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HERING'S
OPERATIONSLEHRE.
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RIJKSL
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C pi'ft
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HERINGS
OPEEATIONSLEHRE
FÜR
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TIEEAEZTE.
SECHSTE AUFLAGE.
NEU BEARBEITET VON
Dr. EDUARD VOGEL,
PROFESSOR AN DICK KGL, TIERÄRZTLICHEN HOCHSCHULE IN STUTTGART.
MIT 384 ABBILDUNGEN.
11
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3
Vjtfnbsp; nbsp; nbsp;inbsp; nbsp; nbsp; nbsp;g.,
STUTTGART 1897.
VERLAG VON SCHICKHARDT amp; EBNER.
KONRAD WlTTWER, RIJKSUNIVERSITEIT TE UTRECHT
2671 480 2
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Alle Rechte vorbehalten.
Druck von Carl Hammer in Stuttgart.
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Vorrede zur dritten Auflage.
^Nur Wenigen ist von der Vorsehung das Glück beschieden, nach einer mehr als 50jährigen, litterarischen und praktischen Thfttig-keit noch im stände zu sein, die Herausgabe einer neuen, dritten Auflage eines vor 22 Jahren zum erstenmal erschienenen Werkes zu besorgen. Es setzt diese Kenntnis der Fortschritte voraus, welche der betreffende Zweig der Tierheilkunde inzwischen gemacht hat; als Beweis meiner Befähigung bitte ich meine (auch nach dem Rücktritt von der Redaktion) ununterbrochene Teilnahme an dem Repertorium der Tierheilkunde gelten zn lassen, in welchem ich u. A. besonders die Arbeiten der Kollegen ausserhalb des deutschen Reichs ver­treten habe.
In der vorliegenden neuen Auflage .sind teils zahlreiche Ver­besserungen in der Beschreibung einzelner Operationen, teils statistische Verglelchungen über den Erfolg verschiedener Methoden, und viele Fälle aus der Kasuistik am passenden Orte eingeschalten worden, an welche sich 13 neue Holzschnitte, meist Instrumente hetreffentl, anreihen.
Die Tierheilkunde ist in dem verflossenen Dezennium, mehr als bisher, sowohl von den öffentlichen Behörden, als von den einzelnen Besitzern eines wertvollen Viehstandes als ein berechtigtes (died in der Kette der nützlichen Wissenschaften anerkannt, worden. Als
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VI
Vorwort.
Operateur hat der Tierar/t zwar keinen genügemUm (innul, den Epoche macliemlen Fortschritten der menschlichen Chirurgie, teils in konservativer Blutscheu, teils in der dreisten Ausführung gewagter Operationen nachzufolgen: muss er sich doch stets erinnern, dass der rationelle Landwirt nicht nur verlangt, dass sein krankes Tier am Leben erhalten, sondern dass es „diensttüchtig wie zuvor'- und dabei mit möglichst geringen Kosten hergestellt werde.
Mehrere in der Tierheilkunde gebräuchliche Operationen ent­sprechen vorzugsweise dieser Bedingung, während sie zugleich dem Operateur gestatten, dem Publikum den Wert seiner Leistungen deut­licher vor Augen zu legen, als dies bei der innerlichen Therapie der Fall ist. Ja, nachdem die Reichsgesetzgebung bereits auf den Stand­punkt des vorigen Jahrhunderts zurück datiert worden ist, wäre es wohl denkbar, dass die Zeit wieder käme, wo mau statt Militär-cordons ,.Eiterbänderquot; ziehen liesse und statt des Totschiagens sich mit „Aderlässen'' begnügte.
Möge das Studium des vorliegenden Werkes den angehenden, wie den älteren Tierärzten, wie bisher nützlich sein; mit diesem auf­richtigen Wunsche legt der Verfasser die lange und rüstig geführte Feder nieder.
Stuttgart, im März 1879.
H e r i n gr.
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Vorrede zur fünften Auflage.
Audi diese fünfte Auflage hat wieder wesentliche Verbesse-ningen sowie auch Berichtigungen erfahren und wurde zum grösseren Teile umgearbeitet, nadulem eine Reihe von Neuerungen und -wert­volle praktische Erfahrungen nachzutragen war. Ebenso hat das Buch an Abbildungen eine wesentliche Bereicherung erfahren und ist nicht bloss die ältere tierärztliche Litteratur über operative Chirurgie, .sondern auch diese bis auf die neueste Zeit berücksichtigt worden. Der Umfang ist biedurch nicht wesentlich vermehrt worden, auch tritt trotz der Vergriisserung des l'mfangs und der reicheren Aus­stattung keine Preisänderung ein.
Ein besonderer Wert ist wiederum auf einfache Darstellung und Zuverlässigkeit in den Ausführungen der einzelnen Kapitel gelegt worden und wenn dabei eine möglichste Beschränkung auf das Er­probteste stattgefunden, so dürfte dies dem Werte des Buches sicher keinen Eintrag tlmn, möge es daher auch in dieser Auflage den Fachgenossen wie der studierenden Jugend gute Dienste leisten.
Stuttgart, im April 1891.
Vogel.
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i
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Vorrede zur sechsten Auflage.
Die sec liste Auflage, welche nach fünf Jahren notwendig ge­worden, hat es sich angelegen sein lassen, den in der letzten Zeit auf dem Gebiete der operativen Chirurgie gemachten, nicht unerheb­lichen Fortschritten zu folgen und fanden vornehmlich auch die in der ausländischen Litteratur zu Tage getretenen Neuerungen Berück­sichtigung, sie dürfte daher nach dieser Seite hin den Anforderungen der Jetztzeit entsprechen. Ausserdem betleissigte sich die neue Auf­lage einer mehr prägnanten Fassung des Inhalts und ist eine Anzahl älterer Operationsweisen, die den heutigen Anschauungen widerstrebt und daher besser der Geschichte übergeben wird, ausgemerzt worden, der Text wurde daher fast durchweg umgearbeitet, da auch jener Teil des Buches, welcher die Instrumente bespricht, eine wesent­liche Bereicherung erfuhr. Die meisten tierärztlichen Operationen wurden in letzter Zeit dadurch erleichtert, dass brauchbarere, den Einzelzwecken mehr entsprechende und hillige Instrumente geschaffen wurden, es war dabei' von Wichtigkeit, diesen eine eingehendere Be­sprechung zu teil werden zu lassen, als es bis jetzt in der ganzen Litteratur der Operationslehre für Tierärzte der Fall gewesen. Viele Operationen sind durch Verbesserung des Werkzeugs vereinfacht worden und können nunmehr auch häutiger in der Landpraxis zur
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X
Vorwort.
Ausführung gelangen, wodurch eine [valamität in Wegfall kommt, die
sich alljiilirlich niehi' und mehr bemerklich gemacht hat. Viel hiezu hat der lustriiiueiitenmaclier Jl. Hauptner in Berlin beigetragen und hat er den Verfasser auch zu Dank verpflichtet, dass er ihm eine lieihe von Abbildungen zur Verfügung gestellt hat.
Stuttgart, im April 1897.
Vogre
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Inhaltsübersicht.
Allgomoine Opcratiouslehre.
Einleitung in die allgemeine Operationslehre.
Scilr
Umfang der Operationslehre . .
Einteilung lt;1er Operationen im ull-gemeinen........
Diagnose und Anzeigen der Opera­tionen .........
Gegenanzoigen der Operationen . .
Operationsplan, Operationsmethoden
2 [ Vorbereitung des Tieres zum Ope­rieren .........
2 j Zeit der Operation. Herrschender Kraiikheitscliaraktcr ....
i Operationslokal. GcliiliVn ....
5 Ausführung der Operation ....
7 Litteratur der Operationslehre . .
10 18
11
I. Die Zwangsmittel und ihre Anwendung bei Pferden. Trensen. Kappzaum. Maulkörbe . 17 ' Befestigung des stehenden Pferdes.
Die verschiedenen Nasenbremsen . 20 Wlirgestrang. Schenkelbremsen . 28
Notwände. Notstände für Pferde und Rinder.........
Das Niederlegen bei Pferden
Wurfzeug im allgemeinen. Vorberei­tung .........nbsp; nbsp; ii.'!
Die ungarische Wurfmethode. . .nbsp; nbsp; sii Die russische und dänische Wurf-
methode........nbsp; nbsp; 37
Das Berliner Wurfzeug und seine
Modifikationen......nbsp; nbsp; 38
Das Niederlegen nach englischer Artnbsp; nbsp;41
Die belgische und französische Wurf-
inethode........-to
Die quot;Wiener Wurfmethode .... lö Das Stuttgarter Wurfzeug.... 46 Beschädigungen des Pferdes durch '
das Niederlegen.....50
Litteratur über Zwangsmassregeln
bei Pferden.......58
Patentwurfzeug nach Pecker . .nbsp; nbsp; 48
II. Zwangsmittel bei Rindern.
Aufheben der auf dem Boden liegen- I Aufbalten des Vorderfuases und Hin-den Binder.......55 jnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; terfusses........
Zwangsmittel auf dem Transport . 56 j ])as Niederlegen der Rinder . . .
Bind Viehbremsen. Klcmmwerkzeuge.
Nasenringe.......68
(il 64
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XII
Inhaltsübersicht.
III. Zwangsmittel bei den kleineren Haustieren.
Befestigen der Schafe und Schweine ()6 Befestigen der Hunde und Katzen lt;gt;(gt; Befestigen des Geiliigels .... 68
Litteratur der Zwangsmittel bei den kleineren Tieren.....
69
IV. Instrumente zur Untersuchung der Maulhöhle.
Die verschiedenen Maulgitter . . 70 j Litteratur hierüher . . Maulsperrer. Maulkeile .... Tti
77
V. Beleuchtungsinstrumente
Die chirurgische Narkose.
I. Allgemeine Narkose.
Chloroform. Äther. Alkohol . . 8] Salzsaures Morphin......86
Vorrichtungen zum Inhalieren . . Gefahren der allgemeinen Aniisthesio
87 87
II. Lokale Narkose,
Anästhesierung durch Kälte ... 8(1 Anästhesierung durch Arzneimittel SD
Intiltrationsanästhesie Schleich
nach
90
Allgeitu'iiie Instrumciitenlehre. Akologie.
Die Sonden.......
Pinzetten, verschiedene . . .
Die Haken........
94
98 99
101
Der scharfe Löffel......nbsp; nbsp; 120
Trokart und seine Arten ....nbsp; nbsp; 121
Der Aspirateur.......nbsp; nbsp; 128
Ligaturen. Schlingen.....nbsp; nbsp; 12()
Der Ecraseur........nbsp; nbsp; 128
Die Sägen.........nbsp; nbsp; 129
Spritzen. Irrigatoren.....nbsp; nbsp; 131
Der Handspray.......nbsp; nbsp; 134
Messer und ihre Arten . . .
Die Messerführung......108
Lanzetten.........111
Scheren..........118
Verschiedene Zangen.....Uli
Allgemeine Verbandlehre. Desmologie.
Deckmaterial.
Werg. Jute........nbsp; nbsp; 136
Baumwolle. Watte......nbsp; nbsp; 187
Gaze. Mull. Tüll......nbsp; nbsp; 137
Torfmull. Moos.......nbsp; nbsp; 137
Bindenmaterial.
Leinwand. Shirting.....nbsp; nbsp; 138
Calicot, Cambrik......nbsp; nbsp; 139
Organtin. Steifgaze.....nbsp; nbsp; 140
Flanell. Kautschuk.....nbsp; nbsp; 140
Technik des Verbindens.
Aufrollen der Binden.....143 I Winkelgang........nbsp; nbsp; 145
Kreisgang. Spiralgang .... 148 Tragbinden.........nbsp; nbsp; 145
Umschlag. Achtergang .... 144 | Abnehmen der Binden.....nbsp; nbsp; 145
Die antiseptische Wundbehandlung.
Grundsätze derselben . . .
. 145
Die Mittel der Antiseptik
. 148
Offene Wundbehandlung . .
. 150
Heilung unter dem Schorf .
. 151
Occlusion der Wunden . .
. 151
Verbandwechsel.......nbsp; nbsp; 152
Drainage der Wunden.....nbsp; nbsp; 153
Transport des Materials ....nbsp; nbsp; 155
Litteratur über den Wundverbandnbsp; nbsp; 156
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Iiilialtsübersiclit.
XIII
Operationen, welche an verschiedenen Stellen des Körpers vorgenonunen werden künnen.
Anzeigen. Wirkung.....
Menge des Bluts.......
Oiierationsstellen.......
I. Der Aderlass. Phlebotomie.
Baltenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Seite
Aderlass beim Rind.....nbsp; nbsp; nbsp;16W
Ungünstige Kreignisse.....nbsp; nbsp; nbsp;170
Arteriotomie........nbsp; nbsp; nbsp;172
Litteratur des Aderlasses....nbsp; nbsp; nbsp;172
Ailerlassinstrumente.....nbsp; nbsp; nbsp;1lt;gt;1
Aderlass beim Pferd.....nbsp; nbsp; nbsp;10lt;)
II, Örtlicher Aderlass. Skarifikation.
Bei örtlicher Entzündung.
Bei Ödem, Empbysem . ,
173 j Einführen von Arzneimitteln . . 174 173 | Schröpfen.........174
III. Blutstillung. Hämostasie........174
IV. Transfusion. Infusion. Injektion.
Transfusion........nbsp; nbsp; nbsp;184
Infusion..........nbsp; nbsp; nbsp;184
Subkutane Injektion.....nbsp; nbsp; nbsp;180
Parencbyinatiise Injektion . . .nbsp; nbsp; nbsp;187
Venöse Injektion.......187
Tracheale Injektion......188
Litteratur.........188
V. Das Impfen. Inoculation.
Die Impfarten........189 j Die Impfstellen
Die Impfstoffe.......190 Impfinstrumente
VI. Die chirurgische Naht.
190 190
Die Wundnadeln.......nbsp; nbsp; nbsp;194
Nadelhalter.........nbsp; nbsp;197
Das Nälimaterial.......nbsp; nbsp; nbsp;198
Verschiedene Nahtformen . . .nbsp; nbsp; 201
Knopfnaht.........nbsp; nbsp;201
Entspannungsnaht......nbsp; nbsp; 202
Umschlungene Naht.....nbsp; nbsp; 203
Achternaht.........nbsp; nbsp;204
Kürschnernabt.......nbsp; nbsp; 205
Schnsternaht . . . Zapfennaht .... Etagennahi.... Elastische Naht . . Matrazennaht . . . Perl- und Plattennaht Allgemeine Niibregeln Litteratur ....
806
20(gt; 207 207 207 207 208 210
Überpflanzung....
Aussaat von Epidermis
VII. Transplantation.
. . 210 j Litteratur
. . 211 !
211
VIII. Entfernung von Fremdkörpern und Geschossen
IX. Exstirpation von Geschwülsten.
214
. 217
Fibrome. Lipome......217
Chondrome. Osteome.....218
j Lymphome. Papillome
219
219 220
Sarkome. Karzinome Actinomykome u. s. w.
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XI \-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Inhaltsübersicht.
X. Eiterbänder. Fontanelle.
Seitenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Seite
Therapeutische Bedeutung . #9632; •nbsp; nbsp;-20 Applikationsstellen......nbsp; nbsp;22(1
Fontanelllegen.......nbsp; nbsp;---nbsp; ' Eiterbftnder liei Bindern ....nbsp; nbsp;2ü8
Die Haarseilnadeln......nbsp; nbsp;223nbsp; nbsp; nbsp;Eiterbiindei' bei Hunden ....nbsp; nbsp;228
Haarseilziehen.......nbsp; nbsp;225 Ülde Folgen........nbsp; nbsp;22t)
XI. Das Glüheisen, Brennen.
Wirkungsweise.......nbsp; nbsp;22!inbsp; 1 Blutstillung.........nbsp; nbsp;289
Das Brenneisen.......nbsp; nbsp;231nbsp; nbsp;i Ignipunktur........nbsp; nbsp;240
Tbermokauter........nbsp; nbsp;233 Subkutanes Brennen.....nbsp; nbsp;242
Zookauter.........nbsp; nbsp;235nbsp; ; Galvanokaustik.......nbsp; nbsp;242
Punhtfeuer.........nbsp; nbsp;237nbsp; nbsp;;nbsp; nbsp;Litteratur der Feuertherapie . .nbsp; nbsp;244
Das Strichfeuer.......nbsp; nbsp;237
XII. Akupunktur. Elektropunktur.......244
Operationen, welche nur an bestimmten Körperteilen ausführbar sind.
i. Operationen am Kopfe.
XIII. Die Trepanation
Anzeigen.........nbsp; nbsp;248
Trepanationsinstrumente.....nbsp; nbsp;248
Handtrepan.........nbsp; nbsp;248
Bogentrepan........nbsp; nbsp;250
Trepanation der Schftdelhöhle . .nbsp; nbsp;252
Trepanation der Nasenliülile . .nbsp; nbsp;254 Trepanation der Stirn- und Kiefer­höhle .........nbsp; nbsp;259
Trepanation der Homhöhle . . .nbsp; nbsp;258
Litteratur der Trepanation . . .nbsp; nbsp;258
XIV. Operationen an den Hörnern.
Am Stirnfortsatz.......259 Enthornen der Kälber.....200
Abschneiden des Horns .... 259 Abnorme Hörner.......2H1
XV. Operationen an den Ohren.......2()2
XVI. Operationen an den Speichelorganen,
Speichelflsteln........2(i4 ' Litteratur.........205
Speichelsteine........2()5
XVII. Operationen am Kiefer........2laquo;laquo;
XVIII. Zahnoperationen.
Operationen an den Sehneidezahnen.
Tngloiches Alireilien.....268 ' Instrumente........2(19
Ausziehen.........208 j Wolfszähne........270
ocr page 19
InhilltsUbcrsidit.
XV
Operationen an den liack/iilinen.
Zalmstoinbildung.......-quot;' ,nbsp; nbsp;Extraktion der Backzähne
Abnorme AbrelbUDK.....271nbsp; nbsp; nbsp; AusUeilen......
i
Absilgen langer Zähne .... 27.'( |nbsp; Ausziehen mit Zangen . .
Abmeisseln.........'J7)i !nbsp; nbsp;Güntbers Zangen . . .
Abbobeln der Zahnspitzen . . . -74 ^nbsp; nbsp;Universalzange ....
Die Zahnsoheren.......275 'nbsp; nbsp;Litteratur der Zahnoperationen
Die Zahnschrauben......277
Seile
278 280 38] 282 386 287
XIX. Operationen an der Zunge.......nbsp; nbsp; 288
XX. Operationen am Nackenband.......nbsp; nbsp; 289
XXI. Eröffnung des Luftsacks.
Diagnose.........291 Nachbehandlung.......nbsp; nbsp; 297
Luftsackkatheter.......292 Litteratur.........nbsp; nbsp; 297
Die Methoden der Eröffnung . . 294
XXII. Operationen an der Schilddrüse......nbsp; nbsp; 297
XXIII. Operation der Aderfistel.......nbsp; nbsp; 299
XXIV. Operationen am Kehlkopf.
Resektion des Giesskannenknorpels.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Litteratur.........nbsp; nbsp; '610
Laryngotomie
808
XXV. Operationen an der Luftröhre.
Fremdkörper........nbsp; nbsp; 811 i Die Tracheotuben......nbsp; nbsp; 819
Tracheotomie........nbsp; nbsp; :M2nbsp; nbsp;\ Luftröhrenschnitt bei Rindern . .nbsp; nbsp; 323
Anzeigen.........nbsp; nbsp; 818 Üble Folgen........nbsp; nbsp; 324
Luftröhrenstich.......nbsp; nbsp; 815 Litteratur.........nbsp; nbsp; 324
Der Luftröhrenschnitt.....nbsp; nbsp; 317
XXVI. Operationen am Schlund.
Anzeigen.........325 j Magenkatbeter.......331
Entfernung von Fremdkörpern . . 32() , Schlundhaken........381
Die Sohlundröhren......328 | Schlundzangen.......332
Der Schlundschnitt. 0 s op h ago torn ie.
Operationsstelic.......335 j Üble Folgen........33(3
Subkutaner Schnitt......337 ^ Litteratur.........339
Der Kropfschnitt beim Geflügel . 338 j
II. Operationen an der Brust.
Der Bruststioh.......nbsp; nbsp; 340
Anzeigen.........nbsp; nbsp; 840
Probepunktion.......nbsp; nbsp; .'ill
Die Brusttrokarts......nbsp; nbsp; 341
Operationsstelle.....
Ausführung der Operation
Herzbeutelstich.....
Litteratur der Thoracocentese
342 344 345 345
ocr page 20
Ill
XVI
Inhaltsübersidit.
III. Operationen am Hinterleib.
I. Der Biuiclistich. Lapara centese. Seite
St'ito
347 348
Anzeigen Instrumente
.#9632;!4lt;) 347
Operation des Stichs Injektionen ....
II,nbsp; Der Bauchsclinitt. Laparatomie.
Anzeigen.........3^H Verschluss der Bauchwunde. . .
Schnitt der oberen Flanke . . . 848 Litteratur des Bauchstichs und Operation an der unteren Flanke . 350 ;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Bauchschnitts......
III.nbsp; nbsp;Der Tansenstich. Gastrocentese.
Anzeigen.........882 Operation des Stichs.....
l'nnsentrokarts.......35;! Magenstich beim Pferde . . . .
352 352
y~
354 866
IV. Der Pansenschnitt, Gastrotomie.
Anzeigen.........8Ö7 Nachbehandlung.......
Pansenschnitt........3'quot;gt;7 Litteratur des Pansenstichs und
Magenschnitt bei Hunden . . . 359 inbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Pansenschnitts.....
V. Der Darmstich. Enterocentese.
359 359
Anzeigen.........nbsp; nbsp; 3^1
Die Darmtrokarts......nbsp; nbsp; 362
Rektale Punktion . . . Nachbehandlung . . . . Litteratur des Darmstichs
3G3 3(gt;4 3fi5
Operationsstellen.......nbsp; nbsp; 362
Operation des Stichs.....nbsp; nbsp; 363 |
VI. Der Darmschnitt. Enterotomie.
Anzeigen.........nbsp; nbsp; 367 Darmschnittmethoden . .
Darmschnitt........nbsp; nbsp; 868 Nachbehandlung ....
Darmnaht.........nbsp; nbsp; 369 '' Litteratur des Darmschnitts
Die Nadeln.........nbsp; nbsp; 370
371 374 375
VII. Mastdarmfisteln .... VIII. Operation des Mastdarmvorfalls. Abbinden der Geschwulst. . . . 377 | Abbrennen ....
37igt;
379 379
Abnähen des Vorfalls.....378 ; Behandlung mit Ätzmitteln . . .
IX. Mangel des Afters.
Atresia ani.........379 Anus prätematuralis.....
Atresia analis recti......380 Litteratur des Mastdarmvorfalls und
Atresia ani vesicalis.....380 Inbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; der Atresia.......
XXVII. Bauchbrüche. I. Operation des Innern Bruchs bei Ochsen.
381 381
Rektale Lösung . . . Intraabdominale Lösung
383
385
Litteratur.........385
ocr page 21
InhultsUberstcht.
XV11
II. Operation des Nabelbruches,
Reposition........
Das Abklemmen......
Das Alibindon......
Abnähen des Bruchsacks. . .
Seilenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 8otte
.'i8(} Nalit des Bauohrings.....nbsp; nbsp; HW)
HS7 Flankenbrttche.......nbsp; nbsp; awi
889nbsp; nbsp;j Lltteratur der Banoh- and bfabel-
iJSfraquo; ! brttohe........nbsp; nbsp; 892
III. Operation dos Loistenhodensaokbruobes.
Aiizeifien .... Anatomisches . . . Reposition des Bruchs Kastration .... Blastische Ligatur llerniütoinie . . .
898 894 895 898 897 !W7
Subkutaner Bruchsohnitl .... Operation an der Flanke .... Abnähen des Bruchrings .... Leistenbruch bei Schweinen . . . Litteratnr dos Leistenhodensack-bruclies.......
899 .'J99 400 400
401
XXVIII. Operation des Schenkel- und Mittelfleischbruches.
1. Der Schenkelbruch, Hernin
cruralis........103
II. Der Mittelfloisohbruch,
Heniiii poiinoiilis .... 405 Litteratnr beider liiiidie .... -Mti
Verwachsung dor Zitzen Die Molkröhrchon . . Die Milchflstein . . .
XXIX. Operationen am Euter.
• • • . 407 [ Amputation dor Mamma . .
. . . . 409 i Litteratnr.......
. . . . 410 '.
4IO 412
IV. Operationen an den milnnllchen Geschlechtsteilen und
[larnorffanen.
Aiiüoigen .... Anatomisches . . . Abquetschen der Bnto Abbindnn der Rute .
XXX.nbsp; Amputation der Rute.
.nbsp; nbsp; . 413 1 Abschneiden derselben.....416
.nbsp; nbsp; . 414 Üble Folgen........iik
.nbsp; nbsp; . 416 Littoratur.........ns
.nbsp; nbsp; . 117
XXXI, Operationen an der Blase und Harnröhre. I. Anwendung dos Katheters,
Das Katheterlsicren. . Dio Instriimonto liiei'iir
419
420
Katheter bei männlichen Tieren Katheter bei weiblichen Tieren
424
11. Der llarnr öbrensclni i tt. Urethl'Otomia.
Anzeigen.........nbsp; nbsp; 428
Anatomisches........nbsp; nbsp; 429
Operationsstollen.......nbsp; nbsp; 480
Schnitt am Sitübein . . . #9632;. . .nbsp; nbsp; 481
Schnitt an dor Kurve.....nbsp; nbsp; 481
Schnitt vor dem Skrotuni. . . Schnitt hinter dem Schlauch Schnitt bei weiblichen Tieren Litteratnr dos Katheters mid dor
432
433 133
433
[Irothrotomle ....
ocr page 22
Will
[nholtsUborstoht.
I'unciio pei'inoalis
IH. Der BlasniiRticli. Cystoparaoentese.
Beits ......lyö I PutlCtlo vosiculis .
Seito
486
Aiiiitoiiiisclips . Llthoti'lpsis [Vw (nstnimento
IV. Der Blasensteinsohnitt. Cystotomia.
......4;i7 I Steinsclmittnictliodoii.....
......488 ' Litteratnr des Blasenstiches und
......440nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Blasenschnittes.....
442
•444 445
V. Amputation (lor Harnblase . . XXXII. Kastration der männlichen Tiere.
Anzeigen iIps Kastrierens . . .
448
•14laquo;
Zeit der Kastration . -Aiiiitoinisclios . . .
•449
•150
Qegenanzeigen......
Die verschiedenen Kastratlonsmethoden.
Klopfen der Hoden......
Klopfen der Samenstrtlngo . . .
Bistournage.......
Abreissen der üoden ....
Abschaben des Samenstrangs Durchbrennen desselben . .
454 ' Unterbinden des Strangs . .
454 Unterbinden des Hodensacks
455 455 455 457
Kastrat ion durch Abdrehen.
Eröffnung des Hndensacks . . . 450 Das Abquetschen
Das Abdrehen.......459 Litteratur
Die Instrumente.......460
Kastration mittelst Kluppen.
4(14 •Mi4
Vorteile und Nachteile. . . .
466 4(gt;7
Operation........
Alnieliiiien der Kluppen . . .
47ä 474 477
478 480 481 481 482 484
Die verschiedenen Kluppen . .
Die Kluppenzangen.....
t7l j Litteratur der Kluppenmethode 171
Die Kluppenschrauben ....
Kastration der Wiederkii nor . . . .
Kastration der Eber.......
Kastration der itiiden und Katzen. . Kastration der Kaninchen und Lapins
Kastration der Tläbne.......
Litteratur...........
K a s t r a t i 0 n d o r K r y p t o r c li i d e n.
Inguinallage dos Hodens .... 4K5 I Hide Folgen . . . .
Abdominallage desselben .... 480 j [jittoratnr.....
Die verschiedenen Methoden . . 488 |
Folgen der Kastration miinnlicber Tiere.
489 490
l'blegnione.........
Nachblutungen.......492
Samenstrangvorfall......492
Samenstrangflstol.
l.itternlnr . , .
498
49(gt;
ocr page 23
Inliallsiilici'Mdil.
MN
XXXIU. Kastration ber weiblichen Tiere.
Suiic!nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Kelto
Kastration dor litthu.....ikh I Dio lustruiuotito.......nbsp; nbsp; 604
Aiiüoigon.........4Ö8 i Nachbehaudluug.......nbsp; nbsp; 60Ö
Aiiatoiiiisclios........inn ! liiitpi'iilur dor Kastration dor Kubunbsp; nbsp; 607
0|)cra(iou8niotliüdou......400
Kastration dur weibiiuhou Schwoiuo........nbsp; nbsp; 608
Kastration lier Hündin............nbsp; nbsp; 6ia
Kastration iks woiblicben Goflllgols.......nbsp; nbsp; 616
Littoratur.................nbsp; nbsp; 616
V. Opei'tttiouen au den üliedmasseu.
1. Die Sohnouuaht.........616
2. Üporationou an den Sebuon des Vorderfussos,
Patholugiscbos ....
An/.ci^en......
Anatomischos.....
Instrumente dor Touotomie
617nbsp; nbsp;jnbsp; nbsp;Subkutaner Sehnonscbuitt . . .nbsp; nbsp; ä^o
618nbsp; nbsp;[nbsp; nbsp;Offener Schnitt.......nbsp; nbsp; 623
518nbsp; Inbsp; nbsp;Schnitt des Ilufhcinbougors . . .nbsp; nbsp; h22
520nbsp; :nbsp; nbsp;Armhakeubeinmuskeln.....nbsp; nbsp; raquo;ü.'J
ii. Resektion
's Hufboinbeuite-rs......52:!
4. T c n o t ü m i c beim Geflügel......nbsp; nbsp; 524
Litteratur über den Sehnenschnitt.......nbsp; nbsp; 52()
5. Myotomie am Oberschenkel dos Ilindos.
Auatoinisches........528 1 Subkutaner Scimitl......nbsp; nbsp; 530
Diagnose.........52!) \ Litteratur.........nbsp; nbsp; 581
Offener Schnitt.......680
(i. Operationen beim Hahnoutritt,
Ursachen.........532
Scllllitt der Fascia lala . . . . 535 Litteratur.........686
Oporationsorton.......533
Touotomie an don Soliuon . . . 534
7. Operationen lieim Spat.
Das Spatbrennen.......538 | Nachbehandlung.......644
Spatstich.........53!) I Litteratur des Sjials.....644
Spatschnitt.........542
h. Beinhautschnitt, Periosteotomio.....645
!). Der Nervenschnitt, Nourotomie,
Anzeigen.........nbsp; nbsp; 648nbsp; 1 Schnitt am Unterschenkol
Wahl der Nerven......nbsp; nbsp; 51!)nbsp; : Operation am Schienbein.
Operation am Vorarm.....nbsp; nbsp; 51!) Desgleichen am Fessel
Schnitt am Metacarpus ....nbsp; nbsp; 661nbsp; nbsp;i Folgen der Neurotomie
Schnitt am Fessel......nbsp; nbsp; 554 Litteratur des Nervenschnitts
Neurektomie am Ilintcrl'nss . . .nbsp; nbsp; 555
660
557 557 55!) 650
ocr page 24
XX
Iiili:ill5ulicrsicli(.
id. Die Noi'vonualiI........
II. (tiM-raiionni der Qoleuk- und Sebuousolioidougalloni
Auzeigeu.........nbsp; nbsp; 5ti2nbsp; nbsp;Inbsp; nbsp;Bliusoliuoldeu dor Galluu . . .
luBtvuraente........nbsp; nbsp; ö().')nbsp; nbsp;jnbsp; nbsp;Eröffuuug von Goloukou . . .
Öffnen der äyuovlalhäuto. . . .nbsp; nbsp; öii^inbsp; nbsp;!nbsp; nbsp;Littoratui'........
L'unktiou dor Gallen.....nbsp; nbsp; B66
Soilo
,quot;)(il
5fi7 Bö7 868
12. Amputation der Gliedmussen.
Anzeigen . . . Instrumente . . Operationsstellen .
(irculürer Sclmitl
öiüinbsp; nbsp; nbsp; Der Lappenschnitt ....
57(1nbsp; nbsp; nbsp; Die Exai'tikulation ....
570nbsp; nbsp;i Amputation einer Klaue . . '571
571
572
57;j
liJ. Amimtiition des Flügels. liiUei'iitiir . . . .
VI, Operationen ain Schweif.
1. M y o t o in i e des !S c h w e i 1' s. E n g 1 i s i e r e n.
Anzeigen.........nbsp; nbsp; 57(i
Operationsmetliodou......nbsp; nbsp; 577
Offener Schnitt.......nbsp; nbsp; B70
Subkutaner Schnitf.......nbsp; nbsp; B80
Instrumente......
Verband. Naobbebandlung . Litteratur des Englisierens .
581 581 B86
2. Amputation des Schweifs. Coupieren.
Anzeigen.........587 j Der Quersehnitt des Schweifs
Operationsstellen.......587 ' Der Lappenschnitt ....
Instrumente........588 Verband. Nachbehandlung .
689 690 691
ocr page 25
Erklärung der Abkürzungen, welche in der aufgeführteu Litteratur enthalten sind.
Ad. Woch. Woclioiisulirift füv Tiorhoilkiiudo mul Yiobisuclit. MUnuhoiii U'rtlhor von Adiim redigiert,
Alf. C'pt. rend. — Cuuiiitos roudus dor Tlerarznoisuliulo in Alt'orl. Pails, Blxistierto nur kurze Zeil.
Atneric. Jourii, — Tlic Journal of comparatlvo tnodluino tuid veterinary arclilvos. Philadelphia.
Americ Review. — American veterinary Review. Von Liautard. Now-York.
Aimal. de Brux, — Annales du Mödecine vötörinalro. Braxellos. Jahrgang l-—16.
Arch. vet. — Archives vötörlnalres. l'ublie h l'Ecole vötörinaire d'Alfort. Paris.
Bad. Witt. — Tierärztliche Mitteilungen. Organ des Vereins badischer Tierärzte. Von Lydtln, Karlsruhe. 27 Jahrgftnge. 1866—1892.
üorl. Arch. — Archiv für wissenschaftliche und praktische Tlerheilkuudo. Borliu, Jahrgang 1-20. 1874—1896.
lierl. Wocli. — Berliner tierärztliche Wochenschrift, Berlin. Jahrgang 1—12. 1884—1896.
Bull. soe. möd. vet. — Hiiliotins et nirmoircs de la Sociötö centrale de Mödecine veterinaire. l'ublie ii l'Ecole d'Alfort. Paris. Auch im Recueil de M6d. vöteiin. enthalten.
Ccntralhl. tiei'ärztl. — Tierärztliches Contralblatt. Sorausgegeben vom Verelue der Tierärzte in Österreich. Wien. Jahrgang 1—20,
Cpts. rondj Compt. r. — Comptes rendus des Voterinalr-Institutes in Charkow.
Clin, viit. — La Cliniciuo vätdrinaire de Lyon,
Clin. vct. — La clinica vcterinai-ia. Milono, Jahrgang 1—20.
1). t. Woch. — Deutsehe tierärztliche Wochenschrift Karlsruhe, Jahrg. 1898—1896,
ocr page 26
XXIInbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Erklilriuig der ÄbkUvzuugeu.
Iraquo;. /isclir. r. Tioi'inod. Doutsclio Zoitsclirift fttr Tiormodlziu uud vorgloichoudo railioldüio. Lolpülg. IDrschieii liis isiio. Jotüt vei'scluuolzou mit dor östor-roiohischou /oiisilirifi. für wissousoliaftllulio Votoriotli'kuudo von Bayor und l'olausky, s, Oe. Vlortolj.
Diet, jiriit. Nuuvoau Dictioiinaira piutiquo do Mödouiuo, CMi'urgle d d'llyglöno vdöriiuiiri'. Paris, Der äcldussbaud dos grosBou Werkes orscliioi) 1894.
Dresd. Kliu. — Bericht über das Votoi'luttrwcsen im Königreich hJucliscii. Dresden. Erscheint iilljilhiiicli.
Ecll. vet. — Kcho veteriiiidre. Von Kraors. Liege. Erscheint seit 11-171.
(i. u. 11. — Magazin für die gesamte Tierheilkunde. Von Qurlt und Hertwig. Berlin.
Ger). Arch. — Archiv für wlssonsoimftlioho und praktische Tierheilkunde. Berlin.
üioru. dl Vet. — Qiornale di Veteriuacia. Turin.
Ilandw.-Buch. — Handwörterbuch der gesamten Tierheilkunde und Tierzucht. Heraus­gegeben von K o c ii. Wien und Leipzig. Supplement zur Encyklopädie. ,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; s. Kochs Encykl.
llannov. Jahrcsher. — Jahresbericht der Königlichen Tierarznoischule (später der tierärztlichen Hoohschule) Hannover.
Hol!. Ztschr, — Holländische Zeitschrift für Tierheilkunde, s, unter Tijdschr. v. voearts.
Hufschmied. — Zeitschrift für das gesamte HufbeschlagsweseUi Von Lungwitz. Dresden. 1, bis 14. Jahrgang. 1882—1896.
Jalircsber. Vet. Jlcd. —• Jahresbericht über die Leistungen auf dem Gebiete der Veteriniir-Medizin. Von Ellenbergcr und Schütz. Berlin. Jahrgang 1—16.
11 Vct. — II medico veterinarlo. Torino.
Journ. Lyon. — Journal de Mödecino veterinaire et de Zootechnie. l'uhlie ä i'Ecolo de Lyon.
Journ. of comp. Path. — Journal of comparative pathology and therapeutics! Edin-bourgh and London.
Journ. Toul. — Journal des Veterinaires du JNlidi. Lyon. Von 1845.— lH5ti.
Koch's Encykl. — Encyklopädie der gesamten Tierheilkunde. Herausgegeben von A. Koch. Wien 1886—1894. 10 liiimlc.
Koch's Monatsschr. — Osterreichische Monatsschrift für Tierheilkunde von A. Koch. Wien. Nebst Revue.
Koch's Rev, — Revue für Tierheilkunde und Tierzucht. Wien.
Mag. GK u. II. — Magazin für die gesamte Tierheilkunde. Von Gurlt und Hertwig. Berlin.
Mail, — II Veterinarlo. Von Corvini, Milano.
ocr page 27
Erkliii'iiiip; dpi' Abkürzungen.
XX11!
Mitteil. Had. — Tierärztliche Mittellungen. Organ dos Vereins badischer Tierärzte. Karlsruhe.
Monatsb. f. pr. Thlkde. — Monatshefte für praktische Tierheilkunde. Von Fröbner und Kitt. Stuttgart,
Monatssobr. — österreichische Monatsschrift inr Tierhellkunde. Von A. Koch. Wien. Nebst Revue für Tierheilkunde und Tierzucht.
Monatsschr. d. Vor. laquo;ist, Tierärzte. — Jetzt tierärztliches Centralblatt. Herausgegeben vom Vereine der Tierärzte in Osterreich. Wien. Jahrgang I—20.
Münch. Jahresber. — Jahresbericht der tierärztlichen Hochschule In München. Supplement zu der deutschen Zeitschrift für Tiermedizin und vorgleichenden Pathologie.
N. n. V. — Dieterichs, Nebel und Vix. Zeitschrift für din gesamte Tierheilkunde
und Viehzucht. Giessen. 1884—1860.
östr. Monatsschr. - - österrelchlsohe Monatsschrift für Tierheilkunde. Von A.Koch. Wien. 1875 -1898.
()str. Itevne. — Revue für Tierheilkunde und Viehzucht. Von A. Koch. Wien. In der letzten Zeit Beilage der österreichischen Monatsschrift für Tierheilkunde.
Oe. Vereinszeit. — Tierärztliches Centralblatt. Herausgegeben von dem Vereine der Tierärzte in Österreich. Wien. 1877—18(16.
Oe. Viertclj. — Österreichische Vierteljahresschrift für wissenschaftliche Veterinär-künde von Müller und Roll. Wien. Regründet 1861. Später: Österreichische Zeitschrift für wissenschaftliche Veterinärkunde. Von Bayer und Polonsky. Wien. Seit 1897 verschmolzen mit der deutschen Zeitschrift für Tiermedizin und vergleichenden Pathologie unter dem neuen Titel „Zeitschrift für Tier­medizinquot;. Jena. 1897.
Oe. Ztschr. — Österreichische Zeitschrift für Veteriniirkiinde. Herausgegeben von den Mitgliedern des k. k. Tierarznei-Instituts in Wien. S. oben Oe. Vlortelj.
Rec. — Recueil de Medecine veterinaire. Puhlie a TKcolp d'Alforf. Paris.
üep. — Repertorlum der Tierheilkunde Stuttgart. Herausgegeben von Hering; später von Vogel, zuletzt von Hoffmann. 1841—1892.
Rev. amoric. — American veterinary Review. Von Llantard. New-York.
Rev. vet. — Revue veterinaire. Puhliö ä l'Ecole de Toulouse. Jahrgang 1—22.
Rdschan. - Tiermedizinische Rundschau. Herausgegeben von Schneideniülil. Halle.
Sachs. lier. — Rericht über das Veteriniirwesen Im Königreich Sachsen. Dresden. Erscheint alljährlich.
Schweiz. Arch. — Schweizer Archiv. Herausgegeben von der Gesellschaft Schwei­zerischer Tierärzte. Jahrgang 1—38.
The Vet. — The Veterinarian. A monthly journal. London.
ocr page 28
XXIVnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Erklärung der AbkQrzungeni
Tidskr. f. Vet, — Tldskrift for Vetoi-inaerer. Von Krabbe. Kopenhagen.
Tidskr. f. Vet. Med. — Tldskrift for Veterlnairönedicin. Von Llndqnist, Stockholm.
Tljclschr. v. veearts. Tijdsohrlft voor veeartsenljkunde on veetoelti Früher In Amsterdam, .letzt in Utrecht.
Tienir/tl. Centr. — Tierärztliches Centralblatt. Herausgegeben von dem Vereine der Tierärzte In Österreich. Wien 1877—IHfMi.
T.Arzt. — Der Tierarzt. Monatsschrift. Von Anaeker. Jahrgang 1—30. I860-—189(gt;.
Tlerärztl. Mltt. — Tierärztliche Mltteilungea Organ des Vereins badisober Tier­ärzte. Von Lydtin. Karlsruhe, (Bad, Mltt.), 27 Jahrgänge. 1865—1892.
Vet. — Veterinarius (ungarisch). Von Hntyra, Budapest.
Vet. Rev. — Veterinary Review american. Von Llautard. New-Yorlc.
Viortolj. öst. — Österreichische Vierteljahrosschrift für wissenschaftliche Vetorlnäv-kundo von Möller und Roll. Wien. Erscheint seit 18ii7 unter dem Titel: Zeltschrift für Tiermedizin. Jena. S. ()e. Viertelj.
Woch. f. Tblkde. — Wochenschrift für Tierheilkunde und Viehzucht. München. Früher redigiert von Adam, jetzt von Göhring und Alhrecht, Jahrgang 1—40, 1866—1896. (Ad. Woch.).
Ztschr. f. Vet. — Zeitschrift für Veterinärkunde. Organ für die Rossärzte der Armee, Berlin.
Ztschr, öst, — österreichische Zeitschrift für Veterinärkunde, Herausgegeben von den Mitgliedern des k, k, Tierarznei-Iiislitntes in Wien. S, De, Ztschr.
Ztschr. f. T.-Med. — Zeitschrift für Tiermedizin. Neue Folge der Oe. Viertelj. und der d. Ztschr. f. Tiormed. Jena IH97.
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Allgemeine Operationslehre.
Einleitung.
Dilaquo; Aufgabe, kranke Tiere wiederherzustellen oder gesunde vor Krankheiten zu scliiitzen, bezw. sie zu manchen Gebrauchszwecken brauchbarer zu machen, wird in vielen Fällen am sichersten durch Anwendung mechanisch wirkender Mittel oder eines manuellen Ver­fahrens erreicht und helsst dieser Teil der Heilungslehre ,,Chirurgiequot; {'/eiq Hand, egyov Werk, Arbeit). Dieselbe begreift vorzugsweise solche krankhafte Zustände In sich, welche entweder hauptsächlich mit äusserlichen Arzneimitteln, durch gewisse Handleistungen oder mit Hilfe von schneidenden, stechenden und anderen Instrumenten, Verbandstücken, Apparaten u. dgl. beseitigt werden können.
Das hiebci in Anwendung kommende manuelle Verfahren be­zeichnet mau in der Heilkunde als eine Operation, speziell als .,chirurgische Operationquot; (operare mit der Hand beschäftigt sein) und unterscheidet dabei unblutige und blutige Operationen.
Zu den unblutigen Operationen gehört jenes mechanische Verfahren, wobei eine Verletzung von Organgeweben nicht statt-flndet, z. B. das Zurückbringen eines Bruches mittelst Kneten, die Einrichtung von Luxatlonen, Knocheubrüchen, Vereinigung getrennter Teile durch Binden, Klebmittel u. s. w. Die blutigen Opera­tionen dagegen werden durch bestimmte, in den Zusammenhang der Gewebe eingreifende Instrumente ausgeführt und sind daher in der Regel mit. Verletzung von Blutgefässen verbunden. Diese Unter­scheidung der Operationen ist indes mir eine theoretische, denn die sonst unblutige Operation kann auch blutig verlaufen, die Bezeich­nungen „Hilmaturgiequot; und .,Anämaturgiequot; sind sonach ebenfalls bedeutungslos.
Horlng's Opemtionslekro. VI. Aufl.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;_[
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2nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Allgemeino Operationslolire.
Alles was ülier dsrai^ige Leistungen zraquo; wissen notwendig ist, wird in eine besondere Lehre zusamraengefasst, ist also von der .ge­wöhnlichen Chirurgie getrennt worden und lieisst Operationslehre oder operative Chirurgie: die frühere Bezeichnung „Akinrgie (laquo;a/g Nadel. Spitze. eQyov Werk) ist weniger mehr im Gebrauch.
Die moisten tierärztlichen Operationen wurden der menschlichen Chirurgie nachgebildet, doch sind auch manche an Menschen ausgeführte Operationen zuvor an Tieren versucht worden. Zwischen beiden bestehen zum Teil wesentliche Ver­schiedenheiten und sind dieselben hauptstlchlich in der Topographie sowie auch in dem Zwecke der Haltung und Verwendung der Tiere begründet.
Umfang der Operationslehre. Derselbe ist ein nicht nn-hedeutender. schon aus dem Grunde, weil die Verschiedenheiten in der Anatomie, namentlich aber in der Benützung der Haustierarten nicht bloss Abönderungen in der Technik derselben Operation mit sich bringen, sondern auch weil bei einzelnen Individuen ganz eigen­tümliche Operationen notwendig werden. Allerdings sind manche ältere Operationen jetzt kaum oder gar nicht mehr im Gebrauch, dagegen hat die Neuzeit mit ihrer vervollkommneten Technik und der über­aus wertvoll gewordenen Antiseptik auch manche chirurgische Ein­griffe ermöglicht, welche früher in der Tierheilkunde unausführbar waren. Nur dadurch ist eine Beschränkung des Umfangs der Ope­rationslehre erzielt worden, dass bei der hohen Ausbildung, welche die tierärztliche Fachlitteratur in neuerer Zeit gewonnen, eine Teilung der Arbeit vorgenommen wurde und zwar sehr zweckmässig in der Art, dass die rein geburtshilflichen, sowie die Huf- und Augenope­rationen den speziellen diesbezüglichen Lehrbüchern überwiesen wurden, in denen sie in unmittelbarem Anschluss an den nicht operativen Teil der dort abgehandelten Krankheiten passender untergebracht sind,
Einteilung der Operationen. L'm einesteils über die ganze üeihe der Operationen einen geordneten Überblick zu gewinnen, andernteils für den Unterricht eine auf System beruhende Zusammen­stellung zu erhalten, hat man verschiedene Einteilungen derselben getroffen, je mich der Art ihrer Ausführung (Methode) oder dein zu verfolgenden Hauptzwecke, So hat man
Einfache oder Klementar-Operationen, welche nur eine kurzraquo;; Handlung darstellen, wie das Impfen, das Eröffnen eines Eiter­herdes, die subkutane Einspritzung. Aus ihnen bilden sich die meisten Operationen heraus, die dann als zusammengesetzte bezeichnet werden.
Palliativ-Operationen sind solche, bei denen nur symptomatisch
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Einleitung,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 3
verfahren wird, man sich mit einem massigen Erfolge begnügt oder es sich bloss um Linderung des Leidens, Beseitigen von Schmerzen handelt, zum Unterschied von den
Radikaloperationen, bei denen das Leiden vollständig, gleich­sam mit der Wurzel ausgerottet werden kann. Je nach dem Zwecke gruppieren sich die Operationen ferner in
Notwendige, zum Unterschied von den Luxusoperationen, welch letztere meist zur Verschönerung der Tiere unternommen werden und deswegen auch kosmetische oder Mode-Operationen heissen (Ohrenschneiden, Schweifstutzen). Die notwendigen Opera­tionen sind die wichtigsten und zumeist (iehrauchs-Operationeu. Sie entsprechen entweder pathologischen und chirurgischen Indikationen oder werden sie an gesunden Tieren vorgenommen, um ihre Brauch­barkeit zu gewissen, besonders landwirtschaftlichen Zwecken zu erhöhen, beziehungsweise ihnen einen grösseren Verkaufswert zu verschaffen (Kastration). Dabei giebt es
Aufschiebbare und dringende Operationen, von welch letzteren oft die Fortexistenz des Lebens abhängt (Tracheotomie, Blutstillung, Bruchschnitt).
Der Klassifikation in Manual-, Instrumental- oder Verbandopera­tionen, -wie auch der Einteilung in lebensgefährliche u. clgl, kann nur ein theoretischer Wert zugQlfproclien worden. Auch Betrugsoperationen hat man aufgestellt, wohin #9632;/.. li. das Mallauchen, die Exstirpatlon einer verdächtigen Drüse im Kehlgang des Pferdes vor dem Verkaufe desselben gehört, Ausschneiden von Ab­zeichen u. s. w., es kann aber von ihnen bei den Tierärzten selbstverständlich keine Hede sein.
Einen weitern Kinteilungsgrund giebt auch die anatomische Beschaffenheit der bei der Operation beteiligten Gebilde und unter­scheidet man hienach Operationen an den Knochen. Muskeln, Sehnen, Nerven u. s. w.. eine Klassifikation, die sich, da meist verschiedene Gewebe unter das Messer kommen, konsequent nicht durchführen liisst, es hat daher seine Schwierigkeiten, in den Lehr­büchern über Operationslehre den grosseil Komplex von Operationen in geordneter und naturgemässer Weise abzuteilen.
Am meisten hat sich jener Modus der Einteilung bewährt, welcher sämtliche Operationen in zwei Hauptabteilungen bringt, nämlich I. in solche, welche überall am Körper vorgenommen werden können (Aderlassen, Impfen, Ilaarseiiziehen) und II, in solche, welche be­stimmte Körperstellen betreffen (Zahnextraktion. Schlundschnitt, Cystotomie).
Wohl lassen sich auch an dieser Gruppierung Ausstellungen machen, indessen
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4nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Allgemeine Opeiutionslehre.
ist keine Einteilung frei von Mängeln und so mag die letztere, welrhe von Hering befolgt worden ist, auch in dieser Auflage beibehalten werden. Die Inhaltsübersicht am Beginn des Ihu-hes (siehe oben) giebt hierüber näheren Aufsi-hluss.
Diagnose. Jeder Operation an kranken Tieren muss die genaue Untersuchung und Erkenntnis des örtlichen laquo;vie allgemeinen Zustandes vorhergehen und erst dann wird sieh ergehen, welches operative Ein­greifen und ob überhaupt ein solches zu geschehen habe. Um jedoch zu einer richtigen Erkenntnis des Leidens sowie der entsprechenden Heilmittel gelangen zu können, sind viele Vorkenntnisse nötig, ins­besondere aber histologische, physiologische, chirurgische, pathologische und therapeutische. Ausserdem muss jeder Operateur in der Anatomie bewandert sein, ohne, die er selbst hei geringfügigen Operationen in Verlegenheit geraten kann; es ist aber weniger die systematische, als vielmehr die chirurgische d, h. topographische Anatomie, welche man sich am besten durch Präparieren am Kadaver erwirbt, indessen, auch hei der Beschreibung der einzelnen Operationen hier Berück­sichtigung linden wird.
Anzeigen. Die korrekte Stellung der Anzeige ist nicht bloss die wichtigste, sondern vielfach auch die schwierigste Aufgabe, denn sie schliesst zugleich auch eine richtige Beurteilung der gesamten körperlichen Individualität und namentlich auch der iiusserliclien Ver­hältnisse in sich, unter denen das betreffende Tier sich befindet. Jede Operation kann Gefahr für das Tier mit sich bringen oder Nachteile für den Besitzer, es müssen daher auch diese Umstände in Berück­sichtigung gezogen werden und nicht selten bieten schon die Ver­handlungen mit letzterein Schwierigkeiten, ansser technischen Kennt­nissen ist daher auch eine gewisse Menschenkenntnis erforderlich, um nachher, wenn nicht alle Wünsche der Beteiligten erfüllt worden sind, keinen Nachreden ausgesetzt zu sein, trotzdem die Operation tadellos vor sich gegangen ist.
Die Schwierigkeit der Entscheidung wächst natürlich mit der Bedeutung und (iefährlichkeit des operativen Eingriffs, während dessen man ausserdem mit Kaktoren zu rechnen hat, die sich der Berechnung entziehen, kein Operateur wird sich daher verleiten lassen, bestimmte Versprechungen zu machen oder sich mit Gewissheit über den zu erhoffenden Schlusserfolg auszusprechen.
In andern Fällen liegt die Anzeige unzweifelhaft vor, die Operation ist ersichtlich das einzige Heilmittel (bei Neubildungen, ßlasensteinen, Scheidenpolypen, Hernlen), es stellt sich daher dem Tierbesitzer die Alternative, entweder Operation oder Korthestand des
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Einleitung.
Übels, beziehungsweise Aufhören dw Fortexistenz des Tieres (Indicatio vltalis). Erglebt sich dagegen die Anzeige als eine weniger klare und scharfe und bestehen namentlich bei dem Eigentümer, um dessen Geldbeutel es .sich in erster Linie handelt, Zweifel, welche trotz der gegebenen Aufklllrung nicht völlig sich zerstreuen lassen, so liisst man am besten entsprechende Heilversuche vorhergehen und stellt die Operation als letztes Auskunftsmittel hin, obwohl damit nicht selten die beste Zeit vertrödelt wird.
Das nicht zu früh und nicht zu spät ist oft recht sclnvicrig zu treffen, auch wenn die Anzeige offenbar vorliegt und es ist keine Krage, dass der verfehlte Ausgang mancher Operationen diesem Umstände zuzuschreiben ist. Auf der andern Seite ist es oft wieder Sache der Zweckmässigkeit, die Operation auf eine Zeit hin-ansznschiehen, welche den ökonomischen Verhältnissen des Jiesitzers mehr angemessen ist und derselbe dann auch dem Tiere hesseres Futter und bessere Pflege oder mehr Ruhe anbieten kann. Je mehr praktische Erfahrung ein Chirurge hat, um so rich­tiger wird er aus den manchen, oft schwer zu berechnenden Umständen den richtigen Zeitpunkt zur Operation treffen. Selbstverständlich ist das Einverständnis des Besitzers mit der Vornahme der Operation erst einzuholen; ilussert er Bedenken, kläre man ihn üher die Notwendigkeit eines operativen Vorgehens auf.
Gf-egenanzeigen liegen zunächst vor bei Tieren, welche an und für sich wenig Wert repräsentieren. Es darf nicht vergessen werden, dass die Behandlung von Krankheiten überhaupt nicht im Interesse des Tieres, das mehr nur als Ware angesehen werden kann, sondern in dem des Besitzers geschieht, vorzunehmende Operationen sind daher mehr für diesen, als für das Tier von Nutzen und lohnen sich nur dann, wenn nachher das behandelte Objekt einen höheren Wert dar­stellt, als die Kur- und Futterkosten samt dem quot;Wert desselben be­tragen. Tiere, deren Herstellung keine ökonomischen Vorteile ver­spricht, werden besser g e t ö t e t. Ausnahmen hievou machen nur Lieblingstiere, deren Behandlung oft auch ohne besondere Indikation einzuleiten ist.
Operationen werden ausserdem auch unterlassen, wenn vorher­zusehen ist. dass dem Tiere nachher nicht die nötige Buhe und Pflege zu teil wird, oder bei bösartigen Tieren, wenn die nötigen Vorsichtsmassregeln nicht vollauf getroffen werden können. Die Mit­wirkenden riskieren im andern Falle ihre gesunden (Mieder und es können gesetzlich Ersatzansprüche an den (allein verantwortlichen) Operateur gestellt werden. Die verschiedenen Haustiere sind hinsicht­lich ihres Naturelles auch verschieden geartet. Bei Pferden liisst sich am meisten unternehmen, Rinder sind immer weniger empfindlich gegen schmerzhafte Eingriffe, Schafe und Schweine meist toleranter als Hunde.
ocr page 34
Qnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Allgemeine Operationslebve.
die /war in selir differenter Weise reagieren und nicht selten einer an sich einfachen Operation unterließen, was wühl das Schlimmste ist. das dem Behandelnden widerfahren kann. Charakter und Erziehung spielt bei den Hunden eine besondere Holle.
Ist eine vollständige Heilung nicht zu erwarten oder verspricht letztere keine Dauer, so entsteht gleichfalls die Frage der Opportunltät; die meisten tierärztlichen Operationen gehören zu dieser Gruppe, wobei also die Erreichung des Zweckes nicht völlig gesichert ist. Niemals liisst sich bei Tieren der Erfolg mit, Sicherheit vorhersagen.
Grosse Wahrscheinlichkeit der Wiederkehr des ('bels in kürzerer oder längerer Zeit widerrät das Operieren ebenso, auch wenn ein nnmittelbarer Erfolg zu erhoffen ist. Häutig kann Besse­rung entschieden in Aussicht gestellt werden, allein sie steht in keinem Verhältnis zu den Kosten und Gefahren der Operation. Dasselbe ist der Fall, wenn gleichzeitig eine weitere Krankheit vorliegt, welche sich nicht wohl vorher beseitigen lässt. jetzt aber durch die Ope­ration, durch ein Wundtieber aufgerüttelt werden könnte, oder ein schlimmes Knde vorhersehen lässt. Häutig muss auch der jeweilige Kräftefonds in Erwägung gezogen werden.
Endlich steht zuweilen zu befürchten, die Operation werde nicht vollendet werden können, ohne den Kranken dem Tode auszusetzen. Entdeckt man erst nach begonnener Operation die Unmöglichkeit der vollständigen Durchfuhrung, st) steht man unter Darlegung der Gründe von der Fortsetzung ab und leitet ein anderes Heilverfahren ein.
Die Voraussicht, des Operateurs, für seine Kunst und .Mühe nicht bezahlt zu weiden, kann nicht als Kontraindikation angesehen werden.
Ebenso wie das Renommöe dos Tierarztes auf dem Siiielc steht, -wenn er sich der Operation nicht gewachsen zeipt oder diese onglttcklich ausgeht, kann er sich auch einen Ruf als Chiruvge und Operateur erwerben und verbessert sich seine Stellung gegenüber der Konkurrenz wesentlich, wenn ihm (auch an und für sich geringfügige) Operationen gelingen. Freilich gehören zum Operieren auch persön­liche Eigenschaften sowie Glück, und die Geschichte der Tierheilkunde erzählt viel davon, wie sehr Glück von Geschick sich entfernen kann und umgekehrt. In­dessen besitzen die Tierärzte vor den Mensclienärzten den grossen Vorteil der Alter­native des Tötens, sowie die Möglichkeit, sich in der Praxis an der Leiche häufiger einüben zu können. AVcnn auch manche Operation hier schwieriger ist, als am lebenden Tiere, an welchem man auf Arterien, Nerven reagieren kann u. s. w., so sind derartige Übungen doch von ausseronlenflichem Nutzen, denn sie verschaffen dem Anfänger die nötige Handfertigkeit, das richtige Gefühl im Schneiden und der Berechnung der hiehei aufzuwendenden Fingerkraft, woraus erst jene Eigen­schaften resultieren, welche den Operateur auszeichnen, nämlich geübte Hand, sichere
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Einleitung.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 7
Fttbl'ung, ein gewisses Selbstvertrauen, Kntsclilossenlieit und Mut, schneller Über­blick, persönliche Uulio und Geistesgegenwart!
Ängstlichkeit im Operieren deutet meist auf Mangel an Übung und topo-graphisohen Kenntnissen hin, wenn ihr nicht eine gewisse Scheu vor dem Messer zu Grunde liegt; es wird dann wo mOgilch Letzteres zu umgehen und durch Schmieren und Salben nachzuhelfen versucht, während andere wieder durch Operieren sich hervorzut hun suchen. Gewöhnlich liegt letzterer Dreistigkeit oder Unwissen-lieit zu Grunde. Manuelle Qeschicklicbkeit steht Übrigens nicht in erster Linie, sondern die Würdigung des ganzen Falles vom chirurgischen Standpunkte aus, der Operateur muss daher vor allem ein guter (,'hirurge sein, und die Hand ist nur, wie Pcrcivall Pott sehr richtig gesagt hat, „das Werkzeug seines Geistes, die Ope­ration nur das Mittel der Heilung, nicht der Zweck gelbst,quot;
Operationsplan. Hat man sich zur Vornahme einer Operation entschlossen, so muss die Ausführung auch systematisch geschehen, (1. h. der Operateur hat zunächst einen Plan zu entwerfen, nach welchem jene geschehen soll und müssen dabei auch .solche Umstände und Eventualitäten ins Auge gefasst werden, welche notwendig, zu­fällig raquo;der unerwartet eintreten.
Es kommt häutig vor, dass man sich über die Beschaffenheit der kranken Teile in der Tiefe, ihre Ausdehnung und Lage vor der Operation keine hinreichend genaue Kenntnis verschaffen kann, man daher während derselben das Verfahren ändern muss. Bei dem Entwerfen eines solchen Operationsplanes hält man sich zunächst an die Erfahrung, d. h. an Operationen, welche zu gleichem Zwecke schon früher ausgeführt worden sind und deren Wesentliches in der Lehre von den Ope­rationen niedergelegt ist.
Die meisten Operationen können auf mehr als eine Weise aus-geführt werden, man hat daher verschiedene
Operationsmethoden, kann sich daher dasjenige Verfahren aussuchen, welches unter den im Spezialfalle gegebenen Umständen am sichersten und einfachsten die Erreichung des Zweckes in Aus­sicht stellt. Da ein und dieselbe Methode nicht für alle Fälle passt und jede ihre Vorzüge und Nachtelle zu haben pflegt, muss auch der Operateur sie alle kennen und zu würdigen wissen. Dabei kommt für Tierärzte besonders in Betracht, dass jene Methoden besondere Vorzüge haben, welche mit den einfachsten und am wenigsten kost-spieligen liistrumenten ausgeführt werden können und die möglichst weiiig Schmerzen verursachen. Nicht selten wird der Praktiker aber auch Rücksicht darauf nehmen müssen, welche der Methoden dem Eigentümer am meisten Vertrauen einflösst und besonders auch, welche in der (legend üblich ist.
Selten hat eine Operationsmethode alle Vorzüge vereint, es beruht daher auf Vorurteilen, wenn einzelne Operateure sich in eine bestimmte Methode verfangen, sich von ihr nicht mehr loswinden können und dann andere bewährte Methoden für
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jSnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Allgemeine Openitionslehre.
Bchlechl finden; es deutet dies gewöhnlich auf Halbwisserei liin, denn die Methode richtet sich nach dem gegehenen Falle lind nicht selten müssen mehrere kombiniert werden. Je zusammengesetzter sie ist, desto mehr erfordert sie persönliches Geschick und niiimiellc Dexterität, aus einer nicht wesentlichen Abänderung wird aber noch keine neue Methode, sondern man spricht dünn von Modifikationen oder Vari­anten, und wo auch diese sich nicht ausführen hissen, wie es in den Büchern steht, so muss der Chiiurge selbst eitinden, iuiprovisieren.
Vorbereitung des Tieres. Diese richtet sich iiucli der Art des operativen Eingriffes und kann bei einfachen Operationen häufig inur/. wegfallen, bei dringenden ist sie oft nicht möglich. Je tiefer die Operation in den Organismus eingreift, desto mehr muss dafür Sorge getragen werden, dass dieser selbst möglichst wenig Störungen in seineu Funktionen erleidet, vor allem muss daher der Kriifte-zustand reguliert und alles beseitigt werden, was auf den Wund-verlauf von aussen und innen ungünstig intimeren könnte.
Schwache Tiere sucht man vorher in einen besseren Ernfthruttgs-zustand zu versetzen, kräftige, vollblütige werden in strengere diäte­tische Behandlung genommen. Die Zeit liegt hinter uns, wo Ader­lässe, um die „entzündliche Diathesequot; zu mindern, gemacht worden sind, eher indiziert können Entleerungen des Darmes durch Mittel­salze, Aloe. [Calomel, Mastdarmirrigationen u. dgl. sein. Ebenso sucht man anderweitige Störungen vorher zu beseitigen, keinesfalls darf aber mit der Vorbereitung eine „Herabstimmungquot; verbunden sein. Welche Massregeln vor dem Niederwerfen der Tiere, zur Narkose etc. zu ergreifen sind, wird in einem späteren Kapitel besprochen werden.
Einleitung einer entsprechenden Diätetik ist in vielen Fallen eine Haupt­bedingung des Gelingens und nachherigen Wohlbefindens. Der schlechte Verlauf der Wundheilung und der ungünstige Erfolg vieler Operationen ist hautig lediglich dem Operateur in die Schuhe zu schieben, weil er mangelhafte oder gar keine diätetischen Vorschriften gegeben hat. Er muss dabei insbesondere an das Futter und Qetränke denken, an die Anordnung von liuhe oder Bewegung, an die Arbeit der Tiere, ihre Geschlechtsfunktionen, an die Reinheit und Frische der Stallluft, die Streue, .laucheabfluss, Licht und Temperatur im Stalle, Reinigung der Haut, Bedecken der Tiere, Sorge für Aufhängevorrichtungen, Heirichtung der Hufe und Klauen, vorheriges Ausmelken u. s. w.
Sonstioc örtliche Vorbereitungen sind noch zu treffen, was Abwaschen. Aufweichen der Krusten, Abscheren der Ilaare, Fussbäder, Einflechteii der Mähne und des Schweifes, Herrichtung von Des­infektionsmitteln, Handtüchern, Binden u. s. w. betrifft. Auch von dem Vorhandensein und dem guten Zustande der erforderlichen In­strumente muss man sich vorher llberzeugen, um die Ausführung der Operation nicht zu verzögern oder zu stören, namentlich sollen
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Einleitung!nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;ü
auch die nötigen Aseptlsiex'uugsstoffe uud solche cldrurgische Mittel hergei'lclitet werden, welche man nur vielleicht, z. 15. infolge eines Zwischenfalles, eines Irrtums in der Diagnose, einer plötzlich not­wendig werdenden Änderung der Operationsraethode u. s. w, nötig hat.
Zeit der Operation. Diese bestimmt meistens der Situ und die Art des t'beis und ist hienach schon oben bei den dringenden und aufschiebbaren Operationen die Rede gewesen. Weitaus in den meisten Fidlen ist eine sofortige Ausführung einer notwendig ge­wordenen Operation nicht erforderlich, vielmehr kann dieselbe ohne Nachteil, ja selbst mit Vorteil auf später verschoben werden und hängt die Bestimmung dieser Zeit teils von dem Operateur selbst, teils aber auch von den ökonomischen Verhältnissen des Besitzers oder dem körperlichen Zustande des betreffenden Tieres ab.
Das Alter kommt nur insoferne in Betracht, als die mit der Operation verbundene Gefilhrdung der Tiere in der Regel eine um so grössere ist. je jünger dieselben sind, d. h. sich noch in den ersten Lebensmonaten befinden, in denen auch die Aussicht auf Erfolg ge­ringer ist, eine vorgeschrittenere körperliche Entwicklung ist daher erwünschter. Ebenso sucht man gewisse Evolutionsperioden (Säugen, Tl'ächtigkeit, Brunst) zu vermeiden und alte Tiere werden nur in Notfällen operiert und soweit noch erlieblicher Nutzen zu erwarten steht. Am meisten ertragen die Haustiere vor Beendigung ihres ersten Lebensjahres, beziehungsweise vor Beendigung des Wachstums, und stehen sie auch liier auf der Höhe ihrer Gesundheit. Im übrigen muss jede Operation ohne .Rücksicht auf das Alter unternommen werden können, im andern Falle ist sie gewöhnlich nicht genügend indiziert.
Die Jahreszeiten üben schon auf gesunde Tiere einen im-verkennbaren Einfluss aus. indem sie nicht bloss eine bestimmte Dis­position für gewisse Krankheiten schatten, sondern solche auch nn-mittelbar nach sich ziehen. Häufige Temperatur- und Witterungs­wechsel, kaltes feuchtes AVetter üben teils direkt einen nachteiligen Einfluss aus (Katarrh, Rheuma), teils indirekt durch Verzögerung der Wundheilung, der Genesung überhaupt. Grosse Hitze erzeugt reich­liche Eiterung, Luxuriationen, Zersetzung und Fäulnis, strenge Kälte vermindert den Heiltrieb und steigert wohl auch die Neigung zu Ent-zimdimgstiebern, man sucht daher alle Witterungsextreme zu umgehen, ebenso jene Zeiten, mit welchen wichtige Geschlechtsfunktionen zu-sanmienliiingen.
Der Einfluss der #9632;liiliroszciten, reap, der Witterung speziell auf die quot;Wund-krankheiten ist noch nicht genau lieliiinnt, bei Tieren indes, welche für diese keine
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10nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Allgemeine Oiiemtionslelire.
pi'onouciei'te Neigung /eigen, als nicht erheblich zu luveielmen. In wärmeren Ltlndem sind Wuiulkvankheiten bei Menschen und Tieren ungleich seltener, ja in den Tropenlündern ist die hohe Temperatur einer raschen Wundheilnng sogar günstig, in den Polargegenden umgekehrt. Häutig operiert mau bei schonstom Wetter und muss mit der Wundheiliing, welche meist Tage und Wochen in Anspruch nimmt, alle möglichen Wittcrungsphasen durchschreiten, ohne dabei eine ungünstige Beein-tiussung wahrzunehmen. Ebenso kann weder dem Frühling) noch dem Herbste oder einer andern Jahreszeit bei der Inconstanz der einzelnen Jahrgänge ein Vorzug oder besonderer Nachteil zugesprochen werden, eine Ausnahme machen höchstens Ader­lässe oder Kastrationen, die Tierärzte beschränken sich daher in der Regel darauf, die verschiedenen Temperatureinflüsse durch entsprechendes diätetisches Verhallen, Regelung der Stalltemperatur, Abhalten von Insekten, passenden Verband möglichst auszugleichen. Im allgemeinen ist die bessere Jahreszeit insofern günstig, weil durch reichlichere Ventilation besser für frische Luft gesorgt, bozw. die Weide bezogen werden kann.
Der Krankheitscharakter einer bestimmten Zeit verdient immer mehr Beachtung als die Witterung, obwohl er ebenfalls an ilie Jahrgänge und Jahreszeiten gebunden sein kann. Er ist aus dem Grunde von Wichtigkeit, weil zu gewissen Zeiten in gewissen (legenden alle (oder bestimmte) Krankheiten thatsächlich einen eigentümlichen (ienius annehmen, welcher mehr oder weniger von der Norm abweicht und selbst ein bösartiger werden kann, wie z. B. wenn zu gewissen - Zeiten besonders günstige Bedingungen zur Entwicklung von Bakterien gegeben sind (Diphtherie. Erysipelas, l'yiimie. Tetanus, maligne Oedeme u. s. w.). Besonders Luxus- und Gebrauchsoperationen unterlässt man /u Zeiten, in denen Wundfleber, Gangrän, Septikänüe, gastrische Fieber, Influenza, Typhus, .Milzbrand, Starrkrampf auftreten, ganz und be-schränkt auch die übrigen Operationen. Nie dauern solche schlimme Zeiten lange an, es handelt sich nur um Wochen oder einige .Monate ((ienius epidemicus. (Ienius morbi aumius).
Operationslokal. Die wesentlichsten Eigenschaften einer zum Operieren geeigneten Lokalität sind Luft, Licht und Raum. Die wenigsten Stallungen vereinigen diese Erfordernisse, sie leiden häufiger Mangel an diesen, man tluit daher am besten daran, ausserhalb der Wohnräumlichkclten der Tiere zu operieren, wenn nicht etwa der Zustand des Tieres das Verbringen an einen andern Ort verbietet oder der Kranke nicht auf die Deine zu bringen ist. wie bei Huf-leiden. Geburten. In solchen Fällen sorgt man für entsprechende Streue und Befestigung des Tieres, in andern Fällen operiert mau am besten in einem freien Hofe, auf einem Grasplatze, in geräumigen Scheunen, Schafstallungen, Remisen, Reithäusern, Koppeln u. s. w. Weiches, reines Lager ist hier überall anzubringen. Von Niederlegen
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Einleitung.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;11
auf Duughaufeu wird wohl kaum mehr Gebrauch gemacht werden wollen, ebenso vermeide man das Operieren in Boxen u.dgl., da besonders Pferde wie Rinder bei Operationen im Stellen die Gewohnheit haben, den Menschen gegen die Wand ZU drücken. Aber auch sonst ist es Bedingung, bei schmerzhaften Eingriffen sich stets den Kücken frei ZU halten.
Alle Räumlichkelten müssen möglichst dem Tageslichte /n-giingllch sein und erweist sich jenes am besten, welches von oben oder von Norden kommt, und aus grossen oder hoch angebrachten, an der Innern Brüstung nach unten abgeschrftgten Fenstern hinter dem Rücken und über dem Kopfe des Chirurgen reichlich einfällt. Fehlt es an Ficht oder ist man ^'enöti^'t, bei Nacht zu operleren, so eignen sich die Laternen am wenigsten, Wachslichter besser, be­sonders, wenn mehrere Stränge eines Wachsstockes sti'lckförmig zu­sammengedreht werden. Meist muss man sich mit mehreren Kerzen, einer Erdöllampe u. d,ui. begnügen. Vorteilhaft ist die Benützung von Reflektoren, von denen die käufliche Collin'sche Lampe, die mit Petroläther gespeist wird, sich am meisten empfiehlt; Können die Tiere zur Operation stehen, so ist die Beschlagbrücke einer Schmiede sehr passend, nicht sowohl wegen der vorhandenen Einrichtungen zum Anbinden, sondern es 1st auch hier meist ein geeignetes Personal zur Mithilfe zu treffen, sowie nötigenfalls Feuer. Besondere Operations­säle müssen glatte, leicht zu reinigende Wände, Decken und Boden besitzen, gut ventiliert werden können und sollen sich jene Seiten­lichter leicht abhalten lassen, welche je nach dem Stand der Sonne störend einwirken.
Fül' die kleineren Haustiere findet sieh leichter eine geeignete Stiitte und müssen mich sie eine solche Lagerung haheulaquo;, dass der zu operierende Teil volles Licht erhiilt und für die Hände und Instrumente leicht zugänglich ist; auch ist darauf besonders zu sehen, dass die Lage für den Kranken, wie für den Opera­teur eine möglichst bequeme sei, die Tiere können daher stehen, sitzen oder liegen. Ein Stuhl, ein Tisch, eine ausgehängte Thüre eignet sich hiezu ebenso, wie ein Schrägen, einige Bretter, Schafhürden, Hol/.kistcu u. s. w., wenn man sich nicht liesondere Operationstische eingerichtet hat. (S. Zwangsmittel bei den kleineren Haustieren.) Zu bemerken ist, dass bei Operationen mit Eröffnung des Baiubfell-sackes das Lokal im Winter geheizt sein soll.
Gehilfen sind bei allen Operationen der Tiere ein unentbehr­liches Bedürfnis, denn eine geeignete Befestigung der letzteren ist erste Bedingung, die assistierenden Feilte müssen daher das Tier, beziehungsweise einzelne Teile desselben festhalten, andere den Ope­rateur selbst unterstützen, ihm die Instrumente. Verbandstücke reichen, das Operationsfeld frei halten, für Reinigung sorgen u. s. w.
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12nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Allgemeine Operationslehre.
l{(ji langclauerndou scluvlerigen Operationen littngt sehr vieles von der Brauchbarkeit der Gehilfen ab, mau muss daher bei der Waid derselben teils auf physische Kraft und Übung im Umgang mit Tieren, teils auf Intelligenz und Anstelligkeit Rücksicht nehmen, in besonders diffizilen Fallen tlnit man aber am besten, sich durch einen Kollegen, nötigenfalls einen Menschenarzt, unterstützen zu lassen. Ks dient diese Assistenz zugleich auch zur Beruhigung des Tierbesitzers und erhöht das Selbstvertrauen des Operierenden.
Gewöhnlich finden sich in Stadt und Land Mannet', welche zu den hei kranken Tieren Qbliehen Hilfeleistungen besonders geschickt sind; sind solche nicht zu Haben, bringt man sie entweder mit oder setzt den improvisierten Gehilfen den Plan der Operation auseinander und gieht ihnen nie nötigen Vorschriften, #9632;welche Hand in Hand mit direkter Demonstration gehen und namentlich auch enthalten müssen, was nicht gethan werden darf, worauf eine Probe abgehalten wird. Wird auf diese Weise jedem der Mitwirkenden seine Aufgabe klar zugewiesen, beschränkt sich jeder auf die pünkt­liche Erfüllung derselben und folgt schon eines leisen Wortes des Operateurs, so gewährt auch ein solches harmonisches Zusammenwirken die sicherste Bürgschaft für schnelle und glückliche technische Vollendung der Operation.
Die meisten Fehler werden dadurch begangen, dass z. B. der Schwamm zur Entfernung des Blutes nicht erst gut ausgedrückt wird, dass mit demselben statt abgetupft, gewischt wird, schneidende, spitze Instrumente, scharfe Haken nicht mit dem Griff voran dem Operateur gereicht werden u. s. w. Ferner ist auch darauf zu sehen, dass die Gehilfen sich nicht übereilen, hin- und herrennen, durch un-niitiges Lärmen, Schreien, Fluchen und Befehlen einander verwirren oder durch rohe Strafen und Misshandlung den Widerstand des Operationsobjektes vermehren, es darf daher durchaus nichts geschehen, was nicht vom Operateur selbst angeordnet worden ist.
Die Stellung des Operateurs soll stets eine ungezwungene und so bequeme sein, dass ihm gestattet ist. nicht nur während der ganzen Dauer oline zu grosse Ermüdung auszuharren und sich frei bewegen zu können, ohne die Assistenten zu stören oder das Operations­feld durch seine Hand zu verdunkeln, sondern auch alles frei zu über­sehen. Ob er dabei stellen, sitzen oder knieen soll, hängt von .seiner eigenen Grosse und der des Tieres ab, ebenso von der Höhe der Lagerstätte, im allgemeinen ist es aber für den Operierenden am besten, wenn er stellen kann, weil er dabei am wenigsten in seinen Bewegungen beschränkt ist. Ausserdem muss auch dafür gesorgt werden, dass Beschädigungen der mitwirkenden Personen nicht vor­kommen können und ist diese Sorge selbst bei sonst gutmütigen Tieren keineswegs Überflüssig.
Tageszeit. Operationen müssen zu jeder Zeit des Tages oder der Nacht mit gleichem Erfolge vorgenommen werden können, hat
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Einleitung.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 1;;
man jedoch die Wahl frei, so sind die Vormittagsstundea, wie leicht begreiflich, der mehr vorgerückten TagesKeit vorzuziehen. Kines-tcils aus dem (ininde, weil die Tiere; morgens mehr gekräftigt sind. ausgeruht haben, von Verdauungsgeschftften noch nicht belastet sind, iindernteils man den ganzen Tag vor sich hat, Gehilfen, Arzneimittel und djii. leichter zur stelle scharten kann, ungünstige Ereignisse, Nach­blutungen ll. dgl. auch rechtzeitiger bemerkt werden, als es bei Nacht der Fall sein kann. Seilten die Verhältnisse nötigen, die Operation in den Nachmittagsstunden, des Abends oder noch später vorzunehmen, so 1st es geraten, einen Teil der Nacht selbst anwesend zu bleiben. für entsprechende Beleuchtung Sorge zu tragen, beziehungsweise die Pflege einer gut instruierten Wache anzuvertrauen.
Ausführung der Operation. Verlmltungsregeln anzuführen, welche bei der Vornahme von Operationen eingehalten werden sollen, ist nur im allgemeinen möglich, im Speziellen wird darauf bei den einzelnen Operationen die Sprache kommen. Doch lassen sich darüber folgende Winke und Andeutungen geben.
Neben sicherer Erreichung des Operationszweckes muss das Be­streben des Tierarztes auch darauf gerichtet sein, dem Tiere möglichst Schmerzen zu ersparen, was teils durch die Art der Ausfidirung der Operation geschehen kann, teils auch lassen sich die unvermeidlichen Schmerzen durch humane Behandlung leichter überstehen. Grundsatz ist ausserdem, nichts zu verletzen, was nicht absolut notwendig und soviel zu schonen, als nur thunlich ist.
Alle schneidenden Instrumente müssen scharf geschliffen und abgezogen sein, ilie Schnitte sind in raschem Zuge durch die ganze Hautdicke auszuführen und darf niemals die Haut in schiefer, sondern in senkrechter Kichtnng durchschnitten werden. Müssen die gleichen Nerven und Arterien voraussichtlich an mehreren Stellen getrennt werden, so bemüht man sich, die Trennung zuerst an der dem Zen­trum näher gelegenen Stelle vorzunehmen, um dem Tiere die Schmerzen an den perlpherischen Teilen zu ersparen, ehenso werden Pincetten, Zangen, scharfe Haken an den weniger empfindlichen Stellen angelegt. Möglichste Schnelligkeit beim Ope­rieren kürzt auch die Schmerzen ah, allein sie nmss der Sicherung des Operations-Zweckes doch untergeordnet werden. Fertigkeit in Handhabung der Instrumente ist ohne geübte Hand nicht möglich, es muss daher durch öfteres Führen des Messers für die Aneignung und Erhaltung einer solchen gesorgt werden, gleichwie für ein scharfes Auge, das insbesondere auch die feineren Bewegungen der Hand ebenso ruhig als sicher leitet. Zu diesem Zwecke gelangt man am sichersten durch häufige Vornahmen sog. Schttloperatlonen am Kadaver.
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]4nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Allgemeine Operationslehre.
Litteratur.
Nachstehende Werke enthalten entweder die Operationslehre allein oder ids einen Teil der Chirurgie:
Schreger, Dr. Ch. R., Operationslehre für Tierärzte. Fiirth 1803. Enthalt dio Hß-schreibung vieler, aber auch jetzt völlig obsoleter Operationen. Verfasser besass, wie es scheint, keine eigenen Erfahrungen.
Volpi, L., Trattato di Operazioni chirargiche per gli animali domestici. Milane 1823.
Dieterichs, J. F. C, Handbuch der Yeteriniir-Akinrgie oder die Lehre von den wichtigsten, an Haustieren vorkommenden blutigen Operationen. Berlin 1842 und 1851. Das erste brauchbare Specialwerk mit vielen Abbildungen von Instrumenten.
Gurlt amp; Hertwig, Chirurgische Anatomie und Operationslehre für Tierärzte. Mit 10 Kupfertafeln. Berlin 1847. Ein durch Vollständigkeit und Sachkenntnis ausgezeichnetes Werk mit instruktiven anatomischen Abbildungen. Ver­griffen. (Sehr teuer).
Falke, Dr. E., Die veterinär-chirurgische Instruinenten-, Verband- und Operations­lehre. Leipzig 1848. Das Buch hat wenig Anklang gefunden, da es für Praktiker nur geringen Wert hat.
Forster, Dr. L.. Kompendium der tierärztlichen Operationslehre. Wien 1864—1867. Besonders für die Wiener Schule bestimmt. Gut geschrieben, kurz gehalten. Einteilung nach den Geweben. Die topographische Anatomie, sowie die ge­burtshilflichen und Hufoperationen sind weggelassen.
Forster, Dr. L., Tierärztliche Instrumenten- und A'erbandlehre. Wien 1860—1861.
Flemming, G , A Text-book of operative veterina rv Surgery. London 1884. Bestes englisches Werk und sehr vollständig.
Wolstein, J. Th., Die Bücher der Wundarzney der Tiere. Wien 1784.
Toggia, F., Trattato delle malatie esternc. Vercelli 1786. Bologna 1835. In 8 Bänden.
Bourgelat, Cl., Essai sur les appareils et sur les bandages propres aux quadrupedes. Paris 1S13.
Tenneker, S. v., Lehrbuch der Veterinär- u. Wundarznoykuiist. Prag 1819—1820. In ii Teilen. Verf. war niebt Tierarzt, sondern Stallmeister, trotzdem zeugt das Buch von Sachkenntnis und grosser praktischer Erfahrung.
Dieterichs, J. F. C, Handbuch der Veterinär-Chirurgie. Berlin 1822. Das Buch war lange Zeit das hoste und enthält auf 100 Seiten die operative Chirurgie, Es ist in 6 Auflagen erschienen, die 6. ist ohne letztere. 1844 erschien ein .Nachtrag zu obiger Akiurgie.
Leblanc et Trousseau, Atlas du Dictionaire de Medecine et Chirurgie veterinaires. Paris 1828. Enthält 80 von Tardieu in Kupfer gestochene, wertvolle topo­graphisch-anatomische Tafeln. 8. unten Zttndel.
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Litteratur der Operationslelire.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 15
Rigot, F. J., Anatomie des regions du corps du clieval, consideree specia lenientnbsp; dans scs rapports avec la Chirurgie et la Mödecine o]ierative. Paris 182i).nbsp; nbsp; Ent­hält 6 vortrefflich von 1!. seihst gezeichnete Tafeln in griisstein Format,nbsp; nbsp; Die Erklärung derselben bildet den ganzen Text.
With, G. C. Dr., llaandbog i Veterinair-Clunirgien. Kjöbenbavn 1837-1839. Da'-Werk ist, wie dessen deutsche Übersetzung von Kreutzer (lK4ti) unvoll­ständig geblieben.
Roche et Sanson, Xouveaux elements de pathologie medico-chinirgicah'. Bruxelles 1837.
Brogniez, A, J., Traite de Chirurgie veterinaire. Bruxelles 1S30—1845. Verfasser war üln vorzüglicher Chirurg und hatte viele brauchbare und unbrauchbare Instrumente konstruiert.
Schussele, J., Veterinär-Chirurgie. Karlsruhe 1841. Verfasser starb über der II. Auflage, welche sehr gut geworden wäre.
Rychner, J. J., Hlpplatrlk und Bujatrik. Bern 1S35. 1842. Enthalt viele Opera­tionen bei Pferden und Rindern.
Mazza. J., Corso complete di Chirurgia veterlnaria. Firenze 1843. 4 Vol. Angelis, de, Sezioni elementar! dl Chirurgia veterlnaria. Roma 1S43. Strauss, G., Systematisches Handbuch der Veterinär-Chirurgie. Wien 1843. Der 2. Teil umfasst die Operationslelire. Lange ein vortreffliches Buch gewesen.
Bouley et Reynal, Dlctlonnaire pratique de mödecine, de Chirurgie et d'hygii'iie veterinaire. Paris. Seit 185C im Kurs.
Gourdon, J., Elements de Chirurgie veterinaire. Paris 1857. 2 starke Bände. Das vollständigste französische Werk über Chirurgie und Operationslelire.
Armbrecht, Dr. A., Lehrbuch der Veterinär-Chirurgie mit Benützung des Handbuchs von G, Strauss. Wien 1879. II. Auflage.
Stockfleth, H. V., Haandbog i Veterinair Chirurgien. Kopenhagen 1870. Gutes Buch, aber mangelhafte pathologische Anatomie. Eine deutsche Cbersetzung ist von Steffen 1878 bis 1890 erschienen.
Hurtrel-d'Arboval et Zündcl. A., Dlctlonnaire de mMecine, de Chirurgie et d'hyglöne
veterinaire. Paris 1874 —1877. Das beste französische Buch dieser Art, nach­dem es von Zündcl neu umgearbeitet wurde.
Peuch et Toussaint. Precis de Chirurgie veterinaire, comprenant l'anatomie Chirurg!-cale (Toussaint) et la medecine operatoire. 2 Bde. Paris 1870. Zu aus­führlich und pedantisch gehalten, für Deutsche kaum brauchbar.
Bouley, Sanson, Trasbot et Nocard, Nouveau Dlctlonnaire pratique de Medecine, de Chirurgie et dTIygiene veterinaires. Paris. Der Schlussbnnd des gross angelegten Werkes erschien 1894,
Degive, Manuel medecine operatoire veterinaire. Bruxelles 1880. In zweiter Auf­lage erschienen
Pütz, Prof. Dr., Die äusseren Krankheiten der landw. Haustiere.
Koch. A., Encvklopädie der gesamten Tierheilkunde, Wien ISS5—I8!raquo;-t. Das in 11 Bänden erschienene Sammelwerk enthält alle tierärztlichen Operationen,
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1 onbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Allgemeine Operationslehre.
zum Tlicil reicli illustriert. Als Fortsetzung erclieint (auf 74 reduciert) seit 1896 ein Supplement, das )i Hände umfassen wird.
Bayer, Prof, Dr., Lehrbuch der Vet. Chirurgie. Wien 1890. II. Auflage,
Frick, H., Grundriss der antiseptischen Wundbehandlung. Stuttgart 1890, Prak­tisch sehr brauchbar.
Hoffmann, L., Tieriirztl, Chirurgie, Stuttgart 1802. I. Bnnd. Spezielle Chirurgie. Mit 169 Abbildungen. II, Hand, Allgemeine Chirurgie, Mit 208 Abbildungen.
Ellenberger und Baum, Topographische Anatomie des Pferdes, Berlin, Angefangen 1893, Enthält vorzügliche kolorierte Abbildungen.
Cadeac, Encyclopädie veterinaire. Collection nouvello in 10 Bänden, Paris 1893.
Lanzillotti-Buonsanti, Trattato di technica e terapeutica, chirurgica generale e speciale degli animali domestici. Milane 1894. II, Band.
Möller, H., Lehrbuch der Chirurgie für Tierärzte. I, Band, Allgemeine Chirurgie und Operationslehre. Stuttgart 1893, II, Band, Spezielle Chirurgie, II, Auf­lage. Stuttgart 1894.
Cadiot et Almy, Traite de therapeutique chirurgicale des animaux domestiques. Paris 1895. I. Band. Chirurgie generale. II, Band, Chirurgie speciale,
Vennerholm, Handhok i allmiin veterinair-üperationslära, Stockholm 1895.
Bayer, Operationslehre, I, Band des Handbuchs der Tierärztlichen Chirurgie und Qeburtshilfe von Bayer und Fröhner, Wien 1896. Die \Yeiteren Bünde enthalten die allgemeine und spezielle Chirurgie in Lieferungen,
Hauptner, H., Illustrierter Katalog der tierärztlichen Instrumente, Berlin im Selhst-verlag, Luisenstrasse 53. Enthält eine grosse Auswahl mit Preisangabe und /.. T. Beschreibung. I. Autlage 1888. Weitere Ausgaben erschienen 1898, 1895 und 1890,
Die Zwangsmittel und ihre Anwendung.
Widersetzen sicli die Tiere schou bei der blossen Untersuchung und Berülmmg kranker Teile, uinsomehr suchen sie sich oft Oiie-rationen /u entziehen, bei denen
Mittel zum Halten und Befestigen anzuwenden .sind und durch welche ihnen nicht selten weitere Schmerzen zugefügt werden; die Tierärzte sind ans diesen und andern Gründen darauf angewiesen, (lewalt und Zwang zu gebrauchen, wo sie keinen freien Willen Hilden. Die Tiere gebrauchen ihre- natürlichen Watten gegen den Operateur wie seine Gehilfen, und machen dadurch die Einleitung eines chirurgischen Verfahrens nicht bloss schwierig, sondern häufig auch unsicher oder gar unausführbar; ausserdem können dabei nicht bloss die betr. Personen verletzt werden, sondern auch die Tiere seihst.
Von Zwangsmitteln steht eine grosse Anzahl zur Verfügung und müssen die­selben ganz der Tierart, dem Charakter des Individuums, dor Operationsweise selbst,
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Zwangsmittel lioi l'fenlon.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ] y
den gegebenen Hilfsmitteln und oft auch dor Handfertigkeit des Operateurs ange-passt werden. Immerhin ist Vorsicht mehr zu empfehlen, als Nachsicht üben zu #9632;wollen, denn wenn auch manche Zwanirmittel den Tieren aus Mitleid gerne erspart werden möchten, so ist doch zu beachten, dass man bei entsprechender Befestigung des Tieres weiter kommt, schneller und sicherer operieren kann und damit auch Nachsicht übt, insofern die Dauer des Schmerzes abgekürzt wird.
Ängstliche iinerfalirene Tiere sucht man vor allein durch Geduld, Ruhe, sanftes Anreden, durch Güte und Schmeicheln für sich zu ge­winnen, unfügsame, reizbare, renitente Subjekte aber müssen mit Ernst behandelt werden. Das Pferd, als eines der intelligentesten unserer Haustiere, ist gleich empfänglich für Lob und Tadel, für Lohn und Strafe, und kennt ebenso seinen Wohlthäter als seinen Beleidiger. Erst redet man die Tiere mit lauter Stimme an, zeigt ihnen die Züchtigungsmittel und sucht durch strengen Klick, Vorhalten des Zeigefingers vor das Auge u. S.'W. zu imponieren. Geht es in dieser Weise nicht, so bleiben immer noch schärfere Mittel und Strafen Übrig, zuletzt die Anwendung narkotisierender Stoffe, um das Bewusst-sein und damit auch die Empfindung auf kürzere oder längere Zeit aufzuheben.
In andern Fällen bringt man solche Tiere dadurch besser in seine Gewalt, class man sie einige Stunden, selbst einen Tag hungern und dürsten lässt, das Niederliegen vor der Operation verhindert oder ihre Aufmerksamkeit von letzterer dadurch abwendet, dass man die Augen bedeckt, sie durch Herumfuhren im Kreise taumelig macht, einen fremden Körper z. If. eine Bleikugel in die Ohrmuschel bringt, sie an einer ungewöhnlichen Substanz riechen lässt (Terpentinöl, Petersilienöl) oder diese in das Maid streicht. Auch kann mau mit einem Schlüssel auf die Kopf­höhlen, die Zähne klopfen oder einen heftigen Schmerz an einer besonders empfind-iieben Stelle des Körpers, •/.. B. der Oberlippe, der Nasonschcidcwand, dein lloden-saclc, Hinterschenkel, Schweif u, s. w. erzeugen, oft beruh igen sich jedoch die Pferde schon, wenn sie nur eine bekannte Stimme hören oder ihnen ein anderes Pferd zur Gesellschaft beigegeben wird, sie gesattelt, angeschirrt werden etc.
Bei den kleineren Haustieren braucht man in der Regel weniger Umstände ZU machen, doch geht es auch hier für gewöhnlich ohne Zwang nicht ab. von welchem weiter unten die Rede sein wird.
I. Zwangsmittel bei Pferden.
Bevor man an die Untersuchung geht, versäume man nicht, das Temperament und den Charakter des Pferdes zu beobachten, um dar­nach sein Verhalten einzurichten. Schon im Stalle soll man nie an ein Pferd herantreten, ohne es vorher anzurufen, der Blick und die
Haltung der Ohren oder (Miedmassen verrät schon frühzeitig den tterlng's Operatlonslehrc. VI. And.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;vgt;
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j^nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Alli;eiiieiiie Opcrationslehrc.
Charakter. Der Unruhe des Tieres muss man desto grössere Ruhe entgegensetzen und erstere nicht etwa durch ängstliches oder hastiges Berühren und Anfassen steigern, sicheres Vorgehen und dreistes alter vorsichtiges Benehmen erweckt am meisten Vertrauen. Namentlich unvermutete Berührungen geben Anlass zu Widersetzlichkeiten, bei lt;ler Untersuchung besonders der Extremitäten geht man daher ruhig und unter Zureden vom Kopfe aus und streicht mit der Hand erst über Hals oder Rücken nach den untern Teilen der Gliedmassen, die also nie zuerst betastet werden dürfen. Dabei sucht man mit der einen Hand einen Stützpunkt am Körper des Pferdes zu gewinnen, um leichter ausweichen zu können, denn bei der Berührung schmerz­hafter Stellen drängen alle Pferde gegen den Operateur, Kopf und Hals müssen sonach auch möglichst nach der Seite gehalten werden, nach welcher das Tier mit dem Hinterteile drängt. Fehler werden hiintig auch dadurch begangen, dass die Untersuchung der untern Teile der Gliedmassen Statt in gebückter in hockender Stellung vor­genommen wird.
Um l'ferde vollständig in die Gewalt zu bekommen. Ist es vor allem nötig, ihnen eine regelrechte Trense aufzulegen und sie an einen geräumigen gut beleuchteten Kaum zu bringen. Reittrensen sind meist zu schwach, besser erweisen sich starke Wischzäume oder solche Kopfgestelle, deren Mundstück, wie bei den Wiener Zäumen, sich leicht und rasch entfernen lässt. aus diesem Grunde lassen sich auch die starken (nicht zu weiten) Stallhalfter im Notfälle verwenden oder jene Halfter, wie sie zum Beschlagen, beziehungsweise Niederlegen der Pferde benutzt werden und können dabei die Zügelwirkungen durch Anbi ingen von Hilfsstricken an den Nasenriemen, Packenringen u. s. w. wesentlich verstärkt werden.
In andern Fällen macht man von der Trensenkette Gebrauch, nimmt eine möglichst starke (30 cm lange) Kette und befestigt an dem einen Ende einen Strick, am andern einen eisernen Knebel. Die Kette wird mit dem Knebel voran dem frei an der Trense gehaltenen Pferde von aussei! nach innen durch den Trensenring gesteckt, unten am Kinn vorbei durch den jenseitigen Ring von innen nach aussen ge­schoben, nunmehr der Knebel vor den King gelegt und durch die Kette befestigt. Bei 'Widersetzlichkeiten kann nun dem mit der Trense ge­haltenen Pferd ein empfindlicher Schmerz dadurch bereitet werden, dass man mit der rechten Hand am Stricke der Kette mehr oder weniger stark zieht, resp. zerrt.
Statt der Trense kann man auch den Kappzaum anlegen, d. h.
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Zwangsmittel bei Pferden.
1!)
einen gewöhnlichen starken Zaum, dessen metallener NasenrÜcken-teil gezackt Ist (Flg. 1) oder In dessen ledernem Nasenrllckenrlemen
ein Eisenblech eingenäht wurde und auf welchem 2—;i Ringe eingenietet sind zur Aufuahnie von Zügeln. Das Anzielten der letzteren bereitet dem Pferde auf der empfindlichen Haut der Nasenbeine hoch­gradigen Schmerz, der Kappzaum ist daher, selbst wenn er keine Metalleinlage enthält, ein sehr wirksames Bändigungs­mittel, mit dem man bei manchen Ope­rationen für sich allein völlig auskommt, es ist aber einleuchtend, dass eine rohe Handhabung niemals geduldet werden darf. da diese gefährlich ist und schon Brüche
der Nasenbeine, Aufsteigen und überstürzen
Fig. 1, Kappzaum.
des Pferdes. Tod u. d.ui. vorgekommen sind!
Der Operateur hat auf die Anwendung dieses Instrumentes sein besonderes Augenmerk zu richten und gleichzeitig dafür Sorge zu tragen, dass das Pferd hei Wohlverhalten auch entsprechend belohnt werde, um ihm so begreiflich zu machen, was es zu thun und zu lassen habe. Desgleichen darf beim Dändigeu mutwilliger, widersetzlicher, stupider oder zorniger, bösartiger Pferde das Einreden kluger Leute, Schreien, Fluchen und Treten mit den Fiissen, Fl'ttgeln u s. w. nicht geduldet werden, überhaupt durchaus nichts geschehen, was nicht von dorn alle Verantwortung tragenden Operateur angeordnet worden ist. Das nicht selten Übliche Auf­biegen.des Schweifes gegen den Rücken, um gegen Ausschlagen gesichert zu sein, ist eine rohe und deswegen verwerfliche Zwangsmethode.
Bei Pferden, welche zum He is sen geneigt sind, schützt man .sich durch Erfassen des Trensenbackenstücks mit gestrecktem Arme oder wird ein Maulkorb angelegt, in Ermanglung eines solchen aber der Nasenriemen der Trense so stark zusammengeschnallt, dass das Otfneii des Mauls nicht ermöglicht ist: solche Pferde erfordern dann meist die Anstellung eines besonderen Qehilfeil.
Um sich und andere persönlich sicher zu stellen, hat man bei Pferden gewöhnlich hinten mehr zu fürchten, als vorne oder (wie beim Binde) zur Seite, man lässt daher durch kräftige Leute, welche entsprechend aufgestellt werden müssen, einen llinterfuss aufheben und den Kopf hoch halten: in andern Fällen genügt oft schon das Aufhalten einer Vbrdergliedmasse, keine der angegebenen Vorsichtsmass­regeln schützt aber unbedingt, sondern erschwert nur das Ausschlagen. Von dem absolut sicheren Schütze wird weiter unten die Rede sein.
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!gt;(gt;
Allgemeine Operationslehrc.
Blenden. Die meisten Pferde verhalten .sich ruhiger, wenn sie am Sehen veihiiidert werden, eine Beobachtung, tlie übrigens bei allen Haustieren gemacht werden kann. Am einfachsten geschieht das Ver-hüllen der Augen mittelst eines am Kopfgestell befestigten weichen Handtuches, das nötigenfalls mit einer Kompresse, Werg u. dgl. unter­polstert wird. Ebenso kann das Kopfstück einer Halskappe benutzt werden oder hat man besondere aus Tuch oder Filz gefertigte Scheu­klappen, welche eine Art Deckel bildend über beide Augen geschnallt werden und auf diesen eine kuppeiförmige Ausbuchtung zur freien Bewegung dor Augenlider besitzen. Solche Blenden haben zugleich den Zweck, das Auge und die hervorstehenden Knochenteile vor 15e-sebiidigung zu schützen.
Die Nasenbremsen. Um die Aufmerksamkeit abzulenken, erzeugt man bei Pferden an irgend einer Stelle, welche, mit der Ope­ration nichts zu tbun hat, einen mehr oder weniger heftigen Schmerz und wühlt dazu am bequemsten die empfindliche Oberlippe, welche durch bestimmte und leicht beschaffbare Instrumente, die man ,, Bremsen'-nennt, gekneipt wird (Nasen- oder Lippenbremse).
Die Unterlippe und die Ohren sind zwar ebenfalls empfindlich, sie eignen sich aber nicht wegen möglicher Zerreissung der betreffenden Muskeln zum „Bremsenquot; oder nur bei grosser Vorsicht, wenn die Oberlippe aus irgend einem Grunde nicht zugänglich ist.
Man hat mehrere Arten von Nasenbremsen, die gebräuchlichste ist jedoch
Die Strickbremse oder Stockbremse, so genannt, weil sie aus einer Strickschleife besteht, die an einem rundlichen. :iu cm langen llolzstab oder Stock-in zwei Löchern am obern Ende befestigt ist (Fig. 2).
Man streift die kurze Schleife über die zugespitzten
Fiir.
Finger der Hand, fasst mit dieser den vordersten Teil
der Oberlippe,, zieht ihn möglichst hervor, lässt die Schleife sodann über die Finger hinaus auf den vorgezogenen Teil über­gleiten und dreht den Stock so lange herum, bis dessen Schleife die gefasste Partie tüchtig zusammenschnürt. An dem untern Stockende pflegt eine Schnur durchgezogen zu sein, mit welcher man die Strickbremse seitlich an das Backenstück der Trense oder des Halfters anbinden kann und somit die Hand, welche sonst den Stock halten miisste, frei bekommt.
Diese überall bekannte 1' f c r lt;1 c - N a b c n h r o m s e ist ebenso einfach als praktisch brauchbar, luum beliebig improvisiert werden und erspart einen Gehilfen,
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Zwangsmittel. Hrcmseii.
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was sehr wertvoll worden kann. Sie eignet sieh jedoch nur für nicht allzulang dauernde Operationen, denn sie hat das Missliche, dass hei längerer Applikation die gepresste Oberlippe unemptindlich, stumpf wird, die Bremse daher wirkungslos bleibt, ein Nachteil, der hei den Chaniierhremscn wegfällt. Auch kommt es vor, dass zuweilen besonders Nachts oder in dunklen Stallungen das Abnehmen der an­gebundenen Knchelhromse vergessen wird.
In Ermangelung einer Stockbremse behilft man sich auch mit der einfachen Strickschleife (Flg. 3, Knebelbremse), welche man in der angegebenen Art über die Überlippe anlegt und durch ein zwischen Schleife und Lippe durchgeschobenes Stück Holz zusammen-drelit. Der Strick wird häufig durch ein Pferdehaarseil ersetzt. Zu
Fig. 5.
Fig. 3.
Fig. 4.
dünne Stricke sind des starken Kinschneidens wegen verwerflich, sie müssen vielmehr i—5 nun dick sein.
Die eiserne Bremse hat die Form einer Zange, Zangen­bremse, oder eines Zirkels (Fig. 4 und 5, eiserne Ciiarnierbremse) und besteht aus 2 rundlichen oder gedrehten Schenkeln von Eisen, die oben durch ein Charnier verbunden sind. Leim Anlegen dieses. auch Zirkelbremse genannten Instrumentes fasst man mit der einen Hand die Oberlippe, zieht sie hervor, setzt hierauf mit der andern Hand die Bremse darauf und drückt die beiden Schenkel am untern Ende fest zusammen. An diesem Teile ist oft ein Riemen oder eine gekerbte Falle angebracht, wodurch das Instrument an der Nase hängen bleibt, man kann durch letztere Vorrichtung daher einen (ie-hilfen ersparen. Indes kommt hiedurch gerade der Hauptvorteil dieser
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3Q
Allgemeine Operatlonslehre,
Hiemse in Wegfall, der darin besteht, dass man die Schenkel mir dann .stark zusammendrückt und Schmerzen bereitet, wenn das Pferd anfangt, unruhig, widerspenstig zu werden, man kann dem Tiere somit dadurch andeuten und begreiflich macheu, wie es sich zu verhalten hat und wird zugleich die Abstumpfung der Oberlippe ganz vermieden. In Notfällen kann man sich jeder Feuerzange oder der Schenkel einer entsprechend langen Beisszange bedienen.
Die eiserne Bremse hat unstreitig Vorzüge, welche meist unterschätzt werden, ilemi die ununterbrochene Applikation eines Schmerzes lässt schliesslich dus Pferd gleichgültig und unterrichtet es nicht davon, was es thun oder hissen soll. Ton hestem Erfolg in der Kegel ist es, wenn bei ruhigem Verhalten das Pferd durch freundliche Worte und Schmeicheln helohnt wird. Erst dann, wenn die Operation beginnt, legt man die Bremse an und nur ausnahmsweise oder wenn sich z. B. die l'ferdc nicht fesseln lassen, geschieht es schon vor dem Niederwerfen; nachher pflegt
mau die Vorderlippe mit der flachen Hand leicht
abzureiben, um gleichsam den angebrachten Schmerz zu zerteilen, was die Pferde in der Kegel seihst (instinktmässig an irgend einem Gegenstand) thun.
Die polnische Bremse (Fig. 6), auch ungarische Bremse genannt (fälschlich von Peuch auch als deutsches Gebiss, Mors d'Allemagne bezeichnet), be­steht ebenfalls aus einem Strick, welcher,
an dem einen Ende mit einer Schleife
Fig. (gt;. Polnische Bremse.
verselten, lang genug ist, um durch das Maul über den Kacken geführt zu werden (Nackenmaulstrick). Man zieht nun entweder das spitze Ende des Stricks durch die Schleife und verkürzt dadurch beliebig den Strick, wodurch die Maulwinkel und Backen in der schmerzhaftesten quot;Weise nach oben verzogen und komprimiert werden, oder man befestigt den Strick mit einem einfachen Knoten, steckt einen Stock hindurch und dreht mit diesem den Strick zusammen, so dass er dieselbe Pressung auf die Lippenwinkel ausübt, wie oben angeführt wurde.
Die Maulbremse gehört zu den qualvollsten aller Zwangsmittel und sollte ihre Anwendung nur für Notfälle, auf wirklich bösartige Pferde be­schränkt werden, für welche sie allerdings in der Praxis oft nicht entbehrt werden kann; auch hat sie schon starke und schwer heilbare Verletzungen, nach Hering sogar Mortiflkation der heftig gequetschten Hacke angerichtet, so dass Löcher in derselben entstanden, durch welche das Futter heim Fressen herausliel. Zürn (Die Untugenden der Haustiere. Weimar 1885. S. 43) bezeichnet sie als ein wahres Marterinstrument, dessen Applikation höchst gefährlich ist und strenge geahndet werden sollte,
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ZwangSinitteli Jireniscn.
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Die Schenkelbremse legt mail ganz in der Art der polnischen Bremsen an, indem ein kurzer, nicht /u dünner strick handbreit über dem Sprunggelenk um die Achillessehne geschlungen und geknotet wird, um dimn einen runden Holzstab zwischen Haut und Schleife durchzuziehen und diese, nach Belleben umzudrehen, wodurch eben­falls ein heftiger Schmerz an dem betr. Jliuterfiiss entstellt, der die Tiere In der Regel veranlasst, sich ruhig zu verhalten, indem ihre Aufmerksamkeit völlig in Anspruch genominen und von der Operationsstelle abgeleitet wird. Am meisten gebräuchlich ist zur Zeit die aus einein handbreiten weichen Gurt gebildete Schenkel­bremse (Fig. 7), eine 50 cm lange Schleife, welche durch einen cylinderförmigen Holzknebel kräftig zugedreht werden kann, ohne die Haut zu lädieren.
Sie findet AmveiiduiiK auch bei andern Tieren und kann nötigenfalls aueh uls Kompression gegen arterielle Blutungen dienen, wenn weiter unten, wie am Hufe, operiert wird. Ausserdem ist sie ein wichtiges und oft kaum /.u entbehrendes Hilfsmittel, um niedergelegte Pferde an dem heftigen Stemmen und strecken des oben gelegenen Hinter-fusses möglichst zu verhindern, wodurch, wie bekannt, nicht selten üherschenkclfrakturen oder Wirhelhrüche zu stände kommen.
Der Würgestrang ist gleichfalls eine Art polnischer Strick­bremse, die jedoch (besonders bei Rindern) um den Leib angelegt wird und in einer grösseren Schleife besteht, die mir mittelst eines hölzernen Knebels zusammengedreht zu werden braucht, um einen heftigen Schmerz und selbst Atemnot zu erzeugen. Der Strang soll auch dazu dienen, das verderbliche Drängen bei Geburten, Vorfällen, Hernien u. dgi. zu verhüten. (Siehe auch 11. Zwangsmittel bei Hindern.)
Befestigung des stehenden Pferdes.
Um am stehenden Pferde operieren zu können, bedarf es verschiedener Vorsichts- und /wangsniiissregeln, die, im allgemeinen sehr beachtenswert, doch selten genügend sind, um den Operateur vor Verletzung, den Gang der Operation vor Störung zu sichern. Jedenfalls können dabei nur kürzer dauernde, nicht sehr schmerzhafte Eingriffe unternommen werden, es ist aber dadurch schon viel ge­wonnen, dass weitere umständliche Zwangsmittel, namentlich das (möglichst zu vermeidende) Niederwerfen sich häutig umgehen lässt.
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Allgemeine Opevationslelu'e.
Die Aufstellung des Pferdes kann so eiugeriohtet werden, dass das Tier wiilirend der Operation wesentlloll an Beweglichkeit einbüsst und sich so weniger sträuben kann. So wird z. IS. bei hocli aufgehobenem Kopfe das Hinterteil ungleich stärker belastet, daher in seinen Bewegungen beschränkt, bei tief herabgezogenem Kopfe das Vorderteil; eine seitliehe Krümmung des Kopfes und Halses wirft mehr Last auf diese Körperseite und macht sie weniger frei in ihren Bewegungen^
Befestigung des Kopfes. Der Kopf kann entweder durch oinen kräftigen Mann an den /iigeln frei gehalten oder fest gebunden werden. Das Anbinden soll nur so geschehen, dass das an einem starken Halfter befestigte Seil durch einen oder besser zwei Ringe geht und frei in denselben auf- und abgleiten kann, oder wird es hier mit den Händen so festgehalten, dass der Gehilfe hei plötzlichen heftigen Bewegungen mit dem Seile etwas nachlassen kann und so Jene Beschädigungen des Pferdes verhütet, welche durch plötzliches Zurücktreten oder unerwartetes Zerreissen der Anbindevorrichtungen entstehen können.
Niederbinden des Kopfes. Bei manchen Operationen genügt es, den Kopf der Tiere möglichst herunterzuziehen und ihn in dieser Stellung, falls es die Art des operativen Eingriffes gestattet, bis zur Beendigung desselben zu erhalten. Das Verfahren schützt auch einigermassen gegen Steigen und Ausschlagen und ist der Ope­rateur mehr gesichert, wenn zugleich Kopf und Hals des Pferdes etwas nach der Seite des ersteren hingezogen werden.
Das Niederbinden erfordert einen langen starken Strick, der von dem Kinn stück des Kopfgestells ausgebt und durch einen in der Brusthöhe des Pferdes angebrachten Wandring durchgezogen wird, um dann von einem Gehilfen angezogen und in beliebiger Tiefe ge­lullten zu werden. Eine zweite Art besteht darin, dass man denselben Strick vom Kinn aus zwischen den Vorderfiissen unter eine Bauch­gurte hindurch leitet, dort umschlägt und ihn auf demselben Wege zurückführend entweder (durch einen Ring an der Wand) halten lässt oder an das Halfter befestigt. Das Verfahren ist zwar einfach, er­fordert aber Vorsicht und besondere Instruktion des Gehilfen.
Niemals dürfen Pferde mit dem Kopfe zu kurz angebunden werden und stets muss die Schlinge derart beschaffen sein, dass sie, wenn nötig, mit einem kräftigen Zuge geöffnet werden kann. Die Hinge an Krippen, Harren, Standsäulen können, wenn nicht fest genug eingefügt, gefährlich #9632;werden, diejenigen auf IJcschlag-hrücken erweisen sich meist zuverlässiger, wie Überhaupt letztere Lokalitäten vor­zuziehen sind, da man einesteils geübtere Assistenten findet und die Pferde an jene gewöhnt sind, andernteils dem Operateur Feuer zu Gebote steht, falls er z. 15. un­vermutet eine Blutung u. dgl. zu bekämpfen hat. Das häufig vorkommende An­binden an Ketten ist nicht ratsam.
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Befestigung des stehenden Pferdes.
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Womöglich zieht man vor (und lt;;(jiiiU;'t es auch hiluflg), das Pferd frei an den Trensenzügeln durch einen verständigen Mann halten zu lassen, der mit demselben zu sprechen, es zu Schmeicheln und auch zu strafen weiss. Kr spielt dabei mit den Zügeln durch ilin-uml Herbewegung des Gebisses, um die volle Aufmerksamkeit des Pferdes auf sich abzulenken und kann zugleich plötzlichen unvermuteten Bewegungen folgen. Besonders beruhigend für ängstliche, junge, unerfahrene Pferde sind leise gesprochene, begütigende Worte und sanftes Streicheln mit der flachen Hand über das Auge, .Strafen durch Schläge können nur als letztes Mittel gelten, auch soll Loh, Tadel. Strafe nur vom Kopfhalter ausgehen und hat dies rechtzeitig zu geschehen d. h. sofort und ohne Hast, sobald üngebiihrlichkeiten vor­
kommen oder zu erwarten stehen, was sich aus dem Blick, den Mienen und dem Ohren­spiel entnehmen lässt.
Gegen das Hauen mit den Vorder-füssen schützt entweder das Aufhalten eines Yorderfusses durch ein oder zwei vertraute Männer oder das Zusammen­binden beider Beine, es darf dasselbe aber niemals an den Fesselbeinen geschehen, weil heim Aufsteigen und ungeschickten Ankommen auf dem Boden schwere Ver­letzungen eintreten können. Zweckmässiger
ist das Zusammenbinden über den Kar-
Ins. s.
palgelenken (Kniefessel) oder noch hesser das Anlegen einer Strick- oder Riemenschlinge um jeden Vor arm und Durchziehen derselben unter einer Bauchgurte (Fig. 8); jeder Versuch stärkeren Peugens im Knie seheitert in ungefährlicher quot;Weise.
Beim Operieren an dem frei an der Trense aufgestellten Pferd muss hiiutii;-Bücksicht auf das Steigen desselben genommen werden, auch ist es möglich, dass die Tiere vor- oder zurücktreten. Das Steigen ist oft nur Folge unvorsichtiger ZügelftÜming oder zu hohen Aufhaltens einer Vorderglledmasse, himiig aber auch das Bestrehen, sich des angelegten Zwanges zu entledigen, Die Unart, wenn sie gewohnbeitsimissig geworden, wird am besten dadurch bekämpft, dass man das Pferd absichtlich durch Zerren an den Zügeln nach abwärts zum Steigen veranlasst und zwar solange, bis es die Lust daran verloren hat. In ähnlicher Weise verfährt man bei dem für den Operateur so lästigen öfteren Pückwärtsweichon, indem man das Pferd öfters zwangsweise nach rückwärts drängt, und was das plötzliche Vortreten oder „Vorwärtsstürmenquot; betrifft, so bleibt nichts anders übrig, als solche Pferde durch kräftige Männer halten zu lassen. Ausserdem kommt noch vor, dass eich Pferde die Boshaftlgkeit erlauben, niederzullegen; in solchen Fällen schwerer
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ao
Allgemeine Operationslehrei
Renitenz besteht die nachhaltigste Strafe darin, sie nicht so bald wieder aufstehen zu lassen, zu welchem Bclmfe man einige Miinuer beordert, auf Kopf, Hals und Hüfte uiederzusitzen, bis heftiger Schweiss ausgebrochen ist. Das Sitzen auf dem Rippenkorb darf (auch bei Operationen auf dem Boden) nicht geduldet werden.
Es ist gefährlich, beim Vorführen oder Halten von ungestümen Pferden die Zügel der Trense, ties Kappzaums oder der Longe um ^nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;die Hand ZU wickeln, tliese müssen vielmehr im
Notfalle rasch losgelassen werden können.
Befestigen eines Vorderfusses. Das­selbe kann dadurch geschehen, dass man den Fuss durch einen kräftigen .Mann wie zum Bechlagen (nicht hoch) aufheben lässt oder um den Fessel einen Strick schlingt, denselben über den Wider­rist auf die andere Körperseite führt und dort bei aufgehobenem Fusse halten lässt. Der be­treifende Gehilfe jenseits geniert tliesseits den Operateur nicht und kann er bei unbändigen Indi­viduen den unvermuteten Bewegungen in gefahr­loser Weise folgen oder aber im Notfälle den
fig. 9.
Strick loslassen. Das Festbinden oder Schnallen
ties aufgehobenen Fusses mittelst einer Strick­schleife (Fig. 9) Dtler eines Riemens ist unzweckmässig, selbst ge-fälirlicb: es kommt häufig vor. dass solche Pferde nach plötzlichem Aufsteigen sehr ungeschickt mit nur einem Fusse auf dem Boden wieder ankommen, niederstürzen und sich arg verletzen. Clielchowskv
Fig. 10.
(österr. Monatsschrift 1884, S. 50) schnallt den betr. Vorderfhss an den gleichseitigen Hinterfuss (Fig. 10) und macht so auch die llinter-t'üsse mehr unschädlich, derartig befestigte Pferde können sich aber arg beschädigen, wenn sie nicht durch ein langes Seil an eine Wand befestigt werden.
Befestigung eines Hinterfusses. Will man einen einzelnen Hinterfuss fixieren und reicht das ffewöhnliche Aufhalten wie zum
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Befestigung des stehenden l'ferdes.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 27
Hufbescbllg nicht aus, oder scheut man tlie oben angegebene Methode, .so fdebt es noch andere Zwangsmittel, von denen die wichtigsten hier angeführt werden sollen.
Zunächst schiebt man einen glatten Bengel quer unter das ge­beugte Sprunggelenk, lässt denselben an beiden Knden horizontal durch zwei Männer halten und bindet das Gelenk mit Stricken fest oder versucht man den Schweif zur Befestigung der Hintergliedmasse In der Art herbeizuziehen, dass man einen Strick oder Kiemen fest in den Schweif einknüpft und in dem im Strick enthaltenen Ring ein Seil befestigt, das vom Schweif weg durch den King am Fesselriemen des aufgehobenen Hinterfusses geht und an seinem andern Ende von zwei Männern angezogen und gehalten wird. Das Verfahren hat nur den Nachteil, dass der Fuss samt dem Schweif durch Zerren notleiden kann, besser ist es daher, den Fuss erst durch 1—12 Gehilfen auf­heben und dann das Seil durch den Schweifring ziehen zu lassen oder ersteres an einem Wandring zu befestigen. Der Fuss wird dann nicht gezogen, sondern hauptsächlich gehoben und nach einigen Minuten des Sträubens und Hüpfens kommt das widersetzliche Pferd zu der Überzeugung, dass es seinen AVillen unmöglich durchsetzen kann.
Hat das l'fci'd einen gestutzten Schweif oder ist dieser fein behaart, so dass das Einbinden eines Seiles nicht gut angängig ist, so behält man nach Hahn zwar den Fesselriemen an dem aufgehobenen Hinterfusse hei, befestigt jedoch das vom Kesselring ausgehende Zugseil an einem oben auf einer Bauchgurt befindlichen Hinge und liisst es auf der Mittellinie der Kruppe längs des Schweifes herablaufen, durch den Ring des Fcsselricmens gehen und so anziehen; am Schweife können ausserdem in kurzen Abständen mehrere Kiemen zum Schnallen quer angebracht sein, durch deren Hinge dann das Seil hindurchgezogen wird.
Ein weiteres ähnliches Verfahren hat v. Chelchowsky be­schrieben, das sieb praktisch gut bewährt hat. Man legt die Schlinge eines Wurfseils kummetartig auf die Schulter und lässt das längere Bndstück längs des Kückens vom Widerrist in die Mitte nach hinten laufen, wo es um den Schweifansatz einmal geringelt und senkrecht nach unten um den F'essel des zuvor aufgehobenen Hinterfusses herum­geschlungen wird; 1—2 Männer halten dann den Hinterfuss in der gewünschten Flexion fest. Bei allen derartigen Befestigungen müssen die Pferde am Kopfe gut festgehalten oder gebunden werden.
In anderen Fällen ist es wünschenswert, den Hinterfuss statt nach hinten nach vorne zu ziehen, zu welchem Zwecke man den Fessel mit einem langen Strick oder Wurfseil anschlingt und das freie Ende entweder durch einen unten an der Bauchgurte befindlichen King durchziehen und halten lässt oder in Knnangiung einer Hauchgurte
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AllgemoiuL' ()igt;(gt;nraquo;tioiisloliro.
das Seil (U'.s aufgöhobenen HinterfUsses /wischen den Vol'derfUssen durchführt, über die entgegengesetzte Schulterseite nach dem Widerrist herauf und auf der (gefesselten) .Seite an der Schulter wieder herab geiien lässt. wo es ein Gehilfe anzieht und festhält.
Das Spannen der Hinterfüsse, wie es auch beim Probieren der Zuchtstuten gehandhabt wird, geschieht wie Fig. 11 angiebt. Ehe die Enden beider Seile am Widerrist in eine leicht aufziehbare Schleife
Fig. 11. Spannen der Hmterfassc.
vereinigt werden, muss das Pferd etwas zurücktreten, damit beide Hinterfüsse mehr unter den Leib zu stehen kommen. Das Schlagen nach hinten ist damit verhindert, nicht aber das Ausstreichen eines Fusses nach der Seite. Ks ist zweckmiissiger, die Schlinge am Widerrist nicht auf der rechten Seite anzubringen, sondern auf der entgegengesetzten, weil der die Zügel haltende Gehilfe das Pferd auf der linken Seite stets besser bemeistern kann. Diese Art des Spannens hat sich allseitig bewährt.
Die Spannmethode des Grafen v. Keller ist ebenfalls beliebt geworden und geht aus Fig. 12 hervor. Sie ist äusserst wirksam, dalier nur für bösartige renitente Pferde geeignet. Die beiden Deinen
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Spamion des rferdcs.
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dürfen anfangs nicht spannen, sondern sind nur locker an dem Kopfe angeschnallt, so dass das Pferd Kopf und Hals beliebig drehen kann. Schlägt es in dieser ZwarigSStellung aus. so fügt es sich je nach der Kraft, mit der die Erhebung des Hinterteils geschieht, sich selbst Schmerz zu und dadurch, dass die empfindliche Strafe der Unart un­mittelbar auf dem Fusse folgt, unterlägst es das Schlagen bald.
Fig. 12, Spannen der llintcrtusse.
Ehe das Pferd diese bedeutende Sclimerzhaftigkoit nicht kennt, rauss der Spannleine etwas Spielraum gelassen werden und zwar soviel, als die völlig ge­streckte Stellung erheischt, das erste Schlagen daher nur leichte Strafe nach sich ziehen kann; später, bei Fortsetzung der Unart erst schnallt man die Leinen etwas kürzer. Diese Vorsicht ist aus dem Grunde notwendig, weil ein kräftiges Ausschlagen bei verkürzter Leine sogar einen Hnicb der Nasenbeine zur Folge haben könnte.
Notwände. Mit den oben genannten Vorrichtungen kann man bei leichteren oder kurzdauernden Operationen wohl auskommen, wenn auch einzelne Bewegungen des Tieres nach vor-, seit- oder rückwärts nicht vollständig hintangehalten werden können. Sind diese letzteren jedoch nicht zulässig, so bleibt, um sicher zu gehen, in der Regel nichts anderes übrig, als die Pferde niederzulegen und geschieht dies auch gegenwärtig meistenteils.
In früheren Zeiten bat man von dem Niederwerfen der Pferde weniger Gebrauch zu machen verstanden und daher alle möglichen Vorrichtungen ersonnen, um die Operationen am stellenden Tiere vor-
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30nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Allgemeine Operatioiislelire.
zuiu'hiiien. Aus diesen nicht sehr glücklichen Bestrebungen gingen die verschiedenen Hftnge- und Schwebevorrichtungen (Förster, tierärztliche Iiistrmiieiiteidehre. Wien 1H()4, S. 474. — Koch, Eucy-klopädle, Wien. IV. S. 155). sowie die sog. Notwftnde hervor, d. h, starke zwischen zwei Standsäulen gezimmerte Bretterwände, an welche die Tiere angelehnt und auf der frei zugänglichen Ivückseite gebunden wurden. Zu diesem Zwecke waren in der Wand, entsprechend den einzelnen Körperteilen, welche besonders fixiert werden sollten, Löcher zum Durchstecken von Stricken, Seilen, (iurten, Ketten u. s. w. und starke eiserne Ringe angebracht, auch wurde die Wand in ihrer ganzen Ausdehnung gepolstert (feststehende Notwände).
Nicht selten wurden ferner mit der Notwand (spanischen Wand) Aufzugsapparate mit Bauchgurten zum Verhindern des Nieder-liegens in Verbindung gesetzt, Löcher und Hinge zum Anschnallen der Fiisse auch auf dem Boden angebracht oder ist die senkrechte Wand mit einer Achse versehen worden, so dass sie samt dem angebundenen Tiere wagrecht umgelegt werden konnte und das Operationsobjekt wie auf einen Tisch zu liegen kam (bewegliche Operationswand). Solche Notwände bezw. Operationstische sind in der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts vielfach und in den verschiedensten Ländern (namentlich aber in Holland, Belgien, Frankreich, Spanien) oft mit grossem Aufwand von Ertindungsgeist konstruiert worden und knüpfen sich dieselben besonders an die Namen Strauss, Hördt, Schwab, Ker-sting. Tennecker, Rychner, v. Sind, Peterka, Merk, Hertwig, Bourgelat, Qohier, Vial, Feugre, Lafosse, Brogniez, Gourdon, Douterligne, Zorawskl u. s, w., neuestens auch Sharp, Bure, Price u. s. w. In manchen Gegenden kamen sie allgemein in Gebrauch, da sie auch zum Beschlagen verwendet wurden, bei uns sind sie meist nur das Privi-legium von grösseren Beschlagsanstalten, Privatkliniken, Qestttten, Marställen, Kavalleriekasernen etc. geblieben. In der Privatpraxis finden sie kaum Anwendung und auch auf den meisten tierärztlichen Lehranstalten wird man sie nur für den Gebrauch bei Hunden an-treffen, obwohl auch für Pferde drehbare Operationstische, die zugleich Notwand sind. Jetzt sehr vervollkommnet wurden (Berdez, Gadiot, Sharp. Bare. Price u. A.), jedoch hoch im Preise stehen.
Nicht allein waren diese Vorrichtungen zu kompliziert und kostspielig, sondern der vielen damit verl)undcnen Umständlichkeiten wegen auch unpraktisch; ausserdem sind viele Operationen schwieriger an der Wand auszuführen, als am niedergelegten Tiere, ahgcsclien davon, dass durch die vielen Zerrungen und Quetschungen an den Gelenken, Sehnen, Muskeln etc. arge Verletzungen und Verstümmelungen vorkamen, die jetzt fast unbekannt sind.
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Notwände. Notstände.
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Notstände und Notställe dienen sowohl zum Beschlagen als Operlren und sind solche Vorrichtungen, bei welchen zum Unterschied von der Notwand die grossen Haustiere in eine Art Pferdestand quot;#9632;e-
Fig. 18, Stuttgarter Notstand.
führt werden, der aus vier senkrechten Pfosten (Standsäulen) bestellt welche durch Riegel und andere Befestigungsmittel untereinander ver­bunden Sind. Es giebt deren fast eine ebenso grosse -Auswahl wie bei den Notwänden und gilt im allgemeinen hier dasselbe was' von diesen betreffs der Notwendigkeit gesagt worden ist. Im ganzen kam.
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Allgemeine Üperationslehre.
ilmeii indes eine gewisse praktische Unuichliarkeit uiclit ganz abge­sprochen werden, soferne ihre Konstruktion keine allzu komplizierte ist und zwar hauptsächlich aus dem Grunde, weil doch in manchen Fällen das Niederwerfen erspart werden kann und jetzt auch bedeutende Verbesserungen angebracht wurden.
Vorstehender Notstand ist von Mayer (Lehrh. der Hufbeschlags-kunde von Gross. Stuttgart 1869. S. 88) nach einem Muster der Brüsseler Tierarzneischule in Stuttgart errichtet worden und hat sich in der langen Zeit des Bestehens gut bewährt, nachdem einige Ände­rungen getroffen worden sind (Fig. 13).
Die Befestigung lies Yorderfnsses geschieht entweder durch Streoknng desselben auf den eisernen Träger i oder durch Beugung auf dem Hacken des Selten-riegels f hei h. Der Ilinterfuss wird auf die Radwelle m durch die Kurbel I aufgezogen und können die gusseisernen Träger /.#9632; durch Auf- und Abschrauben an den Standsiuden a h leicht der Grosse der betreffenden Tiere anbequemt werden.
Das Rückwärtstreten wird sowohl durch das Aufziehen des Hinterfusses als durch den starken Schenkelriemen bei lt;/ verhindert, das Vo rw ärts d r äuge n durch den versteckbaren Brustriegel a und das N i e d e r 1 i e g e n durch eine Leib­gurte, welche ihre Befestigung bei n und auf der Kammradwelle o lindet. In neuerer Zeit ist mit dem Notstand ein Aufzugsapparat verbunden worden, der die quot;Welle o Überflüssig macht.
Versuche zu steigen sind ganz erfolglos, denn die Widerristkette wird ent­sprechend augezogen, ebenso ist das Ausschlagen nicht bloss durch das Aufbinden des Hinterfusses unmöglich gemacht, sondern noch weiter durch ein Seil, das vom jenseitigen untern Seitenriegel ausgehend über ein auf den Lenden liegendes Polster nach dem Seitenriegel f läuft und unter demselben auf einer Rolle durchgezogen wird, um dann von einem Gehilfen angezogen, gehalten oder bei g befestigt zu wer­den. Durch dieses einfache Zugseil ist jede Aktion der Rückenmuskeln aufgehoben und damit eine Kciho gefährlicher Bewegungen verhindert. Schlimm ist, wenn eine der hintern Extremitäten bei heftigem Sträuben über die Seitenriegel bei /' heraus­gerät, diese Eventualität vermeidet aber jetzt eine breite, je innerhalb der beiden hintern Standsäulen angebrachte starke eichene Bohle. Der Zwischenraum der beiden vordem Standsäulen muss um 25 cm geringer sein, als der der hintern a h und sind diese in ein starkes Fundament tief eingemauert.
Der Stuttgarter Kotstand hat unstreitig grosse Vorteile, denn die Tiere lassen sich in ungefährlicher Weise befestigen und heftige Bewegungen können gar nicht ausgeführt werden; Unglücksfälle sind seit dem 36jälirigen Bestehen des Notstandes nicht vorgekommen. Als Schattenseite kann die Unmöglichkeit bezeichnet werden, den Kopf entsprechend zu befestigen, ebenso stehen die Pfosten und Riegel dem Operateur vielfach im Wege, so dass manche Operationen sich nicht ausführen lassen. Die Entfernung der beiden vordem Standsäulen beträgt im Lichten 58, die der hintern 78 cm. Die Länge des ganzen Standes beträgt 1,6 m; Höhe des Notstandes 3 m. Tiefe der Fundierung 1,26 m.
Für die Notstände lässt sich mit Vorteil der neuestens von Cheichowski empfohlene, in Russland übliche Hippo -1 as S 0 verwenden, der eine horizontal
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Xutstiinde. Nicdenvcifen,
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liegendo breite (Jurte darstellt, in der Höbe ties Yorarms und der Kniesohelbe rings
um das Pferd läuft und so auch die Vorderbeine mit in den Vcrscliluss nimmt. Die Gurte wird dureii senkrechte Bänder an dem Hückenriemen liefest igt.
Das Niederwerfen.
Die meiste Sicherheit sowohl gegen die natürlichen Waffen der grösseren Haustiere als gegen deren Widersetzlichkeit bei Operationen gewährt unstreitig das Niederlegen oder Werfen (Abwerfen).
Diesen Vorteilen stehen freilich auch Nachteile gegenüber, denn das Werfen ist nicht nur umständlich und erfordert besondere kost­spielige Apparate sowie Gehilfen, sondern es ist manchmal auch mit Gefahr für das Tier verknüpft und sind selbst tötliche Folgen nicht ganz selten.
Notwendig ist vor allem, um das Niederfallen zu mildern, ein weicher Boden und reichliche Streue; besondere Matratzen (Stroh, Jute, Rosshaar) steilen meist nur in Kliniken zur Verfügung. Auf der Landpraxis wählt man gerne weichen Grasboden und kann im Not­falle selbst ein trockener Düngerhaufen, mit frischer Streu bedeckt, seiner Elastizität wegen dienen, es ist jedoch diese Ausflucht möglichst zu vermeiden. Um auf dem Notlager keinen Staub aufkommen zu lassen, der die Asepsis unmöglich macht, soll es leicht angefeuchtet, vielleicht auch mit einem reinen Tuche bedeckt werden. Die Operations­matratzen haben gleichfalls ihre Nachteile und können, abgesehen von dem hohen Preise, im ganzen als entbehrlich bezeichnet werden, ob­wohl sie den heutigen Anforderungen mehr entsprechen, als eine Streue. Nach jedem Gebrauche muss eine Desinfektion erfolgen, die sich nicht gut kontrollieren lässt, die Reinigung ist schwierig, ebenso der Transport.
Ist das Lager vorbereitet, legt man dem Tiere die Blenden und das Wurfzeug an und lässt durch Anziehen der Seile die Füsse so nahe zusammenbringen, dass das Tier das Gleichgewicht verliert und mit Hilfe der zugleich auch am Kopf und Schweif ziehenden Gehilfen zur Seite fällt, um dann auf dem Boden entsprechend gewendet und gefesselt zu werden. Je nach der Wurfmethode wird das Tier mehr auf das Hinterteil oder auf die Schulterseite niedergezogen, die letztere Art des Fallens ist vorzuziehen.
Soll das Abwerfen ohne Nachteil geschehen, so müssen nicht nur die Apparate in gutem Znstande und sachgemäss angelegt, sondern auch die Mitwirkenden gehörig instruiert und womöglich eingeübt sein.
Das Wurfzeug. Der zum Niederlegen nötigen Vorrichtungen giebt es verschiedene, deren Vorzüge und Nachteile aus ihrer'Be-
II ni 11 k's Opmilionslrlliv. VI. Auli.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ;}
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;.j.jnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Allgemeine Operationsielire.
Schreibung entnonamen werden küuneu. Keines der Wurfzeuge ent­spricht völlig den Anforderungen, Obgleich jeder Praktiker sein Ver­fuhren für das bessere hält, wohl mir aus dem (irunde, weil er in dessen Anwendung geübter ist. Haupterfordemisse sind biebei mög­lichste Sicherung des Tieres vor Beschädigung, sowie des Operateurs vor Störung in seiner Arbeit.
Das Wurfzeug bestellt zunächst aus einem Seile, den Fessel-riemen und einer Leib- oder Beigurte. Sonst können noch notwendig werden Ausbindestricke, Ketten, Hacken und Longen.
Das Wurfs eil muss aus bestem Hanf gedreht sein, ist etwa •2 cm dick und (J—7 m lang; es ist mehr auf die Qualität des Ge­flechtes zu sehen, als auf den Querdurchmesser und wird das spitze Ende (vielfach auch das ganze Seil) mit Leder überzogen. Ein Teil des Seiles wird häutig durch eine eiserne Kette ersetzt oder sind zwei Seile nötig. Gute Heuseile lassen sich sehr gut verwenden, namentlich wenn sie schon in Gebrauch gestanden.
Die Fesselriemen, von starkem Leder gefertigt, innen gepol­stert, werden um den Fessel geschnallt und sollen gut und geschmeidig anliegen; ihre Breite Übersteigt nicht die von drei Fingern (ߗG ein). Sie enthalten einen eisernen King zum Durchziehen des Wurfseils.
Fesselschellen sind solche Biemen, welche statt der Schnalle an beiden Enden Hinge besitzen, durch welche das Wurfseil geht, das die Schellen zugleich schliesst; das Herausziehen des Seiles öffnet sie (Ausbinden der Fiisse).
Hauptfessel wird jener Fesselriemen genannt, in dessen Ring das Wurfseil fixiert ist und zwar entweder in einer Oese desselben, oder wird der in einer Kette bestehende Anfangsteil des Seils hier eingeschraubt, um leichter vom liauptfessel entfernt, werden zu können.
Der Leibriemen, die Bauchgurte, ist aus doppeltem Leder gefertigt, (1—8 cm breit und lang genug, um rings um den llippen-korb angeschnallt zu werden. An ihm sind 1—8 halbovale Ringe an­gebracht zum Einlegen von Seilen oder Stricken. Sowohl die Schnalle als die Hinge werden so gestellt, dass sie beim Liegen des Tieres auf die obere Körperseite zu stehen kommen.
Die einzelnen Wurfmethoden benennen sich meist nach den Ländern, in denen sie besonders üblich sind und unterscheiden sich dadurch von einander, dass sie mehr oder weniger einfach sich aus­führen lassen, Fesselriemen angelegt werden oder nicht und dass man sich eines oder zweier Seile und sonstiger Vorrichtungen bedient. Hienach verschieden ist dann auch die Befestigungsweise der Kxtremi-
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Vorbereitung zum Werfen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ,•)quot;)
tüten beim liegenden Tiere. Die Methoden werden vielfach modifiziert und können liier niclit alle des Näheren angeführt werden. Verdient gemacht haben sich besonders Dieterichs, Abildgaardt, Ilördt, Strauss. Brognlez, Hertwig, Rohard, Clark, Qloag, Bquley, Obich, Kalning, Halm, Dieckerhoff, Ohelchowsky u. a.
Die Vorbereitung zum quot;Werfen bestellt darin, dass aussor den Gehilfen auch die nötigen Instrumente, das Verbandzeug, die Reinigungsmittel u. s. w. parat ge­halten werden; ebenso ist es ein Gebot d^r Notwendigkeit, die Tiere vor dem Um­werfen eine Zeit lang fasten zu lassen. Die Erschütterung des Körpers beim An­prall auf dem Boden ist desto gefährlicher, #9632;wenn die Hinterleibseingeweide stark belastet sind, ausserdem sind ja häutig an diesen selbst Operationen vorzunehmen. Auch pflegen die Tiere sich fügsamer zu zeigen, wenn sie hungern und dürsten, nicht selten muss ihnen daher Futter und Getränke nicht bloss kurze Zeit vor dem Werfen, sondern sogar ein- bis zweimal 24 Stunden vorher entzogen werden. Ebenso ist es häufig sehr dienlich, Pferde kürzere oder längere Zeit vorher nicht nieder­liegen zu lassen.
Das ungarische Wurfzeug ist eines der einfachsten und
praktisch sehr brauchbar, es soll daher hier vorangestellt werden. Am Ende eines langen Heuseiles, das eine mit Leder überzogene Oese besitzt, wird am stehenden Pferde mit aufgehobenem Vorderfusse eine Schlinge gebildet, gross genug, um sie wie ein Kummet an den Grund des Halses locker anzulegen, worauf mau das Seil längs der inneren Seite des Pferdes um die Hinterfessel herumführt, auf der äussereu Seite wieder durch die Halsscbliuge zieht und dann den zum Anziehen bestimmten Männern Ubergiebt, Dieselben ziehen nun kräftig nach rückwärts, so dass das Pferd durch Wegnehmen .der Hinterfüsse vom Boden rasch auf die Nachhand gesetzt wird und zugleich auf die ge­wünschte Körperseite zu fallen kommt. Zu diesem Zwecke legt man vorher einen Halsriemen und eine Bauchgurte an und befestigt an beide rechts und links Stricke, an denen gleichfalls gezogen werden kann. Diese Wurfmethode eignet sich besonders für Pferde, die sich mit Fessel schellen hinten nicht gut ankommen lassen, oder wenn Pferde in die Rückenlage zu bringen sind, um das Anlegen und Ab­nehmen der Fesselriemen zu ersparen. Allerdings können leicht Schür­fungen der Fesselbeugen entstehen, in den meisten Fällen wird man Jedoch Fesselriemen anbringen können (Strauss). Eine Modifikation dieser ungarischen Methode besteht auch darin, dass die Mitte des Seils auf den Widerrist angelegt wird und die beiden Enden an der Vorderbrust verschlungen werden, also wiederum eine Art Kummet bilden. Beide Seilenden laufen nun zwischen den Vorder- und Hinter-fiissen hindurch, rechts und links um die Hinterfessel herum, unter
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Allgemeine Üperutionsleluo.
dein [Cummet durch und von da wieder zurück. Durch Anziehen au beiden Kmleu nach rückwärts wird das Pferd niedergesetzt und auf die gewünschte Seite gedrängt.
Die Befestigung der Gliedmassen kann jetzt beliebig vorgenommen werden. AVie man sieiit, ist die erstere Methode etwas einfacher und bei renitenten Pferden auch weniger gefährlich. Immer müssen die anziehenden .Männer möglichst nahe am Pferd rasch einige Schritte
Fig. 14. Russisches Wurfzeug.
rückwärts und nach jener Seite sich bewegen, in welcher das Tier zu fallen hat. Das Ziehen hört sofort auf, wenn Letzteres auf der Kruppe sitzt.
Die Wurfmethode nach Balassa wird besonders in Österreich-Ungarn und in den Balkanländern gettbt und zeichnet sich durch grosse Einfachheit aus, denn es wird nur die Vorhand in Angriff genommen.
Zu diesem Behufe legt man zuerst eine durch lirust- und Schweifriemen in ihrer Lage erhaltene starke Bauchgurte (mit 4 Ringen am Baucliteil) um und schnallt um die Vordertessel 2 Riemen, in deren Ringe je ein Zugstrang befestigt ist. Beide letzteren werden nun durch die mittleren 2 Ringe der Baiichgut'te geschleift und von 2 Männern je rechts und links plötzlich nach rückwärts gezogen, so dass das Pferd unter gleichzeitiger Sachhilfe am Kopf und der Mähne auf das Vorderteil nieder­gezogen wird. Um auch die Hint erfasse zu befestigen, wird zuerst der obere
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Diinisdies, Berliner Wurfzoug.
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mit einer Fesselsdiello versehen und mit einem Zugstrange an den iinssern dritten Hing der üaucligiirte festgebunden; sodann wird das l'ferd umgewendet und in der gleiclien AVeise vorgegangen. Sellisverstiindlicii iniissen solclie Pferde durchaus gut­mütigen Charakters sein.
Das russische Wurfzeug ist in Flg. 14 anschaulich gemacht und hat manche Ähnlichkeit mit dem ungarischen. Der Operateur nimmt das Seilende in die rechte Hand und richtet mit der anderen durch die Trensenzügel den Kopf möglichst nach rechts. Zuletzt zieht
Fig. 16. Dänisches Wtirfzeug.
er an Seil und Zügel und wirkt zugleich mit seiner eigenen Schwere auf die Hinterhand, während der Gehilfe am Kopfe diesen gegen den Boden niederdrückt. Beim Liegen müssen die Qlieclmassen besonders gefesselt werden. Nach Jessen soll man vermeiden, beide Hinter-fttsse gemeinschaftlich in den Ring der Halsschleife zu binden, indem das Pferd dabei den Rttcken oft so stark krümmt, dass es sieh in der Wirbelsäule beschädigen kann. Zweckmässig ist es. den unten liegen­den Ilinterfuss mit den beiden Vorderbeinen zusammenzubinden.
Dänisches Wurfzeug. Wie die Abbildung Fig. 15 zeigt, sind hier nach der älteren Methode (Abildgaardt) sogar 3 Seile erforder- * lieh, welche von besonderen Männern geführt werden müssen: die BaucllffUrt ist linerlässlich, indem sie das Seil eines Hinter- und Vorder-
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Allgemeine Operfttlouslehrei
fusses autziiiielimeu hat (Abiltlgftanlt). Auf dem Hoden werden dit! Ülledmasseu hauptsftchlich nach den beiden Ringen der Bauchgui'te aufgezogen, was eine fttr viele Operationen unnötige, unter Umständen seihst gefährliche Vermehrung des Zwangs ist. Die freie Bewegung soll ja möglichst wenig beschränkt werden. 15ei der neueren däni­schen Methode werden die heiden Vorderfüsse und der untere Hiuter-fuss mit Fessein verseilen, durch welche das an der Fessel des oberen
[•'Ig. IK. Berliner Wurfzeug (Dieterichs).
\ Vorderfusses befestigte Seil gezogen wird, der obere Hinterfuss muss daher ein besonderes Seil erhalten, das dann durch einen Ring an der Bauchgurte gezogen wird. Bei Operationen an den Geschlechts­teilen lassen sich namentlich in der Rückenlage die Füsse leichter auseinander legen und das Ausbinden der Hintergliedmassen wird über­flüssig.
Berliner Wurfzeug nach Dieterichs. Iliezu ist ein langes Wuifseil nötig, sowie 4 Fesselriemen Fig. 16, Soll das Pferd auf die rechte Seite zu liegen kommen, so schnallt man den Fesselriemen (Hauptfessel), an dem das Seil befestigt ist. um den linken Vorder-
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licrlincr Wurfzeug.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;39
fuss, legt an di(i übrigen Gliedmasseu ebenfalls Fesselxlemen und/war so an, dass die Schnalle nach auswärts, der Ring abev unter das Pferd sielit und zieht nun das Seil in Form eines Parallelogramms durch die sämtlichen Fesselrlnge durch. Am Kopf und Schweif sind Gehilfen aufgestellt, die durch gleichzeitiges Niederziehen mit den am Seile ziehenden Gehilfen das Pferd auf die rechte Seite fallen machen. .Miisste das Pferd auf die linke Seite geworfen werden, so verfährt man in derselben Weise, beginnt aber am rechten Vordcrl'usse. Eine breite (Jurte dient zum Befestigen der Extremitäten,
Das Berliner Wurfzeug nach Hartwig ist ähnlich. Der Hauptfessel kommt dabei stets an den auswendigen Vorderfuss, die drei übrigen wie es oben Dieterichs angegeben und wird das 5 m lange Wurfseil ebenfalls im Viereck durch die Fesselringe nach dem Hauptfessel durchgezogen. Das Ziehen am Heil muss mög­lichst nahe am Pferd und möglichst tief geschehen, damit die Extremitäten nicht in die Höhe gezerrt werden. Vorher lässt llertwig ein Seil auch um die Schulter legen, dessen Enden von einem (ie-hilfen auf das gegebene Kommando kräftig nach dem Strohlager zu gezogen werden. Iliedurch wird erzielt, dass zugleich mit dem An­ziehen des Hauptseiles auch das Vorderteil des Pferdes niedergedrückt und das (oft zufällige) Aufsteigen desselben im Momente des Werfens möglichst verhindert wird.
Der am Schweif aufgestellte Gehilfe ist angewiesen, mit tier einen Hand diesen ZU fassen und die ändert! an das Decken der (inwendigen) Seite y.u legen. Im Augen­blick des Ziehens soll er die Kruppe einen Moment von sich stossen, darauf aber letztere am Schweif kräftig gegen sich und auf den iiodoii niederziehen. Die Absicht hiebe] ist, dass das Pferd zuerst mit dem Vorderteil auf dem Hoden an­komme, weil die Erfahrung lehrt, dass beim Niederstürzen mit der ganzen Länge des Leibs oder mit dem Decken zuerst das Hinterteil zu sehr erschüttert wird, bezw. leicht Decken- und Wirbelbrttche u, s. w. entstellen können. Heim Liegen soll das Genick gegen den Doden, der Vorkopf nach aufwärts gehalten werden. Dabei setzt der hier aufgestellte Gehilfe zur Fixierung des Kopfes das eine Knie auf den Hals des Pferdes, das andere auf den Kopf und hält die Trensenzügol kurz und fest am Kinn.
Die Befestigung der (iliedmassen geschieht dadurch, dass man das Seil in der Nähe der Fessel auf eine Strecke von 1 m doppelt zusammenlegt, die so gebildete Falte zwischen Vorder- und Hinter­beinen von oben nach unten durchnimmt, sodann den rraquo;est des Seiles durch die Falte durchsteckt und in diese einen kurzen derben Stroh­wisch einschnürt. Das Festlegen der Beine geschieht somit lediglich durch das Wurfseil, ein einzelner Fuss kann jedoch aus der Verbindung
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Allgemeiuo OperatlouBlehro.
(ladurcli .mslöst werden, class man den Fesselriemen desselben abschnallt und den so frei gewordenen Fuss besonders behandelt.
Das Ausbinden eines Vordeifnsses geschieht mit der Beigurte und einem Strick so. dass das Seinen- oder Fesselbein auf das Schien­bein des oben liegenden Hinterflisses zu liegen kommt; umgekehrt,
Fla, r.
#9632;
Mann ein llinterfuss auszubinden ist. Sollen Vorder- und llinterfuss von einander getrennt werden, so wird ein stark halbmeterlanger Spannstück dazwischen geschnallt Fig. 17. Durch ihn wird es ausser-dem ermöglicht, den einen oder andern llinterfuss leichter auszubinden und alsbald entsprechend zu fixieren. Andere verwenden einen schief
_ j
I
Flg. 18. Berliner Wurfzeug mit Kofte.
gegen den Boden gestemmten glatten Bengel und binden den betr. Fuss auf diesen fest (Ilertwig). Bei Huf Operationen, dem Nerven-schnitt u. dgl, empfiehlt Möller das Aufbinden eines aus dem Wurf­zeug befreiten Vor derfusses auf eine lange Latte, was sich als prak­tisch erwiesen hat. Die Latte besteht aus einem schmalen Brett (3 m lang. 10 cm breit) und hat abgerundete Kanten. Der Vorderfuss wird am Fessel und oberhalb der Vorderfusswurzel auf die Latte gebunden und hier von zwei Gehilfen gehalten, am Hinterfuss ist sie nicht zu verwenden.
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BusllscheB Wurfzouir.
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Um mit diesen Manipulationen schneller fertig zu werden, hat man in neuerer Zeit Verbesserungen angebracht, die /.. 15. darin bestehen, class die Anfangshlllfte des Wurfseils aus einer Kette be­steht (Fig. 18), die an dem Hauptfessel abnehmbar befestigt ist und durch weitere 2 Fesselriemenringe lündurcligeht, Auf dein Boden werden nun 1 oder 2 Füsse mit den Fesselriemen an der
Kette zu einem Packete vereinigt, und damit sie nicht von einander sich entfernen können, wird ausserhalh des Hundes
•^0
ein Karabiner, bezw. ein verschiiessbares Scbloss
(Fig. 19) in eines der Kettenglieder durchgesteckt. An
U HAUPTNFB
FiS. 19.
dem auszubindenden Fnss braucht nur der Fesselriemen Patentschloss, ausgeschnallt zu werden. (Das Berliner Wurfzeug mit Kette und Patentschloss kostet 36 Mark bei Hauptner, Berlin. Eine vollständige Hängegurte samt Aufzug 80 Mark.)
Flg, 20. Englische Wurfkette.
Der gewöhnliche Karabinerhaken hat das unangenehme, dass er zuweilen durch den Fessel gleitet und das Pferd hier plötzlich frei wird. Das obige Patentschloss verhindert zwar dies, ist indes teuer (0 Mark). Hüttner konstruierte daher einen verbesserten Karabiner mit stärkerer Feder, welche unterhalb des Hackenrings zwischen zwei Hebeln desselben angebracht ist.
Englisches Wurfzeug von Clark. Der Anfang des Wurfseils besteht ebenfalls aus einer Kette, jedoch nur auf die Länge eines Meters und ist dieselbe durch eine Schraube an den Hauptfesseln be­festigt. Sind die betreffenden Füsse jetzt zu einem Hunde vereinigt, so steckt mau hinterhalb durch einen der Kettenringe einen eisernen Dorn oder Karabiner (Fig. 20), uni das Hacket zusammenzuhalten. Heim Entfesseln braucht man nur die Schraube am D-Ringe (Fig. 21) auszuziehen, um die einzelnen Füsse ans der Verbindung zu lösen. Bei diesen Methoden erweist es sich zwecklllässig, auch F'esselschellen
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Allgpincino Oiicratiuusloliro.
/.u verwenden, im Qbrigeu f^ilt es als Regel, beim Entfesseln Immer zuerst raquo;lie unten liegenden Bxtrenüttlten loszulassen und sich während des Abschnallens der ßieiueu ausserlialb des Rayons der Füsse auf­zustellen, um von diesen nicht erreicht zu werden. Während dieses Vorgangs muss das Tier mit dem Kopf und der Kruppe am Boden fixiert bleiben, Im andern Falle wäre ein vorzeitiges Aufstehen nicht ZU verhindern.
Die Siclierlioitsketten luibcn den (lielstaml, dass durch die Strftubebewegungen des Pferdes das Seil bald abgenützt wird und auch die Kettenglieder sich leicht verschieben. Schwierigkeiten bietet dann auch das Abschnallen der Fesseln, liarnick hat daher neuestens statt des gewöhnlichen, mit einem fest eingenähten Eisenring versehenen Lederfesseis, der vermittelst einer breiten Schnalle umgelegt wird, einen solchen konstruiert, der nach Art der Wlirgehalshänder bei Hunden einen ge­lenkigen Ring besitzt, der zum An- und Entfesseln nur geött'net zu werden braucht, es fällt daher das oft schwierige Abschnallen der Fesseln weg. Eine Be-Schädigung der Haut ist nicht möglich.
Gloag'sche Fesselriemen (Fig, 21). Eine weitere Änderung an dem englischen Wurfzeug traf Gloag, welcher jeden Fessel­riemen in zwei Stücke teilt, von
denen das mit der Schnalle versehene nur ein Drittel der Länge des andern hat; an den Trennungsstellen befindet sich einerseits ein D-Ring, anderer­seits (am langen Stück) eine vier­
^amp;S-Sgt;
eckige Schnalle ohne Dorn, in die
der D-Ring eingeschoben wird, an
dessen Querstück die genannte Schnalle Ihren Stützpunkt hat. So zusammen­gesetzt hilden beide Stücke erst
l!
einen Fesselriemen mit gewöhn­licher Schnalle und durchlöcherter Strupfe, An dem Hanptfessel hat der starke D-Ring einen kurzen Fortsatz, in welchen das erste Glied der Wurfkette durch eine Schraube eingefügt wird.
Ilei diesem Gloagquot;sehen Wurfzeug schnallt man vor dem Anlegen der ge­nannten teilbaren Fesselriemen die jedesmaligen zwei Stücke so zusammen, dass sie gut um das Fesselbein sich anschmiegen. Nun legt man den ersten (Haupt-) Fessel an den Vorderfuss der obern Seite, den zweiten Fesselriemen an den Obern Hinter-fuss, wobei jedoch zuglcicb das Seil durch dessen D-Uing gesteckt werden muss; der dritte und vierte kommen auf gleiche quot;Weise an den untern Hinter- und Vorder­fuss und das rückkebrende Heil geht zu dem Ring des Hatiptfessels zurück, so dass das Seil also #9632;wiederum ein Parallelogramm bildet. Hat man nun durch Anziehen des Wurfseils das Pferd zu Fall gebracht, so weiden die Reine am Kettenstück des Seils zusammengezogen, worauf ein starker Federhaken (Karabiner Fig. 2\) in das
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l'ateiitwmfzeug.
4,-t
orste Kettcustiitk (iiussorlialb ties Ringes vom Httuptfessel) eingeliiingt wird. Der Anfaiigstcil des Wurfseils bestellt duller nur zum Zwecke des Einliiiiigeiis eines Karabiners (oder Schlosses) aus einer Kette. Beim Entfesseln darf auch hei diesem Wurfzeug nur die Schraube an dem D-llinge des Ilauptfessels ausgeschraubt werden und die Fesselriemcn am Seil fallen von selbst ab, da sie jetzt nicht mehr zusammeu-gehalteu werden.
Patentwurfzeug von ('. Heck er. Dasselbe erleichtert das Anlegen mul Entfernen der Fessel gleichfalls und zwar durch besondere Schnallen, hei denen der Lederriemen e mit dem Rahmen J. (Fig. 22) lösbar hergestellt ist. 'An
diesem Zwecke trägt Ä in den das Querstiick b über­ragenden Enden die Hinge FF. die innen mit einem Ansatz verseilen sind und zur Aufnahme des Bolzens (an der geöffiieten Schnalle) dienen. Letzterer trügt an einem Ende eine Feder, die sich beim Einschieben in die Ringe gegen den Ansatz der­selben stellt und ein Heraus­fallen verhindert. Das Ein­schieben des Bolzens ist durch jeden der Hinge mög­lich, das Herausnehmen aber nur durch Druck auf das
blattartige Ende der Feder.
Fig. '23. Geöffnete Schnalle.
Um Rahmen und Lederriemen
zu verbinden, wird letzterer zwischen die Hinge des Rahmens A ge­bracht und der Bolzen durch beide gesteckt.
Die Vorteile der neuen l'atentschnalle bestellen liienacli in der Möglichkeit, die Fessel anzulegen oder zu entfernen, ohne genötigt zu sein, Dorn und lii einen zu berühren, der, wenn er hart geworden, sich nur schwer ziehen lässt. lie-sonders erleichtert wird das Ausbinden eines Fusses, sowie das Entfesseln des Tiers, da nur das Herausziehen der liolzen erforderlich ist, um die Fesseln abfallen zu lassen. Das neue Wurfzeug hat sich besonders in der preussischen Armee einzu­bürgern gewusst (Preis samt Karabiner bei Hauptner 44 Mark).
Das belgische Wurfzeug hat Brogniez beschrieben und
stimmt im wesentlichen mit dem obigen llertwig'schen üherein. Das Wurfseil wird ebenfalls von dem iiussern Vorderfessel aus durch die Hinge der drei andern Fesselriemen und zuletzt durch den ersten
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Allgemeine Oiieratiouslelire.
Ring (zum zweitenmal) durchgezogen. Brogniez besohreibt ausser-dem noch ein /weites Verfahren, wobei das neben einem niederen gepolsterten (einem Kadaverwagen ähnlichen) Wurfwagen stellende Pferd so gefesselt wird, dass es beim Niederwerfen auf den Wagen zu liegen kommt.
Die französische Wurfmethode Rohard verwendet gleich­falls nur ein Wurfseil, das jedoch die Länge von wenigstens (i m
Fur. 24. Bohard'sche Wurfmethode.
haben muss. Das Verfahren soll den Vorteil haben, dass ein Mann schon im stände ist, ein Pferd niederzulegen. Die Methode steht, vielfach, insbesondere in den romanischen'Ländern im Gebrauch.
Das Wurfseil liegt einem grossen Kummet ähnlich an der Schulter (Fig. 24), umschlingt sodann die beiden Vorarme am Ellenbogen und geht hierauf an den Innern (unten liegenden) Hinterfessel. Die Knoten des Wurfseils sind so geschürzt, dass sie einen Ring vorstellen, der durch das Anziehen des Seils fester wird. Fesselriemen sind hier nicht notwendig; alles übrige erhellt aus den beiden Figuren 2 4 und 25.
Die Mcfliodc, Pferde nur mit einem Seil abzuwerfen, hat wie alle übrigen Wurfarten Vor- und Nachteile. Einer der Nachteile besteht darin, dass man an dem langen Wmfseii eine bedeutende Länge zu ziehen hat, bis alle vier Beine ver-
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VVlenev Wxirfmetbodo.
-irgt;
sammelt sind. Eine weitere fast nocli grössere l'n/.uküiainliclikoit bringt das Zu-sammenfesseln aller Gliedmassen auf einen Knäuel mit sieh und ist dadurch die Möglichkeit von BeschftdigUUgOU deiselben eliei' gegeben, als wenn nur zwei Filsse zusammen gebunden sind. Desgleichen wird, wenn am Hauche oder zwischen den llintcrschenkeln operiert werden soll, der eine Hinlerfuss erst nach dem Werfen ausgebunden und muss an den gleichseitigen Yordeifuss befestigt werden, wodurch in der Gegend der Geschlechtsteile z. B. nicht soviel Kaum geschaffen wird, als wenn die beiden obenliegenden Extremitäten zusammen an eine liauehgurte herauf­gezogen werden können. Soll das Pferd auf den K ticken ge legt werden, so muss man ausserdem, wie Hertwig betont, zuerst die o hen liegenbe Seite (wie angegeben) befestigen, sodann das Tier iiberwälzen, auf der andern Seite ebenfalls den Hiuterfuss an den Yordeifuss fixieren und endlich erst dasselbe wieder auf den Rücken legen.
Fig. 25, llohard'sche Wurfmethode.
Die Berliner verbesserte Methode und das oben beschriebene englische Wurfzeug stellt am meisten in tierfti'ztlichem Gebrauch, ebenso auch die
Wiener Wurfmethode. welche von Forster in seiner Opera-tionslehre beschrieben wurde. Es wird dabei in ,iiiinz ähnlicher Weise verfahren, wie bei der Berliner Wurfart und gleichfalls ein Zugstrick zum Niederziehen des Vorderteils zu Hilfe genommen. Derselbe wird indes nicht, (wie die Beigurte Hertwigs) um die Schulter angelegt, sondern auf der äussern Seite in einen JÜnf;; der Bauchgurte befestigt, über den Widerrist nach der jenseitigen Körperseite gezogen und dort von einem Gehilfen gehandhabt und zwar hauptsäclllich nach abwärts und zugleich etwas nach vorwärts. Noch einfacber kann das Vorder­teil bemeistert werden, wenn man kurzweff ein Seil am Widerrist
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Allgemeine Operationslehre.
um den Brustkorb schlingt, die beiden Enden auf der jenseitigen (im Liegen untern) Körperseite zusammendreht und dann ziehen Iftsst.
Die oben angegebenen Schattenseiten der Wurfmethüden mit nur einem Seile können grösstentells vermieden werden, wenn zwei Wurfseile zur Verwendung kommen, d. h. die beiden Gliedmassen jeder Körperseite je In ein besonderes Seil gebunden werden. Nach diesem Prinzlpe Ist das
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Fij;. 2ß. Stuttgarter Wurfzeug.
Stuttgarter Wurfzeug eingerichtet, wie es von Hör dt in seinem Buche über Hufbeschlag beschrieben und abgebildet ist. Ist das Pferd gut aufgezäumt und gebremst, so wird eine Blende und Bauchgurte angelegt und auf dem Strohlager ein Fuss aufgehoben. Beim Werfen nach links, als der bequemeren Seite, wird die End­schleife des einen Wurfseils in den Fessel des aufgehobenen linken Vorderfusses gestreift und das Seilende dann durch den Ring des linken Ilinterfessels von aussen nach innen gezogen (linkes Seil). Auf der rechten äussereii Seite geschieht dies umgekehrt, die End-schleife geht somit vom rechten Hinterfessel durch den Ring des rechten Vorderfesselriemens von innen nach aussen (rechtes Seil),
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Stuttgarter Wui'fzeug
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.so dass sich die Kndteile beider Seile kreuzen, wie dies aus Flg. 26 hervorgeht. An jedem Seil ziehen nun 2—?! .Mann je nach vor- und rückwärts, wiederum möglichst nahe am Pferd und nahe am Boden. Gehilfen am Kopf und Schweif zielten kräftig- mit. und auch zum Niederziehen des Vorderteils wird ein besonderer Zugstrick in Thätig-keit gesetzt.
Die Befestigung der Gliedmassen geschieht einfach je durch umwickeln des freien Seilendes des angeschleiften Fusses (Fig. 27). Bei widerspenstigen Pferden kann das Seil auch in der Form eines
Fig. 27. Stuttgarter Wurfzeug.
Achters noch einmal um das zusammengehörende Fusspaar gewickelt werden, so dass ein Freiwerden des Fusses unmöglich wird, selbst wenn auch ein Fesselriemen bräche.
Beim Operieren am Bauch, Schlauch oder Hodensack wird am liegenden Pferd das obere Fusspaar an einem rechtsseitig an der Bauchgurte befindlichen Ring befestigt (Flg. 27), während das untere Fesselseil, durch zwei Mann nach vorwärts gezogen, das andere Fuss­paar umschlungen hält (Umschlag des Seils um den Vorderfuss). Das Sprunggelenk des obern Fusses kann durch einen Gehilfen noch be­sonders gehalten werden, um mehr Raum zu schaffen und das Stossen mit denselben zu verhindern (Hördt). Die Befestigung der (ilied-massen geschieht in neuerer Zeit nun ebenfalls mittelst der Kette.
Will mau das Tier auf die andere Seite wälzen, so ge­schieht dies einfach durch Überreichen der beiden Seile gegen den Rücken des Tiers und Anziehen derselben, worauf dann auch der Kopf gewendet wird. Soll das Pferd (wie bei Bruchoperationen oder Samenstrangflsteln) mit auseinander gespreizten Fassen a u f d e m Bücken liegen, so wird dies durch die Wurfmethode mit zwei
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Allgemeine Operationslehi'e^
Seilen wesentlich erleichtert, deun jetzt darf nur noch das andere (untere) Fusspaar in den zweiten Hing der Bauchgurte befestigt werden oder hackt man durch Karabiner die Wurfkette zusammen und schiebt eil) Stück Holz, ein Strohhüschel quer durch.
An der Wiener Schule wird viel in der Rückenlage operiert und be­schreibt Förster die dortige Methode (mit einem Seile) wie folgt. Man schleift die Schlinge eines Zugstrangcs zuerst an die Fessel des oberen Vorderfusses, legt dann an dem ilinterfnss derselben Seite eine Fesselschelle ein, führt das Strangende von unten nach oben durch beide Ringe, zieht die Füsse bis zur Kreuzung ihrer Endteile bei oben liegendem Hinterhufe übereinander, hält den Strick mit der linken Hand, während man mit der rechten ihn um die Kessel beider gekreuzten Füsse herum-schlingt, mit. der linken Hand übergreift, die Fmschlingnng wiederholt und den Strick zuletzt durch eine einfache Schleife um das hintere Schienbein befestigt. Das Ende dieses Stranges wird einem am Leibe des Pferdes kauernden Gehilfen übergeben und dann in derselben Weise zur Befestigung des Vorder- und Hinterfusses der andern Körperseite geschritten. Das Pferd befindet sich dann je in der Seitenlage, muss also umgewälzt werden.
Sind alle 4 FUsse nacli Art eines Knäuels gebunden, so wird ein Gurtenstrang zusammengelegt, unter die Lende gesteckt, das Pferd auf den Rücken gewälzt und der Gurt mittelst des Strickes so weit hervorgezogen, dass er zu beiden Seiten des Leibes gleichweit vorsteht; hierauf werden die Strängenden von aussei! nacli innen über die Schienbeine der Hinterfüsse nach den Ringen hinab (hier von innen nach aussen) durch dieselben geführt und diese Umscblingung wiederholt, worauf an beiden Stricken so lange beiderseits gleicbmässig angezogen wird, bis die Hand- und Kusswurzelknochen eine wagrechte Stellung angenommen haben. Die Rückengurte darf nicht auf die Lendenwirbelsäule zu liegen kommen und statt der Stricke an den Ringen, die sich oft tief in die Haut eindrücken, lässt man besser Gurten an­nähen oder benutzt die oben besprochenen Pateutschnallon, die für alle Fessel passen. Bei der in Berlin üblichen Methode der Fixierung in der Rückenlage werden die rechts- und linksseitigen Beine je oberhalb des Fesseis weich zusammengebunden und dann in gestreckter Lage nacli aufwärts und zugleich etwas auswärts fest­gehalten.
Der Vorteil der Wurfmethode mit zwei Seilen besteht vornehmlich darin, dass man nicht (wie bei der Berliner) circa •! m zu ziehen hat, bis die Fussenden vereinigt sind, .sondern nur etwas mehr als 1/a m; ausserdem hat man die Füsse am Hoden in zwei ge­trennten Packeten, die sich rascher zurecht legen lassen. Die jetzt fast überall zur Anwendung kommende Kette vermindert das Miss­liche einigermassen. Auf der andern Seite braucht man allerdings für zwei Seile mehr Gehilfen, die nicht immer zu haben sind und ziehen dieselben an einem gekreuzten Seile, sie müssen daher präzis auf das Kommando anziehen und zu diesem Zwecke einigermassen eingeübt sein, in der Landpraxis wird daher die Methode mit einem Seile vorgezogen. Im übrigen eignet sich die Stuttgarter Methode
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Niederlegen in der Giute.
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besonders zu Operationen am Bauche, um iliraquo;; Extremitttten, ohne sie ausbinden zu müssen, mit Leichtigkeit auseinander haltwi zu können, wenn iiiezu nicht ein Spannstock (Fig. 17) verwendet werden will. Eine Verbesserung hat das Wurfzeug durch v. Chelchowsky iiS!raquo;2 er­fahren und wird jedes Seil mit einer kurzen Kette verseilen. Zum Fixieren des untern Fusspaares steckt man in das entsprechende Kettenglied ein lyraförnüges Eisenstück und kann ein solches auch zur Befestigung des oberu Fusspaketes dienen, wozu ein besonderer lünjraquo;-für die Bauchgurte beigegeben wird. Der Dorn desselben schnappt heiin Durchziehen der Kette selbst ein. Der so modifizierte Stutt­garter Wurfapparat kostet bei Hauptner samt dem Bauchgurtring und der Kopfhaube 42 Mark.
Die Methode Rarey passt für renitente Pferde und beruht bei ebenfalls grosser Einfachheit hauptsächlich auf Ermüdung, selbst Erschöpfung des Tieres.
Bei an die Bauchgurte aufgezogenem linken Vorderfuss muss das Pferd längere Zeit stehen und ermüdet schon dadurch erheblich. Auch der rechte Puss erhält im Fesselriemen ein Seil, das nach rück­wärts geht und vom Operateur gehandhabt wird. Jetzt wird das Pferd zum (leben angehalten und zieht man ihm dabei letzteren Fuss öfters unter dem Leih weg, so dass es auf das Knie fällt, mit der Nase beinahe den Hoden berührt und nur mit schwerer An­strengung sich wieder zu erheben vermag. Nach wenigen Minuten bleibt das Tier schwitzend und fast regungslos auf den Knieen liegen, wird nun leicht auf die rechte Seite umgelegt und ohne Widerstand gefesselt.
In den fünfziger Jahren erregte diese Bändigungsweise des Amerikaners Rarey grosses Aufsehen und wurde auch vielfach ohne nachteilige Folgen angewendet. In andern i'ällen und bei mehr allgemeinem Gebrauch wurden aber auch viele Nachteile beobachtet, bestehend vornehmlich in Verletzungen des Knies und anderer Teile der Gliedimissen, sowie in ungünstiger Beeinflussung des Temperamentes solcher Pferde, so dass die Begeisterung für diese Methode bald wieder verschwand.
Niederlegen in der Gurte. Widersetzliche Pferde, nament­lich solche, welche sich keine Fesseln anlegen lassen oder welchen die Erschütterung beim Fallen nachteilig werden könnte, stellte Hering auf der Beschlagbrticke in eine breite (Jurte, die durch ein Zugwerk (Welle und Triebwerk) so weit in die Höhe gezogen wird, dass das Pferd kaum mehr auf den Füssen steht. Nunmehr werden rasch Fesselriemen und Seile angelegt. Das Tier wird jetzt etwas weiter in die Höhe gehoben, hierauf mit den Gliedmassen durch An-
JFeriny's OpotationBlohrolaquo; VI. AuH.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;A
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Allgemeine Oporationslcliro.
ziehen der Seile nach der einen Seite gezogen nrnl ohne Verzug durch Zurückdrehen der Welle .sachte auf den Hoden herahgelassen. Det-fosse hat zu diesem Behüte einen besonderen Schwebeapparat, llertwig eine ausgefütterte, 140 cm breite Hängegurte konstruiert (Chirurgie 1859), l'eterka eine Schwebemaschine etc. Fast nur in Amerika bestellen noch derartige Xotställe und Hiiiigevorrichtungen, in denen sowohl während des Stehens der Tiere als im Liegen operiert werden kann.
Beschädigungen durch die Zwangsmittel.
Wenn heim Knebeln. Fesseln und Niederwerfen trotz aller Vor-sichtsmassregeln hie und da doch die Pferde Schaden nehmen, so darf man sich darüber nicht allzusehr wundern, nachdem man es mit SO verschiedenen Charakteren und äusseren Schwierigkeiten zu schatten hat, im ganzen sind jedoch ungünstige Ereignisse oder nachteilige Folgen im Verhältnis doch selten und ist dabei immer zu unterscheiden, ob unglückselige Zufälle im Spiel waren, welche sich bei aller Vor­sicht nicht vermeiden Hessen, oder der Fehler an dem technischen Verfahren, an den Apparaten, Mangel an Umsicht und Sachkenntnis, an der Ungeschicklichkeit der Gehilfen u. s. w. gelegen ist.
Schon beim Stehen der Tiere treten während des Fesselns dem Operateur manchmal unvermutet Schwierigkeiten entgegen und während des Liegens hat man häufig gegen heftige Anstrengungen zu kämpfen, welche die Tiere machen, um ihrer Baude los zu werden. So kommt es vor, dass gebundene Pferde im Moment des Fallens plötzlich einen Sprung in die Höhe machen, unglücklich auf dem Boden ankommen, nicht auf die gewünschte Seite oder über das Strohlager hinausfallen, auf den Kopf stürzen oder gar das Genick brechen. Ein andermal werden sie allzu heftig auf den Boden geschleudert, so dass es nicht bloss Schürfungen, Quetschungen an den vor­springenden Kürperteilen, den Fesselbeugen u. s. w. absetzt, sondern auch Brüche der Kopf knocken, Rippen, Hüfte, Zerrungen der Muskeln, Sehnen und Bänder, Zerreissungen von (iefässen und Nerven, Läh­mungen vorkommen.
Nicht so selten erfolgt ferner durch die allgemeine Körper­erschütterung eine Ruptur des Zwerchfells, Magens, Darms, der Harnblase, es dürfen daher keinesfalls letztere Organe in angefülltem Zustande sich befinden, wie auch das Niederwerfen bei trächtigen Tieren oder solchen, welche psychisch gestört sind, all Wassersucht, Atmungsnot, an Beinbrüchen leiden, entweder nicht statthaft ist oder
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lieschädigungen durch die Zwangsmittel.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;51
iiuv mit Aufwand aller Vorsicht geschehen darf. Dasselbe gilt ins­besondere auch, wenn die Tiere in hohem Grade krumm auf den Operationsplatz kommen und von einzelnen Gliedmassen gar keinen Gebrauch machen können, ferner wenn es an dem nötigen 11 aum gebricht, die Personen nicht ausweichen oder mit dem Heil nicht aus­giebig zurücktreten können, dasselbe in die Höhe ziehen müssen und so ein allzuheftiges Aufprallen am Boden, Losreissuilg der Schulter vom Brustkorb u. s. w. die Folge sein kann. Die meisten Tier­ärzte beschränken das Niederlegen der grossen Haustiere auf die a 11 ernotwendigsten Fälle oder sie machen häufigeren (lebrauch von den jetzt wesentlich verbesserten Notständen, denn keine Methode des Werfens oder der zwangsweisen Befestigung sichert ab­solut vor Beschädigung, beziehungsweise vor RegressansprUchen seitens der Tierbesitzer.
Allein auch abgesehen von der mit dem Akte des Werfens ver­bundenen Gefahr können die Tiere selbst ohne alles Zutliun der Mit­wirkenden durch Anwendung ihrer eigenen Muskelkraft gegen die Fesseln und heftiges Drücken und Pressen auf die Baucheingeweide sich Schaden zufügen; Brüche der stärksten Röhrenknochen, Reissen der Bauchmuskeln, selbst der Leber, des Herzens, der Aorta und Hohlvene sind namentlich bei edleren Pferden und solchen von heftigem Temperament, welche sich im Liegen in der ungeberdigsteu. zornigsten Weise sträuben und wehren, vorgekommen oder entstehen bei der oft unglaublichen Muskelkraft der Tiere Vorfälle des Afters, der Scheide. Bauch- und Hodensackbrüche u. s. w.
Damit ist die Reihe der schweren Verletzungen noch nicht er­schöpft, denn die Veterinärlitteratur (besonders der neueren Zeit) weist aussei' den nicht so seltenen Frakturen des Oberschenkels auch Zertrümmerungen der Wirbelsäule auf und sind jene nicht minder tötlich, als diese, denn die Brüche am Rückgrat, welche fast regelmässig die letzten und die ersten Lendenwirbel betreffen, sind ohne Ausnahme an dem das Rückenmark einschliessenden Körper der­selben zu suchen.
Bei näherer Nachforschung der Ursachen dieser letzteren Läsionen ist man daraufgekommen, dass sie zumeist den eigenen heftigen Muskel­kontraktionen zu verdanken sind, wie sie während des Liegens bei der Krümmung der Wirbelsäule und dem ausserordentlich starken Anstemmen gegen den Fuss der auswendigen Hintergliedmasse zu stände kommen. Vor allem muss somit darauf Rücksicht genommen werden, dass besonders bei schmerzhaften und dann bei langdauernden
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52nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Allgemeine Oiierationslehre.
Opei'atioueu in der Seitenlage das starke Herabbeugen des Kopfes uiul Halses, das Aufwürtskrüiiiuien des liückens (Katzenbuckel) und das damit verbundene stosswelse Seltwttrtskrümmen des Beckens und der Lendenwirbel thunlicbst vermieden werden.
Es ist keine Frage, durch das Gestreckthalten des Koi)f'cs und Halses können ans anatomischen Gründen gefährliche Kontraktionen der Kückenmiiskulatur vermieden und dadurch eines der Hauptmomentfi für die Atiologie der Schenkel- und Wirlielhrüche ausgeschalten werden, wenn es nicht praktisch so schwierig wäre, die genannten Körperteile in passender Lage zu erhalten. Seihst die hestinstruierten und stärksten Männer sind ansser stände, eine in der Kegel plötzlich ausgeführte heftige Flexion des Kopfes und Halses hiiitanznhalten, es ist daher das neue Ver­fahren von Bernadot und Butel wohl zu beachten, wonach die Erhaltung des Kopfes in der gewünschten Stellung in der umfassendsten Weise dadurch erstrebt wird, dass man zwei starke, doppelte Lederriemen rechts und links am Rücken in die Hinge einer Dauchgurt befestigt, sie längs des Halses gemeinschaftlich durch einen auf der Höhe des Nackens am Halfter befindlichen Hing hindurchlaufen lässt und zwischen die Ohren über die Stirne zum Nasenband führt, wo sie bei ge­strecktem Kopfe stramm festgeschnallt werden.
Was die Brllche des Oberschenkels und tier Lendenwirbel betrifft, ist Dieckerhoff der Ansicht, dass sie vornehmlich in der Seitenlage und dailurch entstellen, dass der Fessel des auswendigen (obern) Hinterfusses zu sehr gestreckt wird, indem man Ihn an den Ellenbogen oder Vorarm des Vorderfusses derselben Seite be-zlehungsweise an einen um den Brustkorb oder Hals angelegten Gurt befestigt. Die Gelenkwalzen werden so nach aussen gestellt und in dem angestrengten Bemühen des Tieres, sich aus der unbehaglichen Zwangslage zu befreien, vollzieht es mit Vehemenz eine Streckung; liiebei wird der Oberschenkelkopf gegen die Gelenkpfanne des Beckens gepresst, während die gewaltsame [Kontraktion der Kniescheiben­muskeln u. s. w. die untere Hälfte des Oberschenkels nach hinten und aussen zugleich treibt. Der Gelenkkopf kann nun dieser plötz­lichen Drehung nicht folgen und zerbricht. So darf auch der Ilinter-fuss, wie z. B. beim Kastrieren, in keinem Falle zu weit nach vorne niul oben. d. h. über die Mitte des gleichseitigen Vorarms gezogen werden. Eine solche Fixierung ist unnatürlich, ähnlich wie die Be­festigung eines Hinterfusses an die weit vorne liegende Bauchgurte.
Schon Gerlach hat den Rat gegeben, den Kessel des ausgebundenen Hinter­fusses in keinem Falle über die Ellenbogenpai'tie des Vorderschenkels hin auf­zubinden, auch wenn dadurch die betreffende Operation einigermassen erschwert würde, sondern womöglich Schienbein auf Schienbein festzuknüpfen, so dass die Gelenke des auswendigen Hinterfusses während der ganzen Dauer der Operation in der FlexionSStellung erhalten werden können. Leider kann aber liiebei das Stemmen gegen den Vorderinittelfuss nicht ganz verhindert werden und damit auch
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Littcratur über Zwangsmassrogeln.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;63
nicht das Aiifwärtskrummcn (loi- ^Virliolsäiilft. Dafsesen köimen die Riickcmiiuslvclii dadurch imschädliclier gemacht werden, dnss einige Männer das Hinterteil durch ihr eigenes Gewicht stark helasten, dass dem lüicken eine tiefere Lage auf dicker Streue gegeben werde und so die Gliediuasson holier zu liegen kommen.
Nach Hertwlg ist es zwecknaässlg, ein starkes Zusammenziehen der Extremitilten, d. h. eine allzuenge Vereinigung derselben, wie dies namentlich durch starkes Schllessen der Ringe an der Kette und ein in dieses gelegtes Schloss zu geschehen pflegt, ZU vermeiden. insoferne dadurch die Pferde Gelegenheit zu heftigem Gegenstemmen finden, es ist daher anzuraten, die bessere Befestigung des Wurfseiles durch einen dazwischengesteckten starken Strohwisch anzustreben, der die Hufe mehr zu isolieren geeignet ist.
Bei unbändigen Exemplaren ist ein vorheriges Morphinisieren sehr zu empfehlen (Pferd 1,0 —1,5) oder nach Dieckerhoff die energische Applikation der Schenkelbremse, wodurch die Beweg­lichkeit des Hinterfusses, respektive eine ergiebige Streckung desselben Jedenfalls beeinträchtigt wird. Sehr zweckmässig ist auch die Be­festigung in der Rückenlage, wobei zwar ebenfalls nach aufwärts schnellende Bewegungen mit den Ilinterfüssen ermöglicht sind, indes können diese Exkursionen nicht mit voller Kraft ausgeführt werden und ist dabei strenge darauf zu sehen, dass die Pferde senkrecht auf der Wirbelsäule liegen und somit ein die Lendenwirbel so sehr gefährdendes Seitwärtsbiegen des Beckens nicht statthaben kann. In der Rückenlage ist das Ausbinden der vordem Gliedmassen stets zuerst vorzunehmen.
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Allgemeine Operationslehre.
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II. Zwangsmittel beim Rindvieh,
l^eim Rinde kommen im ganzen dieselben mecbanisclien Mass­regeln zur Anwendung wie bei Pferden, doch macht das ganze Wesen dieser Tiere, die Art ihrer Angriffswaffen, die geringere Intelligenz und grössere Indifferenz u. s. w. manche Modifikation der Zwangs­mittel notwendig.
Die hauptsächlichsten Eigentümlichkeiten bestehen darin, dass man bei Kindern vorne mehr zu fürchten hat, als hinten; die Tiere schlagen nicht ans wie Pferde, sondern streichen mit einem Hinter-t'nss seitwärts gegen vorne aus, so dass man hinten sicherer stellt als zur Seite. Ausserdem machen, wie bekannt, die Rinder mit Vor­liebe, von ihren Hörnern Gebrauch, drücken den Menschen gerne an die Wand und legen sich nieder, wenn ihnen irgend ein Zwang an-gethan wird.
Operationen können im Stalle häufiger vorgenommen werden, als
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Zwangsmittel Mm Kimlvieh.
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heim Pferde. Vieh; derselben sind ScllOU im Stehen des Tieres aus-fülirbtir und verhält sich auch sonst das Rind im Stalle ruhiger, als wenn man es ins Freie oder an einen ungewohnten Ort bringt. Kurzes Anbinden, dichtes Aufstellen an die Wand ist oft schon allein als Vorbereitung ausreichend. Dabei sind ein gutes Wort, das Auf­stellen einer bekannten Person am Kopte. Streichen mit der Hand Über das Auge herab, Klopfen an den Hörnern oder Kratzen zwischen denselben, Striegeln der Schweifrübe U. dgl. Manipulationen wesent­liche Beruhigungsmittel. Mit strengeren Massregeln darf man nicht alsbald kommen, erst wenn wirkliche Störrigkeit eintritt; viele Rinder, namentlich Kühe, sind durch Strenge alsbald geängstigt und benehmen sich jetzt erst widerspenstig, ist aber strafe notwendig, muss diese schon der #9632;wenig empfindlichen Haut und des grossen Phlegmas wegen auch energisch vorgenommen werden.
Als weitere Vorbereitung sind nötig: Sorge für Raum und Licht im Stall, Reinlichkeit des Standortes, Entfernung im Stalle liefindliclier Bullen, vorherige Reinigung des Tieres, Ausmelken bei Kühen, Ausfallenlassen einer Futterration, namentlich des Trankes (auch bei Kälbern), Ausräumen des Mastdarmes, Abführ­mittel, Herrichtung der Klauen n. s. \v.
Aufheben am Boden liegender Rinder. Wie bekannt weigern sich zuweilen die grossen Wiederkäuer entschieden, sich von ihrem Lager zu erheben, auch wenn sie durch empfindliche Strafen dazu aufgefordert werden. Als Nachhilfsmittel gelten dann Einspritzen von frischem Wasser in die Ohren. Einreibung von Terpentinöl an den After oder zwischen die Klauen, starkes Quetschen oder Aufrollen des Schweifes um seine Längenachse, Herbeibringen eines fremden Hundes, Losketten der nebenstehenden Tiere etc. Notwendig ist auch, dass das betreffende Kind vor dem Aufstehen von der Krippe zurück­gerückt werde, damit Kopf und Hals gestreckt werden kann.
Ein weiteres Mittel bestellt darin, unter dem Tiere einen langen Sack oder Stricke. Gurten durchzuschieben und diese an beiden Seiten durch kräftige Männer in die Höhe ziehen zu lassen und zwar immer zuerst hinten. Bei schwereren Stücken sind hebelartige Vor­richtungen notwendig. Neben das auf der Brust liegende Rind wird z. B. auf jeder Seite eine starke Stange derartig schräg von vorne und oben nach hinten und unten gelegt, dass deren vorderes Ende auf die Krippe, das hintere über 1 m über das Hinterteil des Rindes hinausragende Ende aber zunächst auf den Hoden zu liegen kommt. Dann werden die Enden der unter dem Hinterleib, sowie unter der Brust hinweggezogenen Stricke oder Tragbänder straff an die Stange
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Alliremeine Operntionslolire.
gebunden, worauf 2—3 au jeder Seite stehende .Männer das Hinter­ende der Stange fassen und so das Tier emporheben.
Johne wendet eine sehr einfache und praktische Methode an. wobei das mühsame Unterlegen von Stricken wegftlllt. Das Rind wird zuerst in aufrechter Lage auf die ünterbrust gebracht und dicht um dasselbe herum auf dem Hoden ein Meuseil geschlungen, das stark zusammengezogen und dann geknüpft wird. Jederselts ergreifen hierauf 8—4 Mann mit beiden Enden das Seil und heben daran das Tier auf und zwar zuerst mehr hinten, später hinten und vorne zugleich. Das
Fllaquo;. 28,
Rind kann nicht ans der Schleife gleiten, da das Seil vorn unter der Brustspitze und hinten unter die Sitzbeinhöcker zu liegen kommt und zwar in strati' angezogenem Zustande. Die Art des Aufhebens ist be­sonders empfehlenswert, weil sich dabei sehr viel Kraft aufwenden lässt und die Männer bequem ankommen können, ohne sich gegenseitig Im Wege zu stehen. Ausserdem stehen auch einfache Aufzüge mit durch (an der Stalldecke befindlichen) Ringe laufenden Stricken im Gebrauch, sowie Hängevorrichtungen, Flaschenzüge.
Zwangsmittel zum Transport. L'm bösartige Tiere sicherei' ZU führen, schleift man in der liege] ein starkes Seil um die Hörner und befestigt dieses ziemlich kurz an einem der Yorderfessel: beim Gehen werden die Tiere stark ermüdet und benehmen sich ruhiger. Dasselbe ist der Fall, wenn man eine Seilschlinge um einen Vorderfessel legt, das Ende durch einen unten an der an­gelegten Bauchgurte befindlichen Ring nach rückwärts zieht und durch
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Befestigung des Kopfes.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;57
dnen Mann haltPii liisst, der so jede Vorwärtsbewegung des Tieres in der Hand hat.
Sehr wirksam ist auch eine Art Kappzauui, hergestellt durch ein starkes Kopfhalfter mit eisernem Nasenstück oder das Spannen, das auch als Beruhigungsmittel beim Operieren dienen kann. Man schlingt ein Seil oder eine Kette um die Hörner, zieht diese längs der Wirbelsäule um den Schwanzansatz herum und legt sie hier fest. Ein in der Mitte des Ilückens unter die Kette hindurchgeführter Knebel
Fig. 89. Spannstock für den Kopf.
wird nun mehrfach umgedreht und zieht die Kette in für das Tier schmerzhafter Weise zusammen. Je mehr der Kopf nach rückwärts gezogen wird, desto weniger kann Kraft entwickelt werden. Betreffs der Nasenringe als sicherstes Mittel s. unten.
Befestigung des Kopfes. Sie reicht oft schon allein hin, um den Widerstand aufzuheben, sobald sich nur die Tiere von der Erfolglosigkeit desselben überzeugt haben. Für gewöhnlich legt man kurzweg ein Seil um die Hörner und befestigt es an einem festen Gegenstand (Standsäule, sicheren Pfosten, Barren), so dass der Kopf möglichst hoch zu stehen kommt und dicht anliegt. Sehr praktisch ist das Anbinden an einen Raum oder Pfahl; das Tier kann sich dabei bewegen, ohne sieh oder die Mitwirkenden zu beschädigen. Um Ver­letzungen der Haut am Kopfe zu verhindern, bringt man einen ge­drehten Strohwisch dazwischen. Die, Anhindeschleife soll so geknüpft .sein, dass sie im Notfälle durch einen Zug geöffnet ist.
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Allgemeine Operatiouslehre.
Soll auch der untere Teil des Kopfes fixiert werden, so lässt mau von der Hürnersdileit'e aus einen Strick auf der Mitte der Stirncopy; zum Nasenrllcken herablaufen und macht hier einen Umgang um die Backen (Nasenhalfter). In anderen Fällen ist es wünschenswert, dass der Kopf nicht so leicht zur Seite gewendet werden kann, was man durch einen Spannstock (Fig. 29) erreichen kann, der mehr oder weniger kurz befestigt wird.
Rindviehbremsen. Das Anbringen eines Schmerzes an der Nase ist bei Rindern ebenso wirksam, wie bei Pferden, das allzu derbe,' wenig empfindliche Flotzmaul gestattet aber die
li
Applikation der gewöhnlichen Bremsen nicht, man nimmt daher den unteren Teil der besser sensiblen Nasenscheidewand zu Hilfe und bringt hier einen Klemmdruck an, entweder mit der Hand oder mit einem zangenähnlichen In­strument.
Derartige Z a n g e n b r e m sen für Rinder giebt es verschiedene, sie können sehr einfach gehalten sein und sind meist nach dem Prinzip konstruiert, wie es Fig. 30 darstellt. Die ge­bogenen Klemmarme werden geöffnet, in beide Nasenlöcher eingeführt, um sie dann durch die federnden Hebelarme mehr oder weniger fest durch die oben angebrachte Stellfalle zu schliessen und Schinerz hervorzubringen, der die ganze Aufmerksamkeit des Tieres fesselt. Andere ähn­
Flg. #9632;'30. Französische Ochseubremse.
liche Nasenbremsen werden durch einen Sc'huh-ring zusammengedrückt und besitzen am untern
Ende der Hebel einen Ring zum Befestigen des Instruments an das Kopfhalfter (Nasenzange, Bullenbftndiger). Die Ochsenbremse von Harms federt in ihren pinzettartigen Schenkeln und wird durch einen Stellring geschlossen. Challier hat einen halb­offenen eisernen Stellring empfohlen, der aussen quer um die Nase geht und an beiden offenen Enden je eine Stellschraube besitzt, welche beim Anziehen das Nasenseptum zusammendrückt. Die Nasenbremse von Kaiser trägt die Kompressionsschraube in der Mitte des Rings, die von Brauer seitwärts.
Andere Zwangsmittel dieser Art dienen als Würgestrang und werden um den Thorax angelegt. Die einfachste Brustbremse wird durch einen starken Strick improvisiert, der am Widerrist um den
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Die Sclicnkclbremse. Xaseuriiifre.
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Rippeukorb geschlungen, geknüpft und dann mittelst eingesteckten Holzknebels durch Umdrehen desselben so verkürzt, dass er einen starken schmerzhaften Druck auf den Brustkasten ausübt. Der Knebel kann auch an den Strickenden befestigt werden.
Diese Bremse ist auch sehr wirksam gegen hef­tiges Drängen bei Geburten, um Vorfälle zu ver­hindern u. s. w,
Die Schenkelbremse (Fig. 31) wird wie beim l'ferde oberhalb des Sprunggelenkes um den Unterschenkel angelegt und einigemal umgedreht. Hie/u liisst sich auch ein gewöhnlicher Spitzstrang mit Holzknebel verwenden. Je nach dem Ver­halten des Tieres liisst sich der Schmerz leicht verstärken oder verringern. Diese Schenkelbremse ist auch bei den Hindern unentbehrlich und kann
selbst beim Aufheben eines llinterfusses gute Dienste leisten.
Fig. 81. lichenkelbremse.
Die Nasenringe, welche zur Zeit allge­mein im Gebrauch stehen, sind schliessbare Metallringe, welche sich am untern Bogen in der .Mitte rechts und links oder zur Seite ötl'nen
Fig. 88. Bullenring, gefedert,
lassen und beim Zusammenlegen in der obern Mitte geschlossen werden, nachdem man sie quer durch die Nasenscheidewand gezogen hat. Sie gelten als die besten Bändigungsmittel besonders für Bullen. Die Applikation
Fig. 82. Bullenriug nach RuefV.
in die Nasenscheidewand geschieht,
entweder durch den Metallring selbst oder wird das Knorpelseptum vorher mit Hilfe eines Spitzmessers durchbohrt, der offene Ring durchgeführt und dann geschlossen (ver­nietet), ünzweckmässig ist, den Nasenring durch einen Riemen an das Kopfgestell oder die Hörner zu befestigen. Ausserdem stehen auch
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Alljiemeine OpcnUionslelirc.
zur Perforation besondere Lochzangen zur Verfügung, wie sie von Flor, Merkle, Hauptner U. A. konstruiert wurden, s. unten.
Gegenwärtig macht man viel von den durch Uueff aus England eingeführten Bullenringen Gebrauch, welche durch ein Charnier sich öffnen, an der VerellligungSStelle scharf und sint/ig' zugleich sind, selbst durchbohren und dann durch eine Schraube geschlossen werden (Fig. 32), deren Stift abgehrochen wird (Vernietung). Das eine scharfe Ringende wird heim Perforieren der Scheidewand durch das eine Nasenloch ein- und durch das andere ausgeführt. Verbessert wurden diese Nasenringe durch Hauptner, indem die Schraube durch laquo;ine selbst schliessende Feder ersetzt wird (Fig. 38). Bei beiden Nasenringen können die Durchbohrinstrumente sowohl als der Riemen entbehrt werden. Die eisernen (auch vernickelt zu habenden) Hinge sind bei Hauptner in verschiedener Grosse zu haben, 50—65 mm weit (Mark 1.25—1.50) und sollen möglichst hoch in der Xase sitzen, um die Tiere in der rutteraufnahme weniger zu be­lästigen. Nur die Hälfte, des Ringes schaut aus den Nasenlöchern hervor. Auch aus Aluminium wird jetzt der Bulleiiring hergestellt.
Nach dem Anlegen benehmen sich die Tiere ausnahmslos ruhig, wenn sie durch Hin- und und Herbewegen des Ringes mittelst eines Zug­stranges Schmerz empfinden, letzterer ist be­deutend und muss vorsichtig gebamlhabt werden. Um unbändige Tiere auch von sich entfernt zu halten, wird der Strang durch einen Stab ersetzt, welcher durch einen leicht zu öffnenden Kara­biner an den Hing befestigt wird. Derartige Bullenführstöcke (Leitstäbe) sind käuflich. Der Bullenring von Hauptner (Fig. 33) Nasentrokart nach Kolb. ist dahin verbessert worden, dass er, wenn das obere rechtsseitige Ende des Septum durchbohrt ist, sich statt durch eine Schraube mittelst einer Feder verschliessen lässt, die Handhabung ist sonach etwas einfacher und bequemer. Offnen lassen sich diese Hullenringe nicht, werden also erst nach dem Schlachten des Tiers abgenommen. Auch der Hauptner'sche Hing ist in 4 Grossen (von 50—55 cm Weite erhältlich (Mark 1.15—1.85) und wird aus Eisen oder Aluminium hergestellt. Ein ähnlicher Nasenring von Aluminium ist von Stern auch für Pferde konstruiert worden.
Xasenringtrokart von Kolb (Fig. 34). Das Instrument ermög-
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Aufhalten eines Vtmleri'usses.
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licht rasches und gefahrloses Einziehen des Bullenrings, wenn dias nicht durch diesen selbst geschehen kann. Der Trokart durchsticht die Scheidewand und liisst die Kanüle zurück, nachdem der Dorn heraus­gezogen wurde. Der hiezu gehörige Nasenring- liisst sich S-förmig' öffnen, wird dann von der der Ein-stichstelle gegenüberliegenden Seite aus durch die Kanüle geschoben und alsbald, nachdem letztere an dem Kettchen herausgezogen und entfernt ist. geschlossen.
Zum Einziehen von Nasenringen lassen sich auch besondere Lochzangen verwenden, von denen es mehrere Arten giebt. Das einfache Locheisen perforiert die Scheidewand und nimmt das aus-geschnittene Knorpelstück mit, worauf alsbald der Ring sich in die Öffnung durchziehen liisst. Fig. 35 Stellt eine Zange dar, die von Frank in der Art verbessert worden ist, dass man sie nach dem Kneifen des Loches nicht zu entfernen braucht, sie bleibt vielmehr liegen und geschieht nun die Perforation dadurch, dass man durch die am vor­dersten Ende des Ziingenmaules befindliche rund­liche Öffnung ein besonderes Locheisen durch die Scheidewand stösst. Die Zange verbleibt in der Nase, bis auch der Ring durchgezogen ist. Die Zange dient sonach nur zur bequemeren Einführung des kleinen trepanartig gestalteten Locheisens.
Aufhalten eines Vorderfusses. Es ge­schieht in derselben Weise wie beim Pferde; der Kopf wird am besten an einen Wandring oder Pfosten fixiert. Bei Störrigkeit muss der Aufhalter durch einen zweiten Mann unterstützt werden, welcher ein in den Fessel geschlungenes Seil über
den Widerrist
zieht und auf der andern Seite
Fig. üö. Loclizango von Frank,
festhält.
Das Verbinden der Augen mit einem weichen Tuche trügt wesentlich zur Beruhigung bei. Bei dem lustigen Hin- und Hertreten mit dem Hinterteil werden zweckmiissig beide Sprunggelenke auf der Acbillcsselmc durch eine Longenschleife zusammengehalten. Regel ist, die Stricke immer so zu befestigen, dass sie rasch losgelassen werden können, besonders wenn die Tiere Miene machen, sich nieder­zulegen, was vielfach vorkommt; ebenso halten die Kinder nur schwer still, wenn eine der Extremitäten hoch aufgehalten wird.
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Allgemoine Üperationslohre.
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Aufhalten eines Hinterfusses. Dasselbe kann verschieden geschehen, zunächst in ähnlicher Weise wie beim Pferd (s. Seite 26), sowie in tier Art, dass mau das Rind bei angebundenem Kopf mit einer Körperseite au die Wand stellt und durch das Aufheben eines Hinterfusses zugleich verhindert, dass es sich von dieser entfernen kann. Zu diesem Behufe führt mau einen langen glatten Beugel oder Baum schief zwischen den Iliuterfiissen durch und benutzt ihn. mit dem kürzeren Ende auf den Boden gestützt, als einarmigen Hebel, um damit den Fuss in die Höhe zu halten: das längere Bäumende hält der au der Flanke stehende Gehilfe auf seiner Schulter und das untere kann auch des Ausgleiteus halber in die .Speichen eines Wagen­rades eingebracht werden. Die Versuche des Tieres, den Fuss aus dieser Zwangslage zu befreien, werden durch Festbinden desselben am Baume vereitelt. Hat man Ringe au der Wand, so kann auch der Fänge des Tieres nach ein Seil durch dieselben gezogen werden, um die Entfernung von der Wand unmöglich zu macheu.
Her twig giebt an, man soll einen langen Sack mit der Mitte um das Schien­bein legen, die beiden Enden vorne am Fuss kreuzen und von zwei Männern über den Rücken des Tieres ziehen lassen, bis der Fuss in der gewünschten Höhe stobt. Desgleichen kann der aufgehobene Hinterfuss noch weiter in dieser Richtung ge­sichert werden, indem man ein in den Fesseln geschleiftes Seil von hier aus senk­recht durch einen an der Decke befindlichen Ring zieht, von hier nach abwärts gehen und von einem Manne entsprechend halten lässt.
Zweckmässig ist ferner die Verwendung von glatten Hölzern (Beugeln, starken Staugen. Fatierbäumeu u. dgi.). welche uuter-oder oberhalb des Sprunggelenkes quer durchgezogen und rechts und links von zwei Männern gehalten werden. Zur besseren Fixierung des etwas in die Höhe gehaltenen Hinterfusses wird dieser auf dem Bengel am Tarsus festgebunden. Notstände sind bequemer und beschleunigen die Arbeit. In Farrenställen lässt sich auch der Sprungstand benutzen, zwischen dessen hinteren Pfosten ein Bengel quer durch dort befindliche liiuge (in der Höhe des Sprunggelenks oder Vorderknies) durchgesteckt wird.
Sehr praktisch und bewährt ist die Zuhilfenahme eines soliden Leiterwagens, welcher der Fänge nach reichlich Gelegenheit zum Anbringen von Halt- und Bindevorrichtungen aller Art bietet und überall leicht zu haben ist. Man bremst den Wagen und stellt das Tier der Fänge nach in den Baum zwischen Vorder- und Hinterrad, wo es von einem Gehilfen am Kopfe gehalten oder au die Sprossen der Wageuleiter gebunden wird. Soll der Vorderfuss befestigt werden, so kann dies leicht dadurch geschehen, dass mau den Fessel
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Aufheben eines Ilinterfusses,
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desselben in eine Strickschleife glebt, das Ende um den oberen Leiter-banm schlingt und auf der änsseren Seite des Tieres durch einen (iehilfen so halten lässt, dass letzterer den Operateur nicht geniert: der (Jehilfe kann auch auf den Wagen postiert werden.
Beim Ilinterfuss wird am besten wieder ein Querholz unter das massig erhobene Sprunggelenk durcligestreckt und dieses hier festgebunden Fig. 86 (Hess). Das eine innere Ende des Bengels wird zwischen die Badspeichen auf die Nabe gelegt (das Tier steht der
Fig. Üti. Hochheben eines Hinterbeines an einem Wagen.
Länge nach am Wagen) und das andere äussere Ende von zwei Männern gehalten. Um das Tier sicherer am Wagen festzuhalten, wird es an diesen durch eine Bauchschleife festgehalten, welche zu-gleicli auch das Niederlegen verhindert. Dem Vorwärtsdrängen be­gegnet man kurzweg durch Festhalten des Kopfes mittelst eines um die Hörner einerseits und die Leitersprossen andererseits gezogenen Seiles bezw. einer Kette, das Bückwärtstreten ist durch das im Hinter­rade befindliche Querholz unmöglich gemacht. Der Kopf darf nur massig straff an der Hand gehalten oder gebunden werden. Hess hat in einer besonderen Broschüre eine Reihe sehr branchbarer Be­festigungsweisen für Binder angegeben und damit gezeigt, welch grosse Dienste ein gewöhnlicher Leiterwagen zu leisten vermag.
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Allgemeine Operatlouslehre^
Niederlegen eines Rindes. Zum Glück 1st das umstiindlidie Abwerfen, des Rindviehs weit seltener notwendig, als bei Pferden; die obigen Befestiguugsmethoden sind in den meisten Fällen aus­reichend; ausserdem sind die dabei Beschäftigten besonders am Hinter­teil weniger einer (iefahr ausgesetzt und mit den kleineren Hindern, Kühen u. s. w. braucht mau ohnedies nur kurzen Prozess zu machen.
Im übrigen können die Rinder gross und klein wie das Pferd niedergelegt und gebunden werden, nur soll Rücksicht auf das Horn der betr. Seite genommen werden, obwohl die Erschütterung des
Vis. 37. Niederscbnttren.
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Körpers weit geringer ist: auch müssen meist der kurzen Fessel wegen die Seile oder Riemen um das untere Schienbeinende angeschnallt werden. Die Prozedur im Stalle vorzunehmen, falls derselbe geräumig genug ist, wäre vorzuziehen, der Kopf bleibt im Stande selbst an­gebunden.
Die Eigentümlichkelten der Hinder, bei Anlegung der Zwangs­mittel lieber gleich selbst niederzuliegen, gestattet ein einfacheres Verfahren und hat sich das von Hertwig angegebene „Nieder­schnürenquot; am 'meisten Freunde erworben (Fig. 87). An dem End­stücke des Seiles ziehen zwei Männer, während ein dritter den Kopf hält, falls derselbe nicht angebunden wäre. Durch das kräftige An­ziehen verengen sich alle drei um den Rumpf gelegten Schlingen und die Tiere sehen sich fast ohne Ausnahme und schon in ganz kurzer Zeit veranlasst, allmählich und ruhig sich auf die Seite niederzulegen
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Niederlegen eines Rindes.
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und die Beine von sich zu strecken. Beschleunigt wird das (iescliiift besonders. wenn die Schlingen an den Kreuzungen mit etwas Talg oder Seife geglättet werden. Neue Seile sind ihrer Steifheit wegen nicht anwendbar. Möglichste Entleerung der Mägen und des Darms muss abgewartet werden.
Sollen die bei Pferden üblichen Wurfarten zur Anwendung kommen, so eignet sich besonders die russische Methode (Fig. 14). Die Hals-schleife findet des Trieles wegen sehr guten Halt. Von dieser Schleife aus kann das Seil, wenn das Tier links geworfen werden soll, sehr
Fig. .'iS. Befestigen der Seile beim niedergelegten Rinde.
zweckmiissig auch um den linken Hinterfessel herum wieder zur Hals-schleife zurückkehren und von hieraus nach vorwärts gezogen werden. Eine zweite Schleife wird dann um den linken Vorderfessel befestigt und das Seilende nach rückwärts gezogen (With'sches Verfahren). Das Missliche ist nur, dass dem Kopfe dabei viel Freiheit gestattet ist.
Die Methode Meyer-Ilychner hilft dem einigermassen ab, in­dem der linke Hinterfuss statt um den Hals um die Hörner befestigt wird. Durch das Anziehen des Seiles wird der Kopf kräftig nach rück- und seitwärts gezogen, so dass quot;Widerstand kaum möglich und das Tier ruhig zu Boden kommt. Hier wird der Kopf auf die Hörner gestellt und die Nase nach abwärts gedrückt. Die Füsse können un­schwer auch durch Stricke in einem Ring der Bauchgurte befestigt werden. Sehr wünschenswert ist, dass das Tier zuerst mit dem Vorder­teil (am besten knieend) auf das Strohlager ankommt, worauf dann das Hinterteil vollends niedergedrückt wird. Eine einfache Befesti-gungsweise der Gliedmassen am liegenden Binde ist in Fig. 38 ab­gebildet. Bei unruhigen oder störrischen Tieren muss die Schenkel­bremse zu Hilfe genommen werden.
Hcring'K OporntionslohrOi VT. Aufl.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;.^
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Allgemeine Operationslehre.
III. Zwangsmittel bei den kleineren Tieren.
Die Bewältigung geschieht hier mit einfacheren Mitteln und Ist dabei mehr Milde als Strenge anzuwenden. Ein ruhiges Auftreten und Vermeiden namentlich hastiger oder zögernder Bewegungen sind heim Umgang mit diesen Tieren vor allem notwendig. Zweckmässig ist immerhin, wenn mau schon hei der Untersuchung den Tieren bekannte Personen zu Hilfe nimmt, nur Hunde machen hier eine Aus­nahme,
Bei Schafen und Ziegen versichert mau sich vor allem des Kopfes und liisst sich dann die hetr. Extremitäten gut halten, was schon durch einen Manu geschehen kann. Das Hereinstellen oder Setzen der Tiere zwischen die Deine des Operateurs erleichtert die meisten Manipulationen, im andern Falle bedient man sich entsprechen­der (weicher) Stricke oder legt die Tiere auf einen Tisch, eine Bank u. clgl.; besondere Widersetzlichkeiten kommen nicht vor und dauern auch nicht lange.
Bei Schweinen hat man sich vor deren Gebiss in acht zu nehmen und entgeht man einer diesbezüglichen Gefahr am besten, wenn das Maul mit einem Stricke zugeschnürt oder aber ein Stück Holz zwischen die Zähne gebracht und daselbst festgebunden wird. so dass der Verschluss des Maules gesichert ist. Dieser verhindert zugleich das so lästige Geschrei. Auch entsprechende Rüsselringe können gezogen werden, die aber jetzt kaum mehr üblich sind. Schweine lassen sich sehr viel gefallen und auch leicht durch einen kräftigen Stoss zur Seite werfen, wenn ein Niederliegen notwendig wird. Zu unterlassen ist dieses keineswegs, wenn die Tiere ärgerlich werden und fauchen, sie können überaus stark verletzen. Kleinere Schweine werden auf einen Tisch, eine Bank gelegt und hier entsprechend fest­gehalten, auch können sie mit den Hinterbeinen hochgehalten, bezw. an einer Wand in die Höhe gezogen werden.
Hunde sind je nach der Ilasse von verschiedenem Temperament und wollen darnach behandelt sein. Die meisten sind gutmütigen Charakters, insbesondere wenn sie freundliche Behandlung erfahren, doch ist auch hier Vorsicht vonnöten, am meisten bei Doggen. Ge­wöhnlich muss man sich erst in ihr Vertrauen durch gute Worte ein­schmeicheln: viele Hunde werden erst durch Angst und Misstrauen zum Beissen veranlasst, benehmen sich übrigens ruhiger, wenn mau den Besitzer, insbesondere die Besitzerin ferne hält.
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Zwangsmittel bei den kleineren Tieren.
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Vor dem Gebiss der Hunde schützt man .sich gewöhnlich ent­weder durch Anlegen eines sicheren Maulkorbes oder Umwickeln eines Tuches um den Nasenrücken und Zusammenhalten der Enden desselben hinten im Genick (Fig. 39), Hei kleineren Hunden, kurz-naslgen Rassen, Mopsen u. s. w. schnallt man einen Lederriemen hinter die Schnauze oder knüpft ein hinlänglich starkes Band um. das aber das Atmen nicht beeinträchtigen soll.
Das Binden der Fasse ergiebt sich in dem Einzelfalle von .selbst, oft reicht schon das Festhalten mit der Hand hin; Bedingung
Flg, 39.
ist dabei eine weiche Unterlage und schmerzloses Anlegen aller Zwangs­mittel, zu welchem Behufe hei starken Hunden mehrere Männer not­wendig sein können. Auf einem Tisch operiert man am bequemsten, besonders wenn hier entsprechende Vorrichtungen zum Durchziehen von Riemen und Stricken durch Löcher oder Rinnen in der Platte an­gebracht sind. In Kliniken bedient man sich solcher Operations­tische mit Vorteil und können hier auch bewegliche Stellapparate zum Befestigen aller Körperextreme aufgestellt und beliebig an einer Stelle festgeschraubt und gewendet werden. Die durch Öffnungen in der Tischplatte gehenden Riemen und Stricke können unterhalb durch Stellschrauben sicher fixiert werden. Einen brauchbaren Operations­tisch hat auch Arnold angegeben und denselben mit einem verstell­baren Kopfhalter versehen. In Ermangelung einer derartigen Vor­richtung kann man sich aber auch einer niedrigen Holzkiste bedienen. in welcher seitlich und am Boden Öffnungen zum Durchführen von Stricken oder Bändern angebracht sind. Für ähnliche Zwecke hat Hoffmann einen besonderen Korb aus starkem Drahtgeflecht kon­struiert, der mit einem quot;Kissen ausgefüllt wird.
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Allgemeine OperatlonBlelirelt;
Katzen sind Bchwieriger zu behandeln und müssen schon bei der Untersuchung vorsichtig angefasst werden. Für gewöhnlich stellt oder legt man sie auf einen Tisch und iiisst sie vom Besitzer halten. Bei schmerzhaften Manipulationen wickelt man das Tier gut in ein weiches Tuch soweit ein, als es die Operation gestattet. Besonders gut müssen der Kopf und die iussenden verwahrt werden, da Katzen ausserordentlich rasche Bewegungen ausführen. Zweckmässig ist das Einstecken in einen Sack oder in einen Stiefel, durch dessen Strupfen die Vorder- oder Hinterfiisse gezogen werden: geht der Kopf voran, muss selbstverständlich für genügende Atemluft gesorgt werden.
quot;ig. 41. Uefesselter l'lügcl, von innen gesehen.
Beim Geflügel sucht man sich sowohl des Schnabels als der Flügel zu versichern, was durch entsprechendes Entwickeln in ein Tuch erreicht werden kann, in welchem der Kopf von hinten erfasst wird, während der Besitzer den Eumpf hält; auch kann um jedes der Beine ein beson­deres Tuch geschlagen werden. Gänse, Hühner u. dgl. lässt man an den Leih halten und die Flügel fest andrücken, oder man stellt sie auf einen Tisch und drückt die Beine nieder. Hals und Kopf sollen immer besonders fixiert werden.
Kleineren Vögeln, Papageien u. dgl. steckt mau
Fig. 4(raquo;. Flügelfessel.
wohl auch den Kopf in ein entsprechend weites
Trinkglas und hält ihn fest. Eine besondere Vorrichtung hat Voitellier konstruiert, die auch sonst in Geflügelanstalten gegen das Davonfliegen Verwendung findet und welche er als Flügelfessel (Fig. 40) bezeichnet. Derselbe be­steht aus zwei Drahtkettenschlingen, von denen die untere, um nicht zu drücken, grösstenteils mit Leder oder Samt überzogen ist; beide sind in der Mitte durch einen Sperrbaken vereinigt, in welchen die ausserhalh des Leders liegenden Binge (je nach der Grö.sse des Flügels)
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Litteratur über Zwangsmittel.
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eingehakt werden können. Die obere Schlinge wird nun zunächst über das untere Ende eines Flügels, d. Ii. über die Schwungfedern desselben gelegt, während die mit Leder überzogene Schlinge so um den Flügel geschlungen wird, dass sie an dessen innerer Seite, wie Fig. 41 zeigt.
jin einem der vier
Hinge
geschlossen werden kann. Die Fessel ist
damit unabstreifbar 8
reworden, verhindert daher auch das Fliegen
und kann so die Tenotomie der Streckmuskeln des Flügels bei allen
Vögeln ganz entbehrlich machen, ohne diese zu belästigen.
Litteratur über Zwangsmittel der Rinder und kleineren Haustiere, Berg er. Rec. JH.'i.-i. s. 158 und :illt;). — Jineff, Repevt. 1849, S. 179, — Ityclincr, Enoyklop-lid. IV. 1887. S. 118. — With, Vet. Chir., übers, von Kreutzer 1848. S. 43. — Schwab, Hufbeschlag 1886. S. no. _ May, das Rind. München 1868, — Ball-leux, Annul, de lirux, 1864. S, 411: ibid. Scbeler, 1868. S. 196j ibid. BriSSOt, issii. 8. 82. — Gutoniicker, Hufbeschlag. — Hartmann und Leisering, Der Fuss des Pferdes, — Koch, Encyklop. IV. S, 155; V. S. 882 und VII. S. 879. — Johne, D. Ztschr. f. Thtormed. 1888. S. 107; ibid, 1886. S. 66. Aufbeben der Rinder. — Merkle, Tierftrztl. Mitteil. 1890. s. 81. — Faure, Progrös v6t, 1890. S. 190. — Hess, Die Fussknoikbciten dos llindes. Zttriob 1887. — Lanzilotti-Bnousanti, Chirurgie. — Miksa, Kochs Mon. Schrift. Bd. 18 s. 257. Wurf­methoden. — Madsen, Werfen der Kinder. D. Tb. Woch. 1896. — Kocb, Encyklop. VII. S. 879. Op. Tisch für Hunde. — Arnold, ebenso Berl. VVocb. 1880. S. ;{i;;3. — Voitcllier, Flfigelfessel in der Broschüre: Zürn und Midier. Die Untugenden der Haust. Weimar 1885. — Hoffmann, Chirurgie, II. Bd. S. 3(10. Zwangsmittel. — Cadiot', Chirurgie 1805. Zwangsmittel.
IV. Instrumente zur Untersuchung der Maulhöhle.
Ilieber gehören die Maulgitter, Maulsperrer, Maulschrauben. Maul­spanner und Maulkeile. Geschieht die Untersuchung bloss mit der Hand, so wird sie in folgender Weise vorgenommen.
Zunächst wird das Pferd regelrecht aufgetrenst und in entsprechende Positur gebracht, worauf das Mundstück ans dem Kopfgestell entfernt und der Nasenriemen etwas gelockert wird, so dass der Öffnung der Maulspalte nichts im Wege liegt. Dann ergreift der untersuchende mit der linken Hand die Zunge, nimmt sie in die Faust und stellt diese, mit den Fingerknöclieln einwärts gerichtet, zwischen den Laden senkrecht in der Mundhöhle auf, indem der Daumen aufwärts gegen den harten Gaumen gestemmt wird. Die andere rechte Hand, welche inzwischen das Tier am BackenstUck des Kopfgestclles gehalten hatte, wird nun frei und steht die ganze Maulhöhle zur Besichtigung ott'en, wenn auch die Zunge noch ent­sprechend gelagert wird. Meist zieht man sie nach aussen oder zwischen eine Backzahnreihe, in welcher Stellung die freie Hand in ihren Manipulationen innerhalb der Maulhöhle vor Beschädigungen am meisten gesichert ist.
Behufs Inspektion der Maulhöhle reicht dieses Verfahren aus, hat man jedoch nähere Untersuchungen besonders an den Backzähnen
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Allgemeino lt; raquo;penitionslehre.
vorzunehmen oiler mit Instruinenten au arbeiten, werden namentlich wegen der Länge der Maulhöble obgenannte Untersuchungsmittel not­wendig, um die beiden Kiefer auseinander zu halten und zugleich Schutz für die Hand sowohl als die benützten Werkzeuge zu bieten. Die Tiere können teils dabei stellen, teils müssen sie abgeworfen werden.
Bei den kleineren Haustieren genügen meist schon die bekannten .Schnur- oder Bandschlingen, die um den Ober- und Unterkiefer geschlungen werden und mittelst welcher sich die Mundhöhle offen erhalten lässt. Fig. 42 stellt die Manipulation dar (Hoffmann).
Fig. -iy. Ki-öffnunj; dos Manles durch Schnurschlingen.
Die Maulinstrumente (Specula oris) kann man einteilen in fest­stehende und bewegliche, mit und ohne Griff, einfache und zusammen­gesetzte.
Gerades feststehendes Maulgitter (Maulgatter). Das­selbe ist von der einfachsten Art, besteht in einem leierförmigen Eisen und hat zwei Querstangen (Fig. 43), welche so weit (8—10 cm) aus­einanderstehen, dass die Hand durchgreifen kann. Man schiebt das Gitter flach in die Maulhöhle, bis die obere Querstange die ersten Back-Kähne erreicht und stellt es dann senkrecht auf die Längsachse des Kopfes SO auf. dass der untere Stab quer auf die Lade des Unterkiefers zu stehen kommt, während der andere oben den Gauinen trägt und das Kinn in dem untern (halbrunden) Räume zum Vorschein kommt.
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Rundes onglisohes Maulgittei'a
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Die Zunge kann zwischen den beiden Querstäben lieivortreten, wird ulier gewöhnlicli, falls sie dem Operateur hindernd in den Weg tritt, hinter dem (ütter zur Seite gezogen. Letzteres ist schon alt, stammt aus dem vorigen Jahrhundert, wird alier immer noch angewendet.
