen Fieber als ein pustulöser oder Bläschonausschlag (die sog. Hundepocken) an den wenig behaarten Körperpartieen, wie: Untor-biustj Untorbauch, innere Schonkelfläche, Lippenrändern, aber auch an den behaarten Körperstellon und man hat es dann mit der exanthematösen (pustulösen) Form zu thun.
Dieselbe charakterisirt sich in Form flohstichähnlicher Flecke, über denen sich am 3.-5. Tage die Oberhaut zu Bläschen oder Pusteln erhebt, welche mit einer trüben, eitrigen Flüssigkeit ge­füllt sind. Die Bläschen platzen und entleeren ihren zu einer
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II. Infcctionskranklieiten.
braunen Kruste vertrocknenden Inhalt; die Pusteln schrumpfen und sind mit einer Borke bedeckt. Nach Abstossung der Krusten und Borkon bleibt durch mehrere Tage ein blassrother, haarloser Fleck zurück, welcher sich durch neugebildctes Epithel und Pigment bald verliert, so dass später nichts vorhanden ist, welches den gewesenen Bestand des Ausschlages kennzeichnen würde. Dieser Ausschlag veranlasst meist keinen Juckreiz. Ist er über den grössten Theil des Körpers verbreitet, so begleitet ihn ein hohes Fieber und die Hautausdünstung hat einen eigenthümlich widerlichen, faulen Geruch. So lange der Nachschnb andauert, währt auch das Fieber. Erst wenn die Abtrocknung zum grössten Theil vollendet ist, lässt das Fieber nach.
Ist die oxanthomatöse mit der katarrhalischen oder pneumo-nischen Form verbunden, so tritt häufig ein letaler Ausgang innerhalb kurzer Zeit ein.
Die Bläschen an den Lippenrändom confiuiren nicht selten, oder greifen auf die Maulschloimhaut über und bedingen oft aus­gebreitete übelriechende Substanzverluste mit reichlichem Speicheln und behinderter Futteraufnahme.
Die Vorhersage ist bei der Staupe, besonders junger Hunde, immer mit grosser Vorsicht zu stellen. Selbst leichtere Fälle nehmen in wenigen Tagen an Intensität auffallend zu und nicht selten erfolgt der Tod.
Die leichteren Fälle der Staupe gelangen bei einer zweck-mässigen Behandlung innerhalb 8—14 Tagen zur Heilung.
Schwere Fälle nehmen häufig einen ungünstigen Ausgang, als dessen Anzeichen grosse Schwäche und Hinfälligkeit, kleiner, kaum fühlbaror Puls, Unvermögen durch Husten die angesam­melten Schleimmassen zu entfernen, ein häufig eintretender stinkender, mitunter blutiger Durchfall, ein sehr übler Geruch der Hautausdünstung und der ausgeathmeten Luft, sowie häufiges Auftreten von Krämpfen zu betrachten sind. — Kommen schwere Fälle zur Genesung, so zieht sich der Process auf 6, 8—-10 Wochen hinaus und die Ileconvalescenz dauert eine geraume Zeit. Oft bleiben derart schwer krank gewesene Hunde für die Zukunft schwach und gegen äussere ungünstige Einflüsse sehr empfindlich.
Die Vorbau ung gegen den Ausbruch der Staupe muss die Vermeidung der früher angegebenen Gelegenheitsursachen beachten.
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Staupo.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 15
Junge Hundo sind nicht zu verweichlichen. Die Saugzeit soll ziemlich lange andauern, mindestens G Wochen. Gleich nach dem Abspänon, ja sogar schon während der letzten Wochen des Säugens, müssen die Jungen mit Milch, Fleischbrühe und Brot, in den folgenden Wochen schon mit Fleisch gefüttert werden. Ist der Hund 5—(5 Monate alt, so sind ihm zeitweilig leicht zerbeissbare Knochen zu verabfolgen. Fette und gewürzte Nahrung ist schädlich. Man gebe jungen Hunden so viol Nahrung, als sie überhaupt aufnehmen. Im Allgemeinen sind junge Hunde vor Erkältung zu schützen. Zur Aufzucht wähle man Hundo, die von Eltern stammen, welche nie oder nur in leichterem Grade an der Staupe erkrankt waren. Ferner wähle man Hunde zur Aufzucht, welche im Frühjahr geworfen wurden, da selbe bis zum nächsten Herbst bereits so weit herangewachsen sind, dass sie den ungünstigen Witterungseinflüssen leichter widerstehen können.
Bez üglich der B e h a n d 1 u n g gewäh re man in diätetische r Beziehung dem Patienten einen ruhigen, massig warmen, vor Zugluft und Nässe geschützten Aufenthaltsort. Als Nahrung gebe man etwas abgekochte Milcii oder besser Rindssuppe mit Fleisch, Leber, Milz und etwas Brot.
In therapeutischer Hinsicht muss das Hauptaugenmerk auf die Mässigung des Fiebers gerichtet sein, zu welchem Zwecke von den bis nun bekannton antipirotischen Arzneimitteln das schwefeis. Chinin (2-00 auf 8 Pulver, täglich 2 Stck zu verab­folgen), Abkochungen der Chinarinde (5-00 auf lOO'OO Decoct täglich 2—3 Esslüflel voll), die Chinatinctur (10 Tropfen 2—4 Mal täglich mit etwas Wasser), die Digitalistinctur (5 Tropfen 3 Mal täglich mit etwas Wasser), das Akonit als Tinctur (POO auf 50-00 Wasser), der Extract (005 auf 50-00 Wasser), das salicylsaure Natron zu 0.50 bis 1.00 pro Dosi anzuempfehlen sind.
Ein Brechmittel gleich im Beginne der Krankheit ist mit­unter von Vortheil. Zu diesem Behufe kann Brechweinstein 0-05 gelöst in 20-00 dcstill. Wassers, oder das Brechwurzclpulver zu 0-50 — P00, die weisse Niesswurz als Pulver zu 0-05 — 0-10 pro Dosi, selbst ein Infusum von Ipecacuanha 200 : 20, hievon täglich einige Kaffeelöffel voll, gegeben werden.
Ist der Kopf heiss, das Auge matt, so sind kalte Umschläge am Schädel angezeigt. Bei katarrhalischer Affection der Luftwege
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II. Infectionskrankheiton.
mit Hustenreiz ist vorerwähntes Infusum mit Zusatz von O^O Gr. Morphium hydrochlor. oder Bilsenkrautextract 0-10, Krilhenaugen-tinetur 100 oder Belladonnaextraet O'Oö mit 2,00 Salmiak o. Eisensahniak gelöst in lOO'OO destill. Wassers, hievon 2 bis 8 stündl. 1 Kaffeelöffel voll, ferner Brechwurzelpulver 0quot;05 pro Dosi; das Dower'sche Pulver, eine Morphiumlösung (0-20 auf lOO'OO Wasser) mit Zusatz von Süssholz- oder Eibischsaft an­gezeigt. Bei starkem Schleimrasseln und Erstickungsanfällen kann eines der bereits angeführten Brechmittel zur Anwendung kommen.
Bei Verstopfungen verabfolgt man Purganzen aus Lösungen von Bittersalz (20 : 100), Glaubersalz (26 : 100) oder Karlsbader salz (20 : 100), Kindermeth oder Wiener Laxirtränkchen (20-00 — 30-00), Eizinusöl in Kapseln oder mit Milch abgerührt 2—6 Kaffeelöffel voll 2 Mal täglich, Calomel (002—0-05) pro Dosi, täglich 2 Pulver. — Die beste Wirkung erzielt man durch Seifen-, Oel- odor Glycerin- Klysticre oder durch Irrigationen des Mast­darmes mit lauem Wasser mit Zusatz von Kochsalz, Kindermeth oder Olivenöl. Tritt Diarrhöe ein, so ist das Wasser sowie die Milch zu entziehen und statt derselben Holländerthee, Kamillen-thee, Salepwurzolabkochung, Eeisschlcimwasser als Getränk vor­zusetzen. Innerlich können Dowersche Pulver jo nach der Grosse und dem Alter des Hundes 3—5 Stck. täglich, die Opium-tinetur 10 Tropfen 2—3 mal pr. Tag, ein Pulver aus Tannin 1-00, rohen Alaun 2-00, arabisches Gummipulver oder Stärkmehl 15-00 2stündlich 1 Essmesserspitzvoll, oder ein Pulver aus Opium 0-20, Tannin 2-00 und weissen Zucker 15-00, Jistündl. 1 kleiner Essmesserspitzvoll, oder ein Pulver aus Chinarinde 200, Ratan-hiawurzel 1000, Eichenrinde 15-00 stündlich 1 Essmesserspitz­voll verabfolgt werden. Letztgenannte Pulvermischungen können auch in 5 bis 10 Pulver getheilt und jo nach der Nothwendig-keit 2 bis 3stündl. 1 Pulver gegeben worden.
Ausserdem sind Stärkemehl- oder Gummischleimklystiere mit Zusatz von Opiumtinktur angezeigt.
Zeigt sich eine auffallende Schwäche, so empfiehlt sich das Chinin sulf. in grüsseren Dosen (3-00 mit 10-00 woissem Zucker auf 8 Pulver) täglich 2—4 Pulver, Campher 500 gelöst im Gummiwasser 100-00, einige Kaffeelöffel voll täglich, Baldrian-extract 0-10 mit Zucker 5-00 zu 5 Pulver getheilt, 2—8 Pulver
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Staupe.
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tiiglicli, Campherinjectionen, die innerliche VerabfolgUDg von Cognac, Eothwein, Atherspiritus, Kornbranntwein, natürlich nur zu 20—30 Tropfen nach je 3^—4 Stunden.
Ist die nervöse Staupe in Form von Zuckungen oder Lähmung aufgetreten, so können Einreibungen mit Kampfergeist, aroma­tischen Spiritus, Weingeist, Seifengeist, Arnikatinctur, Chloroform, Äther, Atherspiritus, Franzbranntwein und Wein vollführt, sub-catane Injectionen von Morphium versucht, die Elektricität ange­wendet, und innerlich das Bromkalium, Bromnatrium, die Krilhen-augentinctur oder die Bestuscheff'sche Eisentinctur verabreicht werden.
Ep. Kai. bromat. 2-00, Sacch. alb, 50-00. M. /. pdv. dio. in
aeq. Nr. 10. S. 2 Pulver täglich.
Rp. Kai. bromat. 2-00, Aq. desiill. 50-00. M. D. S. 4stündlich 1 Kaff'eelüffel voll.
Rp. Natrium bromat. 2-00, Sacch. alb. 10-00. dosisnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; M. f. pulv. div. in closis
aeq. Nr. 15. S. 2 Pulver täglich.
Rp. Tinct. nnc. vomic. 2-00, Aq. destill. 100-00. M. T). S. 2mal täglich 1 Katfeelüffcl voll.
Von der Bestuscheff'schen Tinctur werden 2mal täglich 10 Tropfen mit etwas Wasser verabfolgt.
Oefter vollführte warme aromatische Bäder leisten mitunter gute Dienste. Tritt Fallsucht ein, so sind kalte Ueberschläge am Kopf, die grüsste Ruhe und die innerliche Verabfolgung der erwähnten Brompräparate angezeigt.
Bei einfacher Conjunctivitis genügen Waschungen der Augen mit reinem lauen Wasser, lauer Milch, lauem Eibischthee oder Rosenwasser.
Bei starker Schleim- und Eitersecretion sind aussei- den vor­erwähnten Waschungen leicht adstringirende Augenwässer von Zinkvitriol, Kupfervitriol, Höllenstein und Bleizuckcr mit Zusatz von Opiumtinctur sehr anzurathen.
Auch die Euphrasiatinctur und das gelbe Augenwasser können angewendet werden,
Konhiiusor, Krankheiten des Uumles. 2 Antl.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;a
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II. Infectionskrankhciten.
Ep. Zinc, stil/.,
Tinct. Opii aa lOO, Aq. destill. 100-00. M. D. S. Aiifjenwasser 2iiial tiiylich eintrihifeln.
Rp. Argent, nitric. 0-10—0'20, Aq. destillirten 20-00. M. D. 8. AiKjenwasser sum Einpinseln.
Rp, Cup. snl/.,
Tinct. Öpii aa I'OO, Aq. destill. 15000. M. D. S. Auyenwasser 2mal täglich einpinseln.
Rp. Plumb, acet. 0-50, Tinct. Opii 1-00. Aq. destill. 50-00. M. 1). S. Augenwasser.
Die Euphrasiatinotur und das golbo Augenwasser worden mit lauem destillirten Wasser verdünnt in das leidende Auge einge­pinselt oder eingetropft. — Treten Geschwüre an dor Cornea auf, so sind vorgenannto Augenwasser zu verstärken und mit den­selben die Geschwüre zu pinseln, oder dieselben werden mit Jodoform bestaubt oder mit Höllenstein, Augenstein oder Kupfer­vitriol täglich einmal touchirt.
Nach Anwendung dieser Mittel ist der Hund nicbt gleich frei zu lassen, sondern festzuhalten, damit er nicht durch heftiges Reiben oder Kratzen die Entzündung steigert. Zur Vorsicht sind die Pfoten in leinerne Säckchon zu hüllen.
Bei der pustulöson Form der Staupe (Hundepocke) ist gar keine Behandlung angezeigt. Das Auftreten der Bläschen und Pusteln, sowie der weitere Nachschub lassen sich nicht aufhalten, und die gewöhnlich bald erfolgende Abtrocknung und Abschuppung wird durch Schmiermittel nur verzögert.
In neuerer Zeit werden Inhalationen von Carbol-, Creolin-oder Salicyldämpfen bei der Staupe mitunter mit günstigem Er­folge angewendet.
Um einer weiteren Verbreitung und einem grösseren Umsich­greifen der Staupe vorzubeugen, empfehlen sich, ausser den in der Vorbauung angeführten Punkten noch folgende Präventiv-Massregeln:
laquo;) Strenge Separation der Kranken.
h) Pflege und Wartung der Kranken durch eigene Personen, welche sich nach jeder Handlung die Hände gut zu reinigen haben, was auch von Seite des behandelnden Thierarztes beobachtet werden muss.
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Der Typhus.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 19
c)nbsp; nbsp;Sehr genaue Desinfection und Reinigung der ünterkunfts-läume, Decken, Polster, Matratzen, Futter- und Triinkgoscliirro etc., welche von staupekranken Hunden benützt wurden.
d)nbsp;Genügende Ventilation des Krankenraumes und Desinfection der Luft durch Aufspritzen von Carbollösungen, Krosolin-, Croolin-oder Lysollösungen oder Entwicklung von Carbolspray.
Der Typhus.
Der Typhus kennzeichnet sich bei dem Hunde durch fol­gende Symptome:
Im Beginne der Krankheit tritt ein verändertes Benehmen des Hundes auf; er wird traurig, matt und verkriecht sich in finstere, kühle Orte. Der Appetit nimmt ab unter Eintritt von Diarrhöe.
Bei näherer Untersuchung des Hundes zeigt sich die Con­junctiva beider Augen auffallend geröthet oder gelbroth, der Blick umHort, der Puls beschleunigt, manchmal schwach, die Zahl der Athcmzüge erhöht, die Körpertemperatur gesteigert und Haut­temperatur wechselnd.
Diese eben angeführten Symptome lassen jedoch nicht mit Bestimmtheit auf das Vorhandensein des Typhus schliesseu, indem auch anderen Krankheitsprozessen erwähnte Merkmale vorausgehen.
Nachdem die vorangeführten Symptome durch etwa 3—5 Tage bestanden haben, stellt sich eine ödematöse Anschwellung des Vorkopfes und der Extremitäten ein, und wie andere Autoren angeben, treten auch am Bauche und an der inneren Fläche der Schenkel rotlic Flecken auf, an welchen die Haut, sich sehr warm, oft brennend heiss anfühlt. — Manche der Patienten erscheinen in diesem Zeiträume entweder sehr aufgeregt, laufen wie bowusstlos herum, winseln oder bellen und erkennen ihren Herrn nicht mehr. Die Augenbindehaut und weisse Hornhaut sind stark geröthet, die Maulschleimhaut ist heiss, geschwollen und der Kopf fühlt sich sehr hoch temperirt an.
Die meisten derart kranken Hunde liegen andauernd in einem stupiden, bewusstlosen Zustande dahin, so dass sie nicht einmal beim Anrufen den Kopf in die Höhe richten. Häufig wechselt der erregte mit dem bewusstlosen Zustande bei einzelnen Patienten ab.
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20nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;11. Infcctionskrankhoiten.
Hat dor Process die eben erwähnte Ausbreitung und Höhe erlangt, so ist der Appetit gänzlich verschwunden, der Durst oft vermehrt. Das Maul ist btild ganz trocken, bald schmierigfeucht, die Zunge bräunlich belegt, an den Rändern eigenthümlich lebhaft geröthet; zuweilen finden sich auch einzelne rothe Flecken an der Maulschloimhaut. Das Athmen ist kurz, manchesmal erschwort, oft stöhnend und von einem matten, trockenen Husten begleitet. #9632;— Herzschläge schwach. Die Kothentloerungen erfolgen, wenn nicht rrrspriinglich Diarrhöe bestand, in der ersten Zeit nur seiton; nach 5—6 Tagen stellt sich aber fast immer Durchfall ein mit Entleerung einer rothbraunen, schleimigen, stinkenden Flüssigkeit. Der Urin, welcher selten abgesetzt wird, ist röthlich gefärbt, klar und von gewöhnlichem Gerüche.
Die Kranken magern rasch ab.
Als Ursachen des Typhus bei Hunden werden schlechte verdorbene Nahrungsmittel, eine schlechte Haltungsweise des Hundes überhaupt, eine sehr hoisse Luft und übermässige An­strengungen angenommen. Es liegt aber gewiss nur eine Infection als erste Ursache vor, und die vorgenannten Einflüsse können das leichtere Auftreten fördern.
Die Dauer des Krankheitsprocesses ist sehr ungleich; meist verenden die Hunde schon nach 2—3 Tagen.
Tritt Genesung ein, so wird der Puls voller, weicher, nor­maler; die Geschwülste nehmen ab, das Maul wird andauernd feucht, die Thiere erhalten ihr Bewusstsein wieder, werden mun­terer und fangen an, Nahrung zu sich zu nehmen. Fast immer besteht noch in der Roconvalescenz starke Hautschuppung, be­sonders an jenen Stellen, wo die rothen Flecke zugegen waren.
Die Prognose ist mit Rücksicht auf den oft stürmischen Verlauf sehr zweifelhaft, fast ungünstig zu stellen.
Die Behandlung ist oft sehr schwierig und häufig er­folglos.
Ist Erregung oder bedeutende Abstumpfung zugegen, so em­pfehlen sich kalte Überschläge am Kopf. — Bei Verstopfung sind gelinde Abführmittel — Mittolsalzo, Kindermeth, Wiener Laxir-tränkchen — angezeigt. Bei Eintritt von Diarrhöe müssen ener­gisch stillende Mittel in Anwendung kommen, als: Opium, Mor-
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Die Wuth.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 21
phium, Alaun, Chinarinde, Chinariudonextract etc. Sehr gute Dienste leistet folgende Mischung:
Rp. Ext. Opii 0-30—0-50,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Ep. Tinct. Opii 2-00,
Alum.crud.O'ßO—lO—l'ö,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Tinct. China 5-00,
Mucilag. Gummi arab.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Aq. destill. ßO'OO.
25-00—50-00.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;M. D. S. ständlich
M. D. S. Innerhalb einesnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 1 Kafeelüfd voll.
Tages zu verabfolgen.
Auch sind Stärkemohlklystloro mit Opiumtinctur angezeigt.
In jedem Falle ist die Salicylsäure oder das salicylsaure Natron innerlich zu verabfolgen.
Bessert sich der Krankheitsprocess, so suche man die Kräfte des Hundes durch bittere und gelind erregende Mittel, sowie durch leicht verdauliche Fleischnahrung zu heben und sorge stets für eine reine trockene, nicht zu warme Luft des Aufenthaltsortes.
Strenge Separation der kranken Hunde und genaue Desin-fection des Krankenraumes, sowie der darin befindlichen Gegen­stände ist sehr empfehlonswerth.
Die Wuth.
Die Wuth (Lissa, Tollwuth, Wasserscheue) ist die wichtigste unter den Krankheiten des Hundes, theils, weil sie bisher in jedem Falle den Tod des betroffenen Hundes zur Folge hatte, hauptsächlich aber deshalb, weil in dem kranken Thiere ein Ansteckungsstoff erzeugt wird, welcher auf andere Thiere und selbst den Menschen wirksam übertragen werden kann, und da­durch das Leben dieser Wesen einer grossen Gefahr ausgesetzt wird.
Die Wuth wird in die rasende (tolle), und in die stille Wuth unterschieden.
Beide Formen differiren jedoch nicht wesentlich von ein­ander, sondern stellen ein und dieselbe Krankheit in verschie­denen Erscheinungen dar.
Man unterscheidet im Verlaufe der Wuth drei Stadien, und zwar jenes der Vorläufer, das der ausgesprochenen Wuth (Irritations-Stadium) und jenes der Lähmung (paralytisches Stadium).
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22nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; II- Inl'octionskrankheiten.
Das Stadium dor V o r 1 il u f o r kennzcichnot sich in folgen­der Weise : Zuerst stellt sich eine Abweichung in dem gewöhn­lichen Benehmen der Hunde ein. Sie sind in diesem Stadium ver­stimmt, und zwar bald munterer, ungewöhnlich freundlich, bald leicht zum Zorne geneigt, auffallend mürrisch, träge und unfreund­lich ; häufig wechseln diese beiden Gemüthszuständo, so class die Hunde launenhaft erscheinen. Gleichzeitig tritt eine auffallende Unruhe der Hunde ein, sie wechseln häufig ihre Lagerstelle, krümmen sich daselbst wie zum Schlafe zusammen, fahren jedoch bald wieder auf, um neuerdings ihren Platz zu wechseln. Die Fresslust ist gewöhnlich in der Art verändert, dass die Hunde ihre Lieblingsspeisen noch manchmal zu sich nehmen, das ge­wöhnliche Futter aber unberührt stehen lassen oder nur be­schnuppern.
Eine grosse Zahl von wüthenden Hunden beobachtete ich, die schon im Beginne dieses Stadiums, jedes, selbst das ihnen liebste Futter verschmähten. Schon frühzeitig äussert sich die Neigung, unverdauliche und ungeniessbare Gegenstünde, als: Holz, Stroh, Hadern, Erde, Leder, Papier u. dgl., den eigenen oder fremden Koth zu beissen und zu verschlingen, und kalte Gegen­stände, Eisen, Steine, Glas, Blech u. s. w., sowie den eigenen Urin zu belecken. Manche der Kranken zeigen einen gesteigerten Geschlechtstrieb, indem sie entweder ihre eigenen oder die Geschlechtstheilo anderer Hunde sehr häufig und anhaltend be-riechen und belecken. Bei allen spricht sich eine gewisse Mattig­keit und Schwerfälligkeit im Gange, bei einzelnen Schwäche und Zittern des Hinterthoiles aus. — Stubenhunde gehorchen schon im Beginne der Krankheit ihrem Besitzer nur mit Unlust, bei Hof- und Kettenhunden zeigt sich eine auffallende Scheue, Un­ruhe und Widerspänstigkeit. Eine ausgesprochene Beisslust ist um diese Zeit gewöhnlich noch nicht vorhanden. Das äussere Ansehen der Hunde ist da noch wenig verändert; bei einzelnen ist das Athmen etwas beschleunigt, bei anderen ist eine stärkere Injection der Bindehaut der Augen, eine Erweiterung der Pupille, eine leichte Vermehrung der Absonderung der Nasenschloimhaut oder massiges Geifern, manchmal leichte Schlingbeschwerde, ein Würgen und eine Neigung zum Erbrechen zugegen. Manche der Kranken zeigen vor Ausbruch der Wuth an der Bissstelle oder
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Die Wiith.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 23
deren Narbe eine grosslaquo; Empfindlichkeit, und bekunden dies durch das häufige Lecken, Kratzen und Nagen an dieser Stelle.
Nach 2 — 3 Tagen, oft auch schon nach 12 Stunden, beginnt das Stadium der eigentlichen Wuth — das Irritationssta­dium, wo die Symptome anfallsweise deutlicher hervortreten. Während solcher Anfälle steigern sich die vorhandenen Symp­tome, und gewöhnlich sind die ersten Anfälle die heftigsten und am längsten dauernden.
Zu den charakteristischen Merkmalen in diesem Stadium ge­hören: Der Drang zum Entweichen aus dem Hause, die ausge­sprochene Bcisslust und die eigentluiniliche Veränderung der Stimme und der Art des Dellons.
Der Anfall beginnt meist mit einer Steigerung der Unruhe; die Kranken wechseln noch häufiger ihre Plätze, und suchen ins Freie zu gelangen. Stubenhunde drängen sich deshalb mehr als gewöhnlich zur Thüre. Ketten- oder sonstwie eingesperrte Hunde suchen ihre Kette zu zerreissen, zerfressen einen Theil der Thüre, reissen Bretter oder Latten von der Umkleidung ihres Aufenthalts­raumes los und trachten dadurch ins Freie zu gelangen. Befinden sie sich im Freien, so rennen sie planlos umher und durchlaufen innerhalb kurzer Zeit weite Wegstrecken. Nach mehreren Stunden kehren die meisten wüthenden Hunde wieder zurück, und dressirte oder Stubenhunde zeigen gleichsam ein Bewusstsein ihres durch das Weglaufen begangenen Vergehens; denn sie schleichen sich furchtsam ins Haus, sind ungewöhnlich freundlich und verkriechen sich gerne. Während dieses Anfalles ist die Neigung zu beissen auch am deutlichsten ausgesprochen. Manche dieser Hunde schnappen und beissen nur leicht und im Yorüberlaufen; andere hingegen beissen mit Wuth auf ihnen vorgehaltene oder in den Weg kommende Gegenstände u. z. oft so heftig, class sie sich die Zähne ausbrechen und die Lippen und Zunge blutig verletzen.
Sind solche Hunde eingesperrt, so beissen sie in die Stäbe ihres Käfiges oder nagen an den hölzernen Wänden desselben, wühlen in dem Streustroh und schütteln dasselbe mit den Zähnen bis zur Erschöpfung. Am meisten wird die Beisssucht durch andere Hunde, ciureb Katzen und Geflügel, selbst wenn dieselben im todten Zustande vorgehalten werden, weniger durch andere gvüssero Tiiiero, und am wenigsten durch den Menschen rege
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24nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Hi Infectionskrankheiten.
gemacht, welchen sie gewöhnlicli, besonders wenn er zu ihren Bekannton gehört, nur wenig tief beissen, so dass bisweilen nur Quetschungen oder oberflächliche Schürfungen entstehen. Sie beissen die bekannten Personen aber auch nur im Momente der Bewusstlosigkoit oder grössten Reizbarkeit.
Die Art des Boissens eines mit Wuth behafteten Hundes ist von jener eines gesunden, bloss bissigen Hundes nach eigener Beobachtung sehr verschieden.
Während der Erstere auf einen ihm vorgehaltenen Gegen­stand heimtückisch losfährt, sich in denselben verbeisst und durch reissendo Bewegungen an sich zu bringen sucht, so dass man Mühe hat, ihm denselben zu entziehen, und bis zur Erschöpfung mitunter festhält, — so fletscht der gesunde, blos bissige Hund, die Zähne, fasst den vorgehaltenen Gegenstand unter Knurren, selbst unter Bellen, beisst in denselben und lässt ihn gewöhnlich gleich wieder aus.
Ein in den allermeisten Fällen fast entscheidendes Zeichen der Krankheit, welches mitunter schon im ersten Stadium zugegen ist, ist die Veränderung der Stimme und die Art des Bellens.
Die Stimme wird rauh, zuletzt, wenn die wüthenden Hunde sehr viel gebellt haben, ganz heiser. Die Art des Bellens ist eigen-thümlich, indem die tollen Hunde nicht so wie die gesunden jeden einzelnen Laut oder Anschlag von dem .anderen abgesondert hören lassen, sondern sie schlagen mit einem Laute an und ziehen die Stimme fast heulend einen Moment fort und ein wenig in die Höhe, so dass das Ganze den Anschein hat, als würde im Momente des Bellens dem Hunde der Hals in der Kehlkopfgegend zusammengeschnürt.
Manche der Patienten stossen dieses Gebell sehr oft aus, andere nur dann, wenn sie gereitzt werden; nur in sehr seltenen Fällen bleibt die Stimme ganz unverändert.
Eine eigentliche quot;Wasserscheue besteht bei wüthenden Hunden nicht; im Gegentheil, sie lecken ihren eigenen Urin, plätschern mit der Zunge im vorgesetzten Wasser und würden selbst mit Begierde saufen. Auch den Anblick des Wassers und das Begiessen mit demselben vortragen sie ganz gut, nur werden sie durch die letztere Manipulation sehr aufgeregt, wo sie dann selbst nach dem Wasserstrahle schnappen.
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Die Wutli.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;25
In diesem Stadium der Wuth vouschmäiien die Kranken gewöhnlich das ihnen gereichte Futter vollkommen ; hingegen steigert sich bei ihnen die Lust zum Genüsse unverdaulicher und ekelhafter Gegenstände. Viele an rasender Wuth leidende Hunde erbrechen öfter, u. zw. entweder ohne eine besondere Ver­anlassung, oder nachdem sie vorher stark gereizt wurden; das Erbrochene ist ein grauer Schleim mitunter mit Haaren, Stroh, Holzstücken untermengt. Viele Fälle beobachtete ich, wo besonders nach einer Erregung oder Reizung des Kranken, sehr heftiges Brechwürgon eintrat, ohne dass auch nur das Geringste erbrochen worden wäre. Harn und Koth werden fast immer in geringer Menge und verzögert abgesetzt, häufig unter heftigen Schmerzen. Die Schleimhaut des Maules rasend wüthonder Hunde ist in der Regel trocken, grauroth. Indessen findet sich von dem Vorerwähnten mitunter eine Abweichung.
Einzelne Beobachter fanden manchesmal eine Anschwollung der Zunge, der Nase und des ganzen Vorkopfes.
In der Regel zeigt sich eine stärkere Rothung der Bindehaut, öfteres Schliossen der Augen, mitunter ein auffallend matter Glanz der Cornea.
Das Athmen ist während der einzelnen Anfälle gewöhnlich beschleunigt und erschwert.
In dem Gange solcher Hunde ist anfangs nichts Auffallendes zu bemerken. Unrichtig ist die Annahme, dass wüthende Hunde den Schweif zwischen die Schenkel einklemmen, oder dass sie stets geradeaus laufen. Das Erstere tritt erst ein, wenn die Schwäche im Hintertheile zunimmt; das Letztere findet ge­wöhnlich nur dann statt, wenn die Hunde verfolgt werden, während sie sonst häufig von der geraden Richtung nach rechts und links abweichen.
Während des Herumsehweifens scheinen sie bewusstlos zu sein; denn sie laufen in diesem Zustande so lange rastlos fort, bis sie entweder zusammenstürzen, oder wieder zum Bewusstsein kommen, und dann mitunter wieder in das Haus zurückkehren.
Die Dauer dieses Stadiums ist ebenso unbestimmt wie jene des ersteren; es erstreckt sich wohl selten über 4—5 Tage, nach welcher Zeit es entweder unmerklich in das folgende übergeht oder durch raschen Eintritt der Lähmuuquot; mit dem Tode endet.
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2(5nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;H. Infectionskrankhciton,
Das letzte Stadium, das der Lähmung, entwickelt sich aus dem vorigen, indem die Anfälle der Aufregung immer schwächer und die freien Zwischenräume weniger ausgesprochen werden.
Die Abmagerung nimmt sehr rasch zu und die Hunde er­halten durch ihr struppiges Haar, die eingefallenen Flanken, die matten, in die Höhle zurückgesunkenen Augen, die getrübte Hornhaut, die stark vortretende Nickhaut, den schlaff herabhän­genden Unterkiefer, die stark vorhängende graublaue Zunge ein unheimliches und ekelhaftes Aussehen. Die Schwäche im Hinter-theilo steigert sich, es tritt allmälig Lähmung desselben ein, die Thiere gehen schwankend, mit nachgezogenen Hinterfüssen und hän­gendem Schweife, oder sie liegen wie schlafsüchtig, erheben sich mitunter noch mit dem Vordertheile, besonders, wenn sie gereizt werden, wo sie auch noch zu beissen versuchen. Die Stimme wird immer mehr heiser, das Athraen angestrengt. Zuweilen treten Convulsionen ein, welche bald nur die Muskeln einzelner Partien, bald den ganzen Körper betroffen. Endlich verenden die Thiere meist am 5.—7. Tage, selten später, eher etwas früher.
Die bisher angeführten Erscheinungen in 3 Stadien kommen besonders ausgesprochen jener Form der Wuth zu, welche man als rasende Wuth — To 11 wuth bezeichnet.
Bei der sogenannten stillen Wuth sind die Merkmale der Hirnreizung nicht so deutlich; die Aufregung fehlt oder ist nur wenig ausgesprochen ; die Unruhe, die Neigung zu entlaufen und die Beisssucht sind geringer; die Kranken sind mehr still und traurig.
Meist stellt sich sehr bald Lähnrung des Unterkiefers ein, welche, bei Gegenwart der übrigen Symptome, wohl als das wichtigste Symptom dieser Wuthform betrachtet werden kann.
Der Unterkiefer hängt dann schlaff herab, und die Kranken sind am Beissen und an der Aufnahme des Futters und Ge­tränkes gehindert. Nur wenn man sie stark reizt, sind sie mit­unter noch im Stande, den Kiefer zu schliessen, weshalb es selbst bei dieser Form gefährlich bleibt, sich solchen Hunden unvor­sichtig zu nähern.
Aus dem Maule fliesst in Strängen der Speichel und die Kranken äussern manchmal starke Schmerzen im Hinterleib.
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Die Wuth,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;27
Die übrigen Symptome, namentlich die Veränderung der Stimme, welche solche Hunde jedoch seltener hören lassen als rasend wüthende, die Störungen dos Bewusstseins, die Verän­derung in dem Appetit, der schnelle Eintritt der Abmagerung und der Lähmung des Hintertheiles gegen das Lebensende, so wie die Raschheit des Verlaufes verhalten sich wie im 3. Stadium der rasenden Wuth.
Doch sind mir bei letzterer Form der Wuth viele Fälle bekannt, wo schon nach Ablauf von 48 Stunden der Tod eintrat.
Ursachen. Die Wuth entsteht n u r d u r c h A n s t e k-kung, u. zw. durch Bisseines wüthenden Thicres, insbesondere Fleischfressers.
Aber auch für die Solbstontwicklung finden sich noch ein­zelne Anhänger.
Man will beobachtet haben, dass gewisse Hunderassen z. B. Pintsche, Pudel, Spitze, Terrier, Buldoggs, Doggen, ferner solche Hunde, welche ein leicht reizbares Temperament besitzen, und schon von Jugend auf sich böse und bissig zeigen, dann Männ­chen im überwiegenden Verhältnisse zu Weibchen, jüngere, ver­zärtelte, zu üppig genährte oder herabgekommene, bastardirte, dann wenig Bewegung machende Hunde eine besondere Disposi­tion zur Entwickhing der Wuth besitzen. — Man beobachtet selbe an allen Hassen.
Als Gelegenhoitsursachen beschuldigt man weiter sowohl grosse Sommerhitze als bedeutende Winterkälte. Die Krankheit kommt jedoch zu jeder Jahreszeit, und bisweilen gerade im kühleren Sommer häufiger vor. Eine andere disponierende Ur­sache soll der Mangel an gutem und frischem Trinkwasser sein, was gewiss nicht zutrifft, indem die Wuth auch bei Hunden auf­tritt, die stets frisches Wasser in hinreichender Menge zur Ver­fügung hatten. Von vielen wird heftig aufgeregter und nicht befriedigter Geschlechtstrieb, welcher sich in jenen Fällen, wo eine zur Menge der männlichen Hunde zu geringe Anzahl weib­licher Hunde gehalten Avird, bis zur Raserei steigern kann, als eine Ursache des leichteren Ausbruches der Wuth angesehen, wobei hauptsächlich die psychische Aufregung und Erbitterung, mit welcher sich die männlichen Hunde herumbeissen, in An­schlag zu bringen sei.
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II. lufeetionskrankheiten.
Koines dor angeführten Momente ist den bisherigen Erfahrun­gen nach im Stande, die Kranldieit zu erzeugen.
Die Wuth ist eine Infectionskrankheit.
Sichergestellt ist os, dass die Wuth unter den Hunden zeit­weise eine auffallende Verbreitung gewinnt, und seuchenartig herrscht. Von welchen Umständen dieses epizootisclio Auftreten abhängig sei, ist noch unbekannt.
Bewegt sich die spontane Entstehung oder die Selbstent­wicklung der Wuth auf dem Gebiete der Hypothesen, so ist anderseits festgestellt, dass die einmal entwickelte Krankheit, und zwar schon in ihrem ersten Anfange ein Contagium er­zeugt, welches sich bis zum Ende derselben fortentwickelt, selbst noch kurze Zeit nach dem Tode, jedoch kaum über 24 Stunden und so lange der Cadaver nicht völlig erstarrt ist, wirksam bleibt und auf den Menschen, auf Säugetlnere und das Geflügel über­tragen werden kann.
Das Contagium ist fixer Natur; haftet, wie Impfun­gen nachgewiesen haben, am intensivsten in der Kleinhirnsub­stanz, ferner im Speichel, Geifer und Blut, aber auch in anderen Aus- und Absonderungen.
Der Genuss von Milch und Fleisch wüthender Thiere soll nach ITertwig keine Infection zu Stande bringen.
Das Contagium wird am häufigsten durch den Biss wuthkranker Thiere übertragen. Die Übertragung erfolgt jedoch nicht in jedem Falle unbedingt, sondern sie ist von verschiedenen Umständen abhängig, namentlich von der Empfänglichkeit des gebissenen Thieres für den Ansteckungsstoff, von der Stärke der Blutung aus der Bisswunde, von der Befeuchtung oder Trocken­heit der Zähne des beissonden Thieres und von der Intensität oder richtigen Wirkung des Ansteckungsstoffes. Denn es sind mehrere notorische Fälle bekannt, wo ein Hund von ausgespro­chen wuthkranken Hunden mehrmals gebissen oder selbst mit dem Speichel der wuthkranken Hunde oder eines hydrophobischen Menschen geimpft worden ist, und wo doch bei der über 1—3 Jahre hinaus fortgesetzten Beobachtung eines solchen Hundes die Wuth nicht zum Ausbruche kam, und wo man somit an­nehmen musste, dass dem gebissenen Hunde die Empfänglichkeit für den Anstockungsstoff mangelte. Andererseits hat man be-
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Die Wuth.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;29
obachtet, (lass wenn die Bisswunden stark bluteten, weit seltener die Wuth entstand, als da, wo die quot;Wanden klein waren, wenig oder gar nicht bluteten. Ebenso gibt es Fälle, dass wenn der wuthkranke Hund ein ganz trockenes Maul hatte, oder wenn er kurz vorher ein anderes Thier gebissen und sich gleichsam die Zähne an demselben abgewischt hatte, das nachher von ihm gebissene Thier von der Wuth nicht befallen worden ist. Und nachdem der Erfahrung gemäss manche wüthende Hunde durch ihren Biss mehrere der Verletzten inficiren, während dies bei andern nicht der Fall ist, so kann auch eine Verschiedenheit in der Intensität des Contagiums angenommen werden.
Die Zeit, in welcher ein Hund nach der Ansteckung von der Wuth befallen wird, ist in den einzelnen Fällen sehr verschieden. Es sind Fälle verzeichnet, wo die Wuth 5, 8 bis 10 Tage nach dem erhaltenen Bisse zum Ausbruche kam. In den meisten Fällen bricht sie in der 4. bis 6. Woche, seltener erst zwischen 6 bis 12 Wochen und äusserst selten noch später aus. In einen Falle dauerte die Ineubationszeit genau 90 Tage.
Der Verlauf der Wuth ist ein sehr rascher und endigt stets mit dem Tode. Die Dauer der Krankheit hat sich in keinem Falle über 10 Tage erstreckt; meist erfolgt der Tod zwischen dem 5. und 6. Tage, oft schon nach 3 bis 4 Tagen.
Die Section liefert nur wenig pathologische Merkmale, welche mit einiger Gowissheit der Wuth allein zukommen, und es ist in manchen Fällen sehr schwer durch die Sektion allein Wuth zu constatiren, so dass man in diesen zweifelhaften Fällen nnr Wuthverdacht aussprechen kann.
Die wichtigsten pathologischen Veränderungen bei einem an Wuth verendeten Hunde sind: Blutreichthum in sämmtlichen, besonders drüsigen, Organen. Ein meist nicht geronnenes, kirsch-rothes oder hellrothcs Blut. Verletzungen der Zunge. Ab- oder ausgebrocheno Zähne mit Blutungen am Zahnfleische dieser Stellen. Blutungen im Kehlkopf, besonders in der Umgebung der Stimm­bänder, in der Luftröhre und den Bronchien. Grössere und kleinere Blutungen an der Pleura und Lungenoberfläche, sowie am Herzbeutel, an der Herzoberfläche und der Kammerauskleidung. Blutungen und Verletzungen an der Schleimhaut des Schlund­kopfes und der Schlundrühre. Der Magen ist oft leer, häufig
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T*quot;quot;
30nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;II. Int'ectionskrankliniton.
enthält er unvovclaulicho Gegenstände: als Stroh, Hadern, Loder-stlicke, Haare, Holz, Koth etc. und fehlt jede Spur normalen und überhaupt verdaulichen Inhaltes. Die Schleimhaut ist besonders an den Falten geschwellt, höher geröthot und mit zahlreichen hlutigen Erosionen besetzt, welche sich mitunter bis in den Beginn des 12fingerdarmos erstrecken. Im Darm fohlt jeder Fntterrest, dafür enthält der Darm eine trübe stinkonde Flüssigkeit mit Haarbüschel untermengt, und im Mastdarm findet sich nicht selten ein von Koth durchsetzter Haarzopf. An der Darmschlcimhaut finden sich Blutungen und nicht selten ist eine starke Sclnvellung der Milz zugegen.
Aus dem Angeführten ergibt sich, das die Diagnose der Wuthkrankheit keinesfalls aus einzelnen, für gowiss angegebenen Merkmalen, sondern aus der Aufeinanderfolge, einer bestimmten Reihe von Erscheinungen und Störungen entnommen werden könne.
Es gibt aber auch einzelne Krankheiten, mit welchen die Wuth verwechselt worden könnte, und zwar:
a)nbsp; Die Fallsucht, bei welcher jedoch Krämpfe mit Bewusst-losigkcit. Geifern und Schäumen aus dem Maule und ängstliches Schreien zugegen sind.
b)nbsp; nbsp;Die Halsentzündung (Bräune), wo alle Symptome der Wuth, mit Ausnahme der Schlingbeschwerden, fehlen und eine grosso Empfindlichkeit der Schlundkopfgogend gegen einen ange­brachten Druck zugegen ist.
c)nbsp; M a g e n - D a r m e n t z ü n d u n g e n, welche sich durch Fieber, Schmerzen im Hinterlcibe und durch den Mangel nervöser Symp­tome leicht von der Wuth unterscheiden lassen.
d)nbsp; nbsp; Die Gegenwart fremder Körper im Rachen und Schlünde, als: Knochen oder Holzstücke, Nadeln etc., wo stets starkes Geifern und Speicheln, Aufregung und Aengstlichkeit vor­handen ist, welche Symptome jedoch verschwinden, sobald der fremde Körper entfernt wurde.
Symptome der Raserei und Aufregung stellen sich auch ein
e)nbsp; nbsp; bei der Gegenwart des bandwurmähnlichen Fünfloches (Pentastomum taeniodes) in den Stirnhöhlen, und zahlreicher dreigliederiger Bandwürmer (Taenia Echinococcus), welche letzteren sich mit ihren Haken fest in die Dünndannschleimhaut anhängen. In beiden Fällen gibt die Section hierüber genauen Aufschhiss.
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Die Wuth.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 31
Yon einer Behandlung der avisgebrochenen Wuth kann den Erfahrungen gemäss keine Rede sein. Alle Mittel, die man bisher zur Bekämpfung dos Leidens in Anwendung gezogen hat, haben sich als erfolglos erwiesen. Dagegen kann durch eine ent­sprechende örtliche Behandlung der Bissstellen das Wuthgift zerstört und dadurch der Ausbruch der Wuthkrankheit möglicher­weise hintangehalten werden.
Leider weiss man es nur selten bestimmt, wann der Hund von einem wüthenden Hunde gebissen wurde.
Diese Behandlung besteht in der Eeinigung und Desinfection der Bisswunden mit Sublimat- oder Carbollösung, in dem Caute-risieren derselben mit verschiedenen Actzmitteln (Höllenstein, con-centrirten Mineralsäurcn) oder in dem Ausbrennen mit dem Glüh-oisen oder dem Ausschneiden der Bissstello und in dem Unter­halten einer längeren Eiterung. Auch nach bereits erfolgter Yernarbung soll das Ausschneiden der Narbe und die darauf­folgende Erregung der Wunde und Unterhaltung der Eiterung von Vortheil sein.
Als Vorbauungsmittel, besonders als Mittel der ratio­nellen Haltungswcise der Hunde um hiedurch eine grössere Aus­breitung der Wuth hintanzuhalten, gelten folgende Punkte:
a)nbsp; nbsp;Die Hunde sollen stets genügend zu fressen und zu saufen bekommen.
b)nbsp; Man gebe ihnen, besonders im Sommer, nie faule Nahrung.
c)nbsp; Das vorgelegte Brot soll altgebacken und etwas gesalzen sein.
d)nbsp; Gewürzte, fette oder heissc Nahrung ist ihnen schädlich. Dagegen sind weichere Knochen zeitweise verabreicht, ein für die Terdauung notliwendiges Nahrungsmittel.
e)nbsp; Die Hunde sind rein zu halten, d. h. täglich zu kämmen oder zu bürsten, zeitweise auch zu baden odor zu waschen.
/) Bei günstiger Jahreszeit soll man sie in ein offenes Wasser führen.
g) Der Aufenthaltsort oder Stallraum ist oft zu reinigen und das Lager zu wechseln.
Ii) Die Hütte der im Freien gehaltenen Hunde ist im Winter reichlich mit Stroh zu versehen, damit die Thiere Schutz vor Kälte, Wind und Nässe finden.
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32nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Hi Infectionskrankheiteii.
0 Es ist den Hunden schildlich, wenn sie Uingoro Zeit in der Nähe des geheizten Ofens, oder den heissen Sonnenstrahlen ausgesetzt liegen.
k) Während der heissen Jahreszeit sorge man fleissig für reines kaltes Trinkwasser.
I) Man soll Plunde nicht muthwillig reizen oder anhetzen.
Wird Jemand in Folge von Heizen oder Anhetzen der Hunde beschädigt, so -verfällt der Schuldige in die Strafe des sect;. 392 des Strafgesetzbuches.
Dieser lautet:
„Kommt bei der Untersuchung einer von einem Thiere zuge­fügten Beschädigung hervor, dass Jemand durch Anhetzen, Reizen oder was immer für absichtliches Zuthun den Vorfall veranlasst hat, so macht sich der Thäter einer Uobortretung schuldig, und ist mit Arrest von einer Woche, der nach Umständen zu verschärfen ist, zu bestrafen.quot;
m) Läufigen Hunden gebe man Gelegenheit zur Begattung.
n) Man soll die Hunde nie längere Zeit aufsichtslos herum­laufen lassen, weil sie sich da mit anderen Hunden herumbeissen und so die Gelegenheit bekommen, selbst bissig und bösartig zu werden, weil sie aus Hunger und Durst schädliche Substanzen verzehren, vorzüglich aber, weil der Eigenthümer aussei- Stand ist, auf seinen Hund acht zu haben.
o) Bissige und zornige Hunde sind dort, wo sie noting sind, an Ketten zu legen, im Allgemeinen aber so zu verwahren, class von ihnen Niemand beschädigt werden kann.
Die Vernachlässigung dieser Vorschrift unterliegt der Strafe des sect;, 391 des Strafgesetzbuches:
„Jeder Eigenthümer eines Hausthieres von was immer für einer Gattung, von welchem ihm eine bösartige Eigenschaft be­kannt ist, muss dasselbe sowohl bei Haus, als wenn er aussei1 dem Hause davon Gebrauch macht, so verwahren oder besorgen, dass Niemand beschädigt worden kann. Die Vernachlässigung dieser Vorsicht ist eine Übertretung und auch ohne erfolgte Be­schädigung mit einer Strafe von 5 — 20 fl., bei wirklich erfolgtem Schaden aber von 10 — 50 H. zu belegen.quot;
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Qehirncongestiun.
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B) Locale Krankheiten.
I. Krankheiten des Nerveiisysteines.
Gehirncongestion.
Diese Krankheit bestellt in einer plötzlich eintretenden Hy­perämie der Gehirnhilate und des Gehirnes und ist sehr schwer von der Gehirnentzündung zu unterscheiden.
Die Symptome sind entweder Aufregung und grosse Un­ruhe des Hundes bei hoher Temperatur des Kopfes, starkes Pul­sieren der Arterien, ängstlicher Blick, höhere Röthe der Binde­haut und Sclera, beschleunigtes, keuchendes, ängstliches Athmen mit offenem Maule, wobei man die hochgerötheto und trockene Zunge und Maulschleimhaut sieht, Neigung zum Beissen, wenn man das Thier angreifen will, — oder es tritt bei hohem Pulse und Athmen grosso Mattigkeit, Taumeln, Hinfälligkeit, Theilnahms-losigkcit, Bewusstlosigkeit, gleichsam ein lähmungsartiger Zustand ein. Die Fresslust liegt darnieder, der Durst ist mitunter ge­steigert, der Absatz der Exkremente verzögert.
Die Ursachen liegen entweder in mechanischen Insulten auf den Kopf, in dem Zahnwochsel junger Hunde, oder darin, dass der Hund der starken Sonnenhitze stundenlang ausgesetzt war, daher dieser Zustand auch meist beim Übergang des Winters zum Frühjahr, in den ersten Wochen des Frühlings, besonders aber im Hochsommer beobachtet wird. Disponierend wirkt Fett­leibigkeit und Überfütterung,
Die Prognose ist zweifelhaft. In einzelnen Fällen erfolgt durch rechtzeitige Hilfe rasche Eegolung der Circulation des Blutes, somit Mässigung der Krankheitssymptome und in kurzer Zeit Genesung. Bei der grossten Zahl steigern sich die Symptome und es erfolgt innerhalb wonigen Stunden oder Tagen der Tod.
