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1 #9632;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;#9632; 'I #9632;'laquo;'#9632;#9632;'
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BIBUOTHEEK UNIVERSITEIT UTRECHT
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2911 573 4
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LEHRBUCH
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KLINISCHEN
UNTER8UCHÜNGSMETH0DEN
FÜR
THIEEÄEZTE UND STUDIIIENDE VON
Dr. med. FR. FRIEDBERGER raD Dr. med. EUGEN FRÖHNER
mOF. a.D. DER THIEHAKZTL. HOOHSCHÜLF.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 1'llOF. AN DER TUlEIiARZTI.. HOOHSOHTItiE
IN MÜNCHEN.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; IN HEIiLIN.
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MIT 99 IN DEN TEXT GEDRUCKTEN FIGUREN.
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Zweite, verbeMNcrte Auflage.
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i v
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fnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; gt;V^%nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Li
1nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;' '#9632; -A- ' laquo;Jnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; v
V^-^--nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; STUTTGART.
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VERLAG VON FERDINAND ENKE.
1895.
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Druck der Union Deutsche Verlagsgcscllschuft, in .Stuttgart.
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Vorwort zur ersten Auflage.
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Seit dem Erscheinen unseres Lehrbuches der speciellen Pathologie und Therapie der Hausthiere hat sicli uns vielfach das Be-diirfniss herausgestellt, die klinischen Untersuchungsmethoden in einem besonderen Werke zu bearbeiten, welches gewissermassen als Ergänzungsband zu jenem Lehrhuche dienen würde. Nach mehrjährigen Vorarbeiten übergeben wir das vorliegende, nunmehr fertig gewordene Lehrbuch der klinischen Untersuchungsmethodenquot; der Oeffentlichkeit. Dasselbe ist in erster Linie für die propädeutische Ausbildung der Studirenden bestimmt, kann aber auch zur Unterweisung für diejenigen praktischen Thierärzte dienen, welche bisher nicht hinreichende Gelegenheit hatten, sich mit den neueren internen Untersuchungsmethoden vertraut zu machen. Die Schwierigkeiten, welche sich der Ausarbeitung des Buches entgegenstellten, waren nicht unerhebliche. Wenn auch die klinische Propäcleutik seit einer Reihe von Jahren Lehrgegenstand an den thierärztlichen Untcrrichtsanstalten ist und auch schon eine theilweise literarische Bearbeitung gefunden hat lt; wir erwähnen an dieser Stelle die Publicationen von Vogel, Siedam-grotzky und Hofmeister, Di eck er ho ff, so war doch in manchen Stücken Neues zu schaffen. Die in der Menschenheilkunde üblichen Untersuchungsmethoden, wie sie in zahlreichen Lehrbüchern (Gutt-niann, Gerhardt, Vierordt, v. Jaksch, Klemperer, Wesener u. A.) dargelegt sind, lassen sich durchaus nicht ohne Weiteres auf die Thierheilkunde übertragen, wenn sie naturgemäss auch in vielen Punkten die Grundlage unserer thierärztlichen Untersuchungsmethoden bilden. Wir erinnern z. B. an die Auscultation, Percussion und Harn-untex'suchung, welche bei jeder einzelnen Thiergattung ihre Besonderheiten aufweisen. Eine wesentliche Bedeutung kommt für die klinische Propädeutik der topographischen Anatomie und der Bacteriologie zu. Tn Würdigung dieses Umstandes haben wir uns bemüht, für die betreffenden Kapitel eine specialistische Bearbeitung zu finden. Die Competenz der Herren Professor Dr. Sussdorf in Stuttgart und Professor Th. Kitt in München dürfte sich bezüglich der von ihnen
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IVnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Vorwort.
bearbeiteten Kapitel allseitige Anerkennung verschaffen, Wir statten
den genannten Herren für ihre freundliche Mitarbeiterschat't an dem
Buche auch an dieser Stelle den geziemenden Dank ah. Scldiesslichnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; i
haben wir noch zu erwähnen, dass uns bei der Herstellung einiger
Abbildungen die Herren Gutenäcker uml Dr. Stoss in dankens-
werther Weise Beihilfe geleistet haben.
München und Berlin im August 1892.
Priedb erger. Fröhner.
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Vorwort zur zweiten Auflage.
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Die vorliegende neu bearbeitete Auflage unseres Lehrbuchs der klinischen üntersuchungsmethoden lässt erkennen, dass Inhalt und Anordnung des Buches im Allgemeinen dieselben geblieben sind, immerhin waren wir bestrebt, die einzelnen Kapitel einer sorgfältigen Durchsicht zu unterziehen und, wo es uns Noth dünkte, Ergänzungen bezw. Verbesserungen einzufügen. Von neueren Gegenständen mögen u. a. die Bemerkungen über Pneuinographie und Sehnenreflexe sowie die Aufnahme einer Abbildung von Dormanyssus avium und verschiedener neuer Impfapparate erwähnt sein. Von unserer Bearbeitung der Abschnitte wGeschlechtsorganequot; und Milchquot; in der ersten Auflage, welche als zu knapp bezeichnet worden ist, glaubten wir nicht abweichen zu sollen. Wir haben aus didaktischen Gründen gerade in diesen Kapiteln die compendiöse Darstellung breiten Ausführungen vorgezogen und uns darauf beschränkt, die für die interne klinische Untersuchung wichtigsten Momente kurz hervorzuheben. Im Febrigen müssen wir auf die Lehrbücher der Geburtshilfe, Thierzucht und Milchkunde verweisen.
Scldiesslich haben wir mitzutheilen, dass die topographischen und bacteriologischen Kapitel von den Herren Sussdorf und Kitt ebenfalls einer Durchsicht unterzogen worden sind. Im letzteren Kapitel haben die beiden diagnostischen Mittel Tuberculin und MalleVn Aufnahme gefunden.
Mttnohen uml Borlin im Februar isi).r).
Friedberger. Fröhner.
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Inhaltsverzeichniss.
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Seite
Einleitung. Untersuohungsplaii................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 1
Die Anamnese.......................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 6
Das Signalement......................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 9
Der Gesammthabitus....................nbsp; nbsp; nbsp; 18
Haut und Unterhautbindegewebe................nbsp; nbsp; nbsp; 17
Die Untersuchung der Bindehaut des Auges und der übrigen sichtlichen
Schleimhäute.....................nbsp; nbsp; nbsp; 47
Die Untersuchung des Circulationsapparates............nbsp; nbsp; nbsp; 58
I. Der Puls....................nbsp; nbsp; nbsp; 58
II. Das Herz....................nbsp; nbsp; nbsp; 66
Die Untersuchung der inneren Körpertemperatur (Thermometrie).....nbsp; nbsp; nbsp; 99
Die Untersuchung des Respirationsapparates............nbsp; nbsp; nbsp;117
1.nbsp; Die Atheinfroquenz...............nbsp; nbsp; 118
2.nbsp; Die Atlimungsbewegungcii............nbsp; nbsp; 122
8. Die Athinungsgeriiusclie..............nbsp; nbsp; 129
4.nbsp; Die Athemnoth................nbsp; nbsp; 138
5.nbsp; Die ansgeathmete Luft.............nbsp; nbsp; 139
8i Der Nasenausfluss...............nbsp; nbsp; 141
7.nbsp; Die Untersuclmug dor Nasenhöhle.........nbsp; nbsp; 147
8.nbsp; Die Untersuchung des Kehlgangs..........nbsp; nbsp; 162
9.nbsp; Die Untersuohung des Hustens . ,.........nbsp; nbsp; 168
10. Die Untersuchung des Kehlkopfes.........nbsp; nbsp; 177
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VInbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Inhaltsverzeiclmiss.
Seite
11.nbsp; Die Untersuchung der Trachea..........nbsp; nbsp; 184
12.nbsp; nbsp;Die Untersuchung des Thorax...........nbsp; nbsp; 185
13.nbsp; Die Percussion der Brustwand...........nbsp; nbsp; 188
14.nbsp; Die Auscultation der Lunge...........nbsp; nbsp; 221
Die Untersuchung des Digestionsapparates............nbsp; nbsp; 239
1.nbsp; Die Untersuchung der Maulhohle..........nbsp; nbsp; 230
2.nbsp; Die Untersuchung- der Rncheuhöhle.........nbsp; nbsp; 250
8. Die Untersuchung des Schlundes..........nbsp; nbsp; 253
4.nbsp; Die Futter- und Getränkoaufnahnie.........nbsp; nbsp; 256
5.nbsp; Das Wiederkiluon...............nbsp; nbsp; 2fi3
6.nbsp; Das Erbrechen................nbsp; nbsp; 264
7.nbsp; Die Untersuchung des Hinterleibs im Allgemeinen . . .nbsp; nbsp; 270
8.nbsp; Die Untersuchung des Magens...........nbsp; nbsp; 299
9.nbsp; Die Untorsucluuig dos Darines...........nbsp; nbsp; 304
. .10. Die Untersuchung des Mastdarmes.........nbsp; nbsp; 306
11.nbsp; Die Untersuchung der Darmentleerungen.......nbsp; nbsp; 312
12.nbsp; Die Untersuchung des Bauchfells..........nbsp; nbsp; 821
13.nbsp; nbsp;Die Untersuchung der Leber...........nbsp; nbsp; 827
14.nbsp; nbsp;Die Untersuchung der Milz............nbsp; nbsp; 329
Die Untersuchung des Harnapparates..............nbsp; nbsp; 834
I. Die Untersuchung des H arna bsatze s.......nbsp; nbsp; 351
1.nbsp; Art und Weise................nbsp; nbsp; 351
2.nbsp; Häufigkeit..................nbsp; nbsp; 354
8. Menge...................nbsp; nbsp; 355
II. Die Untersuchung des Harns..........nbsp; nbsp;359
A.nbsp; Physikalische Untersuchung . . -......nbsp; nbsp; 859
1.nbsp; Farbe ....................nbsp; nbsp; 359
2.nbsp; Durchsichtigkeit................nbsp; nbsp; 864
3.nbsp; Consistenz..................nbsp; nbsp;369
4.nbsp; Geruch...................nbsp; nbsp; 371
5.nbsp; Specifi sches Gewicht...............nbsp; nbsp; 371
6.nbsp; Reaction...................nbsp; nbsp; 374
B.nbsp; Chemische U utersuchung...........nbsp; nbsp; 378
1.nbsp; Eiweiss...................nbsp; nbsp; 378
2.nbsp; Hämoglobin.................nbsp; nbsp; 384
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InhaltsverzeichmsD.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; VII
Seite
3.nbsp; Grallonfarbstofie................nbsp; nbsp; 388
4.nbsp; Traubenzucker.................nbsp; nbsp; 391
5.nbsp; Chloride und Phosphate.............nbsp; nbsp; 397
6.nbsp; Indican...................nbsp; nbsp; 398
7.nbsp; Untersucluing aul' diverse andere Harnhestandtlieile . . ,nbsp; nbsp; 399
C. M i k r o s k o p i s o h e U n t e r s u c h u ii }gt;#9632;........nbsp; nbsp; 403
1.nbsp; Krystallc..................nbsp; nbsp; 404
2.nbsp; Zellen...................nbsp; nbsp; 411
3.nbsp; Hamoylinder.................nbsp; nbsp; 418
III. Die Un tersuchung der Harnorgan e........nbsp; nbsp; 422
1. Nieren...................nbsp; nbsp; 422
\\i ! 2. Harnblase..................nbsp; nbsp; 424
3. Harnröhre..................nbsp; nbsp; 420
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Die Untersuchung des Gesohlechtsapparates............nbsp; nbsp; nbsp;427
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I. Weibliche Geschlechtsorgane.............nbsp; nbsp; 428
II. Männliche Geschlechtsorgane.............nbsp; nbsp; 4o'2
Die Untersuchung des Bewegungsapparates............nbsp; nbsp; nbsp;435
Die Untersuchung des Nervensystems..............nbsp; nbsp; nbsp;452
Die Untersuchung des Blutes, der Exsudate und Transsudate......nbsp; nbsp; nbsp;405
I
Die Untersuchung der Milch..................nbsp; nbsp; nbsp;47?gt;
Baoteriologische Untersuchung der Secrete und Gewebe. Diagnostische Thier-
impfungen......................nbsp; nbsp; nbsp;476
Speoielle bacteriologische Diagnostik der einzelnen Infectionskrankheitennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 505
1.nbsp; Milzbrand..................nbsp; nbsp; 505
2.nbsp; Malignes Oedcin................nbsp; nbsp; 512
3.nbsp; Rauschbrand.................nbsp; nbsp; 513
4.nbsp; Geflügelcholera................nbsp; nbsp; 514
5.nbsp; Hämorrhagische Septikilmie............nbsp; nbsp; 514
6.nbsp; Scliwcinorothlauf'................nbsp; nbsp; 515
7.nbsp; Schweinepest.................nbsp; nbsp; 616
8.nbsp; Sclnveineseuchc................nbsp; nbsp; 518
9.nbsp; Tuberkulose.................nbsp; nbsp; 518
10.nbsp; Rotz....................nbsp; nbsp; 527
11.nbsp; Druse....................nbsp; nbsp; 536
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VIIInbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;lulialtsvei'zoioliiiiss.
Seite
12.nbsp; Brustseuohe..................nbsp; nbsp;53i)
13.nbsp; Mastitis...................nbsp; nbsp;540
14.nbsp; Acno ooutagiosa................nbsp; nbsp;543
15.nbsp; Pyelonephritis.................nbsp; nbsp;543
16.nbsp; Tetanus...................nbsp; nbsp;545
17.nbsp; Aotinomykose.................nbsp; nbsp; 546
18.nbsp; nbsp;Hoti'iomykose.................nbsp; nbsp; 546
19.nbsp; Texasfteber..................nbsp; nbsp;547
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Untersachungsplan.
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Die Lehre von den die innerlichen Thierkrankheiten betreffenden klinischen üntersuohungsmethoden, die sog. interne Diagnostik, bildet die Arorseliulc des praktischen klinischen Unterrichtes. Wie in allen anderen Naturwissenschaften die Methodik, das heisst das bestimmte, plannlässige Arbeiten den Schlüssel zum erfolgreichen Ausbau derselben bildet, so ist auch eine methodisch durchgeführte Propädeutik der Angelpunkt der klinischen Praxis und damit der gesammten internen Pathologie und Therapie, Die klinische Untersuchung der kranken Haustbicre muss, soweit sie überhaupt in den Dienst der Diagnostik und Therapie gestellt ist, eine streng methodische sein. In genau vorgeschriebener Ordnung muss Punkt für Punkt berücksichtigt, muss ein Organ nach dem anderen kunstgerecht explorirt werden. Hat der Praktikant sich einmal an diesen streng methodischen üntersuohungsplan gewöhnt, so arbeitet er mit der denkbar grossten Sicherheit. Nur die systematische Untersuchung gibt die Garantie der Vollständigkeit und Uobersichtlichkeit; sie verbindert das Uebersehen oder Vergessen wichtiger Symptome oder ganzer Apparate, sie erleichtert die Rekapitulation, die Zusammenstellung der gewonnenen Resultate, sie leitet den Studirenden zu richtigen, logischen Schlussfolgerungen behufs Feststellung der Diagnose sowohl, als auch bezüglich des therapeutischen Handelns, Dem methodisch geschulten Thierarzte ergibt sich Diagnose und Therapie so zu sagen von seihst.
Wie in vielen anderen Fächern, so bieten sich namentlich in der Diagnostik dem Thierarzte wesentlich grössere Schwierigkeiten, als dem Menschenarzte. Während nämlich der letztere sich nur mit einem IJntersuclumgsobject, dem Menschen, zu beschäftigen hat. muss
Knedberser ll, Friihiun', Kliuisclio Untersi'chungsmetliüdeu. 2. Aull.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;1
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2nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;L'iitemichungsplan.
der tliicriirztliche Diagnostiker eine ganze Reihe \ ersehiedenartigei; Thiergattungen in den Kreis seiner klinischen Untersuchung ziehen. Es ist aber ein anderes, ein Pferd oder llintl, und wieder ein anderes, einen Hund oder einen Vogel klinisch zu untersuchen. Die Pferdekrankheiten richtig diagnostioiren zu können, macht noch keinen Thierarzt, sondern nur einen Pferdearzt. Will der Thier-arzt auf der Höhe seines Faohes stehen, so muss er für alle Haus-thiere die üntersuohungsmethoden in gleicher Vollständigkeit beherrschen. Um dieser keineswegs leichten Aufgabe gewachsen zu sein, ist es erfahrungsgemäss von grossem Vortheil, bei der Untersuchung der einzelnen Thierspeeies sich einer und derselben Grundmethode zu bedienen. Wer gelernt hat, ein krankes Pferd streng methodisch zu untersuchen, dem fällt die Untersuchung kranker Rinder, Schafe, Ziegen, Hunde, Katzen, Vögel etc. nicht allzu schwer. Im Besitze des planmilssigen, exploratorisclien Systems wird er dasselbe ohne viel Mühe auch den übrigen Thiergattungen anzupassen verstehen.
Zum Zwecke einer erschöpfenden Untersuchung kranker Thiere existiren verschiedene Methoden. Viele rationelle Praktiker haben ihren eigenen Untersuchungsplan. Wir haben uns seit einer längeren Reihe von Jahren beim klinischen Unterrichte mit Vortheil des nachstehenden allgemeinen Schemas bedient:
Anamnese, d, h. Erbebung des Vorberichtes.
Signalement, d. h. genauere Bezeichnung des Patienten nach Grattung bezw. Art, Greschlecht, Farbe, Abzeichen, Alter. Grosse, Rasse und Gebrauchszweck.
Betrachtung des Gesammthabitus. Dieselbe bezweckt die Be-urtheilung des Körperzustandes im Allgemeinen, insbesondere des Körperbaues, des Ernährungszustandes, der Constitution und des Temperaments.
Untersuchung der allgemeinen Decke. Hiebei sind speciell zu berücksichtigen die Beschaffenheit des Haarkleides bezw. Federkleides und der Epidermis, die Hautfarbe, die Hauttemperatur, Trockenheit und Feuchtigkeit, der Ernährungszustand der Haut, ümfangsvermehrungen und Zusammenhangstrennungen, besondere Krankheitszustände derselben, namentlich Ekzeme und Exantheme, Parasiten, Schwellungen, Geschwülste, Wunden, Blutungen, Auflagerungen, Juckreiz, die Hautaus-d ünstung u. s. w.
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hgt;
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[Jntcreiioliungsplaii.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 3
Uütersuclmng der Lidbindehaut, sowie der sichtbaren Sclileim-Mute überhaupt. Von Wichtigkeit sind abnorm blasse und abnorm dunkle, blaurotlio, gelbe u. s. w. Färbung, Schwellungen und Blutungen der Sehleiinlumt, sowie A ngena usi'luss.
Untersuchung des Circulationsapparates. Ks wird zuerst unter-
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sucht der Puls bezüglich Häufigheit (Quantität), Qualität, Rhythmus, Beschaffenheit der Arterie; sodann das Herz, wobei die Besichtigung (Adspection) der Herzgegend, das Befühlen (Palpation) des Herzschlags, das Beklopfen (Percussion) der Herzgegend, das Aus-
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horohen (Auscultation) der Herztöne, sowie; die Untersuchung der oberflächlich gelegenen Venen, des Venenpulses u. s. w. besonders In
/nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Betracht kommen.
1
Untersuchung der inneren Körpertemperatur (Thermometrie).
I
amp;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Untersuchung des Respirationsapparates. Bs werden der Reihe
nach untersucht die Athe mfrequenz (Quantität), die Athmnngs-bewegungen (Qualität), etwa vorhandene Athmungsgeräusche und Athemnoth, die ausgeathmete Luft (Tempei'atur und Geruch), der Nasenausfluss, die Nasenschleimhaut (Farbe, Oberfläche, Feuohtigkeitszustand, Auflagerungen. Wunden, Geschwüre, Neu-bildungeu etc.), der Kohlgang (Lymphdrüsen, Anschwellungen), der Kehlkopf (Palpation, 8chmerzhaftigkeit, spontaner und künstlich erzeugter Husten), die Luftröhre (Palpation und Auscultation), der Brustkorb (Adspection und Palpation der Brustwandungen), sowie die Tiling e (Auscultation und Percussion).
Untersuchung des Digestionsapparates. Es folgen sich der Reihe nach Maul- und Ilachenhöhle (Temperatur, Secretion, Farbe der Schleimhaut, Geruch, Wunden, Auflagerungen, Neubildungen etc.), Schlundkopf und Schlund (Palpation, Sondirung), Futter- und Wasseraufnahme, Wiederkäuen, Erbrechen, Hinterleib (Adspection, Palpation, Auscultation, Percussion des Magens, Darmes,
?
der Leber, Milz u. s. w.), endlich die Untersuchung der Darmentleerungen (Häutigkeit, Quantität und Qualität der Fäces, Form. (Jonsistenz, Farbe, Ueberzug, Geruch, Reaction, fremde Beimengungen).
Untersuchung des Harn- und Geschlechtsapparates. Es kommen in Betracht Häutigkeit und Modus des Harnabsatzes, Harn-menge, Farbe, Durchsichtigkeit, Consistenz, Geruch, Reaction, speeifisches Gewicht, sowie die chemische und mikroskopische Untersuchung des Harns. Ausserdem sind die Nieren, die
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.,jnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Untersuohuugaplau.
Harnblase und die Harnröhre zu untersuchen. Es folgt sodann die Exploration des G eschleclitsappara-ts (Schnm, Scheide, Gebärmutter, Euter, Hodensack, Vorhaut, Penis).
Untersuchung des Bewegungsapparates. Dieselbe bezieht sich auf Haltung, Stellung, Lage, Gang, M u s k e 11 ä li m n n g e n, - K r ftmp f 6, Zwangsbewegungen, Muskelatrophie. Besohaffenheit der Knochen. Sehnen und Gelenke.
Untersuchung der nervösen Centralorgane mit Elnscliluss der Sinnesorgane. Ausser der Untersuchung des Schädels sind zu beachten Symptome von Gehirnreizung und Q-ehirndepressiou, Störungen der Sensibilität, sowie die Untersuchung der Augen (Augenspiegel), des Gehörs, des Geruchsinnes.
Untersuchung des Blutes, der Exsudate und Transsudate.
Untersuchung der Lymphdrüsen.
Untersuchung der Milcli.
Bacteriologische Untersuchung der Secrete und Gewebe.
Diagnostische Impfungen.
Anmerkung. Das obige, in seinen Grund/.ügen skizzirte Unter-
suohungssi'hema ist in allen Fällen anzuwenden, in welchen eine vollkom-inene und erschöpfende Untersuchung der kranken Thiere erforderlich und ermöglicht ist. Es ist insbesondere dem Anfänger dringend zu empfehlen, sich an der Hand dieses Schemas eine gründliche Untersuchung anzugewöhnen. Abweichungen von dem Schema ergeben sich nach Lage der Umstände von seihst. So kann beispielsweise die strictlaquo; Durchführung dos Untersuchungsplanos durch verschiedene äussere Umstünde vereitelt werden. In dieser Beziehung sind Zeitmangel,
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Beschränkung in den Hilfsmitteln, ungeeignete Localitäten,
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itliche Con-
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sultationen, grosso Unruhe oder Widerspenstigkeit der Patienten u. s. w. hervorzuheben. In solchen Fällen muss eben, wie bei manchen Sectionen, ein abgekürztes Untersuchungsverfahrcn eingeleitet werden. Auch die Reihenfolge der zu untersuchenden Apparate und Organe lässt sich nicht unter allen Umständen aufrecht erhalten. So ist es z. B. bei der Untersuchung unbekannter kranker Pferde räthlich, zuerst den Kehlgang und die Nasenhöhle zu untersuchen, um von vornherein das Vorhandensein oder Nicht Vorhandensein des Rotzes festzustellen. Dasselbe gilt bei Verdacht aui' Druse. In ähnlicher Weise ist es beim Herrschen anderer Int'ectionskrank-heiten, so namentlich der Brustseuohe und Influenza vortheilhaft, zum Zwecke der Diagnose die Untersuchung mit der Abnahme der Körpertemperatur zu beginnen. Andere Abänderungen des Uutersuchungsplans sind durch die Verschiedenheit der Thiergattung bedingt. Beim Rinde ist es üblich und zwockmässig, die Spocialuntersuchung mit dem Befühlen des Flotzmaules zu beginnen und dann die Temperatur der Ohren und des Grundes der Hörner festzustellen. Bei der Untersuchung des Digestions-
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(JnterBuohungsplan.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;5
apparalos ist das Hauptaugenmork auf das Wiederkauen, sovvio auf die Bewegungen und den Inhalt des Wanstes zu richten. Von besonderer Bedeutung sind ferner beim Rinde die Menge und Beschatfenheit der Milch, die Untersuchung des Euters und seiner Lymphdrüsen. Bei Vordacht auf Aphthonseuche hat die Untersuchung mit der Inspection der Maulhöhlc und Klauonspalten, bei Verdacht auf Tuberkulose mit der Palpation der Lymphdrüsen ZU beginnen. Aehnliches gilt für die Ziege. Beim Schafe geht gewöhnlich die Besichtigung der Lidbindohaut der Untersuchung der allgemeinen Decke voraus; sodann wird insbesondere der Wollstapel einer eingehenden Musterung unterzogen. Beim Schweine ist das Gesammt-bonelimen des Thieres, die Haltung des Schweifes und der Ohren, sowie namentlich die Beschaffenheit der Haut in erster Linie von Bedeutung. Beim Hunde beginnt die Specialuntersuchung mit der Peststellung der Temperatur und dos Fouchtigkoitsznstandes der Nase. Analog gestaltet sich die Untersuchung bei der Katze, bei welcher ausserdem das Vorhandensein oder Fehlen des Schnarrens von diagnostischer Bedeutung ist. Endlich verdient beim Geflügel vor allem die Beschaffenheit der Schwell-körper und des Federkleides Beachtung.
Was dio Ausführung der Untersuchung anbelangt, so niuss dieselbe mit Ausdauer, Ruhe und Vorsicht in möglichst schonender Weise vorgenommen werden. Zwangsmittel sind nur im Nothfalle anzuwenden. Unter Anderem ist ZU beachten, dass man nicht etwa selbst in Folge ungenügender Desinfection der Hände, Kleider und Instrumente zum Zwischenträger von [nfeotionsstoffen werde. Es ist ferner empfehlenswerth, vor der Annäherung an die Patienten sich über den Charakter derselben, namentlich beim Pferde (Beisser, Schläger) zu orientiren. Desgleichen vergesse man nicht, dass die unvorsichtigo Ausübung der thierärztlichen Praxis auch sonst Gefahren für die eigene Gesundheit mit sich bringt (Infection durch Rotz, Milzbrand. Wuth. Echinokokken, Räude, Glatzflechte, Aphthenseuche, septische Metriten u.s.w. i. Schliesslich erinnere man sich daran, dass aus der Art und Weise, wie der Thierar/.t seine Patienten untersucht, auch der Laie unschwer erkennt, ob derselbe einerseits praktische Tüchtigkeit und Liebe für seinen Beruf, anderseits Humanität, Gesittung und Herzensbildung besitzt.
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Die Anamnese.
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Mit der Anamnese, d. h. mit der Erhebung des Vorberichts, hat jede Krankenuntersuchung zu heginnen. Man verstellt unter Vorbericht die vom Eigentbümer, Wärter oder Ueberbringer freiwillig gemachten oder durch Befragen veranlassten, mit der Krankheit des Patienten in Beziehung stellenden Aussagen. Bei dem Mangel der sprachlichen, subjeetiven Mittbeilungsgabe Seitens der Hausthiere besitzt die Erhebung des Vorhericbtes die allergrösste Bedeutung. Der Thierarzt befindet sich hiebei genau in derselben schwierigen Lage wie der Kinderarzt. Verschiedene Krankheiten, wie /,. B. Epilepsie, Schwindel, Rheumatismus, Magen- und .Darmkatarrh, lassen sich namentlich bei einmaliger Untersuchung oft nur mittelst der Anamnese diagnostioiren. Sehr grosse Bedeutung hat die richtige Erhebung der Anamnese insbesondere bei der Ermittlung der Seuchen (Wuth, Kotz, Lungenseuche, Aphthenseuohe, Rinderpest u. s. w.l. In den meisten Krankheitsfällen wird ferner der objective Untersuchungsbefund durch die Anamnese wesentlich ergänzt und vervollständigt. Es ist daher in allen Fällen die Abnahme eines möglichst eingehenden und umfangreichen Vorberichtes namenllicli dem Anfänger dringend zu empfehlen. Dabei soll die Anamnese nicht aixsschliesslich vor der Krankenuntersuchung aufgenommen werden, es ergeben sich vielmehr oft noch sehr wichtige Fragen während und nach der Untersuchung.
Dass bei dieser Abnahme des Vorberichtes eine gewisse Vorsicht in der Würdigung der einzelnen Aussagen geübt werden muss, ergibt sich von selbst. Zuweilen glauben die aussagenden Personen in ihrem eigenen Interesse den Thierarzt täuschen und irre führen zu müssen. Dies beobachtet man unter Anderem bei der Oon-statirung von Seuchen und Mevvälirsfehlern sowie in solchen Fällen.
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Anamnese.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 7
in welchen die auszufragende Persönlichkeit die Krankheit selbst verschuldet hat. Man muss sich ferner davor hüten, den Eigen-tliürnor durch all/uviele Fragen zu verwirren oder durch die Art der Fragestellung die Objectivitiit seiner Aussagen zu beeinflussen (sog. Hineine.xaininiren). Man stelle vielmehr die Fragen möglichst einfach, frage nicht nach Unnütliigem, sondern halte sich an ganz bestimmte, unerlässliohe Punkte. Diese für die Anamnese wichtigsten Fragen sind speciell folgende:
1.nbsp; nbsp; Wie lange ist das Thier krank? Man bezweckt damit die inöglichst genaue Feststellung des Zeitpunkts des Krankheitsbeginns.
2.nbsp; nbsp;Mit welchen Erscheinungen hat die Krankheit begonnen? Die ersten sichtbaren Krankheitssymptome kenneu zu lernen, ist immer von grosser diagnostischer Bedeutung. Hieran sohliesst sich weiterhin die Frage nach dem bisherigen Krankheitsverlaufe, nach den der Reihe nach wahrgenommenen Krankheitserscheinungen, ferner ob die Krankheitsintensität im Allgemeinen zu- oder abgenommen hat, ob Intermissionen oder Recidive beobachtet worden sind. Auch die genauere Bestimmung des Ortes, wo die ersten Krankheitserscheinungen auftraten, kann von diagnostischer Bedeutung sein (Erkrankungen im Stall im Gegensatz zu Erkrankungen im Freien). Sonstige zu berücksichtigende Fragepunkte sind: die Art und Weise der Futteraufnahme und des Wiederkauens, die Beschaffenheit der Entleerungen (Koth und Harn), die Menge der abgesonderten Milch, Vorhandensein von Husten u. 8. w.
;i. Welches sind die etwaigen Ursachen der Krankheit? Von besonderer Wichtigkeit sind die Fragen nach Fütterung, Haltung und Verwendung der Tbiero. Bezüglich der Fütterung handelt es sich um die Art und Beschaffenheit des Futters, um die Art und Häutigkeit der Fütterungen, um die Menge des aufgenommenen Futters (Ueberfütternng), um Qualität und Quantität des aufgenommenen Wassers, um die Beschaffenheit der Weide, um die Möglichkeit oder Wahrscheinlichkeit der Aufnahme von Giften oder Fremdkörpern, um den Nachweis verdächtiger Wenden und Stallungen (Milzbrand, Rauschbrand). Bei der Frage der Verwendung kommen vor allein ungewöhnliche Anstrengungen, abnorme Witterungs- und Temperaturverhältnisse, Erkältungen, Eisenbahntransporte, langes Stehen im Stalle, rasches Einspannen unmittelbar nach der Futter-aufnahmo, Zugdienst im Göpel, Gebrauch als Zuchtthier in Betracht. Endlich sind unter Umständen von Belang die Fragen nach Vererbung (Epilepsie, Tuberkulose, Duinmkoller). Herkunft und Ab-
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Aiiiinmeso.
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stammung (Rohren der Vollblutpferdo, lUulwiirnier bei Huiulcii. welche aus China oder Japan iinportirt wurden), nach vorausgegangenen, mit der gegenwärtigen Krankheit zusammenhängenden
Kranklieits/.iiKtänden. so von Verdauungskranldieiten (traumatische Pericarditis des Rindes), von periodischen Kolikanfällen (Wurm-aneurvsma). habitueller Verstopfung (I)armdivertikel, Darmlühmung), von Harnbeschwerden (Blasensteine), von stattgefundener Trilchtig-keit, vorausgegangener Geburt, nicht abgegangener Nachgeburt (Krankheiten des Uterus), von gewissen [Untugenden, z. B. von Koppen (Kolik), von vorausgegangenen Verwundungen. /. B, Vernageln (Tetanus). Bei den Infectionskrankheiten ist ausserdeni nach einer etwa erworbenen Immunität (Brustseuche, Druse. Rausohbrand, Milzbrand. Aphthenseuche) zu fragen.
1. Wie viele Thiere sind erkrankt? Es ist sehr wichtig, zu erfahren, ob nur ein Thier, oder ob mehrere Thiere desselben Eigenthümers, desselben Stalles, derselben Herde gleichzeitig erkrankt sind (Seuchen, Vergiftungen). Bei Verdacht auf das Vorhandensein einer Seuche ist ferner darnach zu fragen, ob an Ort und Stelle oder in der Nachbarschaft seuchenhafte, ansteckende Krankheiten herrschen. und in welcher Weise die Uebertragung stattgefunden hat.
5. Ist schon eine Behandlung eingeleitet worden und welche? Diese Krage sollte nie unterlassen werden. Es ist ferner wichtig, ob eine Behandlung durch einen Tbierarzt oder einen Empiriker vorher stattgefunden hat. Im ersteren Falle hat sich die eigene Behandlung unter Umständen darnach zu richten (es ist z. B, die rasche Wiederholung einer Aloe-, Brechweinstein- oder Oalomel-dosis zu vermeiden). Im letzteren Falle ist vor allem darauf Bedacht zu nehmen, ob Eingüsse applicirt wurden, was dieselben enthielten, in welcher Weise sie beigebracht wurden, ob Husten darauf folgte (Schluckpneumonie). Auch auf etwaiges Ausräumen des Mastdarms (Perforation), versuchtes Katbeterisiren. auf gewisse Manipulationen der Pfuscher in der Maulhöhle muss geachtet werden.
Während der Abnahme der Anamnese soll man endlich sein Augenmerk gleichzeitig auch auf die Beschaffenheit der Stallung, der Bodenverhältnisse, der Ventilation, der Abzugscanälc, des Standortes des erkrankten Thieres, auf das Stallpersonal, auf den Stand bezw. Beruf des Besitzers, auf die Puttereinriohtungen, auf Witterung und .Jahreszeit, sowie auf die zur Zeit vorherrschenden Krankheiten richten. Meist genügt ein kurzer Ueberblick über die örtlichen Verhältnisse zur vorläufigen Orientirung.
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Das Signalement.
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unter Signalement odor Nationale vorsteht man die genauere Bezeiohnung dos Patienten nach bestimmten Merkmaien zum Zwecke der Tdentiticirung. Bei der Aufnahme des Signalements werden her-kömralicher Weise die nachstehenden Punkte specieller berücksichtigt:
1.nbsp; Thiergattung.
2.nbsp; Geschlecht.
3.nbsp; Farbe und Abzeichen.
4.nbsp; Alter.
5.nbsp; Q-rösse, (gt;. Rasse.
7. Q-ebrauchszweok.
Die genaue, erschöpfende Bezeichnung des Patienten ist in allen denjenigen Fällen unerlässlicli, in welchen die Möglichkeit oder Wahrscheinlichkeit vorliegt, dass das betreffende Tliier Gegenstand eines Rechtsstreites oder veterinärpolizeilicher Massregeln werden kann. Da erstere Eventualität oft ganz unerwartet noch nach Jahr und Tag eintritt, so muss die sorgfältige Aufnahme und Eintragung des Signalements in das klinische Tagebuch dringend empfohlen werden. Auch für die Zwecke der Behandlung ist es von Wichtigkeit, an der Hand des genauen Signalements einen Patienten für später in der Erinnerung zu haben; es gilt dies insbesondere für die etwaige Nachbehandlung bei Recidivon und Folgezuständon. Endlich lehrt die Erfahrung, dass das sofortige Wiedererkennen eines früher behandelten Tliieros Seitens des Tbierarztes einen günstigen, Vertrauen erweckenden Eindruck macht. In Betreff der einzelnen Punkte dos Signalements ist Folgendes von Bedeutung:
I. Die Thiergattung verdient im Nationale insofern Berücksichtigung, als gewisse Krankheiten, namentlich Infectionskrankhciten.
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Sianalomonti
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bei einer Q-attimg ausschliesslich oder vorwiegend vorkommen, somit bestimmte Gattungen eine mehr oder weniger vollständige Immunität gegenüber gewissen Seuchen besitzen (Lungenseuche, Maul- und Klauenseuche, Rinderpest, Rausch brand bei Wiederkäuern, Brustseuche, Druse, Influenza bei Pferden, Stäbchenrotblaut', Schweineseuche, Trichinose beim Schwein, Staupe bei Hunden und Kut/en). Audi auf den Verlauf einer und derselben Krankheit ist die Gattung (Art) unter Umständen von Eintiuss. So verläuft der Rotz beim Pferde gewöhnlich chronisch, beim Esel acut. Die Peritonitis ist für das Pferd ein sehr gefährliches Leiden, während das Rind dagegen, wie Segen viele andere Krankheiten, eine gewisse Torpidität besitzt. Besonders webleidige Tiiiere sind die Ziegen. Kndlich zeigen manche Thiergattungen bestimmten Giften gegenüber ein stark abweichendes Verhalten (Empfindlichkeit der Wiederkäuer gegenüber dem Quecksilber und Blei, der Katzen gegenüber der Carbolsäure).
2. Das Greschlecht verdient namentlich bei weibliehen Thieren Beachtung (Rücksichtnahme auf Trächtigkeit bei Untersuchung auf Ascites, Verwechslung der Geburtswehen mit Kolik, Vorsicht in der Dosirung und Auswahl der Medicamente bei trächtigen Thieren). Aber auch bei männlichen Patienten ist das Geschlecht wohl zu beachten. So ist bei einem kolikkranken Hengste die Möglichkeit eines incarcerirten Bruches ins Auge zu fassen und deshalb eine unverzügliche Untersuchung des Hodensackes und der Banchringe vorzunehmen. Harnröhrensteine linden sich häufiger bei männlichen, als bei weiblichen Thieren. Liegt bei einem männlichen Hunde Verstopfung vor. so darf die Untersuchung der Prostata nie versäumt werden. Endlich ist zuweilen der Eintiuss des Gescblecbtslebens auf die Gchinithätigkeit zu berücksichtigen (Samenkoller, Mutterkoller, periodische Stätigkeit weiblicher Thiere, Eklampsie).
8. Farbe und Abzeichen haben vorwiegend für die Hautkrankheiten eine gewisse Bedeutung. Verschiedene Hautaffectionen zeigen nämlich eine Verhebe für unpigmentirte Hautstellen (Buchweizenausschlag, Kleekrankheit, Vergiftung durch Rostpilze, Brand der weissen Abzeichen). Ausserdem lehrt die Thierzucbt, dass hellfarbige Thiere im Allgemeinen eine schwächere Constitution besitzen, als dunkelfarbige. Am eklatantesten tritt dies bei den weissgeborenen (unpigmentirten) Schimmeln hervor, welche zu gewissen Zeiten, insbesondere im grellen Sonnenlicht, dienstuntauglich werden. Hieher gehört auch die Prädisposition der gewöhnlichen Schimmel zu Sarkombildung (Melanosarkome).
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Signalement.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 11
4.nbsp; nbsp;Bus Alter ist sowohl für die Diagnose, als für die Prognose und Therapie von vielseitiger Bedeutung. Niclit selten zeigt die Krankheit von vornherein einen besonderen klinischen Charakter, je nachdem ein Patient jung oder alt ist. Einen wichtigen Belog hiefür bietet der Naseiuiusfluss beim Pferde. Während beim Fohlen das Vorhandensein eines serös-schleimigen Nasenausflusses die Diagnose auf Druse nahelegt, erweckt ein eben solcher Ausfluss bei alten Pferden die Vennuthung auf Rotz. Genau so verhält es sich mit den Drüsenanschwellungen im Kehlgange bei jungen und alten Pferden. Noch so geringfügige, Ausflüsse aus Augen und Nuse bei jungen Hunden geben der Venmitlmng auf Staupe Raum, Bekannt ist die Neigung des Jugendlieben Alters zu Infections- und Invaaionskrank-heiten (Druse. Brustseuche, Staupe, Drehkrankheit, Bgelkrankheit, Handwurmseuclie der Lämmer), zu Glehirnkrankheiten (Gebirn-hyperämie und acute (Jehirmvassersucht der Pferde zur Zeit des Zahnweohsels, Eklampsie der neugeborenen Thiere), zu constitutio-nellen Krankheiten (Rachitis) und Nabelaffeotionen (Omphalophlehitis, Polyarthritis pyaemica). Umgekehrt sind bei älteren Thieren die chronischen Herz-, Lungen-. Nieren- und Leberkrankheiten häufiger. Dasselbe gilt für die Careinomatose.
5.nbsp; nbsp;Die Grosse eines Thieres ist in mancher Beziehung der Ausdruck seiner Constitution und daher von prognostischer Bedeutung. Von besonderem Interesse ist die Grosse für die Therapie (Dosirung).
0. Die Rasse wirkt ebenfalls nicht selten bestimmend auf Diagnose, Prognose und Therapie. Die praktische Erfahrung hat gelehrt, dass die Widerstandsfähigkeit einer Thierrasse um so geringer erscheint, je verfeinerter dieselbe ist. Aus diesem Grunde ist die Prognose bei einem staupekranken hochfeinen Jagdhunde wesentlich ungünstiger, als bei einem robusten Ziehhunde. Die Traberkrankheit ündet sich nur bei Electoralschafen, die fettige Degeneration der Muskeln nur bei den englischen Schweinerassen. Die letzteren sind auch für die Rothlaufseuche sehr viel mehr prädisponirt, als das gewöhnliche Landschwein. Aehnliches beobachtet man bei der Hülmer-diphtherie, welche vorwiegend die importirten Rassen befällt. Die Tuberkulose des Rindes lässt sich am ausgedehntesten bei den verfeinerten und dadurch geschwächten Niederungsrassen, sowie beim Milchvieh nachweisen. Auch für die Therapie ist die Rasse ausschlaggebend: warmblütige, edle Pferde erheischen eine wesentlich andere Dosirung als kaltblütige. Eine ganz auffallende Rasseneigen-tbümlichkeit gibt sich endlich in der Tbatsachc kund, duss die alge-
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Siu'naloment.
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rischen Schafe im Gegensatze zu allen anderen eine Imnmnitiit gegenüber dem Milzbrände besitzen.
7. Der Gebrauchszweck steht vielfach mit den Ursachen bestimmter Krankheiten in Beziehung und ist daher besonders für die Aetiologie derselben von Belang. So priidisponiren Reitpferde und Zugpferde zu Erkältungskrankheiten, Das rüde Abrichten jüngerer Reitpferde hat häufig Geliirnkrankheiten im Gefolge, Zu langes (leben im (.TÖpel erzeugt Schwindel. Schwerer Zug und sehr schnelle Gangarten (Rennpferde) verursachen chronische Herzkrankheiten und Irnngenemphysem. Znohtthiere erkranken an den specifiseben Zucht-krankheiten (Bläschenaussohlag, Beschälseuche, Traberkrankheit). Jagdhunde beherbergen vorherrschend Taenia serrata, Schäferhunde Taenia coenurus, Fleischerhunde Taenia maratinata.
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Der Gesammthabitus.
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Die Berücksichtigung des Gesammtbabitus, d. li. des allgemeinen Körperzustandes, ist für die Untersuchung eines kranken Thieres in mehrfacher Beziehung von Bedeutung. Es kommen hiebei die nachstehenden Momente in Betracht:
1.nbsp; nbsp;Der anatomische Körperhau.
2.nbsp; nbsp;Der Ernährungszustand. 8. Die Constitution.
4. Das Temperament. 1. Der Körperbau ist im Wesentlichen auf den anatomischen Verhältnissen des Knochengerüstes begründet. Bei der Beurtheilung desselben muss selbstverständlich Rasse und Gt-ebrauchszweok des betreffenden Thieres im Auge behalten werden. Ein kräftiger Körperbau bekundet sich durch stark entwickelte Knochen, breiten, tiefen und langen Brustkorb, entsprechend weit und regelmftssig gestellte, proportionirte Q-liedmassen mit breiten Gelenken, gut geschlossene Planken und breite Kruppe. Wie er im Allgemeinen eine grösscre Leistungsfähigkeit andeutet, so lässt er auch auf grösserc Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten und schädliche Aiisseneindüsse schliessen. Allerdings gibt es auch ausnahmsweise Krankheiten, welche kräftige, robuste Thiero eher und schwerer befallen, als schwach gebaute. H'ieher gehört z. B. die Gehiirparese des Rindes und die rheumatische Hämoglohinämie des Pferdes. Der schwache Körperbau äussert sich in Schmal- und Seichtbrüstig-keit. Hochbeinigkeit, schmalen Q-elenken, fehlerhafter Skeletanlage, zumal der Wirbelsäule und der Giliedinassen,unregelmässigen Stellungen, schlechtem Plankenschlusse, schmalem, hinten spitz zulaufendem Kreuze. Namentlich bei Jungen Thieren fällt die durch fehlerhafte Aufzucht
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(icsaiiimthiibitus.
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oder iiborstandeno Krankheiten bedingte Verkümmerung des Waclis-thums sofort ins Auge (Baohitis, Skropludose, Folgezustände der Staupe, des Sohweinerothlaufos ete.). Der sohwaohe Körperbau prä-disponirt in gewissen Fällen zu ganz bestimmten Krankheiten. Die zart gebauten Rinderrassen mit schmalem, seichtem, wenig geräumigem Brustkörbe incliniren zu Tuberkulose. Schmalbrüstige Hunde erkranken im Verlaufe der Staupe leichter an Broncliopnoiimonie, als Hunde mit gut entwickeltem Thorax. Pferde mit schweren, plumpen Köpfen und schmalen Schädeln erkranken häutiger an Dummkoller als Pferde mit breiter, entwickelter Schädelpartie.
2, Der Ernährungszustand eines Thieres ist an seinen äusseren Körperformen zu erkennen. Gut genährte Tin ere zeigen runde, schlecht genährte dagegen eckige, kantige Conturen. Der Ernährungszustand gesunder Thiore ist von sehr verschiedenen Factoren abhängig (Fütterung, Verdauungskraft, Arbeitsleistung, Rasseneigenthümlichkeit). Innerlich kranke Thiere gehen im Ernährungszustände um so mehr zurück, je geringer die Einnahmen, und je grosser die Ausgaben des Körpers sind. Grad und Dauer der Appetits Verminderung, der Störung der Verdauung und Resorption, der Steigerung des Stoffwechsels im Fieber, der EiweissVerluste, der Schmerzen etc. sind hier bestimmend. Für die klinische Heurtheilung des Ernährungszustandes ist zunächst von Wichtigkeit die Entwicklung des Unterhautfettes sowie der Körpermuskulatur. Die erstere wird im Allgemeinen aus der Ahrundung der Körperformen, im Besonderen aus der Beschaffenheit gewisser, zur Fettablagerung prädisponirter Körperstellen erschlossen (Brustspitze, Seitenbrustwand, Rippen, Weichen, Flanke. Schweifansatz beim Rinde; Kammrand des Halses, Kruppe beim Pferde). Auch das in der Augenhöhle Ix; find liehe Fettpolster ist insofern von Bedeutung, als bei allgemeiner Fettarmuth in Folge der Abnahme des Orbitalfettes die Augen stark in die Augenhöhle zurückgezogen werden (tiefliegende, eingefallene, eingesunkene Augen). Die Körpermuskeln geben nach Umfang und Consistenz einen Massstab für die Beurtheilung des Ernährungszustandes ah. Kräftige Thiere haben stark entwickelte, derbe und straff anzufühlende Muskeln; schlecht genährte Thiere zeigen dagegen einen Schwund, sowie schlaffe, weiche Consistenz der Muskulatur. Ein schlechter Ernährungszustand äussert sicli gewöhnlich gleichzeitig in Schwund des Unterhautfettes und der Muskulatur. Dabei kann die Abmagerung rasch oder langsam eintreten. Ersteres geschieht z. B. im Verlaufe der acuten, hoch fieberhaften Infectionskrankbeiten, letzteres bei den chronischen Infections- und con-
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(.rpsamiiitluihitus.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;25
stitutionellen Krankheiten, Zuweilen looalisirt sicli die Abmagerung auf bestimmte Muskelgruppen, so auf flie Kopfmuskeln bei Tri-gemimislälimung, auf die Naohhand liei Eüokenmarkskrankheiten, auf eine Extremität l)ei Monoplegien. Sehr hochgradige Abniagening wird als Oachexie bezeichnet. Uns Gegentheil der Abmagerung, der ungewöhnlich starke Fettansatz, wie er sicli bei schweren Pferden, zumal bei Hengsten (Speckhals, Speokkruppe), bei den frühreifen Viehschlägen, hei gewissen Hunderassen (Möpsen) und insbesondere beim Sehweine findet, wird, wenn er zu Functioiisstörnngcn führt, als Fettsucht bezeichnet.
Das sicherste Mittel zur Bestimmung des Ernährungszustandes ist endlich die Feststellung des Gewichtes. Namentlich hei chronischen Krankheiten bietet die vergleichende Aufnahme des Körpergewichts in bestimmten Zeitabschnitten einen sein' werthvollen Beitrag zur Prognose.
3. Die Constitution ist die einem Thiere eigenthttmliche Köi'perheschaffenheit, insoweit sie demselben ein geringeres oder grosseres Widerstandsvermögen gegenüber der Einwirkung von gesundheitsschädlichen Einflüssen verleiht. Es handelt sich dabei theils um die Abhaltung äusserer krankmachender Schädlichkeiten, theils um das Ertragen von Anstrengungen. Strapazen, Witterungs- und Temperaturverhältnissen, Hunger, theils um die Uneiuplindlichkeit gegenüber bestimmten Krankheitskeimen, theils um leichtes und rasches, bezw. schweres und langsames Ueherstehen von Krankheiten. Ist ein Thier im Stande, viele Beschwerden und ungünstige Ausseneinflüsse ohne Schaden zu ertragen, bietet es den Krankheitskeimen einen ungünstigen Boden für deren Ansiedelung und Vermehrung, erkrankt dasselbe überhaupt nur selten, oder genest es rasch und leicht wieder, so spricht man von einer starken, guten, im Gegenthcile von einer schwachen, schlechten Constitution. Ausserdem hat man eine allgemeine oder Q-esammtconstitution und die Constitution einzelner Organe unterschieden.
In erster Linie kommen auch hier Körperbau und Ernährungszustand in Betracht, indem sich der kräftige Körperbau mit einer kräftigen, der schwache Körperbau mit einer schwachen Constitution deckt. Massgobend sind jedoch für die Constitution die histologischen und nutritiven (biologischen) Einrichtungen im Thierorganismus, die sich nur schwer definiren und bestimmen lassen. Die Structurver-hältnisse der Grewebe. die chemische Zusammensetzung der Zellen, der Blutflüssigkeit und Cewebssäfte. die Verschiedenheit des Wasser-
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1(3nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Gosammthabitus.
reichthums spielen hier oine grosso Rolle. Klinisch sind daher Körporbau, Aufzucht, Fütterung und Haltung, Abstammung, sowie die Kenntniss üljorstandoncr Krankheiten besonders werthvoll für die Beurtheilung der Constitution eines Thieres. Die Immunität einzelner Kassen g' fön Oer bestimmten Infectionskrankheiteu, der Umstand. dass mit hrod gefütterte oder ermüdete Hatten leichter an Impf-Milzhrand erkranken, als mit Fleisch gefütterte und nicht ermüdete, dass unnatUrlioh aufgezogene Hunde leichter und schwerer an Staupe erkranken u. dgl., bedeuten ebenfalls eine starke bezw. schwache Constitution.
4. Das Temperament ist die Art und Weise, wie die Thiere ihr Selhstbewusstsein nach Aussen hin zur Geltung bringen in Haltung, Benehmen, Blick, Raschheit und Energie der Bewegungen und Empfindungen. Für die praktischen Zwecke der Kraukenuntersuchung genügt es, ein lebhaftes (sanguinisches) und träges (phlegmatisches) Temperament zu unterscheiden. Scharf entwickelte Sinne, prompte Reaction auf Aussenreize, Aufmerksamkeit auf die Umgebung, beweg-liebes, motivirtes Ohrenspiel, feuriger Blick, feines Gefühl, Munterkeit im Benehmen, Lust zur Bewegung, Ungeduld vor der Arbeit, rasch und energisch ausgeführte Körperbewegungen sind der Ausdruck eines lebhaften Temperaments. Das träge Temperament äussert sich durch ein entgegengesetztes Verhalten, in klinischer Beziehung muss das Temperament bei der Beurtheilung der Schwere der Allgemeinerkrankung gewürdigt werden. Temperamentvolle Pferde scheinen zuweilen nicht so krank, als sie es in Wirklichkeit sind. So bleiben z. B. in hochfieberhat'ten Krankheiten Psyche und Bewegungsapparat bei lebhaftem Temperament meist freier, ungestörter. Dagegen können temperamentvolle Pferde umgekehrt schmerzhaften Zuständen gegenüber viel empfindlicher und aufgeregter sein, als phlegmatische. Ganz besonders ist das Temperament bei Gehirnleiden, so namentlich bei der Untersuchung auf Dummkoller zu berücksichtigen.
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Haut und Unterhautbindegewebe.
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Die Besohaffeaheit der Haut mit Epidermis und Haaren sowie dos Unterhautbindege'webes l)ietet nicht bloss für die Specialdiagnose der Hautkrankheiten, sondern auch für die Diagnostik zahlreicher innerer Krankheiten ein mannigfaches Interesse dar. Es gibt eine ganze Reihe von Anomalien und Veränderungen der Haut, welche zu gewissen innerlichen Störungen und Krankheitszuständen in Beziehung stehen. Die diesbezüglichen Untersuchungsmethoden sind äusserst einfach. Zur Untersuchung der Haut genügt eine genaue Besichtigung (Inspection) und Betastung (Palpation). Nur beim Schafe ist die Untersuchung etwas complicirter. indem dieselbe zunächst mit dem vorsichtigen Auseinanderlegen der Wollstapel zu beginnen hat. Die Untersuchung der Haut hat die nachfolgenden Punkte zu berücksichtigen :
1.nbsp; nbsp;die Farbe der Haut;
2.nbsp; nbsp;das Haarkleid und die Epidermis;
3.nbsp; nbsp;die Hauttemperatur;
4.nbsp; die Feuchtigkeit der Haut;
5.nbsp; nbsp;die UmfangsVermehrungen und Zusammenhangstrennungen;
6.nbsp; nbsp;besondere pathologische Erscheinungen von allgemeiner diagnostischer Bedeutung;
7.nbsp; nbsp;die Hautausdünstung.
1, Die Farbe der Haut.
Pigmentirung. Soweit die Hautfarbe das Resultat der Füllung der Hautcapillaren mit Blut ist, kann sie beim Thier nur in be-Fiiedberger u. Pröhner, Kllnisohe Untei'suclmngsmethoJcn. 2. Auli. 2
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18nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Hautfarbe.
schräuktcin Masse für die Untorsuclumg benutzt werden. Der Thier-arzt hat für seine Diagnose im Gegensatze zum Menschenarzte mehr die Schleimhäute des Kopfes zu berüoksiohtigen. Nur da, wo man es mit einer hell pigmentirten oder unpigmentirten Haut zu tlum hat, kann die Farbe diagnostisch verwerthet werden, so namentlich beim Schale und Geflügel, ferner bei Schweinen, weissen Hunden und Katzen. Seltener bildet man Pferde mit nicht dunkel pignientirter Haut, die sog. weissgeborenen Schimmel und Hermeline; am seltensten sind unpigiiientirte Rinder.
Stellenweises Fehlen von dunklem Pigmente findet man gewöhnlich in Form der sog. Abzeichen, besonders am Kopfe und den Gliedniassen von Pferden. Es sind dies mit weissen Haaren besetzte pigmentlose Flecken, namentlich bei Schecken und Tigern. Dieselben können indessen auch nahezu oder ganz unbehaart sein, wie man dies an den Lippen, an der Nase, in der Umgebung der Äugen, an den äusseren Genitalien, am After, am Motzmaul, in der Umgebung des Euters beim Rind, an der llüsselscbeihe und den Zitzen des Schweines, an den Sohwellkörpern des Geflügels siebt; sie erscheinen alsdann gewöhnlich fleischfarbig.
Abnorm starke Pigmentablagerung findet man zuweilen beim Hund auf der normal schwach pigmentirten Haut des Bauches, der Schamgegend und der Innenfläche der Hinterschenkel ohne nachweisbare Ursache. In anderen Fällen haben Haarverluste sowie chronische Bntzündungszustände der Haut (Ekzeme, Räude) die dunklere Pigmentirung veranlasst. Vereinzelt findet man auch ein symmetrisches Auftreten derartiger Pigmentflecken, was vielleicht auf unbekannte nervöse Störungen sohliessen lässt. Endlich beobachtet man bei weiblichen Hunden auf den unbehaarten Hautstellen in der Bauchgegend eine anscheinend mit dem Ohloasma uterinum des Menschen identische Anhäufung von gelblichem und bräunlichem Pigment, welche vielleicht durch abnorme Vorgänge im Sexualsystem verursacht wird.
Abnorme Hautfarben. Die Hautfarbe dient zunächst zur Be-urtheilung der Menge und Beschaffenheit des Blutes der kranken Thiere. Ausserdem gibt sie über ungleiche Blutvertbeilung Auf-schluss. Abnorme Pigmentirungen der Hnut weisen auf bestimmte pathologische Vorgänge im Organismus hin. Die physiologische rothe Hautfarbe tritt in verschiedener Nuancirung auf, welche durch viele Momente, wie Blutreiclithum, Ernährung, Dicke der Epidermis bestimmt wird. Die Kenntniss der physiologischen Grenzen ist Er-
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Hautfarbe.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;19
t'ahriiiigssiiclie und wird durch l'olumg an gesundem Tliioron erworben. Im Grossen und Ganzen steht die Menge des Blutes und spedell der rothen Blutkörperchen und des Hämoglobins im geraden Verhältnisse zur Intensität der rothen Hautfarbe. Wo es sich um Sohwellkörper handelt, wie beim Geflügel, kommt aussei- der lebhaften Röthe noch die Prallheit (Turgescenz) derselben in Betracht. Die nachstehenden Abweichungen von der normalen Hautfarbe sind von diagnostischer Bedeutung:
a)nbsp; Blasse Hautfarbe. Dieselbe ist abhängig von der Menge und Beschaffenheit des Blutes. Vorübergehende Blässe hat hei unseren Hausthieren weniger Bedeutung als beim Menschen (Ohnmacht, Fieber-frost, Erschrecken). Dagegen kommt eine andauernde Blässe in sehr' wechselndem Grade bei Thieren häufig zur Beobachtung. In den höchsten Graden erscheint die Haut weiss, grauweiss oder gelbliohweiss. Diese Blässe, der Haut kann veranlasst werden: durch Ahnahme der gesammten Blutmenge (Anämie); durch Armuth des Blutes an rothen Blutkörperchen oder Abnahme des Hämoglobingehaltes der einzelnen rothen Blutkörperchen (Ohiorose) *, durch Zunahme der weissen Blutkörperchen (Leukämie und Leukocytose); durch mangelnde Herzkraft mit verminderter Füllung der Arterien und Oapillaren der Haut (Herz seh wache); durch grössere einmalige oder öfter wiederholte Blutverluste (innere Blutungen). Ausserdem trifft man eine andauernde Blässe der Haut bei unseren Hausthieren ziemlich in den meisten zur Abzehrung (Cachexie) führenden Krankheiten, so bei Tuberkulose, bei der sog. Bleichsucht oder Fäule (Leberegelseuche) der Schafe, bei allgemeiner üareinomatose und Sarkomatose etc. Beim Geflügel erscheinen neben der Haut namentlich auch die Schwellkörper des Kopfes auffallend blass und dabei gewöhnlich auch welk, zusammengefallen.
b)nbsp; nbsp;Eöthung der Haut, lieber den ganzen Körper verbreitete höhere Böthung der Haut in Folge vermehrten Blutreicli-thums der Oapillaren ist bei unseren Hausthieren äusserst selten zu beobachten. Dagegen trifft man auf einzelne Stellen beschränkte, fleckige oder streifige Röthe, als Folge umschriebener Gefäss-erweiterung, namentlich beim Schweine häufig, so beim Stäbchenrothlauf, bei der Schweineseuehe und Schweinepest, beim Nesselfieber, beim Seorbut und bei der Pharyngitis. Es handelt sich jedoch hier meist nicht allein um Hyperämie, sondern gleichzeitig um einen Austritt von Blut und blutigem Serum in das Gewebe der Haut.
c)nbsp; Blaurothe, cyanotische Hautfarbe. Sie wird am besten
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sichtbar an solir golussreichen Stelleu der Haut mit dünner Epidermis. Die Haut des Scliweines und die Seliwellkörper des Geflügels sind besonders hiezu geeignet. Die Cyanose ist die Folge starker An-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; i
tiillung der Hantcapiliaren mit venöseiu, mit Kohlensäure überladenem, an Sauerstoff armem Blute und findet sich daher bei allen höber-gradigen Störungen der Respiration und Circulation (Hitzschlag, Uebcitreibeu. Lungenentzündung, Erstickung, Pharyngitis, Meteorisnuis, acute Tnlectionskrankheiten).
d) Gelbe, ikterische Hautfarbe. Die gelbe Verfärbung der Haut setzt eine Anhäufung von Gallenfarbstoff im Blute voraus; sie wird zunächst veranlasst durch abnorm gelb gefärbtes Blutplasma, woran sich bald eine Imbibition der Zellen des Bete Malpighi mit Gallen-farbstoff anschliesst. Die Verfärbung ist verschieden: schwachgelb (Stich ins Gelbe), schwefelgelb, citronenge 1h, orangegell), grüngelb. Sie wird am besten sichtbar an den dünnen Hautatellen: Unterbauch, Sohatngegend, Innenfläche der Schenkel und Vorarme, und kommt fast nur heim Hund und Schaf, seltener hei weissgeborenen Schimmeln und beim Rind zur Beobachtung. Häutiger als die Haut werden hei unseren Hausthieren die Schleimhäute, insbesondere die Oonjunctiva solerae, zur Oonstatirung des Ikterus benützt. Gelbe Hautfarbe kommt vor bei den verschiedeneu Arten von Ikterus, bei pernieiöser Anämie, allgemeiner Carcinomatose, nach grossen, wiederholten Blutverlusten, bei Vergiftungen mit Phosphor, Lupinen u. s. w.
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'i. Das Haarkleid und die Epidermis.
Haarkleid. Die Besichtigung des Haarkleides ist in der Thier-heilkunde von grosser diagnostischer Bedeutung. Es genügt oft ein kurzer Blick, um aus der rauhen, glanzlosen Beschaffenheit des Haares und der Federn zu erkennen, dass das betreffende Tliior krank ist. Bei der BeuHhoilung der Beschaffenheit des Haarkleides sind indessen zahlreiche Momente zu berücksichtigen. Zunächst kommen die Rasse (Feinheit und Glanz der Haare), das Klima, der Aufenthalt (Temperatur des Stalles), die Hautpflege in Betracht. Hauptsächlich aber stellen die Fütterung, die Ernährung des Thieres und der Stoffwechsel, sowie Gesundheitsund Krankheitszustand überhaupt in engster Beziehung zum Haar. Der Riickschluss vom Haar auf die Ernährung ist sogar dem Laien
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Haarwechsel.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 21
gcliintig; bekanntlich basirt hierauf ein Thoil (lor Wollkunde. Die Menge und Beschaffenheit des Wollfettes (Fettschweisses) steht In
engster Beziehung /um Gesundheitszustände, zur Fütterung, Wartung und PHege der Schafe. Je besser der Gesundheitszustand, je reichlicher und gehaltvoller die Nahrung, je wärmer der Aufenthalt, um so reichlicher und flüssiger ist gewöhnlich das Wollfett. Im Allgemeinen findet man das Haar bei gut genährten, gesunden Tliieren kürzer, dichter anliegend, glänzender, lebhafter gefärbt und wohl auch besser festsitzend, während es bei schlecht genährten und durch Krankheiten heruntergekommenen Tbieren länger, weniger gut anliegend, mehr oder weniger gesträubt, matter, weniger lebhaft gefärbt, selbst missfarbig und auch leichter ausziehbar ist. Das Seiden- und Wollhaar ist im ersten Falle geschmeidig, weich, fettig glänzend, im letzteren trocken, spröde und glanzlos. Am häufigsten spiegeln sieb in der Beschaffenheit des Haarkleides chronische Ernährungsstörungen und Infectionskrankheiten ab. So sieht man ein rauhes struppiges Haarkleid beim Pferde im Verlaufe des chronischen Rotzes, beim Rind als Ausdruck der Tuberkulose, beim Schaf eine spröde, glanzlose, leicht ausgehende Wolle als ein Zeichen von Bleichsucht. Vorübergehendes Sträuben des Haares beobachtet man beim Frieren der Thierc sowie beim sog. Schiittelfrost im Initialstadium mehrerer fieberhafter Krankheiten (rheumatisches Fieber, Infections-fleher, üebertritt von Eiter oder Jauche ins Blut).
Haarwechsel. Besonders auffällig macht sich der Einfluss von Ernährungsstörungen auf den Haarwechsel beim Pferd und Rind bemerkbar. Es handelt sich hier hauptsächlich um den periodischen Haarwechsel beim Pferde, der im Frühjahr und Herbst stattfindet. Normaler Weise erhalten die Thiere im Herbste zum Sommerdeck-haar noch eine Menge weicher Haare, wobei auch eine Menge alter ausfällt und durch neue ersetzt wird. Im Frühjahre lallt das Winterflaumhaar völlig, das alte straffe Deckhaar theilweiso aus; letzteres wird durch neues ersetzt (Bon net). Anomalien des Haarwechsels treten im Frühjahre und Sommer deshalb besonders deutlich hervor. Die Thiere behalten ihr langes, und dann missfarbiges Winterhaar, sind schlecht im Haarquot;, sie hären sich nichtquot;. Aelmlich ist es im Herbste, wenn die Winterhaare nicht zeitig erscheinen und insbesondere das alte Sommerhaar nicht zum Tiieil ausfällt. Ausnahmsweise kann der Haarwechsel in einzelnen Fällen aber auch ungewöhnlich beschleunigt werden, wenn z. B. Thiere im Frühjahr oder Herbst
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32nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;ITaarausl'all.
plötzlich von sohleohter EHltterungslaquo; und Haltungsweise in gute kommtin.
Haarausfall. Abgesehen von den eigentlichen Hautkrankheiten können hochgradige allgemeine Hrnährungsstörungen zu einem über grössere Hautpartien ausgebreiteten Ausfallen der Haare und der Wolle führen. So beobachtet man vereinzelt beim Pferde den Verlust des Haarkleides nach schweren Infeetionskrankheiten, /. B. hei Brustseuche und beim Peteehialfieber; beim Schweine findet man Lockerung und Ausfallen der Borsten zuweilen beim Soorbut (liorstenfiiule) und bei der Finnenkrankheit; heim Schafe kommt es zu einem Ausfall der Wolle auf grösseren Partien des Vliesscs insbesondere nach kärglicher Fütterung, chronischen Ernährungsstörungen, Ijcberegelseuche etc. Auch hei manchen Vergiftungen findet nachträglich Haarausfall statt, Endlich sind für die namentlich bei fetten Hunden auftretende Kahlheit allgemeine Ernährungsstörungen, sowie für die beim Hunde zuweilen symmetrisch vorkommenden kahlen Haut-steilen wohl nervöse Einfhisso als Ursache anzusehen.
Haut und Subcutis. Die Haut selbst, wie auch das Unterhaut-bindegewebe, zeigt ebenfalls verschiedene Beschaffenheit je nach der Ernährung und dem Gesundheitszustande der Thiere. Am meisten tritt dies heim Bind hervor, aber auch beim Pferd und den kleineren Wiederkäuern ist es zu verfolgen. Abgesehen von der verschiedenen Dicke der Haut, wie sie namentlich Eigenthümlichkeit der Basse ist. fühlt sich dieselbe unter normalen Verhältnissen weich und geschmeidig an, und lässt sich an den Stellen, wo lockeres Bindegewebe unter ihr liegt, z. B. an der Seitenfläche des Brustkorbes, leicht in eine stärkere Palte schlagen, die heim Auslassen sofort wieder verschwindet. Portgesetzte mangelhafte Ernährung der Thiere, acute und besonders chronische Leiden der verschiedensten Art. welche die Gesammternährung beeinträchtigen, führen zu einer Bindegewebszubildung (Sklerose) und Verhärtung (Induration) der Haut, welche derb, trocken und unelastisch wird und der Unterlage fest anliegt. Auch das Unter' iiautbindegewcbe schrumpft, wird straff und derb. Hie Poige davon ist, dass die vorerwähnte Faltenbildung über den Rippen nur schwer, und oft unter deutlich hörbarem, knackendem Geräusche vollziehbar ist; es vergeht ferner nach dem Auslassen der Palte hei der mangelnden Elasticität der Haut eine vorhältnissmässig lange Zeit, bis sie sich verstreicht. Dies gilt ganz besonders für das Bind, wo die Palte oft quot;2 Minute und länger stehen bleibt. Gerade für das Rind bildet denn
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I''|iiilerima.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 23
auch die Untersuchung der Haut nach dieser Richtung hin ein sehr werthvolles Hilfsmittel. Man bezeichnet die besohriebene derbe Be-sebaffenheit der Haut beim Rind herkömmlich als Harthäutigkeit, Aufgebackensein oder Lederbttndigkeit. Am häufigsten lindet man sie hei Tuberkulose, Osteomalaoie, Lecksucht und Eohinocooous-krankheit.
Epidermis. Gleichzeitig mit der allgemeinen Ernährungsstörung der Haut findet man gewöhnlich auch eine reichliche Bildung von Epidermis, die entweder in dicken Lagen aufliegt oder sich in Form von Schuppen, Schilfern oder Kleien massenhaft ahstösst. Schlechte Hautpflege wirkt dabei unterstützend mit. Man findet diese Anomalie besonders stark ausgeprägt heim Hund, Bind und Schaf, wo sie eine Begleiterscheinung vieler cachektischer Leiden, beim Binde insbesondere der Tuberkulose, heim Schafe der Bleichsucht, bildet.
Sohliesslich ist zu erwähnen, dass das Vorhandensein reichlicher Hautparasiten häutig hei schlecht genährten, heruntergekommenen Thieren beobachtet wird. So findet man namentlich Federlinge und Milben beim Q-eflügel, Flöhe heim Hunde, Läuse beim Pferd und Rind. Auch die Beschmutzung der Haut in der Umgebung des Afters, der Hinterschenkel, des Schweifes, sowie der Federn in der Umgehung der Kloake bei Diarrhöen; die abgeriebene, struppige, rauhe Wolle am Schweifansatze, Kreuz und Bücken bei der Traberkrankheit der Schafe; die Schmerzhaftigkeit der Hörner, die Lockerung ihres Zusammenhanges, das zuweilen beobachtete Abstossen derselben beim Binde im Verlaufe von Maul- und Klauenseuche und von bösartigem Katarrhalfieber können unter Umständen von diagnostischer
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:{. Die Hanttemperatur.
Die Wärme der Haut ist in der Hauptsache von der Menge und Temperatur des die Capillaren derselben durchströmenden Blutes abhängig. Ausserdem wird die Hautwärme beeinHusst von der Länge und Dichtigkeit des Haarkleides, sowie von der Beschaffenheit der Oberfläche der Haut. Unter sonst gleichen Verhältnissen hat ein blutreiches Thier eine wärmere Haut als ein anämisches; stark erweiterte Hautgefässe erzeugen eine höhere, verengte eine niedere Temperatur der allgemeinen Decke. Die mit Schiitzhaaren (Mähne, Schopf und Schweif) bedeckte Haut ist wärmer, als die mit Deck-
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24nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Hauttempcratiir.
haaren versehene, .le kürzer ferner die Declchaare auf einem Tlicile der Körperoherfläche sind, desto grosser ist die Wärniestrahlung, desto leichter aber auch die Möglichkeit der Abkühlung. Je hlut-reicher eine gewisse Hautpartie ist, desto wärmer ist sie; dies trifft für den Schiidol, für die Lippen, die Umgebung der Nase und sogar für die Ohren zu, obwohl liier die Strahlung sehr bedeutend ist. Dagegen fühlen sich die blutarmeren unteren Theile der Extremitäten, zumal beim Pferde, kühler an, als der Rumpf.
Die Bestimmung der Haut war me durch das Gefühl der aufgelegten Hand ist zwar nur eine unsichere, nicht zuverlässige, immerhin aber kann sie annähernd richtig sein. Grössere Abweichungen der Temperatur von der Norm lassen sich dadurch leicht ermittein. Uemerkenswerth hiebei ist, dass die llücktläche der Hund eine feinere! Temperaturempfindlichkeit besitzt, als die innere mit dicker Epidermis überzogene Fläche. Diese Prüfung mittelst des manuellen Wärmetastsinns hatte namentlich früher, vor Einführung der thermometrischen üntersuchungsmethode, einen ungleich höheren Werth, indem man damit, im Vereine mit anderen Hilfsmitteln, vor allem das Vorhandensein von Fieber festzustellen suchte. Aber auch heute noch hat die approximative Ermittelung der Hauttemperatur gerade bei unseren Hausthieren eine gewisse praktische Bedeutung. Ihr Ergebniss fordert im concreten Falle zur Anwendung des Thermometers auf, da die Temperatur der Baut in engster Beziehung zum Fieber steht. Sie gibt Aufschluss über gleiche oder ungleiche Wänne-vertheilung und über den oft sehr raschen Wechsel der Hauttemperatur, zumal der peripheren Theile (Ohren und Extremitäten), Ausser-dem ist sie noch bei bestimmten Organkrankheiten von Wichtigkeit (abnorm erhöhte Temperatur des Schädels und der Brustwand bei Entzündung des (lehims und der Lunge).
Zur Untersuchung der Hauttemperatur benutzen wir aussei' dem Rumpfe als besonders geeignet beim Pferd: Ohren, Nasenrücken und Extremitäten; beim Rind: Nasenspiegel, Ohren, Grund der Hörner und Extremitäten; beim Schwein: Büsselscheibe und Ohren; heim Hunde: Nase und Ohren, Innenfläche der Schenkel; beim Geflügel: Schwellkörper, die nackten Stellen am Kopfe und die Beine. Eine abnorm hohe Temperatur bis zur brennenden Hitze lässt sich constatiren bei verstärkter centrifugaler Blutströmung und Erweiterung der kleinsten Hautgefässe und in Folge vermehrter und verstärkter Herzaction bei grosser Aufregung, Schmerz, Unruhe, Kolik, im Hitzestadium des Fiebers etc. Abnorm
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Feuclitijj-koitszustarul del' Hftatinbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;25
niedere Temporatui', bis zur eisigen Kulte, findet man bei verstiirktci-centripetaler Blutströmuiig, Verengerung der H.uitgelasse, sehr ge-schwäohter Hei'Zaotion (Oollapsus), im Froststadium des .Fiebers, im letzten Stadium der Vergiftungen, bei Glebärparese, inneren Verblutungen etc.
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4. Der Feuohtigkeltsziistlliul lt;llaquo;r Haul.
Physiologisches. Im normalen Zustande gibt die Haut auf ihrer Oberfläche fortwährend Wasser in Dunstform ab, das der Hauptsache nach von den Sohweissdrüsen geliefert wird. Diese Wasserverdunstung ist dem Grade nach sehr verschieden und wird durch mehrere Momente beeinflusst (Haarkleid, Temperatur und Feuchtigkeitsgrad der Luft, Bewegung). Für gewöhnlich kommt es dabei nicht zur Ansammlung tropfbarer Flüssigkeit auf der Haut, das heisst zur Scbweisshildung im gewöhnlichen Sinne, die Verdunstung hält vielmehr mit der Production der Sohweissdrüsen gleichen Schritt. In diesem Falle kann bei der Betastung der behaarten Haut unserer Thiere höchstens ein eigentliümliches, feuchtes (refübl wahrgenommen werden, welches am ehesten bei geschorenen oder mit sehr kurzen, feinen Deckhaaren versehenen Pferden an der von der Mähne bedeckten Halspartie zur Beobachtung gelangt.
Unter gewissen Verhältnissen, bei hoher Aussentemperatiir, sehr feuchter Luft, Muskelanstrengung etc. kommt es physiologisch zur vermehrten Schweisssecretion und, da die Verdunstung hier nicht mehr gleichen Schritt mit der Production halten kann, zur Ansammlung tropfbarer Flüssigkeit auf der Haut zwischen den Haaren. Es gilt dies indessen nicht von allen unseren Haustliieren. Bei der Katze, dem Hunde, Schafe und Schweine kommt es normaler Weise nicht zur Absonderung von tropfbar flüssigem Secrete, sondern höchstens zur Bildung von Dunstschweiss (Bonnet). Eine Ausnahme sollen die nackten afrikanischen Hunde machen, welche angeblich bei grosser Hitze sowie nach rascher Bewegung stark schwitzen.
Klinisches Interesse bei der Untersuchung kranker Thiere bieten nur die Abweichungen vom Normalen, wobei entweder die Schweisssecretion krankhaft gesteigert (Hyperidrosis) oder vermindert bezw. aufgehoben ist (Hyphidrosis bezw. Anidrosis). Der letztere Fall hat in der Thierheilkunde praktisch weniger Bedeutung.
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2C)nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Gesteigerte Soliweissblldung.
Zum leichteren YerstQndnisse mug liier kurz auf die physiologische Tbatsaohe hingewiesen werden, dass die Secretion der Schweissdrüsen xin-abbänglg von Kreislauf und Blutdruck auch lediglich durch Norvencrregung hervorgerufen werden kann. Man kennt ein allgemeines Schvveiss-contrum in der Modulla ohlongata für Bumpf und Gliodinassen , und es haben auch die Schweissfasern für den Kopf ihr (Jontrum in der Medulla oblongata: ausserdem gibt es noch spinale Centron. Reizung dieser Centren erzeugt Schwoiss. Als Secrotionsreize gelten hiebei: verilnderte Blutbesohaffenbeit und zwar üoberladung des Blutes an Kohlensiiure und Mangel an Sauerstoff (dyspnoetiseho Blutbeschaffonhoit); üeberliitzung dos Blutes; sensible Erregung (auf dem Wege des Reflexes). Ausserdom ist der Einiluss des Grosshirns auf die centrale Erregung der Schweisscentren zweifellos (psychische Erregungen). Dupuy hat experimentell nachgewiesen, dass Durchschneidung des Halssympathicus beim Pforde starke Sehweiss-seoretion im Gesicht hervorruft. Von sehweisstreibendcn Arzneimitteln sind namentlich Pilocarpin und Arecolin zu nennen.
Gesteigerte Schweissbildung. Dieselbe kann eine allgemeine oder eine partielle, locale, d. li. auf ganz bestimmt begrenzte Gebiete beschränkte sein. In letzterer Beziehung hat man auch bei Thieren das Schwitzen auf eine Seite beschränkt getroffen (Hyper-idrosis unilateralis), oder in querer Abgrenzung nur am Hinterkörper auftretend. Krankhaften, allgemeinen Sclnveissaushruch trifft man weitaus am häufigsten beim Pferde, viel seltener schon beim Rinde, am allerseltensten wurde -wirkliches Schwitzen heim Fleischfresser beobachtet. Der Grad des Schwitzens ist dabei sehr verschieden, wie auch die Dauer; es kann sich die Haut entweder eben vermehrt feucht anfühlen oder Haut und Haare können henässt sein, endlich kann der Sclnveiss lebhaft abtropfen (profuse Schweissc). Dabei sind es gewisse Partien des Körpers, welche in erster Linie und am intensivsten schwitzen (Prädilectionsstellen), so heim Pferde die Leisten- und Schamgegend, die untere Flankenpartie, die Haut hinter und ober den Ellenbogen, der Spalt, die seitliche Halsfläche, der Grund der Ohren, die Umgebung der Augen, des Maules und der ]S!ase. Der tropfbare Sclnveiss kann auf diese Stellen beschränkt bleiben oder sich auf die ganze Hautoberfläche ausbreiten; er ist bald wann, bald kühl oder kalt und dann oft eigenthümlich klebrig. Durch Beimengung von Epidermisschuppen und Luft wird er schaumähnlicb weiss, insbesondere wo Reibung besteht; bei boch-gradigem Tkterus soll er gelb gefärbt sein. Kurz vorausgegangenes Schwitzen macht sich nach erfolgtem Abtrocknen oftmals noch erkenntlich durch Zusammenkleben und Aufsträuben der Haare, insbesondere wenn diese lang sind. Sie fühlen sich dann eigenthümlich hart, hornartig an und die reichlich mit Seh weiss bedeckt gewesenen
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(i('steigerte ^;ich\vlt;'issl)il(luMg#9632;.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 27
Stellen zeigen in der Peripherie weissgraue Umsäumung von uuf-gesohwemmtor, an die Haare angetrockneter Epidermis. Auch heim Rinde tritt Schweissbildung am häufigsten am Grunde der Ohren. an der seitlichen Halsfläohe, hinter der Schulter, in den Flanken etc. auf. Bei den kleinen Wiederkäuern ist es insbesondere die fnnen-fläche der Hinlerschenkel, Euter, Unterilächc des Schweifes, wo sich Schweiss leicht nachweisen lässt.
Von den zahlreichen Krankheiton. welche mit einer abnorm gesteigerten Schweisssecretion verlaufen, sind die folgenden die wichtigsten:
Sehr schmerzhafte Zustände, so namentlich Kolik. Darmentzündung, rheumatische Häinoglohinämie.
Nervenkrankheiten und Muskelkrämpfe; Totanus. Epilepsie, Meningitis spinalis, Neuritis. Einen sehr interessanten Fall von allgemeiner Hyperidrosis beim Hunde in Folge multipler Entzündung des centralen und peripheren Nervensystems hat neuerdings Dexler veröffentlicht (Arbeiten aus dem Wiener Institut für Anat. und Physiol. des Centralnervensystems 1894).
Hochgradige Athemnoth und Erstickungsanfälle: GHot-tisödem, Lungenödem, Larynxangina.
Schwäche- und Oollapsssustände: Neigung zu Schweiss-iinsbruch besteht besonders bei reconvalescenten. durch acute oder chronische Krankheiten geschwächten Thieren, bei Leukämie, Anämie. pernieiöser Anämie, Rotz, chronischen Verdauungsleiden, in der Agone, im Vorlaufe von Vergiftungen, bei Sepsis und Pyämie.
Oirculationsstörungen im Verlaufe chronischer Herz- und Lungenkrankheiten: Dampf der Pferde, öchweissausbruch bei Thrombose der Schenkelarterie.
Kritische Schweisse bei raschem Abfall des Fiebers im Verlaufe acuter Infectionskrankheiten; urämischer Schweiss bei schweren Nieren- und Blasenleiden.
Localcn Schweissausbruch beobachtet man hauptsächlich bei Krankheiten des Nervensystems, namentlich bei Paresen, Mono-plegien, Entzündungen und Verletzungen des Rückenmarks und der peripheren Nerven. Dieser locale Schweiss wird namentlich im Bereiche gelähmter Körperpartien in scharfer Begrenzung beobachtet. Einen sehr interessanten derartigen Fall von Hyperidrosis unilateralis heim Pferde hat Schindel ka (Wochenschrift für Thierheilkunde 1889) beschrieben. Ein mit Pharynxangina und starker Anschwellung der oberen Halsgegend behaftetes Pferd zeigte eine zwei Tage lang an-
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Verringerte Schweissbildung.
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dauernde HypevicU'OSe im Bereich der recliten Gesiclitsliiüi'te, des rechten Ohrs, des Kehlgangs und des oberen Drittels der rechten Halsseite, welche durch eine Compressionsliihniung des rechten Hals-sympathicus hezw. der Schweisshemmungsfasern in Folge des benachbarten phleguionöscn Processes bedingt wurde.
In einer Anzahl von Krankheitsfällen endlich beobachtet man ganz abundanten, stundenlang andauernden Schweissausbruch ohne direct nachweisbare Ursache (so z. B. in dem von Barbey, Rocueil 1888, beschriebenen Falle beim Hunde).
Verringerte Schweissbildung. Dieselbe besteht in einer abnormen Trockenheit der Haut und Epidermis, welche ebenfalls in einer Reihe von Krankhcitszuständen (fieberhafte Infectionskrank-heiten, Durchfall, Polyurie, Diabetes, chronische Hautkrankheiten, chronische Ernährungsstörungen, Dampf) zu beobachten ist. Der Nachweis ist indessen viel schwieriger. Am sichersten ermittelt man sie beim Pferde an der von der ^lälme bedeckten Haut. Viel wichtiger als diese verminderte Secretion der Schweissdrüsen ist für die klinische Untersuchung die verringerte Secretion anderer, mit den Schweissdrüsen verwandter Drüsen. Es sind dies die serösen Drüsen des Plotzmaules beim Binde, Schafe und der Ziege, der Riissel-sebeibe beim Schweine und der Nase heim Hunde und bei der Katze. Während durch die Secretion dieser Drüsen die genannten Theile beim gesunden Thiere stets feucht erhalten werden, hört hei allen schwereren Krankheitszuständen, namentlich bei hohem Fieber, die Drüsensecretion auf, so dass Flotzmaul, Büsselscheibe und Nase sich trocken anfühlen. Diese trockene Beschaffenheit der erwähnten Organe ist daher ein klinisch wichtiges Symptom. Beim Rinde kann man ausserdem aus der Grosse der einzelnen, auf dem Flotzmaule sitzenden Tropfen (der sog. Perlen), sowie aus der Schnelligkeit, mit welcher sie nach dem Abwischen wieder ergänzt werden, gewisse Schlüsse, ziehen.
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5. Die Unifangsvernudiriingeii der Haut.
Hautödem. Als Hautödem (hydropisohe Schwellung, Hautwassersucht, Anasarca) bezeichnet man eine abnorme Ansammlung von Lymphe im Unterhautbindegewebe, welche auf eine überreiche Transsudation von Blutserum aus den Hautvenen oder auf vermin-
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ITautödoin,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 29
derte Abfuhr duroh die Lyraphgefässe zurückzuführen ist. Die Ih--saolien dos Haiitödeius isiiul thells auf Stauungshyperämie (Stauunga-hydrops), theila auf eine abnomu wässerige Blutbesohaffeuheit mit oonseoutiven Ernährungsstörungen laquo;Icr Gefässwftnde (hydrämisoher Hydrops) zurllolmifllhren, In anderen Füllen scheinen direote Q-e-fässVeränderungen (Petechialfleber der Pferde), sowie eine Abnahme der Gewohselastieitiit in Folge Erschlaffung des Grewebes und dadurcli bedingter mangelhafter Auspressung der Gewebslymphe das Oedem /n veranlassen. Häufig wirken melirore dieser Factoren zusammen.
Die Kennzeichen des Oedeins, welches am häufigsten an tief gelegenen Theilen und an solchen Stellen getroffen wird, wo das ünterhautbindegewebe sehr entwickelt, locker und weitmaschig, die Haut sehr dünn und zart ist. sind folgende. Ist die Haut nicht dunkel piginentirt. so erscheint sie im wassersüchtigen Zustande blass, in ihrem umfange vermehrt, gedunsen, ohne Fältelung, ausgeglichen, glatt, matt glänzend. Die dunkel pigmentirte Haut ist in ihrer Farbe nicht verändert, zeichnet sich dafür aber durch stärkeren Glanz aus. Die Geschwulst fühlt sich beim Drücken und Kneten teigartig an. und es bleiben Fingereindriicke, in Form mehr oder weniger tiefer Gruben, verschieden lange Zeit zurück. Dieselben erklären sich dadurch, dass durch den Druck Flüssigkeit aus den Maschen des Unterlaquo; liautbindogewebes von der betreffenden Stelle weg nach benachbarten communicirenden Zellgewebsmasohen verdrängt wird. Hört der Druck auf, so kehrt die Flüssigkeit wieder zurück und die Grube verschwindet. Der Ausgleich geht um so langsamer von statten, je länger das Oedem bereits besteht, und je mehr die Haut von ihrer Elasticität eingebüsst hat, Der Druck ist dabei gewöhnlich un-schmerzhaft oder nur wenig vormehrt empfindlich, die Temperatur nicht erhöht, eher niedriger als an der benachbarten Haut, daher die Geschwulst kühl. Heim sog. entzündlichen Oedem dagegen ist der Druck oft sehr schmerzhaft und die Temperatur erhöbt (siehe unten).
Klinisch unterscheidet man ein allgemeines und ein locales Hautödem als Ausdruck eines allgemeinen und localen Hydrops.