Rundes englisches Maulgitter (Fig. 44). Dasselbe wird in äliiiiichei' AVeise geiiaiulliabt, bietet jedoch der Rundung wegen etwas inelir Baum und besitzt statt der ruiulen Querstftbe einen im Quer-
Filaquo;. 48.
Fiff. 44.
schnitt flach gehaltenen Bogen, um die Schleimhaut der Laden weniger zu verletzen. Aus letzterem Grunde werden die Ladenspangen oft mit Werg oder Tuch umwickelt.
Heide obige Instrumente werden an dem Stiele mit der Hand durch einen Gehilfen gehalten, was deren Anwendung unsicher macht, weil das Gitter bei einer raschen unvermuteten Bewegung des Kopfes umschnappen kann und dann das Tier nicht mehr gehindert ist, die Kiefer zu schlicssen. Um daher eine hiedurch ermög­lichte Quetschung der Hand zu verhüten, muss ein Hauptaugenmerk darauf gerichtet werden, dass die obengenannte senkrechte Stellung unter allen Umständen beibehalten wird. Einen unvermeidlichen Nachteil haben diese feststehenden Maul­gitter immer, indem sie sieb der Grosse des Kopfes nicht aecomodieren lassen, die beiden Kiefer bei kleineren Tieren zu stark auseinandergedrängt werden, man zieht daher jetzt die beweglichen Maulsperrer oder Mauls ehr aulicn vor.
Die beweglichen Maulgitter sind zum Verschieben ein-gerichtet, indem der eine Querstab sieb mittelst einer Schraube (Fig. 4ö) dem andern nacii Belieben nähern oder entfernen iässt; man hat dabei den Vorteil, dass bei grösseren Tieren die Kiefer weiter
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Allgemeine Operationslehre.
auseinandergebracht, bei kleineren aber nilher beisammen gelassen werden können. Audi liier wird man gut tiiun. die ohnedies uh-genindeten Querspangen, welche bei noch so guter Arbeit die Laden oft recht verletzen, mit Werg oder Tuch zu umwickeln. In dieser Weise ist auch das bewegliche englische Maulgitter, dann das von Hillings, sowie das Maulgatter von (Jamgee konstruiert, welches ebenfalls zwei (A)uerstiibe besitzt, jedoch nur eine .Seitenstange, an welcher aber die untere Stange auf und ab bewegt werden kann. Fröhner hat ein ahnliches Instrument zusammengestellt, ebenfalls Schneidemiilil. Der (lummiüherzug der Querspangen wird bald be­schädigt.
Flg. I.quot;).
Fig. 4t). Maulschraubo von Brogniez,
Das Günther'sche Maulgitter unterscheidet sich von Fig. 45 dadurch, dass die Querstilbe nicht rund sind, sondern zwei Platten bilden, welche zwischen den lieibeflächen der Schneidezähne hinein­gebracht werden, wonach dann durch Auseinanderscliraubeu der Platten die Maulhöhle geöffnet wird. Nachher giebt man dem Kopfe eine solche Richtung, dass möglichst viel Picht in die Miuilhöhle einfällt. Durch die angebrachten Verbesserungen sind diese Arten des Maul-spekulums zum Teil zu schwer und unbeholfen geworden und müssen während des Aufschranbens von beiden Seiten gehalten und unterstützt werden. Letzteren Pbelstand vermeidet* die
Maulschraube von Brogniez, welche (Fig. 4(i) den weitern Vorteil besitzt, dass sie selbst bei heftigem Sträuben des Tieres nie­mals umschnappen kann, man daher absolute Sicherheit für die Hand gewinnt. Überdies gestattet das Instrument mehr Raum zum Operieren in der Maulhöhle, als die seither besprochenen Maulgitter
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Maulgitter von Miickol.
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mul kann gdlegentlicb als Elnschüttzaum dienen, lt;la es mit einem treiist'iiiiliiiliclien Kopfgestell verseilen ist. Der in obenstellender Figur in der Mittellinie des Kopfes stehende O-Bogen ist nneli den Seiten hin rechts und links beweglich.
Diese belgische Maulschmube mit ihren sobnallbaren Maulrlemen ist vielfach im Gebrauche und hat sich gut bewähi't, dass sie aber auch ein sehr gefährliches Instrument sein kann, wie alle gewöhnlichen Maulgitter, geht schon ans der Kon­struktion hervor und kann, wenn die Schraube unvorsichtig angezogen und vom
Operateur nicht seihst überwacht oder gehandhabt wird, sehr leicht eine Luxation, selbst ein Bruch des Kiefers hervorgerufen werden. Die Öffnung des Maulcs braucht nicht weiter als 12—15 cm zu geschehen.
Fig. 47. Maulffitter von Mackel.
Das Rueffsche Universalinstrument wird ebenfalls nach Art eines Zaumes angelegt, wenn es als Maulgitter dienen soll, es muss aber /.u diesem Behufe erst entsprechend zusammengestellt werden, denn es stellt eine Kombination mehrerer Instrumente dar und kann als Einschiittzaum, als Klystierrohr und Huf-sondierzange dienen. Vermöge seines Gewichtes von nur 0,75 kg soll es In der Tasche nachgetragen werden können. Es ist abgebildet im licpertorinm ]s()3, hat .jedoch keine praktische Verwendung gefunden.
Das Maulgitter von Mackel (Fig. -17) zeichnet sich durch Leichtigkeit und Handlichkeit ans und bietet, mit Backen- und Kehlriemeu versehen, ebenfalls den Vorzug, dass es mit der Hand nicht fixiert zu werden braucht, also einen Gehilfen erspart, weder aus dem Maule herausfallen, noch umkippen kann und der Operateur den Raum für seine Hand nach Belieben mittelst der beiden Schrauben regulieren kann; er muss sich indes hüten, beide Schrauben nicht ungleichmassig in Bewegung zu setzen, damit nicht Teile des Mundwinkels in die Schraubengänge rechts und links eingeklemmt werden. Ebenso ist dafür zu sorgen, dass das Gitter stets senk­recht auf die Laden am Kopfe festgeschnallt werde. Die beiden Gewinde werden leicht schwer beweglich.
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Allgemeine Operalionslelire.
(iimz iilnilicli dem Brognlez'schen Instrumente ist auch die Maul­schraube von Hauer konstruiert, statt des O-Bogens gehen jedoch
vom Nasen- und Kinnriemen zwei geradlinige Querspangen in einem rechten Winkel nach aussen, von denen die untere auf und ab ge­schraubt werden kann. Noch ein­facher ist das unbewegliche Maul­gatter von Dominik (Fi,u'. 48), bei welchem nur der Unterkiefer fixiert wird und statt der Schraube eine Riemenschnalle verwendet ist. (Gttnthersches Maulgatter 20 Mk. — Brogniez 25 Mk, — Mackel
ts, Maulsperre von Dominik.
16 Mk. Hauptner.)
Es giebt noch weitere Varietäten, wie #9632;/.. B. das Maulgitter von Hertvrig, dessen 4 Stiilie beliufs leichteren Transportes auseinander gelegt werden können; die Querstälie sind an den Enden durchlöchert und lassen sich in die senkrechten Seitenstäbe einschieben, um von aussen mittelst einer Schraubenmutter befestigt zu werden. Von ähnlicher Konstruktion ist das Manlgitter von Fuchs. Es ist gleich­falls zerlegbar und der obere Querstab lässt sich durch eine Stellschraube feststellen.
Fig. 49. Maulgatter von Hausmann. Geschlossen.
Andere Operiergebisse sind ungleich komplizierter und daher hei uns nicht im Gebrauch. Dahin gehört auch die von Dovillier erfundene Maulschrauhc, die er als „Mors-speculunr' bezeichnet. Die Bewegung der beiden Hauptstücke wird mit einer Kurhel durch gezähnte, mit einem Sperrkegel versehene Räder hervorgebracht und besitzt das Instrument zugleich eine Vorrichtung (Ahaisse langue) zum Hinab-drücken der Zunge. Ebenso gehört hieher das Manlgitter von Rogers, das die Form eines verkehrten U hat und dessen obere mit Kautschuk überzogene Quer­stange von oben herab in Bewegung gesetzt wird. Dieses Maulgitter ist bei uns nicht in Gehrauch gekommen.
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Manlkoil von Haver.
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Komplizierter ist das bilaterale Maulgatter von Hausmann.
Ks wird wie eine Kandare geschlossen eingeführt und mit einem Riemenzeug befestigt. Zum öffnen zieht man eine obere und untere Seitenstauge auseinander, wobei eine Sperrvorrichtung beiderseits selbstthätig das Schliessen des Mauls verhindert, was sehr rasch geht und ebenso schnell vollzieht sich auch der Verschluss des Instruments, indem man an beiden Seiten nur die Sperrvorrichtung auszurücken braucht. Ein Schliessen des Gatters durch Sträuben des Pferdes ist unmöglich, ebenso eine Verschrauhung. Der Vorteil bestellt darin, dass die Maulhöhle von allen Seiten frei geöffnet wird (Flg. 41)).
Ähnlich konstruiert ist das
Speculum oris Saillant (1896). Die Querstangen lassen sich durch eingezahnte Bogenketten auf und abbewegen und besorgt dies ein besonderes Triebrad. Ks besitzt grosse Standfestig­keit, ist jedoch gleichfalls kom­pliziert, teurer und füllt die Maulhöhle stark aus. Wolf kon­struierte neuestens einen sog.
Maulspanner für Hunde, der
durch Drehung einer in der Mitte
Flg. 60. Maulgatter na
h IloIVmann.
beflndlichenSchraubenstange ge­handhabt wird. Die Vorteile des Wiener Instrumentes, das in Bayer's Operationslehre abgebildet ist, besteben darin, dass durch die Schrauben­stange der Kopf des Hundes fixiert wird, zugleich die Zunge nieder­gehalten bleibt und die Maulhöhle von jeder Seite zugänglich ist. Von ähnlichen Prinzipien wie Hausmann ist bei Herstellung eines hand­lichen Maulgatters auch Hoffmann ausgegangen (Fig. 60). Der Ap­parat hindert nicht im geringsten und bleibt die Maulhöhle um so leichter zugänglich von allen Seiten, als zugleich auch die Zunge niedergehalten wird.
Der (Jmstand, dass die Querstäbe der Gatter besonders bei länger dauernden Operationen die zahnlosen Kieferränder leicht verletzen, hat zu der Idee geführt, die Kiefer ganz aussei1 Spiel zu lassen und dazu die Kaufläche der Backenzähne zu verwenden, indem ein Instru­ment zwischen letztere eingeschoben wird, das den Verschluss des Maules verhindert. Weber kam zuerst auf diesen Gedanken und konstruierte zu diesem Zwecke einen sehr primitiv gehaltenen
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Allgemelno OperatioaBlebrc
eisernen Maulsperrer (Sperreisen Weber). Das obere etwas abgerundete QuerstUck (Flg. 51) wird nach Eröffnung der Maul-Imhle und seitwilrtsgezogener Zunge zwischen die Backenzähne geschoben und hier festgehalten. Eine Verschiebung ülier die Kau­fläche der Backzähne hinaus wird sowohl durch den King als den hervorstehenden Hand des platten Stiels oben verhindert. Das Sperr­eisen wird seiner Einfachheit wegen vielfach in der Praxis verwendet, dient jedoch hauptsächlich nur zu IJntersuchungszwecken,
Zum Operieren empfiehlt sich mehr der nach ähnlichem Prluzipe verfertiute
Fig. 51.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Flg. ö.'i. Maulkeil für Hunde (Bayer).
Maulkeil von Bayer (Fig, 52). Er wird auch in kleinerer Form bei Operationen und Untersuchungen in der Maulhöhle des Menschen an­gewendet. Die beiden nach Art einer Raspel leicht ausgehauenen, seitlich bei b nach aufwärts gebogenen Stahlplatten a kommen zwischen die Backzähne ZU liegen, indem man das Instrument in der Art bei dem (mit dem Keil parallel gestelltem Ringe e erfasst, dass der Daumen von aussen her durch denselben greift und die Zunge mit der andern Hand aus dem Maule herausgezogen wird. Hierauf erfassen die den Hing haltenden Finger mit Ausnahme des Daumens, der an seinem l'lat/e bleibt, das Halfter, um so die Fixierung des Instrumentes zu bewerkstelligen.
Das neue handliche, nur 033 Gramm schwere Instrument hat unstreitig Vor­züge, welche liauptsäolllich darin bestehen, (lass es nichts mit den Schleimhäuten zu thun hat, die grösstmOgliche, ungefährliche Eröffnung der Maulhöhle ermöglicht und volle Sicherheit für die Hand des Untersuchenden hietet; ausserdem kann letz­terer den Keil seihst fixieren. laquo;quot;Obel er am hosten den Moment wahrzunehmen ver-
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Bcleuclitungsinsti'iimeute.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;7 7
mag, wenn etwa seiner Hand Gefahr drohen sollte. Der Einwand des Absprengens etwa vorhandener Zabngpitzen auf der Stahlplatte kann nicht in Betracht kommen.
In derselben Art wird auch bei Hunden der Maulkeil (Fig. 'gt;;gt;) verwendet und erglebt sich seine Anwendung hieiiacli von selbst (a ist die lüiekenfläclie. h die rauhe Zalinfläche. c der Stiel. Der Maulkeil für Pferde kostet 12 Mark, für Hunde 6 Mark. Hauptner.)
Auch in transportabler Form endlich sind neue.stens Maul-gatter hergestellt worden. Das Tascheninaulgatter von Joger kann in einem Lederetui mitgetragen werden und besteht lediglich aus zwei Querstangen, welche sich an zwei senkrechten .Stäben auf und ab bewegen lassen, je nach der Weite des Mauls. Es besitzt weder Feder noch Schrauben (11 Mark). Auch Tost hat ein Taschenmaul-gatter in den Handel gebracht. Dasselbe ist von U-förraiger Gestalt, besitzt in dem untern Dogen ein Charnier, so dass die Schenkel zu­sammengeklappt werden können (Mark 6.25). Deide sind (wie alle übrigen) bei Hauptner erhältlich und im Katalog abgebildet.
Litteratur. G. und II. Magazin 18.'laquo;). Untersuch, der Maulhöhle; ehenso Dcvillier, Eec. 1844. S. ^17; Mors speculum. — Günther, Beurteilungslehre d, Pferdes. Hannover 18ö!i. — Rueff, Das I'niversalinstrument. llepert. ]H6:J. — Stookfleth, Chirurgie II. 1*7!raquo;. S. 187, — Mackel, Repert, 1880, S. 27. — Roger's Maulgitter. The Vet. Mai 1882. — Bayer, Maulkeile in Koch, Monatschr. 1884 Nr, 12; ibid. 1885. S. 69, Hauer'schn Maulschraube. — Koch, Enoyklop. VI. S. 318. 321: Maulgitter und Maulkorb. — Hoffmann, Chirurgie. II. Bd. S. 150.— Schneidemühl, Maulgatter. Tierärztl. Contralld. ]8(raquo;4. — Fröhner, Berl,Woch. 18(14. S. 449. — Joger, Berl, Woch. 18Ü4. S. 342. — Bayer, Operationslehre 1805. — Wolf, Th., Centralbl, 1806. S. 31laquo;. — Saillant, Spec, oris fixe. Rcc. 1896, S. 10,
IV. Beleuchtungsinstrumente.
Behufs der Untersuchung namentlich einzelner Körperhöhlen, weiche von aussei! zugänglich sind, tritt häutig der ('beistand hervor, dass das Tageslicht nicht ausreicht, um eine genaue Besichtigung vor­nehmen zu können. Durch Zuhilfenahme eines Kerzenlichtes erreicht man den Zweck gewöhnlich nicht, abgesehen davon, dass dasselbe z. B. bei der Inspektion der Nasenhöhle, um die es sich hier vor­nehmlich bandelt, durch den Atem erlöschen würde. Das nächste Auskunfsmittel besteht darin, die durch einen (ilascylinder geschützte Flamme einer Krdöllanipe u. dgl. zu benützen oder das Licht von einem entfernteren Orte aus durch Spiegel an die gewünschte Stelle zu werfen und zu diesem Zwecke sich der Reflektoren zu bedienen. Nur bei kleineren Haustieren ist es ermöglicht, durch die weit ge­öffnete Maulhöhle nach niedergehaltener Zunge direkt einen Teil der
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7ynbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Allgemeine Operatiouslehre.
Radiciiliölilc zu besichtigen. Auch ein kleiner, an einem langen Hand­griff befestigter Spiegel kann nützlich werden, er beschlägt sich aber bald durch den Hauch und die Bilder erscheinen unklar. Am besten gelingt es bei dem Geflügel, durch einen Druck von unten her den geöffneten Kohlkopf in den aufgesperrten Schnabel eintreten zu lassen und so direkt zu besichtigen. Besondere Spiegel für den Kehlkopf spielen indes nur eine geringe Rolle, beim Pferde sind sie des Gaumen­segels halber gar nicht anwendbar.
Reflexspiegel. Brogniez konstruierte zuerst einen konkaven Spiegel, vor dem ein Terpentinöllicht brennt, das nicht so leicht auslöscht und dessen Strahlen, durch den Spiegel konzentriert, in die Maul- und Nasenhöhle geworfen werden (Stomatoskop, Rhinoskop). Hering benutzte zum gleichen Zwecke schon 1832 einen gewöhnlichen runden Rasierspiegel (von etwa 10 cm Durchmesser) und Hess reflektiertes Sonnenlicht in die genannten Höhlen namentlich in die entfernteren Partien derselben werfen; hiezu kann auch ein gewöhn­licher Augenspiegel dienen. Bei Sonnenlicht reicht ein Planspiegel aus und ist dieser sogar dem ein zu grelles Licht werfenden Hohl­spiegel vorzuziehen. Ein Kachteil besteht darin, dass gewöhnliches Licht, das viele orangegelben Strahlen enthält, die Farbe der be­leuchteten Gewebe alteriert: am besten erweisen sich noch gute Doppel­brenner der gewöhnlichen in der Haushaltung gebräuchlichen Erd-ölhnnpen.
Lustig verbesserte 1877 den Retlexspiegel dadurch, dass er an der hintern Wand eine drehbare Scheibe anbrachte, um das Sehloch des Spiegels nötigenfalls zu verschliessen und so das Auge (z. B. bei rotzverdächtigen Pferden) zu schützen.
Zur Verstärkung der Lichtintensität können auch jene parabolischen Reflektoren dienen, welche nur auf eine Kerze gesteckt zu werden brauchen, praktischer ist jedoch die kleine Hand lamp e von l'ristley-Smith, welche auch zur Ophthalmnskopie verwendet wird. Sie besteht aus zwei übereinander verschieb-barrn Nickelröhren, deren untere im Innern in einer Kapsel eine Kerze trägt und deren Licht durch eine Linse in Form eines konvergierenden Strahlenkegels aus­tritt, während eine zweite Linse das Licht in einem grösseren divergierenden Kegel abgiebt. Das Instrument hat den Vorzug, dass man Lichtquelle und Linse in einem Stück vereinigt hat und mit einer Hand dirigieren kann.
Elektrisches Glühlicht. In neuerer Zeit bedient man sich zur Besichtigung von Körperhöhlen (Endoskopie) auch des elektrischen Lichtes, das entweder durch einen Augen- oder Kehlkopfspiegel kurzweg an den gewünschten Ort retlecktiert wird oder man bringt lt;lie elektrische Lichtquelle mit Hilfe von Röhren direkt in die betr.
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Elektrisches Gliihlicht.
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Körperhöhlen. Letztgenannte kathedei'äknliche Tuben (Elektroendos-kope) werden /. B. in die Nase, Harnröhre, Blase, Scheide etc. ein­
geführt, tragen an der Spit/e ein Giiili-licht und etwas weiter unten ein kleines Spiegelprisma, welches das Jiild der be­leuchteten 'Schleimhaut auffängt und durch die Linsen des im Tubus befind­lichen optischen Apparates in das Auge des ausseu stehenden Beobachters wirft.
Nach diesem Prinzipe konstruierten 1880 Polansky und Schindelka den elektrischen E h i n o -nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;„
und Laryngoskopennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;/mmM
für Pferde (Flg. 60).
Oben an der Spitze brennt das Glühlämpchen bei La, dessen Stromleitungs-drälite im Rohre U verlaufen und unten bei Le mit einer Batterie in Vorbinduni; ge­setzt werden. Das Spiegel­prisma ist oben bei iJ, der optische Apparat in der Röhre bei LLL. Die Spie-gelröhrc wird nun in den untern Nasengang eingeführt, was keinen Schwierigkeiten begegnet und bis über die Choanen hinaus vorgeschoben; zur Vermeidung der Verunreini­gung des Glasfensters F wird dasselbe mit einem Mantel­rohre bedeckt, eingeführt und verschoben, wenn es an Ort und Stelle angekommen ist. Der Beschauer steht unten bei L, Mittelst des Gebläses Gquot; wird abgekühlte Luft zugeleitet, um die durch
das Gliihlicht entstehende
Fig.
Fig. 55.
Hitze zu massigen. Durch entsprechende Bewegung der eingeführten Bohre kann sowohl die Nasen-, als Rachen-und Kehlkopfhühle überblickt werden. Die |Anschaffung dos Apparates, dem noch weitere Röhren beigegeben sind, ist selbstverständlich mit grösseren Kosten ver­knüpft (Leiter, Wien).
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Allgemeine Opcmtionslelire.
Zur Beleuchtung genannter Jlölilcn hat schon ft'tther (1884)Bayei' das elektinsche Glühlicht venvendet, ihm gebührt daher das Verdienst, letzteres in die Tierheilkunde eingefühx't zu haben. Er konstruierte die Glühlampe (Flg. •vu, welche zur Beleuchtung der Maul- und Nasenhöhle ausserhalb derselben gehalten wird. Das Glühlicht G wirft seine Strahlen (durch die Linse L und Spiegelfläche R verstärkt) aus. // ist die Handhabe, in deren Innerem die beiden Metallstöbe St, von denen einer In das Kabel KK mündet, das mit einem Accumulator in Verbindung gesetzt wird, verlaufen. Ein Druck auf den Knopf 7) am Handgriff schhesst den Strom der beiden Stäbe und das Lämpchen glüht sofort. Einer allgemeinen Anwendung dieses Apparates stehen noch einige Cbelstünde entgegen.
Litteratur. Lustig, llnnuovei-, Jahresber. X. — Kayer, Osten', Zeitschr. f. wiss. Vet. 1884. S. 41. Amveml. des Glühlichts; Ibid. 1889. S. 205. — Bayer, Kochs Encyklop. I. S. 442. Beleuchtung der Eörperhöhlen. — Rundschau I. S. 108. Spiegel mit Accumulatoren; ibid, II. Xo. 14, Anwendung des Anthrophors; ibid. 11. S. 170, Umwandlung des Augenspiegels in eine elektrisch leuchtende Fläche. — Schleck, Berl. Woch. V, S. 860, Beleuchtung der Scheide. — Vogel, Kochs Encyklop. VII. S. 108, Endoskopic b. d. Haust. — Schwarznecker, Milit, Vet. Ztschr. I. S. 020. — Polansky und Sohindelka, österr. Ztschr, f. wiss. Vet. 1889. Heft 8 und 4, Rhino- und Laryngoskopie. — Hoffmann, Chirurgie I. S, 285. — Bayer, Chirurgie II, Aufl. S. 500
Die chirurgische Narkose.
Durch die Anwendung der im vorhergegangenen Abschnitt be­sprochenen Zwangsmittel ist zwar die Möglichkeit der Ausführung der meisten tierärztlichen Operationen gewährleistet, indes wird das Ge­lingen häufig durch den bösen Willen und die bekannten abwehrenden Muskelbewegungen der gebundenen Tiere in Frage gestellt, man ist daher vielfach auf solche Mittel angewiesen, welche den Schmerz nicht zum liewusstseiu kommen lassen. Uiiemptiudlichkeit schaffen und SO auch kein Widerstand während der Operation geleistet werden kann. Mit Hilfsmitteln dieser Art will man entweder nur den betr. Körperteil unempfindlich machen (lokale Auaesthesie) oder soll eine vollständige Ausschaltung der Funktionen des sensiblen Nervenzentrums erzielt werden (allgemeine Narkose). Win der ersteren soll im nachfolgenden Kapitel die Eede sein.
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Allireineinc Narkose.
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I. Allgemeine Narkose.
Bei Tieren schmerzhafte EDnipfindungei] /.u verhüten, hat /.war nicht jene ideale Bedeutung, wie heim Menschen mit seinem hoch entwickelten Nervensystem, sie aber in völlige Passivität zu versetzen. Ist für die Tierärzte ans technischen Gründennicht weniger wünschens­wert; das chirurgische Handeln kann nicht nur sicherer, sondern auch rascher geschehen und liegt in der Abkürzung des Schmerzes gleichfalls ein ethisches Moment. Nicht zu umgehen 1st in der Regel die allgemeine Narkose bei den meisten Operationen an den Augen, am Kehlkopf, bei Brüchen, Eröffnung der Bauchhöhle u. dgl. Schwierig­keiten sind damit gewöhnlich nicht verbunden, wenn man sieh die nötige Assistenz verschallen kann. Fast alle Narkosen geschehen im Liegen der Tiere und hat man nunmehr so viel praktische Erfahrung, dass auch keine Gefahren für das Leben mehr auftreten, die frühere Furcht vor vollständiger Betäubung ist daher fast verschwunden und mit Recht. Die Sinnesthfttigkeit und das BewusStsein brauchen nicht ganz und gar aufgehoben zu sein — was ohnedies bei den Tieren schwer erfolgt —, das Bewusstsein kann in einem gewissen Grade fortbestehen und doch völlige Muskelruhe geschaffen werden.
Von den jetzt reichlich den Ärzten zur Verfügung gestellten Anaesthesiermitteln kommt bei den Haustieren hauptsächlich nur Chloroform, Äther, Morphin und Cocain zur Verwendung, bei den grossen Wiederkäuern zuweilen auch der Alkohol. Der Streit, welchem von den beiden erstgenannten Hauptmitteln der Vorzug gebührt, ist nunmehr ausgetragen, es lassen sich bei entsprechender Verwendungs­weise beide gleich gut verwerten, doch wird bei uns ungleich mehr vom Chloroform Gebrauch gemacht.
Geschichtliches. Noch vor niclit langer Zeit war man nicht im stände, durch ilie #9632;wenigen zu Gebot stellenden Botiiiilniiigsniitfel denjenigen Grad von l'assivität herzustellen, wie er bei Tieren für schmerzhafte Eingriffe in den Organismus wünschenswert erscheint, man kannte nur Opium, die narkotischen Extrakte, Alkohol. Vom Opium und indischen Hanf machten schon die alten Egypter und die Chinesen (im III. Jahrhundert) Gebrauch. Voran steht jetzt das IHMi entdeckte, jedoch erst seit 1gt;S'4() im Gebrauch stehende Chloroform. Die erste Narkose wurde 1846 mit Athcr von Warren in Boston ausgeführt; 1847 von Prof. Schuh In Wien an einem Hunde. Dann folgten namentlich die englischen Arzte und wurde .jetzt allgemein die chirurgische Narkose auch In Frankreich, Deutschland-Österreich aufgenommen. Von Martin und Biuswangcr kam 1M48 der Schwefelkohlenstoff au die Reihe, dann Benzol, Bromäthyl, Äthylchlorid, 1804 das Stlckstoffoxydnl, 1858 die Kohlen-siiure (lokal), 1K6lt;gt; der Athcrspray von Richards on, 1807 Methyläther, Methylbi chlorid n. s. w.
Horing's OportMlonslehro. VI. AuH.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;a
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,sonbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Allgemeine Operationslelire.
Von tierarztlither Seite wurden die eisten Narkosen unternommen in den fünfziger Jahren, besonders von Houley, Spinola, Seifert, Thiernesse, Hering) Hen-dorsen. Forster, dann von den Engländern Spooner, Taylor, Morton, Wilson, Field u. A.. besonders an Pferden und Hunden liei Koliken, Tetanus, Einrichtung von Knoohen, Brttchen, bei Hernien, Vorfällen etc. Die ersten Versuche mit Äther stammen von liouley, Benould, Key, his 1817 das Chloroform von Simpson eingeführt wurde und auch hiiulijr Todesfälle veröffentlicht worden sind, worauf man längere Zeit vom Narkotisieren fast gänzlich zurUokkam. Erst von den achtziger Jahren an sind die Versuche besonders von den tierärztlichen Lehranstalten wieder aufgenommen worden und jetzt zum Abschluss gekommen. Negotin hat die erste ausführliche Abhand­lung über alle AnilSthesiermittel bei den Haustieren geschrieben. Ilypnon, Urethan, Faraldehyd, Blausäure, Amylenhydrat u, s. w. sind neuerdings besonders von Fröhner untersucht worden, haben aber his jetzt Eingang in die Praxis nicht tludon können. Die Applikationsweise geschah verschieden, hauptsächlich durch Inhalation, aber auch intravenös, rektal, subkutan und stomachikal: die Maske steht jetzt am meisten im Gehrauch. Die örtliche Anaesthesie ist erst in den letzten Jahren zur Aus­bildung gehingt.
Chloroform. Die Haiiptwlrkung geht von den Grosshirnhemi-sphttren und dem Cerebellum aus (Lähmung des Zentralnervensystems, bei ungenügender Luftzufuhr atich des Herzens) und weiden in grossen Gaben die zentralen Ganglienzellen dos Gehirns stets in der Art ge­troffen, class nach einein kurzen Excitationsstadium rasch Somno-lenz. Seilwinden des Bewusstseins und Gleichgewichts, Aufholen der Reflexe und Unempfindlichlceit mit Erschlaffung der Gesamtmuskulatiu* eintritt — Toleranzstadium. Der Verlust der Sensibilität geht so­nach einen bestimmten Gang, d. li. von dem Grosshirn aus über das Kleinhirn zum Rückenmark, zuletzt nach dem verlängerten Mark und erfolgt der Tod wahrscheinlich durch Lähmung des Atmungszentrums.
Die Wirkung beginnt schon nach einigen Minuten und erreicht In etwa 8- -10 Minuten die erforderliche Höhe, oft auch erst später. Sie dauert nicht lange an. denn schon 3—(gt; Minuten nach dem Ein­atmen fängt das Bewusstsein allmählich zurückzukehren an. Erfolgt kerne Reaktion mehr auf Nadelstiche oder kein Lidreflex, ist genügend Narkose eingetreten und giebt dies das Signal zum Aufhören der Inhalation. Fortgesetzt wird diese dann, wenn die ersten Spuren von Empfindlichkeit hervorzutreten beginnen, was unschwer zu be­merken ist. In dieser Weise kann die allgemeine Narkose bei allen Haustieren bis zu 2 Stunden ungefährlich ausgedehnt werden (siehe unten die Vorsichtsmassregeln).
Wieviel Chloroform aufzuwenden ist. lässt sich bei der grossen individuellen Verschiedenheit der Tiere und ihrer Gattungen nicht ctenail angeben, am widerstandsfähigsten sind die grossen Pflanzen-
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Chloroform,
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trosser. am enipHiidliclistcn die Caniivoren. Die Menge schwankt bei grossen Tieren zwischen 00 und 300 (im Mitte) 100), bei mittel-grossen Tieren zwischen 16 und 60 (im Büttel 25) und bei Hunden zwischen 8 und 50 Gramm (im Mittel 15,0), Katzen brauchen die Hälfte. 15ei der lliiutigkeit von Herzfehlern bei Hunden wird Jetzt Morphium vorgezogen oder kann zugleich ein Herzanregungsmittel (Atropin, Spartein) mitgegeben werden. Das Geflügel lässt sich un­schwer und auch unschädlich narkotisieren, es sind nur solche Mengen erforderlich, welche ruhigen Schlaf bringen, worauf alsbald mit der Operation begonnen wird. Der Grad der Sensibilität imter dem Messer ist tnassgebend für die Wiederholung.
Um eine Wirkungsdauer von 15 Minuten beim Pferde zu erzielen, sind ^5—50 g nötig, bei Foblen von 1—'J Jahren erreiebt 'man mit 15,0—20,0 in 7—8 Minuten genügende Auaestliosie. man hält immer die doppelte Dosis des Chloro­forms bereit. Müller brauchte für Pferde in einer grossen Anzahl von Fällen durchschnittlich 110,0, die Narkose trat immer nach 20 Minuten ein und dauerte ebenso lang. Ilirzel brauchte nur 30—5laquo; Gramm im Mittel mit Narkoseeintritt nach fi—8 Minuten. Bei einfachen Operationen des Pferdes genügen 80—50, bei länger dauernden, #9632;/.. 15. Ilufknorpelfisteln sind 70—80, bei Brüchen etwa 150, in andern Fällen 200 Gramm und mehr erforderlich (Fröhner). Das sehr reine Chloroformium medicinale (frigore paratum, Pictet) ist für die grossen Haustiere zu teuer, das Erregungsstadium aber geringer. Bei schlachtbaren Haustieren ziehen viele Praktiker den Alkohol In Form des Branntweins ('/j—1 Liter für Rinder) dem flüchtigen, in das Muskelfleisoh gehenden Chloroform vor. Schafe und Ziegen verfallen leicht und schon in 5—10 Minuten in Betäubung, mehr ist nicht notwendig. Die Carnivoren erfordern besonders reichlichen Zutritt atmosphärischer Luft, im andern Falle gehen leicht grössore Mengen Chloroform durch den kleinen Kreislauf ins Herz. Gefährlich ist namentlich bei Katzen rasches Vorgehen heim Inhalieren und längere Ausdehnung der Narkose. Das sehr reine Chloroform Anschtttz geht milder vor, die Herzaktion und Atmung wird weniger alteriert, es ist daher für Katzen vorzuziehen, für Schafe dagegen eignet es sich nicht (Preipitsch).
Die gemischte Narkose hat sich neuerdings beliebt gemacht, insbesondere um die Anästhesie konstanter zu machen und länger andauern zu lassen, obwohl zuweilen auch excitierende Wirkungen be­obachtet weiden. Zu diesem Zwecke lässt man beim Pferde 10—20 Minuten vor dem Inhalieren eine subkutane Einspritzung von 0,3—0,8 Morphin vornehmen und hat sich diese Kombination praktisch gut bewährt; der Durchschnittsverbrauch von Chloroform beträgt dabei 95 Gramm. Eine Verbindung des milderen Äthers mit Chloroform, um die Gefahr bei länger dauernden Operationen abzuschwächen, ist weniger empfehlenswert, da nur das Excitationsstadium in un­gebührlicher Weise verlängert wird und auch die Anästhesie erst nach 30 Minuten einzutreten pflegt. Ein erheblicher Unterschied
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g4nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Allgemeine OperatioQBlehrelt;
/.wischen englischem imd deutschem Chlorofoi'in 1st nicht zu kon­statieren (Möller).
Äther wirkt sowohl langsamer, als schwächer und weniger de­primierend auf die llerzaktion, auch ist der Effekt durch stärkeres Hervortreten des Erregungsstadiums gekennzeichnet; die wertvollen Aufschlüsse der Sehlochreaktion fehlen. Misslich ist seine ausser-ordentllche Flüchtigkeit, schwerer Eintritt voller Narkose oder Aus­bleiben derselben und geringere Nachhaltigkeit. Ein Vorzug ist' die geringere Gefährlichkeit, da das Respirationszentrum später betroffen wird als das Herz und Störungen in ersterein sich leichter und recht­zeitig bemerken lassen. Äther wird auch mehr bei schwachen Tieren gebraucht, ebenso beim Geflügel. Bei den grossen Haustieren ist er im ganzen entbehrlich. Auch beim Äther kommen auffallende indivi­duelle Verschiedenheiten der Angriffsföhigkelt vor, die parat zu halten­den Mengen müssen aber gegenüber denen des Chloroforms die doppelten sein, die Technik der Narkose bleibt sich gleich. Die Anästhesie hält nur wenige Minuten an, es müssen daher öfters neue Äthermengen zugeführt werden. Hunde und Hühner verfallen auf wenige Gramm in einer Minute in Xarkose, Katzen schon nach einigen Sekunden. Für Pferde wird Äther besonders in Frankreich und England benutzt und sind wenigstens 200, oft bis zu 500 Gramm erforderlich; Hunde brauchen 20,0—50,0.
Um den Eintritt der Narkose zu beschleunigen und diese an­dauernder zu machen, auch das zeitweise Erwachen zu verhüten, mischt man den Äther mit Chloroform, entweder zu gleichen Teilen oder 1 Chloroform zu 2—-3 Äther, ein grösserer Zusatz von Äther ist nicht zweckinässig, beide Anästhesiermittel ergänzen sich so aber gegenseitig in vorteilhafter Weise, namentlich bei kleineren, fetten, blutarmen oder herzkranken Tieren. Dasselbe ist erfahrungs-gemäss der Fall, wenn Alkohol beigegeben wird und empfehlen be­sonders die englischen Tierärzte die bewährte sogenannte Einszwei­dreimischung, d. h. 1 Alkohol, 2 Chloroform, 8 Äther. Denselben ja noch günstigem Effekt erzielt man. wenn 5 Minuten vor dem Chloro­formieren Morphin eingespritzt wird (Pferd 0,5; Rind 1,0; Hund 0,01—0,05 und mehr). Letzteres Verfahren hat sich jetzt vielfach beliebt gemacht, H. Möller bemerkt aber mit Hecht, dass Morphin das Excita-tionsstadium unnötig steigert und kaum eine Ersparnis von Chloroform erzielt. Richtig ist, dass Morphin die Narkose mehr andauernd macht.
hei der Äthyl- wie Methylverbindung ist Vorsicht notwendig, wenn bei Be­leuchtung narkotisiert wird; ehenso bei eventueller Schlachtung; Äther ist seihst im
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Morphinuiu kydrochloricum.
.s.quot;
gesalzenen Flelsdhe noch bemerkbar) öftere Wiederholungen sind nach neuereu Er­fahrungen wegen des ungemein raschen Eintritts fettiger Entartung wichtiger Organe gefährlich (Ostertag),
Cfigny spricht sich für dns schon von Thiernesse 1849 und spllter von Dupny versuchte rectale Ätherisieren aus, fuhrt in heissem Wasser erwärmten Äther hei Pferden und Hunden ein und lässteine Morphineinspritzung vorhergehen. Aussei'-dem heniitzt er Chloralilther, d. h. eine Lösung von 1 (hioralhydrat in 5 Äther, welche sieh auch hei Schweinen gut wirksam gezeigt hat (.#9632;((),lt;)Lösung, 0,2 Morphin). Die Apidikiition der Anästhetica in den Mastdarm hat hei uns wie auch die intravenöse und tracheale Injection keinen Eingang gefunden und erscheint auch in der Thal Überflüssig, Ebenso wird auch das von Liebreich eingeführte Chioralhydrat für chirurgische Narkosen wenig herbeigezogen oder dient nur als Adjuvans. Gninard empfiehlt es besonders im Klysina (1,0 pro kg) und lüsst Morphin vorhergehen, Negotln für Rinder zu 50—75 g innerlich. Im übrigen haben die Versuche von Tahourin und Saunier hinlänglich ergehen, dass auch Hinder gleich gut und ohne mehr Gefahr ätherisiert und chloroformiert werden können. Vom Chloroform sind durchschnittlich notwendig 100—200, vom Äther wird hier nicht Gebrauch gemacht.
Morphinum hydrochloricum ist nicht bloss Betäubungs­mittel ersten Hanges, sondern liilnnt auch die Empfindungszentreu und liebt die Motilität auf. die peripheren Empfindungsnerven werden dalier indirekt getroffen, indent Schmerz an i'mssern Körperteilen im Gehirn nicht zur Aufnahme kommt. Hiezu sind grosse Gaben not­wendig, welche indes Pferde und Rinder stark beunruhigen, ja selbst schwere Aiifregungszustiinde hervorrufen, was beim Chloroform und Äther nicht oder viel weniger vorkommt. .Morphium dient daher hier nur als Hilfsmittel zur Verlängerung der Narkose (s, oben). Hunde /eigen viel mehr Toleranz für Opium und ist auch das Chloridsalz desselben jetzt das Hauptmittel geworden, um bei diesen Tieren die Operationen schmerzlos auszuführen. Nach Fröhner ist es dem Chloroform auch aus dem Grunde vorzuziehen, weil es weniger ge­fährlich ist und die Anästhesie bei tiefem Schlaf länger andauert. Kleinere Hunde erhalten 0.02—0,05 in Lösung subkutan, grössere 0,10—0,15 Morphin. Bei Verdacht auf Herzleiden oder bei vorhandener Herzschwäche müssen die Gaben kleiner ausfallen, das Hilfsmittel gegen drohende Herzlähmung ist Atropin. Hyoscin (0,005—0,025), Sparteln (0,1—0,5). Im übrigen kann Morphium auch für Pferde dienen. wenn es sich nur um oberllächliche Betäubung handelt, um sie bei Renitenz oder Bösartigkeit praktikabler zu machen, namentlich das Niederwerfen zu erleichtern (1,0—1,5),
Alkohol wird für Operationszwecke nur in Notfällen verwendet. mehr in der Geburtshilfe, um hauptsächlich Rinder durch Berauschung in mehr oder weniger vollständige' Passivität zu versetzen. Zu diesem
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8(3nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ÄUgetuelne Operatiouslehre,
Zwecke wird der gewölniliclie Hriumtweiu (40—lö 0/o) ZU 0,5—I Liter verabreiclit: die Wirkung beginnt schon nach ü—10 Minuten.
Vorsichtsmassregeln beim Chloroformieren. Eine Unter­suchung der Brusthöhle inuss stets vorangehen. Ausgeschlossen sollen die Tiere werden, wenn erhebliche Zirklllations- oder Respira­tionsstörungen vorhanden sind; blos arliythinisclier Puls bildet keine Gegenanzeige. Gefahr liegt vor auch bei sehr fetten oder blut­armen Individuell. Chloroform erzeugt leicht und rasch akute Herz­verfettung. Wäre Notschlachtung in Aussicht zu nehmen, kann von Chloroform oder Äther nicht Gebrauch gemacht werden. Es ist nur ein tadelloses Präparat zu verwenden.
Hauptbedingung ist reichliche Zufuhr von Luft neben den narkotischen Dämpfen. Bei Pferden läSSt man möglichst nur durch eine Nasenöffnung Chloroform ein, lockert den Kehlriemen, die Gurten und vermeidet Jede Belastung des Körpers beim Liegen, insbesondere des Brustkorbes.
Sobald Reaktionslosigkeit unter dem .Messer eingetreten ist. unterbricht man die Einatmungen, ebenso aber auch, wenn sich üu-regelmässigkeiten in der Pulsfolge und Atmung einstellen, welche die Gefahr zuerst signalisieren. Die Vorsicht erheischt sonach, dass ein besonderer Gehilfe den Herzschlag, die Pulsation und Respiration überwacht.
Plötzliche Erweiterung der verengten Pupille erfordert gleich­falls Aussetzen der Inhalierung, ebenso deutet Gefahr an die venöse Verfärbung des abtliessenden arteriellen Blutes.
Tieflagerung des Kopfes bei Operationen im Mund und Rachen ist notwendig wegen Einfliessens von Blut u. dgl. in die Luft­wege. Achtung auf die Zunge wegen Verlagerung der (ilottis! Hunde müssen durch Mund und Käse zugleich atmen können, der Ver-schluss des Maules ist stets gefährlich.
Rettungsmitte] bei Gefahr sind: Frische Luft, starke Haut­reize, Douchen von Kaltwasser und kräftige Friktionen, subkutane Verabreichung flüchtiger Kxcitantien (Kampher, Atropin. Hyoscin. Spartein. Einleiten künstlicher Respiration (Heben und Niederdrücken des Rippenkorbes, rhythmische Kompression des Bauches oder besser methodisches, kräftiges Herausziehen der mit den Fingern erfassteu Zunge, was durch Reizung des N, laryngeus sup. eine rasche An­regung des Atmungszentrums zur Folge hat. Liegen Kontraindikationeu vor, macht man vorteilhafter von der örtlichen Anästhesie Gebrauch,
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InlialatiunsYomchtuni'tMi.
laquo;7
welche jetzt durch das Schleich'sche Verfahren eine wesentliche Ver­besserung erfahren hat.
Gefahren bei der Narkose treten hei den Tieren nicht so leicht ein, als man früher befürchtete oiler wie es lieim Menschen der Fall ist, auch lassen sich asphyktisch gewordene Tiere leichter wiederherstellen. Die meisten bedenklichen Symptome gehen bei gesund befundenen Tieren in der Kegel bald vorüber| in der tierärztlichen Lltteratur wird daher mir wenig von Todesfällen berichtet, es kommen auch weniger Gegenanzeigen vor. Böhm gelang bei seinen Experimenten die Wiederhelehnng, nachdem hei den Tieren das Her/, schon 10 Minuten stille ge­standen, dieAtnmng mehr als 20 Minuten, hei den Caniivoren ist indes stets griissere Vorsicht von nuten. Ks liegen Veröffentlichungen vor von Praktikern und Klinikern, die viele Hunderte von Narkosen ausgeführt hahen, ohne einen Verlust zu beklagen, (Fnihner verlor neuestens allerdings ein l'ferd sclir rasch, es war indes vorher schwer an Hitzschlag erkrankt, ohne dass man davon wnssle.)
Inhalationsvorrichtungen, Sie können sehr einfacher Art sein, wenn sie nur der Hauptbedingung entsprechen, reichlich atmos­phärische Luft eintreten zu lassen.
Am einfachsten bedient man sich eines zuvor in reinem Wasser gut ausgedrückten Schwammes. auf den die narkotische Flüssigkeit geträufelt wird; durch Vorhalten an die Nasen-
öffnungen streichen die Dämpfe mit der luspira-tionsluft ein. Der Schwamm oder ein zusammen­gelegtes Flanelltuch kann auch in ein Nasenloch gelegt werden, bezw. steckt man ein offenes Chloro­formglas ein, bei den grossen Haustieren sollte jedoch immer ein Nasenloch zum Einatmen frei gelassen werden. Bei Hunden genügt schon wie heim Menschen ein mehrfach zusammengelegtes Taschentuch, durch welches reichlich Luft samt den Dumpfen aufgenommen wird, es braucht nicht an die Nase angedrückt zu werden. Verfehlt ist,
beliebig Chloroform nachzuschütten, die Menge muss bestimmbar sein, es wird daher am besten auf­
Kig, 56, Tropfflasche.
getröpfelt und kann man sich hiebei der T r o p f-flasche bedienen (Fig. 56) welche in verschiedener Qrösse er­hältlich ist. Sie verhütet zugleich auch, dass das einemal viel, dann weniger Flüssigkeit ausgegossen wird, was den (lang der Narkose stört. Beim Menschen steht zur Zeit eine kleine Drahtmaske allge­mein im Gebrauch, die über Mund und Nase angelegt, wird und reich­lichen Luftzutritt sichert: das aufgeträufelte Chloroform wird von dem Flanell Überzug des Gitters aufgenommen, so dass eine Verschwendung
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Allgemeine Operationslehro.
der Flüssigkeit nicht möglich ist. Johne und liirzel konstruierten auch für Tiere ein Chloroformiernetz (Fig. 57), das sich grosser Beliebtheit erfreut und fast alle seither gebräuchlichen Inhalations-vdiiiclitmigen. wie /. 15. Becher und andere (iefässe. Wergbausche in
Futtersäckchen, (iazebeuteln u. dgl. entbehr­lich gemacht hat.
Ist der Flanell getränkt, träufelt man von Zeit zu Zeit nach, so dass beim Pferde in etwa 10 Minuten 20 bis 80 Tropfen (in der Minute .'i—5 g) verbraucht werden, nach 10—12 Sekunden wird erst wiederholt (Möl­ler). Bei Hunden verwendet man in dieser Weise allmählich 10—20 g Chloroform, vom Äther 20—50 g, Für Schafe und Ziegen genügen 15—30 g Chloroform, ebenso für das Schwein. Hüten muss man sich, von der Flüssigkeit auf die Xasenschleimhaut zu ver-
Flg, 57. Chloroformiernetz,
schütten, da leicht Beunruhigung des Tiers. Pneumonie nachfolgen kann
(Jacobi). Andere Praktiker bedienen sich statt des Drahtgestelles, das sich bei Tieren, welche auch durch das Maul atmen, über dieses hinweg erstrecken soll, eines mit Öffnungen versehenen Maulkorbs.
Pei öfterem Gebrauche, in klinischen Anstalten kommen auch b e s o n d e r e A p ]) a r a t e zur Anwendung, deren Einrichtung jedoch meist zu wünschen Übrig lässt. Gewöhnlich sind sie zu kompliziert, daher unpraktisch, oder leiden sie an dem Mangel zu geringer Luft­zufuhr; bei andern beruht die Konstruktionsweise auf einem Irrtum, oder war das Hauptbestreben darauf gerichtet, möglichst Chloroform zu ersparen, was Nebensache ist. Die grosse Mehrzahl derselben kann Jetzt als überflüssig bezeichnet und der Vergessenheit anheim gegeben werden.
Eine der ältesten Vorrichtungen obgenannter Art ist der Inhalationsbeutel von Eeisser (Wien) mit 'rönne, ans welcher /woi Schläuche mit blechernen Muscheln an die Nüstern gehen. Der Zangger'sche Apparat hatte die Form eines Leder­korbs, der von Föhrlnger die eines Bechers mit Glocke, der Billing'sche Apparat die einer Bdchse mit rohrartigem Nasenaufsatz, v. Chelchowsky konstruierte pineii Lederbecher mit vergittertem iioden, während andere zu Standgläsern u, dgl, seihst metallenen, ihre Zuflucht nahmen und dieselben mit Gehläsen versahen, um das Chloroform, den Äther nicht unnötig verdunsten zu lassen (Tentlel, Hoffmann, lioax, Grosswell, Hajnal u. A.). Der Ve n n e r h o 1 ui'sche Apparat besteht ans
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Lokale Anästhesie.
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einer Metallkapsel, in weichet der Schwamm zu liejreii kommt und die mit zwei Klapiienvcntilen zum Aus- und Einatmen versehen ist; eines iler Nasenlörher wird mit dem glockenförmigen Teil der Vorrichtung bedeckt.
II. Lokale Anästhesie.
Die Mittel, welche man zur örtlichen Reduktion der Einpfiuduag anwendet, vermögen bei der Einfachheit ihrer Gebrauchsweise manche Vorteile zu bieten, obwohl ihr Wirkungsgebiet nur ein sehr beschränktes sein kann. Man kann sie in zwei Gruppen teilen, in solche, welche auf thermischem Wege oder durch medikamentöse Mittel zum Zwecke führen. Selbstverständlich kann es sich nur um einfachere, kurz dauernde Operationen handeln, deren Terrain die Haut mit Ihrer nächsten Unterlage ist. Früher hatte man auch mechanisch wirkende Mittel im Gebrauch (Druck auf Nervenstämme durch Kompressen. Binden, elastische Schnüre mit Tampons), sie waren jedoch ebenso unzweckmässig als unzulänglich.
Lokale Empfindungslosigkeit kann sowold durch Kalte als Hitze erzeugt werden. Hitze hat man erst neuerdings zu Hilfe genommen, es liegen daher noch wenig Erfahrungen vor. Versuche an Tieren haben gelehrt, dass lioisse 'NVasser-diimpfc in ähnlicher AV'eiso die periplicren sensihlen Xcrven vorübergehend lähmen, wie höhere Kältegrade und lassen sieh erstere auch chirurgisch verwerten, nachdem festgestellt ist, dass sie den Menschen und Tieren aus dem Grunde nicht Schmerz verursachen, weil die Haut alsbald empfindungslos wird. Auch heisse Cocain-lösnngen (55deg;) sind wirksamer, als die gewöhnlichen, es genügt dann die Verdünnung 1 :200—1 ;280 (Costa),
Kälteanästhesie kann durch Einwirkung direkter Kälte in Form von Eis, Schnco mit Kochsalz (5:1) oder von Kältemischungen erzeugt werden, oder stellt man sie durch Verdunsten sehr flüchtiger chemischer Körper auf der Haut her, wobei die Sensibilität durch Ischämie infolge Erstarrung stark vermindert oder aufgehoben wird. Solche Flüssigkeiten sind: Schwefelkohlenstoff, Kohlensäure, Ithigolen, Kerosolen, Elaylchlorür, liromäthyl, Äther, Äthylchlorid u. s. vv. Von fast all diesen Flüssigkeiten ist man Jetzt wieder abgekommen, ebenso von der Appli­kation der Kälte, lieim Menschen erzeugt sie durch starken Koiz unangenehme Gefühle, bei den Tieren hat sie sich als unzulänglich erwiesen und geht die Wirkung, wie es besonders die Richardson'sche Ätherdouche gezeigt hat, auch zu rasch vorüber.
Von den obigen Mitteln ist nur das Athylchloritl geblieben und hat sich besonders bei kleineren Operationen (Abscesse, Furunkeln u. dgi.l sehr beliebt zu machen gCWUSSt (1870 Liebreich). Es ver­nichtet durch Verdunstungkälte die Empfindung sehr rasch und voll­ständig und wird, in besondere Tuben gefüllt, einfach auf die Haut Versprüht. Bei Tieren werden die Haare abgeschoren und wenn man tiefer operieren will, verbindet man damit eine ('ocaineinspritzuug.
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90nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Allgemeine Operationslehre.
Anästhesie durch Arzneimittel. Von den uarkotischeii Medikamenten liaben imr wenige zuftiedenstellende Ergebnisse für chirurgische /wecke geliefert. Äther Ist unbrauchbar, weil er allzu flüchtig, Chloroform, auch wenn es in Form eines konzentrierten Linimentes appllziei't wird (1:1 01), wirkt zu oberflilchlich und Mor­phin hat sich auch subkutan als ungenügend erwiesen, als Salbe ist es wirkungslos. Besser verhftlt es sich mit dem von Landerer und Wölfler 1895 eingeführten
Cocainum hydrochloricuin. Auf der unverletzten Haut ist es ohne Wirkung, nach Entfernung der Oberhaut oder auf Schleim­häuten anästhesiert• es durch Aufhebung auch der Reflexerregbarkeit und mit Nerven direkt in Berührung gebracht, erzeugt Cocain förm­liche Lähmung, es entsteht daher auch bei subkutaner Anwendung lokale Empfindungslosigkeit mit zentrifugaler Verbreitung. Seit 1886 hat das Alkaloidsalz auch in der Tierheilkunde seinen Platz als vornehmstes Anästheticum der Haut und ihrer Unterlage behauptet und wird es zur schmerzlosen Vornahme von nicht ausgedehnten Operationen (Nähen, Brennen. Neurotumie u. s. w.) gelöst in die Haut und unter die Haut gespritzt. Man verwendet es in 2—100/o wässe­rigen Solutlonen, welche jedoch von 5 zu 5 Minuten wiederholt werden müssen. Das Mittel ist teuer, aber zuverlässig; zum Spatbrennen z. B. genügt die subkutane Dosis von 0,1. Auf die Schleimhäute braucht nur eingepinselt zu werden. Zu bemerken ist. dass die Lösungen nicht haltbar siml.T
Infiltrations-Anästhesie (Schleich). Durch die Wahr­nehmung, dass bei kalten Ödemen der Haut die Empfindlichkeit ihrer Nerven einigermassen herabgestimmt wird, ist man daraufgekommen, die Haut künstlich zu ödemisieren und hat sich dabei ergeben, dass Lähmung der sensiblen Nervenenden zu erzielen ist. die sich peri-pherisch ausbreitet und zwar schon durch Einspritzung gewöhnlichen Wassers in das Cutisgewebe. Nicht allein tritt durch die Infiltration desselben eine Alteration der Nervensubstanz ein, sondern auch Druck auf die feinen Nervenzweige sowohl als auf die Blutgefässchen, wo­durch (wie bei Kälteeinwirkung) Ischämie entstellt. In höherem Grade geschieht dies, wenn die Dichtigkeit des endermatisch applizierten Wassers erhöht wird. z. B. durch Zumischen von wenig Kochsalz oder wenn die Nervensubstanz eine chemische Veränderung durch Beigabe gewisser Arzneimitte! zum Wasser erfährt, z. B. der Karbolsäure. Böder hat in dieser Weise erstmals lokale Empfindungslosigkeit er­zielt, auch wenn von letzteren Substanzen nur wenige Prozente dem
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Infiltratioiis-Auiistliesie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;III
Injektioii.swasser zugesetzt wurden. Schleich verband mit ihnen das Cocain und hat .so eine Methode der lokalen Anästhesie aufgebaut, welche sich in der Menschenheilkunde sehr beliebt gemacht hat und nunmehr auch bei Tieren mit Erfolg zur Anwendung kommt. Pferde lassen sich dabei im .Stehen operieren. Zur Herstellung der Schlelch-scheu InflltrationflUssigkeit vermischt man 0,1 Cocain. mur.; 0,025 Morphin, mur.; 0,2 Natr. chlorat. sterilis. mit 100,0 vorher gekochtem Wasser (mittelstarke Lösung). Selbstverständlich ist Haut, Spritze und Kanüle vorher zur desinfizieren. Letztere wird nur soweit in das (iewebe der Cutis eingesenkt, dass ihr Schlitz eben bedeckt ist.
Alsbald nach der Einspritzung erhebt sich eine anämische Quaddel, welche in ihrer (irösse der lujektionsmenge entspricht, die etwa 5- -10 ccm beträgt. Nun lässt mau die Quaddel etwas anschwellen, bis die Kanüle zurückgezogen wird und führt dann innerhalb des sofort empfindungs­los gewordeneu Hautgebietes (neben der Quaddel) eine neue Ein­spritzung aus. Vor der ersten erhebt sich eine zweite Schwellung und so werden so viele Quaddeln neben einander gesetzt, als es die Operation erfordert. Zuletzt kommen einige Spritzen voll auch ins Unterhautgewebe und kann jetzt schmerzlos operiert werden. Bedeckt man dabei dem Menschen das Auge, vermag er nicht anzugeben, wann und wo der Hautschnitt geschehen ist. Die Anästhesie der infiltrierten (iewebe hält etwa 15—20 Minuten au, worauf wiederholt, werden kann: die tiefer gelegenen (iewebe werden erst nach vorheriger Anästhesie der oberflächlichen ödemisiert. die Methode passt indes nur für die sog. kleine Chirurgie, bei grösseren Operationen bleiben Äther oder Chloroform in ihrem seitherigen hechte. Nachteile sind bis jetzt bei der neuen intrakutanen Anästhesierimg Schleichs nicht beobachtet worden und gilt dasselbe von den Schleimhäuten, Muskeln, den serösen und synovialen Häuten, dem Periost, ja selbst Knochen samt dem .Marke können empfindungslos gemacht werden. Blutungen sind un­erheblich und empfiehlt sich das Verfahren auch aus dem Grunde bei den Tieren, weil nur kleine Mengen des teuren Cocaines nötig werden und vielfach auch das Niederwerfen wegfällt. Der Vorteil springt be­sonders bei Hunden in das Auge, wo SO vielfach Herzkrankheiten vor­kommen, welche sich nicht immer entdecken lassen, aber eine Kontra­anzeige für Chloroform bilden.
Litteratur. Jaks on et Morton. Lostoii, mcd. and surgic. Journ. IH4(i: ibid. Warren 1847. — Hering, Narkose Repcrt. 1847. S. 105; ibid. 1855. S. 12(1 und 174; 1859. S. 74 loc. \arr. — Lafosse, Journ. des vt't. du midi 1841. S. 12; ibid. Lavooat S. 112. — Mayhew, The Vet. 1847. s. 46 und 134; Perclvall
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lt;)2nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Allgemeine Operationelebre.
ibid. S. L46j Field ibid. 1848 S. 184. — .Ionisch, Magazin 1856. S. -J-JU. — l.cvi, II vet. 1868 S. -J5;). — Trasbot, Roo. 1868, S. 747; ibid. Decroix 1873. S. -JiU; l.iuhiirt ibid. 1878. S. 488. — ßouley, Delufond, Narcose Rec. 1868'
—nbsp; Splnola, Spec. Path. 1866, II. — Vogel, Repert. 1871. S. 6 und 1873. 8. 192.
—nbsp; Arloillg, Journ. do mod. vet. I87K. 8. 841 mid 44ö. — Zangger, Adam, Wocli, 1884. Nr. 'rJ. Inhal. Korb. — Abbt, Revue vet. 1884. Morphin local. — Humbert, Reo. 1884. S. 407. — Zschokke, Schweiz. Archiv 1884. S. 184. Inhalationsmasken. — l'üfz, Centralbl. f. Tli. Med. 1884. S. 285. — Cttgny, Rec. 1884. S. 169. RectaleÄtherls. — Brusasoo, II medico vet. lid. 32. S. 4!). — Roberts, The vet. Journ. 1885. S. 10. — Cagny, Rec. 1884. S. 32!t; 1880 S. 55; 1888 S. 140. — .laines, Auicric. Vet. Rec. 1887 S. 120, Cocain. — Hoffmann, Tiermod. Vortrüge I. Heft 6—6. Allg. und loc. Narc, mit ausfiibrl. Lit. — Ess er, Adam. Woch. 1888. S. 481. — Schind elk a, lt;)sfr. Ztschr. f. Vet. 1888. II, S. 107. — Vogel, Kochs Kncykl. VII. S. 77. Markoscausf'iibrung. — Fob ringer, Adam, Woch. 1880. S. 280. Inhal. Appar. — Möller, Mon.-lleftc f. pr. Th. 1890 S. 45(1; ferner Lehrb. der allg. Chir. 1898, — Cadcac et Malet, üevue vet. 18S4. 8.379; I8(tl S. 409. — Guinard, Journ. de med. vet. 1891. S. II!raquo;; ibid. 1894. S. 861. — Schlampp, Kochs Monatschr. 1885. S. 25 und 84, — Mayer, (Jstr. Ztschr. f. Vet. 1888. S. 107. — Fiiter, ISerl. Woch. V. S. 85. — Ostertag, ISerl. Woch. VI. S. 5. Tötl. Folgen bei Chlorof. — Labat, Revue vet. 1891. S. 281. — Kaufmann, Traite de tberap. vet. Paris 1892. — Guinard, Journ. de med. vet. 1894. S. 201 und 1895. S. 327. — Ilirzel, Schweizer Arch. 1891. S. 109 und Th. Centralbl. 1892. S. 180. — Prcipitscli, Monatshefte f. pr. Th. VII. 7 mid 1895. S. 97; ebenso 1890; ibid. VI. S. 49 von Me got in, ausfiibrl. Abhandl. aller Aniistbetica der Tiere. — Imniinger, Woch. f. Th. 1892. S. 869. — Mauri, Rec. 1892. S. 580; ibid. Biot S. 401; ibid. Bouchet 1893. S. 315. — Köder, Siicbs. Per. 1895. — (adiot, Traite de tberap. chir, I, 1895. — Bayer, Operationslebre 1890.
Allgemeine Instrumentenlehre. Akologie.
In der tierärztlichen Chirurgie benutzt man im allgemeinen die­selben Instrumente, wie in der menschlichen, denn .sie sind den letzteren meist nachgebildet, besonderes Handwerkszeug haben die Tierärzte nur für einzelne Operationen notwendig, wie z. B. für solche an den Zähnen, dem Pansen. Geschlechtsteilen, Huf. Im ganzen kann in der Praxis mit ziemlicb wenig chirurgischen Instrumenten aus­gekommen werden und aueli diese wenigen gehören nicht zu den komplizierten und teuren, an dieser Stelle kann jedoch von dem In­strumentarium nur im allgemeinen die Rede sein, die besondern Instrumente für die einzelneu Operationen werden bei diesen im speziellen Teile besprochen werden.
Behufs der systematischen Anordnung wurden verschiedene Einteilungen der Instrumente vorgenommen und hat man sie in einfache und zusammengesetzte, schneidende, stumpfe, stechende, sägende, hobelnde unterschieden, nachdem jedoch eine
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Allgemeine Instnimeiitenlehrc,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 93
derartige Klassifikation sich nicht streng durchführeii liisst und ausserdem auch keinen praktischen Wert hätte, so stehen wir hier von einer bestimmten Gruppie­rung ab.
Mit Rücksicht auf das Material, aus welchem die hieher gehörigen Werk­zeuge angefertigt werden, gielit es solche von Metall (Eisen, Stahl, Zinn, Messing, Kupfer, Nickel) oder sind sie von Holz, Hein, Horn, Fischbein, Kautschuk, Hart­gummi, Leder. Die meisten werden von den Messerschmieden, chirurgischen Instrii-mentenmachern angefertigt, viele aber auch in Fabriken, wie Zangen, Spritzen, Sägen.
Eine wesentliche Kalamität bestellt darin, dass gute namentlich scharfe Instrumente nicht überall zu bekommen sind. Häutig fehlt es an der sorgfältigen Ausarbeitung, an der handgerechten Form, seltener an der Qualität dos Materials. Die Form ist aus dem Grund nicht selten unzweckmässig, weil viele Instrumentenmacher der Meinung sind, es bedürfe einer Vergrösserung der tierärztlichen Werkzeuge in einem ähnlichen Verhältnis, als die betreffenden Tiere gegenüber dem Menschen grosser und stärker sind, es fallen daher jene vielfach zu plump aus. während sich doch mit einem kleinen Messer so gut schneiden lässt, als mit einem grossen, ja je grosser das Instrument, um so schwieriger ist seine Handhabung.
Die solidesten und elegantesten Instrumente kamen früher aus grossen englischen Fabriken, welche musterhaft eingerichtet sind und in denen auch das beste Material, insbesondere ein vorzüglicher schwedischer Stahl zur Verwendung kommt. Die Fabrikation geschieht bei uns jetzt ebenfalls In ähnlicher Weise, was den Vorteil gewährt, dass die einzelnen Arbeiter ausschliesslich mit bestimmten Verrich­tungen betraut werden und so grosse Routine sich zu eigen machen können, wie /.. \\. im Schleifen, Härten, Polieren, Formen. Alle Instrumente sollen möglichst einfach konstruiert sein, sich leicht reinigen und desinfizieren lassen. Ihre Oberfläche sei soviel als thunlich glatt, ohne viel Rinnen oder Furchen, daher stellt man namentlich die schneidenden Werkzeuge jetzt möglichst aus einem Stück her. Zusammengesetzte Instrumente, wie Scheren, müssen leicht auseinander zu nehmen sein, um sie nach dem Gebrauche gründlich reinigen und desinfizieren zu können. Material, das Feuchtigkeit. Schmutz in sich aufzunehmen vermag, wird jetzt fast ganz vermieden und nament-(iriffe und Hefte statt aus Holz aus Metali. Hartgummi oder Celluloid hergestellt.
Wenn man gute Instrumente bat. muss man sie auch in gutem Zustande zu erhalten wissen, denn wie man jeden Handwerker an seinem Arbeitszeug erkennt, so ist dies auch im ärztlichen Fache der Fall. Alle Werkzeuge, die metallenen nicht am wenigsten, sind der Verderbnis unterworfen und muss als der grösste Feind die Luft mul die Feuchtigkeit bezeichnet werden, ebenso seiner Hygro-
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1) (nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Allfrcmeine Inslniniciiteulehro.
slioiiicitiit wogen der Staub. Um ilie Instrumente bessei' zu konservieren, hat man verschiedene Mittel im Gebrauch, welche indes wenig Wert haben, wie nament-lieh jene gegen das Rosten. Viel zweckmässigcr ist es, stets alle Instrumente rein und trocken aus der Hand zu legen, sie nicht an feuchten Orten aufzubewahren und häufig nachzusehen, um jeden Mangel schon im Entstehen entdecken und he-seitigen zu können. Metallwerkzeuge schützt man jetzt am besten durch Vernickeln, schneidende Instruniente aber durch sorgfältige Politur, welche am besten der Oxy­dation widersteht. Allerdings ist die glatte Ilochglanzpolitur ziemlich empfindlich, es werden daher zur Zeit besonders die Messer nach einem neuen solideren Ver­fahren, dem des Sandstraldes geglättet (mattiert), welcher zugleich auch das Ver­nickeln der grössteu Instrumente ermöglicht.
Am zweckmö-ssigsten geschieht das Unterbringen der Instru­mente in einem gut verscliliessbaren Kasten, welcher in einem leicht ventilierbaren Räume aufgestellt ist. Feuchte Wände schaden am meisten, ebenso das dichte Anrücken der Küsten an die Wand. Was die in fortwährendem Gebrauche stehenden Instrumente betrifft, so werden diese in besonderen Etuis verwahrt, die am besten aus weichem Leder hergestellt werden; Hauptbedingung dabei ist guter Verschluss, ohne Etuis dürfen keine Instrumente auf die Praxis mit­genommen werden. Als nichttransportable Etuis eignen sich am meisten die einfachen, aus trockenen Hartholz verfertigten, jedes Ausschlagen derselben mit Tuch. Sammt u. dgl. ist wegen der leichten Aufnahme von Feuchtigkeit und Staub verwerflich. Je glatter die Oberflächen der Behälter, desto besser.
Von den chirurgischen Instrunientenmachern hat sich besonders die Firma II. Hauptner, Berlin (Luisenstrasse), durch selbständige Fabrikation speziell tier­ärztlicher Instrumente horvorgethan und ist durch den beständigen Verkehr mit der dortigen Hochschule besonders auf Vervollkommnung und Vervollständigung unseres Instrumentariums bedacht. Ausserdem sichert der rationelle Betrieb der Fabrikation gute Ware und billige Preise. Besondere Kataloge illustrieren das Lager. Auch Instrumentenmaeher P. H eng er in Stattgart hat neuestens einen Katalog aus­gegeben, der gleichfalls wie bei Hauptner gratis bezogen werden kann.
Sonden (Sondes).
Sonden sind verschieden lange Stäbchen, welche zur Unter­suchung solcher Teile dienen, die mittelst des Auges nicht erreicht werden können, also insbesondere von Wundkanälen. Fisteln, um deren 'Beschaffenheit, Richtung. Tiefe oder Durchgängigkeit auszu­kundschaften (Sucher. Sucheisen. Fühlstäbe. Radioli),
Sie sind aus verschiedenem Material gefertigt, das beste ist jenes, welches nicht rostet, sich gut reinigen und biegen lässt. ohne /u brechen. Sonden aus Stahl oder Eisen sind daher nur zu brauchen,
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Sonden (Sondes),
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wenn sie gut poliert und dünn genug sind; voivsllglich eignet sich liiezu Silber, das ausserdem durch schwärzliches Anlaufen oft wertvolle diagnostische Anhaltspunkte liefert. Andere Sonden werden aus blankem Neusilber, Zinn oder jetzt aus Nickel. Nickelkupfer angefertigt — Metalle, welche sich an der Luft nicht verändern, ausserordentlich rein halten lassen und leicht wieder zurecht gebogen werden können: billiger sind die glatten glänzenden Celluloid- und Ilartgunnnisonden, verwerflich aber die (Flüssigkeit ansaugenden) Fischbemsonden.
Fla. lt;
\ Fig. 58.
fällen
Die Knopfsonde ist die gewöhnlichste von allen und aii heiden Enden zu einem ver­schieden dicken olivenförmigen Knöpfchen an­geschwollen (Fig. 58). Die Sonden dieser Art sind verschieden lang, von der Dicke eines Heuhalmes bis zu der einer Schreibfeder (1—3 mm). Sie dient hauptsächlich diagnos­tischen Zwecken und ist so fein, dass sie die Einführung selbst in den Stenonschen Gang gestattet. Für gewöhnliche Wunden, kürzere Fistelkauille, Gelenkverletzungen bedient man
Via. 59. Fla, 60.
sich ständiger Knopfsonden, die zu besserer
Handhabung ein ring- oder gritfelförnüges
Ende haben, wie Fig. 50 und 60. In Not-raquo;reift man zu einem Drahte, einer Darmsaite und stumpft die
Spitze mit einem Tröpfchen Siegellack ab.
Die Myrthenblattsonde ist jene, welche an dem dem Knöpfchen entgegengesetzten Ende eine beiz- oder blattförmige Erbreiterung zeigt, mittelst welcher man Wundöffnungen reinigen. Schorfe entfernen und Arzneimittel (Pulver) auftragen kann. Sie sind nur wenig mehr im Gebrauch.
#9632;
Die Ohrsonde ist ebenfalls eine Knopfsonde, sie kann aber auch gleichmässig dick sein und besitzt an dem einen Ende ein läng-
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96
Allgemeine lt; tperatlonslehrei
liches Öhr ziim Durchziehen von rüden. Schnüren, Bändchen, falls
eine z^Yeite, Wundöffnung vorhanden, im andern Falle treibt man das Knöpfchen möglichst weit vor und schneidet auf dasselbe von aussen eine Gegenöffnung ein (Haarseilsonde), bezw. sticht man mit dem spitzigen und schneidenden Öhr ende vollends durch (Fig. Kl und 02). Mit letzterer Sonde liisst sich auch leicht ein Drainrolir einziehen oder dient sie, wenn biegsam genug, nach Art einer Unter-hindungsnadel zum Unterfangen von (iefässen beim Blutstillen. Nicht selten ist sie auch gekrümmt, was namentlich bei Schusskanälen u. dgl. niitig ist, es haben jedoch dieselben wie auch die langen (zusammengeschraub­ten) Sonden das Missliche, dass man nicht fein genug fühlen kann, öfters stecken bleibt, einen falschen Weg bahnt oder unnötige Schmerzen bereitet, bezw. infiziert.
O Die Sondenschraube (Fig. (12) ist jene. an welcher das knopfförniige Ende in scharfen Schraubengftngen konisch ausläuft, um fremde Gegen­stände, zusammengeballte Watte, Wergpfröpfchen, Bleikugeln u. dgl. anbohren und extrahieren zu können; auf der andern Seite endet diese Sonde meist meissel- oder spateiförmig, sie heisst deswegen auch Meisselsonde.
Die amerikanische Sonde (Fig. 63) dient zu speziellen Zwecken und zwar besonders für Gänge von gewundenem, winkligem, geknicktem Verlauf, aus der Kanüle springt daher (nach Art
F\a. 02. Filaquo;. 63.
eines llarnröhrenkatheters) eine elastische Sonde
hervor, sobald die unten befindliche Schraube ent-
sprechendseitwärts
Die Sonde dringt leicht auch ein und eignet sich besonders zum Aufsuchen verborgener
Gänge.
Die Hohlsonde besitzt ihrer ganzen Länge nach eine Rinne (Fig. 59), in welcher ein schneidendes Instrument mit seinem Rücken hingleitet und so diesem als sicherer Leiter dient, sie heisst daher auch Leitsonde, Furchensonde. Man führt sie in Wundkanälc ein, um diese von innen nach aussen durchzuschneiden. Das vordere Ende kann zu diesem Zwecke orten sein, es ist jedoch zweckmässiger stumpf und soll fein genug sein, um zwischen (lewebsschicbten ein­geschoben zu werden.
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Die llohlsondcn.
07
Die Hohlsonden bieten den Vorteil, dass man mit ihnen Bind; gewebe ^Uichstossen nnd beim Einschneiden auf der Rinne sich immer QBeFzeugen kann, ob nicht etwa ein Nerv, ein BlutgeftlSS unter das Messer kommt; auch ist das Schneiden dadurch erleichtert, dass das Messer in der Furche das Gewebe selbst vor sich herspannt, dieses daher nur aufgeschlitzt zu werden braucht. Am bequemsten ist dabei ein knopfförmiges Messer oder, wenn der Fistelkanal schief verläuft, eine konkave Schneide (Bruchmesser). Spitzige Halbsonden können dadurch schaden, dass sie unnötig weit vordringen oder sich im (!e-webe verirren.
Das Sondieren ist keine so einfache Sache und will von sach­kundiger Hand ausgeführt werden; meist ist es schmerzhaft, häutig sogar gefährlich, man sondiert daher jetzt weit nicht mehr so häufig. Schon das Eindringen in die kutane Öffnung ist oft schwierig, man lässt daher die Sonde, welche leicht zwischen Daumen und Zeigefinger gehalten wird, hauptsächlich durch ihre eigene Schwere in die Wunde eindringen und sucht dann zu ermitteln, wohin die Vertiefung, Buch­tung, der Kanal führt, ob dieser frei ist. ein Fremdkörper vorliegt, der Knochen entblösst ist u. s, w, Stösst die Sonde auf Hindernisse, so darf keinesfalls Gewalt angewendet werden, man sucht vielmehr durch Heben, Senken oder leichtes Drehen der Fühlnadel an schwierigen Stellen vorbeizukommen, nötigenfalls dem Teile oder dem ganzen Tiere eine andere Lage, Stellung zu geben, wie man auch je nach der aufgefundenen Krümmung mit der Sonde eine entsprechende Biegung vornimmt.
Je zarter die Handhabung, desto feiner das Gefühl in den Fingerspitzen und desto weniger konimcn Irrtünuner vor, die ohnedies vielfach schwer ZU vermeiden sind, man beschränkt daher heutigentags das Sondieren auf frische Wunden, Stichquot; und Schusskanäle, Qelenksverletzungen hauptsächlich, um nach fremden Körpern zu fahnden oder ZuStUnde zu erforschen, deren Erkenntnis auf anderem AVe,a;e nicht wohl möglich ist. Die Sonde ist es nicht allein, welche Auskunft über die stattgehabten Vorgänge zu gehen vermag, in zweifelhaften Füllen unterlässt man daher das Sondieren ganz und üherlässt dem weiteren Wundverlauf die schliessliche Aufklärung, namentlich giebt die Art der Eiterung und Granuhition wichtige Anhalts­punkte. Ebenso ist es häufig zweckmässiger, die Eingangsöffnung ohne weiteres durch Einschneiden zu vergrössern, um mit der besten aller Sonden, dem Finger vorgehen zu können. Nicht selten sind auch mit dem Sondieren Gehörswahrnehmungen, wenn auch nur schwache, verbunden, welche von grossein Werte sein können. Jim sie diagnostisch besser ausnützen zu können, hat man sie in jüngster Zeit dadurch zu verstärken versucht, dass man das eine Ende der Sonde mit einem Telephon in Kontakt bringt oder mit einem kleinen akustischen Apparat versieht, bestehend aus einer mit elastischer Haut überspannten Metallhalbkugel; die Sonde steckt in einem kleinen Gummischlauch (Mikrophon- oder Hörsonden). Tn andern Fällen hilft Hi-riiig'laquo; Oporatlonslohro. VT, Aufl.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;7
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98
Allgemeine Openitionslelno.
man sich iliulnrcli, ilass die äussere Ött'mmg mittels des Messers so erweitert wird, dass der Finger eingehen kann. Ähnliche Instrumente zur Erforschung von Ge­räuschen heissen IMionendoskope.
Pinzetten.
Die Pinzetten (Klemmer) dienen /um Fassen kleinerer Gegenlaquo; stämle. für welche die Fingerspitzen zu stumpf sind, die beiden Schenkel oder Blätter sind daher zugespitzt, so dass seihst ein Haar vom Tische aufgehoben werden kann (Haar- und Insektenzangen). Am Kopfe sind die beiden Stahlbliitter durch eine Messing­platte an einander gelötet, wodurch teilweise die Federkraft entsteht, wenn die Schenkel mit den Fingern aneinander gedrückt werden (doppelter einarmiger Hebel), das Federn muss aber so reguliert sein, dass die Finger nicht ermüden, die Zange aber auch nicht zu schwach schliesst und so der Hand leicht entfällt. Fine weitere Notwendigkeit bestellt darin. dass die Spitzen genau aneinander treten und nicht aneinander vorbeigleiten; je nach der Beschaffenheit der letzteren unterscheidet man daher zwei Arten von Pinzetten;
Die anatomische Pinzette; die Enden
berühren sich entweder nur an der äussersten
Spitze oder schon einige Millimeter vorher, so
gt;0/
dass eine grössere Fläche zum Fassen und
Halten entsteht und kann diese dann gekerbt
Fig. in und (i5.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; werden. Um das schiefe Begegnen der Spitzen
unmöglich zu machen, ist unter der etwas rauh
gehaltenen breiteren Fingerfläche des einen Schenkels ein kleiner Zapfen
angebracht, der in eine gegenüber befindliche Öffnung passt. Diese
Pinzette ist aus dem Präpariersaal her bekannt (Fig. M und 05).
Die chirurgische Pinzette unterscheidet sich von obiger nur dadurch, dass die Spitzen statt gekerbt gezähnelt sind, also schärfer festhalten (Hakenpinzette). Diese Pinzette sticht das Ge­webe an und erweist sich so brauchbarer, sicherer, während die Ver­letzung unschädlich ist. Die Führung geschieht hei allen Pinzetten mit der einen Hand, die Haltung ist die einer Schreibfeder. Die meisten Sonden sind jetzt vernickelt. Des Röstens wegen werden sie meist aus Neusilber angefertigt.
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linken.
90
Die Arterienpinzetten sind Jone, welche das gefasste Gewebe, die Blutgefasse u. s. w. dadurch festhalten, dass die Schenkel durch einen Mechanismuss geschlossen werden und deswegen am erfassten Gegenstand hängen bleiben. Die Art der Sperrvorrichtung ist eine verschiedene, die meisten sind aber Schieberpinzetten (Fig. 66), das nähere s. Blutstillung. Fig, 60 stellt, die Arterlenpinzette von Cavallini dar. welche sehr brauchbar ist.
^
Die Verschlussspange a darf nur gegen die Spitze vorgeschoben werden, um dort bei h durch die Stellschraube fixiert zu werden, sie umfasst dann auch den zweiten Schenkel.
Derartige Pinzetten können auch als Nadelhalter dienen, wenn sie an den Parallel-flachen der Spitze eine Längsfurche zur Auf­nahme einer Stecknadel besitzen. Die Schieber­und andere zusammengesetzten Pinzetten sind behufs gründlicher Desinfektion zerlegbar und besitzen zur sicheren Festhaltung der zu unter­bindenden Arterie doppelte Hakenfixierung an der Spitze.
Die gekreuzte Pinzette von Char-riere wird den obigen Pinzetten gegenüber gegenteilig gehandhabt, denn die sich kreu­
zenden Schenkel stehen durch ihre eigene Federkraft unter stetem Verschluss, der fingerdruck schliesst sie daher nicht, sondern
Fllaquo;, (gt;lt;gt;.
ött'net sie. Sie
ist in dabei'
l der Führunj. entbehrlich.
und Festhaltung des Gewebes nicht sehr sicher.
Haken.
Die in der Chirurgie gebräuchlichen Haken schliessen sich un­mittelbar den Pinzetten an; sie dienen gleichfalls zum Fassen und sind entweder stumpf oder scharf.
Die stumpfen Haken werden gebraucht, um bei Untersuch­ungen die das Operationsfeld bedeckenden Teile auseinander zu lialten und so dem Auge wie den Instrumenten freien Zugang zu verschaffen, ohne das betreifende Gewebe zu verletzen. Es giebt mannigfache Formen dieser Haken. Im Gebrauch steht insbesondere der Bruns'sche Wundspatel, wegen seines löffeiförmigen Handstückes auch Wundlöffel genannt (Fig. 67), oder der Wundhaken von Langen-
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100
Allgemeine Operfttionsleluu
beck,
welcher statt halbkreisförmig in einem rechten Winkel ab-
gebogen ist, wodurch ilas Anhaken schmerzloser aus-gefllhrt werden kann (Fig. 68), Man setzt ihn so ein. daslaquo; er die Teile hinreichend umgreift und doch nicht
stärker drückt, als notwenig ist, ein ('beistand ist jedoch der. dass man hie und da ausgleitet und wiederholt ein­greifen muss. Die stumpfen Haken dienen auch zum Reponleren verschobener Bruchenden. Einen doppelten .stumpfen Wundhaken stellt Fig. 69 dar.
Bequem sind die federnden Doppelhii ken von Snowden, aus mehr oder weniger starkem Draht in verschiedener Grosse (Fig. 70) hergestellt. Sie dienen besonders zum Ottenhalten von Wundspalten der Haut, der Muskeln oder natürlich getrennter Teile.
Fist. 69.
um einen Gehilfen zu ersparen und wird ihre Brauchbarkeit da-
durch erhöht, dass sie an den beiden Spitzen etwas geschärft werden.
Unter er auch die Serre-fi
stere Kategorie von Drahthaken zahlen
Augenlidhalter, die Schlundhaken und die /
c^S^k
^
Fig. 67.
Fig. laquo;8.
Fig. 71.
Fig. 12.
Die scharfen Haken sind am äussersten Ende spitz, arbeiten daher sicherer als die stumpfen und werden auch meist vorgezogen.
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Die Messer.
101
selbst wenn das damit verletzte Gewebe nicht entfernt wird; der besseren Fixierung der Teile wegen ist das Eingreifen weniger schmerzhaft ids seihst hei Pinzetten. Je kleiner die Kurve, desto besser hakt sie ein. desto vorsichtiger muss aber auch der Haken losgelassen werden und niemals darf mit ihm ein starker Zug aus­geübt werden.
Es giebt viele Formen solcher Haken. Bald sind sie grosser. bald kleiner, einfach oder doppelt (Fig 71 und 72). auch geht schon aus ihrer Form hervor, dass sie sich namentlich auch zum Heranziehen von Arterien eignen (Arterienhakenl. nicht minder auch zum Anziehen von Geschwülsten bei deren Exstirpation. um die Tren­nung vom gesunden Gewebe zu erleichtern. (S. auch Entfernung von Fremdkörpern.)
Die Messer.
#9632;
Hie chirurgischen Messer besitzen teils bewegliche Klingen, die sich in den Griff einschlagen lassen und heissen Bisturi; oder es sind feststehende Messer, die man als Skalpell bezeichnet.
Das Bisturi (Bastoria, Messer) zerfallt in die Klinge und den Griff oder das Heft, die Verbindung zwischen beiden heisst die Ferse (Talon). Der schneidende Teil ist entweder in einer Hornschale verwahrt, gewöhnlich mit Ringfeststellung oder in Metallschalen. Die nach Charriere konstruierten Bisturis besitzen Schieberfeststellung (Fig. 84).
Die Klinge besteht aus Stahl uml ist am Rücken am stärksten schalten; die beiden Seitenflächen sind glatt oder leicht hohl geschliffen und gehen konvergierend in die Schneide üher, welche wie der Rücken verschieden geformt sein kann.
ftä/^iu
Die Schneide bildet für das blosse Auge eine leine scharfe Linie, hei 800fachet Vergrösserung jedoch eine Reihe von mehr oder weniger sägefönnig geformtennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Fiu. 73.
Erhabenheiten und Vertiefungen (Fig. 73),
welche durch die Porosität des Stahles entstehen, der Schnitt ist daher auch mit einer Art scharfen Zerreissung des Gewebes verglichen worden.
Betreffs der Form der Klinge giebt es verschiedene Modifikationen, mit denen Jedoch viel Spielerei getrieben worden ist; für die tier­ärztliche Praxis kommen nur folgende Formen in Betracht
Das geballte Bisturi (Fig. 74) ist an der Schneide schwach konvex, also etwas bauchig, während der Rücken fast in gerader Linie gegen die Spitze läuft. Dieses konvexe Bisturi wird bei
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102
Allgemeine Operatlonslebre.
Operationen am hantigsten verwendet uiul lässt sieh mit dem Bauche bequemer schneiden, auch können nanientlicii lange Schnitte rein aus­geführt werden.
Das gerade Bisturi (Fig. 77) zeigt eine dem geballten ent-wegengeset/te Form, denn hier verlauft die Schneidelinie gerade, der Rücken aber ist nach vorne konvex, wodurch die Spit/e schärfer her-
|f
#9632;laquo;1
Flg. 74 und 75.
Flg. 7() und 77.
vortritt. Es eignet sich besonders zum Stechen und Aufschlitzen — Einstich- oder Spitzmesser (Incisionsmesser). Soll es auf der Hohl­sonde verwendet werden, so ist das gerade geknöijfte B-i.st-uri i Fig. 75j vorzuziehen. Dieses dient auch zum Erweitern von Wunden in der Tiefe oder zum Aufschneiden von Wund- und Eiterkanälen und lieisst deswegen Fistelmesser (Pottsches Messer). Die Spitzmesser qualifizieren sich mehr für kürzere, vorsichtige Schnitte und der feineren Spitze wegen für Operationen, bei denen die Teile nach der Methodik der anatomischen Präparation zu trennen sind, wie z. B. bei der Exstirpation der Geschwülste, bei Samenstrangtisteln u. s. w.
Das krumme oder sichelförmige Bisturi (Fig. 7(1). Schneide
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Die Messer,
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sowohl als Rücken sind nach ahwärts gekrümmt, beide Linien treffen sich somit in einer noch schärferen Spitze. Mit diesem einer Sichel iihnliclien, konkavschneidigen Messer lassen sich namentlich ausgiebige lind tiefe Muskelschnitte machen, tierärztlich ist es auch, wie schon erwähnt, als (ierlachsches Messer bekannt. Diese Messer mit llorn-schalen sind jetzt fast ganz aussei' Gebrauch gekommen.
Fig. 78.
Verwandt mit ihm Ist das gekrümmte Spitzmesser {l'iü. 78) und das gekrümmte Knopfbisturi (Fig. 79), welch beide sich be­sonders für Muskel- und Sehnenschnitte, d. h. zum Schneiden von innen nach aussen eignen und je nach der Operationsmethode an der Spitze durch ein Kiiöpfclien verwahrt sind oder nicht. Das ge­krümmte Knopfbisturi dient zugleich als Fistelmesser. Bei all den vorgenannten Bisturis muss der Rücken eine der Länge und Breite der Klinge entsprechende Dicke haben und soll die Schneide nicht zu dünn ausgeschliffen sein. Das gekrümmte Spitzmesser ist ein gefähr­liches Messer und kommt nur selten in Gehrauch. Die stärksten Rücken besitzen jene Messer, mit welchen an Gelenken, Knorpeln und Knochen operiert wird (Knorpel- und Knochenmesser).
Fig. 79.
Der Grifi oder das Schalcnheft besteht aus 2 Platten von einem recht glatten, leicht zu reinigenden Material und sind beide Schalen oben und unten durch eine Niete zusammengehalten, so dass die Klinge frei aber geschützt dazwischen zu liegen kommt.
Die Ferse oder der Talon kann in verschiedener Weise konstruiert werden, um die Klinge während des Gebrauchs mit dem Griff möglichst unbeweglich fest­zustellen. Hauptsächlich sind es 8 Arten; jene bei dem gewöhnlichen Tasehen-messer gebräuchliche Verbindung taugt nichts, indem sie zu wenig Sicherheit darbietet.
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Allgemeine Opeiationslehre.
1,nbsp; Fei'se mit Hebfeder (Fig. 80). Letztere schnappt mit einem viereckigen
Zapfen in einen Ausschnitt der Klinge (Fig. 81) ein und sichert so diese in ihrer Stellung, beim Schliessen des offenen Histuris muss daher die Stellfeder mit dem Daumennagel aus dem Ausschnitt des Talons erst emporgehoben werden; die Fixierung lässt hier nichts zu wiinchen übrig, wohl aber die Reinigung der Verbindungsstelle.
2.nbsp; Ferse mit Schubring. Erstere setzt sich unter der Nietöffnung in ein längliches, mit einem Vorsprung endigendes Stäbchen (Fig. 82) fort, das sich bei geöffneter Klinge gegen den Rücken des Grills anstemmt und hier mittelst eines darüber hinweggeschobenen Metallrings (Pig, 83) feststellen lässt. Um den beweg­lichen Ring während der Messerführung unverrückbar zu machen, dient hiezu eben der erwähnte Vorsprung, der jetzt unter dem Ring steht. Der Ringverschluss ist
#9658; n
Fig. 80.
Fig. 8). Fisr. 82. Fig. 88.
Fig. 88
Fig. 84.
nicht sehr beliebt, die Finger müssen sich erst an ihn gewöhnen, auch wird die Klinge schartig, wenn der King beim Einschlagen der Klinge nicht gehörig zurück­geschoben wird.
.'i. Ferse mit Schubkniipfchcii. Durch das runde Loch in der Ferse (Fig. 85) geht die oberste Niete des Grill's und über und unter 'demselben bat die Platte je einen länglichen viereckigen Ausschnitt, in welchen der untere Knopf (Fig. 84), der in einer länglichen Öffnung des Griffs sich auf und ab bewegen lässt, hinein­geschoben wird. Am untern Ende des Talons ist wieder ein kleiner Vorsprung, der leicht über den Griff hervorsieht und die eingeschlagene Klinge aus der Schale hervor­holt, sobald auf diese gedrückt wird. Nunmehr wird die Klinge geradegestellt und das Knöpfchen nach oben geschoben, wodurch der Verschluss geschieht; beim Zu­machen wird umgekehrt verfahren. Dieses (harr ierc'sche Risturi leidet andern Nachteil, dass das Heft an dem Ausschnitt des Schubknöpfchens geschwächt ist und gerne bricht.
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Bistnri mit MetallgritVeu.
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Bisturi mit Metallgriffen. Alle üben genannten Messer lassen sich an den Gelenken nur schwer reinigen und taugen wenig oder gar nicht zum Einlegen in antiseptische Flüssigkeiten, die heutige Chirurgie stellt daher an alle Messer die Anforderung, dass Klinge und Griff aus einem Stück Stahl gearbeitet sind. Was vernickelt wird, ist teils auf Hochglanz poliert, teils mit Sandstrahlgebläse mattiert.
%
i
Fig. 86.
•'ijr. 8H. Aseptisches Doppelbisturi.
l'ig. 87. Bisturi mit Metiillheft.
Die Desinfektion kann auch durch Kochen während einiger Minuten geschehen. In Fig. 86 braucht die Klinge mir in den Hohlraum des Griffs umgeschlagen zu werden, wenn es zum Transportieren im Etui dienen soll. Während des Schneidens wird die Klinge durch die federnde Kraft der beiden Heftspangen festgehalten, in Fig. 87 durch* eine besondere seitlich angebrachte Stellschraube.
Aseptisches Doppelbisturi (Fig. 88). Zur gründlichen Reinigung kann hier auch das Metallheft auseinander genommen werden, indem die beiden Schalen am Knöpfchen verschoben werden, die zwei Klingen, zwischen den Schalen liegend, müssen aber vorher geöffnet werden. Die Feststellung dieser Messer ist eine durchaus
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um,
Allgemeine Operationslebre,
Pia. 91.
#9632;
sichere, ein Selbstötfnen der Klingen nicht niög-licii. Das [nstrument ist sehr bequem und bewÄhi't, aucii können verschiedene Klingen in das Schalenpaar einge­
fügt werden. In neuerer
Zeit hat sich auch das aseptische IMsturi „Oc­cultquot; von Hauptner (Fig. 89) heliebt ge­macht. Die einfache j Konstruktion gestattet gründliches Desinfizie-ren und leichte Zerleg­barkeit; die Klinge liegt In hohlem Aluminium­heft, kann leicht in der Tasche mitgetragen werden und ist in allen Können zu haben. (Na­türliche Grosse). End­lich üiebt es auch halb-
92.
b la 11 f ö rm ige und
Halbkreismesser mit Metallheft, um Schnitte bei sehr beschranktem Räume auszuführen oder grössere Operationswunden zu ver­meiden. Dieselben passen besonders auch zu Hufopera­tionen. Das Schleifenmesser s. bei scharfem Löffel. Das Skalpell (Scalpnim, grosses schneidendes Instrument; ^caipellum, kleines) zeichnet sich durch den feststehenden Handgriff aus, sowie durch die grosse
Länge des letzteren. Der Talon wird, wenn das Instru-
Fig. 89.
Occult.
ment nicht aus einem Stück Metall besteht, so in die
Handhabe eingefügt, dass er bis in die Mitte reicht oder selbst unten nut einem scharfen Rand hervorragt, um zur Trennung lockeren Bindgewebes zu dienen (Schabeisenheft).
Somit ist das Skalpell, für welches wie beim Bisturi noch kein deutscher Name gefunden ist. wesentlich einfacher zusammengesetzt.
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liorlieerbliittmesscr. Rasionnesser.
lOI
kann auch leichter gereinigt werden, ist solider und stellt daher viel hftvifiger im Qehrauch als das Bisturi, Ist indes weniger transportabel. Entweder sind die Skalpelle geballte Messer, geknüpfte oder Spitzmesser, andere Formen können entbehrt werden. In neuerer Zeit werden sie auch aus einem Stück Metall hergestellt und der (iiifi' vernickelt. Damit letzterer nicht /u schwer auslalle, wird er hohl gearbeitet, /.. B. in Form von zwei sich oben und unten vereinigenden Spangen (Fig. 87). Das Lorbeerblattmesser unterscheidet, sich von anderen Messern dadurch, dass es an der Spitze (der Fläche nach) aufwärts gebogen ist (Fig. 91) und die Form eines Lorbeerblattes hat. welches auf beiden Seiten scharf zugeschliffen ist, in der Mitte daher eine dickere (iräte besitzt. Die Handhabung mit dieser Doppelschneide ist etwas gefährlich, man zieht daher das einschneidige Lorbeer-blattmesser vor, von dem man jedoch ein rechtes und linkes (Fig. 1)0 und 92) besitzen muss. Die Befestigung im (iritf geschieht
Fig. 98, Aseptisches Taschenbesteck „Unicumquot;.
durch eine Feder, deren Vorsprung in eine dreieckige Ver­tiefung des Talon einschnappt, die erstere imiss sonach beim Auseinandernehmen erst gehoben werden. Rasiermesser. Zum Desinfizieren der Haut verlangt die beutige Chirurgie meist die Entfernung der Haare, was nicht immer blos durch Abscheren geschehen kann, es mnss daher ein Rasiermesser zu Hilfe genommen werden. Sehr bequem für Operationszwecke ist das in neben­stehender Figur abgebildete, an der Hochschule in München gebräuch­liche Skalpell mit Schabeisenheft.
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10.^nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Allgemeine Operationslehre.
Transport der Instrumente. Zum Mitnehmen auf die Praxis dienen die Verbandtaschen, wie sie die lustrumeiiteiimacher für tierärztliche Zwecke voiTfttlg halten; sie sind ein-, zwei und drei­teilig und können auch nach eigener Wahl zusammengestellt werden. Das aseptische Taschenhesteck enthält nur Instrumente, die ganz aus Metall gearbeitet sind, aus dem auch das Etui bestehen kann, durch Benützung von Aluminium ist eine belästigende Schwere ver­mieden. Diese Destecke sind Jetzt viel im Gebrauch und empfehlen sich besonders das von Frick angegebene aseptische Taschenhesteck „Unicumquot; (Fig. 93) oder das tierärztliche Reisenecessaire von Heiss. Im Unicum sind trotz der kleinen Form 12 Instrumente untergebracht, die auf Metallstegen gelagert sind; die Messer haben Aluminiumhefte, das Etui ist gleichfalls aus Metall, während das Necessaire aus einem mit Kalliko bezogenen Holzkasten besteht, dessen Inneres mit Samt ausgeschlagen ist. (Preis 27—28 Mark. Hauptner.)
Die Messerführung.
Die Frage, wie das Messer beim Ausführen der verschiedenen Schnitte gehalten werden soll, lässt sich kurz beantworten. Mit wenigen Ausnahmen führt man das Messer entweder nach Art einer Schreibfeder oder eines gewöhnlichen Tischmessers, nur bei kräftigen Schnitten in derberem Gewebe und zum Aufschlitzen bedarf es anderer Position der Hand.
Die Schreibfederhaltung ist jene, welche schon aus dem Präpariersaal her bekannt ist und deswegen auch die anatomische Haltung genannt wird. Sie lässt betreffs der Genauigkeit und Be­dächtigkeit, des Schnittes nichts zu wünschen übrig, denn die Hand gewinnt dadurch wesentlich an Sicherheit, dass die beiden letzten Finger auf den Teil aufgelegt werden können und so die nötige Stütze für die Hand abgeben. Die Direktion führt der Zeigefinger auf dem Talon (Fig. 94 oben).
Die Tischmesserhaltung bedarf keiner weiteren Beschreibung, das Griffende liegt dabei in der hohlen Hand und der Zeigefinger drückt auf den Puicken. es können daher kräftigere Schnitte ausgeführt werden, während die Schreibfederhaltung weniger Kraftentwicklung gestattet, in beiden Haltungen ist jedoch der Zeigefinger im stände, jedes Abirren der Messerspitze zu verhüten. Die Tischmesserhaltung ist die gebräuchlichere und wird auch die chirurgische genannt. Eine Modifikation besteht darin, dass die Schneide statt nach abwärts
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Die MeBserfUhruug.
1(raquo;!gt;
nach aufwärts gerichtet wird (Fig. 95 oben), wenn an Stelle des Schneidens das Schlitzen der (ie.webe treten soll.
Die Fausthaltung erlaubt die grösste Kraftentfaltung, denn das Messer kommt in die volle Faust zu liegen (Fig. 94 unten), es tritt sonach die ganze Muskulatur der Hand in Thätigkeit. Dass liiebei die Sicherheit des Schnittes nur eine geringe sein kann, ist als­bald begreiflich, um daher der Hand eine gewisse Direktive zu geben, stützt man den Daumen auf den betr. Teil (Fig. 9ö unten) und benützt ihn so als eine Art Ilypomochlion; in dieser Weise führen auch die Gärtner ihre Okuliermesser. Bei allen obigen Messer-führunffen aeschieht das Schneiden zu sich her,
'Iff. 96,
Das Schneiden von innen nach aussen ist da notwendig. wo wegen ungenügender Anspannung der Haut von aussen nach innen nicht exakt genug getrennt werden kann, es muss daher das Messer von unten nach oben schneiden und zu diesem Behufe die Schneide aufwärts gerichtet werden (Fig. 95 oben). Dieses Schneiden kommt dem Schlitzen gleich und erfordert eine Öffnung zum Einführen der Messerspitze, beziehungsweise eine Ilohlsonde. falls die Leitung des Fingers nicht genügt, am besten eignet sich dann das gekrümmte Knopfbisturi (Fig. 7!raquo;). Bei Spitzmessern, welche ohne Ilohlsonde geführt werden sollen, muss womöglich die Messerspitze auf den Finger gelegt und dieser mit eingeführt werden. Das Schneiden geschieht hier gewöhnlich von sich weg.
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] lonbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Allgemeine Oiierationslehre.
Der Schnitt in die Cutls oder in die Ledei'haut des ilufes ist bei den Tieren wohl Immer der schmerzhafteste Teil hei allen Opera­tionen und kann dieser Schmerz für gewöhnlich Im Interesse der Operation nur dadurch einigernmssen gemildert werden, dass mau die Schnitte auch kunstgerecht führt und sich nur gut abgezogener Messer bedient, Auf die zuvor abgeschorene und desinfizierte Haut nmss das Messer senkrecht angesetzt werden, nachdem sie mit den Fingern gilt angespannt ist; hierauf wird die Haut in ihrer ganzen Dicke, mit einem kräftigen Zug durchgeschnitten. Verwerflich sind die durch schrftges Einschneiden entstehenden spitzwinklig gegen die Haut-oberfltlche zulaufenden Wundecken, denn sie sind der Heilung hinder­lich und nicht selten stirbt die dort nur angeschnittene Haut ab. Nachdem die Messer ditl'ereiite Schärfegrade besitzen, erfordert ein regelrechtes Durchschneiden der Cutis ein gewisses Gefühl in der Hand, welches dem Operateur den Grad des in jedem Einzelfall not­wendigen Kraftaufwandes anglebt, der erste Hautschnitt bei einer Operation kann sonach schon als ein Gradmesser der Befähigung eines Chirurgen angesehen werden.
Beim Anspannen der Haut wird häufig der Felder begangen, dass es nicht stramm genug oder nicht gleichmässig geschieht, die Haut dann über jene Stelle unbemerkt weggeschoben wird, in welche man einschneiden wollte, wie z. B. auf die Mitte der Luftröhre oder dass der Schnitt nachher eine schiefe Richtung zeigt. Ebenso ist es widerlich anzusehen, wenn der Schnitt zaghaft, ängstlich angesetzt, öfter als nötig wiederholt und drückend statt ziehend weitergeführt wird, lining aber dreist muss bei bekannter Unterlage eingeschnitten werden, vorsichtig und schichtenweise, wenn unter der Haut Nerven. Arterien u. dgl. liegen oder vermutet werden.
Das Drücken beim S chneiden ist an sich wertlos; auch das feinste Rasier­messer geht nicht in die Haut ein, wenn es nur auf sie gedrückt wird, es muss vicl-melir gezogen werden und erst mit dem Zuge kann dann ein entsprechender Druck verbunden werden, weicher um so kräftiger sein darf, je mehr ihm die Gewebe aus­weichen, wie namentlich elastische Qehilde, schlaffe Fasern, seimige Ausbreitungen.
Wo nicht besondere Umstünde es hindern, führt man die Schnitte in der Richtung der Haare, der Faserung muskulöser Teile, parallel der Längenachse des (lliodes, der Gofässe, Nerven und Sehnen. Ks ist wertlos, TIautschnittc eher etwas kleiner zu bemessen, sie spannen dann nur mehr und grössere Wunden heilen so gut wie kleinere. Besondere Beachtung muss auch dem Hautmuskel zugewendet werden, der bei den Haustieren unverhältnismässig stark entwickelt ist, die Tier­ärzte legen daher die ohnedies meist leichtbewegliche Haut mit Vorliebe in eine Falte, richten sie empor und schneiden so in einem kräftigen Zuge mittelst des geballten Messers die doppelte Länge samt dem Hautmuskel durch, welch
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Die Liiiizotte.
I II
letzterer in seinen Dickenverliältnissen übrigens Belli' variiert. Audi diese Falten­bildung muss bemessen weiden, im andern Fall fällt nachher der Schnitt unerwartet gross, klftffend oder sebief aus.
Heim Vordringen des Messers in die Tiefe gebraucht man stets die Vorsicht, das Operationsfeld durch Auseinanderbalten der Wunde mit Hand. Haken oder Wundlöffel dem Auge möglichst zu­gänglich zu halten und durch einen Gehilfen das Blut abtupfen ZU lassen. Je geftlhrlicher die Umgehung der Schnitte, desto mehr ist es geraten, mit dem Zeigefinger in der Tiefe nach Arterien zu fühlen. mit stumpfen Instrumenten lockeres Zellgewebe zu trennen oder die Gewebe nur zipfelweise in der Pinzette durchzutrennen.
Die Lanzette.
Die Lanzetten sind dadurch ausgezeichnet, dass sich mit der Klinge stechen und schneiden zugleich lässt, diese stellt daher ein mehr oder weniger spitzes, dünnes Metallhlatt dar. das auf beiden Seiten scharf
Fig. 96. Abscesslanzette.
zugeschliffen ist. Um beim Einschneiden die nötige Kraft auszuüben, besitzt die Stahlplatte in der Mitte eine Verstärkung (Längsgräte) und ist am unteren Ende leicht gekerbt, um den Kingern mehr Halt ZU gehen. Die meisten Lanzetten liegen frei zwischen den Hornschalen und lassen sich dadurch im Kreise drehen (Fig. 9G, Ahscesslanzette). Die stärkeren Lanzetten lassen sich auch im Hefte durch Schieber feststellen.
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1112
Allgemeine Oiienitionslehre.
Die Führung geschieht In der Art, dass man die Klinge ander gekerbten Stelle mit dem etwas flektierten Daumen und Zeigefinger erfasst, die Schalenhefte in einem rechten Winkel isurückschlägt und /.wischen den Fingern die Spitze nur so weit hervorsehen lässt. als die Tiefe der Incision es verlangt. Ks ist leicht, erklärlich, dass man mit dem schwachen Instrument nur dünne Weichteile durchstechen kann, es eignet sich daher fast nur für weiche, reife Abscesse, zum Anstechen oberflächlicher Venen bei dünner Haut, zum Impfen u. s. w. Bequem ist die Lanzette aus dem Grunde, weil man mit ihr stechen und heim Zurückziehen der Klinge auch schneiden kann.
Die Form der Spitze kann verschieden gehalten werden und je nach der Art der Konvergenz heider Schneideränder hat man sie in
Flg. 98. Aderlasslanzette.
'I
althergebrachter Weise mit dem dicken Gerstenkorn oder mit dem viel schlankeren und spitzigen Haferkorn ver­glichen, die gerstehkornförmige Lanzette wäre somit die breiteste, die haferkornförmige die spitzigere, noch mehr in die Länge gestreckt ist die pyramidenförmige oder das Lanzen mess er.
Fiir. 07.
Weitere Modifikationen bestehen darin, dass man der
gerstenkornförmigen Lanzette nur auf der einen Seite eine konvexe Schneide gegeben hat, auf der andern aber eine konkave — säbelförmige Lanzette, um beim Ausziehen der Klinge mit, der ge­ballten Fläche hesser schlitzen, die Stichöffnung also erweitern zu können: eine noch stärkere Konkavität zeigt die geschulterte Lanzette (Fig. 97gt;. Die englische Lanzette (Fig. 98) dient nur zum Aderlassen, es wird daher dort von den hier gebräuchlichen Lanzetten die Eede sein.
Von den Lanzetten macht man gegenwärtig nur mein- beschränkten Gebrauch, ja sie können sclhsl entbehrt werden. Die Klingen vorbiegen sieh leicht, werden vor­zeitig Stampf und quetschen beim Durchstechen unvermeidlich, wenn die Haut nicht in entsprechende Spannung versetzt werden kann, Die Art der Eröffnung von Absccssen ist ausserdem jetzt eine andere geworden, indem man nicht, mehr auf der Iliilie einsticht, sondern mit dem spitzigen Lanzenmesser, das vermöge der festen Handhabe und des stärkeren Metalis an der Griite besser zu handhaben ist. Man geht am Grunde ein und sticht horizontal bis auf die andere Seite hinüber (Trans-tigicrung, s. öffnen der Abscesse).
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Die Scheren.
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Die Scheren.
Häutig kann das Messer durch die Schere ersetzt werden und ist die chirurgische Schere nach denselben Prinzipien konstruiert, wie die gewöhnliche für den Hausgebrauch, nur sind bei jener die Schenkel etwas länger, wodurch die Kraftentwicklnng eine grössere wird.
Fig. 99.
Fifr. 100.
Fig. 101.
Man teilt die Schere ein in den schneidenden Teil und in jenen, der zur Hand-hahung dient. Ersterer besteht aus den beiden Armen oder Seh neidehlättern, von denen das eine gewöhnlich schmäler, mehr oder weniger spitzig ist, um auch stechen und In enge Kanäle eingeführt werden zu können — gerade oder Incisions-schere (Fig. 9igt;). Den zweiten Teil bildet der Griff mit seinen beiden der Finger­haltung entsprechend geformten Ringen und den Schenkeln, welche heim Schneiden als Hebel fungieren und daher verschieden lang und stark sein können. In der Mitte liegt das Gelenk oder Seh loss der Schere, dem eine besondere Sorgfalt zu­gewendet werden muss, damit die lilättor sich während des Schneidens gleichmässig aneinanderfügen, weder klaffen noch das Gewebe umbiegen, quetschen oder klemmen (Schränkung der Schere), sobald daher das Gewinde des Schlosses gelockert ist, wird das Instrument unbrauchbar. Im allgemeinen ist es schwieriger, eine gute Schere zu bekommmen, als ein gutes Messer.
HcrinH's Oporationsloltve. VI. Aufl.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;3
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Ill
Allgeiiu'ine Operationslolire.
Für gewöhnlich genügt die gerade Incisionsschere in Al)-wechslung mit dem Bisturi, obwohl man, weil nicht immer geradlinige Schnitte zu führen sind, auch nach der Kante (rechts oder liuksj gehogene Scheren hat (Fig. 100), welche, wenn die Ahschwenlcung von der geraden Linie plötzlich in einem Winkel geschieht, als Knie-scheren (Richten (Fig. 103) bezeichnet werden. Letztere sind jetzt fast aussei1 Gebrauch gekommen, weil eine scharfe Schrftnkung tech-
Pia. IGSä
Flg. 104.
nisch schwierig herzustellen ist und nach der Seite hin sich wendende Schnitte mit der geraden Schere sich ebensogut ausführen lassen. Sehr zweckmässig benutzt man die Scheren mit Charriereschein VerschlllSS, welche leicht zu zwei Hälften auseinander gelegt und so leichter gereinigt und desinfiziert werden können. Colljn hat einen Lappenverschluss an den Scheren angebracht und dreht sich dabei der Stift des einen Scherenteils in dem Loche des andern. Die beiden Hälften werden dadurch zusammengehalten, dass der Teil unter­halb der Öffnung ein lappenartiges stück trägt, das über den Stift­teil greift. Die chirurgischen Scheren haben insgesamt eine Länge von 13—16 cm, nur die Ksm a rch'sche Schere ist länger und stärker, auch
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Die Schoron.
I Iß
leistungsfiHiigei'. Während die einlaquo; Schneide feststellt, bewegt sicli die andere beim offnen nach vorne heraus, um haim Schliessen als schneidendes Messer /u wirken (Flg. 106). Der Schnitt muss bei
allen Scheren ein ziehender, kell) hackender sein imd Gypsscheren sind die stärksten.
Die Knocben
Anders verhält es sich, wenn mit Scheren der Fläche nach geschnitten werden soll, wie z. B. heim Abscheren der Haare, zum (ilätten von Wuiul-tlächen oder wo Überhaupt mit der spitze keine Verletzung geschehen soll. Zu diesem Behufe hat der eng­lische Chirurg Cooper das Ende der Schneideblätter nach aufwärts gebogen (Fig. 101 a). so dass mit konvexer Scherenfläche geschnitten wird oder sind die (iriffe nach aufwärts gebogen, wie bei der Brüsseler Schere (Haar-Schere, gekröpfte Schere (Fig. 104).
Das Schneiden mit Scheren ist für den Chirurgen kein anderes, als für den Schneider: der Daumen spielt dabei die Hauptrolle' denn das von ihm geführte Blatt ist der haupt­sächlich quot;schneidende Teil, während das des Mittel- oder Ringfingers mehr unbeweglich steht: um dabei nicht zu quetschen, muss der Schluss der Scherenblfttter unter einer kräftigen Abduktion der am meisten in Thätig-keit stellenden Beugemuskeln des
Daumens geschehen. Bei sehr vor-
Fig. 103.
sichtig auszuführenden Schnitten über­nimmt der gestreckte Zeigefinger an dem Obern Blatte die Führung, während der Ring- und kleine Finger sich auf die Unterlage aufstützen. Wenn die Schere in der linken Hand geführt werden soll, muss der Scherenverschluss In entgegengesetzter Richtung vollzogen werden, im andern Fall schneidet die linke llaud ganz schlecht, weil die Blätter statt aneinander, eher voneinander gedrängt werden. Figur 100 stellt die gebogene Spitzschere dar.
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U Onbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Allgemeine Oiierationslehre.
Beim Schneiden mit der Schere kann es nicht ganz vermieden werden, dass das Gewehe vor der Trennung etwas zwischen die Blätter eingeklemmt wird, es darf dies jedoch einer scharfen, gut schliessenden Schere nicht zum Vorwurf ge­reichen, denn eben durch diese klemmende Aktion spannt sie die Teile vor sich her, um sie in ähnlicher Weise durchzuschneiden, wie dies bei den Messern der Fall ist. Der Unterschied hesteht somit nur darin, dass heim Messer das Gewebe unter Spannung mittelst der Hände, bei der Schere durch Einklemmen festgehalten wird, der Schlussett'ekt bleibt derselbe.
Hieraus folgt der praktische Wink, dass solche Teile, welche dem Messer ohnedies leicht entweichen und so von ihm gezerrt würden, vorteilhafter mittelst der Schere durchgeschnitten werden, wie z. B. Lappen und Fetzen der Haut, flot-tierende Reste von dünnen, häutigen Gcwebsteilen, Muskelfasern, kleine, wenig prominierende aber leicht bewegliche, dünnstielige Neubildungen u. dgl. Ausserdem bietet die Schere noch den weiteren Vorteil, dass sie immer nur das durchschneiden kann, was zwischen ihre Anne gebracht worden ist, gefährliche Teile daher leichter isoliert werden können und bei Schnitten in der Tiefe die Krümmung der Cooper-schen Schere ein besseres Sehen des zu trennenden Gewebes gestattet.
Die Zangen.
Die chirurgischen Zangen sind in ähnlicher Weise konstruiert, wie die Scheren, nur will man mit ihnen nicht schneiden, stechen, sondern fassen, festhalten, zerdrücken oder ahreissen, wenn iiiezu die Finger nicht gebraucht werden können oder wollen.
Die Zangen bestehen aus den beiden Armen (Branchen) zum Fassen, welche durch Schenkel mit dem Handgriffe in Bewegung gesetzt werden. Die Ver­bindung wird durch das Schloss hergestellt. quot;Wie bei den Scheren, so kann auch hier um so grössere Kraft ausgeübt werden, je länger die Hebel, d. h. die Schenkel sind, je grosser also die Entfernung der Griffe vom Schloss ist. Ebenso können desto grössere Gegenstände gefasst werden, je länger die Branchen sind, es erweitert sich aber auch um so mehr das Maul der Zange, wozu nicht überall Baum genug vorhanden ist. Hienach unterscheidet man auch kurzfassende und langfassendo Kornzangen, wie sie in den beiden Figuren 106 und 107 dargestellt sind.
Es giebt verschiedene Arten und Formen von Zangen, je nach­dem sie für spezielle Zwecke nach obigen Gesichtspunkten zu dienen haben. So hat man Nadel-, Kugelzangen, Zahn-, Schlund- und Luft­röhrenzangen, Steinzangen, Kastrierzangen u. s, w. Von diesen wird im speziellen Teile des Buches näher die Rede sein, hier interessieren nur folgende Zangen, welche in stumpfe und scharfe eingeteilt werden können.
Die Kornzange (Fig. 106) ist das gewöhnlichste stumpfe In­strument der angegebenen Art, man trifft diese Zange daher auch in allen Verbandetuis an. Sie ist unentbehrlich, wenn irgendwo frenide Körper, Knochensplitter u. dgl. eingedrungen sind, die sicli zum Er-
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Die ;;elöffelte Ziinge.
IT.
greifen mit der Hand nicht eignen. Die scherenartig sich öffnenden Arnlaquo;! sind ziendicii stark gebaut, geradlinig, innen flach und auf 5—(i mm Länge unterhalb der abgerundeten Spitze gekerbt. Ändert; Zangen sind länger, .schmäler und besitzen die Branchen verschiedene Gestalt, sind mit Haken, Löffeln versehen u. s. w. Auch giebt es Kornzangen mit besonderer Sperrvorrichtung. Die meisten haben eine Länge von 18—20 cm.
Fifr. 106. Gewöhnliche Kornzange,
Fig. 107. Langfassende Kornzange.
Die gelöffelte Zange (Fig. 108) unterscheidet sich von der gewöhnlichen Kornzange dadurch, dass sie schlanker, langschenklig gebaut ist und nur kurze Arme a hat, deren Spitzen löffelartig enden, um bestimmte Objekte bequemer und sicherer erfassen, hervorziehen oder durch Drehen abreissen zu können.
Die Konkavität des Löffels h (Fig. 108) ist zu diesen Zwecken an den Seitenrändern (vorne ringsum) gekerbt und häufig auch durch­löchert, d. h. gefenstert, was die Aufnahme verhältnismässig grosser, weicher Gegenstände, wie z. B. von Polypen und anderen Tumoren er­leichtert, sie kann aber auch zur Entfernung eingedrungener Projektile
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118
Allgemeine Operatlonslehre.
(Schi'ote. Kugeln u, s. gt;y,) benutzt werden. Eine viel gebrauchte Zange hat Ringkeim koustiniiert (Fig. itraquo;.s) uiul wird auch als Polypen-mul Kngelssange bezslolinet, Die Schenkel sind um '/s Iftnger als die Anne.
Fig. 108. Elnghelm'sche Polypenzange.
Fig. 110, Hakenzange.
Kompressionszange mit Stellhaken. Die von Köberle und l'eant konstruierte Zange (Fig. 109) ist an ihren platten, breiten Knden auf der Innenfläche zackig und gefenstert und hat in der Nähe der (irifl'e zwei knieförmige spitzwinklige Hervorragungen, von denen die rechtsseitige mit einem Stellhaken versehen ist. welcher in die Zähnelung des linken Ilakens eingreift.
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Die llakenziingeii.
Illraquo;
Diese. EllU'lclltUMg gestattet einen iiu.sseist festen Verschluss des eifiissteii Gegeustaiules, so dass bei der erheblichen Länge der Schenkel ein bedeutender Druck ausgeübt und so möglichste Sicherheit erzielt werden kann, um den oft mühsam erhaschten Teil nicht wieder ent­wischen zu lassen. Diese, Kempressionszange ist gegenwärtig die be­liebteste und dient besonders auch zum Versehliessen von Arterien. um deren Ligatur bei Blutstillungen überflüssig zu machen. Das Brauchenende h hat natürliche Grosse. Die Billroth'sche Zange ist länger und besitzt eine Sperrvor­
richtung,
DieHakenzangeni Tig. 110) zeichnen sich von den seither be­sprochenen Zangen dadurch aus, dass die beiden Arme in einwärts gebogenen Spitzen auslaufen, welche entweder einfach oder mehrfach sind, in geschlossenem Zustande sich decken, die Gewebe möglichst wenig verletzen und doch sicher eingreifen. Die schlanken Branchen gestatten die Einführung auch in die Tiefe, in enge Kanäle. Die Zangen dieser Art dienen besonders, wenn es sich um Entfernung fremder Körper handelt. Um das nament­lich in der Kriegschirurgie viel be-nütztelnstrument (Flg. 110), welches auch als Polypenzange bekannt ist, ein Charrieresches SclÜOSS,
sowie in der Nähe des (Jrifi'es einen
Fig. 111.
Flg. 112.
Stellhaken c besitzt, überallhin
zugänglich zu machen, ist es äusserst grazil ausgeführt und in seinen Branchen so leicht gehalten, dass es nötigenfalls je nach der Krümmung des Kanals, in den es eindringen soll, mit der Hand gebogen werden kann (Hakenzange von Muceux). Die einfache Hakenzange, Fig. 111, ist amerikanischen Ursprungs und stellt die Ziemannsche Zange dar, welche sich namentlich in den letzten Feldzügen durch Brauch­barkeit hervorgethan hat. Derartige Zangen giebt es jetzt mehrere Arten und können sowohl die Arme wie deren Enden verschieden modifiziert und verstärkt werden.
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Allgemeine Operationslehre.
Did Knochenzangen dienen teils zum Fassen von Knociien-stiicken und sind zu diesem Zwecke am Maul entsprechend geformt oder sie sind scherenartig zum Schneiden eingerichtet. Die ersteren finden nur selten tierärztliche Anwendung oder sind durch andere Zangen, insbesondere die Kornzangen zu ersetzen und was die Knochen-schere betrifft, so kann sie hauptsächlich nur bei Knochenhrücheir. sowie in der Kriegschirurgie Dienste leisten.
Die brauchbarste und zugleich auch stärkste ist die Knochen-schere von Listen (Fig. 112) und können mit ihr auch grössere Knochenstücke durchgeschnitten werden, wenn sich dieselben für die weiter unten zu beschreibenden Knochensägen nicht eignen. Die Branchen sind nur kurz, aber massiv im Rücken gearbeitet, die Schneide scharf und etwas konvex auf der untern Fläche gehalten, um mit den Spitzen weniger die Weichteile zu verletzen. Die ähnliche Liiersche Knochen-schere schliesst sich beisszangenartig und sind die beiden Arme nach Art eines scharfen Hohlmeissels gearbeitet, so dass mit ihr mehr gekniffen als geschnitten wird: das Schloss kann auch excentrisch ge­legen sein.
Man nimmt diese Zangen in die volle Hand, drückt sie kräftig zusammen und lässt insbesondere den Spitzenteil einwirken, zu welchem Zwecke nötigenfalls die zweite Hand zu Hilfe kommt. Sehr praktisch ist, wenn zwischen den Griffen eine Feder zum Selbstöffnen angebracht ist. (Siehe auch das Kapitel: Entfernung der Fremdkörper.)
Der scharfe Löffel.
Eine glückliche Idee war es von Sedillot und von Bruns. die Heilung unreiner, ulceröser Flächen (statt der Natur die AbstüSSung kranker Gewebe zu überlassen) dadurch zu beschleunigen, dass man sie mit einem löffelartigen, scharfkantigen, metallenen Instrument ab­schabt oder auskratzt und dann eine (Jranulation einleitet.
Der scharfe Löffel (Curette tranchante, Fig. 118) ist rund oder oval, mehr länglich, selbst spitzig geformt, mehr oder weniger gross und besitzt einen schneidenden Rand. Die Grosse soll nur eine massige sein, damit das Einbringen auch in engere Kanäle und Fisteln, bezw. das Vordringen bis zu erkrankten Knochen ermöglicht wird. Man fährt dann so lange über die Fläche hin, bis die kranken Teile abgelöffelt sind, vermeidet aber dabei Gewalt anzuwenden, um gesunde Teile, die sich von kranken durch ihre ungleich festere Konsistenz hinlänglich unterscheiden, nicht zu verletzen, wie dies beim Messer
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her Troikart oder Trokmt.
12]
lind lt;len Ät/mitteln mehr oder weniger der Fall i.st. Wesentlich für die rasche Heilung ist die möglichst vollständige Entfernung alles Krankhaften und gilt dies ebenso auch für Knochen, wobei selbst das kranke Mark samt den angefressenen Knochenlamellen ausgekratzt wird und oft nur noch eine dünne Rindenschicht zurück­bleibt (Evidement des os).
Das Verfahren ist ungefährlich und oft das einzige Mittel, weiteren Gewebszerstörungen Einhalt zu gebieten.
Bei Nekrose und Karies der Knochen. Hufknorpel-tisteln u. dgl. ist das Instrument, welches nötigenfalls auch durch einen geschärften Blechlöffel ersetzt werden kann, die kürzeste und zweckmässigste Behandlung, ebenso auch zur gründlichen Säuberung eiternder, geschwüriger, fungöser Wandungen, (ilättung sinuöser Geschwürsflächen. Entfernung unterminierter Bänder, die Heilung hindernder üppiger Granulationen, Verhütung der Infektion der gesunden Um­gebung u. s. w. Endlich ist der scharfe Löffel auch mit orteil zu gebrauchen, wenn bei Ausrottung kranken Ge­webes wegen zu befürchtender Blutungen oder der Nähe
wichtiger Teile das Messer nicht wohl benützt werden kann.
Fig. 118.
Für solche Zwecke steht das sog. Schleifenmesser zur Verfügung, welches in einem kleinen Kreise gebogen ist und des wegen mehr schneidet als schabt. Besonders zu gebrauchen ist das Instrument zur Entfernung nekrotischen Gewebes hei sehr nachgiebiger Unterlage. Bequem ist auch der neueste scharfe Löffel, an dessen hohlen (iriff man den Gummischlauch eines Irrigators befestigt. Wird während des Ablöffelns die Sperrvorrichtung am Schlauch geöffnet, lauft ein Wasserstrahl ein. der die abgekratzte Masse wegspült.
i
Der Troikart oder Trokart.
Ein runder, in drei Flächen zugespitzter Stachel (trois quarts, acus trlquestra, Zapfenspiess), welcher in eine Hülse (Kanüle) passt und zum Anstechen von Hohlräumen (Cysten, Körperhöhlen) dient. Nach dem Einstich (Punktion) bleibt die röhrenförmige Hülse in dem durch­bohrten Hohlraum zurück, nachdem der als Stilet bezeichnete Stachel zurückgezogen wurde, um die Flüssigkeit ablaufen zu lassen. Das hintere Ende der Hülse besitzt am Handgriff des Stilets eine runde Scheibe, gleichfalls von Metall, den Schild, um das Eingleiten in die Stichöffnung zu verhindern. Die Hülse ist um so viel kürzer, als das
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Allgemeine Operationslehre.
tlrelspitzige Stllet hervorsehen soll; damit jedoch hier keine Verdlckuug oiTfstelit. welche das Eindringen erschweren müsste, ist das Stilet unter-luilb der Spitze diiimer gearbeitet. SO dass sieii das durch einen Schiit/, federnde obere ivaniileude innig an das Stilet anschmiegt. Zur Zeit stehen nur noch derartig federnde TruUarts im (iebraucli und Kanu auch die Öffnung oben fehlen (Fig. 114). Früher hatte man auch flache Troknrts mit zweischneidiger Spitze, die allerdings durch die Haut leichter eindringen, als die runden Stilete. indes leicht (iefässe und Nerven ver­
letzen. Der Schild besitzt in der Regel zwei
(Öffnungen,
um Bänder zum Hefestigen durch-
ziehen zu können.
Je nachdem der runde Trokart einem Zwecke dient, ist er verschieden lang und dick. Wenn er nur für diagiiosfisclie Zwecke dient, wie z. B. zu l'robeein.stichen in Ge­schwülste, um deren Gewebe und Inhalt kennen zu lernen, kann er sehr dünn gehalten sein (1,0—3 mm); diejenigen zur Eröffnung der Brust- und Hauchhöhle, des Darms, der Blase u. s. w. sind im Stilet ungleich stärker oder länger, zum Teil auch gekrümmt und wird in den betreffenden Kapiteln von ihnen die
f
Bede sein. Das Trokartsysteni von Matthieu birgt vier in einander gesteckte, sich grad­
weise verdünnende Stilete in einer gemein-
Fig. 114. . Gewölmlicher Trokart.
h'ig. 115.
Explorntiv-
troknrt.
schaftlichen Metallhülse, die leicht mitgetragen werden kann.
Der zu Probeeinstichen dienende Trokart heisst Fxplorativtrokart, man erreicht jedoch den Zweck nicht immer, da er nur sehr enge Stichkanäle liefert und der in der Tiefe befindliche Fliissigkeitsherd oft mir seitlich ge­streift, anstatt entleert wird. Dem Übelstande hat Kuoll durch seine Kanüle abgeholfen, welche auch seitliche Otthnngen besitzt (Fig, 115). Im übrigen kann zum Exjilorieren auch der Aspirator (Fig. 118) be­nutzt werden.
Die solidesten Trokarts sind jene, welche ein Metallheft besitzen, in welches das Stilet verschraubt ist; die einfacheren sind nur mit einem Holzgriff versehen, in welchen das Stilet (Dorn) ein­gekittet ist.
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In
Der Asijinitor.
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Die Führung des Trokarts geschieht, wie Fig. IKJ angiebt, mit tier vollen Hand nach Art eines Ti.sdnnes.sers, wobei Jedoch der Zeigefinger auf die Hülse gelegt und mir soweit vorgeschoben wird, als'man in das Gewebe einstechen will; ohne diese Markierung würde das Instrument ZU tief vordringen, denn der Einstich muss mit Kraft ausgeführt werden, indem die derbe elastische Haut vor der dreieckigen Spitze zurückweicht, an Stellen daher, wo das Gewebe genau be­kannt ist, wie z. B. in der Hunger­grube wird das Instrument durch einen kurzen aber starken Schlag mit der linken Hand auf den Griff in die Haut und die unterliegenden Teile eingesenkt.
Audi unter letzteren Umstanden gleitet der runde Trokar an Arterien vorbei, ohne sie üu verletzen; er setzt eine nur kleine dreieckige Wunde, die sich selbst scliliesst, wiibrend die Öflnung des zweischneidigen Trokars gerne klafft und dann zu beften ist. Das Einölen ist venverflicb und bindert nur die Verklebimg, ebenso sind drob ende Einstichbewegungen zu vermeiden, denn sie baben Quetscbung zur folge. Nach gescbebenem Einstiche wird das Stilet zurückgezogen, die Kanüle aber liegen gelassen, bis der Zweck erreicht ist; das Abfliessen geschieht nach dem bekannten hydrostatischen Gesetze, wonach die Ausflussiitl'nung der Hülse niebt niederer, sondern etwas höber zu stellen kommen soll, als die Einflussötinung, im andern Ealle würde Luft naebtreten und so den Abfluss stören. Notwendig ist grosso Ueinlicbkeit, Abwaschen, Desinfizieren und Scheren der Haut, Einlegrii besonders der Kanüle in antiseptisebe Flüssigkeiten.
l\
[_) Der Aspirator.
Um den schwierigen Abfluss von Flüssigkeiten aus tiefer'liegenden Geweben, mehrkammerigen buchtigen Höhlen, Gelenken, Sehnenscheiden zu erleichtern und zu sichern, Gase aus eingeklemmten Därmen zu entleeren oder um zu erfahren, ob z. B. in Geschwülsten Flüssig­keiten u. dgl. enthalten sind, erweist sich, wie schon oben erwähnt wurde, der gewöhnliche Trokart häufig nicht ausreichend, man war daher seither auf das Messer oder Haarseil angewiesen. In neuerer Zeit verfährt man in ungefährlicher Weise in der Art, dass man feine Hohlnadeln in das Gewebe, in die betreffende Höhle steckt, das Ver­stopfen derselben aber dadurch vermeidet, dass man an sie ein Pump­werk befestigt, welches die Flüssigkeit mittelst einer Saugvorrich­tung kräftiger anzieht, d. h. durch Herstellung eines starken luft­verdünnten Raumes aspiriert.
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Allgemeine Operationsielire.
Von diesem Prlnzipe ausgehend, den atmosphärischen Luftdruck
zur Entleerung' von Flüssigkeiten und Gasen chirurgisch zu verwerten, hat man verschiedene sog. Asp i rat eure konstruiert, die brauch­barsten sind die von Dieulafoy und von Po tain. Ersterer (Traite de Taspiration des liquides morbides. Paris 18S1) hat das Instrument 1873 angegeben, es steht aber auch das von Potain in tierärztlichem Gebrauch.
Fig. 117, Aspirateur von Dieulafoy.
Der Stempelstiel in dem Glascylinder hat bei A (Fig. 117) eine Kerbe, welche beim Herausziehen des Ersteren unten an der Schraube hei B eingreift, so dass er durch eine kleine Drehung von links nach rechts hier fixiert werden kann. Auf dem Messingknopf des ohern Deckels sitzen Yförmig zwei hohle, mit Hahnen verschliess-Imre Ansätze, in welche je ein Gummischlauch aufgestülpt wird und von denen der rechtsseitige mit einer Hohlnadel versehen und in den betreffenden Teil eingestochen wird. Schliesst man jetzt beide Hithne und zieht den Stempel zurück, so wird alle Luft im Glascylinder ausgezogen, der Stempel geht daher nur unter Anwen-
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Der Aspirator.
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dung grussercr Kraft zurück und würde alsbald wieder vorsclmappen, wenn er nicht bei H (oberhalb des Griffs) in der Kerbe festgehalten würde (Aspirateur ä encoche). Ks ist nun leicht begreiflich, dass beim Offnen des rechtsseitigen Hahnens die Flüssig­keit aus dem'betreffenden Gewebe oder der Höhle mit Macht via Nadel und Schlauch in den relativ luftleer gemachten Cylinder eingesogen wird, um von hier in den links­seitig eingebrachten Schlauch, nachdem dieser Hahn erst geöffnet und jener rechts geschlossen wurde, ausgespritzt zu werden. Zu diesem Zwecke dreht man den Griff in umgekehrter Richtung, d. h. von rechts nach links, um den Stempelstiel aus der Kerbe bei B zu befreien. Umgekehrt kann auch die Flüssigkeit von aussen links in den Cylinder eingesogen und von hier durch die Nadel in das Gewebe injiziert werden, es kommt also alles auf die richtige Stellung der Hähne an.
Eine Verbesserung dieses Aspirateurs ist in neuerer Zeit dadurch angebracht worden, dass statt der beiden Hähne nur ein einziger Hahn thätig ist, der aber eine doppelte Durchbohrung hat und beide Höhren reguliert.
Der Apparat, welchem mehrere verschieden dicke Hohlnadeln heigegeben sind, arbeitet sehr präzis und gefahrlos, so dass Ansamm­lungen auch zäher Flüssigkeiten, gleichviel in welchen Organen (Xie-lenken, Abszessen, Darm, Blase, Brust- und Bauchhöhle u. s. w.) und gleichviel, wie tief sie liegen, leicht entfernt werden und können auch die Hohlnadeln (Durchmesser von 0,5—2 mm) für diagnostische Zwecke überall, selbst in Leber und Milz ohne Zagen eingestochen werden, es ist jedoch darauf aufmerksam zu machen, dass der Nadelschlauch nicht zu lang sein darf, damit er durch den aussein, sich stark fühlbar machenden Luftdruck nicht komprimiert werde; ebenso muss der aspiratorischen Entleerung der betreifenden Höhle durch Druck von aussen mittelst der Hände Vorschub geleistet, bezw. bei Stockungen im Abfluss die Nadel geräumt oder etwas zurückgezogen werden, falls ihre Mündung der Höhlenwand dicht anliegt.
Der Aspirateur von Po tain beruht auf demselben Prlnzipe, nur münden die beiden Gummischläuche statt in die Spritze in eine leere Glas f las ehe, welche durch eine an dem rechtsseitigen Schlauche angebrachten Spritze zuvor luftleer gemacht ist. Bei dem obigen Aspirator wird die Spritze luftleer, wenn man den Stempel bei ge­schlossenen Hähnen aufzieht, worauf die betr. Flüssigkeit von selbst in den Spritzenraum hereintritt. Für kleinere Abszesse, Ansamm­lungen von hydropischen Flüssigkeiten bei Hunden, Gasanhäufungen in einem Darme bei Brüchen u. s. w. kann übrigens auch ganz wohl eine gute Pr.ayaz'sche Spritze verwendet werden. Seine Haupt Ver­wendung findet der Aspirator zur Zeit nur noch bei serösen Ergüssen in grösseren Gelenken und bei der neuritis (siehe Bruststich). Es ist selbstverständlich, dass alle genannten Instrumente vor und nach dem Gebrauche desinfiziert werden.
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I 26nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; AllgeiiieiiH' Dperatiouslchre.
Üble /ufiillo können dadui'ch vorkommen, laquo;lass die Entleerung durch bei­gemischte geformte Bestandteile, Fibringerinnsel, Qallertäocken, nekrotisierte Qewebs-fetzen illusorisch gemacht wird, letztere in der Höhle zurückbleilion, Uccidive ver­anlassen, sowie dass, wie bei kräftiger Aspiration, Blutgefüsse in der Wandung der Krankheitsherde bersten. Gute Erfolge sind bei Tieren bis jetzt hauptsächlich bei Wassersüchten, Pleuritis, Gallen, eitriger Synovitis u. s. w. erzielt worden, denn nicht allein die Entleerung übler Sekrete ist von grösster Wichtigkeit bei Ilciluii); der genannten Zustände, sondern auch die Ausspülung solcher Höhlen durch Injek­tion antiseptischer Flüssigkeiten.
Ligaturen.
Die Uaterbindung, Ligatur, bestellt im Zusammeuscluiüreii
und Abbimlen von Gewebs- oder Körperteilen, welchen man durcii Zerquetschen der (iefiisse die Nahrung entziehen will, um sie auf un­blutigem Wege zu entfernen, d. h. mit Stumpf und Stiel auszurotten.
Sobald die Gefässe der Haut und der unter ihr liegenden pathologischen Gc-websmassc zusammengeschnürt werden, thrombosieren sie und sowohl der Zutluss als Abtluss von lilut hört mehr oder weniger auf. Die nächste Folge ist dann die Entstehung einer mechanischen Entzündung der ganzen Umgebung der Trennungs­linie, welche sich jedoch bald demarkiert und Gangräneszenz des betroffenen Ge­webes (anämische Nekrose seitens der arteriellen Gefässe, venöse Aufstauung, globu-lose Stasc der Gapillaren, Anhäufung von GOj im stehenden Blute und lineares Absterben desselben) nach sich zieht. Ein solches Gewebe stösst sich dann durch nachfolgende Eiterung ah und die jetzt eintretende (Granulation führt zu einer regelrechten Vernarbung der Exstirpationsstelle. Öfters wird jedoch einzig der Verschluss von Blntgefässen beabsichtigt, ein Verfahren, das bei der Blutstillung speziell abgehandelt werden wird und zum Unterschied von dem Abbinden die Unterbindung genannt wird.
Das Ligaturmaterial besteht meistens aus Fäden von Hanf oder Seide, aus gewöhnlichen gewichsten Bindfäden oder Schnüren (Kastrierschntiren) und kommt viel auf die Dicke derselben an. Dünne schneiden gern in unerwünschter Weise ein, schnüren zu frühzeitig ab oder brechen und dicke Schnüre zielten die Nekrotisierung allzu­sehr in die Länge, indem sie sich nicht energisch genug um die stark widerstandsfällige elastische Haut der Gefässe anschliessen, je nach der Auswahl der Schnüre dauert daher die Trennung des Gewebes verschieden lang, in der liege] mindestens einige Tage, unter Um­ständen auch mehrere Wochen. Äusserdem kann das Operationsmaterial auch aus Metallschlingen oder elastischen Schnüren bestehen.
Abbinden mit Schnüren. Die Schlinge wird um den be­treffenden Teil dicht angelegt, die beiden Enden möglichst stark an­gezogen und dann mit den Fingern geknotet, lliezu wählt man die einfache chirurffische Schlinge oder die sog. Kastrierschlinge, welche
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Ligaturen.
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beide aus der Chirurgie bekannt sind und sicli dadurch auszeichnen, (lass ein Nachlassen der einschnürenden Schlinge so lange verhindert wird, bis der Knoten geschürzt ist.
Am einfachsten geschieht dieses Abbinden, wenn der Teil nur geringen Umfang hat oder die Geschwulst gestielt ist. um jedoch das Abtaulen zu beschleunigen und die nur schwach komprimierten Geftlsse In der Tiefe in wirksamer Weise zu erreichen, wird nacli 1—2 Tagen oder schon früher eine zweite Schlinge in der Art in die Rinne eingelegt und angezogen, dass die frühere Ligatur nunmehr locker wird. Manchmal ist die Geschwulst schwer mit den Fingern erreichbar, öfter auch Kar nicht, man hat daher sog. Schlingen-fülirer konstruiert, ähnlich wie in der Geburtshilfe, es sind dieselben gegenwärtig jedoch nicht mehr im Gebrauch und durch den Ekraseur, liezw. die Kettensflge (s. diese) ersetzt worden.
Perkutane Ligatur. Die Schlingen sind zu wenig wirksam oder Kar nicht bei breiter Basis des zu entfernenden Teiles, die auch zum Abgleiten der Schnüre Veranlassung glebt. In solchen Fällen muss entweder die Haut ringsum durchschnitten und die Schnur in das unterliegende Gewebe eingeschleift werden — subkutanes Durchtrennen, oder man verhindert das Abgleiten durch Einstechen von Nadeln quer in den Grund der Geschwulst und lässt die Enden vorstehen, über welche dann die Schnüre zu liegen kommen. Die eigentliche perkutane Unterbindung besteht indes darin, dass man die Neubildung in zwei Teile teilt, zu diesem Hehufe eine doppelte Schnur mittels einer Nadel mitten durchsticht und dann jede (ie-schwulsthälfte nach rechts und links für sich abbindet; in dieser Weise müssen solch breitbasige Gebilde oft drei- und vierfach abgeteilt und umschnürt werden (Ligature en masse, künstliche Stielbildimg).
Wesentlich bei all diesen Ausi'ottungaarten ist es, den abzutrennenden Teil durch Ilaken oder Zangen stark von der Unterlage abzuziehen, um ihn so vollständi.u' als möglich unterfangen und ekrasiereu zu können. Nach kürzerer oder längerer Zeit ist dann die Geschwulst in ihrem Innern je nach dem Vorschreiten der Throin-bosierung abgestorben, so dass sie scliliesslicb brevi manu vollends durchgeschnitten werden kann: immerhin dauert dieser Mortiflkationsprozess lange Zeit und eben dieser Umstand, sowie die Jauchung und der ühle Qerucb sind die Schattenseifen des (tperalionsverfahrens.
Elastische Ligatur. Die oben angegebenen Abbindungsmetho-
den leiden an dem Übelstande, dass die Ligaturen von Zeit zu Zeit neu angelegt und fester angezogen werden müssen, wodurch nicht allein viel Schmerzen, sondern auch verMltnismttssig viel Zeit beansprucht wird, man zieht daher jetzt (quot;in anderes Unterbindungsmaterial und
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Allgemeine Operationslehre.
zwar in Form von (iimimisträngen vor. Am besten sind die soliden, elastischen Schnüre (Gummlpfriemen), die man In stark ausgedehn­tem Zustande ein- oder mehreremal umlegt und dann knotet oder bindet. Der Strang schnürt noch, auch wenn er schon eingeschnitten hat, die Kompression ist daher eine andauernde und erweisen sich dünnere Schnüre mehr einschneidend als dickere. Röhren von (iummi enthalten Luft, die gepresst wird, sind daher unzweckmässig.
Bei der elastischen Ligatur kann man auch den Strang an dem einen Ende festhalten, dicht um den betr. Teil umlegen und dann das andere Ende stark anziehen, um es in diesem ausgedehnten Zustande umzuwickeln und dann zu knoten oder besser unter der letzten Tour eine Hanfschnur quer unterzuschieben und beide festzubinden. Stehen nur Gummiröhren zur Verfügung, spaltet man diese der Länge nach in der gewünschten Dicke. Die Schlinge bleibt liegen, bis die Durch­trennung erfolgt ist, das Verfahren ist sehr einfach, zeitsparend und passt besonders zum Trennen gefässreicher Teile. Beim Absterben erfolgt keine Blutung, da die (Jefiisse schon vorher geschlossen wer­den, die Heilung erfolgt durch Granulation.
Der Ecraseur.
Statt der Schnüre können auch ausgeglühte Metalldrähte (Messing. Kupfer, Klavierdrähte) verwendet werden, die Enden lassen sich jedoch weniger gut befestigen, zweckmässiger sind Metallstränge mit ketten­artigen Gliedern und hat diese Erkenntnis zur Konstruktion des Ecraseurs geführt (Chassaignac 1885). Die stumpfrandige stählerne Kettenschlinge wird durch Hebelwirkung in die Metallkanüle einge­zogen, wodurch sie immer kürzer wird und so die in sie gebrachte Geschwulstmasse allmählich samt der Haut unblutig abquetscht (ftcra-sement circulaire). Das Charriere'sche Instrument wird durch Schraubenwirkung (am (iriff unten mittelst des Flügels, Fig. 118) in Bewegung gesetzt und ist ähnlich zusammengesetzt der Ecraseur von Euer, der sich zerlegen liisst. Der französische Drahtecraseur besitzt zur Verkürzung der starken Drahtschlinge eine Welle, der von Meyer und Meltzer eine Flügelschrauße und feineren Draht. Der Ecraseur .,Simplexquot; ist nur mit einer Schraubenspindel versehen und lässt sich durch /erlegen leicht desinfizieren.
Je langsamer das Durchquetschen erfolgt, desto mehr können die Blutgefässe thrombosieren, ehe sie getrennt werden, man muss sich daher Zeit lassen und sind zu jeder Umdrehung oder Hebelwirkimg
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Sägen,
15—;;o Sekunden notwendig, Massigere Teile werden in zwei Hälften geteilt und je besonders abgetrennt,
Am zweckmässigsten lässt sich der Kcra-seur für Neoplasmen aller Art, für schwer zugängliche Polypen der verschiedenen Schleim-hautkanille verwenden, sowie für Kröpfe, ent­artete Samenstränge, zur Abtragung des Penis, '; der Clitoris (Amputation seclie) u, s. w. Bei mehr massigen Teilen ist das vorherige Durch­schneiden der Haut sehr anzuraten, um den Trennungsprozess sowohl, als die Schmerzen abzukürzen, ebenso können Blutungen nicht immer ganz vermieden werden, wenn es sich um grössere, d, h, schon mit teigrosse Arterien handelt. Aus diesemquot; Grunde hat sich das Kas­trieren männlicher Tiere durch den Quetscher nicht bewährt, desto besser aber die Entfernung der Ovarien, auch lässt der Helltrieb der Quetsch­wunden merkwürdigerweise in der Kegel nichts zu wünschen übrig. Dasselbe gilt von dem Konstrikteur Maisoneuves und dein Drahtseil-Kcraseur l'eans.
Sägen.
Fig. 118.
Hiebe! kommen nur k n ö c h e r n e Teile in Betracht, welche auf andere Weise schwer in ihrer Kontinuität zu trennen sind: nur kleinere Knochen oder solche junger Tiere lassen sich durch starke .Messer (Knochenmesser) oder durch die Knockenschere schneiden und geschieht dies am besten in der Nähe der Kpiphvsen.
Von einer guten Knochensäge, welche Bogen- oder Blatt­säge sein kann, verlangt man. class die gleichschenklige oder recht­winklige Dreiecke bildenden Zähne nicht zu lang oder schmal und deswegen schwach sind, die besten Sägen sind dabei' Jene, welche kurze aber breite Zähne haben und die gleichmässig hoch auf der ganzen Schneidelinie stehen, d, h. nicht Über 3 und nicht unter 1 mm.
Die Stichsäge. Bei der gewöhnlichen, an der Spitze schmäler auslaufenden Stichsäge, welche die einfachste von allen ist und auch an die Stelle aller Bogensägen treten kann, stehen die Zähne in doppelter Reihe (Fig, 119) und ist das Blatt so schmal, dasa man
Her 1 ng's Operatlontlehroi VI. And.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; lt;)
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Allgemeine Operatlonslehrei
bequem selbst in engere Kiuiiilc eingehen kann. Die Sllgen wirken liauptsttchlich (lurch Zug und nur mit ge­ringem Druck, es findet daher auch nicht, wie bei den Weichgebilden ein Auseinanderdrttngen der zu tremaenden
Teilchen statt, es müssen jedoch die Zähne etwas breiter sein, als die Dicke des Blattes., um das Hin- und llei-reilien desselben oder ein Kinklainmern in die Furche zu verhindern; /u diesem /wecke werden die Zahnspit/en leicht nach rechts und links ausgebogen (Schränken der Säge). Die Stichblattsägen sind etwas breiter und am Kücken durch einen einschiehharen Metallkamm ver­stärkt. Für gewöhnlicll kann auch der gewöhnliche Fuchs­schwanz dienen oder eine Bogensäge, wie sie von den Holzarbeitern gebraucht wird. Das Periost wird vorher durchgeschnitten,
Die Kettensäge (Fig. 120) ist Jetzt wesentlich ver­bessert und daher ein brauchbares und bequemes, allerdings seltener notwendiges Instrument. Sie lässt sich bei der grosseil Beweglichkeit und der schmalen Kette überall leicht anbringen und durchführen, wo für andere Sägen es an Raum gebricht. Ihre Kette setzt sich aus vielen kleinen, beweglich unter einander ver-Fig. 119. bundenen Gliedern zusammen, welche aus dünnen und doch starken Stahlplatten bestehen und am untern Rande fein und dicht ffezähnelt sind. Man führt das eine Ende der vom Handgriff ent-
^^
Fig. 120. Kettensäge.
blössten Kette mittelst einer eingefädelten Nadel um den betr. Teil herum und hängt den (irifl wieder ein. Kettensägen können Dienste
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Die Sprltzetiinbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; i;\[
leisten insbesondere zur Entfernimg von Osteomeu, zur Amputation von Klauen, ganzen Kxtieinltäten. zu manchen Zahnoperationeu und Resektionen. Im Notfalle lassen sie sich durch Laubsägen oder Loch-sttgen ersetzen.
Peilen. Raspeln. In der Tierheilkunde kommen die liie/.u notwendigen Instrumente nur liei Hufen und nnregelmiissigen Ztlhnen in Anwendung (s. Zahn-Feilen).
V Die Spritzen.
Durch die verschiedenen Spritzen will man in der Chirurgie die Wundflächen' rein halten und soll dies (nicht wie beim Abwaschen oder Abtupfen) hauptsächlich dadurch bewerkstelligt werden, dass die reini­gende Flüssigkeit abspülend einwirkt und auch in enge Kanäle reicht.
Solche Wundspritzen bestehen meistens aus Zinn, jedoch wird auch Hein. (Jlas verwendet, sowie Messing, Neusilber, Nickelkupfer. Maillechort und gegenwärtig vielfach auch das Hartgummi, welches leicht, dauerhaft, billig und sehr glatt ist, somit die sorgfältigste Reinigung gestattet und ausserdem seihst ätzenden Flüssigkeiten wider­steht: dasselbe ist mit (das der Fall. Letzteres muss stets der Zer­brechlichkeit wegen an Schraube und Ausatz armiert werden, was meist durch Metall oder Hartgummi geschieht, zum Schütze des (ilascvlin-ders auch mit ;:4 senkrecht stehenden Saiden aus .Metall. Verwend­bar sind nur solche Spritzen, welche sich auch durch Kochen desin-tizieren lassen, die Montur darf daher nicht mit Kitt u. dgl. an den Spritzencylinder befestigt werden, sondern durch Gewinde. Heim Kochen, welches zeitweilig zu geschehen hat. wird der Stempel mit dem Dichtungsring, der entweder aus Leder oder Gummi besteht, erst ausgezogen, das Fett, desselben mit Aether entfernt und dann der Stempel einen Tag lang in Formalin n. dgl. gelegt.
Der frühere Übelstand des bald notleidenden luftdichten Ver­schlusses ist Jetzt meist durch besondere Vorrichtungen, Asbestringe. Gummiringkolben n. s. W. beseitigt. Näheres s. im Kapitel Injektion.
Die Hartgummicylinder sind wenig haltbar und auch die birnförmigen Ballonspritzen lassen an Dauerhaftigkeit zu wünschen übrig, die Kautschukhirne wird bald lahm.
Irrigatoren.
Derselbe /weck wie durch die Spritzen wird bei Wunden da­durch erreicht, dass man ein Gefäss, an dessen Hoden eine Ottnunu
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i:
Allgciiicine Oiierationslelnv.
mit röhrenfönnigein Ansatz augebracht ist und über welchen man ein (Inmmiroiir anstUlpt, das am andern Ende ein Mundstück mit feiner Alisgussöffnung besitzt, mit Wasser füllt und so die Wunde überrieselt (irrigiert). Dieser einfache Apparat ist unter dem Namen
Irrigator (Ii'rigateur) bekannt und dadurch ausgezeichnet, dass die Flüssigkeit aus dem (iefasse durch ihre eigene Schwere anstliesst. Gegenüber der Spritze wird mit dem Instrument der Vor­teil erreicht, dass man die abspülende Wirkung des Wasserstrahls je nach dem Tiefer- oder Höherhalten des Gefässes besser in seiner Gewalt hat und die Manipulation überhaupt einfacher ist. Der Irri­gator, wie er 1862 von Ksmarch angegeben worden und auch zum Klvstieren von Mensch und Tier benutzt wird, ist jetzt fast überall im Gebrauche. Er wird entweder von einem Gehilfen in der gewünsch­ten Höhe gehalten oder auf einen erhöhten Gegenstand gestellt, bezw. gehängt. Der Strahl kann in letzterem Falle dadurch reguliert werden, dass man den hinreichend langen (iummischlauch mehr oder weniger krümmt, mit den Fingern zudrückt oder mittelst eines Quetschhahnes aus Draht, bezw. eines drehbaren Hahnes aus Hartgummi entsprechend schliesst. In Ermanglung fies Apparates kann man sich in der Land­praxis den Irrigator dadurch sofort improvisieren, dass durch einen gewöhnlichen irdenen Milchtopf am Hoden ein kleines rundes Loch geschlagen wird; aus der nur 1—2 mm weit gemachten Öffnung strömt die antiseptische Flüssigkeit von selbst aus. Für gewöhnlich bestehen die Wundrieselnngsgefässe aus Eisen- oder Zinkblech, der besseren Reinhaltung wegen zweckmassiger aus hellem (das. Die Röhren sind gewöhnlich schwarzer Patentgummischlauch, die Kanülen (Mundstücke) aus Holz, Hartgummi. Hein. Zinn oder (das.
Die Erfahrung hat gelehrt, dass die Überrieselungen nur dann von Wert sind, wenn sie sich auf das Notwendigste beschränken und so sanft als möglich geschehen. (Wnnddouche, Rieselbad). Dringt die Flüssigkeit in das (iranulationsgewebe ein, wie bei öfterem Abspülen nicht anders möglich, so wird die Wiederherstelhmgsfiihig-keit und damit die Heilung verzögert, jenes Gewebe gerötet und ge­schwellt. Nur lockere Gerinnsel und der (sich bald zersetzende) Eiter brauchen weggespült zu werden, am wenigsten die dünne Decke des leicht infiltrierten geronnenen Blutes, denn das aseptisch gehaltene Granulationsgewebe dringt in diese ein und zwingt sie zur Resorption.
Eine aseptische Wundfläche erkennt man daran, dass auf der Wunde sclion nach eiiiilt;ren Tagen sich lichtrosarote Fleischwärzchen entwickeln, welche mehr und mehr ein y.usammenhiingemles Stratum hilden, das von einer Plasma-
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Tasclien-IiTigatoi'.
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schiebt bedeckt ist und mil' spftrliohe emigrierte weisso Blutzöllen (Eiterköiperclien) enlliiiltcn und daher durchselieinend sein soll; jede zellenreichere Sekretion darf nicht luit'koinmen, oder muss ihr spontaner Ahfluss verschafft werden. Nachdem die Sekretion bei jeder Wunde eine verschieden starke ist, kann auch nicht strikte an-jregeben werden, in welcher Zeit die Irrigation wiederholt werden muss, die he-treffende Wundfläche selbst giebt vielmehr die nötigen Anhaltspunkte. Wird nämlich die Plasraasohlcht undurchsichtig oder gar gelblich, zeigen die Granulationen eine MlssfarbC) d. h. stechen sie ins Grane oder Gelbe oder treten kleine (kapiUäre) lliimorrhagien auf, so hat man das beste Zeichen, dass nunmehr der aseptische Wundverlftuf aufgehört und die Antiseptik von neuem zu beginnen hat.
Fig. 121.
Filaquo;. 1^2.
Besonders zu beachten sind beim ÜbeiTieseln alle Vertiefungen und Ausbuchtungen, welche dem Wundsekret heimlichen Aufenthalt gestatten und deswegen von dem Irrigationsstrome nicht getroffen werden, es muss somit auch mit dem Messer in der Hand reguliert und nachgeholfen werden, um keinerlei Sekretaufstauungen aufkommen zu lassen.
Taschen-Irrigator. Einfach und praktisch ist der in einem Wachsleinwandbeutel transportable Apparat Fig. 121, bestehend in einem Qnmmipft'opf, durch welchen eine Gummiröhre hindurchgeht und aus welcher die Irrigation leicht geschehen kann. Da der Ope­rateur Sublimatpastillen bei sich trägt und überall eine Flasche zu
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i;))
Allgemeine Openttionslelire
liaben ist. kanu tlle antiseptische Wuiuli'ehilgung auch auf raquo;lem Lande vorgenouuneu weiden. Fig. 122 stellt einen sehr bequemen Quetsch-liahnen dar, durch den der Gummischlauch eingeführt wird.
Alphaapritze. Hie ist ebenfalls bnmclibar und besteht in einem eifjentüm-lich gefalteten Schlauch mit Hartgummikiuiiile auf der einen und einem Drucklmllon auf der lindern Seite, deren Gummirohr in die betr. Flüssigkeit gelegt wird. Der 1 in lange Sangeschlaucli hat das Bestreben, vermöge seiner Fältelung im gefüllten Zustand immer wieder sein vorheriges Volumen anzunehmen, er, übt daher auf die in ihm enthaltene Flüssigkeit einen fortwährenden Druck aus, wodurch diese in einem jjleichmässigen ununterbrochenen Strahle ausfliesst. Kin leichter Druck auf den Uallon erhält den Apparat in Thätigkeit.
Der Handspray, Zertäuber. Fig. i 23. .Man will mit dem­selben eine antiseptische Flüssigkeit anstatt in einem Strahle in Form
Fig. 12i5. Sprayapparat von Bichardson.
eines feinen X eh eis (Spray) über die AVundfläche und deren Nach­barschaft ausbreiten und zugleich auch die umgebende Luft desinfi­zieren. Man gebraucht den Spray nur ausnahmsweise, in geschlossenen itiiumen. in Stallungen kann er indes sehr nützlich sein (kalte Pulveri­sation des quot;Wassers).
Badesch-wämme. Die Irrigation hat die Badeschwämme zur Reinhaltung ziemlich oder ganz entbehrlich gemacht, was nicht zu be­dauern ist. Sie sind teuer und ohnedies schwer von Bakterien frei zu halten, man muss sie daher nach Jedem Gebrauche so lauge in warmem Wasser kneten und ausdrücken, bis dieses klar und farblos abläuft, worauf sie mit Karbolwasser befeuchtet sorgfältig aufbewahrt werden. Zum Gebrauche werden sie stets aus Karbol- oder Sublimat-
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Allgemeine Vei'baiilt;llelire.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Hif)
wasser geuouuneu. Neue Sclnvämme befreit man dui'cli Ausklopfen von Sand, weicht sie einige Tage in l % igoin Sodawasser, presstdann aus und scliwcnmit mit einer lieissen antiseptischen Flüssigkeit gut ab. Kochen ertragen die Sclnvilmme schlecht, ebenso Säuren.
Allgemeine Verbandlehre. Desmologie.
Von jeher war man bestrebt, verletzte oder sonst dusserllch kranke Teile zu umhüllen, zu verbinden und ist der leitende (le-danke der gewesen, hestiminte Stoffe aufzulegen, welche sowohl einen direkt heilsamen Kintluss ausüben als auch zugleich alle äusseren schädlichen Kinflüsse (Verunreinigung, Reiben, Lecken. Nagen) von der kranken Stelle ferne zu halten. Solche Heil- und Schutzmittel mussten dann auch entsprechend festgehalten werden und so kam jenes kunstgerechte Verfahren zu stände, welches man als einen chirurgischen Verband bezeichnet. In bestimmten Füllen will man nur einem Körperteil mehr Stütze verleihen (Haltverband), einen gleichmässlgen und andauernden Druck ausüben (Kompressionsver-band) oder man beabsichtigt, dem betreffenden Körperteile eine be­stimmte Position zu sichern (Lagerungsverbaud). In andern Fällen soll das Gegenteil erreicht werden, ein Körperteil soll von dem andern abgeschlossen oder wenigstens von ihm entfernt werden (Eliminations­verband), bezw. will man ihn in absolute Uuthätigkeit versetzen, un­beweglich machen (Fixierungsverband, Imobilisierungsverband).
Im allgemeinen lassen sich diese /wecke gut erreichen, das Verbinden kranker Teile hat indes in der tierärztlichen Chirurgie nicht jene ausgedehnte Anwendung linden können, wie in der menschlichen.
Bei der Eigentümlichkeit der Verwendung der Tiere, ihrer ge­ringen Intelligenz und der Unmöglichkeit, ihnen liulie zu gebieten, bezw. einzelne Körperteile Völlig imbeweglich zu erhalten, ist es oft schwierig, einen regelrechten Verband oder überhaupt einen solchen anzulegen und kommt dazu noch der weitere Umstand, dass mir an jenen Körperteilen, welche wie die unteren Extremitäten eine mehr cylindrische Form besitzen, ein Verband haftet. An den meisten übrigen Stellen des Körpers müssen künstliche Stützpunkte zur Be­festigung der Verbände zu Hilfe genommen werden, wie z. B. das Auf­legen von Qeschirrstücken, Rücken- und Bauchgurten, Schwanzriemen u. dfd. Indessen hat die Neuzeit weitere Mittel und Wege geschaffen.
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Allgemeine Operationslehre.
um den Anforderungen eines zweckmftsslget Verbandes besser nach­kommen /u können, igt;ls dies in früherer Zeit der Fall gewesen. Schwierig­keiten aller Art bleiben aber nicht aus. insbesondere wenn man auch mit Widersetzlichkeiten seitens der Tiere zu kämpfen hat. vielfach kommt es daher vor. dass die Tierärzte lieber auf einen Verband ver­zichten und zur offenen Wundbehandlung schreiten. Kein Verband ist stets besser als ein schlecht anliegender oder verschieblicher.
Das zum Verbinden nötige Material kann man der Übersicht­lichkeit wegen in solches einteilen, welches
1.nbsp; nbsp;unmittelbar auf die Haut, be/.w. auf die verwundete Stelle derselben zu liegen kommt, deren Sekrete aufzunehmen hat oder zum Polstern dient — Deckmaterial, und
2.nbsp; nbsp;welches dieses festzuhalten geeignet ist oder sonst eine mechanische (meist Druck-) Wirkung auszuüben hat — Bindematerial.
Zu dem ersteren Verbandzeug gehören weiche hydrophile Stoffe, die sich gut anschmiegen, wie Werg. Jute. Baumwolle; zu den letzteren die chirurgischen Binden und Klebstoffe.
Deckmaterial. Die Verbandstoffe.
An dasselbe muss
in erster Lüde die Anforderung gestellt
werden, dass es nicht bloss weich, gefügig, elastisch, sondern auch porös sei. gute Saugkraft besitze, d. h. durch Harnröhrchenanzieluuig Feuchtigkeit aufzunehmen und festzuhalten befähigt sei. In zweiter Linie hat das Deckmaterial auch den Zweck, nach aussei! der Wunde als Schutz zu dienen. Ausserdem muss alles Verbandmaterial frei von .Mikroben sein (die Desintiziermittel s. unten bei der antiseptischen Wundbehandlung). Als Deckmittel stehen folgende in tierärztlichem Gebrauche:
Werg, Abwerg. Die spinnbare Bastfaser des Hanfes oder besser des Flachses. quot;Werg muss gut gereinigt und durchgehechelt, auch frei von holzigen Teilen sein. Fs passt nur zum Polstern, zum Wundverband sind die Bastfasern zu grob und dickwandig, um eine genügende Attraktionskraft auf Flüssigkeiten ausüben zu können. Das Polstern geschieht in kleinen Wicken, Bauschen (Tampons) oder in grösseren Kuchen oder Kissen (Plumasseanx). Werg ist überall zu haben, muss aber nötigenfalls vorher gekocht oder mit einer des­infizierenden Flüssigkeit getränkt werden. Für grössere Deckverbände ist Baumwolle zu teuer.
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Jute. IJaumwollc. Ga/.o.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ],-!7
Jute. Die .spimilmic Bastfaser des Indischen Flachses (haupt-silchlich Corchorus textills) ist weicher, wolliger, mehr hohl, daher saugkräftiger und dem Werg voi'zuzlehen, sie bildet daher jetzt auch ein beliebtes, nicht teures Deckmaterlal in der tierärztlichen Wund-bellandlung. Jute wird stets t'euciit aufgelegt, trocken absorbiert sie schlecht und schmiegt sich auch ungenügend den Körperforraen au. Man erhält Jute in 3 Qualitäten, gebleicht cardiert. roll cardiert und gerehiigt (unprftparlert). Flachs leistet älmliche Dienste in Form von Bündeln, welche erst ausgekocht, in reinem Wasser gewaschen und nach dem Trocknen aseptisch gemacht werden.
Baumwolle. Gereinigte und entfettete Watte. Sie ist noch welcher, zarter, elastischer als Jute und besitzt grosso Kapilla­rität, ist daher eines der geschätztesten Verbandmittel der heutigen Chirurgie, da sie zugleich ein vorzügliches Luftfilter für alle Bak­terien darstellt. Man erhält sie in 2 Qualitäten, in Hallen gepresst. Sie ist in entfettetem Zustande käuflich, was ihre Absorptionskraft wesentlich erhöht. Man erhält auch mit Desinfiziermitteln impräg­nierte Watte (Karbolsäui'e, Borsäure. Salicylsäure. Sublimat u. s. \v.), die jedoch teuer ist und nicht sehr zuverlässig. Das unangenehme Verkleben der Baumwollfaser mit der Wundfläche kann durch eine einfache Zwischenlage von weicher Gaze verhütet werden. Watte wird bei Operationen auch zu den Tupfern verwendet, ist jedoch teurer als Jute.
Gaze, Mull. Siehe unten bei Bindemnaterial. Gaze 1st über­aus brauchbar, billig und jetzt zum Wundverband unentbehrlich ge­worden.
Holzwolle. Durch Abschleifen weichen, astfreien Fichtenholzes an Steinen gewonnen. Sie ist ebenfalls wohlfeil, dabei locker, schwammig, entfaltet in feuchtem Zustande grosses Saugvermögen und hat sich Jetzt allerwärts bewährt. Käuflich ist sie gewöhnlich mit 0,5 Prozent Sublimat oder 2—10 Prozent Kreolin getränkt. Vermengt mit Ver­bandwolle bildet sie die
Holzwollwatte, welche 80 Prozent Holzwolle und 20 Prozent BaumWoile enthält und weniger klumpt. Mit Vorteil legt man vorher (.laze oder Organtin (s. Bindenmaterial) auf die Wundfläche, welche dann leichter zu reinigen ist. Für Holzwolle sind besondere Subli-matgazesäckchen käuflich. Sie eignet sich besonders zu Verbandkissen und ist wegen ihres Gehaltes an ätherischen Stoffen ziemlich keimfrei.
Torfmoos (Verband-Torfmull) von mehreren Sphagnumarten ist ebenfalls sehr brauchbar und besitzt grosse Aufsaugungsfahigkeit: es
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Allgemeine Oi)eratioi)slehre.
muss faserig, wollig, pulverig sein und wird in Sublhuatwasser aus­gedrückt. Dasselbe jiilt von der Moospappe (koniprimlertes und sterilisiertes Moos). Ks glebt der Wuudfläche ein unreines Ansehen, das durch vorheriges Auflegen von Organtin vermieden wird. Torf­wolle d. Ii. zerrissenes, aber noch gusauunenhilngendes Torfmull ist etwas leichter, wird aber wenig gebraucht,
Ohne Dcekmittel giebt es kaum direkte lleiliinlt;r, denn alle Feuchtigkeiten^ vornehmlicli Blut und Sekrete sind neben den Mikroorganismen die Hauptfeinde der Wundheilung, Relative Trockenheit begünstigt letztere sehr (kümmerliche Er­nährung der Bakterien) und bewirkt schon Narbung ohne medikamentöse Nachhilfe,
Zum Trockenlegen wird jetzt allgemein Jute oder quot;Watte in Form von Tampons verwendet.
Bindenmaterial.
Zur Befestigung des Deck-, Aufsauge- und Polsterzeugs dienen die Binden (Fasciae). Sie werden insgesamt aus gewebten Stuften hergestellt, wozu die verschiedensten Textilprodukte gewählt werden können. Am gewöhnlichsten gebraucht man Leinwand, Baumwolltuch und (iaze. Für bestimmte Fälle bedient man sich auch stärkerer Binden von Segeltuch oder des massiven Kautschuks in Form von elastischen Binden, bezw. des Gummischnürzeuges,
Bei der Auswahl genannten Materials kommt es hauptsächlich auf den Umfang des zu verbindenden Teils an, den Grad des zu über­windenden Widerstandes und ob man nur bedecken oder zugleich drückend ziehen will (Deckdruck- und Zugverbände). Hienach richtet sich sowohl die Stärke des Stoffs als die Breite der von diesem abgeschnittenen Streifen.
#9632;#9632; :gt;
Leinwand, wie sie zu Bettleintiichern verwendet wird, ist einer
der,ältesten Stoffe für den chirurgischen Vewand. Sie ist stark genug auch bei grösserem Widerstand und zugleich dauerhaft, aber weniger billig als die weitmaschigen Gewebe. Am stärksten ist Zwilch, Trilch, Segeltuch, Sackleinwand; sämtliche Stoft'e können un­gebleicht zur Anwendung kommen. Frische Leinwand ist zu steif und eignet sich auch nicht zum Verband für den Huf; besser ist ge­brauchte, schon öfter gewaschene, denn llaupteigenschaft einer guten Binde ist ein gewisser Grad von Weichheit. Alan schneidet sich am besten die Binden ans dem Stück dem Faden nach in der nötigen Breite und Fänge und schützt sie nötigenfalls gegen Ausfasern durch Umstechen an den Längsrändern mit leichtem Woll­garn, es können alterauch käufliche Feinenbinden verwendet werden.
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Bauimvolltudi, Shilling
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deren Seiten vom Weber gewirkt sind; diese (zum Teil uueli roten) Webkanten legen sich indes immer etwas fester an. als die Mitte der Binde, Für den Wundverband taugen Leinwandbinden weniger und sind sie jetzt auch hiefür ausser Gebrauch gekommen. Sie ermangeln der nötigen Elastizität, die einzelnen Umgänge haften nicht gut an­einander und der Verband wird bald lecker.
Alle Binden müssen feucht angelegt werden, um sich desto innlgdi' an­schmiegen xu können; beim Austrocknen ziehen sich die Fiiden derselben stets etwas zusammen und festigen so den Verband. Man schleift sie zunächst in Form einer Holle auf, legt diese in eine antisejitische Flüssigkeit und drückt sie dann ans, bis keine Luftblasen mehr hervorquellen. Alle Binden, namentlich die festgewebten, dürfen eine bestimmte Breite nicht Überschreiten, ihr Maximum beträgt 7 cm. das Minimum .'( cm (2—4 Finger breit). Breite Binden lassen sich nie glatt und passend adaptieren. Ihre Länge ist verschieden und wechselt zwischen 2 — ^0 m.
Baumwolltuch, Shirting. Ks kann zu Binden wie Leinwand
benutzt werden. Der Stoff ist etwas zarter, weicher und schmiegsamer, kann daher gut /um Wundverband dienen, besonders in den dünneren weitmaschigen Sorten, welche als
Kalikot bekannt sind. Dieser ist wegen seiner Weichheit gut brauchbar für Binden in der tierärztlichen Antiseptik. besonders für grössere Verbände. Dasselbe gilt von dem
' £ Cambric, aus welchem Binden von der verschiedensten Breite hergestellt sind. Er unterscheidet sich vom Kalikot, dass die baum­wollenen Querfäden bandartig breiter sind und an den Rändern bogen­förmig umkehren, wodurch diese an Weichheit gewinnen und nicht schnüren oder drücken: letzteres ist schon aus dem Grunde nicht möglich, weil die C'ambricbinde eine gewisse Elastizität besitzt und bei allenfallsigem zu straffem Umlegen leicht einreisst. Das Anschliessen der Touren lässt nichts zu wünschen übrig, die Binden haben sich daher insbesondere zu Occlusionsverbänden auch in der Tierbeilkunde beliebt gemacht und sind zugleich billiger als die Leinwandbinden. Es giebt Cambricbinden mit und ohne Webkanten; die käuflichen sind gewöhnlich 5 m lang und 4—15 cm breit.
Organtin ist ein zarter feinmaschiger hydrophiler Shirting, welcher ausser für Polster und Bindeil auch zum Auflegen auf die Wundfläche selbst passtund jetzt viel im Gebrauch steht. Diebesten Binden sind die blauen Organtinbinden, welche mit Dextrin impräg­niert sind und vor der Anwendung in laues Wasser getaucht werden, im zu kleben (Contentiv-Verband).
Gaze, Mull ist noch zarter, weil weitmaschiger, deshalb Uli-gemein leicht, weich und in mehreren Lagen sich wollig anfühlend.
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140nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Allgemeine Openttiouslehre.
Gaze absorbiert vorzüglich und wird von ihr auch wegen des äusserst gerlugeu Preises der ausgiebigste Gebraucli in der Antlseptik gemacht. Die leiciite.ste Sorte ist als Tüll bekannt (Stoff für Hallkleider). Die Verbandgaze (entfetteter Mull) braucht nicht gebleicht /u sein und ist in Form der Binden bis zu 80 m lang und '_' bis 15 cm breit.
Steifgaze. Appretiertes d. h. durch Stärkekleister gesteiftes weitmaschiges Mull (Futtergaze) von weisser Farbe. Die Binden dienen als letzte Schicht zum Überdecken des Verbandes und brauchen die Enden nicht gebunden zu werden, da sie feucht angelegt kleben.
Flanellbinden, hochgeschätzt zum Verbinden der intakten Haut, werden beim Wundverband nur als letzte Schutzdecke gebraucht. Keim direkten Anlegen auf die Wundflftche würden sie reizen, auch leicht Falten bilden, da sie sich nicht gieichmiissig ausdehnen und ihre Dehnbarkeit bald verlieren. Schmiegsamer sind die gewirkten oder Trikotbinden. Flanell ist unter den schafwollenen Stoffen der gebräuchlichste, dient jedoch nur für Druckverbände bei nicht starkem Widerstand. Flanell ist wärmer, weicher und' dehnbarer als Lein­wand, die Binden lassen sich daher inniger anlegen und sind weniger verschiebbar, da sie vermöge der Rauhigkeit ihrer Oberfläche gleich von vorne herein fester sitzen und so sich auch besser um unebene Stellen und Gelenke anlegen lassen. Man hat ganz- und halbwollene Binden, die gewöhnlich 5 m lang und 4—10 cm breit sind. Die letz­teren sind dicker und fester. Die Trikotbinden sind schlauch-förmig und entbehrlich.
Die Jiiiulen obgeiuuinter Art werden lieim Reinigen wie die Wolhväsche be-handelt, Man legt sie einige [Stunden in warmes Seifenwasser, dem ein wenig Salmiak­geist beigegeben ist, knetet sie mir, statt mit den Händen zu reiben und spült nach geschehener Reinigung in klarem Kaltwasser gut ab, Nachher müssen wollene Binden etwas in die üreite gezogen werden, worauf mau sie in noch feuchtem Zustand glättet. Hei anderer liehandlung werden sie für chirurgische Zwecke unbrauchbar.
Kautschukbinden. Dieselben werden von massiven, dünnen Kautschukplatten in verschiedener Fänge abgeschnitten und sind •2'gt;—75 mm breit; die dünnsten sind als Martin'sche Binden käuflich. Ausgezeichnet sind sie durch die ansserordentliche Dehnbarkeit, sie entwickeln daher grosse Zug- und Kompressivkraft. werfen keine Falten, klaffen nicht auf unebenen Stellen, folgen also allen Ver­änderungen, wie sie an Gelenken, bei Bewegungen des betreffenden Gliedes oder beim Abschwellen geschehen, so dass sie nach allen Richtungen einen steten gleichmiissigeu Druck ausüben und überall am Körper der Tiere angelegt werden können. Ausserdem
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Gewebte Uummiliimleii.
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sind sie dauerhaft und lassen sich sehr leicht reinigen. Ais Druck­binden stehen sie unübertroffen da und haben nur das Nachteilige. dass sie teuer sind, sowie die Ausdünstung hindern und auf blosser Haut weich und schmierig werden. Letzterem wird dadurch vorgebeugt, dass man stets eine Kalikot- oder Gazebinde unterlegt und den Ver­band öfters lüftet, /um Festknüpfen besitzt das Ende 2 Bänder, bei den Kautschukheftbändern sind haftenähnliche Vorrichtungen an­gebracht, .le fester die (iummibinde liegt, desto mehr muss auf Zu-oder Abnahme der Schwellung des betr. Teils Rücksicht genommen werden und wird häutig der Fehler gemacht, dass sie ZU fest oder nicht gleichmässig in allen Touren umgelegt
werden. Die beste Übung erhält man durch Einbinden des eigenen nakten Armes.
G-ewebte Gummibinden. Sie be­stehen ans durch Baumwolle umsponnenen Gummifäden (ähnlich den Stiefeletteneinsätzen), sind ebenfalls brauchbar und weniger teuer. Die Haut kann besser ausdünsten, es ist aber auch hier eine Unterlage nötig. Aus dem Zeug können ausser Binden vom Sattler auch elastische Gamaschen oder Schnür­stiefel (Fig. 124) hergerichtet werden, welche besonders zur Erweichung und Rückbildung alter Geschwülste, sklerosierten Gewebes u. dgl. dienen.
Unbewegliche Verbände. Zu diesen werden behufs Verstärkung der Wirkung Binden verwendet, die
mit einer Klebmasse überstrichen sind, z. B. Kleister,
Dextrin, Gyps, Trypolith, 'Wasserslas, Leim. Pecb,
Fig. 124. Schnürstiefel.
Paraffin, Stearin, Colophon, Cement, Guttapercha U. dgl.
oder verwendet man Heftpflasterstreifen, plastische Verbandpappe, poroplastiscben Filz, Schienen u. dgl., wie es die Chirurgie lehrt. Neu ist der Zinkleim von Unna (Gelatine, Zinkoxyd je 1, Glycerin, Wasser je 4), welcher gewärmt auf die Binden aufgetragen wird. Dieselben haften gut und befestigen sowohl den Verband selbst, als auch diesen auf die Haut der Umgebung, so dass letzterer auch auf Stellen an­gebracht werden kann, wo dies sonst nicht möglich ist. ausser durch Annähen. Solche Kontentivverbände lassen sich auch wasserdicht machon, indem man sie mit einem Firnisse oder einer l'olitur (Schellacklösung in Weingeist) bestreicht und ihnen so zugleich ein gefälligeres Ansehen verleiht.
Neueren Datums sind die Leimvei bände. Einen sehr guten Leim erhält man durch Kochen von 2'y Gelatin mit 20 Wasser, 80 Glycerin und 10 Zinkoxyd. K Auch die Celluloid-Mullvei bände sind jetzt beliebt geworden und haben gegen­über den Gvpsverbäuden Vorteile. Das käufliche Celluloid wird in Aceton gelöst
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142nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Allgemoiiie Opi'iiitionslehre.
und wie Gyps auf die Mullbinden jrestiieheii. Der Verband /eiehnet sieli dtinli Lslohtigkelt, Festigkeit und namentlich durch Klastizität aus, er wird dalier wohl laquo;inen Platz in der Verhamllehre erhalten.
Technik des Verbindens.
Das Verbinden sowohl verletzter als unverletzter Teile kann sehr laquo;m^Ju gehalten werden, wenn nur die Haupthedingimg erfüllt wird, sicheres und gleichmässiges Anliegen des Verbandes, Früher waren verschiedene Künsteleien mit demselben verbunden, welche jetzt alle wegfallen.
Ein Jedesmaliges Herumführen der Binde um den Körperteil heisst Gang oder Umgang (Ductus) und ist damit eine gewisse Deh­nung des Blndestoffes verbunden. In dieser Dehnung liegt eine ge­wisse Druckkraft, zufolge deren die Binden gut haften, solange jene nicht nachlässt. Dies geschieht jedoch bald, je nach dem Grade der Elastizität des Stoffes und so kann nicht ausbleiben, class der Ver­band nach einiger Zeit lockerer wird. Wie stark dieser Zug an den Binden ausgeübt werden soll, ist Sache der I bung und Erfahrung und richtet sich ausserdem nach den örtlichen Umstanden. Der Grad der Festigkeit des Verbandes muss Hand in Hand gehen mit der Art des vorliegenden Leidens und insbesondere mit der Empfindlichkeit der Stelle. Wichtige in der Nähe gelegene Teile dürfen in ihrer Funktion nicht beeinträchtigt werden, grössere (iefässe. natürliche Ottnungen müssen vor Druck geschützt bleiben. Nachfolgende Anschwellungen oder Schmerzen. Farbenveränderungen der Haut, zurückbleibende Kinnen derselben sind die Zeichen, dass dies nicht geschehen ist. Ausserdem ist beim Verbinden frischer Wunden zu berücksichtigen, dass eine entzündliche Schwellung nachfolgen kann.
Trockene Binden lassen sich weniger glatt und innig umlegen als feuchte, welche sich auch fester anziehen lassen und beim Trocknen etwas eingehen. Verbandregel ist ferner, dass man stets vom peripheren Knde des (iliedes aus nach dem zentralen zu ver­bindet, also wie an den Extremitäten imten beginnt und stetig in die Höhe steigt: man folgt somit dem Lymph- und Venenstrom. im andern Falle winden die oberen Bindengänge schon eine leichte Stase. bewirken, ehe noch die untern entsprechend fixiert sind. Bei festeren Verbänden Insbesondere muss überall den Körperformen Rechnung getragen werden. An hervorragenden Stellen darf kein isolierter Druck stattfinden, bei Vertiefungen muss ausgepolstert werden, so dass während des Bindens ein gleichmässiger Zug über den ganzen
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Aufrollen der Binden.
1raquo;;!
Verband hinweg stattfinde!] kann. Jedes Schnüren ist vom Übel und macht sich auch alsbald eine Stauung zwischen den Umgängen be-inerklich. Das Bindenende wird, da eine Befestigung notwendig ist,
dorthin verlebt, wo es am wenigsten schaden kann. Dasselbe besitzt entweder Bonder /inn Festknüpfen oder zerreisst man wie bei den leichten Baumwollbinden das Ende in '2 Händer und knotet diese (Spaitbinden). Die Befestigung durch Einlegen einer Steck- oder Sicherheitsnadel u, dgl. ist unzweckmttssig,
Aufrollen der Binden. I'm die meist die Länge von einigen Metern besitzenden Binden In geordneter Weise mniegen zu können, werden sie erst zu einer Bolle aufgewickelt, wie dies aus Fig. \2'gt; ersichtlich ist. Während des (Jmrollens wird zeitweise etwas fester
angezogen, was ein dichteres An-schliessen der Kreisgänge (Touren i zur Folge hat. Die so aufgewickelte Binde lieisst einköpfige itoll-binde, die umständlicheren zwei­köpfigen, d. h. jene, wobei von beiden Enden her Itis zur Mitte
gerollt wird, bieten keinerlei Vor-
ü'iff, 125. Aufrollen der Binden,
teil, sind daher entbehrlich.
L'\ Kre
, ! Tiozeichne
isgang. Er wird auch als Zirkeltour (Ductus orbicularis) t und stellt die einfachste Art des Verbindens dar. indem
jeder Umgang genau auf den vorherigen gelegt wird. In dieser quot;Weise verbindet man Stellen von beschränktem Baum und sind dabei mir wenige Gänge nötig.
Spiralgang (Ductus spiralis). Soll eine grössere Strecke uni-bunden werden, steigt man mit den Touren ähnlich der Hobelspäne allmählich schraubenförmig in die Höhe (Hobelgang. Dolabra). Je nachdem sich die (üinge mehr oder weniger decken, spricht man von dichteren oder weniger dichten Spiralgängen, von denen die kriechende Tour die am raschesten aufsteigende ist (Schlangengang. Dolabra repeus, ascendens). ..Meist wird ein Gang durch den andern zu einem Drittel gedeckt, er beginnt und endet mit der Zirkeltour. Dieser Spiralgang kommt am häutigsten zur Anwendung. Die Spaltbinde be­nutzt man besonders zum Verband bei Klanen und dem Hufe und wird vierköpfig, wenn auch das andere Bindenende in der Mitte auf eine kurze Strecke gespalten wird. Der Huf wird gewöhnlich in Form des Kettenverbands umwickelt und zwar in der Art. dass die Touren sämtlich mich hinten an den Ballen konvertieren und an der
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Allgemeine Operationslebve.
kranken Stelle der erste Gang den zweiten nur zur Hälfte bedeckt. Die Enden können aucli um den Fessel geschlungen werden, den Schluss bildet innner das Verknüpfen derselben. All einzelnen Stellen, wie am Vorann. L'ntersclienkel gleitet ül)rifi'eiis jeder Verband nach ali-wAi'tS, man greift daher hier gerne zum Verschluss durch ein Kleh-
mittel. /.. B. Harz.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; * • , . ^
;...-#9632;'#9632;#9632;' #9632;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; #9632;'
Umgeschlagener Gang(l)(dalira reversa). Verändert der Teil seinen Umfang;, wird er namentlich wie bei den (lliedmassen nach
Flg. 186. Umgeschlagener Qang,
Fig. 127. liindctouien am l'aipalgelenk.
üben dicker oder muss über ein Gelenk hinweggeschritten werden, würde die sich oben abwickelnde Binde am untern Bande klaffen, man dreht sie daher kurzweg um. so dass die innere Seite zur äusseren geworden ist—Umschlag (Benver.see. Fig. 12G). Um dem Verbände ein gefälligeres Ansehen zu verleihen, reiht der geschulte Chirurge die einzelnen Umschläge in eine Linie. Dieser Umschlag kann bei sehr weichen, gewirkten oder elastischen Binden auch wegfallen. -Artrquot; Gelenken, -wie /.. B. am Carpus, verbindet man am besten wie Fig. 127 wngiebt (Hoflfmann). Der Gang heisst auch Schlangentour.
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Die antiseptische Wundbehandlüoginbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;145
Acht er gang (Dolabra cruciata). Da wo Körperteile Ihr Ende erreichen, wie an den letzten Zehenglieclern, am Kopfe oder an Ge­lenken, kreuzt man den Gang in Form eines arabischen 8ers. (Am Hufe, den Klauen heisst diese Kreuzbinde auch Octiva ungulae).
Winkelgang (Ductus angularis) lieisst diejenige Tour, bei welcher ein Bandstreifen nicht spiralig, sondern in einem rechten oder schiefen Winkel abgehen ^oll (z. B. der Umlauf am Kopf); man trennt dann die Binde erst in 2 Teile und näht einen derselben in dem gewünschten Winkel an, meist in Form eines T (T-Binden).
Tragbinde (Suspensorium). Sie soll kranke Teile (wie die Hoden, das Euter, Brüche) heben und tragen, was in der üegel durch breite binden oder Tücher geschehen kann, welche in entsprechender Weise umgebunden und am Rumpf befestigt werden: unterstützend können dabei (ieschirrstücke, Bauchgurten, Schweifriemen mitwirken. So wird als Sattelbinde jene bezeichnet, bei der man als Stützpunkt gegen Abrutschen namentlich bei den kleineren Tieren auch den gesunden Fuss der anderen Körperseite heranzieht und die Binde über den Rücken führt. Ist letztere Gliedmasse entsprechend um­schlungen, kehrt die Binde an ihren Ursprung zurück. Vieles bleibt somit beim Verbinden dem eigenen Ermessen überlassen und müssen die Binden für manche Zwecke, wie z. K am Vorarm. der Vorder-bvust, am Widerrist, Hinterschenke] u. s. w. besonders zuge­schnitten werden, ähnlich wie bei den Kopfstücken, Halskappen, Ilösen. Da, WO sich grössere Falten oder Ecken bilden, schneidet man Zwickel aus und vernäht die einzelnen Stücke untereinander: Bayer hat in seiner Operationslehre besondere Schnittvorlagen ab­gebildet.
Abnehmen der Binden. Dasselbe erfolgt immer in der Art, dass die zuletzt angelegten (Junge zuerst entfernt werden. Die ab­rollende Binde wird nicht fallen gelassen, sondern in einen Knäuel gelegt, den die eine Kami der andern iihergiebt oder zuwirft, so dass die Bindenstücke nicht baumeln. Bei sehr dichtem Anliegen oder bei Verklebungen wird ein vorheriges Aufweichen notwendig.
Die antiseptische Wundbehandlung.
Das Hauptaugenmerk hei der Behandlung von Wunden muss ausser auf die oben besprochene Sicherung der Lage und Stellung des verwundeten Teils vornehmlich darauf gerichtet werden, jene Schädlichkeiten abzuhalten, von denen am meisten die Hindernisse
Hering^B Oporatlonslohre. VT. Aufl.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; jn
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Allgemeine Opevationslehrei
einer regelrechten Heilung ausgehen und sind die hauptsächlichsten Störenfriede derselben wie bekannt die Fftulniserreger und patholaquo; genen Bakterien.
Ober die Natur derselben ist man erst in neuerer Zelt besser ins Klare gekommen und datiert von da an aneli eine K'i'uizln'b ver­änderte Wundbehandlung, welche einst bloss beim Menschen, jetzt auch bei den Tieren so grossartige Erfolge erzielt hat.
Der am meisten leitende Grundsatz für den heutigen Chirurgen besteht sonach zunächst darin, die Einwanderung genannter pflanz­licher Lebewesen zu verhüten und ist damit zugleich auch die Gewähr gegeben, jene gefährlichen Folgen abzuhalten, welche als accldentielle Wundkrankheiten bekannt sind (Eiterung, Pyämie, Jauchung, Ichorr-haniie. i'hiegnione und Erysipel) und welche nicht selten selbst zum Tode führen können.
Dass die Luft, namentlich bewegte, eine Menge Infektionskeime enthält, ist Jetzt unbestritten, sie gilt daher als der Hauptträger der­selben und zwar umsoniehr. als in den von den Haustieren bewohnten Räumen mit einer Reihe weiterer Schädlichkeiten zu rechnen ist. welche vom Kutter, von der Streue, den Kxkretionen u. s, w. aus­gehen. An und für sich ist die Luft seihst nicht gefährlich, da sich die Bakterien zufolge ihrer Schwere niederschlagen, aber sie bildet die Trägerin und finden sich die Infektionskeime daher hauptsächlich in dem Staube, auf festen Gegenständen, auf der Haut und in den Haaren der Tiere, der Lagerstätte etc. Die Gefahr droht am meisten von hier aus. also von der nächsten Umgebung der Wunde, von den Instrumenten und Wirbandmaterialien, vom Operateur und seinen Ilanden.
Schon hieraus ist ersichtlich, dass bestimmte iMassnahinen ge­troffen werden müssen und gehören hieher vor allem Sorge für gute Luft und Streue, grosse Reinlichkeit und Desinfektion in vollstem Masse. Am gefährlichsten erweisen sich der Stallboden, die Rockärmel, die Ilaare und Schweissdrüsen der Maut, die Finger­nägel und deren Schmutz.
Was die Wunde selbst betrifft, so sind hier 2 ilauptanzeigen zu erfüllen, je nachdem sie schon infiziert ist oder nicht, also eben erst durch die Operation entstanden ist. In ersterein Falle muss die Wunde vor allem von den Krankheitserregern befreit werden — anti­septische Behandlung, in letzterem handelt es sich darum, sie vor Infektion zu bewahren, sie keimfrei zu erhalten aseptische Wund-behandluim. Heide Methoden fallen bei den Tieren meist zusammen.
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Die antiseptisclie Wuiiilbeliamlliinjr.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 147
da sie in Hiuimlirhkeiteu untergebracht sind, welche zugleich ihr Ab­tritt sind, von einer strengen Asepsis kann somit nicht immer die Rede sein.
Die Mittel, welche die Wunde bakterienftei machen, sind /.n-.yieifli auch jene, welche sie aseptisch erhalten und will man mit ihnen, als den kräftigsten Protoplasmagiften, die Infektionserreger ent­weder direkt treffen und töten oder wenigstens ilmen den Nährboden (durch Entziehung von quot;Wasser. Gerinnung des Eiweisses etc.) ver­derben, so dass ihr Wachstum, die Vermehrung und Weiterexistenz in Frage gestellt wird.
Lister, der Gründer der Antisepsis, liat liienuif das Ihmiitgewicht golo.tjt. und zugleich durch eine sorgsame Bedeckung der Wunde gegen weitere Invasion gesorgt. Man hat lange gezweifelt, oli sich dessen umständliches Verfahren auch in die tierärztliche Chirurgie Übertragen lasse, indes bald gefunden, dass die Methode durch Vereinfachungen ganz wohl durchführbar und die strenge Anwendung von Occlusionsverhändcn nicht gerade ein absolut notwendiges Attribut der tier-ärztlichen Antisepse ist. Die ersten Überaus verdienstlichen Anregungen liiezu haben die Tierärzte Siedamgrotzky, Piltz, Möller, Konhäuscr, Bayer, Müller, Dcgivo, Cadlot, Hoy, Krick, Hoft'niann u..A. gegeben, das Prlnclp Tasters steht somit noch immer unangefochten da, ja gefestigter als jemals.
Die Antiseptik erfordert eine ganze Iteihe von Massiiahmen, die strenge eingehalten werden muss, wenn Heilung auf kürzestem Wege erzielt werden soll, auf die Wahl der antiseptischen Arznei­mittel kommt es weniger an. Die allgemeine Chirurgie lehrt das Xäliere. hier soll mir auf die Hauptpunkte aufmerksam gemacht wer­den, sie beziehen sich auf die betreffende Lokalität, auf den Opera­teur und seine Gehilfen, auf die Operationsstelle seihst und die In-stnmiente. Ks sind hierüber eingehende Untersuchungen, besonders von Kümmel, Förster, Fürbringer u. A. angestellt worden und ist Jetzt das Resultat derselben auch in der tierärztlichen Chirurgie mass-gebend geworden.
Stallungen eignen sich der vielen hier vor sich gehenden Zer-setzungsprozesse wegen am wenigsten zum Operationsranme: mög­lichst soll im Freien (bei ruhiger Luft) operiert werden, wenngleich auch hier eine Wundverunreinigung stattfinden kann. Im übrigen sind rein gehaltene, gut gelüftete Fokale vorzuziehen.
Reinlichkeit des Operateurs und seiner (Jehilfen ist zweites Haupterfordernis. Die gewöhnliche Kleidung eignet sich nicht, ein leicht waschbarer, langer Oberrock empfiehlt sich vornehmlich, am meisten sind weisse. leinene Kittel im Gebrauch. Die Hände und Unterarme müssen frei sein und werden erst desinfiziert unmittelbar
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14 ynbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Allgemeine Operationslehre.
vor Bejiiiin der eigentlichen Operation. Erst hat Entfettung der Haut stattzufinden, damit die Desinfektionsmittel die in der Epidermis, in den Falten und Schrunden befindlichen Keime erreichen und ver­nichten können, und geschieht dies am gründlichsten durch Waschen mit Branntwein. Auf die Fingernägel muss besondere Bücksicht genommen werden. Man befreit sie erst trocken von Schmutz, bürstet mit warmem Seifenwasser ab, wäscht mit verdünntem Alkohol und reibt dann eine antiseptische Flüssigkeit ein.
Die Haut des Tiers ist die dritte Angriffsstelle und sind es liier hauptsächlich die Haare, welche eine Sammelstelle für die Mi­kroben abgeben. Das Abscheren derselben ist in der Regel nicht aus­reichend, es muss abrasiert werden, was durch ein gewöhnliches oder durch das auf Seite 107 abgebildete Rasiermesser rasch geschehen kann. Die nackte Haut lässt sich jetzt gründlich einseifen, abbürsten und waschen, um sie zuletzt wie die Hände zu desinfizieren. Was die Instrumente betrifft, werden auch sie zuerst gereinigt und dann in ein besonderes tiefäss, eine niedere Schüssel gelegt, welche die Des­infektionsflüssigkeit enthält, und wohin sie auch immer wieder zurück­gelegt werden (nicht etwa auf die Streue oder auf das Tier). Zum Desinfizieren für alle obgenannten Zwecke gebraucht man am besten das Karbolwasser (3 Proz.) oder eine Sublimatlösung (1 : 500). Die Instrumente sollen möglichst aus einem Stück Metall gearbeitet oder zerlegbar sein und glatte Oberfläche besitzen.
Antiseptica stehen für die Wundbehandlung reichlich zu Gebot und sind auch von verschiedener Wirkung, so dass alle Zwecke er­reicht werden können. Von besonderem Werte ist der Grad ihrer Einwirkung auf die niedersten Organismen, deren Entwicklung entweder nur verzögert bezw. verhindert werden soll, oder sollen die schon ein­gedrungenen Keime und Dauersporen vernichtet werden, man braucht daher verschieden starke Desinfiziermittel, in demselben Masse jedoch, als sie kräftiger vorgehen, schädigen sie aber auch die Lebensfähigkeit der Gewebe und damit die Wiederherstellung. Nur wenn eine In­fektion vorliegt, verwende man die starken Mittel, bei aseptischem Verlaufe sind schwache Mittel oder Lösungen weit vorzuziehen. aus diesem Grunde ist auch das frühere reichliche Abspülen besonders frischer Wundflächen aufgegeben worden. Wenn Sorgfalt für die Asepse verwendet wird. genügt schon Reinigen mit abgekochtem Wasser oder einer 2 proz. Kochsalzlösung. Von besonderem Werfe ist die Anwendung erwärmter Lösungen (40deg;).
Karbolsäure ist in 8—5 proz. wässeriger Lösung weitaus das
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Antiseptiea.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;'nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;140
gebräuchlichste Mittel, wenn sie auch dem Sublimat erheblich nach­steht. Sie bat den grossen Vorteil, dass sie etwas Flüchtiges an sich hat, gut in die Gewebsfasem eindringt und selbst resorbiert wird, ohne dass für gewöhnlich bei den Tieren eine Vergiftung ZU besorgen wäre. Notwendig ist sorgfältiges Vermischen mit Wasser, im anderen Falle entstehen leicht Anätzungen. Empfehlenswert besonders zur kälteren Jahreszeit ist eine Heigabe von 6—10% Glycerin. Kreolin oder Lysol kommen für Operatioiiswiuiden nicht zur Anwendung, Kresol dagegen löst sich klar und ist schon in 1 pro/. Lösung brauchbar.
Quecksilbersublimat ist das zweite Hauptmittel, das in Lö­sungen von 1:2000. 1: 1000 und 1:500 Wasser zur Anwendung kommt. Es darf nur destilliertes Wasser gebraucht werden, in Er­mangelung desselben setzt man gewöhnlichem Wasser l—2 0/o Koch­salz zu: denselben Zweck erreicht man mit den Sublimatpastillen (Angerer), welche 1,0 Sublimat und 1,0 Chlornatrium enthalten. Die Aufbewahrung der Solution hat in (das zu geschehen. Metall leidet not und können deshalb auch metallene Instrumente nicht mit Sublimat desinfiziert werden.
Als gut haftendes Deckmittel hat Frick besonders für Nähte die Sublimat-Glyceringelatine empfohlen, welche auf einer Spiritus­flamme geschmolzen und mit einem Pinsel in dünner Schichte auf­getragen wird.
Jodoform, das dritte Hauptmittel der Antiseptik ist wegen der Nachhaltigkeit seiner besonders fäulniswidrigen Wirkung sehr beliebt und braucht nur in sehr dünner Schiebte aufgepudert zu werden. Soll rasch und energisch eine Antisepsis vorgenommen werden, ist Sublimat oder Jodtricblorid (1:1000—1500) vorzuziehen, auch verbietet der Preis des Mittels die Anwendung grösserer Mengen; verdünnt wird es mit Eichenrindenpulver, Tannin, bei üppiger Granulation auch mit /ucker je 1:5. Von vorzüglicher Wirkung ist die Jodoformgaze, aus welcher für längere Zeit immer neue Mengen von Jodoform zur Wirkung gelangen, da sie unmittelbar auf die Wunde gelegt wird. Sehr wirksam ist auch die ätherische Lösung (1 : 7), das Jodoform­kollodium (1:10) oder das Jodoformtannin (1:8—5) und die Jodoformgelatine. Für Hohlgänge passen die biegsamen Jodoform­stäbchen bezw. Jodoformdochte; das Jodoformglycerin enthält io0/0-
Die Geruchverbesserungsmittel sind fast wertlos, geruchlos da­gegen sind und können als Jodoform benutzt werden die Streupulver von Jodol, Sozojodol, Jodoformin, Thioform, Airol, Aristol und neuestens auch die beiden pulverigen Silberpräparate Actol und
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I QO
All^omeine Operationslehro.
Itrol, welche sämtlich mir in ganz ilüiuieu Schichten aufgetragen zu werden brauchen, jedoch allen Anforderungen der Autiseptik ent­sprechen. Zu bemerken ist, dass sämtliche Jod- und Silbermittel sehr
teuer sind.
Hur sä ine. Bin gutes, mildes Streumittel tindet wegen seiner Billigkeit in der Aseptik Verwendung, am besten ohne Heimittel. Hei üblen Wunden empfiehlt sich ein Zusatz von 2 quot;/„ Karbolsäure.
Essigsaure Thonerde ist in 2—4proz. Lösungen sehr brauch­bar zum Überrieseln sowohl, als wegen der sekretlonshemmenden Aktion zur Förderung des Xarbens, giebt aber rauhe Hände und stumpft wie Sublimatwasser die schneidenden Instrumente ab. Es passt nur zu feuchten Verbänden.
Glutol, ein neues antiseptisches Deckmittel, erzeugt durch all­mähliches Trocknen von flüssigem, reinem Leim mit Formalin (formalin-gelatine). Das starre Mittel bedarf der Anfeuchtung, um eine zu­sammenhängende Masse auf der Wundfläche zu bilden, deckt und
schützt aber in so zuverlässiger Weise,
dass ein Verband unnötig wird; man prophezeit dem Mittel daher auch in der Tierheilkunde grosse Zukunft, da die wenig biegsame Decke einen gleich-massigen Druck ausübt und die Hewegung des Teils hindert. Ausserdem koupiert Glutol jede Eiterung,
Formaldehyddämpfe gelten als das stärkste Desinflcicns für alle damit In Berührung gebrachten Gegenstände, Verbandstiicke 11. dgl. und können sellist den strömenden Wasserdampf Inbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ersetzen. Der Dampf wird durch nebenstehende
Lampe erzeugt und zwar durch eine flammenlaquo;
lose Verbrennung von Methylalkohol (reiner
Kig. 188.
Holzessig) mittelst einerFlatindrahthaube) welche
über dem Docht sich befindet (Tollens).
Offene oder trockene Wundbehandlung. Sie stellt sich zur Aufgabe, auch ohne Verband den antiseptischen Anforderungen gerecht zu werden. Xaclulem die Infektionskeime besonders in den Wundsekreten zu suchen sind, auf trockenen Flächen aber zu ({runde gehen, ist erste Bedingung, möglichst wenig Wundflüssigkeit aufkommen zu lassen.
Dieser Zweck wird dadurch erreicht, dass man möglichst keine flüssigen Mittel zur Reinigung benutzt, vielmehr diese durch Watte-
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lleiliing unter dem Schorf.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;1 quot;i I
tupfer besorgt, welche in Sublhnatwasser ausgedrückt wurden, uui dann hur trockene pulverige Mittel aufzustreuen, Der Abfluss aller Sekrete wird gleich von vornherein dadurch gesichert, dass man die Wunde nötigenfalls erweitert, nach abwärts spaltet, bei Buchten und Taschen eine üegenöffnung anbringt oder drainiert (s. unten), b'ttr die Wattebiluschchen hat man auch besondere Zangen, um mit ihnen überall in die Tiefe gelangen zu können. Nachher wird Jodoform­gaze n. dgl. eingeschoben.
Heilung unter dem Schorf. In dieser Weise können eine Menge Verwundungen zur lleilnng gelangen, was in der tierärztlichen Praxis, wo Verbände mit so manchen Unzukömmlichkeiten verbunden sind, von höchster Wichtigkeit ist. Bei vollständiger Trockenheit können Pilze nicht aufkommen, deswegen heilen Wunden auch gut unter dem Schorf, der dadurch entsteht, dass die Absonderung von selbst an der Luft eintrocknet. Nur dickere grössere Schorfe dürfen nicht geduldet werden; sie halten dadurch die Heilung auf, dass sie drücken, einrelssen und SO sich unter ihnen eine Absonderung ein­stellen und verbergen kann. Man entfernt sie am einfachsten durch Aufweichen (Karbolglyzerin) und setzt dann die Trockenbehandlung fort, welche auch in der Anwendung eines Karbol-. Kreolin-, Jodo­form-, Bor- oder /inksälbchens (1 : 10—20) oder adstingierender Pulver (gewöhnlich des Tannins mit Jodoform 3; l) bestehen kann, Zu be­achten ist dabei ausserdem. dass auch die ganze Umgebung der Wunde peinlich sauber gehalten wird. Bei Hunden lässt sich wegen des Leckens nicht immer Trockenheilung erzielen.
Heilung unter dem Verband (Occlusion der Wunden). Das Bedecken und Verschliesseu mit antiseptischem Material bietet die meiste Bürgschaft gegen Verunreinigung und Zersetzung auf den Wundflächen, die menschliche Chirurgie macht daher von dem anti-septischen Wundverband den denkbar ausgiebigsten Gebrauch, da er sich an allen Körperteilen wegen der mehr cylindrischen Form der­selben unschwer anbringen lässt. In der Tierheilkunde verhält sich dies insofern anders, als hier mit mehr örtlichen und allgemeinen Schwierigkeiten zu kämpfen ist, die Tiere häutig den Verband nicht dulden oder sich sonst widersetzlich zeigen.
Als Vorbild dient der Listersche Verband, welcher, nachdem er im Laufe der Zeit verschiedene Veränderungen erlitten hat, beim Menschen im allgemeinen wie folgt ausgeführt wird.
Nach der Operation, bei welcher Karbolspray wegfallen kann, wird zunächst durch Irrigation sorgfältig desinfiziert, allenfallsige Blutung gestillt, dann genäht und
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nötigenfalls draiiiieit. Nunmehr wird zur Anlage des Occulsivvei'Immles geschritten, der stets die Wunde Überragen muss. Auf diese legt man Jodofornigaze, dann folgen ti—8 in Karliohvasser ausgerungene Gaxe- oder Watteschichten und auf diese kommen ebensovlele trockene Bauschen ZU liegen. Den BchlnSS bildet die iiefestigung mit feinen Gazeliinden, nachdem zur Vermeidung des Austrocknens ein wasserdichter Stoff (Mackintosh) untergelegt wurde.
Bei den Tieren kann der Occlusivverband uun in ähnlicher quot;Weise ausgeführt werden, für gewölmllcb liisst er sicli jedoch mannig­fach modifizieren und wie schon erwähnt, vereinfachen. Jeder Praktiker hat dabei seine eigene Methode, im ganzen wird jedoch etwa in folgender Weise vorgegangen.
Vor der Operation werden erst die Haare rasiert, die ganze Umgebung mit Seife abgebürstet und gewaschen und dann mit Karhol-oder Sublimatwasser desinfiziert. Jetzt werden auch (nicht vor dem Scheren!) Hand. Nägel und Arm mit Seife 1 Minute lang gründlich gewaschen, nachdem alle nötigen Materialien in desinfiziertem Zustande bereit gehalten sind. Im übrigen wird weiter verfahren, wie schon oben Seite 147 angegeben worden ist. Bayer geht weiter und bedeckt nicht nur die Umgebung, sondern wickelt bei Hunden das ganze Tier in desinfizierte (iazestreifen ein.
Nach der Operation wird für Blutstillung mittelst Pinzette, Seide. Katgut gesorgt, dann die Wunde desinfiziert und genäht. Nun bedeckt man die Wundfläche mit frisch desinfizierten Häuschen von Jute, Watte, Holzwolle, welche die Sekrete aufzunehmen haben und über die Wunde nach allen Bichtungeh hervorragen müssen, worauf das ganze mit (laze-. Kalikot- oder Kambrikbinden festgehalten wird. Frick liisst. um das Austrocknen zu verhindern, täglich mehrmals mit Sublimatwasser anfeuchten.
Verbandwechsel. Derselbe; soll so selten als möglich vor­genommen werden, denn der Verband ist für mehrere Tage und länger bestimmt und hat die Entfernung desselben immer eine Beizung der Wunde zur Folge. Die Sekrete durchdringen zwar den Verband und können sieb zersetzen, eine üble Heschatt'enheit nehmen sie aber nicht an, da sie allerwärts auf antiseptisches Material stossen. Notwendig ist ein Wechsel jedenfalls, wenn eine Lockerung stattgefunden. Schmerz-baftigkeit oder gar Fieber eingetreten ist. sowie wenn üble Sekrete Unterhalb aussickern. Ein gewisser, immer vorhandener Geruch be­dingt noch keinen Wechsel, wohl aber, wenn der Verband der in Aus­bildung begriffenen Granulation binderlich zu werden beginnt. Eiternde Flächen werden am besten mit Glutol bestreut. Die sonstige f'ber-
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Driiiiiicrm der Wunden.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;163
wachung und Regelung geschieht nach allgemeinen chirurgischen Grund-siitzeu und Ist auch hier die sorgfältigste Beobachtung der kleinsten, auch scheinbar unwichtigen Elinzelheiten notwendig, um keinen Miss­erfolg ZU erzielen.
Drainieren der Wunden. Wie man auf feuchten Wiesen durch eine liöhrenleitung Überflüssiges Wasser ablaufen liisst. sorgt man bei der Wundbehandlung durch ein ähnliches Abführsystem dafür, dass die SO verderblichen Brutstätten der Int'ektionskeime. die Sekret-verhaltungen, nicht aufkommen können.
Wo Absonderungen nicht von seihst ausfliessen können, wird entweder mit dem Messer nachgeholfen, die Wunde erweitert, nach ab­wärts gespalten, bei Taschen und Hidden Qegenöffnungen angebracht (Haarseil, Troikart, Glüheisen, Atzbougies) oder man nimmt die /u-tluclit zum Druckverband, zum Anlegen versenkter, sekundärer oder Etagennähte, bezw. tupft man mit hydrophiler Baumwolle, die mit Mull eingehüllt ist. ab. Gelingt dies nicht in erwünschtem Masse, legt man nach der Operation alsbald eine Bohre (Drain) in die Tiefe, welche mit seitlichen Öffnungen versehen ist. so dass die Flüssigkeiten von allen Seiten eintreten und den Gesetzen der Schwere folgend abfliessen können. Diese Kanalisation ist als Wunddrainage bekannt und wurde 1856 von Chassaignac in die Chirurgie eingeführt. Audi ein anderes Drainmaterial kann gehraucht werden, z. B. ein Büschel des­infizierter Fäden. Pferdehaare, Glaswolle u. dgl. Am häufigsten bedient man sich der Kautschukröhren aus sclnVarzem oder rotem Patent­gummi, welche vom Fiter nicht angegriffen werden und in 10 Nummern Rohrweite erhältlich sind. Sie werden in Sublimatwasser aufbewahrt.
Diosr Gummiröhren werden behufs Erleichterung des Eintiitts von Flüssig-keiton am vorderen Ende schief (Fig. 129), an dem ans der Wunde hervorragenden Teile quer abgeschnitten und seitlich mit (nicht zu kleinen) Offnungen versehen, für welche auch besondere Zangen kamp;ufllch sind. Die Röhren müssen dickwandig genug sein, im andern (''alle werden sie leicht geknickt, zusammengedrückt und verstopft; die Länge richtet sicli nach dem Wundkanal. Lange Röhren leiten schlecht ab, hesser sind mehrere kurze, an verschiedene Stellen gelegte. Man heniltzt Bohren von 4—8 mm Ins zu Fingerdicke (mit einer Wanddicke von 0,0—2 mm), die Länge beträgt 10 — 20 mm und mehr. Für kurze Wunden legt man Itöhren ohne Fenster ein, bei Hufknorpelfisteln kann auch ein Federkiel Dienste leisten. Röhren von (ilas. Zinn, Aluminium sind mmveckmässig, es müssen für jeden Einzelfall die seitliehen Öffnungen da angebracht werden können, wo sie notwendig sind.
Das Kinlegen geschieht auf dem kürzesten Wege im unteren Wundwinkel, ans dem sie auch behufs der Reinigung und Desinfek­tion alle 2—I Tage oder hei jedem Verbandwechsel hervorgezogen
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Allgeuelue OperationslehrOi
werden, wenn die Sttubei'ung durch Einspritzung antiseptischer Flttsslg-kelten nicht ausreicht. Das Wiedereinführen 1st oft etwas er­schwert, besonders in gewundene WundkanMe oder wenn .sich schon reichliche Granulationen gebildet haben, so dass oft nur mehr ein enger, schlllpfrlger Kanal vorhanden Ist. In solchen Fällen hilft man durch eine Sonde, Pinzette, Koruzange, durch einen Troikart nach, der in die Rohrllchtunff eingesteckt wird, auch hat man ZU diesem /wecke
Fiir. 129. Gummidrains.
Fipr. 180. Drainftthrer.
besondere Drainsführer (Fig. l;)0) und Drainagezangen. Das Heraus­fallen wird dadurch umgangen, dass man das iiussere Ende mit einigen Seidenfäden an die Wundränder näht oder eine Nadel quer durch eine der Röhrenwandungen steckt.
Die Entfernung der Drains geschieht, sobald die Sekrete nur spärlich mehr austräufeln oder die Wunde sich zu verschliessen an­fängt. Längeres Liegenlassen schadet tibrigens weniger, als zu frühes Ausziehen oder die Unterlassung rechtzeitiger üeinigung. Um die Drains nicht entfernen zu müssen, hat man resorbierbare Röhren eingeführt, bestehend aus decalcinierten Geflügelknochen, welche sich Jedoch so wenig bewährt haben, als die Drains aus Glas oder Metall.
Ilieimch bestellen die Vorzüge der Drainage vornehmlich darin, dass man den Verband ruhig liegen lassen kann, ohne Sekret­stauungen befürchten zu müssen, was den Heillingsvorgang wesentlich befördert. Demgegenüber stehen aber auch Nachteile, welche es
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Transport des ontiseptigoben Materials.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; [55
wünschenswert machen, lt;las.s die Drainage nur auf jene Fülle beschränkt werde, In denen der Hauptindikation auf zweckmässigere Weise nicht gentlgt werden kann. Bei der offenen Wundbehandlung hilft man sich dadurch, laquo;lass täglich Wattetupfer in die Tiefe geführt werden, welche zuvor in Sublimatwasser ausgedrückt wurden.
Die dabei sicli zeigenden ('beistände bestellen zunächst darin, dass man die Reinigung und das Offenhalten der ROhl'S dem Tierbesitzer meist nicht überlassen bann, öftere Kontrolbesuche daher notwendig werden, auch kann es nicht ausbleiben, dass die Drains als fremde Körper die direkte Vereinigung etwas verzögern. Ansserdem verschieben sie sich bei der unvermeidlichen Unruhe der Tiere leicht, fallen öfters heraus, sohlfipfen zu tief in die Wunde oder verstopfen sich; zuweilen drückt auch das Rohr oder erfolgt ein Hereinwucliern von Granulationen in die Fenster und erschwert die Entfernung, die nicht selten wie das Einfuhren schmerz­haft und mit einer leichten Blutung verbunden ist. Zudem kommt es zuweilen vor, dass durch das Lumen der Uöhre eine Wundinfektion erfolgt, manche ziehen daher vor, statt einer Röhre einen Streifen mit Sublimatlösung getränkten l'rotektivsilk einzulegen, über vvelclien das Sekret fortwährend abHiesst. Auch die Ktagennaht (Xeuber) kann die Sekretstauung verhindern, wie z. J5. bei tiefen Muskelwunden.
Transport des antiseptischen Materials auf die Praxis. Die heutige Wundbehandlung macht immerhin einen grösseren Aufwand an chirurgischem Material notwendig, das auf dem Lande nicht zu haben ist und daher mitgetragen werden muss. Der leidige Umstand hat vielfach dazu beigetragen, dass die antiseptische Wundbehandlung mder den praktischen Tierärzten verhältnismässig so wenig ausgeführt wird, was gewiss in hohem Grade zu bedauern ist. Indes liisst sich der gröSSte Teil der diesbezüglichen Schwierigkeiten dadurch über­winden, dass einesteils die Instrumente jetzt leicht in dem antisep­tischen Verbandetui (Fig. 93 Seite-107) mitgenommen werden können, ebenso der Taschenirrigator, andernteils lassen sich die antiseptischen Flüssigkeiten unschwer durch die mitgebrachten kleinen Sublimat-kochsalzpastilleu an Ort und Stelle herstellen. Für gewöhnlich bedarf es SOUach nur noch des Mitnehmens von Verbandmaterial in Form von Jute oder Watte und Binderollen. Steht ein Wagen zur Ver­fügung, kann der Apparat etwas reichlicher ausfallen (Seife, Bürste. Gaze, Jodoformbüchschen) und etwa in einem Blechkftstchen unter­gebracht sein.
Für Kliniken oder Ökonomien mit grösserem Tierbestand em­pfiehlt Frick das Anschaffen eines Verbandkastens mit folgendem Inhalt: Bürste. Sublimat- oder Karbolseife, Nähseide, Drainröhren. Esmarchschlauch, Jodoformzerstäuber, Jodoform, Sublimat, Karbol­säure, Jute, Watte in entsprechender Menge, ein Dutzend Mull- und Kambrikbinden.
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Allgemeine Opcrationslehre.
Litteratur iilier den Wunclverhaml. Deutsche Zeltschr, f. Tiermed. 1879, 180) Koch, Wunddesinfektiou. Ebenda IHSH. 207. Jodofonn. —• Vorträge f. Tierärzte. 1878. Heft \-J und 188U Heft 9, 10. Pütz, Wimdbehaiullung. — Krajewski, die gebriluclilichsten Antlseptioa. Dorpat 1880. — Archiv f. Tierh. 1881. 321. Seinmer, die Wundinfektion daselbst 18KH. 78. Cambricbinden. — Monatssclir. d. Ver. d. Tierärzte in Östr. 188.'{. 140, Konhäuser, ibid. Wundbehandlung. 1889, 41. 61, 7;j. 89, Wundbehandlung ohne Antlseptik. — Plant, Desinfektion der Ställe, Peipzig 1884. — Hiindschau von Lemke III. 9!t, Esser, anfisept. Wundbehandlung. — Fischer, Allg. Verbandslehre. Stuttg, 1884. — Kümmel, D. Mez. Woch. 1885; ibid. Für bringer 1888. — Vogel, Repert. 1884 S. 272 und 188*) S. 96. — Xocard, Rec. 1888. S. 648. — Cadlot, Rec. 1889. S. 335. — Hoffmann, D. Ztschr, f. Tiermed. 1889. — Schwarznecker, Ztschr. f. Vet. 1891. S. 160. — Adam, Wochenschr. 1886. 441. Wundinfektion; 1886. 37. 239, Lehmverband; 1888. 820. Kreolinverband; 1890. No. 21. Zinkleim; 1890. No. 25. Trockenbehandlung.
—nbsp; Schweizer Archiv. 1888. 105. — Ehrhardt, Antiseptik in der Pindviebpraxis.
—nbsp; Rundschau von Schneideinühl I. No. 9. 10; II. No. 17; HI. 202. 273 (salicyls. Quecks.); IV. 176. Kautschukheftbänder. — Tiermed. Vorträge I. 3. — Müller, Die Fortschritte der Wundbehandlung. — Berl, tlerttrztl, Wochenschr. Ar. No. 22, Theorie der Eiterung. — Koch, Östr. Monatssclir. 1890. 1()7. Waldteufel, Torf­watte. — Bayer, Chirurgie 1890. 281, Wundbehandlung. — Frlck, Grundr, der antisept. Wundbehandlung. Stuttgart 1890. — Müller, Sachs. Per. 1889. S. 183. Prof. Dr. Müller, Theorie und Praxis der tierärztl. Wundbehandlung. Leipzig 1892.
—nbsp; Cagny, Rec. 1893. S. 353. — Hoffmann, Berl. Woch. 1894. S. 579. — Cadlot, Traite de Ther. chir. I. Bd. Paris 1895. S. 51 und 58, — Bayer, Oper.-Lehre. 189(1.
—nbsp; Fröbner. Lehrbuch der allu', Chirurgie. L896.
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Operationen, welche an verschiedenen Stellen des Körpers vorgenommen Averden können.