Was die Behandlung anbelangt, so müssen vor Allem die Ursachen beseitigt oder gemüssigt werden. Die Patienten sind in einem luftigon, kühlen, ruhigen und geräumigen Ort unterzubringen. Am Kopf sind kalte Überschliigo bestehend aus kaltem Wasser,
Konhilusor, Ki-aukhoiton des Hundes, 2. Autl.
3
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34nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; I- Krankheiten des Nervcnsystemes.
Eiswasser oder klein zerstossonem Eis in einem wasserdichten Beutel eingelegt, angezeigt.
Innerlich sind Abführmittel, und zwar grössere Gaben von Mittelsalzcn, das Wiener Laxirtränkchon, der Kindermeth, das Rizinusöl, das Calomel zu verabfolgen. Kalte Klystiere öfter im Tage massigen oft auffallend die Hitze. Bei gutgenilhrten Hunden und gefahrdrohenden Symptomen wäre ein massiger Aderlass zu empfehlen.
Rp. Natrii sul/urici 30-00—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Rp. Sal. amar. SÖOO—SO'OO
50-00nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Aqua com. 100-00
Aqua com. 50-00nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;M. D. S. Innerhalb eines
M. D. S. Innerhalb einesnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Tages zu geben.
Tages zu geben.
Rp. Kalü nitrici 1000 Rp. Calomel OSOnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Aqlia degtilL 60M
Sacch. all. 5-00nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;M D s_ j^^atö eines
M. f. pulv. Div. in Dosisnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Tages zu geben.
aeq. Nr. 6 S. Täglich 2—3 Fulver.
Gehirnentzündun g.
Es betrifft dieser Krankheitsprocess entweder das ganze Gehirn oder nur Partien desselben, was wohl meist von den ursächlichen Momenten abhängig ist.
Die Symptome sind dieselben wie sie bei der Hirncon-gestion angeführt wurden, und meist ist eine Complication beider Krankheiten vorhanden.
Ebenso sind die bei der Hirncongestion angegebenen Ur­sachen für das Auftreten der Hirnentzündung massgebend.
Die Prognose ist ungünstig. Fälle von Genesung dürften nur auf eine bestandene Congestion zurückzuführen sein.
Die Behandlung ist gleich joner bei der Hirncongestion angeführt.
Gehirnödem.
Dasselbe besteht in einer serösen Durchfeuchtung der Gehirn-substanz und Ansammlung- seröser Flüssigkeit in grösserer
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Fallsucht.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;35
Menge in den Hirnkaminern und ist eine Folge der beiden vor-angeführten Krankhoiton.
Die Symptome sind folgende: Die Hunde sind betäubt und bewusstlos und drehen sich manclimal nach einer Seite. Ist der Process weit vorgeschritten, so können sich die Patienten nicht mehr erheben; bringt man sie mit Gewalt auf die Füsse, so be­halten sie entweder die ihnen gegebene Stellung, oder sie stützen sich an in der Nähe befindliche Gegenstände. Fress- und Trink-, lust liegt ganz darnieder, ebenso ist die Entleerung der Excre-mente verzögert. Sie erscheinen im Allgemeinen blöd.
Der Verlauf der Krankheit ist verschieden, meist kurz dauernd, und eine vollkommene Genesung erfolgt sehr selten.
Die Ursachen sind Hyperämien des Gehirnes in Folge me­chanischer Einwirkungen, übermässige Fütterung, besonders mit blähenden Stoffen, oder eine Überanstrengung dos Hundes während lieisser Sommertage.
In Bezug der Behandlung kann ganz auf dieselbe Weise wie bei der Gehirncongestion und Hirndntzündung vorgegangen werden. Injectionen von Eserin oder Physostogmin sul. (OOl—O02 auf 5-00 destill. Wasser) wirken mitunter fördernd auf die Ee-sorption.
Fallsucht (Epilepsie.)
Man versteht darunter Krampfanfüllo, die mit Empfindungs-und Bewusstlosigkeit verbunden sind und in kurzen oder längeren Zwischenräumen wiederkehren.
Erscheinungen. Der Anfall tritt entweder plötzlich ein, indem die Hunde nach einem kurzen Schwanken bewusstlos zur Erde fallen und von Krämpfen befallen werden, oder es gehen ihnen einige Vorboten voraus. Die Thiere verrathen Unruhe, bleiben, wenn sie in Bewegung sind, plötzlich stehen, sie zittern, schwanken hin und her, stellen die Füsse weit auseinander oder laufen manchmal ängstlich hin und her, schliesslich stürzen sie bewusstlos zu Boden. Hierauf treten Krämpfe ein; die Thiere ver­drehen die Augen, strecken Hals und Kopf, schlagen mit den Kiefern aneinander und vollführen mit den Fassen laufende, un­willkürliche Bewegungen.
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36nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;I. Krankheiten dos Nervensystcmos.
Durch die kauende Bewegung der Kiefer wird der Speichel zu Schauni, welcher aus dem Maule tritt; manchmal schreien, klagen, winseln oder bellen die Kranken Avährond dem Anfalle.
Das Bewusstsein und die Empfindlichkeit sind während des Paroxismus vollkommen aufgehoben, die Pupille meist stark erweitert, die Bindehaut injizirt. Die Thiero sind gegen das An­rufen, gegen das Stechen der Haut mit Nadeln vollkommen unempfindlich; der Puls ist klein, unregelmässig, verlangsamt, der Herzschlag manchmal pochend, das Athmen sehr beschleu­nigt, keuchend, röchelnd.
Allmälig lassen die Krämpfe nach, es erfolgt Absatz von Urin und Koth, die Thiero werden ruhiger, Bewusstsein und Empfindung kehren zurück, oder sie erheben sich vom Boden und rennen noch immer ihrer nicht bowusst unter Heulen im Kreise durch kurze Zeit herum, oder sie zeigen sich, nachdem sie sich erhoben haben, noch einige Zeit wie betäubt, matt, kraftlos.
Die Anfälle wiederholen sich in bald kürzeren bald län­geren Zwischenräumen, zuweilen in einem Tage öfter als 10 Mal, in anderen Fällen erst nach mehreren Tagen, Wochen oder Monaten ; denn es gibt auch Hunde, die mit der chronischen Fallsucht behaftet sind, wo nur ein Anfall gewöhnlich auftritt.
Die Ursachen der Fallsucht sind oft bekannt, in manchen Fällen aber gar nicht zu ermitteln. Sie tritt bei jungen Hunden oft zur Zeit des Zahnwechsels oder während der Staupe auf, in an­deren Fällen ist sie durch grosso Sonnenhitze, besonders zu Beginn dos Frühjahres, durch den Genuss schwer verdaulicher Substanzen, durch starke Ueberfüllung des Magens, durch die Gegenwart von zahlreichen Eangeweidewürmern im Magen und Darmkanal, wie es scheint auch durch Parasiten in den Stirn­höhlen, durch mechanische Insulte auf den Kopf, durch chronische Veränderungen im Gehirn, an den Hirnhäuten und dem Schädel-dache, sowie zuweilen durch Gemütsaffecte bedingt. — Im letzteren Falle sieht man die epileptischen Krämpfe bei reizbaren, zarton Hunden entstehen, wenn die Thiere von ihrem Herrn zum Spazie­rengehen mitgenommen worden und dabei vor Freude wild herum­springen und bellen, oder wenn sie wegen irgend eines Verge­hens grob gescholten oder anderweitig bestraft werden.
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Fallsucht.
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Die Prognose ist, bei der Fallsucht in den einzelnen Fällen sehr verschieden, im Ganzen aber sehr ungünstig.
Dort, wo die Epilepsie bei reizbaren Hunden in Folge von Würmern oder vorübergehender Aufregung entsteht, ist sie in der Regel binnen wenigen Tagen wieder zu beheben. In den meisten Fällen ist sie jedoch ein gefährliches Leiden, besonders beim Zahnwechsel, als Begleiter der Staupe, nach mechanischen Insulten auf den Kopf und Hals, und bei der Gegenwart chroni­scher Veränderungen.
Bei der Behandlung der Fallsucht aussei- der Zeit dor Paroxismcn muss vorzugsweise auf die Entfernung der veran­lassenden Ursachen Rücksicht genommen werden.
Bei schwerem Zahnen soll das geschwollene Zahnfleisch mit einem Bistourie oder einer Lanzette gespalten und die Blutung einige Zeit unterhalten werden. Ausserdem sorge man durch Verabreichung von Abführmitteln für eine ausgiebige Darment-leerung und trachte etwa vorhandene Dannwürmer zu entfernen. Hiezu verabreiche man Rizinusöl, Kindermeth, Wiener Laxir-tränkchen, Mittelsalze, und wenn diese Mittel keine genügende Wirkung entfalten, so gebe man Calomel, Gummigutt oder Jalapa mit einem indifferenten Stoffe, als: Zucker, Eibisch- oder Süss-holzpulver.
Ist das Vorhandensein von Bandwürmern constatirt, so ver­abreiche man Farrenkraut-Extrakt mit Pfeffermünzwasser, oder Kamala, Aroca, Coussoblüthen, welche letzteren Mittel nicht nur die Würmer tüdtcn, sondern gleichzeitig aus dem Darmkanal entfernen.
Rp. 01. liieini 300-50 0
S. Innerhalb 8 'Stunden zu gehen. Rp. Ext. filic. mar. 2-00 Aq. menth. piper. SÖ'OO M. D. S. Auf 1 oder 2 Mal zu f/eben. Rp. Areca pidv. 5-0—10 0
S. Je nach der Grosse des Hundes auf Einmal zu geben.
Rp. Calomel 0'05
Gummigidti O'SO
Saceh. alb. 2-00.
M.f. pidv. Deut. tal. Dos. Nr. 6.
S. 2 — 3 Pulver jn: lag. Rp. Kamala 1-5—2 00
S. Mit Milch abgerührt zu verabfolgen. Rp. Tina, Areca 5-00
S. Auf Einmal zu geben.
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38nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;I- Krankheiten des Nervensystemos.
Wenn die Patienten vor dem Eintritte der Fallsucht oder auch in den freien Zwischenräumen innerhalb den einzelnen Anfällen oft kräftig durch die Nase prusten und mit den Vor­derpfoten viel über dieselbe wischen, und wenn man hieraus auf das Vorhandensein von Würmern (Pentastomen) in den Stirn­hohlen schliessen kann, so sind Inhalationen von Theerdämpfen oder Carbolsäurcdiimpfen angezeigt, oder es ist die Trepanation der Stirnhöhle vorzunehmen und dieselbe mit Theerwasser oder einer Carbolsäurelösung wiederholt auszuspritzen.
Sobald die Fallsucht in Folge Ueberfütterung oder durch den Genuss schwer verdaulicher Nahrungsmittel auftritt, so leistet ein Brechmittel aus Brechweinstein oder Brechwurzelpulver, und nachträglich ein Abführmittel oft gute Dienste. Ep. Tartari stibiati 0-10-0 20 Rp. Bad. Ipecacuanh. piilv. frOO
Aq. destill. 20-00nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Sacch. alb. 2-00
2L D. S. Auf Einmal,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;M. D. S. Breclqndver.
Sind Gemüthsaffeete die Ursache der Fallsucht, so bringe man die Patienten an einen ruhigen, mehr dunklon Ort und gebe ihnen etwas Salpeter ins Trinkwasser. Wiederholen sich aber dennoch die Krämpfe, so leisten narkotische Mittel in kleinen Gaben, wie Opium oder Belladonna mitunter gute Dienste.
Rp. Ext. Belladon. 0 01—0'02nbsp; nbsp; nbsp; Rp. Ext. Ojni 002 — 003 Sacch. alb 1-00nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Sacch. alb. 100
M. f. puiVi D. tal. Dos.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; M. /. pulv. I). tal. Dos.
Nr. 6.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Nr. 6.
S. Alle 3 Stunden ein Pulver.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;^ jyie nebenan.
Tritt nach einigen Anfällen bei dem Patienten eine hoch­gradige Erschöpfung ein, ist das Bewusstsein und die Empfindung ganz darniederliegend, so ist die Prognose vollkommen ungünstig und jede Behandlung ohne Erfolg. Versuchsweise kann das in solchen Fällen angerühmte Chloralhydrat angewendet werden. So viel ich beobachtete, so ist auf das betreffende Mittel keine Besserung eingetreten.
Rp. Chloral, hjdrat. 10-00
Syruj). cort. Aurant. 2,r00
Aq. destill. 150-00
M. D. S. stündlich 1 Esslöffel voll zu gehen.
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Starrkrampf.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 39
Im Allgemeinen sollen die Patienten während der Behandlung streng diät gehalten werden, und die Nahrung soll nur aus Milch, Rindssnppe und etwas Weisshrot bestehen. Sobald die Anfälle längere Zeit aussetzen, so kann wieder die Fleischnahrung, be­sonders rohes Fleisch, eingeführt werden.
Veitstanz.
Man versteht darunter einen chronischen fieberlosen Krank-heitsprocess, welcher durch periodische Krampfanfälle charakterisirt ist, wobei die Hunde unwillkürlich und zwecklos eine und die­selbe Bewegung wiederholen, welche einer willkürlichen und be-wussten ähnlich ist. Manche Thiero laufen zeitweise im Kreise herum, stossen dabei auch an entgegenstehende Hindernisse an, und setzen dann, ohne sich #9632;vom Platze zu rühren, die automa­tischen Bewegungen fort. Oft beobachtet man, class derart kranke Hunde auf Stühle, in der Luft oder an der Mauer in die Höhe springen, und in der Luft wie nach Fliegen schnappen.
Die Ursachen liegen in einer chronischen krankhaften quot;Veränderung eines Hirntheiles.
Die Behandlung kann mit drastischen rurgiermitteln ein­geleitet werden und später verabreiche man kleine Gaben von narkotischen Mitteln, wie: Opium, Morphium, Belladonna, das Bromkalium oder Bromnatrium.
Starrkrampf.
Unter Starrkrampf vorsteht man heftige tonische Krämpfe der willkürlichen Muskeln, welche entweder auf einzelne Körper­partien, wie auf den Kopf und Hals beschränkt (Maulsperre, Trismus) oder über den ganzen Körper verbreitet sind (Starrkrampf).
Diese Krankheit beobachtet man bei den Hunden sehr selten. Ich hatte Gelegenheit nur einen Fall zu beobachten.
Als Ursachen werden Erkältungen, quot;Verwundungen und Infektion angenommen. — Erkältungen können durch Zugluft, durch kaltes Waschen oder Baden, oder durch Jagen der Hunde bei erhitztem Körper durch kaltes AVasser herbeigeführt werden. —
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40nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;llt; Krankheiten des Nervensystemes.
Bezüglich der Verwundungon entsteht der Starrkrampf meistens hoi Wunden am Schweife und an den Füssen, besonders der Pfote. Diese Wunden oder auch Wunden an anderen Körpor-partien bilden die Stelle für die Infektion. Oft sind die in den Wunden zurückgebliebenen fremden Körper die Veranlassung.
Die Symptome beim Trismus sind, dass die Patienten das Maul entweder gar nicht oder nur in sehr geringem Grade zu öffnen vermögen, und bei der näheren Untersuchung findet man die Kau-, Gesichts- und Halsmuskeln gespannt, derb und bei der Berührung nicht schmerzhaft. Der Blick ist stier, die Ohren werden wenig oder gar nicht bewegt, sondern steif in die Höhe oder seitlich gehalten. Wenn man dem Hunde das Maul öffnen will, gelingt dies selbst mit grosser Kraftanstrengung nicht. Die Patienten können nicht hellen, noch Futter und Getränk auf­nehmen, und wenn man ihnen Flüssigkeiten in das Maul giesst, wodurch sie sehr aufgeregt werden, so können sie dieselben nur mühsam und unvollständig verschlucken, weil die Zunge gleichsam zwischen den Zahnreihen im Maule eingesperrt und auch ein Krampf in den Schlingmuskeln zugegen ist.
Bei dem allgemeinen Starrkrampf findet man den Hals, Rumpf und die Extremitäten des Hundes steif, manchesmal auch den Hals andauernd in die Höhe gerichtet oder nach der Seite verzogen, und die Muskeln überall derb, brethart, gespannt, aber unschmorzhaft. Der Patient ist kaum vermögend zu gehen, und ebenso schwer wird ihm das Niederlegen; gewöhnlich stellen sie die Füsse weit von einander. Mit diesen Erscheinungen sind auch die des Trismus verbunden.
Bei beiden Formen des Starrkrampfes ist die Sinnesthätigkeit ungetrübt, aber der Wille in betreffder Bewegung ist sehr beschränkt. Puls- und Herzschlag zeigen keine auffallende Veränderung. Der Absatz der Exkremente erfolgt zwar etwas verzögert, aber frei.
Jede Erregung des Patienten bedingt eine Steigerung der Krämpfe, wo dann auch die Zahl der Pulsschläge und der Athem-züge eine Erhöhung erfährt.
In manchen Fällen hält der Krampf in gleicher Stärke an, in anderen sind aber deutliche Nachlässe zu bemerken.
Der Starrkrampf ist eine für das Leben des Hundes sehr gefährliche, fast immer unheilbare Krankheit.
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Lähmungon.
41
Der gewöhnliche Ausgang dor Krankheit ist daher der Tod, welcher in sehr rapiden Fällen schon in 2, sonst in 3—5 Tagen erfolgt.
Der Krampf nimmt in solchen Fällen rasch zu, das Maul kann gar nicht mehr geöffnet werden, das Athmen wird sehr be­schleunigt, kurz, anstrengend, die Flanken stark aufgezogen und hart anzufühlen; die Hauttemperatur ist bedeutend erhöht, über den ganzen Körper bricht reichlicher Schweiss hervor, welcher nicht selten in reichlichen Tropfen zu Boden fällt; es stellt sich manchesmal Durchfall ein, die Kranken stürzen zu Boden, und können sich, selbst aufgehoben, nicht mehr auf den Füssen er­halten, und gehen nach einem langen Todeskampfe an Erstickung zu Grrunde.
Die Behandlung hat vor allem die noch einwirkenden Ursachen zu entfernen oder wenigstens abzuschwächen und ein zweckmässiges diätetisches Verhalten einzuleiten. Zu diesem Be-hufe ist dem Patienten ein massig warmer, etwas dunkler, wo möglich von jedem Geräusche freier Aufenthaltsort anzuweisen. Ferner ist demselben öfter im Tage ein reines, nicht zu kaltes AV'asser und eine flüssige Nahrung vorzusetzen. Gewaltsames Eingeben von Nahrung müsstc mit der grössten Vorsicht vollführt werden. — Zur Mässigung der Krämpfe können kurz andauernde Inhalationen aus einer Mischung von Chloroform und Schwefel­äther, oder Injektionen von Aether oder schwachen Morphium­lösungen öfter im Tage vorgenommen werden. — Weigern sich die Hunde gegen die Inhalationen, so empfehlen sich die Klystiere aus Chloralhydrat mit Stärkemehl (5'00 auf 1 Klystier), wodurch auch der Kothabgang erleichtert wird,
Lähmungen.
Lähmungen sind bei Hunden nicht selten zu beobachten, u. z. entweder für sich bestehend oder als Folgezustände anderer Krankheiten; z. B. der Staupe, der Verstopfung, der Vergiftung mit narkotischen Stoffen, der Verletzungen am Kopfe und an der quot;Wirbelsäule.
Die Lähmungen sind vollst ä n d i g oder unvollständig, traumatisch oder rheumatisch. Es können nur einzelne Thcilc des Körpers, z. B. ein Ohr, eine Lippe, ein Fuss, eine
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42
I. Krankheiten dos Nervensystemes.
Hälfte des Körpers, das Hinterthoil gelähmt sein, oder es betrifft die Lähmung den ganzen Körper.
Als vollständig bezeichnet man die Lähmung, wenn an dem ge­lähmten Theilo die Empfindung und das Bewegungsvermögen ganz fohlen; unvollständig, wenn noch etwas Empfindung und Bewegung oder eines von beiden in dem erkrankten Theile vorhanden ist.
Nach dem Vorerwähnten sind auch die Erscheinungen bei den Lähmungen in den einzelnen Fällen verschieden.
Das gelähmte Ohr hängt schlaff herab, und wird weniger als sonst oder gar nicht mehr durch den Willen des Thieres bewegt. Ist die Lippe beiderseits gelähmt, so hängt sie eben­falls schlaff herab; bei einseitiger Lähmung aber sieht man sie nach der gesunden Seite hin verzogen. Ist ein Fuss gelähmt, so schleift der Hund denselben beim Gehen nach, tritt wenig oder gar nicht auf denselben; die Gelenke erscheinen schlaff und sind durch gelinden Druck leicht zu beugen und zu strecken. Ist eine Körperhälfte von der Lähmung befallen, so fällt das Thier immer auf die gesunde Seite, und ebenso bricht das Thier mit dem Hintertheil zusammen und zieht dasselbe nach, wenn diese Partie des Körpers gelähmt ist. Sobald die Lähmung eine vollkommene ist, so verrathon die Hunde keinen Schmerz, wenn man die gelähmten Theile mit Nadeln sticht oder sonst wie reizt, und ausserdera sind die gelähmten Partien kühler als die nächst liegenden gesunden Theile.
Gewöhnlich magern die gelähmten Körpertheilo rasch ab.
Ist die Lähmung als Begleiter eines anderen Krankheits-processes zugegen, so findet man noch die Symptome des letz­teren, so dass im Allgemeinen es leicht zu bestimmen ist, ob die Lähmung selbstständig ist oder nicht.
Lähmungen entwickeln sich durch verschiedenartige Ur­sachen, besonders durch Vorkühlungen, durch Genuss narkoti­scher Stoffe in grösserem Quantum, daher auch durch zu grosse Dosen dieser Stoffe als Medikament, durch Traumen auf den Kopf oder die Wirbelsäule, durch Knochenauswüchse und andere Neubildungen am Schädeldach, an der Wirbelsäule, im Schädel und Wirbelkanal.
Die Prognose bei Lähmungen ist je nach dem affizirten Theile, nach dem Grade und der Dauer des Leidens, so wie nach der
#9632;
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Eclampsio der sihigendcn Hündinen,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;43
Art der Ursache in den einzelnen Fällen sehr verschieden zu stellen. Im Allgemeinen gehören die Lähmungen zu den am schwersten heilbaren Krankheiten; meist sind dieselben äusserst langwierig, oft ganz unheilbar und lebensgefährlich. In solchen Fällen, wo die Lähmung als Begleiter anderer Krankheiten zu­gegen ist, hängt die Beurtheilung zum Theil von der Wichtig­keit des Krankhoitsprocesses selbst ab. Man will die Beobach­tung gemacht haben, dass bei Hunden im mittleren Alter Läh­mungen viel leichter zu heilen sind als bei sehr jungen oder zu alten Thicren. Je kräftiger und je besser entwickelt der Hund ist, um so leichter kann er den Krankheitsprocess überstehen. Die Behandlung verlangt auch hier vor Allem die Besei­tigung oder Abschwächung der Ursachen. Dem Patienten musg ein ruhiger massig temperirter Aufenthaltsort angewiesen werden. Die Nahrung soll aus einer guten Suppe mit etwas Fleisch und Brod bestehen. Gleichzeitig sorge man für täg­lichen Stuhlgang, was durch die wiederholt angeführten Ab­führmittel, sowie durch Klystiere bewirkt werden kann. Frottie­rungen mit flüchtigen oder schärferen hautreizenden Mitteln, als: Kampfergoist, Seifengeist, Salmiakgeist, Weingeist, Franz­branntwein, Opodeldoc, Arnikatinctur, aromatischen Spiritus, Senfgeist, Cantharidentinctur etc. sowie die innerliche Verabfol­gung von Krähenaugentinetur zu 5 —10 Tropfen ein bis zweimal im Tage sind angezeigt. Auch die Elektricität, so wie warme aromatische Bäder können versucht werden.
Eclampsie der säugenden Hündinen.
Bei säugenden Hündinen und besonders bei solchen, welche reichlich genährt werden oder auf die Zahl der Jungen zu wenig Milch besitzen, kommt es nicht selten zu Hirn- und Lungencon-gestionen, wodurch sie in eine Art von Starrsucht und unvoll­ständige Lähmung verfallen, wobei sich folgende Symptome wahrnehmen lassen.
Die Thiere zeigen sich plötzlich unruhig und ängstlich, haben einen stieren Blick, etwas höher geröthete Bindehaut und Maulschleimhaut; zuweilen ist die Nase heiss, das Athmen schnell, sehr kurz und keuchend. Nach kurzer Zeit, oft schon eine
.
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44nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;I. Krankheiten des ^ervensysteraes.
Viertelstunde nach dorn Eintritte des schworen Athmens sind die Hündinon nicht mehr im Stande sich auf den Füssen zu erhalten, sondern sie fallen auf eine Seite und bleiben mit von sich ge­streckten Extremitäten, gestreckten Hals und Kopf andauernd liegen; selbst wenn man sie auf die Füsse stellt, fallen sie gleich wieder nieder. Dabei wird das Athmen immer mehr beschleunigt, die ausgeathmetetc Luft heiss, der Puls klein, hart und imregel-mässig. Das Bewusstsein besteht, aber die Thiero verschmähen Nahrung und Getränk. Die Entleerung der Exkremente ist verzögert.
Die Milchdrüsen sind entweder stark angeschwollen, bedeu­tend wärmer und mitunter reichlich mit Milch gefüllt, oder schlaff und leer.
Dieser Zustand dauert, sich selbst überlassen, gegen 48 Stunden an und führt, um diese Zeit nicht selten den Tod herbei. Bei rechtzeitiger und zweckmässiger Hilfe ist die Krankheit aber stets sehr schnell behoben.
Als Ursachen sind zu beschuldigen: Erkältungen, der Ver­lust mehrerer Jungen während der Säugozeit und dadurch über-mässige Ansammlung von Milch in den Drüsen, zu viel Junge bei zu wenig Milch, Gemütsaffecte, besonders Gram über den Verlust der Jungen, übermässig guter oder auch ein schlechter Nährzustand.
Die Behandlung verlangt der Erfahrung gemäss eine er­giebige Ableitung und rasche Mässigung des Fiebers.
Zur Erziclung des Ersteren verabreiche man Rizinusöl, Kinder-meth, Wiener-Laxirtränkchen, Mittelsalze in den bereits mehrmals angegebenen Dosen. Um die Fiobersymptomo herabzusetzen, gebe man Akonit- oder Digitalistinktur (5 — 10 Tropfen jede 2—3 Stunden mit etwas Wasser), und kalte Ucberschläge auf den Kopf. Sehr zu empfehlen ist dieVerabfolgung von starkem schwarzen Kaffee. — Wirken die Abführmittel nicht, so sind Ool-, Seifen- oder Glyzerinklystiere angezeigt.
Während der Dauer dieses krankhaften Zustandes muss das Saugen von Seite der Jungen sistirt und die gefüllten Drüsen müssen öfter im Tage ausgemolken werden. Nicht selten darf ein weiteres Saugen der Jungen nicht mehr stattfinden, so bei schlaffen Drüsen; die Jungen sind dann künstlich zu ernähren.
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Nasenbluten.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;45
II. Krankheiten der Ilespirationsorgane.
a) Kyankhelten der Nasenhöhle.
Nasenbluten.
Dieser abnorme Zustand ist beim Hunde entweder dureb mechanische Insulte hervorgerufen, als: Schlüge auf die Nase, durch Brüche der Stirn- oder Nasenbeine, durch Eindringen von Nadeln, Holzspünen, Grashalme in die Nasenschleimhaut, oder es bildet derselbe ein Symptom irgend eines akuten oder chronischen Leidens und wird beobachtet bei Pnenmonicn, Lungencongestion, Neubildungen und Geschwüre in der Nasen- und Rachenhöhle.
Symptome. Das Blut kommt entweder tropfenweise aus einer oder beiden Nasonöft'nungen oder rieselt in einem feinen Strahl heraus, hat eine licht- oder dunkelrothe Farbe, ist rein, oder mit Schleim, Eiter oder Gewebsresten gemengt.
Die Blutungen dauern oft nur kurze Zeit, setzen vollkommen aus oder treten von Zeit zu Zeit wieder auf.
Die Ursache des Nasenblutens kann durch eine genaue Untersuchung dos Kopfes, besonders der Nase, des Maules und des Rachens, sowie der Athmungsorgane im Allgemeinen fest­gestellt werden.
Die Prognose ist vorschieden, je nach der Ursache und deren möglichen Beseitigung. Günstig ist sie dann, wenn das Bluten nur durch einen Stoss oder Schlag auf die Nase ohne sonstige besondere Verletzungen bedingt ist, oder wenn in die Nasenhöhle eingedrungene, leicht zu entfernende Köper die Ver­anlassung bilden. Minder günstig, ja sogar ungünstig ist dieselbe bei Gegenwart von Neubildungen, Geschwüren, Knochenbrüchen und schworen, fieberhaften akuten Erkrankungen der Brustorgane.
Die Therapie richtet sich nach den Ursachen und muss immer darauf bedacht sein, die Ursachen soweit es möglich ist, zu entfernen, und die Blutung, besonders bei stärkerem Auftreten, so schnell wie möglich zu stillen.
Dies erreicht man einmal durch sehr ruhiges Verhalten des Kranken; ferner durch Anwendung von kalten Umschlägen
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46nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; H. Krankheiten der Eospirationsorgane.
oder Waschungen; dann durch Einspritzungen von kaltem Wasser, Alaun-, Eisenchlorid-, oder Höllensteinlösung oder Eichenrinden-decoct in die Nasenhöhle; endlich durch Einführung von Tampons aus Carbol-, Salicyl- oder Eisenchloridwatte in die Nasenöffnungen. Die in der Nase steckenden Körper sind mit der Pinzette oder Kornzango zu entfernen. Neubildungen sind zu extirpiren oder abzuhindcn.
Bei Brüchen des Nasen- und Stirnbeines mit offener Wunde sind die Splitter zu beseitigen, die noch festhaftcnden Bruchstücke in die richtige Lage zu bringen und die Wunde ist antiseptisch zu behandeln.
Ist das Nasenbluten ein Symptom einer Erkrankung der Luftröhre, der Bronchien oder der Lunge, so ist die diesen Krank­heiten anpassende Behandlung durchzuführen.
Ep, Alum. crud. 10 00nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Ep. Argenti nitriel l'OO
Aqua destill. lOO'OOnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Aq. destill. 50-00
M. D. S. Zur Einspritzung.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;M. D. S. Zur Einspritzung
Ep. Liquor/er risesqui cJilorat. 5-00 Aq. destill. 150-00 M. D. S. Zum Einspritzen.
Acuter Nasencatarrh.
Dieser Krankheitsprocess ist beim Hunde sehr selten selbst­ständig und primär, sondern meist ein Vorläufer oder Begleiter von Kohlkopf-, Luftröhren- oder Bronchialkatarrhen oder der Staupe.
Die Symptome sind anfangs wässeriger, später dünn- oder dickschleimigcr beiderseitiger NasenaUsfluss, begleitet mitunter von Fieberanfällcn. Der Ausfluss vertrocknet manchesmal an dem Naseneingange zu schmierigen Krusten. Vor Eintritt des Ausflusses niessen die Hunde öfter und wetzen die Nase an der Pfote oder sonstigen Gegenständen. Jo reichlicher der Ausfluss wird, um so mehr treten vorerwähnte Merkmale zurück. Nach etwa 8—10 Tagen mässiget sich das Fieber, der Ausfluss wird geringer, weniger dicklich, glasig, endlich wässerig und verliert sich nach 2—3 Wochen vollkommen.
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Chronischer Nascncatarrh.
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Die Ursachen sind Erkältungen oder in die Nase eingo-drungone staubförmige reizende Körper, als: Kalkstaub, plienyl-saurer Kalk, Paprika.
Die Prognose ist günstig.
Die Behandlung fordert in den geringen Graden blos ein an­passendes diätetisches Verfahren, warmes Verhalten, Vermeidung von weiteren Erkältungen, Darreichung von überstandenen Wasser und öftere Reinigung der Nase und Einfetten dor Oeffnungen mit Oliven­öl, Creme celeste, Goldcream, Mandelöl, Glyzerin oder Vaselin. — In den höheren Graden sind innerlich antipiretische Mittel zu ver­abfolgen, als: Chinin, Aconit, Digitalis etc. und Inhalationen von warmen Wasserdämpfen, Kochsalzlösungen, Terpentinöl, Wach-holderöl, Fichtennadelöl, Carbolsäure öfter im Tage zu vollführen.
Chronischer Naseacatarrh.
Längere Andauer oder öftere Wiederholung eines akuten Nasencatarrhes führt zum chronischen, welcher beim Hunde eben­falls selten für sich, sondern nur als Symptom eines bestehenden chronischen Leidens der Athmnngsorgane zu beobachten ist.
Die Symptome sind ein dicklicher, eitelähnlicher oder grün­grauer, selbst blutiger, ein- oder beiderseitiger Nasenausfluss, der zeitweise massig, zeitweise stärker auftritt. Fieber fehlt. Dagegen bemerkt man auch hier häufiges Niessen und ein Wetzen oder Reiben mit der Nasenkuppe.
Die Ursachen sind aussei' wiederholten akuten Nasen-catarrhen, chronische Entzündung der Nasen- oder Stirnhöhlen­schleimhaut, Neubildungen in der Nase, oder die Gegenwart von Pentastomen (Parasiten).
Die Prognose ist meist zweifelhaft, selbst ungünstig.
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Ist der Nasenausfluss blos durch eine chronische Entzündung der Schleimhaut oder durch Pontastomen in der Nase bedingt, so können Inhalationen von Terpentinöl, Theer, Creolin, Cresolin, Carbol, Benzol oder aromatischen Dämpfen von Erfolg sein. Unterstützt worden dieselben durch Injectionen von schwachen Höllenstein-, Zinkvitriol-, Kupfervitriol-, Carbol- oder Sublimat-lösungen. Sind Neubildungen zugegen, so wären dieselben zu
ocr page 60
48nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;IIquot; Krankheiten der Ilespirationsorgane.
entfernen, was beim Hunde wohl mit grossen Schwierigkeiten, selbst Lebensgefahr verbunden ist.
In diätetischer und hygienischer Hinsicht achte man am eine kräftige Fütterung, und reinen, trockenen und luftigen Aufenthaltsort.
Rp. Argent, nitric. O'öO,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Rp. Zinc. sulf. 2-0O, Aq. destill. SO'OO.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Aq. destill. 100-00.
M, D. S. Zum Einspritzennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; M, D. 8. wie nebenan,
in die Xase.
Rp. Cupri sulf. l'OO, Aq. destill. 100-0. M. D. S. wie oben.
Parasiten.
In der Nasen- und besonders in der Stirnhöhle dos Hundes findet sich mitunter ein Parasit — das bandwurmähnliche Fünf­loch (Fentastemum taonioides.)
Die Symptome bei der Gegenwart dieses Parasiten sind: häufiges Niessen, Reiben und Wetzen mit der Nasenkuppe, ein dickschloimiger Nascnausfluss, zeitweise heftige Unruhe des Thieres und Schlaflosigkeit, mitunter Ausbrüche der Raserei.
Die Prognose ist eine zweifelhafte.
Die Behandlung ist dieselbe wie beim chronischen Nasen­katarrh. Die mikroskopische Untersuchung des Nasenschleimes führt in erster Linie zur richtigen Diagnose. Ist der Parasit nachgewiesen, dann könnte noch die Trepanation der Nasen- und Stirnhöhle vorgenommen und ein Aus- und Durchspülen der­selben mit Carbol- oder Creolinlösung vollführt worden.
b) Kranl-heiten des Kehlkopfes und der Lufirölire. Krampfhusten.
Man versteht darunter öfter im Tage sich oinstollendo rauhe, schmerzhafte, krächzende, krampfartige Hustenanfiillo, die durch eine oder mehrere Minuten andauern, und mit Brechneigung oder wirklichem Erbrechen einer zähen Schleimmasse verbunden
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Krampfluisten.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;49
sind. In don Intervallen erscheinen die Patienten gesund. Fieber besteht keines.
Die Ursachen sind rasche Abkühlungen, besonders durch das Trinken sehr kalten Wassers und durch raschen Temperatur­wechsel, ferner das Einathmen reizender Dämpfe und Gase sowie reizender pulverförmiger Körper. Man beobachtet aber auch einen gleichen Husten hei alten mit Kropf, Lungenemphysem und Herz­krankheiten behafteten Hunden, und kann bei diesen Thioren die Wahrnehmung machen, dass dieselben im Freien, in reiner Aussen-luft weniger, mitunter gar nicht husten, während bei einem Aufent­halt im geschlossenen Räume die Hustenanfälle häufiger auftreten.
Je nachdem erstere Ursachen einwirkten oder letzterwähnte chronischo Veränderungen die Ursache bilden, so gestaltet sich die Vorhersage verschieden. In den meisten Fällen ist dieselbe zweifelhaft, ja selbst ungünstig.
Der Verlauf ist langwierig, auf Wochen selbst Monate sich hinziehend, und Verfasser hatte Gelegenheit viele Fälle zu beobachten, die unheilbar waren.
Die Behandlung erfordert ein warmes Verhalten der Hunde und eine Fütterung mit leicht verdaulicher, aber kräftiger Nahrung. Als Getränk ist abgekochtes Wasser oder ein aromatischer oder schleimiger Thee vorzusetzen.
In therapeutischer Beziehung eignen sich Brechmittel, dann der Salmiak, der Bilsenkrautoxtract in den bereits erwähnten Dosen und Formen. Ausserdem können Priessnitzumschläge in der Hals­gegend, sowie Einreibungen mit warmen Oel oder Bilsenkrautöl und Kampher in der Kehlkopfgegend gemacht werden. Inhalationen aus Wasserdämpfen für sich oder mit Zusatz von Terpentinöl, Wach-holderöl, Carbolsäure, Creolin, Kresolin etc. sind sehr angezeigt.
In hartnäckigen Fällen kann das Opium, Kirschlorbeerwasser, die Brcclmusstinctur, das Morphium, das Apomorphin, die Bella­donna, die Brechwurzel etc. in Anwendung gezogen werden.
In sehr hartnäckigen, chronischen Fällen leisten grosse Gaben von Morphium und Antipyrin gute Dienste. Bp, Tind. Ipccacuanh. 10'00, Morphü acet. 0 05. M. D. S. 2 bis 3mal tägl. 5—10 Tropfen mit Zucker zu gehen.
Konhäu ser, Knmkheitcn des Hundes. 2. Aufl.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;4
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II. Krankheiton der Eospirationsorgane.
Rp. liad.Ijiecamanh.imlv. l'OO, Morphii acet. 0 05, Sacch. alb. 5-00. M. f. pulv. 8. 2-stiincUich
einen kleinen Messerspitz
voll zu geben.
Rp. Aq. Laurocerasi 10 00, Tinct. nux i-omic. ynit.
decent, Morphii acet. 0'05, M. D. 8.2-3 Mal täglich 10 Tropfen mit etwas Wasser zu gehen.
Rp.
Inf. rail. Ipecacuanh. {20 0
—200-0), Morphii acet. O'SO, Succ. liquirit. 5'00. M. D. S. 2-stHndlich 1
Kaffeelöffel voll.
Rp,
Ext. Belladon. O'Oö, Aq. Lanroceras. 15'00. M. D. S. 4-stündlich
Tropfen auf Zucker
geben.
10
Rp. Tinct. Belladon. 100, Aq. Lauroceras. 20 00. M. D. S. 2inal täglich Tropfen.
10
Rp.
Morplni hgdrochlor. 0-30,
Sacch. alb. CrOO.
M. f. jurfv- Div. in Dosis
acq. Nro 10.
S. 2 Pulver pr. Tag.
Rp. Antipgrin 5-00, Sacch. alb. 5'00. M. f. pulv. Div. in Dosis
aeq. Nro 15.
S. 2 Pulver täglich.
Acuter Katarrh des Kehlkopfes und der Luftröhre.
Derselbe ist bei Runden nur selten ein für sich bestehender Krankheitsprocess, sondern meist eine Theilorscheinung der Staupe oder dos Bronchialcatarrlics.
Die Symptome sind: Temperatursteigerung, Traurigkeit, Schläfrigkeit, Abnahme der Fresslust, ein anfangs trockener, schmerzhafter, später feuchter, lockerer mit Auswurf verbundener Husten, vermehrter seröser, schleimiger selbst eitriger Nasen-ausfluss, erschwertes, beschleunigtes Athmen hei normalen Per­kussionston in der Brust, versclulrftes vesikuläres Athmen, mit­unter Rasseln bei der Auskultation und Beschleunigung des Pulses.
Die Ursachen sind meist Erkilltungcn oder das Einathmon reizenden Staubes.
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Chronischer Katarrh dos Kchlkopfos und dor Luftröhre.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 51
Der Verkauf ist ein kurzer, 8—14 Tage andauernd, wo unter sichtbarer Abnalimo des Fiebers die catarrhalisclien Erscheinun­gen nachlassen und Genesung erfolgt.
Die Prognose ist anfangs mit Vorsicht zu stellen, besonders so lange das Fieber anhält, da sich mitunter eine catarrhalische Pneumonic entwickelt, welche das Leben des Thieros bedroht.
Therapie. Diese ist gleich jener wie bei der katarrhalischen Form der Staupe. Es werden fioborwidrige in Verbindung mit narkotischen und schleimlösenden Arzneien verabreicht, und Inhalationen von einfachen Wasserdämpfen oder unter Zusatz von Kochsalz, Salmiak, Creolin, Cresolin, sowie aromatischen Aufgüssen, Terpentin- oder Fichtennadelöldämpfen vollführt,
Ein ruhiges Verhalten der Patienten und ein trockenes warmes Lager sind unbedingt angezeigt. Das Futter sei von guter Be­schaffenheit und leicht verdaulich, und das Trinkwasser nie zu kalt.
Chronischer Katarrh des Kehlkopfes und der Luftröhre.
Dieser Kranklieitsprocess wird meist bei älteren Hunden beobachtet und entwickelt sich häufig aus wiederholt aufgetrete­nen acuten Katarrhen.
Symptome, Das wichtigste und oft einzige Symptom ist der Husten, welcher bei joder Bewegung oder Erregung des Thieres eintritt. Derselbe ist gewöhnlich trocken, rauh, krächzend, selten feucht, und mit einem schnurrenden, pfeifenden oder rasselnden Geräusch verbunden ; oft besteht auch Athemnoth, besonders nach einem derartigen Anfalle. Nicht selten erfolgt an den Husten unmittelbar anschließend ein krampfhaftes Würgen unter Hals­streckung und Senkung des Kopfes gegen den Boden, welches gewöhnlich mit Erbrechen oder starkem Brechreiz verbunden ist. Charakteristisch ist ferner, dass der Husten namentlich in der Nacht oder in einem geschlossenen Räume in kurzen Zwischen­räumen in heftigen Anfällen sich einstellt, während derselbe im Freien seltener und nur mäßig auftritt
Das übrige Befinden des Hundes ist nicht gestört.
Ursachen. Die ursächlichen Momente sind: Erkältungen wiederholt aufgetretene acute Katarrhe, Traumen auf den Kehl­kopf und die Luftröhre durch das Würgen besonders durch ein
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II. Krankheiten der Respirationsorgane.
MI
zu enges Halsband, Neubildungen im Rachen oder im Kehlkopf, längere Zeit andauerndes Einathmen von reizenden Substanzen, wie dies in Fabriken möglich ist.
Der Verlauf ist chronisch. Sehr selten ist vollständige Ge­nesung zu erreichen. Die Besserung dauert meist nur kurze Zeit an. Ilaschor Temperaturwechsel, besonders nasskalto Witterung bedingen sofort das Wiederauftreten.
Therapie. Vor Allem ist den Patienten die grössto Iluho zu gönnen. Ferner ist darauf zu achten, dass das Trinkwasser nie zu kalt vorgesetzt wird. Das öftere, besonders kalte Baden ist zu unterlassen. Viel Aufenthalt mit mäßiger Bewegung in warmer, trockener und windstiller Luft ist sehr angezeigt.
In eigentlich thevapeutischcr Beziehung sind die beim aeuten Kehlkopf- und Luftröhrenkatarrh angeführten Inhalationen auch beim chronischen Katarrh in Anwendung zu bringen. Außer diesen können die Dämpfe von heißen Bromkali-, Tannin- oder Höllensteinlösungen verordnet werden.
Ebenso mäßigt das Einblasen von Morphium oder Höllen­stein (O'IO auf l-() Zucker) in den Rachen mitunter den Hustenreiz.
Innerlich gibt man narkotische Mittel in Pulverform oder gelöst.
Rp. Mbrphii hi/drochlor. 0-20 Sacch. all). o-OO M. /. pulv. Div. in dosis
aeq. Nr. 10. S. 2 Piüver täglich.
Rp. Ext. nuc. vomic. O'Oo Ext. Belladon. 005 Aq. destillt. 50-00. M. B. S. 3 stilndlich 1 Kaffee o. Esslöffel voll.
Rp. Morphii hydrochlor. O'IO Ext. Hyoscy. 010 Pulv. nid. liquirit. b'00 M. f. pulv. div. in dosis
aeq. Nr. 15. S. .'J Pulver täglich.
Rp. Aqua Lauroceras. 15-00 Tinct. nuc. vomic: M. D. S. 3 mal täglich 10 Tropfen zu gehen.
Croupöse Kehlkopf- und Luftröhrenentzündung.
Croup des Kehlkopfes und der Luftröhre ist bei Hunden höchst selten zu beobachten.
Die Symptome sind plötzlicher Eintritt von Hustenan­fällen und hochgradiger Athemnoth begleitet von sehr hohen
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Acutor Bronchialcatari'li.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;53
Fieber und heftigem Schüttelfrost. Die Umgebung des Kehlkopfes ist ödomotös goschwollen, und schon bei müßigem Druck sehr empfindlich. Das Athmon wird unter starkem Aufsperren der Kiefer stöhnend, röchelnd, pfeifend, schlotternd und rasselnd vollführt. Die Fresslust liegt darnieder, und die Thiere sind ängstlich und unruhig.
Steigern sich die Symptome, so erfolgt innerhalb weniger Stunden oder längstens 2—3 Tagen durch Erstickung der Tod.
Treten die Symptome milder auf, so erfolgt nach 3—4 Tagen bei jedesmaligem Aushustender Auswurf von Croupmem. branen und baldige Genesung.
Die Ursachen sind entweder rasche Abkühlungen des er­hitzten Körpers, traumatische Einwirkungen direct auf die Schleim­haut des Kehlkopfes und der Luftröhre, das Einathmen heißer Luft, heißen Hauches oder scharfe oder heiße Eingüsse.
Die Prognose ist nach der Höhe des Processes verschieden, meist ungünstig.
Die T h e r a p i e beschränke sich auf die Anwendung von Priess-nitzumschlägen am Halse, auf Inhalationen von Wasserdämpfen mitunter von Zusatz von Carbolsäure oder Creolin und auf die Verabreichung eines Brechmittels.
Ep. Tartar, emetic. 010nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Ep. Inf. rad. Ipecacuanhae. Äq. destillt. lO'OOnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;(5:100) M. D, 8. Brechmittel inner-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; S. 2 stündlich 1 Kaffee-halb 1 Stunde zu verab-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; iöffel voll zu yehen bis folgen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Erbrechen eintritt.
c) Kmnkheiten der Bronchien. Acuter Bronchialkatarrh.
Symptome. Der akute Bronchialkatarrh beginnt in der Eegel mit hohem Fieber. Die Temperatur und Pulsfrequenz ist ge­steigert, manchesmal Schüttelfrost merkbar. Der Husten, ein Hauptsymptom, ist anfangs trocken, kurz und sehr schmerzhaft, und wird später locker und feucht mit anfangs wässerigem, dann schleimigem und endlich selbst eitrigem Ausfluss und Auswarf verbunden. Das Athmen ist beschleunigt, erschwert,
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II. Krankheiten der Respirationsorgane.
mitunter mit Aufreißen des Maulos vor sich gehend. Die Per­kussion der Brust ist normal.
Die Auskultation ergibt anfangs verschärftes vesikuläres Athmen, später trockene, besonders feuchte Rasselgeräusche. Die Fresslust liegt darnieder.
Der Vorlauf und Ausgang ist bei Hunden mittleren Alters meist günstig Bei sehr jungen oder alten Hunden tritt nicht selten der Tod ein.
Bei langem Bestände des Processes und Fortdauer der Schäd­lichkeiten kann derselbe in den chronischen Katarrh übergehen.
Die Ursachen sind verschiedener Natur. Vor allem muss eine gewisse Disposition angenommen werden. In dieser Hin­sicht kann man die Beobachtung machen, dass zu Bronchial-catarrhen insbesondere sehr junge, schwächliche, anämische und verzärtelte Hunde incliniren.
Ferner ist die Erkältung, chemische und mechanische Reize auf die Luftwege, sowie das Fortschreiten eines Katarrhes der vorderen Luftwoge auf dieBronchialschleimhaut zu berücksichtigen.
Auch durch Infection kann die Krankheit bedingt sein. End­lich beobachten wir don Process als Theilerscheinung bei der Staupe.
Therapie. Nach entsprechender Regelung der diätetischen und hygienischen Maßregeln können. Inhalationen mit den bereits angeführten Stoffen vollführt worden. — Innerlich können narkotische Mittel (Morphium, Opium, Hyosciamus, Apomorphin, Belladonna) für sich oder in Vorbindung mit schleimlösenden und auswurfbefürdernden Arzneistoffen, als : Salmiak, Eisensalmiak, G oldschwefel, in den bereits angegebenen Mengen Verwendung finden.
Bei sehr erschwertem, rasselndem Athmon kann gleich im Beginne der Brechwoinstoin oder die Brechwurzol angewendet werden.
Gegen zu starke Schleimsekrotion kann Terpentinöl (5—10 Tropfen) mit einem schleimigen Mittel, die Senegawurzel und der Liquor Ammonii anisat. gegeben werden. Beide letztere Stoffe folgend vorschrieben:
Rp. Infns. racl. Senecjae lO'O : 150 0 Liquor Amnwn. anisat. 5m0 AI. 1). 8. i stündlich 1 Kaffee- resp. Esslöffel voll zu geben.
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Lungencongestion — Lungenödem.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;55
Selbstverstümllich werden auch ficbenvidrigo Mittel (Chinin, Cinchonin, Digitalis, Akonit, Strophantus etc) und hei Eintritt von Schwäche Kampfer- und Ätherinjectionen zu verordnen sein.
Chronischer Bronchialcatarrh.
Die Symptome desselben sind gleich dem acuten Bronchial­catarrh, nur fohlt das Fieber und besteht meist eine gute Fresslust. Der Husten verbunden mit starkem Schleimauswurf bilden das Hauptsymptom.
Die Ursachen sind wiederholt aufgetretene acute Bronchial-catarrhe; fortdauernde Einwirkung scharfer Dämpfe und Gase und sonst reizender Stoffe auf die ßespirationsorgane.
