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T110RAX. LUNGE, BRU8TBEULE
VON
Repetitor De, Silbersiepe
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Üiiyor-Fröhnor, IliiiHllinoli. liii. III., I.
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VORWORT.
Entspreohend dem Charakter dieses Werkes als raquo;Handbuchlaquo; und der großen praktischen Bedeutung der ehirurgisohen Krankheiten im Bereiche des Thorax habe ich die einzelnen Erkrankungen dieser Körperregion möglichst ausführlieh behandelt. Besondere Berück­sichtigung haben aus diesem Grunde die Wunden der Vorderbrust, der (Jnterbrust und der Seitenbrust, die verschiedenen Formen der Brustbeule (Bugbeule, Vorderbrustbeule, ünterbrustbeule, Seilen-brustbeule), die Brustbeinfistel sowie die Rippenfistei gefunden,
Betreffs der Anordnung des Stoffes bin ich der Einteilung gefolgt, welche von Prof. Eberlein in der Berliner chirurgischen Klinik doziert wird. Die in der Literatur niedergelegten Mitteilungen und Erfahrungen habe ich dabei eingehend berücksichtigt und gewürdigt, im llbrigen mich aber möglichst auf meine eigenen Beobachtungen gestützt, welche ich in meiner mehrjährigen Tätigkeit als Assistent beziehungsweise Repetitor an dem sehr reichen Material der Poliklinik und namentlich der chirurgischen Klinik der Berliner Hochschule zu sammeln Gelegenheit hatte. Da mir hierdurch fortgesetzt Studien­material zur Verfügung stand, ist es mir möglich geworden, die Be­arbeitung dieser Lieferung schnell fördern und jetzt abgeschlossen vor­legen zu können, obwohl ich von den Herren Herausgebern des Hand­buches die Aufforderung, dieses Kapitel zu übernehmen, erst vor un­gefähr anderthalb Jahren erhielt.
Dank der Bereitwilligkeit und dem Entgegenkommen der Ver­lagsbuchhandlung war es mir möglich, der Abhandlung 61 Ab­bildungen einzusehalten. Von denselben sind 41 Originale und durch Photographic nach der Natur sowie nach Präparaten der chirurgischen Klinik hergestellt, l^ei der Anfertigung der Photographien unterstützte mich Herr Tierarzt Weygold in dankenswerter Weise. Die übrigen
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Votwort,
Abbildungen sind anderen Werken entlehnt, wie ich dies in der Unter-sohrift und im Text vermerkt habe.
Meinem hochverehrten Lehrer und ('hei'. Herrn Professor Dr Eberlein, bin ich für die wertvollen Ratschläge, welche er mir in vielfacher Hinsicht zuteil werden ließ, zu großem Dank verpflichtet. [ch müchte denselben an dieser Stolle ganz besonders zum Ausdruck bringen.
Berlin, Ostern 1910.
E. Silbersiepe.
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Krankheiten lt;l(is Thorax.
Anatomie und Physiologie. Anatomie. Dor Thorax oder dor Brustkorb wird dorsal von
den Brustwirbeln, lateral von den Rippen und ventral vom Brust­bein und den dazugehörigen Muskeln gebildet. Er stellt einen seitlich zusammengedrückten, abgestumpften Hoblkegel dar, dessen vordere abgestumpfte Spitze als vordere Brustapertur (Apertura thoracis eranialis) oder Brusteingang bezeichnet und von dem ersten Brustwirbel, dem ersten Hippenpaare und dem Habichtsknorpel des Brustbeines begrenzt wird. Der Brustausgang (Apertura thoracis caudalis) wird vom letzten Brustwirbel, dem Rippenbogen und dem Sohaufelknorpel eingefaßt, Der Brustkorb bestimmt die Form der Brusthöhle, welche von der Bauchhöhle durch das Zwerchfell geschieden ist. Letzteres fällt jedoch nicht mit der von den hinteren Rändern des Thorax um-raßten Ebene zusammen, sondern ist nach vorne vorgewölbt. Es ist deshalb der Raum der Brusthöhle kleiner als der Raum des Thorax. da die falschen Rippen noch den hinter dem Zwerchfell liegenden Teil der Bauchhöhle seitlich umgrenzen.
In Übereinstimmung mit den Veterinäranatomen nenne ich die­jenige Ebene, welche den Thorax und den ganzen Pferdekörper in zwei seitlich .symmetrische Hälften zerlegt, die Median­ebene. Diejenigen Ebenen, welche parallel zur Medianebene den Körper in vertikale, nebeneinanderstehende Längsscheiben zerlegen, heißen die Sagittalebenen und diejenigen, welche den Körper in hintereinanderliegende Querscheiben zerlegen, die Medianebene also rechtwinkelig schneiden, die Segmentalebenen. Unter Horizontalebenen verstehen wir diejenigen Ebenen, welche den Pferdekörper in libereinanderliegende Rücken- und Bauch-scheiben zerteilen; sie schneiden sich mit den Sagittal- und Segmental­ebenen rechtwinkelig.
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Kiiuililicitcn des Thorax.
Nach ihrer Lage untersoheidon wir am Thorax drei Regionen und zwar:
I.nbsp; Die Vorderbrusl oder die Vorbrust (Schmaltz). DieBampf-däohe, welche das Pferd vorwärts kehrt, wie dor Mensch die Brust, wird fälschlicherweise auch beim Pferde im gewöhnlichen Sprach­gebrauch Brust genannt. Ks ist jedoch dieser Teil des Bumpfes schlechthin mit der Brust des Menschen nicht zu vergleichen und soll daher als Vorderbrust oder Vorbrust (Schmaltz) besprochen werden.
II.nbsp; nbsp;lgt;ie ünterbrust. Mit diesem Namen bezeichnet man die beim Menschen als Brust benannte Sternalflftche, welche das Pferd dem Erdboden zukehrt.
III.nbsp; nbsp;Die Seitenbrust. Sie ist derjenige Teil des Brustkorbes, welcher heim Pferde die grüßte Flache aufweist.
Von den die knöcherne Grundlage des Brustkorbes bil­denden Knochen, den Wirhein, den Rippen und dem Brustbein, er-(ibriet sich die eingehende Beschreibung der Form der in Frage kommenden Wirbel und Rippen. Betreffs des Brustbeines möchte ich jedoch zum besseren Verständnis der Erkrankungen desselben einige kurze anatomische Bemerkungen voraufschicken.
Das Brustbein (Fig. 182) entstellt in der Weise, daß das ventrale Ende der Knorpel iler wahren Bippen eine Längsleiste, Sternalleiste, bildet, welche sich der der aiulereu Seile nähert, sehliel'ilich mit ihr verschmilzt und ver­knöchert. Es hildet sieh so ein nnpaarei- Skeletteil ans, der drei Ahsehnitto er­kennen läljt, und zwar:
1. Den vorderen, kranialen Teil, das Manubrium sterni mit dem Habichtsknorpel, Er stellt einen seitlich zuBaintnengedrückten Knorpelfortsatz dar, der sieh dem kranialen und ventralen Hunde dos Brustbeinkörpera anlegt, Das Manubrium ergänzt den ventralen Brustbeinrand zum Brustbeinkainm (Crista sterni;. Auf das Manubrium folgt
li. der Körper des Brustbeines (Corpus Storni,). Dieser setzt sieh aus sechs einzelnen Knochenstücken (Sternebrae) zusammen, welche durch starke Knorpelscbeiben miteinander vereinigt sind; letztere werden auch Brust-beinfugen (Synchondrosea sternales) genannt und verknöchern später. So einsieht ein einheitlicher Brustbeinkörper, welcher heim Pferde seitlich komprimiert ist und zur Verbindung mit den Knorpeln der wahren Rippen sieben öelenkvertiefungen (Ineisurae oostales) trägt, die in Pig, 182 deutlich z.n erkennen sind. Jede von ihnen liegt vor der gleichzähligen Sternobra an den Brnstbeinfugen. Da das 6. Knochenstück eigentlich als ein verschmolzene a 6. und 7. Stück aufzufassen ist, so liegen die G. und 7. öelenkvertiefnng dicht hintereinander an dem ti. Stuck.
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Anatomie und Physiologie,
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81 Diis kaudalo Ende beißt Scbanfelknorpel (Processas xiplioidous). E^ geht keine Verbindung mit den Bippen melir ein und bleibt knorpelige Seine Form ist die einer gestielten, balbkrelsförmigen Schaufel (Ellenberger-Baum).
Flir, 182,
A/a/tnir. ittmt
Jfi/tjflt;jfe/en/(\
ICnOoherno Grnndlngo dos vordoron Tboraxteiloa (nach ScbmnUz],
Mit dem Brustbein verbinden sieh die ersten acht Rippen­paare (zuweilen auch neun), die wahren Rippen, während dio falschen Rippen nicht mehr zu einem Ring vereinigt werden. .Jedes
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Kianklieiten iles Thorax,
einzelne der 18 Rippenpaare setzt sich dorsal vor dem gleiohzähligen Brustwirbel an, darauf wendet sich jede Rippe abwärts, aud es wölben
sich, beckenwitrts zunehmend, alle nach außen (lateral). Am längsten sind die achte bis elfte Rippe.
Die Rippen liegen nicht genau in einer Segmentalebene, sondern sie sind, je weiter kaudalwärts, um so mehr schräg nach hinten gestellt, Mit Ausnahme von den ersten vier Kippen liegen die ventralen Knorpelenden weiter nach hinten als die RippenkUpfe, so daß z. B. die Entfernung der Segmentalebene des Rippenendes von derjenigen des Kippenköpfchens hei der 7. Rippe, wie dies Fig. 1S2 deutlich zeigt, schon eine Wirbellange beträgt, an der 11. Rippe bereits drei.
Wcijen diosor Schräglage der liijipon emptiehlt Schmaltz /.. 1!. zwecks Lagebestimmung innerer Organe an der Körperoberfläohe, eine Segmentalebene nach dem Ende einer Rippe zu bezeichnen, denn das Ende einer Hippe (mir, Ausnahme der ersten) ist an der Körporwnnd sichtbar, jedenfalls aber fühlbar und läßt sieh von hintenher leicht abzählen, Diese Art und Weise der Lage­bestimmung eignet sieh daher auch zur näheren Kennzeichnung des Sitzes von Wunden und Geschwülsten im Bereiche der falschen Rippen, der Unterbrust usw. Ebensogut wie mau sagen kann, das hintere Ende dos Brustbeines, der Sohaufelknorpel, liegt in der Segmentalebene der siebenten Rippen­enden, kann man auch bei der Beschreibung von Wunden und Ge­schwülsten die Segmentalebene dos Endes irgendeiner Rippe als näheren Sitz derselben angeben.
Wie schon erwähnt, werden nur die ersten acht Rippenpaare (bisweilen neun), als wahre Rippen, durch das Brustbein zu einem vollkommenen Keifen geschlossen, während die falschen Kippen mit ihren Knorpelenden sich nicht mehr erreichen. Dadurch, daß letztere sich aneinanderlegen, bilden sie jederseits den Rippenbogen (Arcus costa r u m I.
Die Brustwirbel entsprechen in ihrer Zahl den Rippen (18).
1. Bei der Betrachtung der einzelnen Brustregionen fallen an der Vorder- oder Vorbrusl rechts und links die laust- bis kindskopf­großen Schultergelenke auf. Sie werden vorne und von der Seite durch Muskulatur bedeckt.
Von den Muskeln ist, wie aus Fig. 1815 ersichtlich, zunächst als wichtigster der Musculus sternocloidomastoideus (Fig. 188. j) zu nennen, der vorne und seitlich über das Schultergelenk hinwegzieht und. nach dem Halse zu verlaufend, die obere (dorsale) Begrenzung
der Drosselrinn
bildet.
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Amitüinie und PbyiiolOffie.
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Fig. 183.
Topographie dor Vorbrust des Pferdoa (nucli Sclimaltz, AiIüs. topograph. Uyologlo, l'JOD). /. M. olotdomasiold. (rot'lits dnroh Aussclinoldon oiiilt;'s Fensters Bagdrflson frelgologt)^ 2. l'ars dosoond. m. poct. snporf. 9', Insertion von i und 9, S, PftM tran.sv, m. poot. superf. .jquot;. Ursprung der Fase, antibr. ans 3. I. Parlaquo; praesotpnl. m. \wei. prof. 5, M. laquo;cilontis. a. Plntysma, rochts durohsolinltton, 7. M, siiiriiomaiHlilnil. s.M. omohyold. 9, M. braohlnl, 10. 51. eu. oarpl radial. //. M. blcops, laquo;. V.Jugul. i: V. oopUal. e, A. corv. Mcond, lt;(. A. tronsv. soapnl, e. A. carotlraquo;, '. Bugdrfiacn. I-. HablohMkaorpol.
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576nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Kraiikhiiitcu des Tliorax.
Zwisohen den beiden Erhabenheiten (Schultergelenken), und zwar eine Hand breit unterbali) der Verbindungslinie ihrer dorsalen Abgrenzung, springt der Habichtsknorpel (Fig. 183, i) des Brustbeines vor. Von ihm aus ziehen zwei dicke Muskelwülste an die Imieniläehe der Vorder­gliedmaße, die Partes descendentes musouli peotoralis super-ficialis (Fig. 183,raquo;), welche mit demMusculus sternooleidomastoideus gemeinsam sieh am Humer us iFi^. 18H.-.) anheften. Die Furche zwischen den beiderseitigen Partes descendentes m. pect. superf., in welcher der Habiohtsknorpel hervorspringt, nennt man die mittlere Brust-furohe, Am Humerus treffen, wie gesagt, jederseits der lateral liegende Musculus cloidomastoideus und die vom Habiohtsknorpel herkommende Pars descendens m, pect. superf. zusammen. Zwischen ihnen bleibt je eine furche, die sieb nach dem Humerus zu ver.scbmälert. nach der Brust zu verbreitert, die seitlichen Brustfurohen, in welchen die vom Karpus aufsteigende Vena cephalica (Fig, 183,;,) verlauft. Die seit-liche Hrustfurche trifft am Halse, etwas oberhalb der Schultergelenke mit der Drosseirinne zusammen und hier ergießt sich auch die Vena cephalica in die Vena jugularis. Die Vereinigung der beiden Kinnen ist allerdings verdeckt durch das an dieser Stelle besonders starke, vom Manubrium ausgehende Platvsina (Fig. 183,e).
Vom Manubrium nach dem Kopfe zu ziehen als anfangs ein­heitliche Muskelmassen die Musculi sternomandibulares, sterno-hyoidei und st ernot b yreoidei (Fig, 18ii, 7). Der äußerste un stärkste ist der M. sternomandibularis (Fig, 183,7). Auf diesem liegt noch als starke Muskel platte, nach der Seitenfläche des Halses ziehend und die Drosseirinne verdeckend, das Platysma (Fig. 183, s), welches dort, wo es auf den M. cleidomastoideus trifft, dünner wird und faszienartig noch den medialen Teil dieses Muskels verdeckt. Dies wäre die oberflächliche Muskulatur der Vorbrust.
In der Tiefe zwischen dem M. cleidomastoideus und dem M. sternomandibularis zieht die Pars praescapularis musculi pectoralis profundi (Fig. 183. j). vom vorderen Rande des Schulter­blattes hin zu den vorderen vier Sternebrae. Diese Pars praescapularis legt sich seitwärts Über die vordere Brustapertur und ist die tiefste Muskelschicht der Vorbrust,
Für die Topographie der Bugbeulenoperation kommt noch der von der Innenfläche des Schulterblattes entspringende und einwärts vom M. cleidomastoideus am Halse entlang ziehende M. om ohy oide us (Fig. 183. s I in Betracht, Zwischen diesem und dem M. eleidomast. liegen nämlich die Ly m phogla ndulae cervicales 8uperfioiale8(Fig. 183.;).
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niMu'wyauuiWilquot;laquo;
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Anatomie und Physioloffie,
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Die an der Vcjrbnist in Betracht kommenden Ai'tcricn sind: Die Art, carotis (Fig. 183,laquo;), nrelohe direkt ans der vorderen Brustapertur
heraustritt. Sie wird liier bedeckt vom M. sealcnus (Fig. 183. j), der von der Seitenfläche der letzten Halswirbel an die erste Rippe zieht. das Dreieck zwischen Halswirbeln und erster Rippe seitwärts deckend, Kopfwärts von diesem Muskel lie^t die Art. carotis. abgesehen von dem schützenden Platysma, frei in der Drosselrinne, um im mittleren Ealsdrittel vom M. omohyoideua wieder bedeckt zu werden. Als zweite Arterie kommt die Art. cervicalis ascendens (Fig. 183,c) in Betracht. Sie ist ein Ast der Art, snbclavia. kommt neben der Art. carotis aus der vorderen Brustapertur, g'ibt einen starken Ast an die Buglymphdrüsen ab und verzweigt sich dann in der Tiefe der Seitenmuskulatur des Halses. Aus ihr zweigt sich, bevor sie den Ast an die Bugdrüsen abgibt, die Art. tranaversa scapulae (B'ig, 183,^) ab. welche eine Strecke weit in der seitlichen Brustfurche verlauft und sich im M. oleidomastoideus und in der Vorbrustmuskulatur auflöst. In der Tiefe der Vorbrust schlägt sieb um die erste Rippe herum, und zwar auf der Grenze vom mittleren und unteren Drittel derselben, die Art. axillaris, welche an der Innenfläche der Schulter, ungefähr in der Höhe des Gelenkes, sich in ihre Aste teilt,
Von den Venen interessiert bei der Topographie der Vorbrust zunächst die in der Drosselrinne oberflächlich liegende, an der Vorbrust aber durch das Platysma gedeckte Vena jugularis (Fig. 183.,,). welche die in der seitlichen Brustfurche aufsteigende Vena oephalica (Fig, 183,j) eine halbe; Handbreite oberhalb des Habichtsknorpela auf­nimmt und in der vorderen Brustapertur verschwindet.
An Lymphdrüsen sind an der Vorbrust für die Chirurgie haupt­sächlich zwei Pakete von Bedeutung, und zwar die Lymphoglan-dulae oervicales superficiales (Fig. 183,;,) und die Lg. cervi-cales profundae. Die ersteren, auch Bugdrüsen genannt, liegen zwischen dem M, oleidomastoideus (lateral) und M. omohyoideus (me­dial), und zwar eine Hand breit von dem höchsten Punkte des Schultergelenkes ab kopfwärts. Schneidet man am anatomischen Präparat eine Hand breit oberhalb des Schultergelenkes ein Fenster aus dem M. oleidomastoideus, so sieht man die Bugdrüsen auf dem M. omohyoideus liegen. Schon hier erwähne ich, daß in unmittel­barer Nähe dieser Drüse brustwärts die Art. cervicalis ascen­dens verlauft. An das Brustende der Bugdrüse, der Lg. cervic. superf,, stößt, mehr nach der Medianebene zu ziehend und damit zwischen Art. carotis und Vena jugularis arelanarend, das zweit-
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078nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Krankheiten dos Thorax.
wichtige DrUsenpaket der Lytnpboglandulae oervioales pro fundae,
Von den Nerven ist nur zu erwähnen, daß die Nn. vagus und sympathioua mit der Art, oarotis beziehungsweise mit der Trachea zusammen in die vordere Brustapertur hinein-, während der N, reourrena ans derselben herauszieht.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; W
II, An der Unterbrusl wird die Muskulfttur von der am ganzen Sternum, seitwärts von der Cartilago xiphoidea an, entlang- ziehenden Pars ascend ens musculi pee. t oral is profundi gebildet. Sie heftet sich am Tuberculum minus des Armbeines an. Am vorderen Ende des Sternarns legt sich, von der 4. Incisura costalis ab, dachziegeli'iinnig darüber die vom Schulterblatt kommende Pars praesoapularis (Fig. 1H3,,)) desselben Muskels. Beide, Para ascendens und Pars praesoapularis, bilden eine direkte Auflagerung auf die Seiten­fläche des Brustbeines, während sie an der Crista sterni in einer R a p h e zusammentreffen.
Zwar nicht am Sternum selbst, aber in seiner nächsten Kühe, am unteren Ende der Rippen, zieht vom M, rectus abdominis aus eine Zacke zum unteren Ende der ersten Rippe und bildet einen Übergang von der muskulösen Bedeckung der Unterbrust in die der Seitenbrust, Schmaltz nennt diese Muskelzacke die Pars thoraoalis musculi recti abdominis.
Die beiden Teile des M, pect, prof. (Pars ascend, und Pars praescapul,) werden vorne bedeckt von der zur Vorbrust zu rechnenden Pars descendens m. pect. superf., dahinter bis zur fünften Rippe hin von der in die Fascia antibrachii übergehenden Pars trans-versa in. pect. supcrlieiaiis.
Große Arterien linden wir an der Untcrbrust nicht. Die ge­nannte Muskulatur wird versorgt von Asten der Art, thoracica s. mammaria interna, der Art, transversa scapulae und der Art, thoracica lateralis. Hie Aste der an der Innenseite der Rippen verlaufenden Art, mammaria interna treten aus den ersten sieben Zwischenrippenräumen hervor und verzweigen sich dann. Von der Vorbrust her kommen Aste der Art. transversa scapulae und um das ventrale Ende der ersten Rippe schlingt sieh, aus der Art, subclavia entspringend, die Art. thoracica lateralis als kleines Gefäß und ernährt einen Teil der Unterhrustmnsknlatur.
Das venöse Blut wird durch die Sporader (V. thorac, lat.) abgeleitet.
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Amitüinic und I'liysiulogie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 57'.)
Die buiervation der Brustmuskelu gesobiebt größtenteils von den Nn. pectoralos und vom N. axillaris,
III. An dor Seitenbrust kommen folgende Muskeln in Betracht.
Im oberen Drittel wird dieselbe durch den von der Fascia lumbo-dorsalis breit entspringenden, nach dem Schulterblatt sich zuspitzenden und unter dem vom M. triceps gebildeten dicken Muskelpolster ver­schwindenden Muse, latissimus dorsi bedeckt. Am Sternum ent­lang-, dieses dorsal überschreitend, bildet die Pars ascendens m. peet. prof, gleichfalls ein kräftiges Muskelpolster. Vom Brustbein an, nach der Lende zu aufsteigend und so anfangs nur das untere Drittel der Lende und den grüßten Teil der Rippen bedeckend, zieht der M. obliquus externus abdoininis. Sein oberer Ursprung verlauft un­gefähr parallel dem unteren Rande des M. latissimus dorsi. so daß nur zwischen diesen beiden Muskelrändern die Rippen frei hervor­treten. Allerdings trifft dies für den vorderen Abschnitt auch nicht einmal ganz zu. denn hier greifen die Zacken des M. serratus an­terior thoraois, von der Unterllache des Schulterblattes herkommend, in die des M. obliquus externus abdom. ein und decken damit die Rippen bis zur neunten vollständig zu. An der ganzen Seitenbrust ist der Hautmuskel sehr stark entwickelt.
Von der tieferen Seitenbrustmuskulatur kommen für die Chirurgie noch in Frage die Mm. intercostales. Die stärkeren Mm. intercostales extern! bilden die äulicre Schicht. Ihre Fasern ver­laufen vom Beckenrand einer Rippe kaudoventral zum Halsrand der folgenden Rippe, während die Fasern der inneren Schicht, der Mm. intercostales interni, vom Halsrand der einen Rippe kranioventral zum Hockenrand der niiehstvorderen Rippe ziehen. Ferner ware hier nochmals die den Übergang von Seitenbrust zur Unterbrust bildende Zacke des geraden Bauch muskels (die Pars thoracalis m. rect. abd.), welche unter II. bereits boschrieben wurde, und endlich noch ein Muskel zu erwähnen, welcher auf der Brusthöhlen fläche des Brustbeines liegt und die Knorpel der wahren Rippen von innen bedeckt, und zwar tier M. transversus thoracis. auch Hrustbein-muskel genannt (M. sternalis nach Schmaltz).
Die oberflächliche Seitenbrustmuskulatur wird von den ver­schiedensten arteriellen Gefäßen mit Blut versorgt, während die letztgenannte tiefe Muskulatur hauptsächlich von den Art. inter­costales. welche am Beckenrande jeder Rippe ventral verlaufen, und von der A. mammaria interna ernährt wird.
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[{raukbeitsQ ties Thomx.
Die ImuTv.iUou geaobiobt für diraquo;' Mm. interoostales von den Nu. interoostales, für die oberflttohliohe Muskulatur jedoch von den verschiedensten Dorsalftsten der Hals-. Brust- und Lenden-
n e r v e n.
An Vollen kommt an der Seitenbrust für di(( Chirurgie in Be­tracht die als Sporader bekannte, am oberen Rande der Pars ascendens in. pect. prof, verschwindende Vena thoracalis lateralis,
Physiologie^ Während die vorn Brustbeine nfich denn Kopfe zu ziehende Muskulatur nur bei der Kieferbewegnng M. Btemomandibnlaris) und heim Schluckakt (Mm. sternohyoidei und sternothyreoidei) eine JJdlle spielen, besteht die Hauptfunktion des M. eleidomastoideus darin, das Buggelenk zu strecken. Außer seiner streckenden and seitwärts bewegenden Wirkung auf den Kopf (bei feststehendem Vorderschenkel) kann er unter derselben Voraus­setzung den Rumpf nach hinten ziehen. Die wichtigste Funktion beider Brustmuskeln dokumentiert sieh im Einwttrtsziehen der Vorderschonkel und im ÄuswärtafQbren des Rumpfes, und zwar trägt der M. peet. superf, dabei den Schenkel, der M. pect. prof, den Rumpf, Als Sonderwirkung der ein­zelnen Teile sind zu erwähnen, daß die Pars desoendens des M. peot.superf, heim Vorführen des Sehenkels hilft, während seine Pars transversa die Unterarmfaszie anspannt, daß die Pars ascendens des M. pect. prof, das lüiekwärtsfüliren des Beines unterstützt und seine I'ars p raoseap u 1 ari s die Schulterfaszie spannt und unter Vor- und Abwärtsziehen dos oberen Schulter-blatteiles die ganze Gliedmaße zurückstellt. Der M. poet. prof, ist ferner noch Strecker des Schultergelenkes und zieht bei fixiertem Vorderschenkel den Rumpf nach. In dieser letzt^eu Hinten Funktion unterstützt ihn der M. latissimus dorsi, welcher unter Becken- und Anfwftrtsfübren des Oberarmes düs Sehulter-gelenk beugt. Der M. serratus ant. bildet mit dem deranderen Seite eine
den Thorax umgebende elastische (Jurte und hängt ihn zwischen den Schultern
auf. Befestigt er doch eigentlich das Schulterblatt an den Rumpf. Während der noch nicht genannte Halsteil dieses Muskels (M. serr. ant. cervicis) den oberen Teil des Schulterblattes vorwärtszieht und dadurch die ganze untere GJiedmaße zurücktreten läßt, wirkt die für uns an der Seitenbrust in Präge kommende Portion (M. serr. ant. thoracis) entgegengesetzt. Sie führt durch Herabziehen des oberen hinteren 'heiles des Schulterblattes die ganze Qliedtnaße vor. Der letztere (ISrust-iTeil wirkt bei der Atmung insofeme mit, als er besonders bei Erkrankungen der Brustorgane (Pleura, Lunge) bei feststehendem Vorder­schenkel den Brustkorb erweitert.
Die tiefen Seitenlunslmuskeln, und zwar die Mm. in tereostales extern! ziehen die Kippen nach vorne und außen und dienen der Inspiration, die Mm. i nt e rcos I a 1 es interni hingegen der Kxspiration. Die Pars thoracalis in. reet. ahdom. (früher M. transvorsus costanim genannt) wirkt als Erwei­terer des Thorax, hingegen der innerhalb des knöehernen Thorax auf den Knor-
tgt;
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ww mmmmn Kumwrnimitom
mammummrrt
Krankheiten lt;icr Vorderbruat,
681
jtoln der wahren Bippen liegende M. traneversuB thoraols (s. M. Bternalis) als Verengerer desselben!
Literatur.
BUenbergor nud liaom, Handbuch dor vergleichenden Anatomie der QauBtiero. 1006.— s.-limultz, Prllparlerllbungen am Pferd, Toll I, II, UI, 1898, 1900, 190B. — BcUmallj, Atlas der Ana­tomie des Pferdes, l undII, üiui und 1909, SuOdorf, Lohrbnoh dot vorglolohondon Anatomie der Haus­tiere, 1805.
I. Krankheiten der Vorderbrust.
1. Wunden an der Vorbrust.
Betriff uud Killt('iillllft#9632;. Als Wunden an der 7order- oder Vorbrust bezeichnen wir. wie an den übrigen Kürperteilen, jede offene, blutige Verletzung derselben, welche mit einer Zu-samraenhangstrennung der Haut einhergeht und sich je nach der Schwere des Falles inohr oder weniger tief erstreckt.
Gerade an der Vorbrust kennen wir die verschiedensten Arten von Wunden beobachten, und zwar Rißwunden, Schnittwunden, Quetschwunden, Stich- und Bißwunden sowie Schußwunden. Wunden, welche durch Verbrennungen und Verätzungen hervorgerufen werden, sind an diesem Kürperteil seltener.
Nach der Beschaffenheit linden wir sein- verschiedene Wunden, einfache kleine flautwunden und große ausgedehnte Lappen­wunden; kleine, aber tiefe Muskelwunden his zu den umfangreichsten Quetsch- und Rißwunden in der Muskulatur; kaum wahrnehmbare, oft jedoch sehr tiefe, his auf das Brustbein, auf die ersten Kippen. Ja selbst bis in die Brustfellsäcke eindringende Stichwunden und große Wunden, welche Haut, (Jnterhaut und Muskulatur in großer Aus­dehnung zerquetschen, zerschneiden oder zerreißen, zu gleicher Zeit das Brustbein, die Rippen frakturieren, die großen Gefäße zerreißen und seihst die Brusteingeweide, das Herz z. 15.. verletzen. Zum Stu­dium der verschiedensten Grade von Wunden eignet sich die Vorbrust so gut wie kaum ein anderer Körperteil.
Reine, aseptische Wunden linden wir in den seltensten fällen, in der Regel sind die Wunden, weil sie, fast immer durch unreine Gegenstände (mit Ausnahme eines Teiles der Schußwunden) hervorgerufen sind, infiziert und bedingen infolgedessen vielfach langdauernde Eiterungen.
Es empfiehlt sich, mit Rücksiebt auf die Entstehungsweise und die verschiedenartigen Erscheinungen, insbesondere in bezug auf die.
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Krankheiten iler Vorderbrust,
Prognose der Vorbrustwandeu diese in drei Baaptgruppen zu zer­gliedern, und zwar in:
1. Hautwunden an der Vorbrust.
-. Muskelwnnden an der Vorbrust,
3. Wunden mit Verletzung der Knochen, der großen Qe-i'älie. der Brustoingeweide usw.
Ätiologie. Die Ursachen der Wunden an der Vorbrust sind recht mannigfaltiger Art. Stookfleth int mit Roohl der Ansicht, daß solche Wunden meistens durch Hufsohlftge anderer Pferde, durch den Anprall an einen Zaun, eine Mauer oder innen anderen Gegenstand veranlaßt werden, oder indem die 1 )eielisel eines anderen Wagens die Pferde an der Vorbrust vorletzt, Ebenso beschuldigen Möller, Fröhner a. a. das Gegenfahren mit der Deichselstange oder das Qegenrennen als Ursache, dieser Wunden,
Bei dem Stande der jetzigen Verkehrsverhältnisse, bei der Zunahme von Kraftwagen der verschiedensten Art während der letzten Jahre in allen Verkehrszweigen, kann es nicht wunder­nehmen, daß die Unglücksfälle auf der Straße sich mehren. Es kommt, in den großen Städten, wie in Berlin, tagtäglich vor, daß Kraftfahrzeuge und Pferdefuhrwerke miteinander karambolieren. Vielfach kann man als Tierarzt bei Unglücksfällen, welche Pferde betreffen, aus der Anamnese eruieren, daß Automobil und Pferdefuhrwerk von vorne her aufeinandergestoßen sind, oder daß die Pferde auf ein plötzlich kurz anhaltendes Kraftfahrzeug von hinten her aufgelaufen sind oder im letzten Augenblick an ihm vorbeigelenkt werden sollten und dabei doch mit Teilen des Kraftwagens zusammenstießen. Die Folge dieser ungemein häufigen Zusamtnonstüße sind Verletzungen der Pferde im Bereiche der Vorbrust oder der Schultergegend, weil ein Pferdefuhrwerk niemals so plötzlich angehalten werden kann wie ein vor ihm herfahrendes oder auf dasselbe zufahrendes Automobil. Es vordient erwähnt zu werden, dal) es gerade die elektrisch be­triebenen Kraftfahrzeuge, und unter diesen besonders die Auto-mobildroschken sind, welche am häufigsten zu derartigen Unglücks­fällen Veranlassung geben, und zwar aus dem Grunde, weil sie am lautlosesten fahren. Auf gerader Straße kommt es bei diesen nicht so leicht zu Zusammenstößen wie bei plötzlich um die Straßen­ecken biegenden Wagen.
Daß in Städten tatsächlich zurzeit die meisten Verletzungen der Pferde, besonders aber die Verletzungen der Gegend der Vor­brust aus dem plötzlichen Zusammentreffen mit Kraftfahr-
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BiMJHa:iquot;.tt.'laquo;y-1.
Wunden an der Vorderlirnst,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 581'5
zeugen resultieren, konnte ich in einer ganzen Anzalil von l'n-glüoksfilllen bei Pferden, welche der Berliner chirurgischen Klinik zu­geführt wurden, konstatieren. Es liilit sieh ferner heim Vergleich der Zahlen mit Leichtigkeit ermitteln, daß die Zahl der Wunden an der Vorbrust bei Pferden in den letzten ;5—4 Jahren nicht un­erheblich zugenommen hat. Wenn Pferde mit Kraftfahrzeugen kollidieren, so sind es hauptsächlich die sogenannten Kotflügel, (Inrcli welche die Tiere sich Verletzungen an der Vorbrust zuziehen.
Die Vorbrustwunden der Pferde werden in zweiter Linie dadurch bedingt, daß diese auf die Deichsel oder den Scherbaum eines ihm entgegenkommenden Fuhrwerkes, oder daß sie von hinten her gegen die Federn der Hinterachsen oder den über der Feder nach hinten ragenden horizontalen Eisenstab, oder auf Eisen­stäbe und Schienen, mit denen vielfach Lastwagen beladen sind, auf­laufen, oder sich an anderen auf dem Wagen befindlichen Teilen verletzen. Diese Gegenstände dringen beim heftigen Anprall, ins­besondere bei durchgebenden Pferden, in der Regel tief ein. und man kann nicht selten beobachten, daß sie durch die vordere Brust­apertur hindurch die l'leurasäcke eröffnen und auf dem Wege dort­hin große Gefitße, die vorderen Rippen usw. verletzen.
Bei Militftrpferden beobachtet man häufig, daß Pferde insbe­sondere der hinteren Glieder bei Attacken, bei Durchreiten durch Stangenholz, durch ungeschickt gehaltene Lanzen der Vordermänner sieh tiefgehende Lanzenstiche zuziehen.
ferner können Vorbrustwunden bei Pferden, im Stalle beim Aufschütteln der Streu durch Dunggabeln, sowie durch Gegenrenneu gegen Mauern. Zaunpfähle usw. bedingt werden. Auch findet man nicht selten Schlagverletzungen von selten anderer Pferde, ferner Bißwunden, von Nebenpferden und von .Hunden herrührend, und es können sieh Pferde in mangelhaften Stallungen an allen möglichen scharfen und spitzen Gegenständen verletzen. Endlich habe ich ver­einzelte Fälle beobachtet, in denen Pferde böswillig durch Messer­stiche und Forkenstiche an der Vorbrust beschädigt worden waren.
Peim Rinde kommen die Vorbrustwunden meistens durch Horn-Stöße oder dadurch zustande, dab die Tiere auf der Weide beim Durchkriechen durch Zäune sich an Stacheldrähten oder an Holzstangen, welche beim Durchkriechen zerbrechen, verletzen, wäh­rend beim Munde in der Mehrzahl der Fidle Biß- und Schußver-letzu n ge u vorliegen.
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Knmklioiten der Vordorlirust.
Syniptoiiie. Bei allen Wunden au der Vorbrust muß natur-fremiit) zunäohat eine Zusamraenhangstreiinung der äußeren
Haut eintreten, es ist jedooh nielit immer der I''all, daß diese sofort gesehen wird. Vielfach wird der Tierarzt erst hinzugezogen) wenn dem Eigentümer Schwellung oder Lahmheit aufgefallen ist.
Hieraus geht hervor, daß von Laien kleine Wunden hftnfig über­sehen werden, und dies sind vielfach sogar dieienigen, welche die schwer­sten Komplikationen bedingen, So kommen Fälle vor, in denen Pferde sich über Nacht im Stalle an vorstehenden Nägeln oder ähnlichen scharfen oder spitzen Gegenständen kleine,, aber tiefgehende Stich­wunden zusezogen haben oder die Tiere bei rober Behandlung oder auch unabsichtlich mit der Dunggabel gestochen worden sind, in denen die äußere Hautwunde so klein ist, daß kaum einige Tropfen Blut aus der Wunde hervorsickern und bald eine Verklebung der Hautwunde statthat. Solche Pferde werden dann vielfach noch tagsüber zur Arbeit verwendet und in den nächsten Tagen wegen einer ausgebreiteten Phlegmone mit hochgradiger Bewegungs-Störung in der Vorhand in tierärztliche Behandlung gegeben. Nicht selten lassen solche Patienten auch Erscheinungen allgemeiner Natur (hohes Fieber) und bei Stichen mit langen spitzen Gegenständen zu­weilen auch die Anzeichen einer eiterigen Pleuritis usw. erkennen.
In der Regel zeigen sieh bei Pferden, welche angefahren wurden oder auf einen Wagen oder einen anderen Gegenstand aufgelaufen sind, jedoch die Kriterien der Vorbrust wunden sofort nach dem Unfall. Man findet mehr oder weniger umfangreiche Zu­sammenhangstrennung der Haut, leichtere Blutung, Verletzung der Vorbrustinuskulatur und in schwereren fällen hochgradige Blutung infolge Verletzung eines größeren Gefäßes und endlich Lä-sionen der Knochen, insbesondere des Brustbeines und der Kippen.
(her die allgemeinen Symptome ist folgendes zu sagen. Das Klaffen der Wunde richtet sich meistens nach der Ursache!, der Tiefe und der Richtung der Wunde. In der Regel klaffen diejenigen Vorbrustwunden am stärksten, welche durch stumpfe Gegen­stände bei seitlicher Einwirkung entweder mit ausschließlicher Ver­letzung der Haut oder wenigstens nur der oberflächlicheren Muskel­schichten einhergehen. In solchen Fällen sieht man große Hautlappen ohne oder mit anhängenden Muskidfetzen zur Seite oder nach unten zu-rückgeklappt. Ein eingedrungener Scherbaum oder eine ziemlich spitze Wagendeichsel (ohne umgebogenen Haken) erzeugen meistens kleine Haut- und Muskelwunden, drineen aber vielfach um so mehr in die
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Wanden an dor VorderbruBt,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 585
'riefe. Das Klaffen dor WuiKiriliulcr fallt hierbei weniger auf. Die am weitesten klaffende Vorbnistwimde sah ich hei einem Pferde, welches beim Durchgehen auf einen mit Eisenschienen heladenen Rollwagen aufgelaufen war. Dem Tiere war eine breite Eisenschiene in die rechte seitliche Brastfurohe eingedrungen, hatte die Weiohteile in vertikaler und horizontaler Richtung durchschnitten, eine Fraktur der ersten drei rechtsseitigen Kippen bedingt und die Art axillaris und thorac, lat, zerrissen. Das Tier verblutete während der Einlieferune in die Klinik.
Die Blntnng ist bei den in Rede stehenden Wunden sehr ver­schieden. Selbst ausgedehnte Hautwunden bluten in der Regel nur wenig, während anderseits die äußerlich kaum wahrnehm­baren Stichwunden, ohne daß viel Hint aus der Wunde sickert, durch Verletzung eines Stammes der Aorta asoendena zu innerer Verblutung. Verblutung in die Pleurasäcke, führen können. Bei kombinierten Haut- und Muakelwunden ist die Blutung in der Regel schon stärker, weil hier zu der parenehymatösen Blutung meistens die Blutung aus Arterienmuskelästen hinzutritt. Sehr starke Blutersrüsse findet man bei tiefen Wunden mit Durohsohneidung der in den ana­tomischen Vorbemerkungen erwähnten, im Bereiche der Vorbrust in Betracht kommenden Arterien und Venen oder in der Nähe, liegender großer Arterienstämme,
Bei ausgedehnten Muskelwunden zeigen die Pferde, besonders einige Zeit nach der Verletzung, auch größere Schmerzempfindung, während die einfachen Hautwunden in der Regel nur geringe Schmer-zenstiußerung bedingen.
Die Bewegungsstörungen richten sich ebenfalls nach der Tiefe und dem Umfang der Wunden. Wunden mit Durchschnoi-dung oder Zerquetschung der für die Portbewegung wichtigen größeren Muskeln an der Vorbrust ziehen naturgemäß auch erhebliche Be­wegungsstörungen (Lahmheit) nach sieh. Dies ist in noch weit­gehenderem Maße der Fall, wenn das Brustbein oder die vorderen Rippen zu gleicher Zeit frakturiort sind.
Qehen wir nun zur näheren Betrachtung der einzelnen Arten von Wunden über, so lehrt uns die klinische Beobachtung, daß:
I. Die Baatwonden jiii der Vorbrust die häufigsten sind. Man
findet sie an allen Stellen und in Jeder Ausdehnung und Form, von der Größe eines Markstückes bis zu einer Grobe, daß die ganze Vorbrust wie skalpiert erscheint und von der bedeckenden Haut entblößt ist. Man macht immer wieder die Beobachtung, daß die Hautwunden Hayi-i-rmhiMT, Qandbnsh. Bd. 111, l.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;!gt;,.
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58laquo;
Krankheiten dor Vofderbrust.
winki'lig' sind oder die P'orni eines T oder eines unvollständigen Rechteckes haben. Der Schnittpunkt der beiden Schenkel des Winkels oder der Punkt, in welchem die beiden T-Linien sich treffen, liegt in dor Kegel in der Nähe des liabichtsknurpels des Brustbeines. Ferner findet man. daß Hautlappon sehr häufig mit breiter Basis nach unten zurtlokgekiappt sind. Die Wunden linden sich in der Mehr­zahl der Fälle seitwärts von der Medianebene des Körpers, es kommt aber auch nicht selten vor, daß. wie schon erwähnt, die Haut links und rechts von der Medianebene von der Unterlage abgehoben ist. Bei diesen vieH'ach sehr ausgedehnten Hautwunden findet man nur in den seltensten Fällen, daß das Brusthein, vor allem der Habichts-knorpel zu gleicher Zeit lädiert is(. trotzdem doch das Trauma in der Begel von der Seite eingewirkt hat. Diese Tatsache möchte ich nicht in letzter Linie dem Umstände zuschreiben, dnß der Habiohts-knorpel eiastiscb ist und nur bei Einwirkungen erheblicher Art und mehr von vorne her betroffen wird. Bei den seitlichen Einwir­kungen des Traumas weicht der Knorpel infolge seiner Elastizität aus. Solche große Hautwunden sind in Fig. IHt und 185 abgebildet. Die Haut-lappen sind mit breiter Basis nach unten zurückgelegt, der Knorpel ist beide Male zwar von der äußeren Haut entblößt, jedoch noch mit einer starken Schicht von Gewebe bedeckt. Blutung ist bei derartigen Hautwunden sehr gering, auch äußern die Pferde keine; Schmerzen in der ersten Zeit und zeigen keine Bewegungsstörungen. Der in Fig. 18ö wiedergegebene Unglücksfall wurde in der Nacht in die Klinik ein­geliefert und der Hautlappen zunächst nur mit, drei Nähten hoohge-zogen. Infolgedessen konnte man am anderen Morgen vorzüglich beob­achten, was auch die Abbildung zeigt, daß der Kappen sich in sich zusammengezogen hatte und bedeutend kleiner war als die Wund-fläche der Vorbrust.
Seltener sind die Fälle, in denen die Haut der Vorhrust in fast sagittaler Richtung durchtrennt ist und der Hautlappen mit der breiten Basis nach der Seite zurückgeklappt werden kann. Eine solche Wunde sehen wir in Fig. 188 und 189. Die Richtung der Wunde verlauft sagittal fast parallel zur Medianebene, im unteren Teil der Vorbrust jedoch zieht sie in einem Bogen nach dem Vordersehenkel zu. Der Lappen kann mit breiter Basis nach links berUbergeklappt werden, so daß wie in Fig. 188 die Pars descendens und der M. c.leido-mastoideus zu sehen sind.
2. Fast ebenso häufig wie die einfachen Hautwunden lindet man die tieferen .'Miislu'hvimdni. Das einwirkende Trauma
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Wunden an der Vorderbrust,
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setzt hier in der Regel in der seitliobeu ßrustfurohe, seltener in der mittleren Brustfurohe oder von der Seite her an. Man sieht dementsprechend die schwersten Veränderungen in der die seitliche Brustfurohe bildenden Muskulatur. Wöhrend die Hautwunden sowohl die Gegend rechts oder links (Fig. 1H8) von der Medianebene, als auch nicht selten, wie in Fig. 184 und 185, beide Yorbrustseiten betreffen, finden wir die tieferen Muskelwunden nur an einer Seite von der Median-
Pig, 184.
Flg. 185.
Hjuitwumloii (ttftpponwandon) im der Vorbrust.
ebene, also entweder rechts oder links vom Habiohtsknorpel, Wenn das Trauma quer von der Vorhrust her eingewirkt hat. von rechts nach links oder umgekehrt, so kann man mit Sicherheit darauf rechnen, daß nicht nur die beiderseitige Muskulatur verletzt ist, sondern man beobachtet dann in der Regel auch eine Brustbein­verletzung. Dies liegt in den anatomischen Verhältnissen begründet. Es hat daher seine Berechtigung, wenn ich behaupte, daß die Muskelwanden nur immer die eine Seite der Vorbrust be-
89raquo;
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Krankheiten der Vordeibrust
treffen, Dringt das Trauma in der Gegend der seitlielicn Brustfurcbe ein, slaquo; findet man außer der Haut diejenigen Muskeln vorletzt, welche diese Furche bilden, and zwar die Pars deseendens m. pect. superf, und den M. oleidomastoideus raquo;der auch nur einen von beiden Muskeln. Die in der seitlichen Brustfurohe verlaufenden Gefäße, die Vena cephalica und der gemeinsame Stamm der Art. cervical, ascendens und der Art. transv. scapulae sind merkwürdigerweise nicht imniennit verletzt.
Man beobachtet auch liier, dab diese
186.
Fi:
Gefäße manelimal frei zu Tage
liegen, ohne selbst zerrissen zu sein. Solche Wahrnehmung kann man auch bei groben Gefäßen an anderen Körperstellen machen und kann da­durch begründet werden.daß vor allem die arteriellen Gefäße eine feste, elasti­sche Wand haben und häufig aus dem sie um gob enden Gewebe hervorgezogen und zur Seite g-e-drückt werden. Es ist dieses natürlich nicht immer der Fall; b(!i Einwirkung stumpferer Fremdkörper konnte ich die Tatsache jedoch dos öfteren be­stätigt linden. Auf diese Weise ist es möglich, daß außer den beiden genannten Muskeln in der Begrenzung der seitlichen Brustfurohe auch die darüb erliegen de, die vordere Brust­
apertur begrenzende Bars prao-
Muskolwundo an der Vorbrnst.
scapularis m. pect. prof, in Mit-
leidenschaft gezogen worden ist, ohne daß eine erhebliche Blutung statthat. Eine solche Muskel-wunde mit partieller Durchschneidung der drei genannten Muskel-bäuchc sehen wir in Fig. 186 wiedergegeben. Es handelt sich hier um eine die seitliche Brustfurohe als Richtungslinie aufweisende, fast sagittal verlaufende Zusammenhangstrennung der Gewebe, von der unterhalb des Buggelenkes ein horizontaler Schenkel abzweigt, in dessen Richtung der M. oleidomastoideus zu drei Viertel seiner Stärke durch­schnitten ist. Die großen Gefäße waren nicht verletzt, jedoch konnte man heim Auseinanderhalten des partiell durchschnittenen M. cleidom. und der Bars deseendens in. pect. superf. deutlich erkennen, daß in
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Wunden ;in dor Vorderbrust.
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der Tiefe aueli noch die Pars praescap. m. pect. prof, teilweise im ZusammeDhange getrennt war.
Setzt das Trauma mehr nach der Medianebene in der Nähe des BrUBtbelnea, also rechts oder links nehen der mittleren Hruat-furche und etwas unterhalb des Habichtsknorpels ein, so wird außer den erwähnten Muskeln noch die Pars transversa des oberfläch­lichen iirustmuskels mit durchsehnitten.
Fiir. IST.
Endlich können die Wunden auch
oberhalb des Habichtsknorpels liopen und beide Vorbr tistseiten y.u gleicher Zeit betreffen, [n diesem Falle ist aber eine Verletzung der großen Gefäße noch leichter möglich, und man findet diejenigen Muskeln verletzt, welche vom Brustbein an den Hals ziehen.
Mit der Verletzung der Muskulatur tritt selbstredend eine mehr oder weniaer starke Blutung auf. Als Begleit­erscheinung kann man bisweilen ein über die ganze Vorbrust ausgebreitetes Emphysem beobachten. Ferner sind diese Wunden in der Regel auch ziem­lieh schmerzhaft und bedingen vor allem eine nicht unerhebliche Functio laesa, weil die genannten Muskeln bei der Fortbewegung des Tieres eine große Rolle spielen.
3. Die dritte Gruppe der Vor-brustwunden, die Wunden Hllt V(T-
letzimg der Knochen, der Ge-
Vorbritstwnnda mil Brastbeinrerletsung.
fäße usw. zeitigen die schwersten Veränderungen. Man findet; sowohl nur eine Seite der Vorbrust betroffen, und zwar ist dies der Fall, wenn die Ursache im spitzen Winkel eingewirkt hat. oder es ziehen die Wunden, bei Eindringen des Fremdkörpers im stumpfen Winkel, quer über die Vorbrust hinweg (Fig. JS7). Am größten sind die Wunden und sie klaffen am weitesten im letzteren Falle, hingegen kann die äußere Haut­wunde verhältnismäßig klein sein, wenn z. 15. ein Scherbaum direkt von vorne her in senkrechter Bichtuns zur Vorbrusttläcke ein-
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f\QQnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Kranlilu'iten der Vorderbrust,
gedruugen ist. Die Größe laquo;Ut Hautwunde steht vielfach in amgekohrtem Vorhttltnis zum Umfange der Zerstörung, welche ein Gegenstand in der Tiefe der Muskulatur und im Bereiche der großen Gefäße, der Nerven, der Knochen usw. angerichtet hat.
Unter kleinen Hautwunden findet mau nicht selten voll­ständige Durchschneidung der für die Vorhrust in Betracht kommenden Muskulatur, ferner Zerreißung größerer Gefäße und vor allem, was prognostisch am ungünstigsten ist, Frakturen des Manuhrium sterni, Absplitterungsfrakturen des Brust­beines selbst (Fig. 187). Frakturen der ersten Hippen usw. Nicht selten treten auch Blutungen unter das Schulterblatt und Nervenzerreißungen ein. Bei den durchdringenden Vorbrust-wunden kann von außen her atmosphärische Luft in die Brust-fellsäoke gelangen und man sieht dann, daß die Luft mit Blut vermischt als Schaum aus der Wunde hervortritt. Im Anschlüsse an diese Erscheinung (Pneumothorax) stellt sich bald Dyspnoe ein.
Bei den Vorbrustwunden der verschiedensten Art treten bisweilen St iir un gen des A 1 Ige me i n be finde ns auf (Schweißausbruch, Muskel­zittern, Störungen in der Futteraufnahme, Fieber usw.).
Diagnose. Der Nachweis der Vorbrustwunden ist in der Hegel leicht, daß jedoch eine kleine Stichwunde von Laien bisweilen über­sehen wird, wurde bereits auf S. 684 erwähnt. Auch die einfachen Hautwunden bedürfen einer eingehenden Untersuchung, um tiefer­gehende Verletzungen mit Sicherheit ausschließen zu können. Trotz­dem die Traumen nicht in die Tiefe eingedrungen sind, können sie, doch, ohne das Brustbein, die Rippen, die Gefäße die Nerven freizu­legen, eine Verletzung derselben bedingt haben. Es kommt vor, daß nur die Haut durchtrennt, die .Muskulatur aber intakt, ist. und doch kann der Habichtsknorpel des Brustbeines verletzt oder eine Gefäß­zerreißung oder eine Nervenquetschung (z. 15. des Plexus brachialis) eingetreten sein. Es ist erforderlich, auch bei einer einfachen Lappen­wunde in der Haut der Vorbrust sich immer daveii zu überzeugen, ob das Manuhrium sterni und die tieferliegenden 'Peile intakt sind. Dies ist in der Regel leicht.
Schwieriger gestaltet sich schon eine exakte Diagnosenstellung bei den Wunden der zweiten Gruppe, bei den MnskclwiilKlcii, Es wurde schon erwähnt, daß diese vielfach recht tief in die Gegend der vorderen Brustapertur reichen. Es ist manchmal nicht leicht festzustellen, ob die Knochen verletzt Mud oder ob gar ein l'leurasack eröffnet ist. Wenn bei Vorbrustverlctzungen hochgradige Bewegungs-
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Wunden an dor Vorderlmist.
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Störungen vorliegen, so empEeblt es sich, immer genau das Brustbein und vor allein die vorderen Rippen und dio benachbarten Knochen (Skapula
und Ilumerus) zu untersuclieii.
Die Wunden mit Verletzung der Ftippeni des Brustbeines.
der großen Gefäße usw. sind in der Regel leicht an diagnostizieren, Wenn das Trauma so hochgradig eingewirkt hat, daß lirustbeiti- und Bippenfrakturen vorliegen oder daß große Gefälle verletzt sind, so zeigt, sieh dies schon an der Fuuctio laesa und an der starken Blutung.
Es ist unbedingt erforderlich, sich bei Jeder tieferen Brustwunde davon zu Überzeugen, was in der Tiefe verletzt ist. Wartet man erst einige Tage zu. so ist die Schwellung in der Kegel so hoch­gradig, daß eine Fraktur des Sternunis oder der Hippen nur schwierig nachzuweisen ist. Ob große Gefälle durchtrennt sind, ergibt sich ja schon aus dem umfange der Blutung. Bisweilen findet man gerade bei kleinen Hautwunden und grölleren Zusammenbangstrennnngen in der Tiefe einige Zeit nach dem Unfall ein stark ausgebreitetes Em­physem. 3Ian hüte sich, aus dieser Erscheinung a priori auf eine Er-öffnung des Pleurasackea oder gar auf eine Verletzung der Trachea oder der Lungen zu schließen, worauf Möller und Bayer schon mit Hecht liingewiesen haben.
Prognose. Die Vorhersage ist ganz von der Ausdehnung und der Tiefe der Wunden abhängig.
Die einfachen lliiii(\viiiilt;leii sind zweifellos am günstigsten zu beurteilen. Je früher mau zur Behandlung des Pferdes kommt, um so besser ist es. Wenn festgestellt ist. daß in der Hauptsache nur die Haut von ihrer Unterlage abgehoben und .selbst im Zusammenhang getrennt ist, so sind die Befürchtungen betreffs schwerer Komplikation nur gering, und es handelt sieb in der Hegel nur um die Frage, ob solch große Hautlappen, wie Fig. 184, 1^5 und IHH zeigen, zu erhalten sind oder nicht. Bei peinliehst sauberem Vorgehen, exaktem und vor allem frühzeitigem Vernähen gelingt es sehr häufig, auch große llaut-lappen zur Anheilung zu bringen.
Schon schwieriger gestaltet sieh die Prognose bei den
Wunden der Muskulatur. Hier kommt es vor allem nur die Lage,
die Richtung und die Tiefe der Wunde an. Diejenigen, welche ober­halb des Habiohtsknorpels liegen und den M. sternomandibularis, sternohyoideus und sternothyreoideus oder Teile dieser Muskeln
durchtrennen, sind am wenigsten günstig zu beurteilen, liier ist leicht die Möglichkeit gegeben, 'daß die einsetzende Eiterung in dem lockeren Pindegewebe weit um sich greift und in die. Hrustfcllsäeke
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592nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Krankheiten der VorderbruBt,
perforiert, weil das Wundsekret an ersterer Stelle keinen guten Abfluß hat und daher zur Senkung naeh dem Brustbeine beziehungsweise nach der vorderen Urustapertur zu neigt.
Wer Gelegenheit hat, viele Patienten mit Vorbrustwunden zu bebandeln, wird bald zu der Überzeugung kommen, daß von den Muskelwunden diejenigen am sichersten heilen, welche im Boreiche der seitlichen Brustfurohe liegen, wie die in Fig, 18(3 abgebildete, also Wunden, deren Sekret leicht Abfluß hat. Die Aus­dehnung der Muskelverletzung der Pars descendcns und des M, cleido-mastoideus ist weniger von Bedeutung, die Heilung dauert bei aus­gedehnter Durchsohneidung dieser Muskeln höchstens einige Wochen länger. Viel wichtiger ist. dab die Brustapertur noch einigermaßen be­deckt und die Pars praesoapularis nur in ihren oberflächlichen Schichten durohtrennt ist. Ferner ist die Prognose zweifelhaft zustellen, wenn das Brustbein bei Verletzung der Pars transversa oder der Pars de-soendens m. peot. superf. zwar noch von Muskulatur bedeckt ist. die Wunde aber bis nahe an das Brustbein heranreicht. In solchen Fällen können die dünnen, das Brustbein noch bedeckenden Muskelstttmpfe leicht nekrotisch werden und das Sternum so sekundär noch freilegen. Muskelwunden mit ausgedehnter Durchtrennung der Haut sind, selbst wenn zugleich, wie in Fig. 186, große Muskelteile durchschnitten sind, das Wundsekret aber bequem Abfluß bat, günstiger zu beurteilen, als wenn die Haut nur wenig verletzt, in der Tiefe aber leicht die Möadich-keit zum Fortschreiten des Eiterungsprozesses gegeben ist.
Ungünstig bis schlecht sind alle diejenigen Wunden der dritten Gruppe zu beurteilen, bei denen das Brustbein, die Rippen, die Uefitüe, die Trachea in Mitleidenschaft gezogen sind, oder sogar eine Eröffnung eines Pleurasackes und eine Verletzung der Brusteingeweide vorliegt. Werden durch einen eindringenden Fremdkörper große arterielle Qeftißstämme in der Tiefe verletzt, so z. B. die Art. carotis, Art. axillaris, Art. transversa scapulae, Art, cerv. asoendens usw., so sind die Patienten vielfach schon eher ver­blutet, ehe der Tierarzt eingreifen kann. Kommt man frühzeitig genug zum Patienten, so ist es bisweilen noch möglich, das blutende Gefäß zu unterbinden, insbesondere wenn es sich um eine der beiden letzt­genannten Arterien handelt, deren Lumen verhältnismäßig klein ist. Dasselbe gilt von den Venen (V. jugnlaris, V. cepbalica). Gelingt die Blutstillung und sichere Unterbindung, so ist. wenn nebenbei nur die Muskeln verletzt sind, die Aussicht atif ileiliuig nicht viel ungünstiger wie bei einfachen Muskelwnnden,
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Wunden an der Voiderbrust.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;698
Schlecht ist Jede Vorhrustwundo mit Brustbein- oder Rippenverletznng zu prognostizieren. Durch wiederholte He-obaebtung .sind wir zu der Überzeugung gelangt, daß in allen Fallen. in denen sieh Verletzungen des Storniinis vorfinden, sei es in Form von ßrustheinf'rakturen oder nur in (Jestalt von kleinen Knoehen- oder Knorpelabsplitterungen (Fig- 187), Brustbein­fisteln zurückbleiben, welelie in der Regel spdter inoperabel oder unheilbar werden, Stellt sich in solchen Fällen im Verlaufe der sonst regelmäßigen Wundbeilung, trotzdem die Knochen- oder Knorpelstüoke entfernt wurden, nach S—14 Tauen eine sieh hart und vermehrt warm anfühlende, diffuse, phlegmonüse Verdiokung in der Umgebung der Wunde an dem dorsalen Teil der Vorbrust (Habichtsknorpel) oder mehr ventral gelegen (vorderen Stornebrae) ein. so sind dies die siehorsten Zeichen einer Nekrose des Habiohtsknorpels oder der Syn-chondrosenseheiben oder einer eiterigen Üstitis und Üsteomyclitis mit Sequesterbildung an den Sternebrae,
Erst im letzton Jahre liatto ich in unserer Klinik Gelegenheit, drei Fülle von Yorbnistwuiulen mit Braatbeinverletzung zu verfolgen. In dem einen Fall wurde in der Wniulo eine Abtrennung eines Stückes vom Habichtsknorpel gefunden, und trotzdem dies Stück entfernt wurde, zeigte sich nach soclis bis acht. Tagen eine immer uiohr zunehineiulo phlegmonöse Verdickungj und es bildete sich eine Knorpellistol .ans. In lt;len anderen Fällen war durch Auflaufen des Pferdes auf eine Wagenfeder die rechte Seite der vorderen Sternebrae (Fig. 187) von Muskeln ontblüßf. Trotzdem das eine Mal nur einige erbsengroße StUckohen von den Synohondrosenacheiben abgesprengt waren, nahm im Verlaufe der Heilung der Muskelwunde die Schwellung in der unteren Vorbrustgegend sehr stark zu. Die Eiterung war hochgradig und man gelangte mit der Sonde auf ranhon Grund. Es zeigte sich mit jedem Tage mehr das Bild der Brust-beinfistel. Demzufolge mußte der Patient für unheilbar erklärt, worden.
Liegt ein Rippenbruch vor. so sind fast immer zu gleicher Zeit große, Gefäße verletzt oder es ist die Pleurahöhle eröffnet (Stockfleth). In solchen [''allen lohnt es sieh ebenso wie bei Brust-beinverletzungen nicht, überhaupt eine Behandlung einzuleiten, und es empfiehlt sich, die Pferde von vorneherein durch Sohlachtung zu ver­werten.
Wie gefahrlieh häufig kleine, aber tiefe Wunden an der Vor­brust werden können, zeigt uns ein von Stramitzer beschriebener Fall.
Ein Armeepferd war mit dor Vorhrnst auf dio Lanze dos Vorderreiters aufgelaufen und fügte sich durch diese in der Hoho dos Ilahichtsknorpols, rechts von der Medianebene, eine kleine, aber tiefe Wunde zu. Die Haut-
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594nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Krankhalten der VordsTbruet.
wunde wurde vergrößert, und es wur das Befinden ilos Tieres In den ersten drei Wochen befriedigend. Plützlich stieir die Körpertemperatur ant' -lO'T) und das Tier verendete nach seobs 'ragen unter den Erscheinungen einer Lungen­entzündung und Beptikopyätnie. Lokal bestand starke Schwellung, Biterung usw.
Die Sektion ergab im wesentlichen folgendes: In den Brustfellsäcken i / einer blutig-gelblichen, durchsichtigen Flüssigkeit. Im übrigen ist das Brustfell glatt, glänzend und durchsichtig. Die Lungen stehen im mittleren JSxspirations-stadium, die linke ist hell-, die rechte ist dunkelrot gefärbt. Heim Darüber-streichen machen sich stellenweise bis haselnußgroße Knoten bemerkbar. Die Durchschnittsflächen beider Lungen zeigen an mehreren Stollen kleine, zirkumskripte Horde, welche erbsen- bis bohnengroß, teils schwarz oder graurot gefärbt sind, teils eiterige Massen enthalten. Diese Horde linden sich vorwiegend in der rechten Lunge. In den Lungenvenen zeigen sich zahlreiche Thromben, welche schwarzrote Farbe und brüchige Be-8c lia ff6nheit haben.
Nach lierausnahme der Lunge und Entfernung der linksseitigen Rippen, wurde der Wun d k anal von der Vorbrust aus gespalten und man fand, daß er sich bis in die vordere Plohlvene erstrockte. In der Wand der letzteren fand sich eine runde Öffnung. Diese, kleiner als dio Dicke einer Stahlrohrlanze, ist, durch einen htthnereigroßen Thrombus vorlogt; derselbe ist adhärent, sehr brüchig, schwarzrot gefärbt und verbreitet einen penetranten Geruch. Nach Ablösung dos Thrombus zeigt sich dio Intima schwarzrot und trübe. In der fechten V urk ammer, dicht neben der Einmündung der vorderen Hohlvene, sitzt auf dem Endokard ein zirka markstückgroßer, länglicher Thrombus von gleicher Beschaffenheit, welcher mit dem Messer nur schwer zu ent­fernen ist,laquo;
Stamitzer resümiert sein Urteil dahin, daß durch das Scbuhende der Lanze die Vorbrus t m nsk nl a t u r vorletzt und oiuo raquo;Durchbohrung der vorderen llohlvcne und Verletzung de.i Endokardiums der rechten Vorkammerlaquo; stattgefunden halte. Zunächst war dor ICrankhoi ts­verlauf ein regelmäßiger, sodann trat fan liger Zerfall des Thrombus durch Infektion von außen ein, welcher allgemeine Kürperinfektion im Gefolge hattelaquo;.
Dieser Fall lehrt uns. wie vorsichtig man bei der Prognose der kleinen, aber tiefen Vorbrustwundeii sein muß. Man darf nie vergessen, daß sieh im Anschluß an tiefergehende Vorbrustwunden ausgebreitete. abszedierende Phlegmone im Bereiche der Vorbrust, subfasziale und intermuskulflre Phlegmone am Vorarm, die schon angeführten Prozesse am Brustbein, eiterige und jauchige Pleuritis, Peri-karditis usw. einstellen können. Ferner können die Gefäßwände, besonders die der venösen Gefäße in Mitleidenschaft gezogen werden und sieli eiterige Thrombophlebiten mit nachfolgender Septiko-
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Wunden an der Vonlcrlmist.
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pyämie ausbilden. Bndlioh sind auch die benachbarten großen Ge-ienke (Sohultergeleak, Ellenbogengelenk) zu beachten,
Einen sehr lolirreulicn Fall einer VorbruBtwundo mit Komplikation von eitorifror Tlironi bophlcbitis dor Vena bracli iali ,s, radialis und cepbalica bat Fröhnor im Jahre 1896 beschrieben.