I. Der Aderlass. Das Blutlassen.
Unter Aderlässen, Blutlassen versteht mau die chirurgische Eröffnung von Blutgefässen (Augiotomie), um durch Entziehung einer bestimmten Menge Blutes Krankheiten zu heilen, besonders lebens­gefährliche Zufälle rasch zu beseitigen, seltener nin Krankheiten vor­zubeugen oder Blutuntersuchungen vorzunehmen. Schneidet man zu diesem Behufs Venen an, wie am häufigsten. so spricht man von Yenaesektion (Phlebotomia), wählt man jedoch Pulsadern, so heisst die Operation Arteriotomie und werden Kapillaren eröffnet -- blu­tiges Schröpfen, Skarifikation.
Geschichtliches. Das Aderlässen ist bei Menschen wie Tieren von jeher ein wichtiges Heilmittel gewesen und so alt, dass sich sein Ursprnng his tief in das graue Altertum verfolgen liisst. Die ältesten Schriften der Perser, Chinesen und Urahmincn (3000 .fahre v. Chr. Geh.) erzählen schon von dem allerdings noch unbe­stimmten Instinkte, der die Menschen zum Anzapfen von Blut trieb, zu welchem sie-wahrscheinlich das Pferd verleitet hatte, das durch Aufhcissen von angeschwollenen Hantadern sich seihst Blut lässt. Schon in den hippokratischen Schriften war der Aderlass weit ausgehildet, auch wurden die Indicationen aufgestellt, während die pythagoreische Schule nichts davon wissen wollte, da sie die Seele im Blut ver-niutctc. Später näherte sich auch Galen der hippokratischen Schule und nach ihm die ganze arabische; je nach dem Kulturzustande der Völker und den herrschenden medizinischen Anschauungen aber wurde über den Wert und die Schädlichkeit des Blutlassens fortwährend bin und her gestritten und ruht diese Frage heute noch nicht völlig, die Geschichte des Aderlasses kann daher auch die Geschichte der Medizin genannt werden und Hesse sich darüber ein ganzes Buch schreiben. In der Tierheilkunde bestanden lange Zeit ähnliche Anschauungen und mussten erst trau­rige Erfahrungen gemacht werden, bis man eine genauere Einsicht in die patholo­gischen Vorgänge gewann, was erst durch die Cellularpatbologie ermöglicht wurde. Übrigens donnerten schon im vorigen Jahrhundert einzelne Tierärzte gegen das planlose Aderlassen, wie namentlich Lafosse 1788 und später Wolstein 1820.
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Allgemeiner Aderlass.
Im Allgemeinen konn man sagen, lt;luss liis licuie mehr Mlssbraucli mit der Operation getrieben worden ist, als dass sio Nutzen gestiftet hätte und hat man diese Thatsacke auch zeitweise wohl eingesehen, ist aber immer wieder in den alten Fehler zurückgefallen oder wurde das Ileihnittel ganz über Bord geworfen. Fast zu keiner Zelt erfuhr diese Operation eine ruhige, sachliche Beurteilung, hier wurde sie masslos gepriesson, dort in üliertriebener Weise verurteilt, bis sich scbliesslich die Menschen-uud zuletzt auch die Tierärzte der lilutverschwendung sowohl, als des wahren Nutzeus einer Blutentziehung klar bewusst wurden, was aber erst um die Mitte des XIX. dahr-hunderts' geschab. Am interessantesten in dieser Beziehung ist die Geschichte der Lungenentzündung.
Indikation. Die heutige Therapie urteilt reifer und indivi­dualisiert, sie wird daher auch das Aderlässen nicht imbedingt ver­werfen und dort es vornehmen, WO eine Anzeige vorliegt. Allerdings ist dies bei dem heutigen Charakter der Krankheiten nicht sehr häufig der Fall, gewöhnlich nur hei heftig einsetzenden akuten Kongestionen besonders nach den Lungen und dein Gehirn (Oedem), bei der rheu­matischen Hufrehe, bei manchen Vergiftungen und liegt bei diesen Erkrankungen zuweilen selbst eine [ndicatio vitalis vor. Gerlach namentlicli war es. der beim Übergang in die neue Schule die richtige Mitte zu halten wusste. Das Nähere lehrt jetzt die allgemeine The­rapie, Im übrigen ist der Aderlass, wie auch Hoffmann ausgeführt hat, nicht eigentlich ans wissenschaftlichen Gründen so in den Hinter­grund gedrängt worden, wie es heute thatsiiehlich der Fall ist. son­dern weil er lediglich (ähnlich wie bei der Schutzpockenimpfung) in der öffentlichen Meinung allmählich diskreditiert worden ist; erst die neueste Zeit hat eine Gegenströmung gebracht.
Wirkung des Aderlasses. Sie muss sich in der Verminderung jener Symptome manifestieren, welche den Anlass zur quot;Wahl dieses Heil­mittels gegeben haben. Der günstige Effekt zeigt sich oft sehr rasch, sogiir schon während der Operation, indem der harte Tills weicher, der unterdrückte fühlbarer, voller wird und der Spitzenstoss des Herzens wieder an die Brustwand herantritt. Gewöhnlich lassen die Wirkungen ;)—6 Stunden auf sich warten und wird dann um diese Zeit auch die Psyche, der Blick freier, der Kopf wieder gehoben, das beschwerliche Atmen ruhiger, die trockene Haut fängt an zu duften, die Extreme des Körpers erwärmen sich. Von Dauer ist die Wirkung jedenfalls nicht, denn es ist nachgewiesen, dass das spezitische Gewicht des Blutes un­mittelbar nach dem Aderlass zwar um 7—II 0/0 fällt, schon (! Stunden später ist es aber höher als im Anfang, um in 12 Stunden das ursprüng­liche Gewicht durch Resorption von Gewebsflüssigkeiten und Regene­ration in den hämopoetiseben Organen zu erreichen (Ziegelroth).
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Menge des aljziilassciKlcn lilutes.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;1511
Die Frage, ob in einem gegebenen Fall eine Wiederholung
des Aderlasses vorgenoninien werden soll, richtet sich danach, ob der gewünschte Erfolg nach einigen Stunden eingetreten ist oder nicht. Steigern sich die Symptome nachher sogar, so kann unbedingt eine /.weite Entleerung'vorgenommen werden. Im llbrigen werden öftere Wiederholungen ans dem Grunde unnötig werden, als die heutige Therapie neben dem Aderlass noch iiher weitere Heilmittel verfügt, Gegenanzeigen liegen liauptsftchlicli vor. wenn man es mit schwachen, älteren, anämischen Tieren /.n thim hat, sowie hei den meisten infek-tionskrankheiteu.
Menge des abzulassenden Blutes. Hierüber herrschten lange Zeit die verschiedensten Ansichten, was nicht wundem darf, da man heute noch nicht genau die physiologische Blutmenge von Mensch lind Tier kennt; man nimmt an. dieselbe betrage beiläufig den II. Teil des Körpergewichts. Nach den bis jetzt besten Untersuchungen dieser Art hat es sich herausgestellt, dass das Huhn am meisten Blut besitzt (V^). das Pferd am wenigsten (VkOi Mensch, Hund und Schwein stehen in der Mitte. Colin fand die Blutmenge beim Pferd ZU 1/i8 des Körpergewichts, beim Rindvieh \iraquo;. beim Schaf l/a4, beim Schwein V-quot;- beim Hunde 'ju. bei der Katze l/88i heim Geflügel Y1quot;-Anspruch auf praktischen Wert können diese Zahlen nicht machen. massgebender vielmehr ist die Qualität des Pulses, die Art der Er­krankung, der Ernährungszustand und Kräftefonds, auch hat die Er­fahrung die abzulassende Blutmenge mit genügender Genauigkeit an­gegeben und beträgt diese durchschnittlich beim Pferd :!—8, beim Rind ;gt;—iraquo; Liter, beim Schwein ;)()(raquo; 1500 Gramm, Bei den übrigen Haustieren wird kaum mehr Hint abgelassen.
Im Altertum wiin-tr nimi nicht, bei Pferden das Mass von 1,8 1 zu Qberschreiten, während Lafosse, Chabert u. a. schon die doppelte Menge anzapften. Nachdem die Lehre von Broussais und liasori aufkam, verstiegen sich die damaligen Tierärzte (Oirard, d'Arlioval, Vatel, Viborg, Ainmon, llayne) schon Ids ZU 5 und 8 1, ja selbst zu 10 1 und das Doppelte, während andere, wie Wolstein, Laubender, sowie die Homöopathie in das andere Extrem verfielen und den Venensehnitt ganz verwarfen. Tliatsaclie ist, dass im vorigen Jahrhundert bei Pferden durch wiederholte Aderlllsse (in 2—8 Tagen) SO und 60 Pfund Blut entleert wurden, sowie dass ein starkes gesundes Pferd ohne erheblichen .Nachteil iu der That 25 Liter Blut wohl auf einmal entbehren kann; auch bei kranken Pferden hat sieb gezeigt, dass ein wohlindizierter, reichlicher Aderlass iceine sehr wesentliche Schwächung erzeugt. Im allgemeinen besitzen die Tiere umsoinehr Bliit,,ie mehr das absolute Körpergewicht beträgt, mit alleiniger Ausnahme fetter Tiere, welche das Blut rasch kapitalisieren.
Gegenwärtig überschreitet man die oben angegebenen Zahlen nicht oder nur ausnahmsweise und legt mehr Gewicht auf möglichst
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Allgemeiner Aderlass.
rasche Entfernung des Blutes. J)ie Erfalu'Ullg hat gelehrt, (lass das beschleunigte Austliessen einer bestiinniten Blutinenge grüsseren Effekt hervorruft und namentlich der kalmierende EiuflllSS auf das gereizte (jefäs.snervensystcin schärfer hervortritt. Ebenso bat sich gezeigt, dass ein ergiebiger Aderlass mehr Nutzen schafft als mehrere kleine, welche ausserdem eine merkliche Änderung in der Zusammensetzung des Blutes nicht erzeugen. Als Grundsat/ muss daher aufgestellt werden, entweder die volle Menge Blutes aus grosser Venenöffnung abzulassen, oder die Venaesektion zu unterlassen und sie durch den übrigen antiphlogistischeu Apparat zu ersetzen. Je früher dies geschieht, desto besser. Die stärksten Aderlässe erfordern Kongestivzustände der Lunge und die Entzündung' der Lederhaut des Hufes. Nach (i er lach soll mindestens V5 der Blutmenge entzogen werden, insbesondere, wenn reiche plastische Exsudate zu erwarten stehen, oder das abgelassene Blut sehr tibrin-reich ist.
Operationsstellen zum Aderlassen. Wie es sieb leicht denken lässt. sind die Venen diejenigen (iefässe. welche sich am besten zum Aderlassen eignen und wählt man dazu insbesondere solche, welche oberflächlich liegen und gross genug sind. Dabei Ist es ganz gleichgültig, ob das erkrankte Organ in nächster Nähe sich befindet oder weit von der Operationsstelle entfeint ist, der rasche Kreislauf des Blutes lässt den Aderlass an jeder Stelle als eine Blutentziehung des Qesamtkörpers erscheinen. Im übrigen richtet man sich nach der Bequemlichkeit, sowie der Lage der betreffenden (iefässe. welche bei den einzelnen llaustiergattungen eine verschiedene ist.
Die Jugularvene, äussere Drosselvene. Halsader, erweist sich bei den grösseren Haustieren weitaus als die zweekmässigste. andere Venen werden kaum oder nur in Notfällen benutzt. Sie ist nicht bloss weit und gross genug, um in kurzer Zeit sehr viel Blut liefern zu können, sondern sie liegt auch sehr nahe der Baut, ist nur von der dünnen Fasele des Halsmuskels (im untern Drittel vom fleischigen Teil desselben) und der Haut bedeckt, kann also sehr leicht getroffen werden und sind auch Nachblutungen selten und leicht zu beseitigen.
Die ganze Länge von der Vereinigung der äusseren und inneren Kinnbackenvene in der Ohrdrtisengegend bis hinab zum Grunde des Halses kann zum Aderlassen benützt werden, die bequemste und beste Operationsstelle ist aber jene, an welcher das obere Drittel in das mittlere übergeht (also etwas über der Mitte des Halses). Durch Anschwellenlassen tritt die Vene deutlich hervor, hei edlen, mageren
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Adcrlassinstiuincntc.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ] () [
lliilsen besser als liei gemeinen oder reichlich genllhrten Tieren und kann so leicht die Teilungsstelle vermieden werden, ebenso Jene Er­habenheiten, welche bei kunstlicher Schwellung des Venenstranges die Klappenpaare andeuten, deren freie Ränder nach unten gekehrt sind. Hinter der Vene liegt die Karotis in der Tiefe der Kehlrinne, neben Ihr (etwas tiefer) der Vagus und Syinpatliicus und nocli tiefer der Schlund.
Die ilussere Brustvene, Vena thoi'acica externa (Brusthaut­vene, Sporader), Iftuft horizontal auf den Rippenknorpeln von hinten nach vorne, liegt ganz oberflächlich im Brusthautmuskel und mündet unter der Schulter in die Achselvene. Sie wird meist nur gewählt, wenn die Drosselvene aus irgend einem Grunde nicht, zugänglich 1st. Man schlägt den mittleren Teil der Vene, welcher fast 2 cm Durch­messer hat. handbreit hinter dem Ellenbogen an und wählt den Zwischenraum der sichtbaren Klappenpaare, Die Sporader liefert langsam tliessendes. spärliches Blut, man eröffnet daher am besten beide Venen. Ein Verschluss ist nicht nötig, dagegen muss man sich hüten, die Spitze des Instruments auf den Rippenknorpeln abzubrechen.
Die vordere Vorarmvene, Vena radialis anterior, steigt an der medialen Seite des Vorderfnsses herauf und ist handbreit Über dem Karpalgelenk am geschicktesten zu treffen: sie ist hier nur von der Haut, bedeckt und von keiner Arterie; begleitet.
Die mediale Vene des Metacarpus bietet wie auch die Fesselvenen keine Vorteile, wenn sie bei entzündlichen Hufleiden eröffnet werden, eher lässt man sich an der
Bauchhautvene. Vena epigastrica, zu einem Aderlasse herbei, wenn es sich um heftig einsetzende Euterentzündung handelt. Das (lefiiss ist sehr leicht zu treffen. Die übrigen Venen kommen nicht in Betracht.
Aderlassinstrumente.
Die Eröffnung der Vene kann entweder mit der Lanzette, mit der Fliete oder mit dem Aderlassschnäpper geschehen, am häu­tigsten bedient man sich der Fliete. Ausserdem braucht, man Gerät­schaften zum Auffangen und Messen des Blutes, zur Schliessung der Hautwunde, zuweilen auch zur Kompression der Ader.
In früheren Jahrhunderten waren die verschiedensten Aderlassinstrumente üb-
lidi, meist waren sie recht primitiver Art. So bedienten sich gar viele Ileilkünstler
ehemals (ranz einfach eines zugespitzten Gemshornea oder Hirschgeweihes, später
eines geschärften Nagels, beziehungsweise scharfen Eisens, während Vegetius in
HcrhiK's OporfttionalelirOi VJ. Aufl.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;)]
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AUsemeiuet Aderlass.
sciiieni Buche „do moi'bis aaimaliumquot; scUon mit einem pfellförmigen Messev, Jas wahrscheinlich eine Art Lanzette (Sagitta) darstellte, ilie Drosselvene eröffnete und dann (Ins Pferd 7 Tage und 7 Niichto in einen dunklen und wannen Stall stellen lioss. Columella schlug mit einem flietenfthnliohen Instrumente besonders gerne Arterien an, ebenso empfahl Theomnestns in seiner Abhandlung „de sanguine abuudantoquot; die Stlilitfenarterie, bei Koller die Schenkelvene, Hlppokrates gegen Starrkrampf die Sporader, Virgil das Skarlflzieren bei Schafen u, s, w. Die Er­findung der Fliete geschah dm-ch Filet und fällt in das XU., der Aderlassschnftpper in das XVI. Jahrhundert. Die von Apsyrtus erstmals angegebene Aderlassschnur wurde allgemein benützt und ist erst von Lafossc, Chabert, lübbe u. a. als für Pferde entbehrlich erklärt worden; ersterer beschrieb auch den Aderlassschlegel, so­wie die Schliessung der Aderlasswunde zuerst mittels der Naht, während dies früher gar nicht oder durch Aufbinden eines Kotballens von demselben Tiere, durch das Ferrum candens, geölte Wollbauschen, kleine hölzerne Schienen u. dgl, geschah.
Flg. 181, Natürliche Grosse.
Die Lanzette kann als das einfachste Instrument gelten, ob­wohl sie von den wenigsten Tierärzten in Gebrauch genommen wird, erst neuerdings wird sie häufiger zu TTilfe genommen. Sie muss spitz und scharfschneidend genug sein, sehr gut eignet sich daher die Form und Grösse, wie sie die englische Aderlasslanzette (Fig. 131) hat und deren Länge gegen die Spitze zu etwas grosser als die Breite ist. Haferkornförmige Lanzetten sind unbrauchbar. Dadurch, dass ihr Eindringen einen bestimmten Kraftaufwand erheischt, kann es kaum vermieden werden, dass die Vene nicht erheblich zusammengedrückt wird, die Lanzettenspitze verletzt daher hie und da die hintere Wand auch der gut geschwellten Vene und so kommt es. dass mit diesem Instrumente am ehesten auch die Karotis angestochen wird.
Es ist keine Frage, der Aderlass kann gegenüber dem etwas roh aussehenden Draufschlagen auf die Fliete mit der einfachen und billigen Lanzette am elegantesten ausgeführt werden, sie erfordert aber ('bung. Misslich ist, dass sie nur bei fein-häutigen Tieren die Haut ohne Schwierigkeit spaltet, bei 1!indem und Pferden ist sie unbrauchbar. Wenn die Fliete oder der Schnäpper nicht bis in das Lumen der Vene eingedrungen sind, durchtrennt die Lanzette vollends die Venenwand am besten. Unentbehrlich ist die Lanzette, wenn an den Venen der Extremitäten oder solchen, welche den Knochen aufliegen, zu Ader gelassen werden muss.
Die neue Lanzette von Hoffmann (Fig. 132) soll das zu tiefe Einstechen dadurch verhüten lassen, dass sich die Klinge, welche nur soweit über den senkrecht gestellten Schalenrand hervorsteht, als man
l!
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Die Flicte. AderlussHiete.
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einstechen will, an ihre Unterlage fest anschrauben lässt. Die leichte Zerlegbarkeit gestattet vollständige Desinfektion. Das instrument wird in einem Ledertäschchen mitgetragen. Die Aderlasslanzette von 15raun verfolgt denselben Zweck (lurch eine quergestellte Parierstange.
Fig. 188. Deutsche Fliele.
Fig. 184, Enslische Kliete.
Natürliche ürosse.
Die Pliete, Aderlassfliete (N'eniisektor. Lasseisen, Phlebotom der Tierärzte) ist ebenfalls eine Stahllanzette, Jedoch an einen Stab als
Fig. I;t2.
Aderlassluiizettc
Handgriff angeschmiedet, und muss durch einen
Schlag in die Vene getrieben werden. Man hat gewöhnlich 2—;i Flieten zusammen in einer Hülse von Metall. Horn'oder Bein (Flietenstock), von denen die grösste bei Rindern, die mittlere bei Pferden, die kleinste bei Fohlen. Schweinen u. s. w. benutzt wird. Die Breite des lanzettenförmigen Flietenteiles soll der Länge gleichkommen, doch darf die Höhe bis zur Spitze wegen des Abschleifens etwas grosser sein und geht in der Richtung nach dieser eine kleine Gräte dickeren Metalls, welche dem Instrument mein' Stärke verleiht.
Man hat verschiedene Formen, die gebräuchlichste ist die deutsche Fliete (Fig. 133); sie hat einen „Anschlagquot;, d. h. der Stab reicht oben etwa 15 mm über die Schneide hinaus und verhindert so ein zu tiefes Eindringen. Fig. 134 stellt eine Kliete (fälschlich englische genannt) dar. ohne Anschlag, welche deswegen tiefer eindringt und sich besonders für Rinder und dickhäutige Pferde eignet, da jedoch der ganze obere Rand mitschneidet, und das Eck sehr scharf ist. kann sie gefährlich werden oder in der Neue hängen bleiben. Sie giebt am meisten Blut in kürzester Zeit.
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Mil
Allgemeiner Arterlass.
'
in der Mitte zwischen diesen Fllöten stellt die Brüsseler Kiiete mit dem halben Anschlag {Vig. 186). Sie ist der englischen vorzuziehen und brauchbar für alle grossen Haustiere, in England haben die meisten Flieten kein Gehäuse, aber einen breiteren Rücken, um mit der Hand draufschlagen zu können, sticker hat clenRücken etwas gebogen und liinli'inglich breit gemacht, die schneidende Fläche ist aber viel zu klein. Alle Flieten von anderer Form und Grosse
Flg. 135. Natürliche Grosse.
sind verwerflich, insbesondere aber die herzförmigen, die haken- oder liornfürmigen; sie gehen leicht zu tief ein oder machen nur eine kleine Öffnung in Haut und Vene.
Zum Draufschlagen eignet sich ausser der Hand ein rundes Stück Holz, etwa von der Form und Qrösse eines Hammerstiels oder benutzt man den Aderla.'issc.hlegel. Er ist 25—30 cm lang und von hartem 1 lolz. gewöhnlich aber zu leicht und ohne die nötige Wucht, von Vorteil ist es daher, den obern dickeren Teil mit Blei auszugiessen.
Der Aderlasssrlilegel hat den Vorteil, (lass man genau die Kraft kennt, mit wclclier anfffcschlagen werden muss, um nicht liloss in prompter Weise einen Blutstrahl zu erhalten, sondern auch die hintere Yenemvand nicht zu verletzen; der Schlag muss kurz, scharf sein und hauptsächlich mit dein Handgelenk ausgeführt
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Der Adorlassscliiiaiipür.
Iti
worden, or bouiuuliigt aber namentlich Pferde und muss aus diesem ürunde das betr. Auge des Tieres während der Operation geschlossen gehalten werden. Des­gleichen muss darauf Bedacht genommen werden, dass der Schlegel die Fliete nicht schief trifft, diese nicht abgeleitet und die Luftröhre erwischt oder ersterer an dem hervorragenden muskulösen Teil des Halses aufprallt, die Fliete daher kaum ge­troffen wird. Ungeiibte begehen meist den Fehler, die Kraft des Aufschiagens zu gering bemessen zu haben.
Der Aderlassschnäpper, zuerst von dem Holländer Pascli 1699 beschrieben, bestellt wesentlich ebenfalls in einer Fliete. welche jedoch statt mit der Hand durch Feder­
kraft in He we filing gesetzt wird. Der Mechanismus befindet sich in einem metallenen Kästchen (Springstock), aus welchem die Fliete nach einem Druck auf einen Hebel hervorspringt. Zu dem Appa­rate hat man ebenfalls 2—;! Flieten von verschiedener Qrösse, die man mittelst einer .Schraube einsetzen kann. Es giebt Schnäpper mit einfacher Sformig gebogener Schnell-feder. die hinter dem Stab der Fliete be­festigt ist und oben zum Aufziehen oder Spannen (Schnabel der Schlagfeder) her­vorragt (Fig. 136); häufig ist auch vorne eine leichte Feder angebracht, um die Fliete besser zu fixieren. Der zurück­schlagende Schnäpper hat die Bequem­lichkeit, dass die Fliete nachher von selbst In ihre frühere Lage zurückschnellt. Sämt­
liche Bestandteile, insbesondere die Hebel-
Fig. 13(). ('/j Grosso.
stange (Drücker oder Schneller), sowie der Federhalter oder Steller müssen solid gearbeitet sein, indem sie sonst gerne abspringen. Das Gehäuse kann durch einen Schubdeckel ge­öffnet werden, um zu dem Innern Mechanismus zu gelangen.
Von allen Aderlassinstrumenten sind die Schnäpper die kompli­ziertesten und deswegen teuersten, werden jedoch in manchen Fän­dern, besonders Russland, Österreich. Ungarn. Türkei stark in Gebrauch genommen. Sie haben wie die andern l'hlebotome ihre Vorzüge und Mängel und ist hiebe! vor allem die (bung und die damit erlangte Handfertigkeit massgebend. In Deutschland und den romanischen Ländern steht der Schnäpper .wenig oder gar nicht im Gebrauch.
Seine Vorzüge bestellen darin, dass die Klinge sehr genau an-
i
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Kidnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Allgemeiner Aderlass.
gesetzt werden kann und die \quot;eiie leiclit zu treffeil ist. du die Klinge immer in derselben Richtuug einschlägt. Aus diesem Grunde wird der Schnäpper gerne von Ungeübten benützt und kann seihst von Laien gehandhabt werden. Auf der andern Seite ist das Instrument ein kompliziertes, funktioniert daher nicht immer gut und lässt sich schwer reinigen, es entspricht daher den heutigen Anforderungen nicht mehr und kommt auch, wie die offenen (englischen) Schnöpper immer mehr nusser (iebnuich. Im übrigen ist nicht einzusehen, warum nicht alle 3 Aderlassinstrumente durch ein einfaches Messer ersetzt werden können, mit dem man zuerst die Haut und dann die Wund der ge­schwellten Vene einschneidet.
Das Auffangen von Blut geschieht durch ein (iefäss. um die Menge bestimmen und zugleich die Qualität des abgelassenen Blutes besser beurteilen zu können. Man bedient sich dabei meist mensurierter Hlechgefiisse oder anderer Behälter, deren lianmgehalt man kennt; dieselben lassen sich zugleich auch zum Anschwellen der Vene benutzen.
Aderlass beim Pferde.
Aufstellung des Tieres. Gleichviel ob dem Pferd im Stall oder an einem amiern Ort, im Freien, zur Ader gelassen wird, gute Beleuchtung und ein regelrechtes Auftrenscn ist stets geboten. Dabei lässt man an beiden Zügeln den Kopf höher halten und vermeidet jede schiefe Richtung desselben; gleichzeitig kann auch der Kopfhalter ein Auge zuhalten, was bei ängstlichen Tieren ohnedies notwendig ist. Unruhigen Pferden legt man eine Bremse auf oder lässt einen Vorderfuss aufhalten, am besten auf der dem Operateur entgegen­gesetzten Körperseite.
Beim Aderlassen mit der Lanzette an der Drosselvene stellt man sich gewöhnlich auf die rechte Seite des Pferdes und zwar an die Schulter;' mit den Fingern der linken Hand wird die Vene so geschwellt, dass eine rundliche elastische Geschwulst zum Vorschein kommt, ohne welche auch der geübte Operateur der Vene nicht sicher ist. Die Haare werden durch Anfeuchten geglättet, nötigenfalls auch mit der Schere entfernt. Hierauf fasst man die Lanzette in die rechte Hand, liisst von ihrer Spitze nur soviel hervorstehen, als eingestossen werden muss, und eröffnet die Vene dicht über dem Daumen in der Mitte ihrer Längenachse, am besten im oberen Drittel des Halses, indem man die Klinge mit einem kräftigen Druck einsenkt und wäh­rend des Zurückziehens den oberen Wundwinkel aufschlitzt, ohne
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Aderlässen mit iler Flietc
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jedoch lt;lal)(ji die Haut /u verschieben. Jedes Tier filhrt dabei etwas zurück und mm hüte mau sich, die die Vene anstauende Hand eben­falls zurückzuziehen, denn diese muss so lange das Gefftss kom­primieren, als man Hint ablaufen lassen will. Soll au der linken Jugularls mit der Lanzette operiert werden, so umss man entweder die Hände wechseln oder sich vor das Pferd stellen.
Beim Aderlassen mit der Pliete stellt mau sieh, wenn mit der rechten Hand aufgeschlagen werden soll, an die linke Schulter. komprimiert die Vene mit der linken Hand, in welcher zugleich die Fliete zwischen Daumen und Zeigefinger gehalten wird und treibt die Flietenspitze, ohne dass diese die Haut vorher berührt (ebenfalls in der Mitte des Halses und auf der höchsten Wölbung der geschwellten Vene) durch einen kurzen aber kräftigen Schlag mittelst des Schlegels in Haut und Vene zugleich ein. worauf ein Blutstrahl zum Vorschein kommt. Die vorher desinfizierte Klinge muss aufrecht gehalten werden, im andern Falle erfolgt leicht ein Umkippen.
Gelingt es nicht, auf das erstemal Blut zu erhalten, wird die Wunde uichf zum zweitenmale benutzt, sondern nn anderer Stelle eingegangen, um nicht durch Verlegung der Wundrtlnder die Hellung zu erschweren oder eine unnötige Tlirora-bosierung zu veranlassen. Ein ungenügender Abfluss von Blut erfolgt zuweilen aus dem Grunde, weil das Tier während des Aderlasses plötzlich und unvermutet die Kopfstellnng verändert hat oder auch kurz vor dein Tode (Abnahme des Aorten* drucks). Bei reichlichem Fettpolster tritt der Yenenstrang nur undeutlich hervor und macht ein öfteres An- und Abschwellen mit der Hand notwendig. Im Notfälle hilft man sich auch dadurch, dass man vorlilufig einen kleinen Längsschnitt in die Haut macht, um die Vene leichter entdecken zu können. Beim Schwellen ist darauf ZU achten, dass nicht auch die Vene der andern Halssoite eine Kompression erfahre.
Die Verschliessung der Wunde geschieht, wenn die Blutung nicht spontan steht, wie bei den kleineren Venen, mittelst einer durch beide Wundlefeen quer durchgestochenen Steck­
nadel, um welche dann ein Bindfaden oder einige desinfizierte Mähnenhaare in einer Achter- oder Kreis­tour (Fig. 137) geschlungen und geknüpft werden. Nur bei grossen oder starkklaH'enden Hautwunden sind
2 Nadeln nötig. Die Venenwunde bleibt ausser Ver-
schluss, denn es bildet sich dort alsbald ein kleiner
Fk
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Pfropf, der gegen Nachblutungen genügend schützt. Die l'mschlingung braucht nur SO fest angezogen zu werden, dass sich die Hautränder eben berühren, also nicht übereinander schieben. Heim Anlegen genannter Naht muss man sich hüten, die Haut von der Vene stark abzuziehen, weil dies regelmässig zu Hlutunterlaufungen
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AllstemoiiKT Aderlass.
führen würde. Sehr zweckmässig, aber nicht ai)S(iliit notwendig i.st es, wenn die Nadel leicht beölt wird, um sie des andern Tags ohne Zwang ausziehen zu können. Die Wunde verklebt längstens in L'i his ;;(gt;
Stunden, soferne man die Tiere (durch Auf-
binden uder Verkehrtstellen im Stande) am Reiben verhindert Nach dem Knüpfen der Naht darf man nicht gleich füttern oder ein Kummet auflegen.
Hei sehr dicker Haut und weichen Nadeln ist das Durchstechen oft schwielig und für die ringer schmerzhaft, man nimmt daher zweckmässig einen Nadelhalter zu Hilfe, wie z. B. den von (iourdon konstruierten (Fig. 138), in welchem die Stecknadel sowohl der Länge als Quere nach befestigt werden kann. In dem Kapitel über Wundnadeln sind weitere Nadelhalter beschrieben, sie können übrigens auch entbehrt werden, wenn man sich gute, recht spitzige Nadeln verschallen kann. Die besten sind die Karlsbader Nadeln, welche lanzenförmig zugespitzt sind. also auch zugleich schneiden. Nachher wird die Spitze umgebogen oder abgekneipt, wozu eine Kneipschere dienen kann. An den andern Venen, wie an der Sporader, ist ein Verschluss selten nötig oder genügt es, den Finger
einige Minuten auf die Öffnung leicht anzu-
(blicke
Die Nadel wird abends oder des andern Tages entfernt und hütet man sich auch hiebe!, die Haut von ihrer Unterlage abzu­heben, sie wird mit 2 Fingern sachte zurückgehalten. 1st die Haut­wunde durch Seide mit einer einfachen Knopf naht verschlossen worden, kann sie sich selbst überlassen werden.
Aderlassen beim Rinde.
Auch bei dem Rinde wird die Drosselvene am häutigsten an­geschlagen und kommt der dicken Haut wegen nur die Fliete in Betracht. Die Hautwunde nachher ZU verschliessen ist nicht nötig. weil die leicht verschiebliche Haut die Venenwumle von selbst über­deckt und so Nachblutungen nicht vorkommen.
.
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Aderlassen licim Rinde.
IG9
Das Tier wird an den Hörnern gehalten, der Kopf empor-gerichtet und (las Auge der betreffenden Seite verdeckt: Rinder ver­halten sich meist unruhiger als Pferde, indes ist die Drosselvene sehr weit und daher leicht zu treffen, nur muss die Fliete grosser .sein und der Schlag mittels des Schlegels stärker ausgeführt werden. Man stellt sich neben die Schulter (gewähnlich der linken Seite) und handhabt die Fliete. wie es schon heim Pferde oben an­gegeben wurde; bei kleineren Bindern kann man sich auch auf die entgegengesetzte Seite stellen und über den Hals hinüberbeugen. um die Vene zu öffnen. Zu bemerken ist. dass die Binder gerne mit dem Ilinterfuss jener Seite nach vorwärts hauen, auf weicher der Schlag
geschieht. Wegen der lockeren, leicht verschiebbaren allgemeinen Decke (Triel) ist bei Kindern eine Fixierung derselben notwendig, was durch Umlegen einer einfachen Schnur oder eines Spitzstranges geschieht (Fig. 139). Das Anziehen dieser Aderlassschnür geschieht auf der Seite des Operierenden und so, dass
die Schleife bei eintretender Unruhe mit
Fig, IJJO. Aderlusssclimir.
einem Zuge geöffnet ist.
Manche Tierärzte ziehen die Bauchhautvene (Milchader) beson­ders bei abdominalen Krankheiten und Futerentziinduiigen vor: sie ist bei guten Milchkühen sehr gross, die darüber liegende Haut feiner und dünner. Dagegen ist die Stellung des Operateurs ungeschickter und überdies wird die Milchader von einer kleinen Arterie begleitet. Der grösseren Bequemlichkeit wegen operiert man hier besser mit der Lanzette.
Das Aderlassen beim. Schaf kommt nur selten oder gar nicht vor und kann gleichfalls nach Abscheren der Wolle die Jugu-taris benützt werden. Das Abschneiden der (lesichtsliautveae giebt nur wenig Blut.
Bei Schweinen liegen sehr selten Anzeigen für den Venen-sclmitt vor und würde das Koupieren der Schwanzspitze ausreichen.
Schafe; und Ziegen verfallen wie auch die Fleischfresser bei akuten Erkrankungen ohnedies leicht in Schwächezustände, die (jegen-anzeigen des Aderlassens bilden, und was das Geflügel betrifft, gilt im ganzen dasselbe, es kann sich höchstens um lokales Hlutlassen handeln (Einschnitte in den Kamin und die Kehllnppen).
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Allgemeiner Aderlass.
Ungünstige Ereignisse beim Aderlassen.
Nachblutungen sind selten und erfolgen entweder durch die nicht gehörig verschlossene, bezw. wieder geöffnete Hautwunde, (Hier sie stanunen von dem subkutan ergossenen Blute, das jedoch meist sofort gerinnt; zuweilen erfolgt die Nachblutung nicht nach iiussen. sondern in das Zellgewebe. Die Ursachen sind ein ungenllgender Vei'scliiuss. stärkeres Klarten. Durchstechen der hintern Venenwand, grosse Unruhe der Tiere. Niederliegenlassen, Druck unter der Ader­lasssteile (Kummet, Halskette. Anleimen an die Krippe, Reiben an der Wunde, Heraufhehmen des Kopfes heim Reiten, ungeschicktes Ent­fernen der Nadel, dünnes Blut u. s. w.). Solche Nachblutungen er­fordern lediglich Beseitigung der Ursache, nötigenfalls kann Tannin-collodium aufgetragen werden. Gegen Blutextravasate dient das An­bringen eines gleichmllssigen Druckes. Zerteilung durch feuchte Wärme, bezw. ein Einschnitt und antiseptische Nachbehandlung. Pferde und Rinder dürfen in den ersten 24 Stunden nicht eingespannt werden.
Venenentzündung, Periphlebitis, Eiterung, Aderlass­fisteln. Siehe letztere unter den Operationen am Halse.
Die Verletzung der Drosselarterie ist teils durch zu tiefes Kindringen des Instrumentes, besonders der Lanzette, teils durch ungewöhnliche Lage der Arterie veranlasst: entweder geht dann der Stich in die Karotis durch die Vene oder direkt, indem die Klinge an der Jugularenwölbung hinabgleitete. Der dunkle Blutstrahl ist dann kräftiger, pulsierend und von heilroten Streifen untermischt. Die Erscheinung darf nicht allzusehr erschrecken, die Arterie wird fast immer bloss angestochen oder handelt es sich gar nur um ein verletztes, zufällig üher die Vene weglaufendes Arterienästchen, indes sind auch schon tödliche Blutungen vorgekommen.
Erste Bedingung ist alsbald zur Unterbindung zu schreiten und nicht etwa durch Komprimieren kostbare Zeit zu verlieren, das starke Bluten braucht nicht zu schrecken. Um energisch vorgehen zu können, erweitert man die Hautwunde und durchschneidet auch den Halshautnniskel so. dass man sich mit 2 Fingern einen Weg durch das Bindegewebe zur pulsierenden Arterie bahnen kann. Diese wird dann gef'asst. von den anliegenden Nervenstämmen getrennt und hervor­gezogen, um oben und unten an der Wunde eine Ligatur anzulegen. Zuletzt wird, um keine Spannung aufkommen zu lassen, das (iefäss in der Mitte durchschnitten. Im Interesse des geregelten Abflusses der Wlindsekrete empfiehlt sich die offene Wundbehandlung. Zu he-
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Verletzung iler Luftröhre.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;171
achten ist, den N. reciirrens niclit in lt;lie Unterbindung hereinzunehmen, Rohren wäre die Folge; auch wird zuweilen dadurch gefehlt, dass man die Zugangswunde zu klein macht. Sollte die Ligatur weiter oben am Halse angelegt werden müssen, Ist auch der dort schräg herüber­laufende Schulterzungenbeinmuskel soweit zu trennen, als nötig.
Verletzung der Luftröhre. Für sich allein sind reine Schnitt­wunden der Trachea ungefährlich, Hilfe ist erst notwendig, Wenn die Tiere schaumiges Blut aushusten oder blutiger Nasenausfluss eintritt. Hering' sind zwei Todesfälle durch Erstickung und Fremdkorper-pneumonie bekannt geworden, welche Ersatzansprüche zur Folge hatten. Zunächst muss weiteres Nachrücken von Blut durch Druck auf die Vene verhütet und die Entfernung des eingedrungenen Blutes durch Senken des Kopfes, Husten. Inhalationen u. s. w. begünstigt werden. Unter Umständen kann auch eine Unterbindung der Vene oberhalb der Operationsstelle nötig werden, ebenso eine genaue Untersuchung der Verletzung mittelst des desinfizierten Fingers. Der Nutzen einer Luft­röhrennaht dürfte ein sehr zweifelhafter sein. Subkutan entstandene Emphyseme sind unschädlich.
Eindringen von Luft in die Vene entsteht häutiger bei In­fusionen, als Aderlässen und wenn auch tötliche Fälle vorkommen, sind sie doch selten. Gewöhnlich tritt Luft in dem Momente ein. in welchem der Druck auf die Vene aufhört, was sich durch ein gurgeln­des, schlürfendes Geräusch zu erkennen giebt. Offenbar hat hier eine Art Aspiration stattgefunden und die Tiere fangen nun an zu taumeln, heftig zu atmen, zu schwitzen oder niederzustürzen und erfolgen solche Zufälle schon, wenn nur wenige Luftblasen eingetreten sind, in andern Fällen gar nicht, wie die Versuche vonRaabe an Pferden und Harre bei Hunden gelehrt haben, bei denen sogar künstlich Luft eingespritzt wurde. Auch Billroth beobachtete niemals einen Todesfall. Möller giebt als Ursache auch tiefe Inspirationen des Tiers an, welche den Blutabfluss nach dem Herzen so beschleunigen, dass nicht genügend Blut nachströmt und statt dessen Luft in die Vene hereintritt. Die Abhilfe würde darin bestehen, die Vene unterhalb der Aderlassstelle alsbald zu komprimieren und die etwa im (iefässe enthaltene Luft oberhalb durch Streichen mit der Hand nach abwärts zu entfernen.
Der Tod erfolgt unter besonderen, noch nicht näher gekannten Umständen, tloch scheint das meiste darauf anzukommen, in welchen Gefässifehieten sich die Luftblasen ansammeln und so eine plötzliche letale Druckvcrminderunjr (Asystole) erzeugen, lie/w, durch Spannung die Kontraktibilität des rechten Herzens aufheben. Hei Kanineben ist Luftembolie in den Lungenarterien schon nachgewiesen worden;
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ürtlicher Aderlass,
die Luftblasen sisticrtcn den kleinen Ivreislanf, so dass kein Blut mehr zum linken Heizen gelangen konnte und peracute Ilimanäniie auftrat. Die Therapie vermag dann nur wenig auszurichten, Hauptsache wird es aber sein, dass keine Luft mehr naohtreten kann und die Vene unterhalb der Wunde komprimiert wird.
Arteriotomie. In früherer Zeit sind auch die Pulsadern zu Blutentleerungen herangezogen worden, jetzt nicht mehr. Der Ver­lust arteriellen Blutes hat keinen grüssereu Wert, auch liegen die Arterien viel tiefer, sind schwerer zu finden und stets von Nerven begleitet. Sollte die Drosselvene aus irgend einem Grunde nicht zu­gänglich sein, wendet man sich an andere Venen, wie ohen angegeben wurde. Im Übrigen können kleine Arterien unschädlich durchgeschnitten #9632;werden (Gesichtsarterie, Ohrarterie, Schweifarterie),
Litteratur. Schwab, Aderlass. Taschenb. für Pferdeliebh. 1819. — Crepln, AderL, Eecueil llaquo;^2. 114 — Delafond, Über das Blut. Übers, von Fuchs. Karlsruhe 1H44. — Corviui, II Vet. V. 177. — Mag. v. ü. und H. Hert-wig, FUeter I. 92. Sticker II. 181. Helper III. 868. — Nouquet, Verblut. Recueil 1851. 513. — Arnsberg, Tödl. Vonenentz. Mitt. preuss. Staat. I85it. 1S4. — Phlebitis, Eepert. 1866. 69. — Key, Aderl. b. Schaf. Rep. 1848. 314 — Aderflsteln. Duvieuhart. Rep. 1854. 154. — Earotisverletz. siehe Faber, Recueil 1825. 45; Clarel, Rec. 1880. 860; Rainard, Rec. 1886. 848, sowie 1841. 1845. 1850. 90, 1851. 887. — Roux, Hop. 1862. 122. — Loucoti (Tod), Journ. des Vct. du midi I860. 641. — Wochensclir. f. Tierheilk. 1840. 184. Verletz, d. Luftr.; ebenso Rey, Rep. IS5J. — Luft in Vene siebe erste Nachr. Forno, Medico vet. 1864, Sept.; Ainusat, Roc. 1887. 667; Bouillaud, Rec. 1888. 40. 268; Ryss, Rec. 1889. 198. 582; Bouley, Journ. des Vct du midi 1839. 253; I!ey, Rep. 1861. 207 und 1874. 234. — Harre, Beil. tierärztl. Woch. ISflO. 46. Peuch, Tierarzt 187)). 66, — Ableituer, östr. Mouatsschr. 1880. HJ. — Schubert, Rerl. Woch. 18(t3. S. 442. Der Aderlass in therap. Uez. — Hoff mann, Berl. Woch. 18iraquo;4.. No. 8. Über das Prinzip d. Aderl.; neue Lanzette; ibid. S. 2!i8. — Braun, l.anz. mit Pariet'Stange, — Zftndel, Encykl. v. Koch. Aderlass. I, 73. — Möller, AUg, Öhirurgie 1892, — Cadlot, Traite de ther. chlrurg, Paris 1895. — Bayer, Operationslehre 1896, — Malkmus, D. T. Woch. 1896. 409.
II. Örtlicher Aderlass. Skarifizieren.
Um hei lokalen Bluttiberfüllungen, Entzündungen und Anschwel-langen eine Blutentziehung vorzunehmen, macht man nicht selten von einem Operationsverfahren Gebrauch, welches in mehrfachem Ein­ritzen oder Einschnitten besteht und als „Skarifllcationquot; bezeichnet wird. Ausserdein geschieht dies auch behufs Entleerung krankhafter Produkte (Exsudate, Traussudate, Brandjauche, Gas) oder will man bestimmten Arzneimitteln die Aufnahme in das organische Qefttge er­leichtern; sie kraftiger und tiefer in und unter die Haut einwirken
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Skarilikation bei iirtliclien Entziinilniigeii.
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lassen, bezw. durch Schaffung neuer, frischer Wiindfliiclien alte schneller der Heilung zuführen.
Skarifikation bei örtlichen Entzündungen an der Ober­fläche der Haut oder in den Schleimhäuten (Bindehaut. Scheide, l'rä-putiuni, After) -werden Yurgenonnuen, wenn die Geschwulst, die Spannung und der Schmerz trotz der Behandlung einen ungewöhnlichen Grad erreicht haben, der erkrankte Teil eine dunkle, oft blaurote Färbung und eigentümlichen Glanz ange­nommen hat, schliesslich selbst unempfindlich geworden ist oder mit andern quot;Worten der Eintritt von Brand zu befürchten stellt. Durch das Anschneiden einer grösseren Menge von Gefftssen und die Entleerung des im ('bermass angehäuften Blutes kann der Ent­zündung oft am raschesten Einhalt gethan werden, besonders wenn das entzündete Gebilde von straffem, wenig nachgiebigem (iewebe umgeben ist. -Man skari-fiziert dann entweder die nächste Umgebung oder wie häufiger den erkrankten Teil selbst und müssen von Anfang bis zum Ende die Grundsätze der Anti­sepsis zur Geltung kommen.
Am einfachsten werden die kleinen multiplen Einschnitte in der nötigen Anzahl mit der gewöhn­lichen Lanzette oder einem Bisturi gemacht, indem man mit der linken Hand die Haut spannt und seichte Einschnitte In das Hautgewebe macht, wenn es sich
nur um einen kapillaren Aderlass handelt. In
i
andern Fällen wird die Haut durchgeschnitten, um auch tiefere Teile zu erreichen. Hie darauf folgende kapillare Blutung ist nur eine geringe, häutig unzu­reichende, es muss daher in solchen Fällen durch
Massieren, warme Bähungen nachgeholfen werden, im
Fig. 140.
ganzen ist daher der Nutzen kein grosser. Am häufigsten wird skaritiziert auf vom Brand ergriffenen Stellen, wenn sich noch keine Demarkationslinie gebildet hat. um die Mortitikation zu begrenzen und ichoröse Flüssigkeiten, Gase zu entleeren. Indes auch hier muss man sich hüten. Einschnitte bis in das gesunde Gewebe zu machen, um dieses nicht ebenfalls in die Infektion hereinzuziehen.
Manche Tierärzte ziehen dem Messer und der Lanzette die bis ins XVI. Jahrhundert herein allgemein üblich gewesene Fliete (Schröpf­eisen) vor. es giebt aber auch besondere Skarifikatoren mit 6 oder
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DlutStUluns, Ilainostasie.
12 Lanzettespitzen (Tig. 110). Blutegel, natürliche oder künstliche, sowie Schröpfköpfe sind bei den behaarten Tieren nicht anwendbar.
Skai'ifikation an den Augenlidern werden selten mehr und nur lgt;ci heftigen Koujunktiviten mit seroflbrinöser oder hämorrhagischer Iniiltration gemacht, wenn die angeschwollene Schleimhaut zwischen lt;len Lidern hervorgedrftngt und nicht wieder zurückgezogen wird. Senkrecht auf die letzteren werden dann mit der desinfizierten Lanzette nach geschehener Reinigung der Schleimhaut mehrere seichte Ein­schnitte gemacht. das Infiltrat ausgedrückt und das Auge mit gelind adstringierenden Flüssigkeiten gewaschen.
Skarifikation der Zunge. Sie wird bei lokaler Entzündung der tieferen Muskellagen angewendet, wobei die Zunge heiss, schmerz­haft, violettrot und so steif ist, dass sie unter Speicheln prolabiert. Bei schweren glossitischen Formen können ganz wohl tiefe Einschnitte gemacht werden und sind sie an der untern Fläche von dem sulzig infiltrierten Bändchen an nach der Spitze zu in grösserer Ausdehnung und so tief zu führen, dass erhebliche Zweige der Zungenarterien und Venen verletzt werden, um eine reichliche Blutung zu erzeugen.
Skarifikationen am Euter werden seltener ausgeführt, zuweilen bei jener enzootischen Mastitis der Schafe, welche rasch in Brand übergeht (Hertwig). Nutzen kann das Einstechen auch bringen bei Vorfällen des Mastdarms, der Scheide und des Fruchthülters, wenn die Schleimhautwülste stark infiltriert sind und die Reposition erschweren. Es dürfen herzhafte Incisionen bis in die Submucosa ausgeführt werden, die Heilung geht unter Wahrung der Asepse rasch vor sich.
III. Blutstillung. Hämostasie.
11
Sobald Blutgefässe verletzt worden sind, liegen immer mehr oder weniger Gefahren vor. wenn auch nicht für das Leben, so doch für die regelmässige Heilung der Verletzung. Blut liefert günstiges Material für die Bakterienentwicklung und verdeckt auch das Operations­feld, die heutige Chirurgie schreitet daher alsbald ein und sucht die Thrombenbildung in den offenen Gefässen zu beschleunigen, was auf verschiedene Weise geschehen kann. Blutstillung kann erreicht werden auf thermischem Wege (Hitze und Kälte), durch chemische Mittel, wobei man es auf Verdichtung des Blutes und Bildung eines festen Pfropfes (Koagulation) abgesehen hat oder auf mechanischem Wege
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TlioniuHclin liliitstilhinu.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;175
diircli Druck. Torsion. Zusclmiirai des (iefüssrolires oder UiinstliHies
Anbringen eines das Linnen verstopfenden Schorfes.
Geschichtliches. Schon in den iiitesten Zeiten verstand man Blutungen zu stillen, da infolge Unkenntnis des Kreislaufes grosse Furcht vor ihnen bestand, tlippokrates erwähnt seihst der Unterbindung in continuitatem und sprach von ihr als einer bekannten Sache, am meisten jedoch wurde bei Tieren ehemals von dem schorfbildenden Ulüheisen Gebrauch gemacht. Auch Celsius sprach von Ligaturen (60 v. Chr. Geb.), Buffus von Abschliessung der Blutadern mit Seide. Autyllus lehrte erstmals das Unterbinden von Aneurysmen. Zum Teil waren die styptischen Mittel sehr sinnreich erdacht, praktisch aber wenig brauchbar. So zogen z. J3. die egyptischen und arabischen Arzte gewisse Käfer zu Hilfe, die sich in das blutende Gewehe einhiessen. Genauer erforscht wurde die Methode indes erst von Hunter, Hodgson, (iriife. Stilling (182(1), nachdem Arterienhaken schon von Galen (200 n. Chr.) in Anwendung gezogen wurden. Das Zudrehen von Pulsadern stammt von Thierry und Ainusat (18;i0), welch Letzterer auch das Zurückschieben der Innern Arterlenhaut empfahl. Die Gofftssdurchschlingung versuchte Stilling (IB.'M), die Acupressur Simpson (1860). Die heutige Ausbildung der Hämostasie bei Tieren wurde durch die Untersuchungen von Kemack. Fricke, Böttger, Gou-baux, Moraud, Dar, Gurlt, llertwig, Hering (1852), Daniele, Siedamgrotzky (187:!), Bouley, Jaginowsky U. A. eingeleitet. Vorher unterband man auch, um gegen Krankheiten einzuschreiten, z. 13. wurde die Schläfenarlerie gegen Mondblindheit verschlossen, die Karotis gegen Gehirnentzündung, die Fesselarterien gegen Strahl­krebs u. s. w. Neuestens sind auch noch weitere Mitted herangezogen worden, neue Klebmittel, Wasserdampf, ßrennnesseln.
Thermische Blutstillung. Sie ninnnt ihre Zuflucht zu llit/.e und Kälte. Frisches Wasser, Kältemischungen, Eisbeutel u. dgl. wie heisses Wasser (45deg;) sind physikale Reize, welche die Gefässmusku-latur /n Kontraktionen reizen und damit wenigstens eine Verkleinerung der blutenden Öffnungen zur Folge haben. Der Effekt reicht für leichte (parenchymatöse) Hftmorrhagien der Haut und Mukosen aus. lt;la auch die Germnuug des Blutes l)eschleiiiiigt wird. Als höhere Hitzegrade dienen jetzt auch Wasserdilmpfe (100deg;), nachdem Versuche an Tieren die schmerzlose Anwendung bestlltigten (Snegirjow), das Gewebe wird rasch iinempflndlicli gemacht. Die höchsten Wärmegrade liefert das Gltiheisen, Verkohlung, Brandschorfe sollen hier das offene Lumen decken. Von dieser Blutstillung wird beim Brennen (s. d.) lt;\\e Rede sein.
Chemische Blutstillung. Die hieher gehörigen Hämostatico sollen gleichfalls eine Kontraktion der Gewebe hervorrufen und zu­gleich die Koagulabilität des Blutes erhöhen, so dass die Gerinnsel mit der Gefässwtmde verkleben. Diese Mittel sind die gewöhnlichen Adstringentien, wie Essig, Alaun. Alumnol, Cutol, Eisenchlorid, Bleizucker. Gerbsäure, sowie die eigentlichen Gefässkontrahentien.
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Blutstillung. Iliimostasie.
iianieiitlicli Terpentinöl, SiHiernitrat. Man tx'ilgt sie in Pulverform auf die Wunde oder tränkt man Jute, Watte mit den Lösungen und drückt sie gut an, nachdem zuvor alles Blut säuberlich entfernt ist. Am kräftigsten geht der Liquor Lerri sesquichlorati (2—ö : 100 Wasser) vor. durch Freiwerden von Chlorwasserstoff schmerzt er aber, reizt. giebt eine leicht zersetzungsffihlge Kruste, hlnterlftsst daher wenig Heiltendenz, wie Überhaupt die chemischen .Mittel mehr der voranti-septischen Zeit angehören.
Klebmittöl gehen mit den (Jefässwi'mdeii wie mit dem aus­getretenen Blute eine kittartige Verbindung ein. die zur Verstopfung der Öffnungen beitragen kann, wenn nicht das nachfliessende Blut das Verkleben stört oder hindert, die hieher gehörigen Mittel wie arabi­sches Gummi, Stärkmehl, Enochenasche, Collodium, Glutol u. dgl. können daher nur bei capillären Blutungen einigen Nutzen stiften. Ähnlich verhält es sich auch mit den
Absorbentien, als welche die spongiösen Körper zu bezeichnen sind, so der Badeschwamm, Feuerschwamm, die ansaugenden Wurzel­fasern einiger ostindischen Farne (Pengawar Djambi), ein hellbraunes Pulver, mit dem jetzt durch Vermischen von Jodoform oder Glutol und Baumwolle auch eine styptische Watte hergestellt wird. Mit der heutigen Antisepsis harmonieren die erstgenannten Mittel nicht. Auch das mit Alkohol behandelte Pulver der Brennessel hat ansaugende, zugleich aber auch reizende und damit zusammenziehende Wirkungen auf die (iefässlumina (Marre).
Blutstillung durch Kompression. Mechanischer Druck ist wertvoller und bildet jetzt auch das Hauptmittel der Hämostase, wenn es sich um kleinere oder grössere (Jefässe handelt. Man kann vom Druck stets und raschen Gebrauch machen, schon die Finger reichen häutig aus: diese Digitalcompression lässt sich indes nicht lange anwenden und so greift man gewöhnlich zu Dru ckba lischen (Tam­pons) und Binden. Die Krsteren bereitet man sich aus möglichst sterilisiertem Material, aus Jute. Watte, lt;iaze oder versieht diese mit antiseptischen Mitteln. Audi Werg, das überall zu haben, kann be­nutzt werden, wenn es gereinigt und in Jodoformgaze gehüllt, wird: letzteres sichert die Antisepse sehr gut. Das Material wird in Bauschen oder Wicken von der nötigen Grosse zusammengeballt und durch Binden festgehalten oder füllt man die Wunde damit aus und ver­näht sie provisorisch. Die Tampons bleiben verschieden lang liegen, 1—12 Tage, worauf sie vorsichtig abgenommen werden, was freilich eine leichte Störung mit sich bringt; von den Druckmitteln macht man
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Hlustisclie Koniprcssion.
177
auch iiimier weniger Gebrauch, Hei arteriellen Blutungen sind sie gewöhnlich nicht ausreichend und gilt dies selbst von den früher viel angewendeten Aderpressen (Tourniquets), an deren Himdern
oder (iurten noch besondere I )ruckbauschen (Pelotteu) an­gebracht waren (Fig. J11).
An manchen Körper­teilen kann Blutstillung auch durch festes Umlegen feuch­ter, leinener Binden be­werkstelligt werden, bei denen man an der blutenden Stelle den Druck gleichfalls durch untergelegte weiche Btlusch-(dien verstärken kann (B a rd e-leben). In dieser Art kann man auch gegen Blutungen prophylaktis c h vorgehen,
indem man vor der Opera-
Fig. 141, Petitsches Tourniquet,
tion den betr. Teil so mit Kompressionsbinden umgiebt, dass alles Blut ans demselben verdrängt, also künstliche Blutleere geschaffen wird. Es march hat zu diesem Zwecke Gummibinden verwendet und darauf seine Methode der
Elastischen Kompression aufgebaut. Der zu operierende Teil wird mit einer Kautschukbinde fest eingewickelt, um das Blut
nach dem Herzen zu verdrängen uiul das Wiedereintreten des Blutes wird dadurch ver­hindert, dass man an der zentralen Grenze der Wicklung einen Gummischlauch stramm anlegt (chirurgische Ischämie). Um keine all­zustarke Schnürung des Körperteils aufkommen ZU lassen, was bei Gummiröhren gerne der Fall ist und eine vorübergehende Lähmung erzeugen kann, ist die Bohre jetzt durch einen
elastischen Schnürgurt ersetzt worden,
Fllaquo;, 142,
welcher aus mit Baumwolle oder Seide um­webten Kautschukfäden besteht (Fig. 142) und den Vorteil einer mehr begrenzten Dehnbarkeit besitzt. Der Gurt hat eine Breite von 5 cm und ist nahezu 1,5 m lang, die Kraft beim Umwickeln richtet sich nach der Dicke des betreffenden Teils und kann das Ende be-
Herlng's OporAtionslolire. VI. Aufl.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;12
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BlutBtiUunff. Ilämostasie.
luifs Verschlusses durch chw.n einfachen Haken mit Kettchen befestigt werden. Wesentlich ist, dass dieser Esinarch'sche Kompresslonsapparat erst abgenommen wird, wenn allen beendet, also auch die Operations­wunde geheftet und ein entsprechender Wundverband auf mehrere Tage angelegt ist.
Die Gummibinde mit Gurt hat sieh auch bei Tieren gut bewährt, indem das Operationsfeld nahezu trocken gehalten wird, allerdings iässt sieb die Methode mir an bestimmten Körperteilen anlegen, wie an den (Üiedinassen: mit grossem Nutzen verwendet man sie daher bei Operationen am Hufe, beim Nervenschnitt, bei Resektion an den Gelenken, Klauen. Amputationen u. s. w, Die Konstriktion ist eine
genügende, wenn der Gurt in stark aus­gedehntem Zustande zweimal umgewickelt und dann eingehakt wird; hei Operationen an den Kxtremitätenenden, am Penis, Schweif, kann man auch mit einer entsprechend
dicken Gummiröhre, einem elastischen Hosenträger u. dgl. auskommen.
Blutstillung durch Unterbinden. Ligatur. Diese Methode besteht im Zu­schnüren der blutenden Oefässe mittelst Fäden. entweder an der verletzten Stelle seihst oder in der Kontinuität des zu­führenden Rohrs.
Dieser (lef'ässverschluss ist der sicherste von allen, eignet sich aber nur für fass-bare, also grössere Blutgefässe, welche von allen Seiten umfangen werden und so
Fig. 148.
Wundhalcen,
Fig. 144.
Doppelter
Wundhaken,
einen gleichmiissigen Druckverschluss er-
fahren. Zu letzterem verwendet man jetzt
nur sterilisiertes Material, um keine Zer­setzung des entstandenen Thrombus oder Kiterung befürchten zu müssen. am gewöhnlichsten wird Zwirn oder rohe (chinesische) Seide ge­nommen. Katgutfäden eignen sich weniger, wenn sie längere Zeit liegen bleiben müssen, der ligierte Stumpf soll einheilen, wenn nicht, tritt eine Eiterung ein und der Stumpf wird abgestossen. Auch l'fevdehaare werden zum Umbinden benützt, wenn sie zuvor mit heissem Seifenwasser gereinigt, dann gekocht und in Sublimatwasser aufbewahrt •werden.
Direkte Ligatur. In der Regel wird es notwendig, die blutende Wunde durch Wundhaken auseinander halten zu lassen, um leichter'
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Direkte Liaaturi
171raquo;
mi dilaquo; Gefässe ankommen 211 können, die gebi'lluchllchsten sind in den obigen Figuren US und Ml dargestellt. Der Gefässe selbst wird niaii inn besten durch die Arterienhaken habhaft, wie sie auf Seite iolt;raquo; in den Figuren 67 und 68 abgebildet sind: absolut notwendig sind sie nicht, da sie leicht mit eingebunden werden. Zum direkten Fassen der Gefftsse bedient man sich der ünterbindungspinzetten, welche
iOi
Flg. 117.
Flansche
Arterienklammer,
Fig. 145.
Pia. 146.
besonders eingerichtet, d. h. durch Schieber oder lüamraer (Fig. 145 und 146) arretierbar sind und an den Enden quer gerifft oder besser mit einem oder mehreren in einander greifbaren Zähnen versehen werden.
Auch die Arterienkleiunier stellen zur Verfügung, wie sie als kurz- oder langfassende Zangen von Vidal, Köberle, Pean u. A. konstruiert worden sind (Fig. 147). Sie besitzen unten in der Nähe des (iritt's besondere Stellhaken und federnde Schenkel, so dass sie beim Einhaken einen starken Druck auf die getasste Arterie aus­üben und so das Festhalten derselben sichern.
Zur Unterbindung abgeschnittener Gefässe braucht man andere. sog. Blutstillungspinzetten (Fig. 148), mit denen das blutende Gefässende gefasst und auf denen auch die Ligaturschlinge locker an­gebracht wird, um sie beim Anziehen ihrer Enden über die Pinzette
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Blutstillung, llamoslasie.
hinweg zu streifen und dann am Gefässende zuzuschnüren, worauf die
Pinzette enttexiit wird. Ist das Ende der Pinzette nach Art eines Entenscbnabels geformt (Flg. 148), wird das Abgleiten der Ligatnr-scblinge erleichtert, was dem unterbinden besonders kurzer oder tief in der Wunde liegender Blutgefässe weseutlicli zu Gute kommt. Roser, Bergmann, liuliuu. A. haben solcbe Blutstillungspinzetten konstruiert. Alle Arterien und grössere Venen werden bei Quertrennungen so­wohl am zentralen als periphereu Ende unterbunden, ebenso auch die nur angeschnittenen: bei letzteren muss das Gefässrohr zwischen
beiden Ligaturen durchschnitten werden, um keine Spannung aufkommen zu lassen. Bietet das Umschnüren Hindernisse, bleibt oft nichts anders übrig, als die das Lumen ver-schliessenden Pinzetten einige Zeit liegen zu lassen (Forcipressur).
M a s s e u 1 i g a t u r. Bei Operationen, wobei das Gefäss für sich nicht aufzufinden ist oder zahlreiche (Jefässe bluten, welche in dem Parenchym eines Organes sich nicht wohl isolieren lassen, wie z, 15, hei Exstir-pationen u, s. w.. kann nur in der Art unter­bunden werden, dass man die (Jefässe samt dem benachbarten (iewehe zusammen-fasst und zuschnürt, liier ist besonders darauf zu sehen, dass die Ligaturen nicht abgleiten ; zu diesem Zweck teilt man vorteil­
148.
haft das Operationsfeld ab, nimmt zuerst die Blutstillungs- Deschampsche breitere p^ ^ der j^ ^^ ^^
pinzettc. Unterlnnduiigs- . -.,.-,.,,. ,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; , n i. t, •
nadel SIlt;' 1111^els^ der l'escham])sclien unterbm-dungsnadel (Fig. 149), welche nach rechts oder links gestellt ist, doppelte oder mehrfache Ligaturfäden hindurch, worauf dann erst die übrigen Partien einzeln unterbunden werden (üm-stechung). Steht ein Gehilfe nicht zu Gebot, lässt man die geschlossene Schieherpinzette einstweilen am Gefäss hängen, um beide Hände frei zu bekommen. Dabei kann es notwendig werden, vor dem Abgleiten­lassen der Schlinge von den Branchen die Pinzette auf die hohe Kante zu wenden, damit die Fäden beim Zuziehen nicht in die Pin­zettespalte geraten und dort eingeklemmt werden.
Schon kurze Zeit nach ilem Unterbinden liildot sich im Gefässrohr ein Blnt-pfropf und verwachsen dann bald die Innern Oefässmerahrane, so dass es eine
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Unterbindung. Aoupressui'.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 131
Strecke weit (meist bis zur nächsten Anastomose) zur Obliteration kommt, während ausseii die Llgaturfamp;den von den Granulationen eingeschlossen werden. Da die Fftden gut angezogen werden müssen, schneiden sie die Intlma und Media durch während die äussere iiülle erhalten bleibt. In Folge Wucherung der Endothellen wird der Thrombus In geftUshaltiges Bindegewebe umgewandelt, es entsteht sonach eine Gefftssnarbe, die nur'dann nicht einzutreten pflegt, wenn Bakterien, Elter-koiiken u. dgl. sich einnisten konnten und eine eiterige oder putrige Erweiclumg des Pfropfes zu Stande kam. Vaskulaslertes Gewebe stellt sich schon nach 8 Tagen ein und nach einigen Wochen ist der Thrombus organisiert, das Lumen mein- oder weniger geschlossen, das Blut nimmt dann seinen Weg durch die sich erweiternden Soitengcfässe.
Unterbindung im Verlauf der Gefässe kommt seltener vor. zuweilen bei Verletzungen grösserer Arterien, bei krankhaft ausgedehn­ten, von aussen zugänglichen Gefässen (Aneurysmen, Varices), um das Bersten hintanzuhalten oder um einem Organe, v.. B. dem Hoden, dem Huf etc. die Blutzufuhr abzusclmeiden. Man schneidet an der betr. Stelle diellaut durch, sucht das Gefäss auf und legt es bloss, um es hervorzuziehen und. nachdem eine Hohlsonde unterlegt Ist, in der oben angegebenen Weise zu unterbinden. Ist schon eine Wunde vorhanden. wird in dieser das Gefäss (nötigenfalls unter Erweiterung der ersteren) aufgesucht und in derselben Weise verfahren, üei verwundeten Arte­rien erfolgt die Ligatur selbstredend auf der zentralen und peripheren Seite und wird dann zwischen beiden Schlingen durchgeschnitten. In dieser Weise wird zuweilen z. 15. die Karotis unterbunden, um Blutungen bei Operationen in solchen Organen zu vermeiden, welche in ihrem Gefasshezirke gelegen sind (I'arotisabscesse. Brustbeulen). Dabei kann es notwendig werden,
gleichzeitig auch die Jugularvene zu unterbinden, was ohne Gefahr geschehen kann. Die Unterbindung der verletzten Karotis ist schon im Kapitel des Aderlassens (Seite 1 70) besprochen worden.
Acupressur. Oberflächlich ge­legene Arterien von nicht zu kleinem
Kaliber können auch dadurch komjiriiuiert
Flg. 160. Acupressur.
werden, dass man eine gerade Nadel in querer Kichtung zu dem blutenden Gefässe so durch die Haut sticht, dass entweder die Arterie nach aussen gegen letztere oder nach innen gegen eine feste Unterlage, einen Knochen etc. ausgedrückt wird (Fig, 160). Das Verfahren ist wegen dieser Voraus­setzung nur an den Extremitäten möglich, kann also meist durch die einfache Unter­bindung oder Tamponade ersetzt werden. Diese Blutstillungsmethode kommt sonach nur ausnahmsweise in Gebrauch und gilt dasselbe von der A c u fi 1 o p r e s s u r
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182
Blutstillung^ Hämostasio.
wenn uoili ein Faden zu Hillc genoinnieu wird, den man in Aclitortoureu um die Nadel fuhrt.
Gefässnaht. l!oi seitlicher Verletzung von .uriissereu Venen kann, wenn die Ausschaltung durch die Ligatur nicht erwünscht ist oder die Kontinuität des
Gelasses erhalten werden soll, wie v.. B. bei der .lugularis, auch durch eine feine Naht die Vencmvand Verschlüssen werden. l!ei angeschnittenen oder sonst vcrlezteu Arterien wird ein solcher Yerschluss wohl kaum nötig werden, ohwohl er leichtei' zu bewerkstelligen ist (Durchstechung der Adventitia und Media).
Torsion. Umdrehen des Gefässendes. Die Beobachtung, dass bei Quetsclnvunclen diraquo;' betroffenen Arterien nur milssig bluten, wenn die inneren Häute zerrissen und in das Lumen aufgerollt wurden, hat zu dem Versuche geführt, den Mechanismus künstlich naehzuninnen und zur Blutstillung zu verwerten.
Das in der Chirurgie viel geübte Verfahren ist ein sehr ein-faches und bestellt darin, class man das abgeschnittene GefHss mit einer Schieberpinzette, welche kräftig gebaut sein muss und an den Ecken scharfe Querrisse besitzt (s, Fig. 115), fasst und solange um seine Längsachse dreht, bis die inneren Gefässhftute reissen und die Adventitia bricht (Zudrillen offenerGefässe, Angioversion). Der Yerschluss des Lumens erfolgt hauptsächlich durch das Runzeln, Aufrollen und Zurttckstrupfen der Intinia und ist bei kleineren (Je-fiissen erfalirungsgemiiss fest genug, um Garantie gegen Nachblutungen bieten zu können, es genügen in der Regel 6—S Umdrehungen, es können aber auch in—l'o notwendig werden und mehr. Hei grösseren Hintungen reicht die Methode nicht aus. insoferne .stärkere Gefässe, nachdem sie torqmert sind, sich leicht zurückdrehen und von neuem zu bluten anfangen. Das Drehen lässt sich leicht ausführen, ist da­her ein überaus erwünschtes Mittel, um bei Operationen über die so sehr störenden Blutungen kleinerer Gefässe rasch Herr zu werden; das Zurückdrehen kann durch eine (|uer in das Gefäss bis in die mn-gebenden Weichteile gestochene Nadel verhindert werden. Die äussere Zellhaut soll nichl abreissen, obwohl ein vollständiges Abdrehen des gefassten Gefässtelles ohne wesentlichen Nachteil wäre. Stark hervor­gezogene Arterien können mit einer zweiten Pinzette quer gefasst werden, um die sich fortpflanzenden Drehungen bis hielier zu be­schränken. Im Übrigen hinterlässt die Torsion einen toten Körper, die Asepsis ist daher nicht immer gewahrt, man zieht jetzt meist die Ligatur vor. Hütte man es mit grosser Zeneisslichkeit der Gefasswundungen zu thun. muss das umgebende Gewebe zu Hilfe genommen werden.
Arteriendurchschlingung (PerpHoatio). Stilling zeigte 1884 an grösseren Arterien, dass man sie durch Vorziehen ihrer Häute ebenfalls vorschliessen kann.
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Nackbehandlungi
l,s.y,
Oberhalb raquo;los abgesobnitteuen und bei'vorgezogeuen Endes scbneldet man eine kleine Lttngsspalte ein und führt quer ciiii! Pinzette hindurch, mittelst welcher laquo;Ins Gefüss-i'iule gcfasst und In die Spalte hereingezogen wird (Flg. 161). Das Verfahren ist mehr eine Spielerei und praktisch unbrauchbar. Hering suchte es dahin zu verbessern, dass mau an das weit hervorgezogene Arterionende einen Knopf bindet. Das Torquieren oder Unterbinden Ist einfacher.
Nachbehandlung. Die Tiere sind imcli Blutungen einige Zelt unter Beobachtung zu stellen und muss für möglichst günstige Aussen-verhftltnlsse gesorgt werden. Die Zirkulation soll im operierten Teile möglichst begünstigt werden. Nachblutungen erfolgen durch zu lockeres Anlegen der Ligaturen, unvollkommenen Ver-schluss, Abgleiten desselben, Umschnüren nur eines Gefässendes ,• purulente Schmelzung des Thrombus u. s. w. Sclnvüchezustäntlen nach Arterlendurchschlingung. starken Blutungen begegnet man mit flüchtigen Reizmitteln, Atherinjektionen, llaquo;;! Ohnmächten mit Salzwassei'infusion. I)irt'iis(! Extravasate lassen sich durch Kompression, durch zer­teilende Bähungen oder .Massage zur Resorption bringen, es kann aber hier eine Punktion bezw. Spaltung der Haut notwendig werden.
Litteratur. Stilling, Magazin 1885. S. 418; ibid. Glelen 1886. S. 509.— Amussat. Rec. 18-15. S. 845. — öoubaux, Blutg. bei Eng], und Kastrieren, Itecueil IHöit. — Journ. de med, vet Lyon. Unterbind. Karotis ISüti; ebenso im Kcc. 1828. M^. — Hertwig. Unterbind., Torsion, Gefässdurclischling. Jlag. G. u. H. I. .'(75. — Dard, Drohung nach Amussat. Schienli. und Sclnveifarterieii. Rec. 1829. 507. — Voters, Ligatur bei Aneurys, Mag. G. u. lt. 1841. dB. — Benja­min, Maraud n. a. Kliu. Versuche: Rep. 1854. i)2. 22laquo;); Rec. 1851. 49. Journ. des vet. du midi .1853. 452. — Bouillaud, Still, der Karotis, Journ. de med vet. Lyon 1858. — Böttger, l.igat. der Schienbein-Art. Mag. G. u. H. 1801. 110, — Jackowltz, Acupressur, Rep. 1861, l()7. — Daniele, Torsion, Keras. Rep, 18()4. 5y. #9632;— Schweiz. Arch. 1.84(). 94, Thrombenbildung, — Lister, Rec. 1870, S. 287. — Degive, Annal, de Brux, 1877. — Siedaragrotzky, Klin, Untersuch, Sachs, Jahresber, 187.!J. — Esmarch. Volkmanns Klin, Vorträge, Leipzig 1878, —Ongny, Hoc. 1878. s. 750, elast, Ligat. — Nocard, Archives vet. 1881, S, 281. — Gallier. Rec. 1886, S. 664; ibid. Qirardot 1888, S, 101; ibid, Moreau 1889, S, 16, — Möller, Lehrb, d. allg. Chir. 1892. — ('her neue klebende Styptika, Tierarzt 1886. 112: daselbst 1888. 189. Terp.-Öl als Httmostaticum. — Frick, Esmarchs Schlauch. Gerlachs Archiv 1888. 70. — ('hör Thromhosiening. Heil, tierär/.tl. Woch. V. 17.'{; daselbst Jaginowskl, QefäSSliaht bei Arterien, VI, 148. Sehwar/, lierl. Archiv 1891. S. 198. — Marx. Kerl. Woch. 1896, S. 175.
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Transfusionen, injektioiion.
IV. Transfusionen. Injektionen.
Transfusion. Man verstellt darunter das Übergiessen von l^lut oder einer blutähnlichen Flüssigkeit (0,6 proz. Kochsalzlösung) in eine Vene, um nach starken Blutverlusten den verloren gegangenen Aorten-druck wieder herzustellen. Perakute Anämien sind die Hauptan-zeigen beim .Menschen, tierftrztlicherseits ist bis Jetzt von dieser Trans­fusion kein Gebrauch gemacht worden, in Notfällen infundiert man genannte Lösung e.rwärmt in den Mastdarm, von wo aus sie über­raschend schnell zur Aufsaugung gelangt. Für die grossen Haustiere sind 500—1000, für die kleinen 100—300 ccra erforderlich. Wieder­holungen können notwendig werden.
Infusion, Als solche bezeichnete man früher diis direkte Überführen von Arzneimitteln in die Blutbahn, um schnelle und reinere Wirkungen zu erzielen. Zu diesem Zwecke unternahm man einen Aderlass und führte einen Trichter, gewöhnlich den H olpert'schen, durch einen Fischbeinstab versohliessbaren Adertrichter ein. Ks ist einleuchtend, dass das Verfahren nicht ganz unbedenklich ist, es kann leicht Luft iu die Vene gelangen, der Trichter nimmt einen falschen Weg in derSubcutis oder kann Eiterung die Folge sein, die Methode, ist daher verlassen und durch das Einspritzen mit Hohlnadeln ersetzt worden— Injektion. Die Jugularis wird hio für am meisten benutzt und ist damit die Operation nicht nur vereinfacht, sondern auch unschädlicher gemacht worden.
Injektionen.
Wenn es sieh um Einverleibung von arzneilichen oder andern Flüssigkeiten in den Körper handelt, um auf kürzestem Wege Resorp­tionswirkungen zu erzielen, greift man zu den Einspritzungen, welche an den verschiedensten Orten geschehen können, haupt­sächlich in die l'arencliyme. die Haitf, in das ünterhautzellgewehe. in Venen. Gelenke, in die Luftröhre und den Schlnndkopf. Man bedient sich dabei besonderer Instrumente, der Spritzen, welche nunmehr auf einen Indien Grad der Vervollkommnung gebracht worden sind, das [lljcktlonsgeschäft ist daher nicht blos wesentlich erleichtert, son­dern auch gefahrloser gemacht worden und ist eine Eeihe früherer Instrumente weggefallen. Auch die Impfungen für Schutz- und Heil­zwecke geschehen letzt fast ausschliesslich durch Spritzen, von denen eine grosse Auswahl zu Gebot steht.
Injektionsspritzen. Sie bestehen insgesamt aus dem Cylinder (Schaft), dem Stempel mit Kolben und der Ansatzröhre zum Entleeren.
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[oJektionBgpriteen.
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Der Cyliudei' (gewöhulicli ans (ila.s) ist an beiden Enden je durch einen Deckel geschlossen (Garnitur) und trägt der obere einen Ansatz: /um Einfügen der Kanüle, welche In einer Hohlnadel besteht. Der untere Deekel ist durch ein Schraubengewinde abnehmbar und nimmt
den Stempel (Piston) auf. welcher graduiert ist. den Kubikinhnl fjiebt und an seinem obern Ende den luftdicht schliesenden Ko trägt, er heisst deswegen auch Kolbenstange und
an-li en
endet ausserhalb mit dem Griff,
Die Injektionsspritzen der neueren Konstruk­tion sind, wenn nicht ganz aus Hartgummi oder Metall (Neusilber) bestellend, mit einem Glas-CJ'linder versehen, welcher mit der Garnitur innig ver schraubt ist: der Verschluss der Fassung mit Kitt wäre ein verfehlter, da alle Spritzen zeitweise durch Auskochen desinfiziert werden müssen. Empfehlenswert sind besonders die Spritzen, deren Glascylinder einen Schutz be­sitzt, d. h. von einer durchbrochenen Metallhülse umgeben sind, die nicht blos das /erbrechen hindert, sondern auch das (ilas luftdicht gegen den Hoden der Garnitur presst. Ganz aus Hart­gummi gefertigte Instruinente sind zu wenig dauer­haft. Die gewöhnlichste Spritze ist die Pra-
vazsche (Fig. 152), welche .quot;i oder 10 Gramm
Fi-r. 15:.'.
Pravazsohe
subkutane
Injektionsspritze.
Flüssigkeit fasst und jetzt unentbehrlich geworden ist; dein Etui sind 2 Hohlnadeln beigegeben. Diese
K a n ü 1 e n dürfen keine Naht besitzen. sondern sollen eine gezogene Stahlrohre bilden. Eine vollkommene Sterilisation ist bei sehr engen Lumen der Röhre nicht leicht, ein Glühen der­selben deshalb erwünscht, das aber die Stahlnadel nicht gut ertrügt, man gebraucht daher jetzt gerne Kanülen aus Platiniridium.
Besondere Sorgfalt muss dem Kolben dos Stempels gewidmet werden, um sanftes Olniten und durcli Dichtung völliges Füllen und Entleeren zu ermöglichen, er wird daher mit liaumwolle, Faden oder besser mit Leder, weichem Kautschuk oder Asbest versehen und mit 01, bezw. kochbarem Sarg'schem Glycerin bestrichen. Der Kolben muss so dicht schliessen, dass der Stemiiel der leereu Spritze beim Zu­rückziehen von selbst etwas zurückweicht, wenn die Mttndnng der Ansatzröhre durch den Finger verschlossen wird. Itei langerein Niohtgebrauch trocknet der Quellkörper ein und gebt die Saugkraft der Spritze verloren, man nmgiebt daher die Ausspritz-oti'unng mit einer schraubbaren Hülse, welche die Verdunstung einer kleinen Menge zurückgelassener antiseptisclier Flüssigkeit verbindert.
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Ibli
Traiihl'iisioiicii. Injektionen.
Beliebt sind jetzt die regulierbaren Kolben aus Asbest, deren Durcbmesser dadiu'cb vergrösseil wird, dass der K()li)eii sicli durch die l)eideti Metallplatteu, /wischen denen er liegt, zusammenpressen lässt und so dichter an die Wandung des Cylinders anschliesst. Das Regulieren geschieht durch eine aussei! am Griff befindliche, drehbare Metallscheibe, nachdem vorher der Kolben i Minute lang in Wasser erweicht wurde. Auch Spritzen mit Glaskolben werden verwendet, die sich gleichfalls luftdicht regulieren lassen, wenn durch festes An­schrauben der Hartgummifassung der Glascylimler gegen den Asbest­ring gedrückt wird. Die Spritzen dieser Art bieten den Vorteil, dass die Injektionsflüssigkeit nur mit (das in Berührung kommt. Zum Schutz dient ein Metallbügel (Armatur), der zugleich als Stellscheibe sowie zum Zusammenhalten von Cylinder und Kolben dient.
Sehr brauchbar ist die Spritze von Windier, deren
Kolben aus einem Gummiring besteht, welcher auf den Stempel gezogen wird. Durch das seitliche Zusammen­pressen vermittelst zweier Scheiben nach Art der regu­lierbaren Asbestspritzen wird der Umfang des Gummi­kolbens vergrössert und dichter Anschluss bewirkt. Der Kolben gleitet vorzüglich, wenn er zeitweise mit einem Tropfen Glycerin bestrichen wird, ausserdem liisst sich
Fig. 153.
Gummiring-
kolben.
das Instrument ohne Schaden auskochen. Nach dem (le­brauch ist der Kolben stets zu entspannen. Frick hat
bei seiner Spritze eine Verbesserung dahin getroffen, dass er in dem Stempel Raum für 2 Kanülen geschaffen hat. Die Ballonspritzen sind für chirurgische Zwecke jetzt ausser (iebrauch gekommen.
Subkutane Injektionen sind die häutigsten und eignet sieh auch das Cntorhautgewebe. abgesehen davon dass es von aussen leicht erreichbar, wegen des lockeren weitmaschigen Baues und des grossen Reichtums an feinsten lymphatischen Räumen vorzüglich zur Aufnahme von flüssigen Substanzen in unzersetztem Zustande, doch ist darauf zu sehen, dass keine stark reizenden Stoffe gewühlt werden. Am häutigsten werden die Lösungen der Alkaloidsalze. Äther. Kampfer, Eisenverbindungen u. dgl. verwendet. Der einfache Uautstich erfordert keine, besondere Vorbereitung für das Tier oder Desinfektion der Haut. diese wird vorher abgewaschen. Jede Ulireinlichkeit erzeugt Abscesse. Nach mit Daumen und Zeigefinger aufgehobener Ilautfalte wird die vorher gut desinfizierte Kanüle in den Grund der Falte bis in die Subcutis eingestochen, um dann die Spritze anzusetzen und unter leicht
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J'arenicliymatöse lujcktiouen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; iy7
dreheiuler Bewegung lies Pistons zu entleereu. Nach sachtem Aus­ziehen der Nudel wird die eingespritzte Flüssigkeit durch leichtes Streichen auf eine grössere Flüche verteilt. Heim Einstechen muss darauf gesehen werden, dass die Kanüle nicht in die Haut, sondern unter dieselbe gelangt und die andere Seite der Falte nicht durch­stochen wird. Als Stichstelle wühlt man entweder die Nähe des erkrankten Teils oder einen bequem zugänglichen Ort mit dünner, locker anliegender Haut, wie namentlich die beiden Seiten des untern Halses, die Schulter, Rippenwand, die innere Schenkelfläche u. s. w. Bei Rindern sind stärkere Kanülen notwendig. Nachher ist die l'ravaz-Spritze samt Nadel gut zu reinigen, dann zu desinfizieren und letztere mit dem heigegebenen Draht zu versehen. Sollte beim Injizieren Hlut aus der Nadel tliessen. also ein (iefässchen getrott'en worden sein, muss die Vorsicht gebraucht werden, dass die Injektionsflüssigkeit nicht in die Blutbahn gerät.
Paremchymatose Injektionen sind schon in früherer Zeit gemacht worden und will man dabei Flüssigkeiten in das Gewebe führen, um Schrumpfung, Zerfall oder Abstossung desselben einzuleiten, wie bei Neubildungen, Kropf u. s. w. Die Einstiche geschehen gleich­falls mittels der Pravazspritze und müssen um so tiefer gehen, je fester, dichter das betr. Gewebe ist. Ist der Umfang ein grösserer, muss die Masse von verschiedener Richtung her in Angriff genommen werden und immer wird die Nadel im Gewebe etwas zurückgezogen, ehe man die ein­zuspritzende Flüssigkeit entleert. Als Arzneimittel dienen Karbolsäure, Essigsäure, Milchsäure. Jodtinktur, Papayotin, zum Ätzen 5—10 proz. Chlorzinklösung. Der nachfolgende Effekt, der erst abgewartet werden muss, giebt die Direktive zu Wiederholungen. Fble Folgen kommen bei entsprechender Auswahl und Dosis der Arzneimittel nicht vor.
Venöse Injektionen werden kaum mehr ausgeführt, sondern durch subkutane ersetzt, da damit aussei' rascherer Wirkung ein Vor­teil nicht erzielt wird und sich nur wenige Arzneistoffe für direkte Einführung in das Blut eignen. Nur solche Mittel taugen, welche sich vollständig in Wasser lösen lassen, leicht mit dem Blut mischbar sind und keine Zersetzung oder Gerinnung bewirken; es lassen sich daher nur wenige Alkaloide verwenden. In der Pegel wird die Drosselvene an der Aderlassstelle benützt und hier wie beim Aderlassen verfahren, wenn die Einführung durch einen Glastrichter geschehen soll. Andere ziehen die Spritze vor und stechen entweder von oben her oder von unten in die geschwellte Ader ein, um die Spritze zu entleeren. Möller hat schon früher ein besonderes (50 Gramm fassendes) Instrument
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18b
Transfusionen. Injektionen.
hiezu konstruiert. Das Verfahren ist einfach, erfordert indes etwas Übung, damit die Nadel in der Längsrichtung ties Gelasses in das Lumen eintritt, ohne etwa die hintere Veneuwand zu treffen, da die Tiere leicht unruhig werden. Sollte kein Blut durch die Kanüle ab-fliessen, ist die Vene nicht getroffen worden und wiederholt man die Operation, (irosse Reinlichkeit und Desinfektion ist ahsolut notwendig, auch muss die. betreffende Flüssigkeit erwärmt werden. Hauptbedingung ist gutes Fixieren des (iel'iisses und Kompression desselben dicht unter der stichstelle. Von der Einführung der physiologischen Kochsalz­lösung gegen Verblutungsgefahr 1st schon oben bei der Infusion die Rede gewesen. Auch bei intravenösen Einspritzungen sollte möglichst die betreffende Flüssigkeit sterilisiert sein.
Tracheale, laryngeale Injektionen werden erst seit neuerer Zeit ausgeführt und sind von Dieckerhoff eingeführt und von Levi (1880) weiter ausgebildet worden. Fs hat sich dabei gezeigt, dass die Respirationsschleimhaut sehr prompt resorbiert, und nicht so em-ptindlich ist, als man früher wähnte. Es lassen sich sowohl all­gemeine Wirkungen erzielen, wie bei dem Petechialfleber, der Hämo-globinänüe. obwohl man für diese gewöhnlich den subkutanen Weg wählt, als auch lokale, um direkt die. nächst gelegeneu Schleimhäute zu beeinflussen.
Die Ausführung der Operation ist durch die Dieckerhoffsche Tracheaispritze vereinfacht worden, deren gebogene, sehr starke Hohlnadel bei aufgerichtetem Kopfe des Pferdes und nachdem die Haut auf der vorderen Luftröhrenfläche gut angespannt worden ist, zwischen Piingknorpel und erstem Tracheairinge kräftig und mit kurzem Stosse eingestochen wird. Man kann nun sowohl die Flüssigkeit in die Luftröhre abfliessen lassen oder die Kanüle nach aufwärts richten, um die Schleimhaut des Kehlkopfes, seihst der Rachenhöhle zu überrieseln. Bei trotzigen, chronischen Katarrhen werden Solutionen lösender, adstringierender Salze, Lugol'sche Lösung u. dgl. verwendet. Dieselben sollten möglichst sterilisiert werden, um keine gefährliche Entzündung aufkommen zu lassen. Hei sorgfältigem antiseptischen Verfahren können auch grössere Mengen Flüssigkeit (bei Pferden bis zu 50 Gramm) unschädlich eingeführt werden. Die Wiederholung richtet sich muh dem Krankheitsfalle.
Litteratur. Viborg, Samml. von Abhandl. Band isoi u. 1807. — The Vet. Geschichte der Transfusion und Infusion. 1860. 284. — Mag. v. G. u, II. XXII. 205. liehmann. Hinabgleiten eines Adertrichters in die Vene his ins Herz und die Lungenarterie. Tod. — lie]). 1855. 189. Colins Spritzen, — Montens. Rep.
1
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Das Impfen. Inooalatio,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;189
isTo. 'HU. Subkutane Injektiousversucliei — Tabourln. Traltä de matitre medl-cale. 8. Edition. 8,81, Subkut, Injekt. — Goubaux. Recueil IH'),-). 10H2. Vcr-blut, und Transfusion. — Sclieel, Die Transfusion. Kopenhagen, 1808, —Farral, Rep. 1859. 140. Uninittelli. Transfusion. — Möller. licrl. Anh. III. S. iriö. Trans­fusion; ibid. 1877. S. 554. — Grecclii, Transfusion bei Pf. u. Hden, Rep, 1^72. 86, — Berl, ticrärzt. Wooh. V. 417. Transfusion mit Kochsalzlösung. Overlachs Regulatorspritze; ibd. V. 180; traobealen Einspritz.; ibd. V. 186 und .!i58, sowie VI. 35. Indikat u. Erfahrungen über tracheale Injekt. — Ziemssen, Tierarzt 1888. 140, subkut. Blutinjekt.; Johne daselbst 1887. 255. ,lod bei Petech.-Fieber. — Assanassiew, Neue Bluttraiisf.-Metliode. Rep. 1.S85. 58. — Storch, Kagel. Rund­schau 111. S. 248. 868, Über Injektionen der Lugolschen Lösung, — Buch, Tracheale Injekt. für Tierärzte. 1887. — Levi, Manuel pratique des injections traclieales dans le cheval. 1888. — Di eckerhoff, Woch. f. Tb. 1884. S. 113 und 197; 1885 S. 1; Berl. Woch. 1880. 8. 185 Indicat. — Bouley. Rec. 1883. S. 5. Trach. Inj. — Cagny, Rec. 1884 S. 2(11 u. 332; 1887 S. 120 und 473; 1888 8. 229. — Humbert Rec. 1884 S. 407 Chloral intravenös. — Levi. La Chinica vet. 1884 und Report. 1888. 8. 187. — v. Chelohowsky, östr, Mon. f. Th, 1885. In-tratracheal, — James. The vet. 1885. S. 230. — Gratia. Annal. de Brux. 1887. S. 196, Die hypoderni. Inj. i. d, Th. — Gsell. Giern, di med. vet. 1887. S. 102. Vaeth. Bad. Mitteil. 1887. S. I Trachealinj. — Prick, Berl. Arch. 1887. S. 232. Verliess. Spritze. — Friedberger. Miinchener Jahresber. 1888.,S. 51. Unangenehme Folgen. — Fröhner. Monatshefte f. prakt. Th. 1889. 60. Neues Inj. Etui. — Mllit. Vet. Ztschr. .1889. S. 13. — Lugol's Lösung. Berl. Woch. 1889. S. 180. — Ostermann. Woch. f. Th. 1889. S. 309. — Krhvonogoff, östr. Monatschr. 1889. S. 354. — Triuchera. Schweizer Arch. 1890. S. 82. — Möller. Allg. Chirurgie 1893. — Bayer. Opcrationslehre 1896.
V. Das Impfen. Inoculatio.
Als Impfung bezeichnet mau jenes Verfahren, wobei man einen mehr oder weniger virulenten [nfektionsstoff dem Körper eines ge­sunden Tieres einverleibt.
Entsprechend dem zu verfolgenden Zwecke werden folgende Impfungen unterschieden,
Notimpfungen werden hei schon erfolgtem Ausbruche einer Seuche vorgenommen, wenn die AVeitervcrbreitung durch Absperren der gesunden Tiere nicht mehr zu erzielen ist. Man will damit den Verlauf der Krankheit mildern und zugleich eine Abkürzung der Seuchendauer, sowie frühere Beseitigung der kostspieligen Polizeimassregeln herbeiführen, wodurch namentlich auch die Ver-schleppnngsgefahr vermindert wird.
Präventiv- oder Vorbauungsimpfungen werden ausgeführt in noch ge­sunden Herden oder Stallungen, in deren Nachbarschaft eine Seuche ausge­brochen ist, die Einschleppung (natürliche Ansteckung) aber voraussichtlich schwer zu vermeiden ist (Präkautions- oder Präservativimpfung).
Schutzimpfungen werden bei Seuchen vorgenommpu, welche in bestimmten Gegenden häufig vorkommen oder permament bestehen und grosse Verluste erzeugen.
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11)0
J)iis Iiuiifon. Inoculiitio.
welche durch Impfen sich vcimiiuleni lassen; häufig wird damit auch ein gleich­zeitiges Erkranken aller Tiere bezweckt, was grosse Vorteile mit sich bringt. Die Schutzimpfungen sind die hiuitigsten.
Zwangsimpfungen werden beim Ausbruch bestimmter Seuchen staatlicher-seits vorgeschrieben,
Probeimpfungen sind jene, welche die Wirksamkeit und den Effekt eines Impfstoffes prüfen, wahrend man unter Kontrolimpfungen solche versteht, welche konstatieren, ob die schon geimpften Tiere jetzt unempfänglich gegen die Aufnahme des Krankheitsvirus geworden sind, also Immunität erlangt haben.
Experimentelle und diagnostische Impfungen dienen zu wissen­schaftlichen Versuchen, bezw. zur Feststellung der Infektionsfahigkeit einer Krank­heit. Die Bakteriologen impfen am meisten und ist es dabei ansserdem auf Ge­winnung neuen Impfmaterials abgesehen.
Impfstoffe. Als solche können verschiedene .Materien des kranken Tieres dienen, meist sind es flüssige Produkte, welche aus dem Blute entnommen und entsprechend zubereitet worden. In andern Fällen werden die Impfstoffe ans künstlichen Knltnreii der Bakterien gewonnen. Die betreffenden Krankheiten sind: Rinderpest, Schafpoclcen, Lungenseuche, Milzbrand, Rauschbrand, Rotlauf der Schweine, Htihner-cholera, Maid- und Klauenseuche. Rotzkrankheit, Tuberkulose, Starr­krampf. Diphtherie. Staupe n. s. w,
Impfstellen. Die Wahl des Impfortes erfordert manche Rück­sichten, die bei den einzelnen Krankheiten verschieden sind. Im all­gemeinen wird hauptsächlich die Gutis und das darunter gelegene Zellgewehe benutzt, am zweckmässigsten an unbehaarten Hautstellen von weicher feiner Beschaffenheit, sowie an solchen Gegenden, au denen die Tiere weniger ankommen können oder wo sich nach üblen Zufällen leicht eine Amputation ausführen lässt. Besonders gebrauchte Impf­stellen sind das Ohr. die Schulterpartie, die, Gegend vor dem Euter und Hodensack, die innere Hinterschenkelfläche und die Schwanzspitze; seltener die Lippen, die Nasen- und Maulschleimhaut, der Triel, bei Hühnern die Brustmuskeln oder Flügelspitze. Gar nicht mehr benützt werden die serösen Häute und Venen,
Impfinstrumente. Als solche stehen im Gebrauch Impf­nadeln, Empflanzetten und Impfmesser, sowohl zum Einstechen unter die Epidermis, als unter die Cutis. für welch letzterem Zweck jetzt auch besondere kleine Impfspritzen (nach der Pravazscheii Art oder modifizierte) zur Verfügung stehen, wie sie z. B, von Sticker, Oemler. Pasteur, Comevin u. a. konstruiert worden sind. Mit der Hand oder einem Tuche geschieht das Impfen nur bei der Maulseuche, aber auch die meisten Impfnadeln werden jetzt, nachdem mau sich hauptsächlich auf Schutzimpfungen beschränkt, überflüssig, die subkutane Injektion
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Impfiustiiunente.
im
ist an ilire Stelle getreten und hat man hiefttlquot; auch besondere. Spritzen gescliaffen.
Die Impfliadel von Pessilin ist eine der ältesten (1801), indes /u schlank, zweckentsprechender sind jene Nadeln, welche an der oberen Fläche der Spitze entweder eine Furche, eine löffelartige Ver­tiefung oder beides besitzen und so einem halbierten Gerstenkorne gleichen, /n dieser Art von Impt'nadeln gehört die Sicksche Nadel
Fig, 164.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Fig. L56,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Fig. 158.
Sicksche Nadel Gedachsche Lungenseuche-
t'iir Schafe,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Impfnadel,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Impfnadel,
(für Schafe. Fig. 154), die Qerlachsche [mpf-nadel (Fig. 155), deren Vertiefimg bis zur
i
Spitze ausläuft und die für Rinder bestimmte starke Impfnadel (Fig. 156), welche vielfach
Flg. 157. Impflanzettc.
bei der Lungenseuche benutzt wird.
Heim Impfen wird erst die Vertiefung mit der betr. Lymphe gefüllt, dann die Nadel unter die Oberhaut geschoben, hierauf durch vorsichtiges Umdrehen entleert und sofort zurückgezogen, um den Impfstoff in das Rete Malpighi abzustreifen. Line andere Impf-methode besteht darin, die Haut durch kleine Längsschnitte auf­zuritzen, welche bis auf das Corium reichen, jedoch zu keiner oder
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Das Impfen. Inoculatio.
nur geringen Blutung führen sollen. Die Impt'tlüssigkeit wird dann eingerieben. Für diese Impfweise dient die Inipflanzette (in Fig. 157) oder der Impfschnäpper, der aber kaum mehr im Gebrauch steht. Selbstverständlich ist, dass die grösste Reinlichkeit walten muss, auch müssen die Instrumente nach erfolgter Desinfektion gut. abgetrocknet werden.
Durch die Impftiadeln können nur kleine Mengen von Dnpf-flüssigkeit appliziert werden: sind grössere Quantitäten notwendig, gebraucht man die Impfspritzen, die verschieden konstruiert sind.
Fine der ältesten ist jene von Sticker, die bei der Lungenseuche (an der Schwan/.spitze) viel ge­braucht wird (Fig. 158). Sie besitzt eine etwas ge­krümmte Hohlnadel, welche im Innern des llol/.lieftes mit einem kleinen, mit Impfstoff gefüllten Gununiballon in Verbindung steht. Durch Druck auf den seitlich am lieft befindlichen Hebel wird der längliche liallon zusainmengepresst und bei der Wiederausdehnung der Impfstoff in die Nadel eingesogen. Bei den Impf­spritzen wird die Nadel stets in die Subcutis eingestochen und so verfahren, wie bei der liypo-dermatischen Injektion des näheren angegeben wurde. Andere Spritzen, wie die von Cornevin (Lyon) be­sitzen einen Pravazcylinder mit stellbarem Läufer oder ist eine Schraube zum Regulieren angebracht, durch welche der Raum für die Menge des Impf­
stoffes genau bestimmt werden kann. In ähnlicher
Fig. (58. Stickerscho [mpfspritze.
Weise wird auch die Impfspritze von Thunecke ge-handhabt, während die von Oemler keinen Cylinder
besitzt: die Bewegung des Spritzenkolbens erfolgt durch den Daumen, beide Instrumente können indes ganz wohl durch eine gute Pravazspritze ersetzt werden, welche überhaupt für gewöhn­lich zum Impfen benutzt wird. Heim Rotlauf der Schweine wird die Impfspritze von Lorenz viel gebraucht, welche 10 ccm Inhalt hat. Der Cylinder ist mit Metall armiert, hat regulierbare Ashestdichtung und wird der Inhalt mittelst des Pistons in einen (iunnnischlanch ge­trieben, um durch die Hohlnadel entleert zu werden. Dem Etui sind 4 Kanülen beigegeben. Das Guminirohr erleichtert die Injektion wesent­lich und verhindert das Abbrechen der Nadel, auch liisst sich das Instru­ment leicht, selbst in strömendem Wasserdampf sterilisieren, wenn das Gummirohr mit der Dichtuny an der Schlaucholive entfernt worden ist.
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Chirurgische Naht.
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Das Impfen bei den einzelnen Infektionskrankheiten und die Art der Verwendung der betr. Impfflüssigkeit ist Gegen­stand der Besprechung in der speziellen Pathologie und kann dort auch die Literatur nachgeschlagen werden.
VI. Chirurgische Naht.
Um bei Verletzungen das getrennte Gewebe zusammenzufügen und die Wundflftchen an einander zu halten, bis Verbeilung eingetreten, legt man entweder Binden an. mit Klebemitteln versehene Streifen. Heft­pflaster, Haken. Klammern, oder man vereinigt die Wundränder mit Hilfe von durchgezogenen Fäden. In letzterem Falle wird die Ver­einigung als Wundnaht bezeichnet und heisst auch, weil wieder kleine Verwundungen gesetzt werden, blutige Naht, zum Unterschied von der erstgenannten Vereinigungsweise, der trockenen Naht.
Von der letzteren ist in früherer Zeit hauptsächlich Gebrauch gemacht worden, man erreichte aber bei der behaarten Haut der Tiere, ihrer Unruhe und der nicht zu vermeidenden Beweglichkeit des Haut­muskels den Zweck nur unvollständig und benützt jetzt Binden u. dgl. nur mehr als Unterstützungsmittel für die blutige Naht. Diese sichert ungleich mehr das unverrückte Aneinanderhalten der Wundtlächen und giebt so am meisten Gewähr für möglichste Heilung auf erstem Wege und /.war um so mehr, als die heutige Aseptik der Wundnaht ausser-ordeutlich zu statten kommt und auch ihre Technik eine hohe Aus­bildung erfahren hat.
Anzeigen für die Naht liegen nicht blos bei frischen Wunden vor. auch bei älteren, schon granulierenden erreicht man durch sie immer mehr Vorteil, als wenn sie unterlassen wurde, und selbst gequetschte Wunden werden genäht, soferne die Zirkulation und Ernährung nicht unmöglich geworden. Dasselbe gilt von unreinen, Fremdkörper enthaltenden oder tiefern. klaffenden Wunden. Erstere werden gereinigt, desinfiziert und bei letzteren muss, vorausgesetzt dass die Wundränder sich ohne allzustarken Zwang in gegenseitige Berührung bringen lassen, für Abfluss des Wundsekretes aus der Tiefe gesorgt werden. Dagegen liegen Gegenanzeigen vor bei grosser Beweglichkeit des Teils, bei erheblichem Substanzverlust und starker Spannung, wobei die Fäden leicht zerreissen oder in einer Weise ein­schneiden, dass der Bestand des Gewebes in Frage gestellt wird.
Mcrinp's üpfrfttinnplehre. VT. Aufl.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 10
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MD
C'luniigischo Naht.
Infizierte oder Ubelrleclieiule, ichoröse Wunden mUssen ersl in regel­rechte Granulation übergeführt werden.
Zum chirurgischen Nähen sind Wundnadeln und Fäden (Nöh-material) notwendig, häufig auch besondere [nstrumente zum Halten
der Nadeln.
Wunduadeln.
Sie sind aus bestem, nicht sprödem Stahl gefertigt, gut poliert und von verschiedener Form und Grosse, wie sie die Haustiergattungen und die ein/einen Nahtformen erforderlich machen. Hauptbedingung
ist. dass sie zugleich stechen und schneiden
und nicht leicht abbrechen. i)er Form nach braucht man gerade Nadeln und ge­krümmte; diese sind entweder kreis­förmig gebogen oder nur halbgekrümmt, (I. h. der Hauptteil der Nadel verläuft be­hufs der leichteren Führung geradlinig, das letzte vordere Drittel an der Sjutze ist ge­krümmt. Beide letztere Formen stehen am meisten im Gebrauch.
Gerade Nadeln sind selten notwendig, die meisten sind gebogen, um besser in die Tiefe gelangen zu können und weil sich die Haut nicht (wie das Tuch unter der Hand des Schneiders) in Falten legen liisst. Die Mehrzahl der Wunduadeln beschreibt ein Kreissegment und hat Vi. 3/fi oder '/j Kreis-fonn. Fs besteben dabei bestimmte Num­mern von 1—(i oder 1^—12; Nr. I ist die längste Nadel. Am meisten gebogen sind
160.
die Um s tec h im gsna del n. Nur solche Wunduadeln durchdringen die stark widerstandsfähige Haut gut. welche z w e i s c h n e i d i g und deswegen 1 a nz en f ö r mi g scharf zugespitzt sind: im Querschnitt runde und einfach spitzige Nadeln kennt die Chirurgie nicht. Die für die starke Haut der Rinder bestimmte Nadeln sind fester und stärker im Metall gehalten, deswegen dreischneidig (Fig. L59). Die Länge der Nadeln richtet sich nach den Dimensionen der Wunde und soll mindestens das Doppelte von dem Wege betragen, den die Nadel im Gewebe zu durch­laufen hat.
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Gebogene Nudeln.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; [95
In der Niilie der Spitze befimlet sieh der breiteste Teil, der hintere Teil der Nadel dringt dann mit den hier doppelt liegenden Fiiden leichter nach. Der mittlere Teil, der Körper der Nadel, ist selten eylindiisch, zuweilen drei­eckig im Querschnitt, ineist abgeplattet (Hagedorn'sche Nadeln), damit er sich in der Hand nicht drehen kann und der Stichkanal nachher sich möglichst zu­sammenziehen kann. Die Nadeln nach der Kante g e k r ii m m t sind #9632;wider­standsfähiger und dauerhafter, als die nach der Fläche gehogenen, an der Spitze muss dann die Schneide schräg ziigeschliffen sein, jedoch nur an der konvexen Seite, die konkave bleibt stumpf und erzeugt so, wenn sie senkrecht zum Wund­rande eingestochen wird, eine schmale Längsspalte im Gewebe, die heim Knoten der Fäden geschlossen wird. Der Öhrteil ist verschieden geformt. Das Nadelöhr ist entweder der Iiiinge nach oder wie hei der Üaiuliheftnadel der Quere nach ge­stellt, um nötigenfalls auch Kitzen oder Bändchen (elastische Naht) aufnehmen zu können: auch die runde Form kommt vor, wie besonders bei Ohren in der Nahe der Nadelspitze (Fig. 159, 160), wenn nämlich die Nadel samt den Fiiden durch die zweite Stichöffnung nicht durch-, sondern wieder zurückgezogen werden ranss, wie bei Nadeln mit fester Handhabe. Hinter dem Öhr bildet die Ferse den Schlnss der Nadel (Handhabe). Sie ist abgerundet und im Metall behufs Anfnabme des Fadens dünner gehalten.
Gebogene Nadeln. Sie sind die am [läufigsten gebrauchten, durchstechen das Gewebe entsprechend ihrer Kurvatur bogenförmig und können um so tiefer greifen, Je grosser der Halbmesser ist. Die zweckmässigste Krftmmimg ist die regelmässige Gestalt eines Kreissegmentes, wobei der mittlere und hintere Teil der Nadel genau denselben Weg gelit, wie die Spitze. Namentlich die kleineren Nadeln lassen sich mit den Fingern schlecht fassen, man bedient sieh daher bei ihrer Führung eines Nadel­halters s, u. Das Ohr kamt verschieden gestaltet sein, rundlich, länglich, seitlich geöffnet, wie bei der Fig. 161., Fig. 163. von 15 runs. Rev er din und Vogel konstruierten (Fig. 161) oder oben durchbrochen, wie bei der Patentheftnadel von Kratz (Fig. 162). Letztere besitzt in der Ferse einen Schlitz, der in das federnde Ohr mündet, in welches der Faden nur mittelst eines leichten Druckes eingeführt zu werden braucht. Das Patentöhr dieser Nadel bricht gerne ab, wenn es mit dem Nadelhalter sehr fest gefasst wird.
Neueren Datums ist die Pariser Nadel Iteverdin (Genf), mit offenem Öhr. in welches nach dein Durchstechen durch beide Wund-riindor der Faden (ähnlich wie hei Fig. 1(11) eingelegt und dann mittelst eines Schiebers geschlossen wird: die Nadel wird hierauf zurückgezogen. Sie ist entweder gerade oder (ähnlich wie, die Futer-bindungsnadeln) nach rechts oder links gebogen und eignet sich he-
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Chirurgische Naht.
sonders zu tiefgehenden Nähten. Die lanzenförmige Verbreiterung der Nadeln soll immer breiter sein, als das Ohr.
Zum Aufbewahren der Nadeln hat man besondere Nadeletuis, am besten von Metall zum Einlegen in die Verbandtaschen.
Die Heftnadeln nach de Moolj sind an der Handhabe im Quer­schnitt kreisrund gebogen, tue Nadel selbst ist leicht gebogen und besitzt eine lanzenfürmige Spitze, welche einen glattgeschnittenen (nicht gequetschten) Stichkanal setzt. Sie braucht an der Spitze nicht eingefädelt zu werden, der Fächer wird in eine Vertiefung eingelegt. Am stärksten gekrümmt sind die besonders zum Unterbinden von (iefässen be­nützten Umstechungsnadeln.
Gerade Nadeln. Sie sind von verschiedener Länge und Stärke, lanzenförmig zugespitzt, poliert, und besitzen ein Knöpfchen, wie die Stecknadeln, oder ein längliches feines Öhr. Brauchbar sind meist nur die Karlsbader Insektennadeln, welche sich durch eine allmählich und gleichmässig zulaufende sehr feine Spitze auszeichnen. Die gebräuchlichen Lanzen- oder Hasenscharten­nadeln entsprechen gewöhnlich den an sie zu stellenden Anforderungen nicht. Solche Nadeln taugen nur für oberflächliche Wunden, deren Ränder sich in die Höhe ziehen lassen, wie bei Aderlasswunden.
Hieher gehört auch die Bleidrahtnadel von quot;VVeiss (London) Fig. 163. Sie ist gerade, dreischneidig und besitzt kein Öhr, sondern ein 6—9 mm tiefes Schraubengewinde, welches an beiden Enden eine feine Spalte besitzt, um sich etwas ausdehnen zu können. Statt des Fadens wird ein entsprechend starker Blei­draht, genommen, der in das Gewinde sich eindreht und dort festgehalten wird. Hiedurch ist der Übelstand
Fig. 163. Bleidraht­nadel von Weiss.
beseitigt, dass der Faden oder das Bändchen hinter dem Ohr doppelt liegt und das Durchziehen erschwert oder verhindert. Die sehr leicht eindringende Nadel
wird nur zu Hautwunden, zum Ringeln der Scheide u. dgl. gebraucht und werden die beiden Bleidraht­enden dicht an den Stichöft'nungen umgebogen, womit der Verschluss beendet ist.
Weitere gerade Nadeln dienen auch zum Nähen mit Metallfäden, von denen bei der Plattennaht weiter unten die Bede sein wird.
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Nuilelhaltcr.
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Nadelhalter. Heim Gebrauche kleinerer oder stark konkaver Madelu lassen sich die Finger schwer anbringen oder schmex'zen bald, man bedient sicii daher in solchen Fällen entweder einer l'inzctte, Konizange oder besser besonderer kiainmerföiniig gestalteter Nadel-balter, die in verschiedener Form konstruiert sind.
Zu den Nadelhaltern mit Schubmechanismus gehört der Nadel­halter von Gourdon für Stecknadeln (s. Merlass) und Fig. 164 mit cylindrischem Schieber, sowie der Nadelhalter von Simon. Die am meisten gebräuchlichen und bestschiiesseuden sind die Platt­zangen, wie sie von Langenbeck Fig. 1(15 und Collin (mit Schloss dicht am Maule) oder von Roser, Hage­dorn, lioux. Jobert, Dieffenbach, Mathieu u. A. zum Teil mit verschliess-barer Stellklappe konstruiert worden sind. Sie besitzen geradlinige kurze Arme und lange, handgerechte Schenkel, welche als Hebel und Griff zugleich dienen. Um das schwache Nadelöhr zu schonen, ist die zum Fassen bestimmte Innenfläche des Nadelhaltermaules mit Platten von Blei oder Zinn gefüttert,
um dem Nadelöhr, das sieh etwas in
das weiche Metall eindrückt. zugleich mehr Halt zu verschaffen. Diese Flatten erweisen sich vorteilhafter, als Quer-oder Längsrinnen. Im übrigen können die Nadelhalter durch jede gute Schieller-
pinzette ersetzt werden (s. auch dienbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;kilaquo;
164.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Fig. 166.
Nadelhalter,
Löffelzange bei der Perlnaht), unent­behrlich sind sie nur beim Nähen durch
sehr dichtes Gewebe, beim Nähen in Höhlen, in grösserer Tiefe und Wo nur kleine oder stark gebogene Nadeln gebraucht werden.
Nadeln mit fester Handhabe. Gestielte Nadeln sind bei den grossen Haustieren oft nicht zu entbehren, da auch das Durch­dringen der Nadel mit Hilfe von Nadelhaltern, der Dicke der Haut wegen, oft sehr erschwert oder unmöglich ist. Sie sind sämtlich ge­krümmt, halbgebogen oder nur an der Spitze etwas nach aufwärts gerichtet und besitzen entweder einen handgerechten Holzgriff wie Fig. lOß und Hu (letztere die Ger lach sehe Heftnadel), oder ein
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Chirurgische Naht
/
ulmelimbaresMotalllieft.Amlero lassen sich bisturlartlg in ein Heft ein-
schlagen und im Etui unterbringen. Da die Handhabe nicht mit durch­gezogen werden kann, tragen solche Nadeln das längliche Öhr vorne in der N'älie der Spitze und wird erst nach dem letzten Durchstich einge­tadelt, inn dann die Nadel zurück­zuziehen. Man benützt sie be­sonders hei Laparatomien und Bruch­säcken bei Hindern. Der stumpfen Unterbindungsnadel von Deschamp ist schon hei der Blutstillung Seite 180
„vnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;
/l'1nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;
Erwähnung geschehen.
Das Nähmaterial. Fäden.
Die zum Heften bestimmten
Fäden können aus verschiedenem
Material bestehen. Hauptbedingung
ist, dass der Stoft' hinreichend fest,
wjumfm quot;'quot;^ U11(' schöuögsam ist, sich am
w*mMM Ohr leicht umbiegen und gut schlingen
Fig. 166.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Fig. 1G7.
Gestielte Nadeln.
oder knoten liisst. Man verwendet jetzt allgemein Fäden von Seide oder
Katgut (Katzendarm), kann aber auch Hanf- oder Flachszwirn gebrauchen, Seide schneidet jedoch weniger ein, auch wenn mehrere Fäden neben einander gelegt werden. Selbst­redend muss das Material gründlich desinfiziert sein, um nicht zu reizen und dadurch Einschneiden zu veranlassen.
Rohseide ist jetzt auch in der Tierheilkunde der gebräuchlichste Nähstoff. Man erhält sie in Strähnen, auf Karten gezogen oder in Form von Hollen gewickelt als weisse, ungefärbte Fäden zum Teil gedreht (chinesische Seide), zum Teil geflochten (Turnersche Seide) in 6 verschiedenen Stärken; Nr. I (Fig. 1 68) bildet die schwächsten Fäden, die meist vorgezogen werden. Zum täglichen Gebrauche stehen sie in Ölasfläschchen auf ein oder zwei Spulen gewickelt zur Ver­fügung oder im Etui auf mehreren in einer Desinfektionstlüssigkeit liegenden Rollen aufgezogen, von denen die Enden durch kleine öff-
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w
Desinfektion der Seide, Kalgnl.
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nungeii nacli aussei! laufen, sidi also abwickeln, oliue dass der Be-hillter neiiH'net und dei'Luft ausgesetzt zu werden braucht. Denselben Vorteil bietet auch der VömeIsche aseptische Ntt.hmaterial­träger, in welchem die Fäden so aufgewickelt enthalten sind, dass sie sieh heim Abwickeln nicht verwirren können. Die Glasständer besitzen eingeschliffenen Glasstopfen (Flg. 169). Der Glascylinder von Vogt besteht ans Metall und wird immer nur soviel von der Seide herausgezogen und abgeschnitten, als augenblicklicli erfordert wird. Die übrig bleibende Seide kommt mit den Fingern nicht in Berührung, verliert daher Ihre Sterilität nicht.
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amp;dl|J:.it!
•'iir. Hüraquo;.
168.
Desinfektion der Seide. Obige mechaniacliG Vorrlcktungon sind wie die käufliche aseptisch gemachte Seide (Karbol-, Sublimat-, Chromsfture- oder Jodoformlaquo; seidc) teuer, auch kann die Prttparatlon unschwer sellist vorgenommen werden. Man koclit für gewöhnlich die käufliche Seide oder die /wirnfäden I Stunde lanjj in l promill. Sublimatlösung und bewahrt sie in dieser auf. .Nach Frick ist die Procedur des Kochens nicht notwendig, derselbe hält die gedrehte Rohseide kurz­weg in 2 pvoc. Sublimatwasser vorrätig, von anderer Seite wird indes darauf auf­merksam gemacht, dass die Keime der Bakterien in eine fettige Substanz eingehüllt sind, die sich erst durch Kochen oder LSständigGS Einlegen in Alkohol oder Aether beseitigen lässt.
Katgut, aus den Dünndärmen frisch geschlachteter Tiere (nament­lich der Schafe) bereitet, liefert gleichfalls ein vortreffliches Nähmaterial, wenn es auch nicht so belieht ist. als Seide. Die Darmsaiten sind nicht so geschmeidig und lassen sich demzufolge auch nicht so leicht knoten, namentlich wenn stärkere Nummern, wie sie bei den Tieren oft notwendig sind, gebraucht werden müssen. Zuweilen halten die Ligaturen auch weniger gut, weil sie in erweichtem Zustande den kräftigen Wirkungen des starken Hautmuskels oder dem Muskelzuge bei den nicht zu vermeidenden Bewegungen der Tiere nicht genügend
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200nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Chirurgische Naht.
Widerstand zu leisten vermögen und schou von jungen Zeilen infiltriert werden, ehe eine genügende Verklebung der Wunde eingetreten ist. Resorbiert wird vom Katgut nur der Im Gewebe befindliche Teil, der ilussere nicht, er fallt bald von selbst ab und kommt es vor. dass die Aufsaugung zu früh geschieht und die Wunde dann wieder zu klaffen anfängt. Aus diesem Grunde ziehen viele Praktiker die Seide vor. die auch billiger im Preise stellt. Vorzuziehen wäre Katgut nur bei gut versenkten Nähten, Etagenheften u. dgl. Ein gerlngradiges Einschneiden der Fäden braucht nicht gefürchtet zu werden und kann bei aseptischem Nähen das (iehefte ganz wohl !()—14 Tage liegen gelassen werden.
Desinfektionsverfahren des Katgut. Von den verschiedenen Sterilisierungs-arten oniiifiolilt sich das von K o c h c r angegebene Verfahren am meisten, da die Filden dabei am geschmeidigsten erkalten werden. Man legt die frisch gedrehten Darmsaiten 24 Stunden lang in das stark antiseptische ätherische Waohholderöl und dann ebensolang in das jede Starrheit verhindernde reine Glycerin, um sie hierauf in Alkohol aufzubewahren, dem man Iproz, Juuiperusöl beigiebt.
Audi ein zwölfstiindiges Einlegen in starkes (Iju-oz.) Suldimatwasscr und das Aufbewahren in 0,6proz. spirituöser Sublimatlösung mit Zusatz von lOproz, ge­reinigtem Glycerin (Schede) liefert gute geschmeidige Katgutfädcn. Die dünnen Sorten Ko. 1 und 2 lassen als Hefte oft schon nach 1—2 Tagen mich und binden dann nicht in erwünschter Weise. Erprobt ist jetzt auch das Tübinger Verfahren. Man legt rohes käufliches Katgut 1 Tag lang in eine 3proz. Formalinlösung, wäscht dann gut ans und kocht '/j Stunde lang, worauf es auf lange Zeit in Alkohol auf­bewahrt werden kann, ohne an Zugfestigkeit zu verlieren. Die seither gebräuchlichen Prozeduren sind damit überflüssig geworden. Katgut ist das teuerste Nähmaterial,
Von Pferdehaaren Gebrauch zu machen, wie es früher geschah, ist unnötig. Sie sind steif, weniger leicht zu knoten und brechen gerne ah. Dasselbe gilt von den Renntiersehnen, den Fäden aus der Spinndrüse der Seidenraupen (Silkworm-gut) u. dergl. Auch sie lassen an öchmiegsamkeit zu wünschen übrig.
Eisendraht. Silberdraht wird ebenfalls benutzt, wenn auch jetzt weniger mehr als früher; gedrehte Seidenfäden haben sich ebenso dauerhaft erwiesen und lassen sich besser anlegen, als Metalldrähte. Die Metalldrähte werden meist vorher vernickelt, und müssen gut ausgeglüht sein: vor dem Gebrauch werden sie in öproz. Karbolwasser eingelegt. Sie werden mit gewöhnlichen Nadeln durch die Wundränder gezogen und dann an beiden Enden statt geknüpft, umgebogen oder durch besondere Schlingenschnürer (Suturendreher) zu einem Knoten aufgewunden, der gross genug ist, um den Stichkanal zu überdecken. Man hat auch besondere Nadeln konstruiert, selbst Hohlnadeln mit 2 Öllhungen zur Bildung von Schlingen, ohne dass diese indes be­sondere Vorteile bieten würden (siehe weiter unten bei der Perlnaht). Von den Bleidrähten ist schon oben die Rede gewesen.
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Die verschiedenen Naktformen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;201
Die verschiedenen Nahtformen.
Obwohl im Laufe der Zeit eine Keihe verschiedener Arten der blutigen Naht aufgekommen sind, hat nur ein kleiner Teil derselben die aseptische Zeit überdauert oder ist nach dieser ersonnen worden. Die weitaus am häufigsten angewendete Naht ist nach wie vor die Knopfnaht gehlleben und beherrscht sie auch alle übrigen Nahtformen, weil sich durch sie alle Wunden vereinigen lassen. Für einzelne Fälle liisst sie sich mit Vorteil modifizieren und insoferne muss auch der anderen Nähte Erwähnung geschehen, die meisten derselben haben in­des mehr nur geschichtliches Interesse.
Geschichtliches. Der Ursprung iler ohirargischen Naht kann bis in ilas Altertum verfolgt worden und wurde sowohl die Knopf- als auch die Darmnaht, unter welcher die Schlingennaht zu verstellen ist, schon von C els us und Galen us (250 n. Chr.) beschrieben, ebenso spricht Aspyrtus von der Bauohnaht. Ahul-knsem machte die umschlungene, Guy de Chauliac die Zapfennaht bekannt, die auch später von Lafosse (1772) und von Viborg (1801) des näheren angegeben wurde. Die Knopfnaht hat in den letzten Jahrzehnten die ineisten Modifikationen erlitten und ist jetzt auch betreffs der nötigen Instrumente besonders von quot;Dieffen-hach, Langenbeck, Lister, Hagedorn, Olsbausen, Roux, Thiersch, N U s S b a u in u, s. w. in der tierfirztlichen Chirurgie weiter ausgebildet worden. Von den neueren in Aufschwung gekommenen Nähten ist in erster Linie die Darmnaht zu erwähnen, welche hauptsächlich von Czerny, Johert, Denan ange­geben und von Lembert (1878) vervollkommnet wurde, öiiäter sind aucli andere Materialien zur Befestigung der Hefte zu Hilfe genommen worden, wie hei der Perl­naht und Plattennaht, welche von Lister stammt (1880): was jedoch besonders zu der heutigen hoben Ausbildung der Wundnaht beigetragen hat. war die Einführung der Asejitik und die wesentliche Verbesserung sowohl der chirurgischen Nadeln als des gesamten Nähzeuges,
Knopfnaht. Bundnaht (Sutura nodosa). Der Faden wird, indem man mit der Nadel von aussen nach innen durch den einen Wundrand ein- und durch den andern von innen nach aussen sticht, quer über die Wunde gelegt, entsprechend angezogen und dann doppellt geknüpft (Schifferknoten). Bis der /.weite Knoten gebildet wird, hält man den Faden gespannt, um den ersten Knoten nicht zu lockern. Die Enden werden kurz abgeschnitten.
Je nach der Ausdehnung der Wunde müssen mehrere Knopf­nähte neben einander gelegt, werden (Fig. 171). Statt der Finger (Fig. 170) bedient man sich zum Halten der Ränder besser der Ilaken­pinzette. Sehr zweckmässlg ist es. den Zeigefinger und Daumen der andern Hand der eben austretenden Nadel entgegenzuhalten, was das Durchstechen erleichtert. Die Nadelspitze wird senkrecht zur Haut
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T
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( liiriirinRcho, .Naht.
aufgesetzt imd dann bogenförmig durch beide Wundlefzen durchgetrieben.
Weiteres siehe unten bei den Ntlhregelu.
Mine zweite Methode besteht darin, dass der Faden zugleich an beiden Enden mit einer gebogenen Nadel armiert wird und jede Nadel von innen rechts und links nach aussen sticht, Mau erreicht dabei zwei Vorteile. Die Nadel durchdrillfft die am meisten
Flff. 170.
Fig. 171, Knopfnaht.
Widerstand bietende Haut immer leichter von innen nach aussen und kann man auch, wie bei klaffenden und Höhlenwunden, tiefer in der Wunde ansetzen und weiter ausgreifen: allerdings
muss jeder Faden doppelt eingefädelt werden. Solche tiefer reichende Nähte werden mit grossem Vorteil zwischen die kurzfassenden, mehr für die Hautränder bestimmten Hefte eingelegt, um diese zu entlasten und vor zu starker Spannung zu sichern. Aus diesem Grunde trägt diese Ligaturweise auch den Namen
Entspannungsnaht, Fig. 172. Heide Nähte ergänzen sich wechselseitig in der günstigsten Weise. Die Heilung per primam gelingt nicht immer und muss die Ursache hauptsächlich darin gesucht werden, dass die Trennungsfläche der Haut, allzuwenig gegenseitige
Berührungspunkte darbietet, so dass die Verklebung
Fig, 172. Entspannungsnaht
nicht sehr haltbar ist. Bayer hat eine Methode vor-
geschlagen, welche dem Übelstande abhilft, und die als Kammnaht bezeichnet werden kann. Auch ein Teil der untern Hautfläche muss dabei mit in die Knopfnaht genoimnen werden, und zwar in der Art, dass die beiden Hautränder aneinander aufgestülpt werden und sich so in Form eines Kammes mit der Suhkutis berühren (Fig. 17t): der Kamm steht 1 — 1,5 cm in die Höhe. Letzterer erhält
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Die Schlingenuaht,
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eine Knoplhalit (K) uml unter ilnn muss ein Drainrohr eingelegt werden. Um eine unvemickte Verbindung zu sichern, ist luisserdem eine Entspannungsnaht (DJ) /•,') notwendig. Zur Bildung der llmit-falte kann auch die Hautklaniiner verwendet werden (Fig. I7;i). Der Kamm glättet sich nach Abnahme der Hefte von seihst.
Hautklammer.
Fig. 1T-4. Kammnaht.
Die Nähte bleihen bei der Knopfnaht nach Bedarf 5—8 Tage und länger liegen. Beim Durchschneiden und Ausziehen derselben muss man sich hüten, die verklebten Ränder zu zerren, was am besten durch Gegendruck mit der Hand vermieden werden kann. Wird im Liegen des Tieres genäht, braucht man beim Aufstehen das Ausreissen der Fäden nicht zu befürchten, wenn Entspannungs­nähte etabliert worden sind. Immer halten diese am besten. Je enger der Stichkanal und der Faden nur ein dünner sein kann.
Die Schlingennaht (Fig. ITö) wird in (lersellinu Weise wie die Knopfnaht angelegt, jedoch mit dein Unterscliied, dass die Fäden nicht geknüpft, sondern auf je einer Seite zu-sammengeselilungen, etwas gedrelil und
dann erst mit denen auf dem andern quot;Wund-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Fig. 175. Schlingennaht,
rande zusammengedreht und in die äussore
Wunde gelegt werden. Wenn die Verklelmng der Wundrilnder stattgefunden, kann leicht jeder einzelne Faden ausgezogen werden, dass es sich aber dabei nicht um ein genuues und andauerndes Ancinandcrliegcn der Wundränder handeln kann, leuchtet ein. Die Schlingennaht war früher für Darmwunden bestimmt und Hess man die zusammengedrehten Schlingen aus der Bauchwunde heraushängen, um das Aufschneiden der Knoten zu ersparen.
Umschlungene Naht. (Suturn circumvoluta.) Sie hat ihren Namen daher, dass man sie mit gewöhnlichen Stecknadeln ausführt
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Chirurgische Naht.
und diese mit Fäden umschlingt. Vorteilhafter erweist sich die Karls­bader Nadel (s. oben). Mau sticht sie quer durch beide Wundränder, wie z. B. bei einer Aderlasswimde und .schlingt dann um Kopf und Spitze eiuou Faden von Zwirn, Baumwolle oder Seide so fest, dass sich die beiden Wundränder eben berühren. Das Umschlingen kann auch in Form einer chirurgischen Schlinge oder eines arabischen 8 geschehen, woher die Naht auch als
Acbternabt bekannt ist. Sind mehrere Nadeln liehen einander erforderlich, so setzt man die Achtertour inlllle^#9632; auf die nächste Nadel fort (Fig. 170) und wird dann auf jeder Nadel mit einer Kreistour geschlossen. Die Kreuzung erfolgt auf der Wunde. Damit die Haut
durch die vorstehenden Nadelspitzen
nicht Schaden nehme, werden diese mit einer Heisszange abgekniffen, Bei starker Spannung der Wundränder oder wenn diese sehr dünn sind und die Neigung verraten, sich einzu­rollen, kann die umschlungene Naht immerhin nützlich werden, wird aber
meist durch eine Knopfuaht ersetzt,
big. ITli. l'mschhingene Naht.
da diese doch oft nachträglich noch
angelegt werden muss. Man gebraucht sie zuweilen am Nasenflügel, an den Augenlidern, beim Menschen für die Hasenscharte, bei tiefen Lippenwunden ist sie nicht brauchbar. Zur Unterstützung der Fäden trägt man gerne Jodoformkollodium oder Glutolpulver auf.
Heim Entfernen der Nähte, nach (i—S Tagen, fixiert man mit den Fingern der linken Hand die Fadenschlingen, zieht die Nadeln nach vorsichtiger Lockerung mit der Kornzange drehend
heraus und lässt die durch Blut und Wundsekrete verklebten Fadenschlingen, welche die Wundränder noch länger schützen helfen, ruhig so lange liegen, bis sie von selbst wegfallen (Hasenschartennaht).
Gekreuzte Naht. Für mehr rundliche Wunden mit Substnnzverlusl, hei denen das Nebeneinanderlegen der Nahte keinen Zweck hätte, sticht man die Karlsbader- oder Lauzen-
nadeln von entsprechender Länge in der Art ein, dass sie sicli in der Wunde kreuzweise begegnen, worauf dann unter die Nadeln an Kopf und Spitze ringsum Fadenschlingen zusammengezogen werden. Diese gekreuzte Naht heisst aus diesem Grunde auch Schnürnaht (Dieifenbach) und lässt sich zweckmassig auch bei Geschwüren oder nach Exstirpation kleinerer Neubildungen anwenden. Bei
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Kiirsclinermilit.
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iinronclmiissigen oder LapponwundöD (Fig. l1??) kann die Sclniüniaht mit einer Schlingen- oder Knopfnaht verbunden werden, wie es eben die Form der Verwundung mit sich bringt.
Kürschnernaht. (Sutura pelliouum.) Fortlaufende Naht. Sie beginnt mit der Knopfnaht, der Faden wird jedoch nicht ahge-schnitten, sondern schräg über die Wunde hinweg durch einen Sticii-kanal wieder in die Tiefe geführt und hier quer
auf der andern Seite wieder ausgezogen (Fig. 178), ähnlich also der ('berw indl ingen n a h t (zum Aneinandernähen zweier Zeugstücke). Den Anfang wie das Ende bildet eine Schlinge, gross genug. dass sie nicht in den Stichkanal schlüpfen kann. es können aber auch heide Enden als Knopfiiaht behandelt werden, nachdem der Faden vorher durch sämtliche Stichkanäle hindurch so angezogen worden ist, dass sich die Wundränder eben berühren.
Die Kürschnernaht lässt sich bequem anlegen und rasch ausführen, wird daher in neuerer Zeit
Fig. 178. Kürsdinernalit.
wieder mehr benutzt, sowohl zur Vereinigung der Hautränder, als auch grösserer Wundflächen, z, 1?, der Dauchwand, wobei die einzelnen Hefte tiefer versenkt werden und von unten her an die Oberfläche emporsteigen. Allerdings erlaubt der einzige Faden keine so exakte Adaptierung der,'Wund­
ränder, wie dies bei den einfachen Knopfnähten der Fall ist. Dadurch kommt es. dass die Wunde nicht immer aseptisch gehalten werden kann und man zuweilen genötigt wird, sie zu lüften, was ohne Gefährdung der übrigen Hefte nur bei der Knopf­naht ermöglicht ist. Beim Entfernen der Naht muss der Faden, so oft er die Wundspalte kreuzt, durchschnitten und mit der Pinzette ausgezogen werden. Die Kürschnernabt ist tierärztlich viel im
Gebrauch bei der Kastration weihlicher Schweine, bei dünner Haut indessen biegen sieb die Schnitt­
Fig. 179. Zickzacknaht,
ränder gerne einwärts, was misslich, weil Ober­haut an Oberhaut nicht, heilt. Hei der Zickzacknaht ist dies weniger möglieb. Sie ist gleichfalls eine fortlaufende Naht, der Faden ver­läuft jedoch nicht schräg über die Wundlefzen hinweg, sondern recht­winklig (Fig. 179). Sie wird heute selten mehr angewendet, unter Umständen für oberflächliche Wunden oder zu provisorischem Ver-
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Chirursiscke Naht.
Schlüsse; brauchbarer kann sie durch Anlegen von Entspannungs-iiiihtpii gemacht werden.
Schusternaht. Sie dient zum Umso li n ü r e n von Hautduplikaturen oder Hnichsäcken, Neubildungen u.dgl., /-n welchem Bebufe man zwei Fäden iü denselben Sticlikmiiil einfuhrt, den einen von rechts nach links, den andern umgekehrt. Igt;a-durcll wird es möglich, die damit umgriffene Flautpartie heim Anziehen der Fäden, zu denen man auch Sclmsterzwini gebrauchen kann, so fest zusammenzu­schnüren (ähnlich wie hei einem Tabaksbeutel), dass die ausserhalh der Naht gelegeneu Hautteile absterben, die durch die Fäden aneinander gepressten unterhalb frelejrenen Teile aber miteinander verwachsen.
Zapfennaht (Sutura clavata). Um bei grösseren, namentlich klagenden Wunden einen mehr gleichmässigen Druck anzubringen und besonders die Flüchen in der Tiefe besser in gegenseitige Be-rührung zu bringen, reichen die einfachen, mehr nur für die Ober­fläche und die llautriinder bestimmten Knopfnähte für sich aliein nicht
Fig. 180. Schematische Zapfennaht.
Fig. 181, Zapfennaht.
aus und müssten auch eine zu grosse Spannung aushalten, man legt daher zugleich mit ihnen mehr in die Tiefe greifenden Knopfnähte (Entspannungsnähte) an und verbindet deren Fäden rechts und links von der Wundspalte in ihren Schlingen der Länge nach durch einen Zapfen. /.. R Holzcylinder, einen Bleistift, eine Gänsefederspule, ein zusammengerolltes Heftpflaster, entsprechend dickes Gummirohr etc., Druckmittel. welche also mit eingeknüpft werden. wie dies aus den beiden Figuren ersichtlich ist (kombinierte entspannende Knopfnaht). ÄA Fig. 180 sind die beiden Längsstäbe im Querschnitt, welche weit genug von der Wundspalte weggelegt werden müssen, um das An-einanderpressen der Wundflächen in der Tiefe zu ermöglichen. Die gen. Cylinder Fig. 181 müssen, um einen gieiebmässigen und zugleich auf eine grössere Fläche verteilten Druck auszuüben, länger sein als die Wunde. Die Fäden liegen überall doppelt oder dreifach und kann das Knüpfen der einzelnen Nähte so lange aufgeschoben werden, bis sie sämtlich durch die Wundränder eingelegt worden sind.
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Klastische Naht. Matratzennaht.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ^07
Sullteii die letzteren nachher da oder dort noch etwas klaffen, werden sie besonders noch durch oberflächliche Suturen vereinigt.
Die Zapfennaht kommt nicht .selten zur Anwendung und ist seit langer Zeit bei Tiefwunden, besonders zur Bauchnaht (Laparatomie), bei grossen Muskelwunden, Brüchen u. dgl., auch in der Tierheilkunde beliebt gewesen. Die Naht giebt auch bei unruhigen Tieren am wenigsten nach, da die Fäden weniger einschneiden, dieselben brauchen daher auch nicht so nahe bei einander zu stehen. Doch kommt es zuweilen vor. dass an den Stellen, wo die harten Körper der Haut anliegen. Dmcknekrose (Decubitus) zu entstehen droht und die Naht vorzeitig entfernt werden inuss. Um dies zu verhüten, wird entweder Watte oder weiche dodoformgaze (Mull) untergelegt oder verwendet man nach Degive die
Blastische Naht, indem statt der Fäden gut desinfizierte Kautschukbttndchen oder aufgeschnittene Gummiringe, welche gut halten und doch bei nicht zu vermeidenden Bewegungen der Tiere nachgehen (Suture elastique enchevillee). iläufiger noch kommt jetzt die
Matratzennaht zur Anwendung, wobei statt der Cylinderstäbe rechts und links nur aseptische Wattebftuschchen in die Faden­schlingen eingebunden werden oder weil Baumwolle durch Serum. IMut hart wird und drückt. besser kurze Stücke starker und doch nach­giebiger Drainageröhren. Zuletzt wird das Ganze mit, Jodoform­pulver gut gepudert. Hei durchdringenden Bauchwunden wird von den versenkten Nähten oder der sog.
Btagennaht Gebrauch gemacht, indem man die verschiedenen Gewebe der Bauchwand durch je besonders passende Nahtformen ver­einigt. Das Bauchfell wird z. B. zuerst in eine Kürschnernaht gelegt. für die Bauchmuskeln die Matratzennaht verwendet und zuletzt die äussere Haut mit der Knopfnaht vereinigt. Zu grösserer Sicherheit kann auch noch die l'latfennaht zur Anwendung kommen.
Perlnaht und Plattennaht. Kig. 182. Hiezu werden Glas­perlen oder durchlöcherte Bleikügelchen, Schrotkörner ver­wendet, welche statt mit Seide mit Metallfäden von vernickeltem Eisen­oder Silberdraht eingefädelt werden. Die quot;Wunde wird zuerst durch gewöhnliche Knopfnähte mit Seide vereinigt und dann eine oder mehrere Entspannungsdrähte angelegt: auf jeden Stichkanal kommt dann ein entsprechend grosses Schrotkorn zu liegen, auf welchem der Metall­draht umgebogen oder mittelst eines Schlhigenschnürers zu einem Knoten aufgewunden wird. Zum Nähen mit Draht werden am besten Stark gekrümmte Nadeln verwendet, wie es besonders die Hage-
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JOS
( hirurgische Nalit.
dorn'sclien sind. Am Nadelöhr braucht der Dralit nur umgebogen ZU werden.
Zweckmässiger als die Perlnabt ist die Plattennaht, wobei, wie Fig. 182 zeigt, den Schrotkörnern ovale Bleiplättchen unter­gelegt werden, welche die Entspannung wesentlich begünstigen. Die Methode stammt von Lister (1880). Die direkte Vereinigung der Wundränder geschieht auch hier durch Knopfnähte. Im ihrigen ist
das Nähen mit Dralit kein anderes,
üi in li
als mit einem andern Material, doch müssen die Hefte etwas weiter vom Rande weg angelegt und nicht zu stark angezogen werden. Statt der Schrote mit ihren Drahtknöpfen ver­wendet man jetzt auch kleine kurze Stücke dünner Dleiröhrchen, durch die der Draht geführt wird und welche nach geschehener Annäherung der Wundränder nur zusammengedrückt
Fig. 182.
zu werden brauchen, um einen sicheren
Verschluss der Wunde zu erzielen. Allgemeine Nähregeln. Erste Sorge ist, die Wunde rein zu legen, ebenso die Haut und Umgebung, worauf die Haare rasiert werden. Die Wunde durch geradliniges Abschneiden der vorstehenden Gewebsteile mittelst der Schere zu regulieren, ist meist nicht nötig und erhöht nur die nachherige Spannung in den Nähten.
Die Hefte sollen gleichmässig angelegt werden, quer über die Wunde hinweglaufen und parallel in gleichen Abständen (5—10 mm) von einander liegen.
Der Einstich geschieht stets in senkrechter Richtung und soweit vom Wundrande weg, als die Nadel tief gehen soll; in derselben Ent­fernung kommt die Nadel auch am jenseitigen Rande zum Vorschein. Je tiefer und klaffender die Wunde, desto mehr (iewebsmasse nuiss gefasst, desto tiefer gestochen werden; demzufolge werden die einzelnen Nähte auch entfernter vom Wundrande eingelegt.
Die Fäden dürfen nur so fest angezogen werden, als zur gegen­seitigen Berührung der Wundflächen erforderlich ist; namentlich dürfen die Hefte nicht schnüren und so die Ernährung der Wundränder stören. Ausserdem muss Rücksicht genommen werden auf eine zu erwartende leichte Anschwellung und wenn eine solche schon vorhanden, dürfen die Hefte etwas fester angezogen werden.
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Allfremeine Niiliregolu.
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Es ist meist vorteilhafter, die eingezogenen Fäden gemeinsam zu knüpfen, nachdem alle gelegt sind; ein Gehilfe milSS dabei durdi Auflegen der Hände für genaues gleichmässiges Aneinanderliegen der Wundränder Sorge tragen, was niemals durch die Hefte seihst ge­schehen darf. Wo es auf exakte Vereinigung besonders ankommt, kann auch sogleich geknotet werden.
Bei dünnen Hauträndern oder zu dichter Berührung derselben wird das Einkrämpeln durch lieben mit der Pinzette korrigiert, bezw. ein höherstehender Rand herabgezogen.
Das erste Heft wird da angelegt, wo es am meisten auf genaue Vereinigung ankommt, wie z. B. an dem freien Rande des Augenlides oder Nasenflügels. Hei verzerrten Rändern berichtigt, zunächst das erste lieft die Lage. Bei Lappenwunden kommt die erste Sutur durch das Hauteck zu liegen, bei mehrlappigen durch das grösste.Eck, im Übrigen stets da zuerst, wo am meisten Zerrung oder Verschiebung stattfindet.
Sämtliche Knoten jliegen zur Seite am Stichkanal, nicht auf der Wundspalte und oben, als auf der abhängigen Seite, wo die Sekrete abfliessen. Geschieht letzteres nicht, von selbst. muss drainiert werden.
Alles zwischen den Rändern befindliche Blut wird abgetupft und die ganze Naht hierauf mit Jodoformcollodium oder einem antisepti­schen Pulver, Glutol u. dgl. gepudert,
Bei Operationen am liegenden Tiere kann das Knoten der Fäden unter Umständen erst erfolgen, nachdem das Tier von seinem Lager sich erhoben hat; nötigenfalls wird vorher der Teil mit einer Linde umgeben.
Die Entfernung der Hefte geschieht, sobald eine hinreichende Verklebung stattgefunden, wozu ineist (1—8 Tage notwendig sind. Langes Liegenlassen begünstigt die Eiterung in den Stichkanälen. Einzelne Nähte besonders an den tiefen Wundstelleu können länger belassen werden. Bei zahlreich gelegten Nähten ist nicht ratsam, alle zugleich zu entfernen, auch wird nicht der ausserhalb liegende Teil des Fadens ausgezogen, sondern der im Stichkanal liegende. Würden sich da oder dort die Wundränder etwas von einander ent­fernen, legt man sofort ein Ergänzungsheft ein oder verbindet, in solchen Fällen kann auch Heftpflaster zu Hilfe genommen werden.
Endlich ist für Sicherung gegen Heiben, Kneipen oder Zerren der Wunde seitens des Tieres Sorge zu tragen.
Darmnaht. Siehe bei Darmschnitt.
HeringV OperationBlt'lm'. VI. Aufl.
1 I
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2 lonbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Transplantation.
Litteratur. Die chirurgischen Lehrbücher, — Förster, Operationsiohre. Wion iMiT. — Abieitner, Das Kriegspferd, n 7 1. — Degive, Nähte. Annul. de mril. vrt. IS78 :;(;:.'. ~ Tlerärztl. Mitteii, ilaquo;laquo;-J. 111. Nähen mil Katgut.-Koch, Revue l^Hii. 160. Zubereitung ilcs Katgut. — Dogive, Suture ölastique enchevillöo. Echo v6t, 1884. No. •gt;; clesgl, Rep. 1886, (in. — Vlgezzi, Nähen mit Pferdehaaren. Qiorn, dl Aunt, e Cisiol, 1887. — österr, Mon.-Schrift. 1888, B18, Nähen mit Renntierfäden. — Siedamgrotzky, Landw. Tierhlkde. 1894, Nähen, — btockfleth, Lehrb, der Chirurgie. — österr. Mon,-Schrlft, 1890. 8. l. Nähen mit Pferdehaaren. — Bayer, Die Nähte. Kochs Encyklop. VII. 40. — Hoffmann, Lehrb. der Chirurgie. II. Bd, imü^. — Möller, Alls. Chirurgie, 18!laquo;. — Bayer, Lehrb, der Vet. (hir, 1892 und Operat,-Lehre 1896,
VII. Transplantation.
Dfe erst ueuei'dings geübte Operation bestellt in Verpflanzung tierischen Gewebes von einem Ort zum andern. Die Anzeige liegt darin, Substanzverluste zu decken, welche sich nicht zur Ileilun.L; bringen hissen. Als Deckmittel werden Haütstüclcchen verwendet, tut' entweder von demselben Individuum .stammen (Autoplastik) oder von einem andern genommen werden (Heteroplastik); man pflanzt sie auf den Sub stanz Verlust und sucht sie auf verschiedene Weise anzu­heilen und gelingt selbst die Übertragung von Haut oder Schleimhaut der Tiere auf den Menschen oder bei Vögeln die Transplantation z, B, des Sporns auf den Kamm, Smith will selbst Hautdefekte heim Pferd durch Überpflanzung von lliihnerhaitt geheilt haben. Notwendig wer­den solche Hautaufpfropfungen bei manchen Verwundungen, bei l'l-cerationen, Anätzungen, Verbrennuntren, um entstellende Narben zu vermeiden. In der Tierheilkunde ist in dieser Beziehung noch wenig geschehen. Schindelka veröffentlichte den ersten Fall bei einer komplizierten Fraktur am Kopfe und hat mich Bayer plastische Operationen vorgenommen und zwar am aufgefallenen Karpalgelenke, bei eingeranntem Stirnbein des Pferdes und am Widerrist.
Die Methode der Überpflanzung stammt von Reverdin (1870) und verwandte er hiezu kleine Haut stttckchen, welche auf die Wunde gebracht und durch Knopf- und Entspannungsnähte aneinander geheftet wurden. Sie durften nur sehr klein sein, um unter Verband einzuheilen, auch musste das Unterhautgewobe stets vorher sorgfältig entfernt werden. Karbolwasser oder ähnliche Äntiseptica Hessen sich nicht verwenden, da durch Gerinnung der eiweissifren Substanzen stets die Heilung misslang, die Aseptik geschah daher durch Kochsalzlösung (0,6 Pro/,.). Da man bald die Beobachtung machte, dass das Transplantieren umso leichter erf'olpte, je dünner die Hantstflckchen geschnitten wurden, verbesserte Thiersoh (1874) das Verfahren dahin, dass er die Haut nicht in ihrer ganzen Dicke, sondern nur eine dünne mit
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Eröii'iiuiij; voll Absccsseii,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;2 1 1
Eplilermis bedeckte Hautlamelle ilabni und sie auf die zu deckende Stelle brachte, nachdem hier vorher die Granulation abgekratzt war. Zum Verbände eignen sich nur Stoffe, welche nicht kleben (Stanlol u. s. w,), und muss die Kompresse uu-verrückt längere Zeit liegen bleiben, was lioi Tieren schon ihres Hautmuskels wegen nicht gut möglich ist; Bayer ist daher auch die Transplantation bei Pferden bis jetzt nicht gelungen. Die Ränder der HautstUckohen rollten sich bald auf und starben ab und auch beim Menschen war nach der Tbicrscb'scben Methode nur schwer und erst nach Wochen und Monaten Einheilung zu erzielen.
In neuerer Zeit ist dii.s Transplantationsverfahreu dadurcli ein-facher und sicherer uestiiltet worden, diiss man statt der ilaiitsclinitte nur mehr die Epidermis verwendet, welche an einer beliebigen Stelle der sorgfamp;ltig gereinigten Körperoberfläche mittelst eines scharfen, sterilisierten Rasiermessers bis auf den Papillarkörper abgeschabt wird'. Der dadurch gewonnene, mit Blut untermischte Epithelbrei wird frisch auf die gewünschte, mit Kochsalzwasser desinfizierte Wundfläche mittelst eines desinfizierten Spatels fest aufgebllgelt und gerinnt hier, um fest zu haften. Am nächsten Tage sieht die Wunde wie mit einem Croup belegt ans und etwa am 5. oder 6. Tage geht die Epithelsaat auf, die Fläche sieht dann wie mit einem bläulich rosaroten Hauch überflogen aus. In der zweiten Woche trocknet die Stelle allmählich, wird mit Protektivstreifen bedeckt und die Heilung des Hautdefektes erfolgt ziemlich rasch.
Litteratur. Rev er din, Compte rendue, 1871. — Thierse b, Archiv fttr klin. Chirurgie. 1874. — Esmarch, Wiener Mediz. Wochenschr, ls75. S. 488. — Smith, The Laucctte. 1890. — Barth, Archiv f. klin. Chirurgie. 1803; ibid. Hirschberg. iHiiii. — Goldmann, Bruns Beiträge. 1804. — Bayer, Lehrbuch der Vet. Chirurgie. ISit^; derselbe, Operationslehre. 189(). S. :i23. — Föringer, Wochenschr. für Tierhlkde. 1891. S. 181. — Gluck, Berl. tierarztl. Wochenschr. 1890. s. 612. Nerventransplantation am Ischiadicus des Hundes. — Berl, tierarztl. Wochenschr. 1890. S. 4. Transplantation durch Aussaat von Oberhaut.
Eröffnung von Abscessen.
Kommt es durch irgend einen pathologischen Vorgang zur Aus­wanderung grösserer Mengen von weissen Blutkörperchen, so häufen sich diese entweder in den Intercellulärräumen des betroffenen Gewebes an (eiterige Infiltration) oder es stellt sich in Folge des Drucks eine Ernährungsstörung der Textur ein. weiche zu fettiger Metamorphose und Verflüssigung der Gtewebselemente, d. h. zu eitriger Ein-schmelzung führt. Das Produkt sammelt sich in dem hiedurch gebildeten Hohlräume an. der als Abscess (Apostema) bezeichnet wird. Wird eine solche Eiterhöhle sich selbst überlassen, kann der Inhalt
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Transplantation.
durch fettigkörnige Umwandlung vollends verflüssigt werden und so /.ur Aufsaugung gelangen, Im andern Falle trocknet er ein, verkreidet oder gerät bei Gegenwart von Fftulniserregern in Jauchung, In der Mehrzahl der Fülle Jedoch kommt es bei der grossen Neigung solcher Fltlssigkeitsherde, nach aussen durchzubrechen, zu spontaner Perfo­ration der Haut. In der Regel duldet mau diesen Ausgang nicht, sondern sucht den Abscess durch einen Einstich oder Einschnitt
ZU offnen und je rechtzeitiger dies geschieht, desto rascher kommt es zur Heilung.
Künstliche Eröffnung. Sie kann auf verschiedene Weise geschehen, durch die Lanzette, das Bisturi oder den Trokarl. Das Atzen der
Flg. 185. IDxplorativ-
kanüle.
Abscesswand ist umständlich, daher nicht mehr üblich, ebenso bietet das öffnen durch das glühende Spitzeisen keine Vor­teile. Bei Verwendung der Lanzette (sieheFig. !Hi und97 Seite 111) hält man das In­strument nach Art einer Schreibfeder mit dem Daumen auf der einen, mit dem Zeige-und Mittelfinger auf der an­deren Seite, während der kleine Finger auf die Haut aufgesetzt wird, um als Stütze für die Hand zu dienen. Durch ein plötzliches Strecken der vor­her gebeugten Finger dringt die Lanzettenspitze senkrecht
Fig. 183. Fistelmesser.
Fig. 184. Abscesslan/etto.
durch die iiussere Höhlenwand ein und der Eiter kann sich vollständig entleeren, wenn beim Heraus­ziehen des Instruments zugleich die Stichöffnung entsprechend der Grosse der Eiterhöhle aufgespalten wird. Hiezu kann die gewöhn­liche Lanzette dienen, deren Schalen rechtwinklig zur Klinge gestellt werden und lässt man dabei diese mit den Fingern soweit vorstehen, als sie in die Tiefe dringen soll. Da man sich indes über die Dicke der zu durchstechenden Haut täuschen kann, ist es zweckmässiger. die Spitze etwas weiter vorstehen zu lassen, oder bedient man sich
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Kföttming von Ahscessen.
Lgt; 1 3
des verdeckten l-'ist elmessers (Fig. 183), welches zum Regulieren der Schnitttiefe eine Stellschraube besitzt und mit einem Griff ver­sehen ist. der eine sicherere Haltung in der Hand gestattet. Thunecke hat hiefür auch ein verstellbares aseptisches Bisturl konstruiert, das gleichfalls durch eine Schraube das feste Einstellen einer be­stimmten Klingenlänge ermöglichti Fig. 184 stellt eine stärker ge­baute Abscesslanzette mit Schieber und ausgeschweifter Spitze dar. welche sehr scharf vorgeht und die Schnitterweiterung heim Heraus­ziehen erleichtert.
Im Übrigen stehen auch langgestreckte Spitzmesser, sog. Lanzen­messer (Fig. 186) im Gebrauch, mit denen der Einstich und Aus­schnitt rasch hinter einander geschehen kann. oder sticht man auf der einen Seite der über die Haut
erhabenen Eiterbeule ein. sofort auf der anderen Seite aus und schlitzt mit der ganzen KUngen-
länge nach aufwärts die Haut
Fiquot;. 18(). Lanzenmpsser.
durch, um eine grössere Öffnung zu erhalten, welche eine zu rasche Vereinigung der Ränder hindert und die Nachbehandlung wesentlich erleichtert. Wäre der Abscess sehr nachgiebig, die Haut für den Einstich nicht straf!' genug, wird diese mit der anderen Hand angespannt. Endlich können Eiterhöhlen auch mit dem Trokart geöffnet werden, besonders in Fällen, bei denen die Diagnose nicht ganz sicher zu stellen ist. oder bei sehr tiefen Abscessen. Der Charliersche Trokart eignet sich hiefür am besten, indes ist doch nachher ein Bisturi zur Erweiterung der Stich­öffnung notwendig.
Hei umfangreichen Geschwülsten kann auch der Kxplorativtrokart (Fig. 115 Seite 122) erforderlich werden, wenn man die Ansammlung einer Flüssigkeit in der Tiefe vermutet. das Missliche dabei besteht nur darin, dass der Eiterherd oft blos seitlich gestreift wird, während die Trokartspitze über denselben hinausstiebt und so die Flüssigkeit nicht zur Entleerung kommt. Diesen Übelstand beseitigt die Ex-plorativkanüle von Knoll (s. oben Fig. 185). An dem einen Ende der i) cm langen und 2,5 mm starken Stahlkanüle befindet sich eine konkave Daumenplatte zum Eindrücken des Instrumentes in das Ge­webe, am andern Ende eine scharfe Spitze nach Art der Pravaz/schen Hohlnadeln: die Kanüle selbst besitzt eine Anzahl seitlicher Offnungen. in welche die Flüssigkeit eindringen und abtliesseu kann, auch wenn die Spitze der Nadel schon den Flüssigkeitsiierd passiert hat.
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Kntt'oinung von Fromdkörporn.
VIII. Entfernung von Fremdkörpern, Geschossen aus dem Gewebe.
sind fremde Körper, Holzsplitter, Me tails tticke, Glas-scherbea u. dgl. in den Körper eingedrungen, lassen sie sich meist ohne grosse Sclnvierigkelten nach den allgemeinen Regeln der Chirurgie entfernen. Einigermassen anders verhält es sich mit Geschossen, wie mit Schroten. Kugelu und anderen Projektilen, bei denen es sich hetreifs der Verletzungsweise hauptsächlich um die Ankunftsgeschwindig­keit und Durchschlagskraft handelt. Bei der Vollendung und grossen Prftcisiou der modernen Handfeuerwaffen sind die Wunden im ganzen einfacher geworden, wenn auch nicht ungefährlicher; es kommen mehr reine Kontinuitätsstörungen vor als früher. Quetschung zeichnet aber auch hier jede Schussverletzung aus und werden besonders Knochen stark betroffen.
Die meisten der Wunden dieser Art haben bei dem kleinen Kaliber des heutigen Schussgewehres einen röhrenförmigen Schuss­kanal, welcher entweder blind endigt oder es sind eine bezw. mehrere Ausgangsöffnungen vorhanden. Verbrennungen der Wunde treten bei den behaarten Tieren weniger auf, nachdem man es aber stets mit Substanzverlust und Kontusion zu thnn hat. kann Heilung auf erstem Wege fast nur bei kleinen Geschossen (Schroten. Revolverkugeln) er­wartet werden. Die Schusskanäle von gewöhnlichem Kaliber schliessen sich meist gerne und ohne Eiterung; sie sind in der Hegel aseptischer Natur oder lassen sich auch aseptisieren, wenn andere Fremdkörper (Teile von Tuch. /eng. Leder u. dgl.) mit eingedrungen sind: es ist Erfahrungssache, dass selbst diese samt dem Geschosse reaktionslos einheilen können. Geschieht dies nicht, begünstigt die nachfolgende Eiterung oder Nekrose die Ausstossung, massgebend ist der Grad der Quetschung und die Möglichkeit der Anwendung des Messers oder der Anlage von Drains, um den Sekreten Abtluss zu verschaffen. Die betroffene Stelle wird rasiert, desinfiziert und möglichst verbunden oder immobilisiert. Blutungen erheischen stets ein sofortiges Ein­schreiten.
In blinden Schusskanälen bleibt das Geschoss in der Regel liegen und nur bei kurzen Kanülen kann es durch seine eigene Schwere ge­legentlich wieder zum Vorschein kommen. Ein Wandern im Körper wird seltener mehr beobachtet oder nur dann, wenn das Geschoss die Gewebe usuriert und durch sein Gewicht in den Bahnen des geringsten
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Entfernung von Fremdkörpenii
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Widerstandes herabsinkt. Blinde Kanäle werden bei der heutigen Perforationskraft der Kugeln immer seltener, diese schlagen auch bei Hindernissen seitens der Knochen durch und ist dadurch auch das Kxtraktlonsgeschftft vielfach erleichtert, Im Ganzen gilt als Regel, möglichst wenig zu sondieren, um keine Infektion aufkommen zu lassen oder schon in Bildung begriffene Mhärenzen nicht zu stören. Ebenso ist Grundsatz, Jene Geschosse, deren Entfernung nicht ohne grosse Manipulationen möglich ist, ruhig im Gewebe zurück­zulassen. Dasselbe jnlt für in oder
unter die Haut eingedrungene Schrot­körner. Oft entleeren sich Kugeln durch die nach aussen führenden Schleimhaut­kanäle oder encystieren selbst in edleren Organen; allerdings kann bei zurück­gebliebenen Projektilen in späterer Zeil einlaquo; chirurgische Nachhilfe notwendig werden.
Nur ausnahmsweise wird die An­wendung von Extraktionsinstrumenten erforderlich und können hiex.u die lang­fassenden Zangen sowie Ausräumer (Fig. 187) dienen. Die amerikanische Kugelzange (Fig. 188) eignet sich durch ihre spitzigen ßranchenenden gut. Die früheren Kugelzieher, Kugellöffel, Löffelbohrer (Curetten) u. dgi. sind un­nütz und haben das Missliche, dass
Fig. 187. Ausräumer.
leicht mit ihnen der Eremdkörper noch tiefer in das Gewebe gestossen wird.
•quot;ig. 188. Kueelzance.
Iliinti.t;' muss den Extraktionswerkzeugen
das Messer vorhergehen, was nicht immer möglich, keinesfalls darf alier das Ausziehen erzwungen werden. Bei nicht schwer erreich­baren Knochen kann auch der Trepan oder ein Ho him eis sei Dienste leisten. Zu beachten ist. dass Kugeln, zuweilen an einem starken Knochen sich teilen und l* .'! Hantötfimugen (selbst auf der andern Körperseite) entstehen, wenn sonach auch 2 oder mehr Öff­nungen vorhanden, beweist es noch nicht, dass die Kugel auch aus­getreten ist, Austrittslöcher kommen auch durch mitgerissene Knochen­splitter zu stände, während das Geschoss zurückgeblieben ist.
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Eutferuuog von Qeschwülsteni Keublldungon.
IX. Entfernung von Geschwülsten, Neubildungen.
Exstirpation.
Neoplasmen der verscMedensten Art konnnen bei allen Haustieren, vornelimlicli bei Rindern und Hunden vor und erfordern demgemäss auch ein verschiedenes operatives Einschreiten, Massgebend für die Ausrottungsmethode ist zumeist die Form der Geschwulst, ihr Sitz und der Umfang, auch spielt die praktische Erfahrung, welche man hei ihrer Entfernung gemacht hat, eine üolle betreffs der Auswahl des chirurgischen Mittels.
Am sichersten und zugleich raschesten führt stets die blutige Operation, also das Messer und die Schere zum Ziel. d. h. die Exstirpation im engeren Sinne, wohin namentlich das Abschneiden und Ausschälen (s. unten Balggeschwülste) gehört, es eignen sich hiezu indes nur solche Neubildungen, welche in der Haut oder in deren Zellgewebe eingebettet sind. In anderen Fällen kommt man einfacher zu stände durch Umschnüren, Abbinden oder Abdrehen, wie be­sonders bei gestielten Geschwülsten und verwendet man hiezu Schnüre,
Drähte oder
3r die elastischen Ligaturen (Seite li
Sind
die Tumoren in Körperhöhlen gelegen (Nase, Mund, Scheide. Mast­darm), kann der Kcraseur gute Dienste leisten (Seite 128), während das Abdrehen nur bei kleineren Neubildungen anzuraten ist. denn ausser der Haut widerstehen den Umdrehungen mit der Hand auch das fibröse und elastische Gewebe. Das Abbrennen ferner eignet sich gleichfalls, besonders wenn es sich zugleich um Blutstillung han­delt: das Feuer widerspricht den heutigen chirurgischen Anforderungen keineswegs und kann der aseptische Schorf zugleich einen Verband ersetzen. Die galvanokaustische Schlinge ist umständlich, mehr im Gebrauch steht der Thermokauter. Ausserdem kommt noch bei knöchernen Auswüchsen der Meissel in Betracht, bezw. die Säge oder Knochenzange (s. d.)
Anilcrn Exstirpationswcisen ist kaum dus Wort zu roden. Mit Durchziolicn von Ilaiirsoilcn. Anstechen und Kinschneiden von Qesohwttlsten, um Ätz­mittel einzuführen oder diese selbst zum Ausrotten zu verwenden, erzielt nuin nicht viel und ist deswegen fast ganz davon abgekommen. Auf dem Wege der Eiterung Neoplasmen zu beseitigen, ist im ganzen ein verfehltes Beginnen und selbst nicht ohne Gefahr. Kine ähnliche Bewandtnis hat es auch mit Einspritzung von gewebs­zerstörenden Substanzen (Trichloressigstture, Hyperosmlumstture, Milchsäure, Alkohol, i'apayotin u.dgl.), obwohl sie in einzelnen Fällen nicht absolut verworfbar sind. Neuerdings ist auch vorgeschlagen worden, die Entfernung von Neubildungen
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Hidggcsdiwiilstc. Hyprome.
21'
mil crweiclieiidcu, zoi'sct/cnden Ki(tiiplasnieii (Senföl 1, grUno Seite -1, liuschl anzuBtreben oiler künstliches (Jborlmpfen von Erysipolkakken beim Krebs, eher können unter Umständen einzelne pharmaceutisobe Mittel, wie Arsenik, Jod das Absterben begünstigen; letzteres gilt als ein Speciflcum gegen Papillome, Kropf,
Strahlenpilze, Botryoinyees.
Hienach zeigen dm verschiedenen Gewebsnoubildungen betreffs ihrer Ausrottung die mannigfachsten Verschiedenheiten, und besitzen sie auch differente Angriffsfiiliigkeit; es sollen daher die Ersteren hier kurz aufgeführt werden, das Weitere lehrt die Chirurgie.
Balggeschwülste. Hygrome. Grützbeutel. Kleinere Geschwülste dieser Art hissen sich oft schon durch wiederholtes Ein­pinseln von Jodtinktur beseitigen oder bringt man sie durch ein scharfes Pflaster zum Verschwinden, wobei die Tiere zur Arbeit verwendet werden können. Grössere Geschwülste fasst man energischer an, wie nament­lich Stollbeutel, welche sich nur in frischem Zustande mich Ent­fernung der Ursache zerteilen lassen. Die älteren Beutel werden ent­weder abgebunden, vorausgesetzt class nicht zu viel Haut abgetragen werden muss oder entfernt man sie mittelst des Messers. Ausschälen der Geschwulstmasse gestattet am ehesten Heilung' per primam. Erst wird die Haut gewaschen, dann rasiert und desinfi­ziert, worauf ein geradliniger Hautschnitt in entsprechender Grosse ausgeführt und die Neubildung aus ihrer bindegewebigen Umhüllung lospräpariert wird. Auch bei grossen Geschwulsten ist es kaum nötig, ein Stück der Haut zu entfernen oder gar einen halbmondförmigen Ausschnitt zu machen, die überflüssige Cutis zieht sielt nachher stark zurück. Das Ausschälen wird wesentlich begünstigt, wenn man sielt die Geschwulstmasse durch Ilaken emporheben lilsst und sofort alle spritzenden Gefftsse unterbindet. Nach erfolgter Desinfektion des ent­standenen Hohlraums wird eine tiefgreifende Knopfnaht mit Ent­spannungsheften angelegt und das Ganze durch Watte und Jodoform-collodium bedeckt oder mit Formolgelatine überpudert. Haver nimmt mit Vorliebe karbolisierten Gummischleim oder legt Jodoformgaze da­rüber und schiebt diese zu besserer Befestigung unter die Entspannungs­naht. Die rüden bleiben eine Woche laug liegen. Bei Pferden, die im Liegen operiert werden, schützt oft nur ein reichlicher Verband vor Dtirchreissen der Nähte, wenn nicht erst nach dem Aufstehen ge­heftet werden will.
Fibrome, Lipome oder ihre Erweichungsformen Fibro- und Lipomyxome schneidet man. wenn nicht sehr gross, am einfachsten aus und hrenut einen Schorf auf. l'eudulierende Geschwülste dieser
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Kntl'miuii'' von (iosclnviilsti'ii, N'ouliildumrcii.
Art lassen sicli aucli voi'teilhaft clurcli die (schon früher besprochene) elastisclie Ligatur exstirpieren, bei mehr diffuser Ausbreitung muss die Basis jedocb geteilt werden, am -' oder mehrere Ligaturfftden eiu-fdliren /.u können. Grössere GeschAvülste werden l)elii\ii(lelt. wit^ oben heim Ausschiileu angegeben wurde. Treten sie in Form von Polypen auf, erweist sieli am bestell das Einführen einer Ecraseurkette oder dreht man sie mit Hilfe der llaml oder einer langfassenden Zange (Seite 117) so lange um sich seihst, his sie brechen. Bei kleineren Polypen kommt man auch mit Ausreissen durch eine Konizange aus. das blosse Abschneiden, wie es gerne bei birn-
förmigen Geschwülsten geschieht, ist zu wider­raten, eine Wiederkehr ist leicht die Folge. Po­lypen in der Nasenhöhle machen zuweilen das Aufschlitzen eines Nasenloches erforderlich (mit­unter seihst die Tracheotomie). Polypen in den Kopfliöhlen die Anwendung des Trepans.
Chondrome stehen wie auch manche andere Geschwülste von sehr derbem Gewebe gewöhnlich solitär. sind von gutartiger Natur, auch stabil, man liisst sie, daher wie namentlich in der Mamma unberührt. In anderen Fällen schält man sie aus (siehe oben) und bei sehr grossera umfange kann selbst (wie z. 1raquo;. heim Euter) die Amputation not­wendig werden. Die Behandlung der
Osteome oder Osteocystome besteht ge­wöhnlich im Ahmeissein oder Absilgen (s. d.i. was kleinere Geschwülste betrifft; bei grösseren ist da­mit zu viel Erschütterung verbunden, man sii.yt sie daher, nachdem die Beinhaut durchschnitten, in der
Regel nur an. um dann die scharfe Knochenzange
Fig. 189,
Knoehenzange von
Liston,
(S. ii'd) in Thiltigkeit zu setzen, welche dem Meissel überhaupt vorzuziehen ist. Die Lüersche Zange
kneipt zuerst rundliche Öffnungen ein. welche mit der glatten Knochenzange sich ebnen lassen, wozu besonders die Knochensplitterzange (Listen. Fig. 189) dienen kann. I5ei osteo-phytischen Neubildungen (mit mehr flacher Basis) versucht man auch das subkutane Einführen eines Knopfbisturis und Einschneiden in die Geschwulstmasse, um durch nachheriges Anlegen eines asep­tischen Druckverbandes eine üsurierung herbeizuführen, wozu jedoch Zeit und (ieduhl notwendm ist.
^
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Neui'ome, Lyrapliome.
Jilt
Neurome, Lymphome werden be) solitllmn Auftreten frei präpariert und kurzweg ausgeschnitten, Rezidive bei ersteren treten jedoch leicht auf, wenn die Neurektomie niclit wiederholt wird, Lymph-geschwülste, wenn sie multipel erscheinen, sind der Ausdruck einer Allgemeiuerkrankung (Leukämie, Pseudoleukämie, Hodglnsche Kraulc-lieit. Lymphomatose u. dgl.) und hissen si(di operativ nicht behandeln.
Papillome. Warzen, Condylome kommen bei den Haustieren vielfach sowohl auf der Haut als den Schleimhäuten zur Behandlung. Die gestielten Exemplare werden entweder abgebunden oder kurzweg mit dem .Messer weggeschnitten, um sodann den Grund mit einem Ätz­mittel oder besser dem (ilüheisen zu zerstören, falls sie nicht sehr gefftssreich sind. Letztere lasst mau mit einer Zangö und torqulert. Andere Papillome, besonders nicht verhornende, mehr epithellale Formen machen auch die Mitnahme der Haut oder Schleimhaut an deren Grunde notwendig, zu welchem Behufe mau sie mit der Pinzette er-l'asst. etwas in die Höhe hebt und mit Messer oder Schere durch­schneidet. Bei jungen Tieren, besonders Rindern und Hunden, bei denen sie multipel auftreten, verschwinden die Warzen auch von selbst (mit zunehmendem Wachstum allmählich) und kann dies auch durch innerliche Anwendung von Arsenik beschleunigt werden. Das Abbinden sichert nicht immer gegen Recldlve.
Sarkome, Karzinome bieten wie die Melanome ihrer malignen Natur wegen die meisten Schwierigkeiten und sind oft inoperabel. Ist die Wucherung von aussen zugänglich und soll beseitigt werden, em-pflehlt sich möglichst frühzeitiges Ausrotten mit dem Messer, das indes so gründlich zu geschehen hat. dass nirgends Abzweigungen im Muttergewebe zurückbleiben, welche als Keime neuer Bildungen dienen würden, die nachherige Behandlung mit einem tlüssigeu Atzmittel oder der Brennkolben, noch besser der auch in der Tiefe fortglühende Thermokauter ist daher notwendig. Viele Praktiker wenden auch beide letztgenannten Mittel an, d. h. das (ilüheisen kommt an die Reihe, wenn sich der Atzschorf abgestossen hat. Xachheriger Verband mit Jodoformgaze, Airol, Glutol u. dgl. schallt gute Granulation. Speci-tisclie Mittel glebt es nicht, wenn auch zuweilen Jod oder Arsenik als AlterailS der Nutrition empfolllen wird. Am meisten Schwierigkeiten bieten die Lymphdrüsen-, Schilddrüsenkrebse, sowie die Melanome. Melanosarkome, welche selbst als unheilbar gelten. Die operative, Behandlung ist nur dann zu versuchen (und nicht immer aussichtslos), wenn der Tumor den Charakter der Gutartigkeit an sich trägt, d. h. nur solltär auftritt und dabei fest, derb ist.
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Eiterbämler. Fontanelle,
Aktinomykome, meist in der Zuuge, in lt;ieii Kieferknochen, aber auch in lt;teii Lymphdrüsen, im Euter, oder auf tier Haut und in deren Unterlage mit ihren typischen Basen erscheinend, werden, wenn es ihre Ausbreitung erlaubt, wie andere Tumoren mittelst des Messers exstlrplert, worauf ein öfteres Nachpinseln mit der spezifisch wirken­den Jodtinktur zu erfolgen hat, Jod tötet die Strahlenpilze, hat sich als bewährt erwiesen und lässt nur ausnahmsweise im Stich. Ansamm­lungen von Eiter u, dfi'i- in der Tiefe dürfen nicht geduldet werden.
ßei tiefer gelegenen oder weniger zugänglichen Aktinomvkomen wird innerlich Jodkalium verordnet. Die Jodtinktur oder Lugol'sche Lösung kann auch wie bei der Holzzunge in parenchymatöse Ein­schnitte appliziert werden und thut man gut daran, solche Incisionen auch in die gesunde Umgebung des Gewebes auszuführen, um Reci-dive zu vermeiden. Zur Stillung von Blutungen eignet sich am meisten das Glüheisen.
In derselben Weise geht man auch bei den durch den Botryo-coccus erzeugten ßeschwülsten vor. wie sie gleichfalls am Kiefer, auf der Haut, im Euter, in den Muskeln, am .Samenstrang des Pferdes u. s. w, vorkommen und oft grüssere Ausbreitung annehmen. Bei der innerlichen Behandlung mit Jodkalium müssen grössere (iahen längere Zeit fortgegeben werden, wenn die Operation umgangen werden soll.
Die Litteratur ist in den chirurgischen Lehrbüchern reichlich enthalten.
X. Eiterbänder. Fontanelle.
i
Unter Eiterband (Setaceum) begreift man ein unter die Haut durchgezogenes Band, welches einen starken örtlichen Beiz mit nach­folgender Entzündung und Eiterung hervorrufen soll. Früher ver­wertete mau hauptsächlich aus Pferdehaaren (Seta) geflochtene Stränge, weshalb das Eiterband auch als Haar seil bezeichnet wird. Eine Modifikation bildet das
Fontanell (Fonticulus), wobei zu gleichem Zwecke ebenfalls ein fremder Körper, jedoch in Form eines runden Stückes von Tuch. Filz oder Leder durch eine kleine quot;Wunde in das Unterhautzellgewebe ge­legt wird (Lederstecken).
Therapeutische Bedeutung. Der Erzeugung einer künst­lichen Entzündung und Eiterung unter der Haut liegt ursprünglich die Idee zu Grunde, durch einen hier gesetzten starken Beiz mehr Blut
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Therapsutiscbe Bedeutung.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 221
an die Körperoberfläche zu locken in der Erwartung, dass die vermehrte Ansaininlun^ von Hint in einem äusserlich gelegenen Teile notwendig eine Verminderung der Blutmenge in einem tiefer gelegenen Organe nach sich zieiie. durch den äusseren Heiz der Entzündungsprozess aus innerlichen gefährlichen stellen auf die ungefährliche, leicht wieder heilende Haut abgelenkt werden könne. Ansserdem glaubte man, durch eine eiternde quot;Wunde den im Blute zirkulierenden Krankheits­stoffoder bösen Säften (die Materia peccans der Altem einen Weg nach aussen zu bahnen. Diese Anschauung kann heute noch nicht genügend begründet werden, zugegeben mag indes werden und steht dem auch die praktische Erfahrimg nicht entgegen, dass Hautreize, jedoch nur sehr energische, die in der Nähe gelegenen Teile hyperämisch, die entfernter gelegenen aber anämisch machen, die Erregung einer starken äusserlichen Entzündimg daher auf reflektorischem Wege eine antago­nistische Ausgleichung hervorruft, wodurch die /ellenthiitigkeit und damit der Stoffwechsel in der Tiefe herabgesetzt wird.
Diese Art von Revulsion ist überschätzt und deswegen auch viel misshraucht worden, besonders in der Tierheilkunde, es kommen daher sowohl die Eiterbänder als Fontanellen Jetzt viel seltener mehr zur Anwendung und gewiss mit Recht. Was die chronischen Ent­zündungen an den (diedmassen und deren Gelenken betrifft, welche andauernde, den arzneilichen Mitteln Trotz bietende Lahmheiten er­zeugen, so stehen allerdings die Haarseile heute noch sowohl bei den Tierbesitzern als den praktischen Tierärzten in gutem Hufe und werden diese auch vielfach von den Ersteren zur Ausführung der Operation gedrängt. Wenn häutig gute Wirkungen erzielt werden, was nicht zu leugnen ist. so erfolgen diese jedoch weniger durch eigene Leistung des in die Subcntis gelegten Fremdkörpers als vielmehr dadurch, dass die Tierbesitzer genötigt werden, dem Tiere Zeit und Huhe zu gönnen, welche hauptsächlich die quot;Wiederherstellung eiideitet. Viel weniger ist der revulsorische Wert anzuschlagen, wenn Haarseile oder Eonta­nelle gegen innerliche Entzündungen mit Neigung zu Ver­schleppimg, wie bei der Kopfkrankheit des Pferdes, bei Mondblindheit, Staupe. Brustseuche, Rückenmarksleiden u. s, w, angewendet werden und ist namentlich nicht einzusehen, was durch die wochenlang an­dauernde Eiterung erzielt werden soll. Durch Etablierung eines kräfti­gen Hautreizes (Scharfsalbe) wird man denselben Zweck erreichen können.
Eine weitere Anzeige besteht darin, den Produkten in der Tiefe ablaufender Entzündungen, dem Eiter aus Abscessen oder Hohlgängen,
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Kilei'lKiiulm'. KoiiUiiu'lli'.
den /.ersetzten Massen ans Hint-mid anderen (iescliwiilsten besseren Al)fliiss nach anssen zu verschaffen, liezw. Neubildungen durch künst­lich geschafl'ene Eiterung auszurotten. Für manche /wecke mag diese Indikation Berechtigung haben, im Ganzen wird man jedoch bei all den genannten Zuständen zweckinilssiger und zugleich rascher den gewünschten Effekt erzielen, wenn das Messer, der scharfe Löffel, Drainage zu Hilfe genommen wird, abgestorbene Gewebsteile, kailöse Flächen u, dgl. also direkt beseitigt werden. Ans diesen und ähn­lichen Gründen macht man auch in der Menschenheilkunde längst kaum mehr Gebrauch von Eiterböndern.
Geschichtliches. Beide Operationen wurden seit den ältesten Zeiten geübt, denn schon Columella (1. Jabrh.) erwähnt das Nieswurzstecken am Ohre bei Rindern und Schweinen gegen Brilune und auch Apsyrtus (350) spricht von ihnen bei .Nasenaustiüsscii. Vegetius (680) brachte eine Xioswurzcl mit einer kupfernen Nadel in das Unterhautgewebe oder wurde die Haut, wie beim Starrkrampf, erst mit einem spitzigen Glttheisen durchbohrt und dann ein Stück Schnur, Wollfliess u, s, w. eingelegt (Rusius, Ruini), Später fttlirte man mit Hilfe besonderer .Nadeln eine Schwanenfeder unter die Haut oder gehrauchte man geflochtenen Hanf, Rosshaare u.dgl.. das eigentliche Lederstecken beschrieb erst Markham (1656), Auch Leder­riemen wurden verwendet, von Solleysel Ringe von Blei, wohl auch Ätzmittel, wie Tasten von Sublimat, Arsen oder kleine Stücke Kupfervitriol u, dgl. Die beute noch gebräuchlichen Haarseilnadeln stammen aus Frankreich (Lafosse), wo beute noch ein ausgiebiger Gebrauch von ihnen selbst bei akuten Krankheiten gemacht wird; auch die Verbindung des Fontanells mit dem Eiterband (s. u.) stammt dorther (Bouillard 18Ki). Die Strahlnadel stammt von He well aus England, Im vorigen Jahrhundert und bis fast in unsere Zeit herein standen beide Operationen auch in Deutschland und Österreich (D i e t er ich s, P e s s i n a, Wa I d i n g e r) besonders bei Rinderpest, Lungeuseuche, Milzbrand, Rotz) in lUathe, bis die neue Wiener Schule unter Roll (1860) den Gehrauch hauptsächlich auf die Chirurgie einschränkte.
Fontanelllegen. Der häutigste Applikationsort ist die spitze des Schwertknorpels vom Brustbein hei Pferden (mit Ausnahme der Reitpferde), bei Rindern das untere Drittel des Triels. Seltener wird die (legend des Halses, der Schulter oder des Hüftgelenkes ge­wählt, Als fremder Körper dient ein Stück Leder, Filz oder Tuch von der (Irösse etwa (dues Thalers. In der Mitte bringt man behufs des nachherigen Kntfernens nutteist des Fingers eine rundliche Öff­nung an. Bei Hindern und Schweinen wurde ehedem auch die Wurzel des Germers (Veratrum) eingelegt und 2—8 Wochen liegen gelassen (Nieswurz stecken).
Nachdem die Leder- oder Filzscheibe vorbereitet und das stehende Tier entsprechend befestigt ist. führt man den Schnitt durch die Haut samt dem Hautmuskel etwas mehr als halb so gross aus, als der Durchmesser der Scheibe ist. Wo sich die Maut in Falten legen iässt.
.
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ihiarM'ilzit'hiMi. Haat'seilnndeln,
geschieht tjs. um sic doppelt zu trennen, aucli kann liiozu eine kurze sog. Zwickschere verwendet werden. Nun wird rings um den Schnitt das subkutane Zellgewebe mit dem Finger oder Skalpellheft, einem Spatel losgelöst und bildet man dabei eine nach ab- oder aufwärts gehende Tasche, um die In der Mitte zusammengelegte Scheibe ein­zuführen und subkutan auszubreiten, so dass die Öffnung der letzteren in die Mitte der Wunde zu liegen kommt; wäre der Hautschnitt zu gross ausgefallen, muss er geheftet werden.
Anfangs Hiesst nur rötliches Soruni aus, in wenigen Tagen aber gutartiger Kiter, dessen Sekretion andauert, solange der Fremdkörper einwirkt. Uni energischen Reiz auszuüben, wird diu Scheibe oder deren Juteurawicklung mit Kantharidentinktur, Terpentinöl oder Spanischfliegensalbe verstärkt, was nach 0-8 Tagen wiederholt werden imiss. Selten Meilit das Fontanell lilnger als 2—8 Wochen liegen. Das Aus­pressen dos Eiters und die Reinigung mit einer antiseptischen Seife, um Eiterver­senkungen raquo;iler Änätzungen der Husseren Haut nicht aufkommen zu lassen, ge-schieht täglich,
Haarseilziehen. Wie bei der Fontanelle erreicht mau den /werk aucli durch ein unter den Hautmuskeln gelegtes Band, um Ent­zündung und nachfolgende Eiterung zu erzielen. Man verwendet liie-zu baumwollene oder leinene Bänder von 1—l' cm Breite, welche gleichfalls mit einem der obengeuannteii Reizmittel getränkt werden. die Eiterbänder unterscheiden sieh somit von der Fontanelle nur durch die räumliche Ausdehnung und giebt man ihnen den Vorzug aus dem Grunde, weil man den Grad der Reizung besser in der Hand hat, sich weniger leicht Zurückhaltung und Versenkung des Eiters ausbilden kann und sie an den verschiedensten Körperstellen angebracht werden können. Allerdings entstehen durch das Ein- und Ausziehen des Bandes nachträglich zwei Hautnarben, was bei Pferden den Nachteil mit sich bringt, dass der Kenner beim Verkauf aus ihnen sofort auf das vorhergegangene Leiden schliessen kann. Die Applikation erfolgt durch besondere, aus Metall gefertigte Instrumente, die
Haarseilnadeln, welche verschiedene Grosse und Form haben. Man teilt sie ein in durchgehende und feststehende Nadeln.
Die durchgehenden Haarseilnadeln sind im allgemeinen 20 bis 40 cm lang, an dem vorderen Ende spateiförmig, am hinteren mit einem Ohr versehen und all ihrem Körper flach oder, wenn sie zum Auseinanderschrauben gerichtet sind. rund. Sehr lange Nadeln, welche ein Mittelstück zum Einschrauben brauchen, sind nicht zu em­pfehlen, man zieht besser zwei Haarseile neben einander. Die Instru­mente sind nicht von Stahl, sondern von weichem Eisen und nur an der Spitze gehärtet, dagegen müssen sie gut poliert sein.
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Kitcrlnimlcr. Fontanelle.
Die deutsche Haarseilnade] ist an Ihrer Seitenfläche wie an der Spitze nicht schneidend, durchbricht daher nur die Subkutis und verletzt keine Gefässe, I'ü.s hintere Ende hat ein quer gestelltes Öhr und soll dieser Teil immer schmäler sein, als die spateiförmige Spitze (Fiji-. 190).
]n
Fig. 190, 191. (Ihilho Grosse/
Fig, litinbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; !lt;gt;. 198.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Flg. 194.
74 Grosse.) (74 Grüsse.) (Halbe Grosse.)
Die f ra 11 z ö s i s c li e 11 a a rs eilna del ist myrtenblattförmig, gegen die scharfe Spitze zu aber sehneidend, trennt daher leichter das Ge-webe und durchstosst sogar die Haut, die beim Austritt mit der deutschen Nadel erst durchgeschnitten werden muss.
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Eiterbandnadeln, Haarseilzieben.
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Die dänische Nadel, auch'englische Nadel genannt, besitzt vorne ein Knöpfchen, das zu frühes Ausstechen verhindern soll; sie ist ausser Gebrauch (Fig, 190).
Das am Öhr doppelt liegende Hand hindert das Durchziehen sein', das Metali wird daher dort dünner gehalten oder ist die Nadel ge­spalten und klemmt das einfache Band durch einen Schubring ein (Fig. 194), was indes unzweckmftssig ist. Stets ist das vordere Ende leicht aufwärts gebogen, um nicht zu tief zu stechen. Sehr bequem ist, wenn an beiden Enden ein Öhr angebracht ist, weil dann nötigen­falls das Instrument nicht durch-, sondern wieder zurückgezogen werden kann (Fig. 190, L91).
Die feststehenden Eiterbandnadeln besitzen eine Handhabe und sind am bequemsten, auch sind die kurz zugespitzten Ränder schneidend, die Spitze scharf, sie sticht daher gut durch die Haut.
Flg. 196. (Halbe Griisse.)
Die Handhabe ist entweder fest, wie hei der englischen Haarseil-nadel (Fig. 193) oder wird die Nadel in den hölzernen Handgriff ein­geschoben und hier durch eine Stellschraube festgestellt. Nadel von Sewell, (Fig. 192, 195); in den Griff können auch Nadeln anderer Form eingelegt werden. In England sind auch Nadeln gebräuchlich, welche die Vorteile der stumpfen und schneidenden in sich vereinigen, indem ein zweites schneidendes Blatt über das feststehende stumpfe auf und ab geschoben wird, beide Blätter (Fig. 192) lassen sich aber schwer reinigen und bald auch schwer verschieben. Die Nadel ist bei uns nicht mehr im Gebrauch.
Für ungeübte Operateure und bei unruhigen Tieren ist eine wenigstens an der Spitze stumpfe Nadel sicherer, der geübte bedient sich lieber einer scharfen, denn er operiert prompter und das Tier wird weniger beunruhigt.
Das Haarseilziehen geschieht gewöhnlich am stehenden Pferde, das anfgetrenst und gebremst wird: am zweckmässigsten ist,
II cring's Operatiütislchro, VI. Aull.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; i r-
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Eiterbänder. Fontanelle.
es, dasselbe ins Freie zu bringen, damit der Operateur den Zwangs-bewegungen des Tieres leichter folgen kann. Zuerst durchsolineldet man mit dem geballten Blsturi die Haut i|iier, führt die Haarseilnadel in die Wunde, schiebt sie sachte und stets unter dem Hailtmuskel vor. mit den Fingern ilire Richtung verfolgend und die Biegung der Spitze nach aufwärts richtend. Will man austreten, so wird die Haut an der gewünschten Stelle kräftig durchgestossen, das Hand in das Ohr an der Spitze der Nadel eingelegt und wieder rückwärts gezogen, um zu knüpfen. Bei stumpfen Nadeln wird von aussen auf ihre Spitze eingeschnitten, diesen Schnitt aber schon verlier anzubringen, ist nicht ratsam. Statt das Hand zu knüpfen, kann auch an beiden Enden ein Bäuschchen oder ein Stück Gummirohr angebunden werden, die Tiere bleiben dann nicht an dem Hand hängen.
Die Folgen der Operation bestehen in entzündlicher In­filtration und Anschwellung, die sich nach der Empfindlichkeit des Teils und des Tieres richtet; anfangs fliesst rötliches Serum aus der Wunde, in wenigen Tagen aber gutartiger Kiter, der an Menge eine Zeit lang zu-, dann aber wieder abnimmt, jedoch nicht aufhört, solange das Hand liegt. Man hat darauf zu sehen, dass die nachfolgende Geschwulst und Eiterung den gehörigen Grad erreiche, was wie bei der Tontanelle ohne das Auftragen eines Reizmittels gewöhnlich nicht der Fall ist (s, oben). Nicht zu unterlassen ist ein täglich mehr­maliges Ausdrücken des Kiters und lieinigen mit Seifenwasser, wobei das Band hin und hergezogen wird. In den ersten 2—3 Tagen der Entzündung darf letzteres nicht geschehen, das Hand bleibt vielmehr ruhig liegen. Die Entfernung geschieht je nach dem Erfolg nach 8—14 Tagen oder später, nie darf aber das Hand solange liegen bleiben, dass der Wundkanal verhärtet oder kallös wird. Hesser wird ein neues Haarseil gezogen und sobald es mürbe geworden, durch ein neues ersetzt, das angenäht an das alte mit diesem durchgezogen wird. Die Heilung erfolgt bei täglicher Reinigung schon wenige Tage nach Entfernung des Bandes. Das Haarseil wird immer in der Nähe des leidenden Teils angebracht und stets möglichst senkrecht v 0 n unten nach oben gezogen, um keine Hlindsäcke aufkommen zu lassen, falls ein falscher Weg gebahnt worden wäre. Bei sehr un­ruhigen Tieren wird besser im Liegen derselben operiert.
Applikationsstelle. Nachdem gegen innere Erkrankungen gegenwärtig keine Eiterbänder gezogen werden, haben sich die Appli­kationsorte wesentlich vermindert. Bei der Mondblindheit und chronischen Augenentzündungen legte man früher Haarseile an die Qanaschen, bei
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Applikdtionsstellei
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Gehirnentzündung, Dummkoller seitlich am oberen Teile des Halses, parallel mit dem Kammrand desselben, bei Entzündungen der Brust­organe an der Vorder- oder Seitenbrust, bei Kreuzlähme rechts und links auf die Lenden n. s. w.
Die Schulter ist bei Lahmheiten eine der häutigsten Stellen und giebt die (iräte des Schulterblattes die Richtung der Bänder an; sie haben meist eine Ausdehnung von 20—30 cm, auf dem Armgelenk müssen sie kürzer ausfallen, in Frankreich werden hier wie auch an den Bippenwandungen Eiterbllnder ge­
zogen, welche meterlang und wahrhaft monströser Art sind. An der Hüfte kommen gleichfalls häutig Lahmheiten vor, das ilaarseil auf dem Gelenke braucht hier nur die Länge von etwa 10—12 cm zu haben, Hauptbedingung ist dann der Gebrauch stärkerer ileiz-mittel (Terpentinöl, Veratrum- oder Kan-tharidentinktur). Um die Haut vor An­ätzimg durch den abfliessenden Eiter zu bewahren, wird sie mit einem Lehmbrei oder Geratsalbe geschützt.
Am Sprunggelenk liegt das Ilaarseil auf der Spatstelle direkt und bleibt etwa 2 Wochen liegen, iiaupt-bedingung bleibt längere absolute Ruhe und ist dafür zu sorgen, dass das Pferd nicht etwa mit dem Hufeisen im Bande hängen bleibt.
Durch den Strahl des Hufes
wird mit Vorliebe bei chronischer Huf-gelenklähme ein Hand In der Art durch­
Fig. 196. Powells Nadel. (Halbe Grosse.)
gezogen, dass die eigens für diesen
Zweck gebogene Strahlhaarseilnadel zwischen den Ballen eingebt, die Weichteile derselben durchdringt und im vordem Drittel des Hom-strahls wieder zum Vorschein kommt, es muss daher dem Instrument (Fig. !!)()) diese Richtung gegeben werden: eine Befürchtung, dass zu tief gestochen werde, liegt nicht vor, höchstens kommen Ungeübte zu früh, d. h. zu oberflächlich heraus. Jedenfalls aber muss das Pferd niedergelegt und der Huf durch Erweichung und Ausschneiden vor­bereitet werden. Hie Lage des Hufgelenks kann v o n a u s s e n an-
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Das uiiiheisen. Brennen.
gedeutet werden, indem nmn au der Grenze der .Seiten- und Trachten­wand des Hufs einen Längenstrich zieht und diesen halbiert. Die Operation hat nur Wert im Anfange des oben genannten Leidens und bedarf es einer energischen Beizung, das Land muss daher jeden Tag öfter hin und her bewegt und täglich einmal mit einer reizenden Flüssigkeit getränkt werden, nach 10—^ I Tagen wird es entfernt.
Eiterbänder bei Rindvieh werden in derselben Weise ausgeführt wie bei Pferden, nur ist die Haut dicker und weniger empllndlicli, dagegen das subkutane Gewebe lockerer und leichter Versenkungen des Eiters zulassend. Die geeignetste und zugleich häufigste Stelle ist der Triel, den man an seinem untern Teile quer durchsticht oder wird das Band der Länge nach gezogen (80—35 cm lang). Meist ist die Stelle so reaktionslos, dass kaum eine Anschwellung oder Eiterung nachfolgt, wenn nicht das Band dick mit Kantharidensalbe belegt wird. Nieswurzsttlcke rufen oft üble Zufälle hervor und sind entbehrlich.
Eiterbänder bei Hunden. Die Subkutis ist hier so locker und verschiebbar, dass man das Band mit einem raschen Stiche durch eine Hautfalte bringt; das Band wird selbstverständlich doppelt länger, als die Höhe der ge­bildeten Falte beträgt, an deren Grund die für Hunde bestimmte Nadel (Fig. 197) eingeführt wird. Die meiste Veranlassung zum
Fig. 107.
Nadel für Hunde
(Nat. Grosse.)
Haarseilziehen bei diesen Tieren sind lähmungsartige Zustände, wie sie entweder für sich oder im Gefolge der Staupe auf­treten; die Applikationsstelle richtet sich auch ganz nach der
erkrankten Körperpartie und muss immer das Band unmittcl-b a r auf die betreffende Stelle angebracht werden, gewöhnlich am Genick oder mehr an den hinteren Gegenden der Wirbelsäule. Um das Ankommen mit den Zähnen zu verhüten, kann entweder ein Maulkorb angelegt werden oder wird die Stelle mit einem Tuche bedeckt, dieses schabrakenartig angepasst und genäht. Längeres Liegenlassen schwächt das Tier, auch ist der Erfolg unsicher.
XI. Das Glüheisen. Brennen.
Das Brennen besteht in der Anwendung höherer Hitzegrade auf bestimmte Körperteile, um hauptsächlich chirurgische Zwecke zu ver­folgen (Feuertherapie). Als Vehikel zum Brennen dient jetzt aus-schliesslich Eisen und Piatina.
Die Geschichte des Brennens ist unstreitig eine der ältesten und reicht bis in das graue Altertum zurück. Schon 2000 Jahre vor Christi Geburt stand das Brennen bei den Indern und Chinesen in grösstem Ansehen und spielt es heute noch im Orient die griisste Rolle; aber auch bei den Griechen und Römern war es bei Mensch und Tier ein hochgepriesenes Mittel und kaum wurde einer Krankheit Er-
:
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Wirkung: (Ips Gliilieiscus.
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wäbnung getban, wobei nicht laquo;las Qlubeisen empfohlen worden #9632;wäre. Ka darf dips nicht wundern, da aus Mangel an anatomischen Kenntnissen Messerscheue be­stand und nur selten blutige Operationen vorgenommen wurden. Besonders aus-giebiger Gebrauch wurde lici Augen- und Gehirnentzündungen, bei Drttsengeschwlllsten,
Wurm, Bug- uiul Ilüitläbuie, Gallen, Wassersuchten, Paralysen u. s. w. gemacht und die Kastration ist fast nur durch das Glüheisen ausgeführt worden, llippokrates halte schon ganz bestimmte Indikationen aufgestellt und kam zu dein bekannten Schlüsse: iiuuecuiKjue non sanant medicamenta, ea ferrum sanat, quae ferruin non sanat, ea insanahilia existimarc oportet,
Erst später im XV. und XVI. Jahrhundert erwuchs dem Glttheisen eine Kon­kurrenz, als die chemischen Atzmittel aufkamen: nachdem man jedoch die Unzuver-lässigkeit und Einseitigkeit derselben erkannte, erfuhr das Brennen am Schlüsse des vorigen Jahrhunderts eine abermalige Blütezeit und halten die Orientalen, besonders die Araber und Perser heute dasselbe noch für eine Art Universalmittel bei den Pferden, welche auch gegen innere Krankheiten und selbst prophylaktisch gebrannt werden und daher die ausgedehntesten Brandmale an sich tragen. Aber auch heute noch erfreut sich die Thermokaustik bei den Tierärzten aller J,ander der grössten Beliebtheit, nachdem sie auf dem langen Wege ihrer Geschichte so recht die Wand­lungen menschlicher Anschauungen über das Wesen und die Art ihrer Wirksamkeit durchmachen musste. Ganz besonders sind es die Tierärzte in Spanien, Frank-reich und England, welche den ausgebreitetsten Gebrauch vom Brenneisen machen und mit demselben meist auch vortrefflich umzugehen verstehen. Sie führen es sehr leicht, wenden es nur kirschrot an und ziehen es rasch aus dem Gewebe wieder zurück, erzeugen daher weniger Brandnarben, obwohl auch mancher Missbrauch ge­trieben wird. In neuester Zeit ist auch Fiatina in Form von Glülmadeln zu Hilfe genommen worden, nachdem die Ignipunktur (181)3) von Riebet wieder aufgenommen wurde und Paquelin in Paris (I87*i) den Thermokauter konstruierte. Die Wirk­samkeit der Glühhitze ist auch in der Neuzeit niemals bestritten worden, wie denn Überhaupt das Brennen zu den wichtigsten Operationen der praktischen Tier­heilkunde gehört. Zuletzt kam auch das subkutane Brennen und die Galvanokaustik auf, von welchen Methoden jedoch bei raquo;ins kaum Gebrauch gemacht wird.
Wirkung des Glüheisens. Der örtliche Effekt des Brennens besteht zunächst in einer Verkohlung der obersten Cutisschichte, die in einen trockenen Schorf umgewandelt wird, nachdem die flüssigen Bestandteile verflüchtigt sind. An Ort und Stelle entsteht stets eine schmerzhafte Hyperämie, bezw. Entzündung, welche sich deutlich ab­grenzt und im weiteren Verlaufe Granulation und mehr oder weniger sichtbare Narbenbildung zur Folge hat. Der sich bildende Gewebs-SChorf kann auch dazu dienen. Blutgefässe zu verstopfen und wenn die Verbrennung weiter fortgesetzt wird, lassen sich auch überflüssige (iewebe, krankhafte Neubildungen zerstören, es können somit mehrere Wirkungen erzielt werden, eine entzündungserregende, blutstillende und gewebszerstörende.
1. Der entzündungserregende Effekt ist es in erster Linie, aus welchem man Nutzen ziehen will und dem auch vornehmlich die
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Das Glüheisen. Jireimen.
ausgezeichneten Wirkungen des Brennens zu verdanken sind. Höhere Hitzegrade erzeugen im Gewebe zunächst eine in die Tiefe reichende entzündliche Anschwellung, welche nicht bloss zur Erweichung und Verflüssigung gesetzter Exsudate oder anderer Ivrankheitsprodukte beiträgt und so deren lüicksaugimg einleitet, sondern es wird damit auch eine Revulsion bewirkt, welche auf den Ablauf tiefer liegender chronischer Prozesse, namentlich schleichender entzündlicher Vorgänge günstig einwirkt. Die nachfolgende Granulation zieht die Bildung von neuem Bindgewebe nach sich, das stets eine Schrumpfung durch­zumachen hat und diese ist es in Verbindung mit der vorhergegangenen entzündlichen Infiltration hauptsächlich, welche einen kontinuier­lichen und gleichmässigen Druck erzeugt, der die Bückbildung und Resorption pathologischer, selbst schon organisierter Produkte ein­leitet und so auch den durch diese erzeugten örtlicheil Schmerz zum Verschwinden bringt. Diese methodische Kompression lässt sich durch andere entzündungserregende Mittel oder durch (bei den Tieren ohne­dies schwierig anzulegende) Druckverbände niemals in gleich effektvoller Weise erzielen und sind es besonders die Tierärzte, welche am häutig­sten auf die quot;Wirkungen des Glüheisens sich angewiesen selten und auch den hohen Wert derselben am meisten zu schätzen wissen. Iliezu kommt noch der weitere gleich hoch anzuschlagende Umstand, dass durch die schmerzhafte entzündliche Anschwellung des betreffenden Teils die Tiere veranlasst werden, denselben längere Zeit in Buhe zu halten.
Zur Heilung gelangen in dieser Weise namentlich die verschiede­nen chronischen Leiden an den Sehnen, Bändern, Gelenken und Knochen, besonders wenn diese anderen Heilmitteln Trotz ge­boten haben. Selbst in die Gelenkhöhlen ergossene Exsudate und deren Polgen können erfahrungsgemäss zur Resorption gebracht werden. Massgebend für den nachfolgenden lietraktionsdruck ist der Grad und die Andauer der entzündlichen Anschwellung. Am stärksten erweist sich der Narbenzug durch die Anwendung des rotglühenden Eisens, für gewöhnlich genügt jedoch der braunglühende Brennkolben.
•J. Die blutstillende Wirkung entsteht dadurch, dass das Glüh­eisen die Gewebsmasse samt dem Extravasat verkohlt und damit ein fester Brandschorf gebildet wird, welcher den Blutaustritt verhindert. Gleichzeitig werden durch den thermischen Beiz auch die Gefässe zur Kontraktion veranlasst und die Pfropfbildung begünstigt. Bedingung ist hiehei, das Gewebe nicht vollständig zu verkohlen, da sonst der Deckschorf nicht genügende Dichtigkeit erlangt und von den andrän­genden Blutwellen fortgeschwemmt werden kann (s. unter Blutstillung).
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Wirkung des (ilülieisons.
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;;. Die gewebszerstörende Wirkung lässt sich am leichterten auch von ungeübten erzielen und kommen hier tlilaquo;'. höchsten Hitze­grade zur Anwendung, tins Welssglüheisen. Ein rasches Vorgehen Ist dabei notwendig, damit die Umgebung nicht durch die ausstrahlende Wärme geschädigt werde;. .Man will dabei krankhaftes Gewebe ver­nichten, üppige Granulationen beseitigen, [nfektlonsstoffe, eiternde, ulceröse, jauchige Flächen zerstören und können selbst grössere Neu­bildungen. Tumoren entfernt werden. wenn man nicht vorzieht, sie mittelst des Messers zu beseitigen. Diese Art der Zerstörung wird als Kauterisation bezeichnet, das Mittel hiezu ist das Cauterium actuale; die auf chemischem Wege eingeleitete Gewebsdestruktlon (Atzung) helsst Cauterium potentiale.
Das Glüheisen mit seinen intensiven Wirkungen jmsst mehr nur für vorge­schrittene, hartnäckige oder vernachlässigte Fälle und bildet gewöhnlich auch das !Miitel letzter Instanz. Wegen dieses eingreifenden, stets schmerzhaften Vorgebens können auch empflndliche, namentlich jugendliche Tiere, Fohlen edlerer Abstammung, stark mitgenommen werden und selbst in ein Reizfieber verfallen. Niemals sollen auch bei kriiftijrcn Tieren grosscro Flächen ZU gleicher Zeit gebrannt werden und stets ist der Schmerz ein grösserer, je weniger hoch der Hitzegrad des Eisens ist, das Gewebt; nur angehrannt, die Nerven aber nicht ertütet werden. Liegen wichtige Organe in der Nähe, welche von der ausstrahlenden Hitze nachteilig beeinflusst werden könnten, wie das Gehirn und lluckeiunark, das Auge, grössere Nsrvenstämme, Arterien, Gelenke U. dgl., wählt man andere passende Mittel oder werden solche Körpeistellen leichter überfahren, bezw. durch liedecken mit feuchten Lappen ge­schützt. Regel ist auch, die Beugeflächen an den Gliedmassen ganz zu verschonen, ebenso die empflndliche Krone der Hufe und Klauen.
Manche besondere maligne Gewebsnenbildungen eignen sieb nicht zur Zer­störung durch Feuer, indem wie z. 15. hei Krebsen, manchen Sarkomen, bei Meln-nomen, eine Allgemeinreaktion hervorgerufen wird oder Infektionsrezidive der gefähr­lichsten Art nachfolgen können, Desgleichen unterlässt man das Brennen besser, wenn zu erwarten steht, dass die Gcbraucbstiprc nach der Operation wieder vorzeitig zum Dienste verwendet werden, der Erfolg daher in Frage gestellt wird. Gemeinhin innss den Arbeitstieren hei Gebrechen der Extremitäten oder sonstigen Gebrauchs­fehlern mindestens mehrere Wochen völliger Jiiihe bewilligt werden.
Die Brenneisen (l^auter). Die Methode, schnell brennbare Körper, z. B. Werg, Baumwolle mit leicht entzündbaren Flüssigkeiten getränkt auf dem krankem Teile abzubrennen (.Moxeni. ist verlassen worden, man verwendet nur noch Metalle und hat sich von diesen das Eisen am brauchbarsten gezeigt, obwohl es sehr leicht oxydiert und schlackt, was z. B. beim Kupfer nicht der Fall ist. Was jedoch dem Eisen besondere Vorzüge verleiht, ist seine Billigkeit, seine leichte Beschaffung, die Eigenschaft, grosse Wärmemengen in sich aufzu­nehmen und rasch abzugeben, besonders aber, die Höbe der Tempe-
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Das Gliihoiseii. Brennen.
ratur durcli Farbenwechsel anzugeben. Der Nachteil des Schlackens liisst sich dadurch beseitigen, dass man das Bi'enneisen vor jeder Ver­wendung durch Abreiben auf dein Hoden. aut'Jlolz oder mittelst einer Teile glättet. Tadellos arbeitet das allerdings viel teuere, aber auch dauerhaftere Platin oder das Plfttinlridium, das sich besonders zu den Nadelbrennern eignet. Der richtige Hitzegrad ist dabei jener, wobei das Metall eben ins Glühen gerät, was nach vorhergegangener Erwärmung schon durch Zuleitung von Kohlenwasserstoffen (Benzin u. s. w.) geschehen kann.
Dunkelrot ist die niederste Farbe der Glüheisen (etwa 500deg;), dann folgt das braunrote (600deg;) und das am häufigsten gebrauchte kirschrote (800deg;), während das Weissglüheisen 1200—1300 Grad erreicht: die /wisclienniiancen sind ohne Bedeutung. Der Schmelz­punkt des Eisens liegt bei etwa 2(100 quot;,
Zur Erhitzung der Brenneisen kann jode Schmiedeesse dienen, ebenso das Herdfeuer der Küche, der Ofen. Audi der kleine tragbare Spenglerofen lässt sich benutzen, be/.w. der in einem transportablen Blecbkasten untergebrachte Patent-Flammstrahlapparat, welcher mit Benzin sehr rasch arbeitet und eine starke russfreie Flamme erzeugt. In neuerer Zelt steht auch ein Flammstrahlapparat zur Verfügung, welcher auf einem Stativ angebracht ist, eine eiserne Haube besitzt und mit Petro­leum heizt. Er hat den Vorteil, dass mehrere Brenneisen zugleich In beliebiges Glühen versetzt werden können. Für kleinere lirenneisen, Glühnadeln kann auch eine Sjnritusflamme dienen oder die Löthhmipe. Holzkohlen schonen das Eisen mehr als Steinkohlen.
An jedem Brenneisen unterscheidet man den vorderen, ver­schieden geformten Teil, der als Brennkolben bezeichnet wird, den mittleren Teil oder Schaft. Stiel (Stilet) und den hinteren, welcher als Handgriff dient.
Die verschiedenen Tonnen der Brennkolben sind bekannt und erhellen aus ihrer Bezeichnung. Die zum Schneiden, Trennen bestimmten Brenneisen sind entweder messerförmig (Fig. 198) oder prisma­tisch, beilförmig, keilförmig, halbmondförmig. Die Schneide ist 1 mm dick zum Trennen. 2—3 mm breit für das Strichfeuer, der Rücken muss stark im Metall gehalten sein, um grösstmögliche Wärme­mengen fassen und in die Tiefen leiten zu können.
Der Fläche nach wirken das thalerförmige Brenneisen, das cylindri sehe, das ringfömige (zugleich zum Brennen der Schweif-spitze dienend) und das birnförmige.
Mit der Spitze wirken das Spitzeisen, der punktförmige oder spitzkonische Brennkolben (Fig. 199), hauptsächlich für das Punktfeuer bestimmt, sowie die Brennstifte (Glühnadelll s. unten). Auch das
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Tbermokauter,
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ollvenförmige und stumpfkonische (abgestutzt kegelförmige) Brennelsen gehört hieher. Wie leicht erklärlich, kann auch mit weniger als den aufgeführten Kolbenformen ausgekommen werden, wie auch Spezial-fftlle noch andere Formen erforderlich machen, die sich leicht in jeder Schmiede Improvisieren lassen.
Der Stiel des Brenneisens soll nur so lang sein, um die Hitze von der Hand ab­zuhalten, längere Schafte machen das Instru­ment unhandlich. Der Handgriff ist ge­wöhnlich von Hol/ und entweder feststehend oder abnehmbar, wie #9632;/.. ii. bei Fig. 198. Durch Druck auf den federnden Handgriff öffnet sich das zangenartige .Maul oberhalb der seit­lichen Stellschraube und nimmt den Brenn­kolben auf. Anders konstruiert sind die
Thermokauter, deren Stiel hohl ist, um (iase zur Erhitzung des Brennkolbens, welcher aus Piatinablech besteht und in den oben angegebenen Formen eingeschraubt wer­den kann. zuzuleiten (Platinbrennapparat Fig. 200). Das Thennokautersystem beruht auf der Eigentümlichkeit des Platinmetalls, in vorher erwänntem Zustande enorm grosse Mengen von Gasen so zu verdichten, dass höchst bedeutende Wärmequantitäten in dem sehr kleinen Hohlräume des Platinbrenners erzeugt werden können und dieser in Glüh­hitze versetzt wird. Zur Vorerwärmung dient eine Spiritusflamme oder eine Benzinstich­flamme und zur Gaserzeugung gewöhnlich Benzin, welches durch das Gebläse h und c aus der Benzinflasche laquo; mittelst des Gummirohres ff in den Brenn-kolben /* und damit, in den Hohlraum des konischstumpfen Platin­brenners % getrieben wird. Das erhitzte Metall entzündet die nach-Strömenden (iase und wird solange in rötlicher Gluthitze erhalten, als brennbare Stolle nachströmen. Faquelin in Paris hat in dieser quot;Weise den ersten Thermokauter 1876 konstruiert, es giebt jedoch auch einfachere Apparate, wie den Mikrobrennapparat in Etui, hei welchem sich das Benzin im Handgriff befindet. Ein anderer ähn­licher Apparat ist auf einem Stativ angebracht und wird der Brenner
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l)ns (lliihciscn. lironnon.
durch laugsame Bewegung eines Fussgeblftses am Hoden glttbend erhalten. Her hintere Teil des Brenners bei h enthalt in seinem Hohlräume eine schwammige Spirale von feinstem Platindraht, in welcher die Kondensation der hergeblasenen Benzingase geschieht.
Will man den Apparat ge-
brauchen, so wird zuerst die Platin-spitze an einer beigogebenen Spiri-tusllaiuiae erwärmt (uiclit ins Gliilien gebracht) und hierauf mittelst des Gebläses Benzindampf eingepumpt; in dem vorerwärmten Platinbrenner entzündet sieh dieser und bringt das Metall zur Glühhitze, die so lange anhält, als Gas nachgepumpt wird. Geschieht dies rasch, 80 geht die Erhitzung bis zur Weissgltth-hitze, man vermeidet aber diese, da sonst der Platinschwamm bald verdirbt. Während die linke Hand das Gebläse regiert, führt die Rechte den Platinkauter. Die Ben-zinihisehc trägt einen Haken, so dass sie an der Kleidung des Operateurs irgendwo eingehängt werden kann, de langsamer und ruhiger der Ballon arbeitet, desto mehr hat man das Glühen in seiner Hand, bis ist einleuch­tend, duss mit dem Piatina candens ganz dieselheu Zwecke verfolgt werden konneu, wie mit dem Gliik-eisen; man gewinnt aber den nicht hoch genug zu schätzenden Vor­teil, dass der Brenner sich im Ge­wehe bei der Applikation nicht a b k i'i h 11, vielmehr die Rotghih-hitzo gerade dann gleichmässig andauert, wenn sie am nötigsten ist. lliedurch lässt sich der Haupt­
zweck des Brennens am gründ-
Fig. 201). Thermocautöre von Paquelln.
lichsten erreichen, nämlich beliebig
grosse Wärmemengen in die Tiefe der Gewebe anhaltend einzuführen, ohne die Haut in ihrem Bestände zu gefährden. Die Piatinaglut, welche stunden­lang miterhalten werden kann, erreicht etwa den Wärmegrad des kirschroten Eisens, es werden also auch durch das Instrument nur geringe Brandnarben erzengt und insoferne bat es für die Tierärzte noch mehr Wert, als für den
!_
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/ook-auttT.
2;i5
.Mensclicnarzt und würde liiugst dassidbo in keinem tierärztlichen Armamentarium fehlen, wenn der Preis nicht ein ziomlich hoher wäre (80 M. mit l und -15 M. mit •i Brennern samt Etui). Der Kugelbrenner Fig. 200 / raquo;1 kostet fttr sich allein 15 Jl., der Mikrobreunapparat mit 2 Brennern 48 M.
Zookauter. Für tierärztliclie Zweckt; ist in Frankreich ein be­sonderer Thermokauter (Zoo-Cautöre) konstruiert worden, der sielt
leichter regulieren iinlt;l handhaben iässt, mehr Haltbar­keit besitzt und dalier behebt geworden ist. Dieser Platinbrenner lässt sich am oberen Ende beliebig drehen und können liier alle Formen von Brennkolben, auch nadelförmige, eingeschraubt werden.
Der an sich einfache Apparat hat Ähnlichkeit mit dem ohen in Fig. 108 abgebildeten Brenneisen, Stilet und Handgriff sind jedoch hohl uml enthält letzterer mit Benzin getränkten Docht,
durch welchen von unten her mittelst eines Doppelgeblamp;ses Luft
201,
getrieben wird. Der Benzindampf gelangt so his in den am oberen Ende des Brenneisens drehbar angebrachten Platinbrenner Fig. 201
und setzt diesen ins Glühen. Das Einströmen von Luft wird am Grunde des Griffs durch einen Hahnen, und der Eintritt der Benzin­gase durch die ohen am Brenner seitlich angebrachte Schraube reguliert: der Erhitzungsgrad hängt also ganz von dem Druck ab, mit welchem das Geldäso in Bewegung gesetzt wird, sowie von dem Grad des Offueus am Hahne. Von besonderem Vorteil ist es, das Regulieren nur langsam einzuleiten.
Glühnadeln. Um die Hitze direkt auf den kranken
Teil einwirken/u lassen, perforiert man diellaut, ver­wendet jedoch hiezu nur Stifte, welche entweder bloss eingestochen und dann erhitzt werden, oder hesser. es werden besondere Stahlstifte mit einem Brennkolbeu in Verbindung gesetzt; dieselben müssen stark genug sein, um sich nicht zu verbiegen oder zu blättern und zu schlacken. Bei Platin oder Platiniridium ist dies nicht der Fall, die Platinstifte sind daher die behebtesten und unentbehrlich, wenn sie sehr fein ausfallen sollen, wie für das Nadelbrennen in Synovialhöhlen. Schwierig
l'i
202.
ist. die Stifte entsprechend mit dem Wärmeträger zu
Gewöhnlicher Nadelbrenner.
verbinden. Man hat jetzt Brennkolben, wedche kurzweg
nur eingesteckt oder eingeschraubt sind oder werden Federn. Riegel, Stellschrauben, Taster und Hebel angebracht, um die Nadel innerhalb der zentrischen Bohrung des Kolbens hin und her be­wegen zu können, je nachdem In die Tiefe des Gewebes gestochen werden soll oder man die Nadeln auswechseln will, Herdez. Lagar-
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236nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ')as Gltthelsen, Brennen.
rlque, Red on, Deplace u. A. haben derartige Stiftbreuner konstruiert, die gebrftuchliclisten siml zur Zeit besonders Jone von Paquelin, Bourguel und der Apparat von Degive.
Der Nadelbreuner von Bourguet bosit/.t mclirore Brennkolben, welche in Kohlenfeuer envtlrml wei'den, was lioi dem Apparat von Paquelin oder von De-place durch ilio Flamme eines Benzingeblttses geschieht, der Apparat ist indes kompliziert und Ittssl sidi durch den Operateur ohne Gehilfen nicht handhaben; Degive hat daher andere Vorrichtungen getroften, welche den Übelstand vermeiden. J)ie tleizvorrichtung (mit Benzin getrtlnkter Docht) ist ähnlich wie bei dem oben beschriebenen Zookantor im Haudgrlff angebracht und wird durch ein Gummigebltlse die Luft am Grunde des Handgriffs durch den hohlen Stiel des Brenneisens his oLou In den Kolben getrieben, in welchem die Nadel in Rotglut versetzt wird. Letztere lässt sich durch einen besonderen Taster, der einen Hebel in Bewegung setzt, be­liebig vor- und rückwtlrts schieben und kann diese Vorschiebung durch eine Schraube, der Zutritl von Lufl in den hohlen Handgriff und Stiel durch einen Hahn reguliert werden. Der Operateur halt das Doppelgebläse in der linken, das Instrument in der rechten Hand und drückt mit dem Daumen auf den Taster. (Preis mit I Nadeln und Etui bei Hauptner 48 M., der Zookauter je nach Anzahl der Brenner 55—99 M. Die Spitzen derselben bestehen aus massivem Platiniridium).
Die Brennmethoden. Die Art der Applikation des Brenn-eiseius Ist eine vL'ivscliicdene und unterscheidet man das Distanzbrennen, das mittelbare und das unmittelbare Brennen.
Das Distanzfeuer (Fen par approche) wird in der Art aus-geführt, dass man das kirschrote Eisen nur in die Nähe der betreffen­den Stelle (2—5 cm) bringt, es nur kurze Zeit in dieser Lage ruhig hält (5—15 Sekunden) und einigemal wiederholt, bis eine leichte Aus­schwitzung erfolgt. Weiter darf der Effekt nicht getrieben werden, er wird leicht ein zu starker. Man will durch entsprechend starke Reizung besonders derivatorische Zwecke erreichen oder eine inten­sive Brennwirkung erzielen, ohne eine erhebliche Narbe xu erhalten. ]5ei nur kurzdauernder Annäherung beabsichtigt man zuweilen auch, Einreibungsmittel besser in die Tiefe der Cutis eindringen zu lassen oder das Punktfeuer zu verstärken bezw. den Ablauf einer schleichen­den Entzündung, /.. B. des Erysipels zu beschleunigen.
Beim mittelbaren Brennen (Feu indirecte) will man diellaut dadurch schonen, dass man dem Glüheisen eine Zwischenlage unter­legt, ein Stück Leder, eine Speckschwarte. Die quot;Wirkung ist unzu­verlässig und wurde daher diese Methode verlassen. Am häutigsten, ja fast aiisschliesslich wird vom unmittelbaren Brennen (Feupar contact i Gebrauch gemacht und kann man dabei mehrere Formen ein­halten, Man brennt entweder Punkte oder Striche oder beide zugleich. Zum Punktfeuer gehört auch das Nadelbrennen.