Das allgemeine Hautödem in Folge von Stauungshydrops tritt stets an den abhängigen, tiefliegenden Stellen des Körpers und beiderseitig auf. so namentlich am Unterbancbe, in der Schamgegend (Euter, Vorhaut, Scrotum), an der llnterbrust, an den Extremitäten, an der Vorderbrust, am unteren Halsrande, in der Kehle. Anfänglich und bei geringerem Grade verschwindet es vorübergehend, wie
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mau dies niiinentlich an den Beinen nach stattgefiuulener Bewegung der Tliiere beobaclitet. Oder es wechselt je nach Stellung und Lage einzelner Körpertheile; so treten beim Schaf durch das fortwährende Gesenkthalten des Kopfes beim Weiden Oedeme am Kopfe und an der Kehle während des Tages auf, welche im Laufe der .Nacht wieder verschwinden oder bei hoch gehobenem Kopfe sich mehr auf die Kehlfalte localisiren. Stauungshydrops trifft man am öftesten bei chronischen Her/krankheiten: nicht eompensirten Klappenfehlern, Erschlaffung des hypertrophischen Herzens, exsudativer Pericarditis, h^-besondere bei Pericarditis traumatica des Rindes; seltener bei chronischen Lungenerkrankungen. Bei chronischer Pleuritis und Hydrothorax finden sich häufig Oedeme an der ünterbrust, bei chronischer Peritonitis am Uuterbauche. Stauungen im Pfortadergebiete (Leber. Bauchfell) bedingen in erster Linie Bauchhöhlen Wassersucht; hiezu kommt später in Folge der Verlangsamung des Blutstromes in der hinteren Hohlvene, sowie durch die Ausbildung einer gewissen Hydrämie noch allgemeiner Hydrops. Es gehört hieher zum Theil die Hautwassersucht des Schafes bei Egelkrankheit, sowie das allgemeine Hautödem beim Hund nach interstitieller Hepatitis.
Das allgemeine Hautödem in Folge von hydräinischem (anämischem) Hydrops entsteht durch Verarmung des Blutes an Eiweiss oder in Folge Zurückhaltung von Wasser im Blute, bei verringerter Ausscheidung durch die Nieren. Ersteres findet man bei acuten und chronischen Nierenkrankheiten, im Verlaufe vieler anderer chronischer, consumirender Krankheiten, so bei Invasionskrankheiten, Egelkrankheit, Lungenwurmkrankheit, Finnenkrankheit, chronischen Infectionskrankheiten, pernieiöser Anämie, Leukämie, Bleichsucht des Schafes. Die Zurückhaltung des Wassers im Blute erfolgt bei gewissen Entzündungszustiinden der Nieren, hei denen die Urinsecretion schwer beeinträchtigt wird (Urämie), namentlich bei parenehymatöser Nephritis.
Das locale; Hautödem kann seiner Entstehungsursache nach ebenfalls ein Stauungsödem sein, viel öfter jedoch ist es ein entzündliches Oedem. Im ersteren Falle handelt es sich bei dem auf das Wurzelgebiet einer gewissen Vene beschränkten Hydrops meist um thrombotischen Venenverschluss oder um die Compression einer Vene durch Cleschwülste, zu tu Theil auch um eine localisirte Gefässlähmung (Monoplegie, Hemiplegie). Derartige locale Hautödeme kommen bei unseren Thieren selten zur Beobachtung. Eine viel grössere Bedeutung besitzt das entzündliche oder collaterale Oedem, welches man
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Hautödeiu.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;31
iusbesondere in der ünigebung von tiefer liegenden Eiterherden (Abscessen), sowie entzündeten Gelenken trifl't. So treten beispielsweise bei der Perforation des Hindennugens durcli Fremdkörper bis mannskopfgrosse Anschwellungen an der linken und rechten (Jnter-rippengegend, Brustbeingegend, Bauch-, Nabel- oder Eutergegend auf,
welche in einem gewissen Stadium entziindlieli-ödeniiitös sind, und denen sjuiter Abscessbildung und unter Umständen Fistelbildung folgt. Aehnliche ödematöse Hautschwellungen bilden sich im Verlaufe des Drusenprocesses als Theilerseheinung der Lymphdrtisenabscesse*, dem Sitze der Lymphdrüsen entsprechend findet man sie am oberen, mittleren und unteren Theile des Halses. Ausserdem sieht man bisweilen locale entzündliche Oedeme beim llotz auftreten, namentlich am Hodensack und an Gelenken, zumal am Sprunggelenke längs der rotzig entzündeten Lymphgefasse; gleichzeitig besteht Knotenbildung und später Abscess- und Geschwürsbildung. Hieher gehört in gewisser Beziehung auch als Ausdruck eines chronischen Oedems die rotzige Elephantiasis der Extremitäten und des Kopfes.
Für die praktischen Zwecke der klinischen Untersuchung der Thlere ist hervorzuheben, dass der entzündliche Charakter eines Oedems sehr verschiedengradig ausgebildet sein kann und sicii sogar nicht immer mit aller Sicherheit feststellen lässt. Es kann ferner nach der anderen Seite hin schwer sein, das entzündliche Oedem von der entzündlichen Schwellung überhaupt zu trennen. Endlich entstehen ödematöse Schwellungen häutig genug durch das Zusammenwirken mehrerer Eactoren, z. B. durch Stauung bezw. Herzschwäche, entzündliche Reizung des Gewebes durch einen Infectionserreger, sowie directe Gefässveränderungen. Deshalb ist es keineswegs immer möglich, ein Oedem in der oben angegebenen Weise zu classiticiren und seine Ursache scharf zu bezeichnen. So haben die Schwellungen, welche an den Extremitäten, am Schlauch und Euter, am Unterbauch und an der Unterbrust der Pferde hei Influenza und Brustseuche auftreten, häufig den Charakter des Stauungsödems, zuweilen aber auch den des entzündlichen Oedems. Der letztere ist dagegen ziemlich regehnässig bei den Schwellungen der Augenlider ausgedrückt. Aehnlieh, aber im Allgemeinen mehr den phlegmonösen Charakter tragend, sind die Schwellungen der Gliedmassen beim Petechial-fieber des Pferdes, welche sich gewöhnlich nach oben scharf, wallartig absetzen, während sie an anderen Stellen zumal am Kopfe carbunkeläluilich erscheinen. Es gehören hieher ferner die bis zu 2 dm dicken, gespannten, brettharten, höher teinperirten und schmerz-
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Uantcmpliysem.
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hat'tun Schwolliiiigfii der Woiclitlicile des Kopt'os, namentiiuli dos Geeichtes, Kohlganges, Triels und Halses bei der liindersouclie. Endlich ist auch das maligne Oedem hieher zu zählen. Dasselbe bildet teigartige, empfindliche Anschwellungen, die sich mehr und mehr auf die Umgebung ausbreiten, von übel riechenden Gasblasen durchsetzt sind, daher beim Betasten knistern, und eine gelbröthliche ()ederafltissigkeit enthalten.
Emphysem der Haut. Als Emphysem bezeichnet man eine Luftansammlung im Unterhautbindegewebe, welche auf eine kleinere Stelle beschränkt oder mehr oder woniger ausgebreitet vorkommen kann: umschriebenes und diffuses Emphysem. Ein wichtiges Kennzeichen des Emphysems ist die Umfangsvermehrung der Haut. In ausgesprochenen Fällen ist dieselbe sehr auf fällig; die Haut erscheint wie aufgeblasen, kuchen- oder kissenförmig vortretend. Bei sehr geringer Luftansammlung ist sie jedoch oft so wonig in die Augen springend, dass sie kaum wahrgenommen wird, und das Vorhandensein des Emphysems nur durch die Betastung constatirt werden kann. Als zweites sehr charakteristisches Symptom des Emphysems ist ein knisterndes, selbst rauschendes Q-efühl hervorzuheben, welches beim Drücken und Darüberstreifen entsteht und mit dem Knistern eines zwischen den Fingern gedrückten lufthaltigen Lungenstücks verglichen werden kann. Hieboi gleichen sich die beim Eindrücken der Finger entstehenden Gruben rasch wieder aus, weil die Elasticität des Gewebes nicht besonders gestört ist. Endlich gibt bei stark lufthaltigem Unterhautbindegewebe die Percussion zuweilen einen deutlich tym-panitischen Schall, während das gewöhnliche Emphysem den Ton des zersprungenen Topfes gibt.
Am häufigsten trifft man das Emphysem beim Rind, dann beim Pferd und Hund. Der Brustkorb und Hals, beim Pferd aussordem die Flankengegend, sind die bevorzugten Stellen. Das Emphysem kann sich indessen von hier ans verschieden weiter verbreiten.
Nach den Entstehungsursachen unterscheidet man ein spontanes oder autochthones und ein aspirirtes Hautemphysem.
Das autochthon, d. h. an Ort und Stelle entstehende Emphysem hat seinen Ursprung in Verjauchung subeutaner Blutextravasate oder Absccsso mit Bildung von Fäulnissgasen und wird daher auch als Emphysema septicum bezeichnet. Ansserdom wird es durch locale Infection gaserzeugender Baoterien hervorgerufen. Hieher gehört das Rauschbrand-Emphysem beim Hind. Dasselbe besteht in
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Hautempbyssniinbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;33
einer Gosclnvulst am Oberschenkel, am Halse, an der Schulter, an der Unterbrust, in der Lenden* und Kreuzbeingegend, welche anfangs klein und schmer/haft ist, später jedoch sehr uml'angreich wird und sich selbst über den ganzen Rumpf erstrecken kann. Diese Geschwulst knistert und rauscht beim Darüberstreifen und gibt heim Percutiren einen hellen, tympanitischen Schall. Beim Einsohneiden ist sie in der Mitte unempfindlich, trocken, pergamentartig, auffallend kühl. Aus der Schnittwunde ergiesst sich dunkelrothe, schaumige, unangenehm riechende Flüssigkeit, welche die charakteristischen llauschhrand-bacillen enthält.
Das aspirirte, d. h. durch Ansaugung von Luft entstehende Emphysem kann äusseren oder inneren Ursprung haben. Im ersteren Falle kommt es zu Stande durch Verletzungen der äusseren Haut, Eintritt von atmosphärischer Luft ins Unturhauthindegewebe und verschieden weites Vordringen in demselben. Das Ansaugen von Luft wird hier besonders durch leichte Beweglichkeit der betroffenen Körpertheile (Thorax) vermittelt. Dieses Emphysem hat ein vorwiegend oder ausschliesslich chirurgisches Interesse. Verwundungen der Haut über dem Brustkorbe, namentlich hinter der Schulter, (Quetschungen und brandige Zerstörungen der Haut sind die gewöhnliehe Veranlassung. Im zweiten Falle handelt es sich um Verletzungen innerer lufthaltiger Organe und Vordringen der ins suhmuköse und interstitielle Bindegewebe austretenden Luft bis in die Subcutis. Dabei kommen nicht selten auch Fäulniss erregende und gasbildende Stoffe ins Unterhautbindegewebe, so dass dann das so sich ausbildende Emphysem eine doppelte Ursache hat. Auch dieses Emphysem kann ein rein chirurgisches Interesse haben, wenn es z. B. Folge von traumatischen Verletzungen der Lungenoberfläche und Rippenpleura durch Bippenbruch, Stich- oder Schusswunden ist. Hieiior gehört auch das beim Pferd nach Mastdarmruptur vorkommende Emphysem der Flanke. Die für die interne Medizin wichtigsten aspirirten Emphyseme entstehen durch gewisse Veränderungen in den L ungen und durch ulcerativePerforation lufthaltiger Höhlen und Organe. So sieht man, zumal beim Rinde, nach heftigen Hustenanfällen und bei hochgradiger Athemnoth ein Hautemphysem im Anschlüsse an ein interlobuläres, durch Zerreissung von Lungenhläschen entstandenes Lungenemphysem auftreten. Der Gang hiehei ist gewöhnlich folgender: Zerreissung der Alveolarwandungen, Eintritt und Vordringen der Luft ins iuterlobuläre und subpleurale Bindegewebe bis zur Lungenwurzel und zwischen die Mittelfellblätter,
Friedberger u. Fröhnor, Klinische Untorsiiohuiigsmetliotien. 2, Aufl.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 3
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Hautgesehwüre.
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von hier aus Fortschreiten der Luft in dem die grossen Grefässe, Luftröhre und Schlund umgebenden Bindegewebe bis zur vorderen Brustapertur, sodann üebertritt der Luft in die Subcutis des unteren Tlieiles des Halses, der Brust, des vorderen Schulterrandes und des Eunipfes. Endlich füliren nekrotisclie Zerstörungen der Rachen-höhlemvandung (Drusenpharyngitis), des Luftsackes, des Schlundes (Livertikelbildung), der Luftröhre unter umständen zu Hautempbysem.
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6. Die Zusaiiimciihaiigstrenniiiigeu der Haut.
Für die klinische Diagnostik der innerlichen Krankheiten sind unter den Zusammenhangstrennungen der Haut die Geschwüre am bedeutungsvollsten. Es gilt dies vor allem für die im Verlaufe des chronischen Rotzes aus Knoten sich entwickelnden cutanen Rotz-geschwiire, welche besonders an den Extremitäten, an den Schultern, an der seitlichen Brustwand und am Unterbauche auftreten und durch ihre kraterförmige, kesselartige, sinuose Gestalt, sowie durch ihr missfarbiges, klebriges, häutig blutiges Sekret gekennzeichnet sind. Auch die im Verlaufe der Druse und der Eollikularentzündung der Nase am Kopfe und längs des Halses in Verbindung mit rosenkranzartig gereihten, lymphangoitischen Knoten auftretenden Geschwüre besitzen diagnostische Bedeutung. Weiter kommt in Betracht das im Verlaufe des Petechialfiebers zuweilen erfolgende gangränöse Absterben und brandige Ausfallen von Hautstücken an den Beugeflächen der Gelenke, am Schlaucheingange etc., wodurch oft tiefe geschwiirige Hautverluste entstehen. Zu erwähnen sind ferner die Hautgeschwüre, welche beim Skorbut der Schweine und Hunde beobachtet werden, die Mumitication und Abstossung extremitaler Körpertheile (Ohren, Zehen, Zitzen, Schwanz) bei der chronischen Mutterkornvergiftung, sowie das brandige Absterben von Hautstücken beim Buchweizenausschlag, bei der sogen. Kleekrankheit, bei der Vergiftung durch Rost- und Kernpilze, sowie bei der Lupinose.
Indirekt hat auch die Dekubital-Gangrän, der Druckbrand der Haut, welcher besonders bei den grossen Hausthieren an hervorragenden und mit harter Knochenunterlage verseheneu Körperstellen (über der Hanke, den Augen- und Jochbogen, an der Aussenseite der Gelenke, am Brustkorb) auftritt, klinische Bedeutung für die Be-urtheilung innerer Krankheiten. Während derselbe in einigen Fällen auf längeres Liegen hindeutet, ist er in anderen Fällen rasch ent-
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Hautcxantheme.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 35
standen und durch eine krankhafte Beschaffenheit des Blutes, durch verminderte Triebkraft des Herzens, gestörte Ernährung des Gewebes der Haut, der Subcutis, der Geiasso her vorgerufen. Besonders rasch führen die mit Sepsis einhergehenden Krankheiten zur Decubitus-bildung. In dieser Beziehung sind zu nennen: die Septicaemia puerpcralis, schwere Koliken, schwere Fälle von Klauenseuche, das Petechialfieber, die rheumatische Hämoglobinurie, die Osteomalacie.
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7. Besondere pathologische Erscheiiiungeii an der Haut und dem üuterhautlrindegewehe von allgemeiner diagnostischer Bedeutung.
Exanthema bei Infectionskrankheiten. Die bei Infections-krankheiten auftretenden, als Exantheme bezeichneten Hautausschläge bilden in der Regel einen wesentlichen Thcil des klinischen Befundes. Es gilt dies vor allem für die Pockenseuche des Schafes, Schweines und Pferdes. Die Schafpocken lokalisiron sich in der Umgebung der Augen, der Nasenlöcher, des Maules, an der Innenfläche der Vorder-undHinterschenkel, an Brust und Bauch; die Pferdepocken treten in der Pesselbeuge, die Schweinepocken dagegen über den ganzen Körper verbreitet auf. Bei der Entwicklung der Pocken folgen sich der Reihe nach: Stippchen, Knötchen, Hofbildung, Bläschen, gedellte Pusteln, Eintrocknung, Abfallen. Ein weiteres acutes Exanthem stellt die mit Bildung von Blasen (Aphthen) und Geschwüren verlaufende Klauenseuche der Schafe, Schweine und Rinder dar. Beim Nesselfieber der Schweine findet man haselnuss- bis fünfmarkstückgrosse, anfangs rotlie, später weissc, 12 mm hohe Quaddeln, besonders auf den oberen Partien des Rumpfes, auf der Brust, auf dem Kreuze. Auch bei der Beschälseuche der Pferde kommt es zu einer Eruption von Quaddeln (Thalerflecken). In anderen Fällen sind die Exantheme zwar inconstante, für die Diagnose indessen sehr wichtige Erscheinungen verschiedener Infectionskrankheiten und constitutioneller Leiden. Hieher gehören das pustulöse Staupeexanthem beim Hunde, der Quaddelausschlag beim Pferde im Verlaufe der Druse, des Pete-chialfiebers, der Brustseuche und Influenza, der Knötchen-ausschlag beim bösartigen Catarrhalfieber des Rindes, der Knötchen- und Pustelausschlag hei der Rinderpest. Weiter treten bisweilen Hautausschläge auf hei Rachitis der Schweine und Fohlen. Auch der Nesselausschlag beim Pferde, Hunde und Rinde, welcher als symptomatisches Exanthem verschiedener innerer, nament-
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Iliuilblutunijen.
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lieh gastrischer Krankheiten und Störungen beobachtet wird, goliört biolier. Bei Fohlen, die an der Ruhr leiden, kommt nicht nur häufig ein Ausschlag in der Nähe dos Afters vor, sondern derselbe ist zuweilen auch über den ganzen Körper verbreitet.
Toxische Exantheme. Die bei manchen Vergiftungen vorkommenden Hautausschläge sind zum Theil von grosser diagnostischer Bedeutung. Es gilt dies vor allem für das im Verlaufe der Quecksilbervergiftung auftretende sogen, merkuriale Exanthem und für
die Schlempemauke des Rindes. Auch nach der Verfiitterung von Kartoffelkraut sowie von pilzbefallenem Futter (Rostpilze, Kernpilze) beobachtet man exantlicmartige Hautaft'ectionon, welche häufig zu geschwürigen und brandigen Hautverlusten führen (vergl. S. 34).
Hautblutungen. Dieselben kommen sowohl in die Haut als auf die Haut zu Stande und bilden für manche Krankheiten eine sehr wichtige Erscheinung. In den meisten Fällen treten bei den Hausthieren gleichzeitig auch Blutungen in die Schleimhäute (Zeichen hämorrhagiseber Diathese) hinzu.
Blutungen in die Haut können im Gegensatz zur Hyperämie durch Druck nicht zum Verschwinden gebracht werden. Sie sind bei unseren Hausthieren wegen der starken Pigmcntirung der Haut nur in beschränkter Weise constatirbar. Die Blutungen erscheinen in Form von Punkten, Streifen und kleineren oder grösserenFlecken. Sie linden sich besonders an den fein behäuteten Stellen, so an der Innenfläche der Schenkel, am Unterbauch, an der Unterbrust, am Mittelfleisch, an der Beugefläche der Gelenke. Die Haut zeigt im Anfang an der Stelle der frischen Blutaustritte ein hellrotbes, blut-oder scharlachrothes Aussehen; mit der mehr oder weniger rasch erfolgenden Umwandlung des Blutes wird die Färbung dunkelroth, blauroth, selbst schwarzrotb, später missfarbig. Von Krankheiten, bei denen es zu Blutungen in die Haut kommen kann, ist namentlich zu nennen der Stäbchenrothlauf der Schweine. Im Verlaufe desselben beobachtet man an den feineren Hautstellen, namentlich am Unterbauch, in der Nabelgegend, an der Unterbrust, am Mittelfleisch, an der Innenfläche der Hintorschenkel, an den Obren, am Hals anfangs hellrotbe, später dunkelblaurothe, handtellergrosse Flecken, welche bald zu grösseren, ungleich gestalteten, braunrothen bis blau-rothen oder missfarbigen Flächen confluiren und gewöhnlieh weder schmerzhaft noch erhaben sind. Auch der Skorbut der Hunde und
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Hautnarben.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 37
Schweine, der Milzbrand, die Septikiunie, sowie das sehr seltene Erysipel verlaufen mit Hautblutungen.
Blutungen auf die Haut sieht man am häufigsten beim Petechialfiober, und zwar an den Boiigoliächcn der Gelenke der Gliedmassen, ab und zu auch bei Septikämie. Man beobachtet hiebei ein Aussickern von serüs-plasmatischcr, mit Blutfarbstoff getränkter und mit Blut gemischter Flüssigkeit, welche dann zu schwarzrothen oder anscheinend schwarzen Krusten vertrocknet. Ohne pathologische Bedeutung scheint das physiologische Hautbluten edler Pferde zu sein.
Narben. Die Oonstatirung von Narben bei unseren Hausthieren kann insoferne zuweilen für die Diagnose innerer Krankheiten nutzbringend sein, als wir aus ihnen llückschlüsse auf gewisse überstandeno Erkrankungen und vorausgegangene Verletzungen bezw. Operationen machen können, welche mit dem derzeitigen Leiden in direkte oder indirekte Beziehung zu bringen sind. So deuten Trepanationsnarben am Kopfe bei Pferden auf bereits vorausgegangene chronische Entziindungszuständc der Nebenhöhlen der Nase, beim Binde auf die Cönurus-Operation, beim Schafe auf Cönurus- und Oestruslarven hin. Narben an der Luftröhre beim Pferde deuten eine stattgefundene Tracheotomie an. Narben am Halse lassen auf Operation des Bohrens, Narben im Kehlgange auf gespaltene Drüscnabscesse oder Drüsen-Exstirpationen schliessen. Narben am Kopfe können ferner mit Gehirn- und Nervenkrankheiten in Beziehung gebracht werden, Narben längs des Rückens mit Lähmungen, Schlundnarbcn mit Stenosen des Schlundes. Narben der linken Flanke beim Rinde weisen auf Flankenschnitt , sowie Verwachsung des Pansens mit der Bauchwand hin, Oastrationsnarben der Hündinnen können mit Fettsucht in Zusammenhang gebracht werden, zahlreiche Aderlassnarben mit Anämie, Haar-seil- und Fontanoll-Narben am Genick deuten auf vorangegangene Gehirnkrankheiten, solche an der Vorderbrust auf Brustkrankheiten. Von sonstigen pathologischen Veränderungen auf der Haut sind als diagnostisch wichtig zu bezeichnen: Abscesse (perforirende Fremdkörper im Magen, Druse, Pyämie), strangförmige und rosen-inbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;kranzähnlicho Schwellungen der Lymphgef/isse der Haut
(Rotz, Druse, Follikulärentzündung), Rotzknoten (rotzige Lymphadenitis), Milzb randcarhunkel, Actinomykome, Vergrösserung und Verhärtung der unter der Haut gelegenen Lymphdrüsen (Tuberkulose und Rotz), Tumoren der Lymphdrüsen (Leukämie und
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38nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Hautausdünstung.
Pseudoleukämie), Epitheliome (Diphtlioritis des Geflügels), traumatische Hautentzündung, durch lleiben und Scheuern bedingt (Räude, Traberkrankheit der Schafe, Schweifgrind des Pferdes bei Oxyuren im Mastdarm).
8. Die HautansdünstuiiK.
Man versteht darunter nicht etwa die Hautathmung (Perspiration), sondern den von der Haut ausgehenden eigenthümliclien und ungewöhnlichen Geruch, welcher von einer veränderten Beschatt'enheit des Schweisses, vielleicht auch des Hauttalges oder von der Zersetzung der auf der Haut befindlichen Entzündungsproducte und der angehäuften Epidermis herrtlhrt. Der üble Geruch der Hunde, Katzen, Lämmer, Fohlen, welcher durch Besudelung der Haut mit Koth und Urin bedingt ist, gehört ebenfalls nicht bieher. Klinisch bemerkens-werth ist dagegen der urinöse Geruch des Schweisses bei Ansammlung von Harn in der Bauchhöhle nach Blasenberstung, eine Krankheit, welche besonders häufig beim Ochsen beobachtet wird. Am häufigsten beobachtet man beim Hunde im Verlaufe der Staupe eine üble Hautausdünstung, das sogen, starke Hundeinquot; der Laien. Dasselbe ist am stärksten in letal endenden Krankheitsfällen, bei bereits sehr vorgeschrittener Consumption. Es hat in einem gewissen Sinne sogar prognostischen Werth, indem es von übler Vorbedeutung ist. Beim Vorhandensein eines Staupeexanthems ist es zum Theile durch dieses bedingt. Auch bei der Katze tritt zuweilen ein ähnlicher übler Geruch auf. Vom Exanthem abhängig scheint auch der üble Geruch bei der Pockcnseuchc der Schafe zu sein; derselbe ist besonders bei ungünstigem Verlaufe (sogen. Aaspocken) sehr intensiv.
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Specielle Diagnostik der Hautkrankheiten.
Ekzem. Einfache, multiple Hautentzündung mit verschiedenen Ent-wioklungsstadien; Rothung, Knötchen, Bläschen, Pusteln, Eiterung, Krusten, örind, Schuppenbildung. Beim Hund am häufigsten auf dem Rücken vom Halsende bis zur Schweifwurzel. Beim Pferde Lieblingssitz die Gteschirrlage (Kopf, Hals, Schulter, Rücken, seitliche Brustwand, Kruppe); besondere Ekzeme des Pferdes sind die Schuppenflechte, die Mauke, Raspe und der AVeiehselzopf. Beim Rinde Hauptform die Schlempemauke: Röthung und entzündliche Schwellung der Haut der Gliedmassen sowie Bläschen-, Krusten- und Borkenbildung im Fessel, am
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Diagnostik der Hautkrankhoiton.
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Schionbein bis zum Sprung- und Kniegelenk. Beim Schafe wichtigstes Ekzem die Regenfilule; nilssendes Ekzem mit AusMl der Wolle auf dem Kücken, Kreuze, Widerrist, Hals und Kopf. Beim Schwein Hauptform der sogen, lluss der Ferkel, ein über den ganzen Körper verbreiteter Hautausschlag in Form vo^ Bläschen, Pusteln und Grind. Das Ekzem ist im Gegensatz zu andern Hautkrankheiten, insbesondere zur Räude, nicht ansteckend, und mit massigem Juckreiz verbunden.
Urticaria. Rasch aufschiessende und oft ebenso rasch wieder verschwindende, beetartige, flache, weiche, erbsen-bis markstückg rosse Hautanschwellungen (Quaddeln oder Nesseln), welche zu band- bis tellergrossen Platten confiuiren können. Die Haare darauf sind gesträubt. Lieblingssitz beim Pferd, Hund und Rind: Hals, Schultern, Rücken, Seitenbrustwand, Hinterbacken. Das Nesselfi ebor des Schweins ist eine acute Inf'ectionskrankheit, welche neuerdings als eine gutartige Form der Rothlaufseuche erklärt wird (Jensen). Man beobachtet dabei anfangs rotho, später weisse, rothgesäumte, hasel-nussgrosse, 1 2 mm prominirende, schmerzhaft anzufühlende, oft über Nacht auftretende Quaddeln auf den oberen Partien des Rumpfes, auf der Brust, auf dem Kreuze, Oberschenkel und Bauche, welche zu handteller-grossen Platten confiuiren können. Zuweilen zeigen die Quaddeln einen hämorrhagischen Charakter, sowie bei der Sektion rautenförmige Gestalt. Complication mit gastrischen Symptomen und mittelhochgradigem Fieber.
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Fig. 1.
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Fig. 2.
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Sarooptes sqnamiferus vom Hand. Weibchen von der Bauchseite gesehen. Vergr. ungefähr 1: 100.
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Sarooptes equi. Männchen von der Uauohseite gesehen. Vergr. ungefähr 1:100.
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Sarcoptesräude. Ansteckendes, starkjuckendes, relativ schwer heilbares Knötchenekzem. Lieblingsstellen beim Pferde: Kopf, Hals und Rumpf; sehr lebhafte Epidermisabschuppung und mitunter starke Borkonbildung; Haut pergamentartig verdickt, wulstig gefaltet, schrundig. Lieblingsstellen beim Hunde: Grund der Ohren, Ellenbogengegend, Unter-
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Diagnostik dor Hautkranklieiteii.
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baud), Unterbrust, Innenfläche der Extrümitiiten; Knötehenekzem mit Haiir-ausfail vind Hautröthung. LokaUsation beim Schafe, Schweine und bei der Katze: vorwiegend der Kopf; starke Borkenbildung. Der Nachweis der Milben ist im Allgemeinen schwierig. Die Sarcoptesmilbcu sind insbesondere beim Hunde ausserordentlich schwor nachweisbar, auch beim Pferde und Schweine sind sie nicht leicht zu finden. Relativ leicht sind sie jedoch an Cadavern nachweisbar. Auch bei Katzen sind sie schon während des Lebens unschwer zu entdecken. Zum Zwecke des Nachweises schabt man die Krusten entweder mit einem scharfen Messer ab, bis die Haut blutet, oder man nimmt beim Hunde mit der Sehe ere kleine oberflächliche Hautschnitte weg. Die mikroskopische Untersuchung erfolgt nach vorausgegangenem viertelstündigem Aufweichen der Borken in lOproc. Kalilauge. Mikroskopischer Befund: Kleine (0,20,5 mm), Schildkröten form ige Milben mit hufeisenartigem Kopf, sehr kurzen, stummel-artigen Küssen und tulpenförmigen, auf ungegliederten Stielen sitzenden Haftscheiben.
Dermatocoptes-Räude. Lieblingsstellen beim Schafe: die mit Wolle besetzten Körpergegenden, namentlich die Gegend des Kreuzes und des Schweifansatzes. Symptome: Verklebung der Wollhaare, zottiges, flockiges Vliess, Ausfallen einzelner Wollbüschel, stellenweises Kahhverden der Haut, Knötchen, Bläschen, starke Epidermis-Abschnppung, gelbbraune, oft pergamentartig harte Räudeborke, starker Juckreiz, besonders in der Wärme, nach der Bewegung, am Abend. Die Milben sind schon mit der Loupe auf dunkler Unterlage erkennbar. Lieblingsstellen beim Pferde: die geschützten Körperstellen, besonders Kehlgang, Innenfläche der Schenkel, Grund der Mähne, Umgebung des Schlauches, Schweifwurzel. Der mikroskopische Nachweis der Milben ist ziemlich leicht. Die Abnahme der Borken nnä die Präparation derselben geschieht wie bei Sarcoptes. Mikroskopischer Befund: Sehr grosse (0,50,8 mm) Milben mit langem, spitzem Kopf, langen Füssen, langen, geraden, stechenden Kiefern und tulpen- oder trompetenförmigen, aufgegliederten Stielen sitzenden Haftscheiben.
Dermatophagus-Räude. Lieblingsstellen beim Pferde und Schafe: Fesselbeuge, Küthe, hintere und vordere Schienbeinfläche und höher (Pussräudequot;); Symptome: anhaltendes, krampfhaftes Stampfen und Ausschlage)!, Reiben und Benagen der Köthengegend; starke Epidermisabschuppung in der Pesselbeuge und Haarausfall, Borken- und Sehrundenbildung. Beim Rinde Lieblingsstellen: Gruben seitlich vom After und Umgebung der Schweifwurzel (Steissräude'); Symptome: Auflagerung von Schuppen und Borken, Haarausfall, Juckreiz; sehr geringe Ansteckungsfähigkeit. Lieblingsstellen bei Katzen und Kaninchen: äusserer Gehörgang; Symptome: Otorrhoe, dicke Auflagerungen von geschichteten, gelbbraunen, trockenen, zerklüfteten Borken (Ohrräudequot;). Beim Geflügel: dünne, strohgelbe Epidermisschichten, g^lbgraue brodteigähnliche Borken an Hals und Brust. Der Nachweis der Milben ist sehr leicht. Mikroskopischer Befund: 0,80,5 mm grosse Milben mit stumpfem, kurzem, breitem, kegelförmigem Kopfe, sehr langen Füssen, ovalem, am Rande schwach gekerbtem Körper und römerförmigen, auf ungegliederten Stielen sitzenden Haftscheiben.
Dermatoryktes-Räude. Nur beim Geflügel, besonders beim Huhn vorkommend. Lieblingsstellen: Beine (Pussräudoquot;); Symptome: gclbgraue, höckerige, oft blätterige, kalk- oder lehmartige, bis 1 cm dicke
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Diagnostik dor Ilautkranldieiten.
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Diagnostik der Hautkrankheiten.
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Diagnostik der Hautkrankhuiten.
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Itäudeborken (Kalkbeinequot;) an der Vorder- und Hinterfläche der nackten Beine, welche in Folge dessen oft unförmlich verdickt erscheinen. Der
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Fig. 8.
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^-#9632;v
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Dermatoryktes mutans vom Hulm. Trächtiges Weibchen von der Bauchsoite geaehen. Bei seicliter Piinstellung gezeiohuet. Vergr. ungefähr 1 : 100.
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Dermatoryktes mutans vom Huhn.
Weibchen von der Rückenseite gesehen.
Vergr. ungefähr 1 ; 100.
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Nachweis der Milben ist sehr leicht. Mikroskopischer Befund: Sarcoptesilhnliche Mil
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Fig. 9.
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ben, welche sich von den Sarcoptiden hauptsächlich nur durch den abweichenden 13au der Scheeren-kiefer unterscheiden. Die Weibchen sind grosser als die Miimichen (0,4 mm) und kugelrund, die Männchen (0,2 mm) sind länglich oval.
Acarusausschlag. Derselbe tritt beim H u n d e in 2 Formen auf. 1. Squamöse Form, durch fleckenartigen Haarausfall und starke Abschuppung
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der Epidermis charakterisirt; die kahlen Stellen
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sind häufig dunkler pigmentirt. Lieblingsstellen: Augenlider, Kopf, Hals, Extremitäten, seitliche Brustwandungen. Juckreiz gering oder fehlend.
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Dermatoryktes mutans vom Huhn. Männchen von
der Bauchseite gesellen.
Vergr. ungefähr 1 : lüü.
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2. Pustulöse Form, Bildung von Acneknoten und Pusteln, starke Verdickung, Faltenbildung
und blaurothe Verfärbung der Haut (rothequot; Räude); bei Druck auf die gefaltete Haut entleeren sich aus den Knoten Eiter- und Blutpfröpfe, in welchen zahlreiche Milben enthalten sind. Lieblingsstellen: Kopf. Lippen, Lider, Pfoten, Kehle, Hals. Beim Schweine bilden sich haselnuss-grosse Knoten, Abscesse und breite Geschwülste an den weichen Hautstellen, namentlich am Rüssel, Hals, an der Unterbrust, an den inneren Schenkelflächen. Der Nachweis der Milben ist in der Regel leicht. Insbesondere im Pustelinhalte finden sie sich sehr zahlreich. Ausserdem erfolgt derselbe in der Weise, dass man die erkrankte Hautstelle in eine Falte schlägt und durch leichten Druck Pfropfe aus den Talgdrüsenausführungsgängen zu
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Diagnostik tier liiuitkranklieiten.
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pressen versucht, die dann untersucht werden, oder dass man die Haut befeuchtet (mit Glycerin z, B.), in eine Falte schlügt, und mit dem Messer-
Flg, 10.
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a De mo (lex (A earns) folli-oulornm (Balgmilbe) vom
IIuiul, b u. o Eier in verschiedener
EntwicldunKsstufo. Vergr. nn-
gefiilir 1: 100.
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a P e m o d e x p h y 11 o i d e s
(Balgmilbe) vom Heliwein.
b El, Vergr. 1; 100.
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rücken scharf überstreift, worauf man den Abstrich untersucht. Mikroskopischer Befund: Wurrnffirmigo, lorbeerlilattiihnliche, 0,3 mm grosse Milben mit hufeisenförmigem Kopfe, 4 Paar stummelförmigen, beweglich eingesetzten Extremitäten (die Jugendform besitzt nur 3 Eusspaare) mit tatzeniihnlichem Endglied und langem, quergestreiftem, zugespitztem Hinterleibo. Daneben spindel- oder spitzwecken ähnliche Eier.
Glatzflechte (Herpes tonsurans). Beim Kinde sind Lieblingsstellen der Kopf und Hals. Symptome: runde, mit Schuppen oder grauvveissen,
asbestartigen Borken bedeckte, scharf be-
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Pig. 12.
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grenzte, später kahle Flecken. Bei Saug-
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killbern lindet man grindartige, rundliche
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Auflagerungen an den Lippenrändern und auf der Angesichtsiläche ( Teigmaulquot;, Maul-'Z'gc^S ^ oKffl^tfojPnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; grindquot;). Beim Hunde sind Lieblingsstellen:
^l ^\C rC-it?laquo;!0 9, ^nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; cler Kopf und die Extremitäten. Symptome:
rundliche, disseminirte, scharf umschriebene,
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kahle Flecken, welche oft zu grossen, kahlen Platten confluiren. Lie kahlen Flecken sind
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zuweilen mit asbestartigen, schmutzig grauen Schuppen oder dicken Krusten besetzt. Beim Pferde sind Lieblingsstellen: die Sattellage auf dem Kücken, die Kruppe, die Flanken, der Kopf. Symptome: regelmässig kreisrunde, zehnpfonnigstück- bis handteller-grosse, kahle Flecken mit starker Abschuppung der Epidermis. Die Haare in der Umgebung sind leicht ausziehbar; die Haarwurzel zeigt eine weis.se, mantelartige üm-kleidnng. Der Juckreiz ist gering oder ganz fehlend. Nachweis des Pilzes: Es
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werden einige Haare an der Peripherie der Haarvom Kinde mitTrieliopliyton kahlen Stellen ausgezogen und eventuell tonsurans. 1:800. a Haar, b Haar-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;i -n inbsp; nbsp; nbsp; nbsp; inbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; -vr inbsp; nbsp; nbsp; nbsp; i
scheide mit. herausgerissen, e Pilz- auch Borken abgenommen. Nach vorheriger mantel awlsohen Haar u. Haarsohelde, Aufweichung der Borken in lOproc. Kali-
A isolirtc Pilzfaden und Connlien.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; n r tnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;i i nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; j.i u.
(Nach Siedamgrotzhy u. Hofmeister.) lauge und isolirung der dann enthaltenen
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Diagnostik dor llautkraiikhoiteu.
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Haare orfolgt die mikroskopische Untersuchung, welche sich besonders auf die Haarwurzel zu erstrecken hat. Haare ohne Borken werden einfach nach Zusatz einiger Tropfen Wasser zum Präparat untersucht. M i k r o-skopiseher Befund: 1. Fäden (Hyphen), zarte, längliche, gestreckt oder wellig verlaufende Gebilde mit gabelförmigen Verzweigungen und einfachen Conturen um das Haar und im Haar. 2, Sporen (Conidien), kleine, kugelige bis längsovale, stark glänzende, scharf conturirto, zuweilen rosenkranzartig an einander gereihte, oft sehr zahlreiche Zellen.
Favusausschlag (Tinea favosa). Bei Sau get liieren (Hunden, Katzen, Kaninchen, Pferden) sind Lieblingsstellen der Kopf und Bauch, die Hinterschenkol, Krallen und Ohrentäsch-
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chen. Symptome: trockene, aussen graubraune, graugelbe oder silbergrauo, innen weisse oder schwefelgelbe Borken von runder, schüsseiförmiger Gestalt, concav, circa zwanzigpfennigstückgross und bis zu '/a cm dick. Beim Huhn sind Lieblingsstellen der Kamm und die Ohrläppchen (weissor Kammquot;). Symptome: weisse schimmelartige Flecken, später weisser, den ganzen Kamm überziehender Belag. Mikroskopischer Befund: Aehnlich wie bei Herpes. Die Pilzfädon überwiegen jedoch gegenüber den Conidien.
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Englische (Kanadische) Pferdepocke.
Sitz: Sattel- und Gurtenlage. Herdförmiger Hautausschlag zu beiden Seiten
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Tinea gtUli (Hülmerfavus), Epithe-lien, PUzfäden und Conidien. Vergr. ungcfiihr 1 ; soo. (Nach einem Präparat des Herrn Assistenten Höflich.)
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der Bückenlinie. 1. Leichtere Fälle: vereinzelte, rundliche bis ovale, erbson- bis haselnussgrosse Hautprominenzen mit Blasen- und Krustenbildung; dicke, honiggelbe, zehnpfennig- bis mark-stückgrosse Borken; zuletzt kreisrunde, haar- und pigmentlose Flecken. 2. Schwere Fälle: sehr zahlreiche (5000) Prominenzen mit vielen Pusteln und peripherer Ausbreitung; derbe, furunkelähnliche, grosse Knoten, nach Art der Dasselbenlen mit eiterigem Centrum und geschwürigem Zerfall. Lymphangitis. Narbenbildung. Sehr langsamer Verlauf. Sehr contagiös. Juckreiz gering.
Läuse. Vorkommen: Rind, Hund, Pferd, Schwein, Ziege. Lieblingsstellen: Hals, Hörnergegend, Rücken, Schwanzwurzel, Haare mit an-
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Fig. 14.
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Fig. 15.
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Trichodectes latus, llundehnarling. Männchen. Vergr. ungcfiihr 1 : lö.
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H a o!m a t op i n n s m a c r o ce p h a 1 u s, Pferdelniis. Weibchen, Vcrgr. ungefähr 1: 10.
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Diagnostik dor Hautkranklioiten.
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klebenden Eiern (Nisse). Starker Juckreiz, üble Hautausdünstung, Abschuppung der Epidermis. Im Gegensatze zu den Haarlingen, welche einen breiten, schildförmigen Kopf besitzen, haben die Läuse einen konisch zugespitzten Kopf (vergl. die Abbildungen).
Haarlinge. Vorkommen: Hund, Pferd, Rind, Katze, Ziege, Schaf. Lieblingsstellen: Kopf, Hals und Beine.
Federlinge. Vorkommen: Geflügel.
Vogelmilbe. Die gemeine Vogelmilbe (Dermanyssns avium) ist durch ihr Vorkommen beim Geflügel sowohl, als beim Rind (Eindringen in den ivusseren Gehörgang, starke Gehirnreizungserscheinungen) von praktischer Bedeutung.
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Fig. 16.
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Fig. 17.
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Dermiinyssus avium (Geer) n. Mognin. Vergr. 1: 75 Fig. 16 Weibchen von ücr Bttokenselte, Fig. 17 von der liauehseite gesehen,
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Die Untersuchung der Bindehaut des Auges und der ührigen sichtlichen Schleimhäute.
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TJntersuchungsmethode. Besser als die Haut dient im Allgemeinen die Beschaffenheit der Bindehaut der Lider und des Augapfels, sowie der übrigen sichtlichen Schleimhäute, zur approximativen Beurtheilung der Menge und Beschaffenheit des Blutes, der Blut-vertheilung und abnormer Pigmeutirungen der Gewebe. Beim Schafe wird die Besichtigung der Bindehaut des Auges behufs Blutbeurthei-lung sogar von Seiten der Laien ausgeführt. Bezüglich der Methode der Untersuchung ist Folgendes zu bemerken. Bei Besichtigung der Lidbindehaut ist, wie bei der Untersuchung der Augen überhaupt, jede rüde Manipulation und brüskes Zugreifen strenge zu meiden, um die Thiere nicht handscheu zu machen. Die eine Hand sucht den Kopf des Thieres zu stützen, 2 oder 3 Finger der anderen Hand werden direkt unter dem Rande des unteren Lides .angelegt und das Lid sanft herabgezogen, dadurch etwas ausgestülpt und die Schleimhaut sichtbar gemacht. In ähnlicher Weise kann man mit dem Daumen oder Zeigefinger an dem oberen Lide manipuliren, das nach aufwärts gezogen und umgestülpt wird. Oder man benützt gleichzeitig Daumen und Zeigefinger einer Hand, um die Schleimhaut des unteren und oberen Lides zusammen zu besichtigen, wobei dann auch das dritte Augenlid gut zu Tage tritt. Wird der Kopf des Thieres von einem Gehilfen fixirt, so benützt man am besten beide Hände zum Umschlagen der Lider. Die Bindehaut der Sclera und diese selbst gewahrt man am leichtesten und ausgiebigsten durch Hochheben des Kopfes des Thieres, nachdem das obere Lid nach aufwärts verzogen wurde. Mau hat hierbei wohl zu beachten, dass man nicht mit den Fingern in den Lidsack gelangen darf, auch Druck
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48nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Lidbiudohaut,
und Reibung der Lider möglichst vermeiden muss, um so nicht Gefässerweitorungen und damit ahnorra hohe llöthung der Schleimhaut künstlich zu veranlassen und falsche Untersucliungsresultate zu erzielen.
Bezüglich der Färbung der Bindehaut des Auges kommen genau dieselben Verhältnisse in Betracht, wie sie bei der Farbe der Haut besprochen wurden. Die Färbung ist von der Füllung der Gelasse und dem Hämoglobinreichthum des Blutes abhängig. Soll aus der Färbung ein richtiger Schluss auf die Blutboschaffenheit des untersuchten Thieres gezogen werden können, so darf die Augenschleimhaut in keiner Weise krankhaft alterirt sein, auch dürfen keine Circulationsstörungeu, kein vermehrter Zu- oder verminderter Abtluss von Blut vorliegen. Anstrengende Dienstleistungen, rasche Bewegungen kurz vor der Untersuchung, hohe Temperatur der Luft führen zu vermehrtem Blutreichthum und dadurch höherer Röthe auch der gesunden Schleimhaut. Die Grenze zwischen der gesunden Schleimhaut und einer hyperämischen ist indessen keineswegs immer leicht zu ziehen, wenn man auch das Vorhandensein oder Fehlen gesteigerter Sekretion und Schwellung berücksichtigt. Es ergibt sich auch hieraus der nur sehr bedingte Werth der Farbe der Bindehaut für die Beurtheilung der Menge und Beschaffenheit des Blutes eines Thieres im Allgemeinen.
Eine genaue Beschreibung und Bezeichnung der Farbe der Bindehaut gesunder, gut genährter Thiere lässt sich kaum geben; mit dem Ausdrucke: lebhaft rosarothquot; ist kaum etwas gesagt, und Xuancirungen kommen innerhalb physiologischer Breiten vor. Hier nützt nur die Uebung, das heisst die fleissige Besichtigung der Schleimhäute notorisch gesunder Thiere. Dagegen erscheint es nicht schwer, die erheblicheren Abweichungen von der Norm zu erkennen. Dieselben kommen unter ganz ähnlichen Verhältnissen zu Stande, wie dies bereits bei der Färbung der Haut des Näheren erörtert wurde, auf die hier in der Hauptsache hingewiesen werden muss. Es kommen somit auch hier in Betracht die abnorm blasse, die höher geröthete, die blaurothe und die ikterischc Schleimhaut.
Abnorm blasse Färbung der Bindehaut. Die Schleimhaut hat dabei in den höchsten Graden nur einen ganz schwachen, kaum sichtbaren röthlichen Ton, oder sie ist rein weiss, bezw. gelblichweiss. Dabei heben sich bisweilen noch einzelne gefüllte Venenästchen durch ihr Colorit deutlich vom blassen Untergrunde ab. Bezüglich der
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Lidbindehaiit.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 49
Entstehung kann alles, was zur Anämie, Oligocytliämie, Hydrämie und Verminderung dos Hämoglobins im Blute führt, was schliesslich Cachexie veranlasst, Ursache der blassen Färbung werden. Es gehören hieher; innere Verblutung, öfters sich wiederholende Blutverluste, Inanition, Anämie, L e u k ä m i c, 0 a r c i n o m a t o s e, H y dr ä mi e, L e b e r e g e 1 s e u c h e, F i n n e n k r an k b e i t, T u b e r k u-losu u.a. Sehr häufig, insbesondere in den Füllen, wo ausgeprägter hydrämisoher Zustand gegeben ist, so z. B. bei der Bleichsucht und Wassersucht der Schafe, erscheint die Bindehaut gleichzeitig eigen-thümlich stark glänzend, wässerig oder glasig geschwollen. Es ist dies insbesondere am dritten Augenlide sehr deutlich ausgeprägt. Die Sclera hat dabei ein hläulichweisses Aussehen. Gleichzeitig findet man nicht selten auch Ansammlungen von s a go ähnlichem, schleimigem Sekrete im nasalen Lidspaltwinkel (Egelkrankheit der Schafe, Inanitionszustände beim Hunde).
Abnorm höhere Röthung der Bindehaut. Dieselbe ist entweder diffus oder äs ti g (ramiform). Sieht man von der stärkeren Blutfülle der Grefilsse der Bindehaut ab, wie sie bei gesunden Tbieren in Folge kurz vorausgegangener Anstrengungen, rascher Bewegungen, hoher Aussentemperatur etc. veranlasst wird, desgleichen von den hyperämischen Zuständen, welche die Erkrankungen des Auges selbst mit seinen Schutztbeilen bedingen, so treffen wir eine erhöhte Böthung der Bindehaut in allen Fällen, in welchen ein vermehrter Blutzufiuss zum Gehirn stattfindet, also namentlich bei der acuten Gehirnlaquo; hyperämie und der acuten Gehirnentzündung. Weiterhin findet man höhere Röthung dann, wenn der Rücklauf des venösen Blutes vom Kopfe zum Herzen erschwert ist. Dabei tritt insbesondere eine starke, pralle Füllung und Erweiterung der grösseren Gefäss-stämmchen, zumal an der Conjunctiva sclerae; zu Tage. Die Röthe selbst hat ein um so dunkleres Colorit, je kohlensäurereioher das Blut ist. Venöse Hyperämie der Conjunctiva findet man vor allem hei Klappenfehlern des Herzens. Sodann beobachtet man dieselbe bei allen Zuständen von Dyspnoe im Verlaufe der verschiedensten Erkrankungen, so bei Entzündung der Schleimhaut der Luftwege (Laryngitis, Glottisödem), des Schlundkopfes und seiner Umgebung (Pharyngitis), hei Tympanitis, hei Danuverlagerungen im Verlaufe von Colik u.s.w. Endlich kann eine diffuse höhere Röthung durch Zersetzung des Blutes bedingt sein. So trifft man dunklere Färbungen namentlich bei gewissen Infections krank heiten
Fi'iedbergoi' u. Fi'ölincr, Klmisohe ünteisiuliungsiuetlioilon. U. Ättfl,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;4
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50nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Lidbimlehaut.
(Wuth, Milzbrand, Rinderpest, Starrkrampf, Genickkrampf, Brust-scuclie),
Blaurothe, cyanotische Färbung der Lidbindehaut. Diu-selbo ist seltener in der Deutlichkeit zu trefi'en, wie sie bisweilen einzelne Stellen der allgemeinen Decke (oder die Nasenscbleimhaut) aufweisen und kommt in gleicher Weise, wie dort angegeben wurde, zu Stande (vgl. S. 19).
Gelbe, ikterische Färbung. Die nach Anhäufung von Grallc-farbstoff im Blute auftretende gelbe Verfärbung verschiedener Gewebe des Thierkürpers, die Gelbsucht (Ikterus), macht sich am frübesten und deutlichsten an der Bindehaut der Solera, in Folge der von letzterer geschaffenen weisscn Unterlage, bemerkbar. Deswegen ist eine genaue Besichtigung dieser Partie der Bindehaut von besonderer Bedeutung für die Krankenuntersuchung. Bei höhergradigem Ikterus ist die gesammte Bindehaut deutlich verfärbt; in den höchsten Graden sind säinmtliche Schleimhäute gelb. Je blutarmer die Gefässe der Bindehaut sind, desto reiner und intensiver kommt die Gelbfärbung zur Sichtbarkeit. Wie bei der Haut, wechselt auch hier die Farbe zwischen einem schwachen Stich ins Gelbe und einem tiefen Citronengelb (Cholämie). Selten kommt bei den Thieren eine grüngelbe Färbung vor. Sind dagegen die Gefässe stärker mit Blut gefüllt, oder ist das Bindehautgewebe blutig imbibirt, so wird das Colorit ein gelbröthliches, ansteigend bis zum Orangegelben, selbst Orangerothen (an Blutorangen erinnernd).
Bezüglich der Ursachen der Gelbfärbung der Conjunctiva (Resorptionsikterus, hämatogener Ikterus) muss auf die Lehrbücher der Pathologie verwiesen werden. Die wichtigsten Krankheiten, welche mit ikterischer Verfärbung der Lidbindehaut verlaufen, sind: Zwölffingerdarmcatarrhe, Leberkrankheiten, Compression des Ductus choledochus durch Geschwülste und Danninvagination, Lupinose, Phosphorvergiftung, perniciose Anämie, schwere Blutverluste, Brustseuche, Influenza. Bei den beiden letztgenannten Infectionskrankheiten kommt wegen des gleichzeitig vorhandenen grösseren lleichthums der Schleimhaut an Blut meist eine gelbrothe Färbung zu Stande. Man sieht zuweilen ganz deutlich die durch Injection stark gerötheten Venenstämmchcn mit ihrer Verästelung sich von dem gelb imbibirten Grunde abheben.
Bei schwacher Pigmentirung der Bindehaut der Sclera des Pferdes kommt normal zuweilen eine eigenthümlich gelbbräunliche
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Sichtbare Schleimhäute.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;51
oder bronzeartige Färbung zu Stande, welche von Anfängern fälschlicherweise als schwache ikterisehe Verfärbung gedeutet wird. Vor diesem Irrthum ist zu warnen,
Blutungen in der Conjunctiva. Aehnlich wie in der Haut, treten bisweilen auch in der Bindehaut des Auges Blutungen auf, welche in Form verschieden grosser Flecken zur Sichtbarkeit gelangen, so z. B. im Verlaufe des Petechialfiebers, bei hochgradiger Septikämie, bei Phosphorvergiftung etc.
Schwellungen der Conjunctiva. Dieselben werden theils durch entzündliche Processe (Exsudation), theils durch Stauung des Blutes (Transsudation) verursacht. Entzündliche Schwellung beobachtet man bei der Influenza, Hundestaupe, beim bösartigen Catarrhal-fieber, bei der Binderpest, heim Milzbrand, beim Petechial-fieber, bei der Hühnerdiphtherie u. s. w. Hydropische Schwellung kommt bei Hydriunie, insbesondere bei der Leberegelseuche der Schafe vor.
Augenausfluss. Derselbe wird als Symptom einer eiterigen Conjunctivitis namentlich bei der Staupe der Hunde beobachtet. Ausserdem findet man ihn bei der Influenza, beim bösartigen Catarrhalfieber, bei der Hühnerdiphtherie etc. Besondere diagnostische Bedeutung kommt dem Austluss bei der Hundestaupe und Influenza zu.
Untersuchung der übrigen sichtlichen Schleimhäute. Hieher gehören die Maulhöhle, der untere Theil der Nasenhöhle, der Scheideneingang bei weiblichen Thieren und die hinterste Partie des Mastdarmes. Leicht zu besichtigen ist bei allen Hausthieren die Maulhöhlenschleimhaut, beim Pferde auch die Nasenschleimhaut, dann die Schleimhaut des Scheiden-einganges. Soferne es sich um die Beurtheilung der Menge und der Beschaffenheit des Blutes handelt, wird man wohl nur dann genöthigt, diese Schleimhautabschnitte zu benützen, wenn die Bindehaut des Auges hiezu wegen örtlicher Erkrankungen nicht brauchbar ist. Voraussetzung ist dann, dass die betreffenden sichtlichen Schleimhäute gesund sind. Ausserdem hat man bei der Beurtheilung der Färbung die anatomischen Verhältnisse genau zu berücksichtigen.
In der Maulhöhle gibt die Lippenschleimhaut noch am besten Auf-schluss über die Färbung. Zu berücksichtigen ist jedoch der stärkere Epithelbelag besonders beim Rind, aber auch beim Pferd, der schon normal die Färbung blässer erscheinen lässt, sowie der leichte Stich ins Gelbliche, den hier die Schleimhaut besitzt. Ausserdem kommen, insbesondere oft bei Hunden und Pferden, dunkle Pigmentirungen der Schleimhaut vor. Ganz besonders müssen bei Benützung der Nasenschleimhaut die anatomischen Einrichtungen gewürdigt werden, auch ist der höher gelegene Theil durch den Sitz der Schwellkörper für gewöhnlich nicht zu gebrauchen. Die
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52nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Sichtbare Schleimhäute.
Schleimhaut des Scheideneinganges ist bei allen Haussäugethiereu leicht zu besichtigen.
Im Grossen und Ganzen trifft man wohl eine gewisse Uebereinstim-mung in der Färbung zwischen Bindehaut und den übrigen sichtlichen Schleimhäuten, nur hat man, wie schon erwähnt, mit den durch die Verschiedenheit des anatomischen Baues bedungenen Modifikationen zu rechnen. Starke Abweichungen von der Norm, insbesondere hochgradige Blässe und Röthe, werden auch hier nicht verkannt. Cyanose sieht man bei Circu-lationsstürungen besonders deutlich in der Nasenschleimhaut zu Stande kommen. Ikterische Färbungen sind erst in höheren Graden deutlich erkennbar und dann besonders an der Lippenschleimhaut und am Zahnfleische zu sehen. Blutaustritte finden sich in hervorragender Weise in der Nasenschleimhaut, dann in der Scheidenschleimhaut und Lippenschleimhaut, sowie in der Mastdarmschleimhaut (Petechialfieber, Milzbrand, Soptikämie etc.).
Das Nähere über diese Schleimhautpartien findet sich bei den Kapiteln über die Untersuchung des Respirations-, Geschlechts- und Digestionsapparates.
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Die Untersuchung des Circulationsapparates.
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I. Der Puls.
Die Methode der Pulsabnahme. Die Untersuchung des Pulses mittelst des Pingers, die Digitalpalpation, ist für die Zwecke der Thierheilklinde vorerst ausreichend. Es eignen sich hiezu alle peri-pheren Arterien, welche durch den Pinger gegen eine feste Unterlage gedrückt worden können und eine gewisse Stärke besitzen. Die Abnahme des Pulses geschieht sehr einfach in der Weise, dass man die Spitzen (Fingerbeeren) des zweiten und dritten, zuweilen auch noch des vierton Pingers unter leichtem Drucke auf die Arterie fühlend auflegt, während der Daumen der palpirenden Hand in entgegengesetzter Richtung zu liegen kommt, Die bei den einzelnen Haus-thieren für die Pulsabnahme zur Verfügung stehenden Arterien sind:
Pferd. Die wichtigste Arterie ist die äussere Kinnbackenarterie (Arteria maxillaris externa), an der Innenfläche des Hinterkiefers in der Nähe des Gefässausschnittes des letzteren zu fühlen. Die Abnahme des Pulses an der rechtsseitigen Maxillaris externa geschieht am besten mit den Fingern der linken Hand, #9632;wobei der Daumen auf die äussere Fläche des Masseters aufgesetzt wird; die linksseitige Arterie wird umgekehrt palpirt. Ausserdem können benutzt werden die Schläfenarterie (A. temporalis), bezw. ihr unter dem Joohbogen verlaufender Ast; die ([Herlaufende Gesicht sarterie (A. transversa faciei); die hintere (grosse) Vor-armarterie (A. radialis posterior), an der medialen Fläche des Ellenbogengelenks, direkt unterhalb desselben zu fühlen; die Schweif-arterie (A. coccygea) und endlich die Sebienbeinarterie (Seitenarterie der Zehe).
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54nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Pulsabiiahme.
Rind. Die wichtigste Arterie ist ebenfalls die aussere Kinn-backenarterie (A. maxillaris externa) und zwar der an der äusseren Fläche des Hinterkiefers, am unteren Kande des Masseters, als sogen. Angesichtsartorie (A. i'acialis) verlaufende Theil; ausserdem die mittlere Schweifarterie (A. coccygea), seltener die grosse Yorarmarterie (A. radialis posterior). An der rechtsseitigen Angesichtsarterie wird der Puls um besten mit den Fingern der rechten Hand abgenommen.
Hund, Schaf, Ziege, Katze. Man benutzt am besten die Schenkclarterie (A. femoralis s. cruralis), indem man an der inneren Fläche dos Backbeins die vier Finger und an der äusseren Schenkel-fläohe den Daumen aufsetzt. Bei Hunden und Katzen kann auch die Armheinarterie (A. hrachialis) an der medialen Fläche des Armbeins über dem Ellenhogengelenk palpirt werden.
G-ei'lügel. Die Abnahme des Pulses ist für gewöhnlich unmöglich, weshalb nur der Herzschlag gezählt wird.
Die Pulssehläge werden mittelst des Sekundenzeigers der Uhr gezählt. Man benützt gewöhnlich zum Zählen den Bruchtheil einer Minute und berechnet dann die Pulszahl auf eine ganze Minute. Je kleiner der Bruchtheil genommen wird, um so ungenauer ist das Go-sammtresultat für die volle Minute. Es ist daher Regel, mindestens 2030 Sekunden Zeit auf das Zählen zu verwenden. Kommt es auf sehr genaue Feststellungen an, so ist eine ganze Minute Zeit erforderlich. Von grösster Wichtigkeit ist ferner die Thatsache, dass sehr viele Thierc, namentlich Hunde, durch die Manipulationen bei der Puls-ahnahme stark aufgeregt werden, wodurch die Pulsfrequenz steigt. Man hat daher in jedem Falle erst die vollkommene Beruhigung dos Thieres abzuwarten. Bei einiger Uebung lässt sich die Pulsfrequenz annähernd auch ohne Uhr schätzen.
Der normale Puls gesunder Thiere. Von Bedeutung für die klinische Untersuchung sind die Frequenz, der Rhythmus und die Qualität des Pulses.
a) Die normale Pulsfrequenz. Die Höhe der Pulsfrequenz ist bei einer und derselben Thiergattung von sehr verschiedenen Umständen abhängig. Es kommen als beeinflussende Faktoren in Betracht: Körpergrösse, Lebensalter, Greschlecht, Rasse, Aussentemperatur, Tageszeit, Futteraufnahme und Verdau u n g s s ta d i u m, vorausgegangene Muskelbewegungen, psychische Erregung. Diese Momente machen sich in folgender
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Normaloi' Puls.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;55
Weise geltend. Je kleiner und jünger ein Thier derselben Species ist, um so höher ist die Pulsfrequenz. Neugeborene Thiere und Säuglinge haben deshalb eine doppelt so grosse Pulsfrequenz als erwachsene Thiere. Männliche Pferde zeigen regelmässig eine geringere Pulszahl als weibliche; die Unterschiede zwischen männlichen Castraten und Stuten sind weniger bedeutend, immerhin zeigen Stuten eine etwas höhere Pulsfrequenz als Wallachen. Warmblütige Pferde haben mehr Pulse als kaltblütige. Stark erhöhte Aussentemperatur (Sommer) beschleunigt, stark verminderte Temperatur (Winter) verringert die Pulszahl. Am Morgen ist die Pulsfrequenz etwas geringer, als Mittags und Abends. Während der Verdauung ist der Puls nach den einen Angaben beschleunigt, nach den andern verzögert. Vorausgegangene körperliche Anstrengung sowie psychische Erregung, als Furcht, Schreck, Aufregung durch den Akt der Untersuchung selbst haben namentlich beim Hund und Pferd oft eine ganz bedeutende Vermehrung der Pulszahl (ums Doppelte und Dreifache) zur Folge. Unter diesen Umständen ist es nicht zu verwundern, wenn von den einzelnen Beobachtern verschiedene Angaben über die Höhe der normalen Pulsfrequenz bei den einzelnen Hausthiergattungen gemacht werden. Im Allgemeinen können als Grenzzahlen die folgenden gelten:
Pferde haben in der Minutenbsp; nbsp; 28 40 Pulse,
Hengste.......nbsp; nbsp; 2S 32nbsp; nbsp; nbsp;
Wallache......nbsp; nbsp; .0gt;3 39nbsp; nbsp; nbsp;
Stuten.......34 40nbsp; nbsp; nbsp;
Esel und Maulesel . . .nbsp; nbsp; 46 50nbsp; nbsp; nbsp;.,
Kinder........nbsp; nbsp; 40 60nbsp; nbsp; nbsp;.,
Schafe und Ziegen . . .nbsp; nbsp; nbsp;70 80nbsp; nbsp; nbsp;
Schweine......nbsp; nbsp; nbsp;60 80nbsp; nbsp; nbsp;
Hunde.......nbsp; nbsp; nbsp;70120nbsp; nbsp; nbsp;
Grössero Hunde ....nbsp; nbsp; nbsp;00 80nbsp; nbsp; nbsp;
Kleinere Hunde . . . .nbsp; nbsp; nbsp;80 120nbsp; nbsp; nbsp;
Katzen.......nbsp; nbsp;110130nbsp; nbsp; nbsp;
Vögel (Hühner, Tauben) .nbsp; nbsp;120160nbsp; nbsp; nbsp;
b) Der normale Puls rhythm us. Bei den grösseren Haus-thieren, insbesondere beim Rind und Pferd, findet man im Grossen und Ganzen, vollkommen körperliche und psychische Ruhe vorausgesetzt, den regelm ässigen oder rhythmischen Puls (Pulsus rhythmicus s. regularis). Man versteht darunter einen solchen Puls,
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5G
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Xonnnler Puls.
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bei welchem die einzelnen P ulsschliige mit gleich langen Intervallen auf einander folgen. Bei den kleineren Haus-thieren, namentlich beim Hund und Schwein, ist in Folge von Aufregung, Nervosität, Furcht etc. der Puls häutig ein unregelmäs-siger (Pulsus arhythmieus s. irregularis), d. h. zwischen den einzelnen Pulsschlägen liegen verschieden lange Zwischenräume, die Pulse folgen sich bald langsamer, bald schneller.
c) Die normale Pulsqualität. Hauptsächlich beim Pferd und Rind findet man als die Norm den gleichmässigen oder äqualen Puls (Pulsus aequalis). Man bezeichnet damit einen Puls, bei welchem die Pulswellen (Pulskurven) der einzelnen Pulsschläge gleich gross sind. Bei den leicht erregbaren kleineren Thieren, namentlich beim Hunde, findet man jedoch nicht selten trotz vollständiger Gesundheit einen etwas im gl eiehmässigen oder inäqualen Puls (Pulsus inaequalis).
Verschiedene Angaben über die normale Pulsfrequenz. Wie sehr die von versoliiedenen Beobachtern an einer und derselben Thiergattung angestellten Untersuchungen in ihren Kesultaten bezüglich der normalen Pulsfrequenz differiren, zeigt die nachstehende Zusainmenstollung.
Weiss (Physiologie der Haussiingethiere 1809) gibt verschiedene ältere Messungen und Quellen an, nach welchen Pferde durchschnittlich 2340, Hengste 2öSü, Rinder 48-120, Schafe und Ziegen 7080, Hunde 70120 Pulsschliige in der Minute haben. Schmidt-Mülheim (Physiologie) fand bei Hengsten 24l'ö, bei Walluchen und Stuten 3540, beim Rind 40-60, bei Schafen und Ziegen 00-80, bei Hunden 80100 Pulsschläge. J. Munk (Physiologie) gibt die Pulszahl für Pferde auf 28-10, Hengste 28ÜO (sehr alte Hengste 23), Wallachen und Stuten 3640, ältere Fohlen 00, frisch geworfene 150100, Rinder 4050, Schafe und Ziegen 70-80, Hunde 7(1120, Vögel 120180 Schläge an. Stockfleth (Tidskrift for Veterinairer 1861) betont die Veränderlichkeit und Unzuver-lässigkeit der Pulszahl beim Rind. Er fand sie bei Kühen zwischen 48 und 120 wechselnd; Ktihe in warmen Ställen hatten 90, in brennender Sonnenhitze auf der Weide 120 Sehläge. Pendz fand bei Ochsen 3542, Prinz bis zu 50, Veith 5005 Schläge. Harms hebt ebenfalls die nach den Verhältnissen grosse Verschiedenheit bei Rindern hervor. Er fand durchschnittlich 6080, ausnahmsweise nur ca. 50 Pulse, im Sommer, in sehr heissen Stallungen, auf der Weide während der Mittagshitze bis zu 120 Pulse und bemerkt, dass man sich in seinem Wirkungskreise durch Zählungen an gesunden Thieren zu informiren suchen müsse.
Dieckerhoff (Speoielle Pathologie 1886) fand bei Pferden durchschnittlich 8638 Pulse, häufig auch 34 und 40. Er hält es für unrichtig, die Normalzahl der Pulse beim Hengste auf 28^30 zu berechnen, indem nach seiner Angabe eine Frequenz von weniger als 34 stets abnorm sein soll (durch Noack u. A. wideidegt). Dieckerhoff fand bei Fohlen nach der Geburt und in den ersten 3 Monaten ^HhS, im Alter von 37 Monaten 4548, im Alter von 812 Monaten 4042 Pulse. Die Bewegung der Pferde bis zum leichten Schweissausbruch steigerte die Puls-
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Normaler Puls.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 57
frequenz auf 0070, bis zu starker und allgemeiner Transpiration auf 7510O und darüber. Die Verminderung zur Norm bedurfte nach leichter Anstrengung bei 60 Pulsen beim ruhigen Stehen durchschnittlich 20 Minuten, nach übermässig starkor bis zum allgemeinen Schweissausbruche gesteigerter Anstrengung ca. eine Stunde, wilhrend sich die Pespirationsfrequen/, nicht selten schon in einer halben Stunde vollständig beruhigte.
Noack (Silchsischer Jahresbericht pro 1885) fand bei Hengsten als Durchsclmitts/.iif'cr 28,5, am häufigsten 2533 per Minute. Edlere Wallache hatten im Durchschnitt 33,27, am häufigsten 2930 per Minute. Wallache schweren (gemeinen) Schlages im Durchschnitt 38,94, am häufigsten 33 bis 40 per Minute. Edlere Stuten im Durchschnitt 33,01, am häufigsten 2930 per Minute. Stuten schweren (gemeinen) Schlages im Durchschnitt 40,15, am häufigsten 3545 per Minute. Diese Ziffern wurden bei vollständiger Ruhe der Thiere gewonnen. Nachdem bei denselben Thieren noch weitere Pulszählungen in der 1., 2. und 3. Stunde der Verdauung, sowie Zählungen Vormittags, Mittags und Abends vorgenommen und die Resultate zu den vorigen Zählungen addirt wurden, ergab sich bei Hengsten als Durchschnitt von 325 Zählungen 28,8 Pulse per Minute, bei edleren Wallachen als Durchschnitt von 153 Zählungen 33,48 Pulse per Minute, bei schweren, gemeinen Wallachen als Dui-chschnitt von 280 Zählungen 89,76 Pulse per Minute, bei edleren Stuten als Durchschnitt von 224 Zählungen 33,02 Pulse per Minute, bei schweren, gemeinen Stuten als Durchschnitt von 61 Zählungen 41,00 Pulse per Minute.
Sussdorf (Ellenberger's vergl. Physiologie der Haussäugethiere 1800) gibt folgende Mittelzahlen an: Pferd 2010, Maulthier und Esel 4050, Bind 4050, Schaf, Ziege und Sehwein 7080, Hund 70-120, Katze 120140, Kaninchen 130100, Mensch 7075, Elefant 25-28, Vögel 110140, Frösche 7580, Fische 20'ib Schläge pro Minute.
Dolafond (Semiologio, Diagnostique et Traitement des Maladies des
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Eigene Zählungen ergaben uns: bei H 0 n g s t e n im Durchschnitt 34,6 Pulse (Grenzen 3030), schwere Hengste hatten häufig 32, sehr schwere Belgier 30 per Minute; bei Stuten (gemeinere und edlere zusammen) im Durchschnitt 38,0 Pulse (Grenzen 3242); hiebei wurden fast ebenso oft 40 wie 36 Pulse beobachtet. Bei Wallachen (gemeinere und edlere zusammen), im Durchschnitt 37,3 Pulse (Grenzen 3242), am öftesten wurden 30 Pulse gezählt. Bei jüngeren, mittelmässig und gut genährten Kühen schweren Schlags in ziemlich warmem Stalle zählten wir 7088 Pulse, bei Ochsen ebendaselbst 6872 Pulse, bei älteren, mageren, mit Heu und Mehltrank ernährten Kühen 03 72 Pulse und darüber. (Beim Kinde wäre, wie auch bei anderen Thiergattungen , eine ausgedehnte, unter Berücksichtigung sämmtlicher oben erwähnter Pactoren in verschiedenen Jahreszeiten, bei den verschiedenen Rassen und Geschlechtern, unter verschiedenen Fütterungs- und Haltungsverhältnissen etc. durch-
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58nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Frequenter Puls,
geführte Untersuchung der Pulszahl sehr wünsobenswertb). Bei älteren, mageren Schafen (Braoksobafen) /ählten wir 70 83 Pulse (Durchschnitt 76, Grenzen 00108). Bei Hund on zählten wir bei grossen durchschnittlich 75, hei mittelgrossen 85 (8090), bei kleinen HO (100120) Pulse; bei Katzen durchschnittlich 118 Pulse.
Der abnorme Puls kranker Thiere. Es wird unterschieden: 1, Der beschleunigte oder hftufigePul8(P. frequens, Tachy-
cardie). Derselbe überschreitet die normale Zahl der Pulsschläge in der Zeiteinheit. Er wird vor allem im Fieber getroffen, wo er neben der Temperatursteigerung eine wichtige Erscheinung bildet. Die Höhe seiner Frequenz im Fieber wird durch verschiedene Verhältnisse bestimmt, so durch die Art des Fiebers, die Natur des Infeotionsstoffes, die Höhe und Dauer der Temperatursteigerang, das Alter der Thiere, die Constitution, die Beschaffenheit des Herzmuskels vor dein Eintritte dos Fiebers u. s. w. Bestimmend ist hiebei der Grad der Rückwirkung des Fiebers auf den Herzmuskel. So lange letzterer intakt bleibt, ist die Pulsfrequenz bei noch so hohem Fieber eine nur wenig gesteigerte. Bei der Druse der Pferde z. B. lässt sicli im Anfang der Krankheit und oft auch später noch trotz sehr hoher Temperaturen (42 0 O.) meist nur eine ganz geringe Steigerung der Pulsfrequenz (4045) nachweisen (Pröhner, über das Verbält-niss der Pulsfrequenz zur Temperatursteigerung, Repertorium 1880). Umgekehrt steigt hei pernieiösen, septischen Fiebern, sowie allen mit fettiger Degeneration des Herzens verlaufenden Infectionskrankheiten, namentlicb bei der Brustseuche der Pferde, die Pulsfrequenz auch bei massiger Temperatursteigerung sehr hoch, ja man beobachtet nicht selten, namentlich gegen das Ende dieser Krankheiten, die prognostisch sehr ungünstige Erscheinung, dass nämlich die Pulsfrequenz excessiv ansteigt, während die Temperatur sinkt. Eine sehr hohe Pulsfrequenz bedeuten für das Pferd 80120 Schläge per Minute (Brustseuohe, Influenza, Lungenbrand, Septikämie, schwere Ooliken, Peritonitis, Magendarmentzündung, Anthrax); für das Rind ebenfalls 80 Ins 120 Schläge (Septicaemia puerperalis, Gebärparese im letzten Stadium, Lungenseuche, Rinderpest, Milzbrand); für den Hund 100150 Schläge (Septikämie, schwere Gastriten und Enteriten, letztes Stadium der Staupe); für das Schwein 100150 Schläge (Gcbärfieber etc.).
Weiter führen alle Krankheiten des Herzens und Herzbeutels zur Pulssteigerang, so Herzschwäche, Myocarditis, Endocarditis, nicht compensirte Klappenfehler, traumatische Pericarditis des Rindes, nervöses Herzklopfen.
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Bradycardic.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;59
Auch abnorme Widerstände innerhall) der arteriellen Blutbali n bedingen häufig eine Vermehrung der Pulsfrequenz (Thrombose der Darmheinarterie, Lungenemphysem, Meteorismus u. s. w.)- Die Blutverarmung, wie sie im Verlaufe der Anämie, pernieiösen Anämie, Leukämie, sowie nach grosseu oder anhaltenden Blutverlusten auftritt, führt ebenso in Folge Schwächung des Herzens zu frequentem Pulse. Refleotorisoh wird ferner die Frequenz des Pulses gesteigert durch starke Schmerzen in Folge reflectorischer Erregung der Gefässnerven mit Verengerung der Arterien und Erhöhung des Widerstandes in der arteriellen Bluthahn. Endlich findet eine erhebliche Beschleunigung der Pulsfrequenz hei Vagusläh-mung statt, wie sie z. B. im Verlaufe der Digitalisvcrgiftung eintritt.
2, Der verlangsamte oder seltene Puls (P. rarus, Brady-cardie). Derselbe entsteht in Folge Reizung des Vagus, des Hem-mungsnorven des Herzens, entweder im Vaguscentrum oder im peripheren Verlaufe desselben, bezw. auf reflectorischem Wege. Ausserdem kann Bradycardie durch verschiedene pathologische Veränderungen des Herzmuskels bedingt sein (verhinderte Erregbarkeit des Herzens). Am relativ häufigsten beobachtet man den Pulsus rarus beim Pferde im Depressionsstadium der acuten und sub-a cut en Gehirnentzündung, sowie beim Dummkoller. Sodann kommt er vor bei Neubildungen im Gehirn, welche das Vaguscentrum oder den Vagus selbst bei seinem Austritt aus der Schädelhöhle reizen. Sodann findet er sich bei Obesitas cord is (Fettherz) und anderen Herzkrankheiten (Klappenfehler, besonders Stenosen der Aorta und Mitralis, acute Herzdilatation, chronische interstitielle Myocarditis), hei starken Blutverlusten, bei Ik t er US (cardiale Wirkung der Gallensäuren), bei Inanitionszuständen, sowie nach der Verabreichung gewisser Arzneimittel, so namentlich von Digitalis, Strophanthus, Scilla und anderen Herzmitteln. Die Pulsfrequenz kann sich bei der Bradycardie um die Hälfte, ja selbst bis auf ein Viertel und Achtel der normalen Pulszahl vermindern. In einem von Nordheim (Zeitschrift für Veterinärkunde 1890, S. 275) beschriebenen Falle von Herzdilatation heim Pferde betrug die Pulszahl mehrere Tage hindurch nur 1516 Schläge in der Minute. Einen ähnlichen Fall haben wir beim Hunde beobachtet (Fr ohne r, Monatshefte für praktische Thierheilkunde 1891, S. 548); die Pulsfrequenz war hier auf 20 Schläge herabgesetzt.
8. Der unregelmässige oder arhythmische Puls (P. irre-
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60nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Aussetzender Puls.
gularis s. arliytlimicus). Derselbe zeigt ungleich grosse Zwischen-räume /wischen den einzelnen Pulsscliliigen (Arhytlnnia corchs). Er kommt häufig bei sonst ganz gesunden Thieren, namentlich bei vielen Hunden vor. Patbologiscber Weise wird er bei Herzschwäche, sowie bei allen Krankheiten, welche zu Muskeldegeneration des Herzens und zu verminderter Erregbarkeit desselben führen, angetroffen, so z.B. bei nicht compen-sirten Klappenfehlern, Endocarditis, Myocarditis, Pericarditis traumatica des Kindes, Digitalis Vergiftung und anderen Vergiftungen. Auch im Vorlaufe von Grehirnkrank-h ei ten kann Arhythmie auftreten.
4.nbsp; nbsp;Der aussetzende Puls (P. dosiniieiens und inter mittens), Derselbe ist eine Unterart des arhythmischen Pulses, bei welcher einzelne oder mehrere Pulsschläge ausfallen. Entsprechen die Pausen wirklichen Pausen der Herzthätigkeit. so nennt man den Puls P. des-inficiens; finden jedoch in den Pausen noch Herzcontractionen statt, ohne dass sie indessen peripher gefühlt werden können, so beisst er P. intermittens. Folgen die Pausen mit einer gewissen Gesetz-mässigkeit auf einander, so ist der Puls regelmässig aussetzendquot;. Setzt jeder dritte, vierte, fünfte Puls aus, so heisst der Puls P. bi-geminus, trigeminus, quadrigeminus etc. Unregelraässig aussetzendquot; heisst der Puls, wenn die Zwischenpausen regellos auftreten. Bezüglich des Vorkommens des aussetzenden Pulses ist voranzustellen, dass er bei einer grossen Anzahl ganz gesunder Thiero (Hunde, Pferde) gefunden wird. Erscheint hier aus einer nicht seltenen und dabei unwesentlichen Innervations-störung des Herzens hervorzugehen. Krankhafter quot;Weise findet er sich bei fi eb e rhaf ten A11 g e m e in 1 e i d en, bei den verschiedensten Herzkrankheiten, sowie bei Gt-ehirnleiden (Dummkoller), Bei leichten gastrischen Krankheiten der Pferde haben wir ihn stets vermisst.
5.nbsp; nbsp;Der starke, kräftige, grosse, volle Puls (P. fortis, magnus, plenus). Genauer wird als grosser Puls (P, magnus) ein solcher mit grosser Pulswelle, als voller Puls (P. plenus) ein solcher mit prall gefüllter Arterie, als kräftiger Puls (P, fortis), ein grosser und gleichzeitig voller, dabei meist auch harter Puls bezeichnet. Man findet den kräftigen Puls in allen Fällen von erhöhter Herzarbeit, also namentlich in der ersten Zeit beim Fieber, sowie bei linksseitiger H e r z h yp e rtro p hi e, insbesondere bei Aorteninsufficiem, chronischen Nephriten etc.
6.nbsp; nbsp;Der schwache, kleine, leere Puls (P. debilis, parvus.
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Regel massiger l'uls.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ß]
vficuus), das Gregentheil des vorigen, wird bei allen Krankheiten ge-troft'en, welche mit Herzschwäche verlaufen (acute Infectionskrank-heiten, Intoxikationen, chronische Ernährungsstörungen, Anämie, Leukämie, nicht compeusirte Klappenfehler, Myocarditis, Endocarditis, Pericarditis, Fettherz u. 8. w.). Besonders charakteristisch ist er für die Aortenstenose (und Mitralstenose). Wird der kleine Puls so schwach, dass er nur mehr ein leichtes Erzittern der Arterienwand erzeugt, so heisst er Puls us tremulus. Schliesslich kann der Puls ganz unfühlbar werden (1J. insensibilis).
7.nbsp; nbsp;Der ungleichmässige Puls (P. inae^ualis). Bei demselben sind die Pulswellen nicht gleich gross, es wechseln vielmehr stärkere mit schwächeren ab. Folgt regelmässig auf eine hohe Pulswelle eine niedrige, so heisst der Puls alternirend (P. alternans). Der ungleichmässige Puls kommt in geringem Grade hei vielen gesunden Thieren, namentlich Hunden, vor. Starke Ungleichheit des Pulses ist jedoch immer ein Beweis von Herzschwäche. Ausserdem kommt er als Begleiterscheinung der Mitralstenose vor. Folgen in steter Wiederholung auf einen grossen Puls mehrere, immer kleiner werdende, so spricht man von einem mäuseschwanzähnlichen Pulse (P. myurus). Wird der Puls an symmetrischen Arterien, z. B. an der rechten und linken Maxillaris in ungleicher Grosse gefühlt, so heisst er Pulsus differ ens. Eine geringe Ungleichheit findet man nicht selten bei gesunden Thieren (Pferden und Hunden). Starke Ungleichheit oder verlangsamtes Eintreffen des Pulses auf einer Seite ist charakteristisch für Aneurysincn. Wird der Puls bei tiefer Inspiration kleiner oder verschwindet er liiebei ganz, so heisst er Pulsus paradoxus (Mediastinaltumoren, Stenose der Luftwege, Verwachsung der PericardialWätter beim Menschen).
8.nbsp; nbsp;Der schnellende, hüpfende Puls (P. celer), Nicht zu verwechseln mit P. frequens. Er besteht in einer sehr raschen Ausdehnung und ebenso raschem Wiederzusammenfallen des Arterienrohrs in Folge grosser und rasch vorübergehender Druckschwankungen in der Aorta und findet sich bei 1 i n k s s e i t i g e r H o r z h y p e r t r o p h i e. Er ist ferner namentlich für die Aorteninsuf f ici enz charakteristisch (Einpressen einer abnorm grossen Blutmenge in die Aorta mit theilweisem Regurgitiren an die linke Herzkammer).
0. Der träge Puls (P. tardus). Das Gogentheil des vorigen. Er findet sich zuweilen bei alten, sonst gesunden Thieren (Pferden und Hunden). Ausserdem ist er charakteristisch für Aorten- und Mitralstenose, sowie für Aneurysmen.
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G2nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Doppclsclilägigcr l'uls.
10.nbsp; nbsp;Der harte Puls (P. durus). Derselbe wird durch eine starke Spannung der Arterienwandung, bezw. durch einen Krampf derselben, ausserdem durch Verkalkung der Wandung erzeugt. Ein harter und dabei sehr kleiner Puls beisst drahtförmiger Puls. Der harte Puls findet sich bei Tetanus, bei sehr schmerzbaften Coliken, bei Bleicolik (drahtfönuiger Puls), bei linksseitiger Herzhypertrophie, namentlich im Verlaufe der Schrumpfniere und bei Arterioskle rose (Kalkeinlagerung).
11.nbsp; nbsp;Der weiche Puls (P. mollis). Das Gegentbeil des vorigen. Er ist leicht zerdrückbar und bildet ein Symptom der Herzschwäche. Ein weicher und dabei sehr kleiner Puls heisst fadenförmiger Puls (P. flliformis).
12.nbsp; nbsp;Der doppelschlägige Puls (P. dicrotus). Bei demselben fühlt man ausser dem Hauptschlage, dem eigentlichen Pulse, noch einen Nebenschlag. Die Ursache ist in einer verstärkten Rückstoss-welle und dadurch vergrösserten Rückstossolevation bei Spannungsverminderung der Arterie zu suchen. Der dikrote Puls wird bei langandau ornden und hohen Piebertemperaturen beobachtet; bei den Hausthieren (Pferd und Hund) ist er jedoch gewöhnlich nur undeutlich ausgeprägt. Ueber den drei schlägigen Puls (P. tricrotus) ist in der Thierheilkunde bisher nichts bekannt geworden.
Graphische Darstellung des Arterienpulses. Sphygmographie.
Da die subjective Palpation des Pulses mittelst des Fingers nur in schwachen Umrissen die Eigenschaften des Pulses erkennen lässt, bedient man sich bei feineren physiologischen und pathologischen Versuchen der objeetiven graphischen Darstellung des Arterienpnlses, der Sjihy gm ographie. Diese Methode hat wegen der Schwierigkeit ihrer Anwendung bei den Hausthieren in der praktischen klinischen Thierheilkunde bisher keinen Eingang gefunden; auch in der Menschenheilkunde hat sie es speciell für die Zwecke der Diagnostik zu keiner besonderen Bedeutung gebracht. Pulskurven heim Pferde sind zuerst von Marey und Chauveau (18ül) graphisch dargestellt worden. Später haben Kaufmann (Lyon), Sussdorf, Angerstein und Martin Sphygmogramme veröffentlicht.
An der durch den Sphygmographen aufgenommenen normalen Pulskurve des Pferdes unterscheidet man einen aufsteigenden und absteigenden Schenkel. Der aufsteigende Schenkel (die Ascension s linie) ist das Resultat der Systole; sie erhebt sich nach Martin senkrecht und ununterbrochen und schliesst mit der steilen Gipfelwelle a, welche den höchsten Theil der Gesammtkurve bildet. Der absteigende Schenkel der Kurve (die Descensionslinie) zeigt bei b eine grüssere Erhebung, die erste Nachwelle (Rückstosselevation), wahrscheinlich herrührend vom Zurückprallen des Blutes auf die Aortenklappen, sowie bei c, d und e mehrere kleinere Erhebungen (2. und 3. Nachwelle), welche als Elasticitätselevationen, von den Schwinffuncren der Arterienwand herrührend, aufoefasst werden. Wird
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I'ulskurveii.
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03
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auf der Descensionslinle die Küekstosselevation (erste Nachwelle) so bedeutend, dass sie fühlbar ist, so hat man den dik roten Puls (Nachsehlag zum Hauptsclilag). Ist umgekehrt die Ascensionslinie von einer fühlbaren
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Pi*. 18.
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Normale Pulsluirvo von einem alten Anntoniiepfenlo. (Naeli Martin.)
a Gipfelwello. b ErstO Naclnvelle. 0 Zweite Naehwelle. il SeliwankuiiKen. e Dritte Naehwclle
(nur undcutlicli), '/..mnl verkleinert.
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Vorwelle unterbrochen, so nennt man den Puls anakrot (Vorschlag zum Hauptschlag).
Fig. 19.
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Dikroter Puls, a Ciipfelwelle. b Kacliselilag (Hescensionslimc).
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Anakrot er Puls, a Olpfelwelle, b Vorschlag (Asrensionslinic).
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Die Untersuchung der Carotis, der Achsel- und Beckenarterie.
Eine sichtbare Pulsation der Carotiden wurde von Milanese beobachtet beim sogen, nervösen Herzklopfen des Pferdes. Sonst ist über den sichtbaren Carotidcnpuls bei unseren Hausthieren wenig Zuverlässiges bekannt. Beim Rinde hat man sich namentlich vor Verwechslungen mit dem Venenpulse zu hüten. Palpablen Curotidenpuls findet man bei Herzhyper-tropbien (Pferd, Hund) in den untersten Abschnitten der Drosselrinne direkt über dem Brusteingang. Ueber die Auskultation der Arterien fehlen in der thieriirztlichen Diagnostik zuverlässige Untersuchungen; im übrigen ist dieselbe auch in der Menschenheilkunde von sehr zweifelhafter Bedeutung. Bei der Obliteration der Achselarterie findet man aussei-der charakteristischen Lahmheit einen ungewöhnlich kleinen oder ganz fehlenden Puls an der diesseitigen Arteria radialis. Ebenso findet man bei der Obliteration de r Becken-und Schenkel a rterie beider Untersuchung vom Mastdarm aus schwache oder fehlende Pulsation hinter der thrombosirten Stelle, welche sich sehr derb, unelastisch, starr, verdickt und erweitert anfühlt und im Innern einen länglichen, harten, bisweilen zerdrückbaren Körper, den Thrombus, nachweisen lässt.