Der Verlauf ist chronisch. Besserungen halten gewöhnlich nur kurze Zeit an. Man beobachtet diesen Krankheitsprocess meist bei alten Hunden, und ist mit demselben oft ein Lungen­emphysem und eine Erkrankung des Herzens verbunden.
Was die Therapie betrifft, so können die beim acuten Bron­chialcatarrh angeführten Arzneistoffe und Behandlungsweisen in Anwendung kommen.
Eine Heilung ist nur bei kurzem Bestände der Krankheit möglich.
(I) Krankheiten der Lunge,
Lungencongestion — Lungenödem.
Die Symptome beider krankhafter Zustände treten meist plötzlich auf. Yor allem stellt sich sehr beschleunigtes und er­schwertes ängstliches Athmon ein. Dasselbe wird mit aufgesperrtem Maule vollführt. Aus der Nase und dem Maule kommt schaumige, mitunter blutige Flüssigkeit. Die sichtlichen Schleimhäute sind hochroth, dunkelroth odor cyanotisch. Der Perkussionston an der Brust ist normal, manchesmal leicht t.ympanitisch klingend, und die Auskultation ergibt verschärftes Athmen mit fein- und gross­blasigen Rasselgeräuschen, Die Fresslust fehlt; der Durst ist vermehrt, und die Patienten sind sehr unruhig.
Die Ursachen sind theils Überanstrengungen der Hunde bei heißer Jahreszeit durch den Jagd- oder Zugdienst, theils
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56nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;11. Krankheiten dor Eespirationsorgane.
Einathmungen scharfer, erstickender Gase und Dämpfe, oder das Eindringen staubfürmiger Körper in die Bronchialverzweigungen.
Der Verlauf ist stets akut zur Genesung oder zum Tode führend.
Therapie. Von vorzüglicher Wirkung ist mitunter ein aus­giebiger Aderlass, besonders bei der Lungencongestion. Zur Ee-golung der Cirkulation empfiehlt sieb ferner das wiederholte Frottieren des Körpers nach vorheriger Bespritzung mit, einem flüchtigen Reizmittel (Kampfergeist, Weingeist, Franzbranntwein, aromatischem Spiritus, Arnikatinktur etc.) Sehr zu empfehlen ist die Anwendung kalter oder fouchtwarmor Umschläge um die Brust, kalter Klystiere und Lnxantien. Vor dem Eingeben von Medikamenten muss gewarnt werden, da sich die Kranken sehr sträuben und leicht Erstickungsanfällo eintreten.
Lungenblutung.
Diesen Process beobachtet man beim Hunde sehr selten. Er ist meist eine Folge einer hochgradigen Lungenhyperämio, oder bedingt durch fremde, stechende, rauhe Körper, welche durch die Luftröhre und Bronchien in das Lungengewebe eingedrungen sind.
Symptome. Das auffallendste und charakteristische Merkmal' ist die Entleerung von hellrothem, schaumigem Blute durch die Nase und das Maul, hochgradige Athemnoth, häufiger Husten, starkes Zittern und grosse Aengstlichkeit. Bei grossem Blutverluste werden die Schleimhäute bleich, der Blick matt; das Thier beginnt zu schwanken und zu taumeln und stürzt zusammen. Der Puls ist sehr schwach, das Athmen kurz, beschleunigt.
Therapie. In dieser Beziehung stehen wir mitunter macht­los dem Processe gegenüber. — Versuchsweise können kalte Um­schläge am Thorax applicirt werden. Innerlich kann Tannin, Alaun, Bleizuckor, Eisenvitriol, Höllenstein in schwachen Lösungen verabreicht werden. Vorzüglich wirkt mitunter das Kochsalz als Klysma, Einguss oder subkutan injicirt. Ebenso werden In­halationen von Eisonchloriddämpfen oder Essigdämpfen empfohlen.
Lungenentzündung.
Dieser Entziindungsprocess befällt Hunde jeden Alters und jeder Basse, und tritt entweder selbständig auf, oder in Verbin-
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Lungonentzündung.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;57
düng mit der Pleuritis oder im Yerlaufe der Staupe. Dor Process tritt entweder nur in einzelnen Lungenlappon, oder über die Gesammtlunge auf.
Die Ursachen sind größtenthoils Verkühlungen in verschie­dener Weise. Ferner mechanische Einwirkungen auf den Brust­korb, das Einathmon scharf reizender Gase und Dämpfe, und das Eindringen fremder Körper in die Bronchialverzweigungen, sowie Überanstrengungen. In vielen Fällen lässt sich jedoch irgend welche auffallende Einwirkung als ursächliches Moment nicht nachweisen, so dass man eine Infection annehmen muss.
Erscheinungen. Die Lungenentzündung beginnt stets mit einem heftigen Fieber. Die Körpertemperatur ist erhöht, der Puls beschleunigt, der Herzschlag im Beginne pochend. Die Hunde er­scheinen matt, sehr traurig. Maul und Nasenschleimhaut und die Bindehaut der Augen ist oft stark geröthet. Im Anfange logen sich die Kranken nocli nieder, wechseln aber oft ihre Lage ; später sitzen sie meist und halten den Hals und Kopf gestreckt in die Höhe. Das Athmen ist kurz, anstrengend, mit deutlicher Bewegung der Rippenwand. Das Athmen wird häufig unter Aufblasen der Backen und mit offenem Maule vollführt, wobei ein tiefes, etwas gedehntes Einathmen und ein kurzes Ausathmen vor sich geht.
Meist ist ein kurzer, schmerzhafter Husten, und im Unter­drückungsfall ein Stöhnen zugegen. Sobald hohes Fieber vor­handen ist, zeigt sich die ausgeathmete Luft sehr heiß, und ebenso bemerkt man eine heiße, trockene Maulschleimhaut. Nach dem Husten beobachtet man mitunter einen schleimigen, trüben, missfärbigon Nasenausfluss.
Im Beginne der entzündlichen Anschoppung ist der Per-cussionston unverändert. Später stellt sich ein tympanitischer Schall ein, welcher mit dem Vorschreiten dos Krankhoitsprocesses einem gedämpften und selbst leeren Schall Platz macht.
Währendquot; des hyporämischen Stadiums vernimmt man durch die Auskultation feinblasiges Bassein. Kommt es zur Hepatisation eines Lungenabschnittes, wie es gewöhnlich der Fall ist, so er­gibt sich an der Stelle des gedämpften oder leeren Tones durch die Auskultation bronchiales oder unbestimmtes Athmen, con-sonirendes Easseln oder gar kein Aihmungsgeräusch. So lange die Hepatisation in der Zunahme ist, hält sich auch das Fieber
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58nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;H. Krankheiten der Respirationsorgane.
auf gleicher Höhe. Mit der Zunahme der Hopatisation wird auch die Athembosclnverde immer auffallender.
In diesen beiden Stadien der Lungenentzündung ist der Appetit gcwühnlich sehr gering. Der Urin ist braunroth oder dunkel-braungclb und wird so wie der trockene Koth nur selten abgesetzt.
Im Stadium der Hepatisation erfolgt nicht selten ein to dt lie her Ausgang, welcher sich durch fortwilhrondo Stei­gerung der Athemnoth, durch einen kleinen weichen, sehr schwer fühlbaren Puls, durch ein häufiges mattes Husten, durch Kälte der Haut, der Extremitäten und der sichtlichen Schleimhäute, und durch einen sichtlichen Verfall der Kräfte des Kranken kund­gibt. Oft tritt zum Lebensende heftiger Durchfall ein.
Erfolgt hingegen die Lösung des Krankheitsprocessos, so nehmen die Fiebersymptomo und die Athembeschwerde innerhalb 8 Tagen ab ; der Husten wird feucht und locker; die Perkussion ergibt einen tympanitischen, und je weiter die Lösung vorschreitet, endlich einen vollen und lauten Schall; durch die Auskultation werden feuchte, fein- und grossblasige Easselgoräuschc vornehmbar, welche selbst in der weiteren Reconvalescenz noch einige Zeit hörbar sind.
Stellt sich eitrige Infiltration ein, so erfolgt unter raschem Verfall der Kräfte und dem AusHuss eitriger Schleim-masse aus der Nase ein tüdtlicher Ausgang.
Bilden sich grössero Abscesse in den Lungen, so dauern die Fiebersymptome fort, und durch den Husten wird bisweilen Eiter entleert, welcher auch zeitweise aus der Nase zum Vorschein kommt. Gehen die Thierc bei diesem Ausgang der Lungenent­zündung nicht zu Grunde, so nehmen sie doch selbst nach Wiederkehr der Fresslust nicht zu, husten oft, und behalten ein kachektischos anämisches Aussehen, welches in kurzer Zeit zum Tode führt.
Der Ausgang der Pneumonio in Brand wird bei Hunden sehr selten beobachtet.
Der Verlauf der Krankheit ist dem Angeführten zu Folge ein verschiedener. In jenen Fällen, wo es nicht zur Hepatisation kommt, oder selbe nur in sehr geringer Ausbreitung vorhanden ist, und wo rasch die Lösung eintritt, — kann die Genesung
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Lungenemphysem.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;59
innerhalb 8 Tagen erfolgen. Alle übrigen Ausgange bedingen innerhalb kurzer Zeit den Tod.
Die Behandlung muss man mit einer zweckentsprechen­den Diät einleiten. Ferner soll dem Kranken ein mäßig -warmer, luftiger Aufenthaltsort angewiesen, und die grösste lluho gegönnt werden. Kräftigen, grossen Hunden sind im Beginne des Krank-heitsprocesses Mittolsalze (Glaubersalz, Bittersalz, Karlsbatlersalz etc.) zu verabreichen. Ebenso kann der Salpeter oder die Pott­asche als antiphlogistisches Mittel gegeben werden. Bei hohem Fieber kann Digitalis, Akonit, Chinin, Antifibrin, Atipyrin, Stro-phantus in den bereits erwähnten Gaben verabfolgt werden. Ein kalter Überschlag oder Priessnitzumschlag über die Brust bietet mitunter eine günstige quot;Wirkung bezüglich der Lösung.
Ist der Husten sehr häufig und schmerzhaft, so kann das Bilsenkraut, Opium und Morphium für sich oder mit Salmiak, Pottasche oder Salpeter in den bereits verschriebenen Infusen von Senega oder Ipecacuanha gelöst in Anwendung kommen. Im Stadium der Lösung gibt man mit Vorthcil Salmiak oder Karlsbadersalz mit aromatischen und gewürzhaften Pflanzenstoifen, als: Wachholder, Kalmus, Enzian etc.
Bei auffallender Mattigkeit und Hinfälligkeit sind Stimulanzen aus schwarzem Kaffee, starkem Theo mit etwas Eum oder Cognac versetzt, oder Abkochungen der Chinarinde oder grössore Dosen von Chinin sulf. angezeigt.
Bei Lungenbrand kann innerlich Bleizucker (0quot;30 auf 50quot;0 dostillt. Wasser gelöst) verbunden mit einigen Tropfen Terpentinöl verabreicht werden. Auch Inhalationen von Terpentindämpfen sind anzurathen.
Lungenemphysem (Asthma.)
Dasselbe stellt eine andauernde Athmungsbcschwerde ohne Fieber dar, welche bei Hunden jeden Alters beobachtet werden kann. Besonders sind ältere Hunde damit behaftet.
Die Ursachen der Entwicklung eines Lungenemphysems sind allgemeine Verfettung, chronische Catarrhe der Athmungsor-gane, einseitige chronische, exsudative Pleuritis, Herzerweiterung, Herzklappenfehler und der Kropf.
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(30
II. Krankheiten der Hospirationsorgane.
Bio Symptome sind im Beginne des Leidens ein kurzes, etwas angestrengtes Atlnnen, besonders dann, wenn die Hunde eine Strecke gelaufen sind, oder durch viel Futter den Magen stark ausgedehnt haben. Im weiteren Verlaufe ist die Beschwerde mehr andauernd, und tritt hauptsächlich beim Liegen und während der Nacht auffallend hervor. Bei manchen Hunden ist das Athmen laut hörbar und pfeifend. Gleich vom Beginn der Krankheit an besteht ein kurzer, rauher, oft auch_dumpfer, keuchender Husten, der bei längerer Dauer des Leidens immer zunimmt und die Thiero sehr belästigt.
Die Percussion ergibt einen überlauten Brustton, und die Auskultation meist verschärftes, rauhes, pfeifendes Athmungs-geräusch mit trockenem Eassoln und Schnurren. Sonst sind die Hunde munter und gewöhnlich bei gutem Appetit. Bei manchen dieseiQ[Patienten tritt nach längerem Bestände der Krankheit plötzlich auffallende Abmagerung mit Abnahme der Fresslust und der Tod in Folge Entkräftung ein.
Der Verlauf ist chronisch und die Prognose ungünstig. Die Behandlung bei Fettleibigkeit muss mit magerer Kost und viel Bewegung im Freien begonnen werden. Einmal wöchent­lich verabfolge man ein Purgiermittel. Ferner gebe man derart fetten Hunden durch einige Zeit Jodpräparate, besonders das Jodkalium (2-0 auf 50-0 destillt. Wasser gelöst) 2 mal täglich 1 Kaffeelöffel voll, forner ein jodhaltiges Wasser oder Karlsbader­salz unter das Trinkwasser. Bei heftigen Hustenanfällen sind die bei Krampfhusten angeführten Mittel in Gebrauch zu ziehen.
e) Krankheiten des Brustfelles.
Die Brustfellentzündung.
Die seröse Haut, welche die ganze Brusthöhle nach innen und die in derselben gelegenen Organe an der Oberfläche über­kleidet, wird beim Hunde wohl selten von einem Entzündungs-proecsse befallen, der sich entweder blos auf das Brustfell locali-sirt, oder auch auf die Lunge und den Herzbeutel übergeht, und entweder für sich allein oder in Verbindung mit Lungen­oder Bauchfellentzündung vorkommt.
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Die Brustfellentzündung.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ßl
Die Ursachen der Entstehung sind t.heils mechanische Einwirkungen auf den Brustkorb, thcils Perforationen des Brust-thoiles des Schlundes durch steckengebliebene spitze Knochon-stttoke oder sonstige spitze harte Körper, theils nachweisbare Erkältungen, wie dies bei Zug- und Jagdhunden beobachtet wird.
Symptome. Der Eintritt der Krankheit gibt sich durch Fieber zu erkennen, indem eine erhöhte Körpertemperatur, eine wechselnde ITauttemperatur und ein beschleunigter Puls sich zeigt. Die gewöhnliche Munterkeit verliert sich an dem Hunde, er nimmt eine steife Haltung seines Körpers an und sitzt fast be­ständig mit aufgerichtetem Vordertheil.
Zeitweilig hört man einen schmerzhaften, dumpfen Husten und ein Stöhnen, welche Merkmale sich bei einem an der Brust­wand angebrachten Druck vermehren. Beim Athmen werden die Rippenwandungen unmerklich bewegt. In den ersten Tagen des Krankheitsprocossos hört man durch die Auskultation noch das BUlschenathmen, und die Perkussion ergibt einen ziemlich lauten, manchmal auch schon einen abgeschwächten, leicht ge­dämpften Schall.
Die letzterwähnten Erscheinungen erleiden im weiteren Ver­laufe der Krankheit eine Änderung in Folge Ausschwitzung eines serösen Exsudates und Bildung fasorstoft'ähnlicher Gerinnsel an dem Brustfelle, oder bei Perforation des Schlundes durch An­sammlung jauchigen Exsudates, wo durch die Exsudatmasson das Athmungsgeräusch von Seite der Lungen oft ganz unhörbar wird, und Reibungsgeräuschc zu hören sind, welche aber auch im Beginne des Processes wahrgenommen werden können, und oft das sicherste diagnostische Moment abgeben.
Je nach den ebenangeführten Veränderungen erhält man durch die Perkussion einen gedämpften oder leeren Schall, welche Dämpfung oder Leere gleichzeitig die Höhe des vorhandenen Exsudates anzeigt,
Durch Exsudate auf der linken Seite der Brust wird das Herz stets nach vor und rechts gedrängt, wo dann der Herzstoß nur auf der rechten Seite fühlbar ist.
Durch Zunahme des Exsudates wird auch der Brustumfang vergrößert, und das Athmen wird immer mehr mit den Bauch-
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62nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; II- Krankheiten der Respirationsorgane.
muskoln stoßweise und unter großer Anstrengung vollführt. Die Patienten sitzen meistens und strecken Kopf und Hals auffallend.
Der Verlauf ist moistens sehr acut. Estritt, entweder Zer-theilung ein und Resorption dos Exsudates; oder es findet zeit­weilig eine Rücksaugung des Exsudates statt, worauf eine ver­stärkte Ausschwitzung folgt, und es nimmt die Krankheit den Ausgang in die chronische Brustfellentzündung, die durch den Ein­tritt eines kachektischen Znstandes mit Sicherheit den Tod be­dingt ; endlich kann auch durch thoihveise Verwachsung der Lungenoberfläche mit der Brustwand eine dauernde Athembe-schwerde zurückbleiben. Wenn der Entzündungsprocess sehr heftig .auftritt und rasch bedeutende Ausschwitzungen erfolgen, so ist'der Eintritt des Todes innerhalb einiger Tage zu gewärtigen.
Die Behandlung fordert zuerst eine zweckentsprechende Regelung der diätetischen Einflüsse, Die Patienten müssen unter gleichmässig warmer Temperatur gehalten, ihnen die grösste Ruhe gegönnt, und selbe mit leicht verdaulichem Futter genährt werden.
Im Anfange sind kalte Wickelungen oder Pricssnitzumschlägo um die Brust angezeigt. Duldet dieselben der Hund nicht, so können flüchtige Hautreize wiederholt im Tage an den Brust­wandungen angewendet werden. Hortwig empfiehlt bei kräftigen Hunden einen mäßigen Aderlass.
Gegen das bestehende Fieber sind antipyrotischo Mittel, als : Antipyrin, Antifobrin, Phenacetin, Thollin, Digitalis, Chinin, Akonit, Salpeter etc. in Gebrauch zu ziehen. Bei Verzögerung der Eesorption können Purgiermittel, als : Calomel und Gummi-gutt 015—0'30 mit Honig zur Pille gemacht, oder Ricinusöl, Kindermeth, Wiener Laxirtiänkchen, Bittersalzlösung Anwendung finden. •— Ebenso empfehlen sich harntreibende Mittel zur För­derung der Resorption, so das essigsaure Kalium (O'BO—0'50 auf öO'OO dcstillt. Wasser) die Wachholdorpräparate, das Terpen­tinöl, der Salpeter, besonders die Digitalis- und Mecrzwiebel-präparate, u. z. vom Pulver OOö—0*10 pro dosi. vom Extrakt 0-20—0-30 in fiO'OO destillt. Wasser gelöst, von dor Tinktur 5—10 Tropfen 2 mal täglich.
Auch der Weinstein (Ö'O auf ICO'O Wasser) sowie Dekokte vom Petersiliensamen oder Wurzel sind zu gebrauchen.
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Dio Bi'uatwasscrsucM.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 03
Steigt das Exsudat dennoch, tritt bedeutende Atliemnoth ein, dann wäre als letztes Mittel die Punktion der Brust, um durch Entleerung dos Exsudates dem Patienten eine Erleichtorung zu verschaffen, vielleicht sogar das Leben zu erhalten.
Die Brustwassersucht.
Diese besteht in der Ansammlung einer serösen Flüssigkeit in der Brusthöhle, u. z meist in beiden Brusthiilften, und ist bei Hun­den häufiger zu diagnostiziren als die akute Brustfellentzündung. Die Ursachen dieses Krankheitsprocosses sind voraus­gegangene Lungen-Brustfellentzündungen, Carcinom in einzelnen Organen, Cachexie, allgemeine Wassersucht, Blutstaung bei chro­nischen Herz-, Lungen- und Nierenkrankheiten, endlich eine chronisch werdende Pleuritis.
Erscheinungen. Die Kranken zeigen sich matt, hinfällig. Das Athmen findet mit Anstrengung, unter starkem Heben der Rippen, und auffallende und pumpende Bewegung der Bauch­wandungen statt; das Einathmen ist etwas gedehnt, das Aus-athmen kurz. Besonders erschwort ist das Athmen, dann, wenn die Thiero liegen, oder eine Treppe oder Anhöhe hinauf- oder heruntergehen. Der Husten ist häufig kurz und krächzend. Puls und Herzschlag sind meist schwach. Dio Percussion dor Brust ergibt in der ganzen Ausdehnung des Exsudates einen leeren Schall; die Auscultation gar kein Athmungsgeräusch. Nur an den nach aufwärts gedrängten Lungenpartien, welche noch mit der Brustwand in Berührung treten, vornimmt man bei der Aus­cultation sehr verschärftes Athmen. Bei langer Dauer des Leidens treten ödematöse Anschwellungen an der ünterbrust, dem Untor-bauch und den Extremitäten auf, und erfolgt eine rasche Abma­gerung der Kranken.
Der Verlauf ist ein chronischer, und die Heilung gelingt nur dann, wenn die Krankheit im leichten Grade vorhanden ist und keine organischen Veränderungen in dor Lunge, dem Herzen, den Nieren und sonstigen Drüsen die Ursache bilden.
Die Behandlung muss sich vor allem mit der Entfernung der zu Grunde liegenden Ursachen befassen, und darauf achten, dass die diätetischen Verhältnisse entsprechend dem Krankhcits-processe geregelt werden.
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(54nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; EQi Krankheiten der Kreislaufoigane.
In thorapoutischcr Beziehung können alle jono Mittel An­wendung finden, welche bei der Brustfellentzündung angeführt wurden. Auch die Function der Brust ist mitunter angezeigt. Der Bruststich wird mit einem sehr dünnen Troicart vollführt, indem man an der kranken Brustseite zwischen der 5. und 9. Eippe von rückwärts gezählt, eingeht.
Pneumothorax.
Darunter versteht man das Eindringen von Luft in die Brusthöhle.
Die Ursachen sind verschieden. Am häufigsten gelangt die Luft von der Lunge aus in den Brustraum, so durch Lungen-abscesse, die in den Brustraum durchbrechen, durch Zerrcissung der Lungenbläschen und des Plouraübcrzugos. Auch fremde Körper können die Lunge perforiren und Pneumothorax erzeugen z. B. Grashalme, Roggenähren.
Traumatische Verletzungen der Thoraxwand und Zerreis-sungen des Schlundes führen ebenfalls zu diesem Processe.
Die Symptome sind plötzlich auftretende hochgradige Athembeschwerden, Sinken der Körpertemperatur und Collaps-erscheinungen. Der Thorax erweitert sich, der Percussionston, wird tympanitisch oder amphorisch, ja mitunter überlaut und leicht tympanitisch nachklingend, und die Auscultation ergibt ent­weder gar kein Athmen oder ein Plätschern oder Tropfengeräusch oder schwaches Bronchialathmen.
Der Verlauf ist ein acuter zum Tode dos Thieres führend.
Bezüglich der Therapie kann das Auspumpen der Luft ver­sucht werden. Sonst sind belobende, kräftigende Mittel zu ver­abfolgen, als : Cognac mit starkem schwarzen Kaffee, Kampher, Aether, Alkohol etc.
III. Krankheiten der Kreislanforgane.
a) Herzhrankheitcn. Herzklopfen.
Dasselbe ist beim Hunde im vorgeschrittenen Alter nicht selten zu beobachten. Bei jungen Hunden tritt es als das so­genannte nervöse Herzklopfen auf.
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Hcrzbeutolentzümlung.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;65
Die Ursachen sind Herzerweiterungen, Herzklappcnfehlcr, Verfettung des Herzfieischos, und ein leicht reizbarer nervöser Zustand des Thieres.
Die Symptome sind ein pochender, mitunter von einer Erschütterung dor Brustwand, ja selbst dos ganzen Thorax be­gleiteter Herzstoss, kleiner beschleunigter Puls, beschleunigtes Athmen, Unruhe, Angst, mitunter Zittern.
Die Anfälle wiederholen sich in kürzeren oder längeren Zeit­räumen, werden entweder immer schwächer und hören endlich vüllkommen auf, oder sie bleiben in dieser Stärke oder nehmen sogar an Intensität zu, und führen durch llerzlähmung zum Tode.
Der Verlauf ist akut und chronisch.
Die Prognose sehr zweifelhaft, meist ungünstig.
Therapie. Forcirte Anwendung von kalten Umschlägen auf den Kopf und die Herzgegend mässigt mitunter auffallend die Heftigkeit der Anfälle. Innerlich sind Purgiormittel zu ver­abreichen. Sehr zu empfehlen ist die Digitalistinktur (5—10 Tropfen 2 mal täglich), das Chloralhydrat (1 — 3 Gramm pro Dosi), oder das Bromkali oder Bromnatron (2-0—50 auf lOO'O destillt. Wasser) 3 mal täglich 1 Kaffee- oder Esslöffel voll. — Ausserdem ist dem Thioro ein ruhiger Aufenthaltsort anzuweisen, und jede Erregung von demselben fern zu halten.
Herzbeutelentzündung.
Dieser Krankheitsprocess kommt beim Hunde selten für sich bestehend vor und ist sehr schwer diagnostizivbar.
Meist beobachtet man denselben bei gleichzeitigem Bestehen einer Pleuritis oder Pneumonic. Bei Rippenbrüchen, Eindringen von Schrottkörnern kann die Entzündung des Herzbeutels wohl nachgewiesen werden.
Symptome. Anfangs Herzklopfen, später Herzschwäche; beschleunigtes Athmen, Fieber, auffallende Mattigkeit, Erweite­rung der Herzdämpfung, mitunter Reibungsgoräusche in der Herz­gegend sind die Haupterscheinungen.
Der Verlauf ist entweder ein akuter zur Genesung oder zum Tode führend, oder er wird chronisch und es kommt zur Horzbeutelwassersucht.
KonhiUilaquo;er. Krankheiten des Hundes. 2. Aufl.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;5
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III. Krankheiten dor Kreislauforgane.
I 11
Dio Prognose ist daher stets zweifelhaft, meist un­günstig.
Therapie. Ruhe dem Pationton und eine kräftige Nahrung in massiger Menge sind vor allem zu beachten.
In therapeutischer Beziehung kann von antipyretischen Mitteln, besonders der Digitalis, sowie von Mittolsalzen Gebrauch gemacht werden. Priessnitzumschläge oder kalte Wickelungen sind mitunter von sehr gutem Erfolge begleitet.
Herzbeutelwassersucht.
Dieselbe ist eine Folge einer vorausgegangenen Herzbeutel­entzündung, dann für sich bestehend, oder eine Thcilerschoinung einer Brust- Bauch- oder allgBineinen Wassersucht.
Die Symptome sind Abmagerung dos Thieros, beschleu­nigtes, oft pumpendes Athmen, schwacher, mitunter unregel-mässiger Herzschlag und ausgebreitete Herzdämpfung. Fieber fehlt, Fresslust ist sehr rege. Harnabsatz vermindert.
Der Verlauf ist chronisch.
Die Therapie kann dio bei der Brustwassorsucht ange­führten Mittel in Anwendung bringen.
Herzhyportrophie, Herzatrophie, Herzerweite­rung, Herzklappenfehlor sind krankhafte Veränderungen bei älteren Hunden und entziehen sich jeder Behandlung.
h) Krankheiten der Gefäße.
Entzündungen der Arterien und Yenen beobachtet man beim Hunde selten. Bei deren Vorkommen sind es meist trau­matische Ursachen oder die Gegenwart von Neubildungen, welche in Folge ihrer Lage und Grosso sowie Ausbreitung die Circulation stören und zur Entzündung der Gefässo durch Trombenbildung führen.
Nicht selten beobachtet man die
Lymphgefässentzündung.
Dieser krankhafte Zustand findet sich bei akuter Entzündung der Lymphdrüsen, so der Ohrspeicheldrüse, oberen Halslymph­drüsen, der Mama, der Hoden und des Hodensackes, ferner in
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IV, Krankhoiton der Vordauungsorgano.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 67
der Umgebung von Abscessen, Fisteln, Geschwüren, Quetsch­geschwülsten und manchen Wunden.
Symptome. Die Hauptmerkmale sind verschieden hohes Fieber, schmerzhaftes Oedem der Haut an einer umschriebenen oder ausgebreiteten Stelle, in welcher strangförmige derbe, sehr schmerzhafte Geschwülste nach der Lage der Lymphdrüsen sich vorfinden. Die Function des erkrankten Theiles ist beschränkt.
Der Yerlauf ist meist akut, in Zerthcilung übergehend, selten zur Abszessbildung tührend.
Therapie. Mit der Abnahme der Entzündung in den Drüsonorganen und bei streng antiseptischer Behandlung von Wunden, Abszessen, Geschwüren etc. wird auch die Entzündung der Lymphgefässo abnehmen und Normalität eintreten. Feuchte Wärme und Massage sind zu empfehlen.
IV. Krjinkheiten der Verdauungsorgaiie.
a) Krankheiten der Maul- tind JRaohenhöhle.
Neubildungen.
Von diesen kommen an der Maulschleimhaut Condylome, Fibrome, Sarcome und Carcinomo vor.
Die Condylome sitzen an den Lippenrändern, am Zahn­fleisch, besonders an der Schleimhaut der Backen, des Gaumens und der Zunge, und stellen warzige, weiche, entweder flach oder fadig aufsitzende, leicht blutende Papillarwucherungen dar.
Das Fibrom sitzt am Zahnfleisch des Ober- oder Unterkiefers zwischen den Schneide- und ersten Backenzähnen, überragt die­selben mitunter, und stellt eine derbe, glatte oder höckerige von der Schle'imhaut überzogene verschieden grosse Geschwulst dar. Beim Fehlen mehrerer Zähne tritt mitunter diese Neubildung an den Zahnfächern hervor.
Das Sarcom und Carcinom ist selten zu beobachten. Beide Neubildungen treten aus dem leeren Zahnfache oder neben dem Zahne hervor, und gehen theils vom Zahnfleisch, theils vom Knochen aus. Das Sarcom stellt eine weiche, dunkelbraune,
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ß8nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; IV. Krankheiten dor Verdauangsorgane.
daher leicht blutende Geschwulst dar, während das Carcinom etwas derber, uneben höckerig, graubraun oder gclbgrau sich zeigt, bröcklig erscheint, mit übolriechcndem dünnen Eiter bedeckt ist, welcher mit dem Speichel, der faul riecht, aus dem Maule sich spinnt.
Die Ursachen dieser Neubildungen sind mechanische Reize, Krankheiten der Schleimhaut und der Zähne oder des Kiefer­knochens. Auch eine Infection und Disposition wird ange­nommen.
Die Prognose gestaltet sich bei den zwei ersteren Neu­bildungen günstig, indem bei der Mehrzahl eine dauernde Besei­tigung möglich ist. Bei dem Sarcom und Carcinom ist die Prognose ungünstig; denn es sind dies bösartige Neubildungen, welche nie gänzlich zu beseitigen sind.
Therapie. Alle diese Neubildungen können entweder mit dem Messer, der Schcore, dem scharfen Löffel, dem Thermokau-theur, und die Condylomc mitunter auch durch das Abbinden entfernt werden, oder es worden Arznoistoffo angewendet zu dem Zwecke, um die Neubildung zur Schrumpfung, zum Absterben und zum Abfallen, oder zum Zerfall und zur Abstossung zu bringen. Bei Condylomen kann mitunter mit sehr gutem Erfolge die Thnja-tinktur oder die Fowlerische Arseniklösung Anwendung finden. Mit sehr verdünnten Mischungen werden die einzelnen Wärzchen täglich einmal bepinselt oder gerieben.
Rp. Tinct. Ihuja 25-00nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Rp. Solut. arsenic, fouler. 20-00,
Aq. destill. 50-00nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Aq. destill. 10000
Mdt: Zum Pinseln.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Mdt: Zum Einreihen.
Auch stärkere Lösungen von Zink- oder Kupfervitriol sowie schwache Höllensteinlösungen können angewendet werden.
Fibrome, Sarcome und Carcinome sind nur auf operativem Wege zu entfernen, und die wunden Stellen dann antiseptisch zu behandeln.
Blutungen.
Dieselben sind entweder eine Folge von Verletzungen an der Maul- und Rachenschleimhaut, oder durch das Ausfallen von Zähnen, oder durch die Gegenwart von Neubildungen bedingt.
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Entzündung dcv Maulschlcimhaut.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;69
Je nach der Ursache richtet sich auch die Möglichkeit der Stillung.
Bei quot;Verletzungen sind kalte Ausspritzungen der Maulhühlo mit Wasser, Essigwassor oder Alaunlösung angezeigt. Lockere Zähne müssen entfernt und Neubildungen entsprechend behandelt werden.
I3ei heftigen Blutungen können starke blutstillende Mittel, als: Eisenchloridlösung, concentrirte Alaun- oder Höllenstein-lüsung Anwendung finden.
Entzündung der Maulschleimhaut.
Dieselbe kann partiell oder ausgebreitet sein.
Ursachen derselben sind die Einwirkung scharfer pulver-fürmiger oder flüssiger Stoffe, Verletzungen durch heisse Flüssig­keiten oder Futterstoffe, oder durch fremde Körper, welche unter dem Futter sich finden oder bei dem Tragen von festen Gegen­ständen oder durch das Aportieren zufällig einwirken. Auch schadhafte, besonders ausgebrochene oder zu lange Zähne können die Veranlassung sein.
Symptome. Die Haupterscheinungon sind das Versagen des Futters oder die sehr vorsichtige und langsame Aufnahme desselben, das erschwerte Kauen, das Fallenlassen des Futters, besonders wenn dasselbe hart, fest oder rauh ist, und das starke Speicheln. Mitunter ist der Speichel blutig.
Bei verzärtelten Hunden besteht auch Fieber.
Bei näherer Untersuchung der Maulhöhle findet man die Schleimhaut stellenweise oder ausgebreitet höher geröthet, heiss, mitunter exkoriirt oder tiefer verwundet oder selbst fremde Körper in derselben oder zwischen den Zähnen steckend.
Dsr Verlauf ist akut und die Prognose günstig.
Die Therapie hat vor Allem die Fernhaltung weiterer Schädlichkeiten sowie die Entfernung etwa noch steckender Körper zu bewirken, und durch Anwendung der Antiphlogose die Ent­zündung zu massigen. Zu diesem Behufe empfehlen sich Aus­spritzen oder Auswaschen des Maules mit kaltem Wasser oder Essigwasser.
Die Vorabfolgung kalter flüssiger oder dünnbroiiger Nahrung ist unerlässlich.
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70nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; IV. Krankheiten der Verclaivungsorgane.
Halsentzündung.
Eine Entzündung der Racbenhöhlo und dos Schlundkopfes (Halsentzündung) beobachtet man beim Hunde sehr selten für sich bestehend.
Die Ursachen sind Erkältungen, mechanische, chemische und thermische Reize, Fortpflanzung einer Entzündung von benachbarten Organen auf den Rachen und Schlundkopf, sowie die Infection.
Symptome. Die Gegenwart einer Halsentzündung kenn­zeichnet sich durch Schlingbeschwerden, besonders bei der Auf­nahme fester Nahrung, durch häufiges Schlingen und Würgen und starkes Speicheln.
Bei näherer Untersuchung zeigt sich die Umgebung des Schlundkopfes ödematös geschwollen, holier temperirt und selbst bei leichtem Drucke schmerzhaft, worauf ein schlotternder, mit Auswurf verbundener Husten eintritt. Manchesmal ist Fieber vorhanden.
Die Patienten liegen viel und halten während der Bewegung den Hals steif und den Kopf gesenkt.
Der Vorlauf ist meist akut. In wenigen Tagen erfolgj; Lösung.
Die Therapie muss vor Allem die veranlassenden Ursachen fern halten oder zu massigen suchen. Die Nahrung ist nur flüssig oder dünnbreiig zu verabfolgen. Das Trinkwasser muss sehr überstanden sein.
Zur Beschleunigung der Resorption sind Priessnitz- oder warme Oelumschläge am Halse anzuwenden, und Inhalationen von Wasserdämpfen zu vollführen.
Innerlich dürfen keine Medicamente verabreicht Werden.
Ohrspeicheldrüsenentzündung.
Auch dieser Entzündungsprocess ist beim Hunde sehr selten für sich bestehend zu beobachten, meist in Verbindung mit Halsentzündung.
Wenn der Process für sich besteht, so ist die Ursache desselben in mechanischen Einwirkungen, Druck, Stoss, Ein-
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Der Kropf.
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schnürung, Vorfangen des Kopfes in Schlingen oder zwischen Gitterstäben zu suchen.
Die Symptome bestehen in steifer Haltung dos Kopfes und Halses und in einer Geschwulst ein- oder beiderseits an der Ohrspeicholdrüsengegend, welche Geschwulst sich derb anfühlt, und über welche die Haut ödematös und schmerzhaft ist. Die Futtoraufnahmo und das Kauen sind erschwert.
Der Verlauf ist akut und der Ausgang in Eosorption. — Abscessbildung habe ich nur in einzelnen Fällen von heftiger Quetschung beobachtet, und da befand sich der Abscess nur im Unterhautbindegewobe.
Die Therapie besteht in der Anwendung feuchtwarmer Umschläge und in der Massago. Zu letzterer können auch die Resorption fördernde Salben in Gebrauch kommen. Z. B.
Rp. Kai. jodat. 2,0, Jod. pur. O'oO, Vaselin alb, 10'0 M. f. unguent. S. haselnussyross reiben.
einzu-
Ep, Kcd. hydrojodat. 2'0,
Äxung. porcin, 10 U,
M. f. unguent.
S. trie nebenan. Ep. Kai. carbonic. 2,0—5,0gt;
Vaselin alb. W'O,
M. f. nnguent.
S, ivie nebenan.
Die Entzündung der Schilddrüse und die Vergrösserung derselben. — Der Kropf.
a) Bei der Schilddrüsen-Entzündung findet man unter der Beule des Unterkiefers, an einer oder an beiden Seiten des Halses eine Geschwulst, welche rundlich hervortritt, eine glatte Oberfläche besitzt und sich wärmer und schmerzhaft an­fühlt. Diese Geschwulst breitet sich oft als ein Oedem über die Hälfte des Halses aus, erschwert das Kauen und Schlingen, und führt zur starken Speichclsocretion. Bei leichteren Fällen fehlen die letzterwähnten Zufälle. Gewöhnlich besteht kein Fieber.
Die Ursachen dieses Entzündungsprocesses sind fast durch-gehends mechanische Einwirkungen auf die obere Halsgegend.
Verlauf. Die Schildrüsen-Entzündung kann in wenigen Tagen in Zerthcilung oder in Eiterung übergehen. Letzterer Ausgang ist nicht selten zu beobachten, doch ist der Abscess nur
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72nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; IVi Krankheiten der Vordauimgsorgano.
im Bindegewebe. Mitunter organisirt sich ein Theil des Exsudates und es kommt zur bleibenden Vergrösserung der Drüse.
Bei der Behandlung sucht man vor allem durch Einreiben der grauen Mercnrialsalbe für sich oder in Verbindung mit reinem Jod und durch Umhüllen der oberen Halsgegend mit einem wollenen Lappen oder durch Anwendung von Priessnitzumschlägen die Zerthoilnng zu bewirken. Tritt selbe in 4 — 5 Tagen nicht ein, so befördert man durch die vorgenannte Behandlung die Eiterung. Statt der Mercursalbe kann auch eine Pottasche- oder Jodsalbe Anwendung finden. Ist der Abscess reif geworden, so kann die vorsichtige Eröffnung desselben an der tiefsten fluc-tuirenden Stelle vorgenommen werden. Die Wunde ist antiseptisch zu behandeln.
b) Der Kropf (Stroma) stellt eine Yerbildung und Ver­grösserung der Schilddrüsen dar, in welchem mitunter kleine Cysten vorhanden sind.
Oft ist nur eine, zuweilen sind beide Drüsen vergrössert.
Die Vergrösserung der Schilddrüsen findet nur nach und nach statt, und kann endlich die normale Grosse der Drüse um das Zehnfache übertreffen. Die Geschwulst ist hart, unschmerzhaft, glatt oder höckerig. Bei massiger Grosse bedingt der Kropf keine, besondere Störung; wenn er aber an Grosse auffallend zunimmt, dann drückt er auf den Kohlkopf und die Luftröhre und erzeugt dadurch bald mehr, bald weniger erschwertes Athmen und Husten.
Die Ursachen des Kropfes liegen oft in wiederholt auf­tretenden acuten Entzündungen der Schilddrüsen mit Ausgang in Verbildung, anderseits in massigem aber andauerndem Druck in der oberen Halsgogend durch enge, steife, zu breite Halsbänder, besonders bei Hunden, die an der Loino geführt oder als quot;Wach-und Zughunde benutzt werden. Nicht selten ist der Kropf ein Alterszeichen.
So lange der Hund noch jung und vollkommen gesund ist, und das Leiden erst kurze Zeit und in massigem Grade besteht, so kann der Kropf durch Zertheilung beseitigt oder wenigstens sehr verkleinert worden. Unter ontgegengosetzten Umständen bleiben alle Mittel fruchtlos, und es ist höchstens die Ausschälung der Geschwulst zu versuchen, die jedoch wegen der grossen leicht
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Fremde KörpDr im Schlünde.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;73
zu verletzenden Blutgefilsso und Nerven immer mit Gefahr ver­bunden ist.
Die Behandlung findet mit Jod und seinen Präparaten statt. Man gibt innerlich das Jodkalium, das Jodwasser und äusserlich wendet man das Jodkalium oder Jod in Salbenform an, oder man gebraucht die Jodtinktur oder das Jodglycerin.
Rp. Ungment. Mercnr. 30-00,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Rp. Kai. carbon. B'OO,
Jodi pur. 010,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Vaselin alb. 30-00,
M. f. unguent.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;M. f. tinyuent.
S. Täglich einmal einreibennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;S. Täglich einmal einreiben
bei frischer Entzündung.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; bei frischer Entzilndnng.
Rp. Kai. Jodat. 5-00,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Rp. Kai. Jod. 2-00,
Vaselin alb. lo'OO,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Aqua destillata 30'0O.
M. f. unguent.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;M. D. S. Täglich ein Kaffee-
S. Täglich einmal einreibennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; löffel voll bei chronischer
bei chron. Entzündung.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Verbildung.
Zur Einreibung ist ein haselnussgrossos Stück der Salben zu verwenden.
Die Anwendung dieser Mittel muss, mit zeitwois eingelegter Pause, durch längere Zeit bei Gegenwart des Kropfes fortgesetzt werden.
Fremde Körper im Schlünde.
Bei der grossen Gier, mit welcher die Hunde sehr häufig die Nahrungsmittel verzehren, indem sie dieselben nur sehr un­vollständig kauen, geschieht es zuweilen, dass sie Knochen- und Holzsplitter, Fischgräten, Nadeln u. s. w., welche Gegenstände zufällig an der Oberfläche der Nahrungsmittel haften oder in denselben vorbanden sind, verschlucken, und dass dann dieselben an irgend einer Stelle des Schlundes sich festsetzen; oft geschieht dies auch mit den in grossen langen Stücken verschluckten Fleisch.
Sind diese fremden stockenden Körper gross, so verursachen sie eine übermässige Ausdehnung der betreffenden Schlundstello, und je nach ihrem Sitz einen Druck auf die Luftröhre oder die Lunge, und bedingen ein erschwertes Athmen, Neigung zum Husten und Erbrechen. Gewöhnlich sind die Patienten traurig.
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IV. Krankhoiton dor Verdauungsorgano.
unruhig, ihr Blick ist ängstlich, sie husten, es stellt sich oft ein Rrechroiz ein und die Fress- und Trinklust liegt darnieder. AVenn man durch diese Erscheinungen auf das Unwohlsein der Hunde aufmerksam gemacht ist, und man nimmt eine nähere Unter­suchung vor, so findet man in der Maul- und Rachenhöhle viel Schleim angesammelt, und bei näherer Besichtigung oder beim Befühlen zeigt sich entweder am Beginne des Schlundes oder im Verlaufe desselben längs des Halses der fremde Körper, wo bei einem an dieser Stelle angebrachten Druck von Seite des Pa­tienten Schmerz geäussert wird.
Die Beurtheilung dieses Leidens ist bald mehr, bald weniger günstig, je nach dem Sitze des fremden Körpers, nach der Beschaffenheit desselben, nach der Art und dem Grade der schon eingetretenen Zufälle und nach der Dauer des Uebels.
Fremde Körper im Beginne und am oberen Theile des Schlundes sind gewöhnlich leicht zu entfernen. Ist der Sitz des fremden Körpers längs der Halspartie des Schlundes bis zum Brusteingange, so ist dessen Entfernung schon schwieriger. Und sitzt derselbe in dem Brusttheile des Schlundes, so ist die Hilfe äusserst schwer, ja zuweilen ganz unmöglich. Bunde und glatte Körper, ferner solche von mehr weicher Consistenz veranlassen nur einen Druck; während feste, spitze und scharfe Gegenstände häufig eine Verletzung des Schlundes erzeugen und dadurch auch mehr Gefahr bedingen.
Körper von ersterwähnter Beschaffenheit lassen sich häufig aus dem Schlünde herausziehen oder auch in den Magen hinab-stossen, während rauhe und spitze Körper in der Regel sehr fest sitzen, und in den meisten Fällen nur durch eingreifende Ope­rationen von der Stelle zu bewegen sind.
Die durch Knochensplitter und sonstige harte und spitze Gegenstände erzeugten Verletzungen gehen oft in Eiterung über, oder es entstehen Fisteln, die schwer heilbar sind. Oft tritt durch einen im Brusttheile festsitzenden Knochensplitter oder ein rauhes, scharfkantiges Knochenstück Verjauchung und Perforation der betreffenden Schlundstolle ein. Die Jauche ergiesst sich in die Brusthöhle und bedingt eine seeundäre Pleuritis mit letalem Ausgange.
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Fehler an don Zahnen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 75
Die B c h aii d 1 u n g richtet sich nach der Verschiedenheit der fremden Körper und nach dem Sitze derselben. Oft genügt ein Brechmittel, nm den Körper horauszubefördern, oder wenigstens in die obere Schlundgegend und Bachenhöhle zu bringen, wo durch Einlage des Maulkeiles oder eines Maulgatters nach Prof. Dr. Lechner und nach Thierarzt Wolf mittelst einer Kornzange oder gebogenen Schlundzange der Körper gefasst und heraus­gezogen werden kann. —• Ist der Körper glatt und weich, so kann man denselben durch Streichen und leichtes Drücken nach aufwärts in die Rachonhöhle oder nach abwärts drücken. In diesem Falle kann auch mit einem Schlundstosser oder einer Sohlundsonde der steckende Körper nach und nach in den Magen befördert werden.
Fruchtet diese Behandlung nichts oder treten gefahrdrohende Symptome auf, so ist ohne Zeitverlust der Schlundschnitt zu vollführen, der an der linken Halsseite gegen die Mitte zu aus­geführt wird. An dieser Stelle oder dort, wo der Körper stockt, werden auf 5 cm Länge und Breite die Haare gekürzt oder rasirt, die Haut desinficirt und nun dieselbe neben der Drosselvene in der Richtung derselben 5 cm lang durchschnitten, das Zellgewebe daselbst bis zum Schlünde getrennt, und nun in den gewöhnlich sich hervordrängenden Schlund ein ebenso langer Schnitt ge­macht. Durch die Schlundwunde kann nun der Körper hervor­gezogen, nach auf- oder abwärts gestossen werden. Hierauf wird die Wunde desinficirt und mittelst Catgut vernäht. Der Patient ist unter genaue Aufsicht zu stellen und bekommt durch 24—36 Stunden gar keine Nahrung, auch kein Wasser. Nach Ablaut dieser Zeit bekommt er durch einige Zeit nur flüssige Nahrung.
Fehler an den Zähnen.
In dieser Beziehung beobachtete ich, dass bei einer grossen Zahl der Hunde schon mit dem 5.—7. Jahre die Schneidezähne stark abgerieben, weit von einander stehend und diese als auch die Backenzähne mit einer braunen, rauhen, mitunter leicht ablösbaren Masse (Zahnstein) belegt, erscheinen.
Mit Rücksicht auf letzteren Zustand empfiehlt es sich mittelst eines Meiseis diese Masse zu entfernen, und die Zähne einige Male in der Woche mit Seifenwasser zu reinigen.
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IV. Krankheiten der Vcrdauungsorgane.
Sehr häufig findet sich Zahncaries vor, welcher Process sich durch den stinkenden und faulen Geruch aus dem Munde zu erkennen gibt. Da dieser üble Geruch für die Umgebung höchst unangenehm und der Gesundheit des Menschen gewiss nicht zuträglich ist, so sollen die cariösen Zähne so weit es thunlich ist mit der Zahnzange oder Kornzange entfernt werden, oder es sind antiseptische, die Fäulnissbacterion tödtonde Mittel in Anwendung zu ziehen, wie selbe bei der Behandlung des Scorbut angeführt sind. Auch eine Sublimatlösung (1—3000) kann in Gebrauch gezogen werden. Mit diesen Lösungen iindot eine tägliche Reinigung der erkrankten Zähne statt.
h) Krankheiten des Mar/ens und Darmes.
Kolik.
Unter Kolik (Darmschmerz) versteht man einen anfallsweiso wiederkehrenden oder sich steigernden Schmerz, der durch eine Reizung der Empfindungsnerven des Magens oder Darmes ent­steht.
Die Ursachen sind Erkältungen, Ueberfütterungen, Füt­terungen mit stark blähenden, gährenden oder schwer verdaulichen Nahrungsmitteln, die Gegenwart zahlreicher Spul- und Bandwürmer, fremde, reizende unverdauliche Körper im Magen und Darm, Lageveränderungen (Volvolus) und Entzündungen der Magen- und Darmschleimhaut.
Die Symptome der Kolik bestehen in einer plötzlichen Unruhe des Hundes, indem er hin- und herläuft, sich zusammen­krümmt, niederlegt und gleich wieder aufsteht, nach dem Hinter­leib sich umsieht, zuweilen nach demselben beisst, und durch Winseln und Heulen Schmerz zu erkennen gibt. Zeitweise stellt sich der Hund derart, dass er die Vorderfüsse vorstreckt, das Vordortheil senkt, so dass das Ilintertheil höher steht. Mitunter hört man starkes Kollern im Bauche. Der Patient ist traurig, zeigt keine Fresslusst; die Ilauttemperatur wechselt, der Koth wird verzögert oder gar nicht abgesetzt.
Die Schmcrzanfiillo setzen einige Zeit aus, um aber, und gewöhnlich in verstärktem Grade, wieder aufzutreten.