Einem Pferde war eine Deicbsel an der linken Vorbrustseite einge-drnngen und hatte eine große, sehr tiefe, bis zum Armbein reichende Wunde veraraacht. Nach i'S Tagen entwickelte sieh bei dein Patienten deutlich das Bild einer Supraskapul ari slii h inung (Abblatten), während die anfangs vorhandene Hangbeinlahmheit zurückging. Zu gleicher Zeit trat eine abszedlerende eiterige Thrombophlebitis an der Innenseite des Vorderscbonkols auf und das Tier verendete 5 Wochen nach der Einstellung in die Klinik.
Bei der Sektion ergab sich, daß die Wunde zwischen Schulterblatt und Thorax bi^ zur .'!. Rippe reichte. Der Venenstamm am linken Vorder-schenke! (V. brachialis, radialis, cepbalica) war vollständig durch graurote throtnbotische Massen angefüllt. En der Gegend der Vorderfuß wurzol sind die thrombotisohen Massen eingeschmolzen und die umgebende Muskulatur mit eiteriger Flüssigkeit durchtränkt und es haben sich in der Unterhaut im Bereiche der V. radialis kleine Eiterhöhlen ge­bildet, die zum Teil aufgebrochen sind. Diese Erkrankung reicht, bis zum Huf.
Eine Zerreißung oder Verletzung des Nervus suprascapu 1 aris wurde nicht ermittelt. Eröhner nimmt an, daß das Abblatten vielleicht durch eine Xeuritis phlegmonosa bedingt war.
Die durchdringenden Vbrbrustwunden sind nicht alle ungünstig zu beurteilen. Dies lehrt ein von Arbeltier beschriebener Fall. Einem Pferde war eine Wagendeichsel in die Vorbrust eingedrungen uiul es entwickelte sich eine raquo;langandauernde Pleuritislaquo;. Trotz dieser schweren Komplikation wurde der Patient geheilt.
Anderseits zeigen uns die Veröllentlichungen von Nurd und Bergeon, daß durch den bei der Heilung- von Vorbrustwunden auf­tretenden Eiterungsprozeß für den Patienten lebensgefährliche Folgen insofeme sich zeigen können, als selbst in der Nähe der Eiterung liegende starke arterielle Gefäßwände so sehr alteriert werden können, daß sie nach einiger Zeit reißen und eine unvorhergesehene Kom-pükationj welche den Tod des Tieres zur Folge hat, bedingen. Nard und Bergeon beobachteten, daü bei einem Pferde, dem eine Wagen­deichsel in tue. Vorbrust eingedrungen war, nach sieben Tagen plötzlich eine Zerreißung der Achselarterie eintrat und der Patient verblutete, über die Veränderung in der Gefäßwand fehlen leider weitere Aufzeichnungen.
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;quot;)!)()nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Krankheiten der Vorderbruit.
Neben diesen bisher betrachteten Wundinfektionskrankheiten im engeren Sinne (Eiterung, Septikämie und Pyttmie usw.) linden wir im An.seh In 13 an die Vorhru.st wunden Jeder Art auch nicht selten die als \V u ndi n l'ek tio n skrankheiten im weiteren Sinne be­kannten Komplikationen, den Starrkrampf, das maligne ödem, das Petechialfieber usw. Da sieh gerade die tiefen Vorbrustwunden nur schwer reinigen lassen, so findet man den .Starrkrampf im Anschluß an diese verhältnismäßig oft, Ich konnte mehrere Fälle verfolgen, wo trotz bis dahin glatt verlaufender Heilung von Vorbrustwunden sich nach 10 — IdTageu plötzlich die Erscheinungen des Tetanus einstellten.
Theraplei Bei der Behandlung aller Vorbrustwunden kommt es wie bei allen Wunden darauf an, daß sie nach den (JrundsHtzen der Antisepsis behandelt werden, indem man sie zunächst gut reinigt und etwa vorhandene Fremdkörper entfernt. Sodann bemühe man sich, nach Möglichkeit die Blutung zu stillen. Die weitere Behandlung richtet sich ganz, nach der Beschaffenheit der Wunde.
Zunächst ist die Frage im allgemeinen zu entscheiden, ob die Wunden der Vorderbrust genäht werden sollen oder nicht. Es kann eingewendet werden, daß man Bakterien mit einnäht und dadurch eine bessere Entwicklung derselben begünstigt. Demgegenüber hat aber die Erfahrung gelehrt, daß die Komplikationen, insbesondere mit Tetanus oder malignem ödem, auch dann nicht verhindert werden können, wenn man offene Wundbehandlung einleitet. Denn die Erreger sitzen in dem gequetschten Gewebe und werden weder von der atmosphärischen Luft noch von der Wundflüssigkeit beim Ausspülen erreicht. Anderseits unterliegt es keinem Zweifel, daß durch sach­gemäße Naht das Gewebe und namentlich hei Lappen wunden die Haut erhalten und dadurch der Heil verla uf günstig be­einflußt und abgekürzt werden kann. Bei derartigen Lappen be­obachtet man, wenn man diese nicht in die ursprüngliche Lage zurück­bringt und durch die Naht fixiert, daß dieselben namentlich an den Rän­dern nekrotisch werden und deshalb später abgetragen werden müssen. Ferner schlägt sich der Lappen durch die elastischen Gewebselemente und durch die einsetzende Schwollung am Grunde- nianschettenartig um und gibt zu wulstigen Verdickungen der Ränder Veranlassung. Aus diesen Gründen vertritt auch Eberlein den Standpunkt, daß Lappenwunden der Regel nach zu nähen sind. Allerdings ist immer für genügenden Abfluß des Wundsekrotes Sorge zutragen.
Bemerken möchte ich noch, daß vielfach infolge der Spannung, die dureb die nachfolgende Entzündung noch erhöht wird, die Rand-
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WBBSIHWRJIU—L.-JJV.-
Wunden an dor Vurderbrust.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 597
partion des Lappens in einer AusdebauDg von I—2claquo;i trotz der Naht bisweilen nach aeht bis zehn Tagen nekrotiseh werden. Hierdurch wird aber der Heilverlauf nicht wesentlich ungünstiger gestaltet, weil in­zwischen der Lappen bereits auf der Unterlage angebeilt und dadurch fixiert ist.
Gehen wir nach diesen allgemeinen Erörterungen zur Betrachtung der bei den ei n zelnen Vorbrust wunden angezeigten Therapie Über, so dürfte nach folgenden Gesichtspunkten zu verfahren sein.
Bei den einfachen HautWUUdeU, insbesondere bei den in Fig. 184, 185 und 188 abgebildeten grollen Lappen wunden, soll man. was die Hautlappen betrifft, möglichst konservativ verfahren; ein Umstand ist jedoch zu berücksichtigen, daß man niimlieh für einen genügenden Abfluß des Wundsekretes sorgt. Nach gründlicher Reinigung der Wunde und deren Nachbarschaft, quot;wenn nötig mit Seife und Bürste, rasiere man die Hautninder ringsherum 2 — 8 cm weit und spüle die ganze Wundiliiehe mit abgekochtem Wasser, physiologischer Kochsalzlösung, dünner Sublimatlösung u. dgl, ab.
Soweit es sich nur um einfache klaffende Wunden handelt, ist die offene Wundbehandlung nach den Q-rundsätzen der allgemeinen Chirurgie in Anwendung zu bringen.
onbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;or1
Bei den groben Lappenwunden schlage man probeweise den Lappen zurück und ermittle die tiefste Stelle, an der das sich bil­dende Wundsekret sich ansammeln wird. An dieser Stelle lege man möglichst in sagitttaler Richtung, d. h. parallel zur 'Medianebene, eine zirka b cm lange G egenöf'fnung an. Sind mehrere Taschen vor­handen, die nicht durch eine öegenöffnung zu verbinden sind, so scheue man sich nicht, mehrere Offnungen anzulegen. Sodann ver­einige man die Wundränder durch Knopfnähte, Klammer- oder fortlaufende Nähte. Zunächst wird ein Hautlappen wie in Fig, 181 und 185, natürlich an den beiden freien Ecken, fixiert, weil man ihn sonst leicht verzerrt. Liegt die breite Basis der Lappen nicht hori­zontal, sondern an den Seiten, so dab er nach rechts oder links, wie in Fig. 188. zurückgeklappt werden kann, so genügt es, wenn man die unteren Wundwinkel in einer Länge von 5 cm nicht vernäht, oder daneben, wie in Fig. 189, mit der Schere oder dem Messer noch eine üegenöll'nimg anlegt, so dab jede Sekretverhalt u ng aus­geschlossen ist. Es empfiehlt sich dann, in die GegenöHhung und in den unteren Wuiuhvinkel (Fig. 189) ein Stück Jodoformgaze oder sonst steriles Verbandmaterial als Drainage oder ein Draiurubr einzulegen, weil sich die Hautwunden, wie die Erfahrung lehrt.
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Kranklu'iten dor Vordorbrust.
in den ersten -4 Stunden manclimal bo sehr zusammenziehen, daß unter gleiohzeitiger Verklebung der Wundränder ^idi das Wundsekret unter dem Lappen ansammelt, Die durch Naht recht engd—2 laquo;/(Ab­stand) vernähten Wundränder werden mil deckender Paste (Airol-paste, Lenicetpasto oder mit Jodoform- oder [ohthyolkollodium und kleinen Wattebäuschohen) abgedeckt und nun der Patient umgekehrt
Fig. 188.
rig. 18'.).
llaatwuinlG an dor Vorbrust in fast sagtttalor Uicbtuiig vorlaufond, [jappon itiit Iroitoi Basis tisicIi links
zurfickgolctappt (Figf. ins). In Fig. isit Wundrändor dureb 86 tiefte (gemisebto Naht, abwechselnd eine
[Cnopfnaht und eine ftflchelsohe Klaromor). QegenöfTtxnng jui der tiefsten stollo in derKäbe dosVorarmcs,
Tupfer In dieser und im unteren Wninlwinkcl.
in den Stand gebunden, damit er sieli nicht an der Krippe usw. scheuern kann.
Am nächsten Tage wird aus den GegenölVnungen oder den unteren Wundwinkeln die üaze entfernt und nun kommt es darauf an, daß die Pferde möglichst lauge hochgebunden erhalten werden können. Vor allen Dingen sorge man dafür, daß man nicht. wie dies früher vielfach praktiziert wurde, durch Irrigationen den mit der Unterlage bereits wieder verklebten Lappen durch
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Wunden an der Vordeibrnst.
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den Druck der Irrigatinnsflüssigkeit von noucin abliebt. Man lasse den Patienten bei guter Futterauinalimc nicht ansteigender Tem­peratur ruhig stehen und wasche nach 5—(i Tagen nur äußerlich das abfließende Wundsekret ab. Die Fäden dürfen vor dem H.—10, Tage nicht entfernt werden und man kann so. vorausgesetzt, daß der Lappen genügend Blutzufuhr hat, sehr große HautstUoke zur Anheilung bringen.
Es kann vorkonuuen, daß kleinere Teile großer Hautlappen, insbesondere die Ecken, infolge mangelnder Ernährung nckrotisch werden. Die Teile fühlen sieh dann kalt und pappig an, die Maare sind angetrocknet und der Teil des Lappens erscheint dellenartig ein­gezogen. Hierdurch lasse man sich nicht täuschen, warte zunächst die Anheilung der größeren Teile 8—10 Tage ah und entferne erst dann die nekrotischen. mumifiziertennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;y\g iqq
Partien mit Hilfe der Schert!.
Sind kleine Teile der Haut nicht angeheilt, so wird nach Abtragung der nekrotischen Partien durch offene Wundbehandlung (Waschungen mit essigsaurer Tonerde und nachfolgen­dem Bepudern mit Trockenpulver) die Heilung angestrebt.
Die Narben ziehen sich an der Vorbrust in der Regel stark zu­sammen und sind nur klein.
Bei allen Wunden an der Vor-
Vorbrustwand nfloh Boargolftt. (\us Bayers OperatlonBlohre.)
brust ist es ratsam, einen Verband anzulegen. Bei den in den unteren Teilen der Vorbrust befindlichen Wunden lege man, wie in Fig. 190, einen Schutzverband aus reiner Eein-wand an. der an dem Deckgurt, um den Hals und um den Vorder­schenkel befestigt wird; bei den hochliegenden Wunden empfehlen sich die Verbände nach Vennerholm (Fig, 191).
Die Behandlung der Muskelwmideii erfordert vor allem eine genaue Feststellung der Tiefe und Ausdehnung der Muskeldurch­trennung. Nach erfolgter Blutstillung, nach gründlicher Reinigung der Wunde, nach genauer Feststellung, ob nicht in der Tiefe noch Fremdkörper (Holzsplitter etc.) vorhanden sind, nach sorgfältigem Rasieren der Wundrändcr der Haut, nach Äbtragen zerrissener Muskelteile und nochmaliger Berieselung der ganzen Wundfläche mit desinfizierenden, aber nicht konzentrierten Lösungen geht man dazu
über, die Tiefe der Wunde zu ermitteln und vor
allem naclizu
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Krmiklieiten dor Vorderbnist.
weisen, ob TaBobenbildung eto. hinter nicht durcbsohnittenen oder zerrissenen Muskelteilen vorliegt. Liegt Taschenbildung vor, so scheue man nicht davor zurück, durch Abtragung oder Spaltung weiterer Muskelteile eine zu a m men h Ungen de Wundhöhle herzustellen oder gar durch den Muskel hindurch (iegenö f'fnungcn anzulegen und ein Drainrohr einzuführen. Hierbei achte man aber immer darauf, möglichst weit vom Brustbein entfernt ZU bleiben (bei Wunden wie die in Fig, 18b). Aus der Wunde
hervorhängende Muskel-Pig. 191.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;fetzen des M. cleidomasfoi-
deus oder der Pars descen-dens oder dor Pars trans-versa m. pect. superf. trage man ab und tamponiere die Wunde in der Tiefe mit steriler Gaze in den ersten Tagen aus. um hier keine allzu frühzeitige Verklebung und womög­lich späteres Fortschrei­ten der Eiterung nach der Brustapertar hin zu bekommen. Reicht eine Wunde wie in Pig. 186 nach hinten bis an die dio vordere Brustapertur be­deckende Pars praesoapu-laris m. peotor prof., und ist dieser Muskel noch teil­
weise verletzt, so tampo-
Verband für Vorbrustwanden *'l('. nach Vonnorholm.
niere man bis an den Mus­kel heran, sondiere aber in diesem selbst nicht. Hai der Tampon erst einige läge ge­legen, so schließt sieh der Wundkanal von hinten her allmählich. Es
empHehlt sich, in den ersten 2.....6 Tagen abzuwarten und die
Pferde hochgebunden stehen zu lassen, die äußeren Wund-tliichen mit Trockenpulvern einzupudern und bei Wunden wie in Fig. 186 nur den oberen und den horizontal verlaufenden Haut­winkel ZU nähen, die Wunde unten aber freizulassen. Später empfehlen sich Irrigationen von Wundflüssigkeiten, welche die
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Wunden .'in doi Vorderblust,
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Wuudhühle reinigen und die Sekretion besolirdnkeni als solche sind Kreolin. Lysol, Baoillol, Sublimat, Siiblamin, Hydrogenium poroxydatum ini'ilic.. (3%) usw, zu nennen. Vorhand wie oben.
Wie schon bei der Besprechung dvi- Prognose erwähnt wurde, sind die Wunden, welche die vom Hahiohtsknorpel zum Kopfe zic-bende Muskulatur betreffen, die ungünstigsten. Hier gibl es leicht Eiterversenkungen oder Fortkriechen der Eiterung nach der Brust-apertur zu. .Man scheue daher nicht davor zurück, die Wunden nach der seitlichen Brustfurche zu zu erweitern (unter Schonung der Venen) und tamponiere diese Wunden ^ut aus. um zunächst eine abge­schlossene Bohle zu erzielen. Man achte auf Schwellungen im lie-reiche der Unterhrust und kontrolliere täglich die Körpertemperatur.
Grundprinzip bei der Behandlung der Muskelwunden muß immer sein, die Eiterung nichl nach hinten schreiten zu lassen und jegliche Versenkung nach dem Sternum zu dadurch zu ver­meiden, daß man Qegenöffnnngen in der Muskulatur oder Drainrohre einlegt, welche nach der seitlichen Brustfurche zu dem Kiter Abfluß verschaffen.
Die tiefen Vorbnishviimlcn. welche das Brustbein (siehe Ing. 187) oder die Rippen freilegen und welche zu gleicher Zeit durch eine Fraktur dieser Knochen kompliziert sind, sind fast immer unheilbar. Mithin empfiehlt sich in der Regel, die Pferch! durch Schlachtung zu verwerten. Bei Verletzung größerer Blutgefäße sind diese zu unterbinden oder zu umstechen. Die Blutung kann auch durch Tamponade und Vernähen der Wunde gestillt werden.
Mit Hecht, betont Stockfleth, daß die durchdringenden Vorbrustwunden selten sind. Vermutet man eine Eröffnung eines Brustfellsackes, so behandle man die Wunden wie die tiefen Muskel­wundon, sondiere aber nicht durch die vordere ßrustapertur hindurch. Das Allgemeinbefinden des Patienten bietet uns Anhaltspunkte sevrxs für die Beurteilung der Frage, ob eine Pleuritis eingesetzt hat oder nicht. Spätestens findet man dies nach 3—6 Tagen.
Literatur.
VrbeUler, Rac, d'hyg, et do mdd, v.l. rail, 1000. Bayor, Lohrbneb der Vetorinlaquo;rohirnrgie. 'Ml, Frflhncr, KomporKiium iUt spcv.iclitMi i'liirarRic. I'.iut. rrö hncr, Ml^cmoine Cblrurgie, 11)05. — HitI laquo; Ig, [landbucb dorChlrurgie, 1850, Möller- Priok.LeUrbuch dor spoziallonChirurgie, ums. — Nraquo;rd und Bargeon, Referiert ElUnberger-SchOtz' Jahresbericht, 1900, Stookfloth, Uandbnoh dor llerärzt-liehen Chirurgie, 1885, Strauü, Systematisches Handbuch der Veterlnamp;rohlrurgia, islü. Stramitzer, Koltsohrlft für Veterlnärkunde, 1301, - Uhllg, Samp;ohslsclicr Bericht. 1801, — Vennorbolm, Spezielle Operationslehre des Pferdos, 1007.
Baj er- Pröhnor, Uandbach, IM. ill . I.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;m
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Quetsohangen an der Vorbrust,
II. Quetschungen an der Vorbrust.
Definition. Unter Quetschungen an der Vorbrusl verstellt man. im Gegensatz zu den Wunden, bei denen es immer zu Zusammen-hangstreunuogen kommt, die Verletzung der Weiehteile ohne äußere Wunden.
Mach Frölmor habenQaetechwunden nndQuetschangen lt;iiesellieii Ursachen; dank ihrer Khistizitiit btoiht Jedoch die Haul in ihrer Kontinuität unbeschädigt, während die zwischen Haut und Knochen liegenden Weichteile gequetscht werden. Wenn auch die Ursache der beiden genannten Veränderungen dieselbe sein kann, so unterscheiden sieh doch die Wunden der Vorbrust von den Quetschungen hinsichtlich ihrer Symptome, ihres Verlaufes, ihrer Prognose und ihrer Behandlung wesentlich, Wunden sind in der Regel vom Zeitpunkte ihrer Entstehnng an infiziert, bei den Quetschungen braucht dies nicht der Fall zu sein.
Ätfologie. Die Quetschungen an der Vorbrusl können durch Qegenrennen gegen Mauern, gegen die Krippen, gegen un­genügend geöffnete Türen und andere Gegenstände hervor­gerufen werden. In der Kegel werden sie jedoch durch liinger-danernden oder wiederholten Druck seitens des Geschirres, des Kummets oder des Brustblattes vom Sielengeschirr bedingt, Das an­dauernde Ziehen schwerer Lasten, plötzliches ruckweises An­ziehen bei aufgeregten Pferden, plötzliches Hängenbleiben oder Gegenfahren eines Gefährtes gegen Koken des Bürgersteiges, gegen Laternen pfnhle. Prellsteine u. dgl. gehen leicht Veranlassung zu Quetschungen der Vorbrust. Inter Anlehnung an die Untersuchungen Schwyters empliehlt es sich, für Zugpferde die Ursachen der Vor-brustquetschungen in drei Hauptgruppen zu zerlegen.
A. Die Fehler der Zugpferde. Mit der Abmagerung der Zug­pferde schwindet auch A'w natürliche Polsterung in der Kummetlage. unter anderem auch an der Vorhrust. Mit Abnahme des natürlichen Polsters nimmt die Preßwrrkung des Geschirres auf die Unterlage zu. Vor allem wird bei jeder Abmagerung die Form der Brust­blatt- und Kummotlage eine andere. Infolgedessen kommt es viel leichter zu Reibungen von selten des Geschirres, weil bei jedem in dem Ernährungszustand zurückgehenden Tiere das Brustgeschirr zu weit wird.
Nun findet man aber auch angeborene Kehler am Pferde, welche zu Beschädigungen der Geschirrlage Veranlassung gehen können. Schwyter erwähnt als solche l. die fehlerhafte Kummetlage, 2. fehler-
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Quetsobungsn au dor Vorbrust.
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haftea Temperament, 3. Bewegungsunregelmaßigkeiten und Unarten. 4. zu massige Entwicklung des Kopfes,
1.nbsp; nbsp;Für die Kammetlage spielt natürlich die Form der Vorbrust eine große Holle. Eine breite Vorbrust bildet eine gute Kvmimetlage. Diese Breite wird nicht allein bedingt durch die Wölbung der ersten lii]i|)en|uiare, sondern ist auch raquo;von der Stärke der Einlage zwischen .Schulter und Brust und von der Lagerung der Schulterblätter, der Haggelenke und der Ellenbogenlaquo; abhängig. Bei richtiger Lagerung der Schultern soll der Abstand der beiden Buggelenke breit sein, und es soll aber auch zu gleicher /(.'it die Bug- und Schulterpartie möglichst fest mit dem Brustkorb verbunden sein. Schmalbriistigkeit verbunden mit spitzer Bugregion ist immer ein Nachteil.
2.nbsp; Fehler im Temperament sind häufig Ursache von Vorbrust-(juetschungen, indem furchtsame Tiere beim Anziehen vielfach zu sehr ins Geschirr springen und sich dabei verletzen, dasselbe gilt von trügen Tieren, wenn sie plötzlich angetrieben werden.
3.nbsp; Die Bewegungsunregelmaßigkeiten spielen insofern für das Zustandekommen der Vorbrustquetschungen eine Rolle, als beim Gehen der Pferde ihre Längsachsenbewegung keine geradlinige ist, sondern der Rumpf durch die eigentümliche Reihenfolge der Gliedmaßen­bewegung seitliche Schwankungen ausfuhrt. Deswegen zieht ein Pferd sowohl bei Kummet- als auch hei Siclcngeschirrbespannung mit der ganzen Vorbrust niemals gleichmäßig. Es erfährt durch das Vorbringen einer Schulter die ganze' Kummetlage eine Verdrehung um ihre Vertikalachse, und zwar nach der Seite der zurücktretenden Schulter. Brustblatt und Kummet verschieben sich und bewirken Reibungen, die bei breiter Brust und langem Schritt besonders stark sind. Fehler­hafte Entwicklung des Rumpfes sowohl wie der Gliedmaßen, schnelle Gangarten, grolle fortzubewegende Lasten beiordern das Zustandekommen der Vorbrustquetschungen. Bei Pferden mit Untugenden in der Arbeit wird das Auftreten der in Rede stehenden Erkrankungen begünstigt.
4.nbsp; Bei Pferden mit sehr stark entwickelten Köpfen muß das geschlossene Kummet, um es über den Kopf hin wegzubekommen, häufig sehr groß sein und infolgedessen paßt es für die Kunnnetlage nicht, es liegt nicht fest an. Beim Sielengeschirr kommt dieser letzte Punkt nicht in Betracht.
/gt;'. Die Fehler, welche vom Fahrer häufig übersehen werden. tragen vielfach zu Erkrankungen der Vorbrust bei. Die von Schwyter angeführten Mängel betreffen hauptsächlich die Reinhaltung der Mähne.
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QuetsobuDgeti an der Vorbrust.
Für die Vorbrust haben seine Ausführungen jedoch auoh insofern Wert, als er mit Ueelit betont, dali die Vorbrust vor dem Ansolurren /.um mindesten gut auszubürsten ist, Wenn aber eingeriebenes Fett mul Staub die Elaare verkleben, so hat der Fahrer naeli der Arbeit die Haut der ganzen Qesohirrlage abzuwaschen, damit der Schmutz vom vorigen Tage sieh nicht am nächsten Tage in die Haut einreiht.
Ferner achten die Fahrer vor allem nicht genügend darauf, dull die Kummete, Qnterkummete und auoh die Brustblattgeschirre rein gehalten werden, besonders bei Pferden, welche an der Vorbrust schon lädiert sind. Durch schmutziges Rehfell und anderes Polstermaterial können die verschiedensten Erkrankungen hervorgerufen werden. Quetschungen bei Pferden mit anregelmäßiger Kummetlage lassen sieh hesser durch Verwendung von Stellkummeten oder Brustblatt-gesehirren vermeiden als durch Umformung nicht verstellbarer Kum­mete. Kummetkorrekturen vermögen Quetschungen etc. nur dann vor­zubeugen, wenn sie beiderseits angebracht und die Polstermittel so befestigt werden, daß sie sich nicht verlagern können. Filzkissen sind nicht so zu empfehlen wie mit Roßhaaren angefüllte Leder- oder Drellkissen.
Daß endlich noch durch Zusammenspannen von zwei ungleich temperamentvollen Pferden und durch fehlerhaftes Fahren seitens der Kutscher (unregelmäßiges Tempo, ungleiche Zügelhaltung und Schief­stellung der Pferde) Ursachen bedingt werden, welche zur Entstehunff von Quetschungen bei den Pferden beitragen, dürfte einleuchtend sein.
C Die Mängel am Geschirr selbst und häufig auch fehlerhaft liegende Sielengeschirre kommen hauptsächlich als ätiologische Mo­mente für Quetschungen an der Vorbrust in Betracht,
Ihre Entstehung wird begünstigt bei fehlerhafter Form der Kum­mete (zu große, zu kleine, zu weite und zu langtraquo; Kummete), ferner bei fehlerhafter Polsterung derselben, bei ungenügender Festigkeit des Kummets und nicht zuletzt dann, wenn die Haken für die Zuffstränffe am Kummetbügel in ungleicher Höhe oder beide zu hoch oder zu tief angebracht sind, so daß das Kummet beim Anziehen nicht gleichmäßig gegen die ganze Kummetlage angedrückt wird.
Ätiologisch kommt das Brustblattgeschirr entschieden häufiger als Ursache von Vorhrnstq uetsehungen in Betracht als das K u m met, da die Lage des Brustblattgeschirres, d. h. der Angriffs­punkt der Kraft fast ausschließlich die Vorbrust (Buggelonk) ist, während das Kummet auch in der Gegend der vorderen Ränder der Schulterblätter aufliegt, Ferner deckt das Brustblatt in der Regel mit breiterer Fläche
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Qudtsohimgen ftn der Vorbrusfct
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die Vorbrust als das Kummet, es raquo;brenntlaquo; bei Pferden, die diese Be-sohirrung nicht gewohnt sind leichter, und es reiben sidi leichter Schmutzpartikelohen in die Haut ein als heim Kummetgesohirr.
Symptome. Vielfach werden die Quetschungen im Bereiche der
Vorbrust erst bemerkt, wenn die Pferde infolge Sohmerzempflndung an dieser Stelle in der Arbeit versagen. Man kann dann vielfach bereits feststellen, daß es sieb schon um Quetschungen dritten Grades, um Nekrosr handelt. In der Armee hatte ich jedoch, vor allem bei den Artilleriestangenpferden im Manöver öfter Gelegenheit, die Quetschungen von Anfang an zu beobachten, Nach dem Abschirren kann man bei den Tieren eine auffallende Empfindlichkeit in der Geschirrlage nachweisen und nieht, selten linden, daß die Patienten sich infolge des Schmerzgefühles an dieser Stelle reiben oder mit den Zähnen daran nagen. Manchmal sieht man erst nach einigen Stunden an der gedrückten Stelle eine quaddeltthnliohe Ver­dickung in der Haut und Unterbaut auftreten (Hitzknötchen), welche sich anfangs scharf von der Nachbarschaft absetzt, spater diffus in die Umgebung ausstrahlt und. wie Stockfleth erwähnt, sieb wie ein Gürtel an der Vorbrust herziehen kann. Je nach dem Grade der Quetschung behält diese Verdickung, welche auf der Hübe vermehrt warm und auf Druck schmerzhaft ist. die Größe eines Handtellers z, B, bei oder breitet sich in die Nachbarschaft und in die Tiefe aus, so daß man nach mehreren Stunden eine große, diffuse, sicli heiß an­fühlende Geschwulst vorfindet. In der Regel fühlt sieb die Ver­dickung gleichmäßig derb an. Bisweilen Idßl sich auch Pseudofluktuation nachweisen, Durch Ruhe und geeignete Behandlung kann dieses ent­zündliche Odem, darum handelt es siidi in den meisten Fällen, wieder gänzlich verschwinden.
Hat eine Quetschung sehr stark eingewirkt, wie beim Hängen­bleiben eines Wagens hinter einem l'rellstein. oder ist das Pferd mil der Vorbrusl irgendwo gegengerannt, so kann man auch ausgedehnte Blut- oder Lymphextravasate an der Vorbrust linden.
Das Znstandekommen der Verdickungen i.^t sei zu denken, daß die Gefäße durch den Druck zunäcbsl gepreßt und gequetscht, eventuell sogar zerrissen werden. Läßt der Druck nach, so bildet sich durch Austritt von Blut und Lymphe eine httmorrhagische Infiltration; ferner kann durch Exsudation eine Anfüllung der Bindogewebsmaschen statthaben. Bei stark und plötzlich einwirkenden Traumen ereignet sieh eine Zerreißung größerer Untcrhantgefäße und größerer Bindegewebsteile, Das den Gefäßen entströmende Blut sammeli sieb in der durehtrennten Unterbaut an und so entsteht dann ein Hiunatoni.
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QuetBohungen an der Vorbrust.
Bei dein dritten Grade der QuetsoHung, den wir bei den Zug­pferden hftufig linden, kommt es zum Absterben der Haut und Teile der Unterbaut, zur Nekro.se. In der Praxis sehen wir diesen dritten Grad der Quetschung besonders bei den schweren Zugpferden. Die wirtschaftlichen Verhältnisse des Lohnfuhrwesens in den Städten, die Indolenz der Kutscher und der Pferdewärter, bringen es mir sich, daß die ('deine an der Vorbrust der Pferde übersehen oder keiner Beachtung gewürdigt werden. Die Tiere werden trotzdem weiter angespannt und. wie ich eingangs schon erwähnte, kommen sie erst in tierärztliche Behandlung, wenn bereits Nekrose größerer Partien eingetreten ist und die Pferde sich nicht mehr anschirren lassen oder die Arbeit versagen.
Das Absterben der Haut bei dem dritten Grade der Quetschung wird dadurch bedingt, dab bei längerer und wiederholter Einwirkung der Ursache die Zirkulation in der Haut längere Zeit aufgehoben oder bei Zerreißung der ernährenden Gefälle die Blutzufuhr unmöglich gemacht wird. Infolgedessen trocknet das meist von Epidermis ent­blößte Hautstück aus, es wird nicht mehr ernährt und mumifiziert.
Zu gleicher Zeit mit der die hochgradigen Ernährungsstörungen der Haut bedingenden Ursache sind in der Kegel auch durch die verletzte Epidermis Eitererreger bis in die Unterhaut gelangt, so daß die Erkrankungen einen phlegmonösen Charakter annehmen. Man findet dann vielfach geschlängelt verlaufende Lymphstrftnge in der Umgebung des phlegmonösen Herdes.
Dort, wo der stärkste Druck eingewirkt hat, in der Kegel in­mitten der verdickten Stelle, sieht man die Haare glanzlos werden, sie stehen gesträubt oder legen sich der Haut an, das ganze Stück Haut sieht dellenartig eingezogen aus. fühlt sieh kalt undpappig an. Dies ist das beste Anzeichen der eingetretenen Nekrose. Nach einiger Zeit macht sich am Kunde des pappigen Hautstückes eine Zusammenhangstrennung in der Haut bemerkbar, aus der sich blutig-eiteriare Flüssiarkeit entleert. Es beginnt in der Tiefe die dissezierende Eiterung, und wenn man nicht operativ eingreift, stößt sich das Stück nckrotischer Haut erst nach mehreren Tagen ab. Zu gleicher Zeit läßt die Schwellung in der weiteren Umgehung nach.
Man sieht jetzt nur noch eine granulierende Wund fläche, die in den ersten Tagen reichlich Eiter absondert, später trockener wird und ans der Tiefe allmählich abheilt. Die Schwellung betrifft jetzt nur noch die nächste Umgebung des Defektes und verschwindet im Laufe der Zeit ganz.
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Qnetscliungen an der Vorlirust.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; {)()7
Von dem Tage ab, an welohem die QdematOse beziehungsweise phlegmonüse Schwellung einsetzt, hilaquo; zur Verheilung des Haut- und LTnterhautdefektes sind die Pferde besonders empfindlich und widersetzen sioh dein Anschirren etc. Trotzdem werden solche Pferde bisweilen während dieser Zeit noch angespannt und können dadurch leicht ihre Zugfestigkeit einbüßen.
Endlich ist noch /.u erwtthnen, dall mau bei jüngeren Pferden oder älteren Reitpferden, welche eingefahren werden, ferner bei l'ferden. die anstatt Kumtnetgesohirr plötzlich im Sielengeschirr oder umgekehrt arbeiten müssen, in der Q-esohirrlage der Vorbrust häufig Haut­entzündungen zu beobachten Gelegenheit hat. Diese dokumentieren sich durch haarlose, von der Epidermis eutblölUe. gerötete, blutig­nässende Stellen oder als kleine, mit serüser Flüssigkeit ge­lullte Bläschen und späterhin als gröbere konfluierte Flächen, an denen Ilaare durch eingetrockneten Bläschoninhalt, Sehmutz und Schweiß zu Borken und Schorfen verklebt sind. Hebt man solche nach einiger Zeit ab. so findet man die Haut darunter eiterig erkrankt. Diese leichtere Form entsteht ebenfalls durch den Druck und die Reibung des Geschirres auf empfindlicher Haut, besonders wenn die Tiere stark schwitzen. Sie darf nicht unbeachtet gelassen werden.
Während ich auf die durch Quetschung an der Vorbrust be­dingten Abszesse sowie auf die chronischen Zustände (Tylomeeto.) in folgenden Kapiteln noch näher eingehen werde, verweise ich. um Wiederholungen zu vermeiden, betreffs der ebenfalls durch die in Rede stehende Ursache hervorgerufenen Erkrankungen der Knochen. Gelenke. Nerven (Lähmungen) usw. in der Nahe der Vorbrust gleich­zeitig auf die einschlägigen Teile dieses Handbuches,
Diagnose. Die Feststellung der Vorbrustquetschungen macht in der Regel keine Schwierigkeiten. Man muß nur bei scbwerheilenden. ulzcrierendei). leicht blutenden, zur L'hronizität neigenden Wunden (GeschwUren), welche mit Verdickungen in der Haut und unterbaut einhergehen, daran denken, daß wir gerade in der Geschirrlage der Vorbrust vielfach Neubildungen vorfinden, welche sich im Anschluß an eine kleine Hautabschürfung entwickeln können.
Prognose. Die Erfahrung lehrt, daß die einfachen Hauter­krankungen, welche man bei jüngeren, erst eingefahrenen Pferden findet, die jedoch auch bei allen älteren Tieren infolge schlechter Beschirrung, unsauberer Haltung usw. jederzeit beobachtet werden,
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QuetBchuaffen an der Vorbrugt.
prognostisch ^üiirtti^ zu beurteilen sim
i. Durch Fernhalten der ür-
saohe und geeignete Behandlung können die Hauterkrankungen in mehreren Tagen abgeheilt sein.
Dasselbe gilt von den Schwellungen an der Vorbrust Sie gehen in der Regel in wenigen Tauen in Resolution aus. Wenn koine größeren Lymph- odor Blutansammlungen in der Unterhaut vorliegen und keine Infektion eingetreten oder dieselbe nur gering ist, so wird die in den Gewebslüoken befindliche Flüssigkeit bald resorbiert, das zerquetschte Gewebe ersetzt und unter Umständen schon in einigen Tagen der Zustand beseitigt.
Weniger günstig sind in der Regel größere Blut- und Lymph-
ansamn
mlungen in der Unterhaut y.n beurteilen. Hier ist von Wich
tigkeit. welche Therapie man einschlagen will, .Man darf nicht ver­gessen, dab selbst Über faustgroße Hämatome durch Resorption bei genügender Behandlung oft in kürzerer Zeit zur Abheilung ge­langen, daß sieh aber bei zu frühzeitigen! operativem Eingreifen Wundinfektionskrankheiten hinzugesellen können, welche die Heilung wesentlich verzögern.
Prognostisch am ungünstigsten sind die ausgebreiteten phlegmonösen Quetschungsgeschwülste zu beurteilen, bei denen es zu Haut- und Unterbautnokrosen. multiplen Abszedierungen, Eiter­versenkungen und großen intermnskuläron Abszessen kommt, liier mulJ man sieh bei langandauernden phlegmonösen Verdiekungcn im Bereiche des Sternums immer vor Augen halten, daß leicht das Brust­bein in den Eiterungsprozeß mit bineingezogen wird. Abszedierungen im Bereiche des Manubrium oder des Brustbeinkörpers berechtigen immer zu der Vermutung, daß in der Tiefe eine Nekrose des Knochens oder des Knorpels (Habichtsknorpels) sieh als Komplikation hinzu-gesellt hat. In diesen Fällen ist die Prognose schlecht.
Einfache Hautnekrose, Mumifikation, ist beim Fehlen phleg-monöser Schwellung ziemlich unbedenklich. Man muß jedoch berdek-siehtigen. daß manchmal Wochen vergehen, ehe das mumifizierte llaut-stück sieh abstößt.
Vielfach bleiben bei Pferden, die trotz einer vorhandenen Schwel­lung an der Vorbrust nicht behandelt, sondern fortgesetzt zur Arbeit verwendet werden, und zwar an den Stellen, an welchen die Ursache (sohlecht sitzendes Geschirr) immer weiter einwirkt, schwielige Ver­diekungcn in der Haut und Unterhaut zurück (Tylome), welche be­deutende Größe erlangen können. Anderseits bilden auch die Narben in der Geschirrlage immer einen locus minoris resistentiae
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Qaetsobungen an der Vorbrast,
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Es treten leicht Rezidive der genannten Erkrankungen ein. Auch bleiben manche Pferde in dor Geschirrlage dauernd emptindlich.
Tlu'riipio. Bei allen durch Quetschung und Reibung an der Vorbrust entstandenen Erkrankungen der Haul, unterbaut usw. gilt es zunächst, nach Peststellung der Ursache diese lurderhin fernzuhalten. Aus dem im Kapitel raquo;Ätiologielaquo; Gesagten geht schon hervor, worauf
zu
achten ist. Dort ist auch schon ausgeführt worden, wodurch
raquo;tsohungen an der Vorbrusl bintangehalten werden können,
Bei allon Vorderbrustquetsohungen gilt, wie bei sämtlichon Geschirr-drücken der ulto Grundsatz: raquo;Vorbeugen ist besser nU heilen.laquo; Uor Pro­phylaxe ist daher besondere Beachtung zu schenken,
Durch gut verpaßte Kummete oder Sielengeschirre kann das Auftreten von Quetschungen schon vielfach verhütet worden. Bekanntlich paßt ein Knmmel, wenn man zwischen Vorderbrustmitle und Kummet bequem eine Bache Hand einlegen kann. Ferner muß dasselbe an den Seitenflächen der Schulter, dort, wo es dem vorderen Rande der Schulterblätter aufliegt, sieh derartig an­schmiegen, daß man nicht bindurchsehen kann. Endlich ist aber heim so­genannten Federkummet darauf zu achten, daß zwischen Mähnenkamm und Kummetspitze zwei aufeinandergelegte Pinger (beim Stellkummet einer) auf­recht eingelegt laquo;erden können. Vor allem sind zur Vermeidung von Quet­schungen zu lange und zu kurze Kummete zu verwerfen. Bei unregel­mäßiger Kummetlage empfehlen sich von geschickter Hand angebrachte Polste­rungen und Kissen. Ein Sielengesohirr ist schon leichter zu verpassen, es darf nur nicht zu tief hängen oder zu hoch geachnallf sein, so daß es zu weit oberhalb der Schultergeienke liegt. Bei jungen, einzufahrenden Pferden empfiehli sich eine Rehfellpolsterung, die natürlich stets nach Gebrauch zu trocknen und auszustauben, eventuell auszubürsten ist. Zur Abhärtung der Vorbrusl sind häufige Waschungen mit kaltem Wasser, Essigwasser und Lüsungen von essigsaurer Tonerde, Abreibungen mil spirituös-en Losungen (Seifenspiritus, Kampferspiritus etc, am Platze,
Sowohl für die Prophylaxe hei empfindlichen Tieren als auch für die Therapie empfiehlt sirh das Sengolaubsche Patentgeschirr siebe Pig. 205),
Sind bereits Erkrankungen an der Vorderbrust eingetreten, so müssen die Pferde einige Zeil außer Dienst gestellt und die er­krankten Stellen zweokmttßig behandeil werden, Heiden leichteren mit Blasenbildung und leichten [-Jautexkoriationen mit anschließender oberflttchlicher eiteriger Hautentzündung, bei Borkenbildung mil Verklebnno' der Ilaare sind in den ersten zwei bis drei Tagen Waschungen, Kompressen oder Verbände mit adstringieren-den. desinfizierenden Mitteln (essigsaurer Tonerde. Alaunlüsungen, Lüsungen von Burowscher Mischung' einzuleiten. Nach Abstoßung und Ablösung der Borken und Schorfe erscheinen juckreizbeseitigende.
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Quetsobaoffen an dor Vorbroat,
Bolimerzstillende und dockende Salben (Bor-Kokainsalbe, Kreolin-Kokainsalbe, Xovokain-Ichthyolsalbe. Novokain-Teersalbe. Gly/.eriii-salbo usw.) angezeigt, worauf dann nach mehreren Tagen in der Kegel der Prozeß abgeheilt ist.
Bei den schweren Vorbrustquetsohungen, welche mit mehr oder weniger hochgradigen Schwellungen der Haut und Unterhaut ein­setzen, empfiehlt sieh in den ersten Stunden, um vasokonstriktorisch auf die Gefäße einzuwirken, die Applikation von Kälte in der verschieden­sten Form. .Man bringt unter Zuhilfenahme einer Brustgurte einen Ver­band (Leinwand) an der Vorbrust nach den in Fig. 190 und 191 ab­gebildeten Mustern an, polstert mit Watte oder Werg und legt kleine Eisstückchen ein. Ks ist auch angezeigt, von großen Wasserbehältern beziehungsweise der Wasserleitung aus möglichst 12—24- Stunden lang permanente Berieselung mit kaltem Wasser anzuwenden. Nach dieser Zeit beginnt man mit der Anwendung der feuchten Wärme (unter Anlegen desselben Verbandes und Überlegen einer Wolldecke) oder der Üborwärme (Hvdrothermoregulator) und setzt diese Behandluns so lange fort, bis das Odem und die Phlegmone größtenteils beseitigt sind. Dann empfiehlt sich leichte Massage.
Bildet sich die Schwellung in einigen Tagen nicht zurück und liegen Anzeichen vor, daß Haut- und ünterhautnekrose sich hinzugesellt, so setze man mit den Prießnitzschen Verbänden, die in letzteren Fällen mit essigsaurer Tonerde oder Losungen von Burowscher Mischung feuchtgehalten werden, so lange fort, bis sich durch die dissezierende Eiterung der nekrotische Teil abzustoßen beginnt. Dann empfiehlt es sich immer, den nekrotisclien Teil mit Messer und Schere aus dem gesunden Gewehe herauszulösen.
Von Jetzt ab wird die so entstandene Wunde täglich 'zweimal mit desinfizierenden Lösungen gereinigt und abwechselnd mit Trocken­pulvern der verschiedensten Art oder mit verdünnter Tinctura Jodi, Tinct. Aloös, Tinot, Myrrhae, Sol. Zinci chlorati (5—10%) usw. be­handelt. Min leichter Verband aus Leinwand schützt die Wunde vor Verunreinigung von außen
Bei phlegmonösen Prozessen muß man sehr auf der Hut sein und durch feuchte Wärme Resolution oder Abszcdierung an der Ober-Bäche anstreben. Vermute) man Abszesse in der Muskulatur, so darf man nicht vor ergiebiger und tiefer Inzision möglichst weit seitwärts vom Brustbein /urüekscheuen. Man kann auf diese Weise eiterigen Prozessen am Brnstbeia oder Fortschreiten von Phlegmonen nach der vor­deren Brustapertur zu vorbeugen, Das Ableiten der abszedierenden Phleg-
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Brustbeulen.
till
mone nach dor Haut zu wml durcli Einreiben von Jodsalben oder durch Einpinselijngen von Jodtinktur in Verbindung rail der feuchten Wanne befördert.
Literatur.
DIo Lebrbftoher äer Chirurgie für Tlorlnta von Dloteriois, ISUBi StnvuB, isi.v, liortwlg, 1850; Stookfleth, 1881; Hoffmann, 18U3i MSIUr-Fciok, 11)08; Bayer, IflOti Frfthner (Allgo-molno Chlrarglo), 1006i Fröhnor (Kompondlura), 1807! Vonnei'liolra (Oparatlonslobro), 1807i Loob, ParslegU, Boffner (Zeltsobrift tftt Votorlnärliundo), it07: Bartko, iliosos Handbuch, Bd. Itl, 3. Toll, a, Aufl., 1808; Bohwjrtor, VUr Drockiohlldan, Monographie, Horn 1009.
III. Brustbeulen.
Bugbeule Vorderbrustbeule — Unterbrustbeule Seiten-
brustbeule.
Begriff, Einteilung and Formen. AlsBrustbeulen bezeichnet
man in der Veterinttrohirurgie die im Bereiche der Brust als beulen artige; Verdi ckungen auftretenden Eiterungsprozesse und Geschwülste.
Schon im vorigen Kapitel wurde gezeigt, wie mannigfaltig sich die Foleezustände der vornehmlich auf die Vorbrust einwirkenden Quetschungen gestalten können. Auch der größte Teil der Brustbeulen ist darauf zurückzuführen, daß die Vorbrust der zum Zugdienst ver­wendeten Pferde traumatischen Insulten ausgesetzt ist. welche durch die Einwirkung des Geschirres bei denselben oder durcli anderweitige Quetschungen verursacht werden.
Während wir die Brustbeulen bei Reitpferden sehr selten finden, beobachten wir sie um so häufiger bei den im Kummet­oder Sielengeschirr arbeitenden Wagenpferden und Zugpferden. Indem das Kuminetgescliirr neben der Vorbrustregion hauptsächlich auf den vorderen Teilen der Schulterblätter aufliegt, übt das Sielen-gesohirr außer auf seitliche Schultergelenkspartien den Hauptdruck auf einen zirka 20 cm breiten, horizontalen Streifen der Vorbrustpartie in der Mühe der genannten Gelenkt' aus. Beide Beschi rrungs-arten drücken mithin auf die erwähnte Vorbrustgegend, das Sielengeschirr aber stärker als das Kummetgeschirr, und es darf deswegen nicht wundernehmen, wenn gerade diese GegendLieblings-sitz der durch mechanische Einwirkung entstandenen Veränderungen ist.
Audi an den übrigen Teilen des Thorax und durch andere Ur­sachen können sich krankhafte Zustände der in Rede stehenden Art ausbilden.dieselben sind jedoch beiweitem nicht so häufig wie Q.uetschungs-gcschwiilste auf der Basis von Geschirrdrücken,
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61!
Brustboulön,
Dii^ Richtigkeit dieser Erürterungen wird durob die Tatsache be­wiesen, daß wir die meisten Quetscbungsgeschwülste und deren Folgeleiden in unmittelbarer Nabe laquo;Ics Buggelenkes antreffen. Erst in zweiter Linie finden wir ähnliche Zustände im weiteren Bereiche der Vorbrust, an der ünterbrust und an der Seiten­brust,
Schon frühzeitig ist von tiertlrztlichen Autoren vorgeschlagen worden, die allgemeine, zusammenfassende Bezeichnung raquo;Brustbeuie' zu zerlegen und sowohl die last immer an derselben Stelle nachzu­weisenden beulenartigen Verdickungen im Bereiche des Bug­gelenkes als raquo;Bugbeulelaquo; als auch die anderen krankhaften Ver­änderungen ähnlicher Art, welche sich an anderen Stellen des Thorax linden, besonders zu benennen. In der Berliner chirurgischen Klinik wird von Eberlein diese Einteilung seit Jahren doziert. Er rechnet auch die an den anderen Brustregionen nicht selten fest­zustellenden ähnlichen Krankheitszustände zu den Brustbeulen im weiteren Sinne und untersHieulel infolu'edessen:
1. die Bugbeule,
quot;J. die Vorderbrustbeule,
.'!. die Unter brustbeule und
4. dit1 Seitenbrustbeule,
Diese Einteilung ist mit Recht deswegen geschaffen worden, weil nach der in unserer Klinik gemachten Erfahrung die an der ünter­brust und an der Seitenbrusl vorkommenden beulenartigen Er­krankungen ätiologisch und anatomisch ebenso zu beurteilen sind wie die Bugbeule und die Vorbrustbeule. Wir linden dort, wie wir bei Besprechung der Krankheiten dieser Thoi'axregionen sehen werden, dieselben Quetschungsgescbwülste und dieselben Tumoren wie im Bereiche des Buggelenkes und der Vorbrust,
Die gesonderte Bezeichnung der Bugbeulen und der Vorbrustbeulen ist ebenfalls zweckmäßig geschehen, Der Bug­beule liegt doch ausschließlich eine krankhafte Veränderung im M. sternocleidomastoideus zugrunde. Dieselbe kann daher mi) Recht als echte Bugbeule oder als Bugbeule im engeren Sinne allen denjenigen beulenartigen krankhaften Zustünden in dieser Region gegenübergestellt werden, welche von anderen anatomi­schen 'feilen ansuchen und daher als Bugbeulen im weiteren Sinne von den echten Bugbeulen zu unterscheiden sind.
Literatur. Bei der großen Bedeutung, welche (lie Üu^-- und Brust­beulen im allgemeinen ererade für den praktischen Tierarzt haben, halte
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llrustlieulon.
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ioh es für angebracht, einen kurzen A-uszug aus den in den tiertlrztliohen Lehrbüchern niedergelegten und in der Literatur veröffentliohten An­sichten über die Ätiologie, die Prognose und die Behandlung derselben vorauszuschicken,
Jordanus Bnffua glaubte, daß die BruBtbeule entstände raquo;quod illa glandula, quae esstat in equi pectore angmentatnr propter bumorea Ibidem ooncarsoslaquo;. Er erwähnt ferner, daß die Drüse leicbt raquo;in apostemalaquo; übergeht und daß raquo;cor ejusdem apostemate posset laedi faciliuslaquo;. Er empfiehlt, ilie Go-schwulst gut auszuschälen, die Blutung durch Anstamponieren mil Hasenwolle (cum pills leporum) zu stillen und geriebenen Kalk, geriebene Traubenkerne usw. auf die Wunde an bringen. (Überlieferung uns der .\litto dos XIII. Jahrhunderts.)
Annnon (1808) liiilt die Brnstbeule für ein Symptom der Druse und mißt dem Druck von selten des (lescliirres keine Bedeutung bei. Erkältung ist nach seiner Ansicht die Ursache, und er unterscheidet heilio und kulto Qoschwülste. Bähungen und [laarseil sind angezeigt.
v, Ten nee k er L820 I beschuldigt schon den 1 )rnck von seiteil dos Geschirres
für die Ursache der Brustbenle. igt;oi bereits eingetretener Verhärtung empfiehlt er schon Radikaloperation (Kreuzschnitt); jode andere (leilmethode liiilt er für lächerlich und töricht, weil dadurch nur Zeit, Mühe und Geld verschwendet wird,
Der betreffs der Ätiologie angegebenen Ansicht v. Tenneckers schließt .-ich Vatel (1829) an. Er boschreibt die Brustbeulen schon roelit ausführlich und empfiehlt scharfe Einreibungen von Terpentin und Sublimat und das Einbrennen weißglühender Eisen in den Eiterherd,
Eisele (1836) vertritt die Ansicht, dab die Brustbcule durch schlecht-passendes Geschirr und vor allem bei Pferden mit raquo;spitziger, plumper oder so­genannter Pistolenschulterlaquo; hervorgerufen wird, und Dieterichs (1841), der schon Geschwülste im Bereiche der Brust von denen im Bereiche des Buggelenkes trennt, warnt davor, diese mit Bolz- oder Milzbrandgeschwülsten zu verwechseln.
Aider den bei Zugpferden, die raquo;schnell laufen müssenlaquo;, vorkommenden Brnstbenlen kennt Schussele (1841) noch solche, welche durch rheumatische Metastasen auftreten. Wegen der erheblichen Lttck eund Verkürzung des Muskels, verbunden mit einseitiger Kopfhaltung, hält er die Erfolge dor Operation für ungünstig.
Während Strauß (1845) vier Arten von Brustbeulen beschreibt (ohne und mit Entzündung, elastisch gespannte und schlaffe schmerzlose), unterscheidet llort-wig (1860) nur zweierlei (Abszesse an irgendeiner Stelle der Vorlmist sowie oino gleichzeitige Erkrankung des Kopf-Hals-Armmuskels und der Bugdrüse . Ursache ist in beiden Fällen eine Quetschung. Da Hertwig die letztere Art nach Hoden­entzündung auftreten sah, hält er metastatische Brustbeulen für möglich,
Die Veröffentlichungen von Förster, Falke, F. und K. Günther, Dinier, Violet, Hübner, Xikorle, Pricker und Armbrecht bieten mir insofern Sonderheiten, als Porster nach einem Abszeß im M. cleidotnast. eine tödliche Lungen-BrustfellenticUndung und Violet bei einem Pferde zehn Tage
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()14nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;BruBtbeulen.
niu'h dem Einbrennon einer Elsenspitee in eine Brustbeale oino Blutung auf­treten sail, welcher dor Patient unter dem Symptom der raquo;Luffembolielaquo; erlagt
In den lot/.ton Jahren sind die Brnstbeulen sehr hdnfig Qogenstand von Veröffentlichungen in den tierllrztlicben Zeitschriften gewesen, auch haben die Veterinärchirurgen der Neuzeit in ihren Lehrbüchern sieh vielfach zu anderen Ansichten bekannt als die älteren Autoren, Es würde zu weit f'iilircn, wenn ich die Meinung jedes einzelnen chronologisch liier wiedergäbe. leh werde deslialli die Beiträge der einzelnen l-'orselier zur .\ t iologi e, Ein tei lung und Therapie der Drustbeulen kurz zusammenfassen.
l'lior die Xtiülogie der liru.-tlieulen erwähnt Möller, daß letztere in der Hegel vom Kopf-Hals-Arminnskel als Myositis apostematosa oder von den unter dem Muskel gelegenen Lymphdrüsen als Lymphadenitis suppurativa ihren Ausgang nehmen, an die sieh dann eine Myositis chronica fibrosa anschließt, Striboldt fand in dem Eiter, den er aus 21 operierten Brustbeulen auffing, einmal Drusestreptokokken, in den übrigen Fällen Botryomycesrasen. Nach Hoff­manns Ansieht ist Druckwirkung von selten des Geschirres die Ursache; prä-disponierend wirken raquo;einseitige Beschäftigung (schiefe Gänge)laquo; und raquo;ungünstige Körperblldung (starke Knochenbildung am Schultergelenk)lt;. Wie Striboldt konnte auch Schmidt (Wien) in einem Falle Drusestreptokokken als Ursache nachweisen, während Hoffmann an anderer Stelle Mischinfektionen mit Druse­streptokokken als Atiologie der Brustbeulen angibt. Wester sah sogar oino Übertragung der Brustbeulen von einem Pferde auf ein anderes bei Verwendung des gleichen Geschirres. Stockfleth, Esser und Siodani grot/.ky erklären mit Kocht die Drustbeulen für Qaetschungsgescbwülste, Ersterer meint, daß die­selben von den Achseldrü.sen ausgelion und durch den Druck erst verstärkt werden. Esser nennt das Leiden treffend eine raquo;Berufskrankheit der Zugpferderaquo;.
Betreffs der Einteilung der Brustbeulen ist anzuführen, daß Fröhnor als Hauptform der Brustbenle nur den abgekapselten Abszeß im M. eleidomast. gelten läßt. Möller und Frick können sich der llertwigschen Einteilung in oberflächliche und tiefe Brustbeulen nicht anschließen, da erstere mit gleichen Prozessen atn übrigen Körper übereinstimmen, Sie unterscheiden die beiden Formen, die im vorigen Absatz bereits angeführt wurden. Mit Recht trennt schon Bayer die Bugbeule von der Brustbenle, letztere stellt nach seiner An­sieht ein Ilygrom des Schleimbeutels an der Spitze des Habichtsknorpels dar, während er als Bugbenle alle Gesehwülsto in der Gegend dos Buggelenkes zu­sammenfaßt, und zwar 1. Abszesse im M. eleidomast., 2. subkutane Abszesse, beziehungsweise eine Verbindung von 1 und 2 und .'!. echte Botryoinykome. Pflug hat eine ähnliche Einteilung der Druekschiiden und Brustbeulen geschaffen; er kennt 1. subkutane Schwielen (Tylomata), 2. Bugbeulen als Geschwülste über dem Buggelenk, .'{. Brustbeulen, in Gestalt von Geschwülsten von der Bursa am Habichtsknorpel ausgehend.
Bemerkenswert sind die verschiedenen, zum Teil abweichenden, in der Literatur niedergelegten Ansichten über die Therapie der Brustbeulen. Es verdient aber erwähnt ZU worden, daß schon Ruffns (1260) die jetzt allgemein
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BriutbeuleOi
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angewandte operative Behandlung prakliziortei l^a jedoch die Operation, wie einzelne Berichterstatter angeben, mit Qefahr für das Leben flos Tieres ver­bunden ist, hat man an Stolle derselben alle denkbaren Behandlungsmethoden vorgeschlagen^
Vlllemin, [mmlnger u.a. empfehlen sehr scharfe Einreibungen (Qe-mische von Sublimat, Kantliariden, Eiiphorbium, Salpeter- und Schwefelsäure); letzterer )j;il)t aber zu, daß große haarlose Stellen zurückbleiben, während ersterer als Ursache eines Rezidlvos nach der Einreibung das zu frühzeitige Wleder-anspannen beschuldigt.
Andere Autoren haben Brustbeulen nach Injektionen in dieselben heilen sehen. Schmidt (Aachen), Hübner, Schilling, Ollmann injizierton Koch­salzlösungen verschiedener Konzentration, Letzterer hat hierdurch sogar bessere Erfolge gehabt als durch die Operation, während Schilling einen tödlichen Ausgang zu verzeichnen hatte, den er jedoch raquo;weniger der Injektion als der starken udembildung und Infektionlaquo; zuschreibt. 01t und Jakohs empfehlen Einspritzungen von Lugolseher Lösung, auch Michalski sah hiernach gute Erfolge.
Neuerdings bat jedoch die Ansicht betreffs Heilung der Brnstbeulen auf oporativom Wege mehr und molir Anhänger unter den Tierärzten gefunden. Nur die Art und Weise der Ausführung ist eine verschiedene. Neuse legt nur einen Längsschnitt an und bringt wiederholt Salpetersäure auf die WundflUchen. Vennerholm reibt in den ersten acht Tagen mit Jodseife ein und operiert dann, er ist Gegner der partiellen Exstirpatlon. Hoffmann hat nach der Bayerschen Operation unregelmäßige Heilung gesehen und benützt jetzt eine raquo;energische, zerteilende und einschmelzendelaquo; Therapie. Er trägt Lngolsche Salbe dick auf und legt darüber einen Breiumschlag. Nach mehreren Tagen troi kariert er oder spaltet.
Malkmus :189(.i) und Frick (1906) sind Anhänger des operativen Ver­fahrens, jedoch operieren sie in der Kegel am stehenden l'ferdo und nähen nicht nur nach Eapselexzision die Haut, sondern auch die Mnskeiwunde durch Ent­spannungsnähte. Malkmus legt noch ein Drainrohr durch beide Wnndwinkel. Baldoni (Klinik zu Mailand) legt durch die Brustbeule mehrere Längsschnitte und zieht, durch jeden ein Drainrohr, das er wie die Naht 10— 15 Tage liegen läßt.
Bayer empfahl zuerst die Exstirpatlon mit nachfolgender Entspannungs-und Knopfnaht sowie Schusterspanvorband. Später schlug der Forscher aber vor, die Entspannungsnaht und den Verband nicht molir anzuwenden, sondern nur die Michelscho Klammernaht. Unter Fröbnors Leitung wurde in der Berliner chirurgischen Klinik ebenfalls die von Bayer zuerst empfohlene Me­thode der Brustbeulenoperatlon ausgeführt; auch Pfeiffer operiert nach dieser Methode mit anschließender Entspannungsnaht, ebenso Konhäuser.
A. Schmidt (Berlin) hat vor kurzer Zeit sich eingebend mit dem Studium der Bug- und Brustbeulen befaßt und betroll's der Operation die in der Berliner chirurgischen Klinik mit der Methode nach Bayer erzielten Erfolge beschrieben.
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Dlt;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Bughtulo.
1, Die Bugbeule.
Begriff. Mil dem Namen Bugbeule (eohje Bugbeule, Bug­beule im engeren Sinne- werden aussohließliob die duroh Eitererreger und (lurch den Botryomycospilz hervorgerufenen krankhaften Veränderungen benannt, welche ihren Sitz im Kopf-Hals-Armmuskel (M. cleidomastoideus) in der Nähe des Buggelenkes haben. .Man Bndet sie in der Regel nur bei Zugpferden, bei diesen aber ziemlich häufig, weil von den Tieren oft ungewöhnlich schwere Zugleistung unter den ungünstigsten Be­dingungen verlangt wird, selten bei Reitpferden. Gewöhnlich ist das Leiden einseitig, seltener beiderseitig.
I'Iut V'orkomnien von Bugbenlen bei den in unserer Klinik zur Behand­lung eingestellten Pferden gibt folgende, von A. Schmidt zusainmengestellte Tabelle Auskunft.
Zülil (lor hchaiHlrllrii Pferde
lierichta-jahr
! llborhaupt
1896/97
963
1897/98
827
1898 it'.'
751
1899/1900
806
1900,01
871
1901 02
801
1902/03
898
1908 01
952
1904,00
762
1906/06
760
1906 i)7
796
1907 08
896
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bandelt
2nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 11
3nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 15
20 1nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 10
19 1nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;2(1
lnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;18
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;27
1 nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;18
1nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;17
18 H-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;50
Die Tabelle besagt, daß von allen in der Berliner chirurgischen Klinik behandelten Pferden dnrrh^rlinittlieh 2#9632;S.'i, (| an Bugbeulen litten. Weitere Prüfungen haben orgeben, daß von allen im Bereiche des Schultergelenkea beobachteten beulenartigenVerdiokungen ungefähr 85deg; 0 ech te Bugbeu) en, also Erkrankungen des M. cleidomastoideus darstellen.
Nach [mminger sollen die Bugbeulen in Süddeutschland seltener vor­kommen als in Norddoutschland, weil hier die Pferde häufiger mit Sielengeschirr gefahren werden,
A-tioIogie. Nach dem derzeitigen Stande der tierärztlichen Wissen­schaft steht fest, daß wir es nicht rail einem, sondern mit mehreren
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1nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; #9632; -.....
Diu Bagbeule,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;(517
Erregern zu tun haben, welche, die Bugbeulen verursachen. Ferner dürfte auch nicht mehr zweifelhaft sein, daß der Inf'ektiensweg- eben­falls kein einheitlicher ist.
Viele ältere Autoren oeigten zu der Ansicht, daß der Druck, don das Geschirr (Kummet oder Sielengesohirr) auf die; Sohultergelenks-gegend ausübt, allein zur Entstehung von Bugbeulen ausreicht. Dies ist nicht zutreffend, vielmehr muß zu gleicher Zeil eine Infektion statthaben.
Wenn auch als direkte Ursache die Infektion anzusehen ist, SO wird doch das Auftreten von liuirbeiden durch fehlerhafte und schlecht sitzende Geschirre, durch falsche Bespannaner, durch Ermüdung der Pferde und endlich durch fehlerhafte Brustformationen wesentlich begünstigt.
Die Infektion entsteht häufig gleichzeitig mit dem Druck. Es treten in der Gesohirrlage durch Reibung oder Quetschung kleine, zu­weilen sogar unsichtbare Abschürfungen an der flaut auf. in welche Krankheitskeime eingerieben werden. Die tieferen Schichten der Haut enthalten bekanntlich Lymphspalten. Von hier aus gelangen die Er­reger in die Lymphbahnen und bleiben nach Eberleins Ansieht an den Stellen des Körpers liegen, die für ihre Entwicklung den günstigsten Hoden abgeben. Solehe Stellen sind an der Vorbrust der M. oleidomastoideus und die in der Nähe des Buggelenkes liegenden Lymphdrüsen, welche bei Zugpferden vielerlei Quetschungen durch das Geschirr ausgesetzt sind und dann die Entwicklung der hierher gelangten Erreger besonders begünstigen. Auf diese Weise erklärt es sich, daß die Eiterbakterien gerade in der Gesohirrlage viel­fach ihre schädigende Wirkung ausüben.
Es ist anzunehmen, daß in vielen Fällen die Bugbeule auf dem eben beschriebenen [nfektionswege zustandekommt, selbst wenn man in der äußeren Haut keine Verletzungen mehr vorfindet. Denselben Weg für die Infektionserreger mull mau auch in den fidlen an­nehmen, in wehdien eine Übertragung durch das Kummet oder Sielengesohirr zu beschuldigen ist.
Wester beschreibt einen solchen Kali, in dorn bei einem Pferd, welches mit dein Geschirr eines anderen, an Bugbeulen (botryomykotisoher Natur?) leidenden Tieres gefahren wurde, Bngbenlen auftraten. Äh'nlicbe Beobachtungen wnrden anoh in unserer Klinik gemacht. Im Jahre 1008 stellte ein Besitzer zwei Pferde ein. Eines derselben litt seit liinjrerer Zeit an einer Bugbeale; nach-ilem ilas andere Pferd in dem Geschirr des ersteren eine Zeltlang gearbeitet liatte, fund sieh bei diesem dasselbe Leiden. In einem weiteren in der Literatur I'.nyiT-rrolincr, lliin.llim-li. Bd. 111., I.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 41
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tilS
Brustboulen,
von A. Schmidt mitgeteilten Falle wurden in einem Bestände mehrere Pferde mit Bugbeulen behaftet gefunden. Alle Pferde hatten in demsolben Brustgeschirr gezogen.