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Technik laquo;les Brennens.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 237
Das Punktfeuer (Feu a points) geschieht mit dem stumpf­konischen, oliven- oder birnförmlgen Glttheisen und passt besonders für feine Haut und nicht grosse Flächen, wie Gallen, Gelenke, Exo-stosen, für abgesetzten Sehnenklapp, Spat u, d.ui. Die einzelnen Punkte werden in geordneter Form, /. B. im Kreise, in Reihen oder Rauten eingebrannt und sollen des besseren Ansehens wegen gleichweit von einander abstehen, am besten in Entfernungen von 10—20 mm. Am meisten taugt das braunwarme Elsen,
Das Strichfeuer (Feu en raies) wird mit dem stumpfen messer-förmigen, bell- oder halbmondförmigen Brennkolben in Abständen von 10—15 nun ausgeführt und muss auch hier auf geordnete Richtung der Einzelstreifen gesehen werden. man kann sich daher diese auch vorzeichnen. Man beginnt immer mit den oberen Strichen, ordnet sie parallel an und fährt möglichst über den kranken Teil hinaus: würde dadurch der Strich sehr lang werden, unterbricht man ihn und liisst eine intakte Hautbrüeke. Zweckmässig ist es. die Striche in schräger Richtung zum Haarstrich anzubringen, damit die Narbe mehr verdeckt wird, massgebend ist indes auch die anatomische Lage des betreffen­den Teils. Bei den Beugesehnen der Gliedmassen z. B. fällt der Ite-traktionsdruck günstiger aus. wenn nur Längsstriche gebrannt werden. Sollen diese unter irgend einem quot;Winkel gegen einander laufen, dürfen sie sich gegenseitig nicht treffen, da spitzige Hautwinkel sich leicht umstülpen und hässliche Narben geben. Man wählt Striche nur. wenn es sich um grössere Flächen handelt, an grossen Gelenken wie an der Hüfte können sie auch konzentrisch angelegt werden, der Mittel­punkt bleibt unberührt.
Technik des Brennens.
Die Intensität des Brennens richtet sich vornehmlich nach dem Grad des Leidens und der Entartung des betroffenen Gewebes, im Ganzen soll aber möglichst wenig die Oberfläche der Haut zerstört werden, man geht daher gewöhnlich nie über die Rotglühhitze hinaus und wecliselt das Eisen stets, wenn seine Feuerfarbe zu versehwinden beginnt. Im allgemeinen lassen sieh drei Intensitätsgrade auf­stellen. Der erste Grad geht am wenigsten tief, die Haut wird nur leicht infiltriert und exsudiert nicht, oder kaum. Man erhält diesen Grad, wenn der Tunkt oder Strich braun gelb erscheint. Heim zweiten Grad findet Ausschwitzung in Form von Tröpfchen statt, die Oberhaut hebt sich in der Umgebung leicht ab und die Strichfarbe ist licht
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03^nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Das (iliihciscn. BrennsHi
goldgelb, Ihmiu dritten Grad strohgelb; in der Umgebung werfen sich Blilschen auf und die Rflnder zeigen Neigung zum Aufstülpen. Hei fünf- bis sechsmaligem Überfahren erreicht man gewöhnlich lt;leii ersten Grad, bei acht- bis zehnmaligem den /weiten, der dritte Grad erfordert zwölf- bis fünfzehnmalige Wiederholung, Dabei ist es von besonderem Weile, unter der Rotglühhitze zu bleiben, wenn starke Wirkung erzielt werden will; höhere Hitzegrade erzielen rasch einen Brandschorf, der als schlechter Wärmeleiter das reichliche Einströmen der Wärmereize, auf das es hauptsächlich ankommt, hindert, Hienach sollen die niedriger temperierten Elsen vorhergehen, die höheren folgen, wenn nötig, stets zuletzt, übrigens kommt viel auf die Dicke der Haut an, auf die Schwere des Brenneisens, sowie auf die Übung und Erfahrenheit des Operateurs, bezw. auch darauf, ob besondere; Rück­sicht auf haarlose Narben genommen werden muss. Wäre dies der Fall, gilt die Regel, nur dünne striche auszuführen, sie nicht öfter als zwei- bis dreimal mit dem braunwarmen Eisen zu überfahren und einige Tage nachher eine Kantharidensalbe einzureiben, bezw. mit leichtem Distanzfeuer nachzuhelfen.
Mit dem Glüheisen darf immer nur leicht und ohne einen Druck auszuüben über die Fläche hingefahren werden, um alsdann dasselbe abzulegen, sobald es zu erblassen beginnt. Das Weggleiten geschieht zuerst ziemlich rasch, mit dem Grade der Abkühlung aber langsamer und nur das eigene Gewicht des Eisens ist es, mit dem das Überstreichen zu geschehen hat, jedes Nachdrücken der Hand am Griff ist zu unterlassen. Je schwerer somit der Drennkolben. desto mehr muss ihm die fühlende Hand das Gewicht abnehmen, ebenso muss die Führung um so leichter geschehen, je dicker, schwerer und heisser das Eisen, je feiner die Haut und je strammer sie über Her­vorragungen oiler Gelenke gespannt ist. Um eine thunlichst leichte Handführung zu ermöglichen, ist es ein Haupterfordernis, dass die Ränder des Kolbens nicht scharf sind und die Brennfläche desselben behufs ununterbrochenen Weggleitens eine leichtkonvexe Form habe. In dieser quot;Weise sind die Striche in die Haut eingebrannt, ohne sie desorganisiert zu haben, sie kann daher umsomehr zur Norm zurückkehren, als die nutritive Thiitigkeit in ihrer ganzen Umgebung durch den Wärmereiz eher erhöht als vermindert worden ist.
Mit demselben Glüheisen darf der Weg nicht zu häutig über den Strich oder Punkt gemacht werden, es muss dasselbe vielmehr aus der Hand gelegt werden, um das zweite Eisen erst dann zu applizieren, wenn der Strich sich abgekühlt hat. Nunmehr hat die freige-
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Blutstillung.
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wordene Wärme Zeit, in die Tiefe zu dringen, bei dem sofortigen zweiten Toucliiercn aber würde eine doppelte Menge Jlitze einströmen und die Haut nicht nur ülierrei/.t und uneniplindlicii gemacht werden, .sondern sie niiisste auch verhrennen, das Glüheisen erlangt somit erst dann seine volle Wirksamkeit, wenn die zweite Applikation auf die jetzt wieder empfindlich gewordene Haut erfolgt.
Ks ist hienach von Wichtigkeit, ilns Bronnon nicht zu übereilen. In England und Frankreich verwenden die Tierärzte auf ein Dutzend Striche ' .—Vi Stunden und nicht zum wenigsten ist diesem Umstände zuzuschreiben, wenn dort so bedeutende Erfolge erreicht werden. Da (Ins kirschrote Eisen nur ein- bis zweimal geführt wird (iini besten von oben nach unten), so erfährt der obere Teil des Striches eine grössero Erhitzung als der unlere, der Klickt niiisste dalier ein ungleicher werden, wenn man nicht von oben her etwas rascher nnd leichter wegfahren oder in der Richtung abwechseln würde; auch erfordert die Haut an Stellen, wo sie bei der Bewegung Falten bildet oder von früherer Behandlung her verdickt ist, nicht eine verstärkte Applikation des Gliibeisens, sondern Schonung. Nach einigen Tagen erhöht sich der Schmerz, die Brandmale vergrössern sich und nicht selten tritt jetzt ein Keizlieber ein; auch die Ausscliwitzung dauert mehrere Tage an und vertrocknet dann zu braunen Krusten, welche samt dem Brandschorfe sich erst nach 1—2 Wochen abstossen, nachdem Granulationen eingetreten. Die Wirkung lässt stets mehrere Wochen oder Monate auf sich warten, da das Grauulationsgewebe sieb nur allmählich zusammenzieht, wodurch auch die Narben immer kleiner werden, Schmerz, An-Schwellung nnd Krustenbildung, wenn sie massig waren, garantieren am meisten den guten Erfolg. In den leichteren Brenngraden verschwinden die Narben meist nach 8—I Monaten, in den stärkeren bleiben sie sichtbar zurück.
Blutstillung. 15ei der Hämostasie durch Feuer kommt es haupt­sächlich darauf an, olgt; man mit dem Brenner die blutenden Gewebe direkt erreichen kann, das gewöhnliche rotglühende Eisen genügt dann und wird der Schorf um so fester, je länger der Brennkolben mit dem Gewebe in Berührung bleibt, ohne es vollständig zu destruieren, mau muss daher auch liier ruhig und laugsam vorgehen. Weiss­glühhitze wird erst notwendig, wenn der Kolben Gewehe zu durch­dringen hat, bis er zu der blutenden Stelle gelangt. Das lästige Hängenbleiben des Schorfes am Brenner lässt sich am ehesten ver­meiden, wenn mau letzteren zurückzieht, ehe die Rotglühhitze zu ver­schwinden beginnt; am kirschroten Eisen bleibt der Schorf am wenigsten leicht, kleben und eignet sich aus diesem Grunde auch der Tliermokaiiter weniger zum Blutstillen, da die dünnwandige Platinwand durch das Blut sich rascher abkühlt. Der Eifekt des Brennens ist Überhaupt oft ein ungenügender, die Abstossung des Schorfes geht nicht immer ohne Eiterung vor sich oder muss, wie hei grösseren (iefiissen auch ein grösserer Schorf gebildet, also viel Gewebe verkohlt werden, das
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240nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; '^IS Qluhelserii Brennen^
dann weniger Resistenz l)e,sit/,t, meist zieht man daher bei Blutungen dem Brennen die sicherste Stlllungsmethode, lt;lie Unterbindung vor.
Das Brennen mit dem Thermokanter erweist sich schätzens­wert besonders zu derivatorlschen /wecken, zum Zerstören üppiger Granulationen und anderer krankhafter Gewebe, geschwüriger Wund­flächen, kariöser Stellen, zum Vernichten von Infektionsstoffen aller Art. Das Instrument ist dabei nur leicht zu führen und darf nur lichtrosafarben werden, da die Destruktion sehr rasch erfolgt und leicht zu weit geht. Sollen Xeuhildungen, Tumoren beseitigt werden, eignet sich der Kanter nur, wenn sie geringen Umfang haben, das Trennen geschieht dann in Absätzen, damit das Metall in gleichmiissig an­dauernder Glut erhalten bleibt, im anderen Falle wird viel Gewebe unvollständig verkohlt, bleibt am Brenner als cohftrente filzige .Masse kleben und muss erst ausgeglüht werden, ehe man die Exstlrpatloil fortsetzt.
Ungeübte fallen gerne in den Fehler, den Platinbrenner in Weissglühhitze gelangen zu lassen, was rasch erfoli;t, wenn das Gebläse nicht entsprechend regu­liert, namentlicb wenn os ununterbrochen gehandhabt wird. Versagt der Thermo-kauter den Dienst, muss der ganze Apparat revidiert werden; gewöhnlich fehlt es an regelmftssigeni Erneuern des Benzins in der Flasche oder im Docht, bezwi ist ein Teil desselben in die Schläuche geraten.
Brennen mit Glühnadeln. Ignipunktur. Der Gedanke, die Haut vorher zu durchbohren, um die Hitze auf den kranken Teil direkt einwirken zu lassen (l'yrocentese). ging schon 1836 von Lehlanc (le pere) aus. Er stach Nadeln unter leichtem Druck in das subkutane Gewebe, ging 3—Imal ein und reihte die Punkte etwas näher an einander, als beim gewöhnlichen Punktfeuer. Nachher wurde ein Vesicans eingerieben.
Das Verfahren fand längerraquo;! Zeit wenig Beachtung, obwohl es sich durch Einfachheit und Raschheit der Ausführung hervorthat. Erst allmählich nahmen es die französischen Tierärzte allgemein auf, da gute Resultate erzielt wurden, man ting daher bald an. die Gltihnadelu iCauteres ä aiguille) in Knochen. Sehnen und deren Scheiden bei chronischen Gallen, selbst in Gelenkkapseln einzustechen. (Jrosse Er­folge wurden im Anfang nicht erzielt, und entstanden häufig sehr grosse Schmerzen, heftige Entzündungen, seihst Brand durch Zurück­bleiben von Metallschlacken und tötllche Arthititen, bis auf Grund gemachter Erfahrungen bedeutende Praktiker, wie Bouley, Abadle, Foucher. Rosslgnol, Bianchi. Böttger, Fischer, Robertson, Bosch, Peuch, Lenk. Bourguet u. A. die vielversprechende Methode verbesserten,
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lirenncn mit (Jlühinnlclii.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 241
worauf sie auch bei den Tierärzten anderer Länder Nachahmung fand und jetzt alierwiirts geübt wird, wenn sie auch in der Privatpraxis nic'iit immer den Erwartungen entspricht. Von ist? an bestätigte Hey auch die ühschädllchlceil der [gnipunktur bei chronischen Syno-viaileiden und verteidigte die jetzt hesser studierte Methode, obwohl ihr Immer noch viele Gegner erwuchsen.
Am meisten empflelllt sieh das Xadelhrennen bei chirurgischen Leiden von beschränkter Ausdehnung, bei in der Ossifikatlon he-griffenen Neoplasmen, hartnäckigen Sehnen- und Gelenkskrankheiten u. dgl, Bei KrötTnuiiM von Synovialhölilen ist immer Gefahr vor-iunideii. wenn nicht kunstgerecht verfahren wird. Hauptbedingung ist, liiehei vorheriges Rasieren, Reinigen und Desinfizieren der Haut und Verwendung von Stiftbrennern aus nur bestem Metall, wie sie oben Seite 235 beschrieben worden sind. Als Nadeln können nötigen­falls auch neue Drahtstifte dienen, die man auf Holzkohlen glüht, rein abstreift und mit einer passenden Zange aufninnnt. um sie mit­telst, eines Nadelhalters in die Haut einzubohren. Hoffmann empfiehlt hiezu abgebrochene Stricknadeln. Die Stiftbrenner sollen gut an der Spitze abgerundet. 1—3 mm stark, 3—5 cm lang sein und werden rotglühend unter entsprechendem Handdruck rasch durch die (ver-schieden dicke) Haut bis in die Subcutis eingeführt und sofort wieder zurückgezogen. Je nach der Ausdehnung des betr. Leidens bringt man weitere Stiche an, zuweilen 5—6, ihre Entfernung von einander beträgt etwa 1,5—'-* cm. Für die Synovialhäute verwendet man jetzt möglichst nur mehr feinste Nadeln von massiver Spitze aus Platiniri­dium, nicht über 1.5 nun dick. Man führt sie rotglühend nur einmal in die Höhle ein und wenn alsbald zurückgezogen wird, entsteht keine erhebliche Synovitis und keine Arthritis; der sterile Glühstift eignet sich zum Eröffnen weit hesser als das .Messer. In andere fibröse. ossifizierende Gewebe sticht man unter kräftigem Drucke tief genug und auch mehreremal ein, bei (beginnenden) Knochenneubildungen bis unter die Beinhaut. Heim Spat (s. d.) darf indes die Nadel nicht hing sein, um nicht in die Gelenkflächen zu geraten. Ob mit einem Vesicans nachzuhelfen ist. lehrt der Erfolg, d. h. der Grad der An­schwellung und Entzündung schon nach wenigen Tagen. Wer hei Sehnenscheiden- und Gelenkleiden sehr vorsichtig zu Werke gehen will, perforiert nur einmal und trägt je nach der Reaktionsfähigkeit der Cutis ein scharfes Mittel auf, etwa die Kantharideiisalbe des an­deren oder zweiten Tages. Kräftiger geht die rote Quecksilberjodid-salbe oder Sublimatsalbe (je I :8—10) vor. 1st bei Sehnen- oder Ge-
Herin g'e OiuM-iitionslchve. VI, Aufl.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ](;
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242nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; D'lt;s (ilüheison. Iheimeii.
lenkgallen dann Syaovitis In einem Grade aufgeti'eten, raquo;lass keine wieder-liolte Sekretion erfolgt, tritt Zerteilung ein; da man indes diesen Wirkungsgrad nicht immer genau in der Hand hat, kann auch für Heilung nicht absolut garantiert werden. Haase streicht um die mit Stiften gebrannten stellen bei Exostosen heisses Kantharidenpflaster, Heilung soll in il-—l Wochen eintreten.
Audi der Ignipunktur folgt stets eine schmerzhafte Hautentzündung nach, die sellist (besonders im Sommer wc^en der ohnedies blutreicheren Haut) von leichtem Fieber begleitet sein kann. Aus den OtViningcn tliesst seröse Flttssigkeit ab, welche missen oft kleine, s^lhe Gerinnsel bildet, nach einigen Tagen jedoch macht sich schon ilie beginnende Zerteilung bemerklich, der Ausfluss liisst nach und die Löcher langen an, sich zu schlicssen, während die Krusten später von seihst abfallen und kleine, rötliche Stellen zurücklassen. Die Dauer der Hautschwellung ist eine längere, liisst sich aber durch Bewegung und Massieren abkürzen, sichtbare Narben bleiben indes nicht zurück, da die Haare bald über sie hinwegwachsen. Wären excessive Entzündungsgrade aufgetreten, kühlt man mit kalten Lappen und logt vorher weiche Mull auf, um die Schorfe nicht zu stören, auch Karbol-l'riessnitzniiiscblägc leisten gute Dienste. Die Krusten bleiben unangetastet, erweichende Mittel sind vom Übel und geben leicht Anlass zu Eiterung.
Subkutanes Brennen bestellt darin, dass zuvor einschnitt durch die Haut geführt wird, um dann den Brennkolben in das Unterhautgewebe einzusenken. Bei uns hat diese Art der Feuertheräpie wenig Anklang gefunden, in Frankreich kommt sie häufiger und be­sonders bei veralteten Lahmheiten der Schulter und Hüfte zur An­wendung. Mit dem knopfförmigen rotglühenden Fisen wird, nachdem die Hautränder mit feuchtkalten Lappen bedeckt und auseinanderge­halten wurden, fünf- bis sechsmal oder mehr eingegangen und dann die Flüche wie eine eiternde Wunde behandelt.
Galvanokaustik. Sie besteht darin, dass man eine Drahtschlinge von Platin oder einen Porzellankolben mit Hilfe einer starken elektrogalvanischen Batterie ins Glühen bringt, um krankhaftes Gewebe zu zerstören oder Neubildungen, besonders Polypen abzutrennen (Midd eldorpf 1864). Das Kauterisationsverfahren ist, ab­gesehen von der Kostspieligkeit des Apparates ein umständliches und hat kaum Eingang in die praktische Tierbeilkunde gefunden, die galvanokaustische Schlinge liisst sich auch leicht durch den Themiokaufnr ersetzen.
Vorbereitung zum Brennen ist bei beschränkter Anwendung des (iliiheisens ausser dem Anlegen einer Bremse u. dgi. nicht nötig, bei empfindlichen Pferden oder wenn das Feuer in grösserer Aus­dehnung vorgenommen werden soll. empfiehlt sich die subkutane An­wendung von Cocain oder einer zweiprozentigen Karbollösimg. wenn man nicht das Niederlegen des Tieres vorzieht. Möller schlägt vor.
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Vorbcroitimg zum lirennen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 243
das Distanzfeuer dein Brennkolben vorhergehen zu lassen. Ausgedehnte Flächen dürfen nie auf einmal gebrannt worden.
Nachbehandlung. Nach dem Brennen bedürfen die Tiere in den ersten 8—i-i Tagen absoluter Ruhe, um der Entzündung und Qranulationsbildung ihren regelmässigen Verlauf zu sichern, worin hauptsächlich die Bürgschaft für den weiteren Erfolg gelegen ist. auch müssen die Krusten unangetastet gelassen werden, um möglichst wenig sichtbare Narben zu erhalten, Ausserdem ist dafür zu sorgen, dass das Tier den Heilvorgang durch Reihen, Beissen und Nagen nicht stört. Nach 12—1-1 Tagen ist leichte Bewegung im Schritte (täglich 20—30 Minuten) zuträglich, nach Ablauf der dritten oder vierten Woche kann die Angewöhnung an den Dienst eingeleitet werden, bei .Sjiat. Sehnenklapp ist indes eine längere Ruhe stets notwendig.
Das Brennen bei Rindern unterscheidet sich nicht wesent­lich von dem bei Pferden, doch erträgt die stärkere Haut das Rot­feuer besser, es muss daher etwas intensiver zur Anwendung kommen und ist nur selten das Nachreiben eines scharfen .Mittels entbehrlich (s. oben Seite 288), Von Wichtigkeit ist die Berücksichtigung der verschiedenen Hautdicke an den einzelnen Körperstelleu und variiert sie etwa wie 1:1. Bouley hat verschiedene Grade aufgestellt. Am dünnsten ist die Haut in der Leistengegend und an den Beugeflächen der Gliedmassen, dann folgen Unterschenkel, Rücken und die Lenden, am stärksten ist sie an der Vorderfläche des Carpus, am Oberschenkel und an den Hüften. Nach Lafosse, Gruzel, Rychner u, a, muss etwa ein Drittel Zeit mehr aufgewendet werden, als heim Pferd. Die Haut vernarbt rascher und erscheinen in der I!ej;el die Haare wieder, wenn das Hind verhindert wird, mit den Deinen oder der Zunge an die Wunde gelangen zu können. Insbesondere giebt das penetrierende Feuer schöne Resultate und geht man bei Sehnen- und ivnochenleiden mit dem kirschroten Eisen tiefer ein (2—2,5 cm) und selbst acht- bis zehnmal, bei Synovialleiden dagegen darf nicht anders verfahren wer­den, als beim Pferd (Faulon). Wegen der nachfolgenden Schmerzen ist vorherige Einleitung strenger Diät geboten, um bei dem fast regel-miissigen Sistieren der Rumination keine Blälisucht aufkommen zu lassen.
Bei Hunden wird seltener vom GlÜheisen Gebrauch gemacht, zuweilen bei sehr störenden Knochenleiden, Gelenkkrankheiten, chro­nischem Lahmen, hei Paralysen u. tlgl. Wegen der grösseren Em­pfindlichkeit dieser Tiere dürfen die Brenner nur massig zur Anwen-
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Ui
Akupunktur. Klektropiinkuir.
dung koiumen und gebraucht man nur die feinsten Nadeln, nm jedoch den Erfolg zu sichern, macht man unmittelbar nach dem Brennen ausgiehlgen Gebratich von den Scharfstoifen. Hei Hunden Ist gleich­falls Vorsicht nötig, dass die Wundheilung nicht durch die Zähne. Zunge oder Klauen gestört werde.
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—nbsp; Berdez in Kochs Encykl. I. Bronnen. — Foucher, Presse vöt. 1884. S. 523. Ignipunktur. — Adams Woch. 1886. 408. Tbermokauter. — Berl. Woch. 1888. 113. Cocaln vor dem Brennen. — Adams Woch. 1889. 152. Brennen bei Actinomykose.
—nbsp; Foulon, Rec. 1891. Glühnadeln b. Rind. — Perrin, Rec. 1891. S. 425. Nadel-brennen. — Soula, Revue vet. 1890. S. 488. Autotherm. Brenneisen mit Stiften.— Haase, Preuss. Militärrapport 1892. S. 163. — Foulon, Revue vet. 1893. S. 345. Nadelbrennen bei Rindern. — Frick, Berliner Woch. 1893. Wert der verschied. Brennmetbodeu. — Vigezzi, Ztschr. f. Vet.-Kuude V. S. 165. — Rüder, Sachs. Ber. 1893. 108. Patentflammstrahl; derselbe S. 271. — Barth61emy, Journ. Lyon 1894. S. 350. — Hoffmann, Allg. Chirurgie. — Müller, Allgom. Chirurgie 1893. — Bayer, Operationslehre 1896. — Priohard, The Vet. Bd. 67. S. 130. Ein Vortrag über Brennen.
XII. Akupunktur. Elektropunktur.
Die als Akupunktur bezeichnete Operation ist einfach und be­steht darin, dass besondere Nadeln aus poliertem Stahl senkrecht durch die Haut in die darunter liegenden Weichteile eingetrieben werden, um hier als Fremdkörper eine mechanische Reizwirkung aus­zuüben (Nadelstechen). Man will hiedurch teils Störungen der
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Akupunktur. Elektropunktui'.
2-) ß
Funktion sensibler Nerven (Anaestiiesien), Unterbrechungen der peri-pheren Leitung einzelner Nervenstiinnne, z. 15. des Trigeminus, Faclalis n. s. w., teils neuro- und myopathischc Lähmungen beseitigen, ebenso ist das Nadelstechen gegen hartnäckige Muskelrliemnatisnien empfohlen worden.
Das Einstechen der sehr spitzigen Nadeln geschieht entweder nnt der Hand oder wie bei den Rindern unter Zuhilfenahme eines Stück Holzes oder Hammers. Sie werden senkrecht auf den Teil an­gesetzt, und je nach der Hartnäckigkeit des Leidens in grösserer oder kleinerer Anzahl (1raquo;)—30), bozw. in mehr oder weniger grosser Entfernung von einander eingestochen. Die Länge der Stahlnadeln (Fig. 203) ist verschieden und wechselt von 5—15 cm, ihre Dicke geht am oberen Ende nicht über die einer Stricknadel hinaus. Der Sitz des Leidens ist auch der Applikationsort. Wiederholung des Einstechens ist je nach Bedarf notwendig, ebenso die Zeitlänge des Liegen­bleibens im Gewebe; sie variiert zwischen 15—30 Minuten und ein bis zwei Tagen. Tiefe des Einstichs mehrere cm.
Soll die Reizwirkung verstärkt, werden, können zugleich Excitationsmittel angewendet werden, wie Kan-thariden- oder Nieswurztinktur, Terpentinöl, Crotonäther u. dgl., auch lassen sich die Nadeln durch Drähte mit einer konstanten Batterie in Verbindung setzen, um den elektrogalvanischen Strom in die Tiefe zu leiten; die Nadeln erhalten zu diesem Dehufe am oberen Ende ein rundes Ohr.
Man nennt diese Art von Akupunktur die E 1 e k t r o -
Filaquo;. 20;j.
punktur, Die eigentliche Elektrotherapie ist Gegenstand der Besprechung in der Allgemeinen Therapie.
Das Verfahren hat in der praktischen Tierheilkunde wenig An­klang gefunden, und waren bis jetzt die Erfolge auch nicht derart, dass sie zu öfterer Anwendung des Nadelstechens ermuntern könnten, wohl auch aus dem Grunde, weil man es bei der Anzeige der Prozedur meist mit schwer heilbaren Leiden zu thun hat. Ausserdem hat man vielfach auch mit praktischen Schwierigkeiten zu kämpfen, insofern manche Tiere stark und anhaltend beunruhigt werden, Dieckerhoff hat neuestens das Verfahren gegen chronische Erkrankungen der Fascien empfohlen.
Litteratur. Qlrard fils, Rec. 1825. I2.'i und daselbst liouley 181, Ge-Bchichtlichea. — Prevost, .lourn. prat, 1820. 887. Er stach bis zu ;?0 Nadeln 3quot; tief ein und Hess sie 12 Stunden stecken. — Clicby, Rec. 1827. 22. 404. Mehrere
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T
24(5nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Akupunktur, ßlektropunktuvi
Heilungen auf 40 Nadeln, 80 Stunden lang. — Flammens, l?ec. 1836. 600, Bei einem Ochsen mit Kreu/lälmie. — Cuusse, Kep. 1843. Ualvanopunktur Lei Magen-küller; beim Aufblähen setzte er einen l'ol in das Maul, den andern in After. — Rodet, Rei), 1859. 200. tlegen Gallen. — U o m a k , (ialvanotherapie. Berlin I860, — Lafosse, Patbol, vet. Toulouse 1867. — Busse, Bep. 1860. .')55. Magnetkuren, — Albreoht, Adams Wocbschr. 1880, 413, — Daselbst Albert, Acup, bei Faciallsläbm, 1887. 81, — Skoriuow, Revue 1888, No. quot;), Blektr, bei Trismus. — Truffl, 11 Med, vet. 1882. I. — Raab, östr, Monatsschrift 188.-). gt;'o. 10, — Ba rthelemy, Rep. 1880. 14(t. Erfolglose Acup. bei Apoplexie, Staar, Lähm, des l'enis. — Zündel in Kochs Encykl. II. 618, Elektrotherapie, — B ii c h s t ii d t, Berliner Woch. Schulterlahmheit,
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Zweite Hauptabteilung.
Operationen, welche nur an bestimmten Teilen ausführbar sind.
Die in die zweite Hauptabteilung gehörigen Operationen zerfallen nach den verschiedenen Körpergegenden in
1.nbsp; Operationen am Kopfe,
2.nbsp; nbsp;Operationen am Halse.
.).nbsp; nbsp;Operationen an der Brust und dem Hauche.
I.nbsp; Operationen am After und Schweife.
5.nbsp; Operationen an den Geschlechts- und H^rnorganen und in
ii.nbsp; Operationen an den Extremitäten.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;amp;';
I. Operationen am Kopfe.
XIII. Von der Trepanation.
Unter Trepanation verstellt man im allgemeinen das Aussägen eines kreisförmigen Stückes aus den Knochen mittelst eines geeigneten Instrumentes, gewöhnlich des Trepans (tQinavtj, Bohrer). Am häu­tigsten geschieht dies an den Knochen des Kopfes, um eine der Hidden desselben behufs direkter Behandlung von aussen zugänglich zu machen.
Geschichtliches. Keine chirurgische Operation hat eine so alte Geschichte, wie die Trepanation, ja aufgefundenen Schädeln zufolge ist sie schon prähistorischen Ursprungs. In dem Buche des Hippokrates ..über die Kopfwundenquot; ist, der Trepanation schon wie eines ausgebildeten Verfahrens gedacht und spricht dieser Schriftsteller bereits von Trephinen und Linsonmessern. Tierärztlich genommen liisst sich die Operation nicht über die Geschichte der Entstehung der ersten Tierarznei-
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'J4bnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Von der Trepanation.
schulen hinauf verl'olgen, denn Lafosse (le pern) war der Erste, welcher hei Ge­legenheit seiner Untersnchnngea iiher den Sitz des Kotz es die Kopfhöhlen des Pferdes trepanierte (1749). Spater macht ein Schiller desselheu, Chahert, heim B r e m s e n s c h w i n d e 1 chenfalls Gchraucli von dem Trepan, his allinilhlich die Operation allgemein in die Tierbellkande aufgenommen wurde und zwar am häufigsten bei chronischen Ausflüssen der Käse, bei denen sie auch die meiste lierech-tigung hat. In dieser Beziehung machten sich namentlich Waldiuger, Bioterichs, Walz, iiayue. Hering, Hauhner, Bieckerhoff u. a. hckannt.
Anzeigen der Trepanation. Von den genannten Kopfhöhlen kommen besonders die Stirn- und Kiefersinus In Betracht, seltener die Schädel-, Nasen- und Zahnhöhlen. Besonders chronische Ka­tarrhe der Kopfhöhlen können bei Pferden häufig auf andere Weise nicht ermittelt oder direkt behandelt weiden und ist diese Anzeige auch die häufigste und dankbarste. Ferner wird trepaniert behufs Entfernung von Neubildungen. Polvpen, Parasiten oder fremden Körpern aus genannten llölilen, hei Brüchen und Impressionen der Knochen, seltener um Zahnhöhlen zu eröffnen oder in Knochen eingedrungene und festsitzende Kugeln u. dgi. /u beseitigen.
Bei Rindern und Schafen trepaniert man viel seltener als heim Pferde, gewöhnlich nur bei der Drehkrankheit, dem Bremsenschwindel, dem bösartigen Katarrhalfleber; bei Hunden, um Parasiten aus der Nasenhöhle zu entfernen.
Instrumente zum Trepanieren. Zu einem vollständigen Trepanationsapparate gehören: eine Haarschere; ein geballtes Bistouri zum Hautschnitt; ein Schabeisen zur Entfernung des Periosts; Nadel und Faden zum Halten und Vernähen der Hautlappen; ein Hand­oder Bogentrepan; Knochenschraube, Knochenhebel und Linsenmesser. Die meisten der genannten Instrumente können indessen entbehrt werden, es lässt sich für den Einzelfall seihst der Trepan durch einen gewöhnlichen Zentrumbohrer, wie ihn Jeder Holzarbeiter besitzt, be­ziehungsweise durch einen Fraishohrer oder guten Meissel ersetzen, so dass viele Praktiker gar kein Trepanationsetui haben. Heim Meisseln muss man sich in Acht nehmen, um keine Splitterung des Knochens herbeizuführen.
Der Handtrepan, die Trephine (Fig. 204) besteht aus dein quergestellten
hölzernen Handgriff (/, aus dem metallenen Trcpanschaft und der Kreissäge a, welche als Krone bezeichnet wird; letztere wird jetzt nur mehr rylindrisch und glatt (nicht mehr gerippt) angefertigt und hat einen Biirchmesser von 14 mm hezw. '20 oder 2:i mm. Die Zähne dos Kreisraudos sind scharfe, gleichschenklige Breiecke, zwischen denen einzelne grössere oder schlitzförmige OtVnungen sich bpfinden ZU besserer Aufnahme der Knochenspähne. Im Zentrum der Krone ist ein Stift, die Pyramide h angebracht, welche mehr oder weniger durch eine Stellschraube c vor-
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Der Ilandtrqmii, die Trephine.
24!
nc^ügen oder abgeschraubt werden kann, wozu dann ein besonderer Schrauben-Schlüssel dienl. I'm diesen Punkt dreht sich die Kreissäge, wenn sie mit der Hund
Fig. 204. Hantltrcpan oder Trepbinc.
#9632;'ig. 205. (lt;/s Grosse.) Bogentropan.
ilaquo;
Fig. 20(i.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Flg. 207.
('/j Grosso.)nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;('/.; (irösse.)
Perforativ.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Exfoliativtrepan.
Fig. 208. (•/, Grosse.) Knochenschraube.
in Bewegung gesetzt wird, indem die dreikantige Spitze zuerst in den Knochen ein­gedrückt wird [und dann die Sägpziihne eine runde Furche ziehen, welche zuletzt das in der Krone hetindliclie Knochenstück aus der Kontinuität löst. I'm auch den
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250
Von tier Tropauatioi).
Perforativtrepan einsetzen zu können, Imt Silvestrlni neuestens eine entsprechende Modifikation angebracht, welche zugleich das Ansetzen eines Qummleohlauches zum Einfuhren medikamentöser Flüssigkeiten gestattet, Die Trephine lässt sich nur in Kreissegmenten bewegen und muss mit der Hund immer wieder frisch angesetzt werden. Schneller arbeitet der nach Art der Spunden- oder Kasshohrer konstruierte Bogentrepan, welcher oben eine Druckscheibe (Bailengriff) von Holz oder Horn liesitzt, welche sich (Fig. 206d) in einer Drehhidse oder Olive wie um eine Achse so leicht bewegt, dass sie keine für die Hand hinderliche Beibung veranlasst. In das untere Ende wird eine Krone mit abnehmbarer Pyramide eingeschraubt oder
wie bei c durch
eine Einfallfeder befestigt, Handgriff
Zum Drehen im Bogen dient der
e. Die Krone des liogentrepans lie-
sitzt gewöhnlich einen Durchmesser von 38 mm.
Will man hloss eine kleine Öffnung, eine Explorativtreponation machen, um z. li. Einsicht In die Kieferhöhle zu nehmen, sondieren oder ausspritzen zu können, so entfernt man aus dem Bogentrepan die Krone und setzt dafür eine vier­seitige Pyramide, das sog. I'erforativ (Fig, 2()(i) ein, dessen Ränder scharf sind und wollte man kranke Knochen nur abschaben, so bedient man sich einer Art Zentrumbohrers, d, h. des Ex-foliativtrepans (Fig, ^07), welcher an der un­tern Fläche statt der Sägozähne eine glatte Schneide hesitzt. Der untere Kund dieses Sehahtrepans ist zur Hälfte nach rechts, zur Hälfte nach links zu­geschärft und in der Glitte mit einer 2—8 mm langen Spitze zur Sicherheit des Laufes versehen (Zapfenbohrer),
Zur bequemeren Herausnahme der Knochen-Scheibe schraubt man, nachdem während des Sägens die Pyramide entbehrlich geworden und beseitigt gt;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; wurde, in deren Öffnung eine kleine Knochen-
seh rauhe (Fig. 2(l8) für sich allein ein und hebt sie nachher samt der Knochenplatte mittelst des
Fig. 209,
(' , Grosse.)
Fig. 210,
('/#9632;.gt; 0rosse.)
Hebel,
mit einer Handhabe versehenen Instrumentes heraus; man nennt letzteres den Bodenzieher odcrTirefond.
Endlich gehören hierher noch das Linsen-
messer (Fig, 20ii), ein halbrundes, an beiden Rändern a a schneidendes, unten mit einem stumpfen, linsenförmigen Ende versehenes Instrument, welches dazu dient, die etwa am Rande der durch den Trepan bewirkten Öffnung hervorstehenden Knochensplitter abzuschneiden, ohne dass die Reste in die Trepanöffnung fallen oder unterliegende Teile, z. li. die Meningen verletzt werden. Der Hehel (Fig. 210) dient teils zur Elevation eingedrückter Knochenstücke oder zum Herausheben und Losbrechen der Knochenscheibe, wenn sie da oder dort in ihrem Umfange noch nicht völlig getrennt wäre.
Neuestens hat Torra laquo;'inen neuen Trepan konstruiert, bei welchem die Krone durch eine um die Pyramide drehbare und sowohl in ihrem
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Handhabung des Instrumentes^nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;251
queren Abstaud von derselben veriindcrliclie. als auch an ihr iiufiind ah bewegliche Spitze ersetzt, winde. Letztere schneidet und sftgt, macht also das Instnnuent leichter handbai'. Auch Degive hat 1^87 eine brauchbare Modifikation des Trepans getroffen,
Handhabung des Instrumentes. Nachdem die desinfizierte Haut an der betreffenden Stelle in Form eines V. eines T oder -\- durch­schnitten, das den Knochen etwa bedeckende Zellgewebe samt dem Periost mit dem Bistouri entfernt worden ist, wird die Pyramide so­weitvorgeschoben, dass sie 2—3 mm die Zahnspitzen der Krone über­ragt, um dann den Trepan, der mit der rechten Hand nach Art einer Schreibfeder gehalten wird, senkrecht auf die entblösste Stelle aufzu­setzen.
Nun wird der Handtrepan wie ein gewöhnlicher Bohrer in die Hand genommen und fortwährend in halben Kreisen vor- und zurück­gedreht, bis die Kuochenscheibe anfangt, locker zu werden; nun gebt man behutsam weiter, um die letztere nicht in die Tiefe zu drücken oder mit dem Instrumente unterliegende Teile zu beschädigen, bis die Scheibe in ihrem ganzen Umfange getrennt ist.
Benutzt man den Bogentrepan, der in derselben Weise auf­gesetzt wird, so wird die Palma der linken Hand auf die Druckscheibe angelegt, das Instrument massig aufgedrückt und mittelst der andern Hand der Bogen (Fig. 200 e) in Bewegung gesetzt und zwar immer von rechts nach links, anfangs langsam und erst rascher, wenn sich die Säge genügend Hahn in die Knochenrinde gebrochen hat; da­bei setzt mau hie und da ab, um die Furche und das Instrument von den Spänen zu reinigen. Sobald der anfangs helle Ton anfängt, etwas dumpfer zu werden, ist man in der Diploä angekommen und nun sucht man überall gleichmässig die Dicke des Knochens zu durchsägen, was durch das Hinneigen der Krone nach jenen Stellen geschieht, an welchen die Furche noch am wenigsten eingedrungen ist. Stete Hand und ein passender Druck an der rechten Stelle ist ein Haupt-erfordernis, man legt daher während des Sägens den Arm an, um hei plötzlichen Bewegungen des Thieres mit dem Instrument nicht ab­zurutschen.
Beim Pferde wird die Operation während des Stehens vorgenommen und nur ausnahmsweise das Niederwerfen notwendig, Im biegen des Tieres können schädliche Sela-cto oder Injektionsflflssigkelten von der Nase ans leicht in die Langen aspiriert werden. Schmerz entsteht nur hei gleichzeitiger Erkrankung der Knochen oder Beinhaut und auch das Ansmeisseln eines KnochenstiicUcs seht leicht vor sich, wenn man sich eines guten Hohlnieissels bedient.
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Von der Trepanation^
Trepanation der Schädelhöhle.
Sie kommt .selten zur Ausfiilinmg, zuweilen bei Frakturen oder zur Entfernung des Gehlrnblasenwunns bei Schafen und Rindern und kann liier auch mit dem Trokjirt vorgegangen werden.
Bei Kinknickungcii oder Frakturen der Scliiidelkuochen mit eingedrückten Bruchenden beschränkt mau sich darauf, lose Tolle, Splitter zu entfernen, einzelne Zacken abzukneifen, Enochenwunden zu glätten, Extravasate, Coagula zu beseitigen, eingedrückte Schädel­knochen durch liesektiuii zu heben, um den (ietaliren des Ge­hinidruckes zuvorzukonunen. Energische Kiddungen. strenge Antiseptik folgen dann nach und wird letztere selbst von der blossliegenden Dura gut vertragen. Bei den Versuchen Vogels reagierten Anatomiepferde auf Einpinselungen von 5proz. Karbollösungen und später selbst auf lOproz. Chlorzinklösungen in absichtlich durchschnittene Gehirnhäute in keiner Weise, auch ist bekannt, dass selbst Teile des mit 151iit in­filtrierten oder zertrümmerten Gehirnes unbedingt mit dem scharfen Löffel entfernt werden können. Bedingung bleibt dabei, dass nicht bloss kleine Knochenteile, Fragmente der Gehirnhäute u. dgl., sondern auch allies entfernt werde, was überhaupt nicht mehr in Verbindung mit der Umgebung steht oder in derselben nicht erhalten werden kann.
Die operative Entfernung des Gehirnblasenwurms (Dipp elbobren) kommt selten mehr vor, nachdem man die Ent­stehung der Drehkrankheit kennt und die Ursache nunmehr sich vermeiden lässt. Auch wird nur mehr operiert, wenn sich der Blasen­parasit von aussei! durch eine unter dem Fingerdruck nachgiebige; Stelle oder aber durch Auftreibung des Knochens konstatieren lässt. Eine Eröffnung der Schädelhöhle, um nachher durch Herumbohren im Gehirn auf die Blase zu stossen, wird von den Tierärzten nicht mehr unternommen und auch die regelrecht ausgeführte Trepanation liefert nicht immer ein befriedigendes Resultat, da häufig eine nachfolgende Entzündung und Erweichung des Gehirns oder Abscedlerung der kranken Stelle das Schlachten bei Bindern und Schafen notwendig macht; ins­besondere sind Blutungen ins Gehirn gefährlich, ja gewöhnlich tödlich. Jedenfalls muss streng antiseptisch vorgegangen werden und kommen
auch dann grössere Verluste vor.
Dammann rechnete 83, Kubl-
mann
35 Sterbeprozente.
Die Trepanation des Schädels mittelst des Trokarts bei Schafen ist einfacher und reicht häufig aus. da bei diesen Tieren die
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Trepanation lt;ior Scbädslhöhle,
Cönurusblase fast immer oberflächlich gelegen ist. Bei dem auf einen Tisch gelagerten Tiere stach man mit einem kurzen, etwa federkiel­dicken Schaftrokart durch die Haut in den meist usurierten sdiäiiel-knochen ein und entleerte den Blaseninhalt bei tiefer gelegtem Kopf. Dieses frühere Verfahren war unzweckraässig, es muss die Blase mit entfernt werden, was dadurch ermöglicht wird, dass man einen beson­deren Saugtrokart anwendet. In die Hülse dieses SchaftrokartS wird eine Spritze angesetzt, welche die entleerte Wurmblase ansaugt; eine Pincette oder ein Haken, eine Haarnadel. /Mit sie dann vollends heraus. Der Verscliluss der aseptisch gemachten Wunde geschieht durch Jodoformkollodium oder kurzweg durch Teerwatte oder ein Pech­pflaster. Ein Drittel der Operierten soll gerettet werden können, vor­ausgesetzt, dass frühzeitig genug abgezapft worden ist. Sollte der Trokart starken Widerstand finden, wie bei Böcken, deren Schädel­decke oft die Dicke von 1 cm überschreitet, inuss mit einigen Hammer-schlägen nachgeholfen werden. Das von Zeden angegebene Trokart-besteck für Schafe ist eines der gebräuchlichsten.
Die Trepanation der Schädelhöhle bei Schafen ist sicherer, weil sie die Entfernung der unverletzten Cönurusblase anstrebt. 7u diesem Behufe setzt man die (etwa 12 min weite) Krone des Scbaf-trepans an, wie oben angegeben, oder wird ein Hohlmeissel verwendet, um den Schädel in ähnlicher Weise zu eröffnen: bei stark reduziertem Schädeldach tlmt es auch ein gutes Messer. Bei zweifelhaftem Sitze bleibt nichts anderes übrig, als jene Stelle zu wählen, welche empirisch (besonders bei Seglern) als die vorteilhafteste gilt, nämlich bei weiblichen Schafen 1—2 cm hinter dem Hornfortsatze, bei Böcken und Hammeln 1 cm weniger, stets bleibt man aber mindestens 0.5 cm von der Mittellinie des Kopfes weg. um Verletzungen des Sinus lon-gitudinalis zu vermeiden.
Nach Wegnahme des Knochenstücks werden die Hirnhäute kreuz­weise gespalten, um nach der Blase zu fahnden, welche ganz in der Nähe sitzt, wenn sich das Gehirn etwas hervordrängt. Nach Entfer­nung der Blase schliesst man die Hautwunde und deckt die Naht mit Teer. Bei starkem Gehörne fragt es sich, ob nicht vorteilhafter von der Stirnhöhle aus eingegangen werden soll, im ganzen wird aber. wie. schon erwähnt, nur ausnahmsweise und meist nur bei wertvollen Tieren und auffindbarem Sitz der Blase operiert. Die Landschafe haben immer dünneres Schädeldach, als die veredelten Hassen. Der Uueffsche Schaftrepan wird besonders in Süddeutschland verwendet.
Bei der Drehkrankheit der Binder trepaniert man in ahn-
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Von dor Trepanation.
lidier AYcise, ebenfalls nur In besonderen lallen, so fange das Tier noch bei Appetit und nicht heruntergekommen 1st, sowie bei eruier-barem Blasensitz oiler wenn der Kranke nur nach der Seite dreht. Die meisten drehkranken Kinder sind noch in jugendlichem Alter, ge­wöhnlich haben sie das vierte oder fünfte Jahr nicht überschritten. Nicht selten liisst sich auch der sitz der Erkrankung durch die Perkussion feststellen (dumpfer Schall, weniger Widerstand) und ist zu beachten, dass nur selten die Blase auf der entgegengesetzten Seite liegt, nach welcher das Rind dreht, sowie dass man zwei Knochenplatten zu durch­brechen hat. Auf grössere Nachgiebigkeit der betrellenden Stelle darf nicht gerechnet werden, eher deutet eine kleine ivnochenauftreibung auf den Sitz des Leidens hin.
Nach dem ilautschnitt wird der Hautlappen zurück präpariert, die Beinhaut zur Seite gelegt und dann der gewöhnliche Bogen- oder Handtrepan bei gut fixiertem Kopfe angelegt, um beide; Platten, die oft mit einander verwachsen sind, zu durchbohren, worauf dann erst die eigentliche Schädelplatte erscheint, welche nach Anlegen der Knochen­schraube (Fig. 208) ihrer Tieflage wegen am besten mit einem Meissel gehoben wird. Wäre nach Trennung der Meningen die jetzt zum Vor­schein kommende Blase geplatzt, lässt man den Inhalt durch eine ein­geführte Hohlsonde in der Tieflage des Kopfes abfliessen, die Blase selbst wird mit der Pincette unter möglichster Schonung des vordrän­genden Gehirns extrahiert und dabei möglichst eine Blutung vermieden. Wölbt sich die (iehirnmasse nicht vor, so liegt die Blase tiefer, ist sie nur klein, sind sicher mehrere vorhanden und verschlimmert sich damit die Vorhersage wesentlich. Nachher wird die Wunde aseptisch behandelt, und verklebt rasch. Bedingung ist aber jetzt, dem Tiere ab­solute Ruhe zu verschaffen: Merkt empfiehlt daher, wenn das Bind im Liegen operiert wurde, was kaum zu umgehen, es einige Zeit ruhig unentfesselt liegen zu lassen.
Trepanation der Nasenhöhle.
Sie kann notwendig werden bei Impressionen und Schmetter-briiehen der Nasenbeine, wenn die Bruchenden nicht in ihre rich­tige Lage, zurückgebracht werden können und erst durch eine künst­liche Öffnung mittelst eines Hebels oder der Knochenschraube gehoben werden müssen. Wäre auch letzteres nicht ermöglicht, muss man sich dadurch zu helfen suchen, dass man das eingedrückte Knoclien-stück an seinem noch feststehenden Teile durchsägt und entfernt. In
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Trepunatiou der Nasenhöhle,
andern Füllen kaim ersteres aucli durch Einführung eines mit Watte umwickelten langen Stabes in die Nasenhöhle nach aussen gehoben werden. Audi grössere Kuoelien lieiien ein. wenn sie vom Perlost noch bedeckt sind und die limit nicht verloren gegangen ist.
Weitere Anzeigen liegen vor, wenn Neubildungen (Polypen, Osteosarkome, Schlehncysten n. dgl., weiche bei Lündern oft bis in die Hornuapfen sich binaufzielien) von den Nasenöffnungen aus nicht exstirpiert weiden können und man gezwungen wird, die Trepankrone von aussen auf die Nasenbeine da anzusetzen, wo die Geschwülste am direktesten errelchl werden können. Eine gründliche Zerstörung der Basis, am besten mit dem Tliermokauter, ist nicht zu unterlassen.
Entartete Nasenmuscheln werden entweder dadurch entfernt, dass man einzelne Teile nach und nach mit Hilfe eines entsprechend laugen Hakens vom Nasenloch aus gegen dieses herzieht und abträgt oder, wenn dies nicht angängig, sich Zugang von aussen dadurch ver-schati't. dass man an der betreffenden Stelle einen Hautschnitt ausführt, eine oder mehrere Kronen ansetzt und die Zwischenbrücken wegraeisselt. Das Herausziehen der kranken Konclie hat jetzt keine Schwierigkeit, meist muss indes ohen am Sieldiein mittelst Meisseis nachgeholfen werden. Die Ulutiuig beseitig! man in der üblichen Weise (Jessen, Hering. Haubner).
Bei Verdacht auf Kotz, sowie bei hartnäckig der Behandlung wider­stehenden chronischen Nasenkatarrhen kann gleichfalls die Trepanation der Nasenhöhle notwendig werden; die operative Eröffnung erfolgt am oberen Ende der Nase. Nachher werden 8—10 Tilge lang adstringende (1 proz.) Lösungen von Alaun, Blei, Qerbsäure, Kai, hypermang, u. s. w. täglich 1—2 mal eingespritzt (Dieckerhoff). liei Hunden giebt auch das Pentastomnm tänioides oft An-lass zur Eröffnung der Nasenhöhle an ihrem Grunde, da andere Mittel nichts helfen. Der in letzterer sitzende Parasit kann auch von einer Trepanationsöffnunp! der Stirnhöhle aus erreicht werden. Hei all den obgenannten Zuständen kann die Vor­sicht es erheischen, zuvor eine Tracheotoiuic vorzunehmen.
Einen andern Zugang zur Nasenhöhle hat Siedamgrotzky an­gegeben und zwar von der Kieferhöhle ans. Um den Thraiienkanal und oberen Nasengang nicht zu verletzen, wird die Trepankrone auf der Linie angesetzt, welche die beiden Augenwinkel horizontal ver­bindet und auf der man 3,5—4 cm von der senkrechten Mittellinie des Kopfes wegbleibt. Ist die iiussere Knochenplatte ausgesägt, wird nach Ausspülen des krankhaften Produktes die Verbindung mit der Nasenhöhle in der Art hergestellt, dass man mit einer Sonde schräg nach innen und unten die dünne Knochenlamelle samt der Schleim­haut an der tiefsten Stelle durchstösst und dann mittelst eines Knopf-
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2r)()nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Von tier Trepanation.
inessers eine 2 cm lange und 1 cm breite Öffnung' ausschneidet, ohne lt;lie Nasenscheldewand zu verletzen. Die anfangs ziemlich starke Blu­tung stellt gewöbnUch nach 8—1lt;gt; Minuten von selbst oder wird tam­poniert, um jedoch eine Aspiration des Blutes zu vermeiden, nmss das Pferd vorher niedergelegt und darf nicht narkotisiert werden. Die Kieferhöhle wird nun mit Tanninlösung (2 Proz.) ausgespült und läuft diese, wenn die Schleimhaut nach zwei bis drei Tagen abgeschwollen ist, in die Nasenhöhle und von da von seihst ab. Die Behandlung muss his zur Heilung fortgesetzt werden. Die Wunde wird durch ein antiseptisches Decknüttel geschlossen und heilt rasch.
Trepanation der Stirn- und Kieferhöhle.
In den Nebenhöhlen der Nase kommen teils selbständig, teils sekundär Katarrhe vor. deren Produkte wegen Verschweilung der engen Ausmündungsstelle in die Nasenhöhle häufig zurückgehalten werden, sich zersetzen und so den Prozess unterhalten, selbst un­heilbar machen würden, wenn nicht durch operative Eröffnung eine direkte Behandlung der Sinus eingeleitet, würde. Diese giebt auch den Tierärzten die häufigste Veranlassung zur Anwendung des Trepans.
Beim Pferde wird man In den meisten Fällen am besten thun. die grösste dieser Nebenhöhlen, die Kieferhöhle und zwar die obere grössere Hälfte an der untersten Stelle anzubohren, da wo sie durch eine knöcherne Zwischenwand von der untern kleineren Hälfte (Fig. 211c) getrennt ist. Das Septum schUesst hier einesteils nicht immer vollständig ab, andernteils kann der Schleim auch aus dem Sinus frontalis hier ahfliessen, weil beide Höhlen von c nach ä kom­munizieren; vollständig abgeschlossen dagegen sind die genannten Höhlen der beiden Kopfhälften und die Stirnhöhle durch ein gemein­schaftliches Septum.
Die Operationsstelle der Stirnhöhle befindet sich bei h in Figur 211. d. h. einen Finger breit von der Mitte des Kopfes seitwärts und auf jener Querlinie, welche man sich von dem obern. deutlich fühlbaren Bande eines Augenbogens zum andern zieht. Jn Figur 211 ist dieser Sinus bei a geöffnet, man operiert indessen seltener hier, nachdem sich die Höhle auch von der eröffneten Kieferhöhle aus er­reichen lässt und die Erfahrung gelehrt, hat, dass der ermöglichte Äbfluss der katarrhalischen Produkte überhaupt die erste Bolle bei der Heilung der Sinuskatarrhe spielt. Zu bemerken 1st hier, dass
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Trepanation dev Stirn- und KieferhOhU
hllufig der Hauptsitz des cliroiiiscli-kiitiirrlialisclifii Prozesses in den oberen Partien der Nasenhöhle zu suchen ist.
Die Operationsstelle des Sinus maxillaris superior (Fig. 2iic) ist anatomisch dadurch gegeben, dass man von dem untern Orbitalrande soweit (fingerbreit) wegbleibt, um den Kreismuskel der Augenlider nicht zu verletzen, aber auch die Krone nicht zu weit nach unten ansetzt, wo der Muskelbauch des Aufhebers der Vorderlippe liegt, die richtige Stelle ist somit etwa I cm vom untern Aiigenliöiden-rand und ebenso weit von der
Jochleiste entfernt, welche starke Knochenmasse besitzt und daher nicht getroffen zu werden braucht, ihre untere! Hälfte enthält die Wurzel des dritten und vierten Backzahnes und ist auf die hier be­findlichen Angesichtsgefftsse Rück­sicht zu nehmen. Die übrigen (Gebilde (ilusserer Wangenmuskel, Stirnmuskel der Oberlippe) kommen hier nicht in Betracht, wie sich denn Muskelpartien Überhaupt leicht auf die Seite legen lassen und was die untere Hälfte der Kieferhöhle (Fig. 211 d) betrifft, so befindet sieb die Operationsstelle im untern Drittel der Jochleiste, man tre­paniert sie indessen nur selten, weil sie meist von der obern Ab­
feilung völlig getrennt ist und
daher oft leer angetroffen wird,
Filaquo;. 211.
hie und da Jedoch bildet das Sep­tum nur eine unvollständige Scheidewand. In diesem Falle ist sie Übrigens (wie die Stirnhöhle) durch Einführen eines Guramischlauches, durch welchen medikamentische Flüssigkeiten eingespritzt und patho­logische ausgesaugt werden, erreichbar. Haubner rät. die Eröffnung zwischen beiden Kieferhöhlen vorzunehmen und die Scheidewand zu durchbrechen.
Zu bemerken ist. dass bei jungen Pferden der Maxillarainns nur wenig ent­wickelt ist, denn die starken Wurzeln der hintern Backzähne liegen liier, bei alten Pferden dagegen ist er des N'acliriickens der Zähne wegen um so geräumiger, der
Hori ng's Ojmraliniiamp;lclirf. VI. Aufl.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;|~
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Von dor Trepanation,
Knochen dünner und Mrter. Siml Polypen, OBteosarkome, Alctinomykome u. dgl. vorhanden, so füllen sie oft die Binusräutne völlig aus und treiben selbst (bis Kieferbciii nach uiissen bervor: hiebe] kann es erforderlich werden, mehrere Kronen an/.nselzen und die dazwischen liegenden Knoebonbriicken mit IMeissel und Hammer zu entfernen. Worden einzelne Teile der Neubildung zurQckgelassen, so rezidiviert diese und kann schliesslich durch Druck zum Ausfallen der hinteren Mahlzäbno Veranlassmif; geben. 1st die Ilidile crölfnef, vornälit man die Hautwunde, die Heilung erfolgt prima intentione; die Knocbenöffnung scbliesst sieh allmählich mehr oder weniger durch ossiflzierendeB liiiuleirewebe, das Einheilen der Knochen* Scheibe ist daher nicht nötig.
Trepanation bei Östruslarven. Die Jinit der letzteren sitzt, oft massenhaft in den Nebenhöhlen der Nase bei Schafen, be­sonders in den Stirnhöhlen und Hornzapfen und verursacht, #9632;wenn sie nicht bald nach ihrer Einwanderung durch Niesen und Prusten aus­geworfen wird, chronisch katarrhalische Reizungen (Bremsenschwindel, Hornwurmkrankheit). Die Beseitigung der manifest gewordenen Krank­heit ist nur durch Trepanation der Stirnhöhle und Entfernung der Larven mittelst der Pincette möglich, da Einspritzung parasitieider Mittel gewöhnlich nicht zum Ziele führt.
Das Verfahren ist in Herden sehr umständlich, man operiert da­her nur die wertvolleren Tiere, die stärker erkrankten werden vorteil­hafter der Schlachtbank Überliefert. .Man zieht am obern Rand beider Augenbogen eine Horizontale und rechts und links an der Kreuzung mit der Medianlinie des Kopfes wird der Schaftrepan aufgesetzt, am besten in den beiden obern Winkeln, um leichter an die Horn­zapfen gelangen zu können. Andere trepanieren nur die Mittellinie des Kopfes und gehen von hier aus nach rechts und links. Das Um­geben der Trepanation durch Absägen des Hornzapfens ist weniger zu empfehlen, ebenso hat das Einspritzen parasitenwidriger Mittel (Teer. Kreolin. Ilirschbornol oder Schwefelkohlenstoff) durch die Tre-panationsötTmiug unsicheren Krfolg. Der .Schaftrepan kann auch durch einen /entrumsbohrer ersetzt werden.
Litteratur. Broschüren schrieben über Schafkrankheiten: Klopii 1790; Rolil-wess 1806: Stör ig 1825; Haubner 1810 etc. — Leske, Über Drehkr. 1799. — (Iodine u. Yvart, Compt. rend. 1801). Anstechen des Gehirns, — Dikinson, Nasenpolypen. The Vet. 1825. — Gaudy, Durchbrennen hei Drehkr. Kec. 1825, 202. — Ambach, Über Drehkr. 1827; Fricke 1844. — Hering, Rep. 1845. S. 1. über Sinuskatarrhe; ibid. Eelph 1846, Hering 1855. 185!), Drehkrankheit. — Haubner, Sachs. Ber. 1861. — Stöhr, Tierftrztl, Mitteil. 1868. lliraquo;; ibid. Kobl-mann S. 122. — Dammann, 0. und II. I86it. 18. — Fürstenberg, Tierarzl 1866. 8. — Engelhardt, Drehkr, Eep, 1844. 86. -- l'ercivall, Sinuskat, The Vet. 1847. — Gillmayr, Adams Woch. 1862. 881. — Itehonl. Anstechen der Blase mit einer Sattlerahle. Rep. 185:i. 1864, — Trepunat, Rep, 1864, 205 und
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Oporatloneu au iluraquo; Hörnern.
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1865. -J0. — Köline, Slnuskat. C. und II. 1861, — J.andel, Jtep. 1868, 1quot;. — Scholz, W Lämmer operiert. G. u. II. 18()iraquo;. — Hering, Über Cerebrospinalflttss. Rep. 1871. — Drelikr. bei Pferden. Tierarzt lH(i4. B4. — Bagge, beim Trep. Nasenmuscbel zertrümmert, Rep, 1876. 161, — Kranke Nasenmuscheln, Sllchs, Jaliresbcr. 1H76. — Degivo, 'J'repanat. Anna), Drux, 18HO. — Möller, Pütz Ztsohr. 1877. 6B. — Frietz, Einspritz, bei Slnuskat. Echo vet. ihisj. — öatr, Yierteljahresschr. 1888, 1888. 1884 von Konhiiuscr, Polansky, Sohindelka, — Zürn, Tier. Parasiten. — Operalionslelire von Sell reger, Förster. — Lustig, llannov. .lahresber. 1884. — Lanzlllottl, Schweizer Archiv 1884. 80, -Dleckerhoff, Trep. der Nasenh, Adams Woch. 1886, s. I. — Rudolfsky, Drehkr. Mon, Ver, östr. Tierärzte. 1887. No. 8. — Kitt, Tumoren in der Nusen-höhle. Revue 1887. 118, — Trep. des Schädels. — Ad. Woch. 1888. 326; daselbst Kleferaktinomykose. 188!). L62, — Knnz, Schweizer Archiv Bd. 35. S. igt;2, Trep. b, Riad, — MOUSSU, Rec, 1898, S. 25, Geschwülste im Kopl'simis. — Sand, Monatsh. f. prakt. Tblkd. ]8!raquo;;i, Degeuerat, der Nasenmuscheln; ibid. Albrecht, V. — storch, Tb. Centralhl. 1898, 842, Botryomykome in d, Sinus, Pferd, — ('adeae, Joiirn. Lyon I8!i3, 714, Inoperable, Geschwülste in den Sinns. — Fadyeau, Journ, of coinp. l'athol. VI. S. J73.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Torra, Clinica vct. Bd. 17. S. 401. —
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XIV. Operationen an den Hörnern.
Von operativen Eingriffen an den Hörnern der Wiederkäuer kommt ausser dem einfachen Absägen der Hornspitzen und nach-herigem Abrunden des Stumpfes das Trepanieren des Stirnfortsatzes am Horn vor, das Amputieren des Hornes sowie das Verbessern der Richtung eines oder beider Hörner, wenn sie eine abnorme Stel-lung angenommen haben. Ausserdem weiden sowohl Kälber als Rinder enthomt.
Trepanation des Stirnfortsatzes. Sie wird selten ausge­führt, zuweilen, um Östruslarven bei Schafen ans der Hornzapfenhöhle oder dem Sinus frontalis zu entfernen, was jedoch auch durch Absägen des Hornes am Grunde geschehen kann. Soll direkt in die Stirnhöhle eingegangen werden, trepaniert man sie (s. Trepanation) da. wo das Stirnbein in den knöchernen Hornzapfen übergeht. Reicht die Öffnung nicht aus. schreitet man zum
Abschneiden des Horns, was durch eine gute Säge geschehen kann und zwar mehr oder weniger oberhalb des Ilornabsatzes. Er­leichtert wird das Geschäft dadurch, dass man an der Amputations­.steile die llornkapsel durch Itaspein stark verdünnt. Die Blutung
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Operationen au den llöineni.
der Fleischhaut und des knöchernen Kerns ist oft nicht unbedeutend, hört aber meist von selbst auf oder wird durch Umlegen eines Tuches gestillt, dass man einige Stunden mit kaltem Wasser befeuchtet. Eine Lösung von Fernun sesquichloratum unterlilsst mau besser, da alle damit behandelten Wunden schlecht heilen. Hierauf wird ein Occlusiv-verband mit Glutol und Watte angelegt und dieser mit Bollblnden am andern Horn befestigt, Andere verfahren kürzer und legen ein Harzpflaster oder Teer auf mit Jute oder weicher Leinwand. Nachher muss dafür gesorgt werden, dass das Tier nicht reiben, scheuern oder sich sonst quot;beschädigen kann. Behufs der Operation wird dasselbe mit dem anderen Horn an einen festen Gegenstand gebunden und das Seil um den Vorkopf geschlungen.
Die Amputation des Horns ist ferner notwendig, wenn der Horn-zapfen in der Art gebrochen ist, dass eine Anhellung nicht mehr zu erwarten stellt. Nach dem Absägen wird in derselben Weise ver­fahren, wie oben angegeben worden. Ist das Horn vollständig abge­brochen oder hängt es nur mehr an wenig Knochen- oder Weichteilen, muss die Bruchstelle dadurch reguliert werden, dass man vorstellende Teile mit Messer und Säge abträgt und den Knochenstumpf durch Entfernen der Splitter ebnet; dabei soll so viel als möglich von der Haut geschont werden, um sie thunlichst über den Knochenkern zu­sammenzuziehen, mit Jodoform zu bestäuben und mit Gazestreifen zu überdecken.
Das Hereintreten von Blut in den hohlen Stirnzapfen ist beim Hornabsägen nicht immer zu vermeiden und mnss dasselbe wieder entfernt werden. Das Blut kommt auch zuweilen aus der Xasc zum Vorschein und erzeugt dort, wo Koagula zurückgeblieben, Katarrh, Eiterung und selbst schwere, cerebrale Erscheinungen. Lauwarme Ausspritzuniren, später leichte Alaunlösungen worden dann notwendig, Schon bei der Operation kann behufs Vermeidung des Eintritts von Blut Rücksicht auf die Haltung des Kopfes genommen werden, man befestigt ihn in der Art, dass die kranke Seite nach abwärts sieht.
Ist der Bruch im Stirnbeine frisch entstanden und die abnorme Beweglichkeit keine zu grosse, so kann die Amputation dadurch er­spart werden, dass man die verschobenen frakturierten Knochenteile in ihre frühere Lage zurückbringt und sie in derselben fixiert. Letz­teres geschieht, indem man das gebrochene Horn mit dem gesunden durch eine breite und starke Holzschiene in Verbindung setzt, diese auf den Nacken oder die Stirn auflegt und mit Binden so befestigt, dass eine Verschiebung der gebrochenen Teile unmöglich wird.
Exstirpation der Hörner. das Enthornen, geschieht bei .')—10 Wochen alten Kälbern, um hornlose Binder zu erhalten.
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Uxstiqiatiou der Höruer.
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Chui'lier hat liiezu eintjii besonderen Trepan konstruiert, mittelst dessen das kleine Horn samt dem llornfortsatz des Stirnbeins aus­gesägt wird. Die amerikanische .Methode ist jetzt bei den Land-wirten beliebter geworden und besteht darin, dass sobald die erste Hornwarze sich zeigt (mit (gt;—10 Wochen), die Stelle geschoren und dann mit Atzkali 2—3 Minuten kreisförmig umstrichen wird, worauf sich die oberste Haut- und Hornscbicht breiartig aufiöst und die Horu-kappe mit einem spitzigen Instrument, am besten einem Champagner­brecher, ausgehoben und entfernt werden kann. Zuletzt wird die Stelle mit einigen Strichen uachgeäzt, damit kein neues Wachsen erfolge. Nachteile hat das Ver­fahren nicht, der Vorteil besteht darin, dass man alle Verletzungen, die durch Hörner entstehen können, vermeidet, die Tiere ruhiger, verträglicher werden und damit grössere Rentabilität erzielt wird.
Das Enthornen gehörnter Tiere geschieht am vorteilhaftesten bei Bullen im ersten Jahre, bei den anderen mit eineinhalb Jahren, vor dieser Zeit zu operien, kann ein Nachwachsen des Homes zur Folge haben. Montu hat die Exstirpation durch ein besonderes Instrument (s. Hauptner's Katalog, L.süö S. 22) sehr vereinfacht. Die llornschere wird geöffnet, das Horn eingelegt und mit einem kräftigen Zuge am Grund abgeschnitten, indem man das sehr starke Instrument rasch schliesst. Die Blutung ist nicht bedeutend und wird in der oben­genannten Weise gestillt.
Korrektion abnormer Hörner. Zuweilen nehmen bei Rindern oder Böcken ein oder beide Hörner eine ungewöhnliche Richtung an und ist die Spitze entweder zu weit vom Kopfe entfernt, so dass andere Tiere leicht gestossen und verletztnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ™8' a12-
werden können. oder erhalten beide Hörner eine fehlerhafte Richtung nach einwärts, also gegen den eigenen Kopf des Tieres, wodurch dasselbe nicht unerheblich belästigt und verunstaltet wird.
Gegen diese Abnormität sind verschiedene Operationsmittel in Anwendung gezogen worden, welche alle zum Zwecke haben, durch besondere Joche von Holz oder verschranbbare Eisenstangen, welche sich verlängern oder verkürzen lassen, die Hörner entweder von einander zu entfernen oder einander zu nähern, bezw. sie nach
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Operationsn an den Ohren.
auf- oder abwärts allmählicli zu biegen. Der Hornschraube (B1lg. 212) kann je nach dem Einzelfalle eine beliebige Form und Lilnge gegeben werden, nur wird meist der Fehler begangen, sie zu schwerfftllig zu konstruieren.
Es bedarf wohl keiner Andeutung, class die nicht ungefährliche Schraube methodisch und nur allmälilich, ohne Schmerz zu verursachen, in Bewegung gesetzt werden darf, man sieh daher Zeit zur Korrektur lassen muss, sowie dass der Apparat umsoweniger sieh wirksam zeigt, je näher er am ürundc der Hiirner an­gelegt wird. (Siehe aueh Kochs Enevklopädic IV. Seite 443, llörnemehcn.)
XV. Operationen an den Ohren.
Aussei* der chirurgischen Behandlung der Ohrflstel kommt von Operationen liier nur das Schneiden der Ohrmuscheln in Betracht, wie es besonders für Ilumle verlangt wird. Mau will damit eine Ver­schönerung bezwecken, indem lange hängende Ohren bei mancheu Hunderassen für unschön gelten, wie bei Pinschern, Hatzrüden, Doggen. Als .Muster schön getragener Ohren werden die Tulpenohren aufge­stellt, wie sie physiologisch z. B. dem deutschen Schäferhunde, dem Fuchs oder Wolf zukommen.
Nur selten liegen chirurgische Indikationen vor, wenn Verletzungen, Bisse, ulcerösc Vorgänge stattgefunden hahen oder Neubildungen entfernt werden sollen. Man schneidet den kranken Teil mittels der Schere ab in der Weise, wie es unten beim Ohrenstutzen angegeben ist, und nimmt Itücksieht auf nachherige möglichst natürliche Gestaltung der Muschel, was häufig dieselbe Amputation am andern gesunden Ohre notwendig macht, um die Symmetrie herzustellen. Wird nur ein kleiner Teil abgetragen, bleibt dies meist unbemerkt oder hilft man sich dadurch, dass man die Haare am operierten Obre stehen lässt, jene am andern aber kurz schneidet.
Coupieren der Ohren bei Hunden macht die Beachtung besonders zweier Umstände notwendig. Vor allem muss nachher die Form der Muschel eine gefällige sein und soll der Sclmittrand einer möglichst raschen Heilung zugeführt werden, da die Tiere sehr beun­ruhigt sind. Man legt den Hund auf einen Tisch, fixiert den Kopf und die Gliedmassen in der bekannten Weise, damit nicht bei unver­muteten Bewegungen eine Verletzung mit der Coupierschere vor­kommen kann: letztere hat zu diesem /wecke vorne abgerundete Branchen. Das /nscheiden aus freier Hand ist nur bei grosser Übung und gutem Angenmass möglich, für gewöhnlich nimmt man besondere Schablonen zu Hilfe, welche die gewünschte Ohrniuschelfonn sichern, in verschiedener (irösse und Schweifung käuflich sind und sich Jedem
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Operationen an den Spelchelorganon.
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Ohre anpassen lassen. Solche kluppenartige Modelle bestehen aus Pappe oder Metallblttttern (Fig. 213), die man etwas auseinander­schraubt und von oben her llber die Muschel herabstreift, so dass diese zwischen die Platten zu liegen kommt und jiur dei^jenige Teil liervorragt, welcher ahgetragen werden soll. Im ganzen soll vom Ohr­rand eher weniger weggenouunen werden, stellende Spitzohren sind, wenn zu kurz, unschön. Den Hand kurzweg ahzuschneiden, wäre ver­fehlt, die Haut zieht sich au der inneren wie äusseren Muschelfläche stark zurück, so dass der nackte Ohrknorpel weil hervorstehen würde. Um ilm nachher mit der Haut vollständig he dec ken zu können, streift man vorher diese mit der Hand aussen und innen nach abwärts, so dass von dem Knorpel ein grösseres
Stück abgeschnitten wird als von der Haut. Nun­mehr lassen sich die beiden Hauttlächen leicht über dem Knorpelrand aneinanderlegen, worauf sie mit dichten Knopfiiähten vereinigt und mit Jodoform­oder Glutolpulver bepudert werden. Heilung auf erstem Wege erfolgt rasch, wenn dafür gesorgt wird, dass sich das Tier nicht reiben und scheuern kann, was häufig Schwierigkeiten bietet.
Das Zurückstreifen der elastischen Haut liisst sich bei Anwendung der Ohrlduppe weniger leicht bewerkstelligen, manche Praktiker ziehen es daher vor. ohne sie zu coupieren und legen bei der
Amputation des zweiten Ohrlappens, um eine völlig ffleicharüffe Beschneidiins zu ermöglichen, den ab-
Fig. 213. Ohreukluppe.
geschnittenen Teil als Modell auf denselben. Zu
beachten ist. dass der unterste Teil am Grund der Muselud mit in
die Schere kommt, um keine liässlichen Eckzipfel zurückzulassen.
Früher glaubte man auch den Pferden durcli Verkleinerung beider Ohren ein gefälligeres Ansehen geben zu müssen und gins diese ans England stammende Qeschmacksverirrung auch nach Deutschland über, es ist Indes diese Mode, welche als „Mäuselnquot; bezeichnet wurde, in Vergessenheit geraten.
XVI. Operationen an den Speichelorganen.
Von den Speicheldrüsen kommt nur die Parotis des Pferdes, selten des Rindes in Betracht und geben hier Yeraulassung zum Ope­rieren entweder Verletzungen und Fisteln des Speichelganges oder Speichelsteine, die auch bei Hunden vorkommen.
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Operationen an den Speiohelorganen.
Speichelfisteln .sind immer älteren Datums, wenn sie zur ope­rativen Behandlung kommen, nachdem der Versuch, das andauernde Ausfliessen des Speichels aus dem Stenon'schen Gang durch Verschluss desselben (Atzen. Brennen derkallösen Ränder, Nähen) misslungen 1st,
es hleibt dann nichts anderes übrig, als die
Unterbindung des Speichelganges. Eine Verheilung des offenen Kanales ist nicht möglich, wenn fortwährend Speichel ausfllesst und geschieht dies sicher genug nur durch Anlegen einer Ligatur ober­halb der D'istelöffnung, Nach Rasieren und Desinfizieren der Haut führt mau eine lloblsoude in den Kstelgang ein, spaltet auf und legt, diesen unter Berücksichtigung der ihn begleitenden Gefässe (Fig. 214)
Fig. 214. K e h 1 g a u g des P f e r d s. Stenon'scher üang, d Angesichtsvene, e Augesichtsarterie, /' Lymphdrüse.
ein Stück weit gegen die Ohrdrüse frei. Ehe man zur Unterbindung schreitet, wird behufs besserer Verheilung die Schleimhaut mit dem scharfen Löffel abgekratzt, die Schlinge um den Gang angelegt und massig zugezogen, so dass die wunden Flächen gut miteinander in Verbindung treten können. Um die Ligatur durch den sich oberhalb ansammelnden Speichel nicht abstreifen zu lassen, darf der Speichel­gang ausserhalb der Schlinge nicht abgeschnitten werden, es wird nur die Haut genäht und reichlich durch Glutolpulver bestreut. Die nächste Sorge besteht darin, so wenig als möglich Kaubeweguugen ausführen zu lassen, da diese die Speichelabsonderung ani'egen; man lässt daher ein bis zwei Tage fasten oder giebt nur flüssige Nahrung.
AVäre eine gänzliclie Sistierung der Speichelsekretion notwendig, wie es zuweilen vorkommt, wenn der Stenon'sche Gang obliteriert ist, der Speichel dalier
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Entfernung von SpeicbeUteineu.
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nicht in die Maulhülile abüiessen kann, hat man Irülier die l'arutis durch Ausheben
aus ihrem Bindegewebslager cutternt oder sie durch wiederholte Applikation starker Reizmittel) hezw. Injektion eutzUndungserregeuder btofl'e (Alkohol, Karhol-Biiure, Iv'reosot, BalmiakgeiBt) sowie durch Ignlpunktur zur Verödung zu bringen gesucht, Einfacher und zugleich ungefährlicher kommt man zu stände durch öftere Einreibungen von Jodsalbe (Jod 1, Jodkalium -, Fett .'Sä), was indes Zeit kostet, in anderen Fällen führt häufig schon der Verschluss des Speichelganges zu Atrophie der Drüse.
Entfernung von Speichelsteinen. Diese kommen im ganzen jselten vor und hilden dann eine verschiebbare, harte, oft eigi'osse Geschwulst auf einer stelle, welche dem Laufe des Ductus Stenon-ianus entspricht, gewöhnlich in der Nähe der ümbiegungsstelle am Iliutcrkieferast (Fig. 215).
Zur Entfernung von Spei­chelsteinen giebt es nur ein Mittel, die Eröffnung des Ganges mittelst des Messers. WOZU das Tier niedergelegt werden muss.
Ist die Haut rasiert und desinfiziert, schneidet mau auf dem .Stein diese ein und legt den (gewöhn­lich verdickten) Gang frei, um sodann der Länge nach
ihn aufzuschneiden und den Fremdkörper zu extra­
hieren. Hat mau sich durch
Fig. 215, Speicbelgaugerweiterung
eine Sonde überzeugt, dass weitere Konkremente nicht vorhanden, spritzt man den (lang sowohl was den vorderen als hinteren Teil betrifft, sauber aus und vernäht ihn sorg­fältig. Hay er rät die Darmnaht anzulegen und sie zuletzt mit einem Schutzverband zu versehen, ebenso kein Stück der quot;Wand des Ganges auszuschneiden, auch wenn letzterer stark erweitert wäre. Nachher werden kurze Zeit nur Mehltränke verabreicht.
Sollte der Stein in der Nälie der .Mündung des Ganges in die Maulhülile gelegen sein, bedarf es nur des Aufschlitzens. um den Stein herauszunehmen.
Litteratur. Hühner, Aulegen eines künstl. Kanals. Imthurm, Tierarzt 1S34. 80. — Leblanc, Kcc. 1824. 133. Exstirp, d. Parotis. — Schuhmann, G. u. H. 1835. '2(gt;. lirennon bei Speichelf. — Oillmeister, Samml. wicht. Erfahr. 1841. Selbsthcilung. Mazza, Rep. 1846. 61, Speichelst, — Brogniez,
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Operationen an ilcn Kieferknochen.
Annal, de Brux. 1848, I8ä. Kxstirp.; desgl, Tleruesse 1868, 90B; desgl, Del-wiirt 1864, S6; desgl, VanhaeUt ilaquo;Ilgt;. 10, Barlow, Rep, 1846, 144 Exstir-liation. — üngefrohn, N, u. V. I860, 162, — Beynal, Rep. lH4(i. li und 1861. üraquo;.
—nbsp; nbsp;Jossen, N, ii. V. L847. I6B. Speichelf. — Haubner, G. u. H. 1840, 848, Sachs. Jahresber. 1864, 80. Injokt. von Ammoniak, — Cartwight, The Vet, \H'ygt;. (iiT. Hfillensteineinspritz, Uassi, Giorn, dl Vet, X, 848, Brand auf Ammoniak. 11 med, vet. I860, LOO, — Hengeveld, Rep, 1861, ü'. Brennen, Portal, Jonrn, Lyon, 1862, iitiT. Fünf Steine b, Esel, — Her twig, Kranich, der Hunde. 1868. \-2-2. — La los so, Leist. im Gebiet d. Tierheilk. iwia 'MO. Neue Speichelgangbiidung. — Mottel, Joarn. de Toni. 1861. 208. Herstell, dos Speichelgangs. — Jocco, Rep, 18igt;2. !raquo;8. Speichelst, b, -Maultieren. — .Marty, Rep, 1866, 160; daselbst 1869, 262, — Charles, Revue 1879, 121, — Andre, östr, Vierteljahr.-Selir. 1,1. 88. — l.avat, l!ov. vet. 1882, — Stang, Bad, Mitteil. 1882. No, 10, — Howe, The Vet. 1888, Oktob.; daselbst Flemming 1857. 388.
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XVII. Operationen an den Kieferknochen.
An den Kieterkiioclicn koinnicn zinveilen Neubilduugen von Knochenmasse vor, inbesondere am Hinterkiefer, sie gehören zu den gutartigsten Geschwülsten (Osteomen) und sind lliinti,^#9632; auch nicht störend. Im anderen Falle hissen sie, sich, da ihre Form meist eine kolbig gestielte ist. leicht entfernen, am einfachsten durch die Knochen­säge oder durch Meissel und l-Iammer, nachdem die Haut gespalten und die Geschwulst bloss gelegt wurde.
Mehr Schwierigheiten bietet die besonders bei Rindern, aber auch bei Pferden vorkommenden weicheren Neoplasmen, die Osteo-sarkome, Karzinome und besonders die Aktiuomykiniie. Letztere entwickeln sich zwischen beiden Knochenplatten des Kopfes, drängen sie auseinander und wuchern meist bluraenkohlartig weiter, bis sie zer-fliessen und schliesslich auch die Haut exuleerieren. Zerteilungsmittel, scharfe Einreibungen, Injektionen von Karbolsäure und Ätzmittel sind meist unzulänglich, mehr zu empfehlen ist in bösartigen Fällen das Messer und der Thermokauter, ebenso Einspritzungen von Jod­tinktur in die Tiefe und wie beim Strahlenpilz auch innerliche Behand­lung mit Jodkalium (Klemm. Thomassen). I'm die Pilzlager in dem verwickelten Knochengerüste gründlich zu zerstören, ist das
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ZalinoperatlonoDi
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Ausschälen der Geschwulst notwendig, nachdem das Tier geworfen und die liiint desinfiziert worden ist. Ein Zirkelschnitt er­öffnet die Geschwulst, welche dann mittelst des Messeis lienuisprii-pariert wird. Da dies in den buchtigeri Höhleu nur unvollständig geschehen kann, muss das (Jlüiieisen nachhelfen, worauf man die Wund­höhle mit aseptischem Material ausstopft und so gut es geht, ver­näht. Blutende Gefässe werden am besten unterbunden.
Resektionen des Hinterkiefers kommen bei Verwundungen und Frakturen vor. Man schneidet unter aseptischen Kautelen die nicht mehr zu heilenden Teile des Kieferbeins aus. füllt den entstan­denen Hohlraum mit jodoforiuierteii (iazetampous aus um! vernäht die Weichteile und Haut. Die am Kieferwinkel etwa getrennten ünter-kieferäste werden mit einer Drahtschliuge aneinander geheftet. Wäh­rend der ersten Tage der Operation wird das Tier nur mit Flüssig­keiten ernährt und der Draht erst nach geschehener Vereinigung ent­fernt; etwa stehen gebliebene Knochensplitter lässt man nötigenfalls sich selbst abstossen. Auch Schneidezähne müssen oft samt dem be­treffenden Kieferteile entfernt werden.
XVIII. Zahnoperationen.
Operative Eingriffe kommen an den Zähnen bei allen Haustieren vor und zwar infolge verschiedener Krankheitszustände. am meisten bei Pferden und älteren Tieren, sowie häufiger an den Backenzähnen als an den Schneidezähnen und scheinen auch die /ahne des Ober­kiefers öfters zu erkranken, als die des Unterkiefers.
Geschichtliches. Abgesehen von dem seit lange gekannten „Maulränmen odor Maulputzenquot;, dorn Nachahmen von Kunden der Schneidezähne odor von dem zur Erreichung gewisser Handelsvorteile gleichfalls ausgeführten Ausziehen von Schneidezähnen, Absägen zu langer Zähne u. dgl. datieren die übrigen Zahnopera-rationen sämtlich aus dem laufenden Jahrhundert,
Erst in diesem lernte man die Z a b n k r ankheite n unserer Haustiere und die .Mittel zu deren Beseitigung genauer kennen und haben sicli unstreitig die beiden Günther in Hannover die grössleu Verdienste erworben. Obgleich ver­schiedene Tierärzte, z. 1!. l'Iasse, .fouet, Brogniez, Wendenburg, Gowing, Trautvettcr, l'illwax, l'rangö, Schindler, ratellani u. a. Zaluüiistrumente erfanden, so werden jetzt vorzugsweise doch nur die von Günther raquo;der Frick in Anwendung gezogen und ersterer war es auch, der den Irrtum beseitigte, als seien die meisten Zahnextraktionen beim Pferde allzuschwierig, manche unausführbar oder machten das tierquälerische Auskeilen überflüssig. Auch das IMombieren hohler (kariöser) Zähne ist geübt worden, ohne jedoch viel Nachahmung zu linden, dagegen
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Zaliiioponitioueii.
ist als eine brauchbare Nousruiig Jie Einführung von Zahnsoheren zu bezoiebnen,
wie sie zuerst von Merieant und liassi konstruiert wurden, siiäter aber von Möller, .ioline 1876 und hsTS, von Herz 1882 und dann von Korizek, Meznil;, Grossbauer u. a. eine wesentliche Verbesseruna erfuhren.
Operationen an den Schneidezähnen.
Anomalien an den Schneidezähnen sind im Ganzen nicht häufig, doch trifft man zuweilen, insbesondere bei jungen Tieren (Fohlen. Schafen, Hunden) Uuregelmässigkeiten des Zahnwechsels an. wobei die durch die nachrückenden Ersatzzähne usurierten und des­wegen gelockerten Milchschneidezähne nicht rechtzeitig ausfallen, wäh­rend erstere bereits über das Niveau des Zahnfleisches vorgeschoben wurden. Die nächste Folge ist, dass die bleibenden Schneidezähne in eine unregelmässige schiefe Stellung gedrängt oder die Milchzähne
neben letzteren eingekeilt werden und so
zu schmerzhaften Reizungen des Zahnfleisches Veranlassung geben (Doppelgebiss, Fig. 216), In anderen Fällen hat man es mit über­zähligen Schneidezähnen zu schaffen oiler lockern sich andere und drängen in die Zwischenräume Futterteile ein, welche zu Zersetzungen und Fäulnis führen. Weitere Normwidrigkeiten bilden sich infolge eines
Missverhältnisses in der Länge der beiden
Kiefer aus.
das sogenannte Karpfen- oder Hechtgebiss, welche jedoch auf chirurgischem Wege nicht zu beseitigen sind. Auf die Anlagerung von /ahnstein wird unten (Seite 271) die Rede kommen. Ungleiches Abreiben der Schneidezähne kommt seltener vor oder nur bei Pferden und auch hier kaum in einem Grade, dass das Ergreifen des Futters oder das Kauen durch das Hervorstehen der Krone beeinträchtigt würde. Wäre jedoch letzteres der Fall, so muss der vorragende Teil abgetragen werden, am besten durch eine scharfe Heisszange: nachher werden die scharfen Kanten und Ecken abgefeilt.
Ausziehen der Schneidezähne. Heiin Wechseln derselben trifft es sich zuweilen, dass der Ersatzzahn an einer unrichtigen Stelle durchbricht und eine fehlerhafte! Richtung einschlägt, so dass Stö­rungen im Ergreifen des Futters oder auch Verwundungen der Lippen. Lacken und Zunge auftreten. I berzählige /ahne entstehen dadurch, dass Milchzähne am Zahnfleisch festgehalten werden, wenn sie durch
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Ausziehen der Schneldezähi
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den Ersatzzahn nicht zum Ausfallen kommen: desgleichen beobachtet man hie und da auch fehlerhafte Bildungen der Zahnform. Diese und ähnliche Abnormitäten oder gelockerte Zähne sind es hauptsäch­lich, bei welchen das Ausziehen von Schneidezähnen verlangt wird.
Die Extraktion bietet keine Schwierigkeiten, ausser wenn die betreffenden Zähne sehr dicht neben einander stehen und Knochen-neubildungen in den Zahnfächern mit im Spiele sind. Meist handelt es sich um Milchschneidezähne, die ohnedies nicht fest sitzen, bei Rindern und Schafen auch um die Ersatzzähne. Sie lassen sich gewöhn­lich schon durch eine Pinzette. Kornzange. bezw. mit einer kleinen Feuerzange ausziehen oder benutzt man den von Günther angege­benen Exporteur, der eine ähnliche Form wie die letztere hat (quot;siehe unten). Behufs der Hebehvirkung kann die Unterlage eines Stückes Holz u. dgl. auf den Nachbarzahn nötig werden.
Ausserdem kann man auch dip für den Menschen konstruierto Universalzanpe in Gehrauch nehmen, zu welcher mehrere Einsätze zum bequemeren Fassen der Zahnkrone gehören. Sie ist im laquo;ranzen eine Kornzange und entweder gerade oder gebogen, ehenso giebt es zum Ahzwicken langer Schneidezähne (oder Backzähne hei den kleineren Haustieren) besondere Kneifzangen, die im Notfälle auch durch eine entsprechende scharfe Beiss-zange ersetzt werden können. Zurückbleibende scharfe Kanten und Ecken feilt man entsprechend ab.
Benutzt man eine der genannten Zangen, so erfasst man, nachdem ein Maulgitter eingelegt und das Tier gut verwahrt ist, den betreuenden
Zahn möglichst tief (dicht am Zahnfleisch), lockert ihn erst durch Bewegungen nach vor- und rück­
Fig. 217.
Zahnschlüssel von
Garengeot.
wärts in seiner Höhle und hebt ihn nach diesem Elixieren mit einem kräftigen Ruck heraus, wobei die in Anwendung kommende Zugkraft genau in der Verlängerung des Bogens zu ge­schehen hat, den der betreffende Schneidezahn in seiner Alveole be­schreibt; geschieht die Hebung in der Richtimg, in der der Zahn gewachsen und gelagert ist, so bietet die Operation keine Schwierig­keit und ist mit jeder entsprechenden Zange ausführbar, sogar mit dem Barte eines Schlüssels.
Zahnschlüssel von Garengeot. Will man die kleinere Form desselhen (Fig. 217) in Anwendung bringen, so setzt man das Ende des stark gekrümmten Hakens an die aus sere Zahnfläche (an den Hand des nötigenfalls mit einem Bigturi vorher
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ro
/.iilnuiponitionoii.
losjrolösicn Ziüinlloisclies) an, druckt den Bart ik's Schlüssels gegen die Zungenfläohe des Zahllos, dreht den Stiel des Instrumentes iim GrilV lim seine Achse von missen nach innen, um so dem Haken und Hart mehr Halt am Zahn zu verschallen und hebt ihn dann mit einer kräftigen Dcehbo'vregung (Ähnlich der heim Aufschliessen eines Schlosses) aus der Alveole heraus. Die Hebslbewegung findet um das Ilypo-mochlion des Bartes (Fletsche) statt oder vielmehr der Alveolenwand, an welcher er anliegt. Die Kraft des Schlüssels ist bedeutender als die der Zange, dagegen die Quetschung der Alveolenwände stärker, es wird daher mehr aiisgchrochen, als ausgezogen und so kommt es, dass hie und da eine Zahnfachwand einbricht, was bei den jetzt viel mehr gebräuchlichen Zahnzangen nicht so leicht vorkommt. Die beste derselben ist die von GUuther konstruierte und überall käufliche (einarmige) Sohneidezahnzange. Backzähne werden nicht mehr mit dem Schlüssel ausgezogen. Die sos'. Hungerzähne bei Schweinen sind nichts weiter, als die noch zu wechselnden Mllcbschneidezähne; sie werden hätiflfr als Ursache des schlechten Fressens angeklagt und dann herausgerissen. Letzteres ist auch nicht nötig, wenn sie sehr scharf und spitzig sind, man braucht sie vielmehr nur stumpf zu feilen. Die Wolfszähne sind jene kleine/iiluicben, welche beim Pferde dicht am vorderen Bande der ersten Backzähne auftreten. Sie sind bedeutungslos, stören nicht und fallen mit der Zeil von selbst aus.
Operationen an den Backzähnen.
ünregelmflssigkeiten an der Reibefläclie kommen liier am häufigsten vor. viel seltener das Ausziehen von Backzähnen, Ausser-dein .neben Veraiilassuiin zu operativem Yorjrelieu lose /ahne. Spaltung und Splitteruug, Karies. Eindi'ingen fremder Körper, Zahnfächerent­zündung, Zahnfisteln u. dgl.
Befestigung der Tiere. Die Untersuchung der Zähne kann gewöhnlich im Stehen der Tiere geschehen, indem niiin sich der Zunge bemächtigt und den Daumen der linken Hand gegen das Gaumengewölbe stemmt; hierauf wird die Zunge mit der andern Hand zur Seite gezogen. Zur Untersuchung der weiter hinten ge­legenen Zähne müssen die grosseu Haustiere schon wegen der Gefahr für die ein­geführte Hand und der bedeutenden Länge des Kopfes niedergelegt werden und ist der letztere so zu befestigen, dass es zugleich nicht an Licht mangelt, um bei eingelegtem Maulgitter einen vollständigen Überblick zu gewinnen. Der Unter­suchende führt nun die Hand ein, um die Zähne in Bezug auf ihre Stellung, Form und Höhe zu prüfen. Findet sich Futter zwischen den Zähnen vor, muss die Maul­höhle ausgespritzt werden oder bedient mau sich eines Zahnstochers, der aus einem starken Draht durch rechtwinkliges Umbiegen der Spitze hergestellt wird; derselbe kann auch zum Aufsuchen von Zahnfisteln dienen, die oft der feinen Kanäle wegen schwer nachzuweisen sind, wenn sie sich nicht durch Austreten einer übel­riechenden Flüssigkeit verraten. Knochenauftroihiingcn des Alvcolarrandes deuten auf Periostitis hin. Betreffs der Stellung der einzelnen Backzähne In der Tiefe der Maulhöhle orientiert man sich von aussen dadurch, dass das untere Ende der .locb-leiste bei wagerechtor Kopfhaltung die finge des 3. und 4. Backzahns angieht.
Bei Kindern verfährt man in derselben Weise und wird hier der Kopf durch 1—2 kräftige Männer in die Höhe gedrückt oder beim Liegen des Tiers
#9632;
.
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Zahns teinblldunt
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auf die llönior jjestrllt. liei S c, li w e I n 6 n U n il !#9632;' leiSchfreSBO r ii ötlnftt nian dus Maul durch cino jo um den Ober- und Unterkiefei' gelegte Bandscbleife (Flg. 218) und erhält es dadurch geöffust, wenn kein Maulkell zur Verfügung st(dit. Die Untersuchung j;('s,'l1i(-'|t auf einem Tische hei halb aufgerichtetem Kopie. Den Grund der Zunge erfasst mau mit einer Korn/.auue, zieht sie hervor und hiih sie mit den Fingern fest oder umfasst sie mit einem 'l'uclie, um das Ausgleiten zu ver­hindern. Bei Hunden kommen vielfach Fremdkörper vor oder lockere ZAhne mit penetrantem Qeruch und Zahnsteinbildung, eigentliche Zahnkaries ist selten. Iliiu-flger sind Sarkome und ('arcinome. besonders an den Fächern der Schneidezähne (Epulls).
Zalmsteinbildtmg. Sie kommt bei allen Haustieren infolge Niederschlags der Salze aus den Mundflüssigkeiten vor. Die kalkige Anlagerung ftndel nur bei
älteren Individuen (nament­lich Hunden) statt und oft so massenhaft. dass die Backzahnreihen wie in einem Kitte eingebettet liegen. Das Zahnfleisch wird dadurch niedergedrückt und so ein Zugang für Luft und Futter­teile nach der Zahnwurzel geschaffen, wodurch Fäul­nis, Zahnschmerzen, und tiefere Zerstörungen lier-
vorgerufenwerden. Zur Ab-
lösung bedient man sich
V'k. 218.
am besten der für den Men­schen gebriluchlicheii Kratzinstrumente, die sich nötigenfalls für den Einzelfall auch improvisieren lassen. Sorgfalt ist beim Ab­sprengen der Kalkschichten notwendig, um sowohl den Zahnschmelz als das Zahnfleisch zu schonen. Nachher werden die Flächen gut ab­gebürstet, wozu man vorteilhaft feines Kreidepulver oder Magnesia verwendet, um alle Rauhigkeiten zu entfernen, die sonst zum alsbal­digen Wiederansatz von Kalksalzen Anlass geben würden. Eine Des­infektion von Dor- oder Salicylwasser bildet den Schluss, Lösungen von übermangansaurem Kalium sind für Zähne schädlich: besser ist eine Salollösung 3:100 Weingeist mit 25 Glycerin,
Abnorme Abreibung. Die Reibeflächen der Backzähne zeigen oft eine fehlerhafte Abnützung in der Art, dass an ihrer Längs­seite rauhe Ränder, scharfe Kanten und zackige Spitzen hervorstehen,
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Zabnopsrationeiii
ein Befund, tier uls Schieferzäbne bezeichnet wird, jedoch nur bei Pferden und auch hier meist bloss bei älteren Subjekten vorkommt.
Dio Ursachen liegen teils in der ungleichen lliirte der korrespondierenden Zähne oder jiiisscn die gleichen Zahnsubstanzen, namentlich die Schmelzf'alten nicht aufeinander und bleiben dann die nicht abgeriebenen stellen als glasartige Spitzen stehen, teils ist die Art der Fütterung schuld, nainentlich wenn hei weichem Futter wenig ausgiebige Kauhewegungen ausgeführt und die Zähne auch der Breite nach unvollständig und ungleich abgerieben werden; die Oberfläche be­kommt dann allmählich ein wellenförmiges Ansehen oder nützen sich die lleihe-tlächen in Absätzen ah (Wiederkäuergebisse, Treppengebisse). Sind einmal derartig schlechte Zähne vorhanden, so weiden bald fast gar keine seitlichen Kiefer-bewegungen mehr gemacht und die ohnedies schon im physiologischen Zustande von innen nach anssen etwas schräg abgedachten Kauflächen werden noch schräger, so dass am Unterkiefer innen und am Oberkiefer aussen und nuten (an der liacken-seite) sehr spitze Winkel mit ungemein scharfen Rändern entstehen, was als Seil erenge hiss bezeichnet wird.
Die genannten Abnormitäten erschweren nicht allein die not­wendige Zerkleinerung der Futterstoffe, sondern geben zu schmerz­haften Verletzungen der Backen, der Zunge, des Zahnfleisches und damit auch zu Maulgescbwüren Veranlassung. Ausserdem fällt hie und da ein durch septische Zersetzung der Futterreste schlecht oder hohl und splitterig gewordener Backzahn ganzaus, wodurch der Antagonist nicht melir abgerieben wird, vielmehr durch den allmählichen Nach­schub in der störendsten Weise hervorragt, schliesslich sogar den Gaumen oder den gegenüberstellenden Kiefer erreicht und dort Quet­schung. Usur u. s. w. zustande bringt lange Zähne. quot;Weiteren Aufschluss giebt dann die Untersuchung der Maulhöhle, zu welcher man durch das eigentümliche Kauen, den dabei vernehmbaren klat­schenden Ton, das Herausschaffen von Heuwickeln, Abgang vieler ganzer Haferkörner, Abnahme des Ernährungszustandes etc. aufge­fordert wird.
Abraspeln der Zähne. Behufs Entfernung der genannten Zahnprominenzen bedient mau sich einer gewöhnlichen aber scharfen auf beiden Seiten behauenen Hufraspel, welche an den vorderen Ecken mit Tuch oder Werg umbunden wird, um nicht zu verletzen und dann zwischen die Backzahnreihe geschoben wird, um so lange auf ihr kauen zu lassen, bis die Zahnspitzen und Kanten beseitigt sind. Das Verfahren ist wenig empfehlenswert, zweckmässiger dagegen eine gute Zahnfeile oder besser gesagt Zahnraspel, von der es mehrere Arten giebt.
Früher galt als die beste die englische flache oder leicht Konkave Zahn-raspel oder die französische, welche mit ihrer rechtwinkeligen Vertiefung sich
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Alisatren longer Ziilmc.
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uut don vorslehemleii Zalinriidcrn aiij)assf. Günther bediente sich einer tiiiciinindeii und einer ebenen Raspel. Die Zabnfeile von Lindenberg bat eine stark kon­kave, jedneli nicht zahn- oder raspelartig gehauene, sondern nach Art der Feilen in Linien geschärfte fläche, der ansscn eine konvexe frhittc entspricht. Gegenwärtig gebraucht man am meisten die sehr brauchbaren amerikanischen Zahnraspeln, welche auf beiden Seiten scharf und denen weitere Kaspeleinsiitze von verschiedener Form beigegeben sind oder bei denen an die Stelle des Haspels ein Meissel ein­geschalten wird (Kombination mit dem Zahnhobel). Diese Instrumente müssen aus llilrtestem Stahl gearbeitet, an den Rändern gut abgerundet sein und eine Raspel-lliiehe von 12—lö cm Liinge besitzen. Die Aufbiegung des vorderen Endes hat sich nicht als zweckmässig erwiesen. Kandier (Monatschr. d. Vor. österr. Tier­ärzte 1880. 167) hat die Zahnraspel dadurch verbessert, dass er den Stiel seitlieh an der Raspel anbringt, so dass sich derselbe nicht zwischen den Zähnen, sondern ausserhalb oder innerhalb bewegt.
Das Ebnen dor Spitzen mittelst der an beiden Rändern ringsum abgestumpften Zahnraspel geschieht in kurzen aber energischen Zügen nach vor- und rückwärts und erheischt Vorsicht, um besonders beim Überfahren der hinteren Backenzähne keine schwer heilbaren Ver­letzungen der Schleimhaut zu erzeugen.
Absägen langer Zähne. Obwohl merkwürdigerweise Hering das Absägen hervorstehender Molaren als unausführbar erklärte, ge­schieht es doch häutig auch in Ermangelung besonderer Instrumente und zwar in unschwerer Weise und gefahrlos. Man bedient sich zu diesem Zwecke entweder der gewöhnlichen Knochensäge (s. Seite lliii) oder einer Säge, deren Sägeblatt und Spannbogen jenem der gewöhn­lichen Baumsäge gleichkommt. Ein Absägen des ganzen Zahnes wäre freilich mühsam und umständlich, das Hauptgeschäft besorgt viel­mehr der Meissel. der den vorstehenden Teil absprengt, nachdem er an den Ecken eingesägt worden ist. Strauss hat mit Hilfe dieser Zahnsäge auch vorragende Schneidezähne verkürzt, ausserdem kann aber auch jeder Fuchsschwanz von entsprechender Forin. auch jede gute Loch- oder Knochensäge verwendet werden. Ebenso bedienen manche Praktiker zum Abschneiden der Zahnecken sich einer platten, scharfen Feile, da es sich meistens um die vordersten Backzähne bandelt und die Feile die äussere Emailsubstanz besser durchdringt. als die Säge. Stenersen hat eine neue Zahnsäge eingeführt, welche sehr leicht und rasch eindringt und die grösste Ähnlichkeit mit dem Fuchsschwanz (Knochensäge) der Fleischer hat; das Sägeblatt ist K) cm lang, hat sehr feine, ein wenig schief gestellte Zähne, ist aber nach einmaligem Gebrauche stumpf.
Abmeisseln der Zähne. Um mit dem gewöhnlichen Meissel, namentlich wenn er nicht in gleicher Richtung mit der Länge der
Herlng'a Oporatlonslohra. VI. And,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;IS
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I
Zalmoperationoiii
Reibefläche angesetzt wird, kein Unheil (Zersprengen des Zahnes, selbst des Kieferknochens) anrichten zu können, bat Brogniez einen eigenen /aiiiiiueisscl konstruiert (Clseau odontriteur), welcher so­wohl lange Zähne :iis auch solche Spitzen entfernt,
die der Zahnraspel zu lange widerstehen würden und der an seiner Spitze so konstrniert ist. dass er die Scldeiiniiaut nicht verletzen kann.
Das Instrument, Vig. 219, besteht aus zwei Stangen, deren eine f den Meisscl o trflgt, welcher gegen den in dem Hohlrauni a untergebrachten Zahn in einer Rinne kräftig ougestossen wird, während man das ganze Instrument an
den Griff g der zweiten unbeweglichen Stange d festliilit.
Statt des Hin- und llerbewegens des .Meisseis können auch auf den Knopf h mit Hilfe eines Hammers kräftige Schläge geführt werden, bis der /ahn in horizontaler Richtung abspringt; um jedoch die damit verbundene starke Erschütterung des Kiefers zu vermindern, muss mil einem zweiten Hammer bei ^ kräftig angestemmt werden. Dieses Brogniez'sche Instrument hat das Unangenehme, dass es etwas zu schwer und schon vom fünften Backzahn au (nach aufwärts) nicht mehr anwend­bar ist, bei den übrigen Hackzähnen arbeitet es jedoch in befriedigender Weise, indessen werden heutzutage die den Kiefer mehr schonendenZahn-scheren dem Meissel vorgezogen. Wo wie bei Schieferzähnen das Abraspeln möglich ist, muss es dem Abmeisseln vorgezogen werden, bei welchem
neue scharfe Kanten entstehen, die doch abge­raspelt werden müssen. Ausserdem giebt es auch Meissel, welche die Breite der Backzähne haben und eine den quot;Wirkmesscru ganz ähnliche Form besitzen: zu denselben ist ein ilammer zum Auf­schlagen und grosso Vorsiebt erforderlich.
Günther hat einen Hakenmeissel konstruiert, dessen
Fig, 219.
/ahnmeissel. (lirnujniez.)
sichelförmiges Ende wie ein Hakenmesser gebildet ist. Das Instrument ist nicht selir brauchbar, wie auch das Abstossen langer Zähne mittelst des Hobels und Zalinmeissels nielit immer
gelingt und dann zur Zabiiselicre gegriffen werden muss.
Abhobeln der Zahnspitzen. Ausser dem /ahnmeissel bat Brogniez ein weiteres ähnliches Instrument konstruiert, das er Zabn-
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/uhnstlicren.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 27.quot;)
hob el (llabot odontriteur) genannt hat und das In seinem Effekte dein des vorgenannten Instrumentes gleichkommt (Flg. 220).
An einer langen eisernen Stange lt;/ befindet sieh vorne ein länglieher King laquo;, in desKen Mitte eine vorne und liinten [schneidende Platte hc eingesetzt ist: das
//!,
Flg. 2^1.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Fig. 222.
Zahnscliere von B a s s i.
,/•
Ende o ist etwas aufgebogen. Am entgegengesetzten Ende be-lindct sich eine messingene Hülse g von 20 cm Länge, welche eine (iiiergestelltc cylindrische Kapsel c trägt, die behufs stärkerer Wucht mit Sand, Schrot oder Bleikugeln gefüllt ist oder auch massiv sein kann. Mit diesem beweglichen Stücke stösst man durch Aus- und Einziehen in die Hülse g auf die Melsselklinge bc,
lüg. 220.
Zahnhobel.
(Brogniez.)
welche sowohl vor- als rückwärts auf die Zahnspitzen wirkt. Will man das bewegliche Ende der Kapsel feststellen, so ge­schieht dies mit der seitlichen Stellschraube /'. Die von Charlier
und Mathieu angegebenen Veränderungen am Itahot können Illcht als Verbesserungen gelten, dagegen hat Trange drei verschiedene Klingen konstruiert, die bei bc eingeschraubt werden können, die eine zum Ebnen der Zahnlaquo; riimler, die beiden andern zum Ebnen der lleibefläche.
Die Zahnscheren sind eigentümliche Instrumente, welche erst in neuerer Zeit in die tierärztliche Chirurgie eingeführt worden sind.
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/iilino]icratioiioii.
Ks lassen sich mit ilnu'ii nicht i)i()ss lauge Zftlme abschneiden, die früher extrahiert werden mussten, sondern sie ennöfiiichen auch sonst felüerhafte Gebisse zu regulieren. Sind Maulgatter nötig wie gewöhn­lich, müssen diese breit genug sein.
Um hervorstehende Backzähne der grossen Haustiere mit einer Schere ohne weiteres abzuschneiden. bedarf es ungemein starker In­strumente, welche eine Hebelkraft entfalten müssen, wie sie nur durch bestimmte mechanische Vorrichtungen geschaffen werden kann, die Branchen sind daher sehr kurz, desto länger aber die Schenkel. Mericant war der erste, welcher eine Zahnschere konstruierte, die jedoch bald von Bassi eine Verbesserung erfahren hat.
Die Zahnschere von Bassi (Fig. 221, Fig. 222 seitlich ge­sehen) greift den Zahn in der Höhe der Nachbarzähne mittelst zweier scharfer und massiver Stahlprismen bei ee seitlich an, um ihn dann sofort abzuschneiden. Zu diesem Zwecke geht quer durch die Enden der Handhabe eine lauge Schraubenspindel, welche die beiden Schnei­den mit grosser Kraft zu nähern im stände ist, wozu ein kleines Trieb­rad ä mit Griff bestimmt ist. Das Kronenende des Zahns springt mit einem klingenden Ton ab und ist alsbald mit der Hand zu entfernen, um nicht verschluckt zu werden. Das sonst einfache Instrument hat die Schattenseite, dass die Fassbranchen (das Maul der Zange) zu dick sind und zuviel Raum einnehmen, es können daher nur längere und vordere Mackzähne operiert werden.
Die Zahnschere von Möller besass ursprünglich (1870) zwei Querarme mit der Schraubenspindel in der Mitte der Schenkel, sie er­forderte jedoch zum Abschneiden langer Zähne bei Pferden zu grossen Kraftaufwand, so dass sie mehrfache Veränderungen erfahren hat. Sie ist ausserordentlich stark gebaut, schneidet glatt ab und wird ausser-halb des Maules an der Schraube von ein bis zwei Gehilfen gehalten (Fig. 223). Das Maul ist flacher gehalten und kann so den Zahn besser umfassen, auch schneidet dasselbe nur an seinem untern Ende. (Berl. Archiv 1877. 55.) Nach Einlegen eines Maulgatters und Hervor­ziehen der Zunge nach der entgegengesetzten Seite legt man die Schere an den Zahn und dreht die Schraube energisch zu, worauf der Zahn mit einem Knall abspringt. Zweckmässig ist. zum Auffangen des Zahnteils ein reines Tuch in die Maulhöhle zu legen, was auch notwendig wird bei der von Johne (187!)) verbesserten Zahlischere Möllers. Diese wurde leichter und damit handlicher gemacht und zugleich mit einer Doppelschraube versehen, wodurch keine Kraft durch unnötige Rei­bung verloren geht; ausserdem liegen auch die Schenkel in geschlosse-
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Ziilmsdieren.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 277
nein Zustande näher aneinander (statt '2igt; cm aui1 15 niu. Audinbsp; der stärkste Backzahn wird schon liei drei bis fünf Umdrehungdu der am
Ende des linksseitigen Schraubenschenkels angebrachten Spindelnbsp; mit
grosser Gewalt abgesprengt, so dass ohne zuvoi'lge Bedeckungnbsp; nbsp;des
Zahnes mit einem Handtuch die gegenüberliegenden Weichteilenbsp; nbsp;der Maulhöhle verletzt würden (Heil. Archiv 1879, S. 236).
Fig. 228. Zahnschere von Möller.
Fig. 2-2i. /iilmschi'aube von Möller.
Die Zahnschraube von Moller. Flg. 224, hat Ähnlichkeit be­treffs des vorderen Teiles mit dem Zahnhobel von Brogniez und wird der Zahn ebenfalls in den Hohlraum an der Spitze eingebracht, der Meissel jedoch durch eine Schraube in Bewegung gesetzt, deren Hebel­arme am untersten Ende der Schenkel sich betinden. Die weiter unten angebrachten Querarme sind die Handhaben des Instruments. Die An­wendung der Schraube ist besonders am Platze, wenn die Zahnschere von den Seitenflächen des Zahns abgleitet, aber auch sie erfordert Vorsicht schon wegen des grossen Gewichts und des festen Einklem-
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Zahnoperationen.
inoiis des Zahnes in die Passbranchen, damit nicht (lurch unvermutete Bewegungen des Kopfes seitens dos Tieres ein Bruch des /alines oder Kiefers entstelle, bezw. der Zahn plötzlich aus seiner Alveole gerissen wird. Die oben genannten Instrumente sind bei Hauptner in Berlin erhftltlich.
Die l't'erdezalinschere von Korizek wird in gewöhnlicher Weise seitlich durch eine querlaufende Schmibenspindel in Bewegung gesetzt, wie dies bei dor Möllerscheu Zange der Fall ist, die beiden Schneiden sind jedoch in zwei glatten geradlinigen Stahlbacken ange­bracht. welche sich scherenartig an einander logen (Kochs Monats­schrift 1888, 81).
Die Zalinstlierc von Mcznik ist nach Art der Plombenzangen hergestellt und liosit/.t zwei Hebelarme, welche unter einander durch Schlösser In Verbindung stellen. Sie soll den Vorteil bieten, dass sie sich vermöge ihres leichteren Gewichts hesser anlegen liisst und ermöglicht wird, dass die Operation auch am stehenden Pferde vorgenommen werden kann, was bei den obigen Zangen nicht der Fall ist. (Monatsschr. d. Vor. Osterr. Tierärzte 1800. (i.'S.) Von Grossbauer ist sie dahin abgeändert worden, dass sie im Maule weniger Raum einnimmt und von einer Person gehandhabt werden kann. Die Zahnschere von Herz (I8S2) hat sich als praktisch brauchbar nicht erwiesen (Vogel, .rohno).
Extraktion der Backzähne.
lgt;as Ausziehen der Backenzähne bat, obwohl in letzter Zeit viele Verbesserungen an den Zahninstrumenten eingeführt worden sind, von jeher zu den wenigst angenehmen Verrichtungen der Tierärzte gehört, auch seine besonderen Schwierigkeiten und sind dieselben hauptsächlich anatomischer Art. Heim Pferde, um welches es sich wesentlich handelt, sind die Backzähne bis zu 10 cm lang, stellen überaus dicht neben­einander und greifen mit ihren loistenförmigen Vorsprüngen fast der ganzen Backzahnlänge nach in genau passende Vertiefungen der Alve-nlarwiinde des Kiefers, in denen die Wurzeln wie eingekeilt liegen. Ausserdem wird manche Zahnoperation auch dadurch behindert, dass das Aufsperren der Maulhöhle bestimmte Grenzen hat. Früher sind diese Schwierigkeiten übertrieben worden oder lagen sie in mangel­hafter Kenntnis besonders der Zahnstellung.
Was die Stellung und Richtung der einzelnen Backzähne betrillt, so steht im Oberkiefer
der III. Prämolare (Figur 225, o') fast, senkrecht und seine Wurzel ist nur ein wenig nach vorne gegen den Ilakenzahn gerichtet, die Hebellinie der Zange ist somit keine durchaus vertikale;
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Anzeigon der lOxtnikiion.
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der II. uiid I. Prämolare (2', r) neigen mit Ihren Wurzeln schwach nach rückwärts,
der II. und III. Molare (2quot;, 3quot;) dagegen stark nach rück­wärts uiid
der I. Molare 0quot;) hat in der Regel eine völlig senkrechte Stellung.
Im Unterkiefer neigt
der HI. Prämolar mit seiner Wurzel etwas nach vorne; der II. und I. stehen fast senkrecht (Fig. 226).
v
Fig. 826.
Die Wurzeln der drei Molaren laufen sämtlich stark nach rück­wärts. Besonders gross ist der Abstand /.wischen den Wurzeln des zweiten und dritten, denn er beträgt 2—4 cm.
Anzeigen der Extraktion, Zahnkaries giebt am häutigsten Veranlassung zum Ausziehen, denn sie erzeugt, durch allmähliches Fort­schreiten hohle Zähne. Sie beginnt bei allen Haustieren stets an der Kaufläche, selten seitlich nach Absplitterung des Schmelzes und frisst nach und nach bis zur Wurzel um sich, wo sie dann weiteres Unheil anrichtet.
Die /alinfilchereu tzündiing nimmt hauptsächlich ihren Ur­sprung aus dem Finfiittern bei Zahnlücken oder aus zufälliger Ab­lösung des Zahnfleisches, das in eiterige Entzündung versetzt wurde und macht ihre Ausgänge ebenfalls in Kiterung. die irgendwo in dem
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/almopenUionPii.
aufgetriebenen Knochen durchbricht und so Aiüass zu Zahnfleisch-fisteln, sowie zu Zahnfisteln glebt, nachdem eine eiterige Periostitis lind Nekl'OSe des Knochens vorhergegangen sind. Der Unterkiefer ist solchen Erkrankungen am meisten ausgesetzt. Ausserdem liegen noch Indikationen vor. wenn abnorme Zähne seitlich hervorwachsen oder Backzllhne lose geworden, gespalten, splitterig sind. hezw. hei zu langen Zähnen, wenn die Verkürzung auf andere Weise nicht ge­schehen kann.
Die Entfernung der Backzähne kann auf zweifache Weise ge­schehen, es werden dieselben entweder von der Krone aus gefasst und ausgehoben, oder wenn dies nicht möglich, was selten, von der Wurzel aus. zu welcher man erst durch Eröffnung des Zahnfaches gelangen kann. Letztere Operation heisst
Auskeilen der Backzähne durch den Stempel. Diese Extraktion stammt von Havemann und ist besonders von Viborg und später von Dietrichs näher angegeben worden. Sie besteht in dem Biossiegen des der kranken Zahnwurzel entsprechenden Teiles der äussern Fläche der Kieferknochen, sodann in Entfernung der die Wurzel bedeckenden Alveolarplatten und endlich in der Austrei­bung des Zahns mit einem stumpfen Stempel und einem Hammer.
Anzeigen liegen selten mid zunächst nur vor. wenn ein kariöser Zahn nn seiner Wurzel infolge der durch Entzündung des Alveoliirperiostes entstandenen Enochenwucbernng festgehalten wurde, durch die gewöhnlichen Zahnzangen nicht entfernbar ist. mit denselben nicht mehr gefasst werden kann, die Krone abgebrochen ist oder behufs Abflusses der Jauche ohnedies eine Kontraöffnung als notwendig sich herausgestellt hat, Ausserdem findet der Stempel Anwendung, wenn aus irgend einem anderen Grunde von der Zahnzange ein Gebrauch nicht gemacht werden kann.
Wäre schon eine Fistelöffnung vorhanden, so bildet jedenfalls diese den Angriffspunkt, im andern Falle ist genau zu bemessen, welche Stelle aussen der Wurzel des zu extrahierenden Zahnes innen entspricht. Da die drei Molaren des Oberkiefers mit ihren Wurzeln in dem Sinus maxillaris stecken, so kann man hier nur durch Er­öffnung dieser Kopfhöhle beikommen und was die drei hintersten Back­zähne des Unterkiefers betrifft, so sind diese vom Masseter bedeckt und stehen die Wurzeln nicht parallel, sondern fächerförmig ausein­ander, so dass ihre Stelle von aussen nur schwer zu bezeichnen ist. es eignet sich sonach das Anskeilen nur für die vorderen drei bis vier Backzähne jeder Reihe, wobei noch zu bemerken ist. dass bei Pferden höheren Alters die Zahnwurzel durch allmählichen Nachschub um ein Drittel bis sogar die Hälfte ihrer ursprünglichen Länge ab­genommen hat.
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Kxtniktion mit Zahnzangen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 281
Am Oberkiefer wird zunäclist lt;'iii Hautschnitt gemacht und dann das subkutane Gewebe In der Umgebung losgetrennt, um die liier liegenden Muskeln der Lippen und Nase durch stumpfe Haken nach oben zu schieben. Noch mehr Vorsicht erheischen der aus dem oberen Kieferloch hervortretende Nervus supraorbitalis, sowie wenn die Operation den dritten obern Backzahn betrifft, die Verzweigungen der äussern Kinnhackenarterie und Vene. Am Hinterkiefer Stösst man aisitaid unter der Hanf auf den schlanken Kiefermuskel der Hinter­lippe, welcher beiseite geschoben wird. Dicht unter den Backzahn­wurzeln läuft im Hinterkieferkanal der hintere Zahnnerv, dessen End­zweige durch das Kinnloch in die Hinterlippe gehen, der Angriff des Knochens muss daher immer über dem genannten Kanal, somit seit­lich von der Zahnwurzel unter Berücksichtigung des Speichelganges geschehen.
Die Knochenplatte des betretlenden Kiefers wird entweder mit einem Meissel durchgestemmt oder trepaniert, die i'lntte ist jedoch ungleich dick und hängt nach innen mit dein /ahn oder der spongiösen Substanz des Kiefers zusammen, es ist daher neben dem Trepan der Meissel nicht entbehrlich. Ist auf diese Weise die Wurzel blossgelegt, bringt man ein keilförmiges Holzstück zwischen die Zahnreihe, den kranken Zahn freilassend, setzt den Stempel auf dessen quot;Wurzel und treibt durch kurze kräftige Schläge auf das Eisen den Zahn aus seiner Alveole in die Maulhöhle herein, wo er mit der Hand alsbald in Em­pfang genommen wird. Notwendig ist. den Stempel möglichst senk­recht auf die Wurzel zu setzen, um die Alveohirwand nicht durchzu­brechen, was immerhin Schwierigkeit bereitet, Man sieht, die Methode hat etwas sehr Primitives an sich und liisst sich, wenn der kranke /ahn nicht ohnedies gelockert ist. ohne starke Erschütterung des Kopfes nicht ausführen, indes kann die Operation in einzelnen Fällen nicht umgangen werden.
Nachher wird die Zahnlücke gereinigt, die Hautwunde vernäht, und eine antiseptische Hehandlung eingeleitet, welche namentlich auch in dem öfteren Ausspritzen der Maulhöhle mit desinfizierenden Flüssig­keiten zu bestehen hat. Die
Extraktion mit Zahnzangen wird ähnlich ausgeführt wie beim Menschen, es bedarf nur anderer Instrumente. Die Zahnzangen, wenn sie Anspruch auf praktische Brauchbarkeit machen wollen, stellen, je nachdem sie zum Ausziehen der vorderen oder hinteren Hackzähne bestimmt sind, ein- oder zweiarmige Hebel dar und haben somit das Maul nm Ende der Zange oder kurz vor demselben. Nach Günther
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Zalinoperationeui
(s. unten dessen Zangen) siml Haupterfordernisse, laquo;lass die ganze Länge iles Zangeumauls den Zahn am Grunde erfasse und bei ange­legter Zange ihre Sclienkelgviffe nur soweit abstehen, dass sich beide bequem mit der Hand umfassen lassen. Damit ist zugleich auch da­für gesorgt, dass das Zangenmaul nicht zn weit ist und gerne abgleitet oder zu eng ausfüllt, was zur folge hätte, dass der Zahn leicht split­tert und die Schenkelenden sich nur schwer mit einer Hand umfassen lassen.
Der Schwerpunkt der Extraktion liegt nicht in dem Herausreissen des Zahnes, sondern in dem Auseinanderhebeln der seitlichen AIveolarwiinde. um die Verbindung von Zahn und Zahnfaeh zu lockern: diese Lockerung darf niemals gegen die XachbarziUme, also nach vorn und hinten geschehen, sondern nur nach rechts und links. Je mehr die rauhen Fassbranchen Zahnfläche packen, desto leichter folgt der Zahn dem Zuge des Instruments, im anderen Falle bricht er leicht ab, er darf sonach auch nicht zu fest umklammert werden, denn die Zange soll nur liebelndes, nicht kneifendes Instru­ment sein.
Wenn der Zahn nicht folgen will, führt der geübte Praktiker zwischen hinein dann und wann eine leicht rotierende Bewegimg aus, denn sind nur einmal die dünnen Seitenwiinde der knöchernen Alveole etwas auseinandergedrängt, dann reicht das einfache Anziehen des Zahns in seiner Längenachse ans. Mit der Hebung ist stets ein zischendes Geräusch verbunden.
Auch die zum lieben zu verwendende Kraft braucht keine so grosse ZU sein, wie man gewöhnlich zu glauben versucht ist; folgt der Zahn massiger Kraftanwendung nicht, so ist meist das In­strument für die Richtung des Zahns nicht entsprechend gewählt.
Die Zahnzange von Wendenburg (1830) hatte das Missliche, dass deren auf den niiclistliintcmi Backzahn zu liegen kommende Zangenfortsatz eine zu starke De­pression ausübte und nur die vorderen .Mularen sich ausziehen Hessen, sie ist da­her jetzt so wenig mehr im Gebrauch, als die Zange von Pillwax (1850) oder von Trautvetter, welche fast dazu angethan waren, zu demonstrieren, wie Zahn­zangen für die grossen Haustiere nicht konstruiert werden sollen. Ahnliches kann auch iiher die Zange von Jouet, Govving (1850), Cholet ii. a., sowie über die Zange von Plasse (1832) gesagt werden, die von Bouley (1866) zertrümmerte viel­fach den Zahn seihst hei sehr vorsichtigem Gebrauch,
Die Günther'schen Zahnzangen (1858). Für die Behandlung kranker Zähne sowohl als namentlich das Ausziehen derselben haben Günther (Vater und Sohn) am meisten geleistet und sind jetzt auch die nachbenannten Zangen in häufigem Gebrauch. Unmöglich kann
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Güntber'sobe Zahnzangeiii
#9632;.'laquo;3
ein und dieselbe Zange zum Ziehen der in verschiedener Richtung In den Zahnfftchern steckenden Backzähne ausreichen, Günther erkannte daher die Notwendigkeit, verschiedene Zangen zu konstruieren. Ein noch festsitzender Backzahn ist nur dann prompt zu entfernen,
Fig. 227 a bis laquo;'. GUnther'sche Zahnzangen.
wenn die Richtung des Zugs genau dec Richtung ent­spricht, welche der Zahn in seinem Fache einnimmt (Fig. 226) Die Führungslinie bei der Extraktion liegt sonach genau in der Ver­längerung des betreffenden Zahns. In Berücksichtigung dieser Vor-
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Zahnoperatlouen.
aussetzung hat Günther besondere Zangen für die Baclcsfthne des Vorder- und Hinterkiefers, sowie für die vorne und hinten In der Reihe .stellenden Zähne angefertigt, Sie zerfallen in zwei Grund­formen:
1. In einarmige Hebelzangen, Figur 227 a, b für die Prämolaren;
_'. in zweiarmige Hebelzangen c; für die drei letzten Backzähne ist die Zange d bestimmt.
Hinterkiefer- und Vorderkieferzangen. Beide sind zu unterscheiden. Krstere sind im ganzen gerade, die zum Entfernen der drei ersten /ahne im Vorderkiefer bestimmten Zangen aber In der Nähe des Zangenmaules gebogen, d. h. gekröpft, um über die hin­dernd im Wege stehenden Schneidezähne leichter hinweggeführt werden zu können. Dci allen Zangen sind die Maulwangen immer so gestellt, dass sie mit ihren Innern gekerbten Flächen erst dann parallel stehen.
Fiir. 228, Hinterkieferzange von Günther nebst Unterlage,
wenn die Zange so weit geöffnet ist. das sie den für ihre quot;Weite passenden Zahn in ihrem .Maule aufnehmen kann, auch sind die Zangen­arme oberhalb des Maules etwas ausgehöhlt, damit der gehobene Zahn mehr Raum zwischen ihnen finde. Dadurch, dass das Maul immer möglichst nahe am ünterstützungspunkt angebracht ist, gewinnt selbstverständlich die Kraft der ohnedies langen Schenkel (Hebelarme) ausserordentlich und ist es nun erst möglich geworden, mit sicherem Erfolg die luxierende und hebende Bewegung rasch nach einander auszuführen.
I,nbsp; nbsp;Für den Vorderkiefer braucht man vier einarmige gekröpfte (b) und zwei zweiarmige Hebelzangen (d).
II,nbsp; nbsp;Für den Hinterkiefer vier einarmige (a) und vier zwei­armige (Fig. 227c). Diese 14 Zangen anzuschaffen ist nicht notwendig, man begnügt sich mit vier der wichtigsten, zwei von der ersten Reihe, zwei von der letzteren, Hiezu kommt die Schnabelzange (Flg. 228). deren Maul in einem rechten Winkel gebogen ist und dazu dient.
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UiüvcrsalzaiiL'o.
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die ZalmsplitttT aus den Ziilnilaclicni lienuisziiiielniHiii. was jedoch auch (lurch Pinzetten geschehen kann; ferner ein Exporteur, eine nach Art der gewöhnlichen Schmiedezange konstruierte ZiiiiKe, welche heim Extrahieren als Hllfsinstrument dienen soll.
Um bei der Anwendung der Zangen den Druck, welchen der nebenstehende gesunde, als Stützpunkt benützte Zahn aiiszuhalten hat, zu vermindern oder auf mehrere Zähne zu verteilen, gebraucht man ein Stuck Holz als Unterlage oder das Instrument von Eisen (Fig. 228 oben). Zu diesem Zwecke ist die an einem langen Stiel angebrachte Platte entweder plan oder konvex. Für die zweiarmigen Ilehelzangen ist die Unterlage auf der einen Seite eben, auf der andern von zwei schiefen Ebenen (prismatisch) gebildet und für die einarmigen die Stange, welche sie trägt, im rechten Winkel abgebogen.
Die Bäumer zum Loslösen der in der Alveole festsitzenden Zahnsplitter sowie die Zahnstocher sind ebenfalls von Eisen.
Nach geschehener Reinigung der Maulliölde wird das Pferd nieder­gelegt (gewöhnlich links), der Kopf besonders gut fixiert und ein Maul­gatter eingeführt, das jedoch die Mundhöhle nicht ZU sehr ausfüllen darf, da sich sonst die Backenwand dicht an die Zahnreihe anlegt. Sodann wird die Zahnzange so um die Krone gelegt, dass die Zangen­lippen bis ans Zahnfleisch reichen, dann schliesst man aussen das Instrument durch Zusammenpressen seiner Schenkel mit der Hand, schiebt die Unterlage mit der glatten Fläche nach unten vor und hebt unter entsprechender Ausnützung der Hebelwirkung und Einhaltung der richtigen Zuglinie den Zahn langsam aus seinem Fache empor. Erfolgen trotz der Fixierung des Kopfes unerwartete Bewegungen seitens des Tieres, so muss die auf die Zange verwendete Kraft, so­fort unterbrochen werden. Hat der Zahn während des Hebens eine neue Lage angenommen, so ist die Hebelkraft der Zange erschöpft und diese rauss den Zahn nachfassen, was bei gekrümmten Wurzeln überhaupt mehrmals zu geschehen hat: unferlässt man dieses Nach­lassen und setzt das Heben mit der ursprünglichen Zangenlage fort, SO keilt sich der mehr und mehr freiwerdende Zahn infolge der ihm aufgedrungenen schrägen Bichtung zwischen seine Nachbarn fest, be­schädigt deren Fach und kann entweder gar nicht herausgebracht werden oder bricht ab, falls er morsch gewesen.
Universalzange von Prick und Hauptner (Fig. 229). Sie soll einesteils die vielen Zangen der (iiinther'schen Methode entbehr­lich machen, andernteils das dabei vorkommende Ausgleiten des Zahnes vermeiden, welches dadurch erfolgt, dass mit grossem Kraftaufwand
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Zahnoporatiouen,
nicht mir am Zahn festgehalten, sondern zugleich auch luxiert und gehoben werden muss. Sie passt für alle Backzähne, indem sie einen zweiarmigen und einarmigen Hebel besitzt. Zu ihrem Maule laufen zwei cvlindrisclie Stangen (6), die hier zum Festhalten des Zahns durch eine Klammer am anderen (äussereni Ende, ausserdem durch eine
Schraube (/laquo;) so fest sich schliessen
lassen, dass der Operateur nun­mehr seine ganze Kraft auf das Herausheben verwenden kann, also die Handhebung be­deutend erleichtert wird. Als ein­armige Hebelzange (Fig. 230) dient sie zum Ausziehen der Prä-molaren, wobei das vordere Lager c einen festen Stützpunkt bietet und geschieht die Feststellung durch Aufschieben einer Klammer von
rechts oder links, je nachdem der
Flff. 230.
Zahn der rechten oder linken Reihe extrahiert werden soll, üie
Berliner Klinik macht fast ausschliesslich Gebrauch von ihr (Preis 30 .Mark).
Nachbehandlung. Ist die Operation vorüber, so wird die Maulhöhle gereiniftt und ausgespült. Zweckmässig ist es, die Zahnlücke (namentlich im Unterkiefer) mit in Karbol-wasser ausgerungenen Jutebäuschchen oder bei Hunden mit Wattetampons, welche in Jodoformgaze eingewickelt sind, auszufüllen. Zugleich wird hiednreh sowohl das Eindringen von Futterteilen, als auch ein Nachbluten verhindert, welch
Fig. 229,
Universalzange.
letzteres indes nicht zu fürchten ist. /eitweises Beinigen des Mauls und Erneuern der tauschen ist notwendig, bis
sich die Lücke infolge der alvcolärcn Periostitis mehr und mehr durch Granulationsgeweho ausfüllt, das allmählich einen osteoideu Charakter annimmt. In der ersten Zeit wird es auch notwendig werden, von der Verabreichung von Rauhfutter abzustehen und mehr weiche Nahrung anzubieten. Später wird meist ein Nachraspeln niitig, wenn der Gegenzahn infolge mangelnder Abreibung anfängt, das Kauen zn erschweren.
Üble Zufälle, welche bei den Zahnoperationen vorkommen können oder denselben nachfolgen, sind: Erschütterungen des Kopfes beim Meissein und Abstossen der Zähne, Abbrechen oder Splittern des Zahnes. Zertrümmerung eines Teiles des Zahnfaches, ja selbst Bruch des Kieferastes. Lähmung der Lippen (beim Ausheilen), Yer-
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Litteratufinbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 287
letzuiig von Gefftssen, laquo;los Stenon'schen Ganges, Beschädigung neben­stehender Zähne und der Schleimhäute, Eiterung und Karies, Ent­zündung des Anti'iim Highmori, Fortdauer der Zahnschmerzen beson­ders bei Eolüen etc, Alle; diese Zustände erfordern die Anwendung passender äusserlicher und innerlicher Mittel. Todesfälle sind schon vorgekommen und zwar durch das (stets vom Operateur verschuldete) Verschlucken eines Zahnes oder Entzweischlagen des Kiefers,
Litteratur. Plasse, ZahnBchlüssel, Hoc. 18;io. isiii. — Qarengeot'scher Schlttssel. Rec. 1881, 181. — Renault, Tod durch Verschlucken eines /alms. Rec 1835. 689; desgl. Rep. J^öa. 808. — Wendenburg, Zahnzange. G. u. 11. ihhü. 490. — liouloy, Zahnlcaries. Rec. 1848, tun. — Llenard, Zahnschlüssel. Anual. de ünix. istü. 408. — Gowring, Zahninstrumento. The Vct. 1861, G30.
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2!Slaquo;
OperatJonea an der Zunge.
XIX. Operationen an der Zunge.
Sie werden im ganzen selten notwendig und handelt es sicli da­bei ausschliesslich um Bekämpfung heftiger akuter Entzündungen, Beseitigung von Neubildungen oder wie bei Pferden um Entfernung eines Zungenstückes. Bei den Anzeigen der ersteren Art werden be­sonders Skariflkationen vorgenommen, wie sie die Chirurgie lehrt, hier kommt duller nur die
Amputation der Zunge in Betracht. Die Indikation liegt vor. wenn starke Verletzungen geschahen, wie sie bei Pferden infolge eines Bisses oder Anbindens der Zunge an einen Strick erfolgen und tiefgehende Querwunden entstehen. Derartige Trennungen des Zusammenhangs sind in der Regel mit starker Quetschung verbunden, so dass das Anlegen von Nähten in das ohnedies infizierte Zungen­gewebe nicht thunlich erscheint und ausserdem die nachfolgende Narben­bildung die Beweglichkeit der Zunge stark zu beeinträchtigen pflegt. Auch ist das Nähen der Zunge in der Tiefe der Maulhöhle sehr mühsam auszuführen und lehrt die Erfahrung, dass bei Pferden der Verlust selbst eines grossen (bis 10 cm langen) Zungenstückes die Aufnalune von Futter und das Kauen nicht wesentlich und nur im Anfang erschwert. Bei den andern Haustieren ist dies gegenteilig der Fall, auch tritt bei Bindern, bei denen es sich meist um Ak-tinomykose handelt, entweder die Jodbehandlung an Stelle der Ope­ration oder wird das Schlachten vorgezogen, weil mykotische Er­krankungen noch in anderen Organen vorliegen. Bei nicht tiefen Verletzungen kann nach vorangegangener Desinfektion die Naht immer­hin versucht werden.
Die Operation geschieht bei gut fixiertem Kopf und eingelegtem möglichst breiten Maulgitter entweder kurzweg durch Abschneiden des Zungenstückes mittelst des .Messers und nachherige Unterbindung der spritzenden (iefässe. bezw. Behandlung derselben durch das (iliih-eisen (Seite 239) oder man schreitet zum Abbinden mittelst der elastischen Ligatur (Seite 127), welche Je nach der Dicke des zu amputierenden Teils schon in wenigen Tagen abschnürt. Man lässt indes letzteren nicht in der Maulhohle abfaulen, sondern schneidet nach Anlegen der Kautschukschlinge den grösseren Teil der Zungen-spitze weg. Der Kcrusenr schneidet gleichfalls gut durch, wenn es auch in schmerzhafterer Weise und nicht immer ganz ohne Blutung geschieht.
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Oiieration am Nackenbaiul.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;28!)
Um der Zuiif,rc melir Beweglichkeit zu sichern, schneidet man nach aufgehobenem Zungenstumpf auch das Frenulum mit der Schere durch, und geschieht dieses /ungenlösen unblutig, wenn das Hand ganz unten durchschnitten wird, da wo es aus der Schleimhaut der Maul­höhle hervorgeht. Zuletzt wird tägliches Ä.USSpritzen der letzteren mit einer antiseptischen Lösung (z. B. zweiprozentiges Horwasser) an­geordnet; die Heilung der Amputationsfläche erfolgt schon in fünf bis acht Tagen.
Litteratur. Blanc, Ampnt. Joum. d. Toni. II, 118; ebenso Reynal 18411. 308. — Lacoste, Amput. Rec. 1841, 289j desgl, Vaohetto, Arohlvlo 1870. — Leconte, Kürschnernaht. Rep. 18()2. 343. — Wiener VierteljahrRSBclir. XVII. 78. — Jürgens, Sknrif. G. n. H, IBra. 297; ebenso Rep. 1851. 12. — Rychner, länjatrik; Stockflctli, Chir, II. 112 IT. — Mitteil. a. d. tierärztl. Praxis. Zungen-entzündung 1864. 137; 1858. 128; 1869. 160; 1860. 144. — Hertwig, Abreisscn der Zunge ib. 18(i0. 150. - Erler, ebron. Entz. Sachs. Jahresber. 1858/59. 48; ib. Siedamgro tzky 1875. 24. — Adam, Znngennaht. Woch. 1840. Xo. 16. — Hink, Verletz. Bad. Mitteil. 1884. 57. — Zungenkrebs in Amerika. The Vet. 1858. 495. — Schleg, Aktinomyk. Silchs. Jahresber. 1884. 97. — Johne, D. Zeitschr. f. Tiermed. 1882. 162 mit Lit.-Angahe. — I^esbre, Rec. 1880, S. 605. — Rass, Tierärztl. Rdschau. II, S. 86, — Adams Woch. 1889. 151. — Strebel, Schweiz. Archiv. 1890. 16. — Zorn, Amput. Rerl. tierärztl. Woch. 1889. 295. — Tho-massen, Schweizer Archiv 1890. S. 16, — Pflug, D, Ztschr. f, Tiermedizin 1891, S. 190; daselbst Imminger 188laquo;. S. 423 und Woch, f. Thlkde, 1894. S. 421.
XX. Operation am Nackenband.
Hei Pferden (selten beim Kind) kommt zuweilen hinter dem Ober-hauptsbein auf der Höhe des Kammrandes am Halse infolge mecha­nischer Einwirkungen (Quetschung) eine anfangs unschmerzhafte Ge­schwulst vor, bestehend in einer Transsudation in den zwischen den ersten Halswirbeln und dem Nackenband oder auch über letzterem gelegenen Schleimbeutel (Hygrom des Nackens) oder es kommt durch weitere Reizung zur Entzündung und Eiterung, wodurch auf der Mitte des Halses oder mehr seitlich eine elastische, bald fluktuierend sich anfühlende Geschwulst entsteht, welche als Genickbeule bekannt ist (Maulwurfsgeschwulst, Talpa). Nicht selten bricht die Geschwulst ein und hat man es mit einem mehr oder weniger grossen, mehr­fächerigen Eitersack zu thun, in dessen Mitte das Nackenband, welches in zwei plattrunden Strängen frei über dem ersten und zweiten Halswirbel hinwegläuft, blossgelegt wurde und jetzt als beweglicher Fremdkörper den ulcerativen Prozess unterhält. Diese Genickfistel
lloring's Opnratioiialolm1. VJ. Aull.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 19
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Operation am Nackenband.
kann gefährlich werden durch Versenkungen lt;les Eiters, sowie Nekro-tisierung selbst der knochigen Teile und konunt ohne operatives Ein­schreiten nicht zur Heilung.
Die Hilfe besteht, wie bei allen Fisteln, zunächst in der gründ­lichen Entfernung des kranken Gewebes und rücksichtsloser Zerstörung insbesondere des geschwürigen Fistelgrundes durch das Messer oder den scharfen Löffel, nachdem die Eiterhöhle entsprechend gespalten worden ist, man operiert daher stets offen und nimmt besondere Rück­sicht auch auf die seitlichen Ausbuchtungen, vermeidet aber Quer­schnitte in der Haut anzubringen, welche des Klaff'ens wegen schwer zur Heilung zu bringen sind. Ausserdein muss das Ausschneiden anti-septiscli geschehen, um keine Infektion der frisch erzeugten Wund­fläche zu veranlassen. Auch der Thermokauter lilsst sich hier ver­wenden. Ätzmittel sind nicht empfehlenswert.
Resektion des Nackenbandes. Die gründliche Säuberung der ülcerationstliiche allein würde .so wenig genügen als die Spaltung der Haut, da gewöhnlich das Nackenband gleichfalls in den Zerstörungs-prozess mehr oder weniger hereingezogen wird und die fortwährende Bewegung und Spannung desselben jede Heilung hintertreibt. Bedin­gung ist sonach, den Bandstrang in der Art durchzuschneiden, dass man nach vorheriger Spaltung der vorhandenen Hohlgänge unter Lei­tung des Fingers ein Tenotom unter das Nackenband schiebt und es von unten nach oben trennt. Dieser Nackenhandschnitt (Langen-bacher 1811) führt wohl Besserung herbei, das nekrotische Absterben der kranken Teile zieht, sich jedoch monatelang hin und führt leicht zu riilegmone der ganzen Umgebung. Haubner hat daher 1858 das Herausschneiden des kranken Bandstückes empfohlen. Diese Resektion erfolgt unschwer mit dem Messer, da der Strang frei in der Holde liegt und hat bis in die Grenzen des gesunden Teiles zu geschehen. Die Beweglichkeit des Kopfes erleidet keine dauernde Störung.
Nach der Reinigung, Desinfektion und nötigenfalls Drainierung der Höhle wird die Längswunde mit Entspannungsnähten verschlossen und ein Jodoform- oder Glutolverband angelegt, der durch Watte und Halskappe Schutz erhält. Die Heilung erfordert (namentlich bei grosser Torpidie) sorgfältige Überwachung und braucht mehrere Wochen Zeit. Kopfscheue Pferde werden zur Operation geworfen.
Litteratur. Langenbacher ompfalil im Anfange dieses Jahrhunderts den Nackenbandscbnitt, Lafosse 1791 die subkutane Durchsohneidtmg, Haubner 1858 die Resektion. Die Schliessung der Wunde geschah meist mit Fechpflaster. — Prinz, Die Mauhvurfsgesclnvulst. Nebel u. Vix IV. 171. — Hertwig, Genick-
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Kröffmmg des l.uftsucks.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 0]lt;|
fistel. G. u. 11, 1851. 8. 484 und 1H71 8. 71 (b. dessen Chirurgie, ebenso ötock-fletli). — Eck, Genickfistel. G. u. H. 1851. 305. — Ilaubner, Naokeubandflstel. Sachs. Jahresber, 1868/69. 48; Erler Ib. 1804. 68; Johne, Genickbeule b, Kind, ili. 1877. s. 1-2. — Braun, Archive vet. 1880. IV.
XXI. Eröffnung des Luftsacks.
Die Operation des Luftsacks (Hyovertebrotomia) kommt verhältnis-mii.ssig selten vor und hat /um /weck, die Entleerung der hier an-gesaramelten Erankheitsprodukte auf kürzestem Wege zu ermöglichen und die kranke Schleimhaut einer direkten Behandlung zu unterziehen.
Die Anzeige hildet ein von der Nasen- oder Rachenhöhle ans durch die Eustachische Röhre in den Luftsack fortgepflanzter chro­nischer Katarrh, dessen Sekrete sich hier ansammeln.
Geschichtliches. In früheren Jahrhunderten echeinen die Tierärzte nicht auf die Idee gekommen zu sein, die oft in dem Luftsack angesammelten katarrhali*
sclicn Sekrete nach missen zu entleeren, was wohl daraus zu erklären ist, dass von jeher die Ohrdrüsengegend als eine für das Messer gefährliche Körpergegend be­kannt, andernteils aber auch die topographische Anatomie noch wenig ausgebildet war. Erst nacli Gründung der Tierarzncischulen beschäftigte man sich mit dem Aufsuchen eines möglichst ungefährlichen Weges, um von aussen her in den Luft-sack zu gelungen. Chabert In Alfort war es. der erstmals 1779 die blutige Er-öffnung beschrieb, nachdem sein Lehrer Lafosse schon früher von der Nase aus In die Eustachische Röhre vorzudringen versucht hatte. Später 1838 ging Hayne von dem Gedanken aus. die Ohrtrompete auch von der Maulhöhle aus zu erreichen. ohne jedoch zu der praktischen Ausführung zu gelangen, erst Günther (dem Vater) gelang es, ein Instrument zu konstruieren, welches sich durch die obern Luftwege bis in den Luftsack vorschieben Hess, es wurde jedoch von demselben in der Praxis bis heute nur wenig Gebrauch gemacht, dagegen fand die Operations­weise Ghaberts dadurch eine weitere Ausbildung, dass noch ein zweiter Weg von Viborg (1802) aufgefunden und später beide Methoden von Dieterichs (1822) kombiniert wurden, ein Verfahren, das namentlich In Frankreich von Eleouet, Leco(| u, a, Nachahmung fand und bis heute noch geübt wird, während der Versuch Girards (ISOti) von der Nase aus ein Eiterband in den Lnftsack zu führen und mit demselben neben dem Kehlkopf wieder zum Vorschein zu kommen, ebensowenig Nachahmung fand, als jene Methode, welche die Entleerung mittelst eines von der Xase in den Schlundkopf geführten Troknrls anstrebte (1810) oder wie Piazza von der Ohrdrüsengegend her ein Eiterband durch den Lnftsack und die Nase zu ziehen lehrten. Die neueste Zeit hat in der Operation des Luftsackes keine wesentliche Fortschritte zu bringen vermocht, es genügt wohl auch die Verfahrungsweise, wie sie zuerst von Viborg angegeben wurde.
Diagnose. Einseitiger, selten beiderseitiger Nasenausfluss
von schleimiger, kliimperiger oder eiteriger, häufig auch übler und missfarbiger Beschaffenheit deutet zuerst auf den Luftsackkatarrh hin:
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Ejröffnuna des Lufteaoks,
er sistiert zum Unterschied von amlereii Bespirationskatarrhen oft längere Zeit oder kommt er wie bei gesenkter Kopfhaltung wfthrenct
des Ivauens, lleitens u. s. w, plötzlich massenhaft /um Vorschein und macht den Eindruck, als ob der Schleim längere Zeit irgendwo gelegen wäre. Erst bei stärkerer Ansammlung macht sich in der Ohrdrüsengegeud eine teigige fluktuierende Vorwölbung bemerklich, welche durch von aussen angebrachten Druck Röcheln, Schling- und Atembeschwerden, selbst Erstickungsgefahr erzeugt, jedoch nicht höher temperiert, schmerz­los ist und auf Massage sich verliert. Mit der Zeit wird der Abtluss durch die Eustachische Röhre und die Choanen dadurch gestört, dass der tliissige Anteil der Schleimmassen resorbiert wird und das Sekret ZU einer käsigen Masse oder zu festen rundlichen grauen Konkre­menten (den sogenannten Ghonclroiden) sich eindickt. Zuweilen ist auch Blut oder Luft in dem Sack enthalten.
Anatomisches. Die nur den Einhufern eigentümliche beuteiförmige Erwei­terung der Eustachischen in den Pharynx mündenden Röhre, wclclic bei andern Tieren nur einen engen gleichmässig weiten Kanal bildet, nimmt ihrer Länge nach den Raum ein zwischen dem ersten Halswirbel (Flügelgrnbe des Atlas) und der Sohlundkopfwand und der Rreite nach stösst der Luftsack aussen an die grossen Zungenbeinäste und die Parotis (oben an den Griffelmuskel) an. Innen in der Medianlinie des Körpers treffen sich beide Luftsäcke und sind nur oben durch die Kopfbeuger getrennt. Rläst man den gesunden Sack auf, so erreicht er fast die Grosse eines Kindskopfes, stösst allseitig an die genannten Teile an und liisst eine tiefe laterale Rinne erkennen, welche der grosso Zungenbeinast eingegraben hat. Der gesunde Luftsack fasst etwa ein halbes Liter Flüssigkeit. Seitlich liegen die Aste des V. Nervenpaares, am obern Ende die Carotis interna und das IX. bis XII. Nervenpaar dicht an, gefährlich betreffs des Messers ist sonach nur die obere und laterale Fläche. Indessen kommt letztere bei der Operation nicht in Frage und die Karotis oben kann leicht dadurch umgangen werden, dass das Messer sich den Weg zum Luftsack durch den Bauch des ürifTclmuskels bahnt und so unmittelbar in die Höhle gelangt, weil deren obere Wand mit dem Muskel verwachsen ist. Soll endlich das Messer von unten her in den Lnftsack ein-oder ausstechen, so stösst es hier weder auf Nerven noch Arterien, sondern nur auf die subkutan gelegene äussere Gesichtsvene, die sich aber, weil von aussen sichtbar, leicht vermeiden lässt, ja sogar einen Anhaltspunkt für die Operations' stelle abgiebt.
Anwendung des Luftsackkatheters. Zum Sondieren des Luftsackes sowohl als zur Entleerung desselben, sowie um Einspritzun­gen vorzunehmen, hat Günther sen. eine Röhre (Fig. 231) konstruiert, welche, mit der vorgebogenen Spitze b nach innen gerichtet, in den hinter n Luftgang der Nase (als den weitesten und zugleich dlreckt in den Rachen mündenden) SO hoch hinaufgeführt wird, dass sie. in der Rachenhöhle angekommen, durch entsprechende Wendungen
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Anwendung des Luftsackkatheters.
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schliessllch in die Spalte der Eustachischen Ilülirc eintritt.
Bevor man zum Sondieren schreitet, wird die Iiöhre aussen zur Seite des Kopfes angelegt, um darüber einen Anhaltspunkt zu gewinnen, wie weit die Eustachische Ilöiire vom Rande des Nasenflügels entfernt ist. Diese Entfernung beträgt genau soviel, als der laterale Augenwinkel vom Nasenrande weg­liegt, legt man daher die Katheterspitze aussen an den Augenwinkel an und schiebt dann den Zeiger f mit seiner Stellschraube g soweit herab, bis letztere genau am Flügelrand der Nase anstellt, so hat mau auch den Massstab, wie tief das Instrument einge­führt werden muss.
Es ist einleuchtend, wie schwierig es am stehen­den oder liegenden Tiere sein wird, die ohnedies dicht und flach an der Rachenwand anliegende Platte der Ohrtrompete glücklich mit der Spitze zu überwinden, trotzdem die Richtung des Griffes c immer auch die der Spitze angiebt und wie wenig sich Pferde ein derartiges öebahren gefallen lassen, iiameutlich wenn die Entleerung von Schleim oder die Injektion medi­kamentöser Flüssigkeiten öfter vorgenommen werden mnss. Forst er hält es mit Recht nur für einen günstigen Zufall, wenn man mit dem Katheter in den Luftsack gelaugt. In der That führt auch das Katheterisieren in der Regel zu einem Misserfolg, ab­gesehen davon, dass es oft praktisch undurchführbar ist, das Pferd immer wieder niederzulegen. Aus diesem Grunde wird auch von dem Instrument kaum mehr Gebrauch gemacht und könnte es höchstens zur Prä-yisierung der Diagnose Dienste leisten. Aber auch dann kommt man nicht zum Ziele, wenn der Zugang zum Luftsack durch vertrocknete Schleimpfröpfe völlig versperrt, die blutige Operation daher doch nicht zu
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zu machen, ist sogar verwerflicl
eters Einspritzungen
da die betreffende
Fig. 381. Luftsackkathetor.
Flüssigkeit bei der Inspiration leicht unter den Kehldeckel und in die Bronchien gelangen kann; Haubner verlor iiiedurch mehrere Pferde (Fremdkörperpueumonie). Zum (duck ist
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er isistiert zum Unterschied von anderen Respirationskatarrhen oft längere Zeit oder kommt er wie bei gesenkter Kopfhaltung während des Kauens, Reitens u, s. w. plötzlich massenhaft zum Vorschein und macht den Eindruck, als ob der Schleim längere Zeit irgendwo gelegen wäre. Erst bei stärkerer Ansammlung macht sieb in der Olirdrüsengegend eine teigige fluktuierende Vorwölbung bemerklich, welche durch von anssen angebrachten Druck Röcheln, Schling- und Atembeschwerden. selbst Erstickungsgefahr erzeugt, jedoch nicht höher temperiert, schmerz­los ist und auf Massage sich verliert. Mit der Zeit wird der Abtiuss durch die Eustachische Röhre und die Choanen dadurch gestört, dass der flüssige Anteil der Schleimraassen resorbiert wird und das Sekret zu einer käsigen Masse oder zu festen rundlichen grauen Konkre­menten (den sogenannten riiondroiden) sich eindickt. Zuweilen ist auch Blut oder Luft in dem Sack enthalten.
Anatomisches. Die nur den Einhufern eijrentümliclie bentoltormigo Erwei­terung der Eustachischen in den Pharynx mündenden Röhre, welche bei andern Tieren nur einen engen gleichmässig weiten Kanal bildet, nimmt ihrer Länge nach den Raum ein zwischen dem ersten Halswirbel (Flügelgrube dos Atlas) und der Schhmdkopfwand und der Rreite nach stösst der Luftsaek anssen an die grosseu Zungenbeinamp;ste und die Parotis (oben an den Griffclmuskel) an, Innen in der Medianlinie des Körpers treffen sich beide Luftsäcke und sind nur oben durch die Eopfbeuger getrennt, Bläst man den gesunden Sack auf, so erreicht er fast die Grosse eines Kindskopfes, stösst allseitig an die genannten Teile an und lässt eine tiefe laterale Rinne erkennen, welche der grosso Ziingenheinast eingegraben hat. Der gesunde Luftsack fasst etwa ein halbes Liter Flüssigkeit. Seitlich liegen die Aste des V. Nervenpaares, am ohern Ende die Carotis interna und das TX. bis XII. Nervenpaar dicht an, gefährlich betreffs des Messers ist sonach nur die obere und laterale Fläche. Indessen kommt letztere bei der Operation nicht in Frage und die Karotis oben kann leicht dadurch umgangen werden, dass das Messer sich den Weg zum Luftsack durch den Bauch des Griilehmiskels bahnt und so unmittelbar in die Hoble gelangt, weil deren obere Wand mit dem Muskel verwachsen ist. Soll endlich das Messer von unten her in den Luftsack ein-oder ausstechen, so stösst es hier weder auf Nerven noch Arterien, sondern nur auf die subkutan gelegene äussere Gesichtsvene, die sich aber, weil von ausseiraquo; sichtbar, leicht vermeiden lässt, ja sogar einen Anhaltspunkt für die Operations­stelle abgiebt.
Anwendung des Luftsackkathetei-s. Zum Sondieren des Luftsackes sowohl als zur Entleerung desselben, sowie um Einspritzun­gen vorzunehmen, hat Günther sen. eine Röhre (Fig. 231) konstruiert, welche, mit der vorgebogenen Spitze h nach innen gerichtet, in den hintern Luftgang der Nase (als den weitesten und zugleich direckt in den Rachen mündenden) so hoch hinaufgeführt wird, dass sie, in der liachenhöhle angekommen, durch entsprechende Wendungen
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Ks ist einleuchtend, wie .schwierig es am stellen­den oder liegenden Tiere sein wird, die olineilios dicht und flach an der Rachenwand anliegende Platte der Ohrtrompete glücklich mit der Spitze zu überwinden, trotzdem die Richtung des Griffes c immer auch die der Spitze anglebt und wie wenig sich Pferde ein derartiges Gebahren gefallen lassen, namentlich wenn •die Entleerung von Schleim oder die Injektion medi­kamentöser Flüssigkeiten öfter vorgenommen werden muss. F 0 r s t e r hält es mit Recht nur für einen günstigen Zufall, wenn man mit dem Katheter in den Luftsack gelangt. In der That führt auch das Katheterisieren in der Regel zu einem Misserfolg, ab­gesehen davon, dass es oft praktisch undurchführbar ist. das Pferd immer wieder niederzulegen. Aus diesem Grunde wird auch von dem Instrument kaum mehr Gebrauch gemacht und könnte es höchstens zur Prii-y.isierung der Diagnose Dienste leisten. Aber auch dann kommt man nicht /ma Ziele, wenn der Zugang zum Luftsack durch vertrocknete Schleimpfröpfe völlig versperrt, die blutige Operation daher doch nicht zu umgehen ist. Mittelst dos Katheters Einspritzungen
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Eröffnung des Luftsacks,
die Kikraiikuug eine im (iaiizen sehr seltene, oder verschwindet wieder, wenn die Tiere, wie besonders Fohlen, auf die Weide ge­bracht werden.
Operative Eröffnung des Luftsacks.
Sobald in der obigen Weise die Diagnose feststellt, schreite! man, nachdem von innerlichen Katarrhmitteln oder Inhalationen keine Hilfe zu erwarten ist, alsbald zur Eröffnung des Luftsacks. Durch die Operation kann der chronische Katarrh mit Sicherheit beseitigt werden, sofern nicht schon anatomische Entartungen eingetreten sind. Eine ausgebreitete granulierende Sclüeiinhautentzttndung widersteht auch der direkten Behandlung, ebenso wenn schon eine beträchtliche laiftsackerweiterung eingetreten ist, in deren (iefolge es bald zu Ver­dickungen und Verwachsungen des Luftsacks kommt. Ebenso gelingt die Heilung schwer oder gar nicht bei Auftreibungen des letzteren, welche durch abnorme Ansammlung von Luft entstehen, nur Degive beschreibt einen Fall gelungener Wiederherstellung durch Alkobol-injektionen.
Cm von aussen am Halse in den Luftsack einzudringen, hat man drei Methoden, entweder geschieht es I. von oben her: ü. von unten her und 3. man dringt oben ein und unten aus. Trotz der ge-fiircbteten oberen Halsgegend ist die blutige Operation nicht mit (ie-fahr verbunden, da die Wege des Instrumentes genau bekannt sind. Auch die Technik selbst kann kaum eine schwierige genannt werden, denn der pathologisch gefüllte, pralle Sack kommt dem Messer gleich­sam entgegen und drängt Nerven wie (iefässe zur Seite. Auch die frühere Aufstellung, die Operation könne nur am liegenden Pferde vorgenommen werden, ist widerlegt worden, nur sehr empfindliche, unruhige Pferde erfordern das Niederwerfen. Am stehenden Pferde operiert man nicht bloss leichter, sondern auch bequemer und ist das Hauptaugenmerk darauf zu richten, dass der Kopf nicht zu sehr ge­streckt werde. Iliedurch wird der Raum zwischen Hinterkiefer und Atlas erbreitert und gleichzeitig auch jene Spannung der betreffenden Teile erzielt, welche sie während des Vorgehens mit dem Messer vor Verschiebung sichern.
1. Methode Chabert (1779). Eröffnung von oben. Da die Operation nicht dringend ist, wartet man ab, bis der kranke Luft­sack vollgefüllt ist und macht dann nach dem Abscheren der Haare und Desinfektion der Stelle einen 6—7 cm langen Hautschnitt längs des Randes vom Flügelfortsatz des Atlas, bleibt jedoch eine Klein-
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Operative ISrftffnung dos Luftsacks,
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fingerbreite vom genannten Rand weg, um den dorl dicht vorbei­streichenden Ohraerven nicht zu verletzen. Hierauf wird auch der Ilautmuskol getrennt und nun sucht man sich den Zugang ZU dem Griffelmuskel des Hinterkiefers freizumachen. Von den beiden Haut­lappen braucht nur der hintere etwas wegprftpariert vm werden, wor­auf der Rand der blassrötlicheu Ohrdrüse zum Vorschein kommt, den man von seiner lockeren Unterlage mit einem stumpfen Instru­mente ablöst, zur Seite legt und jetzt in dem weitmaschigen Zell­gewehe mit dem Finger sich bis zum Griffelmuskel des Ilinter-kiefers Bahn bricht, der unter der Ohrdrüse liegt, zwar von reichlichem Bindegewebe bedeckt ist, jedoch vermöge seiner tiefroten Farbe durch­schimmert und auch leicht gefühlt werden kann, wenn der Kopf ge­beugt und gestreckt wird. Da unmittelbar der Luftsack unterhalb angewachsen ist, braucht nur sein Muskelbauch in der Mitte und längs der Fasern mit einem Spitzbistouri (das lieft des Messers gegen den Flügelfortsatz geneigt) oder besser mit Hilfe eines Trokarts durchstochen zu werden, um mit der Spitze in der Luftsackhöhle an­zukommen. Der Muskelschnitt wird mit dem desinfizierten Finger er­weitert. Nun dringt der flüssige Inhalt hervor und kann vollends durch eine Spritze ausgezogen werden. Die weitere Behandlung ge­schieht durch Einspritzungen von Adstriugiermitteln, bis Heilung er­folgt ist, worauf die Hautwunde geschlossen wird. Dieser Chabert-schen Methode kann mit Hecht der Vorwurf gemacht werden, dass sie den mit krankhaften Sekreten angefüllten Sack statt von unten, von wo aus diese samt den Einspritzungen von selbst ausfliessen können, von oben öffnet, sie wird daher kaum mehr ausgeführt und giebt man jetzt der Viborg'scheu Methode allgemein den Vorzug.
2. Methode Viborg (1802). Eröffnung von unten, dem tiefsten Punkte des Luftsacks, um eine vollständigere Entleerung zu ermöglichen. Die Operation kann bei ruhigen Pferden ebenfalls im Stehen ausgeführt werden, Gefahr kann sie nicht bringen, denn Viborg hat einen Weg gefunden, auf welchem weder Gef'ässe noch Nerven getroffen werden und zwar hat der Einstich in jenem Dreieck zu geschehen, welches 1. von der Sehne des Brustheinkiefermuskels, die sich beim Strecken des Kopfes gespannt anfühlen lässt, 2. von der Krümmung des Hinterkieferrandes und 8. von der änsseren Gesichtsvene (Kinnbackenvene) gebildet wird, die man nur an der Jugularis anschwellen lassen darf, um sie deutlich hervortreten zu lassen.
In der .Mitte dieses sogenannten Viborgquot;schen Dreiecks wird
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Eröffnung des Luftsacks.
Flg. W2. mftsacktrokart.
Lecoq niiichl
der mehrere Centimeter lange Hautscbnitt in der Richtung der Sehne gemacht, der Hautmuskel ge­trennt und nun bei gestrecktem Kopfe und Urust-beinkiefermuskel, dessen oberer Teil jetzt deutlich sichtbar wird, mit dem Finger oder Skapellhefte ein Weg bis zum Luftsack gebohrt, wobei fast nur Zellgewebe zu überwinden ist. Damit bei dein nun folgenden Einstich die untere Luftsackwand nicht ausweicht, hiilt man sie mit einem spitzen Ilaken fest und geht mit einem aufwärts geschobenen Trokart in die Schleimhauthöhle ein, um sie gründ­lich zu entleeren und zuletzt mit einer desinfizie­renden Lösung sorgfältig auszuspülen. Behufs der Weiterbehandlung legt man am besten ein Drain­rohr ein und näht es an die Haut fest, bis Heilung eingetreten.
3. Methode Dieterichs (1822). Kr Öff­nung von unten und oben. Diese Methode bildet nur die Kombination der beiden vorher-besprocheuen und hat Dieterichs die unwesent­liche Modifikation angebracht, statt durch den Griffelmuskel hindurch neben demselben am hin­teren Bande in den Luftsack einzudringen; ist dieser eröffnet, so schiebt man eine englische Haarseil­nadel oder einen gekrümmten Trokart (Fig. 232) von oben herab ein und durchsticht den Grund des Luftsacks und die Haut so, dass die Spitze im Viborg'schen Dreieck zum Vorschein kommt. Nach dem Ausziehen des Stilets führt man mittelst einer Ohrsonde ein Land durch die Trokarthülse (nachdem zuvor die untere Hautöffnung erweitert worden ist) oder ein langes gefenstertes Drainrohr und lässt es nach Entfernung der Kanüle liegen.
Diese Berliner Methode kommt wenig mehr zur Ausführung, da nicht einzusehen, warum auch von oben her eine Eröffnung notwendig ist. Die Ansammlung von Konkrementen u. dgl. kann auch durch die untere Öffnung beseitigt, werden, den Einschnitt 1—5 cm vom Elügelfortsatz des
Atlas entfernt, legt den oberen Parotislappen zur Seite, durchschneidet
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Operation an der Scliilddriiüe.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 2!) 7
die Aponeurose des gemoinschaitlicben Muskels und sucht nun In der
Tiefe den Griftelfortsatz des Oberliauptbeins auf, um den Griffel-zungenbelnmuskel zu durchsteclien, wodurch der Finger eben­falls in den Luftsack gelangt. Peuch endlich begnügt sich mit einem einfachen Trokartstich in das Viburg'sche Dreieck, es folgen dabei aber leicht Rezidive nach.
Litteratur. Vatel, Krankh. der Lufts. und ilire Anat. liec. 18^2. 102. — Delafond, Eec. 1833. 633. — Eleouet, Schnitt nach Chaliert. Eec. 1830. 817,
—nbsp; nbsp; Conrad, Haarseil gezogen. G. u. H. 1889, 91, — Lecoq, Journ, de Toul. 1841, 101, — Günther, s. Methode. Nebel U, Vix I. 418, —- üösch, Operat. nach Chabert, Schweizer Arch. IX. 814, — Lafosse, Versuche. ]!ec. 1850. 190.
—nbsp; nbsp;Girardi, Eec. 1850. 302. — G n r 11, G. u. II. 18Ö6, 821. — Haubner, Giintlier'sche Methode. Siiclis. Jahresher. 1859. 48. -14. — Lehlanc, Eec. 1850. 302. — Leisering, Sachs, .(ahresher. 1801. 15; ilid. Erler 1808. 54. — Engelmaier, Klee im Luftsack; Höhne, Chondroiden. G. u. II. 1806. 50.
—nbsp; Caparini, Krankh. des Lufts. Tierarzt 1880. 161. — Dohesch, Blut im Lufts. Mon.-Schr. Ver. östr. 1884, 102. — Degive, Anna), de Brux. 1833. 2. — Operation Adam Woch. 1885. 129; ilid. Schlampp, Futter im Lufts. 18884. No. 8.
—nbsp; nbsp;quot;Weber, Berl. Woch. 1800. 75. Zweimalige Eröli'nung des Luftsacks. — Sequens, Veterinarius (ungarisch) III. Luftsack durch Asporgillus erkrankt, tötl. Schluckpnenmonie, — Baldoni, Clinica vet. 17. Bd. S. 212. Die Operation soll nach Yiborg am ungefährlichsten sein. — The Vet. 1895. S. 710. Operation gegen Tympanitis des Luftsacks, — Möller, Lehrh. d, Chirurgie 1804. — Bayer, Operationslehre 1890.
XXII. Operation an der Schilddrüse.
Wenn die Schilddrüse erkrankt, können verschiedene patholo­gische Prozesse vorgehen, immer ist jedoch, wenn eine Operation an­gezeigt ist, damit eine erhebliche Umfangsvermehrung verbunden, welche das Tier verunstaltet oder zu mehr oder weniger hervortretenden Stö­rungen der Zirkulation, der Atmung und des Schlingens führt. Meist handelt es sich in dem der Schilddrüse eigentümlichen Gewebe um hypertrophische oder hyperplastische Vorgänge (Adenom), seltener um heteroplastische Geschwülste, z. 15. Sarkome, Carcinome.
In der Jugendzeit kommen bei allen Haustieren Kropfgeschwülste vor. besonders bei Hunden, sie erfordern aber keine besondere Be­handlung und verschwinden bald von selbst. In anderen Fällen reicht schon eine innere Behandlung aus, da man an dem Jod ein spezifi­sches Mittel besitzt, das auch durch äussere Applikation wirksam ist und erweisen sich besonders dienlich die intraparenchymatösen Ein­spritzungen von Jodtinktur, in neuester Zeit die innerliche Verab-
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Operation iin der SchiUUlriiso.
reichuug gesunder Schilddrüsen oder deren wirksame Präparate, die jetzt manche Operation unnötig macht.
Exstirpation der Schilddrüse. Führt die ftusserliche oder innerliche Kropftherapie nicht /.um Ziele oder ist es schon zu den genannten Störungen gekommen, kann die Ausrottung der Geschwulst dringend notwendig worden. Früher entschloss man sich nur schwer liiezu bei Mensch und Tier, die Operation war geftthrlich und ist seihst Tod eingetreten, wenn beide Drüsenlappen vollständig entfernt wur­den. Der Tod erfolgt unter Intoxikationserscheinungen oder jener Symptomeugruppe, die als Thyreopriva bezeichnet wird. Wie bekannt lehrt auch die heutige Physiologie, dass der Schilddrüse die besondere Funktion zukommt, gewisse Selbstgifte des Körpers zu neutralisieren, keineswegs darf daher die Drüse in toto ausgerottet werden, es ist vielmehr bei der Operation die Erhaltung des noch funktionsfähigen Gewebes zum kategorischen Gebot geworden. Die Entfernung der Hälfte der Drüse ist unbedenklich.
Zum Glück treten die meisten Strumen nicht in diffuser Aus­breitung auf, sondern mehr in Form umschriebener oder abgekapselter Knoten und kann das dazwischen liegende, gesund gebliebene Driisen-gewebe erhalten bleiben, wodurch die Operation ungefährlich wird, da nur eine intraglanduläre Ausschälung stattzufinden hat (Enucleation). Zeigt sicli der Tumor nicht diffus mit der Luftröhre verwachsen, ist er mehr abgegrenzt, selbst gestielt, kann er ähnlich wie andere (ie-schwülste nach allgemeinen chirurgischen Hegeln entfernt werden-Nach Durchschneiden der Haut sowie der anliegenden Muskeln und erfolgtem Ausschälen der erkrankten Partie aus der Drüse, hezw. dem betreffenden Blndegewebslager, wird am Grunde der Geschwulst. wo die Hauptgefässe ein- und austreten, eine elastische Ligatur um­gelegt und nachher der Tumor abgeschnitten. In anderen Fällen ist es sicherer, alle Gefässe einzeln zu unterbinden, denn sie sind meist stark erweitert und dünnwandig und ist aus diesem Grunde auch die Anwendung des Ecraseurs oder Glüheisens nicht ratsam. Der Brand­schorf wird leicht abgestossen und die Kette des ersteren leitet die Trennung zu rasch ein. Sollte die Kropfgeschwulst mehr der Breite nach aufsitzen, trennt man der Vorsicht wegen erst das Zellgewebe dicht an den .Muskeln der Luftröhre mit einem stumpfen Imstrumente. zieht die kranke Partie mit den Fingern hervor und schreitet dann erst zur Gefässligatur, was eine ziemlich mühsame Arbeit ist. Ge­schieht es nicht sorgfältig, erfolgt sehr leicht Nachbluten und muss auch besondere Rücksicht darauf verwendet werden, dass beim Ab-
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Operation iler Aderllstel.
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schneiden vor der Schlinge genügend (iewelie zurückbleibt, um diese In ihrer Lage zu sichern.
Den Schluss der Thyreodektomie bildet tlas Vernähen der Hautlaquo; wunde und reichliches Verwahren der Hefte mit Jodofonukollodium oder Glutol. Ein Verband lässt sich bei der Beweglichkeit des Halses nicht gut anbringen und könnte eher schaden als nützen.
Litteratur. Günther, Nebel u. Vix 1884, 488, — Co a tea, The Vet. 1848. 498. — Sohraid, Rep. 1860. 291. — .lohne, Sachs. Ber. 1888. S. 88; ibid. 1880 S, 44 und 188], S. 81. — Per clval 1, The Vet. lH5i 691. - Elouet, I!ec. 1866, — Leisering, Sachs. Jahresber. 1867, — Maumend, Cpts, rend. 1854. — Massot, Kochs Revue 1887. 68. — Biondi, Berl, Woch. 1889, 12; ibd, 1! a go wit/. 848. — Schweizer Arch. 1888. 52. — Kochs Encyklop. V. 548. Lydtin, Bad. Mitteil. 1888. S. 11. — Jewsejenko, Jahresber. 1888. S. 126. — Broisaoher, Arch. f. Physiol. 189L. 8. 509, — Ilonert, Ztschr. f. Vet.-Kunde 1891. S. 228, — Annal. de Unix. 42. Jahrg. S. 483. Etudes de la tbyreo-dectomie experimentale von I'rof. Gratia. — Ilutyra, Osterr. Vierteljahresschr. Xcuo Folge 4. S. 20. Schilddriiscnkrcbs. — Neuraud, Joum. de Lyon 1890. S. 69. Exstirpation bei den einzelnen Tiergattungen. — Cadiot, Recueil 189.'3. S. 170. Primäres Sarkom der Schilddrüse. — Chenier, Revue vet. 1894. S. .'iO.'J.
XXIII. Operation der Aderfistel.
Aderfisteln kommen bei den Tieren nur an Aderlassstellen vor. wenn die Umgehung des betreffenden Gefftsses mit Blut infiltriert wurde und durch Thromhusierung innerhalb und ausserhalb der Ader sowie durch Einwanderung von Kokken, Fäulnisbakterien sich eine Venenentzündung mit Ausgang in Eiterung oder Jauchung eingestellt hat.
Als Ursache einer derartigen Phlebitis und Periphlebilis ist meist die Ver­wendung unreiner, nicht desinfizierter Instrumente oder Yerschlussmaterialien (Haare, Bindfaden) zu beschuldigen, ebenso aber auch Reiben und Scheuern der Aderlass-stellc, Quetschung der Venenwunde, ungeschicktes Anbinden an Halsriemen oder Ketten, zu feste Schlingennaht, behinderter AbfluSS des Blutes {zu frühes Auflegen des Kummets, fortwährendes Niederhalten des Kopfes auf der Weide), Klaffen der Vene, öfteres Einschlagen mit der Fliete, Zerreissen der Wundränder etc. Nachdem fast nur an der Jugularis zur Ader gelassen wird, kommt die Aderfistel auch meist hier vor und auch wohl nur bei Pferden u n (1 Rinder n; sie ist in dem Masse seltener geworden, als zur Zeit auch weniger mehr Gebrauch vom Blutlasscn gemacht wird.
Beschränkt sich die Venenentzündung wie häufig auf das para-vaskuläre Zellgewebe, kann spontane Heilung auch bei intravenösen Gerinnungen und selbst bei schon eingetretener Eiterung eintreten, sobald das Gefäss mit derben Thromben verstopft wird und die fistu-
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Operation der Adcrfisiel.
löse Öffnung mit ihnen zu einem festen Strange verwächst. Der Eiter und die zerfallenen Koagula werden allmählich nach aussen entleert und bildet sich schllessUch eine cylindrische fibröse Narbe. Ener­gische Applikation der Kantharideiisalbe und Verhinderung der Be­wegung des Halses durch einen Holzstab leisten im Anfang ausge­zeichnete Dienste, ebenso das Brennen einiger Längsstriche. Der Ausgang in Verjauchung und Nekrose ist im ganzen selten, der Ver­lauf aber dann ein langwieriger, auf Wochen und Monate sich er­streckender.
Aufspalten der Fistel ist vor allem nötig, sobald es zum Verfall der Produkte gekommen ist. Es ist wirksamer als blosse In­jektionen mit der Pravaz'schen Spritze, um antiseptische Flüssig­keiten einzuführen. Minschnitte auf die Höhe der Geschwulst (von den eiternden Stellen ausgehend, nachdem die Haare geschoren und die Haut desinfiziert worden), erweitern zugleich die Wunde und ge­statten ein mechanisches Entfernen der vorhandenen Gerinnsel, worauf Raum geschaffen ist zur Zerstörung sowohl der Entzündungserreger, als auch zur direkten Behandlung der kranken Venenwand. Ohne das Messer ist eine gründliche Zerstörung und Umwandlung der Ge-schwürsfläche nicht möglich.
Nach Eröffnung der Geschwulst wird ein ausgiebiger Gebrauch von dem scharfen Löffel (unter Schonung der Stellen an den Seiten-ästen) und hierauf von desinfizierenden Mitteln gemacht (öprozentiges Karbolwasser). Auch der l'Iatinbrenner kann jetzt gute Dienste leisten und werden auch, wenn notwendig, ein oder zwei Drains eingelegt.
Bei grösseren Fisteln ist eine ausgiebige Spaltung derselben sowohl nach aufwärts (oft bis zur Gesichtsvene und weiter) notwendig, als auch nach abwärts und dem Durchziehen eines Haarseiles. Avie es früher üblich gewesen (Brogniez), vorzuziehen. Beim Aufschlitzen erfolgende kleine Blutungen müssen alsbald, da sie sich sonst beim Kauen wiederholen, durch eine Ligatur zum Stehen gebracht werden. Alles weitere muss der antiseptischen Weiterbehandlung und Einleitung einer gesunden Granulation überlassen werden und ist vornehmlich zu unterlassen, dass zu viel an der kranken Stelle manipuliert wird. Leicht lösen sich kleine Teilchen ab und können Embolien erzeugen. Bei weit ausgebildeten Fisteln und besonders wenn wiederholt Blutungen auftreten, ist Heilung nur von dem Ausschalten der ganzen kranken Partie zu erwarten.
Die Unterbindung der stark infiltrierten, entarteten, fistulösen Masse 1st mühsam und vorsichtig auszuführen. Sie muss stets im
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gesunden Teile der Neue vorgenommen werden und zwar nicht bloss an der oberen Grenze, sondern auch zeiitrahviirts. zu welchem Zwecke das Tier niedergelegt wird. Am oberen und unteren Ende wird ein Hautsciinitt gemacht, der Veiienstrang blossgelegt und mit einer ge­krümmten Wundnadel, liezw. der Deschamp'schen Unterbindungsnadel (S. 180) uinstoclien. Der schwachen und oft miirhen (iefasswandungen wegen wird statt mit Fäden besser mit einer seidenen oder Gummi­schnur (schmalem aufgeschnittenem (tummirlng) unterbunden und nicht zu fest geknüpft, auch schadet es nichts, wenn ein Teil des umgeben­den, oft schwer loszuprftparierenden, hypertrophischen Bindegewebes mit eingebunden wird. Damit in dem zwischen beiden Ligaturen be­findlichen Zwischenstück der Vene keine Spannung eintrete, wird die oben und unten abgeschnürte Vene der Länge nach aufgespalten oder mit Messer und Pinzette sorgfältig auspräpariert. Nunmehr kann leicht eine durchgreifende autiseptische Behandlung eingeleitet werden, welche zugleich die früher übliche und nicht ganz ungefährliche Ex-stirpation des Teils (durch Ausschälen) überflüssig macht. Durch regelrechte Granulation und eiterige Abstossung entsteht bald eine Obliteration des ausgeschalteten Venenstücks, worauf die Haut durch Nähte vereinigt wird, um die Heilung zu vollenden.
Litteratur. Renault n. Bouley, Rec. 1H8(). 478. — Godlne, Journ. pi-at. IHM. — Read, Eiterband, Scharfsalbe, The Vet. 1840. Kep. 1841. 50: ibd. 1842. 350. 1848. 152. Glüheisen. — Leblanc u. Bouley, Unterbind Rec. 1857. .'314; 1850. 417; 1858, 789. — Hartwig, 0. U, II. 1840. 500. — G 011 x, Journ. d. Toul. 184;). 17, Unterbindung, — l'cters, 0. u. II. VI. S. 818. Radikal-beilnng. — Key, Eiterige Fblebitis. Journ. d. Lyon 1848; Rep. 1848. 814. — Valtat, Unterbind, ist gefährlich. Rec. 1848. 892 und 1005. — Duvicusart. Allgcm. Behandl. Annal. de Bmx. 185;!. 571. — Leblanc, Aufschlitzen uotw., der Thrombus kann gcscliont worden. Journ. de Lyon 1858; Rep. 185K. 14. 117. — Repcrtor. 1857. S. 27. Zwei tötl. Fälle von Exstirp. der Vene. — S e r r e s, Aderfistcl bei Rindern. Journ. de Toul. 1S52. 608.
XXIV. Operationen am Kehlkopf.
Von chirurgischen Eingriffen am Kehlkopf kommt hier nur jene Operation In Betracht, welche bei Vorhandensein des Pfeiferdampfes. d. h. des chronischen Keblkopfpfeifens, zuweilen ausgeführt wird.
Die Muskeln des Kehlkopfes, welche die Stimmritze erweitern. d. h. der Quergiesskannenmuskel Fig. '23?,a, sowie der hintere und seitliche Kinggiesskannenmuskel b und c, welche den (liesskaimen-kuorpel nach oben und hinten ziehen, werden nicht selten infolge
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Operationen am Kehlkopf.
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Erkrankung des sie mit motorischen Nerven versorgenden /.uriick-lauf'euden Nerven einseitig und zwar gewöhnlich auf der linken Seite gelähmt, so dass sie samt letzterem in fettige Degeneration verfallen, erblassen und atrophieren. Iliemit ist stets eine Lähmung der linken Larynxhiilfte verbunden und kann jetzt beim Einatmen die Stimmritze nicht mehr genügend geöft'net werden, denn die Haupt­stütze des Kehlkopfs, der Giesskannenknorpel (Cartilago arytaenoidea) senkt sieh nunmehr und hängt dann in die Kehlkopfhöhle herein. wodurch diese verengert wird und bei der Bewegung des Tieres (selten im Stande der Ruhe) ein eigentümliches Inspirations­geräusch entsteht, das bald als Pfeifen oder Bohren, bald als Keuchen, Kücheln, Schnarchen oder (jiiemen vernommen wird. Nur in schweren Fällen ist dieses stenotische Geräusch auch ein exspiratorisches.
Charakteristisch für die Atrophie der Erwei­terer ist ausserdem, dass das Geräusch mehr und mehr verschwindet, je weniger man Luft in die Nase eintreten lässt, indem man die stark aufgerissenen Nüstern durch Drücken mit der Hand zur Hälfte verengert, auch kann der Schwund des Ringgiess-kannenmuskels (bei edleren Pferden) von aussen dadurch nachgewiesen werden, dass sich der linke Giesskannenknorpel (Arythän- oder Arvknorpel) bieim Umgreifen des Kehlkopfs mit dem Finger tiefer eindrücken lässt, als der an der anderen gesunden Seite. Ausserdem kann die Schiefstellung des Kehlkopfs auch bei der Beleuchtung mittelst des Laryngoskopes gesehen werden (Polansky). Am stärksten röhren junge Pferde, wobei es oft zur Erstickungs-gefahr kommt, weniger ältere Tiere wegen der zunehmenden Rigidität der Muskeln.
Andere Ursachen als die Becurrenslähmung liefen nur sehr selten (wenige Prozente) vor, wie z. 15. Anfülliinpen des Luftsaoks, Aftcr^ewäclise in den obern Luftwegen, Drüsengeschwülste, Abplattung oder Einkniokung von Lnftröhrenringen, Rotzherde, phlegmonöse Rachenentzttndung, chronische Chondritis des Kehlkopfs. Warnm gerade immer der linksseitige Nerven erkrankt, erklärt sich aus seinem viel längeren Verlaufe und seiner Ausbreitung bis in die Brusthöhle, wo er sich um den Aortenbogen schlingt; dadurch ist er auch mehr Insulten ausgesetzt, namentlich Dehnungen (Wachstum des Halses, des Herzens) oder erkrankt er hei Kntzündungen der Pleura, der Lungen (Urustseuche). (lanaschenzwang oder starkes Beizäumen
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Oponitionen am Kehlkopf.
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lioim Fahren und Reiten kann nicht als Ursache vorgenannter Art des Kohlkopf-jifeifens aufgestellt werden.
Im Anfange des Leidens köiiiien Einrfilbuugen von Kantha-ridensalbe oder von Jod- und Quecksilbermitteln versucht werden, sie sind nlier selten von Erfolg, ausgenommen bei Bindern (Jungvieh), bei denen das laryngeale Geräusch meist durch chronische Entzündung des Bindegewebes und Verengerung der Glottis entsteht. Audi. das Ziehen von Haarsellen oder Punktfeuer ist empfohlen. Ob bei Pferden tracheale Einspritzungen Iproz. Strichninlösungen il.evi. V. Chelchowsky) oder die Lugol'sche Solution von Wert sind, ist zweifelhaft, es können indes Versuche gemacht werden und lassen sich medikamentöse Irrigationen des Kehlkopfs auch von der Nasen­höhle aus anbringen, nachdem Bayer einen besonderen Zerstäuber konstruiert hat, dessen Rohr durch den unteren Nasengang eingeführt wird. Einigermassen Hilfe kann dadurch geschaffen werden, dass man einen Druck auf die falschen Nasenlöcher anbringt, er/engt durch zwei am Nasenriemen hefestigte Peloten (Reve); es tritt dabei wenig­stens eine Verminderung des hörbaren Atmens ein. Heim Menschen wird die Elektrotherapie mit Erfolg angewendet.
Die operative Hilfe ist verschiedener Art und hat entweder die gänzliche Ausschaltung des Kehlkopfs für das Atmen zum/wecke (Tracheotomie) oder die Entfernung der Ursache, d. h. des ge­lähmten Giesskannenknorpels und seines Stimmbandes, obwohl auch dadurch auf Beseitigung der Hemipiegie mit Sicherheit nicht gerechnet werden kann. Wenn die letztgenannte Exstirpation umgangen werden soll, kann auch das Einlegen eines Tracheotubus versucht werden, dessen obere Röhrenhälfte bis in die Glottis reicht und diese geötfnet hält. Zu diesem Zwecke führt man den Luftröhrenschnitt (s. d.) dicht unterhalb des Kehlkopfes aus und legt den Tubus in die Öffnung; er kann bei entsprechender Reinigung Jahre lang liegen bleiben. Kris­haber (liecueii de möd. vct. 1878) empfiehlt die subcricoidale Tracheotomie vorzunehmen, d. h. auch das Band zwischen dem ersten Luftröhrenringe und dem Ringknorpel des Kehlkopfes durchzuschnei­den. Die Operation ist unschwer auszuführen und bringt zuweilen Hilfe oder wird sie versucht, nachdem von der Exstirpationsmethode in praxi aus unten ersichtlichen Gründen, nur selten Gebrauch gemacht wird.
Geschichtliches. K. Gi'inther (1823) war der Kiste, welcher eingehende Studien üher die Möglichkeit der Entfernung des Ar yh n o r p eis angestellt hat und ist auch den anatomischen Veränderungen heim Rohren niiher auf den Grund gegangen; dieselben sind zum Teil früher schon durch Godine 0811), Dupuy (1825) und spater von Vouatt (1833) beschrieben worden. Die
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Operationen am Kohlkopf
unifassemlen Arbeiten des Erstercn Ijezogen sicli auf über 100 Pferde (Nebel und Yix I. 1834) und war dabei sein Bestreben zuerst darauf geriebtet, das Atmuiij,'S-hindernis durch Entfernung des S t i m in b a n d e s oder durch Kxarti-k u 1 a t i o n des G i e s s k a n n e n k n o r p e 1 s in tote zu beseitigen. Letztere Operation verhinderte den Yorschluss des Kehlkopfs und bei der gleichzeitigen Ex-Stirpation auch der Stlmmtasohe trat ZU starke Narbenretraktion, Nekrose u. dgl, ein; ebenso misslang die Entfernung des Stimmbandes mit Schonung des Knorpels, sowie die Abtragung nur eines kleineren Knorpel-teils, während das Schonen der Verbindung der Räuder des Aryknorpels noch am ehesten Heilung erzielte (Günther. Topograph. Myologie des Pferdes). Am meisten hing das Gelingen der Laryngotomie von der Art der Narhenhildung ab und störten besonders die nachfolgenden Wucherungen innerhalb der Glottis, Günther war daher von seinen Erfolgen nichts weniger als erbaut und unterliess auch die Verütfentlichung derselben.
Später (1853) ahmte Stockfleth das obgenanute Verfahren der partiellen Resektion des Giesskannenknorpels nach und beschrieb die Giinther'sche Operation wie folgt:
Das Pferd wird zur Operation auf den Rücken gelegt und mit Chloroform narkotisiert. Kopf und Hals werden gerade ausgestreckt, die Haare geschoren und die Haut desinfiziert. Der Schnitt wird genau in der Medianlinie des Halses durch die Haut und die unterliegenden Kehlkopf- und Zungenbeimnuskeln bis in die Luftröhre geführt und mit dem Knopfbistouri nach oben bis zum sogenannten Adamsapfel, nach unten durch den Dingmuskel und die drei obersten Lnftröhren-ringe geführt. Die Ränder der grossen Wunde werden nun mit zwei stumpfen Haken auseinander gehalten, die Blutung mit kaltem Wasser gestillt; das in die Luftröhre hinahfliessende Blut wird mit einem Scbwiimmchen an einem spanischem Rohr aufgetupft. Man sieht nun die Bewegung des Kehlkopfs und der Stimmritze und beobachtet, dass das linke Stimmband ruhig bleibt, während das rechte sich mit Kraft auf und zu bewegt. Man zieht nun mit einem scharfen Haken den betretl'enden Pyramidenknorpel herab, während das Stimmband mit einem stumpfen Haken zur Seite gedrückt, wird. Mit dem Günther­seben Messer, welches auf die Fläche gebogen und geknöpft ist (Fig. 236), wird der Knorpel durch einen senkrechten Schnitt durch­schnitten und durch einen Schnitt an dessen Basis entfernt. Man muss nicht mehr Schleimhaut wegnehmen, als notwendig ist. Das Pferd wird nach der Operation aufgebunden und erhält den ersten Tag nur überschlagenes Wasser, später weiches Futter. Sollte durch die Entzündung Atemnot entstehen, so legt man einige Tage einen Tracheotubua ein; die Heilung der änsseren Wunde braucht drei bis vier Wochen, die der inneren dagegen sechs Wochen. Das Nähere
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Resektion nach Möller.
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siehe unten hei der .Müller scheu Methode. Stockfleth hatte in dieser Weise mehrere Fälle zur Heilung gebracht, die .Mehrzahl schlug aber fehl oder traten nachträglich sogar Verschlimmerungen des alten Lei­dens ein. Zuletzt (1878) schnitt er nur den oberen Teil des Ary-knorpels bis an eine Linie weg, welche von dem Hoden der oberen Incisur zwischen beiden Knorpeln fast senkrecht nach unten bis an das obere Ende des Stimmbandes und von da fast rechtwinklig nach vorne geführt wurde. Der Erfolg war kein besserer.
Als üble Folgen traten besonders Kindringen von Blut oder Futter in die Luftröhre, Luxuriatioueu und selbst Ilalstisteln ein, wes­halb das Verfahren, das auch von Gerlach aufgenommen wurde, bald SO in Misskredit kam. dass es verlassen wurde und man sich auf die Tracheotomie beschränkte, bis Möller nach Einführung der chirur­gischen Antiseptik die Arydektomie wieder aufnahm und durch ein­gehende, überaus verdienstvolle .Studien und Experimente zu verbessern suchte. Das Verfahren und Resultat derselben findet sich in der Monographie: „Das Kehlkopfpfeifen der Pferde und seine operative Behandlung. Stuttgart 1888.quot;
Die ersten diesbezüglichen Versuche hatten zum Zweck, den Giesskannenknorpel dadurch zu immobilisieren, dass seine gelenkige Verbindung mit dem Kingknorpel eröffnet wurde, um eine Ver­wachsung herbeizufüliren und dadurch das Hereinfallen in die Keld-kopfhöhle ZU verhindern. Letzteres sollte auch geschehen durch eine Ligatur, welche den Giesskannenknorpel an den Hingknorpel be­festigte. Der Erfolg war bei beiden Methoden ein ungenügender, ebenso auch die Myotomie, bestehend in Durchschneidung des hin­teren gelähmten Ringgiesskannenmuskels, um durch Narbengewebe eine Ketraktion zu veranlassen. Zuletzt gelangte .Möller ebenfalls zur Re­sektion des Giesskannenknorpels, welche sich als am vorteilhaftesten erwies und welche in Nachstehendem beschrieben werden soll.
Resektion nach Möller (Laryngotomie. 1888). Von dem Stockfleth'schen Kehlkopfschnitt unterscheidet sich die Möller'sche Ope­ration hauptsächlich dadurch, dass letzterer vermied, nur teilweise den Giesskannenknorpel abzutragen, .sondern ihn ganz oder fast ganz zu entfernen. Die partielle Resektion hatte allzuhäutig Eintritt von Brand in dem zurückgebliebenen breiten hintern Teil des Aryknorpels im Gefolge, auch wurde die grosse offene Knorpelwunde zu sehr von Futter und Sekreten Infiziert und bildete sich wählend des Nekroti-sierens eine bedeutende Anschwellung um den toten Knorpel herum, welche den Glottiseingang in hohem Grade verengerte. Ein Teil dieser
Sorlng'B Operatloneloliro, VI. Aufl.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;-jd
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Operationen am Kehlkopf
Übelstäude wird bei der Möller'schen Methode auch dadurch vermie­den, dass die Wunde in den ersten Tagen durch Tamponade aseptisch erhalten werden kann.
Um die schon von Günther beobachtete Gefahr des Eintretens von Blut und Futterstoffen in die Luftröhre zu verhindern, wird eine TamponkanUle nach dem Vorbilde der von Trendelenburg beim Menschen angewendeten zu Hilfe genommen (Flg. 234). Ein langer Tracheotubus, ähnlich den Barthel^my'schen, 1st mit einem Gummi-ballon umgeben, der mittelst eines (rechts herab­
hängenden) Gummigebläses mit Luft gefüllt wer­den kann.
An dem in der lüickenlage befindlichen, chloroformierten Pferde eröffnet Möller den Kehlkopf in derselben Weise, wie Stockfleth; es wird nach dem Abscheren der Ilaare ein Längschnitt vom Schlldknorpelausschnitt durch das Ringschildband und den Ringknorpel ge­führt. Da die linke Seite die gelähmte ist, so kniet der Operateur zweckmässig an der rechten Seite des Halses. Nach gehöriger In­formation über die Lage der Teile wird zu­nächst mit einem geballten Bisturi der Haut­schnitt geführt. Nun sucht man mit ein paar langen Schnitten die Brustzungenbein- und Brust­
Fig. 284 TamponkanUle.
schildmuskeln in der Mitte zu trennen, wodurch die Trachea und der Ringknorpel freigelegt
.1,1
werden. Erfolgt die Schnittführung genau in der Mittellinie des Halses, so ist die Blutung nur unbedeutend. Bei kalt­blütigen Pferden spritzt der Verbindungsast der Arteria laryngea-zuweilen. wird aber mit der Schieberpinzette leicht erfasst und unterbunden. Nunmehr durchsticht man den ersten und z w e 11 e n T r a c h e a 1 r i n g und geht sodann mit dein Messer (die Schneide nach oben gerichtet) nach vorn und .spaltet den Ringknorpel und das Ligamentum conoideum. Um das Einfliessen von Blut in die Trachea zu verhüten, wird sogleich die Tra cli e a Ikanii 1 e eingelegt, aufgeblasen und der (iunimiscblauch unterbunden. Man achte darauf, dass der Ballon nicht zu sehr gefüllt ist und nicht drückt. In der Regel findet man den (iummitampon am nächsten Tage beim Herausnehmen der Kanüle zusammengefallen. Die Luft entweicht in­des nur so lange, als ein Druck von der Trachea auf den Tampon
'JiLh
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Kesekticm niicli Miillor.
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ausgeführt wird. Eine weitere Entleerung wird durch Ankleben des­selben an der Schleimhaut verhindert. So gewährt der Tampon einen genügenden Yerschluss. ohne durch übemftssigen Druck nachteilig zu wirken oder das Atmen zu beinträchtigen. Der anssen am Geblilse betindliche mit Schnüren umgebene Ballon giebt über die Füllung der Kanüle Aut'schluss. Zur Fixierung des Tubus legt man ein breites Band um denselben, welches bis zur Brust des Pferdes reicht und hier vom Gehilfen gehalten wird. Mittelst zweier grosser Winidbaken oder eines besonderen federnden Hakens (Fig. 235) werden die Wund­ränder auseinander gebalten, worauf
man einen Einblick in den Kehlkopf erlangt.
Die Resektion des Knor­pels erfolgt mit einem zu diesem Zwecke von M, konstruierten Skalpell (Fig. 236). Die Schneide läuft in das breite stumpfe Ende desselben aus. Hierdurch werden tiefere Verletzungen vermieden, wie sie namentlich beim Abschneiden des Muskelfortsatzes leicht vorkommenkönnten. Das stumpfe Ende dient zugleich zum Abstossen der Muskulatur von der lateralen
Knorpelfläche.
Flff. 235.
Mit diesem Instrumente wird ein Schnitt geführt, der — das Pferd
in Rückenlage gedacht — dicht hinter dem sogenannten Schnäuzchen der beiden Aryknorpeln neben der Mittellinie beginnt und die Schleim­haut sowie das Quergiesskannenknorpelband spaltet. Der Schnitt wird am unteren und hinteren Rande des Giesskannen-knorpels entlang nach oben, sodann von vorn bis zum Sthnnibandfort-satz desselben durch die Schleimhaut fortgeführt. Dabei vermeide man vom Rande des Knorpels abzuweichen, um die Schleimhaut soweit möglich zu erhalten und die Heilung der Operationswunde zu erleich­tern. Das Tier reagiert auf den Kingriff selbst dann kaum, wenn die Narkose unvollständig war, oder gar nicht eingeleitet wurde. Nun­mehr stösst man die seitlichen liinggiesskannenmuskel vom Aryknorpel ab, wodurch die untere Abteilung desselben frei wird. Je sorgfältiger diese Trennung dicht am Körper erfolgt, desto geringer wird die Blutung. Alsdann trennt man mit einer gekrümmten Schere das Stimm-
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Operatlonon fwn Kohlkopf.
band von seinem Ansätze am Aryknorpel ab und löst den Knorpel von der Schleimhaut der Stimmtasche ab. Hei diesem Vorsänge ist die grösste Sorgfalt zu empfehlen. L'm die Schleimhaut der Stiinin-tasche für die /wecke der Henarbung möglichst zu erhalten, führe man den Zeigefinger der linken Hand in die Stimmtasche ein und trenne, von diesem geleitet, die Schleimhaut dicht am Knorpel ab. Indem der Knorpel hiermit seinen Halt verloren hat, lässt er sich leicht von der Kehlkopfwand abdrängen und von den Schildgiesskanneii-muskehi ablösen.
Nun wird der Aryknorpel in der Nähe seines Muskelfortsatzes mit dem Skalpell durchschnitten, so (lass nur eine dünne Knorpel-
Fig. 23(j.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Fig. 237.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Fig. 238.
MöUer'sche Instrumente zur Kehlkopfoperation.
scheibe im Kehlkopfe zurückbleibt. Dieser Akt der Operation verlangt ebenfalls genaue Orientierung, doch gestaltet sich diese Trennung leichter und vorteilhafter als die Exartikulation des Arvknorpels, welche Möller in der ersten Zeit ausführte, später aber verlassen hatte. Man hüte sich, den Ringknorpel und die Schleimhaut der Rachenhöhle zu verletzen, was unter Anwendung des abgestumpften Messers bei einiger Vorsicht leicht vermieden werden kann. Andererseits darf kein grösseres Stück vom Aryknorpel im Kehlkopfe zurück­bleiben, weil durch dasselbe die Heilung niciit nur verlangsamt, son­dern auch unsicher wird, indem dieselben t'beistände hervortreten wie bei der partiellen Resektion des Knorpels. Auch beim Trennen der noch bestehenden Verbindungen mit den benachbarten Weichteilen mittelst der stark gekrümmten Schere (Fig. '238) gehraucht man die
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Itesoktion nach Möller.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;;jf)0
Vorsicht, laquo;lie Schnitte dicht am Knorpel zu führen. Der eingeführte Finger giebt über die Ausdehnung und den Ort der noch bestellenden Verbindungen Aufschluss und erleichtert die Zange (Fig. 237) wesent­lich die Erfassung und das Vorziehen des Knorpels.
Xachdeni mit an einem Stocke befestigten Schwänmichen alles Blut entfernt ist. wird die Wundtläciie mit einer zehnprozentigen Chlor-zinklösung betupft und dann ein mit Jodoform gepuderter Wattebausch in den Kehlkopf eingeführt, um sowold das Sekret aufzunehmen, als auch die Blutung zu stillen; derselbe muss die Kehlkopfhöhle einiger-massen ausfüllen und an einem um den Hals gebundenen Bande be­festigt sein. Hierauf wird die Schleimhaut genäht, in den Kehlkopf ein Tampon eingeführt und auf die mit -lodoformtannin bepuderte Ope­rationsstelle gelegt. Den Schluss bildet das Vernähen der Hautwunde und das Befestigen des Tubus mit zwei um den Hals gezogenen Bän­dern. Zu empfehlen ist. vor der erstmaligen Arvdektomie sich an geeigneten Versuchsobjekten einzuüben, um der an und für .sich nicht schwierigen Operation einen ungestörten Fortgang zu siehern.
Etwa 2-1 Stunden n a c li der Operation lässt man die Umgebung der Operationswunde sorgfältig reinigen und entfernt die Hefte ans der Hautwunde, So­dann wird auch der Wergbausch entfernt. Darauf folgt eine sorgfältige Reinigung der Wunde. Mittelst StocUscliwämmen befreit man den Larynx sowie den über der K.nudo gelegenen Abschnitt der Trachea von Blutgerinnseln und Wundsekret. Dann erst wird die Kanüle herausgenommen und durch eine andere ersetzt, die in der­selben Weise aufgeblasen wird. Nicht selten erscheint der Ballon des entfernten Tubus zusammengefallen, was jedoch ohne Bedeutung ist. Nach Erneuerung der Kanüle, die wiederum durch zwei auf dem Halskamme zusammengeknotete Bänder befestigt wird, liisst man dem Tiere reines Wasser reichen, welches mit so tief gehaltenem Kopfe genommen werden muss, dass die etwa in die Trachea gelangte Flüssigkeit durch die Operationswunde abfliessen kann. Hierauf wird der Kehlkopf mit Sublimatwasser irrigiert, indem man den Schlauch bis in denselben einführt und das Wasser unter hohem Drucke einfliessen lässt; darauf folgt Be­stäubung des Kehlkopfinnern wie der Trachealwunde mit .lodoformtannin (ana). Nunmehr kann dem Tiere gutes, weiches Heu verabreicht werden, das in der Regel mit Appetit verzehrt wird. Wasser wird auf dem Fussboden des Stalles, hesser noch in einer Höhe von 2 — 3 FllSS über der Erde stets frisch und rein zum beliebigen Gennss vorrätig gehalten.
In den nächsten 8 Tagen findet dasselbe Vorfahren statt. Nach erfolgter Reinigung der Wunde wird die Kanüle gewechselt, und die Wunde mit .lodoform­tannin bestäubt. Beim Tränken überzeugt man sich, dass wenig oder gar kein Wasser mehr durch die Operationswunde zum Vorschein kommt. Vom 4.—6. Tage ab kann alsdann die Kanüle fortgelassen werden. Die weitere Nachbehandlung be­schränkt sich auf die täglich ein- oder zweimalige Reinigung der äusseren Wunde. Als Futter eignet sich in dieser Zeit gutes weiches Heu, welches am leichtesten geschluckt wird. Vom t.—6. Tage ab kann auch Hafer und Kleie verabfolgt werden.
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Operationen am Kehlkopf.
Kiliebliches Fieber stellt sieh nur selten ein. Gelegentlich kommt eine Tempera tu r-steigermig auf 89,0—80,6deg; C. vor, ohne dass in dem sonstigen Zustande des Tieres pihehlicho Störunijen eintreten. In etwa 3—4 Wochen heilt die äusserc Wunde; alsdann kann das l'ferd wie gewöhnlich angebunden werden und bedarf nur noch einer etwa vienvüclicntlicben Schonung, bis nach 8—10 Wochen Veruarlmng ein­getreten ist. Auf die Nichtbeachtung dieses Unistandes führt Möller manchen Miss­erfolg zurück. Die Atembeschwerden verschwinden nicht so rasch, es braucht oft 8 Wochen und langer.
Die Nachrichten von bis jetzt auch von anderen vorgenommenen Operationen dieser Art lauten nicht günstig und wird besonders ge­klagt, dass die operierten Pferde nachher durch Schleimahsonderung und den häufigen Husten noch mehr zu leiden haben, als nicht ope­rierte Roarer. Besonders aus letzterem Grunde hat eine englische Kommission von Sachverständigen über den Erfolg der 1889 und Ibüo in London operierten Pferde ein absprechendes Urteil abgegeben. (Berl. tieriirztl. Woch. IbitO. 13.) Sicher steht, dass auf operativem Wege überhaupt nur schwer Hilfe beim Rohren geschaffen werden kann, als letztes Auskunftsmittel mag die Arydektomie immerhin ver­sucht werden. Bayer operierte ohne Zuhilfenahme des Tntcbeal-beutels und batte günstigen Erfolg. Einen anderen Weg schlägt Mo Donald ein, indem er den N. recurrens am Halse durchschneidet und das periphere Ende in einen künstlichen Spalt des Vagosympaticus-stranges einheilt und so eine neue motorische Leitung herstellt. Der Versuch hat schon Besserung zur Folge gehabt, es sind aber noch weitere Erfahrungen abzuwarten, ehe ein definitives Urteil ermöglicht ist.
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OpovAtionon on lt;lcr Luftröhre^nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;'ill
Kehlkoptjifeifcn bei IlHiuleii. — Matins, .lonrn. de Lyon. 1890. S. 519. Gelungene Operation. — l'ringle, Veterinary-Journ. XXX. S. 113; ibid. XXXI. S. Hit. Referat über Cadiot's Mitteilungen. — Smith, The Vet. liö. 15d. S. 37. — Winrt, Recneil 1894. S. 63. Beitrag zur Arvdektomie. — Günther, Studien über das Kehlkopf­pfeifen. II. Aufl. 189laquo;.
XXV. Operationen an der Luftröhre.
An der Luftröhre werden bei den Tieren häufig Operationen vor­genommen, welche sämtlich darauf abzielen, sie zu eröffnen, um von liier aus der atmosphärischen Luft Eintritt zu gestatten oder ein­gedrungene Fremdkörper zu entfernen, bezw. Arzneimittel einzuführen; von letzteren ist schon Seite 188 die liede gewesen. Pferde konmien hier am meisten in Betracht, seltener Rinder und Hunde.
Fremdkörper in der Luftröhre. Es sind meist Futterstoffe oder Teile von Arzneien, Pillen u. dgl., welche bei Geschwülsten Im Rachen, Lähmungszuständen der Schlingorgane oder des Kehlkopfes unter die Epiglottis geraten sind. Zuweilen ist ungeschicktes Kingeben von Medikamenten schuld. Auch chirurgische Instrumente oder ab­gebrochene Teile derselben gelangen hie und da in die Trachea, bei Rindern nicht selten grössere Futtermengen, bei Schweinen, llunden und Katzen Bissen durch allzu gieriges Verschlingen oder Erbrechen derselben.
Derartige Fremdkörper geben sich dadurch ZU erkennen, dass plötzliche Atemnot mit heftigem Husten oder Keuchen, Würgen und grosse Angst entsteht. Kleinere Gegenstiinde werden beim Ein- und Ausatmen in der Luftröhre hin und her bewegt und erzeugen eigentümliche, meist stark zischende oder pfeifende Ge­räusche; sie können, wenn sie sich nicht festgekeilt haben, ausgehustet werden, grössere dagegen bleiben in der Tiefe au der Bifurkationsstelle hiingen oder geraten in die nächsten Bronchien. Bei den kleineren Haustieren können in die oberen Luftwege geratene Körper hantig bei aufgesperrtem Rachen gesehen und selbst mit den Fingern oder Zangen erfasst werden. In andern Fällen reicht oft zur Ent­fernung schon ein Brechmittel oder Kitzeln des Gaumens u. dgl. hin.
Rasches Ausziehen der Fremdkörper ist notwendig, auch wenn keine Erstickungsgefahr besteht und ist dann häufig die Tracheo-tomie nicht zu umgeben (s. unteii). Nicht selten ermöglicht diese schon für sich allein das Ausstossen durch kräftiges Husten, wie auch spontane Kxpektorationen vielfach vorkommen. Kann in dieser Weise Hilfe nicht geschaffen werden, geht man mit einem passenden Instru­mente, einem entsprechend gebogenen Drahtstück, einer Kornzange, Makenzange n, dgl. in die geöffnete Luftröhre ein. Gross hat zu
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Operationen an der Luftröhre.
diesem /wecke ein ganzes System von Haken und Zangen konstruiert, von denen das in Flg. 239 abgebildete Instrument laquo;las grösste ist. Unter Uinstiinden kann auch ein geeigneter Magnet in die Trachea liinabgelassen werden. Vogel empfiehlt auch, das Tier in eine andere
Fig, 289.
Lage zu bringen, auf den Hucken zu legen, seitlich den Hais herab­hängen zu lassen und dabei linsten zu erzeugen u. dgl. Bei den Futteranfttllungen, wie sie besonders bei 1!indem vorkommen, wird ge­wöhnlich alsbaldige Tötung notwendig.
Eröffnung der Luftröhre. Tracheotomie.
Sie ist eine der häufigsten und zugleich dankbarsten Operationen besonders in der Pferdepraxis und kann auf verschiedene Weise vor­genommen werden. Entweder geschieht sie mittelst eines Stiches quer in die Luftröhre oder eines Schnittes in der Mittellinie der Vorderfläche und unterscheidet man dabei den Luftröhrenschnitt mit oder ohne Substanzverlust der Trachealwand. Mit der Zeit hat sich eine Reihe von Methoden ausgebildet und sind zu jeder einzelnen Operationsweise besondere Instrumente konstruiert worden. Diese sowohl wie die Methoden und ihre Varianten sind jetzt bedeutend ver­einfacht worden, so dass die Mehrzahl derselben zur Zeit nur mehr historischen Wert in Anspruch nehmen kann.
Geschichtliches. Im Altertum wurde der Luftröhrenschnitt nur ganz selten ausgeführt, denn or gall für 1 ebensgeftthrlieh und glaubte man, die Ver­wundungen der Luftröhre mit ihren Ringen seien schwor oder gar nicht heilbar, bis diequot; Araber im XIII. Jahrhundert durch Versuche an Ziegen den letzteren Irrtum beseitigten. Als Erfinder der Tracheotomie wird übrigens schon Asklepiades (100 Jahre v, Chr. G.) angegeben, allgemeiner aufgenommen wurde sie erst beim Menschen im vorigen Jahrhundert und zwar durch Kröttnung des Kehlkopfes (Krikothyreotomie und Krikotracheotorale), worauf dann auch die Tierärzte anfingen, die hohe Bedeutung der Operation und die Möglichkeit derselben bei den Haustieren einzusehen, dieselben Hessen jedoch den Kehlkopf ganz aussei- Spiel und erkannten bald, dass die lange, frei daliegende und wenig bedeckte Luftröhre sämtlicher Haus­tiere einer blutigen Eröffnung ungleich leichter zugänglich sei, als bei dem kurzen Halse des Menschen und der gefährlichen Nachbarschaft. Bonrgelat (1748) er-öffnete den neigen und entwickelte zuerst die auaserordentliohen Vorteile der Ope-
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Eröffnung laquo;lor Luftröhre.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 313
ration, allein noch lange nach ihm hielten die Tierärzte letztere nicht hios? für schwierig 1 Sondern auch für gelahrlich. selbst noch 1818 Emm. Yeith In Wien. Ans diesem Urnmle scheuten sich auch bedeutende Chirurgen wie l.afossc, Chabert, Pilger, Bicbter, {rnisserc Verletzungen anzurichten, man ging vielmehr mit iiusserster Vorsicht zwischen zwei Luftröhrenringen ein, quetschte aber diese mit grosser Gewalt auseinander, um eine Hülse einlegen zu können. Später wurde dann allerdings die Operation durch I! a r t h e I e m v , Uaynard (18^0), D a m o i s e a n . Trange, King u. a. weiter ausgebildet und hatte sich zuerst Viborg (1802) dazu verstiegen, ein Loch auszuschneiden.
Später, nachdem die Heilungen gut gelangen, war das Bestreben hauptsächlich darauf gerichtet, brauchbare Metallröhren zu konstruieren, um das Offenhalten der Trachea auf längere Zeit zu ermöglichen und die Keinignng der 'Wunde zu vereinfachen. Die diesbezüglichen Bemühungen waren auch mit der Zeit immer mehr mit Erfolg gekrönt und haben sich besonders Verdienste erworben die Tier­ärzte Leblanc, Renauld, Brogniez, Dieteriohs, Hertwig, Ilayne n. s. w. In der neueren Zeit wurden dann weitere Vervollkommnungen eingeführt, webbe sich jedoch hauptsächlich nur auf die Instrumente bezogen und zwar 185s durch T h 0 m p s o n und S e e r, welch letzterer die ersten brauchbaren Luftröhren-haken konstruierte, Peuch, Johne, v, Chelcho.W sky, Degive. Kries-haber u. A. Den Schluss bildete die Konstruktion des T'nivcrsaltiihus, der jetzt viel gebraucht wird und in allen Grossen zu haben ist.
Anzeigen der Operation. Sie liegen in der Gefahr der Er­stickung, wenn aus Irgend einem Grunde nicht genügende Mengen von Atmungsluft von oben her in die Trachea eintreten können, alle er­heblichen Verengerungen der oberen Luftwege sind somit die hauptsächlichste Indikation. Hilfe ist in solchen Fällen meist nur da­durch möglich, dass der Luft hinter der Stenose Eintritt in die Lungen dnrcli eine künstliche Öffnung der Luftröhre verschafft wird. Die Vornahme der Operation ist häufig eine sehr dringende und wie leicht erklärlich auch oft das einzige Mittel der Lebensrettung. Be­steht die Atmungserschwerung In dem untersten Teile der Luftröhre oder in den Bronchien, so kann die Tracheotomie keinen Nutzen bringen.
In der Nasenhöhle liegen Hindernisse vor bei starken katar­rhalischen Verschwellungen, Infiltrationen der Submukosa, bei An­schwellung der Nüstern (z. B. heim Petechialfieber, Verengerung durch Neubildungen, bei Group und Diphtherie; desgleichen hei Verdickung und Auflockerung der Nasenknochen oder der .Muscheln. In der Rachenhöhle und im Kehlkopf erschweren den Lufteintritt am häutig­sten akute Entzündungsvorgänge, besonders infektiöse Katarrhe. Stau-nngsödeme und Lähmung der Glottis, Neubildungen (Polypen) sind ebenfalls nicht selten. In der Luftröhre kommen vor Croup, fremde Körper, Würmer. Einknickungen und sonstige Deformationen der Knorpelringe, sowie Druck durch Kropf.
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Operationen an dor Luftröhre.
Ilienacli machen die Tramp;cheotoinie am häufigsten notwendig fol­gende Krankheiten:
Die Druse und ihre Komplikationen.
Pharynx- und Larynxangina.
Das akute und kollaterale Glottisödem.
Die Blutfleckenkrankheit des Pferdes.
Das bösartige Katarrhalfleber.
Die verschiedenen Geschwülste in den oberen Luftwegen. Sonst treten als Anzeigen auf: die Pferdestaupe, Pyiimie, 8ep-tikämie und andere Blutzersetzungen; Aktinomykose, Adenome der oberen Halsdrüsen, Pfelferdampf, Strangulation, Druck von Im Schlund stecken gebliebenen Bissen oder von Abscessen u. dgl. Prophylak­tisch kann der Luftröhrenschnitt notwendig werden bei allen Entzün­dungsprozessen in den ersten Bespirationswegen, um die Gefahr einer Schluckpneumonie zu vermeiden, bei der Exstirpation von Neubildungen daselbst, bei Luftsackoperationen. Adenom der Schilddl'üse u. s. w.
Bei manchen der vorgenannten Krankheiten kommt man mit der Operation oft zu spät oder sind die Tiere schon niedergestürzt und muss letztere im Liegen, zuweilen selbst unterwegs am Wagen vorgenommen werden; in solchen Fällen ist man oft darauf angewiesen, von dein nächstbesten Taschenmesser Gebrauch zu machen. In anderen Fällen, wie bei schweren Infektionsliranikheiten, muss der Lnfl-röhrenschnitt ausgeführt werden, allein er vermag keinen Nutzen zu bringen, zieht die Krankheit nur in die liiinge oder beschleunigt den Tod durch Hinzutreten von Gangrän. Erspart kann die Operation werden, wenn die Dyspnoi1 von hef­tiger Anschwellung der Nasenflügel ausgebt, indem man dieselben durch stumpfe breite Drahthaken auseinander hält.
Anatomie der Luftröhre. Die Trachea liegt vorne am Halse und geht in der Medianlinie des Körpers vom Kehlkopf aus nach abwärts, um am I. Rippen­paar in den Thorax einzutreten. Bedeckt ist sie ausser von der Haut, zunächst von dem nach oben sich stark verdünnenden II a u t m u s k e 1, gegen den Larynx zu etwas seitlich von den Enden der beiden Schulterzungenbeinmuskeln, nach der Brusthöhle ZU von dein Anfange der beiden B r u s t b e i n k i e f e r-m u s k e 1 n. In der Mittellinie liegen unmittelbar auf ihr die beiden dünnen Muskeln des Zungenbeins und S c h i 1 d k n o r p e 1 s , welche bis vom Brustbein heraufkommen und deren Paare vorne auf den Knorpeln beim Operieren nur voneinander gelrennt und auf die Seite gelegt zu werden brauchen.
Die Luftröhre selbst stellt bei Pferden einen grossen breiten, von vorn und hinten etwas abgeflachten Hohlcylinder dar, welcher der Operation eine sehr bei|iieme Fläche darbietet, während bei Kindern der Querschnitt ein mehr runder und viel kleinerer ist, weshalb auch die Trachcotomie eine schwierigere ge­nannt werden muss; die Luftröhre ist hier ausserdem auch tiefer gelegen und von einer grossen Hautfalte, dem Trie] bedeckt. Die einzelnen Knorpelringe hängen unter sich durch Zwiscbcnknorpollii'mdor zusammen, sind aber innen nur vom I'eri-chondrium und der Schleimhaut bedeckt, die Wand lässt sich daher sehr leicht.
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Der [iiiftröbrenstiob.
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durchschneiden und nur liei älteren Subjekten sind die Hinge teilweise vorne ver­knöchert, weshalb miin hier kein zu dünnes und schwaches Messer nehmeu durf. Der Kanal ist arm an Gefilssen und Nerven, ülutungen sind nicht zu fürchten und auch die Empfindlichkeit ist fast gleich Null. Die einzelnen Knorpelringe fühlt man gut durch und nur bei fettem, grobem oder krankhaft infiltriertem Halse liegt die Röhre mehrere Fingerbreit hinter der Haut.
I. Der Luftröhrenstich. Tracheopunktion. Um den Zutritt von Luft in die Lungen zu ermöglichen, reicht in vielen Fällen schon der Einstich zwischen zwei Luftröhrenringen aus. um hier eine Metallröhre einzuführen, durch welche geatmet werden kann. Dieselbe wird entweder seitlich oder in der Medianlinie des Halses ein­gelegt.
Methode Hayne. Das älteste Verfahren bei der trachealen Punktion stammt von Hayne (1844) und dient liiezu ein besonders konstruierter, flacher Trokart (Fig. 240), der beim Stehen des Pferdes seitlich eingelegt wird. Zu diesem Behufe umfasst man die Luftröhre nahe unter dem Kehl­köpf mit der linken Hand, spannt die desinfizierte Haut gut an und drückt zugleich die darunter
liegenden Gebilde zurück, worauf an der seit-
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lichen Luftröhrenwand zwischen zwei Knorpel­reifen die Spitze des Instruments c samt der Hülse lt;t (ohne Stellschrauben) in die Mitte der Luftröhre eingestochen wird, so dass der Trokart wagerecht und quer auf der anderen Seite des Halses wieder zum Vorschein kommt. Das Stilet f wird nun entfernt und die Luft kann rechts und links in die Hülse eintreten, welche in der Mitte eine schlitzförmige Öffnung besitzt. Zur Sicherung ihrer Lage werden zuletzt die beiden Stellringe c und d über die aus dem Hals hervorstehende Kanüle geschoben. Der Durchstich geht leicht, wenn der flachen Trokartspitze vorher mittelst eines kleinennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 1.i„ 240.
Hautschnittes Kahn gebrochen wurde.