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Acuter Magen-Diirmkatarrh.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;77
Dor Verlauf der Krankheit ist gewöhnlich ein kurzer und endet meist mit Genesung. Nur in jenen Fällen, wo Knochen, sehr harte Filkalmassen, Concremonte oder sonstige fremde harte oder rauhe Körper im Danno sich festsetzen und nicht entfernt werden können, tritt Darmbrand mit secundilrer Peritonitis und der Tod ein. Die Gegenwart zahlreicher Bandwürmer, besonders des dreigliedorigen Bandwurmes, bedingen oft Koliken mit Anfällen von Raserei.
Die Behandlung besteht in einem warmen Verhalten der Kranken, in der Anwendung von Priessnitzumschlägen am Bauch, in trockenen Frottirungen, oder in der Anwendung flüchtiger Reizmittel mit darauf folgenden Abreibungen des Bauches, und in dem wiederholten Gebrauch von Seifen-, Salz- oder Oelklystiren oder derartigen Irrigationen. Vermuthot man eine reine Krampf­kolik, so ist die innerliche Anwendung von Kamillenthee mit Opiumtinctur oder die Karaillentinctiu- angezeigt. Auch subeutane Injectionen von salzsaurem Morphium oder sehr verdünnter Opiumtinctur sind zu empfehlen.
Bei hartnäckigen Verstopfungen sind aussei1 den Irrigationen auch Abführmittel, als; Ricinusöl, Mittelsalze, Kindermcth, Wiener-Laxirtränkchen, Calomel in einer Oelmixtur suspendirt, Infusum von Sennesblättorn, Aloe etc. anzuwenden. Auch sehr schwache Eserinlösungen sind versuchsweise subeutan zu injiciren.
Sind Concremente oder Knochenreste im Mastdarm ange­häuft, so muss ausser den Klystieren die Räumung des Darmes mit der Löffelsonde oder Kornzange vollführt werden.
Ist eine starke Aufblähung vorhanden, so kann sehr ver­dünnter Salmiakgeist, die gebrannte Magnesia, das doppelt kohlen­saure Natron sowie das Kalkwasser Anwendung finden.
Bei der Gegenwart zahlreicher Spul- oder Bandwürmer sind die Wurmbiskoten, der Zittwersamen, die Wurmzelteln, das Rizi­nusöl, das Farrenkraut, die Camala oder die Areka in der bei der Wurmkrankheit angegebenen Dosirung zu verwenden.
Acuter Magen-Darmkatarrh.
Derselbe besteht in einer acuten oberflächlichen Entzündung der Schleimhaut des Magens und Dünndarmes. Da sich während dos Lebens nicht bestimmen lässt, ob ein oder der andere Theil
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1Y. Krankheiten dor Verdauungsorgano.
leidend ist, so werden beide Zustände bezüglich der Erscheinungen während des Lebens unter einem abgehandelt.
Die Ursachen dieses Krankhoitsprozosses sind: Erhältungen, Ueberfütterungen, verdorbene, besonders zu fette oder gewürzte Nahrungsmittel, zu kaltes Trinkwasser und die Gegenwart zahl­reicher Eingeweidewürmer. .
Die Merkmale dieses Leidens bestehen in Traurigkeit und Mattigkeit dos Hundes, begleitet von einer wechselnden Haut­temperatur, beschleunigtem Puls, und aufgehobenen oder wenigstens stark vermindertem Appetit. Die Maulschleimhaut ist mitunter gelbroth und der Zungenrücken grau belegt. Manchesmal tritt Erbrechen eines zähen, gelben Schleimes ein. In einzelnen Fällen besteht Verstopfung, in anderen Diarrhöe.
Der Patient magert auffallend rasch ab.
Der Verlauf ist meist acut. Innerhalb 10—14 Tagen erfolgt Genesung.
Die Behandlung muss mit Rücksicht auf die veranlassen­den Ursachen eingeleitet werden. — In jenen Fällen, wo eine schlechte, verdorbene, zu fette oder reizende Nahrung oder eine zu grosso Menge des Fulters die Krankheit bedingt haben, gibt man am zweckmässigsten ein Brechmittel von Brechweinstein oder Brechwurzel in der bei der Staupe angegebenen Form und Menge. — Besteht eine belegte Maulschleimhaut mit Verstopfung, so ver­abreiche, man Tinctura amara oder Mittelsalze, bis Stuhlgang ein­tritt. Bei andauernder Verstopfung sind Klystiere oder Irriga­tionen anzeigt. Tritt eine vermehrte Speichelabsonderung auf, zeigt sich die Zunge sehr belegt, und ist der Appetit sehr gering oder ganz fehlend, so sind bittere Mittel zu verabfolgen, als: Enzian-extract oder Tinctur, Bitterkleeextract, Tinctura amara, Krühen-augentinetur oder die Salzsäure,
Ep. Ext. Gentian. 0-30,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Rp.
Aqua destill. 50 00. M. D. S. 3—4 Kaffeelöffel voll täglich. Ep. Add. Chlor. 1-00,
Aqua com. 50'00.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Ep.
M. 1). S. 2mal täglich 1 Esslüffel voll.
Tinct. nuc. vomic. 1.00, Aqua destill. oO'OO. M. D. S. 3—4 Kaffeelöffel -voll täglich.
Tinct. nuc. vomic. 5-00, S. Täglich 2mal 5—10. Tropfen zu geben.
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Das Erbrechen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 79
Auch das doppelt kohlensaure Natron zu 3—4 Essmesser­spitzen voll täglich leistet mitunter gute Dienste.
Bessert sich der Zustand, so dürfen anfangs nur leicht ver­dauliche Nahrungsmittel, besonders Fleisch, verabfolgt werden.
Chronischer Mageu-Darmkatarrh.
Derselbe entwickelt sich aus dem lange Zeit bestehenden acuton Process unter Fortdauer der veranlassenden Ursachen.
Die Symptome desselben sind häufiges Erbrochen eines zähen, gelben Schleimes mit oder ohne Futterreste, sehr wechseln­der Appetit, unregolmässiger Stuhlgang und sehr wechselnde Be­schaffenheit des Kothes, starker Zungenbeleg und Abmagerung. Fieber fehlt.
Der Verlauf ist chronisch; selten eine vollkommene Gene­sung zu erreichen.
Die Prognose ist in Folge dessen ungünstig.
Therapie. Dem Patienten ist ein leicht verdauliches Futter aus gekochtem Fleisch und Eeis mit etwas Brod und Suppe vor­zusetzen. Das Trinkwasser muss sehr überstanden sein, und darf dem Thiers nicht immer zur Verfügung stehen. Es empfiehlt sich statt des Wassers zeitweise einen ausgekühlten bitteren Tliee zu verabreichen.
Innerlich sind als eigentliche Heilmittel die verschiedenen bitteren Stoffe als: Enzian, Kalmus, Chinarinde, Bitterklee, Krähen­augen, — entweder als Extract oder als Tinctur, einzelne dieser Mittel auch als Infusum odor Decoct, sowie die verdünnte Salz­säure oder das Pepsin mit letzterer verbunden in Anwendung zu ziehen.
Das Erbrechen.
Dasselbe bildet wohl eine Theilerscheinung vorerwähnter Kränkelten. Trotzdem finde ich es für angezeigt dasselbe für sich abzuhandeln.
Der Hund ist eines unserer Hausthiere, bei dem sich in Folge der Gegenwart verschiedener Krankheitsprocesse aber auch ohne diese Erbrechen einstellt, welches gewöhnlich mit Leichtig­keit vollführt wird. Und in vielen Fällen ist dem Hunde das Erbrechen sehr zweckdienlich, besonders wenn fremde, unver-
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80nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; IV. Krankheiten der Vordauungsorgano.
(laulichc, reizende oder selbst giftige Stoffe im Magen vorhanden sind, welche durch das Erbrechen entfernt und somit unschädlich gemacht werden.
Dennoch ist es oft nöthig eine Behandlung einzuleiten, wenn das Erbrechen unter heftiger Anstrengung vor sich geht, und bereits mohrore Stunden andauert.
Die Ursachen des Erbrechens sind sehr verschieden. Be­sonders tritt es nach Ueberfüllung des Magens mit zu vielen, insbesondere verdorbenen scharf salzigen oder gewürzten Nahrungs­mitteln ein; ferner bei vorhandenen unverdaulichen oder giftigen Substanzen; dann nach der Verabreichung zu grosser Gaben von Brechmitteln. Ebenso beobachtet man nach Gehirnerschütterungen, Erkältungen, starken Blutverlusten, sowie bei hartnäckigen Ver­stopfungen den Eintritt eines länger andauernden Erbrechens.
Die Prognose ist verschieden je nach der Ursache und nach der Dauer des Erbrechens.
Die Behandlung muss vor Allem die veranlassenden Ur­sachen entfernen oder abschwächen.
Ein besonderes Augenmerk ist darauf zu richten, dass während dor Zeit des Erbrechens und in den Intervallen gar kein Wasser dem Patienten verabfolgt wird, weil sonst jede Behandlung ver-laquo; gebens wäre, — Zeigen sich die Patientin noch munter und frisch, so kann man zur Stillung des Erbrechens kleine Gaben von Opium in einem schleimigen Mittel suspendirt, oder kleine Dosen von Opiumtinctur verabfolgen.
Rp. PuId. Opii 010-015,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Rp. Tind. Opii 5-00,
Mucilag. Gmnmi arab.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;S. : 2stündlich 5—10 Tro-
30-00,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;v/en.
Aqua destill. 25'00,
M. D. S. stündlich 1 Kaffee­löffel voll.
Sind die Kranken jedoch matt, hinfällig, der Puls klein, kaum fühlbar, die Schleimhäute blass, so sind erregende, bele­bende, krampfstillende Mittel angezeigt, als: Kamillenthee, Bal-drianthee, Pfeffermünzthee, Holländerthee, schwarzer Kaffee mit oder ohne Rum oder Cognac. Von diesen Mitteln verabfolgt man '/a stündlich 1 Esslöffel voll.
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Durchfall.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 81
Vortrefflich wirkt die Kohlensäure als Brausepulver, Soda­wasser oder kohlensaure Magnesia mit, Wasser oder Milch.
Bei hohem Grade des Leidens kann man den Theearten Schwefelätlier oder Aetherspiritus zu 10—20 Tropfen zusetzen.
Ausserdem können kalte oder feuchtwarme Umschläge am Bauche, aromatische Klystiere und Einreibungen mit thichtigen Reizmitteln am Bauche vorsucht werden.
Auch Citronensaft, Weinessig, verdünnter Essigiither, Eis­pillen und Gefrornes kann hei andauerndem Erbrechen und Blut­brechen Anwendung finden.
Stellt sich Besserung ein, so kann durch einige Tage die Chinatinktur oder Rhabarbertinktur zu 10—15 Tropfen 2 Mal täglich angewendet werden.
Im Allgemeinen ist den Patienten ein massig warmer, tro­ckener Aufenthaltsort anzuweisen und ihnen die grüste Ruhe zu gönnen. Nach gestilltem Erbrechen gebe man ihnen in den ersten Tagen blos abgekochte Milch oder eine gute Suppe mit Weissbrod, jedoch nur in kleinen Quantitäten.
Durchfall (I) i a r r li ö e).
Die häufige Entleerung dünner, weicher, selbst flüssiger Exkremente bezeichnet man im Allgemeinen als Durchfall, Diarr­höe, Abweichen.'
Die Ursachen dieses Leidens sind theils Verkühlungen, theils Überfütterungen besonders mit fetten verdorbenen Nahrungs­stoffen, theils der zufällige Genuss scharfer, reizender Körper und endlich die Verabreichung zu heftiger Purganzen. Bei jungen Hunden bedingt oft der plötzliche Übergang von der Muttermilch zu einer anderen Nahrung und der Genuss einer verdorbenen, besonders sauren Milch, Diarrhöe. — Der Durchfall bildet aber auch häufig einen Begleiter anderer akuter oder chronischer Krank­heiten des Verdauungstraktes.
Symptome. Die Krankheit kennzeichnet sich durch den Abgang breiiger oder flüssiger Exkremente in kurzen Intervallen von lichtgelber, dunkelgrüner oder selbst blutiger Farbe, durch verminderten Appetit und vermehrten Durst. In leichteren Graden des Leidens ist kein merkbares Fieber vorhanden. Finden die Entleerungen aber sehr häufig statt, so beobachtet man auch
K o n h U u s e r, Krankbeiten des Hundes. 2. Aufr.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;O
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IV. Knmkhoiten der Vcrduuungsorgane.
Fieber, und bei längerer Dauer eine Abmagerung und Sehwäclmng des Patienten.
Die Dauer des Krankhoitsprozesses ist sehr verscliledon. Oft finden nur einige Entleerungen, durch wenige Stunden dauernd, statt. In anderen Fällen bestellt das Leiden mehrere Tage. Und vereinzelte Fälle ziehen sich auf eine unbestimmte Zeit hinaus, d. h. werden chronisch.
Darnach ergibt sich auch eine verschiedene Prognose. Selbe ist dann günstig zu stellen, wenn die Entleerungen in grössoren Intervallen stattfinden, und zum grössten Theil aus Futterresten, gemischt unter Schleim oder Galle bestehen. So­bald die Entleerungen nur aus Schleim oder Galle bestehen, oder wenn diesen Flüssigkeiten selbst Blut beigemengt erscheint, und wenn die Ausleorungen in sehr kurzen Zeiträumen und neben­bei sehr reichlich erfolgen, dann ist die Vorhersage ungünstig.
Bei der Behandlung des Durchfalles hat man auf die Beseitigung der veranlassenden und denselben unterhaltenden Ursachen, sowie auf eine zweckmässige Regelung der diätetischen Verhältnisse Rücksicht zu nehmen. Ist die Diarrhöe durch Übor-fütterung und Uberfüllung des Magens oder durch unverdauliche, reizende Stoffe bedingt, so erweist sich ein Brechmittel oft zweck­dienlich. — Tritt Kolik ein, so kann ein Infusum von Kamillen-hlumen verabreicht werden, welchem man einige Tropfen Opium- oder Rhabarbertinktur zusetzt. — Klystiere von Stärkmehl mit Opium­tinktur sind sehr zu empfohlen. •— Riechen die Exkremente stark sauer oder faul, so kann dem Kamillonthee aussei- Rhabarbertinktur noch messerspitzovoll Magnesia, Kreide oder roher Alaun zugesetzt werden. Forner empfohlen sich flüchtige Einreibungen am Bauch, sowie trockene warme oder feuchtwanne Umschläge. Bei heftigem Bauchschmerz und Zwang sind grössere Dosen von Opiumtinktur (jede Stunde 5—10 Tropfen) sowie die Doworschen Pulver (2 stünd­lich 1 Pulver) angezeigt. Bei längerer Dauer des Prozesses sind Abkochungen der Eichenrinde, des Enzian, der Weidenrinde, der Chinarinde mit rohem Alaun und Opiumtinktur gemengt, kaffee­löffelweise innerlich zu geben, oder diese Mittel als Klystiere zu verwenden. Auch starker Wermuththee, Holunderthee, schwarzer Kaffee mit Opiumtinktur können Anwendung finden. — Im Allge­meinen beobachte man eine zweckentsprechende Diät. Als Nah-
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Die Ruhr.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 8M
rung ist oino schleimige oder cine Einbrennsuppc mit Brod und etwas Fleisch zu verabreichen. Das Trinkwasser ist gänzlich zu entziehen, und statt dessen Thee oder eine Salopwurzeliibkochung zum Trinken vorzusetzen.
Die Ruhr.
Man versteht darunter einen häufig zur Geschwürsbildung führenden Entzündnngsprozess der Dickdarm-, besonders Mast-darmschleimhant, welche bei Hunden selten beobachtet wird.
Die Ursachen sind Erkältungen, miasmatische Einflüsse und eine Infektion, wo das Contagium in den Darmcntleerungen enthalten ist.
Symptome. Die Krankheit beginnt entweder plötzlich oder nachdem ihr durch einige Tage die Zeichen einer gewöhn­lichen Diarrhöe vorausgegangen sind. Die Patienten zeigen sich matt, traurig, halten den Rücken aufgekrümmt. Die Hauttempe­ratur wechselt, die Körpertemperatur ist erhöht, der Puls klein, schnell, das Athmen kurz, beschleunigt. Der Appetit wechselt oder mangelt vollkommen. Der Durst ist vermehrt. Das Hauptmerk­mal sind die Darmentleerungen, welche anfangs noch breiig, dabei aber missfärbig und sehr übelriechend sind, später oder plötzlich dünn, endlich vollkommen flüssig werden, sehr übel riechen und nicht selten flüssiges oder geronnenes Blut, auch ganze Fetzen abgestossener Schleimhaut enthalten. Diese Ent­leerungen, meist in kleinen Mengen erfolgend, sind mit grossein Schmerze und heftigem Zwange verbunden. Manchesmal erfolgt ein Vordrängen des Mastdarmes. Der After ist gegen jede Be­rührung sehr empfindlich. Später tritt das Drängen häufig auf, ohne dass eine Entleerung erfolgt.
Die Dauer der Krankheit ist 4—5 Tage und kann unter allmäliger Abnahme der Ausleerungen und des schmorzliafton Drängens in Genesung übergehen, oder .auch unter Steigerung der Krankheitssymptome innerhalb woniger Stunden den Tod her­beiführen, besonders wenn blutige, sehr übelriechende Ausleer­ungen innerhalb kurzen Zeiträumen erfolgen.
Die Behandlung der Ruhr ist vollkommen gleich jener des Durchfalles.
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IV. Krankheiten dor Vordauungsorgane.
Die Patienten müssen gleichmilssig warm gehalten und nur mit schleimigen leiclit verdaulichen Futterstoffen (gekoclitem Gries, Reis, Gerste oder einer starken Eindsuppe oder Einbrennsuppe) genährt werden. — Das Trinkwasser ist zu entziehen und statt dessen starker Thee, schwarzer Kaffee oder eine Salopwurzolab-kochung vorzusetzen. — Bei grosser Schwäche kann ein China-dekokt mit Cognac oder Rum verabreicht werden.
Die Kranken sind zu separieren und die Lagerstätte ist öfter zu desinfizieren.
Magen-Darmentzündung.
Dieselbe besteht in einer tiefergreifenden Entzündung der Magendarmschleimhaut, selbst auf die Muskelhaut und Seroso Übergehend, und kommt bei Hunden sehr häufig vor, indem einerseits diese Theile bei Hunden sehr empfindlich sind, und andererseits der Hund jenes unserer Hausthiore ist, welches die mannigfachsten Stoffe zu sich nimmt.
Die Ursachen sind Erkältungen der verschiedensten Art, der Genuas und die Aufnahme unverdaulicher, mechanisch wir­kender oder giftiger Stoffe und das Verabreichen zu scharfer, ätzen­der Arzneimittel.
Die Erscheinungen dieses Entzüudungsprozessos sind grosse Unruhe und Ängstlichkeit, öfteres Stöhnen und das Er­brechen einer gelben oder blutiggefärbten Schleimmasse. Die Fress­lust fehlt gänzlich; der Durst ist gesteigert, und mit grosser Gier saufen die Patienten kaltes AVassor, um dasselbe sofort wieder zu erbrechen. Mit dem Auftreten dieser Merkmale stellt sich gleich­zeitig Fieber ein. Bei einem angebrachten Druck am Hinter­leib äussern die Kranken bedeutenden Schmerz. Diese angeführten Merkmale kommen hauptsächlich der Magenentzündung zu.
Bei der Entzündung des Darmkanales für sich sind wohl die gleichen Symptome wie früher erwähnt vorhanden; nur ist das Erbrechen seltener; dagegen besteht ziemlich starke Diarrhöe einer gelben oder blutiggefärbten Schleimmasse gewöhnlich von einem sehr üblen Gerüche.
Beide erwähnten Entzündungsprozesse sind in den meisten Fällen sehr gefahrdrohend, besonders wenn selbe durch spitze, rauhe Körper (Knochenstücke) oder durch Steine, welche sich
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Mastdarmontzüudung.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;85
im Verdauungskanalo festgesetzt haben, bedingt werden. Diese fremden Körper sind selten durch Palpation von aussen aus/Ai-mitteln, und wenn auch, so doch nie ohne Gefahr zu entfernen.
Sind die Ursachen rasch elitfernbar, so sind einzelne Fälle heilbar.
Die Dauer der Krankheit ist nur wenige Tage. Auch nach ge­lungener Heilung bleibt oft eine grosse Empfindlichkeit der öchloim-haut, eine gestörte Arerdauung zurück, welches sich durch öfteres Erbrochen und eine zunehmende Abmagerung zu erkennen gibt.
Die Behandlung erfordert auch hier vor allem die Be­seitigung der einwirkenden Ursachen, und ferner die Anwendung solcher Mittel, welche den Entzündungsprozess an der Magen-Darmschleimhaut massigen und die vorhandenen reizenden Sub­stanzen einhüllen und so ihre weitere Einwirkung bedeutend beschränken.
Zu diesem Behufo müssen innerlich schleimige Flüssigkeiten für sich oder in Verbindung mit 01 gegeben und ebenso schlei­mige oder ölige Klystiere angewendet werden. Bei bedeutenden Schmerzen können auch narkotische Mittel (besonders Opium, Morphium) den erwähnten Flüssigkeiten zugesetzt werden.
Beobachtet man eine Besserung des Leidens, und zeigt sich bei dem Patienten wieder etwas Appetit, so soll man demselben nur geringe Mengen von leicht verdaulichen Nahrungsmitteln ver­abreichen. Auch nach vollkommener Heilung muss die erste Zeit auf Diät ein besonderes Augenmerk gerichtet werden. — Statt dem Trinkwasser sind schleimige oder bittere Abkochungen vor­zusetzen.
Mastdarmentzündung,
Dieser Krankheitsprozoss besteht entweder gleichzeitig mit der Darmentzündung oder auch für sich, und ist in letzterem Falle durch mechanische Ursachen bedingt. So kann ein harter trockener Koth, rauhes oder spitzes steckendes Knochenstück sowie das Klystieren die Yeranlassung bilden.
Die Symptome sind entweder eine häufige Entleerung einer schleimigen, selbst blutigen Flüssigkeit, oder es ist Verstopfung zugegen und ein oft auftretendes Setzen des Hundes zur Stuhl­entleerung zu beobachten, wobei entweder nichts zum Vorschein
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80nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; IV. Ki'iinkheiten der Vordauungsorgano.
kommt oder nur einzelne Tropfen dicken braunen, blutigen Schleimes. Die Hunde schreien bei dieser Aktion mitunter auf. Die Fresslust mangelt, der Durst ist vermehrt, Fieber im massigen Grade zugegen.
Die Prognose richtet sich nach der Ursache.
Der Vorlauf ist meist akut.
Bezüglich der Behandlung ist vor Allem auszumitteln, wie lange der Hund krank ist, ob schon eine Behandlung einge­leitet wurde und worin dieselbe bestand und was in den Tagen vor der Erkrankung gefüttert wurde.
Bei Gegenwart von harten, trockenen Kothmasson sind er­weichende Klystiere, bei steckenden Knochonstücken die Ent­fernung derselben mittelst Kornzange, Kugollöffel oder Löffclsondo angezeigt. Nach Beseitigung dieser Fremdkörper müssen kalte Irrigationen wiederholt im Tage vollführt werden, welche auch bei der Gegenwart von einfacher Entzündung oder bei Verletzungen in Anwendung zu ziehen sind. Auch Irrigationen mit schleimigen oder öligen Flüssigkeiten sind zu empfehlen.
Vergiftungen.
An die beiden vor erwähnten Prozesse schliessen sich die Vergiftungen an. Vergiftungen können durch scharfe Stoffe aus dem Pflanzen-, Mineral- und Thierreiche und durch rein narkotische Substanzen veranlasst worden. Während die ersterwähnten Gifte gewöhnlich eine Entzündung der ersten quot;Wege des Nahrungs­schlauches bedingen, bewirken die narkotischen Substanzen keine Veränderung in diesen Thoilen.
Die Erscheinungen der Vergiftung mit scharfen oder ätzenden Stoffen stimmen mit jenen einer heftigen Magen-Darm­entzündung vollkommen überein, und es kennzeichnet sich eine derartige Vergiftung durch heftige Kolik, Eintritt von Erbrechen und heftigem, meist blutigem Durchfall, kleinem, schnellem Puls, kurzem Athmen. Bald tritt Mattigkeit ein, der Puls wird schwach, aussetzend, Ohren und Füsse werden kalt, Durst gesteigert, und in vielen Fällen erfolgt bald der Tod.
Fand eine Vergiftung mit narkotischen Stoffen statt, so treten Zuckungen, Krämpfe, begleitet von Mattigkeit auf; die Pupillen sind meist erweitert, der Blick ist stier, der Gang steif oder
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Afterentzüiulung, Aftordrusonentzündung etc.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;87
wankend. Weitere Erscheinungen sind je nach der Wirkung dos Giftes Schlafsucht, Bewusstlosigkeit, Uncmpfindlichkeit und Lähm­ung, und der Tod erfolgt unter steter Beschleunigung und Schwäche des Pulsos, kurzem Athmen, entweder ruhig oder unter hoftigon Krämpfen.
Mit Sicherheit kann eine stattgehabte Vergiftung erst durch das Sektions-Ergebniss constatirt worden. Um auszumitteln, welches Gift eingewirkt hat, muss eine chemische Untersuchung des Magen-Darminhaltos vor sich gehen.
Die Vorhersage ist gewöhnlich ungünstig, u. zw. um so mehr, je später Hilfe gesucht wird.
Bei der Behandlung einer constatirten Vergiftung muss auf die schleunige Entfernung des Giftes durch Erbrechen hin­gewirkt worden. Das Erbrechen soll man durch Verabreichung lauen Wassers oder einer warmen Milch längere Zeit unterhalten, und dann, wenn es zu heftig und andauernd auftritt, wäre es durch etwas Brausepulver oder Opiumtinktur zu stillen.
Gelingt die Entfernung des Giftes aus dem Magen durch Erbrechen nicht, so trachte man durch Verabfolgung von Gegen­giften die Wirksamkeit zu schwächen. Zu donselben rechnet man schleimige und ölige Mittel, Seifenwasser, Pottaschelösung, dünne Kalkmilch, Magnesiamilch, Kalkwasser, Eiweisslüsung, Milch, Mol­kon, Abkochungen von gerbstoffigon Mitteln und das Chlorwassor.
Zeigen sich bereits die Merkmale einer Magen-Darmentzündung, so ist dieselbe nach den früher angegebenen Regeln zu behandeln.
Bei Vergiftungen mit narkotischen Stoffen empfiehlt sich starker schwarzer Kaffee und starker Thee, welche Flüssigkeiten in kurzen Intervallen zu 2—3 Kaffeelöffel oder Esslöffel voll verab­reicht werden.
Afterentzündung, Afterdrüsenentzündung und Entartung der Afterdrüsen.
Die Haut des Afters und die zu beiden Seiten des Afters gelegenen Drüsen entzünden sieh häufig und verursachen dem Hunde bedeutenden Schmerz.
' Die Ursache ist in vielen Fällen ein schwerer, sehr harter Stuhlgang, nach welchem der Hund auf dem Hintertheil über den Erdboden rutscht, und bei grober oder rauher Beschaffon-
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88nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;IV. Krankheiten der Verdauangsorgane.
heit dessolbon sehr leicht eine Entzündung der zarten Afterhaut und der Drüsen eintreten kann. Ferner ist manchesmal ein scharfes Knochenstückchen, an der inneren Seite des Afters gelagert, die Veranlassung der Afterentzündung. Zuweilen werden boshaftor-weise scharfe, reizende Stoffe (Pfeffer, Paprika, Terpentinöl) dem Hunde auf den After aufgetragen, wodurch eine heftige Entzün­dung des Afters und der Drüsen sich einstellt. Auch eine Vor-klobung oder Verstopfung dos Ausführungsganges der Drüsen führt zu einer Entzündung derselben.
S y m p t o m e. Der After ist ein- oder heidorseits geschwollen, die Haut geröthet, gespannt, glänzend und bei der Berührung sehr schmerzhaft. Die Patienten sind traurig und belecken häufig den After. Im Gehen halten sie das Hintertheil gesenkt und den Schweif angezogen. Sie stellen sich oft zur Kothentleerung, wo meist gar keine Ausleerung stattfindet, in einzelnen Fällen eine grünliche oder weissgelbe Schleimmasse abgesetzt wird. Puls und Athmen ist etwas beschleunigt, der Appetit sehr verringert. — Sind auch die beiden Afterdrüson entzündet, so erscheinen selbe ebenfalls geschwollen, sehr schmerzhaft, die Haut darüber geröthet, gespannt und glänzend, und wenn man dieselben mit zwei Fingern umfasst und einen Druck aus der Tiefe nach oben zu ausübt, so kommt eine eitrige, oft blutige Flüssigkeit zuni Vorschein. Nach dem vollkommenen Ausdrücken zeigen die Kranken eine bedeutende Linderung der Schmerzen.
Die Prognose ist meist günstig. Der Ausgang ist die Zertheilung, mitunter bei der Drüsenentzündung die Abscess-bildung.
Durch wiederholte Entzündung der Afterdrüsen kommt es, besonders bei alten Hunden, zur Entartung. Diese kennzeichnet sich durch eine Vergrösserung der Drüse, Wucherung des Drüsen­gewebes, Unschmerzhaftigkeit der Geschwulst, und durch die Abson­derung eines dünnschleimigen, eitrigen oder blutigen Exsudates.
Die Behandlung bei After- und Afterdrüsenentzündung besteht in der Beseitigung der Ursachen, in der Mässigung der Entzündung, und in dem wiederholten Ausdrücken der eiternden Drüse. Die Entzündung kann durch Waschungen mit kaltem Wasser, Bleiwasser, Goulard;sclien Wasser, durch Bestreichen mit schleimigen, öligen oder fetten Mitteln (Grimimischloim, Olivenöl,
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Mastdarmvorfall.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;89
Creme celeste, Vaselin, Lanolin) gemässigt werden. Auch warme Bauschen auf den After gelegt bewirken die Zertheilung oder Eiterung,
Bei Entartung der Afterdrüsen empfiehlt sich die Anwen­dung dos Glüheisens zum Ausbrennen oder der scharfe Löffel zum Auskratzen des Drüsengewehes. Auch das Bestauben mit Dermatol, Alaun oder Tannin, so wie das Bepinseln mit Höllen-steinlösung ist anzuwenden.
Mastdarmvorfall.
Derselbe besteht in dem theil weisen Vortreten des Mast­darmes durch den After. Dieses Hervortreten findet auf eine zweifache Weise statt: entweder umstülpt sich der Mastdarm gleich am inneren Rande des Afters, oder die ümstülpung findet tiefer in der Beckenhühle statt, wo der mehr nach vorne ge­legene Theil des Mastdarmes nach hinten durch den After her­vortritt. Im ersteron Falle findet man eine ringförmige, blasen­artige oder cylinderischo Geschwulst, manchmal 10—20 Ctm. lang nach abwärts hängend. Diese Geschwulst ist mit der Schleim­haut überklcidct und im frischen Zustande feucht; wird aber schon noch einigen Stunden trocken. An ihrem Ende findet sich eine kleine Ocffnung, wo der eingeführte Finger in die Mast-darmhöhlo gelangt. Am Grunde hängt die Geschwulst unmittel-har mit dem Mastdarme zusammen, so dass man an der Aus-trittsstelle nirgends in die Mastdarmhöhlo gelangen kann.
Im zweiten Falle findet sich meist nur eine kurze cylinde-rische Goschwulst aus dem After hervorstehend, die an ihrem Ende ebenfalls eine Ocffnung besitzt, und am Grunde nicht mit dem Aftorrand in unmittelbarer Verbindung ist, so dass man im ganzen Umfange mit dem Finger zwischen Geschwulst und Afterrand in den Mastdarm gelangen kann.
Ausser diesen erwähnten Erscheinungen zeigt der Hund ein stetes Drängen zur Kothentlccrung, zuweilen Kolik, und bei längerer Dauer stellt sich ein merkbares Fieber ein.
Die Ursachen des Mastdarmvorfalles sind grosse Schlaff­heit des ganzen Darmkanalos; Verstopfung oder heftige Diarrhöe, indem bei beiden Zuständen ein fortwährendes Drängen zur
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IV. Krankheiten dor Vcrdauungsorgano.
Kothentleerung besteht; eine schwere Geburt, indem auch da ein heftiges Drängen vorhanden ist.
Die erste Art des Mastdarmvorfalles, wenn derselbe im ge­ringen Grade vorhanden ist, verliert sich oft von selbst, wenn ein regelmässiger Yerdauungsprozess eingeleitet wird. Meist ist aber auch da eine Kunsthilfe nothwondig. Liisst man den Vorfall mehrere Tage unbeachtet, so wird theils durch die Einwirkung der Luft, theils durch Druck und Reiben von Seite des Patienten die Schleimhaut verdickt, exeoriirt oder selbst brandig. Dauern die früher erwähnton Ursachen und mit denselben das stete Drängen fort, so ist selbst einem Sachverständigen die Heilung in den meisten Fällen unmöglich. Zeigt sich an dem Vorfall ein heftiger Entzündungsprozoss, so pflanzt sich derselbe in einzelnen Fällen auf den übrigen Darmcanal fort, oder es wird das vorge­fallene Mastdarmstück brandig und es erfolgt der Tod.
Die Behandlung muss vor Allem die Beseitigung der ver­anlassenden Ursachen im Auge behalten.
Ist eine Erschlaffung des Darmcanales vorhanden, so ist die Application tonischer Mittel, und die Fütterung mit leicht ver­daulichen Futterstoffen in sehr kleinen Eationen angezeigt.
Zeigt sich eine Verstopfung, so muss das Ausräumen der an­gesammelten Kothmassen vorgenommen werden, und wenn dies' nicht gelingen sollte, so appliciere man in sehr kurzen Zwischen­räumen schleimige, ölige, Seifen- odor Glycerinklystiore, und gebe innerlich Abführmittel.
Ist Diarrhöe mit Zwang verbunden dio Ursache des Vorfalles, so muss dieselbe auf die bereits früher beschriebene Weise be­hoben werden.
Bei einer schweren Geburt muss durch rasche Hilfe der Gc-burtsact beschleunigt worden.
Im Allgemeinen trachte man den vorgefallenen Thoil des Mastdarmes, wenn er gesund ist, so bald wie möglich in das Becken zurückzuschieben, u. zw. so, class nirgends im Innern Falten an der Darmhaut zurückbleiben.
Nach diesem Reponieron stellt sich ein heftiges Drängen, und neuerdings der Vorfall ein. Um dies zu verhüten, genügt oft, den eingeführten Finger etwas länger in der Mastdarmhöhle zu be­lassen. Auch das Heben und Höhorstellen des Hintertheilos nach
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Verstopfung.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;91
der Zurückbringung des Vorfalles ist oft genügend zur Vermeidung einer Wiederholung.
Ferner kann auch eine Naht oder Bandage am After an­gebracht werden, um einen neuerlichen Vorfall zu verhüten.
Der vorgefallene Theil des Mastdarmes muss vor jeder llepo-uierung mit kaltem Wasser gereinigt werden. Und zeigt sich die Schleimhaut trocken, geschwellt, exkoriirt und sehr empfindlich, so befeuchte man dieselbe mit kalten schleimigen oder narko­tischen Flüssigkeiten, und nehme erst dann die Reposition auf sehr sanfte Weise vor. Bei ziemlich normalem Zustande der Schleimhaut des vorgefallenen Stückes kann nach dem Zurück­schieben eine Einspritzung von zusammenziehenden Mitteln statt­finden. Auch die Befeuchtung des Vorfalles mit Bleiessiglösung, Blci-zuckorlösung oder Gonlardischem Wasser ist vortheilhaft. Wenn der Vorfall auf keine Weise zurückgehalten werden kann, oder wenn eino heftige Entzündung mit Ausgang in Brand an dem­selben sich zeigt, so kann das Abnähen vorgenommen werden, u. zw. auf folgende Weise: Das vorgefallene Darmstück wird zu beiden Seiten bis gegen den After zu gespalten, so dass ein un­terer und oberer Lappen entsteht. Jeder Lappen wird nun mit einem Catgut- oder Carbolseidefaden derart abgenäht, dass immer eine Strecke von einigen Millimetern breit in eino Schlinge ge­nommen und durch Zubinden des Heftfadens abgeschnürt wird. Nachdem die Hefte gut angelegt sind, schneidet man die Fäden knapp an den Knoten ab, und ausserhalb der Naht, etwa 3 cm. entfernt, schneidet man den vorgefallenen Theil rund herum ab, desinficirt denselben und schiebt den Rost des Vorfalles mit der Naht vorsichtig in das Becken. Nach etwa 8 Tagen löst sich der durch die Naht abgetödtete Theil los, und die Heilung er­folgt rasch mit Zurücklassung einer kleinen Narbe.
Während der ganzen Behandlungszoit halte man den Patienten diät, und nach derselben gebe man ihm nur leicht verdauliche flüssige Nahrung, verschone ihn vor jeder Ueboranstrengung, um einen neuen Verfall zu verhüten.
Verstopfung.
Dieser abnorme Zustand in der Funktion der Verdauungs-organo findet sich bei Hunden sehr häufig vor.
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lt;)2nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;IV. Krankheiton der Vordauungsorgane.
Die Ursachen sind reichliche Knochenfütterung, Fütterung mit schwer verdaulichen Mitteln, wenig Bewegung, vorausgegan­gene Darmentzündungen, Diarrhöen oder ruhrartige Durchfälle. Ebenso beobachtet man dessen Eintritt nach verabfolgten dra­stischen Purgier- oder nach längerem Gebrauche tonischer Mittel. Professor Dr. Hertwig theilt die Verstopfung in eine wahre und falsche ein. Nach den Beobachtungen des Verfassers können wirklich die zwei Arten von Verstopfungen unterschieden werden. Symptome. Bei der wahren Verstopfung erscheint der Hinterleib häufig aufgetrieben, und wenn dieselbe schon länger besteht, so ist ein Geruch nach Koth aus dem Maule vorhanden. Der Bauch fühlt sich mitunter etwas gespannt und nach innen hart an, und es sind meist cylinderische oder runde, harte Massen im Darm auszumitteln. Der Hund stellt sich oft zur Kothentlee-rung, jedoch fruchtlos. Beim Einführen eines Fingers in den Mastdarm finden sich bald näher, bald entfernter vom After die erwähnten harten Kothmassen oder Knochenstücke und sonstige fremde Körper. Die Schleimhaut des Mastdarmes ist trocken und heiss. — Je länger dieser Zustand andauert, um so stärker wird die Anftreibung des Bauches. Die Patienten werden matt, sehr traurig, die Fresslust verliert sich vollkommen, es stellt sich Fieber ein, und nach 6—Stägigem Bestehen erfolgt durch Darm-' lähmung und Darmbrand der Tod.
Bei der falschen Verstopfung ist keine Auftreibung des Hinter­leibes vorhanden; dagegen stellen sich die Hunde sehr häufig zur Kothentleerung, wo meist unter Schmerzäussorung einige Tropfen schleimiger Exkremente abgesetzt werden. Der After ist ent­zündet und der eingeführte Finger fühlt keine festen Kothmassen etc. im Mastdarm, auch nicht durch die Bauchdecke hindurch. Die Schleimhaut ist geschwellt, gewulstet und mit zähem, stin­kendem Schleim belegt.
Die Behandlung der eigentlichen Verstopfung bestellt darin, dass die im Dick-, besonders im Mastdarm angesammelten harten Kothmassen erweicht und aus dem Darmkanal entfernt werden. Zu diesem Bohufe gibt man innerlich das Rizinusöl in Kapseln, das Baumöl, den Kindermeth, das Wiener Laxirtränkchen, die Mittelsalze und Aufgüsse der Senncsblättcr. Ist die Verstopfung sehr hartnäckig, so können auch die Aloe oder das Calomel
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Aufblähen,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;93
(0-10—0-20 pro dosi), sowie die Augustiner-Pillen (2—4 Stück auf einmal) angewendet werden.
Ausserdem appliziere man sehr fleissig Irrigationen von Seifen­wasser mit Öl und Kochsalz verbunden. Auch Glycerinklystiere sind angezeigt.
Wenn die angehäuften harten Exkremente ziemlich nahe dem After sind, so kann die Verstopfung am raschesten durch das Aus­räumen behohen werden. Oft genügt der eingeführte Finger. Sehr häufig muss man ein geeignetes Instrument zu Hilfe nehmen, um die Koth- oder Knochenmassen zu erreichen und zu entfernen. Zu diesem Behufe benützt man entweder eine Kornzange oder eine Raumschaufol. Dieselbe ist etwa 30—40 cm lang, löffelstielartig geformt. Das einzuführende Ende ist breit, abgerundet, stumpf, und' an einer Fläche lüffelartig ausgehöhlt. Im Nothfalle kann auch ein etwas umgebogener Löffelstiel gebraucht werden.
Nachdem die Exkremente auf diese Art entfernt sind, kann der gereizte Zustand der Mastdarmschleimhaut durch kalte Kly-stiere gemässigt werden.
Bei der scheinbaren Verstopfung sind innerlich reizmildernde, narkotische Mittel, äusserlich Schleim- und Oelklystiere mit Opium versetzt anzuwenden, und eine zweckentsprechende Diät zu be­obachten.
Aufblähen.
Dieser Zustand ist beim Hunde selten zu beobachten, und wenn schon, so nur als Folge einer Uberfütterung oder wirklicher Ver­stopfung.
Die Symptome bestehen in einer verschieden starken Auf­treibung des Hinterleibes, Gespanntsein der Bauchdecke, kurzem erschwerten, keuchenden Athmen, beschleunigtem Herzschlag und Ängstlichkeit des Hundes. Die Frcsslust fehlt, die Kothentleerung ist aufgehoben. Die Patienten liegen meist, und lassen ein Ächzen und Stöhnen hören.
Mitunter kommt es zum Erbrechen, worauf die Aufblähung rasch abnimmt, oder es tritt Diarrhöe ein, welche ebenfalls eine Abnahme der Auftreibung zur Folge hat.
Die Vorhersage ist zweifelhaft.
Bezüglich der Therapie können Brech-oder Abführmittel, kalte Klystiere, Massirungen des Bauches, so wie gasbindende
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94nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; IV. Krankheiten der Verdauungsorgane.
Mittel (Kalkwasser, Magnesia, Soda etc.) Anwendung tiiulen. Im äussci'sten Falle kann der Darmstich ausgeführt werden.
Bauchfellentzündung.
Die Bauchfellentzündung hosteht in einem Entzündungs-jirozcss der serösen Auskleidung der Bauchhölilc und des serösen Überzuges der in derselben gelegenen Organe.
Die Ursachen sind entweder primäre in Folge von Erkäl­tungen oder mechanischen Verletzungen; oder sekundäre durch akute oder chronische Krankheitsprozesse der in der Bauchhöhle befindlichen Organe bedingt.
Die Symptome sind im Beginne der Krankheit kaum merkbar. Erst wenn dieselbe eine ziemliche Höhe und Aus­breitung erreicht hat, wird sie deutlich bemerkbar. Die Patienten gehen anfangs etwas steif mit den Hinterfüßen. Die Muskulatur des Bauches ist gespannt, und bei einem daselbst angebrachten Druck äussern die Thiere Schmerz, Die Fresslust nimmt ab oder ist sehr wechselnd; mitunter tritt Erbrochen ein. Im Beginne des Leidens ist keine merkbare Veränderung im Pulse und im Athmen. Je mehr der Entzündungsprozess sich ausbreitet, eine umso deutlichere Beschleunigung des Pulses und Athmens tritt ein. Die Bewegung der Bauchwand beim Athmen ist nur sehi; kurz und oberflächlich, der Absatz dos Kothes wird sehr ver­zögert unter öfterem Aussetzen und Stöhnen vollführt. Bei einzelnen Patienten ist Verstopfung, bei anderen Diarrhöe zugegen.
Der Verlauf ist in der grössten Zahl der Fälle ein rascher : zuweilen wird die Bauchfellentzündung chronisch und dauert dann viele Wochen an, wo unter Eintritt kachektischer Erschei­nungen der Tod erfolgt. Die Beurtheilung des Krankheitsprozesses ist nur im Beginne günstig zu stellen, wo bei zweckentsprechen­der Behandlungswoise die Zertheilung der Entzündung bewirkt werden kann. Mitunter kommt es bei hochgradiger Entzündung zur Ausscheidung eines gerinnbaren Exsudates und in Folge dessen zur Verlöthung und Verklebung der Baucheingeweide untereinander und zur Störung in ihrer Funktion; oder es erfolgt die Ausschwitzung eines serösen Exsudates und die Bildung akuter Bauchwassersucht. In beiden Fällen ist die Prognose sehr ungünstig.
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Biiuchwassersucht.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 95
Die Behandlung ist mit dov Entfernung der Ursachon und mit der Einleitung des antiphlogistischen Heilverfahrens zu beginnen. Man macht somit nach Erfordernis einen Aderlass und vollführt Einreibungen an der Bauchwand mit flüchtigen Reizmitteln, odor wendet kalte, warme oder feuchtwarme Um­hüllungen an der Bauchdecke an. Gute Dienste leisten mitunter warme Laugonbäder oder Bäder von aromatischen Aufgüssen durch etwa 16 Minuten, worauf der Hund trocken zu reiben und in Wolldecken einzuhüllen ist.
Innerlich sind kleine Gaben von Calomel (0'6—l'O) in einer schleimigen Abkochung (lOO'O) oder einer Ölmixtur (stündlich einen Kaffeelöffel voll) zu verabreichen. Ist Verstopfung zugegen, so sind Klystiere angezeigt. Sind bedeutende Mengen von Exsudat nachweisbar, so ist die Anwendung harntreibender Mittel ange­zeigt, wo der Weinstein, das Fingerkraut, das Terpentinöl, die Wach-holderbeeron, die Pottasche, der Borax und die Scilla in der bei der Brustwassersucht erwähnten Menge und Form in Anwendung gebracht werden können. Diese Mittel können auch bei chronischer Bauchfellentzündung in Gebrauch kommen. — Zeigt sich darauf keine Abnahme des Exsudates, so kann dasselbe durch den Bauchstich zur Entleerung kommen.
Kräftige, leicht vordauliclio Nahrung ist zu verabfolgen und dem Patienten die grösste Ruhe zu gönnen.
Bauchwassersucht.
Dieselbe besteht in einer Ansammlung einer grösseren Menge Exsudates in der Bauchhöhle, und ist ein bei Hunden häufig vor­kommender Krankheitsprozess.
Die Ursachen sind sehr verschitedoner Natur. Sie entwickelt sich in Folge mechanischer Behinderung der Blut- und Lymph­zirkulation, namentlich bei chronischen Herzkrankheiten, bei organischen Veränderungen der Leber und Milz, bei Entartung der Gekrösdrüsen, dann in Folge von Erkrankungen des Bauch­felles selbst, oder der von demselben überzogenen Organe, und in Folge chronischer Nieronorkrankungen. Häufig bleibt die Bauchwassersucht als Nachkrankheit nach abgelaufener Bauch­fellentzündung zurück. Selten ist sie in Folge allgemeiner Anä­mie eu beobachten.
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9(5nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;IV. Krankheiten der Vcrdaunngsorgane.
Die Symptome der Bauchwassorsucht sind: eine Ver­größerung des Hinterleibes nach unten und zu beiden Seiten, verbunden mit Schlaffheit, oder, bei grosser Menge Exsudates mit praller Spannung der Bauchwandungen ; ein matter odor leerer Perkussionsschall an diesen Stellen, und eine fühlbare Fluk­tuation, wenn man auf einer Bauchseite die flache Hand auflegt und auf der anderen Seite mit den Fingern anklopft. — Die Fresslust ist meist vormindert, die Verdauung gestört. Der Urin wird selten abgesetzt.
Je nach der Füllung des Bauches ist das Athmen erschwert, pumpend, stossweise, wobei das Thiel' Vorder- und Hinterfüsse weit stellt, Hals und Köpft streckt. Die Patienten sind matt und hinfällig.
Allmälig stellt sich ein kaehektischer Zustand unter fort­schreitender allgemeiner Abmagerung, jedoch Zunahme der Umfangs-vermehrung des Bauches ein. Die Haut wird trocken, das Haar glanzlos, struppig, und es treten ödematüse Anschwellungen am Unterbauch und den Extremitäten auf.
Die Prognose fällt gewöhnlich ungünstig aus, besonders wenn organische Veränderungen die Ursache bilden. Nur in jenen Fällen, wo die Bauclmassersucht eine Folge einer länger be­standenen Bauchfellentzündung ist, tritt zeitweilig eine Besserung oder selbst Heilung durch Resorption des Exsudates ein. Oft zieht sich der Process auf Monate hinaus, um doch zuletzt den Tod durch Erschöpfung herbeizuführen.
Die Behandlung muss sich vor Allem mit der Beseitigung der veranlassenden Ursachen befassen, was auf grosse Hinder­nisse stüsst, indem äusserst selten die Diagnose der vorhandenen anatomischen Störungen richtig gestellt werden kann. Und sind dieselben auch ausgemittclt, so ist deren Beseitigung und Heilung fast immer unmöglich.
Die Cur muss also bloss dahin gerichtet sein, gefahrdrohende Erscheinungen zu beseitigen und die angesammelte seröse Flüssig­keit zu entfernen oder wenigstens zu vermindern. In letzterer Hinsicht finden Purgier- und harntreibende Mittel, wie selbe bei der Brustwassersucht angegeben wurden, ihre Anwendung. Bei grosser Menge serösen Exsudates mit sehr erschwertem Athmen wird auch hier der Bauchstich zur Entleerung der Flüssigkeit vollführt.
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Loberontzündung.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;97
Leberentzündung.
Diosor Entzündungsprozess ist nacli meinen langjährigen Er­fahrungen bei Hunden häufig, doch am Leben selten mit Sicher­heit zu diagnostizieren, und wird daher meist durch die Section constatiert.
Die Ursachen sind noch immer nicht genau bestimmbar. Man nimmt an, dass eine üoberanstrengung bei grosser Hitze, die Aufnahme zu grosser Nahrungsmengen bei geringer Bewegung (fetto Hunde), heftige mechanische Insulte auf die Lebergegend, die Gegenwart von Herzfehlern, Lungenemphysem, Hydrothorax, entzündliche Affectionen des benachbarten Darmcanales und ha-chektische Zustünde die Veranlassung bilden.
Meinen Beobachtungen nach finden sich Leberentzündungen, besonders chronischer Natur, bei alten, hauptsächlich fetten Hunden.
Die Symptome sind: ein matter, träger Zustand des Hundes, wobei derselbe sehr viel liegt; wechselnde Haut- und Körper­temperatur; allgemeiner Ikterus; mangelhafter Appetit; Störung in der Verdauung, manchesmal Verstopfung, zeitweise Diarrhöe ; Abmage­rung, und Schmerz bei einem an der rechten Bauchseite ange­brachten Druck.