Der Venenpuls. Unter den Bewegungserscheinungen, welche an den Jugularvenen , namentlich bei Rindern, zu beobachten sind, müssen die normalen von den abnormen wohl unterschieden werden. Es kommen in Betracht:
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Yoneupuls.
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1.nbsp; nbsp; nbsp;Das in- und exspiratorische, normale Ab- und Anschwellen der Jugularen. Indem durch die Inspiration der Abfiuss des venösen Blutes /um Herzen begünstigt, durch die Exspiration dagegen erschwert wird (Verminderung und Vermehrung des intrathoracischen Druckes), resultirt daraus eine der Ein- und Ausathinung entsprechende, rhythmische, geringere und stärkere Füllung (Ab- und Anschwellen) der Jugularen in dem untersten Abschnitte ihres Verlaufes am Halse. Die dadurch veranlasste wellenförmige Bewegung (Undulation) an der Vene wird unter gewissen günstigen Verhältnissen, besonders beim Binde, während tiefer Kopfhaltung, namentlich bei an sich stärker gefüllter Vene bemerkbar werden.
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2.nbsp; nbsp;Der normale (negative) gesunden Thieren, insbesondere beim
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Vonenpuls. Derselbe kommt bei Rind, an dem untersten Abschnitte
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der Vena jugularis externa vor. Er hofes bei der Herzthütigkeit bedingt.
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wird Der
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durch das Verhalten des Vorrechte Vorhof ist wahrend der
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Systole der rechten Kammer in Diastole. Abiluss des Blutes aus den Hohlvenen und
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Dadurch wird ein rascherer damit auch aus den Juimlaren
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erzeugt. Nach Eintritt der Ventrikeldiastole fängt der Vorhof an sich zu contrahiren. Dies erschwert dann den Abtluss des Venenblutes aus den Jugularen. Dadurch kann ein rhythmisches Ab- und Anschwellen der Jugularen, selbst eine venöse Pulsation zu Stande kommen. Das Anschwellen der Vene und das llegurgitiren der Blutwelle fällt also mit der Contraction des rechten Vorhofes zusammen und ist daher präsystolisch, was durch gleichzeitiges Abnehmen des Pulses leicht feststellbar ist, da die Bewegungserscheinung dem Eühlbarwerden des Pulsschlages um eine relativ grosse Spanne Zeit vorausgeht. Bei Pferden findet man dieses Ab- und Anschwellen in der Pegel nur sehr undeutlich; deutlicher ist es bei schweren, schlaffen Pferden mit weiter Jugularis und noch mehr bei abnorm starker Füllung der letzteren. Aber auch hier sahen wir es nur als Undulation und direkt über der vorderen Brustapertur. Bei Bindern dagegen sind die Bedingungen zu deutlich sichtbarem Begurgitiren der Blutwelle in die Jugularis, d. h. zum Zustandekommen des normalen Venenpulses, sehr häufig gegeben. Dieselben besitzen weite, zumal bei niederer Kopfhaltung stark mit Blut gefüllte Jugularen, deren untere Klappen bekanntlich insufficient sind. Am meisten ausgeprägt ist daher der negative Venenpuls bei behindertem Bücklauf des Venenblutes zum Herzen, bei venöser Stauung in den Jugularen. Alles, was daher eine stärkere Füllung der Jugularen mit Blut veranlasst, kann demnach auch Ursache zum verstärkten, dadurch leicht sichtbaren normalen Venonpuls werden. Dabei müssen wir hervorhoben, dass dieser sog. normale Venenpuls bis jetzt bei unseren Haus-thieren, insbesondere beim Bind, nicht immer richtig aufgefasst und vielfach mit dem anormalen Venenpuls (s. unten) zusammengeworfen resp. verwechselt worden zu sein scheint. Nur .so ist es zu erklären, dass Manche beim Bind so häufig venösen Puls sehen Harms konnte ihn bei HO Proc. der untersuchten Binder wahrnehmen und ihm dann auch fälschlicherweise keine Bedeutung bei gewissen Herzkrankheiten zusprechen. Wenn Vogel angibt; normal sehe man den Jugularvenenpuls beim Pferde nur auf eine ganz geringe Strecke oberhalb der Brusthügel, bei Bindern am untersten Tbeile des Trieles, bei den übrigen Hausthieren fast gar nicht, so hatte derselbe sicher die eben beschriebene Bewegungserscheinung im Auge.
3.nbsp; nbsp;Der anormale (positive) Venenpuls. Derselbe stellt eine von unten nach oben fortlaufende, rhythmisch mit der Herzsystole
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Voiionpuls.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 05
zusammenfallende, deutlich sichtbare Elevation der Jugularis dar und ist pathognomisch für die Insuf'f icienz der T ricuspid alklappo. I5ei jeder Contraction des rechten Ventrikels gelangt nämlich durch die Insuf-ficionz der Tricuspidalis ein Tlieil des auszutreiben den Blutes statt in die Lungenartorie in den rechten Vorhof und von hier aus als rückülufige positive Blutwelle in die Hohlvenen und ihre Aeste, damit auch in die Drosselvenen. Je nach der Kraft des Horzimpulses, dem Grade der Insuf-ficienz der Tricuspidalklappe, der Weite der Jugularvenen und Insufficienz ihrer Klappen wird die Pulswelle verschieden gross und verschieden hoch aufsteigend sein. Im Allgemeinen darf angenommen werden, dass ein deutliches starkes Pulsiren mit höherom Aufsteigen der venösen Blutwelle in den .Jugularen für den anormalen Venonpuls spricht. Nach Vogel soll der Venenpuls ähnlich wie beim Menschen bei den Thioren meistens rechter-seits stärker sein als links. Es ist demnach der anormale Venenpuls bei Insufficienz der Tricuspidalis sehr stark, hoch aufsteigend und systolisch. Gleichzeitig wird bei Auscultation dos Herzens ein systolisches After-gerilusch gehört. Der normale Venenpuls bei sufficienter Tricuspidalis ist dagegen von geringerer Stärke, wenig hoch aufsteigend und präsystolisch, die Auscultation des Herzens ergibt einen sj'stolischen reinen Ton. Nicht ZU verwechseln ist endlich der Venenpuls mit pulsatorischen Bewegungen der Jugularis durch übermittelte Bewegungen der unterliegenden Garotis. Der positive, systolische oder anormale Venenpuls fordert immer zur genauen Untersuchung des Herzens auf. Derselbe hat, abgesehen von der Triouspidal-Insufficienz, insbesondere Bedeutung für gewisse Erkrankungen des Herzens und Herzbeutels, wie solche beim Pferd und Hund, insbesondere aber beim Rind (traumatische Myocarditis und Pericarditis) vorkommen.
Die stärkere Füllung der Venen. Dieselbe kann nur an den oberflächlich gelegenen Venen sichtbar werden, und zwar um so leichter, je dünner die Haut, und je feiner und kürzer die Haare sind. Zunächst sind es die kleineren Hautvenen, zumal am Kopfe, dann beim Pferd an der Seitenfläche des Halses, an dor Schulter, Seitenbrustwand und an den Extremitäten. Von den grösseren Venen sind zu nennen: die aus sere Drosselvene, die änssere Brustvene (Sporader des Pferdes), die B a u c h w a n d v e n e (Milchader des Rindes) und die g rossen Hautvenen der Extremitäten. Die starke Injection der kleineren Hautvenen tritt am deutlichsten bei edleren, warmblütigen Pferden zu Tage. Es müssen dabei indessen die hier schon normal gegebenen Verhältnisse wohl berücksichtigt werden. Eine abnorme Füllung muss stets im Einklänge mit höhergradig gorötheten sichtlichen Schleimhäuten sein. Eine stärkere Füllung der Kopfvenen (Augenwinkelvene etc.) sieht man auch deutlich bei anderen glatthaarigen Thieren, insbesondere beim Rind. Besonders beachtenswerth erscheint gerade beim Rinde noch der Umstand, dass die unteren Klappen der Jugularvenen das Zurücktliessen des Blutes gegen den Kopf nicht vollständig zu verhindern vermögen (Pranck). Bei tiefer Kopfhaltung werden demnach die unteren Partien der Jugularvenen, in Nähe des Brusteinganges, schon normal stärkere Füllung zeigen können. Ursache zur Ueberfüllung der Venen mit Blut kann alles werden, was den Rückfluss des Venenhlutes zum rechten Herzen stört, insbesondere Krankheitszustände des Circulations- und Respirationsapparates. Im Besonderen sind als Ursachen zu erwähnen:
Frledbergei u. Fröhner, Klinische Uutersuclningsmethoileii. 2. Aufl.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;5
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6ünbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Topographie des Herzens.
1.nbsp; nbsp; Erkrankungen des Herzens und Herzbeutels, welche die Leistungsfähigkeit des Herzmuskels stcirk herabsetzen. Sobald nilmlich der rechte Ventrikel seinen Inhalt nicht mehr ausreichend entleeren und damit das gcsammte Blut des rechten Vorhofes nicht aufnehmen kann, tritt in letzterem Ueberfüllung mit Blut ein , die sich weiter auf die in ihn mündende vordere und hintere Hohlvene mit ihren sie bildenden Venen-ästen fortsetzt. Dies findet statt bei Myocarditis (M. traumatica des Eindes), nicht oompensirter Herzhypertrophie, nicht competisirten Klappenfehlern, besonders bei Mitralfehlern, Pericarditis (vor allem traumatischer Pericarditis beim Rinde).
2.nbsp; nbsp;Erkrankungen der Lungen, welche eine Ueberfüllung des kleinen Kreislaufes und venöse Stauung zum rechten Ventrikel herbeiführen. Die einzelnen Krankheiten sind: Lungenhyperämien, Lungenentzündung (ausgedehnte Hepatisationen mit ihren Folgen), Lungenemphysein.
8, Behinderung der Lungen ausdehnung bei Starrkrampf, As-cites; Meteorismus des Hinterleibes (Tympanitis).
4. Dauernde Verstärkung des intrathoracischen Druckes durch grosse pericardiale und pleuritischo Exsudate, Pneumothorax, hochgradiges Lungenemphysem.
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II. Das Herz.
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Anatomische Vorbemerkungen über die Lage des Herzens.1
Die Lage des Herzens im Allgemeinen. Das Herz liegt bei allen unseren Haussäugern in den ventralen (unteren) zwei Dritttheilen des von dem 3. bis 6. (event. 7.) Rippenpaare seitlich begrenzten Raiimes der Brusthöhle; seine Basis wendet es rückenwärts gegen die Luftröhre, den Schlund, die Aorta und Hohlvenen, die Lungengefässe und Lungenwurzel, seine Spitze nach Hnks-hinten-unten, also gegen das Brustbein bezw. Zwerchfell und die linke Brustwand; es lässt zwischen sich und der seitlichen Brustwand einen rechts breiteren, links schmäleren Raum übrig, welcher dem das Herz von oben her überlagernden Lungenabschnitt zur Aufnahme dient; jedenfalls nähert es sich der linken Brustwand mehr als der rechten, so dass es mit dem grösseren Theile seiner Masse in der linken Brusthälfte Platz findet. Ein Theil seiner Oberfläche, bezw. des ihn umhüllenden Herzbeutels, liegt in Folge dessen der linken Seitenbrustwand, besonders im Bereich des 5. Intercostalraumes und der ihm benachbarten Rippen sehr nahe; dies ist aiich die Stelle der deutlichsten Fühlbarkeit des Herzschlages, sie findet sich im Allgemeinen dicht hinter dem Ellbogenhöcker, bei den grösseren Hausthieren im seitlichen, bei den kleineren im ventralen (unteren) Umfange der Brust. Die Lage des Herzens und seine Ausdehnung ändert sich jedoch schon bei dem gleichen Individuum, abhängig von der den Einzelphasen
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1 Das Kajiitel über die anatomische Lage des Herzens (S. öf!71) mit den drei dazu gehörigen Abbildungen ist von Herrn Prof. Dr. Sussdorf freundlichst bearbeitet worden.
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Topographie des Herzens.
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in der Horzthiiti^keit zukommenden Form und Stellung. Im schlaffen, diastolischen Znstande besitzt das Herz die Form eines seitlich com-prinürten Kegels mit einer linken und rechten Seitenfläche und einem nasalen (vorderen) und oaudalen (hinteren) Rande; seine Spitze ist dann mehr abgerundet, seine Basis gleicht einer Ellipse mit grösserem Sagittal-und kleinerem Quordurehmesser; die Axe des Herzens steigt schief von vorn-oben-rechts nach hinten-unten-links herab; die linke Seitentläche liegt der linken Bruatwand etwas ferner als in der Systole. Das contrahirte, systolische Herz gleicht einem mehr abgerundeten Kegel mit schärferer Spitze, mehr kreisförmiger Basis und gleichmiissiger gerundeter Mantelfläche; es ist jetzt mehr aufgerichtet, der Abstieg der Axe erfolgt weniger schief; die Herzbasis liegt urn ein sehr Geringes tiefer und fällt nicht mehr so stark von hinten und oben nach vorn und unten ab; die linke Herzflüche nähert sich augenscheinlich der linken Brustwand theilweise bis zur directen Berührung; die Spitze zieht sich etwas nach links und vorn empor.
Die Lage des Herzens beim Pferde, Das Herz des Pferdes deckt sich, wenn es erschlafft ist, an seiner Basis mit dem 3. bis (gt;. Rippenpaare,
Fig. 20.
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--Dp.insp.
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Die Topographie der Bnistorgane des Pferdes, 0 Herz in Systole, A. p, Art. piilmonalis, Ao. Aorta descendens (hintere Aorta), V. c. i. Vena cava inferior (hintere Hohlvene), Tr. Trachea, Plm. exsp. Verlauf des lateralen scharfen Randes der Lunge im höchsten Kxspirationsumfang, Plm. insp. desgl. im Inspirationsumtang, Oe. Oesophagus, Dp. exsp. Verlauf der Medianlinie des Zwerchfelles In Kxspirationsstcllung, Up. insp. desgl. in Inspirationsstellung, Dp. Cüstalanheftung des Zwerchfelles, 3, (i, 9, 12 a., (i., 9., 18. Kippe.
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eventuell sogar dem 6. Intercostalraum; im contrahirten Zustande zieht es sich ebensowohl von der 8. wie der G. Rippe zurück, so dass es nur dem '!., 4. und 5. Intercostalraum nebst den dazwischen liegenden Rippen zukommt. Die Herzbeutelbasis liegt unter der Mitte der ganzen Brusthöhe, aber etwas
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Topographie dos Herzens.
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über der Mitte der Brusthöhle; die ivammerbasis findet sich an der Grenze des 2. und 'S. Dritttheils der ganzen Brusthöhe vom dorsalen Brustrand her oder des 8, und 4. Fünftheils der Brusthöhle von der Wirbelsilule her. Seine Spitze liegt fast senkrecht unter dem hinteren Ende der Herzbasis im Niveau des 7. Rippenknorpel-Brustbeingelenkes, 12 cm über der Herzfläche des Sternum. Der vordere (nasale) Band des Organes durchstreift in einem nach vorn und unten convexen Bogen den 3.. -t. und 5. Intercostalruum nebst den zugehörigen Hippen; der caudale Band steigt je nach der bezüglichen Herzphase im Bereiche des 5, oder (i. Intercostalrauraes ziemlich senkrecht herab; in der Herzsystole ist dem entsprechend das Organ durch die Schulter, bezw. die Mm. anconaei fast ganz gedeckt, das diastolische Herz tritt dagegen mit etwa einem Viortheil seiner Masse hinter den caudalen Schulterrand zurück. Der grössere Theil des Herzens (:'|r, nach Pranck) gehört der linken, der kleinere Theil der rechten Brusthälfte an ; linkerseits kommt es daher auch den benachbarten Bippen und Zwischenrippenräumen näher, als rechterseits; mit dem mittleren Dritttheil der linken Seitenfläche berührt es den 4. und 5. Zwischenrippenraum und die 5. Rippe unter Zwischentreten des Herzbeutels unmittelbar , der 5. Intercostalraum bildet daher in der Höhe der Rippen-Rippenknorpel-Fuge das Centrum des ca. 10 cm im Durchmesser betragenden Herz-stossfeldes (Colin). Rechterseits erreicht das Herz die Brustwand während der Exspiration im Bereiche der 4. und 5, Rippe; die linke Lunge schiebt sich demgemäss von vorn, oben und hinten zwischen den Herzbeutel und die Brustwand hinein, lässt indessen vermöge ihres, den Vorder- und Hinterlappen trennenden, halbmondförmigen Ausschnittes eine ungefähr handtellergrosse Fläche über dem unteren Ende des nasalen Herzrandes frei; die rechte Lunge überlagert trotz des Besitzes eines, wenn auch etwas kleineren Herzausschnittes, die rechte Seitenfläche des Herzens inspiratorisch fast ganz (s. o.). Der dorsale Rand der Vorkammern liegt um ca. 4 cm höher als die Herzbasis. Die Anheftung des Herzbeutels an die grossen Gefässstämme erfolgt in der Länge von 2225 cm ein Weniges unter der Mitte der grössten Brusthöhe zwischen der 3. bis 7. Rippe; diejenige an dem Brustbein in einer Länge von 14 cm zwischen dem 5. bis 8. Rippenknorpel-Brustbeingelenke.
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Die Lage des Herzens beim Rinde. Das Herz des Rindes ist mehr in die Länge gezogen, als das des Pferdes, und liegt in dem Räume der Brusthöhle, welcher seitlich von dem 3. bis 5. Intercostalraum begrenzt wird. Die Kammerbasis findet sich etwas über der Grenze des ventralen und mittleren Dritttheils; die Herzbeutelbasis in der Mitte der ganzen Brusthöhe. 2/3 des Rinderherzens gehören der linken, '/s der rechten Brusthälfte an. Im Bereich des 4. und 5. Intercostalraumes berührt das Herz die linke Brustwand ganz direct, vor und namentlich hinter dieser Partie schiebt sich ein, je nach der Respirationsphase grösserer oder kleinerer Abschnitt der Lunge über dessen Ränder und Basis von vorn, oben und hinten her zwischen Brustwand und Pericard hinein. Rechterseits kommt das Herz der Brustwand entlang der 5, Rippe wenigstens im erschlafften Zustand äusscrst nahe, übrigens bleibt es derselben ferner, so dass ein recht dicker Abschnitt der Lunge zwischen seinen Behälter und die Brustwand eintritt. Die Spitze des Herzbeutels ist nur durch ein paar kurze Faserzüge in der Höhe des 0. Bippenknorpel-Brustbeingelenkes an das Sternum befestigt; das Zwerchfell zieht sich recht nahe (je nach der Respirationsphase 510 cm) caudal von dem hinteren Herzumfango herab,
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Topographic des Uor/.ons.
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G9
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an seiner exspiratorisch am meisten brustwilrts vorgewölbten Stelle rückt es hier auf 2 3 cm an das Herz heraus. Aus obigen Lageangaben und dazu aus der Thatsache, dass der caudale Sohulterrand im Niveau des 5. Zwischenrippenraumes vor der 6. Hippe herabsteigt, geht hervor, dass wenigstens das diastolischo Herz um ein Weniges weiter zurückreicht, als die Schulter. Die Höhlung über der Ellbogengegend und die Magerkeit
Fig. 21.
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Plm.cxsp
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Die To])Ogra))liio der Brustorgane des Rindes. Bezeichnungen wie In Fig. 20.
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der Ellbogenstrecker bei alten Thieren ermöglicht deshalb noch die Be-hordumg der Herztöne über dem linken Ellbogenhöcker ohne Vorziehen der (Jliedmasse.
Die Lage des Herzens bei den kleinen Wiederkäuern (Schaf und Ziege) stimmt mit derjenigen beim Kinde in vieler Hinsicht überein. Die von dem 2. 5. Intercostalraum reichende Kammerbasis liegt unter der Mitte der Brusthöhle über der Grenze des ventralen und mittleren Dritt-theils der ganzen lirusthöhe schräg nach vorn und abwärts geneigt, die Spitze gegenüber dem 5. Intercostalraum nicht weit über dem Brustbein. Das Herz liegt dabei ziemlich median, so dass der linken und rechten Hälfte der Brust je eine Herzhälfte zufällt, und das Herz rechts ganz und links fast ganz von Lunge überdeckt ist. Da der hintere Schulterrand parallel dem 5. Intercostalraum absteigt, so ist auch bei den kleinen Wiederkäuern das Herz von der Schulter seitlich ganz und gar verdeckt. Der Herzbeutel inserirt sich im Bereich des 5. Intercostalraumes am Brustbein und hält an seiner Basis einen Abstand von 67 cm, an seiner Spitze von 23 cm vom Zwerchfell ein.
Die Lage des Herzens beim Schweine. Das diastolische Herz liegt in dem seitlich von dem 2. bis t!. Intercostalraum umscheideten Thcil der Brusthöhle; seine Basis hält die halbe Höhe der Brusthöhle, bezw. die Grenze des ventralen und mittleren Dritttheiles der ganzen Brusthöhe ein; seine Spitze postirt sieh fingerbreit über dem Brustbein bei dem 7. Rippenknorpel-Brustbeingelenke. Das systolisohe Herz durchstreicht nur den Raum
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Topographie das IIltzchs.
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zwischen dem vorderen Bande der 3. bis etwa (i. Eippe; seine Spitze ist in der (legend der (J. IJippen-Kippenknorpelverbindung zu finden. Der vordere Band des Herzbeutels lilui't im Bereiche des 2. Intercostalnxumes in einem nach vorn schwach convexcn Bogen herab, sein hinterer Hand eilt parallel der 6. Hippe dein Brustbeine zu; am Brustbein heftet er sich von dem 3. bis 7. Kippenknorpel-Hrnstbcingeleuke fest, ganz nahe dem Zwerchfell. Das Herz nilliert sich der linken Brustwaud mehr als der rechten, kann aber noch bei der Inspiration beiderseits von der Lunge gedeckt werden. Der hintere Schultorrand schneidet ungefähr gerade mit der fast senkrecht an der linken SeitontUlche des Herzens verlaufenden Längenfurche ab.
Die Lage des Herzens beim Hunde. Das Herz des Hundes steigt sehr schräg zum Brustbein herab; seine Axe bildet mit diesem einen Winkel von ca. 40quot; (Eichbaum); es hat eine mehr stumpf kegelige Gestalt, seine Bänder sind tlächenartig verbreitert, seine Spitze wenig scharf; mittelst seines Behälters heftet es sich nicht an das Brustbein, sondern an das Zwerchfell 23 cm über dessen Stcrnalinsertion fest; von dem ventralen
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Plfkcxap .
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Die Topographie lt;ilt;'i' Brustorgane des Hundes, Bezeiohnnugen wie in rij;. 2n.
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Bande des Pericards zieht sich jedoch ein Gekröse, das ventrale Herzgekröse, als Vervollständigung des Mittelfells zum Brustbein hin. Die Herzbasis erstreckt sich in mehr als halber Höbe der Brusthöhle, aber auch noch unter der Mitte der ganzen Brusthöhe von dein vorderen Bande der 3. bis zu der 7. Kippe; die Herzspitze liegt fingerbreit über dem Brustbein und links von der Medianebene im Niveau des 7. Kippenknorpels. Da der caudale (hintere) Schulterrand neben der 5. Kippe herabsteigt, so liegt die hintere Partie des Herzens (linke Herzbälfto) postscapulilr; es ist durch einen links kleineren, rechts grösseren Abschnitt der Lunge gedeckt; ein wirklicher Contact mit der linken Brustwand vollzieht sich nur im Bereich eines schmalen Streifens, welcher sich dicht über dem Brustbein von der 4.-7. Kippe hinzieht; am unteren Ende des 5. u. 6. Intercostalraumes kann das Herz unmittelbar erreicht werden. Es gehören etwa ^ des Organs der linken, 3 7 der rechten Körperhälfte an.
Das Herz der Katze nimmt die untere Hälfte des zwischen der 4. bis 7. Rippe gelegenen Brustraumes ein, ist aber beiderseits von der Lunge
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Topographic des Herzens.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;71
und zwar links von einem schmäleren, rechts von einem breiteren Abschnitte derselben gedeckt. Seine Axe ist noch schräger gegen das Brustbein geneigt, als die des Hundes, sie bildet mit diesem einen (nach vorn offenen) Winkel von 253Uquot;. Die etwas von hintonoben nach vornunten abfallende Kammerbasis liegt noch unter der Grenze des ventralen gegen das mittlere Drittthoil der ganzen Brusthöhe; die Herzspitze findet sich ca. je 1 cm vor dem Zwerchfell und über dem Brustbein gegenüber dem 7. Rippenknorpel. Der Sulcus longitudinalis sinister steigt senkrecht im Niveau des 5. Intercostalraumes herab. Die Horzbeutelbasis findet sich etwas unter der Mitte der ganzen Brusthöhe. Da die Schulter nach hinten mit der 4. Rippe abschliesst, so ist das ganze Herz im postscapulären Brustabschnitt gelagert, tritt aber nirgends ganz unmittelbar an die Brustwand heran.
Das Herz des Huhnes liegt in der ventralen (unteren) Hälfte der vorderen Brustpartie zwischen dem 1. bis 4. Intercostalraum. Nirgends erreicht es die Seitenwandungen der Brust unmittelbar, der interclaviculäre (vordere) und die zwei unteren intratboracalen Luftsäcke, sowie die vorderen Enden der beiden Leberlappon schieben sich vielmehr zwischen Seitenbrust-wand und Herzbeutel ein; dagegen berührt dieser mit einem Theile seiner Ventralfläche das Brustbein direct; seine Spitze wird indessen von dem rechten und linken Vorderlappen der Leber auch ventralwärts umfasst. Die Kammerbasis schneidet mit einer Querlinie ab, welche die ventralen (unteren) Enden der 2. Rippen miteinander verbindet; die Herzspitze reicht bis zum Niveau des 4. Intercostalraumes und liegt median. Die Herzaxe verläuft median; der etwas grössere Theil der Herzmasse gehört jedoch der linken, der kleinere Theil der rechton Brusthälfte an. Die Basis des Herzbeutels erreicht eine die unteren Enden der beiden 1. Rippen verbindende Querlinie. Rückenwürts liegt dem Vorkammortheil des Herzens die Lunge, dem Kammer-theil die Lober an. Der geschilderten Lage geinäss und mit Rücksicht auf die Thatsacbe, dass das Brustbein von kräftigen Muskeln bedeckt ist, ist es vorständlich, dass die Herzbewegungen für die fühlende Hand von aussen in der Regel nicht zugänglich sind.
Allgemeines. Die Untersuchung dos Herzens als Oentralorgan des Oirculationsapparates ist hei allen unseren Hausthieren, der anatomischen Verhältnisse wegen, nur unvollkommen ermöglicht. Sie liefert nie jene vielseitigen und sicheren Ergebnisse, wie bei dem Menschen. Die horizontale Stellung der Thiere, die Form des Brustkorbes, die Lage des Buges (Schultor und Oberarm) zum Brustkorb, die starke Bomuskolung, der reichliche Fettkörper, die Kleinheit des Herzens bei der Katze, kleinen Hunden, ja selbst auch beim Schaf, insbesondere aber der Umstand, dass das Herz nur beim Pferde, und hier nur mit einem verhältnissmiissig kleinen Theile, der Brustwand direkt anliegt, tragen die Schuld, Feine Behaarung, dünne Haut, magere Beschaffenheit der Brustwand, abstehende Ellbogen, vorgeschobener Bug erleichtern im Allgemeinen die Exploration des Herzens.
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72nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Inspection der HevzgsgeucL
Die Untersuchung dos Herzens bezieht sich auf:
A.nbsp; nbsp;Besichtigung (Inspection);
B.nbsp; nbsp;Betastung (Palpation);
C.nbsp; nbsp;Beklopfen (Percussion) der Herzgegend;
D.nbsp; nbsp;Aushorchen (Auscultation) des Herzens.
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A. Besichtigung (Inspection) der Herzgegend.
Normale Verhältnisse. Die Besichtigung der Herzgegend geschieht bei den Hausthieren gewöhnlich im Stehen derselben, wobei der linke Vorderfuss etwas vorgesetzt sein soll oder unter Beugung im Carpalgelenk etwas vorgezogen wird. Sie hat indessen bei den Hausthieren im Vergleich zum Menschen nur einen untergeordneten Wertli. Unter normalen Verhältnissen vermag man fast nur bei sehr mageren, schmalbrüstigen, namentlich jungen Hunden grösserer Basse eine rhythmische, d. h. mit der Kammersystole isochrone, eng umschriebene Erhebung der Brustwand im 5. Intercostalraume und unten deutlich zu beobachten (Spitzen-Elevation). Sie entspricht dem sog. sichtbaren Spitzenstossquot; beim Menschen. Bei der systolischen Drehung des Herzens um die Längsaxe von links nach rechts kommt es nämlich gleichzeitig zu einer Erhobung der Herzspitze, welche dadurch der Brustwand an der bezeichneten Stelle angedrückt wird. Von einer diagnostischen Verwcrthung des sichtbaren Spitzen-stosses bezüglich der Herzlage kann demnach keine Bede sein, da der Spitzenstoss nur beim Hund, und auch da nur bei einer Minderzahl sichtbar ist. Aussei1 der Herzspitze wird beim Hunde während der Systole noch ein Theil der dieser zugelegenen linksseitigen Kammerwand der entsprechenden linken Brustwand angedrückt, und dadurch unter günstigen Bedingungen (grosse Magerkeit) neben der beschränkten Erhebung der Zwischenrippenmuskulatur (Spitzenstoss) eine diffuse Erschütterung der Herzgegend nach unten in grösserer Ausdehnung erkennbar (sic lit bar er diffuser Herzstoss). In ähnlicher Weise kann man diese diffuse Erschütterung der Brustwand im unteren Theile der Herzgegend zuweilen, wenn auch nur sehr schwach ausgeprägt, oft nur mit Mühe erkennbar, bei den übrigen Hausthieren, zumal beim Pferde, schon im Zustande der Buhe wahrnehmen, wenn die Brust schmal gebaut und insbesondere grosse Magerkeit des Brustkorbes gegeben ist. In der Begel aber und bei nur einigermassen gutem Ernährungszustände unserer Hausthiere er-
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Palpation der Herzgegend.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;73
zeugen die Herzbewegungen unter normalen Verhältnissen und beim ruhigen Thiere weder sichtbare umschriebene Erhebungen, noch diffuse Erschütterungen der Brustwand in der Herzgegend. Dagegen können letztere bei sehr gesteigerter Herzarbeit (grossen Anstrengungen, anhaltendem raschen Laufen, starker psychischer Aufregung) beobachtet werden.
Pathologische Verhältnisse. In Krankheiten sieht man mehr oder weniger deutliche und umfangreiche Erschütterung der Herzgegend unter den oben erwähnten günstigen Umständen bei com-pensatorischer Herzhypertrophie, sodann bei Herzschwäche und hei anderen krankhaften Zuständen, welche zu einer sehr angestrengten Herzuction führen, so namentlich heim Fieber. (Ausführlicheres hierüber vergl. im folgenden Kapitel über Palpation des Herzens.) Erschütterungen der Herzgegend und Umgebung von sehr auffälliger Extensität werden beim sog. Herz klopfen und insbesondere hei jenem Zustande, den man als nervöses Herzklojjfen bezeichnet, beobachtet. Endlich kommen zuweilen beim Pferde in der linken Flanken- und Unterrippengegend heftige, den ganzen Körper erschütternde, mit dem Herzschlage nicht synchrone Stösse vor, welche als nervöse Zwerchfellskrämpfe aufzufassen sind und früher mit dem Namen abdominelle Pulsationquot; bezeichnet wurden.
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B. Vetastung (Palpation) der Herzgegend.
üntersuchungsmethode. Zur Vornahme der bei unseren Haus-thieren im Vergleich zur Inspection ungleich wichtigeren und bei jeder Untersuchung eines Patienten vorzunehmenden Palpation des Herzens stellt sich der untersuchende auf die linke Seite der grösseren Thiere, stützt die rechte Hand auf das Widerrist und drückt die Volarfläche der linken Hand an die Herzgegend der Brust an. Um die Herzgegend im engeren Sinne zu erreichen und möglichst vollständig mit der Hand zu bedecken, ist es nöthig, die Hand mehr oder weniger weit zwischen den Ellenbogenstreckern und der Brustwand nach einwärts und vorne zu schiehen. Die Untersuchung wird dadurch erleichtert, dass man die linke Gliedmasse etwas vorstellen lässt. Noch besser geschieht die Untersuchung, wenn ein Gehilfe die linke vordere Gliedirfesse leicht beugt und etwas vorzieht. Beim Binde ist die letztere Manipulation jedoch nur schwer oder gar nicht
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Dor norniali.' Horzstoss.
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ausführbar, da die Thiere sich meistens widersetzen. Die Palpation dor rechtsseitigen Herzgegend wird umgekehrt mit der rechten Hand ausgeführt. Duroh die Betastung der Herzgegend können ermittelt werden:
a) Der Herzstoss.
I)) Em pfindliohkeit oder Sohmerzhaftigkeit auf Druck.
c) Fühlbare Herzgeräusohe.
Der normale Herzstoss, Die Ursache des Herzstossea ist
die Erhärtung und Zunahme des Dickendurchmessers des Herzens im Beginne der Systole, hei der systolischen Drehung des Herzens um die Längsaxe nach links, so dass ein gegen die linksseitige Brustwand und mehr nach hinten zu gelegener Spitzentheil des linken Ventrikels in Form eines kurzen Stosses an die linke Brustwand angedrückt wird. Ein Erheben der Herzspitze findet offenbar hei allen Thieren statt. Wie es indessen scheint, kommt es doch nur heim Hunde unter gewissen günstigen Bedingungen zu einem deutlichen sog. Sp itzen stossquot;, welchen man mittelst der in den Intercostalrauni eingedrückten Fingerspitze ähnlich wie beim Menschen fühlt. Im Allgemeinen hat man es aber nur mit dem sog. diffusen Herzstoss zu thun. Die an die Herzgegend angedrückte Hand erhält somit das Gefühl dos Anschlagens oder stossweisen Angedrücktwerdens eines Theiles des Herzens, nämlich der gegen die Spitze zu liegenden Aussenwand der linken Kammer.
Was den Ort betrifft, an dem der Herzstoss zu fühlen ist, so kann bei allen unseren Haussäugethieren in ziemlicher Ueherein-stinimung zunächst der 5. Intercostalraum bezeichnet werden. Die Bestimmung der Höhe, in welcher der Herzstoss an letzterem wahrgenommen wird, ist insofern schwer, als hier aussei- der Lage des Herzens, speciell des Spitzentheiles desselben, die Formation des Brustkorbes, des Brustheines, die Stärke der Muskulatur, der Spannungszustand der Aorta noch in Betracht kommen. Im Aligemeinen kann gesagt werden, dass es das obere Ende des untersten Fünftels der Gresammthöhe der Brustwand ist, wo man den Herzstoss fühlt. Es gilt dies zunächst hauptsächlich für das Pferd, während hei Thieren mit mehr horizontal gestelltem Brustheine, namentlich beim Hunde, der Herzstoss noch tiefer gefühlt werden kann- In den Fällen, in welchen man den Herzstoss normal auch rechterseits fühlt, ist es die correspondirende Stelle dortlaquo; selbst. Dieselbe liegt im Allgemeinen eine Kleinigkeit weiter nach
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Dor normale Hcrzstoss.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; yf)
vorne. Die Zmiiilime des Dickeiulurcluncssers des Herzens und die Axendrelmng im Beginne der Systole ist auch liier die Ursache, warum ein Theil des Herzens hei günstigen Verliültnissen an die rechte Brustwund stossweise angedrückt wird.
Ueber die Stärke dos normalen Herzstosses, d. h. den Gegendruck, den die an die Brustwand angedrückte Hand erfährt, lassen sicli keine allgemein giltigen Angaben machen, da dieselbe von den verschiedensten Umständen abhängig ist. Das Gleiche gilt auch bezüglich der Uliichenausdehnung, in welcher der Herzstoss gefühlt werden kann. Hiehei ist es nur möglieb, durch tleissige Untersuchung gesunder Thiere den richtigen Massstab für die Beurtheiliing zu linden. Die Stärke des Herzstosses steht im Allgemeinen im geraden Verhältnisse zur Breite (Ausdehnung) des Herzstosses. Bei der Exspiration tritt der Herzstoss stärker hervor.
Eine normale Verstärkung des Herzstosses findet man bei allen Tbiercn, sobald die Herzarbeit physiologisch gesteigert ist. Dies findet namentlich bei plötzlicher psychischer Erregung (Freude, Furcht, Angst) sowie nach körperlicher Anstrengung, z. B. stärkerer Bewegung, statt. Alles, was beschleunigte Herzbewegung veranlasst, führt in der Hegel auch zur Verstärkung des Herzstosses. Aus diesem Grunde findet man auch in erster Linie beim Geflügel, dann beim Schwein, aber auch vielfach beim Hund, trotz vollkommen gesunden Zustandcs dieser Thiere, den Herzstoss verstärkt und beschleunigt, ein Umstand, der namentlich im Anfange der Untersuchung sehr Beachtung vordient. In gleicher Weise tritt unter solchen Umständen der Herzstoss rechterseits deutlicher hervor.
Normale Abschwächung des Herzstosses sieht man bei weitem Thorax, verhältnissmässig kleinem Herzen, stark entwickelter Muskulatur, sowie reichem Fettpolster. Ausserdein findet man sie bei schwacher Herzthiltigkeit, namentlich bei absoluter Ruhe sehr phlegmatischer Thiere.
Bezüglich der Frequenz, Regelmässigkeit undGleich-mässigkeit dos Herzstosses vergleiche die betreffenden Kapitel heim Pulse.
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Der normale Herzstoss bei den verschiedenen Thlergattnngen.
1. Pferd. Im Zustande der Ruhe ist der dilfuse Herzstoss bei den meisten Pferden linksseitig zu fühlen, rechtsseitig dagegen unfühlhar.
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Doi' iionnalo Herzstoss.
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Dabei ist die Stärke des Stosses verschieden (eben roch wahrnehmbarer bis deutlich zu fühlender Herzstoss). Die nornmle Stilrke des Herzstosses ist, abgesehen von der innerhalb gewisser physiologischer Breiten verschiedenen Grüsse und Bewegungsenergie des Herzens, von mehreren l'actoren abhängig. Insbesondere sind Bau (Form) des Brustkorbes und Dicke der Brustwand (Ernährungszustand) bestimmend. Je schmäler, seitlich zusammengedrückter der Brustkorb und zunächst sein vorderer Theil ist. und je dünner, rnuskel- und fettarmer die Brustwand erscheint, desto deutlicher fühlt man unter sonst gleichen Verhillfnissen den Horzstoss. Je weiter der Brnstraum dagegen ist (tonnenförmiger Brustkorb) und je stärker die Muskel- und Fettmasse, welche den Bippen aufliegt, desto undeutlicher wird er. Magere Pferde mit seitlich stark zusammengedrücktem und tiefem Brustkorbe, sowie Kassopfer de (grosses Herz) zeigen meist sehr deutlichen Herzstoss. Unter entgegengesetzten Verhältnissen fühlt man ihn nur schwach oder endlich gar nicht. So ist der Herzschlag bei den breit gebauten stark bemuskelten Pferden der schweren Schläge (Belgier, ISTormänner) in der Regel un fühlbar. Bei den Pferden mit schmäler gebautem Brustkorbe, magerer Brustwand und an sich grüsserem Herzen lässt sich der Herzstoss n o r-inaliter auch rechterseits fühlen. Allerdings ist derselbe, der mehr linksseitigen Lage des Herzens im Brustraume entsprechend, schwächer und undeutlicher, wie links.
2.nbsp; nbsp;Rind. Die Verhältnisse liegen hier ähnlich wie beim Pferde. Bei mageren, schmal gebauten Bindern fühlt man im Zustande der Kühe linksseitig den Herzstoss sehr deutlich, rechterseits ganz schwach, undeutlich oder gar nicht. Auch bei mittelstarken, mittelmässig gut genährten Thieren, insbesondere bei Kühen, ist der Herzstoss linkerseits noch mehr oder woniger deutlich zu fühlen , rechterseits dagegen sehr schwach und undeutlich oder viel öfter gar nicht. Kräftig gebaute und gut genährte Rinder, zumal Ochsen und Stiere, lassen links den Herzstoss nur selten noch undeutlich fühlen, rechts gar nicht. Fette Thiere, namentlich Mastthiere, lassen den Herzstoss absolut nicht wahr-n ehm en.
3.nbsp; Hund. Beim Hund, überhaupt bei den Fleischfressern (Katze) ist der Herzstoss immer auch rechtsseitig fühlbar, wenn auch meist etwas schwächer wie links. Es lässt sich dies einfach aus den anatomischen Verhältnissen, namentlich der mehr medialen Lage des Herzens, welches bei der Systole in Folge dessen beide Brustwandungen erreicht, erklären. Bei mittelgrossen Hunden kann man den diffusen Herzstoss noch sehr dent-lieh bis zur 7. Kippe fühlen.
4.nbsp; nbsp;Schaf und Ziege. Der Herzstoss lässt sich linkerseits regel-mässig wahrnehmen und zwar um so deutlicher, je magerer die Thiere sind, rechterseits nur schwach oder gar nicht. Die Untersuchung muss sehr vorsichtig ausgeführt werden, da die Thiere sehr ängstlich und aufgeregt sind, und daher die Beruhigung abgewartet werden muss.
5.nbsp; nbsp;Schwein. Der Herzstoss ist bei den Schweinen, wenn sie nicht zu fett sind, linkerseits deutlich, rechterseits dagegen nur sehr schwach oder nicht zu fühlen. Die Bauart, der Ernährungszustand, das Alter sind auch hier bestimmend. Speciell beim Schweine ist es ausserordentlich schwer.
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Verstärkter Hcrzstoss.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;77
ja bei einzelnen Thieren geradezu unmöglich, trotz aller Geduld, rlas Moment der Aufregung auszuscliliossen. Einzelne Thiere beruhigen sich überhaupt nicht, so lange sie festgehalten werden.
6. Geflügel. Der Herzschlag ist in der Regel unfühlbar.
Der krankhaft verstärkte Herzstoss. Derselbe kann entweder nur gefühlt, oder auch gesehen werden (sichtbarer Herzstoss), selten wird er ausserdom gehört. In der Regel ist der Herzstoss gleichzeitig verbreitert und meist auch rechterseits deutlicher zu fühlen. Bezüglich der Ursachen veranlasst krankhaft vermehrte Arbeitsleistung des Herzens mit oder ohne Umf'angszunahme des letzteren eine Verstärkung und damit gewöhnlich auch Verbreiterung des Herzstosses. Auch ausserbalb des Herzens gelegene pathologische Veränderungen, soferne sie den Herzmuskel mehr andrücken oder einen grösseren Theil seiner linken Aussenwand frei machen, geboren hieiier. Im Einzelnen kommen folgende Krankheitszustände in Betracht:
1.nbsp; Herzhypertrophie, namentlich die linksseitige compensa-torische, Neben verstärktem Herzstosse findet sich gleichzeitig ein sehr kräftiger Puls.
2.nbsp; Acute Herzschwäche im Verlaufe von Herzdilatation, Endocarditis, Myocarditis und Pericarditis sicca, sowie von erheblichen, lange andauernden Fiebern (Brustseuche, Staupe etc.). Der Puls ist hiebei im Gegensatz von Herzhypertrophie sehr schwach. Diese auffallende Differenz zwischen starkem Herzschlag und schwachem Pulse erklärt sich wohl aus einer Ueherreizung des Herzmuskels, welche zwar eine sehr tumultuarisclie Herzactioh, jedoch wegen Schwächung der Muskulatur keine genügende Entleerung des Herzens, mithin trotz sehr verstärkten Herzschlages nur einen schwachen Puls zur Folge bat.
3.nbsp; Verdichtung der Lunge über dem Herzen. Hiedurch wird namentlich bei Pneuinonie der Herzstoss zur Brustwand besser fortgeleitet.
4.nbsp; nbsp;Schrumpfung der Lunge über dem Herzen. Hiedurch wird eine grössere, der Rippenwand direct anliegende HerzHäche frei (Lungenatelektase).
5.nbsp; nbsp;Dislocation des Herzens nach links durch mediastinale Tumoren oder rechtsseitige Pleuritis.
6.nbsp; nbsp;Nervöses Herzklopfen.
7.nbsp; nbsp;Vergiftungen (Digitalis, Tabak, Oleander).
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Abp-eschwächter Herzstoss.
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Der krankhaft abgeschwächte Herzstoss. Seine Ursachen sind:
1.nbsp; nbsp;Schwilchung der Herzenergie in Folge von absoluter Herzschwäche (Collaps), fettiger Entartung des Herzens (Lipomatosis und Obesitas cordis), gestörter Herzinner vation (Vergiftungen, Gebirukranldieiten), Verwachsungen des Herzens mit dem Herzbeutel. Liegt nur eine trübe Schwellung der Muskeltibrillen vor, wie dieselbe im Verlaufe bocblieberliafter In-fectionskranklieiten, sowie bei manchen Vergiftungen vorkommt, so resultirt zunächst ein verstärkter Herzschlag, der aber späterhin, insbesondere gegen das tödtliche Ende zu, schwächer und zuletzt ganz unfühlbar wird. Das Schwächerwerden des Herzschlags ist daher in diesen Fällen immer ein sehr ungünstiges Symptom.
2.nbsp; nbsp;Abdrängung des Herzens von der linken Brustwand. Das abdrängende Medium kann sich entweder zwischen Herzbeutel und Brustwand oder zwischen Herz und Herzbeutel einschieben. Es kommen in Betracht: linksseitige pleuritische Exsudate, Hydrotborax, Pneumothorax, Lungenemphysem (insbesondere beim Pferde), Tumoren zwischen Herzbeutel und Rippenwand, Ansammlung von Exsudaten, Transsud at en oder Luft im Herzbeutel (Pericarditis exsudativa, Hydropericardium, Pnoumopericardium). Auch eine angeborene Dislocation des Herzens nach rechts (D ex t er o car die) hat links eine Ahschwächung oder ein vollständiges Fehlen des Herzschlags zur Folge. Von praktischer Bedeutung sind endlich Oedeme und Emphyseme der Haut der linken Rippenwand, welche den Herzschlag ebenfalls abschwächen.
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Verschiebung des Herzstosses. Lage Veränderungen des Herz-stosses sind gewöhnlich durch eine Verschiebung des Herzens nach rechts bedingt. Am häufigsten haben linksseitige Pleuraexsu-date eine Dislocation des Herzens nach rechts und damit ebenfalls eine Verschiebung des Herzstosses nach der rechten Seite zur Folge. Dasselbe beobachtet man bei angeborener Dexterocardic und bei Tumoren. Endlich kann eine adhäsive Mediastinitis zur Verwachsung des Herzbeutels mit dem Mittelfelle und dadurch zu einer Lageveränderung des Herzstosses nach rechts Veranlassung geben.
Eine abnorme Ausdehnung des Herzstosses lässt sich bei den Hausthieren nur dann mit Sicherheit erkennen, wenn dieselbe sehr auffallend ist. Man findet sie namentlich bei hochgradiger und totaler Herzhypertrophie, ferner bei Schrumpfung des linksseitigen Lungengewebes; man fühlt dann den Herzstoss in
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Fühlbare HLT/geräusche.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;79
zwei, selbst in drei [ntorcostalriiuiuen, auch ist die Ausdehnung desselben immer mit einer Verstärkung des Herzstosses vergesellseluiftet. Geringere Abweiclmngeu von der Norm entziehen sieh deshalb der Beurtheilung, weil schon die normalen Verhältnisse, je nach dem Ernährungszustande der Tiiiere, der Dicke der Brustwand, der Formation des Brustkorbs etc., wesentliche Verschiedenheiten aufweisen. Die durch tieissige Untersuchung gesunder Tiiiere erworbene Kennt-niss der normalen Breiten, innerhalb welcher die Ausdehnung des Herzstosses unter verschiedenen Verhältnissen variirt, bildet auch hier die einzige Grundlage für die Beurtheilung des Abnormen.
Der sog. verdoppelte Herzstoss findet sich sehr selten bei ungleichmässiger Contraction beider Ventrikel (Hemisystolie) sowie bei Fehlern an der Mitrallclappe.
Fühlbare Herzgeräusche. Die in der Herzgegend beim Auflegen der Hand fühlbaren Geräusche oder Erschütterungen (Fremi-tus, Fremissement) werden in 2 Arten, in pericardiale und endo-cardiale, unterschieden.
1.nbsp; nbsp;Die fühlbaren pericardialen Herzgeränsche (pericardiales Fremissement) sind Beibungsgeräusche bezw. Erschütterungen der Brustwand, welche unter den Hausthieren am häutigsten beim Binde im Verlaufe der Pericarditis traumatica zur Beobachtung gelangen. Es handelt sich hiebei um rauhe Beschaffenheit der einander zugekehrten Flächen des visceralen und parietalen Blattes des Herzbeutels, wie solche durch Auflagerung fibrinöser Entzündungs-produete veranlasst werden kann, wozu als zweiter Factor die Bewegungen des Herzens kommen. Man erhält daher auch durch das Gefühl den Eindruck desAnstreifens, Roibens oder Schabens. Die Erschütterungen sind dabei an die Herzbewegungen gebunden, also synchron damit. Ihre Entstehung ist nach obigem extracardial. aber intraperioardial. Es kann in der Herzgegend auch ein extrapericardiales tastbares Geräusch gefühlt werden, wenn die Aussentläche des Herzbeutels und die gegenüberliegende Rippen-pleura rauh, exsudatbeschlagen werden; die Erschütterung stellt dann auch hier in Beziehung zur Herzbewegung. Aus anatomischen Gründen findet man dieses extrapericardiale Geräusch am häufigsten bei der fibrinösen Pleuritis des Pferdes.
2.nbsp; Die fühlbaren endocardialen Geräusche (endocardiales Fremissement) entstehen innerhalb des Herzens oder am Anfangstlieil der grossen Gefässe. Sie sind gewöhnlich systolisch oder prilsystolisch,
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PiTcussion dor Herügegeiul.
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entstehen durcli Wirbelbewegung des Blutes bei Endocarditis und Klappenfehlern und kommen meist als Schnurrenquot; zur Wahrnehmung (sogen. Katzenschnurren-, Preinissement cataire). Am häufigsten fühlt man das Katzenschnurren beim Hunde, zuweilen auch beim Pferde.
Eine höhergradige Empfindlichkeit, ja selbst Schmerz-haftigkeit bei Druck auf die Herzgegend lässt sich endlich zuweilen bei EntzüiKlungszuständen des Herzbeutels und Herzens, sowie bei Entzündung der Kippenpleura daselbst feststellen. So kann z. B. der manuelle Druck auf die Herzgegend bei traumatischer Herzbeutelentzündung des Rindes sehr schmerzhaft sein. Der Druck wird hiebei gewöhnlich mit der flachen Hand oder den geschlossenen Fingern ausgeübt.
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C. Beklopfen (Percussion) der Herzgegend.
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Untersuchuugsmethodea. Eür die Percussion des Herzens gelten dieselben physikalischen Grundgesetze wie für die Percussion der Lungen; ebenso ist die Technik dieselbe. Ausführlicheres hierüber findet sich in dem Kapitel Percussion der Lungequot;. Die Percussion ist stets eine mittelbare. Bei den grossen Hausthieren geschieht sie mittelst Plessi meter und Hammer, bei denkleinen und gleichzeitig mageren Thieren kommt die Digitalpercussion zur Anwendung. Der Untersuchende stellt sich hei den grossen Thieren auf die linke Seite derselben; der percutirende Arm kommt über dem das Plessiineter andrückenden zu liegen. Der linke Vorder-fuss wird; wo es möglich ist, von einem Gehilfen aufgehoben, im Oarpalgelenk leicht gebeugt und etwas gerade nach vorwärts gezogen. Kleinere Thiere, Fohlen, Kälber, Schafe, grosse Hunde per-cutirt man, indem man sieh auf ihre rechte Seite stellt und über ihren Rücken beugt. Kleinere Hunde, Lämmer, Katzen u. s. w. stellt man auf den Tisch.
Als Plessiineter ist nach unserem Dafürhalten dasselbe benutzbar, wie zur Percussion der Lunge. Ein kleineres Plessiineter, wie es von Einzelnen, z. B. Vogel, für das Rind empfohlen wird, weil man mit ihm in die Intercostalräumo gelange, halten wir nicht für erforderlich, da auch ein gewöhnliches Plessiineter zur Hälfte auf eine Rippe hezw. in einen Intercostalraum gedrückt und auf diesen Theil percutirt werden kann. Dagegen empfiehlt es sich unter Um-
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l'crcussiou der Herzgegend.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;81
ständen, für die grossen Hausthiere (Pferd, Bind) ein grösseres Plessi-meter zu benützen, während für die kleineren Thiere (Hunde, Schafe, Katzen) kleinere Instrumente benutzt werden können. Im Allgemeinen hat man bei mageren Thieren schwächer, bei gut bemuskelten stärker zu klopfen.
Die Percussion des Herzens wird, der anatomischen Lage dieses Organs entsprechend, an der linken Brustwand und zwar in der Herzgegend vorgenommen. Günstige Bedingungen vorausgesetzt, erhält man als Ergebniss der richtig ausgeführten Percussion da, wo der Herzmuskel der Brustwand unmittelbar anliegt, einen dumpfen (leeren) Schall; da hingegen, wo das Herz der Brustwand mittelbar anliegt, d. h. wo sich zwischen Herzmuskel und die Brustwand eine dünne, nicht zu mächtige Lungenschichto einschiebt, stets nur einen mehr oder weniger stark gedämpften Schall. Nach den anatomischen Verhältnissen bei unseren Hausthieren kann nur beim Pferd (Maulthier und Esel) im unteren Drittel des Herzens ein dumpfer, leerer Schall (sogen. Herzleerheit) erwartet werden. Beim Bind wird ein solcher kaum mehr getroffen und kann derselbe, wenn die anatomischen Angaben richtig sind, wonach auch hier noch eine kleine Partie gegen die Herzspitze zu von Lunge unbedeckt bleibt, sicher nur auf eine sehr kleine und kaum zu ermittelnde Stelle beschränkt sein. Bei allen anderen Hausthieren kommt es nur zur Herzdämpfung,
Um beim Pferde, wo das Herz der Brustwand unmittelbar anliegt, den dumpfen Schall percutorisch zu erzeugen, ist schwaches Beklopfen des Brustkorbes geboten. Wird nämlich stark percutirt, so pflanzt sich die Erschütterung auch auf das angrenzende lufthaltige Lungengewebe fort und wird hier ein lauter, voller Schall erzeugt, der sich mit dem dumpfen Schall vereinigt und ihn als gedämpft erscheinen lässt.
Bei den übrigen Thieren, bei welchen das Herz der Brustwand nur mittelbar anliegt, muss dagegen stark percutirt werden. Bei schwacher Percussion würde aussei- der Brustwand nur noch die dünne Schichte lufthaltiger Lunge in Erschütterung versetzt, wodurch ein durch den dumpfen Schall der Brustwand zwar abgeschwächter, im Ganzen aber mehr lauter Schall erzeugt würde. Nur bei kräftigerem Beklopfen ist es möglich, die Erschütterung auch noch auf den Herzmuskel in so ergiebiger Weise auszudehnen, dass der dadurch erzeugte dumpfe Schall zur Geltung kommt. Das Resultat des dumpfen Schalles der Brustwand und des Herzens,
rriedborjfcr u. Frühuer, Klinische Untersuchungsmothoilen. 2. Auti.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 0
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Herzpercussion.
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sowie des lauten Schalles der Lunge, ist alsdann eine Dämpfung, deren Intensität um so stärker wird, je dünner die miterschütterte Lunge ist.
Audi beim Menschen erhlllt man an der Stelle, wo das Herz der Brustwand unmittelbar anliegt,laquo; bei schwachem Klopfen den dumpfen Schall (sog. absolute Her/.däm pfung nach Guttmann; kleine Herzdämpfung nach Eichhorst); da wo das Herz von der Lunge überdeckt ist, bei starker Percussion die relative Herzdämpfung oder grosse Herzdämpfung. Dabei darf die Lungenschichte nicht zu mächtig sein, jedenfalls nicht mehr als 5 cm Dicke erreichen (Eichhorst). Gleichzeitig besteht auch noch vermehrtes Resistenzgefühl beim Beklopfen der Brustwand über dem Herzen. Aehnliche Verhältnisse lassen sich nur beim Pferde, und auch hier nur unter sehr günstigen Umständen, beobachten. Hier gelingt es bisweilen, in der Herzgegend leeren Schall zu constatiren, dem sich, insbesondere leicht nachweisbar nach oben und rückwärts, ein gedämpfter Schall in einer bis zu 2 cm und darüber breiten Zone anschliesst, wie wir dies namentlich bei mageren edlen Pferden getroffen haben.
Nach Vierordt ändert sich die HerzdUmpfung zwar bei ruhigem Athmen des Menschen nicht deutlich, jede tiefere Inspiration aber verkleinert sie. Aehnliches darf sicher auch bei unseren Thieren angenommen werden, wo überhaupt die Athmung nicht wie beim Menschen zeitweise, d. h. zum Zweck der Untersuchung, aufgehoben werden kann. Mit der Vergrösserung des Herzens wächst die Grosse der absoluten Herzdämpfung (Guttmann). Die relative Herzdämpfung (mit der wir es bei unseren Thieren, mit Ausnahme des Pferdes, zu thun haben) steht oft indirekt zur Herzgrösse in gewisser Beziehung, ist aber zur Ermittelung nicht brauchbar (Vierordt).
Klinische Bedeutung der Herzpercussion. Was die Bedeutung der Percussion des Herzens bei unseren Hausthieren für die klinische Diagnostik betrifft, so muss vor allem hervorgehoben werden, dass ihr Werth meist sehr überschätzt wird. Es ist insbesondere für die Bestimmung der Grosse des Herzens von ihr nicht viel zu erwarten. Unter allen Umständen müssen die Ergebnisse der Percussion stets in engen Zusammenhalt gebracht werden mit denjenigen der Inspection und Palpation sowie Auscultation, um sie nur einigermassen richtig zu deuten und für die Diagnostik nutzbar zu machen.
Betrachtet man die Ergebnisse der Herzpercussion unter normalen Verhältnissen bei unseren Hausthieren, so werden diese von einer ganzen Reihe der verschiedensten Faktoren bceinflusst. Nur mit Berücksichtigung aller dieser lässt sich da, wo es überhaupt möglich ist, bei dem einzelnen Individuum annähernd die Grosse des Herzens durch die Percussion desselben beurtbeilen. Vor allem ist es der Ernährungszustand des Thiercs, die Mächtigkeit der Muskel- und Pettlagen auf dem Thorax, somit die Dicke der zu
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Hcrzpercussion.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 83
percutirenden Bnistwand, die bestimmend einwirkt, wozu eventuell noch die Dichtigkeit des Haar* bezw. Wollkleides kümmt. J e magerer die Thiere sind, desto günstiger gestaltet sich die Percussion, Je fetter und muskulöser, desto mangelhafter ist ihr Resultat. Im letzteren Falle ist es hiiutig nicht möglich, Horzleerheit oder Herzdämpfung überhaupt mit Sicherheit zu con-statiren bezw. abzugrenzen.
Sodann ist es die Bauart des Brustkorbes, welche das Resultat der Percussion wesentlich beeinflusst: Je mehr der Brustkorb seitlich schmal gedrückt und tief gebaut ist, desto günstiger-, je weiter, tonnenförmiger derselbe ist, desto ungünstiger gestaltet sich die Percussion im Allgemeinen. Im ersteren Falle sind die Bippen flacher, im zweiten mehr gebogen. Meist findet man, der Kasse entsprechend, schmälere Brustform zusammen mit dünner, fest anliegender Haut, gering entwickeltem Unterhautbindegewebe und Fettkörper, trockener Muskulatur, sowie dünner Brustwiind überhaupt, und umgekehrt.
Im Weiteren kommt in Betracht die Stellung, Beweglichkeit und Verschiebbarkeit des Buges (Schulter und Oberarm). Je weiter nach rückwärts der Bug gestellt und je gebundener derselbe ist, desto schwieriger ist die Percussion und umgekehrt.
Die grosse individuelle Verschiedenheit in der Entwicklung des Herzens selbst bei ein und derselben Thiergattung (Pferd und Hund insbesondere) verlangt ebenfalls vollste Berücksichtigung. Wenn schon normalerweise die physiologischen Grenzen so weit aus einander rücken können, wie dies besonders hei Pferden und Hunden geschieht, so muss dadurch nothwendig die Peststellung und Bestimmung des Anormalen ausserordentlich schwierig werden.
Endlich wird bei kleinen Hunden, bei Katzen, dann aber auch bei Schweinen, Schafen und Ziegen, schon der Kleinheit des Herzens wegen die Percussion sehr geringwerthige Resultate liefern können, abgesehen davon, dass man es hier ausserdem noch, wie schon früher erwähnt wurde, mit einem von der Lunge bedeckten Herzen, mit einer relativenquot; Dämpfung zu thun hat.
Die Ausbreitung der Herzleerheit bezw. Herzdämpfung lässt sich noch am relativ sichersten in der Breite bestimmen. Die Be-urtheilung in der Höhenausdehnung ist meist sehr schwierig und unsicher. Es ist zwar die obere Dämpfungsgrenze festzustellen, in der Regel aber nicht die untere, da hierzu der Spitzenstoss fehlt. Beim
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Normale Herzdärapfung.
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Pferd geht die Herzleerheit direkt in den dumpfen Muskelschall über; ähnlich ist es auch beim Rinde und den anderen Tliieren. üeberhaupt ist der Boden der Brusthöhle nur annäherungsweise zu bestimmen. Die verschiedengradige schwächere oder stärkere Neigung des Brustheines von vorne und oben nach hinten und unten beim Pferd, sowie die mit der Zahl der Rippen von vorne nach Junten zunehmende Länge der Ergänzungsknorpcl derselben, die Form des Thorax, die Entwicklung des Brustbeins, die Bemuskclung u. s. w. tragen die Schuld.
Die Bestimmung der normalen Höhe der Herzleere oder Herzdämpfung ist daher äusserst vage und unsicher; weil man in der Regel keinen verlässigen Ausgangspunkt hat.
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Die normale Herzdämpfung bei den einzelnen Thiergattungen.
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1. Pferd. Nach dem Vorausgeschickten kann es kaum befremden, wenn sich über die normalen Ausmasse der Herzdämpfung bei den verschiedenen Thiergattungen nur sehr wenig Bestimmtes angeben lilsst. Die normale Herzleerheit, bezw. Herzdämpfung, erstreckt sich bei mittel-grossen Pferden edlerer Abstunimung von der 3, bis ti. Rippe. Hochedle Pferde können nach Vogel die normale Herzdämpfung selbst bis zum hinteren Rande der 7. Rippe zeigen. In anderem Massstabe ausgedrückt, reicht die Herzdärapfung vom hinteren Anconäenrande 810 cm nach rückwärts. Die Höhe der Herzdämpfung beträgt, vom Boden der Brusthöhle (obere Brustbeinfläche) gerechnet, durchschnittlich 12 cm. Beispielsweise fanden wir bei einem 5jährigen englischen Reitpferde (Halbblut) von 165 cm Höhe bei senkrechter Pussstellung die Herzleerheit bis zum vorderen Rande der 6. Rippe reichend; nach Centimetern berechnet, reichte sie, bei normaler Stellung des Buges, vom hinteren Rande des vierköpfigon Ellenbogenstreckers 89 cm nach rückwärts. In der Höhe reichte sie von der unteren Brustlinie 24 cm nach oben oder, vom Boden der Brusthöhle gemessen, soweit sich dieser annäherungsweise bestimmen Hess, 13 cm nach oben. Nach leichtem Beugen und Vorziehen des linken Vorderfusses Wales hier möglich, die ganze Herzleerheit von der 3. bis 0. Rippe zu per-cutiren. Durch starkes Vorziehen des Vorderfusses wird nach unseren Erfahrungen diagnostisch bei der Herzpercussion des Pferdes nicht viel gewonnen. Liegt eine pathologische Vergrösserung der Herzleerheit vor, so macht sich die Verlängerung sowohl wie auch die Verbreiterung derselben stets auch hinter dem Rande des Ellenbogenstreckers beraerklich, eine normale Bugstellung vorausgesetzt. Meist genügt es vollkommen, den schwach gebeugten Vorderfuss nur leicht vorziehen oder denselben vom Pferde etwas vorstellen zu lassen. Nur da, wo der Bug zurückgeschoben ist, bei vorne überhängender Stellung, ist stärkeres Vorziehen unbedingt geboten.
Bei schweren, gut bemuskelten Pferden ist die Herzleerheit nur bei sehr starkem Beklopfen zu erkennen, keineswegs
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Normale Homlämpfung.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;85
aber sicher abzugrenzen. Der grosso Brustarmbeiimiuskel beeintrilchtigt hier die Percussion um meisten. Bei mageren breiter gebauten Pferden lässt sich die Leerheit dagegen meist gut in der Breitenausdehnung begrenzen, die Höhe ist aber hier gewöhnlich sehr unsicher zu bestimmen. Der senkrechte Abstand der unteren (medianen) Brustlinie vom Boden der Brusthöhle (d, h. der oberen Fläche des Brustbeins) betrügt bei manchen Pferden nur 5 cm.
2.nbsp; Rind. Beim Rinde ist die Herzgegend für die Percussion deshalb etwas günstiger gestaltet, weil die Bippen flacher, die Muskellagen und damit auch die Brustwand vielfach dünner sind, der grosse Brustarmbein-muskel schmäler und das Brustbein von oben nach unten abgeplattet ist. Dagegen sind die anatomischen Verhältnisse der Lunge zum Herzen ungünstiger, weil das Herz mehr von der Lunge bedeckt ist (Vogel). Bei tief gebauten Bindern indessen, mit sehr breitem Vorarm und hochliegendem, sowie weit nach hinten ragendem Ellenbogen, ist nach unseren Erfahrungen zum Nachweis der Herzdämpfung ein Vorziehen des schwach gebeugten Vorderfnsses fast unentbehrlich. Da sich die Thiere diesem häufig widersetzen , muss man auch hier vielfach mit dem Vorstellenlassen der Gliedmasse vorlieb nehmen. Man erhält die Dämpfung bei nicht zu oberlläch-licher Klopfstärko unmittelbar hinter dem Ellenbogen im Bereiche der 3. resp. 4.(5. Rippe. Da die Intercostalräume der ersteren Rippen beim Rinde bei der Breite der letzteren sehr enge sind, percutirt man am besten auf den Rippen (und nicht, wie Vogel vorschlägt, zwischen den Rippen). Nach unseren eigenen Erfahrungen müssen wir ferner hervorheben, dass sich bei Mastthieren und schworen Stieren eine Herzdämpfung gar nicht co nstatiren lässt, und dass auch bei Rindern seh werer Schläge und von gutem Nährzustande die Dämpfung vielfach sehr undeutlich und schwer begronzbar ist. Je magerer und schmäler gebaut die Kinder sind, desto leichter ist es möglich, direkt über und hinter dem Ellenbogen bei stärkerem Klopfen, der Lage des Herzens entsprechend, gedämpften Schall zu erhalten. Seine Abgrenzung wm dem vollen Lungensohall ist nidessen keineswegs so scharf, dass die Grenze immer leicht zu bestimmen wäre. Die Ausdehnung der Dämpfung in der Höhe ist, von der unteren Brustlinie aus gerechnet, geringer als beim Pferde; das von oben nach unten flach gedrückte Brustlein gibt die Erklärung ab. Bei einer mittelgrossen, aber sehr mageren Kuh betrug nach unserer Beobachtung z. B. die Entfernung der unteren Brustlinie vom Boden der Brusthöhle resp. oberen Fläche des Brustbeines nur ungefähr 9 cm.
3.nbsp; Schaf und Ziege. Bei diesen Thieren ist die Intensität des gedämpften Schalles der Kleinheit des Herzens und der Bedeckung des letzteren von der Lunge wegen eine geringe. Der Dämpfungsbezirk beschränkt sich auf den unteren Theil und die nächste Umgebung der 5. Rippe (Vogel). Es ist nach unseren Erfahrungen zwar nicht schwer, beim Schaf an oben bezeichneter Stelle, d. h. über dem Ellenbogenhöcker, bei verhältnissmässig stärkerem Klopfen eine Herzdümpfung zu erhalten, wohl aber sehr schwer deren Grenze resp. normale Grosse und Ausbreitung sicher anzugeben.
4.nbsp; Hund. Bei grösseren Hunden ist, wofern sie nicht allzu corpulent sind, sowohl auf der linken, wie auch auf der rechten Brustwand (Herzgegend) normal eine deutliche Herzdämpfung nachzuweisen. Die Percussion muss hiebei jedoch eine starke sein. Die Ausdehnung der Dämpfung reicht bis zur 7. Rippe. Die grösste Hoho der Dämpfung beträgt etwa '/s der Thoraxhöhe. Bei kleinen Hunden, desgleichen bei Katzen,
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Percussion boi Herzkrankheiten.
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ergibt di e Percussion bezüglich der Herzdiiinpfung unbestimmte Resultat 6,
5.nbsp; Schwein, Bei fetten Thieren, zumal bei solchen, welche breit gebauten Schlilgen angehören, liisst sich gar keine Herz-dämpfung nachweisen. I3ei jungen und mageren Thieren ist bei starkem Beklopfen zwar das Vorhandensein einer Herzdarapfung zu constatiren, die Ausdehnung und Grosse derselben ist jedoch mit Sicherheit nicht zu fixiren. So konnten wir Z, B. bei 3 -1 Monate alten Frischlingen (englischen Kreuzungsprodukten) die Dämpfung nicht mit Sicherheit ermitteln, noch weniger sie scharf begrenzen. Die Untersuchung wird beim Schwein ausser-dem durch das meist unbändige Benehmen und Schreien der Thiere ganz ausserordentlich erschwert.
6.nbsp; nbsp;Geflügel. Die Percussion ist in der Regel unausführbar, Nach alledem darf es nicht Verwunderung erregen , wenn bei der Unsicherheit der physiologischen Unterlage bezüglich der Bestimmung der Herzdämpfung unserer Hausthiere die physiologisch-diagnostische Ausbeute boi Krankheits-zuständen, namentlich betreffs der Grosse des Herzens, ebenso gering ausfällt. Selbst für das Pferd, bei welchem die Verhältnisse noch am günstigsten liegen, muss bezüglich der physikalischen Diagnostik der Herzkrankheiten wiederholt betont werden, dass die pathologischen Veränderungen höhergradig, ja selbst sehr hochgradig sein müssen, wenn sie bestimmt dia gnosticirt werden sollen.
Die Percussion bei Herzkrankheiten, Unter pathologischen
Verhältnissen kommt es zu einer Vergrösserung und Verkleinerung der Herzdämpfung, sowie zu einer Abänderung des Per-cussionsschalles. Endlich kann die Percussion auch schmerzhaft für die Thiere sein.
1. Abnorme Vergrösserung der Herzdämpfung. Dieselbe kann zumeist auftreten bei excentrischer Herzhypertrophie, und zwar wird sie am öftesten und sichersten beim Pferd und Hund nachgewiesen. Ausserdem findet man die Herzdämpfung vcrgrössert bei Herz dilatation (beim Pferd wird hiebei in einzelnen Fällen deutlich zunehmende Verbreiterung der Dämpfung beobachtet), bei Ansammlung von Flüssigkeit im Herzbeutel (Verbreiterung der Dämpfung), bei exsudativer Pericarditis (am häufigsten beim Rind, seltener beim Pferde), bei hydropischem Ergüsse in den Herzbeutel (Hydropericardium), bei starker Vergrösserung und Verdickung des Herzbeutels durch Wucherungen (tuberkulöse Wucherungen heim Rind, sarconmtöse und carcinomatöse beim Hunde), endlich bei normal grossem Herzen, wenn dieses wegen Lungenschrumpfung in grösserer Ausbreitung der Brust wand anliegt. Eine scheinbare Vergrösserung der Herzdämpfung kann dadurch entstehen, dass das dem Herzen benachbarte Lungengewebe sehr luftarm oder selbst luftleer geworden ist und so bei der Percussion einen Schall ähnlich dem Herzmuskel gibt (Rind).
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Auscultation des Herzens.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 87
Seltener wird wohl bei den Thieren eine scheinbar vergrösserte Herz-diimpfung durch Tumoren und abgekapselte pleuritische Ergüsse ver-anlasst.
2.nbsp; nbsp;Abnorme Verkleinerung der Herzdämpfung, Dieselbe findet sich am öftesten beim hochgradigen, ausgebreiteten Lungenemphysem des Pferdes, wie wir dies in zahlreichen Fällen bei dämpfigen Pferden nachweisen konnten.
3.nbsp; nbsp;Tympanitiscber Schall oder metallischer Klang an Stelle der Herzdämpfung wurde bis jetzt am öftesten beim Rinde getroffen. Es handelt sich dabei um die theilweise oder vollständige Abdrängung des Herzens von der linken Brustwand durch angesammelte Gase im Herzbeutel, wie dies charakteristischer Weise bei der traumatischen Pericarditis zuweilen geschieht.
4.nbsp; nbsp;Schinerzhaftigkeit bei der Percussion des Herzens findet man ebenfalls bei Pericarditis traumatica des llindes (vergl. die Palpation des Herzens).
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D. Aushorchen (Auscultation) des Herzens.
Untersuchungsmethode. Da sich die Thätigkeit des Herzens unter gewissen hörbaren Erscheinungen vollzieht, welche in der Herzgegend an der Stelle des fühlbaren Herzstosses mehr oder weniger deutlich zur Wahrnehmung gelangen, so kann das Herz ausgehorcht (auscultirt) werden. Diese Auscultation geschieht entweder durch einfaches Anlegen der Ohrmuschel auf die Brustwand, nachdem diese beim Rind, sowie überhaupt bei unsauberer Haut zweckmässig mit einem Tuche bedeckt worden ist unmittelbare Auscultation, oder man auscultirt unter Zuhilfenahme von Instrumenten (Hörrohr, Polyskop) mittelbare Auscultation, Vergl. Näheres bei der Auscultation der Lunge.
Die grossen Hausthiere werden stehend untersucht, ebenso meist auch die kleinen, welche man zur Erleichterung auf Bänke oder Tische bringt. Hunde können auch in sitzender Stellung, das Vorder-tlioil durch einen Gehilfen aufgerichtet, kleinere Hunde, wie auch Katzen, in liegender Stellung, auf die Seite gelegt, untersucht werden. Pferde werden von Gehilfen am hoch gehobenen Kopfe gehalten. Das Aushorchen der eigentlichen (linksseitigen) Herzgegend geschieht dann nach der einen Methode derart, class das linke Ohr auf die über dem Ellenbogenhöcker liegende Partie der Ellenbogenstrecker
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Auscultation des Herzens.
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(Mia. anconaci) angelegt wird, wobei man darauf achtet, dass die linke Vordergliedmasse etwas vorgestellt ist. Der linke Ann wird hiebei um die Yorderbrust oder um den linken Vorarm des Pferdes gelegt, um mit demselben in Fühlung zu bleiben. Diese Methode gestattet besonders bei mageren Pferden ein gutes Adaptiren des Ohres und ist bei empfindlichen Thieren oder wo man gezwungen ist, ohne Gehilfen zu untersuchen, vortheilhaft. Ein anderer Modus ist der, dass der Geliilfe die im Carpalgelenke gebeugte linke Vorder-gliedinasse des Pferdes nach vorne zieht und der Auscultircnde das rechte Ohr auf die Herzgegend legt. Dieses Verfahren ist namentlich bei stark bemuskelten Pferden, sowie bei abstehenden Ellenbogen nicht unvortheilhaft. Im Allgemeinen ist die erst genannte Art der Untersuchung vorzuziehen, in beiden Fällen aber darauf zu achten, dass man ausserdem wie oben angegeben, oder durch Auflegen einer Hand auf das Widerrist oder den oberen Halsrand mit dem Pferde in Fühlung bleibt, um nicht durch Treten beschädigt zu werden. Beim Bände geschieht die Untersuchung ebenfalls in der erst angegebenen Position und ebenso am besten bei den übrigen Haus thieren. Auch hier unterstützt das Vorstellen der linken Vordergliedmasse (llind) oder Vorziehen, Aufnehmen derselben (Hund) die Untersuchung: Das Aushorchen des Herzens bietet bei unseren Hausthieren ungleich mehr Schwierigkeiten dar, als beim Menschen. Abgesehen von der Lage des Herzens zu den Brustwandungen, der zuweilen störenden langen Behaarung der Haut u. s. w. kommen hiebei häufig genug Unruhe und Unduldsamkeit der Thiere bei der Untersuchung, heftige Bewegungen des Hautmuskels (Anwesenheit von Fliegen) in Betracht, wodurch namentlich die Möglichkeit der mittelbaren Aushorchung sehr oft vollständig in Frage gestellt wird. Auch sehr agile, zumal kleine Hunde bieten grosso Schwierigkeiten, Schafe sind, wenn nicht schwer krank, sehr unangenehm zu untersuchen, da sie ängstlich zur Herde drängen, mit Schweinen ist ihres widerspenstigen Schreiens wegen in der Regel gar nichts zu wollen. Endlich wird die Untersuchung auch noch vielfältig durch störende Nebengeräusche in den Aufenthaltsräumen beeinträchtigt, die sich gerade bei schwerer kranken Thieren, auch Pferden, nicht immer beseitigen lassen. Noch mehr hat man damit bei Rindern zu rechnen, welche fast immer in den Stallungen untersucht werden müssen.
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Acustische Erscheinungen am normalen Herzen (Herztöne).
Beim Aushorchen der Herzgegend, zumal der Stelle an der unteren
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Auscultation dos Herzens.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;8!*
Grenze des fühlbaren Horzstosses, vernimmt man zwei rasch auf einander folgende und rhythmisch sich wiederholende Gehörseindrücke, die sog. Herztöne. Dieselben entsprechen je einer vollständigen Herzaction. Der erste Ton fällt mit der Zusammenziehung der Kammermuskulatur zusammen, daher er systolischerquot; oder ersterquot; Herzton genannt wird, während der folgende gleichzeitig mit der Erschlaffung der Kaminerwandung und Ausdehnung der Kammern auftritt und dem entsprechend diastolischerquot; oder zweiterquot; Herzton heisst. Sind die beiden Herztöne durch einen kurzen Zeitabschnitt getrennt, so liegt zwischen dem diastolischen Ton und dem systolischen Herzton, welcher dem ersten Abschnitte der nächstfolgenden Herzaction entspricht, ein längerer Zeitabschnitt, die sog. Herzpausequot;. Bezüglich der Entstehungsursachen beider Herztöne lehrt die Physiologie, dass der erste Herzton in der Hauptsache durch das bei der Contraction des Herzens entstehende Muskelgeräusch bezw. den Muskelton, der zweite Herzton durch den Schluss der Semilunarklappen bei der Diastole erzeugt wird, Sind die Herztöne normal zu hören, so beweist dies, dass der Klappenapparat des Herzens regelmässig funetionirt.
Die Unterscheidung beider Herztöne von einander ist im Allgemeinen nicht schwer. Der erste Herzton zeichnet sich hauptsächlich dadurch aus, dass er dumpfer, tiefer, länger dauernd, gedehnter und lauter ist, während der zweite heller, musikalisch höher, kürzer, scharf abgesetzt, klappend und etwas weniger laut ist. Ausserdem hilft zur Unterscheidung der Umstand, dass die Zeitdauer zwischen dem ersten und zweiten Herzton eine kürzere ist, als zwischen dem zweiten und dem darauf folgenden ersten Herzton, der sog. Herzpause. Je kürzer die letztere ist, d. h. je zahlreicher die Hcrzcontractionen in einer Minute sind, wie z. B. bei kleinen Hunden, desto weniger leicht kann die Unterscheidung werden. Besonders schwierig wird die Unterscheidung zuweilen bei Krankheiten, so bei der excessiven Beschleunigung der Herzaction im Verlaufe der aeuten Infections-krankheiten, wobei oft beide Herztöne zu einem einzigen zu verschmelzen scheinen, ferner bei Arhythmie des Herzschlags. In solchen Fällen muss zur Unterscheidung die gleichzeitige Untersuchung des Pulses zu Hilfe genommen werden.
Bezüglich der Stellen, wo die normalen Herztöne gehört werden, ist Folgendes zu bemerken. Legt man das Ohr in der oben angegebenen Weise an der linksseitigen Brustwand gegen die
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AusciiUatiüu dos Herzens.
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untere Grenze des Herzstosses zu bezw. oberhalb des fühlbaren Spitzenstosses ao, so vernimmt num bei allen unseren Hausthieren, normale Verhältnisse vorausgesetzt, die beiden Herztöne. Benützt man zur Auscultation ein Stethoskop, so hört man die Töne lauter, bezw. schärfer ausgeprägt. Dabei ist es nothig, durch Verrücken des Ohres oder Hörrohres die günstigste Stelle innerhalb eines eng begrenzten Raumes zu suchen. Im Uebrigen müssen wir es für die praktische Untersuchung als vollständig ausreichend bezeichnen, wenn die Auscultation der Herztöne bei unseren Hausthieren unmittelbar vorgenommen wird. Ein gut geschultes Ohr ist natürlich uöthig; dasselbe wird aber auch durch Anwendung von Instrumenten nicht entbehrlich. Ein schlecht geschultes Ohr wird bei Anwendung von Instrumenten noch weniger hören und Irrthümern mehr unterliegen. Es kommt hiezu, dass die unmittelbare Auscultation viel leichter praktisch ausführbar ist. Man kann durch unmittelbare Auscultation bei gehöriger Schulung mindestens feststellen, ob die Herztöne normal zu hören, ob sie rein sind oder nicht. Sind sie abnorm (siehe Herzgeräusche) und wird man sich über den Charakter derselben nicht klar, so kann dann immerhin noch in gegebenen Fällen von Instrumenten Grebrauch gemacht werden.
Wer indessen sich der mittelbaren Auscultation bedienen will, benützt von den zur Verfügung stehenden Instrumenten am besten das einfache Hörrohr, das sog. Stethoskop. Complicirtere Instrumente, wie insbesondere das binotische Hörrohr bezw. das von Vogel für die Auscultation des Herzens empfohlene Polyskop, sind nach unseren Erfahrungen entbehrlich und unpraktisch. Abgesehen von der schwierigen Application, zumal bei den grösseren Hausthieren, bei unruhigeren Thieren, den lauten Nebengeräuschen, verbietet sich ihr öfterer Gebrauch schon dadurch, dass das Einbringen der Ansatzstücke in den äusseren Gehörgang des Auscultirenden und das Festhalten derselben mit grossen Unzukömmlichkeiten und sehr unangenehmen Folgezuständen verbunden ist. Man braucht sehr oft beide Hände, um die Ansatzstücke (Obrstücke) im Ohre festzuhalten und muss dann das Stethoskop von einem Zweiten an die Brustwand andrücken lassen, was unthunlich ist. Die Festhaltung durch Metallfedern ist noch umständlicher. Endlich ist, abgesehen von der möglichen Verstopfung der Oeffmmg der Ansatzstücke mit Ohrenschmalz, das häutige Einführen der letzteren bald schmerzhaft und kann beides sogar zu einer Otitis führen, Vergl, auch das Kapitel über die Auscultation der Lunge,
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Diu Herztöne.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;91
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Die Auscultation der Herztöne bei den einzelnen Thiergattungen.
1.nbsp; Pferd. Bei gesunden Pferden sind nach unseren Boobachtungen beide Herztöne linkerseits durch unmittelbares Aushorchen, allerdings bei den verschiedenen Thieren verschieden laut, zu hören. Einige Schritte Bewegung machen es möglich, auch schwache Herztöne lauter und deutlicher zu hören. Bei schmal gebauten Pferden ist es nach unseren Erfahrungen im Gegensatze zu anderen Angaben (Vogel) immer möglich, die Herztöne auch reehterseits wahrzunehmen und zwar mit unmittelbarer Auscultation, wenn auch bedeutend schwächer, wie linksseitig. Bei breiter geballten und namentlich stark bemuskelten Thieren werden sie sehr schwach bis unhörbar. Mit dem Stethoskop hört man sie stets, wenn auch verschieden laut; im Allgemeinen aber schwächer, wie links, insbesondere erscheint der zweite Ton vielfach auffallend schwächer, wie links.
2.nbsp; Bind. Linkerseits lässt die unmittelbare Auscultation die Herztöne regelmässig, allerdings verschieden laut, wahrnehmen. Die Stelle ist ebenfalls durch den Herzstoss bezeichnet. Da letzterer unter Umständen nicht zu constatiren ist, überdies das Anlegen des Ohres auf die Brustwand selbst sehr erschwort und sogar meistens unmöglich ist, so geht man am besten in der Weise vor, dass man das linke Ohr über dem Ellen-bogenhöckor, der Herzgegend entsprechend, auf die Musculi anconaei anlegt und hier den günstigsten Ort durch Verschieben des Ohres sucht, wo beide Herztöne am lautesten und deutlichsten zu hören sind. Auch reehterseits vermochten wir bei den meisten Rindei'n in ähnlicher Weise die Herztöne, wenn auch meist erheblich schwächer, zu hören. Nur bei sehr breit gebauten schweren Rindern hörten wir gar nichts. Mit Zuhilfenahme des Hörrohrs hört man die Herztöne etwas deutlicher.
3.nbsp; Schaf. Hier hört man linkerseits die Herztöne beim Anlegen des Ohres über den Ellenbogenstreckern gegen die Herzspitze zu sehr laut und deutlich, um so mehr, als diese Thiero sehr ängstlich und aufgeregt sind. Ebenso hört man sie, wenn auch etwas schwächer, reehterseits.
4.nbsp; Hund. Beim Hund bietet die Auscultation die geringsten Schwierigkeiten dar. Die unmittelbare Aushorchung lässt linkerseits beim Anlegen des Ohres an der Brustwand über dem Spitzenstoss und nach dem Vorziehen der betr. Gliedmasse beide Herztöne laut und deutlich wahrnehmen. Aehnlich und bei entsprechender Hebung auch sehr deutlich hört man sie beide an derselben Stelle mit dem Hörrohre. Es eignet sich hiezu sehr gut ein grösseres Stethoskop, wie es beim Menschen gebraucht wird. Aber auch reehterseits sind die Herztöne beim Hund unmittelbar fast ebenso laut und deutlich wie links zu hören. Mit dem Stethoskope glaubten wir öfter den zweiten Ton lauter wie links zu hören. Aehnliche Verhältnisse liegen bei der Katze vor.
Stärke, Klang und Spaltung der Herztöne. Aehnlich wie heim Menschen ist auch bei unseren Hausthieren der Charakter der Herztöne ein sehr verschiedener. Wenn schon Guttmann sagt, dass die mannigfachsten Verschiedenheiten der Herztöne heim Menschen von der Breite des Normalen allmählig ins Pathologische übergehen, so gilt dies noch mehr für die Hausthiere mit ihren zahlreichen individuellen Rasse- und Gattungsverschieden-
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Stärke der Heiztöne.
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heiten. Dazu kommt, class gerade in diesem Kapitel, wie in mehreren anderen, in der Thierhcilkunde nur wenig zuverlässiges und auf notorische Erfahrungen begründetes Material vorhanden ist.
1.nbsp; nbsp; Die Stärke der Herztöne kann vermehrt und vermindert sein. Eine physiologische Verstärkung beider Herztöne beobachtet man bei dünner Brustwandung, schmäleren Tliorax-formen, relativ grossem Herzen, sowie bei Steigerung der Herz-thätigkeit durch körperliche Bewegung und psychische Erregungen. Eine pathologische Verstärkung beider Herztöne kann die Folge sein von idiopathischer Herzhypertrophie, Herzklopfen, sowie Steigerung der Herzthätigkeit im Fieber. Eine pathologische Verstärkung eines Herztones kommt bezüglich des ersten Herztons nicht selten bei hochgradiger Anämie, insbesondere beim Pferde vor. Lustig fand bei hochgradiger Anämie stets beim Pferde den ersten Ton stark, dabei hoch, metallisch klingend (Hannov. Jahresb. 79/80, S. 33). Eine Verstärkung des zweiten Herztones wird bei Ventrikel-Hypertrophie beobachtet (Vierordt). Physiologische Abschwächung beider Herztöne kann Folge sein von sehr dicker, stark mit Muskeln und Fett belegter Brustwand und breit gebautem Thorax. Pathologische Abschwächung beider Töne kommt vor bei geschwächter Herzthätigkeit, fettiger Degeneration des Herzens, bei Abdiiingung des Herzens von der Brustwand durch eine emphysematische Lunge und dadurch erschwerte Schallleitung, sowie bei Abdrängung des Herzens von der Brustwand durch Flüssigkeit (einseitige pleuritische Ergüsse, Hydropericardium, Pericarditis exsudativa). Auch durch Uebertönen lauter Nebengeräusche können die Herztöne schwach gehört (!) werden, so z. B. bei pleuritischen Reibungsgeräuschen, fortgeleiteten laryngealen und trachealen Rasselgeräuschen. Pathologische Abschwächung eines Tones findet man äusserst selten beim ersten Herzton, gar nicht selten aber beim zweiten. Bei ungewöhnlicher Beschleunigung der Herzaction im Verlaufe hochfieberhafter Krankheiten, kurz vor dem tödtlichen Ausgange, wird der zweite Herzton zuweilen sehr schwer vernehmbar.