Uie Ansicht, daß die [nfektionserreger,
'k'lio die Buiibeuk
hervorrufen, in der Regel ihren Wog von kleinen Soheuerstellen der Süßeren Haut aus nehmen, wird erhärtet durch einen Befund, welchen man nicht selten bei der Operation von Bugbeulen aufnehmen kann. .Man findet beim Anlegen des Hautschnittes und auch vorher schon beim Verschieben der Haut bindegewebige dünne Strftnge, welche von der Haut durch die unterbaut nach der eigentlichen Beule zu ziehen. Diese Tatsache berechtigt zu der Annahme, daß diese Stränge den Weg bezeichnen, den die [nfektion nach dem Muskel zu ge­nommen hat.
Wenn bisher nur von kleinen, bei der Untersuchung nicht mehr nachweisbaren I laut Verletzungen als Infektionspforto die Rede war, so liegt auf der Hand, daß größere Wunden noch leichter Keime auf­nehmen, welche späterhin Bugbeulen hervorrufen.
Auch auf dein Wege der Hluthahn können nach Eberlein Krankheitskeime verschleppt werden, welche dann heim Vorhandensein der erforderlichen Gelegenheitsursachen (Quetschungen) Bugbeulen be­dingen. Es gelangen leicht von der Schleimhaut des Respirations- und des Digestionsapparates sowohl wie von Wunden an den Gliedmaßen und an anderen Körperteilen Erreger in die Blutbahn und können an Stellen, an denen eine Quetschung eingewirkt hat, liegen bleiben. Hier finden sie in dem erkrankten Gewebe einen locus minoris resistentiae und einen guten Nährboden (Blut- oder Lymphextravasat) zu ihrer Entwicklung. Auf diese Weise läßt sich ebenfalls leicht das Entstehen von Bugbeulen erklären. Die Quetschung von seilen des Geschirres. der doch die Buggelenksgegend beziehungsweise der dort liegende Muskel stets ausgesetzt ist. spielt jedenfalls eine wichtige .Rolle dabei. Daß dies der Fall ist. beweist das Auftreten der Bugbeulen an der typischen Stelle.
Endlich sind Schimmel, Vennerholm u. a, der Ansicht, daß sieh Bugbeulen im Anschluß an kleine Verletzungen an der Vorder­gliedmaße, Streichwunden und eiterige Erkrankungen im Bereiche des Hufes auf dem Wege der Lymphbahn bilden, und daß die Bugbeulen dann von einer eiterigen Infektion der Bugdrtlsen aus entstehen.
Ich habe nur ein einziges Mal beobachtet, daß bei einer sub-faszialen septischen Phlegmone am Vorderschenkel sieh über Nacht eine kindskopfgroße Bugbeule, welche mit Sicherheit als Schwellung
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Die Bugbsule.
619
der Lymphdrüsen in der Qegend des Buggelenkes anzusehen war. entwickelt hatte, Nach 12 Stunden war diese Lymphadenitis aber wieder bis aui' ein Miniimim zurüekge^angen. Es trat keine Ver­eiterung ein.
Bei der großen Anzahl von Patienten unserer Klinik fand ich Jedenfalls noeli nie eine Bngbeule, welche ich als eiterige Lymphdrüsenentzllnd ang im Anschluli an irgendeinen Eiterungs-prozeß am Vordersehenkel hätte ansprechen können. Hingegen habe ich bei der groben Anzahl von Bugbeulenoperationen in den relativ wenigen Fällen, in denen zu gleicher Zeit die Bugdrüsen mit vereitert waren, immer den Eindruck gehabt, dab die Ver­eiterung der Drüsen sekundär eingetreten ist. also vom erkrankten .Muskel aus.
Es ist der Vollständigkeit halber noch anzuführen, dab Para-scandolo die Talg- und Schweißdrüsen quot;der die Haarzwiebeln als diejenigen Stellen ansieht, von denen auf mechanischem Wege die Eitererreger mit der Lymphe in die Tiefe gelangen. Endlieh nehmen Kitt und Jensen an. der Abszeß im Muskel ginge von kleinen infra-thuskulären Lymphknoten aus. zu denen die Bakterien durch die Haarsaok- und DrüsenmÜndungen beziehungsweise durch die Saft­kanäle gelangen.
Mikroorganismen, welche die in Rede stellende Muskelerkrankung hervorrufen, kennt man verschiedene.
Bei der genauen Untersuchung des Eiters aus einer groben Anzahl von Bugbeulen fanden wir bei der Mehrzahl aller Fälle Botryo-mycesrasen und konnten durch die Löfflersche Methylenblau-fiirbung vielfach Mischinfektionen mit Kokken nachweisen. In einer fferinsen Anzahl von hallen wurden nur S t a ph vlokokken ge-funden. und zwar als Mono- und Diplokokken. seltener in Ketten von drei bis vier Gliedern, meistens in dichten Haufen. Vereinzelt waren Streptokokken vorhanden. Das Resultat langjähriger Untersuchungen können wir dahin zusammenfassen, daß die Bugbeulen in 70% aller Fälle durch den Hotryom yeospilz. in 30% hingegen durch St aphylo-kokken und Streptokokken hervorgerufen werden.
In der Literatur sind ferner mehrere Mitteilungen angeführt, aus denen hervorgeht, dab Bugbeulen sich im Anschluß an Druse ent­wickeln. Hierbei ist die L\ in phbahn als derjenige Weg anzusehen, den die Erreger der Infektionskrankheit genommen haben. In den von Striboldt, Pflug, Schmidt (Wien) u. a. mitgeteilten und in mehreren von uns beobachteten Fällen trifft diese Annahme zu.
41*
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Brustbeuleii.
Hierbei konnte allerdings als [Jpsache der Erkrankung eine primäre Lymphadenitis ermittelt werden. Dabei zeigte sich aber das Renierkonswerte. daß beiderseits eine Bugbeule vorhanden und in ihrem Eiter der Drusestreptokokkus in großen Mengen zu linden war. Außerdem wiob der Lokalbefand wesentlich von dem bei den gewöhn­lichen Bugbeulen zu ermittelnden ab. (Vgl. das Kapitel raquo;Eiterige Ent­zündungen und Neubildungen in den BngdrtlsenO
Abgesehen von den Drusestreptokokkon, die, wie oben erwähnt, dio eiterige LymphdrUßenentzUndung und sekundäre Muskelerkranknng bedingen, fand Bosgj bei dor chronisch-eiterigen Mnakeleutztlndung den Miorococcus n Ums myositidia cqui vereinzelt und in Diplokokkenform, In Füllen von akuter MuskelentzUndung wies er den Micrococcus aureus myositidia equi nach, Der Forscher glaubt, daß diese beiden Mikroorganismen nene Spezies darstellen, die mit den gewöhnlichen Eitererregern in keinem Zusammenhang stehen, Ks gelang ihm, durch [njektion kleiner Mengen dieser Erreger in dem Muskel Bugbeulen zu erzeugen. Baldoni beschuldigt außer den Bossisohcn Mikrokokken aiudi die pewülniliehon Kitererreger.
SyinptoiiH'. Die ersten Erscheinungen einer in der Entwicklung begriffenen Bugbeule werden wie die einfachen Vorbrustquetschnungen häufig übersehen, bezlebungswoise von dem Wartepersonal und dem Kutscher nicht beachtet. Es kommt in der Praxis nur in ganz ver­einzelten Fällen vor. daß der Tierarzt die ersten Anzeichen einer Bug­beule zu seilen bekommt. Er wird in der Regel erst konsultiert, wenn dem Pferdebesitzer oder seinem Personal die eigentliche beulenartige Verdickung oberhalb des Buggelenkes aufgefallen ist.
Im ersten Stadium der Erkrankung zeigt sich bei dem Patienten eine diffuse Verdickung im oberen quot;Feile der Vorbrust, welche den Charakter einer entzündlichen ödematösen Schwellung trägt. Infolge dieser raquo;Schwellung, die für das Tier erklärlicherweise beim Anlegen des Geschirres, besonders aber beim Anziehen des Wagens schmerzhaft ist. zeigt es sich widersetzlich, an der Vorbrust empfindlich und ver­sagt den Zagdienst. Diese diffuse Schwellung raquo;zieht sichlaquo; in der Regel schon nach wenigem Tagen im Verlaufe des Kopf-Hals-Armmuskels raquo;zu­sammenlaquo;.
Von nun ab lokalisiert sich im genannten Muskel ein Abszeß. Durch Ansammlung von Hiter in der Tiefe des Muskels nimmt, die. Verdickung in den ersten Tagen ab, um von da an aber all-mäblieh mit zunehmender Kapsel- und Bindegewebsbildung im Muskel wieder starker zu werden. Jetzt setzt sich die Geschwulst gegen die Drosselrinne schärfer ab, so daß die Diagnose leicht zu stellen ist.
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l)io Biif;beiilo.
621
Bei aufmerksamer Untersuchung kann man vielfaol
Bereiche
der Geschirrlace kleine oder srUße
j.se Stellen od(
in
der Abheilung begriffene, mit Borken und Schorfen bedeckte Exkoriationen in der ftußeren Haut nachweisen. Es sind aucb
bisweilen an einzelnen Stellen die Haare luisehelweise verklebt,
Während im Stadium der entzündlichen Schwellung die Haut sieh nicht über die Unterlage verschieben läßt, die Schwellung Finger-eindriieke annimmt und sieh auf ihrer Oberfläche gleichmäßig vermehrt warm anfühlt, lassen diese Erscheinungen mit der Abszeßbildung im Muskel nach.
Im /.weiten Stadium findet man bei der äußeren Besichtigung; im Verlaufe des Kopf-Hals-Armmuskels eine beulenartige, spindelförm IgeVerdiekung, welche vom Buggelenk beziehungsweise dessen dorsaler Grenze in der Regel eine halbe bis eine Hand breit entfernt: ist. Die Bezeichnung raquo;spindelförmiglaquo; trifft für diese Verdickung voll und ganz zu, denn sie ist in der Mitte am breitesten und wird dorsal und ventral geringer. Sie liegt direkt neben der Drosselrinne und buchtet sieh nach dieser zu halbmondförmig aus. Die beulenartige ümfangsvermehrung im Kopf-Hals-Armmuskel hat die Größe einer kleinen haust bis zu der eines Kinds- und selbst Manneskopfes und setzt sieh immer deutlich gegen die Nachbarschaft ab. Die Haut ist anfangs darüber verschiebbar und in geringen Graden vermehrt wann. Mit dem Nachlassen der Temperaturerhöhung in der Haut läßt auch die Empfindlichkeit nach.
Umfaßt man den Muskel im Bereiche der erkrankten Stelle, so kann man ihn ganz von seiner Unterlage abheben und nunmehr auch ermitteln, daß sieh die Bezeichnung spindelförmig auch für die tieferen Partien der Beule anwenden läßt, da sich der Muskel nicht nur nach vorn (kranial), sondern auch nach der Unterlage -zu (kaudal) in der Mitte der Beule am stärksten vorwölbt, Bei der Palpation findet man. daß der M. cleidomastoideus seine ffewöhnliche Konsistenz einsre-büßt hat und sich gespannt bis sehnenhart anfühlt.
Die bei der Baipation zu ermittelnde Schmerzhaftiirkeit ee-stattet bisweilen einen Rückschluß auf das Alter des Leidens in­sofern, als man bei länger bestehenden Bugbeulen neben harter Konsi­stenz und scharfer Abgrenzung gegen die Nachbarschaft meistens nur einen geringen Grad von Schmerzhaftigkeit findet, während bei frischen Bugbeulen die Tiere sich infolge erheblicherer Schmerzen der Palpation des Muskels zu entziehen suchen und zurückweichen. Diese Erschei­nungen möchte ich aber nur für phlegmatische, ruhige Pferde gelten
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^•i
Brustbeulen.
lassen, empfindliche, temperamentvolle, vor allem kitzlige Tiere suchen sich liäulilaquo;;- jeder Palpation unter Aufschreien und Schlagen mil den Vbrdergliedmaßen zu entziehen, selbst wenn dio Bugbeule schon seit Wochen besteht,
Sind die Bugbeulen bereits durch reizende Arzneimittel, scharfe Einreibungen usw. behandelt, so ändert sich der Befund auch bei alten Hugbeulen vielfach. Abgesehen von haarlosen und nur mil kurzen Haaren. Borken und Schorfen bedeckten Stellen der
äul'ieren Haut zeigt sich diese und die
92.
K
Unterbaut verdickt, und lange Zeit
hindurch noch vermehrt warm, Ks besteht Verwachsung der Haut und unterbaut mit den oberflächlichen Muskelschichten beziehungsweise mit dem Perimysium. Die Haut läßt sieb nicht mehr auf der erkrankten
Muskelpartie verschieben. Die beulen­artige Verdickung setzt sich dann auch nicht so scharf von der
'171
Nachbarschaft ab. Dasselbe ist der Fall, wenn bereits kleine Abszesse nach
außen durchgebrochen oder operativ eröffnet und abgeheilt sind. Neben Narben oder gar Fistelgängen findet man Verwachsungen der Haul mit dem Masked,
Werden die Bugbeulen nicht frühzeitig operiert, so können sie wochen- und monatelang bestehen, ohne
Acht Wochen iraquo;lte Bugbeule (rannnskoijrgroß),
daß eine Veränderung eintritt. Manche
Besitzer willigen nicht so bald in die Operation ein und glauben durch Einreibungen, VVeidegang usw. die Beule zum Verschwinden zu bringen. Dabei machl man aber die Er­fahrung, daß das Gegenteil eintritt. Wenn mau nilmlich die Pferde nach einigen Wochen zu Gesieht bekommt, lallt sich in der Regel nach einer vorübergehenden Verkleinerung eine Vergrößerung feststellen, aber kein Schwund. Gerade die einfachen Muskelahszesse verhalten sich httufig in der geschilderten Weise; infolge der fortschreitenden Myositis chronica fibrosa werden sie über mannskopfgroß und zeigen dabei nur geringe Neigung zur Ujszedierung.
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Die Bugbeule.
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ITig. 192 zeigt uns eine solobe Bugbeule, welche angefiähr .-icbt Wochen alt ist. Man sieht, wie sie sich scharf gegen laquo;lie Nachbar­schaft absetzt mul sich stark verwölbt, Ks bandelte sich um einen großen Abszeß im M. cleidomastoideus mit 7—8 cm dicker Kapsel­bildung,
Bei Pferden mit kleineren Bugbeulen findet man. wenn die Tiere weiterhin zur Arbeit verwendet, werden, daß durch den Druck dos Geschirres der Herd im .Muskel immer größere Ausdehnung annimmt, Kntwcdcr vergrößert sich der Eiterherd, indem er die vordere Muskel­wand teilweise einsehinil/.t oder, was häufiger zu beobachten ist, indem
Fur. 193,
l'iir. 11)4.
V.'nirnmsu-lLl
Bugboulen mit Voreitorang der Bugdrttseti.
die hintere Wand des Abszesses, die doch bei weitem nicht so stark ist wie die. vordere, durchbrochen wird. Dann tritt plützlich von neuem eine entzündliche Schwellung um die Bugbeule herum ein. die benachbarten Lymphgefäße schwellen an und ziehen geschlängelt, sternförmig nach der Bugbeule zu. Es können die Drosselrinne und die ivonl nr dos Schultergelenkes gänzlich ver­strichen sein, ^lil Durchbrechung der hinleren Kapselwand ist der Eiter in das lockere Bindegewebe und an die Bugdrtlsen herangelangt. Nun tritt eine Vereiterung der Lymphdrüsen ein. Derartige Bugbeulen nehmen oft sehr große Ausdehnung an. /.eigen aber rings­herum öderaatöse Schwellung in der Unterbaut. In Eig, 198 und 194 ist eine solche Bugbeule abgebildet, bei der ein großer Abszeß im
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ßrustbeuleu,
Muskel und eine vollständige Einscbmelzung der Bugdrllsen und des benachbarten Bindegewebes eingetreten war. Solche Bugbealen sind auf Druck sein- schmerzhaft und zeigen auch bisweilen Fluktuation.
Fluktuation fühlt man immer, wenn die vordere Kapsel des Muskelabszesses durchbrochen ist und skdi ein Abszeß in der unter­baut lokalisiert hat. Es wölbt sich dann, wie die Fig. 193 und 194 erkennen lassen, in der Regel auf der Höhe der Bugbeule eine hühnerei-bis kopfgroße, fluktuierende Steile als subkutaner Abszeß vor.
Ob die Bugbeule als abgekapselter Abszeß im Muskel (Fig. 192) bestellen bleibt, oder ob sieh eine gleichzeitige sekundäre Vereiterung der Bugdrtlsen und subkutane Eiterherde einstellen, in allen Fällen ist eine Spaltung mit oder ohne Exstirpation der Kapsel erforderlich. Die Erfahrung bat nämlich gelehrt, daß sich in der Regel bald wieder die Erscheinungen einer neu entstandenen Bugbeule, eines Rezidivs zeigten, wenn der Eiterherd sich spontan nach außen entleert hatte. Hiernach kommt es, wenn keine operative Behandlung trotz spontanen Durchbruches erfolgt, bald wieder zur Verklebung der Durchbruchstelle und zur erneuten 1! erdbildung im Muskel.
quot;Wir sind gewohnt, die Bugbeulen nur auf der einen Seite zu linden. Ferner ist es uns häufig möglich gewesen, aus dem Nach­weis einer Bugbeule auf der einen oder anderen Seite einen Rück­schluß zu ziehen betreffs der Art der Anspannung. Die Beobachtung ergibt nämlich, dab die Bugbeulen bei Pferden, die zweispännig gefahren werden, mit Vorliebe im Bereiche des äu bereu Schulter­gelenkes auftreten, weil viele im Gespann nach außen zu drängen pflegen.
Selten kann man in der Nähe beider Bugerelenke beulenartiee \ erdiekungen im M. cleidomastoideus nachweisen, Jedoch haben wir in der Klinik vereinzelte Fälle von beiderseitigen Bugbeulen zur Operation bekommen. Die Veränderungen im Muskel zeigten sich hier nie gleichmäßig stark. Es ließ sich auch aus der Anamnese er­mitteln, daß die eine Beule bereits früher beobachtet worden war als die andere.
Die Möglichkeit des nicht gleichzeitigen Auftretens von beider­seitigen Bugbeulen ist unschwer zu erklären. Pferde, bei denen eine einseitige Erkrankung im Kopf-Hals-Armmuskel vorliegt, verkürzen den Schritt nach vorne auf der kranken Seite, bringen die kranke Schulterpartie nicht mehr so weit vor wie gewöhnlich und verlegen durch Schiefgehen den Hauptangriffspunkt der Last auf die gesunde Schultergegend. Durch diese einseitige Überanstrengung können auf der noch gesunden Seite leicht Quetschungen und Haut-
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Dio Bogbeule,
(525
exkoriationen mit Infektion aastaudekommen, welche die Ursache einer zweiten Bugbeule abgeben.
Im Gegensatz zu der durch die gewöhnlichen Eitererreger im Kopf-Hals-Armmuskel bedingten Myositis ohronioa suppurativa zeitigen die auf botryomykotiaoher Grundlage entstandenen Bugbeulen wesentlich andere Erscheinungen, Sohon die Anamnese lautet In der Regel anders. Es hat sich gewöhnlich im Hereiche des iiug-gelenkes allmählich eine raquo;Beulelaquo; gebildet, welche an einer kleinen Stelle zum raquo;Durchbruchelaquo; kam oder vom behandelnden Tierärzte gespalten wurde. Trotzdem die Geschwulst
fast abheilte, bildete sie sich lang-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;1''ig- lö6'
sam wieder aus, erheblicheren Um­fang annehmend als vorher.
Es linden sich dann meistens eine beulenartige Verdickung im Vorlaufe des Kopf-lIals-Arm-muskels und in der Haut und, bisweilen nur bei genauerem Hin­sehen, kleine haarlose Stellen, Narben oder kleine, trichter­förmige Einziehungen. Manchmal gelangt man von kleinen ulzericron-den Stellen der Haut aus in Fistel-kantlle, welche in den Muskel hineinziehen. Diese Bugbeule zeigt im großen und ganzen auch Spindelform, ist auf ihrer Ober-
fliiche jedoch vielfach höckerig.
Es überwiegt in allen Fällen der
Bugtanld auf botryomykotlaolior Grundlago.
Oharakter der Chronizität, d. b.
es fehlen vermehrte Wärme, und akute Schwellung, hingegen besteht sehnenharte Konsistenz, geringe Sohmerzhaftigkeit auf Druck und bisweilen Verwachsung der Haut mit der Peripherie. Solche Befunde botryomykotischer Natur mit unregelmäßiger Oberfläche und narbigen Einziehungen auf derselben zeigt uns Fig. 196. Diese Formen der Bugbeulen liegen häutig sehr tief, lassen sich kaum umfassen oder mit dem ganzen Muskel abheben und haben eine breite Basis.
Nicht immer kann man durch die äußeren Erscheinungen und die Palpation den Muskelabszoß von der botryomykotisohen Bug-
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Bruatbeulen,
beule untersoheidon. 12rst wUbrend der Operation und vor allem auf Grund der makroskopischen Betrachtung der oxstirpierten Muskel­teile und der mikroskopisohen Untersuchung des Eiters ist vielfach zu entscheiden, ob man es mit einfacher oder botryomvkotischer Buc-beule zu tun hat.
Bei der Palpation gelingt es gewöhnlich durch Abheben der Ge­schwulst die Lymphdrüsen (BugdrUsen) zu untersuchen, -Man findet dieselben, falls sie nicht eiterig eingeschmolzen sind, als mehrere walnuü- bis hühnereigroße Pakete geschwollen,
anatomischer Befund. Die anatomischen Verilnderungen sind eingehend von A. Schmidt, Assistent der Berliner chirurgischen Klinik, beschrieben, dessen Ausführungen ich im nachstehenden folge.
Die makroskopischen Veränderungen lassen sieh am besten während der Operation der Bugbeulen studieren. Den echten Bugbeulen lie^-t ausnahmslos eine meistens mulli|ile Abszeßhildung im Kopf-Hals-Armmuskel zugrunde. Diese trilli man entweder nahe unter der Oberfläche oder mehr in der Tiefe des Muskels an. Her Herd ist immer, selbst wenn das Leiden erst kurze Zeit besteht, von einer Itindegewebskapsel umgeben.
Da die Bugbeulen jedoch meistens erst nach Wochen zur Operation gelangen, hat die Kapsel und die von ihr ausstrahlende bindegewebige Wucherung im Muskel gewöhnlich bereits eine beträcht­liche Ausdehnung angenommen, wie dies in den Fig. 192—194 zu sehen ist.
Durch die ausstrahlende Bindegewobszubildung erlangt der Muskel seine harte Beschaffenheit. Auch die äußerlich wahrzunehmende und bei der Palpation zu fühlende Verdickung ist hierauf zurück­zuführen.
Langes Bestehen des Leidens und fortdauernde Druckwirkung des Geschirres bedingen sehr starke Kapselbildung um die Abszeß­höhle herum. Man findet oft um eine vei'hältnismäßig kleine; (hasel-bis walnußgroße) Eiterhöhle bis mehrere Zentimeter starke Kapseln; anderseits kann die Kapsel nur schwach sein, während die Abszeß­höhle gänseei- bis mannsfaustgroß ist.
Nur selten ist, der Abszeß ein einheitlicher. In den meisten Fallen findet man in der Tiefe oder in der Nachbarschaft mehrere teils mit­einander in Verbindung stehende, teils vollkommen voneinander ge­trennte Abszeßhöhlen, Durch zahlreiche Beobachtungsfälle sind wir in unserer Klinik zu der Überzeugung gelangt. dalJ den echten Bugbeulen in der Hegel mehrere Abszesse zu-
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J)io liiigbeule.
(-.27
gründe liegen. Das cine Mal stößt man zunäohst auf eine bübnereigroße Abszeßhühle und findet boi genauem Sondieren schon mil dem Finger, daß von dieser aus sich noch eine oder mebrere kleine, walnußgroße Höblen in die Tiefe des Muskels oder hinter diesen erstrecken. Wir landen auch, daß mit einer hübnereigroßeii Abszeßhöhle auf der einen Seite des Muskels eine ebensogroße Höhle auf der anderen Seite in Verbindung stand. Beide waren durch eine blndegewebige Scheide­wand getrennt, in der sich eine kleine (Ifinung befand.
Weiterhin beobachteten wir auch vollständig voneinander ffetronnte Eiterherde. Nach Freilegung des einen Herdes füllt dem Operateur nicht selten auf, daß der dahinter- oder danebenliegeude Teil des Muskels sich noch sehr fest, sehneuhart anfühlt und noch be­trächtliche LJmfangsvermebrung zeigt. Nimmt man dann weiterhin die bindeeewehiee Kapsel fort, so stößt man auf einen zweiten, ganz selb-ständieen Eiterherd. Zwei so voneinander getrennte Abszesse zeigt uns Firr. 196. hier liegen dieselben übereinander. Es ist der untere noch nicht eröffnet, weil die Bugbeule in toto exstirpiert wurde.
In den Bugbeulen, die in der Tiefe noch sehr groß und hart sind, bei denen jedoch ein Eiterherd bereits spontan durchgebrochen ist. kann man bei der Operation manchmal mehrere, teils durch Scheidewände getrennte, teils durch kleine Kanäle miteinander in Verbindung stehende Muskelabszesse nachweisen.
Endlich ist prognostisch von großer Wichtigkeit, daß sich manch­mal in der Tiefe des Muskels /.war nur ein großer Eiterherd findet. daß man jedoch bei dein Ausschaben der Abszeßkapsel in dieser kleine, gelblichbraune, reiskorngroße und kleinere Stellen nachweisen kann, die sich bei genauerer Untersuchung als Eiterherde dokumentieren. Diese würde man bei einfacher Spaltung gar nicht gefunden haben, es wäre: aber mit Sicherheit bei späterer Dienstleistung des betreffenden Pferdes ein Rezidiv aufgetreten.
Nach der Größe der Abszeßhöhle richtet sich natürlicherweise auch die Menge des sich entleerenden Kiters. In einer kleinen, haselnußgroßen Höhle findet mau nur einige Tropfen Eiter, in einer huhnerei- und faustgroßen entsprechend mehr. Sehr große Eiter­mengen beobachtet man in den Fällen von Bugbeulen, wie sie den in den Abbildungen Fig. 193 und 194 dargestellten zugrunde liegen. Wenn der größte Teil des Muskels eingeschmolzen ist, wenn ferner Durchbrüohe in die unterbaut oder Vereiterungen der Bugdrüsen er-folsrt sind, so ist die Abszeßhöhlo sehr groß und dementsprechend auch die Eitermenee.
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liriistbculon
In der Regel ist der Eiter geruchlos, dick und rahmartig, von gelber bis gelhgrüner Farbe,
Um die Eiterhöhle herum ist die Abszeßwand mit sohlaffem Granulationsgewebe von selimuli'.ig - rot))rauiier bis schwarzer Farbe ausgekleidet. Die Auskleidung ist weich und mürbe, zeigt polypen­artig gewucherte Fortsätze und läßt sich leicht abtragen. Abszeßwftnde,
Fig. 190. f/CS/Ja/Jc/ir/' nhcrrr Abscvß
I '
mr/if ci'iili'inivr \udercr Absccfi
In loto exstlrplorto und duvoli Mlngssolinitl gospftltono Bugboalo naoh A. Sohmidt,
wie sie in Fig. 196 (oben) abgebildet sind, zeigen Längs- und Quer­wulst- und Furohenbildung. Die Wülste können zu Scheidewänden ausgebildet sein. Es kann die Wand auch taschen form ige Einstül­pungen zeigen.
Auf das auskleidende Granulationsgewebe folgt nach außen die bindegewebige Kapsel und die Bindegewqbszubildung zwischen den Muskelbündeln mit gleichzeitigem Seh wund derselben. 1st eine
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ipwp^^^^^—
Dio Buirbeuldi
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Busrbeule sohoa alt, so bttlaquo;; die Myositis olironica fibrosa beroits weit um .si(;h gegriffen, Hierdurch kann der Muskel um das Mchrfaolic verdickt und das Muskelgewebe um den Eiterherd herum vollständig durch Bindegewebe ersetzt sein.
Schneidet man, am zweckmäßigsten in der Längsrichtung des Muskels, ein Stück aus einer Abszeßkapsel durch den ganzen Muskel bis zur unterbaut heraus, so findet man auf dem Querschnitt (Fig, 107; zunächst das die Eiterhuhle auskleidende schlaffe Granulationsgewebe (a) und in der nächsten Nähe desselben derbes, festes, gelbweiß schimmern­des Bindegewebe (b). Neben der Kapsel siebt man die Muskelblindel nur noch als kleine, blaßrote Punkte, sie sind jedoch weiter nach außen
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Qnei Hclniitt dnicli ctio Kapsel ihn r Bugbeala (m
Bkopisch) iiiu-h A. Sc Ii in i ,11,
nicht mehr so sehr durch das Bindegewebe verdrängt, so daß man bier (c) das letztere nur noch als streitige Wucherung zwischen den an Umfang größeren Mnskelbündeln findet. Audi die Unterhaut (d) ist durch den chronischen Wucherungaprozeß in eine dicke Bindegewebs-schicht verwandelt. Die roten, gelbroten und blaßroten Muskelbündel mit den dazwischenliegenden Bindegewebsstreifen verleihen dem ganzen Bilde ein marmoriertes Aussehen, Aus diesem Grunde ist ein solcher Querschnitt von Bayer mit dem Durchschnitt einer Lunge mit Lungen­seuche verglichen worden.
Nach der Kür perober fläche bin ist die äußere Haut bisweilen durch strangfünnige Verdickungen (Weg der Infektion) mil der Buffbeulo verwachsen. Sie ist vielfach verdickt und zeigt Narben.
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BriMtbeulen,
Ist die Bugbeulo durch Infektion vigt;n selten des Botryomyoes-pilzes hervorgerufen, so liegt der grüßte Eiterherd in der Regel tief. Man muß die Bindegewebskapsel manchmal bis zu einer 'riefe von 8—10 cm spalten, ehe man auf die durchweg kleine Abszeßhöhle sti'ilJt. Dabei ist bemerkenswert, daß die Bindegewebswuoherung bei der Botryomykose oft derartig hochgradig ist, daß man in weiterer Ent­fernung um den eigentlichen Abszeß herum in der Kapselwand kaum noch Spuren von Muskelfasern antrifft.
Wenn man auch bei der eiterigen Bugbeule bisweilen neben dem größeren Eiterherd mehrere kleine Herdchen findet, so ist für die botryomykotische Muskelveränderung charakteristisch, daß außer einem oder mehreren huselnuli- bis walnußgroßen Abszessen sich inmitten der speckigen, bindegewebigen Kapsel viele kleine. stecknadelkopf- bis linaengroßo, braunrote bis graugelbe, über die Sohnittflflche prominierende Stellen linden, die im Zen­trum einen kleinen Eiterpfropf mit gelben Kürnern (Botryo-inveestnsen) aufweisen. Wenn ein größerer Eiterherd oberflächlich lag, so ist er zuweilen spontan nach außen aufgebrochen, Es läßt sich ein in denselben hineinführender Fistelkanal nachweisen. War dies der grüßte Herd, so findet mau bisweilen in der speckigen Beule über­haupt keine größere Eiterausammlung mehr, nur noch kleine Herde.
Sind die Lymphdrüsen eiterig eingeschmolzen, so kann man lt;lie hintere Wand des Muskels ganz abtasten. In der Hegel sind aber die Drüsen durch die hintere Abszeßwand noch von der Eiterhöhle getrennt und selbst nur geschwollen. Auch wenn der Abszeß bis au sie heranreichte, fanden wir sie nicht immer ein­geschmolzen, sondern nur infolge Schwellung vergröbert.
UuiiTMu In man tnikroskopisch-hiatologiscli das durch den Eiterungs­prozeß im Kopf-IIals-Armmuskel veränderte Gewebe, so findet man zunächst an den Schnitten, daß ilas die Abszeßwand innen auskleidende Gewebe nur Grranulationsgo webe darstellt. Es bildet einem Papillarkürper ähnliche Buchten und Vorsprimge, In letzteren, vielfach einer Warze ähnlichen Ge­bilden, findet man viel ausgetretenes Blut. 1st das Granulationsgewebe noch frisch, so ist wenig Bindegowebe vorhanden. Man sieht viele, ganz dünnwandige Gefäße in einem fast ausschließlich aus Liundzellen und nur wenigen ii.ven Bindegowobazollen bestehenden Gewebe liegen. I'm die Gefäße, zuweilen auch verteilt durch das ganze Gewebe, erkennt man zahlreiche rote Blutkörperchen, Diese blutige Zone ist von einem Ring von Leukozyten nach außen abgeschlossen, die sich deutlich durch die gefärbten Kerne zu erkennen geben. In der äußeren Begrenzung des Granulationsgewebes sieht man schon mehr gefasertes Binde­gewebe auftreten. Auch haben liier die Gefäße viel stärkere Wandschichten.
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Die Bugbeuldi
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Am Übergänge dea Bindegewebes ssur Muskulatur, in dor zweiten Schicht ilcr Kapsel, liofren in größeren Zwisehenränmen Gefäße in dichtem Bindegewebe, Hier finden sich ferner haufenweise oder zerstreut Leuko­zyten, Nester bildend, welche von feinen Bindegewebsstreifen durchzogen sind. Nach außen hin treten zunächst einzelne Muskelfasern auf, erst später gruppen­weise, Man sieht, wie das Bindegewebe in das Muskelgewebe eindringt und dieses in Bändel zerteilt (Fig. 198). Auch infolge dos gewucherten intramuskulären Bindegewebes liegen die Muskelfasern weit auseinandergerückt. Infolgedessen erscheinen die Pibrillen einer Muskelfaser vielfach gelockert und blaß; andere
Fig. 198,
laquo; *
IävS,laquo;' r
Mikroskopischer Querschnitt durcli tli,' AhsaeDwand einer ßughealo am Dborgunge ilps r-iiiiloj,rlt;nvolraquo;,'s zur
Muskiihilur QBoh A. Bohraldt.
Fasern sind nur teilweise erhalten, teilweise ausgefallen. Dort, WO nur wenig Bindegewebe zwischen den Muskelfasern liegt, hängen Muskelfasern und Muskel-liündel auch wieder fester zusammen.
Auf Schnitten der Kapsel einer botryomykotischen Bugbenle ist es leicht, im Schnitt Bntrvoinvccsrasen nachzuweisen. Die Muskelfasern sind ganz durch Bindegewebe verdrängt. In der Nähe des Eiterherdes liegt geschichtetes lockeres Bindegowebe in großen Mengen, es umschlielit dicht gelagertos. kern­reiches Qe webe (Leukozyten), in dessen Mitte, wie Fig. 199 zeigt, klntnpenweise Botryomycesrasen liegen.
Diagnose und Differentialdiagnose. An den ausführlich be­schriebenen Erscheinungen, welche die einzelnen Formen der echten
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ürustbealen.
Bagbeule zeitigen, dürfte es nicht schwer fallen, dieselben in der Regel richtig anzusprechen. Vergegenwärtigt man sich immer, daß alle Bugbeulen un engeren Sinne (lurch Myositis ohronioa botryo-rayootioa beziehungsweise suppurativa im M, oleidomastoideus bedingt sind, so muß man zunächst feststellen, ob eine beim Pferde vorhandene beulenartige Verdickuug im Bereiche der Vorbrust auch wirklich von diesem Muskel ausgeht, Die einfache Besichtigung und die Palpation (Abheben des Muskels von der Unterlage) sichern schon die Diagnose der echten Bugbeule. Sodann ist es vor der Operation nur noch wünschenswert zu wissen, handelt es sich um einen durch ein fache Eitererreger im Muskel hervorgerufenen Abszeß, sind die Bug-
drüsen mit eingeschmolzen, oder
beruht der chronisch produktive Prozeß im Muskel auf botryomy-kotischer (Jrnndlage.
Um Wiederholungen zu ver­meiden, verweise ich auf das bei der Beschreibung (hu1 Symptome Gesagte und auf die Abbildungen in Fig. 192 ISlf). Bei genauer Untersuchung gelingt es. wie ich schon betonte, unter Berücksichti­gung der Anamnese häufig, sich
vorher klar zu werden, wie die
Querschnitt (mikroskopischor) duroh '#9632;inen kleinen
Kltorherd einer betryomykotiseben Bugbenlc mit
Botryomycosrosen nneti A. Schmidt,
Bugbeule zu beurleileu ist.
Im Bereiche des Bug-
gelen kes und an der ganzen Vor-brustfläche kommen jedoch mancherlei Krankheitszustände vor, welche auf den ersten Blick mit den echten Bugbeulen verwechselt werden können. Diese; wurden zweckmäßig schon in der einleitenden Betrachtung als Bugbeulen im weiteren Sinne von den echten Bugbeulen unterschieden. Die am häufigsten vorkommenden beulen­artigen Vordiekungen im Bereiche der Vorbrust, welche differential­diagnostisch für die echten Bugbeulen in Betracht zu ziehen sind, werde ich nach diesem Kapitel gesondert besprechen, und zwar werden dies sein:
1.nbsp; nbsp;Die Vorderbrustbeulen,
2,nbsp; nbsp;die subkutanen Abszesse an der Vorderbrust. 1-5. die Neubildungen an der Vorbrust sowie
4. die eiterigen Entzündungen und Neubildungen in den Bug- und unteren Halslymphdrüsen,
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Die liugboulo.
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Weiter sind zu bertloksiohtigen;
6.nbsp; nbsp;Die Quetsohungsentztindungen und die Qämatome an der Vorbrust.
(i. Die sogenannten Muskelhernien im Bereiche des Kopf-Hals-Armmuskels. Sie sind äußerst seilen und kommen dadurch /.n-stande, daß die Faszien zerreißen und ein Teil des Muskels durch den Riß in den Faszien vorfällt. Sie unterscheiden sich in ihrer Entstehung schon dadurch von den Bugbeulen, daß sie plötzlich unmittelbar nach dem einwirkenden Trauma zutagetreten. Man fühlt den scharfen Rand der Faszien und in deren Lücke weiches, bisweilen fluktuierendes (tewebe.
7.nbsp; nbsp; Verdickungen auf (Jrund chronischer Veränderungen in den aus der vorderen Hrustapertur austretenden beziehungsweise in sie hineinziehenden Gefäße. Als solche Gefäßerkrankungen wären zu nennen das Aneurysma der Art. carotis. der Art. eerviealis ascendens und der Art. transvorsa scapulae. Während wir an diesen Veränderungen der arteriellen Qefäße Pulsation nachweisen können, linden wir bei den Erkrankungen der Venen, bei den Varizen der Vjugularis und der V. cephalica in der Regel Stauungsöderae.
8.nbsp; nbsp;Sehlu nddivertikel und Fremdkörper im Schlünde im Bereiche der Vorbrust. Dieselben zeigen sieh ebenfalls als beulenartige Vordickungen.
9.nbsp; nbsp; ferner zeitigen subkutane Rippenfrakturen, Frakturen der das Schultergelenk bildenden Knochen, schwere Kontusionen des Schultergelenkes diffuse Verdickungen, welche mit dem Anfangs­stadium von Bugbeulen verwechselt werden können. Eine exakte Dia­gnose dürfte jedoch bei der mit diesen Zuständen verbundenen hoch­gradigen Lahmheit und Sc Innerzha ftigkeit bei passiven lie-weguugen nicht schwer fallen.
10.nbsp; nbsp;Endlich sind die chronischen Prozesse, vor allein die später ZU berücksichtigenden bösartigen Neubildungen an den ersten Rippen (Osteosarkome) ebenfalls der Vollständigkeit halber noch an­zuführen.
Verlauf und Prognose. Die Natur des den Bugbeulen zugrunde­liegenden Krankheitsprozesses schließt von vorneherein einen akuten Verlauf aus; derselbe ist vielmehr chronisch. Wenn auch die häufig als Ursache in Betracht konnnenden Quetschungszustiuide hei sofortiger Behandlung schnell abheilen können, so dauert doch der Verlauf der Heilung einer Hngbeulc immer längere Zeit. Günstigsten Unyot-PtBlmer, Handbuch, Bd. Ill,, l.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 42
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laquo;;-54
Rrustbeulen,
Falles findet man schon nach wenigen Tagen einen oborfläohliohen Abszeß im Muskel, der nach zeitiger Spaltung in L4 Tagen ganz abge­heilt sein kann. Liegen aber die Eiterherde tief im Muskel, so verlauft der Heilungsprozeß langsam und dauerl immer mehrere Wochen, Wird nicht therapeutisch und energisch behandelt, so bleiben Bugbeulen wochen- und monatelang bestehen.
Die l'ru^nosc ist in der Regel güistig zu stellen. Selbst in alten und hochgradigen {#9632;allen sind die Aussichten auf Heilung .uTm-stige, Es hängt der Erfolg der Bugbeulentherapie in den Fällen von ausgebreiteten und vielfachen Abszeßbildungen im Muskel, wie wir sie bei der Hotrvomvkose linden, immer ab von einer eingreifenden und sachgemäß ausgeführten Operation. Unter dieser Voraussetzung sind auch schwere Fälle von Bugbeulen zu heilen, und es werden die Pferde trotz großer Defekte im Muskel wieder arbeitsfähig-.
Ich habe bisher n ur drei Fit lie von Bugbeulen letal en den sehen.
In der Klinik haben wir bisher zweimal einen tödlichen Ausgang beobachtet. Bei zwei Pferden war wahrend der Operation die hintere Wand des Abszesses, die hintere Muskelwand, durchbrochen worden. Wodurch sieb beide Male tiidliehe Sejitikäinie einstellte. Sodann wurde mir bei Gelegenheit vom behandelnden Tierarzte ein Pferd gezeigt mit dem Vorberichte, dal; es seit Über einem Jahre an einer Bug­beule litt, Mehrfache scharfe Einreibungen und Spaltung von sub­kutanen Abszessen hatten nur ab und zu eine Besserung erzielt. Die Bugbeule war über mannskopfgroß und zeigte auf der Oberfläche mehrere Fistelkanäle, Die Gegend der Drossolrinne war vollständig verschwollen. Das Pferd erkrankte plötzlich fieberhaft und verendete linier den Erscheinungen einer eiterigen Pleuritis. Ähnliches beobachteten Forster und Vennerholm in einem Falle.
in der Literatur sind ferner vereinzelte Fälle angegeben, in denen nach Einspritzungen von Kochsalzlösung in die Bugbeule (Schilling) und nach dem Einbrennen mit spitzem Glüheisen (Violet) ein tödlicher Ausgang zu verzeichnen war. Endlich ist zu berück­sichtigen, daß sich ein Pferd während der Operation quot;der postoperativ verbluten kann,
Therapie^ Mit der Behandlung von Bugheulen haben sieh schon die ältesten Tierärzte befaßt und ihre Erfahrung in der Literatur niedergelegt. Es ist deshalb auch erklärlich, wenn dabei alle möglichen Methoden vorgeschlagen worden sind. Einreibungen mit den kom­pliziertest zusammengesetzten Salben bis zu operativen Verfahren sind zur Behandlung der Bugbeulon angegeben worden. Alle diese
#9632;
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Die Bugbeule,
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Behandlungsmethoden sind auch heute noch in verschicduiicn l-'ormcn in Gebrauch. Man kann dieselben, wie auch A. Schmidt bereits als an unserer Klinik gebräuchlich beschrieben hat, einteilen in;
1.nbsp; nbsp;das exspektative Vorfahren.
2.nbsp; das gemischte Verfahren,
3.nbsp; das operative Verfahren.
Wenn auch das erste Verfahren heute mit Kecht verlassen ist, so zeigen uns anderseits die Mitteilungen in der Literatur, daß die Ansichten über das gemischte und das operative Verfahren zurzeit noch geteilte sind. Soviel steht aber fest, daß für alle Bugbeulen das operative Verfahren und im besonderen dasjenige mit Ausschälung der Abszeßkapsel die sicherste Aussicht auf schnelle Heilung gewährt.
1,nbsp; nbsp;Was das exspckliitive Verfahren anbetrifft, so besteht dies darin, daß überhaupt keine medikamentöse und operative Be­handlung der Bugbeulen eingeleitet wird. Selbstverständlich sind hiervon Erfolge nicht zu erwarten. Nur von einigen Fallen habe ich gehurt, in denen die Bugbeulen nach Angabe der Pferdebesitzer ohne Behandlung zurückgegangen sein sollen. Vereinzelt sind mir auch ähnliche Fälle von praktizierenden Tierärzten mitgeteilt worden. Dabei handelte es sich jedoch meistens nur um sehr kleine Bugbeulen im Anfangsstadium. Notwendig ist, daß die Pferde gleich außer Dienst gestellt werden. Es käme das Verfahren höchstens bei Wagenpferden in Betracht, die als Reitpferde Vorwendung linden könnten. Jedoch besteht auch hier die Möglichkeit, daß durch die Bewegungen des Kopf-I lals-Armmuskels die Bugbeule an Umfang zunimmt. Esser fand bei einem Kutschpferde mit Bugbeule, das über ein Jahr lang nur zum Reiten Verwendung fand, zwar einen Stillstand im Wachsen der Geschwulst, eine Rückbildung jedoch nicht. Auch durch Polsterung des Geschirres etc. lassen sich einmal vorhandene Bugbeulen nicht be­seitigen. Einen praktischen Wert hat dieses Verfahren daher nicht.
2.nbsp; nbsp;Das gemiscllte Verfahren ist zurzeit noch vielfach im Ge­brauche. Es verfolgt den Zweck, entweder die Eiterung im .Muskel zur Zerteilung zu bringen oder zum Abszeß zusammenzuziehen und so für eine Spaltung vorzubereiten, Ms dient dann als vorbereitendes Mitte] für die Operation. Wenn sieb eine ßugbeule bereits in ihren charakteristischen Erscheinungen zeigt, und man an eine spätere Operation denkt, so wird durch die medikamentöse Behandlung das Leiden nur hinausgezogen, gelingt es doch nur in seltenen Fällen, durch Einreibungen, Einpinselungen usw. einen Abszeß im
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Brustbeulen,
Muskel zu heilen, Bei alteren und größeren Bugbeulen ist eine Zerteilung ausgeschlossen und die Zusammenziehung der Eiterherde y.u einem großen Abszeß meistens sohwieris.
[st eine Bugboule noch in der Entwicklung begriffen, bestellt: noch eine entzündliche Schwellung im Bereiche der Buggelenksgegend, so empfiehlt sich allerdings eine /.erteilende Behandlung mit adstrin-gierenden Waschungen (essigsaure Tonerde, Lösungen von Burow-scher Mischung); Darauf lege man einen Verband an wie in Fig. 190 und versuche durch feuchte Wärme die Schwellung zurückzubringen, Weiterbin sind Einreibungen von Kampfersalbe, Jodsalbe und Scharfsalben angezeigt, um eine Abszeßbildung im .Muskel und eine deutlichere Markierung der Geschwulst zu beschleunigen.
Von Imminger, Villemi u u.a. sind die Erfolge der Einreibungen sehr gelobt worden. Ersterer stellte eine sehr scharfe Salbe aus Sublimat, Kanthariden, Euphorbium, Salpeter- und Schwofelsäure zusammen und erwähnt nur als Nachteil der Salbe, daß danach große haarlose Stellen zurückbleiben.
Besser als die Einreibung hat sich zwecks Beschleunigung
der Abszelibildung die Anwendung der Wür.me in den verschiedenen Formen bewährt, Prießnitzsche Verbände, in der Weise angebracht, wie ich sie bei Behandlung der Vorbrustquetschungen (S. 609) beschrieben habe, leisten sehr gute Dienste. Ebenso eignen sieb in der Praxis Kataplasmen und Bähungen mit warmem Leinsamen oder warmem Heusamen. Hoffmann hat empfohlen, nach Anwendung derartiger Mittel die Troikartpunktion zu machen.
Noch günstigere Resultate haben die Klinikern und größeren Krankenställe durch langdauernde Applikation der Überwärme mit Hilfe des II vd rot be rmoregula tors erzielt. Nach den Veröffent­lichungen von üllmann, Bayer und Eberloin bewirkt diese infolge Herbeiführung einer Hyperämie nicht nur eine Auflösung und Re­sorption entzündlicher Gewebsveränderungen, sondern auch die Ab­tütung der Erreger, Die letztgenannten beiden Forscher haben Fälle beschrieben, in denen umfangreiche Bugbeulen sich mit Hilfe der L'berwärine zu walnuß- und taubeneigroßen Abszessen in wenigen Tagen zusammenzogen. Auch jetzt wird in unserer Klinik der Hydro-thertnoregulator mit gutem Erfolge in geeigneten Fallen von Bug­beulen angewendet. Wir legen die Thermoden 2—Smal je .ÖO Stunden auf und können nach dieser Zeit die meist sehr oberflächlich liegenden Muskelabszesse leicht spalten.
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Die Bugbeule,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;n;??
Endlich sind dio Bugbeulon bislier vielfach in dor Weise behandelt worden, daß man versuchte, durch Einspritzungen verschiedener
Mittel (Jod, Jodkali, Arsen. Sublimat. Kochsalzlösung) in den Muskel-icrd. beziehungsweise in den Muskel hinein, Heilung oder eiterige Ein-Schmelzung herbeizuführen. raquo;So injizierten Schmidt (Aachen), llübner. Schilling, Ulimann Kochsalzlösungen in verschiedener Konzentration. wonach Schilling jedoch einen tödlichen Ausgang zu vorzeichnen hatte, den er /.war weniger der [njektion als der starken Odombildung und der Infektion zuschreibt ''lt. Jakobs und Michalski verwen-deten Lugolsohe Losung zu diesem Zwecke. Wolter betont aber mit Recht, daß die Einspritzungen den Eiterherd selbst treffen müssen. sonst haben sie keinen Erfolg.
Diesen Kinspritzungen kann nicht tneb r das Wort geredet werden. Kimnal bereiten sie den Pferden infolge der eintretenden Schwellung große Schmerzen, sodann kann man nie mit Sicherheit er­messen, wohin die injizierte Flüssigkeit gelanerl und welchen Weg die dadurch angefachte Eiterung nimmt.
Die bisher genannten Methoden des gemischten Verfahrens haben für die Bugbeulentherapie nur einen relativen Wert, denn zur wirk­lieben Heilung einer Bugbeule reichen sie in der Regel nicht aus. Die besten von ihnen können insofern besonders für die Praxis nur einen Wert behalten und empfohlen werden, weil sie in vielen Fällen die Operation gewissermaßen vorbereiten und dieselbe erleichtern Das gilt aber auch nur für den einfachen Muskel­abszeß. Die durch ihn bedingte Bugbeule setzt sieh .schärfer ab. Dgr Eiterherd lokalisiert sich mehr nach der Oberfläche des Muskels zu. Bii dabin vorhandene mehrere kleine Herde ziehen sieb zu einem Abszeß zusammen. Auf der anderen Seite hat uns aber auch wieder­holte Beobachtung gelehrt, daß die botryomykotisohen Muskel Ver­änderungen durch scharfe, Einreibung usw. an Umfang zunehmen, sich im Muskel weiter ausbreiten und die spätere Operation er-sonweren.
.'}. Das Operative Verfahren ist im zweifelhaft am meisten zu
.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; i
empfehlen, weil es die beste Gewähr für eine sichere und schnelle Heilung bietet. In der Literatur sind natürlich auch wieder verschiedene Operationsmethoden empfohlen worden. Von allgemeinem Interesse ist jedoch die Tatsache, daß wir in einer der ältesten Aufzeichnungen über das raquo;Remedium contra antieuoremlaquo; aus der Mitte des 13. Jahr­hunderts von Jordanus Ruffus die Exstirpation der Bugbeule emp­fohlen linden, also zu einer Zeit, als man die anatomischen Verhält-
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linislbcMilcn,
nisse nur unvollkommen kannte und die Blutstillung noch große Schwierigkeiten machte. Jedoch wußte sich Ruffus Rat, er tampo­nierte die ganze Wundhühle mit Hasetmollo aus und brachte allerhand Hausmittel in dieselbe /.weeks Blutstillung,
Welche Operationsraethode man wählen wird. bfl,ngt ganz von dem Ergebnisse der Untersuchung ab. Man bat zu wählen zwischen
ei der Spaltung der Bugbeule und
0) der Exstirpation derselben.
Von prinzipieller Bedeutung dürfte zunächst die Frage zu ent­scheiden sein, ob man am stehenden oder am liegenden Pferde operieren soll. Auf Grund meiner Beobachtung möchte ich diese Frage dahin beantworten, daß gerade für die Praxis die Operation am liegenden Pferde in der Regel die sicherste ist,. Abgesehen davon, daß die Operation von Bugbeulen für die Pferde immer eine sehr schmerzhafte .Manipulation ist, daß die Pferde vor der Operation in der Regel schon lungere Zeit im Stalle gestanden haben, vielfach nicht vorbereitet sind und sich im Stehen nur schwer ankommen lassen, muß man immer auf Umstände gefaßt sein, welche eine schnelle Ausführung der operation unmöglich machen.
Man ßndel durchaus nicht imitier einen einzelnen ein­fachen Abszeß, sondern ist gezwungen, zur Vermeidung von Rezidiven vorhandene Tasehenbildung zu spalten. Scheidewände zwischen zwei Eiterhöhlen zu entfernen oder gar beim Nachweise von stark ver­härteten Stellen im Muskel nach weiteren, mit dem ersten Eiterherd gar nicht in Verbindung stehenden Abs/essen zu suchen.
Alle diese Möglichkeiten kann selbst der erfahrenste Operateur nicht immer voraussehen. Es kommt als erschwerendes Moment noch hinzu, dab man bei den ruhigsten Pferden und bei vorsichtigstem Operieren erhebliche Blutungen bekommen kann, ganz abge­sehen von den Fällen, in denen die Pferde unruhig sind. Hierbei kann es sich ereignen, daß die Tiere gegen das Messer drängen, und sich größere Blutungen einstellen. Ks ist dann selnver. bei unrnlugen Pferden das blutende Gefäß zu unterbinden. Wenn man bei solchen Zufallen kein Wurfzeug zur Hand hat, können die Patienten verbluten. Außerdem ist man bei unruhigen Pferden selbst Verletzungen ausgesetzt.
Wenn dabei' von Malkmns u. a. geraten wird, in der Hegel am stehenden Pferde die Bugbculonoporation vorzunehmen, und zwar unter Anwendung des Lassodompteurs und der Lokalanästhesie, so halte ich in Übereinstimmung mit Eberlein dieses Verfahren für laquo;lie Praxis nicht für ungefährlich, jedenfalls nicht für empfehlenswert.
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Die Bugbeulei
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a) Die Spaltung.
Wmni cine Spaltung zur Heilung einer Bugbeule genügt und angezeigt ist. ergibt sicli bereits aus dem Vorstehenden. In der Berliner chirurgischen Klinik benutzen wir diese Operationsmethode nur in denjenigen Fällen, in denen wir wissen, daß wir es mit einem ruhigen Pferde und einer Bugbeule zu tun Indien, die aller Vor­aussicht nach einen einheitlichen und relativ oberflächlich liegenden Abszeß im Kopf-Hals-Armmuskel als Ursache hat. Man lasse sich durch einen etwa vorhähcTehen, deutlich fluktuierenden, subkutanen Abszeß uicht zu der Annahme verleiten, daß dieser die direkte Fortsetzung eines groben, im .Muskel liegenden Eiter­herdes bildet.
Ist ein subkutaner Abszeß vorhanden, liegt aber die Bugbeule sehr tief und mit breiter Basis der Unterlage auf, ist sie aber sonst leicht hückerig, dabei schnenhart, so liegt immer der Verdacht vor, daß mehrere kleine Eiterhöhlen im Muskel vorhanden sind, ja dab es sich um Botryomykose handelt. Nur wenn das Bild dem in Pig, 19.'5 und 194 gleicht, am Grunde der Heule üdematüse Schwellung und überall Schmerzhaftigkeit besteht, so kann man einen großen Abszeß im Muskel mit Einsohmelzung der Drüsen annehmen. Auch da empfiehlt sich, nach der Spaltung genau zu untersuchen, ob nicht noch Taschen­bildung im oder hinter dem Muskid vorliegt. Erst jüngst haben wir einen derartigen Fall operiert, in dem der Abszeß Vi ' Eiter enthielt. Dieser umspülte die hintere Wand des Muskels. Hinter dem .Muskel fanden wir nach rechts und links je eine ö—7 cm lange Tasche. Beide mußten bei der Operation beachtet werden.
Die Spaltung wird in der Weise ausgeführt, dab nach gründlicher Reinigung der äußeren Haut und. wenn möglich, nach Rasieren der Haare in einem breiten Streifen von h cm zunächst im Verlaufe der Schnittlinie Lokalanästhesie angewendet wird. Die Kanüle einer 10'''/r1 Adrenalin-Kokainliisung. -Alypinlösung oder -Novo-kainlösung enthaltenden Pravazschen Spritze, wird an 3—4 Stellen unter die Haut geführt und an Jeder Stelle der 3.-4, Teil der an­ästhesierenden Dösung injiziert. Diese Lokalanästhesie leistet sehr gute Dienste.
Nach find' Minuten kann man schon zur Operation schreiten. Man labt den Vorderfuß der gesunden Seite anschleifen und hochheben. Es erübrigt sich dadurch schon meistens die Anwendung weiterer Zwanesmaßreeeln, Sodann führt man in der Mittellinie des Muskels
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lanirerii. uanncü wird die ganze Idüme mit dosinnzierendei) Lösungen irrigiert, Auch ist es dann zwockmäßig, in den ersten 12—24Stunden die üühlo mit steriler oder mil Jodoformgaze zu tamponieren, damit dieselbe in ihrem vorderen Teil .-ich nicht zu schnell schließt. Später tamponiert mau nichl mehr und fuhrl die oflfene Wundbehandlung
nach den bekannten Regeln durch.
'#9632;'V- -(l,)-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Das noch vielfach geübte öffnen
laquo;fc quot;- -juguMaiMiM^wlaquo;,..nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;des Abszesses durch mehrfaches i'än-
^K . -||nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;P^ i'^;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; stechen mit dem Skalp eil oder Kni-
w^i^amp;Sl''nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; v^aSteli
leeren des Eiters durch einen liefert, seihst wenn ein Drainrohr ein­gelegt wird, keinen sicheren Er­folg, zieht vielmehr leicht eine Fistel nach sich.
Das von Baldoni empfohlene Spaitungsverfahren, bei dem drei parallele Längsschnitte bis auf den Eiterherd ge­legt und in diese gleichzeitig drei Drain-röhron elngenfthl werden, halte ich nicht lur angezeigt, da die Hautbrllcken zwischen den drei Ltlngsschnitten leicht nekrotisch werden können.
Hat man durch die Spaltung den Eiterherd genügend geöffnet, so gehl
clit Tag.....n-li der Oporatioi
durcli Spaltung
unter der weiteren Behandlung die Bug­beule bald zurück. Die Verdickung im Muskel wird kleiner und weicher. Jetzt braucht man nur noch darauf zu achten, daß die vordere Wunde in der Abszeßkapsel sich nicht zu schnell wieder schließt, Alan laßt also die Höhle von innen her ausgranulieren. Dies ist in der Regel bei mittelgroßen Abszessen nach 2—3 Wochen eingetreten. Nach weiterem, ebensolangem Zeit­räume kann der Patient wieder zur Arbeit verwendet werden, [u Fig. 200 sehen wir ein Pferd rail einem Muskelabszeß, der acht Tage vorher gespalten wurde. Die Wunde sperrt noch 2 cm. Die Abszeß-hühle granuliert von der Tiefe her zu.
So gut wie die in Fig, 200 abgebildete Bugbeule
heilen jedoch
l,,.., .l.,i.,,,,,l,,,. i
n
nur wenige nach der einfachen Spaltung. Wie sch
hon oben dargelegt,
.:,.,
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i lie liufrbonlo.
(141
ist es sehr schwer, für diese einfache Operation mit Hilfe der
kliuisohen Untersuchung die geeigneten Fälle sicher zu er­mitteln. Bei der Beschreibung des anatomisoh-makroskopisohen Bc-fundes habe ich darauf hingewiesen, daß man außer bei Bugbeulen auf botryomykotisoher Grundlage auch bei den durch die gewöhnlichen Eitererreger hervorgerufenen his weilen ganz unabhängig von einem größeren Abszeß in dessen Umgehung gewöhnlich noch mehrere
L.
man doch in der Regel nur den grüßten Herd. Der Verlauf der lieilutig geht dann anfangs zwar regelmällig vor sich. Man entläßt die
liier-
Tiere aus der Behandlung und gestattet, sie wieder anzuspannen.
durch, manchmal auch schon bevor die Pferde überhaupt wieder zui Arbeit verwendet worden, tritt dann eine neue Anschwellung im Muskel auf. Die genauere Untersuchung ergibt ein Rezidiv.
Diese Beobachtung machen
wir in unserer Klinik bei Pferden
die
si
e bereits vorbehandelt sind, sehr häufig. Aus diesen Gründe
nd wir Gegner des Spaltungsverfahrens und wenden dies
n
ies
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nur in wenigen Ausnahmsfällen an.
b) Die Exstirpation.
Durch die Exstirpation hingegen ist bei einiger Übung im Operieren die Bugbeule in der Hegel schnell und sicher zu heilen. Schon aus ökonomischen Gründen empfiehlt es sich, möglichst bald zu dieser (Iperation zu greifen. Dieselbe ist von dem Augenblicke an indiziert, wo die Bugbeule sich scharf absetzt und akute Entzün­dungserscheinungen in der Haut und L'nierbaut nicht mehr nachzu­weisen sind. Man mache es sieb aus den schon oben angeführten Gründen zur Begel, die Exstirpation nur am liegenden Pferde auszuführen.
Nach der üblichen Vorbereitung der Pferde zur Operation gibt man ihnen ('hloralhydrat, am besten per os. Sodann legt man die Tiere nieder, und zwar auf die. gesunde Seite.
In der Berliner chirurgischen Klinik geschieht die weitere Operation nach der von Bayer im Jahre 1HU2 in der raquo;Österreichischen Monatsschrift für Tierheilkundelaquo; vorgeschlagenen Methode.
Man desinfiziert und rasiert nach Möglichkeit die Haut im Bereiche der Bugbeule. Außerdem empfiehlt sich, um dem Pferde nicht unnütz Schmerzen zu bereiten, die Anwendunff der Lokal-
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Mi
Brustbeulen.
anästhesie (Adrenalin-Kokain, -Alypin, -Novokain), welche ich bei der Betrachtung über die Spaltung der Bugbeule geschildert habe,
Danach legt man ungefähr in der Längsrichtung des Kopf-Hals-Armmuskels, etwas im spitzen Winkel zum unteren Ende der Drosselrinne, einen langen Schnitt an, den man gleich durch­führt bis auf den Muskel, Nun muH zunächst die Haut nach beiden Seiten 2—4 •#9632;in breit zurüokpr äpariert werden, was öfters dadurch erschwert wird, daß dieselbe und die Unterhaut infolge scharfer Ein­reibungen verdickt oder infolge von Narben mit der Unterlage ver­wachsen ist. Hiernach versucht man durch Palpation festzustellen, ob an irgendeiner Stelle Fluktuation vorhanden ist. 1st dies nicht der Fall, si) sucht man sich die Stolle auf, an der die Bug­beule beziehungsweise der .Muskel sieh am härtesten anfülilt. und schneidet in der Richtung des Hautschnittes auf die bärteste Stelle ein.
Oft findet man den Abszeß schon iu einer Tiefe von i.....3 c?raquo;,
in alten Fällen von Bugbeulen, besonders bei den botryomykotischen, kann man jedoch manchmal 5—C und mehr Zentimeter tief eingehen, ohne auf einen großen Eiterherd zu stoßen. Man soll sich hierdurch nicht beirren lassen und in der Tiefe des Schnittes nochmals die härteste Stelle im Muskel zu erreichen suchen. Wird die Schnitt-führung erschwert, so trägt man medial und lateral vom ersten Schnitt die Muskel- und Kapselteile schon ab, um sich in der Tiefe besser orien­tieren zu können. Nach weiterem Vorgehen auf die härteste Stelle zu findet mau dann auch bald den Herd, läßt zunächst den Fiter ab-la uleu und spült diell üble aus. um nicht die iieuanzulegenden Schnitt­flächen wieder zu infizieren. Sodann geht man mit dem geknöpften Messer ein. spaltet die Höhle nach (dien und unten und exstir-piert nun zunächst die laterale am liegenden Pferde die obere) Ka psel wan d.
Dazu ergreift man diese Wand mit der Pinzette oder besser mit einer zweizinkigen Billrothschen Zange und trägt durch dache Schnitte mit dem geknöpften Messer diesen Teil der Kapsel in Gewebs-scheiben von ' ,---1 cm Dicke in der Ljlngsrichtung des Muskels ab. Hierbei trifft man in der Regel keine nennenswerten Gefäße. Man nimmt diesen lateralen Teil der vorderen und seitlichen Kapselwand so weit fort, bis das tlewebe sich weich anfühlt. Gesunde Muskel­teile schont man nach Möglichkeit.
Nun hat man Kaum genug, um mit aller Vorsicht auch den medialen (am liegenden Pferde den unteren) Teil der Kapsel-
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Uii' Bugbeule.
raquo;48
wand in Bohoibenförmigen Stücken liorauszusohitlen. Man erfaßt dazu mit tlrr Zange den abzutragenden Teil der Kapse] and hebt, bevor man schneidet, stark an, um den veränderten Muskel von der Drosselrinne beziehungsweise von den in ihr verlaufenden Qefflßen abzuziehen, Auch diesen Teil der Wand trägt man so weit ab, bis keine selinenharlen Stellen mehr zu l'idilen sind.
Man versäume nieht. die exzidierten Teile daraufhin zu untersuchen, ob in ihr linsengroße oder noch kleinere, schwarzrol oder gelbbraun verfärbte Herde vorhanden sind. Häufig wird man unter Berücksichti­gung meiner obigen Ausfuhrungen zu der Überzeugung gelangen, dad der eine oder andere Fall durch einfache Spaltung nicht geheilt wäre. weil sicherlich diese kleinen Herde später wieder Veranlassung zu einer Neuerkrankung gegeben halten.