Viel Luft kann durch diese flache Ilöhrö selbstverständlich nicht, eintreten, indes wird der Luftröhrenstich auch nur dann gemacht, wenn das dyspnotische Leiden nicht erheblich und voraussichtlich auch bald behoben ist. Die Hülse spannt leicht oder verstopfen sich die schmalen elliptischen Enden durch Sekrete u. dgl.. so dass diese Hayne'sche
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Operationon an der LuftröhrOi
Methode eine unpraktische genannt werden muss und auch nur zu einer Zeit in Gebrauch kam, als man noch Furcht vor dem Messer gehabt hatte.
Methode Thompson. Eine Verbesserung erfuhr der Luft-rülirensticli durch Thompson (1858) dadurch, dass er ein zangenför-miges Instrument konstruierte (Fig. 241, l/8 Grosse), welches nicht bioss die Punktion mit der scharfen (nach links gerichteten) Lanzettenr spitze ausführt, sondern auch durch öffnen derselben den in die Luft­röhre gemachten Stich derart erweitert, dass eine Metallröhre (Luft­röhrentubus) eingeschoben werden kann. Die Operation wird an der
vorderen Wand der Luftröhre in
der Mitte ausgeführt und zwar wie folgt;
Um die Luftröhre besser her­vortreten zu lassen, streckt man durch liehen des Kopfes den Hals, rasiert und desinfiziert die Median­linie des dritten his fünften Luft-röhrenrings und bringt auf der höchsten Wölbung einen 1—6 cm langen Hautschnitt an, Die Wund­ränder weichen von einander ah. wenn von oben her die Trachea
mit der linken Hand umfasst wird.
Fig. 241. Tracheotom von Thompson,
Der Hinstich mit dor Lanzetten­spitze erfolgt nun zwischen zwei
Luftröhrenringen leicht und sobald die Trachea eröffnet und zugleich der Stich in einen Schnitt erweitert ist, lässt sich zwischen den jetzt geöffneten Uranchen des Tracheo-toms der kleine gekrümmte, aus Aluminium hergestellte Tubus mit abwärts gekehrtem, abgerundetem Ende ohne Schwierigkeit einführen, worauf die Zange entfernt und der Tubus durch (in die Offnungen der beiden Schildplatten gezogenen) Bänder um den Hals befestigt wird. Bayer hat dieses Thompson'sche Instrument einigermassen vereinfacht und so geändert, dass die Schenkel besser federn und behufs leichterer Reinigung auseinander gelegt werden können. Der Tubus stellt eine Doppolkanüle dar und so braucht man zur Reinigung desselben, die mehrmals in der Woche antiseptisch zu geschehen hat, nach gelockerten Stellschrauben nur das innere Rohr heraus­zunehmen.
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Der LiifnuliroiiMliiiitt.
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Die Thompson'solie Methode ist viel Im Gebrauch und ist nur bei Bindern
wogen des Triels nicht ausführbar. Um den Einstich durch die Kespaiintc Haut, kräftig genug führen zu liünnen, wird es notwendig, die Zange in die ganze Faust zu nehmen, auch empfiehlt es sich, um keine Spannung aufkommen zu lassen, einen Knorpelring senkrecht zu spalten. Behufs der Verhellung legt man nach erfolgter Entfernung der Kanüle Jüdoforingaze und ein Wattebäuschchen auf, das mit einem Tuch um den Hals gebunden wird. Schwierigkeiten treten nur ein bei Verknöche-rung der Luftröhronringe und eine Verletzung der hinteren Euftröhremvund beim ersten Einstich lässt sich leicht dadurch verhindern, dass man die Spitze des In­struments nach abwärts kehrt.
11. Der Luftröhrenschnitt. Tracheotomie. Er geschieht
mittelst des Messers in der Medianlinie der Vordertläche der Tracheul-wand, wobei man entweder mehrere Ringe der Länge nach spaltet
Filaquo;. 244.
(Fig. 243) oder eine quadratische Öffiumg ausschneidet, um eine Röhre (Tubus) von grösserem Kaliher einzulegen (Fig. 242). Diese Methode hat vor der trachealen Punktion den Vorzug, dass grössere Mengen Luft eintreten können; die Einlage ist leichter zu reinigen und kann monate- selbst jahrelang liegen bleiben.
Die Tracheotomie mit viereckigem .Substanzverlust ist, die ältere Methode, stammt von Viborg und wird wie folgt ausgeführt. Nach geschehenem Schnitt durch die Haut und den Hautmuskel in der Medianlinie des Halses (meist handbreit unter dem Kehlkopf) trennt man die obgenannten direkt auf der Luftröhre gelegenen dünnen Muskelpaare, schiebt sie zur Seite und führt dann im Bandgewebe zwischen zwei Knorpelringen einen etwa 3 cm langen Horizontalschnitt
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Operationen im der Luftröhre.
aus, dann rechts und links einen Vertikalschnitt nach abwärts, welcher zwei Knorpelringe trennt. Das jetzt klappenartig herahbängende Stück Lul'trührenwand wird mit einer Pinzette gef'asst und an seinein unteren Ligament durch einen weiteren Horizontalschnitt vollends abgelöst. In die viereckige Öffnung wird nun eine Metallröhre eingelegt und befestigt. Die Methode wird kaum mehr ausgeführt.
Tracheotomie mit Spaltung der Luftröhre. Sie ist von Damoiseau (1828) angegeben worden und bietet manche Vorteile, so dass sie bald allgemein aufkam und beute noch beliebt ist. Sie be­stellt, nachdem wie oben angegeben, die Luftröhre blossgelegt wurde, kurz darin, dass genau in der Mitse je nach Bedarf drei bis vier Knorpelringe durch einen senkrechten Längsschnitt (Fig. 243) durchschnitten werden. In den einer grösseren Ausdehnung fähigen Luftröhrenspalt lässt sich durch Auseiuanderbalten der Wundrftnder leicht eine Metallröhre einlegen und befestigen. Ebenso können statt letzterer auch Doppelhaken (Seer 1858) oder besonders konstruierte Tracbealspangen eingelegt werden, welche den Spalt behufs ge­nügenden Eintrittes von Luft auseinander halten, indem sie mittelst zwei elastischen Bändern um den Hals gelegt werden.
Zuweilen trifft es sich, dass bei der Heilung der Luftröhren-wunde, welche nach Heftung der Haut der Natur überlassen wird und durch Bindegewebsneubildung erfolgt, durch Narbenretraktion eine Schrumpfung, Einziehung und Verengerung des Lumens nachfolgt. Der Methode der Spaltung wird nachgerühmt, dass derartige Stenosierungen weniger leicht auftreten, als bei der Bildung einer viereckigen Öff­nung. Brogniez wählte den Mittelweg, schnitt das Band zwischen dem zweiten und dritten Luftröhrenringe durch und nahm dann vom oberen und unteren Ringe, um beide nicht vollständig zu trennen, nur je die Hälfte der Knorpelsubstanz weg, so dass eine schlizförmige Öffnung (Fig. 244) entstand. Dazu konstruierte er einen besonderen „Hronchotomquot;, der aber längst aussei- Gebrauch gekommen ist.
Neuestens bat Krieshaber vorgeschlagen, um keinen Knorpel­substanzverlust herbeizuführen, nur das Band zu durchschneiden, das den L'ingknorpel des Kehlkopfs mit der Luftröhre verbindet und in die dadurch geschaffene Öffnung eine Kanüle einzulegen, wenn es sieh bloss um kurzdauernde Aushilfe handelt. Gegenwärtig richtet man sich bei der quot;Wahl der Eröffnungsweise der Trachea bauptsäcblich nach den zu Gebot stehenden Tracheotuben. von denen die wichtigsten hier beschrieben werden sollen.
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Die Tracliootiilien.
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Die Tracheotuben.
Die zum Einlegen in dio Trachea bestimmten Röhren wurden früher aus Eisenblech, Zink oder Messing hergestellt und verzinnt, jetzt bestellen sie aus Neusilber. Britanniametall, Nickel oder Alumi­nium. Bevorzugt werden besonders jene Tuben, welche aus mehreren Stücken bestehen, die verschoben oder so in einander gesteckt werden können, dass sie ohne besondere Befestigung durch Bänder sicher in der Luftröhre liegen bleiben können, was den weiteren Vorteil in sich schliesst, dass bei der Reinigung nur ein Teil des Tubus entfernt zu werden braucht, das Herausnehmen des ganzen Tubus hat besonders in den ersten Tagen nach der Operation Schwierigkeiten. Ein weiteres
Flg. 245. Tracheotiibus von Brogniez,
Erfordernis ist, dass der Tubus allseitig abgerundet und glatt ist, dass er sieb leicht desinfizieren lasse, nur ein geringes Gewicht besitze und genau für den speziellen Fall passt. Letzteres ist nur möglich, wenn der senkrechte Abstand vom Schild bis zur inneren Biegung des Rohres (die Höhe des Tubus) auch der Entfernung der äusseren Haut bis zur inneren l'lilclie der Trachealwand entspricht, das Instrument daher weder zu locker sitzt, noch spannt und einen Druck ausübt. Zu diesem Behufs werden jetzt die sich selbst haltenden Tracheotuben in fünf verschiedenen Höhen (von 3—5 cm) angefertigt und vorrätig gehalten. Die Öffnung mit einem Schutznetze zu versehen, um das Einatmen fremder Körper abzuhalten, ist Überflüssig.
Tracheotubus von Brogniez. Er gehört zu den ältesten und erhellt seine Konstruktion aus Fig. 215. Seine Fixierung geschieht
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Ulioriitioiicn an der r,uftrölue.
einesteils auf der iiussemi Schiklplatte (lurch die beiden Stellfalleu c bei !gt;', undeniteiis durch zwei seitlich sich öffnende Klappen aaj.. Letztere nützen sieh bald ab, -werden schwer beweglich oder lösen sich gar ab, das Instrument ist daher als unpraktisch läiifist aussei-Gebrauch, ebenso das mit Klappen und Federn versehene sogenannte llaerotracheütom von ililmer.
Tracheotubus von Barthelemy. (Fig. 246.) Er war lange Zeit der gebräuchlichste und wird durch am Schild angebrachte Bänder vor Verschiebung oder Herausfallen gehindert. Seine Rühre wird auch von biegsamem Metall hergestellt, wodurch einem Haupterfordernis
Fig. 240. Tracheotubus von Bartheldmy,
Fig. 247, Tracheotubus von Dietrichs.
aller Tracheotuben genügt werden sollte, nämlich dass er genau in die Wunde passt und keinen Zwang ausübt, wodurch am meisten Steno­sierungen der Luftröhre und Knorpelwucherungen entstehen. Das Instrument ist plumi) und schon längere Zeit verlassen worden.
Tracheotubus von Dietrichs. Er ist aus dünnem Neusilber­blech gearbeitet, daher sehr leicht, elliptisch geformt und wird durch eine Längsspalte in die Luftröhre eingeführt. Der obere unbeweg­liche Ansatz wird zuerst in den AVmidwinkel eingeführt, während der untere bewegliche Ansatz a Fig. 247 beim Einlegen in die Höhe ge­schoben wird, um nachher als Falle gegen das Herausgleiten zu dienen. Ausserdem kann der früher viel aehrauchte Tubus auch mittelst Bänder
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1/iil'trölirailiihiiK von Damoiscan.
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in .seiner Lage gesichert werden, zu beachten ist aber, class die Siml-tung der Knorpelringe nicht zu gross ausfallen darf. Beim Heraus­nehmen tics [nstrumentes muss die Falle durch eine, Sonde bei b oder mittelst der Finger erst gehobeji werden, Auch der Dieti'ichs'sche Tubus ist durch die neueren Verbesserungen aussei' Kurs geraten. Der untere verschiebbare Teil trocknet leicht an und legt sieh fest. Luftröhrentubus von Damoiseau. Er war einer der ersten. welche behufs leichterer Herausimlune zum Reinigen zerlegbar kon­struiert wurde. Kr besitzt einen verschiebbaren Fortsatz nach oben, der zugleich auch den Schleim nach aussen abfliessen lösst. Letzterer
Pia. 248
Fiff, 349.
erschwert indes beim Vertrocknen die Herausnahme wesentlich, so dass er in der Art verbessert wurde, wie Fig. 248 zeiitf. Der obere Ansät/ ist unbeweglich und wird zuerst eingeführt, erst dann wird der untere b an dem aussen auf der Platte befindlichen Charnier durch die Mündung der Röhre in die Trachea eingeklappt und durch die aussei) anseitrachte Schraube fixiert. 15ei der Entfernung des Tubus verfährt man umgekehrt, diese ist dalier bei allen zerlegbaren Röhren sehr erleichtert, (ianz ähnlich verhält es sich auch bei dem
Tracheotubus von Leblanc. Heide Hälften sind getrennt, greifen Jedoch mittelst eines Falzes ineinander und nehmen im Lumen der Luftröhre die Form eines T (Tube en T) an. Die Schildplatte
iicrins^B Operftlionslehro. vr. Aufl.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;21
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Operationen an der Lufti'Obi'e.
kami an die Hölire angeschraubl werden und ist verstellbar. Der Vorteil bestellt darin, dass letztere niemals herausfallen kann, der Nachteil, dass die Entfernung bei längerem Liegen durch das feste ümschliessen der Granulation an der heilenden Aussenwunde ersehwert wird. Johne verbesserte das Instrument In der Art. das nach dem Einlegen und Schliessen desselben eine /weite Itöhre eingeschoben und durch ein an der oberen Tubushälfte befindliches Fliigelhiikchen festgehalten wird. Bei der Itehiigung darf letzteres nur nach oben umgeschlagen werden.
Die äussere Befestigung der beiden zerlegbaren lliilften und das Ersetzen der Schildplatte kann auch durch eine quer heriiberlanfende Schraube a Fig. 249 geschehen, die Konstruktion ist, aber nicht zu empfehlen. Ein weiterer Tracheotubus nach Leblanc hält in der Luft­röhre durch zwei senkrecht nach oben und unten gestellte Kappen und ist der Länge nach in der Mitte geteilt. Nach geschehener Einführung werden beide; Hälften durch eine eingeschraubte Uöhre verbunden, welche eine breite Schildplatte besitzt.
Andere neuere Tuben zeigen verschiedene Modifikationen, ohne indes wesent­liche Vorzüge zu besitzen. Der Trachcotnbus von Chelchowsky (1884) z.B. ver­hindert das VerrUcken beider Hälften dadurch, dass je vorne und lünten in der Jiiibrc eine Schraube von oben senkrecht herabgeht, um durch geringes oder stärkeres Anziehen derselben je nach der Grosso des Tieres die Lichtung zu vergriissern und zu verkleinern. 1'range konstruierte mehrere Röhren (Tube ä pignon, Glotte artificielle, Hecueil 1818. 889), Demilly seinen Aeropyle, Renault 2 Tuben (complet et tronquä, Rec. 1818), Balieux einen Tracheotomen, ebenso Be give (Journ. de Brnx. 18()5 und 1871) u. s. w.
Tracheotubus von Peuch 1878. (Ursprünglich von Va chette oder Imlin. aus Messingblech hergestellt). Von der nicht kreisrunden, sondern seitlich abgeflachten Mündung gebt von der Platte aus ein feststehender nach aufwärts gekrümmter Fortsatz in die Luft­röhre, ein zweiter beweglicher wird in die Mündung eingeführt, geht nach abwärts und wird aussen am Schild durch Drehung eines kleinen Riegels festgehalten. Heide Fortsätze sind halbcvlindrisch, also gut abgerundet, so dass die Wunde und Schleimhaut in keiner Weise ge­reizt wird und beide Hälften sich ohne Mühe aus der Luftröhrenspalte entfernen lassen. Das Instrument kam aus'Belgien nach Deutschland, wurde als Brüsseler Tubus bald bekannt und hat sich wegen seiner grossen Einfachheit und Handlichkeit vortrefflich bewährt. Der Tracheo­tubus ist in fünf verschiedenen Grossen (von 3—5 cm) erhältlich. Er wird besonders in Berlin bevorzugt und hat sich selbst bei Rennpferden bewährt (Möller).
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l'iiivcrsaltiilms.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ,-jO;;
Universaltubus. Eine Verbesserung hat obgenaunter Tubus neuestens dadurch erfahren, dass sein unterer feststehender Fortsatz ungleich grosser ist, als der obere einschiebbare, welcher durch eine Schraube missen festgestellt wird (Flg. 260 a). Ein grosser Voi'ZUg be­steht ferner darin, dass der Tubus verschieden gross zuhaben ist. also je nach der Dicke des Halses der Abstand vom Schild bis zur inneren hakenförmigen Biegung des Fortsatzes differiert, so dass das Instrument jedem Einzelfalle und dem Grade der Fettbüdung am Halse, seiner entzündlichen Schwellung u. S. W. bei Pferd und Rind genau angepasst werden kann. Dem l'niversiiltracheotubus sind vier Einsätze (obere Fortsätze) mit der Höhe (d. h. der Entfernung von
0,0 cm
4,0 cm
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Fig. 250 a.
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der Haut bis zur Krümmung des Röhrenteils) von 3,5 bis 4,0 cm bei­gegeben (Fig. 250b), während die früher besprochenen Tuben fast aus-schliesslich die stereotype Hohe von 3,5 besitzen. Das Ans- und Ein­führen geschieht in der einfachsten Weise und kann daher die wöchent­lich ein- bis zweimalige Reinigung dem Tierbesitzer mit Iluhe über­lassen werden, auch wird wohl das Instrument für Tiere, welche längere Zeit es zu tragen haben, alle übrigen Röhren allmählich ver­drängen. (Preis mit vier verschieden hohen Einsätzen von Neusilber 10 Mark.)
Tracbeotomie beim Rind. Hier kommen ähnliche Zustände vor wie bei Pferden, vornehmlich aber Geschwülste in der Parotiden-gegend. Zuweilen beobachtet man auch Brüche der Luftröhrenriiige und Tracheocele, entstanden durch das Zerschlagen fremder im Schlünde stecken gebliebener Körper. Der Luftröhrenschnitt wird in derselben
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Operationen an der Luftröhre!
Weise ausgeführt wie beim Pferd, erschwert ist jedoch die Operation teils durch die lockere Haut des Triels. der zur Seite gelegt werden muss, teils durch die wagrechte Haltung des Halses, wodurch das Herausfallen des Tubus begünstigt wird. Man legt am besten die Johne'sche Röhre oder den Universaltubus ein. deren Lage jedenfalls gesichert ist. Stehen solche Höhren nicht zu Gebot, muss der Tubus entweder durch Händer Fig. :*.quot;il gut befestigt oder besser durch einige Stiche in die Haut genäht werden. Hei der häutigen Hodenlage der Tiere kann ein Schutzgitter, eine Gazevorlage oder das Umbinden eines
karbolisierten Tuches not-
wendig werden.
Üble Polgen. Als solche treten zuweilen Hautemphy­seme, Abscesse. Brand und Strikturen der Luftröhre auf. Erstere bedürfen keiner be­sonderen Behandlung. Ab­scesse werden gespalten uud nach #9632;allgemeinen chirur­
Fig. 251.
gischen Hegeln behandelt:
dasselbe gilt auch, wenn Tendenz zu Gangrän vorhanden ist; sie ist meist nur der äussere Ausdruck des Grundleidens und daher sehr schlecht zu beurteilen. Trachealstenosen, wenn sie zu erheblichen Atembeschwerden führen. machen häutig die wiederholte Anwendung des Messers notwendig. bezw. die Erweiterung der Luftröhre durch Einlegen stumpfer Instru­mente oder permanentes Tragen eines Tubus. Zum Glück sind der­artige Nachkrankheiten durch die bessere Konstruktion der heutigen Tracheotuben selten geworden.
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(iperatlonen am Schlund!
S2Ö
11
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i*i
XXVI. Operationen am Schlund.
Wenn Operationen am Schlund der Tiere notwendig werden, handelt es sich seltener um Erkrankung des genannten Organs selbst, viel häutiger um Entfernung steckengebliebener Körper und kann diese entweder von innen aus durch besondere Instrumente geschehen, oder von aussen durch künstliche Eröffnung der Speiseröhre. Zu-weilen giebt auch die Entleerung des Magens oder künstliche Er­nährung Anlass zu Manipulationen am Schlund.
Anzeigen der Operation sind nieist Fremdkörper i ui Schlünde. Sie kommen besonders bei den Wiederkäuern vor und von diesen am häuiigsten bei Rindern, denen keine so geregelte und gleichmässige Fütterung zu teil wird, wie dies bei dem Pferde der Fall ist. Futtersorten der verschiedensten Art kommen hier zur Ver­wendung, wie Wurzeln. Knollen, Obst. Kiichenahfälle u. s. w.; ausser-dem sind diese Tiere (besonders Kühe und Ziegen) häutig sehr ge-frässig. wenig wählerisch in der Aufnahme oder fressen sie zu hastig, kauen ganz oberflächlich und verlassen sich auf die Rumination. Bei der bekannten Naschhaftigkeit tier Rinder werden auch ungeniessbare. heterogene Dinge aufgenommen, verstopfen den Schlund oder verletzen ihn, z. B. Nägel, Nadeln und andere Metallgeräte, selbst ganze Messer u.dgl. Bei Schweinen und Hunden kommen auf ähnliche Weise
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Oporationen iim Schluml.
Passagehindernisse im Schlund vor. meist sind es zu grosse Hissen. Knochenteile, Knorpeln oder sonstige Fremdkörper, welche Hunde In der Gefrässigkeit oder lieim Spielen, Apportieren u. s, w. verschlungen haben.
Schlundstriktuven Infolge von NarbenblMnng oder Kompressions. Stenosen ilnrcli Drucllt; von iiusscn (Cicschwiilste der gewöhnlichen Art, über auch Paplllome unci Aktinomykoma), Sohhiudzerrelssungen) Schlundfisteln geben nur selten Anlass üiim Operieren, ebenso Lähmungen flos gen. Schlingorgans. Diese letzteren siml gnwöhnlich der Ausdruck eines schweren (meist cerebralen) Leidens, das einen cliiruru'isclien Eingriff Überflüssig macht.
Anatomisches. Der Schlund ist beim Pferde verbiiltnismiissig eng, die Brustportiott sehr dickwmulig. daher noch enger, als am Halse. Am schwierigsten igt;t der Durchgang gleich oben am Eingang, also hinter dein Kehlkopf, dann an der Krümmung in der Umgebung des ersten Rippenpaares und zuletzt an der Perforationsstelle des Zwerchfells. Bei den Wiederkäuern ist der Kanal im Ganzen viel weiter und auch mehr ausdelmungsffthig, am weitesten gegen den Magen zu, in welchen er trichterförmig mündet. Zum Glück ist die Schleimhaut vermöge ihres kutisähnlichen Baues wenig vnlnerahel, dagegen reisst der Muskel gerne ein. Schweine, Hunde. Katzen und das Geflügel haben den weitesten Schlund. Bei den grossen Haustieren hat der Schlund eine Länge von 1,2—1,5 m, bei den kleineren von 0,8—0,76 m; hiernach richtet sich auch die Länge der Schlundinstrumente.
Erkennung der Fremdkörper, Sie ist meist unschwer, Un­ruhe, Angst. Aufsperren des Mauls. Geifern. Würgen. Erbrechen, Ite-gurgitieren sind die ersten Zeichen, Anschwellungen im Verlaufe des Schlundes, Sistieren des Wiederkauens, meteoristische Auftreibung, Verletzungen des Schlundes u. dui. sind die Folgen und kommen selbst Todesfälle durch Ersticken vor.
Entfernung der Fremdkörper, de nach der Form und Grosse, sowie der Lage und Einkeilung derselben richtet sich auch die Art der Hilfeleistung: sie 1st meist keine dringende zu nennen oder nur. wenn Respirationsnot eingetreten. Die Entfernung geschieht teils auf manuellem, teils instrumentellein Wege und zwar durch
1.nbsp; nbsp;Eingreifen mit der Hand in den Rachen.
2.nbsp; Zerquetschen und Zerkleinern aussei! am lials.
3.nbsp; Heraufbefördern mit Instrumenten. I. Hinabstossen in den Magen.
5. Eröffnung des Schlundkanals. Sitzt der Körper noch weit oben, so sucht man ihn mit der Hand/n erfassen und hervorzuholen. Zu diesem/wecke öffnet man die Maulhöhle, legt nötigenfalls ein Maulgitter ein oder das hölzerne Mundstück (Fig. 253) und zieht die Zunge zur Seite. Hei kleineren Haustieren kann liio/.n auch die Hand eines Kindes verwendet werden, keinesfalls darf aber die Zunge losgelassen werden, so lange die Hand
#9632;
1
.^
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Entfornung der Fromdkörpor.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ;)27
im Rachen beschäftigt Ist! I'm die Extraktion zu erleichtern, muss die Speiseröhre durch Abbiegen des Kopfes und Halses entlastet werden, nicht aber soll, wie es so hlluflg geschieht, der letztere gestreckt wer­den, eher kann man den Kopf freilassen. Lilngeres Verweilen der llaiid im Rachen erzeugt Atemnot.
Aussei! am Halse snelit man durch Driickeu. Kneten oder Walken mit der Hand den Gegenstand nach oben oder unten (je nach dem Sitz) in Bewegung zu setzen, was hiluflg mit sofortigein Erfolg geschieht; spitzige Körper dürfen keinesfalls nach der Eichtung weiter befördert werden, in welcher sie eingedrungen sind. Das Streichen. Drücken und Quetschen hat auch zum Zwecke, den betreifenden Körper zu verkleinern und geschieht die Manipulation am besten in der Weise, dass man an die linke lialsseite tritt, den rechten Arm über den Hals legt und dann mit beiden Händen in die Schlundrinne drückt. Sobald hierdurch der Fremdkörper in den Schlundkopf gelangt, streckt jedes Tier den Kopf, der deshalb nicht festgehalten werden darf.
Die kleineren Haustiere bringt man zweckmässig mit dem Rücken voran zwischen die Deine eines Gehilfen und kann hier auch am be­quemsten die Rachenhöhle geöffnet oder eine Schlundsonde (s. u.) ein­geführt werden, wobei das Tier auch im Nacken gefasst werden muss. Ein vorheriges Einstellen eines Maulgatters und Eingeben von zer­lassenem Fett oder schleimigöligen Substanzen erleichtert mitunter die Prozedur wesentlich. I'm zu verhüten, dass dm' in Bewegung gesetzte Körper wieder zurückgleitet, kann das Umbinden eines Bandes um den Hals (ähnlich wie beim Aderlässen i gute Dienste leisten.
/erdrücken und Zerschlagen von aussei) ist nur anwendbar, wenn man den Fremdkörper kennt und keine grössere Kraftanwendung nötig ist, wie bei Kartoffeln. Äpfeln, Kuben u. dgl. Alan kann sich dabei eines Lattenstückes, Holzhammers n. dgl, bedienen und bringt an der anderen Halsseite einen Gegendruck an. Vorsicht ist dabei selbstverständlich notwendig, da leicht Quetschungen der Schlundmus­keln oder Brüche der Lnftrölirenringe vorkommen können. Donnet (Dec. 1851. ITU) hat hiezu ein besonderes Instrument konstruiert, das an den Hals gelegt wird und den Fremdkörper einem Nussknacker ähnlich durch eine Schraube zerquetscht.
Hat das Hindernis seinen Sitz an der Kurvatnr des Brusteingangs, so sucht man Kopf und Hals in eine möglichst gestreckte Dichtung zu bringen und befindet sieh der Körper im Mittelfellraum, so ist die Mithilfe des Schlundroiires oder einer Schlundzange unumgänglich geworden.
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:i2s
Operationen am Schlund.
Führen genannte ftussorliche Mittel nicht zum Zwecke und lal die Hilfeleistung keine dringende, so wartet man ruhig ab und verlAsst sicli auf die Mithilfe der Zeit Die meisten eingeklemmten Körper erweichen in der Wftrme und Fcucli-tigkeit oder werden durch die eigene Muskelkraft des Schlunds, nachdem dessen krankhafte Kontraktionen vorüber­gegangen, überwunden. Ks können ganz, wohl l —2 Tage und Ifinger darüber vergehen; rann hilft einstweilen durch Krniihrungs-klystiere mich und lässt die Trokarthttlsa (s, Fansenstich) zurück, denn der immer Mieder hervortretende Meteorismus als Folge des unterdrückten Wiederkauens ist oft mehr zu furchten, als die Schlundverstopfung, Auch Salivationsmittel, das sog. Aufzäumen, eine Gabe Pilocarpin oder Arecolin sind nützlich.
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-5 B
Fig. 253. Mundstück zur Scldundröhre.
Fig. 854.
Unteres Ende der Bild''
sehen Köhrc.
die Tiere speicheln stundenlang, wodurch sowohl eine Erweichung als AbspUlung in den Magen ermöglicht ist und zugleich Schlund-kontraktionen gegen den Magen ausgelöst werden. Desgleichen können auch Brechmittel versucht werden, keinesfalls aber bei spitzigen Fremdkörpern oder wenn diese nicht bekannt sind.
Anwendung der Schlundröhre. Sie ist das gebräuchlichste und beliebteste Schlunclinstrument und dient sowohl zum Sondieren, als zum Abwärtsstossen des Hindernisses und Entleeren des Magens.
Die Sc hl und röhre von Monro ist die älteste und heute noch im Gebrauch, denn sie fehlt kaum bei einem grösseren Viehbestand. Das i.quot;) m lange Instrument ist eine biegsame Röhre Fk. l^quot;)L,. her-
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Anwoiidiins der Schluudrobro.
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gestellt aus spiralförmig aufgewundenem Metalldraht, der mit Leder llberzogen ist. Der Kopf A hat becherförmige (i(,'stalt und wird hier ein spanisches Rohr b eingesteckt, um der Röhre mehr Jlalt zu ver­schaffen, das untere Ende c schützl vor Verletzung durch einen durch­löcherten oder offenen abgerundeten Knopf von Hein. Horn. Hart­gummi oder Zinn (zum Austritt von Luft oder Flüssigkeiten). Audi Schlundröhren .uie'd es, deren Drahtspirale aus doppeltgewebtem Zeug umgeben ist, und welche sich durch besondere Glätte und Ge­schmeidigkeit auszeichnen. Zu allen derartigen Schlundröhren gehört ein Mundstück (Fig. 253, Maulholz), das mit einem strick um die Hörner gebunden wird um dessen auf der Zunge gelegener Fortsatz d der eingeführten Schlundröhre die Richtung nach der Mittellinie des Rachens giebt. Beim Einführen wird der Kopf des Tieres an den Hörnern kräftig in die Höhe gehoben und gestreckt, worauf mau die vorher eingefettete Röhre vorsichtig durch sanftes Schieben und Drehen Über den Zungenrücken und Kehldeckel in den Schlund gleiten lässt. Die Zunge kann man sich selbst überlassen. Die Ma­nipulation geschieht ohne Schwierigkeit, ebenso der Eintritt in den ersten Magen, so dass auch die Tierbesitzer die Hantierung vornehmen können. Das Aufhören des Widerstandes und das Hervorstehen nur mehr eines kleinen Teiles der Röhre aus dem Maul beweist die An­kunft im Pansen, worauf das spanische Rohr oder Fischbein zurück­gezogen wird. Nachher kann das Maulholz einige Stunden an Ort und Stelle belassen werden, um Speicheln zu unterhalten. (Preis des In-Strumentes samt Mundstück 7—8 Mark.)
Die Schlundröhre ist in jeder Grosse käuflich, somit auch für Schafe, Ziegen und Hunde; in dem kleineren Format ist sie statt mit Leder mit geflrnisster Leinwand überzogen und die Armie­rung an beiden Enden von Zinn. Die Handhabung geschieht hier ebenfalls mühelos, ein Maulholz ist nicht nötig. Da es sich bei den Fleischfressern häutig um spitze Gegenstände handelt, stösst die Extraktion auf manche Schwierigkeiten und kann der Schlundschnitt nötig werden.
Die Schlundröhre von Frauenholz ist dadurch dauerhafter konstruiert worden, dass sie keinen Federüberzug besitzt, indem die Windungen des galvanisierten Stahldrahtes dicht nebeneinander liegen, ohne jedoch die Schmiegsamkeit zu beeinträchtigen. Bild hat die Rohre (Fig. 264) dadurch modifiziert, dass er die Enden mit Köpfen versah und die Spiralen an dem unteren Ende etwas lockerer gehalten hat. um den Panseimasen leichter Kintritt zu verschaffen. Das untere
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Operationen am Schluml.
Kndc Fig. -!quot;i i ist trichterförmig und kann auch zum Hinabstossen von FremcUcöi'pern benutzt wercleni
In dHngenden Fällen kann ein langes spanisobos lloln-, eine Haselrutbe, Weidengei'te, ein hölzerner PeitBchenstiel u, dgl. ttbnliche Dienste leisten, wenn das vordere Ende mit Werg gut umwickelt und leii liliili mit l''etl idierstriclien wird. Indessen können derartige Krsatzndltel in den Händen der Tierbesitzer oder deren Personal geftlhrllcli werden und simi Verletzungen des Schlundes oder Abbreoben des gebrauebten Surrogates, selbst Todesfftlle schon hantig vorgekommen, Insbesondere wenn mit demselben das Hinabstossen eines Fremdkörpers in den Magen versucht worden ist. Besser eignet sich ein hinreichend starkes gewöhnliches ünnimirohr, ilas für die grossen Haustiere .1,5 m und für die kleinen 0,75 cm lang sein muss, stiickfleth versah dasselbe an beiden Enden mit einem Beinknopf, um es auch als Schlundstösser verwenden zu können.
Zur Entleerung von (lasen aus dem Pansen bei akutem und chronischem Aufblähen der Wiederkäuer kommt die Schlundröhre am häufigsten in Gebrauch, zuweilen auch hei Schlundstrikturen, um durch öfteres Einfähren allmählich eine Erweiterung der stenotischen Stelle anzustreben. Für erstere /wecke führt man das [ustrument in der olien angegebeneu Weise ein. zieht das spanische Rohr zurück und lässt dilt;; Pansenluft entleeren.
In der Regel erreicht man den /weck nicht vollständig-, insofern die Röhrenspitze bei der ziemlich tiefen Schlundeinpflanzung in den festen Mageninhalt eindringt, während die Gase im obersten Magen-raume angesammelt sind. Ausserdem verstopft sich das Röhrenende öfters mit gärenden Futtersubstanzeu oder ist bei der Unruhe und Atemnot der Tiere die Applikation überhaupt erschwert, oft auch nicht ganz ungefährlich, so dass in solchen Füllen, nachdem von dem Ein­schütten gasbindender oder gärungshemmender Arzneimittel wenig oder nicht rasch genug Hilfe erwarte! werden kann, zum Pansenstich (s.d.) geschritten werden muss.
Erleichtert kann das Ausströmen der Gase einigerniassen dadurch werden, dass man dem Tiere mit dem Vorderteil eine erhöhte Stellung gieht, wodurch sich das Eobrende mehr dem oben) Mageninhalt, nähert. Ausserdem hilft man durch Aufzäumen (Strobaeil mit reizenden, speicheltreibenden Mitteln), durch öfteres Hervor­ziehen der Zunge, kräftige und wiederholte Massage dos Hinterleibs U, s. w. nach.
Bei Pferden wird die Monro'sche oder Bild'sche Schlundröhre ebenfalls und in derselben Weise angewendet, wenn auch viel seltener und nur bei Magenkoliken oder zur Entfernung von festgesessenen Fremdkörpern. Ks ist nicht ratsam, die Einführung am stehenden Pferde auszuführen, häufig ist ausser dem Niederlegen behufs Ent­spannung der Schlundkopfmuskulatur seihst, eine Narkose notwendig. Nach eingelegtem Maulffitter lässt man die Röhre bei gestrecktem
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Mageukatbeter. lliIKll]^tossoll dos FremdkOrjiers,
83]
Kopie vorsichtig unten' dem laugen Gaumensege] über lt;lic Mitte des Zungenrückens liiuweggleiteu und gelangt so von seihst in den Scliluud-eingaug. Der Widerstand lieji'iiint grosser zu werden, je mehr sich die Röhre dem Mageu niiiiert. Zu bemerken ist. dass man bei dem Pferde leicht in den Kehlkopf gerät, Soll die Hand in den Rachen gehen, kann dies nur im Liegeu geschehen, kommt aber sehr selten vor.
Als Magenkatheter kann die Sehhmdröhre wenigstens bei ilunden ebenfalls dienen und zwar sowohl zum Einführen reichlicher Mengen von Flüssigkeiten und Ausspülen des Magens bei abnormen Gftrungen u. dgl., als auch zur Entleerung desselben. Zu letzterem Zwecke wird das Tier mit dem Vorderteil in eine abhängige Lage ge­bracht und muss ein grösserer Teil der Schlundröhre ans der Maul­höhle vorragen, um als Heber wirken zu können. Die beim Menschen gebräuchliche Magenpumpe ist, hei Hunden nicht anwendbar.
Hinabstossen des Fremdkörpers. Ks muss versucht wer­den, wenn die Heraufbeförderung nicht ermöglicht, misslungen ist oder der Weg zum Magen näher bezw. überhaupt vorzuziehen ist. Wie leicht, einzusehen, hat die Manipulation mit grosser Vorsicht zu ge­schehen und ist vor allem notwendig, die Art und Gestalt des Hinder­nisses zu kennen. Eckige, scharfkantige oder gar spitzige Gegenstände eignen sich nur zur Beförderung nach oben,
Man verwendet luezu das gewöhnliche Schlundrohr oder besondere Schlundstösser. bestehend in einem langen, biegsamen, flngersdicken Stab mit eigrossem Knopf von Bein oder .Metall: auch ein spanisches Rohr, durch Abschaben der Glasur und Einlegen in Wasser ge­schmeidig gemacht, kann dienen, wenn es am Ende mit Werg, Lein­wand oder einem Stück Badeschwamm gut umbunden wird. In der Hundepraxis lässt sich wie beim Menschen mit Vorteil auch die aus Gummi gefertigte Schlundröhre gebrauchen. Erst stösst man den Fremdkörper sachte an. dann dreister, ohne jedoch bei grösserem Widerstand eine starke Kraftanwenduug zu gebrauchen. Häutig ist der Schlund schon entzündlich gereizt oder durch vorhergegangene Hantierungen mürbe geworden und bricht durch, worauf die Röhre in das umgehende Zellgewehe gelangt. Zuwarten ist auch hier zu empfehlen, sowie öftere Versuche, ohne grössere Gewalt anzuwenden.
Schhindhaken sind besonders früher viel verwendet worden. jetzt weniger mein'. Sie bestehen aus entsprechend starkem biegsamem Eisen- oder Messingdraht, der am unteren Ende hakenförmig umge­bogen wird; die Krümmung darf nur eine sein' kurze sein und emptiehlt es sich, wenn hier der Draht, doppelt liegt. Ein solches stumpfes In-
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Opemtionon am Schlund.
striiinciit stelll niiiii sich ;iiii besten entsprechend lt;loiii Einzelfall selbst heiquot;. Die Anwendung ist durchaus gefahrlos, freilich meist nicht zum Ziele führend, wenn es nicht gelingt, mit dem linken am Fremdkürper vorbeizukommen, um ihn von untenher zu fassen oder letzterer beim Ausziehen wieder entschlüpft. Für solche Fülle eignen sich besser die Sch'lundzangen, von denen es verschiedene Arten giebt, wie sie besonders von Hertwig, Delvos, Simonds, Coculet, Chairiere. Baujin, Christensen, Wegerer u. a. konstruiert worden sind. Die
von Hertwig und Delvos konstruierten werden vielfach vorgezogen. Igt;ie anderen sind, weil mit Klappen und (harnieren versehen, ziemlich kompli­
ziert, deswegen gebrechlich, zum Teil un­brauchbar, teuer oder wenig im Gebrauch. Die älteste Zange ist die Ilcrt-wig'sche Fig. '2')'gt;. Am unteren Ende sind zwei löffelartige Klappen Fig. 256 angebracht, welche durch eine Schraube im Innern des 1,5 m langen Metallrohres
ausgespreizt werden können (G. und II. III. 125). Das Instrument ist von Del­vos dadurch verbessert worden, dass man es abschrauben und zerlegen kann. Ahnlich ist die Zange von Simonds.
Coculet s Zange öffnet sich durch
einen Druck und wird durch Anziehen
einer Schnur geschlossen (Journ. de Toni.
,,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;1862; Rep. 1863. 157). Das Instrument
|.('nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;i |f Degonfleur-Bauj in besteht aus einem
#9632;(rljnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;
langen Lederrohr, aus dem am untern
Filaquo;
Fiff. 256,
Ende sechs lange schmale Löffelzangen-
stücke hervorragen, welche sich durch eine im Rohr befindliche Stange öffnen und zusammenziehen lassen. (Abbild, in Stockfleths l'hir. 11. 291.) Die Zunge passt mehr nur für rundliche oder cvlindrische Gegenstände, wie eingeklemmte Eier, Kar­toffeln. Kohlstrünke u. dgl.; für flache Rübenstücke ist die Zangenöfihung zu gross, solche lassen sich leichter durch stumpfe Haken ausziehen oder durch das Schlundmesser verkleinern (s. U.). Das Erfassen von Fremdkörpern mit derartigen Zangen geht nicht so leicht, als man erwarten könnte und gelingt nur. wenn das Hindernis nicht allzusehr vom Schlund umfangen ist. Am ehesten lassen sich (leuenstände von
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Scliiumlzaiigcn.
iiuregelmässigei' Gestalt, wie rohe Kartoffeln oder Knochenstücke u. dgl. packen und ausziehen. Aussei'dem kommt lile und da ein Einklemmeu der Schleimhaut in das Charnier 11. dgl. vor oder wird die Zange während des Gebrauchs defekt.
Für die kleineren Haustiere lassen sich auch lange Kornzangeu, Haken- oder Polypenzangeu verwenden, wenn der Gegenstand nicht allzuweit vom Schlundkopf entfernt sitzt. Besonders konstruiert hiezu ist die amerikanische Schlundzange (Fig. 258), welche man unter der Leitung des Zeigefingers einführt und sich als recht brauchbar
Fit
(57. Vis. 858.
Flg. 259. Sclilundzange von Wegerer.
erwiesen hat. Durch wiederholtes Anfassen wird es auch ermöglicht, einzelne Teile abzureissen und so das Hindernis mobiler zu machen, man hält sich aber nicht zu lange dabei auf, sondern versucht das Hinabstossen in den ohnedies immer geräumiger werdenden Kanal mit Hilfe der Schlundröhre. Zu beachten ist, dass bei Schweinen, Hunden und Katzen häufig- auch entsprechende Bewegungen und Lage­veränderungen des Körpers der Lockerung und Entfernung des Hindernisses förderlich sein können.
Die Sclilundzange von Wegerer Fig. 259 ist an die bieg­same Eisendrahtzange a am unteren Ende befestigt und besitzt dort einen Hohlcylinder c, der den Schlund erweitert und aus welchem
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Operationon am Schlund.
beim Vorschieben der Handhabe b zwei löffeiförmige Zangenstücke o! e hervortreten. Hei g ist eine Stellfalle angebracht, Mit dem Instru­mente gelingt die Extraktion ebenfalls nicht immer, da die Schlund­wand der Öffnung der Zange ziemlich .starken quot;Widerstand entgegen­stellt. Qanz ähnlich konstruiert in seiner Handhabung Ist das
Schluudmesser von Wegerich Fi^'. 260 (oben), dessen ge­bogene Messer sich am Handgriff des oberen Drahtendes kreisförmig
(Indien lassen und so den Gegenstand durch Zer­schneiden in kleine Teile beweglich machen sollen. Beide genannte Instrumente können als ungefähiilch bezeichnet werden. Das Ringmesser darf nicht zu weit, nur 1—2 cm. hervorgedrückt werden, um nicht verlet/eu zu können. Man zieht es öfters zurück und setzt von neuem an. der Hohlcyllnder ist weit genug, um den schneidenden Teil von der Schleimhaut entfernt,
zu halten. Notwendig ist. class alle derartigen Instru­mente vor dem Gebrauch auf ihre Solidität geprüft werden.
Der Schlundbohrer von Wegerich erhellt in seiner Konstruktion aus Flg. 260 hei e von selbst. Er soll den Gegenstand in der Mitte angreifen, worauf dieser entweder ausgezogen oder zerkleinert wird. Notwendig ist dabei, dass der Fremdkörper von aussen am Halse fixiert werden kann, im anderen Falle ist ein zu tiefes Findlingen des Bohrers und Verletzen des Schlundes möglich, insbesondere bei weichen Kör­pern, man macht daher von dem Dohrinstrumente
besser keinen Gebrauch (Rep. 1867. 309). Ähnliches
Fig. 260. Sclilnndmesser. Schlundbohrer.
gilt auch von dem Schlundbohrer Christensens, der zugleich zum Hlnabstossen eingerichtet ist (Stock-
fleth, Chlr. II. 290). Die Wegerer'schen Schlundlnstru-mente besitzen eine Länge von 1,5 in, haben sich aber wie die llbrigen nie recht in die Praxis einbürgern können. Häutiger wird der Schlundbohrer von Fvers gebraucht, der aus einer aus Draht hergestellten und spiralförmig aufgerundeten Schlundröhre durch um­drehen einer Spindel hervortritt und nicht verletzen kann, da das Ende der Schlundröhre eine glockenartige Erweiterung besitzt.
Der Schlundkorb (Fig. 257) dient bei Hunden und Katzen zum Hlnabstossen sowohl als zum Herauf holen kleinerer Gegenstände, wie Knorpelstückchen, Knochensplitter. Knöpfe, apportierte Geldstücke
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Dei' Sdilmulscliiiitt.
000
u. s. w. Er tvamp;gt an seiner Sjjitzc einen weichen Knopf aus Bade­schwamm, Zunder oder Kautschuck und zwei his drei Fingerbreit ent­fernt einen laquo;uis Pferdehaaren gefertigten Korb, welcher in seineu Zwischenräumen genannte Fremdkörper, selbst Nähnadeln, Fischgräte u. d^i. aufnimmt und heraufholt. Das Instrument ist sehr brauchbar, wird viel hehn Menschen angewendet und auch als „Münzenfängerquot; bezeichnet.
Der Schlundschnitt. Osophagotomie.
Wenn die oben genannten Hilfsmittel erfolglos geblieben, bleibt nichts anderes übrig, als sich einen Weg zu dem Fremdkörper durch Einschneiden von aussen in den Schlund zu bahnen.
Andere Anzeigen der Operation, wie Einführen einer Röhre behufs künstlicher Ernährung bei voraussichtlich vorübergehenden Läh­mungen, bei Geschwülsten im Rachen u. s. w. oder operative Erweite­rung von Schlundstenosen, Nähen des zerrissenen Schlundes etc.. liegen seltener vor.
Die Operationsstelle ist entweder unmittelbar auf der durch den steckengebliebenen Körper erzeugten Geschwulst in der Drossel-rinne des Halses oder auf den leeren Schlund. Die Technik bleibt sich in beiden Fällen gleich. Das Auffinden des Schlundes ist im ersteren Falle dadurch bedeutend erleichtert, dass derselbe durch den Fremdkörper näher unter die Haut gerückt wird und sich durch Her­überdrücken auf die linke Seite hesser fixieren lässt. Am leeren Schlünde (also auch hei Operationsübungen) wählt man auf der linken Halsseite jene Stelle, an der er sich nach links zu wenden beginnt: sie befindet sich in der Höhe des fünften Halswirbels, somit au der unteren Hälfte des Halses.
Anatomisches. Der Schlund selbst liegt in der Tiefe der Drosselrinne hinter der Trnchciihvand, reichlicli eingebettet in lockeres Zellgewebe, durch das seine Idassrote Farbe durchschimmert. Die Jugularis nimmt ihren Verlauf dicht unter dem Hautmuskel, die Karotis neben dein Schlund und parallel mit diesem; sie giebt sich durch ihre Pulsation zu erkennen, ist daher leicht zu vermeiden. Sollte weiter oben in der Eehlrinne auf die Höhe der Geschwulst eingeschnitten werden müssen, so kommt auch der Schulterzungenbeinmuskel, der zwischen dem Haut­muskel und der Jugularis hindurchgeht, unter das Messer. Der Schlund zeichnet sich auch dadurch aus, dass beim Anfühlen der in seiner Mitte befindliche Schleim-hautstrang deutlich über die Finger hinweggleitet, Er wendet sich erst im untern Halsdrittel nach links, ein Verlauf nach rechts gehört zu den grossen Seltenheiten. Die grösste Abweichung von der Medianlinie erreicht der Schlund in der Umgebung des I. Rippenpaares, am vierten Halswirbel ungefähr liegt er dicht am linkseitigen Luftröhrenrande.
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;;:;(;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Operationon am Schlund!
Operation. Nachdem die Haut geschoren, dann gewaschen und desinfiziert worden ist. mucht man in der Drossclrinno iliclit an der vorderen l'avtic des gemeinschaftlichen Muskels, also am hinteren Rande der geschwellten Jugularvene mit dem geballten Messer einen Schnitt von dem Fremdkörper entsprechender Dimension in die Haut, welche zuvor in eine Querfalte gehoben wurde; der Hautrauskel wird mit durchschnitten und dann die Vene mittelst eines Hakens nach vorwärts gegen den Kehlrand des Halses gelegt und liier festgehalten. Damit sich der Längsschnitt der Haut nachher über den Schnitt in dem Schlund verschieben liisst. der Parallelismus beider Wunden also aufgehoben wird, riit Stockfleth, die Haut (eine Handbreit über dem Buggelenk) am vorderen Rande der Jugularvene durchzuschneiden, was indes als unwesentlich bezeichnet werden kann. Zweckmässig ist. den Hautschnitt behufs besseren Abflusses der Wundsekrete nicht über, sondern unter der Vene anzulegen.
In dem lockeren Zellengewebe angekommen, wird nunmehr der Schlund aufgesucht, was wegen der Seitengefässe am besten mit dem bohrenden Finger geschieht, wobei man sich hauptsächlich an die Vorderfläche des gemeinschaftlichen Muskels hält, wo der Schlund sicher anzutreffen ist. .Man trennt ihn vom Zellgewebe los. das ihn auch an die hintere Luftröhrenbandtläche heftet und zieht ihn in die äussere Wunde hervor, wo er durch Unterlegen einer Cooper'schen Schere festgehalten wird. In der Richtung seiner Längsachse trennt man die Muskelschicht beim leeren Schlund auf eine Länge von nur 3—1 cm (oder entsprechend dem Querdurchmesser des Fremdkörpers) bis auf die blass durchscheinende Mucosa, fasst, diese mit der Pin­zette und durchsticht sie. worauf eine Hohlsonde in das Lumen ein­geführt wird, um den Kanal nach Bedarf zu öffnen. Andere Praktiker ziehen vor, den Schlund von innen nach anssen zu spalten, indem man durch einen kleinen Einstich ein Knorpelmesser in das Lumen geschoben hat.
Grössere Schlundwunden heilen ganz schlecht, man be­schränkt sich sonach auf einen möglichst kleinen Schnitt und heftet denselben, nachdem das Hindernis beseitigt und die Wunde mit Karbol­wasser desinfiziert worden ist, mittelst der Knopfnaht (zuerst Schleim­haut, dann Muskelhaut). so dass nirgends Klaffen entsteht, die Lem-bert'sche Darmnaht ist dabei' gleichfalls angezeigt. Zuletzt wird auch an die Hautwunde eine Knopf- und Entspannungsnaht angelegt und in den unteren Wundwinkel ein Drainrohr oder Jodoformgaze eingebracht.
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Dim mill NachbebaudiuiiK.
Diät und Nachbehandlung. In den ersten vier bis fünf Tagen nach der Operation sollte jede Fütterung unterlassen werden, eine Erfrischung kann insolange durch Klystiere laquo;('reicht werden, auch muss vermieden werden, dass sich das Tier nicht an der Wunde reihen kann. Zu bedenken ist. dass der Schlundschnitt eine zwar leichte, aher in seinen Folgen nicht unbedenkliche Operation ist und die Hei­lung durch fortwährende Verunreinigung der Wunde mit Futterteilcben gros.se Schwierigkeiten bereiten kann. Nachher beschränkt man den Patienten auf Verabreichung von mehr halbflüssiger Nahrung. Kleien- und Mehltränke sind zu verwerfen. Der Streit, ob flüssige Nahrung oder weiches Gras, zartes Heu n. ilgl. zu bewilligen sei. ist durch direkte Versuche dahin erledigt, dass alle Bissen, auch von Weichfutter, den Schlund stark erweitern, so dass die Schlundnälite notwendig reissen müssen. Der Grund liegt darin, dass den Tieren nicht vorgeschrieben werden kann, nur kleine Hissen zu formieren. Später kann feste Nahrung erklärlicherweise nicht mehr verweigert weiden.
Regel ist, auch die Schlei in li a u t soi'gt'iiltis mit in den Verscliluss zu nehmen, nur bei kleinen Wunden mag sie aussei' Betracht gelassen werden und braucht bloss die Muskelschicht genäht zu werden. Bedenkliche Komplikationen entstehen bei fortdauernder Verunreinigung (besonders schon im Anfang) durch die nachfolgende Eiterung, Bildung von Schlundabsccssen, Gangrän, Seiitikämie etc-Das Anlegen einer Schlingennaht, um deren Enden von aussen zu rechter Zeit ausziehen zu können, ist nicht ratsam und auch nicht notig, es wäre denn, dass die .Schleimhaut vorher in Katgnt gelegt ist. Andere Praktiker wollen die Fäden (nach früherer Art) überhaupt nur in Schlingen legen, beziehungsweise die Schlnndwnnde ganz sich selbst Überlassen. Bei den kleineren Tieren, welche recht wohl eine Woche und länger ausschliessüeh durch Klysmen ernährt werden können, ist. dies möglich, ob bei den grosson Haustieren, ist eine andere Frage, obwohl es Thatsache ist, dass die meisten Hefte schliesslioh doch reissen und viele Heilnngeu auch ohne Naht konstatiert sind. Die Eiterung muss eben nach allgemeinen Regeln über­wacht werden und wird namentlich häufiges Reinlmlten und Einnähen von Drains erforderlich. Zu beachten ist, endlich, dass sieb keine Tasche zwischen der Schlund- und Hautwunde bilde. Soll die ösophagotomie für Ernährungszwecke dienen, so wird eine elastische Röhre eingeführt und In die äussere Wunde durch Nähte befestigt.
Subkutaner Schlundstich. In fällen, bei denen nur weiche Körper, besonders Futterbissen das Hindernis in der Halsportion ab­geben, ist eine Eröffnung durch Längsschnitte nicht absolut notwendig und beschränkt man sich darauf, mittelst eines Spitzbisturis auf der Höhe der Halsgeschwulst bis in den Schlundkanal einzustechen. Wurzelwerk, Kartoffeln und sonst zerschneidbares Futter kann dann durch ein schmales Knopf bist uri zerstückelt. Ilalmfutter u. dgi. mit
ElGring's Operatlonslohro, vr. Anil.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ..m
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#9632;;;;,snbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Operationen am bclilnnd.
Hilfe einer diimieu l'in/.ette oder eines feinen l)i;ilitliakens aliinäliiicli ausgezogen werden. Kleine Knochensplitter, Nadeln etc. sind eben­falls schon in dieser Weise entfernt worden. Zuweilen perforieren solche Gegenstände den Schlund und können nach Heilung der Wunde des letzteren aus dem sich bildenden subkutanen Abscesse beseitigt werden.
Kropfschnitt beim Geflügel.
Bei den Hausvögeln, inbesondere bei Hühnern, kommen durch Anhäufung von trockenen, harten, schwer oder gar nicht verdaulichen störten oder Fremdkörpern im Kröpfe zuweilen so hartnäckige Ver­stopfungen und Verhärtungen vor. dass der Inhalt vollständig ins Stocken geraten ist. die Wandungen enorm ausgedehnt werden und entweder ein hässlicher Hängekropf entsteht oder eine /erreissung erfolgt. Gewöhnlich lamp;SSt sich der überfüllte Kropf vom Schnabel aus oder durch Massage von aussen entleeren, oft ist derselbe aber so vollgestopft, dass die Masse in dem steinhart gewordenen Kropf weder vor- noch rückwärts zu bringen ist oder auch durch Druck von aussen nicht in Bewegung gesetzt werden darf, weil durch scharf­kantige oder spitzige Gegenstände, Fremdkörper u. dgl, schlimme Ver­letzungen entstehen könnten.
In solchen Fällen, welche aussei1 bei Hühnern auch bei (iänsen und Tauben vorkommen, bleibt nichts anderes übrig, als eine Ent­leerung durch Einschneiden der Kropfwand zu erzwingen.
Die Operation ist noch einfacher als der Schlundschnitt, nach­dem die sackförmige Erweiterung des Schlundes beim Geflügel dicht unter der Haut gelegen ist. Mau schert auf der Höhe der oft mehr als faustgrossen Geschwulst in der Medianlinie des Halses bei dem auf den Rücken gelegten und mit einem weichen Tuche gebundenen Tiere die Federn ab, desinfiziert die Haut und schneidet ein. Der Schnitt wird nicht grosser gemacht, als notwendig ist. um mit dem Finger. einer Pinzette oder besser mit einem scharfen Löffel, da die Stinken­den saureu Futtermassen meist durch häutige Exsudate mit der Schleim­haut verklebt sind, den Inhalt zu entleeren* Nach erfolgter Reinigung mit Kreolinwasser wird erst die Kropfwand, dann die äussere Haut in der beim Schlundschnitt angegebenen Weise genäht.
Am ersten Tage lässt, mau hungern, worauf nur weiches Futter gegeben wird. Zum Trunke reicht mau eine d.öproz. Lösung von Salzsäure. Eine nachfolgende Eiterung dauert einige Wochen und muss überwacht werden. Wichtig ist bei hartem Kropf, mit der Oso-
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Litteratiu'i
nilraquo;
plmgotoraie nicht /u lange zu uögern, do die Tiere sie gut zu ertragen vei'mögen, andernfalls aber leicht Tod eintritt, ebenso muss der Ein­gang in dm Schlund untersucht werderaquo;. Nur bei Tauben soll die Operation wegen der eigentümlichen Beschaffenheit tier seitlichen Kropf­taschen unterlassen werden (Zürn),
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OporatiODOn hd laquo;lor Brust.
II. Operationen an der Brust.
Au der Brustwaad werden operative Eingriffe vorgenommen, hanptsftchlicli um angesammelte Krankheitsprodukte zu entleeren. In der Regel handelt es sich dabei um Entzündungen der Pleura und ihre Folgen oder inu Entleerung von Transsudaten, bezw. Einführung arzneilicher Flüssigkeiten.
Der Bruststich. Thoracocentesis.
Die Operation ist einfacher Art und häutig auch eine dankbare. Am meisten kommt sie bei Pferden und Hunden vor und muss unter Umständen wiederholt vorgenommen werden.
Geschichtliches, Obwohl in den liijipokratisclicn Schriften viel von Rippenfellentzündungen und Brustwassersuclit, ebenso von Punktion die Kode ist, erscheint es doch fraglich, ob im Altertum letztere Operation ausgeführt wurde. Audi in den älteren tierärztlichen Werken findet sich nichts von letzterer, denn Sanctorius {IH^(i) war der erste, welcher von einem zur Eröttnung des Thorax dienenden Zajifspiess spricht. Lafosse (1772) hat die Punktion zuerst beschrieben und wollte sie nur auf die Pleuritis angewendet wissen; Goliier sagt, bei der Brustwassersucht beschleunige sie nur den Tod. Im Anfange dieses Jahrhunderts wurden manche Heilungen, aber auch viele Misserfolge veröffentlicht und selbst nachdem um diese Zeit die Yeterinärchirnrgie den ersten Aufschwung genommen, wollte man noch wenig von der Operation wissen. Namentlich die Meister Oh aber t, Brogniez, Strauss, llayne, Dieterichs waren ihr nicht hold, ebenso be-zeiebneten sie Hering, Hertwig U. a. als prekär und undankbar, wogegen Spinola, Renault etc. öfters zum Brusttrokart griffen. Meist war der ausbleibende Effekt der Zögerung mit der Operation zuzuschreiben oder wurden die nötigen Wiederholungen unterlassen, falsche Diagnosen gestellt. Indessen auch, nachdem die Perkussion durch Roll, Vogel u. a. eingeführt wurde, fand die an sich ganz ungefährliche Punktion eine Masse Gegner, namentlich bei der Brustseuche und erst die neuere Zeit hat die Anzeigen besser festgestellt, so dass die Paracenteso jetzt ungleich häufiger zur Anwendung gelangt. Ausserdem hat die Erfahrung ge­lehrt, dass auch Einspritzungen medikamentöser Flüssigkeiten (Prudhomme, Bouley, Bassi, St. Cyr u. a.) von Nutzen sein können. Die frühere Furcht vor der Schäd­lichkeit eindringender Luft ist fast verschwunden, nachdem jetzt bessere Instrumente zur Verfügung stehen.
Anzeigen liegen vor. sobald Krankheitszustände eingetreten sind, welche durch starke Beeinträchtigung des Atmens und der Ilerz-thätigkeit Gefahr für die Fortexistenz mit sich bringen. Dieselbe tritt am häufigsten auf im dritten Stadium der Brustfellentzündung. Alle Ergüsse in die serösen Säcke bähen etwas reizendes, phlogogenes
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Der Bruststlc
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an sich, wodurch die noch intakt gebliebenen Partien dor Serosa In Mitleidenschaft gezogen werden können, ja auch wie In der Brusthöhle die andere gesunde Hälfte in Gefahr gerät. Da die Punktion nicht schaden kann, unternimmt man sie jetzt gerae, sobald die Diagnose festgestellt ist. die Chancen der Heilung verbessern sich erfahrungsgemäss, wiili-rend sie vorher im Ganzen schlecht sind. Die Einrede, es wäre Ein­treten von Luft oder eine Ilyperihnie e\ vacno in den Lungen /u beftlrchten, ist unberechtigt, ebenso die Meinung, der pleuritische Prozess nehme leicht durch das Eindringen der Instrumente einen purulenten Charakter an. Die Erfahrung weist entschieden darauf hin. dass es verfehlt ist. nur in hochgradigen Fällen zur Entleerung der Aus-schwitzung ZU schreiten, also wenn sich schon grösscre .Mengen der­selben angesammelt haben und Dyspnoö eingetreten. Letztere beweist nur. dass in der Regel schon eine tödliche Alteration vorliegt. Je früher das Exsudat beseitigt wird, desto besser und soll die Punktion auch nicht unterlassen werden, wenn es sich darum handelt, die Pleu­ritis rechtzeitig von der Pneuinonie zu unterscheiden (Hngnier).
Ausserdeni liegt die Anzeige der Operation vor, wenn keine Ten­denz zur Resorption besteht, der Verlauf zögert oder ein Ausgang in Eiterung, Gangrän vorliegt. Ist einmal die Indicatio operandl gegeben, muss das Kxsudat entleert werden, so oft es sich wieder ansammelt. gewöhnlich genügen zwei bis drei Repetitionen.
Bei der Brust Wassersucht liegen die Verhältnisse insoferne anders, als man es bei intaktem Brustfell mit einem chronischen, langt1 auf gleicher Höhe verharrenden, sekundären Leiden zu thun hat, hervorgerufen durch schwer oder gar nicht zu beseitigende Ursachen (organische Erkrankung des Herzens, der Lunge und Nieren, allgemeine llydrämie u. s. w.). Von einem nachhaltigen Nutzen einer Paracentese kann es sich unter solchen umständen nicht immer bandeln, wohl aber von der direkten Abwendung einer drohenden Lebensgefahr.
Probepunktion. Sie ist sehr einfacher Art und wird an den unten zu lgt;e-sprechenden Stellen durch einen gewöhnlichen Qxplorativtrokart ausgeführt oder hesser mit einer Fravazspi'itze, um auch Flüssigkeit ansangen zu können. Sie hat zum Zwecke, die Diagnose zu sichern und die Beschaffenheit des pleuritischen oder perikardialen Ergusses festzustellen. Man verwendet hiezu nicht zu dünne Kanülen, die leicht von Exsudatflocken, Eiter- und andern Gerinnseln verstopft werden. Auch der den Injektionsspritzen heigegehene sog. Gallcutroknrt kann nötigen­falls henützt werden.
Der Brusttrokart, an der Spitze dreikantig, wie er In Fig. 261 in natürlicher Grosse abgebildet ist. wird am häutigsten zur Entleerung verwendet. Wesentlich Ist, dass das vordere Ende der hier im Metall
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Operationen uu dor linist.
etwas dünner gehaltenen llülse durch einen seitlich angebrachten Spalt ledert mul so sich inniger an raquo;Ins runde Stilet anschmiegt, im anderen Falle wird diis Durchstossen der Haut sehr erschwert. Am unteren Knde der Hülse befindet sich eine Schildplatte, welche an der Handhabe
ig. 202.
I inftabschliessendei' Brusttrokart.
aufsitzt und das Eingleiten in denBrust-raum verhindert. Der Trokart ist nur
kurz und ist am brauchbarsten, wenn
Fig. 261, Brusttrokart für
•ferde.
er ein solides Metallheft besitzt, das mit
dem stilet (Dorn) verschraubt ist. Besitzt man ein ganzes Trokartsystem, so wählt man die Kanülen von mitt­lerem Durchmesser (1,5—11 mm). Dom Trokart sind zwei Hülsen von Neusilber beigegeben, wohl auch eine Bürste zum Beinigen. Um den Eintritt von Luft zu verhindern, hat man verschiedene Vorrich­tungen angebracht. Früher bediente man sich besonders der Kanülen
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i tpomtionsstellOi
mit vorscliliessbfiveui Halm oder wird (fin (iuiiiiiiii'(dii' angebracht, das In ein Geftlss mit Wasser eintaucht. Selir praktisch ist der Trokart (Fig, 262), an dessen Hülse rechtsseitig ein (iiuiimisclilaiieli angestülpt wird, dessen freies unteres Ende gleicllfalls in ein GefÄSS mit Wasser eintaucht. Sobald die Trokartspitee in den Brustraum eingedrungen, zieht man das Stilet bis hinter die Seitenöflnuilg zurück und tliesst dann die Flüssigkeit durch den Schlauch ab. Der Luftabschluss wird in dieser einfachen Weise sowohl durch das nicht gänzlich aus­gezogene Stilet bewirkt, als auch durch das unter Wasser beiindliclie Schlauchende. Verbindet man das freie Müde des Schlauches nnsser-dem mit einer Glasröhre, SO UlSSt sich durch das Prinzip der kom­munizierenden Röhren die Höhe des Flüssigkeitsstandes im Thorax feststellen.
Auch der Billroth'sche Brusttrokart kann benützt werden. Er hat den weiteren Vorteil, dass er Verstopfungen {lurch Fibringerinsel durch blosses Verschieben des Stachels unmöglich macht. Der Gummi­schlauch wirkt wie ein Saugheber und entleert sich sehr gut. Nach erfolgtem Einstich schliesst man den am Griff beflndlichen Sperrhahn und dann auch den am seitlichen Abthissrohr beflndlichen.
Operationsstelle. Um die Brustwand nicht in ihrer grössten Dicke durchstechen zu müssen, bleibt man oberhalb der Sporader und geht hier zwischen der sechsten und siebenten Rippe (oder auch zwischen der siebenten und achten Rippe) ein. Eine vollständige Entleerung ist nicht nötig, der llanptwert liegt in der Herabsetzung des intra-thorakalen Druckes und Rückkehr des Herzens aas seiner Verschie­bung, wodurch die Rücksaugung wesentlich gefördert wird.
Bei Hunden steht eine grössere Fläche zu Gebot, nämlich der Kaum zwischen der seehsten bis neunten Rippe, wo auch der haupt­sächlichste dumpfe Perkusionssclmll besteht. In allen Fällen hält man sich mit dem Instrument möglichst vom hinteren it undraquo;! der Rippen entfernt, um eine Verletzung der liier verlaufenden Gefftsse und Nerven zu umgehen. i5ei den kleineren Haustieren gebraucht man hesser die Hohlnadel einer l'nivazspritze.
Auf welcher Körperseite die Thorakocentese vorgenommen wen­den soll, darüber entscheidet das I'lessimeter. Links ist auf die Lage des Herzmuskels Rücksicht zu nehmen, rechts der Spielraum etwas grosser. Hat man es mit bilateralen Ergüssen zu schaffen, wird erst die eine Seite mit der höheren Niveaulinie angezapft und dann der Effekt abgewartet: je nach dem weiteren Verlaufe geht man auch auf die andere; Seite über, mit welcher eine Koinumnikation nicht
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Operatlonon amp;n dor linist
bestellt. Das Anstechen beider Brusthttlften ohne entsprechende Zwischen­zeit (einige Stiiiideiu ist verwerfiich,
Operation, sie geschieht am stehenden Tiere, nachdem der
jenseitige Vorderfuss aufgehoben wurde: das Bremsen mag der Atem­not wegen unterlassen werden. Um bei Pferden ein seitiiciies Aus­weichen zu verhindern, stellt mau das Tier am besten an eine Wand. Die kleineren Haustiere plaziert man auf einen Tisch und liisst sie entsprechend festhalten. Ist die Hautstelle gewaschen und desinfiziert, nimmt man den Brusttrokart unter Voranstellen des leitenden Zeige­fingers (Fig. 263) in die Hohlhand und liisst von der Sjiit/.e des In­struments nur soviel hervorstehen, als etwa die Dicke der Brustwand beträgt. Hierauf wird dasselbe herzhaft durch die Haut in den Pleura-sack eingestochen und zwar senkrecht auf letztere. Am Nachlassen
des Widerstandes fühlt die Hand
alsbald den Eintritt indasBrust-cavum und wird dann dieTrokart-spitze etwas nach oben und
vorne gerichtet. Die Hülse
268.
bleibt liegen, das Stilet aus-
gezogen und das abfiiessende Kx- oder Transsudat in einem GefÄsse aufgefangen. DerTrokart wird vorher in Karbolwasser gelegt und zwar Stilet und Hülse gesondert. Verstopfungen der Abflussröhre lassen sich mit einer Sonde leicht be­seitigen. Das Einölen der Trokartspitze ist unzweckmässig.
Vor der Punktion erst einen Hautstich zu machen, ist über­flüssig, selbst unzweckmässig. insofern die Haut dort unnötig klafft. Allerdings wird bei schweren groben Pferden und bei Rindern die un­gewöhnlich dicke Cutis das Kindringen der Trokartsjutze erschweren und einen vorherigen Einstich mit dem Messer wünschenswert machen. Man verschiebt zuvor diellaut etwas, damit nachher nicht beide Wun­den auf einander passen.
Die Hülse bleibt solange liegen, bis ein grösserer Teil der Flüssigkeit abgelaufen ist. Die ganze Menge zu entleeren, ist unnötig, selbst schädlich, weil der Ausfluss zu häufig unterbrochen und dann l.uft eingesaugt würde. Der Abfluss soll langsam geschehen, um zu verhindern, dass sich die komprimierte Lunge nicht zu rasch ausdehnt und mit Blut überfüllt.
Früher wurde behufs vollständiger Entleerung der Einstich auch mitten durch den Schaufelknorpel gemacht oder in dir scitlidio Brustwunde ein Gummi­rohr bis auf den Grund dor Thoraxhöhle eingeführt (Hering), Zuweilen hat man
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[iitterutur
damit zu kämpfen, lt;lass nach dem Einstidi keine Flttssigkoil nachströmt odor nur kleine Mengen zum Vorschein kommen und mit Unterbrecbung. Die Ur­sache Ist entweder eine falsche Diagnose oder hat man dichte Exsudatschwarteni blndegewebige Adhärenzen getroffen, bezw, fehlt jener hydrostatische Druck und exsplratorisohe Zug dos Rippenkorbs, wie er bei der sieb ausdehnenden Lunge zum gehörigen Ähfluss notwendig ist, Auch stösst mau zufällif; auf abgesackte Exsudate, welche eine Punktion an anderer Stelle notwendig machen,
Bei der Entfernung der Kanüle muss die Hnut wahrend des Herausziehens mit dem Finger sachte zurückgehalten werden, worauf man die Hiautwunde etwas verschiebt. Letztere kann auch mit Jodoformkollodlum u. dgl. bedeckt werden. Wiederholungen sind. wie schon erwähnt., angezeigt, sobald solche Zustände aufzutreten beginnen, welche auch Veranlassung zur ersten Punktion gegeben haben.
Kin Ausgang der Pleuritis in Eiterung und jauchige Zersetzung der Sekrete kommt zuweilen vor und erkennt man ein solches Empyem oft erst, wenn bei Verschlechterung dos Befindens eine Probepunktion gemacht wird. In solchen Fällen nützt die einfache Entleerung der Brusthöhle gewöhnlich nichts und hat man wie bei Hunden die Aus­spülung der Brusthöhle mit einer desinfizierenden Flüssigkeit versucht, zu welchem Belmfe der Bruststich mit Hilfe eines Knopfinessers er­weitert wird. Heim Menschen wird selbst ein Stück Rippe durch Resektion entfernt, bei den Tieren lassen sich hiedurch nur aus­nahmsweise Erfolge erzielen. In ähnlicher Weise verhält es sich auch mit dem Einstich in den Herzbeutel bei perikardl-tischen Vorgängen, der Trokart wird auch kaum Dienste dabei leisten können.
Litteratur. Lyon. Cpt. rend. 1811. Ausflusa von 66 Liter. Tod nach ' 4 Stde.
—nbsp; Leblanc, Tronseean, Versuche. Journ. d. mcd. v6t. 1884; G. u. IT. I. ;J5!t.
—nbsp; Renault, Rec. 1837. 1^75. Operat. I-Imal wiederholt. Tod. — Mogford, The Vet. 1841; Rep. 1841. 259; Ibd. Holmes 1812; Hop. 1842. 158. — Jodinjekt. 80 Kilo Serum entleert, Pferd. Rec. 1844. 504; I!ep. W l. 814. — Laf osse, Jodinjekt, b. Hund. Tod. .Tourn. de Toni. 1849. liiigt;. — Perosino, Versuche über Luft-eintritt. Rep, (854, 17.'(. — Bassi, Brustwassersucht b, Pferd, Itcp. 185;quot;). 178; ibd, Vallada. .Tod. — Wiener Klinik 1859, — Holmes, Stich r, n. I, 4-to Pf, Serum. The Vet. 1869. 28. — St. Cyr, .lourn. de Lyon 18(10. IT:!; ibd. 1864, Rep. 18()5. 65, - Varnell, schnelle Resorption, schnelle Wiederholung des Exsudats. The Vct. 1861; Rep, 1861, 826, — Unterberjjer, Rep. 1864. 180j ibd. Paar in Babolna 1864. 181,— Beul, Verbcss. Trokart. Ann. de Brux 1877. — Stock-fletb, Chir, II, 849. — Kochs Encykl, Bruststich. Heilemann. Probepunkt, D. Ztsohr, f. Tiermed. 1879.801. — Johne, Sachs. Jahresber, 1880. 35; 1884.46; ibd. Prietsch 1850, 91; ibd. Bräuer 1883. 86, — Peuch, östr.Revue 1888, 105, Schlndelka, Viertetjahresschr. östr. 1881. 85, — Violet, Jöurn, Lyon 1888,
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;;((;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Opomtlonen mil llintciii'ili.
s. ii:;. Praktlsclio BomGrkuog zum Bruststichi #9632;— Gadiot, Recuell l^ii^. S. wiii. Empfiehlt neben Slnapismen die Funktion ills ilas wirksamste Mittel. — Lecollier, lU'cueil 1898, S, 84. Entleerung von )gt;2 Liter Serum auf einmal. — Huguiei't Reo. ]8i*i). S. 616 und 1). Tierllrztl. VVoclienschr, I80ö. Die Notwendigkeit recht-zeitiger Punktion.
III. Operationen am Hinterleib.
/u den an der Baucliwand und innerhalb dv.v Hinterleibshöhle vorzunehmenden chirurgischen Operationen gehören zunächst der Bancli-stich und die; Eröffnung der Bauchhöhle (Laparatomie), sodann der Darmstich, der Magen- und Dannschnitt, an welchen sich die am After und Mastdarm vorkommenden Kingriffe anschliessen.
I. Der Bauchstich. Laparacentesis.
Die Operation ist einfach und mUhelos wie der Bruststich und wird auch in ähnlicher Weise ausgeführt. Sie kommt am häufigsten bei Bindern und älteren Hunden vor. muss auch meist der persistie-renden Ursache wegen wiederholt werden und gehört daher nicht /u den dankbarsten Operationen.
Geschichtliches. Das Anstechen der Bauchhöhle gehört zu den illtesten Operationen, denn es geschieht demselben schon in den bippokratischon Schriften Erwähnung und gab es sehon damals iilmlicli wie beim Bruststich An­hänger und Qegner. Ebenso hat Aristoteles die Operationstechnik ausführlich angegeben und erfährt man ans seinen Werken, dass sie mit einem Messer aus­geführt worden ist. Vegetius empfahl das Spitzmesser, das vier Finger breit hinter dem Nabel eingestochen werden soll. Erst im 17. Jahrhundert kam der Trokart auf, mit welchem heute nodi die Punktion ausgeführt wird, wie denn mit derselben bei der grossen Kinfaehbeil nur wenige Veränderungen im Verlaute der Zeit vorgegangen sind. Bei Schafen, wo allerdings auch die meisten Bauch­wassersüchten vorkommen, scheint die Paracentese in früherer Zeit am häufigsten vorgekommen /.u sein, auch wurden damit Binspritzungen namentlich von aromatischen Mitteln und in der Neuzeit auch von Jodlösungen verbunden, welche bei der chronischen Bauchfellentzündung vielleicht von Nutzen sein können, Im ganzen aber wenig zur Ausführung kommen.
Anzeigen des Bauchstichs. In Frage kommen fast nur Hunde, bei weichen Her/- und Lebererkrankungen, Nierenleiden, ma­ligne Geschwülste u. dgl. am häufigsten vorkommen und zu Hydrops der Bauchhöhle führen. Kino auffallende Ausdehnung des Bauches mit welliger Bewegung der Flüssigkeit bei der Palpation kommt auch bei der chronischen Bauchfellentzündung vor und kann bei der
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Operation.
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starken intratibdoniinalen Pression, bei Druck auf ilas Zwerchfell uud schwerer Atemnot eine Entleerung des serösen Ergusses notwendig machen. Von einer dauernden Hellwirkung kann natürlich keine Rede sein, das Gx'undleiden bleibt als ascitische Ursache zurück und sei ist die Paracentese nur als Palliativmitte] anzusehen laquo;der dient sie gegen drohende Erstickung, Die bei dem chronischen Verlauf genannter Kranklieltszustilnde notwendig werdenden häufigen Wiederholungen des Anzapfens und die damit verbundenen beträchtlichen Verluste an ei-weissigen Stoffen können den Bauchschnitt widerraten, obwohl er eine unschädliche Opei'ation ist. welche selbst in der vorantlseptischen Zeit zu keinen Bedenken Verlassung gegeben hat. Hei Pferden kommt der Bauchstich kaum zur Anwendung, Ascites ist ziemlich selten und die Bauchfellentzündung führt meist zum Tode und was die Wieder­käuer betrifft, zieht man bei allen kacbektisclien Leiden das Schlach­ten vor.
Operation. Als Einstich stelle wählt man die untere Bauch­wand an der abhängigsten Stelle und legt den Hund auf einen Tisch. über dessen Rand die Operationsstelle hervorsteht. Grössere Tiere werden stehend punktiert und geschieht der Einstich in der Nähe des Nabels neben der Linea alba: bei Rindern würde man sich an die rechte Bauchseite zu halten haben.
Zur Punktion dient ein dünner runder Trokart. wie er zum Bruststich verwendet wird (Seite 342) und ist auch die Führung des­selben die gleiche. Nachdem die Ilaare geschoren, die Haut geseift und desinfiziert worden ist, wird mit dem Messer zuerst, ein Hautsticb gemacht, um durch diesen mit der Trokartspitze die Bauchwand senk­recht und unter leicht drehender Bewegung durchzustechen. Nach dem Zurückziehen des Dorns tiiesst das Sekret ab. nötigenfalls unter leichtem Nachdrücken mit der flach auf die ßauchdecken gelegten Hand. Verstopft sieb die Kanüle durch Gerinnsel oder wie bei Hunden manch­mal durch das flottierende Netz, wird mit der Sonde nachgeholfen. Zuletzt wird die Haut etwas verschoben, das Anlegen einer Binde ist überflüssig, da sie sich doch nicht fixieren lässt. Eine Verletzung des Darms kommt bei entsprechender Haltung des Instruments (Seite 344) nicht vor. bei älteren Hunden dagegen stellt sich zuweilen unerwartet Tod ein (Herzshok). besonders wenn sie sich bei der Operation sehr aufgeregt benehmen oder widersetzlich werden. Zwang darf daber nicht ausgeübt werden.
Eine Unterbrechung des Abflusses, wie sie beim Hruststich wün­schenswert erscheint, ist bei der Laparacentese nicht nötig. Wieder-
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348nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Operationen um Hinterleib.
liolungen derselben geschehen nach Bedarf. Von dov Einspritzung desinfizierender Flüssigkeiten durch den Stichkanal, um der Wie-deransammlung entgegenzuarbeiten, ist mau jetzt abgekommen, nach­dem man .^icli bei dem Fortbestand des (Ji'iindleidens von deren Nutz­losigkeit tiberzeugt hat; eher kann dies bei jauchigen Ergüssen wenig­stens versucht werden. Die Desiiifizientien. besonders Karbolsäure und Sublimat, schädigen der Erfahrung zufolge namentlich das Endo-tlial der Semsa und können selbst entzündliche Reizung hervorrufen, wo indes Ausspülungen nicht wohl zu umgehen sind, verwendet man Jetzt nur leichte antiseptische Lösungen, z. B. von Salicylwasser i : 600 oder Borsäure (i—2proz.).
II. Der Bauchschnitt. Laparatomie.
Er wird für sich allein nicht ausgefdhrt, sondern bildet den Vor-akt anderer Operationen, welche die Eingeweide des Bauches (Magen, Dann. Uterus, Eierstöcke etc.) betreffen, um jedoch bei diesen die Besprechung des Bauchschnittes nicht immer wiederholen zu müssen. soll er hier für sich beschrieben werden. Rinder und Hunde sind es hauptsächlich, welche hiebei in Betracht kommen.
Anzeigen liegen vor bei der Eröffnung des Magens bei Hunden und Rindern,, bei dem Darmschnitt, Kaiserschnitt, bei der Kastration weiblicher Tiere und der Kryptorchiden; bei inneren Brüchen und Darmeinschiebungen, Umwälzung des Fruchthälters, Exstirpation von Bauchtumoren u. s. w.
Je nach der Lage des betreffenden Eingeweides kann der Bauch­schnitt an verschiedenen Stellen des Hinterleibs vorgenommen werden, um in die Nähe desselben zu gelangen; die Bauchfläche ist überall zu Einschnitten geeigner. am meisten in der oberen oder unteren Flanke und in der Mittellinie. Die grossen Haustiere werden wo­möglich stehend unter den bekannten Kautelen operiert, wobei man sich wegen des Vorwärtsschlagens besonders der Hinterfiisse zu ver­sichern hat. Die kleineren Tiere operiert man ausnahmslos während des Liegens auf einem Tische.
Der Bauchschnitt in der oberen Flanke, d. h. der Huii-gergrube wird am häufigsten unternommen. Eingeweide drücken hier ihrer Schwere folgend nach abwärts und lassen so weniger ein Her­vordrängen nach aussei! befürchten. Bei den Wiederkäuern liegt links und rechts unmittelbar der Pausen an. rechts nur ein kleinerer Teil der Gedärme (oben), bei den übrigen Haustieren letztere. Besondere
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Der Baucbschnitt,
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Sorgfalt ist auf das Rasieren, Reinigen, Bürsten und Deslnflzieren der Hautstelle und ihrer Umgebung zu verwenden und darf bin der Laparatomie in keinem Falle irgend eine, Nachlässigkeit aufkommen. Zweckmftsslg ist, lt;iie Haut mit einem entsprechend grossen, in Sublimat­wasser ausgerungenen Stück Leinwand zu bedecken und an der Ope-rationsstelle ein Fenster auszuschneiden. Vor der Operation, welche keine Schwierigkeiten bietet, liisst mau eine oder zwei Futterrationen ausfallen.
Die Operationsstelle ist in der Mitte der Hungergrube, also zwischen der letzten lüjipe und dem ausseien Darmbeinwinkel, etwa
drei Finger breit unterhalb der Querfortsiitze
lt;^=%
der Lendenwirbel. Die Richtung des Schnittes
geschieht senkrecht oder parallel mit dem Rippenbogen, die Fänge beträgt 12—18 cm, d. h. der Einschnitt ist SO gross, dass man mit der Hand bezw. dem Arm einzugehen ver­mag. Das Messer gelangt nach dem Durch­
schneiden der Haut, alsbald in die unterliegen­den durch lockeres Zellgewebe verbundenen Aponeurosen.
Die erste dersellion ist der äussere dünne
]! i ji p e n b a u chm u s k e 1 (M. obliquus externus). Dann folgen die lockeren Bündel des oberen Teiles des Darmbcinbiuichmuskels (M. obliquus internus), welche fächerförmig von der Hüfte nach vor- und ab­wärts verlaufen; je näher der Schnitt an letzterer geschieht, um so stärker ist der Muskel, dessen Fasern beim Durchschneiden sich rasch in der Wunde zurück ziehen. In diesem Banchmnskel wird zuweilen ein' Ast der umgebogenen Darmbeinarteric verletzt. deren
lilutung schon durch Torsion zum Stehen gebracht
werden kann. Die innerste Schichte bildet der innere
V'vs. 2lt;)l.
Fig, 261
EUppenbauchmuskel (M. transversus), dessen dünne
Muskelbündel senkrecht nach abwärts geben, also bei dem Einschneiden mehr ge­trennt als abgeschnitten werden. Das Messer geht hier langsamer und nur bis zum subperitonealen Zellgewebe vor. Die Trennung in sämtlichen Muskeln gebt sehr leicht vor sich und reisst öfters das Bauchfell von selbst ein.
1st man in dieser Weise mit dem geballten Histuri schichteu-weise durch die Bauchdecke gelangt, so erübrigt noch, das Bauch­fell einzuschneiden. Fs kennzeichnet sich durch seine blasse Farbe und dadurch, dass es die Fingeweide durchscheinen liisst. Um bei dem Andrängen der letzteren nichts zu verletzen, hebt man das Hauch-
#9632;
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;#9632;)#9632;,()nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Operationen am Hinterleib,
(eil mittelst einer Pinzette in die Höhe, durclischneidet die Falte und trennt es mit einem eingeführten Knopfbisturi von innen her der Länge nach durch, wobei eine llohlsonde untergelegt werden kann. Bei der Trennung der Bauchwnnd muss man sich hüten, die seröse Membran von letzterer loszutrennen. Xunmelir ist die Bauchhöhle ge­öffnet und man sorgt zunächst dafür, dass sich die Eingeweide nicht unnötigerweise in die offene Wunde hereindrängen, man lässt dabei' die Wundränder behufs Vomahrae der weiteren Operation durch einen Gehilfen mit Haken oder Löffeln (Fig. 264, 265) auseinander halten. Nötigenfalls wird zur Narkose geschritten. Beim Vorgehen der Hand gegen die Gedärme muss erst das Netz durchbrochen oder zur Seite gelegt werden.
Bauchschnitt in der unteren Flanke. Er wird viel auch zu geburtshilflichen Zwecken ausgeführt und befindet sich die Ope­rationsstelle in der Mitte einer Horizontale, welche von der oberen Linie der Kniescheibe zum Rippenbogen gezogen wird. Der Schnitt geschieht in derselben Weise, wie oben angegeben wurde und geht parallel mit der falschen Rippe, also schief nach ab- und vorwärts. Wenn bei schiclitenweisein Trennen der Bauchmuskeln Arterienzweige (von der Epigastrica) getroffen würden, werden sie alsbald torquiert oder besser unterbunden.
Bauchschnitt in der Mittellinie. Her .Medianschnitt ge­schieht in der Rückenlage des Tieres, hinter dem Nabel und geht von hier nach rückwärts in entsprechendet' Länge. Bei den grossen Haus­tieren würde das grosse Gewicht der Eingeweide auf die Nähte zu liegen kommen und diese in hohem Grade gefährden, der Schnitt in der Linea alba kommt daher nur bei den kleineren Tieren zur Ausführung und auch hier meist für geburtshilfliche Zwecke oder zur Kastration.
Die Laparatomie wird auch in der Art ausgeführt, dass man mittelst eines desinfizierten Sjiitziiiessers hinter dem N'aliel in der welssen lanie. wo Nerven und Qefässe nicht in Betracht kommen, zunächst einen IDiustich bis zum Bauch­fell macht und dieses vorsichtig trennt, falls es nicht von selbst rcisst, um dann mil dem in das linnclicavnm eingeführten Knopfbisturi die Muskulatur und die Haut von inne i nach aus sen bis zu den Geschlechtstellen oder dem Euter aufzuschlitzen und mit der Hand eindringen zu können.
Isl der Zweck der Operation erreicht, so werden vor der Schliessung der Wunde alle Sekrete, namentlich pathologische Flüssigkeiten und Blut, wo sie er­reichbar sind, mit einem gut desinfizierten Badeschwamm oder besser in Sublimat-wasser ausgerungenen Wattetupfern aufgesaugt, die quot;Wunde von Blut befreit und gereinigt. Alle Vorbereitungen müssen prompt getroffen sein, um die Operation auch mit der erforderlichen Raschheit ausführen und beenden zu können. In dieser Beziehung befleissigen sich die Menschenttrzte der grössten Sorgfalt und verdanken
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Vorachluss del' Bauohwunde.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ;;.'jl
sio liauptsächlich mich der skrupulös durcligefllkrton „Toilette des l'ei'ltoneiuns1' ihre brillanten laparatorolsclien ErfolgOi Tierärztlicli wurde früher der Misserfolg oiler die Unmöglichkeit der Operation liei Pferden liauptSäcUlicll der frrossen Km-jiiiiidlieldieii d('.lt; Bauchfells in die Schuhe geschoben, in Wahrheit wird es sich aber liiehei ceteris parlbus kaum anders verhalten, als bei den [ihrigen Haustlereni
Verschluss der Bauchwunde. Bei der Grosse des Bauch-schnittes, der Gefahr des weiteren Eindringens von Luft und der; Be­weglichkeit und Ausdehnungsfähigkeit der Bauchdecken erfordert das Heften des Schnittes wiederum grosse Pünktlichkeit, Schwierigkeiten sind diiuiit aber ebenfalls nichl verbunden. Heim Zurückhalten der Eingeweide dürfen nur reine, in Karbol- oder Sublimatwasser gelegene Tücher verwendet werden, ebenso wird liiiiiti^ der fehler begangen, diiss nicht die ganze Umgebung der Hautwunde, sowie Hände und Anne, auch des Gehilfen sorgfältig desinfiziert sind. Vor dem Nähen der Bauchwunde gehl man mit den Fingern erst um die peritoneale Öffnung herum, ob sich nicht Teile der Eingeweide in die Schichten der Bauchwunde eingeschlichen Indien.
Beim Vernähen der Bauchwunde kann das Bauchfell füglich aussei' Ligatur gelassen werden und dass dies auch betreffs der Bauch­muskeln geschehen kann, wenigstens beim oberen Flankenschnitt, auf welchen das Gewicht der Eingeweide weniger einwirkt, lehrt die prak­tische Erfahrung.^ Sicherer ist indes immer, das Bauchfell erst in eine Knopfnalit zu nehmen und dann zum Heften der Haut zu schreiten, was am besten durch Anlegen einer tiefgehenden Matrazennaht ge­schieht. Das Vereinigen auch der Bauchmuskeln durch Nähen wird meist unterlassen und erscheint in der That auch überflüssig, nament­lich wenn die einzelnen Muskellagen, wie Degive vorgeschlagen hat. Je nach der Richtung ihrer Fasern besonders getrennt werden und zwar Stumpf. In diesem Falle klaffen sie auch weniger und legen sich nach erfolgter liautnaht die hloss auseinander gedrängten Muskel-züge inniger an einander. Bei dem Baucbsclmitt an der unteren Flanke wird vielfach auch die Zapfennaht empfohlen (Seide),
Den Sclduss bildet ein Verband, der durch Fmlegen breiter Leinwandbinden um den ganzen Bauch hergestellt wird, nachdem vor­her reichlich Thiol'orm. .lodot'ormkollodimn oder Glutol u.dgl. auf­getragen worden ist. Der Verband bildet zugleich eine Tragbinde, Bayer geht noch weiter und wickelt die Hunde ganz in desinfizierte Gazebinden ein,
Nachbehandlung. Die Wunde und der Allgemeinzustand des Tieres erfordern selbstverständlich alle Aufmerksamkeit und öftere.
.
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352nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Operationen am Hinterleib.
Besuche. IMe grossen Tiere weiden einige Tage aufgebunden und müssen hinten im Stunde etwas höher gestellt werden; bei den kleine­ren sorgt man für ein reines welches Lager und überwacht die Lage der Bauchbinde. Entsprechende Pflege und Fütterung, Sorge für regel-niiissigeu Abgang von Kot und Harn ist absolut notwendig.
Lltteratur. Brustwassersucht durch Punktion und aromat, Injekt, geheilt, Lyon, Compt. rend, 1821, — Zweimal. BaucllStich bei einer Stute mit degcner. Ge-krösilriison, Ausliiessen von 35 und 3i) 1 Wasser, Tod nach 21 Std. Journ. (l. J-you 1861. 491, — La fosse, Jodinjekt. beim Hunde; mich I Min. ausliiessen gelassen. Heilung. Journ. de Toul. 1849, 102. — Jacobi, G. u. 11. 1802. 217. Herstell. eines Ochsen mit zerriss. Blase, Entleer, von J10 Quart, l-'liiss. durch Trokartsticli neben dem Schlauch. — Wiener Klinik. XII. Iö7. Chron. Dauchwassers, Pferd; Abzapfen von 86 Mass, neue Ansammlungen, Tod nach 46 Tagen. — Stockileth, Chir. II, 177. — Berdez, Bauchstich in Kochs Encyklop, Bd, 1. — 1 wer sen, Tierärztl. Mitteil, 1871—72. S 187. —#9632; hustig, Hannov. Jahresber. 1876/77. lt;gt;•gt;.
—nbsp; F r ied b er g e r, Miinch. .fahresber. 1877/78. 81. 100. — 0 u un i n g h a m, The Vet. 1872. — Sie d amg r o tzky, Silchs. Jahresber, 1^72. ()7; ibid. 1887. S. 02.
—nbsp; nbsp;Jensen, Rep. 1880. 816. Mehrfach Heil, bei träeht. Kühen. Aussickern dauerte oft 8 Stunden. — Delvos, Ad, Woch. 1881. 889. Dauchwassers. h. I-ld. geheilt, 16 1 entleert, Punktion eines Nierenabscesses. — Zahn, Had. Mitteil, 1887. lös. Acht Punktier, b. Bind, Heilung in 2o Tagen, — li erger, Bad.
.Mitteil. 1888, s. 94, — Meschkow, Petersb, Journ. f. Vet. Medizin, S. 540. Heilung einer Darmverschlingung beim Pferd durch lianchschnitt. — T i 1 m a n n, D. Tierärztl. Woch. IWMi. S. 81. l'rakt. Erfahrungen über den Bauchschnitt.
Litteratur der Laparatomie siehe bei Operationen am Magen und Dann.
III. Pansenstich. Gastrocentesis.
Das Trokarieren des ersten .Magens der Wiederkäuer, Magen­stich, Punctlo rnminis. wird nur vorgenommen, wenn sich Gase in so bedeutendem .Masse angesammelt haben, dass Gefahr für das Leben entsteht (Erstickung, Apoplexie).
Geschichtliches. Ob schon im Altertum die Operation unternommen worden ist, geht aus den Überlieferungen nicht hervor, sichere Nachrichten stammen erst aus dem XVII. Jahrhundert und scheint das Messer zuerst in England für obige Zwecke bei Rindern angewendet worden zu sein. Erst später kam dann der Pansen-Trokart in Gebrauch, der von einem Grobschmied Ha uk in llandschuchshoim (bei Heidelberg) herstammen soll und hat damit in Deutschland Erx leben, sowie Medicus (1771) die Punktion eiugefülirt. Man war lange über das Wesen der Trommelsucht im Unklaren und befand sich besonders in dem Irrtum, die Luftarten entwickelten sich im Bauchcavntn oder würden erst von da in den Wanst ditfun-dieren, mau riet daher, ja den .Magen nicht zu verletzen; erst die französischen Tierärzte, voran Goulin (177ö) brachten mehr Aufkliirung in die Erkrankungs­weise, Hierauf wurde die Operation allgemein aufgenommen und war sie bis heute ihrer grossen Einfachheit wegen nur wenigen Modifikationen unterworfen.
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l'aiisciitiokai'ls.
Bei dem Aufblähen, der sog. Trommelsucht, isl zu unterscheiden, dli es rasch wie heim Grünfüttern oder nur (illmählich, aber desto hartnäckiger auftritt, in ersterejn Falle kann durch plötzliche und rasch zunehmende enorme Auftreibung des Bauches und Vordrängen des Zwerchfells eine solche Atemnot und Zirkulations-liemmung entstellen, dass die Tiere schon nach kurzer Zeit niederstürzen oder eine Berstling dos Wanstes. Zei-reissuug des Zwerchfells u. dgl. eintritt. Die Hilfe­leistung muss unter solchen Umständen rasch erfolgen und kann oft mir in direkter Entleerung der Gase nach Hissen bestehen. Bei der chronischen Tympanitis ent
stellen zwar ebenfalls ähnliche schwere Zu
Ule, indessen
ist meist Zeit gegeben, sie auf anderem als operativem Wege zu beseitigen.
Der Pansen ist bei allen Wieder­käuern so gross, dass er Dreiviertel der Bauchhöhle ausfüllt und namentlich links allerseits unmittelbar der Manch wand anliegt. Hecliterseits liegen in derFlanke nur einzelne Schlingen des Dünndarms, deren Lage nicht genau bestimmbar ist. mau ist daher heim Trokarieren hier nicht ganz sicher vor Verletzung derselben, obwohl der grössere Teil des Pansens ebenfalls dicht an die-Bauchdecken gepresst ist.
Pansentrokarts. Der für Rind­vieh, Schafe, Ziegen gebräuchliche Tro-kai'l ist der runde mit, dreischnei-diger Spitze (Fig. 266), welchem zwei Röhren (Hülsen oder Kanülen) von Neu­silber beigegeben sind. Für erstem Tiere
hat er eine Länge von etwa 1:2 cm, die
Kanüle eine Dichtung von (i mm: länger braucht das Instrument nicht zu sein, da
Figf, 266. Runder Pansen-
trokiiii.
Fig. l'UT.
Rundci' Trokarl
für Rinder.
heim Einfallen des Pansens die Baucli-wand grösstenteils mitgeht. Kürzere Trokarts schlüpfen gerne aus dem Pansen, worauf Luft in die Stichwunde strömi und Veranlassung
zu Hautemphysem und Eiterung giebt. HaupterfordernisHülse unterhalb der dreikantigen Spitze federt und silt;
dass die i innig um
II ci-iii g'i Oporatloiisloliro, VI, Aufl,
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Opei'ntioiiou am Hinterleib,
das Stllet auscliiuiegt, im anderen Falle wird der Einstich sehr er-schwex't. Ebenso sind alle Seiteuöffnungen nn der liiilso verwerflich und tragen nur dazu bei, dass beim Avisströineu der Luft Futter­partikel /wischen Pausen und Bauchwand geraten und so zu aus­gebreiteter eiteriger Peritonitis führen. Der Jetzt gebräuchliche Tro-kurt für Rinder ist in Flg. 267 abgebildet. Für die kleinei'en Wieder­käuer sind auch entsprechend kleinere Trokarts erhältlich.
Früher waren aucli flache zveischneidiae Pansentroka rtb iililiclt. Sie (Ivlugen zwar leichter durch die Haut iraquo; den Magen, allein die cntstaiulene Pansen-wunde klafft und giebl nachher Anlasa zum Austritt von Flüssigkeit oder Futter in die Bauchhöhle, wie auch die offen stehende Hautwunde eine Naht erheischt. Die runden Trokarts erzeugen eine dreieckige und deswegen nicht klaffende Wunde,
die sich seihst schllesst und nur aseptisch erhalten zu werden braucht. Durch die runde Form wird das Gewebe nicht an-geschnitten, die Fasern werden vielmehr nur auseinander­gedrängt und legen sich nachher wieder gut an. Allerdings dringen sie auch schwerer durch die Haut, Eine Verstopfung der Röhre beseitigt die Sonde oder ein Drahtstück. Zur Infusion von Flüssigkeiten durch die llölire dient der Tro-kart von Deffke, die Dulse ist für solche Zwecke zum Einstülpen eines Gummischlauches eingerichtet. Sonst be­sitzen die Kanülen am untern Ende eine Schil dpi atte, welche das Hinabfallen verhindert oder sind zwei Öffnungen für liiinder angebracht, wenn die Röhre einige Zeit liegen bleiben soll. Auch kombinierte Trokarts für Rinder und Schafe, für Verbandtascheu passend, stellen im Gebrauch, ebenso Dürsten zum Reinigen der Kanülen.
Der Pansentrokarl von Hräuer (Fig, 268) ist auch zur Ilerausbeforderung von Futterstoffen ein­gerichtet. Zu diesem Behufe ist ihm eine Löffel­zange beigegeben und hat die Hülse eine ovale
Form. Schon die Entfernung geringer Mengen von Futter lösl Pansenbewegungeu uns. wie man durch
#9632;ig. 268.
Pnnsen-Entleerungs-
trokarl von Brauer,
die Bewegungen der Kanüle aussei! wahrnehmen kann. Deren Querdurchmesser beträgt 25 mm, es muss daher die Hautwunde mit einer Knopfnaht versehen werden.
Operation. Der Pansenstich wird am stehenden Tiere ge­macht, nachdem es entsprechend gehalten ist. Da die Punktion der Haut schmerzt und sie linkerseits ausgeführt wird, streicht das Tier regelmässig mit dem linken Minlerfuss aus. um den Operateur von sich abzuwehren, man wird daher die Vorsicht gebrauchen, beide Sprunggelenke zusamineuzubinden, wenn nicht vorgezogen wird, auf der rechten Seite sich aufzustellen und aber den Rücken des Tieres
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Opeiiitioii.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 355
zu greiföii. I)i(! Iliiut wird abgeschoren, sorgfältig gereinigt und des­infiziert.
Gewöhnlich geschieht lt;li^ Aufstellung an der linken Rippen-wand mit nach rückwärts gewendetem Gesicht. Hierauf setzt man den Trokart in der Art an die linke Hungergrube,. dass die Stlletspitze nicht vorsteht, schlügt mit der l'alinartiiiche der rechten Hand auf die breite Handhabe des Instruments und treibt es durch die Flaut und Bauchmuskulatur auf einen streich in die Pansenhöhle. (Von Nicht­geübten wird gewöhnlich der Fehler gemacht, dass liiebei zu wenig Kraft ausgeübt wird.) Das Durchdringen der Haut Ist der schwierigste Akt der ganzen Prozedur, man erleichtert sich denselben aber bei sehr starker Haut wesentlich, wenn sie erst mit einem Spitzmesser, einer Lanzette oder Fliete eingestochen wird. Andere Praktiker drücken den in der Faust gehaltenen Trokart mit der rechten Hand unter leicht rotierender Bewegung in die Flanke ein, wozu ein grösserer Kraftaufwand gehört.
Wäre die linke Körperseite, wie beim Liegen des Tieres, nicht zugänglich und die Operation dringend, kann auch in die rechte Weiche eingedrungen werden. Die Operationsstelle bleibt dieselbe, d. h. die höchste Wölbung auf der Mitte der Hungergrube. Von der Hüfte sowohl als von dem Hände der Querfortsätze der Lendenwirbel bleibt man etwa eine Handbreit weg und setzt den Trokart senkrecht auf die Hautfläche, beiläufig in der Richtung, dass seine Verlängerung jenseits in der Gegend des Ellenbogens zum Vorschein käme.
1st das Instrument in den Pansen eingedrungen, entfernt man das Stilet und es strömen Gase mit Macht aus. so dass auch die in demselben enthaltenen Futterteilchen mit in die Luft geschleudert werden. Dieses Ausströmen darf nicht ununterbrochen geschehen, um die verdrängten Hlutmassen nicht allzurasch wieder in die grosseu llinterleibsgefässe eintreten zu lassen. Anämie anderer Organe, nament­lich des Gehirns und damit Ohnmacht. Niederstül'zen könnte, wie schon beobachtet worden ist, die Folge sein. Die Hülse bleibt bei der Fort­dauer der Gärung einige Stunden liegen, und wird mit Kork ver-schlossen. Vor ihrer Kntfernung ist eine Ausspülimg mit reinem Wasser und das Einstecken des Dolches notwendig. Zu beachten ist, dabei, dass beim Herausziehen der an der Haut dicht anliegenden Hülse auf erstere mit den Fingern der anderen Hand ein Druck aus­geübt werden muss, um ein Loslösen von der Subcutis zu vermeiden. Auch arzneiliche'Lösungen können zur Weiterbehandlung nunmehr elngeflösst werden, sie laufen indes nur während des Inspirationsaktes
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350nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; OpeiUtloiMJU an Hinterleib.
ab; wollte man grössere Mengen applizieren, so empflelilt slcli das Einstillpen eines Qummischlauchs (mit Trichter) auf die Kanüle. Eine derartige Prozedur leistet indes nicht viel, da man nur Zeit versäumt. Pausenmassage ist vorzuziehen. Den Schluss l)ildet das Hedecken der Stichöffnung mit Karbolöl. Terpentin. Teer, (luminischleim mit Jodo­form u. dal.
In der Kile kann auch ein S|)itizges T a 8 0 li e n mess e r verwendet werden, dessen Klinge in tier Bauohwunde auf dic^ Breitseite gedreht wird, um Klarten zu erzeugen. Das an sieh hüehst einfache und reaktionslos bleibende 'i'rokariercn des Pansens wird vielfach auch von den Tierbesitzeni ausgeführt, es sollte aber immer nur als Xotniittel dienen; nicht selten bleiben grössere peritonitische An-iötungen zurück, welche schliosslicb die liiimination und damit auch die Ernährung des Tieres beeinträchtigen. Diäthalten auf einige 'Tage ist als Nachbehandlung geboten.
Der Magenstich bei Pferden gegen Ubermftssige Gasentwick­lung (Magenkolik) wurde zuerst von II a y u e L836 ausgeführt, die Operation hat aber schon wegen der Unsicherheit der Diagnose weiter keine Nachahmung gefunden und kann auch nur als letzter Versuch in desperaten Fällen angesehen werden, obwohl besondere Gefahr durch die Operation nicht gegeben ist.
An der linken Brustseite am oberen Rande des gemeinschaft­lichen Rippenmuskels, in den Zwischenräumen der dritten bis fünften Rippe (von hinten gezählt) suchte Hayne mittelst eines zwei­schneidigen, 30 cm langen Trokarts einen Weg zum Magen in der Art zu bahnen, dass er das aufrecht gestellte Instrument (am vorderen Rande der Rippe) fast in seiner ganzen Länge durch die Brustwand in den Magen stach. Die Richtung ties Trokarts musste eine solche sein, dass dessen Verlängerung an dem äussersten Hände des rechts­seitigen Sckaufelknorpels des Brustbeins zum Vorschein kam. Vor Verletzung des Zwerchfells musste man sich besonders hüten, ([''erster, Operationslebre L8G7, S. 345.)
IV. Pansenschnitt. Gastrotomie.
lin in allzu grossen .Massen angesammeltes Futter aus dem Hansen zu entleeren, wird durch die Hauchwand ein Schnitt in den ersten Magen ausgeführt. Die Operation kommt fast nur bei Hindern vor. bei Schafen selten, sie werden besser geschlachtet.
Geschichtliches. Über das vorige Jahrhundert hinaus liisst sich die Ope­ration nicht verfolgen, sie scheint, aber in letzterem schon vollständig bekannt ge­wesen und auch von Laien ausgetlbl worden zu sein, wie dies beute noch vielfach
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Anzeifioii. Operatioiiinbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;;i.'i7
gescbielit, denn sowohl der Pansenstich mIs der l-'ansenscbnitt geliörou nicht zu den tliinirgischon Kunststücken dev Tierlieilliunde.
Hazard (t78it) war es hauptsäcblicli, sowie Bourgelat und Gbabei't, welcbe die Operation erstmals wissenscbaftlicb besebrieben haben. Auch Gieseclie erwähnt des Pansenscbnittes, ids (dues in Holstein von Hirten niebt selten geübten Verfahrens, üher dessen Erfolge jedoeb man his in die dreissiger .lahre dieses Jabr-bunderts sehr geteilter Ansiobt war. Btrauss vindizierte demselben keine Zukunft, Schwah hielt, es geradezu für widersinnig, Uyehner, der bedeutendste Bujatriker seiner Zeit, für entbebrlich, Brosche u. a. für nicht empfeblenswert, während der vielbescbäftigte Bibbe den Pansenstieb „als eine der merkwürdigsten Entdeckungen im Uehietc der höheren Veterinärwissenschaft, und oft das einzige Rettungsmittelquot; bezeiebnete. Besonders bäuflg wurde die Operation aueb von der Brüsseler Schule ausgeführt und konstruierte Urogniez ein ähnliches Instrument, wie für den Darm-stich, das er Gaslrotomc evacuateur d'alhnens nannte. In Deatscbland kam die Operation ebenfalls in den dreissiger Jabren in Aufschwung und gebort sie bis heute noch, da sie in der That häuiig das einzige Rettungsmittel darstellt, aller-wärts zu den nicht seltenen Operationen, Der Panseuschnitt dient ausserdem aueb dazu, verschluckte Fremdkörper oder giftige Substanzen direkt herauszuschaffen, kann aber ebenfalls mit jenen Nachteilen für das spätere Wohlbelinden der Tiere verknüpft sein, welche schon bei dem Pansenstieb näher angegeben worden sind. Gute Erfolge sind nur dann zu erzielen, wenn der Magenschnitt frühzeitig genug gemacht wird, er ist jedoch an und für sich keineswegs gefährlieh und wenn nichts­destoweniger doch häutig Todesfälle nachfolgen, so liegt die Schuld stets in dem Qrundleiden selbst. Bei Hunden ist der .Magenschnitt erst in der neueren Zeit zur Ausführung gekommen,
Anzeigen. Kino Überladung des Magens kommt boi iiin-dern oft in einem Grade vor, duss nur nocli direkte Entfernung der Futtermassen aus dein Magen Rettung schaffen kann. Am gefährlich­sten ist zu reichliche, die Verdauungskraft übersteigende Aufnahme von ohnedies schwer umzusetzenden l^utterstoffen und solchen, welche im Vormagen blähen oder nachquelleri, Der ,nigt;iize, Hinterleib ist dann Qberraässig ausgedehnt, bei Druck auf die Weichen hart oder teigig anzufühlen, schmerzhaft; Fresslust und Wiederkauen liegen gänz­lich darnieder, die Sekretion ist unterdrückt. Aufblähen, Atemnot und Erstickungsgefahr sind die Folgen. Nicht selten erfolgt auch Tod dureb Schlagfluss oder Bersten des Zwerchfells, Unter Umständen kamt vorher versucht werden, ob nicht Hilfe schon von dem Pansen-entleerungstrokart geschaffen werden Kann.
Ausser der (herfütterung giebt auch die Aufnahme von schäd­lichen Substanzen, Giftpflanzen oder fremden Körpern Anlass zur Gastrotomie.
Operation, sie wird am stehenden Tiere vorgenommen, nach­dem es mit der rechten Körperseite an eine Wand, einen Leiterwagen (S. 63) entsprechend festgebunden ist: womöglich soll dabei das Mieder-
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Opei'atioußn mn Hiutei'lcili
liegen der sich steigei'lldeil rUemuot wegen verhindert werden, was aber nicht iinnier gellügt, da iiiiutig Erschöpfungszustände eintreten.
Nachdem der Bauchschnitt mitten in der Hungergrube nns-gefllhrt worden (Seite 348), wird der Pansen im oberen Wnndwinkel durchstochen und nach unten entsprechend der Bauchwunde von Innen nach aussen aufgeschnitten, so dass mit Hand und Ann bequem in die Magenhöhle eingegangen werden kann: immer mnss dabei erstere Wunde im unteren Winkel eine grössere sein, als die des Wanstes.
Eine /weite Operatlonsmethode besteht darin, dass man die Er­öffnung des Magens durch einen l'ansenstich (Seite 354) einleitet oder mit einem guten Spitzmesser, das auch zweischneidig sein kann, durch Haut und Bauchdecke bis in den Pausen einsticht und dann die Wunde von innen nach aussei! in der oben angegebenen Weise Uli einem 10 12 cm grossen Schnitte erweitert, ist ein Trokartstich vorangegangen, so kann dieser den Einsticli mit dem Messer ersetzen.
Mit dem Aufschlitzen des Pansens fallen durch Austreten der Gase die Wandungen etwas ein und handelt es sich Jetzt Imuptsäch-lich darum, alle Vorsicht anzuwenden, damit während der Heraus­beförderung des Inhalts Iceine Flüssigkeiten oder Futterteile in den Bauchfellsack gelangen. Zu diesem Zwecke lässt man sich durch einen Gehilfen die Pansenwand über den unteren Wundwinkel etwas nach aussen ziehen, umstülpen und durch einen Gehilfen dort festhalten oder überbrückt man. was einfacher ist. beide Wunden durch Hinlegen eines reinen feuchten Handtuches. Auch das Durchziehen von langen Heften durcli Pansen- und Bauchwand, um diese fest zu­sammenzuhalten, ist empfohlen worden (Horsburgh Rep. 1843) und können erstere dann durch nachheriges festknüpfen zur Wundvereini­gung benützt werden: dasselbe gilt von dem provisorischen Einlegen von schmalen Händchen mit Wergbauschen, um das Zurückweichen des Pansens von der Bauchwand zu verhindern (Roche-Lubln Rec. 1840. 02] l.
Die Entleerung des Wanstes geschieht entweder mit der Hand oder mittelst eines entsprechenden Lötfels, wobei die Pansen-wnnde kleiner ausfallen kann, ebenso wenn zur Entleerung der Arm eines Kindes verwendet wird. Alle früher behufs Entleerung des quot;Wanstes besonders konstruierten Instrumente (Gastrotomo von Broglliez, Sajoux u. s. w.i sind Jetzt verlassen worden. Den ganzen Inhalt zu entfernen, ist unnötig, selbst verwerflich und würde ein bis zwei Stun­den in Anspruch nehmen. Für gewöhnlich schafft man ein •oder zwei Drittel nach aussen oder so viel, bis kräftige Mauenkontraktionen er-
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Magenschnitt bei [luiulorii
folgen. Handelt es sich um Entfernung aufgenomuiener ungeeignetGr Stoffe, Fremdkörper u. s. w,, kann man sich auf Extrahieren der­selben beschrttnlten, muss sie aber erst suchen oder die untere Flttche der Magenwand abtasten und selbst mit der Hand in den zweiten Magen vordringen, dessen Öffnung rechts gelegen ist (Obich).
Nach der Entleerung wird die innert Pansenfläche mit i'einem Wasser abgespült, die WundflUche desinfiziert und dann geschlossen, [Jm beide seröse Flächen in Berührung /n bringen, was erstes Er­fordernis ist, wendet man am zweckmilssigsten die Darmnaiit an (s. (I.). Die Bauchmuskelwunde wird geheftet, wie bei der Lapara-tomie angegeben wurde, (Seite 351), Die Wundheilung nimmt einige Zeit in Anspruch und geschieht nach allgemeinen chirurgischen Regeln. Haubner empfahl die Pansenwand sowohl als die Hauchmuskeln mittelst der Knopfnaht /u heften, die Hautwunde aber offen zu lassen. Bei sorgfältiger Operation ist sie mit keiner Gefahr verknüpft, die lün-der llberstehen sie sogar gut während der Trächtigkeit und auch bei Schafen sind viele Erfolge verzeichnet,
Magenschnitt bei Hunden. Hier kommen besonders Fremd­körper in Betracht, deren operative Entfernung oft das einzige Mittel ist. insbesondere wenn sich dieselben irgendwo eingekeilt haben.
Die Operation bleibt sich im Ganzen dieselbe und wird zuerst die Laparatomie ausgeführt und zwar auf der unteren Bauchwand hinter dem Schaufelknorpel des Brustbeins in der Liuea alba, worauf in den Magen, bezw. Dann eingeschnitten und dann wie oben ange­geben mit Sende oder Katgut geheftet wird. Das Aufsuchen und Ein­schneiden des Magens geschieht ohne Schwierigkeit. Die Tiere über­stellen die Operation gut, der Erfolg richtet Sich nach den schon ein­getretenen anatomischen Veränderungen, Fr ick holte durch den Magenschnitt einen in tier Kardin steckengebliebenen Knochen, verlor aber den Patienten infolge der vorhergegangenen Verletzung,
Litteratur. Viborg, Abhandlung Über das Aufblfthen, Kopenhagen ITiiö. Sein Trokart war zweischneidig mid liesass eine quergestellte Handhabe; Chabevta Trokart hatto die kolossale Lunge von 80 cm. Früher wurde die Punktion mit einem schmalen Messer ausgeftthrt, — Besondere Schriften älipr Aufblühen und Pansenstich veröffentlichten Rlbbe 1810, Schwab 1822, Brosche 1828, Hayno etc. — Roche-Lubin, l!ec. 1849, s. 921, Zieht rechts und links ein Hand durch die Bauchdecken und den Pansen. — Meyer, G, ll. 11. Bd, 80. S. 2ö7. — (i i 1 i s, Hep. 1H62. JM. liess die Hülse bis zu drei Wochen liegen, — Deffke (Rund­schau v. Lemke I8si7. .'iOO) stülpt über die Hülse einen Qummisclllauch mit Trichter nnd scliüttet grössere Mengen Flüssigkeit bei chron. Indigestion ein. — Stock-fleth, Pansenstich, Pansen- und Bauchsclmitt, Chir. II. — fjessonnn operierte
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Oporatioupn .im Hinterleib.
zwei Kiilif. die sich mit Eiobeln nberfressen liatten, Rep. IH55. 11s. — Koch liolto eine im Schlund abgebrochene Guttaporcbaröhre durch den Pannsensohnitt, Epple eine abgebissene und verschluckte Schlundröhre; Heilung in 88 Tagen. Rep, 1812. ;!ö; Sal(jz inoü einen Handschuh u. s. w, — Bathke, ein in den Wanst gefall. Stilet. Mitteil. a. d. Praxis, XIH. \m. Igel, Zwei Fiillo von Pansenschnitt, Ueji. 1860; ebenso Völlm, Gross, liep. 1840, l^n. 198. — Obloh holte in 18 Fallen durch Gastrotomie Fremdkörper. Ad, Woohschr. l-8(i;!. 1, Andenraquo; namentlich auch anfgeuomm. Giftpflanzen, Tabakbllltter n. s. w. — Haubner hall weder ein Tuch noch das Annähen der Pansenwand für nötig. Sachs. Jahresber. IK5i). ihl'. — Schmidt, Verschlucken von Fremdkörpern, Vortr, f. Tierärzte 187n. I, Heft 5 (enthält viel Litteratur, ebenso Jahresber, d, l.eist. d Vet, Med, IHSü. 70. 1883. i)l). — Siedamgrotzky, Sachs. Jahresber, 1877. — Fölizet, Revue vei. 1877. Gastrotomie, — Degive, Annal, de Brux, 1878 und I8!ii;. — Fröhner, Monatsheft f, pr. Thlkde. Ill; Schöberl, ibid, V. lid. 1893. — Fröhner, Her!. Tienirztl. Woch, 1894, S, 666, — Bräuer, Sachs. Her. I8iraquo;4. S, 1^7. Pansen-entleerungstrokart, — D exler, üstr. Ztsclir. f. Vet.-Kunde L804. — IJawley-Jorke, Veterinary .loiirn. Bd. 81, S. 70. Gastrotomie heim Hund, — Die Lehr­bücher der Chirurgie von Möller, Hoffmann, Bayer, Yennerholm, — Hanns, Erfahr, über Hillderkrankheiten 1895, — Plus/. Monatshefte f, pr. Thlkde. .I8!l5. — l,ahat. Revue vet. 1895. S. 66. — Guitard. Progrfes vet. 1896. S. 41, — Welle. 1). tierärztl, Woch. 1896. S. 07; ibid. Vogjj s. 37. — Krichels Bert. Tb. Woch. 1896. S. 7 I. — Bayer, Operationslehre 1896.
V. Der Darmstich. Enterocentesis.
Das Anstechen des Dickdarms geschieht bei Windkoliken mittelst eines geeigneten Trokarts und kommt nur bei Einhufern vor. Die Operation wird in neuerer Zeit hiUiflger ausgeführt, nachdem sie eine Zeit lang in Misskredit gekommen war.
Geschichtliches. Der Darmstich datiert schon aus sehr alter Zeit, wurde iihor, weil gefttrehtet, viel seltener angewendet, als der Bauchstich. Schon Vcgetins (VI. Jabl'h.) soll die Operation gekannt haben. Die Anwendung scheint sich haupt­sächlich nur auf Pferde beschränkt zu haben, doch spricht Riem (1775) auch von Schweinen, die man durch das Anstechen des Darmes zu retten versuchen könne, auch ist schon im vorigen Jahrhundert vielfach davon die liede gewesen, man solle mit der Operation nicht zu lange zögern. Im Anfange dieses Jahrhunderts tral dann ein Rückschlag zu üngunsten derselben ein, denn sowohl die Berliner als Wiener Schule hatte in den zwanziger .fahren noch die Verwundung des Darms alsraquo; etwas gefährliches bezeichnet, bis allmählich mehr und mehr diese Ansicht als eine irrige sich herausstellte, was besonders den Klinikern der Wiener Schule (Hayne u. n, 1830—10) zu verdanken war. Die französischen Tierärzte operierten schon früher, so besonders Bourgelat, Chabert, Barrier, Herrouard (1780) und zwar in der rechten Flanke sowohl, als vom Mastdarm aus. Als Einstichstelle benutzte man hauptsächlich die Seitenwand und die unteren Partien der Jlauchhöhle und als Instrument den runden Trokart, der jedoch fehlerhaft konstruiert war, indem er weit herauf SeitenöiVmiugen hesass. durch welche Kutterteile In den ISanchfellsack
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Der bui'msticli. Änzoigeni
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uklangen konnten. In tier zweiten llülfte dieses Jahrhunderts maohto der DarmBtich insofern Fortschritte, als durcli die häufigere Anwendung die üngefamp;hrllolikeil desselben mehr und melir konstatiert wurde, die Anhänger mehrten sich daher und landen ihre gewiegtesten Fürsprecher hauptsächlich In Cartier, Aubry, Charlieri liassi, Ullrich, Peters, Sajoux, Stockfleth, Gerlaoh, Friedberg er (IH74), I in in in jr er n. a. Von jetzt ab ging die I'aracentese des Darms aneli mehr in die l'rivatpraxis Über, ohne aber aueh heute noch jene Beachtung gefunden zu haben, die dem Verfahren unzweifelhaft gobtthrt. Vielfach verlassen sich die Praktiker auf die Irrigation des Dickdarms, sowie auf die die l'eristaltik Kräftig anregenden Arzneimittel, wie es offenbar auch nmh einiger Zeit bedarf, bis sich die Pferde­besitzer von der Wirksamkeit und Unschädlichkeit des Darmsliches mehr und ans eigener Anschauung überzeugt hahen. Endlich ist in neuester Zeit von Föhringer (1880) versucht worden, die Punktion auch vom Mastdarm ans zu unternehmen, wie sie nachHuzartl schon von Bourgelaf und Chabert (1779) empfohlen worden ist.
Anzeigen. Starke Ansainmlungeii von Darmgasen sind bei Pferden immer gefährlicher Art, wenn sie andauern. Die Erfahrung lehrt dabei, dass die sousl wirksamen Bekftmpfungsmittel aus dem Grunde erfolglos bleiben, weil sich durch die imgieicliinä.ssijie Mewo-gung leichter gashaltiger und schwerer mit festen Substanzen ange­füllter Darmteile leicht Lageveränderungen einstellen, welche den Ab­gang des gasigen Inhalts unmöglich machen, zu neuen Gärungen An-lass gehen und den Zustand derart verschlimmern, dass Tod durch Darmentzündung, Darmlftlunung, Ruptur oder durcli Lungenödem, Kohlensäurevergiftung u. s. w. die Folge ist, Solche Ausgänge lassen sieh besonders bei Koliken befürchten, wenn sie andauern oder die Zu-lälle rasch nach einander auftreten und bleibt so oft nur mehr die Entfernung der (läse mittelst des Trokarts übrig, denn sie ermöglicht am ehesten die rechtzeitige Wiederherstellung der Wegsarakeit des Darmes. Sind schön l'uls und Temperatur gestiegen, muss auch an­genommen werden, dass bereits gefährliche Vorgänge eingetreten sind: in solchen Fallen kommt der Trokart oft zu spät und unterlässt man die Punktion, da ohnedies die Pferdebesitzer geneigt sind, den tödlichen Ausgang von Koliken auf die Operation zurückzuführen, die viel be­denklicher aussieht, als sie in der Thal ist.
Sehr schlimme Anzeichen sind besonders: kleiner l'uls bei pochendem Herzschlag und Jugulären l!egnrgitationen. grosse Angst und Unruhe, gänzliches Slstieren der Exkretion und der Darmgeräusohe, angestrengtes aber oberflächliches Atmen bei starkem Aufreissen der eckig gewordenen Nüstern, feuchtes Knittern in den Lungen, trockenes Maul, feuchte kalte Haut u. dgl. Plötzliches Aufhören der Unruhe und Schmerzen, allgemeine Apathie, Muskelzittern etc, deuten auf Kol-
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\ü2
üpoi'utioiiou ain [lintoi'lsib,
laps iiud Braiul liin. Hei tlroliendGiu LungeuöclQui ist ein weiteres Rettiingsmittel auch der Aderlass.
Der Darmtrokart. Wie beim Pansensticli gebrauclil mau aucli zum Darmstich nur mehr den runden Trokart mit ungefensterter, vorae gut federnder Kanüle üus Neusilber. Seine Länge und Stärke wird verschieden angegeben, die älteren siml meist /u lang, schwer zu handhaben, zum Teil auch gefährlich, die kurzen schlüpfen gerne aus der Darmwunde, Einer der zweckmässigsten und gebräuchlichsten Darmtrokarts ist der Friedberger'sche, der nur l nun dick und 1 quot;i cm lang ist. Sein unteres Ende kann einen etwas stärkeren Ab­satz zur besseren ['quot;ixation in der Hautwunde besitzen. Auch der Brusttrokart, ein Schafttrokart, ein gekrümmter llarnblasentrokart (be­sonders zur rektalen Punktion) können im Notfalle Dienste leisten. Die früher gebräuchlichen Instrumente, welche zum Teil bewegliche Klappen besassen, die durch Öffnen den Darin an die Bauchwand an­drücken sollten (Enterotom von Brogniez, Gazoduct von Sajoux) sind zum Glück in Vergessenheit geraten oder nur mehr Schaustücke der tierärztlichen Lehranstalten.
Operationsstelle. Hei dem langen (leknise und der grossen Verschiebbarkeit des Danas vom Pferde schou unter physiologischen Vorliältnissen. sowie bei der abnormen Bewegung stark gashaltiger Schlingen lässt sich nicht mit Bestimmtheit angeben, welche Partie an einer gegebenen stelle der Bauchwand gerade anliegt. Hauptsächlich handelt es sich um den Blind- und (i riinmda rm. seltener hesteht Meteorismus des Magens oder Dünndarms, Feste Anhaltspunkte sind nur dadurch gegeben, dass der Grund des Coecums in der Gegend des rechten Darmbeins angeheftet ist und das grosse Kolon auf dem Grund der Bauchhöhle liegt, aber ihm die Windungen des Dünndarms. Die Lage der vorderen Flexur des Grimmdarms ist hinter dem Schaufel­knorpel zu suchen, der hinteren am Hecken, in dessen Eingang der Darm sich bei Füllung mit Gasen gerne quer einlagert, während die Blinddarmspitze flottierl und so in der rechten oder in der linken Flanke gelegen sein kann.
Gewöhnlich punktier! man auf der höchsten Kuppel der rechten Hungergrübe, handbreit unter dem Bande der Querfortsätze der Lendenwirbel in der Mitte einer Horizontallinie, die man sich vom änsseren Darmbeinwinkel gegen die letzte Rippe gezogen denkt. Fine zweite; Linie wird weiter unten gezogen, wenn es auf den (irimnnlarm abgesehen ist, sie geht wagrecht von der Kniescheibe aus. Die häu­figste Einstichstelle ist sonach die Mitte zwischen Hüfte und letzter
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Operation.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; :',(]:gt;
Rippe, eine Handbreit unterhalb des Endes der Querfortsätze der Lendenwirbel. Macht sich auf der linken Flanke die stärkste elastische Ausbauchung bemerklich, so kann auch liier eingestochen werden ('Bliiuldiiriiisintzo. Der Grund des Coecums liegt in der Höhe des rechten äusseren Darmbelnwinkels, wo er angeheftet Ist und hat man hier Spielraum für die Auswahl der Stichstelle. Die unterste Bauch­fläche ist als Einstichstelle wieder verlassen worden; Stockfleth giebl an. der Grund des Coecums sei hier lö—20 cm rechts von der weissen Linie, entfernt zu treffen.
Im Ganzen hält mau sich hauptsächlich an die am meisten gespannten Stellen der Bauchwand. welche bei der Wimlkelik allerdings häufiger rechts als links zu suchen sind und bei der Per­kussion durch sehr lauten lielltympaiiitischen Schall mit bttuflg arapho-rischem Nachhall sich kenntlich machen. Beim Anlegen des Ohres herrscht meist unheimliche Stille oder hört man ganz in der Nähe auftretendes silberähnliches Klingen, bezw. die Erschemung der Gutta cadens. Wenn auch nicht die am meisten aufgeblähte Darmpartiß getroffen wird, entleert sich dieselbe doch durch die Punktion ihrer Umgebung, denn bei starker Auftreibung lies Hinterleibs ist der grösste Teil desselben durch den Blind- und Grimmdarra ausgefüllt, auch weist die Litteratur eine Menge von Fällen auf, wonach es auf skrupulöses Auswählen der Stichstelle nicht ankommt und nicht bloss durch das Punktieren sofort Hilfe geschaffen wurde, sondern dieses auch reaktions­los abgelaufen ist, allerdings nicht mit der Zuverlässigkeit, wie dies beim Pansenstich zu sein pflegt, im Ganzen aber sichert die heutige Antiseptik genügend vor ungünstigen Folgen der Operation selbst.
Operation. Sie wird am stehenden Pferde unter den bekannten Vorsichtsmassregeln ausgeführt, am liegenden nur. wenn es nicht anders möglich. Nachdem die Ilaare, rasiert, die Stelle gewaschen und des­infiziert, sowie ein kleiner Ilautsfich mit dem Spitzmesser gemacht worden, drückt mau den in die hohle Hand genommenen gleichfalls desinfizierten (am besten vorher ausgekochten) Trokart mit kräftiger Hand herzhaft und ohne ZU drehen .quot;)—-8 cm tief durch die Haucli-wand in den Darm. Das Instrument wird immer senkrecht auf die Abdominalwölbung aufgesetzt und nimmt seine Richtung diagonal, also etwa gegen den Ellbogen der anderen Körperseite hin.
Nach dem Ausziehen des Stilets dringt die Luft unter zischen­dem Geräusche aus der Kanüle hervor und werden hei dem starken Gasdruck auch Futterteilchen in die Höhe geworfen. Das Ausströmen der Oase braucht nicht unterbrochen zu werden, es würde dies eher
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Operationen am Hinterleib,
schaden. Zuletzt zieht man unter Zurückcli'üngen der Haut mit Hilfe der Fingex* auch die Röhre zurück, unchdem sie vorher durcli Wasser ausgespült wurde. Die Stichwunde wird mit Terpentin, Teer. Jodo-formkollodliun u. clgl. bedeckt. Die Darmwunde heilt leicht und spontan durch Verklebuug und ist im Falle einer Sektion kaum mehr zu finden. Die Kanüle kann vorsichtshalber auch einige stunden ohne Nach­teil liegen bleiben, vorausgesetzt, dass sie mit einer Schildplatte ver­sehen ist, im anderen Falle müsste eine Gunimischeibe untergelegt werden, um das Einschlüpfen in tlie Bauchhöhle zu verhindern (Bar­nick). Wiederholungen sind öfters notwendig, wenn die Entleerung nicht ergiebig genug war, der Dann verfehlt wurde oder dem Stich keine Gase nachfolgen. In letzterem Falle zieht man das Instrument im Stichkanal etwas zurück und punktiert in veränderter Richtung. Zuweilen wird nur der Dünndarm getroffen oder dieser durchstochen, ehe die Trokartspitze den Dickdarm eiTeicht. Hayne hatte mit seinem 35 cm langen Trokart seihst das Kolon durchstochen ohne Nachteil, d. h. ohne dass Futterteilchen ausgetreten wären. Das Einführen von ar/neilichen Flüssigkeiten durch die Röhre ist wertlos.
Die Erfolge des Darmsticlies künnen im Ganzen ids ftiuistiüe bezeichnet werden. Die Hiiiue der Darmwand verschieben sk-h an der Sticlistelio alsbald, nachdem die Kanüle entfernt worden und so kommt es, dass nicht leicht Teile degt; Inluilts austreten, selbst nicht beim Darme gesunder Pferde, wenn die Trokartspitze in Kotballen quot;der flQssigon Futterbrei eindringt, wie zahlreiche Versuche besonders von Brognic/., sowie an der Wiener und Toulouser Klinikdargethanhaben. Wenn Todesfälle auftreten, ist gewöhnlich der schlimme Ausgang auf Bechnung des Grund­leidens der Kolik zu rechnen, oder hat nnm mit der Vornahme der Funktion allzu­sehr gezögert, ein Felder, der in der Landpraxis besonders immer noch viel vorkommt.
Rektale Punktion des Dickdarms. In Fällen, in denen die prall gefüllten Därme sich weniger von aussen bemerklich machen, sich vielmehr in die Mitte des Bauchraums oder in den Beckenraum gedrängt haben, kann auch vom Mastdarm aus die Funktion aus­geführt werden; sie wurde von lluzard. dann von Bourgelat (1799), Ghabert u. a. empfohlen, neuerdings wieder von Föringer. Immin-ger u. a. in Erinnerung gebracht. Nach Entleerung des Hektums und Ausspülung mit Sublimatwasser führt die heulte Hand den runden ge­krümraten Trokart (unter Deckung der Spitze durch den Zeigefinger) auf die Höhe des am meisten gespannten Teils des vorgelagerten Grimmdarms und sticht hier mit einem kräftigen Stoss nach oben ein, um dann dasStilet zurückzuziehen. Der Imminger'sche Trokart hat ähn­lich wie der von Flourant eine Fänge von 24—26 cm. Es leuchtet ein, dass in bestimmten Fällen sofort Hilfe tteschaffen werden kann.
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Litteratur. Der DarmschnlUi
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im Ganzen über ist dieses rektale Verfahren wenig empfehlenswert und schliesst eine Infektion tier Mastdarmwunde nicht uns. auch wenn gut antiseptisch vorgegangen wird.
Litteratur. Barrier, Punktion der rechten Flanke, lause Naohelterung. 1780. — Bernard, Operat, rechts, nur im Notfall zu machen. Rec. 1804 521. - -Hayues Trokart, s. dessen Pathologie is.'io, ebenso in der von Bleiwelss Jh^io. Brogniez, Ohlr, III. 79. — Garcia Das Gas brennt nur im Anfang; lange Eiterung. Rec. 18.'gt;7. '-2. — Schaak, Journ. des Vrt. du midi 1839. S. 233. — U.aubc operierte links mit Bisturi und Federkiel. Journ. de Toni. 1840. 149; ibd. Lafosse 1849. 337. Elf gttnst. Fülle, fünfzehn tödliche. Bei Versneben Hess er die Uiilso 20 — 30 Stunden liegen; drei Mastdannstiebe günstig verlaufen. Auch Historisches über die Operat. Mailbieu ibd. licss den Trokart bis zum andern rag stecken. — Hering operierte vielfach mitErfolg, öfters reichte ein Stieb nicht ans oder folgte auch dann keine Erleicht, Rep. 1848; ibd. 1844. 189. Ohne Nach­teil 25 Operat. bei gesunden Pferden; ibd. 1844. 350. Dchvart machte den Darm­schnitt bei Windkolik, Heilung; obouso nach Wiederholung innerhalb zwei Stunden, Einflössen von zwölf Unzen Aloötinktur. Rep. 1840. 66. 248; desgl. Lienard ibd, 1847. 402. — Cartier, Annal. de Brux. 1849. 013. Das Enterotom musste mit Gewalt ausgezogen werden wegen Steckenbleibens der Klappen; Eiterversenkung, Heilung nach 21 Tagen. — Aubry, Tod, Einstieb in ein Futterballen. Rep. 185s. 194; ibd. 1860. 140. Operation zweimal Hides mit Erfolg, in anderen Fällen ohne Erfolg, weil zu spät (Rec. 1858 und 1805). — Cbarlier, Rec 1850. Hep. 1800. Iß. Zahlt 32 Heil, anf (Omnibuspferde, mit (leiste und Bohnen gefüttert). Sein Trokart. ist nur strohhalmdick, 10 cm lang, die Röhre hat oben zwei Seitenringe z. liefest. — Baulot, liep. 1863. 147. Ungunst. Ausgang durch Verzog, d. Operation; ibd. S. 20. 179, Biriere, fünf gelung. Fälle. — Steinhoff operierte mit einem Scbaf-trokart am Nabel rechts. —#9632; Villoresi, Kochs Revue 1879. 66. — Friedberger, Die Kolik der Pferde. Sechs klin. Vorträge. 1S74. — Peters, Die Kolik bei den
Pferden der Armee. Gerlacbs Archiv 1875. 841, — Stockfleth, Chir. II, 499.__
Kochs Encyklop. Darmstieb von Bayer. II. 31 I. — Utz, Bad. Mitteil. 1880. 75. Häufigere Anwend. d. Trokarts ist notwendig. — Föringer, Adam's Woch. 1880. S. 71. — Klemm, liier Kolik. Adam's Woch. 1885. No. 6. — Beters, Adam's Woch. 1883. S. 443. — Immingor, Woch. f. Thlkde. 1891. S. 869. Innere Punk­tion vom Mastdarm aus: ibidem derselbe 1890, No. 41. — Bris sot, Reeueil 1891. S. 361, Darmstieb. — Anger st ein, Monatsh, f. pr. Thlkde. IV. S. 275. Hei Windkolik, — Flocart, Echo vei. 1894. s. 246, Rectointestinale Punktion, — Barnick, Ztschr. f. Vet.-Kunde 1895, Hereinfallen der Halse in die Bauchhöhle Entfernung derselben; ibid, 1896, S, 5 von Rexilius,
VI. Der Darmschnitt. Enterotomie.
Die Operation wird unternonmien, um den Dann zu eröffnen, wenn es sich um Entfernung von stagnierendem Inhalte oder fremden Körpern u. dgl, handelt, sowie wenn Teile des Darmes n, dgl. aus­geschnitten, Darmwunden wieder vereinigt werden sollen. Die Lapa-ratomie (Seite 374) gehl dem Darmschnitte voran.
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Opevutionoii um llintorloili
Geschichtliches Die Kntcrcitoniie bei den Haustieren gehört vm den Ope­rationen der Neuzeit und liegen keine Anhaltspunkte vor, dass sie schon In früheren Zeiten ausgeführt wurden ist, obwohl operative Eröffnungen der Bauchhöhle (siehe Laparatomie) schon seit lange bekannt sind, sieh jedoch hauptsttchlich nur auf die Kastration weiblicher Tiere bezogen, Wenn nuin schon den Einschnitt in die Bauch-höhle, wie überhaupt jede Verwundung der serösen Austapezierung derselben für lebensgefährlich hielt, war dies um so mehr der Fall bei Inangriffnahme des vis-ceralen Blattes des Bauchfells oder gar des Darmes seihst, man dachte auch erst an das Einschneiden des letzteren, nachdotn man heim Menschen, noch ehe die Listersche Antiseptik aufkam, zu der Erkenntnis gelangte, dass das Bauchfell und damit auch die Darmwand vulnerierenlt;le Eingriffe viel besser ertragen, als man ft'Uher wähnte und dass die traumatischen Entzündungen, wenn keine Infektion des peritonealen Überzugs der Baucheingeweide stattgefunden, keinen absolut gefttlir-llchen \'erlauf nehmen, ja sogar grosse Tendenz zu Heilung an den Tag legen. Nachdem beim Menschen Im Verlaufe der letzten Jahrzehnte recht zufriedenstellende, selbst glänzende Resultate erzielt worden waren, versuchte man da und dort auch hei den Tieren den Darmschnitt auszuführen, beschränkte sich jedoch vorerst nur auf Hunde und die Wiederkäuer, obwohl schon In den dreissiger Jahren französische Tierärzte den Bauchschnitt auch hei Pferden zum Teil mit Glück unternahmen, um D.armsteine zu entfernen. Ebenso wurde schon ISKi in Lyon hei einem Hunde die Ivolotomie gemacht und vier Pfund knochenerdiger Exkremente herausgenommen. Meyer in Birkenfeld führte erstmals 18(J1 hei zwei Kühen die zirkuläre Darmresektion aus und erzielte in beiden hallen Heilung nach 5—(i Wochen. I'm fremde Körper aus dem Darme zu entfernen, ist die Laparo-Enterotomie eben­falls versucht worden und liegen fälle in der Litteratur vor, wo sie z. Vgt;. hei ver­schluckten Steinen, Münzen, Pfropfen u. s. w. mil Glück unternommen wurde. Faly zog I8l.'{ durch den Flankendarmschiiitf bei einem Hunde eine sechs Zoll lange eiserne Schnalle aus und Koiret ebenfalls bei einem Hund sogar eine Tischgahel welche das Tier schon drei Monate früher verschluckt hatte; in beiden Fällen trat Heilung ein. Felizct machte dieselbe Operation verschiedenemal hei Hunden und einmal auch bei einem Pferde mit Glück. Er praktizierte den Elankenschnitt bald linker-, bald rechterseits und führte die Darmpartie, welche den fremden Körper enthielt, vorsichtig nach aussei), eröffnete dann den Darm und vereinigte zuletzt die Darmränder durch die Kürschnernaht. Degive in Brüssel hatte früher (1870) ähn­liche Operationen hei Kühen und Händen ausgeführt und veröffentlicht, wie sich derselbe überhaupt auch um die näheren Details bei der Enterotomie sehr verdient gemacht hat, ebenso St. Cyr. Taccoen (1880) operierte bei einer Kuh eine Darm-invagination, indem er das schon in Giingränescenz begriffene 19 cm lange Darm­stück resezierte und nacb der Denans'schen Methode vernähte. Pütz enterotomierte versuchsweise ein Pferd und machte die Beobachtung, dass auch bei diesen Tieren die Operation nicht bloss ausführbar ist, sondern der Darmscbnilt fast noch weniger zu bedeuten hat, als der Flankenschnitt. Desgleichen hat Mathieu 18H4 die Enterektomie heim Schweine wegen eines eingeklemmten Leistenbruches vorgenommen und wurden seit dieser Zeit zahlreiche Fälle mit Glück unternommen, wie unten aus der Pitteratur ersichtlich ist. S i e d a m g r o t z k y hat den Darmschnitt 1877 und dann wieder 1880 sowie 188^ zweimal bei Hunden vorgenommen, welche Steine verschluckt hallen, die sieb im Darme einkeilten, (S. am SchlllSS die Lit­teratur.)
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An/ciiicii tier Ehiterotomie,
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Anzeigen der Enterotomie. In der Hegel liegen solche vox bei ümvegsamkeiten des Darms odor liat man es mit Verwundungen eines Darmstüi'kes. lic/w. anntomischeii Destruktionen desselben zu thuu, i. Mechanische Hindernisse, welche /.n einer Darinokklusslon geführt haben. Als solche kommen vor; Dnnnstelne, Konkre­mente, angesammelte Knochenerde oder Knochenstücke, ver­schluckte Fremdkörper, Wurmkonvolute, Neubildungen mit nach­folgender Kompressionsstenose (Lipome, Fibrome, Myxosarkorae, Leiomyome, Krebs) u, s. \\. #9632;_'. Innere Brüche, Darmeinklemmungen, Darmstrikturen in­folge von Geschwüren, 3, Darminvaginationen. wie sie besonders bei Rindern vorkom­men; Ihm Pferden ist eine Laparo-Enterotoihie pralctisch schwer durchführbar und wird nur ausnahmsweise versucht. I. Penetrierende Bauchwunden und Da im Verletzungen.
Die nüchsten Folgen obgeuannter Zustände sind mechanische Aufstauung des Darminhidtes, Darmerweiterung mit Lähmung der Muskularis, Axendrehung der hinter der stenosierten Stelle liegenden leeren Darmpartie, starke Zerrung der Darmwand, hochgradige Enter-algie. mechanische Blutüberftillung, örtliche Entzündung mit Stase, Verklebung der betreffenden Darmschlingen untereinander, nekrotisches Absterben der Schleimhaut. Herstnng mit sekundärer tödlicher Peri­tonitis und Ichorrhilmie. Fin Verschluss des Darmes kann hei den grossen Haustieren nur wenige Tage andauern, im anderen Falle folgt ein lethales Ende.
Die Erkennung den- Unwegsamkeit des Darmrohres Iml Uäufig mit Schwierig­keiten zu kttmpfen, es treten jcdocli hftufig so geftlhrliche /nfiille auf, namentlich die charakteristischen Ersclieinungen der Anschoppungs- und Verstopfungskolik mil Aufblähung, dass man uichl lange Im Zweifel gelassen wird, oL man zum Messer greifen soll. In anderen fidlen 'jiclii die nnamnestische Erhebung sofort Aufschluss, die Art der Fütterung (Mtlllerpferdo, Vorliebe fOr Nagen bei Hunden, Apportieren, Abgang blutigen Kotes, Würmer) oder erhilll man die nötige Aufldilrung durch das Betasten und Durchsuchen der Bauchwand, Exploration des Mastdarms, Auffinden empfindlicher, angeschwollener Stellen u. s. w. Bei Eindera ist die hitufigste Ursache der Kolik und völliger andauernder Koprostasc eine Darminvagination mit dem be­kannten wohlcharakterisierten Eraukheitsbild, bei Ochsen die Inkarzeration des Dünndarms im Beokeneingang, bei Hunden Fremdkörper aller Art.
l.äsionen des Darmes sind besonders wegen der mit der Luft eindringen'den Fäulniskeime und Entzündungserreger oder des Aus­trittes von Darminhalt in die Bauchhöhle gefährlich, doch nicht un­bedingt tödlich, .sie bedürfen nur antiseptischer Reinigung, möglichst
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Üperutionen am ilintorlcil).
frühzeitiger Reposition und operativer Nachhilfe. \'ölligo Wiederher­stellung ist in solchen Fftllen llaquo;'i Bindern und Hunden schon öfters dagewesen, auch wenn sogar Därme auf dem Hoden nachgeschleppt wurden. Kleinere Trennungen des Zusammenhangs der Darrawand, Stichwunden u. dgl. pflegen auch spontan zu hellen, die Memhraneu schieben sich llbereinander und verkleben. Auch entzündlich er-gi'iffene Darmpartien dürfen nicht erschrecken, so lange nicht Spuren des anatomischen Zerfalls, Brand mit Gashlftschen u. s. w, eingetreten sind. Nach Billroth, Bergmann u.a. erkennt man die Möglichkeit der Fortexistenz eines Dannstückes vornehmlich daran, dass es noch l'eristaltik zeigt, wenn mau etwas Salz aufstreut, im übrigen sind auch schon gangränöse Partien erfolgreich reseciert worden. Allerdings kommen nach der Operation zuweilen üble Zufälle vor. wie namentlich Obstruktion infolge von Darmstenose, wenn das Darmvolumen bis zur Hälfte verengert worden ist (Senn).
Die Erfahrung lehrt ferner, dass auch grössere Darnnvunden heilen, selbst wenn etwas Koterguss stattgefunden, wenn sich eine zirkumskript bleibende Peritonitis mit Absackung ausbildet oder direkt eine Kotfistel, ein Anus praeternaturalis zu stände kommt, wie es bei Hunden beobachtet worden ist. (irössere Mengen intraperi-toneal angesammelten Kotes sind gewöhnlich von tödlichen Folgen, wie auch Blutergüsse, selbst wenn eine autiseptische Reinigung statt­finden kann. Blutungen, auch die kleinsten, müssen unter allen Um­ständen alsbald zum stehen gebracht werden. Erkrankte oder schon trocken gewordene, prolabierte Darmstücke erholen sich merkwürdig, wenn sie nur wieder in ihre natürliche, Lage zurückgebracht werden.
Der Darmschnitt bezieht sich entweder nur auf einen Teil der Darmwand (laterale Knterotomie) oder auf den ganzen Um­fang eines Stückes, das völlig herausgenommen werden muss, wodurch zwei freie Darmenden entstehen (Enterektomie, zirkuläre Um-schneidung, eigentliche Resektion). In beiden Fällen geschieht der Schnitt immer in der gesunden Grenze. Die Operationsstelle ist durch den Prozess selbst vorgesclirieben. der zur Laparatomie Veran­lassung gegeben hat. Der bet reifende Darmabschnitt wird samt seinem (Jekrösteile aus der Baucllöffnung hervorgezogen und auf ein in Sub­limatwasser aiisgerungenes reines Tuch gelegt: etwa sich hervordrän-gende andere Darmteile müssen mit einem desinfizierten Schwämme oder Tuche von einem Gehilfen zurückgehalten werden, der gleichzeitig auch dafür Sorge trögt, dass durch Bedecken der Bauchöffnung mit Kompressen möglichst wenig Luft eintreten kann. Selbstverständ-
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Die Uimuiialil.
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lieh ist, dass lliiiule und Arme (auch des Gshilfen) sorgfältig desinft-ziert sind und die Kleidung eine vorschriftsmässlge 1st (Seite i ud.
Der Darmschnitl an und i'üv sich ist einfach auszuführen und macht zunächst nur Messer und Schere erforderlich; verwundete Stellen werden in Schnittwunden umgewandelt. Hai man es mit Darmsteinen, Kottumoren, Fremdkörpern u. dgl. zu schaffen, schneidet man mit dem Bisturi auf der Höhe der Vorwölbung der Darmwand mit einem Zuge durch und führt dann den Finger oder das stumpfe Blatl einer lucisionsschere ein. um von der kleinen Öffnung aus nach vor- und rückwärts (am besten auf der weuiger gefässreichen, dem Gekrös-ansatz gegenüberliegenden Seite der Darmwand) die Wunde von innen aus zu verlängern. Hat man auf den leeren Darm einzuschneiden, so geht man /weckmässiger mit der [ncisionsschere ein. die Wunde wird dann mit dem Knopfbisturi erweitert, und hinlänglich gross gemacht, damit z. 15. bei der Extraktion eines Fremdkörpers die Wundlippen keine unnötige Quetschung erfahren. Vor der Entleerung des Darmes umwickelt man die aus der Hauchwunde hervorgezogene Darmschlinge, anstatt sie doppelt zu unterbinden, besser mit einer desinfizierten Mull­binde massig fest, welche zugleich etwa ausfliessende Flüssigkeiten an­saugt und den Darm besser fixiert. Im weiteren Verlaufe wird dann immer von Zeit zu Zeit die Darmschleimhaut mit einer desinfizieren­den Lösung überspült. Von der Beobachtung der grössten Reinlich­keit und der Befolgung des angegebenen Verfahrens hängt hauptsäch­lich der Erfolg ab, denn sowohl der Darmschnitt als die Darmnaht sind für sich ungefährlich. Verunreinigung des Bauchfellsackes mit Darminhalt ergiebt eine ganz schlechte Prognose, wenn sie auch nur ganz kurze Zeit bestanden, sofern eine sorgfältige Reinigung nur schwer mehr zu erzielen ist: letztere geschieht mit warmem zweipro-zentigem Karbolwasser. Hei Darmeinschiebungen müssen verklebte Stellen vorsichtig getrennt werden und muss alles Blut immer sofort mit Tupfern angesaugt werden. Den durchtrennten Darm durch die Finger eines Gehilfen zudrücken zu lassen, ist nicht ratsam, eine steri­lisierte elastische oder Gazebinde verschliesst ihn so lange, als not­wendig ist.
Die Darmnaht. Enteroraphie.
Man hat verschiedene .Methoden für die Vereinigung von Darm-wunden angegeben, alle aber basieren auf dem Prinzip, die ungemeine Tendenz des Bauchfells zu adhäsiveu Entzündungen entsprechend zu verwerten, die Naht wird daher so ausgeführt, dass durch sie stets
Horlng's Opcialiomlehio. VI. Aufl.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; #9632;gt;\
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ro
Operationen am Hiuterleibi
die scriiscii I'liiclini der Wundlippen aneinander zu stellen k (im ini'ii. Eine Vereinigung (h'v Sclileimhautflilchen unter sich kann nicht stattfinden und immer werden die Xiihte nur am ans der Haiicii-wunde massig liei'vorgezogenen Dann ausgeführt.
Mau hat eine Reihe von Nähnictlioden. welche fast ausschliesslicli nur am Darme zur Anwendung kommen und zum Toll recht scharf­sinnig ausgedacht werden sind, durch die Erfahrungen der letzten Jahre sind sie jedoch auf wenige reduziert worden. Ks ninss unter-seliiedcn werden, ob man es mit Ltlngswunden des Darmes zu .schatten hat oder mit Quertrennungen. Erstere kommen hier zn-nädist zur Sprache.
Die Nadeln für die Darmnaht. Im Ganzen können für die Darmnalit die gewöhnlichen gekrümmten Wundnadeln dienen, wie sie für kleinere Wunden in Organen, die nur wenig Gewebe den Heften darbieten, z. B. hei den Augenlidern benutzt werden: sie müssen haupt­sächlich aus dem Grunde von der feinsten Art sein, weil möglichst, nur die Muskelhaut und die Serosa gefasst wird. Das Einstechen bis in die Lichtung kann den Fäulniskeimen und Entzündungserreger (ie-legenlieit bieten, von der Darmhöhle aus in die Stichkanäle einzuwan­dern, wenn nicht die strengste Asepsis beobachtet wird. Man benützt für die Darmnalit Jene feine Wundnadeln, welche zur Perlnaht ge­wöhnlich angewendet werden und in verschiedenen Grossen und Formen käuflich sind: die Perlnadeln von Nr. 10 bis 12 taugen sehr gut, ebenso die Madelnng'schen Nadeln, welche entsprechend gekrümmt und an der Spitze flach sind.
Das Nähmaterial besteht ans karbolisierter Seide (S. !!)!•); Katgut eignet sich weniger gut. nicht weil das Knüpfen der vielen kleinen Hefte schwieriger ist, sondern weil es gerne vor der Zeit er­weicht und so nicht immer genügend Sicherheit vor Austritt des Darm-inhaltes gegeben ist. Silberdraht oder vernickelter Eisendraht wird ebenfalls verwendet, bietet aber keine Vorteile, Die einzelnen Nähte werden dicht nebeneinander gelegt, was unisomehr der Fall sein muss. je grosser die Ausdehnung der Längswnnden ist, denn gerade bei diesen wird hie und da ein Aussickern des Darminhaltes beobachtet,
Methode nach Lembert (Paris 1826), Sie ist die einfachste von allen und daher gegenwärtig (nächst der Methode von (quot;zerny) die gebräuchlichste, wenn es sich um Lftngswunden handelt. Dei Quer­wunden des Darmes ist sie ebenfalls beliebt, vorausgesetzt, dass die­selben nur partielle sind, hei völliger (vraquo;uertrennuiig wird die II. Me­thode Jobert (Fig. 274) vorgezogen.
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#9632;HH^^W^raquo;
Das .Niilniiiitcniil.
1
Kiiie kleine Strecke vom WuncU'ancI eiiti'erut sticht mail die Nadel in die Serosa ein, führt sie ein Stttckchen weit in der Muscularis gegen den Wunclrand hin, sticht aber noch vor diesem wieder aus, um auf dem anderen Wundrande in analoger Welse zu verfahren, wie dies am besten aus der Figur 26fl und dem (sciiematisclien) Querschnitt, Figur 270, hervorgeht. In dieser Welse schafft man den Seidefäden rechts und links je eine kleine Brücke, um ihnen mehr Halt zu ge­währen, wenn sie angezogen werden; beide Ränder können sich dann, falls immer gleichweit von diesen eingestochen wurde, durchaus gleich­massig gegen das Darniliinieu einstülpen und so leicht an die Serosaflächen agglutinieren, Der Verschluss der Fäden geschieht, wie
269,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Fig, -J7i).
1, c in I) e r t' sein! ]);iniiiialif.
das Profil angiebt, ganz nach Art der gewöhnlichen Knopfnaht; net­wendig ist. dass die Fadenenden möglichst kurz abgeschnitten werden und nach dem Knüpfen die quot;Wunde keine Längsfalten bildet.
Methodo Jobert. Dieses Nfthverfahrer dos Darmes imterscheidet sich von dorn Lemlmrts nur dadurch, dass die Nadel heim ersten Einstich die gnn/e Dicke der Darmwand durchdringt, also in die Darmlichtung eingeht (Flg. 271) und von liier aus die lieidcn Wundlippon an ihrem Schnittrande ebenfalls in die Schlinge hereinzieht, J)a hicinii eine Kommunikation mit der Darmhöhle hergestellt wird, ist die Methode jetzt verlassen worden.
.Methode Czcrnv. Sie will dem wasserdichten Verschluss der Wundspalte noch mehr dadurch Sicherheit gewähren, dass sie erst eine Knopfmiht nach l.cmhert oben in die Wundränder legt und dann eine zweite in die Unihiegiingsstelle unterhalb der ersteren. die
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Operationen am Hintei'leibi
beiden Nähte bestehen daher für sich selbständig. Dieses Verfahren ist zwar etwas umständlicher, hat Jedoch auch Anhänger in der Tier­heilkunde gefunden. Die rüden werden zuerst der Länge nach ein­gelegt und dann die oberen Je für sich etwas angezogen, um nunmehr die .untern zu knüpfen, die Vereinigung der klaffenden Schnittränder erfolgt daher vor der oberen Umhiegungsstelle und passt die Czerny-sche Naht sowohl für partielle Querwunden als auch für Längswunden des Darmes. Sie ist auch unter dem Namen „doppelseitige Darra-nahf bekannt.
Methode Gusseubauer, Derselbe hat eine ähnliche Darmnaht angegeben, sie aber insoferne vereinfacht, als er nach dem Ausstich ä ia l.embert sofort wieder an den Schnitträndern unten einsticht, um
Fig. 271. J o b e rt'schc Darmnaht,
Fig. 272.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Fig. 278.
Darmnaht nach G e 1 y.
auch diese mit in die Schlinge hereinzunehmen. Somit werden die einzelnen Nähte nicht besonders geknüpft, sondern der Faden läuft achterförmig durch, man bezeichnet diese Naht daher auch als achter-förmige Darmnaht. Sie hat Ähnlichkeit mit der Kürschnernaht, welche für den Darm gleichfalls angewendet wird. Dass sich hiebei die Wundlef/.en der Darmwand nicht so gleichmässig anlegen lassen, wenn der Laden durch alle Stichkanäle hindurch gezogen wird, leuchtet ein.
Methode Gely. Dieses Verfahren wird auf folgende Weise ausgeführt. Jedes der beiden Enden eines Seidefadens wird je in eine Madelung'sche Wundnadel eingefädelt, worauf man die Naht etwas oberhalb des Wundwinkels beginnt (Fig. 272). Die Nadel wird tief in die glatte Muskelhaut eingestochen und parallel zum Wundrande etwa 6 mm weit nach abwärts geführt und da ausgestochen. Mit der
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Darmnalit bei Quevtreunungen.
373
/.weiten Nadel am anderen Wunclrande wird in derselben Weise ver­fahren. Nun werden die Nadeln gewechselt; die rechte wird in den Ausstichspunkt der linken, die linke in jenen der rechten eingestochen, jede wiederum parallel dem Wundrande geführt und 5—(i mm weiter abwärts ausgestochen und so fort. Nun werden die einzelnen Ab­schnitte der Naht mit der Pinzette angezogen, die Wundränder nach einwärts gestülpt und dann nur die beiden Enden des Fadens ge­knüpft (Fig. 273). Auch diese Gely'sche Naht musste der Lembert-schen weichen.
Darmnaht bei Quertrenrmngen. Bei Vereinigung derselben kann, nachdem eine zirkuläre Resektion stattgefunden, die Adhäsions­tendenz der Serosa nur dadurch zur Geltung kommen, dass man den einen Teil des Darmes in den
anderen auf eine kurze Strecke einschiebt, nachdem der Wund­rand des aufnehmenden Rohres (mit der Serosa nach dem Lumen zu) umgestülpt worden ist (lu-v a g i n a t i o n s n a h t).
In einfachster und vollkommen genügender Weise wird dann die Vereinigung mittelst der Naht von Johert (11) hergestellt, wie dies ans der Fig. 1274 hervorgeht. Da
der Darm durch die Einschiebung
Fig. 274. Darmnaht von Joberf bei Querwunden.
des einen freien Röhrendes eine
kleine Verkürzung erfährt, würde der betreffende Gekrösteil eine Falte werfen, was jedoch durch Heraus­schneiden eines dreieckigen Stückes vom Mesenterium vermieden worden kann. Jede Quetschung des letzteren ist zu vermeiden. denn eine entzündliche Reizung des Gekrösansatzes würde notwendig die Er­nährungsfähigkeit und damit die Narbtmg beinträchtigen. Die Seiden­fäden werden zuletzt, nachdem das zuführende Rohr einen his zwei Finger breit in das abführende eingesteckt ist. aussen an letzterem geknotet und möglichst kurz abgeschnitten.
tu den Annales ile mädedne vötärinaire (linixclles) hat Degive die oItm genannten Darmnähte 187:i beschrieben, ps giebt aber noch weitere, welche, was die vollständigen Querwänden betrifft, auch dadurch oinc Modifikation erfuhren, dass man als Unterlage der Quemaht ein gerolltes Kartenblatt (früher auch liei Rindern und Hunden ein Stück Luftröhre von einem Kalhe oder wie Dedans Iüiiko von Silber oder /inn) vor dem Niilien an der Vereinigungsstelle in das Darm-
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Oporationen ftin [Unterleib,
lumpii einschob, Von diesen Elüfsniitteln ist man jetzt abgekommen und benutz! ills Unterlage behufs Erleichterung des gt;,'üliens gewöhnlich ein entsprechend ge­formtes Stück Brotkrume oder einen Qummiballon) der im Darm aufgeblasen wird. Dem Einstecken des Dannrolirs mnss eine sorgfältige Waschung mit Karbohvasser vorhergehen.
.Me tin
iMiinicrt
[)er Faden wird an beiden linden mit einer
Nadel versehen und die Naht so angeleiart, wie ans F
ersicht-
lich ist. Ein Teil des Fadens läuft sonach parallel mit dem Wnnil-mnde, so dass die beiden Serösen durch leichtes Umschlagen der Händer sich gleichmftssiger au einander legen, wenn man die beiden Enden eines jeden Fadens gleichzeitig mit der gleichnamigen des gegen-(Iberliegen Fadens zuschnürt und zuletzt knotet.
Nachbehandlung. Dieselbe muss sich sowohl auf die Bauch-und Darmwunde als auch auf den Allgemeinzustand des laparatomierten
Tieres beziehen und erfordert grosse Aufmerk-
15quot;
11;:
samkeit und namentlich vorsichtige Regelung der Fütterung und Pflege.
In diätetischer Beziehung gilt als Regel, JH im jirnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; dass mau in den ersten zwei bis drei Tagen nur
klares frisches Getränke gestattet und dann wo­möglich noch einen bis.zwei Tage durch Klystiere ernährt. Weiterhin kann flüssige Nahrung ge­reicht werden und ptle.ut man jetzt auch, um mehr Darmruhe herzustellen. Opiate zu ver­abreichen. Bei den Pflanzenfressern gestattet
#9632;:!
[I I #9632;
KmmiTt'sclie Darmnaht
mau hierauf Grünfutter, gekochtes Wurzelwerk,
I
Knollen und Rüben mit etwas Mehl. Kleie oder auch massige Portionen zarten Heues: bei den kleineren Tieren zuerst nur Milch oder Fleischsuppe. festere Nahrung erst nach fünf bis sechs Tagen.
Nicht selten erbrechen Hunde oder zeigen doch grosse Neigung hiezu. was bekämpft werden muss. Fntweder entzieht mau ihnen alles Getränke oder wird etwas Fis eingegeben, solange der Reiz anhält: kommt mau damit nicht aus. empfehlen sich subkutane Morphinein­spritzungen. Stellt sich Drang zur Kotentleerung oder Obstipation ein. M'eht mau vorsichtig mit hydraulischen Infusionen vor, Vorteil­haft ist es. letztere auch bei allenfallsiger lästiger Flatulenz oder Diarrhöe anzuwenden. Kalomel wird am besten vermieden. Im llbrigen pflegt der Fintritt von Durchfall von Ubier Vorbedeutung zu sein, in­dem er. wenn auch nicht immer, als erstes Zeichen einer septischen
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I.iucnilnr.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ;J7,quot;)
[nfektion auftritt, sobald damit ein Steigen des Thermometers im Mast­darm verbunden ist.
Litteratur. Luscan, Journ. de Toul. 1841.80. Plaukensdinitt links bei einer Kulbiii mit Darmeinschiebung; Hervorziehen dos Danns auf ein Tucli, Tren­nung der verklebten stelle, Hcilunft in ilrei Wochen. — Compt, rend. Lyon inlii. Kolototnle bei einem Sunde mit Verstopfung, Entfernung von vier J'i'd. harter Exkremente. Tod. — Faly in Brogniez's Chlr. III. i'.'i. Entfernung einer Schnalle durch Euterotomle b. Hund. Nolret entfernte bei einem Hunde eine Tischgabel, die vor drei Monaten verschlucki wurde; in beldon ITällen Bellung. — Mayer (U. n. II. 1863, 64, 181) operierte zwei Kühe mit Darminvaglnatlon durcl] den Flankenschnitt rechts; das DarmstQck wurde nach anssen auf ein Tuch gezogen und da es sich nicht lösen Hess, ausgeschnitten und das Stück entfernt. Die beiden Darmenden wurden dann umgebogen, auf einem Papiercylinder aufeinander gepasst und durch die Kürschnernaht vereinigt. Die QekröSgefäSSO wurden torquicrt oder unferlmnden. Heilung. — Degive. Anrial. de linix. In7l). Rep, 1871, 185. Heilung einer Invagination hei der Knh, 2(1 cm lang, die Lösung gelang durch Kneten. Ausfuhr!. Ahhandl. über die Laparatomlo und deren geringe Gefährlichkeit. Annal. iKTiraquo;. Janvier, •— Kclizet (Revue vet. Is77) holte aus dem Kolon eines Pferdes durch Dannschnitt einen klndskopfgrossen Darmstoin, Heilung; ebenso bei zwei Hunden, welche Korkstöpsel verschluckt hatten. ßuilhelm (Journ. de Toul. VIH.) heilte bei einem Fohlen eine (irimmdarmverlelzuug. Das Tier wurde auf den lüichen gelegt, der Darm entleer! und gereinigt, dann genäht und die Bauclvwunde ge-schlossen. Haut- und Bauchmuskeln je für sich: die Nähte wurden am achten Tage ausgezogen, Heilung nacli vier Wochen. — Kettle nähte durch die Koiifimht mit Seide eine Grimmdarmvcrlctzung von 2,5 cm; der Darm war durch eine Bauchwunde vorgefallen und stellenweise blauschwarz. Die Deposition war wegen Aufblähen nicht möglich, erst durch Zurückdrängen grosser Mengen des Darminhalts, Heilung nach drei Wochen, The Vet. 1858. .'i8(i. — Sledamgrotzky holte durch den Bauchschnitt an der welssen Linie beim Hund einen Kieselstein. Der Dann wurde hervorgezogen, eingeschnitten und dann mit Katgut genäht; Heilung in acht Tagen. Sachs. Jaliresber. ISTquot;, desgl. ISSO. — Hanns, Die Krankheilszustände, welche durch Fremdkörper beim Kind entstellen. G. u. II. 1871. 449, — Strebet, Darm­naht, Kochs Encykl. II. Taccoen, Annal. de Brux, \H82. Darmnaht, - Mat­thias, Heilung einer Hauclnvunde mit vorgefallenem Darm. Das Bauchfell ertrug das Heften sehr gut. lierl. Woch, 1800, 137. — Serratius, D, Tierärztl. W'ocb. I8!)(!. 8. 168, Operation bei Darmeinschiebung, Kind. — Werner, Derl. Tb. Woch. I8!)2. Entfernung eines Llpoms aus dem Darm eines Ochsen. — I). TierarztI. Woch. 1894. s. 45, Operative Behandl, der Kolik. — Morand, Recuell 1804. Darmstenose bei Rindern, — D ex ler, Üstr, /tschr. f. Thlkde, VI. Bd. Darm-sibniti bei Occlusion, Hund. — Rikards, Journ, of comp. Path. VII, S. UiH. Laparo-Colotomie, Pferd. — Fröhner, Monatsb. f. pr, Thlkde. IV. 8. 806, sowie V. S. 584. — .Morand, liec. V. S. 584, Heilung per primatn, Hund. — Plösz, Monatsb. f, pr. Thlkde. Entfernung einer Glaskugel, — Sachs. Ber. 1895. S. üti. Zuhilfenahme einer Mullbinde. — Labat, Revue vet. 1896, 66, Kutfernung eines verschluckten Bratspiesses, Hund. — Hoffmann, Lehrb, d. Chir, — Bayer, Operat-Lehre l8!)(i. — Drouin, Rec, 1896 und 1). Tierärztl. Woch. 1896, S, 101. Knlerolomie b. Hund.
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;;7(!
Operationon iim Hintoi'leib,
VII. Mastdarmfisteln.
Etöbreuförinige eiterige Kaniile. welche in den Mastdarm müudeu
(vollständige Fisteln), werden operativ dadurch beseitigt, dass num sie /unächst mit dem Fistelmesser auftrennt und zwar von der äusseren Öffnung aus und dann eine frische Granulation einzuleiten sucht, nach­dem wenn thunlicli der scharte Löffel oder eine llöllensteinlösung vor­hergegangen ist. um die Wuudfläche umzustimmen. Behufs Herstellung einer guten Granulation, welche einzig zur Heilung führt und einige Zeit erfordert, kommt man erfahrungsgemass am gründlichsten zu .stände, wenn der ganze Kiterkanal gleichmässig und andauernd eine gelinde Anregung zur (lewehshildung erhält, was am einfachsten durch ein Eiterhand geschieht. Zu diesem Zwecke führt man mittelst einer elastischen Öhrsonde ein schmales Bändchen oder einige! zusammen­gedrehte Fäden, welche unter Umständen anfangs mit einer fünf- bis achtprozentigen Zinkchloridlösung oder Kantharidentinktur getränkt wer­den, von aussei) her in den Fistelkanal ein. holt das Ende mit den Fingern im Mastdarm und zieht es durch, um es in angespanntem Zustande ausseu zu knüpfen, Die weitere Behandlung geschieht nach allgemeinen chirurgischen Hegeln und erfordert sorgfältige therwacliung. Mas tdarmscheidenfi stein, bei denen Kotabgang durch die Vagina besteht, werden nach denselben Prinzipien behandelt, stellen aber der Heilung Schwierigkeiten entgegen, wenn es nicht gelingt, eine kräftige l'mstiminung der gesamten Eiterfläche herbeizuführen oder wie bei grösseren Fisteln einzelne Partien schwer oder gar nicht erreichbar sind, /unächst muss soweit thuulich aufgespalten werden, am besten von der Scheide aus. worauf man nach erfolgter Eeinlegung der Wund­fläche die Ränder vernäht, soweit die Nadel ankommen kann und geschieht dasselbe von der Schleimhautöft'nniig im Rectum. Bei älte­ren Fisteln gelingt die Vernarbung nicht immer. Weiteres lehrt die Chirurgie.
VIII. Mastdarmvorfall.
Fine Hervorstülpung des Endes vom Rectum, wobei entweder nur die mit ihrer Muskelhaut locker verbundene Schleimhaut durch den After herausgedrängt wurde und sich nicht mehr zurückzieht (Ektropionierung) oder ein Stück der Mastdarmwand (also samt der Miiskularis) nach aussen umgestülpt ist und als eine pralle, wurst-förmige Geschwulst aus dem Anus hängt (Prolapsus recti). Zuweilen
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Das Aliliindcn der (iescliw nlst.
schiebt sich (liilnii auch der angrenzende Abschnitt des Rectums Inner­halb des Beckens in sich selbst ein uiid wird auch diese invaginierte l'artie aus dem After hervorgedi'ilngt.
Derartige Vorfälle trifft mau am häuflgsten beim Pferd und bei Schweinen (Ferkeln) an, sie kommen indes auch bei Hunden vor und ist als Ursache stets ein schlaffer Darm, allgemeine Körperschwftche, starkes anhaltendes Drängen bei Verstopfung oder Diarrhöe zu be­zeichnen. Die hervortretende quot;Wulst kann sehr gross sein oder sie ist geschwellt, entzündet, schmerzhaft und führt nicht selten die St'ase oder eine stattgehabte Verletzung zu Peritonitis. Brand und selbst zu Tod. im Ganzen jedoch halten die Tiere, (besonders Schweine) an diesem Teile auch grössere Insulte merk­würdig gut ans.
Notwendig wird vor allem, die Reposition vnr-ziinehmen. Die dem After zuniichst anliegende Darni-partie wird zuerst eingeschoben und falls sie trecken, schwer beweglich, rissig wäre, zuvor ein antiseptisches Siilbclien aufgetragen: bei starker odematöser Auftreibung liisst sich am besten durch ausgiebiges Skarifizieren (Seite 17:;gt;.) nachhelfen und können selbst einzelne be­sonders hinderliche Schleimhautfalten mit der Schere ab­getragen werden. Reinhaltung und desinfizierende Klys-inen schützen vor üblen Zufällen. Das Tier wird beim Reponiereu hinten höber gestellt. Schweine hängt mau gerne an den Hinterbeinen auf. Erste Bedingung ist. den Mastdarm auch in der Tiefe glatt zu legen, Jede Faltenbildung giebt zu Nachdrängen Aulass. Gelingt es
in dieser Weise nicht, den reponicrten Teil zurückzuhalten.
iff, 270
was häutig vorkommt, oder ist er geschwürig, gangränös, bleibt nur die operative Entfernung des Prolapses übrig, die im Ab­binden oder Abnähen dor Geschwulst besteht, wenn es nicht notwendig geworden, die Geschwulst kurzweg mit dem Messer abzutragen.
Das Abbinden der Geschwulst geschieht in der Art, dass man erst eine passende Röhre (z. 1?. von Blech, Hollunder u. dgl. mit vorn vorspringendem Rand) in den After einführt und dicht an letzte­rem eine Kastrierschlinge fest zuschnürt. Kino elastische Ligatur würde zu rasch durchschneiden. Bald stirbt hinter der Ligatur das Darmstück ab, es wjrd Jedoch letzteres samt der Schnur am vierten oder fünften Tage abgeschnitten und dann auch die Röhre entfernt. Letztere sorgt so lange für den Abgang des Kotes und erleichtert
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Oporntionon am liintorloib.
zugleicli die llntevbiiulung wesentlich; sie kann aucli, wie Flg. 27(j zeigt, /nr Aui'ualiiiic der Ligatur mit einer Querrinne versehen sein oder vorne kleine Löcher zuin Durchziehen von Heften besitzen, welche ihre Lage sichern. Behufs besserer Einführung steckt man in letztere Metallröhre einen Holzcylinder mit abgerundeter spitze und einem Handgriff und entfernt diesen uacii dem l'nterhinden. Die Det'ä-kation wird durch Klystleren erleichtert und das Tier einige Tage diät gehalten.
Abnähen der Geschwulst ist gleichfalls ein gewöhnliches Mittel, wenn die Wiederkehr des Vorfalls sich nicht verhindern lässt. Mit der Heftnadel geht mau in die zentrale Öffnung ein, sticht durch, legt eine Knopfnahl an und wiederholt dies ringsum in Ahstiinden von etwa 2 cm. wobei jedes Einzelheft besonders geknüpft wird. In dieser Weise kann der Vorfall völlig unterbunden werden, ohne das Lumen zu beeinträchtigen. Zur Erleichterung des Abnähens bei grösserer Geschwulst spaltet man wohl auch diese in zwei Hälften und behandelt sie in derselben quot;Weise. Andere Praktiker ziehen die Schuster- oder Kürschnernaht vor (s. S. 205 und 206). Der infiltrierte Teil schrumpft bald hinter den Heften ein und fällt nach einiger Zeit ab, wenn er nicht, was vorteilhafter, weggeschnitten wird. Nach geschehener lie-position verwachsen die Wundränder unter sich und erfolgt Heilung in 10 11 Tagen, lieinigende Irrigationen sind zeitweise notwendig.
Eine andere Methode, des Ahnähens führt gleichfalls zum Ziele und besteht darin, dass man durch die Mitte der Geschwulst einen starken faden senkrecht und einen zweiten quer hindurchzieht, den Vorfall an den vier Fadenenden hält und ihn etwas hervorzieht, um das Zurückschlüpfen zu verhindern. Sodann schneidet man etwa 1 cm ausserhalb der Fäden den vorgefallenen Teil nutteist des Messers ab und knüpft sämtliche Enden fest zu. Mau erreicht dabei den Vor­teil, dass die Fäden zugleich als Entspannungsnähte für die im Um­kreise des Schnittes anzulegenden Knopfnähte dienen, da ein einfaches Abschneiden der Geschwulst nur Notraittel ist. Besagte Knopfnähte müssen tief genug gelegt werden, um nicht durchzuschneiden, wenn der Darm infolge des natürlichen Zuges von innen her zurückschlüpft. Zwecks der unbehinderten Defäkation wird man in den nächsten Tagen nur Weichfutter verabreichen und sorgfältige Asepsis handhaben. Bei einem anderen ähnlichen Verfahren wird der After durch Einführen eines entsprechend starken Drainrohres, das man vorher mit Jodo­formgaze umwickelt, orten gehalten und der After mit einem Kreuzstich zugestochen: auch hiebei muss die Nadel möglichst viel (iewebe fassen.
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Maugoi tlos Afters,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;;J71(
Das Glüheisen kann gleichfalls Anwendung flndeii und die Am­putation ersetzen. Der Thermokauter überfährt die ganze vorliegende Scbleimhautfläche, die jedoch nicht gross sein darf, wdrauf der Vor­fall zurückgeschoben wird. Andere ziehen ein
Atzmittel, die rauchende Salpetersäure, vor und bestreichen die Fläche, Die nachträglich erfolgende Narbenkontraktion soll in beiden Fällen das rektale Endstück zurückhalten, was in der Regel gelingt, ^aiiz ungefährlich ist indessen die Methode nicht und soll sie nur bei Schweinen zur Anwendung kommen, welche in dieser Beziehung, wie schon erwähnt, am meisten aushalten. Die Schorfe werden mit einem Karbolsiilbchen bestrichen, die Heilung erfolgt gleichfalls in ein bis zwei Wochen, Im ilbrigen ist bei den vorhergenannten Operations­arten die Gefahr nie ganz ausgeschlossen, wenn aucli eine Menge von Heilungen vorkommen: schlimm ist namentlich, wenn schon vorge­schrittene Entartungen, besonders bei Hunden, zugegen sind oder die Komplikation einer Darmeinschiebung vorliegt, die sich vom After aus nicht immer lösen liisst. Druckbinden, Vorfallbandagen sind un-proktisch, weil unsicher und gilt dasselbe vom Einführen von Zapfen, aufgeblasenen Schweinsblasen, Gummibällen u, dgl,
IX. Mangel des Afters. Atresia ani.
Das Fehlen der Annlöifnung kommt: bei Ferkeln und Ihmden nicht so selten vor. weniger bei Lämmern und Kälbern. Die Einstül-pung der C'ntis. welche beim Embryo die Bildung des Afters bedingt, ist unterblieben, die Anomalie daher eine angeborne Bildungshem-ninng, welche in mehreren Formen vorkommt.
1. Einfache Atresia ani. Aftersperre. Der Anus ist nur durch die allgemeine Decke verschlossen und reicht das normal gebildete Mastdarmrohr bis hieher, es fehlt somit bloss die Öffnung, Durch den Andrang des Kots wird die Stelle hervorgetrieben und man fühlt am Perineum den Afterschliessmuskel, welcher eine leichte Vertiefung begrenzt, die der normalen Darmöffnung entspricht. Den Mangel trifft man häutiger bei Ferkeln und Kälbern an, als bei den übrigen Tier­gattungen, Die künstliche Eröffnung geschieht in der Weise, dass man die Haut an der Analstelle mittelst eines zweischneidigen Messers oder mit einem Spitzbisturi kreuzweise durchschneidet und die vier Ecken unter Schonung des Schliessmuskels mit der Schere abträgt, worauf das Meconinm sofort austritt oder entleert wird (Bildung eines Anus artiticialis). Cm die Verwachsung der Offnuilff zu verhindern,
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Opei'ationon am Hinterloll
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kann man einen länglichen mit Fett oiler Kreolinsalbe bestrichenen Wergtampon, ein geeignetes Bougie, eine Talgkerze und dergleiclien einschieben und die Heilung überwachen, die rasch einzutreten pflegt. Eine Nachhilfe durch Ausräumen des Darmendes, bezw. durch öl-klystiere ist meist notwencUg.
2.nbsp; nbsp;/Vtresia analis recti, Aftermastdarmverschluss, Ks fehlt nicht bloss die Afteröffnung, sondern auch ein stück des zu Ihm fllhren-den Mastdarms, letzterer nimmt daher sein Ende als Blindsack in der 'Fiele des subanalen Bindegewebes. Der Schliessmuskel ist gewöhn­lich entwickelt, wenn nicht, schreitet man zur Tötung.
Hilfe wird dadurch geschaffen, class man ebenfalls eine kreuz­förmige Excision macht, dann mit dem Finger das lockere Bindegewebe durchbohrt, bis man auf das geschlossene Darmende trifft und dieses mit einem dicken Trokart einstösst. Nach Entleerung oder Auslöffelung des Darmpeches und Reinigung der Fläche zieht man das eben ge­öffnete Mastdarmende mittelst einer Pinzette hervor, um es wenn tlmn-lich an diellaut des Alters zu heften. Ks bedarf jetzt nur der Offen­haltung des Kanals und Überwachung der Heilung, unter [Jmständen kann auch eine entsprechende Röhre eingelegt werden, um einer gerne nachfolgenden Verengerung vorzubeugen, welche immer eintritt, wenn das Anheften an die Haul nicht möglich. Wäre der Darm nicht zu erreichen, bleibt der Fall unheilbar, da sich fortwährend Kloaken bilden und ist dasselbe der Fall, wenn der Mastdarm fehlt und das Kolon blind endet. In einem solchen Falle bleibt nur die Bildung des Amis präter-naturalis Übrig.
Heim Anlegen eines widernatürlichen Afters, das sehr selten vorkommt, muss das quer abgeschnittene Darmrohr In eine Öff­nung der Bauchwand so eingenäht werden, dass die Sernsa desselben mit dem Bauchfell in Verbindung gebracht wird, worauf auch die Haut mit dem Rande des intestinalen Querschnittes genäht wird. Die Ent­leerung des Kotes erfolgt jetzt an der Bauchwand, die künstlich ge­öffnet wurde, um dann eine Röhre einzulegen, die durch Nähte In ihrer Lage /.n erhalten Ist.
3.nbsp; nbsp;Atresia ani vesicalis, Zuweilen mündet der rektale Blind­sack nach unten in die Harnblase oder in die Beckenpoi'tion der Harnröhre, bei weiblichen Tieren auch in die Scheide (Atresia ani urethralis und Vaginalis), welche Zustände sich dann auch durch Harnbeschwerden zu erkennen geben. Solche angebornen Kloaken-bildungen eröffnen bei männlichen Jungen keine Aussicht auf Heilung, bei weiblichen kann versucht werden, einen künstlichen After herzu-
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BauobbrUclie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;.is i
st(3lleii und das Verschliesseu der i'ektovagiaalen liommunikatiounbsp; (iin-
zuleiten. Andere öfihungen des Jhinuendes. z. B. am Bauch, annbsp; dem
Rücken sind Missbildungen (Anus präternaturalis), welchenbsp; nbsp;kein chirurgisches Einschreiten lohnen.
Litteratur. Lmulel, Operat, der At reale, Rep, 1840. 98. — Young-li us band, ITeblender After liui Lämmern, The Vot. 1842, Rep, ih-1'2. 2H7. — Mercer, Atresie bei Ferkeln. Rep, 1843. 252. — Studer, Atresie der Kttlber. Schweizer Archiv 1848, 120, — Hartmann, Fehlen des Afters bei Fohlen, östr. Vierteljuhrsschr. 1879. 68. — Atresie auch dor Vulva. Kochs Revue 1886. 79.
Mastdarmvorfall. Skarlflkation bei Pferden von Gellö. Rec. 1828,410, — Lacoste, Abschneiden der Geschw. Zwei Fälle bei Pferden, Heilung. Rec. 1H4I. Rep. 1841. 330. — Ijolke, Mastdarmstriktur infolge der Operation. G. u. II. is-lö. 829. — Maurer, Abschneiden bei Schweinen. Schweiz. Anh. I.SI-7. 228. — .Nelson, Vernälicn bei Schweinen. The Vet, 1848; ibd. Collins. Vorfall bei Pferden (Hämorrhoiden) 1849. 380; ibd. Go wing, Dycer, (Ire gory, Der abgeschnltt. Teil b. Pferd wog \—2 Pfund. 1853. 441. 555. — Haubner, Ab­binden des Vorfalls. G. u. 11. 18-1!raquo;. 320. Rep. 1948. 100; Skarlflzieren, Sachs. Jahresber. 1803. — Lecouturier, Zirkelschnitt und Abtragen nur der Schleim­haut, die Muscularis wird reponiert, Heilung. Annal, de Brux. 1849, 337; Rep. 1849. 821, — llaubner, Sachs. Jahresber. 1858. S. 46. — Volk, G. u. IT. XI, Bd. S. 32!). — Ercolani, AusfOhrl. Abhandlung und historische Notizen. Rep. 1860, 256. II mod. vet. 18()0. — Weber, Sachs. Jahresber. IH7I. S. 125; ibidem Johne 1877. S. 71, — Strebet, Verschluss durch zwei Lederriemen, Rep. 1876. 325. — Durieux, [nvaginat, nach schwerer Geburt. Tod durch Bersten von Qekrös-gefässen, Annal. de Brux. 1886. — Her bet, Abschneiden und Heilung durch Kürschnernaht. Schweizer Archiv 1885; 86; ibd. St rebel 1886, 200. — Heilung durch die Kastrierschlinge. Rep. 1889. — Harms, Verschluss durch Lederriemen bei zwei F'ohlon. Heilung, lierl. Woch. 1889. 207. — Tetzner. Ztschr, f. Vetkde. 1891. S. 421. — Savournin, Vet. Joiirn. XXX. Bd. S. 173. Abbinden des Vor­falls in zwei Portionen, Heilung in zwölf Tagen.
XXVII. Bauchbrüche.
Von den durch natürliche oder pathologische Öffnungen an der Bauchwand zu stände kommenden Brüchen werden, da sie je eine be­sondere operative Behandlung erfordern, in nachfolgendem Kapitel be­sprochen werden und kommen dabei in Betracht: i. Der innere Bruch des Ochsen. 2. Der Nabelbruch. 3. Die Flankenbrüche. I. Der Leistenbruch. 6. Der Hodensackbruch. 6. Die Mittelfleisch- und Schenkelbrüche.
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Bauchbi'tlclie.
I. Operation des inneren Bruches bei Ochsen.
Von den iiniorcii Brüchen Ist öS fast nur der hei Ochsen, welcher der Heilung auf operativem Wege zugänglich ist und der in zweierlei Form vorkommt.
1.nbsp; nbsp; Hernia ahdominalis liouni. Bei der ivastration ist der (hei jungen Rindern sehr elastische) Saraenstrang durch den Leistenkanal in die Bauchhöhle zurückgeschnellt und flottiert hier in der Nfthe des Bauchrings, so dass sich gelegentlich leicht eine Darmschlinge um den Stumpf wickelt und diesen einschnürt. Kolikzufalie sind die Folge. Diese Art Bauchbruch kann sonach nur bei kastrierten männ­lichen Rindern vorkommen und ist auch unter dem Namen „Ver­schnürenquot; bekannt.
2.nbsp; nbsp;Hernia peritonealis Im um. Nach der Kastration schnellt der Samenstrangstumpf gleichfalls in die Bauchhöhle zurück, lötet sich jetloch mit seinem frischverwundeten Ende in der Umgebung' des Bauch­rings an das Bauchfell der Heckenhöhle an. so dass unter dem hie-dnreh gebildeten Strang eine Dünndarmpartie von vorne nach hinten hineinschlüpfen kann, hier festgehalten wird und so wiederum Kolik entsteht. Diese zweite Hruchf'orm heisst auch „Überwurf des Ochsen und entstellt ein ähnlicher Bruch weiter auch dadurch, dass zuweilen in jener Beckengegend eine Bauchfellfalte zerreisst und zufälligerweise in den Kiss eine Darmschlinge eintritt, um gleichfalls eingeklemmt zu werden — „Bauchfellbrnclr. In allen genannten Fällen fühlt man mit der Hand im Mastdarm und zwar seitlich am Bande des Becken­eingangs eine schmerzhafte, teigige, verschieden grosse Geschwulst, bezw. eine straff gespannte Schnur, unter welcher der Darm auch spontan wieder zurückkehren kann. Ist die Geschwulst beweglich, hat man es gewöhnlich mit einer Umwicklung zu thun und unterscheidet sich durch die Schnur auch der innere Bruch von einer Darmeinschie­bung, welche ebenfalls häufig bei Rindern vorkommt. Da links haupt­sächlich der Wanst gelegen, kommt das Lenden viel häufiger rechts vor und wird die Incarceration nicht gehoben, stellt sich Darmentzün­dung mit Brand ein und der Tod erfolgt längstens nach sechs his acht Tagen.
Geschichtliches. Der Überwurf ist schon seit lange von den Tierärzten sowohl als von Medikastern und zwar in verschiedener Weise operiert worden, die Reposition des Darmes unter Zuhilfenahme der Laparatomie datiert jedoch erst aus diesem Jahrhundert und wurde besonders von den schweizerischen iind oberbayerlschen Tierärzten, sowie von denen Englands und des südlichen Frankreichs beschrieben,
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Rektale Lösung des Bruches.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;ngg
ein Beweis, dnss das Leiden bauptsftchUch In gebirgigen Gegenden zur Behandlung kommt. Die erste ausführliche, wenn auch nicht wissenschaftliche Darstellung des Banchfellbruches stammt von österlen, welcher das Leiden ans eigener Anschauung nicht gekannt /.u haben scheint, da nicht nur die Krankheitssymptome mit der Wlrkllchkell nicht harmonieren, sondern auch das Operationsverfahren selbst unklar beschrieben worden ist. Eine brauchbare Darstellung des Verfahrens stammt dagegen von Anker, welcher schon seit lisl5 viele Brüche bei Ochsen operiert hatte und sciac zahlreichen Erfahrungen in einer Monogrophie veröffentlichte. Iraquo;as Zurück­bringen des Darms vom ücctmn ans hielt er für unausführbar, es gebührt ihm aber das Verdienst, den Flankenschnitl zur Hellling des Überwurfs zuerst gelehrt zu haben. Ebenso beschreibt der Bujatriker Rychner die Operation vom Mastdarm aus, ohne jedoch merkwürdigerweise von der Absprengung des Samenstranges ein Wort zu erwähnen. Später hat auch Böhm im Repertorium (1840), sowie Müller (im Schweizerischen Archiv 1848) über den Innern Bruch geschrieben und folgen jetzt von allen Seiten her eine Menge von kasuistischen Mitteilungen des Verfahrens, dasselbe läuft indes auf dieselben Methoden hinaus, wie sie heute noch praktisch ausgeführt werden, Fischer hat besonders viele Fälle gelungener Heilung (vom Mastdarm aus) veröffentlicht, die Reposition fand er aber nicht durchführbar, wenn der Dann stark gefüllt ist oder schon Entzündung besteht.
Der gefangengehaltene Darmteil kann entweder vom Mast­darm aus befreit werden oder wenn sich der angewachsene Samen­strangstumpf nicht abreissen lässt, von der Bauchhöhle aus. nach­dem die Laparatoraie vorhergegangen ist.
Rektale Lösung des Bruches. Notwendig ist dabei, die Schnur, d. h. den Sammenstrangstumpf von .-einer Anlötungsstelle mit tier Hand wegzureissen, was als Aufschnüren bezeichnet wird.
Am stehenden Tiere geht die Hand in das Rectum ein und sucht am inneren Beckenrande die Agglutinationsstelle auf; sie liegt etwa handbreit vom Bauchring entfernt und gelangt mau zu ihr leieht. da der gespannte Strang die Hand dorthin leitet. Diese fasst ihn durch die Mastdannwand kräftig an, lüpft ihn möglichst etwas in die Höhe und zieht ihn Uerzhafl ruckweise nach hinten und zugleich etwas medianwftrts, bis er vom Bauchfell abreisst.
Die Art und Weise dieses Abreisseus findet sich in der tierärzt­lichen Litteratur in zahllosen Fällen beschrieben, Jedoch in verschie­dener Art. Einzelne Praktiker suchen die Schnur unter die Finger zu bekommen und sie so lange anzuziehen, bis ihre Lostrennung erfolgt ist. Die einen zerren nun nach abwärts, die andern glauben mit stossenden Zügen nach rückwärts besser zum Ziele zu gelangen. während wieder andere mehr drehende Bewegungen ausführen. Im Ganzen ist die Richtung, nach der die Lösung geschehen soll, un­wesentlich, wichtigeiquot; ist jedenfalls den Strang stark anzuspannen und
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lliuichliriu'lu'.
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ruckweise au ihna au zieheu. Ob man dabei stösst oder drückt. 1st nicht von Bedeutuug, iiu allgemeinen ist es aber handgerechter, wenn der Operateur uacli hinten, also gegen sieb reisst und kann dabei unter Schonung des Mastdarms auch mehr Gewalt ausgeübt werden. Im übrigen ergehen sich die Handbewegungen gewöhnlich aus dem Einzelfall von selbst.
Zuweilen, wenn auch selten, lässt sich der Darm auch zurück­bringen, ehe die Schnur abgelöst ist, wenn nämlich die letztere- er­schlafft ist, was oft auch dadurch erreicht werden kann, wenn das Tier durch kräftiges Drücken auf die Lenden den Rücken einschlägt und vorne niederer steht; der Darmschlinge ist dadurch Gelegenheit ge­geben, vermöge ihrer eigenen Schwere und des natürlichen Zuges gegen die Bauchhöhle aus der Einschnürung herauszuschlüpfen. Von selbst geschieht dies in der Regel nicht, man sucht daher die Darmpartie unter der Schnur nach vorwärts zu schieben, von wo sie ja auch hereingetreten ist. Wäre der Darm in eine Bauchfellfalte geraten und dadurch festgehalten worden, wird mit dieser in derselben Weise verfahren, wie mit dem Samenstrangstumpf.
Etwas schwieriger gestaltet sich die intrarektale Hilfeleistung schon, wenn sich der in der Bauchhöhle tiottierende Stumpf um einen Dünndarm gewunden hat und diesen einschnürt, um den Strang ab­zuwickeln, müssen mehr streichende Bewegungen mit der Hand ausgeführt werden und gelingt, die Befreiung nur hei eingezogenem Rücken und nur in frischen Fällen, so lange noch keine Verklebung stattgefunden. Gelang das Abwickeln, lässt sieb das Entschlüpfen des Darmteils in die Bauchhöhle in der Regel durchfülüen. Die Peristaltik kehrt jetzt zurück. Poltern im Hinterleib wird wieder hörbar und gebt nunmehr auch Kot und Harn ab.
So prompt in vielen Fällen das Verfahren vor sich geht, miss-lingt es auch nicht selten und lässt sich nicht immer ganz ohne Ge­fahr ausführen. Schwierigkeiten bietet zuweilen die stramm an­gespannte Wand des .Mastdarms, so dass der Bruch kaum durchgefühlt werden kann oder ist das Aufschnüren per rectum gar nicht möglich, weil dieses (wie bei jungen Tieren) nicht geräumig genug für die Ma­nipulation ist. Gefahr liegt auch darin, dass die Mastdarmwand be­schädigt werden kann, selbst einreisst. besonders wenn sie durch wiederholtes Eingehen mit dem Arm stark ausgedehnt und mit Luft angefüllt wurde. Sind derartige Schwierigkeiten nicht zn überwinden, bleibt nur die Lösung von der Bauchhöhle aus übrig, nachdem diese eröffnet worden ist.
....
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Intraahdorniiiale LOSUDg lt;los liruclios.
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Intraabdominale Lösung des Bruches. Herniotomia. Das Aufschneiden der Bauchhöhle ist nicht zu umgehen, wenn die Ite-frelung vom Mastdarm aus durch irgend einen (Jriind misslungen ist, Adhäsionen bestellen oder der Fall durch Daminvaglnatlon kompli­ziert ist.
Nach Vornahme der Laparatomle (Seite 348) geht man unter den bekannten antiseptischen Kautelen mit dem Anne in die Bauch­höhle ein. beseitigt zunächst das Net/ und .sucht den einschnürenden Strang auf. um ihn mit einem gedeckt eingeführten
Knopfmesser kurzweg durchzuschneiden. Um nichts ver­letzen zu können, hat Anker einen bequem handbaren Hernlotomen konstruiert (Kg. 277), der viel im Ge­brauch steht. Die Operation ist sonach einfacher Art und wird alsbald nach dem Entschlüpfen des Darmteils die Bauchwand geschlossen, nachdem man sich überzeugt hat, dass nicht etwa auch auf der anderen Beckenhälfte eine Einklemmung vorliegt. Ausserdem dass die Mani­pulation mit dem Messer unschwer auszuführen ist, kann sie bei Ochsen auch als ungefährlich bezeichnet werden, denn sie wurde schon in der vorantiseptischen Zeit mit Glück unternommen. Strauss laparatomierte 110 Fälle
und heilte nur jene nicht, bei denen der Bruchschnitt zu spät kam. Anker hatte auch im Anfang, so lange; er noch keine Erfahrungen besass, unter 44 Operierten
Fig. 277.
Ankers Bruch-
mess er.
keinen Verlust und Feser sagte, die Herniotomie schade nie, wenn sie rechtzeitig vorgenommen wird. Ich selbst weiss davon nichts, dass nach der Operation auch nur einmal der Appetit nach­gelassen hätte.
Litteratur. Anker, praJct. Abhandl. und Heilung des Überwurfs. Bern 1824.
—nbsp; nbsp;Osterle, Dissertatio do hernia internu liobus veotariis fiimilinri. Tublngae 1810.
—nbsp; ,J3ölini, Behandlung des Überwurfs. Hep. IS40. 57: (bd. S. 18Ö, Aichclo: ibd. S. 217, Eisele; Ibd, 1846, 118. — .Metzger, 800 Fälle behandelt, darunter fünf laparatomisch. — Löble, Rep. 1840. 11. — Maller, Schweizer Archiv 1843: ibd. 1852. 241, Kauf m a n n. — G i e r e r, Adams Wocll, 1853. 113; S c h e n k ibd. 1854. 6. — Lindenberg, Gurlt und Hertwig. 18. Bd, S. 418. — üass und Lapp er, Vet. Recd. 1848. 32. Durch den Flankenschnitt operiert. — Gier er, Rep. 1858. 81. Abdrücken des Samenstrangs Intrarektal. Er will nur den Daumen brauchen, um den Mastdarm nicht zu verletzen. — Maier, Rep. 18()0. '282. Hellung von fünf Fallen; ein Fall bei einer Kuh, durch die Sektion bestätigt. — Kohler, Rep. 1860, 277. Aufschnüren des Iliiftdanns, Tod durch Riss desselben. — Münchner Jahresber. 1862. 160. Strauss hat 110 Fälle durch den Flankenschnitt operiert, worunter elf Verluste. Der innere Bruch kommt auch bei Schufen vor; ibd.
Herlng'a Oporatlontlehre, VI. Aufl.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;05
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liiiuclibriiche.
1861, B9i Fescr. In Bayern wird allgemein fehlerhafte Kastration lioschuldigt. — Stockfleth, (liir. II. — Reichorfer, Rep, 1874. 80. Heilung von IG Stieren olme Flankeuschnitt; Ibd, Kober 1875. 15laquo;. Heilung bei B6 Füllen, nicht durch Absprengen, sondern durch Einpor/.iohcn des Samenstrangs aus dem Bauchring. — Hess, Eep. 1876. 848. Operation vom Mastdarm aus bei zwei F a r r e n. — Tischler, Bad. Mittcil. 1878. HO. Von 38 rektal behandelten Ochsen liraquo; geheilt. — Neidhardt, Adams quot;NVoch. 1880. 330. Operationsweise vom Mastdarm aus und Flankeuschnitt. — Koskowski, Lerl. tieriirztl. Woch. 1891. S. 337. Überwurf; Lebrecht ibid. 1892. S. 147. — Bonnigal, llecueil 1892. S. 337. — Lösch, D. tieriirztl. AVoch. 1895. S. 151. Neue Behandlung.
II. Operation des Nabelbruches.
Die Behandlung des Nabelbruches, als einer Geschwulst, welche darin bestellt, dass eine Dünndarmpartie aus dem otTen gebliebenen Nabelring der Bauchmuskelwand nach aussen unter die Haut getreten
und liier einen (aus der Haut und dein Bauchfell gebildeten) Bruchbeutel darstellt, kann auf verschiedene Weise vor­genommen werden.
Entweder bleibt die Bruch-pforte der Bauchwand unan­getastet, sie soll aber ver­
%%
legt werden dadurch, dass die
Haut mit ihr verwächst (Pal-
liativkur) oder man schreitet zur Radikalkur, indem man den Bruchring schliesst, Beide Behand­lungsmethoden erfordern ein vorheriges Zurückbringen des Bruch-iiihaltes in das Bauchcavum.
Die Reposition des Nabelbruches leitet man in der Art ein, dass das Tier — es handelt sich am häufigsten um Fohlen, Ferkel und Hunde, hei Kälbern lieg! der grosse Magen auf dem Nabelring — auf den Rücken, d. h. in eine Lage verbracht wird, in der die hervor­gefallenen Eingeweide (mit oder ohne Netz) durch ihre eigene Schwere wieder in die Bauchhöhle zurücksinken oder dass man mittelst der Hand unter leichtem Drücken nachhilft und dabei den am Bruchring zunächst gelegenen Teil zuerst reponiert. Ist dies geschehen, über­zeugt man sich nochmals, ob der Bruchbeutel völlig leer sei und fühlt man dabei auch deutlich, welche Form und (irösse die Bauchwand-öffnung besitzt. Eine Einklemmung des Bruchinhalts in letztere macht eine Erweiteruiiff durch das Messer notwendiff, das unter die
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Reposition des Nabelbruches.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;3,6(7
Haut eingeführt wird, ebenso verhindert eft eine gasige Auftrei-bung der Darmpartie die Reposition; in diesem Falle sucht man durch Punktion mit einer feinen Nadel den Darm zu entleeren. Ausserdem kann das Zurückbringen auch durch fortwährende Eontraktionen der Hauchpresse gestört werden, was jedoch durch Narkotisieren des Tieres behoben wird. Vorherige Diät erleichtert das Reponiereu wesent­lich. Das Umlegen von Gurten, Druckbinden und Unterlegen einer Kompresse (Flg. 278) führt nur bei kleinen Nabelbrüchen zum Zwecke, die mit zunehmendem Wachstum des Tieres häufig auch von selbst heilen. Im Ganzen sind Bandagen unpraktisch.
Die weitere Behandlung ist nun darauf gerichtet, das Wiedervor­fallen des Darmes zu verhindern und kann dies in verschiedener Weise geschehen. Durch Auftragen starker Verschorfungsmittel auf den Bruchbeutel lässt sich eine Verschrumpfung mit nachfolgender Skle­rose der Haut samt ihrer Subcutis erzielen, so dass die Bruchpforte verlegt wird und der Hautbeutel verschwindet. Zu diesem Hehufe werden entweder wiederholt scharfe Einreibungen verordnet, oder man bestreicht den Bruchsack mit konzentrierten Mineralsäuren (Schwefelsäure, rauchende Salpetersäure, Chromsäure) und wartet die bindegewebige Verwachsung der Pforte ab. Letztere kann auch da­durch erzielt werden, dass man verdünnten Alkohol oder eine 20proz. Karbollösung in das Unterhautgewebe einspritzt. Häufiger geschieht indes die Weiterbehandlung auf operativem Wege, indem man den Bruchbeute] entweder abklemmt, abbindet oder abnäht.
Das Abklemmen geschieht durch hölzerne (raquo;der metallene Klammern und kann nötigenfalls auch die Kastrierkluppe verwendet werden, wenn sie länger ist als die Basis des Bruches (Hychner). Die hölzerne Charnierkluppe Fig. 271) klemmt zwar die Haut gut ein, giebt aber in ihrem oberen Gelenke leicht nach, und was jene käuf­lichen Charnierkluppen von Eisen betrifft, welche am anderen Ende eine Schraube zum Schliessen besitzen, so ist deren Druck ein zu wenig gleicbmässiger, weil die Schraube stärker klemmt als das Char-nier am anderen Ende; auch haben die Metallkluppen gerne den Fehler, dass sie zu schwer sind und zur Sicherung ihrer Lage meist durch eine besondere (gut angezogene) Bauchbinde gehalten werden müssen. Die Bruchkluppe von Jungers hat Charnier. Schraube und zwischen beiden zahnähnliche Hervorragungen. Aus diesem Grunde empfiehlt sich die aus Aluminium hergestellte Bruchkluppe mit zwei Schrauben (Contremufter), welche in zwei Grossen (12 und 18 cm Distanz zwischen den Schrauben) erhältlich ist und ausserdem in der Mitte der Schenkel
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Kauehbriiche.
zwei öffnuugei] besitzt, um ein Hand zur Befestigung um den Leib durchzuziehen. Notwendig ist unter allen Umständen, dass sielraquo; die Kluppen dicht an die Basis des Bruches anschmiegen lassen und muss das Tier verhindert werden, die Klemme in ihrer Lage zu stören. Ihr Zweck besteht darin, die eingezwängte leere Hautfalte des Beutels durch Druckbrand in ein bis zwei Wochen zum Absterben zu bringen, worauf sie von selbst abfällt und die Baucliütl'nung durch Granulation und Narbenbildung zu definitivem Verschluss kommt, nachdem die Innenflächen der llautfalte unter einander verwachsen sind.
Fiff. LJ7!gt;.
Pia, 280,
Fig. 281.
Um das Anschmiegen an dieBauchwand zu erleichtern, hat Combe seine Bruchklemme, bestehend aus zwei an beiden Enden verschraub-baren Metallplatten, etwas konkav gehalten und passt dieses Instru­ment besonders für lauge Bruchbeutel, da es Öffnungen besitzt und au die Haut angenäht werden kann. Andere Kluppen sind auch mit Riemen versehen. Bardonnat verhindert jedes Verrücken, indem er an der Kleniinfläche eine Anzahl Stacheln angebracht hat (Fig. 280) und die eine Schenkelhäfte der Länge nach eine scharfe Kante besitzt, die in die Vertiefung der anderen passt. Mit zwei seitlichen Schrau­ben versehen sind auch die Bruchkluppen von Becker, Imminger fans Aluminium), von Kaiser (Holz mit Jletallbeschlag). Das Mass zwischen den Schrauben wechselt von 10—20 cm. In keinem Falle dürfen die Bruchkluppen bei männlichen Tieren auf den Schlauch drücken und wenn Rauhigkeiten, /ahne oder Spitzen angebracht sind,
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Abbinden des üruclisackes.
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darf dies nicht zu reichlich geschehen (wie in letztgenannter Figur) um nicht vorzeitig die Haut zum Absterben zu bringen.
Abbinden des Bruchsackes. Statt Holz oder Metall kann auch eine Schnur den Ueutel durch Nekrotisiereu verschrumpfen oder entfernen, wenn sie dicht am Bruchhals zweimal umschlungen und fest genug zugeschnürt wird, nachdem in der Rücken­lage des Tieres bei erhöhtem Hinterteil durch Emporzieheu des Sackes dieser entleert worden ist. Allerdings muss in demselben Verhältnis, als der Bruchsack dabei schrumpft, entsprechend nachgeschnürt werden, man bedient sich dabei' besser der elastischen Ligatur (Seite 177) und verhin­dert in beiden Fidlen das Abgleiten der Schlinge durch Einstechen eines Stiftes unterhalb der Ligatur. Hei grös-seren Brüchen ist übrigens der Schnürdruck ein so be­deutender, dass die Schlinge gut hält. Sehr grosse Beutel werden in der Mitte durchstochen, um beide Hälften je be­sonders zu unterbinden, wozu die Bruchnadel (Fig. 282) dienen kann. Die Heilung braucht Zeit und geht nie ohne Eiterung ab, eine Überwachung des Vorgangs wird daher
notwendig.
Das Abnähen ist besonders von französischen
Fig. 282. Bruohnadel.
Tierärzten (Hamoud, Hernard, Eleouet u. a.) empfohlen worden. Die Ertötung des Bruchsackes geschieht hiebe! in der Art, dass man den leeren Beutel dicht am Lauch in eine der käuflichen Bruchzangen klemmt und unterhalb der Länge nach die Hautfalte durch die Schusternaht (Seite 200) in mehreren Portionen abnäht. Sehr straffes Hereinziehen der
Haut in das Instrument ist vom Übel. Als Nadel benützt man die Kühn'sehe, Gerlaclfsche oder die obgenannte Bruchnadel
und als Nähmnterial gewichste
Fig, 288. Mangot'sche Naht.
Kastrierschnüre, Pech- oder
Schusterdraht, starke Seide. Statt der Zange lässt sich auch die kon­kave Gombe'sche Bruchkluppe verwenden oder nimmt man eine Blei­oder Zinkplatte, ein Stück Sohlenleder n. dgi. zu Hilfe, welches in der Mitte einen Schlitz besitzt, durch den der Beutel gezogen und ausserhalb in der obigen Weise abgenäht wird (Mangot'sche Naht, Flg. 283). An den vier Ecken wird die Platte mit Bändern um den Leib befestigt und dient zugleich als Bruchbandage, um je nach
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üiuichbrüclie.
Bedarf aachgebnUpft zu werden. Sobald der Bruchbeutel anfängt, nekrotisch ZU werden, kann er abgetragen werden, wenn man nicht vorzieht, die Nfthschlingen von selbst abfallen zu lassen.
Naht des Bauchrings. Ausser den angegebenen Behandlungs-weisen, von denen das Abnälum in praxi am beliebtesten ist, giebt es mich eine weitere, mehr radikale Heilmethode, welche darin besteht, dass man den Bruchsack öffnet und die Pforte durch Hefte ver-schliesst; der Heute! wird dann als überflüssig abgetragen. Voraus-
Fig. 284. Bruohschnltt.
setzung ist dabei, dass sich um die Nähte junges Narbengewebe einstellt, das bald fest, genug wird, um nicht nachzugeben, jedenfalls mnss daher ein fester Druckverband, eine Gurte um den Hinter­leib angelegt werden. Hei der Unruhe der Tiere lässt sich ein solcher Verband nicht immer sicher genug anlegen, mau greift daher zu dieser direkten Verschlussweise nur in besonderen Fällen, wenn ein anderes Verfahren nicht zum Ziele führte, eine Anlötung des Bruchinhalts stattgefunden hat oder eine Kinklemmuug vorliegt. Der direkte Verschluss ist schon in früherer Zeit oft unternommen worden, war aber nicht ungefährlich und veranlasste viele
Flg. 285. Heniiotoni.
Verluste, erst Siedamgrotzky hat ihn antiseptisch
durchgeführt und damit die Gefahr beseitigt.
Um die nötige Ruhe des auf den Hucken gelegten Tieres her­zustellen und die Bauchpresse aussei- quot;Wirkung zu setzen, ist die Nar­kose kaum zu umgehen. Die Haut wird erst rasiert, abgeseift und desinfiziert und dann die Umgebung mit in Sublimatwasser ausgerunge­nen Lappen bedeckt. Auf der höchsten Wölbung des Bruchs schneidet man die in eine Querfalte gelegte Haut durch und legt den Bruch­ring frei, um seine Beschaffenheit zu prüfen. Aleist eignet er sich nicht zum sofortigen Verschlüsse und zwar sowohl was seine Gestalt
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llerniotomie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Jj!Jl
als auch die Rändei' betrifft. Diese sind In der Mehrzahl der Fülle kallöser Natur und verkleben imdi dein Nähen nur, wenn sie durch das Messer angefrlscht oder abgetragen wurden, auch gelingt die Ver­einigung nicht, wenn der Hruchring von rundlicher Gestalt ist; in diesem Falle wird er entsprechend aufgeschlitzt und in eine Fängswimde um­gestaltet. Zu diesem Zwecke führt mau das besonders dafür geformte Bruchmesser (Hernlotom Fig. 28ö) unter Führung des Zeigefingers (Fig. 284) vorsichtig unter das Bauchfell und schneidet einige Centi­meter der Länge nach ein. Ist die Eeposltlon (s. oben) erfolgt, wer­den die wunden Ränder des Hauchrings nach geschehener Annäherung durch einen Gehilfen in Knopfnähte gelegt, welche tief und dicht neben­einander in die Bauchmuskulatur gezogen werden. Das Bauchfell bleibt, ausserhalb der Hefte und um keine Spannung aufkommen zu lassen, sollte zur Unterstützung eine Matrazennaht etabliert werden. Hierauf kann die überflüssige Haut weggeschnitten werden und wird auf die quot;Wunde und deren Tampons Jodoformkollodium, Tbioform, Glutol u. dgl. reichlich aufgetragen. Den Schluss bildet das Umlegen einer breiten Leibbinde noch während des Liegens.
Stehen Adhäsionen im Wege, lässt sich die Reposition nur aus­führen, nachdem diese vorsichtig gelöst sind, die Prognose wird da­durch etwas verschlimmert. Die Ablösung geschieht wenn möglich mittelst des Fingers oder Skalpellheftes.
Herniotomie. Wäre wie nicht selten der intestiuale Bruch­inhalt zwar nicht angewachsen, aber irgendwo am Bruchring festge­halten, also eingeklemmt, bleibt nur übrig, ihn mit Hilfe des Messers aus seiner Gefangenschaft zu befreien. Hiezu gebraucht man gleich­falls den Herniotomen, der nur hinter dem Knöpfchen schneidet und daher ungefährlich auf der Spitze des Zeigefingers (Fig. 284) längs des Darmes vorsichtig bis zu jener Stelle des Bruchrings geleitet wird, welche einschnürt, um hier die Trennung auszuführen, nachdem der (am Nagel beschnittene) Finger das Eingeweide sachte von der Bruch­pforte abgedrückt hat. Selbstverständlich muss strengste Antisepse beobachtet werden.
Um die Reposition zu ermöglichen, ist nicht selten notwendig, den Bruchring an mehreren Stellen einzuschneiden und fragt es sich, wenn die Darmpartie bereits entzündet oder gangränös geworden, weiter, ob nicht eine Resektion auszuführen ist (siehe S. 368). Schlimm ist immer, wenn eiiie trübe, flockige oder blutige Flüssigkeit aus der Bauchhöhle träufelt, die Chancen der Heilung vermindern sich bedeutend und bleibt nur mehr übrig, eine Drainage anzulegen. Eine gasige
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Jiiuiclibrüdie.
#9632; ii #9632;#9632;
Auftreibung des Danuteils hindert weniger, sie lasst sich durch Punk­tion mit einer' feinen Nadel bald beseitigen.
Die Plankenbrüche, dem Nabelbruch verwandt, erfordern keine andere Behandlung. Sie sind meist ungefährlich und unschwer zu heilen, falls sie nicht von ungewöhnlichem Umfange sind, wie manch­mal besonders bei Kühen und Ziegen. Gefahr tritt gleichfalls ein durch Hinzutreten einer Entzündung oder bei Incarceration, die übri­gens bei der grossen Elastizität und Nachgiebigkeit der Bauchdecken nur selten vorkommt.
Litterat ur der Nabel- und Bauchbrüche. Lance lot, Nabelbrüche, Harn enthaltend, Obliteration des Urachus bei Kälbern und Ziegen. Lyon, Cpt. rend. 1822.
—nbsp; Mangot, Methode mit der Bleiplatte und zwei Stiften. Journ. prat. 1826. 295.
—nbsp; nbsp;Bernard, Nabelbrüche bei Fohlen, Abnähen mit einer gefenst. Zange, llec. 1H28. 1; ibd. 1828. 24. Girard, Anat. Beschreibung. Uracbus, Nabelvene, auch das Netz kann nicht enthalten sein! — Thibeaudeau, Zapfennaht, dann Kluppen, die bis zum Abfallen liegen bleiben. Bec. 1881. 94. — Hamont, Viele Operationen mit der Bleiplatte und Zapfennaht, Rec, 1848. 778; ibd. S. 856, Delafond u. Mignon, Offenbleiben des Uracbus bei Nabelbrüchen. — Kühn, Brucbnadol, G. u. II. 1835. 97. — Tombs, Abbinden mit durchgesteckten Nadeln. The Vet. 1841. 906; ibd. 1860. 24. Marshall, Anwendung von Klammern; ibd. 1841, Kent, Scharfsalbe, Pechpflaster. #9632;— Quilmot, Klebverband. Annul, de Brux. 1845. — Gemmeren, Küsener u. a. bestreichen mit Schwefelsäure. G. u. II. 1849. 78; ebenso mit Salpetersäure Dayot, Bec. 1848. 778; 1849. 395 ff. — Hertwig, Chir. und G. u. H. 1859, Anwendung der Schwefelsäure. — Träger, Anlegen eines Rings, Durchziehen des Bruchsacks und Unterbindung. — Marlot, zehn Heilungen durch Bandage in 30—32 Tagen. Bec. 1857. 681. — Leguff, 107 Fälle, Heilung mit einer in Ammoniak getauchten Schnur, welche spiralförmig umgelegt wird; ebenso Hering, Eec. 1849; ibd. 1850. 91. Dayot, Tetanus nach Unterbindung mit Klammern. — Favre, Charnierkbippcn, Abfallen des Bruches nacli 10—12 Tagen. Rep. 1868. 816; ibd. 1867. 816 und Rec. 1867, Elöouet, Disposition zu Nabel­brüchen erblich; 3000 Fälle operiert, mir drei starben an Starrkrampf. Abnähen unter der Zange, Schusternabt nach Durchstechen von Nadeln. — Berosino, Ab­binden häufig unzureichend. Klammern sind besser nach Dayot. Giorn. di vet. 1864.
—nbsp; Denker t, Charnierklnppe bei kleinen Hunden, bei grossen Heilung durch offenen Schnitt. N. u. V. 1846. 57. — AVebenkel u. a., Heilung durch Salpetersäure. Brüsseler Jahresber. 187fi. — Lomas, Tod durch Darmbrand. The Vet. 1872. — Faure, Bettung eines Fohlens nach Durchbrucb des Brucbsacks auf Salpetersäure. Journ. de Lyon. 1849. — Bayer in Kochs Encykl. VII. 2. Nabelbruch. — Im-mlnger legt Bleiplatten auf. Annähen mit Silberdraht. — Martin, Anwendung der elast. Binden. Bull. soc. centr. ined. vet. 1884. — Fröbner, Adams Wocb. 1884. S. 105. — Mayr, Verschied. Behandlungsarten. Ad. Wocb. 1885. 340; ebenso Ableitner, ()str. Vereinszeit. VIII. (i. — Degive, Ausführliche Abhandlung. Rep. 1885. 69. Ann. de Brux. 1884. Okt. — Cagny, Jahresber, 1886. S. 111. — Le Berre, Abbinden durch eine Geisselscbnur und Durchstechen von Stiften ist allen Metboden vorzuziehen, ebenso Anlegen von Holzkluppen bei Fohlen. Bei kleineren Brüchen Chromsalbe. Revue vet. 1889. Fevrier. — Wiesner, Eiserne Kluppen
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Operationen des Leisteu-Hodensackbruohes.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;303
sind bewährt. Ilerniotomic, Anlegung von Kreuz- und Queinähten, Heilung einer Bauchfellentziindung durch Kiswasser liei Folilen, Beil. Wooh. 1890. No. 2.5. — I m inintt e r, D. Ztsclir. f. Tiermed. 1891. S. 298. Beliandl. mit Bleiplatten. — Mauri, Revue vet. 1891. S, 179. Blinddarmspitze im Nabelbruch. — Biet, Uec. 1892. Narcose zur Reposition. — l'ütz, Östr. Ztschr. f. Vetkde. 1892. S. 65. — PreuSS. Milit.-Rapp. 1893. 8. 113. Hcrnien in der Armee. — Fröhner, Monatsh. f. pr. Thlkde. V. S. 536; ibid. 1895. S. 91, Heil, auf I. Wege; ibid. 1895. S. 148. — Zahn, Abschnüren unter Blechplatten mit Kupferdraht. — Hamoir, Annal. de Brux. 1895, S. 411. Bruchsack verknöchert. — Minder, Schweizer Archiv 1896. S. 118. Hernia ventralis bei der Kuh. — Cordelier, Kec. 1896. S. 660. Über Radikalkur. — Fröhner, Monatsh. f. pr. Thlkde. 1896. S. 15. Finklemnmng.
III. Operation des Leisten-Hodensackbruches.
Als Leistenbruch (Hernia Inguinalis) bezeichnet man jenen Zustand, wobei ein Baudieingeweide durch den Hauchring in den Leisten­kanal herabtritt; geht diese Verirrung noch weiter und fallt ein Dann oder das Netz bis in die Hodensackhöhle herab, so heisst die Hernie Hodensackbruch (Hernia scrotalis).