2.nbsp; nbsp; Der Klang. Man spricht bei Thieren, speciell Pferden und Hunden, vielfach von metallisch klingendenquot; Herztönen. Es scheint sich hiebei indessen wohl immer nur um ein helleres Timbre und nicht um den wirklichen Metallklang zu handeln, wie es in seltenen Fällen beim Mensehen und zwar bei Pneumopericardium (Gutt-mann) gehört wird. Vogel gibt an, das metallische Klingen sei bis
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Horzgeräusche.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;93
jetzt nur beim Pferd und Hund bei starkem, prellendem Herzschlage beobachtet worden. Lustig (Hannov. Bericht 1874) sagt in einem Artikel über Anämie und deren Einfluss auf das Herz: Neben einem pochenden Herzschlage müssen eine abnorme Höhe des systoli-schen Herztones nebst metalliibnlicbem Klange desselben als weitere diagnostische Kennzeichen der Anämie bei Pferden beobachtet werden.quot; Damit stimmen auch unsere Erfahrungen überein. Wir haben insbesondere bei perniciösor Anämie eines Maulthieres den systolischen Ton auffällig deutlich metallisch klingend getroffen (Friedb erger).
3. Die Verdoppelung oder Spaltung der Herztöne. Sowohl der erste wie der zweite Herzton kann in zwei Schallmomente zerfallen, die entweder ohne deutliche Pause in einander übergehen, gespaltene Tönequot;, oder durch eine kleine (deutlichere) Pause getrennt sind, verdoppelte Tönequot;. Im ersteren Falle kann man auch #9632;von einem Vorschlagquot; sprechen. Die Ursachen sind nicht sicher anzugeben. Mitunter findet man die Eigenthümlich-keit bei ganz gesunden Thieren, namentlich Hunden und Pferden. Die Spaltung des ersten Herztones ist vielleicht durch ungleichzeitige Spannung der einzelnen Segel der Atrioventricular-klappen verursacht. Ebenso entsteht die Spaltung des zweiten Herztons vielleicht durch ungleichzeitigen Schluss der Arterienklappen.
Herzgeräusche. Die durch die Herzthätigkeit unter pathologischen Verhältnissen veranlassten Auscultationserscheimmgen werden zum Unterschiede von den Herztönen als Herzgeräuschequot; bezeichnet. Skoda war der erste, welcher die Ausdrücke Herztönequot; und Herzgeräuschequot; einführte und ihre Begriffe feststellte. Je nachdem die Greräusche innerhalb des Herzens und des Ursprunges der grossen Gefässstämme oder ausserlialb des Herzens (Herzoberfläche und Herzbeutel) entstehen, unterscheidet man sie in endocardiale und pericardiale (exocardiale) Geräusche.
1. Die endocar dialen Geräusch e werden unterschieden in: organische und anorganische.
a) Den organischen Herzgeräuschen liegen anatomische Veränderungen der Klappen zu Grunde, welche zur Insufficienz einer Klappe oder Stenose eines Ostiums und damit in der Hegel zu einem Circulationshinderniss führen. Das Circulationshinderniss ver-anlasst eine Wirbelbewegung (Oscillation) des Blutstroraes, wodurch ein primäres Flüssigkeitsgerausch entsteht. Bei Stenosen
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HcrzgeriUisehc.
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wird der Blutstrom durcli das verengte Ostium hindurchgepresst und geräth so in Wirbelbewegung; bei Klapponinsufticienz regurgitirt das Blut in den jenseitigen Herzabscbnitt und trifft dort mit einem entgegengesetzten Blutstrome zusammen. Dor Zeit nach unterscheidet man, entsprechend den beiden Phasen der Herzthätigkeit, systolische und diastolische Herzgeräuschc, ausserdem bezeichnet man die vor der Systole auftretenden als präsystolische Geräusclie. Die systolischen Geräusche sind im Allgemeinen bei den Thieren bald summend und blasend, bald pfeifend, zischend und sägend, während die diastolischen lauter, accentuirter, mehr gedehnt, rauschend und schleppend sind. Ein systolisches Greräusch deutet vorwiegend auf eine Insufficienz der Mitralis oder Tricuspidalis, nebst-dem auf eine Verengerung des Aorten- und Pulmonalostiums hin; ein diastolisches Geräusch auf eine Verengerung der Atrioventricularostien oder Insufficienz der Aorten- und Pulmonalklappen. 01) das Geräusch vom linken oder rechten Herzen stammt, ist bei den Thieren nicht mit Bestimmtheit zu ermitteln. Da jedoch wie beim Menschen, so auch bei unseren Hausthieren erfabrungsgemäss ungleich häufiger das linke Herz erkrankt und da die aus den Erkrankungen resultirenden anatomischen Veränderungen zu den Herzgeräuschen führen, so hat dieser Umstand einen gewissen diagnostischen Werth für die Feststellung oder Ver-muthung des Entstehungsortos der letzteren. Eine Ausnahme hieven macht nur das Bind, bei dem erfahrungsgemäss das rechte Herz häufiger erkrankt (traumatische Carditis). Während daher beim Hund und Pferd ein systolisches Geräusch meist eine Insufficienz der Mitralis, ein diastolisches eine Stenose derselben oder eine Insufficienz der Aortenklappen besagt, wird beim Binde ein systolisches Geräusch häufig durch eine Insufficienz der Tricuspidalis, ein diastolisches durch Insufficienz der Pulmonalis veranlasst.
b) Die anorganischen, oder wie sie auch genannt werden, anämischen Herzgeräusche entstehen ohne Circulationshindernisse, sowie ohne anatomische Veränderungen am Klappenapparate oder den Gefässen des Herzens, also am ganz gesunden Herzen. Sie kommen durch ungleich massige Spannung und Schwingung der K1 a p p e n zu Stande. Der Charakter der anorganischen Herzgeräuschc ist schwach blasend und hauchend. Sie unterscheiden sich durch ihre geringe Lautheit und noch weiter dadurch von den organischen Herz-geräuschen, dass sie nicht fortdauernd hörbar sind, sondern
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Herzgeräusclie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 95
bei Besserung des CJesammtzustüiules der Patienten sogar vollständig verschwinden können. Sie kommen beim Menschen nicht selten bei schweren acnton Krankheiten mit hohem Fieber zur Beobachtung. Bei den Thieren findet man sie bei starker Herabsetzung der Ernährung des Herzmuskels, vor Allem bei anämischen Zuständen (Cachexien). Ihre Entstehung erklärt sich wohl in Folge leichter fettiger Veränderung des Herzmuskels, namentlich der Papillarmuskeln, wie sie sich bei schweren anämischen Zuständen findet (G! uttmann).
2. Die perioardialen (exooardialen) Geräusche entstehen durch Verschiebung rauh oder trocken gewordener Flächen aneinander und zwar speoiell des vis coral on und par letalen Blattes des Herzbeutels. Es handelt sich daher um lieihungsgeräusche. In der Hauptsache sind es Auflagerungen fibrinöser Exsudat-massen bei Pericarditis, welche hiebei in Betracht kommen.
Die perioardialen Geräusche unterscheiden sich von den endocardialen Reibungsgeräuschen dadurch, dass sie nicht so streng an den Act der Systole und Diastole gebunden sind, wie diese, Sie sind zwar auch an Systole und Diastole geknüpft und in der Hauptsache synchron mit dem Herzschlage, aber sie zeigen doch nicht den unveränderlichen Rhythmus, sondern schieben sich oft unregelmässig zwischen beide hinein. Vor Allem sind sie mehr hart und tragen mehr den Charakter des Schahens, Anstreifens, Kratzens, Knarrens oder Knirschens an sich. Dabei sind die eigentlichen Herztöne, Complicationen ausgenommen, vollkommen rein, sie können allerdings mehr oder weniger durch das Reibungsgeräusch verdeckt werden. Trockene tibrinöse Exsudatbeläge bei lebhafter, ergiebiger Herz-bewegung lassen die Reibungsgeräusche am deutlichsten wahrnehmen. Bedeutendere Mengen flüssigen Exsudates schwächen das Geräusch ab und machen es selbst unhörbar. Es wird daher in der Hegel im Beginne einer fibrinösen Pericarditis überhaupt oder doch am deutlichsten gehört und verschwindet mehr oder weniger bald, oft schon nach Ahlauf weniger Stunden. Nach der Resorption des flüssigen Exsudates können sich die Flächen wieder berühren und so abermals die Bedingungen zum Zustandekommen des perioardialen Reibens gegeben sein. Mit dem eintretenden und zunehmenden Zerfall des faserstoftigen Exsudates werden die Geräusche allmählig schwächer und verschwinden ganz. Im U ehr igen ist in diagnostischer Beziehung die Thatsacbe von Wichtigkeit, dass das Reibungsgeräusch bei Pericarditis häufig ganz fehlt.
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Flüssigkeitsgcräuschc.
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Eine besondere Art pericardialer Geräusche, sogenannte Flüs-sigkeitsgoräuscliequot;, kommen insbesondere bei der traumatischen Pericarditis des Rindes vor. Sie entstellen dadurch, dass das pleuritische flüssige Exsudat durch die Bewegungen des Herzens in plätschernde Wellenbewegungen versetzt wird. Der Grundcharakter dieser für die Diagnose der traumatischen Pericarditis ausserordentlich wichtigen Elüssigkeitsgeräusche ist daher auch ein plätscliernder. In anderen Fällen sind die Geräusche klatschend, gurgelnd, glucksend, quatschend, schaumig rasselnd, zuweilen auch metallisch klingend, dem Ton eines herabfallenden Tropfens sich nähernd, bald sind sie endlich dumpf, schwappend. Zuweilen erhält der Auscultirende den Eindruck eines Mühlradgeräusches, des Geräusches einer Butter-masohine oder eines auf eine Wasserfläche auffallenden Körpers. Die Elüssigkeitsgeräusche sind im Allgemeinen synchron mit dem Herzschlag, aber durchaus nicht regelmässig an denselben gebunden, auch verschwinden sie nicht selten vorübergehend eine Zeitlang.
Unter extrapericardialen oder pneumo-pericardialen Geräuschen versteht man endlich Ileibungsgernusche in der Herzgegend, welche durch flbrinöses Exsudat auf der äusseren Fläche des Herzbeutels veranlasst werden. Man findet sie bei fibrinöser Pneumo-Pleuresie. Sie sind nicht den Herzbewegungen, sondern den Respirationsbewegungen gleichzeitig. Weiteres über diese Geräusche vergl. bei der Auscultation der Lunge.
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Specielle Diagnostik der Herzkrankheiten.
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Herzhypertrophie. Dieselbe ist im Wesentlichen charakterisirt durch sehr kräftigen Puls, sehr starken Herzschlag, sehr laute und helle Herztöne, sowie eine Ver gr össeru n g der Herz-diimpfung; letztere ist indessen bei den Thieren schwer bestimmbar. Bei compensatorischer Herzhypertrophie, der überwiegend häufigsten Form, sind ferner gleichzeitig die dem betreffenden Klappenfehler entsprechenden Herzgeräusche statt der normalen Herztöne zu hören.
Herzdilatation. Sie ist gekennzeichnet durch unregelmässigen, leicht erregbaren, schwachen, selbst unfühlbaren Puls, einerseits tumultua rise hen, pochenden, andererseits matten, selbst u n-fühlbaren Herzschlag, zuweilen stark vergrösserte Herzdämpfung, Dyspnoiquot;, Scbwindelanfalle (namentlich beim Hunde), chronische Bronchitis, chronischen Darmkatarrh, allgemeine Cyanose und schliesslich Wassersucht.
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Diagnostik der Herzkrankheitenlaquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;97
Traumatische Pericarditis des Rindes. Das Krankheitsbild wird eingeleitet durch chronische gastrische Störungen ohne erkennbare Ursache und mit sehr wechselvollem Verlaufe, welche jeder medikamentellen Behandlung trotzen (traumatische Magen-Zworchfellentzündung). Die ge-wüiinlich rasch und zuweilen im Anschlüsse an den Gebärakt auftretenden cardialen Symptome sind : anfangs t u m ul t u a r i s c h e r, p o c h e n d e r, prellender, selbst par distance hörbarer Herzsch lag, welcher später entweder ganz verschwindet oder abgeschwächt und in Form wogender Wellenbewegung zu fühlen ist. Ty in pani tischer Ton bei der Percussion des Herzens (pathognostisches, durch Gasansainmlung im Herzbeutel hervorgerufenes Symptom). Vergrösserung der Herzdämpfung. P a 1 p a b 1 e s p e r i c a r d i a 1 o s B e i b e n, zuweilen auch palpable Wellenbewegungen. Die eigentlichen Herztöne erweisen sich bei der Auscultation meist vollkommen rein. Dagegen sind sehr charakteristische trockene oder feuchte pericardiale Herzgerausche zu hören. Die trockenen worden als Reibungsgeräusche (Reiben, Knarren, Rauschen, Schaben, Streifen, Seh wirren), die feuchten als Plüss igk ei tsger ansehe (Plätschern, Klatschen, Glucksen, Gurgeln, Knatschen, Rasseln, Schwappen, Tropfenfallen) gehört. Ausserdem besteht D y s p n o ii, welche das Bild einer Lungenentzündung vortäuschen kann, starke Füllung der Jugularvenen, Venenpuls, Stauungsödem am Triol und Kehlkopf, sehr frequenter, unregelmässiger, schwacher Puls, remittirendes und intermittirendes Fieber, sowie eine schwere Störung des Allgemeinbefindens. Der Verlauf ist meist sehr schleichend.
Pericarditis der übrigen Thiere. Die Hauptsymptome sind: anfangs pochender, später sehr schwacher Herzschlag, Vergrösseruno' der Herzdämpfung, pericardiale Rei bungsgeräuscho, sehr frequenter, klniner, unregelmässiger Puls, Dyspnoe, Jugularvenenpuls, Fieber.
Myocarditis. Sehr schwer zu diagnosticiren, weil die Erscheinungen sich im Wesentlichen decken mit denjenigen der Herzdilatation und Herzschwäche: tumultuarischer, pochender, später sehr schwacher Herzschlag, sehr frequenter, unregelmässiger, schwacher Puls, Dyspnoö, Mattigkeit, Fieber.
Herzruptur. Die Erscheinungen bestehen entweder in apoplecti-formem Zusammenstürzen oder in Taumeln, Schwindelanfall, Umstürzen, Convulsionen, Anämie der Schleimhäute.
Acute Endocarditis. Die Diagnose ist zuweilen sehr schwer, namentlich wenn keine Aftergeräusche vorliegen. Die wichtigsten Erscheinungen sind; stürmisch erregte Herzaction mit pochendem, unregelmässigem Herzschlage; sehr frequenter, unregelmässiger, oft aussetzender, schwacher und selbst unfühlbarer Puls, endocardiale Geräusche (systolisch oder diastolisch), hohes Fieber; Dyspnoö, grosse Mattigkeit und Schwäche, periodische Colikanfälle, periphere Embolien (Gehirn, Extremitäten).
Chronische Endocarditis. Klappenfehler. Symptome im Allgemeinen sind: endocardiale Geräusche, Beschleunigung von Puls und Herzschlag, Athembeschwerden, Schwindelanfällö, Cyanose, Hydrops, Albu-minurie und Oligurie, periphere Embolien, Abmagerung, Schwäche, fieberloser Krankheitsverlauf.
Insufficienz der Mi tralk läppe. Sys to lisch es Aftergeräusch, accentuirter (lauter) 2, Herzton, Dyspnoc, Cyanose, Hydrops, Frledberger u. Fröhner, iviiniacho, tTntersnohnngsmethodeu, 2. alaquo;h. 7
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Diagnostik der Hcrzkrankheiteai,
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compensatorische beiderseitige Herzliypertropliie. Häufigster Klappenfehler beim Hu ml und Pferd.
Stenose des Ostiums der Mitralklappe. Diastolisclies H erzger ilusch, sehr kleiner Puls, sehr schwere Dyspnof! (Lungenstauuug),. rechtsseitige Herzhypertrophie,
Insufficienz der Tri cusp id alls. Sy stolisch es Aft erg e-rilusch, Venenpuls, Stauung im Venensystem, rechtsseitige Herzhypertrophie. Besonders beim Rinde vorkommend.
Stenose des Ostiums der Tricuspidulis. Diastolisclies Aftergeräusch, Venenpuls, Dyspnoi1, Hydrops, rechtsseitige Herzhyper-trophie. Besonders beim Rinde beobachtet.
Insufficienz der Aortenklappen. Diastolisclies After-gerilusch, starker und schneller Puls, Arteriengeräusche, hochgradige linksseitige Herzhypertrophie.
Stenose des Ostiums der Aortenklappen. Systolisch es Aftergeräusch, sehr kleiner und lan gsam er Puls, Schwindel, linksseitige Herzhypertrophie.
Insufficienz der Pulmonalklappen. Diastolisclies Aftergeräusch, hochgradige Athmungs- und Circulationsstörungen. Sehr selten.
Stenose des Ostiums der Pulmonalklappen. Systolisches Aftergeräusch, Venenstauung, Dyspnoi1, rechtsseitige Herzhypertrophie. Sehr selten.
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Die Untersuchung der inneren Körpertemperatur (Thermometrie).
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Allgemeines. Die innere Körpertemperatur ist das Produkt der chemischen Umsetzungen im Thierkörper. AVio der Mensch, so besitzen auch die Hausthiore im gesunden Zustande die Eigenschaft, ihre innere Körpertemperatur (Eigenwärme) innerhalb gewisser Grenzen constant zu erhalten. Die pathologische Ueberschreitung dieser Grenzen nach aufwärts oder abwärts bedingt einen krankhaften Zustand, welcher im ersteren Falle als Fieber, im letzteren als Collaps-temperatur bezeichnet wird. l)ie Maximalgrenze liegt hiebei 45 Grad über, die Minimalgrenze dagegen bis zu 20 Grad unter der Norm; geht die Körpertemperatur über diese Grenzen hinaus, so erfolgt der Tod des Thieres. Vorübergehende physiologische Temperaturerhöhungen findet man nach vorausgegangener starker Bewegung, einige Zeit nach einer reichlichen Futteraufnahme (Verdauungsfieber), beim Aufenthalt in heissen Stallungen, sowie namentlich beim Rinde zur Sommerszeit.
Thermometer. Die Untersuchung der inneren Körpertemperatur
erfolgte in früheren Zeiten schätzungsweise durch Befühlen der Haut, der Schleimhäute und der ausgeathmeten Luft. Seit der Mitte dieses Jahrhunderts wird die Körpertemperatur nach dem Vorgange der Menschenmedicin auch in der Thierheilkunde mittelst des Thermometers exact gemessen, wobei erfahriingsgemäss die Untersuchung der Mastdarmtemperatur die genauesten Resultate ergibt. Als Instrument zur Abnahme der Körpertemperatur wird in Deutschland ausschliesslicli ein Quecksilberthermometer mit hundertgradiger Eintheilung nach Celsius (C.) benutzt. In Frankreich wird häufiger
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Tliermomctrie
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das Thermometer nach Reaumur (R.), in England und Amerika meist das nach Fahrenheit (F.) gebraucht. Vergleicht man diese 3 Skalen mit einander, so erhält man folgende Tabelle:
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Für gewisse Zwecke empfehlen sich die sog. Maximalthermometer, bei welchen ein von der übrigen Qnecksilbennasse getrennter Quecksilberfaden am Maximalpunkte liegen bleibt und so andauernd die gemessene Temperatur anzeigt. Diese Maximalthermometer sind bei Nacht, in schlecht beleuchteten Ställen, bei unruhigen Tbieren sehr brauchbar. Bei ihrer Anwendung ist darauf zu achten, dass nach jedem Gebrauche der oben liegen gebliebene Quecksilberfaden wieder nach abwärts getrieben wird, was am besten in der Weise geschieht, dass man das Thermometer an seinem oberen Ende fasst und mit demselben von oben nach unten einige Lufthiebe ausführt. Auch die sog. Minutenthermometer, welche eine platte, breite und dabei kleine Quecksilbersäule mit besonderer Quecksilberverbindung besitzen und in Folge dessen sehr rasch den Maximalpunkt erreichen, sind zum Zwecke der Zeitersparniss (Untersuchung von Horden oder ganzen Stallungen) empfehlenswerth. Im Uebrigen gilt für jedes Thermometer, dass es um so sicherer ist, je grosser dasselbe angefertigt wird, weil bei grossen Instrumenten die einzelnen Grade und Zehntelsgrade viel deutlicher abzunehmen sind. Die Benützung empfindlicher und zuverlässiger Thermometer ist für jede Untersuchung Voraussetzung. Für wissenschaftliche Zwecke sind geaichte Instrumente, sog. Normalthermometer, zu benützen. AVir empfehlen die letzteren, wenn auch etwas thoureren, insbesondere auch für forensische (Dummkoller) und polizeiliche Zwecke (Lungenseuche), da die im Handel befindlichen gewöhnlichen Thermometer vielfach sehr unzuverlässig sind, wie wir wiederholt festgestellt haben.
Als Ort der Temperaturabnahme wird ziemlich allgemein der Mastdarm benützt; Mastdarintemperatur und innere Körpertemperatur werden demnach in der Praxis identificirt. Sehr wichtig ist hierbei, dass die Resultate der Temperaturmessung unter gewissen
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Thenuometrio.
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Umstämlen unriclitig ausfallen können. So ist die Mastdarmlaquo; temperatur im Verhältniss Zarinnentemperatur zu hoch bei Proctitis, zu niedrig bei mangelhaftem Sphincteren-verschlusse, nach Kaltwasserinfusionen, sowie angeblich auch bei starken Kothanhäufungen vor dem After. In solchen Fällen muss entweder die Scheide zur Temperaturabnahme benutzt, oder es muss bei männlichen Thieren der Sphincterenverschluss durch Compression hergestellt und das Thermometer entsprechend länger und tiefer eingeführt werden. Die Scbeidentemperatur ist wegen des leichteren Zutrittes der Luft meist einige Zehntelsgrade niedriger, als die Mastdarm temperatur; sie kann jedoch umgekehrt auch höher sein, so namentlich bei lokalen Keizungszuständen der Genitalschleimbaut (Vaginitis, Menstruation, Trächtigkeit, Geburtsact). Im Allgemeinen ist indessen der Mastdarm als Ort für die Tempcraturabnahmo der Scheide vorzuziehen, weil bei der letzteren die Resultate je nach dem Grade des Verschlusses der Schamspalte, nach der äusseren Lufttemperatur, sowie nach dem momentanen Blutreichthum der Genitalschleimbaut oft sehr difforiren,
Scheidentemperatur. Ans den angegebenen Gründen ist es nicht zu verwundern, wenn die Angaben der einzelnen Autoren über das Verhilltniss der Mastdarm- zur Scheidentemperatur bei den Hausthieren sehr von einander diil'eriren. So fand Boy er die Scheiden-temporatur um 0,2 0,5deg;, Gerlach selbst um 1quot; niedriger, während sie Brusasco u. A. um 0,10,3deg; höher fanden. Zündel (Die Thormometrie bei den Hausthieren. Vorträge für Thierärzte, I. Serie Heft 3, 1878) fand sie bei trächtigen Thieren in den letzten Tagen der Trächtigkeit in Folge der Nachbarschaft des Fötus (?), ferner in der Brunst, sowie einige Tage nach der Geburt höher, während sie Rueff bei rindernden Kühen, sowie unmittelbar nach der Geburt niedriger traf. Harms (Hannov. Jahresbericht 1872) beobachtete beim Schafe stets eine höhere Scheiclentemperatnr (0,21,4quot;). An acker (Der Thierarzt 1875) machte vergleichsweise Messungen bei Stuten und Ziegen und eonstatirte 7mal in der Scheide eine höhere, llmal eine niedrigere Temperatur als im Mastdarm; (hnal war sie in beiden gleich. Er schliesst aus seinen Beobachtungen, dass bei älteren und bei sehr jungen, geschlechtlich noch unentwickelten Thieren die Temperatur in Scheide und Mastdarm meist gleich ist, und dass Schwankungen erst im geschlechtsreifen Mittelalter der Thieve auftreten (?).
Bei der Applikation des Thermometers hat man sich in erster Linie beim Pferde vor dem Geschlagen werden zu schützen. Man lässt deshalb zunächst durch einen Gehilfen den Kopf des betreffenden Thieres hochhalten und gleichzeitig den linken Vorderfuss aufheben. Hierauf lässt man, auf der linken Seite hinter dem Pferde stehend, mit der linken Hand den Schweif an dessen Ansätze und drückt ihn fest gegen die linke Kruppe, während die rechte Hand
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Normale Körjxji'tomporatui'.
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die vorher angefeuchtete Queoksilbersäule vorsichtig drehend so tief als möglich in ilns Rectum einführt, wo tlas Thermoiueter in horizontaler und noch hesser in nach vorn etwas gesenkter Lage mindestens 5 Minuten zu belassen ist, Beim Rinde ist im Gegensätze zum Pferde die Temperaturabnahme weniger gefährlich; es genügt, den Kopf durch einen Gehilfen flxiren ZU lassen, Widerspenstigkeit oder gar Schlagen ist sehr selten. Bei kleineren Thieren wird die Temperatur im Stehen oder Liegen abgenommen, wobei sie festgehalten werden. Beim Geflügel werden Flügel und Beine zusammengehalten und die Kloake nach aufwärts gekehrt. Nach dem Gebrauche ist das Thermometer stets sorgfältig zu reinigen; bei gewissen Infoctionskrankheiten (Influenza, Rotz, Milzbrand, Hühnercholera etc.) muss ferner eine Desinfeotion desselben vorgenommen werden.
Die Frage, wie oft die täglichen Temperaturmessungen hei unseren Hausthicren vorzunehmen sind, ist dahin zu beantworten, dass schon eine einmalige! Messung von grosser diagnostischer Bedeutung sein kann. Es gilt dies insbesondere für die Feststellung der Brustseuche des Pferdes und der Lungenseuche des Rindes in Fällen, wo aussei' der Temperaturerhöhung Krankheitssymptome fehlen. Aehnlich verhält es sich bei der Differentialdiagnose zwischen Dummkoller und Gehirnentzündung, Dampf und fieberhaften Athmungsleidcn etc, Auch in prognostischer Beziehung kann schon eine einmalige Temperaturabnahme sehr bedeutungsvoll werden, so nach Verwundungen, Operationen, Castrationen, Geburten. Im Allgemeinen aber muss, um den Gang des Fiebers fortlaufend und übersichtlich beobachten zu können, die Temperatur täglich zweimal gemessen werden, nämlich Morgens und Abends. AYo sich eine derartige zweimalige Messung durch den Tbierarzt selbst nicht ausführen lässt. können auch Laien hiezu verwendet werden.
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Die normale Körpertemperatur der Hausthiere. Die Innentemperatur der gesunden Hausthiere ist keine constante Grosse, sie ist vielmehr noch erheblicheren Schwankungen unterworfen, als die normale Körpertemperatur des Menschen. Die wichtigste Schwankung wird durch die Tageszeit bedingt: Die Abendtemperatur ist stets einige Zehntelsgrade, unter Umständen selbst einen ganzen Grad hölier als die Morgentemperatur. Dem entsprechend findet man auch im Fieber die höchste Temperatur Abends. Am höchsten ist die Temperatur gegen 5 Uhr Abends; von 9 Uhr Abends ab geht sie dann bis Nachts 1 Uhr wieder zurück
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Normale Kiirpertempcratur.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 103
(Tomperatuminimiim), worauf sie bis zum Morgen wieder etwas ansteigt und sodann his Mittag wieder fällt. Zuletzt steigt sie wieder bis zum Tomperaturmaxiinum Abends 5 Uhr. Ein weiterer, die normale Körpertemperatur beeinflussender Factor ist Bewegung und Arbeit. Gesunde Pferde können nach einer vorausgegangenen schweren oder lang andauernden Bewegung eine Erhöhung der normalen Temperatur bis zu einem Grade und darüber zeigen. Noch leichter kommen Temperaturstoigeriingen in Folge von Bewegung bei fiebernden Thieren vor. So kann man häufig bei fieberkranken Pferden nach ganz kurzer Bewegung, wie sie beispielsweise das Ueberführen in das Spital bedingt, Steigerungen bis zu einem Grade und darüber beobachten. Während der Verdauung ist ferner in Folge der funetionirenden Thätigkeit der Verdauungsdrüsen die Temperatur meist um mehrere Decigrado erhöht. Umgekehrt wird sie nach der Aufnahme grösserer Mengen kalten Wassers vermindert. Das Alter ist insofern von EinHuss, als jüngere Thiere höhere Temperaturen aufweisen als ältere. Das Geschlecht beeinflusst die Temperatur nur wenig; Stuten haben nach den in der preussischen Armee angestellten Untersuchungen nur eine etwa um 0,1 Grad höhere Temperatur als Wallachen. Viel wichtiger ist der Aufenthaltsort: im warmen Stalle gehaltene Thiere haben eine merklich höhere Temperatur, als im Freien befindliche. Rinder zeigen in warmen Stallungen sowie auf heissen Weiden Temperaturerhöhungen um einen Grad und darüber; Pferde im Biwak hatten nach den in der bayrischen Armee angestellten thermometrischen Untersuchungen durchschnittlich einen halben Grad weniger Innen-temperatur, als im Stalle gehaltene Pferde (Fö ring er). Wie hoch physiologisch die Temperatur im Sommer bei gleichzeitiger starker Bewegung der Thiere steigen kann, lehren einige von Manotzkow (Mittheil, des Kasaner Veterinär-Instituts 1889) gemachte Beobachtungen. Bei 2 Pferden stieg nach einem schnellen Pitt im Hochsommer die Temperatur von 37,5 resp. 37,8 auf 41,0 resp. 40,1, mithin im Maximum um 3,5deg; C. Bei Ochsen, welche bei 30deg; 0. 10 Kilometer weit getrieben wurden, stieg die Temperatur von 38,439,2 vor dem Marsche auf 39,940,9 nach dem Marsche, mithin durchschnittlich um 1,5deg; C. Ganz excessive Tempei-aturen #9632;werden ferner bei fetten Treibschweinen im Sommer beobachtet; allerdings führen dieselben häufig genug zum Tode (durch Hitzschlag). Von Interesse ist auch der Einfluss des Sc beer ens auf die Eigenwärme der Thiere. Während die Temperatur beim ge-
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104nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Normale Körpertemperatur.
sohorenen Schafe in den ersten Tagen nach dem Scheeren um 0,4 bis 0,8 Grad steigt, sinkt sie in den späteren Tagen um 0,5-1 Grail, worauf sie sich wieder ausgleicht (Leisering). Endlich kann die Temperatur durch grosse und anhaltende Schmerzen, starkes Schwitzen, grosse Blutverluste, sowie durch unbekannte individuelle Verhältnisse abgeändert werden.
Nach dem Entwickelten ist es nicht angängig, für die normale Temperatur der einzelnen Hausthieigattnngen mathematisch genaue Zahlen aufzustellen. Es können vielmehr nur Mittel zahlen genommen werden, welche im Allgemeinen den Beobachtungen über die Durohsohnittstemperatur in der Praxis entsprechen. Diese Zahlen sind folgende:
I.Pferd.....nbsp; nbsp; 38,0deg;nbsp; 0. (37,588,5)
2.nbsp; nbsp;Rind.....nbsp; nbsp; 38,5deg;nbsp; nbsp; (38,039,0)
3.nbsp; Schaf.....nbsp; nbsp; 39,5quot;nbsp; nbsp; (30,040,5)
4.nbsp; nbsp;Ziege.....nbsp; nbsp; 39,5quot;nbsp; nbsp; (39,040,5)
5.nbsp; nbsp;Schwein. . . .nbsp; nbsp; 39,0deg;nbsp; nbsp;., (38,040,0) G. Hund.....nbsp; nbsp; 38,2deg;nbsp; nbsp; (37,539,0)
7.nbsp; nbsp;Katze .... 38,5,, (38,039,0)
8.nbsp; nbsp;Geflügel . . . 42,0quot; (41,542,5)
Die in der obenstehenden Tabelle eingeklammerten Zahlen entsprechen den am häufigsten beobachteten Minimal- und Maximaltemperaturen. Auch von diesen Zahlen können noch individuelle Abweichungen vorkommen. So findet man zuweilen vereinzelt bei ganz gesunden Pferden, namentlich Wallachen, Temperaturen von 37,0, 37,2 und 37,4deg; C. Umgekehrt können einzelne gesunde Pferde Temperaturen von 38,6, 38,7 und 38,8quot; C, sowie Hunde von 39,1 und 39,2deg; C. zeigen. Es sind dies jedoch exceptionelle Maximaltemperaturen , welche hei anderen Individuen bereits unzweifelhaft fieberhafter und subnormaler Natur sind. Für das Pferd ist jedenfalls eine Temperatur von 39,0deg; C, für den Hund eine solche von 39,2quot; G. ab in der Pegel fieberhaft.
Verschiedene Angaben liber die normale Körpertemperatur der Hausthiere. Wie bei der Pulszahl, so gehen auch bei der Körpertemperatur die Angaben der einzelnen Beobachter zuweilen sehr auseinander. Die Widersprüche in den Zahlenangaben erklären sich zum Theil aus dem Umstände, dass die Beobachtungen bei verschiedenen Rassen, Geschlechtern, Jahreszeiten, Tageszeiten u. s. w. gemacht wurden. Es fehlen zur Zeit immer noch exakte physiologische, an einer sehr grossen Anzahl von Thieren ausgeführte Versuche mit Berücksichtigung silmmtlicher Bedingungen, unter
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Normale Kürpertemporatni1!nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 105
welchen allein einwamlsfreie Resultate erwartet werden können. Dies gilt namentlich für das Pferd. Auf die grosse Tenipernturveriinderlichkeit der Pferde hat neuerdings Nocard (Recueil de rned. vet. 1893) aufmerksam gemacht. Er hat gefunden, dass bei manchen Pferden durch den Ein-fluss von Wind, Wetter, Regen und Nebel die Temperatur um 1 2 Grade sinkt, während sie umgekehrt im Sonnenlichte steigt. Nach Kaufmann (ibidem) hat die Aufnahme von Futter und Getränke immer einen Tem-peraturabfall zur Folge. Humbert fand bei gesunden, kräftigen Stuten im Hochsommer, welche unter ganz gleichen AussenVerhältnissen standen und zu derselben Tageszeit untersucht wurden, Temperaturschwankungen von 1 '2 Grad. Nach Comeny sollen Pferde mit dunklem Haarkleid fast immer eine höhere Temperatur zeigen, als helle Pferde. Potapenko (Petersburger Veterinärarchiv Rd. 1) fand bei 149 zwischen 5 und Iti Jahre alten Pferden Temperaturdifferenzen von 86,038,0deg; C. Die häufigste Morgentemperatur war 37,337,5, die häufigste Abendtemperatur 37,4 bis 37,8quot; C. Nach dem Füttern fand er die Temperatur um 0,1 0,9deg; C. erhöht, nach dem Tränken bald um 0,1 0,5deg; C. erniedrigt, bald um 0,1 bis 0,2quot; C. erhöht, bald unverändert.
Besonders strittig ist die Frage, ob die Eigenwärme der edlen, sog. warmblütigen Pferde thatsächlich eine höhere ist, als die der gemeinen, sog. kaltblütigen Schläge. Wilckens (Oesterreich. Monatsschrift für Thierheilkunde 1892, S. 241) verneint die Frage: 81 Pferde warmblütiger Schläge hatten nämlich nach seinen Untersuchungen eine Durchsclmittstemperatur von 38,2quot; C, während diese bei lit Pferden kaltblütiger Schläge 38,4deg; C, also sogar 0,2quot; C. mehr betrug. Von Andern dagegen wird die Frage bejaht. Zürn (private Mittheilung) fand im Grossen und Ganzen die Körperwärme bei Pferden edlerer Rassen hoher (meist nicht unter 88,5deg; 0.)) als bei gemeinen Pferden; besonders auffallend ist nach ihm die Differenz, wenn der Untersuchung eine kurze, für beide Schläge gleichmässige Arbeit vorangeht. Hei diesen Widersprüchen wäre eine eingehende und exakte Untersuchung an Gestüten bei reinen Vollblut- und Araberpferden einerseits. sowie bei unverfälschten belgischen oder nori-schen Pferden sehr erwünscht.
Beim Rinde fand Hadsehopulo bei seinen Untersuchungen im Moskauer Schlachthause, welche sich auf nahezu 50 000 gesunde Rinder erstreckten, eine Durchschnittstemperatur von 38,438,8quot; C. In kalter Jahreszeit soll nach ihm die Temperatur um 0,10,2deg; C. höher, in warmer um ebenso viel niedriger sein (!).
Beim Schwein scheinen zuweilen, namentlich bei Ferkeln, sehr hohe Normaltemperaturen vorzukommen; Mihiilv (Ungarischer Veterinärbericht 1888) fand bei 10 gesunden Ferkeln eine solche von 40,441,0quot; C. Emmerich fand bei 4 zwei Monate alten Schweinen Temperaturen von 39,5 bis 40,1quot; C.
Bei Vögeln gibt M artius folgende Mittelzahlen an: Enten 42,90C.. andere Schwimmvögel 42,2quot;C, Hühner 42,5quot;C. (Maximum 43,0quot;C., Minimum 41,5quot; C), Hühnerkücken 40,0quot; C, Tauben 42,5quot; C. (Maximum 44,1quot; C, Minimum 42quot; C).
Die fieberhaft gesteigerte Körpertemperatur. In dem Sym-
ptomencomplexe Fieber, welcher meist durch die Aufnahme ver-sohiedenartiger Infectionsstofl'e verursacht wird und einerseits mit Vermeil rung des Stofl Wechsels, andererseits mit Funktionsstörungen
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Ficbertomporatur.
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versclüodener wichtiger Innenorgane (Herz, Gehirn, Digestionsschleim-haut, Lebe^ Nieren) verläuft, ist die Teinperatursteigerung die con-stanteste und daher für die klinische Diagnostik wichtigste Erscheinung. Wenn auch in manchen Fällen andere Fiebersymptome, so namentlich eine schwere Herzaffection mit hoher Pulsfrequenz, das Leben der Thiere mehr bedrohen, als die gesteigerte Eigenwärme, so besitzen wir doch im Allgemeinen in der Höhe der Temperatur einen sicheren Massstab für die Beurtheilung des Fiebergrades. Eine der wichtigsten Fragen hiebei ist; Wann muss die Temperatur eines Thieres als fieberhaft bezeichnet werden? Zur Beurtheilung dieser Frage ist die genaue Kenntniss der normalen Temperaturgrenzen bei den verschiedenen Hausthiergattungen erste Bedingung (siehe oben). Eine Temperatur, welche für das Geflügel normal ist, bedeutet für das Pferd hochgradiges Fieber, Am schwierigsten ist die Entscheidung bei den Wiederkäuern und beim Schwein, bei welchen die maximale Temporaturgrenze in sehr verschieden grossen Breiten schwankt. Hiebei sind zwei Punkte von grösster praktischer Bedeutung: erstens, das annähernd richtige normale Teraperatur-maximum durch vergleichende Messungen anderer gesunder, möglichst gleich beschaffener Thiere desselben Stalles zu berechnen; zweitens, auf das Vorhandensein oder Fehlen anderweitiger Fifebersymptome (Pulsbeschleunigung, Mattigkeit, Schüttelfrost, unterdrückte Futteraufnahme) zu achten. Auch sind in solchen Fällen mehrmalige Messungen sowie eine fortgesetzte Beobachtung angezeigt. Letzteres gilt namentlich auch für die forensische Feststellung des Bummkollers und Dampfes sowie der Epilepsie bei Pferden, wobei fieberhafte Krankheiten ausgeschlossen werden müssen. Unter allen Umständen beweist jedoch die Erhöhung der Temperatur um einen halben Grad über die durchschnittliche normale Maximalgrenze das Vorhandensein von Fieber. Bezüglich des Grades theilt man die Fieber ein in nieder-gradige (subfebrile Temperaturen, leichte, massige Fieber), mittel-gradige, hochgradige und sehr hochgradige (hyperpyre-tische Temperaturen, Hyperpyrexie). Für das Pferd und den Hund ergibt sich etwa folgende Fieberskala:
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Nieder gradiges Fieber: bis zu
Mitteig radiges nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; . .
Hochgradigesnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; . .
Hyperpyretische Temperatur: über
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39,5laquo; 0. 40,5deg; C. 41,5nC. 41,5nC.
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Die höchste Grenze der Fiebertemperatur liegt,
wenn man das Geflügel, bei welchem die Temperatur bis auf 43,5deg; C.
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Fioboi'tompcratur.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 107
und darüber steigen kann, ausnimmt, lici 43deg; C. Eine Temperatur von 43n C. findet man beispielsweise in sclir seltenen Fällen beim Tetanus gegen das Lebensende (von Bayer wurden sogar einmal im Momente des Todes bei einem tetanuskranken Pferde 44deg; C. gemessen), beim Hitzschlage der Pferde, Schafe, Rinder und Schweine, sowie beim Stäbchenro tlilauf des Schweines. Nicht zu verwechseln mit diesen hyperpyretischen Temperaturen sind die postmortalon Temperatursteigerungen, wie sie bei einzelnen Krankheiten, namentlich beim Starrkrampf, in den nächsten Stunden nach dem Tode beobachtet werden (Bayer fand bei dem obigen Pferde 50 Minuten nach dem Tode 45,4deg; C). Fiebertemperaturen über 42quot; C. kommen ausserdem in ganz vereinzelten Fällen im Verlaufe der Brustseuche und Septikämie beim Pferde vor, sie gehören jedoch hier entschieden zu den Ausnahmen. Dagegen findet man Temperatursteigerungen von 4142deg; C. bei sehr verschiedenen Krankheiten, so z. B. bei der Influenza, Brustseuche, Druse, oroupösen Pneumonic, bei Septicaemia puorperaiis und anderen Septik-ämien, bei mykotischer Darmentzündung, Peritonitis, Pericarditis traumatica, Lungenseuche, Milzbrand, Rausohbrand,Wildseuche, llinder-pest, bösartigem Katarrhalfieber, Schweinerothlauf, Schweineseuche, Schweinepest, Pocken, Tetanus, pernieiöser Anämie u. s. w. Temperaturen von 4041deg; 0. kommen noch häufiger vor, und zwar aussei' den oben genannten Krankheiten beim acuten Bronchialkatarrh, bei der Staupe der Hunde, bei Ruhr, acuter Endocarditis, Genickkrampf, Gehirnentzündimg, infectiösem Darmkatarrh u. s. w. In klinischer und praktischer Beziehung ist hervorzuheben, dass die fieberhaft gesteigerte und insbesondere die hyperpyretische Temperatur das Leben der Thiere um so mehr bedroht, je hochgradiger sie ist und je länger sie andauert. Kurz andauernde Temperaturen von 42deg; C. können beim Pferde zuweilen noch Genesung zulassen; hält jedoch diese Hyperpyrexie längere Zeit an, so ist der tödtliche Ausgang unvermeidlich {Wärmestarre, Gehirnlähmung, Herzlähmung).
Fiebertypen. Wenn man die täglichen Morgen- und Ahend-temperaturen in fortlaufender Weise graphisch notirt, erhält man die sog. Fieberkurve (Fiebertabelle). Die Differenz zwischen Morgen-und Abendteinperatur in dieser Fieberkurve wird als Fiehertypus bezeichnet. Man unterscheidet in der Pathologie 5 Fiebertypen:
1.nbsp; Fobris continua;
2.nbsp; Febris remit tens;
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Fiebortypcn,
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3,nbsp; Febris intermittens;
4,nbsp; nbsp;Fobi-is recurrens;
5,nbsp; nbsp;Febris atypica.
1. Der continuirliclio Fiebertypus (Febris continua) zeigt eine zicmlicli gleicb hohe Fiel)orcurve, bei welcher die Tagesdift'erenz niclit mehr als einen Grad beträgt. Man trifft diesen Fiebertypus, wenn auch nicbt immer in durchaus reiner Form, bei verschiedenen acuten Infectionskrankheiten, so namentlich bei der Brustseucho der Pferde (vgl. Fig. 2'3), bei der croupösen Pneumonia derselben, bei der Influenza, bei Pleuritis, Rinderpest etc. Die beigegobene, eine Febris continua eines brustseuchekranken Pferdes illustrirende Fieberkurve zeichnet sich durch jähes Ansteigen der Kurve bis zu der
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Fig. 28.
6 7 H fi 10 II 12 13 II IS 16 /7 AS
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40deg;
39deg; 3Sdeg;
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Febris continua (Bnistseucho bei einem Sjiilirinen Pferde).
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ungewöhnlichen Höhe von 42deg; C., sowie ein sehr lang auflauerndes Höhestadium mit leichten morgendlichen Remissionen und abendlichen Exacerbationen aus; erst vom 14. Tage ab erfolgt rasche Defervescenz.
2.nbsp; nbsp;Der remittirendc Piebertypus (P. remittens) ist durch eine Fieberkurve ausgezeichnet, bei welcher die Tagesdifferenz mehr als 1 Grad (1,5 2 Grad) beträgt. Man findet diesen Typus ebenfalls bei Infectionskrankheiten (vgl. Fig. 24).
3.nbsp; Der intermittirendo Piebertypus (P. intermittens) charak-terisirt sich durch Fieberanfälle, welche mit fieberfreien Pausen abwechseln. Er ist pathognostisch für das Wechselfieber (Febris intermittens) des Menschen, welches nach einigen Beobachtern auch bei den Hausthieren (z. B. in Italien) vorkommen soll. Auch bei Pyämie und Septikämie kann ein intermittirender Typus auftreten.
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Fiobertypon.
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Fig. 25 illustrirt ein Beispiel von Wechselfieber, in welchem sich der Fieberanfall jeden 4. Tag wiederholt, während die dazwischen liegenden Tage fieberfrei sind.
4. Der recurrirende Fiebertypus (F. recurrens) ist eine Abart des remittirenden. Er kommt beim llückfalltieber des Menschen vor
Fig. 24.
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Febris romittens (Infectionsfleber bei einer Sjiibrigen Stute; Genesung).
Fig. 25.
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Febris in termittons (Wcclisellieber).
und ist dadurch ausgezeichnet, dass eine 57tägige Continua mit ebenso langen fieberfreien Pausen abwechselt (Fig. 26).
5. Der atypische Fiebertypus (F. atypica) kommt bei sehr vielen acuton und chronischen fieberhaften Krankheiten der Haustbiere vor und ist wohl der am häufigsten zu beobachtende Typus. Er besitzt
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Fiübei'stadien.
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im Gegensätze zu den früheren Typen keine regehnässige Temperatur-kurve, die Tagesdifferenzen sind vielmehr bald grosser, bald kleiner. Atypisches Fieber findet man in besonders auffallender Weise bei Druse, Pharyngitis, PetechialHeber, Staupe der Hunde u. s. w.
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Pig. 26.
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Febris recurrens (Rückfalllielier).
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Fieberstadien und Fieber verlauf. Unter Fieberstadien oder Fieberperioden verstellt man die einzelnen Phasen der Temperaturkurve. Man kann fast bei jedem Fieber drei Stadien unterscheiden; 1. das Stadium incremen ti, d. h. die Zeitperiode der noch ansteigenden Temperatur; 2. das Fastigium, den Höhepunkt, das Höhestadium derselben; 3. das Stadium decrementi, den Fieberabfall. Schneller Fieberabfall heisst Krisis (kritischer Temperaturabfall), langsamer, allmählich sicli vollziehender Lysis, Nach dem Gesammtverlaufo unterscheidet man ferner ephemere (eintägige), acute, sub acute und chronische Fieber. Was den Verlauf oder Gang der fieberhaft erhöhten Temperatur während 24 Stunden betrifft, so ist in der Mehrzahl der Fälle die Temperatur in den
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Morgenstunden niedriger
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ähnliche Schwankungen gegeben, Avie sie die Temperatur der gesunden Thiere zeigt. Man spricht daher von Fieberremissionquot;, wobei man den niedersten Temperaturpunkt Tagcsminimumquot; nennt, und von Fieberexacorhatioir' bezw. Tagesmaximumquot;. Der Unterschied zwischen beiden Grossen ergibt die Tagesdifferenzquot; der Temperatur oder des Fiebers, Das Temperatur-Minimum und Maximum kann auch auf andere Tageszeiten fallen, so z. B. das Maximum auf den Mittag oder umgekehrt das Maximum auf den Morgen und das Minimum auf den Abend; sog. Typus in-versusquot;.
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Subnormalo Tempcrafiir.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;11]
Schüttelfrost. Ausser der Temperaturerhöhung findet man bei manchen fieberhaft erkrankten Thieren als besonders auffälliges Symptom das Auftreten von Schüttelfrost. Derselbe bestellt in einem klonischen Krampf der Körpermuskulatur, insbesondere des Haut-muskols, und wird am häufigsten als Begleiterscheinung einer rasch und hoch aufsteigenden Jnitialtemperatur, zuweilen aber aucli im weiteren Verlaufe fieberhafter Infectionskrankbeiten beobachtet. Im letzteren Palle entspricht er gewöhnlich einer plötzlichen Fieber-exacerbation. Die Erscheinungen des Schüttelfrostes bestehen bei leichteren Graden in einem über den ganzen Körper verbreiteten Muskelzittern (Fieberfrost) mit gleichzeitiger Abkühlung der ex-tremitalen Tbeile und Blässe oder Oyanose der Schleimhäute (peri-pberer Arterienkrampf). Zuweilen sind jedoch die convulsivischen Muskelzuckungen, namentlich beim Pferde, so heftig, dass der Stall-boden mit erzittert. Dieser Schüttelfrost ist als eine Reilexerschci-nung aufzufassen, welche wahrscheinlich durch den plötzlichen Eintritt grösserer Mengen von fiebererregenden Mikroorganismen bezw. deren Toxinen in die Blutbahu hervorgerufen wird. Man beobachtet Schütteli'rost als ein ziemlich inconstantes Symptom im Initialstadium der Brustseuche, beim Lungenbrand, bei metastatischer Pneumonie, bei acuten Bronchialkatarrhen, bei Pleuritis, croupöser Pneumonie, Genickkrampf, Septikämie, Pyämie, acutem Rotz, Milzbrand, bei der traumatischen Pericarditis des Rindes, hei Blasenruptur und Erguss des Harns in die Bauchhöhle, bei der Binderpest, beim bösartigen Katarrlialfieber, bei der Staupe der Hunde.
Subnormale Temperatur. Eine abnorm niedrige Temperatur unter 3(3deg;C. heisst Collapstemperatur, weil sie am häufigsten vor dem Tode bei den sog. Collapszuständen neben gleichzeitigem Sinken der Herzthätigkeit beobachtet wird. Die subnormale Temperatur ist daher prognostisch ein sehr ungünstiges Symptom. Man findet sie namentlich gegen das tödtliclie Ende schwerer Vergiftungen, nach grossen Blutverlusten, im letzten Stadium der Hundestaupe, bei Anämie, im Verlaufe des ikterus, sowie im Endstadium mehrerer acuter und chronischer Krankheiten. Im übrigen hat man sich bei der Tem-poraturaufnahme vor einer Verwechslung nach der Richtung hin zu hüten, dass man nicht die in Eolge mangelhaften Verschlusses des Sphincter ani in der Agone natürlicherweise verminderte Mastdarmtemperatur .als Collapstemperatur auffasst.
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Diagnostik der Infectiouskrauklieiten.
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Specielle Diagnostik der acuten fieberhaften Infections-
krankheiten.
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Septikamie. Jilh aufsteigende, sehr hoho (42deg; C. und darüber), hiluflg durch einen Schüttelfrost eingeleitete Piebertemperatur. Sehr frequenter, kleiner, zuletzt unfühlbarer Puls; grosse Her/.sohwäche. Schwere Allgeniein-störungen: grosse Mattigkeit und Muskelschwiiche, starke Eingenoiuinen-heit des Sensoriuins ; Durchfälle. Koine Lokalnftection nachzuweisen. Dauer einige Stunden bis mehrere Tage. Prognose schlecht.
PyUmie. Wechselndes, häufig intermittirendes Fieber, wiederholte Schüttelfröste, Nachweis primärer Eiterherde. Fieberanfälle im Zusammenhang mit metastatischen oder embolischeu Entzündungen und Eiterungen in inneren Organen (Leber, Nieren, Gehirn, serösen Häuten, Gelenke). Hiunorrhagische Diathese. Sehr wechselvolles Krankheitsbild. Dauer oft mehrere Wochen. Prognose schlecht.
Petechialfleber. Pathognostiseh: zahlreiche, verschieden grosse Pete-chien (Blutflecken) auf der Nasonschleimhaut; ferner umschriebene, quaddel-oder karbunkelartige, sowie diffuse, von der gesunden Haut wallartig abgegrenzte Hautschwellungen mit Neigung zu Gangrän. Körportemperatur im Anfang nur wenig oder gar nicht erhöht; später mittelhochgradiges, atypisches Fieber. Complicationen : Pharyngitis, Kolikanfälle, Hämaturie, Lungenblutung, Pneumonie, Augenblutung. Prognose ungünstig.
Druse. Hohe initiale Fiebertemperatur (4041deg; 0. und darüber), remittirendes oder atypisches, mit der Vereiterung der Lymphdrüsen zusammenhängendes Fieber. Pathognostiseh : Eiteriger Nasenausiluss, Schwellung und Abscedirung der Kohlgangslyraphdrüsen. Ausserdeni ödematöse Anschwellungen der Hinterbeine, Benommenheit des Sensoriums, Muskel-schwache, Hautexanthem (Urticaria). Complicationen: Pharyngitis, Schwellung und Vereiterung der retropharyngealen Lymphdrüsen, phlegmonöse, abscedirende Entzündung der Subcutis am Hals und Kopf, Katarrh der oberen Luftwege. abscedirende Lymphangitis auf der Haut des Kopfes (rosenkranzartig gereihte Knoten), eiterige Metastasen in den übrigen Lymphdrüsen des Körpers, unter der Haut, im Mediastinum, Gekröse, Netz, Beckenbindegewebe, Nieren, Gehirn, Mckenraark, Gelenken; Fremdkörper-pneumonie; Septikämie, Pyämie, Peteohialfieber. Prognose im Allgemeinen sehr günstig. Bakteriologischer Nachweis der Druse: Streptokokken im Nasen ausfluss.
Staupe der Hunde. Hohes, kurz andauerndes fnitialtieber, im Uebrigen sehr atypischer Fieber verlauf; zuweilen Schüttelfrost. Eiterige Conjunctivitis, Corneageschwüre; Erbrechen, Durchfall, blutige Diarrhöe; eiteriger Nasenausiluss, Husten, katarrhalische Pneumonie: psychische Erregung, epileptiforme Krämpfe , Zuckungen, Lähmung der Nachhand; pustulöses Hautexanthem auf der Innenfläche der Hinterschenkel und am Bauche, Prognose ungünstig, Mortalitätsziffer 5060 Proc.
Bösartiges Katarrhalfleber des Rindes. Hohe Initialtemperatur
(4042deg; C) mit Schüttelfrost und starker Eingenommenheit des Sensoriums ; Thränen, Schwellung der Augenlider, starke Lichtscheue, Conjunctivitis, Keratitis, Tritis; katarrhalische, croupüse und diphtheritische Entzündung
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Diagnostik der lufectionskrankheitcu.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 113
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der Schleimhaut der Nasenhöhle, der Kopfhöhlen, des Kehlkopfes, der Bronchien, Erstickungsanfilllej Aushusten croupös-diphtheritischer Massen; Entzündung der Hornmatrix; Speicheln, Stomatitis, diphthoritisehe Auflagerungen und Geschwüre auf der Backenschleimluiut; Verstopfung, Durchfall, Kolik; Nephritis, Cystitis; cerebrale Erregungserscheinungen mit nachfolgendem Coma. Prognose schlecht; Mortalitätsziffer 5090 Proc.
Stilbchenrothlauf der Schweine, Nach einem dreitägigen Inouba-tionsstadium plüt/lich sehr hohes Fieber (bis zu 43'' C.) mit hochgradiger nervöser Depression. Am 2. Tage treten an den feineren Hautstellen (Unterbauch , Nabel, Mitteltleisch , Innenfläche der Hinterschenkel, Ohren, Hals) anfangs hellrothe, später dunkel- bis blaurothe, handgrosse Flecken auf, welche bald zu grösseren braun- oder blaurothen Flächen confluiren. Durchfall, dünnschleimige Fäces; starke Dyspnoe. Tod meist am 3. oder 4. Tage, zuweilen auch schon innerhalb der ersten 24 Stunden. Prognose schlecht, Mortalitätsziffer 5085 Proc. Im Blute Rothlaufbacillen. Mitunter chronischer Verlauf (Klappenfehler in Folge von Endocarditis, Siechthum).
Schweineseuche. Hohes Initialfieber, oft sehr rascher, nach wenigen Stunden tödtlicher Verlauf, Husten und Dyspnoe, Köthung und starke Schwellung der Haut, namentlich am Halse und an den Beinen, grosse Schwäche; in anderen Fällen chronischer Vorlauf. Prognose sehr schlecht.
Schweinepest. Hohes Fieber (4142deg; C), Appetitstörungen, Verstopfung, Durchfall, Fäces dünnflüssig, stinkend, oft blutig; Athmung angestrengt und beschleunigt; fleckige Hautröthung an den Ohren, am Rüssel, Unterbauch etc.; diphthoritisehe Geschwüre an der Zunge, Backenschleimhaut, am Gauinen, Gaumensegel und den Mandeln; hochgradige Schwäche, Schwanken. Häufig chronischer Verlauf: Zurückbleiben im Wachsthum, Abmagerung, chronischer Husten und Durchfall, grindartige Ekzeme.
Geflügeltyphoid. Zuweilen unerwarteter, plötzlicher, apoplektiformer Tod ohne vorausgegangene Krankhoitserscheinungen. In der Mehrzahl der Fälle nach kurzem Incubationsstadium (ca. 24 Stunden) hohe Fiebortempera-tur (Erhöhung um 18 Grade); Appetitlosigkeit, Mattigkeit, Diarrhöe, Umgebung der Kloake beschmutzt, Ausfluss schaumigen Schleims aus dem Schnabel. Dyspnoe, Stenosengeräusche; Taumeln, Umfallen. Im Blute ovoide Bakterien.
Wild- und Rinderseuche. 1. Exanthematische Form: sehr hohes Fieber (bis 42deg; C.), enorme, brettharte und schmerzhafte Schwellung der Weichtheile des Kopfes, namentlich des Gesichtes, Kehlganges, Triels und Halses, Speicheln, Schlingbeschwerden, Schwellung und Vorfall der Zunge; Erstickungsanfälle; Kolikerscheinungen, Abgang croupöser Darmabgüsse, Diarrhöe; anhaltendes Liegen; Tod nach 1286 Stunden. 2, Pectorale Form: eigentliche Seuche des Wildes, daher Symptome weniger gekannt (fieberhafte, etwa eine Woche andauernde Lungenentzündung mit starker Dyspnoe).
Milzbrand. 1. Peracute Form (häufige Form beim Schaf): momentanes Erkranken, Taumeln, apoploktiformes Zusammenstürzen, blutiger Ausfluss aiis Maul, Nase und After. 2. Acute Form: plötzliches jähes Ansteigen der Temperatur (bis 42n C), Aufregung, wuthähnlichc Zufälle, Krämpfe, Betäubung, Taumeln, schlagähnlicher Tod innerhalb 24 Stunden; oder starke Dyspnoi1, Oyanose und Petechien der Schleimhäute, blutige Entleerungen aus den Körperöffnungen, Herzklopfen, unfühlbarer Puls, Friedberger u. Fröhner, Klinische Untersuoliungsmetlioden. 2. Aufl. 8
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Diiiquot;iiostik äcv Iiifectionskrunkhoiton.
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Taumeln, Zuckungen, Erstickung. '}. Subacute Form (gewöhnliche Form beim Pferd und Rind): Schüttelfrost, hohes Fieber, Fobris continua, remit-tens und intermittens, Erscheinungen der Gehirn- und Lungencongestion wie bei der acuten Form, Kolikanfiille; Dauer durchschnittlich 12 Tage, im Maximum 57 Tage. 4. Lokaler Milzbrand: Karbunkel und Oedeme auf der Haut und den Schleimhäuten (Maulschleimhaut, Rachen, Kehlkopf, Mastdarm); daneben hohes Fieber, Tod nach 1224 Stunden. Im Blute bei allen Kormen die Milzbrandbacillen.
Rauschbrand. Jäh aufsteigende Fieberkurve (bis 42deg; C), plötzliches Aufhören der Fresslust, rasch zunehmende Geschwülste an den Oberschenkeln, am Halse, an der Schulter und llnterbrust, in der Lenden- und Kreuzbeingegend. Charakteristicum der Geschwülste: Knistern und Rauschen beim lietasten, tympanitisclier Ton bei der Percussion, in der Mitte unempfindlich, pergamentartig, auffallend kühl. Einschnitte schmerzlos. Bewegungsstörungen, Dyspnoi1, Kolik, Tod nach 1'/ao Tagen. Bakteriologischer Nachweis der Rauschbrandbacillen. Stationäre Enzootie.
Malignes Oedem. Hohes Fieber, ödematöse, beim Betasten knisternde Hautanschwellungen, Tod nach 12 Tagen. Charakteristische Oedem-bacillen. Nichtstationäre Krankheit.
Influenza der Pferde (Pferdestaupe, Rothlaufseuche). Nach einem Incubationsstadium 'von 47 Tagen plötzliches, jähes Ansteigen der Temperatur auf 42quot; 0. und darüber; ä- bis (itägige Febris continua mit raschem Absinken der Temperatur. Schwere nervöse Depression, schläfriges, dummkollerartiges Benehmen, hochgradige Muskelschwache, Muskel-zittern. Schwanken, Taumeln. Gelbfärbung der Sclera. Verstopfung, Kolik, harter, kleingeballter, von schleimigen, membranösen Massen umhüllter Koth; später Diarrhöe mit starkem Tenesmus. Conjunctivitis, Chemosis, Keratitis, Iritis. Anschwellungen an den Extremitäten, am Schlauch, Unterbauch, an der ünterbrust: rasches Verschwinden derselben. Nasenausfluss, Husten. Starke Abmagerung. Durehschnittsdauer von 610 Tagen. Prognose günstig, Mortalitätszifl'er 14 Proc. Complicationen: Pneumonie, Herzschwäche, cerebrate und spinale Lähmung, Rehe, profuse Diarrhöe.
Brustseuche der Pferde. Sehr wechselvolles Krankheitsbild. Rasch
ansteigendes, häufig mit Schüttelfrost einsetzendes Fieber (4041deg; C); starke Erhöhung der Pulsfrequenz (5070). Eingenommenheit des Sen-soriums, Muskelsehwäche, gelbrothe Verfärbung der Conjunctiva. Haupt-affection : Lungenentzündung. 1. Lobulär-pneumonische Brustseuche-form. Husten, zuweilen rostgelber Nasenausfluss, lobuläre, unregclmässigo Dämpfung in den vorderen, unteren Lungenabschnitten, Abschwächung des vesiculären Athmungsgeräusches daselbst, beim Hinzutritt von Pleuritis trockene Reibungsgeräusche, ausgedehnte horizontale Dämpfung sowie Bronchialathmen. Tympanitisclier l'on, 011a rupta (Lungenkavernen). Typischer oder atypischer Fieberverlauf: häufig atypischer Krankheitsverlauf; abortiver und chronischer Verlauf. 2. Lobär-pneumonische Form. Grosse, lobäre, meist einseitige Dämpfung, Percussionssehall der Reihe nach tympanitisch, gedämpft, tympanitisch, voll; Knisterrasseln, Bronchialathmen, Rasselgeräusche; Dyspnoii, klappender Exspirationston. Rostgelber Nasenausfluss. Pleuritische Erscheinungen selten. Typischer Krankheitsverlauf, Höhepunkt 5, bis 6. Tag. Complicationen der Brustseuche : schwere Herzatfection, schwere gastrische Erscheinungen, hämor-rhagische Nephritis, Septikämie und Pyämie, Gehirnkrämpfe, Leptomenin-
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Diagnostik der Infectionskrankheiten.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 115
gitis, Eehe, Sehnenscheidenentzündung, Iritis, Rohren, Dämpfigkeit, Nerven-
lilbmungen u. s. w.
Acuter Rotz. Hauptform beim Esel. Beginnt mit Schüttelfrost und jtlh ansteigendem Fieber (bis 42deg; C). Schleimig-eiteriger, später blutiger und jauchiger Nasenausfluss. Nasenschleimhaut geschwürig, eiterig-jauchig zerfallend, mit diphtheritischen Massen bedeckt. Dyspnoische, röchelnde Athmung. Oedematöse Hautanschwellung, Knoten und Geschwüre auf der Haut, strangförmigo Entzündung der Lymphgefilsse, Vereiterung der Lymphdrüsen. Regurgitation, Schlingbeschwerden, Diarrhöe. Tod nach JJ 14 Tagen. Bakteriologischer Nachweis der Rotzbacillen.
Lungenseuche. Incubationsstadium von 3G Wochen. Dann schleichendes, 2 G Wochen dauerndes Entwicklungsstadium mit geringgradigem Fieber (39,540,0deg; C.) und Husten, ohne Aenderung der normalen Percussions- und Auscultationsverhilltnisse. Das offene oder acute Stadium beginnt mit plötzlich ansteigendem hochgradigem Fieber (4042deg; C). Athmung sehr angestrengt und beschleunigt, Husten stöhnend und ächzend, schleimiger Nasenausfluss. Die Percussion der Lunge ergibt zuerst tympanitisehen, dann gedämpften und leeren Schall in grosser Ausbreitung und häufig horizontaler Abgrenzung, die Auscultation abgeschwächtes oder fohlendes Vesiculärathnien, Bronchialathmen und Rasselgeräusche, ausserdem treten Verstopfung, leichte Kolikschmerzen, Abortus, starke Abmagerung, Oedeme am Triel, an der Unterbrust, an den Beinen auf. Dauer dieses Stadiums 23 Wochen. Prognose ungünstig, Mortalitäts-ziffer 30-50 Proo.
Maul- und Klauenseuche. 1. Maulseuche. Nach einem meist 24tägigen Incubationsstadium mittelhochgradiges Fieber (bis 40deg; C). Bläschen und Erosionen am Zahnüeisch, an den Lippen , an der Zunge und Backenschleimhaut. Starkes Speicheln und Geifern; starke Abmagerung. Dauer 814 Tage. Complicationen: Bläsohenexanthem am Euter und den Zitzen, Mastitis; Pharyngitis aphthosa, Fremdkörperpneumonie; Myocarditis ; Nasenkatarrh, Bronchialkatarrh, Liuigenödoin; schwere Magendarm-afi'ection. Entzündung der Matrix der Hornzapfen; Aphthen auf der Scheidenschleimhaut und allgemeinen Decke, sogar auf der Cornea; Abortus. Zuweilen apoplcktiforme Todesfälle. 2. Klauenseuche. Rötbung, schmerzhafte Schwellung und Blasenbildung an der Krone der Klauen, namentlich in der Klauenspalte; Lahmgehen, Complicationen: Panaritium, Abscess-bildung, erysipelatüse Schwellung der Klauenhaut, Ausschuhen, Pyämie, Decubitalgangrän.
Schafpocken. Nach einem 4Ttägigen Incubationsstadium plötzlich ansteigendes Fieber (4142deg; C). Höhere Röthe der Conjunctiva. Rothe Stippchen und Knütchen am Kopfe (Umgebung der Augen, Nasenlöcher und Maulspalte), an der Innenfläche der Vorder- und Hinterschenkel, an Brust und Bauch. Nach 5 Tagen Abblassen dor Knötchen, Bildung eines rothen Hofes um dieselben, starke Schwellung der benachbarten Haut, Rückgang des Fiebers. Dellenbildung in der Mitte der Pocke, Pockeninhalt eine wasserklare Flüssigkeit (reife Pocke). Trübung der Focko, Pustelbildung; gleichzeitiges Wiederansteigen des Fiebers, sowie schwere, allgemeine katarrhalische Affection. Eintrocknen der Pusteln.
Stomatitis contagiosa pustulosa equorum. Unter leichten pro-dromalen Fiebererscheinungen (bis 30,5deg; C.) intensive Rötbung der Maulschleimhaut mit starkem Geifern und Regurgitiren. Knötchen- und Ge-
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Diagnostik der Infectionskranklioiten.
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schwürsbildung auf der Maulschleimhaut (Lippen, Zunge, Zahnfleisch); Geschwüre von einem gelbweisseu Ring umgeben, Geschwürsgrund leicht blutend. Aebnliche Geschwüre zuweilen auch auf der Cutis der Oberlippe, der Backen, des Nasenflügelrandes, sowie selbst entfernter Körpergegenden und der Nasenschleimhaut. Schwellung der submaxillaren Lymphdrüsen. Dauer 14 Tage. Prognose sehr günstig.
Rinderpest. Jähes Ansteigen der Temperatur auf 41 und 42deg; 0.; Febris continua. Mattigkeit, Sistiren der Milchsekretion. Unter Schüttelfrost scharlachrothe Verfilrbung der sichtbaren Schleimhäute (Conjunctiva, Nasen-, Maul-, Scheiden-, Mastdarmschleimhaut); serös-schleimiger Ausfluss aus den Augen, der Nase und quot;Vagina, Speicheln. Starker Durchfall unter Kolikerscheinungen und heftigem Tenesmus, sogar unter Vorfall des Mastdarms; Paces zuweilen blutig. Rapide Abmagerung. Platten- und strie-menförmige rothe Flecken mit grauweissem, locker aufliegendem Schorfe auf der Schleimhaut der Lippen, Backen, Zunge, Nasenhöhle und Scheide; nach Abstossung des Schorfes bleiben dunkelrothe Erosionsgeschwüre zurück. Abortus. Zuweilen allgemeines Knötchen- und Pustelexanthem. Zuletzt missfärbiger, eiteriger, übelriechender Ausfluss aus Maul, Nase, Scheide und After; subnormale Temperatur. Tod meist am 4. bis 7. Tage.
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Die Untersuchung des Respirationsapparates.
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Reihenfolge. Die klinische Untersuchung der Athnmngsorgane erfordert eine eingehende Prüfung jedes einzelnen zum Respirationsapparate gehörenden Theiles. Auch hier ist es von Vortheil, sich hei der Untersuchung eines bestimmten Schemas zu bedienen, um einerseits bei der Vielheit der einzelnen Theile keinen zu übersehen, andererseits um durch eine bestimmte Reihenfolge der einzelnen Specialabschnitte eine rasche Uebersicht über das ganze Untersuchungsfeld zu gewinnen. Wir empfehlen, bei der Untersuchung des Respirationsapparates den nachstehenden Gang zu verfolgen und der Reihe nach folgende Punkte zu berücksichtigen:
1.nbsp; nbsp;Die Athmungsfrequenz (Quantität der Athmung).
2.nbsp; nbsp;Die A t h m u n g s b e w e g u n g e n (Qualität der Athmung).
3.nbsp; nbsp;Die Athmungsgeräusche.
4.nbsp; nbsp;Die Athemnoth.
5.nbsp; nbsp;Die ausgeathmete Luft.
6.nbsp; Den Nasenausfluss.
7.nbsp; nbsp;Die Nasenhöhle und ihre Nebenhöhlen.
8.nbsp; Den Kehl gang.
9.nbsp; Den Husten.
10.nbsp; nbsp;Den Kehlkopf.
11.nbsp; nbsp;Die Trachea.
12.nbsp; Den Thorax.
13.nbsp; Die Percussion der Brustwand.
14.nbsp; Die Auscultation der Lunge.
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i^^HB
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Untersuchung dos Rospirationsapparates.
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1. Die Athemfrequenz.
Untersuchungsmethode. Die Athemfrequenz, d. h. die Zahl der Athemzüge (Quantität der Athmung), wird durch die Beobachtung der an den Nasenlöchern, am Brustkorb und in der Flanke auftretenden rhythmischen Athmungsbewegungen festgestellt. Ausnahmsweise kann auch der exspiratorische Luftstrom (Sichtbarkeit bei kalter Aussenluft; Fühlen desselben durch die vorgehaltene Hand), ein hörbares Athmungsgeräusch, sowie die Bewegung des Afters (After-athmen dämpfiger Pferde) zur Aufnahme der Athmungsfrequenz benützt werden. Die Athmungszahl wird, wie die Pulszahl, auf die Zeitdauer einer Minute berechnet. Für gewöhnlich genügt es, die Athemzüge eine Minute hindurch zu zählen. In zweifelhaften Fällen muss jedoch, namentlich bei ungleicher Athmung, mehrere Minuten hindurch gezählt und das arithmetische Mittel berechnet werden. Bei sehr frequenter Athmung genügt ein halbminutenlanges Zählen,
Die genaue Bestimmung der Zahl der Athemzüge ist im Uebrigen bei unseren Hausthieren nicht immer leicht, mitunter sogar sehr schwer. Bei der Untersuchung ist jede Beunruhigung und Aufregung der Thiere zu vermeiden, weil dadurch die Athmungsfrequenz, ähnlich wie die Pulsfrequenz, gesteigert wird. Ruhige, phlegmatische Thiere sind deshalb leichter zu untersuchen als temperamentvolle, nervöse und ängstliche; bei sehr erregbaren Pferden muss sogar die Untersuchung zuweilen in der Art vorgenommen werden, dass der Untersuchende von dem Thiere nicht gesehen werden kann. Ist eine anstrengende Bewegung oder psychische Erregung vorausgegangen, so muss erst die völlige Beruhigung abgewartet werden. Auch während der Futteraufnahme und Rumination kann die Athemfrequenz nicht gut abgenommen werden. Eine besondere Störung erfährt der regelmässige Athemrhythmus ferner im Sommer bei Pferden und Rindern durch Fliegen und Bremsen; es ist z. B. in manchen Bauernstallungen während dieser Zeit oft kaum möglich, die Athemfrequenz richtig abzunehmen. Endlich sind ein ungewohnter Aufenthalt, eine fremde Umgebung, Furcht bei Annäherung fremder Personen etc. als störende Pjinflüsse nicht zu übersehen.
Die normale Athemfrequenz unserer Hausthiere. Wie beim Puls, so gilt auch bei der Athmung das Gesetz: dass die Athemfrequenz um so kleiner ausfällt, je grosser das Thier ist.
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Normale Attiemfrcquenz.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;119
Ausserdem ist bekannt, class junge und sein- ulte Thiero liiiufiger athinen, als solche mittleren Alters. Die Athmung wird forner physiologischer Weise beschleunigt durch körperliche Arbeit und Bewegung (auf das Doppelte bis Zehnfache), hohe Aussentemperatur, starke Füllung des Magens, vorgeschrittene Trächtigkeit, sowie im Liegen (Seitenlage, Wiederkäuer nach der Futteraufnahme). Die normale Athemfrequenz der einzelnen Thiergattungen im ausgewachsenen Zustande ist folgende:
Pferde......nbsp; nbsp; zeigen 81(5 Athemzüge pronbsp; Minute
Hinder.....nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;1080nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;
Schafe und Ziegen ,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ,,nbsp; nbsp; nbsp;1220nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;
Schweine ....nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 8 18nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;
Hunde......nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;1030nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ,,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;
Katzen.....nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;2030nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;
Hühner.....nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ,,nbsp; nbsp; nbsp;4050nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;
Tauben.....nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;5070nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;
Die angegebenen Zahlen entsprechen den von uns bei einer grossen Anzahl der einzelnen Hausthiere gefundenen normalen Minimal-und Maximalzahlen. Bezüglich des Pferdes bemerken wir, dass wir am häufigsten 12 Athemzüge constatirten. Beim Rinde ist die Rasse, das Greschlecht, das Alter, die Stallteinperatur, die Tageszeit, das Stehen und Liegen der Thiere mehr als bei anderen Thiergattungen von Einfluss. Wir fanden z. B. bei schweren Milchkühen in massig warmen Stallungen vor der Fütterung im Stehen 2036, im Liegen 2450, während des Wiederkäueiis im Stehen 2440 Atboinzüge. Bei liegenden, fetten ungarischen Schweinen fanden wir 810, bei englischen Schweinen mittlerer Grosse 14, bei baie-risehen Frischlingen IG18 Athemzüge. Bei Hunden fanden wir als untere Grenze 1014 bei grossen, 1416 bei mittelgrossen, 1620 Athemzüge bei kleinen Thieren.
Yerschiedene Angaben über die normale Athemfrequenz der Hausthiere. Weiss (Physiologie) fand bei Pferden 8 12, Rindern 12 bis 15, Schafen und Ziegen 1320, Hunden 1420 Athemzüge; Munk (Physiologie) bei Pferden 810 (Fohlen 10-13), Rindern 1215 (Kälbern 1820), Schafen und Ziegen 12-20, Hunden 1528, Katzen 20 bis 30 Athemzüge; Schmidt-Mülheim (Physiologie) bei Pferden 812, bei Rindern 1215, bei Schafen und Ziegen 1420, bei Hunden 1525, bei Katzen 2024 Athemzüge; Dieckerhoff (Pathologie) bei Pferden durchschnittlich 1011 (715) Athemzüge; May (das Rind) bei 4 Tage alten Killbern 5(5, bei 14 Tage alten 50, bei 5 Wochen alten 37, bei '/ajährigen Rindern 30, bei 1jährigen 27, 2jilhrigen 26, 49jährigen Kühen 3032,
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Abnorme Athcml'miuenz.
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bei 1'/jährigen Zuchtstieren 20, bei Cjiihrigen mageren Zugochsen 1516, bei Tjilhrigen gut genilhrten Zugochsen 1421, bei 8fljilhrigen gemästeten Ochsen 1838 Athemzüge; Harms (Kinderkrankheiten) gibt die Zahl beim Rinde im Mittel auf 1015, Zürn (Geflügelkrankheiten) bei 1l'/gjtlhlaquo; rigen Hühnern auf 48, Tauben GO70, Enten 4548 Athemzüge an. Zuntz, Lehmann amp; Hagemnnn (Landwirthschaftliche Jahrbücher XVIII Heft 1) beobachteten beim ruhenden Pferde 6 14 Athemzüge. Die Athem-grösse betrug beim ruhenden Pferde ca. 50 L. pro Minute im Mittel. Sussdorf (Ellenberger's vgl. Physiologie der Haussäugethiere, S. 90) gibt als Mittelzahlen an: Pferd 913, Rind 1521, Schaf und Ziege 1922, Schwein 1520, Hund 1520, Katze 20-30, Kaninchen 5060, Ratten und Meerschweinchen 100150, Mensch 1219, Walfisch 45. Nach Cadeac (Semiologie, Diagnostic et Traitement des Maladies des Animaux dornest. 1894) beträgt die Athemzahl im Mittel beim Pferd 12, Rind 18, Schaf und Ziege 1718, Schwein 13, Hund 20, Katze 22, Geflügel 40 bis 50 Züge pro Minute. Delafond gibt folgende Tabelle:
Pferde, jungnbsp; nbsp; 1415;nbsp; erwachsen 910;nbsp; alt 89.
Rinder, nbsp; nbsp; nbsp; 1821;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 15-18;nbsp; nbsp; 1215.
Schafe und Ziegen, ,nbsp; nbsp; nbsp; 1518;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;, 12-15;nbsp; nbsp;, 912.
Hunde, ,nbsp; nbsp; nbsp; 20-22;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 1618;nbsp; nbsp;, 1416.
Krankhaft beschleunigte Athmungsfrequenz. Eine krankhafte, die oben angegebenen Maximalzablon überschreitende Athem-frequenz kommt bei sehr vielen Krankheiten vor, sie hat daher für die Speoialdiagnose keinerlei pathognostische Bedeutung. Die Ursachen sind verschieden, nicht selten wirken mehrere gleichzeitig zusammen. Namentlich kommt bei sehr vielen fieberhaften Krankheiten neben dem eigentlichen Krankheitsprocess das Fieber mit als Ursache des beschleunigten Athmens in Betracht. Die wichtigsten Krankheiten sind folgende:
1. Verkleinerung des respirirenden Lungenparen-chyms durch Infiltration, Compression und Elasticitäts-verlust der Alveolen. Man findet so eine beschleunigte Athmungsfrequenz bei den wichtigsten Lungenkrankheiten: Lungenentzündung, Brustseuche (60 Athemzüge beim Pferde), Lungenödem (100 Athemzüge und darüber beim Pferd, 150 beim Hunde), Lungenemphysem (80 bis 120 Athemzüge nach starker Bewegung bei dämpfigen Pferden), Lungentuberkulose, Echinokokkenkrankheit, Lungenrotz, Lungentumoren, Compression der Lunge durch Pneumothorax, Hydrothorax, Pleuritis exsudativa, Hydropericardium, Meteorismus, Ascites, Geschwülste der Brust- und Bauchhöhle.
2. Verkleinerung des respirirenden Lunge nparenchym s durch zu starke Füllung der Alveolargefässe. Dieselbe findet statt bei aktiver und passiver Lungenhyperämie. Die letztere ist namentlich eine Folge von Erkrankungen des Herzens und Herz-
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Abnorme Athemfrequenz.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 121
beut els: Myocarditis, Endocarditis, Klappenfehler, Herzschwäche, Herzverfettung, Pericarditis. Am stärksten ist die Blutstauung bei der Insufficient der Mitralis und der Stenose des Ostium atrio-ven-triculare sinistrum.
3.nbsp; nbsp;Verengerung der zuführenden Luftwege. Dicselhe kommt vor beim Verscliluss der Nasenöffnungeu durch entzündliche Schwellung der Haut (Pctechialfieber), Verstopfung oder Compression der Nasenhöhle durch Sekrete und Neubildungen, Stenosen im Larynx (Entzündung, Polypen, Muskelatrophie) und in der Trachea (Tracheotoinie), sowie bei Verstopfung der Bronchien und Bronchiolen durch katarrhalische Sekrete, Croupmemhranen, Parasiten u. s. w. Im Uebrigen beobachtet man bei laryngealen und trachealen Stenosen zuweilen umgekehrt verlangsamtes Athmen.
4.nbsp; Schmerzhafte Empfindungen bei derAthembewegung. Die Athmung geschieht hiebei möglichst oberflächlich, wobei die mangelnde Tiefe durch eine höhere Frequenz der Athmung compensirt wird. Hie bezüglichen Krankheiten sind die Pleuritis im Beginne, schmerzhafte, namentlich rheumatische Entzündungen der Brustmuskeln, schmerzhafte Affectionen des Zwerchfells (Fremdkörper beim Rinde), Peritonitis und andere schmerzhafte Zustände in der Bauchhöhle,
5.nbsp; Krampfund Lähmung der Athemmuskeln. DicAthem-frequonz ist hier auf das höchste gesteigert. So steigt sie beispielsweise beim Starrkrampf des Pferdes auf 80 100 Athemzüge und darüber. Eine ähnliche Beschleunigung findet bei der Eklampsie der säugenden Hündinnen statt. Hieher gehört ferner die Steigerung der Athmung bei gewissen Athmungsgiften in Folge Erregung des Athmungscentrums (Blausäure, Atropin etc.).
6.nbsp; nbsp;Verarmung des Blutes an Sauerstoff-Hämoglobin. Dadurch, dass das Blut entweder eine geringere Zahl rother Blutkörperchen enthält, oder class die vorhandenen rothen Blutkörperchen hämoglobinärmer sind, oder dass sie die Fähigkeit verloren haben, Sauerstoff aufzunehmen, entstellt ebenfalls eine compensatorische Athmungsbeschleunigung. Ersteres gilt für die eigentlichen Blutkrankheiten: Anämie, Chlorose, pernieiöse Anämie und Leukämie, letzteres für die Ueberladung des Blutes mit Kohlensäure und irrespirablen oder giftigen Grasen (Kohlenoxyd).
7.nbsp; nbsp;Fieberhafte Temperatursteigerung. Hiebei scheinen verschiedene Factoren auf das Zustandekommen der Athmungsbeschleunigung einzuwirken (Erregung des Athmungscentrums durch
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AthmungsbowegungGU.
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die Bakteriengifte, die erhöhte Blutwänne und den rermehrtea Kohlenlaquo; Säuregehalt des Blutes; Oiroulationsstörungen, namentlich in der Lunge). Im Uebrigen muss hervorgehoben werden, dass nicht jedes Fieber die Athmung in demselben Grade beschleunigt, es kommt hiebei vielmehr ganz auf die Art und die Dauer sowie den Grad des Fiebers an. Eine starke Beschleunigung der Athmung findet man beispielsweise bei dem infectiösen Fieber der Rothlaufseuche des Schweins, beim septischen Fieber u. s. w. Langandauernde Fieber können ferner durch direkte Beschädigung der wichtigsten Körperorgane (Gehirn, Herz, Lunge) die Athmung beschleunigen. Endlich beobachtet man besonders hohe Frequenz der Athmung auf dem Höhepunkt des Fiebers, sowie in den ersten Tagen der eingetretenen üefervescenz.
Krankhaft verlangsamte Athmungsfrequenz. Im Gegensatze zu der Häufigkeit der Fälle von beschleunigter Athmungsfrequenz ist eine abnorme Verlangsamung derselben ziemlich selten. Man findet sie einestheils bei Stenosen der Nasenhöhle, des Kehlkopfs und der Luftröhre, bei welchen die Behinderung der Luftzufuhr durch eine Verlängerung des Inspirationsaktes ausgeglichen wird, anderntheils bei Gehirnkrankheiten (Gehirnentzündung, Dummkoller etc.), sowie in der A gone in Folge einer Abnahme der Erregbarkeit des Athmungsccntrums. Die Athmungsfrequenz kann bei den oben genannten Krankheiten bis zur Hälfte der normalen reducirt sein.
Endlich beobachtet man häufig Unregelmässigkeiten in dem Khythmus der Athmungsfrequenz, indem das Athmen bald langsamer, bald schneller geschieht. Diese Erscheinung ist ohne diagnostische Bedeutung. Besonders auffallend ist das Schwanken der Athmungsfrequenz beim Starrkrampf, wo dieselbe je nach der Intensität des Krampfes der Brust- und Bauchmuskulatur bald beschleunigt, bald verlangsamt ist.
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2. Die Athmungsbewegimgen.
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Die Athmungsbewegungen (Qualität der Athmung im Gegensatze zur Quantität oder Frequenz) sind für die Diagnostik nach verschiedenen Richtungen hin von Bedeutung. Es kommt zunächst in Betracht der Rhythmus der Athmungsbewegungen, worunter die regelmässige Aufeinanderfolge von Inspiration und Exspiration zu
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Atliiiuiiigsbuwcgungeii.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 123
verstehen ist. Von quot;Wichtigkeit ist ferner die Intensität (Tiefe) der Athembewegungen. Endlich ist der Athmungstypus (costaler, abdominaler, costo-abdominaler) bei gesunden und kranken Tbieren ein verschiedener.
Der Rhythmus der Athmungsbewegungen. Die Athmung setzt sicli zusammen aus Einathmung (Inspiration) und Ausathmung (Exspiration). Der regelmässige, geordnete, in den gleichen Zeitintervallen erfolgende Wechsel beider wird als Athmungsrhythmus bezeichnet. Derselbe geht normal in der Weise vor sich, dass zwischen Exspiration und Inspiration eine kleine Pause ist, während sich an die Inspiration die Exspiration unmittelbar anschliesst; je eine Inspiration und Exspiration bilden zusammen einen Atheinzug. Die Exspiration dauert meist etwas länger,- als die Inspiration. Die Einathmung wird fast ausschliesslich durch die aktive Contraction des Zwerchfells, die Ausathmung in der Hauptsache durch die Elasticität der Alveolarwandungcn der Lunge bewirkt. Dabei erweitern und verkleinern sich beide Thoraxhälften zu gleicher Zeit.
Eine Arhythmie, das heisst eine Unregelmässigkeit der Athmungsbewegungen, ist nicht immer ein Beweis von Krankheit. Bei ganz gesunden Thieren kann der normale Rhythmus der Athmung durch psychische Erregungen (Aufregung, Furcht, Freude) gestört werden, weil derselbe unter dem Einflüsse des Willens steht. Sogar eine in mehreren Absätzen, ruckweise erfolgende Inspiration, das sog. saccadirto Einathiuen, kommt sehr häufig hei gesunden Thieren, namentlich bei Hunden als eine willkürliche Abänderung des gewöhnlichen Athmungsrhythmus vor. Häufiger allerdings und aus-gesprochener findet man arhythmische Athmung bei kranken Thieren. So ist eine unverhältnissraässig lange Exspirationsdauer für das Lungenemphysem, und umgekehrt ein sehr langes Inspirations-stadium für die Stenosen der zuführenden Luftwege charakteristisch. Ausgesprochen saccadirte Inspiration soll bei der Echinokokkenkrankheit vorkommen. Stark arhythmisch ist die Athmung ferner bei schmerzhaften Aifectionen der Brustorgane, namentlich bei Pleuritis, bei Grehirnkrankhoiten und comatösen Zuständen, in der Ohnmacht und Agonie.
Eine besondere Forin der Arhythmie ist die Asymmetrie der Athmung, welche darin besteht, dass die Athmungsbewegungen auf beiden Thoraxhälften nicht zu gleicher Zeit und nicht in gleicher Intensität auftreten. Ueber diese für die Diagnose der Lungen-
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124nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Atlimungsbewegungeii.
soh wind sucht, Pnoumonio und Pleuritis des Menschen sehr wichtige Form von Athmungsarhythmie ist in der Thierheilkunde zur Zeit niclits Genaueres bekannt.