Nachdem der vordere und die beiden seitlichen Teile der Kapselwand herausgeschält sind, untersuohl man durch Eingehen mit dem Finger nochmals genau die hintereWand und stellt fest, ob von ihr aus etwa noch Taschen nach hinten zu ziehen. Diese spaltet man vorsichtig mit dem geknöpften Messer nach unten und schabt die Granulationen der hinteren Wand vorsichtig mit dem scharfen Löffel ab. Man hüte sieh, die hintereWand bis ins lockere, retromuskuläre Bindegewebe abzutragen.
Nunmehr gelangt man zur Untersuchung der Bugdrttsen, Dieselben sind zuweilen in den Fällen, in denen sich ein faustgroßer Abszeß in dor Tiefe findet, eiterig mit eingeschmolzen. Ich habe jedoch auch Fälle gesehen, wo die hintere Abszeßwand direkt an die Bug-drüsen stieß, diese jedoch, wenigstens nicht alle Pakete, nicht, ein­geschmolzen waren. Sind die Drüsen nur markig geschwollen, so ex-stirpiert mau sie; nicht. Sie bilden sich erfahrungsgemäß vielfach wieder zurück. Nur bei der Botryomykose fühlen sich einzelne Pakete bisweilen hart, knotig an. Diese müssen entfernt werden, und zwar geschieht das am besten auf stumpfem Wege. Man löst mit dem Finger die Pakete aus dem lockeren Gewebe aus und dreht sieraquo; von (hau ihnen haftenden Gewebe ab. Eventuell nimmt man die. nicht geöffnete, gebogene Schere zu Hilfe oder den Griff des Skalpells, Die Drüse selbst faßt man mit der lül Iroth sehen Zange. Man muß hier sehr vorsichtig zu Werke gehen, weil ein großer Ast der Art, cervioalis ascendens in die BugdrUscn hineinzieht, den man leicht ver­letzen kann.
Ohne Blutung geht es bei einer Bugbeulenoperation nie ab. In der Regel werden aber nur Muskeläste angeschnitten, die jedoch
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ÜU
Ih'iistbeult'U,
in dorn speckigen Gewebe manchmal schwer mit der Sohieber-pinzette zu erfassen und noch schwerer zu unterbinden sind, Ent­weder umsticht man mit der Nadel die nicht zu unterbindenden
Gefälle en masse oder lälit den Schieber ein bis zwei Taue, in der Wundhöhle liegen. Die Blutung aus kleineren Qefäßen läßt viel­fach während der Operation von selbst nach. Verletzungen der Karotis oder der Jugularis habe ich bei der großen Anzahl der von uns aus­geführten Exstirpationen von Bugbeuleu nicht gesehen. Hingegen teilt Vennerholm einen Fall mit, bei dem während der Operation einer sehr tief liegenden Bugbeule die Jugularis verletzt wurde und Luft in die Vene drang-, so daß das Tier an Luftembolie zugrunde ging. Wird die ganz in der Nähe der Bugdrüsen liegende Art. cerv. asoendens angeschnitten, so muß sie natürlich unterbunden werden,
Ist die Operation nun soweit beendet, so wird die ganze Wund­höhle nochmals abgespült, mit steriler Gaze tamponiert und die Naht vorbereitet. Vorher werden die Hautränder eventuell reguliert, falls Fistelöffnungen bestanden. Mit der Hau! soll man aber möglichst konservativ verfahren und nicht, wie Thiemann erwähnt, weniar Gewicht auf Erhaltung derselben legen.
Aulquot; eine exakte Ausführung der Naht ist bei großen Bugbeulen Gewiohl zu legen, da eine gut angelegte Naht den Heilverlauf sehr abkürzt. Ms fragt, sieh nur. welche Naht man wählen soll. Früher wurde häufig die von Bayer empfohlene (Fig. 201 und 202) und auch in ihren Veröffentlichungen von Fröhner, Pfeiffer u. a. für gut befundene Entspannungs- und Kaminnaht in Verbindung mit dem Spanverband angelegt. Bayer selbst hält aber in seinem Lehr-buche der Chirurgie vom Jahre 1904 diese Naht nicht mehr für die geeignetste.
In der Berliner chirurgischen Klinik wird seit Jahren ent­weder eine Knopfnaht oder eine sieh aus mehreren Abteilungen zu­sammensetzende fortlaufende Naht oder die Knopfnaht in Verbin­dung mit der Michelschen Klammernahl (siehe Fig. 189 und 203) angewendet. Die geeignetste ist die letztere!, Ks werden zunächst in Abständen von 2cm mehrere Knopfnähte durch die zu einem Kamm gegeneinandergehaltenen Wundränder gelegt. Sodann befestigt man zwischen je zwei Knopfnähten noch eine Michelscho Klammer. Die­selben haben den Vorteil, daß sie sieh schnell und leicht anlegen lassen.
Es dürfen jedoch die Wundränder nicht ganz vernäht werden, .sondern nur ungefähr in den oberen zwei Dritteln. Die
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Die Bugbeule,
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Naht wird durch irgendeine deckende raste (Airol- oder LenioetpaBte) vor Infektion von außen geschützt, Der untere Wundwinkel bleibt frei und wird durch ein aus der Wundhöhle hervorgezogenes Stück Gaze offen gehalten. Das vor Anlegen der Naht ausgeführte 'ram­ponieren darf nicht zu fest geschehen, um nicht die Wundränder zu sehr anzuspannen. Blutet in der Tiefe noch ein Qeffiß, so schadet es nichts, wenn man bis /um nächsten Tage den unteren Wundwinkoi durch zwei leicht zu lösende Kuopfnähte verschließt.
Fiir. 201.
Fiff. 202.
Bntspaanungs- und Kammnobt mit Spanvorband nnch Bayer.
Nach der Operation wird das Pferd umgekehrt in den Stand gestellt und bleibt, beiderseits ausgebnnden, einige Tage stehen. Über die Vorbrust wird locker ein Verband aus Leinwand, wie in Fig. 190 und 191 abgebildet, gelegt und der Patient aus der Schwinge gefüttert. Am Tage nach der Operation werden im Stand aus dein unteren Wundwinkel die Tampons herausgezogen. Nun bleibt das Tier so lange wie mögliob ausgebunden stehen, ohne daß in den ersten 4—5 Tagen etwas an der Wunde gemacht wird. Danach empfiehlt es sich, täglich unterhalb der Wunde das etwa sich bildende Sekret abzuwaschen. Die Wunde selbst bleibt aber unberührt.
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lirustbeulen,
Nach aoht Tauen sind bei den von uns operierten Pferden in der Regel die durch die Naht vereinigten Wundränder per primam zusammengeheilt, die ganze Beule bat skdi bedeutend verkleinert. In Fig. 20',] sehen wir eine solche Bugbeule eine Woche nach der Operation. Die Nadeln und Klammern lassen wir jedoch in der
Kegel 8.......-10 Tage liegen und entfernen sie dann erst, wahrend
andere Operateure die ganze Naht schon am Tage nach der Opera­tion li)sen. Nach 6—8 Tagen kann man die Wundhöhle auch vom unteren offenen Wundwinkel ans irrigieren und die Pferde nach ferneren zehn Tasren dem Besitzer
zur weiteren Behandlung über­geben.
Fi-r. 203,
Kiu. 204.
ßuffboule mit Knopf- umi Micholschtir Klammcr-n:i!it (gemischte Nalit i. uobl Tage nach dm Operation,
bei der die Niiln sich infolgt1 Schi nevnfl gelöst hat.
Reißen die Nähte infolge Scheuerns oder Nagens der Pferde an der Wunde aus. so wird hierdurch die Heilung um einige Zeit ver­zögert, Daß jedoch aucli solche Bugbculen gut verheilen, zeigl Fig. 204. Nur klaffen die VVundrönder stärker und müssen in einzelnen hallen reguliert werden.
Sind die Bugbeulen sehr groß und wird sehr viel vom .Muskel ex'/.idiert. so können nach der Verheilung zuweilen Lücken und dellen-förmige Einziehungen zurückbleiben. Besonders isl dies der Fall, wenn die Randpartien vom Kopf-Hals-Armmuskel bei der Operation nicht genügend geschont werden. Jedoch bilden die Lücken nur Schönheits-
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Die Bugbeule,
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fehler. Imii(gt; Beeintraohtigung der Arbeitsfähigkeit dw Tiere babe icli bisher aooh nicht beobaohtet. [oh hatte Gelegenheit ein Pferd #9632;/.u seilen, das nach beiderseitiger Bugbeulenoperation jederseits eine über faustgroße Lücke im Muskel aufwies. Das Tier zeigte nach Angabe des Besitzers seihst im schweren Zugdiensl keinerlei StUrungen, Die von Schussele ausgesprochene Befürchtung, daß nach dem Ausschalen Verkürzung des Muskels und einseitige Kopfhaltung eintreten können, ist nach unserer Erfahrung unbegründet.
Lebensgeßlhrliche Folgen nach der Operation wurden in unserer Klinik nur zweimal beobachtet, Beide Male trat infolge Heraus-schalens der hinteren Abszeßkapsel eine septische Phlegmone ein. die
Fig. 205,
Sen ge lim hsohcs l'utontgoschirr.
tödlich endete. .Man vermeide daher, die hintere Wand zu entfernen und sehalie sie nur mit dem scharren Löffel ab.
Wahrrml nach den Angaben von Bayer nach 1—2 Wochen. von .Mal km us nach 3 Wochen und von Fröhner nach 3 -5 Wochen eine Ueilung der Operationswunden zu erwarten ist, haben wir in ungefährer Übereinstimmung mit den genannten Autoren gefunden, daß sich durchschnittlich in 18—21 Tagen die Wundhöhle völlig schließt und daß nach weiteren l4Tagen die Vernarbuni; soweit eingetreten ist. daß die Pferde allmählich wieder zur Arbeit vorwendel werden können.
Um die wegen Bugbeule operierten Pferde bereits wieder an­spannen zu können, ehe vollständige Vernarbung eingetreten ist, oder um bei Pferden, welche trotz guter Vernarbung nach dieser Operation
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Bruatbeulen,
in der Gösobirrlage der Buggegend sehr otnpfindlioh bleiben, den Druck von selten dos Kummet- oder Sielengesohirrea auch für die Zukunft tort zunehmen, empfleblt sich das Sen gelnub sehe Patentgescliirr (Fig. 205). Bei diesem wird wahrend des Fahrens der Hauptdruok auf die Seitenbrust* und Ruckenpartie des Pferdes srelejErt,
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Vorderbruatbealei
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1
2, Vorderbrustbeule.
Begriff luid Vorkommen. Die Vorderbrustbeule (Eberlein) oder Brustbeule (Bayer, Pflug) stellt in der Regel einHygrom oder eine Zyste am Manubrium stern i dar.
DasHygrom beruht auf einer chronischen serösen oder sero-fibrinösen Entzündung der hier häufig auftretenden Bursa, während die Zyste gewöhnlich eine Dermoidzyste ist.
Die Hygromo findet man nicht selten bei Reitpferden, aber auch bei Wagenpferden. Sie sind außer von Bayer auch von Guittard beschrieben worden.
Heim Rinde hat Stockfleth im Bereiche des Triels derartige Hygrome beobachtet. Stockfleth nennt diese die raquo;Balggeschwtilstelaquo;, ebenso Feuereisen.
Eine Dermoidzyste fand Schimmel beim Pferde am Manu­brium sterni. Nach Schimmel liegen diese im subkutanen Bindegewebe und verdanken ihre Entstehung einer fötalen Minsiülpung und Ab-schnUrung einer bestimmten Partie Haut. Die Dermoidzysten sind Zysten, deren Wand ans äußerer Haut und deren Inbalt. wie z, 1!. im vorliegenden Falle, aus einer grauen und körnigen Flüssigkeit nebst, einem Konvolut von längeren, leicht gefärbten Haaren besteht, welche von tier Wand ausgehen, Eberbach beschreibt einen ähnlichen Fall, den er als Atherom bezeichnet.
Die Dermoidzysten scheinen jedoch an der in Rede stehenden Stelle sehr selten vorzukommen, da die Literatur keine weiteren Falle verzeichnet.
Atiologle; Während die Dermoidzysten nach Ansicht zahl­reicher Forscher durch eine embryonale Verirrung von Hautkeimen
Bayer-Fr6bnor, Itandl.....b. Bd, 111., I.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ,.,
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BrustbeulDU,
entateben, können sic sich naoh Remak auch infolge einer Verletzung der Haut im orabryonalen Stadium bilden. Die Haut soll dort verletzt werden, wo sie gefaltet liegt, und es soll dann eine Verwachsung der verletzten Faltenrflnder zustande komtnen.
Die Hygrome sehen wir deswegen bei Reitpferden besonders httulig, weil bei diesen der Kj^opi' (Jes zum Sattel gehörigen Vorder-zeu^es oder dor Sprungriemen einen Druck auf den Schleinabeutel im Bereiche des Habichtsknorpels ausüben. l)ies ist um so mehr der Fall bei denjenigen Pferden, welche einen stark vorspringenden Habichtsknorpel zeigen. In ähnlicher Weise kann bei Zugpferden durch Geschirrdruck, insbesondere durch Druck des ünterbrust-riemens, die Ursache zur Bildung eines Hygroms gegeben werden. Auch aus amlereii tlußercn Ursachen (Springen gegen die Krippe, Qegenlaufen gegen Standbäume usw.i können die Hygrome hervorgehen,
Symplnmc. Don. wo das kraniale Ende des Manubrimn zwischen den beiden Schultergelenken vorspringt, sieht man bisweilen kastanien-bis kincLerfaustgroße, umschriebene, beulenartige Ver­dickungen, auf deren Höhe die Haare abgebrochen beziehungsweise gönzlich abgescheuert sind, oder die Hunt mit kleinen Schorfen bedeckt ist. Diese Verdickungen setzen sich deutlich gegen die Nach­barschaft ab und wölben sieh von der Seite gesehen halbkugelig vor.
Fast immer ist die ttußero Haut Über diese verschiebbar, oder die Unterhaut ist geringgradig mit der Wand der Verdickungen ver­wachsen. Vermehrte Warme und Schmerzhaftigkeit in der Haut besteht nicht. Bei tier Palpation kann man die Hygrome oder die Zysten auf ihrer Unterlage verschieben und deutlich erkennen, daß sie dem Habichts­knorpel direkt aufsitzen. 1 )ie hintere Wand ist jedoch bei den 11 ygromen strangartig mit dem den Knorpel umgebenden straffen Bindegewebe verbunden, so daß das Hin- und Herschieben nur bis zu einem ge­wissen Grade möglich ist. Die Beulen haben eine elastische Wand von der Konsistenz eines Muskels, sind auf I'rinde nicht schmerzhaft und zeigen bisweilen Fluktuation.
Die Dermoidzysten liegen frei in der Unterhaut, können jedoch auch mit dem Manubrium durch dünne Gewebsstränge verbunden sein.
AimtomiscInT Befund. Hat man ein Bursahygrom von seiner Unterlage und ans der Unterhaut vollständig herausgeschält und legt einen Schnitt durch dasselbe, so findet man die bei gesunden Schleim­beuteln papierdünne Wand bis zu '/^''quot;' lini' mehr verdickt. Die Verdickung ist von unregelmäßiger Form infolge von flachen und höheren Prominenzen. Die Innenwände können mehr oder weniger
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Vorderbrustbeule,
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verdickt sein, so daß man ilns eine Mal eine kleine, vülli^- solide (ie-sclnvulst, aus fibrösem Gewebe bestehend, vor sieb hat, das andere Mal noch eine kleine, mit Spuren serösen Inhaltes gefüllte Höhle. Dies sind jedoch Ausnahmen. Gewöhnlieh ist der Hohlraum erhalten, In denselben wuchern von der auskleidenden Wand Vorsprünge der verschiedensten Art hinein.
Sodann kann man auch wieder, wenn durch einen Stoß Blutung in den Schleimbeutel hinein stattgehabt hat, organisierte Fibrinmassen in Form von Fäden und Strängen quer durch die Höhle ziehen sehen. An diesen Fäden hängen bisweilen Konglomerate von Fibrinraassen und derbe, weiße, nachgedruckte Körper. Mehrere solche Fäden können von einer Wand zur anderen kreuz und quer durch das Bygrom ziehen. Man findet zwischen diesen manchmal nur noch Maschen, die mit blutigseröser Fltlssigkeit gefüllt sind. Die kleinen weißen Körper können als freie Körper in den Maschen und Hohlräumen liegen,
ßildel das Hygrom noch eine größere Höhle, so findet man außen eine bindegewebige, speckige Kapsel, welche innen von einer rötliehen Membran ausgekleidet und mit sei'ös-blutiger oder rein seröser Flüssigkeit angefüllt ist. Solche Hygrome sind das Produkt einer Bursitis (Synovitis) chronica serosa et fibrosa,
Bei der Dermoidzyste besteht, wie bereits erwähnt, die Aus­kleidung der Höhle aus äußerer Haut mit Epidermis, Papillarkörper, Haaren usw. Man nimmt an, daß die Flüssigkeit, welche man in der Zyste findet, als das Produkt der Schweiß- und Talgdrüsen, gemischt mit Fett und Epithel, zu betrachten ist. Die Zysten können recht groß werden: in dem von Schimmel beschriebenen Falle betrug der Durchmesser des Hohlraumes H '#9632;in.
Diagnose und Differentialdingnose. Die Diagnose der Hygrome oder Zysten ist nicht schwer. Nur lltßt sich, ohne die Gebilde auf dem Durchschnitte zusehen, also vor der Operation, nicht entscheiden, ob der eine oder andere der beiden Zustände vorliegt. In der Pegel dürfte jedoch die Diagnose Hygrom mit aller Wahrschein­lichkeit zu stellen sein, da die Dermoidzysten sehr selten vor­kommen,
Differentialdiagnostisch können umschriebene, subkutane Abszesse oder, nach eingetretener Infektion, eiterige Bursiten in Frage kommen. In diesen Fällen ist die äußere Haut fester mit der Unterlage verbunden und vermehrt warm. Das ganze Gebilde lindet man dann auf Druck schmerzhaft.
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llnislbcultm.
Endliob kommen als ohronisohe Zustände noch kleine organi­sierte Hftmatome im Bereiche des Habichteknorpela in Betracht, welche Elhuliohe Symptome zeitigen wie die Hygrome.
Prognose. Die Beurteilung lautet in der Regel günstig. Abge­sehen davon, daß derartige beulenartige Gebilde im Bereiche des Manubrium vielfach nur Schönheitsfehler vorstellen, muß man aller­dings daran denken, daß bei unvorsichtig ausgeführter Operation leicht der Habicbtsknorpel freigelegt werden kann und Knorpelnekrose, Fistel usw. eine erhebliche Komplikation bilden.
Therapie. Haben die Hygrome und Zysten derartigen Umfang, daß sie in die Augen fallende Schönheitsfehler darstellen, oder sich des öfteren auf ihrer Oberfläche Druck- und Scheuerstellen von selten der Sprungriemen, des Vorderzeuges oder anderer Qeschirrteile zeigen, so kann die operative Beseitigung angezeigt sein. Dasselbe ist der Fall, #9632;wenn die Hygrome durch Verletzung von außen infiziert werden und vereitern.
Will man. um eine Gefahr der Brustbeinverletzung zu vermeiden, die Aussclüftlung nicht vornehmen, so behandelt man die Hverome analog den Hygromen auf dem Olekranon. Unter sorgfältigster Asepsis zieht man mit Hilfe einer mittelstarken, sterilen Kanüle den Inhalt der Bursa aus und injiziert dann 5—10 cm3 Tinctura Jodi (nicht Lugolsche Lösung). Enfolge dieser Jodinjektion, nach der die Pferde natürlich im Stalle bleiben müssen, stirbt die Schleimhaut der Bursa ab. Mau kann sie. wenn man nach 5—6 Tagen den Schleim­beutel spaltet, zusammen mit einem graubraunen Inbali manchmal in toto in Gestalt eines Säckchens, manchmal auch nur in Form von Fetzen aus der Bindegewebskapsel herausschälen. Hiernach wird die Wundhöhle offen behandelt.
Diese Methode hat den Vorzug, daß die hintere bindegewebige Wand der Bursa nicht perforiert und der Habichtsknorpel nichl frei­gelegt wird.
Liegt eine Vereiterung bereits vor, so spalte man und versuche, das Leiden so zu heilen. Ist jedoch eine Ausschidung erforderlich, so hüte man sich, den Habichtsknorpel freizulegen und erhalte lieber die hinteren Teile der Bindegewebskapsel als schützende Wand. Andern­falls kann durch um sich greifende Eiterung leicht das Brustbein mit­erkranken, Brustbeinfisteln sind dann die unausbleibliche Folge.
Die Derraoidzysten sind in der Regel lockerer mit dem Habichtsknorpel verbunden. In dem von Schimmel beschriebenen
I i
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Ahs/.csso an der Vorbmsl.
663
Falle heilte nach totalor Ausscliälung der Zyste die Wundhöhle regel­mäßig und ulnu'. Kotnplikationeiii
Literatur.
Bttyor, Viti-iiiiSi-ciiirurgie, 11)01, ä, 8Si, Eborbaoh, Dantsolio biorintllche U'ufhi'nscbiirt. Bd. IV, Pouorelson, Blaquo;f. Ellonbergor-SoUttte. 1904,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Frflhner, A.llgomoine Chlrurgio. 1805,
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3. und 4. Unterbrustbeule und Seitenbrustbeule.
Dieselben sind in den einschlägigen Kapiteln besonders abge-liandelt,
IV. Abszesse an der Vorbrust.
IJogili'f und Vorkoinmen. Ala Abszesse an der Vorbrust bezeichnet man die durch Eitererreger bedingten umschrie­benen Eiteransammlungen in der unterbaut, in dem Haut­muskel und der anderen, mit Ausnahme des Kopf-Hals-Armmuskels, zur Vorbrust gehörigen Muskulatur,
Solche Abszesse werden bei Pferden häufig angetroffen und sind früher bereits in der Literatur beschrieben worden, iSie können leicht, wie scholl Stockfleth erwähnt, mit den echten Bugbeulen verwechselt werden, insbesondere wenn sie in der Nähe der Schultergelenke und der Drosselrinne liegen. Man findet sie sowohl bei Wagen- als auch bei Reitpferden, bei ersteren jedoch bedeutend häutiger als bei letzteren.
Audi bei Kindern und Hunden werden sie nicht selten be­obachtet,
Atloiogie. Bei Pferden werden die Abszesse zum Teil durch dieselben Ursachen bedingt, durch die einfache Quetschungen und Bugbeulen hervorgerufen werden. Kommt zu der Quetschung eine In­fektion, so entwickeln sieh phlegmonöse Entztlndungsprozesse, deren Ausgang eine Abszeßbildung sein kann. Häufig sieht man solche Abszesse auch nach den kleinsten Stich- und ßißverletzungen oder als sekundäre Erscheinung bei Brustbeinerkrankungen entstehen. Bei Reit­pferden können sich dieselben leicht entwickeln, wenn das Vorderzeug zu fest angezogen ist und dieses die Qegend des Habichtsknorpels wund reibt, Schi' häufig beobachtet man umfangreiche Abszeßbildung in den Krankenstallen bei Pferden, welche durch subkutane Injektionen
#9632; - -—i-r—v
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Abszesse au der Vorbrnst.
?
im Bereiche der Vorbrust behandeli wurden sind. Die Ejiteruug kann hier allerdings teils chemischer Natur, K'iis aber auch durch gleich­zeitige [nfektion bei Verwendung nicht steriler Kanülen, Spritzen und Lösungen bedingt sein. Im Anschlüsse an Kampferüleinspritzungen, häutiger jedoch noch nach Kampferspiritusinjektionon treten bis­weilen schwere entzüncllicho Schwellungen mit Abszeßbildung auf. Diese Eiterungen sind langwierig und heilen nur langsam. Spirituüse Veratrinlüsungen, /.weeks Beseitigung von Schulterlahmheiten in­jiziert, können vor allem lebensgefährliche Schwellungen und multiplo Abszedicrungen nach sich ziehen, wenn sie nicht subkutan angowendel werden, sondern unter die Faszien. ja sogar in die Muskulatur ge­langen. Endlich können sich Abszesse im Anschluß an infizierte Wunden, infizierte Ilämatome, nach Haarseillegen usw. ent­wickeln. Die Abszesse können durch Eitererreger, aber auch durch den Botryomycespilz, durch verschleppte Drusestreptokokkon und endlich durch Mischinfektionen hervorgerufen sein.
Beim Rinde findet mau auch bisweilen umschriebene Eiterungen auf aktinomykotischer und tuberkulöser Grundlage, ferner Senkungs- und fortgeleitete Abszesse im Vorlaufe der traumatischen Magen-Zworchfell-HerzbeutelentzUndung und endlich nach Ver­letzungen. Beim Hunde sind meistens Biß- und Schußwunden die Ursache.
Symptome. Die Erscheinungen ahnein im Anfangsstadium denen der einfachen Vorbrustquetschungon. Man findel in der Regel diffuse Schwellungen, entweder im Bereiche der einen Schulter oder /.wischen den beiden Schultergelenken, um den Habichtsknorpel herum und tiefer unterhalb desselben Diese entzündlichen beziehungsweise phleg-monosen Schwellungen nehmen anfangs Fingereindrücke an, später können sie ganz, fest werden. Die Haut über ihnen fühlt sich ver­mehrt warm, direkt heiß an und ist nicht verschiebbar. Auf Druck äußern die Tiere Schmerzen. Sind die entzündlichen Ödeme oder die Phlegmonen durch Infektion von Uautverletzungen, von Wunden aus entstanden, so findet man bald Fluktuation. Entwickeln sich hingegen diese Erkrankungen im Anschlüsse an eine Injektion, so dauert es manchmal über eine Woche, ehe Abszedierung eintritt. Sehr schmerz­hafte und ausgebreitete, brettharte und anfangs wenig Neigung zur Abszedierung zeigende Phlegmonen sah ich nach Spirituosen Veratrin­oder Kampferinjektionen auftreten, die ftllschlicherweise unter die Faszien oder gar in die Vorbrusttnuskulatur gelangt waren. Die suhfaszialen und intramuskulären Phlegmonen breiten sich über die
^—^—M-a——--
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Aliszesso an tier Vorhnist.
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ganze Vorbrual aus and bereiten den Patienten derartige Schmerzen, daß sie eine stlgebockartige Stellung einnehmen. Das Allgemein­befinden der Tiere ist: gestört, die Futteraufnahme lüßl nach und die Körpertemperatur steigt an.
1 Iahen die phlegmonüsen Prozesse eine Zeitlang bestanden, so lätit die Schwellung in der Regel nach. Wahrend Resolution hier selten ist, treten im Zentrum der Schwellung, eventuell auch an den Seiten, eine oder mehrere fluktuierende Stellen auf, es komml zur Ali-szed ieru ng.
Die Abszesse eröffnen sich, falls nicht frühzeitig operativ ein­geschritten wird, auch spontan. Bei den subfaszialen und intra­muskulären Phlegmonen, ich denke dabei hauptsächlich an solche im Bereiche derjenigen oberflächlichen Brusttnuskulatur, welche vom Brustbein ans Armbein beziehungsweise an die Vorarmfaszie zieht, sieht man jedoch ähnliche Zustände auftreten wie bei der Bugbeule im Kopf-Hals-Armmuskel. Die Schwellung in der Nachbarschaft verliert sieh. sie lokalisiert sich im Bereiche dieser Muskeln und fühlt sich sehnenhart an. Ich betone schon jetzt, daß man hier nicht versäumen darf, früh­zeitig den sich in der .Muskulatur bildenden Eiterherd freizulegen,
Wenn sieh derartige Abszeßbildung oberhalb der Schultergelenke oder im Bereich der Drosselrinne zeigt, und die benachbarte öde-matöse Schwellung eine scharfe Abgrenzung des M. cleidomastoideus verhindert, so kann man vielfach im Zweifel sein, ob es sieh um eine Bugbeule, welche mit einem subkutanen Abszeß kompliziert ist, oder nur um eine Hrustbeule im weitereu Sinne handelt. Krst die Operation gibt vielfach Aufschluß, ob der genannte .Muskel intakt ist oder nicht.
Die subfaszialen Phlegmonen im Bereiche eines Schultergelenkes (nach Injektionen von Veratrin, Terpentin usw.) nehmen, wie bereits erwähnt, zuweilen einen derartigen Umfang an, daß die Tiere sieh nicht vorwärtsbewegen können. Bei solchen Pferden tritt hoch­gradiges Fieber und eine erhebliche Störung des Allgemeinbefindens auf. Ks kann sogar Sepsis hinzukommen und das Pferd hieran zu­grundegehen,
Das sind jedoch nur Ausnahmen. In der Regel geht die Phleg-mone in Abszedierung über. So sehen wir in dem in Pig, 206 abgebil­deten Falle eine multiple Abszedierung nach einer Veratrininjok-tion. Bei dem betreffenden Pferde hatten sich, nachdem die diffuse harte Schwellung, welche die ganze Vorder- und Seitenfläche der Schulter betraf, scharf eingerieben war. am äul.'ieren Hände des Kopf-
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Abszcsso an dor Vorlirust.
Hals-Armmuskels beginnend, drei Ubereiminderliegende Abszesse ge­bildet, die auf der Pbotographie deutlich zutage treten.
Mit der Ausbildung der Abszesse lassen die Schwellungen nach. Die Bewegungen des Tieres werden freier. Das Allgemeinbefinden bessert sieh.
Diagnose uud Differeutinldiagnose. Hai sich beim Pferde an der Vorbrust ein Abszeß bereits ausgebildet, so hält es nicht schwer, ihn mit Sicherheil zu erkennen. Die Schmerzhaftigkeil und die vermeinte
Temperatur unterscheiden ihn leicht von
Fifj. 206.
einem Httmatom, bei dem wir die Fluk-
tuation ebenfalls nachweisen können. Viel schwieriger ist es, die Dia­gnose im Anfangsstadium, im Stadium der phlegmonösen Schwellung zu sichern, Noch schwieriger ist festzustellen, ob die phlegmonüse Entzündung nur die l'nterhaut oder auch die Muskulatur betrifft und ob sie sich eventuell unter die Faszien erstreckt. Man versäume nicht, bei allen schmerzhaften, vermehrt warmen, diffusen Schwellungen der Vor-brusl genau das Allgemeinbefinden der Tiere zu prüfen, da die Erfahrung lehrt, daß sich an der Vorbrust häutig die An­schwellungen der Haut, die karbunkel-
älmlichen Tumoren des l'etechial-
UuUiptc Abszediorung Iru Meroiobo des Sohultoi-golonkca,
l'iebers lokalisieren.
Ferner muß man bei allen diffusen phlegmonösen Verdickungen im Bereiche der Vorbrust, welche sich nach dem Halse zu erstrecken, immer an den Milzbrand der Pferde denken, leb selbst hatte Gelegenheit, bei zwei Pferden, welche in die Klinik eingestellt werden sollten, an Vorbrust und Hals derartige heiße diffuse Schwellungen nachzuweisen, welche nur ein Symptom des bei beiden Pferden vorliegenden Milzbrandes waren.
Endlich treten nicht selten auch Ödeme, auf verschiedenster Ursache beruhend, an der Vorbrust, auf, welche jedoch nur unschwer von Phlegmone und beginnender Abszeßbildung zu unterscheiden sind. Gerade beim Rinde findet man häufig solche Ödeme im Bereiche des Triels als Erscheinungen der traumatischen Magen-Zwerch-fellentzündung. ferner sind bei Vorbrustschwellungen der Hausch-
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Abszeine fin der Vorbrust,
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brand, die Wild- und Rinderseuche, dor Milzbrand usw. diiforentialdiagnostisch zu berücksichtigen.
Prosnosolaquo; 1 'i1' Beurteilung der Abszesse richtet sich ganz nach deren ürtlicher Lage und nacb der Tiefe.
Dia subkutanen Abszesse sind im allgemeinen gUnstig zu pro­gnostizieren. Es empfiehlt sieh jedoch, mit dem Urteil immer so lange zurückzuhalten, bis wirklich ein Abszeß nachzuweisen 1st. Bei einer Phlegmone kann man nie mit Sicherheit bestimmen, ob die tiefer liegenden Gewebe (Muskeln, Faszien, GeiUße, Brustbein) nicht auch noch mil in den Eiterungsprozeß einbezogen werden.
Läßt, sich hingegen mit einiger Gewißheit vermuten, daß ein Abszeß nur in der Unterbaut liegt, und spaltet man ihn rechtzeitig, so kann man schon durch Abtasten der Eiterhöhle nachweisen, ob die Muskulatur, das Brustbein usw. in Mitleidenschaft gezogen sind. Wenn nur die Unterbaut Sitz des Eiterherdes ist, dart man auf voll­ständige Wiederherstellung des Patienten rechnen.
Als zweifelhaft müssen prognostisch diejenigen Phlegmonen und Abszesse gedeutet werden, welche tiefer liegen als in der Unter­haut. Ich erwähnte schon, daß gerade die subfaszialen und intramus-kuliiivn Eiterungen an der Vorbrust sich vielfach nach zu tief applizierter Injektion einstellen. Hierbei findet man h.t(ufig Nekrose ganzer Muskel-und nach der Schulter oder dem Vorarm zu ganzer Easzienteile, Trotz frühzeitigen Spaltens kann man nie voraussehen, ob nicht noch weitere Gewebsteile nekrotisch werden.
Mir ist ein Krankheitsfall in der Erinnerung, bei dem nach un­vorsichtiger Injektion einer Spirituosen Veratrinlösung in die Muskulatur hinein eine septische Phlegmone und ausgebreitete Nekrose eintrat, an welchen der Patient zugrundeging. Es ist daher mit, Recht bei diesen Phlegmonen und Abszessen, welche in der Regel im Bereiche der Schultergelenke oder dem unteren 'rede der Vorbrust ihren Sitz haben, große Vorsicht in der Vorhersage an­gezeigt.
Die Abszesse, welche sieb an der Vorbrust nur als Begleit­erscheinung der Knorpel- und Knochen nekrose des Brustbeines zeigen, sind ebenso schlecht zu prognostizieren wie das Leiden selbst.
Thßl'apiß. Die Phlegmonen an der Vorbrust werden nach den bekannten Regeln behandelt. Anfangs empfiehlt sich die Anwendung von Kälte oder adstringierenden Waschungen (mit essigsaurer Ton­erde oder anderen Präparaten), sodann geht mau zweckmäßig, um die Abszeßbildung zu beschleunigen und die Eiterung nach der Körper-
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Literatur,
oberflttche abzuleiten, zur Behandlung mit fouchter Wttrme, zu Jod-bepinselungen oder /.u scharfen Einreibungen über. Die letzteren sind bei den eiterigen [nflltrationen, welche man im Muskel oder unter den Paszien vermutet, natürlich auch bei den subkutanen Phlegmonen, sehr angezeigt, da sie doch vielfach die Ausbreituni;- der Kiierun^en hintanhalten und diese nach der Haul zu ablenken,
Wuhrond subkutane Abszesse sich schon einige Tage nach dem Einsetzen der phlegmonüsen ISntzUndung durch Fluktuation usw. zu erkennen geben und meistens bald gespalten werden, dauerl es bei den tiefer liegenden Phlegmonen trotz scharfer Einreibungen manch­mal sehr lange, ehe sich von außen her die Erscheinungen eines Abszesses zeigen. .Man Hndet sogar manchmal gerade im Bereiche der beiden Teile des oberflächlichen Brustmuskels, daß sich die Ab­szesse in der Tiefe dieses .Muskels abkapseln wie die Eiterungen im Kopf-Hals-Armmuskel,
Besteht in solchen Füllen die phlegmonüso Entzündung schon ungefähr eine Woche, und zeigt sieh trotz der oben angegebenen Behandlung von außen kein Eiterherd, tritt auch keim' Resolution ein. wird im Gegenteil das (Jewelraquo;' fest und hart, so versäume man nicht, wiederum seitwärts von der ICörpermittellinie, vom Brustbein, einzuschneiden, Darauf versuche man möglichst stumpf auf die sieh am härtesten und festesten anfühlende Stelle des Brustmuskels vorzu­gehen.
Dringend erforderlich ist in solchen fällen die Kontrolle des Allgemeinbefindens. Sobald sich septikftmische Erscheinungen /.eigen, muß man rücksichtslos vorgehen. Man lindet auf diese Weise den Abszeß manchmal mehrere Zentimeter tief im .Muskel. Nur so wird vermieden, daß die Eiterung nach innen und nach dem Brustbein zu weiter fortschreitet. Mau spalte solche Ahszesse. d. h. ihre vordere; (untere) Kapsel, parallel zur Medianebene mit langem Schnitt und behandle sie nach den Kegeln der offenen Wundbehandlung.
Man muß aber auch hier daran denken, daß durch den Eite­rungsprozeß leicht das Brustbein in Mitleidenschaft gezogen werden kann. Wenn nach 1 -2 Wochen die Eiterung nicht nachlüßt, die Verdickung bestehen bleibt oder sieh nach dem Brustbein ausdehnt. so hildet sich wahrscheinlich eine Brustbeinfistel als Folsreleidcn aus.
Literatur.
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lehre l'ür Tioramp;rzte. lluiT.
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Neubildungen an dur Vorderbrust.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;059
V. Neubildungen an der Vorderbrust.
An der Vorbrust der Pferde, Rinder usw. werden nicht selten Neubildungen verschiedener Art angetroffen. Ich bespreche zunächst die am seltensten vorkommendon Tumoren und gehe dann zu den häufiger zur Beobachtung gelangenden Über.
1. Karzinom und Sarkom.
Während Karzinome im Bereiche der Vorbrust bisher in der Literatur noch gar nicht beschrieben sind, habe ich auch nur einen einzigen Fall von Sarkom verzeichnet gefunden.
Fröhner beschreibt im Jahre 1902 einen von ihm in der Ber­liner chirurgischen Klinik beobachteten Fall. Ein I4jfthriger Rapp­wallach wurde der Klinik mit der Anamnese zugeführt, daß sieh bei ihm seit einigen Wochen eine Geschwulst an der Brust zeige. Diese ergab sich bei der näheren Untersuchung als eine apfelgroße, derbe, hückerige, an der Oberfläche blutende, mit der Haut verwachsene Neubildung an der rechten Vorbrust unterhalb des Buggelenkes, welche durch die mikroskopische LTutersuehung als kleinzelliges Rund­zellensarkom angesprochen wurde. Nach Exstirpation trat in elf Tagen Heilung ein.
Bei Hunden findet maj bisweilen Sarkome und Karzinome in der Vorbrustgegend. lgt;ie Behandlung bestellt auch hier in möglichst früh­zeitiger Exstirpation.
2. Tylom und Fibrom.
Begriff und Vorkommen. Unter einem Tylom verstellt man nach Frühner eine fibröse, von der Unterhaut ausgehende, durch chronische hyperplastischo Entzündung hervorgerufene Hautwucherung, welche ebenso wie die Elefantiasis noch nicht zu den echten Neu­bildungen gerechnet werden darf.
Die Fibrome hingegen sind als echte umschriebene Geschwülste aufzufassen, welche zu den Deamoiden gerechnet werden, sich aus Bindegewebe entwickeln und aua solchem bestehen.
Tylome und Fibrome kommen an dor Vorbr.ual vornehmlich bei Zugpferden vor und stellen in der Regel ganz zufällige Befunde dar.
Ä.tioIogie. Die Tylome kommen dadurch zustande, daß die Haut hei schwerem Zugdienst der Pferde und bei mangelhafter Beschirrung derselben sich häufig in Falten legt. Haut und Unterhaut sind auf diese
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Noubildungen an der \'urilerbriisl.
Wristquot; dauernden Reizungen ausgesetzt, [nfolge dor andauernden
Druckwirkung kommt es zu einer ohronisohen entzündlichen Hyper-
plasie des Bindegewebes der Haut und ünterliaut,
Zur Entwicklung der Fibrome tragen ohne Zweifel die im
Bereiche der Geschirrlage statthabenden dauernden traumatischen
Einwirkungen sowie wiederholte Verletzungen und Entzündungen als
ilußere 1 rsache bei. Eoffmann beobachtete beiderseitige Fibrome der
Vorbrusl (in der Kummetlage), welche lediglich durch Gosehirrdruck
entstanden waren. Pia, '2i)7.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; i i i' #9632; i i rnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;i
l)ali jedoch die mechani-
sche Einwirkung für das Zu­standekommen dieser Fibrome nkdtt immer Voraussetzung ist, beweist ein von Frohner be­schriebener Fall. Er fand im Bereiche dos Muse, pectoralis (außerhalb der Qeschirrlage) laquo;•in Fibrom der Unterhaut, das mehrere derbe Knuten aufwies, Symptome. I gt;ie Tylome /eigen sich, wie in Fig. 207 zu sehen ist. als taubenei- bis faust­große, herabhängende, ge-sohwulstartige Gebilde in der Haut und Unterbaut der Vorbrust, welche wie ein natür­liches Polster die Geschirrlage
bedecken. Auf der Oberfläche
Tylom jui ilcr Vorbrußt,
der Haut sieht man häutig, wie
auch inFig.207, haarlose Stellen und Narben. Die Verdickung läßt sich mehr (raquo;der weniger über die Unterlage, die Muskulatur, verschieben, Sie fühlt sich wie ein fester Muskel an und i.-t derb und schmerzlos. Maut und Unterhaut sind miteinander verwachsen, weil sowohl die tieferen Hautschichten als aueb die Unterbaut in der Regel durch den chronischen ent­zündlichen Prozeß in gleicher Weise verdickt sind. Infolge dos eigentümlichen Herabhängens dieser Verdickungen sprichl man auch von einer Cutis pendulans. Möller und Frick haben diese Cutis pendulans ebenfalls häufig beobachtet, sie sahen mehrere Pferde des­selben Stalles an dem Zustand leiden.
—.—raquo;#9632;#9632;^^^
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Tvlom und Fibrom.
66]
Eine Gebrauchsetörung bedingen die kleinen und flachen Ge­bilde nicht, nur wenn sie. wie in Fig. '208, bedeutende Gruße er­reichen, geben sie. wie auch Möller und Friek erwähnen, leicht ZU Quetschungen und entzündlichen Schwellungen Veranlassung.
Das klinische Bild der Fibrome weicht von dem derTylorae ab. Erstere erscheinen als langsam wachsende, knotenartige und
umschriebene Neubildungen, wol
lohe meistens eine kugelige Form
haben. Von der Größe einer Erbse und Haselnuß an treten sie in Erscheinung und wachsen bis zu Faust- und Kopfgröße an. Als gutartige Geschwülste /.eigen sie keinen Zerfall, sondern bleiben an ihrer Oberfittche glatt. Ich sah sie an der Vorbrust ausschließlich in der Unterbaut. Die Haut ist anfangs vielfach über kleine Fi­brome hinweg verschiebbar. Später ist jedoch, wenn die Tumoren die Größe annehmen, wie sie Fig. 2UcS zeigt, infolge der dauernden Rei­zung des Geschirres fast immer die Haut, mit der Oberdäche des Fibroms verwachsen. Im weiteren Stadium wird auch die Haut mit in den geschwulstbildenden Prozeß einbezogen. Sodann treten häufig,
da die Neubildung in d
ler
Gi
der V.ii
schirrlage einen stark vorspringen­den Punkt bildet, an der Haut Scheuerwunden oder Drucknekrose ein. wie das in der Abbildung deutlieb zu sehen ist. I'ie ganze Geschwulst ist derb, sehnenhart und nicht schmerzhaft. Mil der .Muskulatur sind die Fibrome in der Regel nicht vorwachsen, höchstens mit den Faszien, daher gestallen sie auch meistens eine gewisse Ver­schiebbarkeit über die Vorbrustmuskeln.
Während die Tylome auf dem Durchschnitt anfangs ödematös durchtränkt sind, stellen sie später ein derbes, festes Bindegewebe dar. das sich von der Nachbarschaft nicht scharf absetzt. Die Fibrome hingegen, welche an der Vorbrust fast immer als harte Fibrome zu linden sind, lassen sich in der Hegel aus einer bindegewebigen Kapsel
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Neubildunaen im der Vordorbrust.
berausscbttlei] und zeigon auf dem Durchschnitt eine gleichmäßige, sveißglänzende Gesohwulstmasse von faseriger Struktur mit wenig Blut­gefäßen,
l)iii,n'iMraquo;s('. Die Tylome sind leichl zuerkennen. Die eigentümlich herabhängenden, sackartigen, festweichen, schmerzlosen Gebilde, welche allmählich in ilio Nachbarschaft Übergehen, an deren oberen Rändern die tiaut in Falten liegt, sind nur schwerlich mit anderen krankhaften Zustünden zu verwechseln.
Die Diagnose der echten Fibrome ist schon schwieriger. Wenn auch das langsame Wachsen, die umschriebene kugelige Form, die glatte Oberfläche, tier gutartige Charakter und das Fohlen der Neigung zu Zerfall kaum für eine andere Geschwulstarl sprechen, so muß man doch immer noch an die in der Geschirrlage häufig vorkommenden Myko-fibrome denken. Lipome haben Ähnlichkeit mit Fibromen, siml jedoch in dieser Gegend meines Wissens noch nicht beobachtet worden. Weiterhin sind Sarkome, abgekapselte Abszesse, lläma-tome usw. differentialdiagnostisch zu berücksichtigen.
JVü^'Uüsc. Für die Beurteilung der Tylome kann nur tue Größe derselben in Frage kommen, da sie ihren regelmäßigen Sitz in der Geschirrlage haben, Kleinere und frische Tylome können sicli immer noeh wieder zurüokbilden, während dies bei der Größe wie in Fig. 207 nicht mein- der Fall ist. In solcher Ausdehnung bedingen sie außer einem Schönheitsfehler auch zuweilen eine Gebrauchs-Störung, weil sie als Fremdkörper unter dem Geschirr liegen und auf ihrer Oberfläche immer wieder zu Hautnekrosen, neuer Infekt ion etc, neigen.
Für die Fibrome ist die Ausdehnung und der Sitz maß­gebend. Liegen sie diivkt in der Kümmel- beziehungsweise Sielen-goschirrlage wie in Fig. 208, so sind sie wegen ihrer Harte und kugeligen Beschaffenheil noch schlechter zu beux'teilen als die flacheren, weniger festen Tylome. Sie siml nurdurch Operation zu beseitigen. Danach ist die Prognose, relativ günstig, vorausgesetzt, daß die Ge­schwülste genügend aus der 'lit fe herausgcschäll sind. Ferner sind die Tiere lange genug außer Dienst zu stellen, damit gute Verheilung und Vernarbung möglich ist. Jedoch muß man mit der Möglichkeit eines Rezidives rechnen.
An anderen Stellen der Vorbrust sind die Fibrome günstiger zu beurteilen, Solange diese keine große Ausdehnung erreichen, licgl bei Arbeitspferden kein Grund zur Operation vor. Selbst wenn die Fibrome
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Paplllom,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;(i()3
operiert werden, reziclivierei) sie an Stellen, an denen kein Geschirr liegt, weniger leichf als in der Qesohirrlage.
TherapiOi Die Behandlung der Tylome und Fibrome kann nur eine operative sein, Kleinere QesobwUlste lassen sich zwar unter Lokalanästhesie am stellenden Pferd operieren. Jedoch empfiehlt es sich bei größeren Tumoren, wo man die Naht sorgftlltig anlegen maß, die Tiere zur Operation niederzulegen.
Betreffs der Vorbereitungen zur Operation und Behandlung des Operationsfeldes kann ich, um Wiederholungen zu vermeiden, auf das bei der Exstirpation der Bugbeule Gesagte verweisen.
Man legt einen Längsschnitt über den ganzen Tumor hinweg an und präpariert zunächst die Haut nach beiden Seiten zuriiek. .Mau achte darauf, daß die Haut,läppen nicht zu dick, aber auch nicht zu dünn gehalten werden, Die Haut muß soweit; zurückpräpariert werden, bis man zu beiden Seiten auf lockeres Bindegewebe stöbt. Dann ergreift man das neugebildete Gewebe beziehungsweise das eigentliche Fibrom mil der Pinzette oder der Billrothschen Zange,
Sind die 'rumoren nur klein, so kann man sie in toto ausschälen. Bei größeren, über faustgroßen, empfiehlt es sich Jedoch, das Gewebe (den Tumor) in der Längsrichtung zu halbieren und jede Hälfte ge­sondert, möglichst im weichen Gewebe präparierend, herauszunehmen. Auf diese Weise gelingt es unschwer, abgesehen von den Tylomen, auch das libromatiise Gewebe einschließlich der umgebenden bindegewebigen Grenzzone zu entfernen.
Die Naht wird in derselben Weise angelegt wie bei der Bug­beulenoperation, Ivs einpiieblt sich auch hier entweder eine reine Knopfnaht oder eine gemischte Knopf- und Miehelsche Klammer­naht, Man vernähe nur die oberen zwei Drittel der Wundränder, da eine vollständige Heilung per primain wegen des immerhin grollen toten Raumes in der Tiefe nicht zu erwarten ist. Tamponade ist nicht angezeigt.
Die Nachbehandlung is! dieselbe wie die nach der Bugbeulen­operation,
3. Papillom.
Diese Tumoren haben in ihrem Auftreten und in ihren Erschei­nungen viel mit; den Fibromen gemeinsam, -Man findet sie ebenso häufig wie letztere, vornehmlich bei Pferd und Rind, seltener beim Hund. Papillome sind ebenso wie Fibrome gutartiger Katar und leicht zu beseitigen, wenn sie einzeln auftreten.
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Neubildungsn mi 'lor \,or(l('rliriist.
Bei Pferden beobachtet man sie jedoob, namentlich wie bei Kindern, manchmal in so großer Anzahl (allgemeine Papillomatosis), daß eine
operative Beseitigung aller in einer Sitzung ein 7,11 erheblicher Eingriff für laquo;las betreffende Tier wäre. Dazukommt, daß die ganz kleinen Neu­bildungen leicht tibersehen werden. Ks tnachl wich bisweilen eine spätere nochmalige Operation erforderlich.
So konnte ich vor einiger Zeit bei einem Pferde zehn größere Papillome (davon zwei an der Vorbrust) in einer Sitzung exstirpieren, Es zeigten sieh jedoch in der Haut noch mehrere kleine Knuten, die vorläufig dem Eigentümer des Pferdes zur weiteren Beobachtung empfohlen wurden.
4. Botryomykom.
Begriff und Yorkommen. Das Botryomykom ist eine durch den Botryomvcespilz hervorgerufene chronische, entzünd­liche, bindegewebige Neubildung, welche auch den Namen M y k 0 f i b r 0 m f U h r t.
Es bildet die am häutigsten an der Vorbrusl der Pferde beobachtete Neubildung und gibt oft Veranlassung zur Verwechslung mit den echten Pmgbeulen. Abgesehen hiervon und von der Häufigkeit des Vorkommens der Botryomykome im allgemeinen haben diese Tumoren auch deshalb eine große praktische Bedeutung, weil sie infolge ihres fortschreitenden Wachstumes und ihrer oft enormen Größe zu den bösartigen Gfeschwlllsten zu rechnen und nur durch eine mög­lichst frühzeitige Operation gänzlich zu beseitigen sind. In vorge­schrittenen Stadien werden Botryomykome infolge ihrer großen Aus­breitung, besonders auch im Bereiche der Vorbrust, häufig inoperabel.
Neben der Inguinal- beziehungsweise Skrotalgegend ist die Vor-brustgegend der Pferde ein Lieblingssitz für botryomykotische Neu­bildungen. Wir linden sie hier, wie die folgenden Abbildungen ergeben. in allen Größen. Da 1 nickt ion als Ursache der Geschwülste zu beschuldigen ist. trifft man dieselben bei Zugpferden bedeutend häufiger an als bei Reitpferden.
.-Itiologic. Die Botryomykose an der Vorbrust der Pferde ist als eine Wundinfektionskrankheit aufzufassen, indem der Botryo-mveespilz in der Pegel an dieser Körperstelle von kleinen Haut Ver­letzungen (Geschirrdrücken) aus eindringt. Durch das Geschirr oder durch das Putzzeug usw. können die Erreger von einer Körperstelle auf die andere und von einem Pferde zum anderen übertragen werden und hier neue Tumoren hervorrufen.
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Uatryomykoin,
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Symptomr. Die Botryomykome finden wir an der Vorbrust in der Mehrzahl aller Falle in der Geaohirrlage, nur vereinzelt beobachtet man sie im Bereiche des oberflttchliohen Brustniuskels, Sie baben ihren Sitz sowohl in der Haut und unterbaut als auch in den Faszien, Muskeln. Lymphdrüsen usw. ihren Ursprung nehmen sie jedoch gewöhnlieb von der Haut und Unterbaut im An­schluß an eine Wundinfektion.
Man sieiit zunächst in der Haut kleine, erbsen- bis hasel-llllßgroße Knoten auftreten.
welche in Form kleiner Furun-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;l'';r- -0!)-
kel bilufig zur Abszedierung gelangen und dann scheinbar heilen. Wenn auch der kleine Eiterherd zur Abheilung grelanet, so kann mau doch in vielen hallen nachweisen, daß seine Ränder vordickt bleiben. Hier bildet sich nach einiger Zeit, zuweilen sogar erst im Verlaufe von mehreren Wochen, ein walnuß- bis hühnerei­großer, solider Tumor aus. der auf seiner Oberfläche eine klei ne trie h t e r form ige N a r b e zeigt und anfangs scharf um­schrieben ist. An irgendeiner Stelle dieses 'rumors kann sich wieder ein kleiner Eiterherd
bilden, der nicht immer abheilt
Bolryomylconi der Muni an Oor Vorbrast.
und eine Fistel zunicklälit. Ein derartiges Bild zeigt uns •/.. 15. die, Fig. 20!) Der Tumor hat die Größe eines kleinen Apfels erlangt, er ist noch scharf umschrieben und zeigt auf der Kuppe eine narbige Einziehung,
Solche Tumoren in der Haut sind nicht vermehrt wann, von derber Konsistenz und lassen sich mit der Haut zusammen über ihre Unterlage bequem verschieben. Werden Pferde mit derartigen Botryo-mykomen. wie dies in der Kegel der Fall ist. noch angespannt oder scheuern sich die Tiere, so werden die oberflächlichen Hautsohiohten abgerieben. Es bedeckt sieh die Oberfläche des Tumors mit gelblich­braunen Schorfen. Nach dem Entfernen derselben erscheint dann Bayor-FrOhnoi*! ilandbncb. Bd. III., 1.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; \\
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NeubilduDgen ftn raquo;lor Vorderbrutt.
die Geschwulst blutrünstig. Die Ilaare sind an den Rändern
verklebt.
Werden die Hautbotryomykome niohl frühzeitig ope­riert, so siebt man. daß die anfangs gegen die Naohbarsohaft noch einigermaßen scharf abgesetzte Form verschwindet. Die Neubildung
setzt sieh durch Weiter-
Fig. 210.
kriechen in die Nach-
barschaft und in die
Tiefe fort, i )ie Tumoren
werden h ii e k e ri g, i'i ä oh e n f ü r m i g und lassen sieh später über die Unterlage nicht mehr verschieben, Alan sieht dann auch ohne direkten Zusammenhang mit dem ersten Tumor neue Ver­dick ungen auftreten und kann bei längerem Be­stehen des Leidens zahl­reiche, erbsen- his taubenei- his kopf­große, teils isolierte, teils miteinander kon-f lui e r e n d e, d e r 1) e, selbst k n o r pel ha rte. k nutena rt ige. teils von der Epidermis ent­blößte, teils mit horn-
artig verdickten Epi-
Mnltiplo Botryomjkome nn dor Vorbrnat und in dot Kummotlftge. ^Crm is ma sseil odeiquot; (Nach Bayer.)nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 'nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; • i i i
in it Schorl en bed eckte Geschwülste ermitteln. Einzelne oder mehrere Tumoren zeigen in der Kegel an ihrer Oberfläche Abszesse, ans denen sich eine schleimigeiterige Masse ausdrücken läßt, welche Botryomycesrasen in großen Mengen enthält. Diese sind in Quetschpräparaten unter dem Mikroskop schon bei schwacher Vergrößerung deutlich zu er­kennen.
Mit Zunahme an äußerem Umfang ergreifen die botryomykoti-sohen Tumoren auch die t ie lerl iegend en Gewebe, Insbesondere
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BotryomykoiD.
61
j*
werden die Faszion und die Muskeln mit in den Prozeß hinein-gezogan, so daß sohließHoh alle Gewebe Ins auf die vorderen Rippen, auf chi.s Schulterblatt und das Armbein bin eine große Qesohwulst-
massc bilden. Welohen Umfang derartige Hiesenbotrvoinvkoine er­langen können, ersehen wir aus Fig. 210 und 211, Der den Abbildungen
zugrunde liegende Krankheitsfall ist vonnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;1''^- -quot;#9632;
lia y (; v besohrieben worden, Die in Fig 211 abgebildete enorm große
Geschwulst hatte die ganzen Gewebe bis zum Sehulterblatt. zu den Kippen und den Wir­beln durohwuchert und wäre schon deswegen inoperabel gewesen, weil sämtliche großen Gefäße und Nerven in den Tumor einge­schlossen waren. Her Befund an den inneren Organen ist nicht an­gefügt worden.
Im allgemeinen schreitet die ümfangs-verniehrung undTiel'en-entwicklung der Bo-tryomykome nur lang­sam voran. Es dauert
manchmal Wochen und
Vorbi
Monate, ehe die Ge-
Brastnperluv horanrdiclit. (Naoli Bayer.)
schwülste so umfang­reich geworden sind, daß die Pferde nicht mehr zur Arbeit verwendet werden kiinnen. Sind im Gegensatz zu den Haut- und Unterhaut-tumoren die botryomykotisoben Herde schon in die Muskulatur gelangt, so breitem sie sieh schnell aus.
Wird ein llauttumor. wie der in Fig, 2(1lt;,). frühzeitig exzidiert. ehe die tieferen Schiebten der Unterhaut und die Muskulatur in Mit­leidenschaft gezogen sind, so ist das Leiden geheilt, vorausgesetzt, daß
44*
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NcubiMiingoii mi ilcr Vorderbrustt
der Tumor ^ollstttndig entfernt worden ist,
Di
hält bei
aiehtigetn Operieren uioht schwer.
Werden aber die 11 a ut bot r v um ykniue als solche nielil er­kannt und wird nur wegen eines in ihnen nachgewiesenen Abszesses die Spaltung ausgeführt, so bilden sie sich anfangs zurück. Nach dem Wiederanspannen der Tiere aber, was vielfach früher geschieht, als die gesetzte Wunde vernarbt ist. wird durch den Druck des Geschirres die Erkrankung schnell auf die tieferen Gewebe übertragen.
Man findet nach einiger Zeit ein Rezidiv
Fig. 212.
und eine schnell um sieb greifende
):
Unterbaut- und Muskelbotryomykose. Infolge mehrfacher Abszedieruug und Spaltung der Abszesse ohne gleichzeitige Aasschälung der Tumormassen findet man dann äbnliebe Krankheitsbilder, wie in Kig. '2]'2 ein solches wieder­gegeben ist.
In dem gedachten Falle hatte, wie die genaue Anamnese ergab, ein Haut­tumor mit Abszeßbildung vorgelegen. Nach Spaltung des Abszesses und früh­zeitigem WiederingebraiK'b nehmen des Pferdes war die Geschwulst rezidiviert und hatte sieh schnell vergrößert. Es wurden noch mehrere Abszesse ge­
spalten. Da keine Heilung eintrat, stellte
Kc/.iiiiv (muos Dotryomykoms, llimt und Muskulatur betreffond, mit narbigon Kin-siotaungfln und mohrfachor Fistolbildung.
der Besitzer das Pferd in unsere Klinik ein. Man sieht einen über mannskopf-
'ii
großen Tumor im Bereiche des rechten Buggelenkes. Derselbe ist nicht scharf abgesetzt und zeigt viele tiefe narbige Einziehungen. In der Tiefe der Narben waren mehrere Kistel-kanale nachzuweisen.
Solche umfangreiche Haut-. Unterbaut- und Muskelbotryomykome findet man auch als Rezidive von Bugbeulen. Sie sind erklftrlicherweise nur unter Aufopferung der erkrankten Hautpartien und großer Teile der Muskeln operativ zu beseitigen, in sehr großer Ausdehnung jedoch inoperabel.
Anatomischer Befund. Durchschneidet man ein exstirpiertes Botryomykom der Haut und Unterbaut, so findet man in einem derben, speckigem Gewebe, das in den oberflächlichen Schichten (1 — l'/jmtief)
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I'iotryomykom,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;669
vielfach pigmentiert iätisandkomartigeEialagorungen von Botryo-myoesrasen, ferner bereits eingescbmolzene Stellen mit sohlaffem Granulationsgewebe, kleine Eiterböhlen mit solchem Granulations-gewebe ausgekleidet und bisweilen Fistelkanäle, welche nach außen fuhren, In dein Eiter sind die Botryomyoesrasen leicht mikroskopisch nachzuweisen. Betreffs des Befundes bei Muskelbotryomykose verweise ich auf das bei der Bugbeule Gesagte.
Generalisierte Botryomykose, von Tumoren an der Vor­brust ausgehend, habe ich noch nichtbeobachtet. In der Literatur ist auch kein derartiger Fall verzeichnet.
Diiifi'iiosc. Die Botryomykome sind durch ihre Form und durch die Beschaffenheit ihrer Oberfläche sowie durch ihr langsames Wachstum leicht zu erkennen, so daß ihre Feststellung keine besondere Schwierig­keiten bietet. Leicht ist die Diagnose zu stellen, wenn Abszedierung an irgendeiner Stelle des Tumors auftritt. Schon diese Erscheinung und vor allem der Nachweis von Botryomycesrasen im Eiter lassen kaum eine Verwechslung mit anderen Tumoren aufkommen. Ebenso ist die nach Abszedierung zurückbleibende Fistelbildung für die exakte Beurteilung der Neubildung ein sehr wichtiges Symptom.
In differentialdiagnostischer Hinsicht kommen Abszesse in der Haut und Unterbaut, Tylome und Fibrome, bei Schimmeln und Füchsen Melanosarkome, die echten Bugbeulen und akute Quetschungszustttnde im Bereiche der Vorbrust in Betracht. End­lich erwähnt Kitt, daß man bei botryomykotiachen Hautabszessen auch an Rotz denken muß.
Prognose und Beurteilung, tn erster Linie kommt die Größe für die Vorhersage der in Rede stehenden infektiösen Geschwülste in Betracht, Dieselbe ist vor allen Dingen davon abhängig, ob die Tumoren noch operativ zu entfernen sind oder nicht.
Solange die Botryomykome in der Entwicklung begriffen, noch auf die Haut (Fig, 201)1 und Unterbaut beschränkt sind und hier auch keinen allzugroßen Umfang erreicht haben, ist in der Hegel die frühzeitige Operation von bleibendem Erfolg und die Prognose günstig, Dasselbe gilt von multiplen Botryomykomen, solange sie nur hühnerei-bis faustgroß sind. Jedoch ist hier schon zu berücksichtigen, daß bei der Operation mehrere Hautstücke geopfert werden müssen, was mehr­fache Karbenbildung zur Folge hat.
Handelt es sieh um Haut-. Unterbaut- und Muskelbotryomykome oder um Rezidive derselben wie in Fig. 212. so ist die Prognose
z
weifelhaft. Die IDxstirpation derartiger Tumormassen ist für den
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Neubildutureu ao der Vorderbrust.
Patienten sehr eingreifend. Man kann nie voraussagen, wie weit die mykotisohe Wucherung schon in die Tiefe fortgeschritten ist. ob die regionären Drüsen bereits in Mitleidenschaft gezogen sind usw. Abgesehen davon, dali ein großer Teil des Kopf-Hals-Armmuskels und ein umfangreiches Stück Haut in der liege! abgetragen werden müssen, kann leicht ein kleinster Herd in der Tiefe zurückbleiben und ein Rezidiv herbeiführen. Dazu kommt, daß man bei der Operation im Bereiche der Drüsen immer mit erheblichen Blutungen zu rechnen hat.
Sehr große Tumoren, wie in Fig. 210 und 211. sind prognostisch schlecht /.n beurteilen, da einerseits wegen der enormen Tiefenent­wicklung die Operation wenig erfolgreich ist und sie sich anderseits vom ükonomisehen Standpunkte aus kaum lohnt. Eine derartige Aus­breitung gehört aber zu den grüßten Seltenheiten und dürfte in der Praxis nur selten vorkommen.
Für die forensische Beurteilung ist nach Fröhner maß­gebend, daß die durch den Botryomycespilz verursachte Entzündung immer einen chronischen, schleichenden Verlauf nimmt. Fs können sowohl vom Käufer als von dem nicht tierärztlich vorgebildeten Ver­käufer eventuell an der Vorbrust vorhandene botryomykotische Ver­dickungen nicht als bösartige, chronische Entzündungsprozesse erkannt werden. Diese Prozesse zeichnen sich durch einen lang­samen. Wochen, Monate und Jahre dauernden Verlauf, ander­seits aber auch durch ihre Hartnilckigkeit aus. mit der sie (/,. I!. die Muskelbotryomykome) operativen Eingriffen widerstehen, kehrt doch die tierärztliche Erfahrung, daß nach der operativen Entfernung tiefer liegender botryomykotischer Geschwülste auch an der Vorbrust häufig Rezidive eintreten.
Ein Botryomykom, wie das in Fig. 212 abgebildete, kann dem­nach unter umständen sehr wohl alle Eigenschaften eines Vertrags­mangels besitzen.
Therapie. Die medikamentöse Behandlung des Botryomykoms ist nicht zu empfehlen. Sie käme in Form von Bepinselungen mil Säuren, Jodpräparaten und anderen scharf wirkenden Mitteln auch nur bei kleinen 'rumoren in Betracht. Es steht jedoch unumstößlich fest. daß dieselben durch Operation viel schneller und sicherer zu beseitigen sind.
Durch die Jodtherapie ist bisher höchstens eine Besse­rung, aber noch keine Heilung erzielt worden. Venner­holm, Fröhner, Eberlein u. a., welche an Botryomykose leidenden Pferden monatelang große Dosen Jodkali verabreichten, sahen nie einen
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Aktinoiiijkon].nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;f)71
bleibenden Erfolg bei dieser Behandlung. Auf Qrund eigener Be-obaohtungen bei den noch in letzten Jahren fortgesetzten Versuchen, Botryomykose durch Jodkali ZU heilen, kann ich mich nur der An­sieht der genannten Forscher anschließen. lgt;ie Jodtherapie ist ein langwieriges und kostspieliges Verfahren und vermag dieBotryo-mykose beim Pferde in keiner Form zu heilen.