Der Verlauf der frischen Leberentzündung ist 1—2 Wochen, und endet mitunter in Zerthcilnng. Meist jedoch kommt es zum hochgradigen Ikterus, der innerhalb wenigen Tagen den Tod be­dingt. Auch zur chronischen Entzündung kommt es, wo erst nach Monaten ein lethaler Ausgang eintritt.
Die B ehandl ung ist selten von Erfolg. Bei Ueberfütterungen sind Brcch- oder Abführmittel angezeigt. Ist ohnehin heftige Diarrhöe zugegen, so ist die Vorabfolgung tonischer Mittel am Platze. Ist der Stuhl normal abgehend, der Appetit aber gering, so können bittere Mittel Anwendung finden. (Tinctura amara, Enziancxtract oder Tinctur, Krähenaugentinctur, Chinatinctur, Bilscnkrautoxtract.) Massirungen in der Lebergegend, sowie wanne Bäder oder Priesnitzumschlägo sind sehr zu empfehlen.
Zweckentsprechende Regelung der diätetischen Verhältnisse je nach der Ursache der Krankheit ist immer zu beachten.
Konhllusor, Kraukhoiten dea Hundes. 2. Aufl.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;i
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IV. Krankheiten tier Vordauungsorgane.
Wurmkrankheit.
Dor Magen und der Darmcanal dos Hundes ist sehr häufig der Wohnort von Eingeweidowiirmern, und zwar kommen nach Angaben folgende Helminthen vor: der Gehirnblasenband-wurm, der dreigliedrige Bandwurm, der geränderte Bandwurm, der kürbiskernförinige Bandwurm, der Spulwurm, das Doppelloch, der Peitschenschwanz oder zusammengedrückte Haarkopf, der blutige Rollschwanz, dor Pallisadenwurm mit dreieckigem Kopfe, und am Ende des Mastdarmes eine sehr kleine Art der Askariden.
quot;Viele dieser Eingeweidewürmer sind unschädlich; andere bedingen in Folge der Verletzungen an der Darmwand auffallende Krankheitssymptomo.
Er sc heinange n. Auf das Vorhandensein von Bandwürmern sollen folgende Merkmale hinweisen: Verminderung und Unrcgel-mässigkeit im Appetit, Abnahme des Nährzustandos bei gleich-massig fortbestehender Fresslust, der Eintritt von Durchfall wechselnd mit Verstopfung, das öftere Flähmen mit der Oberlippe, das Reiben der Nase und des Afters an der Erde oder sonstigen festen Gegenständen, das Schnappen nach dem Hinterleibo, das nervöse Auffahren und Aufschreien aus dem Schlafe, öfteres Gähnen, Aufstosscn, Würgen und Erbrechen, das Auftreten von Schwindel und Krämpfen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;'
Eine sichere Diagnose auf das Vorhandensein von diesen Parasiten kann erst dann gestellt werden, wenn man einen öfteren Abgang derselben durch den After bemerkt, oder wenn sie er­brochen werden. Am häufigsten sind es Bandwürmer und Spul­würmer, die, wenn sie in bedeutender Quantität angesammelt sind, zur Entwicklung von Zuckungen, Convulsionen, zum Ein­tritt von Schwindel, manchmal selbst zu Anfällen von Raserei Veranlassung geben.
Der Verlauf der Wurmkrankheit hängt von der Art und Menge der vorhandenen Darmwürmer ab. Bei sehr jungen Hunden nimmt sie manchmal durch den Eintritt eines kacheetischen Zu-standes einen ungünstigen Ausgang.
Die Behandlung besteht in der Verabreichung sogenannter wurmwidriger Arzneistoffe und Abführmittel.
Bei der Gegenwart von Bandwürmern wende man das Farren-krautpulver (0-10—200 pro dosi) oder den ätherischen Farren-
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Fettsucht.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 99
krautextract (0-5—#9632;2,00) und 24 Stunden darnach ein Abführ­mittel von Ricinusöl an. Ebenso kann mit Vorthoil eine Ab­kochung der Granatwurzelrinde (ö'O—lö'O auf 100-0 Wasser) oder deren Extract (O'B—I/O pro dosi) in Anwendung gebracht werden. — Mit besonders günstigem Erfolge kann die Camala (l'OO—5-00 pro dosi) je nach der Grosse und dorn Alter des Hundes verwendet werden. Die gleiche Wirkung erzeugt das Cousso in der Gabe von 200—4-00 und die Areca in Pulver oder als Tinctur. Von dem Pulver gibt man ö'O—lö'OO pro dosi, von der Tinctur 3 bis 5 Kaffeelöffel voll. Bei Anwendung letzterer Mittel ist die Verabfolgung eines Abführmittels nicht nothwendig.
Als wurmabtreibendes Mittel kann noch das Santonin, der Zittwersamen, der Petersiliensamen, das Terpentinöl, der Stinka-saiit und das Ricinusöl Verwendung finden.
Es ist angezeigt vor der Verabreichung eines oder des anderen Wurmmittels den Hund einen Tag ohne Nahrung zu lassen.
Fettsucht.
Die Hunde incliniei'en im Allgemeinen zur Fettbildung, na­mentlich einzelne Rassen derselben (Rattler, Möpse) besonders wenn sie in guter Fütterung stehen, und dabei viol Ruhe ge­messen.
Bis zu einem gewissen massigen Grade dieser Fettbildung gehen alle Functionen rogelmässig vor sich, und die Thiero sind dabei noch munter. Sobald aber eine übermässige Fettbildung eintritt, werden die Hunde träge, liegen viel, und bei längerer Bewegung stellt, sich Schwerathmigkeit ein. Je stärker die Fett­bildung, um so auffallender wird die Kurzathmigkeit, und gleich­zeitig stellt sich ein oft wiederkehrender matter, kurzer Husten ein. Bei manchen mit der Fettsucht behafteten Hunden fallen die Haare, besonders über den Rücken hin aus, und es treten selbst flechtenartige Hautausschläge an verschiedenen Theilen des Körpers auf — die sogenannte Fotträude.
Mit Fettsucht behaftete Hunde können bei karger Fütterung mit nicht fettbildenden Stoffen, und bei viel Bewegung in freier Luft durch viele Jahre in einem erträglichen Zustande erhalten, manchesmal selbst von dem üebel befreit werden.
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100nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;IV. Krankheiten dor Verdauungsorgane.
Letzteres ist wohl bei Stubenhunden, besonders wenn selbe viele gute stickstoffreiche Bissen zum Fressen erhalten, schwer zu erreichen. Bei fortgesetzt guter Ernährung gehen derartige Hunde in Folge Verfettung lebenswichtiger Organe (Herz, Leber, Nieren) zu Grunde.
Die Behandlung muss auf eine zweckentsprechende Diät und viel Bewegung gerichtet sein. — In therapeutischer Hinsicht gebe man alle 8 Tage ein leichtes Abführmittel. Zur Abnahme der Fettmenge ist die Anwendung der Jodpräparate, und zwar meist des Jodkaliums zu 0quot;05 —010 ein- bis zweimal täglich in etwas destillirtem Wasser gelöst, zu empfohlen. Auch der Gebrauch jodhaltiger Mineralwässer ist angezeigt.
Abzehrung.
Sowohl bei alten wie auch bei jungen Hunden wird zuweilen eine auffallende Abmagerung, verbunden mit einer Abnahme der Kräfte beobachtet, ohne dass diesem Zustande eine bestimmte Krankheit zu Grunde liegt.
Die Ursachen des Leidens sind während dem Leben manchesmal gar nicht auszumitteln. Häufig sind vorausgegangene langdauerndo Kränkelten der Kreislaufs- und Athmungsorgano, sowie chronische Entzündungen in den Bauchorganen, besonders hartnäckige Diarrhöen, die Veranlassung. Nicht selten ist die 'mangelhafte und schlechte Fütterung bei anstrengender Dienst­leistung die Ursache.
Symptome. Aassei der sichtbaren Abmagerung, zeigen sich die Thiere matt, müde, hinfällig; sie liegen die grösste Zeit und drücken sich an den vorstehenden Theilon des Körpers auf. Die sichtbaren Schleimhäute sind bleich, oft schmutzig-weiss gefärbt. Der Puls ist weich, der Herzschlag schwach, das Athmen meist ruhig, ausgenommen in jenen Fällen, wo chronische Er­krankungen des Herzens oder der Lunge zugegen sind. Der Appetit ist meist sehr gut und die Verdauung selten gestört. Der Bauch erscheint bei manchen derart leidenden Hunden durch Gase aufgetrieben, meist aber aufgezogen. Mitunter fühlt man durch die Bauchdecke die entarteten Gokrösdrüson.
Verlauf. Der Zustand dauert oft Monate, selbst über ein Jahr an, und endet tödtlich in Folge Erschöpfung oder Eintritt der Bauch- oder allgemeinen Wassersucht.
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V. Krankhoiton dor Harn- und Geschlechtsorgauo.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;101
Die Behandlung ist bei dei; üngewisshoit der Ursachen meist eine sehr unsichere. Alle Einflüsse, welche störend auf den Ernälirungsprocess einwirken, müssen vor Allem fern ge­halten werden, — Fleisch, Brod, Hundekuchen sind in kleinen Quantitäten zu vorabfolgen. Ein trockener, reiner Aufenthaltsort ist anzuweisen. Bei mangelndem Appetit sind bittere, erregende Stoffe, bei Diarrhöen bittere, zusammenziehende, stopfende Mittel, und bei Gekrösdrüsenentartungen ist in kleinen Mengen der Leberthran zu geben, — Sümulantien, als: russischer Thee oder starker schwarzer Kaffee mit Cognac sind bei auffallender Schwäche angezeigt.
V. Krankheiten der Harn- und Gesclilechtsorgane.
Einfache Harnruhr.
Diese ist bei den Hunden eine seltene Krankheit und äussert sich durch Entleerung übermässiger Mengen, gewöhnlich spezifisch leichten, an festen Bestandtheilen armen Harnes.
Als Ursachen beschuldigt man verdorbene, in saure Gäh-rung übergegangene oder verschimmelte vegetabilische Nahrung zu stark gesalzenes Futter, den Genuss eines harten an Salzen und festen Bestandtheilen reichen Wassers, scharfe urintreibende Substanzen, Erkältungen, übermässige Ausübung des Begattungs-actes, und die Gegenwart nervöser Störungen.
Erscheinungen. Innerhalb den ersten 8—14 Tagen des Bestehens dieser Krankheit ist. aussei1 der reichlichen Entleerung des Urins und ausser dem grossen Durste kein anderes Krank­heitssymptom zu bemerken. — Plötzlich aber werden die Hunde matt, das Haar wird struppig, glanzlos, die sichtlichen Schleim­häute zeigen sich blass oder schmutziggelb gefärbt, die Fresslust nimmt ab und es erfolgt eine rasche Abmagerung; der Herzschlag ist mitunter pochend, der Puls klein, sehr weich. Mit der Zu­nahme dieser Symptome wird auch die Schwäche grosser, und es erfolgt nach 4—6 Wochen Lähmung der Nachhand. Der Tod erfolgt durch Erschöpfung.
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V. Krankheiton der Harn- und (ieschlechtoorgano.
Nach Beobachtungen worden sehr junge und entgegengesetzt sehr alte Hunde gewöhnlich am heftigsten ergriffen. Ist der Hund schwächlich, so ist derselbe unrettbar verloren. Zeigt sich der Patient kräftig, und wird rechtzeitig eine zwockmässige Be­handlung eingeleitet, so gelingt in vielen Fällen die Heilung.
Nicht selten übergeht die einfache Harnruhr in die Zucker­harnruhr, welche letztere fast durchgehends den Tod bedingt.
Die Behandlung muss mit der Beseitigung der veranlassen­den und unterhaltenden Ursachen begonnen werden. Es ist daher vor Allem eine gesunde, schwach gesalzene, gute Nahrung, be­sonders rohes Fleisch, wonig Salze enthaltendes Trinkwasser statt dessen Hollumler- odor Bitterkleethee zu verabreichen.
Als Heilmittel gibt man in der ersten Zeit schleimige und narkotische Substanzen.
Rp. Decoct, rad. Althae (10 0 Rp
Mudlag,
Gummi arab.
—150-0)
20-00,
Aqua destill. ISO'OO,
Ext. Ojni 0-20.
M. D. S. 3-stündlich 1 Ess­löffel voll, llthae (10-00
Solve :
Extr.: Hyoscy. 0.30. S. 2-stiindlich 1—2 Kaffee­löffel voll.
Rp.
Decoct, rad
: 150 0) Solve
Natri, salicyl. 5 00. S. 2-stündlich 1 Kaffeelöffel voll. Bei längerem Bestehen dos Leidens und sich zeigender Schwäche sind bittere und adstringirende Mittel angezeigt, als: Abkochungen von Enzian, Wermuth, Eichenrinde, Tannin oder Chinarinde, in welchen Flüssigkeiten kleine Mengen Karlsbadersalz, Salicylsäure, salicylsaures Natron, roher Alaun oder Eisenvitriol zu lösen sind. Bei Verstopfungen sind schleimig-ölige oder Glycerin-Klystiere anzuwenden.
Der unwillkürliche Harnfluss.
Bei männlichen und weiblichen Hunden kommt es nicht selten vor, dass der Urin entweder tropfenweise oder auch etwas stärker unwillkürlich abfliesst.
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Blutharnen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;10;3
Dieser unwillkürliche Harnfluss besteht entweder als selbst-stündiges Leiden, was wolil selten der Fall ist, und da ist die Ursache hohes Alter, in Folge dessen allgemeine Schwäche, oder eine Lähmung des Blasenhalses otleL' dor ganzen Harnblase; oder es bildet der unwillkürliche Harnfluss ein Symptom eines bereits bestehenden Krankheitsprocesses was häufiger beobachtet wird, und ist in diesem Falle dem Grundleiden gemäss zu be­handeln. So findet man bei der Fallsucht, bei Verstopfungen bei Lähmung der Nachhand oder bei totaler Lähmung, bei schweren Verletzungen des Hintertheiles u, s. w, nicht selten einen unwillkürlichen Harnfluss. Auch bei hochträchtigon Hün­dinnen findet, man dieses Uehel, das sich aber nach dem Geburts­geschäfte verliert.
Die Behandlung muss mit der Ruhe des Hundes und mit einer kräftigen Ernährung eingeleitet werden, besonders bei jenen Patienten, wo in Folge hohen Alters der uinvillkürlicho Harn-abfluss besteht. Ist eine Lähmung der Harnblase oder des Blasen­halses zugegen, so müssen adstringirendo und leicht reizende Mittel innerlich verabreicht werden; z. B. ein Infusum von Kal­mus- oder Baldrianwurzel mit Zusatz von Tannin oder Eisen­vitriol. Auf 100 Gramm Infusum OSO—0-80 der genannten Stoffe. Auoh ein Decoct von Eichenrinde oder Chinarinde unter Zusatz einiger Tropfen Cantharidentinctur kann versucht werden.
Aeusserlich werden flitchtige oder stärker reizende Mittel am Kreuz oder an der Mittelfleischpartie täglich 2 Mal eingerieben. Bei Hündinnen können aromatische oder adstringirendo Flüssig­keiten in die Scheide gespritzt werden.
Da der Urin fortwährend abfliesst und sowohl das Thier als auch dessen Lager verunreinigt, so muss man für die Reinigung der Kranken sorgen, und ausserdem auf ein trockenes, reines Lager bedacht sein.
Blutharnen.
Dasselbe ist bei Hunden fast gar nie als selbstständiger Krankheitsprocess zu finden, sondern bildet nur ein Symptom eines bereits bestehenden Leidens in den Harn- und Geschlechts­organen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; .
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V. Krankhoiton der Hani- und Goscblechtsorgane.
So wird bei der Nieren- und Blasonentzündung, bei Gegen­wart von Harnsteinen, nach Verletzungen, bei Gegenwart von Condylomen und nach dem Genüsse scharfer, reizender Substanzen der Abgang blutigen Urins beobachtet.
Durch eine zweckmilssige Behandlung des dem Blutharnon zu Grunde liegenden Krankheitsprocesses, wird auch dieses nach und nach beseitigt, weshalb ich auch keine specielle Behandlungs-woise hier anführe und auf genannte Krankheitsprocesse verweise.
Nierenentzündung.
Die Nierenentzündung ist ein bei Hunden nicht selten vor­kommender Krankhoitsprocess.
Die Ursachen sind meist mechanische Einwirkungen auf die Lendengegend, als; Stoss, Hieb, Fall, Einklommung. Ferner vorhandene Nierensteine, stattgefundene Verkühlung und der Go-nuss von scharfen thierischen, pflanzlichen oder mineralischen Substanzen. Oft ist die Nierenentzündung ein seeundärer Process bei Herzerkrankungen und lang dauernden Eiterungsproccssen, sowie bei Erkrankungen der Gefässe.
Symptome. Die Krankheit beginnt gewidinlich mit Fieber. Die Patienten gehen gespannt, halten das Hintertheil steif und den Rücken gekrümmt.
Die Lendengegend ist mitunter höher temperirt und bei einem daselbst angebrachten Druck iiussert das Thior Schmerz. Der Urin wird entweder gar nicht oder nur in sehr geringer Menge unter Schmerzen abgesetzt, und ist anfangs dunkelbraun, später blutig, selbst von Eiter untermengt. Der Koth wird selten entleert, ist hart und trocken.
Hat die Krankheit einen hohen Grad erreicht, so liegen die Patienten andauernd und können sich nur sehr schwer oder gar nicht erhoben; sie erscheinen wie gelähmt.
Der Verlauf ist oft ein sehr acutor, selten chronischer, und der Ausgang meist ungünstig. Nur dann, wenn inner­halb 8 Tagen die Entzündung sich mässigt, und eine halbwegs regehnässige Urinsecretion eintritt, ist eine Genesung möglich.
Die Behandlung besteht in der innerlichen Anwendung von antiphlogistischen Purgiermittoln in Verbindung mit schlei­migen Decoctcn, und bei heftigen Schmerzen mit narkotischen
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Harnblasenentzündung. — Blasencatarrh.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;105
Stoffen, als: Bilsenkraut-, Opium-, oder Bolladonnaoxtract oder Morphium. — Sonst sind kalte oder feuchtwarme Umschläge auf die Nierengegend, und später flüchtige Einreibungen daselbst an­gezeigt. Stets müssen schleimigo Klystiere angewendet werden. Als Futter ist gekochtes Fleisch oder aufgeweichter Hunde­kuchen zu verabfolgen.
Harnblasenentzündung. — Blasencatarrh.
Diese Krankheitsprocesse zeigen sich bei Hunden nicht selten, und sind bei männlichen Thieren häufiger zu beobachten.
Die Ursachen der Harnblasenentzündung sind ganz die­selben, wie sie bei der Nierenentzündung erwähnt wurden, daher eine Verkühlung, von aussen einwirkende mechanische Insulten, der Genuss scharfer Substanzen und vorhandene Blasensteino oder Sand die Entzündung bedingen können.
Der Blasencatarrh ist eine Folge eines Catarrhes des Nieren­beckens oder durch Erkältungen bedingt.
Erscheinungen. Erstere Krankheit äussert sich durch Fieber und durch einen steifen, gespannten, langsamen Gang mit dem Hintertheile. Die Patienten stellen sich oft zum Urinieren, wo entweder nur einige Tropfen, oder selbst gar kein Urin ab­gesetzt wird. Bei der Untersuchung mit dem Finger durch den Mastdarm fühlt, man mitunter die kugelförmig ausgedehnte Harn­blase, welche gespannt ist, und wo bei einem daselbst angebrach­ten Druck die Kranken Schmerz äussern. Sind Blasensteine vor­handen, so ist der Urin blutig gefärbt; mitunter fühlt man bei der Inspection durch den Mastdarm vorhandene Blasensteine. — Im Allgemeinen zeigen sich die Kranken sehr unruhig, Puls und Athmen ist beschleunigt, das Maul ist heiss und trocken, der Appetit gering. Kothentleerung findet nur selten statt.
Die zweite Krankheit — der Blasencatarrh — äussert sich durch ein erschwertes Urinieren, häufiges Stellen zur Harnentlee­rung, und der Urin erscheint dicklich, trüb, stark schleimig, mit­unter eitrig. Fieber fehlt. Appetit ist gut, und der Absatz dos Kothes nicht gestört.
Die Entzündung der Harnblase nimmt den Ausgang in Zertheilung oder es kommt zum Brand mit Perforation der Blase, und die Thiere verende n in Folquot;e Urämie und Bauchfellentziin-
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V. Krankheiten der Harn- und Oeschlechtsorgano.
dung. — Bei Gegenwart von Blasenstcinen kommt es nicht selten zur Verlegung des Blasenhalsos, llückstauung des Urins, und in Folge übermässigor Spannung zur Berstung der Harnblase und zum Tode.
Die Behandlung muss vor Allem darauf gerichtet sein, die Ursachen entfernt zu halten, oder doch bedeutend zu massigen. Dem Patienten muss genügend lluhe gegönnt werden.
Im Beginne der Entzündung erweisen sich die Mittelsalze in­nerlich gegeben wohlthuend. Aussor diesen sind schleimig-ölige Mittel: Mandelmilch, Hanfsamenmilch, Mohnsamenmilch, Ölmixtur in Verbindung mit Opium-, Belladonna- oder Bilsenkrautextract (auf je lOO'O der Flüssigkeit 005-015 eines Extractes) zu ver­abreichen. — Ferner empfehlen sich schleimige Einspritzungen in die Harnblase durch die Harnröhre und zeitweise schleimige oder Glycerinclystiore.
Bei Blasencatairh ist das Ausspülen der Blase mit lauem Wasser oder mit Lösungen von Borsäure, Creolin, Carbolsäure, Salicylsäure, Tannin oder Höllenstein vorzunehmen. Sehr vor-theilhaft sind öfter wiederholte warme Bäder.
Bei Blasensteinen nützt die angeführte Behandlung nichts, sondern nur eine Operation.
Blasenkrampf.
Derselbe besteht in einer krampfhaften Zusammenziehung des Harnblasenhalses, in Folge dessen die Harnentleerung gehemmt ist.
Die Ursachen sind zu langes Zurückhalten des Urins, durch welche Einflüsso immer; ferner Erkältungen, und der Genuss scharfer, besonders stark tonisch wirkender Stoffe.
Symptome. Derart kranke Hunde stellen sich oft zum Urinieren, wobei entweder kein Urin, oder nur eine sehr geringe Menge tropfenweise und unter grossen Schmerzen abgesetzt wird. Anfangs besteht kein Fieber. Gewöhnlich am 2. oder 8. Tag des Bestehens worden die Patienten traurig und unruhig, und äussern bei einem auf die Schamgegend angebrachten Drucke Schmerz. Nun stellt sich Fieber ein mit Appetitlosigkeit und zeitweise)! Erbrechen. — Beim Befühlen der hinteren Bauchgegend, sowie bei der Untersuchung durch den Mastdarm zeigt sich die Blase gefüllt, gespannt und sehr schmerzhaft.
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Blasenkrampf.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;107
In günstigem Falle tritt innevbalb 24 —3C Stunden Nachlass des Krampfes und Entleerung der Blase ein.
In ungünstigem Falle steigern sich die Sclimorzen und Fieber­symptome, und es kann durch Berstung der Harnblase der Tod erfolgen.
Behandlung. Oft genügt ein sanftes Massieren des Bauches in der Scbamgegond, um den Krampf zu mildern. Und ein nach-heriges Einführen des Fingers durch den Mastdarm und daselbst angebraebter Druck auf die Blase bewirkt eine Entleerung des Barnes.
Bei hartnäckigen Fällen werden schleimige, aromatische oder narcotischc Mittel lauwarm als Clystiore in sehr kurzen Zwischen­räumen angewendet.' Am Mittelfleisch sind Einreibungen mit gekochtem Bilsenkrautöl, oder einem Liniment aus 0'5 Opium­oder Belladonnaextract mit 150 warmen 01 in sehr kurzen Inter-wallen angezeigt
Auch die innerliche Verabreichung einer Hanfsamen-, Mandel­oder Mohnsamenmilch, sowie eines starken lauwarmen Kamillen-thees mässsigt mitunter rasch den Krampf.
Durch langsames Einführen einer Sonde oder eines Catheders durch die Harnröhre in die Blase ist oft der Krampf zu beheben, in Folge Entleerung des Harns.
Erfolgt auf die angegebene Behandlung keine Mässigung des Krampfes, und ist die Gefahr einer Berstung der Harnblase vor­handen, so muss bei männlichen Hunden durch die Vornahme des Harnröhrenschnittes oder Blasenstichcs, welch letzterer auch bei weiblichen Hunden vorgenommen werden kann, der Urin ent­leert und die Gefahr beseitigt werden.
Der Harnröhrenschnitt wird am Mittelfleisch vollführt, und durch die entstandene Öffnung führt man den Cathcder bis in die Blase und entleert den Harn. Die Wunde ist antiseptisch zu be-bchandeln.
Der Blasenstich wird durch den Mastdarm oder vom Unter­bauch vorgenommen. — Erstere Operation dürfte der letzteren verzuziehen sein, obzwar beide einen lebensgefährlichen Eingriff bilden.
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V. Krankheiten der Harn- und Geschlechtsorgane.
Lähmung der Harnblase.
Die Lilhmung dor Harnblase oder des Blasenhalsos allein charakterisiert sich durch den fortwährenden unwillkürlichen Ab­gang des Harnes von normaler Beschaffenheit. Wo der Hund geht, steht, sitzt oder liegt bemerkt man tropfenweise den Harn abfliessen.
Die Ursachen sind hohes Alter, Lilhmung der Nachhand oder des ganzen Körpers, allgemeine Schwäche, langdauernde Blasencatarrhe, und mechanische Insulten auf die Blasenpartio und das Hintertheil.
Die Symptome sind schon im Beginne erwähnt worden. Selten tritt Fiebor ein. Der Durst ist vermehrt. Der Patient leckt ununterbrochen am Penis oder Scheideneingang.
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. — Bei hohem Alter des Hundes ist wohl keine Besserung zu erwarten. Ist Lähmung der Nachhand vorhanden, so wird mit Behebung dieses Leidens auch die Blase wieder normal funetionieren. — Ist Schwäche die Ursache, so wird mit Hebung der Kräfte durch die verschiedensten Mittel auch die Blasenlähmung beseitigt. — Blasencatarrhe sind energisch zu behandeln, damit der Blasen­lähmung vorgebeugt wird. — War -ein Trauma die Ursache, so ist die Behandlung dem entsprechend einzurichten.
Doch empfiehlt es sich in allen Fällen durch kalte Clystiere und die innerliche Verabfolgung von tonischen Mitteln unter­stützend einzugreifen. Zu letzterem Zwecke kann das Tannin^ die Eichenrinde, Baldrianwurzel, Enzianwurzel, der rohe Alaun etc. angewendet werden.
Auch die Elektricität wurde versucht; jedoch nach meinen Beobachtungen erfolglos.
Harnröhrenentzündung. — Harnröhren- und quot;Vorhaut-catarrh (Tripper).
Eine eigentliche Harnröhrenentzündung ist beim Hunde wohl üusserst selten zu beobachten, höchstens bei der Gegenwart von Harn röhrensteinen.
Dagegen beobachtet man sehr häufig den Catarrh der Vorhaut und Harnröhre, den sogenannten Tripper.
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Harnsteine.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; IQij
Die Ursache derselben ist meist ein Uoberreiz bei der Begattung, oder eine langandauerndo gosclilechtliche Reizung und mechanische Einwirkung auf den Penis, wenn männliche Hunde zur Zeit der Läufigkeit gegenseitig auf einander herumreiten. Es soll dieser Catarrh auf weibliche Hunde übertragbar sein, was ich wohl nicht bestätigen kann.
Erscheinungen. Beim Vorhandensein des Trippers fliesst ein gelblicher, eitriger zäher Schleim fortwährend aus der Vorhaut, welcher den Band der Oeffnung beschmutzt und etwa vorhandene Langhaare verklebt. Die Kranken zeigen keinen Schmerz am Penis und das Harnen und Hervorstrecken der Eichel geht un­gestört vor sich. —• Selten kommt der Schleim aus der Harn­röhre, sondern ist zwischen Vorhaut und Penis angesammelt und wird vom Ueberzuge desselben, bei Gegenwart eines Catarrhos, abgesondert. Man unterscheidet einen Vorhaut-, Eichel- und Harnröhrentripper.
Die Prognose ist im Allgemeinen günstig, da selbst ein lange bestehender Tripper durch eine zweckmässige Behandlung behoben werden kann.
Die Behandlung besteht in der Diät und in der Anwen­dung von Einspritzungen zusammenziehender Mittel in die Harn­röhre oder Vorhaut. (Tannin, Alaun, Zink- oder Kupfervitriol). Fleissige Reinigung der Vorhautöffnung mit lauwarmen Wasser ist sehr angezeigt.
Harnsteine.
Zur Bildung von Harnsteinen ist der Hund sehr disponirt; doch leiden weibliche Hunde selten daran, oder die Fälle entziehen sich der Beobachtung .wegen der kurzen, geraden Harnröhre weiblicher Hunde, durch welche Sand und Steine leicht nach aussen treten.
Die Ursache dieses Leidens liegt meist in einer abnormen Zusammensetzung des Harnes, indem derselbe sehr reich an kalk-und phosphorsauren Salzen ist. Eine längere Harnverhaltung trägt sehr zur Ausscheidung dieser Salze und zur Bildung von Harnsteinen bei. In manchen Fällen treten kleine Nierensteine aus dem Nierenbecken in die Harnblase, wo sie sich durch aus­geschiedene Harnsalze vergiössern und zu Plarnsteinen werden.
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V. Krankheiten der Harn- und Goschlechtsorgane.
Symptome. Die Hunde stellen sich öfter zum Urinieren, wo der Urin mit Beschwerde und unter Schmerzen tropfenweise, manchesmal mit Blut gemischt, abgesetzt wird. Bei einem in der Weichen- und Schamgegend angebrachten Druck äussern die Thiere Schmerz. Fieber ist selten vorhanden; nur bei längerem Bestehen dos Leidens werden die Kranken traurig, matt, zeitweilig unruhig, und versagen jedes Futter. Auch beobachtet man ein stetes Belecken des Penis.
Um sich zu überzeugen, ob Harnsteine in der Harnröhre vor­handen sind, genügt oft ein Befühlen des Verlaufes derselben längs dem Mittolfleisch bis zum Beginn des Ruthenknochens, wo man besonders daselbst etwas grösscre Steine deutlich ausmitteln kann.
Bei Einführung einer Sonde in die Harnröhre von der Eichel aus, wird man beim Vorhandensein eines Steines auf einen harten Widerstand gelangen. Die Harnsteine sind aber nicht immer in dem vorderen unteren Theil der Harnröhre vorfindlich, sondern selbe sitzen auch manchmal an der Umbeugungsstelle am Sitz­bein, oder finden sich in jenem Thoile der Harnröhre, welche längs des Mittelfleischos ihre Lage hat. Da man mittelst einer von der Eichel aus eingeführton Sonde sehr schwer in den rück­wärtigen oberen Theil der Harnröhre gelangt, ein eingeführtes Buschie zu weich wird und unsicher markirt, so muss zur ge­nauen Constatirung der Gegenwart eines Steines am Mittelfleisch ein Einschnitt in die Harnröhre gemacht, und durch die gesetzte Oeffnung mit der Sonde nach oben und unten eingegangen werden. Ist irgendwo ein Stein oder Sand zugegen, so ergibt sich der vorbenannte harte Widerstand. Selbst ein im Blasenhalse steckender Stein kann auf diese Art ausgcmittelt werden. Um sich die Ge-wissheit zu verschaffen, ob Steine in der Blase angesammelt sind, führe man den beölten Finger in den Mastdarm ein, WO man die gefüllte Blase und durch einen sanften Druck etwa vor­handene Harnsteine fühlt.
Die Vorhersage ist ungünstig zu stellen, indem, wenn auch die vorhandenen Steine entfernt werden, immer neue Bil­dungen stattfinden, die neuerdings eine Harnverhaltung bedingen.
Die Behandlung besteht einzig in dem operativen Eingriff, wodurch die vorhandenen Steine entfernt, und so dem Urin der freie Abfiuss verschafft wird.
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Ilarnsteino.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Ill
Bei Steinen im Blasenhalse ist in folgender Weise zu operieren: Man verbindet, sowie bei jeder Operation, dem Hunde mittelst eines Bandes die Schnauze, um vor dem Boissen ge­sichert zu sein. Der Patient wird recht sanft mit seinem Rücken auf einen entsprechend hohen Tisch gelegt und von einigen Ge­hilfen am Kopf und den Füsson festgehalten.
Dann macht man am unteren Rande des Afters, etwas seit­lich anfangend, einen 4 an langen Schnitt im Mittelfleisch durch die Haut, den Harnschneller und die Harnröhre, führt in den Hohlraum derselben eine Hohlsonde, und spaltet die Wand so weit auf derselben auf, dass man mit einem Finger bis in den Blasenhals gelangen kann. Nachdem man hier die Lage des Steines gefühlt, führt man eine schmale Pincette geschlossen bis an denselben, öffnet sie, sucht den Stein zu erfassen und zieht ihn hervor. Da dies geschehen, und der Urin zum Theil durch die Wunde, zum Theil auf dem natürlichen Wege durch die Harnröhre abgeflossen ist, wird die Wunde mit Catgut knapp vernäht, und der Patient ruhig und in strenger Diät gehalten, und man wartet ab, ob die Wunde per primam heilt.
Ist dies innerhalb 4—5 Tagen nicht der Fall, so öffnet man die noch geschlossenen Nähte, und behandelt die Wunde offen, streng antiseptisch.
Sind Steine in dem längs des Mittelfleisches liegenden Thoile der Harnröhre zu fühlen, so wird der Hund ebenfalls auf den Rücken gelegt und daselbst festgehalten, und nun an der aus-gemittelten Stelle ein genügend langer Schnitt durch die Haut bis in die Harnröhre vollführt. Die vorhandenen Steine werden mit den Fingern oder mittelst einer Pincette oder Meiselsondo ent­fernt und durch die Sonde der freie Raum der Harnröhre ausge-mittelt, was wohl meist der ungehindert abfliessende Urin beweist. Die Hautwunde kann vernäht, oder offen antiseptisch behandelt werden.
Am häufigsten finden sich die aus der Blase durch die Harnröhre vorgeschobenen Steine in dem vorderen Theil der Harnröhre knapp beim Ruthenknochen, wo man selbe durch die eingeführte Sonde leicht ausmittoln kann.
Der Hund wird gleichfalls auf den Rücken gelegt und fest­gehalten. Nun wird der Penis bis zu dem hinteren Ende des
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V. Krankheiten der Harn- und Gesclilechtsorgauo.
Ruthenknochens aus dor Vorhaut vorgeschoben, von dor Eichel aus in die Harnröhre eine Sonde bis zum Stein eingeführt und durch Hervordrängen des Sondonknopfos die Stelle markirt, wo der Stein liegt. Daselbst wird ein Schnitt durch das Penisgewolie bis in die Harnrühre vollführt und die Harnsteine entfernt. Es kann aber auch der Penis in der Vorhaut belassen, und von ausson durch die Vorhaut und das Penisgowebe in die Harnröhre ein Einsclinitt gemacht worden.
Die gesetzton Wunden bleiben offen und vorheilen innerhalb 14 Tagen oder 3 Wochen vollkommen. Je länger selbe offen erhalten werden, um so besser. Gewöhnlich keilt sich nach der Vornarbung wieder ein Stein ein.
Als Vorbauungsmittel wird viel Bewegung und die innerliche An­wendung des kohlensauren Kali (5-0 auf 150-0 Wasser) anempfohlen.
Condylome am Penis.
Bei männlichen Hunden finden sich nicht selten am Penis gegen das hintere Ende des Ruthenknochens, unmittelbar am Ueber-zug des Penis aufsitzend, aber auch an der Eichel, und um dieselbe verschieden grosso schwammartigo, dunkelrothe, leicht blutende Wucherungen dos Papillarkörpors, welche mit dorn Namen Con­dylome bezeichnet werden.
Die Ursache dieser Neubildung sind mechanische Ver­letzungen und Roizungen des Penisüberzugos, welche bei der Begattung oder bei dem Reiben an dem Schenkel eines anderen Hundes zur Zeit der beginnenden Läufigkeit einwirken, oder welche in boshafter Weise von Seite des Menschen zugefügt werden.
Symptome. Die Gegenwart dieser Condylome kennzeichnet sich durch einen blutigen Ausfluss aus der Vorhaut, der besonders bei und nach dem Urinieren bemerkt wird, aber auch gewöhnlich aussei- dieser Zeit in einem leichten Grade fortbesteht, worauf die Blutspuren hindeuten, welche sich an Stollen vorfinden, wo der Hund längere Zeit gelegen ist.
Bei genauerer Untersuchung findet man mitunter eine schein­bare Anschwellung der Vorhaut vor dem Hodensacko beginnend und sich nach vorwärts ziehend. Schiebt man die Yorhaut über die Eichel und den Ponis zurück, so findet man letztere Theile
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Fhimosis und Faraphimosis.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 113
blutig, selbst kleine Blutgerinnsel zwischen Penis und Vorhaut angesammelt. Und wenn man den Penis gewaltsam aus der Vor­haut schiebt, so gelangt man auf die bereits beschriebenen Neu­bildungen, die entweder gestielt, meist aber flach oder blumen­kohlartig um den Penis gelagert sind, und bei der Berührung leicht bluten, dem Thioro aber keinen besonderen Schmerz zu verursachen scheinen.
Die Prognose ist in Bezug der gründlichen Heilung un­günstig zu stellen, indem eine quot;VViederbiklung oft beobachtet wird.
Behandlung. Sind die Condylome einzelnstehend und klein, so genügen manchesmal öfter im Tage vollführte Einspritzungen von Plöllenstein-, Kupfervitriol- oder schwachen Arseniklösungen in die Vorhaut, um diese Neubildungen zum Schrumpfen und Abfallen zu bringen. — Ausgiebiger ist das Touchieren derselben mit Höllenstein oder Kupfervitriol in Substanz, oder das Ein­reiben einer starken Arseniklösung. — Am schnellsten gelangt man zum Ziele, wenn man die Condylome, seien selbe gross oder klein, mit der gebogenen Scheore vom Grunde aus exstirpirt, und die entstandene Wunde mit Höllenstein oder dem Glüheisen betupft, oder selbst mit Eiscnchloridwatte belegt, um die Blutung zu stillen.
Zur Ausführung dieser Operation muss der Penis gewaltsam aus der Vorhaut geschoben und so festgehalten werden. Bei sehr grossen Condylomen gelingt das Vorschieben nicht. In einem solchen Falle muss die Vorhaut von der Spitze aus an der unteren Wand auf mehrere Centimeter nach rückwärts aufgeschnitten werden. Diese Wunde heilt in kurzer Zeit.
Phimosis und Paraphimosis.
Die Phimosis besteht in einer derartigen A^erengerung der Oeffnung der Vorhaut, dass der Penis nicht horvorgestreckt werden kann, hiedurch die Möglichkeit der Begattung gehindert ist, und der Urin nur tropfenweise abgesetzt wird.
Bei Einführung einer Sonde innerhalb des Vorhautraumes findet man den Penis rein und vollkommen frei. Die Ränder der Vorhautöffnung sind zuweilen verdickt und stark entzündet.
Ko n h iluBor, Kranklicitcn dos llmidos. 2. Aull.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;o
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V. Krankheiten der Harn- und Geschlechtsorgane.
Die Paraplümosis odor der spanische Kragen kcnnzoiclinet sich dadurch, dass der stark angeschwollene und dunkolrothe Penis frei hervorsteht, und die Vorhaut in Falten gelegt, zurück­geschoben und ebenfalls geschwellt erscheint, wo sie nach rück­wärts eine Einschnürung des Penis mit folgender Entzündung veranlasst, so dass dor Penis nicht in die Vorhaut zurückgezogen werden kann. Die Entleerang des Urins ist beschränkt.
Die Ursachen der Phimosis sind meist Quetschungen und sonstige Verletzungen der Vorhautränder, wo durch die Narben­bildung die Verengerung eintritt. Mitunter ist letztere angeboren oder durch eine Verkürzung des Penis in Folge stattgefundener Castration bedingt.
Die Paraphimosis entsteht häufig nach einer übormässigon anstrengenden Begattung, besonders wenn die Vorhaut sehr weit nach rückwärts geschoben wird und anschwillt, und gleichzeitig eine starke Anschwellung der vorderen Partie des Penis eintritt. Auch sonstige mechanische Insulten auf den vorgestreckten Penis sind im Stande, den Zustand zu erzeugen. Der Penis schwillt bedeutend an und die zurückgeschobene Vorhaut bedingt eine Einschnürung desselben.
Sowohl die Phimosis, als Paraphimosis sind bei zeitig an­gewendeter Hilfe ohne Nachtheile zu beheben. Bei der Para­phimosis kommt es mitunter in Folge Eintrittes von Brand zum Verlust eines Theilcs des Penis.
Behandlung. Zeigt sich bei der Phimosis eine frische Ent­zündung der Vorhautränder, so müssen unausgesetzt kalte Wa­schungen oder Befeuchtungen mit verdünntem Bleiessig oder mit Goulard'schcm Wasser gemacht werden. Auch feuchtwarme Um­schläge sind mitunter von Erfolg. Die nach Ablauf der Ent­zündung zurückbleibende Verdickung der Kilndor kann durch die Massage behoben werden. Bei einer veralteten Verdickung der Vorhautränder spalte man die untere Wand der Vorhaut von der Mündung aus 3 cm. weit auf, und verhüte dann die Verwachsung der gesetzten Wunde, sondern trachte, dass jeder Wundrand für sich vernarbt.
Bei einer angeborenen Verengerung der Vorhaut kann die gleiche Operation ausgeführt werden.
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Entzündung dos Hodcnaackcs und der Hoden.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;115
Bei einer frischen Paraphimosis lege man den Hund auf den Rücken und wende dann durch 1ji — 1I2 Stunde unausgesetzt Waschungen des Penis mit sehr kaltem Wasser und die Massage an, bis die Eichel und der Schwellkörper blass und zusammen­geschrumpft erscheinen. Ist dieses eingetreten, so ergreift man mit dem Daumen und Zeigefinger beider Hände die Wulst der zurückgeschobenen Vorhaut an zwei gegenüberstehenden Punkten, und zieht sie mit Gewalt über don Penis hervor, so class derselbe ganz von ihr bedeckt wird.
Wenn das Vorschieben der Vorhaut über den Penis durch obiges Verfahren nicht zu bewirken sein sollte, so können in die Eichel und den Penis mehrere kleine oberflächliche Stiche oder Einschnitte gemacht werden. Die eintretende Blutung wird durch eine Stunde unterhalten, und hierauf kalte Umschläge gemacht. Nun versucht man theils durch den Druck auf don Penis, thoils durch Ziehen an der Vorhaut den Penis zurückzubringen und in der Lage zu erhalten. Bei Entzündung der Vorhaut sind kalte Umschläge auf dieselbe angezeigt.
Tritt Brand an der Vorhaut oder am Penis auf, so müssen diese Theile antiseptisch behandelt werden.
Entzündung des Hodensackes und der Hoden.
Eine Hodensackentzündung ist bei den Hunden keine Seltenheit, und sie kennzeichnen dieselbe durch vorsichtiges Niedersetzen, durch einen breiten, etwas steifen Gang mit den Hinterfüssen, und dadurch, dass sie mitten im Laufe plötzlich stille stellen, sich behutsam niedersetzen und die Geschlochtstheile belecken. — Bei genauerer Untersuchung findet man den Hoden­sack geschwollen, sehr hoiss, schmerzhaft, geröthet, selbst ex-coriirt; dabei fühlt man die Hoden frei und von normaler Be­schaffenheit.
Die Ursachen dieser Entzündung sind theils mechanische Verletzungen des Hodensackes, theils scharfe, ätzende Stoffe, mit welchen der Hodensack zufällig in Berührung kommt, oder welche absichtlich auf denselben aufgestrichen werden.
Seltener kommt bei Hunden die eigentliche Ho den on t-zündung vor. Ist diese vorhanden, so zeigen die Thiere ebenfalls einen breiten, steifen Gang mit den Hinterfüssen und grosse
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V. Krankheiten der Harn- und Geschlechtsorgane.
Vorsicht beim Niodersetzen, Niederlegen und Aufstehen. Dio Hunde sind traurig, haben keinen Appetit, zeigen sich furchtsam, ängstlich, und bei näherer Untersuchung findet man einen oder beide Hoden geschwollen, derb, sehr schmerzhaft und gewöhnlich stark angezogen.
Die Ursachen sind meist mechanische Einwirkungen, auch iibermässigo Anstrengungen bei dor Begattung.
Beide Krankheitsprocesse sind günstig zu beurtheilen, indem sie bei einer zweckmässigen Behandlung durch Zertheilang voll­ständig behoben werden.
Ohne Behandlung bildet sich zuweilen eine Yerdickung des Hodensackes oder eine Verbildung der Hoden.
Behandlung. Bei der Hodensackentzündung sind vor Allem die am Hodensack etwa vorhandenen fremden, reizenden, ätzenden Stoffe mit lauem Seifenwasser zu entfernen. Excoriirte oder sonst wie verletzte Stellen sind zu desinficiren. Hierauf ver­suche man durch Anwendung kalter Waschungen oder durch Bleiessiginnschläge die Entzündung zu massigen. Dulden dies die Hunde nicht, so wäre die Hodensackhaut mit Yaselin, Creme celeste, Glycerin-Crüme, reinem Olivenöl oder sonst reinem Fett zu bestreichen und die wunden Stollen mit Jodoform oder Dermatol zu bestauben. Der Hund ist genau zu überwachen oder mit einem stark vergitterten Beisskorb zu versehen, damit er den kranken Theil nicht belecken kann. — Auch das Auflegen eines Suspen­soriums ist vorthcilhaft.
Bei der Hodenentzündung müssen viele Tage hindurch kalte Waschungen oder Umschläge in Anwendung kommen. Nachdem der Schmerz bedeutend nachgelassen, sind Bähungen mit schlei­migen, aromatischen oder selbst narkotischen Mitteln angezeigt.
Während der ganzen Krankheitsdauor halte man die Hunde diät und sorge für einen leichten Stuhlgang.
Hodenverbildung.
Die Hodonvorbiklung ist meist ein Ausgang der Hodenent­zündung und kennzeichnet sich durch eine Vergrösserung eines oder beider Hoden, wodurch die Gestalt derselben rundlich, selbst höckerig wird, derselbe derb oder hart sich anfühlt und bei
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Scheidenblutung.
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Druck nicht schmerzhaft ist. Mitunter ist der Hodensack ah-ziehbar, mitunter mit dem Hoden stellenweise verwachsen.
Es kommt auch eine Verbildung, oder besser gesagt Ent­artung des Hodens bei Hunden zur Beobachtung, welche durch Krebs bedingt ist und mit Careinom anderer Organe zusammen­hängt.
Die Prognose ist in beiden Fällen ungünstig.
Behandlung. Bei einer Verbildung des Hodens in Folge abgelaufener Hodenentzündung, kann, wenn selbe störend auf den Gebrauch des Hundes wirkt, die Castration vorgenommen werden.
Die gleiche Operation ist auch bei Hoden-Carcinom zu em­pfehlen.
Eine sonstige Behandlung ist erfolglos.
Die Entzündung und Vergrüaserung der Prostata.
Dieser Krankhoitsprocess ist besonders bei alten Hunden zu beobachten.
Die Ursachen sind nicht genau bekannt. Die Krankheit verläuft chronisch und man wird auf ihr Vorhandensein durch das häufige und ofto Drängen zur Kothentleerung und das er­schwerte Harnen aufmerksam. Bei der näheren Untersuchung durch den Mastdarm findet man die Vorsteherdrüse vergrössert, manchmal selbst fiuetuirend und bei einem massigen Druck schmerzhaft, wobei sich aus der Harnröhre eine gelbe schleimige, selbst eitrige Flüssigkeit entleert. Bei zunehmender Vergrösse-rung der Prostata wird die Koth- und Harnentleerung immer be­schwerlicher. Endlich verenden die Thiere in Folge allgemeiner Abmagerung oder an den Folgen der Harnverhaltung.
Die Prognose ist ungünstig.
Die Behandlung führt fast nie zu einem Resultate. Bei acutom Zustande kann durch kalte Klystiere und Verabreichung von leichten Abführmitteln mitunter eine Besserung erzielt werden.
Bei chronischem Bestände werden Einreibungen von Merkur­oder Jodsalbe am Mittelfioisch empfohlen.
Scheidenblutung.
Dieser abnorme Zustand charakterisirt sich durch blutigen Ausfluss oder Bluterguss aus der Scheide.
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V. Krankheiten der Harn- und Geschlechtsorgane.
Die Ursachen derselben sind mechanische Verletzungen bei der Begattung oder sonstwie entstanden, ferner acute oder chro­nische Krankheiten in der Scheide, Gebärmutter oder Harnblase. Eine genaue Untersuchung der Scheide wird dahin fuhren, welches die Ursache der Blutung ist.
Dementsprechend ist auch die B ehand lung einzuleiten. Starke Blutungen sind durch das Einlegen von Wattatampons oder durch Eiscnchloridwatte zu stillen.
Neubildungen in der Scheide und Gebärmutter.
Unter allen unseren Hausthieren ist der Hund derjenige, bei welchem Neubildungen an der Schleimhaut der Scheide und der Gebärmutter noch am häufigsten beobachtet werden.
Diese Neubildungen sind: Condylome, Polypen, Fibrome, Lipomo, Cysten, Sarkome und Carcinome.
Die Ursachen dieser krankhaften Bildungen sind theils mechanische Verletzungen bei der Begattung oder dem Geburts­geschäfte, theils eine Disposition.
Symptome. Das Vorhandensein von Neubildungen in der Scheide ist in der ersten Zeit des Bestehens entweder gar nicht merkbar, oder es zeigt sich aus der Scheide ein schleimiger, blu­tiger, eitriger oder jauchiger Ausfluss. Letztere Merkmale kommen aber auch einem anderen Krankheitsprocesse zu, weshalb es ange­zeigt ist die interne Untersuchung vorzunehmen, wo man dann eine der erwähnten Neubildungen sieht oder fühlt. — Mitunter entwickeln sich Neubildungen sehr rasch, nehmen schnell an Grosse zu, so dass dieselben zwischen den Schamlippen plötzlich hervortreten, wodurch ihre Gegenwart leicht diagnostizirbar ist.