Das Cheyne Stokes'sche Athmungsphanomen, welches zuweilen bei Krankheiten des Herzens und der Aorta, bei Blutextravasaten, meningiti-schen Procossen und Tumoren im verlängerten Mark, sowie bei Uritmie in der Menschenheilkunde beobachtet wird und auch bei Thieren experimentell durch Druck (Extravasate) auf das verlängerte Mark hervorgerufen werden kann, ist dadurch gekennzeichnet, dass die Athmung in regel-mässigen kurzen Intervallen '[i'/laquo; Minute still steht. Diese Unterbrechung der Athmungsbewegungen durch vorübergehende vollkommene Atbmungslosigkeit wird durch eine starke Verminderung der Erregbarkeit d e s A t h m u n g s C e n t r u m s in der Medulla oblongata veranlasst. Als sonstige Ursachen für die Entstehung des Phänomens wurden angenommen : mangelhafte Zufuhr von arteriellem Blute zum nervösen Kespirationscentrum mit nachfolgender Ahnahme der Erregbarkeit desselben in Folge von Gehirn-Tumoren, Exsudaten (Stokes); periodisch wiederkehrende Gefässcontractionen mit nachfolgendem reichlichem Blut-zufluss (Apnoe) im verlängerten Mark (Fi lehne); Ernährungsstörungen in der Medulla oblongata in Folge von Gehirn-, Lungen- und Herzkrankheiten mit consecutiver Lähmung des Athmungscentrums (Rosenhacb). Das Cheyne-Stokes'sche Phänomen kommt auch bei Thieren vor. Storch (Oesterreich. Revue für Thierheilkunde 188'), S. 146) hat einen Fall bei einem sterbenden, an Petechialfieber erkrankten Pferde beschrieben. Er führt denselben auf einen Bluterguss in die Medulla oblongata zurück.
Die Intensität der Athmungsbewegungen. Schon im durchaus normalen Znstande ist die Intensität, das heisst die Tiefe der Athmungsbewegungen verschiedenen, und zwar nicht selten erheblichen Schwankungen unterworfen. Die Verschiedenartigkeit der Thier-gattungen und Einzelrassen, die anatomische Formation und Geräumigkeit des Brustkorbes, Form, Ausdehnung und Füllungszustand des Bauches, Ernährungszustand und Condition, sowie namentlich vorausgegangene Ruhe oder Bewegung bedingen ein derartiges Variiren der Athmungstiefc, dass es äusserst schwer ist, mittlere Normalwerthe für dieselbe aufzustellen. Jedenfalls ist die normale Intensität der Athmungsbewegungen bei den einzelnen Hausthier-gattungen gesondert zu erörtern. Man bestimmt die Tiefe der Athmung nach der Erweiterung der Nasenöfihungen, sowie nach der Stärke der Bewegung des Brustkorbes, Bauches (Flanke), Kehlkopfes und des Afters. Die normale Athmungstiefe stellt sich bei den einzelnen Hausthieren im Stande der Ruhe und nach der Bewegung im Allgemeinen folgendermassen dar.
Das Pferd athmet im Zustande der Ruhe bei der Inspiration entweder ohne oder mit kaum bemerkbarer Bewegung der
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Atlimungsbcwegungcu.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;125
Nasenflügel, ohne Bewegung des Kehlkopfes, dagegen mit sohwaoher
Bewegung des Brustkorbes zumal in seinem hintersten Theil (leichtes Heben und Nachvome/icheu der falschen Rippen mit dem unmittelbar anschliessenden Theil der Bauchwand, namentlich in der Nähe der letzten falschen Hippen und gegen die obere Flankengegend). Bei der Exspiration machen die Rippen dieselbe Bewegung wieder zurück nach hinten und unten, wobei gleichzeitig die gehobene oder schwach vorgewölbte Partie der Bauchwand wieder einsinkt. Hiebci findet zuweilen eine kaum bemerkbare ziehende Plankenbewegung statt. Nach vorausgegangener Bewegung ist bei gesunden Pferden neben einer Beschleunigung vor allem auch eine Intensitätssteigerung der Athmungsbewegungon mit lebhafterem Spiel der Nasenflügel, Erweiterung der unteren Nasenöi'fnungen, sichtbarer Bewegung des Kehlkopfs, verstärkten inspiratorisohen und exspiratorischen Bewegungen, sowie passiven Afterbewegungen zu beobachten. Im Einzelnen ist Folgendes wahrzunehmen: Bei der Einathmung werden die Nasenlöcher ziemlich gleichmiissig, der untere Theil jedoch etwas mehr als der obere, erweitert und nach sehr starkor Bewegung trompeten-förmigquot; oder dütenförmigquot; aufgebläht. Der Kehlkopf bewegt sich nach unten und hinten. Der Brustkorb zeigt ausgiebige Expansivbewegungen unter starkem Heben der Rippen. Gleichzeitig besteht eine mehr oder weniger ausgeprägte Thätigkeit der Bauchpresse in Form von Flankenschlagenquot; oder Ziehen mit den Flankenquot;. In Folge der starken Contraction des Zwerchfells bei forcirter Inspiration verengert sich das Lumen der Bauchhöhle, wodurch wegen der hiebei eintretenden Verdrängung des Mastdarmes nach hinten der After passive Bewegungen nach aussen macht. Bei der Exspiration äussert sich die gesteigerte Athmungsintensität darin, dass die erweiterten Nasenlöcher sich wieder mehr oder weniger verkleinern, der Kehlkopf wieder nach oben steigt, der Brustkorb zusammensinkt und der After wieder in seine frühere Lage zurückgeht. Zuweilen findet ausserdem eine starke active Betheiligung der Bauchpresse während der Exspiration statt. Bei gesunden Pferden verlieren sich diese gesteigerten in- und exspiratorischen Bewegungen sehr bald nach dem Aufhören der Bewegung. In den höchsten Graden der physiologisch gesteigerten Athmungsthätigkeit bleibt die inspiratorische Erweiterung der Nasenlöcher und des Brustkorbes zum guten Theil auch noch während der Exspiration bestehen.
Das Rind zeigt im Wesentlichen dieselben Athmungsbewegungen wie das Pferd. Die Nasenöffnungen sind jedoch in allen Fällen einer
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12Gnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; AthmungsbewegmigL'u.
intensiveren Inspiration nicht bios erweitert, sondern hauptsächlich auch verlängert, wobei die Verlängerung im Wesentlichen vom oberen (lateralen) Nasenwinkel ausgeht. In den höchsten Graden der physiologischen Dyspnoö sind die Nasenöffnungen starr erweitert, Kopf und Hals werden tief gehalten und gestreckt, das Maul geöffnet und die Zunge vorgestreckt. Aehnlich verhält es sich beim Schafo und bei der Ziege, bei welchen insbesondere die inspiratorische Verlängerung der Nasenöffnungen sehr deutlich hervortritt.
Beim Schwein werden während intensiverer Athmung im Momente der Inspiration die Nasenöffnungen unter Aufrichten der Rüsselscheibe, d. h. unter Vortreten (Vorwärtsbewegen) ihres Randes, namentlich des seitlichen Thciles, erweitert. Die Erweiterung ist jedoch den anatomischen Verhältnissen entsprechend nur eine geringe. Bei der Ausatlnming verengern sich die Nasenöffnungen wieder etwas, indem gleichzeitig die Rüsselscheibe ihre frühere Lage und GestaJt wieder einnimmt, d. h. ihr Band wieder zurücktritt. Bei sehr verstärkter Athmung sind diese Bewegungen am Bussel sehr ergiebig und lebhaft und treten auffällig zu Tage, die Nasenöffnungen bleiben dann moist ad maximum erweitert. Gleichzeitig sperren die Thiere dann wohl auch das Maul auf und strecken die Zunge vor. Dem entspricht endlich die Intensität der Bewegungen am Thorax und an der Bauchwand, wobei insbesondere starkes Ziehen mit den Flanken erfolgt. (AVeiteres siehe Dyspnoe.)
Beim Hunde wie auch beim Geflügel geben sich die intensiveren Athmungsbewegungen vor Allem durch das Atbmen mit geöffnetem Maule (sog. Hechelnquot;) mit Vorstrecken der Zunge kund. Doch sind auch hier lebhafte und deutliche, wenn auch aus anatomischen Gründen räumlich nur sehr beschränkte Bewegungen an den unteren Nasenöffnungen und den sie umschliessenden Weich-theilen bemerkbar. Die Bewegungen des Brustkorbes und insbesondere der Bauchwand (Flankenschlag) sind dabei sehr ergiebig.
Unter anormalen Verhältnissen, bei kranken Tbieren, sind die Athmungsbewegungen in ihrer Intensität gegenüber der Norm entweder abgeschwächt oder gesteigert. Eine Abschwächung der Athmungsbewegungen am Kopfe ist naturgemäss nicht möglich, sie kann nur am Thorax, wo sie ein- oder beiderseitig in einzelnen Fällen beobachtet wird, sowie ausserdem noch an der Baucbwand zur Wahrnehmung gelangen. Man findet die Athmungsintensität am Thorax abgeschwächt bei Lungenempbysem, Pleuritis, schmerzhaften Zuständen der Brustmuskulatur sowie in der Ohnmacht und
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Atlimungstypus.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 127
Agonie (Apnoe). Die Verminderung der Rippenbewegungen wird indessen meist durch eine vermehrte Thiitigkeit der Bauchwand sowie lebhafteres Spiel der Nasenflügel ausgeglichen. Eine abnorme Steigerung der Atlunungsbewegungen findet in allen denjenigen Krankheiten statt, bei welchen der Gasaustausch innerhalb der Lungenalveolen gestört ist. Vergl. die Einzelfälle im Kapitel über Dyspnoe.
Pneumographie. Analog der graphischen Darstellung des Pulses (vgl. S. 68) kann man auch die Atliembewogungen in Kurvenform darstellen. Es wird namentlich von französischen (Rodet) und italienischen (Boschetti) Klinikern empfohlen, bei der forensischen Feststellung des Dampfes der Pferde die Athembewegungen piienmographisch zu fixiren.
Der Athmungstypus. Bei allen Hausthieren mit Einschluss des Geflügels findet man unter normalen Verhältnissen an den Ath-mungsbewegungen sowohl den Brustkorb als auch die Bauchwandung betheiligt. Man nennt diese Art der Respiration den costo-abdominalen Athmungstypus. In Folge der Abflachung des Zwerchfells bei jeder Inspiration kommt neben einer Erweiterung des hinteren und unteren Theiles des Brustkorbes mit consecutivem Heben der Kippen gleichzeitig ein Vorwölben der unmittelbar am Thorax befindlichen Bauchwand zu Stande. Abweichungen von diesem normalen costo-abdominalen Athmungstypus werden nach zwei Richtungen hin beobachtet, indem entweder vorwiegend costaler oder abdominaler A thmungstypus auftritt.
Der costale oder pectorale Athmungstypus besteht in einer vorwiegenden Betheiligung des Brustkorbes am Zustandekommen der Atbmung, wobei die Bewegungen der Bauchwand zwar nicht ganz fehlen, aber doch hinter denjenigen des Thorax sehr zurückstehen. Man trifft diesen costalen Athmungstypus in allen solchen Krankhoits-zuständen, in welchen das Zwerchfell bei seiner respiratorischen Funktion gehemmt ist, so dass die inspiratorischen Hilfsmuskeln herangezogen werden müssen, welche eine forcirte Erweiterung des Brustkorbes mit starkem Heben und Senken der Rippen herbeiführen. Deshalb beobachtet man den costalen Typus hauptsächlich bei Zwerchfellslähmung, bei traumatischen und entzündlichen Affectionen des Zwerchfells und seiner serösen Ueberzüge, bei Peritonitis, bei Compression des Zwerchfells durch Ascites, Tympanitis, Hinterloibstumoren. Ausserdem findet man stark ausgesprochenes Costalathmon bei allen Lungenkrankheiten, hei welchen während des Einathmens der Zutritt der Luft zur Lunge
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128nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Atlmumgstypus.
behindert 1st) so namentlieh bei oroupösen, lobärcn Puoumonicn, Bl'UStseuohe, Compression der Lunge durch Hydrotliorax, bei Bronohiolltis, Lungenödem) Lungenatelektase, umfangreichen
chronischen interstitiellen Bindegewebszuhildungen und Tumoren, bei Stauuugsliyperiimie der Lunge nach Klappenfehlern, Stenosen der zuleitenden Luftwege.
Der abdominale Athmungstypus besteht in einer auffällig hervortretenden Bewegung der Bauchwand mit ganz geringer Bewegung der Hippen. Er ist besonders charakteristisch für das erste Stadium der Pleuritis, bei welcheiu wegen der grossen Schmerzhaftigkeit der entzündeten Pleura die Rippen mögliehst fixirt werden. Ausser-dem wird der Typus bei der Exspiration dann vorwiegend abdominal, wenn die Elastieität der Lungenalveolen, der Hauptfaktor der Exspiration, vermindert oder aufgehoben ist, so vor allem beim chronischen Lungenemphysem der Pferde, der Hauptursache des Dampfes derselben.
In diagnostischer Beziehung ist schliesslich hervorzuheben, dass nicht in jedem Einzellalle, in welchem nach theoretischen Erwägungen ein costaler oder abdominaler Athmungstypus zu erwarten ist, ein solcher thatsächlich auch beobachtet wird. Es kann nämlich durch verschiedene Nebenumstände die Art der Athinung beeiuflusst werden, so z. B. durch einen verschiedenartigen Füllungszustand des Hinterleibes, durch eine zufällige, schmerzhafte Affection der Atbmungs-muskeln, durch anatomische Besonderheiten im Bau des Thorax, durch individuelle Eigenarten u. s. w. Hieraus erklärt sich auch die Thatsache, dass in praxi ein ausschliesslich costaler oder abdominaler Athmungstypus selten ist. Am häufigsten findet man in Krankheiten einen verstärkten costo-abdominalen Athmungstypus.
Beim Menschen besteht hinsichtlich des Athmungstypus ein ausgesprochener Unterschied zwischen Mann und Weib. Der M a im zeigt einen costo-abdominalen Athmungstypus. Die Inspiration wird bei ihm, ähnlich wie bei allen unseren Hausthieren, männlichen und weiblichen, vorwiegend durch die Contraction des Zwerchfells bedingt. Das im erschlafften Zustande, also bei der Exspiration, kuppeiförmig in den Thoraxraum hineinragende Zwerchfell flacht sich bei der Contraction (Inspiration) ab, steigt tiefer herunter, verkleinert den Raum der Bauchhöhle und drängt hiebei sowohl die knorpeligen Theile der untersten Rippen, als auch die Bauchwand nach aussei!, wodurch der für den Mann charakteristische costo-abdominale Typus zu Stande kommt. Das Weib gebraucht bei der Inspiration weniger das Zwerchfell, als vielmehr in der Hauptsache die Intereostalmuskeln, sowie die Musculi scaleni; aus diesem Grunde treten bei der Inspiration die Bewegungen der Rippen stärker hervor und der
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Athmuugsgcrilusohe.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 129
Athmungstypus wird ein speoifisch costaler. Auch Kinder beiderlei Geschlechts zeigen wegen der grösseren Elasticitilt und Biegsamkeit ihrer Rippen den Costaltypus.
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3. Die Athmniigsgcräusche.
Normale Geräusche. An die Stelle der bei ruhenden gesunden Thieren in der Regel sich geräuschlos vollziehenden Athmung treten hei kranken Thieren zuweilen Athmungsgeräusche, das heisst ein schon in einer gewissen Entfernung vernehmbares geräuschvolles Athmon. Solche Athmungsgeräusche werden allerdings zuweilen auch hei gesunden Thieren, und zwar schon im Stande der Ruhe gehört. So beohachtet man bei vollgefressenen oder hochträchtigen Rindern schweren Schlages, namentlich bei Mastvieh, während des Liegens nicht selten ein ächzendes oder stöhnendes (kreistendesquot;) Geräusch beim Ausathmen, was insbesondere bei Nacbt in einem mit schwerem Vieh besetzten Stall einen eigenartigen Eindruck macht. Pferde lassen häufig im Stalle ein Schnauben, Ronchen, Schnubbern und ähnliche Geräusche vernehmen-, auch Rinder stossen bisweilen die Luft mit brausendem, blasendem oder zischendem Geräusche aus, so z. B. bei Annäherung von Personen. Langhaarige und wohlgenährte Hunde zeigen bei grosser Hitze schon im Stande der Ruhe ein beschleunigtes, geräuschvolles, ruckweise erfolgendes, lechzendes Athmen, das sog. Hecheln-, nach vorausgegangener Bewegung tritt dasselbe noch stärker hervor. Von grosser Bedeutung sind ferner die normal beim Pferde, zumal unter dem Reiter, bei der Bewegung auftretenden hörbaren Athmungsgeräusche. Nach sehr angestrengtem Rennen oder sehr schwerem Ziehen entsteht in Polge des starken Ein- und Ausströmens der Luft durch die oberen Luftwege so ziemlich bei den meisten Pferden ein in unmittelbarer Nähe hörbares, schnaufendes Athmungsgeräusch. Temperamentvolle Reitpferde lassen ferner nach Gerlach oftmals beim Galopp im Momente der Ex-spiration ein stossweises Schnieben oder Brausen hören, welches mit dem Neigen des Kopfes und Niedersetzen des Vordertheiles auf den Boden zusammenfällt. Andere Pferde lassen nach Dieckerhoff bisweilen bei vollständiger Gesundheit einen pfeifenden Inspirationston oder heim Herannehmen des Kopfes ein kurzes, stossweise erfolgendes, brummendes Exspirationsgeräusch wahrnehmen. Diese physiologischen Geräusche sind mitunter sehr schwer von den pathologischen ähnlichen Geräuschen zu unterscheiden, indem eine Grenze zwischen beiden
Friedberger u. Fröhner, Klinische Untersuchungsmothoden. 2. Aufl. 9
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mit Sicherheit nicht immer leicht zu ziehen ist. Es gilt dies namentlich für diejenigen Fcälle von Pfeiferdampf, bei welchen das pathologische Kespirationsgeräusch nicht sehr laut und deutlich ist. Die richtige Beurtheilung und Erkennung derartiger Fälle ist nur auf Grund einer sorgfältigen und fortgesetzten Beobachtung gesunder Pferde in den verschiedenen Dienstleistungen, namentlich aber unter dem Reiter und vor dem AVagen, möglich.
Abnorme Geräusche. Die bei krankhaften Zuständen der Athmungswege schon in der Entfernung hörbaren Athmungsgoräusche sind häufig schon im Zustande der Ruhe vernehmbar. Man hört dieselben bereits ehe man zur näheren Untersuchung des Respirationsapparates schreitet. Der Charakter dieser pathologischen Athmungs-goräusche ist je nach dem Orte, sowie nach der Art und Weise ihrer Entstehung ein verschiedenartiger, so dass derselbe oft diagnostisch verwerthet werden kann. Zur sicheren Bestimmung der Ursache und des Ortes der Entstehung ist indessen meist eine gleichzeitige genauere regionäre Untersuchung nothwendig. Nicht selten hat man es ferner mit combinirten, auf mehrfache Ursachen zurückzuführenden Geräuschen zu thun. Dies hat zur Folge, dass sich die Art dieser Geräusche schwer bezeichnen lässt, und dass man genöthigt ist, für ein Geräusch mehrere Namen zu wählen. Die wichtigsten pathologischen Athmungsgeräuschc sind folgende:
a) Das schniebende oder schniefende Athmungsgeräusch. Dasselbe ist im Wesentlichen ein Stenosengeräusch der Nase und kann je nach der Ursache der Verengerung einen verschiedenartigen Charakter besitzen. Ist der Luftweg vom Naseneingang bis zu den Choanen an irgend einer Stelle einfach verengert, so dass der Luftstrom durch diese Partie in forcirter Weise ein- und austreten inuss, so hört man ein einfaches, trockenes Schnieben, welches auch als lautes, blasendes Nasalgeräusch bezeichnet wird. Man beobachtet dieses Schnieben bei Neubildungen in der Nasenhöhle, Verengerung des Naseneinganges durch Schwellung der Nasenflügel, Stenosirung der Nasengänge durch Vergrösserung der Conchen, Verbiegung der Knochen u. s. w. Dagegen entsteht ein schnarrendes, rasselndes Nasalgeräusch, wenn die Weichtheile in der Umgebung der zuführenden Luftwege locker geschwollen und daher leicht beweglich, oder wenn sie mit reichlichen Entzündungsprodukten belegt sind, welche beim Ein- und Ausathmen durch den forcirten Luftstrom mit in Schwingungen versetzt werden. Dies ist der Fall bei den catarrha-
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Athmungsgerilusche.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 131
lischen, crouj)ösen und diphtheritischen Entzündungszuständen der Nasenscldeimhaut, weshalb das nasale Rasselgeräusch unter Anderem beim Petechialfieber und ^Nasenrotz, sowie bei der croupösen lihinitis der Pferde, beim bösartigen Katarrhaliieber des Rindes, bei der Staupe der Hunde und Katzen, beim sog. Schafrotz, bei der Scbnüffel-kranklicit der Schweine u. s. w. beobachtet wird. Eine besondere Art von Nasalgeräusch entsteht beim Pferde im Verlaufe der Brustseuche durch vorübergehende Verklebung derjenigen Partie der Nasenschleim-baut, welche sich mit der Haut des falschen Nasenloches vereinigt, mit dem gegenüberliegenden Theile der Nasensclileimhaut. Liautard hat dieses Geräusch als Tropfengeräuschquot;, Dieckerhoff als klatschenden Nasaltonquot; bezeichnet.
b)nbsp; Das schnarchende Athnumgsgeräuscb. Das Schnarchen im eigentlichen Sinne, wie es zum Beispiel beim Menschen auftritt, wird durch hörbare Schwingungen des erschlafften Gaumensegels erzeugt, Die Entstehungsursachc des schnarchenden Athmungs-geräusches bei den Hausthieren ist meist eine andere. Man findet dasselbe am häutigsten bei schweren Entzündungszuständen der Raohensohleimhaut und bei Zwerchfellsruptur des Pferdes.
c)nbsp; Das röchelnde Athmungsgeräusoh. Dasselbe ist dem vorigen sehr ähnlich und wird häutig mit demselben verwechselt. Es kommt ausserdem zuweilen mit dem schnarchenden Geräusch comhinirt vor. Seinem Wesen nach ist es als laryngeales Stenosengeräusch aufzufassen, welches z. B. in typischer Weise bei der Gebärparese des Rindes, sowie in der Agone in Folge Lähmung der Stimmritzen-erweiterer entsteht. Auch bei anderen Kehlkopfkrankheiten,, insbesondere bei Kehlkopfsoronp und Glottisödem, sowie bei Tracheal-croup (Tracheal-Stenose) und chronischem Luftsackkatarrh mit starker Anfüliung des Luftsackes (Pharyngcal-Stenose) findet man zuweilen röchelnde Athmungsgeräusche. Bedingung für das Zustandekommen dieses Atlunungsgeräusches ist aussei- der Stenose eine nicht zu starke Respiration. Bei sehr kräftiger Inspiration verwandelt sich nämlich das röchelnde Geräusch in das rohrende oder pfeifende.
d)nbsp; nbsp;Das pfeifende Atinnungsgeräuscli. Dasselbe ist wie das vorhergebende ein laryngeales Stenosengeräusch, welches zum Unterschied von dem röchelnden Geräusch bei sehr starker Verengerung der Stimmritze sowie bei kräftiger Inspiration entsteht. Man bezeichnet die verschiedenen Arten des pfeifenden Athinungs-geräusches als Hicmen, Giemen, Zischen, Pfeifen, Rohren, Kreischen, Brüllen etc. Am ausgesprochensten findet man es beim
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Athmungsgerä usche.
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Pfeiferdampf (Rohren) der Pferde. Ausserdem entstellt es bei schweren Laryngiten mit starker Verengerung der Stimmritze, bei Keblkopfspolypen und Traohealstenosen, sowie bei der diphtheritisohen Laryngitis des GreHügels. Nah verwandt damit ist das keuchende Atbmungsgeräusch, welches z. E. bei der Pharynxangina der Schweine häufig getroffen wird.
e) Das rasselnde Atbmungsgeräusch. Man versteht darunter feuchte, namentlich in der Rachenhöhle und am Eingang des Kehlkopfes, aber auch in der Xasenhöhle, Inder Luftröhre und in den grösseren Bronchien entstehende Geräusche. Je nach der Beschaffenheit der daselbst befindlichen Entzüudungsproducte sind die Rasselgeräusche verschieden. Worden durch den in- und exspiratori-schen Luftstrom seröse, schleimige oder eiterige Massen in Bewegung gesetzt, so erhält man den Eindruck von Schleimrasscln, Blasenwerfen oder Gurgeln, während bei der fiottirenden Bewegung von Croupmembranen oder geschwollenen Schleimhautpartien mehr ein Schlottern oder Schnurren zu vornehmen ist. Beide Arten von Rasselgeräuschen kommen sehr häufig vor. Man beobachtet sie z. B. bei Druse, croupöser Laryngitis und Bronchitis, Bronchorrhoe, Ka-tarrhaltieber, Pharyngitis, Staupe der Hunde.
Niesen. Dasselbe entsteht als refiectorische Bewegung in Folge eines auf die Nasenschleimhaut einwirkenden Reizes (Fromdkörper, Katarrh, Parasiten). Seinem Wesen nach ist es als stossweise, explosive Ex-spiration durch die Nase zu bezeichnen. Man findet es am häufigsten als Symptom des Nasenkatarrhs bei Fleischfressern und beim Geflügel, so insbesondere beim primären Nasenkatarrh und bei der Staupe der Hunde und Katzen, bei der Pentastomumkrankheit der Hunde, beim Nasenkatarrh und bei der Oestruslarvenkrankheit der Schafe, bei der Geflügeldiphtherie. Ein analoges Geräusch kommt beim Pferde als sog. Ausbrausenquot; oder Ausprustenquot; vor.
Seufzen. Dasselbe besteht in einer tiefen, allmäblig zunehmenden, verlängerten Inspiration mit darauf folgender Exspiration. Man findet es nicht selten bei nervösen, aber sonst gesunden Hunden, bei gesunden, voll-gefressenen Rindern während des Liegens, bei gesunden Pferden während der Stallruhe u. s. w. Als ein Symptom von speeifisch diagnostischer Bedeutung kann somit das Seufzen nicht angesprochen werden.
Schluchzen (Singultus). Man versteht darunter krampfhafte, kurz abgebrochene, schnell aufeinander folgende Inspirationen, welche durch Zwerchfellscontractionen ausgelöst werden. Man findet es zuweilen bei nervösen Hunden (Neurose der Nervi phrenici?), im Verlaufe der Staupe der Hunde, beim Zwerchfellskrampf der Pferde, bei Entzündung des peri-tonealen Zwerchfellsüberzuges. Ein ähnliches Geräusch wird bisweilen beim Geflügeltyphoid beobachtet, wobei natürlich die Entstehungsweise eine andere ist. Einen eigenthümlichen Ton bei der Luftsackmilbenkrankheit der Hühner (Cystoleichus sarcoptoides), wie wenn ein Fremdkörper in den
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Athcmnoth.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 183
oberen Theil des Kehlkopfes gelangt wäre, hat Zürn beschrieben. üeber den Husten wird später in einem besonderen Kapitel, über das Gähnen bei der Untersuchung des Digestionsapparates die Rede sei'i.
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4. Die Athemnoth oder Schwerathinlgkeit (Dyspnoe)laquo;
Definition. Als Sohwerathmigkeit, Athemnoth oder Dyspnoe bezeichnet man im Allgemeinen jede krankhaft beschleunigte, insbesondere aber jede krankhaft angestrengte Athnmng. In den meisten Fällen ist die Athmung bei Dyspnoe sowohl angestrengt, als auch beschleunigt. Die letzte Ursache der Dyspnoe besteht bekanntlich in einem abnorm verminderten Sauerstoffgehalt bei abnorm vermehrtem Kohlensäuregehalte des Blutes. Die Athemnoth ist eine Begleiterscheinung vieler Krankheiten. Sie ist bereits in den vorhergehenden Kapiteln zum Theil berührt worden, so bei der Respirationsfrequenz, den Respirationsbewegungen und Atlnnungsgeiäuschen. An dieser Stelle sollen hauptsächlich die einzelnen Arten der Dyspnoe sowie ihre klinischen, für die Diagnostik wichtigen Erscheinungen in zusammenfassender Weise besprochen werden.
Eintheilung. Je nach dem Sitze des Athmungshindernisses hat man die Dyspnoe eingetheilt in eine nasale Dyspnoe (Nasen-schwerathmigkeit, Dyspnoe nasalis), eine laryngeale Dyspnoe (Kehlkopfschwerathmigkeit, Dyspnoe laryngealis), eine tracheale Dyspnoe (Luftröhrenscliwerathmigkeit, Dyspnoe trachealis) und eine pulmonale Dyspnoe (Lungensclnverathmigkeit, Dyspnoe pulmo-nalis). Diese Eintheilung ist für die Zwecke der Specialdiagnostik sehr geeignet. Vom allgemeinen diagnostischen Standpunkte aus empfiehlt sich indessen mehr die nachstehende Classification, welche wir unseren Erörterungen über die klinischen Erscheinungen der Dyspnoe zu Grunde legen werden. Darnach unterscheidet man:
A.nbsp; nbsp;Die Dyspnoö im weiteren Sinne, welche hauptsächlich in einer Beschleunigung der Athmungsfrequenz besteht.
B.nbsp; Die Dyspnoe im engeren Sinne, bei welcher die Athmung vorwiegend angestrengt, erschwert ist. Die Dyspnoe im engeren Sinn tritt wieder in 3 verschiedenen Unterarten auf:
a)nbsp; nbsp;Als inspiratorische Dyspnoe mit ausschliesslich oder hauptsächlich erschwerter Inspiration.
b)nbsp; nbsp;Als exspiratorische Dyspnoe mit vorwiegend angestrengter Exspiration.
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134nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Atliemnoth.
c) Als gemischte Dyspnoö mit ziemlich gleichmässig erschwerter In- und Exspiration.
Die Dyspnoe im weiteren Sinn. Die krankhafte Beschleunigung der Athnumg ohne gleichzeitige stärkere Anstrengung der letzteren ist durch ein sehr frequent es, dabei aber oberflächliches Athmen gekennzeichnet. Nur die Nasenöffnungen werden sichtbar und abnorm erweitert, während die Bewegungen der Rippen und der Bauchwand wenig sichtbar sind. Man findet diese Art von Dyspnoe am relativ häutigsten bei schmerzhaften Affectionen der Pleura, des Zwerchfells, der Rippen sowie der inspiratorischen und exspiratorischen Hilfsmuskeln, bei welchen die Thiere die Athmungsbewegungen möglichst einzuschränken und durch Beschleunigung der Respiration zu compensiren suchen. Ausserdem wird sie bei Anämie, Chlorose und Leukämie, bei manchen fielder haften Zuständen sowie endlich als Reflexerscheinung bei Erki-ankung von Organen beobachtet, welche zu der Athnumg in keiner directen Beziehung stehen (schmerzhafte Gelenkentzündungen, Spat, Hufkrankheiten).
Die inspiratorische Dyspnoö. Eine vorwiegende Schwerathmig-keit beim Einathmen findet man bei solchen Krankheitszuständen, bei welchen dem Eintritte der Luft in die Lungen Hindernisse im Wege stehen. Die Thiere suchen hiebei durch forcirte inspiratorische Athmungsbewegungen das Einströmen der Luft in die Lungen zu erleichtern. Neben einer gesteigerten Thätigkeit des Zwerchfells, des Hauptinspirators, werden sämmtlicho zur Verfügung stehende inspiratorische .Hilfsmuskeln in Action gesetzt. Als solche sind bezüglich der Erweiterung des Thorax zu nennen der breite gezahnte Muskel (M. serratus anticus major hom.), der kleine gezahnte Muskel (M. serratus posticus superior hom.), die äusseren Zwischenrippenmuskeln (Mm. intercostales), die Rippenheher (Mm. levatores costarum), der gemeinschaftliche Rippenmuskel (M. iliocostalis hom.), der Quermuskel der Rippen (M. sternalis s. transversus costarum), der lange Rückenmuskel (M. longis-simus dorsi), der Rippenhalswirbelmuskel (M. scalenus hom.). Hiezu kommen noch die zur Erweiterung der Nasenüffnungen und der Stimmritze dienenden Muskeln.
Die Erscheinungen der inspiratorischen Dyspnoe sind folgende. Die Nasenlöcher werden namentlich beim Pferde in ihrer unteren Partie sehr stark, oft trompetenförmig erweitert. Andere Thiere,
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Atheirmoth.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;135
so der Hund und das Geflügel, bei schwerer Dyspnoe auch die quot;Wiederkäuer und das Schwein, athmon mit geöffnetem Maule. Einzelne Hunde athraen wohl aucli durch die Maulwinkel unter Einziehung der Backenwand bei geschlossenem Maule. Kopf und Hals werden insbesondere beim Rind gestreckt gehalten, um dem Inspirationsstrom einen möglichst geraden und kurzen Weg zu verschaffen, zum Tlieil auch um mit den vom Kopfe, Kehlkopfe und Halse zum Thorax verlaufenden Muskeln eine inspiratorische Nebenwirkung zu erzielen (Brustheinkiefer-, Brustschild-, Brustzungenbein-Muskel). Der Kehlkopf wird stärker nach abwärts gezogen, die Stimmritze ad maximum erweitert, was namentlich beim Geflügel leicht zu constatiren ist. Zuweilen wird ein inspiratorisches Athmungsgeräusch hörbar. Der Athmungstypus ist ein vorherrschend costaler, zuweilen auch ein verstärkter costo-abdominaler. Der Thorax wird nach allen seinen Dimensionen erweitert, die Rippen, hauptsächlich die falschen Rippen, werden stark gehoben und nach vorwärts bewegt, die Wirbelsäule wird gestreckt und der ganze Brustkorb in der Richtung nach vorwärts geschoben. Häufig sieht man auch, so namentlich beim Rind, die Vordergliedmassen weit auseinander gestellt und in dieser gespreizten Stellung fixirt, wobei die Ellenbogen vom Thorax abstehen. Diese Stelhmg hat die Folge, dass auch die gemeinschaftlichen Muskeln der Vordergliedmassen zur Erweiterung des Brustkorbes herangezogen werden, und der Thorax selbst zwischen beiden Vorderextremitäten mehr Spielraum gewinnt. Hunde und Schweine nehmen hiebei gerne eine sitzende Stellung ein. In besonderen Fällen, wenn die Lunge der Ausdehnung des Brustkorbes nicht zu folgen vermag, wird auch eine passive Einziehung der vorderen Brustapertur, der Zwischenrippenräume sowie der Bauchwand beobachtet, letzteres z. B. bei der Staupepneumonie der Hunde. Schliesslich ist die Gesammtdauer der Inspiration im Vergleich zur Exspiration ganz erheblich verlängert. Die Krankheiten, bei welchen eine inspiratorische Dyspnoe beobachtet wird, sind sehr zahlreich. Alle Erkrankungen der Luftwege und der Lunge, welche den Zutritt der atmosphärischen Luft zu den Lungenalveolen erschweren, bedingen inspiratorische Athem-noth. Hieher gehören demnach Beengung der K aseneingänge, Stenosen der Nasenhöhlen, des Pharynx, Larynx und der Trachea, starke katarrhalische, phlegmonöse, croupöse und diphtheritische Entzündung der Schleimhaut der Nasenhöhle, des Schlundkop fe s, Kehlkopfes, der Trachea und der Bronchien, Lähmung der linksseitigen Ringgiesskannen-
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13(3nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Athemnoth.
inuskel des Kehlkopfes mit consocutivei' Stimnibandlähnmng beim Pfeiferdampf der Pferde, Glottisödem, K ehlkopfpolypen, L u n g e n h y p e r ä m i e, L u n g e 11 ö d e m, L u n g e n b 1 u t u n g, B r o n-chiolitis, verminöse und diffuse Bronchitis, die verschiedenen Formen der P ne u m on ie (Brustseuchc, croupöse, katarrhalische, rotzige, verminöse, mykotische, tuberkulöse, kiisige Pneunionie, Fremdkörper-pneumonie, Staupepneumonie, Luiigenseucbepiieunionie, Scliweine-seuchepneumonie, Actinomykose der Lunge), Neubildungen in der Lunge u. s. w. Endlich findet mmi inspiratoriscbe Dyspnoe bei allen Störungen der inspiratorischen Tbätigkeit des Zwerchfells (Erschlaffung, Lähmung, Zerreissung, Tympanitis, Druck ascitischer Flüssigkeit).
Die exspiratorische Dyspnoe. Eine ausgesprochene Athemnoth bei der Exspiration entsteht dann, wenn der Austritt der Athmungsluft aus den Lungen gestört ist. Die bei der normalen Ausathmung thätigen Kräfte sind bekanntlich im Wesentlichen passiver Natur. Sie bestehen in der passiven Retraction der elastischen, bei der Inspiration stark erweiterten Lungenalveolen und im passiven Zurücksinken des Thorax und Zwerchfells sowie der Baucheingeweide, entsprechend der Volumsverminderuug der Lunge. Kann einer dieser physiologischen Factoren der Exspiration abnormer Weise überhaupt nicht oder nur unvollständig functioniren, so werden vor allem gewisse activ wirkende Muskelgruppen, die sog. Hilf-Exspirations-muskeln, zum Ausgleich in Thätigkeit gesetzt. Die wichtigsten, bei der exspiratorischcn Dyspnoe in Action tretenden Exspirations-muskcln sind die Bauchmuskeln (die Bauchpresse), und zwar insbesondere der äussero und der innere schiefe (M. obliquus ab-dominis externus et internus) sowie der Querbauchmuskel (M. trans versus abdominis). Sie werden in ihrer Wirkung durch andere, wenn auch schwächere Exspiratoren unterstützt, so durch die inneren Zwischenri ppenmuskeln (Mm. intercostales intern!), die hintere Portion des kleinen gezahnten Muskels (M. serratus posticus inferior hom.) und den Bru stbeinrippenmuskel (M. triangularis sterni).
Die Erscheinungen der exspiratorischen Dyspnoe sind im Wesentlichen die einer starken Contraction der Bauchpresse. Dieselbe äussert sich in hoebgradigen Fällen als sog. Flankenschlagenquot; oder Bauch seil lagenquot;, das heisst in sehr ausgiebigen Bewegungen der Bauchdecken unter starker Verkleinerung der Bauchhöhle und
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Athemnoth.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;137
erheblicher Verinin(leriinlt;f des Bauchunifanges. Mil dem Höhepunkt der Contraction wird hiehei namentlich die obere Flanke stark hervorgetrieben und die Bauchdecke in der Costalgegend und zwar im Verlaufe der Knorpel der falschen Rippen sichtbar eingezogen; man bezeichnet dies beim Pferd als Dampfrinnequot;. Gleichzeitig wird, ähnlich wie bei der Defäcation, in Folge der starken Compression der Bauchdecken und der hiedurch bedingten Dnicksteigerung in der Bauchhöhle der After bei jeder Bxspiration nach hinten mehr oder weniger deutlich hervorgedrängt (sog. Afterbewegungenquot;). Bei der exspiratorischen Dyspnoe der Pferde, insbesondere bei der als Bauchschlägigkeit bezeichneten Form der Dämpfigkeit, ist die Aus-athmung häutig eine doppelschlägigequot;, das heisst eine in Folge momentaner Unterbrechung in zwei Absätzen erfolgende. Nach dem Vorgange von Gerlach ist diese doppelschlägigc Exspiration in der Weise zu erklären, dass der erste Absatz die gewöhnliche passive, an jede Inspiration sich anschliessende Exspirationsbewegung darstellt, während der zweite, stärker hervortretende Absatz als Effect der activen Contraction der Bauchpresse aufzufassen ist. Bei stark ausgeprägter doppelschlägiger Exspiration wird auch neben der deutlichen doppelten Flankenbewegung ein zweimaliges Hervordrängen des Afters beobachtet. Im Uebrigen ist die sichtbare Wirkung einer starken Compression der Bauchmuskeln nicht bei allen Thieren gleich. Die anatomische Beschaffenheit des Thorax, die Elasticität der falschen Rippen, der Füllungszustand der Gedärme, die Formation des Hinterleibes, die Oontractionsfähigkeit der Bauchmuskeln sind speciell beim Pferde individuell so verschieden, class ein und dieselbe mit ex-spiratorischer Dyspnoe verlaufende Krankheit bei dem einen Pferde ausgesprochenes doppelschlägiges Athmen mit tiefer Dampfrinne und lebhaften Afterbewegungen, bei einem anderen dagegen nur eine massige Verstärkung der Ausathmung zur Folge hat. Aus diesem Grunde und mit Berücksichtigung des Umstandes, dass Flankenschlagen, Rinnenbildung, Afterbewegung und doppelschlägiges Athmen bei verschiedenen Krankheiten vorkommen, besitzt keines dieser exspiratori-schen Phänomene eine speeifische diagnostische Bedeutung, was insbesondere im Hinblick auf das Pferd hervorzuheben ist. Weitere Symptome der exspiratorischen Schwerathmigkeit sind: Erweiterung der Nasenöffnungen, unter Umständen hörbares exspiratorisches Athmungsgeräusch, ein vorwiegend abdominaler Athmungstypus sowie eine auffallende Verlangsamung und Verlängerung des Exspirations-actes im Verhältniss zur kurzen Dauer der Inspiration.
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138nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Athemnoth,
Diejenige Krankheit, bei welcher namentlich nach vorausgegangener Bewegung am ausgeprägtesten eine exspiratorische Dyspnoe beobachtet wird, ist das chronische alveolare oder substantielle Lungenemphysem, welches am häufigsten beim Pferd und Hund vorkommt und bei ersterem die wichtigste Form der Dämpfigkeit darstellt. Das Wesen dieser Lungenkrankheit besteht in einer verminderten Elasticität der Alveolar Wandungen und einer abnormen Erweiterung der Lungenalveolen, was eine exspiratorische Funktionsunfäliigkeit des Lungengewebes zur Folge hat. Auch beim acuten interlobulären Lungenemphysein des Rindes, bei t h e i 1 w e i s e r Verwachsung der Lunge mit d e r Rippen wand im Anschlüsse an eine adhäsive Pleuritis, sowie bei ausgedehnten Bronchiektasien besteht ein Unvermögen der entsprechenden Lungenpartie, sich zu retrahiren und damit exspiratorische Dyspnoe. Beim Menschen entstellt endlich eine rein exspiratorische Dyspnoö dann, wenn bewegliche, unterhalb der Glottis sitzende Greschwülste, Fremdkörper oder Croupmembranen durch den exspira-torischen Luftstrom gegen die Stimmritze getrieben werden und sie ventilartig verschliessen. Aehnliche Zustände können auch bei den Hausthieren vorkommen; es ist indessen hierüber sehr wenig bekannt.
Die gemischte Dyspnoe. Man versteht darunter solche Athem-boschwerden, bei welchen sich Inspiration und Exspiration ziemlich gloichmässig betheiligen. Die gemischte Dyspnoe kommt im Vergleich zur exspiratorischen und inspiratorischen wesentlich häufiger vor. Ihre Erscheinungen setzen sich natur-gemäss aus denjenigen der eben erwähnten beiden Formen zusammen. Man findet die gemischte Dyspnoö bei sehr vielen Krankheiten der Respirationsorgane, des Herzens, bei den meisten fieberhaften Organ-Affectionen, bei Hydrothorax und Pneumothorax, bei vielen Infectionskrankheiten, bei den constitutionellen Blutkrankheiten (Anämie, Leukämie), nach starken Blutverlusten, bei hochgradiger Erschöpfung, nach chronischen Krankheiten, bei Kolik, Tetanus, Vergiftungen, beim Liegen seil werkranker Thiere auf einer Seite u. s. w. Alle die Krankheiten im Einzelnen aufzuführen, welche mit gemischter Dyspnoe verlaufen, würde zu weit führen, da ihre Zahl, wie schon aus dem Obigen hervorgeht, eine ausserordcntlich grosso ist.
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Ausgeathmote Luft.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 139
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5. Die ausgeathmete Luft.
Die Untersuchung der Beschaffenheit der ausgeathmeten Luft ist bei manchen Krankheiten des Pferdes, Rindes, Hundes u. s. w. von erheblicher diagnostischer Bedeutung. Wenn man von der zur Zeit in ihrem Werthe noch immer sehr fraglichen bakteriologischen Untersuchung der ausgeathmeten Luft bei Infectionskrankheiten absieht, wie sie beispielsweise unter Benützung des Oondensationswassers der Exspirationsluft bei der Brustseuche der Pferde empfohlen worden ist, so kommen als Faktoren bei der klinischen Untersuchung der ausgeathmeten Luft die nachstehenden 3 in Betracht:
a)nbsp; Die Temperatur.
b)nbsp; Die Stärke des Luftstromes.
c)nbsp; Der Greruch.
a)nbsp; Die Temperatur. Die Feststellung derselben erfolgt mittelst der vor die Nasenöifnungen gehaltenen Hand und durch Vergleichung mit der Lufttemperatur gesunder Thicre. In letzterer Hinsicht ist zur möglichst richtigen und objektiven Bemessung der abnormen Temperatur eine häufige Vorübung bei gesunden Thieren unerläss-liche Bedingung. Die Temperatur der ausgeathmeten Luft ist in Krankheiten entweder erhöht oder vermindert. Eine erhöhte Temperatur findet man bei allen hochgradigen Fiebern, bei Lungen-hyperämie und Lungenentzündung, beim Nasenkatarrh der Pferde, sowie bei Pharyngitis. Abnorm nieder ist die Temperatur der ausgeathmeten Luft bei subnormaler Körpertemperatur, hochgradiger allgemeiner Anämie, innerer Verblutung, in Collapszuständen, sowie gegen das tödtliche Ende vieler Krankheiten, namentlich bei Vergiftungen.
b)nbsp; Die Stärke des Luftstromes. Dieselbe wird ebenfalls durch Vorhalten der Hand vor die Nasenöffnungen ermittelt. Für diagnostische Zwecke kommt hiebe! weniger die verschiedene Intensität des Luftstromes bei den einzelnen Graden der Dyspnoe, als vielmehr die üngleichartigkeit der Stromstärke an beiden Nasenöffnungen bei einseitiger Verengerung oder Verlegung der Luftwege am Kopfe in Betracht. Man beobachtet nämlich zuweilen, dass der exspiratorische Luftstrom an einer Nasenöffnung im Vergleich zur andern schwächer oder selbst gar nicht gefühlt wird. Der Unterschied gelangt am deutlichsten zur Wahrnehmung bei abwechslungsweisem Zuhalten des einen Nasenloches und Untersuchung der Luft-
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X40nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Ausgoathmete Luft.
stärke am andern. Kin einseitig schwacher oder ganz fehlender Luftstrom ist pathognostisoh für Stenosen in der Nasenhöhle, wie sie durch Neubildungen daselbst, durch starke Schwellung der Nasenschleimhaut, Vergrössorung der Conchen, Tn-fractionen der Nasenbeine bedingt werden.
c) Der Geruch. Man prüft denselben durch Beriechen der ausgeathmeten Luft, welche hei gesunden Thieren keinen auffälligen Geruch zeigt. Es ist indessen hiebei für den Untersuchenden eine gewisse Vorsicht geboten, da z. B. bei rotzkranken Pferden, wenn sie etwa gerade ausbrausen, die Gefahr einer Ansteckung droht. Ein übler Geruch der ausgeathmeten Luft kommt in mannigfaltigen Graden bei bestimmten Krankheiten der Luftwege und der Lungen vor; die richtige Beurtheilung desselben ist daher in jedem Falle von grosser Bedeutung für die Diagnose. Man unterscheidet einen schwach Übeln, einen fauligen, süsslichen, süsslich-fauligen, jauchigen, brandigen, scharfen und stechenden Geruch. Nicht selten findet man insbesondere beim jauchigen und brandigen Geruch auch die Umgebung der kranken Thiere, oft sogar den ganzen Stallraum verpestet. Bie Ursachen des üblen Geruches sind in derFäulniss von thierischem Gewebe zusuchen. Es kommen hier in Betracht: faulende eiterige, liiimorrluigische, croupöse und diph-theritische Exsudate in der Nasenhöhle und ihren Nebenhöhlen, im Luftsacke, im Pharynx, Larynx, in der Luftröhre und in den Bronchien-, jauchiger Zerfall von Geschwüren und Neubildungen ebendaselbst; Nekrose der benachbarten Knochen; brandiger und eiteriger Zerfall des Lungengewebes; Zersetzung des in erweiterten Bronchien angesammelten katarrhalischen Sekrets etc. Hieraus erhellt, dass eine grosse Zaiil von Krankheitszuständen einen üblen Geruch der ausgeathmeten Luft bedingen kann. Die wichtigsten derselben sind: chronische Rhinitis (Ozaena, Stinknase), chronischer Kiefer-und Stirnhöhlenkatarrh, chronischer Luf tsack k a tarr h, Croup und Diphtheritis der Nase, des Kehlkopfes, der Trachea und der Bronchien, die Staupe der Hunde, der sog. Schafrotz, das Petechialfieber der Pferde, das Katar r half i e b e r des Rindes, ulcerirende Sarkome, Angiome und Carcinome der Nase, Zahncaries, Periostitis alveolaris, schwere Pharyngiten, L u n g e n c a v e r n e n, L im g e n b r a n d (brandige Premdkörper-pneumonie), Bronchiektasien.
Von grosser diagnostischer Bedeutung ist ferner die Ermittlung der Quelle des üblen Geruches. Zunächst muss bestimmt
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Nasonausfluss.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;141
werden, ob ein einseitiger oder beiderseitiger übler Greruch bestellt. Bei ausschliesslich einseitigem üblem Groruche kann die Quelle nur in der betreffenden Nasenhöhle, deren Noben-liöhlen oder im Luftsacke liegen. Dagegen ist bei beiderseitigem üblem Gerüche eine grosse Wiihrschoinlichkeit dafür vorhanden, dass der Lokalherd in der Lunge, in der Trachea, im Kehlkopf oder im Sohlundkopf sich befindet. Dies ist mit Sicherheit dann anzunehmen, wenn der üble Geruch auf beiden Seiten gleich stark auftritt. Bei ungleicher Stärke kann die Quelle einseitig in der Rachenhöhle, etwa in der Nähe der betreffenden Choane gesucht werden. Zur sicheren Erkennung eines einseitigen üblen Geruches setzt man am besten die Hand aufrocht in die Mitte zwischen beiden Nasenöffnungen und trennt so die beiden Luftströme von einander. Schliesslich ist zu beachten, dass immer gleichzeitig auch die Maulhöhle daraufhin untersucht werden muss, ob der üble Geruch nicht von krankhaften Zuständen der Maulhöhle herrührt. Als solche kommen in Betracht eingekeiltes, zersetztos Futter, Geschwüre, zerfallende Neubildungen, sowie Zahnkrankheiten. Von Wichtigkeit hiebei ist namentlich die Prüfung des Speichels auf seinen Geruch. Derselbe ist meist geruchlos bei fötiden Erkrankungen der Lunge, der Bronchien und der Trachea, wofern man nicht unmittelbar nach einem Hustenstoss untersucht. Desgleichen ist der Speichel meist ohne auffälligen Geruch bei fötiden Erkrankungen der Nasenhöhle, Kieferhöhle und Stirnhöhle, durchbrechende Fisteln ausgenommen. Dagegen ist bei jauchigen Zuständen in der llachenhöhle sowie auch zum Theil des Kehlkopfes ein entsprechend übler Geruch der Maulhöhlenflüssigkeit meist vorhanden.
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(}. Der Nascnausfluss.
Allgemeines. Mit Ausnahme des Rindes, welches zuweilen im Stalle einen leichten serösen odor serös-schleimigen Nasenausfluss zeigt, fehlt ein eigentlicher Nasenausfluss (Nasendeject) bei unseren Hausthieren im gesunden Zustande. Deshalb ist die Untersuchung des bei vielen Krankheiten auftretenden Nasonausflusses von allgemeinem diagnostischem Interesse. Es mag übrigens von vornherein betont werden, dass im Gegensatze zu früheren irrthümlichen Anschauungen dem Nasenausfluss eine speeifische, pathognostische Bedeutung für bestimmte Krankheiten, 'insbesondere für die Rotzkrankheit,
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142nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Nasenausfluss.
nicht zukommt. Der Nascnciusfluss beim Rotz besitzt, makroskopisch betrachtet, kein besonderes Cliarakteristicum, das nicht auch zuweilen bei anderen Krankheiten beobachtet wird. Ein Unterschied lässt sich lediglich bei der bakteriologischen Untersuchung feststellen.
Die Abstammung des Nasenausriusses ist eine yerschieden-artige. Er kann ebenso gut aus der Nasenhöhle und deren Nebenhöhlen mit Einschluss des Luftsackes, wie aus dem Kehlkopfe, der Luftröhre, den Bronchien, den Lungen und endlich sogar aus der Maulhöhle stammen. In sehr seltenen Fällen kommt er aus dem Schlund und Magen infolge von liegurgitiren bezw. Erbrechen des Puttors. Zuweilen ist der Nasenausfluss gemischt mit dem Auswurfquot; (Sputum), welcher nach starken Hustenstössen ex-pectorirt wird.
Die Beschaffenheit dos Nasenausriusses bei den einzelnen Krankheiten ist eine ausserordentlich wechselnde. Hauptsächlich sind bei der klinischen Untersuchung zu berücksichtigen:
a)nbsp; Einseitigkeit oder Beiderseitigkeit des Ausflusses.
b)nbsp; Die Menge.
c)nbsp; Die Farbe.
d)nbsp; Die Consistenz.
e)nbsp; Der Geruch.
f)nbsp; Fremde Beimengungen.
g)nbsp; Die mikroskopische Untersuchung.
a)nbsp; Die Einseitigkeit des Nasenausflusses kommt im Allgemeinen selten vor. In der Hegel ist der Ausfluss ein beiderseitiger, wobei auf beiden Seiten entweder gleiche oder ungleiche Mengen von Sekret entleert werden (einfacher Katarrh, Druse, Staupe der Hunde). Ein einseitiger Ausfluss ist charakteristisch für einen einseitigen Katarrh der Kieferhöhle beim Pferde, für einseitige ulcerirende Neubildungen und sonstige lokalisirte Entzündungsprozesse in der Nasenhöhle (eingedrungene Fremdkörper etc). Auch beim Rotze kommt zuweilen, aber durchaus nicht immer, ein einseitiger Nasenausfluss vor. Derselbe ist ebenso häufig beiderseitig. Ein einseitiger Ausfluss gestattet daher für sich allein durchaus nocli nicht beim Pferde die Diagnose auf Rotz.
b)nbsp; nbsp;Die Menge des Ausflusses ist ausserordentlich verschieden. Einen spärlichen Nasenausfluss rindet man bei leichten, geringfügigen Nasenkatarrhen des Pferdes, Hundes und Geflügels. Bei den beiden letzteren Tliiergattungen kann eine Beurtheilung der Menge des Nasenausflusses häufig erst nach vorausgegangenem Drucke auf
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Nasoiiausfluss.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;143
die Nasenflügel, also mittelst künstlichen Anspressens des Sekrets, vorgenommen werden. Sehr spärlich ist der Nasenausfluss ferner bei der Tuberkulose des Rindes. 33ieser Umstand erschwert bei dem gleichzeitigen Mangel eines eigentlichen Sputums die bakteriologische Diagnose auf Tuberkulose ganz wesentlich. Einen sehr reichlichen Nasenanslluss findet man umgekelirt bei der Druse der Pferde, der Staupe der Hunde und Katzen, bei chronischen Katarrhen der oberen Luftwege, beim Katarrhaliieber des Rindes, bei der Oestruslarven- und Lungenwurmkrankheit, sowie beim sog. Rotz der Schafe. Man hat diesen sehr reichlichen Ausfluss auch wohl mit dem Namen Schleimflussquot; belegt. Von grosser diagnostischer Bedeutung ist ferner ein plötzlich in grossen Mengen, gewissemassen schubweise auftretender Nasenausfluss, wie er insbesondere beim Pferd, aber auch beim Hund nach raschem Senken des Kopfes, sowie nach schnellenden Kopfbewegungen zuweilen beobachtet wird. Dieser stossweise plötzliche Nasenausfluss ist charakteristisch für Luftsack-, Stirnhöhlen- und Kieferhöhlenkatarrhe, sowie für Bronchiektasien.
c) Die Farbe dos Nasenausflusses ist ebenfalls sehr verschieden je nach der Art und dem Vorlaufe der Krankheit. Häufig verändert sich der Nasenausfluss während der Dauer einer und derselben Krankheit mehrere Male. Der Ausfluss ist bald wasserhell, ungefärbt, bald weiss, grauweiss, grau, gelblich, graugelb, rothgelb, safrangelb, gelbgrün, schmutziggrün, grasgrün, hellroth, blutroth, schwarzroth, braun, chokoladefarbig. Von besonderer diagnostischer Bedeutung ist ein blutiger oder mit Blut untermischter Nasenausfluss. Derselbe findet sich beim Pferde nach Verletzungen der Nasenschleimhaut, im Verlaufe des Petechialfiebers, beim chronischen Rotz in Form eines massigen, öfters wiederholten Nasenblutens, bei ulcorirenden Neubildungen der Nasenhöhlen, An-giomen der Nasenschleimhaut, im Verlaufe der Leukämie, Beim Rinde wird er als Symptom des Milzbrandes, beim Hunde nach der Einwanderung von Pentastomum taenioides in die Nasenhöhlen, sowie bei purulent-hämorrhagischen Entzündungszuständen der Nasenscbleim-haut, beim Schweine im Verlaufe des Skorbuts und der Schniiftel-krankheit, beim Schafe in Folge der Oestruslarvenkrankheit beobachtet. Das Blut ist in diesen Fällen entweder mit dem Nasenausfluss gleich-massig und innig vermischt (blutig-seröser, blutig-schleimiger, blutigeiteriger Nasenausüuss) oder demselben in Form von Striemen oder Klümpchen beigemengt (Blutstriemen, Blutklümpchen). Stärkere Aus-
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144nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Nasenausfluss.
fUlsse von Blut worden als Niisonblutenquot; bezeichnet. Die Entleerung grosser Mengen liollrotlien, schaumigen Blutes ist ein Symptom von Luugenblutung. Ein rostgelber, safrangelber oder orangefarbiger Nasenausfluss ist von pathognostischer Bedeutung für das Vorhandensein einer hämorrhagischen Hepatisation in der Lunge bei der Lungenentzündung. Derselbe ist daher speciell beim Pferde typisch für den Verlauf der Brustseuche, findet sich aber auch beim Hunde und beim Geflügel. Er kommt in der Hauptsache durch Beimengung von Blutfarbstoff neben einer geringen Menge rother Blutkörperchen zu Stande. Ein grüner Ausfluss endlich wird bei PHanzenfressern im Verlaufe der Pharyngitis in Folge Regurgitirens chlorophyllhaltiger Puttertheilchen durch die Nase beobachtet; ausser-dem findet man häufig den eiterigen Ausfluss leicht grün gefärbt (grüner Eiter).
d) Die Consistenz des Nasenausflusses zeigt ebenfalls eine Reihe von Verschiedenheiten. Man unterscheidet einen serösen, serösschleimigen, schleimigen, schleimig-eiterigen und eiterigen Nasenausfluss. Der seröse oder rein wässerige Ausfluss ist von wasserähnlicher, dünnflüssiger, durchsichtiger Beschaffenheit. Er findet sich im Anfangsstadium des acuten Nasenkatarrhs, des einfachen Katarrhs der oberen Luftwege, der Influenza, der Staupe der Hunde und geht häufig in den serös-schleimigen, schleimigen und schleimig-eiterigen Nasenausfluss über. Als serös-schleimigen Ausfluss bezeichnet man einen farblosen, dünnflüssigen, jedoch schon etwas fadenziehenden, leicht klebrigen Ausfluss, während der schleimige farblos, glasig, ausgesprochen fadenziehend, zähe und klebrig, zuweilen selbst froschlaichartig ist. Beide Qualitäten trifft man im zweiten Stadium des acuten Nasenkatarrhs und des einfachen Katarrhs der oberen Luftwege, sowie insbesondere bei chronischen Katarrhen der genannten Schleimhäute (chronischer Nasenkatarrh des Pferdes, Rotz, Lungen-wurmkrankheit der Schafe etc.). Der schleimig-eiterige Nasenausfluss ist grauweiss, graugelb oder graugrünlich gefärbt und besteht vorwiegend aus Schleim, der mit Eiterelementen vermengt ist; ist er dagegen vorherrschend eiterähnlich und mit weniger Schleim gemischt, so nennt man ihn eiterig-schleimig. Beide Arten sind charakteristisch für die Druse der Pferde, die Staupe der Hunde und Katzen, die Diphtheritis des Geflügels etc. Der rein eiterige Nasenausfluss ist von weisser, weissgelber oder grünlichgelber Farbe und rahmähnlicher Consistenz. Man findet ihn nach spontaner Eröffnung von Abscessen in die Bronchien, den Pharynx und die Nasenhöhle, insbesondere bei
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Nasenaus fluss.
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lt;ler Druse der Pferde. Ausserdem beobachtet man nicht selten beim chronischen Katarrh der Kieferhöhlen und des Luftsackes bei Pferden einen eiterig-klümporigon, bröcklichen, geronnener Milch ähnlichen Nasenausfluss, der mit serös-schleimigen Entzündungsprodukten vermischt ist. Mit Croupmembranen vermengt ist der Ausüuss bei Nasen-, Kehlkopf- und Trachealcroup, sowie beim bösartigen Katarrhal-fieber des Rindes.
e)nbsp; Der Geruch ist von erheblicher Bedeutung für die diagnostische Beurtheilung des Nasenausflusses. In weitaus den meisten Krankheiten ist der Ausfluss durchaus geruchlos. Dagegen nimmt er bei bestimmten Krankheitszuständen des Respirationsapparates einen üblen, fauligen oder jauchigen Greruch an. Es sind dies die bereits im Kapitel über den Geruch der ausgeathmcten Luft hervorgehobenen ulcerativen und fötiden Processe in der Nasenhöhle, Kieferhöhle, im Luftsacke, im Pharynx, Larynx, in der Trachea, in den Bronchien und in der Lunge (vergl. S. 140). Bezüglich seiner Eigenschaften ist der jauchige Nasenaustluss missfarbig, schmutzig-grau oder schmutzig-braun, an die Farbe der Jauche erinnernd, mehr oder weniger übelriechend, zuweilen penetrant, ja geradezu aashaft stinkend, sowie häufig mit Partikelchen abgestossenen und abgestorbenen Gewebes vermischt (verjauchtes Lungengewebe, zerfallende Neubildungen in der Nase, diphtheritisoh-jauchiger Zerfall der Nasenschleimhaut beim aeuten Rotz, beim Petechialfieber, bei der Rinderpest). Nicht selten ist der jauchige Nasenausfluss gleichzeitig auch mit Blut vermischt.
f)nbsp; Von fremden Beimengungen im Nasenausfluss ist zunächst die Luft zu erwähnen. Ihr Vorhandensein bedingt den sog. schaumigen Nasenausfluss. Dabei ist die Luft entweder in Form von grösseren und ungleichen Blasen beigemengt, wenn nämlich bei behindertem Abschlingen (Pharyngitis) der Speichel mit Luft gemischt durch die Choanen in die Nasenhöhle regurgitirt, oder sie ist im Nasenausfluss in Form kleinster, ziemlich gleich grosser Bläschen enthalten, so dass derselbe eine schaumige, feinblasige, weisse Masse bildet, wie dies für das acute Lungenödem charakteristisch ist. Sonstige fremde Beimengungen sind Blut (vergl. den blutigen Nasenausfluss), sowie Futtermassen und Getränke. Die letzteren gelangen in die Nase durch Regurgitiren bei behindertem Abschlingen in Folge von Pharyngitis, Schlundkopfläbmung oder Tumoren. Der Nasenausfluss besteht dabei aus Schleim und sonstigen Entzündungsproducten, Speichel, Getränke und sichtbaren Futterpartikeln, welche ihn bald grasgrün (Grünfutter), bald graugrün oder schmutziggrün (Heu), bald
Friedberger u. Fröhnei', Klinische Untevsucliungsmethodcu. 2. Auli. 10
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Nasennusiluss.
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gelblich (Stroh, Hafer) färben. Sehr selten findet auch ein Austritt von Erbrochenem durch die Nase statt. Endlich kann der Nasen-ausfluss bei der Lungenwurmseuche der Schafe Strongylcn ent-lialten.
g) Die mikroskopische Untersuchung des Nasenausflusses bietet mit Ausnahme einiger bestimmter Krankheiten, von welchen der Rotz und die Druse der Pferde die wichtigsten sind, bei unseren Hausthieren kein erhebliches diagnostisches Interesse und wird daher nur verhältnissmässig selten vorgenommen. Speciell der in der Menschenheilkunde für das Vorhandensein von Lungeucavernen diagnostisch wichtige Nachweis von elastischen Fasern gelingt bei Thieren selten oder gar nicht; wir haben wenigstens diese elastischen Fasern im Nasenaustlusse von Pferden mit brandiger Pneumonic bisher vergeblich gesucht. Bei gewöhnlichen Katarrhen findet man im Nasenausfluss als regelmässige Bestandtheilo ohne besonderen diagnostischen Werth Schleim- bezw. Eiterkörperohen in verschiedener Zahl und mehr oder weniger in Zerfall begriffene, abgestossene Epitbelzellen, Schleimzüge, sowie diverse Bakterien. Von ausser-gewöhnlichen mikroskopischen Bestandtheilen des Nasenausflusses sind zu nennen: rothe Blutkörperchen und Blutkrystalle bei Brustseuche, Petechialfieber, Rotz etc., Pflanzenzellen bei Pharyngitis, Gewebsfetzen und Detritus bei gangränösen Proccssen, massenhafte Spaltpilzanhäufungen bei Lungenbrand, Schimmelpilze bei Mykose der Nasen- und Stirnhöhle u. s. w. Im übrigen batman sich davor zu hüten, Bestandtheile, welche dem Nasenausfluss von aussen her beigemengt sind, als pathologische Producte aufzufassen. Es gilt dies namentlich für Sporen von Rost- und Brandpilzen, sowie andere von der Streu stammende pflanzliche Gebilde, welche z. B. im Nasenausflusse staupekranker Hunde nicht selten nachzuweisen sind. Sehr werthvoll ist dagegen der Nachweis der Eier von Pentastoma taenioides beim Hund, sowie der Eier oder Embryonen von Pallisadenwürmern (Strongylen) im Nasenausflusse lungenwurmkranker Schafe, Rinder und Schweine. Das Auffinden von Pentastomumciern kann unter Umständen auch beim Wuthverdacht von diagnostischer Bedeutung sein.
Bezüglich der bacteriologischen Untersuchung bezw. Verimpf ung des Nasenausflusses bei Rotz und Druse vergl. das letzte Kapitel dieses Lehrbuchs.
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Beslobtiguug der Nase.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 147
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7. Die Untersuchung der Nase und Nasenhöhle sowie der
Nebenhöhlen.
A. Die äusserliche Besichtigung der Nase. Die Untersuchung
der Nase und Nasenhöhle beginnt mit der äusserlichen Besichtigung der Nase. Diffuse Verdickungcn und Schwellungen der Haut am Naseneingange findet man namentlich beim Petechialtieher und bei der rotzigen Elephantiasis des Pferdes, bei der liinderseucbe, bei der karhuukulöseu Form des Milzbrandes; ausserdem beobachtet man zuweilen entzündliche Schwellung der Nase hei der Oestruslarven-krankbeit der Schafe in Folge des heftigen Reibens der Nase an festen Gegenständen. Von Tumoren der Haut sind zu erwähnen Papillome, Carcinome, Fibrome, sowie die beim Hunde sehr häufigen Furunkel. Dazu kommen Knochengeschwülste des Nasenbeins, Auftreibungen desselben hei Rachitis, Verdickungen und Verkrümmungen der Küsselscheibe und des Rüssels bei der Schnüffelkrankheit des Schweins. Auch traumatische Impressionen der Nasenbeine, sowie angeborene Deformitäten derselben (Bulldoggen, Hechtkopf bei Pferden) können als Ursachen nasaler Dyspnoe durch die äusserliche Besichtigung festgestellt werden. Weiterhin findet man Knöteben und Geschwüre auf der Nase beim Nasenrotz, insbesondere am medialen Nasenflügel und gegen die oberen Nasenwinkel zu, sowie bei der Follikularentzündung der Nasenschleimhaut, Pusteln bei der Stomatitis contagiosa pustulosa des Pferdes, heim Acarusausschlag der Hunde und bei den Schafpocken, Bläschen und Blasen am Flotzmaul des Rindes und auf dem Rüssel der Schweine bei Aphthenseuche. Auch Nckrose der Haut des Flotzmaules wird in einzelnen Fällen von bösartigein Katarrhalfieber beim Rinde beobachtet. Beim Fleischfresser zeigt die Nase ferner im Fieber häufig eine trockene, rissige und schrundige Beschaffenheit.
Bei vorhandenem Nasenausflusso findet man die Umgebung der Nasenöffnungen vielfach damit besudelt und mit eingetrocknetem Sekrete von verschiedener Farbe und Beschaffenheit bedeckt. Bernsteingelbe oder schmutzig rothgelbe B 0 r k e n stammen von dem charakteristischen rostgelben NascnausHusse der Brustseuche der Pferde her, rothbraune oder schwarzbraune, von einem blutigen Nasen-ausflusse, schmutzig graue, gelbe oder graugelbe Borken kommen bei verschiedenen Krankheiten, so vor allem bei der Druse und dem Rotze der Pferde, sowie bei der Staupe der Hunde vor. Auch An-
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Bcsichüs'uiiK dor Niisouliöhlc.
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ätzungen und Macerationell der Haut können bei länger anhaltendem Nasenaustiuss, namentlich im Verlaufe des chronischen Nasenkatarrhs heim Pferd und Hund, unterhalb der Nasenlöcher #9632;wahrgenommen -werden. Bei dunkel jngmentirter Haut sieht man häufig das Hautpigment entsprechend der Richtung des ablaufenden Nasensekretes rinnenförmig fehlend, so dass die Üeischrothe Farbe des Papülarkörpers durchschimmert. Endlich äussern manche Tiiiere bei gewissen Krankheiten ein auffallendes Juckgefülil an der Nase, das sich durch Reiben der Nase an den Vorderbeinen und an festen Gegenständen, sowie durch Streichen und Wischen mit der Pfote über die Nase äussert. Derartige Krankheiten sind: die Staupe der Hunde und Katzen, die Pentastomumkrankheit der Hunde, die Oestruslarven-und Lungoiuvurmkrankheit der Schafe.
B. Die innere Besichtigung der Nasenhöhle. Die Besichtigung der Nasenhöhle ist unter allen Hausthieren für das Pferd von der grössten diagnostischen Bedeutung. Geradezu unersetzlich ist dieselbe bei der Untersuchung auf Rotz. Die Exploration der Nasenhöhle kann beim Pferde auch am leichtesten und ausgedehntesten vorgenommen werden, weil hier die Nasenöffnungen sehr leicht zugänglich, und die Nasenhöhlen sehr weit sind. Für das Rind hat dagegen die Untersuchung der Nasenhöhle einen ziemlich untergeordneten Werth; auch ist sie wegen der Enge der Nasenlöcher und der Widersetzlichkeit der Thiere sehr schwer ausführbar. Sie beschränkt sich beim Rind auf den untersten, direkt hinter dem Naseneingange gelegenen Theil der Nasenschleimhaut. Bei den kleineren Wiederkäuern und bei den Fleischfressern, vor allem aber beim Schwein, ist die innere Besichtigung der Nasenhöhle so gut wie unmöglich und daher fast ganz bedeutungslos. Es handelt sich daher im Nachstehenden ausschliesslich um die klinische Untersuchung der Nasenhöhle des Pferdes.
Als Untersuohungsmittel für diesen sehr ausgebildeten Zweig der thierärztlichen Diagnostik stehen folgende zur Verfügung:
1.nbsp; nbsp;Die Untersuchung mit unbewaffnetem Auge.
2.nbsp; nbsp;Der Nasenspiegel.
3.nbsp; nbsp;Der Nasentubus.
4.nbsp; nbsp;Das Rhinoskop.
Die Untersuchung mit unhewafifnetem Auge. Bei der gewöhnlichen klinischen Untersuchung kranker Pferde genügt es, ohne besondere Hilfsmittel den untersten Theil der Nasenhöhle und Nasen-
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ßesiclitigung der Nasenliöhlo.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;149
sclileiniliaut zu inspicireii. Indem man sicli bei bösartigen Pferden vor dem Baissen und Hauen schützt und ausserdem möglichst gegen das Ausbrausen sichert, stellt man das Pferd so, dass das Licht gut in die Nasenhöhle einfallen kann. Hat man keinen oder keinen genügenden Gehilfen zur Verfügung, so wird der Kopf des Pferdes oberhalb des Kinns mit der einen Hand unterstützt und hoch gehoben, während Daumen und Zeigefinger der anderen Hand in die untere Nasenöfl'nung eingeführt und durch Auseinanderspreizen derselben, nach Art eines zwoispangigen Dilatators, die beiden Nasenflügel so viel wie möglich von einander entfernt werden. Mit dem Spannen der Nasenflügel nach aussen sucht man sie gleichzeitig auch etwas vor- und abwärts zu ziehen, um so einen möglichst grossen und glatten, trichterförmigen Naseneingang und Raum zu formiren. Bei Untersuchung der linken Nasenhöhle unterstützt die linke Hand den Kopf und umgekehrt. In ähnlicher Weise kann auch in der Art verfahren werden, dass abwechselnd eine Hand den Kopf des Pferdes stützt und hebt, während die andere Hand den medialen und dann den lateralen Nasenflügel eines Nasenloches mit Daumen und Zeigefinger fasst und nach aussen zieht. Leichter und sorgsamer kann diese Untersuchung ausgeführt worden, wenn ein Gehilfe den Kopf des Pferdes entsprechend unterstützt und hoch liebt. Es werden alsdann die beiden Nasenflügel eines Xasenloches je mit Daumen und Zeigefinger gefasst und so die Nasenränder nach aussen und etwas nach vorwärts bezw. abwärts gezogen und massig angespannt. Auf diese Weise gelingt es leichter und vollständiger, den trichterförmigen Kaum zu schaffen, der für guten Einfall des Lichtes und damit für gute Beleuchtung noting ist, und es kann der untere Theil der Nasen-schleimhaut besser übersehen werden. Man ist so im Stande, das Innere der Nasenhöhle bis zu einer Höhe von ungefähr 12 cm, vom Nasenrande (Naseneingange) an gerechnet, zu überblicken. Der weitaus grössto Theil der so sichtbaren Schleimhaut betrifft dabei die Nasen-scheidewand.
Zur genauen Untersuchung gehört ferner die Ausstülpung des oberen Homes des Flügelknorpels, um auch diesen Theil der Nasenschleimhaut besichtigen zu können. Gerade diese Gegend ist nicht selten Sitz pathologischer Veränderungen, zumal beim Rotze, weshalb diese Untersuchung schon beim nieder-gradigsten Verdachte auf Rotz niemals unterlassen werden soll. Es scheint, dass hier leicht infectiöse Producte des Rotzprocesses der höher oben gelegenen Partien der Nasenhöhle, der Nebenhöhlen, des
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Nasenspiegel.
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Larynx; längere Zeit festsitzen und rogianiiro Infectionon bewirken können. Gerade dieser Tiieil der Untersuchung der Schleinihaut der Nasenhöhle bedarf indessen der grössten Vorsicht, da der auslaquo; gestülpte Nasenflügel den Fingern leicht entschlüpfen kann, und bei der Elastioitftt des Knorpels allenfallsige aufgelagerte Entzündungs-und Zerfallsproduote mit grosser Gewalt dem Untersuchenden ins Gesiebt geschleudert worden können.
Palpation der Nasenschleimhaut. Aussei- der Besichtigung dieses Tlieiles der Nasenhöhle kann auch noch eine stellenweise Betastung nüthig werden. Aufgelagerte Entzündungsproducte oder Blutgerinnsel können den Verdacht auf das Vorhandensein von Knötclien und Geschwüren in der Schleimhaut erwecken, und der sichere und sofortige Entscheid dadurch ermöglicht sein, duss man mit dem in die Nasenhöhle eingeführten Finger über die verdächtige Stolle behutsam streift. Einfach anhaftende Partikel werden hiedurch entfernt und die intacte Schleimhaut sichtbar gemacht, Schorfe auf Wunden und Geschwüren in gleicher Weise beseitigt, die Verletzungen und pathologischen Veränderungen der Schleimhaut liegen dann frei zu Tage. Auch die Consistenz von Knütchen, Narben, Neubildungen, sowie der Umstand, ob letztere leicht bluten, kann durch die Palpation ermittelt werden. Wichtig ist, dass der Einger des Untersuchenden intact sei und die Hände, besonders aber die Finger, gut dosinficirt werden. Niemals soll man n ach Untersuchung der Nasenhöhle die Finger leichtfertiger Weise an das Taschentuch wischen. Zu vermeiden sind Verletzungen der Nasenschleimhaut durch den untersuchenden Pinger mittelst des Nagels; die Fingernägel sollen daher, wie immer bei Ausübung der thiorärztlichen Praxis, kurz geschnitten sein. Die Betastung der Schleimhaut der Nasenhöhle soll überhaupt nicht ohne zwingenden Grund vorgenommen werden. Planloses Herumtasten, unmotivirte Versuche, ob sich in den höheren Partien der Nasenhöhle nicht Knötchen etc. fühlen lassen, sind zu unterlassen.
Der Nasenspiegel. In allen denjenigen Krankheiten, in welchen die Nasenhöhle genauer untersucht werden soll, insbesondere in allen Fällen von Hotz und Rotzverdacht, reicht die eben beschriebene einfache Untersuchung nicht aus, man bedarf vielmehr hiezu besonderer technischer Hilfsmittel. Das einfachste und billigste dieser Hilfsinstrumente ist der Nasenspiegel. Die Vorzüge des Nasenspiegels bestehen einerseits darin, dass der untere Theil der Nasenhöhle deutlicher und eventuell auch mittelst künstlicher Beleuchtung, also bei Nacht inspicirt worden kann; andererseits darin, dass man mit diesem Instrument einen grösseren Theil der Nasenhöhle, besonders der Nascnschleimhaut, besichtigen kann, als bei der gewöhnlichen Untersuchungsmethodo. Allerdings ermöglicht auch der Nasenspiegel nicht die Besichtigung der ganzen Nasenhöhle, namentlich nicht des obersten Tlieiles derselben. Hiezu sind vielmehr sehr complicirte Instrumente nothwendig (vgl. unten).
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Nasenspiegel.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 151
Die Benützung dos Nasenspiegels in der Thierheillcunde ist schon ziemlich alt. Bereits Hering henützte einen runden Handspiegel, um damit reüectirtes Sonnenlicht in die Nasenhöhle des Pferdes zu werfen und dieselbe bosser zu beleuchten. Lustig (Hannover'scher Jahresbericht 187G/77) wies vornehmlich auf den Unterschied in der Wirkung des Planspiegels und des Hohlspiegels hin. Während der Planspiegel eine gleichmässigo, intensive Beleuchtung der Nasenhöhle erzielt und vor allem bei grellem Sonnenlichte anwendbar ist, dagegen bei gewöhnlichem Lichte und hei Lampenschein eine viel zu schwache Louchtwirkung besitzt, kann der Hohlspiegel bei hellem Sonnenlichte nicht benützt werden, weil er hier als Brennspiegel wirkt und nur eine einzige Stelle unter Erhitzen derselben beleuchtet. Wir selbst benützen seit längerer Zeit einen schwach coneaven Nasenspiegel von 9 cm Durchmesser, welcher nach dem Princip des Augenspiegels construirt ist und sowohl bei gewöhnlichem Tageslicht,
Fig. 27.
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Nasenspiegel für Pferde Os der nalürl. Grössc).
ills auch bei Lampenlicht und endlich mit einiger Vorsicht auch bei grellem Sonnenlicht verwendet werden kann (vgl. Fig. 27). Die Handhabung dieses Nasenspiegels ist folgende. Der Kopf des zu untersuchenden Pferdes wird von der Lichtquelle abgewendet; bei künstlicher Beleuchtung wird die Lampe seitlich am hinteren Kopfende, in der Schläfengegend, postirt. An dein durch einen Gehilfen gehobenen und flxirten Kopfe wird das betreffende Nasenloch mit den Fingern trichterförmig erweitert, wobei der Untersuchende den einen, der Gehilfe den andern Nasenflügel fasst, und sodann der Spiegel in der AVeise applicirt, dass seine dem Pferde zugekehrte Fläche das Licht in die Nasenhöhle retlectirt. Hiebei ist es von Vortheil, zuerst mit dem Spiegel das Licht zu fangen und durch Drehung des ersteren an den Naseneingang zu dirigiren, bevor das Auge an den Spiegel gebracht wird. Das andere, nicht durch den Spiegel geschützte Auge wird am besten geschlossen gehalten, um nicht beim Auspusten des Pferdes der Gefahr einer Infection ausgesetzt zu sein. Gewöhnlich wird der Spiegel mit der rechten Hand
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Nasenspiegel.
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gehalten; der Untersuchende hat deshalb beim linken Nasenloch den medialen und beim rechten den lateralen Nasenflügel mit der freien linken Hand zu fixiren.
Lustig benutzt zur Untersuchung rotzverdilchtigpr Pferde zwei Eeflexspiegel (Plan- und Hohlspiegel) mit einem abschraubbaren und für beide Spiegel benutzbaren Griffe (vgl. Eig. 28). Jeder Spiegel hat einen Durchmesser von 10 cm und besitzt im Centrum ein Sehloch. An der hinteren Wand befindet sich eine undurchlöoherte Blechscheibe von derselben Grosse so angebracht, dass sie sich um einen im Horizontaldurchmesser des Spiegels liegenden und 2 cm vom Rande des letzteren entfernten Drehpunkt bewegen lässt. Bei der Benützung wird diese Blechscheibe in ihrem Drehpunkte um 180deg; gedreht, dadurch das Sehlooh im Spiegel für
Fig. 28.
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Nasenspiogel nach Lustis (i,, dor iiaUiiiiclien Urosse; von rückwärts gesehen) Sehloch; c = Drehpunkt; g = örlff, In li ist die Blechscheibe ac so gedreht, wie es bei Anwendung des Spiegels noting ist.
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das eine Auge frei und nun auch das andere Auge durch die Blechscheibe blendenartig geschützt. Der hiedurch beiden Augen gewährte Schutz bildet den Vortheil seines Gebrauches. Von sonstigen Apparaten, welche zur Beleuchtung der Nasenhöhle des Pferdes vorgeschlagen und vereinzelt angewandt worden sind, wären noch zu erwähnen die Handlampe von Priestloy-Smith, sowie der Buyer'sche elektrische Glühlichtapparat zur Beleuchtung thierischer Körperhöhlen (Oesterreich. Monatsschrift für Thier-heilkunde 1884). Wir haben den letzteren Apparat mit Vortheil bei der Untersuchung der Nasenhöhle benutzt.
Der Nasentubus. In der neueren Zeit haben sich vor allem Polansky und Schind elk a (Oesterr. Zeitschr. für wiss. Veterinärkunde 1888 und 1889) bemüht, die bisher auch bei Anwendung des Nasenspiegels unzugänglichen oberen Theile der Nasenhöhle durch Beleuchtung mit besonderen Appa-
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Nquot;asentubus.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;]£,',]
raten in den Bereich der klinischen Untersuchung zu ziehen. Durch die von den genannten Autoren conätruirten sinn-reichen Instrumente ist die Rhinoskopie heim Pferde ganz wesentlich vervollkommnet worden. Der Thieraiv.t ist durch dieselben in den Stand gesetzt, Geschwüre, Rotzknoten, Neubildungen, sowie Schleim-hautaffectionen aller Art in der oberen Hälfte der Nasenhöhle mit Sicherheit nachzuweisen, welche sich bisher der diagnostischen Untersuchung vollkommen entzogen haben. Insbesondere für die Diagnose des Ilotzes sind diese neueren Apparate sehr werthvoll geworden. Wenn sie auch wegen ihrer Coinplieirtheit und des dadurch bedingten theuren Preises nicht von jedem Praktiker angeschafft werden können, so sind sie doch für Pferdekliniken, seien sie nun interne oder chirurgische, für Gestüte, für Remonte-Depots, sowie für das Militär-Veterinärwesen von grösster Bedeutung.
Das erste der in Betracht kommenden Instrumente ist der gespaltene oder dreispangige Nasentubus in Verbindung mit dem Panelektroskop. Das Princip dieses Apparates besteht darin, dass ein gefensterter Tubus (Fig. 29 A) in die Nasenhöhle eingeführt wird, welcher die Nasenschleimhaut durch seine Verbindung mit einer elektrischen Lichtquelle, dem Panelektroskop (Fig. 29 B), beleuchtet und so zur Anschauung bringt. Die genauere Zusammensetzung und Anwendung des Apparates ist nach Polansky und Schindclka folgende:
1.nbsp; nbsp;Der dreispangige Tubus ist 46 cm lang und 18 mm dick. 20 cm der Länge dieses Instrumentes entfallen auf den hinteren, geschlossenen und 2G cm auf den vorderen, durchbrochenen Theil. Dieser letztere besteht aus drei drehrunden, geschwärzten Spangen, welche in einer Entfernung von 1 cm von einander in den geschlossenen Theil des Tubus eingelassen sind und sich am vorderen Ende bogenförmig mit einander vereinigen. Das äussero Ende dieses Instrumentes, welches den Ansatz des Panelektroskopes aufzunehmen hat, ist durch eine Spiralfeder (Sp) mit dem konisch erweiterten, hinteren Eohrtheile in Verbindung gebracht. Diese Einrichtung ermöglicht es, den einfallenden Lichtkegel auf jeden beliebigen Punkt in dem Zwischenräume zwischen je zwei Spangen hinzuleiten. Der Mandrin, mit welchem dieses Instrument versehen ist, besitzt drei Cannelüren, welche die drei Spangen des Tubus beim Einführen desselben aufzunehmen bestimmt sind.
2.nbsp; nbsp;Das Panelektroskop (Leiter) dient hauptsächlich zur fixir-baren Einstellung des refiectirten Lichtes in die nur durch Tuben (Röhren) zugänglichen Körperhöhlen und ermöglicht das leichte Besehen von Ob-jeeten bei gleichzeitigen operativen Eingriffen, in Folge dessen es auch wie kein anderes Beleuchtungsmittel zu Demonstrationen für den Unterricht verwerthhar ist. Dasselbe besteht aus dem offenen Gehäuse (G) mit einem 60 mm grossen Hohlspiegel (Sp) und einem verschiebbaren Linsenträger (V),
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Xasentubus.
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in welches die Lichtquelle (L) und der Tubeiitrichtor (T) eingesetzt werden können.
Die Lichtquelle, aus einer Glühlampe bestehend, ist mittelst der Klemmschrauben (K, K) mit der durch einen Hartgummigriff geführten Stromzuloitung verbunden, an die bei Lo Le die liiitterieleitungskabel angeklemmt, werden können, und die für gewöhnlich unterbrochen,
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29 A.
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nach Bedarf jedoch durch die Contaotfeder (Of) geschlossen
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worden kann. Zu kurz dauernder Verwendung der Lichtquelle wird der Stromsehluss einfach durch Druck auf die Oontact-feder (Cf) herbeigeführt; für längere Benützung dagegen wird zu dauorndem Stromschlusse die Scheibe 0 vorgeschraubt. Dieser zugleich als Handgriff für den Apparat dienende Lichtträger kann in den seitlichen Portsatz G' des mit Ventilationsöft'nungeii (zur Verhinderung belästigender Erwärmung der Mantelfläche durch
die Lampe) versehenen Gehäuses G eingesetzt und in entsprechender
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Höhe zum geneigten Hohlspiegel Sp befestigt werden. Bei voller Leuchtkraft der Lampe wird das auf den Hohlspiegel Sj) auffallende Licht in gleicher Intensität in paralleler Richtung durch die auf den Trichter T aufsteckbaren Tuben sonnenlioll reflectirt, wobei das beleuchtete Object über den geneigten Spiegelrand hinweg mit einer oder ohne eine Corrections- oder Vergrösserungslinso V besichtigt werden kann.
Um jede Blendung durch das intensive Licht der Lampe vollkommen auszuschliessen, verwendet man eine an der hinteren Wand des Panolcktroskopos drehbar befestigte, geschwärzte Metall-platte, welche ein excentrisch gelegenes Sehloch besitzt. Eine zweite besondere Vorrichtung besitzt das Panelektroskop in einer
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Instrumente zu*
Nasenhöhle von Po 1
A Hasentubtts.
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UntcrsiK'liun s ilnr m.sUy und Sohindelka. B Panelektroskop.
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über der Lampe durch eine Metallhülse zu befestigenden planen
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Glasplatte, welche den hat, Verunreinigungen Keflexspiegel abzuhalten ,
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Secrete von der Glühlampe und dem
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durch den Exspirationsstrom nach aussen befördert werden; diese Platte dient auch dazu, um ein Beschlagenwerden des Spiegels durch die warme Ausathmungsluft zu verhindern und das Auge des üntersuchers gegen eventuelle Beschädigung durch exspirirte infectiöso Stoffe zu bewahren.