Die Botryomykome an der Vorbrust der Pferde sind nur ope­rativ, und zwar nur durch die. Exstirpation zu beseitigen. Kleinere. Hauttumoren lassen sich am stehenden Pferde unter Lokalanästhesie operieren. Bei größeren ist es unbedingt erforderlich, die Tiere niederzulegen, weil sieh bei gleichzeitiger Erkrankung der Musku­latur etc. nie durch die äußere Untersuchung ermitteln läßt, wie tief man vorgehen muß. 10s gilt für die Operation dasselbe, was ich be­reits bei den durch den Botryomycespilz hervorgerufenen Bugbeulen ausgeführt habe. Alles speckig-fibrös entartete Q-ewebe muß aus­geschält werden. Es empfiehlt sich, tiberall bis ins gesunde Ge­webe, vorzugehen, um sieher zu sein, daß alle Herde entfernt sind. Eine Heilung per priinam läßt sieh bei ausgedehnten Prozessen nicht erzielen. Hier empfiehlt es sieh, vom Tage nach der Operation ab offene W u nd behand lung einzuleiten.
Sind ausgedehnte multiple Botryomykome an der Vorbrust nicht auf einmal auszuschälen, so empfiehlt Siedamgrotzky, dies in meh­reren Sitzungen auszuführen.
5. Aktinomykom.
Das Aktinoraykom ähnelt in seinem Aufbau domBotryo-raykom und wird durch den Aktinom vces pilz hervor­gerufen.
Man findet es fast ausschließlich beim Rinde und tritt hier an der Vorbrusl in der Eegel auf. wenn schon aktinomykotische Er­krankungen an anderen Teilen des Körpers vorhanden sind. Jensen beobachtete jedoch auch primäre Aktinomykome in der Vorbrust-gegend.
Prognostisch sind diese infektiösen Tumoren ebenso zu be­urteilen wie die Botryomykome beim Pferde. Auch betreffs der Therapie empfiehlt sich frühzeitiges Ausschälen der Ge­schwülste, Das Einführen von Arsenikstückchen ins innere der Geschwülste beseitigt diese nur langsam. Es dauert wochenlang, ehe sich die nekrotischen Herde abstoßen. Dabei sind Rezidive viel leichter tnöfflich.
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()7quot;2nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Eiterige EüntzUtidungeii und N'eubildunven iraquo; den Bugdrüaeu oic.
): #9632;
VI. Eiterige Entzündungen und Neubildungen in den Bugdrüsen und unteren Halslymphdrüsen.
1. Eiterige Entzündungen.
ßojgt'iff. liei den Betrachtungen über die Bugbeulc sind ver­schiedentlich dif im Anschluß an einen Bluskelabszoß zu beobachtenden sekandnren Erkrankungen (Vereiterungen) der in Rede stehenden Drüsen Gegenstand dor Erüterung gewesen. Die genannten Ver­eiterungen sind jedoch an dieser Stelle nicht gemeint.
Es werden vielmehr bisweilen primäre eiterigoEntztindungen der Bug- und unteren 1 l;t 1 sly m p li d riise n beobachtet, ohne daß eine Erkrankung des Kopf-Hals-Arrnmuskels vorausgeht. Wir sahen sie mehrmals im Anschluß an die Druse und vornehmlich von vorneherein beiderseits entstehen. Ks lag eine metastatisohe Infektion vor.
Einen bemerkenswerten Fall von beiderseitiger eiteriger Lymph-drüsenentzitndung sehen wir in Fig. 218. l),-is Pferd hatte die Druse Über­standen und war. trotzdem es notli leicht hastote, noch Nasenausflaß und noch nicht
abgeheilte Abszesse im Kehlgango zeigte, Kig. 213.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; wieder angespannt worden, über Nacht
waren beiderseits Schwellungen im Ho-reiche beider Buggelenke aufgetreten. Dieserhalb wurde uns das Pferd zugeführt. ISoi der Operation wurden linkerseits 2' j, rochterseits ;! , / Eiter entleert. Per Eiter enthielt Drusestreptokokken in großen Mengen.
Symptome. Man beobachtet in solchen Fallen zunächst diffuse, sieh später im Bereiche der Bugdrüsen
schär ('er all setzen de. bis nianns-kopfgroße, vermehrt warme und sehr schmerzhafte Verdickungen. Die Lymphgefilße der Nachbarschaft sind, wie dies Eig. 213 erkennen läßt, ebenfalls geschwollen und /.eigen ge-sehlängelten Verlauf. Die ganze Vor-brustgegend kann anfangs üdematös infiltriert sein. Dies ist auf der Seite am stärksten der Fall, auf welcher der
BoidiTsciligo Vereiterung dor Uug- und
unloren Halsljmphdrftsen nnch Druse.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Prozeß ill der Lymphdrüse am In.eil-
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Neubildu
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gradigsten ist. In Fig. 213 ist die linke Bugbeule Ubermannskopf-groß, die rechte kindskopfgroß. Dementeprecbend sieht man auf der linken Seite bis aur CJnterbrust die durchtränkte Haut und Unter­haut sobwamroig, beutelartig herabhängen.
Schon nach einigen Tagen sind in der Regel die Lymphdrüsen eiterig eingeschmolzen. Ks empfiehlt sich nun baldige Operation.
Therapie. Da sich nach der angegebenen Zeit im Bereiche der Buggelenke ein Abszeß bemerkbar macht, ist es ratsam, denselben durch einen langen Schnitt zu spalten. Die Operation geschieht nach der auf S. 689 angegebenen Art und Weise, und die Nach­behandlung nach den dort angeführten Grundsätzen.
2. Neubildungen.
VbrkoillMieil. In den BugdrUsen beziehungsweise in den unteren llalslymphdriisen finden wir bei den einzelnen Haustieren nicht selten Neubildungen der verschiedensten Art. welche ein besonderes chirurgisches Interesse beanspruchen und daher an dieser Stelle kurz im Zusammenhang betrachtet werden sollen.
Ä.tiolojgie. Es kommen adenoraatüse, karzinomatöse, sar-
komatöse. me 1 anosarkomatüse und tuberkulöse Erkrankungen der in Rede stehenden Drüsen vor.
So berichten Petit und Delacroix über ein Lymphadenom der am Brusteingang gelegenen Lymphdrüsen heim Pferde, durch das die ganze vordere Brustapertur verlegt wurde. Fröhner fand ein Lympbosarkom als Ursache einer Brustbeule heim Pferde, 11 in-richsen sogar ein Carcinoma fibrosum der Bug- und Achsel-drüsen. ferner können die Drüsen heim Pferde Sitz von melano-sa rkomatösen. geschwulsthildendcn Prozessen sein (eigene Beob­achtung), Von Johne und Röder wurde endlich in einem Falle Tuberkulose derselben einwandfrei nachgewiesen.
Beim Rinde fand Moussu ein Lympbosarkom, während Früh ne r ein solches in den genannten Drüsen heim Hunde beob­achtete.
Symptome. Da die oborfläohlichen Halslymphdrüsen (Bugdrüsen)
und die tiefen lialsdriisen aneinanderstoßen, läßt sich meist nicht mit Sicherheit bestimmen, zu welchen von beiden Drüsen die Neubildungen zu rechnen sind. In der Hegel findet man die Geschwülste am medialen Rande des Kopf-1 lals-Armmuskels. und zwar in der Höhe, in der wir für gewöhnlich die echten Bugbeuien zu sehen gewohnt sind. Ms ist
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UT-l
EUterige Entzündungen quot;quot;il Neubildungen In den BugdrQsen etc.
anzunehmen, daß beim Sitze der Tumoren in den Bugdrtisen die ersteren durch (lie dauernden Kontraktionen des Kopf-Hals-Arramuskela mehr nach der Drosselrinne zu verlagert werden und wir sie dalier aueb dort antreffen, wo dieser Muskel an die Drosselrinne grenzt, Die Tumoren wölben sieh wie Bugbeulen nach vorne vor, verlegen die Drosselrinne zum Ted und haben eine verschiedene Größe,
In Fig, 214 sehen wir einen solchen Tumor, dessen Konturen mit einer braunen Flüssigkeit angezeichnet sind, um jene sohttrfer hervor­treten ZU lassen. Man erkennt deutlich, daß er medial von dein Kopf-llals-Armmuskid liegt. Derartige Tumoren grenzen sieh nicht scharf von der Nachbarschaft ab und haben je nach der Ursache verschiedene Eigen­schaften. So sind die M e la no 1 v mphosa r-kome, die ich bisher am häufigsten beim Pferde fand, kugelig bis eiförmig. Es findet sich auf der Höhe derselben, wenn, wie in dem abgebildeten Fall, eine Eiterung vermutet und der Versuch zum Spalten gemacht wurde, eine Öffnung, wie das in Fig. 214 sehr schön zu sehen ist. aus der sich eine schwarze, tiutenähnliche Flüssigkeit entleert. Die Ober­fläche kann glatt und höckerig sein, fast immer laßt sich aber die Haut über dieselbe hinweg verschieben. Der Tumor selbst ist derb und auf Druck nicht schmerzhaft. Seine hintere Wand laßt sieht nicht abtasten, da er sieh ziemlich weit nach der Brustapertur n^iwMrüson,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; erstrecken kann.
Die Lage des Tumors in Fig. 214 zeigt uns sehr schön, daß zwar auf den ersten Blick eine Verwechslung mit einer echten Bugbeule möglich ist. daß jedoch, auch wenn noch nicht eingeschnitten ist und keine schwarze Flüssigkeit abtropft, bei genauerer Inspektion und vor allem durch die Palpation das Leiden richtig erkannt werden kann. Die eigentümliche topographische Lage, die intakte Beschaffen­heit des M, cleidomastoideus und das Fehlen von Schmerz-haftigkeit auf Druck müssen immer den Verdacht auf einen ge­schwulstbildenden Prozeß in den genannten Drüsen lenken.
Es ist bemerkenswert, daß bei den melanosarkomatösen Tumoren der BugdrUsen vielfach, wie auch in dem Fig.214 zugrunde liegenden
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N^eublldutijfOD,
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Falle, jegliches Fehlen von fiaßerlioh nachweisbaren filelanosarkomen der Haut mul Unterhaut festgestellt worden kann; bei Sohimmeln und Ftlohsen besonders liegt jedoch der Verdacht auf diese Art von Tumoren beim Vorfinden genannter Symptome immer vor.
Ich habe bisher .stets die Beobachtung gemacht, daß die Lympho-sarkome in der Buggegend des Pferdes sich infolge der die Geschwulst umgebenden, bindegowebigen Kapsel fest und straff anfühlten, während Frübner sie heim Hunde raquo;schlaffweichlaquo; fand.
Am ausgeschälten Tumor konnte ich auf dem Durchschnitl ein festweiches, schwarzgefärbtes Gewebe erkennen, das von einer weiß­grauen, mehrere .Millimeter dicken Bindegewebskapsel umgeben war.
So lange die Tumoren keine allzu große Ausdehnung erreichen. zeitigen sie die bisher beschriebenen Erscheinungen. Werden sie jedoch sehr groß, so rufen sie durch Druck auf die Gefäße Stauungs-erscheinungen usw. hervor. Einen sehr interessanten Befund stellten Petit mid Delacroix bei dem von ihnen mitgeteilten fall von I ,vmi phadenom fest.
Dieses Lymphadenotn fanden sie bei einem Pferde im Alter von sieben Jahren gelegentlich einer bei diesem Tiero auftretenden Pleuritis exsuclativu, Das erste Anzeichen war eine starke Schwellung im Bereiche der Vorbrust. Die Venen des Kopfes, des Halses und der Brustgliedmaßen waren infolge Stauung stark geschwollen. Die Atmung erfolgte unter abnormen Geräuschen. Herzschläge kräftig and 60mal in der Minute zu hören, Pula klein. Der Tod trat plötz­lich ein.
Bei der Sektion land sieh vom Schaufelknorpel bis zum Halsansatz eine gewaltige Qdematöse Infiltration der Subkutis. Ans den Pleurahöhlen flössen etwa ä / einer blutig-serösen, klaren Flüssigkeit ab. Die Pleura selbst war normal. Der Zugang zum Thorax aber war völlig verlegt durch einen enormen, höckerigen Tumor, der sich bis zum Herzbeutel hinzog, die ersten Bippen Überragte und die Trachea, den Osophagns, die kraniale llohlveno mil den Jugular- und Asillarilsten, die kraniale Aorta mil den Axillar­arterien und die Xn. vagua und reenrrens zusammenpreßte. Die Oberfläche des 4thg schweren Tumors war zum Teil blutig verfärbt. Perikard und Herz normal, Lungen mit dunklem, asphyktischem Blut gefüllt, die trachealen, bronchialen Lymphdrüsen hämorrhagisch infiltriert und vergrößert. Dia mikroskopische Unter­suchung bestätigte die Diagnose Lymphadenom.laquo;
Die Diji^'iiosc der Tumoren in den Hag- and unteren llals-lymphdrüsen ist bei genauer Untersuchung nichi schwer zu stellen, Liegen die Tumoren ganz am medialen Rande oder gar unter dem
Jl. cleid om ast old eus. so gehen sie von den B ngd rIlsen aus. liegen sie aber tiefer in der Drosselrinne (am oberen Ende der seit-
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()7(inbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Eiterige Knt/.iiiuliiiilt;;cii und Neubildungen In don BugdrUsen etc.
liehen Brustfurche), so gehören sie zu laquo;Ich unteren llalslymph-drUsen. Die Beantwortung der Frage über die Art des Tumors empfiehlt sich, von einer Probeexzision eventuell einer genaueren tuikroskopischen Untersuchung nach oder vor der Operation ab-höngig zu inachen.
Differontialdiagnostisch sind die echte ßugbeule und die eiterige nrimilre Lymphadenitis nach Druse in erster Linie zu berücksichtigen
lgt;ie Prognose richtet sich ganz nach der Art des Tumors und danach, oh an irgendeiner Steile des Körpers noch weitere gesohwulst-bildeude Krankheitsprozesso vorliegen.
Die primilren Sarkome der in Frage kommenden Drüsen können heim Pferde unter Umständen noch geheilt werden, vorausgesetzt, daß die Operation gründlich ausgeführt wird.
Auch ist die Prognose bei dem Melanolvmphosarkom zu­weilen günstig; wir fanden mehrfach außer Erkrankung der Bug-beziehungsweise unteren [JalslvraphdrUsen keine weiteren Tumoren, wenigstens soweit die einzelnen Organe des Pferdes der Untersuchung zugltnglich waren.
Beim Hunde ist die Prognose der Sarkome sehr zweifelhaft.
Therftpie, Es kommt nur die Ausschälung in Betracht. Am liegenden Pferde wird in vertikaler Richtung ein Längsschnitt durch die Haut angelegl und die vordere Wand des 'rumors frei-präpariert. Nun hüte man sich, den Tumor selbst anzusehneiden, sondern versuche, ihn möglichst auf stumpfem Wege in toto ans dem nachbarlichen Bindegewebe herauszuschälen. An der Grenze des M. cleidomastoideus besteh! vielfach eine strangförmige Verbindung, die vorsichtig mit der Schere durchtronnt wird. Hat man den Tumor vom und an den Seiten freigelegt, so empfiehlt es sich, ihn durch Drehen aus dem ihn an der hinteren Wand umgebenden Bindegewebe heraus­zuheben. Auf diese Weise wird eine bedeutendere Blutung vermieden. Eine Heilung der Wunde per primam ist wegen des vorhandenen [lohlraumes nicht zu erzielen. Es empfiehlt sieh daher offene W und-be ha ndl u ng.
Wir haben auf diese Weise in letzterer Zeil mehrere Tumoren. meist Melanolymphosarkome, operiert. Die Pferde sind wieder voll­ständig arbeitsfähig geworden.
Budnowski hebt mit Recht hervor, dab nach der Operation von Melanosarkomen dor lokale Heilungsverlauf der Operationswunden keinen besonderen Schwierigkeiten unterliegt, und dab gt;\vh auch das
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Neubildungen,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;(177
Auftreten von Rezidiven sehr wohl vermelden läßt, wenn mit pein­lichster Sorgfalt sttratliohe Gesohwulstteile entfernt werden.
Bei den Hug- und unteren Halsdrllsengesehwlllsten sind, voraus­gesetzt, daß man nielit zu Bpät zur Operation kommt, die Tumoren in der Hegel diireh die verdickte Kapsel scharf gegen das gesunde benachbarte Gewebe abgesetzt, Es ist uns bisher in denjenigen Fällen, die wir zur Operation empfahlen, meistens gelungen, alle Teile der erkrankten Drüse zu esstirpieren.
Viel wichtiger als die Sorge um Heilung der Wunde, und um die Gefahr eines Rezidives ist es, vor der Operation die Frage zu entscheiden, ob bereits wintere Matastasenbildung. die nach Hihhert durch Verschleppung der Geschwulstzellen von selten der Blut- und Lymphbahn geschieht, vorhanden ist. Dies ist jedoch bezüglich der inneren Organe sehr schwer, ja sogar meistens un­möglich.
Liegen bereits Matastusen oder andere Tumoren an irgendwelchen Körperregionen vor. so verfehle man nicht, die Eigentümer des Pferdes vor der Operation darauf aufmerksam zu machen, daß durch die operative Beseitigung eines Bug- oder unteren Halsdrüsentumors das Pferd nicht von der Krankheit, geheilt, sondern günstigenfalls nur noch eine Zeitlang wieder dienstbrauchbar gemacht werden kann.
Melanosarkome dor flaut und Unterhaut im Bereiche der Vor-
brusl sind bei nicht allzu großer Änsdehnnng leicht operativ za beseitigen. Sie kommen auch nicht oft vor, da der Lieblingasitz dieser Tumoren der After, die Srhweifriihe, die Uiiifjobnng der äußeren (ioscblechtsteile und die l'arutis sind.
Literatur.
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Krankheiten der Unterbrutt,
B. Kraiüdieiten der (Juterbrust.
I. Wunden an der Unterbrust.
Begriff und Einteilung. Unter Wundon an der ünterbrust
verstehen wir die offenen, blutigen Verletzungen der Haut und den- tiefer liegenden Gewebe,
Die ünterbrastwunden kommen nichl so häufig vor wie die Vorbrustwunden, Sie werden mit Rücksicht auf die Gewebe, welche durchtrennt sind, und unter Würdigung der Prognose zweckmäßig eingeteilt in;
1,nbsp; nbsp;Hautwunden an der ünterbrust,
2.nbsp; nbsp;Muskelwunden an der ünterbrust,
'.]. Wunden mit Brustbeinverletzungen,
Ätiologic. Die in Rede stehenden Wunden werden meistens dadurch hervorgerufen, daß sich die Pferde bei plötzlichem Zusammen­prallen von zwei Fuhrwerken durch die Wagenteile (Deichsel, Scherbaum, Kotflügel, Federn) oder durch Teile, mii dem die Wagen beladen sind (Eisenstangen, Balken), irgendwelche Ver­letzungen an der ünterbrust zuziehen (Schnitt- und Quetschwunden), Ferner beobachten wir sie. wenn Pferde auf Prellsteine und Pfilhlo aufgelaufen sind oder wenn sie beim Stürzen auf scharfe Gegen­stände fallen beziehungsweise sich mit den Stollen der Eisen ver­letzen. Endlich können die Wunden als Sohlagwunden (vom Xehenpf'erde'. Stiehwunden (Dunggabeln, Lanzenstiche) oder als Rißwunden Zustandekommen. Beim Kinde beobachtet man meistens Riß- und Quetschwunden, heim Hunde Biß- undScbuß-\v u nden.
Symptome. Die Wunden der ünterbrustgegend (vor allem Stich- und Schlagwunden) werden wegen der verdeckten Lage dieser Körperregionen vielfach erst erkannt, wenn bereits starke Schwel­lungen, Bewegungsstörungen usw. vorliegen.
Bei größeren Wunden isl das erste Anzeichen die Blutung. Diese ist jedoch bei Hautwunden und bei oberflächlicher Verletzung der Muskulatur nur gering, wahrend sie bei tieferen Muskelwundeu infolge Verletzung der arteriellen und venösen Muskelgefäße bedeutend sein kann.
Die Schmerzempfindung ist in der Kegel anfangs gering. Sie tritt nur bei stärkerer Muskel- und Brustbeinverletzung in Er-sebeinune.
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Wunden im der Uuterbrust.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 079
Dasselbe m''1 vom Klaffen der Wunden, Ein starkes Klaffen findet man nur bei Durchsohneidung des tiefen Brustnauskels, ins­besondere der Purs iisceiulens. wenn die Wunde /.wischen der Schaufel-knorpel- und Ellenbogengelenksgegend liegt und den Muskel in seg-mentaler Richtung durelitreunt. Im Bereiche des kranialen Teiles der ünterbrust klaffen die Wunden, wenn hier die Pars transversa des oberflächlichen Brustmuskela verletzt wurde und die Durohtronnung iu der Längsriclitung des Körpers (in sagittaier Richtung) geschah, Jedoch zeigen die Wunden nicht immer solch regelmäßigen Verlauf in ihrer Hiehtunlt;j. Als Regel gilt aber, dalJ die Wundränder um so stärker klaffen, je tiefer die Wunde auf das Brusthein zu reicht,
kSiml die .Muskeln in langer Ausdehnung und tief durchschnitten, oder ist auch das Brustbein zu gleicher Zeit durchtrennt, d, h, lieg! eine komplizierte Fraktur des Sternums vor. so beobachtet man auch starke Bewegungsstörungen. Die Vorderbeine werden gespreizt, gehalten. Die Tiere zeigen ('inen sehr steifem Gang, bewegen sieh ungern von der Stelle und zeigen auch bei Brustbeinfrakturen beschleunigte Atmung.
Manchmal findet man bei tiefen Muskelwunden, besonders bei Wunden im Bereiche der Pars praescapularis des tiefen und der Pars transversa des oberflächlichen Brustmuskols ein ausgedehntes Emphysem, das besonders stark in Erscheinung tritt, wenn die letzt­genannte Muskelportiou durchschnitten und das lockere .Bindegewebe unter der Schulter freigelegt ist.
Diil^'iiose. Wie ich schon erwähnte, sind die kleinen Hautwunden 'Stichwunden. Quetschwunden durch Eisenstollen) oft erst dann zu diagnostizieren, wenn bereits phlegmoniise Schwellung vorliegt. Die Feststellung der großen Hautwunden ist leicht, ebenso die der Muskel-wunden. Besondere Sorgfalt erfordert die Untersuchung der tiefen Muskelwunden, bei denen eine Brustbeinabsprengung oder eine kom­plette Fraktur dieses Teiles vermutet werden kann
In solchen Fällen stehe ich nicht an. unter peinlichster Berück­sichtigung der Regeln der Asepsis und Antisepsis manuell zu unter­suchen, da der .Nachweis einer Brustbeinwunde von großer Bedeutung ist. Genaue Untersuchung ist bei allen tiefen Wunden erforderlich, um sich mit Sicherheit vor Eintreten der Schwellung klar darüber zu worden, ob ein Fremdkörper vorhanden ist, oder ob gar die Wunde durchdringt bis in die Brustfellsäcke. Liegt für diese Komplikation Verdacht vor. so sondiere man insbesondere nicht durch die l'leura-wunde hindurch.
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^^™quot;quot;
i'iSÜnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; KruiiUlii'iteii der l'iilerbinst,
ProguosOi Hautwunden sind in der Regel günstig zu be­urteilen,
Bei Maskelwunden richtet sich die Prognose nach der Tiefe der Wunde. Sind nur die oberflächlichen Schichten der das Brustbein bedeckenden Muskulatur im Zusammenhang getrennt, so sind eben­falls berechtigte Hoffnungen auf Beilung vorhanden. Man muß jedoch berücksichtigten, daß auch bei den gar nicht sein- tief reichenden Muskelwunden das Brustbein leicht freigelegt sein kann, insbesondere wenn die Wunde ganz über das Brustbein hinwegzieht, Ks stoßen hier nämlich die beiderseitigen aufsteigenden Teile des tiefen Hrustmushels nur in einer Naht zusammen. Ferner [st die Crista sterni nur von einer dünnen Gewebsschicht bedeckt. Alle tieferen Muskelwunden sind prognostisch zweifelhaft, da durch eventuell sieb an­schließende phlegmonüse Prozesse und die nachfolgende Ejiterung eine eiterige Entzündung des Brustbeines als Kom-p li kation zurückbleibt.
Wunden, welche das Brustbein in größerer Ausdehnung frei-leffen oder mit Verletzung desselben einhergehen, sind an-günstig bis schlecht zu beurteilen, da Fisteln die unausbleiblichen Folgen sind. Sind die Pleurasäcke eröffnet, so ist der Ausgang in der Kegel ein letaler.
Thßl'ftpie. Im allgemeinen empfiehlt es sieb nicht, Wunden an der Unterbrust zu nähen, Eine Naht könnte nur für große Hautwunden in Betracht kommen, welche von der ühterbrust sieh auch auf die Seitenbrust erstrecken. In diesen Fällen hefte man aber auch nur die Wundränder am Übergänge zur Seitenbrust. Auf diese Weise ermög­licht man einen genügenden Abfluß des Wundsekretes und verhindert, daß die Eiterung auf die Muskulatur übergeht und nach dem Brust­bein zu fortschreitet, An der Unterbrust selbst muß genügend Abfluß vorhanden sein. Man leite hier nur eine offene Wundbehandlung nach den bekannten Regeln ein, Dabei empfiehlt es sieh, die Pferde so lange wie möglich festzustellen und sie im Stande zu behandeln. Die Wunde schütze man wenn möglich mit Hilfe eines einfachen Verbandes vor Verunreinigung von außen.
Bei den Muskelwunden ist dafür Sorge zu tragen, daß eine möglichst glatte Wundfläche hergestellt und eine Eiterretention vermieden wird. Betreffen die Muskelwunden nur die eine Seite, und ist die Crista sterni nicht verletzt, so heilen sie bisweilen gut. Auch hier ist nur offene Wundbehandlung am Platze.
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(.^uetsclumjjün an der Unterlmist.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; (jHl
Bei allen denjenigen Wunden, welche mit Brustbein-
verletsung kompliziert sind, bei denen entweder ein Stllok Knorpel der Crista abgesprengt ist oder gar an den Seiten im Bereiche der Sternokostalgelenke Abaplitterungen vorliegen, lohnt es in der Regel kaum, eine Behandlung einzuleiten.
Die Schwierigkeit der Behandlung der Wunden mit Bmstbein-verlotzungen liegt nämlich darin, daß die Wundkanäle in der Musku­latur bald versohwellen, der Eiter zurückgehalten wird und eine Nekrose des Brustbeines (Brustbeinfistel) entsteht. Falls auch nur ein kleiner in die Pleurasäcke führender Stichkanal vorhanden ist, entsteht auf dem Wege des Kortkriechens des Eiterungsprozesses eine eiterige Pleuritis, l'enetrierende Wunden liegen in der Regel an der Stelle des Brustbeines, an welcher die gelenkigen Verbindungen zwischen Brustbein und Rippen bestehen.
Wie wichtig es ist, vor dem Einleiten einer Behandlung auf Fremdkörper zu untersuchen, beweisen zwei in der Literatur mit­geteilte Fälle.
Einem Pferde drang eine Bohnenstange von unten und außen und von vorn her in die lirustniuskeln ein. Der Besitzer entfernte angeblich das abgebrochene Stück der Stange. Nach acht Tagen vorendete das Tier. In der Nähe des Brust-beinee, zwischen dem zweiten und drittm Rippenende fand sich, von einem Eiter­herd umgeben, ein Holzsplitter. Der Tod war raquo;infolge Durchbruches des Eiters in die Brusthöhlelaquo; erfolgt. (Preußische statistische Veterinärberichte. IS'.tS.i
Voigtländer schildert den Krankheilsbericht über ein Pferd, das auf einen Wagen aufgelaufen und gestürzt war. Die eingetretenen Verletzungen heilten bis auf zwei Stollen ab, WO raquo;Fistelnlaquo; zurückbliehen. Die eine führte linkerseits in die Gegend des vierten Rippen-Brustbeingelenkcs, die andere fand sich auf der rechten Seite am raquo;Ende der letzten wahren Rippelaquo;. Trotz mehr­maligen Niederlegens und Operierens wurde die Ursache der Fistel nicht ge­funden. Hei einer weiteren Operation, nach einem Jahr, fand man raquo;ein Eisen-stück, das dort eingewachsen warlaquo;.
Literatur.
l'nMiÖisclie sintislischc Volei-inärlrenchti'. 18118, S. 182, - - Vo lijil iunlcr, Bericht über Jus Votorinür-woson im Königroicho Saohson. IST.'!, S. 46.
II. Quetschungen an der Unterbrust.
Analog den Quetschungen an der Vorbrust linden wir auch
dieselben Krankheitsprozesse an der Unterbrust. Ein großer Teil der im
vorigen Kapitel genannten Ursachen der Wunden kann, wenn keine
Zusammenhangstrennung der Haut eintritt. Kontusionen hervorrufen.
Bivyor-PrOhiior, Uandbuob. IM. III. I.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;45
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^a^^^m^mm
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lIntorljrustl)Ciile.
welche sieh als die verschiedenen Grade der Quetschung in der Haut, unterbaut usw. zu erkennen geben, Eine häufig vorkommende Ver­änderung ist der sogenannte Q-urtdruok, den wir besonders bei Reit­pferden, aber auch nicht selten bei Wagenpferden ZU beobachten Ge­legenheit haben.
Allen diesen Erkrankungen ist große Aufmerksamkeit zu schenken. weil die Erfahrung lehrt, daß sie bei fortdauernder Einwirkung der Ursache (Q-urtdruok) leicht zur Eiterung und Nekrose fuhren. Schließ-lieh können als unangenehmste Komplikationen Brustbeinfisteln zurück­bleiben. Mit Recht sind daher die entzündlichen Ödeme, Phlegmonen, Hautnekrosen an der ünterbrust sehr gefürchtet und prognostisch /. w e i f e 1 ha f t.
Sie erfordern unbedingt Außerdienststellen der Pferde, eine sachgemäße Behandlung und, wenn sie durch Gurtdruck veranlaßt wurden. Abstellung der Ursache. Die Gurte sind zu polstern, bei aufgelegtem Geschirr etwa an der Unterbrust befindliche Sohnallen zu beseitigen, Knoten aus den Deckgurten zu entfernen usw.
Die medikamentöse Behandlung besteht in Waschungen mit desinfizierenden, adstringierenden Flüssigkeiten, in Anwendung der feuchten Wärme in Form von Kompressen und Prießnitzschen Um­schlägen, in Einreibung zerteilender Halben und. beim Vorhanden-
;
sein von Abszessen, in vorsichtig antiseptischer Behandlung.
)altung mit nachfolgender
III. Unterbrustbeule,
Begriff und Vorkommen. Als Unterbrustbeule ist die mit
beulenartigcr Verdickung einhergehende eiterige Entzün­dung der Unterhrustm usknla t ur zu bezeichnen, der ein Muskelabszeß zugrunde liegt (vgl. S. 612 und 616).
Die Bezeichnung ünterbrustbeulelaquo; ist von Eberlein') deswegen gewählt worden, weil sie durch denselben Krankheitsprozeß hervor­gerufen wird wie die Bugbeule im Kopf-Hals-Armmuskel und dieser ätiologisch mit Hecht zur Seite gestellt werden kann.
Man findet sie nicht so häufig wie die Bugbeule, hingegen tritt sie im Gegensatz zu dieser bei Reitpferden ebenso häufig in Er­scheinung wie bei Wagenpferden.
Ätiologic. Alle Ursachen, welche eine einfache Quetschung im Bereiche der Unterbrust: herbeiführen können, sind auch bei gleich-
') Klinisclio Demonstrationen. Nachschrift,
...
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1,'ntorbriistbculc.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;6g3
zeitig statthabender Infektion imstande, eine eiterige Entzttndaag und einen Abszeß in der Muskulatur zu bedingen.
Während die von Quetsohung, Reibung usw. ausgehendeu ent-atlndliohen Veränderungen in der Haut, Unterbaut und eventuell Inder
Muskulatur in der Regel in Resolution übergehen oder bei eintretender Hautnekrose naoh Demarkation des nekrotisohen Stückes in der Mehrzahl der Fälle abheilen, können sie vereinzelt zu tiefgreifenden Phlegmonen führen. Der Ausgang dieser ist vielfach ein Abszeß, welcher sich inmitten der Unterbrustmuskulatur lokalisiert, sieh mit einer Kapsel umgibt und zur bindegewebigen Entartung der benachbarten Muskelteile führt.
Die Infektion geschieht in der Kegel von außen her wie bei der Bugbeule, Jedoch gibt es Ausnahmefalle. So beobachtete ich vor kurzer Zeit bei einem Fohlen, das an einer eiterigen Entzündung in der Nabelgegend litt (im Anschluß an eine Nabelinfektion) und auch alle Erscheinungen einer Nabelvenenentzündung zeigte, das Auftreten einer ünterbrustbeule (siehe Fig. 215), ohne daß eine ttußere Verletzung an der Stelle zu finden war.
Symptome. Die ersten Erscheinungen der Ünterbrustbeule sind die eines entzündlichen Ödems oder einer Phlegmone. Die Pferde werden vielfach am Morgen mit einer erheblichen Schwellung im Bereiche der Unterbrustmuskulatur im Stalle angetroffen und können dieserhalb und wegen der gleichzeitig vorliegenden Bew^egungs-störung nicht zur Arbeit verwendet werden. Sie gehen vorn steif und setzen die Vordergliedmaßen weiter auseinander. Diese entzündlichen Schwellungen bedingen ferner oft Störungen des All­gemeinbefindens, bis mittelgradige Temperatursteigerung und anfangs gestörte Futteraufnahme. Die Tiere legen sich nicht.
Lokal findet man vermehrte Warme der Haut, derbe Be­schaffenheit der unterbaut, schwerere Verschiebbarkeit der Haut und Schmerzhaftigkeit auf Druck.
Nach mehreren Tagen sieht man die diffuse Verdickung sich zurückbilden. während sich an einer Stelle, in der Gegend der Seiten­fläche des Brustbeines immer mehr eine beulenartige Verdickung, ein Abszeß, kennzeichnet. Ich habe die Beobachtung gemacht, daß dieses sogenannte raquo;Siohzusammenziehenlaquo; der entzündlichen Schwellung zu einem Abszeß um so länger dauert, je tiefer der Eiterherd in der Unterbrustmuskulatur liegt.
Die beulenartige Verdickung. welche der Abszeß mit seiner Kapsel und der Bindegewebsneubildung im Muskel bildet, setzt sich
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UnterbruBtbeule.
moistens nicht so scharf ab wie cine Bugbeule im Kopf-Hals-Armmuskel. Dieses hat zum Teil seinen (irund darin, daß die Brust­muskeln, die doch in der Regel Sitz der Erkrankung sind, mit breiter Basis der Seitenfläche des Brustbeines aufliegen und sehr straff ge­spannt sind. Je oberflächlicher jedoch ein Eiterherd im Muskel liegt, desto schärfer sind die Konturen der Beule ZU erkennen.
Aus den Abbildungen in Fig.216 und 21(1 geht dies sehr deutlich hervor. Bei dem Patienten in Fig. 216 lag der Abszeß sehr tief im M. peet. prof., bei dem Fohlen in Fig.215 hatte derselbe nur eine 2—Sow dicke Kapsel.
l'-iif, 215.
Fohlen mil Uiiteibnistbeule im V'crlanfo
litci'igon Nabclvoncnontzflndttng.
Haben sieh die Unterbrustbeulen in Form eines Abszesses aus­gebildet, so wird ihre Umgebung sehr fest und hart, was mit Sicherheit auf die Zunahme des Bindegewebes im Muskel und auf die Verdiekung der Abszelikapsel zuriiekzuführen ist.
Tiefe Abszesse wie in Fig, 216 kommen, wie tiefliegende Bug­beulen, nicht spontan zum Durchbruch, wahrend dies bei ober­flächlicher liegenden leichter der Fall ist. Hei mehreren in unserer Klinik beobachteten Fällen der ersteren Art war bereits schon eine Eröffnung des Eiterherdes versucht, jedoch von der weiteren Operation abgesehen worden, weil man nicht auf den Abszeß gestoßen war. und sich arterielle Blutungen eingestellt hatten.
Der anatomische Bofund ist genau derselbe wie lioi laquo;lor Bugbeule. Man findet im Muskel, und zwar meistens im M. pect. prof., seltener weiter kranial in diesem und lt;lor Pars tranv. m. pect. superf., eine gänseei- bis kindskopf-
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Unterbrustbeule
(185
große Kiterliühle, deron [nuenwund mit Bchlaffeni, schwansbraanem, zunder-artigem Gtrannlationsgewebe ausgekleidet i^t.
I'm den Eiterherd herum Hegt eine bis melirero Zentimeter dicket binde-gewebige Kapsel, von der aus starke Bindegewebestraßen in die Brustinnskel ausstrahlen und dleso so stark verändern, daß in weiterer Umgebung von dem Abszeß in älteren Fällen kaum noch Muskelbündel nachzuweisen sind. Nach der Unterhaut ZU findet mau in der Regel immer mich eine Schicht fast gesunder Muskulatur. Darauf folgt nach außen die stark verdickte Unterhaut und Haut. In dem Va;. l'I (i zugrunde Heuen-
den Falle mußten wir eine 8 bis 10 craquo;i dicke Kapselwand durch­bohren, ehe wir zum Abszeß gelangten, in leichteren Füllen
ist die Kapsel, wie in Fig. 215, nur einige Zentimeter stark.
Die Diagnose ist. so lange sich der Berd noch nicht scharf absetzt, nicht immer leicht zu stellen. Sie ist jedoeli. wenn die Er­krankung die in den Ab­bildungen oHensiclitlieli zu­tage tretenden Erscheinungen zeigt, nicht mehr schwor,
[in Anfangsstadium kommen d i f fe re n I i al-diagnostisc b einfache ( hl eine, bl atige I n fill ra-tionen der unterbaut und II ii in a to in e. Frak t n ren, ferner eiterige Ostitis,
Fiu' 216.
Untorhrustbonlo (AbszcQ im M. pect. prof.).
Osteomyelitis und Nekrose des Brustbeines in Betracht.
Beim Kinde ist bei derartigen Verdickungen an der üntorbrusl immer an einen Fremdkörper ZU denken.
Die Prognose ist stets zweifelbafi zu stellen, da nicht alle Pttlle von entzündlichen Ödemen und Phlegmonen an der Unterbrusl in Resolution übergehen. Bildet sich ein Abszeß aus, so ist sie in der Regel zweifelhaft, da der Eiterungsprozeß das Brustbein leicht in Mit­leidenschaft ziehen kann. Je oberflächlicher der Abszeß im tiefen und oberflächlichen Brustmuskel liegt, um so günstiger sind die Aussichten auf Heilung. In letzteren Fällen ist der Eiterherd noch durch eine
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UnterbruBtbaule,
.Muskclscliicht und eine bindegewebige dorsale Kapselwand vom Sternum getrennt, Dieses bleibt dadurch von der Eiterung leiohtev verschont.
Als Tiici'ilpii* kommt beim Abszeß fast nur die Operation in Betracht,
So lange phlegmonöse inliltnition bestellt, behandelt man mit Waschungen und Kälte. Dann geht man zur Applikation von feuchter Wärme in Form vnn Prießnitzschen Umschlägen und Kataplasmen über. Ist man der Überzeugung, daß eine Resolution ausgeschlossen, bleibt die ganze Unterbrustgegend verdickt und wird das Gewebe immer fester und härter, so scheue man sich nicht, schon einige Tage nach dem Auftreten der Phlegmonc, beziehungsweise des entzündlichen Odems eine kräftige scharfe Einreibung m it Distan/,-feuer zu applizieren, um die Eiterung möglichst nach der Haut zu abzulenken.
Bei mangelhafter Rllckbildung .schreite man baldmöglichst zur Operation, insbesondere wenn die Erkrankung die Erscheinungen wie in Eig. 215 und 216 zeigt. Bei deutlich abgesetzten ünterbrust-beuleu. wie in Fig. 215, kann man die Operation im Stehen versuchen, in anderen Fällen, wie in Fig. 216, lege man die Pferde nieder.
Nach entsprechender Vorbereitung des Operatiotfeldes wird auf der Hohe der Geschwulst ein langer Schnitt auf den Grund der­selben zu angelegt, und zwar parallel zum Brustbein (parallel zur Medianlinie). .Mau beachte auch die Lage der Sporader. Die Schnitt führnng richtet sich wieder, wie bei der Bugbeulc. auf die Stelle, welche sich am festesten anfühlt. Berücksichtigt man dieses Moment, so findet man immer den Eiterherd, wenn man auch ge­zwungen ist. 8—-10 cm weit in die Tiefe zu gehen. Bei tiefliegenden Abszessen empfiehlt es sich auch, nach Auffinden des Herdes zu beiden Seifen ein spindelförmiges Stück der Kapsel zu exstirpieren (Keilexzision), weil sich sonst die äußere Wunde zu schnell schließt. Nach gründlicher Ausspülung tamponiert man die Höhle bis zum nächsten Tage und leitet offene Wundbehandlung ein, Ist der Schnitt so angelegt wie beschrieben, so vermeidet, man das Brustbein. Der hater hat auch genügend Abfluß, insbesondere wenn man einen Teil der Kapsel ausschält. Die dorsale Wand des Abszesses über­lasse man ganz .sieh selbst. Vor allem vermeide man das Aus­kratzen mit dem scharfen Löffel usw. Durch manuelle Untersuchung
lt;gt;
kann oder nicht.
vielfach schon feststellen, ob das Brustbein frei liegt
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Frakturen lies lirustbeines.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; (i,S7
Bei regelmäßigem Heilverlauf liiLSt die Verdiokung bald nach. Die Eitersekretion nimmt ab. Die Bo\regangen des Tieres werden freier. Bleibt jedoch naeh ungefähr zweiwöohentllohor Be­handlung eine starke Verdickang zurück, breitet diese sieb sogar nach der Vui'brust zu weiter ans, und tropft ein rahmartiger Eiter in zunehmender Menge ab. so bildet sich mit aller Wahrscheinliohkeif eine NeUrose des .Sternmns. eine Brustbeinfistel, aus. In dieser Kom­plikation liegt die größte Gefahr der Unterbruslhcule.
IV. Frakturen des Brustbeines.
Vorkommen und EMnteJluug. Während beim Menschen die Frakturen des Brustbeines selten sind und dort noch nicht 1% aller KnochenbrUche ausmachen, werden sie beim Pferde etwas häufiger beobaohtet. Man unterscheidet zweckmäßig Frakturen des Manu-briuni sterni und Frakturen des Corpus sterni. Beide Arten kommen als einfache (subkutane) und als komplizierte Frakturen zur Beobachtung.
Es handelt sich bei Pferden meistens um komplizierte Frak­turen, die wir in der chirurgischen Klinik jährlich mehrere .Male zu beobachten Gelegenheit haben. Die subkutanen, einfachen Brust­beinfrakturen sind jedoch selten. Vereinzelt findet mau Inder Literatur derartige Fälle beschrieben, so z B, von Sand. Hev. Jerke, Leibenger und Pelka,
Bei Hunden und anderen kleinen Haustieren ist das Leiden nach Fröhners Mitteilungen noch seltener, er fand unter L434 Knochen-briiehen nur einmal einen Slernumbrueh.
Die Ursachen sind in der Hegel sehr starke mechanische Einwirkungen. Sand sah eine subkutane Brustbeinfraktur dadurch entstehen, dab ein Pferd beim Durchgehen auf der Straße ausglitt und zu Boden stürzte. Sand ist der Ansicht, daß die nähere Ursache, der Fraktur darin zu suchen ist, daß das Tier beim Niederstürzen den einen Vorderhuf unter die Brust bekam. In dem von Jerke be­schriebenen Fall rannte ein d urchgehendes Pferd gegen einen Baum. stürzte nieder und fiel mit der Unterbrust gegen einen dicht an dem Baume stehenden (Jhausseestein. Durch letztere Ursache sah auch Leibenger eine subkutane Fraktur Zustandekommen. Ferner kann sich eine Fraktur ereignen, wenn die Pferde auf der Straße nieder­stürzen, auch ohne daß sie auf einen Huf fallen, oder wenn sie, gegen eine Mauerecke, gegen einen Pfahl usw. laufen (Pelka).
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rraktumi äoi Brustbeines,
limiicrliin gehört schon eine groUe Gewalt dazu, um auf sub­kutanem Woge das immerhin sein' verdeckt liegende Brustbein bei seinem hohen Eilastizittltsgrad, insbesondere bei jüngeren Pferden, za frakturieren.
Symptome und anatomlsolier Befand. Bei der Schwere der Verletzung zeigen sich die Erscheinungen gleich nach dem .Sturz und Anprall, Es kommt jedoch sehr viel darauf an, ob nur das Frei kranial nach vorn ragende Manubrium oder ob der Brustbeinkürper selbst frakturiert ist.
Hei den subkutanen Frakturen des il anulu-ium sterni zeigen die Patienten aul'ier einer geringen Bewegungsstörung und einem leichten Muskelzittern in den ersten Stunden mir noch eine allmählich zunehmende Schwellung im Bereiche der Vorbrust.
Sodann nehmen die Pferde in der Regel eine bodenweite Stellung an, steilen die Vordergliedmaßen etwas nach vorn und strecken Kopf und Hals. In dem von Pelka beschriebenen Falle, in dem eine Ah-knickung mit Dislokation nach links vorlag, fand sieh an der Stelle, wo für gewöhnlich der Habichtaknorpel hervorragt, eine muldenförmige Vertiefung, lgt;ie Palpation verursachte Schmerzen, Ferner war neben Schwellung der Muskulatur eine Hangbeinlahmheil auf beiden Beinen nachzuweisen, hauptsächlich rechts. Das Legen und Aufstehen ver­ursachte dem Tiere Schmerzen, Ms lag mil untergeschlagenen Vorder­beinen.
Nach einiger Zeil gehen, wie im genannten Falle, diese Er­scheinungen zurück. Die Bewegung wird nach vier bis sechs Wochen freier, und es tritt infolge der Inaktivität eine starkeraquo; Atrophie der Brustmuskeln ein, so dab die Vorbrust ausgehöhlt erscheint,
Pelka lionnto den nach links dislozierten Habichtsknorpel sptlter deut­lieh abtasten, Ks war jedoch auch bis zur dritten Kipplaquo; hin eine kallnsartige Verdickung und Schiefstellnng nachzuweisen, so daß wohl anzunehmen i-t. daß aulirr dem Bruch des llabichtsknorpels noch eine Einknickung des eigentlichen Manubriums oder eines 'Teiles vom Brustbeinkörper vorgelegen hat.
Die Frakturen des l!rustbeiukbrpers bedingen zwar außer einer Bewegungsstörung auf dem einen oder anderen Vorderschenke] in den ersten Minuten ebenfalls keine hochgradigen Erscheinungen. Dn jedoch das Brustbein mit den Bippen durch ziemlich straffe i ielenke verbunden ist, und die Erschütterungen, welche von der Boden-lliiche her auf das Brustbein einwirken, direkt auf die Bippen über­tragen werden, so findet mau in der Begel neben einer Fraktur des Brustbeinkörpers auch eine oder mehrere Kippenfrakturen. Meistens
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b'rakturen des Brustbeines
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brechen die Knorpel der wahren Rippen in der Nöhe der gelenkigen Vorbindung mit dem Sternum. Hire Qruobenden führen dann leicht eine Durohtrennung der Art. und Vena mammaria interna und der benachbarten Interkostalarterien herbei. Die Richtigkeit dieser Tat­sachen beweisen übereinstimmend die Mitteilungen von Sand. Jerko und Leibenger. Sie landen neben der Bruatbeinfraktur noch Ab­trennung eines oder mehrerer Rippenknorpelenden in der Ntthe der gelenkigen Verbindungen. Leibenger und Jerke sahen auch noch nebenbei eine Zusammenhangstrennung des Armbeines. Alle drei Autoren geben an. daß sieb nach einiger Zeit die Anzeichen einer Verblutung bei den Pferden bemerkbar machten. In den von Sand und Jerke beobachteten Fällen Helen die Pferde nach einer halben Stunde um, in dem Leiben ^ersehen Falle nach einer Stunde, und verendeten. In allen drei Fällen waren die Tiere aus der Art. mammaria interna verblutet. Krepitation und abnorme Beweglichkeit findet man sehr selten.
Während der Brustbeinkürper in dem von Jerke und Leibonger beschriebenen Fall vom fünften und sechsten Rippenknorpel ganz in der Querriohtung durchgebrochen war. bestand im San dachen falle nur eine Einkniokung des Körpers zwischen dem zweiten und dritten Knoohenstück, Aul'der dorsalen Fläche war die Synchondrosensoheibe vollständig durchtrennt, während an der ventralen Fläche das raquo;ver­bindende Bandlaquo; erhalten geblieben war. Sand ist der Ansicht, daß die Art, mammaria int. durch Überdehnung gerissen ist. ('b die ge­nannte Arterie beiderseits verletzt war. ist nicht angegeben.
1 raquo;ie komplizierten Frakturen des Sternums waren schon bei Betrachtung der Wunden an der Vor- und ünterbrust Gegenstand der Erörterung.
Die DiflgUOSC der Brustbeinbrüche ist im allgemeinen nicht leicht, in den Fällen, in welchen kurz nach dem Unglücksfall die
Tiere an innerer Verblutung verenden, kann man aus der All des Sturzes und ans der eventuell im Bereiebe der Muskulatur eintreten­den Blutung nur eine Wahrscheinlichkeitsdiagnose stellen. Die Sektion ergibt erst das Nähere.
Auch die einfachen Brüche des Maniibrium sterni sind manchmal schwer zu diagnostizieren, insbesondere wenn Dislokationen. umschriebene Schwellungen usw. fehlen. Kaum festzustellen sind die partiellen Brüche des Brustbeinkörpers, welche ohne gleichzeitige Ver­letzung von Rippenknorpeln, Hippen und größeren Qefhßen einher-
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Bruetbeinitatel.
gehen. In zweifelhaften lallen kann hier 'lurch die; Anwendung der ElUntgenstrahlen Aufklärung geschaffen werden.
Die Prognose ist in allen Fällen von subkutanen Frakturen zweifelhaft, weil wir durch äußere Untersuchung nie die Schwere des Leidens ermitteln können. Das Brustbein kann eingeknickt und nur zur Hälfte oder mehr im Zusammenhang getrennt sein. Ferner können gleichzeitig Rippenknorpeldurchtrennungen vorliegen, die heim Nieder­legen oder Aufstehen der Pferde zur vollständigen Durchtrennung und zur nachträgliehen Verletzung der in der Nähe liegenden Arterie führen. Seihst wenn Heilung des Brustbeines eintritt, kann, wie aus dem von Pelka überlieferten Krankheitsbericht hervorgeht, doch eine Bewegungs­störung zurückbleiben, die das Tier als Reitpferd oder schnelles Wagen­pferd unbrauchbar macht. Die Prognose der komplizierten Frakturen ist stets schlecht.
Kine Hi'liimdlim^,' würde hei den subkutanen Frakturen zu­nächst darin zu bestehen haben, daß man dem Tiere vier bis sechs Wochen lang vollständige Stallruhe auferlegt. Vor allen Dingen ver­meide man. die Pferde in einen Hängegurt zu bringen, weil durch Hineinlegen des Tieres in den Gurt sich hei Brüchen des Brustbein­körpers die Bruchenden immer wieder verschieben.
Nach vier his sechs Wochen bringt man. wenn möglich, die Pferde auf die Weide und wartet ab, ob Lahmheit oder ein unresrelmäßiffer Gang zurückbleibt. Zwischendurch sind reizende Einreibungen im Bereiche der ünterbrust angezeigt.
Bei komplizierten Brustboinfrakturen empfiehlt es sich gewöhnlich nicht, eine Behandlung einzuleiten, da Fisteln zurück­bleiben. Soll dieselbe versucht werden, so ist eine offene Wund­behandlung nach den bekannten Regeln durchzuführen.
I
Literatur.
K 11 (M-iii im ti, /.it. JuUiosböricUte von ßllcnborger and Schfttz. ISUD. — Fröhner, Mlgemeino Ohtrnrgio. 1906. Jorko, Zeitschrift RU'Vetcrinurkando. 1905. — [.oibengei', Woobensehrift fftr Tierlaquo; heilknndo nnd Viobzncht. 1907. I'olklaquo;, Zcitscbrifc ffir v.tpi u.ai kumlc. 1907, — Key, Qertwigs Jabr-buch. 1850, Sand, DeutscboZöitsobrift fflr'i'iorinedi'/,in. 1898.— Zsohokke, Krankbciton dur Knocben.
Dieses Handbucb, Bd. IV', I. Toll, 'J. Aull, — Cornet' die Lebrbflcber der Chirurgie von Bayer .....i
Mlillor- Fr Ick,
Brustbeinfistel.
Begriff und Vorkommen. Als Brustbeinfistel sind die­jenigen röhrenförmigen QeschwUre anzusehen, welche durch abgestorbene Gewebsteile des Brustbeines unterhalten werden.
f
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Brugtbelnflstel.
69 J
Während diese Fisteln böi der Mehrzahl unserer Haustiere mir
sein- selten beobachtet werden, findet man sie bei deu Pferden relativ bttufiir. weil diese, von aoiten des Geschirres und durch ihre jranze Benutzungsart mancherlei Verletzungen im Bereiche der Brust aus­gesetzt sind. Wagenpferde sind am häufigsten von genanntem Leiden befallen, jedoch habe ich auch bei Reitpferden Brustbeiniisteln gesehen,
Beim Rinde konnte ich in der Literatur nur einen einzigen, einwandfreien Fall dieser An von Gutbrod verzeichnet linden. Bei dieser Tiergattung wird in der Regel das Bild der echten Brustbeinfistel von durch Fremdkörper hervorgerufenen Fisteln vorgetäuscht. In einem von Delle mitgeteilten Falle hatte ein Glassplitter vom Pansen aus die Brustwand in der Nähe des Sternums perforiert. Es zeigten sieb die Erscheinungen einer echten Brustbeinfistel. Nach Entfernung des Glassplitters trat jedoch Heilung ein.
Ätiologie. Die dem in Hede stehenden Leiden zugrunde liegenden nekrotisierenden Prozesse am Knochen oder am Knorpel des Brust­beines sind in der Hegel sekundärer Natur und auf einen Eiteruugs-pro/.el'i in der Nähe des Brustbeines zurückzuführen, Nach kleinsten Wunden mit anschließender Eiterung kann sich als Folgeleiden eine Brustbeinfistel einstellen. Wir linden sie in der Regel im An­schluß an phlegmonöse Prozesse im Bereiche der Vorbrust und F n t erb rust, nach subkutanen, inter- und intramuskulären Ab­szessen (Unterbrustbeule #9632;/.. B.), nach unvorsichtig ausgeführter Ex-stirpation von Hygromen auf dem Habichtsknorpel, nach subfaszialen Eiterungen infolge zu tief injizierter Kampfer- etc. Lüsungen. nach allen Vor- und (Jnterbrustwunden mit Freilegune: und Verletzung des Sternums. nach zu frühzeitigem Spalten von Hämatomen usw. An der Unterbrust sah ich verschiedentlich bei Reitpferden nach leichten Qurtdrücken mit tiefergehenden Eite­rungen sich Brustbeiniisteln entwickeln. Erst in einem der letzten von mir beobachteten Falle (Fig. 217) hatte sich dieses Leiden von der Vorderbrust aus nach dem Inzidieren einer unerheblichen öilcmatosen Schwellung ausgebildet.
In der Regel handelt rs sich mich meinen Untersuchungen um ilie he-kannten Eitererreger, welche ursächlich für die Brnstbeinnekrose in Frage kommen. Botryoraykotischa Prozesse haho ich noch nicht beobachtet, heim Kinde hingegen einmal Aktinomykose. Jedoch möchte ich nicht nner-wiihnt lassen, daß in (1er Literatur vereinzelte Fälle beschrieben sind, in denen andere Erreger die Ursache der Brustbeinflsteln waren. So beobachtete Zschokke
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ßö'2
Brustbelnflsteli
einen fall von rotziger, cbrouischer, rezidivlerendei1 Brustbeinflstel (ohne traumatische Veranlassung) mir Perforation in die Brustfellsäoke. .Nach erfolgter Tötung auf Qrund positiv ausgefallener Malleünreaktion konnte Zeohokke zir-kuinskripte Pleuritis, Verwachsung zwischen Pleura und der Lunge und aus­gedehnten Lungenrotz feststellen. Ebenso glaubt der genannte Forscher, daß es -ich bei den von Neumann bei 29 Pferden des ungarischen Gcstiiips Mezöhegyes beschriebenen Krankheitsfällen, in denen Pistelbildnng im Bereiche des Brust­beines und der Rippen neben anderen Erscheinungen auftrat, um \ilt;tV/ gehandelt
hüben kann,
l-'ilaquo;, 21'
Symptome. Bei Fisteln,
welche von der Vor brüst
ausgeben, sieht man von der Mühe der 11 a b i e h 1 s k n o r p e 1-spitze abwärts und nach beiden Seiten übergehend wenig scharf umschriebene, bis Ubermanns-kopfgroße Verdickuugen, auf deren Höbe ein oder mehrere Kanäle münden.
In Fig. 217 ist eine solche Fistel abgebildet, Mau sieht die Verdiekimg und kann sieh aucb aus der Ricbtung der in die Fistelöffnung eingeführten Sonde den Verlauf des Fistelkanales vor Augen führen.
Die Verdickuugen fühlen
sich hart an. Die Haut ist in
l; rustbcinf islol an der Vorbnist.
der Regel darüber verschieb­bar und auf ihrer Oberfläche vermehrt warm. Die ganze Verdickung zeigt sich auf Druck schmerzhaft. Heim Sondieren lädt sich zuweilen ein rauher (irnnd (Knorpel oder Knochen) nachweisen. Viel häufiger jectooh stöbt man nur auf die Seitenflächen des Manubriums und glaubt, da man noch fest weiches, elastisches Gewebe fühlt, das Sternum selbst wäre noch gesund.
Auf diese Tatsache möchte ich von vorneherein aufmerksam inachen, da es in den se 11(Misten Fällen beim Sondieren gelingt, einen Kanal oder eine Höhle am Hrustbein selbst zu ermitteln. Das wichtigste sind der Nachweis des auf den Knochen zufuhrenden fistelkanales. die seit länuerer Zeit bestehende harte, diffuse Ver-
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BrustbelnfUtel.
Ö93
diokuug und die ab und zu au ft it ten den Abszesse in der Sternalgegend,
Die .sich aus dem Fistelkanal entleerende Eitermenge ist nicht selten recht beträchtlich. Heim Führen des Patienten sieht man oft, dall dieselbe stoßweise abHieüt, weil in der Tiefe vielfach ein oder mehrere Höhlen in dem das Brustbein umgebenden Gewebe vorliegen.
Die starken Verdickungen bedingen anfangs gering- bis mittel-gradige Bewegungsstörungen, die mit fortschreitender Erkrankung zunehmen. Weiterhin zeigen die Patienten geringe Temperatur­steigerungen und magern auch in vorgeschrittenerem Stadium ab.
Geht eine Brustbeinfistel von irgendeiner Verletzung an der Untorbrust (Stich­
Fix. 218.
wunde, I nterbrustbeule,
(iurtdi'uek, Stollenver-letzang) aus. so findet man. wie die Fig. 218 und 219 zeigen, die (legend /.wischen den Vorder-sclienkel ii sehr stark
TCi'scli wollen. Die Schwellung reicht nach oben his an die Rippen und nach hinten (kaudal) bis zum Schaufelknor­pel. Die nähere Unter­
''#9632;#9632;#9632; #9632;#9632;#9632;#9632;.-'-#9632;•' quot; #9632;•-' ii
'#9632;* J :.'amp;amp;amp;quot;'
r
1
I
suchung ergibt die be-
Urustbeinfistel
der Untorbrust.
reits geschilderten Er­scheinungen, auch bildet man hier in der Regel mehrere Fistel-üffnuDgen, welche, wie in Fig. 219, bei seitlicher Betrachtung deut­lich zu sehen sind und grobe Mengen Eiter entleeren. Diese seitlichen Fistel öffn nngen führen direkt aufs 1! rust bei n. Man gelangt von ihnen aus mit der Sonde leichter auf einen rauhen Grund, als wenn der ganze Prozeß von der Vorbrust ausgeht und hauptsächlich das Manubrium betrifft.
Gelingt es nicht, durch Operation die nekrotiseben Teile am Brustbein zu finden (in der Regel sind es mehrere), so schreitet der Prozeß immer weiter fort. Es brechen immer wieder neue Abszesse nach außen durch. Schließlieh gehen die Tiero an den folgen der chronischen Eiterung zugrunde, insbesondere wenn der Prozeß wie in Fig, 219 eine enorme Ausdehnung erreicht hat.
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Brustbelnflstel,
Anatomisoher Befund. Die Haut ist in der Nähe dw Fistel-
kaaäle mit dor Unterlage vcrwaclisen. Die Unterhaut findet man ödematös infiltriert. Heim Abtrennen der Brustmuskeln, in der kan-dalen Hölfte auch des geraden Bauohmuskels, vom Brustbein fallt auf. daß von dem eigentlichen MUSkolgeweb.6 kaum noch Spuren er­halten sind, sondern daß dieses in chronischen Fällen fast vollständig durch Bindegewebe verdrängt ist. Wenn man auch, wie z. B, in den in Fig. quot;217 und 21cS abgebildeten Fällen, nur einen Fistelkanal vorfindet und das Leiden für gar nicht so erheblich hält, so ist man
Fig, 219.
Bmsl bolnfistel
ntci'biusl mit mehroren FistolölTnuiigen,
überrascht, wenn die Muskulatur zu beiden Seiten des Sternums mit unendlich vielen kleinen Eiterherden (Abszessen) durchsetzt ist. Die Seitenflächen des Brustbeines sind von einem straffen, speckigen, bisweilen mehrere Zentimeter dicken Gewebe bedeckt, in dem sich auch zahlreiche Eiterherde nachweisen lassen. Von dem einen oder anderen Eiterherd führen Strohhalm- bis bleistiftstarke Kanäle ins innere des Brustbeines, entweder in den Knorpel des Manubriums beziehungsweise in den Knorpel, der die einzelnen Knochen­teile (Sternebrae) des Brustbeines trennt und umgibt, oder direkt iu das Knochengewebe selbst hinein. Solche Eiterherde und Kanftle liegen aber manchmal so weit von der von außen ermittelten Fistelöffnung entfernt, daß man sich aus dieser Tatsache schon leicht den Mißerfolg der meisten Brostbeinfisteloperationen erklären kann.
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HnistlieinlisU'l.
696
Ferner kann man von außen her am Brustbein bisweilen
bandtellerffroße, meh
#9632;ere
Zentimeter diok e Knochen auflagern nffen
nachweisen, wie eine solche auf laquo;lern Durchschnitt in Fig. 220 sehr
schön zutage tritt.
Sägt man ein krankes Brustbein der Länge nach möglichst in der Medianebene durch, so kann man bei näherer Betrachtung der Siige-flächen raquo;ehr lehrreiche Befunde ermitteln. So sehen wir z. B. in Fig. 220 dii; linke lirustbeinhälfte des in Fig. 217 abgebildeten Krankheitsfalles. Das Brustbein ist fast in der Medianebene durchsagt, die Sägelinie ist
Pig, •220.
LUngsRchnUl durob eiraquo; orkranktos Urastbeln (roolits Manabrlum and ersteBippe). Knorpelnokrose
im MunuliriiiMi. Knoobennskroso mit Sequester- und HSblenbildung im orstan knfiebernen Segment!
nn dessen onterom Rande Bildung einer sogenannten Xotonlade,
jedoch etwas nach rechts und außen abgewichen. Daher sehen wir am unteren Rande die rechte untere, von Muskelteilen noch bedeckte Fläche des Knochens. Wir erkennen rechts deutlich das Manubrium beziehungsweise den Habichtsknorpel, dahinter das Knorpelende der ersten Rippe mit ihrer gelenkigen Verbindung und links (kaudulwärts) die drei ersten knöchernen Brustbeinsegmente. Im Habichtsknorpel findet sich eine horizontal verlaufende llühle. welche mit schwarz­braunen (i ranulationen ausgefüllt ist. Von dieser ausmündet ein ganz feiner Kanal am kranialen Ende des Habichtsknorpels. Auf der ganzen Fläche befinden sich im Knorpel noch mehrere reiskorngroße, teils auch kanalförmige Erweichungsherde. Dort, wo das Manubrium an das erste knöcherne Segment des Brustbeines stößt, sieht man eine
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Bruatbeinfistel.
große Höhle im Knochen mit mehreren Ausbuchtungen. In dieser Höhle lag t'in haselnußgroßer Sequester, der von sohlaflfera Granulationsgewebe umgeben und durch eine eiterige, nekro-tisierende, demarkierende Ostitis und Osteomyelitis voll­ständig aus dem Zusammenhang getrennt war. Der Sequester war mürbe und porös und hatte eine gelblichgrüne Farbe. Zschokke und Schmidt haben derartige Sequesterbildung im Brustbein eben­falls angeführt.
Neben diesen destruierenden Prozessen in dem Brustbeinsegment sehen wir auch das Produkt eines zubildenden Prozesses. Vom
Fig, 821,
Iiamp;ngsscbnitt duroh ein orlirnnktoa Brustboin (links Mamibrinm, reohts Scbunfolknorpel). Am unteren Kunde eine groBo liable (iateh Operation entstanden). Nekrose ilos vierten kniobernen Segmentes, rings­herum osteoinyclitische Phlegmone.
unteren periostalen Rande sieht man ein 2''m breites, neugebildetes KnochenstUck. welches noch nicht so hart war wie die anderen Knochenteile, sich rings um die Höhle mit ihrem Sequester herumziehen. Es stellt eine vollständige Knoohenbrtlcke dar. welche wir am gesunden Brustbein nicht linden, und als sogenannte Toten­lade aufzufassen ist. Sie reicht his an den unteren Rand des Habichts­knorpels.
Die Höhle rail dem in ihr befindlichen Sequester (der vor dein Photographieren herausgenommen wurde) stand durch einen Kanal, in den eine Sonde eingelegt wurde, mit Eiterherden in der Muskulatur der linken Seite des Brustbeines in Verbindung,
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Hrustlioiniistel,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;097
Wenn, wie in Fig, 220. auch mir ein kleiner Teil des Hrust-heinsegmente.s dureh die eiterige Ostitia und Osteomyelitis nekrotisofa geworden, so erkennt man doch schon an der Farbe, daß das ganze KnoohenstUok citerio; erkrankt ist. Es zeigt im Vergleich zu dem
hinter ihm liegenden, rotbraun aussehenden, gesunden Segment eine gelhl iehgraue Du rehsehn ittsf'läehe. Diesen Befund kann man an anderen Brustbeinen noch hesser ermitteln. Es sind, wie auch die folgenden Figuren zeigen, immer die Knochensegmente gelblich-grau perfärbt, welche in nächster Nähe des Fistelkanales, der Sequester usw. liegen.