Die Bruchpforte wird bei dieser Art von Hernien von dem Bauch­ring, der Bruchsack von den drei Skrotalhäuten gebildet, beim Leisten­bruch besteht der Bruchhals zunächst in der Scheidenhaut und deren Subserosa, In der letzteren sind ebenfalls schon Eingeweide ange­troffen worden und gelangten dieselben durch einen Riss der Bauch­muskeln neben oder vor dem Bauchring in das Bindegewebe zwischen der allgemeinen Decke und der Wand des Leistenkanals, sie sind daher nicht von der Tunica vaginalis umschlossen — falscher Leisten­bruch (Hernia inguinalis interstitialis. eine Art Schenkelbruch).
Sie kommen selbstverständlich nur bei männlichen Tieren vor, obwohl es auch einen Leistenbruch bei der Hündin giebt, wenn nämlich das runde Mutterband, das sich an der obern Mündung des Leistenkanals anheftet und hie und da ahreisst, durch den bei den Fleischfressern stets offenen Bauchring in den Leistenkanal herabfällt und ein Darm oder selbst der Uterus nachfolgt. Der Bruchsack wird dann von einer scheidenförmigen Verlängerung des Bauchfells (l'rocessus vaginalis) gebildet. Dieser Bruch wird nur sehr selten beobachtet.
Am häutigsten begegnet man dem Bruch bei Hengsten und Ebern (Brucheber), bei Rindern, Schafen und männlichen Hunden selten, bei Kastraten nur ausnahmsweise (Immelmann).- Meist tritt er einseitig (gewöhnlich links) auf, seltener doppelseitig, sehr selten zugleich mit dem falschen Bruch (Hernia inguinalis mnltilocularis) und als Inhalt trifft man in der Begel eine Dünndarmschlinge oder das Netz an, zuweilen auch beide, selten den Dickdarm. A n g e b 0 r e n e Leistenbrüche überlässt man am besten sich selbst und wartet ab, bis
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;(!M
liiiuchln'iiclu'.
das junge Tier herangewachsen 1st, kräftiger wird und strammere (ie-vvebsfasem erholt. Dasselbe exspektative Verfahren beobachtet man stets auch bei Leistenbrüchen erwachsener Tiere, wenn sie dem Ge­brauch zum Dienst nicht hinderlich sind, Bedeutung haben sie nur, weil das betreffende Tier der Gefahr einer Einklemmung ausgesetzt ist. Die Erkennung bietet selten Schwierigkeiten. Man fühlt die Geschwulst, hiiutiu auch die l'eristaltik des vorgefallenen Darmes oder
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Filaquo;, 286.
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hört man in der Leiste beim Perkusieren tympanitischen Schall; ausser-dem ist es auch möglich, nach hinaufgeschobenem Bruchinhalt den Umfang und die Weite des Bauchrings festzustellen.
Anatomisches. Rechts und links auf der unteren Beckenliöhlenwnnd be­merkt man je eine Bpaltförmige Öffnung (Fig. 2HHce, Bauchring, Lücke des M. obliquus externus), durch welclie früher die beiden Hoden in das Skrotum hiniib-stiegen und das Bauchfell samt dem Samenstrang mitnahmen; beide Löcher liegen beim Pferde 16—16 cm weit auseinander und sind nur so gross, dass man kaum mit 1—2 Fingern, wenn abnorm gross, aber mit 8 — 4 Fingern eintreten kann. Da beide sjialtformige (Iffnungen oll'eu bleiben und in zwei konvergierende senkrechte Kanüle (Leistenkanal) auslaufen, die in den Hodensack münden, so ist es leicht
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Reiiosition des Leisten- oder Hodcnsiickbriiches.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 395
möglich, dass ein Kingewuide infolge starker id)doniiiicller Pressung in sie herein-fiillt, niclitsdestoweniger kommen Leistenbrüche wegen der horizontalen Lage des Bauches (zum Unterschied vom Menschen) doch scltnu vor, werden über dann hie und da eingeklemmt und zwar entweder in dem liauchring oder zwei Finger breit weiter unten im Kanal, wo sich dieser plötzlich verengert, um dann wieder weiter zu werden. Der (beim l'ferde etwa 10—12 cm lange) Leistenkanal ist somit keineswegs ein glcichmüssig sich nach unten konisch erweiternder Gang, sondern hat nach Bouley die Komi einer Üandurne. liouley bezeichnet die Einengung 1111-mittelbar unterhalb des Hauchringes als „Colletquot; und bildet sie auch in der That ebenso häufig die Kinkleminungsstelle, als der Bauchring selbst, der immer erweitert ist, sobald es zu einem Inguinalbruch kommt. In der Figur 28(i stellt a die Decken­höhle dar, hh den Samcnstrang, c die Snmenarterie, rfrf1 die Samenleiter, f die Dauchdeckenarterie (A. epigastrica), gg die beiden ijauchdeckenvenen, hh das Bauch­fell und i die Medianlinie der inneren Fläche der Bauchwand.
Die Reposition des Leisten- oder Hodensackbruches wird in der gleichen Weise vorgenommen, wie es beim Nabelbruch angegeben worden ist (Seite 886). Den Tieren wird eine solche Lage gegeben, dass die Baucheingeweide einen /ug auf den in den Leistenkanal ge­fallenen Darm ausüben, dabei sieh aber die Hauchpresse nicht geltend machen kann. Bei den grösseren Haustieren kann zugleich auch ein Zug vom Mastdarm aus angebracht werden, während man von aussen her gleichzeitig drückt und knetet. Da man nicht sicher ist, ob das Tier dabei mittelst der Bauchpresse den Darm noch weiter heraus­drängt, narkotisiert man und stellt die Rückenlage her. Den Ilodensack mit Werg zu bedecken und dieses mit Chloroform zu über-giessen, wie Bogge und Grünwald vorgeschlagen haben, dürfte wenig Wert haben, eher von Nutzen wird es sein, den Darm mit einer feinen Nadel zu punktieren, wenn er gasig aufgetrieben ist, den Darm jedoch .durch einen Trokart von Flüssigkeiten zu entleeren, ist nicht ratsam (Lafosse). Der Hinterfuss wird an der betreffenden Seite des liegen­den Tieres ausgebunden und nach vorwärts oder seitlich gezogen, die übrigen Extremitäten werden zur Seite gehalten. Erleichtert wird die Reduktion auch durch Verbringen des Hinterfusses der kranken Seite in die Flexionsstellung und des Hinterteils in eine höhere Lage, ebenso liisst sich durch Anziehen und Wiedernachlassen des Hodens bei sanftem Massieren das vorgefallene Eingeweide leichter in Bewegung setzen. Im übrigen ist gewöhnlich die Reposition leichter zu bewerkstelligen, als die Retention.
Gelingt das Zurückbringen in der angegebenen Weise, wartet man noch kurze Zeit ab, um dem Darme Gelegenheit zu geben, sich vollständig in seine physiologische Lage zurückzuziehen und kann man dann auch überzeugt sein, dass der Leistenkanal völlig leer geworden.
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Bauobbrttohe.
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Dennoch kann man sich damit nicht begnügen. Allerdings liegt keine Sicherheit vor, dass nicht der Darm demnächst wieder in den Bruch-ring vorfällt, mau verbindet daher mit der Taxis am zweckmässigsten die Kastration. Durch die nachfolgende traumatische Anschwellung des Samenstrangstumpfes wird der Leistenkanal ausgefüllt, während die Kluppe den Baum versperrt, in welchem vorher der Darm gelegen ist; später geht ausserdem der Stumpf mit der Scheidenhaut eine zell-gewebige Verbindung ein und der Weg aus der Bauchhöhle in den Hodensack bleibt versperrt. Um den Darm zurückzuhalten, ist auch angeraten worden, eine Binde in Zirkeltouren über den Hoden gegen den Leistenring anzulegen, das Verfahren bietet jedoch nicht die nötige Sicherheit. Klingau hat auch eine Art Bruchband für Pferde kon­struiert, bestehend aus einer Bandage mit Peloten zum Schnallen und will damit den gewünschten Zweck erreicht haben.
Die Entfernung des Hodens kann allerdings nur als ein Palliativ­mittel angesehen werden, die Radikalkur würde in dem Verschliessen der Bruchpforte bestehen, was nur durch Zunähen des angefrischten Bauchrings ermöglicht ist. Diese Operation ist nun nicht ungefähr­lich und ausserdem nur schwer und mühsam vorzunehmen, unausführ­bar ist sie aber nicht, wie von mancher Seite behauptet wird. Um die Naht am Bauchring zu umgehen, hat Hartwig dieses Auskunfts­mittel vorgeschlagen und Knopfnähte angelegt, auch ist empfohlen worden, Spiritus in das subseröse Gewebe der Umgebung des Leisten­rings einzuspritzen, um hier eine Schwellung mit nachfolgender Ver­engerung der KaualmUndung herbeizuführen, was aber nicht von Dauer ist. Das Heften des Bauchrings erfordert Narkose.
Die Kastration beim Leistenhodensackbruch wird gewöhnlich durch Kluppen bewerkstelligt, welche möglichst hoch und zwar auf die Scheidenhaut anzulegen sind (was sich am leichtesten durch konkave erzielen lässt); man eröffnet daher diese nicht (Castration ä testicule convert). Schmid hat hiezu eine besondere Charnierkluppe mit Stellschraube konstruiert, die einige Wochen liegen bleibt, ein Ätz­mittel darf selbstverständlich nicht aufgetragen werden. Um sicher zu sein, dass nicht etwa ein Teil des Darmes in die Kluppe zu liegen kam, wird ein Fenster in die Tunica vaginalis geschnitten und um zu verhindern, dass auch kein Darm während des Kastrierens in die Kluppe gerät, ^elit man in den Mastdarm ein und hält die am Bauch­ring liegende Darmschlinge fest.
Wie lange die Kluppe auf der Scheidenhaut liegen bleiben soll, hängt von dein Kinzelfalle ab. Am sichersten gebt man, sie von selbst
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Elastische Ligatur, llcrniotomio.
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wegfallen zu lassen, was allerdings erst in drei his vier Wochen zu geschehen pflegt, Schaden bringt dieses Zuwarten indes nicht, da Samenstrang wie Hoden bedeckt sind. Statt der Kluppen gebraucht Fröhner neuestens die
elastische Ligatur, welche weniger Raum beansprucht und auch weiter oben sich anlegen lässt. Ausserdem soll sie den Vorteil grösserer Leichtigkeit baben und braucht nicht entfernt zu werden, weil sie sich in etwa acht Tagen selbst lockert und abfällt.
Eine Schwierigkeit erheblicher Art wird dem Operateur nicht selten dadurch bereitet, dass sich das Zurückbringen des Bruchinhaltes trotz aller Versuche als unmöglich heraus­stellt. Eine nähere Untersuchung ergiebt ineist, dass der Dann an einer bestimmten Stelle festgehalten, d. h. eingeklemmt ist. Dieser Umstand macht eine weitere Opera­tion notwendig, die
Herniotomie. Sie besteht im Ein­schneiden des incarcerierten Teiles, um hier (gewöhnlich am engsten Teil des Kanals oder am Bauchring selbst) eine Erweiterung und damit Befreiung des Darms zu erwirken und geschieht dasselbe, falls eine Klemm­stelle irgendwo auch die Reposition erschwert. Nachher fragt es sich, ob der Herniotomie auch die Kastration nachzufolgen habe oder nicht.
Der Bruchschnitt wird damit eröffnet, dass man die .Scheidenhaut bis hinauf zum Leistenring frei legt, dann oben auf sie ein­schneidet und die Incision mit der Knopfschere
soweit erweitert, dass sich ein Einblick und damit ein Urteil über die Be­schaffenheit des hereingefallenen Eingeweides gewinnen lässt (Fig. 287). Nun führt man das schon oben beschriebene Bruchmesser (Fig. 285) oder den älteren Ilerniotoinen (Fig. 288), dessen Klinge erst durch Drücken auf eine federnde Klappe am Handgriff aus ihrem Schneidedeckel heraus­tritt, unter Führung des Fingers in den geöffneten Leistenkanal ein, schiebt ihn vorsichtig an dem eingeklemmten Darme vorüber und schneidet den engsten Teil der Klemmst eile, (das sog. Collet) nach vorne und aus sen ein, um die an der inneren und medialen Seite
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Bauelibriiclie.
des Kanals gelegenen Baucluleckengefässe bezw. die änsseren Samen-arterien nicht zu verletzen. Dieser Einschnitt kann kräftig geschehen, er geht nur in das interstitielle Gewebe der Scheidenhaut oder (weiter oben) durch die sichelförmige Falte des Bauchrings und verhindert auch der hier liegende Cremaster ein zu tiefes Einschneiden. Nun­mehr ist das Eingeweide aus seiner Incarceration befreit und wird alsbald in die Bauchhöhle zurückgeschoben, falls eine Gasansammlung
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Fig. 288. Älteres Heniiotom.
nicht ein zuvoriges Punktieren oder Massieren notwendig macht. Er­leichtert wird diese Reposition wesentlich, wenn dabei der Samenstrang massig angezogen wird und kann auch die dem Operateur hinderliche starke Spannung der Darmschlinge c (Fig. 287) dadurch behoben wer­den, dass man sie unter Einträufeln eines fetten Öles gegen das Skrotum a herabdrängt und zugleich den angescboppten Inhalt durch leichtes .Massieren auf eine grössere Fläche zerteilt.
Fiff, 289. üruchmcsscr von Hoft'niann.
Jede Blutung wird sofort aufgetupft und dann die Scheidenhaut wieder herabgezogen, um auf ihr die Kluppe anzulegen (Degive) oder eine elastische Ligatur umzuschlingen. Den Hodensack gleichfalls in die Kluppe herein zu nehmen, wie James vorgeschlagen, ist nicht notwendig. Für grössere Pferde hat Hoffma nn ein besonderes Bruch­messer konstruiert (Fig. 289), dessen an der Spitze aufgebogene Klinge im entscheidenden Augenblick nur hervorgezogen zu werden braucht, um in den Bruchring einzuschneiden. Fröre Cosme hat seinen Her-niotomen ähnlich dem der Figur 288 gehalten (Bistouri cache), er stellt indes mehr eine Art geschlossene Schere dar, deren linke Branche mit Hilfe einer Schraube hervorgeholt wird. Ein ungedecktes Messer liisst sich wegen der gewöhnlich vorhandenen starken Spannung des eingeklemmten Darmes in dem langen, engen, spaltformigen Kanal nicht ohne (iefabr gebrauchen.
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Subkutane Hemlotomis.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;399
Subkutane Hemiotomie. Um obgenanntes Verfahren zu vereinfachen, d. h. laquo;las Aufschlitzen des Leistenkanals zu ersparen, bleibt der Hodensack samt seiner Fortsetzung nach oben unberührt und wird nur oben am Leistenring ein Einschnitt in die Cutis und Scheidenhaut gemacht und zwar nicht grosser, als um den Finger in den Kanal einzuführen und auf ihm die Incision in das Collet in der angegebenen Richtung auszuführen, wozu jedes Messer dienen kann. Hei angespanntem Samenstrang und Mithilfe vom Rectum aus vollzieht sich die Lösung und Reduktion leicht (Stanley, Siegen u. a.).
Trifft man bei der Operation die eingeklemmte Partie stark entzündet oder gar schon des R ran des verdächtig an, was man weniger an der Farbe als der Mürbheit der Darmhiiute erkennt, so verschlimmert sich die Prognose wesentlich. Entzündete üarmstücke entzünden sich nach der Reposition oft noch mehr, es wird daher der Eintritt von Gangrän häufig noch beschleunigt; diese sowohl, als Rauch­feilentzündungen sind auch die gewöhnlichen Vorgänge, wenn die Ope­ration ein tödliches Ende nimmt. Die Verlustfälle berechnen sich bei Pferden auf etwa 20—30 Prozent. Bei den übrigen Haustieren sind sie ungleich geringer (s. Darmschnitt S. 368). Hie und da liegt der Schwierigkeit bei der Reduktion des Inhalts eine peritonitische Adhäsion im Leistenkanale zu gründe, welche dann durch ein stumpfes Instrument (Pinger, Skalpellheft) oder mit Hilfe des Messers vorsichtig zu lösen ist. Mit dem Zurückbringen darf hierauf in keinem Falle gezögert werden.
Rei starker Dilatation desRruchrings oder Kanals hat Hering ein empfehlenswertes Verfahren angegeben, nämlich die Torsion der Scheidenhaut. Zu diesem Behufe wird dieselbe zwei oder mehreremal um ihre Längenachse gedreht und dann, um das Aufwinden zu ver­hüten, durch einige Hefte hinten und vorne am Hodensacke befestigt, worauf erst die Kluppe angelegt wird. Selbstverständlich ist es, dass man sich vor der Applikation derselben genau überzeugt, dass die Reponierung vollständig bewirkt sei, ebenso ist es nötig, ehe das Tier aus den Fesseln entlassen wird, sich darüber Oewissheit zu ver­schalten, ob auch der Leistenkanal der anderen Seite in Ordnung ist. Das etwa im Kanal angetroffene Netz bietet keine Schwierigkeiten. Man zieht es hervor, schneidet es ab und wartet zu. ob eine Blutung erfolgt. In diesem Falle werden die Gfefässe torquiert oder besser, man unterbindet sie mit karholisierter Seide.
Operation von der Planke aus. Es sind Fälle vorgekom­men, in welchen die Reposition des Darmes durch den Bruchring nicht
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Baucbbrttclie,
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auszuführen war, teils weil die Häute desselben geschwollen waren, oder eine Erweiterung des Leistenrings selbst notwendig geworden wäre (was ein Ausschütten der Gedärme zur Folge hat), teils weil der Operateur die zum Bauchschnitte erforderlichen Instrumente nicht zur Hand hatte.
Das Verfahren, dem der Flankenschnitt (siehe Seite 848) vorher­gehen muss, ist im Ganzen ein einfaches und bietet auch keine tech­nischen Schwierigkeiten. Die Hand sucht, den Bruchring auf und zieht die betreffende Darmschlinge in die Bauchhöhle sachte herein, indem der Inhalt weiter gestreift wird. Nachher wird die Flankenwunde vereinigt. Heim Pferde ist das Verfahren mit schweren Gefahren verbunden, bei den übrigen Haustieren dagegen liegen Heilungen von Leisten- oder Skrotalhernien vom Flankenschnitt aus ziemlich zahlreich vor.
Das Abnähen des Bauchrings an seiner obersten spalt-förmigen Mündung kann ebenfalls versucht werden. Es stammt von Her twig und wird hie und da als Prophylacticum gegen Recidive angewendet. Nach vorheriger Unterbindung der Samenarterie und Zurückschieben des Samenstrangs in die Bauchhöhle werden einige Knopfnähte angelegt, was in dem langen Kanäle eine sehr mühsame Arbeit ist und wohl nur selten zur Ausführung kommt, bei Pferden gar nicht. Eine Narkose muss vorhergehen.
Leistenbrüche bei Schweinen kommen besonders bei eng­lischen Hassen vor und bei männlichen, wenn sie jung kastriert wurden. Ferkel sind es daher hauptsächlich, welche der Operation unterworfen werden. Der Bruch ist gewöhnlich einseitig. Oft ver­schwindet er von selbst wieder, vorausgesetzt, dass der Bruchring nicht allzuweit ist.
Nachdem der Hodensack bis auf die Tunica vaginalis gespalten ist. welche geschlossen bleibt, wird zunächst der eingeschlossene Hoden fixiert und mit der anderen Hand der Bruchsack zurückgeschoben, um jetzt den Samenstrang mehrmals um seine Achse zu drehen. Da­mit sich die Torsion bis an die Bruchpforte hin fortpflanze, muss die Scheidenhaut weiter hinauf mit dem Finger von ihrer zellgewebigen Unterlage getrennt werden, was leicht geht, und dass die Drehung de facto bis zum Leistenring erfolgt ist. erkennt man bei der Durch­sichtigkeit der Membran von aussei). Nach geschehener Reposition wird der Samenstrang mit Seide unterbunden, ohne die Scheiden­haut zu öffnen, um dann unterhalb der Ligatur den Bruchsack samt dem Samenstrang wegzuschneiden. Auf der anderen Seite sollte in derselben Weise vorgegangen werden, auch wenn kein Bruch
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1-iUeratur.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; |()1
vorhanden (I mining er). Den Schluss bildet das Vernähen der Skrotalwunde.
Hei weiblichen Schweinen empfiehlt Imminger ein ähnliches Ver­fahren. Die Einschnittstelle bildet der Bruchsack selbst und wird er, d. h. das Bruchfell, nachdem die Haut ringsum im Zellgewebe losge­löst ist, gleichfalls torquiert und dann so hoch als möglich mit kräf­tiger Seide unterbunden, worauf alsbald die Hautwunde in der Leiste mit Knopfnähten verschlossen werden kann. Sind die Ferkel früher schon kastriert worden, findet sich stets eine Anlötung der Eingeweide vor, welche erst mit dem Messer gelöst werden muss. Wie bekannt, sind die Schweine gegen Bauchfelleingriife fast gar nicht empfindlich.
Litteratur. AI fort, Compt. rend. 1812. Operation vom Bauchriug aus; Einklemm, sind durch Taxis nicht zurückzubringen; ihd. 1822. Jiouley, Tod durch Incarceration. — Girard, Eec. 1824, 78. Die liauchmuskeln bei Brüchen; derselbe Rec. 1827. MA. Hernics inguinales chez !e clieval. Paris 1820; Rec. 1827. 644. — Delafoy, Eec. 1826. 611, Taxis vom Rectum aus, dann Kluppen auf den blossen Samenstrong. — Renault, Rec. 1836, 459. Vergebl. Reposition bei einem Uoppel-bruch; derselbe, Operation von der Flanke aus ibd. — Duttenhofer, G, u. II, 183!). 485. Querschnitt in der Flanke, Tod. — T e t a r d, Rec. 1837. 349. Kon­struktion von Bruchbändern für Foblen. — Jaks on. The Vet. 1841. 078. Skrotal-nnd Wasserbrncb. Heilung durch Kluppen. — Schmidt, Rep. 1842.49. Eiserne Schraubenkluppen. Vorschläge zur prophylakt. Operation. — Goux, Journ. de Toul. 1843. 170. Intermittierender Leistenbruch. Operation mit Kluppen. — Rec. 1844. 314. Sechs Falle von eingeklemmten Brüchen, vier tödlich. — Jessen, Rep. 1840. 313. Reposition ohne Erweiterung des Bauclirings, einmal tödlich. — Lafosse, Journ. de Toul. 1846. 258. Zurückdrängen des Hodens und Umstülpung des Bruch­sacks; ibd. 1865. 537; Rep. 1856. 189, Tber Brüche nach der Kastration; ibd. Marly 1849. 385. Zwei Brüche bei Stuten durch Drahthefte geheilt. — Patey, Rec. 1847. 205. Belladonnaextrakt zur Erschlaffung des Darms, Reposition, Kluppen auf die Scheidehaut möglichst oben. — Bouillard, .lourn. de Lyon. 1847. 313. Reposition am stehenden Pferd, um das heftige Drängen zu vermeiden. — Broad, The Vet. 1847. 094. Drei Hefte durch die Scheidenhaut des Bauchrings und drei durch das Skrotum. — Schmid, N. u. V. 1849. 69. Unterbindung des Samenstrangs hoch oben. — Grau, Ad. Woch. 1849. Anlegen einer vierköptigen Binde mit durch Scharfsalbe bestrichenen Peloten. — Klinger, Östr. Vicrteljabresscbr. XVIII. 46, Die Bandage blieb 50 'Tage liegen. Heilung. — Marshall, The Vet. 1S57; Rep. 1857. 252. Brüche bei Hengsten in Indien; ibd. 1864.84. Anlegen von Kluppen und zwei Drahtheften. — Serrcs,Rec. 1852,859, Hellung durch fünf kleine Einschnitte in den Bauchring. — Verrier und Bouley, Rec. 1853. 577. 582. Skrotalbruch operiert, Verletzung des Mastdarms mit dem Daumen. — Dclwart, Operation mit eisernen Kluppen. Heilung. Annal. de Brux, 1866. 252. — Stockfleth, Rep. 1855. 255. Beschreibung des Verfahrens nach Bouley. Von zwölf Hengsten zwei tot. — Hering, Rep. 1857. Torquiercn des Hodens und der Scheidenhaut, hierauf Kluppen. Ähnlicher Fall Im sächs. Jahresber. 1801. Tod nach 14 Tagen durch
li oriiifjfs Oporationsloliro. VI. Aul).nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 20
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Banchbrüclie.
Einklemmung. — Hering, Rep. 1859. 8.'i. Darmbruch mit Abbild. — l'aravicini, 11 vet. 185G. Rep. 1850. Grosser Leistenbruch; Kluppen blieben zwölf Tage liegen.
__ Serres, Rep. 1861. M, Injektion von Jodtinktur in den Bruchsack b. Hund.
Ungunst. Erfolg. — Prietsch, Sachs. Jahresber. 1862. Netzbruchoperat.; ibd. Haubner 1862; Darmbruch, ebenso 1865; ibd. Siedamgrotzky 1881. Leisten­bruch. — Rep. 1866. 248. Darmuetzbruch bei einem Wallachen. Kluppe blieb 13 Tage liegen; ibd. 1866. 02. Ebenfalls bei einem Wallachen, Kolik. Tod; ibd. 1866. 169. Ö t e f, Taxis unter fortgesetzter Douche mit Kaltwasser und kalten Klystieren; ibd. 1869. 10. Mozer, Taxis durch Kneten bei einem Wallachen. — Stanley, The Vet. 1868. Rep. 1869. 172. Erschlaffende Hitze im Sommer ist Ursache. Er schneidet nur eine kleine Öffnung in den Bruchsack, führt ein Bisturi in den Leistenkanal und durchschneidet die einschnürende Hautfalte. Kastrieren wird dadurch unnötig. — Degive, Ann. de Brux. 1881. 7. Ebenso 1877. Über Leistenbrüche auch bei Ebern und Hündinnen; der Bruchsack enthält bei letzteren oft auch den Uterus, die Milz; derselbe Rep. 1879. 54. Enormer Bruch der Ziege. __ Friedberg er, Münchner Jahresber. 1876/77. 96. Eingeklemmter Darmleisten­bruch. — Shorten, The Vet. 1863. Rep. 1864. 47. Reposition des Darms vom Mastdarm aus bei einem Wallachen, die eiserne Kluppe blieb 16 Tage liegen. — Montens fand den Bruchriug handbreit erweitert. — Siegen, Rep. 1874. 358. Subkutane Methode s. o. — Strecker, Tieriirztl. Mitteil. 1877. S. 119. — Ross, Bad. Mitteil. 1878. 75. Vererbung der Neigung zu Hernien; ibd. 1882. 91. Auf­legen von Werg mit Chloroform, Erschlaffung des Darms, dann Taxis; zehn Fälle geheilt. — Schiller, Rep. 1844. 289. Abdrehen des Samenstrangs bei Fohlen, Bandage, Heilung; ibd. Eberhnrt 1877. Erweit, des Bruchrings und Unterbind. der verschlossen gehl. Scheidenbaut; ibd. Gross 1883. 104. Bei Fohlen nie Ein-klcmmung beobachtet. Selbstheilung; desgl. Gierer u. Niklas, Tieriirztl. Wochen­blatt 1879. 106. — Finkelsteln, Tierarzt 1888. 81. Einschütten von Äther, auffallende Verkleinerung der Darmschiingo, dann Taxis. — K o p e t, Rec. 1888. Hereinnehmen der aufgeschnitt. Scheidenhaut in die Kluppe (Castration h cordons couverts). — Bagge, Journ. de med. vet. 1881. Bruchoperation; ibd. Gourtial 1S79. — No Card. Bruchoperation. Arch. v6t. 1881 j ibd. Sarciron 1881. Nov.
__ Grünwald, Östr. Monatsschr. 1881. Verschiedene Methoden. — Matthieu,
Kochs Revue 1884. 127. Leistenbruch b. Schwein. Enterektomie einer gangränösen Darmschlinge, Reposition, Heilung. — Colson, Annal. de Brux. 1890. Verschiedene Leistenbrüche. — Immelmann, Berl. Tierärztl. Woch. 1892. S. 26. Mannskopf-grosser Bruch bei einem Wallachen. Heilung. — Günther, 1). tierärztl. Woch. 1898. S. 4:laquo;. Zm- Behandl. der Hernien. — Hobday, The Vet. 67. Bd. S. 337. Operation bei einer Hündin. — Püschl, Veterinarius No. 12 (Ungarisch). Heilung durch Abnähen der Brurhpforte an die Schcnkelmuskulatur. Heilung. — Souli6, Operation bei Ferkeln, l'rogivs vet. 1895. — Ma seh, Berl. t. Woch. 1896 S. 297. Hängenlassen vor der Kastration giebt Ursache zu Netz- und Hodensackbrüchen. — Imminger, Woch. f. Thlkde. 1896. S. 861. Leistenbrüche hei Ferkeln. — Die Lehrbücher der Chirurgie. — Bayer, Operationslehre 1896. —
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Operation deraquo; Schenkel- und Mittelfleischbruches.
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XXVIII. Operation des Schenkel- und Mittelfleisch­bruches.
I. Der Schenkelbruch.
Der Schenkelbruch (Hernia cruralis) entsteht, wenn das Pou-parfsche Band zerreisst und eine Darmseidinge oder das Netz aus dem Kruralring (Fig. 290a) hervorbrechen kann und so unter die Sclienkelbinde (Fascia lata, Fortsetzung der Aponeurose des Obliquus externus) zu liegen kommt, der Schenkelbruch ist somit auch eine Art
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Bauchbruch, der jedoch nicht bloss von der Haut, sondern auch von der Aponeurose des Hinterschenkels bedeckt ist. Der Darm liegt jetzt an einer Stelle in dem dreieckigen Schenkelring, wo sonst nur Lymphgefftsse liegen und Blutgefässe aus- und eintreten (Arteria und Vena cruralis). Das Bauchfell ist mit in den Schenkelkanal herein­getreten, die Hernie ist von diesem umschlossen und besitzt somit einen wirklichen Bruchsack.
Kruralbrüche sind bei unsern Haustieren äussert selten, so dass man deren Vorkommen lange geleugnet hat, beim Menschen dagegen häufiger, weil der Schenkelkanal eine senkrechte Richtung hat, ein Darm daher bei starker Pressung leicht seiner Schwere nach abwärts
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Operation des Schenkel* und Mittelfleischbruches.
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gedrängt werden kann. Diese Prftdisposltion fällt bei den Tieren wegen der horizontalen Lage dieses Gefasskanales weg, und sind deswegen in der tierärztlichen Litteratur nur wenig Brüche dieser Art ver­zeichnet und zwar bis jetzt nur beim Pferd, dem Esel und dem Hunde, hei letzterem häutiger, als bei ersterem und mehr wie es scheint bei weiblichen Tieren, als bei männlichen.
Bei neugeborenen Tieren scheint das Durchpressen der Eingeweide in den Kninilring um ehesten #9632;wahrend sclnverer Gehurten, hei denen das Hinterteil des Fötus fest im Becken stecken hleiht, vorzukommen, bei älteren Tieren sollen dagegen Anstrengung Im Zug, Ausglitschen, Fehltritte, Auseinanderspreizen der Hinterbeine u. dergl. Teranlassung zum Schenkelbruch geben. Hie und da wird auch das Bauchfell zerrissen, meist ist es aber als geschlossener Sack anzutreffen, der sich zwischen dorn Poupart'schen Bande und dem dünnen Einwärtszieher des Schenkels (innerer Darmschenkelheinmuskel, M. sartorius) befindet, jedoch nur wenig in die Augen fällt.
Diagnose. Die weiche Geschwulst ist ihrer Kleinheit und Tief­lage wegen nicht immer leicht zu erkennen, das eigentümliche Gehen macht zunächst aufmerksam und fordert zu einer Untersuchung der Leiste heraus. Die Geschwulst tritt liier hoch oben am Scham­bein und an der inneren Fläche des Oberschenkels, also dicht am Decken und hinter dem Bauchring hervor, ist flach, teigig, und kaum schmerzhaft; sie verschwindet, wenn das Tier auf den Rücken gelegt wird von selbst und schon im Stehen lässt sich die Geschwulst gegen den Bauch hinaufsdiieben.
Der Bruch geniert das Tier heim Gehen, denn der betreffende Ilinterfuss folgt schwieriger und man bemerkt gespannten Gang oder Lahmheit, es kommt jedoch viel auf die Grosse des Brucbinhaltes an. Dieser kann, wie bei allen Brüchen ebenfalls eingeklemmt worden und dann treten alle Erscheinungen einer Ver­stopfung, Kolik, Darmentzündung oder des Brandes auf. Bei der Untersuchung der Bauchhöhle durch das Rectum kann man sich von dem Vorhandensein einer Schenkelhernie dann überzeugen, wenn eine Darmschlinge in der Öffnung an dem vorderen Baude vom Qtierast des Schambeins, wo sie hinaustreten kann, durch­gefühlt wird und man sie bin- und herziehen kann. An dem äusseren Bande des Schenkclrings fühlt man ausserdem die Obcrscbenkelarterio pulsieren.
Operation des Schenkelbruchs. Die chirurgische Behand­lung unterscheidet sich aus begreiflichen Gründen wenig von der anderer Brüche, es kommen daher die meisten der dort besprochenen Mittel (siehe Nabelbruch) auch hier zur Anwendung.
Lafosse (1772) gieht die Operation folgendennassen an. Man soll, wenn das Tier auf den Hucken gelegt ist, den Bruch durch Drücken mit der Hand zurückbringen, sodann die Haut einschneiden und das Poupart'sche Hand mit dem inneren Darmschenkelheinmuskel
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Der Mittelfleisohbruob.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 405
in iiluilicliei' Weise (antiseptlscb) zusammenheften, wie bei Bauch­wunden; zuletzt wird der leere Bruchsack mit einer Kantharidensalbe
eingerieben. Ein Verband mit Peloten liisst sicli schwer anbringen.
Wenn die Hefte nach etwa 14 Tagen herausgefallen sind, wird das Tier erst leicht bewegt und noch einige Zeit vor Anstrengung bewahrt. Die Operation ist von Lafosse wiederholt gemacht worden. jedoch nicht immer mit günstigem Ergebnis, ebenso von Girard tils und Seon. wie denn diese Bruchform in Frankreich öfter vorzukommen scheint, als bei uns. Sevrier bemerkt ausdrücklich, Schenkelbrüche seien häutig bei Pferden und Eselstuten und Dandrieu hat selbst die Harnblase einer Kuh in dem Schenkelring gefunden, wohin sie während einer schweren Geburt gedrängt worden ist. Aufbinden des operierten Tieres ist notwendig. Günther hat 1898 gleichfalls einen Schenkelbruch operiert. Er vernähte bei hochgehaltenem Hinterteil die Bauchwand nach aussen (gegen die Hüfte) an der vorderen Eläche des Hinterschenkels. Letzterer wird während der sehr mühsamen Operation nach rückwärts gestreckt und erst nach dem Durchziehen der Hefte in die senkrechte Lage gebracht, worauf die Nälite ge­schlossen werden. Der dortigen Hlutgefässe wegen darf das Gewebe mit der Nadel nicht zu tief gefasst werden. Lafond will den Bruch mittelst einer Kluppe geheilt haben.
Litteratur. Lafosse, Cours d'hippiatrique. 1752. 246. — Girard fils, Arch, göner. de iiiöd. III. (iT. Memoiro sur les aponcuroses iibdominaux mit Be-raei-kungcn in Compt. rend. Alfort 182^. 20 und 182H. 14. — Lafond, Schenkel­bruch bei einer Eselstute, geheilt durch Kluppen. Lyon. Compt. rend. 1823. 41. — Seen, Memoires de la Soc. vet. dp Calvados II. 1834. Heilung eines Schenkel­bruches hei der Stute. — Sevrier, Uec. 185raquo;. 971. Schenkelbrüche sind häufig und können durch Druck (ohne Operation) geheilt werden. — Dandrieu, Rec. 1827. 549. Ilernie oder Vorfall der Harnblase in den Schenkelring bei einer Kuh infolge grosser Geburtsanstrengung. Vorfall des Uterus. Tod. — Tidholm, Tidsskr. for Vet, I87(i. Einklemmung eines Schenkelbruchs beim Fohlen, Operation, Ablösung des mit dem Bauchfell verwachsenen Darms, Taxis. Tod. — Oünthor, Deutsche tieriirztl. Wooh, 189;j. S. 433.
II. Der Mittelfleischbruch.
Der Mittelfleischbruch, Hernia perinealis (Dammbruch), kommt im Ganzen nicht häutig vor, am ehesten bei Kühen und männlichen Hunden, selten bei Mutterschafen und Hündinnen, sehr selten beim Schwein. Der Bruch bestellt darin, dass infolge starken Fressens auf die hintere Wand des Beckens besonders bei Geburten Eingeweide (Darm, Net/,, Uterushorn oder Blase) samt dem Bauch-
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Operation des Schenkel- und Mittelfleischbruches.
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feil aus der Beckenhölile heraus bis in das lockere Zellgewebe unter die Haut des Mittelflelsches (am After und der Scham) hervorgedrängt werden und hier nur von der allgemeinen Decke über­zogen sind.
Diagnose. Bei männlichen Tieren geschieht die Ausstülpung der Excavatio recto-vesicalis zwischen dem Mastdarm und dem vordem Teile der Harnblase, bei weiblichen Tieren /wischen Eectum und Fruchthälter oder zwischen letzterem und der Harnblase. Bei Rüden sitzt der Bruch neben und oben am After an der Seite der Schwanz­wurzel, er kann somit Beschwerden bei der Defalcation hervorrufen. Die weiche Geschwulst ist beweglich und verschwindet, wenn man das Tier bei den Hinterbeinen in die Höhe hebt, worauf der Bruchring fühlbar wird, in dem gewöhnlich ein Stück Dünndarm, Mastdarm oder Blase eingetreten ist. Einklemmungen geben sich durch vermehrte Wärme, Schmerz und Ödembildung im Perinäum zu erkennen und ver­schlimmern die Prognose in hohem Grade, namentlich durch Eetro-version der Blase und Bauchfellentzündung. Bei Hündinnen wie auch bei Kühen sitzt die oft kopfgrosse Geschwulst unmittelbar unter der Vulva, deren unterer Teil in der Kegel mit vorgedrängt wird, bei Schafen rechts oder links neben der Scham. Anlötungen des Bruchinhaltes verraten sich dadurch, dass beim Hochstellen der Tiere mit dem Hinterteil die Geschwnlststelle einsinkt.
Behandlung ist nicht notwendig, wenn der Bruch die Entlee­rung von Kot und Harn nicht beeinträchtigt, allerdings aber kann er gelegentlich eingeklemmt werden. Soll eine Heilung versucht werden, so geschieht diese ohne Schwierigkeiten, am einfachsten durch Unter­binden oder Abnähen des Bruchsackes mittelst der Knopf- oder Schusternaht (s. Nabelbrüche). Die Geschwulst ist leicht zugänglich und gut reponibel. Bei Einklemmungen oder Verwachsungei) ist der Bruchsack zu spalten, worauf die Hautränder, nachdem der Inhalt in die Bauchhöhle geschoben, bezw. die Blase oder der Darm vom Bruchbeutel lospräpariert wurden, vernäht werden. Das Anlegen von Binden mit Peloten ist unpraktisch. Siedamgrotzky behandelte einen Bruch beim Hunde, wobei die Harnblase zufällig angeschnitten wurde. Die operierten Tiere müssen nachher mit der Hinterhand höher gestellt werden.
Litteratur. Stock flat li, Chinugie II. 4615. Der Mittelfleischbruch. — Kenkert, Ztschr. f. Tlilkde. XIII. I. Operation von der Flanke aus, Reposition bei der Hündin. Ebenso Meyer, 0. u. II. 1851. 96, beim Schwein, Tod. — Siedamgrotzky, Sachs. Jahresber. 1877. S. 63. Spaltung des Bruclisuckes
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üperationeu am Euter.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 107
beim Hund, Verletzung der Harnblase, Tod: ibd. Festnähen eines Wergbausches in die Ilautfalten, Druck auf die Brucbpforte, Heilung durch adhäsive Entzündung b. Hund. — Hoffmann, Cbir. S. 172. Anlegen von lJcrlnähten in die Haut einer apfelgrossen „Inguinalheruiequot; neben dem After eines Hundes.
XXIX. Operationen am Euter.
An der Milchdrüse können besonders bei Kühen, seltener Ziegen verschiedene krankhafte Zustände Anlass zu operativen Eingriffen geben, so vor allem die Euterentzündung mit ihren Folgen, Kanalisations­störungen der Zitzen, Auswüchse in den Milcligängen, Milchsteine, Tu­moren in der Drüsensubstanz u. s. w. Nicht immer sind genannte Normwidrigkeiten zu beseitigen, es bleibt daher zuweilen nur die Am­putation der Mamma übrig.
Verwachsung des Zitzengangs. Nur selten ist sie eine angeborene, häutiger die Folge einer vorhergegangenen Entzündung, wobei es zu teilweisem oder gänzlichem Verschlüsse eines Milchkanals kommt. Die kongenitale Veranlassung beschränkt sich fast stets auf die Mündung und genügt es dabei meist, in die hier befindliche Delle mit Hilfe einer scharf zugespitzten Stricknadel einen Durch­stich zu machen, um dann die verschliessende Membran kreisförmig auszuschneiden. Zum Öffnen und Regulieren giebt es auch besondere Messer.
Verwachsungen innerhalb des Milchganges können sich verschieden weit nach aufwärts erstrecken und sind nach Jensen, der über 2000 Fälle pathologisch-anatomisch registriert hat, am häu­figsten der Ausgang von Euterentzündung, Exsudatanhäufung und der­gleichen Vorgänge, durch welche es allmählich zu Bildung von Scheide­wänden, (luerstehenden oder senkrechten Strängen, kreisförmigen Falten in den Strichen, seltener in der Milchzysterne kommt.
Die Abhilfe besteht darin, dass man mit einer Stricknadel oder feinem Trokart in die straff angezogene Zitze vorsichtig eingeht und das Instrument soweit nach oben vorstösst, bis Milch nachfliesst. Auch die Spule einer Ilaben- oder Taubenfeder lässt sich benutzen (Eyeliner), wenn sie quer abgeschnitten wird, um das verschliessende Gewebe ab-zustossen (Zitzenräumer). Der Strichkanal kann in dieser Weise-häufig unschwer frei gemacht werden, wenn nicht, wendet man mit Vorteil den Zitzenerweiterer von Guilbert an, welcher oben eine stumpfe Sonde darstellt, welche, in den Kanal hinaufgeschoben.
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Operationen am Kuter.
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beim Zurückziehen zwei schneidende Flügel hervortreten liisst. Auch der Perforator von Fraim ist /.inn Beseitigen besonders von quer-stehenden Membranen brauchbar und besitzt zugleich eine Vorrichtung zur Kanalerweiterung. In Ermangelung eines geeigneten Instrumentes liisst sich auch dadurch Hilfe schaffen, dass man die Zitze unterhalb oder oberhalb der Verwachsungsstelle seitlich einschneidet, um den Gang zu eröffnen und das Hindernis mit dem Messer zu beseitigen, worauf alsbald die Wunde mittelst Knopfnaht von der Schleimhaut aus geschlossen wird. Alles muss streng antiseptisch geschehen, die Zitzenkanäle sind für Infektion sehr zugänglich.
In dieser Weise können auch Aliichsteine und andere Konkre­mente. Excrescenzen, polypöse Wucherungen u. dgi. entfernt werden, auf welche man direkt einschneidet und sie dann aus der Wunde hervorzieht. Hering hat so einen zu weit nach oben vor­gedrungenen Federkiel, Merkt eine steckengebliebene Gummiröhre ausgeschnitten.
Scheidewände in den Zitzen lassen sich häufig schon durch blosses Zerdrücken beseitigen, indem man den Strich mit der rechten Hand dicht unter dem Euter mit zwei Fingern kräftig presst und da­durch die Scheidewand sprengt, wenn sie nicht fibröser Natur ist.
Leicht folgt der Operation eine Verklebung des Kanals nach und muss für Offenhalten der Zitze Sorge getragen werden. Iliezu eignen sich die käuflichen Bougies oder besser entsprechend dicke Darmsaiten einer Bassgeige, welche zuvor mit einem antiseptischen Sälbchen, z. B, Salicylvaselin, bestrichen werden und durch Aufquellen im Kanal sich leicht in der gewünschten Lage erhalten, jedoch nur mit Sicherheit dann ein neues Verkleben verhindern, wenn sie in den nächsten Tagen durch stärkere Saiten ersetzt werden und lange genug, bezw. bis zum Verwachsen liegen bleiben. Man entfernt sie beim Melken, das vorsichtig zu geschehen hat oder unterlässt man dieses, wenn eine Wunde gemacht werden musste, ganz und legt ein Melk-röhrchen ein.
Andere Verengerungen des Milchkanales lassen sich dadurch beseitigen, dass man sie an dem betreffenden Orte aufspaltet und die Heilung in der obgenannten Weise anstrebt, sie tritt nach einiger Zeit von selbst ein, jedenfalls muss die Schleimhaut weit genug durchschnitten werden. Zu diesem Beluife lässt sich auch ein schmales gerades Tenotom verwenden oder ein entsprechendes Fistelmesser, eine sog. Milchnadel, bezw. das verdeckte Zitzenmesser Fig. 291 nach Mas eh. Hasselbe wird wie ein Katheter eingeführt
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Die Melkröhrohen,
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und tritt durch Verschieben eines oberhalb des Griffes beflndlicben Knopfes eine beim Einfuhren verdeckte Klinge aus einem Schlitze des oberen Endes hervor, welche während des llerausziehens aus dem Strich die beabsichtigte Erweiterung des Stricbkanales bewirkt. Das Instrument ist sehr brauchbar und lässt sieb, weil zerlegbar, auch gut desinfizieren. Dieses Spalten kann auch bei Fisteln notwendig werden und vollzieht sich am leichtesten bei gefülltem Euter. Da nachher
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Fig. 291. Verdecktes
Zit/.eiunesscr.
Fig. 892,
Fig. 298.
die Milch nicht in senkrechter, sondern schiefer Richtung ausfliesst, muss das Spalten der vorderen Zitzen nach hinten und der binteren Zitzen nach vorne geschehen, wenn die Milch regel­recht in das Mellcgeschirr ablaufen soll (Ba ng).
Die Melkröhrohen oder Milch­katheter sind verschieden konstruiert und teils von liein. Hartgummi, teils von Metall (Neusilber, Aluminium). Eine der iiltesten Melkröhren stammt von
Fürstenberg (Fig. 292), ist von Britanniametall und 2—3 mm weit. Das Instrument ist amunteren Ende mit zwei Ohsen versehen zum Be­festigen um den Leib (die Röhren gehen leicht verloren) und besitzt am oberen stumpfen Ende zwei seitliche Ollimngen zum Einfliesscn der Milch; eine Sonde ist beigegeben, falls sich die Fenster verstopfen. Zum gewöhnlichen Abtliessenlassen der Milch giebt es auch kleinere Ka­theter und solche mit Schildpliittchen (Fig. 293). Das Mellcröhrchen
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J
4 If)nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Operationen um Euter.
von Kaiser hat die Länge des Fttrstenberg'schen, 1st aber dünner und besitzt drei seitlicbe Ottmingeu. am unteren Ende eine oliven-förmige Verdlokung, welche ein zu weites Vorschieben verhindert. Manche Böhrcben sind auch fehlerhaft konstruiert, namentlich zu laug und reichen bis zur oberen Zysterneiiwand, wie denn mit ihnen viel­fach geschadet werden kann, da sie dem Wartpersonal überlassen werden müssen und nicht immer im desinfizierten Zustande zur An­wendung kommen.
Handelt es sich vornehmlich um Ablassen der Milch, kann Jedes elastische Drainrohr benutzt werden, so auch wenn eine Zitze infolge entzündlicher Anschwellung aufgesprungen ist. Nicht immer lassen sich die Tiere die Manipulation des Einfahrens gefallen, man hat daher oft mit Schwierigkeiten zu kämpfen und kommt es trotz zweckentsprechender sorgfältiger Behandlung zuweilen zum Verluste einer Zitze, unter Umständen kann diese auch, namentlich wenn ulceröse Prozesse schon Zerstörungen angerichtet haben, kurzweg ab­geschnitten werden (Stockfleth). Die Blutung ist wenig erheblich und erfolgt bei antiseptischer Behandlung die Heilung rasch. Melk­apparate sind bei Euterkrankheiten im Ganzen nicht empfehlenswert, der amerikanische (4 Melkröhrchen mit angestülpten Gummischläuchen in einem Konvolute) oder der Milchtrokart (Rusenberg) mit stumpfem Stilet können nötigenfalls versucht werden.
Milchflsteln. Ist es irgendwo an der Drüse zu einer Eiterung mit Durchbruch nach aussen gekommen, ist vor Allem durch Aetz-mittel oder den scharfen Löffel für Herstellung einer neuen Granu­lation zu sorgen, worauf alsbald eine schnelle Vereinigung angestrebt werden muss (Eutertistel). Zu diesem Zwecke legt man die umschlungene Naht, an. über welche reichlich Jodoformkollodium, Glutol u. dgl. auf­getragen wird oder versorgt man die Öffnung mit Knopfhähten, Ob­wohl am Euter gewöhnlich keine besondere Heiltendenz besteht, ge­lingt die Vernarbung gut. wenn nur das Tier solange trocken gestellt wird. Mehr Schwierigkeiten bieten die Zitzenfisteln und gelingt die Heilung meist nur, wenn man die kailöse Fläche mit dem Messer abträgt und alsbald vernäht.
Resektion und Amputation der Mamma. Die Entfernung einer oder mehrerer Drüsengruppen bezw. des ganzen Euters wird notwendig, wenn grössere Neubildungen oder Degenerationen vorliegen, Vereiterung und Brand eingetreten ist. Bei Milchkühen sind es ins­besondere die Ausgänge der infektiösen Mastitis, bei Schafen Euter­gangrän, bei Hunden Carcinome, welche die Operation erheischen. Zu-
m—m
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iiebektiou und Amputatiou der Maiiiniu.
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weilen giebt den Aulass auch Tuberkulose und Aktinomykose oder Botryomykose.
Die Exstlrpation geschieht stets jenseits der Grenze des kranken (Jewebes und wird die Haut nur dann mit entfernt, wenn sie gleich­falls in den Prozess hereingezogen wurde, lieim Pferde sind die beiden Drüsenhälften durch Zellgewebe deutlich von einander getrennt, ebenso die 5 Drüsenhaufen auf jeder Seite bei der Hündin, während die Katze nur 4 besitzt. Bei der Kuh verhält es sich anders, weil die zwei Euter viertel jeder Seite nicht getrennt, sondern innig mit
Fig. 295.
Euter, a gellie liauchhaut; b Drüsensubstanz; cc Aufhängeband; d geöffneter
Milclibeliillter; e Zitze (Stute).
einander verwachsen sind, immer aber ist die Milchdrüse nach], oben mit der gelben Bauchhaut (Fig. 295 a) durch reichliches Bindegewebe verbunden, die Amputation beginnt oder schliesst daher an der Aponeu-rose des geraden Bauchmuskels und müssen zugleich die Aufhänge-bänder cc durchschnitten werden, welche als Doppelplatte das Septum beider Euterhälften bilden. Hei Stuten befindet sich ausserdem eine gelbe elastische Membran auch an der äussern Fläche des Euters unmittelbar unter der allgemeinen Decke, sie wird aber nach abwärts immer schwächer. Die Arterien sind verhältnismässig kleinkalibrig, desto mehr kommen jedoch grössere Venen unter das Messer, man operiert daher möglichst stumpf und unterbindet schon, ehe die Ge-
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Operationen am Kntor.
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fasse (lurcliscliuitteii werden. Bei sorgfältiger Antisepse gelingt die Heilung auf dem ersten Wege gut.
Am zwcckmiissigsten operiert man in der Rückenlage des Tiers, ob Narkose notwendig, entscheidet der einzelne Fall. Nach erfolgtem Rasieren der Haut, welches nicht zu umgehen ist, wird die Kaut in der notwendigen Länge durchgeschnitten und von der Drüse abprä­pariert. Mittelst Halfen oder einer durchgezogenen Schnur lässt man den betr. Euterteil in die Höhe heben und schneidet ihn in dem sparsamen Bindegewebe der noch gesunden Lobuli und in jenem der gelben Ihiuchhaut aus, so weit es notwendig ist. Den Schluss bildet das Regulieren der Hautränder mit der Scheere und Anlegen der Nähte, nachdem jede Blutung gestillt und eine sorgfältige Reinigung und Des­infektion der Wundfläche erfolgt ist. Meist bleibt nach dem Nähen viel Haut übrig, die sich aber allmälig stark retrahiert, es darf daher kein grösserer Hautverlust gemacht werden, wo die Haut jedoch an­gewachsen ist, kann sie mit entfernt werden. Behufs Abflusses der Sekrete näht man an der untersten Stelle ein Drainrohr oder Jodo­formgazestück ein und bepudert mit Glutol, ehe eine breite Binde iini den Leib befestigt wird, unter welche Wattebauschen zu liegen kommen, die durch gelinden Druck Wund- und Hauttläche aneinander zu halten haben.
Litteratur. Vacs, Atresie der Zitzen bei der Kuli. Operation, llep. 1845. 74. #9632;— Meyer, G. u. H, 1851, 162. Operation einer verengerten Zitze. — D u-planne in Brogniez' Chir. S. 232. Erweiterung der Zitze und Entfernung eines Milchsterns. — Bär loch, Schweiz. Arch. 1845. 12. Exstirpation eines Tumors im Milchkanal. — Hertwig, Chirurgie. — Stock fleth, Chir. II. 097 ff. — Feser, Kochs Encykl. VI. 879. Melkrohrchon. — Dillon, Rec. 1835. 406. Ex­stirpation eines fistulösen Kuheuters. Heilung. — Seinpas tour, Rec. 1860. 202. Resektion eines fünf Pfund schweren krebsigen Euters der Stute; ehenso G. u. H. 1853. 443. —• Lemoigne, llep. 1857. 266. Exstirpation des Euters hei einer Stute.
—nbsp; Garrelli, Giorn. dl vet. IX. 476. Amputation eines brandigen Euters bei der Stute, Unterbindung der Arterien, Verband mit Werg, Heilung sehr rasch. — Fürstenherg, Die Milchdrüsen. Leipzig 1868. — Bang, in Stockflcths Chirurgie.
—nbsp; Dooler, Qurlt und Hertwig Bd. 19, S. 443. — Strebol, Rep. 1869. 133. 866. Empfehlung von Lüthys Zitzenräumer; ebenso von Guilberts Zitzenerweiterer, Rec. 1887. No. 8, Kochs Revue 1888. 812; derselbe Schweiz. Archiv 1888. — Hansen, Tidsskr, for Vet. 1876. Das Liegenlassen von Bougies von einer Melke­zeit zur andern schadet nicht. — Oreste, Clinica vet. 1883. Die Folgen der Euter-entziinduiig; ebenso Xocard et Mollerau, Arch. vet. 1884. No. 15; Nocard, Arch. vet. 1880. VH. Operation; Rec. 1887, No. 10. Erfolglose Behandlung der brandigen Eiiterentzündung hei Schafen. — Noquet, Rec. 1851. Der Verlust von drei Eutervierteln, selbst des ganzen Euters wurde gut ertragen. — W c i 11 e, Revue vöt. 1878. Geschwulst am Euter, 6 cm langer Einschnitt in dieselbe, Ent-
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Operationen an den mäimlichen Geschlechtsteilen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;|13
fernung von 22 MiloliBteiueu, Vernähen der Wunde, Heilung. — Anackci-, Tier­arzt 1880. 116. Heilung einer traumatischon Mastitis. — Merkt, Ad. quot;Woch. 1881. 393. Amputation einer Zit/e hoch ohen und Entfernung einer stecken gebliebenen Kautschukröhre. Die Milch floss nur ah, wenn die Nebcnzitzo gemolken wurde. — Siedamgrotzky, Amputation einer Euterhälfte. Sachs. 15er. 1884. — üuilbert, Recueil 1887. S. 170. Erweiterung der Zitzen. — Deupser, lierl. t. Wocll. 1891. S. 107. Ablösung eines gangränösen Euters. — Eröhner, Monatsh. f. pr. Thlkde. Band VII. S. Bö. Uotryomykose des Euters beim Pferd; ebenso liayer, Chirurgie und Operationslehre. — llakansson, Tidskr. f. Vet.-Med. XIV. Manunabotryomy-kose b. Pferd, Exstirpatlon lies ganzen Euters. Heilung. — Jenssen, D. tierärztl. Wocll. 18116. Verstopfung der Zitzen. — Die Lehrbücher der Chirurgie.
IV. Operationen an den männlichen Geschlechtsteilen und Harnorganen.
Au den männlichen Geschlechtsteilen kommen bei den Tieren häufig operative Kingriffe vor und beziehen sieh dieselben
L. auf die männliche Kute (Amputation derselben). Die Behand­lung der Phimose und Paraphimose ist Sache der Chirurgie;
2.nbsp; nbsp;auf die Harnröhre und Harnblase (Anwendung des Ka­theters. Harnblasenstich. Harnröhrenschnitt, Blasensteinschnitt. Amputation der Harnblase);
3.nbsp; nbsp;auf die Hoden (Kastration der verschiedenen männlichen und weiblichen Haustiere, eiiischliesslieh des Cefliigels).
Die Operationen an den weiblichen Geschlechtsteilen sind insgesamt Gegenstand der Besprechung in der tierärztlichen Geburtshilfe.
XXX. Amputation der Rute.
Die chirurgische Entfernung eines Teiles der männlichen Rute ist zwar keine häufig vorkommende tierärztliche Operation, ist aber nicht zu umgehen bei tieferen Verletzungen derselben. Zerreissungon des Schwellkörpers, Penisknickungen, ulcerösen Zerstörungen, gut-oder bösartigen Neubildungen, Sklerosierung, wenn Brand eingetreten, ein Vorfall, eine Lähmung sich ausgebildet hat und andere Hilfe nicht möglich ist. Aus diesen Gründen wurde schon bei allen Haustieren die Amputation vorgenommen, am häutigsten hei Pferden, zuweilen aber auch bei Rindern und Hunden, namentlich wenn Geschwülste die Anwendung des Messers notwendig machen.
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Amputation der Hute.
Geschichtliches. Amputationen s'efässreicher Organe sind im Altertume nicht vorgenommen worden, man fürchtete sich vor Blutungen und konnte ihrer häufig auch nicht Herr werden. In späterer Zeit hehalf man sich mit Ätzmitteln, von einer Entfernung der Hute mittelst des Messers oder anderer Instrumente hei Tieren war erst die Rede im vorigen Jahrhundert, wo Iluzard (1777), dann Chahert (1779) und Schradcr (1792) wie es scheint erstmals über dieselbe schrieben. In der tierärztlichen Litteratur dieses Jahrhunderts liegen viele Angaben über die Amputation der Rute vor und wurde dieselbe nach den verschiedensten Methoden ausgeführt, hauptsächlich aber durch Unterbinden, Abbrennen und Ab­schneiden. Delafond und Moiron haben (1829) die Operation durch Abschabe n mit einem Rasiermesser vorgenommen, die Tierarzneischule in Dorpat durch G a 1 v a n o k au s t ik (1856). Später wurde dann auch der E er a sour Chassaignacs hiezu verwendet und zuletzt die K a u t s c h u k s chn u r. Besondere Schwierigkeiten kann ausser der Blutung auch die Harnröhre bieten und wurden ZU ihrer Otl'enhaltung vornehmlich Röhren von Holz oder Metall, Hartgummi u. s. w. verwendet, die aber nicht immer dem Zwecke entsprechen. Jetzt wird vorgezogen, die Harnröhre zu spalten und die beiden Lappen rechts und links an die Haut zu vernähen. Favre war der erste (1815), welcher diese Verbesserung getroffen hat, S i e d a m gr o t zky n. A. bildeten die Methode weiter aus.
Von der Amputation wird in der Regel nur der vordere Teil der Rute betroffen, der im Schlauch sich befindet. Der operative Ein­griff ist nicht unbedeutend, namentlich auch ein schmerzhafter und ist die Hauptsorge weniger auf die Art und Weise der Ablation des kranken Abschnittes gerichtet, welche stets in dem noch intakten Ge­webe zu geschehen hat, als vielmehr auf die Blutung aus den starken Gefässen. sowie auf die nachher zu fürchtende Narbenretraktion. welche den Abfluss des Harnes behindern kann.
Anatomisches. Die Struktur der Rute ist bei den verschiedenen Haustieren zwar im wesentlichen die gleiche, allein in der Entwicklung der einzelnen Gewebe abweichend.
Beim Pferde bildet die Hauptmasse des Penis der kavernöse Körper (Fig. 296 n), der nach ausson von einer sehr starken fibrösen Schichte, der Albuginca cquot; und nach innen von der eigenen Haut n' umgehen ist: die Zwischenräume sind durch Gefässe ausgefüllt, daher äusserst blutreich. Nicht in der Mitte, sondern mehr gegen unten ist die Harnröhre gelegen lt;//#9632;, ringsum ebenfalls von einem corpus cavernosum h h umgeben, welches den H a r n r ö h r e n-m u s k e 1 d zu drei Vierteilen umschliesst. Den untersten Teil nehmen die Faser-bündol der Afterrutenmuskeln e ein, welche unmittelbar unter der Haut in der Mittellinie liegen. Auf der ohern Wölbung der Rute liegen dieDoraal-gefässe, zwei Arterien und die Venen, welche sehr weit sind und zahllose Anastomoaen auf die Albuginea und in das Innere abgeben.
Beim Rind ist die Rute sehr lang (70—80 cm), dabei d ü n n und die Eichel glatt zugespitzt, beim Ochsen aber stumpf und hakenartig zurückgebogen. Die Sehwellkörper sind sehr klein, finden sich nur in der Peripherie und besitzen sehr viel fibröses Balkenwerk, weshalb sich auch die Rute hart anfühlt. Die Harnröhre ist weit enger als beim Pferd, nur spaltförmig und ganz an der untern Fläche
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Anatoinisclies.
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gelegen: aucli sie macht die S formige liicgung der Hute mit, welche sich dicht hinter dem Hodensacke befindet Das Zentrum des Penis ist sehnig und befindet sich in demselben die zentrale Arterie des Schwellliörpers. Ähnlich verhält es sich bei Schafen und Ziegen, nur ist mehr ülut und Schwcllkörper vorhanden, ebenso beim Schwein; das vordere Ende ist korkzieherartig gewunden, daher keine scharf abgegrenzte Eichel vorhanden. Auch hier ist eine zentrale Arterie, die Hauptgefässe liegen aber ebenfalls auf dein Rucken des Penis.
Beim Hund besitzt das männliche Glied in seinem vorderen Teile einen Knochen, in dessen Rinne die Harnröhre verläuft. Er ist in den Öchwellkörper eingebettet und ragt zu 2/3 in die sehr blutreiche Eichel herein, welche vorne eine konische Anschwellung zeigt.
C' C'quot;
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Piff. 296.
Die Ablösung der Rute kann auf mehrere Arten geschehen, wie sie auch bei anderen Amputationen üblich sind, gewöhnlich wird jedoch das Abschneiden oder Abbinden angewendet, in anderen Füllen indess auch das Glüheisen, seltener der Ecrasenr zu Hilfe ge­nommen. Vom Abquetschen des Rutenkörpers ist man in neuerer Zeit fast ganz abgekommen, hauptsächlich aus dem Grunde, weil die Operationsweise eine mühsame ist und die zahlreichen fibrösen Ele­mente im Penis starken Widerstand leisten, selbst auch wenn die scharfgeziihnelte Kette des Beynal'schen Ecraseurs gebraucht wird. Ausserdem bietet das Verfahren, abgesehen von der bedeutenden Schmerzhaftigkeit wegen der verhältnismässig grossen Gefässe (vor­nehmlich der Dorsalarterien) nicht genügend Sicherheit vor Nach­blutungen und geht auch nur sehr langsam vor sich. Was das Glüh-eisen. das Durchbrennen mit dem messerförmigen Brennkolben betrifft, so übt die starke, ausstrahlende Hitze einen nngünsten Einfluss aus, während die hömostatische Wirkung doch nicht immer sich als aus­reichend erwiesen hat, auch muss die Harnröhre dabei besonders be­handelt werden. Hienach bleibt nur mehr das Abschneiden oder Ab­binden der Rute übriff.
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Amputation der Rute.
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Abschneiden der Rute führt am raschesten zum Ziele, er­fordert jedoch die besondere Unterbindung der einzelnen (iefässe.
Das Pferd wird niedergelegt und entweder in die Seltenlage ge-bracbt oder auf den Rücken gewälzt, was vorzuziehen ist. Oh eine Narkose sich notwendig erweist, darüber entscheidet der Einzelfall, Zunächst wird der Penis mit der Hand oder einer Bandschleife aus dem Prftputium hervorgezogen, angespannt und von einem Gehilfen sorgfältig abgeseift, mit Sublimatwasser desinfiziert und zuletzt mit verdünntem Alkohol gewaschen. Sehr zweckmässig ist nun, für ein möglichst hlutleeres Operationsfeld zu sorgen, was am besten dadurch geschieht, dass man eine Martin'sche Binde (oder in Ermangelung der-selben einen breiten elastischen Hosenträger) rückwärts von der Ampu­tationsstelle umlegt (Seite 177) und behufs Freilegung der Harnröhre ein entsprechendes Drainrohr einführt: dasselbe muss über die Ope­rationsstelle hinaus geschoben werden. Der Einschnitt in den Ruten­körper erfolgt hinter der kranken Partie, zuerst rings um die Dorsal-tläche und wird dann der Schnitt mit dem Amputationsmesser von oben her herzhaft weiter geführt und zwar bis über den Schwellkörper hinweg. Jedes blutende Gefäss muss sofort gefasst und regelrecht unterbunden werden (Seite 178), An der Harnröhre angekommen, wird diese auf 1—3 cm (je nach der Grosse des Tiers) gegen die Eichel hin los präpariert, auf ein eingeführtes Bougie festgebunden und dann gleichfalls so durchschnitten, dass sie etwas über den Puten-stumpf hervorragt, um in ihrem Lumen nicht beeinträchtigt zu werden. Jetzt erfolgt auch das Abtragen des Bestes.
Um die Ämputationsfläche einer raschen Heilung zuzuführen, wird nach dem unter die Albuginea reichenden Zirkelschnitt so viel Haut durch Zurückpräparieren gelassen, dass nachher die Fläche des Querschnitts entsprechend von ersterer bedeckt werden kann, worauf das Anlegen von Knopfnähten erfolgt. Die Vernarbung geht bei dem üblichen antiseptischen Verfahren rasch vor sich. Die Öffnung der Harnröhre bleibt selbstverständlich frei und wird das nachträgliche Einlegen einer Bohre oder Mctallhülse und Hefestigen derselben mit zwei Nähten (wie es früher üblich war) nur dann erforderlich, falls durch reichliches Granulieren eine Harnröhrenverengerung zu befürchten stände, was indes nur ausnahmsweise vorkommt (s. unten beim Ab­binden). Selbstverständlich ist, dass die Vorhaut gründlich gereinigt und desinfiziert wird, ehe man den Stumpf in sie zurückgleiten lässt. Die Nachbehandlung geschieht nach allgemeinen chirurgischen Pegeln.
Beim Binde und den übrigen Wiederkäuern verfährt man in
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#9632;#9632;
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Abbinden der Rute.
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derselben Weise, der weniger starken Gefässe wegen ist von Blutungen auch weniger zu fürchten. Die dünnen Scliwellkörper finden sicii nur an der Peripherie, das Zentrum wird von dichtem sehnigem Gewebe gebildet, in welchem die Arteria profunda und weiter unten die kleine A. urethralis gelegen sind. Im Übrigen sind die abführenden Venen kaum weniger entwickelt als beim Pferde.
Bei Hunden muss die Amputation des Rutenknochens wegen einigermassen modifiziert werden, d. h. dieser wird, wenn die Abtragung nicht Unter ihm geschieht, nach erfolgtem Kreisschnitt abgezwickt, am besten mit der neben gezeichneten Knochen­schere von Listen (s. S. 120). Die Harnröhre wird gesondert getrennt. Das bedeutendste Gefiiss, dessen man sicli zu versichern hat, ist die Arteria bulbosa, die sich ziemlich in der Mitte befindet. Heilung erfolgt schon nach einer Woche.
Abbinden der Rute. Die Operation bleibt im Ganzen dieselbe, nur geht dem Messer eine Ligatur vorher.
Nach erfolgter Reinigung und Desinfektion, wie oben angegeben wurde, wird an der Operations­stelle beim Pferde der hervorgezogene und in Spannung erhaltene Penis und nachdem oberhalb eine elastische Binde fest umgelegt ist, ringsum durch die starke fibröse Schichte eingeschnitten, um in die dadurch entstandene Kinne eine Ligatur ein­zulegen, welche entweder in einer Kastrierschlinge besteht, wie Cadiot vorgeschlagen hat, oder nimmt man einen Kautschukpfriemen und schnürt fest zu (s. elastische Ligatur Seite 127). Mit der ersteren Schnur wird abgebunden und dann durch­geschnitten. Um nachher den Ämputationsstumpf mit Haut bedecken zu können, wird diese zuvor am Zirkelschnitt auf 1—2 cm von ihrer Unterlage lospräpariert, die Schnur hieher gestreift (also unter die iiussere Membran der Itute) und fest zusammengeschnürt, um sämtliche Gefässe in der Tiefe mög­lichst zu schliessen, der Abtragung des unterbundenen Putenstücks (2—3 cm von der Ligatur entfernt) durch tiefe Schnitte in das Corpus cavernosum stellt dann nichts im Wege.
Die spritzende Rückenarterie der Rute muss besonders berück­sichtigt werden und was die Harnröhre betrifft, empfiehlt es sich,
Hoving'a Operationslehrolaquo; vi. Auf!*nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;07
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Amputation der Rute.
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um eine nachherige Verengerung zu verhüten, nach dem Vorgange von Harrison statt eine Kanüle einzunähen, sie in ihrer Längsrichtung auf o—4 cm aufzuschlitzen, damit die Schleimhaut rechts und links (nicht ohen und unten) auseinander gehalten und durch An­legen von Knopfhähten an die Penlswand in dieser Lage geöffnet erhalten werde. Es hildet sich dann an der urethralen Mündung eine grössere trichterförmige Öffnung, welche den freien Abfluss des Harnes sichert. Hat man zum Abbinden die elastische Ligatur (eine nicht zu dicke Gummischnur) gewählt, bleibt die in stark ausgedehntem Zu­stande mehreremal fest umgelegte und dann geknotete Schlinge so lange liegen, bis die Durchtrennung von selbst erfolgt ist. Ehe der Stumpf in den Schlauch zurückkehrt, wird dieser von einem Gehilfen gründlich ausgeseift und mit Sublimatlösung desinfiziert. Den Schluss der Operation bildet das Annähen der vorstehenden fibrösen Haut, um den Stumpf ringsum die Harnröhre entsprechend zu bedecken.
Bayer hat die Amputation gleichfalls in dieser Weise ausge­führt und die elastische Ligatur vorgezogen, ebenso schneidet er nach­her die Rute nicht ab, sondern will das abgebundene Stück allmälig spontan abfallen lassen, wozu einige Tage Zeit erforderlich ist. Ks erfolgte keine Blutung und bildete sich eine schöne Vernarbung aus. Rubin ski nahm die Schlinge schon nach zwei Tagen ab, ohne damit zu schaden.
Litteratur. La Kotte, G. u. II. 1841. 32, Pliimosis ulcerosa bei den Wiederkäuern. — Hering operierte eine Hautfalte im Schlauche eines Hengstes durch Einschnitte, später durch liesoktion derselben. Zuletzt musste aber der ganze Sehlauch gespalten werden. Heilung, llep. 1845. 8j ibd. 1855. 20. Abfaulen der Rute. — Strebe!, Schweiz. Arch. 1887. 168. Zurückhalten des I'enis durch Kiihte an der Mündung, nachdem immer wieder Prolaps erfolgte. Die Hefte fielen nach sechs Tagen aus, Heilung. — Ilaase, lierl. quot;Wocli. 1890. 2S5. Die Reposition gelang erst nach Ausschneiden eines Stückes Vorhaut. Nachher Katgutnaht und Heilung.
—nbsp; Chabert hat die Amputation schon 177it gemacht, Angaben fehlen. — R a r-thelemy, liec. 1827. 256; 1828. 68. Ein acht Zoll langes Stück des Penis wurde abgeschnitten ohne Ligatur, mit nur wenig Blutung; eine Verengerung der Harnröhre folgte nach; ebenso Chariot (Rec. 1827. 471); die Operation musste wiederholt werden. — Delafond, Brogniez' Chir. III. 406. Abschaben der Rute, Blutung gering, die Blechröhre blieb 18 Tage liegen. — Delaguette, Rec. 1831. i?65. Allgem. Betrachtungen über die Amputation. — Favre, Uec. 1839. 5. 177. Aus­führliche Ahbandlung und Geschichte der Amputation. — 1! alley, The Vet. 1842. Rep. 1843. 81. Amputation wegen Krebs, Durchschneiden und Brennen. Heilung.
—nbsp; Callimore, Vet. Recds. 1847. 23. Amputation beim Stier wegen Abknickens. Durchbrennen, Heilung. — Cartwrigbt, The Yct. 1850. 21. Durchschneiden und Rrennen, Nachbluten von drei Stunden. — Harker operierte in der Nähe des Sitzbeins die Harnröhre. Unterbindung der Arterien und dann Abschneiden. Vet.
mm
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Operationen an der Harnröhre iiml Ulase.
410
Records 1850. — Engelmeyer, Adam's Woob. 18Ö1. 145. Amputation durch Unterbindung, — Kllntmann, Rep. 1865. 34H. Durchbrennen zwischen zwei Liga-tiirru ohne lilecliröhre; die Dorsalartericn bluteten nicht, aber die der Harnröhre. — Sachs. Jahresber. 1861. 2ii. Operation eines Epitheliallirebses am l'enis, sechs l'fund. Helham, The Vet. 1869, Rep. 1809. 344. Unterbinduiifr der krebsigen Rute nach Einlegen eines Katheters. Die Ligatur blieb sieben Tage liegen; Heilung in vier Wochen. — Suykerbuy, Rep. 1870. 149. Unterbindung auf der lilechröbre; die nachfolgende Harnröhrenverengerung geheilt durch Aufschlitzen und Annähen. Alessandrini schnitt den krehsigen Tenis eines Pferdes ohne weiteres ab, musste aber wiederholt brennen; die Heilung gelang ohne Röhre. — Stockfleth, Chir. II. 555. — Pflug, Krankh. des uropoctischen Systems. — Harrison, Vet. .Tourn. 1885. Mehrere Methoden der Amputation. — Lab at, Revue vet. 1883, Unterbindung eines grossen Kankroids am Penis vom Pferd, Einlegen einer hohlen Metallsonde, Alischneiden des Penis 3 cm hinter der Schlinge. Es erfolgte eine febrile Allgoraein-illfektion mit grosser schmerzhafter Anschwellung der Rute und der Kehlgangs-lymphdrüson. Die Hanfschnur hatte erst nach zwölf Tagen durchgeschnitten; Heilung nach vier Wochen. — Siedamgrotzky, Sachs. Jahresber. 1891. S. 22. Amputation und Ubernähen des Penisstumpfos mit der Allmginea. Heilung per primam. — Cadiot, Recueil 1892. Ausführliche lieschreibung seiner Methode (Kastrierschlinge). — Ray er, Operationslehre 1893.
XXXI. Operationen an der Harnröhre und Blase.
Die Operationen an der Harnröhre und Blase zerfallen bei männlichen wie weiblichen Haustieren in die Anwendung des Ka­theters, in den Harnröhrenschnitt, Blasenstich und Blasen-schnitt. Zuweilen, wenn auch sehr selten, wird ausserdem eine Exstirpation der Harnblase notwendig.
I. Anwendung des Katheters.
Unter Katheterisieren versteht man das Einführen einer Röhre (Katheter) in den Ausfllhrungskanal der Blase oder in diese selbst, hauptsächlich um den Abgang des Harns zu ermöglichen oder nach den Ursachen der gestörten Entleerung zu fahnden. Meist handelt es sich dabei um Beseitigen von Harnverhaltungen, wie sie bei allen Haustieren mehr oder weniger vorkommen und ihren Grund ent­weder in einem Krampf des Schliessmuskels, in einer Lähmung der Blase haben oder liegen als Indikation mechanische Hindernisse vor. bestehend in Harnsteinen oder sonstigen Konkretionen. Blutge­rinseln u. s. f. In anderen Fällen sind die Harnwege unwegsam ge­worden durch eingedrungene Fremdkörper, Neubildungen, Druck der
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Operationen an der Harnröhre und Blase.
hypertrophlerten Prostata oder liegen pathologische Verengerungen besonders der Harnröhre vor. All diese Ursachen lassen sich nicht immer leicht anfänden. Hauptsächlich kommen dabei männliche Tiere in Betracht, am häufigsten Rinder.
Geschichtliches. Im Altertum scheint die Harnröhre bei den Tieren nicht zum Gegenstand besonderer Untersuchung gemacht worden zu sein, obwohl schon Hippokrates vielfach von Röbrenlustrumenten spricht; hei ihm bedeutet xaSeTijg jedoch jedes Werkzeug, das in eine Höhle eingeführt wird, sei es um Heilmittel ein­zuführen oder um Flüssigkeiten abzulassen und auch noch im Mittelalter hezeichnete man den Katbeterismus als „Ars mingendi per fistulasquot;. Nachweislich wurde bei Tieren das Harnröhreninstrument erst seit dem vorigen Jahrhundert angewendet, wo Vitet (1771) erstmals das Katheterisieren bei weihlichen Tieren erwähnt; bei männ­lichen wurde von Sonden Gebrauch gemacht, welche jedoch gleichfalls mit dem Be-gritf Katheter zusammenfielen. Taylor versuchte 1774 zuerst eine hohle Blci-sonde, konnte sie aber nur mit Mühe wieder herausbringen, er ersetzte sie daher durch eine massive und auch Chahert (1781)) benützte noch statt einer Röhre eine vorne bewegliche Kette, welche bis zum Sitzbein sich vorschieben Hess. Erst später wurden wirkliche Haruröhreukatheter konstruiert, von denen Sehr eg er (IHOB) sagt, sie müssten von Metall oder hesser von Federharz (Gummi elasticum) sein. Auch Go sau (1808) machte sich ein ähnliches aus spiral aufgerolltem Messingdraht ge­fertigtes Instrument zurecht, um in die Blase gelangen zu können, Swanström später aus Messingdraht, während Schmiederer (1811) einen Knopf aus Zinn an­brachte und Kerstiug eingeölte Darmsaiten gebrauchte, welche vorne ein Sigel. lackknöpfchen trugen. In den dreissigor Jahren erst kamen die heutigen elastischen Katheter zur Verwendung, dieselben haben jedoch in der letzten Zeit von einzelnen Kautschukfabriken weitere Verbesserungen erfahren. Dasselbe gilt von den Kathetern ans Metall (Messing, Neusilber oder Silber, und stammt der älteste für Pferde von Urogniez (1845). Das Einschiehen des elastischen Katheters hat erstmals Dieterichs (1822) beschrieben und bemerkt er dabei, dass in Frankreich auch später noch diese Instrumente nicht bekannt gewesen seien, während die Tierarznei* schule in Berlin sie schon seit 1818 gekannt habe. Ganz dünne Katheter für Hunde hatMayhew (1849) hergestellt, sie sind aber aussei-Gehrauch gekommen, nachdem jetzt die vorzüglichen französischen, englischen, sowie die aus Seidenzeug' mit Lack überzogenen und die verschiedenen Metallkatheter zur Verfügung stehen.
Die verschiedenen Katheter. Die Katheter sind gerade oder vorn leicht aufgebogene liÖhren, welche in Betreff der Länge und Weite der Harnröhre des betreffenden Tieres akkommodiert werden müssen. Man hat metallene (unbiegsame) und elastische Katheter oder sind beide Arten kombiniert. Dieselben sind jetzt überall von den lustrumentenmachern zu beziehen.
Die Metallkatheter (Messing und vernickelt, Zinn, Neusilber, Sillier) sind an dem mehr oder weniger gekrümmten vorderen Ende abgerundet, also geschlossen und in der Nähe rechts und links ge-fenstert, das hintere Ende, welches der Operateur in der Hand hat,
#9632;Mi
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Die verschiedenen Katlieter.
421
ist zum Injizieren arzneiliclier Flüssigkeiten triciiterfürmig erweitert
oder lint zwei kleine seitliche Ringe, beziehungsweise flügelfömige
Fortsätze (Pavillons
Fig. 298). Statt aus
Metall hat man in
neuerer Zeit auch
starre Katheter aus
Hartgummi, welche indes
Tiere dienen.
Diese unbiegsamen i' sowohl als Steinsonden v Ablassen von Urin bei männlichen Tieren, zu welchem Zwecke sie jedoch an dem vorderen Ende eine stärkere Krümmung (Schnabel) be­
itlieter hissen
zum
sitzen müssen. Einen solchen Metallkatheter stellt Fig. 299 dar, der für weibliche und männliche Tiere dienen kann und zum Zu­sammenschrauben eingerichtet ist. Die nur leicht an der Spitze gebogenen Katheter wer­den bei männlichen Tieren hauptsächlich zum Einführen in die Blase vom Perinäum aus {beim Ilarnröhrenschnitt) verwendet. Gerade Metallkatheter stehen jetzt zum Harnentleeren
nicht mehr im Gebrauch, Die Metallkatheter für männliche Pferde haben die Länge von 80 cm, für Stuten 50 cm und sind 11 min stark. Der Metallkatheter von Imminger für Kühe hat vorne eine schnabelartige Krümmung, ist !) mm weit und 30 cm lang.
Für weibliche Tiere lassen sich metal­lene Katheter leicht anwenden. Sie sind von Zinn (Zinnblockkatheter) oder härterem Metali, schwach gekrümmt, vorne geschlossen, oliven-förmig angeschwollen und mit kleinen Öff­
nungen (Augen) versehen. Diese Katheter (80 cm lang und 1 cm dick, am Pavillon offen) werden bei Stuten und Kühen gebraucht. Diesen starren Instrumenten stehen
die elastischen Katheter gegenüber,
Fijr, 299. Fig. 298.
Männlichei- und weiblicher
Metallkatheter für Pferde
und Kühe.
von denen man mehrere
Arten besitzt. Die für männliche Pferde bestimmten, welche aus einem
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Operationen an der Harnröhre und blase.
mit Kautschuklösung überzogeneu (lichten Ge­webe bestehen und hinreichend fest sein müssen, uiu hei Biegungen der Harnröhre nicht einzu­knicken . haben bei einer Länge von 1 in eine
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AVeite von 2—gt;#9632;! min. sind vorne abgerundet, ge-
schlossen und besitzen hinter dem vorderen (auch als veslcales bezeichneten) Ende zwei längliche Fenster. Das Handende ist otten, gerade ab­
gestutzt oder trichterförmig und in der Röhre selbst liegt ein Mandrln, d. h. ein Fischbein-stab, ein dünnes spanisches Rohr, eine starke Bassgeigensaite, ein Draht, eine biegsame Stahl­stange 11. dgl.. um dem Instrumente die nötige Festigkeit zu verleihen. Dei den neueren eng­lischen Pferdekathetern, welche ans einem entsprechend starken Schlauch von reinem Kautschuk bestellen, ist letzteres nicht mehr notwendig. Diese Katheter empfehlen sich wegen ihrer Glätte und Biegsamkeit, der Preis ist aber wegen der bedeutenden Länge ziemlich hoch; ihre glatte Oberfläche darf nicht klebrig werden oder erweichen, wenn sie einige Zeit in der Harnröhre gelegen sind.
Einen der ältesten Katheter für Pferde hat Brognlez (Fig. 300) im Jahre 1845 kon­struiert, (Annal. de Drux. 1847 S. 66); derselbe
bildet eine Kombination des metallenen mit dem elastischen (an der Spitze). Er stellt eine 45 cm lange messingene Röhre von 8 nun Durchmesser laquo; a dar, auf welche eine aus einem spiralig auf­gewundenen Elsendraht bestehende, mit einer Kautschukhülle umgebene elastische Röhre bb angesetzt ist, die vorne einen starken mehrfach durchbohrten olivenförmigen Kopf c von Horn, Zinn oder Kupfer trägt.
Im Innern der Röhre ist eine der Länge nach verlaufende Stahlfeder als Mandrin an­
gebracht, welche nach dem Herausziehen des mit einer Handhabe d versehenen Stilets an dem elastischen Stücke eine halbkreisförmige Krümmung erzeugt und so das Einfahren in die
II'
#9632;üM
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Die verschiedenen Katheter.
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Mliisc, erleichtert, #9632;weil die Krümmung der Elarnröhre am Sit/i)eiii ebenfalls einem Halbkreis entspricht, Wegen der grosseu Nachgiebig­keit des engsten Teiles der Harnröhre an ihrer .Mündung gelingt es nicht, den Metallknopf einzuführen, Brogniez führte daher zuerst den leicht induktibleu Drahtkorb Fig. 301 ein und steckte erst durch diesen Trichter das vordere Katheterende in die llarnröhrenniündung. Das Instrument wird nur wenig mehr benutzt, seit man Katheter auch für Pferde ganz aus Kautschuk besitzt.
Die weichen Katheter stehen jetzt allgemein und auch in der Hundepraxis im Gebrauch und zeigen einen verschiedenen Härtegrad. Die englischen sind braungelb, ziemlich starr und müssen vor dem Kinführeu erwärmt und geformt werden. Sie sind jetzt weniger mehr im Gebrauch, als die erhebhch biegsameren fran­
zösischen Katheter von meist schwarzer Farbe. Neuestens war man besonders bestrebt, ganz weiche Instrumente herzustellen, um die Harn­röhre mehr zu schonen. Diesen Zweck erfüllten schon die Nelaton'schen Schläuche aus vulkani­siertem Kautschuk, noch besser die Patentröhren von Tie mann, Jacque u. a., sie haben jedoch den Nachteil, stark aufzuquellen oder, nachdem sie einige Zeit gelegen, brüchig zu werden. Letz­teres ist jetzt vermieden durch die beliebten
Seidenkatheter, hergestellt aus doppeltem
Seidengewebe mit sehr glattem Lack. Sie ver-
Fig, 801.
binden in der glücklichsten Weise grosse Weich­heit mit Elastizität und Haltbarkeit und sind brauchbarer als die neuesten in den Handel gekommenen Leinenkatheter. Unter­schiede für die beiden Geschlechter beim Menschen sind nur insofern vorhanden, als die weiblichen erheblich kürzer sind. Alle diese weichen käuflichen Katheter lassen sich vortrefflich auch für Hunde gebrauchen, für männliche müssen jedoch die längsten ausgesucht werden. Die für die kleineren Haustiere bestimmten elastischen Röhren haben die gewöhnliche Länge von 4laquo; cm und sind in der Stärke von 2—4 mm zu haben. Für männliche Pferde beträgt ihre Länge bis zu 120 cm, der Querdurchmesser wechselt zwischen 7—10 mm. Sie tragen im Lumen einen Drahtmandrin, der jede beliebige Krümmung ge­stattet und am Pavillon ist ein kleines Trichterchen angebracht, so dass nötigenfalls auch Flüssigkeiten eingespritzt werden können. Not­wendig ist, dass das „tote Endequot;, d. h. der Raum an der stumpfen
.
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Operationen au der Harnröhre und Blase.
1
Spitze, zwischen dieser und dem Fenster, massiv sei, weil ein dort befindlicher Hohlraum schwer rein zu halten ist. Die Desinfektion geschieht nach jedesmaligem Gebrauche durch Einlegen in Karbol­oder Kresohvasser, in holier Hitze springt der Lack ab; die Metall­katheter macht man am vorteilhaftesten antiseptisch durch vorheriges fiuifmimitliches Abkochen. Die langen Katheter für Pferde werden auch in Sublimatwasser eingelegt und hier ausgespült, was sorgfältig zu geschehen hat.
Zum Sondieren der Harnröhre dienen am besten die massiven Katheter, welche Bougies iieissen und ebenfalls jetzt aus einem mit Fimlss getränkten Gewebe bestehen, das verschieden weich hergestellt wird. Sie stammen meist aus England und Frankreich (rot und schwarz) und ist die Fabrikation Geheimnis; neuestens liefert eine Fabrik in Cannstatt vorzügliche deutsche Produkte. Am vorteilhaftesten wählt man solche Bougies, welche einfach cylindrisch sind oder ein oliven-formiges Köpfchen tragen. Die feinsten Nummern werden aus Darm­saiten hergestellt.
Katheterisieren beim Pferde. Man kann den Katheter so­wohl am stehenden als am liegenden männlichen Pferde einfuhren, selbstverständlich darf es nicht geworfen werden, wenn die Dlase stark gefüllt ist. Steht das Tier, so stellt sich der Operateur an eine Seite desselben, am bequemsten an die rechte, liegt es dagegen, SO nimmt er seinen Platz in der Mitte seitlich am Pferde und neigt sich über den Leib desselben.
Der Operateur greift nun mit der einen Hand, die nicht einge­ölt werden darf, in den Schlauch und fasst die Eichel, welche er sachte ziehend zum Vorschein zu bringen sucht, nachdem der Schlauch und die vordere Partie der Rute nötigenfalls vorher gereinigt worden sind. Dann führt er den heulten Katheter in die Harnröhrenmündung durch einen sanften Druck ein und sucht das Instrument in der Harnröhre spielend vorwärts zu schieben. Dies geht ohne Schwierigkeit vor sich, bis der Katheter an den Sitzbeinausschnitt gelangt, wo sich die Harn­röhre plötzlich in einem Bogen nach innen wendet und unter den Mastdarm tritt. Die Kathetergunimischläuche, welche jetzt fast aus-schliesslich beim Pferde gebraucht werden, passieren diese Stelle schon unter leichter Nachhilfe der Hand von aussen im Sitzbemausschnitt und entsprechendem Zurückziehen des Stabs. Bei dem Brogniez'schen Katheter und ähnlichen Instrumenten muss ausserdem mit der Hand im Mastdarm nachgeholfen werden. Dass der Katheter in der Blase angekommen, wird teils aus der Länge des eingeführten Teiles ent
1
I
II
#9632; #9632;
It'
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Katlieterisieren bei den übrigen Tieren.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 425
nonimen, teils vom Rectum aus gefühlt, auch ist das jetzt wieder un­gehinderte Vordringen des Katheters, wenn er den ßlasenhals über­wunden hat, sowie der freie Ahtluss des Harns ein Zeichen der An­kunft in der Blase. Anfänger müssen sich hüten, mit dem Instrumente statt in die Mündung der Harnröhre in die Eichelgrube der Hute zu gelangen, was ein ruckweises starkes Zurückziehen derselben zur Folge hat.
Nach dem Ausziehen des Stilets tliesst Harn nach, im andern Falle saugt man diesen mit einer Spritze an oder lässt laues Wasser einfliessen, da oft die Öffnungen an der Mündung des Instruments durch Schleim, Blutgerinnsel u. dgl. verstopft sind. Ist man nicht im Besitze eines langen Pferdekatheters, so wird der Harnröhren­schnitt (unter dem After) notwendig, von wo aus der Zugang der Blase leichter ermöglicht ist. Die Weite der Harnröhre beträgt an der Mündung durchschnittlich 12 mm, an der Bauchportion etwas weniger, etwa 10 mm, im Beckenteil dagegen 25—85 mm. Das Ka­tlieterisieren ist oft unmöglich, wenn Neubildungen, Prostatahyper­trophien u. dgl. den Weg versperren (Tierarzt 1888. 177; Lang, Ähre in der Harnröhre eines Ochsens. Monatsschr. des östr. Yer. 1881. 91).
Katheterisieren bei den übrigen Tieren. Bei den männ­lichen Wiederkäuern kommt die Operation meist nur bei Ochsen vor. wenn Harnbeschwerden. Harnsteine etc. vorliegen. Das Einführen eines Katheters ist hier schwieriger, einesteils schon wegen der sehr engen Mündung des Schlauches und des dadurch erschwerten Er­fassens der Rute, andernteils steht dem Vordringen des Instrumentes die S-förmige Krümmung der Harnröhre im Perineumteile hindernd entgegen. Demzufolge wird man sich begnügen müssen, hauptsächlich nur das Ilutenstück zu sondieren, zu welchem Behufe nicht selten die Eröffnung der Bute seitlich am Schlauch notwendig wird und was die Untersuchung des oberhalb genannter Krümmung gelegenen Harn-röbrenabschnittes und die der Blase betrifft, so muss der Katheterisie-rung erst der Harnröhrenschnitt am Sitzbein vorhergehen. Die Rinder können zur Untersuchung auch niedergeschnürt werden. Zum Son­dieren dienen die oben angegebenen kurzen Metall- oder Kautschuk­sonden, insbesondere Fig. 300. Die Weite der Harnröhre beträgt bei Ochsen nur 2—3 mm, im Becken 5—10 mm.
Bei dem Schafbock und Hammel lässt sich eine genaue Untersuchung der Harnröhre aus denselben anatomischen (iründen nur schwer ausführen, wenn es sich um Konstatierung der Ursache
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I )
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Oporationeu an der Ilannölne und Bhise.
von Harnbeschwerdeu handelt, man beschränkt sich daher auf lt;lie Untersuchung der Harnblase, nachdem ilie Urethra unter dem After eröffnet worden ist. Finden sicli hier keine Hindernisse des Harn­abganges vor, so ist mit Sicherheit anzunehmen, dass diese irgendwo Im Verlaufe der Harnröhre Ihren Sitz haben.
Ähnlich verhält es sich auch hei Schweinen, wenn man es überhaupt hier zu einem operativen Eingriff kommen lassen will. Das Einführen eines Katheters erfordert bei gen. Tieren die Eröff­nung der Harnröhre hinter der Eichel, wo man wie auch bei Schafen gewöhnlich alsbald auf blutige Sedimente stösst, Häufig gelingt schon, wie bei dynamischen Harnverhaltungen, eine Entleerung der Blase auf reflektorischem Wege durch blosse Reizung der Harnröhren­mündung oder sanftes Streichen mit der Hand auf dem perinealen Teile des llarnröhrenstrangs.
Bei Rüden sind die häutigste Ursache der Harnverhaltung ent­weder Harnblasenkrämpfe oder Harnblasensteine, welche sich in die Harnröhre irgendwo, besonders aber an der engsten Stelle, am hin­teren Ende der Rinne des Rutenknochens eingekeilt haben und die Wegsamkeit des Kanales aufheben.
Beim Katheterisieren des männlichen Hundes wird derselbe auf den Rücken oder besser auf die linke Seite mit dem #9632; Kopfe voran auf eine Tischplatte niedergelegt und entsprechend festgehalten. Mit der linken Hand fixiert man sodann hei aufrecht gestelltem rechten Hinterfusse die Hute, schiebt mit der rechten Hand die Vorhaut zu­rück, bis die hochrote Eichelwulst frei gelegt ist und schiebt dann den gut desinfizierten beulten Katheter in die llarnröhrenmündung ein. Das Instrument dringt jetzt leicht und ohne Zwang bis in die Blase vor und wird irgendwo das Hindernis auffinden. Stösst die Röhre oder das Bougie auf ein Harnkonkrement, so wird es nur selten gelingen, dasselbe zurückzudrängen, keinesfalls darf man sich aber verleiten lassen, den Katheter zwischen den Fremdkörper einzuzwängen, um den Abfluss von Harn zu ermöglichen; gewöhnlich bleibt hier die Spitze des Instrumentes stecken oder reisst und bricht ab. In solchen Fällen ist die L'rethrotomie nicht zu umgehen. Wenn Hunde den Katheter gerne herausschaffen oder dieser einige Zeit liegen bleiben soll, näht man die Wand desselben an eine Hautfalte des Schlauchs. Längstens nach einer Woche wird er zurückgezogen und desinfiziert.
Heim Einführen dee Katheters in die Blase muss bei der Ankunft an der Sitzbeinkrümmung der Leitungsdraht in demselben Verhältnis mebr und mehr zurück* pezopen werden, als das Instrument einen Druck seitens der obern Harniührenwand
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Kiitlieteiisiereii bei weiblichen Tieren
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erfahrt und die KrUmmung (ilierwuiuicn weiden muss. LäSSt der Widerstund heim Vorscliiehen plötzlich nach, so ist man in der JJlase angeUommen und der Harn tliesst nach Entfernung des Mandrins durch die Röhre ah. Schleim, Blutgerinnsel, Sarngries etc. verstopfen bisweilen das Fenster und machen das Einspritzen von Wasser In den Katheter notwendig, ebenso kann man den mangelhaften Abfluss befördern, wenn durch Ansetzen einer Spritze die Luft aus dem Instrument an­gesaugt wird. Von den elastischen Kathetern, wie sie für den Menschen gebraucht werden, steht bei den Instniinentenniachern eine Reihe verschiedener Kaliber zur Verfügung, vom Durchmesser von 1—16 mm, man reicht aber bei Hunden in der Hegel mit wenigen Nummern aus, v.. li. No. 6 dient für Ideine männliche mit 2 mm, No. 14 mit 5 mm Weite für grüssero oder weihliche Hunde.
Das Katheterisieren bei weiblichen Tieren kommt, wie scliou erwähnt, .seltener vor, doch ist öfters eine Untersuchung der Blase für diagnostische /wecke nötig, was keinerlei Schwierigkeiten
Fig. Ü02. Durchschnitt der Harnblase hei der Kuh.
bietet. Man stellt sich bei Stuten und Kühen hinter das gehörig be­festigte Tier, lässt sich den Schweif bei Seite halten und führt, nach­dem man mit der linken Hand die Schamlippen eröffnet hat, den oben schon erwähnten leicht gekrümmten Metallkatheter für Stuten und Kühe (Fig. 2!raquo;!)) über die Klitoris (Fig. o02 (/) im untern Scheidenwinkel hinweg in die Harnröhre und Blase ein. Hei einiger Übung dringt das Instrument auch ohne Öffnung der Vulva unter der Leitung des Fingers in die Harnröhre ein.
Bei Stuten ist die Harnröhre e nur etwa 7 cm lang und im ganzen Verlaufe gleich weit, so dass das Instrument an der untern Scheidenwand dicht hinter der Vorhofsklappe bei c, welche als kleine ringförmige Wulst nicht geniert, fast von selbst in die Blase d ge­langt. Audi hier ist es gewöhnlich nicht nötig, die Schamlippen aus­einander zu halten, im Vorhof der Scheide befindet sich eine Rinne, welche als eine Fortsetzung der Urethra in die Scheide angesehen
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Operationen an der Harnröhre und Blase.
werden kjnin und die Leitungslinie abgiebt. Auch der Finger kann mit Leichtigkeit in die Öffnung des Blasenbalses eindringen.
Bei Kühen kommen zuweilen paralytische Enuresen vor, welche eine Untersuchung, beziehungsweise Entleerung der Blase nötig machen. Der Zweck kann schon durch den eingeführten Finger oder die zinnerne Röhre einer Klystierspritze erreicht werden, es ist jedoch auf die Klappe zwischen der Scheide a und dem Vorhof h hei c Eücksicht zu nehmen.
Figur 302 stellt einen Mediausohnitt durch den Scheidenvorhof b und die Blase rf bei der Kuh dar und glebt das Hindernis für die Einführung des Katheters an. Dicht an dor Einmündung der Harnröhre an der uutern Schcidemvand liegt die Klappe, deren freier Hand nach rückwärts gerichtet ist und unter welcher eine Aus­buchtung nach abwärts, der kleine Divcrtikel f liegt, in welchen der Katheter sich verirren kann, man hält sich daher hei Kühen mit der Katheterspitze unter Führung des Zeigefingers möglichst an die obere Harnröhrenwand. Dieselbe Eigentümlichkeit liegt auch bei Schweinen vor, während bei den Fleischfressern die Passage in die Blase ganz frei ist und selbst die Klappe fehlt. Zu bemerken ist, dass man bei Bindvieh längere Katheter braucht, denn die Urethra der Kühe ist fast um die Hälfte länger (II—12 cmquot;! als jene der Stute, ebenso ist auch der Wilson'sehe Muskel h' ungleich stärker, von welchem wie bei dem Detrusor manche motorische Störungen herrühren.
Hei Hündinnen geschieht die Einführung des beölten, mit oder ohne den Führungsdraht versehenen elastischen Katheters mit Leichtig­keit, die ziemlich geräumige llarnröhrenmündung erblickt man alsbald, sobald die Scheide geöffnet wird. Das desinfizierte Instrument, das auch ans einem Metallkatheter (Neusilber, Silber) bestellen kann, wie er bei Frauen gebräuchlich ist, wird am besten bei dem auf einen Tisch gestellten Tiere an dem unteren Schamwinkel nach Erbebung der Scheidenklappe und Überwindung des Blasenhalsschllessmuskels in die Blase eingeführt, worauf (nach Entfernung des Mandrins) der Harn austiiesst.
Ausspritzungen der Harnröhre und Blase mittelst des Katheters sind nicht selten notwendig, wie bei akuten und chronischen Blasenkatarrhen, Blutungen u. s. w., Schwierigkeiten bieten dieselben nicht. Die betr. Flüssigkeit lässt man entweder durch den Katheter einfliessen oder setzt man an die Mündung desselben eine Spritze an.
II. Der Harnröhrenschnitt. Urethrotomia.
Anzeige. Die blutige Eröffnung der Harnröhre an irgend einer Stelle ist notwendig geworden, wenn ein fremder Körper (Schleim, Blutgerinnsel. Pseudomembrane, Polypen und andere Neubildungen, am
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Der Hiinuölirenschnitt.
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häufigsten Harnsteine) ein Hindernis für den Harnabgang- bilden, das durch den Katheter nicht zu beseitigen ist, oder wenn man auf dem kürzesten Wege von aussei! in die Blase eindringen will. Ausserdem ist das Aufschneiden der Harnröhre zuweilen für Sondierungszwecke notwendig.
Fig. 303. Harnblase und Harnröhre vom Rind,
Am meisten kommen Harnsteine hei Rindern vor und sind sie bei Ochsen oft in bedeutender Menge vorhanden, jedoch meist nur von der Grosse der Schrotkörner oder liegt mehr nur eine erdige, sandige oder schlammige Masse in der Blase, von wo aus dieselbe in die Harnröhre weiter getragen wird. Im übrigen gehen nur kleine und rundliche Steine von selbst ab, grössere bleiben beim Pferde gerne am Anfange des Rutenstückes der Harnröhre stecken, beim Rinde dagegen an einer der beiden Krümmungen (Fig. 303) ganz in
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Operationen an der Harnrölire und IJlasc.
I
der Niihe des Skrotums (4) und noch grössere Überschreiten gewöhn­lich die Blase (5), den Hliisenhals (7) oder den Sitzbeinausschnitt (bei 11') nicht.
Bei Schweinen und Hunden kommt es seltener zu Stein­bildung, eher noch bei Schafen und findet man die Konkremente bei letzteren Tieren fast regelmässig unmittelbar vor dem Rutenknochen.
Eine weitere Anzeige liegt vor. wenn behufs der Herausnahme oder Zertrümmerung eines Steines Instrumente in die Blase einge-führt werden müssen, die ürethrotomie ist daher entweder eine selbständige Operation oder nur der Vorakt einer andern opera­tiven Unternehmung.
Diagnose. Die Konkremente, als häufigste Ursache des llarnröhrensclmittes, lassen sich von aussen durch die Haut längs des l'erinoums his zur Mündung der Harnröhre durchfühlen oder stösst man wenigstens auf empfindliche schmerzhafte Stellen, im übrigen sichert die manuelle Untersuchung der Blase und ihres Becken-Stückes die Diagnose hinlänglich. Findet man keinen Stein und zeigen sich doch alle Erscheinungen der Lithiasis, so verschafft man sich einen der im vorigen Kapitel besprochenen Katheter und sondiert die ganze Harnröhre von oben oder unten, auch muss man daran denken, dass auch eine mechanische Verstopfung schon in den Uretheren (17) vorkommen kann.
Die Operationsstelle ist gewöhnlich da, wo der fremde Körper seinen Sitz hat. in Zweifelsfällen wird der Harnröhrenschnitt irgend­wo an den unten beschriebenen Stellen versuchsweise gemacht oder setzt man voraus, ersteren an der Doppelkurvatur (unterhalb 11) an­zutreffen. Steckt er unterhalb des Sitzbeinausschnittes, so ist die Harnröhre leer, ist diese aber voll, so deutet dies auf den Sitz des Fremdkörpers an der Kriimmungsstelle hin. Die gewöhnlichen Ope­rationsstellen sind:
1.nbsp; nbsp;Am Sitzbeinauschnitt, also unter dem After.
2.nbsp; Im Mittelfleisch hinter dem Hodensack (bei 15).
3.nbsp; Vor dem Hodensack.
4.nbsp; Dicht hinter der Harnröhremnündnng.
Bei ruhigen Pferden, insbesondere aber bei Ochsen kann die Operation ganz wohl stehend ausgeführt werden, Mas mit Rücksicht auf die volle Blase erwünscht ist, im andern Falle sind die Tiere vorsichtig niederzulegen oder fesselt man sie, wenn sie sich ohne­dies gelegt haben. Der oben liegende Hinterfuss wird nach vorwärts auf den Vorarm gebunden. Stehende Ochsen leimt man am besten an eine Wand, bindet den Vorderfuss an einem Hörne auf und führt, vom äusseren Ilinterfessel ein Seil zwischen den Vorderbeinen eben­falls an das Horn, während der Kopf hoch aufgebunden wird. Jeden-
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Ilarnröhrensclmitt am Sitzbein.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 4 31
falls muss Sorge dafür getragen werden, dass sich die Tiere während des Operierens nicht niederlegen können.
1. Harnröhrenschnitt am Sitzbein. Im Mittelfleisch, un­mittelbar wo man unter dem After den Sitzbeinausschnitt durch­fühlt, ist die Operationsstelle, von wo man in gerader Ilorizontallinie in die Blase oder zur Prostata gelangen kann; ebenso lassen sich von hier aus leicht Sondierungen nach abwärts vornehmen. Am häufigsten sitzen Harnsteine auf der Strecke des Perineums. In der Median­linie durchschneidet man zuerst die liier sehr dünne Haut auf 3—5 cm Länge und geht dann mit dem geballten Messer durch das Zellge­webe, um die nebeneinander liegenden beiden Afterrutenbänder (Fig. 303. 14) zu trennen. Hierauf stösst man unmittelbar auf den Schwellkörper der Harnröhre, welch letztere in der Mitte desselben gelegen ist; bei Pferden kommt vorher der Hariiröhremnuskel, der ebenfalls in seiner Mitte durchgeschnitten wird. His hieher 1st die Blutung eine kaum beachtenswerte, aber auch im Corpus cavernosum unbedeutend, weil nur venöser Art. Nun wird die Harnröhre einge­stochen und von innen her der Stich mittelst eines Knopfbisturis auf­geschlitzt; der Einstich geht am leichtesten, wenn er auf den Stein selbst geschieht, bezw. auf eine zu diesem Zwecke eingeführte Sonde oder den Katheter. Ausserdem kann man durch Einspritzungen von lauem Wasser die Harnröhre bis hinauf über das Sitzbein hinweg so prall anfüllen, dass sie deutlich zu Tage tritt; das Abfliessen wird durch Zusammenpressen der Pute verhindert. Hei Pferden kann man auch statt Wasser einen gewöhnlichen elastischen Katheter einführen und auf diesen in den Harnkanal einschneiden. Nach Entfernung des Hindernisses schliesst man die Wunde sowohl der Harnröhre als der Haut durch die Kopfnaht, wobei in der Regel nur die Haut geheftet wird. Die Wunde heilt gut, wenn sie aseptisch gehalten wird und etwa nachfolgende Harninfiltrationen lassen sich leicht durch Hin­legen einer Drainageröhre beseitigen. Hei Hunden können sie des stark stickstotfreichen sauren Harnes wegen gefährlich werden, man scheut daher die Mühe nicht, auch die Harnröhrenschleiinbaut in die Naht einzubeziehen. Bei lünderu können, wie die Erfahrung lehrt, Harntisteln monatelang in unschädlicher Weise bestehen, es sind aber auch Todesfälle verzeichnet, jede Harninflltration erfordert daher sorg­fältige üeberwachung.
l'. Harnröhrenschnitt an der Doppelkurve, der gewöhn­lichen Stelle hei Hindern. Ist die Haut und ihr Zellgewebe hand­breit hinter dem ilodensack getrennt, so bohrt sich der Zeigetinger
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Operationen an der Hiirnröhre uml Blase.
unter die Rute und zieht von Ihr einen Teil (bis /u 30 cm) hervor. Man fühlt hierauf längs der gestreckten Harnröhre nach dem Sitz des Steins, der sich als ein Knoten erweist und nun möglichst nach aussen vorgedrängt wird. Ein Schnitt auf diese Stelle öffnet die Harn­röhre und lässt den Stein hervortreten oder mit der Pinzette heraus­ziehen. Hat die Operation wegen drohender Blasenberstung Eile oder will man das Tier (es sind meist Ochsen) bis zur vollendeten Mast hinhalten, genügt es, den Hautschnitt am Sitzbein zu machen, ein Stück der Rute hervorzuholen und es kurzweg abzuschneiden. Der Harn kann jetzt hier ohne Schaden solange abfliessen, bis geschlachtet wird.
Vor dem Wundverschluss darf man nicht versäumen, die Harn­röhre nach oben und unten auszuforschen, ob nicht weitere Kon­kremente vorliegen; hierauf wird die Rute an ihre Stelle zurückge­bracht und in der oben angegebenen Weise die Öffnung vernäht.
Zu bemerken ist, dass man besser etwas unterhalb des Steins einschneidet und sich heim Nähen hüten soll, im unteren Winkel eine Tasche zu bilden, in der sich der Harn ansammeln kann. Um diese zu vermeiden, kann auch der Schnitt seitlich durch das Corpus cavernosum der Rute (statt der Harnröhre) geschehen. Das Heften der Harnröhre ist aus dem Grunde häutig überflüssig, weil die Wunde sehr wenig klafft und durch die nachfolgende traumatische Entzündung and Anschwellung der Harn bald von selbst in normaler Weise ab-tliesst. Endlich ist noch darauf aufmerksam zu machen, dass die zweite weit hinten liegende Kurvatur eine raschere Biegung macht, als die erste, der Stein passiert daher häufig jene ganz gut und liegt deswegen öfter in dieser, auch ist es wegen der tieferen Lage der ersten Biegung absolut nötig, den Rutenstrang etwa 10—20 cm weit aus der Hautwunde herauszuzerren. In der Litteratur sind eine Menge von Fälle beschrieben, in denen es bei Rindern ohne weitere Nach­behandlung zur Heilung gekommen ist. Notwendig sind zum Nähen feine scharfe Nadeln, welche nicht quetschen, da möglichst prima intentia erzielt werden soll, ebenso muss man sich hüten, die Harn­röhre nicht zu zerren, wodurch sie aus Hirer bindegewebigen Hülle losgetrennt würde.
3. Harnröhrenschnitt vor dem Hodensack. Da die erste Rutenkrümmung des Ochsen nach vorwärts sieht und der vorderen Hodensackfläche näher steht, als der hintern, so lässt sich die Ope­ration auch vor dem (leeren) Hodensack ausführen und macht man zu diesem Zwecke eine bedeutend längere Wunde (12—15 cm). Hier­auf sucht man die Rute auf und zieht sie so weit zu Tage, dass die
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llarnröliiTiisi'liiiitt hinter dem Scliluuiliende.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; l;j3
Ihtnirulire leiclit gestreckt ersclieint. Die Blutung ist bedeutungs­los und das uachherlge Einsickern von Harn in das liier spärliche Zellgewebe so gering, class man die Wunde unbedenklich sich selbst überlassen kann. Die Rinder erweisen sich in dieser Beziehung sehr indolent. Bei Schafen werden derartige Operationen nicht gemacht.
I. Harnröhrenschnitt hinter dem Schlauchende. Diese Operationsstelle kommt fast nur bei Pferden und Hunden in Frage. bei denen (wegen der starken Verengerung der Harnröhre an ihrer .Mündung) Steine gerne hier stecken bleiben. Da sich die Eichel bei beiden Tieren leicht hervorziehen lässt und der Stein unschwer durch­gefühlt werden kann, darf man von aussen nur auf ihn einschneiden. ohne jedoch die Mündung zu spalten. Die Einführung der Sonde he-stimmt übrigens den Sitz des Fremdkörpers genau.
Urethrotomie bei weiblichen Tieren. Sie wird wohl nur selten vorkommen und kann sie keine technischen Schwierigkeiten bereiten, denn sie besteht kurzweg in der Spaltung der oberen Wand mittelst des Knopfbisturis. das man auf der llohlsonde oder dem Finger einführt, falls sieb die Harnröhre nicht auf unblutige Weise (durch den Katbeter) erweitern lässt. Der Einschnitt hat in einer Ausdehnung zu geschehen, dass das zu extrahierende Hindernis keine Quetschung der Wunde erzeugen kann. Das Nähen beim Harn-röhrenschnitt ist immer eine ziemlich mühsame Arbeit.
Litteratur. P lasse, Rec, 1828. (i2iraquo;. Harnröhrenschnitt hei einem Esel, Heilung erst nach einem Jahre. S er res, Harnröhrenschnitt beim Pferd, Knopf­naht ist vorzuziehen. Journ. de Toni. 1844. 13; desgl. Lapoussee 1841. 204: ibd. D'Arboval 1847. 846. Schnelle Heilung ohne Mäht. Deland verwirft die Naht ehenfalls; ibd. 1849. 491. Brand infolge Harninfiltratiüii, Tod. — Shermann operierte einen Stein bei einem Fohlen von zehn Wochen. The Vet. 1869. 495; ibd. 1860, Rep. 1861. 160. Cartrc, Stoinschnitt bei einem /.woijährigon Fohlen, Schnitt im Damm, Burell, hinter der Mündung der Harnröhre, Pferd; Men er, Schnitt unter dem After, llep. 1800. ]2(i. — Vachetta, üaz. med. vet. 1872. 1. Operation wegen eines von der Blase in die Harnröhre hereinragenden Steines bei der Stute; desgl. SchindeIka, Aufschlitzen der Harnröhre hei einer Stute. Kochs Monatsschr. 1889. 1()2. Straub, Rep. 1868. 81. Harnsteine bei weiblichen Tieren.
Guillebeau, Schweizer Archiv 1881. S. 515. Verstopfung der Harnröhre durch i'inen diphtheritischen Schorf. Tod.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Schmitz, Zeitschr. f. Vet.-Kundc. 1889.
Blutiger Harn. Zertrümmerung eines lilasensteins von der Harnröhre aus durch eine Feuerzange; desgl. durch eine besonders konstruierte Zange je hei der Stute.
Uuilmont, Ann. de Brux. 1858. 888. Abdrehen eines Polypen in der Harnröhre eines Fohlens; desgl. Morel 1 bei einer Stute, Kep. 18()3. 90.
Harnröhrenschnitt beim Ochsen. Santin empfiehlt den Schnitt vor dem Scrotum, Journ. prat. 1829; Bemerkungen von Mai lie t. Rec. 1835. 46, -Roche-Lubin, Rec. 1835. 16. Operation eines in der Beckenportion gelegenen
llirin^'s OperatiotiBlehre. VI. Aufl.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ^
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üiieratiouen an der Harnröhre (lud Ulase.
Steines: desgl. Lafontaine, Reo, 1886, 180, — Vincent, Itec. 1886.600. Machte zwei Einschnitte, einen zum Sondieren und entfernte 3o steine. Heilung In 18 Tagen. — .Touanaud, Journ. de 'l'oul. 1840. 147. Schnitt am Sitzbeinausscbnitt. Hellung. ßeoidiv nach vier Monaten. Solilaohten) ibd. 1840. II. Entfernung des Steins Nebensache, Harn soll durch ürethrotomie nur abfliessen, dann miisten. Bader, Rep. 1842. 866. Erfahrungen nlior mehr als 100 Fälle. — Speidei, Rep. 1864. 394. Will seitlich in die Harnröhre eindringen, — Schlicht, Ad. Woch. 1864. 165. Haut- und Harnröhrcinvundo sollen nicht aufeinander passen, Hautwunde höher. Häher, Schweiz. Archiv I. I. Heilte eine liloiröhre in die Harnröhre ein. ~ Cruzel, l!oc. 1858. Rep, 1858. 198, Ausführliche Abhandlnng über den Stein­schnitt; ebenso Caussö, Rep. 1861. 210. — Deigendesch schneidet nicht durch den cav. Körper der Harnröhre, sondern der Hute ein. Rep. 1875. 382. — Mink, Berstung der Blase, Tod erst nach zehn Tagen. Amerlc, Review I. 242. — Bouchet, llevue vet. 1888. Wunde braucht man nicht zu nähen, Heilung In wenigen Wochen,
—nbsp; Koppitz, Monatsschr, östr. Ver. 1888. 3.'i. Steinschnitt hei Ochsen; ibd. 1890, I. Kudovsky, Blasenberstung hei Ochsen. — Stockfieth, Chir, II, 589. — Van der mies, Ann. de lgt;rux. 1881. Steinschnitt. — Hess, Rep, 1870. 27(i. Harnverhalt, durch Verwachsung der Harnröhre, Tod; ibd. 187i). 277. K o b e r. Häufiger Verlust der Kontraktionsfähigkeit der Blase nach Entfern, der Steine. Stude, östr. Monatsschr. I8!tl). 2(gt;1. Über 800 kleine Steine entfernt. Wunde nicht genäht. — Hu mann, Ad. Woch, 1HÜO. 222. Steinschnitt bei einem drei Monate alten Kalb. — Schmid, N, U, Vix. VIII, iii!. Steinschnitt beim Hund. Heilung: desgl. hei drei Hunden tödlich; die Steine sassen hinter dem Rutenknochen, Wiener Vierteljahrsschr. XII. lit.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Hoffmann, Repert, 1802. 205. Katheterisieren bei Kindern. Demeurisse, Uecueil 180,'5. 31, Harnröhrenstein h. Pferd. — Knoll, Berl, t. Woch, I8it3. S. S92, Harnröhrenstein heim Hammel; ibid. No. 10. Lcvens, Tumoren in der Harnblase. — Schulz, Monatsh. f. pr. Thlkdc. IV. S. 50(). lilasen-krehs h. Hund. - - Thomassen, Annal. de Unix. 42. Jahrg. 8,659, Behandl. der Urolithiasis bei den Haustieren. — Immi nger, Woch. f. Thlkde. 1893. S. 200. Katheterisieren hei Rindern: derselbe Repert. 1893. S. 10. — F e c h s e n m e y e r, Tgt;. tierärztl. Woch. 1894. S. 89. Entfernung eines Harnröhrensteins hei der Stute.
—nbsp; Möller, Chirurgie. — Bayer, Operationslehre 1880.
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III. Der Blasenstich. Cystoparacentesis.
Die Punktion der Harnblase ist weder schwierig, noch gefährlich, kann aber seihst lebensrettentl sein, obwohl sie gewöhnlich nur pallia­tive Hilfe bringen soll. Die Indikation liegt vor, wenn die Blase sehr stark angefüllt ist, somit Gefahr auf dem Verzüge steht und die Einführung eines Katheters oder die Eröffnung der Harnröhre nicht ermöglicht ist oder nicht vorgenommen werden will.
Die genaue Untersuchung des Zustands der Harnblase muss der Operation vorangehen. Beim Ochsen dehnt sich die Blase mehr nach den Seiten und nicht gegen die Bauchhöhle aus, sie überschreitet selten den vordem Rand der Schambeine. Beim l'ferd ist dies leichter
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Dainniblascnsticli. Mustchmiililiisensticli.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 4;;5
möglich, immer aber bleibt die Blase bei beiden Tieren von der Bauch-wand entfenit. Heim Schwein und Hunde verhält .sieb dies anders, die stark angefüllte Blase liejit fast tfan/ in der Bauchhöhle und kann an der untern Flüche leicht palpiert werden.
Man kennt drei Methoden der Blasenpunktion: i. vom Damme aus: '2. vom Mastdarm aus. 3. durch die Hauchwand. Die dazu nötigen Instrumente sind zu 1. ein langer gerader Trokart; zu '2. ein gekrümmter Trokart; beide nur 2—3 mm im Durchmesser; zu ;gt;. kann jeder dünne Trokart benutzt werden.
Die Operation wird hei grösseren Tieren am besten stellend, bei kleineren im Liegen vorgenommen.
Dammblasenstich (Punctio perineaiis). Man durch­schneidet mit dem geballteil Messer unter dem After und seitlich von der Harnröhre, rechts oder links, senkrecht die äussere Haut des Dammes und das darunter liegende Zellgewebe und bahnt sich zuerst mit dem Messer, dann mit dem Finger einen Weg bis zu dem Hlasen-haise. Hierauf schiebt man einen geraden (nicht dicken) Trokart (ohne Öffnungen an den Seiten. Figur 304) mit in die Hülse zurück­gezogener Spitze bis zur Blase, lässt die Spitze vortreten und drückt das Instrument raschln die Blase ein. Nach dem Zurückziehen des Stilets tliesst der Harn aus und wenn dies geschehen, zieht man (nach vorher wieder eingebrachtem Stilet) den Trokart zurück und heftet die äussere Wunde mit einigen Stichen. Möglich ist hierbei, weil der Trokart neben dem Heckenstück der Harnröhre hin bis zur Blase geht, dass auf diesem Wege die Vorsteherdrüse oder Samen­blase verletzt wird, auch sind Ilarnintiltrationen nicht immer zu ver­meiden, da der Harn eine Strecke weit seinen Weg durch das subrek­tale Zellgewebe zu machen hat. der Dammblasenstich kommt daher weniger mehr zur Ausführung und muss der Stichkanal überwacht werden (Einlegen von Venveilkathetern). Damit während des Einstichs in die Blase diese der Trokartspitze weniger ausweicht, falls sie nicht prall gefüllt wäre, ist es gilt, sie vom Mastdarm aus mit der einge­führten Hand zu fixieren.
Mastdarmblasenstich (Punctio recto-vesicalis). Er ist nur bei den grossen Haustieren anwendbar, bei denen man mit der Hand in den Darm eingehen kann. Da die Operation am häutigsten dann ausgeführt werden muss, wenn wie namentlich bei Ochsen Ulasen-berstung droht, kann sie nur am stehenden Tiere gemacht werden. Bequemer als ein gewöhnlicher Trokart ist hiezu der leicht ge-
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Operfttionen an tier Harnröhre und Blase.
if!
krümmte von Fleumit (Fig. 305), welcher nach erfolgter Entleerung und Reinigung des Mastdarms mit der linken Hand auf die höchste Wölbung der gefüllten Blase gv-führt wird; die Hand deckt dabei die in die Hülse etwas zurück­gezogene Spitze. Nun hält man die Kanüle aussei! fest, schiebt die Trolcartspitze vor und sticht sie mit der linken Hand kräftig in die Blase ein, worauf nach Entfernung des Stilets der dampfende Harn naclitliesst. Bis zur Entleerung bleibt die Hand im Rectum, um die Lage der Hülse in der Blase zu sichern, eine völlige Entleerung ist nicht nötig. Soll der gerade Trokart (Fig. 304) verwendet wer­den, darf er keine Fenster be­sitzen. Die Stichöffnung in der Blasenwand überlässt man sich selbst, eine Nachbehandlung ist nicht notwendig.
Der Stich durch die Bauchwand (Punctio abdomi-nalis) wird nur beim Schwein und Hunde nötig, weil ihr Mastdarm zu eng für die Hand ist und die gefüllte Blase fast keinen Raum in der Reckenhöhle hat, daher ganz in der Bauchhöhle liegt, wo sie wie eine feste Kugel zu fühlen ist. Die Lage (im hintern Teile des Rauchs), die elastische Spannung und die runde Form
u
m
Fip. .'304.
Blasentrokarts.
FiR. 305. (Halbe Grosse.)
der Rlase lassen sie wohl unter-
scheiden.
Man legt das Tier auf die Seite und sticht, einen dünnen Trokart (nach gemachtem Einschnitt in die äussere Haut) auf den gespanntesten
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her lilaspiistcinscluiitt.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;437
Teil der Geschwulst in der unteni Piankengegend ein, worauf der Harn in einem Bogen ausfllesst. Nach der Entleerung zieht man das Instrument vorsichtig iius. Diese Punktion ist ganz gefahrlos, wenn ein feiner Trokart genommen wird, der bis zur Entleerung in der Blase liegen bleibt und wenn in der bekannten Weise aseptisch vor­gegangen wird,
IV. Der Blasensteinschnitt. Cystotomia.
Grössere Blasensteine können von selbst nicht abgehen, sie
bleiben vielmehr im Blasenhals stecken und veranlassen wiederholte und sehr schmerzhafte Harnverhaltungen, so dass sie entweder zer­trümmert oder durch eine blutige Eröffnung der Harnröhre und des Blasenhalses entfernt werden müssen.
Derlei heftige Zufälle kommen sowohl bei weiblichen als männ­lichen Tieren vor, bei ersteren sind sie nur seltener und leichter zu beseitigen, am meisten beobachtet man aber Steinbildung bei Ochsen. sodann bei Hunden und dem Pferde. In der Mehrzahl betrifft es ältere Subjekte, doch sind auch Fohlen. Kälber. Lämmer nicht aus­geschlossen. Der Bildung von uratischen Konkrementen geht häufig ein sediment- oder sandartiger Niederschlag vorher, wie er bei Schafen fast ausschliesslich vorkommt und gelegentlich mit dem Harn wieder abgeht. Kleine Steine passieren den vesikalen Schliessmuskel in der liegel leicht, erst durch weitere und rasch vor sich gehende Apposition neuer Salze kommt es zu Einklemmungen, bezw. verlieren die Kon­kremente ihre Beweglichkeit, werden adhärent, zuweilen selbst encystiert oder verschieben sie sich in eine Ausbauchung der Blase, wodurch ihre Beseitigung wesentlich erschwert werden kann. Albert ope­rierte einen Blasenstein beim Ochsen, der den Blasenhals völlig ver­stopfte, indess doch das Harnen gestattete, da der Stein merkwürdiger­weise eine zentrale Öffnung besass.
Anatomisches. Die Blase liegt auf der olieru Fläche der Schambeine und reicht, wenn sie sehr angefüllt ist, in die Bauchhöhle hinein (heim Ochsen wird dies durch den Pansen verhindert); sie fühlt sich vom Mastdarm ans wie eine Kugel an. ist jedoch elastisch. Das hintere. Drittel der Ulase (Hals) ist nicht vom Bauchfell überzogen, sondern hängt durch Zellgewebe mit dem Mastdarm u. s. w. zusammen. Die Stelle, an welcher der Stein liegt (Hals oder Anfang der Harnröhre), ist durch die Härte und die vermehrte Empflndllchkeit kenntlich; nicht selten ist auch ver­mehrte Wärme im Mastdarm hemerklich. Polypöse Geschwülste der Blasenschleim-hant, Verhärtungen In der Prostata und den Samenblasen könnten mit Blasensteinen verwechselt werden. Chronische Blasenkatarrhe gehören zur Regel. Der Blasen­hals (Fig, .'iO.'J, 7) setzt sich in das Beckenstück der Harnröhre fort, welches heim
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Operationen an dor Harnröhre und lilaso.
Ii
Pferde lö—16 cm laiifj, jeilocli ziemlicher Erweiterung fähig ist. Von oben uiOndeu die Samenbläschen *gt; und Samenleiter quot;gt;, etwas mehr seitlich die Vorsteher- und Cowper'schen Drüsen u In das üeckenstnck der Harnröhre, das von einer (besonders beim Ochsen) starken Muskelschichte quer bedeckt ist. Die untere Fläche dieser Partie der Harnröhre liegt zunächst auf der Vereinigung der Scham- und Sitzbeine, an deren Ausschnitt das Rutenstück der Harnröhre 11 (durch Hinzutreten der kavcr-nösen Körper) beginnt. 7 ist das vom Wilson'sohen Muskel umgebene Beckenstuck der Harnröhre, 8 ein Teil der Prostata, LO der Harnschneller, lii die geöffnete Vor­haut mit der Eichel des Ochsen. II. 1 vorderes Penisendo, 2 eichelartige Wulst, ;gt; Harnröhreufortsatz, wurmförmiger,
Die Hilfeleistung kann eine verschiedene sein, je nachdem man mehr palliativ oder radikal zu Werke gehen will. Die gründ­lichste Beseitigung des Leidens besteht in der Extraktion der ganzen oder verkleinerten Steine, obwohl auch dann keine Gewähr für die Wiederkehr gegehen ist, da die Ursache der Lithiasis fortdauert. Am leichtesten lässt sich bei weiblichen Tieren Abhilfe treffen, bei denen oft schon eine einfache Zange (Kornzange, Kugelzange) ausreicht. Die Entfernung von Harnsteinen macht nun entweder auch die Er­öffnung des Blasenhalses notwendig und sollte dieser dann eine /er-triiminerung der Steine vorhergehen, wenn sie grösseren Umfang an­genommen haben oder aber genügt bei kleineren Konkretionen der Blasenschnitt, um Letztere durch besondere Instrumente, die Stein­zangen, entfernen zu können. Ein dritter Ausweg bestellt darin, die Harnblase von der Bauchwand aus zu eröffnen und die Steine ohne Zuhilfenahme von Zangen u. dgl. direkt zu extrahieren.
Steinzertrümmerung. Lithotripsie. In der Menschenheil­kunde hat man hiezu besondere, zum Teil ingeniös konstruierte In­strumente. Lithotriptoren, geschaffen, welche geschlossen durch die Urethra in die Blase eingeführt werden, also den Blasenschnitt un­nötig machen sollen. Verschiebbare Spangen mit schnabelförmiger Spitze öffnen sich durch eine am anderen Ende angebrachte Schrauben­vorrichtung, erfassen den Stein durch entsprechende Wendungen des Instruments und zerdrücken ihn beim Zuschrauben.
Diese unblutige Art der Entfernung von Blasensteinen stammt erst aus dem Anfang dieses Jahrhunderts und wurde besonders von Civiale und Leroy (1824) in die menschenärztliche Praxis einge­führt. Der bekannteste Lithotriteur stammt von Ileurteloup (Litho-klast, Steinzerbrecher, gezahnter Brisepierre k coulisse). Ähnliche Instrumente wurden auch für tierärztliche Zwecke nachgebildet und hat besonders Guillon sowie Bouley (1866) eine Steinzertrümme-rungszange konstruiert, welche statt dem schnabelartigen gezahnten
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BtelnzertrQnunening.
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Ende ein löffeiförmiges Maul iieslt/.t und jet/.t dahin verbessert wurde, dnss sie eine schlanke Gestalt erhielt und verlängert worden ist. (Fig. 806).
Derartige Instrumente Können bei niännlichen Tieren nur durch den Harnröhrenschnitt eingeführt werden und geschieht die Operation .stets in der Narkose, nach Bouley am besten in der Rückenlage hei erhöhtem Hinterteil. Bei leerer Blase liisst sich nicht operieren, diese
muss erst mit Wasser gefüllt werden. Vom Mastdarm aus hilft die Hand nach, insbesondere um den Stein in jene Lage zu bringen, in der er in die Zange gebracht werden kann.
Eine allgemeinere Verbreitung hat diese Lithotripsie weder in der .Menschen- noch in der Tierheilkunde finden können, denn sie bietet viele Schattenseiten erheblicher Art, insbesondere ist sie ungemein schmerzhafter Art, so dass trotz mancher wesentlicher Verbesserungen der Instrumente und der Vorteile des Kokai'nisierens nur ausnahmsweise beim Menschen Gebrauch von ihr gemacht wird. Selbst für den geübten Operateur bietet schon das Einführen, sodann das Erfassen des Steins Schwierigkeiten, ab­gesehen davon, dass die Handhabung bestimmte Kunstgriffe erforderlich macht, man nicht sicher ist. ein Stück Blasenwand in das Instrument zu klemmen und die scharfkantig abspringenden Steinfragmente Verletzungen anrichten können. Bouley operierte mit seinem Instrumente mehr­
fach an Pferden und hielt, obwohl er auch
•ig. ;io(gt;.
Lithotriteur nacl
Bouley.
Todesfälle hatte, die Steinzertrümmerung für
vorteilhafter, als die blutige Operation; jetzt wird von den Lithotriptoren in der Tierheilkunde kaum oder gar kein Gebrauch mehr gemacht, sondern der Blasenschnitt vorgenommen. Zum (duck ist auch bei der Dehnbarkeit der in Betracht kommenden Ge­webe eine Verkleinerung der Blasensteine durch Zermalmen nicht immer notwendig, hülmerei- bis lialbfaustgrosse Steine lassen sich schon durch die Cvstotomie allein entfernen.
Zur Entfernung von Blasensteinen stehen besondere Stein-oder Löffelzangen zur Verfügung, wie sie. z. B. in den Figuren HOT und 308 abgebildet sind. Die grössere Zange ist 15 cm lang,
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(Operationen an der llarnröliro iiml Blase.
am vorderen Ende löffelähnlich und iniieii geköl'bt. Flg. 307 .stellt, die einfache Steinzange dar. welche von Peueli angegeben wurde. Auch Strauss, Brogniez u. A. haben .schon früher Steinlöffel an­gegeben und hat man nicht grosse Steine öfters durch die gewöhn­liche Geburtszange, wie sie bei Hunden Ublich ist. ausgezogen. Die
eröffnete Harnröhre (s. unten) wird nachher sowie die Aussenwunde ge­nullt . nachdem die Blase zuvor gut ausgespült wurde. Hoffmann sind 32 Operationen bekannt, von denen sieben misslangen. Quetschungen der Blase heilen oft merkwürdig gut, schlimmer dagegen sind die Harn­infiltrationen des Bindegewebes, wenn nicht auf längere Zeit ein Katheter eingelegt wird. Cadiot behandelte einen Fall, bei welchem sich der Stein vormöge seiner Grosse weder durch den gemachten Einschnitt, noch mit der Zange fassen Hess, es blieb ihm daher nichts übrig, als denselben (er wog 400 Gramm) innerhalb der Blase nach geschehener Fixierung durch einen Gehilfen mit ililfe von Meissel und Hammer zu zerschlagen.
Blasensteinschnitt. Litho-
laquo;, i
li
Ü l tomie. I'm behufs der Entfernung I von Steinen in die Klase zu gelangen, kann der Daiimildasenstich ailSffe-
Fig. 807.
LdtVt'lfnniüu'i Steinzanse.
führt werden (s. oben) und leistet
Fig. 808.
Gebogene stein-
zange.
dabei die lokale Anaesthesie gute Dienste. Ist die Harnröhre am Blasen-
4!l
lials eröffnet, wird die Stichwunde so erweitert, dass sich die zur Extraktion der Steine notwendigen In­strumente unter Leitung des Fingers in den Blasenraum einführen lassen. Das Spekulnm von l'olanskv kommt dabei trefflich zu statten. Zur Operation braucht man ein gerades und geballtes Messer, ein Knopfbisturl und eine Hohlsonde. Zur Untersuchung und Zurecht­legung der Blasensteine giebt es auch besondere Steinsonden. Diese Instrumente müssen die erforderliche Länge haben, um bis in
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IJlasoiistcinsclmitt.
Ill
den Blasenhals y.n reichen, zweckmamp;ssig erweist sicli dalier das ver­deckte Blasenmesser (Lithotome cachö), dessen schmale lange Klinge (Fig. 809 a) in einer iüiiiie verborgen ist und durch eine klappen-artige Feder beliebig weit hervorgedrückt werden kann, um einen Schnitt sowohl beim Hinein- als Herausziehen auszuführen. Das schon ältere Instrument wird auch als Herniotom benutzt und erspart die Hohlsonde. Die Blasenschnittskalpelle sind geballt, die Richtung des Schnittes geht entweder gerade nach aufwärts (in der Mittellinie gegen den Mastdarm) oder etwas zur Seite.
Das letztere Verfahren eignet sich vorzugsweise bei grossen Steinen, weil die bedeutende Erweiterung der Wunde den Mastdarm treffen könnte: die Richtung des Messers ist bei dem schrägen Schnitte gegen die Sitzbeinbeule gerichtet. Da hiebe! Jedenfalls die
Fig, 'ioit. [jithotome cach6,
Vorsteherdrüse und die Mündung der Sa men-Leiter und Samen-Blasen der einen Seite verletzt werden, so kann die Brauch­barkeit des Tieres zur Zucht durch die Opei-ation leiden: indessen ist diese Rücksicht unerheblich, da die grosse Mehrzahl der operierten Tiere Wallachen sind. Wichtiger ist. dass bei dem schrägen Schnitte Verletzungen der Arterie der Harnröhrenzwiebel und der Afterruten­bänder vermieden werden, welche Teile bei dem Schnitte in der Mittellinie getroffen werden können (Girard).
Es ist wesentlich, den Schnitt in die Harnröhre so hoch oben als möglich, sowie ihn nach unten in den äusscren Teilen etwas länger zu führen, um die Infiltration mit Harn daselbst zu vermeiden. Das Kindringen des Messers in den Blasenhals ist durch das Ab-tliessen des in der Blase angesammelten Harns bezeichnet. Von diesem Momente an muss die Operation möglichst beschleunigt werden, weil die gänzliche Entleerung der Blase das Fassen des Steins erschwert.
.Man kann während des Aufschlitzens der Harnröhre und des Blasenhalses die Hohlsonde in der Wunde lassen, um neben ihr (da sie die Verschiebung der kollabierten Teile verhindert) die Stein­zange einzuführen. Um den Stein damit zu fassen, ist das Ein­bringen der linken Hand in den Mastdarm rätlich. Man schiebt
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Operationen an der Harnröhre und lilasc.
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damit den stein in den Blaseuhals, sucht ilnn die Lttngenvichtung m geben und ihn in dieser mit der Zange zu fassen, ja es ist möglich, den stein vom Mastdarm aus soweit rückwärts zu schieben, dass er
mit den Fingern der andern Hand in der Wunde erreicht und lier-vorgezogen werden kann. Bei weiblichen Tieren genügt in der Regel das Aufschlitzen der tlarnröhre auf der Flohlsonde.
In sehr einfacher und erfolgreicher Weise entfernte riet/er neuestens und zwar am stellenden (gespannten) Pferde einen Blasenstein von 2110 Gramm Gewicht. Die Operation geschieht in nachstehender Welse.
Nach erfolgtem Einschnitt durch die Haut, (von etwa IC cm Länge) unter dem After genau in der Medianlinie geht die linke Hand in das Rectum ein und drängt den Stein möglichst an den Haut-sclmift heran. Sodann wird der Afterrutenmuskel, der anliegende Wlison'sche Muskel, der kavernöse Körper, sowie der jetzt folgende obere Abschnitt der Urethra und zuletzt der Blasenhals auf dem fixierten Stein eingeschnitten, um denselben mit der zugespitzten Hand unter Drehen und Ziehen aus dem Wundkanal hervorzunelimen und zu entfernen. Damit ist die Operation beendet, ein Vernähen der llusseren Wunde wird (wie Jetzt auch beim Menschen) unterlassen, da es nur zu Harninfiltrationen Anlass giebt. Die Wundfläche heilt allerdings erst nach längerer Zeit ( 1—ö Wochen), in 8 Wochen trat bei dem Falle von l'letzer völlige Wiederherstellung ein.
Die unvermeidliche Verletzung des Corpus cavernosum veranlagst eine Blutung, die durch Einlegen nasskaltev Tampons gestillt werden muss, da auch Aste der Schambeingefässe verletzt werden. Eine l'nterbindung wäre ebenso schwierig als zeitraubend, Einen grossen Vorzug hat das Vorfahren, weil es den Gebrauch der Steinzange überflüssig macht, und kann ebenso das Einlegen eines Drainrohrs unterbleiben, das nur die Wunde reizt und zum Drängen auf den Harn Anlass giebt.
(iökel operierte in ähnlich glücklicher Weise jedoch in der Seitonlage des Pferdes, ein anderes Instrument als ein geballtes Messer war nicht notwendig. Hauptbedingung ist, bei der Pletzer'schen Methode das Nachhelfen mit der Hand im .Mastdarm, nachheriges Verwahren der Schweifhaare und Aufbinden im Stande. Sehr grosse Steine werden sich in dieser Weise nicht entfernen lassen.
Bei Hunden ist die Entfernung von ßlasensteinen via tlarn­röhre nicht ermöglicht und muss hier von der Bauchhöhle aus ähnlich wie beim Menschen (Sectio alta) eingegangen werden und zwar oberhalb der Symphyse, bei den kleinen Haustieren vor derselben. Malt/eff
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I.ittoratur.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 448
scliehit der Erste gewesen /u sein, welcher ilie Methode in die Tier­heilkunde eingeführt hat,
Auf der Linen alba vor dem Schambein führt mau nach vorge­nommener Narkose einen Schnitt von I 7 cm Länge durch die Haut und Bauchdecken bis auf das Peritoneum, schneidet dieses besonders durch und sucht nun unter streng aseptischen Kautelen mit den ein­geführten Fingern die Blase auf. Nach dem Erfassen der untern Wand mit einer Pincette wird nun auch sie nach erfolgtem Einstich auf­geschnitten und der Stein mitteist einer Kornzange herausgenommen. Die Länge des Blasenschnittes richtet sich nicht nach der Länge der daselbst liegenden Steine, sondern nach ihrer Dicke. Den Schluss bildet das Hervorziehen der Blasenwunde aus der Bauchwand, wo sie mit Karbolseide durch die Kürschnernaht vernäht und mit. Jodoform­tannin oder dgl. bestreut wird. Nach Rückgabe der Harnblase wird sofort die Bauchwunde geschlossen. Die Blutung ist gering und er­folgt Heilung auf erstem Wege in 18—20 Tagen, das äusscrliche Verbinden nuiss jedoch unterlassen werden, da hierdurch das Tier nur beunruhigt wird. Unter zwölf durch Maltzeff in dieser Weise vorgenommenen Steinoperationen waren zehn Heilungen zu ver­zeichnen; ein Fall endete durch purulente Bauchfellentzündung und beim zweiten mit Staupe behafteten Hund wurde zufällig eine Darm­schlinge verletzt.
Litteratur. Schon im Mittelalter winde die Steinoperation ausgeführt, Dino a Dini beschrieb sie I860, hielt sie aber für kaum ausfahrbar (Ercolanis Cliir. II. 157). — Lafosse, Diction, d'blppiatr. und Dele versuchten 1773 den Blasenschnitt mit Erfolg, ebenso l'oincelot 1794, Giraud, Verrier, Chabert (s. Ilcrtwigs Op.-Lehre und Dieterichs Akiurgie). — Bouley aine, Cpt, rend. Alf, iHoiraquo;, operierte glücklich, aber ohne Katbcter und Lithotom, lauter „Instruments toujours meurtriersquot;. — Girard schrieb eine Abhandlung „Memoires sur les calculs vesicauxquot;. Paris 1828. Morton ebenso: Calcul, concretions in tbe horse. London 1844 mit 4 Tafeln. — Mogford, The Lancet 182U. Schnitt links am After vorbei, ohne Zange; ebenso Maurice, Rec. 182U. 608, Schnitt nach rechts, nachdem die Harnröhre mit Wasser angefüllt war. Operation stehend. — Taylor, Rec. ISiiU. 128. Rückenlage und Einführen einer gegliederten Sonde, hält das Heften der Wunde für nötig. Gautier, .lourn. de Toni. II. l'rethrotonüc und Entleeren von Kalkhrei mit einem Lötfei b. Maultier. — Dick, The Vet. 1842. Rep. 1843. 7o. Entfernung eines Steins von 500 g; Field ähnlich. Rep. 1848. 247; derselbe Vet. Records L16, drei Falle, einer tödlich. — Fougera, Rep. 1844. (i.'J. Verletz, des Mastdarms, Heilung; Kirchner, G. u. H. 1844, Zerreiss. der Blase. — Bouley, Rec. 1845. Rep. 1845. 284, 1000 g schwerer Blasenstein, Tod durch Erschöpfung, Stute; derselbe Rec. 1858. lüiJ und Rep. 1858. 800. Beschreib, seines Lithotriteurs samt Speculum und Tennetto broyeuse. Gleich der zweite Fall endete septikiimisch. — Schmid, Münch. .lahresber. I8raquo;i2. Zerbrechen des Steines mit einer Kugelzange, Heilung; ibidem 1862. 288.
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Operationen an der Harnröhre und Blase,
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Operat, eines Blasenpolypen, Heilung, Straub, Rep. 1868. 81, Zertrümmerung, Heilung in drei Wochen; liassi, daselbst ItSTit. Der Litho trip tor von Qulllon liess Im Stich, der von liouley ist vorzuziehen. Heilung in 48 Tagen. — Biot, Rec, 1863, Rep. ISü.'J. 339. Harnröhre mit Wasser gelullt, Rückenlage, Llthotrlptor, Hiirn-intiltration. Heilung in sieben Wochen ohne Naht, Beschreibung von grossen Blasensteinen von 6—8 Pfund, die Turiner Schule 20 Pfund. — Fischer, üep. 1805. 3^7. Stein in. Blasenwand eingesenkt. — Ochsner, Schweiz. Arch. VIII. .V Steinschnitt b, Ochsen; Mat her, Rep. 18TI. 107, The Vet. 1848, beim Hund, Tod: Ryss, Rec. 1827. 582, beim Schwein.
Cystotomie bei Stuten. Renault, Rec. 1834. 337. Eigrosser Stein zerbrochen; lüst. cache zum Aufschlitzen vorzuziehen, -- Mogford, Vet. 1848. Rep. 1811. 73. Umstülpen der Blase soll Operat. entbehrlich machen. — Read. The Yot. 1842. Rep. 1848. Einer der Steine war eingesackt, Heil. — Hertwig, Blutige Erweit, der Harnröhre bei einer stets rossigen Stute. G. u. II. 1859. 227. - Stockfleths Chir. 11. 605. Kugelzango ohne Erweit.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Vacchetta, Rep.
1872. 284. ';, Pfd. schwerer Stein mit Bouleys Instrument zertrümmert; ilhuliche Fülle Rep. L858 und 1865; Friis zertrümmerte mit einer Kugelzange; nach drei Monaten neuer Stein gebildet, Rep. 1870. 07. — Straub entfernte einen 100g schweren Stein mit den Fingern; spontaner Abgang eines Steins von 125 g. Itep. 1843. 120; 1805; ebenso Konhäuser, Monatsschr. des östr. Ver. 1881. 34. Ge­wicht 809 g. — Schmitz, Zeitschr. f. Vet.-Kde. 1889. Zertrümni. durch eine Feuer­zange; desgl. durch eine besonders konstr. Zange; ebenso Epple, Rep. 18S9. 104. Der Stein wog 280 g. — Schindelka, Aufschlitzen der Harnröhre. Östr. Monats­schrift. 1889. 102. - Reichert er, Rep. 1874. 80. Kugelzange. — Hafner, Bad. Mitteil, Entfern, eines fanstgrossen Steins durch Aufschlitzen. Heil, in drei Wochen. Der Blasenkatarrh blieb permanent. Wortley-Axe, The Vet. 1887. Ursprung, Entwickl, und Behandl. der Blasensteine. — Pütz, Kochs Encykl. VI. 100 Lithothritie (Abb. des Heurteloupschen Instruments). — Rabat, Revue vot. 1888. Juin. Hell, mehrerer Fälle durch Lithotripsie; Fieber unbedeutend (Östr. Mojiatsschr. 1888. 491). — Schmitz, Ztschr. f. Vet.-Kde. 1891. 432. Zertrümmerung. — Gökel, Kochs Monatschr. 1894; ebenso Österr. Ztschr. f. Vet.-Kde. YII. Heft 3. 1890. Operation nach der Pletzer'schen Art. — Die Lehrbücher der Chirurgie von Möller, Bayer, Hoffmann, — Cadiot, Rec. 1895.550. Frethrotomie und Zertrümmerung b, Pferd, Heilung. — Thomassen, Holland. Ztschr. Bd. 21. S. 81. ürolithiasis und ihre chirurg. Behandl. hei d. Tieren. - Rubay, Annal. Brux. 1895. Ent­fernung von Nierensteinen b, Hund. Heilung. Beim Pferd Tod. — Fröhner, Kochs Monatschr, VI. 408. Statistisches. — Due n mean, .lonrn. Lyon 1895. 1. Ent­fernung von Harnsteinen h. Hund im l'enis: Naht überflüssig. — Maltzeff, Archiv f. Vct.-Wiss. 1895. 238. - Cadiot. Rec. 1895. Heft XH. Zertrümmerung des Steins mit Meissel innerhalb der Blase. Imminger, Woch. f. Thlkde. 1890. No. 1. Feststellung von Nieren- und Blasensteinen beim Rind. — Maltzeff, Ztschr. f. Vet.-Kde. 1890. Sectio alia; ebenso Betersb. Arch. f. Vet.-AViss. Bd. VH. — l'letzer, Woch. f. Thlkde. 1890. 345. Vereinfachung der Cystolithotomie b. Pferd. - Bayer, Operntionslehre 1896.
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Amputation dor Harnblase.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;445
V. Amputation der Harnblase.
Diese Operation kommt liüdist selten und nur bei weiblichen Tieren (Stute, Kuh) vor und setzt eine ümstülpung (Vorfall der Blase) voraus. Fast Immer ist eine Geburt unmittelbar vorherge­gangen und wurde durch den heftigen Drang nach dem Becken der Blasenhills so sehr ausgedehnt, dass die Harnblase sich umstülpen konnte; sie hängt Im untern Winkel des Wurfs heraus und hat die Gestalt einer umgekehrten Bouteille.
Diagnose, line Oberfläche ist teils gerötet, teils schrundig und scliortij; oder verletzt, die Häute sind infiltriert und was am meisten charakteristisch ist, am Grunde sind die beiden Mündungen der Harnleiter zu finden, durch wolclie der Harn entweder anhaltend herauströpfelt oder in einzelnen Stössen hervorgespritzt wird. Um nielit den Vorfall der Blase mit einem Vorfall der Seheide, des Uterus (womit er Übrigens kompliziert sein kann) oder seihst mit den Eiliänten zu ver­wechseln, muss man die Mündung der Uretheren aufsuchen. Nicht selten prolahiort auch die Blase durch einen Scheidenriss.
Man wird zuerst die Reposition der Blase nach den gewöhn­lichen Vorschriften versuchen, die Harnröhre ist so weit, dass leicht einige Finger (oft vier) sich einführen lassen, und erst dann, wenn jene unmöglich oder die Blase Strukturverletzungen zeigt oder sogar geborsten ist, brandig zu werden droht 11. s. w.. liisst die Amputation als letztes Mittel sicli ausführen. Die vollständige Reposition gelingt. oft erst nach Wochen und Monaten. Vogel empfiehlt kalte Fomente mit nachherigem Einwickeln in eine elastische Binde, die an der Spitze der Blase zu beginnen hat.
Amputation. Sie besteht in der Unterbindung der vorge­fallenen Blase am Übergang des Körpers derselben in den Hals, so dass die Mündungen der Harnleiter frei bleiben. Die (einfache oder doppelte) Schlinge wird zwischen diesen Mündungen und dem Grunde der Blase fest angelegt und täglich 1—2mal nachgezogen, oder eine neue Ligatur dicht über der ersten angebracht oder besser, es wird mit einer Kautschukschnur oder aufgeschnittenen (iummiröhre unterbunden (siehe elastische Ligatur S. 127).
Die hinter der Ligatur befindliche Partie der Blase schwillt, stark an. wird später blaurot und übelriechend und nach einigen Tagen entweder von selbst abfallen, wenn sie nicht vorher schon mit dem Messer abgetragen werden will. Da die Ligatur sich gerne nach vorwärts verschiebt, und die. Uretheren verschliesst, kann man genötigt werden, sie mittelst, einer Wundnadel durch die Blase hindurch-
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Operationen an der llanirolire uiul Blase.
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zuführen und diese dadurch in zwei Tort ion en zu teilen. Hierbei muss beachtet werden, daSS ilie lilasenwiind nicht zu tVüli durchgeschnitten wird. Das Abgleiten der Ligatur durch Einstecken eines Stiftes verhindern ZU wollen, ist nicht anzuraten, da es zum Harnen reizt, bei feinen (elastischen) Seideiisclinüren kommt überhaupt ein Abrutschen nicht vor. Her BlaseustUmpf verheilt nach der Ue-positlon und geschehener Asepsis in wenigen Tagen von selbst und verhindert zugleich das Wiederhervortreten. Die mit der Operation verbundenen örtlichen und allgemeinen Zufiille müssen nach ihrem Charakter behandelt werden, namentlich ist es nötig, Klystiere anzu­wenden, seihst ein antlphloglstlsches Verfahren einzuleiten (Irrigation der Scheide).
Nach der Entfernung der Harnblase zieht sich der Blaseuhals in die Scheide zurück, allein der Harn fllesst öfter und selbst manch­mal ununterbrochen aus dem untern Winkel des Wurfs und an den Hinterfiissen hinab, deren Haut davon angegriffen wird. Man hat da­gegen das Einlegen einer Blechröhre versucht, welche an den Lippen des Wurfs befestigt wird und den Harn weiter rückwärts abtliessen liisst. Hei einer Scheidenruptur muss nach der Blasenreduktion die Vagina Jedenfalls geheftet werden, wenn sich die Ränder nicht von selbst schliessen. I5ei Kühen wird es sich, nachdem die Amputation der Blase beschlossen wurde, meist nur darum handeln, die Tiere noch einige Zeit anszunützen. um .sie dann der Schlachtbank zu über­liefern, obwohl sie sich lange Zeit dabei gut befinden und auch die Stuten ihrem Dienste nachkommen können, wenn auch der Harn fort­während abtröpfelt. Vollständige Heilungen sind in der Litteratur verzeichnet.
Litteratur. Canu, Urogniez' Cliir. III. 224. Operation bei einer Stute, die nach sechs Wochen dienstfähig war. — Can 11 et, llec. 1828. 25;). Abschneiden von -',3 der vorgefall, Hlase, unvollstiind. Jleilunfr, doch Urauchbarkcit der Stute. — Leach, The Vet. 1K47. 425. Unterbindung der Blase, Abfallen nach sechs Tagen. Tod durch Brand. Vancussem; Ännal. de Brux. ls48. 378. Unterbind, durch doppelte Naht zwei Monate nach der Geburt, dann Abschneiden, Brennen, Heilung; ibd. J877. Kep. 187H. 177. De give. Man soll die Hoffnung des Zurückbringcns der Blase nicht zu bald aufgeben, Uogive gelang die lloposition der umgestülpten Blase einer Stute noch nach 14 Tagen durch fortgesetzte Bähungen und Kneten. Ilolgen reponierte noch nach fünf Wochen, Het llepertorium (Ctrecht) 1859. 25. — Elmue Tidsskr, f. Vet. 185it. 22. Amputation kurz vor dem Abfohlen, Biss bei der Reposition, Tod, — Stock f loth, Chir. II. 012. — Riviere, Kepert. Bd. 28. ,#9632;129. Amputation.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Liönanx, Annal. Brux. 1898. 6()2. Entfernung
eines Blasonnyoms beim Hunde.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Hartenstein, Becueil Mai 189(i. Unter-
bindung durch eine elast. Seidenschnur, wie sie zum Festhalten des Hutes dient.
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Kastrution mannlicliei' Tiere.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;4 17
in 80 Touren, Abschneiden eines Teils der JÜase 2 3 cm hinter den Iretcren, Heilung in kurzer Zeit, nur ist häutiges Harnen der Stute zurückgeblieben.
M ö 11 c r, Chirurgie.
XXXII. Kastration männlicher Tiere.
Das Kastrieren (castrare cMtrer, entmannen) bezweckt die Aufhebung der Geschlechtsthätigkeit und handelt es sich bei inänii-lichen Tieren hauptsächlich um chirurgische Entfernung laquo;ler Hoden (Verschneiden). Therapeutische Anzeigen sind selten (s. unten).
Geschichtliches. Die Kastration ist nicht hloss eine der häufigsten tier­ärztlichen Operationen, sondern sie gehört unstreitig auch zu den ältesten, denn schon Moses erwähnt ihrer (liihel, [II. Buch Moses, Kap. 22, Vers 2t, worin es heisst: „Ihr sollt dein Herrn kein /erstossenes oder Erdrücktes, Zerrissenes oder Zerschnittenes opfern und sollt in Euerem Lande solches nicht thuiiquot;), ja die Ge­schichte der Orchcolomie reicht bis ins höchste Altertum zurück. Die Israeliten lernten sie von den Ägyptern und diese von den Assyriern und Äthiopiern kennen, und nach Hesiod war die Operation auch den Griechen schon von Allers her hc-kannt, nach Xenophon ehonso den Persern und spricht dieser wie Honicr von dem „Verschneidenquot; der Pferde, Stiere und Hunde, Aristoteles von dem Kastrieren weihlicher Kamele, Muttorschweine und seihst Vögel. Die Itömer dehnton die Ope­ration auf alle männlichen Haustiere aus, sowie seihst auf Fische und Mago der Karthager (II. Jahrh. v. Chr.) ist der erste, welcher die Kluppen (Klammern) er­wähnt. Varro und l'linius sprechen üher das günstigste Alter, Aspyrtus vom Ahhrennen der Hoden, Vcgctius (zur seihen Zeit, 850 n. Chr.) von nachfolgendem Starrkrampf, Ruffus (1220) von Hodensacklirüchon, Kstienne (1565) vom Ah-schneiden der Testikel und Rusius hielt das Kastrieren mit dem Messer für sehr gefährlich, riet daher das Klopfen an und hei Kindern das Abdrohen.
Die Deutschen kannten die Operation ehcufalls schon sehr lange und zwar ehe das Wort „Wallachequot; auftritt, denn dieses kam nur durch die vielen ver­schnittenen Pferde auf, welche aus der Wallache! eingeführt, wurden. In Frank­reich, wo die kastrierten Pferde „cheval hongrequot; heissen, war dies ähnlich der Fall. Im Mittelalter wurde indes wenig mehr kastriert, denn für den Edelmann galt es als unwürdig, auf einem Wallachen zu reiten und die mit Eisen gepanzerten Männer bedurften der schwersten Hengste. Erst mit dem Verfalle des Rittertums und der Erfindung des Schiesspulvers kamen allerwärts wieder leichtere kastrierte Pferde in Gehrauch. Heutzutage hält man Hengste fast nur für Zuclit/.wecke, dagegen wird von dem Kastrieren auch hei den übrigen Haustieren desto aus­giebigerer Gebrauch gemacht, ohne dass aber wesentlich neue Operationsmethoden aufgekommen wären, nur das Abdrehen der Hoden, das Kastrieren der Kryptorchiden und die Ovariotomie haben Änderungen erfahren, da durch die antiseptische Wund­behandlung die blutigen Eingriffe namentlich in die Bauchhöhle weniger gefährlich geworden sind. Ausserdem kamen eine Reihe von früheren Kastrationsweisen ganz in Wegfall und können diese jetzt nur mehr Anspruch auf historisches Interesse beanspruchen.
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Kastration mamp;unlichoi' Ticio.
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Anzeigen der Operation. T li e r m iraquo; e u t i s c li e Indikatioueu liegen, wie schon erwUhut, nicht häufig vor, zuweilen bei tieferen Ver­letzungen iltüquot; Hoden, bei Neuhildungen in den ttussern Geschlechts­teilen, Saiicocele, Fisteln, grösseren Abscessen, chronischer Orchitis ti. s. w. oder verbindet mit der Operation des Lelstenhruches die Ent-fernung des Hodens. Audi Innerliche Erkrankungen geben nur selten Veranlassung, /. B, habituelle Gehirnkongestionen des Pferdes, Saraenkoller, Zuclitlähnie. Stiersucht. Vogel bat in SUdrussland den günstigen Einfluss des Kastrlereus liei der Osteoraalacie der Rinder und Schafe beobachtet.
üeberwiegend sind die ökonomischen Vorteile, welche sieb erzielen lassen, da bestimmte Veränderungen im Gesamtorganismus auftreten, durch welche die Haustiere für den täglichen Gebrauch nützlicher werden oder höhere Rentabilität liefern (erhöhte Dienst­tüchtigkeit und gesteigerte Produktivität).
Frühzeitig kastrierte männliche Tiere nähern sich in den somatischen Verhältnissen mehr dem weiblichen Geschlechte, besonders nehmen die hintern Körperpartieen an Masse zu und wird dadurch eine grOssere Harmonie in den
l'rojio rt ionen zwischen Vorder- mid Hinterteil gebracht, Der ganze Habitus verliert seine eckigen Konturen, der Typus wird leichter, feiner, graziler, die Gestalt runder, weicher, und selbst die Stimme verändert sich. Weitere Utilitatszwecke werden ferner dadurch erreicht, dass die Tiere ruhiger, dienstwilliger werden, das namentlich zur Zeit der Brunst heftige Naturell ruhiger wird, die Neigung zum Gebrauche der natürlichen Waffen verloren geht und an ihre Stelle ein gewisser Grad von Indifferenz tritt, welcher mit der vermehrten Neigung zu Fettbildung zu-sanimenhängt. Am auffallendsten zeigt sich dies hei Hengsten, deren iiher-sprudelnde Kraft, ausgelassener Mut, Energie und heftiges Temperament sich miissigt, wodurch sie leichter bezähmbar, leichter leitsam, zugänglicher und auch verträglicher gegen andere Tiere werden, dagegen lauft man Gefahr, dass das vorhandene an­genehme Temperament nach der Operation verloren geht und gewöhnlich ein ge­wisses Phlegma zurückbleiht. Altere Tiere verlieren durch das Entmannen an Naturell weit mehr als jüngere, auch ist es insbesondere die Form und Grosso des Kopfes, des Halses, der Hörner, welche nur durch frühzeitiges Kastrieren abgeändert wird, wie auch hei Tieren mit einer spezifischen Absonderung (Ziegenböcke, Eber) diese aufhört und dadurch das Fleisch geniessbarer wird. Ausserdem liegen noch weitere Indikationen darin, dass man die Tiere überhaupt von der Zucht aus-schliessen will, dass manche anstössigen Auftritte auf der Strasse vermieden werden, Pferde in Wirtsstallungen gefahrloser eingestellt werden oder beide Ge­schlechter gemeinsam auf die Weide getrieben werden können, die Mastfähigkeit und Wolleproduktion gesteigert wird u. s. w. Kastrierte Schafe liefern nicht bloss mehr, sondern auch wertvollere AVoile und was die Hunde betrifft, will man auch das Weggehen von Hause und Zulaufen fremder Hunde verhüten.
Kontraindikationen des Kttstrierens sind gegeben bei herr­schenden Seuchen, insbesondere der Staupe des Pferdes. Brust-
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Zeit der Kastration.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 449
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seuche, Rauscbbrand, Anthrax. Diphtherie des Geflügels u. s. w., ferner wenn Starrkrampf vorkommt, bei Tieren, die an Druse und andern Katarrhen leiden, sichtlich im Zahnen begriffen und m jung sind, wenn sie struppige Ilaare besitzen, die Rippen zeigen u. s. w, Endlich kastriert man nicht gerne, wenn extreme Wltterungszu-stiinde bestellen, da ja die Operation keine dringende ist, auch ver­zögert man sie bei Fohlen und Bullenkälbern von besserer Abkunft, weil sie sich später oft unerwartet günstig entwickeln, später als Zuchttiere einen ungleich höheren Wert repräsentieren und noch junge Tiere nach dem Exterieur allein hinsichtlich Ihrer Brauch­barkeit zur Nachzucht nicht immer beurteilt werden können.
Zeit der Kastration. Die Operation muss in jedem Alter vorgenommen werden können, im andern Falle ist sie gar nicht indi­ziert. Alte Hengste und Farren werden zwar stark mitgenommen, allein sie sollen das Kastrieren gefahrlos überstellen, was auch bei sachgemässer Vorbereitung und Ausführung der Fall ist. Im übrigen richtet sich die Operationszeit hauptsächlich danach, ob sie dem Eigentümer zur Zeit am meisten in seine wirtschaftlichen Verhält­nisse passt.
Speziell bei Pferden ist die Frage des besten Kastrations­alters noch zum Teil eine kontroverse, denn einige wollen die Ope­ration gleich nach dem Abstossen der Fohlen vorgenommen wissen, andere bis nach Ablauf des ersten Lebensjahres oder noch länger zuwarten. Jüngere Tiere ertragen den immerhin nicht unerheblichen Eingriff in den Gesamtorganismus jedenfalls leichter als ältere, auch ist ein allenfallsiger Verlust des Tieres eher zu verschmerzen; ausser-dem hat noch keine Begattung stattgefunden, ebenso kein Blutan­drang nach den Genitalien. Dagegen bleibt, wenn zu jung kastriert wird, regelmässig die Vorhand (namentlich der Widerrist) in der Entwicklung zurück. In manchen Pferdezucht treibenden Ländern, wie z. B. in Frankreich, kastrierte man früher nur I — 6-jährige Pferde, jetzt geschieht dies schon mit 12—IS Monaten, insbesondere bei Luxus- und Militärpferden, bei schwereren Zugpferden ein halbes Jahr später, im Ganzen kann jedoch das zweite Lebensjahr als das geeignetste bezeichnet werden. Im ersten Jahre kann bei Pferden leicht eine Störung der körperlichen Ausbildung, besonders der Breite nach, die Folge sein. Zu widerraten ist die Kastration im vierten Jahre, in welchem die Unterdrückung des jetzt so mächtig entwickelten Ge­schlechtstriebs häufig eine allzu starke Herabstimmung des Tem­peraments nach sich zieht. Bei den übrigen Haustieren fallen die
Hering'a Opcrutionslohio. VI. Auf).nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; OQ
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Kastration miuinlichor Tiere.
meisten dieser Bedenken weg und wird gemeinhin im ersten halben Jahre zur Kastration geschritten. Das Weitere ist Sache der Be­sprechung In der Tlerproduktlonslehre,
Was die Jahreszelten betrifft, wird gewöhnlich das Frühjahr vorgezogen, doch muss liier auch Rücksicht auf die Brunstzeit ge­nommen werden. Wegen seiner mehr glelcbmftssigen Witterungsver-hältiüsse eignet sich auch der Herbst gut, da manche Kastraten unter jähem Wechsel des Wetters notleiden. In der heissen .Saison kommen gerne Zersetzungen, üble Eiterung vor. in der kalten Zelt zögert die Heilung, im Ihrigen überstellen die Tiere den chirurgischen Eingriff immer am besten, wenn sie nachher der Weide übergeben werden oder sie sonstige Gelegenheit zu körperlicher Bewegung haben. Trockene, kalte Nordostwinde, Tauzeit, kalte Nebel u. dgl. erfordern Berück­sichtigung.
Die Tageszeit richtet sich am besten nach der Bequemlichkeit und den übrigen Berufsgeschäften des Operateurs; die Morgenstunden sind die besten, wo die Tiere frisch gekräftigt und von Verdauungs­geschäften noch nicht belastet sind. Ist ein zweiter Besuch am seihen Tage notwendig, wie z. B. beim Kluppen, richtet man auch hienach die Stunde der Operation ein. Vor derselben wird das Tier diät ge­halten, man muss sich indessen hüten, länger als zwölf Stunden fasten zu lassen, bei Pferden sind in Folge dessen schon üble Zufälle (Ver­schiebungen leerer Baucheingeweide während des Liegens, ein Netz­oder Hodensackbruch) vorgekommen. (Masch, Berl. t. Woch. 1896. S. 297.)
Anatomisches. Die Iloilen lioflndcn sich zur Zeit der Geburt am Banchringe oiler selbst schon im Skrotum, so dass mau die meisten Haustiere' schon wenige Tage nachher kastrieren könnte. Beim Herabsteigen hat der Hoden das Bauchfell mitgenommen, das also auch den Samenstrang übev/ieht, ebenso die innerste Haut des Hodensacks und des Leistenkanals bildet. Am hintern und ilussorn Rande der zuletzt genannten serösen Membran legt sich der äussere Hodenmuskel (Kre­master, Fig. 810i) an, dessen Ursprung bis zum Darmbein bei C binaut'reicbt, wo er einen fixen Punkt bat und somit die Scheidenhaut wie den Testikel in die Höbe ziehen kann.
Schneidet man den Hodensack n durch, so kommen folgende drei lliiute unter das Messer. 1. Die äussere Haut lt;/' ist dünn, sehr elastisch, bei Pferden meist schwarz und fast haarlos, bei Schweinen und Kaninchen nackt, bei Wieder­käuern und Fleischfressern fein behaart, bei einigen Schafrassen mit Wolle bedeckt: die Medianlinie wird durch eine Naht, die sog. Baphe angedeutet. — 2. Die zweite Haut laquo;quot;, die rötliche kontraktile Floischhaut (Darto s), ist besonders bei den Kiniiinantien gut entwickelt und zieht den Ilodensack in kleine Runzeln; in der Medianebene trifft sie mit der der andern Seite des Skrotums zusammen und ver­läuft als Septum in die Höhe, teilt also den Hodensack in zwei für sich bc-
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Anatomisches.
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stehende Säcke. Weiter nach innen kommt die dritte Hülle, hestelioml aus fibrösem Gewebe, die allgemeine Boheidenhaut; zwisoben dieser und der Dartos ist eine reichliche lockere Kindcjrewehsschicht, welche das Zurückschieben sehr er­leichtert. Die innere Flüche dieser Tunica vaginalis ist von einer Fortsetzung des Bauchfells (Parietalblatt der besonderen Scheidenhaut) überzogen, geht auf der Höhe des Schweifs des Nebenhodens, welcher mit dem entsprechenden Teil der all­gemeinen Scheidenhaut durch kurzes straffes Zellgewebe verbunden ist, auf den Nebenhoden über und breitet sich über denselben, den Hoden und Samenstrang als Viszeralblatt der besonderen Scheidenhaut aus. Die eben beschriebene aus Straffem Bindegewebe bestellende Verbindung des Nebenhodens wird fälschlich als Neben­hodenband bezeichnet, das jedoch nur an das hintere Ende des Hodens geht.
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Fig. .-310.
Der Samenstrang (Fig. 810({] wird gebildet durch die doppelt liegende Scbeidcnhaut, in welcher die innere Samenarterie f und Vene sich verzweigt, während der Samenleiter e, eine Fortsetzung des quer über den Hoden ff liegenden Neben­hodens lgt; !gt;', am hintern Uandc des Samenstranges in einer besonderen serösen F'altc nach dem üanchriiige hinaufsteigt und sich durch denselben in die Becken­höhle begicht, um in die Harnröhre zu münden. Der Samenleiter wird von einer kloinen Arterie begleitet. In der Figur 810 ist er mit c bezeichnet, amp; ist dessen Ampulle, d das Samenbläschen, e die Vorsteherdrüse, f die Cowper'sche Drüse, p die Bauchhantfalte für die Hodengcfässe, r die Harnblase, S der Mastdarm.
Die Verbindung zwischen der Bauchhöhle und Skrotalhöhle ist otl'en und der Leistenkanal, in welchem der Samenstrang frei liegt und den grössten Teil ausfüllt, hat nur eine Weite, dass man kaum mit einem Finger eindringen kann. 15ei den
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Kastration miimilichor Tiere.
kleineren Haustieron schlicsst sieh (wie bei den Menschen) in der Hegel der Bauoll-ring, so dass keine Kommunikation mehr mit der Bauchhöhle besteht oder wenigstens der vordere Rand des Samenstranges nicht durchgängig frei ist. Beim Pferd, Hund und Schwein hängt der Hoden in seinem Sacke quer, so dass der konvexe Rand nach unten (oder hinten), der konkave nach oben (oder vorne) sieht, hei den Wieder­käuern dagegen steht die Liingsaxe vertikal, Der Hodensack liegt nicht immer in der Schamgegend, hei den Herbivoren zwischen den Hinterbeinen, bei den Om­nivoren und Karnivorcn weiter rückv.'iirls und oben, unterhalb des hinteren Sitzbein-ausschnittes. Bei Pferden sind die Hoden ungleich in der ürösse, der linke meist entwickelter; jeder wiegt bei zweijährigen Fohlen 150—200 g , der eine gewöhnlich 15—30 g mehr.
Von denBlutgefässen, welche in Betracht kommen, ist es zu­nächst die innere Samenarterie, welche die Hoden versorgt und am vorderen Rande des Samenstrangs das ranken-
förmige Gefässgeflecht (Plexus pampiniformis) bildet, um in die Samenvenen überzugehen. Dieser vor­dere Teil des Samenstrangs ist das wich­tigste Gebilde bei der Operation, er enthält auch noch glatte Muskelfasern, die als innere Kremaster bezeichnet werden, sowie die Nerven. Der hintere Teil bildet nur eine Duplikatur der Serosa mit dem Samenleiter, der hier auch von feinen Nervchen des Samen- und Beckengeflechtes begleitet wird. Diese Duplikatur kann ganz ohne Blutung durchgeschnitten werden, was beim Ge-
fässteil des Samenstrangs natürlich nicht der Fall
Fig. 811. Hoden mit Samen-Strang.
ist. Der Kaum zwischen e und f (Fig. 311) heisst das vordere Septum und wird, wie schon erwähnt,
am Nebenhoden bei h' fiilschlich als Nebenhoden­band bezeichnet, während als solches nur die Verbindung des Neben­oder Haupttestikels c gelten kann. Der Kopf des Nebenhodens ist bei h\ h' der (hinten gelegene) Schweif desselben, f das Vas deferens.
Die verschiedenen Kastrationsmethoden.
Keine fiihrung so Grund liegt
tierärztliche Operation bietet in der technischen Aus-vieie Verschiedenheiten dar, als die Kastration, Der darin, dass die einzelnen Haustiergattungen eine grosse
Variation in der anatomischen Beschaffenheit der äussern Geschlechts­werkzeuge zeigen und kann so eine Operationsmethode bei einer Tier­art zweckmässig, bei der anderen unpassend sein. Viele früheren Kastrationsweisen verdanken übrigens lediglich der Furcht vor dem
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Kiiitcilmin iler Metlioden.
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j\Iesser ihre Entstehung und sind jetzt verlassen worden, auch hängt der günstige Ausgang des Kastrierens weniger von der Wahl der Methode ab, als von ihrer sorgfältigen Ausführung und liegt darin auch hauptsächlich der (raquo;rund, warum manche Praktiker für ihre Methode so sehr eingenommen sind und andere verwerfen, in der sie weniger lining und Fertigkeit erworben haben. Dasselbe gilt von den Kastrierern und Schweineschneidern, welche oft mehr Routine besitzen als manche Tierärzte und deswegen trotz Vernachlässigung aller Aseptik sehr gute Erfolge haben.
Möglichste Vereinfachung der Operation und der hiezu dienen­den Instrumente, rasche Ausführung. Sicherheit gegen mögliche Folgen, Vermeidung unnötiger Schmerzen, einfache Nachbehandlung sind die wesentlichsten Momente, von denen man bei der Wald einer Kastra­tionsmethode auszugehen hat.
Einteilung der Methoden. Um mehr System und Übersicht in die grosse Anzahl der Kastrationsmethoden zu bringen, kann man sie in zwei Hauptabteilungen bringen, je nachdem die Hoden ent­fernt werden, oder nicht; letztere Abteilung enthält meist Operations­arten, welche wieder verlassen worden sind.
A. Mit Beibehaltung der Hoden:
1.nbsp; Das Klopfen der Hoden.
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2.nbsp; Das Klopfen der Samenstränge. • quot;
3.nbsp; Brennen mit Durchstechung der Hoden.
4.nbsp; Umdrehen des Samenstranges (Bistourirage).
5.nbsp; Subkutane Ligatur des Samenstrangs oder nur der Samen arterie für sich.
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B. Mit Entfernung der Hoden:
6.nbsp; nbsp;Abbinden des ganzen Hodensacks durch Schnüre.
7.nbsp; nbsp;Abbinden des Hodensackes mit Holz oder Eisen.
8.nbsp; Abreissen der Hoden.
i). Abschaben des Samenstrangs.
10.nbsp; Einfaches Abschneiden der Hoden.
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11.nbsp; Durchbrennen des Samenstrauges.
.12.nbsp; Abdrehen des Samenstrauges.
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13.nbsp; Abquetschen des Samenstrangs. ... -; #9632;; 0
14.nbsp; Kastration mit Kluppen (Verkluppen des Samenstrangs)'3raquo;'Vo
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15.nbsp; Unterbinden des Samenstrangs im Ganzen.
16.nbsp; nbsp;Unterbinden nur der Samenarterie.
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Kastration männlicher Tiere.
Von all diesen Methoden findet am häufigsten Anwendung die Kastration mit Kluppen und das Abdrehen des Samenstrangs, dann folgt das Abbinden des Skrotums mit der elastischen Ligatur und wohl auch die Unterbindung.
Das Klopicn der Hoden.quot; Es soll früher hei Hengsten und hei Stieren in der Art ausgeführt worden sein, ilass der obere Teil des Ilüdensacks mit einer Klammer gefasst und die dadurch im untern Teil des Skrotums fixierten Hoden mit einem hölzernen Hammer auf einem Holzlilockc so geklopft wurden, dass die Funk­tion aufhörte. Man wollte damit das Zeugungsvermögen vernichten und doch zu­gleich dem Pferde das ftussere Ansehen eines Hengstes bewahren. Solche Pferde hiessen Klopfhengste. In ähnlicher Weise geschah auch
Das Klopfen der Samenstränge. Heide Methoden sind verwerflich und nur mehr im Süden üblich, wo man Wunden fürchtet. Um die Hoden nicht entfernen zu müssen, hat man früher auch die Tcstikel dadurch aussei' Funktion zu setzen gesucht, dass man sie durch glühende Nadeln, welche durch das Scrotum ein­gestochen wurden, zur Degeneration brachte. Mit Sicherheit liess sich der Zweck durch derartige Manipulationen natürlich nicht erreichen.
Bistcmrnage. Das Verfahren besteht in dem Umdrehen des Samenstrangs innerhalb des aufgeschnittenen Hodensacks junger Rinder, so dass die Konvexität des Testikels jetzt nach hinten zu liegen kommt, nachdem der Samenstrang 3—4 mal um den Hoden ge­dreht worden ist (intraskrotales Torquieren der Samenstrang-gefässe). Der dadurch nach aufwärts gedrehte Hoden wird an den Leistenring angedrückt, um das /urückwinden seines Gekröses zu ver­hüten. Zuletzt wird der fast leer gewordene 1 lodensack am untersten Teile abgeschnürt. Die sonderbare Kastrationsweise wird bei uns kaum mehr ausgeführt, mehr im südlichen Frankreich.
Das Abreissen der Hoden, Kappen, ist eine der ältesten Methoden, wird besonders bei Kälbern und Lämmern angewendet und ist über ganz Europa verbreitet.
Das zu kastrierende Tier wird dem sitzenden Operateur von einem (stehenden) Gehilfen von der Bauchseite präsentiert. Ersterer fasst dann das äussere Ende des mit Sublimatwasser gewaschenen Skrotalsackes, drängt die beiden Hoden zurück und schneidet von der untersten Hodensackspitze mittelst eines Messers je einen Zipfel ( Kappe) lt;|ner ab. Die von der allgemeinen Scheidenhaut bedeckten Hoden springen nun hervor, werden mit den Zähnen gefasst. und abgerissen, wobei die Samenstranggefässe stark in die Länge ge­zogen werden, bis sie an derjenigen Stelle brechen, wo man die Finger fest an den Samenstrang angedrückt hatte.
Die Methode ist sehr belieht und wird besonders von Schiifern im Grossen ausgeführt, hat aber auch ihre Schattenseiten. JSci einiger Unvorsichtigkeit reisst
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Abschaben des Sanioiislranges.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 455
die Samenartcrio vorzeitig ab oder schnellt dor blutende Samenstrangstumpf in die Baucbböhle hinauf und verursacht Entzündung, welche nicht selten letal ist; auch gieht diese Methode offenbar häufige Veranlassung zum Bauchfellbruche des Ochsen.
Das Abschaben des Samenstranges wird ebenfalls nur bei jungen, einige .Monate alten Tiefen (Kälbern. Lämmern, Ferkeln) und hauptsftchlicb von Kastrieren! ausgeübt. Tritt der Heden nach Eröffnung .seiner skrotalen Jlülle frei ZU Tage, nimmt man ilm in die linke Hand, legt den desinfizierten Sainenstrang auf den Zeigefinger derselben und schallt mit einem stumpfen beinahe senkrecht zu dem angespannten Sainenstrang gestellten Messer den Gefässteil schichten­weise durch, worauf die seröse Duplikatur mit dem Samenleiter asep­tisch durchschnitten wird. Das Messer schabt dabei von unten nach oben, die Schneide darf aber nicht aufdrücken und das Instrument nicht gezogen werden, um nicht zu schneiden. Ks reissen dabei zuerst die beiden inneren Jläute der (Jefässe, um sich in das Lumen des Rohres zurückzuziehen, eine Blutung wird daher vermieden, da jedoch auch die Adventitia mehr oder weniger stark zertrümmert wird, ist man gegen erstere nicht in der quot;Weise gesichert, wie z. 15. durch das Abbinden; das Hinten ist allerdings sehr gering und wird weiter nicht beachtet. Zuletzt streicht man ein Karbid- oder Kreolinsälbchen auf den Stumpf und schiebt ihn hinter die mit Karbolwasser nochmals gereinigten Skrotalhäute zurück. In einer halben Minute ist alles geschehen.
Das Durchbrennen des Samenstranges kann ebenfalls an die Stelle des Abschabens treten, nachdem er in eine Klammer gelegt und mehrfach um seine Achse gedreht wurde. Die Methode war schon im alten Griechenland bekannt und wurde früher auch be uns ausgeführt, besonders bei älteren Hengsten und Hüllen in der Befürchtung, dieselben werden sich zum Abnehmen der Kluppen, wenn diese gewählt werden, nur schwer oder gar nicht mehr ankommen lassen. Die Losstossung des Schorfs geht in derselben quot;Weise durch Eiterung vor sich, wie beim Kastrieren mit Kluppen.
Die Unterbindung. Die Verwendung der Ligatur beim Kastrieren ist ebenfalls älteren Datums und geschieht heute noch, da sich das Verfahren gut antiseptisch durchführen lässt. Ks handelt sich dabei um Unterbinden des ganzen Hodensacks oder nur des Samenstrangs, bezw. der Samenarterie allein.
Unterbindung des Hodensacks. Da hier das Skrotum mit seinem ganzen Inhalt in die Kastrierschlinge (Fig. 812) zu liegen kommt, eignet sich diese Ligaturweise nicht für starke Tiere und
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Kastration männliclier Tiere.
muss auch als eine Quälerei für kleine angesehen werden, weil unnötiger­weise (ler ganze Ilmlensack mit zum Absterben gebracht werden soll, was ausscrdem viel Zelt in Anspruch nimmt. Früher fand die Me­thode besonders bei Ziegen Anwendung, um bei deren Disposition zu Starrkrampf jede Verwundung durch das Messer zu umgehen. Nachdem sich diese Gefahr durch die heutige Antisepsis vermeiden liisst, ist die skrotale Ligatur aussei' Gebrauch gekommen und unter­bindet man nur mehr den entblössten Samenstrang.
Unterbindung des Samenstrangs. Man verwendet hierzu entweder die gewöhnliche Kastrierschlinge (llebschmir) oder elastische Schnüre, welche mindestens eine 4—5 fache Extension aushalten müssen, ohne zu reissen. Die Ligatur auf die Haut oberhalb des Skrotums anzulegen, ist nicht empfehlenswert, besser unterbindet man. nachdem ein zirkulärer Schnitt gemacht wurde oder entbiösst man den
Samenstrang durch Eröffnung des Hoden-
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sacks, wie es gewöhnlich zu geschehen pflegt. Der entblösste Hoden (s. Er­öffnung des Hodensacks Seite 459) wird fest in die Hand gefasst und der Samen­strang leicht angezogen, ehe die Schlinge
riet. '312. Kastricrschlimre.
umgelegt und geknotet wird (s. Seite 217).
Soll im Stehen operiert werden, was leicht gebt, wird einer der Hinterfüsse mit Hilfe einer Spannleine nach vorwärts gezogen, worauf sich der Operateur hinter oder zur Seite aufstellt.
ungenügend ist die Unterbindung, wenn sie erst geschieht, nachdem der Samenstrang abgeschnitten ist, man unterbindet ihn da­her zuerst mit Seide und erhält man am meisten Gewähr gegen Ab­rutschen der Schlinge, wenn die Fäden im Gewebe fixiert werden, man ligiert daher in zwei Portionen. Zu diesem Hehufe wird der Samenstrang oberhalb des Nebenhodens in der Mitte durchstochen, um zwei lange starke Seidenfäden durchzuziehen, von denen der eine die vordere, der andere die hintere Hälfte (Fig. 311, Seite 452) um­schnürt. Nachher wird der Hoden etwa 1—2 cm unterhalb der Schntirung abgeschnitten, das Blut aufgetupft und desinfiziert. Sache der Vorsicht ist es. jetzt noch einmal nachzusehen, ob nicht weiter oben 15lut zum Vorschein kommt. Soll Heilung auf erstem Wege er­reicht werden., wird ein mit Sublimatwasser ausgerungenes Tuch so­wohl um den Hodensack als den Samenstrang ausgebreitet und darf die Schlinge nur so fest zugezogen werden, dass keine Blutung er-
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Kastration durch Abdrehen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 4f)7
folgt; der unterbundene Strang soll gleichsam lebend bleiben, der Stumpf also nicht absterben, die lUirchner'sclie Methode, die Schnur erst in lOproz. Sublimatkollodium zu legen, um das Absterben des Teils zu begünstigen, ist daher veraltet. Nach nochmaliger Des­infektion wird die äussere Wunde genäht, die Scheidenhaut mitge-fasst und die ganze Flüche mit Jodoformkollodium bedeckt, bezw. mit Tliioform, Glutol u. dgl. bepudert. Bei Pferden ist der Schweif auf­zubinden und sollte ihnen einige Tage l!uhe gegeben werden, im Übrigen eignet sich jedoch diese Kastrationsweise nur für leichte Pferde, sehr gut auch für Kälber, Hunde und Katzen. Werden statt der Seide Kautschukfäden verwendet, kommt es meist zur prima intentio nicht, die Eiterung ist indes von kurzer Dauer. Beim Menschen wird nicht der ganze Samenstrang unterbunden, sondern es kommen nur die Arterien und Venen in die Ligatur, was auch, von Lafosse zuerst empfohlen, bei den Tieren in einfacher Weise geschehen kann. Der Samenleiter mit seinem reichen Nerven­geflecht kann aussei- der Schnur bleiben. Siebe auch Unterbindung bei Kastration der Wiederkäuer weiter unten.
Subkutane Kastration. Eine frühere von Martini (1845) angegebene Modifikation, mittelst zweier Nadeln den Samenstrang oberhalb dos Nebenhodens subkutan in die Ligatur zu nehmen, also nur einen kleinen Einschnitt bis in die Scheidenhant ausznfQhren, ist aus mangelnder Sicherheit gegen Nachbluten nicht empfehlenswert, ebenso ist die früher von Dentler (1847) angewendete Methode, den Samenstrang subkutan mit einem schmalen Fistelmesser durchzuschneiden, nicht nachahmungswürdig, da sie gleichfalls gegen die beutigen Grundsätze der operativen Chirurgie verstösst. Die Vorteile der subkutanen Methode sollten vor­nehmlich in der Vermeidung einer greisseren Skrotalwunde bestehen, sind also nicht erheblich und werden zudem dadurch aufgewogen, dass verborgene Eiterung ent­stehen kann.
Verkluppen des Hodensacks ist gleichfalls ein älteres Kastrierverfahren, das kaum mehr zur Anwendung kommt. Man verwendete hiezu teils hölzerne, teils eiserne Kluppen, welche mit einem Charnier oder zwei Endschrauben versehen waren und eine allmähliche Verstärkung des Klommdruckes gestatteten. Starke und schmerz­hafte Anschwellung des ganzen Sackes und Abfaulen desselben mit üblem Geruch waren die Folge, auch dauerte es mindestens zwei Wochen, bis das Scrotum samt den Hoden nekrotisch wegfiel.
Kastration durch Abdrehen.
Wiederholtes Umdrehen des entblössten Samenstrangs um seine Längsachse (Torsion), bis er bricht, ist eine der ältesten und beliebtesten Kastrationsmethoden, welche sich neben der Sicher­heit besonders durch ihre Einfachheit auszeichnet und bei allen Haus-
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Kastration mtUinliobör Tiere.
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tieren bewährt hat. Gegenüber der Anwendung von Kluppen Mctet das Ahdrelieii des Sainenstranges aucli den Vorteil, dass niiin nach Entfernung der linden nichts mehr mit der Wunde zu schaffen hat. Nur bei sehr starkem Samenstrange, wie man Ihn bei schweren Hengsten und /uchtt'arren antrifft, wird meist die Kluppenmethode vorgezogen.
Die Sicherheit gegen Nachbluten bestellt vornehmlich darin, dass durch das öftere Umdrehen das Gewebe des Samenstrangs samt den Häuten der Hlutgelasse eiureisst, und die Häute sich in das Lumen zurückziehen, um es zu verstopfen: die Obliteration wird (lurch spontane Thrombosierung oberhalb der Torsionsstelle vervoll­ständigt. Kin Zuriickwinden der Geftlsse kann wegen ihres völligen Tonusverlustes nicht stattfinden. Zuerst reisst der Samenleiter im Strang, dann folgen erst allmälig die Geftlsse. Ein grosser Vorzug besteht weiter darin, dass die Methode Heilung auf erstem Wege ge­stattet, wenn der torquierte Stumpf nicht derart ertödtet wird, dass er zum Absterben und Abfallen gezwungen wird.
Abdrehen bei stehendem Tiere ist meist nur ein Bravourstück der Kastrierer, ruhiges und sicheres Operieren lässt sich nur im Liegen ermöglichen und bleibt es sich dann gleich, ob man die Seiten- oder Rückenlage wählt; Letztere ist für den Operierenden etwas bequemer, macht aber eingeübte Gehilfen notwendig, in andern Ländern, besonders in Nord-Amerika, wird auch von den Tierärzten viel stehend kastriert (Griffith, Miles, Joyeux u. s. f.) und ist dies neuerdings auch von französischen Kollegen (Gagny, Mesnard) empfohlen, von Trasbot aber widerraten worden.
Die Befestigungsweise des niedergelegten Pferdes kann eine verschiedene sein und richtet sich vielfach nach der (Jcwolmhcit des Operateurs, iselir häufig bestellt sie darin, dass zunächst der re elite Ilinterfnss über dem Kessel mit einer Spannleine (Plate-longe) versehen wird; diese geht über die äussere Fläche der Schulter bis zum Kammrande, von dort unter den Hals, dann über die Vorderbrust unter dem rechten Unterschenkel (hinter der Achillessehne) an die äussere Schenkel-fläche, wo dann das Ende einem hinter dem Rücken des Tieres nioderknieenden Gehilfen übergeben wird. Hierauf wird der so befestigte Ilinterfnss aus dem Fessclriemen gezogen und unter Ziehen der Plate-longe bis in die Höhe des Uug-gelenks gebracht. Das Ende derselben wird zwischen ihr und dem obern Teil des Schienbeins durchgezogen und das Schienbein und der Fessel mit einigen Touren umwickelt. Durch eine solche Lagerung wird die Leistengegend dos Pferdes mög­lichst abgedeckt und kann die Operation mit vollkommenster Sicherheit ausgeführt werden (Berdez). Eine andere Lageningsmethode hat Hering an­gegeben, bei welcher der rechte Hinterfuss mittelst des Seiles an einem mit einem King versehenen Gurt festgehalten wird. Ein Gehilfe stellt sich quer über das
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Eröffnung des Hodensackes.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;I'iiraquo;
Pferd, indem er das Gesicht nach rückwärts wendet und seinen linken Fuss zwischen den Hauch und den rechten liinterfuss des Pferdes stellt, welch letzteren er üher und unter dem Sprunggelenk festhält, so dass dadurch die Schenkel etwas aus­einander gezogen und zugleich das heftige Stossen nach rückwärts verhindert wird. Das Weitere, namentlich um Unglücksfälle ZU vermeiden, ist schon in dem Kajiitel bei dem Niederwerfen angegeben worden, wo auch die Lagerung der übrigen Haustiere beschrieben ist.
Eröffnung des Hodensackes. Das Abdrehen des Samen­strangs setzt wie bfim unterbinden oder Verkluppen das Aufschneiden des Hodensacks voraus. Notwendig wird dabei vor Allem, da das Skrotum nur scheinbar sauber aussieht, indes von Fettschmutz im-prägniert ist, sorgfältiges Abseifen mit warmem Wasser und nach-heriges Waschen mit Sublimatwasser, worauf die ganze Umgebung der Genitalgegend (also auch die Vertiefung zwischen Hauch und Schenkel) gereinigt und abgetrocknet wird. Kaltes Wasser erzeugt Kontrak­tionen und ist zu vermeiden.
Jiat man sich mittelst Durchgreifens davon überzeugt, dass nicht etwa ein Darmbruch vorhandeil, so ergreift man den Hoden samt Skrotum mit der linken Hand, welche dicht am Schlauch von vorne nach hinten geschoben wird, so dass die Samenstrangpartie zwischen Daumen und Zeigefinger zu liegen kommt. Hierauf wird das Skrotum möglichst fest angespannt und auf der höchsten Wölbung desselben die allgemeine Decke samt der Dartos parallel mit der Raphe in ent­sprechender Länge durchgeschnitten. Die klaffende Wunde lässt jetzt die allgemeine Scheidenhaut durchblicken, welche gleichfalls in der­selben Länge getrennt wird, ohne den Testikel zu verletzen, worauf die Wundränder gegen die Leiste hinaufgestreift werden. Zu dieser Eröffnung hat man auch besondere Kastriermesser, die etwas be­quemer eingerichtet und zum Teil geknöpft sind, um von innen nach aussen mit einem Zug aufzuschlitzen. Lang genug muss der Skrotal-schnitt aus dem Grunde sein, damit die Wunde sich nicht vorzeitig schliesst, so lange noch Sekrete abtiiessen.
Abdrehen. Dasselbe geschieht 2—1 cm oberhalb des Neben­hodens und dreht man den fest in die Hand gefassten Testikel so lange um seine Längenachse, bis (wie schon erwähnt) der Samen­strang abreisst. Selbstverständlich darf die Torsion sich nicht gegen den Bauchring hinauf erstrecken, der Samenstrang wird daher an obgenannter Stelle festgehalten, bei den kleineren Haustieren mit der Unken Hand, bei den grösseren durch Anlegen einer besonderen Zange, welche wie die Hand verhindern soll, dass sich die Windungen über die gewünschte Stelle hinaus erstrecken. Nur bei Hunden, Ferkeln
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Kastration mtlnnliohdr Tiere.
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reicht gewöhnlich die Kraft der Hand aus und wird dabei besonders der linke Daumen in Anspruch genommen.
Die für stärkere Samenstriinge zur Fixierung notwendigen Kastrierzangen (Klenunzangen) sind verschieden konstruiert und giebt es mehr als ein Dutzend Arten. Eine der ältesten ist die alt­deutsche Zange, (Fig. lilo) welche wie die englische (Fig. 314) auf der Rückenflftche etwas konvex gehalten ist und am oberen Ende ein Charnier besitzt. Heide Zangen klemmen aus diesem Grunde un-
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Fig. 313. Altdeutsche Zange.
Fig. 314.
Englische Zunge zum
Abdrehen.
Fig. 315.
Zunge zum Abdrehen
von Tögl.
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gleichmässig. man hat sie daher durch Zangen ersetzt, bei welchen unter dem Maulteil ein Schloss angebracht ist und galt die so einge­richtete Zange von Tögl (Fig. 315) lange als die brauchbarste, bis auch sie durch neuere Konstruktionen verdrängt worden ist. Bayer verbesserte sie dadurch, dass er an den liebeln oberhalb des Griffs eine Schraubenvorrichtung zum Schliessen der Schenkel anbrachte, und bezweckte Kaiser dasselbe durch eine Schliessspange. Kehl, Möller ii. A, modifizierten gleichfalls das Instrument, ebenso 116-nault, dessen Zange, zum resthalten des Samenstrangs (Pince fixe) statt des geradlinigen Maules ein kreisförmiges besitzt, während
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Abdrehen.
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eine zweite Zange (Plnce mobile) an Stelle der Hand die Um-dreliungeu besorgt.
Ist die Zange angelegt, und geschlossen, muss das Drehen des Hodens mit der rechten Hand ruhig und langsam geschehen sowohl im Anfang, solange der Strang beim Kinreissen des Gewebes grösseren Widerstand leistet als zuletzt, um nicht vorzeitig abzureissen, der Strang soll von selbst brechen. Weiter
zu beachten ist, die Zange immer gegen den Hauch zu halten, damit jeder Zug. jede Zerrung am Strang, (namentlich bei unver­muteten Bewegungen des Tiers) vermieden werden, auch darf der Hoden nicht aus der Hand gelassen werden, da er sich sonst zu­rückdreht. Eine Hauptbedingung ist ferner, den Samenstrang innerhalb der Zange nicht allzusehr durch Ausbreiten platt zu drücken und so das Gewebe vollständig zu ertöten; in diesem Falle ist Heilung auf kürzestem Wege nicht zu erlangen, weil das abge­storbene (iewebe ausgestossen werden muss. Die Kastrierzange hat nicht den Zweck, das in sie eingezwängte Gewebe zu vernichten, sie soll vielmehr lediglich das Mitdrehen des Samenstrangs hinter ihr verhüten. Aus diesem Grunde waren auch die erstgenannten Zangen insgesamt fehlerhaft konstruiert, denn hauptsächlich drückten die gezähnelten Her­vorragungen und die scharfen Kanten der Klemmfläche, es wurde daher vorgeschlagen, vor dem Verschluss des Instrumentes eine
halbe Drehung mit dem Samenstrang vor­zunehmen, um ihn aufzurollen und so eine
Fig. 816, Dänische Kastrierzanffe,
schmalere Fläche herzustellen. Noch besser
erreicht man diesen Vorteil durch die neueren Kastrierzangen, deren Branchen im Maulteil h a I b k r e i s f ö r m i g gebogen sind , so dass der Samenstrang nicht glatt gedrückt, sondern in demselben Masse zusammengerollt wird, als durch das Schliessen der Klemmzange die kreisrunde Öffnung des Mauls mein- und mehr zu einem Oval ge­worden ist. Sehr brauchbar erweist sich besonders die d ä n i s c h e Kastrierzange (Fig. 310), deren Maulbranchen sich nicht auf
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Kastration männlicher Tiere.
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einander legen, sondern der Verschluss wird durch [neinander­schieb en bewerkstelligt, so dass ein starkes Pressen, ein unnötiges Verquetschen des Samenstrangs hintan gehalten wird.
Nicht Geübte machen hlluflg den Fehler, ilass sie die Kastriorklammer zu n a h e an den Nebenhoden anlegen und dann grossen Widerstand l)eim Umdrehen finden! nicht allein bricht dabei der Samenstrang leicht vorzeitig ein, sondern auch der Stinniit' bleibt zu lange and hängt nachher aus der Hodensackwunde hervor. M i) 1 1 e r schneidet vor dem Anlegen der Zange das Nebenhodenband durch, man muss sich aber dann um so mehr hüten, das Umdrehen rasch vorzunehmen. Ausser-deni kann auch vor dem Umdrehen des Samenstrangs der gefässlose Teil desselben quer durchgeschnitten werden, damit er nicht ebenfalls abgedreht zu werden braucht.
Hat sich in dieser Weise der Hoden durch Abbrechen der letzten fibrösen Fasern losgetrennt, wozu beiläufig 15—20 Umdrehungen notwendig werden, fasst man den Stumpf mit zwei Fingern unter der Zange und lüftet diese sachte, um zu erfahren, oh keine Blutung nachfolgt. Geschieht dies, kann die Klammer beseitigt werden und braucht man jetzt nur mehr den Samenstrang zu verwahren, indem man ihn unter die Scheidenhautöffnung versteckt, um ihn vor Infektion zu bewahren. Reinigen des Operationsfeldes und Bestreuen mit einem Desinflzlerpulver bildet den Schluss, Vernähen der quot;Wunde 1st iiber-flüssig, denn die Heilung erfolgt in kurzer Zeit von selbst. Nur aus­nahmsweise kommt Nachtröpfeln von Blut vor. in diesem Falle würde man zum Unterbinden des betr. Gefässes mit karbolisierter Seide schreiten. Ohne leichte Eiterung geht es nicht, immer ab, es erfordert dieselbe jedoch keine weitere Behandlung als Reinhalten.
Hoffmann kastriert die Pferde ausschliesslich durch Abdrehen und geht dabei streng aseptisch vor. es wurden daher besondere Instrumente geschaffen, so dass selbst der Hoden mit der Hand nicht berührt zu werden braucht. Die Anwendung von Kluppen wird als veraltet perhorresziert.
Nachdem der Hodensack in der oben angegebenen Weise er­öffnet worden ist (Seite 459), wozu ein besonders leicht geknüpftes Kastriermesser dient, wird der vorspringende Testikel mit einer breiten gezahnten Greifzange (statt mit der Hand) gefasst und leicht angezogen, um dann oberhalb des Nebenhodens den Samen­strang so in die quer angebrachte Klammerzange (Fig. 317) zu legen, dass der GefäSStell in die Mitte des oberhalb der runden Dreh­scheibe befindlichen Zangentnauls zu liegen kommt; hierauf wird der übrige fast gefässlose Teil des Hodengekröses quer durchschnitten. Die in Fig. 318 geöffnete Klammerzange ist zur besseren Fixie­rung des Samenstrangs im obern Teile der Länge nach gerippt
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Alnlrelieii.
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und kann durch Heraufwinden der drehbaren. stell aufsteigenden Scheibe (Schraubenmutter) .sehr fest geschlossen werden. Ist dies ge­schehen, wird die ZaiiK'e einem Gehilfen zum Festhalten überleben, worauf unterhalb derselben ein weiteres Instrument, das Torculum, (Flg. 319) quer angelegt wird, welches die Bestimmung hat, den zn-geschnlttenen Gefässteii des Samenstranüs zwischen die beiden, innen
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Flg. 817.
318.
Kig. 319. Torculum.
Klammerzantte.
nach Art einer Raspel gestalteten Branchen aufzunehmen, Statt ab­zudrehen wird von dem Torculum durch wiederholtes Quetschen, Pressen und Hin- und Herziehen ein derartiger Gebrauch gemacht, dass der Effekt auf die Blutgefässe derselbe ist, wie beim Umdrehen, ohne dass jedoch das Gewebe ertödtet wird. Ist in dieser Weise der letzte liest des Samenstrangs gebrochen, wird der in der Greifzange gehaltene Hoden entfernt und geschieht dasselbe mit den beiden andern Instrumenten. Den Schluss bildet das Vertiefen des Samen-
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I
IG1
Kastration manulicher Tiere.
strangstumpfes unter die Scbeideabaut, um Ihn vor Infektion zu schützen, ausserdem wird eine antiseptische, gut anhaftende Flüssig­keit (Tluoform 30,0, Natr. blcarbonlc. 1 (),lt;gt;, Glycerin 60,0) in die Wunde gegossen. Die orten bleibende Hodensackwunde bestreicht, man samt der Umgehung und der Innenfläche des Schenkels mit einem Thioformsftlbchen. Schon vor der Operation wird bei dem durch Chloroformklystiere narkotisierten Pferde völlige Asepsis dadurch her­gestellt, dass das ganze Operationsfeld eingeseift, abgebürstet, mit Lysolwasser besprengt und dann abgetrocknet wird; selbst das Wurf-zeug erfährt in dieser Weise eine Säuberung.
Sind beide Hoden entfernt, bleibt das Pferd im Stalle 24 Stunden lang aufgebunden und wird der Schweif entsprechend verwahrt. Die Heilung erfolgt rasch per primam und soll der Erfolg nichts zu wünschen übrig lassen, nachdem indes der Effekt z. B. bei dem mit der dänischen Zange erfolgten einfacheren Abdrehen im Ganzen der­selbe ist, wird das komplizierte Verfahren mit dem grossen Instru­mentenapparat hauptsächlich nur dann von Wert sein, wenn es absolut um Heilung auf kürzestem Wege sich handelt. Das Hofimann'sche Gesamtinstrumentarium für aseptische Kastration der Hengste kostet einschliesslich des Metallkasteus 83 Mk.
Abquetschen mit dem Ecraseur ist seiner Zeit viel ver­sucht worden, das Verfahren hat jedoch im Ganzen so wenig be­friedigt, dass es bei uns aufgegeben worden ist. In England und Nordamerika wird von der Kette häufig Gebrauch gemacht.
Litteratur. Chanel, Journ. prat. 182G. 26, verwirft die Bistournage, Leblanc, Rec. ISüü. 33;-i, verteidigt sie. — Chevrier, Rec. 1880. 132. Verfahren b. Ab­drehen. — Daws, The Vet. 1840. Rep. 1840. 148. Torquiert ilie Samenarterie. — Hering, Rep. 1840. 149. Unterbindung der Saraenarterie, ebenso des Samenleiters, um Unfruchtbarkeit zu erzeugen (Atrophie des Hodens und Verwachsung mit der Scheidenhaut); Miguel sah hernach Brand und Goubaux (Rec 1861) bemerkte, dass die Tiere das llengstnaturell behielten. — Stern, Tiermcd. Rundschau IV. 10raquo;. Abdrehen mit den beiden Renault'schen Zangen; zehn Drehungen genügen. Sehr prompte Operation. — Spinola, N. u. Vix 1835. 249. Für Unterbind, und gegen Kluppen; ibd. 1846. 1; ebenso Vix, Kreutzer, llilmer. — Serres, Journ. de Ton!. 1812. 175. Schlechte Erfahrungen beim Abdrehen. — Martini, Württb, landw. Corr.-Bl. 1845. Umnähen des ganzen Samenstrangs subkutan. — Dcntlcr, Rep. 1847. 128. Subk, Durchschn. des Samenstr.; Rueff hatte ungünstige Resultate. Rep. 1850. 173. — Miguel, Journ. de Lyon. 1846. 255. Subkutane Unterbind., tödlich. Ebenso durch Bluten der Arteria epigastrica, welche der Operateur nicht unterband und daher den Schaden ersetzen musste. — Kehls Zange, üstr. Viertcl-jabrsschrift 1845. — Richter, ü. u. IT. 1818. 452. Hatte von 850 verlduppten Pferden nicht so viele Unfälle, als von 88 mit Ligatur; Eiterung dauerte bis zu 20 Wochen. — Strauss, Chir. S. 180. Er verlor von 46 an einem Tage durch
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Litteratur.
46Ö
Ligat. kastr. Pferde fünf durch Peritonitis. — Dawson, The Vet. 1848, Kastration durch Absclmbcn; desg], Ilurford, Vet. Reeds. 1860. 230; ebenso l'atou, The Vet. 185!raquo;. 72. Er kastrierte in der Krim bei grosser Hitze 120 Maultierheiifrste durch Abschaben mit Erfolg. — Dillon, Rcc. 1850. 870. 10 — 12 Drehungen ge­nügen, Heften der Hautwunde. Unter 300 Füllen zwei Naohhlnt,, bei Bouley unter 40 zwei Starrkrampf, ein Peritonitis durch Eindringen von Blut. Kec. 185.'). — Vacchetta, 11 raed. vet. 18(j0. 240. Vergl. Unters, zwischen Abdrehen und Ver-kluppen. — Mace, Ecc. 1852. 255. Unterbindet am stehenden Tier und lässt Hoden hängen; ebenso Drouard, Eec. 1837. 402. — Uossignol, Rec. 1877. Emptiehlt die elastische Rühre; 200 Lämmer so samt Hodensack ohne Unfall kastriert; andere ziehen elastische Schnüre vor. — Coculet, Toni. 1800. 1801, sah beim Umdrehen häufig Zerreissung der tlefüsse des Leistenkanals, Abtrennen des Nebenhodens, Peritonitis, Brand. Rep. 1800. 310; 1861. 206. 228. Dagegen empfehlen die Bistournage bei Pferden Bouley, Prange, Delorme, Gerand u.a.
—nbsp; Anderson, Rep. 1802. 88. Unterbind, des Strangs in zwei Hälften. — Dor-pater Jahresber. 1802. 58. Versuche mit 16 Widdern, die zugleich kastriert wurden: vier durch Unterbindung des Samenstrangs, alle tot; vier mittelst Kluppen auf letzteren, einer tot; drei durch Abbinden des ganzen Skrotums, geheilt; zwei durch eiserne Kluppen auf den Hodensack, zwei durch Abdrehen, gebeilt. — Stockfleth (Aalborg), Tidsskr. f. Vet, 1803. 320, verlor von 7717 von ihm kastrierten Pferden nur 16, nämlich drei an Darmvorfall, eins an Tetanus, eins an Reinbruch; zehn starben erst nachher an Druse u. s. w, — Faure, Rep. 1803. 48 behauptet, die Stiere behalten nach der Bistournage mehr Lebhaftigkeit, ebenso Coculet, Toul. 1857. 205. — La mar ehe u. a. Rep. 1805. Rep. 1805. Die Bistournage wird in Frankreich aucli für Pferde angewendet, namentlich in heissen Gegenden, um keine Wunde zu erhalten; auch die Kastricrer operieren so, die Hoden werden mit der Scheidenhaut umgedreht. — Beauflls, Rcc. 1803. 60iraquo;. Rep. 1804.120. Beschreib. einer Zange, die das Abdrehen besorgt; Gourd on beschreibt eine grosse Anzahl Kastrierzangen (6 Abbild.). — Nach Adam, Wochenschr. 1870,00, wird in Ungarn bei Hengsten und Stieren mit der Tögl'schen Zange abgedreht, wodurch die Nach­behandlung überflüssig wird. Verluste sehr gering. — Pinel, Rcc. 1888. Xo. 21. Ad. Woch. 1889. 199. Kastrierte 400 Pferde mit elast. Ligatur ohne Misserfolg a test. COUV. Heide Hoden werden in einer Schnur (2 mm) vereinigt, um das Auf-und Abgleiten der Strange zu verhindern. Hoden fallen zwischen 4 — 8 Tagen ab.
—nbsp; Piot, Berl. WÖch. 1890. 49. Er kastrierte in Ägypten mehr als 2O0O Stiere und Büfl'el mit Kautschukröhren von 7—8 mm, welche in Sublimatwasser gelegt werden, ohne allen Unfall, namentlich ohne Starrkrampfverluste. Statt Knoten wird die Röhre gekreuzt und liier gebunden. — Henninger, Schild, Bad. Mitteil. 1881. 98. Beide rühmen die elast. Ligatur des ganzen Skrotums bei Stieren und Hocken, während Tap on, Revue vet. 1881 dabei unter 25 Tieren sieben verlor. — Jacoulet, Rec. 180;i. 458 und 1804. 96. Beschränkte Torsion des Samenstrangs bei Pferden. — Foster, Veterinary Jouru. XXXI. 14. Hält den Ecraseur für das beste Instrument. — Zimmer, Woch. f. Thlkde. 1892. 138. Unterbindung des Samenstrangs. — Cagny, Rec, 1894. 657. Castr. par ligature et une incision.
—nbsp; Hoffmann, Tiermediz. Vorträge Bd. II. Heft 12. Die Kastration der Haust.
—nbsp; nbsp;Plosz, Vetcriuarius (ungarisch). Unterbind, bei Hengsten, Versenken des Stumpfes und Nähen der Wunde. — Martin, Rec. 1891. 347. Dissertation über
HorJng*! Oporationslfliri'. VT. Aufl.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;QQ
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Kastration mttoalioher 'l'icro.
das Kastrieren. — Mayr, Wooh, f. Thlkile. 1891, (iti. Prakt. Winke für junge Kollegen iilicr das Kastrieren. — Pflug, Igt;. t. Wooh. 1H(U. .'ißS). Bemerk, über das Kastrieren. — Bayer, Operationslelire 18!ltj.
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Kastration mit Kluppen.
Das Kastrieren mit Kluppen (Verkltippen. Unterbindung mit Holz) wird seither, was Pferde betrifft, ziemlich allgemein als eine der zweckmässigsten .Methoden anerkannt, wenigstens ist sie in Europa die verbreitetste Kastrationsweise und wird in Deutschland, Frank­reich, England und Italien auch für ältere Farren und Schweinen vielfach gewählt. Das Verfahren ist zwar etwas umständlich, bietet aber grosse Sicherheit und hat die Erfahrung im (irossen gelehrt, dass die Methode unbedenklich ist, auch wenn die neuerdings ver­suchte mühevolle, streng aseptische Operationsweise nicht einge­halten wird.
Der Hauptnutzen der Kluppen besteht darin, dass die Kompression auf einer breiten Fläche geschieht, somit der Druck ein weit gleichmässigerer und schnellerer ist, als bei der Unterbindung mit Schnüren und ist offenbar diesem Umstände auch zuzuschreiben, dass fast gar keine üble Zufälle nachfolgen, wenn die Kluppen regel­recht anliegen. Es handelt sich dabei hauptsächlich um Tiere mit starken Samensträngen, welche der Unterbindung oder dem Abdrehen sehr viel Masse darbieten.
Der Nachteil besteht darin, dass durch die Kluppen der Hamenstrang einigermassen herabgezogen und bei geöffneter Vaginal­haut einige Zeit der Luft und damit auch Gefahren ausgesetzt wird, wie sie schon oben angedeutet worden sind. Ausserdem wird der Operateur gezwungen, einen zweiten Besuch zum Abnehmen der Kluppen zu machen, was vielfach zeitraubend und oft auch wenig-lohnend ist. Die Gewohnheit, die Entfernung der Kluppen dem Eigen­tümer zu überlassen, lässt sich nicht rechtfertigen und wird wohl auch selten vorkommen.
Für gewöhnlich wird die Kluppe auf den entblössten Samen­strang angelegt (Castration ä testicule decouvert), nur ausnahms­weise geschieht die Applikation auf die ungeöffnete Scheiden­haut (f. ä testicule convert), wenn bei weitem Leistenring ein Darm­bruch zu befürchten steht oder ein solcher schon vorhanden ist, in allen anderen Füllen würde das Hereinnehmen auch der Scheidenhaut in die Kluppe die zu komprimierende Masse unnötig erschweren.
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Lagerunj! der Kastration. Die Kluppen.
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Dass allerdings der zum Absterben gebrachte Samenstrangstumpf kurze Zeit als Fremdkörper zurückbleibt, entspricht nicht fiiin/ der heutigen Antisepse, bringt alier keinen Schaden. Die Heilung auf erstem Wege ist kein absolutes Erfordernis und ausserdem für ge­wöhnlich sehr schwer durchzuführen.
Lagerung der Kastranten. Dass dus Kastrieren im Stehen des Tieres nur als eine Spielerei anzusehen ist, wurde schon olien beim Alidrelien (S. 458) an-gefuhrt. Die Befestigungsweise des niedergelegten Pferdes kann eine verschiedene sein und richtet sich vielfach nach der Gewohnheit des Operateurs. Sehr häufig bestellt sie darin, dass zunächst der rechte llinterfuss über dem Fessel mit einer Spannleine (Plate-longe) versehen wird; diese wird über die äussere Fläche der Schulter bis zum Kamnirande, von dort unter dem Hals, dann über die Vorderbrust unter dem rechten Unterschenkel {hinter der Achillessehne) an die änssorc Schenkel-fläclie geführt und das Ende einem hinter dem Kücken des Tieres niederknieenden Qebilfen Übergeben. Hierauf wird der so befestigte llinterfuss aus dem Fesselriemen gezogen und unter Ziehen der riate-longe bis in die Höhe des Buggclenks (bei alteren Tieren etwas weniger hoch) gebracht. Das Ende derselben wird dann zwischen ihr und dem obern Teil dos Schienbeins durchgezogen und das Schienbein und der F'essel mit einigen Tonren umwickelt. Durch eine solche Lagerung wird die Leisten­gegend des Pferdes möglichst abgedeckt und kann die Operation mit voll­kommenster Sicherheit ausgeführt werden (B erdez). Eine andere Lage-rungsmetbode hat Hering angegeben, bei welcher der rechte llinterfuss mittelst des Seiles an einem mit einem King versehenen Gurt festgehalten wird. Ein Gehilfe stellt sich quer über das Pferd, indem er das Gesicht nach rückwärts wendet und seinen linken Fuss zwischen den Bauch und den rechten llinterfuss des Pferdes stellt, welch letzteren er über und unter dem Sprunggelenk festhält, so dass dadurch die Schenkel etwas auseinander gezogen und zugleich das heftige Stossen nach rückwärts verhindert wird. Das Weitere, namentlich um Unglücksfälle zu vermeiden, ist schon bei dem Niederwerfen (s. d.) angegeben worden.
Die Kluppen. Es stehen mehrere Arten von Holz-Kluppei) im Gebrauch, es sollen jedoch hier nur die praktisch bewährten auf­geführt werden. Es sind zwei halbcvündrische Hölzer von 15 cm Länge, welche aus hartem, nicht nachgiebigem oder schwerem Material, gewöhnlich aus Buchs-, Eschen- oder Weissbuchenholz, noch besser aus Birkenholz in der Art gedreht werden, dass wenn beide genau aufeinander passende Hälften zusammengelegt werden, die Kluppe einen kreisrunden Querschnitt von 3 bis höchstens o,5 cm Durchmesser darstellt. Die auf den bedeckten Samenstrang angelegten Kluppen und die für grössere Pferde dienenden haben eine Länge von 18 cm.
Die innere Klennnflache ist glatt und fasst auf der ebenen Fläche den Samenstrang so gleich massig, dass er schon in wenigen Stunden vollständig ertötet ist: verfehlt wäre es, wenn die
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Kastrution miinnlidicr Tiere.
Kanten eine stärkere Kompression ausübten, als die mittlere Fläche, man nnterlässt daher jedes Anhringen von Vertiefungen, um etwa ein Atzmittel einzulegen. AVenn von einem solchen Gebrauch ge­macht werden will, so trägt mau es zweckmässiger mit arabischem Gummi auf und lässt den dünnen (berzug (Kupfervitriol, roter Prftzi-pitat oder Sublimat) erst trocknen, um den Samenstrang damit nicht zu verschmieren. Sehr praktisch sind die von Schlampp empfohlenen, mit gesättigter spirituöser Sublimatlösung getränkten Gazestreifen, die man auf die Klemmfläche anklebt. Streng genommen allerdings
Fig. 820.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Fig. 321.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Fig, n2-2.
Gerade und gebogene Holzklappen.
ist diese Arrosion des Samenstrangs unnötig, wenn die Kluppe sach-gemäSS angelegt ist, indes beschleunigt sie die Ertötung des Stumpfes für den Fall, als die Hölzer aus irgend einem Grunde (namentlich durch Unruhe des Tieres) doch etwas nachgeben sollten, was auch durch die ilanfschmire, wenn sie durch Wundsekret feucht werden, zuweilen geschehen kann. Ausserdem spielt das Atzmittel die Holle eines Desintiziens.
Etwas von beiden Enden entfernt, befindet sich an der gewöhn­lichen Holzkluppe je eine ringförmige Rinne zur Aufnahme der Kastrierschlinge und kann hier sehr zweckmässig behufs leichteren Durchschneidens der letzteren bei der Kluppenabnahme ein Ein-, schnitt (Figur 321 a) angebracht werden. Die Ligaturen geschehen
li!'
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Die Kluppen.
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mit starken, aber nicht zu dicken Schnüren, von denen die eine schon vor der Operation angebracht wird, .so dass man diese einseitig gebundene Kluppe nur über den Samenstrang (von vorne nach hinten) hineinzuschieben braucht, um nachher auch die zweite chirurgische Schlinge (Kastricrschlinge, Seite 45(5) anzulegen, es kann jedoch hie-bei durch das Aufsperren der Kluppe die schon anliegende Schlinge gelockert werden, worauf Bedacht zu nehmen 1st.
Bei der Auswahl der Kluppen, welche meist geradlinig, selten gekrümmt sind (Fig. 821, um höher hinauf am Samenstrang zu wirken, wie bei Skrotaliiernien), muss die Grosse
des Tieres resp. die Stärke des Samenstrangs hl Berücksichtigung kommen, damit einesteils der gehörige Grad der Kompression ausgeübt werden kann, andernteils aber auch die Tiere durch zu schwere Kluppen nicht belästigt werden.
Man hat auch Kluppen mit einem Charnicr, wobei ein eisernes Gelenk die
i
beiden Hölzer an dem einen Ende verbindet
(Fig. 322) und wodurch man eine Schlinge er­sparen will; indessen haben die Charniere zu viel Pression auszuhalten und werden durch Atzmittel, Rost u. dgl. bald angegriffen, so dass
1
sie niemals die nötige Sicherheit bieten, daher
verwerflich sind. Dasselbe gilt auch von den besonders aus England früher eingeführten sog. Kastrierklammern, welche teils ein Charnier
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besitzen, teils verschraub- und verstellbar sind.
Andere Kluppen sollen beide Kastrier-schntire entbehrlich machen, wie die Schrauben­
Fig. 323. Charnierkluppe.
kluppe, die an dem einen Ende ein Charnier,
an dem andern eine Schraube besitzt (Fig. :gt;2;;!). Diese Kluppe von Bouillard ist aus zwei flachen Holzstücken zu­sammengesetzt, welche sich durch ihre mit Hohlrinne versehenen Kanten berühren; das vordere Ende ist charnierartig mit Draht be­festigt, das andere Ende wird gebunden. Die Kluppe von quot;Werner, an dem einen Ende ebenfalls mit einem Charnier (von Messing) ver­sehen, an dem andern mit einer Schraube, besitzt auf der einen Kluppenhälfte eine in das Holz eingelassene Spiralfeder, wodurch sie sich beim Abnehmen von selbst öffnet.
In England werden Kluppen verwendet, welche von Hueff auch
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ro
Kastration männliclier Tiere.
bei uns eingeführt winden und sich sehr brauchbar erwiesen haben, niunentlich wird sowohl das Anlegen als Abnehmen wesentlich er­leichtert. Das eine untere Ende (Figur 325) braucht nur in den vor­stehenden, in das Holz eingelassenen Metallring eingeschoben zu werden, während das andere ebenfalls mit einem Jung geschlossen wird, welcher frei an einer Schnur hängt und kurzweg über die beiden konisch auslaufenden Klnppenhälften gestreift und eingezwängt wird (Figur 324). L)er eminente Druck, dem die Kluppe durch den
Filaquo;. 324.
Fig. 325.
Hölzerne Ringkluppen.
eingezwängten Samenstrang ausgesetzt ist, giebt diesem Ringe den nötigen Halt und wird dieser noch dadurch erhöht, dass der IJing an seiner inneren Fläche kantig ist und in Querrinnen des Konus ein­greift, um nicht zurückgleiten zu können.