Der dreispaugige Tubus dient insbesondere zur Gewinnung von Ueber-sichtsbildern der Nasensehleimhaut. Die Einführung in die Nasenhöhle erfolgt wie beim Rhino-Laryngoskop (siehe unten). Auf die Brauchbarkeit des Tubus für die Untersuchung der Nasenhöhle hat besonders Schwarzneck er (Zeitschrift für Veterinärkunde 1890) hingewiesen.
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Rhinoskop.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;155
Das Rhino-Laryngoskop. Dieser zweite von Polansky und Sohindelka oonstruirte Apparat tlient gleichzeitig zur Untersuchung
der Nasenhöhle, der Rachenhöhle und des Kehlkopfes. Seine Einführung in die Nasenhöhle allein hietet üebersichtsbilder insbesondere der oberen Nasenwand, der Eingänge zum Siebbeinlabyrinth und der oberen Abschnitte der vorderen Naseninuscbel. Das Rhino-Laryngoskop beruht bezüglich seiner Construction ebenfalls auf dem Principe der elektrischen Beleuchtung von Körperhöhlen. Da es indessen seine Hauptverwendung bei der Kehlkopf-untersuchung findet, und bei seinem Gebrauche zuerst der Kehlkopf, sodann die Rachenhöhle und erst zuletzt die Nasenhöhle besichtigt wird, empfiehlt es sich, die Zusammensetzung und Anwendung des Rhino-Laryngoskops erst im Kapitel der Laryngoskopie genauer zu beschreiben. Wir verweisen daher bezüglich der genaueren Schilderung und Abbildung des Instruments auf den Abschnitt über die Untersuchung des Kehlkopfes.
Diagnostische Bedeutung und Untersuchung der Nasenhöhle. Bei der Exploration der Nasenhöhle, insbesondere bei der Untersuchung der Nasenschleimhaut, können die nachstehenden, mehr oder weniger diagnostisch wichtigen Veränderungen vorgefunden werden.
1. Verfärbungen der Nasenschleimhaut. Der Blutgebalt der Nasenschleimhaut ist zunächst ein Gradmesser für den Blutgehalt und die Blutvertheilung im ganzen Körper. Man findet daher eine blasse Farbe der Schleimhaut bei Anämie und Leukämie, Ausser-dem kommt aber eine ganz ungewöhnliche, zur Farbe der übrigen sichtbaren Schleimhäute in keinem Verhältnisse stehende Blässe der Nasensohleimhaut vor beim chronischen Nasenkatarrh (Bleifarbe). Eine diffuse höhere Röthe kann der Ausdruck einer fieberhaften Allgemeinerkrankung sein (Influenza. Brustseuche, Gehirnentzündung). In diesem Falle sind auch die übrigen Kopfschleimhäute hyperämisch. Dagegen findet man eine auf die Nasenschleimhaut beschränkte Hyperämie bei localer Erkrankung derselben, so beim acuten Nasenkatarrh, im Anfangsstadium intensiver Entzündungszuständo der Nasen-schleiinhaut, bei der Druse, beim bösartigen Katarrhalfieber. Punkt-förmige und ramiforme Hyperämie trifft man beim acuten und namentlich beim chronischen Nasenkatarrh. Eine fleckige und streifenförmige Bötbung kann das Zeichen einer einfachen localen Hyperämie sein, wie sie z. B. nach Traumen, im Verlaufe
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150nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Untersuchung der Nasenhöhlo.
der Druse, im Anfange tier phlyctiinulären llliinitis beobachtet wird. Häufiger werden jedoch fleckige liöthungen durch Blutungen in die Schleimhaut verursacht. Am häufigsten sieht man kleinere, punkt- oder tleckenförmige Hämorrhagien, die sog. Petechien oder seltener grössere, die sog. Ekchymosen. Beide sind charakteristisch für das Petechialfiobor des Pferdes und Rindes, für schwere septische und pyämische Zustände, für manche Vergiftungen (Phosphor, Arsenik, Quecksilber), sowie für hochgradige Anämie und Leukämie. Je nach ihrem Alter und ihrer Pathogenese sind sie blutroth, dunkelroth, schwarzroth, scharlachrotli, braunroth, gelh-roth, braungelb, schmutzighraun u. s. w. Seltener findet man ausgedehntere hämorrhagische Infiltrationen der Nasenschleimhaut, sog. Sugillationen.
2.nbsp; nbsp;Schwellungen der Nasenschleimhaut. Diffuse Schwellungen findet man bei allen katarrhalischen und intensiveren entzündlichen Affectionen der Xasenschleimhaut, selbst schon bei einfacher Hyperämie derselben. Während die gesunde Nasenschleimhaut eine leicht papillose, etwas unebene Oberfläche zeigt, ist dieselbe in Folge der Schwellung mehr ausgeglichen, glatt und wegen der gleichzeitig gesteigerten Secretion auch glänzend, ja selbst spiegelnd. Bleibende diffuse Verdickungen und Schwellungen der Nasenschleimhaut kommen zuweilen beim chronischen Nasenkatarrh vor. Umschriebene Umfangsvermehrungen trifft man besonders auf der Nasen-scheidewand in Form von diphtheritischen Infiltrationen beim acuten Nasenrotze.
3.nbsp; nbsp;Knötchen. Dieselben sind von der grössten Bedeutung beim Potz. Sie kommen indessen nicht ausschliesslicb beim Rotz allein vor, sondern entwickeln sich ausserdem auch im Vorlaufe der fo 11 ikulären Rhinitis , sowie der Stomatitis pu stillos a c o n t a g i o s a.
4.nbsp; nbsp; Bläschen. Sie sind sehr selten. Man findet sie zuweilen bei der phlyctänulären Rhinitis des Pferdes (sog. Blatterdruse).
5.nbsp; nbsp;Neubildungen. Beim Pferde kommen in Betracht; Polypen, Augiome, Rhinosklerome, Hache chronische Schleimhautwuche-rungon, Vergrösserungen der Conchen, Sarkome, Carcinome, Osteomo, Lipome, Adenome, Dermoidcysten.
0. Croupös-diphtheritische Exsudate. Dieselben sitzen der Schleimhaut mehr oder weniger fest auf und sind entweder frisch, oder bereits im Zerfalle begriffen, resp. verschorft. Man
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Untersuchung der Nasenhöhle.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;157
findet sie beim Nasenoroup, acuten Rotz, Potechialfieber, bei der follikulären liliinitis der Pferde, bei der llinderpest, Kälberdiphtherie U. S. w.
7.nbsp; nbsp;Geschwüre. Sie besitzen neben den Knötcben die grösste Bedeutung für die Diagnose des Rotzes. Im üebrigen kommen Geschwüre auf der Nasenschleimhaut des Pferdes durebaus niclit bloss beim ebroniseben und acuten Potz vor, sondern auch beim ebroni-sclieu Nasenkatarrh als sog. Erosionsgesohwtire, beim Peteohial* fieber und bei der Stomatitis contagiosa pustulosa. Die Erosionsgesohwüre unterscheiden sicli von den Rotzgesohwüren dadurch, dass sie flache, oberflächliche Substanzverluste der Schleimhaut mit scharfen, nicht verdickten Rändern darstellen, während die Rotzgeschwüre meist tiefer sind und zerfressene, wallartige Ränder, sowie einen speckigen Grund besitzen. Auch bei der Staupe der Hunde, sowie beim bösartigen Katarrhalfieber des Rindes treten zuweilen Geschwüre auf der Nasenschleinibaut auf.
8.nbsp; nbsp;Narben. Dieselben haben eine verschiedene Porm und Grosse und sind meist auf den unteren Tiieil der Nasenscheidewand beschränkt, kommen jedoch auch in den höheren Partien derselben vor und sind dann besonders vorsichtig zu beurtheilen. Sie sind bald punktförmig, bald streifen-, stern-, halbmond- und strahlenförmig, bald eckig und winklig, sowie unregelmässig; bald prominiren sie über die Schleimhautoberfläche, bald sind sie eingezogen. Hire Entstehung ist theils auf vorausgegangene Verletzungen, in welchem Falle sie namentlich auf der unteren Hälfte der Nasenschleimhaut und häufig gleichmässig auf beiden Seiten derselben wahrzunehmen sind, theils auf ein abgeheiltes Geschwür zurückzuführen. Diese Geschwüre sind häufig Rotzgeschw üre, sie können aber auch im Verlaufe des Petechialfiebers, sowie anderer diphtheritischer Process e der Nasenschleimhaut entstanden sein. Die Rotznarben besitzen an und für sich keine besonders charakteristischen Merkmale; die früher für pathognostiscb angesehene Sternform kann sich auch bei anderen Narben, /,. B. bei traumatischen, ausbilden. Viel wichtiger für die Diagnose des Rotzes ist das gleichzeitige Vorhandensein von Rotzgeschwüren und Rotzknoten.
9.nbsp; nbsp; W U n d e n. Am häutigsten werden umschriebene kleine Wunden an der unteren Partie der Nasenscheidewand getroffen. Sie sind zuweilen beiderseitig, wenn sie nämlich durch die Fingernägel beim Fassen der Nasenscheidewand entstanden sind, und bilden theils oberflächliche Schürfungen, theils tiefer gehende Verletzungen. Sie sind
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UntersufluHiquot;' dor Xi'benlu'ililen.
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oftmals mit einem braunrotlien, eingetrockneten Elutschorte bedeckt, del' sich übrigens auch auf blutenden Geschwüren bilden kann.
Anmerkung. Bei der Untersuchung der Nasenschleimhaut ist hauptsächlich der Anfänger manchen diagnostischen Irrthümern ausgesetzt. Namentlich bietet die Beurtheilung der Farbe derselben bei Sonnen- oder Lampenlicht (Nasenspiegel) im Gegensatz zum gewöhnlichen Licht oftmals Schwierigkeiten. Das mit dem Spiegel reflectirto Sonnenoder Lampenlicht lilsst die Schleimhaut immer intensiver roth und selbst gelbroth erscheinen. was zuweilen irrthümlich als Ausdruck vermehrter Blutfülle gedeutet wird. Es muss ferner berücksichtigt worden, dass an tier Nasensciieidowand und hinteren Nasenniuschel diejenigen Theile, welche ein schwellkörperiihnliches Gefässnetz besitzen, schon normaler Weise eine dunkelrothe bis blaurothe Farbe zeigen. Endlich sieht man fast immer die höher gelegenen Partien der Nasenscheidewand bei künstlicher Beleuchtung gelbroth gefärbt. Von einzelnen Anfängern wird ferner, wie wir dies erfahren mussten, der Thrilnenausführungsgang für ein Geschwür gehalten. Dasselbe gilt für die flachgrubigen Vertiefungen im unteren Theile der Nasenscheidewand, in welche die Ausfiihrungsgiinge der Schleimhautdrüsen münden. Weiterhin werden zuweilen aufgelagerte Ent-zündungsproduete der Schleimhaut für Bläschen. Knötchen und Geschwüre gehalten. Das vorsichtige Wegwischen derselben mit dem Finger sichert hier in allen Fällen die Unterscheidung. Endlich kann aufgelagerter Staub mit Exsudatmassen verwechselt werden.
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C. Die Untersuchung der Nebenhöhlen der Nase. Von Nebenhöhlen der Nase kommen in Betracht beim Pferde die Kieferhöhle und Stirnhöhle, beim Rinde die Stirnhöhle und Horn-zapfenhöhle, beim Gellügel die Infraorbitalhöhle. Die Keilbeinhöhle ist dagegen nicht zu exploriren. Die klinische Untersuchung dieser Nebenhöhlen ist von besonderer diagnostischer Bedeutung beim Pferde. Sie muss in allen denjenigen Fällen vorgenommen werden, in welchen ein einseitiger Nasenausfluss vorliegt, oder wenn bei der Besichtigung des Kopfes eine Deformität am Oberkiefer oder Stirnbein auffällt. Beim Binde erheischt ferner das bösartige Katarrhalfieber eine genaue Untersuchung der Nebenhöhlen. Als Hilfsmittel hiebe! sind zu erwähnen:
1.nbsp; nbsp;Die äussere Besichtigung.
2.nbsp; nbsp;Die Palpation und Percussion.
3.nbsp; nbsp;Die Trepanation.
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Aeussere Besichtigung. Beim Pferde rindet man als Aus-
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druck einer chronischen Entzündung der Kieferhöhlen- und
jhlen-Schleimhaut häutig eil Höhlen gelegenen Knochen. Diese Auftreibung stellt sich dem betrachtenden Auge als eine meist einseitige Umfan
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Untersuchung' (Icr Xi-beuliölilcu.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;160
der entspreohenclen Sohftdelknoohen dar. Die gewöhnliche Stulle heim Pferde ist der unterhalb der Augenhöhle und vor der doch-beinkieferleiste gelegene Theil des Kopfes. Die Deformität fällt nia so mehr auf, wenn man die entsprechende Stelle der gesunden Kopfhälfte damit vergleicht. Es ergeben sich dann auf beiden Seiten ganz verschiedene Kopf-Contouren, wodurch der Kopf mehr oder weniger asymmetrisch erscheint. In diH'erential-diagnostischer Hinsicht ist zu bemerken, dass eine UmfangsVermehrung in der Gegend der Nebenhöhlen der Nase auch durch einfache ödematöse und phlegmonöse Schwellungen der Haut und Subcutis bedingt sein kann, was sich durch Palpation der Haut feststellen lässt. Schwieriger sind diejenigen Fälle, in welchen bei vorhandener Kieferhöhlenentzündung, namentlich im Beginne derselben, gleichzeitig auch die darüber gelegene Haut eine entzündliche Schwellung erkennen lässt, so dass die Umfangsvennehrung eine doppelte Ursache besitzt. Hiehei entscheidet neben der Palpation das Vorhandensein eines einseitigen Nasenausflusses, welcher hei ausschliesslicher Erkrankung der Haut oder des Unterhautbindegewehes fehlt. Es können ferner Periostiten und Ex-ostosen, sowie rachitische Erkrankungen der betreffenden Kopf knochen das Vorhandensein eines chronischen Katarrhs der Kiefer- und Stirnhöhle vortäuschen; auch hier fehlt indessen der Nascnaustluss. Ausscr-dem lässt sich bei traumatischen Periostiten häutig eine Wunde oder Narbe über der Knochenauftreibung nachweisen. Im Uebrigen ist zu bemerken, dass eine Erkrankung der Kopfhöhlen nicht selten durch traumatische Insulte von aussen, so z. B. durch Hufschläge bedingt wird, weshalb neben einer Knochenauftreibung und einem einseitigen Nasenaustlusse oft genug Narben und Verdickungen der Haut über der Auftreibung zu constatiren sind. Endlich können auch Trepanationsnarben durch die Besichtigung jener Gegend nachgewiesen werden.
Palpation und Percussion. Die Pal]) at ion, das heisst die Betastung der über der Kiefer- und Stirnhöhle gelegenen Theile, gibt Aufschluss über vorhandene höhere Temperatur, vermehrte Empfindlichkeit und Sohmerzhaftigkeit, über Consistenz der Anschwellung, Betheiligung der Haut oder des Knochens an der Schwellung, Verdünnung und eventuelle Biegsamkeit des Knochens. Verwachsung der Haut mit dem Knochen u. s. w.
Die Percussion, das Beklopfen der Kopf höhlen, wird entweder mit der Beere des leicht gekrümmten Mittelfingers, oder mit
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Pemission der Kopfliöhlen.
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dein Fingorknöchel dos gebeugten Fingers, oder mit dem Ringtheile eines Schlüssels, oder endlich mit dem Rüoken eines Percussions-hammers vorgenommen. Das Beklopfen hat mit grosser Vorsicht und Ruhe zu geschehen, um die Thiere nicht dadurch ängstlich und widerspenstig zu machen. Insbesondere gilt dies für aufgeregte oder kopfscheue Thiere, sowie für die Untersuchung der oberen, direct unter dem Auge gelegenen Abtheilung der Kieferhöhle. Hegel ist, das Klopfen sehr schwach zu beginnen und erst allmählig, wenn die Thiere mit der Manipulation vertrauter sind, zu verstärken. Letzteres darf indessen nie bis zur Erzeugung von Schmerz gesteigert werden, welcher hier, bei dem directen Aufliegen der Haut auf dem Knochen, leicht hervorgebracht werden kann, auch wenn keine Entzündung der Haut oder des Periostes besteht. Unterstützend wirkt das Zuhalten eines oder beider Augen, insbesondere bei der Untersuchung der Highmorshöhle. Der Clehörseindruck, den man erhält, muss immer sofort mit dem durch gleich starkes Klopfen an der correspondirenden anderen, gesunden Seite erzeugten verglichen werden. Ist die Höhle, statt wie normal mit Luft, mit flüssigen oder festweichen E ntzündungsprodueten oder mit Neubildungen gefüllt, so erhält man beim Beklopfen einen dumpfen, tiefen Schall gegenüber dem hohen, lauten Schall der luftgefüllten Höhle. Dasselbe ist der Fall bei abnormer Verdickung der Wandung, welche besonders durch Verdickung der auskleidenden Membran erzeugt wird.
Bei diesem Beklopfen ist zu beuchten, dass eine Schwellung der Weichtheile über dem Knochen ebenfalls den Ton abdämpft und nicht falsch gedeutet werden darf, sowie dass schon unter normalen Verhältnissen das Beklopfen der Kopfliöhlen bei geschlossenem Maule einen weniger 1 a u t e n u n d hohe n T o n und eine andere Klangfarbe ergibt, als bei geöffnetem Maule. Es darf also nicht das Beklopfen der einen Seite bei geschlossenem, das der anderen Seite bei geöffnetem Maule geschehen. Auch insoferne können schon normaler Weise Verschiedenheiten im Percussionston auftreten, als bei alten Thieren mit geräumigeren Kopfhöhlen und bei sehr dünner Haut und Sabcutis, sowie sehr feiner Behaarung (bei trockenen Köpfen edler Pferde) ein etwas lauterer und hellerer Schall zu Stande kommt, als unter entgegengesetzten Verhältnissen. Geringe Unterschiede sind indessen, und das ist praktisch wichtig, schwer bestimmbar. Selbst theilweise Füllung einer Kopfhöhle mit flüssigem Exsudate und massige Verdickungen der auskleidenden
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Untersuchung dos Luftsackes.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 161
Membran können zuweilen nicht mit Sicherheit durch das Beklopfen nachgewiesen oder vermuthet werden. Der negative Percussions-befund für sich allein spricht daher noch keineswegs für Intactsein einer Kopfhöhle und darf gegebenen Falles nicht abhalten, eine Nebenhöhle der Nase behufs diagnostischer Zwecke zu eröffnen.
Trepanation. Die Eröffnung der Nebenhöhlen der Nase durch Trepanation bildet ein sehr wichtiges diagnostisches Hilfsmittel in allen den Fällen, wo eine Erkrankung derselben (z. E. chronische Kieferhöhlenentzündung) zu constatiren oder mit mehr oder weniger grosser Wahrscheinlichkeit zu vormuthen ist (einseitiger chronischer Nasenkatarrh, chronisch verlaufende Druse, Rotz verdacht). Die nähere Besprechung ihrer Ausführung gehört ins Grebiet der Operationslehre.
Beim Iliud beobachtet man zuweilen Schmerzhaftigkeit beim Beklopfen der Stirnhöhle und Hörner (Hornzapfenhöhle) in schweren Fällen des bösartigen Katarrhalfiebers (eiteriger Katarrh der auskleidenden Membran). Das Klopfen auf die Hörner kann indessen auch wegen Entzündung der Matrix schmerzhaft sein. Beim Geflügel beobachtet man hilufig im Verlaufe der croupös-diphtheritisohen Schleimhautentzündung der Nasenhöhle und ihrer Nebenhöhlen in Folge Füllung mit Exsudat und Blähung (Erweiterung) der Cella infraoeularis ein- oder beiderseitig, unter dem medialen Augenwinkel und hinter der Sehnabelwurzel, eine halbkugelige Hervorwölbung der Weichtheilo, welche höher temperirt und bei Druck schmerzhaft ist.
D. Die Untersuchung des Luftsackes. Der chronische Luftsackkatarrh des Pferdes, welcher im Anschluss an Druse und Pharyngitis auftritt, kann nur dann mit einiger Sicherheit dia-gnosticirt werden, wenn sich grössere Mengen flüssiger Ent-zündungsproduete in dem Luftsacke angesammelt haben, und die dadurch hervorgerufene Vergrösserung desselben mittelst Inspection, Palpation und Percussion nachweisbar wird. Ist ein Luftsack nur massig mit Flüssigkeit gefüllt, so kann er sich dadurch der äusseren Untersuchung entziehen, dass er sich medianwärts, nach der Seite des gesunden Luftsackes, ausdehnt; in diesem Falle wird sich eine äusserliche Umfangsvermehrung in der Ohrdrüsengegend der kranken Seite nicht nachweisen lassen.
Aeussere Besichtigung. Die Katarrhe des Luftsackes sind in den vorgeschrittenen Graden durch eine einseitige Geschwulst in der Gegend der Ohrspeicheldrüse gekennzeichnet. Die Hervorwölbung der Ohrspeicheldrüse ist am stärksten in der unteren
Kriedboi-ger u. Fröhncr, Klinische Ui'torsuchuugsmothoden. 2. Autl. 11
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UntcrsUL'luuig des Luftsiickcs.
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Purtie derselben siclithar. Daneben besteht gewöhnlich ein einseitiger Nasenuusfluss von sclileimigcr, eiteriger, klümporiger, missfarbiger und selbst übelriechender Beschaffenheit, welcher beim Eindringen von Futterstoffen durch die nekrotisirte Lut'tsackwiindung zuweilen mit grünlichen Futterpartikeln gemischt ist und besonders bei gesenkter Kopfhaltung schubweise entleert wird. In differential-diagnostischer Hinsicht können derartige Entzündungs/.ustilnde des Luftsackes leicht verwechselt werden mit Schwellung und Abscedirung der subparotidealen Lymphdrüsen bei Druse, sowie mit Nekrose und Perforation der Wand des Sohlundkopfes bei Pharyngitis. DieOhronicität und Einseitigkeit der Affection beim Luftsackkatarrh sind hiebei wichtige unterscheidende Momente.
Palpation und Percussion. Bei der Palpation des Luftsackes ist vor allem darauf zu achten, dass man von der gesunden Seite her einen entsprechenden Q-egendruok anwendet, um ein Ausweichen des gefüllten Luftsackes nach der gesunden Seite hin zu vermeiden. Man fühlt dann eine teigige oder fluctuirende, bei gleichzeitiger Luftansammlung auch elastische oder puff ige, seltener eine durch Ohondroide (Concremente) bedingte harte Anschwellung in der Ohrspeiohelclrüsengegend, welche sich zuweilen auf Druck verkleinert, wobei gleichzeitig der Nasenausfiuss stärker wird. Die Percussion ergibt in dem Falle, wenn Päulnissgase im Luftsack vorhanden sind (Meteorismus des Luftsacks), über der vorgewölbten Ohrdrüsenpartie einen tympanitischen Ton, zuweilen auch den Ton des zersprungenen Topfes. (Siebe Percussion der Brustwand.)
Die Exploration des Luftsackes mit dem Günther'sehen Luftsuck-katheter ist für diagnostische Zwecke wenig verwerthbar. Dagegen liisst sich der Eingang zu den Eustachischen Bohren endoskopisch mittelst des Rhino-Laryngoskops von Polansky und Schindelka besichtigen.
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8. Die Untersucliung des Kelilgmigs.
Die Untersuchung des Kehlgangs bezieht sich in der Hauptsache auf die dort gelagerten Kehlgangslymphdrüsen, weshalb sie in erster Linie für das Pferd, insbesondere bei Rotz, Rotzverdacht und Druse, von grösster diagnostischer Bedeutung ist. Beim Pferde beginnt in Folge dessen auch die allgemeine Krankenuntersuchung gewöhnlich im Kehlgang, woran sich dann bei positivem Befunde unmittelbar die Untersucliung der Nasenhöhle anschliesst. Die im Kehlgang durch Palpation und Inspection nachweisbaren Ver-
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Uiitersuclumg- des Kehlgangs.
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iliuleruiigcn sind thcils umschriebene Sohwellungen der Kehl-
gaiigsly mplidriison, theils diffuse, ödomatöse und plileg-
monöse Sohwellungen der Haut mid ünterhaut. Die Methode
der Untersuchung besteht beim Pferde darin, dass man, vor oder links neben dem Tiiiere stehend, mit der linken, auf den Nasenrücken gelegten Hand den Kopf desselben lixirt, während die Finger der rechten Hand den Kehlgang von der Kohlkopfgogend bis zum Kinnwinkel betasten. Bei der Untersuchung der rechtsseitigen Lymphdrüsen wechselt man mit den Händen und bezw, mit der Stellung.
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Umschriebene Schwellungen der Kehlgangsdrüsen. Dieselben kommen beim Pferde ausser beim Rotze und der Druse im Verlaufe des acuten und chronischen Katarrhs der Nasenhöhle und ihrer Nebenhöhlen, bei Influenza, Stomatitis contagiosa pustulosa u, s. w. vor. Beim Rinde findet man sie als ein Symptom der Tuberkulose und Actinomykose, beim Hunde zuweilen bei Stomatitis, Pharyngitis und Lymphangitis, bei allen Thieren endlich als Begleiterscheinung der lymphatischen Leukämie und Pseudoleukämie. Von chirurgischen Krankheiten sind ausserdem die verschiedenen in den Lymphdrüsen auftretenden Neubildungen zu erwähnen, unter welchen die metastatischen Careinome ein besonderes klinisches Interesse wegen der Möglichkeit der Verwechslung mit Rotz besitzen. Gewöhnlich ist nicht blos das Parenchym der Drüsen, sondern auch das Bindegewebe der nächsten Nachbarschaft, das peri- und para-adenale Gewebe, geschwollen. Bei der Untersuchung der verschiedenen Drüsenanschwellungen sind der Beihe nach die folgenden Momente wohl zu beachten.
a)nbsp; nbsp;Die Beschaffenheit der über den Drüsen befindlichen Haut. Eine erhöhte Temperatur oder eine umschriebene, ödematöse und phlegmonöse, teigige Schwellung der über den Drüsen gelegenen Baut weist auf eine acute Lymphadenitis hin, während Narben oder starke narbige Einziehungen auf frühere, spontan oder künstlich eröffnete Drüsenabscesse oder auf eine operative Exstirpation der Kehlgangsdrüsen schliessen lassen. Auch vorausgegangene scharfe Einreibungen können zuweilen an einer zurückgebliebenen Haut verdick un g oder einer umschriebenen haarlosen Stelle der Haut erkannt werden.
b)nbsp; nbsp;Das Verhalten der Haut zur Drüse. Die Untersuchung der Haut darauf hin, ob sie über der Drüse verschiebbar
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164nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Untersuchung dor Kehlgangsdrüson.
oder mit dor Drüse verwachsen ist, darf insbesondere bei der Untersuchung auf Rotz nie versäumt werden. Bei acuton Lymph-adeniten, wie sie beispielsweise im Verlaufe der Druse auftreten, ist die Haut in Folge ihrer entzündlichen Schwellung auf der Drüsengeschwulst gewöhnlich nicht verschiebbar. Auch nach der Eröffnung von Druseabscessen kann es zu einer narbigen Verwachsung und Einziehung der Haut kommen. Eine Verwachsung der unveränderten Haut mit der Drüsengeschwulst durch festos, zugebildetes Bindegewebe findet man vorwiegend beim chronischen Botz.
c)nbsp; Die Grrösse und Form der Drüsenschwellungen. Geringgradige Schwellungen der Lymphdrüsen findet man bei acutem und chronischem Nasenkatarrh, bei Influenza u. s. av. Die Druse verläuft meist mit ziemlich umfangreichen Dnisenschwellungen. Beim Rotze können dieselben bald sehr klein, bald grosser sein. Die Grosse der Schwellung differirt im Allgemeinen beim Pferde von der einer Erbse bis zu der einer Faust; dazwischen beobachtet man Schwellungen von der Grosse einer Bohne, Mandel, Dattel, Hasel-nuss, Wallnuss, Kastanie, eines Taubeneis, Hühnereis etc. Die Form der Drüsengeschwulst ist entweder kugelig oder länglich, walzenförmig; die letztere Form findet man nicht selten beim chronischen Rotz. Zuweilen zeigen die Drüsenschweliungen jedoch keine scharf abgegrenzte Form, sondern geben diffus in das benachbarte Bindegewebe über. Häufig sind auf beiden Seiten ungleich grosse Schwellungen zu finden. Die Oberfläche der geschwollenen Drüsen ist bei acuten Entzündungen meist glatt und eben, bei chronischen dagegen öfters lappig, uneben und höckerig; letzteres beobachtet man häufig beim chronischen Rotze. Zuweilen findet man je nach dem Sitze der primären Affection mehr die untere, mittlere oder obere Partie der Drüse erkrankt.
d)nbsp; Die Consistenz der Drüsengeschwulst. Eine weiche, lleischähnliehe Consistenz ist charakteristisch für die acute seröse Drüsenschwellung im Anfangsstadium der Druse und im Verlaufe des acuten Nasenkatarrhs und der Influenza. Eine pralle Consistenz findet man bei starker entzündlicher Infiltration der Drüsen bei vorgeschrittener Druse. Fluctuation des Drüsentumors trifft man gewöhnlich im ahscedirenden Stadium der Druse. Höchst selten beobachtet man auch beim Rotze, insbesondere nach der Anwendung scharfer Einreibungen, die Bildung tiefer gelegener Drüsenabscesse. Auch oberflächliche, subeutanc Abscesse (Wurm) sind beim Rotz im Kehlgangc sehr selten zu linden. Eine
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Untersuchung der Kehlgnngsdrusen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 1(J5
derbe, harte, sehnige Consistenz des Drüsentumors spricht immer für ein längeres Bestehen desselben. Man findet deshalb derbe Drüsenschwellungen sehr häufig, wenn auch nicht aus-schliesslich, beim chronischen Rotze.
e)nbsp; nbsp;Schmer/haftigkeit oder Unempfindlichkeit bei der Palpation. Eine schmerzlose Drüsengeschwulst weist meist auf ein längeres Bestehen derselben hin. Man findet sie bei allen chronischen indurirenden Lymphadeniten, so namentlich beim chronischen Rotz, aber auch bei chronischen Nasenkatarrhen. Wenig oder gar nicht schmerzhaft ist ferner die Drüsenschwellung beim acuten Nasenkatarrh und bei Influenza. Dagegen sind alle acuten Lympbdrüsenentzündungen mehr oder weniger schmerzhaft. Es gilt dies insbesondere für die acute Lymphadenitis bei der Druse, welche unmittelbar vor der eiterigen Einschmelzimg am schmerzhaftesten ist. Ausserdom ist die acute Drüsenschwellung beim acuten Rotz sehr empfindlich. Die Schmerzhaftigkeit der Drüsenschwellung ist gewöhnlich mit fieberhafter Temperatursteigerung complicirt. Beachtenswertli ist endlich, dass bei acuter Entzündung der Haut und Subcutis, sowie des para-adcnalen Bindegewebs die oberflächliche Palpation schmerzhaft sein kann, ohne dass dasParenchym der Drüse selbst an dem Entzündungsprocesse betheiligt ist.
f)nbsp; nbsp;Die Verschiehbarkeit der Drüse auf ihrer Unterlage. Von Wichtigkeit ist weiterhin die Untersuchung der Drüsengeschwulst darauf, ob sie auf ihrer Unterlage verschiebbar ist oder nicht. Bei acuten Entzündungsprocessen ist sie gewöhnlich durch weiches, infiltrirtes Bindegewebe mit ihrer Umgebung verbunden. Eine innige Verwachsung mit dem Hinterkiefer durch straffes, derbes Bindegewebe findet man dagegen am häufigsten beim chronischen Rotze. Beim chronischen Nasen-katarrho, sowie bei sonstigen chronischen Drüsenschwellungen sitzt die Drüse dem Hinterkiefer für gewöhnlich nicht so fest auf.
g)nbsp; Die Einseitigkeit oder Beiderseitigkeit der Drüsengeschwulst. Während im Verlaufe der Druse, der Influenza, des acuten Nasenkatarrbs, der Pharyngitis, mithin bei den acuten Lymphadeniten, die Schwellung gewöhnlich eine doppelseitige ist, findet man eine einseitige Drüsengeschwulst häufig beim chronischen Rotz, wenn derselbe sich auf eine Kopfseite localisirt. Diese einseitige Drüsenschwellung kommt aber nicht ausschliesslich beim chronischen Rotz, sondern auch bei einseitigem Katarrh der Kopfhöhlen und des Luftsackes vor. Zuweilen findet man sie
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Untersuchung der Lymplulriiscn.
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auch bei der Stomatitis puatülosa conta^iosa. In seltenen Fällen beobachtet man eine in der Mitte des Kehlganges, besonders dem Kinnwinkel zu gelegene Drüsensclnvellnng, wobei beide Drüsen zu einem Paket vereinigt sind.
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Diffuse Schwellungen im Kehlgange. Ausgebreitete diffuse Schwellungen, welche sich nicht auf die Lymphdrüsen beschränken, sondern den ganzen Kehlgang ausfüllen und sich noch darüber hinaus erstrecken, trifft man bei verschiedenen Krankbeitszuständen. So findet man einfache Stauungs- oder Senkungsödemc im vorgeschrittenen Stadium der Leboregelseuche beim Schafe. Entzündliche (collaterale) Oedeme und phlegmonöse Schwellungen beobachtet man bei der Druse, bei Pharyngitis (insbesondere bei der sog. Halsbräune der Schweine), bei Rinderseuche, sowie beim Milzbrand (Milzbrandbräune des Schweins).
Exstirpation der Lymphdrüsen zu diagnostischen Zwecken.
Diese von Haubner und Bollinger zuerst vorgeschlagene Operation bezweckt die genauere makroskopische, mikroskopische und bacterio-logische Untersuchung des Drüsengewebes mit Rücksicht auf das Vorhandensein oder NichtVorhandensein von Rotzknoten und Rotz-bacillen. So werthvoll namentlich die baoteriologische Untersuchung der exstirpirten Drüse ist (Züchtung der Bacillen, Impfung), so vorsichtig muss man bei der makroskopischen Untersuchung sein, weil ausser localen Rotzherden auch metastatische Drusen-, Oarcinom-, Sarkom- etc. Processe in den Lymphdrüsen auftreten können. Die letzteren lassen sich allerdings auf dem Wege der mikroskopischen Untersuchung feststellen. üeber die baoteriologische Untersuchung der exstirpirten Lymphdrüsen vergl. Genaueres im letzten Kapitel dieses Lehrbuches,
Allgemeines über die Untersuchung der Lymphdrüsen. Pathologische Veränderungen der Lymphdrüsen sind häufig von grosser diagnostischer Bedeutung für Krankheitszustilndo der zugehörigen Organe. Durch die Lymphe werden aus den erkrankten Priraärherden Krankheitserreger und Krankheitsproduote nach den als Filter dienenden Lymphdrüsen verschleppt, weiche in Folge dessen secundilr miterkranken und so als Indicatoron der Primärkrankheit benützt werden können. Man findet doshalb auch bei localisirten Krankheitsherden nur eine beschränkte, regionäre Mitbetheiligung der correspondirenden Lymphdrüsen. Dagegen sind bei generalisirten Krankheitsprocessen sowie bei Leukämie meist alle Lymphdrüsen des Körpers miterkrankt.
Bei der klinischen Untersuchung der Lymphdrüsen hat man vor allem zu beachten, dass dieselben schon unter ganz normalen Ver-
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Untersuolmng der Lymphdrüsen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 167
liilltnissen oine sehr variable Grosse aufweisen. Dies gilt namentlich für Pferde und Hunde. Es ist ferner bekannt, dass die Lymphdrüsen bei gesunden jungen Thioren viol grosser und dabei weicher sind, als bei alten, wo man sie meist sehr reducirt und von derber Consistonz findet. Eine massige Vergrösserung einer oder mehrerer Lymphdrüsen darf also nicht unter allen umständen als pathologisch aufgefasst worden.
Die mit Drüsemiffectionen verlaufenden inneren Krankheiten sind sehr zahlreich. Die wichtigsten sind: Druse, Rotz, Tuberkulose, Actinomykose, Pharyngitis, Stomatitis, Rhinitis, Leukämie, Influenza, Milzbrand, Septikilmie, Pyümie, Sarkomatose und Carcinomatose. Der Charakter der Drüsenaffectionen ist ein sehr verschiedener. Man findet theils acute, theils chronische Entzündungsprocesse in den Lymphdrüsen. Dieselben sind ihrem Wesen nach entweder acute parenchymatöse Entzündungszustände (diffuse, weiche Drüsenschwellungen bei den acuton Infcetionskrankheiten), oder acute abscedirende Lymph-adeniton (fluctuircnde, schmerzhafte, heisse, sehr erhebliche Anschwellungen boiDrusfi,Phai-yngitis,Py;lraie), oder chronische, interstitielle (harte, höckerige, schmerzlose Drüsentumoren bei Rotz und Actinomykose) bezw. chronische verkilsonde Entzündungen (grosso, schmerzlose, festweiche oder derbe Knoten bei Tuberkulose und Schweineseuche): in anderen Fällen hat man es mit llyperplasien (einfache, schmerzlose Vergrösserung bei Leukilmie) und Hetoroplasion (Lymphome, Sarkome, Carcinome) zu thun. Sehr selten sind Parasiten (Finnen, Echinokokken).
Leider sind nicht alle Lymphdrüsen des Körpers der Inspection und Palpation zugänglich. Die klinische Untersuchung der Lymphdrüsen hat daher für die innere Medicin nur einen beschränkten Werth. Insbesondere sind die Lymphdrüsen der Brusthöhle (Bronchialdrüsen, vordere und hintere Mittelfelldrüson) gar nicht, sowie die der Bauchhöhle (G-ekrösdrüsen, Drüsen der Leber, Nieren, Milz etc.) so gut wie gar nicht der Exploration intra vitam zugänglich. Dagegen bieten die ausson gelegenen Lymphdrüsen des Kopfes, Halses, Rumpfes und der Extremitäten in vielen Fällen sehr wichtige diagnostische Anhaltspunkte. Es kommen namentlich die folgenden in Betracht:
1.nbsp; nbsp;die Kehlgangsdrüsen; ihre Anschwellung weist vor allem auf infectiöse Entzündungsprocesse der correspondirenden Schleimhäute der Nasenhöhle und deren Nebenhöhlen, sowie der Maulhöhle hin; vgl. Genaueres im vorstehenden Kapitel;
2.nbsp; nbsp;die Ohrlymphdrüsen erkranken bei Affectionen des Ohres und der Sohläfengegond;
8. die oberen Halsdrüsen (retropharyngeale Drüsen) sind bei Erkrankungen des Pharynx, Larynx und des Luftsackes betheiligt;
4.nbsp; nbsp;die mittleren und unteren Halsdrüsen bilden die Sammelpunkte für silmmtliche Lymphgefässe des Kopfes und Halses und erkranken daher gewöhnlich erst im Anschluss an eine Affection der oberen Halsdrüsen bezw. Kehlgangsdrüsen (Tuberkulose, metastatische Druse, Leukilmie, Rotz);
5.nbsp; nbsp;die Bugdrüsen sind am häufigsten vergrössert bei Tuberkulose, Rotz und Leukämie;
6.nbsp; nbsp;die Kniefaltendrüsen und Kniekehldrüsen desgleichen;
7.nbsp; nbsp;die Leistendrüsen und Scbaradrüsen (supramammäre Drüsen) zeigen Anschwollungen bei infectiösen, insbesondere tuberkulösen und rotzigen Entzündungen in den Geschlechtsorganen und im Eater, bei metastatischer Druse, Beschälseuche, beim Bläsehenausschlag sowie bei Leukämie;
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Husten.
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8. die iiusseren Darmbeindrüsen sind bei der Tuberkulose hilufig vergrössert.
Endlich kann man zuweilen bei rectaler Untersuchung vergrössert finden die Lendendrüsen und Kreuzbeindrüsen (Tuberkulose).
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9. Der Hasten.
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Physiologische Bemerkungen. Der Husten ist eine exspiru-torische Reflexbewegung, deren Centrum (Hustencentrum) sich in der Medulla oblongata in der Nähe der Alae cinereae befindet. Dieses Hustenccntrum kann auf verschiedenen centripetalen Nervenbahnen gereizt werden. Am häutigsten wird der periphere Reiz duroh den Nervus vagus dem Centrum übermittelt. Es kommen hier in erster Linie in Betracht die Nervi laryngei superiores, welche als sensible Nerven der Kehlkopf schleim haut fungiren, ferner die Ausbreitungen des Vagus auf der Schleimhaut der Trachea, der Bronchien und Bronchiolen, sowie auf der Pleura. Ausnahmsweise kann Husten auch durch centrale Reize sowie durch Reizzustände der Nasenhöhle, des äusseren Gehörgangs, des Magens, Darmes, Uterus, der Leber, Milz, der Blase, der Ovarien ausgelöst werden. Vom Hustencentrum aus verläuft der Reiz centrifugal auf den motorischen Bahnen der Nerven der exspiratorisclien Ath-mungsmuskeln (Bauchmuskeln, Hilfs-Exspirationsmuskeln), sowie des Nervus laryngeus inferior, des motorischen Kehlkopfnerven, dessen Erregung einen krampfhaften Verschluss der Stimmritze zur Folge hat. Durch den retlectoriscben plötzlichen Exspirationsstoss wird die Luft von der Lunge bis zur Stimmritze stark gespannt und der Stimmritzenverschluss schliesslich gewaltsam gesprengt, worauf der Luftstrom unter charakteristischer Geräuschbildung (Hustenscball) durch die Glottis nach aussen gestossen wird. Dieser Hustenschall ist entsprechend der anatomischen Einrichtung der Stimmbänder und der AVeite der Stimmritze bei den einzelnen Thiergattungen verschieden. So ist speciell der Husten des Pferdes laut, kräftig, von sonorem Tone, während bei den Wiederkäuern, insbesondere beim Rinde, der Husten viel schwächer und mehr dumpf ist. Der Husten bildet neben der Fümmerbewegung des Epithels der Respirationsschleimhaut das wichtigste Moment bei der physiologischen Expectoration, insbesondere bei der Entfernung von Fremdkörpern aus den tieferen Luftwegen. Im Gegensatze zum Menschen kommt ein willkürlicher Husten bei den Hausthieren nicht vor.
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Husten.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 1G9
Krankheitsursachen. Der Husten wird durch eine grosse Anzahl ganz verschiedener Krankheitsursachen hervorgerufen. Die wichtigsten derselben sind folgende:
a) Krankheiten des Kehlkopfes. Die Schleimhaut des Kehlkopfes gehört zu den empfindlichsten Theilen der Respirations-Schleimhaut, Besonders empfindlich ist ihre hintere Hälfte sowie der an der Stimmritze gelegene Tiieil. Es lösen doshalb zufällig eingedrungene Fremdkörper schon bei intacter Kehlkopfschleimhaut Husten aus. Solche Fremdkörper sind Staub, namentlich Heustaub und Blüthenstaub, verschlucktes Getränke und Putter, verirrte Eingüsse, Bauch, Chlorgas, Bromgas, schwefelige Säure, Ammoniak u. s.w. Auch von der Lunge her können Fremdkörper in den Kohlkopfquot; gelangen und dort Husten erzeugen. Dies ist z. B. der Fall, wenn Entzündungsproducte aus den Lungen oder Bronchien expectorirt werden und im Kehlkopf haften bleiben. Noch viel empfindlicher ist die katarrhalisch erkrankte Kehlkopfschleimhaut. Beim acuten und chronischen Kehlkopfkatarrh geniigen schon ganz schwache Beize, wie das Einathmen kalter Luft, das Trinken kalten Wassers, vorübergehende Beschleunigung des Atlnnens nach dem Aufstehen vom Boden oder nach kurzer Bewegung, die Verschiebung des Kehlkopfes bei veränderter Kopf- und Halsstellung, um Husten hervorzubringen. Am häufigsten findet man diesen Husten nach geringfügigen Reizen bei der Tuberkulose des Rindes. Auch bei der chronischen Laryngitis der Hunde ist die Reizbarkeit der Schleimhaut eine so grosse, dass schon eine psychische Erregung und die damit verbundene gesteigerte Hyperämie der Schleimhaut hinreicht, um Husten auszulösen. Sehr empfindlich ist der Kehlkopf ferner bei Pharyngitis, indem hier ebenfalls blosse Kopfbewegungen ausreichen können, um Husten zu erzeugen. Secundär erkrankt die Kehlkopfschleimhaut mehr oder weniger unter starkem Husten bei Druse, Brustseuche, Rotz, Staupe der Hunde, Diphtheritis des Geflügels. Eigenthümlicher Weise ist beim Hund und Schwein der Husten häufig mit Würgbewegungen und Erbrechen coinplicirt; es findet nämlich eine Reizung der Schlundkopfschleimhaut durch die expectorirten Entzündungsproducte statt. Sehr häufig beobachtet man endlich beim Hunde während der Nacht stärkeren Husten, als am Tage; die Ursache hievon ist in verminderter Expectoration und somit Ansammlung grösserer Schleimmassen mit stärkerer Reizung der Schleimhaut zu suchen.
Bei den schwersten Kehlkopfkrankheiten, namentlich
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bei der plilegmonüsen und brandigen Laryngitis im Verlaufe der Angina fehlt jeder Husten. Die Ursache dieses prognostisch sehr ungünstigen Umstandes beruht in einer Lähmung des sensiblen Nervus laryngous superior in Folge der schworen Schleimhauterkrankimg. Auch bei beiderseitiger Lähmung des motorischen Nervus laryngeus inferior fehlt ein eigentlicher Hustenschall, weil sich hier die Stimmritze nicht mehr verengern kann. Endlich beobachtet man das Fehlen des Hustens bei manchen Gehirnkrankheiten und Vergiftungen {Bromkalium, Chloroform), bei grosser Schwäche oder bei Lähmung der Exspirationsmuskeln, sowie bei soporösen Zuständen. In allen diesen Fällen lässt sich der Husten auch künstlich nicht herbeiführen.
b)nbsp; nbsp;Krankheiten der Trachea. Wie die Kehlkopfschleimhaut, so kann auch die Tracheaischleimhaut entweder durch Fremdkörper (feste, flüssige, gasförmige) oder durch entzündliche Processe gereizt werden, und dadurch retiectorisch Husten entstehen. Wie Nothnagel experimentell nachgewiesen hat, ist die Empfindlichkeit der Tracheal-schleimhaut an der Bifurcationsstellc am grössten. Bezüglich des Pferdes hat Dieckerhoff experimentell gezeigt, dass die gesunde Trachealschleiudiaut vom Kehlkopf bis zur Brust hinunter weniger empfindlich ist, als die Schleimhaut des Menschen und der Fleischfresser. Reizungen dieser Strecke lösten keinen Husten aus. Er hat ferner darauf hingewiesen, dass bei der Traclieotomie die Schleimhaut gegen gewöhnliche Reize, namentlich auch gegen kalte Luft ganz unempfindlich ist. Dagegen ist die kranke Schleimhaut bei Trache'itis offenbar ebenso reizbar, wie bei der Laryngitis. Den Beweis hiefür liefert beispielsweise die mit starkem Husten verlaufende Trache'itis verminosa des Geflügels (Syngamus trachealis).
c)nbsp; Krankheiten der Bronchien. Die Bronchialschleimhaut ist Reizen gegenüber ebenso empfindlich wie die Kehlkopfschleimhaut. Fremdkörper in den Bronchien, insbesondere verirrte Futtermassen und Flüssigkeiten, reizende Gase, Rundwürmer bedingen durch Einwirkung auf die gesunde Bronchialschleimhaut refleotorisch ebenso leicht Husten, wie im Kehlkopf. Noch leichter entsteht bei entzündlicher Reizung der Bronchialschleimhaut Husten. Es kommen hier in Betracht die acute und chronische Bronchitis und Bronchio-litis, sowie die seeundären Bronchialkatarrhe im Verlaufe der Staupe der Hunde und Katzen, des Rotzes, der Tuberkulose, der Lungen* wurmseuche, der Druse, des Lungenemphysems, der Klappenfehler (Staulingsbronchitis) u. s. w. Das reizende Moment bildet bei
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allen diesen Krankheiten die Anwesenheit, Anhäufung und Fortbewegung der Entzündungsproduote, zum Tbell auch die atmo-sphärisohe Luft, Auch die Ersohütterung des Bronohialrohrs kann Husten auslösen.
d)nbsp; Krankheiten der Lunge, Das alveoläre Parenohym der Ijimgen besitzt nach der herkömmlichen Annahme keine für die Auslösung des Hustens empt'imgliclien Nerven. Die klinische Erfahrung scheint diesem physiologisohen Lehrsätze zu widersprechen. Ganz reine, hiimatogene Pneumonien, l)ei welchen nur die Lungenalveolen, nicht aber die Broncliialschleimhaut erkrankt sind, wie z. B. die croupöse Pneumonie der Pferde oder die Lungenseuche des Rindes, verlaufen von Anfang an mit starkem Husten, der sich auch künstlieb durch Beklopfen der Brustwand und die hiebei entstehende Erschütterung des Lungenparenchyms erzeugen lässt. Dasselbe gilt für die Echinokokkenkrankbeit des Rindes, wenn sie mit Bronchitis nicht vergesellschaftet ist. Bei katarrhalischen Pneumonien, wie z. B. bei der Hundestaupe, ist der Husten allerdings zum grössten Theil auf die Reizung der Schleimhaut der Bronchiolen und Bronchien zurückzuführen. Aehnlich verhält es sich bei der Lungentuberkulose, beim Lungenrotze, beim Lungenemphysem, bei der Lungenwurmseuche, bei der mykotischen Pneumonie des Geflügels u. s. w.
e)nbsp; nbsp;Krankheiten der Pleura. Wie Kohts experimentell gezeigt hat, entsteht schon Husten, wenn die gesunde Pleura gereizt wird. Diese positiven Befunde können durch negative Versuche von Nothnagel nicht entkräftet werden. Noch leichter entsteht Husten bei Reizung der entzündeten Pleura. Deshalb ist der Husten eine häufige Begleiterscheinung der Pleuritis, insbesondere im ersten Stadium derselben. Bei Pneumopleuresien, wie z. B. bei der Brustseuche, im späteren Stadium der Lungenseuche, der Schweine-seuche etc. wird der Husten zum Theil auch durch die Affection der Lungen bedingt. Bei der traumatischen Pericarditis des Rindes entsteht gewöhnlich dann Husten, wenn der Fremdkörper das Zwerchfell und damit die Pleura perforirt hat.
Sonstige Ursachen. In wie weit aussei- den erwähnten Krankheits-zuständen der Luftwege andere Organe zur Entstehung von Husten beitragen, ist mit Sicherheit nicht zu sagen. Es fehlen speciell einwandsfreie Beweise für das Vorhandensein eines sog. Magonhustons1'. Wir wollen aber nicht verfehlen, darauf hinzuweisen, dass zuweilen, namentlich beim Bind und Hund, die Ursachen des vorhandenen Hustens sich nicht aufklären lassen. Wir haben Fälle kennen gelernt, in denen wegen des
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chronischen, hartniickigen Hustens heim Hind die Diagnose auf Tuberkulose, beim Hunde auf intensive Veränderungen im Kehlkopfe, in den Bronchien oder in der Lunge gestellt war, bei welchen indessen die Section ein vollkommen negatives Kesultat ergeben hat. Bekannt ist ferner, dass beim Rinde sehr oft nach der Verfütterung von Schlempe Husten auftritt, ohne dass anatomische Veränderungen vorliegen.
Eigenschaften des Hustens. Der Hasten ist bezüglich seines Charakters ausserordentlioh verschieden je nach dem ursächlichen Krankheitsproeess. der Thicrguttung, dem Alter und der Constitution der Thiere. Es liisst sich deshalb eine Reihe besonderer Arten von Husten unterscheiden. Am eingehendsten hat sich mit den einzelnen Eigenschaften und mit der Analyse dos Hustens in der Thierheilkunde bisher Dicckerhoff beschäftigt (Wochenschrift für Thierheilkunde 1879, und Specielle Pathologie 188G). Wir aeeeptiren im Folgenden die von ihm vorgeschlagenen Benennungen im Interesse der Einheitlichkeit des klinischen propädeutischen Unterrichtes, Man hat bei der Beurtheilung des Hustens die nachstellenden Momente zu berücksichtigen:
a)nbsp; die Entstehungsweise (spontan künstlich erzeugt),
b)nbsp; die Frequenz (selten häufig),
c)nbsp; die Schmerzhaftigkeit (schmerzhaft schmerzlos),
d)nbsp; die Stärke (stark schwach),
e)nbsp; die Dauer (kurz hang),
f)nbsp; den Schall (hell dumpf; hoch tief; trocken feucht),
g)nbsp; die ausgestossene Luftmenge (voll leer).
a)nbsp; Bezüglich der Entstehungsweise unterscheidet man zunächst einen spontanen, d. h. ohne Zuthun des Untersuchenden von selbst entstehenden Husten im Gegensatze zu dem künstlich erzeugten, durch bestimmte Manipulationen des Untersuchenden absichtlich hervorgerufenen Husten. Das Auftreten eines spontanen Hustens setzt immer das Vorhandensein einer krankhaften Reizung voraus, während ein künstlicher Husten auch bei gesunden Thieren, namentlich leicht beim Pferd, erzeugt werden kann. Ueber die Methoden zur Erzeugung des künstlichen Hustens vergl. unten.
b)nbsp; Seiner Frequenz mich ist der Husten entweder selten oder häufig. Beim seltenen Husten hört man gewöhnlich nur einzelne von längeren Zwischenpausen unterbrochene Hustonstösse, während heim häufigen Husten oft förmliche Hustenanfälle, d. h. eine ganze Reihe schnell auf einander folgender Hustenstösse auftreten, wie sie beispielsweise heim sog. Krampfhusten der Hunde (chronische Laryngitis), sowie bei allen Katarrhen der Respirationsschleimhaut
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beobachtet werden, welcho sehr zähe, schwer zu expectorirende Ent-zündungsproducto liefern (chronische Broncliitis, venuinöse Bronchitis).
c)nbsp; Sohmerzbaftigkeit des Hustenstossos beobachtet man besonders bei Pleuritis, sowie bei intensiveren acuten Katarrhen des Kehlkopfs und der Bronchien. Auch hei Bronchopneumonie, z. B. im Verlaufe der Staupe, ist der Huston sehr schmorziiaft, so dass ihn die Thiere womöglich zu unterdrücken suchen. Schmerzlosen Husten findet man bei den verschiedensten chronischen Erkrankungen der Luftwege und der Lungen. Die Uehergänge zwischen schmerzhaftem und schmerzlosem Husten werden als etwasquot; oder wenigquot; schmerzhaft bezeichnet.
d)nbsp; Die Stärke des Hustenstosses wird ausgedrückt durch die Bezeichnungen stark und schwach (kräftig und kraftlos). Sie hängt von verschiedenen Umständen ab. So zeigen Thiere mit schwacher Constitution und in fortgeschrittenen Stadien der Krankheit im Allgemeinen einen schwachen Husten. Der Husten ist ferner sehr häutig dann schwach, wenn er schmerzhaft ist. Besonders schwach ist der Husten bei Lungenemphysem, Bronohiolitis und häutig auch bei Bronchopneumonie.
e)nbsp; nbsp;Die Dauer des einzelnen Hustenstosses kann lang oder kurz sein. Bin sehr langgedehnter Husten entstellt nach Diecker-hoff bei unvollständigem Verschlüsse der Stimmritze, wenn die aus-gestossene Luft nicht wie gewöhnlich zuerst in Folge der stark geschlossenen Stimmritze zusammengepresst, sondern durch die zum Theil geöffnete Stimmritze langsam und allmählig, statt plötzlich, hindurchgetrieben wird. Nach D. hat man daher klinisch zu unterscheiden einen Hustenstoss mit vollständigem Verschluss der Stimmritze (kurzer Husten), sowie einen solchen mit mangelhaftem Stimmritzen Verschlüsse und mit offener Stimmritze (langer Husten). Ein langgedehnter Husten wird unter Anderem bei der einseitigen Lähmung eines Stimmbandes (Pfeiferdampf) heobachtet. Physiologisch findet man einen langen Husten wegen der normal weiten Beschaffenheit der Stimmritze beim Rinde.
f)nbsp; Der Schall des Hustens ist hauptsächlich abhängig von der Spannung der Stimmbänder, der Weite der Stimmritze und der Stärke des Hustenstosses. Man unterscheidet einen hellen und dumpfen, hohen und tiefen, sowie einen feuchten und trockenen Husten-schall. Besondere abnorme Schallmoditicationen sind: hohl, heiser, bellend, pfeifend, keuchend, röchelnd, krächzend, hauchend, brummend, brüllend, schlotternd.
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g) Die beim Husten ausgestossune Luftmenge kann sehr gross oder klein sein. Man bezeichnet den Husten nach dieser llichtung entweder als voll (geräumig) oder leer (wenig geräumig).
Diagnostische Bedeutung des Hustens. Die Wichtigkeit des Hustens für die Stellung der Diagnose wird gemeinhin überschätzt. Wir müssen deshalb ausdrücklich darauf hinweisen, dass aus der Beschaffenheit des Hustens allein eine bestimmte Krankheit niemals diagnosticirt werden kann. Es ist insbesondere unmöglich, lediglich auf die Eigenschaften des Hustens hin die Diagnose auf Tuberkulose, Lungenseuche, Rotz, Dampf, Lungenentzündung, Bronchialkatarrh u. s. w, zu begründen. Bei keiner einzigen Krankheit ist der Husten so charakteristisch, dass er nicht auch bei anderen in derselben Weise vorkäme. Der Husten beweist lediglich das Vorhandensein einer Erkrankung irgendwo im Bespirationsapparate. Ueber den Sitz der Ursache des Hustens bezw. der Erkrankung gibt nur die ausführliche klinische Untersuchung der Einzelorgane Aufschluss. In differential-diagnostischer Hinsicht kann eigentlich nur der künstlich erzeugte Husten zuweilen als diagnostisches Hilfsmittel verwerthet werden. In dieser Beziehung ist Folgendes zu bemerken: Kine abnorme Empfindlichkeit des oberen Theiles der Luftröhre und des Kehlkopfes bei Druck lässt immer auf Krankheitszustände daselbst, zum Mindesten auf eine erhöhte Reizbarkeit schliesson, ebenso Kmpiindlicbkcit der unteren Partie der Luftröhre. Besteht spontaner Husten und lässt sich künstlich auf Druck der oben genannten Theile Husten ungewöhnlich leicht und heftig erzeugen, so sind diese Schleimhautpartien wohl sicher erkrankt, sie brauchen es aber nicht allein zu sein, sie können nur miterkrankt sein, wie dies oft genug bei Krankheiten der tieferen Luftwege vorkommt. Besteht spontaner Husten und lässt sich dabei durch Druck auf Kehlkopf und Luftröhre Husten nicht abnorm leicht erzeugen, so liegt nahe, schon daraus auf eine Erkrankung der tieferen Luftwege zu schliessen. Bei der letzteren ist es dann, insbesondere beim Hund, auch häutig möglich, den Husten absichtlich durch Erschütterung der Brustwand auszulösen.
Methoden für die künstliche Erzeugung von Husten. Schon heim gesunden Pferde ist man in der Regel im Stande, durch einmaliges oder mehrfach wiederholtes seitliches Zusammenpressen des obersten Theiles der Luftröhre reflectorisch Husten auszulösen. Man verfährt in der Weise, dass man eine Hand auf den Widerrist des Pferdes legt, dann mit der anderen Hand den obersten Theil
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der Luftröhre direct unter dem Kehlkopfe uml'asst, die Luftrühre seitlieh eoinprimirt und wohl auch gleichzeitig mit dem Kehlkopf etwas in die Höhe schiebt. Hiebei hat man zu beachten, dass man nicht von dem Pferde mit den Vorderfüssen gehauen oder getreten wird. Nach Dieckerhoff ist schon ein Druck auf die (Jiesskannen-knorpel des Kehlkopfes ausreichend, um die gesunden Pferde zum Husten zu veranlassen.
Bei dicken kurzen Hälsen und besonders bei indolenten Pferden genügt häutig der Druck auf die Luftröhre mit der einen Hand nicht, um künstlich Husten auszulösen; es muss vielmehr der Druck mit den Spitzen der Pinger der anderen Hand noch unterstützend verstärkt werden. Hiebei ist darauf aufmerksam zu machen, dass bei alten Pferden mit mageren Hälsen nicht übermässig stark gedrückt werden soll, um nicht einen Bruch der verknöcherten Luftröhrenknorpel zu veranlassen. Im Uebrigen zeigen die einzelnen Pferde eine sehr verschiedene individuelle Empfindlichkeit gegen Druck auf das obere Ende der Luftröhre. Manche Pferde sind gar nicht, andere nur sehr schwer zum Husten zu bringen.
Beim Rinde sucht man den Husten ebenfalls in der Weise zu veranlassen, dass mau den oberen Theil der Luftröhre seitlich com-primirt, während das betreffende Thier von einem an der anderen Seite postirten Gehilfen an den Hörnern festgehalten wird, damit der Untersuchende Verletzungen mit dem Hörne entgeht. Es gelingt nach unseren Erfahrungen indessen bei gesunden Thieron nur höchst selten, auf diese Weise Husten zu erzeugen, während dies bei gewissen Krankheiten des Kehlkopfes und der Trachea, zuweilen, aber durchaus nicht so oft und so sicher wie beim Pferd, möglich wird. Eine andere Methode, Husten zu erzeugen, welche sich insbesondere bei Erkrankung der tieferen Luftwege sowie der Pleura eignet, besteht darin, dass man die Haut am Rückenfirst, hinter dem Widerrist, mit zwei Händen in eine grosse Falte schlägt. Es wird dadurch ein Druck auf den Brustkorb ausgeübt; andererseits biegen die Thiere bei dieser Manipulation meist den Rücken lebhaft ein und erschüttern dadurch die Bronchien, wodurch unter Umständen Husten ausgelöst wird. Bei kleineren Rindern ist es wohl auch üblich, gleichzeitig nut der einen Hand die Luftröhre zusammen zu drücken und mit der anderen eine Hautfalte am Rücken zu schlagen. Andererseits gelingt es beim Rind zuweilen, durch Erschütterung der Brustwandung durch sanfte Schläge mit der flachen Hand, oder durch starkes Per-CUtiren überhaupt, Husten hervorzurufen. Ein bekanntes Mittel ist
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Auswurf.
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endlich das Herausbringen der Rindet' ins Freie und das rasche Fahrenlassen derselben, sowie die Verabreichung von kaltem Wasser. Bei kleinen Wiederkäuern gelingt es ebenfalls, durch Druck auf den obersten Theil der Luftröhre Husten zu erzeugen, wenn erhöhte Reizbarkeit der Schleimhaut gegeben ist. Auch bei Hunden ist dies unter diesen Umständen der Fall, obwohl hier durch den Druck zumeist mehr Schluck- und selbst auch Würgbewegungen ausgelöst werden. Bei Erkrankungen der tieferen Luftwege, zumal bei Bronchitis und Bronchopneumonie, gelingt es in der Kegel leicht, durch Beklopfen der Brustwand mit der flachen Hand Husten zu veranlassen.
Auswurf. Da bei den Hausthieren im Gegensätze zum Menschen weder ein Räuspernquot; noch ein eigentliches Ausspuckenquot; vorkommt, so kann man in der Thierheilkunde im Grunde genommen auch nicht von einem Sputum (das Ausgespucktequot;) sprechen. Dagegen beobachtet man zuweilen bei heftigen Hustenanfiillen ein Auswerfenquot; katarrhalischer Pro-duete durch das Maul. Man bezeichnet deshalb die auf solche Weise entleerten Entzündungsproducte am besten als Auswurf (Expectoratio). Dieselben stammen aus dem Kehlkopfe, der Trachea, den Bronchien, Bron-chiolen, Alveolen. Sehr häufig entziehen sie sich indessen der genaueren Untersuchung, weil sie von den Thieren sofort wieder verschluckt werden. Es ist auch nicht immer leicht, den Auswurf vom Nasenausflusse zu unterscheiden. Aus diesen Gründen besitzt die Untersuchung des Auswurfes bei Weitem nicht die klinische Bedeutung, wie die Sputum-Untersuchung beim Menschen. Speciell für die Diagnose der Rindertuberkulose ist sie bei dem seltenen Auftreten eines Auswurfes im Verlaufe dieser Krankheit so gut wie belanglos. Am ehesten noch kommt ein Auswurf beim Geflügel zu Stande, indem dasselbe während des Hustens unter eigenthümlich schleudernden Kopfbewegungen Entzündungs-produete aus den Luftwegen auswirft; es findet dies bei Diphtheritis und nach der Einwanderung von Syngamus trachealis statt. Bei den übrigen Hausthieren beobachtet man zuweilen, besonders beim Pferd und Hund, einen Auswurf im Vorlaufe des acuten und chronischen Bronchialkatarrhs, der Staupe, der croupiisen Laryngitis und Bronchitis, der Brustseuche, bei Lungencavernen und Bronchiektasien ; beim Rinde wird derselbe im Verlaufe des bösartigen Katarrhalfiebers angetroffen. Man findet dann den Auswurf am Boden, im Barren, in der Streu u. s. w., von wo er behufs näherer Untersuchung aufgenommen werden muss. Die Untersuchung ist wie beim Nasenausflusse eine makroskopische, mikroskopische und bacteriologische. In Beziehung auf erstere bemerken wir, dass wie beim Nasenausflusse die Menge, die Consistenz, der Geruch u. s. w. in Betracht kommen. Am massigsten findet man den Auswurf bei Bronchiektasien und Lungencavernen. Seiner Natur nach ist er am häufigsten schleimig, von weisser oder weissgrauer Farbe und zäher, fadenzichender Consistenz, glasig, froschlaichartig, schaumig bei acutem und chronischem Katarrh des Kehlkopfs, der Trachea und der Bronchien. Eiterigen Auswurf von grauweisser oder gelblichweisser Farbe findet man namentlich bei Lungencavernen, schleimig-eiterigen bei Bronchiektasien, crou-pösen in Form membranüser, bandartiger, schlauchälmlichcr oder röhren-
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Untersuchung des Kehlkopfes.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;177
förmiger, cylindrischer, zuweilen baumälhnlich verzweigter Massen bei Laryngeal- und Broncbialcroup, diphtberitiscben bei öeflügeldiphtberie und beim bösartigen Katarrbalfieber des Rindes, jauchigen, missfarbigen und übelriechenden bei brandigen Lungencavernen und Bronchiektasien. Endlich findet man als Fremdkörper Blut, Futtermnssen (Schluckpneu-inonie), Pilzmassen (Pneuraomykose) und Rundwürmer (Strongylen). Die letzteren werden bei der Lungenwurmkrankbeit zuweilen in Form sog. Wurmklumpen expectorirt, indem mehrere Würmer in eine Schleimmasse eingebettet sind. Bezüglich der mikroskopischen Untersuchung des Auswurfs verweisen wir auf das beim Nasenaustluss Angegebene, bezüglich der bacteriologischen Untersuchung auf das letzte Kapitel dieses Lehrbuchs.
Stimme. Eine krankhafte Veränderung der Stimme findet man am bilufigsten beim Kehlkopfkatarrh des Hundes und des Geflügels; die Stimme ist hieboi rauh und heiser. Eine besondere Abweichung ist ferner beim Pferde zuweilen im Verlaufe des Kehlkopfpfeifens in Folge einseitiger Lähmung eines Stimmbandes gegeben ; manche mit diesem Leiden behaftete Pferde zeigen nämlich ein heiseres, brummendes Wiehern. Klagende Laute (Aechzen, Stöhnen, Blöcken, Schreien) findet man bei sehr vielen schmerzhaften Krankheiten, insbesondere bei Koliken, schweren Geburten, Starrkrampf, rheumatischer Hämoglobinurie etc.; am wehleidigsten sind hiebei die Ziegen. Sodann beobachtet man die verschiedenartigsten Laute bei psychischen Erregungszuständen, insbesondere bei Gehirnhyperämie und Gehirnentzündung, bei stütigen Pferden, rossigen Stuten, bei der sog. Br üllerkr an kbeit (Stiersucht) des Rindes, wobei die Kühe ein stierähnliches Gebrüll ausstossen. Von grosser diagnostischer Bedeutung ist die Veränderung der Stimme bei der Wuth. Wüthende Hunde zeigen ein eigentbümliches, heiseres, rauhes, heulendes Bellen, wobei der erste Anschlag zu einem langgezogenen, hohen Bollgeheul verlängert wird; Pferde stossen gellende Töne aus; Rinder zeigen zuweilen ein anhaltendes Brüllen bei ganz veränderter Stimme. Schafe und Ziegen blocken dumpf und rauh; Katzen zeigen eine eigenthümlieh veränderte, heisere Stimme; auch das Geflügel stösst heisere Töne aus. Die Ursache dieser Stimmveränderung bei der Wuth ist wahrscheinlich in einer Lähmung der Stimmbänder zu suchen. Endlich beobachtet man zuweilen bei der Finnenkrankheit des Schweines ein heiseres, rauhes, krächzendes Grunzen. Auch bei Trichinose soll die Stimme matt und heiser sein. Absolute Stiramlosigkeit beobachtet man bei Zwerchfellsruptur des Pferdes, bei welcher den Pferden das Vermögen laut zu wiehern abgeht.
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10. Die UntersHclning des Kehlkopfes.
Die äussere Untersuchung des Kehlkopfes. Dieselbe besteht im Gegensätze zur inneren Untersuchung (Laryngoskopie) aus Ad-spection, Palpation und Auscultation.
Die Adspection, die äusserliche Besichtigung des Kehlkopfes und seiner Umgehung, bezieht sich nur ausnahmsweise auf eine Umfangsvcrmchrung oder Formveränderung des Kehlkopfes selbst
Fric.Jberger u. Kröhner, Klinische Untersuchungsinethodeu. 2. Aull. 12
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Untersucliung ilos KeblkopfeSi
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(schwere Laryngiten, Fracturen und Infractioncii des Larynx), vielmehr fast aussohliessUoh auf krankhafte Veränderungen in der Umgehung des Kehlkopfes. Hieher gehören die ödematösen und phleg-monösen Schwellungen der Kehlkopfgegend l)ei Pharyngitis und Rinderseuehe; die Entzündung der retropharyngealen Lympliclrüsen bei Druse, Parotiten, Luftsaok'Empyeine, Strumen, actinomykotischo und tuberkulöse Geschwülste beim Rinde, Anasarka beim Schafe (Leberegelseucho).
Die Palpati on des Kehlkopfes wird vor allem zum Zwecke der Erzeugung von künstlichem Husten vorgenommen (vergl. S. 174). Ausserdem wird durch Betastung der Kehlkopfgegend eine erhöhte Temperatur, Schmerzhaftigkeit sowie ein Erzittern des Kehlkopfes (Laryngeal-Premitus) nachgewiesen. Der Laryngeal-Fremitus bestellt in fühlbaren zitternden Bewegungen des Kehlkopfes, welche durch das Flottiren von Entzündungsproducteii, namentlich von croupösen Membranen, sowie von geschwollenen Schleimhautfalten und erschlafften Stimmbändern im Larynx oder Pharynx hervorgerufen werden. Man beobachtet ihn daher besonders bei croupöser und phlegmonöser Laryngitis, Glottisödem, Ge-flügeldiphtherie, Kälberdiphtherie. Von besonderer Bedeutung ist endlich die Betastung des Kehlkopfes beim Pfeiferdampf des Pferdes. In Folge der linksseitigen Atrophie der Stimmritzencrwei-terer lässt sich häutig, wenn auch nicht immer, der linke Griess-kannenknorpel leichter in das Lumen des Kehlkopfes eindrücken, als der rechte. Diese vermehrte Nachgiebigkeit dos linken Giesskannen-knorpels hat ferner zuweilen schon im Stande der Hube das Hörbar-werden des charakteristischen laryngealen Stenosengeräusches zur Folge. Ausserdem kann durch diese Manipulation das während der Bewegung auftretende Pfeifen verstärkt werden.
Die Auscultation des Kehlkopfes wird unmittelbar durch directes Auflegen des Ohrs auf die Kehlkopfgegend vorgenommen. Bei gesunden Thieren hört man an dieser Stelle das normale Laryngoal-Geräusch, ein in seinen Eigenschaften mit dem trachealen und bronchialen Geräusche übereinstimmendes Stenoson-geräusch mit dem chquot; als Grundcharakter. Dasselbe entsteht durch Wirbelbewegungen (Oscillationen) des durch die Stimmritze hindurchgezwängten in- und exspiratorisclien Luftstroms, welcher die Luftsäule der Trachea ebenfalls zum Mitschwingen veranlasst und hie-durch das Geräusch noch verstärkt. Bei der Ausathmung ist das normale Kehlkopfgeräusch etwas lauter als bei der Inspiration, weil
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die Stimmritze enger ist. Das normale Laryngeal-GiemuscL ist unter pathologischen Verhältnissen entweder sehr laut und verschärft (Dyspnoii) oder mit Nebengeräuschen vermischt. Die letzteren treten in Folge hochgradiger Verengerung der Stimmritze durch entzündliche Sohleimhautsohwellungen, aufgelagerte Exsudatmassen, Geschwülste, Lähmung der Stimmritzcnerweiterer etc. als pfeifende, rohrende, zischende und keuchende Geräusche auf-, sog. Stridor laryngeus. Andere Nebengeräusche werden durch flottirende Bewegungen von Exsudatmassen oder geschwollenen Schleimhautfalten (Stimmbändern) im Kehlkopfe und Schlundkopfe hervorgebracht, Es sind dies die rasselnden, schnurrenden und schnarchenden Kehlkopfgeräusche. Von Wichtigkeit ist hiebei insbesondere die Ermittlung, ob diese Geräusche im Kehlkopfe selbst (autochthon) oder im Pharynx bezw. in der Trachea entstanden sind, was sich durch genaue Auscultation dieser Theile feststellen lässt.
Die Laryngoskopie. Die innere Besichtigung des Kehlkopfes gehört in der Thierheilkunde mit Ausnahme des Geflügels zu den schwierigsten klinischen Untersuchungen. Specicll beim Pferde ist es erst in der neuesten Zeit, dank den verdienstvollen Arbeiten und den sinnreichen Instrumenten von Polansky und Schindelka gelungen, das Innere des Kehlkopfes einer genauen laryngoskopischen Untersuchung zu unterziehen. Dagegen lässt die Anwendung dos Kehlkopfspiegels bei den übrigen Thieren sehr viel zu wünschen übrig.
a)nbsp; Laryngoskopie beim Geflügel. Die Besichtigung des Kehlkopfs beim Geflügel ist sehr leicht und ohne Benützung besonderer Apparate ausfuhrbar. Die Methode ist folgende: Man öffnet die Maulhöhle, indem man mit dem Daumen und Zeigefinger je einer Hand Ober- und Unterschnabel fasst und beide auseinanderzieht. Sodann setzt man den vierten und fünften Finger der den Unter-schnahel fixirenden Hand unter den Kehlkopf und drückt mit den Eingerspitzen den Kehlkopf in die Höhe, gegen die Maulhöhle zu. Auf diese Weise kann man bequem von der Maulhöhle aus das Innere des Kehlkopfes und selbst noch einen Theil der Luftröhre besichtigen und das Vorhandensein von croupös-diphtheritischen Belägen und andern Bntzündungsproducten, Fremdkörpern, Schleimhaut-schwellungen u. s. w. feststellen.
b)nbsp; nbsp;Laryngoskopie beim Hunde. Bei kurzschnauzigen Hunden und bei Katzen kann man nach Oefihung der Maulhöhle,
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Piximng der Kiefer und Niederdrücken oder Vorziehen der Zunge hei gewöhnlichem Sonnenlichte den Uebergang des Schlundkopfes in den Kehlkopf, den Kehldeckel und den Eingang in die Kehlkopfhöhle ziemlich gut besichtigen. Bei langschnauzigen Hunden, desgleichen bei Schafen und Ziegen sowie Kälbern ist dies schon schwieriger. Die Anwendung des in der Menschenheilkunde gebräuchlichen Kehlkopfspiegels ist auch beim Hunde und der Katze möglich, in praxi jedoch ziemlich umständlich und nicht immer von ausreichendem Erfolge begleitet.
c) Laryngoskopie heim Pferde. Die innere Besichtigung des Kehlkopfes beim Pferde ist ohne die Anwendung sehr compli-
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cirter Instrumente nicht möglich.
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Die stark entwickelte und beweg-
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liehe Zunge sowie
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das Gaumensegel bieten dem Untersuchenden
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Hindernisse, die schwer oder gar nicht zu überwinden sind. Erst seit der Einführung des von Pol an sky und Schind elka (1888) construirten Rhino-Laryngoskops ist man in den Stand gesetzt, das Innere des Kehlkopfes beim Pferde so genau zu untersuchen, wie unter Anwendung dos Kehlkopfspiegels beim Menschen. Das Instrument wird nicht durch die Maulhöhle, sondern durch die Nasenhöhle eingeführt. Es besteht aus einem Rohre, in dessen Innerem ein optischer Glühlicht-Apparat angebracht ist. welcher mit einer elektrischen Batterie und einer Kühlvorrichtung verbunden ist. Die genauere Zusammensetzung des Apparates ist nach der Beschreibung der Erfinder (Oosterreich. Zeitschrift für wissenschaftl. Veterinärkunde 1889) folgende. Das Rhino-Laryngoskop besteht aus einer geraden Röhre (ß), welche 56 cm lang ist und 4,7 cm Umfang besitzt. Das vordere Ende des Instrumentes ist kuppenförmig abgerundet und stellt ein Gehäuse (G) für eine Glühlampe (La) dar. Ein Theil der Wand ist in einer Ausdehnung von 1,7 cm in der Länge und 1,2 cm in der Breite von einem ovalen Glasfenster (F) eingenommen, welches in einer Entfernung von 0,8 cm vom vorderen Ende des Rohres seinen Anfang nimmt und dazu bestimmt ist. die von der Glühlampe ausgehenden Lichtstrahlen durchtreten zu lassen. Zum Verschlüsse dieses Fensters musste Krystallglas verwendet werden, da gewöhnliches Glas in Folge der Wärmeentwicklung von Seite der Glühlampe (La) springen würde. Die Stromzuleitungsstifte dieser Lampe sind in zwei Platinhülsen eingeschoben, durch welche der Contact mit der übrigen Leitung hergestellt ist, und zwar bildet das Rohr (R) die eine Leitung, während die andere im Innern desselben isolirt
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Laryngoskojue.
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verliluft. In dem an die absobraubbare Kuppe (G) angrenzenden Tlieil der Röhre ist ein rechtwinkliges Prisma (P) in der Art eingelassen, dass dasselbe von der Glühlampe durch eine Scheidewand getrennt ist, in welcher sich auch die
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Platinhülsen für die Stromzuleitungs-stifte der Glühlampe befinden. Das Prisma (P) ist derart in das Rohr eingefügt, dass die Hypotenusentiäche desselben gegen das vordere (innere), die eine KathetenHäche gegen das hintere (äussere) Ende des Rohres zu sieht, während die andere Kathetenfläche in ein 1,2 cm langes und 0,8 cm breites, rechtwinkliges Fenster eingelassen ist. Es werden somit Lichtstrahlen, welche auf die Kathetenflächen fallen, durch die Hypotenusenfläohe des Prisma wie durch einen Spiegel retlectirt und in ein an das Prisma anschliessendes, im Rohre eingeschobenes terrestrisches Fernrohr geleitet. Durch diese optische Einrichtung erhält man verkleinerte Schleimhautbilder grösserer Schleimhautflächen. Das hintere Ende des Apparates trägt die Polklemmen (Le) für die Leitungskabel und besitzt ausserdem eine Con-tactschraube (C) für die Schliessung und Unterbrechung des Stromes, welche Schraube mit der einen Polklemme in leitender Verbindung steht und auch so
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gestellt ist, dass sie gleichzeitig als Marke für die Stellung der beiden Fenster im
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R h i n o I. a r y n g o s k o p von l'olansky und Schinuelka.
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Rohr benützt werden kann.
Um die Erhitzung des vorderen Röhrendes während der Beleuchtung zu verhindern, wird der Apparat mit einer Kühlvorrichtung in Verbindung gebracht, durch welche mittelst eines Kautschukgebläses (G') comprimirte und gekühlte Luft in die Röhren und den das Glühlicht umgebenden Kaum getrieben wird. Die Luft tritt bei V wieder aus. Das Instrument ist mit einem verschiebbaren und abnehmbaren Mantelrohr umgeben, welches die Lampe und den
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Laryngoskopie.
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raquo;Spiegel heim Einfuhren vor der Kcsclimut/ung durch Schleim schützt. Die Abkühlung der Luft erfolgt in einem Leiter'schen Kühlrohr. Die zu dem Apparate gehörige elektrische Tiiuchhiittorie enthält eine Cliromsüurefüllung (Chromsiiure 160,0; Hydrargyrum sul-furic. 10,0; Schwefelsäure 125,0; Wasser 1 Liter).
Einführung des Rhino-Laryngoskops. Dieselbe erfolgt am stehenden Pferde. Häufig genügt lediglich die Fixirung des Kopfes durch einen Gehilfen. Bei widerspenstigen Pferden wird die Unterlippe gebremst und im Nothfall die Nasensohleitnhant cocninisirt. Das Niederlegen der Pferde ist zum Zwecke des Einführens des Instrumentes nur ausnulnnsweise nöthig, Vor dem Einführen ist die Leistungsfähigkeit der Batterie, der Zustand der Leitungsdrähte und die Leuchtkraft der Lampe zu prüfen. Eine vorhergehende Einfettung des llhino-Laryngoskops darf wegen der Trübung dos Glasfensters nicht stattfinden; eventuell kann Glycerin angewandt werden. Das Instrument wird nach der von den Autoren gegebenen Vorschrift in der Richtung gegen die Nasenscheidewand direct in den unteren Nasengang durch ein Nasenloch eingeführt. Während man die Nasen-öfifnung mit einer Hand erweitert, führt man das Instrument mit der andern Hand ein. Hiebei soll dasselbe schreibfederartig, mit der Spitze nach unten und gegen die Nasenscheidewand gerichtet gehalten werden. Ist das Instrument in dem unteren Nasengange angelangt, so ist das Weiterschieben desselben durch leicht drehende Bewegungen zu vollführen, wobei als Regel gelten muss, dass beim Einführen die Anwendung jeder Gewalt aus/.u-schliessen ist. Auf diese Weise wird am sichersten das Eintreten von Blutungen hintangehalten. Wenn trotz jeder Vorsicht sich dennoch Blutungen einstellen sollten, wie bei Tumoren, starken Anschwellungen der Nasenschleimhaut, bei Ulcerationsprocessen etc., so sind dieselben ganz belanglos. Beim weiteren Vordringen mit dem Instrumente muss dasselbe immer so gehalten werden, dass die Spitze den unteren Nasengang nicht verlässt, wobei man das hintere Ende auch immer etwas nach aussen zu drücken hat, damit das vordere Ende nicht von der Nasenscheidewand abweicht. Befolgt man diesen Vorschlag, so wird man sowohl verhüten, dass das Instrument den unteren Nasengang verlässt und gegen die obere Nasenmuschel stösst, man wird aber ausserdem auf diese Weise am besten verhindern, dass die Spitze des Instrumentes sich in der an der äusseren Wand des unteren Nasenganges vorhandenen Schleimhauttasche verfängt. Sollte die Spitze des Endoskopes durch irgend einen Zufall dennoch in diese Falte gerathen, so muss dasselbe wieder ein wenig zurückgezogen und unter leicht drehender Bewegung abermals vorgeschoben werden, wobei man das freie hintere Ende etwas nach aussen drängt und gleichzeitig senkt, um das vordere Ende, die Spitze des Instrumentes, der Nasenscheidewand möglichst nahe zu bringen und leicht zu heben. Bei wiederholten derartigen Versuchen wird es, vorausgesetzt, dass der Nasengang überhaupt passirbar ist, in jedem Falle gelingen, dieses Hinderniss zu überwinden, und bis zum Kehlkopf vorzudringen. Hat man das Instrument soweit eingeführt, dann wird das Mantelrohr zurückgezogen und der Apparat somit zur Besichtigung klar gemacht.
Laryngoskopisches Uebersichtsbild. Dasselbe wird bei gesunden Pferden von Polansky und Schindelka folgendermassen beschrieben: Das Bild vom Kehlkopfe, wie dasselbe mit dem obigen Instrumente er-
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Laryngoskopie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;183
halten wird, uinfasst die laryngeale Fläche des Kehldeckels, die aryepiglot-tischen Falten, die Qlesskannenknorpel, weiterhin die Schleimhautauskleidung des Kehlkopfes mit den Morgagni'schon Taschen, die wahren Stimmbänder, mul, wenn dem Kopfe des zu untersuchenden Pferdes eine gestreckte Stellung gegeben wird, auch die Schleimhaut des Ringknorpels und der angrenzenden Trachea, und zwar in ihrer vorderen Peripherie. Selbstverständlich spiegeln sich die Theilo der linken Seite auch links ab und werden von dem Meobachter, der doch vor dem Pferde steht, zu seiner Rechten wahrgenommen und umgekehrt. Die im Spiogelbilde oben erscheinenden Theile liegen in Wirklichkeit nach vorne, z. B, die Epiglottis, die im Spiegelbilde nach unten liegenden Theile entsprechen den hinteren Abschnitten, wie z. B, die Aryknorpel. Das Prisma zeigt die Bilder in analoger Weise. Die Stimmritze erscheint als ein nach vorne sich etwas verengernder Spalt, der von den hellweisson Säumen der wahren Stimmbänder begrenzt ist. Man kann beobachten, wie sich die Baader der Stimmritze bei jeder Einathmung von einander entfernen und bei jeder Ausathmung wieder gegen die Medianlinie vorrücken. Die Abgrenzung zwischen der Pars carti-laginea und der Pars ligainentosa ist deutlich wahrzunehmen, obwohl die Grenze zwischen beiden nicht so wie beim Menschen durch einen deutlichen gelben Fleck markirt ist. Links und rechts von den Stimmbändern, und zwar nach oben und aussen von denselben, liegen die Morgagni'schen Taschen, welche als grubige Vertiefungen wahrgenommen werden, die in ihren vorderen Abschnitten schmal, nach hinten zu verbreitert und nach vorne zu durch eine niedere Schleimhautfalte begrenzt erscheinen. Die Farbe der Schleimhaut daselbst ist eine gelbrothe mit einem grauen Schattenton. Die Ligamenta glottidis spuria, wie sie bei dem Menschen in den Spiegelbildern so deutlich hervortreten, sind in jenen des Pferdes nur angedeutet. Der Kehlkopfeingang ist nach hinten schnabelförmig verschmälert und erscheint daselbst von zwei kamrafönnig vorspringenden, durch eine Furche (Incisura intercartilaginea) von einander geschiedenen Wülsten begrenzt, welche an der Oborüäche körnig uneben sind, eine röthlichgelbe Färbung besitzen und die Aryknorpel enthalten. Dieselben springen mit ihren vordersten Abschnitten etwas gegen das Kehlkopfinnere vor, und setzt sich daselbst ihr Schleimhautüberzug auf die aryepiglottischen Falten, und zwar auf den inneren Schenkel derselben fort. Dieser innere Schenkel begrenzt den Kehlkopfeingang ziemlich geradlinig, ragt nicht in das Lumen des Kehlkopfes hinein und ist vom äusseren Schenkel durch eine seichte Grube geschieden; die Farbe dieser Falten ist als graugelb zu bezeichnen. Die aryepiglottischen Falten setzen sich unmittelbar in die Seitenräncler des Kehldeckels fort. Die Epiglottis ist blattförmig, länglich zugespitzt, an ihren Rändern mit zahlreichen Kerben versehen, deren tiefste sich nahe der Basis der Epiglottis befindet. Die Schleimhaut des Kehldeckels besitzt eine blassgelbe Farbe, eine etwas unebene Oberfläche und lässt die Verzweigungen zweier Venenstämmchen erkennen, welche an der Spitze der Epiglottis beginnend gegen ihre Basis hinziehen, in ihrem Verlauf vielfach unter einander anastomosiren und mehrere Stämmchen von den Kehldeckelrändern her aufnehmen. Die dunklen Punkte, welche man überdies an der Kehldeckelschleimhaut wahrnehmen kann, sind der Ausdruck der Mündungen von Drüsenausführungsgängen. Bei einer for-cirten Streckung des Kopfes, wie man eine solche namentlich bei liegendem Pferde vornehmen kann, übersieht man, wenn sich die Glottis in der Inspirationsstellung befindet, auch die Schleimhaut an der vorderen Peripherie des Ringknorpels und der unmittelbar angrenzenden Tracheairinge,
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Liiryngoskoiiic.