I raquo;ies zeigt besonders schön Fig. 221. welche einen sagittalen Längs­schnitt des Brustbeines des in Fig. 218 abgebildeten Krankheilsfalles darstellt. Man sieht liier eine Brustbeinnekrose, welche von der Unter-brust ausgeht. Im Verlaufe der Operation wurde der Fistelkanal. welcher in die Gegend des vierten und fünften Segmentes führte, mit dem scharfen Löffel erweitert, so daß man nun eine Höhle, vom unteren Rande ausgehend, in der Größe einer Faust vor sich hat. Die unteren Teile des vierten und fünften Knochensegmentes sind noch ausgehoben. Man erkennt hier, wie weit sieh der eiterige osteomyelitische Prozeß gewissermaßen in Form einer osteo-rayelitisohen Phlegmone auf die benachbarten Knochen-segmente ausgedehnt hat. Das erste und zweite und zum Teil noch das letzte 1! r usthei nsegmen t sind gesund. Sie zeigen am Präparat eine braunrote Farbe, während das vierte und fünfte KnochenstUck vollständig gelbgrau verfärbt sind.
An anderen Brustbeinen sieht man wieder, wie allmählich der Eiterungsprozeß von dein unteren Rande (der Crista) oder mehr von einer Seitenlläehe her in den knorpeligen Svnchon-drosenscheiben oder, und zwar mit Vorliebe, an dem Rande, an welchem Knochensegment und Synchondrosenscheiben zusammenstoßen, dorsalwärts kriecht.
Fig. 222 orliiutert (iio Verhältnisse sehr dentlich, Am unteren Rande des Brustbeines liegt ein durch die punktierto Linie abgegrenzter großer, auf eine statt-gehabte operation zurückzuführender Defekt, vor. Durch die Operation ist aber bei woitom nicht alles nokrotiselie Gewebe entfernt worden. Es zieht nämlich vom hinteren, oberen Bande der Hohlo aus in der Richtung der eingelegten Sonde ein Kanal, mit schlaffen Q-rannlationen ausgekleidet, dorsalwärts. Hier sieht man links vom Ende der Sonde einen htthnereigroßen Sequester, der rings-lieriiin in schlaffes Granulationsgewebe ehifiebcttet und schon vollständig weiß­gelb verfärbt ist (Nekrose).
Iiay.r-l-rolimT, Huidbnch. Bd. III, I.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;4C)
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UrustbcinlisK'l.
Audi mil ilcm Fortschreiten des ISiterungsprozesses bis an den dorsalen Brastbeinrand hört raquo;lie ECrkrankung häufig niclit auf. Man findet sogar direkt in der Thoraxhöhle selbst Veränderungen.
So sieht man. wie in Fiquot;'. 222 von der lllt;iiile. in der der große Sequester liegt, sich die Eiterung auf den das Brustbein dorsal be­deckenden M. sternalis fortgesetzt hat. Man erkennt, deutlich die schwarzbraunen Stollen als Abszeßhöhlen in diesem Muskel und zwischen ihm und dem Brustbein. An dem Präparat in Fig. 222 ist der Muskel nach oben zurllckgeklappt, die Eiterherde treten aber sehr deutlich hervor.
Fiir. 222.
Ltingssohnitt durch oin orkrankteR Brustbein. (Kochts Toil deraquo; KTanabrhim, links Sohnufolknorpol.) Am
untoren Rande Dofokt iüt'ulge Operation: am oboron Ende .llt;'i- Sondo großer Sequester. Oben
KiirOokgolegtor Musoulus stornalia mit multiplen A.bs7.e8sen.
Auch in dem M, sternalis macht die Eiterung noch nicht halt. Fs kann sieh sogar der Prozeß auf das Ligamentuni stemi intemum. auf das Ligament um sterno-pericardiale und auf den Herzbeutel selbst fortsetzen.
So habe ich im vorigen Jahre den in Fig. 219 sviedergegebenen Fall von hochgradiger Brnstbeinnekrose mit mehrfacher Fistclbildung an tier ventralen und seitlichen Flüche der ünterbrust beobachtet. 1 )us Pferd ging unter anämischen Erscheinungon infolge der langdauernden Eiterung zugrunde.
Iilaquo;i der Sektion im hiesigen pathologischen Institut ließ sich lauf Ob-duktionsberiebt dor Herzbeutel nicht auf gewöhnliche Art und Weise vom Brust­bein entfernen, sondern mußte nach Hochheben des Brustbeines mit dein Messer
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liriistlioiiilistel.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 699
losgetrennt werden^ Dabei entleerten sioh l1/raquo;' graugrünen, sehr (ibelrieohenden Kiters, der im Ligi stemo-perioardiale und Im lockeren Bindegewebe In der Umgebung dor vorderen Brnshipertur j^ele^un war. Im llerzliotifol seliwt waren nur zwei Eßlöffel einer graurtStlloben, leioht getrübten Plüsaigkoit vorhanden. Hingegen war die Herzbentelwand über lom dick. In ihren Maschen lag ein trübes, eiterähnlicbes Exsudati die si(di berührenden Herzbeutelbltttter waren rauh, glanzlos und im Bereiche des linken Ventrikel auf einer etwa fünf-inarkstückgroßen Stelle rerwaobsen (Synechia partialis). l'as Brustbein selbst zeigte außen zwei Horde, an denen der Knochen wie zerfressen aussah. Auf der DurohschnittsQäche sah man im Knochenmark mehrere haselnuß- bis tauben-eigroße, mit eiterig-jauchigen Zerfallsmassen gefüllte Hiihlen.
Es lag also außer dieser eiterigen, nekrotisierenden Knochen-tno rksentztlndung (Osteomyelitis) eine jauchige, abszedierende l'hleg-moue im Herzbeutel-Brustbeinband und dem benachbarten Binde­gewebe, eine phlegmonöse Entzündung des Herzbeutels selbst und teilweise Verwachsung seiner Blätter vor.
Eine primäre eiterige Osteomyelitis als Ursache von Brust-beinfisteln wurde meines Wissens noch nicht beobachtet. In der Regel handelt es sich um sekundäre, durch Übergreifen aus der Nachbarschaft oder unter Umständen auf emholischem Wege entstandene Infektion des Knochens oder Knorpels.
Bei infizierten, komplizierten Frakturen setzt der eiterige Prozeß direkt in den beiden genannten Geweben ein, nach eiterigen Wunden und Phlegmonen in der Nähe des Brustbeines werden jedoch die Erreger erst sekundär in das Brustbein hineingetragen. Es kommt zu einer eiterigen Periostitis, Chondrit.is, Ostitis und Osteomyelitis. Der Knorpel wird eiterig eingeschmolzen und es bilden sich Höhlen und Kanäle in ihm. Im Knochen werden die Spongiosa und das Mark zu Abszessen eingeschmolzen, oder es sterben größere Teile der Spongiosa ab und werden durch eine demarkierende Eiterung vom benachbarten Knochengewebe in Form von Sequestern abgestoßen. Diese unterhalten durch Kommunikation mit der Außenwelt in Gestalt von Fistelkanälen langdauernde Eiterungen.
Die Sequester können wochen- und monatelang in den Höhlen liegen und werden nur seilen abgestoßen, da die FistelkanUle sehr lang und eng sind. Inzwischen schreiten jedoch die eiterig-nekrntisieren-den Prozesse im Brustbeine fort und gelangen nach der Thoraxhöhle zu. liier bedingen sie Abszesse im M. sternalis, sehreiten auf das Lig. sterno-pericardiale usw. fort und führen allmählich zur allgemeinen Blutinfektion oder zur hochgradigen Anämie und zum Tode des Patienten.
IB*
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700nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Brustbeinflitel,
Der iMter ist in dor Regel rabmartig, gelbliobgrUn und übel* riecbend und wird in wechselnden Mengen abgesondert. In ihm konnte ich vornehmlich Staphylokokken nachweisen.
Diagnose und Differentialdingnose. Die richtige Deutung
des Leidens ist in der Regel nicht schwer. Wenn nach eiterigen Prozessen im Bereiche der Vor- und ünterbrust nach Verlauf von mehreren Wochen ähnliche Verdickungen, wie sie uns die Fig. quot;217 und 218 zeigen, zurückbleiben, wenn die Schwellung, anstatt abzu­nehmen, sich immer mehr im Verlaufe des Brustbeines ausbreitet, wenn die Wumlkanttle sich nicht schließen, die Eiterung im Gegenteile zu­nimmt, Abszesse auftreten und wir mit der Sonde auch nur in die Nähe des Brustbeines gelangen, so können wir schon fast immer un­schwer die Diagnose raquo;Brustbeinfistellaquo; stellen. Eine diagnostische Operation wird in Zweifelsfitllen die Diagnose leicht sichern. Bei den hochgradigen Erkrankungen, wie in Ki^. 21'.raquo;. ist die Diagnose stets leicht.
Differentialdiagnostisch muß man beim Pferde an Muskel-t'istein. Fisteln, welche durch von außen eingedrungene Fremdkörper unterhalten werden, an Muskelbotryomykoae mit Fistelbildung, an Kippenfisteln, von den Rippenknorpeln ausgehend, an tierliegende Neubildungen (Osteosarkome) usw. denken. Beim Rinde lasse man sich nicht verleiten a priori heim Vorhandensein eines Abszesses oder einer Fistel im Hereiche der Unterbrust eine echte Brustbeinfistel zu diasrnostizieren, da an der ünterbrust raquo;wanderndelaquo; Fremdkörper vom Pansen aus Abszesse und Fisteln bedingen können. Die von Delle mitgeteilte Krankbeitsgeschichte beweist die Richtigkeit, dieser An­nahme. In dem quästionierten Falle trat nach Entfernen des Glassplittera innerhalb fünf Monaten Heilung ein.
Verlauf und Prognose. Die Brustbeinfistel stellt immer ein chronisches Heiden dar und verläuft vielfach sehr schlei­chend. In der ersten Zeit können die Pferde damit noch arbeiten. Später werden jedoch die Bewegungsstörungen infolge der Veränderung der Muskulatur und der schmerzhaften Prozesse im Brustbeine hoch­gradig und bedingen ein Außerdienststellen der Tiere. Der in Fig. 217 wiedergegebene Fall war. als das Pferd in unsere Klinik eingestellt wurde, bereits über ein Vierteljahr alt. Trotz der starken Verdickung hatte der Patient noch Ins vor wenigen Tagen gearbeitet. Im allgemeinen erstreckt sich der Verlauf über Monate und Jahre hinaus. Der Verlauf des Leidens kann jedoch, wie in einem von lleinemann beschriebenen Falle, durch das Auftreten von metastatisehen Sehnenscheidenentzün­dungen und anderer Komplikationen wesentlich verschlechtert werden.
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linisthemlistel.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;7QJ
Betreffs der Prognose stelle ich auf demselben Standpunkte wie Fröhner, Eberlein, Möller-Frick, Vennerholm u.a. Sie ist bei veralteten Fällen ausnahmslos schlecht. Wir haben in unserer Klinik noch nicht eine alte Brustbeinfistel trotz mehrfacher Operation heilen sehen. Stets traten Rezidive auf, wenn auch manche Tiere eine Zeitlang geheilt schienen und zur Arbeit verwendet werden konnten. Die Literatur verzeichnet auch, soweit ich mich orientieren konnte, nur je einen von Sohmid, Lande) und Marcoux mit gutem Er­folge operierten Fall. Schmid gelang es sogar, durch raquo;Extraktion dos Sequesterslaquo; eine solche Fistel zu heilen. In der Regel gehen die Pferde, wenn sie nicht geschlachtet werden, an allgemeiner Infektion oder an Kachexie zugrunde oder es kann sogar, wie Christiani zu sehen Gelegenheit hatte, infolge hochgradiger fettiger Degeneration der Leber eine Ruptur dieses Organes und innere Verblutung statt­haben.
Solange wir nicht wie beim Menschen das Brustbein ganz re­sezieren können, werden wir auch der Regel nach weiterhin schlechte Prognosen stellen müssen.
Therapie. Igt;ic Aussichten auf eine Heilung sind dann möfflieb. wenn die Schwellung bei frischer Erkrankung noch nicht sehr stark und nur umschrieben ist. Es empfiehlt sich in allen Fällen so l'riili wie möglich die Rudikaioperation, da Ätzmittel und das Ausbrennen nicht angezeigt sind.
Die Pferde werden hierzu nach der Berliner Methode niederge-
legt und ihre gleichseitigen Schenkel aufeinander ausgebunden. Sodann bringt man die Patienten vollständig in Rückenlage. Nach den üblichen Vorbereitungen (Lokalanästhesie) lege man. nach Feststellung der Fistel­richtung, einen grollen, ovalen Schnitt an und versuche, den nekroti-schen Herd im Brustbein durch scharfen Löffel und Meißel aufzu­decken und eventuell vorhandene Sequester zu entfernen.
Heilung ist aber nur zu erwarten, wenn die Nekrose am unteren Rande vorliegt. Ist der Prozeß so stark ausgeprägt, wie dies die Prä­parate in Fig. 220—222 zeigen, so hat die Operation keinen Erfolg, abgesehen davon, daß hochgradige Blutungen und Perforation des eiterig-jauchigen Prozesses in die Pleurasftcke eintreten können. Man sorge dann nur durch Spaltung der Fisteln und Abszesse für ge­nügenden Eiterabfluß und lasse die Pferde, wie dies auch Venner­holm und Möller-Krick empfehlen, solange arbeiten, wie eben möglich.
i
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Neubildungen an der ünterbrurt.
Literatur.
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VI. Neubildungen an der ünterbrust.
Voikoinuicn. Da die Ünterbrust vielerlei äußeren Ein­wirkungen unterliegt, indem durch das Geschirr (Gurte) und heim Liegen der Pferde Läufig Gelegenheil zur Infektion gegeben ist. so linden wir am häufigsten an dem genannten Körperteil die infek-tionsgeschwülste, Botryomykome heim Pferde und Aktino-mykome heim Rinde. Seltener sind schon die echten Neubildungen. Als solche beobachtet man meistens Fibrome und Papülome, nur in vereinzelten Fallen Sarkome u. a.
Symptome. Wogen der verdeckten Lage der Sternalgegend werden die Neubildungen in der Regel erst bemerkt, wenn sie schon eine gewisse Größe (/,. R Walnußgrölie und darüber) erlangt; bähen. Nur in der Gurtlage bei Reitpferden können die Tumoren niebl lange unbemerkt bleiben, denn hier verursachen schon kleine Knoten uber-empfindlichkeil beim Satteln. Es kommt durch die Reibung- der Gurte zur ülzeration auf der Oberfläche, so daß die Tiere sieb schon nach kurzer Zeit nicht mehr den Sattel auflegen lassen wollen. Bei Wagen-nferden findet man bisweilen ähnliche Erscheinungen.
Die Botryomykome findet man anfangs als umschriebene oder mil broiler Basis dm- llam aufsitzende Neubildungen; sie nehmen nur langsam an Umfang zu und sind anfangs mit der Haut über die Unter-laue verschiebbar. An ihrer Oberfläche erscheinen sie in der Kegel ulzeriert, mit Schorfen bedeckt, weil die Oberfläche beim Liegen der Pferde regelmäßig gedrückt wird.
Wenn diese EnfektionsgeschwUlste eine gewisse Größe (Hühner-bis Gänaeeigröße) erlangl haben, so werden sie in der Regel operativ entfernt, Geschieht dies niehl. so breitet sich die Erkrankung weiter aus. Es werden die tiefer liegenden Gewebe, das ünterhautgewebe und die Muskulatur, in Mitleidenschaft gezogen. Auch können dann die Botryomykome ähnliche Ausdehnung erlangen wie an der Vorbrust, In Fig. 228 ist ein sehr großer derartiger 'rumor wiedergegeben, w elidier
k
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Neubildungen an der (Jnterbrutt.
703
von Bayer beschrieben wurde. Aus der breiten Basis des Tumors muß
angenom.....n werden, daß die Brustrauskulatur bereits mitergriflEen ist.
Vl* handelte sieh in der Sternalgegend um eine große, halbkugelige Qe-schwulst. Aji ihrer tiefsten Stelle befand sich in der Haut eine 5laquo;raquo; imDurch-messer haltende Öffnung, aus welcher gestielt eine zweite, kindskopfgroße, kugelige Neuhilduim hervorwuciierte, welche bis zur Vorderfußwurzel reichte und bei Bewegungen des Tieres hin- und
Via, 223.
herpendelte. Die Oberfläche derselben war
ganz uneben, wie mit großen, derben, wuchern­den Granulationen besetzt und mit Eiter, Hint und Krusten bedeckt, Interessanl ist die An­gabe des Eigentümers, daß nämlich bei dem Pferde schon wiederholt gleiche, aus der Öffnung in der Geschwulst hervordringende, pendelnde Gebilde durch Abbinden entfernt worden seien.
Wenn mau derartige Wucherungen, welche von der äußeren Haut man-schettenartig umgeben sind, findet, die nur uns prolifericrender, an der Ober-flilche leicht blutender Geschwulstmasso bestellen und nach dem Abtragen schnell rezidivieren, so kann man mit Sicher­heit annehmen, daß diese von Faszien eder vom Bindegewebe der Muskulatur ausgehen.
Die echten Fibrome stehen in ihrer Hilufigkeit den Botryomykomen nach, Sie bilden rundliche Tumoren in
der Haut und Unterbaut, sind scharf
begreu/.t und voll der ütlLieren Haul illnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Botryomykom an dor Unterbrust,
i -,,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; i ..inbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; #9632; ,• •nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; i , #9632;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;(Nach Bn y him
der Kegel überzogen. Wie auch die
Botryomykome, neigen sie leicht dazu, eine gestielte Form anzunehmen. Der Grund hierfür ist darin zu suchen, daß sie. dem Gesetze der Schwere folgend, bald herunterhängen, beim Gehen der I iere hin- und licrbewegl und infolge des dauernden Reizes zu schnellerem Wachstume veranlaßt werden. Sie nehmen daher eine gestielte Form und manchmal sehr große Ausdehnung an.
Ein solches gestieltes, flasohenförmiges, der Unterbaut jedoch mit breiter liasis aufsitzendes Fibrom sehen wir In Fig. 22laquo;1. Dasselbe wurde in früheren Jahren in der Berliner chirurgischen Klinik beobachtet.
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Neublldunirön an der LFnterbrust.
Kleinere Fibrome, oft in großer Anzahl, trifft man ebenfalls bei Pferden an. Sie siml an der Unterbrust sehr unangenehm, wenn sie in der Gurtlage liegen. Dasselbe gilt von den Paplllomen. Heide Geschwulstarten erlangen jedoch .selten größeren Umfang, liegen meist in der Haut selbst und werden, weil sie dem Tiere dureh den Druck der (lurte Schmerzen verursachen, frühzeitig durch Operation oder
Ätzmittel beseitigt.
Fig. 224.
Sarkome
an i
ler Unter-
brüst sind a priori gewöhnlich
nicht von den gutartigen Neu­bildungen zu unterscheiden, weil ihre Symptomatologie sieh im großen und ganzen mit der anderer Tumoren deckt und besonders mit Botryomykomen klinisch viel Ähnlichkeit hat. !#9632;' r ü h n e r beschreibt ein Spindelzellensarkom an der Unterbrust bei einer L4jährigon Stute. Das Tier war vor einem halben Jahre mit der Geschwulst gekauft worden, welche damals etwa lialli so groß war als nach dieser Zeit und seit acht Tagen plötzlich sehr zu wachsen begonnen hatte. Der Tumor war kindskopf­groß, derb, mit der Ham Innig verwachsen und befand sich an der linken Unterbrusthälfte zwischen
I iii..m an der Unterbind.
den beiden Vorderbeinen. Nach
Bxstirpation trat Heilung ein. Die I)iilj;'ll(gt;siv der Tumoren richtet sieb ganz nach dem jeweili­gen Befunde. Eine sichere Beurteilung ist jedoch erst möglich nach der makroskopischen und mikroskopischen Untersuchung des ganzen Tumors, nach der Exstirpation oder an probeweise abgetragenen Stücken.
Hiervon wird auch die Prognose in der Regel zum Teil abhängig sein. Solange die Neubildungen nur in der Haut ihren Sitz haben, sind sie prognostisch günstig zu beurteilen. Ist jedoch schon die Brustmuskulatur in den Wucherungsprozeß mit hineingezogen, so sind die Aussichten auf vollständige Heilung zweifelhaft, da es
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Neubildungen an der Unterbrust,
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bei bösartigen Neubildungen, zu denen in soloben Fällen auch ilii^ Botryomykome zu rechnen sind, erfahrungsgemäß sehr schwer ist, alles erkrankte Q-ewebe zu exzidieren, Einmal liegt die Gefahr der Rezidivierung nahe, anderseits kann #9632;/,. B. infolge totaler Exstirpation solch ausgedehnter Botryomykome, wie in Fig. 223, leicht das Brustbein freigelegt und dadurch die Möglichkeit einer als Nachkrankheit zurück­bleibenden Brustbeinfistel gegeben werden.
Sehr vorsichtig muß man mir der Prognose größerer Neubil­dungen im Bereiche der Gurtlago sein. Selbst wenn nach der Opera­tion Heilung eintritt, sind die Narben immer für später hinderlich.
Therapie. Da Ätzmittel häufiger aufgetragen worden müssen, werden die Tiere gerade in der Gurtlago sehr empfindlich und lassen sich nur noch schwer ankommen. Sodann kann man die Tiefen­wirkung nie kontrollieren und beurteilen, ob alle Teile des Tumors nekrotisch geworden sind. Ks muH deshalb die Auswahl der Fälle für dieses Verfahren sehr sorgfältig geschehen.
Kleinere Neubildungen trägt man daher besser am stehenden Pferde unter Lokalanästhesie (Kokain 1 — 8%, Novokain und Alypin ;]quot;,,. Sohleichsche Lösung) mit einem Scherenschnitt ab und bringt mit Hilfe eines kolbenförmigen Eisens einen Brandschorf auf die Wunde, unter dem letztere dann abheilt.
Größere Geschwülste werden am liegenden und in Rücken­lage gebrachten Pferde (siehe die Operation der Brustbeinfistel) unter möglichster Schonung der Haut ausgeschalt. Man sei aber stets darauf bedacht, das Brustbein nicht freizulegen und verfahre mit der [Jnterbrustmuskulatur möglichst konservativ. Als Nachbehandlung ist nur offene Wundbehandlung zu empfehlen.
Bei Tumoren, welche, wie der in Fig 224. mit ihrer Basis noch den unteren Rand der Seitenbrust bedecken, hüte man sich nach Mög­lichkeit, bei der Exstirpation die Sporader zu verletzen oder freizu-
Literatur.
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Krankheiten der Seitenbrust.
(', [(rankheiten der Seitenbrust.
I. Wunden an der Seitenbrust,
Vorkommen. Die Seitenbrust ist wegen ihrer großen Fläche und ihrer exponierten Lage am Körper mancherlei äußeren Einwir­kungen ausgesetzt. Aus diesen Gründen beobachten wir gerade an diesem Kürperteil sehr häufig Verletzungen, Wunden der verschieden­sten Art. Bei den großen Haustiereiij insbesondere bei Pferd und Rind, linden wir in der Regel Quetsch- und Rißwunden, bei kleineren Haustieren, bei Hund und Katze, vornehmlich Biß- und Schußwunden, Ks empliehil sich, die Seitenbrustwunden in zwei Hauptgruppen zu zerlegen, und zwar in:
1,nbsp; nbsp;Wunden ohne Eröffnung der Brusthöhle,
2,nbsp; nbsp;Wunden mit Eröffnung der Brusthöhle,
Atiologie, Die Ursachen beider Arten von Verletzungen sind im allgemeinen dieselben. Wirkt irgendeine Ursache nur weniger stark ein, so bleibt die aus ihr resultierende Verletzung eine mehr ober flächliche, während ein Trauma, welches mit großer Kraft die Seitenbrust trifft, leicht die Brustwand durchdringt.
Bei Pferden werden die in Rede stehenden Wunden in der Regel dadurch hervorgerufen, daß die Tiere von der Seite her an­gefahren werden. Dabei dringt leicht ein Scherbaum oder eine Deichselstange in die Brust ein oder der Kotflügel eines Kraft­wagens, beziehungsweise andere Teile desselben, zerquetschen die Brustwand. Perner können die Tiere sich an vorstehenden Nägeln im Stalle, an Haken, Eggenzinken, Türklinken verletzen oder sieh beim Niederstürzen auf der Straße abgebrochene Scher­bäume oder andere scharfe Gegenstände in die Brustwand ein­stoßen. Auch kommen bei Reitpferden häufig Verletzungen durch die Sporen des Reiters, durch Lanzenstiche, durch Geschoß­teile usw. zustande. Endlich habe ich nicht selten Wunden durch Hufschläge und Bißwunden beobachtet, sowie mehrere Fälle von Brandwunden und Verätzungen durch Salzsäure und Schwefel­säure,
Beim Kinde werden die Seitenbrustverletzungen in der größten Mehrzahl aller Fälle durch Hornstöße verursacht. Ich fand jedoch bei diesen Tieren auch Rißwunden durch die verschiedensten scharfen Gegenstände bedingt und auch böswilligerweise den Tieren zuge­fügte Verletzu ngen,
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Wanden an der Sfitenljrusr.
TUT
Bei kleinen Haustieren sind es vielfach Schußwunden, durch welche die Brustwand und die Eingeweide betroffen werden und bei Munden außerdem nicht schein Bißwunden.
Kndlirli wäre noch zu erwamp;hnen, daß bei chirurgischen Maß­nahmen (Bruststich, heim Einfuhren der Sehlundsonde usw.! bisweilen Verletzungen der Brusteingeweide Zustandekommen können.
Symptome und anatomischer Befuud. 1. Bei den Wunden
der 15 rust wund dime Eröffnung der Brusthöhle linden wir
zunächst nur eine Zusammenhangstrennung in der Haut, der
üntorhaut, den Muskeln
und bisweilen auch einenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; l(!:'
Verletzung der l!,i ppen
im d der grü lieren (! e-
fflße (Sporader, Art.
intercostalis usw.). Bei
größeren 1 (appenwun-
den der Haut läßt sich
der Grad der Aus­dehnung der Gewebe­verletzung in die Tiefe in der Regel leicht fest­stellen, während dies bei kleineren Stich­
wunden nicht immer
der hall ist. So sehen
SticUwundo (Lanzcnstioh) an dor SoltGiibrust.
wir /,. B. iu Fig, 2'2h
eine Lanzenstichverletzung bei einem Zirkuspferdo. Die ursprüngliche Wunde war die der Schulter am nächsten liegende fünfpfeunigstück-große Stichwunde, welche ein wenig vergrößert wurde, um dem Sekret Abfluß zu verschaffen.
Bei diesen kleinen Seitenbrustwunden tritt häufig eine erheb­liehe entzündliche Schwellung infolge Infektion auf. so daß die ganze Brustseite verschwillt, Diese Erscheinung möchte ich zum Teil darauf zurückführen, daß sich in dieser Gegend viel lockeres Bindegewebe und ein stark ausgebildeter Hautmuskel befinden, durch dessen Bewegung eine schnelle Heilung oft vereitelt wird. Ks kommt an der Seitenbrust leicht zu Eitersenkungen, so daß man gezwungen ist, wie dies auch Fig. 225 zeigt. Gegenöffnungen an­zulesen,
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10H
Knuildieitcii der Seiteubruat.
Die phlegmonOse Schwellung in dor Nühc der Seitenbrust-wunden kann lebensgefährlich werden, wenn die größeren Muskeln, im dorsalen Teil der äeitenbrust der M, latissimuB dorsi, am hinteren oberen Schulterrand (wie in Ki^-. 226) dieser und der darunterliegende M. serratus anterior oder im Bereiche der Eippenenden der große schiefe Bauchmuskel, verletzt sind. In solchen Fällen treten sehr um­fangreiche Schwellungen und Eiterungen ein.
In Fig. 226 sehen wir eine Bißwunde im oberen Teile der Seitenbrust. Trotzdem diese nur die Haut, Unterbaut und den Qantmuskel betraf, trat starke phlegmonöse Schwellung und Eiterversenkung auf, so daß im Bereiche der Rippenbogen eine Gegenöffnnng angelegt werden mußte.
l'isr. 22laquo;,
Eine fast regelmäßige Erscheinung der Seiten brustwunden und besonders der nicht in die Brusthöhle eindringenden ist ein mehr oder weniger stark ausgeprägtes Emphysem.
Ich luibe verschiedentlich Gelegenheil gehabt zu beobachten, ilat) von dieser ersten Gruppe diejenigen Wunden die umfangreichsten Emphyseme zeigten, bei denen lt;lie Kippen und die Cnterkostalmuskeln nicht verletzt waren, und die Tiere infolge Fehlens hochgradiger Schmerzen nicht gezwungen waren, die Brust-wand ruhig zu. stellen. Als Ursache der schnellen und hochgradigen Ausbreitung dieser Emphyseme, welche in der Nähe der Schulter die grüßte Ausdehnung annehmen, ist wieder das sehr reichliche subkutane Binde-neu ehe und die dauernde Bewegung der Muskulatur und des Thorax schon beim Atmungsgeschäfte zu beschuldigen, wodurch die l.aii't förmlich in das Zellgewebe hineinsesaucl und in demselben weiterbewegt wird.
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Wunden an der ScitenliriKst.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;709
Derartige Emphyseme künnen ganz unabbfingig von einer Eröffnung cl(!.s Pleurasackea und von einer Lungenverletzung
entstellen. Sie können so hochgradig werden, daß die Patienten sieli kaum von der Stelle bewegen und sägebookartig dastehen. Die Haut über den erkrankten Stellen fühlt sieh kalt an und knistert heim Über­streichen, Nach wenigen Tagen kann sieh die Luftgeschwulst, ohne das All­gemeinbefinden des Patienten wesentlich beeinträchtigt zu haben, wieder auf ein Minimum zurückbilden und dann schnell ganz verschwinden.
Außer den Weiehteilen können bei den nicht penetrierenden Seitenbrustwunden die Rippen seihst, oder die Rippenknorpel ver­letzt sein. Diese Wunden fand ieh häutiicer, wenn die Pferde anjre-fahren worden oder heim Niederstürzen auf der Straße auf einen scharfen Gegenstand gefallen waren. Während in den vorigen Fallen mir leichte Blutung auftritt, sah ich bei Rippenverletzung ganz erhebliche arterielle Blutung aus den Interkostalarterien. Solange die Seitenbrustwunden nicht durchdringend sind, splittern vielfach nur einzelne Knocheustücke von der Kippe ah oder es tritt eine Infraktion der Rippen ein.
Bei vollständigen Frakturen der knöchernen Rippen fühlt man in der Tiefe der Wunde Knochensplitter. Nach einiger Zeit treten starke, halbmannskopfgroße, phlegmonöse Schwellungen auf, die Tiere gehen auf der kranken Seite steif und vermeiden möglichst die Anspannung der Rippenmuskulatur (siehe raquo;Rippenbrüohelaquo;).
Die Rippenknorpel der Rippenbogen sind sehr elastisch und werden durch stumpfe Gegenstände so leicht nicht im Zusammen­hange getrennt. Durch scharfe Traumen können sie jedoch zu mehreren durchschnitten werden,
So sehen wir in Fig. 'i-!T (his Bild einer Seitenbrustwande, welche sirli das Pferd dadurch zuzog, daß os in der Schmiede unruhig wurde und hei Hin­stürzen auf ein scharfes Pflugschar fiel. Die äußere Wunde, in der Hiilio der Segmentalebene des zehnton ßipponendes, war verhältnismäßig kloin, jedoeh waren in der Tiefe vier Qbereinandorliegende Knorpel des Rippenbogena (Arcns costarutn) quer durchschnitten.
Bei Wunden, welche die Interkostalmuskulatur und andere akzessorische Atmungsmuskeln durchtrennen, kann neben vorüber­gehender, durch Schmerzhaftigkeit bedingter Steigerung der Atem­frequenz die Blutung erheblich sein, insbesondere bei Durchtrennung der Mm, intercostales. Es besteht hier bei einsetzender Eiterung die Gefahr der Ple.uraperforatiun und der des Auftretens einer eiterigen Pleuritis.
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Krankheiten der Seitenbrust.
Wenn das ursachliclu' Trauma sehr stark einwirkt, so beob­achtet man bei den nicht perforierenden Seitonbruatwunden bisweilen neben den lokalen Erscheinungen starke Quetschungen in der Nachbarschaft. Erschütterung der Brust- und Bauohhühlen-e Inge weide, Zerr ei ßung derselben, innere Ve rbi utung, trau in a t i-sche Lungenentzündung usw. Ks kann sich, auch ohne daß das Brustfell verletzt ist, ausnahmsweise infolge Qefilßzerreißung (Mammaria int. usw.) ein Häraothorax oder infolge Zerreißung des Lunseneewebes ein Pneumothorax entwickeln.
Fig, 227.
Weilonbrustwundo mil Durchtronnung des Arcus costarnm,
Dringen bei den in Hede stellenden Wunden die Fremdkörper mehr von hinten her gegen die Brustwand und in der Nähe der Schulter ein, so können sie in dem lockeren Gewebe unter der Schulter lebensgefährliche Verletzungen herbeiführen und neben Quetschung und Zerreißung des A.rmgeflechteSj beziehungsweise einzelner Nerven desselben, die dort liegenden Arterien und Venen ver­letzen.
In einem von Tbienemann beschriebenen Falle hatte sich ein Pferd an der Seitonbrust, über dem Ellenbogen, eine Wunde zugezogen und verendete nach zwei Tagen. Hoi dem Tiere war die Achselvene zerrissen.
2. Die Erscheinungen, welche die Wunden der Brustwand mit Eröffnung der Brusthöhle hervorrufen, richten sich ganz danach, welche Teile verletzt sind.
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Wunden an der Soitcnbrnst.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 711
n) Hei Wunden der Pleura, bei denen weder Blut noch Luf'l in den Pleurasack tritt finden wir neben den bereits oben beschrie­benen Symptomen an der Haut, an der Muskulatur und an den Rippen oft so wenig deutliche Erscheinungen, daß man sie übersehen kann. Mit breiter Eröffnung der Pleura treten Jedoch stets schwere Sym­ptome (Dyspnoe etc.) auf. Ks kommt zu schneller Entwicklung eines P neumothorax.
Die Luft kann sowohl von der Brustwand aus (saugender Ton) als auch von der eventuell zu gleicher Zeit verletzten Lunge in die Pleura-silcke gelangen. Näheres über Pneumothorax wird sptttorhin in einem besonderen Kapitel ausgeführt.
b)nbsp; Gehen die Tiere nicht an den Folgen des sieh immer stärker ausbreitenden Pneumothorax zugrunde, so hängt ihr Schicksal ganz davon ab. ob zu gleicher Zeit eine Enfektion, welche die Er­scheinungen einer eiterigen Pleuritis und eventuell einer Pneumonie und den Tod des Tieres nach sich zieht, stattgefunden hat. Die Luft kann aus den Hrustfellsiicken erfahrungsgemäß nach einiger Zeit resorbiert werden. Im Falle einer Infektion bildet sieh ein Pyothorax ans. (Näheres hierüber siehe unter raquo;Pyothoraxlaquo;,)
Nach Quetsch-, Riß- und grol.ien Stichwunden der Pleura tritt leicht Infektion ein. wahrend kleine Stichwunden und vor allern Schußwunden vielfach nur das ßild eines geringgradigen Pneumothorax oder einer zirkumskripten Pleuritis bedingen und abheilen können (Wiesner, Rousselot. üblich, Darrow, Krynitz, Dornsprung-Zelizo, Maynard, Larthomas).
c)nbsp; nbsp;Gleichzeitig mit der Verwundung der Pleura geht auch des öfteren eine Verletzung der Q-efäße (Art, intercostales, Art. mam-maria int,) einher. Bei von außen eindringenden Gegenständen sind es hauptsächlich diese genannten Arterien, welche verletzt werden, wahrend bei den Schußwunden zu gleicher Zeit die großen, im Thorax-raume verlaufenden Arterien und Venen, und nicht in letzter Linie auch das Her/, betroffen werden können. In jedem Falle kommt es durch Ansammlung von Blut in den Brustfellsäcken und eventuell auch im Mediastinalraume und im Herzbeutel zur Ausbildung eines Hämothorax,
Die Blutung aus kleineren Gefäßen (Interkostalarterien) kann von selbst zum Stillstände kommen, während eine Verletzung größerer Gefäße und größere Herzwunden in der Kegel unter den Erstiokungs-erscheinungen zum Tode' des Patienten führen. Das Blut bleibt viel­fach nicht in der Brusthöhle, sondern ergießt sieh bei großen
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712nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Krankboiten der Seiteobrust,
Wunden stoßweise nach außen. Da in dor Regel in solclirn schweren Fllllen der Hätnotborax mit einem PneumotboraK kompliziert ist. zeigt sich das ausströmende Hint sebaumig,
Jewsejenko .stellte an •'!() [landen Versuchs über die Wirkung dor einzelnen Geschoßkaliber an und fand, daß die kleinkalibrigen Kugeln mit hoher Rasanz beim Darcbschlagen des Thorax am seltensten tödlich wirken. Von den Hunden, auf welche auf eine Entfernung von 15 Schritt geschossen wurde, gingen 10 an Httmothorax infolge Verletzung großer Lungengefäße und des Herzens zugrunde, Die Wunden der anderen 20 Hunde heilten per primain. 15ei der Sektion der geheilten und nachher getöteten Tiere fand Jewsejenko an der Ein- und Aasschußölfnung die Lungen mit der Brustwand verwachsen.
An allgemeinen Symptomen findet man beim Bämothorax hoebgradige Seh wache der Tiere, starke; Blässe der sichtharen Schleimhäute- und schnellen Puls. Ferner kann, wenn die Patienten nicht aus einem größeren Gefäße verbluten, der Bluterguß in Zer­setzung Übergehen und später die bereits unter b) erwähnten Allgemeinerscheinungen bedingen.
Nacb Hertwig veranlassen oberflächliche Wunden des Herzens nur einen verlangsamten Pulsschlag. Größere und kleinere, den Herz­muskel durchbobrende Wunden führen jedoch in der Regel bald zum Tode des Tieres. Einen bemerkenswerten Fall von Eerzwunde mit anschließendem Hämothorax und Tod beschreibt Wisnefsky (siehe auch den Fall 15, S. 719).
Einem 15:uierii war ein Pferd gestohlen und böswilligerweise erschossen worden. Bei der Sektion fand Wisnefsky im wesentlichen folgendes: Schleim­häute und Zunge anämisch. Im unteren Drittel der linken Seitenbrust'wand sah man eine kreisrunde, haselnußgroße, glattrandige und tiefe Einschuß­öffnung. Die Ilaare in der Umgebung desselben sowie die Wnndränder waren nicht verbrannt. Auf der rechten Bruetwand fand ich eine Ausschußöffnu ng in der Größe eines Apfels, die tiefer lang als die Einschußöffnung und stark zerrissen war. Die Unterbaut, D/a Handflächen um die Einschußöffnung, und die Brustmuskeln his zur neunten Kippe, nach vorne his zum Halsansatz waren blutig infiltriert. Beim Abtrennen der Schulter floß aus der walnußgroßen Einschußöffnung (zwischen der dritten und vierton Kippe und l'O cm vom Brust­bein entfernt) flüssiges, dunkelrotes Blut.
In den Bru st fei Isüe k en war ein Eimer teils geronnenen, teils flüssigen, schwarzroten Blutes enthalten. Der Herzbeutel war prall ge­füllt, heim Einschneiden entleerten sich dnnkelrote, grolle Blutgerinnsel. Am Herzen ließ sich ein Kanal feststellen, der quer durch die rechte Herz­kammer ging. Die Öffnung an der linken Seite war pflaumengroß, mit zerrissenen Wundrändern, die der rechten Seite stark zerfetzt an den Rändern und apfelgroß, Sie lag an der Kranzfnrche, 8 cjn von der
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Wunden an dor Seitenbrust.
718
linkon Längsfurche entfernt, an der rechten Seite diohl unter der Kranzfarche etwa In der Mitte der Kammer, Oin linke Flerzkammer wamp;v teilweise mit ,re-ronnenetn Blute gefüllt, lJilt;i Lnngenarterie beim Eintritte in den rechten Ventrikel zeigte Kirli zerrissen, die Triknspidalklappen waren zerfetzt. Am unteren liand des linken vorderen Langenlappens lag ein raquo;faust­großer Substanzverlustlaquo; mit sehr stark zerfetzten Rttndern vor. Der rechte vordere Lungenlappen war blutig infiltriert. Am vorderen sechsten ßippen-ramle zeigte sich rechts ein pflaumengroßer Defekt mit zersplitterten Bändern. Die rechte Körperseite war blntig-sulzig Ins zum Hals und zur neunten Hippe Infiltriert, Alle großen Körperparencbytne erwiesen sieh anämisch.
d)nbsp; nbsp; Die penetrierenden Seitenbrustwunden können weiterhin mit Lungenverletzungen verknüpft sein, welche in den folgenden Kapiteln noch eingehender erörtert werden sollen. Typisch ist für eine Wunde im Lungengewebe der blutig-schaumige Ausfluß aus Nase uikI Maul (Larthomas, Dornsprung, Üblich, Hertwig, eigene Beobachtung), Es besteht Bustenreiz, beschleunigte At­mung und bisweilen ein Röcheln. Zu gleicher Zeit kann Luft aus dem verletzten Lungenparenchym und den Bronchien ausströmen und sich, wie schon unter a) erwähnt, in der Brusthöhle ansammeln.
Im Anschlüsse an die Lungenverletzung können sieh tödliche Pneumonien und Pleuriten ausbilden, deren Erscheinungen nicht besonders mehr erwähnt zu werden brauchen.
Außer einer einfachen Lungenwunde kann zugleich ein Vorfall von Lungengewebe durch die Brustwände statthaben, wie ich ihn einmal beim Pferde sah und wie er von Eertwig, Georghiadi u.a. beschrieben worden ist.
Die Erscheinungen der Lungenverletznng können sieh jedoch zurückbilden. Die Tiere können, wie man dies auch beim Menschen sehr häufig beobachtet, wieder vollständig- gesund werden. Derartige Fälle sind in der Literatur mehrfach beschrieben.
e)nbsp; nbsp;Endlich können noch das Zwerchfell (Stockfleth). der Schlund und andere Teile durch die in die Brusthöhle eindringenden B'remdkörper (Deichselstangen, Geschosse etc.) lädiert werden. Diese Fälle sind jedoch selten. Man findet bei Zwerchfellwunden Durch­tritt von Darmschlingen und weitere dadurch bedingte Erscheinungen,
Neben den durch die einfache Besichtigung nachzuweisenden und den durch Verletzung der genannten lebenswichtigen Teile be­dingten Erscheinungen kann man. wie bei den nicht penetrierenden Seitenbrustwunden, manchmal noch ein hochgradiges Emphysem in der Unterbaut usw. beobachten. Ferner sind durch manuelle ünter-
lOiyf r-Ki ..iin.T, Bandbnoh. Bd. III, I,
-1 lt;
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#9632;14
Krankbeiten di-r Seltenbrust,
suchung in der Tiefe der Wunde bisweilen noch Fremdkörper (Holz-toilo usw.1. bei Zertrümmerung der Rippen sogar Knochensplitter nachzuweisen. Endlich sei noch erwähnt, daU die Tiere beim Vor­handensein einer penetrierenden Seitenbrustverletzung den Thorax nach der verwundeten Seite hin einbiegen,
DiaffllOSO. Bei Seitenbrustverletzungen isl es immer ratsam, sicii von der Tiefe der Wunde zu Überzeugen, Es gelingt auch in der Regel, bei Wunden, welche durch stumpfe Gegenstände hervorgerufen sind, sich genau über die 'riefe der Wunde und über den Grad der Verletzung zu orientieren ICs ist hier im allgemeinen leicht, die Wunde ohne Eröffnung der Brusthöhle richtig zu er­kennen. Bei Stich- und Schußwunden trifft dies jedoch nicht immer zu,
Die Wunden mit Eröffnung der Brusthöhle sind dann leicht zu diagnostizieren, wenn große Gefllße, die Lunge usw. mit­ergriffen sind. Die durch Stiche und Geschosse hervorgerufenen Pleurawunden lassen sich jedoch vielfach in der ersten Zeit nicht mit Sicherheit erkennen. Ein Emphysem bietet nichts Charak­teristisches für diese tiefen Wunden. Wenn jedoch die Er­scheinungen so deutlich sind, daß Lufl beim Ein- und Ausatmen durch die Brustwftnde unter hörbarem Ton ein- und ausströmt, daß die Patienten hochgradige Dyspnoe zeigen, ihre sichtbaren Schleim­häute blaß werden, schaumiges Blut aus Nase und .Maul Hiebt, die Tiere die nach Hertwig typische eingebogene Stellung einnehmen, hellrotes oder dunkelrotes schaumiges Blut aus der Wunde quillt oder gar ein Vorlall der Lunge sieh zeigt, so hält es nicht schwer, diese Symptome richtig zu deuten.
Ist man sich jedoch nicht klar darüber, ob die Brusthöhle eröffnet ist oder nicht, so sondiere man nicht zu tief und warte lieber den Verlauf des Leidens ab. Man kann sehr leicht mit dem sondierenden Finder oder gar mit der Sonde (deren Anwendung zu verwerfen ist) das freiliegende, aber noch nicht perforierte Brustfell durchstoßen.
Prognose. Die Wunden ohne Eröffnung der Brusthöhle sind um so günstiger zu beurteilen, je weniger tief sie reichen Immerbin ist daran zu denken, daß selbst bei einfachen Muskelwunden durch Eitersenkung, Fasziennekrose usw. sich der Heilverlauf sehr ver­zögern kann. Reicht eine Wunde bis in die Interkostalmuskulatur hinein oder liegt eine Rippenverletzung vor. so ist die Prognose zweifelhaft, weil diese Wunden nur selten per primam heilen. Die Wundeiterung kann leicht von der .Muskel- beziehungsweise Knochen­wunde auf die Pleura fortschreiten. Selbst wenn dies nicht, eintritt.
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Wanden an tier Seitenbrastnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 7l!J
sind die Rippenwunden zweifelhaft zu prognostizieren, weil nach Ab­heilung der Wunde bisweilen eine h'istei zurückbleibt.
Die Prognose der Wunden mit Brusthöhlenerüffnung kann t^ii listig1 sein, wenn es sieh um Schußwunden handelt. Die Er­fahrung lehrt, daß die Geschosse, insbesondere die kleinkalibrigen, glatte Sohußkanäle und oft keine [nfektion bedingen, so daß eine schnelle Verheilung der Pleurawunde, ja sogar der Lungenwunde ein­tritt, G-eschosse als solche sind aseptisch. Die Hauptgefahr für die Infektion bilden Eautfetzen und Haare, welche sie mitreißen.
Ferner ist gerade bei Schußwunden projmostiscb gUnstie. wenn die'Tiere gleich nach der Verletzung keine Märsche mehr machen. Im russisch-türkischen Kriege fand Jewsejenko, dab die­jenigen Pferde mit penetrierenden Brustsohußwunden an Hftmo- und Pyothorax zugrunde gingen, welche nach der Schußverletzung noch weite Märsche zurückzulegen hatten. Von den Pferden, wehdien gleich die nötige Ruhe. Pflege und Behandlung zuteil wurde, fielen nur -!üquot; „.
Die Ursache gibt jedenfalls schon wichtige Anhaltspunkte für die Prognose. Geschosse können den Thorax und die Lunge irlati durchschlagen und doch kann Heilung eintreten (Dornsprung). Ein Projektil kann auch in der Lunge liegen bleiben und sich dort ohne merklichen Schaden für den Patienten abkapseln, wie aus den von Hertwig und Jewsejenko mitgeteilten Fällen hervorgeht.
Auch Stichwunden (Lanzenstiche), welche bis in die Lunge roichen, können ganz verheilen (Larthomas),
Prognostisch am ungünstigsten sind die durch Scherbäume. Deichselstangen, Eggenzinken, Eornstöße und andere Ursachen bedingten Brusthöhleneröffnungen. Rind und Hund überstehen jedoch derartige Verletzungen noch leichter als das Pferd.
Seitciibr usl w unden mit Vorfall von Lungenteilen sind nicht immer schlecht zu beurteilen, sie können jedoch sowohl beim Pferde als auch beim Hunde nach Abtragen der vorgefallenen Teile heilen (Esvelt, Georghiadi u.a.), Über die Prognose des Pneumo­thorax. Pyothorax und Hämothorax später.
Bei Verwundungen des Herzens kann jeden Augenblick noch eine Ruptur des Herzmuskels eintreten.
Wahrend Sohlundverletzungen immer tödlich verlaufen, richtet sich die Vorhersage bei Zwerchfellwunden danach, ob eine Zwerchfellshernie vorliegt oder nicht, Kleine Wunden können heilen. Ilernieu bedingen starke Atmungsstörungen und vielfach den
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Krankheiten der Seitenbrait.
Tod. Tritt Verklebung der Wundränder im Zwerchfell mit Darm-goblingen ein, so liegt für später immer dio Gefahr der Nekrose etc. vor. Fremdkörper in der Brusthöhle (außer Geschossen) sind in der Regel infiziert und erheischen daher eine schlechte Pro-lju ose.
Therapie. Die Seitenbrustwunden, durch welche die Brusthöhle nicht eröffnet ist. behandelt man möglichst unter Verband. Nur größere Hautlappenwunden sind zu nähen, Man sondiere sehr vor­sichtig mit dem Finger, um eventuell vorhandene Fremdkörper und Knochensplitter zu entfernen, schalle eine glatte Wundfläehe und lelt;;-e.
Fig. 228.
Verband für Scitonbrustwundon. (Naoh Bonrgolat ans Unyers üporationslelne i
wenn Lappenbildung unter der Haut oder dem Hatttmuskel vorliegt, gleich von vorneherein ergiebige Gegenöffnungen an. welche durch sterile Gazetampons oder durch ein Drainrohr offen gehalten werden. Blutende GefälJe, [nterkostalarterien werden unterbunden, umstechen (eventuell nach Vergrößerung der Muskelwunde) oder durch Tam­ponade geschlossen. Nach Entfernung von Muskelfetzen, Knochen­splittern und Fremdkörpern und nach antiseptischer Behandlung der Wunde lege man einen ükklusivverband (eventuell mit Hilfe zu­sammengenähter Handtücher etc.) an, ähnlich wie in Fig, 228, und stelle den Patienten fest, so dafgt; jede Bewegung auf ein Minimum beschränkt ist. Bei Emphysemea warte man ruhig ab. Haben die Tiere die ersten Tage überstanden, so werden die Aussichten auf Heilung irünstigrer.
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Wunden an lt;llaquo;r Seitonbmst.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;71V
Bei Wunden mit Eröffnung dor Brusthöhle sucht' mau nach Regulierung der Wunde und nach Entfernung 7on Fremdkörpern, Knochensplittern etc!, diese so schnell wie möglich zu verschließen, um ein weiteres Einströmen von Lufl zu vermeiden. Die durch­trennte Muskulatur wird, wenn niiti^-. vernäht und hierdurch durch Auflegen fester Kompressen und eines gut abschließenden Ver­bandes (Fig. 228) ein Verschluß der Wunde herbeizuführen versucht. Man stelle die Tiere ruhig und waite den Verlauf ah. Zu ver­werfen ist, durch die verletzte Pleura hindurch zu sondieren, da hierdurch die Infektion noch begünstigt wird. Der Verlauf der Wundheilung gibt bald Aufschluß über die Art der Verletzung in der Tiefe. Über die #9632;weitere Behandlang des Pneumo- und des Bttmo-thoras und sonstiger Komplikationen siehe die Ausfuhrungen in den späteren Kapiteln.
KasuisliL
1. Nach Uliliili stieß sich ein l't'ord eine Rüster (Handhabe) eines Pfluges hinter der linken Schulter in die Brusthöhle ein, wodurch links­seitiger l'neu mot horux bedingt wurde. Die Wunde wurde desinfiziert, mit Ver­bandwatte ausgefüllt und geheftet. Die liefte konnten nach einigen Tagen heraus­genommen werden. Das Allgemeinbefinden war nur wenig gestört, mir in den ersten Tagen bestand blutig-schaumiger Nasenausflaß und Ä.tem-beschwerde. Erstercr verlor sich bald, wahrend letztere bestehen liliob.
2. Esvelt sah ein Pferd, das /.wischen der elften und zwölften lii|i|ie von einer Deichselstange getroffen war und hier eine Wunde mit Vorfall der Lunge zeigte. Nach der Reposition wurde ein antiseptischer Verband aufgelegt. Ks ir;ir Heilung ein (Möller-Frick).
8. La rt honias behaiulelte ein P l'erd, dem eine La uze zwischen der sechsten und siebenten Kiiipe 15om lief nach vorne und oben eingedrungen, Als die Lanze entfern! wurde, trat schaumiges Blut aus Nase und.Maul. Diese Blutung stand bald. Aus der Brustwunde drang kein Blut, Jedoch bestund in Ihrer Um­gebung ein großes Hämatom, das von einer emphysematösen Zone umgeben war. Als klinische Symptome zeigten sieh Stupor, Schüttelfrost, Dyspnoe, kleiner Puls etc. Schon nach vier Stunden waren Puls und Attnnng normal. Am 20, Tage war Heilung eingetreten, Pferd arbeitete ohne Langenerscheinungen.
i. Jakobin zitiert nach Möller-Frick) sah in kurzer Zeit eine pene-trierende Brustwunde heilen. Dieselbe war durch einen Sporn hervorgerufen, der auch die Rippe verletzt hatte.
5, Line Schußwunde bei einem i'forde und Heilung derselben beschreibt rlertwig. Das Tier stürzte nach dem Schul) zusammen, sprang wieder auf, atmete kurz und zeigte blutig-schaumigen, beiderseitigen Nasenausflu ß, Eine Ausschußötfnung war nicht zu finden. Das Tier wurde geheilt und vor-
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Krankheiton dor Seitenbrust
richtete noch jahrelang Dienst als Kavalloriepferd. Bei der Sektion fand Hertwig später die Kiigel in der rechten Lunge in einer fingerdicken H ludegewebskap^cl.
6.nbsp; nbsp; Ähnliche Beobachtungen machten Dornsprung-Zelizo. Sie landen an der Einschußütl'nnng ein Emphysem, ferner blutig-schaumigen Nasenaus-flnß beim Husten usw. Ohne Fieber war Patient nach IS Tagen vollständig g eheilt.
7.nbsp; nbsp;Darrou x berichte! über ein Pferd, das vom Nebenpferd geschlagen wurde und eine Eröffnung dor Brusthöhle zeigte, Ivs zeigten sioli die Er-scheinungen dos [läino-Pneumothorax. Das Hin! wurde in drei Sitzungen durch Punktion entleer! und es trat Heilung ein. lgt;roi lehrreiche Fälle von Seitenbrustwunden erwähn! Wiesner,
8.nbsp; nbsp;Ein Fohlen war auf eine Sense gelaufen und hatte sich zwischen der siebenten und achten Rippe eine Wunde mit Eröffnung der Brusthöhle zugezogen. Die Wunde in dorn Zwischenripponinuskel wurde gleich eine Viertelstunde nach dem Unglücksfall mit Katgut vernäht, ebenso die äußere Haut unter möglichster Berücksichtigung der Antisepsis. Aul'die vernähte Wunde wurde ein Verband gelegt, der mit Karbolwasser angefeuchtel wurde. Ms trat II o 11 u n g per p r i ina m ein.
i). Der Ausgang einer zweiton Wunde im unteren Teil der Seitenbrusl zwischen der siebenten und achten Rippe war ein tödlicher, In dienern Falle war ein Eggezinken die Ursache, Vom Besitzer war die penetrierende Verletzung mit Watte verlegt worden. Das Vernähen mißlang wegen zu starker Durch­trennung der Zwischenrippenmuskeln, Die Brusthöhle wurde mit Salizylaäure-lösung ausgespült und ein steriles Drainrohr eingelegt, üblich versuchte durch Senfspiritus-Einreibung die Wunde bald zu verschließen, jedoch verendete das Tier am sechsten Tage.
10. Ein anderes Pferd war auf die Egge gefallen und hatte sich durch einen Zinken eine durchdringende Wunde im oberen Drittel der Seiten brüst /.wischen der achten und neunten Rippe zugezogen, Die Wunde war nur 2cm lang und Ion breit. Dennoch strömte bei jedem Atemzug unter zischen­dem und pfeifendem G-oräusch Luft ein. Da der Besitzer die äußere Haut vernäht hatte, fand Uhlich, am Tage nach dem Unglücksfall konsultiert, ein ausgebreitetes Emphysem der ganzen rechten Körperhälfte; Patient zeigte schon 60 Pulse, 10 Atemzüge, l^••_, Temperatur und Dyspnoe (exsndative Pleuritis). Wurde die Wunde einige Sekunden unbedeckt gehalten, so taumelte das Pferd und drohte umzufallen (Pneumothorax), dabei irat Husten auf und rötlichgefärbte, mit Schaum gemischte Flüssigkeit spritzte aus der Brustwunde hervor (Hämo-Pneumothorax), Kin Vernähen war wieder wegen Zerreißung der Mm. intercostales nicht möglich. Analog der in der Human­medizin üblichen Therapie glaubte Uhlig dadurch das Leiden günstig heein-thissen zu können, daß er an der tiefsten Stelle der Brust eine Qegenöffnung anlegte, von hier ein Drainrohr einführte und den rechten Brustfellsack mit
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Wunden an der Seltenbrust.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;719
I'/ooigof Salizylsäurelösung ausspülte und dann luftdicht abscbließende Verbände anlegte. Trotz symptomatischer Innerlicher Behandlung tral am vierten Tage Exitus letales ein.
11.nbsp; nbsp;Einen Lanzenstich, der zwischen der L2. und 13, Rippe lag, be­schreibt Beier. IMraquo;1 Lanze war in dio Brusthöhle ein- und durch den musku­lösen Teil des Zworchfelles hindurchgedrungen in einer Länge von 110cm, Am Hinterschenkel der anderen Seite kam sin zum Vorschein und hatte mehrere Darmteile verletzt. Patient wurde geschlachtet.
12.nbsp; Thierrv (zitiert nach Möller-Frick) fand bei einem Hunde, welcher auf der Jagd durch einen Schuß an der Brust getroffen worden war, eine
Wunde mil Vorfall der Lunge. Das Tier wurde geheilt.
13.nbsp; nbsp;Ein anderer Hund war nach Georghiadi von den Hauern eines Wildschweines an der Seitonbrust derartig verwundet worden, daß aus der llrust- und Bauchwunde Teile der Lunge und Lelier hervorsalien. Die vor­gefallenen OrganstUcko wurden abgeschnitten und danach war der Patient nach 18 Tagen geheilt.
II. Einem Mops war (Berliner tierärztliche Wochenschrift, 189Cj durch einen Messerstich die linke Brustwand zwischen der letzten und vorletzten Rippe durchbohrt werden. Der Behandlung der Wunde, welche vier Pinger breit war, widersetzte sich das Tier. Es trat der linke Lungenflügel aus der Wunde hervor in forin eines etwa zweifanstgroßen, hellroten Gebildes. Die Lunge wurde mil einem sauberen Handtuch reponiert, so L'ut: es ging mit Lysollösung desinfiziert und darauf zunächst die Pleura, dann die Muskulatur und endlich die Haut vernäht. Drei Tage zeigte sich der Patient krank, genaß dann aber.
15,nbsp; nbsp;Daß seihst llerzwunden bei Hunden nicht sofort tödlich zu enden brauchen, beweist ein von Nocard mitgeteilter Krankheitsfall, Ein Hund wurde durch den Pfeil einer Armbrust in die Brust getroffen und stürzte heulend um. Beim Herausziehen des Pfeiles brach dieser ab. Zwecks Ein­stellung in Klinik mußte der Hund Q km geführt werden. Aus der Wundo in der Nähe des Brustbeines drang kein Blut, das Tier zeigte (i(l Atemzuge und 120 Pulse. Niuli HU St imden verendete das Tier. Im rechten Brnstfellsack fand man
: ,/ Blut. Her vordere Lungenlappen dieser Seite war durchbohrt, ebenso der Herzbeutel, die ganze rechte Kammer usw. Nocard glaubt die Ursache, daß das Tier mit dem abgebrochenen Pfeil im Herzen die Verwundung noch 20 Stunden Überlebte, darin zu suchen, daß die stumpfe Spitze des Pfeiles die Muskelfasern mehr ausoinandergedrängt als zerrissen hat. daß durch den Pfeil seihst ein Verschluß der Wunde zustande kam und dadurch keine Blutung in den Herzbeutel stattfinden kennte. Die Blutung in der Brusthöhle stammle nach Nocard von der Lunge.
16,nbsp; nbsp;Über Heilung durchdringender Seitenbrustvvnnden beim Kinde ho-richton Maynard, Sund u. a.
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Kninkheiteii der Sttiteubrust.
Literatur.
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N'eenrd, Österreichische Viorteljahrsschrifl for wisscnschul'tlicbe YoterinArkuudo. 1882, s. raquo;9. liensse-
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Bericht ttbor das Votorinfirwoson im Königreiche Sachsen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Wiesnor, Zeitschrift für Vetorlnamp;rkuudo.
1801, S. 509. — Wisnefsky, Beriincr tieramp;rztliche Wochenschrift. ISDx. S. 440.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Ferner die Lehr-
bacher der speziellen Cbirnrgie von Uajer, L''r6bner. Hortwig, Hoffmann, US ller-l''r ick, Stook-: 1'#9632; t ti s f :#9632; :i ii ij und die Literatur ober raquo;Ilippenbröehelaquo;.
II. Hämatom an der Seitenbrust.
Begriff und Vorkommen. Unter einem Hftmatom an der Soiten-brust verstellt man die an dieser Körperstelle auftretende Blut­beule, auch Blutzyste oder Blutgeschwulst genannt,
Die Hftmatome findet man am häufigsten beim Pferde, ver­einzelt jedoch auch heim Kinde und heim Hunde. Die Häufigkeit des Vorkommens beim Pferde erklärt sich schon aus dvv Tatsache, daß diese vielfach äußeren Insulten ausgesetzt sind, welche die Gegend der Seitenbrust treffen. An der Vorbrust, speziell aber an der Unter­brust, sind Hämatome seltener.
Aliologif. Als Ursache der Hämatome kommen im allgemeinen Quetschungen zweiten Grades in Betracht. Diese haben an der Seitenbrust um so umfangreichere Blutansammlung zur Folge, als hier die Gefäße von lockerem, weitmaschigem Bindegewebe und Fett umgeben und der Zerrung und der Quetschung auf einer knöchernen Grundlage, den Rippen, ausgesetzt sind.
In der Regel findet man sie, wenn Pferde von der Seite her von einer Wagendeichsel oder einem Scherbaum angefahren werden oder wenn sie gegen eine Wand oder irgendeinen stumpfen Gegenstand anlaufen oder von einem Na eliharji i erde geschlagen werden. Ferner habe ich mehrfach beobachtet, daß nach einem Sturz auf dir' Seitenbrust ein Hämatom zustandekam.
Symptome. Wie die meisten Hämatome entstehen die an der Seitenbrust ziemlich schnell. Mau sieht in der Regel zunächst eine Hache bis halbkugelformige Geschwulst auftreten, welche sich von vorneherein derb und prall anfühlt. Nach einigen Tagen wird jedoch meistens der Inhalt geringer und mau kann deutliehe Fluktuation feststellen. Das Hämatom läßt sich tlber seine Unter-
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MäiiüUuiM ;in der Setteubrust.
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läge nicht versohieben. Die Haut [Iber ihm fühlt sich kälter an als an anderen Körperatellen.
Fig. 22ö,
Elämatoin am unteren Teil del Seitenbrust im Bereiche dos linken Rippenbogens.
Vornehmlich beobachtet man die Seitenbrusthäraatome im Be­reiche der Rippenbogen oder an der Seitenfläche des Thorax
unmittelbar hinter der Sohulterblatt-
Fig. 230.
gegend. Wir haben gefunden, daß letztere mit wenigen Ausnahmen viel größer sind als erstere. Die im Be­reiche der Rippenbogen haben in der Regel auch eine einheitliche, kugelige Form und sind oft kinds-bis mannskopfgroß(Fig. 229), während die Hftmatome hinter der Schul­ter vielfach eine unregelmäßige Gestalt, mehrere Aussackungen zeigen und weniger umschrieben sind (Fig. 230),')
Diese Tatsache führe ich nicht in letzter Linie darauf zurück, daß die Kraft des einwirkenden Traumas durch den elastischen Rippenbogen
• .#9632;#9632;','
i)Hennig, Monatshofte fUr praktische |lfim.....;UI Am seitonbmet hinter der
'l'icrlicllkunclc. 1900,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Schulter. (Kiich llennig.)
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Krankheiten dor Seitenbrust.
leicht gedilmpfl wird, während es im Bereiche der Schalter, aul knöcherner Grundlage, zu bedeutend stärkeren Quetschungen kommt, Die hier liegenden GefftlJe werden leichter zerrissen.
Ferner haben die Hämatome, wie in Fig. 229, ihren Sitz in der Unterbaut und an einer Stelle, an der der Hautmuskel weniger stark entwickelt ist, während in der Gegend der Seitenbrust, direkt hinter der Schulter, das Blut sich unter dem dort sehr krilftig entwickelten Hautmuskel, bisweilen sogar unter dem M, serratus thoracis und unter
dem M. latissimus dorsi Fig. 231.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; befindet.
Die letzteren Httma-tome können, wenn sie a u I der Höhe der Rippen-wü 11) u n g hinter der Schulter liegen, ohne be-son d ere nachbarliche Sc Ii wellun g auftreten (Fig.230). Findet man sie aber weiter unten im Be­reiche dor Sporader, sn kann man neben einer mehr oder weniger um­schriebenen, sich anfangs prall anfühlenden, später rtuktuierenden, lokalen
Blutansammlung l Häma-
II um atom :iii dor Seiten lnu st mit sturker Uiireliliaiikung de
l'nterhaul der Vur- und llntorbrust und des Bauches bis /.n
[nguintilgogond
tom) ganz er heb liehe Schwellungen in der
N ac h ba rsc h a t'i nach­weisen. In solchen Fällen (Fig. quot;iül i kann die Unterhaut bis zur [nguinalgegend und im Bereiche der Unter- und Vorbrust teils ödematös. teils blutig durchtränkt .sein.