Das Vorhandensein von Neubildungen in der Gebärmutter­höhle bleibt im Beginne derselben und so lange sie keine auf­fallenden Störungen verursachen, gewöhnlich unerkannt. Erst wenn sie in die Scheide vortreten, oder so gross werden, dass die Gebärmutter ausgedehnt wird und die Thiere wie trächtig erscheinen, ohne dass ein Werfen je stattfindet, worauf man äusserlich und innerlich genau untersucht, kann die Gegenwart einer Neu­bildung diagnostizirt werden. Bei bösartigen Neubildungen zeigt sich ein Ausfluss von Schleim, der mit Blut oder Eiter gemengt ist, oder selbst Jauche aus der Scheide.
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Scheidenentzündung.
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Die Vorhersage bei Neubildungen in der Scheide ist für gewöhnlich eine günstige, da ihre Beseitigung mit geringer Gefahr verbunden ist.
Dagegen sind Neubildungen in der Gebärmutter immer un­günstig zu beurtheilen, weil selbe ohne grosse Gefahr für das Leben des Thiercs niclit zu beseitigen sind.
Bösartige Neubildungen sind in beiden Organen ungünstig zu beurtheilen, weil selbe bald wiederkehren, wenn auch deren Beseitigung noch so gründlich stattgefunden hat.
Behandlung. Am schnellsten entfernt man Neubildungen auf operativem Wege. Diese Operation kann durch das Abschnei­den, Ausschälen, Unterbinden und Abbrennen stattfinden. Die Blutungen sind durch Drohung oder Unterbindung der Gefässe, sowie durch Tamponation oder Anwendung der Eisenchloridwatte zu stillen.
Neubildungen in der Gebärmutter sind sehr schwer zu ent­fernen.
Bei der Gegenwart bösartiger Neubildungen, sowie bei Neu­bildungen, wo Jauchefluss besteht, ist es gerathen, das Thier ver­tilgen zu lassen.
Scheidenentzündung.
Diesen Entzi'mdungsprocess beobachtet man beim Hunde lülufig.
Die Ursachen sind mechanische Einwirkungen bei der Be­gattung oder der Geburt, oder auf sonstige Art, sowie scharfe, ätzende Stoffe, welche zufällig oder absichtlich in die Scheide ge­langten.
Symptome. Die Hündinnen sind traurig, liegen viel, und in Bewegung gesetzt, zeigen sie einen steifen Gang mit den Hinterfüssen und ziehen den Schweif stark ein. Das Urinieren ist verzögert, schmerzhaft, der Urin manchmal blutig. Bei näherer Untersuchung findet man die Scham geschwollen, schmerzhaft, die Scheidenschleimhaut höher geröthet und geschwellt, manches­mal exeoriirt.
Die Prognose ist günstig.
Die Behandlung besteht in der Anwendung kalter Um­schläge oder Einspritzungen. Die exeoriirten Stellen sind mit Jodoform oder Dermatol zu bestauben.
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V. Krankheiten der Harn- uiul Geschlechtsorgane.
Gebärmuttereützündung.
Diese Entzündung ist entweder durch den Begattungsact, durch Regelwidrigkeiten hei dem Geburtsgeschäfte oder durch mechanische Insulten von aussen her auf die Gebärmutter (Stoss, Fall, Schlag), besonders zur Zeit der Trächtigkoit, bedingt.
Die Symptome sind im Beginne der Entzündung Fieber in verschiedener Höhe, ängstlicher Gang, Schmerzäusserung beim Niederlegen und Aufstehen, mitunter Anschwellung des Bauches mit grosser Empfindlichkeit daselbst, Das Urinieren ist erschwert und der Urin dunkel, selbst blutig gefärbt. Die erste Zeit be­steht kein Ausfluss aus der Scheide; später kommt Schleim, Eiter selbst Jauche zum Abfiuss bei steter Zunahme des Bauchumfanges. Bei längerem Bestände lassen die Ficbersymptomo nach, um jedoch plötzlich wieder hervorzutreten u. z. in verstärktem Grade, worauf dann die Patienten in Folge Vereitelung oder Verjauchung in der Gebärmutter an Pyämie oder Septikämio verenden. Diesen Aus­gängen geht ein auffallender Kräfteverfall vorher.
Die Prognose ist daher immer sehr zweifelhaft, und die Genesung sehr selten. Meist erfolgt der Tod schon in wenigen Tagen oder nach mehreren Wochen.
Die Behandlung muss darauf bedacht sein, dem Patienten die grösste Euhe zu gönnen. Die Anwendung von Priesshitz-umschlägon am Bauch im Beginn der Entzündung, sowie kalte Irrigationen in den Mastdarm oder in die Scheide sind mitunter von Erfolg begleitet. — Nach Schwergoburten oder bei Ausfluss von Schleim, Eiter oder Jauche sind Ausspritzungen mit antisep­tischen Lösungen, als: Carbolsäuro, Sublimat, Salicylsäure, chlor-saurem Kali, übermangansaurem Kali etc. oder mit tonischen De-cocten wiederholt im Tage vorzunehmen.
Eine kräftige Kost und selbst. Stimulantien, als: schwarzer Kaifee mit Cognac oder Rum, Wein oder Branntwein sind zur Hebung der Kräfte zu verabfolgen.
Scheidenvorfall.
Derselbe ist bei Hündinnen nicht selten zu beobachten.
Die Ursache liegt entweder in der Begattung, wodurch eine Zerrung und Dehnung der Mutterbänder stattfindet, oder im schweren Geburtscoschäfto.
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Vorfall der Gebärmutter.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;121
Die Symptome sind eine vorsclüeden grosso aus der Scheide vortretende, gerothete, kugelförmig oder länglich gestaltete, von dor öchleimhaut ühorzogono unsclnnorzhafte Geschwulst, welche sich kühl anfühlt, mitunter an der Ohortiünho exeoriirt oder von Blutungen durchsetzt erscheint.
Der Vorlauf ist meist günstig.
Die Behandlung muss die Reposition anstreben und dahin wirken, dass die Scheide in ihrer normalen Lage verhleibt.
Nach genauer Desinfection des vorgefallenen Theiles wird derselbe eingeölt oder eingefettet, an seiner höchsten Kuppe mit 3 Fingern gofasst und unter massigem Druck langsam nach ein­wärts geschoben, welches Verfahren gewöhnlich wiederholt werden muss. — Besteht der Vorfall schon einige Zeit, so ist derselbe zu massiren und öfter im Tage mit zusammenziehenden Lö­sungen oder Abkochungen (Tannin, Alaun, Eichenrinde, Salicyl-säure) zu befeuchten und darnach die Reposition zu versuchen.
Ist diese Behandlung durch mehrere Tage erfolglos durch­geführt worden, so ist es angezeigt, den Vorfall an seinem Grunde mit Vermeidung der Harnröhrenmündung mit einer elastischen Ligatur abzubinden. Nach etwas 6—8 Tagen stirbt der ein­geschnürte Theil ab.
Vorfall der Gebärmutter.
Derselbe ist ein äussorst selten zu beobachtender krankhafter Zustand.
Die Gebärmutter tritt entweder nur mit dem Muttermunde mehr in die Scheide, zuweilen selbst zwischen die Schamlippen zurück, oder sie stülpt sich um und tritt mit ihrem Grunde durch den Muttermund in die Scheide oder mehr oder weniger vollständig durch die Schamlippen nach aussen hervor.
Die Ursachen dieser Vorfälle sind allgemeine Schlaffheit und Schwäche dos Körpers, übermässige Anstrengung bei der Begattung, das gewaltsame Trennen der nach der Begattung zu­sammenhängenden Hunde, schwere Geburten und rohe Hilfe, be­sonders das gewaltsame und zu rasche Herausziehen, besonders des letzten Jungen, Durchfälle oder hartnäckige Verstopfungen und das dabei vorkommondo heftige Drängen, schwere Verletzungen dos Hintertheiles und endlich die Exstirpation von Neubildungen.
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V. Krankheiten dor Harn- und Geschlechtsorgane.
Diese Vorfilllo kommen bei Hündinnen jeden Alters vor, gleich-giltig, ob selbe noch nie, oder ein oder mohrmal verworfen haben.
Die Erscheinungen sind folgende:
Bei dem eintretenden Vorfall des Muttermundes pflegen die Thiere durch öfteres fruchtloses Drängen zum Urinieren die Auf­merksamkeit auf einen krankhaften Zustand in den Harn- und Geschlechtsorganen zu erregen, und wenn mau dann dieselben untersucht, findet man den Muttermund als eine in die Scheide oder zwischen den Schamlefzon hervorstehende, fast kreisförmige Wulst, welche etwas tiefer hinein mit der Scheidenschleimhaut nach allen Seiten in Verbindung steht. Diese Wulst fühlt sich mehr oder weniger derb an und besitzt in der Mitte eine von der Schleimhaut überzogene Oeffnung, durch welche man eine dicke Sonde, zuweilen auch den kleinen Finger in die Gebärmutter-höhlo einführen kann; ringsum die Wulst kann man mit dem Finger den freien Raum der Scheide fühlen, jedoch ist der Scheidencanal bald mehr, bald weniger verkürzt.
Auch bei der eigentlichen Umstülpung der Gebärmutter zeigen die Thiere öfter wiederholtes Drängen wie zur Urinentleerung oder wie zum Gebären, und es zeigt sich die umgestülpte Gebärmutter als ein runder oder birnförmiger, an seinem äussersten Ende ge­wölbter Körper am hintersten Theil der Scheide, oder zwischen den Schamlefzen oder selbst aus denselben heraushängend. In den ersten Tagen ist die Aussenfläche des Vorfalles dunkelroth und feucht; später wird dieselbe trocken und ungleich geröthet, selbst stellenweise blauroth. Die vorstehende Geschwulst fühlt sich im Innern hohl an, und besitzt ziemlich dicke Wandungen. Auch hier kann man mit dem Finger zwischen die Geschwulst und die Schamlefzen, stets nur wenig in die Scheide eindringen; zuweilen findet man aber, wenn der Vorfall vollständig ist, die Grenze des-selbeVi unmittelbar hinter den Schamlefzen.
In diesem Falle ist gleichzeitig die Scheide umgestülpt, und man findet hier an dem vorderen Ende des Vorfalles eine rund herumgehende Wulst, als Überrest von dem Muttermunde. Das Urinieren ist erschwert.
Die Prognose des Gebärmutter-Vorfalles ist je nach der Form, dem Grade, der Dauer und nach dem etwa noch fortwir­kenden Ursachen, mehr oder weniger günstig. — Das Vortreten
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Vorfall der Gebärmutter.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 123
des Muttermundes in die Scheide und selbst aus derselben hat in den meisten Fällen keine besonderen Folgen, aussei- dass die Be­fruchtung gehindert ist, und die Heilung ist bei kurzer Daner und wenn die Thiere noch jung sind, mit Wahrscheinlichkeit zu erwarten.
Die Umstülpung der Gebärmutter ist bei Hunden mittleren Alters, unmittelbar nach dem Geburtsgeschäfte, und wenn keine anderen Verletzungen an der Gebärmutter bestehen, immer ziem­lich günstig zu bourtheilon, indem die Heilung meistens gelingt. Wenn aber dieser Vorfall bei alten Hündinnen vorkommt und schon lange Zeit besteht, und nicht eben erst nach der Geburt, sondern durch andere Ursachen entstanden ist; ferner in jenen Fällen, wo der vorgetretene Uterus durch Reibung und Quetschung beim Sitzen des Patienten auf dem Hintertheil in chronische Entzündung versetzt worden ist, — da ist die Heilung durch Zurückbringung in die normale Lage in der Hegel nicht zu be­wirken, sondern der Zustand ist nur durch die Exstirpation des Organes zu beseitigen.
Die Behandlung muss mit der Entfernung oder wenigstens Mässigung der veranlassenden Ursachen begonnen werden. Man sorge für eine reine Lagerstelle. Ausserdem applicire man schleimige oder ölige Klystiere, um die Kothentleerung zu er­leichtern.
Der Vorfall selbst wird mit lauwarmem Wasser oder schlei­migen Abkochungen oder Sublimatlösimg gereinigt und befeuchtet, und dann trachte man denselben von seinem Grunde aus mit den Fingerspitzen durch sanften Druck in die Beckenhöhle zurück­zubringen. In dieser reponierten Lage sucht man ihn durch fortgesetzten Gegendruck mit den Fingern durch einige Zeit zu erhalten. Bei dieser Manipulation müssen die Hunde ganz ruhig gehalten werden.
Sollte auf diese Art der Zweck in einigen Stunden nicht er­reicht werden, so kann man in die Scheide einen entsprechend grosson Schwamm einlegen und dann die Schamlefzen mit zwei oder drei Nähten zusammenheften. Ein solcher Verband darf aber nur durch längstens 24 Stunden liegen bleiben. Unmittelbar nach der Reposition sind Einspritzungen von zusammenziehenden Mitteln angezeigt.
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V. Krankheiten dor Harn- und Geschlochtsorgano.
In denjenigen Fällon, wo der Vorfall auf keine Weise zurück­zubringen oder zuri'ickzuerhalten ist, oder wo er so bedeutend entartet ist, dass er nicht mehr reponirt werden kann, muss die Exstirpation desselben vorgenommen werden. Bevor dies aus­geführt wird, müssen die etwa in der Holde der vorgefallenen Gebärmutter befindlichen Darmtheile zurückgedrängt werden.
Zu diesem Behufe wird das Hintertheil gehoben oder höher gestellt, und durch gelindes Drücken und Streichen an dem Vor­fall von dessen Grund nach einwärts die Entleerung möglichst vervollständigt.
Will man sich genau überzeugen, dass keine Darmschlinge mehr in der Höhle vorhanden ist, so kann man am Grunde des Uterus die obere Wand desselben durchschneiden, durch die Wunde mit dem Finger eingehen und fühlen, ob die Höhle bis zum Ansatz der Scheide an die Beckonknochen leer ist. — Hie­rauf legt man bei kleinen Hündinnen um die Scheide, etwa an der Stelle des Muttermundes, eine elastische Schlinge, und schnürt dieselbe so fest zu, dass die vorgefallene Gebärmutter abstirbt. Die Enden der Schlinge werden kurz abgeschnitten, und den nächsten Tag die ausserhalb der Schlinge befindlichen Theile, etwa einen Finger breit von der letzteren entfernt, quer durch­schnitten, und die so abgebundene leere Scheide in sich selbst und in das Becken zurückgedrängt.
Bei grossen Hündinnen, wo die Masse zu dick ist, kann das Abbinden in zwei Hälften stattfinden.
Die Nachbehandlung besteht in möglichst ruhigem Verhalten des Thieres, in dem Ausspritzen der Scheide mit Sublimat- oder Carbollösung, und in dem Setzen von Klystieren.
So günstig auch von manchen Autoren die Heilung angegeben wird, so gehen doch viele derartige Patienten an seeundärer Bauchfellentzündung ein.
Bei länger dauernden, hartnäckigen Vorfällen ist daher immer auf die Vertilgung des Hundes oinzurathen.
Euterentzündung.
Die Milchdrüsen- oder Euterentzündung beobachtet man bei der Hündin selten.
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Neubildungen in den Milchdrüsen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;125
Dio Ursachen sind mechanische Verletzungen der Drüsen, Erkältungen und das plötzliche Entfernen der Jungen bei reich­licher Milch.
Erscheinungen. Die Milchdrüsen sammt der Haut schwellen an, die Haut zeigt sich höher geröthet, gespannt, schmerzhaft. Die Milchsecrction am leidenden Euter hört auf und es tritt Fieber ein.
Die Entzündung nimmt innerhalb 8—10 Tagen ab, oder es steigert sich selbe und es kommt zur Abscessbildung, oder der Process wird chronisch und es tritt Yerbildung der ganzen Drüsen­partie ein oder es kommt zu knotenförmigen Vorbildungen.
Behandlung. In den ersten' Tagen müssen die Patienten sehr diät gehalten, und durch ein Abführmittel leichtes Laxiren bewirkt werden. Das entzündete Euter ist mit Oel, Fett, Vasolin oder Creme celeste zu bestreichen und mit (xoulard'schem Wasser oder verdünntem Bleiessig öfter im Tage zu befeuchten. Ebenso leisten Waschungen mit warmen schleimigen oder narkotischen Flüssigkeiten gute Dienste. Die Resorption kann gefördert werden durch Einreibungen mit Morcursalbe oder Kampherlinimont. Das Euter ist öfter im Tage auszumelken.
Ist die acute Entzündung abgelaufen und eine Yerbildung der Drüse zurückgeblieben, so kann die Pottasche oder das Jod­kali in gelöstem Zustand als Waschung, oder in Salbenform An­wendung finden. Bei der Einreibung der letzteren ist die Massage wohl die Hauptsache.
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M. D. S. zu Waschungen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;M. D. S. Zu Wandlungen.
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Neubildungen in den Milchdrüsen.
Bei Hündinnen sind sehr häufig Fibrome und Carcinome in den Milchdrüsen zu finden.
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V. Kraukheiteii der Harn- und Ocschlochtsorgano.
Als Ursache muss einmal eine besondere Geneigtheit an­genommen werden, da keines unserer Hausthiere so häufig mit Neubildungen der verschiedensten Art und an den mannigfachsten Körperpartien behaftet betroffen wird, als gerade der Hund.
Aussei- dieser Disposition sind auch mechanische Verletzungen der Drüsen, die zu frühe Entfernung der Jungen von der Mutter, die zu ofte Trilchtigkeit und darauffolgende Säugung als Ursachen zu betrachten.
Erscheinungen. Die erwähnten Neubildungen sind im Beginne sehr klein, zerstreut in der Drüsenmasse, und werden deshalb sehr häufig übersehen. Erst wenn selbe hasolnuss- bis wallnussgross geworden sind und eine deutliche Geschwulst an der Sitzstelle bilden, erregen sie die Aufmerksamkeit. Ihre Ver-grösserung findet nur nach und nach statt, so dass oft Monate vergehen, bis sie hühnereigross werden, und erst nach Jahresfrist worden sie faust- und selbst kindskopfgross, wo sie bedeutend nach abwärts hängen, und durch ihr Gewicht den Gang er­schweren.
Fibröse Neubildungen fühlen sich hart an und besitzen mehr eine glatte Oberfläche und die Haut istmeist verschiebbar; während Carcinome stellenweise etwas weicher, sogar Huctuirend sich an­fühlen, mit einer höckerigen Oberfläche versehen sind und die Haut meist mit der Neubildung verbunden ist.
Diese Neubildungen bestehen oft lange Zeit ohne eine Störung im Allgemeinbefinden zu erzeugen, Nur zur Zeit der Läufigkeit, Trächtigkeit und Säugezeit schwillt mitunter das umgebende Drüsengewebe an, es kommt zu einer acuten Entzündung be­gleitet von Fieber.
Wenn Carcinome eine ziemliche Grosse erreicht haben, habe ich die Beobachtung gemacht, dass sich selbe neu entzünden. An der Haut der Neubildungen entstellen umschriebene, dunkel-blaurothe Blasen, welche sich weich oder fluetuirend anfühlen. Die Thiere fiebern und nach 8—14 Tagen öffnet sich daselbst die Haut, und es entleert sich eine dünne, röthliche, jauchige stinkende Flüssigkeit. Hierauf mässigt sich das Fieber. Aus der entstandenen Wunde fliesst unausgesetzt die erwähnte Jauche. Plötzlich nimmt das Fieber zu, die Thiere magern rasch ab, und es erfolgt innerhalb 3—4 Wochen der Tod.
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Scliwergeburten.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 127
Die Prognose richtet sich nach dem Charakter, dorn Be­stehen und der Grosse der Neubildung. Ist der Hund noch jung, die Neubildung massig gross, gutartig und für sich bestehend, so kann selbe dauernd entfernt werden. Häufig beobachtet man aber nach deren Entfernung das Wiederauftroten, besonders beim Carcinom.
Behandlung. Bei kleinen, noch weichen Fibromen kann die bei der Verhärtung der Milchdrüsen, unmittelbar nach Ablauf der Entzündung, angeführte Behandlung versuchsweise in An­wendung kommen.
Am schnellsten gelangt man zum Ziele, wenn man Neu­bildungen in der Milchdrüse mit dem Messer entfernt. Die Wunde wird dann desinficirt, die Blutung gestillt, und die Wundränder durch Nähte geschlossen. Gewöhnlich tritt nach einigen Tagen Eiterung ein, wo die Nähte zu entfernen sind, und die Wunde offen zu behandeln ist. Die Yernarbung erfolgt innerhalb 2—4 Wochen.
Schwergeburten.
In dem normalen Vorgang der Geburt entstehen bei Hunden häufig Abweichungen und Regelwidrigkeiten, welche oft durch menschliche Hilfe beseitigt werden müssen.
Diese Regelwidrigkeiten werden bedingt:
a) durch Mangel an Wehen;
h) durch ein enges oder verkrüppeltes Becken des Mutter-thieres;
c)nbsp; durch zu grosse Jungen im Yerhältniss zur Grosse des Mutterthicros und der Weite seines Beckens;
d)nbsp; durch eine unrogehnässige Bildung der Jungen (Miss-geburton); und
e)nbsp; durch eine unregelmässige Lage der Jungen im Multerleibe. a) Der Mangel an Wehen findet sich meist bei kleinen,
verzärtelten Stubenhunden, und ist fast durchgehends durch eine grosse Schwäche des Mutterthieres bedingt. Mitunter ist auch ein Abgestorbensein der Kilulute und Fäulniss dieser Theile im Mutterleibe die Ursache des Wehenmangels. Wo nur Schwäche besteht, bemerkt man, dass die Hündin zur richtigen Zeit die Wehen kundgibt, plötzlich ruhig wird, und kein weiteres Drängen
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V. Krankheiten iler Harn- und Geschlechtsorgane.
und Pressen stattfindet, trotzdem man an dem vergrösserten Bauch die Jungen fühlen kann.
Bei einer Untersuchung mittelst des durch die Scheide ein­geführten Fingers fühlt man dieselbe von regclmässigor Be­schaffenheit, den Muttermund erweitert und das Jungo noch ganz in der Gebärmutter liegend. Sind die Eiliäute abgestorben, so sind auch stets die Jungen todt, und alle diese Theile der Fäulniss unterworfen. Der Bauch ist in diesem Falle sehr gespannt, bei der Berührung schmerzhaft, und aus der Scheide fliesst eine grünliche, schleimige, stinkende Flüssigkeit. Dieser Zustand ist immer mit grosser Gefahr für das Loben des Muttcrthieres ver­bunden. Bei einfacher Schwäche der Mutter und sonst normaler Beschaffenheit der Gebnrtswege und der Jungen ist noch immer Rettung möglich.
Die Behandlung bei einfacher Wehenschwäche besteht in der innerlichen Anwendung speeifischer Reizmittel, die die Thätig-koit der Gebärmutter anregen. Dazu eignet sich vor Allem das Mutterkorn, welches in Gaben von 0*5—l'O Gramm alle halbe Stunde innerlieh verabreicht wird, bis kräftige Wehen eintreten. Es kann als Pulver oder in einem Kamillcnaufguss gegeben werden. Nebst diesem Mittel kann auch die Zimmtrinde 0-5 bis 1'5 Gramm pro dosi dem Kamillen-Infusum zugesetzt und verwendet werden. Gleichen Zweck erfüllt die Zimmttinctur, welche bis zu 10 Tropfen in kurzen Zwischenräumen wiederholt zu verabreichen ist, bis sich kräftige Wehen einstellen. Aussei' den innerlich angewendeten Mitteln erweisen sich auch Ein­spritzungen eines Kamillenaufgusses in die Scheide als zweck­dienlich. Gewöhnlich stellen sich unter der angegebenen Be-handlungsweise bald Wrelien ein, wonach die Geburt ganz vor sich geht, oder raquo;wenigstens das Jungo mit dem Kopfe durch den Muttermund in die Scheide gedrängt wird, so dass man es mit den Fingern oder einer Korn- oder Löffelzange erfassen und her­vorziehen kann.
Ist bereits Fäulniss der Eiliäute und Jungen zugegen, so können ebenfalls die vorerwähnten Mittel zur Erhöhung der Thätigkeit der Gebärmutter in Gebrauch gezogen werden. Gleich­zeitig müssen Einspritzungen in die Gebärmutter von einem Kamillenaufguss, einer Sublimat- oder Carbollösung in Anwendung
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Schwergeburten.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;129
kommen. Wenn nach einigen Stunden die Jungen durch den Muttermund in die Scheide vorrücken sollton, muss man trachten, selbe mit den Fingern oder einer Zange zu erfassen, und sanft herauszuziehen, da diese todten Theile leicht abreissen, was die Hilfe erschwert.
Die Nachbehandlung besteht in dem wiederholten Einspritzen von vorgenannten Flüssigkeiten oder eines aromatischen Aufgusses in die Scheide und Gebärmutter, und in einer kräftigen Fütterung des Mutterthieres.
b) Ein im Innern zu enges Becken ist bei Hunden eine äusserst seltene Ursache zu schweren Geburten.
Bei Gegenwart eines solchen richtet sich die Hlindin wohl zur Geburt, zeigt kräftige Wehen, kann aber trotzdem die Jungen nicht zur Welt bringen.
Bei der Untersuchung durch die Scheide zeigt sich der Muttermund wohl offen, jedoch der Beckenraum sehr beengt, und so das Hinderniss der Geburt. Je nach dem Grade der Veren­gung des Beckens und der etwa ausgemittelten Grosse der Jungen muss man beurtheilen können, ob der Durchgang der letzteren durch das Becken bei einiger Hilfe von aussen her möglich ist oder nicht. Im ersteren Falle trachte man unter Zuhilfenahme zweckentsprechender Instrumente durch Herausziehen des Jungen die Geburt zu bewerkstelligen. Kann das Junge auf diese Art nicht herausgebracht werden, so bleiben nur zwei Wege zur Hilfe übrig, u. z. die Zerstückelung des Jungen, oder der Gebärmutter­schnitt.
Die Wahl zwischen diesen beiden gefährlichen Operationen ist davon abhängig, ob das Junge in der Gebärmutter noch lebend ist oder nicht, und ferner, ob dem Eigenthümer mehr an der Erhaltung des Jungen oder des Mutterthieres gelegen ist. — Ist das Junge bereits todt. so muss unbedingt die Zerstückelung statt­finden; lebt aber das Junge, und ist dasselbe vielleicht von edler oder seltener Basse, oder ist das Mutterthier alt und kränklich, so ist in den meisten Fällen der Gebärmuttorschnitt vorzunehmen.
Zur Ausführung der Zerstückelung legt man das Mutterthier in die Seiten- oder Rückenlage auf einen erhöhten Gegenstand z. B. einen Tisch, so dass das Körperendo etwas über den Tisch­rand vorsteht. Dann suche man den nächst vorliegenden Theil
KonhUuaer. Krankheiten des Huudca. 2. Aufl.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;ö
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V. Krankheiten der Harn- und Geschleelitsorgane.
dos Jungen auf, und ziehe ihn so weit in den Gebtlrmutiermund, dass man den Kürpertheil mit einem Messei- oder einer Schoere erreichen kann, schneidet selben möglichst nahe am Körper ab und entfernt ihn. Ebenso verfahrt man nach und nach mit den übrigen erreichbaren Theilen. — Die soeben erwähnte Operation ist aber nur bei grossen Hündinnen, und da äusserst selten ohne besondere Schwierigkeiten, möglich.
Der Gebärmuttorschnitt, auch Kaiserschnitt genannt, wird in der Weichengegend einer oder der anderen Seite ausgeführt. Man scheert auf einer Fläche von 5-8 cm Länge und 3—4 cm Breite die Haare rein ab, desinfieirt die Haut, bringt sie in eine Quer­falte und durchschneidet selbe, so dass eine 8—10 cm lange Wunde entsteht. Dann werden die Bauchmuskeln nach ihrer Faserung getrennt, dann das Bauchfell durchschnitten, die etwa auf der Gebärmutter liegenden Gedärme zur Seite geschoben und das Gobärmutterhorn in die AVunde nach aussen gezogen. Es wird nun ein reines Leinentuch unter das Horn gelegt und die Gebärmutter langsam geöffnet. Die daselbst liegenden Jungen werden nun schnell samnit den Eihäuten vorgezogen und ent­fernt, die Gebärmutter mit Sublimat- oder Carbollösung ausgespült, und sowohl die Wunde der Gebärmutter als des Bauchfelles mit Catgut vernäht. Die Muskel wunde wird ebenfalls desinfieirt und die Hautwunde mit Carbolseide geschlossen. Darüber kommt ein Verband.
Die ersten Tage nach der Operation sind die Thiere sehr ruhig zu halten, und mit flüssigen Futterstoffen zu nähren.
Wie die am Leben gebliebenen Jungen aufzuziehen sind, hängt von dem Fieberzustando des Mutterthieros und deren Milch-reichthum ab. Die Nähte an der Hautwunde können bei gün­stigem Verlaufe nach 8 Tagen entfernt werden.
c) Bei Hunden kommt es häufig vor, dass das Junge im Mutterleibe eine für das Becken des Mutterthieres unverhält-nismässige Grosso erreicht, und dann zur Zeit der Geburt schwer oder gar nicht durch das Becken den Austritt erlangen kann. Die Ursache liiezu liegt in der Paarung mit zu grossen Hunden.
In diesem Falle ist die Hilfe ganz auf dieselbe Weise zu voll­führen, wie dies im Vorhergehenden angegeben wurde,
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VI. Krankheiten der Augen. — Conjunctivitis.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;131
d)nbsp; Missgoburton finden sich beim Hunde selten, üeber die Gegenwart einer solchen und dadurch bedington schworen Geburt, kann man sich durch die interne Untersuchung mitunter Gowisshoit vorschaffen.
Die Hilfeleistung besteht darin, dass man das Junge ent­weder als Ganzes herauszuziehen trachtet, oder wenn dies nicht möglich, die Zerstückelung auf die früher angegebene Art und Weise vornimmt.
e)nbsp; Durch eine fehlerhafte Lage des Jungen oder seiner einzelnen Theile werden ebenfalls schwere Geburten bedingt.
Die Hilfe bei allen diesen Abweichungen besteht darin, dass man den am meisten vorliegenden Theil des Jungen mit zwei Fingern oder einer Zange, wenn möglich, festhält, in einem wehen-froien Moment das Junge in die Gebärmutter zurückschiebt, und auf diese Art vielleicht verbessernd auf die fehlerhafte Lage einwirkt.
Sobald dann Wehen eintreten, kann das in eine bessere oder vielleicht selbst regelmässigo Lage gebrachte und bereits in den Geburtswegen befindliche Junge durch anfangs langsames, dann rasches Anziehen aus denselben befördert werden. In manchen Fällen geht nach der verbesserten Lage, beim Vorhandensein kräftiger Wehen, die Geburt von selbst vor sich.
Nach beendeter Geburt überlasse man das Mutterthier der Euhe. Schwache Fütterung ist durch einige Tage angezeigt.
Bei Hündinnen, deren Junge todt geboren werden oder bald nach der Geburt verenden, schwillt zuweilen das Euter durch starke Milchfüllung an, und es kann zur Euterentzündung kommen.
In einem solchen Falle ist das Mutterthier schwach zu füt­tern, die Milchdrüsen sind täglich gut auszumelken und zu mas-siren, und soll das Thier viel Bewegung vollführen.
VI. Krankheiten der Augen.
Conjunctivitis.
Man versteht darunter eine Entzündung der Bindehaut der Augen.
Als Ursachen werden Erkältung, in den Bindehautsack gelangende mechanisch oder chemisch reizende Stoffe, Quetschun­gen, das Reiben etc. angenommen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 9*
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VI. Krankheiten der Augen.
Die Entzündung betrifft nur ein oder beide Augen, ist für sich bestellend als primärer Process, oder sccundiir als Begleiter anderer Krankheiten z. B. der Staupe, Pneumonic, Hornhautent­zündung etc.
Die Erscheinungen sind: Schwellung der Augenlider, stärkere Eüthung der Bindehaut mit Schwellung und Wulstung, deutliche Gefässinjection an der weissen Hornhaut, vermehrte Thränon- und Schleimsecretion, höhere Wärme des Auges, ver­schieden starke Lichtscheue bis zum vollkommenen Geschlossen-haltcn der Lider, grosse Empfindlichkeit bei der Berührung des Augapfels.
Die Prognose ist bei der einfachen, für sich bestehenden Bindehautentzündung günstig. Als Thcilorscheinung bei anderen Krankheiten richtet sich die Prognose nach dieser.
Der Process kann chronisch werden und es entwickelt sich das sogenannte Triefauge.
Die Behandlung forciert zuerst die Fernhaltung und Be­seitigung der Ursachen. — Zur Mässigung der Entzündung em­pfehlen sich kalte Umschläge oder Waschungen aus einfachem Wasser oder schleimigen Abkochungen, welch letzteren bei be­sonderer Schmerzhaftigkoit narkotische Mittel (Belladonna, Bilsen­kraut- oder Opium-Extract oder -Tinctur) zugesetzt werden können. Sehr vortheilhaft wirkt die feuchte Wärme als Umschlag oder Bad. — Bei geringer Empfindlichkeit, aber starker Schleim- und Thränonsccretion, sowie Wulstung der Bindehaut sind Augen­wässer von Losungen aus Zinkvitriol, Kupfervitriol, Höllenstein, Bleizuckor einzuträufeln.
Ep. Sulf. Zincioder Sulf. Cupri O'IO—O'IS, Aqua destill. 15-0—30-0. M. D. S. Täglich einmal 10 Trojifen einzuträufeln.
Rp. Lapis infernal. 050. Aqua destlll. ÖO'OO, M. D. S. Wie oben.
Bp. Sacch. Satuni. l'OO, Aqua destill. 50'0. M. D. S. Wie vor.
Sehr gute Dienste leistet auch das gelbe Augonwasser (Colly-rium adstringens luteuin) mit 4-faclier Menge Wasser verdünnt, lauwarm eingeträufelt.
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Keratitis.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ]33
Keratitis.
Man versteht darunter cine unter Entziindungserscheinungen auftretende Infiltration der durchsichtigen Hornhaut.
Die Ursache derselben liegt entweder in einer allgemeinen infectiösen Erkrankung, so der Staupe, dos Typhus, oder es haben mechanische Heize der verschiedensten Art auf die Cornea einge­wirkt, in welchem Falle meist nur ein Auge erkrankt ist. Nicht selten beobachtet man die Keratitis als Begleiter dor Conjunc­tivitis.
Die Symptome sind: Lichtscheue, vermehrte Thrilnen-und Schleimsecretion, bläulicligraue, rauchwolkenähnliche oder weiss-graue Trübung eines Thciles oder der ganzen Cornoalfläche, stärkere Gefiissinjection derselben, rauhe Obefrflächo oder selbst verschieden gestaltete oborfUlchliche oder tiefer gehende Suhstanz-verluste. Das Sehvermögen ist infolge der Infiltration oder Trübung der Cornea beeinträchtigt.
Es bleibt bei dieser Infiltration durch einige Zeit, oder es steigert sich die Entzündung und es treten hanfkorn- bis linsen-grosse Abscesse oder Geschwüre auf, welch letztere mit ihrem gerötheten Rand über die Oberfläche vorragen.
Der Verlauf und Ausgang ist verschieden und hängt von der Ursache und Intensität ab. Das Exsudat resorbirt sich in kurzer Zeit und die Cornea wird wieder vollkommen durchsichtig. Oder es erfolgt nur theilweise Resorption, wo nach Ablauf der acuten Entzündung verschieden grosse graue oder grauweisse Flecken (Hornhautflecke) zurückbleiben, die das Sehvermögen mitunter beeinträchtigen. Der Abscess oder das Geschwür kann zur Heilung kommen, doch bleibt an dieser Stelle eine verschiedene grosse Trübung (Narbe) durch einige Zeit oder die ganze Lebens dauer zurück, oder es erfolgt Perforation der Cornea, Abfluss der Kammerflüssigkeit und Erblindung des Thieres. Nicht selten kommt es in diesem Falle zur Vereiterung des Innern des Auges und es bleibt dann ein atrophischer Augapfel zurück.
Die Prognose muss daher mit grosser Vorsicht gestellt werden.
Therapie. Es ist vor Allem der Hund gut zu überwachen, damit er nicht mit den Pfoten oder sonstwie das kranke Auge
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VI. Krankheiten der Augen.
reibt, ivritivt, besondors dann wenn Abscesse oder Geschwüre aufgetreten sind. — Die örtliche Behandlung besteht in der An­wendung der Kälte oder feuchter Wärme. Hat die acute Ent­zündung abgenommen und bestehen Trübungen, so können die bei der Conjunctivitis angeführten Mittel Verwendung finden. Auch die Massage leistet gate Dienste zur Förderung der Resorp­tion. Ebenso können Einstaubungen von Zucker oder Calomel vortheilhaft angewendet werden. Bei vollkommenem Nachlass der acuten Entzündung kann auch die rothe Präcipitatsalbe in den Bindehautsack eingestrichen werden.
Ep. Mercur. präeipitat. ruh. 0415, Vaselin. alb. 5'0. M. f. unyuent. S. Aeusseiiich.
Rp. Mercur. jträoipitat, ruh. Rp. OSO, Opium 2Mr. O'IO, Vaselin alb. SO'O. M. f. umjuent. S. Aeusserlich.
Mercur. präeipitat. rub.
0-15, Ämylum l'O, Glyzerin. 5'0. M. f. umjuent. S. Nach Bericht.
Diese Salben werden täglich oder jeden 2. Tag erbsengross in den Bindehautsack gebracht.
Zur Förderung der Resorption kann auch die Opiumtinctur in Gebrauch gezogen werden, indem man die Cornea täglich damit bepinselt.
Dieselbe Behandlung ist bei den Hornhautflecken ange­zeigt.
Sind Abscesse oder Geschwüre aufgetreten, so empfiehlt sich die antiseptische Wundbehandlung. Zurückbleibendo Narben sind wie Hornhautflecke zu behandeln.
Innere Augenentzündung. (Iritis, Cyclitis und Chorioiditis).
Diese Krankheitsprocessc sind bei Hunden selten zu beobachten. Die Ursachen derselben sind äussere Schädlichkeiten oder allgemeine Erkrankungen z. B. Staupe oder eine Infection.
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Grauer Staar.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;135
Symptome. Die innere Augenentzmulung charakterisirt sich durcli Entzündungsmevkmale nach ausson, Schwellung und Röthung, sowie vermehrte Secretion der Bindehaut, und nach innen Verfärbung der Regenbogenhaut, Trägheit oder Unbeweg-lichkeit der meist verengton Pupille, grosse Lichtscheue und Empfindlichkeit. Mitunter zeigt die vordere Fläche der Iris einen gelbgrauen Ueberzug, Eiter, der sich dem Kammerwasser beimengt und dasselbe trübt, oder bei grösserer Menge sich am Grund der vorderen Augenkammer festsetzt.
Die Prognose ist ungünstig.
Der Ausgang ist Erblindung.
Die Therapie ist wie bei der Conjunctivitis und Keratitis im acuten Stadium durchzuführen. Um eine Verklebung der Iris mit der Linse zu hindern, empfiehlt es sich, zeitweise eine Atro-pinlösung in den Bindehautsack einzuträufeln, wodurch eine Er­weiterung der Pupille hervorgerufen wird. Rp, Ätropin su/.f. O'IO, Aqua destitl. 100. M. D. S. 5 Tropfen einzuträufeln.
Grauer Staar.
Er besteht in einer theilweisen oder vollständigen Trübung der Linse oder deren Kapsel, meistens in einer Trübung beider Gebilde zugleich.
Diese Trübung beschränkt sich zuweilen nur auf sehr kleine Stellen und erscheint dann in Form von Punkten oder Streifen; in anderen Fällen ist aber der grösste Theil oder die ganze Linse oder Kapsel ergriffen.
Die trüben Stellen sind bald in's Graue spielend, bald mehr blaugrau, bald auch weiss, weissgrau oder golblichgrau, marmorirt oder fleckig; sie sind bald vollständig undurchsichtig, oft auch nur zum Theil für das Licht undurchdringlich, wodurch auch das Sehvermögen in manchen Fällen nur zum Theile gestört, oder in anderen Fällen vollständig aufgehoben wird Gewöhnlich nimmt das Leiden mit grauer oder blaugrauer Färbung der Linse seinen Anfang, welche allmälig weissgrau wird.
Die Erkennung des grauen Staaros ist in der Regel sehr leicht, indem man innerhalb der Pupille die vorbeschriebeno Färbung sieht, und der Hund mit dem leidenden Auge Gegen-
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VI. Krankheiten der Augen.
stände oder Drohungen entweder gar nicht oder nur undeutlich erkennen kann.
Der graue Staar ist hei Hunden häufig eine Folge des Alters und tritt gewöhnlich zwischen 8—10 Jahren deutlich auf, zuweilen erst später. In den meisten Fällen sind da beide Augen leidend. Ausserdem entsteht dieses Leiden aber auch durch heftige innere Augenentzündungen, sowie durch starke Verletzungen des Aug­apfels und dessen Umgebung, selbst bei jüngeren Hunden.
Die B e u r t h e i 1 u n g des grauen Staares ist im Allgemeinen ungünstig. Eine Heilung ist nicht denkbar, und auch die Staar-oporation war in den bisher gemachten Versuchen in fast allen Fällen ohne Erfolg.
Die Behandlung ist daher immer nur als ein Versuch zu betrachten. Bei frischer, acuter Entzündung ist von der Anti-phlogoso Gebrauch zu machen.
Schwarzer Staar.
Er bezeichnet einen krankhaften Zustand des Sehnervens oder auch des Gehirnes, welcher eine vollkommene Erblindung bedingt. Gewöhnlich sind beide Augen leidend.
Symptome. Die Krankheit kennzeichnet sich durch An­laufen des Hundes an alle Gegenstände, die er nicht etwa vorher durch den Geruch als gegenwärtig erkannt hat. An dem leidenden Auge selbst sieht man, bei klarer und unverletzter Beschaffenheit desselben, die Pupille bedeutend erweitert, und bei der abwech­selnden Einwirkung massiger oder greller Lichtstrahlen ohne eine Spur von Reaction. Der Hintorgrund des Augapfels erscheint schwarz.
Die Ursache der Entwicklung des schwarzen Staares liegt bei jungen gutgenährten Hunden zuweilen in heftigen Gehirn-congestionen. Bei säugenden Hündinnen will man selben nach der plötzlichen Entfernung der Jungen, ebenfalls in Folge einer heftigen Gehirncongestion, beobachtet haben. Die häufigste Ur­sache bilden heftige innere Augenentzündungen, die bis auf den Sehnerven übergehen; ferner bedeutende mechanische Verletzungen am Kopf, besonders in der Umgebung der Augen. Auch im Ver­laufe der Staupe hat sich der schwarze Staar entwickelt.
Die Prognose ist ungünstig.
Die Behandlung ohne Erfolg.
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Vorfall des Augapfels.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 137
Augapfel-Wassersucht.
Dieser krankhafte Zustand kommt bei dem Hunde selten zur Beobachtung, und besteht in einer vermehrten Ansammlung einer serösen Flüssigkeit in den Augonkammorn. Dadurch wird die Hülle des Augapfels ausgedehnt, und derselbe immer mehr vergrössert, so dass er auch starker sichtbar aus der Augenhöhle hervortritt. Das Sehvermögen ist Anfangs getrübt, bei längerem Bestände gänzlich aufgehoben. Gewöhnlich ist nur ein Auge leidend. Der Augapfel erscheint mitunter prall gespannt und die Cornea getrübt.
Die Ursachen sind heftige, wiederholt aufgetretene innere Augenentziindungen.
Die Prognose ist sehr zweifelhaft, meist ungünstig. Nur bei kurzem Bestände dos Leidens dürfte es hie und da gelingen, eine Kesorption der serösen Flüssigkeit, hierauf eine Zusammen­ziehung des Augapfels bis auf das Normale zu erreichen. In der Mehrzahl der Fälle bleibt der Process lange Zeit im Gleichen. In einzelnen Fällen findet plötzlich eine rasche Zunahme des Exsudates statt und es kann zur Berstung des Augapfels am Cornealrande kommen.
Die Behandlung ist ohne besonderen Erfolg. Durch Ver­abreichung von speichel-, schweiss- oder harntreibende Mittel könnte fördernd auf die Resorption hingewirkt werden. Ist die Füllung des Augapfels sehr stark, so dass eine Berstung zu fürchten ist, so kann man durch einen Einstich am Cornealrande die Flüssigkeit entleeren.
Vorfall des Augapfels.
Bei keinem unserer Hausthiere kommt es so häufig vor wie bei Hunden, dass der Augapfel aus der Höhle vorgedrängt wird, und hiedurch der sogenannte Augapfelvorfall entsteht.
Man erkennt denselben daran, dass der Augapfel nicht nur mit der durchsichtigen, sondern auch theilweise oder ganz mit der undurchsichtigen Hornhaut oder weissen Augenhaut über die Bänder der Augenlider hervorsteht. Man findet dabei die Cornea bei leichteren Graden des Uebels und bei kurzem Bestände glatt und durchsichtig wie im gesunden Zustande; bei längerer Dauer
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VI. Krankheiten der Augen.
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des Leidens aber trüb, undurchsichtig, grau, fiiltig und mehr weniger hornartig hart und trocken, die Bindehaut und Sclera dagegen dunkel geröthet und das Sehen aufgehoben. Der Aug­apfel steht unbeweglich, ist mitunter vergrössert, an seiner Cor-noalfläche oft wund, exeoriirt, und im Innern Blut angesammelt.
Die Ursachen sind in den meisten Fällen mechanische Verletzungen, die entweder den Augapfel direct oder dessen Um­gebung, besonders die Augenhöhle betroffen haben.
Ein starker Druck mit den Fingern, der Biss von einem anderen Hund, ein Hufschlag auf die früher genannten Theile, und andere mechanische Einwirkungen sind hinreichend, den Vorfall zu erzeugen.
Zu dem leichten Entstehen dos Vorfalles trägt die Form und Beschaffenheit der Augenhöhle des Hundes sehr wesent­lich bei; denn die Augenhöhle ist beim Hunde im Allgemeinen grosser und flacher als bei den übrigen Thieren und ausser-dem nach oben (Augenbogen) nicht durch Knochonmasse ge­schlossen, sondern sie geht daselbst offen in die Schläfengrube über, und ist nur durch ein sehniges Band von der letzteren ge­schieden.
Zuweilen ist der Vorfall auch durch Augapfel-Wassersucht oder durch eine Neubildung in der Augenhöhle oder Schläfengrube bedingt. In diesen letzteren Fällen bildet sich der Vorfall immer langsam aus, während er in allen anderen Fällen plötzlich entsteht.
Die Prognose ist je nach der Dauer des Vorfalles und dessen Ursachen bald günstig, bald ungünstig.
Günstig wird das Leiden dann beurtheilt, wenn der Vorfall geringgradig und erst kürzlich entstanden ist, und wo die durch­sichtige Hornhaut noch ungetrübt, gerundet und glatt erscheint. Dagegen ist der Vorfall ungünstig zu beurtheilen, wenn die Cornea hornartig hart, rauh und verfärbt erscheint, wenn Blutung in den Augapfel stattfand, ebenso, wo der Augapfel durch Wasser­sucht oder eine andere Krankheit vergrössert ist, und wo Neubil­dungen hinter dem Augapfel in der Augenhöhle sich entwickelt haben.
Der frisch entstandene, gcringgradige Vorfall lässt sich mit­unter leicht zurückdrängen, während in allen anderen Fällen dies schwierig oder unmöglich ist, und hier nichts anderes erübrigt als die Exstirpation des Augapfels.
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Blutung in das Auge.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;139
Die Behandlung fordert in denjenigen Füllen, wo der Vorfall ohne organische quot;Veränderungen in der Augenhöhle oder im Augapfel besteht, die schleunigste Reponirung desselben. Zu diesem Behufe befeuchtet man den Augapfel durch etwa 5—10 Minuten andauernd mit kaltem Wasser, um eine Zusammen­ziehung in ihm zu bewirken, worauf man ihn mit der eingeölten flachen Hand oder mit den beiden Daumen in die Augenhöhle zurückdrängt, während gleichzeitig ein Gehilfe die Augenlider so viel wie möglich auseinander zieht. Sollte der freie Rand der Augenlider durch seine Contraction ein Hindernis bilden, so ist es noting, diesen Rand am äusseren Augenwinkel mittelst der Scheere oder eines Knopfbistouri's einzuschneiden, und dann die Reponirung durch gelindes Drücken gegen den Augapfel zu be­wirken. Der einmal zurückgebrachte Augapfel besitzt immer eine Neigung, wieder hervorzutreten, und deshalb ist es noth-wendig, ihn durch sanften, gleichmässigen Druck mit der flachen Hand oder mittelst eines Schwammes in der Augenhöhle zu er­halten. — Mangelt es an Zeit oder Personen, dies so zu voll­führen, so muss über das Auge ein Druckverband gelegt werden, oder im äussersten Falle müssen die Lider durch drei Nähte mit einander vereinigt werden, um hiedurch den Augapfel in der Höhle zu erhalten. In beiden letzteren Behandlungsweisen ist der Hund zu überwachen, dass er den Verband nicht herabreisst oder verschiebt, und dass er die Nähte nicht aufreisst. — Ban­dage oder Nähte bleiben 3—4 Tage liegen. Nach Entfernung derselben wird das Auge öfter im Tage kalt gewaschen.
In solchen Fällen, wo der Vorfall eine Folge der Augapfel­wassersucht ist, beginnt die Behandlung mit der Entleerung der Flüssigkeit mittelst eines Einstiches am Rande der durchsichtigen Hornhaut, so dass dadurch der Augapfel verkleinert wird, und dann durch einen leichten Druck in die Augenhöhle zurück­gebracht werden kann. — Bei der Gegenwart von Neubildungen am Grunde der Augenhöhle erübrigt meist nichts als die Exstir-pation des Augapfels, welche Operation ganz gefahrlos ist.
Blutung in das Auge.
In Folge mechanischer Einwirkungen auf den Augapfel (Biss, Stoss, Schlag, Fall) kommt es mitunter zu verschieden starken Blutungen in die Augenkammern.
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VI. Krankheiten der Aiigen.
Diese erkennt man daran, dass in der vorderen Augen-kammor eine rothe Flüssigkeit sich befindet und die Innenfläche der Cornea und vordere Fläche der Iris mit Blut überzogen ist. Je nach der Blutmenge ist das Sehvermögen mehr oder weniger getrübt. Gewöhnlich zeigt sieh auch die Cornea und Sclera in Folge der mechanischen Einwirkung an der Oberfläche verändert.
Die Prognose ist sehr zweifelhaft, meist ungünstig.
Die Behandlung hat vor Allem die Entzündung zu mas­sigen durch Anwendung der Kälte oder feuchten Wärme. Bei geringen Blutungen erfolgt oft Eesorption. Ist die Blutung stärker gewesen, so findet Gorinnung des Blutes und Organisation des Faserstoffes statt und die Thiere erblinden.
Trichiasis.