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welche als deutliche Kreissegmente erscheinen. Die Schleimbaut an diesen Partion erscheint röthlich gefiirbt und, weil mehr im Schatten gelegen, grau abgetönt.quot;
Diagnostische Bedeutung des Rhino-Laryngoskops. Dieselbe ist eine sehr erhebliche. Das Instrument ermöglicht eine genaue Untersuchung der Kehlkopl'schleimhaut und der Stimmbänder und ist insbesondere für die Diagnose und Differentialdiagnose des Rotzes ein sehr wichtiges Hill's-mittel. Hyperämien, Schwellungen, Blutungen, Auflagerungen der Schleimhaut, Neubildungen, Fremdkörper, Lähmung der Stimmbänder etc. lassen sich nunmehr beim Pferde ebenso sicher nachweisen, wie beim Menschen. Der einzige üebelstand, welcher der allgemeinen Einführung des Instrumentes in der thierärztlichen Praxis entgegen steht, ist der hohe Preis (300 Mark). Für klinische Institute jedoch, für Gestüte und grössere Krankenställe ist das Hhino-Laryngoskop unentbehrlich. Auch für die forensische Thierheilkunde ist es wegen der Möglichkeit, die Lähmung eines Stimmbandes beim Pfeiferdampf damit laryngoskopisoh nachzuweisen, von Bedeutung. Wir lassen zum Schlüsse die Beschreibung des laryngoskopischen Uebersichtsbildes folgen, wie es die Erfinder des Instrumentes in einem Falle von Pfeiferdampf beim Pferde beobachtet haben. Das betr. Pferd zeigte eine halbe Stunde nach vorausgegangener kurzer Trabbowegung das folgende Kehlkopfsbild: Die Glottis ist schief gestellt, indem der Giesskannenknorpel der linken Seite mehr aufgestellt und gegen die Medianlinie des Kehlkopfes gerichtet ist. Das linke Stimmband befindet sich bewegungslos in der sog. Cadaverstellung, d. h. es befindet sich in einer Lage zwischen der Inspirations- und Ex-spirationsstellung festgestellt. An dem rechten Stimmbande ist die Athem-bewegung sehr deutlich zu unterscheiden, indem sich dasselbe bei der Inspiration von der Medianlinie weit entfernt und bei der Exspiration wieder an dieselbe heranrückt. Die Glottis vocalis stellt in unserem Falle in der Inspirationsstellung ein ungleichseitiges Dreieck dar, dessen Basis durch eine die beiden Procossus vocnles verbindende Gerade gebildet wird, und an welchem das linke Stimmband dem Schenkel des grösseren, das rechte dem Schenkel des kleineren Winkels entspricht. Bei der Exspiration nähert sich das rechte Stimmband fast vollkommen der Mittellinie, doch kommt es hiebet nicht zum vollkommenen Schluss der Stimmritze, sondern es bleibt ein Spalt offen, der der Form nach einem schmalen, rechtwinkeligen Dreiecke entspricht, bei welchem der eine Schenkel des rechten Winkels durch das rechte Stimmband gebildet wird, während das linke Stimmband dem einen Schenkel des spitzen Winkels an der Basis des Dreieckes entspricht. Die Excursionen, welche das rechte Stimmband bei der Athembewegung ausführt, sind bedeutend grössere, als man sie sonst am Kehlkopfe nicht röhrender Pferde wahrzunehmen pflegt. Analoge Bewegungen vollführt auch der rechte Giesskannenknorpel. Texturveränderungen sind an der Schleimhaut des Kehlkopfes nicht zu bemerken.quot;
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11. Die Untersuchung der Luftröhre.
Adspection und Palpation. Eoi der Untersuchung der Luftröhre kommen ähnliche Verhältnisse in Betracht, wie beim Kehlkopfe. Die Adspection ermittelt etwa vorhandene Verdickungen,
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Untersuchung der Luftröhre.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;]85
Form- und Lagevoränderungen sowie Narben (Tracheotoinie). Bei Hunden findet man ferner vor und neben der Luftröhre zuweilen grosse Strumen, welche eine säbclscheidenartige Form der Luftröhre bedingen und diinn prognostisch von sehr ungünstiger Bedeutung sind. Die Palpation der Trachea lässt bei Trachei'tis eine mehr oder weniger erhebliche Empfindlichkeit oder Schmerzhaftigkeit erkennen. Ausserdem kann man zuweilen durch Auflegen der Hand einen Trachcal-Fremitus, das heisst zitternde Bewegungen der Trachea, fühlen. Derselbe bezieht sich meist auf einen fortgeleiteten Laryngeal- oder Bronchial-Fremitus, seltener auf Aft'ectionen der Trachea selbst (Tracheal-Croup).
Auscultation. Dieselbe wird, wie beim Kehlkopf, durch directes Auflegen des Ohres auf die vordere Fläche der Luftröhre ausgeführt. Bei gesunden Thieren hört man hiebei ein scharf hauchendes (cb'-) tracheales Athmungsgeräusch, welches in seinem Charakter mit dem laryngealen und bronchialen Geräusch übereinstimmt und als fortgeleitetes Kehlkopfgeräusch (Stenosengeräusch) aufzufassen ist. Bei starker Dyspnoe und bei Verengerung der Luftröhre durch Narbencontraction (Traclieotomie), Neubildungen, submueöse Abscesse etc. wird das normale Trachcalathmen sehr laut und kann unter Umständen selbst den Charakter des Bohrens oder Pi'eifens annehmen. Viel häufiger sind tracheale Basseigeräusche, welche durch Bewegung flüssiger oder festweicher Massen (katarrhalisches Secret, Blut, Croupmembvanen) im Tracheal-rohr zu Stande kommen und wohl auch von den Bronchien oder vom Kehlkopf her fortgeleitet sind. Diese Rasselgeräusche sind entweder trocken, zähe (Trachei'tis und Bronchitis sicca, Lungenwunn-krankheit der Schafe) oder feucht und grossblasig, gurgelnd und brodelnd (Bronchorrhoe, Lungenblutung) oder schlotternd (Trachea!- und Bronchialcroup).
Die von Pols zum Zwecke der Dhignosticirung der Rindertuberkulose vorgeschlagene Einführung einer Troikartcanüle zwischen zwei Luftrühren-ringen behufs Gewinnung und bakteriologischer Untersuchung des Tracheal-schleims hat sich praktisch nicht bewährt.
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12. Die Untersuchung des Thorax.
Inspection des Thorax. Die Besichtigung des Brustkorbes ist bei der klinischen Untersuchung unserer Hausthicro von unter-
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l'ntorsiicluiiinf des Thorax.
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geordneter Bedeutung. Von Hkeletanoinalien können (lurch Besichtigung des Thorax festgestellt werden Verbiegungen der Wirbelsäule nach oben (Kyphose), nach unten (Lordosc), nach der Seite (Skoliose), nach oben und nach der Seite (Kyphoskoliose). Man findet diese Abnormitäten zuweilen bei der Rachitis. Häutiger beobachtet man namentlich bei rachitischen Hunden und Kälbern den sog. rachitischen quot;Rosenkranz, welcher in knopt'förmigen Verdickungen am Ansätze der Rippenknorpel an die Rippen besteht. ATon Wichtigkeit für die Entstehung mancher traumatischer Pneu-monien und Pleuriten sind ferner Fracturen und Infractionen der Rippen und des Sternums, sowie perforirende Wunden am Thorax, Spuren vorausgegangener scharfer Einreibungen weisen auf abgelaufene Entzündungen der inneren Brustorgane hin. Die Besprechung der verschiedenen Thoraxformen ist weniger Gegenstand der Diagnostik, als vielmehr des Exterieurs. Es kann hier nur bemerkt werden, dass eine mangelhafte Entwicklung des Brustkorbs mit ein prädisponirendes Moment für die Entstehung mancher Lungenkrankheiten (Tuberkulose. Staupepneuinonie) bildet und daher prognostisch von ungünstiger Bedeutung ist. Wichtiger sind abnorme Verengerungen oder Erweiterungen des Thorax, welche sowohl beiderseitig als einseitig auftreten können. Eine doppelseitige Erweiterung des Thorax findet man zuweilen bei hohen Graden von Lungenemphysem, eine einseitige Erweiterung am häufigsten bei einseitigem Pneumothorax und einseitigem pleuritischen Exsudate.
Ausserdem findet man eine beiderseitige Erweiterung des Thorax, namentlich in seiner hinteren Hälfte, nach Dieokerhoff bei inspiratorisoher Dyspnoe in Folge von Stenosen im Respirationstractus, bei Khemnatismus der Brustmuskeln, sowie bei schmerzhafter bilateraler Pleuritis. Im Gegensatze lüezu fand Lustig bei Stenosirung der Nasenhöhlen und hochgradigem Kehlkopfpfeifen, sowie bei hochgradigem Lungenemphysom ein inspiratorisches Einsinken der Thoraxwand hinter der Herzgegend, mithin eine einseitige Verengerung des Thorax, welche nach seinen Beobachtungen selbst bei geringen Graden des Lungenempbyseins niemals fehlt (Hannover'scher Jahresbericht 1876177). Eine doppelseitige Verengerung des Thorax ist sehr selten. Ebenso selten ist eine einseitige Verengerung mit Abflachung der betreffenden Thoraxhälfte. Man findet sie vereinzelt bei Pferden und Hunden nach der Resorption einseitiger pleuritischer Exsudate (Roll, eigene Beobachtungen).
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Palpation des Thorax. Auch die Betastung des Brustkorbes ist in diagnostischer Hinsicht nicht von hervorragender Bedeutung. Sie dient zuweilen zum Nachweise einer einseitigen Temporatur-
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Uutcrsuohung des Tlionix.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;187
erliöhung der Brustwiindung bei Pleuritis uml Pneumopleuritis, sowie zur Feststellung etwaiger Sclimer/luiftigkeit der Bippen und Zwischenripponmuskelu bei Druck (Rippenbrüclie, llhoumatisnius. Pleuritis. Pleuropneumonie, LlUlgenseuohe, Lungentuberkulose, Pericarditis traumatica des llindes). Ausserdem füblt man im ersten und letzten Stadium der Pleuritis zuweilen einen sog. Pleural-Fremitus, d. h. ein streifendes, schabendes, kratzendes oder scharrendes, lülutig in Absätzen erfolgendes, unterbrochenes (saccadirtes), mit den Atbem-zügen synchrones Geräusch, welches durch Verschiebung der durch aufgelagerte Exsudate rauh gewordenen Pleurablätter, des parietalen und visceralen, zu Stande kommt. Bas von Vogel für die Perlsucht als charakteristisch beschriebene Perlenreibenquot; haben wir nie fühlen können. Der Pleural-Fremitus darf nicht verwechselt werden einerseits mit den der Herzaction synchronen fühlbaren pericardialen Geräuschen, andererseits mit dem Bronchial-Fremitus (Rassol-fremitus), zitternden Bewegungen der Brustwand, welche durch fortgepflanzte bronchiale Rasselgeräusche hervorgerufen werden und insbesondere für trockene Bronchiten charakteristisch sind. Die Unterscheidung vom Pleural-Fremitus stützt sich auf die Veränderung oder das Verschwinden des Bronchial-Fremitus beim Husten, von welchem ersterer unabhängig ist. Sehr selten lassen sich ferner fühlbare plätschernde Geräusche bei der Palpation des Thorax constatiren. Man beobachtet dieselben als fühlbare Wellenbewegungen bei traumatischer exsudativer Pericarditis in der Herzgegend des Rindes, beim Empyem sowie bei grossen, mit Flüssigkeit gefüllten Cavernen. Als Pectoral-Fremitus oder A'ocal - Fremitus bezeichnet man endlich in der Menschenheilkunde die Fortleitung der Stimme durch die Thoraxwand. Die Fühlbarkeit desselben ist erhöht bei Pneumonie, abgeschwächt oder aufgehoben bei pleuritischem Exsudat, Pneumothorax, Verdickung der Brustwand, Verschluss der Bronchien. Für thierärztliche Diagnostik sind diese Verhältnisse bedeutungslos.
Messung des Brustumfanges. Auch diese Art von Untersuchung des Thorax ist für thierärztliche Zwecke im Gegensatze zur Menschenheilkunde ziemlich belanglos. Nach Roll kann im Verlaufe einer einseitigen exsudativen Pleuritis der Umfang der kranken Brusthälfte beim Pferde um 36 cm zunehmen und während der Resorption des Exsudates entsprechend wieder abnehmen. Bei anderen Erkrankungen der Brustorgane lieferte die Mensuration nach
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rorcussion.
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Köll keine bemerkonswertlicn Resultate. Auch für die Diagnose der Lungentuberkulose des Rindes ist sie nicht zu venverthen. Bei kleineren Hausthieren ist sie überhaupt überflüssig, weil hier die Besichtigung des Thorax zur Beurtheilung seines Umfanges ausreicht. Die Massabnahme wird mittelst eines Centimetermasses in der Weise vorgenommen, dass man das Band an der Peripherie einer bestimmten Frontalebene herumführt, welche man sich direct hinter der Schulter durch den Thorax gelegt denkt.
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13. Die Percussion der Brustwand.
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Historisches, Die Percussion
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des Thorax ist im Jahre 1753 von
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Auenbrugger, einem Arzte in Graz
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(lebte von 17221809), erfunden
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worden. Ihre eigentliche Ausbildung erhielt die Methode der Percussion jedoch erst nach Attenbmgget's Tode in den ersten Decennien dieses Jahrhunderts durch die niedicinlschen Schulen von Wien und Paris (Skoda, Piorry, Corvisart). Am meisten hat sich Skoda (Wien) um die Percussion verdient gemacht. Er erfand beispielsweise 182G das Plessimetcr und stellte 1830 die Lehre vom tyinpanitischen Ton auf. Von deutschen Aerzten sind vor allen zu nennen Wintrich (erfand 1841 den Percussions-hammer), Traube, Gerhardt und Guttmann.
In der Thierheilkunde hat Dupuy in Alfort (1824) zuerst von der Percussion Gebrauch gemacht. Nach ihm hat sicli namentlich Roll (Wien) um die Einführung und weiteie Ausbildung der Methode für die Zwecke der thierärztlichen Diagnostik grosse Verdienste erworben. Vogel (Stuttgart) hat die Percussion und Auscultation in einem besonderen Lehrbuche (Physikalische Diagnostik 1874) behandelt.
Definition. Mit dem Ausdrucke Percussionquot; bezeichnet man das Beklopfen der Brustwand (percutere = erschüttern). Der Zweck des Percutirens besteht darin, den Thorax durch Beklopfen in hörbare Schwingungen zu versetzen und aus den hiebei erhaltenen Schall Wahrnehmungen Schlüsse auf den physikalischen Zustand der porcutirten Stelle und ihrer nächsten mitschwingenden Umgebung (Lunge) zu ziehen. Die Physik lehrt, dass feste, flüssige und gasförmige Körper, also Körper von verschiedenem physikalischen Aggregatzustande, bei der Erschütterung in verschiedenartige Schwingungen versetzt werden, welche sich dem Gehör als verschiedenartige Schalleindrücke wahrnehmbar machen. Der Kliniker benützt dieses physikalische Gesetz, um aus den heim Percutiren erhaltenen Gehörseindrücken einen diagnostischen Rückschluss auf die physikalische Beschaffenheit der in Ersciiüttcrung versetzten Organe zu ziehen. Bei dem Beklopfen der Brustwand werden die in der Brusthöhle
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Percussion.
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gelegenen Organe, namentlich die Lunge, an der Percussionsstelle miterschüttert. Die physikalische Untersuchungsmetiiode der Percussion ist daher vor allem für die Diagnostik der Lungenkrank-heiten von grösster Bedeutung. Die Wichtigkeit der Percussion für die Diagnose der Herzkrankheiten ist bereits früher ausführlich dargelegt worden. Aussei- über die Beschaffenheit der Lunge gibt die Percussion auch Aufschluss über das Verhalten der Pleura, sowie über das Vorhandensein eines abnormen flüssigen, festen oder gasförmigen Inhaltes in der Brusthöhle.
Die physikalischen Resultate der Percussion müssen immer ergänzt werden durch die Befunde der Auscultation, d. h. des Aus-horchens der Brusthöhle. Percussion und Auscultation zusammen bilden deshalb die physikalische Diagnostikquot; im engeren Sinne. Gewöhnlich wird die Percussion vor der Auscultation vorgenommen, weil durch die Percussion häufig die Stellen des Thorax genauer eruirt werden, an welchen durch die Auscultation Krankhaftes nachgewiesen werden kann. Aus diesem Grunde stellen wir die Percussion in diesem Lebrbuche, wie auch beim klinischen Unterricht, voran.
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Methoden der Percussion. Das Beklopfen der Brustwand kann auf verschiedene Weise vorgenommen werden. Man unterscheidet eine unmittelbare Percussion, bei welcher die Brustwand direkt mit dem Pinger oder der Hand beklopft wird, und eine mittelbare, bei welcher zwischen Thorax und percutirende Hand ein Medium eingeschoben wird. Dieses Medium kann ein verschiedenes sein (Finger oder Plossimoter); ausserdom kann man statt des percutirenden Pingers einen Hammer benützen. Demnach unterscheidet man folgende Unterarten der mittelbaren Percussion: die Finger-Fing er-Percussion (Digitalpercussion), bei welcher auf die Brustwand als Medium ein Finger aufgelegt und auf diesem mit einem Finger der anderen Hand percutirt wird; die Hammer-Finger-Percussion, bei welcher mit einem Hammer auf dem zwischengelegten Finger percutirt wird; die Hammer-Plessimeter-Percussion, bei welcher der aufgelegte Finger durch ein Plessimeter, d. h. eine feste Platte ersetzt wird. Eine letzte Variation der mittelbaren Percussion: die Finge r-P lessi meter-Percussion hat keine praktische Bedeutung.
a) Die unmittelbare Percussion besitzt zur Zeit nur noch eine historische Bedeutung, indem sie die älteste Methode des Beklopfens darstellt. Sie ist wegen ihrer Unsicherheit gegenwärtig fast ganz
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Peroussion.
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verlassen und durch die ihittelbare ersetzt. Nur als eine Form der Palpation wird bei kleinereu Hausthieren das Beklopfen des Thorax mit der flaclieu Hand zuweilen in der Absicht ausgeführt, um durch die Erschütterung der Lunge und der Bronchien Husten auszulösen. Ein eigentlich percutorischer Zweck wird mit der selir primitiven Methode nicht mehr verfolgt. Insbesondere ist das in früheren Zeiten zuweilen übliche Beklopfen der Brustwand beim Pferde mit der Paust (!) als zu rohes Verfahren längst verlassen.
b) Die Digitalpercussion (Finger-Finger-Percussion) wird gewöhnlich in der Weise ausgeführt, dass man den Mittelfinger oder Zeigefinger der linken Hand fest auf die Brustwand auflegt und denselben mit der Spitze des abgebeugten Mittelfingers der rechten Hand beklopft. Das Anschlagen muss dabei kurz und leicht geschehen, der anschlagende Finger inuss rasch den angeschlagenen wieder verlassen, um die Schwingung nicht zu unterbrechen, und es dürfen die Bewegungen nur aus dorn Handgelenke geschehen, d. h, es darf sich ähnlich wie beim Klavierspielen nur das Handgelenk bewegen. Diese Art der Percussion, die den Vortheil für sich hat, dass sie ohne Instrumente ausführbar ist, gibt insbesondere bei kleinen Hausthieren (Katzen, kleinen Hunden), aber auch bei grösseren Hunden, sowie bei Schafen, Ziegen sehr brauchbare Resultate. Sie ermöglicht namentlich die scharfe Abgrenzung zwischen lufthaltigem und luftleerem Gewebe oder Flüssigkeiten, und lässt deutlich den Grad des Widerstandes fühlen, den die percutirte Brustwand darbietet. Sie ist um so leichter ausführbar, je magerer der Thorax ist. Sie ist deshalb eigentlich nur da mit Vortheil anwendbar, wo es sich um sehr abgemagerte Thiere mit stark vertieften und engen Intercostalräumen handelt. Auch bei sehr reichlicher Behaarung, namentlich beim Wollkleid der Schafe, gelingt ein festes Auflegen des Fingers auf die Haut nach Auseinanderscheitelung der Wolle ungleich leichter, als das Auflegen des Plessiineters. Die Nachtheile der Digitalpercussion bestehen darin, dass sich bei der Untersuchung mehrerer Thiere nach einander bald eine erhöhte Empfindlichkeit und selbst Schnierzhaftigkeit des beklopften Fingers einstellt, auch wenn dieser durch häufiges Percutiren widerstandsfähiger geworden ist. Bei dick bemuskeltem, mit starker Fettlage versehenem Thorax (fette Hunde und Schweine) kann es schon schwer und unmöglich werden, mit der Fingerpercussion zurecht zu kommen. Dasselbe gilt für die grossen Hausthiere, bei welchen sie um so weniger angezeigt ist, je dicker die Brustwand ist, weil hier die Erschütterungen stärker sein
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Percussion.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 191
müssen, um entsprochende Geliürsoindrücko zu erzeugen. Nur bei sehr mageren Pferden und Rindern kann die Fingerpercussion unter Umstünden benützt werden, indem sie hier zuweilen brauchbare Resultate ergibt. Fleissige Uebungen in der Finger-Finger-Percussion sind dem Studironden zur Erlernung auch der übrigen Methoden dringend zu empfehlen. Die Digitalpercussion bildet das allerbeste Vorstudium für die Hammer-Plessiineter-Percussion.
c)nbsp; nbsp;Die Hammer-Plessimeter-Percussion ist die bei der Untersuchung unserer Hausthiero weitaus bevorzugteste und üblichste. Ihr Vortbeil besteht darin, dass sie den Gehörseindruck am lautesten erzeugt. Dagegen besitzt sie bei kleineren Thieren den Nachtheil, dass sie eine zu starke Erschütterung des Thorax herbeiführt, wodurch die Schwingungen auf eine grössere Fläche und Tiefe ausgedehnt werden, als es für den speciellen Zweck der Untersuchung wiinschens-werth ist. Ausserdem wird hiehei der Widerstand, den die percutirten Tlieilo darbieten, weniger deutlich gefühlt, als bei der Fingerpercussion. Bei den grösseren Hausthieren ist dies jedoch nicht der Fall. Auch bei dickem, stark bemuskeltem und fetthelegtein Thorax, insbesondere bei Schweinen, ist ein verwerthbarer Gehörseindruck überhaupt nur durch kräftigere Percussion zu erhalten.
d)nbsp; nbsp;Die Hamm er-Fing er-Percussion ist dann angezeigt, wenn starkes Percutiren nothwendig wird, das Anbringen eines Plessi-meters indessen nicht gut möglich ist. Am häutigsten ist dies bei sehr kleinen Thieren der Fall. Die Methode kann daher insbesondere für die Untersuchung kleiner Hunde und junger Katzen empfohlen werden.
Instrumente für die Percussion. Zur Ausübung der gewöhnlichen mittelbaren Percussion benützt man von Instrumenten ein Plessimeter und einen Hammer. Das Plessimeter ist eine ebene Platte von verschiedener Form (rund, oval, viereckig, spateiförmig), welche aus ver-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Fig. 31,
schiedenem Material (Elfenbein, Hartgummi, Radirgummi, Horn, Metall) hergestellt wird und zum Zwecke des leichteren Anlassens verschiedene Vorrichtungen besitzt. Wirnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Plessimeter.
verwenden ein kreisrundes Plessimeter von
Elfenbein (Fig. 81) mit einer Dicke von 2 mm und einem Durchmesser von 4,5 cm, welches am Rande eine ringsherum laufende, 8 mm hoho, aussen rinnenförmig ausgehöhlte Randleiste besitzt-
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Percussion.
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Dieses Plessimeter ist nach unseren Erfahrungen am bequemsten zu handhaben. Es ist ferner den Plessimetern aus Metall vorzuziehen, weil das Elfenbein keinen Eigenklang besitzt, während Metall beim Klopfen mittönt und so den Percussionsschall beein-llusst. Die oben beschriebene Randleiste ziehen wir anderweitigen Vorrichtungen, so z. B, Plessimetern mit zwei bügelartigen Vorsprüngen deshalb vor, weil die letzteren bei unruhigen Thiercn dem Thorax schwerer zu adaptiren sind, bei längerem Andrücken die Finger leicht ermüden, und weil diese Plessimeter nicht selten abgleiten und zu Boden fallen. Bezüglich der Grosse des Plessimeters kommt es wesentlich darauf an, ein für alle
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unsere Hausthiere brauchbares Durchschnitts-plessimeter zu besitzen. Dasselbe darf nicht zu gross sein, weil es sonst die Peststellung feinerer Voränderungen, so z. B, den Nachweis kleiner pneumonischer Herde ausschliesst, indem es die Grenzen derselben überragt, und somit bei der Percussion nicht blos die kranke Lungenpartie, sondern auch die gesunden Lungentheile in der Nachbarschaft mit per-cutirt werden. Umgekehrt eignet sich ein zu kleines Plessimeter nicht für die Untersuchung der grösseren Hausthiere, Mit Rücksicht auf diese Verhältnisse ist das oben beschriebene Plessimeter construirt, mit welchem der Thier-arzt wohl in allen Fällen auskommen dürfte. Bei sehr kleinen Thieren und für besonders
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P e r c u s s i o u s h a m m e r.
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feine Untersuchungen, z. B. zur Feststellung
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einer engbegrenzten, herdförmigen, katarrhalischen Pneumonie beim Hunde, bedienen wir uns wesentlich kleinerer Plessimeter von runder, ovaler und länglicher Gestalt.
Als Hammer benützen wir für sämmtliche Hausthiere den von Wintrioh construirten, von Roll in etwas vergrössertem Massstabe eingeführten Percussionsbammer (Fig. 32). Derselbe hat eine Stiellänge von 15 cm, während die Länge des Hammers 5 cm beträgt. Statt des leicht zerbrechlichen hölzernen Stiels kann man vortheilhafter einen solchen aus Horn gebrauchen. Von Wichtigkeit ist, dass die an der Spitze eingeschraubte Kautscbukkuppe gut abgerundet und weder zu hart, noch zu weich ist. Wofern man sich in der Pferde-und Binderpraxis eines grösseren und stärkeren Hammers bedient, ist
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Percussion.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 193
es empfchlenswertli, jedenfalls für die kleineren Hausthiere einen zweiten, kleineren Hammer zu benützen.
Bei der Ausführung der Hammer-Plessimeter-Pcrcussion hat man vor allem darauf zu achten, dass das Plessimeter fest an die Thoraxwand angedrückt werden muss. Der Stiel des Hammers wird zwischen Daumen und Zeigefinger der rechten Hand leicht gehalten, die Hammerschläge sollen elastisch aus dem Handgelenk erfolgen, die Kautschukkuppe soll nur ganz kurze Zeit mit dem Plessimeter in Berührung bleiben. Pleissige Uebung ist dabei unerlässlich. Der Percutirendo muss sich insbesondere an seine Instrumente so gewöhnen, dass er die mit denselben erzeugten Schallwahrnehmungen in jedem Falle richtig zu deuten versteht. Je nach der Beschaffenheit des Hammers und Plessimeters sind nämlich die Gehörseindrücke etwas verschieden. ^Näheres über die Ausführung der Percussion enthalten die nachfolgenden Kapitel.
Schallverschiedenheiteu. Die hörbaren Schwingungen der festen, flüssigen und gasförmigen Körper, wie sie in Folge von Erschütterung auftreten, bezeichnet man in der Physik als Schall. Ein Schall mit regelmässigen Schwingungen heisst Ton, ein solcher mit unregehnässigen Geräusch. Je nach der Intensität des Schalles, das heisst je nach der Zahl der Schwingungen, unterscheidet man einen lauten und dumpfen Schall; die entsprechenden Benennungen für den Ton sind hoch und tief. Ein Klang (Klangfarbe) ist nur dem Tone eigen; der Klang wird nämlich durch die mit dem Grundlaquo; ton harmonisch mitschwingenden Nebentöne erzeugt.
Der normale Percussionsschall des Thorax ist aus den Schwingungen verschiedener Körper zusammengesetzt. An seiner Entstehung betheiligen sich die Brustwand, das Lungengewebe und die Luft in den Alveolen, welche alle drei bei der Percussion erschüttert und in Schwingungen versetzt werden. Da nun diese drei mitschwingenden Theile einen ganz verschiedenen Aggregatzustand besitzen, indem sie sowohl fest, als gasförmig sind, entsteht eine Mischung unregelmässiger Schwingungen, mithin kein Tonquot;, sondern nur im Allgemeinen ein Schallquot;, der sog. Percussionsschall, welcher physikalisch als ein Geräuschquot; aufzufassen ist. Aus diesem Grunde besitzt auch der normale Percussionsschall keine Klangfarbe, sondern nur verschiedene Intensitäten, welche als lauter und dumpfer Percussionsschall bezeichnet werden. Den Uebergang zwischen beiden bildet der gedämpfte Percussionsschall. Nach einer anderen Be-
Friedberger u. Fröhner, Klinische Untersuchungsmethoden. 2. Aufl. 13
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Normaler Peroussionssohall.
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Zeichnung lieissen die entsprechenden Sob allin tensi täten vollquot; und leer1' mit dem mattenquot; Schiill als Zwischenglied.
Bei Krankheiten der Brustorgane kann zunächst der normale laute Schall in einen gedämpften und dumpfen oder umgekehrt in den überlauten verwandelt sein. Sodann kann derselbe unter pathologischen Verhältnissen einen Beiklang besitzen und damit den Charakter eines wirklichen Tones erhalten. Man bezeichnet diesen klanghaltigen Peroussionssohall als tympanitischen und metallischen (ampborischen) Ton und hat daher den lauten Schall wohl auch nicht tympanitischenquot; Schall benannt. Im Gegensatz hiezu hat man eine besondere geräuschartige Abart des normalen Percussions-sohalls als G-eräusch des zersprungenen Topfes bezeichnet. Von Wichtigkeit ist endlich das stärkere und schwächere Gefühl des Widerstandes, welches man beim Percutiren mit dem Hammer auf der Brustwand empfindet. Demnach sind bei der Percussion des Thorax im Speciellen zu beachten:
1.nbsp; der normale laute Percussionsschall;
2.nbsp; der gedämpfte und dumpfe Peroussionssohall;
3.nbsp; der überlaute Percussionsschall;
4.nbsp; der tympanitische Percussionston;
5.nbsp; der metallische (amphorische) Percussionston;
6.nbsp; das Geräusch des zersprungenen Topfes;
7.nbsp; das Gefühl des Widerstandes unter dem Hammer.
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Der normale laute Percussionsschall. Die Percussion der Brustwand allein, also beispielsweise am Cadaver nach Herausnahme der Lunge aus dem Thorax, ergibt einen dumpfen Percussionsschall, wie er allen luftleeren Organen eigen ist. Ein lauter Percussionsschall beweist daher, dass unter der percutirten Stelle der Brustwand lufthaltiges Lungengewebe vorhanden ist. Die Intensität des lauten Lungenschalles ist jedoch von mehreren Umständen abhängig. Zunächst von der Stärke des Percutirens und der Grosso der Instrumente. Je kräftiger man percutirt, desto lauter wird der Schall, weil dabei ein grössercr Thcil lufthaltigen Lungengewebes erschüttert und die Schwingungsweite der Einzelschwingungen ausgedehnt wird; dasselbe findet bei der Anwendung eines schweren Hammers und eines sehr breiten Plessimeters statt. Von wesentlichem Einflüsse auf die Intensität des lauten Schalles ist ferner die Dicke der Brust wand. Je dünner die Brust wand ist, je woniger sie insbesondere von Muskeln bedeckt ist, um so lauter ist
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Gedilmpftw I'ercusBioiisscliall.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;195
tier Percussionsschiill. Der Percussionsscliall ist daher schon normaler Weise überall da weniger laut, das lieisst gedämpft, wo der Thorax von stärkeren Muskellagen bedeckt ist. Man findet deshalb auch bei normalem Luffcgehalte der Lunge immer eine Dämpfung des lauten Percussionsschalls in der Schulter-, Rücken- und Brustbeingegend. Diese Dätnpfnngs-stellen befinden sich hinter der Schulter über dem breiten Rücken-muskel (M. latissimus dorsi h.) und der Rippenportion des breiten gezähnten Muskels (M. serratus anticus major h.); nach dem Rücken zu über dem vorderen und hinteren gezähnten Muskel (kleiner gezähnter Muskel, M. serratus postiens anterior et posterior h.), dem langen Rüokenmuskel (M. longissimus dorsi h.) und dem gemeinschaftlichen Rippenmuskel (M. iliocostalis h.); nach dem Brustbein zu über dem grossen Brustmuskel (grosser Brustarmbeinmuskel, M. pectoralis minor h.). Ausserdem ist der laute Lungenschall über dem ganzen Thorax mehr oder weniger gedämpft bei fetten Tbieren, bei sehr dicker Haut und Unterbaut, sowie bei stark gewölbtem, tonneniormigem Brustkorbe. Umgekehrt ist der Schall bei sehr mageren Tbieren und bei flachem Thorax sehr laut. Line wesentliche Modification erfährt endlich der laute Percussionsscball durch Abweichungen im Luftgehalt der Lunge, sowie in den Spannungsverhältnissen dos Lungengewebes. Diese Faotoren sind für die klinische Diagnostik die wichtigsten, weil die Percussion, indem sie den Luftgehalt der Lunge ermittelt, dadurch Aufschluss über eine Reihe krankhafter Veränderungen des Lungengewebes gibt.
Der gedämpfte und dumpfe Percussionsschall. Mit der Abnahme des normalen Luftgehaltes der Lunge nimmt auch die Intensität des lauten Percussionsscballes ab. Er wird zuerst schwach gedämpft, dann stark gedämpft und schliesslich dumpf. Das letztere tritt ein, wenn der percutirte Lungentheil vollkommen luftleer geworden ist. Die luftleere Lunge gibt dann bei der Erschütterung wie alle luftleeren Körper einen dumpfen Schall, welchen man wohl auch als Schenkelschall bezeichnet bat, weil er sich in Nichts von dem Gehörseindrucke unterscheidet, welchen das Beklopfen des Schenkels, der Haut, der Muskeln hervorbringt. Unter normalen Verhältnissen findet man einen dumpfen Schall nur beim Pferde in der Herzgegend. Erhält man bei der Percussion des Thorax einen gedämpften oder dumpfen Schall, welcher nicht auf die normale Herz- oder Muskeldämpfung zurück-
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196nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Grediimpfter Peroussioussoliall.
geführt werden kann, so weist dies mit Sicherheit auf eine Erkrankung der inneren Brustorgane hin. Umgekehrt beweist indessen ein lauter Porcussionsschall nicht unter allen Umständen das Vorhaiulensein einer gesunden Lunge, weil eine Dämpfung des Schalles immer nur bei erheblicher Verminderung des Luftgehaltes der Lunge eintritt. Mitbin entziehen sich leichtere Grade von krankhafter Luftverminderung in der Lunge dem Nachweise durch die Percussion. Dasselbe gilt für sehr kleine sowie für sehr tief gelegene, von einer dicken Schichte luft-haltigen Lungenge wehes bedeckte luftleere Partien. Bei sehr kleinen luftleeren Stollen kann die Erschütterung beim Per-cutiren nicht auf diese allein beschränkt werden, sondern dieselbe geht auf das umliegende gesunde Lungengewebe über, so dass der Schall nicht gedämpft, sondern laut ist. Bei tief gelegenen luftleeren Lungenpartien dringt die Erschüttorung entweder nicht durch das übergelagerte lufthaltige Gewebe, oder der im letzteren erzeugte laute Percussionsschall übertönt den aus der Tiefe kommenden gedämpften. Beim Menschen ist speciell nachgewiesen, dass beim Percutiren der Brustwand nur diejenigen Lungentheile miterschüttert werden, welche nicht tiefer als 5 cm unterhalb der Brustwand gelegen sind, dass ferner zum Zustandekommen eines gedämpften Schalles das Vorhandensein einer mindestens 5 cm breiten und 2 cm dicken luftleeren Lungenpartie nöthig ist, und dass beim dumpfen Schall die Dicke derselben mindestens 5 cm betragen muss. Diese Verhältnisse gelten in gleicher Weise für die mittelgrossen Hausthiere, namentlich für Hunde, Schafe und Ziegen. Beim Pferd und Rind müssen jedoch wegen der erheblich dickeren Brustwand die kranken Lungenstellen offenbar nocli oberflächlicher liegen und noch wesentlich grosser sein, wenn sie durch Percussion nachgewiesen werden sollen. Bei sehr muskulösen und sehr fetten Pferden und Bindern, sowie bei eben solchen Schweinen sind kleinere Dämpfungen percutorisch überhaupt nicht festzustellen. Die wichtigsten Erkrankungen der Brustorgane, bei welchen statt des lauten ein gedämpfter oder dumpfer Percussionsschall wahrgenommen wird, sind folgende:
a) Krankhafte Verdickungen der Brustwand und Rippen-pleura. Hieher gehören ödematöse und phlegmonöse Schwellungen der Haut und Subcutis. tuberkulöse und sarkomatöse Verdickungen der Pleura bei Perlsucht und Sarkomatose, schwartige Auflagerungen und schwielige Verdickungen der Pleura in Folge von Pleuritis. Diese Vordickungen und Auflagerungen setzen die Schwingungsfähigkeit
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Gedämpfter Percussionsschall.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;197
der Brustwand herab und vorliindern die Fortleitung der Schwingungen bis zur Lunge. Je nach ihrer Dicke erhält man daher einen ge-djimpften oder dumpfen Schall.
b)nbsp; Pneumonischc Infiltration der AWeolen. Es kommen hier die verschiedenen Arten von Lungenentzündung in Betracht. Bei der croupösen Pneumonic (lobäre Form der Brustseuche beim Pferde) fidlen sich im Stadium der Hepatisation (zweites Stadium) die sonst lufthaltigen Alveolen mit einem fibrinösen, fest gerinnenden Exsudate, so dass die Lunge eine feste, leberartige Consistenz erhiüt und bei der Percussion keinen lauten, sondern wie alle festen Körper einen gedämpften oder dumpfen Schall gibt. Dasselbe findet bei der Lungenseuche des Kindes und der pectoralen Form der Rinderseuche statt. Bei der katarrhalischen Pneumonie (Broncho-pneumonie) ist die Dämpfung weniger stark ausgeprägt, weil die erkrankten Alveolen nicht so hochgradig luftleer sind, wie bei der croupöson Pneumonie, weil ferner die katarrhalische Pneumonic meist in kleineren lobulären Herden auftritt und daher zwischen den entzündlich infiltrirten und luftarmen Lungenpartien lufthaltige Lungenstellen gelegen sind, welche bei der Percussion mitschwingen. Dasselbe gilt von der metastatischen, hypostatischen, traumatischen und Fremdkörperpneumonie. Beim Lungenödem, bei welchem trotz des Austritts von Serum die Lungenalveolen immer noch mehr oder weniger lufthaltig sind, kommt höchstens eine ganz schwache Dämpfung, häufiger jedoch gar keine oder ein tympanitischer Ton zu Stande.
c)nbsp; nbsp;Chronische Verdichtung (Induration) des Lungengewebes. Dieselbe ist meist bedingt durch chronische Entziindungs-processe im interstitiellen Lungengewebe, welche zu einer Zubildung von Bindegewebe mit Schwund der lufthaltigen Alveolen führen und in Folge dieser Verminderung des Luftgehaltes der Lunge eine Dämpfung des Percussionssehalles veranlassen. Man findet sie im Verlaufe der Lungentuberkulose, des Lungenrotzes, der Lungenseuche, der Brustseuche, der Schweineseuche, der Staupcpneumonie, der L ungenwurmseuche, der katarrhalischen Pneumonie.
d)nbsp; nbsp;Geschwülste in der Lunge oder Brusthöhle. Alle in der Lunge vorkommenden Tumoren können in Folge der Verdrängung des lufthaltigen Lungengewebes bei genügender Grosse und oberflächlicher Lagerung einen dumpfen Percussionsschall verursachen. Hieher gehören Rotzknoten, Tuberkelgesch wülste, Carcinome,
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198nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Grcdämpftei- Percuseionsschfill.
Sarkome u. 8, w. Auch durch zahlreiche Einlagerung von Echinokokken blasen, sowie durch grosse und oberHächlich gelegene hämorrhagische Infarcte wird der Percussionsschall gedämpft. Dagegen erzeugen kleine Rotzknötchon und Lungentuberkel keine Dämpfung. Von sonstigen in der Brusthöhle vorkommenden Tumoren können wandständige Mediastinaltnmoren (Tuberkulose, Sarkome), sowie Melanosarkome zuweilen Dämpfung bedingen.
e)nbsp;Collapszustände der Lunge (Atolektase, Splenisation). Bei andauernder Verstopfung der Bronchien findet eine Resorption der in den Alveolen enthaltenen Luft und ein Zusammenfallen der Alveolarwände statt. Auch bei sehr lange einwirkender Comprossion der Lunge durch Flüssigkeit in der Brusthöhle wird die Luft aus den Alveolen berausgepresst und tritt später nicht mehr in dieselben ein, auch wenn die .Flüssigkeit resorbirt ist. Endlich kommt vereinzelt eine angeborene Atelektase (Nicbt-Aufgeblasensein der Alveolen) vor. In allen diesen Fällen ist das Lungengewehe derb, milzähnlich (spleni-sirt) und gibt daher einen gedämpften oder dumpfen Percussionsschall.
f)nbsp; Flüssige Exsudate und Transsudate in der Brusthöhle. Flüssige Exsudate in der Brusthöhle kommen in verschiedenen Formen (seröse, sero-iibrinöse, sorös-hämorrbagische, eiterige, jauchige) bei der Pleuritis, im Verlaufe der Brustseuche, Lungenseuche, Sehweineseuebe u. s. w. vor. Dieselben sind gewöhnlich einseitig, seltener doppelseitig. Transsudate findet man immer doppelseitig und zwar am häufigsten beim Hunde im Verlaufe von chronischen Herzfehlern (Hydrothorax). Beide .Flüssigkeiten drängen die Lunge von der Brustwand ab, so dass bei der Percussion die Schwingungen der letzteren nicht auf die Lunge, sondern zunächst auf die in der Brusthöhle angesammelte Flüssigkeit übertragen werden. Man erhält deshalb einen dumpfen Percussionsschall, weil flüssige Körper ebenso wie feste bei der Erschütterung einen dumpfen Schall vernehmen lassen. Im üobrigen muss die Menge des Exsudates oder Trans-sudates eine ziemlich beträchtliche sein, damit ein dumpfer Percussionsschall zu Stande kommt. Kleinere und mitunter sogar grössere Flüssigkeitsansammlungen entziehen sich nämlich wegen der Geräumigkeit der Bodentläche der Brusthöhle, sowie wegen der im untersten Theile des Thorax schon normal vorhandenen Muskcl-däinpfung (grosser Brustmuskel) und Herzdämpfung (links hei Pferden) dem percutorischen Nachweise. Wie gross die Flüssigkeitsmenge bei den einzelnen Hausthieren sein muss, damit der Percussionsschall gedämpft oder dumpf wird, ist bis jetzt im Einzelnen experimentell
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Tympanitisclier I'eroussionston.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 199
noch nicht festgestellt. Beim Menschen muss die Flüssigkeit mindestens einen Durchmesser von 1'a Centimeter besitzen, um eine Dämpfung zu erzeugen; ein dumpfer Schall erfordert einen Durchmesser von über 5 Centimeter. Aelmlich liegen die Verhältnisse wohl iiuch beim Hunde, sowie bei den kleineren Wiederkäuern. Bei den grossen Hausthieren und bei fetten Schweinen muss indessen wegen der grosseren Dicke der Brustwand die Flüssigkeitsmenge eine noch wesentlich grössere sein. Für die Flüssigkeitsdämpfung #9632;charakteristisch ist ihre horizontale Abgrenzung, sowie ihr Verschwinden bezw. ihre Verschiebung bei Lageveränderungen der Thi ere. Bei Verklebung und Verwachsung der Pleurablätter fehlen indessen die beiden letzteren charakteristischen Erscheinungen.
Genauere Angaben über die diagnostische und differential-diagnostische Bedeutung des gedämpften und dumpfen Schalles für die Krankheiten der Lunge und Pleura im Einzelnen folgen am Schlüsse des Kapitels über Percussion.
Der überlaute Percussionsschall. Ueberlautquot; (übervoll) oder ungewöhnlich lautquot; wird der Percussionsschall dann, wenn die unter dem Plessimeter befindliche Lungenpartie ungewöhnlich stark luft-haltig ist. Dies ist namentlich der Fall beim vesiculären Lungenemphysem des Pferdes (Lungondampf), indem hiebei in Folge einer übermässigen Ausdehnung und selbst Confluenz der Alveolen die Lunge einen abnorm grossen Luftreichthum besitzt. Dadurch nimmt die Intensität der Luftschwingungen und damit des Schalles zu. Der überlaute Percussionsschall bildet somit den geraden Gegensatz zum gedämpften und dumpfen Schall. Aussei- beim vesiculären Lungenemphysem findet man den überlauten Schall zuweilen auch bei Pneumothorax; häufiger ist er indessen hier tympanitisch. Zu beachten ist endlich in diagnostischer Hinsicht, dass bei sehr dünner und flacher Brustwand auch die gesunde Lunge einen sehr sonoren Percussionsschall liefern kann, welcher sich in seinem Charakter dem übei'-lauten nähert.
Der tympanitische Percussionston. Tympanitisch oder klanghaltig nennt man einen solchen Percussionsschall, welcher sich durch seinen Klang dem musikalischen Tone nähert und speciell mit #9632;dem Tone einer Pauke oder Trommel (töjjwravov) verglichen werden kann. AVeil seine Schallwellen aus regelmässigen Schwingungen zusammengesetzt sind, kommt ihm die Bezeichnung Tonquot; statt Schall
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200nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;TympanitischtT Percussionston.
zu. Die Entstellung des tympanitischon Tones erfolgt in der Weise, dass in geschlossenen Hohlräumen mit glatten, aber nicht gespannten Wandungen die erschütterten Luft-wellon in regelm ässiger AVeise von den glatten Wandungen reflectirt werden.
Sind die Wandungen der Hohlräume gespannt, so werden die Schallwellen der eingeschlossenen Luft nicht allein reflectirt, sondern die Wandungen schwingen ebenfalls mit, wodurch ein Gemenge verschiedener Schwingungen, somit kein Ton, sondern ein lauter Porcus-sionsschall entsteht. Aus diesem Grunde liefert auch das normale Lungongewebe im Thorax keinen tympanitischen Ton, weil die Lunge dem Thorax im Zustande einer sehr starken Spannung der Alveolarwände eingefügt ist, so dass die letzteren bei der Percussion mitschwingen. Dagegen gibt die herausgenommene, collabirte Leichenlunge, sowie die durch krankhafte Prozesse erschlaffte Lunge während des Lebens tympanitischen Ton, weil die in den Alveolen bei der Percussion erzeugten Luftschwingungen von den glatten aber erschlafften Alveolarwandungen zurückgeworfen werden, ohne class letztere selbst mitschwingen und den Ton dadurch stören. Der tympanitische Ton ist daher immer ein Zeichen von Krankheit, wenn er bei der Percussion des Thorax gefunden wird. Die einzelnen pathologischen Zustände, welche einen tympanitischen Percussionston bedingen, sind:
a)nbsp; nbsp;Verminderte Spannung des Lungengewebes. Die elastische Spannung des Lungengewebes wird vermindert bei der serösen, katarrhalischen oder eiterigen Infiltration der Alveolarwandungen. Man findet deshalb tympanitischen Ton beim Lungenödem, im ersten und dritten Stadium der croupösen Pneumonie und anderen Lungenentzündungen. Der tympanitische Ton tritt somit auf im Verlaufe der Brustseuche, Lungenseuche, Hundestaupe u. s. w. Ausserdem findet man häufig einen tympanitischen Ton im Verlaufe der exsudativen Pleuritis und stwar einestheils über der Dämpfungslinie, wo die erschlaffte Lunge der Brustwand wieder anliegt, anderntheils nach der Resorption des Exsudates, wenn die com-primirte Lunge sich wieder ausdehnt und der Brustwand nähert, dabei aber immer noch erschlafft ist. Auch im Anfange der Pleuritis kann sich das benachbarte Lungengewebe im erschlafften Zustande befinden.
b)nbsp;LufthaltigeHöhlen innerhalb dcsLungenparenchyms. Im Verlaufe der Brustseuche, der Frcmdkörperpneumonie, der Lungen-
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Tymjianitisolier Percussionston.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;201
seuche kann es zu Nekroso (Gangrän) des Lungcngewebes und zur Bildung lufthaltiger Höhlen, der sog. Lungenkavernen, kommen, welche sich bald mit einer dichteren Wandung umgehen (verdichtetes Lungengewehe, verdickte Pleura). Andere Höhlungen im Lungen-gewebe werden durch starke Erweiterungen der Bronchien, durch Bronchiektasien gebildet. Der tympanitische Ton kommt in diesen Höhlen wie in der Trommel dadurch zu Stande, dass die durch die Percussion in den Lungenhöhlen erzeugten Schallwellen von den glatten Höhlen Wandungen in regolinässiger Weise reüectirt werden. AVesentliche Bedingungen für das Zustandekommen des tympanitischen Tones sind jedoch, dass die Höhlen gross und geschlossen sind, oberflächlich liegen und von glatten, dicken Wandungen umgeben werden. Je nach dem Küllungszustande der Höhlen (Luft, Flüssigkeit) ist der Percussionston bald mehr hell-, bald mehr gedämpft-tympanitisch. Da durch Hustenstösse der Inhalt oft plötzlich verändert wird, bekommt man unmittelbar nach dem Husten zuweilen einen wesentlich abgeänderten Ton, Bei vollständiger Ah-wesenheit der Luft in den Höhlen wird der Schall gedämpft oder dumpf.
c)nbsp; Ansammlung von Luft in der Brusthöhle (Pneumothorax). Die glatte Wandung, von welcher die Schallwellen reflectirt werden, bildet hier die Innenfläche der Brustwand.
d)nbsp; Verlagerung lufthaltiger Darmschlingen durch eine Zwerchfellsöffnung. Bei der Zwercbfellsruptur dos Pferdes, sowie bei manchen Zwerch fellshernien entsteht eine Verlagerung von Baucbeingeweiden in den Brusthöhlenraum. Sind die vorgefallenen Theile lufthaltige Darmschlingen und liegen sie im Bereiche des Hammers, so wird der Percussionsschall des Thorax tympanitisch, fehlt die Luft, so entsteht ein gedämpfter Schall. Gleichzeitig hört man in der Brusthöhle peristaltische Geräusche.
e)nbsp; Hautemphysem. Findet sich zwischen Haut und Thorax in der Unterhaut Luft (traumatisches, septisches Emphysem, Rauschbrand), so wird der Percussionsschall oft ebenfalls tympanitisch. Man hat sich daher vor der Verwechslung dieses Zustandes mit Krankheiten der inneren Brustorgane zu hüten. Als unterscheidendes Merkmal beider ist das Knistern der emphysematösen Unterhaut bei der Palpation hervorzuheben.
Deutung des tympanitischen Tons. Dieselbe hat von jeher gi-osse Schwierigkeit gemacht. Win trich wies zuerst nach, dass der tympanitische Schall entsteht, wenn die Luft in glattwandigen Hohlräumen von regel-mässiger Form in Schwingung versetzt wird. Percutirt man z. B. die Luft über einem offenen Glase, so erhält man den charakteristischen tym-
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202nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Metallisolier Percussionston.
panitischen Ton. Derselbe kommt aber nicht zu Stande, wenn man ein Glas in frischen Schnee setzt und nach der Herausnahme des Glases die gleiobgeformte Schneehöhle percatirt (Gerhardt), weil die Schneewand nicht so glatt ist wie die Glaswand. Geschlossene Hohlrilume mit gespannten Wänden geben keinen tyinpanitischen, sondern einen lauten Ton, weil hier die Wand mitschwingt und die Waiulschwingungen diejenigen der Luft stören (Skoda). Die henvusgenommene, erschlatfio Leichen-lungo gibt einen tynipanitisehen Ton; bläst man sie aber auf, so dass die Wandungen der Alveolen gespannt werden, so entsteht wie beim lebenden gesunden Thiere ein lauter Percussionsschall. So gibt auch ein zum Theil mit Luft gefüllter Darm mit schlaffer Wandung einen tyinpanitischen Ton (normaler Dannton), während bei starker Luftansanimlung und Spannung der Darm wand in Folge von Metoorismus ein lauter Percussionsschall entsteht (abnormer Dannton). Bei der Percussion des Kehlkopfs und der Luftröhre findet man ebenfalls normal einen tympanifischen Ton (starre, glatte, nicht gespannte Wandungen). #9632; Nach Schweigger soll das Zu-standekoinmen des tympanilischen Tons in der erschlafften Lunge dadurch erfolgen, dass die in derselben enthaltene Luft als Ganzes schallt, gleichsam als oh die Alveolarscheidewände gar nicht da wären. Auch nach Gerhardt soll der tympanitische Schall der erschlafften Lunge nicht durcli die Schwingungen der vielen kleinen Lul'tinassen in den Alveolen bedingt sein, weil selbst zehnmal grössere Luftsäulen immer noch keinen vernehmbaren Ton geben. Nach dieser Annahme würde bei erschlaffter Lunge die Thoraxwand die glatte Wand bilden müssen, von welcher die Schwingungen der gesammten Lungenluft refiectirt würden (?). Nach Hughes entsteht bei einfach leeren Hohlräumen ein tyinpanitischer Schall, bei prall gespannten ein nichttyinpanitisclier (lauter), bei mittelmässig gespannten ein metallischer Schall bezw. Klang. Die Weichtheile haben an und für sich keinen Eigenton, sondern entnehmen die Schallhöhe den umgebenden Körpern. Knochen geben keinen Klang, sondern nicht-tympanitischen Eigenschall.
Der metallische Percussionston. Der metallische oder amphorische Ton (Metallklang, metallischer Nachklang) ist mit dem tympanitischen Tone verwandt, unterscheidet sich jedoch von demselben durch bedeutendere Hübe und metallisches Timbre. Ei- lässt sieb am besten mit dem Ton einer schwingenden Metallplatte vergleichen. Man erhält ihn beispielsweise beim Anklopfen eines leeren oder halbgefüllten Fasses und Kruges, Sehr instruetiv lässt sich der Metallklang durch Percussion der eigenen Mundhöhle bei mögliebst starkem Aufblasen der Backen erzeugen; bei nur geringer Spannung derselben erhält man dagegen einen tympanitischen Ton. Der Gehörs-eindruck ist entweder ein rein metallischer Klang (Metallklang), oder ein einen anderen Schall, namentlich den tympanitischen, begleitender (metaUischer Nachklang), Letzteres ist bei unseren Hausthieren meistens der Fall. Wie der tympanitische Ton ist auch der Metallklang am Thorax immer pathologisch. Er wird beobachtet bei Pneumothorax, bei starker Spannung der in der Brusthöhle be-öndlichen Luftsäule, bei sehr grossen, abgeschlossenen, und von einer
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Geräusch dos zorsprungonon Topfes.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 203
glatten Membran umgebenen Lungenkavernen oder hoi Höhlen* Systemen der Lunge, welche iius mehreren Hohlräumen zusammengesetzt sind, endlich zuweilen hei der croupösen Pneumonie, mmentlich hei der Brustseucho der Pferde im Ijösungsstadium.
Das Geräusch des zersprungenen Topfes. Mit diesem Namen (Olhx rupta; Bruit de pot feie) bezeichnet man ein eigenthümliches schehherndes Gei'iiusch, ähnlich demjenigen, welches man heim Beklopfen eines zersprungenen, am Henkel frei gehaltenen irdenen Topfes erhält. Auch mit dem klirrenden, schehhernden Geräusche von Münzen kann es verglichen werden, weshalb es wohl auch als Münzenklirrenquot; bezeichnet wird. Das Geräusch des zersprungenen Topfes entsteht in Folge von raschem Entweichen der Luft durch enge Oeffnungon. Man hört es daher hei stark behaarter Haut, wenn das Plessimeter nicht fest genug an die Thoraxwand angelegt wird, so dass sich zwischen beiden Luft befindet, welche bei der Percussion rasch entweicht, indem sie ge-wissermassen unter dem Plessimeter hinausgequetscht wird. Das Geräusch ist bei regelrechter Percussion immer abnorm, Es ist jedoch nicht für eine bestimmte Krankheit pathognostisch, sondern kann auf verschiedene Weise entstehen. Die wichtigsten pathologischen Zustände sind folgende:
a) Hautemphysom. Das Geräusch entsteht hier statt des tympanitischen Tones, wenn die Luft in der Unterhaut bei der Percussion unter dem Plessimeter entweicht.
h) Mit einem Bronchus communicirende Lungenkavernen. Indem hier hei der Erschütterung die Luft aus den Hohlräumen entweichen kann, entsteht statt des für geschlossene Hohlräume charakteristischen tympanitischen Tones Olla rupta.
c)nbsp; Pneumothorax. In sehr seltenen Fällen steht hei Pneumothorax die in der Brusthöhle befindliche Luft in Zusammenhang mit einem Bronchus oder einer Brustwunde, durch welche sie dann bei der Percussion entweichen kann.
d)nbsp; nbsp;Lungenentzündung. Nicht gerade selten hört man das Geräusch des zersprungenen Topfes vorübergehend hei der Lungenentzündung, namentlich hei der Brustseuche der Pferde. Man findet es, wenn eine lufthaltige Lungenpartie von einer bepatisirten Lungenzone eingeschlossen ist. Auch in der Umgehung hepatisirter Stellen, sowie im 1. und 8. Stadium der Pneumonie wird es zuweilen statt des tympanitischen Tones wahr-
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204nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Percussion.
genommcii. Man hat sich deshalb insbesondere beim Pferde zu hüten, jede Olla rupta auf Kavernenbildung' zu beziehen.
o) Exsudative Pleuritis. An der Dämpfungslinie und über derselben besitzt der tympanitisebe Ton, wie dies z. B. bei der Brust-seuche der Pferde beobachtet wird, zuweilen einen schebbernden Xachklang.
Das Geräusch des zersprungenen Topfes lässt sich künstlich in der Weise erzeugen, class man die Palmarfiilchen beider Hilnde quer über einander legt und eine Luf'tschichte zwischen beiden lilsst. Schlägt man nun die llückenfläche einer Hand rasch gegen einen festen Gegenstand (Knie), so entweicht die Luft zwischen beiden Händen und man erhält den Eindruck dos Schebberns oder Münzenklirrens. Bei Menschen mit sehr nachgiebigem Thorax wird es zuweilen schon in normalem Zustande gehört (Kinder). Bei nachgewiesener Lungentuberkulose kann das Auftreten des Topfgeräusches beim Menschen wegen seiner sonstigen Seltenheit als ein ziemlich sicherer Beweis für das Vorbandensein von Cavernen angesehen werden (Guttmann). Im üebrigen wird demselben auch in der Menschen-hoilkunde eine prognostische Bedeutung nicht zuerkannt.
Das Gefühl des Widerstandes unter dem Hammer. Je
derber, fester, luftleerer ein Körper ist, um so grosser ist der Widerstand, welchen man beim Beklopfen desselben erhält. Man iindet deshalb physiologisch das Resistonzgcfiibl verstärkt bei sehr dicken Thoraxwandungen mit derber Muskulatur und harten, breiten Rippen, sowie bei sehr dicker Haut. Aus diesem Grunde ist beispielsweise der Widerstand ein grösserer beim Bind, als beim Pferd; beim Pferde ist er wiederum stärker als beim Hund oder beim Schal'. Pathologisch findet man das Gefühl dos Widerstandes beim Percutiren um so ausgesprochener, je weniger die Lunge lufthaltig ist, je mehr also der Percussionsschall gedämpft oder ganz dumpf ist. Dies ist namentlich der Fall bei ausgebreiteter, lobärer croupüser Pneumonic (lobäro Form der Brustseuche), sowie bei sehr reichlichen Exsudaten und Transsudaten in der Brusthöhle. Im Allgemeinen ist das Widerstandsgefühl bei Ansammlung von Flüssigkeiten im Thorax ein stärkeres, als bei Pneumonic, weil im letzteren Falle, insbesondere bei katarrhalischer Pneumonic, die Lunge nicht absolut luftleer ist. Einen sehr erheblichen Widerstand fühlt endlich der Percussionshammer bei Neubildungen auf der Pleura (Perlsucht, Sarkomatose).
Regeln für die Ausführung der Percussion. Bezüglich des Ortes, an welchem die Percussion vorgenommen wird, ist am meisten ein massig grosser, bedeckter Raum zu empfehlen, in dessen Mitte
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Pcrcassiou.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;205
das /u untersuchende Thier gestellt wird. Die Percussion im Freien hat den Nachtheil, dass sich die Schallwellen zu sehr überallhin zerstreuen, und dass der Gehörseindruck dadurch abgeschwächt wird, ausserdem können im Freien Aussengeräuschc störend einwirken. Zu enge Räume verstärken und modificiren umgekehrt den Percussions-schall, so dass der laute Schall unter Umständen gedämpft erscheinen kann; dasselbe findet beim Percutiren in der Nähe der Wand oder in einer Ecke statt (Vogel). Aber auch in geräumigen Stallungen, namentlich in llinderställen, kann die Percussion durch die Unruhe der Nachbarthiere oft ganz unmöglich werden, so dass man es vorzieht, im Freien zu percutiren.
Hinsichtlich der Stellung der Thiere ist zu bemerken, dass grosse Thiere in der Hegel im Stehen percutirt werden. Kleine Thiere kann man im Stehen und Liegen percutiren; der Bequemlichkeit halber bringt man sie auf einen Tisch, Stuhl oder eine Bank. Pferde verhalten sich beim Percutiren gewöhnlich ganz ruhig, insbesondere leisten schwerkranke Pferde keinerlei Widerstand. Manche Pferde erschweren jedoch durch lebhafte ruckweise Gontractionen des Hautmuskels die Percussion, indem diese die Adaption des Plcssi-meters an die Brustwand beeinträchtigen. Sehr viele Pferde lassen sich ohne alle Beihilfe percutiren. Bei anderen muss der Kopf durch einen Gehilfen tixirt werden, zuweilen müssen sie auch aufgetrenst, im Stande umgekehrt oder in den Stallgang geführt werden. Bei boshaften und sehr kitzlichen Pferden ist besondere Vorsicht noting; man lässt hier den Kopf gut fixiren und einen Vorderfuss aufheben. Weitere Zwangsmittel sind für gewöhnlich entbehrlich. Bei Hindern empfiehlt es sich für gewöhnlich, den Kopf durch einen Gehilfen festhalten zu lassen, um sich vor den Hörnern zu schützen. Unruhige, furchtsame, nervöse und bissige Hunde lässt man durch den Eigen-thümer halten oder legt sie nieder, nachdem ihnen das Maul zugebunden ist. Am widerspenstigsten erweisen sich Schweine.
DieHaltung und Führung des Plessimeters und Hammers erfolgt in der Weise, dass ersteres mit der linken, letzterer mit der rechten Hand gehalten wird. Die hammerführende Hand muss hiebei stets oberhalb der das Plessimeter haltenden zu stehen kommen. Nur bei dieser Haltung ist es möglich, die sehr wichtigen unteren Partien des Thorax, zumal die Herzgegend bequem zu percutiren. Im umgekehrten Falle ist das Beklopfen nur in stark hockender Stellung auszuführen, was sehr unbequem, ermüdend, unschön und bei etwaigen Bewegungen der Thiere unsicher ist. Der
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Percussion.
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Peroutirende hat dementspreohend bei der Untersuchung der linken Brustwand das Gesicht dein Kopfe des Thieres, bei derjenigen der rechten Brustwand dagegen dem Hlntertheile des Thieres zuzuwenden. Bei kleinen Thieren (Hunden, Schafen, Ziegen) beugt man sich am besten über den Rücken derselben und percutirt die abgewendete Brustwandung; sehr kleine Thiere (Katzen, kleinere Hunde) legt man auf die Seite. Das Plessimeter muss gleichmässig und fest an die Brust wand an gedrückt werden. Missachtct man diese sehr wichtige Regel, so erhält man statt des beabsichtigten Lungenschalls einen gedämpften Muakelsohall oder tlas Geräusch des zersprungenen Topfes, weil die Schallwellen nicht durch die Brustwand hindurch dringen und die Luft unter dem Plessimeter seitwärts entweicht. Der Anfänger ist insbesondere unwillkürlich geneigt, beim schwachen Beklopfen einer Stelle auch das Plessimeter schwach anzudrücken, wodurch er ein ganz falsches Percussiousresultat erhält. Besondere Aufmerksamkeit erheischen dabei alle jene Stellen des Thorax, welche der Percussion schwer zugänglich sind und in unbequemer Stellung percutirt werden müssen. Ausserdem ist bei sehr magerem Thorax und sehr tiefen, rinnenförmigen Intercostalräumen grosse Vorsicht bei der Adaption des Plessimeters nothwendig. Nach unseren Erfahrungen empfiehlt es sich hiebei, den Rand des Plessimeters in die Intercostalfurche einzuschieben und das Plessimeter sowohl auf den Intercostalraum, als auch auf den angrenzenden RippeU-theil fest aufzudrücken. Auf diese Weise lässt sich die Anwendung eines kleineren, schmäleren Plessimeters umgehen. Bei sehr engen Intercostalräumen und sehr schmalen, stark gerundeten Rippen lässt sich das Plessimeter nicht überall vollständig adaptiren; in diesem Falle wird nur der adaptirte Theil des Plessimeters percutirt. Ausserdem hat man sich zu erinnern, dass der Schall beim Beklopfen der Rippen weniger stark ausfällt.
Bezüglich der Klopfstärke unterscheidet man eine starke und schwache Percussion. Die starke Percussion dient zur Untersuchung tiefer gelegener Lungentheile. Bei den grossen Hausthieren (Pferd und Rind) muss ferner die Klopfstärke wegen der dickeren Brustwand eine wesentlich intensivere sein, als bei den kleineren Hausthieren (Hund, Schaf, Ziege, Katze). Die schwache Percussion ermittelt dagegen oberflächliche Krankheitsherde in der Lunge. Man kann deshalb auch zwischen tieferquot; und oberflächlicherquot; Percussion unterscheiden. Klopft man bei tiefgelegenen Lungenherden (Hepatisationen, Höhlen)
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Percussion.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;207
zu schwach, so clringen dio Luftsohwingungen niclit in die Tiefe, die tiefen Herde entziehen sich daher der BeurUieilmig. Klopft man umgekehrt bei oberflächlichen Herden zu stark, so dringen die Schwingungen in die tieferen gesunden Ltmgentheile und man erhält in Folge Mitschwingens derselben statt eines gedämpften oder tym-panitischen einen hinten Percussionsschall. Die Digitalpercussion erheischt im Allgemeinen eine schwache, die Hanunerpercussion eine erheblichere Klopfstärke. Um Abweichungen vom normalen Schalle leichter festzustellen, empfiehlt sich eine vergleichende Percussion auf der correspondirenden Stelle der anderen Brusthälfte bei gleicher Klopfstärke. Diese Oontrolprüfung ist allerdings bei den grossen Hausthieren wesentlich umständlicher, als bei den kleinen, weil man sich auf die andere Seite begeben und so die Percussion eine Zeit lang unterbrechen muss, wodurch das Festhalten des ersten öehörseindrucks erschwert wird. Aus diesem Grunde kann man auch zur Vergleichung die benachbarte gesunde Lungengegend derselben Seite heranziehen. Die Percussion einer und derselben Stelle muss so oft hinter einander wiederholt werden, bis man über den erhaltenen Schalleindruck vollkommen im Klaren ist. Für gewöhnlich sind 2.'5 Schläge hinter einander nöthig. In zweifelhaften Fällen muss man häutiger klopfen. Dem Anfänger ist speciell anzurathen, ein und dieselbe Stelle so lange zu percutiren, bis er den richtigen Percussionsschall herausgebracht hat; ein einmaliges Beklopfen genügt unter keinen umständen.
Der Gang der Percussion ist ein verschiedener, je nachdem eine allgemeine Untersuchung des ganzen Körpers oder eine Specialuntersuchung des Thorax vorgenommen wird. Im letzteren Fall wird die erkrankte oder verdächtige Stelle, also z. B. bei der Brustseuche die untere vordere Partie der Lunge hinter dem Ellenbogen, immer zuerst percutirt und von hier aus sodann die Lunge nach aufwärts und rückwärts sowie in schräger Jiichtung eingehend beklopft, indem das Plessimeter immer nur um eine kurze Strecke weiter geschoben wird. Die festgestellten Dämpfungsgrenzen werden vortheil-haftcr Weise durch Kreide oder Abscheeren der Haare markirt. Bei der gewöhnliehen allgemeinen Untersuchung ist ein rascheres Verfahren angezeigt. Beim Pferde beginnt man hier meist unter dem Nackenwinkcl des Schulterblattes und percutirt längs der Grenze der Ellenbogenstreckor nach abwärts und zwar linkerseits bis zur Herz-dämpfung, rechterscits bis zur unteren Lungengrenze. Von da ah geht die Percussionslinie in einem Winkel von ungefähr V2 B. (45deg;)
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dem Zwerohfellsansatze entsprechend nach hinten und ohen, somit längs der seitlichen Lungengrenze in der Nähe des scharfen Randes der Lunge bis gegen das hintere Ende der Lunge. Von hier läuft sie unterhalb dem RUckenstrecker wieder nach vorne zum Ausgangspunkt zurück. Die Innendäche des so abgegrenzten Dreiecks wird endlich zickzackförmig oder in parallelen horizontalen und verticalen Linien durchpercutirt. Das Plessiineter wird dabei gewöhnlich um seine ganze Breite fortgerückt.
Um die Brustwand möglichst weit nach vorne percutiren zu können, stellt mau den betreffenden Vorderfuss etwas vor oder lässt ihn aufbeben und vorziehen. Man hat sich jedoch hiebei vor zu starkem Vorwärtsziehen zu hüten, weil dadurch der grosse Brustmuskel zu sehr gespannt und der Schall in Folge dessen modilicirt wird. In ähnlicher Weise wird die Percussion auch hei den übrigen Hausthieren ausgeführt. Die unteren Partien der Lunge sind im Allgemeinen die wichtigeren. Nur beim Rinde kommen auch in der Nähe der Rüokenlinie, also an der oberen Thoraxhälfte, relativ häutig percutirbare pathologische Processe vor.
Die topographisch-anatomischen Verhältnisse der Brustwand in ihrer Beziehung zur Percussion der Lunge (topographische
Percussion1).
Die Ausübung der Percussion der Lunge, insbesondere die Bestimmung der normalen Lun gengren/.en am lebenden Thiere setzt die genaue Kenntniss der einschlägigen anatomischen Grundlagen voraus. Dieselben liegen bei jeder einzelnen Thiergattung verschieden, weshalb auch die Percussion der normalen Lunge beim Pferd in ihrer Ausdehnung über die Seitenbrust wand ein wesentlich anderes Resultat ergibt, als beim Bind, Schaf, Hund u. s. w. Die topographisch-anatomischen Verhältnisse dos Thorax bei den einzelnen Hausthieren sind in der neueren Zeit insbesondere von Eichbaum2), Sussdorf3), Ellenberger und Schaaf4), Schmaltz5) und Ellenberger und 13aumf') genauer beschrieben worden. Von früheren Arbeiten sind zu erwähnen diejenigen von Vogel7) und Günther8). Indem wir behufs genaueren Studiums der betreffenden Verhältnisse auf
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') Das Kapitel über die anatomischen Verhältnisse der Lunge (S. 208213) ist von Prof. Dr. Sussdorf bearbeitet worden.
quot;) Vorträge für Thicriirzte, 11. Serie I. Heft, 1879. Berliner Archiv für Thierheilkunde XI. Bd., 1885.
3)nbsp; Deutsche Zeitschrift für Thiermedloin VIH. Bd., 1882.
4)nbsp; Deutsche Zeitschrift für Thienuedicin X. Bd., 1884.
5)nbsp; Topographische Anatomie der Körperhöhion des Pferdes und Rindes. 1888 und 1890.
c) Systematische und topographische Anatomie des Hundes 1891. ') Lehrbuch der physikal. Diagnostik 1874. 8) Situs des Rindes 1875.
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TopographisOhe Percussion.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 209
die citirten Arbeiten verweisen, stellen wir im Nachstehenden die für die Bestimmung der normalen Lungengren/.en wichtigsten Punkte kurz zusammen.
1. Die Topographie der Lungen im Allgemeinen, Die Lungen nehmen in Gemeinschaft mit dem Herzen, der Prustportion von Luftröhre und Schlund, sowie den grossen Mutter- und Sammelstilmmen des Gefllss-Systems die Brusthöhle ganz in Anspruch. Aber sie füllen durchaus nicht den ganzen Raum des Brustkorbes aus; vielmehr wird der hintere Theil desselben durch die intrathorakal gelegenen Baucheingeweide (s. d.) mit in Anspruch genommen. Als Grenze schiebt sich zwischen Bauch- und Brust-eingeweido das Zwerchfell ein; von seiner durch die Respirationsbewegungen bedingten Stellung und Formgestaltung ist die Ausdehnung der Lunge wesentlich abhängig, von ihr auch die Grosse des Brust- und Bauchraumes und damit die Lage der intrathorakalen Baucheingeweide.
Deshalb sei hier bemerkt, dass das Diaphragma in seiner Ruheoder Neutralstellung, die übrigens dem maximalen Exspirations-stande entspricht, eine seitlich abgeflachte Kuppel darstellt, deren Basis von dem peripheren Ansatz an Wirbel, Rippen und Brustbein, deren Gipfel von der Durchtrittsstelle der V. cava inferior, also von dem Foramen venae cavae, gebildet wird. Der Ansatzrand bleibt um eine bei den verschiedenen Hausthieren etwas differente Strecke vom Rippenbogen zurück, der Gipfel liegt an der Grenze des dorsalen und mittleren Dritttheils der Leibeshöhle im Bereich des 6.S. Intercostalranmes, d. i. etwas über der Mitte der 7.S.Rippe ein wenig rechts von der Medianebene. Während der Exspiration legt sich der periphere Muskelring des Zwerchfells den Rippen ganz und gar an, und das Centrum tendineuin bildet dann mit dem fleischigen Brust-beintheil allein das quere Septum der Brust- gegen die Bauchhöhle. Mit beginnender Inspiration wird der Bogen, welchen die Radiärfasern des Zwerchfells zwischen dem peripheren Ansatzrande und der Zwerchfellsraitte beschreiben, flacher, und diese Abflachung derselben schreitet so lange fort, bis auf der Höhe der Inspiration jede Faser zur geradlinigen Sehne ihres vormaligen Bogens geworden ist. Die Kuppel, als welche das exspira-torisch eingestellte Zwerchfell erschien, wird bei maximaler Inspiration zum Kegelmantel oder Trichter umgewandelt; die Basis desselben hat sich dabei in ihrer Lage gar nicht, die Spitze vielleicht etwas rück-abwärts (also in ventro-caudaler Richtung) verschoben. Aber durch diese Umformung ist der vordem der seitlichen bezw. dorsalen Brustwand sich dicht anschmiegende costale Theil des Diaphragma von dieser hinweggetreten; er hat einen Raum freigegeben, welcher unmittelbar damit durch die gegen den Bauch zurücktretenden Lungenränder gefüllt und bei der folgenden Exspiration erneut durch die vordrängenden Paucheingeweide in Anspruch genommen wird. Hiernach befindet sich der laterale Rand der Lungenbasis ständig in einer fluetuirenden Bewegung, welche ihn zwischen dem peripheren Zwerchfells-ansatz und einer um 2 Handbreiten bei den grossen, um 1 Handbreite bei den kleineren Hausthieren weiter vorn gelegenen Linie hin- und hertreten lässt, vorausgesetzt, dass die Athmung eine tiefe ist; bei oberflächlicher und gewöhnlicher ruhiger Athmung sind die Excursionen der Lungenränder weit nicht so ausgedehnte; dieselben verschieben sich nur innerhalb der halben Masse und bleiben also je um ein Viertel der obigen Masse von den daselbst angegebenen Linien entfernt. Man darf deshalb als Durchschnittslage für den lateralen Theil des basalen Lungenrandes eine schvvanz-wärts schwach convexe Linie annehmen, welche 1 Handbreite bei den grossen, bezw. 'ja Handbreite bei den kleineren Hausthieren vor dem Ansätzrande des Zwerchfells herabsteigt. Hiernach ergibt
Friedberger u, Fröhnov, Klinische Untevsucliungsinethoden, 2, Aull. 14
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Topographische Percussion.
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sich die Nothwendigkeit der Präzisirung dieser Insertlonslinie bei den verschiedenen Hausthieren. Um aber das Feld sogleich auch von vorn abzugrenzen , welches als das unmittelbar durch physikalische Hilfsmittel erreichbare Lungenfeld des seitlichen Brustumfanges (in der dorsalen und ventralen Brustpartie ist die Lunge an sich nicht direct zugänglich, da sie hier durch starke Knochen und Muskeln überdeckt ist) gelten kann, so ist noch auf die Ausdehnung der Schulter am Brustkorb und das Herz im Bereich der linken Seitenbrustwand Rücksicht zu nehmen. Es schränkt sich hiernach das unserem Ohre direct zugängliche Feld der lungenhaltigen Brustkorbpartie erheblich ein.
1. Beim Pferd schneidet die Schulter etwa mit der b. Rippe ab; es erstreckt sich dann die rein von Lunge erfüllte Partie der Brusthöhle von dem ti.8. Intercostalraum, da der Zwerchfellscheitel etwas
Fifl-. 33.
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Dp. rxsp
Flm.cxs,
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#9632;Dp.insp.
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Die Topographie der Brnstorgane des Pferdes (Sussdorf). C Herz in Systole, A. p. Art. pulmoiialis, Ao. Aorta descendens (hintere Aorta), V. c. i. Vena cava inferior (hintere Holilvene), Tr. Trachea, Plm. exsp. Verlauf des lateralen scharfen Randes der Lunge im höchsten Exspirationsumfang, Plm. insp. desgl. im Inspirationsnmfang, Oe. üesophagus, Dp. exsp. Verlauf der Medianlinie des Zwerchfelles in Kxspirationsstcllung, Dp. insp. desgl. in Inspirationsstellung, Dp. Costalanheftung des Zwerchfelles, 3, 6, 9, 12 a., 6., it., la. Rippe.
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dorsal von der Mitte der 8. Rippe liegt; von der 0. Rippe ab lagern im Brustkorb einwärts von der Lunge und dem Zwerchfell die intrathorakalen Baucheingeweide (links Magen und Milz, rechts Leber und Darm); die Dicke des zwischen diesen und der Brustwand liegenden Lungenabschnittes schärft sich nach hinten hin allmählig zu. Die hintere Lungengrenze fällt mit einer Linie zusammen, welche für den lateralen Theil des basalen Lungenrandes in mittlerer Athemgrösse etwa 2 Handbreiten von dem Rippenbogen entfernt bleibt, da die Anheftungslinie des Zwerchfells selbst etwa Handbreit vor und über dem Rippenbogen an den Rippen sich herabzieht. Es entspringt hieraus die Regel, dass kräftiger Aufschlag
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Topographische Purcussion.
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hei der Percussion der Brust nur innerhalb des schmalen Streifens zwischen der 6. und 9, Rippe gestattet ist; rückwiirts von der letzteren muss die Stärke des Aufschlages allmilhlig gemindert werden, wenigstens wenn man nur die Lunge, nicht auch Baucheingeweide percutiren will; von der 16. Kippe ab kann man kaum mehr auf Lungenresonanz rechnen!
2. Beim Wiederkäuer liegen die Verhältnisse im Grossen und Ganzen ähnlich wie beim Pferd; der intrathorakalo Theil der Bauchhöhle erstreckt sich bei ihm eher noch etwas weiter in den Brustkorb als bei diesem. Das Poramen venae eavae liegt bei mittlerem Athemstande über der Mitte des (j. Intercostalraumes ebenfalls etwas rechts von der Medianebene; die Costal-insertion des Zwerchfells steigt in einem gegen die Bauchhöhle schwach convexen Bogen vom Wirbelende der 12. (oder 13.) Kippe gegen das 8. Kippen-Kippenknorpelgelenk herab und mit der 8. (oder beim Schaf 7.) Kippe zum Brustbein. Die Schulter schneidet vor der 6. Rippe ab; die
Fig. 34.
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Pbn.cxsp
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Die Topogrnpliio der BtUBtorgAne des Rindes (Sussdorf). Bezeichnungen wie in Fig. 88,
Ellenbogenhöcker stehen etwas von der Brustwand ab, und damit ergibt sich eine Vergrösserung des Percussionsfeldes nach vorn, die bei stark ausgebugtenquot; alten und mageren Thieren um so erheblicher ist, als die unter diesen Bedingungen dünnen Ellenbogenstrecker bei kräftigem Klopfen durchtönt werden können. Ja, bei sehr mageren Kindern kann sogar der unter dem Schulterblatt gelegene Lungenabschnitt durch starkes Beklopfen des Schulterblattes einigerraassen percutirt werden; selbstverständlich ist bei der Deutung der erhaltenen Töne die Muskeldämpfung wohl zu berücksichtigen. Allein von Lunge erfüllt kann hienach nur der vom 5.7. Intercostalraum sich erstreckende Theil des Brustkorbes angesehen werden, wobei sogar noch zu beachten ist, dass bei sehr starker Exspiration sich die vom Hohlvenenloch zum Brustbein herabsteigende Zwerchfellspartie in der Regel noch weiter gegen die Brusthöhle vordrängt als das Poramen venae cavae selbst; sie kann so den 6. Intercostalraum nach vorn überschreiten und das Herz fast erreichen. Von der 8. Rippe
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Topogramp;pblsohe Poroussion.
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ab urafasst der Thorax bei mittlerem Atherastande aussei- der Lunge noch das Zwerchfell und die dicht hinter ihm liegenden Baucheingeweide (links den Pansen und die Haube), Für diese Theile dos Brustkorbes gilt hienach bezüglich der Art der Percussion das oben vom Pferd mutatis mutandis Gesagte; die 13. und der jedenfalls grössere, ventrale Theil der 12. Rippe fallen ganz ausserhalb des Bereiches der Brusthöhle, und es ist daher keinenfalls rathsam, mit der Beklopfung der Brust über die 10. Kippe hinauszugehen, da sich im Bereich der beiden letzten Intercostalräume den etwaigen Lungentönen auch solche von den Baucheingeweiden beimischen (s. u.) und im Bereich des 10. Intercostalraumes höchstens im oberen Dritttheil noch reine Lungentöne bei schwachem Aufschlag erhalten lassen.
3. Beim Schwein deckt die Schulter die 5 ersten Intercostalräume und die 6. Hippe. Der basale Zwerchfellansatz geht bis unter die Mitte der 14. Rippe an dieser entlang und dann in einem flachen, gegen die Bauchhöhle convexen Bogen zur 10. Rippen-Rippenknorpelsymphyse, um dann mit dem 8. Rippenknorpel zum Brustbein abzusteigen. Das Foramen venae cavae liegt in der Hohe der Mitte der 7.8. Rippe etwas rechts von der Medianebene. Da der hintere Rand des Herzens mit der G. Rippe absteigt, so bleibt als der allein lungenhaltige Brusttheil nur der schmale Streifen zwischen der 6, und 8. Rippe übrig. Rückwärts davon füllen den Brustkorb die Lungen nur in der dorsalen Hiilfte, und das zwar bis zur 11. bezw. 12. Rippe hin , während sich ventral die Leber und von der 10. Rippe ab auch der Magen in den Brustkorb vordrängen. Zwischen ihnen und der Brustwand ist die Lunge anfangs zwar in der dorsalen Hälfte noch kräftig, dann nimmt sie ziemlich schnell an Dicke ab, so dass die Percussion nicht wohl bis über die 11. oder 12. Rippe ausgedehnt werden darf. Das meist sehr dicke ünterhautfett macht indessen alterwärts einen kräftigeren Aufschlag bei der Percussion erforderlich.
Fiff, 85.
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Plni.cx.ip.
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Die Topographie der Brustorganc, des Hundes (Sussdorf). Bezeiolmiingen wie in Fig. ii;).
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4. Beim Hund reicht die Schulter bis zur 5. Rippe. Die Costal-insertion des Diaphragma tritt von dem ventralen Dritttheil der letzten Rippe ab und zur 11. Rippen-Rippenknorpelsynchondrose über und dann entlang den Rippenknorpeln mit dem 9, und 8. Rippenknorpel zum Brustbein. Das Foramen venae cavae liegt über der Mitte des 7.8. Inter-
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TopOgraphisobs Percussion.
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costalraumes; der ventnile Theil des Diaphragma wölbt sich bei excessiver Exspiration bis zum Niveau der 7. Rippe in die Brusthöhle hinein vor. Danach ist die dorsale Hillfte der Brusthöhle von der 5,8. Eippe (natürlich abgesehen von Schlund und Blutgefässen etc.) durchweg lungonhaltig. Die ventrale Hillfte enthält von der 4.0. Eippe zwischen den Lungenlappen noch das Herz, welches nur im Dereich des unteren Endes der (5. Kippe der linken Brustwand nahe kommt; rückwärts von dieser wird der Thorax ventral auch noch von der Leber gefüllt. Von der 9, Rippe an sind es nur ganz schmale Lungenpartien, welche im oberen Dritttheil der Brust die Baucheingeweide seitlich decken. Ueber die 10. Rippe hinausgehend, erhält die Percussion keinen Lungenton mehr.
Aehnlich liegen die Verhältnisse bei der Katze.
5. Beim Huhn kann sich die Lungenauscultation nur auf die obere Hälfte der Brust beschränken, da die Lungen nicht über das Herz und die Bauuheingeweide herabziehen. Sie darf aber auch die drittletzte Rippe nicht überschreiten, denn die oberen Enden der letzten Rippen decken bereits den Eierstock bezw. Hoden.
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Ausdehnung des normalen lauten Percussionsschalls bei den einzelnen Thiergattungen. Die eben geschilderten Verschiedenheiten im anatomischen Verhalten des Zwerchfells bedingen bei den einzelnen Thiergattungen ganz verschiedene Pcrcussionsergebnisse bezüglich der Abgrenzung des lauten Lungenschallos. Diese Verschiedenheiten sollen im Nachfolgenden durch Abbildungen veranschaulicht werden, welchen Untersuchungen an bestimmten lebenden, gesunden Thieren zu Grunde gelegt sind.
1. Pferd (Pig. 3(3 u. 37). Die beim Pferde für die Percussion zur Verfügung stehende Lungenpartie bildet ein nahezu rechtwinkliges Dreieck in der Mitte des Thorax. Der rechte Winkel dieses Dreiecks befindet sich oben hinter der Schulter, von den beiden spitzen AVinkeln liegt der eine unten und vorn in der Ellenbogengegend, der andere hinten und oben vor der Planke. Innerhalb dieses Dreiecks erhält man bei der Percussion einen lauten Lungenschall. Auf der linken Seite wird derselbe jedoch in der Herzgegend durch die Herzdämpfung ersetzt. Die Linien des Dreiecks entsprechen den für die Percussion erreichbaren Lungengrenzen. Die vordere Lungengrenze wird gebildet vom hinteren Rande der Ellonbogenstrecker. Sie verläuft senkrecht nach oben und kann durch Vorschieben des Bugs etwas nach vorwärts erweitert werden. Ihr unteres Ende beginnt links am oberen Ende der Herzdämpfung, rechts am oberen Ende des grossen Brustmuskels. Die obere Lungengrenze läuft annähernd parallel mit dem llückenfirste in horizontaler Richtung von vorn nach hinten. Ihr Verlauf wird durch die dem Rücken seitlich aufgelagerten Muskelgruppen (vergl. S. 196) bedingt. Die hintere Lungengrenze wird
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Topographische Porcussion.
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Fig. 30.
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quot;V gt;^ .-^VNlaquo;'raquo; |
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PercussionsfeUl beim Pferd.
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Fig. 37.
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Percussionslelil beim Pferd.
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Topographische l'eroussiou.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;215
daroh das Zwerchfell und die liintor dem Zwerchfell gelegenen Eingeweide (rechts besonders die Leber, links der Magen) dargestellt. Sie bildet mit der vorderen Lungengrenze einen Winkel von etwa 50 0. In der Mitte des Thorax reicht der laute Pcrcussionsschall bis zur elften bezw. zwölften Hippe. Bei der Percussion hat man zu beachten, dass in der unmittelharen Umgehung dos Herzens, sowie in den hinteren Partien des Dreiecks nur schwach percutirt werden darf, weil an diesen Stollen die Lunge einen wesentlich kleineren Dicken-Durchmesser besitzt als im Centrum des Dreiecks. Da die rechte Lunge etwas grosser ist als die linke, so ist der Per-cussionsschall rechts im Allgemeinen etwas lauter als links.
Für die praktischen Zwecke der Lungenpercussion empfiehlt es sich, um Abweichungen des Lungenschalles nach Lage und Ausdehnung genauer bezeichnen zu können, bestimmte Percussions-gegenden auf jeder Seitenbrustwand festzustellen. Für den Kliniker eignet sich am besten die von Vogel eingeführte Eintheilung jeder Brustwand in drei Regionen:
a)nbsp; eine obere Percussionsgegend (Dorsalgegend), dem obersten Drittel der Brustwand entsprechend;
b)nbsp; eine mittlere Percussionsgegend (eigentliche Pulmonal-gegend), dem mittleren Drittel der Brustwand entsprechend;
c)nbsp; eine untere Percussionsgegend (Sternalgegend), dem unteren Drittel der Brustwand entsprechend.
Man erhält diese drei Regionen, indem man die Höhe der Brustwand durch zwei horizontale Linien in drei annähernd gleiche Theile theilt. Diese Percussionsgegenden können ferner zur noch genaueren Localisirung abnormer Befunde wieder in vordere, mittlere und hintere Drittel eingetheilt werden, indem man drei senkrechte Linien zieht, die vorderste am hintersten Rande der Schulter, die hinterste am Ende der letzten Rippe; die mittlere zwischen den heiden ersteren. Auf diese Weise kann man die ganze Seitenbrustwandung in neun Theile zerlegen und den Sitz des abnormen Percussionsbefundes genau fixiren. Man kann den letzteren jedoch auch anderweitig bestimmen, so namentlich durch die Zahl der in der Nähe befindlichen Rippe, sowie hei ausgedehnteren Dämpfungen durch die Bestimmung der Dämpfungshöhe nach Bruchtheilen der Thoraxhöhe (Vraquo;raquo; V4? 'i3 der Thoraxhöhe). Auch die Lage und Höhe des Buggelenks kann als Ausgangspunkt für die Bestimmung einer Dämpfungsstelle genommen werden. Endlich spriciit man von Dämpfungen in der Herzgegendquot;, Ellenbogengegendquot;.