Mit ilipson Kluppen hat Vogel über 300 Hengste ohne Unfall kastriert, die Sicherheit kann daher hei richtifrem Gehrauch wohl als eine absolute gelten. Die innere Klemmfläche ist durchaus glatt gehalten und komprimiert zuverlässig. Nur einmal hatte sich der eingestreifte Hing eine Stunde nach der Operation losgemacht, so dass die Kluppe auf dieser Seite herabhing; dabei zeigte sich, dass der Samen­strang schon in dieser kurzen Zeit völlig erstorben war und deswegen auch nicht blutete, es wurden aber von jetzt ab nur Kinge mit scharfer Innenkante angewendet und zugleich für mehr ängstliche Tierärzte eine zweite Kluppe (Fig. 325) konstruiert,
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Kliijippn/aiige. KluppfioBcbraube^
#9632;171
die an dem oberen konischen Ende gebunden werden kann, also nur einen fest­stellenden Hins trägt. Diese beiden Kluppenformen werden gegenwärtig sehr häufig in Süddeutschland in Gebrauch genonimen.
Nachdem die Holzkluppeu durch den öfteren Gebrauch sowohl als durch das Einlegen in Karbolwasser sich mit der Zeit verbiegen und dann nicht mehr glelchmässig komprimieren, werden beide Hälften nach Berdez vor dem Kochen, das zehn .Minuten zu geschehen hat, sehr zweckmässig durch ;! mm dicke Hokplftttchen an beiden Enden auseinander gehalten und in der Mitte fest zusammengebunden, wo­durch sie sich wieder gerade strecken. Vor dem Gebrauch müssen alle Kluppen gewaschen, selhstverstiiiidiich (mit Karbol- oder Subliniat-wasser) desinfiziert werden.
Kluppenschraube.
Fig. .'Wo. Klnppenzange.
Kluppenzangen. Kluppenschrauben. Nachdem es beim Anlegen jeder Kluppe Hauptbedingung ist, dass der Samenstrang so fest als möglich zusammengedrückt wird, die chirurgische Schlinge allein dies aber nicht zu bezwecken vermag, also liiezu nicht aus­reicht, bedarf es einer besonderen Klnppenzange. mit welcher der Operateur das offene Kluppenende solange komprimiert, bis der Ge­hilfe die Schlinge gebunden hat. Es giebt dieser Kompressoren eine Menge Arten, im Notfalle genügt schon eine gewöhnliche Feuerzange der Schmiede, bequemer ist indes die Klnppenzange Fig. 326 mit abgerundetem (innen leicht gezillmeltem) Maul, noch wirksamer die
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,
Kastration männlicher Tiere.
Kluppsnscbraube (Fig. o27), wie sie von Ob ich vorgeschlagen wurde, um zugleich einen Gehilfen zu ersparen und die Kluppen schon nach wenigen Standen abnehmen zu können. Letztere Schraube ist in neuerer Zeit dahin verbessert worden, dass eine der Seiten-spangen zur bequemeren Einlage der Holzkluppe am unteren Ende offen bleibt. Die Schraubenspindel ist tlachliiufig, zweigängig und in ihrem Querdurchmesser sehr stark gehalten (12 mm). Der sog. Kluppen Öffner kann zu grösserer Bequemlichkeit ebenfalls ge­braucht werden, er stammt von Het tinger und Schmid und soll das Abnehmen erleichtern, indem er zugleich die Schnur durch­schneidet. Das Instrument hat gekreuzte Doppelhebel und wird der eine Hebel durch die scharfe Klinge, der zweite durch die Gabel ge­bildet, in welche die Kluppe gelegt wird. Das Instrument ist ent­behrlich und kann durch jedes spitzige und scharfe Messer ersetzt werden. Die Kluppenschraube von Heiss endlich besitzt ein schnell schraubendes Gewinde mit leicht zu handhabendem Sperrhebel, wo­durch die Pressung beschleunigt und dein Tiere Schmerzen erspart werden können. Ein Lockerwerden der Kluppe ist völlig ausge­schlossen.
Das Anlegen der Kluppen. Wenn das Pferd in die ge­wünschte Lage gebracht ist, wird das Operationsfeld desinfiziert und der Hodensack eröffnet, wie Beides schon beim Abdrehen der Hoden (S. 459) angegeben worden ist. Nach Durchschneiden der Haut samt Dartos parallel mit der medianeu Naht lässt die sich ausdehnende Hodensackwunde die allgemeine Scheidenhaut durchblicken, welche nur leicht in ihrem Uindegewebsüberzug angeschnitten wird, wenn sie nachher ebenfalls in die Kluppe hereingenommen werden soll. (Das Anschneiden ihrer Oberfläche ist notwendig, um die skrotalen Wutid-ränder besser gegen den Bauchring hinaufstreifen zu können.) Nun schiebt mau die an einem Ende angebundene, in Form eines V ge­öffnete Kluppe von vorne nach hinten über die allgemeine Scheiden-haut und den Hodenmuskel so hoch als thunlich vor, schliesst sie mit der Zange und knüpft die Schnur. Die Hoden werden dann als­bald weggeschnitten und die Kluppen nach 3—i Tagen entfernt.
Bei der Kastration mit unbedeckten Testikeln trifft der Skrotalschnitt alle drei Häute zugleich, so dass der Hoden frei zu Tage tritt und etwas klares Serum nachfliesst. Der jetzt abgedeckte Nebenhoden hängt durch straffes Bindegewebe mit der allgemeinen Scheidenhaut zusammen und wird von manchen Praktikern durchge­schnitten, wodurch allerdings der innere Hodenmuskel ausser Thiitig-
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Das Anlegen der Kluppen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;473
keit gesetzt wird und der Samenstnmg ohne grosse Mühe leichter aus der Skrotalwunde hervorgezogen werden kann, es ist dies aber nicht notwendig, sondern der Erschlaffung wegen selbst nachteilig. Die Kluppe hängt dann nur am vordem Teile des Samenstrangs, der eine Dehnung erfährt, worauf die erstere sich etwas senkt, anstatt, vom Cremaster getragen zu werden. Hierauf wird die Kluppe, nach­dem das Innere des Skrotums samt dem Inhalt mit Sublimatwasser ausgespült worden, ganz so, wie oben schon beschrieben, über den nackten, der Fläche nach gleichmässig ausgebreiteten Samen­strang angelegt, gebunden oder mit dem Ring geschlossen und zuletzt der Hoden 1—2 cm weit unter der Kluppe quer abgeschnitten. Diese Entfernung muss eingehalten werden, um die Kluppe in ihrer Lage zu sichern. Viele Praktiker zwicken jetzt auch mit der Schere den Kopf des Nebenhoden ein, um der nachfolgenden starken Spannung zuvorzukommen.
Die Hodensackwunde muss entsprechend lang sein, damit sie sich (wie auch beim Abdrehen schon angegeben wurde) nicht etwa schliesst, ehe der gequetschte Samenstrangstumpf losgestossen ist. Alle Praktiker sind für grosse Skrotalschnitte und müssen diese auch auf der höchsten Wölbung des Hodensacks angebracht werden, damit nachher beim Stehen des Tiers die Sekrete an der tiefsten Stelle leicht von selbst, abfliessen können.
Schliessllch überzeugt man sich, ob die Kluppe richtig liegt und von den Skrotalhäuten nichts eingeklemmt worden ist. Man operiert dann den andern (oben liegenden) Hoden in der gleichen Weise. Den Schluss bildet das Abwaschen der Wunde und das Einträufeln von etwas Karbolöl, um eine zu rasche Verklebung zu verhindern, worauf das Tier entfesselt wird. Reichliches Abflössen der Wunde mit Sublimatwasser u, dgl. ist zu unterlassen, da hierdurch das Re-generationsvermögen des verletzten Gewebes nur abgeschwächt wird. Eine sorgfältige Desinfektion hat vorher schon zu geschehen. Nach­her begnügt man sich mit Aufstreuen von etwas Jodoform u. dgl. Vor dem Entfesseln überzeugt man sich noch, ob der Leistenkanal leer ist. Nachher werden die Kastraten diät gehalten und dürfen nicht liegen, bis die Kluppen entfernt sind. Ein Aufschwänzen nach der Kastration ist unerlässlich, ebenso kurzes Anbinden und ent­sprechende Beaufsichtigung.
Damit die Kluppen den Samenstrang weniger belasten, empfiehlt es sich, bei sehr schlaffen Tieren, die allgemeine Schei denhaut zum Tragen der Kluppen in der Weise heranzuziehen.
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Kastration mtlnnUoher Tiere
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(lass mau sie teilweise d. h. oberhalb ihrer Vei'bindung mit dem Schweif des Nebenhodens mit in die Kluppe fasst, wodurch das laxe Herabhängen des Samenstrangs vollständig vermieden wird und der­selbe nachher möglichst von den Skrotalhiiuten bedeckt bleibt.
Sollte man Grund haben, das Vorfallen von Eingeweiden zu befürchten oder ist der Leistenkanal sehr weit, was jedoch erst be­merkt werden kann, wenn die allgemeine Scheidenhaut schon aufge­schnitten ist, so empfiehlt sich die von De give angegebene Kastra-tionsweise. indem man nämlich die allgemeine Scheidenhaut an ihrem vorderen hinaufgezogenen Teile fasst und die Kluppe über sie an­legt (Castration ä cordon deconvert).
Dass die Kluppen i' e g e 1 r c c h t liegen, erkennt man bei dorn Stehen des Tieres daran, dass sie nicht parallel nebeneinander hängen, sondern nach hinten konvergieren, ohne die Wundränder des Ilodensacks zu drücken. Liegen dieselben zu hoch, so macht sich dies durch grosso Stcifigkeit in den Lenden sowie auf­fallende Spannung beim Gehen des Tieres bemerklich und wenn die Kluppen zu weit herabhängen, wie besonders hei schlaffen Tieren, so muss, da sich nun­mehr die Samenstränge unter sehr ungünstigen Bedingungen befinden, in der Art nachgeholfen werden, dass man entweder, wie Berdez angieht, eine zweite Kluppe über die erste anlegt und dann sofort letztere durch Abschneiden des Samenstranges entfernt oder alsbald nach der Kastration mit einer kleinen Heftnadel einen Bind­faden durch den äusseren Wundrand zieht und ihn auf der Mitte der Kluppe so bindet, dass diese auf der Knopfnaht ruht, wodurch der Samenstrangvorfall unschäd­lich gemacht werden kann. Bei der Kluppenabnahme wird dann das Heft durch­schnitten, aus der Skrotalwnnde hervorgezogen und der Samenstrangstumpf nach oben zurückgeschoben. 1st die Scheidenhaut irgendwo mit dem Hoden verwachsen, wird sie an einer andern Stelle umschnitten. Endlich ist noch davor zu warnen, dass hei starkem Anziehen des Samenstranges während der Operation, wie dies manche Hengste im Gebrauch haben, derselbe nicht gewaltsam angezogen wird, um keine Gewebszerrung zu veranlassen, man hält sich vielmehr zuwartend, da die Kontraktion nur kurz dauert.
Das Abnehmen der Kluppen kann erst dann erfolgen, wenn der das Nachbluten verhindernde Kompressionsschorf des Samenstrangs vollständig gebildet ist, was bei der Anwendung der Kluppenschraube erfahrungsgemäss schon nach -1—(i Stunden der Fall ist. Unter andern umständen, vornehmlich aber bei starken Samensträngen, löst man die Kluppen erst nach 10—12 Stunden oder des andern Tages, bei Fohlen oder sehr jungen Farren schon nach 6 — 8 Stunden. M ö 11 e r will im Allgemeinen die Kluppen 48 Stunden liegen lassen. Bei der Kastration mit bedecktem Hoden bleiben sie stets 4 — 5 Tage an Ort und Stelle. Würde der Stumpf nach Entfernung der Kluppe aus der Wunde heraustreten, verwahrt man ihn unter die Scheiden­haut und setzt das Tier in leichte Bewegung, wodurch ein spontanes
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Das Almehmen der Klupiien.
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ZurUckgleiten erfolgt. lgt;as Bespritzen des Skrotums zu .selbem /wecke mit kaltem quot;Wasser wird besser unterlassen.
Zum Kluppenabnebmeii stellt sieb der Operateur, nachdem das Pferd gebremst und ein Vorderfuss aufgehoben ist, entweder an die Seite des Tiers, das Gesicht rückwärts gewendet, oder hinten an das Tier, man ist jedoch im letzteren Falle auch nach dem Aufbeben eines ilinterfusses weniger gesichert, die Stellung' aber eine bequemere, Bei renitenten oder bösartigen Pferden kann auch ein Niederwerfen notwendig werden.
Zuerst werden die unter der Kluppe hängenden Reste des Samenstrangs mit einer Cooperschen Schere dicht am Holze weg­geschnitten, sodann die Kluppe unter möglichster Vermeidung jeden Zuges am Samenstrang geöffnet und zuletzt die quot;Wunde, nachdem der Samenstrang mit der desinfizierten Hand von seiner Umgebung gelöst und in die Scheidenhaut (nicht blos in die Hautwunde) hinauf­geschoben wurde, aseptisch gereinigt. Das dabei bervorstürtzende beisse Serum, das sich innerhalb der quot;Wunde angesammelt hatte, ist ohne Bedeutung. Der Stumpf, wenn auch etwas geschwellt, lässt sich leicht weiter oben verwahren und schliesslich kann etwas Jodoform­oder Karbolsalbe in die Wunde gestrichen werden, um das vorzeitige Verkleben zu verhindern, solange noch die Eiterung anhält. Zu besserem Schütze heften Manche auch die äussere Wunde leicht zu. Macht sich an dem nunmehr kartenblattdicken Stumpfe eine Blut­stauung in Form eines blauroten Streifens bemerklich oder schweissen Bluttropfen, wird alsbald unterbunden. Zum öffnen der Kluppen hat Be 11inger eine bequem eingerichtete K1 n pp enschere kon­struiert, (s. oben).
Nach Entfernung der beiden Kluppen wird das betretfende Tier eine Viertel- bis halbe Stunde im Schritt bewegt und noch einige Tage diät gehalten. Diese tägliche Bewegung ist von Wichtigkeit, alles Einspritzen oder gar Einlegen eines Drains dagegen überflüssig, ja selbst schädlich, wie auch das nachherige Einführen eines Fingers, um sich von dem Zustande des Samenstranges zu überzeugen, da­gegen muss die von Elter beschmutzte Wunde öfters vorsichtig und unter Vermeidung allen Reibens gereinigt (nicht gewaschen) werden. Die Heilung der Skrotalwunde erfolgt in 8—4, manchmal auch erst in 5—6 Wochen. Wenn wie auf dem Rande das Pferd nach einigen Tagen zu leichter Arbeit verwendet werden wollte, ist nichts dagegen einzuwenden, es sichert den Abtluss der Sekrete.
Wurde die Kastration zur Heilung eines Bruches unternommen.
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Kastration miinnlicliei' Tiere.
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lä.sst man zur Vorsicht die Kluppe bis zu ihrem spontanen Wegfallen hängen, was allerdings einige Wochen in Anspruch nimmt.
Die Heilung auf erstem Wege zu erzielen, ist bei der #9632;Kluppenniethode selbstverständlich nicht möglich. Das Verfahren er­fordert ausser besonderer Kleidung des Operateurs und Gehilfen alle die beim antiseptischen Abdrehen aufgeführten Kautelen (Seite 462), ist mühsam, zeitraubend und gelingt trotzdem nur schwer, da die Verhältnisse weit ungünstiger liegen, als z. B. bei direkter Unter­bindung durch Seide.
Bayer (1881) war der erste, der in dieser Weise kastrierte und gelang die Operation nur bei vier Pferden unter 15. Auch Frlck belichtet 1889, dass er bei zwölf Pferden die Kastration mit Sublimat­seide unternommen und siebenmal Heilung auf erstem Wege erzielt babe. Dei zwei Pferden kam es zur Heilung per primam nur auf einer Seite, bei drei eiterte es auf beiden Wunden. Damit ist, Menu überhaupt gezweifelt werden wollte, der Beweis geliefert, dass prima ganz wohl zu erreichen ist. Schlimm ist immer, dass die Wohustätte unserer Haustiere zugleich auch deren Abtritt ist. Mauri prüfte den Wert der Antiseptik nach Bayer und Frick bei zwölf Hengsten und erreichte achtmal Heilung auf erstem Wege, liält diese aber wie fast alle Praktiker für überflüssig, hauptsächlich aus dem Grunde, weil bei jeder Kastration stets in gesundem Gewebe operiert wird, die Heilung auch günstige Aussichten eröffnet und die frühere Kastra­tionsweise durchaus gute Resultate erzielt hat.
Plösz kastriert in der Art antiseptisch, dass er nach Durch-schneidung des gefässlosen Hodengekröses den Samenstrang mit einem doppelten Katgutfaden No. 4 unterbindet. Wird ein gehörig langes Stück des Stranges unterhalb der Schlinge nach dem Wegschneiden •des Hodens zurückgelassen, kann der eingeschnürte Faden unmöglich abgleiten. Die Scheidenhaut wird am Skrotum nicht mitgenäht und sind die Hefte der Hodensackwunde am sechsten bis neunten Tage zu entfernen. Ein nachherigcr Verband ist unnötig, selbst schädlich. Plosz erreichte in dieser Weise 99 Proz. Heilungen auf erstem Wege.
Ein neues aseptisches Kastrationsverfahren hat neuestens Oagny angegeben, nach welchem nur ein Einschnitt in das Skrotum und zwar in der Mitte gemacht wird, um von hier aus beide Samenstränge abzudrehen. In jede Hand wird ein Testikel genommen, der eine um den andern mehrmals gedreht und dann um die beiden auf ein­ander gelegten Stränge oberhalb der Nebenhoden eine Schlinge von Katgut No. 6 in mehreren Touren angelegt, so dass der Faden sich
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Litteratur.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 477
etwas in die torquierte Masse einschneidet. Nach erfolgtem Knüpfen schneidet Cagny die Hoden weg und vernäht die vorher gemachte Skrotalwuude. Eine Blutung erfolgte bis jetzt in keinem Falle, die Heilung gelang per priniam, die Operation Ist indes bei kurzen Samen-strängen schwierig auszuführen.
Die Unterbindung mit aseptischen Seidenfäden geschieht entweder in der Art, dass die ganze Dicke des Samcnstrangs in die Ligatur genommen wird oder hesser in 12—3 Portionen. nachdem das Gekröse des Strangs mit dem Finger oder Spitzmesser getrennt worden ist. Nachher wird der Hoden unter Zurücklassen eines kleinen Stückes vom Nebenhoden weggeschnitten, damit ein Abgleiten der Schlinge nicht zu befürchten steht. Bayer legt zuerst eine Klemm-zange an und schneidet dann tingerbreit unterhalb den Samenstrang quer durch, um sofort sämtliche spritzenden Gefässe einzeln zu unter­binden, was allerdings sehr umständlich ist und auch verhindern dürfte, dass diese Art des streng aseptischen Kastrierens eine allge­meine Aufnahme in die tierärztliche Praxis findet. Zuletzt wird nach nochmaliger Irrigation des Hodensackinnern die äussere (nur G—7 cm lang gehaltene) Wunde mit 5—6 Knopfnähten sorgfältig geschlossen und zu besserem Schütze auch die gemeinschaftliche Scheidenhaut in die Hefte hereingenommen. Das Auftragen von Jodoformkollodium kann das Anlegen eines Suspensoriums mit Karboljute ersetzen.
Litteratur, Kluppen betreffend. S 011 e y s e 1 erwähnt der Kluppen noch nicht, wohl aher A s s in ar i i (1600); sie worden mit Grünspan bestrichen, — Aubry, Rec. 1827. 45, kastrierte ebensoviel ohne zu öffnen; einem Kastrierer erkrankten 20/ü meist an Peritonitis, Eec. IH.'U. 273; Lacoste rechnet ä test. couv. zwölf pro mille Verlust. — Crepin kastrierte 700 bis 800 llemonten ohne Öffnung der Scbcidenhaiit und ohne Nachteil. — Lessona, Hertwig u. a. klagen sehr über schlechte Erfolge hei unbeständ. Witterung. — Jessen, G. u. II. 1837. 23. Sublimat ist schiidlich, Kupfervitriol hesser, ebenso massive Kluppen. N. U. Vix 1847. 161; Eicht er zieht Alaun vor. — Bouchard, Journ, de Lyon 1846, kastriert stehend ohne Ätzmittel; ihd. 1846. 345, Rey mit Kupfer ohne Offnen der Scheidenhaut, lässt Kluppen drei Tage hängen; Lacoste acht Tage, Eec. 1849, — Der tierärztl. Verein von Mecklenburg sprach sich 1863 für Kluppen und starke Kompression aus. — Schwab, Miinch. Jahresbcr. 1850, verlor von 1338 Kastraten mit Ätzmittel nur vier, Hering ebenso von 768 nur zwei, einen durch Samenstrangfistel, einen an Xetzbruch, Vogel von 759 in 23 Jahren fünf (Peritonitis, Darmbruch, Oborschenkelfraktur drei). — Sing, Monatsschr. östr. Ver. 1879. 97. Zwercbfollbruch als Folge des Kiederwerfens. Bei Blutungen Tam­ponade am besten. Mit zehn Jahren sollen Pferde nicht mehr kastriert werden, Brauchbarkeit leidet not. — Bayer, Ad. Wocli. 1881. 405. Streng aseptische Kastrationsmethode beim Pferde. — Mayr, Ad. Woch. 1885. 330. Rühmt das Unterbinden unter der Kluppe als Schlitz gegen Nacbblut., bes. wenn die Tiere
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Kastration niäimlichcr Tiere.
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transportiert werden; ebenso ibd. I8i)(). 66. Beschreibung der Wurfraethode. — Fröhner, Jtepert. 1882. 850. Statistisches über das Kastrationsfieler. — Cagny, liull. de Soc. centr. de nied. vet. 1888. Umbinden eines Tuches oberhalb des Skrotums als Schutz gegen Dannvorfall. — Schlampp, D. Zeitschr. f. Tiormed. 1888. 74. Bereitung und Empfehlung der gummierten Sublimatgazestreifen für die Kluppen; ibd, Bd. 1889, lieft Ü. F r i C k. Antlseptlsohe Kastration durcli Unterbindung. — Kopet, Ad. Wooh, 1889. 206. Kastration ä cordons converts, d.h. Ilereinnehmen der öclicidcnhautränder in die Kluppen. •— Berdez, Kochs Encykl. II. 71. Ka­stration. — Stern, Bundschau 1890. HO, — Hoffmann, Tiermediz. Vortrage Bd. II. Heft 12. Die Kastration der Haustiere. — Griffith, Journ. of comp. Pathol, V, 2.'iO. Kastrierte 140 Hengste im Stehen. — Roder, Sachs. Jahresber. 1891. 82. Kokainisieren bei der Kastration. — Pickering, Veterinary .lourn. 30. Bd. 2.'i8. — Martin, Rec. 1891. 347. Dissertation über das Kastrieren. — Mayr, Woch, f. Thlkde. 1891. 66, Trakt. Winke über das Kastrieren f. junge Kollegen. Mauri, Revue \et. 1892. 241. Antiseptisches Kastrieren. — Calabrese, Clinica vet. XV. 213. Verkluppen. — Gutmann, Monatsh. f. pr. Thlkde. 1893. 529, sowie Berl, Th. Woch. 1894. 259. Gelungene Fälle von asopt. Kastration. — Scbmtttterer, Woch. f. Thlkde. 1893. 1, Von 2011 kastrierten Hengsten starb einer an Darmvorfall, einer an Schenkelbruch und drei an Hämaturle, — Günther, D. Th. Woch. 1894, 65. — Pflug, D, Th, Woch. 1894. 869. Bemerk, über d. Kastrieren. — Bruch er, Berl. Th, Woch, 1895. Kluppen empfohlen sieh bei Pferden am meisten. Beschreibt seine Methode. — Flösz, Voterinarius (ungarisch) Bd. XVI, 161 und Berl, Tb. Woch. 1696. 188, — Möller, Chirurgie allg. — Frick, D. Ztschr. f. Tiermediz. Bd. XIV und Bayer, Woch. f. Thlkde. Bd. XXV. Aseptisches Kastrieren. —• Masch, Berl. Th. Woch, 1896. 297. Hungern vor d. Kastration als Ursache von Brüchen. — Bayer, Opcrationslehre 1896.
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Kastration der Wiederkäuer.
Rinder, Schafe und Ziegen männlichen Geschlechtes können nach jeder der angegebenen Methoden kastriert werden, am häufigsten ge­schieht es durch Abdrehen. Bei sehr starken Bullen, die übrigens sehr selten der Operation unterzogen werden, Ist auch der Vorsieht wegen die Verwendung von Kluppen üblich, welche indes hei Rindern immer mehr durch das Abdrehen mittelst der dänischen Kastrier­zange verdrängt werden. Da die meisten Ruminantien bald nach der Ablaktation „verschnittenquot; werden, hat man es fast immer nur mit sehr jungen Tieren zu tliun. bei denen oft schon das Abschaben der Samenstränge genügt (Seite 455) und geschieht dies auch vielfach durch die sog. Viehschneider. Bei mittelstarken Rindern wird ausser-dem von der elastischen Ligatur mit und ohne Ätzmittel Gebrauch gemacht (Seite 127), die sich auch bei den wilden Wiederkäuern praktisch bewährt hat (Hirsch, lieh, Dammbock).
Bei Ziegenböcken vermied man bis noch vor kurzer Zeit fast grundsätzlich, das Messer zum Kastrieren in die Hand zu nehmen und
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Kastration der Wiederkäuer.
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wurde meisi der unberührt gelassene Hodensack 2—3 ringer breit oberhalb des Nebenhodeus entweder in Holzkluppen, Klammern gelegt (Fig. 328, ;il-,!)) oder mit einer Kaiitschukschmir unterbunden und sich dann selbst überlassen. Für Schafböcke hat man auch be­sondere eiserne Kluppen Jetzt kastriert man diese Tiere kaum
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Filaquo;, WH.
Fig. 829.
mehr anders als die übrigen, meist durch subkutane Unterbindung des Samenstrangs (Seite 4,J(i); die heutige Antiseptik schützt genügend vor Infektion auch durch die Nicolaer'schen Bazillen. Die von Schmey konstruierte Kastrationsnadel für Böcke und Eber erleichtert die subkutane Ope­ration wesentlich (Fig. 330). Nach der früheren Art müssen nämlich vermittelst einer spitzen und
einer stumpfen Nadel, die an den Enden eines Seidenfadens befestigt sind, nach dem Durchstechen
Fiji. 'iHil
Schmey'sche
Kastrationsnadel.
des Skrotums mit der spitzen Xadel die Stichkaniiie auch mit der stumpfen aufgesucht worden, um in der Tiefe den Samen­strang in die Schlinge zu bekommen. Eben dieses Aufsuchen der Nadel­stiche ist mühsam und wird leicht dabei auch ein Teil des Hoden­sacks mit eingebunden, was die nebenstehende Nadel vermeiden liisst. Ist die eingefädelte Nadel Schmey (lurch die Skrotalhaut in die Höhle der Scheidenhaut eingestochen, darf sie nur in der Mitte auseinander geschraubt werden und drängt man hierauf den Samenstrariff /wischen
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Kastration männlicher Tiere.
die beiden Nadeliiiilftcn durch, ohne sie aus dem Stichkanal ZU ent­fernen ; nachher wird wieder zusammengeschraubt. Nach entfernter Nadel befindet sich der Samenstrang in der Schlinge, die jetzt fest zusammengeschnürt und geknotet wird. Das Instrument darf an der Spitze etwas breiter und zugleich mehr gekrümmt sein. Aseptik ist notwendig.
Kastration der Eber.
Das operative Verfahren bietet hier keine besonderen Eigen­tümlichkeiten und überstehen diese Tiere (selbst auch ältere Zucht-sclnveine) das Kastrieren sehr leicht.
Man legt das Tier auf den Rücken und lässt die gut verwahrten Deine von einem oder zwei Gehilfen entsprechend festhalten, damit der Operateur nicht gehindert ist; auf die Fixierung des Kopfes muss besondere Rücksicht genommen werden. Ferkel werden wohl auch mit dem Ducken schlächtermiissig an einen Pfosten aufgebunden. Am meisten im Gebrauch steht bei den männlichen Schweinen das Abdrehen oder die subkutane Unter­bindung mit Seide (s. oben). Altere Tiere oder einzelne Rassen sind mit verhältnisniiissig sehr grossen Testikeln ausgestattet, die oft einen ähnlichen um­fang besitzen wie beim Pferde, es kommt daher auch vor, dass man den Hodensack öffnet und zu Kluppen die Zuflucht nimmt. Zum Aufschneiden des Skro-tums dient ein besonderes handliches Kastriermesser (Fig. 331), Man wählt hier die Kluppen haupt­sächlich aus dem Grunde, weil das Kluppen mehr
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Fig. 881.
Kastriennesser
für Klier.
Sicherheit gegen die nachfolgende Skrotalhernien bietet, welche bei Schweinen wegen des weiten Leisten-
kanales häufiger vorkommen als bei anderen Tieren. Die elastische Ligatur des Hodensacks bei Ferkeln hat sich nicht be­währt, die Schweine reagieren darauf mit grossen Schmerzen, eher empfiehlt sich die Unterbindung des Samenstrangs mit Katgut (Grün). Manche Praktiker kastrieren in der Art. dass sie bei sehr jungen Exemplaren kurzweg nach Eröffnung des Hodensacks (oder auch ohne diese) die Hoden quer wegschneiden und das Tier sich selbst überlassen. Dass nachher auf die Beschaffenheit des Schweinestalls besondere Rücksicht zu nehmen ist. braucht wohl nicht näher an­geführt zu werden.
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Kastration des männlichen Hundes,
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Kastration des männlichen Hundes.
Die Operation kommt verhältnlsmässig selten vor. obwohl sie zu Folge des oft stark erregten Geschlechtstriebes häufiger angezeigt wäre. Kastrierte Rüden verlieren fast gänzlich das Temperament, werden teilnahmslos, phlegmatisch, gleichgiltig selbst gegen den Herrn und verfallen bald in Fettsucht; wenn die Indikation des Kastrierens vorliegt sind es daher meist grössere Verletzungen der iiusseren Genitalien, maligne Neubildungen oder sonstige Hodenkrankheiten.
Inter den verschiedenen Kastrationsmethoden wird am häufigsten die Unterbindung mit Seide gewühlt und hei starken Individuen der Samenstrang durch Abstechen mit der Xadel in zwei Portionen abgeteilt und verschnürt, nachdem der Hodensack in der gewöhnlichen Weise eröffnet wurde (Seite 459), Die Seidenfäden müssen stark genug sein, um nicht vorzeitig durchzuschneiden, auch können sie zu­vor in Sublimatkollodium getaucht werden. Wegen der Vorliebe der Hunde, an jeder Wunde zu lecken und diese fortwährend unnötig zu reizen, seihst den Samenstrangstumpf zu benagen, muss die Ligatur sorgfältig in dem Gewebe des Letzteren befestigt und der Strang unter die Scheidenhautriinder versteckt werden. Strenge Antiseptik ist notwendig. In anderer Weise wird bei Rüden wohl nur ausnahms­weise vorgegangen (siehe oben Seite 459) und gilt dasselbe, was die Kastration
der Katze betrifft. Das Skrotum ist hier sehr dünnwandig, man muss sich daher hüten, heim Einschneiden unnötigerweise eine Hodenblutimg zu veranlassen (s. auch Kastration der Kaninchen). Schwierigkeiten bietet oft mir die Befestigung dieser Tiere, siehe darüber Seite 68.
Kastration der Kaninchen und Lapins. Die Anzeige liegt in der Regel darin, das Halten der beiden Geschlechter in einem gemeinschaftlichen Raum zu ermöglichen oder die Mastfähigkeit zu beschleunigen und zu erhöhen. Das Operationsverfahren seihst hat nichts Abweichendes von dem bei andern kleinen Tieren und genügt gewöhnlich schon das Ah schaben des zuvor umgedrehten Sanien-strangs. In Krankreich und Belgien wird die Operation am häutigsten verlangt und geschieht neuerdings auch vielfach durch Umschnüren des enthlössten Samenstrangs mit dünnen elastischen Fäden (Hut­schnüren), um dann das Tier sich seihst zu Überlassen; die Ligatur bleibt bis zum Abfallen liegen. Strenge Aseptik darf nicht versäumt
Ili-viiis'rt Operiitiunslelire. VI. Aufl.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ^ji
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Knstnition inannliclier Tiere.
wei'deu, um bei der grossen Empflndlichkeit dieser Tiere Verluste zu vernieiden. Die Kastraten .seilen einige Zeit von den Rammlern abgesondert werden, welche zu Misshandlung der Ersteren sehr ge­neigt sind.
Litteratur. Deisinger sali von 80 durch Unterbindung kastrierten Stieren 12 von Tetanus befallen. — Magne, Rcc. 1869, Red. lf*G2. 342, zieht bei Liimniern und Böcken eiserne Kluppen mit Schrauben vor, welche auf dem abgesebomen Skro-turn tiiglieh nachgezogen werden; sie bleiben 8—10 Tage liegen. — Seibold, Bep. 1872. 115, kastrierte 860 junge Firnen und ea. 100 Ziegenböcke mittelst bolz. Schraubenkluppen, die nur einige Minuten auf dem Hodensack liegen bleiben. Die Folge ist Atrophie der Hoden in einigen Monaten. — 1! ü r o b n e r, Ostr. Viertel-jahrsschr. Bl. Bd. 82, Unterbindung des entblössten Samenstrangs mit in Sublimat-kollodium l : 8 getauchten Schnüren, welche bis zum Abfallen liegen bleiben. Ähn­liche Ätzligaturen wendete Andersen bei 5 Pferden an, von denen 2 an Tetanus starben. Die Schnüre brauchten ö—(i Wochen zum Abfallen. G. u. 11. 1870. — May, östr. Vicrteljahrsschr. Bd. 81, (t3. Kastrat, von Zuchtböcken mit Schrauben-kluppen, die mit einem Schlüssel zugeschraubt werden und nur 30—40 Minuten liegen bleiben. — Anderson, liep. 1868, 88. Die Lappländer kastrieren die Renntiere durch Zerbeissen der Samenstränge. — Bassi, Rep. 1874. 2r)6. Abschaben beim Lama. — Übelc, l!ep. 1875. 383. Kastration der Kaninchen durch Ligatur über die Scheidenhaut; Peuch durch Öffnung der Scheidenhaut und blosses Ab­schneiden des Samenstrangs, ohne daran zu ziehen. — Smith, Kastration in Indien. Kochs Eucykl. II. 101. — Günther, Berl. AVoch. Xo. 7. Kastration der Stiere mit elastischer Ligatur, — 8chmey,Berl, Th. Woch. 1895, 352. Neue Eber­kastrationsnadel.
Kastration der Hähne.
Sin bietet einige Verschiedenheiten, die vornehmlich in anato­mischen Eigentümlichkeiten gelegen sind, es sind daher diese zunächst zu beschreiben. Im Ihrigen liegen besondere Schwierigkeiten nicht vor, in manchen Gegenden wird die Operation wie in Frankreich, Italien seihst durch Köchinnen ausgeübt.
Anatomisches. Die Geschlechtsdrüsen liegen bei den männlichen Haus­vögeln intraperitoneal und zwar in der Höhe der letzten Rippenfortsätze, also noch vor den Nieren, zwischen diesen und dem Herzen. Die Testikcl sind von bohnenförmiger Gestalt und nur durch ihre Gofiisse und das sehr lockere Bindegewebe in ihrer Lage gesichert. Ihre Grosse differiert sehr, je nach Kasse, Jahreszeit und Lebensalter; in einem Alter von drei bis vier Monaten scheint für die Tiere die Kastration am günstigsten auszufallen und nach den lieobachtungen von Herdez sind jene Hähne, welche nur einen einfachen Kamm tragen, diejenigen, welche am leichtesten zu kastrieren sind, denn ihre Hoden sind so gut entwickelt, dass sie sehr leicht mit dem Finger erreicht werden können.
Die Mastfähigkeit wie die Schmackbaftigkeit des Fleisches nimmt wesentlich zu, ungleich mehr als wenn die Kastration dadurch umgangen werden will, dass man die männlichen Exemplare gar nie mit weiblichen in Berührung bringt, um
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Kastration dor Hiilnip.
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liciuo Gcsclilcfhtslust aufkommen zu lassen. Die. Kapaunen crrciclion ein Ge­wicht von ܗii kg und darüber und repräsentieren einen Marktwert von 3—7 Mark, es wäre dalier zu Wünschen, wenn die Operation, nailidem die Nachfrage nach Mastgeflügcl alljährlich grosser wird, auch ausserhalb Frankreichs eine grossore Verbreitung finden würde, es soll dalier die Kastration hier des näheren aufgeführt werden und folgen wir biehei den Angaben des oben genannten Klinikers.
Der Operateur hiilt den Hahn an den Küssen, den Kopf des­selben unter den Ann nehmend und zwar so, dass der Rücken des Tiers nach unten gerichtet ist, für Ungeübte
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ist jedoch die Verwendung (dues Gehilfen anzuraten. Der letztere sitzt auf einem Stuhle oder besser auf einem Tische und hält den zu operierenden Hahn SO, dass dessen Rücken auf seinen Knieen ruht und das Hinterteil gegen den Operateur ge­richtet ist.
Die Operationsstelle ist rechts oder links in der Gegend zwischen dem hinteren Ende des Brustbeins und dem After, nach der französischen Methode in der Mitte der Flanke, wo die Federn nach aseptischer Waschung ausgerupft werden. Der Schnitt trennt hier, nachdem die Stelle gewaschen und desinfiziert worden ist, die Haut samt der unterliegenden Muskulatur soweit, dass mit dem Finger eingegangen werden kann, nachdem das Bauchfell mit
der Pinzette gehohen und eingeschnitten
worden ist. Die so erzeugte kleine Öffnung wird jetzt erweitert und auf diese Weise der seitliche Luftsack, dessen Wandungen
Flg. 332. 3 Aorta, 4 Ilohlvene, 6 l'soas, a a Hoden , h h Samenleiter, c c Nebennieren, lt;/ (/ Nieren.
bei jedem Atemzuge aus und ein bewegt
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Harnleiter.
werden, abgedeckt.
Wenn die Operation in der rechten Flanke ausgeführt wird, kann der Luftsack unbedenklich angeschnitten werden, insofern er sich dann unmittelbar vor die Öffnung lagert und nicht zur Seite ge­schoben werden kann. Nun wird der desinfizierte Zeigefinger durch die klaffende Wunde in das Hauchcavuin bis zur Wirbelsäule einge­führt und der rechte Testikel als ein 12—18 mm langes und 8—12 mm breites bohnenförmiges Gebilde von derber Konsistenz gefühlt, worauf derselbe mit etwas abgebogener Fingerspitze nach ah- und
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Kastration mäntüiohw Tiere.
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auswärts gegen ilie Bauchwaiid von seinen Adbärenzeu befreit und schllessllch völlig frei gemacht wird. Der SO abgelöste Hoden muss jetzt längs der Bauchwand mittelst der etwas gebeugten dritten Phalanx gegen diese hingezogen werden, wobei er vor der Öffnung dein Finger ausweicht und unter die Darmschlingen gelangt, um liier liegen zu bleiben.
Der linke Hoden wird in gleicher Weise durch dieselbe Bauch­wunde aufgesucht und sachte mittelst des Fingers an die Wirbelsäule gepresst, wobei es eine Hauptsache ist, nur die l'ulpa des Fingers zu gebrauchen; ist auch dieser Hoden abgelöst, so wird die änssere Wunde vernäht, ohne das empfindliche Bauchfell mit zu fassen. Das Liegenlassen des Hodens in der Bauchhöhle bringt nicht den geringsten Nachteil, es pfropft sich derselbe vielmehr an irgend einer Stelle ein und wird in sehr kurzer Zeit grösstenteils resorbiert. Hei einiger (bung dauert die ganze Prozedur nur wenige Minuten und damit der Kastrat von anderem Getlügel unterschieden werden kann, wird der Kamm durch eine Incision gekennzeichnet oder ein Sporn abgetrennt. In den nächsten Tagen bekommt das Tier nur Weichfutter, Milcb-brot u. dgl. und wird in einem trockenen, zugfreien Räume unterge­bracht, welcher das Auffliegen nicht gestattet, was der Wundheilung sehr hinderlich wäre. Schon nach wenigen Tagen können die jungen Kapaunen ins Freie gebracht werden.
Die Verluste sind nicht erheblich und wenn solche eintreten, ist meist die Ursache in einer Verletzung der sehr zarten Nieren (Fig. 332 d d) zu suchen, man muss sich daher, wie Günther angieht, hesonders hüten, diese mit dem Finger zu umgreifen, da sie dicht an den Hoden (aa) liegen. So lange sich der schön rote Knmm der Kastraten nachher nicht verfärbt, ist keine Gefahr vorhanden, wohl aber soll man zum Schlachten schreiten, wenn das Tier das Futter versagt und die Flüge! schlaff hängen lässt.
Litteratur. Berclez, Koch's Encyklopädie. II. Bd. S. 88. — Günther, Das Kapaunen der Hühner. Berlin 1890; derselbe, Berl. Th. Wochenschr. 1891. S. 99.
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Kastration der Kryptorchiden.
Statt in das Skrotum herabzusteigen, ist ein Hoden weiter oben im Leistenkanal zurückgeblieben (inguinale Kryptorcbidie) oder es ist weder im Hodensack noch in der Leiste der Hoden anzutreffen, derselbe vielmehr noch in der Bauchhöhle gelagert und kann erst durch Eröffnung dieser exstirpiert werden (abdominale Kryptorchldie). Die Anomalie kommt in beiden Formen am häutigsten bei Pferdeil vor (Spitzhengste), selten bei Kälbern, Lämmern oder Ebern (Monor-
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msmmmtimm
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Operation bei der Ingulnallage des Hodens.
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cliideji), es können aber auch hehle Testikel In laquo;iw augegebeuen Weise von ilirer Nomallage abweichen.
Die Erkennung bietet bei der inguinalSD Form mir Schwicrigkoilen, wenn der Hoden selir liocli oben am Baucliring gelegen, atrophisoli ist oder die Subkutis der lieistc reichlich Fettgewebe enthält. Die Palpation vom Eectnm aus vermag in derartigen Fällen die Diagnose zu erleichtern und, falls der Hoden auch dann nicht zu linden ist, muss er im Bauchcavum gesucht werden, wo er meist in der nächsten Umgebung des Leistenrings liegt, der oft zu klein ist oder geschlossen angetroffen wird. Aber auch irgendwo anders kann er sich in der Bauchhöhle ver­irrt haben und bietet dann das Auffinden stets grössere Schwierigkeiten, auch wenn die Laparatomie vorhergegangen ist. Krfippelhafte Hoden entwischen leicht dem tastenden Finger oder werden mit einer zufällig leeren Üarmschlinge, mit Lymph­drüsen u. dgl. verwechselt. In solchen Fällen empliehlt es sich, gleichzeitig mil dein andern Arm in den Mastdarm einzugehen oder hilft man sich, statt planlos herum zu suchen dadurch, dass man nach dem im Hodengckröse am leichtesten durch-fühlbaren Samenleiter fahndet, welcher sich als derber Strang von der Dicke einer Schnur kenntlich macht und beim Weiterverfolgen die Hand selbst zum Hoden führt. Auch die Harnblase kann einen wertvollen Anhaltspunkt abgeben, insoferne auf Ihr das Vas deferens gelegen ist oder hält man sich, wie Günther angeraten, an den Ursprung der deutlich pulsierenden Samenarterie. Bei den Wiederkäuern ge­lingt das Auffinden immer ungleich leichter.
Operation bei der Inguinallage des Hodens. Wie zum gewöhnlichen Kastrieren wird das Pferd in die Seitenlage gebracht, so das die zu operierende Stelle nach oben zu liegen kommt. Ob zu einer Narkose geschritten werden soll, hängt von dem Einzelfalle ab, meist ist sie nicht zu umgehen, da man es hei den Monorchiden viel­fach mit renitenten, selbst bösartigen Tieren zu schaffen hat. Strenge Antiseptik ist absolut geboten und wenn Todesfälle eintreten, ge­schehen sie gewöhnlich durch konsekutive Bauchfellentzündung, durch Eiterung oder Septikämie. Das vorherige Ausräumen des Mastdarms erleichtert die Operation stets, hat jedoch durch einen Gehilfen zu geschehen. Möller lässt vorher eine Alocpille gehen.
Operation vom Hodensack aus. Die Eröffnung degt; Leistenkanals kann in manchen Fällen wie heim Kastrieren unter gewöhnlichen Verhältnissen vom Hodensack aus geschehen, um dann den Testikel weiter oben aufzusuchen, möglichst herabzuziehen und in der gewöhnlichen Weise durch Anlegen von Kluppen zu ent­fernen, falls der Leistenkanal nicht abnorm weit ist. Sollte der Hoden nicht gut erreichbar sein, nimmt man seine Zuflucht zu der Kette des Ecraseurs, die sich weit hinauf vorschieben lässt, wenn der Strang sehr kurz ist; Degive bedient sich zum Erhaschen des Hodens einer gelöffelten Zange und kann hiezu auch eine Steinzange (Fig. 333) oder die Rödef'sche Geburtszange verwendet werden. Häutiger ope-
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Kastration iniinnlichor Tiere.
ilevt man ä testiculo convert (Seite 466), schneidet also das Skrotum an der gewöhnlichen Stelle nur bis auf das liindegewebslager der Scheidenhaut auf 10—12 cm Länge ein und präpariert es Stumpf los, bis man weiter oben auf den Hoden stösst und hier als-bald den Sack ülfnet, den Hoden hervorzieht und durch Kluppen entfernt. Abdrehen ist wegen des erweiterten Leistenkanals nicht thunüch.
Operation vom Leistenkanal aus. In andern Fällen gelingt es nicht, des versteckten Hodens von dem Skrotalsclmitt aus habhaft zu werden und bleibt dann nur die S e c t i o a 11 a iihrig. d. b. man operiert in derselben AVeise wie eben angegeben wurde, nur geschieht der Einschnitt in die Haut bis zur Tunica vaginalis weiter oben seitlich in der Leiste, da wo der Hoden sich durchfühlen liisst. Nun geht man mit der zu­gespitzt gehaltenen Hand in dem reichlich vor­handenen supravaginalen Zellgewebe gegen den Bauchring vor, um den Kanal zu eröffnen und wie oben zur Exstirpation des Hodens zu schreiten. Sind zwei Hoden vorhanden, von denen der eine normal im Skrotum liegt, wird zuerst dieser ent­fernt und kann Jetzt, da manchmal der andere verborgene später von selbst durch Zunahme seines Gewichts in den Hodensack herabsinkt, auch ab­gewartet werden, bis dies geschehen ist, was indes nur eintritt, wenn er irgendwo im Leistenkanal seine Lage hat.
Operation bei der Abdominallage des Hodens bietet grössere Schwierigkeiten für die Flg. 3:53.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Ablation, wenn wie fasst regelmässig der zurück-
gebliebene Testikel vom Leistenring aus nicht zu erreichen ist, also die Eröffnung der Bauchhöhle notwendig wird. Dieselbe lässt sich auf verschiedene Weise und an mehreren Stellen bewerk­stelligen und galt bei l'ferden lange als ein sehr gewagtes Unter­nehmen. Erst die neuere Zeit hat besonders durch das Vorgehen der besonders erfahrenen dänischen, belgischen und französischen Tier­ärzte so viele und vortreffliche Musterbilder des Operierens geliefert, dass das Kastrieren von Kryptorchiden jetzt viel von dem Schrecken verloren hat, den es einstens so vielen Praktikern einjagte. Von den
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Oiieriition bei der AMominallago des Hodens.
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.sich in dieser Beziehung verdient gemachten Tierärzten sind besonders Jensen, Stelkens, Nielsen, Stockfleth, Bang, Deglve, Mauri, Cadiot, sowie von den deutschen K. Günther, Möller, Petersen, Ost ermann u. A. zu nennen. Stockfleth z. B. verlor seiner Zeit den dritten Teil seiner Kastraten, jetzt reduzieren sich die Todesfälle auf wenige Prozente. Die Eröffnung der Bauchhöhle In der oberen oder unteren Flanke kann zur Zelt wenigstens hei Pferden als aufgegeben betrachtet werden, sie geschieht jetzt nur mehr von der Leiste oder untern Bauchwand aus und bleibt sich dabei die Lagerung des Tieres dieselbe, wie oben angegeben wurde. Auch zuvorige Diät muss angeordnet werden.
Nach der vielgebrauchten dänischen Methode geschieht der Einschnitt entweder am untersten Teile des Hodensacks median (Sectio sc retails) oder weiter oben seitlich vor dem Schenkel parallel dem Poupart'schen Bande, also dicht unterhalb des Bauch­rings (Sectio inguinalis). wodurch der Weg in das Bauchcavum wesentlich abgekürzt wird, liei dem belgischen Verfahren gelangt die Hand gleichfalls vom Skrotum aus in die Baychhöhle und ge­schieht der Schnitt nur bis in das Lindegewebe, welches die Dartos mit der Scheidenhaut verbindet, es wird dann in ähnlicher Weise weiter vorgegangen, wie oben bei der Inguinallage des Hodens be-schrieben wurde. Ist nämlich der Scheidenhautsack eingeschnitten, bohren sich die Finger der zugespitzten Hand unter massigem Drucke bis zum Leistenring vor, wo man das den Bauchring umgebende oder ihn scbliessende Peritoneum fühlt und es zerreisst. um in der Bauch­höhle angekommen, nach dem Hoden zu fahnden und ihn zu erfassen, was freilich des engen Hauchringes wegen nicht immer gelingt. Zum Glück ist der Testikel meistens nicht weit entfernt, und liegt in der Umgebung des inneren Lauchrings (vor oder unterhalb desselben), so dass er mit den Fingerspitzen erreicht und in den Leistenkanal her­eingezogen werden kann. Wäre das Findringen in den Abdominal-raum nicht ermöglicht oder lässt sich der Hoden hier nicht auffinden (S. 485), muss ein besonderer bis in die Bauchhöhle reichender Ein­schnitt in der nächsten Umgehung des äusseren Hauchrings ausgeführt werden, um die Exstirpation zu ermöglichen (Laparatomie). Die Entfernung geschieht (wie oben angegeben) im Leistenkanal, worauf die Hautwunde durch Heften in der bekannten Weise ge­schlossen und nochmals desinfiziert wird. De give rät indes, das Nähen zu unterlassen und die Wundränder durch Ubereinanderlegen gut zu bedecken. In beiden Fällen orfordert es die Vorsicht, zuletzt
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fin in Sublliüatwassei' ausgeruugeues Tuch als eine Art Suspensorium anzulegen, mit welchem sich das Tier niederlegen kann. Unter Anderen hat M ö 11 e r in dieser Weise 24 Pferde mit Erfolg kastriert. Bei beiderseitiger Kryptorchidie kann die Operation am zweiten Hoden erst unternommen werden, wenn die Bauchwunde der anderen Seite verheilt ist.
Das Verfahren nach Degive ist Jetzt dahin abgeändert, dass dicht hinter dem inneren Bauchringe eingeschnitten wird, während Hang und dann auch Möller das Durchschneiden des inneren schiefen Hauclnnuskels an der inneren Wand des Leistenkanals (etwas medianwiirts vom Bauchringe) vorziehen, um keine klaffende Wunde zu bekommen; die Eingangsöiluung in die Bauchhöhle muss Raum für mindestens zwei Finger bieten. Haben sich die durch­schnittenen Fasern genannter Muskeln zurückgezogen, perforiert ein kräftiger Stoss mit dem Zeige- und Mitteltinger das Bauchfell, worauf diese in den Bauchraum sofort eingehen. Hei dem Durchstosseu muss man sich hüten, die Serosa nicht in weiterem Umfange von ihrer Unterlage loszulösen, die Perforation hat daher während einer Inspi­ration zu geschehen und erfolgt hier auch unschwer.
Die Methode Günther schreibt zu gleichem Zwecke ein anderes Verfahren vor, das ausserdem, dass es der durchgehenden Hauch-wunde, von der am meisten Gefahren drohen, mehr Schutz bietet, den Vorteil gewährt, mit der eingeführten ganzen Hand jede Stelle der Hauch- und Bauch-Beckenhöhle besser durchtasten zu können. Der Einschnitt in die Haut erfolgt nicht in der Inguinalgegend. sondern an der unteren Wand des Hinterleibs (Sectio abdominalis) und wird in einer Art ausgeführt, dass sich die Wunde nachher selbst schliesst und auch bei Pferden nicht leicht eine peritonitische Reizung aufkommen kann.
Die Operation geschieht in der Rückenlage, weniger aus He-quemlichkeitsrücksichten als um die Bauchmuskulatnr erschlaffen zu machen und so jeden hinderlichen Druck auszuschliessen. Skrupulöse Aseptik, Desinfektion der Haut und ihrer ganzen Umgebung sowie besondere Kleidung des Operateurs und seines Gehilfen sind auch hier von Nöten. Der Hautschnitt geschieht seitlich neben der M ü n d u n g d c s S c ii 1 a u c h s 5—(i cm von der weissen Linie ent­fernt und parallel mit dieser in einer Länge von 10—12 cm (Hand­breite) nach hinten und zwar in der Art, dass die einzelnen unter das Messer kommenden Bauchmuskelschichten je besonders getrennt werden. Zuerst durchdringt das ireballte Messer die gelbe Hauch-
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Methode Günther.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;^.gg
haut und geht durch diese in das mit erliegende Bindegewebe, um den geraden Baucbmuskel frei ZU legen, worauf dieser in der Richtung seinei- Fasern zuerst mit dem Bisturi, dann mit dem Zeige­finger bis auf die seimige Ausbreitung des queren Baucbmuskels
getrennt wird. Die Fasern des Letzteren werden stumpf gespalten, um zuletzt das nun zum Vorschein kommende durchscheinende Bauch­fell mit einem kurzen Stosse und der schon oben angegebenen Vor­sicht glatt durdizureissen. Jetzt gehen die Finger in das Bauch-cavum ein und wird die Wunde unter Ausspreitzen der Frsteren und weiterer Trennung der Muskelfasern entsprechend ihrer Richtung vollends so erweitert, dass die Hand bequem eingehen und den Hoden aufsuchen kann (s, die Anhaltspunkte Seite 485). Sie arbeitet dabei, ohne einen Druck seitens der Muskeln oder des spannenden Leisten­kanals zu erfahren und damit fast gelähmt zu werden und zieht den erfassten Testikel aus der Wunde hervor. Alle nachfolgenden Hand­lungen sind dieselben wie oben angegeben.
Nach erfolgtem Abdrehen oder unterbinden wird der Samen-Strangstumpf vor seiner Zurückgabe in die Bauchhöhle nochmals des­infiziert, die Hautwunde durch sechs bis acht Hefte verschlossen und mit Jodoformkollodium, Glutol u. dgl. bedeckt. Die Naht der Bauch­muskeln bleibt erspart, deren Fasern sind zumeist nur auseinander gedrängt worden und werden so die Ränder der sich rechtwinklig kreuzenden (etwa 8 cm tiefen) Lochwunde sowohl beim Stehen als Liegen des Tieres von selbst gegeneinander gepresst, was einen dichten, etagenweise erfolgenden Verschluss gewährt, der gegen In­fektion Sehnt/, bietet. Die Wundränder liegen nicht an der untersten Bauchwand und sind somit dem Drucke der Eingeweide nur in ge­ringem Masse ausgesetzt, ausserdem bleibt auch die Stellung der Hinterschenkel ohne Einfluss auf den Wundverschluss.
Wäre der Krvptorchisinus ein beiderseitiger, kann auch der andere Hoden auf demselben Wege zu gleicher Zeit entfernt werden, ohne die Bauchwunde vergrössern zu müssen. Dass ein noch inner­halb der Bauchhöhle liegender Hoden später in den Leistenkanal oder Hodensack herabgetreten wäre, davon ist in der tierärztlichen Litteratur, soviel bekannt, nichts verlautbar geworden, die Begel ist, dass der innere Leistenring durch das Bauchfell verschlossen ist. wohl aber kommt es vor, dass ein in dem Leistenkanal befindlicher Hoden bei Fohlen wieder in die Hauchhöhle zurückgezogen wird, eine Erscheinung, welche bei Ebern und Kaninchen schon beobachtet worden ist.
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Wei den librlgen Haustieren, bei Kälbern, Lämmern mid Schweinen kommt Kryptorcblsmus ebenfalls vor, wenn auch viel seltener, die Operationstechnik bleibt sich Im ganzen dieselbe. Hei Hunden und Katzen beobachtet man das Zurückbleiben der Hoden nur ganz ausnahmsweise.
Litteratur. Vanliaclst, Rec. 1840. Journ. de Toni. X. 7J. Kastration der Anordiiilcn und Monorclüden; desgl. Brogniex, Goudaux im Rec. 1847. 181; 1866, 1002. — Auceze, Journ. do Toul, 1840. 848. Operation bei sechs Lämmern durch die Flanke, hei vier Laparatomie beiderseits, Unterbindung des Samenstrangs. — De give schrieb 1875 eine sehr gute Abhandlung über Kryptor-cbiden, welche im Verein mit den diesbezügl. Arbeiten Stock fleths heute noch massgebend sind ; letzterer teilte seine Erfahrungen in zahlr. Schriften mit, besonders dänischen (Rop. 1868. 71. 361); ausführl. auch in seiner Chirurgie 11.; ebenso Peuch etToussaint, t'hir. 11. — Bonley etlleynal, Dictionn. prat. — Degive operierte Über 200 SpitzliengSte; von 37 abdominalen verlor er bis 1875 nur drei; 1876 wurden sieben kastriert, einer starb, der Hoden war kopfgross etc. Ann. de Brux. seit 1875 fast alljährl. Veröffentlichungen, Bep. 1877. 349. — Hering, Anat. und physiol. Betrachtungen über Kryptorchidie. Rep. 1872. 28. — Meorwald. Adams Woch. 1858, 107. Spaltet zuerst Haut und Zellgewebe am Bauchring, um das Herabsteigen der Hoden zu erleichtern: Kastrat, erst nach einigen Monaton; ibd. 1881. 317. Beschreib, des Verfahrens von Bagge. Operation von der Flanke aus, Abschaben des gedrehten Samenstrangs. — Hcngevold, Hct Rep. 1857. 164. Beschreib, des Verfahrens holländ. Empiriker, Operat. vom Bauchring und von der Flanke aus. — Jensen, Hoy er, Barfoed, Sonksen. Operationsweise in Dänemark. Tidsskr. IV. ff. Rep. 1868; Jensen hat in 16 Jahren 34 kastriert, vier verloren; l'etersen von 23 sechs. Rep. 1873. 171. — Diericx, Annal. de Brux. 1804. Rep. 1864. 324. Unterbindet, lässt aber Fäden herabhängen, Hoden bleibt bis zur eiterigen Ab-stossung. Tiere über drei Jahre nicht mehr kastrieren. — Deisinger, Ad. Woch. 1804. 157. Bei Stieren fehlt meist r. Hoden, gew. aber leicht zu linden; Beck. ibd. 1864. 1, fand bei sechs Stieren Hoden in subkut. Gewebe am Bauch. Laparatomie beim Widder, ebenso beim Eber von Labory; Festal unterband zwischen Hüfte und zweiter Bauchzitzc, beim Eber. Rec. 1851. 535; Gerlach kastrierte einen Eber ebenfalls von der Flanke aus, G. u, II. 1854. 307; mehrere ungünstige Fälle. Rep. 1804. 322; 1808. 71. 861. — Stolkcns Tierarzt 1881. Holt Hoden samt Scheidenhaut aus Bauchring, schüttet Öl in den Kanal und unterbindet mit einer Darmsaite: von 86 acht tot. #9632;— Schmidt, Gcrlacb 1885. 77. Operiert nach Degive: ausführl. Beschreibung der Methode: empfiehlt besonders dreistes Vorgehen gegen den Bauchring. — Eichbaum, Revue f. Tierheilkde, VI. 1. Descensus tcsticulorum. — Berdez, Kochs Encykl. II, 87. — Liautard, Animal castration. Xewyork 1884. — Nielsen, D. Ztschr. f. Tierheilkde. 1884. 351. Kastrierte in grosser Anzahl; intercss. Beschreib, der Methoden vom Bauchring aus und Perforation des Bauchs ohne Instr. — Richard, Rec. 1889. No. 16. Operation von über 100 Spitzhengsten ohne Vorlust. Gebt mit Kraft vom Kanal aus gegen Bauchring vor, durchreisst Bauchfell und dringt bis über den Vorarm in Bauchhöhle. Empfiehlt den Ecraseur von Chassaignac; in Frankreich operieren auch die Kastricrer so. — Ost ermann, Berl. Woch. 1889. 177. Kastriert meist nach Degive, klagt aber viel über nachfolg. Fieber. Das Durchbohren mit der Hand wird weniger gut vertragen.
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Folgen der Kastration männlicher Tim1,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; .|lt;)|
als glatte Trennung iler Bauchmuskeln am Schambein, noch besser Flankensohnitt b. l'i'erd in der Seitcnlage, denn Hoden liegen am häufigsten an den Lenden, belaquo; festigt durch eine Bauchfollfalte. — Molle r, Prof. Monatschr. f, jirukt. Thlkde. I. S. 9 und 385. Beschreibung des Aufsuoheus vom Mastdarm aus, Hoden liegen fast immer am Vorderrand des Schambeins, dicht vor diesem 10—15 cm neben der Medianlinie. Perforation der Baucluleclie in Leiste, neben oder hinter dem Baucli-ring, noch besser am innern schiefen liaiicbmusUel; Unterbindung mit Katgut, nach­dem vorher Tögl'sche Zange angelegt wurde; Hand nicht zweimal in Bauchhöhle eingeben. M. kastrierte so 18 Pferde, worunter drei doppelseitige, zwei Verluste an Septikämie. — Cagny, Rec. 1891, S. 404. — Pütz, D, Ztschr, f. Tiermediz. 1891. 192. — Rec. 1891, 856, Neues Verfahren bei Pferden, Schafen und Schweinen. Mauri, La castration des cbevaux cryptorebides. Baris 1891. — T rasbot, Rec. 1892. 129. Operation bei Hunden. — Mauri, Revue vet. 1893. 124. Weitem glückliche Fülle. — Günther, 1). Tb. Woch. 1894. 86. Neue Methode von der untern Baucbwand aus. — Donald, Journ. of comp. l'atbol. Bd. VII. 355. —#9632; Anger st ein, Monatsh. f. pr. Thlkde. V. 529. Flankenscbnitt, grosser Abscess daselbst, Heilung. — Peter sen, Berl. Tb. Woch. 1895. 198. Beförd. des Hodens und der Leiste vom Mastdarm aus nach unten. Ein Fall des Durcbstossens des innern schiefen Baucbmuskcls. — Cadlot, Bec. 1895. 285. Über die dänische Ivastriermctbode bei Spitzhengsten. — Peterson, Berl. Tb. Woch. 1895. 196. Zur Kastration der Knptorcliiden.
Folgen der Kastration männlicher Tiere.
Für gewöhnlich treten nach dem Kastrieren üble Zufälle nicht ein. 1 )ie nachfolgende ödematöse A nschwell u igt; g der Skrotal-gegend ist eine natürliche Folge des Traumas, geht in einigen Tagen von selbst vorüber und ist oft nur auf mangelnde Bewegung in den ersten Tagen nach der Operation zurückzuführen: zuweilen hat auch das Verschmieren von auf den Kluppen angebrachten Ätzmittel dazu beigetragen.
Phlegmone. Anders verhält es sich, wenn der Anschwellung eine Wundinfektion zu (irunde liegt und einen phlegmonosen Charakter angenommen hat; sie tritt dann bedeutender auf und beeinträchtigt den Harnabgang. Im Wundsekret stellt sich septische Zersetzung ein und folgt bald Resorptionsfieber nach, besonders wenn sich durch vor­zeitiges Verkleben der Hautwunde eine grössere Menge Flüssigkeit unter ihr angesammelt hat. Fine Untersuchung mit dem Finger klärt die Ursache auf und genügen Freilegen der Skrotalränder, antisep­tische Irrigationen und körperliche Bewegung, um die Störung zu beseitigen. Liisst das Fieber nicht nach, hat sich die Infektion weiter hinauf in den Leistenkanal ausgebreitet und können gefährliche, zu­nächst peritonitische Zufälle auftreten, denen die meisten l'ferde
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Kastration miinnlicher Tiere.
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unterliegen, während die Übrigen Tiergattungen ungleich mehr aus­halten. Zu kleine Skretalsclmitte müssen häufig beschuldigt werden. Unreine streue, schlechte Stallluft. Jaucbegruben in tier Nähe.
Blutungen aus dem Samenstrangstumpf kommen zuweilen nach dem Abdrehen oder Abnehmen der Kluppen vor und trägt aussei' der Art des Kastrierens auch vielfach die Unruhe der Tiere daran Schuld, mangelhafte Beaufsichtigung, Insultierung der Skrotalgegend durch den Schweif. Lecken und Nagen am Samenstrang u. s. w. oder haben /errungen. Zerreissungen an Letzterem stattgefunden. Um kleinere Blutungen, deren Ursache man kennt und sich deswegen beseitigen lässt, bekümmert man sich nicht. Sache der Vorsicht ist es aber, bei allen anderen frühzeitig einzuschreiten, auch wenn sie unbedeutend erscheinen. Am sichersten und raschesten schafft Hilfe die Unter­bindung des betr. (iefässes oder des ganzen Stumpfes. Zu diesem Behufe ergreift man diesen mit den Fingern, fiber welche eine chirur­gische Schlinge gelegt wurde, schiebt diese unter Strecken der ersteren über den Strang, wo sie ein Gehilfe durch Anziehen beider Enden zuschnürt; es kann dies auch im Stehen geschehen. Mit den übrigen Mitteln (kalte Bespritzungen, Styptica, Tamponade des Hodensacks, selbst wenn dieser nachher geheftet wird), kommt man erfahrungs-gemäss schlecht aus und versäumt oft nur Zeit.
Samenstrangvorfall. Er kommt nach gewaltsamem Anziehen des Samenstrangs oder des Hodens und besonders bei schlaffem 1 a n g e m Samenstrang vor und kennzeichnet sich durch Hervortreten des Stumpfes.
Kurz nach der Kastrastion lässt sich der Felder durch Hinauf­schieben mit dem Finger, beziehungsweise Herabziehen der Hoden­sackhaut oft leicht beseitigen, später jedoch muss das vorstehende Ende desinfiziert, unterbunden und abgeschnitten werden, wenn keine Fistel daraus werden soll (Zapfenschiessenlassen). Werden solche schlaffe Samenstränge schon beim Kastrieren selbst entdeckt. so bietet das hohe Anlegen der Kluppen die beste Prophylaxe, auch muss der Stumpf nachher gut in die Scheidenhaut (nicht bloss Skro talhaut) hinaufgeschoben und dort verwahrt werden.
Vorfallen des Darmes oder Netzes ist eines der un­angenehmsten Ereignisse, das schon während der Operation oder unmittelbar nachher vorkommen kann und zwar am häutigsten bei Schweinen, am seltensten bei den Wiederkäuern. Darmbrüche müssen sogleich zurückgebracht werden oder erfordern sie eine
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besondere Operation, wie sie hei dem liodensiickdarnihnicii iiiiiier angegeben wurde. Netzstücke können nur bei sehr weitem Baueh-ring reponiert werden, einfacher werden sie etwas iiervorge/ogen, desinfiziert, quer abgeschnitten und zurückgeschoben; eine Unter­bindung oder Torsion eines (Jefässes wird nur ausnahmsweise not­wendig.
Samenstrangflstel. Nicht selten bildet sich nach der Kastra­tion des Pferdes, sehr selten des Rindes, am Hodensack eine feste, speckige mit multiplen Abscesschen durchsetzte Geschwulst aus, welche die Skrotalwunde nicht zum Heilen gelangen lässt und zeit­weise Eiter entleert. Ursache sind zurückgehaltene Wundsekrete und Einwanderung von Pilzen diverser Art, wodurch es zu entzünd­licher Reizung und Neubildung mit purulenter Durchsetzung kommt. Der chronische Vorgang kann lange Zeit bestehen, bis mau durch die Verdickung und eiterige ßeschmutzung der Hodensacknarbe und später durch gespannten Gang auf ihn aufmerksam wird. Der Samen­strang beteiligt sich im Anfang häutig nicht, besonders wenn es sich blos um zufälliges Eindringen von Bakterien handelt, welche die Hant­wunde infizierten und mykotische Entzündung, desmoide Neubildung u. dgl. erzeugen. Die Hilfe ist in solchen Fällen darin gelegen, dass man die fistulöse Narbe wieder öffnet, das krankhafte (iewebe mit dem Messer ausschneidet und nach leichtem Ätzen für eine gute Gra­nulation sorgt. Zerteilende Salben und andere Schmierereien führen nicht zum Ziele.
In anderen Fällen ist, der Samenstrangstumpf gleich im Anfang schon engagiert, wenn schlecht verwahrt oder hängt er zwischen den Rändern der Hodensackwunde hervor und geht hier Adhäsionen ein. Eiterung ist gleichfalls die Folge und durch die sich hihlondeu kleinen Fistelöffnungen dringen Mikroparasiten aller Art ein (Staphylokokken, Discomyces, Micrococces ascoformans, botryogenus, Actinomyces u. s. w.) und erzeugen bei der grossen Neigung des Bindegewebs zu Luxu-riationen allmälig entzündliche Neubildungen, Granulome, gefftssreiche Auswüchse (Champignons) oder diffuse Wucherungen mit fistulöser Entartung (Uivolta. Johne, Rabe). Die Neoplasmen brauchen oft gleichfalls längere Zeit zu ihrer Ausbildung, nehmen jedoch mitunter, besonders wenn sie maligner Art sind, rasch an Grosse zu und wuchern am Samenstrang hinauf, der oft bis au den Bauchring und noch weiter in degeneriertem Zustande angetroffen wird. Solche vor­geschrittene Fälle können unheilbar werden, selbst das Leben des Tieres gefährden.
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Kastration miumliuhor Tiere.
Als Ursache müssen beschuldigt -wenlen: zu kleine Hciutwunclen iuu llodensuck, die Art des Abdrehcns oder rnterhindeus, niederes Anlegen der Kluppen, nicht gehöriges Verwahren des Stumpfes in die Scheidenbaut nach der Kastration, Zerrungen des Samenstranges bei der Exstirpation, Hervorhängen desselben (Zapfen­schiessen), Durchschneiden des Xebenliodeiibandes, nachlässiges aseptisches Ver­fahren, unterlassene Bewegung des Tiers nach dem Kastrieren, Mangel an Reinlich­keit im Stalle n. s. w.
Die Operation der Samenstraugflstel bestellt vornehmlich in der chirurgischen Entfernung der mehr oder weniger mit Ihrer üm-gebnng verwachsenen Geschmüstraasse durch A.usschälen aus dem noch intakten Gewebe, zu welchem Behufe das Pferd geworfen und auf den Rücken gelegt wird (Seite 47). Narkose ist häutig nicht zu umgehen. Die Desinfektion der Operationsteile geschieht durch Aliseiten. Abbürsten, Reinwaschen und Irrigieren
der ganzen Umgebung mit Sublimatwasser, worauf abgetrocknet wird.
Ein Ovalschnitt durch die Haut auf der Narbe eröffnet diese und werden alsbald die Hautränder von der Unterlage lospräpariert, um auf this reichlich vorhandene supravaginale Zellgewebe zu stossen. Soweit die Haut an­gewachsen, wird sie abgetragen. Die Trennung im lockeren Bindegewebe hat sich bis auf den gesunden (blaulich aussehenden) Samen-Strang nach abwärts zu erstrecken (das Pferd
Fig. 334. Schere von Ilolfmann.
im Liegen gedacht), eine oft mühsame Arbeit, welche durch das Bluten zahlreicher, auch neu­
gebildeter Gefiisse vielfach gestört wird, ein Gehilfe ist daher mit Auftupfen des Blutes fortwährend beschäftigt, ein anderer hält bei der Unsicherheit des Schneidens in der Tiefe mit Ilaken die Wundränder der Plant auseinander. Beide sind so zu placieren, dass sie dem Operateur wie sich selbst nicht hinderlich sind. Wesentlich erleichtert wird das Lospräparieren, wenn der frei­gelegte Teil der Geschwulst an einer durchgezogenen Schnur in die Höhe gehoben wird, um eine strammere Trennungsfläche zu bekommen, auch hat Hoffmann hiezu ein besonders halbsichelförmiges Messer sowie eine starke Schere konstruiert (Fig. 834), mit, der man dicht an der Geschwulst nach abwärts sticht und erst im Heraufgehen mit derselben das Zellgewebe durchschneidet. Bluten grössere Venen, müssen sie gefasst werden, man hält daher Stillungspincetten in Be­reitschaft, die aber lang genug sein müssen. Nachblutungen können
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Samens trangflstel.
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gefälu'llch, ^('ll)st töcltlich werden. Lufteintritt in den Lelstenkanal schadet gewöhnlich nicht
Ist in dieser Weise das Ausschälen und Isolieren des Samen-Strangs erfolgt, wird er möglichst in die Höhe gehoben, um im dessen gesundem Teile die Amputation vorzunehmen. Diese kann bewerk­stelligt werden, je nachdem sich mit der Hand ankommen lässt, durch Abbinden, Durchbrennen, durch Anlegen von Kluppen oder der Ecra-seurkette. Die Kette hat sich nicht bewährt, sie bietet zu wenig Sicherheit gegen Nachbluten, das nicht mit Unrecht gefürchtet wird. Ein beliebteres Exstirpationsmittel ist die Kluppe, die sich indes nur anlegen lässt, wenn die Geschwulst nicht sehr in die Tiefe reicht: man wählt die gebogene Kluppe (Seite 468) und verfährt wie beim Kastrieren. Von dem Abbinden mittelst einer Rebschnur wird gleichfalls häufiger Gebrauch gemacht. Ks wird langsam aber fest geschnürt und dann 2 cm weiter weg die Geschwulst entweder durch das Messer quer abgeschnitten, um hierauf reichlich Jodoformtannin, Glutol u. dgl. aufzustreuen, be/w. die Schnitttläche mit dem (Jlüheisen zu behandeln (S. 239) oder mau lässt das abgebundene Stück selbst losstossen, muss aber dann dafür sorgen, dass sich die äussere Wunde nicht vorzeitig schliesst. Abbrennen für sich allein garantiert nicht gegen Nachhluten.
Am meisten Sicherheit gewährt die elastische Ligatur (S. 217). Sie dringt gut ein und übt auf die zentralen (iefässe des Strangs einen anhaltenden und gleichmässigen Druck aus. Viele Praktiker ziehen dabei vor. nachher nicht abzuschneiden, sondern die spontane Losstossung abzuwarten, die freilich einige Wochen auf sich warten lässt. indes kann nach vier bis fünf Tagen das Pferd wieder zu leichter Arbeit verwendet werden. Gut ist in solchen Fällen, den (iiimmipfriemen nicht allzu stark anzuspannen. Wählt, man den zweiten Weg, das Abschneiden peripher der Schlinge, zieht sich der elastische Samenstrang stark zurück und kann so die (iummiscbnur unter Um­stünden gelegentlich abgestreift werden, wenn sie nicht sehr innig im Gewebe festhält. Um diese Gefahr zu umgehen, ist neuerdings die Umschnttrung mit Metalldraht vorgeschlagen worden (Hoffmann), es liegen jedoch hierüber noch wenig Erfahrungen vor.
Die Weissglühhitze war lange das Hauptmittel besonders in den Kliniken, um vor Nachbluten zu schützen, indes hat sich gezeigt, dass auch bei sadigemässem Vorgehen der beste Schorf grössere Ge-fässe nicht sicher bedeckt und die nachträgliche Unterbindung wegen des durch das Brennen morsch gewordenen Gewebes sehr erschwert
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Kastration nuiniilidier Tiore.
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wird. In solchen Fällen bleiiit dann nur file Masseuligatur übrig, (1. ii. das Anlegen von Ktageniiliten und seitlich durchlöcherten Drains, die man gleichzeitig mit dem Schliessen der llodensackwnnde einnäht. Schweisst auch jetzt Blut nach, wird mit gut desinfizierten, zusammen­gebundenen und schichtenweise aufeinandergelegten Bauscheu tam­poniert, wobei man die Schnürenden aus der Wunde hängen lässt, damit bei der Entfernung, welche erst nach einigen 'Jagen unter Irrigation geschieht, die nach aussei) gelegenen Tampons zuerst abge­nommen werden können. Zur Sicherung ihrer Lage werden die letzten Häuschen an die Hautwunde geheftet, die ersten mit Jodoformkollodiinn oder Glutol oder ähnlichem bestreut. Nach der Operation und dem Verschluss der Hodensackwunde wird das Pferd In dieselbe Obhut genommen, wie nach der Kastration.
Gelingt es nicht, den gesunden Teil des Sainenstrangs zu er­reichen, bleibt der Fall ungeheilt, eine Operation von der Bauchhöhle
aus ist beim Pferde noch nicht versucht worden.
Litteratur. Roupp, Rec, 1826.44 DarmbrQche und Netzbrttche sind häufig; Hu]. 1849. .'S-16. — Bart hei 6 my, Zufillliges Einklemmen von Netz in die Kluppe nicht gefährlich. Renault, Rec. 1846. 458, beobachtete Lufteindringen eine Stunde lang, bei jedem Atemzug, ohne Schaden. — Steward, The Vet. 1840. Lufteintritt, Peritonitis mit Zurückziehen des Samenstrangs, Tod; ebenso Parent, Lyon 1862. 811, Leuther, Richter; G. n. II. 1848. 452. Netzbruoh kommt hauptsächlich links vor; ibd. 1857. 141. Schutt umbindet das Not/, und schneidet dann ab.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Förster, Östr. Vierteljahrssclir. XI. 127. Netzbruch links. Ab-
schneiden und Zurückschieben des Restes bis in die Bauchhöhle; dann Kluppe, die vier Tage liegen blieb. Blutung, Anschwellung und Abscess folgten nach, '/2 Jahr später auch ein Leistenbruch, Heilung. Hilmer, N. u. V. 1848. 40. Lufteintritt, Kolik. Einschieben eines Sclnvamms jederseits in die Scheidenhaut, Heilung. — Lafosse, Journ. de Toni. 1858. 1854. Kep. 1855, 134. 239; 1856. 61. Über die verschied. Folgen der Kastration; Peritonitis kommt in manchen Jahrgängen häufiger vor und ist dann nicht rein entzündlich. — Jessen sah oft Lufteintritt ohne Schaden, bei älteren Pferden aber selten, ebenso Meyer, G. u. H. 1851. 89. — Ayrault, Rec. 1858. Starrkrampf kommt immer am 18.-25. Tag; Boiteau erst nach zwei Monaten. — Balestrino, Rep. 1800. 66, Von 60 unterbund. Pferden starben vier an Starrkrampf; schlechtes Wetter und Transport schuld; in der Klinik in Neapel starben von 21 elf, darunter sieben an Starrkrampf, vier an Bauchfellentzttnd,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Maury, Journ. de Lyon. 186.'i. Rep. 1804. 71. Glukscn
nach dem Aufstehen, Peritonitis, Heil, nacli sieben Tagen. — Weg n er, Geil. Archiv. III. Beim Schwein und Bind Luft weniger gefährlich, infiltriert oft nur das Zellgewebe am Skrotum, beim Pferd schlimmer, — Tevenart, Journ. de Lyon 1857. Bep. 1H57. 30.'!. Spaltet bei Fisteln den Strang und schiebt ein Atzbougie mit Werg ein; nachher heften. Sachs. Jahresber. 1868, Entfern, eines Skirrlms von 15 Pfd. am Samenstrang; ibd. 1884, Johne konstatierte in den gelben Herden des ent­arteten Samenstrangs Aktinnmycespilze, welche man für zerfallene Herde hielt:
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Kastration der weiblichen Tiere.
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despl. fand er einen kapselbildenden Kokkus. den er Mikrococciis ascoformans nannte. Ebenso fand Rivolta (Annal. de JJrux. 1886. 5. Heft) im Eiter modifiz. Strahlen-pilze, selbst in den Leistendrüsen, in der Leber, ebenso bei Sainenstranf;fisteln in den Cbanipignons den Dyscomyces equi. — v. Ow, Bad. Mitteil. 1886. 156. Repo­sition eines Darmvorfalls nach Erweit, des LeistenrinRS, die Kluppen blieben zehn Tage liegen, Heilung. — A 1 b r e c h t, Ad. Wocb. 1889. 443. Unterbind, des Netzes mit Jodoformseide; dasselbe biitte per reetuin gut in die Bauchhöhle gezogen werden können; es unterblieb aber in der Befürchtung schon erfolgter Infektion. — Lieh­mann, Östr. Monatsschr. 1887. 62. Bei einem Militärpferd kam erst nach fünf Jahren die Samenstrangflstel zu stände; ibd. 188!). Perrin exstirpierte Cham­pignons, welche bis über den Bauchring in die Bauchhöhle wucherten, mit dem Ecraseur, soweit er sie erreichen konnte. — Siedamgrotzky, Sftchs. Ber. 1890.21. operierte 21 Fisteln, worunter 19 mit Microcc. ascoformans. Alle ausser zwei ge­heilt. — Gratia, Annal. de Brux. 1890. 512. Mykodesmoide am Samenstrang. -Freuss. Milit. Rapport 1891. 2.'i Pferde operiert, 20 geheilt, zwei starben, ein Pferd musste zweimal operiert werden. — Degive, Annal. de Brux. 1891. 12. Heft. Eindringen von Pilzen in die Wunde. Ebenso Noucevicz, Berl. Archiv 1891. Bakteriologisches. — Ries, Recueil 1891. 40!!. Champignons reeidivierend. — Dela motte, Revue vet. 1891. 409. Champignons entstanden erst acht Jahre nach der Kastration. — Mo rot, Revue vet. 1895. 135. Cancroid des Samenstrangs bei einem Ochsen. Metastasen.
XXXIII. Kastration der weiblichen Tiere.
Wie die männlichen Haustiere werden auch die weiblichen der Kastration unterzogen und können dabei alle Tiergattungen in Be­tracht kommen, es liegen indes ungleich weniger Indikationen vor und so kommt es, dass man (Schweine ausgenommen) seltener in die Lage versetzt wird, die Operation auszuführen. Dieselbe stellt sich die Entfernung der in der Bauchhöhle gelegenen Eierstöcke zur Auf­gabe (Ovariotomie), die Eröffnung dieser Cavität ist daher Voraus­setzung.
Geschichtliches. Die Ovariotomie ist nicht etwa neueren Ursprungs, sondern liisst sich weit in das Altertum zurückverfolgen, denn schon Aristoteles erwähnt (380 v, Chr.) der Operation (Historia animalium, Liber IX. Kap. B7) und führt an, dass man Menschen, vierfüssige Tiere und Vögel kastrieren könne; speziell spricht er auch von der Operation weiblicher Kälber und in Kap. 50 von der weiblicher Schweine. Ebenso gab Plinius der ältere im Jahre 35 nach Chr. das Verfahren der Kastration des weiblichen Kamels und Schweines an, später auch Galen (180 n. Chr.). Was speziell die Operation b e i K ü h e n betrifft, so sprach schon der Talmud von ihr, sie geriet jedoch im Anfange dieses Jahrhunderts wieder in Vergessenheit und ist auf sie erst 1831 wieder von quot;Winn in Louisiana und 1832 von Levrat in Lausanne die Aufmerksamkeit gerichtet worden, bis sie 1850 stark in Aufnahme kam, wo der französische Tierarzt Char 11 er erstmals ein neues, mehr ungefährliches Verfahren (von der Scheide aus) angegeben hatte, das auch
Hürin g's Oiu'rationsk'lirc. VT. Aufl.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;an
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Kastration der weiblichen Tiere.
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eine amlauenulc Mllchsekretion garantieren sollte. Er war von den Vorzügen seiner Kiisliationswoise so eingenommen, dass er alles Ernstes anriet, selbst die Stuten bei den berittenen Kegimentern zu kastrieren, naclidem er einige solche, welche wegen Bösartigkeit geradezu unbrauchbar wurden, mit viel Glück operiert hatte. In Frankreich (11 e g ö r e 1834, l'utot 1888, Loriu 18-11, Aubin 1845, Rey 1847, Prange I860, Colin ISäH) u. s. w. wurde überbaujjt früher viel mehr kastriert, denn eine Verordnung schon vom Jahre 1717 hatte die Ovariotomie der Fohlen polizeilich untersagt. Ebenso stammt die Kastration der weiblichen H ü h n e r (roulardisiercu) aus Frankreich und hatte A h 1 w i c k 18()() eine l'reisschrift darüber veröffentlicht, ja selbst bei Fischen (Mariot, Didieux u. a.) wird in Frankreich die Operation heute noch gemacht, während die Ovariotomie hei Hennen fast ver­lassen worden ist. Die Kastration weiblicher Tiere hat eine Menge von Instrumenten schaffen lassen, die aber infolge der gemachten Erfahrungen jetzt stark reduziert worden ist, nachdem mehr Wert auf streng aseptisches Verfahren gelegt wird.
Anzeigen therapeutischer Art giebt es nur wenige, von Ovarienkrankheiten weiss man nicht viel und allgemeine Krankheits-zustftnde, welche mit den Eierstücken in Beziehung stellen (Stiersucht, Nymphomanie, Mutterkoller u. dgl.). werden gewöhnlich auf andere Weise bekämpft. Aus diesem Grunde sind es vornehmlich ökono­mische Rücksichten, welche die Indikation des Eierstock­schnittes bilden.
Von den Wiederkäuern sind es fast nur die Kühe, welche in Betracht kommen und will man durch Aufhebung der Funktion des Eierstockes nicht blos die Mastfähigkeit erhöhen und zugleich schmackhafteres Fleisch produzieren, sondern namentlich die Milch-nutzungsperiode verlängern. Der erstere Zweck wird jetzt auf anderem Wege besser erreicht und was die Laktation betrifft, wurde, wie die praktische Erfahrung der letzten Jahrzehnte gelehrt hat, durch das Kastrieren nicht Jener Nutzen erzielt, den man erwartet hatte, man ist deswegen jetzt von der Operation stark zurückgekommen, obwohl es vor kurzer Zeit schien, als wollte man sich wieder für sie erwärmen, es sind aber mehr nur Ausnahmen, in denen die Kastration verlangt Avird. Bei Stuten wird sie. wenn der excessive Geschlechts­trieb die Brauchbarkeit beeinträchtigt oder aufhebt, nur sehr selten versucht und was weibliche Hunde und Schweine betrifft, so sind es ausschliesslich Zweckmässigkeitsgründe, welche das „Verschneiden'-wünschenswert erscheinen lassen; die Operation ist bei diesen Tier­gattungen einfacher und wird gut ertragen, bei Ferkeln sogar von Empirikern vorgenommen.
Anatomisches. Die Eierstöcke (Fig. 335 d) hängen bei allen Tieren am Ende der Gebärmutterhörncr c, sind bei Stuten und Kühen selten grosser als eine Kastanie und in der Lendengegend durch das breite Mutterband frei auf-
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üperationsniethodcn.
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laquo;jeliängt. Bei Schweinen und Hunden miissen die Ovarien unten am hintern Rande der Nieren gesucht werden, wo sie in die Eierstocktasche eiiifrehiillt liegen; bei Stuten steht letztere teilweise offen. Aussei' ihrer Lage ist von Bedeutung nur noch die Befestigungswelse und geschieht diese durch ein starkes, fibröses, jedoch etwas elastisches Band, welches eine strangfönuige DupUkatlU der beiden serösen Platten des breiten Mutterbandes darstellt, sich herab bis zur obersten Spitze des Fruchthälterhorns erstreckt und nach oben die Eierstöcke an die Lenden aufhängt. Die Gefässo sind unbedeutend. An das vordere Ende des stark konvexen Randes heftet sich die Eiloiterfranse, an das hintere das Eiorstockband an, welches beim Kastrieren aus seiner Verbindung getrennt werden muss. Die paarigen Eier­stöcke sind bei der Stute bohneuförmig und verhidtnisinässig klein gegenüber denen der Wiederkäuer, des Schweines und der Elcischfresser, welche sich nur dadurch unterscheiden, dass sich der liauclifellüberzug oder vielmehr das starke Epithel nicht über das ganze Ovarium ausbreitet, sondern auf die nächste Nähe des
Fig. 335. Lage der Eierstöcke und Uterushörner.
laquo; Mastdarm; h Scheide mit Übergang in den Cervix und Uterus; c Gebär-
mutterhörner; rf Eierstock mit seinem Bande und den geschlängeltcn Eileitern:
e Harnblase; f Blasenbals.
Randes beschränkt bleibt, an das sich das breite Mutterband anheftet. Bei der Kuh ist das Ovarium auffallend dünn, weil plattgedrückt und das kurze, aber starke Eierstockband und die Eileiterfalte begrenzen eine breite flache Eierstocks­tasche. Beim Schwein kennzeichnet sich der Stock durch seine höckerige, oft lappig sich anfühlende Oberfläche und ist fast ganz durch die stark entwickelte Eierstocktasclie eingewickelt, während beim Hund und der Katze das dicht hinter der Niere liegende, gleichfalls höckerige, aber länglich runde Ovarium gänzlich in der Tasche versteckt ist.
Operationsmethoden laquo;iebt es mehrere, die Verschiedenheit besteht hauptsächlich darin, auf welchem Wege mau in die Bauch­höhle gelangen soll, um die Kxstirpation vorzunehmen. Entweder wird von aussen in der Flanke seitlich, be/w. von aussen an der weissen Linie des Unterhauchs eingegangen oder man dringt von
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Kastration der weiblichen Tiere.
der Scheide aus vor, wie es bei den neuen Methoden, wenigstens bei weiblichen Rindern, zu geschehen pflegt. Char Her (Ilheims) kam bei seinen Untersuchungen der Eierstocklage an lebenden Kühen zuerst auf die intravaginale Kastrationsweise (1850) und erreichte dabei den Vorteil, den nächsten Weg zum Eierstock zu gehen. Vor­aussetzung ist, class der Scheidenkanal gross genug ist, um die Hand ohne Schwierigkeit einführen zu können, was nur beim weiblichen Pferd und Rind zutrifft Nachdem es sich nunmehr fast blos um letzteres Tier handelt, soll auch die
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Kastration bei Kühen
vorangestellt werden. Sie wird im Stehen vorgenommen, möglichst im gut gelüfteten Stalle, wo Kühe sich am ruhigsten verhalten. Die Befestigung geschieht in der bekannten Weise (Seite 61 ff.) und muss besonders das störende (seitliche) Hin- und Hertreten des Tieres ver­mieden werden; man erreicht dies zweckmässiger durch ein um die Kuh gezogenes Seil, als durch Anlehnen an die Seitenwand. Bedingung ist, vorher ein bis zwei Futterzeiten zu umgehen und das Rectum durch einen Gehilfen entleeren zu lassen, im andern Falle wird die Manipulation eine sehr mühsame, auch stehen Kühe
immer am ruhigsten, wenn sie ausgemolken sind, be­kannte Personen um sich sehen und jedes lärmende Geräusch unterbleibt. Ausserdem sollte eine Tuber-kulinprobe der Operation vorhergehen und wäre diese mit Gefahr verbunden, wenn das Tier brünstig oder
tragend ist, man operiert daher, wenn letzteres der
Fig. 336.
Fall, am besten etwa sechs Wochen nach dem letzten
Kalben. Flankenschnitt (Laparo-Ovariotomie). Nach erfolgter La-paratomie rechterseits (Seite 348) geht man unter strenger Einhaltung der Asepsis mit dem desinfizierten und zuletzt mit verdünntem Alkohol gewaschenen Arm in die Bauchhöhle ein und sucht zunächst den Eier­stock auf. Das rechte Uterushorn führt die tastende Hand zu ihm, worauf er gefasst wird. Seine Entfernung geschieht entweder durch Abkneipen mit dem Daumennagel innerhalb der Bauchhöhle oder mittelst eines metallenen Fingerhuts (Fig. .-536), welcher für diesen Zweck eingerichtet ist. Weniger mühsam erfolgt die Exstirpation, wenn man den Ecraseur zu Hilfe nimmt und das Band abquetscht (Seite 127) oder man zieht das Ovarium aus der Banchdeckenwunde
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Flankenschnitt.
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hervor, entfernt es durch Abbinden de.s Ligaments mit Seide und schneidet peripher der Schlinge quer ab. Brutscher empfiehlt, das Band ausserhalb der Baucbwuude abzuschaben und hält es so lange durch eine besonders konstruierte Kastrierzange fest. Der andere Eierstock wird in derselben quot;Weise wie der erste behandelt; er ist
Vif!. .'(37. Eierstockzange von Dlttweller.
weiter von der Bauchwunde weggelegen, man findet ihn jedoch un­schwer und kann das Heranziehen durch die schon von Di Uwe Her (1847) konstruierte Eierstockzange (Fig. 337) besonders bei kurzem Arme und grossen Tieren erleichtert werden. Man führt das
Fig. 338. Vaginalmesser.
Fig. 339.
Verborgenes
Kastrationsmesser.
Fig. 340. Trogscharre.
Fig. 341. Eierstockzange,
lange, leicht geschweifte Instrument mit der einen Hand ein, holt zu­erst den entfernter liegenden Eierstock und dreht das Band nach dem Erfassen der Drüse mittelst der anderen Hand einige Mal um, bis es bricht. Das Bluten ist ohne Bedeutung. Den Schluss bildet das Heften der Flankenwunde. Obwohl durch das heutige aseptische Verfahren sich eine peritonitische Beizung verhüten lässt, können doch üble Folgen dadurch eintreten, dass nach einigen Monaten in Folge
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Kastration der weiblichen Tiere.
1
Adhäsion des Pansens an die heilende liauchwunde sich chronische liuinmatioiisstörungen zeigen. Die Flankenoperation wird heute wohl nicht mehr ausgeführt, man zieht jetzt allgemein den
Scheidenschnitt (intravaginale Kastration) vor. Das Eindringen der Hand In die Bauchhöhe geschieht durch einen Schnitt,
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^ngt;
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Fig. 342. Soheidenspeoulum.
Fig. 34i3. Eierstockzange. Beide nach Charlier.
welcher median durch die obere Wand des Scheidenkanales vorne am Muttermund geht, nachdem vorher sorgfältig desinfiziert worden ist. Charlier (1850) machte den ersten Scheidenschnitt und entfernte den in die Vagina gezogenen Eierstock durch Abdrelien. Um das oft sehr schlaffe Scheidengewölbe leichter durchschneiden zu können, konstruierte er zum Ausweiten des Kanals ein besonderes
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Soheidensohnitt,
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Dilatationshistrumeiit, den Scheidenspauner (Flg. 342), an dem zwei Stahlbänder hl/ angebracht sind, welche .sidi ausbauchen, sobald sie an der aus der Handhabe a hervorgehenden Schraube c in He-wegung gesetzt werden. Das vorderste Ende geht in den Fortsatz d aus, weicher zum Fixieren des Spanners in das Orifirimn externum gesteckt wird, wodurch das Fenster e so nach oben in die Scheide zu
liegen kommt, dass durch dasselbe be­quemer In das Scheidengewölbe einge­schnitten werden kann. Zum Einschneiden konstruierte Charlier ein besonderes Bis­touri cache, einem Gartenmesser ähnlich (Fig. 338), das verdeckt eingeführt wird, sich durch den Knopf a in der beweglichen
Schale b vorwärts schieben und zurück­ziehen liisst, wenn es nach Art einer Schreibfeder In die Hand genommen wird (Fig. 339). Die Klinge darf nicht länger als höchstens 4 cm sein. Ist in dieser Weise die obere Scheidenwand mit kräftig geführter Hand von vorne nach hinten durchschnitten worden, geht der Zeige-und Mittelfinger in den Bauchraum ein, zieht den an seinem Hände frei herab­hängenden (erst linken, dann rechten) Eierstock sachte in die Scheide herein und fasst ihn hier mit einer besonderen Kastrierzange (Fig. 343). Die linke Hand hält dabei das Hand fest, während die
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rechte ausserhalb der Vulva das Instru­ment so lange umdreht, bis ein Abreissen
erfolgt (Fig. 841). Das Spekulum ist vor-
ilaquo;, 844.
her entfernt worden und geschieht dasselbe
jetzt auch mit der Torsionszange. Diese
besitzt eine Feder a, die gezahnte Stellfalle h zum Schliessen und oben zwei gefensterte, rauhe Enden C (Fig. 348) zum Einlegen des Ovarlums. Später wurde die Zange von Colin dahin verbessert, dass sie cylindrische Schenkel erhielt, welche statt durch die Stellialle mit einer beweglichen, feststellbaren röhrenförmigen Hülse durch Hinaufschieben gegen das Zangenmaul geschlossen wird. Auch der Scheidenspanner erhielt mehrfache Veränderungen, welche indessen an Wert verloren
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Kastration der weiblichen Tiere.
liaben, weil sicli das Instrument auch entbehren lässt. Haubner stellte den Scheidenspanner in Form der Figur 344 her, um die komplizierten beweglichen Stahlbänder zu umgehen, was auch bei dem Harms'schen Spanner (Fig. 846) geschehen ist, welcher gleichfalls aus einem Stück besteht, Fenster und Fortsatz aber beibehalten hat. Gerlach konstruierte einen Bügel.
Fig. iUfi. (olin'sche Klammer
Fig. 347.
Kastrationsschere
von Richter.
Fig. 348. Richters Eierstockzange.
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Seit 1850 ist das von Charlier angegebene Verfahren einer Menge von Ab­änderungen und Verbesserungen unterzogen worden, was sowohl den Scheidenschnitt als die Entfernungsweise des Eierstocks betriftt. Manche Modifikationen geschahen in ganz unnötiger, zum Teil verwerflicher Weise, wie z. 15. die Ovariotomie vom Mastdarm aus (Trachsler, Zangger), das Ansaugen des Scheidengewölbes durch eine Aspirationspumpe in ein besonderes Instrument, um die Vaginalwand in diesem durchzuschneiden (Bubendorf). Am meisten Verdienste erwarb sich Colin, indem er zeigte, dass auch mit weniger und zugleich einfacheren Instrumenten auszukommen sei und war es namentlich der umständliche Scheidenspanner, den er als überflüssig zur Seite legte. Von seiner verbesserten Eierstockzange ist schon oben die Rede gewesen und statt des Fingerhuts verwendete er eine kleine eiserne Klammer mit zwei Ringen zum Einführen der Finger beim Abdrehen des Eierstockbandes
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Methode Ciuliot.
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innerhalb der Seheide (Vig. 846). Zu letzterem Geschäfte wurde auch vielfach die Kette des Ecraseurs verwendet, während Andere den Scheidensciinitt statt mit dem Messer mit einer hesonderen Kastrationsschere (Fig. .'(47, Richter) ausgeführt wissen wollten, nachdem in der oberen Mittellinie desect; Scheidengcwölhes eine Quer­falte gebildet worden ist. Das Bauchfell musste nachher mit dem Finger durch-stossen und die Öffnung mit letzterem erweitert werden, um den Eierstock in die Scheide hereinzuziehen, wo er mit einer besonderen, gleichfalls seitlich gebogenen Kastrationszango (Fig. 348, Richter) gefasst und abgedreht wurde. Einer ähnlichen, mehr bogenförmig gekrümmten Zange bediente sich Charlier spater zum Ab­schneiden des bei Kühen starken Handapparates innerhalb der Scheide (Eier­st o ck s c b e r e), um dann erst die Bandgefässo abzudrehen. Statt des Messers oder der Schere brauchte man auch, um jede Blutung zu umgeben, ein Kratz-instrument, ähnlich wie es die Bäcker besitzen, die Trog scharre (Fig. 340), mit welcher das Ligament abgeschabt wurde. Wall raff (Chur) verfuhr noch kürzer, schnitt mit einem gewöhnlichen, gedeckt eingeführten Bisturi den Eierstock ab und drehte das Band mit dem Daumennagel um. Beetz, Schmid u A. unterliessen auch letzteres und schnitten kurzweg ohne Nachteil (juer ab, während Prange vorher unterband, oder auch den Ecraseur zu Hilfe nahm, der sich über­haupt zur Zeit, als die Kastration der Kühe auf der Höhe ihrer Zeit stand (in den fünfziger und sechsziger Jahren), beliebt zu machen wusste. Im übrigen wird von den obengenannten Kastrafionsarten zur Zeit kaum mehr Gebrauch gemacht und können sie mehr nur gosebiehtlicbes Interesse in Anspruch nehmen.
Methode C a d i o t. In neuerer Zeit wird das Verfahren, wie es Cadiot angegeben, am meisten gerühmt und in solchen Gegenden und Ländern, in denen überhaupt Kühe kastriert werden, wohl am häutigsten angewendet. Nach vorausgegangener Anästhesierung und erfolgtem Scheidenschnitt mit dem Bistouri cache (ohne Spanner), wird das in die Vagina hereinge/ogene Ovarium durch die Kette eines langen Ecraseurs erfasst, die sich unschwer mit den Fingern um das Band legen lässt. Sache der Vorsicht ist es dann, das Instrument ruhig und langsam arbeiten zu lassen (Seite 128), bis das Organ ab­getrennt in die Hand gleitet und entfernt wird; es bleibt sich dabei gleich, ob der linke oder rechte Eierstock zuerst /Air Exstirpation gelangt. Von praktischer Wichtigkeit ist, nach vorhergegangener Diät und Entleerung des Mastdarms durch einen Gehilfen streng aseptisch vorzugehen, den Vaginalschnitt in nächster Nähe des äussereu Muttermundes auszuführen und beim Durchstossen des Bauchfells es möglichst wenig von seiner zellgewebigen Unterlage loszutrennen. Einschneiden des Bauchfells mit dem Messer soll nicht geschehen. Ausserdem muss beim Abquetschen dafür gesorgt werden, dass die Rotation und Zerrung durch die Kette sich nicht auch auf das breite Mutterband fortsetze, man fasst daher den Eierstock nicht an seiner Convexität. sondern legt die Kette fingerbreit vom Ovarienrande
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KdStl'ation lt;lcr weiblichen Tiere.
weg und hütet sich, einen stark prominierenden Graafscheu Follikel
oder ein ('tirpiis luteuni, wie es vorkommen kann, für den Eierstock zu lialten. Hoffmann kastriert in iihuliclier Weise, nimmt indes den Scheidenspanner ZU Hilfe und dreht den Eierstock intravaginal mit der Zange ah. Die Nachbehandlung kann hei sorgfältiger Einhaltung der Aseptlk eine einfache sein und erfordert nur mehrmalige Aus-spülungen der Scheide mit einer desinfizierenden Flüssigkeit; die Scheidenwunde bieiht sich seihst überlassen. Mit Vorteil bedient man sich zur Scheidenirrigation der Uteruskanüle von Nowacki aus Hartgummi (Fig. 349), die behufs Transports zerlegbar und leicht zu reinigen ist, auch macht ihr Gebrauch das Einführen der Hand unnötig. Kastration der Stute. Heim Pferd würde die Operation im Ganzen keine andere sein, als die oben angegebene, falls man in die Lage versetzt würde, die #9632; #9632;! Ovariektomie unternehmen zu müssen. Sie geschieht #9632;nur ganz ausnahmsweise sowohl aus dem Grunde, weil das Pferd den operativen Eingriff im allgemeinen weniger gut übersteht, die nächsten Folgen (besonders bei vorhandener Nymphomanie) mit grösserer Inten­sität auftreten, als auch weil selbst bei best gelungener Operation der gewünschte Nacheffekt nicht immer eintritt, worauf besonders Harms, Thomassen u. A. hingewiesen haben. Es kann kommen, dass sich das renitente, bösartige Wesen des Tieres, welches neben Geilheit die Hauptindikation bildet, nicht verliert. Eine Verschiedenheit gegenüber den anderen Fig. 849. Haustieren liegt bei der Stute nur in anatomischer Beziehung vor, insofern als die Ovarien In einer besonderen Bauchfellverdoppelung (Eierstocktasche) versteckt liegen, weniger leicht zu erhaschen sind und auch vom Scheidengewölbe am Oriticium weiter entfernt liegen. Ausserdem hängen sie an einem so kurzen und straffen (weil mehr fibrösem) Hände, dass das Hereinziehen In den Scheidenkanal nicht gut ermöglicht ist. Schon mit Rücksicht auf diese Singularität wird auch bei der Stute die Cadiotquot;sehe Methode jeder anderen vorzuziehen sein. Die Hand führt die Kette des langen Ecraseurs in das Bauchcavum ein und operiert in der oben angegebenen Weise. Schlimm ist. wenn das Pferd vermöge seines Charakters nicht im Stehen zu operieren ist. das Exstirpationsgeschäft wird nicht bloss ungleich schwieriger, sondern namentlich zeitraubender.
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LiUeratur. Kastration der Wiederkäuerlaquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;507
Wenn ein tödlicher Ausgang vorkommt, liegt der Erfahrung zufolge gewöhnlich Eintritt von Luft oder Nachbluten ZU Grunde, bezw. akute infektiöse Hauchfellentzündung, nachfolgende Eiterung, Verirruhg und Versenkung der Entzilndungsprodukte. Hoffmann verlor ein Artilleriepferd infolge peritonitischer Adhäsion des Mast­darms an seine Umgebung, welche zu einem Iteckenabscess, nachträg­licher Steuosierung und Occlusion des Darms geführt hatte.
Litteratur. Kastration der Wiederkäuer. Y i b o r g schrieb über ver­schiedene Methoden, weibliche Tiere zu kastrieren und giebt eine grosse Anzahl von Füllen bekannt; Levrat ebenso im Kec. 1834 und 18i!8. — Winn, Rec. 1884 machte zuerst auf die Vorteile betreuend der Milchgewinnung aufmerksam. — Gebhanlt, G. u. H. 1835. 4(i3. Historische Notizen bei der Stiersucht. — Prinz, Abhandl. über das Verschneiden der Milchkühe. Leipzig I8.'i(i. Flaiikenschnitt, Ab­kneifen der Ovar., Zapfennabt. — Den tier, Rep. 1841. 28. Kastration der Kälber, Abschneiden der Hörner, nur Haut geheftet. Von iiO Kühen zwei tot. wegen Bauchfellentz., eine Verblut. — Hering, Rcp. 1841; 1844. Unterbind, der Eier­stockarterie gelingt nicht immer. — Trachsler, Schweiz, Arch. X. 1841. Operat. vom Rectum aus gegen Stiersucht und Verkalben. — 13 e r n a r d brachte nie den Eierstock mit den Nägeln los, ebenso nicht Brogniez. — Charlier, Untersuchung seiner Methode durch eine Kommission. Rec. 1850. 244. 434. Erstmal. Verötf. des Verfahrens Rec. 1850. — Dittweiler, Abdrehen mit seiner Zange. Rep. 1851. 89.
—nbsp; nbsp; Schneider, Ad. Woch. 1851. 27, will 772 Kühe wegen Stiersucht kastriert und nur sechs verloren haben, Despairs, Gazette med. 1S51, desgl. von 100 Kühen nur eine. — 1'range, Kastrat, der Kühe, auch historisch. Rec. 1850. (193. — Ercolani, Rep. 185(i. 254. Versuche über Kastration; ibd. 2(19 de Tuoni, 15 Versuche, Verbess. an dem Instrument; Colin ebenso, Rep. 1859. Rec. 1858. 9(i7. (harnierkluppe, Scheidenschnitt. — Werner, Ad. Woch. 1859. 321, nimmt einen Stock statt des Scheidenspanners, Russe den Ecraseur, Rep. 18()0. 104; Pflug ein langes Messer zum Scheidenschnitt, G. u. H. 1859. 411. — Wallraff braucht überhaupt bloss ein Bisturi und eine Zange zum Fassen in Scheide, Rep. 1802. 108.
—nbsp; nbsp;Kinberg, Rep. 1863. 345. Vereinfachung der Instrumente. — Haubner, Sachs. Jahresber. 1861. Vereinfachtes Speculum. — Richter und seine Methode, G. u. H. 1859; 1'e e t z ibd. 1858. 217, beide schnitten kurzweg die Eierstöcke ab ohne Nachteil. — Schmidt, Gerl. Archiv II. 121. Kastrat, der Kühe ist für Milch- und Mastfäh. nachteilig, sollte abgeschafft werden; die Instrum. von Richter sind zu kurz. — B u b e n d 0 r f s Instr. Rep. 1876. Mit Abbild. — M e r k t, Herele, Ad. Woch. 18(50. 445. Ziehen Flankenschnitt vor, von KiO Kühen nur zwei tot. Ebenso Schiller, ibd. 1890, operierte 94 Kühe fast ohne Nachteil. — Brüll er. Ad. Woch. 1874. 34(). Operation ist keineswegs so ungefährlich, als sie hingestellt wurde; ibd. V. 136. Seubert berichtet über den Milchertrag kastrierter Kühe. — Abhandl. über Kastration der Kühe. Rec. 1880. No. 13. — Hoffmann, D. Ztschr. f. Tiermed. 1889. Asept. Verfahren, ebenso Ostertag, Monatshefte f. prakt. Thlkde. I. 22. Nach Charlier zwölf Kühe ohne Schaden kastriert. Ersterer hält den Scheidenspanner von Charlier für besser, letzterer den Bügel von Gerlacb. 0. braucht als Instr. bloss letzteren und eine Lanzette. Auf Desinf, der Scheide wird hoher Wert gelegt, namentlich sind Blutgerinnsel zu ent-
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Kiistration der weiblichen Tiere.
fernen. Uauclifell nicht dnrclisclineiden, sondern durchstossen. — Trasbot, Ostr. Mon.-Schrift 188)1. 202. Methode Cliarlier kann sehr vereinfacht werden; eine Arterie in der Vaginalwand getrofl'en, zieraliclie Blutung. No card ibd. Wenn aseptisch, kein Fieber. — Detroye, Östr. Eevue 1887. 13. Stiersucht ver­schwindet nicht immer. — Schiller, D. Ztschr. f. Tiermed. 1891. 299. Kastrierte 94 Kühe fast ohne Verlust. — Ilendrikx, Annal. de Brux. 189ü. Behandelt die chirurgische wie tierziiehterische Seite. — Martin, WoOÜ. f. Thlkde. 1892. 340. Kastration einer Kuh durch den Fhinkensehnitt. — Cornevin, Journ. de Lyon 1890. 8. Heft. Fleisch- und Milchertrag der kastrierten Kühe.
Kastration der Stute. Binz, Tierärztl. Zeit. 1844. 93. Kastrat, einer Stute.
—nbsp; nbsp;Charlier, llec. 1857. 280. Eindringen von Luft gefährlicher, als bei Kühen, weil mit ganzer Hand eingehen muss. Zuerst den dicken Band des Eierst, in Scheide durchschneiden, dann abdrehen. Von sieben wegen Bossens kastr. Stuten blieb eine bösartig (ebenso Degive, Bep. 1877. 54). Man soll alle Stuten in der franz. Armee kastrieren (!). — Weher, Ad. Woch. 1803. 137. Besond. Ahänd. des Ecraseurs, weil der gewöhnliche zu kurz. — Hoffmann, 1). Ztschr. f. Tiermed. 1889. Kastrat, eines Militärpferdes durch Abdrehen des Eierstocks mit der Hand, Tod durch Becken-abscess. — Delamotte, Castr. des juments nymphomaniques ou retives. Paris 1889.
—nbsp; nbsp;Cadiot, Ostr. Monatsschr. 1889. 202. Giebt vorher Morphin und dann Äther-dämpfe und exstirpiert mit Ecraseur. Ebenso ibd. Weber. Zuweilen wenn das Bauchfell nicht durchschnitten wird, trennt es sich los, stösat an die Finger und verhindert das Auffinden der Eierstöcke. Viele Stuten verlieren die Bösartigkeit nicht, wohl aber die Geilheit. — Fröhner, Monatsh. IV. 337. Kastration einer Stute nach Cadiot, hauptsächlich nur gefährlich bei vorband. Geilheit. Bei Kühen wendet er gleichfalls nur den Ecraseur an und braucht sonst bloss ein Bisturi. — Colin, Bec. 1895. 022. Der linke Eierstock erst nach halbstünd. Suchen gefunden, konnte aber, weil atrophisch, nicht entfernt werden, trotzdem verlor sich die Nymphomanie. — Bourges, Bevue vet. 1891. 411. Die rossige Stute gestattete
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Kastration weiblicher Schweine.
Die Entfernung der Eierstöcke wird am häufigsten bei Ferkeln verlangt, welche oft massenweise der Operation unterzogen werden, am vorteilhaftesten im Alter von fünf bis zehn Wochen: seltener ge­schieht sie bei älteren Tieren und Zuchtschweinen, obwohl auch diese den Eingriff gut aushalten. Früher wurde noch häutiger kastriert, ehe im Grossen englische Schweine gezüchtet wurden, deren Mast­fähigkeit durch die Brunst weniger beeinträchtigt wird. Die (Operation vollzieht sich in einfacher Weise, so dass sie selbst von Laien, viel­fach in manchen Gegenden ausschliesslich von diesen vorgenommen wird, was auch erklärt, dass sich dieselben oft eine erstaunliche Fertigkeit aneignen. Schwierigkeiten bietet auch nicht die Eröfi'nung der Bauchhöhle und liegen solche höchstens darin, dass es bei sehr
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Kastration durch den Flankenschnitt.
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jungen Tieren liäutig schwer liält, die sehr kleinen (oft nur erbsen-grossen) Eierstöcke aufzufinden. Im Übrigen erfordert das „Ver­schneidenquot; der Schweine Immerhin Sachkenntnis und manuelles Ge­schick, tierärztliche Anfänger thun daher gut daran, sich entweder bei einem erfahrenen Praktiker einzuarbeiten, oder die Einübung im Schlachthause (vor und nach dem Tödtenj vorzunehmen.
Fig. 350.
Weibliche Geschlechtswerkzeuge vom Schwein, a Eierstock, b Tasche desselben,
i' deren Öffnung, lgt;quot; Eileiter, c Uterus, d Cervix, y Scham.
Zur Erleichterung des Auffindens der Ovarien hält man sich nach erfolgter Laparatomie am besten an die Bifnrkationsstelle der Gebännutterhörner und verfolgt diese in ihren darmähnlichen Windungen bis hinauf zum Ovarium (Fig. 350laquo;)- Auch kann man sich dadurch helfen, dass in die Scheide d eine elastische Sonde eingeführt wird, die sich bei dem wenig verschlossenen Cervix d' unschwer bis zum oberen Ende der Fallopischen Röhre b' vorschieben lässt, wo dann das Knöpfchen mit dem Finger durchgefühlt werden kann.
Kastration durch den Flankenschnitt. Der Operation hat regelmässig die Eröffnung der Bauchhöhle vorherzugehen (siehe
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Kastration der weiblichen Tiere.
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Laparatomie S. 848), da von der flanke aus der AVe^- zu den Eier­stöcken der kürzeste ist, die übrigen Manipulationen können auf ver­schiedene Weise vorgenommen werden, strenge Eeinlichkeit ist selbst-verständlicii notwendig, ein eigentlich aseptisches Verfahren nicht absolut geboten, die Baucheingeweide bei Schweinen verhalten sich merkwürdig Indifferent, was am besten das Verfahren der „Schweine­schneiderquot; beweist: indes ist die Desinfektion der Bauchdecken, der Hand und Instrumente für den tierärztlichen Techniker ein grund­sätzliches Unternehmen und macht auch am wenigsten Mühe. Gewöhnlich legt man das zuvor diät gehaltene Tier auf einen Tisch und lässt es durch einen (iehilfen an den Beinen sowie am Kopfe festhalten, meistens ist die rechte Seiten-lage für den Operateur am be­quemsten. Die professionsmäs-sigen Kastrierer lassen nur die Hinterfiisse straff weghalten und setzen ein Knie auf den Hals des Tieres. Um das lästige Schreien, das zugleich stoss-weise Kontraktionen der Bauch-wand erzeugt, zu vermeiden, legt man die l'erkel weich und lässt sie nicht zu gewaltsam anfassen.
Zum Flankenschnitt ver­wendet man ein geballtes Bisturi oder ein besonderes kurzes Kastriermesser (Fig. 362), das besonders für Schweine bestimmt 1st und mit welchem nach dem Rasieren der Horsten oder Abschneiden mit der Borstenschere (Fig. #9632;iöl). die einen sein- leichten Gang hat und deren Griffe mit Leder oder Gummi über­zogen sind, in der Mitte der oberen Flanke in schiefer Richtung nach vorn und unten in der Ausdehnung eingeschnitten wird, dass mit dem Finger oder bei grösseren Tieren mit der ganzen Hand in die Bauchhöhle eingegangen werden kann, man schneidet daher blos die Haut und das Zellgewebe, die Bauchmuskeln werden mit dem ge­streckten Zeigefinger stumpf getrennt, was rasch und unter bohrender
Fig. 3b-J.
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Kastration durch ilfin Flaukensclmitt.
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Bewegung zu geschehen hat, um das Bauchfell nicht von seiner Unter­lage loszureissen. Nun sucht der eingeftlbrte gekrümnite Zelgeflnger den linken Eierstock auf und bringt ihn spielend an die Hautwunde, wo er gefasst und samt dem dazu gehörigen l'teru.sliorn hervorge­zogen wird. Letzteres heniizt man als Leitung, um neuerdings mit dem Finger einzugehen, welcher dadurch auch zum rechten Horn und Eierstock geführt wird: die Auffindung des letzteren wird durch Druck auf die rechte Flanke von aussen wesentlich erleichtert, es kann aber auch zum Hervorholen der kleinen Drüse das gekrümmte untere Ende des Aufschneidespatels (Fig. 363) oder der Dirks'schen Sonde (Flg. 354) dienen. Jetzt werden beide Eierstöcke an der Wunde abgekneipt oder an­geschnitten, mit Seide unter­bunden und scheuen sich ge­übte Operateure auch nicht, ein Stück Uterushorn mit wegzu­nehmen. Nachher werden die desinfizierten Teile in der Bauch-hohle verwahrt uiul die Haut­wunde durch die Kürschneniaht geschlossen. Andere Praktiker ziehen das Abtrennen durch Abschaben mit genanntem
Spatel (oberes Ende in beiden Figuren 35?) und 304) vor. Zum
Fig. 8Ö8, Aufschneide-
spatel.
Fig. 854.
Flg. 355.
Heftendes Flankenschnittes wird nur die Haut herangezogen und wird hlezu gerne eine dreikantige Nadel (Fig. 365) oder eine Heftnadel mit zweitem Öhr in der Nähe der Spitze verwendet. Eine weitere Nachbehandlung als Bedecken der Naht mit einem Streupulver ist nicht nötig.
Gerne werden AnfftDger vorleitet, den Klankcnschni tt zu hoch oben oder zu weit hinten (wie hei Hündinnen) zu machen, in welch beiden Füllen die Ovarien kaum herauszubringen sind, auch darf man die Flankenwunde nicht zu klein machen, um das Ans^reizen der Ovarien vor der Öffnung zu verhüten. Bei grösseren Schweinen kommt es auch vor, dass die Eierstöcke nicht gleich gefunden werden, man soll daher entweder mehr nach vorwärts suchen, wohin man übrigens durch die Lage und Dicke des Uterus geführt wird oder etwas weiter zurück gegen das Recken, wobei man sich mit dem Finger an die Harn­blase halten muss. Übung erfordern auch junge und dabei schon fette Exemplare, da die noch unverhältnismässig kleinen Eierstöcke ausserdem in der Eierstock'
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Kastration del' weiblichen Tiere.
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taselic versteckt liegen und beim Aufsuchen oder Anspannen des Uterus dieser zuweilen abrcisst.
Es giebt viele Modifikationen in der Ausführung der Ope­ration. .Manche machen den Schnitt iu der rechten Flanke, andere schneiden kurzweg die Hörner des Fruchthälters ab oder reissen einen Teil derselben heraus, ohne lange nach den Eierstöcken zu suchen u. s. w. Man sieht hieraus, dass diese Tiere nicht sehr empfindlich sind, und kommen nichtsdestoweniger Todesfälle vor, so sind diese meist auf Rechnung der eingetretenen Eiterung und diese gewiss nur auf Rechnung nicht gehörig beachteter Reinlichkeit zu schreiben. Ausserdem kommen Netz- und Darmbrüche vor, sowie Verletzungen des Darmes, wenn dieser für den Uterus gehalten wird.
Schnitt in der weissen Linie. Diese zweite Methode wird gegenwärtig wenig mehr ausgeführt und ist auch nicht einzusehen, warum die Medianlinie des Hauches gewählt werden soll, von welcher die Eierstöcke jedenfalls weiter entfeint sind, als vom Ilium, Zu grösserer Bequemlichkeit werden die Ferkel beim Kastrieren ähnlich wie beim Schlachten an den Hinterbeinen aufgehängt, was zugleich den Vorteil mit sich bringt, dass die liaucheingeweide der Schwere nach sich senken und so oben weniger der Opcrationsöffnung anliegen.
Die Bauchwand wird genau in der Mittellinie zwischen den Zitzen, 6—8 cm vom Schambein entfernt (wie oben angegeben) aufgeschnitten und in der Aus­dehnung von 3—4 cm geöffnet. Mit dem Finger sucht man jetzt den durch die Sonde kenntlich gemachten Frucbtbältcr auf, holt ihn mit Hilfe eines eingeführten, vorher desinfizierten, stumpfen Ilakens oder dem unteren Ende des Dirks'schen Spatels (Fig. 354) hervor und entfernt beide Ovarien, wie oben beim Flankenschnitt beschrieben wurde.
Litteratut siehe unten Seite 514.
Kastration der Hündin.
Die Operation kommt im allgemeinen nicht häufig vor und wird von den Besitzern hauptsächlich nur aus dem Grunde verlangt, um das Zulaufen fremder Hunde zu verhüten, indes ist bekannt, dass nach der Operation die Tiere bald in unerwünschtem Grade an Kor­pulenz zunehmen und alles Temperament verlieren. Hündinnen werden in jedem Alter kastriert und überstehen im Ganzen die Operation auch gut, sobald sie nur diätetisch entsprechend vorbereitet werden, sich gesund erweisen, die Brunst abgelaufen ist und das Kastrieren, wie es sich von selbst versteht, unter aseptischen Kautelen geschieht. Trächtige Tiere sind begreiflicherweise auszuschliessen.
Flankenschnitt. Die Operation wird in keiner andern Weise vorgenommen, als sie schon oben hei der Ovariotomie der weiblichen Schweine angegeben worden ist. Auch bei weiblichen Hunden wird
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riankensclinitt.
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der Flankenschnitt vorgezogen, nur ist dabei zu beachten, dass in allen Fällen zur Operationsstelle mehr die obere als untere Lenden-gegend gewählt werden muss, da sonst das Auffinden des jenseitigen Eierstocks schwer oder gar nicht gelingt. Dasselbe geht für den Anfänger nicht ganz ohne Schwierigkeiten ab, da die Uterushörner sehr straff, wenig dehnbar und die breiten Mutterbänder verhältnis-mässig kürzer sind, als bei andern Haustieren, nicht selten wird da­lier, wie vornehmlich bei grossen starkknochigen Exemplaren ein zweiter Flankenschnitt auf der andern Seite notwendig.
Stösst man beim Aufsuchen der am hintern Ende der Nieren meist in Fett eingewickelt liegenden, länglich runden Eierstöcke auf Schwierigkeiten, so darf man sich nur erinnern, dass bei Hunden die beiden Gebärmutterhörner sich leicht durch ihre Form herausfühlen lassen, man hält sich daher mit dem Finger an diese, auch kann eine elastische Sonde eingeführt werden, sie passiert indessen den Mutter­mund nur dann, wenn sie mit der etwas aufgebogenen Seite gegen das Kreuzbein gewendet wird. An dem einen Horn zieht man vor­sichtig das andere (nötigenfalls samt dem Uteruskörper) in die Wunde herein, sucht den Eierstock ebenfalls dorthin zu ziehen und kneipt, dreht oder schneidet ihn am Eierstock-Nierenband kurzweg ab. Die Teile werden dann zurückgebracht und die Hautwunde mit einigen Knopfnähten vereinigt. Ein Jodoformverbnud mit Watte bildet den Schluss. Sollten dabei, wie es öfters Engeübten vorkommt, die Ovarien den beiden vorgezogenen Hörnern nicht folgen, jene also nicht zu erreichen sein, so müht man sich, wie selbst erfahrene Praktiker empfehlen (Festal, Walch, Bouley, Bassi), nicht zu lange ab, sondern hebt die Verbindung zwischen ihnen und den leichter zu erhaschenden Hörnern dadurch auf, dass letztere quer durchschnitten werden; die Hörner sind um so leichter als rundliche derbe oft nur rabenkieldicke Streifen zu finden, wenn das Tier einige Wochen vorher geboren hat. Her (bläulichrot aussehende) Eierstock ist nur von der Grosse einer Erbse oder kleineu nierenförmigen Bohne und muss der Schnitt stets vorne zuerst gemacht werden, damit er sich nicht durch den bandartigen Streifen, mit dem er mit der Niere verbunden ist, in die Bauchhöhle zurückziehen kann. Ausserdem darf der weniger Geübte die Vorsicht nicht aussei1 Acht lassen, das eine Horn nicht aus der linken Hand zu lassen, bis das andere gefunden ist.
Friedberger, welcher über 2O0 Ilünfliniien mit kaum 1 Prozent Verlust kastriert hat, macht darauf aufmerksam, dass eigentlich die grüsste Schwierigkeit darin besteht, bei der anssorordentlich verschiedenen Grosso der Ilunde und der Herlng,B Oporationslehro. VI. Anil.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;33
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Kastration der weiblichen Tiere.
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naeli Kassen wechselnden Ijiingo der Lenden die Kinschnittst eile genau zu be­zeichnen, diese aber am meisten massgebend ist für den Hotten Ablauf der Operation. Legt man nämlich die Wunde iquot; tier linken Flanke zu weit nach vorne an, so kommt man zwar leicht /um linken Eierstock, aber schwer zur Uifurkation des Uterus, umgekehrt ist diese zwar leicht zu linden, die Eierstöcke aber sind schwer beizubringen. Im Allgemeinen ist massgebend der Verlauf der falschen Kippe und der vordere Kand des (nicht gestreckten) Oberschenkels; in der Mitte dieses Raumes soll der I cm lauge Schnitt angelegt werden und zwar in der Richtung des äusseren Kippenbauchmuskels, so dass der obere Wundwinkcl ungefähr zwei fingerbreit von den Enden der Querfortsätzc der Lendenwirbel entfernt bleibt. Diese eben ange­deutete Schnittrichtung (von hinten nach unten und vorne) hillt gen. Kliniker für unbedingt notwendig, well so vom oberu Wundwinkel aus leicht zum Eierstock der linken Seite und vom untern Winkel leicht zur Difurkationsstellc des Eruchthiilters und dadurch auch zum anderseitigen llorne zu gelangen ist.
Schnitt in der linea alba. Die weisse Linie eignet sich gleich gut, sie wird aber nur dann zur Operation gewählt, wenn das Gesäuge funkt ionsfrei und wenig entwickelt ist, die Tiere jung genug und nicht gross sind, die üterusliörner also noch nicht stark ausge-dehnt und die Flanken kurz sind. In solchen Füllen bietet die Stelle immerhin Vorteile, denn der Uterus bezw. seine Teilung ist unschwer aufzufinden und beide Ovarien sind gleichweit von der Bauchwunde entfernt. Hoffmann operiert in der weissen Linie unter Narkose so, dass er zuerst das breite Mutterband durchstösst, das hervorge­zogene Ovarium unterbindet und durch eine Schere abträgt.
Kastration der Schweine. Derselben wird schon von Aristoteles Er­wähnung gethan, Historia aniinalium Lib. IX. Kap. 50; ebenso bei Schweinen von Galen, Lib. de semin. — Sorillon, Rec. 182i). 628. Kastration selbst triieht. Schweine ohne Abortus; desgl. Walch, N. V. 1810. — Festal, Journ. de Toul. 1845. 362. Kastration weibl. Schweine. — l'radal in s. Werke über Maladies du porc. 1848. — Key, Journ de Toul. 1852. Rep. 1853. 182. Teilt seine praktischen Erfahrungen mit. — Lechleuthner, Ad. Woch. 1859.221. Ausfuhr!. Beschreibung seines Verfahrens. — liassi befestigt die Ferkel auf einer Leiter, kastriert in der linea alba und führt eine Metallsonde in l'terus. Einschnitt zwischen dem vor­letzten und letzten (vordersten) Zitzenpaar zwei tingerbreit, das Hauchfell wird mit der Pinzette gefasst, angeschnitten oder auch nur durchbrochen. Abschneid. der vorgezog. Ovar. mit der Schere; rasche Heilung. — Hoffmann, D. Ztschr. f. Tiermed. 1880. Operiert in der Seitenlage, rasiert die Flanke, dann 3—4 cm langer Schnitt. Der mit dem gekrümmten Finger hervorgeholte Eierstock wird mit einer Schere abgetragen und zurückgeschoben. Eingehen bei Mutterschweinen mit der ganzen Hand. — Wentz, Bad. Mitteil. 1884. 68. Beschreib, der Kastrieranstalt für junge Schweine in Landstuhl (Rheinbayern.) Die Operat. geschieht auf einer besonderen Bank mit Federvorrichtung in der Seitenlage und Flanke; sie dauert bei miinnl. Ferkeln 8 Sek., bei weibl. 30. Jährlich wurden etwa 80 000 Ferkel kastriert; Appetit nachher vorzüglich. — Hoffmann, Monatsh. f. pr. Thlkde. I. 210. Chinesische Methode der Kastration bei weibl. Schweinen.
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Operationen an den Gliedmassen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 515
Hündinnen. Qänzl. Kxstirp. des Uterus, üec. 1848, Rep. 1H4I. 189, — Hofer, Ausfülirl. Beschreibung, Rep, 18t!raquo;. 25quot;. — Brognlez (Chirurgie) rat, die Hiindin balbtrftchtlg zu kastrieren) um die Ovarien leichter finden zu können, — Berdez, Kochs EncykloiKulie. II. 99, Kastration der Hiindin; ilid. Seite 104. Kastration der Pferde und Stiere in Indien von Smitli. — Hoffnianii, Igt;. Ztschr. f. Tienned. 18H(I. Operiert unter Narkose in der weissen Linie wie oben angegeben. Zuletzt Zirkelbinde. — Francis, Americ. Vet. rev. Bd. 18. S. 27. Einschnitt in die Medianlinie hinter dem Nabel, Torsion ohne Ligatur. Gegenanzeige: Laktation und Trächtigkeit.
Kastration des weiblichen Geflügels kommt selten mehr vor. die Exstirpation der Eierstöcke hat sieli als gefährlich er­wiesen, worauf schon (iourdon (Tnüte de In castration chez les animaux domestiqnes. I860) hingewiesen hat. Zur Zeit umgeht man die Kastration dadurch, dass die beiden Geschlechter getrennt werden, um keine Begattungslust aufkommen zu lassen, oder es wird /war operiert, indes der Eierstock nicht entfernt, man schneidet vielmehr den Oviduct kurz vor seiner Einmündung in das Itectum q u e v durch, zu welchem Behufs er durch eine 2—3 cm vor dem After gemachte Öffnung der Bauclidecke hervorgezogen werden muss. Der Eingang ist nicht schwierig zu finden. Er macht sich durch seine helle Farbe gegenüber der Umgebung bemerklich und liegt eine Strecke weit unmittelbar unter dem Mastdarm, welchen man zuvor mittelst des eingeführten (gut desinfizierten) Fingers nur auf die Seite zu schieben braucht.
V. Operationen an den Gliedmassen.
Operative Eingriffe an den Extremitäten der Haustiere werden verhältnismässig häufig notwendig, insbesondere was die Zugtiere be­trifft, voran das Pferd und handelt es sich dabei ausschliesslich um Beseitigung bezw. Besserung solcher chronischer Gebrechen an den Muskeln, Sehnen, Nerven, Gelenken und Knochen, bei denen andere chirurgische Mittel sich unzulänglich erwiesen oder versagt haben.
Am meisten in Betracht kommen der Sehnenschnitt und Nerven­schnitt, seltener der Muskelschnitt oder Beinhautschnitt. Sodann ist Gegenstand der Besprechung die operative Behandlung des wichtigsten Knochenleidens, des Spats, während Resektionen, Exartikulationen und Amputationen an den Gliedmassen aus begreiflichen Gründen bei den Haustieren nur ausnahmsweise angezeigt erscheinen.
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, 1(;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Operationen an ilen Glicdmassen,
'/.n der Operation an raquo;leu (iliedmassen
geboren folgende:
Die Sehnennaht.
2.nbsp; Operationen an den Sehnen des Vorderfusses (Tenotomie).
3.nbsp; Kesektion des Hufbeinbeugers. -1.nbsp; Tenotomie beim (jetlügel.
5,nbsp; nbsp;Myotomie am Oberschenkel beim Rind.
6,nbsp; nbsp;Operationen beim Hahnentritt.
7,nbsp; nbsp;Operationen beim Spat.
8,nbsp; nbsp;Der Beinhautschnitt (Feriosteotomie). f),nbsp; Der Nervenschnitt.
10.nbsp; Nervennaht.
ii.nbsp; Operationen der Gelenk- und Sehnenscheklengallen.
12.nbsp; nbsp;Amputation der (iliedmassen.
13.nbsp; nbsp;Amputation des Flügels.
1. Die Sehnennaht.
Auch die Sehnen können, wenn Zerreissungen oder sonstige Trennungen stattgefunden haben, durch die Naht wieder vereinigt werden, wenn die Verletzung noch frisch ist oder eine Heilung auf anderem Wege sich nicht gut erzielen lässt. Man braucht- hiezu am besten die versenkte. Katgutnaht, weil in diese auch das die Er-nährungsgefasse enthaltende Bindegewebe eingeschlossen werden kann. Erschwert wird diese paratendinöse Naht allerdings dadurch, tlass sich die Sehnenenden oft sehr weit zurückziehen, am meisten bei den Beugesehnen, die Wiedervereinigung hat daher bei diesen keinen Wert. Die Hefte halten, da die Flektoren an den Extremitäten zu­gleich die Eolle eines Tragapparates zu spielen haben, ganz schlecht, selbst wenn auch ein starrer Verband in der Beugestellung des Fusses angelegt wird.
2. Operationen an den Sehnen des Vorderfusses.
Wenn Operationen an den Sehnen der Vordergliedmasseu not­wendig werden, handelt es sich entweder um Verletzungen, Zer­reissungen oder um jene bekannte, schleichend verlaufende Sebnen-entzündung, welche sich Arbeitspferde durch schwere Arbeit, Über-dehnung und Einreissen einzelner Sehnenfasern an den Vorderflissen zugezogen haben.
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Pathologlsoher Vorgang.
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Pathologischer Vorgang. Die Folge ist imdauenKle ent-/.iindliche Heizung der Textur, wobei das Infiltrierende Exsudat die Sehnenfasern immer mehr auseinander drängt, bald zeilenreicher wird und so sich allmiliig neues Bindegewebe ausbildet, das bei der starken Tendenz zum Schrumpfen eine Sehnenverhärtung erzeugt und zur Verkürzung der hauptsächlich in Anspruch genommenen Beuge­sehnen führt. Bei allen derartigen Sklerosierungen ist stets stelle Haltung der Phalangen die Folge und zieht diese bald eine vorbiegige Stellung der Vorderfusswurzel nach sich, wenn auch das hinter letzterer gelegene, an die Hufbeinbeugesehne sich anheftende üntersttttzungs-band mit in den lietraktioiisprozess hereingezogen wird. Nicht selten verwickelt sich ausserdem das umgebende Zellgewebe oder die betr. Sehnenscheide in den narbenbildenden Vorgang und es entstellt jener Zustand, der als Sehnenklapp aus der tierärztlichen Chirurgie be­kannt ist und in vorgeschrittenen Fällen, in denen die Köthe nach vorwärts gedrängt wird, Se hn e n s t elz f u s s (Köthenschiissigkeit) heisst.
Die chronische Induration betrifft hauptsächlich den Hufbein-beuger der Vorderbeine und dessen obgen. ünterstützungs-band, das bis zum untern Drittel des Vordermittelfussknocliens (früher Schienbein) reicht, hei Reit- und Rennpferden auch die Krou-beinbeugesehne, wodurch Lahmen, lockerer Stand im Fessel be­steht und bald eine wadenförmige (leicht schmerzende) Anschwellung zum Vorschein kommt. Kaotenformige Verdickung und damit Selmen-verkiirzung kommen infolge der chronischen Entzündung oder durch Einreissen einzelner Fihrillen in dem hinter dem Hufbeinbeuger ge­legenen Gleichbeinband zu stände, wenn ein oder beide Schenkel dieses Fesselbeinbeugers ebenfalls ergriffen worden sind. Bayer und später Siedamgrotzky haben evident gezeigt, class es sich beim Sehnenstelzfuss hauptsächlich um obgen. Entartungsprozesse handelt und nicht (oder viel seltener) um Verwachsung der Sehnen unter sich oder mit der Scheide; der Ilauptvorgang dieser tendogenen Kontraktur spielt sich sonach in dem sog. sechsten Kopf des Hufbeinbeugers ab und erweist sich immer das obere und mittlere Drittel am Metacarpus am ineisten erkrankt oder ausschliesslich.
Um solche Pferde wieder einigermassen in brauchbaren Zustand zu versetzen, bleibt, wenn die sonstigen Mittel der chronischen Ten-ditis erfolglos versucht worden sind, nichts anderes übrig, als behufs der Beseitigung der am meisten störenden Verkürzung eine Ver-ängerung der Sehneu durch queres Abschneiden derselben anzu-
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Operationen an tleii (.lliedmnssen.
streben, d. h. den Sehneusclinitt als letztes Mittel zu versuchen (Tenotomie).
Anzeigen des Sehnenschnittes. In Betracht kommt nach den (iltigen Ausführungen in erster Linie die Hufbeinbeugesehne des Vordex'fusses, also der mittlere Sehnenstrang an der Hinterfläche des Metacarpus, viel seltener auch der Kronbeinbeuger (hinterster Strang), niemals jedoch das Gleichbeinband (vorderster Strang zwischen den beiden (iriffelbeinen). Unter Umständen allerdings bei hoch­gradigem Sehnenstelzfuss müssen auch beide erstgenannten Flektoren durchschnitten werden (s. unten). Nach der Quertremumg des Huf-beinbeugers vermag das operierte Pferd wieder „durchzutreten'' und kann nach den Messungen Bayers der Winkel an der Beugefläche des Fesseis, welcher normal 120deg; misst, nachher auf 115deg; und nach dem Durchschneiden auch des VI. Kopfes auf 110deg; gebracht werden. Mit der Quertrennung ziehen sich die beiden Schnittenden alsbald zu­rück und es entsteht eine Lücke, wodurch die Sehnenverkürzung aus­geglichen wird.
Gegenanzeigen der Tenotomie liegen vor, wenn sich bereits billdegewebige Degenerationen am Tragapparat des Kronbeins, chro­nische Entzündung mit Verdickung im Fesselgelenke, Überköthen, osteophytische Prozesse (Riiighein, Leiste, Schale, Knochenstelzfuss) oder gar Ankylosen und Entartungen im Hufe ausgebildet haben. Solche Zustände werden unheilbar und würden auch nach erfolgtem Sehnenschnitt zurückbleiben, da sie indes bei längerer Dauer des Fussleidens meist ohnedies in mehr oder minderem Grade schon ein­getreten sind (Siedamgrotzky), sich aber nicht immer genau eruieren lassen, ausserdein einige Zeit nach dem Sehnenschnitt eine Wieder­vereinigung durch retrahierendes Narbengewebe nicht ganz zu ver­hindern ist, wird der tenotomische Erfolg vielfach in Frage gestellt und ist die von jeher als ultima ratio geltende Operation auch all-mälig in Misskredit gekommen, so dass sie nur mehr in speziellen Fällen zur Ausführung kommt. Bei Pferden des schweren Schlages unterlässt man sie ganz, selbst wenn auch Indikationen vorliegen.
Anatomisches. Der bei Erkrankung der Seimen des Mittelhandknochens vornehmlich in Frage kommende Hnfbeinbeuger kommt als Muskel vom Vor-arm herab (Fig. .'i56c), geht durch das Knicbogenlmnd, nachdem er weiter oben einen Verstärkungsast c' erhalten, herab, um als mittlerer Sehnenstrang des Metacarpus sich nach dem Hufe zu wenden, wo er bei d seine Perforationsstelle bat. Unter dem Carpalgelenke erhält er als Unterstützungsband eine weitere Verstärkungssehne c'quot;, welche sieb im oberen Drittel des Mittelbandknochens an den Hauptstrang anheftet. Ein dritter Muskelkopf gelangt oben an der Ulna (lt;;quot;)
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Anzeigen des Sebnensobnittes,
819
ZU ilmi. Bei b ist der Muskel des Kroiibeinlieugers dargestellt, b' ist dessen Sehne als hinterster platter Strang am Metacarpus, welcher am Kessel ein oberes und unteres Haftband für die Hauptsehnt' heUommt. Der Huf- und Kronbeinbeuger lässt sich von aussen gut durchfühlen, das Gleichheinhand tritt nur weiter unten gegen die Gleichheine deutlich hervor. Eingewickelt sind erstere in eine Scheide,
deren oberer wie unterer (vom Fessel heraufsteigender Teil) bis in die Nabe der Mitte des Handwurzel-knochens reicht, die Mitte dieses letzteren ist daher s e h n e n s c h e i d c n fr e i.
Von den Blutgefässen, die nicht ver­letzt werden sollen, ist es auf der medialen Seite des Vorderfusses die gleich unter der Haut am hinteren Bande des oberen (ileich-beinbandes gelegene, innere Hautvene und die entsprechende Arterie (A. digitorum coni-munis), die etwas hinter ersterer liegt. Auf ihr läuft dicht am inneren Rand des Huf-beinbeugers der mediale Ast des Nervus median us herab, der gleichfalls nicht, ge­troffen werden soll. Auf der anderen Fuss-seite, der lateralen, koiimen nur die kleinen Zweige der Arteria intennetacarpea volaris und ein etwas grösserer Ast der dazu gehörigen Vene in Betracht, welche wie die mediale Uautvene zwischen dem Gleichbein­band und dem ünterstützungsband c'quot; in der Subcutis gelegen ist und den iiusseni Ast des Mediannerven begleitet.
Der Sehnenschnitt am Vorderfuss wird nur a m liege n d e n T i e r e vorgenommen, nachdem die Eisen entfernt und die Trachten entsprechend niedergewirkt wurden. Sind die beiden Vorarme aneinander gebunden, wird der zu operierende Fuss im Fessel ange­
schleift und durch eine Longe von zwei Männern in gestreckter Lage festgehalten. Unter den Fuss kann zur Bequemlichkeit ein
Fig. .'Jöü.
Beuger des Fusses vom
Pferde, mediale Seite
(Leyh.)
Strohbund gelegt werden, dessen Oberfläche mit einem desinfizierten Tuche bedeckt ist. Die übrigen (lliedmassen werden nach hinten gezogen oder all die Hauchgurte befestigt. Hei unruhigen Tieren Ist Chloroformnarkose anzuraten.
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Operationen an ilon QUeclmasseni
Instrumente. Aussei' dem Spitzmesser (Flg. 357), das zimi Hautstich oder Hautschuitt dient, ist zum Durchschneiden des Huf­beinheugers ein weiteres Messer notwendig, und eignet sich am besten ein schmales KnopAnesser hiezu, das leicht gekrümmt und einen starken Rücken haben muss, wie der Br 0 gnlez'sche Ten raquo;to m (Flg. 368). Hoffmann hat das Instrument dadurch zu verbessern gesucht, dass er (Fig. 359) die Klinge kürzer hielt, im Metall ver­stärkte und statt der abgerundeten stumpfen Spitze diese krümmte.
Der Tenotom kann auch ganz aus Metall
bestehen und besitzt am untern Ende eine
Vorrichtung zur stumpfen Trennung des
Zellgewebes zwischen den Sehnen. Ansser-
dem steht auch ein spitzes und geknöpftes
Tenotom im Gehrauch, dessen Klinge nur
in der vorderen Hälfte zum
Schneiden eingerichtet ist und
eine bogenförmige Krümmung
Wnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;besitzt, welche die Percision
erleichtert.
Subkutane Tenotomie des Hufbeinbeugers. Die
Operation muss nicht notwendig subkutan geschehen, auch der offene Schnitt setzt nur eine kleine Wunde, die sich leicht aseptisch halten lässt. In beiden Fällen ergiebt sich die Opera­tionsstelle von selbst, da sie
nur da gelegen sein kann, wo
Fig. HSV. Spitzmesser,
Fig. B58.
Tenotom.
Fig. 35!raquo;. Hoffmanns
Tenotom.
sich keine Sehnenscheide be-
tindet, also in der Mitte des
Metacarpus. Ob an der lateralen oder medialen Fussseite tenotomiert werden soll, bleibt sich ziemlich gleich, doch zieht man die innere Seite aus dem Grunde vor, weil hier die beiden (iefässe mit dem Nerven am nächsten der Haut an­liegen und ihnen die Messerspitze leichter ausweichen kann.
Am liegenden Tiere fasst man mit der linken Hand das Schien­bein, so dass der Daumen oben ist, der Rest der Finger unten auf der lateralen Seite liegt; an der schon bezeichneten Stelle sticht man ein Spitzmesser so in die aseptisch hergerichtete Haut ein, dass die
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Subkutane Tenotomle dos Hufbelnbeucers.
Sclmeide abwäi'ts (dem Hufe zu) sieht, führt es clauu im Zellgewebe dicht am vonleren Rande der Hufbeinbeugesehne hinab, bis man auf der inneren Seite mit den dort angelegten Fingern die Spit/e des Messers unter der Haut fühlt. -Man zieht nun das Instrument in gleicher Richtung zurück und vertauscht es mit dem ebenfalls gut desinfizierten Tenotomen, welcher ebenso in die ihm bereitete Lücke eingesenkt wird, bis man auf der entgegengesetzten Seite seine stumpfe Spitze fühlen kann; hieraufwendet sich die Schneide gegen die Seime des Hufbeinbeugers und schneidet sie (an dem jetzt stark gespannten Fusse) in einzelnen Zügen durch, his sie krachend aus einander weicht. Das jetzt wesentlich erleichterte Strecken des Hufes und eine grosse Gewebslücke geben von der erfolgten Trennung der Continuität Zeugnis. wären jedoch nicht alle Sehnenfasern durchschnitten, was eine noch bestehende Spannung in der Lücke verrät, müssen sie nachträglich durchtrennt werden. Zu beachten ist dabei, dass die Haut nicht ver­letzt oder durchstochen wird. Den Schluss bildet das Destreuen der Wunde mit einem Antiseptikum, worauf ein weicher Bausch aufgelegt und dieser mit einer Binde befestigt wird, welche von der Krone aus­gehend in Achtertouren gegen das Carpalgelenk aufsteigt.
Das Einstechen zwischen beiden Beugesehnen und das Ab­schneiden des Hufbeinbeugers von hinten nach vorwärts bietet keinen erheblichen Vorteil und ist bei Verwachsung beider Sehnen sogar un­ausführbar. Dagegen ist zu bemerken, dass. wenn man an der innern Seite des Vorderfusses operiert, das Einstechen nicht in dem Zwischenraum zwischen den Beugesehnen und dem obern Gleichbein­bande, sondern dicht an der Hufbeinbeugesehne zu geschehen hat, weil in jenem Zwischenraum die Arterie und der Nerv liegen (letzterer oberflächlicher), operiert man dagegen an der äusseru Seite des Fusses, dann kann man in jenen Zwischenraum einstechen, weil dort, nichst zu verletzen ist. Um keine Gefässe und Nerven zu ver­letzen, ist es geboten, sich mit der stumpfen Spitze des Tenotoms nicht von der Sehne zu entfernen. Die Blutung ist eine sehr geringe, wenn die Vene nicht verletzt worden, im andern Falle muss das Extra-vasat ausgedrückt werden und legt man über den aussen und innen angebrachten Bausch die Binde etwas fester um. Am folgenden oder zweiten Tag lockert man letztere etwas, falls der Unterfuss durch die Kompresse eine leichte Anschwellung zeigt.
Die operierten Tiere geben anfangs sehr unsicher, sie fürchten das Auftreten und schleudern den Fuss, wie wenn er bloss an den Weic.hteilen hinge, allein nach kurzer Zeit stellt sich das Vertrauen
1
Um
I
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Operationen an ilcn Gliedmassen.
wieder ein in demselben Masse, als das die Lücke ausfüllende, jedoch anfangs noch weiche Narhengewebe sieh mehr und mehr konsolidiert, was verschieden lange Zeit in Anspruch nimmt. Vorzeitige Verwendung zur Arbeit stellt den ganzen Erfolg in Frage, das Tier darf nur all-mälig wieder je nach dein Vorschreiten der Heilung in (Jang gesetzt werden. Sehr förderlich ist entsprechender Beschlag beider Vorder­hufe, sowie das Anlegen eines elastischen Schniirstrnmpfes (Fig. ,')fil) bezw. des Sehnenschouers. vorausgesetzt, dass auch dieser behufs sorgfältigen Anpassens zum Schnüren eingerichtet ist (Fig. 360).
Fig, 3(io. Selinensehoner.
Ficr. 861. Schnttrstiefel,
Hat sich der Effekt als nicht genügend erwiesen, kann später auch der Kronbeinbeuger durchschnitten werden, was in der­selben Weise geschieht, wie beim Hufbeinbeuger. Vorsicht ist dabei besonders von nöten, um die anliegende Haut der volareu Fläche und den unmittelbar unter ihr gelegenen Ratnus communicans der beiden Äste des N. medianus nicht zu verletzen, man fühlt übrigens mit den Fingern der andern Hand stets, wie weit der Tenotom in die Tiefe gedrungen ist.
Der offene Sehnenschnitt des Hufbeinbeugers unter­scheidet sich vom subkutanen lediglich dadurch, dass man statt eines kleinen, nur zur Einführung des Tenotomen dienenden Schnittes einen grösseren 3—5 cm langen Hautausschnitt ausführt, das die
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Uesektion des Hufbeinbeugers.
-,2:)
lliifl)eiiiseliiie bedeckende Zellgewebe abpräpariert und dann die so freigelegte Seime wie oben beschrieben durchschneidet Nach er­folgtem Reinlegen der Wunde mit .Snbliinatwnsser u. dgl. wird die llaiitwunde genäht imd der schon genannte Verband angelegt. Der Vorteil soll nur darin bestehen, dass die Nerven und (iefässe dabei ZU Tage treten und so eher umgangen werden können, beim subkutanen Schnitt lässt sich übrigens dasselbe durch den II o ffm a n n'schen Tenotomeu erreichen.
Sehnenschnitt der Armhackenbeinmuskeln. Hei stra­pazierten Pferden stellt sich nicht selten eine fehlerhafte Stellung der Vordergliedmasse in der Art ein, dass der Carpus von der senk­rechten Linie abweicht und nach vorwärts gerichtet wird (Vorbiegig-keit. Kniestand). Solche Pferde sind sehr unsicher auf den Beinen und leiden namentlich die Strecker, man hat daher früher den einen oder andern der Beuger des Vorarms (Armhackenbeinmuskel) durch­schnitten, selbst auch beide zu gleicher Zeit, um deren Kontraktur aufzuheben. Die Operation hat fast niemals befriedigende Ergebnisse geliefert und ist jetzt ganz aufgegeben worden.
3. Resektion des Hufbeinbeugers.
Zuweilen kommen im Gefolge von Entzündungen im Hufe (be­sonders nach Nageltritt) purulente oder nekrotische Zerstörungen des Strahlpolsters samt jener fächerartigen Ausbreitung des Hufbeinbeugers oder selbst der Bursa podotrochlearis vor, mit welcher derselbe an dem hintern Teile der Sohlentläche des Hufheins endet und die nur dadurch zur Heilung gelangen können, wenn die erkrankte Partie ausgelöffelt oder ausgeschnitten wird, was eine Eröffnung des Homschuhs an der Solde notwendig macht.
Zu diesem Behufs wird nach erfolgter Chloroformierung die Hornsohle stark verdünnt und das Pferd im Liegen in der bekannten AVeise befestigt. Die Blutung 1st nicht unbedeutend, man gebraucht daher die Vorsicht, das untere Ende des Metacarpus oder des Fesseis mittelst eines Bandes stark zu umschnüren oder einen Esmarch'schen Schlauch anzulegen (S. 177). Hierauf werden nach Entfernung der Hornsohle auf beiden Seiten des Fleischstrahls Einschnitte gemacht, die sich an der Strahlspitze treffen, um ersteren vom Strahlpolster aus soweit nach hinten loszulösen, dass der Fleischstrahl zurückge­schlagen und das Strahlkissen samt der jetzt sichtbaren Endigung der Hufbeinbeugesehne in der Höhe des obern Strahlbeinrandes durch
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524nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Operationen an den Qliedmasseni
das Lorbeerblattmesser n laquo;s ji e s c li n i 11 e u oder auch ausgelöffelt
werden kann. Hierauf ist dafür zu sorgen, dass auch die ganze Um­gebung rein gelegt wird. Ehe der zurückgeschlagene Fleischstrahl wieder in seine frühere, Lage zurückgebracht wird, muss eine Desin­fektion ausgeführt werden, worauf man einen antiseptisehen Kompres-siwerband anlegt. Die Heilung dauert 5—6 Wochen und bedarf einer sorgfältigen chirurgischen Ivontrole. Eine derartige liesektion ist zuerst von Fleurus (1853) angegeben und seitdem öfters mit mehr oder weniger Erfolg ausgeführt worden, auch Pütz, Müller n. A. haben Heilungen auf gen. Wege erzielt. Das llufleiden kommt übrigens nur sehr selten vor.
4. Tenotomie beim Geflügel.
Um das Entweichen von (ietliigel aus Volieren, Tiergärten u, s. w. hintan zu halten, hat man hauptsächlich entweder das Abschneiden der Schwungfedern (Stutzen) oder das Knicken des Handwurzel­gelenkes vorgenommen. Das erstere Verfahren beraubt die Vögel ihres Schmuckes und muss, da die Federn nachwachsen, von Zeit zu Zeit wiederholt werden. Bei dem Knicken ist es schwer, das rechte Mass zu treffen; im gelinden Fall erholt sich die geknickte Stelle und das Tier kann wieder fliegen, wäre jedoch das Hamlwurzelgelenk zu stark eingebogen worden, hängt der Flügel herab und das Tier ist entstellt. Zweckmiissiger ist. durch Tenotomie des Streck­muskels der beiden Flügel den Flug, insbesondere aber das Auf­fliegen zu verhindern. Voigtländer in Dresden hat das Verdienst, zuerst auf diese Idee gekommen und sie ausgeführt zu haben.
Während das Tier von einem Gehilfen gehalten und der Flügel ausgestreckt wird, legt man die Haut durch Entfernung einiger Federn vor und oberhalb des Handwurzelgelenks am untern Ende und au der vordem Fläche der Speiche auf eine kleine Stelle bloss. Da­durch kommen die Seimen des langen und kurzen Mittelhandstreckers (Fig. :!()2 laquo; fi) durch die Haut zu Gesicht. Ein kleiner Längeschnitt legt dieselben frei, worauf man sie mit einer Pinzette .erfasst und '/, cm davon antiseptisch ausschneidet. Auf ganz dieselbe Weise wird mit den andern beiden Muskeln der Fingerstrecker c d verfahren, deren Lager auf der oberen Fläche des Flügels am untern Ende zwischen Speichen- und Ellbogenbein zu suchen ist, beide Operations­stellen liegen also oberhalb des Handwurzelgelenks bei e in gleicher Querrichtung neben einander. Die Operation an beiden Flügeln
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Tenotoiiiie beim QefiQgeLnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Ö2Ö
kostet den Tieren kaum Blut und in 2—3 Tagen sind die Wunden durch schnelle Vereinigung gehellt.
Nach Herings Untersuchungen beim Storch, Pfau, Rahen u. s. w. genügt es in der Kegel, die Sehne der beiden Strecker der Mittel­hand (a und amp;) in der Nähe des Buchstaben h subkutan durchzu­schneiden, und ist das Abschneiden auch der Sehnen des langen Fingerstreckers (c) und des Ellbogenstreckers der Mittelhand ent­behrlich, bei Vögeln 'mit sehr kräftigem Fluge mag es allerdings
Fig. 862. Linker Flügel (Vorann) eines Pfau, (Xatürl. Grosse.)
erforderlich werden, sämtliche vier Muskelsehnen von a, amp;, c und d in der Nähe des Gelenks durchzuschneiden. Beim Pfau (und bei andern grösseren Gallinaceen) befindet sich eine breite, etliche Linien lange, platte Knochenlamelle (bei h) in der Sehne des langen Speichen-Mittelhandstreckers, wodurch das Durchschneiden erschwert wird, es ist daher etwas weiter vorn vorzunehmen. Beim Storchen fehlt diese Knochenplatte. Bei Tauben rät Malzew in der Art zu operieren, dass man am vorderen Rand des Flügels oberhalb des Carpus ein­schneidet, erst die nun zu Tage tretenden Sehnen desselben sowie
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,r)^(;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Operationen an ilen Ctliedraasseni
den Fingerstrecker c ft'ei präpariert und dann aus demselben ein 4—5 cm langes Stück herausschneidet.
Ausser ileu oben erwähnten Vorteilen der Tenotomie vor dem bisher üblichen Verfahren ist noch anzuführen, dass solche operierte Vögel dennoch ihre Flügel, z. B. beim Begattungsakte, um sich da­mit anzuhalten oder schwingend zu erhalten, gebrauchen können. Ein anderes Mittel, um das Davonfliegen zu verhindern, ohne je­doch zu operieren, ist schon früher angegeben worden, siehe die Flügelfessel Fig. 40, Seite 68.
Lenglen schneidet mit einer starken Schere mit einenimal das iiusserste Ende des Flügels l'/j cm von dem Handwurzelgelenk ab und kauterisiert die Wunde mit Silbersalpeter oder Eisenchlorkl. Berion giebt ein Verfahren an, durch welches bei Luxusvögeln auch der Knochen durchschnitten wird; die Hautwunde fällt dabei ziemlich gross aus und muss durch Hefte geschlossen werden.
Wolff endlich rät das Flügelstutzen an, das jedoch nur an jungen Tieren und stets im Frühjahr (indes nur an einem Flügel) vorgenommen werden soll: im Herbst stört das Mausern. Bei ein­jährigen Schwanen operiert man gleichfalls nur im Frühjahr, nicht im Herbst und vorerst immer nur an einem Flügel. Die Federn in der Nähe des Gelenks werden ausgerupft, der Flügel gespannt und die Flughaut unterhalh des Gelenks durchschnitten; unter Biegen des Flügels durchschneidet man dann auf dem Baude des abzunehmenden Gelenks die Haut und das Gelenkband bis auf den Knochen, immer dem Rande desselben mit dem Lorbeerblattmesser folgend und dem Flügel entsprechend wendend.
Litteratur, Oohier, Journ. de Lyon 1814. Abschneiden des M. perforans lieim Üliorkötlien. Heilung; ebenso Bouissy am Hinterfuss. Rec. 18.'i0. 34lt;i: ibd. ISü.'J. 5. Delafond, gute unat. Beschreibung. Ist gegen die Operation im Stehen. Rec. 1832, 68 und 1833. 524, offener Schnitt mit gutem Erfolg. — Hering operierte gegen Stelzfuss ebenfalls am Hinterfuss, Schnitt ein Zoll Länge und doch ohne Eiterung. Chopin gab der Operation den Namen, vier gehing. Tenotomien, r.ec. 1835. 225. Lorton, Kee. 1835. 240. Wiederholte Kontraktur, dann Aus-schneiden von zwei Zoll Sehne, Heilung. — G. U. H. 1836. 344, Berliner Klinik. Eiterversenkung und Tod; ibd. 1842, Wilke führt unnötige Umständl. an; ibd. Erdt 1824. Anschneiden von Art., Venen und Nerven, Heilung mit starker Wulst. — Kernard, Journ. de Toul. 1889. 131. Tonotomierte schon 1832 subkutan, ohne es zu nennen, die Öffnung sei nicht grosser als die Klinge. Heilung; zufälliges Durchschneiden des Nerven ist ohne Eolgen. Auch Lavergne operierte fiber 80 Pferde, vielfach an beiden Beinen ohne Nachteil.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;With, Gliir. S. 2(57. Nach
zwei Monaten war Wiederholung notwendig. Mather, Tile Vet. 1842. Rep. 1842. 1844. Offener schiefer Schnitt. Hering, Rep. 1843. 112. Erstmals subkut.
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Jlyotomio am Obcischcnkel des Rindes.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;527
Schnitt bolder Selineii, Heilung. Miguel durchschnitt zweimal die Arterie und
Vene ohne tlble Folgen. — Lyoner Klinik, ist Immer Tenot. beider Sehnen notw.
gewesen. — 1'ru d h o m m e, Kec. I846i Anatomie und Indikation des erteilen Schnittes. — Lafosse, .lonni. de Toni. 1846, 48(i. Sulikut. Tenotomie lt;les Qlelcll-beinbands im unteren Drittel des Sohlenbeins gegen Dberköthen, ohne auf der Zehenspitze ZU gehen; zu starkes Durchtreten verliert sich in tiinf his sechs Wochen. — Cooper, The Vet. 1860, 808, 620, H'ü. Durchschneiden aller drei Sehnen; ehenso Götze, Sachs. .lahresbor. 1864, Heilung in sechs Wochen. — Andre, Ann. de liniN. 185;t. l.')7. Tenotomie am Strahlbein wegen Nageltritts, — Oourdon, Chir, Man soll da einstechen, wo Gefässe und Nerven liegen, also vorn innen und hinten aussen. — Gluthinann, Sachs, .lahreslier. 18rgt;S. 87. Bei grosser Schmerzhaft, ist auch der Schicnheinnerv durchzuschneiden. — Itossignolt, Kep. 1860. 21^. Tenotomie hei einem Fohlen mit acht Wochen; ehenso Vander­stritten, an beiden Vorderfüssen; ibd. I860,. 267. Hekmeijer, Abschneiden des ohern Gleichheinbandes an beiden Vorderfüssen hei StelzfuSS ist besser als das der Beugesehnen und erfolgt nicht zu starkes Durchtreten. — Brunei, Rec. Is8l: östr. Bevue 1882. 184. Statt Tenotomie empfiehlt sich die orthopädische Dehanill., bestehend in Verlang, der Eisenanne und Anbringen eines Brettchens hinten bis zur Kniebeuge herauf, wodurch Strecken des I'usses nötig wird. — Pütz, Zeitschr. f. Tiermed. 1883. Resektion des Ilufbeinbeugers, Verband blieb elf Tage, Heilung, — Weiskopf, Ad. Woch. 188(). 117. Rehandl. der Sehnenontz., ohne Stollen geht Heilung rascher, anders bei Stelzfuss; ibd. Anlegen von Holzschienen hei Verkürz. der Fohlen; desgl. ibd. 1886. R. Ostertag, Heilung durch Gypsverband; ibd. 188(1. No. 6, Heilung congenit. Kontrakturen. — Lungwitz, Hufschmied 1886. No. 9, Schnabeleisen von Neuschild vorzüglich bei Stelzfuss mit Ankylose. — Immelmann, Rundschau 1888/8(1. 145. Durchschneiden beider verwachs. Sehnen mit einem Schnitt; ibd. S. 261. Behandlung der Sehnenkrankh. mit Bähungen, Ein­reibungen und Massage; ebenso Peters, ibd. 1887/88. — Preiss, Östr. Revue 1886. 118. Heilung eines Stelzfusses durch Bähungen, dann reizende Einreibungen. Stockfleth, Chir. I. 349. 375 und 377. Sehnen-Stelzfuss. — Berdez, Kochs Encyklop. VII. 419. Beschreibung der Orthosome, d. h. von Maschinen nach Defays gegen zu starkes Durchtreten nach der Tenotomie, im Stall zu gebrauchen. — Möller, Lehrbuch der Chirurgie. — Hoff mann, Lehrbuch der Chirurgie. — Malzew, Archiv f. Vet. Wiss. 1895. 042. Tenotomie bei Tauben.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Bayer,
Operationslehre 1896; derselbe, Monatsh, f. pr, Thlkde, 1896. VIII, 1. Heft. Sehnen­naht der Achillessehne h. Hund. Knopf- und Entspannungsnaht mit Katgut.
5. Myotomie am Oberschenkel des Rindes.
Heim Rinde kommt hie und da eine eigentümliche Verschiebung einer Muskelpartie in der Hllftengegend vor, welche sich zwar selbst korrigieren kann, gerne aber wiederkehrt und so Veranlassung zu einer Operation giebt. Es handelt sicli dabei um Dislokation des iiussern Kreuz sitzbeinm us ke I s, welcher zuweilen über den Trocbanter, auf dem er liegt, nach hinten hinabgleitet und dort ge­fangen bleibt (Luxation des M. biceps femoris). Die Radikalhilfe be-
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Operationen an ilon 6Uedinas8enlt;
steht in der DurchschneidlUlg der abgewichenen und min stark ge­spannten Muskelpartie. Der Erfolg ist ein bleibender.
Anatomisches. Die Muskulatnr der Kruppe und des Schenkels zeigt beim Rinde wesentliche Verschiedenheiten von der des rferdes. Insbesondere^ist dies der Fall mit dem vonlern oder iiussern Kreutzsitzbeiumii|skel des Schenkels (langer und mittlerer Auswürtszieher, M. abductor t'emoris G.); die obere Portion (Fig. 868^ bedeckt den grossen und mittlern Darmhein-Umdrehcr-M. pi, glutaeus)
Fig. S6n. Muskeln des Oberschenkels beim Rinde. i e Dariiiheinsclienkelmnskel. Tensor fasciae latae. f mittlerer Darmbein-Umdreher-nuiskcl. ff h ilu ssc rcr KreilzsitzbeinmU8kel des Schenkels (M. biceps femoris); ,'/ obere Portion, /( vordere l'ortion, i hintere Portion, h grosser Umdreher des
Backbeins, T r o c h a n t e r.
ganz, geht nach unten über den Umdreher des Oberschenkelbeins (raquo;) weg und ver­bindet sich mit einer zweiten, weit stärkeren Portion (/laquo;), welche vom Sitzbein {b c d} kommt und nach abwärts sich in zwei Äste spaltet. Dieser Muskel hat am Trochanter (n) und am Gelenkkopf des Oberschenkelheins einen Schleimbeutel. Die obere Portion {;/) des Muskels ist locker mit den darunter liegenden Muskeln ver­bunden unb besitzt nach innen eine starke Aponeurose, die nach hinten dicker und fester wird, so dass sie bei der Operation nicht ausgelassen werden kann.
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Diagnose.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;.yjlf
Diagnose. Die obere Portion des Muskels (denn mir um diese handelt es sich) kann sich durch Einwirkung einer tlusseren Gewalt-thfttigkeit (wie z. B. bei heftigem Anziehen während der Arbeit, Aus­gleiten oder Zurückbleiben des Hinterfusses beim Steckenbleiben) von
den benachbarten Muskeln ablösen, so dass sie nur noch an ihren Enden befestigt ist, sofort über den liakcnfiinnig gekrümmten Trochanter weggleitet und hinter demselben wie gefangen liegt (siehe die punktierte Linie zwischen g und n). Zu dieser Dislokation haben magere Tiere mit spitzem Hinterteil und abhängiger Kruppe, wenig vorstehender Gelenkpfanne aber hohem Trochanter, eine besondere Neigung; auch kommt in gebirgigen Gegenden bei Zugtieren das Übel häufiger vor, wie es scheint besonders in Frankreich. Hei unseren Hindern besteht wenig Disposition zu dem Leiden.
quot;Wenn bei der genannten Form der Kruppe schon im gesunden Zustande der Muskel bei jedem Tritt hin und her schnappt, so bleibt er endlich ganz hinter dem Trochanter gefangen liegen und verursacht nun ein eigentümliches Hinken. Der Fuss bleibt, zurück und wird mähend nach anssen bewegt, so dass er mit, der Spitze der Klauen den Hoden streift. Während der Bewegung ist eine Ver­tiefung vom Anfange des Muskels bis zur anderen Insertion bemerklich, welche von der hinter dem Trochanter zurückgebliebenen Partie her­rührt, einem gespannten Stricke gleicht und vom Hüft­gelenk nach der Kniescheibe hin in schiefer Richtung läuft. Man fühlt den ümdreherfortsatz bloss noch von der Haut bedeckt, während hinter dem Unidreher eine Verdickung (der Muskel selbst) sich zeigt. Bei seiner Streckung erfolgt das Einspringen hinter dem Trochanter. bei der Vorwärtsbewegung des Hinterfusses aber tritt, er wieder heraus, oft fast bei jedem Schritte und wird dabei zuweilen ein knackendes Geräusch (battre du nerfi vernommen. Ausserdem kann das Ein- und Austreten des Muskelrandes beim Auflegen der flachen Hand während des Vorwärtsschreitens auch gefühlt werden, die Diagnose sowohl als das Auffinden der Operationsstelle kann daher keinen Schwierigkeiten unterliegen.
Nicht selten geht der Muskel von selbst in seine noimalo Lage zurück und das Hinken scheint dann periodisch aufzutreten; manche Tiere zeigen bloss einen beschwerlichen Gang, besonders bergauf. Eine Anschwellung des Sohleimbeutels auf dem Trochanter könnte mit dem Ausweichen des Kreuz-Sitzhein-Muskels ver­wechselt werden, allein in diesem Falle fühlt man letzteren noch den um-dreher bedecken, weil er noch auf und nicht hinter dem Trochanter liegt. Hin­gegen kann das Anstechen der Bursa und das Brennen mit Punkten erforderlich werden.
itering's OporaUonslehräi VT, Aufl.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 04
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;,;;(#9632;)nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Oprriilionou an den (iliedniasson.
Reposition. Will man die Roposition, wolelie sollen von bleibendem Nutzen ist, versuchen, so streckt man zunächst den Fuss stark nach rttokwtlrts, bis das liaokbein mit cloin vorderen Rande des In Krage stellenden Muskels parallel stellt, worauf man nur die Gliedmasse nach aussen und dann nach vorne ziehen darf, damil der Troclianter Gelegenheit findet, unter den Muskelrand zu gleiten. Ks ist sellistverstiindlieli, dass der Muskel sehr stark erschlafft sein muss, um über­haupt eine derartige Deviation einzugehen und liegt hierin auch liauptsäclilich die Ursache des ungenftgenden Erfolges.
Offener Schnitt. Die Operation bestellt In dem Durch-b chnei (1 e n der gespann t e n M uske 1p a r t i laquo;. Hie wird nach sorgfältiger Desinfektion der Haut, des Messers und der Hand ent­weder am stellenden oder liegenden Tiere vorgenommen. Im ersten Falle zieht man den gesunden Fuss etwas vorwärts, der Operateur stellt sicll an der Kranken Seite mein' nach vorne auf und seimeidet etwa 5—6 cm unter und vor dem Troclianter die Haut 5 cm lang in der Richtung des gespannten Muskels (beinahe senkrecht) durch. Hierauf trennt man mit dem Finger oder Skalpellheft die Haut vom vonleren Rande des Muskels, ebenso die Verbindung desselben mit der Schenkelaponeurose, hebt den Muskel in die Höhe und führt zuerst eine Hohlsonde, dann ein konvexes Bisturi unter demselben durch. Die Schneide des letzteren wird Jetzt nach aussen und ab­wärts gerichtet, um den .Muskel in dieser Richtung quer durch­zuschneiden. Zuletzt untersucht man teils mit dem Finger, teils durch Bewegungen mit dem Schenkel, oh der Muskel hinreichend ah-geschnitten ist, im andern Fallt! vervollständigt man die Operartion (lurch weitere Schnitte.
Subkutaner Schnitt. Bei dieser Methode, welche besonders von Bresque, Cruzel, Winkler u. A. ausgeführt wurde, wird der Einschnitt in die gut desinfizierte Haut, nicht ganz 8 cm lang- gemacht und zwar zwischen dem vorderen Rande des dislozierten Muskels und der hintern Flüche des Oberschenkelknochens, also am untern Teil der gebildeten !\luskelrinne und handbreit unterhalb des Trochanters. Ist auch die Schenkelaponeurose durchgeschnitten, SO bohrt sich der Zeigefinger zwischen den Muskeln und der hintern Fläche des genannten Knochens ein, führt dann mit der andern Hand ein langes starkes und konkaves Knopfmesser (Myotom) 6—9 cm zwischen dem Finger und dem sehnigen Muskelteil ein und schneidet dessen sehnige Portion bei etwas nach vorwärts gehaltener Glied­masse quer durch. Cast ex Hess das Tier währenddem etwas vorwärts­schreiten, wodurch der Muskel gleichsam von seihst abgeschnitten wurde. Das Tier muss ietzt bei der Bewegung wieder normalen (lang
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Operationen lieini Ilalmenditt.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ggj
zeigen, im andern Falle sind nicht alle sehnigen Fasern durchschnitten quot;worden. Das Verfahren muss unter Asepse geschehen!
Zuletzt wird die Wunde gereinigt und täglich ein karhoiisiertes Wattebäuschchen eingelegt, bis sich die Wunde geschlossen hat. Eine weitere Behandlung 1st nicht notwendig, ausser dass dem Tiere liulie gegönnt wird.
Litteratur. Die Myotoinir des änssern Knmzsit/beiiimuskels ist hauptsächlicl) von französischen Tierärzten als „Myotase oruralequot; (Deviation du muscle iscliio-libialo pxtonio) beschrieben worden, bei uns wird sie nur selten notwendig, Dorfeullle veröffentlichte zuerst die Operation in der Correspondance vötärinaire von Fromage, Vol. III. Er /oj;- mit einem Gomshorn den Muskel nach aussen und schnitt ihn ab. — Sorillon, Rec, 1881. ii3(gt;. Die Dislokation des Muskels hob sieh bei einer Kuh dadurch von seilist, dass letztere mit dem Fuss in einem Strick hängen blieb, - Bernard, Journ. de Toni. I83ii. 187. Myotomie bei einem Ochsen, erstmals subkutan ausgeführt, Deynaud beschreibt das Verfahren aus­führlich ibd, 1841. 99, ebenso Cast ex, l?ec. 1H24. 3(gt;(). — Gar rlöre, Journ. de Toul, 1K18. :io7 und Itec. 1H4(i. 07. Er bezeichnet die Myotase als Luxation und heilte sie ohne Durchschneiden durch kreuzweise gezog. Haarseile nach Gayot. — Cruzel beschrieb den offenen Schnitt im Journal pratique 1828, ebenso daselbst Bresque mit geringen Varianten schon früher, Brogniez in seiner Chirurgie laquo;nd später Cruzel in dem Buche „Traite pratique laquo;les maladies de l'espcce bovinequot; 1869, Rinquet, Journ. de Toul. 1854. WH. Durchschneidung des gen. Muskels; ibd. 1857. liep. 1857. i!07. — Serres. Er schneidet nicht senkrecht, sondern schräg von hinten und oben nach vorn und unten, schiebt eine Iloblsonde unter den Muskel und schneidet von innen nach aussen; Boiteau ibd. 1860. Ilep. 1800. 2;!4. Offener Schnitt durch ein besonderes Messer, das die Aponeurosc von innen nach aussen und abwärts durchschneidet. Meyer, G. u. H. 1851. 76. Der Auswärtszieher des Schenkelbeins hatte sich hier verschoben, Selbstheilung. — Eletti, II vet. 1858. 2(0. Luxation des änssern Ischio-tibialis heim Werfen eines Pferdes, die sich beim Aufstehen desselben wieder verlor. — Winkler, Ztsehr. v. ITitz 1873. Myotomie des Hinterschenkels heim Rind. — Berdez, ebenso In Koch's Encyklop. II. 370. — Wilhelm, Sachs. Jahresber. 1887. 114.
6. Operationen beim Hahnentritt.
Die zuckende Bewegung, mit welcher manche Pferde einen oder Leide Hinterfüsse in die Höhe liehen, wird wie bekannt als Hahnen­tritt oder Zuckfuss bezeichnet. Die eigentumliche oft sehr komisch aussehende Bewegung tritt in verschiedenem Grade auf und muss auch hienacli behandelt werden.
Oft ist das Zucken nur im Anfang der Bewegung vorbanden oder es ge­schieht mit Unterbrechung. Manche Pferde zucken mehr im Schritt, andere nur im Trabe, meist jedoch lässt die auffiilligc Bewegung nach, wenn die Tiere einige Zeit gelaufen sind und in noch andern hallen tritt sie bei jedem Schritte hervor und bessert sich nur bei lange fortgesetztem Gehen oder Springen. Im Ganzen wird
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Oporationen an den Gliedmassen.
die CieliraiuiistiU'htigkeit nicht wesentlich beeinträchtigt und hat man es inohr mit cineiii Schönlicitsfchlcr zu schaffen, hei sein' hohem gleichsam krampfhaftem liehen des betreffenden Fusses kann es indes nicht aushleilien, dass eine frühere Ermüdung eintritt und damit die Gehrauchstüchtigkeit beeinträchtigt wird.
Ursache. Die eigentliche Veranlassung des Leidens ist heute noch nicht mit Sicherheit bekannt. Von einem Krämpfe der betreffenden Muskeln kann, obwohl es den Anschein hat, in keinem Falle die Rede sein, man bat daher eine Reihe von Ur­sachen aufgestellt, ohne dafür Beweise vorbringen ZU können, denn bis jetzt war es nicht möglich, anatomische Veränderungen an den Muskeln, Aponeu-
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rosen, Sehnen oder Nerven mit Bestimmtheit auf­zufinden. Feststehend ist nur, dass die genannten zuckenden Bewegungen vom Rückenmark ausgelöst werden. Villa te glaubt eine zu starke Gräte des Unterschenkels beschuldigen zu müssen, Renner ent­zündliche Reizung des N. ischiadicus, üblich Neu­ralgie, da sich das Leiden auf Chloroform verlor,
und Haubner sah Zuckfuss entstellen nach Fraktur
des Hüftwinkeis. Bassi nach Verkürzung der Quer-bander der Kniescheibe, Mösching nach Verdickung der Sehnen des medialen Kopfes vom Hufbeinbeuger , innen über dem Sprunggelenk u. s. w. Von der Hand zuweisen ist nicht, dass die Anomalie aus mechanisch wirkenden Ursachen hervorgehen kann und reflek­torische (vom Rückenmark oder den peripherischen Nerven ausgehende) Störungen nachfolgen.
D i e c k e r h o ff, welcher viele diesbezügliche Untersuchungen gemacht und auch zahlreiche opera­tive Heilungen versucht und veröffentlicht hat, ist geneigt, den Zuckfuss auf eine eigentümliche Steif­
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heit beziehungsweise Schrumpfung der sehnigen
Aponeurose. welche von der vordem Fläche des Unterschenkels und Sprunggelenks herabgellt und sich mit der Sehne des laugen Zehenstreckers (Hackbeinmuskel des Fessel-, Krön- und Hufbeins, Extensor digitorum pedis longus, Fig. 364 6) vorn am Schienbein verbindet, zurückzuführen. Durch die Betraktion genannter Faszie soll nämlich die Beugung des Unterfusses beim Aufheben ver­hindert werden und der Schenkel deshalb durch stärkere Anspannung
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Operation.
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der Beugesehnen dies auszugleichen suchen. Das ätiologische Moment der Schrumpfung sucht gew. Kliniker auch in einer abnorm starken Belastung des betreifenden Kusses bei schmerzhaften Affektionen an andern Füssen oder aber in längerer Entlastung infolge Schönens des /uckenden Fusses; desgleichen beschuldigt er eine konsekutiv auf­tretende akkommodative Verkürzung der betreuenden accessorischen Beugemuskeln.
Auch andere Faszien können ähnliche Erscheinungen bei der Bewegung veranlassen, wie z. 15. die Retraktion der Hecken- und Obei'schenkelaponeurose oder die der Unterschenkelfaszie in der obern (medialen) Partie, welche die Breitstellung der Hintergliedmassen, so­wie die allgemeine Steifheit der Unterschenkelfaszie mit vorwaltender Beteiligung der äussern Seite und die als „Streukrampfquot; bekannte Bewegungsanomalie gewisser Pferde bedingt, wobei dieselben nach längerem Stellen einen liinterfuss hoch aufheben und dann wieder langsam aufsetzen.
In gleicher Weise kommen wie beim Hahnentritt zuckende Be­wegungen zu stände durch schmerzhafte Entzündungen der Sehnen oder Muskelinsertionen, durch Phlegmone und besonders bei Spat (Hahnenspat), Hasenhacke, Kronentritt, Zwanghuf (Watriu. Mon-tagnac, Weber), ein derartiger Zuckfuss darf daher nicht mit Hahnentritt verwechselt werden, denn er ist. weil symptomatisch, von transitorischer Art und wird deswegen auch falscher Hahnentritt genannt (Günther). Letzterer stellte dann auch den sog. Hahnen-spat auf, der durch Spat entstehen oder auf ein antagonistisches Missverhältnis der Thätigkeit der Nerven des Kreuz- und Beckenge­flechtes beruhen soll.
Operation. Nachdem man über den eigentlichen Sitz des Leidens sowohl als das Wesen desselben meist im Unklaren sich be-lindet. auch jedem Zuckfuss eine andere Ursache zu Grunde liegen kann, darf es auch nicht wundern, wenn so viele Operationen resultatlos verlaufen, doch haben sich jene tenotomisclien Eingriffe noch am besten erwiesen, welche sich auf die Faszien des langen schon oben genannten Zehenstreckers und dann des mittleren (Schenkelbeinmuskel des Fessel-, Krön- und Hufbeins, auch Seiten­strecker genannt, Fig. 864-ö) beziehen. In erster Linie handelt es sich dabei um Durchschneidung der betreffenden Faszien oder Sehnen, welche einzig den Folgen einer abnormen Kontraktion entgegen zu arbeiten vermag und kann dies in allen Fällen subkutan geschehen. Die Behandlung einzelner Muskelsehnen, wie das Durchschneiden
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Operationen an (icn QUedmassen,
der medialen Auheftiuig des M. tlblalls (Siedaragrotzky) liat sowenig wie die Neurektomle des Sohenkelnerven Erfolg gehabt (Möller). tleilung darf aber auch auf andrem Wege mit Sicherheit nie exnvartet
werden, und kann höchstens gesagt werden, der nur periodisch hervortretende (symptomatische) Zuckfüss zeige mehr Chancen der Wiederherstellung als der Idiopathlsche, aus unbekannten Ursachen entstandene, perennierende.
Tenotomie der Aponeurose des Unterschenkels. Die­selbe ist schon vielfach mit Erfolg bei Verkürzung des Seiten-streckers unternommen worden und kann auch im Stehen geschehen, wenn der Fuss wie zum Beschlagen aufgehoben wird. Anzuraten ist nach erfolgtem Aseptisieren der Operationsstelle CoCaKn subcutan zu iujlcieren (Seite 90). Der Einschnitt in die Haut geschieht oben an der vordem und äussern Seite. 3—I cm unter dem Sprunggelenk, worauf dann der zu Tage tretende Schenkel der Aponeurose in ge­spanntem Zustande mittelst des Tenotonieu (Schneide nach abwärts gerichtet) durchgeschnitten wird, soweit er auf der Sehne des langen Zehenstreckers gelegen ist. Die Operationsstelle wäre sonach etwas oberhall) des untern Querbandes bei f (Dieckerhoff). Zuletzt wird ein antiseptischer Deckverband auf die Hautwunde gelegt und bleibt das Pferd einige Tage in Hube. Das Leiden verschwindet selten bald nach dem Operieren, meist erst längere Zeit nachher, in sechs bis acht Wochen. (Sollte die Vena saphena magua verletzt worden sein, legt man alsbald einen Druckverband an). Humbert heilte in dieser Weise mehrere Fälle.
Tenotomie des Seitenstreckers (M. peroneus tertius. Fig. 364ö). Filter dem Sprunggelenk mehr seitlich (äusserlich) wird, nachdem der Unterschenkel mit einer Fussbremse oder durch festes Zusammenschnüren mittelst eines Gummischlauches blutleer gemacht worden, die vorher rasierte und desinfizierte Haut unmittelbar auf der gespannten Sehne eingestochen und diese da durchgeschnitten, wo sie. sich mit der Sehne des langen Zehenstreckers vereinigt, näm­lich bei c' (Boccar). Am besten schiebt man durch den Hautstich einen Tenotomen (Seite 103) unter die Sehne und schneidet sie bei etwas gestrecktem Sprunggelenk nach aussen zu durch. Solange die Hautwunde nicht geheilt ist. bleibt das Pferd stehen, muss aber dann (nach acht bis zehn Tagen) wie nach jedem Sehneiischnitt leicht be­wegt werden, um das sich ausbildende Narbengewebe in Dehnung zu erhalten. Diese Bocca r'sclie Methode empfiehlt sich durch ihre Ein­fachheit in der Ausfiilirung.
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Operation dor Fascia lata.
Tenotomie der Faszie und Sehne. Nicht selten beob­achtet man, class sowohl der Faszienschnitt für sich, als auch die Tenotomie allein einen genügenden Erfolg nicht aufweisen, (eine Er­fahrung, tlit3 auch von Hiissi gemacht wurde), Dieckerhoff hat da­her 188(1 letztere Operation mit der ersteren vereinigt, indem er dicht unter dem Sprunggelenk an der lateralen Seite die Haut auf der Sehne des mittleren Zehenstreckers c mit dem desinfizierten Spitzmesser durchsticht und mittelst eines in die Wunde einge­führten langen, vorne abgerundeten Tenotomen den obgenannten Fas-zienschenkel durchschneidet, um demnächst ein spitzes Tenotom unter die Sehne /n schieben und sie quer durchzuschneiden. Bei diesem Verfahren Ist sonach die Operationsstelle etwas höher gelegen, als bei der vorgenannten und ist die Spannung der Sehne massgebend für die Wahl der Stellt;.
Dei' subkutane Sclinitt wird nach der Operation, welche Dieckerhoff unter massiger Chloroformnarkose ausführt, antiseptisch verbunden, das Pferd aber drei bis vier Wochen ruhig im Stalle belassen. Die Heilung der einfachen Wunde tritt rasch ein, die Besserung oder Beseitigung des Hahnentritts, wenn eine solche über-baupt nachfolgt, oft erst nach sechs bis acht Wochen. Von 11* auf diese Weise operierten Pferden wurden von dem erwähnten Kliniker 14 vollständig geheilt, fünf mehr oder weniger gebessert. Diese Operation ist Jedenfalls der unten folgenden Durchschneidung der Fascia, lata vorzuziehen. An der Dresdener Schule wurden viele diesbezügliche Versuche angestellt, insbesondere auch subkutane Injektionen von Morphin und Veratrin, der induzierte elektrische Strom, das Abschneiden der Innern Sehne des Schienbeinbeugers, der Sehnen des seitlichenZehenstreckers u. s. f. angewendet, jedoch ganz ohne Erfolg (Sachs. Jahresber. 1875).
Operation der Fascia lata. Der Spanner der breiten Schenkelbinde, der äussere Darmbeinschenkelmuskel (Tensor fasciae latae) wird ebenfalls beschuldigt, den Zuckfuss zu verursachen, daher einer ähnlichen Operation unterworfen insbesondere, wenn er sich gespannt anfühlen lässt. Er liegt unmittelbar unter der Haut und breitet sich fächerförmig am vorderen Rande des Oberschenkels und dem äusseren Iliiftbemwinkel bis zur Kniescheibe herab ans.
Die Operation ist schon von II er twig angegeben worden und besteht in einem 4—5 cm langen Ilautschnitt, welcher am änssern Rande der genannten Schenkelbiude, 8—9 cm unter dem änssern Darmbeiinvinkel gemacht wird. Hierauf führt man eine etwas ge­bogene Hohlsonde quer unter die sehnige Ausbreitung gegen den inneren Rand und durchschneidet sie mit einem Knopfmesser von innen nach aussen. Die Myotomie wird dadurch erleichtert, dass man den Hinterschenkel zum Einführen der Hohlsonde etwas beugt, den Muskel
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Oporatloneu au den (ilipdmassen.
also erschlafft, während dos Schnittes aber ersteren streckt. Nur strenge Asepsis schützt auch liier vor Eiterung. Vermutet man wie zuweilen, die Ursache Hege im Bandapparate des Kniegelenkes, rät Bassi das mediale Querband versuchsweise durchzuschneiden. Das­selbe tritt übrigens nur verschwommen hervor und 1st nicht so leicht ZU linden.
Litteratur. Del wart, Annal. de Unix. IS.'iS. 121, jdebt an, der Zuokfuss sei durch subkut, DurchscbneidUDg der Seime des Sclienkelniuskcls des Huflieins stets zu heilen. — Renner fand bei vier Pferden den isdiiatisclien Nerven ent-/(indot, sowie eine ungewöhnliche Entwicklung der Bursa mueosa des Tt'ochauters, auch s(dl das Abschneiden des Schenkelnerven Hahnentritt erzeugen (Abhandl. über letzteren IHU). — Villute, Clin, vet. 1846. 227. Starke Entwicld. der Tibiagi'ftte war schuld, auf Bronnen derselben verschwand das Zucken. — Boccar, Ann. de Unix. 1815, lleilunf; durch Tenotomie der gespannten Seime des Schenkelmuskels v. Hufbein, da wo sie sich mit der Seime des Backheiiiniuskels vereinigt; später schnitt er die Sehne desselben Muskels subkutan ab, da sie verkürzt war; ibd. 1847. 1 und Repert. VI11. S. 172. Brogniez schnitt ein Zoll derselben Sehne nahe an der Stelle ihrer Vereinigung mit der Sehne des Backheiinuuskels aus und hatte mehrere Heilungen sofort. - Pasture au, .Tonrn. de Toni. 184ii. 481. Sucht den Sitz in der Kniescheibe, Laffosse ibd. erklärt das Leiden als Krampf, der durch Abschneiden eines oder mehrerer Beugemuskeln des Schienbeins geheilt werde: ibd. 1868. ö5;3, Foelen heilte durch Abschneiden der Sclienkelniuskelselme, es giebt aber noch andere Ursachen. — Hertwig, G. u. II. 1841. 811. Heilung durch Durchschneiden des Tensor fasciae latae. — Hanbner, Sachs. Jabresber. 1858. s. 57. — Pal at, Rep. 2(i. Bd. S. 254. Bruch der Hüfte war schuld, mit der Heilung verschwand der Hahnentritt. — Giinthcr, Topograph. Myologie S. 211. Halinen-tritt entsteht durch krampfhafte Kontrakt, des halbsehnigen hinteren Kreuzsitzbein-iimskcls, M. seiniteiuliuosiis. — Günther, Exterieur des Pferdes. — Bassi sah laquo;las Zucken von der Verkürzung des Darmbeinsclienkelmuskels liemihreii, welcher .•im vorderen Bande stark hervortrat; Heilung nach Hertwig gelang. — Bassi be­stätigt die geringe Wirkung des Sehnenschnitts, von sieben Pferden nur eines ge­heilt. — Eletti will durch Punktfeiier innen am Sprunggelenk II. geheilt haben. II vet. VI. 260, — Trinchera, Win. dl Milano 1878. liep. 1878. Subkutanes Abschneiden des Seitenstreckers (Sehne des Schenkelmuskels v. Hufbein) an der Vereinigungsstelle der Sehne des Extensors digit, conim. longus, sofortige Heilung bei zwei Pferden, Besserung bei zwei, ohne Erfolg bei zwei weiteren. — Diecker-lioff, Abhandl. über den Spat; derselbe: Hahnentritt, seine Ursachen und Behand­lung. Ad. Wochenschr. 187ii. 217. Ebenso 1883. 353. Als heilsam erweist sich die subkut. Dnnhsclmeidmig der Sehne des Seitenstreckers des Hufbeins dicht unter dem Sprunggelenk nach Boccar, dann das subkut. Durchschneiden der Apo-neurose auf der vorderen ausseien Seite 8—4 cm unter dem Sprunggelenk. Die aseptisch gchalt Wunde verheilt sehr schnell, Operation unschwer. — Siedam-grotzky, Sachs. .lahrcsher. 1875. 50. — v. Chelchowsky, Hufschmied Bd. IV. 74. — Watrin, Montagnac, Weber. Hufsclimied 188ti. Tierarzt 1886. 138. Die Ursache des Hahnentritts liegt zuweilen entschieden auch in Zwang-liütigkeit, namentlich Einklcnimnng der Hufknorpelaste, denn bei entsprech. Be-
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Operationen iieim Spat.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;537
bandlung derselben verliert sich das Zucken. Heilung bei verscbled. Pferden. Uarger, Journ. of compi med. \raquo;u-2. iho. Heilung durch Tenotomie des Seiten-Streckers der Zehe. — Qavard, Journ. Lyon 1868. ölaquo;T. Subkutane Percision der breiten Schenkelbinde, Heilung. — Mösching, Schweizer Archiv Bd. 86. 133. Der verdickte Hufbeinbeugor innen üher dem Tarsus war schuld. — üblich, Siiclis. Jahresber. 1896. 96. Die Ursache bestand in Neuralgie (?).
7. Operationen beim Spat.
(legen den Spat (Späth), jenen bekannten jedoch komplizierten, in der Hauptsache indes perlostitischen oder osteoarthrltischen Prozess au der medialen Sprunggeleuksseite des Pferdes, seltener des Arbeits­ochsen, wird aussei mit den gewöhnlichen chirurgischen Mitteln auch operativ eingegriffen und zwar in verschiedener Weise und mit differentem Erfolge. Einzelne Operationsarten musten wegen sehr zweifelhaften Erfolges ganz aufgegeben werden, andere führen mehr oder weniger zu dem gewünschten Ziele oder erfreuen sich des besten Rufes und wird dieses verschiedene Operationsergebnis alsbald erklär­lich, wenn man sich erinnert, dass der pathologisch-anatomische Prozess an einem der wichtigsten und aus verschiedenen Geweben zusammengesetzten Gelenke vorkommt und auch nicht immer in der­selben Weise sich ausbildet. Bald werden mehr das Periost, die Knochen und kleinen Gelenkflächen, bald mehr der Bäuderapparat, die sehnigen Gebilde, der Schleimheutel in den schleichend entzünd­lichen Vorgang hereingezogen, immer aber tritt schliesslich der ossi-flzierende Charakter des Neoplasmas in den Vordergrund (Periarthritis sicca deforinans).
All diese Vorgänge am Tarsus lassen sich von aussen nicht immer genau feststellen und so kann es sich schon mit Rücksicht auf das häufig nicht zu beliebende ätiologische Moment gewöhnlich nicht darum handeln, die Beseitigung der so polvmorphen Knochen-geschwulst anzustreben, sondern nur palliativ vorzugehen, d. h. die Spatlahmheit aufzuheben. Zu diesem Zwecke muss eine neue intensivere Entzündung an Ort und Stelle etabliert werden und wird weiterhin auch notwendig, die betr. schmerzleitenden Nervenzweige raquo;lurch Hereinziehen in den Degenerationsprozess ausser Funktion zu setzen, Aiikvlosierung in den kranken Gelenkflächen herbeizuführen oder ist die Wirkung jener sehnigen Knochenhebel, die bei jeder Be­wegung des Sprunggelenks an diesem zerren, aufzuheben und kommt hiebe! insbesondere der Mittelfussbeuger (M. tibialis anticus) mit .seinen Asten in Betracht. Den Spatschmerz durch Unterbrechen der
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quot;i.StSnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Operationen an ilen Gliedmassen^
Leitung des Hauptnerveu (N. tibialls) zu behöben, ist nicht gelungen und auch die Durchscluieidung des inneren und langen Hautnerven ohne Erfolg geblieben, es figurieren daher unter den Spatoperationen nur mehr das Brennen, die Durchscbneldung des Sehnenschenkels vom MittelfUsbeuger (Spatschnitt) und die Eröffnung des am Haupt­sitz des Leidens gelegenen Schleimheutels (Spatstich). Der Heinhaut-schnitt vermag nur eine untergeordnete Holle zu spielen.
Das Spatbrennen. Der Gebrauch des GlUheisens beim Spat datiert schon aus sehr früher Zeit und hat heute noch nicht an gutem Ruf verloren, trotzdem neue Operationsweisen aufkommen. Das Feuer ist auch ebenso beliebt bei den Pferdebesitzern als den Tierärzten und macht insbesondere die deutsche und französische Armee aus­giebigen und erfolgreichen Gebrauch von ihm. Der Effekt tritt weit energischer ein und geht namentlich mehr In die Tiefe als bei der Anwendung von scharfen Mitteln, ein Universalmittel gegen den Spat ist aber der Brennkolben so wenig, als die übrigen Behandlungs­methoden.
Hauptbedlngung ist. möglichst viel Kitze in die Tiefe der er­krankten Stelle allmählich einströmen zu lassen und dabei die Cutis thunlichst zu schonen, es bleibt sich dann ziemlich gleich, ob Punkt-, Strich- oder penetrierendes Feuer gewählt wird. Punktbrennen wird meist vorgezogen und sicher mit Recht. Das kirschrote Eisen soll nur leicht angedrückt und alsbald abgelegt werden, sobald es zu erblassen beginnt. Das Betupfen oder Überfahren (beim Strichfeuer) geschieht zuerst ziemlich rasch, mit dem Grade der Abkühlung des Kolbens aber langsamer und ist es hauptsächlich das eigene Gewicht des Letzteren, welches den Kontakt mit der Haut herstellt. Diese ist straft' über die osteophytischen Prominenzen hergespannt, nur dünn und daher leicht desorganisiert, jedes weitere Eisen darf erst dann appliziert werden, wenn die Haut sich abgekühlt, die freigewordene Hitze also Zeit gefunden hat, in die Tiefe der Gewebe einzudringen, denn hauptsächlich ist es auf entzündliche Heizung des nervenreicben Periostes und dessen Unterlage abgesehen. Die sorgfältige Aus­führung des Spatbrennens erfordet sonach Zeit und Geduld. Feine, in geordneter Form aufgebrannte und je nach der Ausdehnung der Knochengeschwulst an einander gereihte Punkte (Seite 237) haben sich der Erfahrung zufolge wirksamer erwiesen als Striche und sollen beide für gewöhnlich nicht über die goldgelbe Farbe hinausgehen.
Auch (Ins perkntane Brennen hat beim Spat Partisane gefunden und wurde hauptsächlich von gt;raquo; ;i n /. i o gerühmt und später auch von B o t a z z 1
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Eröftnuug des BoblelmbeutelSinbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 539
empfoltleili Wenn die Haut vorher eiiifieselinitten und dann eist das (Jlidieisen zur Hand genommen wird, soll nach der Versiohemng Obiger kein Schaden entstehen, seihst auch wenn die Haut mit durchgebrannt wird, vorausgesetzt, dass das Gliili-eisen nur die Ohertläche der Knoehenauftreihung trifft, die Methode hat indes hei uns nie Anklang gefunden^ F a y d e a u zieht dabei das birnförmige Bisen vor, wahrend Hoffmann mit glühenden Stricknadeln vorgeht und sie auf dem Niveau der Exostose bis auf den Knochen einführt, auf den 16—80 Punkte gebrannt werden. Die Narbe fällt hier bedeutend kleiner aus.
Glühnadeln. Nachdem der Nadelbrenner aufgekommen (Seite 240), wurde er alsbald auch gegen den Spat besonders in Frankreich, Eng­land und Italien versucht und sind seiner Zeit die verschiedensten Resultate gemeldet worden. Die ersten Nachrichten lauteten sehr gut, bis allmälig auch Misserfolge, seihst tötliche Fälle beobachtet worden sind, (ierlach stellte 1*7-1 diesbezügliche Vergleichungen an, sprach sich aber bald zu Ungunsten der Glühnadel aus, da leicht heftige Gelenkentzündungen eintreten können, die Folge war dann, dass man bei uns längere Zeit die Ignipunktur in Acht erklärte. Erst die neuere Zeit hat sie rehabilitiert, nachdem die Erfahrung im Grossen gelehrt hat, dass arthritische Zufälle nur bei mangelhafter Führung des Instrumentes vorkommen. Die Nadeln müssen fein sein, sollen aus Platin bestehen, nicht schlacken und nicht über die Rot­glühhitze hinausgehen. Gefährlich können sie allerdings werden, wenn die Spitze bis in Gelenkflächen gelangt und kann dies mit Sicherheit auch nur vermieden werden, wenn es sich um grössere Hyperostosen handelt, die gleichsam die Gelenkflächen schützen, oder wenn nur kurze Stifte von 1—1,6 cm Länge verwendet werden. Unter ent­sprechendem Handdruck wird der rotglühende Stift kräftig durch die Haut bis unter das Periost eingeführt und kann dies mehreremal geschehen und an mehreren Stellen je nach der Ausdehnung des Spats; die Entfernung der einzelnen Stichstellen untereinander beträgt 1,5—2 cm. Degive's Nadelbrennapparat mit dem Doppelgebläse (Seite 288) passt hiezu besonders. Ob mit einem Vesicans (z. B. der Quecksilberjodidsalbe 1 : 8—10 Vaseline) nachzuhelfen ist, lehrt der Erfolg schon in einigen Tagen, d. h. der Grad der Entzündung, An­schwellung und Schmerzhaftigkeit. Pferde müssen nachher zwei bis drei Wochen ausser Dienst gestellt und auch dann einige Wochen lang nur zu leichtem Gebrauch verwendet werden.
Eröffnung des Schleimbeutels nach Di eckerhoff. Der­selbe ging zu Folge seiner zahlreichen Untersuchungen IS75 von der Ansicht aus, die Spatlahmheit entstehe vielfach aus den Schmerzen, welche durch die chronische Entzündung an den Gelenkflächen des
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Operationen an den Gliedmasseu.
unteren Abschnittes des Tarsus erzeugt werden, besonders dort wo der Sclileimheutel am medialen Seimenaste des Mlttelfussbeuaers
Fig. 3(gt;5. a seimige I'ortion des Mittelfussbeugei'S, ((' dessen medialer Ast, b fleischige Por­tion desselben, b' deren medialer, hquot; deren vorderer Sehnenast, e mittlerer Zehen-strecker, c' seine yelme, cquot; Zug des late­ralen Seitenbandes vom Sprunggelenk, unter dem dieSehneliindurchzieht,dlanger Zehenstrecker, d' seine Sehne, e kurzer Zehenstrecker; f oberes Querband, g Schleife, /( unteres Querband (Martins Aiuitoinie).
Fig. 866. o fleischige I'ortion des Mittelfussheugers, a' deren vorderer, aquot; deren medialer Sehnenast, laquo;'quot; Stelle des Schleim-beutels, h sehnige Portion des Mittel­fussheugers, h' deren lateraler, bquot; deren medialer Sehnenast, ce' Sehne des langen Zehenstreckers. 1 oberes Querband, 2 Schleife, 3 unteres Querband (Martins Anatomie).
(Fig. ;!(J(; aquot;, etwas unterhalb und rechts von a'quot;) Zerstörunß dieser Bursa soll nun eine starke
gelegen ist. Durch periartikuläre Ent-
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Eröffnung des Schleimbeutcls.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;54 {
zündung künstlich hervorgerufen werden, welche rasch verläuft und bald zur Ankylosierung führt, worauf der Schmerz aufhört
Die Operation i.st einfach, so dass sie am steh e U d e n Pferde Sich vollziehen liisst. Dasselbe wird gut gebremst, mit der Seite, an welcher sich der Spat befindet, an eine Wand gedrängt und hier der gesunde Fuss aufgehoben. Sehr unruhige Pferde legt man nieder. An der oben bezeichneten gut desinfizierten Stelle unterhalb a'quot; wird nun entweder das rotglühende birnförmige Spitzeisen oder die Spitze eines geballten Messers herzhaft durch die Haut bis in den Schleinibeutel eingedrückt und zwar in dessen unteren Teil (also am unteren Rande des unter der Haut gelegenen Sehnenastes laquo;quot;), um dann alsbald zurückgezogen zu werden. Wäre der Schleinibeutel nicht völlig eröffnet, wird neuerdings eingeschnitten oder das (ilüh-eisen nochmals zur Hand genommen, die Blutung ist nur gering, wenn die in der Nähe gelegene Vena saphena beachtet wird. Die völlige Eröffnung der Bursa liisst sich dadurch erkennen, dass man bei auf­gehobenem Fusse mit der Sonde in sie eindringen kann. Die Ver­narbung tritt etwa in der dritten Woche ein, das Pferd bleibt vier bis fünf Wochen aussei' Dienst.
Die Anschwellung nach der Operation ist nicht unbedeutend und geht es meist nicht ganz ohne Eiterung ab, auch kommt es vor, dass nicht immer Besserung oder Heilung eintritt, der Bursaschnitt hat daher nicht überall Anklang gefunden. Der Grund liegt darin, dass die Operation blos in jenen Fällen Hilfe zu schaffen vermag, bei denen die obgenannte Voraussetzung zutrifft, oder dass zuweilen das kleine hinter dem Beutel gelegene Gelenk (zwischen dem kleinen schiffförmigen und Pyramidenbein) gleichfalls getroffen wurde, was verhängnisvoll sein kann, wenn die Nebenverletzung mit dem Oliih-eisen geschah, viele Praktiker ziehen daher diesem das Messer vor. Möller u. A. haben Fälle aufgeführt, in denen sich eine überaus heftige Sprunggelenksentzündung ausgebildet hatte und solche selbst zum Tode führte. Auf der anderen Seite und bei einiger (bung in der Technik des Bursaschnittes sind auch viele Heilungen verzeichnet. Dieckerhoff empfiehlt besonders den Schnitt nicht zu weit nach hinten auszuführen, es soll immer genau die Mitte zwischen dem hintern Bande des Sprunggelenks eingehalten werden. Ausserdem hat besonders Klemm derauf aufmerksam gemacht, dass die Zer­störung des Schleimbeutels nur dann die Spatlahmheit beseitigt, wenn die Knochenauftreibung mehr nach rückwärts reicht oder schon einen grösseren Umfang angenommen hat und so, wie schon er-
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542nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Operationen an den Glieilmassen.
wiilint. das Gelenk besser vor Verletzung geschützt ist. In anderem Fülle ist es meist mit der Eröffnung der Bursa allein nicht getlian und muss der mediale Ast des Anticus oder dessen oberer fleischiger Teil einer ähnlichen Operation unterworfen werden, um Heilung zu erzielen.
Durchschneidung des Sehnenastes vom Mittelfuss-heuger. Cm an der Hauptstelle des Spates die schmerzhafte liein-haut in Wucherung und Entartung zu versetzen und zugleich die schmerzhafte Gelenkfläche durch Synostosierung unschädlich zu machen, kann statt der Zerstörung des Schleimheutels ein weiterer Spatschnitt unternommen werden, und zwar obgen. Durchschneidung (Sewell. Teters, Möller, Hintermayer u. A.). Es wird damit der weitere Vorteil erzielt, dass zugleich jene schmerzhafte Spannung aufgehoben wird, welche sehr häutig dadurch entsteht, dass die beiden Sprung-gelenksbeuger bei Jeder Bewegung stark gedehnt werden und mit den fächerförmig sich ausbreitenden, an der Beugeseite des Gelenkes ge­legenen Sehnenästen {laquo;' und aquot; Fig. 366) fortwährend an ihren In-sertionspunkten. d. h. dem untern {{and des Tarsus, namentlich an der medialen Seite, zerren. Dieser andauernde Insult ist vielfach Mitursache der Spatlahmheit, ähnlich wie mangelhafte Stellung der Gliedmasse, schlecht gebautes Gelenk, zu niedere Trachtenwände (Klemm |.
In Betracht kommt sonach vornehmlich der mediale Sehnen­ast des Mittelfussbeugers (lt;iquot; in Fig. 366, a' in Fig. 366), welcher .samt der periostealen Unterlage (auf dem schiffförmigen Bein) durchschnitten werden muss. Die Folge ist bindegewebige Entartung der schmerzenden Beinhaut, nachherige Ossifikation, periartikuläre Synostosenbildung und damit Verschwinden der Lahmheit.
Diese Methode des Spatschnittes wurde schon von Abildgaard. Hering, dann von Lafosse beschrieben und neuerdings besonders von reters, Möller u. A. weiter ausgebildet. Das Pferd wird auf die kranke Seite niedergelegt, die oben liegende (gesunde) Gliedmasse nach vorn gezogen und in dieser Fxtensionsstellung befestigt. Das Durchschneiden geschieht entweder oben am Unterschenkel, also am Stamme des Tibialis anticus (Backscbenkelbeinmuskel des Schienbeins. Schwab) an seiner Sehne (Fig. 305raquo;), etwa mitten auf der dorsalen Seite der Tibia, wo er als starker sehniger Strang deut­lich unter der Haut fühlbar ist und samt der fleischigen Portion bb ohne Schwierigkeit subkutan mittelst des Tenotomes nur durchge­schnitten zu werden braucht (Klemm) oder besser die Percision er-
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Durchscbneidung dos Sebnsnastes vom Mittelfussbeuger.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;643
folgt, wie Peters zuerst empfohlen Lat, .tui untern Teil des Tarsus, am medialen Sehnenast des Beugers auf der vorderen (ie-leulcflftche bei laquo;quot; (Fig. 8GC), damit zugleich auch das Perlest in den Entzttndungs- und Wuchex'ungsprozess hereingezogen wird, ohne weichen eine Heilung nicht gut denkbar ist. Den besten Anhaltspunkt für die Wald der Operationsstelle giebt die Mitte der Beugefläche und Höhe der Knochengeschwulst, weiter vorne könnte die Neue oder die Gelenkkapsel getroffen werden.
Nach sorgfältigem Rasieren, Abseifen. Waschen und Desinfizieren wird die Haut an bezeichneter Stelle samt der unterliegenden Faszle quer eingeschnitten, so dass der nun erscheinende glänzende Sehnen-ast sichtbar wird. Von dieser Öffnung aus wird die Haut mit Hilfe einer Schere oder stumpf in der Umgebung losgelöst, um ein starkes nur auf tier konvexen Seite schneidendes Tenotom am vorderen Itaude des Hautscbnittes flach in die Wunde einzuschieben. Zu diesem/wecke .stehen besondere Spatmesser zur Verfügung, welche wie das von Peters mehr oder weniger mit der abgerundeten Spitze nach aufwärts stehen, oder wie das von Fuchs konstruierte am Grund der Klinge gekröpft ist. Sobald das Messer bis zum Griff eingeführt ist, wird die konvexe Schneide gegen den Sehnenast ge­kehrt und unter wiegenden Bewegungen bis an den Knochen gedrängt, um auf diesem nicht allein den Sehnenschenkel aquot;. sondern zugleich auch das Veriest der unterliegenden osteophytischen Knochen der untersten Reihe des Gelenkes durchzuschneiden. In derselben Weise verfährt man auch am hintern Hau de des Hautschnittes (Möller). Das Zurückziehen der Enden des Sehnenastes erfolgt unter knirschendem (ieräusche.
Die Tenotomie bietet keine Schwierigkeiten und kann selbst am .stehenden Pferde (wie der Spatstich) ausgeführt werden, die Blutung ist gering, erheblich nur dann, wenn viel verdicktes Bindegewebe (als Folge früherer scharfer Einreibungen oder der Applikation des Brenn­eisens) durchschnitten werden muss: dasselbe kann zuweilen den Sehnenast etwas aus seiner Lage verschieben. Alles Blut wird aus der Hauttasche sorgfältig ausgedrückt und kann dann nach erfolgter Desinfektion zum Nähen der Hautwunde geschritten werden. Den Schluss bildet das Anlegen eines antiseptischen, bis zum Kessel her-abreichenden Verbandes. Der Eingriff ist durchaus kein unbedeutender, •es erfolgt reichliche Ossitikation an der verwundeten Stelle, die Neu­bildung schwindet aber in den folgenden Monaten immer mehr und sind unterdessen die kleinen Gelenkflächen ankvlosiert worden und
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544nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Operationen an den Gliedmassen.
zwar meist vollständiger, als dies beim lUirsascimitt zu geschehen pflegt. Im seihen Verhältnis schwindet auch allmiilig die Lahmheit. Allerdings kommen Fülle von ungenügender Heilung vor. da Ja die Ursachen der Spatbildung verschieden sind und damit der Hauptsitz des pathologischen Vorgehens nicht immer derselbe ist, diejenigen Spatlahmheiten indes, für welche der liursaschnitt wenig oder keine Chancen bietet (s. oben), können durch den Schnitt des medialen Astes zur Heilung gelangen. In anderen Fällen war die Synostoseubildung ungenügend und muss nachher zur Etablierung einer neuen F.ntziindung geschritten werden (Kantharidensalbe, Spatsalbe, Glühelsen) oder es wird, wie es gleichfalls vorkommt, auch das Ein­schneiden des medialen Seitenbandes nötig, um die letzte Ursache des Schmerzes zu entfernen. Bedingung ist, dass das Pferd vier bis sechs Wochen in liuhe gehalten wird und ist für entsprechend lange Trachten zu sorgen, was alsbald durch die Stollen erreicht werden kann. Sollte der Mittelfussbeuger an seinem muskulösen Teile durch­schnitten worden sein, ändert sich die Nachbehandlung in der Art, dass schon eine Woche nach der Operation angefangen werden muss, dem Pferde systematisch eine tägliche leichte Bewegung zu verschaffen, um eine vorzeitige Reunion der Muskelenden und damit eine Spannung zu verhüten.
Litteratur des Spats. Viborg, Stockfl. Cliir. I. Der Zellgewebsspat ist ein verschiebbares Hygrom der Sehnenscheide dos Schienbeinbeugers und veranlasst nie Hinken, s. auch Beschreib, des weichen Spats von Straub, Rep. 187.'!. 21. — Hertwig, Spatbrennen und Haarseil G. u. II. 1886. H'h. — Goodwin, The Vet. 1830. 155. — Hering, Vorlesungen f. Pferdeliebhaber. iStuttg. 1884. 164. — Trag er, G. u, II. 1889. 205. Über Spat. — Rychner, Hippiatrik. Bern 1842. 454. _ Strauss, Vet. Chirurgie. Wien 1846. — Gillmeister, G. u. II. 1841. 90. ('her Spat. — Boccar, Annal. de Unix. 1847. 1. Teuotomie gegen Hahnenspat.
—nbsp; Lafosse, Joum. Toulon 1858. 525. Spatschnitt. — Günther, Bcurteihingsl. des Pferdes. Hannover 1859. — Sehr ad er, G. n. H. ISfJO. 148. Über Spat. — Roloff, Virchow's Archiv. 1868.479; ibid. Schütz, 1889.888. Arthritis deformans,
—nbsp; Stockfleth, I!ep. 1809. 2()2. — Harms, G. n. II. 1871. 395. Vorsicht beim Stiftbrennen. — Leisering, Sftchs. Jahresber. 1872. 28. Spatbrennen. — Stock­fleth 1. c. Der Spat geht entweder vom Knochen aus oder von den Bändern, wo­bei auch die GolenkUapsel teil nimmt, das neue fibröse Gewebe verknöchert. In 18 Fallen begann das Leiden in den Knochen, in nenn in den Bändern (?), — Schrador, G. u. II. 26. Bd., machte ähnliche Beobachtungen. — Das Abschneiden des Anticus ist zuerst von Abilgaardt beschrieben worden; es nützt nicht immer, wie auch in der Berl. Klinik beobachtet wurde, G. u. II. 1859. 504; noch weniger Wert hat das Abschneiden des Innern und äussern Sohlennerven (N. plantaris) oder des aussein Hautnorven. Einen günstigen Effekt von dem otVenen Durchschneiden des inneren Sohnenastes sah Mandel, Hop. 1803. 53, ebenso Bugniet, Rec. 18()9,
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lieiiihaiitsdinitt. Perioslftotoimn.
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und A c k e r m a n n, Sachs, .lahresljer. 1857.54. — Lat'osso, Jnurii. de Toni. 1846, 489, oiierierte als einer der ersten beim Spatschnitt subkutan, oliensraquo; schon Moulden bei der I'eriosteotomie. Er machte zwei Einschnitte, nach aufwärts über den Spat und nach abwärts und zog dann ein Haarseil durcli. Heilung. — Ilinter-mayer machte am unteren Rande des Sprunggelenks einen Quersolinitt und schnitt drei- bis fünfmal in die Subkutis strahlenförmig bis in den Knochen. Erfolg günstig, wenn der Sjiat nicht zu gross ist. Ebenso Schmld. Das Hervordringen einiger Tropfen Synovia ist nicht nachteili;.'. Ad. Woch. 1849. 8.-); \. u. Y. 1850. 169, — V am eil, Vef. Recds. 1848. 284. — Ungunst, Erfolge vom Spatschnitt sahen Schutt, G. n. II. 185.'). 255; Viereck, Peters, Marcus u. a, mussten wiederholt operieren; bessere Erfolge (% Heilung) Meckl, Der, 1868. — Knies, Vet. i'roced. 1841. 250. Nervenscbnitt am Schienbein, wiederholte Operat. nötig. — lierl. Klinil;. ücrlachs Archiv I, II. Spatschnitt mit wechselndem Erfolg in 68 Fällen 1875 und I87(). — Bassi, Giorn. di med. 1881. II. Vorzögl, Erfolge durch Schai'fsalbe subkutan. — Dieckcrhoff, Pathologie und Therapie des Spats. Berlin 1875. — Klemm, Berl. Archiv 1887. 109, Durchschneid, des Schienbeinbeugers oberlialb des Sprunggelenks am Stamm, sowie des daneben liegenden Teils vom vord. Unter-schenkelmuskel. Man muss sich hüten, dass im Moment des subkut, Durchschneidens die Hautwunde durch plötzliche Bewegung des Pferdes nicht zu gross ausfällt, da sie sonst schwer heilt. Dessen nouo Spatoperation. — (''her die Operation des Blutspats liegen nur wenige Verött'. vor, sie wurde bald wieder aufgegeben. — King, The Aret. 1842, Unterbindung der Vene oben und unten 1quot; auseinander, Durchschnitt hier. Auch Excision und dann Scharfsalbe oder Feuer. — Klinik in Alfort. Dec. 1843. Rep. 1843. 285. Untersuch, des Blutspats und der Gallen. — Eletti, II. Vet. III. 240. Unterbind, der Vene. Heil, in 88 Tagen. — Römer, Mitteil, a. d. t. Prax. 1875. 175. Mittel gegen Spat; ibd. 1878-79. 7;!, Fiedler, Spatbehandlung. — Brauer, Sachs. Jahresber, 1879. 142. Spatbehandl, mit Gyps-verband. — Möller, Berl. Archiv. 1880. 182. Die Sprunggelenke b. engl. Voll­blut. — Seh leg, Sachs. Jahresber. 1880. 8:3. Spat und Gallen. — Lustig, Ilannov. Jahresber. 1879 — 80. 7. Über Spatschnitt. — Möller, Lehrbuch der Chirurgie 1893. — Botazzi, Berl. t. Woch. 1893. 9. Spatbehandlung, — Hoffmann, Rep. 1893. 161, Brennen mit Stricknadeln. — Klemm, Perl. t. Woch. 1894. 520. Stumpfwinklige und bärenfüssige Stellung ist oft schuld. — Bayer, Lehrbuch der Chirurgie, ditto der Operationslehre 189(i.
8. Beinhautschnitt. Periosteotomie.
Die Operation hat zum Zwecke, die auf einer Knocheuneubildung infolge eingelagerten subperiostealen Exsudates übermässig ange­spannte und deswegen sehr schmerzhafte Beinhaut subkutan ein/u-schneiden. Das stark gedehnte Periost zieht sich nach der Spaltung zurück, so dass die Exostose von demselben nicht mehr bedeckt ist, was eine Linderung bezw. Sistierung des Schmerzes und damit der Lahmheit zur Folge hat,
Seweli in London hat die Spaltung der Beinhaut 1885 zuerst bei Überbeinen, welche Hinken veranlassen, vorgeschlagen, viel Nach-
Hcring's Oporjitioiislelirc. VI. Auti.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;g^
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Operationen iraquo;i don GllecltnaBsen.
ahrauag hat indes die Operation bis lieute ulclit gefunden, da das Resultat nicht immer befriedigend ausfüllt. Der Schmer/ kann nach­her zum Verschwinden kommen, vorausgesetzt dass nicht auch der Knochen in den entzündlichen, neoplastischen Prozess hereingezogen
wurde; oder wie beim Spat auch arthritische Vorgänge im Spiele sind, welche als solche bestehen bleiben, der Beinhautschnitt ist daher mehr nur in frischen Filllen bei umschriebenen Exostosen indiziert und wenn andere Mittel nicht befriedigt haben. Indes auch dann nimmt die Operation häufig keinen sehr günstigen Einfluss auf den Ablauf des Prozesses, mau zieht daher neuerdings eine energische Ableitung der Entzündung, die Massage oder die Gltihstifte vor, das Durchziehen von Haarseilen über die Exostose ist ganz ausser Gebrauch gekommen.
Zunächst wird die desinfizierte Haut der Länge nach am untersten Teile der Knochenneubildung durch ein Spitzmesser auf 6—10 mm bis auf das Perlest getrennt, worauf ein besonderes Messer, das Perl o s t e o t o m, flach durch die kleine Wunde ein­geführt wird, um das Unterhautgewebe bis zum oberen Teile der Geschwulst subkutan zu trennen. Sodann wird das Instrument um seine Längenachse gedreht niul die Schneide auf die Beinhaut gestellt, welche jetzt unter Andrücken beim Zurückziehen der Klinge
' • I
ihrer ganzen Länge nach bis zur unteren Ilautöft'nung
getrennt wird. Die Spaltung geht bis auf den Knochen, muss sich also auch auf das hypertrophische sub-periosteale Gewebe erstrecken. Ein Verschluss der Wunde durch Heften ist unnötig, es wird ein anti-
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soptischer Verband aufgelegt, nachdem das etwa sich
ergossene Blut ausgewaschen und die Wunde mit
Fig. 867.
rcrioKtcolom von Sewell.
Sublimatwasser gereinigt ist. Die Verheilung nimmt nur kurze Zeit in Anspruch. Auch bei (nicht ver­
altetem) Spat sind schon sehr gute Erfolge erzielt
worden, wenn keine Gelenkfläche getroffen wird. Infolge der rasch
sich ausbildenden starken periartikulären Entzündung verwachsen auch
die schmerzhaften Gelenkflächen.
llaubner hat empfohlen, um den Perlosteotomen leichter zwischen
Haut und Beinhaut über die Exostose hinaufzuschieben, eine kleine
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Der Nervensdiiiitt. Neurotomie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;f)47
scharfe Haarseiluadel vorherzuschicken, um für das erstgenannte
.Messer eine kleine Zellgewebstasche ZU bilden, der Iliiutsciinitt nmss aber bei diesem Verfahren etwas grosser ausfallen.