Zu diesen lokalen Erscheinungen gesellen sieh bei solchen Patienten Krankheitasymptome allgemeiner Natur. Die Tiere stellen steif da und sind kaum von der Stelle zu bewegen. Der Puls ist schwach, beschlcunigl oder kaum zu fühlen, DieAtmung geschieht angestrengt und heschleunigt. Während die Futterauf­nahme nachläßt, ist die Wasseraufnahme gesteigert. Typisch verändert sind die Schleimhäute. .sie erscheinen anfangs mehr oder weniger anämisch, während sie nach mehreren Tagen, wenn
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lliiMiiUom an der Si-ilcnbnist.
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die Resorption des ausgetretenen Blutes beginnt, mehr ikterische Farbe annehmen. Zu dieser Zeit machen laquo;lie Tiere einen schwer­kranken Eindruck. Igt;w Blutuntersuchung ergibl in allen Fallen eine Abnahme der Zahl der roten Blutkörperchen und als günstiges IVIoment eine Hyperleukozytose.
Hat ein Trauma auf die Seitenbrustwand sehr stark eingewirkt, so bildet ein äußerlich wahrnehmbares Hilmatom bisweilen nur eine Begleiterscheinung eines in der Tiefe desselben eingetretenen sub­kutanen RippenbrueheSj welcher als solcher noch besondere Sym­ptome zeitigt (siehe raquo;Rippenbrüchelaquo;).
Abgesehen jedoch von diesem letzteren Falle, bilden sich die Hilmatome der Seitenbrust nach einigen Tagen teilweise zurück, indem die roten Blutkörperchen sich senken, das Fibrin sich als rötlich­gelbes Gerinnsel an der Hämatomwand absetzt und die Blutflüssigkeit resorbiert wird. In der Eege] sind jedoch die Seitenbrusthftmatome so groß, daß die vollständige Resorption sein- lange auf sich warten läßt und zur Beschleunigung der Heilung die Spaltung derselben vorgenommen werden muß.
Sehr langsam geschieht, auch die Resorption der umfang­reichen Ödeme und der blutigen Flüssigkeit in der Unterbaut um das eigentliche Hämatom herum. So war in dem Falle Fig. 231 die ödema-tüse und blutige Flüssigkeit aus der unterbaut erst nach in Tagen gänzlich resorbiert, so daß das sieh nunmehr scharf markierende, noch über mannskopfgroße Hämatom an der Seilenbrust erst nach 18 Tagen gespalten werden konnte.
Diagnose und Differentialdiagnose. Die richtige Erkennung
des Leidens ist manchmal recht schwer und bisweilen erst nach einiger Zeit möglich.
leb habe mehrere Fälle beobachtet, in denen außer einem liamatom auf der Höhe der Seitenbrust oder in der Nähe der Schulter noch Rippenfrakturen vorlagen. Diese Fälle sind erst mit Sicherheit zu diagnostizieren, wenn die benachbarte Schwellung zurück­geht und das Hämatom sich verkleinert. Man fühlt, dann in der 'riefe die eingedrückte Rippe oder Fragmente derselben. Leichter ist in diesen Fidlen die Diagnose, wenn sich der Rippenbruch dadurch zn erkennen gibt, daß blutig-schaumiger Nasen­ausfluß als Zeichen einer Lungenverletzung durch nach innen eingedrückte Rippenstücke auftritt.
Ein Hämatom am unteren Rande der Rippenbogen (Fig. 229) lenkt auch den Verdacht auf eine Hernia ventralis. |)a ein
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Krankheiten der Seltoabrust.
ll.imatum in den ersten Tagen vielfach stark gespannt isl. kann man erst naeh einiger Zeit die Frage entscheiden, ob eine Hernie vorliegt oder nicht,
Weiterhin kommen differentialdiagnostisch noch Abszesse und Phlogmonen, gutartiges und malignes Ödem. Petechial-fieber, Milzbrand und Rauschbrand in Betracht,
Verlauf. Kleine bis kindskopfgroße Hömatome an der Seiten­brust können resorbiert werden. Bisweilen tritt Abkapselung oder Organisation derselben ein. Es kann auch nach letzlerem Ausgang eine Verknorpelung, Vorknöc herung oder Verkalkung derselben möglich sein.
Große Hämatome werden in den meisten {'allen nicht ganz resorbiert. Zunächst nimmt al Imii hlicli die benachbarte Schwel­lung ab, so daß sich die llamatome nach 8- 14 Tauen scharf gegen die Nachbarschaft absetzen. An diesen ist dann deutliche Fluktuation, auch wenn sie unter den tieferen Muskeln liegen, nach­zuweisen. Nun ist der Zeitpunkt zur Spaltung der Blutzysten ge­kommen,
Spaltet man dann große HUmatome nicht, so schreitot: die Resorption auch nur sehr langsam fort und sistiert schließ­lich ganz. Diese Tatsache ist dadurch zu erklären, daß sich durch Verdichtung des Bindegewebes um die Blutflüssigkeit herum eine Kapsel ausbildet und das Hftmatom zu einer Zyste umwandelt.
Ist durch Quetschung der Haut Infektion eingetreten oder erfolgt diese nach einer etwtiigen Punktion, so vereitert das llämatom. Der Patient erkrankt fieberhaft. Ks kommt auch zur Abszedierung in der Nachbarschaft der Blutgeschwulst, Diese Ausgänge sind aber selten.
Die Prognose ist bei den Häraatomen im allgemeinen günstig. Zweifelhaft ist die Vorhersage, wenn in der Tiefe des Hämatoms als Komplikation ein Rippenbrucli vorliegt. Dies geht aus folgendem Fall hervor.
Ein Pferd war im Stall von einem Nebenpferde geschlagen worden. Bei dem ersteren zeigte sich am nälchsten Morgen ein mannskopfgroßes Hämatom dicht liiuier der Schultermuskulatur, Nebenbei bestand oino starke Schwellung am die Blutgeschwnlst herum, an der [Jnterbrust, an der Vor-brust und unter dem Bauch (ähnlich wie in Kiir. #9632;_','5I}. Erst nach zehn Tagen war letztere zurückgegangen, das llämatom und eine Schwellung in der nächsten Umgebung bestand jedoch noch. Das Hämatom wurde gespalten. Nach dorn Abfließen des Inhaltes fühlte man beim Überstreichen eine dellenförmige Eindrückung im Bereiche der sechsten, siebenten und achten Rippe,
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lluiiiutuin an ilcr Seltenbrust.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 72.quot;)
In der Niilic iler Wuiulo trat Eiterung ein. Plötzlich zeigten mlt;'Ii vier Tage nach dem Spalten die Erscheinungen der Rippenfell-und Lungenentzündung. Nach weiteren drei Tagen verendete der Patient,
Bei der Sektion fand man in dem Brustfellsack der erkrankten Seite 1 .'j / einer eiterig-jauchigen Flüssigkeit. Die sechste, siebente und achte Rippe waren eingedrückt, [hre Stümpfe ragten nach innen. An dieser Stelle fanden sieli zweifingerdicke fibrinöse Auflagerungen und Ver­klebungen der Pleura costalis und pulmonalis. Die angrenzende Lunge war hepatisiert.
Es ließ sieh deutlich nachweisen, daß sich die Eiterung von der Schnitt­wunde beziehungsweise von der Wandung des Hilinatonis durch die zerrissene [nterkostalmusknlnhir hindurch auf die Pleura costalis fortgesetzt hatte.
Dieser Fall lehrt, wie vorsichtig man bei der Untersuchung derartig großer Hämatome zu Werke gehen muß. Auch gibt er uns wertvolle Fingerzeige betreffs der Prognose und Therapie derjenigen Bttmatome, welche nur eine Begleiterscheinung eines Rippenbruches darstellen.
Thertipie. Es gilt als Regel, alle Hämatome an der Seiten­brust in den ersten sechs bis acht Tauen nur durch adstrin-gierende Waschungen (essigsaure Tonerde. Burowsche Mischung) zu behandeln und den Tieren während dieser Zeit vollständige Ruhe zu geben.
Zeigen die Bttmatome nach Verlauf dieser Zeit nicht Anzeichen günstiger Rückbildung, so muß operativ eingegriffen werden. Bei dem Hämatom jedoch, welches nur ein Symptom eines Rippen­bruches ist, warte man mit dem Spalten mehrere Wochen zu, damit zunächst die subkutane Zusammenhangstrennung im Hereiche der Rippe .abheilt.
Die einfache Punktion und das Abfließenlassen des Inhaltes führt nicht zum Ziele und ist zu verwerfen. Wir haben mehrfach versucht, gerade an der Seitenbrust den Httmatominhalt auszuziehen, /.. B. bei dem Fig. 2151 zugrunde liegenden, weil über dieses hinweg die Vena thoracal. lat. verlief. Diese Behandlung war jedoch nie von Erfolg, vielmehr die Höhle nach wenigen Stunden schon wieder gänz­lich gefüllt
Nur die Spaltung führt zum Ziele. Es ist zwar darauf zu achten, daß die Hämatome an der Seitenbrust, wo sie vielfach in der Nähe der Sporader anzutreffen sind, so gespalten werden, daß die Richtung der .Schnittlinie dem Verlaufe der Sporader entspricht. Vorher ist natürlich gründliche Reinigung (Rasieren und Desinfizieren) des Operationsfeldes stets angezeigt.
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Krankheiten der Seitenbrust,
Nach dem Spalten dürfen die Hämatome nur durch ftulier-liche Waschungen mit den oben genannten Mitteln behandelt werden. Man vermeide auf das strengste jegliches Sondieren, Abtasten und [rrigieren der Wundhöhle. Ks tritt nach der Operation bald eine Ver-klebnng der mit Fibrin belegten Flüchen ein, vvodurch sieli die Heilung in den meisten Fällen schnell vollzieht,
I gt;ie Behandlung der Eämatome durch Massage, Scharfsalben, ürainieren usw. ist nicht mehr zu empfehlen.
Ist wie bei laquo;lern in Fig, 231 abgebildeten Falle, in welchem sicher­lich größere Aste der Aehselarterie und Achselvene zerrissen waren. die Blutung so stark, daß sich die Erscheinungen hochgradiger Anämie zeigen, so sind [nfusioneu von physiologischer Kochsalzlösung (5—8/) am Platze. Ferner empfiehlt sich die Anwendung derCardiaca (01. camphor, forte in großen Dosen. Folia Digitalis 10 lt;/. Tinct.
Strophanti 10......25g, Atropin 005 Ol lt;7, Alkohol 1 -2 1, Ooffein. natr,
salic. 5—10 g usw.). Um die Blutung zum Stillstand zu bringen, können Extr. seeal. cornut, fluid, oder Extr. Hydrastis fluid, und später­hin als blutbildende Mittel Arsen. Fowlersche Lösung, Ferrum pulver,, Kai. bicarb,, Natr. phosphor,, Schwefel, Kochsalz usw. verab­reicht werden.
III. Zerreißung des Muse, serratus ant. thoracis.
Während die Muskelzerreißungen im Bereiche der Gliedmaßen an einer anderen Stelle dieses Handbuches besonders Gegenstand der Erörterung sind, führe ich an dieser Stelle die Krankheitsgeschiohte eines von Lutz1) beobachteten, für die Muskelerkrankungen am Thorax sehr bemerkenswerten Falles von Zerreißung des M. serrat, ant. thor. an. Die physiologische Bedeutung dieses Muskels ist in dem einleiten­den Kapitel raquo;Anatomie und Physiologielaquo; erwähnt worden.
In dem von Lutz mitgofeilten Falte handelte os sich um ein zehnjähriges Reitpferd, das zum Putrouilicudienst in sumpfiger Qegend verwendet windlaquo; uml sieh dabei eine Zerreißung des linksseitigen Muskels zuzog,
/itiologie. Wahrscheinlich kam die Zerreißung dadurch zustande, daß das Tier mit dem linken V'orderfuß im tiefen Boden stecken blieb, den Schenkel nicht t'i-iili genug vorbringen konnte und das obere Ende des Iinken SchuIterblattes so stark nach vorne gedrängt wurde, daß der Serratus einriß,
Symptome. Das Tier zeigte hochgradige Lahmheit vorne links, stellte die rechte Schulter vor und stützte den Fuß der kranken Seite nur mit der
:i Lutsc, Monatshefte fUr praktische Tierheilkunde, 1903,
.....
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Zerreißung des Muse, serratus ant. tboracia.
r27
Zehe auf, Es bestand Muskelzittern und Sohweißausbruoh. Huld zeigte sieli auch hinter der Imkcn Schulter bis zum Brustbein eine Anschwellung Die Sohleimhftute waren blaß, [m Stall legte sich das Pferd sofort auf die ge­sunde Seite, fraß nicht und vermochte kaum aufzustehen. Belastete der Patient im Stehen beide Schenkel gleiobmilßig, so erschien der ganze Brustkorb zwischen den Schultern eingesenkt. Es ragte der dorsale Rand
des linken Schulterblattes, beziehungsweise dessen Knorpels, eine halbe Handbreit über den Widerrist nach oben hervor, In Fig. 232 ist letzteres Symptom deutlich zu erkennen, jedoch ist die Senkung des Brustkorbes weniger deutlich zu sehen, da der Patient hinten tiefer steht als vorne,
KiK. 232,
^ormßung des Muse, serratua :ml. lliom
s. (Xach l.ui/.,)
Verlauf. Nachdem sich das Allgemeinbefinden des Pferdes vom fünften Tage ab gebessert: hatte und nach zirka drei Wochen die lokale Schwellung beseitigt war, lielJ sich deutlich durch Palpati on feststellen, daß das Mus kel-polster, welches der Serratus auf der Rippenwand bildet, fehlte. Zu bleicher Zeit machte sich eine Hypertrophie des linksseitigen Kopf-Uals-Armmuskels und der rechtsseitigen Sehulteimnskulatur bemerkbar. Eine 1gt;i ehuug des Thorax um die Wirbelsäule als Achse ließ sich am besten bei der Besichtigung von vorne nachweisen. Ks betrug der Abstand der Crista sterni von dem rechten Vorderschenkel 7 cm, hingegen von dorn linken Vorderschenkel 17 cm.
Da die Aussichten auf Heilung nur sehr gering waren, wurde das Pferd nach drei Wochen getötet. Es bestätigte sich bei der Sektion die klinische Dia­gnose, Neben dem Brustteil des M, serratus ant. waren noch Teile des M, tni pezius und lies M. rhomboideus im Zusammenhang getrennt.
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ICraokbeiten dor SeltenbruBtlaquo;
IV. Seitenbrustbeule.
Begriff und Vorkoinmon. AlsSeitenbrustbeulen sind, ana­log den Bug- und ünterbrustboulen, die durch cine Myositis chronicasuppurativa hervorgerufenen M uskelabszesse an der Seitenbrust zu bezeichnen (vgl. S. 612).
Sie werden vornehmlich bei Pferden angetroffen, und zwar in der Mehrzahl aller Fälle bei Wagenpferden, seltener bei Reitpferden.
Atioloji'ir. Die Erkrankimlt;;' kommt auf dem We^-e der I n-
fektion zustande und FiK- 233.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; entsteh! in der Regel
durch Druck und fort­gesetzte Reibung von seilen der Zugstränge. Demgemäß findet man die Seitenbrustbeule in der Regel an den Stellen des Thorax, über welche d ie Zug-
strttnge hinweg­ziehen. Bis\veile n beobachtet mau das vorwUrfige Leiden an anderen Stellen des Brustkorbes, in diesen Fällen jedoch auch meistens dort, wo Ge-
—I schirrteile aufgelegen
ßilonlmisthoulc
haben (bei Reitpfer-
den in der (i urtlage). Endlich kann sich die Erkrankung im Anschluß an Quetschungen der Haut, nach kleinen Wunden usw. entwickeln.
Symptome. Mau bemerkt in der Regel zunächst eine diffuse, höher temperierte, schmerzhafte Schwellung, welche sich nach einigen Tagen zu einer mehr halbkugeligen Verdickung zusammenzieht, Vielfach ist nur der stark entwickelte Hautmuskel betroffen, dann läßl sich die Beule mit der Haut über die Unterlage verschieben. Sind jedoch die tieferen .Muskeln Sitz der Erkrankung, so ist nur die Haut über die Heule verschiebbar, In Fig. 233 sehen wir eine Seitenbrustbeule letzterer Art, welche in den an dieser Stelle die
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SelteubruBtbeule
AuMenfläche der Rippon bodcekoiulcn ZaoksQ des äußeröD .schiefen Hauclimurtkels ihren Sitz hat, Solehe Söitenbrustbeulen sitzen der Rippenwand fest auf. i'üldcüi sich sehr hart an und bereiten dem
Tiere anfangs erhebliche Schmerzen.
An anderen Stellen der Seitenbrust verursachen die Muskel-abszesse dieselben Erscheinungen, So sehen wir in Fig.284 einen solchen, der am Übergänge der Seitenbrust zur Leudengegend gelegen ist. Diese Seitenbrustbeule war halbmannskopfgroß, hatte ihren Sitz in den Zacken des M, serratus posterior im Bereiche der letzten vier Hippen. Bei der ()pera-
tion fand sich, daß innbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Flg, 284.
der Tiefe des Abszesses die beiden vorletzten Rippen freilagen. Sei-tenbrustbeulen können jedoch auch im M, la-tissimns dorsi und im M. serratus ant. thor. ihren Sitz haben.
Nur in seileneu Fällen brechen die Ab­szesse spontan nach außen durch, hingegen entwickelt sich öfter eine mehrere Zenti­meter dicke Kapsel um
dieselben. In der Tiefe
Soitonbrustboule.
werden leicht die Kip­pen in Mitleidenschaft gezogen.
lgt;ie Diagnose ist im allgemeinen leicht; differentialdia-ii-nostisch ist jedoch zu beachten, dab Abszesse in der Unterbaut, Schwellungen bei Kippenhriiehen. Neubildungen an der Seiten­brust, Hämatome und Ödeme bis zu einem gewissen Grade ähnliche Erscheinungen zeitigen wie die auf einom Muskelabszeß beruhenden Seitenbrnstbeulen,
Die PrOgllOSG ist zweifelhaft, da die in Rode stehende Er­krankung, vorausgesetzt, dab der Abszeß nicht frühzeitig gespalten wird oder ausnahmsweise nach außen durchbricht, eine eiterige Peri­ostitis und Ostitis an den Kippen hervorrufen kann. In diesem Falle bleibt später eine Rippenfistel zurück.
Bayor-FrShner, Handbuch III., I.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;48
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Krankheiten der Seltenbrutt,
Nach unserer Erfahrung sind diejenigen Seitenbrustbealen, welche, wie die in Fig, i!;34. im Bereiche der knöchernen Rippen angetroffen werden, prognostisch günstiger zu beurteilen als diejenigen, welche an der Außenseite der knorpeligen ßippenbögen (Fig. 233) ihren Sitz haben. Eine sieh anschließende Nokrose und Fistel, von den knöchernen Hippen ausgehend, ist leichter zu heilen als eine auf Knorpelnekroae beruhende Fistel (Kippenknorpelfistel i.
Thei'tipie. Man versuche nach Möglichkeit die anfangs diffusen phlegmonösen Schwellungen bald zu zerteilen oder zu einem Ab­szeß z n sam menzuz ie h en.
Zeigen si(di tue Symptome eines Muskelabszesses, so empfiehlt sieh in frischen Fällen, wenn noch keine starke Kapselbildung vor­liegt, die einfache Spaltung.
Bestehl jedoch das Leiden schon längere Zeit und sprechen die äußeren Erscheinungen dafür, daß bereits eine starke Abszeß­kapsel den Eiterherd umgibt, so ist eine partielle Ausschälung der lateralen Kapselwand angezeigt.
Beide Verfahren haben nach den bei der Operation der Bug­beule beschriebenen (inindsätzeu zu geschehen. Durch früh zeitige Operation in dem einen quot;der anderen Sinne verhindert man am ehesten, dab die Eiterung auf die Rippen tibergreift, Im übrigen ge­staltet sich die Nachbehandlung wie bei den Unterbrustbeulen.
Sind die Rippen bereits mitergriffen, so entferne man die nekro-tischen Teile und verfahre wie bei der Rippenfistel.
Für genügenden Eiterabfluß ist stets Sorge zu tragen. Es empfiehlt siidi auch, die erkrankte Stelle mil einem Schutzverband, ähnlich dem in Fig, 228 abgebildeten, zu verschen.
V. Varix der Vena thoracal. lat. (Sporader),
Unter einer Varix versteht man eine dauernde Erweiterung einer Vene (Phlebektasie), welche in der Regel durch eine chronische Entzündung der Wandung, vornehmlich der Intima, zustande kommt. Vielfach wirkt eine Hlutstammg beim Entstehen von Varizen mit. Diese können aber auch angeboren sein oder durch Traumen ver­ursacht werden.
Bei den Haustieren findet man die Varizen nicht so häufig wie beim Menschen, jedoch sind in der Literatur mehrfach diese Erkran-kunaon bei verschiedenen Venen beschrieben worden.
.^_^--___
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Varix dor Vena thonioal. lat, (Sporader),
73]
Ein uns an dieser Stelle intereasiorender Fall einer Varix der Vena thorao, lat. wurde von Frülmer1) beobachtet und in tier Literatur mitgeteilt.
Eino ssohsjäbrige braune Stutlaquo; wurde dor Klinik mit dem Vorberioht zu­geführt, daß sich bei dem Tiere seit einiger Zeit an der linkon Brustwand eine Geschwulst zeipe, wolclie von einem Tierarzt durch Injektionen behandelt wurde.
Symptome, Das sonst gesunde Tier ließ am ZirkuliitionEapparat auffallende Abweichungen erkennen. Die wich­tigste Erscheinung bestand, wie diesnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;'if!. 286.
aus Fig. 285 deutlich hervorgeht, in einer zweifingerdicken, wurst-förmigen Erweiterung der linken sogenannten Sporader. Ferner war an dieser deutlieh wahr Debmbarer Venen puls vorhanden, während sieh die Vene selbst weich, fluktuierend und schmerzlos anfühlte. K a u d a 1 w :i r t 8 verzweigte sie sieli in zwei fingerdicke Aste, der eine verlief mit deut­lichem Venenpuls zwischen der elften und zwölften Rippe nach dem ßtlcken zu, den unteren Ast bildete die Vena epigastr. inf. (caudal. #9632;.
In der Herzgegend fühlte man p o o h e n d e n 11 e r z s c h 1 a g. Bei der Perkussion war die Herz­dämpfung vergrößert, während die Auskultation ein schwir­
rendes, sys toi is eh es After-
gor ä n s e h erkennen ließ. Der
Vu rix dor Vena thoracal. int. (Sporndor) nach Pr ob nor.
1' u 1 s war u n r e g e 1 m ä li i g und
ungeiobmftßig und SOmal in der Minute zu fühlen. Die Sflileimhäute hatten eine blasse Farbe. Jugularvenenpuls fehlte. Kurzdauernde Trabbewegnng verursachte starke Beschleunigung der Atemzüge und der Herzschläge.
Dor Autor stellte auf Grund dieses Befundes die Diagnose auf Varix d e r V B n a t h o r a e a 1. 1 a r. und 1 n a u f f i z i e n z d e r T rlkuspid a 1-klapp e n.
Betreffs der JLtiologie ist Pröhner der Ansicht, daß die einseitige
Venenerkrankung, die pulsierende Erweiterung, dm eh ein örtlicheraquo; Hindernis
(Tumor [?], parietale umschriebene Venenthrombose) bedingt war, welches das
Einströtnen des Venenblutes aus der Sporader in die Aehsclvene heziehungs-
raquo; ') Krühner, Monatshefte für praktische Tierheilkunde. 1903.
48*
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Krankheiten der Seitenbrutti
weis^e In die vordere Hohlveue und rechte Vorkannuer erschwortOi Er gilit jedoch auch die Möglichkeit zu, daß sowohl die Erkrankung der Vene ula auch die dos Herzens angeboren sein konnte, auf jeden Fall abiM' unheilbar war.
VI. Neubildungen an der Seitenbrust.
Vorkommen. Die Tumoren an tier Seitenbrast kommen in der
tierilrztliolien Praxis häufig zur Beobachtung, Sie werden hanptsäoblioh
bei Pferden angetroffen) und /.war sind es meistens Botryomykome,
Fibre me, Melanosarkome b'lg. 236,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;, Q ,
und oa l'K (raquo;in e,
Ätiologic. Das Auftreten
der Botryomykome ist in der Regel wn einem äußeren Reiz und von einer [nfektion ab­hängig. Sie werden in der Mehr­zahl aller Fälle in der Gesehirr­lage gefunden und es scheint, als nl) der Infektionserreger, wie dies bei Botryomvkoineii .an derVorbrast des öfteren fest­gestellt worden ist, von den Qeschirrteilen in die Haut ein­gerieben wird.
Während die Melano­sarkome vorzugsweise bei
dor Sciton)gt;i*iist.
Botrj'omyki
Schimmeln und Füchsen an-
getroffen werden, sind die anderen Neubildungen im allgemeinen seltene Vorkommnisse.
Symptome In der Mehrzahl aller Fälle zeigen sieh die Neu­bildungen anfangs als kleine Knoten in der Haut und Unterbaut. In Fig. 236 sehen wir ein apfelgroßes Botryomykom, welches schon über ein Jahr bei dem Pferde beobachtet wurde. Ks hat an einer Stelle seinen Sitz, über welche Teile des Gesehirres hinweglaufen. Fast alle Tu moron, welche ich an der Seiteubrust fand, sowohl Fibrome
L'.. ..1........nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;1 ........ : _. ,1 .. .. II ...t .....1
als auch Botryom
iiykume. Sarkome u, a, lagen in der Haut und
umeruaui uuu oeuaieu. wie uie. nun vom\ Kome /.. d.. uuuusioub
n
lit der Haut
och den Hautmuskel. In solchen Fällen sind sie mit der Haut
über die Unterlage verschiebbar, wahrend dieses bei den tiefer­liegenden nicht der Fall ist, (siehe RippengesohwUlste), Fibrome,
plusmn;
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Neuliililungen tin dor Soitoubnist.
783
liotryo myküiiu! und Molanosarkome liiiljcn in der Regel rund-liclio. amsohriebene Form) während die Sarkome sich mehr 1'1,'i ehe n form ig ausbreiten.
Die DiflgnoSG ist einwandfrei nur durch die mikroskopische Untersuchung zu sichern.
IVo^'uostiseli sind diejenigen Neubildungen ungllastig zu he-urteilen. welche mit der lieferen Muskulatur beziehungsweise mit den Rippen verwachsen sind; die übrigen sind in der Regel durch Operation ZU heilen.
Therapie. Atzmittel sind zur Beseitigung der Seitenbrnst-geschwlllste nie lit zu empfehlen.
Fig. 237,
Elntspaanangs- und Kammnnht mit Sohasterspanverband niu-b dor Opomtion von Tumoren im dot
Boltonbrast.
Ein flächenförmiges Sarkom der Haut haben wir vor einigen Jahren durch Röntgenbestrahlung dauernd geheilt. Diese Art der Therapie läßt sich jedoch in der Regel nur dort ausfuhren, WO ein Röntgenapparat zur Hand ist.
Zwecks Radikaloperation legt man unter Schonung der Haut bei Hauttumoren einen ovalen Schnitt, bei Geschwülsten in der Unter­baut, wie bei manchen Melanosarkomen, einen Schnitt in senkrechter Richtung über den Tumor hinweg au. präpariert die Haut zur Seite und schält den Tumor selbst aus dem gesunden Gewebe heraus. Unter Anwendung einer Entspannungsnaht und Knopfnaht, wie sie uns Fig. 2157 zeigt, und eines Scbusterspanverbandes haben wir in der Klinik mehrfach Heilung per primam erzielt. Beim Vernähen ist jedoch darauf zu achten, daß der untere Wundwinkel durch ein ein-
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m
Ki:uiklirili'ii der tSoituulirurtl.
gelegtes Stllokohen Jodoformgaze als Drain oiFen gehalten wird, damit das Wundsekrel ablaufen kann. Ms ist hierbei aber y.n berüokBiobtigen, daß in Anbetracht des kräftigen Hautmuskels an der Seitenbrust die Entspaanungsnilhte .'iclit bis zehn Tage liegen bloiben.
Diese Therapie ist bei Fibromen, Botryotnykomen, Melano-sarkomen und Sarkomen zu empfehlen, welche scharf umschrieben sind, sicdi mit der Haut über die Brustwand verschieben lassen und sieb also höchstens bis in den llautmuskel erstrecken.
Sind die 'rumoren sehr groß, flächenförraig oder sind sie gar mit den tieferen Muskeln oder der Rippenwand verwachsen, so wird dadurch der Erfolg zweifelhaft und die Operation erschwert,
Literatur.
Hoffmumi, Östorroiohischo Monatswlirifl füv Tlorhoilknnda, 1808. - Skarso, Ellenborgor-Schul/.' Jalircsborioht. 11)08, — Kbcrloln, Verhandlungen dar Dontschen Eöntgon-GeseUsohaft, l'JOO.
VII. Rippenbrüche, Fracturae costarum.
Vorkommen und Können. Bei unseren Haustieren ereignen sich Rippenbruche häufig. Unter 87 Knochonbrtichen bei Pferden, welche im Verlaufe von P , .labreu in der Berliner ebirurgiseben Klinik zur Behandlung kamen, befanden sich sechs Rippenbrüche (Pfeiffer), Am häufigsten beobachtet man die Frakturen bei kleinen Haustieren, weil diese vielfachen Gewalteinwirkungen aus­gesetzt sind: so bat Charpentier ermittelt, dab 15% aller gesohlach­teten Schweine mit Kippenfrakturen behaftet sind.
Alle Frakturfoi'men kann man an den Rippen studieren, von den einfachen Einknickungen und subperiostalen Frakturen bis zu den hochgradigen SplitterbrUchen. Frakturen mehrerer Rippen (12 [eigene Beobachtung], alle 'Mi [Schwarz]) fand ich öfter als die einer einzelnen. Die subkutanen Frakturen waren in der Regel als Querbrüche oder Schiefbrüche, die komplizierten meistens als Splitterbrüche nachzuweisen. Es empfiehlt sieb, diese Rippenbrüche einzuteilen in
1.nbsp; einfache, subkutane Rippenbrüche,
2.nbsp; nbsp;komplizierte, offene Rippenbrüche.
Je nach der Atiologic kann man die direkten und die, in­direkten Rippenbrüche unterscheiden. Die direkten findet man immer dann, wenn die äußeren Gewalten direkt auf die Hippen selbst eiuge-
--^--^^^M
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Bippenbrtlobe.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 735
wirkt haben (Schlage, Stöße etc.), während man die indirekten Frak­turen nachweisen kann, wenn die äußeren (Jrsaehen von einer anderen Stelle- fortgeleitet sind. So hatte ich mehrmals Gelegenheit zu sehen. daß Rippenbruche bei Pferden vorlagen, welohe auf die Vor- und Untorbrnst gestürzt waren. In Übereinstimmung mit diesen Tatsachen stehen auch die Mitteilungen von Sand, Jerke u. a., welche! neben einer Brustbeinfraktur Brüche mehrerer Rippen feststellen konnten.
Die häufigsten Ursachen der einfachen (subkutanen) Fraktur sind beim Pferde das Gegenfahren von Fuhrwerken (Kraftfahr­zeugen), Deichselstöße, Hufsohläge, Niederstürzen der Pferde auf glatten, harten Straßen oder auf hervorstehende Steine (Ilertwig, Vennerholm u. a.) und ungeschicktes Niederlegen (Möller-Frick). Bei einem Pferde, das im Winter beim Einschrauben von Stollen auf die Unterbrust gestürzt war, fand ich auf der rechten Seite neun, auf der linken zwei Rippen frakturiert. Endlich fanden wir Brüche mehrerer Rippen bei einem Pferde, welches durch einen Schiffstransport nach Deutschland gebracht worden war.
Für die offenen komplizierten Frakturen sind dieselben Ur­sachen anzuführen, welche die Vor- und Seitenbrustwunden her­vorrufen, besonders Hufsohläge mit scharfen Eisen, sehr stark wir­kende Scherbaum- und Deiohselstöße (Pfeiffer, eigene Beob­achtungen), Geschosse usw.
Bei Rindern sind Hornstöße ursächlich zu beschuldigen, ferner starkes Zusammendrängen der Tina! heim Einbringen in den Stall, beim Verladen in Eisenbahnwagen etc. Diese Ursache ist auch die häufigste bei anderen Schlachttieren (Schweinen. Schafen etc.). Hunde und Katzen ziehen sich Rippenbrüche zu beim Herab­fallen von Treppen, aus dem Fenster, durch Fußtritte usw.
Endlich begünstigen bei allen Tieren innere Ursachen das Zustandekommen der in Rede stehenden Frakturen. Als solche sind Rachitis, Fragilitas ossium und nach./.schokke Osteomalazie bei Rindern und Schweinen zu nennen.
Symptome und anatomischer Befund. Vielfach sind die Er­scheinungen bei den Kippenfrakturen so wenig prägnant, daß diese gar nicht erkannt werden. Dies gilt vor allem von den Frakturen der ersten Hippen, welche eine Lahmheit bedingen, sonstige Symptome aber wegen der verdeckten Lage dieser Knochen unter der Schulter nicht hervortreten lassen.
Bei den subkutanen Frakturen der ersten Rippen findet man in der Pegel mittelgradige Bewegungsstörungen (Lahmheit). Die
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(.)()
Krankholten dar Seitenbrust.
Tiere entlasten den Vorderschonkel der kranken Seite unter ffebeuffter Haltung desselben. Das Ellenbogeugelenk wird dabei leieln gesenkt. Die auffälligste Erscheinung ist das Unvermögen, die Gliedmaße der betroifenen Seite vorzuführen, verbunden mit einer Unfähigkeit dieselbe zu stutzen. Jegliche anderen Symptome könnelaquo; dabei fehlen, beziehungsweise nicht zu ermitteln sein. Es lenkt nur das plützliche Auftreten der Lahmheit und der sonst negative Befund am ganzen Vorderschenkel den Verdacht auf eine Rippenfraktur, Bei diesen Frakturen der ersten Rippe tritt leichl eine Dislooatio ad latus et longitudinem ein. Daher ist eine Heilung sehr schwer. In einem von Rogers beschriebenen Falle bestanden die Erscheinungen hochgradiger Lahmheit nach vier Wochen noch fort. Rogers fand nach dem Schlachten des Patienten nur eine lose Verbindung der dislozierten Bruchenden. Stockfleth beobachtete sogar, daß solche Fälle infolge Pneumothorax und Emphysembildung (Hämothorax?) mach einigen Stunden letal endeten.
Tritt keine Dislokation ein. so sind die Symptome deutlicher. So fand Vennerholm bei zwei Pferden mit Fraktur der raquo;vorderen Kippenlaquo; eine Bewegungsstörung, wobei die Pferde den Kopf gestreckt hielten. Wenn, wie in solchen Füllen, die Bruchenden noch auf­einander stehen, so kann man. wie dies auch Vennerholm be­schreibt, beim Führen des Patienten oder, wenn durch Druck auf den Thorax die Rippenenden gegeneinander bin- und herbewegt werden. Krepitation fühlen. Dabei lassen aber die Bewegungsstörungen bald nach. Nach Vennerholm tritt in einigen Wochen Heilung ein.
Bei einem Hunde mit Fraktur der ersten linken Hippe fand Friek eine Recu rreuslä h m ung mit Heiserkeit, veränderter Stimme und Asymmetrie' der Stimmritze.
Bei kleinen Haustieren sieht man bei der Röntgenduroh-leuehtung einen Rippenbruch und eine Dislokation der Fragmente sehr deutlich.
Die Erscheinungen der einfachen Frakturen der übrigen wahren und sämtlicher falschen Rippen sind teils nicht so hochgradig, teils jedoch prägnanter. Nicht so erheblich ist vor allem die Be­wegungsstörung; die Pferde gehen höchstens steif, /.eigen aber nur selten so hochgradige Lahmheit Wie oben beschrieben. Deutlicher treten jedoch andere Symptome hervor.
Zunächst geschieht die Atmung anfangs oberflächlich, schnell und kurz, manchmal sogar stöhnend. Dann fällt beim Hinsehen oder Be­tasten bisweilen an der Frakturstelle eine Delle auf. später fühlt
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Rippenbrllobe.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 7)}7
man eine sobmorzliafte Verdiokung. Ferner laßt sich häufig durcb Druck oder beim Führen der Tiere Krepitation auslösen. FüLlI man diese nicht, so ist sie mit Hülfe der Auskultation leicht nach­zuweisen, vorausgesetzt, daß keine größeren Muskelteile zwischen den
Hniehenden liegen und überhaupt ein kompletter Bruch vorhanden ist. Eine Dislokation tritt bei diesen in Rede stellenden Rippen beim stehenden Tiere nicht oft ein, wenigstens keine Dislocatio ad longitu-dinem. Zur Seite kiinnen die Bruchenden bisweilen geringgradig ver­lagert sein. Abnorme Beweglichkeit ist bei Druck auf die er­krankte Rippe in der Regel leicht festzustellen. Dieselbe kann so hochgradig sein, dali die eingedrückten Rippen durch das Herz rhythmisch bewegt werden. Endlich habt! ich beiden Freiliegenden Rippen in frischen Fällen einer Fraktur immer an der Bruchstelle eine mehr oder weniger starke Blutung in der Unterhaut, vereinzelt sogar bis mannskopfgroße Hämatome nachweisen können,
Selbst bei diesen subkutanen einfachen Frakturen finden wir weiterhin nicht selten Erscheinungen, welche auf eine Verletzung der Pleura und der von ihr eingeschlossenen Organe schließen lassen. Diese können direkt mit der Fraktur zusammen auftreten oder erst nachher, wenn die spitzen Fragmente bei der Atmungsbewegung die Pleura anritzen. Durch den Pleurareiz kann linsten ausgelöst werden.
Bisweilen kommen Verletzungen des Lungengewebes um! der Bronchien zustande. Als Sekundärerscheinung der Lungenwunden bildet sich dann ein Pneumothorax, und ein Emphysem .aus. Dieses kann sich durch die Zusammenhangstrennung in der Rippe und der Zwisohwenrippenmuskulatnr hindurch in der Unterhaut lokalisieren und sehr hochgradig sein (Richter, eigene Beobachtung).
Derartige Komplikationen sind jedoch bei subkutanen Frakturen nicht so häufig wie bei den mit Hautwunden komplizierten Rippen­brüchen, jedoch von Stockfletb, Richter u, a. beobachtet worden. Häufiger findet man bei subkutanen Frakturen die Erscheinungen des Hämothorax. da sich bei Verletzung der Interkostalarterien das Blut derselben, eventuell auch das l'lut aus dem Lungengewehe und anderen verletzten 'feilen (Zwerchfell) in den Fleurasäcken ansammelt. Infolge Hämothorax können die Tiere in wenigen Minuten verenden (Möller-Fr ick).
Einen erwähnenswerten Fall von subkutanen Rippenbrüchen mit tödlicher Vorblutung in die Brusthöhle, mit Pneumothorax und Zwerch-fellshemie hatte ich im vergangenen Winter in der Klinik Gelegenheit zu sehen.
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Krankheiten der Seiteiihnist.
Kin Pferd von !•_'bis 13 Jahren wurde 21 stunden iisich einem Unfull in unsere Klinik mit dem Vorbcricbt eingeliefert, daß es beim Stolleiioinseliraubeii sieh loszureißen versucht hätte, dabei aiedergestQrzt und auf die Unter-brüst gefallen vväre, Patient lag auf dem Wagen und konnte sieb auch nacli dem Abladen nioht erbeben, Es bestand allgemeiner Sohweißausbruch und an­gestrengte Atmung; Temperatur .quot;gt;.s,7, Puls unfUhlbar, Schleimhäute anämisch. Patient war trotz Unterstützung nicht zum Aufstehen zu bewegen und verendete nach drei Stunden, also genau 21 Stunden nach dem Unfall.
Die im pathologischen Institut ausgeführte Sektion ergab als wesent­lichen Befund folgendes: Die Venen der Unterbaut sind fast blutleer, hin­gegen die Brustmuskeln der rechten Seite stark durchblutet, stellenweise zer­quetsch! und eingerissen. Im freien Kaum der Brusthöhle befinden sich etwa 101 ungeronnenen Blutes. Auf der rechten Seite der Brustwandungen ist die achte bis achtzehnte Rippe mit Ausnahme der zelmten gebrochen. Die Bruchstellen liegen meistens in der Mitte der Kippen; an der vierzehnten bis achtzehnten mehr der Wirbelsäule zu. Die Brüche der achten bis dreizehnten Rippe sind komplizierte Frakturen. Das Brustfell ist an dioson Stellen in weiter Ausdehnung eingerissen, zerfetzt und mit Blut-gerinnsein bedeckt. An den übrigen Stellen befinden sich unter dem Brust­fell zahlreiche Blutungen.
An der linken Seite der Brustwaud sind die neunte und zehnte Kippe gebrochen. Das Brustfell der linken Seite ist unverletzt, glatt und glänzend. In der Umgebung der Bruchstellen sieht man unter dem Brustfell handtellergroße Blutungen.
Die Lungen liegen frei in den Brnstfollsäcken und sind mäßig relrabiert. Sie sind graurol und zeigen viele unter dem Brustfell gelegene, meist linsen-große, dunkelrote Punkte, Am oberen Rande der rechten Lunge ist der seröse Überzug an einer handtellergroßen Stelle eingerissen, das darunter­liegende Lungengewebe zerfetzt und mit Blutgerinnseln bedeckt. Die Durchsohnittsfläche ist glatt und glänzend, in den Bronchien findet sieb hellrote, klare Flüssigkeit.
Im muskulösen Teil des Zwerchfelles zeigt sieb, etwa, in der Höhe der vierzehnten Kippe, ein etwa 18 cm langer Biß, dessen Ränder geschwollen und mit Blutgerinnseln bedeckt, sind. In der Umgebung dieses Risseä ist das Zwerchfell noch mehrfach obeiilächiicb eingerissen. Durch den Riß im Zwerch­fell ist die vordere Hälfte des Leerdarmes in die Brusthöhle vor­gefallen. Die abgeschnürten Leerdarmteile sind stark ausgedehnt, dunkelrot gefärbt und enthalten llüssiges Blut. Ihre Schleimhaut ist stark geschwollen, dunkelrot gefärbt und zeigt spiegelnden Glanz, Zwischen den Gekrösblättern des Leerdarmes liegen mächtige, dunkelrote Oerinnsel. Neben 81 ungeronnenen Blutes in der Bauchhöhle fanden sieb Blutungen zwischen Baucbmuskel und dem Fettgewebe, unterm Bauchfell, unter dem Lcberiiberzug, unter Epi- und Endokard usw.
-——H-B^MHH
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Ki|i|ieiilmiclie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;715!)
Diagnose! Fraktur inehrerei' Kippen, Kwerohfellzerreißung, Vorfall tl(!s Leerdai'inea In dio Brusthölile, Verblutung in dieselbe.
Verletzungen des Zwerchfelles, Zwerohfellshernien und die ErBcheinungen der Darmeinklemmung findet man ebenfalls bei hochgradigen subkutanen Rippenfrakturen, wie der obenstehende Sektionsberioht und die Litoraturmitteilungen von Wiart-Pdcus u. a. beweisen. Ferner künnen sich noch die Symptome einer Verletzung des Schlundes, des Herzens, der Bauoborganc usw. zeigen.
in der Regel sind aber die Erscheinungen der subkutanen Ilippen-Prakturen nicht so hochgradig. Obenerwähnte Komplikationen gehören
zu den Seltenheiten. Dieses beweist schon die Tatsache, daß bei der Sektion von Pferden vielfach abgeheilte Rippenbrüohe gefunden werden. von denen man iutra vitam kaum etwas gemerkt hat.
Meistens heilen die subkutanen Rippenbrüche. Ver­einzelt kann jedoch bei gleichzeitiger Lungenverletzung ein I'vo-thorax oder selbst nach mehrwöchentlicher Behandlung (Breton-liusseli durch einen unglücklichen Zufall noch ein tödlicher raquo;Hämo-pneumothoraxlaquo; infolge raquo;Lungenzerreißnnglaquo; eintreten.
Die Symptome der mit Brustwunden komplizierten Kippen­frakturen sind dieselben, wie ich sie schon in den Kapiteln Vor-. Unter- und Seitenbrustwunden beschrieben habe. Diese brauchen nicht immer mit einer Eröffnung der Brusthöhle einherzugehen. Wir haben selbst mehrere Fälle gesehen, in denen in der Tiefe der Wunden die Kippen nur eingeknickt (Infraktion) oder bei denen kleine StUcke von den Hippen abgesplittert waren.
Ühor die Verletzungen der Kippen lioim Durchschlagen eines 8 mm-Qe-schosses durch den Thorax teilen Ellenberger nml Baum mit, daß an der sogenannten Einschußöffnung ein raquo;Loohschußlaquo; in der Kippe zustande kommt, wenn diese in der Mitte getroffen wird, daß man hingegen an der sogenannten Ausachußöffnung stets eine raquo;totale Kontinuitätstrennung an der Kippe findet.
Bisweilen sind jedoch durch die Splitter oder die Bruohenden der Rippen die Pleura oder auch die Lunge, ferner das Zwerch­fell oder das Herz verletzt (Engelen). In solchen Fällen können die Patienten leicht an den Folgen der Komplikationen zugrunde­gehen (Pfeiffer. Brocq-Rousscn. Wiart-Peeus. A lern, eigene Be­obachtung). Anderseits lehren die von Köbne. Stockfloth u.a. über­lieferten Kranklieitsgeschichten. daß auch solche Fülle heilbar sind
Die Heilungsvorgänge bei Rippenbrttchen vollziehen sich relativ schnell. Man kann in der Regel schon nach vier bis sechs
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740
Krankbeiten der Seiteabrust,
Wochen vollstttndige Verwachsung der Bruohenden nachweisen. Jedoch richtet sich die Dauer dor Heilung immer nach dem Grade der Zu­sammenhangstrennung, d, ii. danach, ob nur eine IniVaktion oder ein glatter Bruch mit oder ohne Dislokation oder ein Splitterbruch vor­liegt. Vrerheilte Rippenbrtlohe sehen wir in Fig. 2'M. Vereinzelt bildet sich, zwar ohne weiteren Nachteil für den Patienten, im Verlaufe der
Kii;. 238.
Vorkeilte Frakturen von Bippen.
Heilung eine Pseudarthrose aus, wie sie uns die rechtsstehende Abbil­dung der Fig. 238 zeigt.
Die Verheilung der komplizierten Frakturen geschieht unter Eiterung und dauert in der Rege! länger als die Heilung der subku­tanen Frakturen. Seihst die komplizierten Frakturen der Rippenknorpel, wie sie der Abbildung Fig. 227 zugrunde liegen, verheilen, wie z. B, in dem erwähnten Fall, in einigen Wochen.
Näheres über Heilungsvorgünge bei Knochenbrüohen ist an anderer Stelle dieses Handbuches (Bd, IV), in den Lehrbüchern über allgemeine Chirurgie und
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Klppenbrtlohsinbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;741
in dei' vim mil' verfaßten Arbeit ttber die gt;FeBselbeiafmktni'en des Pferdes mit besonderer BerUoksiebtigung der Heüangs- und der Transformatiousprozesselaquo; zu ersehen (Monatshefte für praktische Tlsi'beilkunde, 1908).
Diagnose und Ditferentialdiagnose. Die Diagnose der sub­kutanen Rlppenbrttohe auf der Höhe des Thorax ist in der Regel
leicht, um so mehr, als bei den kleinen Haustieren dureh die Durch-leuehtung mit Röntgenstrahlen die Diagnose ohne Schwierigkeit ge­sichert werden kann. Hingegen haben wir bei der Aufzählung der Symptome der Frakturen an den ersten Kippen gesehen, dab hier die Diagnose manchmal nur auf dem Wege des Ausschlusses möglich ist. sofern keine Erscheinungen anderer Komplikationen vorliegen. Schwer sind auch die Brüche der dorsalen Rippenenden zu diagnostizieren. Hatte sieh hei subkutanen Frakturen an der Bruchstelle ein gröberes ILluiatom lokalisiert, so war es uns manchmal nicht möglich, in den ersten Tagen einen Rippenbruoh festzustellen, Erst nachdem das llämatom sich verkleinerte und der Erguß in der benachbarten Unter­baut resorbiert war. ermöglichte sich eine sichert' Diagnose. Ebenso kann ein sehr stark ausgebreitetes Emphysem die lokale Untersuchung vereiteln, jedoch spricht schon das Vorhandensein eines solchen für
eine Fraktur.
Die Diagnose der mit Brustwunden komplizierten Frakturen ist in der Kegel nicht schwer.
Differentialdiagnostisch kommen für frische Frakturen an der Seitenbrust vor allem Hämatome und sonstige Quetschungen in Betracht. Für die Frakturen der ersten Rippe sind in differential-diagnostischer Hinsicht viele, starke Lahmheit bedingende Krankheits-zustände nm Schenkel, insbesondere Schulterquetscli ungen, l'ursi-tis intertubercularis, Frakturen und Fissuren des Humerus und derSkapula und endlich noch für die Frakturen der wahren Rippen die 15rustbeinbrüehe zu nennen. Beim Vorfinden von kallüs ver­dickten, abgeheilten Brüchen muß man an Knochen neubild u ngen. Karies der Kippen. Aktinomvkose, Tuberkulose etc. denken.
Die Prognose der Rippenfrakturen richtet sich nach dem Sitz der Fraktur und nach den Komplikationen, Im allgemeinen ist sie, wie auch Vennerholm betont, günstig, vor aliein bei kleinen Haustieren und beim Kinde. Keim Pferde ist die Prognose der Frakturen der vor­deren Rippen zweifelhaft, wie wir schon hei Beschreibung der Symptome sahen. Die subkutanen Brüche der übrigen Kippen sind jedoch auch beim Pferde prognostisch günstig zu beurteilen. Haben die Patienten trotz Pleura- und LunarenverletzunÄ die ersten
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U-2
Krankbeiteo laquo;Iit Saitenbrust,
Taue; überstanden und ist keine [nfoktion von der Lange aus ein­getreten (Pyothorax, Lungengangran etc.)) so kann man mit Reoht eine Heilung erwarten. Die Fälle, in denen nach vier Wochen sich noch ein tödlicher Hämothorax infolge Lungenverletzung einstellt (Breton-Russe!) oder in welchen sieh nach einem Rippenbrueh ein Sarkom der Rippe (siehe S. 747) entwickelt, dürften zu den Seltenheiten gehören.
Die komplizierten Brtlche der knöchernen Rippen ohne Brusthöhleneröffnung sind günst iger zu beurteilen als die der Rippen-knorpel, weil die nach solchen Verletzungen bisweilen zurückbleibenden Fisteln der knöchernen Rippen durch Operation leichter zu heilen sind als die Knorpelfisteln, 1st bei den komplizierten Rippenbrüchen auch die Brusthöhle eröffnet, so ist die Prognose zweifelhaft bis ungünstig, wie bei den penetrierenden Brustwunden (siehe diese).
Thernpie. Die Behandlung der mit Brustwunden kompli­zierten Rippenbrüche hat nach Möglichkeil unter Verband ohne Naht zu geschehen. Nach Entfernung der Knochensplitter (Vorsicht!) ver­größert man eventuell die Hautwunde, damit die Xnochenwuiide ge­nügend frei liegt und behandelt nach den bekannten Regeln. Bei den komplizierten Rippenbrüchen mit Eröffnung der Brusthöhle verfahre man ebenso wie bei den penetrierenden Seitenbrustwunden,
Bei den subkutan en Frakturen gebe man den Tieren vor allen Dingen Kühe, lasse anfangs Waschungen mit essigsaurer Tonerde, Burowscher Mischung etc. ausführen und wende später hautreizende .Mittel an, um eine Hyperämie an der Frakturstelle zu erzeugen. Die Tiere in den Ilangegurt zu bringen, empfiehlt sich nicht, auch sind die von Hertwig vorgeschlagenen Versuche, die Bruohenden zu reponieren. nicht von bleibendem Erfolg:, da diese wohl für den Aueen-blick, in laquo;lern man den Rumpf des Pferdes mit der gesunden Seite gegen den Hantn durchbiegt, sieh in ihre usprüngliche Lage zurück­ziehen, später Jedoch leicht wieder eine Dislokation statthat. Letztere ist überhaupt, wie bereits erwähnt, nicht häufig. Innerlich empfehlen sich tägliche Verabreichung von Phosphordosen (täglich einen Eßlöffel voll einer Lösung von Phosphor O'b g in 300 laquo;7 01. Jecoris Aselli).
Befindet sich auf der Frakturstelle ein großes Hämatom, so spalte man dies nicht zu früh, jedenfalls nicht, bevor eine durch ein Rippenfragment bedingte Pleurawunde in der Tiefe geheilt ist. In solchen Fällen warte man mit dem Spalten der Ilämalome mindestens zwei bis drei Wochen ZU. Es ist stets damit zu rechnen, daß an den Hämatomwänden eine Eiterune eintritt, welche sich dann, wenn
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Uijipcnllstol.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;74;5
die eventuell vorliegende Fleurawumle mich nicht vernarbt ist, leielit auf die Pleura fortsetzen kann. (Vgl. die; auf S. 724 angeführteKrank-heitsgeseliielite.)
Der bei den subkutanen Frakturen bisweilen nachzuweisende
Hämothorax und Pneumothorax kann unter strengster Asepsis mittels Aspiration behandelt werden, ebenso der Pyotborax durch Aspiration. eventuell durch Rippenresektion.
Literatur.
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VIII. Rippenfistel.
Begriff Ulld Vorkommen. Die Rippenfistel stellt eine durch Knocken- oder Knorpelnekrose der Rippen bedingte Eiter­fistel dar und kommt bei allen Haustieren vor.
Ätiolügie. Das Leiden entwickelt sieh im Anschluß an Wunden und Phlegmonen im Bereiche der einzelnen Thoraxgegenden und bildet ein häufiges Folgeleiden der komplizierten Rippenfrakturon (Pascale, eigene Beobachtung) und derSeitenbrustbeulen, Fernerent­steht eine Rippenlistel bisweilen bei gleichzeitigem Vorhandensein einer Karionekrose der Hiickenwirbel (Backer), einer Wide rrisl fistel oder. nach Möllers Beobachtungen, inraquo; Verlaufe der Druse oder der Rotz­krankheit. Auch durch Fremdkörper in der Brustwand, /.. B. durch eine Stopfnadel (Knoll). kann die Erkrankung veranlaßt werden, ferner nach Bernardini durch ein Stück eines eisernen Ilakens oder durch eine Kornähre.
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Krankheiten der Seitenbrust,
Symptome. Die Erscheinungen einer Bippenfistel sind manchmal sehr wenig in die Augen fallend Ms kommen Falle vor, bei denen an irgendeiner Stelle am Brustkorb die Haare durch wenig Sekret verklebt sind. Ohne daß eine lokale Verdickung vorliegt (Fig. 289), findet man die Haut am oberen Rande dieser Stelle trichterförmig ein­gezogen und mit der Unterlage verwachsen. Auf Druck entleeren sich aus der trichterförmigen Einziehung einige Tropfen Kiter. Mit der Sunde gelangt man in einen Kanal, an dessen Ende die erkrankte Rippe als rauher Grund oder gar ein mobiles KnooheiistUokchen (Se-rnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;quester) zu fühlen ist.
In der Regel sieht man je-
doch in der Nachbarschaft der trichterförmigen Einziehung eine Verdickung, welche sieh derb und hart anfühlt, auf Druck nicht Fohmerzhaft ist und keine höhere Temperatur erkennen läßt. Man kann vielfach die Beobachtung niaehcn. daß diejenigen Fisteln, welche von den Rippenknorpeln ausgehen, wie z.B. die in Fig.240, eine viel stärkere benachbarte Verdickung zeigen als diejenigen Fisteln, welche von den knöcher­nen Rippen ausgehen. Die letzt­
Plstel cino
! n Kippe.
erwähnte Abbildung zeigt uns
eine Fistel im Bereiche des rechten Rippenbogens, eine Fistel, welche sieh im Anschluß an die in Fig. 233 abgebildete Seitenbrustbeule entwickelte. Wir sehen zwei Fistelöffnuneen i nach mehrmaliger Operation) und rings um die trichterförmigen Wunden herum eine starke Verdieknng. Da die Fistelkanäle hei den Knorpelfisteln vielfach geschlängelt verlaufen, gelingt es manchmal nicht, mit der Sonde den Knorpel zu fühlen.
Während die Fisteln der knöchernen Kippen nach Entfernung eines etwa vorhandenen Sequesters oder nach Freilegen und Abtragen des nekrotischen Teiles der Rippe abheilen, rezidivieren die Fisteln an den Hippenhogen oder an den Knorpelenden der wahren, durch Operation zu erreichenden Rippen sehr leicht. Es ist uns in dem Fig. 240 zugrunde liegenden Falle nach viermaliger Operation, nach der Resektion der Knorpelenden von vier Rippen, erst gelungen, im
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Bippenflstolti.
74t
Verlaufe einer halbjährigen Behandlung das Leiden definitiv zu
heilen.
Merkwürdigerweise siml Pleuriten im Anschluß an Bippenfleteln und deren Operation selten. Die Tatsache erklärt sieh dadurch, daß die Fascia endothoraoica und die Pleura coatalis im Bereiche der
kranken Rippe stark verdickt sind.
Die Diagnoso bietet im allgemeinen keine; Schwierigkeiten. Jede Fistel im Bereiche der Prustwand, welche starke Sekretion zei^t. deutet, selbst wenn der Grund derselben nicht als Knochen oder Knorpel an­zusprechen ist. auf eine
Fla. 240.
Rippenfistei hin. Eine dia-
gnostische Operation (Spal­ten der Fistel) führt in der lieg-el zu einer einwand­freien Diagnose.
Betreffs der Prognose
wurde bereits erwähnt, (lad die Fis tel n der k n ücher-nen K i p pen im allgemeinen günstiger zu beurteilen sind als die Rippen-knorpelfisteln. Dies gilt jedoch nur für die Fisteln im Bereiche der Seitenbrust. Die Fisteln der wahren
Rippen und ihrer Knorpel
Rippen U n o ri' e Iflstol.
in der Nahe des Brust­beines sind, da vielfach das Prustbein seihst in Mitleidenschaft gezogen ist. in allen Füllen prognostisch ungünstig.
Therapie. Es ist früher viel versucht worden, durch Aus­spritzungen des Fistelkauales das Leiden zu heilen. Diese Methode führt aber höchst selten zum Ziele und bat den Nachteil, daß man die Wirkung der ätzenden Flüssigkeit nicht immer abmessen kann, i'.ei Anwendung scharfer Ätzmittel nimmt die nachbarliche Schwellung leicht zu. der Fistelkanal schließt sich vorübergehend und der nekroti-sierende Prozeß gewinnt in der Tiefe an Ausdehnung.
Die sicherste Aussiebt auf Heilung gestattet die Opera­tion. Fisteln der knöchernen Rippen können bei ruhigen Patienten am stehenden Pferde unter Anwendung der Lokalanästhesie operiert werden. Man spaltet zunächst den Fistelkanal. trägt, wenn nötig.
Bnyor-Frahnor, Handbacli, Bd. III., I,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; _|()
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Krankheiten der Seitenbrust
ein ovales Hautetüok tvl) und suoht das nekrotisohe Hippenstück frei­zulegen. Vielfach haben wir am Grunde der Fistel auf der Außenseite der Kippe einen Sequester gefunden und nach Entfernung desselben Heilung erzielt. Eventuell noch vorhandene, erkrankte Knochenstücke hebt man mit dem scharfen Löffel aus.
Ist Jedoch ein größerer Teil der Rippe nekrotisoh ge­worden und reicht die Erkrankung bis an die Innenseite der Kippe. so ist die Resektion angezeigt.
Man spaltet hui liegenden Pferde die Haut in der Längsrichtung der Kippe, präpariert letztere frei, läßt durch Muskelhaken das Gewebe aus­einanderhalten und kann zunächst das oberhalb und unterhalb der erkrankten Stelle noeh vorhandene Periost zur Seite präparieren. Auch an der Innenseite sucht man das Periost abzupräparieren und vorsichtig die verdickte Paszie und diis verdickte Brustfell von der Rippe abzuheben, Mit der Knoohensohere läßt sieh eine starke, womöglich noch verdickte Rippe nur schwer durehtrennen, daher wird von uns zwecks Resektion seit Jahren eine dünne Kettensäge unter der Rippe durchgeführt, diese oberhalb und unterhalb der erkrankten Stelle durchsägt und das durehtrennte Stück vorsichtig entfernt. Blutende [nterkostalgefäße werden zweckmäßig umstochen und mit dem Gewehe abge­bunden.
Hiernach wird die Wundhöhle irrigiert, mit Jodoformgaze gut austampo-niert und eine Situationsnaht übergelegt. Die ganze Urustwand schützt man durch einen Verband und leitet nach einigen Tagen offene Wundbehand­lung nach den bekannten Grundsätzen ein.
Die Operation der Rippenknorpelfistel gestaltet sich noch schwieriger. Nach unseren Erfahrungen genügt es nicht, nur ein raquo;Stück des erkrankten Rippenknorpels zu resezieren, sondern es muß möglichst der ganze Knorpel, jedenfalls das von der Fistel distal gelegene Endstück entfernt werden. Auch hiernach haben wir bis­weilen noch Rezidive durch Übergreifen des Prozesses auf die Nachbar-knorpel gesehen. In dem in Fig. 240 wiedergegebenen Falle haben wir ein Stück der 16. Kippe und vier Knorpel des rechten Rippenbogens total entfernen müssen, ehe wir die definitive Heilung erzielten.
Zwecke Resektion der Knorpel wird am liegenden Pferde zunächst ein nicht zu kleines, ovales Stück aus der Haut und der Muskulatur (um den Kistel-kanal herum) abgetragen und dann festgestellt, welcher Knorpel erkrankt ist. Dies ist manchmal nicht leicht, da die einzelnen Knorpel nahe aneinanderliegen. Sodann geht mau stumpf vor, präpariert den Knorpel ringsherum frei und durchtrennt ihn mit der Knochenschere an der Vereinigungsstelle mit der knöchernen Rippe. Nun bebt, man unter Zuhilfenahme des Zeige- und Mittelfingers den Knorpel nach vorne zu stumpf 10—16 OBraquo; weit von der Unterlage ab. Diese Manipulation ist uns immer gelungen, ohne Hauch- be-
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Neublldangen im den Blppes,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;747
ziehuDgsweise Brustfell zu verletzen. Sodann laßt man das hintere Knorpelende mit einer starken, gezahnten Knoohenzange and dreht Jen zirka 20 0/laquo; laugen Knorpel aus dem umgebenden Gewebe heraus.
In zwei Sitzungen haben wir. n.nciuk'in bereits vor einem Viertel­jahr die 16. Rippe partiell reseziert war. je zwei Knorpel auf diese Weise exstirpiert, beide Male aber am vorderen Ende der Tusche, die durch die ExsUrpation entstanden war, eine GegeDQffnung angelegt und ein langes Drainrohr eingeführt, um einen 1 Hirchbrueh des Eiters zu verhüten. Nach Resektion dieser vier Rippenknorpel ist der Patient vollständig geheilt worden und arbeitet heule noch vor einem Mörtel­wagen.
.Schimmel hat beim Hunde die Resektion der Rippenknorpel mit gutern Erfolge ausgeführt
Literatur.
lgt;io T.olirbnclier der Chirnrgiotaziehungswelso äor Operationslebra v*gt;ti linyor. Fröbnor, Frick. UöUer.Friok, Vennorholm. Baokor, Amorlo. vot. rev. 1007. — Bernardini, BUenborger-SobQtK1 Fiihresherloht. 11107. — Blisnakotf, ibidem. 1811!). — Burg, Ibidem. 181)5. — PascnU, ibidem. 11)07.
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IX. Neubildungen an den Rippen.
Vorkommen. Abgesehen von den nach Frakturen zurückbleiben­den kallösen Verdickungen sind die Neubildungen an den Rippen ziem­lich selten. In der Literatur sind jedoch mehrere Fälle beschrieben.
So beobachtete Weyden multiple Exostosen an den Rippen eines Pferdes. Jensen und Petit fanden je ein BotryomykOKl, Leisering ein Sarkom einer Rippe bei einem Pferde.
Leim Rinde ist, abgesehen von tiibei'klllöscil und aklilio-mykotlschetl Neubildungen, welche, sehr hätilig teils intra vitam. teils erst nach der Schlachtung gefunden wurden, von Petit ein Osteosarkom mehrerer Rippen beschrieben worden. Im letzteren Falle wog die Tumormasse 19 Jeg,
Beim Hunde fand Zschokke ein Cliomlrosiirkoin. welches durch Druck aufs Herz zum Tode führte. Petit sah ein Osteosarkom. welches vier Rippen betraf und zu sarkomatösen Metastasen in der Leber, in der Milz usw. geführt hatte.
Betreffs der Atiolog'ie ist zu erwähnen, daß Leisering und Zschokke das von ihnen beschriebene, Sarkom sieh im Anschlüsse an eine Rippenfraktur entwickeln sahen.
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Kriinklu'iten dor Seitenbrust,
Symptome und Diagnose, Bei den Rippen, welche von außen abzutasten sind, lassen sich die Tumoren leicht feststellen, voraus­gesetzt, daß nicht ausschließlißh die dem Zwerchfell zugekehrte Fläche Sitz der Erkrankung ist. Bei kleineren Haustieren leistet die Unter­suchung mit Röntgenstrahlen ausgezeichnete Dienste. Von den früher beschriebenen Tumoren an der Seitenbrusl unterscheiden sich die Rippengeschwülste dadurch, daß sie mit dem Rippen-kürper in Verbindung stehen und in der Regel die Haut über sie hinweg verschiebbar ist. Die Erscheinungen, welche die Rippon-tumoren zeitigen, lassen jedoch in der Regel eine sichere Diagnose über die Art des Tumors nicht zu. Hierüber kann in der Regel nur eine Operation mit nachfolgender mikroskopischer Untersuchung der Tumormasse Aufschluß geben.
Eigentümliche Erscheinungen wurden durch einen Rippentumcr, dtm man tils zufälligen Befund beobachtete, bei einem Pferde hervorgerufen. Im der Alforter Klinik zeigte ein Pferd, welches zwecks einer Operation längere Zeit gefesselt auf der Matratze gelegen hatte, nach dorn Aufstehen eine vollständige und unheilbare Lähmung eines Vorderschenkels. Bei der Obduktion fund man als Ursache der Lähmung eine raquo;Kuoehengeechwulst an der zweiten Rippelaquo;. Die Lähmung war durch Druck des Tumors auf das Armgeflecht während des Liegen.-- entstanden (Hell).
Die Prognose der Rippentumoren ist im allgemeinen ungünstig.