Darunter versteht man strenge genommen die Einwärts-stülpung der Wimpern durch deren Verkrümmung und Verbiegung bedingt.
Durch die nach einwärts stehenden Wimpern entstehen Ent­zündungen der Binde- und Hornhaut.
Es ist daher nothwendig, diese Wimpern zu entfernen, was durch behutsames Ausziehen mit einer kleinen Pincette mitunter gelingt, oder man schneidet den Haarboden aus.
Einwärtsstülpung der Lider—Entropium.
Dieser Process findet sich meist am unteren Lidrande. In Folge dessen werden die Wimpern durch Eeibung an der Binde-und Hornhaut eine Entzündung mit vermehrter Thränen- und Schleimsecretion hervorrufen.
Die Prognose ist sehr zweifelhaft.
Behandlung. Sollte eine Besserung oder Behebung des Leidens gewünscht werden, so muss operativ vorgegangen werden, indem man 3-—4 mm vom Lidrand entfernt, dort, wo der grössto Zug ist, aus der Liddecke ein querovales oder dreieckiges Stück herausschneidet, wo die Basis des Dreieckes mit dem Lidrande parallel läuft. Die Ränder werden durch Nähte aneinander ge­heftet. Besser' ist es, die Wunde offen zu lassen und durch Eiterung zur Heilung zu bringen.
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VII. Krankheiton der Ohren. — Blutohr.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 141
Bei den leichteren Formen des Entropiums genügt das Durch­schneiden des äusseren Augenwinkels sammt dem Muskel, und das Abtragen der Endstellen der Lidrilndcr.
Das Leiden beobachtet man am häufigsten bei Neufound-länderhundon, Bernhardinern, Berghunden, Doggen und Vorsteh­hunden.
Auswärtsstülpung der Lider—Ectropium.
Auch dieser Process findet sich häufiger am unteren Augen­lid, und man beobachtet hier vorschiodene Grade, von der ein­fachen Abhebung der inneren Lefze dos Lidrandes vom Augapfel bis zur totalen Umstülpung des Lides.
Am häufigsten ist das Leiden bei älteren Hunden zu finden. Sie sind dann mit dem sogenannten Triefauge behaftet. Ausser-dem beobachtet man dasselbe bei eingetretener Atrophie des Bulbus. Ferner als Folge eines chronisclien BindehautkataiTlies und bei der Lähmung des Kreismuskels der Lider.
Behandlung. Zur Besserung dieses Leidens ist ebenfalls ein operativer Eingriff zu empfohlen, indem man aus der Liddecke bis in den Lidrand reichend ein spitzbogenförmiges Stück heraus­schneidet, und die Wundränder vernäht.
Neubildungen.
An den Lidern und der Blinzhaut kommen mitunter Neu­bildungen vor, u, zw. Warzen, Condylome, Fibrome, Lipome. Dieselben beeinträchtigen die Function und unterhalten eine Entzündung.
Um eine Besserung oder gänzliche Heilung zu erreichen, empfiehlt es sich, diese Neubildungen mittelst Scheere oder Messer zu entfernen und die Blutung mit entsprechenden Mitteln zu stillen, als: Kälte, Torsion, Glüheisen, Höllenstein, Eisenchlorid­lösung oder Eisenchloridwatte.
VII. Krankheiten der Ohren.
Blutohr.
Dasselbe besteht in einem Erguss von Blut zwischen der Haut und dem Ohrknorpel nach innen, und kommt bei Hunden
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VII. Krankheiten der Ohren.
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aller Racen, namentlich bei den mit langem Behang verse­henen, vor,
Symptome. Dieser hrankhafto Zustand konnzoichnot sich durch oino plötzliche Ansclnvellung der Ohrmuschel, oft in dem Grade, dass das Ohr gleichsam steif absteht. Diese Geschwulst ist gespannt, gleichmilssig elastisch oder fluctuirond, nicht wärmer, nur wenig gcrüthet und massig schmerzhaft. Die Hunde halten gewöhnlich den Kopf mit dem leidenden Ohr gesenkt, beuteln zeitweise mit den Ohren oder kratzen mit den Pfoten nach lotztoren.
Die Ursache der Entstehung sind mechanische Verletzun­gen, als: Bisse beim Kaufen, heftiges Beuteln mit den Ohren und Anschlagen derselben am Hintorhauptsfortsatz, grobes Zerren Drücken und Quetschen des Ohres bei Bestrafungen des Hundes.
Das Blutohr besteht, sich selbst überlassen, oft lange Zeit ohne wesentliche Veränderung fort. Wird es behandelt, so ist es ein hartnäckiges üebel, und in einem solchen Falle ist eine Wiederkehr oder eine Verdickung der Ohrmuschel zu gewärtigen.
Die Prognose ist dennoch günstig zu stellen.
Die Behandlung besteht darin, dass man mit einer Lanzette oder einem gespitzten Bistourie an der tiefsten Stelle der Ge­schwulst in der Nähe der Ohrspitze nach innen einen Einstich und Schnitt auf mehrere Centimeter vollführt, und somit dem Blut, Blutserum und Blutgerinnsel einen Ausweg verschafft. Hie­rauf wird die Höhle gut mit Sublimat- oder Carbollösung aus­gespült, in die Wunde jedoch kein Verbandmittel eingelegt, damit die Heilung wo möglich auf dem ersten Wege erfolgt. Tritt Ei­terung ein, so ist die Wunde weiter antiseptisch zu behandeln.
Die Entleerung des Blutes oder Blutserums kann auch auf die Art bewerkstelligt werden, dass man mittelst einer Nadel mehrere reine, weisse Seidenfäden wie ein kleines Eiterband nach der Länge durch die Geschwulst zieht, daselbst liegen lässt, wo neben denselben die Flüssigkeit aussickert. Durch diese Fäden wird in der Wundhöhlo eine neue Entzündung erzeugt, und hie-durch die Adhäsion und Verwachsung befördert.
Diese letztere Behandlung empfiehlt sich aber nur bei kleinen Blutgeschwülsten.
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Ohrmuschelgeschwür. — Ohrwurm.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 143
Obrmuschelgeschwür. — Ohrwurm.
Dieses Leiden besteht anfangs in einer Entzündung, später in einem Goschwürsprocess an der Ohrspitzo.
Symptome. Den Eintritt des Leidens äussert der Hund durch häufiges heftiges Schütteln mit dem Kopfe, so dass die Ohren noch oben an das Genick und nach unten an den Hals heftig angeschlagen werden. Zuweilen kratzen sich die Hunde mehr wie gewöhnlich mit den Pfoten an dem kranken Ohre. Bei genauer Untersuchung findet man die Ohrspitze etwas geschwollen, sehr warm, schmerzhaft, die Haut höher geröthot, und die Haare an der leidenden Stelle gesträubt. Nach kurzer Zeit wird die Oberhaut daselbst stark schuppig, die Entzündung stärker, und endlich sickert an einer geborstenen Stelle eine seröse Flüssig­keit durch. Im weiteren Verlaufe zerfällt das Hautgewebe und es bildet sich ein kleines Geschwür, welches sich zusehends ver-grössert, immer tiefer greift und endlich einen länglichen Substanz­verlust von der Spitze nach aufwärts zu erzeugt, dessen Ränder gewulstet, derb, wie ausgenagt erscheinen, als würde ein Wurm dies veranlasst haben, weshalb man das Leiden auch den Ohr­wurm nennt. Zuweilen sind 2—3 solche Substanzverlusto zu­gegen.
Als Ursachen dieses Krankhcitsprocesses können mit Be­stimmtheit mechanische Verletzungen der Ohrspitze durch Quet­schung, Biss, heftiges Beuteln mit den Ohren, heftiges Kratzen mit den Pfoten, sowie die Gegenwart eines Ohrenkatarrhes ange­nommen werden.
Die Prognose ist insoferne günstig, als bei einer zweck-mässigen Behandlung stets eine Vernarbung der Geschwürsränder bewerkstelligt werden kann. Jedoch verbleibt häufig der läng­liche Substanzverlust und auch die Neigung zur Wiederkehr der Entzündung.
Bei der Behandlung muss vor Allem das häufige Beuteln mit den Ohren beseitigt worden. Dies erreicht man dadurch, dass man die beiden Ohren nach aufwärts an den Kopf anlegt, und selbe durch eine breite Leinwandbindo oder ein Netz in der Lage erhält. Statt letzteren kann auch eine eigene Kappe oder Haube von Leder oder Leinwand in Verwendung gebracht werden.
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VII. Krankheiten der Ohren.
Dieselbe muss so breit sein, class sie die Ohren vollkommen be­deckt, und in der Mitte die grösste Breite besitzt. Der vordere Band dieser Haube oder Lederkappo, welcher unmittelbar ober den Augen zu liegen kommt, und der hintere Hand, welcher am Halse gleich hinter dem Genick seine Lage haben soll, werden etwas eingezogen, wodurch sich in der Mitte der Haube ein hohler Baum bildet, und so die aufwärts gelegton Ohren nicht leicht ge­quetscht werden konnGii. An einem Ende der Ledorkappe müssen zwei Riemenbändchen, an dem anderen zwei Schnallen, an der Leinenhaube Bänder angebracht werden zur Befestigung nach unten am Kopf und Hals. In der Mitte der Haube sind einige Löcher zu schneiden, damit Luft, zu den Ohren zutreten kann.
Ist das Leiden frisch, so kann eine Befeuchtung mit Bloi-wasser 2—3 mal im Tage mit gutem Erfolge angewendet werden. Ausserdem leistet die Bleiweisssalbe, womit die Ohrspitze an der äusseren und inneren Fläche bestrichen wird, gute Dienste. — 1st ein Geschwür aufgetreten, so können Touchierungen mit Höllen­stein, Befeuchtungen mit Sublimatlösung, Bestreuen mit Jodoform oder Dermatol vorgenommen werden, — Ebenso können Wasch­ungen mit gorljstotfhaltigen Abkochungen Anwendung finden.
Greifen trotz längerer Behandlung die Geschwüre weiter, so ist es gerathon, die kranke Ohrspitze halbrund mit der Scheere abzutragen, und der Symmetrie wegen auch die Spitze des gesunden Ohres in gleicher Höhe. Die Blutung kann durch Eisenchlorid­lösung und Watte sowie durch das Glüheisen gestillt werden. Auch das Ausbrennen der Geschwürsränder ist oft von Erfolg begleitet.
Ohrencatarrh.
(Ohrenfluss).
Der Ohrenfluss, die Entzündung des äusseren Gehörganges, auch der innere Ohrwurm genannt, besteht in einer Entzündung der feinen Haut, welche den äusseren Geluirgang auskleidet, und kommt am häufigsten bei langohrigen Hunden mit starkem Behang vor. (Neufoimdländor, Bernhardiner, Berghunde, Vorstehhunde, Setter, Dachshunde etc.)
Symptome. Im Beginn ist das Leiden dadurch zu er­kennen, dass die Hunde sehr oft mit dem Kopfe schütteln, mit
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Olironcatarrh.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;145
den Pfoten in der Ohrgegend kratzen und reiben, wobei sie mit­unter aufschreien. Sie halten zuweilen den Kopf etwas schief und gesenkt. Bei der örtlichen Untersuchung findet man das leidende Ohr, besonders an der Wurzel vermehrt warm, bei Druck schmerzhaft, und die Haut des Gehürganges stark geröthet, oft dunkelroth, besonders an den hervorstehenden Falten. Zarte, junge Hunde fiebern mitunter. Nach wenigen Tagen findet an der Haut des Gehörganges die Ausschwitzung eines gelblichen, klebrigen Exsudates statt, welches zu dünnen Krusten vertrocknet, und sich später in eine rothbraune, übelriechende Masse um­wandelt.
Dieselbe bedingt eine starke Reizung der feinen Haut, es tritt Eiterung, und später die Absonderung eines schmierigen, stinkenden, graugelben Exsudates ein, welches aus dem Ohre fiiesst, und die umgebenden Haare mit einander verklebt. Der Geruch ist oft so stark, dass es unmöglich ist, den Hund im Wohnräume zu halten. Die Haut des Gehörganges vordickt sich nach und nach, besonders an den Falten, der Eingang wird immer enger, es treten endlich Wucherungen und selbst Geschwüre auf. Bei einem massigen Druck an der Ohrwurzel hört man mitunter ein quatschendes Geräusch bedingt durch das angesammelte Exsudat.
Die Ursachen dieser Ohrenentzündung sind eine rasche Abkühlung des schwitzenden Körpers, z. B. durch ein zu kaltes Bad, besonders aber mechanische Einwirkungen, z. B. in das Ohr gedrungene fremde Körper, angesammelter Schmutz; übermässig abgesondertes Ohrenschmalz, Quetschungen der Ohrmuschel, in das Ohr gelangte scharfe Stoffe, und endlich eine mangelhafte Reinigung der Ohren.
Die Prognose ist in den meisten Fällen mit grosser Vor­sicht zu stellen. Bei kurzem Bestände, trockener Entzündung, gelingt mitunter die Heilung rasch. In vielen Füllen wird das Leiden chronisch. Und sobald einmal Verdickung der Plaut mit reichlicher Exsudation, Geschwürsbildung und Wucherungen auf­getreten ist, so gehört diese Krankheit zu den hartnäckigsten und ist fast durchgehonds unheilbar.
Die Behandlung des Ohrenflusses erfordert vor allem Ent­fernung etwa vorhandener fremder Körper, eine behutsame Rei­nigung des Ohres mit lauem Wasser, lauer Milch oder lauwarmen
Konhiluscr, Krankheiten des Hundes, 2. Aufl.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;10
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VII. Krankheiten der Ohren.
Kamillen- oder Eibischtheo, und das Ausschneidon der mitein­ander verklebten Haare.
Bei acuter Entzündung, ohne auffallende Exsudation, kann reines Oliven- oder Mandelöl aufgestrichen, oder Befeuchtungen mit Bleiessiglösung, Bleizuckerlösung oder Goulard'schem Wasser öfter im Tage vollführt werden. Es ist jedoch darauf zu achten, dass sonst das Ohr trocken erhalten werde. Bei besonderer Schmerz-haftigkeit setzt man den Ohrwässern narkotische Stoffe zu. Rp. Plumb, acet. lO'OO,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Ep. Sacch. saturn. 0'50,
Tinct. Opii 1-00,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Ext. Hyoscy. O'IO,
Aqua destill. 100-00.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 'nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Aqua destill. 1000,
M. D. S. Ohrunsser.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;M. D. S. Ohncasser.
Mit gleichem Erfolg kann eine l0/0 Carbol- oder Creolin-lösung angewendet werden. Von den erwähnten Lösungen kann auch Früh und Abends 1 Kaffeelöffel voll in das leidende Ohr langsam eingeträufelt, und nach einigen Minuten die Flüssigkeit mittelst eines um den kleinen Finger gewickelten Leinwand-fleckchens, oder eines weichen zugespitzten Schwammes oder eines Wattastückes so lange ausgetupft werden, bis es fast trocken er­scheint.
Hierauf wird die Olirhöhle mit Jodoform- oder Dermatol-streupulver bestaubt.
Auch bei chronischem Zustande des Leidens kann vorerwähnte Behandlung durchgeführt werden, oder man verwendet stärkere Lösungen, oder stärker wirkende Mittel zum Auspinseln, nach vorheriger Reinigung der Ohrhöhle. So z. B. eine 1% Höllen-steinlösung, eine 20/o Kupfervitriollösung, eine 30/o Zinkvitriol-lüsung oder eine '^quot;/o Lösung von übermangansaurem Kali. Zum Einstauben behufs Austrocknung kann auch hier das Jodoform oder Dennatol, sowie das Tannin, das Eichenrindenpulver, Kohlen­pulver, die Salicylsäure Verwendung finden.
Bei Geschwüren kann mit Höllenstein oder Kupfervitriol in Substanz touchirt werden, oder man wendet das Glüheisen an.
Neubildungen im Obre.
Bei Hunden jeder Rasse kommen zuweilen Neubildungen in dem ausseien Gehörgange vor, welche röthlich, bald weich, fleisch-
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VII. Eingeweidobruch. Nabelbruch.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;147
ähnlich, bald mehr derb, fest, wenig empfindlich sind, und meisten-theils von einer Seitenwand des Gehöi^anges als kleine Gebilde ihren Ursprung nehmen, und sich allmälig bis über die Mündung des Gehörgangos hervordrängen. Sind mehrere derartige Neu­bildungen knapp nebeneinander, oder überhaupt sehr zahlreich vorhanden, so bemerkt man zwischen denselben ein schmieriges gelbes, oft übelriechendes Exsudat. Die Hunde schütteln oft mit den Ohren, und benehmen sich so wie bei der Gegenwart eines Ohrenflusses. Oft ist durch die Menge oder Grosse der Neubil­dungen das Gehör bedeutend geschwächt.
Diese Neubildungen sind Warzen, Fibrome, Lipome, Chon-drome.
Die Ursachen sind lang bestehende Ohrenkatarrhe, zu scharfe Behandlung derselben, fehlerhafte Behandlung des Blut­ohres oder Verletzungen des Ohres bis auf den Knorpel.
Die Prognose ist zweifelhaft, selbst ungünstig.
Behandlung. Die Neubildungen können nach genauer Desinfcction des Ohres entweder abgebunden, abgebrannt, ab­geschnitten, ausgeschält oder weggeätzt werden. Eintretende Blutungen sind durch Eisenchlorid, Dermatol oder das Glüheisen zu stillen.
Oft ist der Process so hochgradig, dass jede Behandlung ohne Erfolg ist.
VIII. Eingeweidebrüche.
Nabelbruch,
Die Nabelbrüche haben ihren Sitz an der Nabelstelle in der Mitte der unteren Bauchfläche und sind in den meisten Fällen angeboren. Sie entstehen durch das Offenbleiben oder durch eine abnorme Erweiterung des Nabelringcs, wo dann ein Netz­stück oder eine Dünndarmschlinge durch die Oeffnung sich hervordrängt.
Symptome. Die Nabelbrüche kennzeichnen sich durch eine gewöhnlich haselnuss- bis kastaniengrosse, runde oder läng­liche Geschwulst, welche sich weich oder elastisch anfühlt, nicht schmerzhaft ist, über welche sich die Haut verschieben lässt, die
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VIII. Eingewoidobrüche.
beim Druck verschwindet, jedoch nach Aufhören desselben wieder­kehrt. Gleichzeitig kann man bei dem Eindrücken der Ge­schwulst eine runde Oeffnung in den Bauchmuskeln fühlen. Selten besteht eine Functionsstörung.
Die Ursache eines Nabelbruches ist ein zu starkes Aus­dehnen des Bauches an der Nabclstelle bei dem Abreissen der Nabelschnur unmittelbar nach der Geburt, oder aber die Nabel-Öffnung in der Bauchwand ist zu weit offen geblieben.
Die Prognose ist fast immer günstig zu stellen.
Behandlung. Nabelbrüche bestehen oft durch das ganze Leben des Hundes, ohne jemals nachthoilige Folgen mit sich gebracht zu haben, und es ist demnach eine Behandlung strenge genommen gar nicht nöthig. Will jedoch der Eigenthümer einen Nabelbruch beseitigt und geheilt haben, so kann man den Bruch­sack abbinden oder abnähen nach vorheriger Keponierung des vorgetretenen Netzstückes oder Darmtheiles, oder man öffnet den Bruchsack, frischt die Bänder des Bruchringes auf und legt eine Naht daselbst und an der Hautwunde an.
Leisten- und Hodensackbruch.
Die Leistenbrüche entstehen, wenn Darmtheile oder das Netz durch den Leistenring in den Leistencanal treten, und da­selbst ihren Sitz nehmen. Man fühlt in diesem Falle neben dem Samenstrange eine längliche, elastisch weiche, oder teigige Ge­schwulst, welche sich in dem Leistencanalo nach abwärts zieht und nicht schmerzhaft ist.
Treten die Eingeweide bis in den Hodensack vor, so nennt man dies einen Hodensackbruch. In diesem Falle findet man den Hodensack ein oder beiderseits vergrossert, die Haut gespannt, und neben dem ovalen Hoden eine weiche oder elastische Geschwulst von verschiedener Grosse.
Bei beiden Brucharten treten mitunter Kolikschmerzen auf, d. i. dann, wenn ein eingeklemmter Bruch vorhanden ist.
Als Ursachen der Leisten- und Hodensackbrüche werden mechanische Einwirkungen, besonders Ueberanstrengungen im Zugdienst und beim Sprunge, oder bei einer etwa stattfindenden Dressur angenommen. — Disponirend wirkt ein zu weiter innerer Leistenring.
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Schenkelbruch.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;149
Die Prognose ist meist sehr zweifelhaft seihst ungünstig. Bei eingeklemmten Brüchen erfolgt fast immer der Tod, selbst in jenen Füllen, wo rasch die Operation vorgenommen wurde.
Behandlung. Die Heilung heider Brüche kann nur durch die Castration an joner Seite, wo der Bruch besteht, bewirkt werden. — Man legt den Hund auf den Rücken, liisst die Fasse auseinander halten, desinficirt den Hodensack, erfasst ihn an seinem äussersten Ende, zieht letzteres etwas in die Hohe und sucht nun die Eingeweide durch sanftes Drücken und Streichen aus dem Hodonsack und Leistencanal durch den Bruchring in die Bauchhöhle zu bringen, wo die zunächst dem Leistenring liegenden Theile zuerst eingeschoben werden müssen. Ist die Reponirung auf diese Art gelungen, so wird der Hodensack ge­öffnet, die Seheidenhaut von der Umgebung ohne Eröffnung voll­ständig losgetrennt bis gegen den Leistenring zu. Nachdem man sich durch genaues Befühlen überzeugt hat, dass im Leistencanal blos der dünne Samonstrang zugegen ist, also keine Eingeweide, so legt man möglichst nahe dem Leistenring um die Seheidenhaut eine Schlinge in mehreren Touren, schnürt dieselbe fest zusammen, und schneidet fingerbreit unter der ünterbindungsstelle die Theile quer durch. Das unterbundene Stück stirbt in wenigen Tagen ab, und wird durch die Entzündung abgestossen. Innerhalb 10—14 Tagen ist die Heilung und Yernarbung eingetreten.
Schenkelbruch.
Schenkelbrüche sind eine äusserst seltene Erscheinung. Sie haben ihren Sitz an der inneren Seite des Oberschenkels, und entstehen dadurch, dass ein Darmstück oder der hinterste Theil des Netzes zwischen dem sogenannten Poupart'schen Bande hin­durch tritt, und daselbst eine elastisch weiche Geschwulst an der obersten Grenze der inneren Fläche des Oberschenkels bildet. Wenn man den Hund auf den Rücken logt und auf die vorhandene Geschwulst einen Druck gegen das Becken zu ausübt, so ver­kleinert sich selbe oder wird ganz beseitigt, wo dann die Bruch­öffnung zu fühlen ist.
Ursache. Auch die Schenkelbrüche verdanken ihr Ent­stehen einer mechanischen Einwirkung, besonders einer Ueber-anstrengung des Hintertheiles.
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VIII. Eingewoidebrüche.
Behandlung. Die Heilung dieser Brüche ist ungemein schwer und gefährlich. Sind selbe klein, so können sie durch die Eeponirung, ferner durch eine strenge Diät und die grössto Ruhe des Hundes manchmal behoben werden.
Haben diese Brüche jedoch eine ziemliche Grosse erreicht, oder sind sie eingeklemmt, so kann das Aeusserste versucht werden, u. z. das Annähen des Pourpart'schen Bandes an die Schen­kelmuskeln. Der Hand wird zu diesem Behufe auf den Rücken gelegt, die vorgelagerten Eingeweide durch sanften Druck in die Bauchhöhle zurückgeschoben, und nachdem dies vollständig ge­lungen ist, wird der Bruchsack geöffnet. Bei dem Durchschneiden der Haut muss eine grosse Vorsicht beobachtet werden, indem wie bekannt, daselbst starke Gefässe liegen, deren Verletzung ver­mieden werden muss. Nun trachtet man das obgenannte Band zu erreichen und heftet es an die Schenkelmuskel an. Hierauf wird nach genauer Desinfection die Hautwunde genäht.
Nach dieser Operation muss der Hund sehr ruhig gehalten werden. Das Futter soll in massiger Menge und flüssig oder dünnbreiig vorgesetzt werden.
Die Operation ist nur auf ausdrücklichen Wunsch des Eigen-thümers auszuführen.
Flankenbruch.
Flankenbrüche entstehen, indem Darrastücke oder Theilo des Netzes durch eine abnorme Oeffnung der Bauchmuskeln in der Flanken- oder Weichengegend sich vorlagorn. Den Bruchsack kann das Bauchfell bilden, und, wenn auch dieses gerissen, die Haut.
Es zeigt sich dann eine elastische, verschieden grosse, kugelig oder oval geformte Geschwulst, welche nicht oder nur massig schmerzhaft ist, und deren Inhalt sich durch einen starken Druck in die Bauchhöhle zurückschieben lässt, worauf die Bruchöffnung fühlbar ist.
Die Ursache dieser Brüche sind immer mechanische Ein­wirkungen. (Stoss, Fall, Schlag, Ueberführen).
Die Prognose ist sehr verschieden, je nach der Grosse des Bruches und Bruchringes, nach dem Alter des Bruches und des Hundes, und je nach besonderen Nebenzufällen.
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IX. Krankheiten der Haut. Hautjucken.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;151
Die Behandlung der Flankenbrüclie ist ganz so durchzu­führen, wie dies bei den Nabelbrüchen grüsseren Umfanges er­wähnt wurde. Demnach können selbe nur auf die Art geheilt werden, wenn ein Zusammennähen des Bruchringes (Bruchüffnung) vorgenommen wird, welches natürlich erst nach vorausgegangener Reponirung der Eingeweide stattfinden kann. Ist der Bruch ein­geklemmt oder eingeschnürt, wie dies bei Flanken- oder Bauch­brüchen nicht selten der Fall ist, so muss schnell Hilfe geleistet werden, indem sonst innerhalb weniger Stunden Brand, und in Folge dessen der Tod eintreten kann. Derartige Einklemmungen lösen sich höchst selten von selbst, und die Reponirung auf ge­wöhnliche Weise gelingt fast nie. Am schnellsten kann dieser gefährliche Zustand durch den Bruch schnitt behoben werden. Dieser besteht in der Erweiterung des Bruchringes. Sobald die Bruchöffnung genügend vergrüssert ist, hört die Einschnürung auf, und die vorgelegenen Theile können dann mit Leichtigkeit in die Bauchhöhle zurückgeschoben werden.
Harnblasenbruch.
Diese Bruchform beobachtet man ausserordentlich selten, meist nur bei alten Hunden.
Die Symptome sind eine verschieden grosse elastische oder weiche Geschwulst unterhalb und seitlich des Afters ohne jedwede acute Entzündung. Die Haut ist abziehbar und ver­schiebbar, und darunter fühlt man die gespannte elastische Wand der Harnblase. Ein Druck auf diese bedingt bei stärkerer Füllung manchmal den Abgang von Urin.
Die Ursachen sind mechanische Einwirkungen.
Die Prognose ist ungünstig.
Eine Behandlung erfolglos. Bei starker Füllung der Blase kann der Blasentisch gemacht werden.
IX. Krauklieiten der Haut.
Hautjucken.
Das Hautjucken kennzeichnet der Hund durch häufiges Kratzen und Reiben der Haut über den grössten Theil des Kör­pers, ohne dass irgendwelche Veränderungen krankhafter Natur
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IX. Krankheiten der Haut.
an den Haaren oder der Haut sichtbar sind. Bei dunklem Haare bemerkt man nach langem Bestände des Zustandes eine lichtere Färbung und einen matten Glanz desselben. Ich halte diesen Zu­stand für eine norvüse Erregung, und beobachtete denselben bei Hun­den, welche zu kräftig gefüttert wurden, gar zu oft gebadet worden sind unter Gebrauch der Sodaseife, ebenso bei jenen, wo eine zu intensive Hautpflege durch häixfiges Bürsten durchgeführt wurde.
Die Prognose ist sehr zweifelhaft zu sf-ellen; denn der Zu­stand dauert monatelang an und jede directe Behandlung der Haut ist fruchtlos.
Die Behandlung kann sich nur darauf beschränken, die diätetischen und hygienischen Massnahmen zu regeln und eine zu starke Eeizung der Haut zu unterlassen.
Die innerliche Anwendung von Bromkali oder Bromnatrium, sowie zeitweise kalte Abreibungen leisten mitunter gute Dienste.
Rp. Kai. hrotnat. 2,0, Sacch. all. lO'O, M. f. pttlv, div. in
aequ. Nr. 10.
Ep. Kai. bromat. 2-0, Äqua destiU, 50'0. dosisnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;21. D. S, Früh u. Abends
1 Kaffeelöffel voll.
S. 2 Pulver täglich. Dieselbe Menge kann
vom Bronmatrium ordinirt werden.
Schuppenflechte.
Symptome. Es bilden sich an einzelnen Stollen des Körpers nach und nach scharf abgegrenzte, verschieden dicke, allmälig sich ausdehnende Schuppenlager, in welchen die Haare anfangs festgekittet sitzen, nach und nach gelockert und herausgeschoben worden, so dass ihre Wurzeln bei Wegnahme der Schuppenlagen über deren untere Fläche hervorragen und gewöhnlich von einer Krustenlage umgeben sind. Nach der verschiedenen Beschaffen­heit der Haut ist diese unter den Krusten bald trocken, bald feucht, bald kahl, bald mit Haarstoppeln versehen, bald normal, bald verdickt. Die Schuppenlagen sind in der Regel kreisförmig, werden aber durch das beständige Eeiben und Kratzen vielfach abgeändert. Nach dem Abfallen der Krusten dauert die über-mässige Abschuppung fort. Eine Uebertragung auf andere Hunde ist nicht ausgeschlossen.
Die Prognose ist zweifelhaft.
Der Verlauf ein chronischer.
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Glatzflechte.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 153
Behandlung. Die Kranken sind zu sepaviren. Die kranken Hautstellen sind mit einer 2% Schwefelloberlösung, 50/0 Pottasche­lösung oder mit Theerwasser täglich einmal zu befeuchten, oder mit einer Theer-, Schwefel- oder Salicylsalbe einzuschmieren. Haben sich die Schuppen abgehoben, so sind selbe mittelst eines Kammes zu entfernen, und hierauf neuerdings eines der ange­gebenen Mittel anzuwenden.
Bei sehr jungen Hunden findet sich manchmal eine Ueber-production von Oberhautzellen vor, die dann in sehr grosser Menge zwischen den Haaren sitzen, wobei gleichzeitig ein wider­licher Geruch der Hautausdünstung zugegen ist und die Haare stark ausfallen.
In diesem Falle sind Kleienbäder mit Glycerinseife angezeigt. Nach vollkommener Abtrocknung ist die Haut mittelst eines Kammes von den gelösten und gelockerten Schuppen zu befreien. Nach einigen Tagen ist das Bad zu wiederholen.
Glatzflechte. (Herpes t o n s u r a n s.)
Diese Hautkrankheit wird durch einen pflanzlichen Parasiten hervorgerufen, einen als Trichophyton tonsurans bezeichneten Pilz, welcher zu den Schimmelpilzen gehört.
Die Symptome dieser Krankheit sind folgende: Sie beginnt am Kopfe und den Extremitäten und breitet sich nicht selten über den ganzen Körper aus. Es bilden sich anfangs rundliche, scharf umschriebene und vereinzelte kahle Flecken. Bei längerer Dauer findet man über die ganze Hautoberfläche insclförmig zerstreute, scharf begrenzte, haarlose Stellen von runder oder länglicher Ge­stalt und 1 — 2 Ctm. im Durchmesser. Nicht selten fliessen sie zu grösseren lappigen Platten zusammen. Je nach dem Sitze und der Dauer des Processes sieht man auf den haarlosen oder mit Haarstumpfen besetzten Stellen ganz verschieden gestaltete Bilder. Sehr häufig findet man gar keine Merkmale entzündlicher Veränderungen. Häufig sind die Stellen mit einer dünnen Lage schmutziggrauer Schuppen bedeckt. In anderen Fällen sind dicke Krusten vorhanden, welche die Haare am Grunde zusammen­kleben. Die Haut unter den Krusten ist geröthet und die Haar-follikel sind geschwellt. Die ältesten Stellen sind abgeblasst und
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IX. Krankheiten der Haut.
vollkommon glatt, und zeigen nur leichte kleienartige Auf­lagerungen. Juckgefühl ist gewöhnlich nicht vorhanden.
Die Prognose ist sehr zweifelhaft, meist ungünstig, und der Verlauf ein chronischer.
Therapie. Dio Behandlung muss mit der Separation, Eei-nigung und Desinfection der Lagerstätte oder besser dor Ver­nichtung derselben, sowie mit der Belehrung des Dienstperso­nales über die Ansteckungsfähigkeit eingeleitet werden. Hierauf werden die Borken und Schuppen mit Schmierseife entfernt, und auf die gereinigte Haut die verschiedensten antiparasitären Mittel angewendet, als: Creolin-, Cresolin-, Carbol-, Kreosot-, Naphthol-, oder Theersalbe (1 :10), Jodtinctur, Salicylsüure mit Weingeist (1 :10), Sublimatlösung (1 : 500), Suhlimatsalbe (1 :100), Jodo-formsalbe (1 : 25), Crcolinseife, Sublimatseife, Schwefel-Theerseife, Birkenthccröl, Perubalsam.
Eczemformen beim Hunde.
Das Eczem ist die am häufigsten zu beobachtende Haut­erkrankung des Hundes, und kommt an den verschiedensten be­haarten Körperstellen vor. Alle Hunderassen incliniren hiezu. Bei zarten verweichlichton Hunden mit dünner Haut beobachtet man dasselbe häufiger.
Die Ursachen sind äussere Reize auf die Haut, welche ent­weder mechanisch, chemisch oder thermisch einwirken.
Das Eczem kann in einer verschiedenen Art sich merkbar machen. — Boi leichter Reizung treten unter starkem Juckgefiihl stecknadelkopfgrosse, derbe, trockene Knötchen auf (das Knöt* eben-Eczem), Die umgebende Haut ist nicht besonders ent­zündet und meist trocken. Das Haar ist abgerieben, steif und rauh.
Bei stärkerer Reizung treten mit einer serösen Flüssigkeit gefüllte bis hanfkorngrosse, juckende Bläschen auf (Bläschen-Eczem), welche durch das Kratzen und Scheuern platzen, und den Inhalt an die Oberfläche ergiessen. Die umgebende Haut ist geröthet, die Haare sind durch die Flüssigkeit miteinander verklebt, leicht ausgehend, wo dann verschieden grosso, nässende, hoher geröthete, schmerzhafte Hautstellen sich zeigen — das
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Eczomformen beim Hnnde.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 155
nässende Eczem darstellend. — In manchen Fällen kommt es nur zu einem Erythcm.
Bei starker Reizung treten unter heftigem Kratzen sehr zahl­reiche, knapp nebeneinander stehende, stecknadclkopfgrosseBläschen auf, welche alle rasch bersten, deren Decken abgeschwemmt werden, worauf die haar- und schuppenlose Hautfläche dunkel-roth, geschwellt, mit kleinen Grübchen besetzt erscheint, aus welchen die hellgelbe, eiweissartige, klebrige Eczemflüssigkeit reichlich hervorquillt — wir haben das rotheEczem vor uns.
Diese letztere Exsudatmasse vertrocknet nach und nach an der Luft zu gelben, gummiartigen Krusten — das krustöse Eczem —, unter welchen das nachgeschobene Exsudat in Folge Absperrung eitrig wird und das eitrige Eczem darstellt, welches sich rasch in die Umgebung verbreitet.
Mit der Abnahme der Entzündung wird die Secretion der Papillarfläche spärlicher, die Krusten werden trocken, hart, fest­klebend und unter ihnen bildet sich eine festhaftende Epidermis-schichte, von welcher endlich die Krusten abfallen. Die kranke Haut liegt nun frei zu Tage, etwas geschwellt, leicht hyperämisch und sich schilfernd —das Schuppen-Eczem bildend. Schliesslich hört die Schuppung auf, die Haut erhält ihr normales Aussehen und die Haare kommen zum Vorschein.
Dem Verlaufe nach unterscheiden wir beim Hunde ein acutes und ein chronisches Eczem.
Ersteres, dessen Dauer 1—3 Wochen beträgt, stellen die vorbeschriebenen Formen dar.
Das chronische Eczem, welches Monate, selbst Jahrelang mit kürzeren oder längeren Remissionen besteht, charakterisirt sich durch Verdickung der Epidermis, Verdickung des Coriums, Sclerosirung des Bindegewebes, Verödung der Haarfollikel, Talg-und Schweissdrüsen, und Schwund der Fettzellen. In unbe­stimmten Zeitabschnitten treten auch an diesen degenerirten Hautstellen acute Formen des Eczems auf.
Die Prognose ist bei allen Eczemformen mit grosser Re­serve zu stellen, und meinen Erfahrungen gemäss ist sie ungünstig, und zwar mit Rücksicht auf die Hartnäckigkeit und die leichte Wiederkehr des Leidens.
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IX. Krankheiten der Haut.
Therapie. Die Behandlung der Eczeme ist verschieden, je nach den Formen derselben, nach der Rasse und nach dem In­dividuum, welches damit behaftet ist. — Vor Allem empfiehlt es sich, die das Eczem erzeugenden und unterhaltenden Ursachen zu massigen oder ganz zu beseitigen. Gewiss würde die Abheilung meist von selbst stattfinden, wenn wir die Reize beheben könnten. Indoss liegt gerade darin bei vielen Patienten die allergrösste Schwierigkeit; denn das Juckgefühl ist bei manchen Hunden oft so stark, und die Versuche seitens der Thiere, sich zu reiben, so erfin­derisch, dass man trotz der Anwendung der verschiedensten Beiss-körbe, Verbünde, Halskrägen, Röhren u. s. w. diese erste und mäch­tigste Bedingung zur Heilung des Eczems nicht erfüllen kann.
Bei leichteren Formen kann eine Zinksalbe, eine frische Bleisalbe oder die IIebra:sche Salbe angewendet werden, d. h. an solchen Körperstellen, wo sich die Hunde nicht leicht belecken können. Auch deckende Streupulver aus Zinkoxyd und Stärke­mehl, Stärkemehl für sich, oder Dermatol und Stärkemehl sind zu empfehlen. Rp. Zinc, oxydat. 5-0,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Ep. Dermatol. 5-0,
Amylum öO'O.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Amylum 3.r0,
M. f. pule.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; M. f. puh.
S. Streupulver.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; S. Streupulver.
Bei stark nässenden, grindartigen oder eitrigen Eczemen können gleichfalls vorerwähnte Mittel, oder Pinselungen mit einer 50/o Höllensteinlösung, sowie eine Höllensteinsalbe (1 :10), Tannin­salbe (1 : 10); 20/0 Creolinlösung, oder sonstige austrocknende Streupulver aus Jodoform und Eichonrindenpulver, aus Dermatol, rohem Alaun und Eichonrindenpulver, ein Gypstheerpulver, die Borsäure mit Stärkemehl, Tannin mit Dermatol und Stärkemehl angewendet werden. Rp. Jodoform. lO'O,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Rp. Dermatol. 5-0,
j
Ptdv. cortex. Quere. lOO'O,
M. D. S. Streupulver,
Alum. crud. lO'O, Puh. cortex. Quere. 150 0-M. D. S. Streupulver. Rp. Dermatol. 5'0, Tannin lO'O, Amylum 100'0, M. D. S. Streupulver.
Rp. Pix. liquid, niger 5'0, Calcar. sulf. 100-0. M. f. pidv. S. Streuptdrer.
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Räude.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 157
Auch das Bivkentheoröl oder der Holztheer für sich oder in Verbindung mit Schwefelblumen und Schmierseife, sowie der Theerspiritus, das Creolinliniment, der Creolinspiritus, die Creo-linsalbo, das Naphtol, Ichthyol, die Salicylsäure als Pulver oder Salbe leisten mitunter gute Dienste.
Bei kleinen zarten Hunden kann der Peiubalsam allein, oder mit Glycerin oder woissem Vaselin gemischt, Verwendung finden.
Bei chronischen Eczomen sind die Theer- und Salicylsäure-Präparate sehr zu empfehlen.
Sehr hinderlich für die Heilung sind Waschungen mit reinem Wasser, Seifenwasser, aromatischen Aufgüssen oder schleimigen Decocten. So lange die Abheilung nicht stattgefunden hat, ist jede Waschung zu unterlassen. Dieselbe kann nur in jenen Fällen vorgenommen werden, wo man Schmutz oder ein angewendetes Medicament entfernen will, um dann ein neues Mittel zu ge­brauchen. Die feuchte Haut ist sofort sehr gut abzutrocknen.
Nesselausschlag, (ür t i c a r i a.)
Derselbe charakterisirt sich durch ein rasches Auftreten von Quaddeln in verschiedener Grosse am Kopf, Hals, Rücken, Seiten­brust und Schenkeln, woselbst die Haare gesträubt stehen.
Die Haut ist nicht höher temperirt, die geschwollenen Stellen sind nicht schmerzhaft, Juckgefühl ist nur massig oder gar nicht vorhanden. Manchesmal gesellt sich Fieber hinzu, oder es ist dasselbe schon vor dem Ausbruch der Quaddeln merkbar.
Die Ursachen dieses Ausschlages beim Hunde sind meist Verdauungsstörungen, daher derselbe keine eigentliche Haut­krankheit darstellt, und unter die Verdauungskrankheiten ein­gereiht sein sollte.
Der Vorlauf ist ein acuter und günstiger. In wenigen Stunden verschwinden die Quaddeln.
T h e r a p i o. Regelung der Diät, Verminderung der Futtermenge, kalte nasse Abreibungen und ein leichtes Purgirmittel sind ge­nügend, um ein rasches Verschwinden des Ausschlages zu bewirken.
Baude (Krätze.)
Die Räude oder Krätze wird beim Hunde durch die Sarcop-tesmilbe bedingt, und localisirt sich insbesondere am Kopf,
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158nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;IX. Krankheiton dor Haut.
Hals, Soitenbrust, Rücken, Kreuz, Schwanzwurzel und den Füssen, kann jedoch an allen Körperstellen auftreten.
Symptome. Die erste Erscheinung ist ein heftiges Juck­gefühl. Besieht man diese Hautpartieen, so finden sich flohstich-ähnliche rothe Flecken, an welchen in kurzer Zeit hirse- bis linsengrosse Knötchen auftreten, welche sich in Bläschen um­wandeln. Oft sind letztere so zahlreich, dass nach dem Platzen derselben feuchte Stellen an der Haut fühlbar sind. Diese trocknen unter Bildung von starken Epidermisschuppen und Krusten. Die­selben lösen sich, die Haare fallen aus, und die Haut wird nach und nach runzlig, faltig, verdickt.
Der Juckreiz lässt manchesmal auf kurze Zeit nach, wo auch wieder eine bessere Behaarung sichtbar wird. Doch nicht lange hält die Besserung an. Es tritt wieder heftiges Jucken auf, die Haut verändert sich wie vor angegeben, die Haare fallen wieder stärker aus, die Haut ist sogar stellenweise wund, wird immer stärker faltig, gewulstet und haarlos. Der Ausschlag pflanzt sich von einer Stelle auf eine andere fort, ist daher übertragbar, und sehr schwer, fast gar nie gänzlich und auf Dauer heilbar.
Die mikroskopische Untersuchung der Krusten und Schuppen gibt den Anhaltspunkt zur sicheren Diagnose.
Die Prognose ist ungünstig, wenigstens sehr zweifelhaft. Dauernde Heilungen der echten Hunde-Krätze dürften wohl zu den grössten Seltenheiten gehören. Die Krankheit ist auf den Menschen leicht übertragbar.
Therapie. Nach dem Kürzen zu langer Haare, können alle jene Mittel angewendet werden, welche bei den Eczemen angeführt wurden. Besonders aber empfehlen sich die Theer-präparate als Liniment oder in Salbenform, sowie das Creolin in flüssiger oder Salbenform, der Styrax, das Benzol, Naphthol, Ichthyol etc.
Bei kleinen, zarten, jungen Hunden ist der Pcrubalsam mit Glycerin oder Vaselin verbunden zu gebrauchen.
Die Einreibungen müssen nach je 5 Tagen wiederholt werden. Nach der dritten Einreibung wird durch 8 Tage pausirt und hierauf der Hund in Kleien- oder Seifenwasser unter Zuhilfe­nahme von Glycerinöl oder Glycerinseife gebadet. Acht Tage nach dem Bade kann mit der Gur neuerlich begonnen werden.
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Acanisriludo.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 159
Man spricht auch von einer Ohrräude, wo in den Krusten an der Ohrmuschel und dessen Umgebung Milben nachweisbar sind. Der Process bleibt meist nur am Kopf localisirt.
Die Prognose ist zweifelhaft.
Die Behandlung gleich der der allgemeinen Riludo.
Acarusräude (Haarsackmilbe.)
Der durch die Haarsackmilbe bedingte Hautausschlag ist bei Hunden sehr verbreitet, und kommt bei allen Rassen, besonders jedoch bei den kurzhaarigen zur Beobachtung.
Er bleibt oft lange Zeit auf ein und dieselbe Stelle be­schränkt, verbreitet sich jedoch manchesmal rasch über den ganzen Körper, besonders, wenn die Thiere sich sehr stark reiben oder kratzen, wodurch der Inhalt der Pusteln geleert und über den Körper gesäet wird.
Trotzdem das Leiden contagiös ist, so soll eine Ueberimpfung von Hund auf Hund fast nie gelingen. Auf den Menschen ist das Leiden mitunter übertragbar.
Symptome. Dieselben sind verschieden je nach der Menge der vorhandenen Milben. In vielen Fällen sieht man an der Haut nur Haarausfall und stärkere Epidermisschuppung, wobei jedoch die Haut sich trocken anfühlt, und das Thier nur massigen Juckreiz zeigt. Diese Form beobachtet man am Kopf um die Augen, am Hals und den unteren Theilen der Füsse.
Häufiger äussert sich der Ausschlag in Form einer heftigen Hautentzündung mit Knoten- und Pustelbildung entsprechend dem Sitze der Talgdrüsen und Haarfollikel, und kommt ebenfalls in der ersten Zeit am Kopf, am vorderen Halsrand, an der Vorder- und Unterbrust, in der Achsolgogend und den Vorderfüssen zur Beo­bachtung, um später auch die anderen Körperpartien zu befallen. Auch bei dieser Form ist nur ein massiger Juckreiz zu bemerken. Die Haut ist haarlos, geschwellt, auffallend geröthet, feucht und schmerzhaft. Der Inhalt der Pusteln unter dem Mikroskope be­trachtet, zeigt uns eine oder mehrere länglich gestaltete Milben.
Das Allgemeinbefinden ist oft lange Zeit nicht gestört. Bei hef­tigem und ausgebreitetem Auftreten des Ausschlages beobachtet man mitunter raschen Verfall der Kräfte und Abmagerung. Mitunter bilden sich förmliche Geschwüre, mit sehr übler Hautausdünstung.
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IX. Krankheiten der Haut.
Die Prognose ist vollkommen ungünstig; eine dauernde Heilung ist nicht zu erreichen.
Therapie. Die Zahl der zur Bekämpfung der Haarsackmilbe im Laufe der Zeit angewendeten Mittel ist eine ausserordentlich grosso.
Bis jetzt sind empfohlen worden: Carbol, Croelin, Benzol, Petroleum, Perubalsam, Buchentheer, Styrax, Sublimat, Canthariden, Salicylsäure, Kalischwefelleber, Naphthol, Schwefelsalbe, Theerseife, grüne Seife, aussordem indifferente Waschungen des Körpers mit Kleien- oder Laugenbildern.
Nacli Angabe Frietlberger's haben sich noch am besten be­währt der Perubalsam, die Cantharidensalbe mit Kalischwefel­leber und die Sublimatsalbo.
Die noch langen Haare sind zu kürzen, die Pusteln aus­zudrücken und hierauf die kranke Haut längere Zeit mit Peru­balsam zu behandeln. In leichteren Fällen will man Heilung beobachtet haben.
Werden Kalischwefollober und Cantharidensalbe angewendet, so wird vorher die Haut mit einer Schwofelleberlösung (5'0 aut lOOO'O Wasser) gewaschen, und nachher mit einer schwachen Cantharidensalbe (1 zu 10 Theile Fett) eingerieben. Ist der Hund langhaarig, so ist er vorher zu scheeren. Zu beachten ist, dass nur nach und nach in kleinen Partien, und nicht auf einmal grössere Strecken der Haut eingerieben werden. Auch bei der Anwendung der Sublimatsalbe (1 zu 100 Theile Fett) sind vorher Waschungen vorzunehmen.
Läuse und Haarlinge.
Die Gegenwart von Läusen äussern die Hunde durch fort­währendes Kratzen, Scheuern und Kneipen, wo man bei näherer Besichtigung der Haut die Läuse und an den Haaren die Eier (Nüsse) vorfindet.
Die Haarlinge bedingen mitunter auch einen Juckreiz, und erzeugen nach und nach ein struppiges, verwahrlostes Haarkleid.
Therapie. Bei diesen Zuständen sind Einreibungen mit Mercursalbe, Waschungen mit Sublimatlösung (1 pro Mille) und Tabakabkochungen (50/o), mit Creolinlösung (3%)) mit Carbol-lösung (50/o) angezeigt, oder es sind Einstaubungen mit dem
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X. Andero chirurgische Kniiiklioiton. — Hautentzündung.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;161
poisischeu luseotenpulvei*, oder einem Pulver aus SabadilLsamon, Stephanskörnern, weisser Niessw urz, zu gleichen Theilen und Anissamon zu 2 Theilen anzuwenden.
Genannte Behandlung ist auch bei Gegenwart einer grossen Menge von Flöhen durchzuführen.
X. Andere chirurgisclie Kranklieiten.
Hautentzündung.
Aussei' dem bei den Hautkrankheiten ausführlich beschrie­benen Eczem beobachtet man beim Hunde auch eine einfache Hautentzündung, welche sich durch Eöthung, Schwellung, höhere Temperatur, Schmerzhaftigkeit, Blasenbildung etc. kennzeichnet, und auch mit Haaransfall verbunden ist, je nach der einwirkenden Ursache.
Die Ursachen sind traumatischer, chemischer, thermischer oder infectiüsor Natur.
Der quot;Verlauf ist acut oder chronisch.
Die Ausgänge der Hautentzündung sind Resorption oder Rückbildung, Blasenbildung, Eiterung, Brand und Sclcrosirung der Haut.
Die Therapie hat vor allem die Schildlichkoiten zu be­seitigen und fern zu halten oder wenigstens deren Einwirkung zu schwächen. Zur Mässigung der Entzündung können ver­schiedene Behandlungsweisen durchgeführt werden. Es richtet sich dies nach dem Bilde der Entzündung, der Dauer derselben und nach den veranlassenden Ursachen.