Das Periosteotom (Fig. 367) besitzt eine schmale, leicht säbel­förmig gebogene Klinge mit ziemlich starkem Kücken und abge­rundeter Spitze und stellen je nach dem Umfang der Knochenneii-bildung verschieden lange Messer (von (1—in cm) mit entsprechender Biegung im Gebrauch,
Litteratur. Sewell, Keo. 1835, 475; ebenso N, u. V. 1886, 842, Abhandl. üljpr die Periosteotomie, Letztere wurde auch bei Überbeinen am Vorarm, der Gräte der Tibia, am Fessel u, s. w. ausgeführt. — Hauliner, ti. u, H, 1888. ^5quot;). Verbesserung des Verfahrens von Sewell. Behandlung der J-lxostosen am Schienbein.
—nbsp; Er ler, Siiclis, Jahreslier. 1800. 51. Der Beinhautschnitt kürzt das Lahmen wesentlieh ab, — Siiclis. .lahresbcr. 1861. Schnitt vorn rechts. Heilung schon in zclm Tagen. — With, Chinjrgie 8. 861. Erfolg ist meist nicht günstig; Nielsen sah bessere Erfolge. — Tierarzt 1887. 861, Osteotomie hei llachitis. — Diecker-hoff, Adams Woch. 1884. I. Entwicklungsgeschichte, .üiologie und Behandlung der Überbeine, unterscheidet spontane und traumatische Exostosen. — Berdez, Kochs Enoyklop. I. 442. Belnhautschnitt. — Stockfleth, Chir. 1. 891. 398 671,
—nbsp; nbsp;Dieckerhoff, Woch. f. Thlkde. 1884. I. Abhandlung über Überbeine. — Bayer, Lehrbuch der Chirurgie 18i)3 und der Operationsichre 189(i.
9. Der Nervenschnitt. Neurotomie.
An den Nerven kommen bei den Haustieren mir wenige Ope­rationen vor. es handelt sich fast ausschliesslich um die Durch-schueidimg eines Nerven zu dem Zwecke, die Leitung schmerz­hafter Kindrücke. wenn letztere auf andere Weise nicht zu be­seitigen sind, zu unterbrechen. Die Veranlassung des Schmerzes bleibt fortbestehen, die Operation bildet somit mir ein Palliativmittel. Um die Leitung in der betr. Nervenbahn mit Sicherheit aufzuheben, genügt die einfache Trennung des Zusammenhangs eines Nervens nicht, denn die Erfahrung hat gelehrt, dass durch Verwachsung der beiden Schnittenden rasch die Innervation wiederhergestellt wird, es muss daher durch Resektion eines Stückes vom Nerven ein Substanzverlust herbeigeführt werden (1,5—2 cm). Die Lücke wird durch Zellgewebe ausgefüllt und damit ist die Verbindung mit dem Zentrum definitiv aufgehoben (Neurektomie).
Eine weitere Operation an den Nerven, die Nerven naht, kommt bei Verwundungen vor, wird aber nur selten ausgeführt.
Geschichtliches. Die Hauptindikation bildet unstreitig der Zwanghuf und lt;lie Ilnfgelenkslähme. welch letztere besonders hei edlen englischen I'ferden vor-
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Operationen an ileu Qliedmassen^
quot;
kommt, die Neurotomle ist daher auch englischen Ursprungs. Moororoft (1800) jjicht an, sie zuerst gemacht zu haben und Youatt erkennt ihm die Priorität zu, welche auch Colemann beanspruchte, nach Spooners Angabe war es übrigens
hauptsttcblloh Sewell, welcher den Nervensohnltt praktisch ausführte und dann naher beschrieb, nachdem die Operation kurz vorher heim Menschen (gegen tie-sichtsschmerz am fünften und siebenten Nervenpaar, Haigthon 1798) aufgekommen war. Siultcr wurde sie durch die Neurektomie verbessert, durch zahlreiche Miss-erfolge kam sie jedoch arg in Verruf and hat erst in der letzten Zeit durch bessere Feststellung der Indikationen ihre berechtigte Stellung in der Akiurgic wieder ein­genommen. Der Schmerz lässt sich mit grosser Sicherheit beseitigen, es fragt sich nachher nur, ob die betreffenden Teile dann auch leistungsfähig genug bleiben, um die Brauchbarkeit des Operierten zu gewährleisten. Die Operation gegen Naviku-larkrankheiten wurde hauptsächlich am Schienbeinnerven, seltener am Fesselncrven vorgenommen, später versuchten sie Günther sen.. Lotze, Hausmann u. a. auch gegen Spat am Unterschenkelncrvon, jedoch fast regelmässig ohne Erfolg. Erst in der Xeuzeit (Dieckerho ff) wurden auch Knochen- und Sehnenkrankheiten des Unterfusses durch Abschneiden des letztgenannten Nerven erfolgreich behandelt und zu gleichem Zwecke 1888 auch der Mediannerv am Vorderfuss herbeigezogen. In Frankreich wurde die medianc Operation 1891 von Tellerin eingeführt, nach­dem sie früher schon von Peters in Berlin unternommen worden ist. Die 1870 von Nussbaum empfohlene Xervcndehnung gegen Neurosen verschiedener Art hat den in sie gesetzten Hoffnungen nicht entsprochen und wurde wieder verlassen.
Anzeigen der Neurektomie. Die krankhaften Zustände, gegen welche die Operation als Mittel letzter Instanz vorgenommen wird, sind solche, welche in dem Beugeapparat am ünterfuss und in den letzten Zehengliedern ihren Sitz haben und von einer andauernden Schmerzliaftigkeit begleitet sind, wie die chro­nische Hnfgelenkslähme (Fussrollenentziindnng, Zwanghnf) Ver-knöcherung der Hufknorpeln, Knochenneubildungen am Ilut-und Krongelenk (Leist, Schale, Ringbein), die Folgen geheilter Brüche oder des Nageltritts.
Von der Operation ist wenig zu erwarten oder gar nichts, wenn schon Gewebsdestruktionen vorliegen, welche die Bewegungs-fähigkeit auch nach Aufheben des Schmerzes beeinträchtigen, wie Platthuf, Voll- und Knollhuf, Änkylose der Gelenke, grosse Gallen,, Sehnenkontrakturen, llornsäulen, Spat u. dgl. Noch andauernde ent­zündliche Zustände, auch Eiterungen, Fisteln, müssen vorher be­seitigt werden, ist dies nicht thimlich, liegt meist Gegeuanzeige vor. Die Neurotomie vor Hufoperationen vorzunehmen, um den Tieren den Schmerz zu ersparen, ist aufgegeben worden. Jedenfalls muss der Nerv oberflächlich liegen und leicht aufzufinden sein, wie dies besonders vom Medianus und Tibialis gilt. Ihimer ist die Ope­ration das Mittel letzter Instanz und passt daher nur für chronische
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Neurektomie am Vonlerfuss.
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iiebreclien und für solche Pferde, bei denen eine sorgfältige Nachbe­handlung und HuQ}flege mit Sicherheit zu erwarten ist.
(i elaquo;• e nHnzeige ist gegeben auch bei schweren Lastpferden oder solchen, welche in raschen Gangarten auf harten Strassen ge­braucht werden oder in gebirgigem Terrain: selbst welche Fessel schllessen die Indikation aus (Frlck). Andere Tiere als Pferde sind bis jetzt der Operation nicht unterworfen worden.
Wahl der Nerven. Bei der Operation kann es sich nur um sensible Nerven handeln und kommen von den Nerven der Jv\-tremitäten entweder die mehr zentral gelegenen Stämme, wie der Mediamis und Tibialis in Betracht oder die Fortsetzung derselben gegen die Peripherie. An welcher Stelle die Ausschneidung zu ge­schehen habe, bangt von dem Sitz und der Ausbreitung des indi­zierenden J-eidens ab. Als Pegel kann gelten, nur denjenigen Nerven zu trennen, welcher sich in dem schmerzhaften Teil ausbreitet. Leidet z. B. bloss der Huf an einer Seite, Kann man sich mit dem Abschneiden des Nervens der betr. Seite begnügen, in vielen Fällen wird sich jedoch eine scharfe Begrenzung des Übels nicht feststellen lassen und so wird dann die Neurektomie häufig beider­seits notwendig.
Ob die Operation mehr perlpher, also am Fessel-und Schien­beinnerven (niederer Nervenschnitt) vorgenommen wird, oder weiter oben gegen den Stamm zu, wie am Vorarm oder Unterschenkel (hoher Nervenschnitt), kann der Wald des Operateurs überlassen bleiben, nachdem die Erfahrung gelehrt bat, dass der Zweck in beiden Fällen gleich gut sich erreichen lässt. Massgebend ist der Sitz und die Art des Grundleidens, meist wird jedoch (die Kliniker ausge­nommen) der niedere Nervenschnitt vorgezogen.
Neurektomie am Vorderfuss.
Die vordere Extremität kommt beim Nervenschnitt hauptsächlich in Frage und liegt hier die Operationsstelle entweder am Unterarm. am Mittelbandknochen oder an der Köthe.
Operation am Mittelnerv. (Mittlerer Armnerv, Mediannerv. N. medianus), Er eignet sich zur Trennung hauptsächlich aus dem Grunde, weil er beim Pferde sehr stark entwickelt und am Radius dicht an der Arterie liegend deutlich fühlbar ist und daher leicht auf­gefunden werden kann. Er ist mit seiner Umgebung nicht verwachsen und erspart dem Operateur das lästige Lospräparieren im Zellgewebe.
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Ojiciatiüneii an den Glieilmassen.
Der eigentliche Mittelnerv steigt iuneu am Oberarm fast senkrecht am Ellbogengelenh herab und /ielit von diesem (die Armarterle ver­deckend) in den Bereich des Vorarms, wo er unter dem Armgriffei-beinmuskel (M. flexor carpi radialis) verschwindet. Er begleitet die Armarterie bis zum Huf herab.
Der Medianschnitt am Vorarm ist in der tierärztlichen Praxis noch wenig ausgeführt, hauptsächlich von der Berliner Klinik em­pfohlen und von Peters beschrieben worden. Die Operations­steile befindet sich unterhalb des Armvorarmgelenks, Cwo die Radialarterie zum Pulsfühlen dient und der Mediannerv zwischen der Faszie und dem Knochen liegt. Als Anhaltspunkt dient der Puls gen. Arterie, der um so leichter zu betasten 1st, wenn das niedergeworfene Tier mit dem llücken etwas tiefer liegt und das frei schwebende Vorderbein etwas nach abwärts gedrückt wird. Im Verlaufe der Pulsader wird dann die Haut und der breite Brustmuskel (M. pectoris major) 1—6 cm imnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; lang in der Längsrichtung durchschnitten, bis die weisse
Bjnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Schenkelfaszie zum Vorschein kommt. Nach Entfernung
des Blutes schimmert bei auseinander gehaltener Wunde, wozu die rechts und links gerichteten Neurotomiehaken (Fig. 368) dienen können, der Nerv unter derselben hindurch und wird nun auf genannte Muskelbinde ein­geschnitten, nachdem man sie durch eine Hakenpinzette gefasst und in die Höhe gehoben hat. Nach Hlanchard
Fig.'868. Neurotomie­haken.
erleichtert, man sich die Operation wesentlich, wenn nicht das Niveau des Uluarnerven gewählt wird, sondern die Grenze zwischen dem mittleren und oberen Drittel des
Vorarms, also da, wo die mediane ünterhautvene keine Anastomosen hat. Der Nerv liegt nämlich nicht immer an derselben Stelle und auch nicht die Vorarmvene. an die man sich gewöhnlich hält, diese ist. vielmehr häutig unter der Aponeurose angeheftet, /u beachten ist, wie Peters bemerkt, dass die Pulsation immer in der Schnittfläche gelegen sein soll und inuss hienacb der Vorarm gelagert werden. Der Mediannerv erscheint nunmehr in der Schnittöffnung entweder freiliegend oder etwas hinter der Radialarterie und wird nach Erweiterung des Faszienloches gefasst. und hervorgezogen. Letzteres geschieht entweder durch Unterschieben einer Hohlsonde, einer Schere oder zweckmässiger mit der eingefädelten (desinfizierten) Deschamp'schen Unterbindungsnadel. worauf am oberen Ende der Nervenstrang quer
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Operation am Vordermittelfuss.
(liirclisclinitteu wird. I Ho Resektion erfolgt stets peripherwftl'ts und erstreckt sich auf eine I,äiif,re vlt;m 1,5—2 cm. 'Zuletzt wird die Wunde desinfiziert, mit Knopfnäbten versehen und durch ein antisep­tisches Deckmittel geschützt. Auf den
Heften kann der Verband leicht er-neuert werden, bis man nach etwa zehn Tagen die Knopl'nähte entfernt, und die Wunde offen weiter he-hiindelt. Die Befürchtung, dass durch die Nervenanastomose an der hintern Fläche des Metacarpus die Leitung fortbestehen könnte, fällt nach den Krfalirnngen der Berliner Klinik weg, der Cnterfuss soll vielmehr ebenso unempfindlich bleiben, wie bei dem untern Medianschnitt am Schienbein, nur die Haut behält ihre Sensibilität. Neuerdings haben übrigens Fr ick sowie Vennerholm erhoben, dass der Ellbogennerv d (Fig. 369) nach Durchschneidung des .Mediannerven doch noch Empfindungen von den unterhalb des Karpalgelenkes ge­legenen Teilen vermittelt.
Goldmann führte den Medianschnitt 17 mal uns, erzielte mit einer Ausnahme dauernde Beseitigung der Lahmheit. Venner­
holm machte neuestens die Operation stets an beiden Nerven gleichzeitig, der Erfolg ist indes noch nicht genau bekannt ge­worden. Die untere Kxtremität wird völlig gefühllos, die Operation kann daher nur Notmittel sein. Der zweite Nerv (Uluaris) wird von ihm oberhalb des Erbsenheins, WO er neben der A. collateralis verlauft, durch­geschnitten, der Hantschnitt muss also näher dem ausseien als inneren Rande der Hinter-fläche des Radius gemacht werden.
Die Operation am Vorder-
•ig. B69.
I. ink er Vorderfuss von hinten. a M e d i a n n c r v, h dessen Radial­zweig, h' Fortsetzung am Mittelfuss (medialer Mittelfussnerv), bquot; dorsaler Zehenast, c Ulnarzweig des Median­nerven, e' dessen oberflächlicher Ast (lateraler Mediannerv), d Ellbogen-nerv, dquot; dessen Anastomose mit dem Ulnarzweig, dquot; l'ainns dorsalis. 1 Vor-armbeln, 2 oborfläclilicher Zehen­beuger, 2' dessen Sehne, ;i tiefer Zehenbeuger. (Martins Anatomie).
mittelfuss (früher Schienbein) be­trifft die Fortsetzung des Mediannerven, welche am Metacarpus als medialer und lateraler Mittelfussnerv bezeichnet wird (X. voiaris).
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Operationen an den Gliedmassen.
Das l'lVnl Hegt auf der kranken Seite, der untere Vorderfuss wird ausgebuiulen und besonders befestigt oder durch zwei Gehilfen ge­halten, wie heim Sehnenschnitt. Ähnlich erfolgt auch die Befestigung, wenn au der iiussern Seite operiert werden soll, am Vorder- wie am llinterfiiss. Neuerdings wird auch am stehenden Pferde mit Hilfe des CocaKns operiert (Seite 90), nachdem ein Esmarch'scher Schlauch an­gelegt worden (de Jong). Möller benutzt zum Ansbinden die Latte.
Flg. 37(1. Rechter Vorderfuss, Pferd, mediale Seite. Mediannerv am Metacarpus, 7 des­sen Ulnarzvreig, i' der Radialzwelg, ,laquo; Bllbogennerv, s' dessen dorsaler Zweifr, ^Anastomose, n Anastomose zwischen Ulnar- und Radialzweig, d, h. zwischen lateralem und me­dialem Mittelfussnerv, v Zehenäste des Mediannerven.
Fig. 371.
Rechter Vorderfuss, Pferd,
laterale Seite,
Medialer Mittelfussnerv (Fig. 370 r) vom rechten Vorderfuss. Kr ist grosser als der laterale und hegleitet die Volararterie. Er liegt längs des Mittclhandknoehens (früher Schien­bein) hinter der Arterie und zwischen dieser und der Ilufheinheugesehne, welche sich #9632;wie
das pulsierende Gefäss gut durchfühlen lässt, er inuss daher am vordem Rande genannter Hufsehne gesucht werden. (In der Figur ist q der laterale (änsserc) Mittelfussnerv, welcher sich am Kniebogen nach der iiussereu Seite wendet. Die Mittelfnssvene liegt mehr vorne am Griffelbein_ Lateraler Mittelfussnerv (Flg. 371 f). Änsserer Ast des Medianus (N. volaris latoralis). Er ist kleiner und liegt am obern Teil des Metacarpus etwas hinter der Hufboinsehnc d versteckt, erst am untern Drittel des Metacarpus tritt er neben
#9632;
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Operation am Vordoraiittelfussi
dieselbe. Am Fesselgelenk Hegt die Seitenvene der Zehe (Fosselveno) neben und vor den Nerven.
Der Verbindungsast n zwischen medialem und lateralem Mittelfussnerr Heut über der Höbe des Gritt'elbeiiiknöpfcbt'ns //, also etwas in der Mitte der hintern Mctaoarpusselte (/gt; ist das Griffelbein, o oberes Glelclibeinbqpd, d Hufbeinbeuger, c der Kronbeinbeuger, h die Arterie und g die Anastomose zwischen beiden Volar-nerven.
Der Hautschnitt erfolgt, nachdem geschoren, gereinigt und des­infiziert worden, dicht am vorderen Rande der Hufbeinheuge-sehne, 5—6 cm über dem Gelenk und auf eine Länge, dass 1,6—3 cm des Nerven entfernt werden können. Nun sucht man in der mit Ilaken auseinandergehaltenen quot;Wunde den Nerven, welcher unmittelbar hinter der Arterie, zwischen dieser und dem lluflieinbeuger im Zell­gewebe eingewickelt liegt, indessen so oliertliichlich. dass nur eine dünne Schicht des letzteren mit der Cooper'schen Schere wegprftpariert zu werden braucht, um den Nerven hervortreten zu lassen.
Nun wird derselbe etwas von seiner Unterlage losgetrennt, um ihn mit einer Hohlsonde oder Schere bezw. der Deschamp'schen Nadel unterfangen zu können, worauf er im obern Wundwinkel abgeschnitten wird; hiebei macht jedes Tier eine plötzliche zuckende Bewegung. Jetzt wird das obligate Nervenstück im untern Winkel, wie schon erwähnt, in der Länge von 1,5—3 cm ausgeschnitten. Den Schluss bildet das Anlegen eines antiseptischen Verbandes mittelst eines ein­fachen Bäuschchens von Karbolwolle, um die erste Vereinigung zu erzielen, es kann aber auch, wie hei dem hohen Nervenschnitt oben angegeben, verfahren werden.
Ungeübte haben oft Mühe, den schmalen Nervenstreifen, der die Farbe mit seinem Diudegewebslager teilt, aufzufinden, weil sie ihn meist zu tief suchen oder derselbe bei nicht scharfer Einhaltung der Operationsstelle an der inneren Fläche des Wundrands liegt. Zu empfehlen ist, gleich einen herzhaften Schnitt in die Tiefe zu führen, nicht bloss durch die Haut, man erspart sich dann das Lospräparieren des Nerven mit Pinzette und Schere. Der mediale Volaris macht sich kenntlich durch die Parallelanordnung seiner Fasern und um sicher zu sein, dass man nicht etwa einen Längs­streifen Zellgewebe statt des Nerven mit der Pinzette gefasst hat, kann man versuchsweise mit der Messerspitze nach ihm stechen, worauf das Tier sofort reagiert. Die Arterie, ist leicht zu vermeiden. da sie unter der Fingerspitze lebhaft pulsiert, ausserdem gelblich durchschimmert. Die bläuliche Vene kommt, weil mehr vorne ge­legen, nicht in Betracht, mit der Operation ist also so gut wie keine
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554nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Operationen an den Gliedmasseui
Blutung verlnuuleu und laquo;las Anlegen einer Esmorch'sclien Binde für ^ewölmlich nicht notwendig. Zum Fassen und Hervorziehen des Nervenstrangs kann auch eine Fadenschlinge verwendet werden.
Operation am Vordermittelfuss aussen (N. volarls late-ralis. Flg. :gt;Tl/'). Das Verfahren bleiht sich hier dasselbe und findet nur dadurch eine Abweichung statt, dass der Schnitt weiter unten gegen die Kötbe gemacht werden nmss, denn auch der Verblnduilgs-ast g Hegt auf der lateralen Seite etwas tiefer, der Nerv wird daher auf dem obersten Teile der Fesseigelenkskapsel aufgesucht und hält man sich dabei an die hier liegende Seltenvene der Zehe, welche vor dem Nerven gelegen ist.
Operation beider Volaren. Beide Nerven sollen, wenn die Unterbrechung ihrer Leitung notwendig geworden, nicht zu gleicher Zeit abgeschnitten werden, damit die Ernährung nicht allzu rasch eine Veränderung erleidet, (s. u.), mau operiert daher vorerst an derjenigen Seite, welche am meisten erkrankt ist und nach Ablauf einiger Wochen erst auf der andern Seite, falls es nötig wird. Die Fälle. In denen eine gleichzeitige Operation keinen Schaden ge­bracht, können nicht massgebend sein. Ilertwig riet, beide Volaren nach Überwälzeu des Pferdes abzuschneiden.
Operation der Fesselnerven. Die beiden Volarnerven teilen sich, sobald sie die Köthe überschritten haben, alsbald in zwei Seiten­äste, den vorderen und hinteren Zweig (Fesselnerv), an denen die Operation in gleicher Weise geschehen kann (Fig. 370 v) und zwar au der medialen wie lateralen Seite, sowohl des Vorder- als Hinterfusses. Soll der hintere Fesselnerv abgeschnitten werden, so hat der Hautschnitt dicht hinter der Arterie zu geschehen, welche man gut pulsieren fühlt, die Bestimmung der Operationsstelle kann daher keine Schwierigkeiten bieten, soll dagegen der vordere Ast an das Messer kommen, so wird die Haut vor der Arterie eingeschnitten. Betreffs der Hohe der Incision hält man sich daumenbreit vom Fesselgelenk abwärts, etwa 2 cm. An dieser Stelle wird die Neurektomie nicht so häufig ausgeführt, als weiter oben am Mittelhandknochen, weil die Krankheitszustände meist schon länger bestanden und daher eine grössere Ausbreitung erlangt haben, als dass sie sich auf den Bereich des einen oder andern Fesselnerven beschränken Hessen. Würde der vordere Fesselnerv abgeschnitten und der Erfolg nicht zufrieden stellen, so handelt es sich darum, ob nicht auch der hintere neurektomiert werden soll und zuletzt würde man doch zu der dritten Operation, d. h. zum Schnitt oberhalb der Köthe greifen müssen.
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Ncuri'ktomic iim llintcrt'uss.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 555
Der Nervensobnltt unmittelbar unten am Fesselgelenk innen und aussen ist etwas schwieriger auszufahren, weniger wegen der Nähe der lilutgefässe, als vielmehr ilor jetzt sciion (lurch Teilung stark vcischniälerton Nerven; auch liegt die viel dickere Haut hier sehr stramm an und hat ungemein dichtes Unterhautzcll-laquo;ewebe, der Nerv ist daher weniger leicht ZU linden. Die Wundränder müssen heim Suchen gut auseinandergehalten werden, denn es sind auch die dicht am Nerven und selbst über ihn weglaufenden lilutgefässe hinderlich. Viele Praktiker halten diesen tiefen Nervenschnitt für entbehrlich, so nenestens auch Nocard, Mollereau etc., andere fuhren ihn mit Vorliebe aus, im Ganzen kommt man aber immer mehr von dieser Operationsstelle ab.
Der hintere (grössere) Fesselnerv ist am leichtesten im obern Drittel des Fesselbeins in einer Vertiefimg zwischen der Beugeseime des Hufbeins und dem Knochen zu finden, der vordere dagegen etwas weiter oben, nämlich beinahe am Gelenk selbst. Gleich unter dieser Stelle gehen schon kleine Zweige nach vorn ab, die man beim Operieren weiter unten nicht mehr treffen würde. Der Hautschnitt hat eine Lftnae von ;i—4 cm.
Neurektomie am Hinterfuss.
Ahnliche Anzeigen, welche den Nervenschnitt am Vorderfuss notwendig machen, liegen wenn auch seltener am Hinterfuss vor. wo die Hufgelenkslähme nur ausnahmsweise vorkommt, ebenso auch der Beugeapparat weniger häufig unheilbaren Entartungen anheimfällt. Die Abweichungen im operativen Verfahren beziehen sich hier ledig­lich auf anatomische Verschiedenheiten der Plantarnerven, in neuester Zeit ist aber auch der Stamm derselben, d. h. der grosse Unterschenkelnerv, N. tibialis magnus, zum Operieren herangezogen worden (hoher Nervensclinitt des Hinterfusses), nach­dem die Erfahrang gelehrt, hat, dass der Erfolg mehr gesichert ist. als wenn der Schienbeinnerv abgeschnitten wird.
Operation am Unterschenkel innen (N. tibialis, Schenkel­beinnerv, d. h. der fortgesetzte 1 lüftnerv, welcher mit seinen Asten bis zum Hufbein hinabgeht). Derselbe ist an der lateralen Seite der Kniekehle' unschwer zu finden und eignet sieb zu der Neurotomie ausserdem sehr gut, weil die Operationsstelle so gewählt werden kann, dass der Stamm leicht zu treffen ist. man also nicht genötigt wird, den inneren und iiusseren Ast je besonders zu durchschneiden. Ob die Sensibilität dadurch ebenso sicher aufhört, als beim Durch­schneiden seiner Aste am Fessel, ist nicht erwiesen (Frick).
Der Tibialis stammt vom Ischiadicus, setzt sich zwischen den Köpfen des Backfersenbeinmuskels (M. gastroenemii) nach unten fort, tritt an die mediale Seite
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Operationen an den QliedmasBen.
des Unterschenkels und Iftuft hier zwischen der Achillessehne und dem grossen Sohenkelhufbeintuuskel (M. peronäus longus) von einer Faszie um­geben Ids oberliiilb des Sprunggelenks, um sich dann In den lateralen und medialen Plantarnerven (Fig. 8780) ZU teilen. Letzterer rerlftuft an der medialen Seite der Beugesehnen nach abwärts, giebt im unteren Dritteile des Mittelfusses einen Ver-blndungsast d wie am VorderfuSS zum lateralen Sohlcnnerven ab und verhält sich dann wie der gleichnamige Nerv am Vorderfhss. Am oberflächlichsten liegt er etwa 2(1 cm über dem Fersenbeinhöcker dicht an der Unterschenkelbinde (Fascia
superflcialis), die von der Haut unmittelbar
überdeckt ist (Eich bäum), liegleitet wird der Nerv von der übrigens inkonstanten Vena plantarls und der sehr kleinen Arteria tihialis recurrens.
In der tierärztlichen Praxis ist die Neurektomle des Tibialis noch wenig ausgeführt worden. 15 ran eil nahm sie zuerst vor 1854, ebenso am Ischiadicus. Frick beschreibt sie 1890 in folgender Weise. Am niedergelegten Pferde schneidet man an der inneren Fläche des Unterschenkels handbreit über dem Sprunggelenk die Haut samt der Unterschenkelbinde auf 4—5 cm durch, worauf der Nerv zum Vorschein kommt, der entweder frei liegt oder in etwas Fett eingebettet ist. Er liegt bei-
liiutig 3 cm v 0 r der Achillessehne, zu welcher auch der Hauptschnitt parallel gemacht wird, nachdem man den zu operierenden Fuss an eine Bauchgurte nach hinten gezogen hat. Von der llaut-
Fig. 372. Nerven am rechten Hinter-fuss, Pferd, mediale Seite. a medialer Ilautnerv des Unter­schenkels; h lateraler Sohlennerv (N. plantaris); c medialer Soh­lennerv; d Verbindungsast für beide; e medialer Seitennerv der Zehe. (Leyh.)
wunde aus liisst er sich gut durch-
fühlen, falls daher diese mit der Lage des Nerven nicht korrespondiert, muss die Haut danach verschoben, nötigen­
falls ein zweiter Hautschnitt ausgeführt werden. Der Nerv wird nunmehr in derselben Weise, wie oben bei der Resektion des Medianus angegeben worden, unterfangen, zweimal durchgeschnitten und die Wunde in der bekannten Weise weiter behandelt. Nach 14 Tagen soll das Pferd wieder arbeits­fähig sein. Heilung auf erstem Wege ist nicht immer sicher zu erwarten.
ii
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Operation ilei' riantarnervcn.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;5Ö7
Operation der Plantarnerven. Diese Schienbelnnerven .sind, wie schon erwähnt, die beiden Endftste des Tlblalls, Der mediale verläuft am inneren Rande der Beugesehnen zehenwärts, der laterale, nachdem er am Sprungbein zwischen den beiden Beugesehnen bin-dürchgetreten, am tlussern Rande der Letzteren über die Köthe nach abwärts. Die Operation unterscheidet sieb nach Obigem von jener der Volaren nur wenig und muss auch liier in der Regel auf beiden Seiten des Metatarsus neurotomiert werden, was bei dem Tibialschnitte wegfällt. Die Operationsstelle ist ebenfalls im unteren Drittel, jedoch etwas tiefer gelegen, nämlich an der lateralen Seite in dem Räume /wischen dem Qriffelbeinknöpfchen und dem oberu Itande des Fesselgelenk.s. An der medialen Seite operiert man in der Art, dass die Mitte des Hautschnittes in gleicher Höhe mit dem deutlich fühlbaren Ende des Griffelbeins zu stehen kommt, also 2—3 cm unter dem Knöpfchen. Am llinterfuss wird sonach näher an dem Fussgelenk (also zwischen dem dritten und vierten Viertel des Mittelfusses) eingeschnitten und mnss aus diesem Grunde sowohl auf die Sehnenscheide als Gelenkkapsel besondere Rücksicht ge­nommen werden.
Der mediale Ast am Metatarsus ist auch am llinterfuss stärker, als der laterale, liegt dicht am inneren Rande der Sehne des Hufbeinbeugers und gieht erst im untern Sdiienlieimlrittel den Verbindungsast (/ (Flg. 372) zum lateralen ab, die Anastomose liegt daher weiter unten, als am Vorderfuss. Die grosso Schienbeinarterie verläuft auf der lateralen Seite, also entfernt vom Nerven. Die laterale Vene des Mittelfusses ist grosser als an der Mittelhand.
Die Neurektomie am Hinterfessel bleibt sich dieselbe, wie am Vorderfusse (s. o.). Am Fesselgelenk selbst teilen sich die beiderseitigen Plantarnerven heider (Jliedmassen in zwei Aste (Seitennerven der Zehe, Fesselnerven (e), von welchen der grössere hintere die Fesselarterie (hinter ihr liegend) bis zum llufbein he­gleitet, der vordere kleinere aber teils zwischen der Arterie und Vene des Fesseis, teils vor der Vene nach dem vordem Teil der Frone und in die Hufzehe läuft und hier Zweige in die Haut ahgiebt. Die Operation unterhalb der Teilungsstelle bei e wird gleichfalls kaum mehr ausgeführt, da sie an Sicherheit des Erfolges zu wünschen übrig lässt.
Folgen der Neurotomie. Die hiebe! beteiligten Nerven be­sitzen fast gar keine motorischen Fasern, die,Bewegungsfähigkeit erleidet daher meist keine Störung oder nur vorübergehend. Aller­dings beobachtet mau zuweilen uusichern gespannten Gang, stärkeres
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Operationen an iieu Gliedmassen.
•selbst scllOQunploses Auftreten, besonders harten prellenden Tral), da auch gesunde Teile aiiiisthetisch geworden sind. J)as Mass des Gebrauchsvermögeus der betr. Extreraität muss notwendig dem Tiere mehr oder weniger abhanden gekommen sein, denn die Beurteilung desselben und das Anpassen der auszuführenden Bewegungen an die Terrainverhältnisse ist unter normalen Verhältnissen ja nur in der Empfindung gelegen. Namentlich werden die Heuger leicht über ihr Können in Anspruch genommen und sind schon durch die daraus hervorgehenden Hvpertiexiunen Zerreissungen der Sehnen, Brüche des Hufbeins ll. dgl, beobachtet, worden (Turner. Hrauell, Dick). In der grossen Mehrzahl der Fälle findet indes, wie die Erfahrung Jetzt reichlich gelehrt hat. durch Zeit und Übung, sowie durch den allmählich zu stände kommenden Ausgleich der nutritiven Störungen bald eine Selbstkorrektur statt, so dass die meisten Pferde in ihrer Diensttüchtigkeit nicht erhebliche oder gar keine Einbusse er­leiden und sogar wieder Rennen, Manöver u. dgl. mitmachen können (Möller), Gut gebaute Pferde ertragen den Innervationseingrift meist sehr gut, mangelhafte werden freilich zuweilen eher verschlechtert, auch treten hie und da unbefriedigende quot;Wirkungen oder Itecidive auf. nachdem mau es aber hauptsächlich mit sonst unheilbaren Leiden zu thun hat und dadurch die betr. Tiere wertlos geworden wären, ist selbst im Falle eines Misserfolges kein allzu grosses Wagnis mit der Neurotoinie verbunden.
Ausser den sensiblen Fasern führen die in Frage kommenden Nerven auch trophische, vasomotorische, es. kann daher auch zu Ernährungsstörungen kommen, wenn dies im Ganzen auch nicht so häutig der Fall ist. Die Litteratur berichtet von Usur der Beuge­sehnen (Delamotte), mangelhafter Ernährung der Unterextremität, Zerreissung oder chronische Verhärtung der Sehnen in Folge stärkerer Belastung des Tragapparates u. s. w. Nutritive Veränderungen bleiben oft ganz aus. in andern Fällen treten sie ceteris paribus mit einer Deftigkeit auf. dass die Notwendigkeit des Tötens vorliegt. Das gewisse Alterationen der (Jefässthätigkeit nachfolgen, lässt sich übrigens daraus erklären, dass in jedem grös.seren Nerven gefässerweiternde und verengernde Fasern enthalten sind. Durch die Wirkung der ersteren muss die Ernährung gesteigert werden und beobachtet mau in der That auch häufig auffallend starkes Wachstum des Ilufhorns. Zunahme der sekretorischen Thätigkeit in den Gelenken, Sehnen­scheiden. Erweichung der Beuger und des Hufs, Hypertrophie der Haut und ihrer Unterlage, Temperatursteigerung selbst mit Exsudation
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Nach lielui nd lung.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 559
und Neigung /n Biterungon, auf der andern Seite aber auch Hem­mungen, veruiindevtc Zellenthätigkelt, VerJlnderung lt;les Blutdrucks, Throinbosiei'ung und selbst Gangrän, Atx'ophie und Nekrose des Strahl­beins, Ausscluiheii u. dgl. — umstände, welche insgesamt darauf hinweisen, dass gewisse vorher schon bestehende Leiden, ins­besondere schleichende Kntzundungen, Rehhufe, Neigung zu Galleu, Eiterungen etc. den neurektomischen Erfolg wesentlich in Frage stellen müssen. Andere Praktiker, wie Müller, Bayer versichern dagegen, dass ihnen derartige Störungen nicht vorgekommen sind, selbst nicht beim hohen Nervenschnitt, An der Operationsstelle am zentralen Ende auftretende Neurome sind im Ganzen sehr selten und lässt sich das hiedurch entstehende Lahmgehen oft schon durch eine scharfe Einreibung beseitigen, in anderen Fällen muss zum Ausschneiden der Neubildung geschritten werden. Endlich macht V e n n e r h o 1 m neuestens darauf aufmerksam, dass der Erfolg beim Medianusschnitt oft auch aus dem Grunde ausbleibt, weil die innervierenden Fasern w e g e n de r V e r b i n d u n g m i t d e m Hinarnerven in die Bahn des Medianus gelangen, er führt daher nunmehr neben dem Medianschnitt gleichzeitig auch die Neu-rektomie des Ellbogennerven aus und zwar stets etwa 10 cm über dem Os accesorium. Über das Resultat liegen noch keine Ver­öffentlichungen vor.
Nachbehandlung. Neurotomierte Pferde müssen vor allem längere Zelt (mindestens vier Wochen) geschont und auch dann nur allmählich wieder in den Dienst eingewöhnt werden. Der Huf er­fordert besondere Aufmerksamkeit in der Behandlung sowohl beim Gebrauche, als beim Beschlagen. Operierte Tiere, getäuscht durch die ünempflndlichkeit der letzten Phalangen, deuten krankhafte Vor­gänge nicht wie sonst durch Schmerz und 1,ahmgehen an. es ist daher grosse Vorsicht und fortwährende Untersuchung der betr. (iliedmasse notwendig, um frühzeitig genug den Folgen jeder Störung #9632;der Integrität begegnen zu können.
Litteratur des Nervenschnitts. Sewell, sowie Moorecroft in Indien (1819), auch 1' ercivall, G iranl (1825) beschreiben die Operation zuerst im Rcc. IS24. 44s, ohcnso 15 a r t h c 1 lt;'#9632; m y am äusscrn Plantarnerv. Alf. Compt, rend. 1824. 81. — Renault, Hoc. 182H. 207, giebt allgem. Betrachtungen; 1H32 operierte er am Fesselnerven mit Erfolg, ebenso Dupuy untl Prince Ibd. 1881. quot;gt;.'gt;. — Digot, Rec. 1829. ()24. lt;gt;]ioiiit. gegen kleine NervengeschvrUlste; ebenso Gonrdon ibd. 421. — Villate, Itec. 18igt;o. 869. Operierte meist günstig, oft an beiden Seiten zugleich, seihst an zwei Küssen. — Renault, liec. 1884. 470. Nachfolg. Brllchigwerden der ßeugesehne, Zerrcissung derselben und Bruch des Hiifbeinss Ibd. iwi'i. 21. Beiiff-
r
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Opat'atiouen :iii den Gliwlinasspn.
not silinitt beide Kerven zugleich ab, worauf der llnflieinbeuger erweichte. — Rabouillo, Eeo, IB,'!;quot;). .'iHt. Ditrelischncidcn beider Nerven zugleich, muh vier bis fünt' Moiii yraquo; starkes Durchtreten, Krououabscesse, Zerstörung des Strahlbeins. Sehnenerweichung folgte auch bei lltiig. Zwischenzeit des Operierens. — liouley. Rec, 1811. Unteriiabm die Neurotoniie, um später eine Hufoperation schmerzlos ZU machen, nachher Ansschuhen; ebenso Hering, Rep, 1849.79, — Renner, Abhandl. für Pferdeliebh. und Tiertlrzte. Jena 1844, Soll immer beide Nerven abschneiden, allerdings nachher oft unsicherer Gang, starkes Durchtreten, das oft lange andauert; vier Jahre nachher folgte bei einem Pferde Stralilbeinhrncli. — 15rauell, G. u. II. 1854. 869; 185(). Versuche über den Einflnss der Operation. Abschneiden des Ischiailicns und Tibialis, ibd. 1854. 185(); erhöhte Temp, am Schenkel (auch hei einem Hund, Lähmung der Qefässnerven sei schuld), ausserdem folgte starkes Huf-Wachstum nach; Schiffs Untersuch, stimmten damit nicht iibcrein, G. n. II. 185(raquo;. 2()2. — Stanley, The Vet. 1866; Rep. 1857.80. Operierte an 100 Pferde, hei zwei nach vier bis sechs Monaten Ausschuhen. l!ei I'odophyllitis soll man gleich im Anfang operieren, nachher Beschlag regulieren und Tiere schonen. — Gö tz, Sachs, .lahresher. 1804. Operat. über dem Fesselgelenk gegen Schale; nach sechs Wochen wieder Hinken. — Höfling, Mitteil, vieler Fälle, gute anatom. Beschreib, Rep. 1863.268; ibd. ISG!). 844, nach zwei Jahren wieder Hinken und Erweichung des Hufs, Atrophie des Hufbeins; Stockfleth sah besonders Entartungen der Ilnfkapsel. — Monoyei-, Echo vct. 1878. Abschneiden des hint. Astes am Fessel, zweijährige Besserung. Abschneiden am Schienbein, Tod durch Gangrän an der Krone. — Hardy und Hugues, Berl. Archiv III. 40 Fälle beschrieben. — Uassi, II med. vet. 1874. Rep. 1874. 250. Schnitt mit Vorliebe am Volaris und beiden Nerven hei 32 Pferden, 22 mit Ilnfgelenklähnie, ausserdem mit Hornsäulo, Exostosen, Zwanghuf, sämtl. am Vorderfnss. Zweimal Ausschuhen. Resektion von 2 cm Länge. — Fadeux, Annal. de Brux. 1878. 2()7. Abschneiden des hintern Fesselzweigs hat nur halben Erfolg, besser beide Velaren. Brand im Huf einmal, Tod. — Lanzilloti. Bei 15 Fällen sämtl. Heilung, einmal bei einem drusenkranken Pferd Gangrän und Ausschuhen schon nach 17 Tagen. — Flemming, The Vct. Journ. 1879. Sept., selten un­befriedigender Erfolg: ebenso No card, Arch. vet. 1882, Fevr., Koch's Revue 1888. 11. Rec. 18H1. Knochenanftroilmngen werden nachher kleiner, hei Villate grosser. Bei ()2 Pferden Schnitt doppelseitig am Schienbein ohne üble Folgen. Nachher ein Monat Knhc notwendig. — Trasbot, Rec. 188(3. 24. Abschneiden be­sonders an beiden Mittelfussnorven, Heilung fast ohne Ausnahme, aber vorher Ent­zündung und Eiterung bekämpfen, ebenso Peroivall, The Vet. 1847. 122. — Ei eh bäum, Berl. Arch. XV. Gute Beschreib, der Fas/.ien des Pferdes. — Stockfleth, Chir. I. 571 ff. Ncurotomie; ebenso Konhäuscr, Kochs Encykl. VII. 17!). — Peters, Ad. Woch. 1886, IüO. Die Folgen der Neurotomie. Beschreib. des Medianschnitts am Vorarm. — Reekie, Journ. of. comp. Bath. 1888. Dez. Operierte 35 Bferde plantar (darunter 22 bufgelcnkskranke). Erfolge bei fünf nn-genügend, bei 22 erfolgreich, bei fünf misslungen. Cocain ist ohne Wert, besser ein Riementourniquet oberhalb der Achillessehne. Naht überflüssig. Manche Pferde lahmen nachher noch kurze Zeit, wahrscheinlich aus Gewolmheit. Neurombildung nicht so selten. — Fr ick, Antisept. Wumlbehandl. Stuttgart I8il0. 94. Beiderseit. Neurektomie über dem Fessel erzengt sicherer völlige Anästhesie, als der Schnitt oben am Stamm; Beschreib, der Operation am N. tibialis. — Hendrikx, Annal. de Brux. 39. Bd. 581. Tötliche Folgen heim Durchschneiden beider Nerven. Es
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Xcrveniialit.
')()
soll mit dem medialen begonnen und dann 14 Tape gewartet werden. — l'clhmn. La iieuivctoinic nirdianc. Paria ISiiii. GrOssere Abliandlungi — Möller, Lehr­buch der Chirurgie 1898, — Delamotte, Journ. de Lyon, iwiraquo;^. I7lt;i. Nachteile des doppelten hohen Nerrenschnitts. Ein Fall von Ism- tUn- Hengeseline. — Sor-vatius, Badische Mitteil, ihu-j. 194, Heilung chron, Lahmheiten durch den Nerven-schnitt. Ein Fall mit rascherem Wachstum des Qnfborns, — Bossi, Giorn, di Aret. milit. Bd. VI. 49. rnter 22ti Operat. zwei misslungen, worunter GangrAn, Gate Beschreib, der Fülle. — lialdoni, Clinioa vet. XVII. 14. Medianschnitt b. Pferd. — Karger, American Vet. Rev. XVIII. SSO. Von 181 Fällen 12h mal niederer Nervenschnitt, dann 108 mal hoher Schnitt, 81 Proz. geheilt. — Venner­holm, Tidskr. f. Vet. Medic. XIII. 95. — Cadlot, Rec. 1894. 688. Trophische Störungen b. Nerverschnitt. — Röder, Sachs, Jahresber. 1894, 116, Ausschulten durch Eiterung nach zwei Jahren. — Frick, Berl. t. Woch. 1896, No, 28. An­zeigen und Gegenanzeigen der Neurektomie; sehr beachtenswert. — Dischereit Milit, Vet, Ztschr. VII. 289. Durchschneidung des Medianus bei 34 Pferden am Vorarmgelenk, Heilung in 18 Füllen. — Blanchard, Rec. 1895, Trakt. Erfahrungen, 1gt;. Nervenschnitt vorne. — Hobday, Journ. of comp. I'atliol. iHim. lieft 8, Durch­schnitt des Medianua gleichzeitig mit dem ülnaris, Heilung. — Bayer, Operations­lehre 1896, Neurotomie, — Venner holm, Monatsh. f. pr. Thlkde. VII. in. Schneidet jetzt stets den Medianus gleichzeitig mit dem ülnaris durch.
#9632;'A
10. Nervennaht.
Die Vereinigung getrennter Nerven #9632;/.. B, bei Hieb-, Schnitt­oder Quetschwunden ist aus dem Grunde nur selten notwendig, weil Nervenstümpfe mit Leichtigkeit unter einander verwachsen, eine Anzeige zur künstlichen I!eiiiiioii wäre sonach nur gegeben, wenn Verwundungen wichtiger Nerven stattgefunden und eine Wieder­herstellung der Leitung nur durch Annäherung der Luden erwartet werden kann.
Die hauptsächlich von Nelaton und Langenbeck angegebene Naht wird in der Art ausgeführt, dass man nach geschehener Des­infektion die beiden Enden (nötigenfalls nach Auffrischung des Stumpfes) erst zurecht legt und dann die Nervenbündel mit einer feinen lanzenfönnigen. über die Kante gebogenen Nadel und feiner Seide zusammenheftet und die Schlingen knüpft (direkte Kopfnaht der Nerven). Die Hagedorn'schen Nadeln eignen sich am besten, sie drängen die Bündel schonend auseinander ohne sie stark zu drücken. Wo reichlich Bindegewebe vorhanden, wird statt der Nervensubstanz dieses vernäht— paraneurotisclie Naht, oder kann die Vereinigung auch durch beide Nahtformen geschehen. Das umgebende Bindege­webe enthält gleichfalls ernährende Blutgefässe.
llfring's OperatlonBlehre. VI. Aufl.
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,-,H2nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Operationen an den Gliedmassen.
11. Operation der Gelenk- und Sehnenscheidengallen.
Die krankhaften, auf chronischer Synovltls mit Ihren Ausgängen beruhenden Erweiterungen der Gelenkkapseln und Sehnenscheiden, welche tiertetllch als ..(iülleir' bezeichnet werden, sind Gegenstand der operativen Behandlung nur bei Pferden und treten besonders am l'esselgelenke, an der Vorderfusswurzel und den Beugesehnen, sowie am Sprunggelenke auf; jene am Kniegelenk sind die seltensten, dann aber auch die grössten Gallen.
Anzeigen für die Operation liegen nur dann vor, wenn die (lalle als bedeutender Schönheitsfehler bei sehr wertvollen Pferden auf besonderen Wunscli beseitigt werden soll, häufiger jedoch, wenn periodisches oder andauerndes Lahmgehen die Gebrauchsfähigkeit stark beeinträchtigt oder man es mit eiteriger Entzündung zu thun hat. Gegenanzeigen bilden akute Prozesse, welche erst zu be­seitigen sind, sowie solche Fälle, bei denen es schon zu erheblichen Verdickungen, Verhärtungen und Entartungen der Scheidenwand ge-kommen ist. Auch die völlige Entleerung des Sackes würde hier eine Geschwulst zurücklassen, wenn auch keine Wiederanfiillung der Galle mehr erfolgt.
Im allgemeinen werden zur /eil fast nur mehr Sehnen­scheidengallen operativ behandelt und soll deren Höhle durch einen Stich, bezw. Schnitt geöffnet werden, nicht allein um den ab­norm angesammelten Inhalt zu entleeren, sondern auch die krankhaft gereizte Innenfläche der Synovialmembran energisch umzustimmen, damit neue llvpersekretionen hintan gehalten werden. Dabei erweisen sich die Scheiden der Strecksehnen der Heilung zugänglicher als jene der Flexoren, doch ist der Unterschied hei dem heutigen chirur­gischen Verfahren ein wenig erheblicher. Anders verhält es sich mit den Gelenkgallen. Das Einstechen derselben hat von jeher als ein gewagtes Unternehmen gegolten und ist es auch trotz aller Antiseptik heute noch, weniger wegen der Eröffnung des Gelenkes an sich und der gerne nachfolgenden höchst intensiven Entzündung mit ihren Folgen, als vielmehr wegen der mangelhaften Durchführung der Nachbehandlung. Bei der unvermeidlichen Unruhe der Tiere und der abschüssigen Lage der Gelenke an den Extremitäten wird das An­legen eines hermetischen, vor Infektion schützenden Deckverbandes nahezu unmöglich und damit auch die Wiederherstellung des Pferdes zum Dienstgebrauch in einer quot;Weise in Krage gestellt, dass sich die
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OtVnen der bolineiiscliciden^allen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; fid;)
Tiei'iiiv.te mir ganz ausnahmsweise zur Eröffnung eines Gelenkes lier-beilasseu. Ein weiterer Grund liegt auch darin, dass mau den Grad der Entzündung., wie er für die definitive Heilung notwendig ist, nicht in der Hand hat und derselbe, oft vom Zufalle abhtlngig, trotz korrekter Behandlung Dimensionen annimmt, welche selbst zum Tode führen können. Hei Eröffnung von Gelenken wird es sich haupt­sächlich nur um das Sprunggelenk handeln können.
Öffnen der Sehnenscheidengallen.
Sie geschieht entweder durch die Punktion oder wenn auch feste Substanzen, Gerinnsel, Eiter u. d,ui. entleert werden müssen, durch Einschneiden der Scheidenwand, immer wird mit der Eröffnung auch die spezielle Behandlung der Synovialhaut verbunden, um der Fortdauer der krankhaften Sekretion Einhalt zu gebieten, im andern Falle würde die Wiederanfüllung des Sackes zu gewärtigen, ja selbst die gewöhnliche Folge sein. In dieser Weise können bei streng aseptischem Vorgeben alle Sehnenscheidengallen behandelt werden, da sie ja nicht, wie früher angenommen wurde, mit den Gelenken in Verbindung stellen und sind auch in der Litteratur zahlreiche lleilungs-fälle per primam verzeichnet Vor nicht langer Zeit hatte man den­selben Zweck durch Einziehen eines Haarseils oder von Seiden-schnüren (Pütz) in die Scheide zu erreichen gesucht, um die secernierende Innenfläche durch einen künstlich erzeugten Eiterungs-prozess funktionsunfähig zu inachen, ein Verfahren, das nach heutigen chirurgischen Anschauungen selbstverständlich keine Wiederholung mehr findet und kann den praktischen Erfahrungen zufolge auch der Ignipunktur, obwohl sie eine aseptische Behandlung zu sichern vermag, das Wort nicht geredet werden, man macht daher zur Zeit nur von dem Trokart oder von dem Messer Gebrauch,
Instrumente. Zum Einstechen in die Galle besitzt man be­sondere Trokarts von verschiedener Grosse, die nur massig stark und behufs sorgfältiger Desinfektion entweder mit Hartgummigarnitur versehen sind oder ganz aus Metall bestehen und zu Spritzen passen, welche einen Inhalt von fünf bis zehn Gramm fassen. Die Spritze ist dreikantig und wird von der Hülse, welche die Entleerung der Qallenflttssigkeit besorgt, innig umschlossen. Früher gebrauchte man zu den Gallen die kleinen für Schafe bestimmten Trokarts. welche zu plump sind. Später wurden besonders von (iuerin. Prangt Verbesserungen getroffen und zu den Trokarts besondere Spritzen
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Opoiationcn au den OlieJinasscn.
konstruiert mit elnfacheu und Doppelbalineil, um raquo;lie Entleerung mög­lichst durch Abschluss der Luft vor/unelnuen, das Stilet war zwei­schneidig. Ausserdera lässt sidi auch zweckmässig die gewöhnliche Pravazspritze mit ihren lanzettförmig zugespitzten Hohlnadeln ge­brauchen (Fig. 374), ebenso der Kröhner'sciie Subkutan-Injektions-apparat mit seinen Nadeln, welch beide Instrumente jedoch nur sehr
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Fig. 874. Pravazspritze mit
Kanülen.
Fig. B73. Aspirateur von Dieulafoy.
feine Öffnungen geben und daher nur für Gallen mit klarem Inhalt passen. Für luftdichten Abschluss sorgen ausserdem auch jene (iallentrokarts. welche den flüssigen Inhalt durch einen angestülpten Gummischlauch entleeren, dessen anderes (unteres) Ende in Wasser taucht. In dieser Weise arbeitet am besten der schon früher (Seite 124) besprochene Aspirateur von Dieulafoy. Fig. ;i7;:!, dem besondere 1—1,5 mm weite (iallentrokarts beigegen sind, die sich bei allen-
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Instrumente.
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fallsigem Verstopfen durch Faserstoffflockeu u. dgl. mittelst Drähten frei machen lassen. Der /weite Ausguss oben dient dazu, die aus der Galle in den relativ luftleer gemachten Zylinder A eingesogene Flüssigkeit aus der Spitze entleeren zu können, ohne diese aus der Wunde zu entfernen. Zu diesem Zwecke wird der Halm am links­seitigen ebenfalls mit einem Gummischlauch versehenen Ausguss ge­öffnet und jener rechts geschossen, es kommt also Alles auf die richtige Stellung der Hähne au. Eine Vereinfachung dieses Aüpirateurs 1st in neuerer Zeit dadurch getroffen worden, dass statt der beiden Hähne nur ein einziger Hahn thätig ist, der jedoch doppelt durch­bohrt ist und beide Röhren reguliert.
Zum Desinfizieren und kräftigen Umstimmen der krankhaft gereizten Synovialmembran injicierte mau früher zuerst Weisswein (Velpeau), dann Spiritus, welche beide sich jedoch als zu schwach erwiesen, bis man auf das Jod In verschiedenen Lösungen gelaugte. Mit diesem wurden anfangs sehr wechselnde Erfolge er­zielt, da man teils nicht aseptisch genug verfuhr, teils die In-jektionsfltissigkeit zu lauge in der Höhle beliess, bezw. diese un­genügend wieder entleerte oder dass Jodteilchen in der Synovial-böhle ausfielen und eine überaus heftige, schmerzhafte Entzündung der ganzen Umgebung erzeugten, so dass häufig eiterige Zerstörung, Verwachsung, Ankylose und Tod durch Pyoseptikämie die Folge war (Thierry, Leblanc, Perosino, Bouley, Lafosse, Rey, Hekmeij er u. A.).
Auch die Jodtinktur hatte sich nicht bewährt, sie wurde zu­erst in der Zusammensetzung von 1 : 25 Spiritus dilutus als zu schwach befunden, später 1:5—6, 1:3—4 verstärkt (Cambron) und zuletzt auf 1 : 2 konzentriert (Peuch), worauf sie grösstenteils verlassen und durch 2—5 prozentiges Karbolwasser ersetzt wurde. Aber auch diese Kompositionen befriedigten nicht und wird gegenwärtig aus-schliesslich die Lugol'sche Lösung in Verwendung genommen, deren Effekt jetzt genau bekannt ist. Bewährt ist die Zusammensetzung von l englisches Jod, 5 Jodkalium, gelöst in 200 destilliertem Wasser. .Man verschreibt sie stets frisch und lässt doppelt filtrieren. Der Gehalt an Jodkalium sollte im Interesse der vollständigen und dauernden Lösung des Jods nicht verringert worden. Man spritzt so viel von der Solution ein, dass sie beim Kneten der Galle reichlich mit der ganzen Synovialfläche in Berührung gebracht werden kann und entleert sie möglichst vollständig, nachdem im Ganzen einige Minuten verstrichen sind.
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Operationsn an ilen Qliedmasseui
Die nachfolgende Entzündung geht niclit über ilio gewünschte Grenze hinaus, wenn sorgfältige Asepsis beobachtet wurde, im übrigen ist ein gewisser, auch starker Grad von Entzündung notwendig, nni Reeidive hintanzuhalten, ausserdem wird daiftit auch die nötige Immobilität der üliedmasse geschaffen, die Praktiker empfehlen daher insgesamt, unter I'mstanden selbst eine Kantharidensalbe nach 1—#9632;#9632;gt; Tagen nacbzureibeii, da sie erfabrungsgenülss einen günstigen Einfluss auf den Heilungsvorgang ausübt. Dasselbe gilt von der nachherigen Applikation des Pnnktfeuers auf die Haut.
Die Punktion der Sehnenscheidengallen macht das Nieder­legen lt;les Pferdes notwendig, worauf die Oiierationsstelle rasiert, ab­geseift und desinfiziert wird. Der Einstich durch die Haut in die Scheide geschieht mit der Nadel oder dem Trokart an der abhängigen Stelle, wo die Geschwulst am meisten prominiert, worauf alsbald die Flüssigkeit abläuft, was vollständig zu geschehen hat, ehe zur Injektion in der oben angegebenen quot;Weise geschritten wird. Um die Luft nicht direkt eintreten zu lassen, kann die Haut vor dem Einstich etwas verschoben werden, damit nachher die beiden Ottnungen der Haut und Sehnenscheide nicht aufeinander passen. Einen Deckverband anzulegen, ist nicht absolut notwendig, er kann eher schaden, wenn er sich niclit gut fixieren lässt, entbehrlich ist er, wenn eine Scharf­salbe nachgerieben wird. Ein Verband lässt sich jetzt auch durch das Glutol oder Adhäsivum ersetzen.
Der Erfolg der Operation tritt nur langsam ein und liisst sich erst nach einigen .Monaten abschätzen. Gewöhnlich tritt bald ein Wiederanschwellen der (ialle ein, die oft selbst grosser wird, als sie vorber gewesen, was indes nicht beunruhigen darf; wenn korrekt vorgegangen wurde, nimmt die Schwellung allmählich von selbst ab. Nicht selten werden Fehler dadurch begangen, dass man die Jodjod-kaliumlösung nicht rechtzeitig entfernt, sie durch unvollständige Ent­leerung des pathologischen Galleninhalts eine Zersetzung erfährt oder dem Tiere nach der Operation nicht die nötige Zeit absoluter Ruhe gönnt. In andern Fällen ist die gründliche Entleerung durch die dickflüssige Beschaffenheit des Inhalts, durch Coagula, feste Stoffe u. dgl. erschwert oder hat man einen zu feinen Trokart gewählt; ausserdem hindern oft synoviale Anlöthungen. Excavationen der Scheide, pannöse Wucher­ungen u. s. w. den vollständigen Austritt des kranken Sekretes. In solchen lallen reicht überhaupt die Punktion der Galle an und für sich nicht aus und gilt dasselbe bei pnrulentcr Synovitis, es muss viel­mehr die Stichöffnung mittelst des Knopfmessers zu einem Schnitte erweitert werden, um die angesammelten pathischen Produkte gründ­lich auszuspülen, bezw. mit der Pinzette, Curette, dein Eött'el oder
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Der Qallenschnitt.
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Finger entfernen zu können. Narkose kann iintev solchen ümltilnden notwendig werden.
Der Gallenschnitt wurde früher stark gefürchtet, giebt aber gegenüber dem Gallenstich ZU quot;weiteren Bedenken keinen Aidass, wenn der Operateur mit der Asepsis vertraut genug ist, im anderen Falle allerdings wird jede KröiTnung von Hynovialränmen besser unterlassen. Ist nach erfolgtem Schnitt die Säuberung und Desinfektion der Sehnen­scheide geschehen, wird als­
bald die Hautwunde genäht und ein antiseptischer Schutz-verband in der bekannten quot;Weise angelegt. Die Heilung kann gleichfalls auf erstem Wege erfolgen und soll auch hier nicht versäumt werden, rechtzeitig mit einer Scharf­salbe oder dem Glüheisen nachzuhelfen, bezw, Drainage einzuleiten. Sollte eine Ge­lenkgalle, ein Kinpyem am Tarsus z. B, operativ zu he-handeln sein, mllsste in der­selben Weise vorgegangen werden.
Zur Schonung des Gelenkes und namentlich als glelchmässig einwirkender Druckverband ist es zweckmässig, im weiteren Verlaufe der Heilung von den elastischen G a 11 e n b i n d e n und Gummi-s clinü rstriiinpfen entsprechen­
den Gebrauch zu machen, was be-
sonders für das Sprunggelenk gilt
Fig. .'iTö. Gummisclinftrstruinpf.
(Fig. 375); die Scliniirvorrichtung
gestattet namentlich auch, den verschiedeneu Dimensionen des Kusses, sowie dem An- und Ahscliwcllen der Geschwulst stets Keclinnng zu fragen. Soll die Koin-pression an einzelnen Stellen eine Verstärkung erfahren, darf nur ein Wattebausch eingeschoben werden.
Wie leicht erklärlich kommen auch ungenügende Heilungen und .Misserfolge vor oder muss der operative Eingriff wiederholt werden. Am ungünstigsten gestalten sich die Chancen der Wieder­herstellung hei starken Verdickungen der .Scheidenwand und schon In
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Operationen an den Glicdmassen.
Verhärtung übergegangenen Gallen, die besser unangetastet bleiben. Ebenso wird es zuweilen wie bei eiterigen Gallen notwendig, eine besondere Drainage anzulegen, was bei einzelnen namentlich unruhigen Pferden schwere ('beistünde mit sich bringen kann, aber auch hier sind zahlreiche Heilungen registriert. Im Übrigen hat in letzter Zeit die Incision der Sehnenscheidengallen mehr und mehr ihre früheren Schrecken verloren und wird jetzt auch häufiger von ihr in der Privatpraxis Gebrauch gemacht.
Litteratur. Forthomme, Opts, rend. 1815, heilte drei enorme Sprunggelenk-gallen durch Funktion und nachheriges Brennen; die Flüssigkeit läuft oft mehrere Tage aus. — Dard, Rcc. IR.'H. Ilistor. Abhandl.; einiiio Fälle von Heilung nach vielen Schwierigkeiten, — Haus mann, N, u. Vix ]8;U. 25. Trokariernng der (lalle und sofortige scharfe Einreibung, — Renner, Rep 1844. 278, Eröffnung der Fesselgalle, Tod; ihd. 18 14. 80. Reynal, Punktion, Einspritzen von Weingeist, Heilung; ihd. 1844. 314. Heilung von Sehnenscheidengalleu in Alfort durch Trokart.
—nbsp; Fischer, Cannst. Jahresbor. 1818.54. Jodeinspritz. tötlich; ihd. Ileckmeijer, Jodtinktur, Tod. — Fischer, Key, La fosse, Journ. de Lyon 1849. Gegen Leblancs Verfahren: ihd. 1850. Knolls Verfahren mit Jod; ebenso Key gegen ,lod hei Gelenken; desgl. Festal, nur günstige Wirkungen hei Sehnenscheiden, Rec. 1858. — üloag, The Vet. 1851. Anstechen des Sprunggelenks mit Nadeln.
—nbsp; Camhrons Verfahren. Ann. de Brux. 1852. 18. — l'erosino, Rep. 185(J. 1S58. Gegen Jod. — Gurlt, G. u. H. 1851. 345. Drei enorm grosse Sehnengallen h. Rindv. geheilt. — Verrier, Kec. 1857. Rep. 1858. 41. liestätigt Leblancs An­gaben, 10 gelungene F'illlc, vier misslungen, zwei tötlich. — Ubadie, Kep. 18()4. Jod hei Sehnen über 100 Pferde, Heilung; nur bei sechs Gelenkgallen. Auch diese geheilt oder gehesserl. — Bosco, Giorn. vot. VII, Öffnung durch spitzige Gliih-eisen, heftige Reaktion, deswegen nicht empfehlenswert. — Rodet, Journ. de Lyon 185!raquo;. Elektrizität gegen Gallen, nach drei Applikat. Wirkung wie Scharf­salbe. — Stockfletb zieht beim Sprunggelenk der Operation das Brennen vor. Chir. 227. — Gorlach, Haunov. Jahresher. 1869. Gallenschnitt, dann Finger ein, Entleerung, Einspritzen von Jod 1:12 und Jodkai. 1:6, zuletzt Gypsverhand. — l'iitz, Ztschr. f. Vet.-Wiss. 1875. B6. Stets Heilung durch Einziehen einer Seiden-schnur. Dem günstigen Erfolg wird widersprochen, ilul. S. 72. — Bassi hat viel operiert. Heilung bei Punktion auch ohne scharfe Einreib., dagegen hei Ein­schnitten sofort Scharfsalbe notw,; Eiterband fast regehnässig erfolglos; nach Ein­schnitt ist Brennen von vorzüglicher Wirkung. — Lustig, Ilannov. Jahresber, 1878, 1880—1882. Viele Fälle von Punktion und Gallenschnitt. Nach dem Ein­schnitt auch Adhäsionen mit Finger trennen, Karhollösung hauptsächl. 4 proz,, Wunde heften, Drains einnähen, Narkose meist nötig. — Adam. Dessen quot;Woch. 1884. 270. Sah gute Erfolge auf Jod, Injektion oft mehrmals nötig. Später (Woch. 1889. 247) wurden auch schlechte Erfahrungen mit Jod gemacht bei Trokart und Schnitt; schon blosse Entleerung regt Resorption an und genügt häufig, Erfolg tritt stets spät auf; ibd. 1890. 398. Zimmer, Jod äusserl., samt Massieren erfolglos. Ent-leerung durch Pravazspritze und Einspritzungen von Suhlimatwassor 0,1 ; 1000 sind von sehr guter Wirkung, dann Scliarfsalbe und zuletzt erst Massage; Heilung nach vier Wochen, — Moll irre, Rec. 1879. Heilung einer Kniescheibengalle durch
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Amputatton der Gliedmassen.
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Entleor. und karliolis. Iliiarscil. — Jewsejonko, Ostr. Revne [881, Heil, einur €alle durch farad. Strom von lt;gt;—10 Elementen, jeilen Tag 5 Min. — Utz, Bad, Mitteil. 1886, 92. l'unlition mit weissglüh. Nadeln nidit gefährlich, aher liel'tigp
Schmerzen, on jeder Seite ;i—5 Punkte brennen; dieselben Erfahr, machte Mauri. Ostr. Vierteljahrsschr. 1882. I. lieft. Ausfluss dauerte oft mehrere Tage. — IJiot, Reo. 1884, heilt Gallen durch Injektion von Blut, Krämer (Tierarzt 1881!. üffO.) durch Einspritzungen von Ergotin l :4o, Gröning und Stottmann (Hund­schau IV. 98 und III. Iit8) durch Eserin; letzteres nicht bewährt, Heilung nach sechs Wochen durch l proz, Karbollösung, — Neubarth, Mllitänupport S, 165, Ent­leerung einer Galle am Carjms, Einspritzung von Eserin 0,1 : 10 Wasser, Heilung nach langer Zeit, — Mcyner, Berl. t. Woch. I8i(2. 8!raquo;. — Hoffmann, Kcper-torium 1892. 21)4. Fesselgallen und deren Behandlung, — Möller, Lehrbuch der Chirurgie 189a. — Ries, Recucil 1895. 99. Auslöffeln der Galle war notwendig. — Lambert, Echo vet. 1895. 63. Drainage der Selmenscheidongalloii. — Bayer, Operationslehre 1890.
12. Amputation der Gliedmassen.
Die Amputation an den Exü'emitäten kommt bei den Haus­tieren aus begreiflichen Gründen selten vor und handelt es sich da­bei hauptsächlich um Rinder, Schafe und Hunde. Entweder wird die Gliedmasse an irgend einer Stelle abgenommen oder wie häutiger nur ein Teil derselben, eine Phalange.
Anzeigen. Veranlassung gehen Quetschungen, starke Ver­letzungen an den Gliedmassen, Schusswunden, komplizierte Frakturen, besonders SplItterbrUche und Zerreissungen der Muskeln und Sehnen. Zerstörungen durch Eiterung und Jauchung, Brand. Erfrierungen, Verbrennungen, überzählige Gliedmassen. Bei Pferden, welche hauptsächlich durch ihre Bewegungsorgane nützen, wird die Operation nur sehr speziellen Wert haben, zuweilen bei wertvollen Zuchtstuten. In ähnlicher Weise verhält es sich bei den schlachtbaren Wieder­käuern, bei denen die Tötung der längeren Behandlung vorzuziehen ist. wenn nicht etwa besondere ökonomische Zwecke verfolgt werden sollen.
Geschichtliches. Die tierärztliche Litteratur weist eine Heihe gelungener Fälle und zwar bei sämtlichen Haustiergattungen auf und hat mau dabei auch sclion in der vorantiseptischen Zeit die Bemerkung gemacht, dass die Heilungen rasch und anstandslos vor sich geben, sowie dass die Tiere auch wohl eine der Extremitäten entbehren können, was namentlich auch beim Gelliigel zutrift't. In früheren Zeiten hat man von den Amputationen keinen Gebrauch gemacht. 1792 wurde die erste Beschreibung der Amputation des Vorderfusses bei einer Kuh von C h a u m 0 n t e 1 veröffentlicht. Erst in diesem Jahrhundert kam die Operation mehr in Aufschwung und liess man sogar Stel/.füsso für die Amputierten anfertigen.
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570nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Operationen an ilen Gliedmasseu.
Die Amputation Ivaini entweder in der Kontinuität eines Teiles vorgenommen werden, wobei die betr. Knochen tlurcligesftgt werden müssen — Amputationen im engeren Sinn, oder es findet die Lostrennung in der Kontinuität, statt, d. b. in einem Gelenke — Exartikulation, Enukleation. letztere Methode, obwohl sie viel-fach vorgezogen wird, widerstellt der Heilung länger, bei den Kon­tinuitätstrennungen liisst sich der Stumpf besser verwahren und ver­narbt demgemäss auch rascher. Am meisten wird die Abtrennung des Knochens nahe an den Epiphysen vorgenommen.
Instrumente. Zu der Amputation, welche in drei Akte, in die Ablösung. Blutstillung und den Verschluss der quot;Wunde zerfallt. braucht man keine besonderen Instrumente, namentlich lassen sich die beim Menschen für die fleischigen starken Extremitäten gebräuch­lichen langen und zweischneidigen Amputationsmesser durch jedes stärkere Bisturi oder Skalpell ersetzen, dagegen ist ein Lor­beerblattmesser sehr zweckmässig. für die Exartiknlationen der letzten Zehenglieder selbst unentbehrlich. Ausserdem müssen bereit gehalten werden eine Knochensäge, der hämostatische Apparat (Pin­zetten, quot;Wundnadeln. Seide. Torsionszange. Ksmarch'sche Binde), Ver­bandzeug, verschiedene grosse Plumasseaux u. s. w.
Zur Vermeidung einer Bltitung wird vor allem ein starkes Band, eine elastische Binde oder ein kräftiger Gummischlauch (S. 177) fest oben um die Kxtremität gebunden, nachdem das Venenblut vor­her gegen den Rumpf ausgepresst wurde. Grössere Gefässe, deren Lage der Operateur kennen muss, werden unterbunden, kleinere torquiert; findet man einzelne Gefässe nicht, da sie sich unmittelbar hinter dem Messer zurückziehen, so lüftet man die zur künstlichen Blutleere verwendete Schlinge etwas, um dem jetzt stärker hervor­tretenden Blut nachgehen zu können. Bei den kleineren Tieren reicht der Handdruck oder die Digitalkompression ans.
Die Operationsstelle richtet sich nach der Operationsanzeige und geht man, wenn Gewebszerstönmgen stattgefunden haben, von dem Grundsatze aus, dass der Stumpf so lang als möglich ausfalle und der Schnitt stets von der gesunden Stelle ausgehe. Im Ihrigen müssen ernährungsfähige Weichteile hinreichend vorhanden sein, um den Knochen zu decken. In den meisten Fällen wird man es mit der untern Hälfte der Gliedmassen zu thun haben, wo nur wenige oder keine Muskeln vorhanden sind und die Operation auch am einfachsten vollzogen werden kann. Chloroformnarkose kann nötig werden. Hauptbedingung bleibt eine sichere Fixierung des Teils,
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Deiquot; zirkuläre Sdmilt.
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sowie die Assistenz. Hei brandiger Zerstörung operiert man am besten, nachdem sich die gangränöse stelle deutlich abgegrenzt bat.
Je nach der Operatlonsstelle und der zur Verfttgung stehenden Haut zur uachherigen Bedeckung des Stumpfes hat man zwei Ampu-t ationsmethoden, den Zirkelschnitt und den I.appenschnitt. Bei den Kxartikulatiunen richtet, man sich nach den besonderen Eigen­tümlichkeiten der betr. Gelenks Verbindung.
Der zirkuläre Schnitt. Der die Extremität mit beiden Händen umgreifende (iehili'e muss die (sorgfältig geschorene, abge­seifte und dann mit Suhlimatwasser gereinigte) Haut zunächst stark zurückziehen, um nachher genügendes Deckmaterial ZU besitzen. Nunmehr wird alsbald die Haut mit dem desinfizierten Skalpell in einem Kreiszuge durchgeschnitten, ebenso die etwa noch an­hängenden Teile der mit der Haut in Verbindung stehenden Faszien, so dass die darunter liegenden Gebilde frei zu Tage treten. Nun werden die am Rande der zurückgezogenen Haut befindlichen Teile ebenfalls getrennt, worauf der Knochen möglichst tief in der Schnitt­stelle abgesägt wird, nachdem das Periost kreisförmig eingeschnitten worden ist (S. 129).
Nach dem Absägen lässt man die zurückgehaltenen Weichteile los, welche nunmehr eine trichterförmige Vertiefung bilden sollen, in deren Grunde man die Sägefläche bemerkt. Nach erfolgter Reinigung und Desinfektion schlägt mau die hervorstehenden Haut­ränder ein, legt sie satt aneinander und vernäht die Stumpffläche mittelst der Knopfnaht. Den Schluss bildet das Anlegen eines aseptischen Wundverbandes. Trotz der einfachen Beschaffenheit der quot;Wunde kommt bei den Tieren die erste Vereinigung doch nur selten zu Stande, was indessen der Heilung keinen Eintrag thut. Der Elterungsprozess wird in der bekannten quot;Weise überwacht. Drainieruug ist bei richtig angelegten Nähton. wobei sich keine Taschen bilden können, unnötig.
In dieser Weise können alle Amputationen bei den Tieren ausgeführt werden. Die Heilung wird wesentlich gefördert, wenn mini dafür Sorge trägt, dass der Knochenstumpf rasch durch Bindegewebskallus eingedeckt werden kann, zu welchem Zwecke man vermeidet, vor dem Absägen den Knochen von den ihn umgebenden Weichteilen loszutrennen, auch muss die Ämputattonsfläche stets die angegebene Trichterform zeigen. An der Haut selbst möglichst viel Weichteile zu lassen, um, wie man glaubt, einen gepolsterten Stumpf zu erhalten, ist ohne Wert, denn die Muskulatur (auch bei der Lappenamputation) atrophiert alsbald.
Der Lappenschnitt besteht darin, dass man. statt die Haut kreisförmig ZU umschneiden, die untere Partie (am liegenden Tiere)
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Operationen an den Gliedmassen.
stellen lässt und aus ihr einen Lappen ausschneidet, gross genug, um mit ihm den Stumpf bedecken ZU kömien. Man sticht daher an jener Stelle der Extremität. an der der Knochen später durchgesägt werden soll, senkrecht in die Tiefe dicht au dein Knochen vorbei, worauf dann so nach abwärts und unter dem Knochen (angenommen bei wagrecht gehaitenem Messer) nach auswärts geschnitten wird.
dass die untere Hautpartie stehen bleibt und zu einem Lappen formiert wird.
Diese Ainputationsmethode eignet sich
/
insbesondere bei mehr muskulösen Teilen
und kann auch durch Bildung zweier Lappen ausgeführt werden, welche sich leicht durch die Knopfnuht vereinigen lassen. Bei antiseptischem Vorgehen kann der Hautlappen von jeder beliebigen Seite
am Fuss genommen und vor dem An­nähen so zugeschnitten werden, dass er die Wundfläche ringsum gleichmässig be­deckt. Namentlich muss mau sich dabei hüten, dass er nicht zu klein ausfalle. weil sich der Hautteil des Lappens nach­träglich etwas retrahiert.
Die Exartikulation wird in der­selben Weise vorgenommen, wie beim Zirkel­schnitt angegeben wurde, nur müssen erst die Gelenkbänder mit dem Lorbeerblatt­messer, welches der nach der Fläche ge­
krümmten Schneide wegen (Fig. 376 Ä: II
Anbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;li
Fig. 878,
Lorbeerblattmessei'.
Seitenansicht) leichter zwischen die Gelenks­enden eindringt, durchgeschnitten werden.
Nachher werden die umgehenden Weichteile ebenfalls über den Stumpf hergezogen und teils durch Knopfnäbte, teils durch Binden befestigt, wenn sich letztere anbringen lassen. Der Verband wird alle 2—3 Tage gewechselt. Nach vollendeter Heilung kann man den verloren gegangeneu Teil der Extremität durch einen je nach dem Einzelfalle improvisierten Stelzfuss zu ersetzen versuchen, wie dies wiederholt mit gutem Erfolge seihst auch beim Pferde geschehen ist.
Bei der aphthösen Klauenseuche der Kinder sowohl, als der Elauenspaltentztindung und der bösartigen Klauenseuche, wie sie be-
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Amputation einer Klaue.
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sonders bei Schafen vorkommt, sowie im Gefolge dos Panaritlums namentlich der lluiHle oder bei Klauenfrakturen, Eindringen von Fremdkörpern u. dgl, treten phlegmonöse Entzündungen der Weich-teile mit ihren Folgen auf, die nicht hloss zur Lockerung und L'nter-minierung der Klauen führen können, sondern auch zu brandigen, jauchigen Zerstörungen der Bänder und Knochen, sowie zu Eröffnung der Gelenke, wenn das Übel vernachlässigt oder von dem .Messer nicht rechtzeitig ausgiebiger Gebrauch gemacht wird.
Die genannten Exulcerationsprozesse kommen seltener zwischen den Klauen oder am Mallen vor, zumeist vorne am Klau ens palt, auf der Krone (/.ehenpanaritium) und ist die Verschwärung der von der Klaue eingeschlossenen Weichteile öfters schon eingetreten, be­vor sie am Klauenspalte in die iiussere Erscheinung tritt, häufig bleibt daher nichts anderes übrig, als zur Excision zu schreiten. Auf diese Weise ist es einzig noch möglich, das Tier zu erhalten und wieder brauchbar zu machen.
Die Amputation einer Klaue besteht je nach den vorge­schrittenen GewebszerStörungen teils in der Exartikulation im Krön- oder Klauenbeingelenk, teils in der Abtragung des betreffenden Fesselbeins (Resektion).
Häufig lässt sich der Operationsmodus erst nach dem Entfernen des Horns, dem Einschneiden der Haut oder eines Gelenks näher feststellen und kann auch hienach das weitere Vorgehen schwierig werden, immer muss jedoch alles kranke Gewebe gründlich beseitigt und zunächst, wenn die Klaue unterminiert ist, der betreffende Teil, bezw. der ganze Hornschuh abgetragen werden. Als Grundsatz gilt, vom gesunden Horn eher zu viel abzulösen, als von dem kranken etwas stehen zu lassen, die Reproduktion erfolgt immer rasch. Ist freilich die Krankheit weit vorgeschritten und leiden mehrere Füsse oder sind die Tiere schon sehr heruntergekommen, ist es vorteil­hafter, auf jede radikale Heilung zu verzichten und das Schlachten vorzuziehen. Die Amputation ist schon in zahlreichen Fällen insbe­sondere bei Schafen mit Erfolg ausgeführt worden und verdankt man in erster Linie Harms, Möller, Eggeling, Strebel, Hoffmann, Albrecht, Prietsch u. A. ausführliche Mitteilungen über dieselbe. Selbstverständlich ist streng aseptische Behandlung notwendig.
Wenn nur das Klauenbein betroffen ist, schneidet man, nachdem der Fuss gut fixiert, der Esmarch'sche Schlauch angelegt und das Horn unterhalb der Krone entfernt worden, auf die Klauen­iederhaut ein. eröffnet das Gelenk und nimmt die Desartikulation in
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574:nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Opei'Btlonen an ilen Qliedmassen.
laquo;ler Weise vor, dass soviel als tliuiilich der Ballen erhalten mul das Strahlbeil) geschont wird; durch Abwiirtsziehen der Ivlanen/ehe wird die Arbeit wesentlich erleichtert und können nun auch die Zwischen­klauenbänder mit einem schmalen aber starken Messer samt der inneren Wand der Klaue clurchsclmitten werden. Egge ling gelit mit dem Lorbeerhlattmesser unmittelbar unter der Krone vom Klanen­spalt aus ein, legt das Gelenk frei und schneidet am hintern Ende des Klauenbeins in einem rechten Winkel nach abwärts, so dass das Strahlbein intakt liegen bleibt. Das Horn wird an der hintern Hälfte der Seitenwand verdünnt.
Um eine gute Granulation zu erhalten, ist vor Allem die Ent­fernung alles kranken Gewebes mit der Cooper'schen Schere oder dem scharfen Löffel notwendig, die Fleischkrone und noch mehr der Ballen sorgen für Überheilung durch Horn, so dass in vier bis sechs Wochen Herstellung erfolgt, von besonderem Wert ist daher, den Ballen tluinlichst zu erhalten.
Nach der Operation wird ein antiseptischer Verband unter Vernähen der Bindetouren angelegt und derselbe durch öfteres Be­streichen etwa mit Theer aseptisch erhalten. Er bleibt ein bis zwei Wochen liegen. Wenn tiefere Kronengeschwüre vorliegen oder das Leiden schon die Eröffnung des oberen zweiten Gelenkes zur Folge gehabt hat, wird unbedingt zur Amputation am Fessel geschritten und die Haut zur Bedeckung des abgesägten Fesselbeins herangezogen.
Mit Rücksicht hierauf wird die allgemeine Decke auf der dem Klauenspalt gegenüber liegenden Seite von der Krone ab bis über das Fesselgelenk hinauf gespalten und in entsprechendem Umfang von der Knochenunterlage abgehoben. Dann sägt man das Fessel­bein in schräger Richtung (von oben nach unten gegen den Klauen­spalt) durch, schneidet mit der Schere alles lose Gewebe weg, heftet die Haut mittelst Knopfhaht und entfernt zuletzt die etwa vor­stehenden Ränder. P riet seh operierte in dieser Welse stets mit Erfolg.
13. Amputation des Flügels.
Bei dem Hausgeflügel oder bei Schmuck- und Parkvögeln kommen hie und da chirurgische Erkrankungen am Flügel vor. wie namentlich Gelenkentzündungen eitriger oder gichtischer Art, Verletzungen, Paresen und vollständige Lähmungen, welche in letzter Instanz die Amputation oder Auslösung eines Teils des Flügels in einem Gelenke notwendig machen.
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Amputation des Flügels.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;575
Die Exartikulatlon findet In einem der Flügelgeleake wtatt, meist In der Verbindung des Ellbogenbeins mit dem Mittelband­knochen, also im Karpalgelenke, selten zwischen Ann- und Vorarm-l)eiii weiter oben. Nacli dem Zirkelsciinitt werden die Sehnen und Bänder mit der Kapsel eingeschnitten, die vorher zurückgehaltene Haut wird über den Knochenstumpf hergezogen und mit der Knopf-nabt vereinigt,
Die Amputation erfolgt ebenfalls in keiner andern quot;Weise, als wie bei den Vierfiisslern. Adam trennte bei Schwänen, welche an hereditärer Flügellähmung litten, die Mittelhandknochen etwas unter­halb des Karpalgelenkes, indem er nach dem zirkulären Einschnitt und der Trennung der Sehnen die hier vereinigten Metakarpalien mittelst einer Knochensäge abtrug und nachher einen Verband mit Karboljutehauschen anlegte. Die Blutung ist ohne Bedeutung,
Litteratur. Veröffentlichungen über Amputationen an den Gliedmassen liegen bei allen Haustieren vor, besonders ober solche bei Schafen, — Hering, üop. Isüt. Operation am Oberschenkel eines Hundes wegen Zerquetschung, nach acht Tagen ging derselbe durch. — Alfort, Cpts. rend. 1S0!J. Heilung dauert nur .'i—i Wochen.
—nbsp; Maurette, Rcc 1831, 545. Amput, des ersten Vorderfesseis einer säugenden Stute wegen Hufgelenkiistel, Heilung in 86 Tagen, dann Stolzfuss von Kork; ebenso am Hinterfuss einer Kuh, Schienbein, The Vet. 1840; Müller, Stelzfuss von Holz bei einer Stute. — Steiner, G. u. IT. 1841, 458. Stelzfuss am Hinterschienbein
einer hoch trächtigen Stute wegen Bruchs, nachher ging sie auf der Weide. __
Roller, Schweizer Arch. 1845. 194. Amputation bei einer trächtigen Kuh wegen Brand, nachher Mustang; Stockflcth operierte öfters bei Kühen wegen bösartiger Klauenseuche. — Anacker, G, u, H, 1868, 466, Operation bei der Kuh am Hinter-schienbein wegen Fraktur, starke Anschwell, der Venen oben, Heilung. — Varnell The Vet. 185!gt;. 7. Exartikulation einer überzähligen /ehe beim Fohlen, ebenso im Fesselgelenk.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Armatagc berichtet ebenfalls von der Enukleation einer über-
zähligen Zehe, ebenso Adam, Konow von der Abnahme der Klaue samt Schien­bein. — Adam, Woch. 1883. l!97. Exartikulation bei lahmen Fliigeln. — Hanns .labresber. Hannov. 187S. Operierte viel, selbst schon bei Klauengeloukwimden und nahm besonders Rücksicht auf Erhaltung des Ballens. 1st das obere Gelenk eröffnet, durchsägt er nach Spaltung der Haut (in der Längsrichtung) und Zurück­legen derselben das fesselhein schräg von aussen nach innen, nimmt alles über­flüssige Gewebe weg und heftet die Haut. #9632;Wechsel des antisept. Verbandes nur alle B—6 Tage. - Berdez, Amputation. Kochs Encyklop. I. 149. -- Strebet, Schweiz. Archiv 1886. 18. Behandlung der Klauengeschwüre und des l'anaritiums; ähnlich Fröhner, Ad. Woch. 1885. 339 und Ehlers, Rundschau v. Lemke Hl. 198,
—nbsp; nbsp;Frick, Antisept, Wundbehandlung, 1890, Amputation bei einer Kuh wegen Panaritium infolge Schlempemauke, keine Blutung, (ietasse waren thrombosiert, Teerverband, Heilung ohne Eiterung in acht 'Wochen. - Hess, Die Fusskrank-heiten des Rindes. Siedamgrolzky, in Ilaubners Tierheilkunde. —- Albrecht, Woch. f. Thlkde. 1892. 825. Amputierte den linken Vorderfuss einer Kuh in der Mitte des Metacarpus und konstruierte einen einfachen Stelzfuss. Nur das Auf-
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576nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Operationen um Schweif.
stehen {niiü anfangs schwer. Hoffmann operierte ähnlich bei einem Pferde. — Fokrowski, Archiv )'. Vct,--Meiliziii lni)2. Abnahme des Hinterfussos oberhalb des Sprunggelenks bei einem Hunde, — Möller, Lehrbuch der Chirurgie IHK,'!. — Hess, Hufschmied 1804. 04. Über die Klauenkrankheiten des Kindes. — Melde, lierl. t. Woch 1804. No. 50. Amputation zweier ttberzfthliger Extremitäten beim Kalb. — Holiday, .lonrn. of comp. Pathol. VII. T'i. Erfolgreiche Amputation eines Vorderfnsses von der Kuh. — l'rietscb, Sachs, .labresber. lHil5. 120. Klauen-resektion beim Rind. Heilung in vielen Fällen. — Day er, Operationslehre 18ii(gt;.
VI. Operationen am Sehweif.
1. Myotomie des Schweifs. Englisieren.
Anzeigen. Wenn Pferde den Schweif nicht in horizontaler Richtung tragen, wie man es bei Wagen- und Reitpferden zu sehen gewöhnt ist, wird das Anseilen derselben erheblich beeinträchtigt und kann liier, wenn Abhilfe verlangt wird, diese nur darin bestehen, dass die Funktion der den Schweif herabziehenden Muskeln (Depres-soren) durch Abschneiden aufgehoben wird, um den Antagonisten (Levatoren) das Übergewicht zu verschaffen. In ähnlicher Weise kann auch durch den Muskelschnitt Abhilfe getroffen werden, wenn der Schweif wohl in der üblichen Weise getragen, aber nicht gerad­linig gehalten, sondern seitlich abgebogen wird, die Operation erleidet dabei nur insofern eine Abänderung, als /war dieselben Muskeln durchschnitten werden, indes nur auf der einen Seite. Beide Operationen sind seit lange unter dem Namen des „Englisierensquot; be­kannt, kommen aber in der Gegenwart nur sehr selten mehr zur Ausführung, da der Fehler durch die vorgeschrittene Veredlung des Pferdes sich fast vollständig verloren hat. Auch das ungleich-massige Tragen des Schweifes eines sehr wertvollen Zweigespannes kann zum Muskelschnitt auffordern.
Gegenanzeigen liegen vor bei tiefem, unschönen Schweifan­satz und abschüssiger Kruppe, die überhaupt das Schweiftragen nicht ermöglicht, sowie bei schwächlichen, schlaffen, phlegmatischen Sub­jekten oder noch jungen Tieren, welche erst mit Beendigung der Wachstumperiode, nach dem letzten Zahnbruche u. s. w. ihre volle Muskelkraft erlangen. Einzelne Pferde mit, sonst tadellosem Ansatz tragen ferner oft nur aus dem Grunde unzureichend, weil die Schweif­rübe zu stark entwickelt, zu schwer geworden ist. Fälle, welche
i #9632; #9632;
I ' •
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Gesiliiilitliches. Opeiationsnietlioilfiii.
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übrigens schon dadurch sich korrigieren lassen, dass man den Schweif durch die Amputation verkürzt (Courtieren, Coupieren). Die Gegen­anzeige der SchlaH'heit macht sich besonders dadurch unangenehm kenntlich, dass der Schweif nicht mir lax herabhängt, sondern auch beim (lehen hin und her schwankt Endlich würde die Myotomie auch nutzlos sein, wenn eine Verbildung oder Entartung der Muskeln bezw. der Wirbel vorläge, wie dies hie und da beim Seitwärtstragen vorkommt.
Geschichtliches. Die Operation am Schweif soll schon im Mittelalter Ublicl) gewesen sein, das eigentliche Engllsieren jedoch, wobei ein Teil der Muskeln aus­geschnitten wird, ist zuerst in England ausgeführt worden, zur Zeit als das „Vollblutquot; erzeugt wurde und iiiiin massenhaft fidle Pferde aus Spanien und dem Orient nach England einführte. Man wollte den gemeinen Pferden das Aussehen der besonders durch arabisches und persisches Blut verbesserten Pferde geben. Erst in der II. Hälfte des vorigen Jahrhunderts verpflanzte sich die Modeoperation auch nach Frankreich, Deutschland und andere europäische Staaten, so dass sowold die Züchter als Händler sicli genötigt sahen, dos leichteren Absatzes wegen die myotomische Handlung vornehmen zu lassen und noch in den fünfziger Jahren dieses Jahrhunderts waren die Tierärzte stark mit derselben beschäftigt. Von da ab ist das Engllsieren wie Koupieren durch die rasch vorschreitende Veredlung selten geworden, die betr. Pferde tragen den Schweif von selbst, auch hat sich die Mode dahin geändert, dass man den Schweif lieher gerade aus (horizontal vom Leibe weg) und im Dogen abwärts fallend zu sehen wünscht, als wie früher In einem stumpfen Winkel vom Ansatz aus in die Höhe gelichtet. Die ersten Ver­öffentlichungen über das Engllsieren betrafen den offenen Muskelschnitt und stammen von Hartmann 1782, dann von Wolstein 17ÜO, Ilavemann 1800, später von Vatel, Pilger, Delafond, Brogniez, Wernaer, Dieterichs, Hertwig, Hering, dessen, Peuch u. A. Perosino war es, welcher als Erster (1842) den subkutanen Muskelschnitt näher beschrieben hat, wenn es nicht etwa Günther war, der Kitinder der subkutanen Tenotomie. Derselbe bildete die Operation auch weiterhin aus und ging von ihm dann die Myotomie (durch Prof. Strohmeyer) erst In die Menschenheilkunde über. Zuletzt war es hauptsächlich Brücher, welcher durch seine grosse Erfahrung nützte, da er im Ganzen mehr als 7000 Schweifoperationen unternommen hat und zwar mit grossem Erfolge. Todes­fälle durch Tetanus kamen immer noch vor und sind erst durch die Antiseptik verhütet worden.
Operationsmethoden. Der Schweiflnuskelschnitt kann auf zweierlei Weise ausgeführt werden. Ursprünglich wurde, uin die Depressoren des Schweifs aussei1 Aktion zu setzen, ein stück der­selben der Länge nach ausgeschnitten oder sind mehrere Querschnitte gemacht worden und musste zu diesem Behufe die Haut entsprechend aufgeschnitten werden — offener Muskelschnitt. Langwierige Eiterung mit ihren Gefahren war in der voiiisterischen Zeit die regel-mässige Folge und wurden lange Zeit eine Menge übler Zufälle be-
Jicring's OperAtlonslohre. VI. AnM.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; *jy
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Ö7e
Opöiutionen am Schweif
richtet, vielfach auch Tod durch Eintritt von Starrkrampf, so class niiiii schon in den vierziger Jahren fast ganz von dem offenen Schnitt laquo;bkam und nur subkutan operierte, iliehei wird nur ein lluntsticii zum Eingehen des Myotonien notwendig. Auch die subkutane Methode kann auf zweierlei Weise ausgeführt werden. Entweder wird der lange Niederzieher von innen nach aussen getrennt oder auch (jetzt seltener) von aussen nach innen.
5 #9632;
Fig, iiTT. Querschnitt durch die Schwoifrttbe, h a lauger und kurzer lieber des Schweifs (Lcvator caudae longUS et brevis). — bb Seitwttrtszieher des Schweifs (M. coecygeus). — ee, oe langer und kurzer Nieder-zieh er des Schweifs (Depressor caudae longus et hrevis). — d Schweifrutenmuskel-hand. — e Knorpelscheibe des Schweifwirbels, — /' obere mediale Vene. — (/ Nerven. h obere Scitenschweifvcne. — i obere Seitensclnveifarterie. — /,• oberer Seiten-schwclfnerv. — l untere Seitenschweifvene. — m untere Seitenschweifarterie. — n unterer Seitenschweifnerv, — quot; mediale Schweifvene, — p mediale Schweifarterie. — Y Querschnitt der (.'utis und Aponeurose. (Brücher,)
Anatomisches. Die Muskeln des Schweifes bilden mit den quot;Wirbeln, Ge-fässen und Nerven die lange, etwas vierseitige Schweifrübe und sind sämtliche Muskeln In eine gelbliche derbe Aponenrose eingewickelt (Fascia caudae), die dicht unter der Haut liegt und bei der Myotomie gleichfalls durchschnitten werden muss. Für die Beurteilung des Operationsverfahrens kommen in erster Linie die beiden langen Depressoren oc in Betracht (Fig. 377), welche den unteren Seltenrnnd der Rübe bilden, oben schon am zweiten Kreuzwirbel beginnen und sich bis zur Scliweifspitze erstrecken, aber nur bis zum fünften Schweifwirbel einen kräftigen freien Muskelstrang darstellen, weiter unten heften sie sich an jeden Wirbel an. Hinter ihnen liegt am Wirbel die untere Seitenarterie m mit dem gleichnamigen Nerven und der Vene n/. welche hei der Operation mit der Messer-
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OtVencr MusUelsclinitl.
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laquo;iiitze nicht verletzt werden sollen. Die beiden kurzen Niederzlelier sind viel scliwiiclicr und liegen neljon den langen niedianwiirts, wo sie in der Mittellinie der Rübe nur durch das Srhwoit'rutennmsliclhand d (Mastdarniband) von einander ge­trennt sind und am Kreuzbeinende aus den hingen Depressoren hervorgehen. Man schneidet sie nur ab, wenn sehr niedrig getragen wird und nmss man sich dabei besonders hüten, die mediale Schweifarterie j} nicht zu verletzen. Hei der Beurteilung des Schweiftragens sind die langen Niederziehe!' die wichtigsten Muskeln, und nur wenn sie gloichinässig wirken, ziehen sieden Schweif' gerade herab, hei einseitiger Wirkung zugleich aber auch seitlich und zwar in viel ausgesprochener Weise, algt; wenn die Levatoren einseitig nach oben wirken. J)ie !S ei twä rtszieher hl sind ZU schwach, umfassen die langen Niederzieher scheidenartig und enden schon am ersten bis vierten Schweifwirbel, liei einseitiger Wirkung ziehen sie leicht seitlich, hei beiderseitiger Wirkung pressen sie den Schweif nur abwärts an den After.
EH
Fig. 378. Offene Myotomie. Längsschnitt,
Fig. 87Ö. T-f'öriniger Schnitt.
Fig. 880. Querschnitt,
Offener Muskelschnitt, Beim offenen Schnitt wurden heim steheuden oder niedergelegten Pferd auf der ventralen Fläche der Schweifrübe je auf der Höhe der Wölbung beider langer Niederzieber zwei Längsschnitte durch die Haut gemacht (Fig. 378), welche den Muskel mif 8—10 cm bioslegten. Zwei Querschnitte je oben und unten im Wundwinkel trennten ihn, worauf das so isolierte Muskel­stück (lurch Lospräparieren der seimigen Äste von dem Wirbelkörper heraus geschnitten wurde, um durch den Substanzverlust die Wieder-vereinigimg zu verhindern. Die Heilung erfolgte In der voranti-septischen Zeit auf dem langwierigen Wege der Eiterung und Flftisch-
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Operationen am Schweif.
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wtochenbildung, wobei es. wie schon erwähnt, nicht selten zu einer Reihe von üblen Ziitlillen selbst mit tötlichen Folgen kam. Aus diesen Gründen wurde der offene Schnitt verlassen und kommt jetzt nur mehr die subkutane Methode zur AusfttlU'UHg, welche erstmals An­fangs der vierziger Jahre gemacht wurde. Die Hautscholtte ge­schahen auch in querer Eichtung (Fig. 080), wobei die zwei De-pressoren je in ihren beiden Portionen dreimal in Abständen von einigen Centimetern durchschnitten werden mussten. Die vorspringenden Muskelenden t'asste man in der Tiefe mit der Pinzette und zog sie behufs des Ausschneidens aus der Hautwunde hervor. Bei der dritten Methode, dem T-Schnitte (Fig. 379), konnten etwas grössere Mnskel-köpfe entfernt werden. Als 1 n s t r u m e n t e gebrauchte man den längst abgeschafften Dermatomen von Urogniez mit kurzem drei­eckigem Messer oder das Spitzbisturi (Fig. 381) zum Hautschnitt und zum Ausschneiden der Muskelstücke den gewöhnlichen Tenotomen mit geknüpfter Spitze (Fig. 382).
Eine grosse Sorgo bestand weiterhin darin, den Schweif nach der Operation in möglichst senkrechter Richtung aufzuhängen, zu welchem Bohufo die Schweif­haare in Zöpfen gebunden und lange Schnüre mit Knebeln eiugeflochten wurden, die an der Decke und rückwärtigen Wand des Stalles über an Latten angebrachte Rollen liefen und am andern Ende mit Gewichten vorsehen wurden, so dass sich das Tier auch bei aufgebogenem Schweif niederlegen konnte. Mitunter wurden Strohbündel auf die dorsale Schweifseite befestigt, um den Schweif über die senk­rechte Richtung hinaus, also nach vorwärts abzubiegen und ihn erst (nach vier bis sechs Wochen durch zeitweises Entfernen von Strohhalmen) allmählich in die horizontale Lage anzugewöhnen; das Verfahren war daher ein sehr umständliches, da ausserdera alle 1—2 Tage ein Verband anzulegen war.
Der subkutane Schweifmuskelschnitt.
Vor der Operation liisst man sich das Pferd vorführen, um noch einmal von der Art und Weise des fehlerhaften Schweiftragens sich zu überzeugen. Am stehenden Tiere zu operieren, ist nur bei einiger Übung möglich, die aber bei dem seltenen Vorkommen ge­wöhnlich fehlt, es wird daher zum Niederwerfen geschritten, was in der Art geschieht, dass die zuerst zu operierende Seite des Schweifs nach oben zu liegen kommt. Der Techniker kniet hinter dem Pferd nieder und lässt sich nach Zutiechten oder Einbinden der Haare den gut abgeseiften, gewaschenen und desinfizierten Schweif durch Strecken geradeaus halten.
Die Operationsstelle wird verschieden angegeben. Sie darf nicht zu nahe am After sein, wo sich auf die Wunde ein ent-
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Instrumente,
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sprechender Verband nicht gut anlegen Iftsst, auch dvu'cli das Zurttck-gpriugen des durchschnittenen Muskels in dem lockeren perianaleu Bindegewebe sich leicht eine Sekrettasche bilden kann, die Einschnitt-
stelle darf aber auch nicht zu weit vom Scbweit'aiisatz entfernt sein, weil dann der Erfolg ungenügend ausfallen kann. Am sichersten gebt man. wie schon Günther empfohlen hat, In der Weise vor, dass etwa eine Fingerbreite (2—2,5 cm) hinter dem Winkel eingestochen wird, welchen die Schenkelbautfalte mit der Schweifrübe bildet. Füldt man mit der Hand dort die Verbindung zweier Wirbel durch, wird diese Stelle gemieden, um nicht etwa den Faserknorpel zu verletzen.
Hei ungenügendem Hochtragen wird der Niederzieher c, welcher in einer derben, in der Subkntis liegenden Faszie eingewickelt ist. an der genannten Stelle durchschnitteil und zwar zuerst der oben liegende und nach Wendung des Pferdes auf die andere Körperseite der untere. Handelt es sich um Beseitigung des Schieftragens, das durch denselben Muskel hervorgerufen wird, wenn er einseitig wirkt, geht man in derselben Weise und an derselben Stelle vor. jedoch nur auf der einen Seite der Rübe, der konkaven. Man hat den Schlusseffekt insofern in der Hand, als je näher am Schweifansatz geschnitten wird, desto grosser er ausfällt und geschieht dasselbe, je länger nachher das Auf- oder Seitwärtsbinden des Schweifes dauert. Sonach ist es beim Schieftragen keineswegs notwendig, genau an jener Stelle zu operieren, an welcher die Schweifrübe von der geraden Linie lateral abweicht. Die nur unbedeutenden Seitwärtszieh er hl bleiben beim Englisieren (wie schon erwähnt) aussei' Betracht.
Instrumente. Zum subkutanen Schweifrauskelschnitt braucht man für den Hautstich ein spitzes Messer und für den Muskel­schnitt ein geknöpftes Instrument, den Myotonien oder Tenotomeu. Letzteres Instrument kann verschieden geformt sein. Das älteste Myotom stammt von Brogniez, ist nur kurz geknöpft und entspricht die Konkavität der Klinge genau der Wölbung des langen Nieder­ziehers. Alteren Datums ist gleichfalls das nur leicht geknöpfte Tenotom. Fig. 38] mit Ringfeststellung, sowie das Instrument Fig. 382, das ein längeres Knöpfchen zeigt und hinter demselben nur eine kurze Strecke weit schneidet. Am zweckmässigsten erweist sich das Myotenotom von Brücher, Fig. 888, welches den Vorteil bietet, dass es zugleich die limit durchsticht und die Klinge nur soweit schneidig ist, als es die Muskelbreite erfordert. Da. wo das in die Tiefe ver­senkte Messer der Haut anliegt, ist die Schneide stumpf, um die Haut nicht einzuschneiden, es erfolgt daher auch während der Ope-
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Operationen am Schweif.
lutiou kein Hautscblütt, sondern lediglich ein II a u ts t i c li. wodurch die Vorteile der subkutanen Methode gewahrt bleiben. Die Klinge ist nur schmal, entsprechend gebogen und an der abgeschrägten Spitze schneidig, Das Instrument 1st in Tnschemnesserformat konstruiert und enthält eine zweite Kliiiüc.
Fig. 381.
Flg. 882.
Altere Tenotomcn.
Operation. Der Muskelschnitt wird von aussen nach innen oder in entgegengesetzter Rich­tung geführt, letztere Operationsweise ist vorzu­ziehen und besonders von Brücher empfohlen worden. Derselbe führt sie in folgender quot;Weise aus. Sind die Vorbereitungen getroffen, sticht das
Fig. 381). raquo;tenotom Bniclicr.
von
,,.,,.,,..nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; , ,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ... Myo
gut desinfizierte .Myotenotom, welches man mit den
vier Fingern hält und dabei den Daumen auf den
zu durchschneidenden Muskel stützt, am oberen Rande des langen
Niederziehers (zwischen h und c, Fig. ;gt;77) die Haut samt Aponeurose
kräftig durch und geht dann flach ein, indem man es vorsichtig,
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Operation.
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etwa ülier ''U des Muskels nach imteu hinwegschiebt; die Spit/e der Klinge wird dann durch Heben des Heftes herabgedrttckt, um die in der Tiefe am Wirbel gelegenen Gefftsse und Nerven Imn /n umgehen. In diesem Moment dreht der Operateur das Messer auf die Schneide, sehieht es soweit Über den Muskel hinweg, dass der hintere Stumpfe Teil der Kliufie jetzt in den liautsticli /n liegen kommt und durch­schneidet nun den Muskel samt der i'as/ie womöglich mit einem Schnitt von innen nach aussen, nachdem derselbe dadurch an­gespannt wurde, dass man den Schweif höher liehen und zugleich etwas nach der entgegengesetzten Seite ziehen liess. Der angelegte Daumen fühlt gut das Herannahen der Spitze des Myotonien unter der Haut, das Auseinandertreten der Muslad- und Sehnenfasern ge­schieht unter höiimrein Laut. Die Folge ist. dass eine Lücke von einigen Centinieteru entsteht und springt oft der Muskel soweit zurück, dass das obere Ende kaum mehr zu fühlen ist und sich zuweilen seihst hinter dem Schweifrutenimiskelliand festhackt, was indes iin-gefährlich ist, wenn die oben bezeichnete Operations.steile eingehalten wird. Nach dem Umwälzen des Pferdes wird auf der anderen Seite die Operation wiederholt.
Bedingung ist, heim Ein- und Ausführen des Myotonien den Rücken desselben (ja nicht die Schneide) gegen den Wundrand der Haut zu drücken, um den liautsticli nicht zu einem Hautschnitt aus­arten zu lassen: wäre dies geschehen, muss nachher eine Naht den Fehler verbessern. Ferner soll nach Brücher nicht unterlassen werden, den Muskel samt Faszie vollständig zu durchschneiden, im anderen Falle springt er nicht vollständig zurück und der Frfolg ist vereitelt. Gelingt das Durchschneiden nicht, auf einen Zug, kann das Messer zum zweiten- oder drittenniale angesetzt werden, es muss aber genau in dem ersten Schnitte geführt werden, tun nicht zu ..liäkselnquot;. 1st der Schwelfansatz für das Hochtrageu sehr ungünstig, soll auch der (medialwiirts daneben gelegene) Depressor hrevis durchgetrennt werden. Zu diesem Behufe führt man das Messer tiefer und holt zu einem weiteren Schnitte mit der Vorsicht aus. das Hand d und die beiden medialen Schweifgefässe nicht zu verletzen, was nicht so leicht geschieht, da diese genau die Mittellinie der ventralen Hühenfläche einnehmen und die Arterie von aussen durchzufühlen ist.
Ein anderes subkutanes Operationsverfahren besteht darin, dass mau in entgegengesetzter ßichtung myotomiert, also von aussen nach innen, um die mittlere Schweifarterie p hesser vermelden zu können. Dicht am behaarten Rande des Schweifes, wo früher heim
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5gjnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Opoi'Ationen am Schweif.
ofTeuen Schnitt der erste Quei'sclmitt (Fig, 880) gemacht wurde, geht man nach erfolgtem Hautstich mit dem Tenotomen (/. h. Fig. ^2) ebenfalls flach ein, schiebt Ihn /wischen Haut und Muskel gegen die Medianlinie des Schweifs vor und dreht hier die Schneide nach einwärts auf den Muskelstrang, um ihn möglichst mit einem Zug von aussen nach innen diirchzuschneiden. Da die stumpfe Spitze des .Messers subkutan bis in die Niihe des Schweifrutennuiskelhandes vor­geschoben werden muss, wird zugleich auch der kurze Niederzieher des Schweifs getrennt. Alles Weitere bleibt sich gleich, wie es (dien bei dem Gttnther-Bi'ücher'schen Verfahren angegeben wurde. Vorteile werden bei dieser Methode nicht erzielt, die Gefässe und Nerven der ventralen Mittellinie bleiben allerdings leicht verschont, dagegen können die Seitenschweilgelasse und der dortige Nerv getroffen werden, die sich jedenfalls durch die Operation von innen nach aussen leichter umgehen lassen, bei der die Klinge gar nicht lraquo;is zum Wirbelknochen vorzugehen braucht. Das Myotoin braucht liehn Schnitt nach innen einen grösseren Spielraum und fällt der 1 lautschnitt leicht zu gross aus, so dass hei der Operation von aussen nach innen ein guter Teil der Vorteile des subkutanen Verfahrens verloren gehen kann.
Kino Verletzung von (icl'assen und Nerven kann bei aller Vorsieht vorkommen, besonilers wenn unvermutete, nicht zu verhütende Bewegungen seitens des Tieres erfolgen. Blutungen selbst kleinerer Art dürfen nicht gleichgültig aufgenommen werden, vornehmlich wenn die Arterie nur angeschnitten ist, häufige Nachblutungen sind die gewöhnliche folge und lässt sich nur wenig gegen sie ausrichten, da ein Druckverband wegen der Muskellücke von geringem Werte ist. Auch angeschnittene Nerven sind schlimmer als durchtrennte, sie hinterlassen auf lange Zeit eine gewisse Empfindlichkeit des Schweifes und damit andauernde Beunruhigung des Pferdes, Schlimm sind auch Verletzungen des Zwischenwirbelknochens, sowie wenn zer­schnittene Muskelsubstanz in der Wunde zurückbleibt. Reinigung der letzteren und Auspressen ist im Interesse der prima intentio gelegen, bei leichtem Bluten ist letzteres nicht notwendig. Hienach erfordert die subkutane Operation gute Topo­graphie und grosso Sorgfall bei strengem Einhalten der aseptischen Regeln.
Verband und Nachbehandlung. Nach erfolgter antisep­tischer Waschung wird die quot;Wunde mit Jodoform, Airol u. dgl. be­streut, lie/w. Jodoformgaze mit Baumwolle aufgelegt und der ganze Schweif von der Spitze aus bis zum Ansatz mit einer nicht zu schmalen Binde gut eingebunden. Krücher rät ausserdem. auf beide Muskel­lücken einen entsprechenden Druck dadurch auszuüben, dass man die Binde vorher mit zwei festgewickelten Jutetampons belegt und diese zu besserer Festhaltung in der richtigen Lage mittelst einer Schnur annäht. Die Binde bleibt einige Stunden nach der Operation fest an-
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Verlmml und Nachbeliandluuff.
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gezogen liegen und wird dann etwas gelockert, bis sie nach einigen Tagen abgenommen wird. Bei Blutungen ist notwendig, sie mit den Bäuschchen länger liegen zu lassen und für kurze Zeit besser anzu­ziehen! Zu beachten ist. dass jede Schwellung nach der Operation ein dementsprechendes Lockern des Verbandes erforderlich macht.
Das sieh allmählich ausbildende Narhengewebe der Lücken macht eine weitere Nachbehandlung notwendig, die darin /u bestehen hat. dass es im weiteren Verlaufe der Heilung In andauernder Dehnung erhalten werden muss, um eine ZU frühzeitige lietraktion. welche den Erfolg sehr in Frage stellen würde, hintan zu halten. Zu diesem Zwecke werden ähnliche Veranstaltungen getrotVen. wie sie idien Seite 580 beim offenen Schnitt angedeutet worden sind. Der gut eingebundene Schweif wird durch lange Schnüre, welche über der Kruppe des Pferdes an der Stalldecke in Rollen oder Glasringen laufen und mit entsprechenden Gewichtsstücken beschwert sind, zuerst in wagerechter Richtung aufgehängt und nach Verheilen der Haut­wunde (etwa in 5—(1 Tagen nach der Operation) allmählich immer etwas höher gezogen, bis er mindestens die senkrechte Stellung erlangt hat. in welcher er unter allen Umständen wenigstens sechs bis acht Wochen lang zu verharren hat. Im anderen Falle bleibt das Hochtragen, wenn sich schliesslich die Haut au die Sehweifwirbel angeheftet hat. stets ein ungenügendes. Dieses längere Verbleiben der Itiite in der angeführten Zwangslage schliesst nicht aus. dass das Pferd sich niederlegen kann, die Schnüre sind lang genug gehalten, auch kann der Schweif schon von der zweiten Woche ab ganz wohl auf einige Stunden ausgebunden und frei gelassen werden, wenn das Pferd zur Arbeit verwendet werden will.
Das früher übliche liüilnviirtsbinJcii des Schwelfes an einen auf den Rücken gelegten Strolibündel und allmäliliclies Verringern des Umfangs desselben durch zeitweiliges Ausziehen von Strohhalmen kann bei obiger Behandlung #9632;wegfallen, der Verband muss indes ein unverrückbarer sein und kann dies am besten durch Eiu-beziehon der nächsten HaarbUndel des Schweifs in die Bindetouren erreicht werden.
Ist der Schweifmuskelschnitt wegen Schieftragens unter­nommen worden, wird die Rübe in derselben Weise eingebunden, jedoch (statt nach aufwärts) mittelst Schnüreil auf die entgegen­gesetzte Seite gezogen und hier an eine Bauchgurte befestigt. Im Anfang kann dies nur in massigem Grade geschehen, etwa in einem Winkel von -lquot;)0, später allmählich mehr, um gleichfalls das Narben­gewebe in den Lücken in andauernder Tension zu erhalten. Das Seitwärtsbinden hat gleichfalls 6- 8 Wochen lang zu geschehen. Bei
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OperiUioneu ail) Schweif.
Hunden beobachtet man nicht selten das Schieftragen nur an der Spitze der Hute, ein Schönheitsfehler, der sich am einfachsten durch Coupieren des abgebogenen Teils beseitigen lässt. Bei längerem Be­stehen der seitlichen Krümmung des Schweifes vom Pferde misslingt übrigens regelmässig die Myotomie des Seitenniederziehers, wenn sich bereits eine Degeneration der betreffenden Wirbelknochen u. clgl. ausgebildet hat.
Den obigen Ausführungen zufolge hängt der Erfolg der Operation insbesondere auch von der Nachbehandlung ab, es ergeben sich aber auch sonst nicht selten unbefriedigende Resultate oft aus Ursachen. die sich bis jetzt der Erkenntnis entzogen haben. Zuweilen tragen Pferde mit ungünstigem Ansatz nachher auffallend gut und umgekehrt, oder ist der gewünschte Effekt aufgetreten, ein halbes Jahr nachher und noch später stellt sich aber allmählich der frühere Zustand wieder ein. Sonst üble Folgen, wie sie in der vorlisterischen Zeit zu be­fürchten waren, wie langwierige Eiterung, Fistelbildung, Brand, Schweif brüche u. dgl, kommen bei der Jetzigen Peliandlungsweise nicht mehr vor.
Litteratur des Schweifmuskelschnittes. Hartraann operierte schon 1782 dicht am After und auch 2—3 jährige Pferde mit 2—8 Querschnitten undWolstein war der erste, der den Schnitt von innen nach iiussen empfahl. — Ha vein a nn veröffentlicht in Busch III. seine Erfahrungen über das Schieftragen. — Delafond, Rec, 1888, 434. Empfiehlt den Längeschnitt und macht auf verschiedene Fehler aufmerksam, namentlich auf das zu steile Aufhangen; ihil. 183Ü. 39. Patu, Er beobachtete eine vom ersten Schnitt bis ins Rectum führende Fistel; ibd. 1888.434, Vatel, Beschreib, des T-Schnittes; Bernard ibd. 1836. 154. Schnitt von aussen nach innen. — Strauss, Chir., verwirft den subkutanen Schnitt, weil zu Fisteln führend; für diesen Schnitt sind dagegen Sommer, G. u. II. 1846. 441; ebenso ibd. 1843, Wich mann. — Uöser, Rep. 1842. 4. Knglisieren gegen Schieftragen. — .lessen, N. u. V. 1847. 241. Üble Folgen beim subkutanen Eiiglisieren, bes. Abscesse auch am Hinterschenkel. — Williams, Vet. Recds. 1840. Subkutanes Eiiglisieren in Amerika mit 2—4 Schnitten und einem federmesserähnlicheu Teno-tomen. — G i Um e ister sah innerhalb vier Wochen bei drei Füllen Brand von selbst eintreten; Loisct, .lourn. de Toul. 1845, drei tötlichc Fälle, wahrscheinlich durch Lnfteintritt in die Venen. Beim ersten Fall Tod nach wenigen Minuten, beim zweiten nach fünf Tagen, heim dritten nach 42 Stunden. — Möller, Chirurgie 1803. — Peuch spricht von „Myotomie allemandequot; und meint darunter den subkutanen Schnitt, der von Wichmann herrühren soll. — Sonst liegen im Ganzen wenig Veröffentlichungen mehr vor, Beachtung verdienen jedoch: Günther, Topographische Myologie des Pferdes. Hannover. — Brücher, Die subkutane Myotomie des Schweifs bei Pferden. Berlin 1804. — Bayer, Operationslehre 1896.
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Amputation des Schweifs, Couplereiii
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2. Amputation des Schweifs. Coupieren.
Anzeigen. Die Abnahme eines Teils der Scliweifriibe kimn bei ulleii Haustieren notwendig werden, am häufigsten geben jedoch Pferde und Hunde zur Amputation oder Kxartikuliitkm Ver­anlassung und Ist die Indikation entweder durch bestimmte Krank-beits/ustände gegeben, die auf andere Weise schwer oder gar nicht ZU beseitigen sind oder, wie häufiger, glaubt man den Tieren durch Verkürzung des Schweifs ein gefälligeres Ansehen zu ver­leihen, bezw, sind es lediglich /weckmässigkeitsgründe, welche zur Operation auffordern, wie bei Schlffspferclen, Händlerspferden, weib­lichen Schafen u. s. w.
Schon heim Englisieren ist darauf hingewiesen worden, dass bei Pferden ungenügendes Hochtragen des Schweifes oft nur eine Folge der all/nstark entwickelten und deswegen s c h vv e r e n Rübe ist und der Fehler schon durch Abtragen eines Teils derselben (oft selbst mehr als der Hälfte) behoben werden kann — Sc h weif­st ntzen. Co urtieren. Eine frühere (auf Modethorheit) be­ruhende Sitte hatte selbst die Ablation von drei Vierteln des Schweifes verlangt. Derselben Operation werden auch Hunde unter­worfen, wenn die für sehr unschön geltende Schwanzspitze ge­krümmt ist. Ausserdem lassen auch manche Untugenden der Tiere das Schweifstutzen wünschenswert erscheinen, wie /. 15. gewohn-heitsmiissiges Nagen am Schwanz, Strangschlagen kitzlicher Pferde, Abfangen des I.eitseils mit, dem Schweif, Saugen der Lämmer am eigenen Schwanz. anhaltende Beschmutzung des Euters durch die Länge des ersteren bei säugenden Schafen u. s. w. Sind es chirurgische Anzeigen, liegen meistens chronische, durch das fortwährende Anschlagen nicht zur Heilung gelangende Entzündungen aller Art vor (Wundschlagen besonders bei Doggen), Phlegmonen. Lympho-Phlebitis. Schweifrose, eiterige, ulceröse, fistulöse Prozesse. Brand, Mmnlfikation, Sterzwurm (?), Karies der Wirbelknochen, Tu­moren besonders maligner Art u. dgl.
Die Operationsstelle richtet sich ausscbliesslich nach den obgenannten Anzeigen und ergiebt sich hienach von selbst. Als Kegel gilt, die Trennung nur im gesunden Teil und möglichst zwischen zwei Wirbeln In der Knorpelsubstanz vorzunehmen, was bei starker Schweifrübe nicht immer gelingt, indes der praktischen Erfahrung zufolge nicht von Erheblichkeit ist, wohl aber kann die eindringende
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Operationen am Schweift
Messerklinge im Wirbelkörper stocken bleiben, wenn der Kraftaufwand beim Einschlagen ungeuügencl gewesen. In vielen Fällen und be­sonders, wenn der Schwanz nicht kurz abgeschlagen werden soll, liisst sich die Vereinigung zweier Schwanzwirbel durch die grössere Biegsamkeit der Stelle, sowie an der knochigen (durch die Zitzen-und Querfortsfttze gebildeten) Verdickung erkennen, auch ist der vordere Wirbelkopf immer stärker, als das hintere Ende. Allen-
failsiges /ertriimmern des Wirbels würde
ein allmähliches Exfoliieren notwendig machen, was jedoch bei der heutigen An-tiseptik nicht mehr mit Gefahren ver­bunden ist.
Instrumente. Das einfachste und auch am häutigsten gebrauchte Instrument ist ein gutes Messer mit starkem Rücken, das lang genug, um den Schweif in seinem ganzen Querdurchmesser mit einem Schlag durchzutrennen. was leicht geschieht, die Tiere reagieren in diesem Falle kaum. Auch das Wirkmesser der Schmiede kann unter der genannten Voraussetzung verwendet werden, noch besser eine scharfe Hauklinge, welche eine längere Schnitt­fläche besitzt. Das von Brogniez eigens konstruierte Messer, dessen Klinge durch
eine starke Feder in Bewegung gesetzt
Fig. 384. Deutsche Coupierschere,
wird, war ein unpraktisches Instrument, ebenso das in Frankreich früher sehr
übliche Caudotom von Leb laue oder der Ablateur de la queue von Pagnier. Beide Instrumente kamen bei uns nie in Gebrauch.
Beliebt besonders in der Stadtpraxis und bei den Regimentern sind die scherenartigen Messer, die Englisier- oder Coupier-seli eren, wenn sie richtig konstruiert sind. Sie besitzen zwei (50—60 cm lange) ein- oder z w e, i a r m i g e II e b e 1 (Schenkel mit Griff), von denen der eine am oberen Ende die durch ein Charnier bewegliche Klinge trägt, während der andere Hebel einen runden Einschnitt besitzt, welcher zur Aufnahme der Schweifrübe dient und mit einem Spalte versehen ist, in die das Messer nach erfolgtem Schliessen der Schenkel hereintritt (Fig. 384). Die Klinge soll keine
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Operation.
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geradlinige Sclineidetliiche haben, sie trennt am besten, wenn sie konvex (halbkreisförmig) gehalten ist. Die Hebelkraft steigt, mit der Eutfernung des Charniers von dem Bogenausscbnitt des anderen Schenkels und nimmt ab, wenn das Schloss des Instruments unter­halb genannten Einschnittes angebracht wird, Coupiersclieren dieser Art sind jedoch zur Zeit nicht mehr im (lebrauch. Hei anderen Couplerscheren besteht der Ausschnitt aus zwei neben einander liegenden Metallplatten oder sind beide Hebel mit scharten Klingen versehen, welche beim Schliesseu des Instrumentes scherenartig neben einander vorbeigleiten (eigentliche Scheren). Diese letzteren sind weniger zu empfehlen, die Schneideklingen verschieben sich bei einigem Kraft­aufwand leicht zur Seite und quetschen das Gewebe, während der Schnitt mehr ein ziehender sein soll.
Mit grosser Präzision geht das neue Patentzangenmesser von Major Daum vor, welches eine Kombination des einarmigen schneidigen Hebels mit einer Zange darstellt, deren Maulteile (ähnlich wie die dänische Kastrierzange den Samenstrang einrollt, Seite 461), die Schwanzrübe umfassen, festhalten und zusammenrollen, es wird diese daher beim Herabdrücken des schneidenden Hebels in gepresstem Zustande mit, einem Zuge glatt durchschnitten. Während dieses Aktes muss darauf gesehen werden, class die Messerklinge genau in den Schlitz des Zangenmauls zu liegen kommt, damit sie nicht die Eisen-teile trifft. Das Zangenmesser giebt zugleich durch ein Senklot an, wie weit vom Ansatz weg der Schweif in die Zange gelegt wird und lässt sich dadurch der weitere Vorteil gewinnen, dass nachher alle in dieser quot;Weise behandelten Pferde den Schweif genau in gleicher Länge tragen. (Preis bei Hauptner 20 Mark.) (Jute Couplerscheren erleichtern immerhin das Schweifstützen und sichern die Führung des Schnittes, absolut notwendig sind sie indes nicht und werden selbst als überflüssig bezeichnet (Möller).
Die Operation ist eine der einfachsten, sie lässt sich daher bequem im Stehen ausführen. Das Pferd wird bei aufgehobenem Vorderfusse gut gebremst und durch Spieleu an der Trense beschäftigt, unsichere Subjekte können gespannt werden (Seite 28).
An der Trennungsstelle scheitelt, man die Schweifhaare in der Art, dass man die oberen nach aufwärts richtet und hier mit Hilfe eines starken Bandes oder einer elastischen Schnttrgurte (nach Esmarch) festbindet, um zugleich künstliche Ischämie zu schaffen. Die Haut wird nun am Scheitel auf Fingerbreite abgeschoren und das Instrument angesetzt, nachdem ein Gehilfe den Schweif in wage-
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r^ionbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Operationen tun Schweif.
rechte Richtung gebracht hat. Der Kraftaufwaucl inuss sdwohl heim Gebrauch der Hauklinge als der Schere .so bemessen werden, class ein einziger Schlag oder Zug ein vollstiindiges Durchschneiden erzielt. Die Coupierschere wird in beide lüinde genommen. Wird von dem Messer Gebrauch gemacht, legt man den Schweif erst auf einen Holz­block und treibt das Instrument auf einen Schlag durch die Sclnveif-rllbe. Zum Draufschlagen oben wählt man am besten einen Ilolz-hammer. Bei den kleinen Tieren. Hunden oder Schafen kommt man auch mit einer guten Schere aus, da sich der /wisciienwirhelknorpel durchfühlen iiisst. Das Verfahren, bei Pferden statt des llolzhlockes ein Wirkmesser u. dgl. unterzulegen und mit dem Hammer ohen auf­zuschlagen, ist verwerflich.
Nach der Amputation ziehen sich die Gefiisse in die Mus­kulatur zurück und würden spritzen, wenn nicht eine Schlinge um­gelegt wäre. Aber auch dann sichert mau sich vor Nachblutungen und greift gewöhnlich zum (llüheisen. das sich als hiimostatisches Schutzmittel beim Coupieren besonders bewährt hat. Um die hervor­stehende Wirbelscheibe nicht unnötig zu treffen, gehraucht man den ringförmigen Brennkolben. Derselbe hat erst die Weichteile ringsum zu durchdringen, bis er auf die offenen Gefösse stösst, er muss daher in Weissglühhitze versetzt werden, man lässt ihn aber nur so lange in Berührung mit dem Gewebe, bis der Schorf fest genug geworden. Dies ist dann der Fall, wenn der Kanter alsbald zurückgezogen wird, sobald seine Rotglühhitze zu verschwinden be­ginnt und wird damit zugleich auch das Hängenbleiben des Brand­schorfs am Eisen verhindert (Seite 239). Die Ligatur bleibt vor­sichtshalber einige Tage liegen, um Zeit für genügende Thrombosiernng der Gefiisse zu gewinnen. Der antiseptische Schorf vertritt zugleich die Stelle eines Verbandes. Die Heilung geht zwar langsam aber stetig unter Granulationsbildung vor sich und ist es für gewöhnlich unnötig, auf den Wirbelstumpf, falls ein solcher zurückgeblieben ist. eine besondere Rücksicht zu nehmen.
Lappenamputation des Schweifes. Soll der Schweif bei Pferden weit oben am Ansatz abgetragen werden, wie es •/.. B. bei hochsitzenden Tumoren der Fall ist. eignet sich das glatte Abschneiden durch das Messer oder die Schere nicht und verfährt man besser, nach Art der Amputation einer Gliedmasse vorzugehen, um eine liiissliche Narbe zu vermeiden und den kurzen Stummel mit der Haut zu bedecken (Seite 571). Dasselbe hat auch bei Hunden, Affen zu geschehen, da bei den fortwährenden Insulten, denen der
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Lappenaniputation des SolnveifeSi
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empfludliche Narbenstumpf durch Anschlagen an teste Gegenstände, durch Beschmutzen, Ablecken und Nagen seitens des Tieres aus­gesetzt ist, erfahrungsgemäss leicht Üble Folgen, namentlich Ge-SchwlÜ'Sflftchen entstellen, welche sich schwer verbinden lassen, über­haupt schwer heilbar sind und so häutig zu einer wiederholten Amputation Anlass geben. Das Bedecken mit der weichen Haut schützt am nachhaltigsten vor derartigen Zerstörungen des Schweif­endes und lässt sich auch die Schweifhaut wegen ihrer leichten Be­weglichkeit in der Subkutis unschwer so weit lospräparieren, um über die Amputationstläche hergeschlagen werden ZU können.
Statt einen zirkulären Hautschnitt zu machen, bat besonders Fr ick empfohlen, nachdem der Schweif gewaschen und desinfiziert, sowie ein Schnürstrang umgelegt worden, an der Coupierungsstelle oben und unten je einen V-förmigen Hautlappen auszuschneiden, dessen Spitze nach unten gerichtet ist und an dessen Grund dieraquo; Auslösung des Wirbels (Exartikulation) geschieht. Die blutenden Ge-fiisse werden alsbald mit der Sperrpinzette gefasst, bis sie insgesamt unterbunden sind (Seite 171raquo;). Der Stumpf wird dann unter Hoch­halten mit antiseptischen Tupfern von Blut gereinigt und sofort mit den beiden Hautlappen bedeckt, worauf man die Knopfnaht oder zur Entspannung der Hefte die Matrazennaht (mit kurzen Gummi-röhrchen gebunden) anlegt (Seite 207). Nach dem Heften der Haut wird die ganze Naht mit Jodoformcollodium oder Glutolpulver be­strichen. Mittel, welche zugleich den Schutzverband ersetzen, wenn ein solcher nicht geduldet wird. Auch das Adhiisivum wird in solchen Fällen gute Dienste leisten. Die antiseptischen Deckmittel sind im weiteren Verlauf immer rechtzeitig zu erneuern, wenn die Heilung per primam geschehen soll.
Der Verband darf nicht schwer sein und wird am liesten mit weichen Gaze­binden ausgeführt, welche bei Pferden in die Schweifluiare eingeflochten, lie/w. genäht werden, oder nimmt man Klebmittel zu Hilfe, im übrigen können die Bindetouren auch bei Hunden an einzelnen Stellen in die Haut geheftet werden. Salben- und l'llasferverbände sind unpraktisch, ebenso die Verwahrung des Schweifes in Lederscheiden.
Die Amputation ist auch mit Messer und Säge schon ausgeführt worden, nachdem ein zirkulärer Hautschnitt vorhergegangen oder ein halbmondförmiger Lappen ausgeschnitten wurde. Um möglichst die Heinhaut zu erhalten, kann sie vor der Trennung des Wirbels kreisförmig durchschnitten werden. Die obige Frick'sche Methode ist vorzuziehen. Das Unterbinden der Gefässe zu unter­lassen, wurde wiederholt versucht, ohne dass nach erfolgtem Nähen eine Nach­blutung aufgetreten wäre; der sorgfältig angelegte Schnürstrang bleibt dann 10 bis II 'Page lang liegen (Cagny).
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Operationen am Schweif.
1lt; e i R i 11 (I e r n ist zuweilen das Abschlagen des Schwanzes wegen chronischer Entzündungen, ulcerösen Exanthemen oder fort­schreitender Phlegmone nach dem Impfen gegen Lungeuseuche not­wendig; die Operation ist bei dem geringen Querdurcbmesser des Schwanzes eine einfache und keine andere, als die schon angegebene. Alle Üblen Folgen, wie sie früher SO häutig aufgetreten, lassen sieh durch das antiseptische Verfahren nunmehr vermeiden und gilt dies seihst vom Starrkrampf, wenn die Nachbehandlung nicht vernachlässigt wird, da er ja niemals die Folge der Operation selbst ist.
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Verzeichnis
der im Texte enthaltenen Abbilclunffen.
Figur 1nbsp; nbsp; Seitenbsp; nbsp;10.nbsp; nbsp; Kappzaum,
.,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;2nbsp; nbsp; nbsp; „nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;20,nbsp; nbsp; Strickbremse oder Stockbremse.
.,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;3nbsp; nbsp; nbsp; .,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;21.nbsp; nbsp; nbsp;Angelegte Strickbremse.
„nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;lnbsp; nbsp; nbsp; .,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;21.nbsp; nbsp; Eiserne Chiirnicrliremse.
.,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;5nbsp; nbsp; nbsp; .,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;21.nbsp; nbsp; nbsp;I,'iscrne, Bremse in ihrer Wirkimg.
.,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;6nbsp; nbsp; nbsp; „nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;22.nbsp; nbsp; Polnische Bremse (Nackeumaulbremse).
„nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;7nbsp; nbsp; nbsp; .,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;2.'i.nbsp; nbsp; Sclienkell)remse.
.,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;8nbsp; nbsp; nbsp; .,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;25.nbsp; nbsp; nbsp;Vorarmfessel gegen Hauen mit dem Vortlerfuss.
.,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;9nbsp; nbsp; nbsp; „nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;2(i.nbsp; nbsp; Befestigen des Vorderfusses.
„nbsp; nbsp; nbsp;10nbsp; nbsp; nbsp; .,nbsp; nbsp; nbsp; iiii.nbsp; nbsp; nbsp;Befestigen des Ilinterfusses an den gleichseitigen Vorderfuss.
.,nbsp; nbsp; nbsp;11nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;.,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;28.nbsp; nbsp; nbsp;Spannen der Hinterfüsse.
12nbsp; nbsp; nbsp; .,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;2!t.nbsp; nbsp; Keller'sche Spannmethode der Hinterfüsse.
.,nbsp; nbsp; nbsp;18nbsp; nbsp; nbsp; „nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;31.nbsp; nbsp; nbsp;Stuttgarter Notstand,
.,nbsp; nbsp; nbsp;14nbsp; nbsp; nbsp; .,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;-'ifi.nbsp; nbsp; Russisches AN'nrfzeng.
..nbsp; nbsp; nbsp;15nbsp; nbsp; nbsp; .,nbsp; nbsp; nbsp; .'!7.nbsp; nbsp; nbsp;Dänisches Wnrfzeug.
.,nbsp; nbsp; nbsp;16nbsp; nbsp; nbsp; .,nbsp; nbsp; nbsp; HS.nbsp; nbsp; Berliner Wurfzeug (Diet er ich s).
.,nbsp; nbsp; nbsp;17nbsp; nbsp; nbsp; .,nbsp; nbsp; nbsp; 4i).nbsp; nbsp; Spannstock.
.,nbsp; nbsp; nbsp;18nbsp; nbsp; nbsp; .,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;ID.nbsp; nbsp; Berliner Wnrfzeug mit Kette.
.,nbsp; nbsp; nbsp;nbsp; nbsp; nbsp; „nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;41.nbsp; nbsp; nbsp;Verschliessbares Schlosa zur Wurfkette.
,,nbsp; nbsp; nbsp;20nbsp; nbsp; nbsp; ,,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;41.nbsp; nbsp; Englische Wnrfkette mit Karabiner.
.,nbsp; nbsp; 21nbsp; nbsp; nbsp; „nbsp; nbsp; nbsp; U.nbsp; nbsp; Gloag'sche Fesselriemen,
.,nbsp; nbsp; 22nbsp; nbsp; nbsp;,,nbsp; nbsp; nbsp; 4;i.nbsp; nbsp; Patentwurfzeug von Becker.
.,nbsp; nbsp; 28nbsp; nbsp; nbsp; .,nbsp; nbsp; nbsp; 48.nbsp; nbsp; Geütfnete Schnalle zum Patentwurfzeng.
.,nbsp; nbsp; 24nbsp; nbsp; nbsp; „nbsp; nbsp; nbsp; II.nbsp; nbsp; Französische Wurfmethode (nach Rohard).
.,nbsp; nbsp; 25nbsp; nbsp; nbsp; .,nbsp; nbsp; nbsp; lü.nbsp; nbsp; Befestigen auf dem Boden nach der Rohard'schen Methode,
.,nbsp; nbsp; 26nbsp; nbsp; nbsp; .,nbsp; nbsp; nbsp; 4().nbsp; nbsp; Stuttgarter Wurfzeug mit zwei Seilen.
.,nbsp; nbsp; 27nbsp; nbsp; nbsp; ,,nbsp; nbsp; nbsp; 47.nbsp; nbsp; Befestigen auf dem Boden nach Stuttgarter Ali.
.,nbsp; nbsp; 28nbsp; nbsp; nbsp; .,nbsp; nbsp; nbsp; 66.nbsp; nbsp; Aufhehen liegender Rinder nach Johne.
.,nbsp; nbsp; 2i)nbsp; nbsp; nbsp; .,nbsp; nbsp; nbsp; ö7.nbsp; nbsp; Spannstock für den Kopf hei Rindern,
,,nbsp; nbsp; 80nbsp; nbsp; nbsp; ,,nbsp; nbsp; nbsp; öS.nbsp; nbsp; Französische Bremse für Binder.
.,nbsp; nbsp; .quot;1nbsp; nbsp; nbsp; .,nbsp; nbsp; nbsp; ölraquo;.nbsp; nbsp; Schenkelbremee,
.,nbsp; nbsp; 32nbsp; nbsp; nbsp;„nbsp; nbsp; nbsp; 69,nbsp; nbsp; Bullenring nach Rueff (englisch),
HtTllig'snbsp; Opel utiinisliliv,'. VT. Aul!.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ;,^
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Gefederter Kasonrlng für Binder.
Nasentrokart nach Kolb.
Franksche Lochzange fttr die Naseuscheidewand.
Hochheben eines Hinterbeines am Leitenvagen (Bind).
Niederschnüren der Kinder.
Befestigen der Seile beim niedergelegten Binde,
Verwahrung des Gebisses bei Hunden mit einem Tuche.
Das Fesseln der FiQgel mit der Bingkette,
Gefesselter Flügel. Von innen gesellen.
Eröffnung des Mauls vom Hunde mit Schnurschlingen.
Gerades feststehendes Manlgitter.
Rundes englisches Maulgittor (einfach).
Günther's bewegliches Maulgitter.
Brogniez's Maulschraube, C-förmig.
Mauigitter von Mackel mit Zaum.
Maulsperrer von Domhiik.
Maulgatter von Hausmann (geschlossen).
Verstellbares Maulgatter von Hoffmann.
Sperrelsen von Weher für Pferde (Maulsperrer),
Maulkeil von Bayer für Pferde.
.Maulkeil von Bayer für Hunde.
Elektrische Glühlampe von Bayer.
Elektrisches Bhinoskop von Folansky und Schindelka.
Tropfflasche für die Chloroform-Narkose.
Nasendrahtgitter. Chloroformiernetz.
Einfaehe Knopfsonde.
Hohlsonde mit ringförmigem Handgriff.
Euopfsonde mit griffelförmigem Ende.
Gekrümmte Ohrsonde.
Scharfe Spatelsonde mit Schraubenende.
Amerikanische Sonde (vorn elastisch).
Einfache Pinzette,
Anatomische Pinzette.
Scbieberpinzette von C'avallini.
Wundlöffel von Bruns,
1 tangenbeck'scher Wundhnken,
Doppelter stumpfer Wundhaken,
Federnder Doppelhaken (Snowden).
Doppelter scharfer Wundhaken.
Einfacher spitziger Haken.
Stumpfe Messerschneide (schematisch).
Geballtes Bisturi,
Gerades geknöpftes Bisturi.
Sichelförmiges Bisturi.
Einfaches gerades Bisturi.
Gekrümmtes Spitzmesser.
Gekrümmtes Knopfbisturi,
Bisturlferse mit Hehfcder.
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Anordnung des Scbubrings,
Blsturl mit Schubknöpfoben,
Ferse mit Schubknöpfoben.
Messer In Spungen beweglich.
Bisturl mit MetallUeft (useptiscli).
Aseptisches Doppelbisturi.
Hauptner's aseptisches Bisturi „Occultquot;.
Rechtsseitig schneidendes Lorbeerblattmesser.
Doppelschneldigos Lorbeerblattmesser,
Linksscbneidiges Lorbeerblattmesser.
Baslermesser. Taschenbestek Münlcum.quot;
Führung des Messers.
Führung des Messers,
Abscesslanzette.
Geschulterte Lanzette.
Englische Aderlasslanzette.
Gerade Schere. Fncislonsschere.
Nucli der Kante gebogene Spitzschere.
Nach der Fläche gebogene Schere.
Coopor'scbe Schere.
Enleschere,
Brüsseler Schere.
Schere mit einer feststellenden Klinge.
Gewöhnliche Kornzange.
Langfassende Kornzange,
Eingheim'sche Polypenzange.
Ärterlenzange nach Knherle.
Hakenzange mit Stellhnken.
Amerikanische I [akenzange.
Enocbenscbere von Listen.
Scharfer Liiffel (Curette).
Gewöhnlicher Trokart.
Explorativtrokart von Knoll (Kanüle).
Führung des Trokarts.
Aspirateur von Dieulafoy.
Ecraseur von Charriere.
1 toppelgezahnte Stichsäge.
Kettensiige mit Knebel.
Transportabler Irrigator.
Quetsohhahn mit Gummischlauch.
Sprayapparat von Richardson.
Elastischer Schnürstiefel.
Manipulation beim Aufrollen von Binden.
Umschlag beim Verbinden.
Gekreuzte Bindetouren,
Formaldehydlampe zum Desinfizieren (Tollens).
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DniiniöluTii von Gumini.
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Englisclio Aderlasslanzette. Aderlasslanzette nach Hoffmann. Deutsche Fliotc zum Aderlässen. Englische Aderlasstliote (Natttrl. Grosse). Brüsseler Kliete samt Flietenstock. Zurllckschlagender Aderlassschnamp;pper.
VerSChluSS der Aderhisswunde.
G-ourdon'scher Nadelbalter zum Aderlassen.
Aderhisssclmur hei Kindern.
Scbröpfeisen. Skariflkator.
1' ctit' sches Tourniquet.
Scbnttrgurt von Esmarch.
Doppelter Wundhaken.
Aseptischer Wundhaken,
Pinzetten zur Blutstillung.
Unterbindungspinzetten.
l'ean'sche Arterienklainniei'.
Blutstillungspinzette,
Descb amp' sehe (Jnterbindungsnadel.
Acnpressur. Acufllopressnr,
Blutstillung vermittelst Arterieiulurclisc hlinguug.
Subkutane Injektionsspritze von Pravaz.
Gummiringkolben für Injektionsspritzen.
Sick'sehe Impfnadel für Schafe.
Impfnadel von G erla eh.
Lungenseucbe-Impfnadel.
Impfionzette,
Stick er'sehe Impfspritze.
Wundnadeln iur Kinder.
Umstechungsnadel mit lt;raquo;iir.
Vogel'scbe Nähnadel.
l'atentheftnadel von Kratz.
Nadel für Bleidraht von Weiss (London),
Gourdoirscher Nadelbalter,
Nadelhalter von Langen heck.
Gestielte Nähnadel mit Holzgriff,
Q e r 1 a c h: sehe Heftnadel,
Turner'sche Nähseide in seclis Stärken.
Glasflasche mit zwei Seidenfadenspulen,
Nähen von Hautwunden.
Die Knopfnaht (Bundnaht},
Bntspannungsnabt.
Hautklammer zum Nähen.
Kammnaht (scliematisch).
Schlingennahl.
Umschlungene Naht. Acbtemoht.
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Verzeichuis tlei1 Abbildungen.
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KUi'Bcbnernaht.
Zlckzacknabt.
Zapfennaht (im Querschnitt).
Zapfennaht (Längenansioht).
Perlnaht. Plattennaht.
Stellbares verdecktes Flstelmesser.
Geschulterte Abscesslanzette mit Schieber.
Explorativkanüle von Enoll.
Lanzenmessor für Abscosse (schematlsch).
Ausräumer (Kugelcurette).
Amerikanische Kugelzange.
Knochenzange von Listen.
Deutsche Haarseilnadel (Halbe Grüsse).
Haarsellnadel mit Knöpfchen.
Verschiebbare Haarseilnadel.
Englische 1 [aarsellnadel.
Haarseilnadel mit Schubring,
Sewell'sche Haarsellnadel mit Stellschraube,
Strahlhaarseilnadel von Sewcll (Ilallgt;c Grosse),
Haarseilnadel für Hunde,
Messerförmiger Brennkolbeu für Strichfeuer.
Spitzoison für Funktfeuer.
Thermocautöre von Paquelln,
Punktbreuner des Zookauters,
Gewöhnlicher Nadelbrenner,
Stahlnadel zur Acupunktur,
Trephine. Handtrepan.
Bogentrepan ('/j Grosse).
Perforativ zum Trepanieren,
Exfoliativtrepan (halbe Grosse).
Knochenschraube (Imllio Grosso).
Linsenmesser des Trepanapparates,
Kuochenhebel.
Trepanationssteileu am Kopf des Pferdes,
Hornschraube zur Korrektion üer Höruer.
Modell zum Ohrenschneiden (Ohrkluppe).
Stenon'soher Gang mit den Gefiissen im Kehlgang.
Speichelstein am Hinterkiefer,
Überzfthlige Schneidezähne des Pferdes.
Zahnschlüssel von Garengeot.
Eröffnung der Maulböhle mit Schnurschlingen beim Hund.
Zahnmeissel nach Brogniez.
Zahnhobel (Itabot odontriteur) von Brogniez.
Zahnschero von liassi.
Zahnschere von Bassi (Seitenansicht).
Zahnschere von Möller.
Zahnschraube von Möller.
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Verzeichnis der Abbilduugeui
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Die Backzilbne (los Pferdes im Oberkiefer.
Riohtoug der Baclczohmvurzelu in beiden Kiefern.
Die Zahnzangen von Günther.
Hinterkieferzange von (i ü n t h e r nebst Unterlage.
Universalzahnzange von Frick und Hauptneri
Einarmige Hebelzauge fttr Zähne von Frioklt;
Qünther's Luftsackkatheter.
Luftsacktrokart,
Kehlkopf mit seinen Muskeln.
Tamponkanttle zur Arydektomie.
Federnder linken zur Besektion lies Aryknorjiels,
Knoi'pelmesser zur Laryngotomie.
Zunge zum Vorziehen des Giesskannenknorpels.
Gekrümmte Schere von Möller.
Luftröhreuzange.
IIayne's Luftröhrentrokart (flach).
Tracheotom von Thompson nebst Kantile.
Quadratischer Lufb'öhreuausschnitt (Viborg).
Längsschnitt der trachealen Knorpeln.
Ovaler Luftröhrenausschnitt (Brognie'z).
Tracheotubus von Brogniez (alt).
Tracheotubus von Bartholöray.
Luftröhrentubus von Dieterichs.
Damoiseau's zerlegbarer Luftröhrentubus.
Verschraubbarer Tracheotom von Leblanc,
Universaltnbus zum Luftröhrenschnitt.
Tracheotomie beim Bind.
Monro'sches Schlundrolir für Hinder.
Mundstttck zur Schlundröhre,
Schlundröhre von Bild.
Her twig's Schlundzange.
Unteres Ende der Hertwig'schen Schlundzange.
Schlundkorb fttr Hunde (Mttnzenffinger).
Amerikanische Schlundzange.
Schlundzange von Wegerich.
Scblundbohrer und Schlnndmesser von Wegerich.
Brusttrokart für Pferde.
1 luftabschliessender ürusttrokart.
Trokartftthnmg bei der Thoracocentese.
Wundlöffel zur Laparatomie.
Wundhaken (Bauchschnitt).
Runder Pansentrokart.
Runder Trokart fttr Rinder.
Pansenentleerungstrokart von Brauer.
Darmnaht nach Lembert (Ltagenansicht).
Lembert'sche Darmnaht (im Querschnitt).
Darmnaht, Methode Jobert (Querschnitt),
Darmnaht nach Q olv.
ocr page 629
Verzeichnis der Abbildungen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;599
Figui' 27Hnbsp; nbsp;Seitenbsp; nbsp;.'!72.nbsp; nbsp; ])iinnnaht nach Oely für Längswundeni
-71nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;.,nbsp; nbsp; nbsp; .'iT.'i.nbsp; nbsp; nbsp;Jobert'scbe Daraumbt bei Querwundeni
^75nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;,,nbsp; nbsp; nbsp; B74,nbsp; nbsp; nbsp;Danunobt, Methode Kmmoi't.
27(1nbsp; nbsp; nbsp; .,nbsp; nbsp; nbsp; .'i77.nbsp; nbsp; nbsp;Ilölire zmii Aliliinclen bei Mastdiinnvortall.
277nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;.,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;;!is.quot;gt;.nbsp; nbsp; nbsp;Bruchmesser von Anker.
878nbsp; nbsp; nbsp; .,nbsp; nbsp; nbsp; ;isii.nbsp; nbsp; Bauobgurte für Nabelbrüche.
2711nbsp; nbsp; nbsp; .,nbsp; nbsp; nbsp; .'ins.nbsp; nbsp; Hölzerne Charnierkluppe für Bauchbrttche.
2siinbsp; nbsp; nbsp; ,,nbsp; nbsp; nbsp; 888,nbsp; nbsp; Bruchklemme von Bardonnat,
2K1nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;,,nbsp; nbsp; nbsp; 888,nbsp; nbsp; Eiserne Schraubenkluppe für Bauchbrüche,
282nbsp; nbsp; nbsp; ,,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;889,nbsp; nbsp; nbsp;Bruchnadel, gewöhnliche,
28.,{nbsp; nbsp; nbsp; ..nbsp; nbsp; nbsp; 889,nbsp; nbsp; Bruohnaht mit Metallplatte nach Mangot,
284nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;.,nbsp; nbsp; nbsp; 890,nbsp; nbsp; Führung des Urnchmessers.
285nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;.,nbsp; nbsp; nbsp; 390,nbsp; nbsp; Herniotom,
286nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;.,nbsp; nbsp; nbsp; 394,nbsp; nbsp; nbsp;Der Bauchring uml seine Umgebung,
287nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;.,nbsp; nbsp; nbsp; 897,nbsp; nbsp; Eingeklemmter Leistenbruch.
288nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;,,nbsp; nbsp; nbsp; 898,nbsp; nbsp; Herniotom mit Schneidedeckel. 28iinbsp; nbsp; nbsp; nbsp;,,nbsp; nbsp; nbsp; ;i!)s.nbsp; nbsp; nbsp;Bruchmesser von Hoffmann, 290nbsp; nbsp; nbsp; ,,nbsp; nbsp; nbsp; 403.nbsp; nbsp; Der Kruralring und seine Umgebung. 2!Mnbsp; nbsp; nbsp; nbsp;..nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;109,nbsp; nbsp; Verdecktes Zitzenmesser von Masch, 292nbsp; nbsp; nbsp; ,.nbsp; nbsp; nbsp; 409,nbsp; nbsp; Fürstenberg's Milchkatheter, 298nbsp; nbsp; nbsp; .,nbsp; nbsp; nbsp; 4(11).nbsp; nbsp; Beinernes Melkröhrchen,
294nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;.,nbsp; nbsp; nbsp; 409.nbsp; nbsp; Durchschnitt einer Enterzitze,
295nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;.,nbsp; nbsp; nbsp; 411,nbsp; nbsp; Die Milchdrüse und ihre Umgebung, 29t)nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;,.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;415,nbsp; nbsp; Durchschnitt der männlichen Rute der Länge nach.
297nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;.,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;417.nbsp; nbsp; Knochenschere von Liston.
298nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;„nbsp; nbsp; nbsp; 421.nbsp; nbsp; Weihlicher Metallkatheter.
299nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;„nbsp; nbsp; nbsp; 421.nbsp; nbsp; Männlicher Metallkatheter für grosse Haustiere.
800nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;„nbsp; nbsp; nbsp; 422.nbsp; nbsp; nbsp;Brogniez's elastischer Pferdekatheter,
801nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;„nbsp; nbsp; nbsp; 42.'gt;.nbsp; nbsp; nbsp;Drahtkorb zum Harnröhrenkatheter, Pferd,
802nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;,,nbsp; nbsp; nbsp; 427.nbsp; nbsp; nbsp;Durchschnitt der Harnblase hei der Kuh. 808nbsp; nbsp; nbsp; „nbsp; nbsp; nbsp; 429.nbsp; nbsp; nbsp;Lage der Harnblase und Harnröhre hei Rindern.
304nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;.,nbsp; nbsp; nbsp; 486,nbsp; nbsp; nbsp;Gerader Harnblasentrokart.
305nbsp; nbsp; nbsp; ,,nbsp; nbsp; nbsp; 486,nbsp; nbsp; Mastdarmblasentrokart von Fleurent, 806nbsp; nbsp; nbsp; „nbsp; nbsp; nbsp;439.nbsp; nbsp; Lithotriteur nach Bouley,
397nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;„nbsp; nbsp; nbsp; 440.nbsp; nbsp; nbsp;Löffelförmige Steinzange von Peuch,
398nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;,,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;140.nbsp; nbsp; nbsp;Oehogene Rlasensteinzaiige.
309nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;.,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;ill.nbsp; nbsp; nbsp;Lithotome cacli6.
310nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;„nbsp; nbsp; nbsp; 451.nbsp; nbsp; Die Hoden mit dem Samenstrang vom Pferde. 811nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;.,nbsp; nbsp; nbsp; 452,nbsp; nbsp; Hoden. Nebenhoden und Samenstrang vom Pferd. 312nbsp; nbsp; nbsp; .,nbsp; nbsp; nbsp; 456,nbsp; nbsp; Kastrierschlinge.
818nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;„nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;l(i().nbsp; nbsp; Altdeutsche Kastrierzange zum Abdrehen. 814nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;.,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;liiO.nbsp; nbsp; Englische Zange zum Abdrehen,
315nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;,,nbsp; nbsp; nbsp; 4(10.nbsp; nbsp; Zange zum Ahdrehen von Tögl,
316nbsp; nbsp; nbsp; .,nbsp; nbsp; nbsp;461,nbsp; nbsp; Neue dänische Kastrierzange. .'!17nbsp; nbsp; nbsp; .,nbsp; nbsp; nbsp;4()3.nbsp; nbsp; Hoffmann's Klammerzange für Pferde. 31snbsp; nbsp; nbsp; .,nbsp; nbsp; nbsp;4(gt;3.nbsp; nbsp; Dieselhe, auseinandergelegt.
819nbsp; nbsp; nbsp; ,.nbsp; nbsp; nbsp;468,nbsp; nbsp; Torculnm nach Hoffmann zum Kastrieren. 320nbsp; nbsp; nbsp; .,nbsp; nbsp; nbsp; los.nbsp; nbsp; Holzkluppe zum Binden,
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650,
Qobogene Kastrierkluppe für Pferde,
Charnierklappe von Holz (veraltet).
Holzkluppe zum Schrauben,
Hölzerne ßingkluppe für Pferde,
Ringkluppe, halb geöffnet für Pferde,
Ältere Kluppenzange,
Kluppenschraube von Obich.
Eiserne Kluppe zum Schrauben für Böcke,
llolzliluiipc mit Schraube und t'lianiier.
Schmey'sche Kastrationsnadel für Böcke und Eber,
Kastriermesser für Eber,
Anatomische Lage der Hoden beim (jeflüatel.
Zange zum Ergreifen versteckter Hoden,
Schere für Samenstrangilsteln von Ho ff mann.
Lage der Eierstöcke und Utcrusliörncr.
Metallener Fingerhut zur Kastration der Kuh.
Eierstockzange von Dittweiler.
Vaginalmesser, verdecktes.
Führung des Scheidenmessers beim Kastrieren.
Trogscharre zum Abschaben des Eierstockbandes,
Eierstockzange nach Charlier,
Scheidenspanner von Charlier, geschlossen und geöffnet,
Ovarienzange,
Ilaubner's Scheidenspanner,
Scheidenspanner nach Harms.
Kastrierklammer von Colin.
Kastrationsschere von Kicliter.
Altere Eierstockzange.
TJteruskanüle von ^'ovvacki.
Weibliche Geschlechtsorgane vom Schwein.
Schere zur Entfernung starker Haare und der Borsten.
Kastriermesser für weibliche Schweine.
Dirks'sche Sonde zum Kastrieren.
Gekrümmter Aufschneidespatel zum Kastrieren.
Nadel zum Flankenschnitt hei Schweinen.
Beugesehuen des Vorderfusses (medial) vom Pferd.
Spitzmesser zur Tenotomie,
Tenotom nach Brogniez,
H offin a nn'scher Tenotom.
Sehnenschoner für Pferde.
Elastischer Schnürstiefel für den Unterfuss bei Pferden.
Linker Flügel vom Pfau (Vorarm).
Muskeln des Oberschenkels vom Rind (Myotomie),
Muskeln und Sehnen des Hinferfusses vom Pferd (Hahnentritt).
Die Sehnenäste am Hinterfuss,
Sehnenäste am Sprunggelenk vom Pferd (Spatstich).
I'eriosteotom von Sevvell.
Neurotomiehaken.
' i 1 l
ocr page 631
Verzeichnis ilcr Abbildungen,
60]
Figur
869 8c
Ite 551.
.!{70 „ 'vvJ.
871
552.
878
551).
878
, 5()l.
87 1
. 664.
#9632; gt;75 ,
687,
87G ,
572.
:i77 ,
, 578.
niH ,
, 57!raquo;.
879 ,
. 579.
880
679.
881
, 582.
882 ,
, 582.
888
, 582.
881 ,
, 588.
Nerven am Vordcrfuss des Pferdes (Xeurotoniic i. Nerven am Vonlcrt'uss (medial). Nerven und (Jef'iisse am Metacarpus vom l'ferd. Nerven des Iliiiteri'nsscs (mediale Seile).
Aspirateur von Dleulafoy,
l'l'avazspritze mit Kanülen.
Q-ummisolinürstrurapf für das Sprunggelenk,
A. Loorbeerblattmesser, ü. Profil. 'gt;78. Querschnitt durch die SchwelfrUbe.
Myotomie des Schweifs. Längsschnitte. 579. T-Schnitte beim Englisieren,
Querschnitte der Haut liei lt;ler Myotomie des Schweifs,
Älterer Myotom mit Ringfeststellung,
Geknöpftes Muskelmesser zum Englisieren,
Myotenotom von IJriicher.
Deutsche Coupierschere für die Amputation des Schweifs
ocr page 632
Register.
A.
Abaisse-langue von Deviller 7-1. Abbinden. Unterbinden 120. Abbinden von Geschwülsten 2Hi. Abbrennen von Geschwülsten 2.1 H. Abdrehen von Geschwülsten 217. Abdrehen der Hoden 457. Abdrehen der Eierstöcke oO.'i. Abhobeln der Zähne 274. Abildgaardt'sches Wurfzeug 87. Ablateur de la queue öKH. Abmeisseln der Zähne 27;!. Abquetschen, Eerasement 128. Abraspeln der Zähne 272. Abreiben falsches der Zähne 271. Abrollen der Binden 14quot;). Absägen 129. 273. Absägen langer Zähne 273. Abscess, Eröffnung desselben 211. Abscesslanzette 110. 212. Abschnüren 12G. 21(i. Abwerfen des Pferdes 33. Abwerfen der Rinder 64. Achtergang. Dolabra cruciata 145. Achternaht 201.
Acologie. Instrumentenlehre 92. Actinomykome 220. Actol 149. Acufilopressur 181. Acupressur 181. Adenom der Schilddrüse 297. Aderdrücker. Tourniquet 177. Aderlässen. Venäsektion 157. Aderlasslistel 299. Aderlassflieten 168,
Aderlassfolgen 170. Aderlassinstrumente 161.
Aderlasslanzetten 112. 1(12. Aderlass örtlicher, Skariflkation 172. Aderlassschlegel 164. Aderlassschnäpper 165. Aderlassschnur 16(raquo;. Aderpressen 177. Aderverschluss 167. Adertrichter 184. Ätherisieren 84. Ätherisieren rektales 85. Äthernarkose 84. Äthylchlorid 89. Atzen der Geschwülste 21 ii. Aftermangel. Atresie 379. Afterverschluss 379. After widernatürlicher 380. Airol, Antisepticuin 149. Aktinomykosis 220. Alkoholnarkose 85. Alphaspritze 184. Aniorikanisclie Ilornscherc 261. Amerikanische Kugelzange 215. Amerikanische Schluhdzange 333. Amputation der Blase 445.
des Flügels 574.
der Gliedmassen 669.
der Harnblase 445.
des Horns 260.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;der Klauen 572. der Mamma 410. der Ohren 262. des Penis 413.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; der Rute 413.
ocr page 633
Register.
603
Amputation des Schweifs 687,
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;der Zunge 2HH,
Anftmaturgie 1, Anästhesie, allgemeine 81.
Anästhesie, lokale 89, Anbinden dos Kopfes 34. Angiotomie 157. Ankers JJruchmesser 985. Antiseptische Verbandmittel 148. Antiseptischer Wundverband 145. Anusmangel 870, Anus priltcrnatunilis 881, Anzeigen der Operationen 4, Arabisieren, Englisieren 57ö. Aristol 149.
Arniliakenbeinnuiskel, Myotomie W). Arninervonschnitt 549. Arteriendnrchschlingnng 188. Arterienliaken 100, Artoi'icnklemmer 179, Arfericnpinzotten 99, 179. Arlerienverscliluss 178. Arterienzangen 188. Artnriotoniie 172. Aryknorpelsihnitt 805. Asbestringe für Spritzen 181, Aspirateure 123. 504. Atberome 217. Atresia ani 379,
Aufblähen der Wiederkäuer 352. Aufhalten des Vorderfusses 2laquo;. Aufhalten des Ilinterftisses 2(j. Aufheben liegender Rinder 55. Aufschlitzen der Haut 109, Aufschneidespatel 541. Aufschnüren bei Ochsen 383. Auf- und Abrollen der Binden 113. Aufzugsapparate 30. Ausbinden der Küsse, s. Wurfzeug. Auskeilen der Backzähne 280. Auskratzen mit Lötfein 120. Ausräumen, Curetten 215. Atisrotten mit dem Ecraseur 128. Ausrotten, Exstirpation 216. Ausschälen von Geschwülsten 217. Ausziehen von Backzähnen 278. Ausziehen von Schneidezähnen 2i)8. Autoplastik 210.
B.
liackzähne, Ausziehen ders. 278. Backzähne) Auskeilen ders. 280. Badeschwämme 134. lialassa'sthe Wurtniethnde 86, Balggeschwttlste, Cysten 2)7. Ballonspritzen 131. Bandagenlehre 135. Bardonnat'sobe Bruchkluppe 388.
liiirtlielrmy's Tracbeotubus 320.
Bassi'scho Zähnscbere 27H. Baucbbrücbe 881. Bauchfellbruch des Ochsen 382. Bauchfellentzündung 346, Bauchgarten 34. 888, Bauchbautvene zum Aderlassen 161. Bauchböhleneröffnung 348. Bauchschnitt 348. Bauchstich 352. Bauchwassersucht 846, Baumwolle 137. Baumwolltuch, Shirting 189. Bauschen, Wicken 186, Bayer's Glühlampe 80, Maulgitter 75.
—nbsp; nbsp; nbsp; Maulkeil 76.
—nbsp; nbsp; nbsp; Eastrierzange 460. Beckenbruche beim Werfen 61, Becker'sche Bruchklnppe 388. Becker's Fatentwurfzeug 43. Befestigen des Hinterfasses 26.
des Kopfes 24.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; des Pferdes 23. der Rinder 62.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; am Schweif 27.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; im Liegen 65.
des stehenden Tiers 23.
des Vorderfusses 26, Beinbrüche beim Werfen 52. Beinhautschnitt 545. BeissUörlie 74.
Eeisszangen für Schneidezähne 2(i9. lleleuchtnngsinstrumente 77. Belgisches Wurfzeug 48, Benzingebläse zum Brennen 234. Berieselung der Wunden 181, Berieselangsinstrumente 132. Berliner Wnrfzeng 38. 40.
ocr page 634
I.til
lietMStcr.
BescMdigen dut'oh Zwangsmittel 5(). lieseliliigliri'tckcn 24. lietnifisopcriitionen .'i. Bild'scbe Schlundröhre 889, Jiilling's Chlorofohnierbeoher 88, Billlug'sches Maulgltter quot;2. Billing's Soheldenspeculum 604, Billroth'scher Brusttrokari 848, BUlroth's Zange L19, Binden, Bindenmaterial 188, Bindenabnahme 146, Bindenkopf 14.'i.
Bisturi und seine Arten lol. ;iit8. Bistournage -154. Blasenamputation 115. Blasenkatbeter 419, Blasenschnitt, Cystotomie 437. Blasensteinschnitt 4.'!7. Biasensteinzertrüramerung 488, Blasenstich, Cystoeentesc 480, 43iJ. Blattsftge 129,
Blechlöffel zum Auskratzen 131, Bleidrabt zum Nähen 198, Bleidrahtnadel 196, Bleikugeln, Extraktion ders. 215. Bleiplattennaht 208, Blenden zum Werfen 20. Blutgeschwülste 211, Blutlassen 167, Blutleere, künstliche 1.77. Blutmenge beim Aderlässen 159, Blutsauger, künstliche 174. Blutstillungsarten 174, Blutstillung durch Brennen 280, 239, Bogensäge 129. Bogentrepan 249, Borsäure, Antisepticum 150, Botryomykome 22'). Bougies für die Harnröhre 42.'). Bouillard'sche Kluppen 489, Bouley's Steinzange 488, Bouley's Zahnzange 282. Bourtjuot's Nadelbrenner 2.'i(). Bräuer'sche Nasenbremse 5s. liriiuer's l'ansentrokart 854, Bremse für Pferde 20, Bremsen der Binder 58. Bremsenschwindel 258.
Brennen 228.
Brenneisen, Brennkolben 231. Brenngrade, verschiedene 232, Brennmetlioden, verschiedene ü.'iii. Bronnen mit Glülmadeln 240. Brogniez'scher Broncbotom •'!!laquo;.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Darmtrokart 302. Gastrotom 358. Katheter 422. Maulsobraube 72. Tracheotubus 819, Wurfzeug 43.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Zabnzonge 282. Bronchotom 218.
Bronchotomie, Tracheotomie 317. Bruchbandagen 886,
Brüche 381.
Bruchkluppen 387.
Bruchmesser 885, 898,
Bruchnadel 880,
Bruch, innerer des Ochsen 382.
Bruchoperation, s, die einzelnen Brüche
Bruchzangen 889,
Brücher's Myotenotora 5H2.
Brüllerkrankheit 497.
Brüsseler Fliete 164,
Brüsseler Schere 115,
Bruns'sche Nähnadel 195,
Brustbremse 58.
Brustfellentzündung. Punktion 844,
Brustschnitt 345.
Bruststich 340.
Bmsttrokart 841,
Brustwassersucht, Punktion 841.
Bubendorf's Kastrationsweise 504,
Bullenbändigei' 58.
Bullenführstock 60,
Bullenringe 69,
Bundnaht, Knopfnaht 201.
C.
Cadiot's Kastrationswelse 506. Calicot, Verbandzeug 189. Cambrikbinden 189.
Canülen. Hohlnadeln 122. Garabinerhaken 41,
Carliolsäure, Anlisepticnm 149.
ocr page 635
Kpfrislcr.
60Ö
Cardnome, Exstirpation 210. Carlsliiuleriiiuleln litti. 20 t. Carotlsuntet'bindiuig 170. Castration b, Kastration. Castration ii cordon döcouverf 47-1 —nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;amp; tcsticule couvort 466.
ii testicule däconvert 4t)ii. Catgut 199.
Caudotom Leblano's 582. 588. Cauter 281.
Cauti'ie ä aiguilles 240. Cauterium aotnale 281, Cauterisieren. Brennen 228. Cauterium potentials 21lt;). 381. Cavallini's Arterienpinzette 99, Cellnloidmullverbände 141. Centrumbohrer zum Trepanieren 250. Chabert'sohe Luftsaokoperatlon 294. Cballier'sche Nasenzange 58. Champignons am Samenstrang 4it;!. Charlier's Kastration 502. Charlier's Trokart 218. Charnierbremsen 21. Charnierkluppen 469. Charri^re'scbe Pinzette 99. (harriere'sclic Schere IM. Cliarrierequot;s Ecraseur 128. Chassaignac's Ecraseur 128. v. Chelchcwsky's Lederbecher 88.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Spannmethode 27.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Tracheotubua .'iJ:.'. Chirurgische Schlinge 45(1. Chloralhyilrat zur Narkose 85, Chloroformiernetz 8H. Chloroformnarkose ^2. Christensen'scber Scbluudbohrer 331. Clark'sches Wurfzeug 41. Cocainisieren 90. Cönurusoperation 252. Collin'sche Kastrationsart 508.
Nadelhalter 197.
Schere 114. Compressionsverband 185. Compresslonszange 118. Condylome 219. Constricteur Maisonneuve 129. Contaktfeuer 286. Contentiv-Verbünde 141.
Coupieren lt;les Ohres 202. —•nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; des Schweifs 587.
Coupiersohere 588. Courtieren des Schweifs 577. 5n7. Crcolin, Antisepticum M'J. Cruralbruch, Schenkelbruch 408. Curette, scharfer Löffel 120. 215. Cysten 217. Cystocentese 484. Cystotomic, Blasenschnitt 4.'i7. C/.crny's Darmnaht 871.
I).
Dänische Haarseilnadel 225.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Kastrierzange 401.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Wurfzeug •i7. Daramblasenstich 486, Dammbruch, Perinealbruch 405. Daraoiseau's Tracheotubus #9632;'321. Dampf, pfeifender 801, Darmnadeln '#9632;)70.
Darmnaht 889, Darmresektion 308. Dannsaiten 199, 408. Darmschnitt, .')05. Darmstich 860, Darmtrokart i)02. Darmverletzungen 807. Darmvorfall 492. Daum's Patentcoupierzange 589. Deckmaterial zum Verbinden 130. Deckverbftnde 186. Degive'scher Brennapparat 286. Delvos'sche Schlundzange 3;!2. Deplace'scber Nadelbrenner 286. Desartiknlation s. Exartikulation. Deschamp'sche Nadel ISO. Desiiilizicrmittel 148. Desmologie. Verbandlehre 185. Deutsche Bremse 22. Deutsche Haaraeilnadel 224. Deviller's Manischraube 74. Diätetisches Verhalten hei Operationen 8. Dichtungsringe hei Spritzen 181. Dieterich's Luftsackoperation 290. Tracheotubus .'320.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Wurfzeug 88.
ocr page 636
106
Roffister.
Dieulafoy's Aspirateur 134gt; Dippelboliren -:'gt;^-Dirks'sche KftBtrationssonde 51h Dlstanzfeuer 986. Dlttweiler's Eierstookzange 801, Dolabra und Ihre Arten 143. Domlnik's Maulspori'er 74, Doppclbisturi, aseptisches lüquot;). Doppelgebiss -lt;)8. Doppelhaken LOO, Doppelschaeidlge Messer 106, Draht zum Miihcu 200,
Drahtecraseur 128, Drahthaken 100.
Drahtmaske zum Narkotisieren HS. Drahtschlingen 128. Drahtseilecraseur von l'ean I^ü. Drahtstifte zum Brennen 241. Drainage 153. Draintuhrcr 154.
Drehkrankheit, Dippelbohren 252. Drosseladernnterbindnng 17o. Drosselvenenexstirpatlon B'io. Ductus und seine Arten 143.
Elektrogalvanisches Brennen 242. Elektropunktur 244. Elementaroperationen 2.
Kliminationsverhand 135. Kmmert'sche Darnmalit 374. Endoskopie 78, Englische Haarseilnadel 225,
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Katheter 511.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Wurfzeug 41. Englisieren 570. Englisierschere 588. Knteroeentese 3()(X Enteroraphle 869, Enterot om 3ti2. Enterotomie 866.
Entfernung von Fremdkörpern 214. von Geschossen 215, von Geschwülsten 216,
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;von Hoden 447.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;von Schilddrüse 2ii8. Entfesselungsinstrumente 42. Entkörnen der Kälber 2ii0. Entspannungsnaht 202. Enucleatlon der Klaue 572. Epidermisaussaat 211. Esmarch'sche Binde 177. Esmarch'sche Schere 144. Etagennaht 202. 207.
Etuis für Instrumente ii4. 108. 155. Eustachische Röhre 292. Euteroperationen 407. Euterpolypen ioh. Evers'scher Schlundbohrer 334. Exartikulation des Flügels 574.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; der Klauen 572. Exfoliativtrepan 250. Explorativkanüle 213. Explorativsonden 94. Explorativtrokart 122. 213. Exporteur für Zähne 284. Exstirpation, Ausrottung 128. 216.
des Aryknorpels 305. der Drosselvene 300. der Eierstöcke 497. des Gieskannenknorpels 305 der Hoden 4 17. der Hörner 260,
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; des Euters 410.
E.
Ecraseur. Ecrasement 128. Eierstockschere 504. Eierstockschnitt 497. Eierstockzangen 6( 11. Einspritzungen s. Injektion. Eisen, glQhendes 231. Eisendraht zum Nähen 200. Eiserne Bremse 21. Eisensesquichlorid 17'i. Eiterband 220. Eiterbandnadeln 223. Eiterhöhlen. Abscesse 211. Elastische Binden 110.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Gamaschen 111. Katheter 123.
—#9632; Kompression 177. Ligatur 127. Naht 207.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Schnüre 12k.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Schnürstrumpf 5f)7. Elektrisches Glühlloht 78.
ocr page 637
Kcsistcr.
607
Exstirpation der Jugularls ^iOii. —nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; der Kluiio 572.
dor ScbilddrtlBe iS'S.
laquo;lor Zim^e 288. Extraktion des Backzahns 278. Extraktion von Schneidezähnen 2()8.
F.
Fäden zum Nähen 198.
Fascia lata, Myotomio öl!quot;).
Fiiszien, Wiindliiinlcn Iö8.
Fanstbaltimg des Messers 109,
Federhaken, Drahthaken 100. 807.
Feilen und Raspeln 181,
Fernini candons 231.
Ferse des Messers. Talon 101. Uj.'i,
Fessel,uiillcn 5lt;gt;,').
Fesselncrven, Keniotoinie 554. 557.
Fesselriemen 84. 42.
Fesselschellen 04. 48,
Fesselschnallen 43,
Feuertherapie 22laquo;.
Fibrom, Exstirpation 217,
Fibromyxom 217.
Fingerhut zum Kastrieren 500.
Fistelmesser 102. 212.
Fistelmesser, verdecktos 212.
FixierungsverTjand 186.
Flachs. Jute 187.
riacoiiinjoctcur 185.
Flanell zum Verband 1 10.
Flankenbrtlcho 392.
Flankenschnitt 348.
Flankonsticli 860,
Flieten, verschiedene 163.
Flor's Lochzange ÖO.
Flourant's Darmtrokart 864.
Flügolaniputatioii 57 1.
Fltlgelfessel nlaquo;.
Fliigelmyotoniio 524.
Flttgelstntzen 524.
Föhringer's Clüoroformierbecher 88,
rektale Punktion 3(it. Fontanelle 222, Forciprcsstir 180. Formaldehyd 160, Formaldeliydlampe 160.
Fortlaufende Naht 205. Frank'sche Lochzange 61, Französische Ilaar.seiliiad(d 224. Katheter 423, — Oohsenbremse 68, Wurfzeug ll. Frauenholz'sche Schlundröhre 829. Fraun'scbes Perforativ 408. Fremdkörperentfernung 211.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; aus dor Luftröhre 811,
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ans dem Schlund 323.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; aus dem Magen 869, aus dem Darm 305.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; aus der Muskulatur 214. Frere-Cosine'sthos Herniotom 398. Frick'sches Taschenbesteok 108.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;üniversalzange 285. Fl'iedberger's Darmtrokart 862. Fröhner's Maulgitter 72. Fuchs'scbes Maulgitter 74. Fuchsschwanz zum Sägen 130, Führung des Messers 108. Fürstenberg's Melkröhre 409, Furchensonde i*G. FussrollenentzUndung, Haarseil 227.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Neurotomie 549. Futtergaze. Steifgaze 140.
G.
(lallen 562, Galleninjectlonen 501. Qallenscbnitt 537. Gallenstich 5ß(). Galvanokaustik 2t(i. 212. Gamaschen zum Verbinden 111. 537 Gamgee's Maulgatter 72. Garengeot's Zahnschlttssel 209. Gastrocentoso 352. Gastrotomie 866, Gaze. Mull, Tüll 137. 189. Gazoduct von Sajoux 332. Gebrauchsoperationen 8. Gefässdurchschlingung 182.
—nbsp; nbsp;durchstechung 183.
—nbsp; nbsp;naht 182.
—nbsp; nbsp;ligatur 178. Gehilfen zum Operieren 11.
ocr page 638
608
liejiister.
Gehirnlilascnwunii 2quot;)^. Gcliirntropanation 252.
Gekreuzte Naht 204.
Gclonlie, liicnncn denselben 211.
Eröffnung Ö67.
gallen, 663. 667. Gely's Darmnaht .'172. Genickbeule 989. Genickflstel 989, Gerlach's Brucbnadel 889.
—nbsp; nbsp; nbsp; [mpfnadel 191, Hartmann'scher BOgel 504.
—nbsp; nbsp; nbsp; Messer 10;!.
—nbsp; nbsp; nbsp; Nilhnadel 197. Geschosse, Entfernung derselben 215. Geschwülste, Eröffnung derselben 911. Geschwülste, Exstirpation 216. Giesskannenknorpelschnitt iS05. Glasperlen, Perlnaht 207. Gliedmassen, Amputation 609, Gloag'scbe Fesselrieraen -12. Glottisoperation .'!05.
Glttheisen, Ferrum candens 231, Glüheisen zum Blutstillen 230. 23!t. Glühlicht zur Beleuchtung 78. so. Glühnadeln, Glühstifte 236. 240, 689. Glutol 160,
Gourdon'scher Nadelhalter 197, Gowing's Zahnzange 2H2. Greifzange Hoffmanns 4()2. Grützbeutel, Exstirpation 217. Günther's Arydektomie 304,
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Luftsackkatheter 2!)2.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Maulgatter 72.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Myotomie dos Schweifs 5S2.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Zahnzangen 2^2. Guilbert's Zitzenerweiterer 407, Guillon'sche Steinzanga 438. Qummibinden 140, Gummidrains 164, Gummiheftbftnder 141. Gummikatheter 421. Gnmmipfriemen 12K.
Gummiringkolben für Spritzen 181, ISO. Gummiröhren 12s.
Gummischnüre 128. Gussenhaucr'sche Darmnaht 372.
H.
Haarscheren 116. 5io.
Haarseil, Eiterband 220.
Haarseilnadeln 22;gt;.
Haarseilsonden 96.
Haarzangen, Pinzetten 98,
Hämaturgie 1.
Hämostatische Büttel 174.
Hüngevorrichtungen 80.
Hagedorn's Nadeln 196,
Hagedorn'soher Nadelhalter 197.
Hahnentritt, Operationsarten 681,
Haken, verschiedene 99,
Haken far den Schlund 881,
Ilakenpinzetten 119,
Hakenzangen 1 \'i
Halbblattförmige Messer 108.
Ha Ihkreismesser 100.
Halfter zum Halten des Kopfs 18.
Halten und Befestigen der Tiere 10. 23.
Haltverhand 136,
Handführung des Messers 108.
Handlampen 78,
Hand Operationen 3.
Handspray 134.
Handtrepan 248,
Hanf, .lute 137.
Harms'sche Ochsenbremse 58.
Scheidenspanner 504. Harnblasenamputation 445. Ilarnhlasenkathcter 419, Haruhlasenschnitt 437. Harnblasensteine 438. Harnblasenstich 434. 486, Harnblasenzange 439. Harniutiltration 4.31. Harnröhrenkatheter 120. Harnröhrenoperationen 419. Hamröhrenschnitt, ürethrotomie 428. Harnröhrenspaltong 433. Harnsteine 436,
Harnsteinzertrttmmerung 438.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;raquo;
Harnverhaltung, Harnkolik 419, Hartgummispritzen 131, Hasenschartennadeln 196. Hasenschartennaht 204. Hanbner's Scheidenspanner 504. Hauer'sche Maulschraube 74.
ocr page 639
licirister.
609
lliiuiitfcssel beim Werfen 8 I. Hauptner's Nasenringe 30.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; üniversalzange 98Ö. Hausmann'sclies Maulgatter 74, Hautersatz durch Transplantation 21(1. Hautklammer 203.
Hayne's Luftröbrentrokart 816, Hebel zum Trepanieren 250, Hebfeder bei chirurgischen Messern lo-J Hechtgeblss, Korrektion 2(i8. Heftbändchen, elastische 2(i7. Heften der Wunden s. Xiihte. Heftnadeln 194. Heilung unter dem Schorf 161, Heilung unter dem Verband 161, Heiss'sches Reisenecessaire lü.s. Helper'scher Adertrichter im. Hennen, Kastration derselben 616, Hcrniotome 886, 890, 898, Hernlotomie s. die einzelnen Brüche. Hertwig's Maulgatter 71. — Schlundzange ;ii32. Wurfzeug 89, Herzbeutelstich HiS. Hess'scbo Äubindungsvorrichtungen 68, Heteroplastik 210. Highmors Höhle, Trepanation 255. Hinterfesselnerven, Neurotomie 557. Hinterkieferresektion 2()7. Hippo-Lasso zum Befestigen '^'2. Hitzegrade der Brenneisen 2:S2. Hobel, Zabnbobcl 274. Hobeltouren beim Verbinden 148, Hochheben der Hinterheine, Pferd 26. Hochheben der Hinterbeine, Kind fi.'!. Hoden s. Kastration. Hoden, verborgene 484, Hodensackbruch 39.'i. Hördt'sche Wurfmethode fn. Hörner, Operationen an denselben 250. Hörsonden 97, Hoffmann's Maulgitter 75,
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Bruchmesser 398.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Fistelschere 494.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Kastrierapparat i(gt;2. Tenotom 520.
Hohlnadeln, Kanülen 122. Hoblsondcn 98,
Horlng's OporationalehrOi VI. Ami.
Ilolzkluppen zum Kastrioren 4(18.
— für BrUche 388. Holzwolle, Holzwollwatte 187. Hornabsägen 250. Hornfortsatz, Trepanation 259. Hornhöhle, Trepanation 250. Hornscbere von Moutu 201. Hornschrauben 203. Horn wurm krankbeit 258, Homzapfen, Absebneiden desselben 258. Hornzlehen 203. Httlsen zum Trokart 121. Hufbeinbeuger, Tenotomie 52lt;raquo;. Resektion 523. Hunde, ihre Haltung und Befestigung OG, Hungerzähne 270, Hvdartbrose, Gallen 502. Hydrotborax, Punktion 340. Hygrome, Entfernung derselben 217. Hvovortebrotomie 291.
I.
Ignipunktur, Glühnadeln 240,
Imminger's Bruchkluppe 388.
— Darmtrokart 864,
Impfarten 189. Impfen 180. Impfinstrumente 190, Iramobilislerungsverband 135. Implantation 210. Incisionsmesser 102. Incisionsscheren J13. Indikationen zum Operieren 0. Infiltrationsanästhesie (Schleich) 90, Infusion 184,
Inhalationsapparate zur Narkose 87. Injektion 184.
der Gallon 563.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; laryngeale 188.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; parenebymatöse 187. pharyngeale 188. subkutane 180.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; tracheale 188.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; venöse 180. Injektionsmittel 505. Injektionsinstrumente 184. Injektionsspritzen 184.
39
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1)10
Inoculation 189, Insektonniuleln lüquot;). Insektenzangen 98, Instrumentaloperationen 8, Instrumentenlehre, allgemeine 02, (nstrumentenmacher 94. Instrumententransport 94. 108. Invaglnatlonsnaht des Darmes 878. Irrigation 181. Irrigatoren 181. Iscliurio 419. Itrol 160.
Register,
Kappzaum zum Händigen 57. Karabiner zum Wurfzeug 41. Karbolsäure 149. Karlsbadernadeln 108. 106. 204. Karotlsunterbindung li,:'. Korpfengebiss 208. Knr/.inoiue, Exstirpation 219. Kastration der niännlidien Tiere 447.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; der weiblichen Tiere 497.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; der Kryptorchlden 484, der Böcke 478.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; der Eber 480.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; des Oeflügels 616.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; der Hähne 182. der Hennen 515. der Hündin 512. der Kaninchen 481.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; der Katzen 181. der Kühe 501). der Lapius Wi­der Rüden 481.
—nbsp; nbsp; der Schafböcke 478,
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; der vreiblichen Schweine Son.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; der Stute 606.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; der Ziegen 478, Kastmtiousfolgen 491. Kastrationsmethoden 452.
—nbsp; nbsp; Klopfen der Hoden 454.
—nbsp; nbsp; Klopfen des Samenstrangs 454.
—nbsp; nbsp; Umdrehen dos Samenstrangs 454.
—nbsp; nbsp; Subkutane Ligaturnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;„ 457.
—nbsp; nbsp; Abbinden des Hodensacks 455.
—nbsp; nbsp; Abkluppen des ,,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;457.
—nbsp; nbsp; Abreissen der Ilodeu 454.
—nbsp; nbsp; Abschaben des Samenstrangs 455,
—nbsp; nbsp; Durchbronnen des Strangs 455.
—nbsp; nbsp; Abdrehen der Hoden 457.
—nbsp; nbsp; Abquetschen des Strangs 464.
—nbsp; nbsp; Unterbindung ,. „ 455.
—nbsp; nbsp; Verkluppen 466.
—nbsp; nbsp; Elastische Ligatur 456, Kastriermesser 459. 480. Kastrierzangen zum Abdrehen 460. Kastrierzangen für die Eierstöcke 601.602, Katgut 199.
Katgutdesinfektion 200. Katheter im allgemeinen 419, _ für den Schlund 328.
.1.
Jahreszeiten, Einfluss derselben i'. Jacque'sche Katheter I2;). Jobert'sche Darmnaht :gt;71. Jobert's Nadelhalter V'. Jodlösungen 586. Jodoform, Jodoformin I 19. Jodoformgaze 14it. Jodol 149.
Joger'sches Taschenmaulgatter 77, John'scher Tracheotubus 822. John'sche Zahnschere 27(i. Jouet'sche Zahnznnge 282. Jugularis zum Aderlassen 160. Jugularisfistel 299. Jugularis, Exstirpation 800, .lunger's Brnchkluppe 387. Jute, Hanf, Flachs V'gt;'.
K.
Kälte als Hämostaticum ITquot;).
als Anästheticum 89, — Einfluss auf Operationen '.'. Kaiser's Bruchkluppe 3H8.
__ Kastrierzange 460.
_ Melkröhrchen 410.
— Nasenzange 68. Kalikot zum Verband 189. Kambrikbinden 139. Kammnaht 208, Kanülen, Hohlnadeln 122. Kapaunen 182. Kappen des Hodensacka 464.
.
ocr page 641
Itejiistcr.
(Ill
Katheter för den Magen 3:i,S, •— für die Harnröhre 120.
Katheterlsleren der männlichen Tiere 4^1. —nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; der weiblichen Tiere -127.
Katzen, deren Halten und Befästigen 66,
Katzendarm. Katgut 199,
Kaudotom Lehlanc's ö82. 588.
Kiinter. Brennkolben 231.
Kauterisation 228.
Eautschukbändchen zum Ntthen 207.
Kautschukbiiiden 140,
Eautschukheftbftnder 141.
Kautschukligatur 127.
Kautschukschnüre 128.
Kautschukspritzen 181,
Kehlkopfpfeifen 801,
Kehlkopfspiegel 79,
Kehl'sche Impfnadel 191,
Kehl'sche Kastrierzange 460.
Keller's Spannmethode 28.
Ketteuwurfzeug 40,
Kettenverband 814,
Kettensägen 180,
Kieferhöhle, Trepanation 255.
Kieferknochen, Resektion 2(57.
Kissen, Wundkissen 186,
Klauen, EKartikulatlon 57.'S.
Klebmittel zum Blutstillen 17().
Klemmzangen, Pinzetten 98.
Klopfen der Hoden 454.
Kluppen zum Kastrieren 467, — zum Ohrenschneiden -Jfi.').
Kluppen für Brüche 388.
Kluppenabnahme 17-1.
Kluppenscliranlie 471.
Kluppenzange 471.
Knebelbremsen 21.
Knebeltourniquet 177.
Kneifzange für Nadeln ins. für Zähne 269,
Kneipschere zum Aderlässen 168.
Knicken des Flügels 624,
Kniefessel 25.
Kniescheren 114.
Knochenhebel 250.
Knochensäge 129, 273.
Knoclionscliere 12(1.
Knoclienscliranlic 250.
Knochenzauge 120. Knoll'scher Explorativtrokart 1^2. —nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; — kanüle 218.
Knopfmesser 102, Knopfnaht 801,
Knopfscherc 11 I.
Kuopfsonden 96,
Knorpel- und Knochenmesser 103,
KöberM'sche Zange 1\'gt;.
Kolh's Xascnringtrokart (id.
Koinpressivverband 186,
Konstricteur Maisoneuve's 120.
Kontroiimpfungen 190.
Kopfhöhlen, Trepanation 254.
Korizek's Zahnschere 278.
Kornzangen 117.
Kosmetische Operationen .'!.
Koupieren des Schweifs 681.
Koupierscheren 588.
Konrtieren 581.
Kratzlöffel, Curette 120.
Kratz'sche Patentheftnadel 105.
Krebsgeschwülste, Kxstirpation 219.
Kreisgang. Zirkeltour 148,
Kreolin 149,
Kresol 149,
Kreuzbinde 1-15.
Kreuzgalle 562,
Kreuznaht 204,
Kreuzsitzbeinmuskel, Myotomie 527.
Kropfoperation 297.
Kropfsclmitt beim Geflügel 3.38.
Krnralbruch 403.
Kryptorchiden, Kastration 484.
Ktthn'sche Bruchnadel 889,
Künstliche Blutleere 177.
Kttrschnernaht 205.
Kugeln, Entfernung derselben -Jlo.
Kugellöffel 216,
Kugelsondeu 215.
Kugelzangen 215.
Kngolzieher 215.
Kummetgeschwülste 210.
L.
Lagerungsverband 135. Langenbeck's Nadelhalter liraquo;7.
ocr page 642
Ulli
üotristcr.
L;m/cnmessiT U'J.
Lanzennadeln 194 106.
Lanzetten, verschiedene Uli ilt;)2.
Laparacentese 846.
Laparatomie 848,
Laparo-Ovarlotomie •quot;)quot;().
Lappennaht 904.
Lappenschnitt 571.
Larynireale Injektion 188.
Laryngoskop, Wiener 79.
Lavyngotomie 808.
Laryngotnben 806.
Lasseisen. Kliete Vvgt;.
Latierbaum, zum Operieren lquot;.
Latte, beim Werfen 40.
Laubsäge 181.
Leblanc's Tracheotubus 891.
Lederstecken 220.
Leibriemen, Gurten 84.
Leimverband 141.
Leinwandbinden 138.
Leistenbruch 398.
Leistenhodensackbruch oiiiS. 400.
Loistenring-, Operation daselbst 400. 487,
Leiterwagen, zum Befestigen der Binder *)2.
Leitsonden 96.
Leitstäbe für Bullen 60.
Lembert'sche Darmnaht 370.
Ligaturen 12f).
Ligatur der lilutgefiisse 178.
Ligatur, elastische 127.
Linsenmesser 2ölt;l.
Lipome 217.
Lippenbremse 20.
Listern, Listerverband 147. 151.
Liston'sche Knochenschere 120.
Lithotomie 437. 440.
Lithotripsio 488.
Litteratur der Operationslehre 14.
Lochsäge 131.
Lochzange lt;i0. 61.
Löffel, scharfer 120.
Lött'elbohrer 215.
Löffelzangen 117. 864. 489.
Lokale Anästhesie 89.
Lokalitäten zum Operieren 10.
Lorbeerblattmesser 107.
Lorenz'sche Impfspritze lii2.
Lüer'sche Knochenschere 120.
— scher Ecraseur 128. Lufteindringen In Gefässe 171. Lultröhreii-Uperatioiien 811.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Schnitt .-(17. Stich 816. Haken 818.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Trokarts iilquot;).
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Tuben .'ilü. Zange 312.
Luftsack-Katheter 202.
—nbsp; nbsp; nbsp; Operation 294.
—nbsp; nbsp; nbsp; Trokart 290. Lugol'sche Lösung 666. Lungenseuche. Impfspritze 192. Lustig's l!elle.\si)iegel 78. Luxusoperationen 3. Lyraphome 219. Lvsolliisnngen 149.
M,
Mackel's Maulgatter 73. Mfthnenhaare zum Nähen 200. Mäuseln, Ohrenstutzen 202. Mamma-Operationen 407. Magen-Katheter 881.
—nbsp; nbsp; Operationen 346.
—nbsp; nbsp; Schnitt bei Hunden 359. Schnitt bei Kindern 35ti.
—nbsp; nbsp; Punktion 352.
—nbsp; nbsp; nbsp;Sonden 328.
—nbsp; nbsp; Stich bei Wiederkäuern 352.
—nbsp; nbsp; Stich beim Pferde 350. Maisoneuve's Constructeur 129. Mangot'sche Bruchnaht 3K9. Manualoperationen 8. Martln'sohe Binden 140. Masch's Zitzenmesser 408. Massenligatur bei Blutungen 180. Mastdiirm-Blasenstich 435.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Einstülpungen 869.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Kisteln 376.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Mangel 380. Naht 378. Polypen 218.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Punktion 864.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Skarifikationen 377.
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I !(• #9632;lister.
613
Mastdarm-Verschluss 880,
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Vorfall 876. Matratzennabt 207. Mathieu's Ecraseur 12H. Matthieu's Nadelhalter 197, Matthieu's Trokartsysteni 132, Maulbremseu 22.
Manlgatter, Manlgitter verscbiedeae 7ü. Maulliolz zur Sohlundröhre #9632;'gt;2!i. Maulböble, ilire Untersuchung üü. Maulkorb 19.
Maulschlingen für Hunde 70. Maulsobraube von Bi'ognlez 1-. — von Hauer 74. von Deviller 74. Maulspanner von Wolf 75. Maulsperrer von Dominik 71.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; von Weber 76. Medlannervenscbnitt 8 lü. Aleisseln 215. Meisselsomle 96. Melanome 21igt;. Melkapparat 4lo. Melkröhrohen, verschiedene 409, Meltzer'scher Ecraseur 128. Möricant'sohe Zabnschere 27(gt;. Merk'les Lochzange 'gt;o. ISIcssor s. Bisturi, Skalpell. Messerfdbrung 108. Metalldraht zum Nähen 200. Metallkatheter, verschiedene I2i). Meyer'scher Ecraseur 128. Meznik's Zahnschere 278. Mikrobrennapparat 23.'). Mikropbonsonden !t7. Milchader zum Aderlässen liii). Milchflsteln 410.
Milchgang, Verwachsung iot. Milohkatheter 409, Milchkonkremente 408. MUchnadel 408. Milchröhren, Melkröhren 409. Milclisteino 408. Milchti'okart 410, Milclizillino, Extraktion 888. Mittelfleischbruch, Dammbruch 405. Mittelfussnerven, Neurotomte 551. Modeoperationeu '6,
Möller's Arydektomie 805,
—nbsp; nbsp; nbsp; Kastrlerzange 400. Zahnseliere 27(). Zahnsohraube 277.
Monro'sche Schlundröhre 328.
Montu's lloniscliere 261.
iMims. Moospappe zum Verband 138.
Morphin-Narkose liei Hunden 88,
Mors d'AUemagne zum Bremsen 22.
Mors-speculum von Devlllier 71.
JNloxen 2.-31.
Muceux'sche Kugelzange 111'.
Mttnzenfäuger 885,
Mull. Gaze, Tüll 137. 189,
Muskelschnitt s. Myotomie,
Myotenotom 582. 5üo.
Myotomie der Fascia lata 535. des Flügels 524, beim Hahnentritt 533.
—nbsp; nbsp; nbsp; des Kehlkopfs 305. des Oberschenkels 527. des Schweifs 57ii.
Myrtenblattsonde 95,
Nabelbeutel. Nabelbruch 380. Nackenbaud, Operation 289. Nackenmaulstrick, Bremse 22. Nadelbrenner. Gltthstifte 235. Nadeibalter, verschiedene 107. Nadeln, zum Nähen 194. Nadelstechen, Acupunktur 244. Nähen, chirurgiacbes 198. Nahnadeln 194. Nälunaterial 198. Näbmaterialientrilger lii8. Nähregeln 208. Nähseide 108. Näbseideflaschen 199. Naht, chirurgische 198.
—nbsp; nbsp; blutige 193.
—nbsp; nbsp; trockene 198.
—nbsp; nbsp; umschlungene 208. Narkose, chirurgische 80.
— allgemeine 81, lokale 80. gemischte 83.
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till
Register.
Narkose, Gefahren derselben 87. — Vorsichtsmassregeln 86, Nasenbremsen, verschiedene 20. Nasenhöhle, Polypen derselben 818.
Trepanation 251.
Untersuchung 78. 79. Nasenlochzangen 60, 81. Nasenringe 59. Nasenringtrokort 60, Nasenspiegel 78. 70, Nasenzange für Kinder 58. Nebenhöhlen der Nase, Trepanation 265, Nebenzähne, Extraktion 270. Nehitoirsche Katheter 42.'!. Nerrennaht 561. Nervenschnitt 547. Netz zum Narkotisieren 88. Netzvorfall 492,
Neubildungen, Exstirpation 21U. NeurekWmie, Neurotomie 547. Neurome, Entfernung derselben 219, Neurotomie. Nervenschnitt 547. Niederbinden des Kopfes 24. Niederlegen des Pferdes M.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; des 1!indes M.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; der Hunde U, s. w, 66, Niederwerfen 88, 64,
— in Gurten 49, Niederschnüren der Rinder 64. Nieswurzstecken 222. Notimpfnngen 18i). Notstiille 31, Notstände 81, Notwände 29, Notwendige Operationen :gt;.
0.
Oberschenkelmyotumie 527.
Ocelusivvcrbi'mdc 151. 152,
Occult von Hauptner 106,
Ochsenbremse 58.
Ochsen, innerer Bruch 382.
Octiva ungulae 145.
Ohrsonden 95.
Oemler'sche Impfäpritze 192.
Oesoplwgotomie. Schlundschnitt 826.
Oestrnslarven in den Kopfhöhlen 258.
Offene Wundbehandlung 150.
Ohrenkluppen 263.
Ohrenoporationen 262.
Ohrenschablonen 2()3.
Ohrenstutzen 262.
Ohrmuscheln, Schneiden derselben 202.
Ohrspeicheldrüse, Operation 2()a,
Operations-Lehre, Allgemeine 1.
—nbsp; nbsp; nbsp;157.
—nbsp; nbsp; nbsp;Einteilung derselben 2, Lokal 10,
Methoden 7.
Plan 7.
Tische 80,
Vorbereitungen 8.
Wand 80.
Zeit 80. Operative Chirurgie 2. Orcheotomie 447. Organtin zum Verband 189, Osteome 218. Osteosarkome 218. Oophorektornie 497. Ovariotomie 497.
P.
Palliativoperationen 2. Pansenschnitt 3511. Pansenstich 352. l'ansentrokarts 353. Papillome, Exstirpation 218. Paquelin's Thermokauter 233. l'arenchymatöso Injektion 187. l'arotisoperationcn 2(i3. Patentgummischlauch 132. Patentheftnadel von Kratz 195. Patentwurfzeug von Becker 43. Patentzangenraesser von Daum 589. Peanfs Kompressionszange 118. Veloten 174. I'enisoperation 413. Percutane Ligatur .127. Perforation des Darms 368. l'erforativtrepan 250. Ferinealbrnch, Dammbruch 405. l'eriosteotomie 545. Perlnaht. Plattennaht 207.
ocr page 645
Registofi
61 i
Perplikation der Arterie Inü. Pesslna's Impfnadel 101. Petit'sches Tourniquet 177. Peuoh's Tracbeotubus H22. Pferdebremsen (Nase) 20. Pferdehaare zum Namp;ben 200, Pferdezahnscheren 27quot;). Phonendoskop 98, I'illwux'che Zabnzange 282. Planspiegel zur Beleuchtung 78. Plontar-Nervensohnitt 5r)7. riiissequot;s Zabnzange 2H2. Platinbrennapparat 2i(.'f. 2ii5. Platinglüber 2.J2. Platiniridium 282. Plattennaht 207. Plattzange zum Nähen lü7. l'lilebotoinie. Aderlass 1quot;)7. Pleuritis. Bruststich 840. Plumasseaux zum Verband isti. Pneumothorax. Bruststich 889. Pockenimpfung 1S9. Polansky'sches Rhinoskop 79. Polnische Bremse 22. Polstermaterial zum Verbinden 186. Polypen 218. 255. Polypenzangen 118. 11!raquo;. Post'sches Tasohenmaulgatter 77. Potain'scher Asphateur 124. Pott'sches Messer für Fisteln J02. Poulardisieren 215. Präventivimpfung I8i). Pravaz'scbe Spritze 185, Pristley-Smith'sche Handlampe 78. Probeimpfungen 190. Protektiv-Silk 166. Punktfeuer 2.'i7. Punktion der Bauchhöhle 846. der Blase 484.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;der Brusthöhle 4llt;i.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;des Dammes -185.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;des Darmes 360.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;der Eiterhöhlen 211,
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;der Gallen 666.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;der Gelenke 502.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;der Geschwülste 211.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;der Harnblase 484. des Herzbeutels .'(45.
Punktion der Luftröhre 816.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;des Luftsacks 204.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;des Magens .')52. 866.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; des Mastdarms 364. des Pansens 352.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; des Schlundes 337.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;der Sehnenscheiden 662.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;des Wanstes 352. Pyramide zum Trepan 250. Pyropunktur. Nadelbrenneu 24o.
Quecksilbersublimal 149. Qnetschbahnen zum Irrigateur 134.
1!.
Itabot odontriteur 275. Rachenspiegel 79. Radikaloperationen 3. Rarey's Bändigungsmethode 49. Rasiermesser, chirurgisches 107. Raspeln. Keilen 181. Reflektoren zur Beleuchtung 78. licflexspiegel 78. Rektale Punktion 364. lieisenecessaire von Ileiss 108. Reisser's Inhalationsbeutel 88. Renault's Kastrierzange 460. Henversee. Umschlag 144. Resektion des Harms 368.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; des Giesskannenknorpels 806. des Hinterkiefers 267.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; des Hufbeiubeugers 523.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; der Mamma 410.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; des Nackenbandes 2'JO.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; der Scliilddriise 2518, der Zunge 288.
Rettungsmittel beim Narkotisieren 86. Reverdin's Nähnadel 196. Reynal's Ecraseur 128. 415. Rhinoskop, Wiener 7laquo;. Rhinoskopie 78.
Ricbardson'sche Ätherdoucbe 89. Riemenstecken. Ledersteeken 220. Rieselapparat für Wunden 132. Rindviehbremsen (Nase) 58.
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616
Register.
Ringheim'scbe Kugolzange 118. Rlnglduppen 470, Blngversohluss der Messer 104. RoareUi Rohren wi'-i. Robertson's Kastrierpulver 468. Rogers'sches Maulgitter 74. Roliard'sche Wurfmethode 44. Rohren. Laryngotomie .fi02. Uoliseide zum Nähen liraquo;8. Rollbinden 143. Roser's Nadelhalter 197. üotglüliliitze 882. Roux'scher Nadolhalter 197. ItueiV'sche Nasenringe 59.
— üniversalzange 73. Rftckenlage lgt;ci Operationen 17. lliisenberg's Milclitrokart 410. Itussisclies Wurfzeug a'. Jiuthe, Operationen an derselben 418.
Sohieftragen des Schweifs 585. Scbienbehmcrvon, Neurotomie 668, Schifferknoten 901, Schilddrüse, Resektion 297. Schindelka's Rhiuoskop 79. Schleich'sche Anästhesie 90. Schleifenmesser 106, 121. Sohlelmbeutelstioh beim Spat 539. Schlinge, chirnrgische 45(5. Scbliugennaht 203. Schlingenführer 127. Schlingenschndrer 800. Schlitzen mit dem Messer 109. Schloss zum quot;Werfen 11. Schlundbohrer 884,
haken 881,
katheter 881, 828,
korb 884,
messet' 834,
Operationen 32.quot;).
röhren 328.
scliniü 885,
—nbsp; nbsp; nbsp;sonden 331. stich 3.37. striktnrcu 32lt;i.
—nbsp; nbsp; nbsp;zangen 332, Schnäpper zum Aderlassen 165. Schneidemllhl's Maulgatter 72. Schneiden mit dem Messer 109, Schneidezähne, Operationen 2iis. Sclmttrgurt, hämostatischer 177. Schnürnaht 204. Schnürstiefel 141. Schnürstrumpf, elastischer 5()7. Schnurlduppen 468.
Schoribrennen zur Blutstillung 230. 239. Schorfheilung 161. Schränken der Scheren 113. Schraubenkluppen 469, Schraubensonde 96, Schreibfederflihrung des Messers 108, Schröpfeisen, Fliete 1lt;)3. Schröpfen, Skarifizieren 174. Schrote, Entfernung derselben 215. Schrotkörner zum .Nähen 207. Schuhvorrichtungen bei Messern 104. Schusswunden 215. Schusternaht 20().
S.
Sackleinwand zum Verbinden 188.
Sllgen 119.
Saillant's Speculum oris 75.
Sajoux'sches Gastrotom 358.
SaUcylsäure 149,
Sarkome. Exstirpation 219.
Sattelbinden 145.
Saugtrokart 25.'{.
Saugvorrichtangen zum Trepanieren 124.
Scalpell 106.
Scariflzieren 172.
Schabeisenheft 97.
Schftdeltrepanation 252.
Schafbremsenlarven 258.
Schafe, liefestigen derselben 66.
Scharfer Löffel, Curette 120.
Scheidenschnitt beim Kastrieren 502.
Scheidenspanner 502.
Scheidenspeculnm 502.
Schenkelbremse 23. 58, 59,
Schenkelbruch, Kruralbernie 103.
Scheren, chirurgische 118, 115. 610,
Soherengehiss beim Pferde 272.
Scheuklappen zum Werfen 20.
Schieberpinzetten 99,
Schieferzähne 272.
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Itejiislür.
617
Sohutzltnpfuug 189,
Scbutzverbände I'M.
Sohwanzopeiutionen quot;)7().
SchwebevoiTlchtungen BOi 50,
Sohweifamputation 687,
Sobwelfelnblnden dc^ Hinterfusses '-7.
Scbweifmuskelschnitt :quot;gt;7f).
iSchweifstut/en bei Pferden 587. bei Hunden 890, bei Rindern 593,
Begeltucb zum Verband 188,
Sebnenentzündung, ohronisoho 616,
Sebnenuaht 616,
SehnenTerkQrzung 616,
Sebnensoheidengallen quot;)()2.
Selmonsclmitt, offener 'gt;22.
subkutaner 821,
Sehnensoboner, elastlscber quot;122.
Sebneustelzfuss 51h.
Seide, Näbseide 198,
Seide, Desinfektion derselben 199,
Seidenkatbetec ü-i.
Sciikniilito, Etagenuabt 207,
Serres-fines 100.
Scwcll's Periosteotom quot;)-Jquot;gt;. — Haarseilnadel tiU'i.
Sblrting, Baumwolltucb 189,
Sicbelbisturi 102,
Sick'sche Impfnadel 191,
Silberdraht zum Naben 200.
Silkwormgut 200.
Simon'scber NadeUialter 107.
Simplex, Ecraseur 128,
Sinuskatarrb 266,
Sinostrepanatlon 255.
Skalpelle 106,
Skarifikation 172.
Snowden'scber Doppelbaken 100,
Sonden, verschiedene 94 96,
Sondenscbraube 96,
Sozojodol 140.
Spannen der Hinterftlsse 28,
Spannstock beim Werfen 40.
für den Knjif 57. 58,
Spatel zum Kastrieren 511.
Spatoperationen 5;!7.
Spatbrennen 588,
Spatschnitl 542,
Spatstieb 689,
Speckschwarte zum Brennen 2.'W. Speculum oris von Salllant 75, Speculum vaginae 603, Speicheldrüse, Operation 2(i:j.
Fisteln 264, Spcicbelstcine 2lt;i.'). Speireisen von Weber 75. Sperrpinzetten 99, Spiegel zur Beleuchtung 77. Spiralgang, Ductus spiralis 148, Spitzhengst, Kastration 484, Spltzmesser, lacisionsmessei' IO;.', Spitzschere 11 •gt;. Sprayapparat 184. Spritzen, im allgemeinen 131. Spritzen zum Injicleren 186. Spritzen zur Wundbehandlung 131. Sprunggclenksgallon 5()2. SpUlapparat für Wunden \H2. Stachel, Stilet des Trokarts 121, Stallhalfter, zur Befestigung ls. Standsäulen zum Befestigen 31. Stecknadeln zum Heften KiH. 20). Steifgaze. Verbaiidgazo llo. Steinextraktion 488, Steinschnitt 437. Steinzangen 430. Steinzertrttmmerung 438. Stellung des Operateurs l-;. stelzfuss, Operation 518. Stempel zum Zahnauskellen 280. Stenon'scher Spelohelgang 314. Stern's Nasenring 80, Stiebbrennen 210, Stichsttge 129, Sticker'sche Fliele 164, Nadel 192, Stiftbrenner 235. Stilet des Trokarts 121. Stirnhöhle, Trepanation 266, 250. Stockbremse 20. Stollbentel, Operation 217. Strahlhaarseil 227. Strahlenpilzgeschwulste 221). Strangurie 419, Strichfeuer 237. Strickbremse 20.
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618
Register,
Strickscbleife to Bremsen 21. Struma. Evopfoperation -!•'lt;. Stuttgarter Notstand 81. Stuttgarter Wurfzeug 46,
Stutzen der Ohren 2(j2.
der Schwanzfedern 624, des Schweifs iSHl. Subkutanes Feuer 243.
Injektion 1S6.
Ligatur d, Samenstranges 467,
Spritzen 185. Sublimat 140,
Sublimatglyceringelatine 149, Suspensorien, Tragbinden 1 Iquot;). Suturen, Niilite und Ihre Arten 201, Suturendreher 200. Svnovialuallcn 562.
rinuieclie's Inipfspritzo IH2.
Thymol 149,
Thyreodektomio 2i(7.
Tibialnerveiischnitt 555.
Tiemanu'sche Katheter 12.'!.
Tlrofond 250.
Tisclmu'sserlialtung des liistnris 108.
Tögl'sche Kastrierzange 460,
Topographische Chirurgie 4,
Torculum 4(1.-).
Torfmoos 137.
Torfmull 137.
Torra'scher Trepan 25ü.
Torsion der Gelasse 182.
Torsionszange von Charlicr B02,
von Collin n(t.'gt;.
von Dittweiler 601, Touren, Verbandumgänge 148, Tonrnicjuet 177. Trachealkanüle 3olt;).
—nbsp; nbsp; nbsp; Operationen 311.
—nbsp; nbsp; nbsp; Injektion 188.
—nbsp; nbsp; nbsp; Stenosen 324. Traoheopunktur 816, Tracheotomie 812,
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; snberieoideale 305.
Tracheotuben 310. Tracheotubus von Brogniez 819.
von Bartbelemy 320.
von Damoiseau 821,
von l.eblanc 321.
von Johne 322.
von Cbelchowsky 322.
von Demilly 322.
von l'range 322.
von Deglve 322.
von Eegnault 322.
von Peuch 322.
von Hauptner 323.
von Urüssel 322. Trachsler'sche Kastrationsmethode 604, Tragbinden, Suspensorien 145, Transfusion 184. Transplantation 210. Transport des Verbandmaterials 155.
— der Instrumente 108. Trautvotter's Zahnzange 282. Trensen zum Halten 18. 25.
T.
Tageslicht zum Operleren 11.
Tageszeit für Operationen 12. Tamponade 186.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; zum Blutstillen 176. 496, zum Wundverband lito. 152.
Tamponkanüle des Kehlkopfs 30(J, Taschenbestecke 108. Taschenirrigateur IH'.]. Taschenmanlgatter von Joger 77. T-Binden, Winkelbinden 146, Tenotome 520. 582. Tenotomie des Flügels 624,
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; des Hahnentritts 684,
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; am Vorderfuss 52.'i.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; des Hufbeinbeugers 820,
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; des Spats 5 12.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; beim StelzfllSS 518.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; der Vorbiegigkeit 523. TeulVel's Narkotisierapparat 88. Thermokauter 238. 210. Thermopunktur 240. Thierscb's Transplantation 210. Thioform I üraquo;.
Thoinpson'scber Lnftröhrentrokart .'tlti. Thonerde, essigsaure L49, Thorakocentese 840, Thoracotomie 345, Thunecke's Bisturl 218.
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Begister.
619
Trepan 248. Trepankronen 25o. Trepanation 247i Trepanation der Kieferhöhle 255.
der KopfslnUS 255.
der Nasenhöhle 251. — dor Schadelhöhle 252
der Hornhöhle 969.
der Stirnhöhle 25(i.
bei östruslarven 268, Trephine, Handtrepan 248. Treppengebiss bei Pferden 272. Trikotbinden 140, Trilch zum Verbinden lii8. Trockenbehandlung der Wunden 160, Trogsoharre zum Kastrioren 505. Trokart. Trokar. Troisquarts 121. Trokartführung 120. Trokarthttlsen 121, Trokartstilot, Dorn 121. Tropfflasche zum Narkotisieren 87. Tüll. Gaze. MuH 137. 189, Tumoren, ihre Exstirpation 217. Tupfer 187. 151. Turner's Seide 198. Tympanitis 352. 350. 3G0.
Unterbindung des Samenstrangs 455.
von Bnubbeutcln 389.
perkutane 218. [Jnterbindungsnadeln 180. [Jnterbindungspinzetten 170. Unterscbenkelnerven, Neurotomie 666, Urethrotomle 42s.
V.
Vaginalmesser zum Kastrieren 501. Venaeseetion 151. Venaeseitor 103.
Vennerholm's Narcotisierungsapparat 88. Venöse Injektion 187. Verbandkästen 108. 155. Verbandlehre, allgemeine 135. Verbandmaterialien 138. Verbandoperationen 3. Verbandstoffe 130. Verbandtaschen 108. Verbandtouren 143. Verbandwechsel 152. Verkluppen des Hodensacks 155. des Samenstrangs 400. der Hoden 400. Verpflanzen von Gewebe 210. Verschneiden 447. Verschnüren bei Ochsen 382. Versenkte Nähte, Etagennaht 207. Viborg's Luftsackoperation 295. Vömel's Nähmatei'ialienträger 199. Vogel's Kluppen 470. Vogel's Nähnadel 196. Vogt'sche IS'äliflasclie 199. Volamervenschnitt 554. Vorarmfessel beim Pferde 25. 20. Vorarmnerven, Neurotomie 649. Vorbaunngsimpfung 181J, Vorbereitung zum Operieren 8.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;zum Werfen 86,
Vorfalloperation beim Dann 393,
bei der lilasc 445.
beim Mastdarm 370.
beim Netz 492.
beim Samenstrang 492.
bei der Zunge 288. Vorkenntnisse zum Operieren 4.
r.
n
erwindlingennaht 205. berwurf bei Ochsen 382. mdrehen der Gefässe, Torsion 182. nidreben des Samenstrangs 454. mgang, Verbandtouren 143. mschlag beim Verbinden 144. mechllngen derGcsclnvülste,Ligatur 21i). mschlungene Naht 203. mstechungsnadeln 194. nrwälzen auf den Rücken 45. 47. 18. ngarische Bremse 22. ngarisches Wurfzeug 86, nicum, Tascbenbesteck 108. niversaltracheotubus 325. niversalzalmzange von Frlck 285.
für Schneidezähne SOit. nterblndung, Ligatur 120.
der lüutgefiisse 178.
von Geschwülsten 216.
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620
Register.
Yorslohtsregeln licim Nfthen 208. Vorsichtsi-ogt'lu lieim Narkotisieren 's,gt;.
VV.
Warzen, IDxstirpation üüraquo;. Wiitie, Verbandbaumvrolle 187, Wattetupfer l^T. 161. Weber's Sperreisen To. Wegerer'.s Schlundapparate B.'J.'i. Weissglühbitzo 232. 280, Weiss'sche Bleidrahtnadeln liquot;i. Wendenbuig'a Zahnzange 2S2. Werfen des l'fenles 'Mi.
der Rinder 64
auf den Rucken 15. is. Werg, Ahwerg, Hanf 186, Wicken, Bauschen 186, ITü. l!quot;i. Wiederkäuergebiss beim Pferde 272. Wiener Maulgitter 75.
Maulkeil 76.
Kastrierzange 460, — Rhlnoskop 7^.
Wurfzeug 45. Windkolik, Darmstieb 860. Winkelgang. Winkeltour 145. Wirbelbrüche nach dem Werfen 51. quot;Wirkmesser zur Amputation 588. Witterung, Elnfluss auf das Operieren 0. Wolf'soher Maulspanner 75. Wolfram's Impfspritze lii2. Wolfszähne 270. Würgestrang 23. 5S. Wundbehandlung, antiseptische 115. aseptische 116,
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;oft'eno 15i).
trockene 160, unter dem Schorf 151. Wunddesinflziermittel 14S. Wunddouche 132. Wunddrainage 158 Wundhaken 17.s. 849. Wundheilung, offene 150.
unter dem Verband 151. unter dem Schorf 151. Wundkissen, Plumasseaux 186, Wundlöffel 99, 178, 849. Wundnadeln 194.
gebogene L94,
Wundnadeln gerade 196,
mit Handhabe 197. Wundiuihtc I!raquo;:).
Achternabt 204. Elastische 207. Entspannungsnaht 202. Etagenuaht 207. Gekreuzte 204. Hasensohartennaht 204, Kammnaht 20^;. Knopfnaht 201, Kürsclmernabt 205. Matratzennaht 207. Perlnaht 807. Plattennaht 207. Schlingennaht 208. Schnürnabt 204, Schusternaht 206, Senknaht 207, Überwindungen 206. Umschlungene 200. Zapfennaht 206, Zickzacknaht 205. Wundsclnvamm 184, Wundspatel 99, Wundspritzen 181, Wundverband 151. Wundverbandtouren 148. Wurfzeug 33.
— Abildgaardt'sches 37. Becker'sches 43. Belgisches 13. Berliner 3laquo;. Brogniez'sches 43. Clark'sches 41. Dänisches 37. Dicterich's 38. Englisches 41. Französisches 44. Gloag'sches 42. Hertwig'sches 39. Rarey'sches 49. Rohard'sches 44. Kussisches 37. Stuttgarter 46. ungarisches 35. 3igt;. Wiener 45. Wurfketten 40. 41.
ocr page 651
Itftfrislcr,
621
Wurfmethoden s. Wurfzeug. Wurfsohloss 41. Wurfseile ll. Wurzelsteoken 820,
Z.
Zalmalisdmciden 376,
Zahnfächer-Entzündung 27raquo;, 279.
/almfeilen Ü72.
Zahnflsteln 270.
Zahnhobel 274.
Zahnkaries 270.
Zahnkrankheiten 2(i7.
Zahnmejsseln 273.
/ahnoperationen im Allgemeinen 2ti7.
Zahnraspeln 272.
Zahnsiigen 273.
Zahnscheren 270.
Zahnschere von üassi 27(gt;.
von Qrossbauer 278.
von Herz 278.
von Johne 270.
von Korizek 27S.
von Meznik 278.
von Müller 27(i. Zalmschlitssel von Qarengeot 269. Zahnschrauhe von Möller 277. Zahnspitzen, ihre Entfernung 271, 274. Zahnstein 271. Zahnstocher 285.
Zahmveclisel, nnregeliniissigcr 2i)8. Zahnwurzelstellung, verschiedene 270. Zahnzangen 282,
von Günther 282.
von Frick und Hauptner 285.
Zangen im Allgemeinen 118,
Zangenbremse für Pferde 21.
für Rinder B8,
Zangger's Inhalationskorb 88.
Zapfennaht 206. Zapfenspiess 121. Zeden'sclicr ßehirntrokart 20;!. Zentrumbohrer zum Trepanieren 260. Zerstäuber, Sprayapparat 134. Zickzacknalit 205. Ziegen, Befestigen derselben 66. Ziemann'sche Hakenzange 119. Zinkleim von Unna 141. Zirkelbremse für Pferde 21. Zirkelschnitt bei Amputationen 571. Zirkeltour, Ductus orbicularis 148, Zitzenerweiterer 107. Zitzenlistel 410. Zitzenmesser von Masch 408, Zitzenperforator 408. Zitzenrftumer 407. Zitzenverwachsung 407, Zuckfuss. Operationen desselben 533. Zugverbände 138. Zunge. Amputation 288. Scariflkation 28)s. Aktinomykose 220. Ligatur 288. Lösung derselben 289. Zwanghuf 557. Zwangsimpfungen 190, Zwangsmittel im Allgemeinen 16,
bei Pferden 17.
bei Kindern 54.
bei Schafen, Ziegen 6().
bei Schweinen 66.
bei Hunden üii.
bei Katzen ()8.
beim Geflügel 68.
beim Transport d. Rinder 5(i. Zwangsmittelbeschädigungen 50. Zwilch zum Verbinden J38. Zwirn, Nähfaden 198.
bll
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..
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Empfehlenswerte Werke aus dem Verlag- von Sehlckliardt amp; Elbnei' (Konrad Wittwer) in Stuttgart.
Frank, Ludw., Dr. und Prof., Handbuch der Anatomie der Haustiere. Mit besonderer Berücksichtigung des Pferdes. Dritte Auflage, durchgesehen und ergänzt von Paul .Martin, Professor an der Tierarzneischulo in Zürich. Mit 697 Holz­schnitten. 2 Bände, geheftet Ji 32.—, gebunden JS 37.—.
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