Therapie. Nur durch Operation kann eventuell ein Rippentumor beseitigt werden Bei großen Tumoren ist jedoch daran zu denken, daß während der Operation leicht eine Verletzung der Pleura oder eine starke Blutung Zustandekommen kann, wodurch der Er­folgvereitelt wird. Als Komplikationen sind jedenfalls der Pneumo­thorax, der Pyothorax sowie eine Verblutung in die Brusthühle am meisten zu befürchten.
Kleinere, von außen zugängliche Rippentumoren können dui'ch Resektion des erkrankten Rippenteiles colteilt, werden.
Literatur.
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Krankheiton der l'lcura. des ller/.bontüla und der Lungfii.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;^49
1). Kraukheiten lt;llt;ir Pleura, des Herzbeutels und
der Lungen.
I. Pneumothorax.
Bogriff und Vorkommen. Eine Ansammlang von Luft in der Pleurahöhle nennt man Pneumothorax. Er kommt bei alleri Tieren vor durch Verletzung der Thoraxwand von außen (penotrierende Bruatwunden) oder wenn lufthaltige Räume innerer Organe (der Lungen) mit den Plourahöhlen in Verbindung treten.
Man unterscheidet zweckmäßig
1.nbsp; den offenen Pneumothorax,
2.nbsp; den geschlossenen Pneumothorax, .'). den Ventilpneumothorax und
4. den partiellen oder abgesackten Pneumothorax.
[Liter Dormalen Verhältnissen liegt die Pleura pulmonalis der i'leuru costalis glatt nn; beide bewegen sieh nach Beck wie zwei misse Glasscheiben, welche sieh jedoch nicht voneinander ablieben lassen, übereinander. Das luft-dielite Aufelnanderliegen der BrustfellblÄtter kann nur durch zwischen beide tretende Luft (Pneumothorax) oder Flüssigkeit (Hydro-, liiimo-. l'yotborax) auf­gehoben weiden.
Die Lunge, befindet sieh im Zustande elastischer Spannung, Sie zieht sich vermöge dieser ihrer Eigenschaft auf ein kleineres Volumen zusammen, sobald Luft zwischen die Rippen- und Lungenpleura gelangt. Die Luft kann aber leichter in die Pleura eintreten als austreten und es wird bei jeder Exspiration die Lunge noch weiter zusammengezogen; durch die folgende Enspirations-bewegung wird sie nicht wieder ausgedehnt, sondern nur weitere Luft in die Pleurahöhle hineingezogen. Auf diese Weise kann die betreffende Lunge scbließ-lieh durch Kompression ganz luftleer werden.
Liegt Jedoch an einzelnen Stellen eine Verwachsung der Lunge mit dem Rippenfell vor oder ist; das Lungengewebe infiltriert, so wird an diesen Stellen die Verkleinerung der Lunge behindert. 1st in solchen Fallen ein ganzes Stück Pleura von der übrigen Pleurahöhle durch feste Verwachsung vollständig ab­geschlossen, so entsteht nur ein partieller, abgesackter Pneumothorax. Das Ein­treten von Luft bat vielfach eine Entzündung (Exsudation) zur Folge, welche
eiterig und jauchig werden kann.
Äilologie. Von außen kann die Luft in die Pleurahöhle ein­dringen bei penetrierenden Brustwunden (meist Seitenbrustwunden). Hat die Luft freien Eintritt, so fällt die Lunge zusammen und die Höhle füllt sich.
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Krankheiten der ricurn. des Ilor/.limiiels und dor Langen.
Von innen tritt die Luft ein bei einer Zerreißung der Lunge, welche bei kleinen Tieren nach Überfahrenwerden bisweilen beob­achtet wird. Ea können entweder nur die Lungenalveolen zerreißen und ein interstitielles oder subpleurales Emphysem zur Folge haben oder es kann auch das Lungenfell selbst zerreißen. In solchen Fällen wird aber die Lufl bald wieder resorbiert. Viel häufiger lindet man. N\'io wir dies bei den l\ i p penbrlichen gesehen haben, daß die Bruchendon das Lungengewebe zerreißen. Eine Stichverletzung (Trokar) bat dieselbe Wirkung. Nach solchen Verletzungen verschließt sich aber bei starker Brustwand (Pferd) die Wunde in dieser fast sofort und es kommt die Luft aus der Lungenwunde hervor. Beim Kinde entsteht nach Friedberger-Fröhner ein Pneumothorax, wenn ein Fremdkörper von Haube und Zwerchfell aus in die Lunge eindringt.
Zugleich mit dem traumatischen Pneumothorax kommt nicht selten ein 11 a utem phy sein zustande, welches nach Vennerholm. Douville u. a, die ganze Vorhrustgegend, Hals, die Schultern usw. oder die (legend der Wunde allein betreuen kann. Dieses entsteht dadurch, dab ein vorhandenes subpleurales Emphysem der Lunge von der Lungenwurzel aus in das .Mediastinum und das iuterstitielle Ge­webe der Vorbrust, des Halses und unter die Schultern gelangt, oder daß im anderen Falle Lufl aus der Pleurahöhle. durch die Seiten-brustwände z. H. in das Bindegewebe zwistdien die Muskeln und unter die Haut tritt.
Weiterhin kann sieh ein Pneumothorax von Lungenkavernen, Lungenabszessen oder nach Deupser beim Rinde durch Zer­reißung von Echinokokkenblasen, die mit Bronchien in Verbin­dung stehen, entwickeln. Liegen in den ersten beiden Fallen gleichzeitig Verklebungen in größerem Umfange, zwischen Pleura costalis und pulmonalis vor. so kann ein abgesackter oder partieller Pneumo­thorax Zustandekommen.
Endlich entsteht das Leiden leicht als Komplikation opera­tiver Kingriffe an den Hippen (Rippenresektion), ferner hei Brust­beinfisteloperationen oder bei Operationen von Lungentumoren, wie sie Parascandolo ausgeführt hat.
Syniptome. fst durch eine penetrierende Wunde die Thoraxwand verletzt und die Lufl bei der In- und Exspiration frei durchgängig. so strömt diese unter saugendem, pfeifendem oder zischen­dem Tone, ein und aus. Der sich immer stärker ausbildende Pneumo­thorax hat eine Kompression der Lunge. Störung in der Zir-
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Pneumothorax.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;7:quot;)!
kulatiun cliT Lungengefäße und Überanstrengung der reobten Herz-httlfte zur I''()lge, Dio Tiere legen sich nicht, atmen langsam, tief und unregelmäßig (Vagusreflex), der Puls wird bald frequent und kaum fühlbar, so daß die Tiere an Erstickung zugrundegehen können. Tritt jedoch die Luft nur langsam ein. so entwickeln sich die Ersobeinungen allmählich und es überwiegen die der Dyspnoe.
Die erkrankte Seite des Thorax bewegt sich bei der Respira­tion unter Heben der Rippen und unter Stöhnen. Sie ist mehr oder weniger stark ausgedehnt. Die Perkussion ergibt einen über­lauten, tympanitischen Schall. Ist bei allmählich entstandenem Pneumothorax Infektion und Exsudation eingetreten, so findet man, der Höhe des Exsudates entsprechend, eine nach oben hin horizontal begrenzte üärnpfungslinie. Bei der Auskultation fehlt das Vesikuläratmen, hingegen hört man ein bauchendes Geräusch mit amphorischem Klang. Bisweilen fällt ein durch Husten sich steigern­des, metallisch klingendes Geräusch auf.
Bildet sieb der Pneumothorax durch Perforation einerLungenkaverne oder eines Abszesses aus, so tritt schwere Atemnot und erhebliches Sinken der Körpertemperatur auf.
Beim offenen Pneumothorax besteht: eine freie Verbindung zwischen der Luft in dem Brustfellsack und der äußeren Luft. Die Luft strömt durch die Wunde in der Thoraxwand oder in der Lunge bei jeder Exspiration aus und bewirkt eine Verlagerung der Organe. Der Befund bei Perkussion und Auskultation gestaltet sich wie oben beschrieben; jedoch hört man bei letzterer durch Ein- und Ausströmen der Luft ein lautes amphorisches Atmen.
Der fje sohlossed e 1' n e u moth o ra x kommt durch nachträglichen Verschluß der die Luft durchlassenden Öffnung zustande, bei pene-triorenden Brustwunden durch Vernähen oder durch einen abschließen­den Verband, bei einem Lungenriß durch Eibrinauflagerung oder durch Druck von selten exsudiertcr Flüssigkeit. Hei der Auskultation fehlen die lauten amphorischen Atemgeräusche.
Den Ventilpneumothorax iindet man in der Regel bei Lungen-zerreißnng und beim Durchbruch von Kavernen, Abszessen usw. Charakteristisch ist. daß die Luft während der Inspiration in die Pleurahöhle eintreten, während der Exspiration jedoch nicht wieder entweichen kann, weil die Öffnung durch Kompression des betreffen­den Lungenabschnittes und seiner Bronchien oder durch Fibrinschichten ventilartig verlegt wird. Die Folge ist eine starke Kompression der Lunge, Verdrängung der benachbarten Organe (Zwerchfell, .Mediastinum
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Krankbelteraquo; der I'loiini, dos Uerebeatela und dor Lungeu,
mit Herz, ^lim fmdet die betroffene Tboraxaeite .stork ausgedehnt, Durch Verlegung der Öffnung bildet sich ein geschlossener Pneumo­thorax aus. der aber nach Resorption dor Lufl unter Nachlassen des Druckes und Wiederfreiwerden der Öffnung in der Lunge von neuem /inn Ventilpneumothorax wird. In gleicher Weise kann derselbe durch Aspiration der I.ul'i (operativ) wieder hervorgerufen werden.
her partielle oder abgesackte Pneumothorax kannso gering sein, daß sieh intra vitam kaum Erscheinungen zeigen.
Prognose und Verlauf hängen beim traumatischen Pneumo­thorax vom Vorhalten der Wunde und davon ab, ob Infektions­erreger in die Pleurahöhle gelangt sind oder nicht, Häufig schließt sich die äußere Wunde bald. Wenn keine Infektion der Pleura erfolgt ist. kann nach Resorption der I.ul'i in kürzerer Zeit Heilung eintreten, wie dies die von Marek, Darrou u. a. mitge­teilten Falle lehren. Aneh die beim Kapitel Seitenbrustwundenlaquo; an­geführten Falle zeigen, daß penetrierende Wunden mit Lungenver­letzung und Pneumothorax ohne Reaktion verheilen können. Ebenso bedingt das vielfach gleichzeitig vorhandene Hautemphysem keine sehlecliU1 l'rogno.se.
Tritt jedoch eine Pleuritis auf oder geht der Pneumothorax von einer Lungenkaverne ans. so verschlechtert sieh die Prognose. zum Teil schon aus dem Grunde, weil von der entzündeten Pleura die ausgetretene Luft schlecht resorbiert wird.
Die Therapie hat sich zunächst auf Beseitigung der Herz­schwäche durch Kampfer-, Koffein- oder Alkoholverabreichung und bei penetrierenden Brustwunden auf geeignete Behandlung dieser zu erstrecken.
Wird der Überdruck in der Brusthöhle bedeutend, zeigen sich dieraquo; Erscheinungen der Dyspnoe in hohem Grade, so empfiehlt sieb Punktion und Aspiration der Luft ans der Pleurahöhle; bei kleinen Tieren mit einer Kanüle und Spritze, beim Pferde mit Hilfe eines Trokars oder eines Aspirators.
Man lasse bei der Exspiration die Luf( ausströmen und verhindere bei der [aspiration dus Einsaugen neuer Luft durch Fingerverschluß, Entweicht bei der Exspiration keine Luft mehr, so achte man darauf, daß die Kantlle ver­schlossen herausgezogen wird. Liegt ein Vontilpneumothorax vor, so kann wieder Luft nachströmen und eine mehrmalige Punktion erforderlich sein, wie in dem von Darrou erwähnten falle.
Bei l ratunutischem Pneumothorax erübrigt sieh jedoch vielfach ein solcher Eingrift', da bei sonst günstigen Verhältnissen die Luft bald
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Hitmotboraxinbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 7515
rosorbiert wird. Lieut bereits nebenher pleuritisches Exsudat in der Brusthöhle vor, so kann bei starker Dyspnoe eine Entleerung desselben geboten erscheinen. Man warte jedoch möglichst lange zu, weil an Stelle der künstlich entleerten Flüssigkeit leicht Luft nach-strünii.
In Boloheo Füllen empfiehlt es sicli Dicht, das ganze Exsudat aid' einmal zu eatfernon, Bondern lieber mebrmala zn punktieren, Ist das Exsudat t^iturij.', .-raquo; kann noln'ii dor l'nnktion mit der Hohlnadel oder dem Trokar die Uipjion-i'OBoktion in Frage kommen, vor allem wenn die Erkrankung der Lunge gering erscheint. Vielfach ist jedoch die gleichzeitige Pneumonie so hochgradig, daß man diesen für (fas Tier niclit ungefährlichen operativen Eingriff unterlößt und sieh mit der Entleerung der Flüssigkeit und der Luft begnügt.
Literatur.
Bock, Die chirurgischen Krankheiton der Brust. 1909. — Douvillo, Ueo. de meld. vü. 1007. Priedborgor-Fröhner, BpeRielle Pnthologie und Therapie. Bd. II. v. Bergmann-Bruus, Handbuch der pmktisohen Chirurgie. 1907, Bd. II. — Marek, Zeilsehrlfl für Tiermedizin, 1905. - Möller-Friok, Lohrbuoh der Chirurgie. iintH. - Ferner die Literatur über Seltonbrustwunden und Rippenbrücho.
II. Hämothorax.
Begriff. Unter Hämothorax versteht man eine Ansammlung größerer Blutmengen in der Pleurahöhle,
Aiiolo^'ic. Her Hitmothoras entsteht bei Verletzung größerer (lei'äl'ie im Pleurasaok, und/.war meistens hei starken Quetschun­gen der Seitenbrust, bei penetrierenden Brustwunden, bei Rippenbrüchen und Brustbeinbrüchen, bei Lungenwunden, bei Verletzungen des Herzens usw. Endlich kann das Leiden noch auftreten bei Lungenkavernen (Korrosion) und beim Zerreißen
vi in A o l'ten a n e u r vsm e n.
Symptome. Die Symptome sind in erster Linie die derLungen-
kompressinn (siehe Pneumothorax), der Anämie (blasse Schleim-häute) sowie der Herzschwttche. Sodann findet man bei der Per­kussion eine horizontal begrenzte Dttmpfungslinie und bei der Aus­kultation ilhnliche Symptome wie beim llvdrothorax. Sind grolle Blut-mengen in die Pleurahöhle ausgetreten, so können die Patienten in kurzer Zeil zugrundegehen, anderseits wird das Blul allmählich resor­biert. Bisweilen kann jedoch, da der Hämothorax öfter mit dem Pneumo­thorax zustimmen auftritt, eine Zersetzung des Blutes beziehungsweise eine Infektion eintreten. Man findet dann unregelmäßiges Fieber und die Erscheinungen des Empyoms.
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KiMiiklicilon der l'louru, des Herzbeutels und der LuDgOD.
l)ii! Ersolidinungen des HäinothoraK, den wir als eine Begleit-erscbeinung l)ei penetriereuden Soitenbrustwunden beobachten, sind bereits auf Seite 711 und 712 besprochen worden.
Die Dia^'lioso ist nicht schwel', wenn Lungensohttsse, sonstige penetrierende Wunden oder Rippenbrüohe das Vorhandenaein eines lläinothorax schon verninten lassen. Der Vorbericht. die Krscheinunlt;gt;'en der LungenkompresBion, die Anämie und das Ergebnis der Perkussion und Auskultation sichern gewöhnlich die richtige Diagnose.
Prognose. Diese ist ungünstiger als beim Pneumothorax, da das Blut viel schwerer resorbiert wird ids die Luft und in den ersten Tagen dauernd die Gefahr der Zersetzung des Blutes be­steht. Eine Infektion der Pleura ist bekanntlich in beiden Fällen zu befürchten. (Vgl. das Kapitel raquo;Seitenbrustwundenlaquo;.)
Therapie. Da an eine Unterbindung blutender Gefäße nicht zu denken ist (mit Ausnahme der Interkostalartevien), so sind /.unachst palliative Maßnahmen angezeigt. Alan gehe Kochsalzinfusionen, und zwar grolle Mengen, -1 (i / der physiologischen Kochsalzlösung. Bei kleineren Tieren sind Narkotika angezeigt, um Husten und angestrengte Atembewegungen zuruc kzuh a 1 ten.
In vielen Fällen ist die sofortige Punktion von großem Vorteile, insbesondere wenn stark komprimierende und Atemnot erzeugende Blntansammlangen vorliegen. Es ist dann aber ratsam, nur so viel Blut ablaufen zu lassen, dessen Menge ausreicht, die Drucksymptome zu beseitigen. Eventuell ist die Punktion zu wiederholen.
Sind jedoch heim llämothorax noch keine bedrohlichen Erschei­nungen vorhanden, so empfiehlt es sich, mit der Punktion so lange zu­zuwarten, bis Thrombose der verletzten Gefäße eingetreten ist.
Die Operation geschieht nach denselben Regeln wie beim Ilvdro-thorax. Bisweilen sind, wie die Mitteilungen von Darrou u.a. lehren, trotz mehrmaliger Punktion des llämothorax die Erfolge gute.
Literatur.
Siebe die Literatur ober Seitenbrustwunden, Btppenbrflcbe und Ilydrothorax.
III. Hydrothorax.
Begriff und Vorkoiunieil^ Unter Hydrothorax verstellt man strenjr genommen die durch chronische Krankheitszustände
des Herzens, der Lungen, der Leber und der Nieren hervorgerufene An­sammlung von Flüssigkeit i'Transsudat) in den Pleiirahühlen.
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Hydratborax,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;?;');'gt;
Aus praktischen Griimlen erscheint es jedoch angezeigt und es ist auch allgemein Üblich, jede Änsammlang von seröser Flüssigkeit ohne Bücksicht auf Entstehung und Zusammon-setzung derselben unter diesen Betriff zusanimenz ui'assen. vor allein die durch exsudative Pleuritis bedingte.
Während man den eigentlichen Hydrothorax vornehmlich nur bei kleinen Haustieren (Hunden) lindet und ihn bei Pferden nur äußerst selten beobachtet, tritt bei den letzteren fast ausschließlich der durch exsudative Pleuritis hervorgerufene auf.
Ätiolog?le. Wie bereits ausgeführt, sind bei dem eigentlichen Hydrothorax chronische Organerkrankungen die Ursache, während Fl üsaigkeitsansammlungen in der Brusthöhle der Pferde, durch eine exsudative Pleuritis veranlaßt, in der Kegel nur bei der Brustseuohe in krage kommen. Alle Formen können in kurzer Zeit entstehen.
Betreffs des anatomischen Befundes verweise ich auf die Lehr­bücher der speziellen Pathologie und Therapie.
Symptome. Das klinische Ilauptsymptoni ist für jede Form des Hydrothorax eine auffallende starke Atembeschwerde. Die Dyspnoe ist vorwiegend inspiratorisch. Die Atmung geschieht unter starker Zuhilfenahme der Bauchpresse (abdominaler Typus), wobei die Wirbelsäule in der Lendengeamp;rend aufsrekrümmt wird und die Tiere mit dem ganzen Körper bisweilen rhythmische Vor- und Klickwärtsbewegungen ausführen. Bei der im Verlaute der Brust­seuche durch eine Pleuritis bedingten Flüssigkeitsansammlung sind die Atmungsbewegungen schmerzhaft und werden häufig unter Stöhnen ausgeführt. Hierbei stehen die Pferde, um den schmerzhaften Thorax zu entlasten, mit gespreizten Beinen (sägebookartig), stellen den Thorax fest und atmen fast ausschließlich unter Zuhilfenahme der Bauchpresse.
I )ie Perkussion ergibt in allen Fällen eine nach oben hin horizontal begrenzte Dämp fungslin ie und in den gedämpften Partien vermehrten Widerstand unter dem Hammer. Bei kleinen Haustieren läßt sich durch verschiedene Lagerung der Tiere diese Linie verschieben.
Die Auskultation des Hydrothorax hat häufig ein negatives Resultat, bisweilen hört man Flüssigkeitsgerilusche (Plätschern) und fohlendes oder stark abgeschwächtes Bläschenatmen, über der horizontalen Dämpfungslinie vielfach Bronchialatmen.
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Krankheiten der Pleura, dea Herabeutela und der Lunireu,
Bei lt;li'r akuten exsudativeu Brustseuohepleuritia lassen sich in der Regel bei der Perkussion und beim Drucke auf die Inter­kostalräume Schmerzen auslösen (Stöhnen und Ausweichen),
Die Beschaffenheit des Pulsos gibt für die Diagnose wenig Anhaltspunkte, während die Temperatur nur bei der akuten Brustseuchepleuritis erhöht ist.
Die Diagnose bietet im allgemeinen keine Schwierigkeiten. Jedoch ist bei der serofibrinösen Pleuritis der Pferde häufig die Dämpfungs-linio nach oben nicht borizontal begrenzt, weil die oberhalb der FlUssig-keitsansammlung auf der Pleura lagernden Fibrinbolflge eine scharfe Begrenzung verhindern, Kino Unterscheidung des Stauungshydrothoras von dein durch exsudative Pleuritis bedingten ist nach exakt durch­geführter Allgemeinuntersuchung in der Regel nicht schwierig.
Für beide Zustande kommen differentialdiagnostisch die verschiedenen Arten der Lungenentzündung und die Pleuritis sicca in Betracht.
Das sicherste Hilfsmittel, um überhaupt einen Hydrothorax mit Sicherheit zu diagnostizieren und dann auch noch den durch chronische (gt;rganerkrankungen verursachten Stauungshydrothorax von der durch entzündliche Prozesse der Pleura hervor­gerufenen Flllssigkeitsansaramlung zu unterscheiden, bleibt die Probepunktion.
Gleichzeitig gibt die weitere Untersuchung der durch Punktion erhaltenen Flüssigkeit Aufschluß darüber, ob wir es mit einem Exsudat (exsudative Brustseuchepleuritis) oder mil einem Trans-sudat (Stauungshydrops) zu tun haben. Bekanntlich enthält ein Exsudat gewöhnlich 4—6%) ein Transsudal hingegen nur 2—3% Eiweiß,
Prognose. VAw einheitliche Prognose läßt sich nicht stellen. da der Bydrothorax nur einen Folgezustand anderweitiger Krank­heitsprozesse darstellt. Nur die Art der Primärerkrankung kann für die Vorhersage maßgebend sein.
Quoad restitutionem isl die exsudative Brustseuchepleuritis am günstigsten zu beurteilen, vorausgesetzt) dab nicht z, B, durch den Durehbruch einer Lungenkaverne bereits eine septische Infektion der Pleura eingetreten ist. Die Erfahrung lehrt nämlich, dab deren Exsudat bei normalem Krankheitsverlauf in wenigen Tagen resor­biert oder durch die Thorakozentese dauernd beseitigt werden kann, während ein durch chronische Her/.-. Lungen-, Leber-. Nieren­krankheiten hervorgerufener Stauungshydrops nach vorgenommener
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liydro thorax,
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Punktion fast immer rezidiviort, Der Qi'und für diese Tatsache ist darin zu suolien, daß os niclit möglich ist, (lurch die Punktion das Primürleiden zu beseitigen.
Ungünstig sind auch die Fälle von exsudativer Pleuritis zu prognostizieren, bei denen bereits eine septische Infektion eingetreten isl und bei denen die mikroskopische Untersuchung der durch die Probepunktion entfernten Flüssigkeit die Anwesenheit von ßakterien ergibt. Eine eingetretene Infektion läßt sich auch durch den üblen Geruch und die grünliche Verfärbung des Exsudates erkennen. Das Transsudat und auch das aseptische Exsudat sind geruchlos und wässerig oder mehr oder weniger stark u'elh gefärbt,
Therapie. In allen Fallen von Hydrothorax ist zunächst eine symptomatische Behandlung angezeigt. Diese hat sieh besonders auf die vielfach vorhandene Herzschwäche zu erstrecken. Letztere wird durch eine Anzahl teils per os. teils subkutan zu verabfolgen­der Arzneimittel, den sogenannten Exzitantien, bekämpft.
Ferner ist stets eine frühzeitige Thorakozentese anzuraten, die zwar vielfach das Leiden nicht dauernd beseitigt, in allen Fällen aber günstig auf das Allgemeinbefinden der Tiere ein­wirkt. Bei der exsudativen Brustseuchepleuritis findet häufig schon nach einmaliger Punktion keine neue Ansammlung von Flüssigkeit statt, in anderen Fällen tritt zwar eine Wiederansammlung des Exsudates ein, jedoch gelingl es auch dann nicht selten durch mehrmalige Punktion vollständige Heilung zu erzielen.
Die Thorakozentese kann geschehen mil Hilfe des Trokars bei kleinen Haustieren durch eine. Hohlnadel oder unter An­wendung des Dieulafoyschen Aspirators. Letzterer wird nur selten benutzt. Für Pferde bedient man sich am besten eines nicht zu starken Trokars.
Die Operation geschieht am Btehenden Pferde, Hunde etc. in der Weise, daß man nachBasieron und gründlicher Desinfektion der Operationsstelle, welche sich auf der linken Seite im siobentou, auf der rechten Seite im sechsten Interkostalraum, beiderseits zirkaeine Hand breit oberhalb derV.thorac. lat. (Sporader) befindet, mit dem durch Auskochen steril gemachten Trokar in den Interkostalraum an der bezeichneten Stelle einsticht. Dabei ist darauf zu achten, daßdie Haut über den Interkostalraum hinweg verschoben und der Trokar am hinteren Rande des betreffenden Interkostalraumes eingeführt wird, um eine Verletzung der am hinteren Eande tier vorhergehenden ßippe verlaufenden Zwischenrippengefäße zu vermeiden. Ferner ist es aus prakti­schen (laquo;runden ratsam, beim Einstechen das Ende des Heftes desTrokai'S gegen
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KranUlu'iton der l'leura, Jos Herzbeutels und der Luugeillt;
die Höhlung dar rechten Hand zu stemmen und mit Daumen und Zeigefinger die Hülse dort zu umladsi'i}, bis zu weleher Stelle das Instiument eingeiuhrt werden soll. Nach dem Einstechen desTrokars und dem Herausaiehen des Stiletts läuft die Flüssigkeit in der Regel anfangs unter kontinuierlichem Sti'abl abi Qesobieht dies nieht mehr, sistiert das Ausfließen plQtzliob, so verschließt in der Regel ein Pibrinpfropf oder ein vorliegendes größeres Qerinnsel die in der Brusthöhle hellndlielie Öffnung der Hülse. Beide beseitigt man dureli Hinlüliren einer eben­falls ausgekochten Sonde. Immer halte man den Zeigefinger der linken Hand, welche die Hülse hält, auf die Trokaröffuung, um ein Nachlassen des Flüssig* keltsabflusses vor allem bei der Jedesmaligen Esspiratioo oder beim lluaten zu vermeiden, damit nicht Luft in die l'leurahöble eingesaugt wird und sich nach-trttglioh noch ein Pneumothorax ausbildet. 1st der ganze Inhalt abgelaufen, so führt mau das Stilett wieder ein, zieht den Trokar zurück, indem man die Haut in der Umgebung der Einstichstelle gegen die Brustwand drückt, verschiebt die äußere Haut und deckt, die Stiohöfloung in der Haut mit Airoljiasto oder Jodo-formkollodium und einem kleinen Wattebausch ab.
Die Menge der entleerten Flüssigkeit kann sohr groß sein.
In einem Falle haben wir einem Pferde aus eExsudat entleert, ohne daß bedrohlißhe
eurahühle
I e rzs vm p to in e sieh
bemerkbar machten.
Hat man auf der einen Seite bereits eine erhebliche Menge Flüssig­keit vorgefunden, so empfiehlt es sich, falls die andere Plearahöhle auch angefüllt ist. diese erst nach 24 Stunden zu punktieren.
Zeigt ein Patient große Herzschwäche, so tul man gut, dem­selben eine halbe Stunde vor der Punktion ein Exzitans zu ver­abreichen. Als solches leisten zirka bg Koffein in Lösung, subkutan injiziert, sehr gute Dienste.
Nach der Punktion bessert sieh das Allgemeinbefinden der Tiere in der Regel zusehends. Es ist nur zu beachten, ob nicht nach einiger
Fig. 241.
Zeit eine nochmalige Punk-
tion erforderlich wird.
fürchtet man bei Anwendung des e i n-f a c hen Trokars eine L u f t-aspiration, so kann mau sich auch des Billroth-schen Trokars (Fig. 241) bedienen.
iraquo;-
Trokar nach Bi 11 rotli.
Bei diesem geht von der nicht gefensterten Hülst! ein Seitenarm ab zum Ansalze eines Gummiscblauches. Beide Kanülen (Hülse und Seitenarm) sind durch Hähne absperrbar, Hinter dem Sporrhahn der Hauptbülse wird der Grill
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llydrothorax.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;709
angoätwkt, der eigeutlioh fine Stojifbiiclisc darstellt, dureli die das Stilett luft dielit diircldiiuFt.
Dieser Trokar bat nach Bayer vor anderen zum Bruststioh empfohlenen Instrumenten viel vomus. 15ei riohtiger Handhabung ist jeder Luftzutritt in die Brusthöhle ausgesohlossen. Er ermöglloht eine Reinigung der mit Fibringerinusel verstopften Kanüle durch bloßes Verschieben des Stiletts und wirkt endlich durch den angesteckten Qummlsohlauoh wie ein Saugheber. Hierauf ist besonders Qewioht zu legen, da vitlfstcli angenommen wird, daß der Schlauch nur den Kintritt von Luft in die Pleurahöble verhindern soll. Die Im Schlauche befind­liche Flüssigkeitssäule stellt die saugende Kraft dar, ihr allein 1st es möglich, die laingeiielastiziliU zu überwinden, so dab sieb die betreffende Lunge wieder gegen die Hrustwand legt und mit Luf( anfülll.
Das Instrument wird in der Weise angewendet, dalJ man naeb dem Ein-Stechen desselben zunäebst das Stilett ziirüekziebl, den Sperrlialm der geraden Hülse schließt und dann erst den Hahn am seitlichen Ausflußrohr öffnet. Mit dem Stilett, kann man auch zu gleicher Zeit den Griff entfernen. Soll bei diesem BillrothschenTrokar der Abfluß der in der Pleurahöble angesammelten Elüssig-keit unterbrochen werden, so darf mau dazu nicht den Sperrhahn an der Seiten­kanüle abdrehen, weil dadurch die Wirkung derselben als Saugheber aufhört, die unterhalb des llnlins beflndliche Flüssigkeitssäule abfließt und nach dorn Wiederöffnen des Halmes anstatt. Ausfließen von Flüssigkeit, leicht eine Aspira­tion von Luft statthat. Will man das Abfließen unterbrechen, so drücke man nur das unterste Ende des Schlauches zusammen, so daß in ihm oberhalb eine Flüssigkeitssäule zurückbleibt, welche beim Nachlassen des Druckes sofort wieder saugend wirkt (Bayer).
Beim Hindo empfiehlt Frick den Bruststich auf der linken Seite im achten, auf der reeiiten im sechsten oder .siebenten Z w isohenr ippenraum.
Beim 11 undo wird die Thorakozentese in der Regel linker­seits im siebenten oder sechsten, reohterseits im fünften Interkostalraurae ausgeführt. Vielfach ist Tuberkulose als Ursache der Flüssigkeitsansammlung zu besohuldigen. Es ist darauf zu achten, daß die Operation möglichst am stehenden Tiere vorgenommen wird, da die Patienten mit Hydrothorax, auf den Tisch gelegt, leicht zugrundegehen. Eine gleichzeitige medikamentöse Behandlung ist bei diesen Tieren stets erforderlich (siehe die Lehrbücher über spezielle Pathologie und Therapie). In der Regel muß der Bruststioh wieder­holt werden.
Literatur.
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7(iünbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Knmklicilon dur l'Unira, lies Herzbeutels und dor l.ungon,
IV. Pyothorax (Empyema pleurae).
Definition! Qnter Pyothorax versieht man eine Eiteransamm­lung in den Pleurahölilen, Eilufig hal die Erkrankung nicht einen rein eiterigen, sondern infolge Mischinfektion einen ei terig-j auch igen Char a ktor.
atiologie. Das Leiden entsteht entweder durch Enfektion der Pleura infolge Ubergreifens von eiterig-jauchigen Prozessen in den Lungen oder auf hftraatogenem Wege (selbständige eite­rige Pleuritis) oder endlich durch Infektion von außen hernach I! rust \v u nd e n. RippenbrUchen, vereiterten II iima I omen und in seltenen I-'fiilen auch nach der Th n ra ku/.ont ese.
S\'iii|raquo;tt)iiu'. Die für die Diagnose in Betracht kommenden ört­lichen klinischen Erscheinungen gleichen, abgesehen von den Fällen, in wehdien derPyothorax durch die erwähnten traumatischen Ursachen von außen her) hervorgerufen ist. den beim Hydrothorax beschrie­benen, -Nur ist beim Pyothorax in der Hegel eine weit erheblichere Störung des Allgemeinbefindens zu konstatieren. Als Zeichen der Enfektion finden wir hier gewöhnlich erhebliche Temperatur­steigerungen, die beim Hydrothorax vollständig fehlen können. Auch ist die Herztätigkeit in höherem Grade in Mitleidenschaft ge­zogen. Weiterhin läßt die färbe der Lidbindehaut (höhere Rötung oder schmutzige Verfärbung derselben) auf stattgehabte Infektion schließen.
Ferner ist für die Diagnose das Ergebnis der Blutunter-suchung von großem Werte, insofern als erfahrungsgemäß bei solchen mit Eiterung verbundenen Krankheitsprozessen beim Pferde eine mehr oder weniger starke Vermehrung der weilten Blutkörperchen (Hyper-leukozytose) beobachtet wird.
Endlich linden wir beim Pyothorax hochgradige Störungen in der Futteraufnahme und in der Verdauung, sowie schwere
psychische Depression.
Diagnose. Schon aus den erheblichen Störungen im Allgemein­befinden läßt sich in Gemeinschaft mit dem klinisch erbrachten Nach­weis einer Flüssigkeitsansammlung in der Brusthöhle Isiehe Hydro­thorax) in der Regel mit einiger Wahrscheinlichkeit auf das Vor­handensein eines Pyothorax schließen. Die einwandfreie Diagnose sichert jedoch eine Probepunktion. Nur hierdurch ist mit Sicher­heit der Nachweis einer eiterigen Flüssigkeitsansammlung zu ermög­lichen.
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Pyotborax.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;li'tl
Die Prognose ist beim Pyothorax immer angUnstig zustellen,
da eine Heilung desselben, vor allem eine spätere völlige Dienst-braußbbarkeit des Patienten, Inder Hegel zu den Seltenheiten ge­hört. Daß es jedooh in vereinzelten Fällen gelingt, den Pyothorax zu heilen, beweisen die von Gautier, Graae, Bergeon u.a. mitgeteilten Fälle. Diese wenigen Heilerfolge lassen jedoch im allgemeinen eine gün­stigere Beurteilung der Erkrankung nicht zu. (Vgl. auch das Kapitel raquo;Seitenbrust wundenlaquo;.)
Therapie. Die Behandlung des Pyothorax hat vorzugsweise auf operativem Wege zu erfolgen. In erster Linie ist durch die Thorakozentese für Entfernung der eiterigen beziehungsweise eiterig-jauchigen Flüssigkeitsansammlungen zu sorgen. Daneben sind jedoch durch antisoptische Ausspülungen die örtlichen eiterig-jauchigen Erkrankungen innerhalb der Brusthöhle zu bekämpfen. Um diese Behand­lung in genügender, zweckentsprechender Weise durchführen zu können, wird außerdem häufig die partielle Resektion einer oder mehrerer Rippen erforderlich sein. Diese Operation läßt dann am ehesten Aus­sicht auf Erfolg zu, wenn die Erkrankung nicht über die ganze Pleura-hühle ausgebreitet, sondern auf einen umschriebenen Herd in derselben beschränkt ist (durch fibrinöse Verklebung oder fibröse Verwachsung des Lungen- und Rippenfelles abgekapselte Eiterherde).
Mit der operativen Behandlung des Pyothorax hat stets eine symptomatische Behandlung der begleitenden Krankheitserschei­nungen Hand in Hand zu gehen. In erster Linie sind zur Stärkung der Herztätigkeit und gleichzeitiger Bekämpfung des Fiebers große Kampferdosen (bis zu 2500// 01. camphorat. fort, subkutan pro die) und gegen die schwere psychische Depression und Mattig­keit, gleichzeitig zur Unterstützung der Kampferwirkung, mit dem Trinkwasser oder subkutan Alkoholgaben zu empfehlen. Daneben ist für Regelung der Diät und durch appetitanregende Mittel für die Hebung der Fu tterauf nahine zu sorgen.
Die Thorakozentese reicht, wie bereits erwiihnt; vielfacb nicht aus, um den Pyothorax, das sogenannte Empyema pleurae, mit gewünschtem Erfolge zur Heilung zu bringen, da mehrmalige Wiederholung dieses operativen Eingreifens und häufigere Irrigationen notwendig sind. Ks ist daher er­forderlich, die i'leurahöhle in größerer Ausdehnung zu eröffnen. In der Literatur sind vereinzelte Fälle verzeichnet, in denen durch einfachen Einsobnitt im Bereiohe des Interkostalraumes und mehrmaliges Ausspülen das in Rede stellende Leiden erfolgreich bekämpft wurde.
In mehreren Fällen ist jedoch durch partielle Kippenrcsek t ion der Pyothorax geheilt worden (Gautier, Skott, Cadeae), eine Operation, welche Biiyor-Pr6!iner, llttndbwoh. Bd. III., Inbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;rq
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Krankheiten der I'lenrii, dos Herzbeutels und der Lungen,
aufli in der MeneohenheükuDde sehr oft anr Heilung des Empyoma iingo-wendet wird.
In der Kegel wählt man zu dieser Operation die ßegend der seohsten und siebenten Rippe im Bereiche des unteren Drittels der Bmstwund. Am stehen­den Pferde sehneidet man nach dem Rasieren und griindliehem Desinfizieren der Haut auf der Höhe, in der Mitte der Kippe und parallel zum Rande der­selben, bis auf das Periost in einer Länge von 10—16 cm ein und spaltet dann das Periost. Dieses präpariert man möglichst ringsherum von der Kippe ab, führt am besten eine Kettonsäge unter der Kippe dureb und durchsägt diese an zwei Stellen, so dail ein zirka 10 cm langes Stück von ihr abgetragen wird.
Will man das Periost nicht schonen, so kann man mit Hilfe einer Stich­säge, wie dies Gautier ausführte, ein Stück aus der Kippe heraussagen. Gau tier eröffnete sogar vorher im Interkostalraume die Pleurahöble und ent­fernte dann erst das Stück Kippe. Im ersteren Falle ist es möglich, die Inter­kostalgefäße zu schonen, während diese im letzteren Falle verletzt und unter­bunden werden müssen.
Ist das RippenstUck reseziert, so werden die Fascia endothoracica und die Pleura costalis parallel zum Verlaufe der angrenzenden Kippen eingeschnitten. Darauf läßt man den Inhalt der Pleurahöble langsam ablaufen und kann mit dem Finger die vorliegenden Fibringerinnsel entfernen. Gautier führte sogar die ganze Hand ein, um die Gerinnsel zu beseitigen. Dann inigiert mau die Empyemhöhle mit sterilisierter physiologischer Kochsalzlösung aus, legt einen Verband an oder tamponiert die Wunde mit Jodoformgazo aus. Die Tampons werden durch zwei bis drei llautuähte fixiert. Vom nächsten Tage ab wird die Empymhöhle täglich ausgespült und die Wunde tamponiert.
Gautier entleerte bei einem Pferde nach der Kippenresektion 30 / einer eiterigen Flüssigkeit aus der Brusthöhle, irrigierte anfangs mit .'i0,'oigem Karbol­wasser, späterhin mit Kreolin- und Lysolwasser, Der Patient zeigte am vierten Tage nur noch eine Körpertemperatur von SS'l und ließ in der Futteraufnahme nichts zu wünschen übrig. Nach zwei Monaten konnte Gautior nur noch einen Finger zwischen Lunge und Brustwand einführen. Zu dieser Zeit wurde das Pferd schon wieder geritten, ohne Atembeschwerden zu zeigen. Da die Epidermis-rändor sich nach innen eingestülpt hatten, blieb eine kleine Fistel zurück, jedoch verrichtete das Tier seine Arbeit und trabte täglich lb km zweispännig im Trabe.
Cadeac und Skott konnten ein Faipyomn pleurae durch Kippenresehtion heilen, so daß die Pferde wieder gänzlich gebrauchsfähig wurden. Letzterer legte dem Pferde nach der Operation einen Tubus als Drain ein.
Literatur.
[tnyer, Oporationslebrc. Bchrift ffii VeterinÄrknndo. 1D03.
Giuitler, Kefsral Ellonberger-SchtUlaquo;. 1001
lt;;nuti c r, Zeit-
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FlUBgigkeltsanBaaiinluugen im Hensbeutolcnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 768
V. FlÜBsigkeitsansammlangen im Herzbeutel.
Voi'kiHiniu'ii. Derartige ITlUssigkeitsaiisammlangen kommei] be­sonders bei Rindern vor. jedoch beobachtet man sie auch heim Pferde. II und usw. Sie treten bei Bindern mit wenigen Ausnahmen im Verlaufe der traumatischen Perikarditis, bei Pferden und Hunden entweder als Begleiterscheinungen von akuten [nfektions-kraukheiten oder als Folge von chronischen Organkrankheiten (eigentlich Eydroperikardium) auf.
Betreffs der näheren l'rsaclicil. der SymploillC. der DiagllOSO usw. verweise ich auf die Lehrbücher der speziellen Pathologie und Therapie.
Therapie. Die Behandlung aller gefahrdrohenden Flllssig-k eitsansam ml un^en im llm'/dieutel hat sich in erster Linie auf Entfernung der Flüssigkeil aus dein Herzbeutel zu erstrecken.
Bei weniger bedrohlichen Graden kann, um die Resorption des Herzbeutelexsudates beziehungsweise -transsudates zu befördern, eine operative (Aderlaß) oder medikamentöse Behandlung (Di-uretika. Drastika) versucht werden, durch welche dem Körper Flüssig­keit entzogen wird. Zur Unterstützung der Herztätigkeit sind dabei die bekannten Herzmittel (Exzitantia) in Anwendung zu bringen.
Die Punktion wird am häufigsten heim Kinde im Verlaufe der traumatischen Perikarditis ausgeführt, und zwar nicht, um eine dauernde Heilung zu erzielen. Es handelt sich in der Regel nur darum. die bei diesen Tieren im Verlaufe des Leidens vielfach auftretenden und ihren Schlachtwert beeinträchtigenden Ödeme im Pereiche der Vorbrust und des Halses vorübergehend zu beseitigen und dadurch eine rationellere Verwertung der Tiere zu ermög-li dien.
Die Elei'zbeatslpunktion buim Kinde vvirdtiach Moussu zweckmäßig von der Schaufei knoi'pelgogend aus vorgenommen. Diese Methode but den Vorzug, daß dabei weder das Bauchfell verletzt noch die Brustfellsäcke er­öffnet woolen.
Wenn die IliiiterextromitiUen der Tiere und der Kopf gut gefesselt sind, so kann man am stehenden Rinde operieren. Von der linken Seite aus legt man einen Schnitt durch die Haut und die ödematös durchtränkte Unterhaut. Mau beginnt mit der Sohnittführung ungefähr 20 cm vor dem Eintritte der so­genannten Milchader, schneidet auf den Ansatz des Sehaufelknorpels zu und luhrt die Schnittlinie so, daß diese den Winkel, welcher von dem linken Rippenbogen (Arcus costarum) und der Linea alba gebildet wird, halbiert. Darauf präpflrierl man die dünne Muskehchicht vom Schaufelknorpel ab und
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Krankheiten der Pleura, des Herzbeutels miü der Lungen,
ihirolistolit mit dem sondierenden rechten Zeigefinger diis Fettpolster uauh der [lerzspitze zu. Man findet dabei den gefällten, sieh durch Bandmasson mit dem Sternum verbindenden liersheutel beziehungsweise dossen Spitze umi fiililt mich die Bewegungen cles Herzens durch. Mit der anderen (linken) Hand wird ein durch den linken Zeigefinger dirigierter mittelstarker Trokar an dem rechten Zeigefinger vorbei und nur wenige Zentimeter tief nach vorne und medianwiirts in den gefüllten Herzbeutel eingeführt.
Hat mau das Exsudat ablaufen lassen, so empfiehlt es sieh, nach dem Vorschlage von Moussu, den Herzbeutel mit verdünnter, auf Körpertemperatur erwärmter Kochsalzlösung zu irrigieren, die. Wunde mit Gaze zu drainieren und unter Zuhilfenahme eines Gurtes einen Schutzverband anzulegen,
Dio Udemo am Halse und an der Brust sind nach zwei Tagen zum größten Teil und nach vier bis seehs Tageraquo; giinzlieh vursehwumlen. Hiermit ist der Zweck der Operation erreicht.
Beim Pferde gilt als Regel, nur dann zu punktieren, wenn die medikamentöse Behandlung ohne Erfolg blieb, oder wenn die Flüssigkeitsansammlung einen derartigen Umfang ange­nommen hat, daß ein tudlioher Ausgang bald bevorsteht. In solchen Fällen fllhrl man den Trokar im vierten oder fünften Inter-kostalraura linkerseits eine Hand breit oberhalb der ünterbrustfläche ein und folgt im weiteren den früher beschriebenen Regeln.
Literatur.
Bayor, Oporutioneleliro. 19ÜÖ. -#9632; Fröhnör, Lebrbucli der speziellen ruthologie und Therapie. l'jos. — Friok, Tiorllntlidio Operatlonslehre. 19C0. Moussu, Kecueil de iniid. \.i. 1001. sto,-k-fletli, Hnndbnoh der tierfirztlichen Chirurgie. 1881.
VI. Wunden der Lungen.
Begriff und Vorkommen. Unter einer Winnie der Lungen verstellen wir Jede! blutige ParenohymVerletzung derselben. Diese werden bei den Tieren uicht selten angetroffen, bei den kleinen Haus­tieren jedoch häufiger als bei den grollen.
Atiologie. Die Ursache dieser Verletzungen sind außer den Verletzungen durch den Trokar beim Bruststich entweder diejenigen der penetrierenden Brustwunden (eindringende Deichselstangen, Seherbäume, Eggezinken, Haken. Geschosse, spitze Instru­mente) oder Stücke von benachbarten, auf subkutanem Wege zer­trümmerten Kippen oder, wie /.. li. beim Rinde, vom Magen quot;der vom Schlünde aus eindringende Fremdkörper.
Anatomischer Befund und Symptome. Wahrend die Schnitt . Stich- und Rißwunden in der Regel nur die eine Lunge betreffen.
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Wunden dor Lungen,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 7Ö6
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rufen Sehn 11 wunden bei erhebliciier Rasanz des Gesohossos vielfach eine Verletzung beider Lungen, ja beider Brustwönde hervor (Ein-und Ausaohußöffnung). Die erstgenannten Arten von Wuoden bedingen zwar dieselben Erscheinungen wie die Sohußverletzung und die durch Quetschung veranlalUen, Jedoch fehlen bei jenen diejenigen schweren Komplikationen, wie sie bei Geschossen oder eindringenden stumpfen (!elt;renständen auch bei Zerschmetterung der Rippen und durch Fremd-
Onbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Oll
körper Zustandekommen können. Dagegen ist bei den Schnitt-, Stioh-und Rißwunden wieder die Blutung eine stärkere, weil die Gefäße quot;•latter durchschnitten werden.
Im allgemeinen sind die Symptome der Lungenverletzungen sehr verschieden und manchmal derartig undeutlich, daß man bei pene-trierenden Seitenbrustverletzungen, noch mehr aber bei subkutanen Rippenbrüchen aus dem unklaren Symptomenkoinplcx nicht mit Sicher­heit entscheiden kann, ob eine Lunge verletzt ist oder nicht.
Als wichtigste Erscheinung einer erheblichen Lungenverletzung fand ich bei Pferden, die keine Seitenbrustwunden aufwiesen und an einem äußerlich nicht sichtbaren Rippenbruch litten, einen blutig­schaumigen Ausfluß aus den Nasenlöchern und dein Maul. Diese Erscheinung wurde auch von llertwig. Üblich, Dornsprung-Zelizo, Larthomas u. a, beobachtet. Bei ganz oberflächlichen Lungen-wunden kann sie zwar leiden: sind jedoch größere Gewebsteile und Bronchien durchtrennt, so findet man dies Symptom immer. Durch Verlegung der Gefäße kann jedoch die Blutung bald aufhören.
Sodann tritt Husten und Hustenreiz auf. insbesondere wenn man gegen die verletzte Brustwand drückt. Die Tiere stehen meistens ruhig, atmen oberflächlich, auch häufiger als gewöhnlich und suchen den Hustenreiz zu vermeiden,
Als weiteres, zwar nicht charakteristisches Symptom, kann man die Erscheinungen der Atemnot linden. Diese sind teilweise durch das sich in der Brusthöhle ansammelnde Blut (Ha mo thorax), nämlich durch Kompression der Lunge und Verdrängung des Herzens, weniger durch Pneumothorax bedingt. Bei Stich- und Sohußverletzungen, durch welche die Brustwand nur in kleiner Ausdehnung verwundet ist, ins­besondere aber nach subkutanen Rippenbrüchen mit Lungen Verletzungen überwiegen dieSvmptome des Häinothorax. Auch der bei größeren Wunden eintretende Tod wird meistens durch die Blutansammlung in der l'leurahöhle bedingt.
Endlich findet man oft ein Emphysem (Dornsprung, Wiesner), welches um so ausgebreiteter ist, je weniger die Luft von außen nach
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Krankheiten der Pleura, des Herzbeutels und der Lungen,
innen und umgekehrl durchströmen kann. Auch wird bisweilen ein Vorfall eines Lungonteiles beobachtet.
Heilen die Lungenwunden nicht reaktionslos ab, so zeigen sich nach kurzer Zeil die Anzeichen der Infektion. Diese tritt besonders in den Füllen ein. in welchen durch Schuß- oder Quetschwunden Fremdkörper in die Pleurahöhle oder in die Lunge gelangt sind. Es kann sich eine [nfiltration der Lunge, eine Pneumonic, Lungengangrän oder eine eiterige Pleuritis oder ein Pyo-Pneumothorax oder ein Bämo-Pyo-Pneumothorax ausbilden. An diesen Komplikationen gehen die Tiere dann in der Regel bald zugrunde. Audi sind in der llnmanniedi/.in vereinzelte ITftlle von Tetanus beobachtet worden.
Bei Pferden wirken die Ursachen, welche die Lungenwunden bedingen, bisweilen so erheblich ein, daß die Brustwand In groüer Ausdehnung zerquetscht wird (durch Deicliselstöläe, eindringende Scher­bäume, nach Karambolagen mit Kraftfahrzeugen). Dementsprechend sind die Lungenwunden vielfach so erheblich, daß die Tiere bald oder nach wenigen Stunden ihren Verletzungen erliegen. So wurde vor einiger Zeit ein Pferd in die Klinik eingeliefert, dem ein Scher­baum in die rechte Seitenbrust 40üm tief eingedrungen war. Der Befund war kurz folgender;
An der rechten Seitenbrust befand sieh direkt in der Mitte der Thorax tiiiolilaquo; nut der Holle der zehnten und elften Rippe eine Wunde, aus der Rippen-Bplitter hervorragten. Es bestand starke arterielle Blutung. Man hörte bei jedem Atemzug, daß Luft ein- und ausdrang. Aus den Käsen-löchern und dem Muni floß blutiger Suhaum ab. Die Atmung geschah angestrengt. Schleimhftute waren auämisoh. Diagnose: Lungenwunde, lliimo-l'neu motlniru x. Tod nach sieben Stunden.
Im patholegischeu Institut windlaquo; bei der Sektion folgendes er­mittelt: An der rechten seitlichen Brustwand in der Gegend der zehnten und elften Rippe befindet sieh ein bis in die Brusthöhle reichendes Loch von 8 cm Breite und lOcw Länge, Die zehnte und elfte Kippe sind an dieser Stelle gebrochen. Die VVundränder sind uneben und fetzig, blutig durchtränkt und mit Blutgerinnsel bedeckt. In den Brustfellsäcken etwa 51 einer hellroten, deckfaibenen Flüssigkeit, Brustfell im allgemeinen durchsichtig, feucht und glatt, an der Perforationsstello beziehungsweise an der Bruchstelle der zehnten und elften kippe weißgrau, trocken, mit Blutgerinnsel bedeckt. An dieser Stelle befinden sich außerdem unten- dem Brustfell murk- his fünfmarkstückgroße, schwarzrole Flecken mit unebener Begrenzung. Beide Lungen liegen frei in den Brustfell-eäcken, sind sehr klein und haben sieh sehr stark zusammengezogen
Oberfläche hellrotgrau, feucht und glatt. Bei genauem Hinsehen sieht man unter
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Wiimloii ihr l.iinijen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;7(')7
der Pleura Ketten von steoknadelkopf- bla hanfkorngroßen Luftblasen, iliraquo;' sich veraohieben lassen. Am rechten Lungenkörper befindet aicli auf der Rippon-
lliiclie ein 10 öm langer und ;)'•/laquo; tiefer BIß, die li iind er sind uneben und mit Blutgerinnsel bedeckt. In der Umgebung diesea Kissoa ist das Lungen­gewebe blaß, aufgebläht, Sobnlttfläohe hellrot, feucht und glatt. Konsistenz weich,
elastisch und überall lufihaltig.
Einen bemerkenswerten Fall einer Lungen wunde, welche nicht durch eine perforierende Seitenbrustwunde, sondern infolge eines sub­kutanen Rippenbrucbes entstanden war und infolge hochgradigen Hämothorax tödlich endete, habe ich bereits auf S. 738 beschrieben und vorweist! darauf an dieser Stelle.
Es erübrigt sieh, kasuistisches Material über Lungenwunden an­zuführen, welche infolge Infektion tödlich enden, da der klinische und anatomische Befund keine Sonderheiten bietet. Fälle von Lungen­wunde mit vollständiger Vorheilung sind bei der Betrachtung über Seitenbrnstwanden erwähnt worden.
Die Diagnose der Lungenwunden ist in hochgradigen Fällen nicht schwer. Ist Jedoch die Lunge nur geringgradig und ober­flächlich verletzt, so kann das wichtigste Symptom (der blutig­schaumige Nasenausfluß) gering sein oder ganz, fehlen. Auch bei tieferen Lungenwunden ist zu bedenken, daß die Blutung infolge Ver­legung der Gefäüe schon nach einiger Zeit nachlassen kann.
Prognose. Zweifelhaft ist die Prognose in allen denjenigen fällen, in welchen die Lunge n ve rletzu ng als Komplikation ein er penetrierenden Brustwunde in Erscheinung tritt. Abgesehen von den Folgen des Ilämo- und Pneumothorax können die Tiere fürderhin noch an den folgen der Infektion (Pyothorax, Lungengangriln etc.) zugrundegehen. Letztere tritt um so leichter ein, wenn Fremdkörper, abgesehen von einem G-esohosse, dim Fall komplizieren. Daß jedoch auch Lungenwunden als Begleiterscheinung von penetrierenden Brust-wunden heilen können, /.eigen die auf S. 717 —719 erwähnten Fälle.
Wesentlich günstiger sind die in Rede stehenden Verletzungen zu prognostizieren, wenn sie durch ein Fragment einer auf sub­kutanem Wege eingedrückten Hippe oder von außen durch den Trokar beim Bruststich oder durch kleinkalibrige Geschosse bedingt, wurden. Wenn die Tiere nicht bald nach dem Unfall an den Folgen des Hämothorax eingehen, so können solche Lungenwunden bald ver­heilen. Jedenfalls heilen sie im ersteren Falle schneller als die Rippen-brüche selbst, Ob Atmungsbeschwerden (quälender Husten. Hoffmann)
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Krankheiten dor l'leuni. dos llorzbeutols und der LungSD.
zurückbleiben, hängt von dor Schwere dos Falles und davon ab, ob eine umfaugreiobe Verklebung der Pleurabltltter eintritt.
Der von der Langenverletzung aus sieli bildende Pneumothorax ist bei intakter Brustwand erfahrungsgetnttß nicht sehr zu i'iirehten. aueli ist eint? Infektion von den Luftwegen der Lunge aus selten.
Betreffs der Prognose der Lungenwunden mit zurückgebliebenen Fremdkörpern vergleicbe die Ausfuhrungen auf S. 715.
Therapie. Bei Wunden in der Thoraxwand, welche mit Lungenwunden kompliziert sind, suche man zunächst, nach Ke-eulierune der Wunde. Entfernen der Fremdkörper usw. die äußere 1^11111111^ zu stillen. Die Interkostalarterien sind bei gleich­zeitiger Rippenverletzung manchmal leicht zu unterbinden beziehungs­weise zu umstechen. Eine Blutstillung aus der Lungenwunde und aus anderen GefäÜen gelingt nicht.
Liegt zu gleicher Zeit ein Fro laps der Lunge vor, so kann man. besonders bei kleineren Haustieren, unter Anwendung peinlichster Antisepsis, den vorgefallenen Teil mit gutem Erfolge (siehe Kasuistik auf S. 717) durch Katgut. abbinden oder abnähen, darauf das ab­geschnürte Stück mit Hilfe von Schere und Messer entfernen und die Lunge versenken. Auf diese Weise hat Stookfleth einen Vor­fall der Lunge geheilt. Esvelt erzielte bei einem Pferde sogar Heilung nach Versenken des unversehrten vorgefallenen Lungenstiiekes.
Die Brustwunde wird gut vernäht und immer unter einem luftdichten Okklusiv verband gehalten, Patienten mit Lungen-wunden als Begleiterscheinung von subkutanen Rippenfrakturen gebe man nur vollständige Ruhe und beachte den Hämothorax, der eventuell, wie der Fall Darrou zeigt (S. 718). durch mehrmalige Punktion zu beseitigen ist.
Tritt Infektion der Lungenwuude und des Brustfelles ein. so behandelt man symptomatisch nach den für diese Komplikationen angezeigten Grundsätzen.
Literatur.
Sioho die Literatur und Kasuistik Aber Soitonbrustwuncton und [llppenbrücbo, — Bissangc, l'.nllol. do hi soc. laquo;mir, 1808.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Iianior und Potlt, lliidr-m, 1905. — Martin, AmcrK, Vaterin.
üoview, XW.
VII. Neubildungen in den Lungen.
Lungentumoren sind im allgemeinen sehr selten. In der Literatur findet man vereinzelte halle verzeichnet. Es handelt sich dort, meistens um L u n immi karzi n ome. Dieekerhoff und Grammlieh
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Neubildungen in den Lungen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;7(i(,t
beschreiben je einen Fall eines primflren Lungenkarzinoms. Ohirur-raquo;•isehe Bedeutung haben jedoch iius Dahellegenden Gründen der artige Fülle bei den großen Haustieren nicht,
Für den Hund liegen die Verhältnisse insofern günstiger, als bei diesem Tiere sehr wohl eine erfolgreiche Operation der Lungentumoren möglich ist, wie dies ein von Parascandolo mit­geteilter Fall zeigt,
Die in der Menschen he i 1 k u nde heute noch Üblichen Ver­fahren der Eröffnung dor Pleurahühlen /.um Zwecke chirurgischer Ein­griffe an den Lungen sind vein den Menschenärzten zum großen Teil zuerst an Versuohshunden erprobt und es ist gerade durch Versuche an diesen Tieren der Beweis erbracht wordenj daß eine partielle F.\-stirpation der Lunge (Pneumektomie) möglich und erfolgreich durch­zuführen ist.
Parascandolo führte unter Anwendung der künstlichen Respira­tion die Pneumektomie bei einem an Lungonkarzinom leidenden Hunde aus und erzielte vollständige II ei lung.
Symptome. Das betreuende Tier, ein fünf Jahre alter Jagdhund, zeigte seit einiger Zeit die ILrsoheinungen der Dyspnoe und Schmerzen beim Pa! liieren im Boreiche des Thorax. Ferner trat gelbrötlioher Nasenausflui.l .'tuf, in welchem sieh Zellen von elgentümlichei' Fenn vorfanden, Nun Zeit zu Zeit fieberte das Tier, Es miiehto sich eine auffällige Asymmetrie beider Hälften des Thorax bemerklich. Die rechte Thoraxwand wölbte sieh vor, ihre Bewegungsfähigkeit war vermindert, ferner zeigte sich bei der Perkussion im Bereiche des mittleren und hinteren Lungenlappens ein dumpfer Ton und bei der Auskultation abgeschwächtes Atmungs-£ e r ä u seh.
Thernpio. Da Parascandolo eine Neubildung in der Lunge vermutete, entschloß er sieh zur Operation, zur Pneumektomie, Nachdem der Hund zwei 'Fuge vorher durch ein Laxans zur Operation vorbereitet war, wurde er gebadet, die betreffende Thoraxseite rasiert und der Patient auf dem Operationstisch befestigt. Das Maul wurde durch den 1, eehnersehen Apparat geöffnet und doppelte Narkose (Morphium und Chloroform) eingeleitet, Parascandolo führte dem Tiere durch das Maul in den Kehlkopf eine lange Kaulschukröhre, deren freies Fnde mit einem Blasebalg verbunden war. Auf diese Weise hielt man den Patienten durch künstliche Atmung am Leben.
Im zweitem I n terkos talrau m, einige Zentimeter vom Brustbein entfernt, legte Parascandolo unter Schonung der Art. mammaria int, einen Sehnitt durch Haut, Brust- und Interkostalmuskel, löste die Pleura von der Rippen-wund, faüte die Lungenspitze mit der Pinzette und zog die knotig ver­dickte Lunge unter Zerreißung des wandständigen Pleurablattes hervor. Der erkrankte Lungenteil wurde dureh einen Seiten faden abgebunden und ab-
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KranUholten deraquo; IMeura, des Herzbeutels und der Ungon
liillt. DllS
trnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; and dei. Lungenetumpf mit .lern Periost der BJ)pen vornftl
CSen der Musklunde. geaebah durcl, Katgut, da8 der Hau r.....1
du Cb Lde. DflB Tier orbiolt einen Verband, vollständige Ruhe und bekam n dl nächsten Tagen aur Milch, Die mikroskopische Untersuehu.g der Pumo.-massen bestätigte die Diagnose .Karzinomlaquo;.
Sechs Tage nach der Operation wechselte Parasoandolo den ersten Vt„,mili; D9 keine Eiterung eingetreten war, konnten nach ^'^Z ,„„„, „„,, Nähte entfernt werden. Nach 15 Tagen wurde der Hund aU
!;:n(........fassen .....I war nach mehreren M.....u- noch .ollstHnd.g gesund.
Die IcünstUcLe Atmung, wie sie Paraseandolo be1 der Pneumektomie dos Hundes mit so großem Erfolge anwandte, welobo ,ulf.h bei intrathorakalen Eingriffe,, am Tierexpenment gute Dtenste Wslt hat 8iCh beim Menschen wenig bewahrt. In den legten Jahre ater In der Breslauer Klinik (v. Mikulie.0 auroh Sauorbruob •„ Verfahren ausgearbeitet worden, dureh welches m.tStcherhet die Hauptkomplikation aller operativen Eingnffe in die Brus.
lie,- Pneumothorax, vermieden werden kann. Dieses Ver­fahren .st beim Hunde zum Zwecke operativer Eröffnung de, Brust höhle (bei Lungentumoren, Horzverletzungen u. a.) unschwer auszu-tthren es gestattet eine zuverlässige Ausschaltung des Pneumothorax nd erlaubt ein gefahrloses Operieren an allen Oi?anea der Brus-hü]lle über der aufgeblähten Lunge kann die Brustwunde schei ge-Sossen und postoperative Erkrankungen der Brusthöhle lecht ver-
mieden werden.
Dieses sogenannte Sauorbruchsche Verfahren, welches zurzeil in der Humanmedizin bei der Operation des fonpyems de,- Nerna-und Rippentuberkulose, der Lungentumoren, bei Schußwmidenu^ vielangeLdet wird, ist ein Druckdifferenzverfahren und beruht
„' dorn Prinzip der Beibehaltung der physiolog.schen Druokdifforenz zwischen Lungeninnerem und Pleuraraum. Sauorbruch hat eine pneumatische Kammer vom der Größe emes kleiDen operationszimmers konstruiert, deren Hoden „nd Decke aus E.en e h b
cir^-itrtrn^rofp.;
1., [,t der ration, auf dem Operationstisch so gelagert, daß der opf du.-oh #9632;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;, n ,„f ,,laquo;,#9632; Knnfatütze liefft, so schließt die Gummi-
die oval.' Öffnung raquo;ad, außen aui de, Koptstutze „eg
„anschotte den ttbrigen Körper, de, im Inneren der Kammer 8,ch befindet, lut , v r ' u .,i, Wenn nun durch eine Luftpumpe die Luft
•liquot;',t von ^ Aquot;Be76,t ab' NN,,quot; .....nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; wird bis zu .,„.,,. Verdünnung
nU8 dem Inneren de,- Kammer abgesaugt wira
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I litoratur,
ni
von 7 liia 10 mm Hg), so steht der außerhalb der Kammer gelagerte Kopf dos Patienten, wie gewöhnlich, unter dem Druck der atmosphärlsohen Luft, wiilu-eml nach operativer Eröffnung der Brusthöhle über der Lunge der künstlich herabgesetzte Druck dauernd fortbesteht, Es wird ;ilso auf diese Welse während dor Operation die physiologische Druckdifferenz zwischen Lnngeninuerem und Plenraraum bei nicht eröffnetem Thorax nachgeahmt, die Lunge bleibt aufgeblüht und kollahlerl nicht, wie dies bei dem so gefUrohteteu Pneumothorax der Fall ist.
Ks sei noch kurz erwähnt, daß Brauer dies ursprüngliche Verfahren ' Un terdni okverfafa ron) durch Umkehrung desselben 11' berdruckvorfah ren | praktisch vereinfacht hat. Brauer bringt den Kopf des Patienten in eine kleine Kammer, in der eine Druckerhöhung von 10mm \lg erzeugt wird und operier! unter Überdruck. Diese Methode bietet den Vorteil, daß der er­forderliche Apparat leicht zu transportieren ist, jedoch ist dabei notwendig, daß die Hände des Narkotiseurs durch GkunmihOlsen luftdicht in das Innere des Kopfkasteus geleitet werden (Beck),
Literatur.
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