Bei Hautentzündung empfiehlt man das Wasser, im kalten oder warmen Zustand, rein oder mit Zusatz von Arzneistoffen, als: Kali, Kalk, Schwefelleber, Soda, Alaun und Sublimat in Form von quot;Waschungen, Bädern oder Umschlägen.
Das Wasser kann auch nur als rein antiphlogistisches Mittel, oder zur Auflösung und Erweichung von Schuppen und Krusten und als Lösungsmittel für Seifen gebraucht werden.
Als weitere Mittel zur Bekämpfung der Hautentzündung gelten Fette und Oele, als: Schweinfett, Butter, Talg, Vasolin, Olivenöl, Mandelöl, Creme celeste, Glycorinöl, Glycerin-Cremo, Lanolin
KonMuscr, Krankheiten des ilundeä. -2. Aufl.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 11
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X. Andere chirurgischo Krankheiten.
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u. a, w. Diese Fette utitl Oele werden entweder rein, oder mit Modicamenton versetzt, als: Sublimat, Prilcipitat, Jod, Jodoform, Dermatol, Schwefel, Holztlieer, Porubalsam, Carbolsüure etc. in Salbenform angewendet.
Von den Bleipräparaten sind als entzündungswidrig wirkend der Bloizucker gelöst, der Bleiossig mit Wasser verdünnt, oder das Goulard'scho Wasser anzuwenden.
Zum Reinigen der Haut und zum Beseitigen der Schuppen und Jü-usten kann die Schmierseife, die Schwefel-, Theer-, Cre-olin-, Vaselin- oder die Carbolscife Anwendung finden.
Bei nässenden Stellen können Streupulver aus Zinkblumen, Jodoform oder Dermatol mit Stärkemehl verbunden angewendet werden.
Bei chronischen Hautentzündungen empfiehlt man auch die innerliche Anwendung von Arsenik, in Form der Fowler'schen Arseniklösung (10 zu 100 Wasser) täglich 1-2 Kaffeelöffel voll.
Verbrennung.
Sobald eine bedeutend höhere Temperatur als die Körper­wärme auf irgend ein Organ oder organisches Gewebe in Gas­oder Luftform, an einen festen bronnbaren oder schmelzenden Körper gebunden einwirkt, so treten Veränderungen auf, welche man als Verbrennung bezeichnet.
Symptome. Die Haare werden gesengt, rauh, es tritt ein Erythem auf, oder es kommt zur Blasenbildung mit Berstung der­selben und Abstossung des Epithels, es tritt Verschorfung und Verkohlung (Absterben) dos Gewebes, oder selbst der Tod der Thiere durch Erstickung in Folge Kohlensäure-Vergiftung des Blutes ein.
Wir beobachten somit leichte, mittel- und hochgradige Ver­brennungen,
Ursache. Eine Yerbronnung kann auf verschiedene Art stattfinden. Oft wird dieselbe absichtlich eingeleitet als Heilzweck.
Die Prognose ist verschieden, je nach dem Grade der Ver­brennung, nach der Ausdehnung, nach dem Körper, welcher ein­wirkte oder an den die Hitze gebunden war, nach der Dauer der
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Anätzung.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 103
Einwirkung und nach den Organen und Geweben, welche be­troffen wurden.
Der Ausgang ist Genesung oder der Tod.
I)io Behandlung ist dieselbe wie sie bei der Hautentzün­dung angegeben wurde. Besonders empfehlen sich Bleiwasser­umschläge, das Aufstreuen von Stärkemehl, Kleie, Dermatol, Jodo­form, oder das Bestreichen mit reinem Fett, Vaselin oder Olivenöl, oder der Gebrauch einer Mixtur aus Baumöl oder Leinöl und Kalkwassor zu gleichen Tlieilen. Grössere Blasen öffnet man. Kommt es zur Eiterung oder Yerschorfmig dos Gewebes, so ist die antiseptischo Wundbehandlung angezeigt.
Verbrühung.
Wenn der hohe Hitzegrad an tropfbare Flüssigkeiten oder an den Dampf gebunden einwirkt, so entstehen Veränderungen, die als Verbrühung bezeichnet werden.
Die Symptome sind leichtes Ausgehen der Haare, selbst in ganzen Büscheln, Schwellung und Schmerzhaftigkeit der Haut, Erythem- oder Blasenbildung, oder Umwandlung des Gewebes in eine weiche, matsche, welke, empfindunglose, von der Umgebung leicht loslösbare Masse.
Ursachen. Verbrühungen können ebenfalls auf die man­nigfachste Art zu Stande konuuen, selbst bei der Anwendung von Heilmitteln in fiüssigem oder dampfförmigem Zustand, wenn letztere zu heiss in Gebrauch gezogen werden.
Die Prognose ist gleichfalls verschieden, wie dies bei der Verbrennung angegeben wurde.
Die Ausgänge sind Genesung mit Erhaltung oder Verlust des Gewebes oder der Tod des Thieres.
Die Behandlung ist gleich jener bei der Verbrennung,
Anätzung.
Wenn eine Entzündung an irgend einem Organ oder orga­nischen Gewebe in Folge der Einwirkung eines scharfen, ätzenden Stoffes aufritt, so bezeichnet man dies als A n ä t z u n g.
Die Symptome sind gleich jenen bei der Verbrennung an­gegebenen.
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Ursachen. Anätzungon entstehen durch concentrirte Säuren und Alcalicn, durch Vitriole, durch concentrirte Lösungen von Carbolsäure, Sublimat, übormangansauren Kali, Ilöllenstoin, Chlorzink etc.
Die Therapie hat vor allem die schädlichen Stoffe zu ent­fernen oder unwirksam zu machen, oder in ihrer Wirkung zu schwächen, was durch Waschungen mit leinem Wasser, Soifen-wasser oder schleimigen Flüssigkeiten in kaltem oder lauwarmen Zustand, oder durch Einfetton oder Einölen erreicht wird. Hierauf kommt die entzündungswidrige Behandlung in Anwendung. Bei Eiterung oder Zerfall des Gewebes muss die antiseptische Wund­behandlung eingeleitet werden.
Quetschungen.
Der Hund ist eines unserer Hausthiere, bei welchem Quet­schungen und Quetschgeschwülste häufig an den verschiedensten Körperstellen beobachtet werden können. Am häufigsten sind dieselben am Kopf, Hals, Bauch und den Extremitäten zu be­obachten.
Die Ursa chen sind Stoss, Schlag, Hieb, Fall, Einklemmung, Einschnürung, das Ueberfahren und das Raufen der Hunde unter­einander, wobei sie sich gerade an den obgenannten Körperstellen verletzen.
Die Symptome sind verschieden grosse, entweder genau abgegrenzte oder allmälig übergehende, derbe oder weiche, selbst fiuetuirende, meist höher temperirte Geschwülste, welche entweder sehr schmerzhaft oder nur wenig empfindlich ist, und über welche sich die Haut verschieben oder nicht abziehen lässt. Die Haare stehen mitunter gesträubt, fehlen stellenweise, und die Haut ist oft leicht exeoriirt oder selbst tiefer verletzt.
Die Prognose ist meist günstig; nur dann ungünstig, wenn die Quetschung eine bedeutende mit Zerfall des Gewebes war, wo Verjauchung eintritt und die Thiore an Septicämie verenden.
Die Ausgänge sind Zertheilung, Eiterung, Verbildung, Ver­jauchung und Brand.
Therapie. Im Beginne, besonders solange die Geschwulst weich oder derb ist, können kalte oder lauwarme oder feucht-warme Umschläge, kalte oder warme Bäder oder Bähungen unter-
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Muskelrheumati.smus,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 105
stützt von der Massago in Anwendung gezogen worden. Auch massig fest angelegte ]Jmckvorbände sind oft von gutem Erfolg, Treten die Entzilndungsmcrkmalo nicht zurück, so kommt es zur Eiterung und Abscessbildung, was aus der Zunahme des Geschwulstos, Steigerung der Schmorzhaftigkeit, Temperatur und Functionsstürnng, sowie aus dem Eintritt von Fieber zu entnehmen ist. Die Geschwulst wird immer deutlicher fluctuirend, die Haut immer schwächer, rosonroth gefärbt, die Haare fallen aus und die Haut wird daselbst feucht oder nass, Ist dies eingetreten, so ist der Abscess zu eröffnen. Durch Anwendung der feuchten Wärme kann die Eiterung und Abscessbildung gefördert werden. — Durch eine heftige Quetschung kommt es zur Zerreissung von mehreren Blutgefässen, Blutung in das Unterhautbindegewebe, zu einem Hämatom, oder zur Zerreissung und Blutung in das Ge­webe und Eintritt der Verjauchung, Auch da bestellen fluetu-irende Geschwülste, welche baldmöglichst zu eröffnen sind, und dann so wie der Abscess oder der Brand antiseptisch behandelt werden müssen. — Bei der Vorbildung dos Gewebes können Mas­sago oder resorbirende Mittel Anwendung finden,
Muskelrheumatismus.
Derselbe besteht in einer interstitiellen Muskelentzündung, welche beim Hunde häufig beobachtet wird.
Die Ursache dieses Krankheitsprocesses sind Erkältungen, als: kalte Luft, inshesondere Zugluft, rasche Abkühlung des er­hitzten, schwitzenden Körpers durch Regen, durch das Passiren von kaltem Wasser (Jagdhunde), Abkühlungen nach warmen Bädern etc.
Das Leiden tritt insbesondere bei sehr verzärtelten und em­pfindlichen, sowie bei fetten und älteren Hunden auf. Auch eine Infection wird als ursächliches Moment angenommen,
Symptome. Beim Hunde localisirt sich der Process häufig an den Hals-, Schulter- und Eückenmuskeln, kommt jedoch über alle Muskelpartien ausgebreitet vor.
Die Thiero sind ungemein empfindlich, schreien und heulen bei jeder, selbst der leisesten Berührung, selbst schon bei der blossen Annäherung oder dem Anrufen, sowie beim Aufstehen, Gehen und Niederlegen, Nicht selten schreien sie während dem
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X. Andere cbirurgischo Krankheiten.
Liegen auf. Während der Bewegung wird dor ganze Körper steit gehalten, besonders die Kopf- und Halspartie; den Kopf senken die Hunde, das Auge tritt stark hervor, der Blick ist ängstlich, sie beginnen zu keuchen, athmen schnell, um dann vor Schmerz aufzuschreien. In einzelnen Fällen wird der Körper ganz steif; die Thiere können sich gar nicht rühren, viel woniger aufstehen.
Die Frosslust ist rege und gut, in schmorzenfreien Momenten, und wenn die Kaumuskeln nicht leidend sind. Der Stuhlgang ist fast immer verzögert.
Die Prognose ist ungünstig zu stellen, u. zw. in Berücksich­tigung der leichten Wiederkehr und der oft langen Heilungsdauer.
Die B e h an d 1 u n g besteht entweder in trockenen Frottirungen der schmerzhaften Körporpartien, oder in der Anwendung von flüchtigen und schmerzstillenden Einreibungen von Kamphergeist Seifengeist, Salmiakgeist, Schwefeläthor, Chloroform, Aother-spiritus, aromatischen Spiritus, Franzbranntwein, Arnikatinctur, Chloroform gemengt mit gekochten Bilsenkrautöl (Grünöl), Opo­deldoc etc. — Bei frischen Leiden leistet die fouchto Wärme mit­unter gute Dienste. Ebenso hat man in einzelnen Fällen bei der Anwendung kalter Douchen und nachfolgendes Frottiren Besserung beobachtet.
Bei besonders starken Schmerzen können subeutane Injec-tionen von Morphium oder Apomorphin (O'IO auf ö'O destill. AVasser), oder das Chloralhydrat innerlich (5 auf 100 Gramm destill. Wasser), 3 stündlich ein Kaffeelöffel voll, mit Erfolg angewendet werden.
In vielen Fällen ist die Salicylsäure oder das salicylsaure Natron innerlich zu empfehlen; (1—2 auf 100 Gramm destillt. Wasser) 2-stündlich 1 Kaffeelöffel voll.
Bei verzögertem Stuhlgang können Clysma aus Seifenwasser, Oel oder Glycerin, oder die Cacaobutter- und Glycerinstuhlzäpfchen angewendet werden.
Trockener, massig warmer Aufenthaltsort, sowie massige Fütterung mit leichtverdaulichen Nahrungsmitteln sind zu em­pfehlen.
Gelenkseutzün dung.
Diese Krankheit beobachtet man beim Hunde nur an ein­zelnen Gelenken der Extremitäten, so des Ellbogen-, Vorderknie-
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Verstauchung.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;107
Hiift-, Hinterknio- und Sprunggelenkes, und verdankt sie ihre Entstehung verschiedenen Traumen, welche auf genannte Gelenke einwirken.
Die Symptome bei jeder Gelonksontzündung sind die Func-tionsstörung und die Formverilnderung an dem Gelenke.
Oft besteht schon lange eine Functionsstörung ohne Form­verilnderung, so dass es mitunter schwierig ist, genau zu be­stimmen, in welchem Gelenke die Entzündung ist. Ein auffallend vortretendos Symptom, besonders der frischen Gelonksentzi'mdung, ist die meist bedeutende Schmerzhaftigkeit bei der Berührung des kranken Gelenkes und den Bewegungen, die bei der Unter­suchung vollführt werden, sowie das entzündliche Oedem in der Umgebung des Gelenkes, welch letzteres die Diagnose ungemein erleichtert. In vielen Fällen findet bald Resorption statt. In einzelnen Fällen schreitot jedoch die EntzLindung vor, übergeht auf alle das Gelenk zusammensetzende Thoile, was sich durch die stets zunehmende Functionsstörung, Auftreten einer deutlich wahrnehmbaren, thoils ödematösen, theils derben Geschwulst von auffallender Schmerzhaftigkeit und Eintritt von Fieber zu er­kennen gibt. Die Geschwulst wird endlich so stark, dass die Conturen des Gelenkes nicht mehr erkennbar sind und die Be­wegung des Gelenkes vollkommen aufgehoben ist. Der Hund hält den Fuss steif, und ist überhaupt schwer zum Gehen zu bringen.
Die Prognose ist überhaupt immer sehr vorsichtig zu stellen.
Die Ausgänge sind Resorption, Eiterung, Nekrose des Knorpels und Knochens, Bildung einer weichen oder harten Schale, Verjauchung und Verwachsung der Gelenksondon (Anchylose).
Behandlung. Vor allem ist die grösste Ruhe anzuordnen. Zur Mässigung der Entzündung ist die Kälte in den verschiedenen Formen und Arten oder die feuchte Wärme anzuwenden. Auch die Massage, unterstützt von resorbirenden Mitteln, ist zu empfehlen. Vermuthet man Eiter, so könnte auch die Punktion des Gelenkes unter streng antiseptischen Cautelen vorgenommen werden. Bei Eintritt von Verjauchung erfolgt rasch der Tod.
Verstauchung.
Darunter versteht man eine vorübergehende Abweichung der Gelenksenden.
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X. Aiulei'o cliimimsche Krankheiten.
Die Ursachen derselben sind mechanische Insulte, als: Fehlsprünge, Vorhängen zwischen Gitterstäbon, lliingonbleiben an einem Hinderniss, Hiebe, Fall, Stoss etc. Am häufigsten werden das Schulter-, Ellbogen-, Hüft- und Hinterkniegolenk davon be­troffen. Selten das Fnsswnrzelgolenk.
Die Symptome sind eine hochgradige Functionsstörung, anfangs oft in dem Grade, dass der Fuss gar nicht auf den Boden aufgesetzt wird, und der Hund heulend die Bewegungen vollführt. Nach und nach versucht das Thier den Fuss zu belasten, wobei derselbe entweder vom Körper oder nach vorwärts gestellt wird mit steifer Haltung in dem botreffenden Gelenke.
Bei näherer Untersuchung, wobei es gerathen erscheint, den Kopf des Hundes gut zu fixiron und festzuhalten, üussert das Thier bei der Berührung des mitunter geschwollenen Gelenkes lebhaften Schmerz und ist diese Partie auch höher temperirt.
Die Prognose ist meist zweifelhaft, und meine Be­obachtungen ergeben, dass das Lahmen sich auf lange Zeit hinaus­zieht und häufig gar nicht mehr verschwindet.
Ausgänge. In leichteren Fällen tritt häufig schnell die Wiederkehr der Normalität ein. In schwereren Fällen oder bei der Wiederholung der Verstauchung wird der Process chronisch, und die Brauchbarkeit, des Gelenkes kehrt nicht wieder. Es treten Vorbildungen um das Gelenk und in demselben ein, wodurch die Function bleibend gestört ist.
Die Behandlung hat im Anfange auf die grösste Ruhe des Patienten zu achten. Zur Mässigung der Entzündung empfehlen sich kalte Umschläge, Waschungen, Bäder, oder die feuchte Wärme in Form von Umschlägen, Bähungen, Bädern, oder Um­schläge und Einwickolungen mit Arnicatinctur.
Hat die acute Entzündung abgenommen, dann ist die An­wendung der Massage für sich oder unter Zuhilfenahme von die Resorption fördernden Salben, als: Jodsalbe, Jodkaliumsalbo, Morcursalbe angezeigt. Auch die natürliche Massago — Bewegung — muss floissig geübt werden.
Verrenkung.
Dieser Process ist dann zugegen, wenn die Gelenksondon zur Hälfte oder gänzlich von einander abgewichen sind, meist mit
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Yerronkung.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ] 09
Einriss dor Soitonbilndcr odor selbst, dor Kapsel, odor selbst mit Anbruch dos Knoeliens, und von selbst in ihre normale Lage nicht zurückkehren.
Beim Hunde beobachten wir die Verrenkung besonders an dem Kioforgelenko, seltener am Ellbogongolenke.
Die Ursachen der Luxation sind übennässiges Aufsperron des Maules, meist, wenn sich gleichzeitig die Muskeln stark contrahioren, z. B. beim Zorbeissou zu grosser und harter Knochen, beim Apportieren grosser Steine oder schweren Wildes, auch dann, wenn ein flüchtiges Wild am Ilinterlauf vom Hunde gepackt wird und nun beim Versuche, don Fuss zu befreien, den Unterkiefer seitwärts reisst. oder durch Ausschlagen den Kiefer seitlich verschiebt.
Symptome. Die Hunde halten das Maul weit aufgesperrt, sind sehr ängstlich, heulen, wischen mit den Pfoten am Kopfe, wobei der Kiefer feststeht. Selbst mit Gewalt ist es nicht möglich die Kiefer zu schliessen. Der Unterkiefer federt bei diesen Ver­suchen. Ist die Luxation nur auf einer Seite, dann bemerkt man deutlich die seitliche Verschiebung, man sieht, dass die Zähne nicht auf einander passen, während bei beiderseitiger Luxation dor Unterkiefer in gerader Richtung nach vorne gezogen erscheint.
Hie Prognose gestaltet sich in frischen Fällen günstig.
Die Behandlung besteht in der Einrichtung, welche oft rasch dadurch bewerkstelligt wird, dass man zwischen die Zahn* reihen einen Stock legt, die Kiefer vorn zusammendrückt, wobei der hinter dem Stock liegende Theil dos Kiefers sich senkt, in welchem Momente man den Kiefer nach rückwärts schiebt. — Es kann dio Einrichtung auch auf die Art stattfinden, dass man die mit einem starken Tuche umwickelten Daumen, um vor dem Boisson beim Einschnappen gesichert zu sein, so weit als möglich rückwärts auf die Kaufläche der Backenzähne legt, die übrigen Finger aussen auf die hinteren Kioforäste, und nun zuerst einen Druck nach abwärts ausübt und dann den Kiefer nach rückwärts schiebt. Gut wäre es, den Hund vorher zu nar-cotisiren, weil das Einrichten rascher vollführt werden kann. Doch lehrt die Erfahrung, dass das Narcotisiren beim Hunde oft lebensgefährlich werden kann.
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X. Andere chirurgische Krankheiten.
Nach erfolgter Einrichtung müssen alle starken Kaubewe-gungon vormiodor werden, da leicht eine quot;Wiederkehr des Leidens eintritt, und endlich dasselbe bleibend wird. Man füttere also den Mund nur mit flüssigen oder breiigen Nahrungsmitteln, und ausscr der Futtcrzoit lege man dem Hunde einen gut anliegenden Maul­korb auf.
Bei grosser Sclmicrzhaftigkoit können kalte Umschlüge An­wendung finden.
Von den quot;Wunden im Allgemeinen.
Unter quot;Wunden versteht man alle durch äussero Gewalt bewirkten Trennungen des Zusammenhanges an irgend einem organischen Gewebe.
Je nach dem Körper, welcher die Verletzung erzeugte, worden die quot;Wunden in nicht gequetschte und in gequetschte Wunden eingethoilt.
Zu den erste reu gehören vor Allem die reinen Schnitt­wundon, aber auch manche Stich- und Hiebwunden. Zu den letzteren gehören manche Stich- und Hiebwunden, ferner die Riss-, Biss-, Schuss- und Quetschwunden im Allgemeinen.
Nach den verletzten Organen gibt es Wunden der Haut, Schleimhaut, der Muskeln, Sehnen, Gelenke, Blutgefässe, Nerven, Knochen und Eingeweide.
Nach den Köipcrgegonden unterscheidet man Wunden am Kopf, Hals, an der Brust, am Bauch, am Kreuz, am Schweife und an den Füsson.
Nach der Form und Tiefe gibt es: längliche, quere, gelappte und mit Substanzverlust versehene, ferner: oberflächliche, ein­dringende und durchdringende Wunden.
Die Wunden werden weiter in frische, entzündete, eiternde und alte Wunden unterschieden.
In Bezug der Gefahr theilt man die Wunden in leichte, schwere und tödtliche ein, und zwar letztere in bedingt und unbedingt tödtliche.
Je nach der Grosse und Tiefe der Wunden ist auch die Verrichtung der betreffenden Theile bald mehr, bald weniger gestört. Jede frische Wunde ist von Entzündung begleitet. Bei einzelnen Wunden tritt, auch Wundfieber auf.
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Von den Wunden im Allgemeinen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 171
Die Wumlticfe kann man bei klaffenden Wunden durch das Gesicht wahrnehmen, sonst durch das Sondiren bestimmen.
Die Wunden sind bald nur sehr unbedeutende, bald höchst krankhafte Zustände.
Durch scharfe, schneidende Instrumente entstandene einfache Trennungen der Haut, Schleimhäute und der äusseron Muskel­lagen sind stets für leicht zu halten. Tiefere Wunden dieser Art sind oft gefährlich und bedingen zuweilen bleibende Functions-störungen der betreffenden Theile.
Gewöhnlich heilen sowohl die leichten als schweren, nicht gequetschten Wunden auf dem ersten Wege, d. h, per primam, durch schnelle Vereinigung.
Alle gequetschten Wunden heilen meist auf dem zweiten Wege (per seeundam) durch Eiterung und Granulation.
Verwundungen des Auges, Gehirnes, Rückenmarkes, der grösseren Gefässe, des Herzens und der Lunge, sowie der Bauch­eingeweide sind fast immer höchst gefährlich, und häufig absolut tödtlioh.
Bei fast allen Verwundungen werden Blutgcfässe mit be­troffen, und nach der Grosse derselben ist auch die eintretende Blutung bald gering, bald stark. Je grosser der Blutverlust ist, um so schwächer werden die Thiere, um so mehr sinken die Kräfte, es treten Ohnmächten, ja selbst der Tod ein.
Manchmal nimmt die Entzündung der Wunde einen hohen Grad an mit Ausgang in Brand.
Endlich kann auch eine übermässige Eiterung sich einstellen, und wenn selbe von langer Dauer ist und auf einer grossen Fläche vorkommt, so können die Thiere so geschwächt worden, dass Cachexie eintritt und der Tod erfolgt.
Oft heilt die Wunde von selbst, besonders, wenn der Hund jung, kräftig und gesund ist. In vielen Fällen muss man aber die Heilung unterstützen, namentlich um die Hindernisse der Heilung und sonst gefährliche Nebenzufüllo zu beseitigen.
Bei jeder frischen Wunde erfordert in der Kegel die Blu­tung die erste Hilfe. Ist diese gering, so genügt oft ein ruhiges Verhalten des Hundes, oder ein oft wiederholtes, massiges Auftropfen von kaltem Wasser auf die Wunde, um die Blutung zu stillen.
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X. Andero chimmscho Krankhoiton.
Heftige oder lang dauernde Blutungen, jedoch nur aus kloinen oder aus tief liegenden Gefüssen, können dadurch gestillt werden, dass man in die Wunde, welche vorher mit einer 20/o Carbol-lösung oder einer Sublimatlösung (1 zu 2000) dosinficirt wurde, reine Verbandwatte einlegt, und wenn es zulässig, darüber eine breite Binde massig fest anlegt, um durch den Druck gleichzeitig blutstillend einzuwirken; oder es wird der Verbandstoff mit blut­stillenden Mitteln, z. B. Alaun, Eisenchloridlüsung etc. vorher getränkt, und dann in die Wunde eingeführt.
Findet die Blutung aus einem grüsseren Gefässe statt, so muss man selbes unterbinden, und wenn es schwer zu erreichen ist, so muss die Blutung durch das Glüheisen gestillt werden. Nach jeder bcdeuteiideii Blutung ist der Patient sehr ruhig zu halten, und zeigt er sich geschwächt, so müssen dessen Kräfte durch eine nahrhafte Fütterung, oder durch Yerabfolgung von schwarzem Kaffee, Ilolländorthee mit Cognac, Rum oder Aether-spiritus gehoben weiden. — Jeder angelegte Verband soll durch 24—36 Stunden liegen bleiben. Die durch das Glühoisen er­zeugten Schorfe werden durch die Entzündung und Eiterung ab-gestossen.
Die zweite Hilfe besteht in der Entfernung etwa vorhan­dener fremder Körper, da dieselben sonst den Entzündungsprocess steigern und die Heilung tier Wunde verzögern. Diese fremden Körper können mit den Fingern, einer Pinzette, einer Sonde oder einer Kornzange entfernt werden. Oft ist auch eine Erwei­terung der Wunde nöthig, um diese fremden Körper herausziehen zu können. Kanu die Entfernung nicht bewirkt werden, so muss abgewartet worden, bis durch die Eiterung der fremde Körper gelockert und gehoben wird, worauf man ihn beseitigt.
Sobald die Blutung gestillt und der etwa vorhandene fremde Körper entfernt ist, so erfolgt die eigentliche Heilung der Wunde auf eine zweifache Art, u. zw. entweder durch schnelle Vereinigung der Wundränder, wie dies bei allen nicht ge­quetschten frischen Wunden der Fall ist, oder durch Eiterung und Granulationshildung.
Um die Wunde per primam zu heilen, muss man nach stattgefundener Reinigung und Desinfection der Wunde die Flächen und Ränder derselben genau aneinander legen, und sie durch
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Von den Wunden im Allgemeinen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;17;!
einen Yerbaml, durch Pflasterstreifen oder durch die Naht in einer dauernden, gleielmiässigen Berührung zu erhalten trachten. Je rascher und - genauer dies geschieht, desto sicherer wird der Zweck erreicht, was besonders bei solchen Wunden nothwondig, wo die Brust- oder Bauohhöhle eröffnet ist. Nach Verschluss der Wunde muss der Hund genau beobachtet und in der grössten Euhe gehalten werden. — Bei hochgradiger Entzündung sind kalte Umschläge angezeigt. Bei Wundfieber Heberwidrigo und purgirende Mittel zu verabreichen. — Nach etwa 8—10 Tagen ist die Wunde geschlossen, und es können die Nähte und Binden entfernt werden.
Leider gelingt die Heilung auf dem ersten Wege beim Hunde sehr selten, höchstens bei sehr kleinen, oberfliiehlichen Wunden. Die Heilung der Wunde auf dem zweiten Wege, per seeundam, was beim Hunde fast durchgehends der Fall ist, erfolgt gewöhnlich ohne besondere Kunsthilfe unter Beobachtung der antiseptischen Cautclen, indem eine verschieden starke Entzündung eintritt, welche nach einigen Tagen zur Eiterung und Granulation führt. Diese letzteren füllen nach und nach den Substanzverlust aus, die getrennten Theile werden immer mehr miteinander verbunden, und endlich erfolgt die Vernarbung. In den meisten Fällen hat man für einen freien Abflnss des Eiters, und für die ein- bis zweimalige Reinigung und Desinfection der Wunde zu sorgen. Besteht kein freier Abfluss für den Eiter, wie dies manchesmal bei tiefen Wanden der Fall ist, so müssen dieselben öfter aus­gespritzt werden, oder es wird an dem unteren Wundrand ein Einschnitt vollführt, oder am Ende des Hohlganges odor Grundes der Wunde eine Gegenöffnung gemacht.
Als desinficirende Flüssigkeiten können Lösungen von Sublimat, Carbolsäure, Übermangansauren Kali, Chlorkali, Bor­säure, Salicylsäure etc., und zur Deckung der Wunde das Jodo­form, Dormatol oder Pyoktanin, sowie die verschiedensten Ver­bandwatten und Juten verwendet werden.
Bei übermässiger Eiterung ist das Dermatol dem Jodoform vorzuziehen. Das Letztere muss mit Vorsicht angewendet werden, da beim Hunde leicht Vergiftungssymptome auftreten. In der Hausbehandlung ist das Dermatol auch des mangelnden Geruches wegen angenehmer.
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Bei schlaffen, reizlosen Wunden können stärkere Lösungen der genannten desinficironden Flüssigkeiten, sowie 10/0 Ilöllonstcin-odor 20/0 Kupforvitriollösungon Anwendung finden.
Bei wuchernden Wunden müssen zusammenziehende und leicht ätzende Stoffe angewendet werden, als: Alaun, Eisen- oder Kupfervitriol, Iföllenstein.
Grössero und ausgebreitete Wucherungen sind mit dem Messer oder Gltiheisen zu entfernen.
Die Hunde haben stets eine grosse Neigung, ihre quot;Wunden zu belecken. Dieses Lecken wirkt aber bei gereizton Wunden nachthoilig, indem es den Reiz und die Entzündung steigert. Ferner werden durch ein unausgesetztes Belecken selbst die vor­handenen Granulationen zerstört, deren weitere Bildung gehindert, und somit die Heilung der Wunde sehr verzögert. Dieses an­dauernde Belecken muss daher verhindert werden. Dies geschieht durch Anlegen eines Verbandes. Das Losreissen des Verbandes wird durch das Anlegen eines Maulkorbes, durch zeitweiliges Ver­binden des Maulcs oder sonstige Fixirung erreicht.
Das Belecken oberfiächlicher Wunden kann gestattet worden.
Nach den allgemein angeführten Andeutungen können alle Wunden des Körpers behandelt werden.
Doch machen die Wunden, durch den Viperbiss hervor­gebracht, eine Ausnahme. Es sind dies die vergifteten Wunden.
Im Laufe der Sommermonate, besonders an schönen, heissen Tagen, geschieht es zuweilen, dass Jagd- und Hirtenhunde, aber auch andere Hunde von der Kreuzotter gebissen werden, u. zw. an den Füssen oder am Maule. Das Beisson dauert nur einen Moment, wobei manche Hunde einen schmerzhaften Ton hören lassen. Bei der Untersuchung findet man gewöhnlich zwei sich gegenüberstehende, ganz kleine gereizte Wunden. In sehr kurzer Zeit entsteht daselbst eine Anschwellung, welche sich rasch aus­breitet. Diese Gesehwulst fühlt sich teigig an und ist sehr schmerzhaft. Oft wird die Haut bläulich oder auch rothfleckig. Der gebissene Theil wird kalt, in der Bewegung schwach, wie gelähmt. Später wird das Thier matt, selbst total gelähmt. Es erfolgt Erbrochen und der Puls wird sehr klein und schwach. Manche Hunde erholen sich nach 1—2 Tagen, wenn rechtzeitig eine zweckmässigo Behandlung eingeleitet wird. Sobald jedoch
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der Puls unfülilbar wird und totale Lillimung eintritt, so erfolgt gowölinlich innerlialb 30—48 Stunden der Tod.
Hat ein Viperbiss stattgefunden, oder ist die Wunde sonst wie vergiftet worden, so muss selbe rasch sehr gut desinficirt und nachher geätzt oder ausgebrannt worden. Bei eintretender Schwäclio oder Liihmnng sind erregende Mittel innerlich und ilusserlich anzuwenden.
Knochenbrüche.
Obwohl Knoclienbrüche nichts anderes sind als Wunden der Knochensubstanz, so führe ich selbe dennoch in einem eigenen Capitol an, u. zw. weil bei keinem unserer Ilausthiere so häufig dieses Uebel beobachtet werden kann als wie beim Hunde, und ferner, weil diese Brüche anders behandelt werden, als dies bei den Wunden im Allgemeinen angeführt worden ist.
Der Hund ist sehr häutig Knochenbrüchen unterworfen, und selbe entstehen fast durchgehende durch mechanische Einwir­kungen der verschiedensten Art. Bei manchen Hunden besteht auch eine besondere Anlage in Folge der Knochenbrüchigkeit (Ehachitis.)
Am häufigsten kommen Brüche an den Knochen der Extre­mitäten vor, und zwar entweder in der Mitte des Knochens oder gegen das Ende desselben.
Nach der Art des Bruches gibt es: quere, schiefe, Längen-und Splitterbrüche.
Ferner unterscheidet man einfache und zusammengesetzte Brüche. Bei ersteren ist nur ein Knochen gebrochen ohne son­stige Nebonvorlctzungen, während bei letzteren zwei oder mehrere Knochen gebrochen sind und sonst noch Verrenkungen, Ver­wundungen und Quetschungen bestehen.
Symptome. Bei einfachen Quer- oder Längonbrüchen bleiben die Knochenstücke meist ganz in ihrer normalen Lage und der Fuss behält dann auch nahezu seine natürliche Stellung und Form. Man findet nur, dass der Hund den leidenden Thoil schont und auf den Fuss fast gar nicht sich stützt, sondern den­selben seitwärts oder in die Höhe hallt, und bei der Berührung starke Schmerzen äussert. Zuweilen besteht schon eine An­schwellung dor leidenden Stelle. Bei genauerer Untersuchunquot;
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ilurch vorsichtiges Beugen, Drelien und Drücken bemerkt man eine abnorme Bowoglicbkoit, und kört ein reibendes, knackendes, Geräusch, welches eben hauptsächlich den vorhandenen Knochen­bruch kennzeichnet, und manchesmal lassen sich die BruchstückG verschieben.
In einzelnen Fällen, besonders bei schiefen oder Splitter-Brüchen, sind die Bruchenden aus ihrer normalen Lage getreten und gewöhnlich etwas übereinander geschoben. Dadurch wird der Fuss kürzer, mehr weniger schief, die Bruchstelle ist verdickt, und man fühlt die verschobenen Bruchendon. Gleichzeitig besteht ein heftiger Schmerz und man hört auch hier das reibende oder knarrende Geräusch (Krepitiren).
Bei heftiger Entzündung und dadurch bedingten starken An­schwellung an der Bruchstelle und Umgebung, kann man den Bruch oft nicht deutlich wahrnehmen; erst nachdem die Ge­schwulst sich verloren hat, treten die Merkmale desselben deut­licher hervor, so class man sicii über die Art und Form des Bruches erst dann sicher aussprechen kann.
Besteht nebst dem Knochenbruch auch eine Yerwundung der Haut, so ist die Ausmittelung des Bruches ungemein leicht.
Die sogenannten complicirten Knochenbrüche geben sich durch die ihnen cigentliiunlichen Merkmale zu erkennen. Und wenn bei Brüchen am Kopf, an den Hals- und Rückenwirbeln, am Becken oder an den Rippen zugleich innere Theile durch Erschütterung, Quetschung oder durch das eingedrückte Knochonstück leiden, so sind auch stets Functionsstörungen dieser Theile vorhanden. So findet man bei Brüchen der Schädelknochen grosse Betäubung, selbst Lähmung; bei Wirbelbrüchen oder Brüchen dos Kreuzbeines ebenfalls Lähmung; bei Rippenbrüchen erschwertes, stöhnendes Athmen.
Die Prognose ist daher bei Knochenbrüchen sehr ver­schieden. Im Allgemeinen heilen bei Hunden die Bruchstücke innerhalb 14 Tagen bis 3 Wochen durch Bildung neuer Knochen­masse (Callusbildung) wieder zusammen.
Dort wo keine Abweichung der Bruchstücke besteht, erfolgt die Heilung sehr oft ohne Kunsthilfe. Fand jedoch eine quot;Ver­schiebung der Bruchstücke statt, so heilen dieselben unregel-
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massig aneinander, und der Fuss wird dann kürzer, wenn nicht eine zweckmässige Knnsthilfe in Anwendung kommt.
Diese ungiinstigo Heilung ist insbesondere dann zu gewär­tigen, wenn der Bruch an dem oberen Theilo einer Extremität vorkommt, der nahe dem Rumpfe liegt und mit dicken Muskel-lagon versehen ist, indem daselbst ein Verband schwer anzubringen und festzuhalten ist.
Je ruhiger der Hund ist, und je einfacher der Bruch, um so rascher und günstiger erfolgt die Verheilung. Jeder compli-cirte Bruch ist schwer zu heilen. Und wenn durch ihn eine Verletzung edler Organe stattfand, so kann er selbst den Tod bedingen.
Behandlung. Die erste Heilanzeige erfordert die Einrich­tung des Bruches, welche dort nothwendig ist, wo die Brach­enden verschoben sind. Zu dieser Manipulation muss der Hund festgehalten und besonders dessen Kopf gut fixirt werden, damit er nicht beisscn kann. Sind die Muskeln schlaff und die Bruch­stücke leicht beweglich, so kann durch massiges Drücken und Schieben mit den Fingern die regelmässige Lage der Knochen­stücke bewirkt worden, welche dann bis zur Anlage des Verbandes festgehalten werden müssen.
Findet man aber die Muskeln verkürzt, gespannt und die Bruchenden verschoben oder übereinander geschoben, so umfasst man mit einer Hand den unter der Bruchstelle gelegenen Theil des Fusses, mit der anderen Hand den oberen Theil, und trachtet nun durch gelindes und gleichmässiges Ziehen in entgegengesetzter Richtung die Theile so stark auszudehnen, dass der Fuss seine richtige Länge erhält und die Bruchenden einander gegenüber­stehen. Nun wird den letzteren, je nachdem noch eine Abwei­chung fühlbar ist, durch sanften Druck mit den Fingern die weitere Lage gegeben, und der Fuss so lange ausgedehnt er­halten, bis der Verband angelegt ist.
Bei Brüchen der Schädel- und Gesichtsknochen ist meistens ein Eindruck des Knochens vorhanden und die Einrichtung findet auf die Art statt, dass man die Haut und die Muskeln an der Bruchstelle durchschneidet und nun die eingedrückten Knochen­stücke mittelst der Pinzotte und einer Moiselsonde hervorzieht und hebt. Gelingt dies nicht, so muss ein Theil dos feststehenden
KonhUuser, Krankheiten des Hundes. 2. Aufl.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 12
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Knoclienrandos mittelst Trepan oder Linsenmesser entfernt, und dann der eingedrückte Knochenrand gehoben, und wenn er ganz lose ist, entfernt werden.
Sollte bei einem Knochonbruch gleiebzeitig eine starke Ent-zündungsgescbwulst bestehen, so ist dieselbe vorbei- zu massigen oder ganz zu beseitigen und dann erst die Einrichtung und das Anlegen des Verbandes vorzunehmen.
Nach der Einrichtung des Bruches kommt die zweite Heil­anzeige — das Anlegen eines Verbandes. Derselbe muss so fest angebracht werden, dass er die Bruchstücke gleicbmässig anein­ander hält und die Zusammenziehung der Muskeln daselbst ver­hindert, ohne jedoch eine Circulationsstörung hervorzurufen.
Dieser Verband kann ein Schienen-, Kleister-, Gyps-, Trypolith-, Leim-, Guttapercha-, Wasserglas- oder Heftpflaster-Verband sein.
Der Sohienenverband besteht darin, dass man vorher den gebrochenen Theil des Fusses mit einer schmalen Binde mehrfach umwindet, bis eine gleiche Oberfläche dargestellt ist. Darüber legt man dann entweder 2 breite, rinnenartig hohl ge­bogene oder 4 schmälere gerade Schienen von Pappe, Holz, Leder, Baumrinde oder selbst Blech rund um den Fuss, und befestigt selbe mit einer zweiten Binde oder mit mehreren schmalen Bändern. Die Schienen müssen den Fuss umfassen, ziemlich gleicbmässig anliegen, und, wenn der Bruch mehr gegen die Mitte dos Röhrenknochens zu liegt, sowohl nach unten als nach oben bis zum nächsten Gelenk reichen. Sollte der Bruch in der Nähe eines Gelenkes oder unmittelbar an demselben vorhanden sein, so müssen die Schienen so lang sein, dass selbe bis zur Mitte der angrenzenden Knochen sich erstrecken.
Der Klo ister verband wird auf die Art ausgeführt, dass man zwei Finger breite und 20 an lange Leinwand- oder Cotton-binden mit Mehl- oder Stärkekleister vollkommen bestreicht, und dieselben dann tourenweise am Bruche anlegt, so dass die nach­folgende Windung die vorhergehende etwas zur Hälfte deckt. Der Verband muss bis zur Pfotenspitze reichen. Nach der An­lage des Verbandes ist. der Fuss so lange gestreckt festzuhalten, bis die Kleistcrmasse trocken ist.
Der Gyps verband besteht darin, dass man vorher eine schmale, weiche Leinen- oder Calicotbinde in mehreren Touren
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an der Bruclistello und dessen Angrenzung anlegt, einölt oder einfettet, und nun wie vor beschrieben, mit Gypsbrei bestrichene Binden an der Bruchstelle, ober- und unterhalb derselben bis zur Pfotenspitze tourenweise umwindet, und endlich den Verband an seiner Oberfläche noch mit Gypsbrei bestreicht. Die Gyps-masso trocknet sehr schnell und bildet einen festen, haltbaren Verband. Es kann auch die mit Gypsbrei getränkte Binde un­mittelbar auf die Haut gelegt werden, ohne vorherige Anlage einer trockenen Binde. — Gut ist das Einölen oder Einfetten der Haut, weil dadurch der Gypsverband leichter herabgenommen werden kann.
Bei der Anwendung des Pechverbandcs werden Leinen­oder Cottonbinden in vorboschriebener Grosso zuvor durch heisses, ttlissiges Pech gezogen und irgendwo aufgehängt. Hat man die genügende Anzahl von Binden gerichtet, so schreitet man zur Anlage des Verbandes, indem man Binde um Binde über glühende Kohlen geschmeidig und klebrig macht. Vor Anlage dieses Ver­bandes ist der Fuss ober der Bruchstelle beginnend, bis zur Pfotenspitze mit einer reinen Cottonbinde zu umhüllen.
Bei dem Wasserglasverband werden die Binden während des Anlegens mittelst eines Pinsels mit quot;Wasserglas bestrichen, oder man legt die locker gerollten Binden in das Wasserglas hinein und lässt sie vollsaugen. Es ist dies ein leichter Verband, welcher rascher trocknet als der Kleisterverband.
Bei dem Trypolithverband wird in die Maschen der trockenen Organtinbinden Trypolith eingerieben, worauf man dieselben locker aufrollt. Nachdem man die genügende Zahl von Binden fertig hat, so werden selbe einzeln in laues Wasser durch eine kurze Zeit eingelegt, etwas ausgedrückt und nun so wie schon angegeben aufgelegt.
Der Leim verband besteht darin, dass man die Binden mit flüssigen Leim, dünn aufgetragen, bestreicht und dann touren­weise auflegt.
Der Guttapercha verband findet wegen seines hohen Preises selten Anwendung.
Die Guttaperchaplatten werden in wannen Wasser erweicht und geschmeidig gemacht und dann angelegt, indem man die Haut
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vorher einfettet. Bas rasclie Erhärten kann man durch Ueber-gicssen mit kaltem Wasser erreichen.
Alle diese Verbände müssen so angelegt worden, dass der Fuss von der Pfotenspitze bis über die Bruchstelle in dem Ver­bände eingeschlossen ist.
Ist irgend welcher Verband angelegt worden, so muss er täglich antersueht werden, ob er nicht zu fest liegt und ob der Hund ihn nicht zerstört hat. Zeigt sich den zweiten oder dritten Tag eine Anschwellung des Fusses ober dem Verbände, so ist dies ein Zeichen, dass der Verband zu fest liegt, und man muss den­selben sogleich lockern oder herabnehmen. Er wird dann durch einen etwas lockeren ersetzt, und die vorhandene Geschwulst mit verdünnter Arnicatinctur lleissig gewaschen und befeuchtet. In manchen Fällen entsteht aber eine schmerzhafte Anschwellung an der Bruchstelle und dessen Angrenzung nach oben, ohne dass der Verband zu fest liegt. — Sobald sich dies zeigt, muss der Verband entfernt, und müssen so lange kalte oder kühlende Waschungen angewendet werden, bis sich die Entzündung voll­kommen mässigt, worauf ein neuer Verband angelegt worden kann.
Nach 2—3 Wochen ist meistens die Verheilung eingetreten, worauf der Verband vorsichtig abzunehmen ist.
Manche Hunde lösen den Verband selbst, wenn die Vorhei­lung eingetreten ist. Andere Hunde dulden gar keinen Verband.
Schweifgeschwür.
Bei einzelnen kurzhaarigen Hunderassen, besonders jenen, welche mit einer starken und langen Schweifrübe versehen sind, kommt es in Folge wiederholten Anschlagcns mit der Schweif­spitze an harte Gogenständo zu einer Entzündung der Haut daselbst, welche sich durch eine knollige Geschwulst, stärkere Injection, Fehlen der Haare, höhere Temperatur und Schmerz-haftigkeit kennzeichnet. Durch weiteres Anschlagen berstet die Haut, es erfolgt Blutung, und alle jene Gegenstände, wo der Hund mit der Sclnveifspitze anschlägt, sind blutig gefärbt. Der Hund hat bei längerem Bestehen des Processes das Bedürfniss, die kranke Schweifspitze zu belecken und daran zu kneipen.
Wenn dem Hunde die Möglichkeit benommen wird, sich weiter anzuschlagen, indem man ihn im Freien hält, oder
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Krankheiten der Pfoten und der Nilgel.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;181
die kranke Partie mit einem haltbaren, festen Verband versieht, welcher auch von dem Hunde geduldet wird, so nimmt die Ent­zündung ab, die Einrisse in der Haut vernarben, und es zeigt sich seitlich der Schweifspitze eine haarlose, rauhe, verdickte Partie der Haut, bedeckt mit zahlreichen Epidermisschichten.
Dauern die Schädlichkeiten weiter an, so steigert sich die Entzündung, es kommt zum Zerfall des Hautgewebes und zur Bildung des Schweif go schwur es, welches sich immer mehr ausbreitet und immer tiefer greift bis zur Bloßlegung dos Wirbels und zur Nekrose desselben. Der Hund leckt und kneipt fort­während die kranke Schweifstclle, steigert dadurch die Entzün­dung, und der Process kann im Laufe der Zeit theils in Folge der fortdauernden mechanischen Insulten, theils in Folge der In­fection von der Spitze immer weiter fortschreiten selbst bis über die Hälfte der Schweifrübe, wo man dann die kranke Partie schlaff, matsch, mitunter empfindungs- und bewegungslos antrifft.
Die Prognose ist sowohl in frischen als in chronischen Fällen sehr zweifelhaft.
Die Behandlung bei acuter Entzündung der Schweifspitze muss vor Allem darauf Bedacht nehmen, das fernere Anschlagen zu massigen oder gänzlich aufzuhalten. Dies erreicht man am sichersten, wenn der Hund stets im Freien gehalten wird. Kann dies nicht durchgeführt werden, so muss ein klebender Verband um das Schweifende auf etwa 10—15 Ctm. Längo gelegt werden (Pechpfiaster, Leimpflaster, Bleipilaster, Diachylonpflaster). — Oft genügt das Auftragen von Collodium oder Jodoform-Collodium.
Ist ein Geschwür zugegen, so ist dasselbe nach der Desin-fection zu touchiron und mit Jodoform oder Dermatol öfter im Tage zu bestreuen. Auch das Glüheisen kann Verwendung finden.
Schreitet der Geschwürsprocess trotzdem immer mehr vor, kommt es zur Blosslegung und Nekrose der Wirbel oder zum Schweifbrand, dann ist die Amputation des kranken Schweif­stückes vorzunehmen, lieber die Wunde kommt nach Stillung der Blutung ein antiseptischer Druckverband.
Krankheiten der Pfoten und der Nägel.
An den Pfoten, besonders zwischen den Ballen, kommen oberflächliche Entzündungen und verschieden tief dringende Ver­letzungen vor.
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Dio Ursachen dorsolben sind mochanischer, thonnischer odor cliemischor Natur.
Die Symptome sind verschieden starkes Lahmen, mitunter Anschwellung der Pfote, und bei näherer Untersuchung findet man entweder blos oberflächliche Entzündungen oder Verletzungen im Pfotongewebo.
Die Prognose ist günstig.
Die Behandlung besteht in der Keinigung und Desinfection der kranken Pfotenpartie und in dem Bestauben mit Jodoform oder Dermatol und Umwickeln der Pfote mit Watte, über welche ein Leinwand- oder Lodersäckchen gezogen und befestigt wird.
An den Nägeln beobachtet man das Einwachsen des Sporn­nagels, und an den Zehennägeln das Langwerden derselben, so, dass der Hund unsicher und ängstlich geht. — In beiden Fällen sind mittelst der Nagelscheere die Nägel zu kürzen, soweit es möglich ist. Es ist gerathen, nicht auf einmal zu viel abzuzwicken, weil man leicht in die weichen Theile gelangt und eine starke Blutung erhält. ' Man soll nur in kleinen Stückchen, nach und nach die Kürzung vornehmen.
An den Zehennägeln beobachtet man ferner Spaltungen und Einrisse, in welchem Falle mittelst Scheere und Messer eine Abtragung der trockenen, rauhen, gespaltenen Nagelpartien vor­genommen werden muss. Oft ist die Zehe an der Nagelwurzel entzündet oder blutend, in welchen Falle eine Desinfection vor­zunehmen, ein Schutzverband aufzulegen und die Pfote in einem Leinen- oder Ledersäekchen zu borgen ist.
Bei der sogenannten Nagel faule, wo der Nagel eine weiche, schmierige oder bröcklige Masse darstellt, ist das ganze Nagel­gewebe behutsam und vorsichtig mit dem Messer und der Nagel­raspel abzutragen, und die Pfote unter einen antiseptischen Verband zu bringen. Letzterer Process zieht sieh meist in die Länge und ist nicht selten unheilbar.
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