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Topograpbisohe Peronssioni
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2. Rind (Fig. ;i8). Beim Binde ist das verfügbare Percussions-feld wegen der sehr weit vorgeschobenen Lage des Zwerchfells und der geringeren Eippenzabl (18) wesentlich kleiner als beim Pferde. Dagegen ist der Bug beweglicher und bei sehr mageren Thieren die Lunge unter Umständen auch durch das Schulterblatt hindurch per-cutirbar; uusserdem fohlt links der halbmondförmige Her/ausschnitt. Das Percussionsfeld bildet ebenfalls ein Dreieck mit einer vorderen, oberen und hinteren Lungengrenze. In der Mitte des Thorax reicht der laute Lim gen seh all nur bis zur 9. Rippe. Hinter derselben folgt rechts die Leberdämpfung, links die Pansen-dämpfung. Wegen der Versehniiilerung der Lunge in der seitlichen
Fig. 38.
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Percussionsfeld beim Rind.
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Zwerchfellsgegend muss von der 7. bezw. 8. Rippe nur schwach per-cutirt werden; dasselbe gilt von der Herzgegend.
3. Schaf (Fig. 80). Beim Schaf ist das Percussionsfeld relativ ebenso klein und selbst noch kleiner als beim Rind. Dasselbe gilt für die Ziege. Es bildet im Wesentlichen nur einen ziemlich spitzen Winkel von 25300, welcher unmittelbar hinter der Schulter gelegen ist. Der laute Percussionsschall reicht hier in der Mitte der Brust wand nur bis zur 7. bezw. 8. Rippe. Auch beim Schaf muss an der hinteren Lungengrenze sehr schwach geklopft werden, um einen reinen Lungenschall zu erhalten. Dagegen lässt sich durch sehr starkes Beklopfen der Schulter unter günstigen Um-
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Topograpbisolie Perousgion^
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riicussioiisfold beim Schaf.
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ständen noch ein Tlieil der vorderen Lungenpartie percutiren. Ausser-dem kann der Bug ziemlich weit vorgeschoben, und auch über dem Sternum percutirt werden.
4. Hund (Fig. 40). Die Verhältnisse liegen beim Hunde trotz
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Fig. 40.
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Percusaionsfeld beim Hund.
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Feroutirbftre Lunffenkrauklioitcn.
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des weit in die Brusthöhle vorgelagerten Zwerchfells und der geringen Bippenzahl (13) insofern günstiger als hei den Wiederkäuern, weil die Schulter sehr weit nach vorne und aussen verschiehhar ist, so dass ein grosser Theil der vorderen unteren Lungenpartie der Percussion zugänglich gemacht werden kann. Ausserdem lässt sich auch über dem Sternum percutiren. In der Herzgegend erhält man bei schwachem Klopfen links und rechts lauten Lungenschall. Die hintere Lungengrenze geht in der Mitte der Lrustwand von der 9, bezw. 10. Rippe ab rechts in die Leberdämpfung, links in die Magendämpfung über.
Schweine bieten in magerem Zustande dieselben günstigen Per-cussionsverhältnisse, wie Hunde. Fette und sehr muskulöse Schweine sind dagegen sehr schwer zu percutiren.
Katzen verhalten sich bezüglich der Percussion wie Hunde.
Specielle Diagnostik der percutlrbaren Krankheiten der Lunge
und Pleura.
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Croupöse Pneumonia. Entsprechend den verschiedenen Stadien der croupösen Fneumonie (Anschoppung, Hepatisution, Resorption), ist das Resultat der Percussion bei der croupüsen Langenentzündung verschieden. Die Percussion ergibt nämlich nachstehende Reihenfolge;
1.nbsp; Stadium der Lungenentzündung (Anschoppung): tympanitis eher Ton.
2.nbsp; nbsp;Stadium der Lungenentzündung (Hepatis atio n): gedämpfter Schall.
3.nbsp; Stadium der Lungenentzündung (Resorption): tympaniti-scher Ton.
Im Stadium der Anschoppung ist der Schall in Folge Erschlaffung der Alveolarwandungen tympanitisch bezw. gedilmpft-tympanitisch. Mit der Zunahme des croupösen Exsudates in den Alveolen wird er gedämpft und bei vollständiger Verdrängung der Luft dumpf. Hiobei ist der gedämpfte Schall häufig von einer tympanitischen Zone umgeben. Gleichzeitig mit der Verflüssigung und Resorption des Exsudates beginnt der Wiedereintritt der Luft in die Alveolen und der gedämpfte bezw. dumpfe Schall verwandelt sich in einen gedämpft-tympanitischeu, rein-tympaniti-schen, tyrapanitisch-lauten und schliesslich reindauten Pcrcussionsschall. Alle diese Complicationen und Uebcrgänge lassen sich zuweilen sehr schön verfolgen; nicht selten beobachtet man ferner an verschiedenen Stellen der Brustwand gleichzeitig das Auftreten mehrerer Stadien der Lungenentzündung.
Die Ausdehnung des Dämpfungsbezirkes ist sehr verschieden. Die Abgrenzung desselben ist im Gegensätze zur Pleuritis gewöhnlich eine unregelmässige. Spociell bei der Brustseuche erhält man bald kleine, umschriebene, nesterweise Dämpfung (lobuläre Form der Brustseuche), bald sehr ausgedehnte, ein Drittel bis die Hälfte des Thorax und darüber umfassende Dämpfung (lobäre Form der Brust-
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I
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I'orcutirbare Lungoiikrankheiten.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 21!)
seuche). Die Dämpf u ngsl i n io verläuft bei der letzteren Form häufig in gerader oder gebogener, sowie oft unregelmässiger Linie schief von vorno und unten nach hinten und oben. Am häufigsten beginnt die Dämpfung bei der Brustseuche vorne in der Herzgegend. Der Rückgang der Dämpfung erfolgt entweder gleiohmässig in der Richtung von vorne und unten nach hinten und oben, oder or beginnt am hinteren Ende der Dämpfung und schreitet von da nach abwärts und vorwärts , wie wir dies in zahlreichen Fällen beobachtet haben. Der P e r-cussionswiderstan d ist bei der croupösen Pneumonie ein verhältniss-mässig starker; er richtet sich nach der Grüsse und Dicke der hepatisirten Stelle. Zum Nachweis einer Pneumonie durch die Percussion ist beim Pferde und Rinde mindestens das Vorhandensein einer h and tellergr oss an , bei den kleineren Hausthieren einer t h a 1 e r g r o s s e n p n e u m o n i s c h erkrankten Stelle n o t h-wendig. Ausserdem muss die betreffende Stelle eine entsprechende Dicke besitzen.
Katarrhalische Pneumonie. Die katarrhalische Pneumonie (Broncho-pneumonie) unterscheidet sich von der croupösen percutorisch dadurch, dass die Dämpfung weniger stark ausgeprägt und der Schall sehr häufig gedämpft-tympanitisch ist, weil das erkrankte Lungengewebo niemals so hochgradig luftleer wird, wie bei der croupösen Pneumonie. Die katarrhalische Pneumonie ist gewöhnlich eine lobuläre, lobär wird sie nur durch Confluonz mehrerer lobulärer Herde, zwischen welchen indessen meist noch etwas lufthaltiges Lungengewebe liegt. Deshalb findet man z. B, bei der katarrhalischen Staupepneumonie der Hunde niemals so starke und so ausgedehnte Dämpfung, wie bei der Brustseucho der Pferde. Ausserdem sind bei der katarrhalischen Pneumonie die Eric ran kungs her de häufig so klein und so tief gelegen, dass sie percutorisch überhaupt nicht nachzuweisen sind. Es gilt dies insbesondere für die Staupepneumonie der Hunde, bei welcher trotz schwerer pneumonischer Erkrankung der Percussionsschall häufig bis zum tödtlichen Ende ein normaler bleibt, so dass die entzündlichen Herde erst durch die Section mit Sicherheit nachweisbar sind. Sehr wichtig für die Diagnose der katarrhalischen Pneumonie ist der Umstand, dass gewöhnlich der Lungenentzündung ein E ron ch ialkat ar r h , insbesondere eine B r o n c h i o 1 i t i s vorausgeht.
Pleuritis. Die für die Pleuritis charakteristischen Resultate sind:
1.nbsp; Eine horizontal begrenzte Dämpfungslinie.
2.nbsp; Sehr stark gedämpfter, häufig ganz dumpfer Schall.
3.nbsp; nbsp;Die Verschiebung der Dämpfungslinie bei Lagever-än de run gen des Körpers.
4.nbsp; nbsp;Auffallend grosser Widerstand unter dem Hammer.
Im Uebrigen sind die Ergebnisse der Percussion auch bei der Pleuritis je nach dem Entwic klun gs stadium derselben verschieden. Bei Pleuritis sicca fehlt die Dämpfung. Dasselbe gilt für das erste Stadium der exsudativen Brustfellentzündung, wenn sich noch zu wenig Flüssigkeit im Tlioraxraum angesammelt hat, und die Lunge deshalb von der Brustwand noch nicht abgedrängt ist. In diesem ersten Stadium ist der Percussionsschall daher entweder laut, oder in Folge einer Elasticitäts-verminderung der an die erkrankte Pleurastelle angrenzenden Lungenpartie tympanitisch. Mit der Zunahme des Exsudates und der Entfernung der Lunge von der Brustwand wird der Schall gedämpft und der Widerstand unter dem Hammer nimmt zu; gleich-
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l'crcutirbaro Lungenlcraiildioiteii.
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zeitig steigt die Dilmp fungslinie. Der Widerstcand ist am grössten, wenn, wie z. B. bei dor Urustseuche, die hinter dem Exsudate befindliche Lunge ebenfalls luftleer (hepatisirt, splenisirt) ist.
Die über der D ilm pf un gslin ie zuweilen auftretende ty m pan itisch e Zone spricht nach Lustig (Jahresbericht der Thier-arzneischule zu Hannover 187;!) dafür, dass die Lunge im Allgemeinen intact ist. Bei gleichzeitig bestehender umfangreicher Hepatisation oder Atelektase der Lunge ist der Fercussionsschall über der Dampfungslinie laut. Nach Lustig erhält man somit bei Pleurop neumonie über dem pleuritischen Exsudate einen lauten, bei einer reinen Pleuritis dagegen einen ty m pani tischen Schall. Die hepatisirte oder atelektatiseho Lunge ist nemlich nach L. schwerer und sinkt daher im Exsudate unter, wobei sie einen Zug auf die oben gelegene Lungenpartie ausübt, welche dadurch angespannt wird und somit einen lauten l'ercussionsschall gibt. 1st die Lunge jedoch nicht hepatisirt, so schwimmt sie mehr auf der Flüssigkeit, wodurch die Spannung des Lungen-parenchyms über dem Flüssigkeitsspiegel eine geringere und somit der l'ercussionsschall tympanitisch wird.
Die horizontale Richtung der pleuritischon Dämpfungslinie erklärt sich aus der horizontalen Linie der den Gesetzen der Schwere unterworfenen pleuritischen Flüssigkeit. Ans letzterem Grunde erklärt sich auch die Verschiebung der Däniptüngslinie bei Lagevcränderungen des Körpers. Beim Pferde steigt übrigens die pleuritische Dümpfungslinie zuweilen gegen den hinteren Theil des Thorax etwas an (Steigen der Flüssigkeit durch Flächenanzioliung im hintersten Winkel zwischen Zwerchfell und BrustwandV). Die horizontale Dämpfungslinie und ihre Verse h i e b b a r k e i t fohlt bei Verklebung und Verwachsung beider P leur ablä 11 er, sowie bei der Absackung des pleuritischen Exsudates. In solchen Fällen ist die Difforentialdiagnose zwischen Pleuritis und Pneumonie sehr schwer und oft unmöglich; das einzige entscheidende Mittel besteht in der Vornahme einer Probopunk-tion (Thoracocenthese).
Im lie sor ptio n sst adium der Pleuritis sinkt der Flüssigkeitsspiegel und damit die Dämpfungslinie. An die Stelle des gedämpften oder dumpfen Schalls tritt dann der Reihe nach der gedämpft-tympanitische, der tyrnpanitische, der tympanitisch-laute und zuletzt der laute. Gleichzeitig vermindert sich die Resistenz unter dem Hammer. Statt des tym-panitischen Tons hört man zuweilen auch einen metallisch klingenden, oder das Geräusch der Olla rupta.
Hydrothorax. Derselbe bietet im Allgemeinen dieselben Percussions-verhältnisse, wie die Pleuritis oxsudativa. Die Verschiebbarkeit der Flüssigkeit und die horizontale Begrenzung der Dilm-pfung ist indessen eine ausgeprägtere, weil Verklebungen und Verwachsungen der Pleurablätter, sowie Absackungen hier nicht vorkommen. Fieber und Empfindlichkeit der Thoraxwand fehlen. Endlich lässt sich oft eine Primärerkrankung (chronische Endocarditis etc.) nachweisen. Auch die Probepunktion kann entscheiden.
Pneumothorax. Der Schall ist hell tympanitisch oder metallisch; selten hört man das Geräusch der Olla rupta. Die Herzdämpfung beim Pferd verschwindet.
Lungenemphysem, Der Porcussionsschall ist überlaut, die Herzdämpfung beim Pferd ist verkleinert oder fehlt ganz. Der sonore Lungenschall erstreckt sich auffallend weit nach der hinteren Lunfjengrenze zu.
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Auscultation.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;221
Lungenödem. Der Percussionston ist ty in pan it is oh oder schwach gedilmpf't-tympimitisch.
Lungencavernen und Bronchiektasien. Der Schall ist tympani-tisch, metallisch klingend, oder er gleicht dem Geräusche des zerbrochenen Topfes.
Lungen hyper iim ie und Bronchitis verändern den normalen rercussionsschall nicht.
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14. Die Auscultation der Lungen.
Historisches. Der eigentliche Begründer der Lehre von der Auscultation ist der tVanzösische Arzt Laennee (l8l()) gewesen. Derselbe hat u. a. auch das Hörrohr (Stethoskop) erfunden. Im Uebrigen sind gewisse auscultatorischo Erscheinungen bei Brustkrankhoiten des Menschen, so z. B. das plätschernde Geräusch beim Empyem , die Ileibungsgeräusche etc. bereits den Aerzten des Altertimms (H i p p o k r a t e s) bekannt gewesen. Neben Laennec hat sich Skoda in Wien die grössten Verdienste um die wissenschaftliche Erforschung der Auscultations-Erscheinungen erworben. Ausserdem sind von deutschen Aerzten zu nennen; P. Niemeyer, Baas, Gerhardt, P. Guttmann, Eichhorst, Vierordt, Edlefsen u. A.
In der Thierheilkunde ist im Anschlüsse an die Laennec'sche Entdeckung die Auscultation zuerst von französischen Thierärzten ausgeübt worden (Dupuis, Leblanc, Delafond, Hürtrel d'Arboval, Bouley). Von deutschen Thierärzten, welche sich mit der Lehre von der Auscultation eingehender beschäftigt haben, sind zu nennen ; Hof acker, Müller (Wien), Ilöll, Gleisberg, Postl, Vogel, Lustig, Dieekerhoff u. A.
Methoden der Auscultation. Die Auscultation, d. h. das Behorchen der Lunge zum Zwecke der Ermittlung diagnostisch verwerthharer Atlimungsgeräusche, bildet im Verein mit der Percussion die Grundlage für die sog. physikalische Untersuchung der Lunge. Wie hei der Percussion unterscheidet man auch bei der Auscultation eine unmittelbare, durch directes Anlegen des Ohrs an die Brustwand ausgeübte, und eine mittelbare, bei welcher zwischen beide Instrumente (Hörrohre, Stethoskope) eingeschoben werden. Der Thierarzt bedient sich gewöhnlich der unmittelbaren Auscultation. Dieselbe hat vor Allem den Vorzug der Einfachheit. Dazu kommt, dass die Anwendung dos Hörrohrs bei etwaigen Bewegungen der Thierc schwierig ist. Ausserdem hört man die Athmungs-geräusche bei der unmittelbaren Auscultation lauter, was bei der in den Stallungen häufig herrschenden Unruhe sehr wichtig ist. Endlich kann man mittelst der unmittelbaren Methode wesentlich rascher untersuchen, auch kann eine grössere Lungenpartie auf einmal aus-cultirt werden. Die bei der unmittelbaren Auscultation in Folge [Reibung der Ohrmuschel an der behaarten Thoraxhaut zuweilen bei
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Auscultation.
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Anfängern entstellenden Nebengeräusche treten bei dem Gebrauche des Hörrohrs in noch viel höherem Grade auf; dieselben sind bei der erstgenannten Methode auch wesentlich leichter zu vermeiden als bei der letzteren. Die mittelbare Auscultation wird aus allen diesen Gründen in der Thierheilkunde nur ausnahmsweise angewandt.
Die der Auscultation zugänglichen Lung entheile sind im Allgemeinen dieselben, wie die für die Percussion erreichbaren. Es sind hauptsächlich die beiden Seitenflächen der Brustwand vom hinteren Rande der Ellonbogenstrecker bis zum Zwerchfell zu auscultiren. Bei kleineren Thieren lässt sich ausserdem über dem Sternum und Schulterblatt auscultiren. Je nach der Verschiebbarkeit des Bugs kann ferner das Auscultationsfeld mehr oder weniger erweitert werden. Bei dünner Thoraxwand werden, ebenso wie bei der Percussion, die Gehörseindrücke deutlicher als bei sehr dicker Wandung. Im Allgemeinen sind die oberen Abschnitte des Thorax für die Auscultation bedeutsamer, als für die Percussion.
Die wichtigsten Regeln, welche beim Auscultiren beobachtet werden müssen, sind folgende: Man auscultircan einem möglichst ruhigen Orte. Diese Regel ist insbesondere bei den grösseren Haus-thieren nicht immer leicht zu befolgen. Namentlich in Stallungen, welche noch mit anderen Thieren besetzt sind, wirken die von diesen verursachten Geräusche oft sehr störend. Kann man in diesen Fällen das zu untersuchende Thier nicht aus dem Stalle herausnehmen und in einen ruhigen Nebenraum bringen, so muss man eben in der Weise auscultiren, dass man die Aussengeräusche womöglich überhört, was bei einiger Hebung auch gelingt, vorausgesetzt, dass der Lärm nicht allzu gross ist. Um die Thiere selbst zu verhindern, dass sie durch Hin- und Hertreten, Kaubewegungen, Scharren etc. die Auscultation stören, lässt man sie durch einen Gehilfen festhalten. Sehr störend für die Auscultation sind auch Erschütterungen des Hautmuskels, wie sie bei sehr empfindlichen Thieren, sowie in Folge der Belästigung durch Fliegen zur Sommerszeit beobachtet werden.
Eine weitere wichtige Regel ist, dass man beim Auscultiren die Ohrmuschel der Brustwand gut adaptirt. Drückt man nämlich, wie es gewöhnlich bei Anfangern geschieht, die Ohrmuschel zu schwach an; so verschiebt sich die Brustwand bei den in- und exspiratorischen Bewegungen unter der Ohrmuschel, wodurch störende Nebengeräusche entstehen, welche wegen der behaarten Haut der Hausthiere den Charakter des Knisterns oder Reibens besitzen und häufig mit pathologischen knisternden oder reibenden Geräuschen ver-
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Auseultntion.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;22ü
#9632;wechselt werden. Während des Auscultirens luit man sicli vor Beschädigungen durch die Patienten zu hüten. Es ist hoi den grösseren Hnusthieren gewöhnlich Regel, dass der Auscultirende seinen Kopf dem Kopfe des Thieres zugewendet hält und durch Auflegen einer Hand auf den Widerrist oder den Rücken mit dem Patienten im Contact bleibt, um eventuelle Bewegungen sofort wahrnehmen zu können. Man auscultirt demnach die linke Brustwand mit dem rechten Ohr, wobei die rechte Hand auf den Rücken des Thieres gelegt wird und umgekehrt. Ist der Kopf des Thieres durch einen Gehilfen Hxirt, so kann man auch mit abgewendetem Gesichte auscultiren. Diese abgewendete Stellung ist ferner bei allen bösartigen Pferden einzunehmen, damit man etwaiges Schlagen mit den Hinterbeinen sofort bemerken kann, und von den Thieren nicht so leicht erreicht wird; in solchen Fällen muss auch immer gleichzeitig der Kopf fixirt und ein Vorderfuss aufgehoben werden. Endlich empfiehlt es sich hei sehr mageren, schmalbrüstigen Thieren, die Brustwand in der Anconäengegend ebenfalls mit abgewandtem Kopfe zu auscultiren, weil das Ohr in dieser Stellung besser adaptirt werden kann. Dasselbe gilt für die Auscultation bei vorgezogenem Buge und über den Anconäen. Die Reihenfolge heim Auscultiren der Brustwandpartien ist dieselbe, wie bei dor Percussion. Sehr wichtig ist auch hier das vergleichende Auscultiren an symmetrischen Thoraxstellen. Bei schmutziger oder nasser Haut, bei krankhaften Zuständen derselben, bei sehr langer Behaarung etc. empfiehlt es sich, die Brustwandungen vor der Auscultation durch ein dünnes Tuch zu bedecken, um nicht direct damit in Berührung zu kommen. Am besten benützt man biezu ein Taschentuch oder Handtuch. Absolut nothwendig ist diese Bedeckung bei ansteckenden Hautkrankheiten (Sarcoptesräude, Acarus-ausschlag, Herpes tonsurans). In diesen Fällen kann auch die mittelbare Auscultation Anwendung linden.
Das Hörrohr (Stethoskop). Die mittelbare Auscultation bedient sich als Zwiscliemnstrumeut des Hörrohrs oder Stethoskops (ot^fl/K = Brust; oxonstv = Schauen, Untersuchen). In der Menschenheilkunde ist diese Methode die gewöhnliche. Für thierilrztliche Zwecke empfiehlt sich besonders das von den Monschenürztcn am häufigsten angewendete einfache, feste Hohlstethoskop (vergl. Fig. 41).
Dieses Stethoskop besteht aus einer 1218 cm langen, aus Holz oder Hartkautschuk hergestellten Eöhre (a), welche sich an dem einen Ende in den sog. Brnsttriohter oder die Brustplatte (b), am andern in den Ohr-triehter oder die Ohrplatte (c) erweitert. Die letztere, welche zum Anlegen des Ohres dient, ist immer die grössere und zeigt sehr verschiedene Formen (plan, trichterförmig, convex). Das Hohlstethoskop leitet die in der Tiefe des Thorax entstehenden Geräusche durch die Uebertragung der
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Stethoskop.
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Schallwellen auf die in seiner Mitte befindliche Luftschichte zum Ohr, wobei die Schallerscheinungen durch Resonanz im Innern des Hörrohrs verstärkt werden. Das obige, für den Menschen gebriluchliche Hohlstethoskop lilsst sich bei den kleineren und mittelgrossen
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Pisr. 41.
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Hausthioren, insbesondere bei den Hunden in derselben Weise
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benutzen. Hei den grossen Hausthioren, so namentlich beim Pferde, sind jedoch grössere Instrumente zweckmässig. Lustig hält für das Pferd speciell das von Voltolini construirte Stethoskop (Fig. 42 A und 13), welches 12 cm lang und 2,5 cm dick ist land eine Rohrweite von 1,3 cm besitzt, für das relativ brauchbarste. Die Ohrplatte kann convex oder plan sein und ist mit einer 4 5 cm langen, sehr dünnwandigen Rühre versehen, welche in den Kanal des Stethoskops eingefügt wird.
Die Anwendung des Stethoskops erfolgt in der Weise, dass man die Röhre mit der rechten Hand in der Nähe der Hmstplatte fasst und den Rand der letzteren gleiehmilssig und fest auf die Rrustwand aufsetzt, so dass die Brustplatte der Hrustwand luftdicht aufsitzt. Hierauf wird die Ohrmuschel an die Ohrplatte angelegt. Verschiebungen des Stethoskops sind zu vermeiden, weil durch das Reiben des Instruments an den Haaren der Thiere, resp. an der Ohrmuschel des Untersuchenden, störende Nebengeräusche entstehen. Während des Auscultirens muss daher das Stethoskop möglichst ruhig gehalten werden, was bei der Unruhe mancher Thiere oft eine sehr schwierige Aufgabe ist. Für die Zwecke der Thiorheilkunde entbehrlich sind die soliden Hörrohre (Hörholz oder Akuoxylon von P. Niestethoskop, meyer), sowie die biegsamen (flexiblen) Hörrohre (König-a Köhre, b Brust- sciiel- monotischer Hörschlauch ; binotisches doppelohriges plätte.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Hörrohr; Wintrich'sches Polyskop).
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Fiff, 42 A.
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Filaquo;. 42 B.
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Stethosliop für Pferde nach Voltolini.
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Die verschiedenen auscnltirbaren Athmungsgeräusche. Die
Untersuchung des Thorax am gesunden und kranken Thiere ergibt eine ausserordentlicho Mannigfaltigkeit der hörbaren Athmungs-
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Vesiculüros Athmuiigsgeriiuscli.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 225
geriiusche. Dieselben sind daher aucli keineswegs immer sehr leicht zu bestimmen und zu beurtheilen, vielmehr gehört eine sehr grosse Uebung dazu, um dieselben richtig aufzufassen. Für praktisohe Zwecke empfiehlt sich am meisten die nachstehende Eintheilung der Athmungsgeräusche:
i. das vesiculäre Athmungsgeräuscli;
2. das bronchiale Athmen;
8. das unbestimmte Athmen;
4.nbsp; nbsp;die Rasselgeräusche;
5.nbsp; die Reibungsgerftusohe.
Das vesiculäre Athmungsgeräusch. Das vesiculäre Ath-mungsgeräusch (Bläsclienathmen, Zellenathmen, alveoläres (xeräusch) stellt das n o r m a 1 e L u n g e n g e r ä u s c h b e i d e r E i n a t ii m u n g dar. Es besteht aus einem weichen, schlürfenden Geräusche vom Grundcharakter des Wquot;, das man sich künstlich in der Weise erzeugen kann, dass man durch die Mundspalte Luft in die Mundhöhle einzieht, während die Lippen so gestellt werden, wie es beim Aussprechen des Buchstaben Wquot; geschieht. Das Vorhandensein des vesiculären Athmungsgeräusch es beweist, dass die Al-veolen lufthaltig und dem Luftstrom zugänglich sind. Deswegen findet man es meist vergesellschaftet mit dem lauten Per-cussionsschall.
Das Zustandekommen des vesiculären Athmungsgeräusches wird auf verschiedene Weise erklärt. Nach der zur Zeit von den meisten Klinikern aeeeptirten Theorie von Baas (Deutsches Archiv für klinische Medizin Bd. 9) entsteht das vesiculäre Athmungsgeräusch nicht, wie früher angenommen wurde, in den Lungenalveolen selbst in Folge Reibung des eindringenden Luftstroms an den Alveolar-mündungen, sondern es ist als ein fortgeleitetos und modificirtes laryngeales Athmungsgeräusch aufzufassen. Danach verwandelt sich das scharf hauchende laryngeale Stenosengeräusch der Stimmritze (Grundcharakter Ohquot;) bei seinem Herabsteigen in das luft-haltige Lungengewebe in Folge alimähliger Abschwächung durch letzteres in das weiche, schlürfende Bläsclienathmen. Diese Theorie findet ihre experimentelle Begründung darin, dass man in der That beim Auscultiren des Kehlkopfes durch ein Stück aufgeblasene Thier-lunge kein laryngeales, sondern vesiculäres Athmungsgeräusch hört.
Das normale exspiratorische Athmungsgeräusch ist wesentlich schwächer als das vesiculäre Inspirationsgeräusch. Es ist ein leise
Friedbergei' u. Frölmer, Klinische Uiitcrsuclmngam^tlioden. #9632;-gt;. Aull. 15
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Vosiculäi'cs Atlimuugsgoriiuseli.
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liiiuclienrles Genluscli, welches bei starker Ausatlinuing sich dem Charakter des vesiculären nähert (schwaches Vesiculärathmcn), l)ei ruhiger Exspiration jedoch gewöhnlich alles Eigenartige verliert (unbestimmtes Athmen) und bei sehr oberflächlicher Exspiration fast unliörbar wird. Am deutlichsten hört man es bei mageren und jugendlichen Thieren, sowie bei beschleunigter und vertiefter Athmung. Künstlich lässt es sich in der Weise erzeugen, wenn man die Lippen so stellt, als ob man F oder H aussprechen wollte und dabei Luft ausbläst (Gerhardt). Das oxspiratorische Athmungs-geräusch entstellt ebenfalls im Kehlkopf. Das Vordringen des laryn-gealen Stenosengeräusches nach der Lunge hin ist jedoch wegen des entgegengesetzten exspiratorischen Luftstroms gestört, so dass das Geräusch im Gegensatze zum inspiratorischen Bläschenathmen wesentlich stärker abgeschwächt und daher viel weniger laut hörbar wird, bis es in die Lungen gelangt.
Schon unter normalen Verhältnissen findet mau das vesiculäre Athmungsgeräusch bald verstärkt, bald abgeschwächt. Die Stärke des Geräusches hängt zunächst von der Intensität der Athmung ab. Während und nach der Bewegung ist deshalb das Bläschenathmen auch bei gesunden Thieren immer verstärkt. Das exspiratorischc Athmungsgeräusch kann hiebei ganz den Charakter des Vesiculärathmens annehmen. Eine Verstärkung ist ferner zu beobachten bei sehr magerem Thorax, bei starker Abflachung der Rippen, bei sehr dünnen Brustwandungen jugendlicher Thiere. Umgekehrt findet man das Vesiculärathmen normal schon abgeschwächt bei sehr fetten Thieren, bei starker Bemuskelung und bei tonnenartiger Thoraxform. Bei sehr fetten Schweinen und sehr muskulösen, schweren Pferden kann es sogar unter umständen fast ganz unhörbar werden. In solchen Fällen kann es nöthig werden, um einigermassen ein diagnostisch verwerthhares Resultat zu erhalten, die Thiere vorher zu bewegen.
Die Abweichungen des vesiculären Athmungsgeräusches im Verlaufe von Krankheiten sind noch wesentlich mannigfaltiger. Man unterscheidet nachstehende pathologische Abarten des normalen Vesiculärathmens:
a) Abnorm verstärktes Vesiculärathmen. Dasselbe findet sich bei der Dyspnoe im engeren und weiteren Sinne und zwar gleichmässig über beide Seitcnbrustwandungen verbreitet oder auf einzelne Stellen der Brustwand beschränkt. Es ist speciell charakteristisch für die Lungenhyperämie sowie für Bronchialkatarrh
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Vesiouliircs Atlinmiigsgeräusuli.
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(erstes und letztes Stadium). Ausserdein findet nntn es als vica-riirendes (supplementäres, verschärft vesiculäres) Atlinmngsgeräuseh in den gesund gebliebenen Lungentheilen bei ausgedehnten Pnemnonien (Brustseuche, Lungenseuohe), Pleuriten, Atelektasen etc., indem der gesunde Lungentheil mittelst verstärkter Atlimung die Tbätigkeit der erkrankten Tbeile übernimmt. Sehr bäutig ist das verstärkte Vesi-euiärgeräuscb gleichzeitig auch verschärft.
b)nbsp; Abnorm abgeschwächtes Vesiculärathiuen. Die Ursache desselben kann entweder in einer verminderten Athiuungs-tbätigkeit der Lunge oder in einer Behinderung des Luftzutritts zur Lunge oder in einer Ueberdeckung durch andere Greräuschc liegen. Am häutigsten findet man es bei beginnender Infiltration der Lungenalveolen im Verlaufe der katarrhalischen Pneumonie (Staupe, Tuberkulose eto,), hei Bronchitis und Bronchiolitis, beim vesiculären Lungenemphysem, bei massiger Compression der Lunge durch Hydrothorax, sowie bei schmerzhaften, die Athmungs-hewegungen hemmenden Erkrankungen der Brustorgane (Pleuritis, Rheumatismus).
c)nbsp; nbsp;Verschwinden des vesiculären A thmungsgeräusches (Respiration nulle). Dasselbe bedeutet das vollständige Unwegsamwerden der Lunge für Luft und findet sich bei croupöser und katarrhalischer Pneumonie im Stadium der Hepatisation, bei Lungen-atelektase, chronischer und interstitieller Pneumonie und Compression der Lunge durch Hydrothorax und Pneumothorax, bei Neubildungen im Lungengewebe (Tuberkulose, Rotzgeschwülste. Echinokokken etc.) sowie bei vollständiger Verstopfung der Bronchien.
d)nbsp; nbsp;Verschärftes, rauhes Vesicnläratbmen. Dasselbe setzt sich aus dem verstärkten Vesiculäratlimen und dem Geräusche der geschwollenen Bronchialschleiinhant zusammen und wird daher am häufigsten beim acuten Bronchialkatarrh im Anfangs- und Endstadium gebort. Das verschärfte Vesiculäratlimen combinirt sich häufig mit Hassedgeräuschen.
e)nbsp; Saccadirtes, abgesetztes Vesiculäratlimen. Man findet es nicht selten bei ganz gesunden Thieren, namentlich bei Hunden. Zuweilen wird es jedoch auch als ivrankheitssymptom bei schmerzhaften Lungenkrankheiten, sowie bei Bronchialkatarrh beobachtet.
f)nbsp; nbsp;Verlängertes, verstärktes und verschärftes Exspi-rationsgeräusch. Dasselbe, wird durch Widerstände bedingt, welche
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liroiidiialatlmuMi.
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sich dem austretenden Luftstrom entgegen stellen (Sohwellungs-zustünde der Schleimhaut) und wird dalier am häufigsten bei Bronchitis wahrgenommen.
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Das bronchiale Athmungsgeräusch. Mit diesem Namen oder mit dem gleichbedeutenden Ausdrucke Bronchialathmenquot;, Röhrenathmenquot; bezeichnet man einstark hauchendes Geräusch mit dem Grundcharakter des 0hu. Normal findet man dieses Geräusch bei der Auscultation des Kehlkopfes, der Trachea und der Bifuroationsstelle der letzteren, weshalb es wohl auch als laryngealosquot; oder trachealesquot; Geräusch bezeichnet wird. Es entsteht im Kehlkopf dadurch, dass der Luftstrom sich durch die enge Stimmritze hindurchzwängen nuiss und so in Wirbelbewegung geräth (oscillirendes Stenosengeräusch), wobei die Schallwellen sich auf die Luftsäule der Trachea und der Bronchien fortsetzen und von den glatten quot;Wan-dungen dieser Theile reflectirt werden. Künstlich lässt es sich leicht dadurch hervorbringen, dass man die Zunge dem Gaumen nähert und bei halb geöffnetem Munde unter kräftigem Ein- und Ausziehen der Luft Chquot;, Gquot; oder Hquot; ähnliche Laute erzeugt (Eichhorst). Für den Anfänger ist ferner das häutige Auscultiren des Kehlkopfes und der Luftröhre das beste Studium zur Erkennung des Geräusches.
Unter normalen Verhältnissen hört man am Thorax unserer Hausthiere, die vordere Brustapertur (Trachea mit ihrer Bifurcation) ausgenommen, nirgends Bronchialathmen. Das bronchiale Athmungsgeräusch ist vielmehr, wenn es an der Brustwand vernommen wird, immer ein pathologisches Geräusch. Das normale Lungengeräusch ist das vosiculäre. Das bronchiale Geräusch ist ebensowenig wie das vesiculäre ein in der Lunge seihst entstehendes. Es ist vielmehr als ('ortgeleitetes, nicht modificirtes Kehlkopfgeräusoh aufzufassen. Während in der gesunden Lunge das lar.yngealc Geräusch beim Hindurchgehen durch die lufthaltigen Alveolen abgeschwächt und zum vesiculäron umgewandelt wird, findet diese Modification nicht statt, sobald die Lunge aufhört, lufthaltig zu sein. Die luftleere Lunge bildet als dichter Körper im Gegensatze zur lufthaltigen Lunge einen so guten Schallleiter, dass das laryugeale bezw. tracheale Athmungsgeräusch unverändert zum auscultirendeu Ohre fortgeleitet wird. Diese Erklärung trifft für die meisten Fälle von Bronchialathmen zu. Den experimentellen Beweis für die Richtigkeit der Theorie bat Trashot erbracht, Derselbe schnitt einem
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Bronohialatbiueu.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 229
Pferde mit pneuinonischein Broncliiiiliitlimeu die Tl'aohea (iner durcli und bog dus centmle Ende derselben naeh aussen. worauf das Bron-chialgeräusch sofort aufhörte. Dieses Experiment zeigt unzweifelhaft, dass das Eronchiaiatbmen nielit autochthon in der Lunge entstellt, sondern als ein fortgeleitetes Geräusch aufzufassen ist, welches durch Unterbrechung der Leitung (Trachea) beliebig beseitigt werden kann.
Das Eronchiaiatbmen kann statt des vesiculären Athmens an allen Stellen der Brustwand auftreten, an welchen überhaupt Athmungs-geräusche beobachtet werden. Am häufigsten hört man es erfahrungs-gemiiss (Pferd, Bind. Hund) an den unteren Lungenabschnitten. Sehr oft ist es sowohl während der Inspiration als auch während der Exspiration zu hören. In anderen Fällen vernimmt man es nur bei In- oder Exspiration, und zwar häutiger bei letzterer. Bezüglich des Charakters unterscheidet man ein starkes und scharfes, sowie ein schwaches und weiches Bronchialathmen; diese verschiedenen Unterarten beziehen sich zum Theil auf die Intensität der Athmung, zum Theil auf die Consistenz der Lunge und die Beschaffenheit der Bron-ohialsohleimhaut. Unter Umständen wird das bronchiale Atbmungs-geräusch zeitweise unhörbar; man beobachtet dies bei vorübergehendem Verschluss des Bronchialrohrs durch Exsudate, sowie bei vorübergehender Compression der Bronchien durch Flüssigkeit. Zuweilen wird das sistirte Bronchialathmen nach einem vorausgehenden Hustenstoss wieder hörbar; ans diesem Grunde ist es unter Umständen von diagnostischer Bedeutung, die Thiere künstlich zum Husten zu bringen. Bei geöffnetem Maule erscheint das Bronchialathmen höber, bei geschlossenem tiefer. Uebergänge vom Bronchialathmen zum vesiculären und unbestimmten Atiimen sind sehr häufig.
Das Auftreten von Bronchialathmen in der Lunge kann diagnostisch dreierlei bedeuten:
a)nbsp; Pneumonische Infiltration der Lungenalveolen;
b)nbsp; Compression der Lunge durcli Flüssigkeit im Pleura-sack;
c)nbsp; Höhlen in der Lunge.
a) Pneumonische Infiltration der Lungenalveolen. Man hört das Bronchialathmen namentlich bei solchen Lungenentzündungen, hei welchen die pneumonische Infiltration des Lungengewebes eine so hochgradige ist, dass der erkrankte Uungentheil nahezu oder ganz luftleer geworden ist. Deshalb hört man es am lautesten und deutlichsten bei der croupösen Pneumonic im Stadium der Hepa-tisation (Brustseuche des Pferdes, Lungenseucbe des Rindes, crou-
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Ui'oiicliialatUineii.
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pöso Pneumonie tics Rindes). Bedingungen für das Zustandekomtnen des bronohialen Athmungsgeräusohes sind jedoch biebei, dass der bepatisirte Lungentheil nahe der Lungenoberfläobe liegt, nicht zu klein ist und mindestens einen grösseren, für Luft wegsamen Bronchus enthält, de grosser und je stärker hepatisirt der verdichtete Lungentheil ist, um so lauter ist das Eronchialathmen hörbar. Seltener vernimmt man Eronchialathmen bei katarrhalischen (Staupe der Hunde) und obronisoben interstitiellen Pneamonien (Kotz, tuberkulöse Broncho-pneumonie). Vielleicht entsteht in einem kleinen Theile der Fülle das Bronohialatbmen aucb autochthon in der Lunge selbst in Folge Mit-sclnvingens stagnirender Luftsäulen in den betreffenden Bronchien heim üeberstreioben der Luft über ihren Mündungen (wie heim Blasen über die Mündung eines Hohlschlüssels).
b)nbsp; Compression der Lunge durch Flüssigkeit im Pleura-sacke. Die hiebei am baldigsten in Betracht kommende Krankheit ist die exsudative Pleuritis, welche bei reichlich vorhandenem serösem, serös-tibrinösem, serös-hämorrhagischem oder serös-eiterigem Exsudate entweder einseitig oder beiderseitig eine Compression des Lungen-gewehes und dadurch eine Verdichtung desselben erzeugt, in Folge deren ein vesiculäres Athnmngsgeräusch nicht zu Stande kommen kann. Man hört hiebei das Bronohialatbmen namentlich in der Nähe der horizontalen Dämpfungslinie. Es kommt indessen sehr viel auf die Menge der im Pleurasacke vorhandenen Flüssigkeit an. Eine geringe Ex-sudatmenge macht die Lunge zwar luftärmer, aber nicht luftleer, so dass kein Bronchialatlimcn entstehen kann. Umgekehrt werden durch sehr grosse Exsudatmassen aussei1 dem Lungengewebe auch die Bronchien comprimirt, so dass an der betreffenden Lungenpartie überhaupt gar kein Athmungsgeräusch zu Stande kommen kann. Deshalb ist zur Entstehung von Bronohialatbmen das Vorhandensein einer mittleren Flüssigkeitsmenge nothwendig. Seltener entsteht Bronohialatbmen durch den Druck von serösem Transsudate bei Brustwassersucht (Hydrothorax) oder duroh den Druck des stark mit Flüssigkeit gefüllten Herzbeutels (Hydropericardium).
c)nbsp; nbsp;Höhlen in der Lunge. Lufthaltigo Lungenhöhlen (Caver-nen, Bronchiektasien) geben bei den Hausthieren im Allgemeinen seltener Veranlassung zur Bildung des Bronchialathmens. Von Krankheitsursachen kommen bezüglich der Cavernen brandige Lungenentzündung, Brustseuche, Tuberkulose, Lungenseuche, bezüglich der Bronchiektasien chronische Bronchiten in Betracht. Bedingungen sind auch hier, dass die Holden gross genug sind, ober-
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Ampborisohes Atlnnen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;2-il
tliiclilicli liegen, von starren, verdichteten Wandungen umgeben sind und mit einem grösseren Bronehus communiciien. Das Bronchiallaquo; athnien entsteht hier ebenfalls gewöhnlich durch Fortleitung des laryngealen bezw. trachealen Athmungsgeräusches. in einer Minderzahl von Fällen entsteht es vielleicht auch autochthon in der Lunge selbst durch Mitschwingen der Luft in den Cavernen. im Gegensatz zur Dämpfung des Percussionsschalls bei der Hepatisation und cxsudativen Pleuritis ergibt die Percussion bei Lungenhöhlen meist einen tympanitischcn Ton.
Das amphorische Athmungsgeräusch. Dasselbe ist nichts anderes als ein bron eh iales A thmun gsger äusch mit metalli schein Beiklang. Es ähnelt dem Laute, den mau beim Blasen über die freie Mündung eines engluilsigen Kruges erhält (daher der Name amphorisch) und entspricht dem timphorisehon l'ercussionston. In der Thierheilkunde wird ein araphorisches Atlimungsgerilusch mit stark ausgeprägtem metallischem Heiklang im Allgemeinen selten beobachtet. Man findet es vereinzelt bei sehr grossen Lungen cav ernon mit glatten verdichteten Wandungen, welche mit einem Bronehus frei coinmuniciren, sowie beim Confluiren mehrerer kleiner glatt wan diger Lu ngenc av er nen im Verlaufe der gan gränoscii'enden Pneumonic und der Brustseuche. Ausser-dem kommt es bei Pneumothorax vor, indem die im Thoraxranm befindliche Luft die Lunge compriniirt und das so entstehende Bronchial-athmen in der mit Luft gefüllten Pleurahühle durch Resonanz Mitschwingungen erregt. Häufiger beobachtet man schwachen amphorischen Beiklang. Nicht selten ist das amphorisohe Athmungsgeräusch mit Bassei-geräuschen untermischt. Violet beobachtete es endlich auch bei einem Pferde mit exsudativer Pleuritis (Journal de Lyon 1889).
Das unbestimmte Athmungsgeräusch. Als unbestimmt bezeichnet man ein Athmungsgeräusch, dessen Charakter sich nicht genauer definiren lässt, indem dasselbe weder zum vesiculären, noch zum bronchialen Athmungsgeräusch gerechnet werden kann. Normal findet man unbestimmtes Athmungsgeräusch am Thorax bei sehr schwach er Exspiration. Das Exspirations-geräusch ist im Gegensatze zum vesiculären Inspirationsgeräusch meist ein unbestimmtes Geräusch. Um übrigens das unbestimmte Athmungsgeräusch mit Sicherheit vom vesiculären und bronchialen unterscheiden zu können, muss man sehr viel Uehung im Auscultiren, sowie eine gewisse Schärfe des Gehörsinns besitzen. Namentlich der Anfänger verwechselt häutig das unbestimmte mit dem vesiculären Geräusche. Zur Controlc dient das Exspirationsgeräusch danebenstehender ruhig und oberflächlich athmender Thiere; auch durch Bewegung des Patienten, sowie durch künstliches Erzeugen von Husten und nachheriges Auscultiren lässt sich zuweilen der Charakter deraquo; Athmungsgeräusches besser ermitteln,
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Unbestimmtes Athnien.
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Die Ursachen des pathologischen, das hoisst des während der Inspiration hörharen, unbestimmten Athmungsgeräusches sind sehr verschieden. Alles, was das vesiculäre und bronchiale Athmungs-geräusch stark abschwächt und die Fortleitung der txerausche zur Brustwand erschwert, kann unbestimmtes Athnien bedingen. Aus diesem Grunde kommt demselben eine besondere diagnostische Bedeutung nicht zu. Die wichtigsten Krankheiten sind;
a)nbsp; nbsp;Ungenügende Ausdehnung der Lnngenalveolen bei beginnender pneumonischer Infiltration der Lunge, insbesondere bei katarrhalischer Pneumonie, bei Lungenemphysem, bei massiger Compression der Lunge durch Pleuritis exsudativa, und Hydrothorax, bei Schrumpfungszuständen der Lunge,
b)nbsp; nbsp;Theilweise Verstopfung der Bronchien bei Bronchitis mit verminderter Zuleitung von Luft in die Alveolen.
c)nbsp; Abschwächung des vesiculären oder bronchialen Athmens durch dicke Schichten üüssiger oder fester Exsudatmassen (Brustwassersucht), sowie durch stärkere Nebengeräusche. Zu den letzteren gehören namentlich die durch Rasselgeräusche überdeckten Athnumgsgeräusche, welche man auch genauer im Gegensatz zu den unbestimmtenquot; als unbestimmbarequot; Atlimungsgeräusclie bezeichnet (Eichhorst).
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Die Rasselgeräusche (Rhonchi). Die Rasselgeräusche sind pathologische Nebengeräusche, welche auf dreierlei Weise entstehen können: entweder durch die Bewegung flüssiger Bronchial-secrete, oder durch die rasche Lostrennung der verklebten Bronchiolen- und Alveolarwandungen, oder endlich durch die Schwingungen der geschwollenen Bronchialschleimhaut. Sie sind demnach in allen Fällen ein Symptom von Bronchitis. Je nach dem Modus ihrer Entstehung theilt man sie in folgende drei Unterarten ein:
a)nbsp; Feuchte Rasselgeräusche (Bewegung flüssigen Bronchial-secrets) ;
b)nbsp; Knisterrasseln (Lostrennung verklebter AI veolarwandungen);
c)nbsp; Trockene Rasselgeräusche (Schwellung der Bronchial-Schleimhaut und Bewegung sehr zähen Secrets).
a) Die feuchten Rasselgeräusche. Dieselben sind in der Regel an das Vorhandensein flüssiger Secretmassen in den Bronchien und in pathologischen Lungenhohlräumen gebunden und können daher nur in diesen beiden Orten gebildet werden. Sie machen den Eindruck
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Rasselgeriiusohc.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;233
des Blasenspnngens, Broddlus, Q-urgelns oder Sohäuniens und lassen sich künstlich in der Weise darstellen, dass man mit einer Röhre Luft ins Wasser bläst. Für die Entstehung der feuchten
Rasselgeräusche hat man früher das hör hare Zerspringen von Flüssigkeitshlasen ausschliesslich als Ursache angenommen. Nach den Untersuchungen von Talma-Baas ist jedoch noch eine andere Entstehungsmögliehkeit vorhanden. Bläst man nämlich durch eine Röhre langsam Luft ins Wasser, so schnellt in dem Momente, in welchem sich unten an der Röhre eine Luftblase ahlöst und in die Höhe steigt, eine entsprechende Menge Flüssigkeit mit Gewalt in die Röhre zurück, so dass die in der Röhre eingeschlossene Luftsäule mit in Schwingung geräth, Durch dieses Zurückschnellen der Flüssigkeit in die Röhre wird die in der Röhre enthaltene Luftsäule gewissermassen gehämmert, wodurch das gurgelnde Geräusch entstehen soll. Thatsäohlioh hört man letzteres schon vorher, ehe die aufsteigenden Luftblasen geplatzt sind. Sehr selten entstehen die feuchten Rasselgeräusche endlich durch Hin- und Herschiehen der Bronchialsecrete.
Die feuchten Rasselgeräusche sind bald bei der Inspiration, bald hei der Exspiration, hald während beider zu hören; am deutlichsten hört man sie meist auf der Höhe der Inspiration, Charakteristisch für sie ist, dass sie nicht immer gleichmässig stark zu hören sind, sondern hald lauter, bald schwächer, und dass sie vorübergehend sogar ganz verschwinden können, so namentlich unmittelbar nach Husten-stössen. Je nach der Menge des Bronchialsecrets und der Stärke des Luftstroms sind die Geräusche reichlich oder spärlich. Ausserdcm unterscheidet man je nach der Grosse der platzenden Blasen grossblasige, mittelgrossl)lasige und kleinblasige Hasselgeräusche. 1. Die grossblasigen entstehen in den grösseren Bronchien, sowie in Lungenhöhlen, Man bezeichnet sie wohl auch als Gurgelnquot; oder Brodelnquot; (Gargouillement). xVm häutigsten findet man sie hei den grossen Hausthieren. Sie entstehen heim Katarrh der grösseren Bronchien, hei der katarrhalischen Pneumonic, hei aoutem Lungenödem, heim Entleeren des flüssigen Inhaltes grösscrer Cavernen oder Bron-cbiektasien in die Bronchien, oder heim Eindringen von Eitermassen aus der Gegend des Schlundkopfes (Druse) in die Trachea. 2. Die mittelgrossblasigon Rasselgeräusche entstehen in den Bronchien mittlerer Grosse. Wegen der ungleichen Grosse der einzelnen Bronchien sind sie meistens ungleichhlasigquot;. Sie bilden die gewöhnlichen Rasselgeräusche der acuten Bronchitis. 3, Die kleinblasigen Rassel-
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Hassclgoräusclic.
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goriiusclie entstellen in den kleinen nnd kleinsten Bronchien und werden am häufigsten bei den kleinen Haustlneren, so #9632;/.. B, bei der Bronchitis und Bronchopnouinonie (Staupe) der Hunde beobachtet.
b)nbsp; Das Knisterrasseln. Das Knisterrasseln (feinblasiges Rasseln, Crepitiren) ähnelt dem Zerspringen kleinster Koclisalzkrystalle im Feuer oder dem Knistern, welches beim Reiben von Haaren in der Nähe des Ohrs entsteht. Es ist seinem Wesen nach ein kleinblasiges Rasselgeränsoh, welches in den Bronchiolen und Alveolen beim inspiratorischen Losreissen der durch abnorme Flüssigkeit verklebten Wände derselben entsteht. Man kann es daher auch künstlich in der AVeise hervorrufen, dass man zwei mit einer Flüssigkeit verklebte Finger in der Nähe des Ohrs rasch von einander entfernt. Am deutlichsten hört man es auf der Höhe der Inspiration, weil hier die Lostrennung der verklebten Alveolarwämle am vollständigsten ist. Man findet das Knisterrasseln bei Bronchiolitis, Lungenödem, im 1. und o. Stadium der croupösen Pnoumonie. sowie zuweilen auch hei der katarrhalischen Pneumonie. Der Anfänger hat sich vor der Verwechslung künstlicher, durch das Auflegen des Ohrs auf die behaarte Brustwand der Thiere erzeugter Reibungsgeräusche mit Knisterrasseln zu hüten.
c)nbsp; Die trockenen Hasselgeräusche. Dieselben entstehen durch katarrhalische Schwellung der Bronchialschleimhaut und Ansammlung eines spärlichen, sehr zähen Secrets in den Bronchien, Je nach dem Gt-ehörseindruck unterscheidet man verschiedene Arten trockener Rasselgeräusche, welche sich nicht selten gleichzeitig bei einem und demselben Patienten vorlinden. Sie sind knarrend und knitternd, indem sie an das Knarren von Rädern oder Leder (Neuledergeräusch) resp. an das Knittern geballten oder festgefrorenen Schnees erinnern (Schneehallcnknirschen), oder schnurrend (Katzensohnurren, Rhonchi sonori), brummend (Saitenbrummen), pfeifend (Rhonchi sibilantes), giemend. hieraend, zischend. Im Wesentlichen sind sie als Stenosengeräuscbe aufzulassen, indem theils durch die Schwellung der Lrouchialschleimhaut, theils durch die aufgelagerton zähen Secretmassen eine Verengerung des Rron-ohialrohrs bedingt wird. Die schnurrenden Geräusche weisen im Allgemeinen auf eine Verengerung in den grösseren, die pfeifenden und zischenden auf eine, solche in den kleinsten Bronchien hin. Man bezeichnet die schnurrenden, pfeifenden und zischenden Geräusche wohl auch. weil sie am häutigsten von allen trockenen Rasselgeräu-
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Etasselsroräusohe.
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sclien geholt werden, allgemein als kataiThaUschequot; Jiasselgeräusclie. Zum Tlieil können die trockenen Rasselgeräusche iuich durch Schwingungen der geschwollenen und in Falten gelegten Bronohial-
sclileiniluiut, sowie durch Mitschwingen von iSecretniassen (saitenförmig qxier durch das Bronchialrohr gespannte Sohleimfäden) erklärt werden. Alan hört die trockenen Rasselgeräusche reichlich1* oder spärlichquot;, lautquot; oder leise1-. Zuweilen füllen sie die Gesamnitdauer einer Athmung aus; in anderen Fällen hört man sie nur bei der In- oder Exspiration, Am häutigsten und lautesten hört man sie meist auf der Höhe der Inspiration.
Die trockenen Rasselgeräusche sind in diagnostischer Hinsicht charakteristisch für die Bronchitis sicca. insbesondere für die chronischen, diffusen, trockenen Bronchiten der dämpfigen Pferde (seeundäre Bronchitis hei Lungenemphysem), für die chronische ver-minöse Bronchitis der Schafe, für die tuherculösc Bronchopneumonie der Rinder etc. Nach Dieckerhoff findet man sie ausserdem heim interlobulären Lungenemphysem der Pferde als sog. emphysematische Athmungsgeräusche. Ueber die Unterscheidung der trockenen Basseigeräusche von Reibungsgeräuschen vergl. die letzteren.
Klingende Rasselgeräusche (consonirendes Rasseln). Man versteht darunter solche Rasselgeräusche, welche sich dem musikalischen Tone nähern. Sie entstehen in sehr grossen Lungenhfihlen, sowie in stark verdichtetem bezw. infiltrirtem Lungongewebo.
Metallisch klingende Rasselgeräusche. Dieselben kommen gewöhnlich mit amphorischem Athinimgsgeriiusch /.usammen vor und werden dann als ,metallische Phänomene' oder Hühlenphänoraen equot; bezeichnet. Mau findet sie zuweilen bei Lungenbrand und Pneumothorax.
Geräusch des fallenden Tropfens (T inte m e n t m et a 11 iq u e). Als Tropfengeräuschquot; bezeichnet man einzelne grossblasige feuchte llassel-.yerüusche mit hohem metallischem Klang. Sie sind charakteristisch für Pneumothorax.
Succussionsgeräusch (Succussio Hippocratis). Als solches bezeichnet man in der Menschenheilkunde ein nie tallisches P liltschern, welches beim Schütteln des Thorax schon in der Entfernung auftritt und für Hydro- und Pyo-Pnenniothorax charakteristisch ist. Man findet dasselbe zuweilen bei der Brustseuche der Pferde.
Muskelgeräusch. Bei der Pleuritis hört man zuweilen ein dumpfes, knirschendes Muskelgeriiusch, welches nach Siedamgrotzky von dem Erzittern der Zwischenrippenmuskeln herrührt. In einem Falle konnte es von Priedberger auf Contractionen des grossen Brustmuskels zurückgeführt werden.
Peristaltische Geräusche in der Brusthöhle. Bei Zwerchfellsrup-turen und Zwerchfellshernien treten in Polge Vorfallens von Dannschlingen in die Brusthöhle gurgelnde, kollernde und plätschernde peristaltische Geräusche auf, welche mit Rasselfjreräuschen verwechselt werden
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KcibuiigsgeriUiscli.
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können. Die letzteren sind jedoch im Gegensatz zu den peristaltischen Geräuschen synchron mit der Ein- und Ausathmung. Zuweilen pflanzen sich sehr laute Darmgerilusche auch bei ganz gesunden Thieren von der Hinterleibshöhle bis zur Brustwand fort, namentlich bei gemeinen Pferden mit kurzem Brustbein, so dass es den Anschein hat, als ob sie in der Brusthöhle entstehen. Die Unterscheidung ist nicht immer leicht. Es muss vor allem die Percussion zu Hilfe genommen werden, welche bei that-sächlicher Darmverlagerung tympanitischen Schall ergibt. Ausserdem ist die Art der Athmung, sowie das Allgemeinbefinden zu berücksichtigen. Beim Kinde können auch Verwechslungen der knisternden Pansengeräusche (links) mit knisternden Rasselgeräuschen vorkommen, sind jedoch, weil aussei- allem Zusammenhang mit der Athmung, leicht zu unterscheiden. Quurksendo Geräusche entstehen nach Harms bei der Echinokokkenkrankheit der Lunge. Endlich kommen zahlreiche llobergangsgeränsche zwischen feuchten tind trockenen Rasselgeräuschen vor.
Das Reibungsgeräusch der Pleura. Das Reibegeräusch der Pleura entsteht, wenn die normal glatten Pleurablätter, das pul-monale und oostale, rauh und uneben geworden sind und sich bei den Athmungsbewegungen an einander reiben. Die Rauhigkeit der Pleurablätter wird am häufigsten durch pleuritisohe Auflagerungen bedingt. Seltener liegen der Rauhigkeit nielit entzündliche Neubildungen (Perlsucht, Sarkomatose, Carcinomatose) zu Grunde. Man bat daher auch genauer zwischen pleuritischemquot; und pleuralemquot; Reibungsgeräusch zu unterscheiden. NachEichhorst ist es übrigens fraglich, ob bei Geschwülsten der Pleura Reibegeräusch ohne gleichzeitige Pleuritis entstellen kann. Audi Reynaud hat nachgewiesen, dass dem Reibegeräusch fast immer eine Pleuritis zu Grunde liegt. Jedenfalls ist das von Roll und Vogel beschriebene sog. Perlenreibenquot; bei der Pleuratuberkulose (Perlsucht) delaquo; Rindes, wie wir anderweitigen Angaben gegenüber hervorheben, ein ziemlich selten vorkommendes Geräusch.
Der Gebörseindruck des pleuritischen Reibungsgeräusches ist ein wechselnder. Dasselbe äussert sich bald als Streifen, Roiben, Schaben, bald als Kratzen, Rasseln, Knarren, in den leichtesten Graden zeigt das Geräusch nur den Charakter eines weichen, leichten Anstreifens, in den ausgesprochensten Fällen besitzt es einen harten, rauhen, sägenden oder knarrenden Charakter (Neulederknarren). Künstlich kann man das Reibegeräusch darstellen, wenn man die Hache Hand fest auf ein Ohr drückt und mit einem Pinger absatzweise auf dem Rücken derselben hin und her reibt. Das pleuritische Geräusch erfolgt selten in anhaltender Weise, vielmehr meist in Absätzen, indem die Pleurablätter eine Zeit lang mit einander verkleben und sich dann wieder losreissen, oder abwechselnd glatt und rauh sind. Es
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Reibungsgeriiusüh.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;237
ist. um so lauter, je angestrengter die Atlimung ist und wird am häufigsten bei der Inspiration gehört. Bei sehr oberflächlichem Athmen verseil winden die Keibungsgeräusclie zuweilen. namentlich während der Exspiration. Bei umschriebener Pleuritis sind die Geräusche nur auf eine kleine Stelle beschränkt, im anderen Fall sind sie oft über grössere Partien der Brustwand ausgebreitet. Die Dauer ihres Bestehens ist von dem U rundleiden abhängig. Im Allgemeinen hört man sie bei der gewöhnlichen exstidativen Pleuritis, sowie bei der Brustseuche des Pferdes und der Lungenseuche des Rindes nur vorübergehend einige Tage, ja nicht selten nur einige Stunden hindurch, weil mit dem Ansteigen des pleuritischen Exsudates in der Brusthöhle die Pleurahlätter von einander entfernt werden. Am deutlichsten hört man sie im Initialstadium der Pleuritis sowie bei der Pleuritis sicca. Nach der Resorption des Hüssigen pleuritischen Exsudates können sie vorübergehend wieder auftreten.
Die pleuritisohen Reibungsgeräusche können am leichtesten verwechselt werden mit knarrenden, trockenen Rasselgeräuschen. Die letzteren verschwinden jedoch vorübergehend bei Hustenstossen oder sie verändern sich in ihrem Charakter, während das pleuritische Geräusch durch den Husten nicht beeinflusst wird. Aussordem sind die Rasselgeräusche mehr continuirlich, weniger abgesetzt. Im Unterschiede von den pericardialen Reibungsgeräuschen sind die pleuritischen nicht mit dem Herzschlage, sondern mit der Athmung synchron. Bei pleuritischer Erkrankung in der Nähe des Herzens können die Reibungsgeräusche indessen zum Theil auch von der Herzaction abhängig sein; sog. pleuro-pericardiale Reibungsgeräusche. Im Wesentlichen sind sie jedoch auch hier mit der Athmung synchron. Endlich werden von Anfängern die durch das aufgelegte Ohr erzeugten streifenden Nebengeräusche zuweilen für Reibungsgeräusche gehalten; hiegegen schützt ein gutes Adaptiren des Ohres an die Brustwand. Eine Verwechslung mit den knisternden Pansengeräuschen beim Rind dürfte ebenfalls leicht zu vermeiden sein. Als letztes Mittel zur Feststellung des pleuritischen Ursprungs eines Geräusches kann später die Probepunktion dienen.
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Specielle Diagnostik der auscultirbaren Krankheiten der Lnnge und Pleura.
Bronchialkatarrh. Derselbe ist lediglich durch Auscultation zu diaguosticiren (Percussion negativ). Er ist charakterish't duroh ver-
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Diagnostik der Lungenkrauklioiteii.
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stärkt es und verschärftes Vesiculiirathmen, feuchte und trockene Rasselgeräusche sowie Husten.
Lungenhyperftmie. Die Auscultation ergibt verstärktes und verschärftes Mlilschonathmen. Die Athmung ist sehr beschleunigt (Percussion negativ).
Lungenödem. Dasselbe ist cbarakterisirt durch Knisterrasseln und hoho AthmungslVeqnenz. Zuweilen hört man ferner gross blas ige Rasselgeräusche. Die Percussion ergibt tympanitischen oder ganz schwach gedämpften Ton.
Croupöse Pneumonie. 1, Stadium: Unbestimmtes Athmen oder Knisterrasseln (Percussion: tympanitischerTon); 2. Stadium : Unterdrücktes Athmen oder Uronchialathmen (Percussion: gedämpfter Schall); 3, Stadium: Rasselgeräusche, Knisterrasseln (Percussion: tynipanitischer oder lauter Schall).
Katarrhalische Pneumonie: Unbestimmtes oder nesterweise unterdrücktes Athmen, sehr selten Bronchialathmcn ; Pnsselgeräusche (fercussion : lobuläre Dämpfung).
Lungenhöhlen: Bronchialathmen, amphorisches Athmen, Rasselgeräusche, klingende Ha ssel ger ä usche etc. (Percussion: tynipanitischer oder amphorischer Ton, Olla rupta).
Lungenemphysem: Unbestimmtes Athmungsgeräusch (Percussion ; überlauter, verbreiterter Lungenschall).
Pleuritis: Reibungsgeräusche, Bronohialathmen (Percussion: horizontale Dämpfung). Probepunktion.
Pneumothorax: unbestimmtes Athmen (Percussion: tynipanitischer oder amphorischer Ton).
Pyo-Pneumothorax: Amphorisches Athmen, metallische Rassel-geräusche.
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Die Untersuchung des Digestions-Apparates.
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Reihenfolge. Die Untersuchung der Verdauungsorgane bildet bei der Häufigkeit der Krankheiten des Digestionsapparates eines der wichtigsten Kapitel der klinischen Diagnostik. Wie beim Respirationsapparat ist auch liier zur Sicherung der A'ollstiindigkeit des Unter-suohungsresultates, sowie behufs Gewinnung einer raschen Uebersicbt über das Ganze das Einhalten einer bestimmten Reihenfolge unumgänglich notbwendig. Am meisten empfiehlt sieb nachstehender üntersuchungsgang, bei welchem der Reibe nach vorgenommen werden:
1.nbsp; nbsp;Die Maul bei hie.
2.nbsp; nbsp;Die Rachenhöhle.
3.nbsp; nbsp;Der Schlund.
#9632;1. Die Futter- und Getränk e-Auf n ahm e. .quot;). Das Wiederkäuen. (y. Das Erbrechen.
7.nbsp; Der Hinterleib im Allgemeinen,
8.nbsp; Der Ma gen. !raquo;. Der Darm.
10.nbsp; Der Mastdarm.
11.nbsp; Die Darmentleerungen.
12.nbsp; Das Bauchfell und die Bauchhöhle. 18. Die Leber.
14. Die Milz.
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1. Die Untersnolinng der Miiulliöhle.
Untersuchungsmethoden. Zur Untersuchung der Maulhöhle benutzt man gewöhnlich das Tageslicht, indem man den Kopf der
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240nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;llntersucliung Aw Maulhöhlü.
Thiore mögliohst dem Lichte zuwendet. Ausnahmsweise kommt re-fleotirtes Sonnenlioht (Maulspiegel) oder künstliches Licht (Rhinoskop) zur Anwendung. Die vor den Schneidezähnen gelegenen Thoile werden einfach in der Weise untersucht, dass man bei fixirtem Kopfe des Thieres die Lippen mit je einer Hand aus einander zieht oder umstülpt. Dagegen müssen zur Untersuchung der hinter den Schneidezähnen gelegenen Theile die beiden Kiefer ans einander gedrängt werden. Dieses Uetthen der Maulhölde soll, wenn immer möglich, ohne An-wendung von Instrumenten und Zwangsmitteln, sowie mit thunlichster Schonung geschehen. Die hiebei in Anwendung kommenden Handgriffe sind bei den einzelnen Hausthieren folgende:
1.nbsp; Beim Pferd kann eine mehr oborflilchliche, flüchtige Besichtigung der Maulhöhle leicht dadurch erzielt werden, dass man den Kopf desselben mit einer Hand hinter dem Kinn unterstützt und Zeige- sowie Mittelfinger der anderen Hand durch die Lücke des Zwischenzahnrandes in die Maulhöhle zwängt und die Finger in verticaler Richtung aus einander spreizt. Die auf den Hoden der Matilhöhle und auf den Gaumen drückenden Fingerspitzen veranlassen die Thiere, die Maulhöhle offen zu halten und gestatten daher einen gewissen, beschränkten Einblick in dieselbe, wobei die Pferde allerdings durch Bewegungen mit der Zunge und dem Hinterkiefer die ihnen lästigen Finger zu beseitigen suchen. Diese Untersuchung ohne Instrumente wird eine noch wesentlich vollkommenere dadurch, dass der Kopf des Pferdes von einem Gelulfen unterstützt wird, und der Untersuchende folgendermassen manipulirt. Nachdem man in derselben Weise, wie oben beschrieben wurde, mit ein paar Fingern der einen Hand in die Maulspalte und durch den Zwisclienzahnrand in die Maulhöhle eingedrungen ist und dadurch das Thier zur Eröffnung der letzteren veranlasst hat, umfasst man mit dieser Hand die Zungenspitze in der Nähe des Körpers und hält sie fest, ohne an ihr zu ziehen oder zu zerren. Dabei bringt man die so geschlossene Hand (Faust) in eine aufrechte Stellung zwischen die Zwischen-zahnränder des Vorder- und Hinterkiefers der entsprechenden Seite. Durch diesen Contact der Hand mit den Kiefern wird eine Zerrung der Zunge bei gewaltsamen Bewegungen des Kopfes des Pferdes am leichtesten vermieden, anderntheils bildet die zwischen die Kiefer eingeschobene, aufrecht stehende Faust eine Art Maulkeil'' und veranlasst, dass die Thiere die Maulhöhle geöffnet lassen. Nur einzelne sehr gewaltthätige und ungeberdige Thiere ziehen dabei den Hinterkiefer so stark an, dass die Faust zu empfindlich gedrückt und gequetscht wird und machen diese Art der Untersuchung unmöglich. Mit ein paar Fingern der zweiten Hand kann die Backenwand der entgegengesetzten Seite etwas von den Backzahn reihen abgezogen und diese laterale Abtheilung der Maulhöhle besichtigt werden. Durch entsprechenden Wechsel dieser Manipulationen lässt sich ebenso die andere Seite untersuchen. Im Bedarfsfalle benützt man endlich die sog. Maulgatter oder Maul keile (vergl. Genaueres über ihre Anwendung und Form in den Lehrbüchern der Operationslehre). Zur Besichtigung der lateralen Abtheilungen der Maulhöhle, resp. zum Wegdrängen der Backenwandung von den Zähnen, dienen wohl auch (statt der Finger) spateiförmige Instrumente oder eigens hierzu bestimmte Specula.
2.nbsp; nbsp; Beim Rind quot;eschiebt die Untersuchuna; der Maulhöhle ähnlich
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Untorsiioluiiig dor Maulhöhlc.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;241
wie beim Pferde und in der Regel ohne Zuhilfenahme von Instramonten. Die Fixirung des Kopfes ist dabei gewOhnlioh schwieriger und eine Unterstützung durch Gehilfen wesentlich nothwendiger, als beim Pferd. Die Zunge ist, der Beschaffenheit und llichtung dor haarfönnigen Pupillen wegen, sehr leicht festzuhalten. In ähnlicher Weise wird auch die Maulhöhle der kleinen Wiederkäuer untersucht.
3.nbsp; nbsp;Bei Hunden und Katzen gutmüthigen Charakters ist es in der Kegel möglich, ohne Zwangs- und Hilfsmittel einen Einblick in die Maul-böble zu gewinnen, indem man den Vorderkiefer fixirt (durch Umfassen desselben oder durch Gegendruck mit Daumen etc. am Zwischonzahnrand) und den Hinterkiefer leicht abzuziehen vorsucht. Besonders gutmüthige Hunde lassen sich das Maul selbst durch die in die Maulhöhlo eingebrachten zwei Finger einer Hand öffnen und kurze Zeit offen erhalten. Sind die Thiere widersetzlich oder sind eingehendere Untersuchungen nöthig, so empfiehlt es sich, bei dein niedergelegten und fest gehaltenen Hunde den Vorderkiefer in der Art zu fixiren, dass man je nach Grosse der Thiere ein mehr oder weniger breites Band, oder ein mehrfach und schmal zusammengelegtes Handtuch hinter den Pangzähnen durch die Maulhöhle gehen lässt und die Enden über dem Nasenrücken zusammendreht, die dann der Gehilfe, ohne zu zerren, festhält. In ganz gleicher Weise wird alsdann am Hinterkiefer verfahren, wo die Enden unten am Kinnwinkel zusammengedreht und von dem Untersuchenden gehalten werden, der es dann in der Hand hat, damit den Kiefer beliebig weit abzuziehen. Die Vortheile dieses Verfahrens sind die, dass bei richtiger Ausführung der Hund den Kopf resp. die Kiefer nicht frei zu machen vermag, wozu insbesondere die Hakenzähne nützen, dass mechanische Verletzungen der Schleimhaut ausgeschlossen sind, dass es der Untersuchende in der Gewalt hat, den Kiefer nachzulassen oder abzuziehen, wobei er zu starkes Abziehen mit seinen etwaigen üblen Folgen (Gelenk) am besten zu vermeiden vormag, dabei endlich eine Hand zur weiteren Untersuchung (Vorziehen oder Zurückschlagen der Zunge, Hinunterdrüoken derselben. Abziehen der Backonwandung, Betastungen der Maulhöhlenpartien etc.) frei behält. Seitoner dürften zur blossen Untersuchung der Maulhöhle beim Hunde der Bayer's ehe Maulkoil, der Wol f'sche Maul offner oder der L echne r'sohe Sperrapp ar at noth-wendig werden. In dieser Beziehung haben wir als einfachstes Instrument den auch in der Menschenheilkunde gebräuchlichen zweiarmigen Mundkeil kennen gelernt.
4.nbsp; Beim Schweine, zumal bei den grOsseren Thieren, muss wegen der Widerspenstigkeit derselben ein Holzknebel zwischen die Kiefer gebracht und durch wiegende Bewegung der Hinterkiefer herabgedrückt werden.
5.nbsp; nbsp;Beim Geflügel lässt sich endlich die Besichtigung der Maulhöhle am einfachsten ermöglichen, indem man den Oberkiefer fixirt und den Unterkiefer abzieht.
Temperatur der Maulhöhle. Dieselbe ist namentlich beim Pferde und Rinde zu berücksichtigen. Die Feststellung der Temperatur muss zuerst vorgenommen werden, weil vorausgehende Manipulationen mit Eröffnung der Maulhöhle eine Abkühlung derselben erzeugen würden. Die einfiicliste Methode der Temperaturbestimmung bestellt in dem Einführen zweier Einger durch den seitlichen Tlieil der Maul-spaltc und den Zwischenzuhnmnd in die Maulhöhle. Dabei wird
Friodberger u. Frohncr, Klinische Untorsiiolmngsmothoclon. 2. Aufl. 10
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242nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Untcrsucliuug der Maiilliiihlc.
vurjiusgesetzt, dass mail sich vorher mit der nonualen Mitteltomperutur gesunder Thiere durch häufige Uebung vertraut gemaoht hat. Hölier-gradige Abweichungen davon sind dann luicht zu ermitteln. Dieselben kommen nach zwei Richtungen vor. Die Maulhöhle fühlt sich lieiss an bei allen hoohfieberhaften Allgemeinkrankheiten, und zwar am intensivsten im ersten Stadium der fieberhaften Inl'ectionskrankheiten, ferner hei Stomatitis, Cillossitis und Pharyngitis, umgekehrt ist die Temperatur herabgesetzt bei Oollapszuständen, starken Blutverlusten und hei sehr anämischen Thiereu.
Speichelsecretion. Mit der Untersuchung der Temperatur wird zweckmässig die Untersuchung des Feuchtigkeitszustandes der Maulhöhle verbunden. Derselbe ist schon normal hei den verschiedenen Thiergattungen verschieden. So fühlt sich die Maulschleimhaut heim Rind feuchter und schlüpfriger an, als beim Pferd oder hei der Katze; es zeigen ferner gewisse Hunderassen, so z. B. die mit stark üher-hftngender Oberlippe (Bernhardiner, Leonberger, Hühnerhunde), ein feuchteres Maul als andere. Ein abnorm trockenes Maul findet man im Anfangsstadium hochfieberhafter Allgemeinkrankheiten in Folge Verringerung der Speichel- und Schleimsecretion, im Beginn der einfachen katarrhalischen Stomatitis, hei allen Krankheiten, welche einen starken Wasserverlust des Körpers bedingen (Durchfall, Ruhr, chronischen Nephriten, Diabetes insipidus und mellitus), sowie bei Thieren, welche das Maul anhaltend geöffnet haben, z. B. heim Grc-flügel, welches mit geöffnetem Maule athmet (Diphtherie). Abnorm vermehrte Feuchtigkeit in der Maulhöhle kann bedingt sein durch vermehrte Speichelsecretion, durch gesteigerte Schleimsecretion der Maulschleimhaut seihst, durch behindertes Abschlingen, sowie durch Kaukrämpfe. Den stärksten Feuchtigkeitsgrad stellt der Speichelfluss dar. Das Secret selbst ist entweder dünnflüssig, wässerigschleimig, oder dickflüssig, fadenziehend, glasig, schlüpfrig, klebrig und pappig. In Folge Beimengung von Luft wird dasselbe schaumig. Das Secret ist bald farblos, wasserklar, bald molkenartig getrübt, bald gelblich, grünlich, missfärhig, jauchig oder blutig. Die Krank-heitszustände, bei welchen die Secretion in der Maulhöhle gesteigert ist, sind sehr zahlreich. In geringerem Grade ist die Feuchtigkeit vermehrt hei der einfachen Stomatitis, Glossitis und Pharyngitis, bei traumatischen Affectionen in der Maulhöhle, sowie bei manchen Zahnkrankheiten. Stark gesteigerte Secretion mit Ansammlung grösserer Massen von Speichel und Schleim und Ausfluss derselben (Geifernquot;)
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Untersucliuiig dor Maolhöbls,
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findet man bei der ApliUienseuclie, bei schweren Stonuititen und IMmryn-giten, bei der Stomatitis pustulosa oontagiosa, beim Katarrhalfleber des Rindes, beim Peteciiialfieber des Pferdes, bei der Wuth, Jiinderseuche, Rinderpest, beim Antlimx, bei der Pookenseuohe der Schafe, bei
Lähmung und Krampf dos Sohlundkopfes und Schlundes, bei der Gebärparese, bei manchen Pilzvergiftungen, bei Trismus und Genick-krampf, bei Q-ebirnentzündungen, bei tuberkulösen und aktinomykolaquo; tischen Erkrankungen der retropharyngealen Lymphdrüsen.
Ein eigentlicher Speichelfluss (Ptyalisnms, Salivatio) wird am baldigsten hei Stomatitis, Quecksilbervergiftung, Pilzvergiftung, bei Erkrankungen dos Magens und Darmes, des Gehirns, bei Hel-minthiasis, bei Parotitis, bei Krankheiten des Uterus und der Ovarien, endlich nach der Verabreichung von Pilocarpin und Arecolin beobachtet. Die genauere chemische oder physikalische Untersuchung des Speichels ist hiebei ohne praktische Bedeutung.
Eine blutige Beschaffenheit des Secretes der Maulhöhle findet man bei ulceröser Stomatitis und Pharyngitis, nach Verletzungen, heim Skorbut und bei gewissen Milzbrandformen. Seltener kommt es vor, dass ausgehustetes oder erbrochenes Blut dem Speichel beigemengt ist.
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Geruch der Maulhöhle. Die Prüfung desselben schliesst sich zweckmässig der Untersuchung der Speichelsecrotion in der Weise an, dass man die befeuchteten Einger sofort beriecht. Ein übler Geruch findet sich in verschieden hohem Grade und in verschiedenen Arten in der Maulhöhle. Ein schwach fauliger, mehr süsslicb fader Geruch wird hei den Pflanzenfressern, besonders heim Pferd, häufig in Eolge Eäulniss der stark angehäuften Epithelieu und Maul-flüssigkeit, wenn die Thiere wegen verschiedener Krankheiten, #9632;/,. B. heim Magenkatarrh längere Zeit schlecht fressen, und die mechanische Ab-stossung der verhornten Epithelien fehlt, angetroffen. Der Geruch wird hochgradig faulig, wenn bei verstärkter Secretion der Schleim- und Speicheldrüsen das Abschlingen stark behindert wird, z. B. bei Pharyngitis, oder wenn Futterpartien in den lateralen Abtheilungen der Maulhöhle liegen bleiben und faulen, endlich wenn sich Futter zwischen die Backzähne, in Zahnlücken oder in Substanzverlusten der Schleimhaut einiilzt. Am stärksten ist der üble Geruch, wenn die sich zersetzenden Maulflüssigkeiten Blut und Ent-zündungsproduete enthalten, z. B. beim Peteciiialfieber, bei der Maul-seucho, heim bösartigen Katarrhalfleber, Er kann dann schliesslich
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Lippen.
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geradezu aasliaft, höchst widerlich und ekelerregend werden, so namentlich hei uleerösen Processen, in welchen noch Theile der Manl-schleimhaut selbst in Clangrän ühergel'ülirt worden, z. B. hei Skorbut, hei Quecksilbervergiftung, bei Stomacace der Hunde, bei Diphtheritis der Maulsohleimhaut, uloerirenden Neubildungen am Gaumen. Einen eigenthündichen stechenden Geruch nimmt die MaidböhlenHüssig-keit an hei Fäulniss des Zahn- oder Knochengewebes, den sog. ca-riösen und nekrotischen Processen dieser Tbeile. Es kommen liier in Betracht Erkrankungen des Zahnfaobes bezw, Alveolarperiostes und des Zahnes selbst. Auch starker Belag an den Zähnen kann die Ursache eines üblen (lerucbes sein.
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Lippen. Schon bei der äusscren Untersuchung der Lippen lässt sich eine Reihe von Krankheitszuständen nachweisen. So findet man diffuse Schwellungen der Lippen beim Petechialiieber und bei der Rinderseuche, umschriebene, knoten- oder stranglorinige Schwellungen, sowie Geschwüre bei der Pollicularentzündung der Pferde und Hunde, bei der Stomatitis pustulosa contagiosa, bei der Di'use, heim Rotz, bei Pilzvergiftungen, beim Nasencroup. Eine Besudelung der Lippen mit Schaum, Speichel, Schleim beobachtet man bei Stoma-titen, Pharyngiten, nach epileptischen und epileptiformon Anfällen. Charakteristische Auflagerungen von hrotteigälmliclicn Massen kommen beim Herpes tonsurans (Teiggrind, Maulgrind) der Wiederkäuer und des Hundes vor. Endlich sieht man einseitige oder beiderseitige Lähmung der Lippen bei der Pacialisläbmung, im Verlaufe der Digitalisvergiftung, beim Genickkrampf, bei der progressiven Bul-bärparalyse. Diese Lähmung darf nicht verwechselt werden mit dem schlaffen Herunterhängen der Unterlippe bei alten Pferden und hochtragenden Stuten. Etwas zurückgezogene Lippen beobachtet man zuweilen beim Starrkrampf des Rindes; dieser Lippenkrampf darf ebenfalls nicht mit der angeborenen Verkürzung der Oberlippe verwechselt werden (sog. Lachen bei Ochsen).
Die Untersuchung der Lippenschleimhaut lässt zunächst verschiedene krankhafte Verfärbungen erkennen. So trifft man eine diffuse höhere Röthung der Lippenschleimhaut hei vielen fieberhaften Infectionskrankheiten, namentlich bei der Aphthenseuche und dem bösartigen Katarrhaltieber des Rindes, hei der Influenza des Pferdes etc., ferner als Theilerscbeinung der Stomatitis und Pharyngitis. Umschriebene fleckweise Röthung kommt im Anfangsstadium der Maulseuche, der Stomatitis contagiosa pustulosa und der Pocken
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Zahnfleisch,
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vor. Blutungen in Form von schwiirzrotlion Punkten oder Fleoken (Petechien, Ekohymosen), Streiten (Vrii)iees) oder ausgedehnteren Plut-unterlaufungen (Sugillationen, Suffusionen, hftmorrhagische Infarcte)
findet man am häufigsten beim Petecliiallicslier des Pferdes, bei All-gemeinkrankheiten mit liiimorrbagischer Diatliese, bei der Rinderpest und beim bösartigen Katarrlialfieber. Mit diesen aus inneren Ur-siichen hervorgehenden Blutungen dürfen nicht verwechselt werden traumatische Blutungen, wie sie /. B. im Verlaufe der Gehirnentzündung des Pferdes in Kolge Aufstützen des Kopfes auf den Barren vorkommen, (lelbfärbung der Lippenschleindiaut zeigt sich beim ikterus, beim Petechialtieber des Pferdes und bei der Rinderseucbe. Schwel lung der Schleimhaut kommt in erheblichem Grade beim Petechiidlieber. in minderem Grade bei Stomatitis, Rinderseuche etc. vor. Knoten und Pusteln sind typische Erscheinungen für die Stomatitis contagiosa pustulosa, desgleichen Garbunkel für den Milzbrand. Bei jungen Hunden kommen ferner Furunkel an den Lippen mit Abscedirung der Lymphdrüsen vor (Folliculitis, sog. Hundedruse). In seltenen Füllen entstehen ferner in Folge einer Verstopfung des Ausführungsganges der Lippendrüsen beim Pferde kleine, graue, von einem rothen Hofe umgebene Knötchen. Die Lippendrüsen selbst, welche nach Umstülpuiig der Lippen als kleinste miliare Knötchen prominiren, dürfen nicht mit krankhaften Bildungen verwechselt werden. Bläschen und Blasen weiden hei der Aph-thenseuebe, sowie bei der sporadischen Stomatitis aphtbosa (Pilzvergiftung) constatirt. Gesell wäre zeigen sich hei der Aphthcnscuche, beim Petechialtieber, bei der Stomatitis pustulosa contagiosa, bei der Rinderpest, bei der Druse, bei der ulcerösen Stomatitis, sowie bei gewissen Pilzvergiftungen.
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Zahnfleisch. Diffuse Röthung und Schwellung des Zahnfleisches ist ein Hauptsymptom der Gingivitis bezw. Stomatitis, wie sie namentlich durch die Einwirkung reizender oder ätzender Substanzen bedingt wird. Auch beim Skorbut der Hunde, bei der Pilzvergiftung der Pflanzenfresser, im Anfange der Stomatitis ulccrosa der Hunde, im Verlaufe der chronischen Bleivergiftung (Bleisaum) ist das Zalm-fleisoh höher geröthet und verfärbt. Fleckige Röthung, Knötchen, Bläschen, Pusteln und Geschwüre sieht man bei der Stomatitis contagiosa pustulosa der Pferde, bei der Stomatitis ulcerosa der Hunde und Lämmer, bei der Quecksilber- und Bleivergiftung, bei der sog. Kleekrankheit und anderen Pilzvergiftungen. Bei den Wiederkäuern,
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vor Allein beim Rinde, ist die genaue Untersuchung des Schleim-hautüberzuges dos zahnlosen Oberkieferrandes von besonderer
Bedeutung für die Diagnose gewisser Infectionskranklieiton, so der Aphthenseuohe, der Rinderpest und des bösartigen Katarrhaltiebers. Man findet nämlich im Verlaufe dieser Krankheiten sehr charakteristische Veränderungen am zahnlosen Oberkieferrande und der an-stossenden Partie dos harten Gaumens: Heckige Röthung, Blasen, Geschwüre, croupöse und diphtheritische Auflagerungen, Versohorfung.
Zähne. Eine cariöse Erkrankung der Schneidezähne als Ausdruck eines Allgeiueinleidens findet man sehr häufig bei jungen Hunden im Verlaufe der Rachitis, der Staupe, der Anämie, sowie als eine Folge unnatürlicher Fütterung und Verweichlichung. Lockerwerden und Ausfallen der Schneidezähne sieht man im Verlaufe der ulcerösen Stomatitis beim Hund, bei der chronischen Quecksilbervergiftung des Rindes, beim Skorbut, sowie bei der pernieiösen Stomatitis der Schafe. Bei den Wiederkäuern, speciell beim Rinde, hat man sich übrigens während der Untersuchung daran zu erinnern, dnss die Schneidezähne (Schaufeln) immer etwas beweglich sind. Eine abnorme Abnützung der Schneidezähne beim Pferde erweckt den Verdacht auf Koppen (Krippensetzen).
Die genaue Untersuchung der Backzähne hat besonders beim Pferd hervorragendes diagnostisches Interesse, weil eine Reihe von Verdauungsleiden und selbst schwere Ernährungsstörungen durch eine abnorme Beschaffenheit der Backzähne bedingt werden (Dyspepsie, chronischer Magenkatarrh, Anämie, Cachexie). Appetitstörungen, Speicheln, übler Geruch aus der Maulhöhle, Abweichungen in der Art der Futteraufnahme fordern daher in jedem Falle zur genauen Untersuchung der Backzähne auf. Weiterhin ist hervorzuheben, dass zwischen den Zähnen eingekeilte Fremdkörper unter Umständen ganz eigenartige Krankheitserich einungen verursachen. Hunde werden namentlich durch eingekeilte Knochenstückc zuweilen so aufgeregt, dass sie die Symptome der Gehirnentzündung oder der Wuth (selbst Abhängen des Unterkiefers) zeigen. Es ist daher auch beim Verdacht auf diese Krankheiten eine genaue Untersuchung der Zähne empfehlens-werth. Beim Rinde hat man in Folge derartiger Fremdkörper epilepti-forme Anfälle auftreten sehen.
Von grosser Wichtigkeit für die Differential-Diagnose gewisser Krankheiten, so namentlich der subacuten Gehirnentzündung und Gehirnhyperämie, sowie des Dummkollers der Pferde ist endlich die
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Zunge.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;247
Beachtung des Zahnweohsels. Die diesbezügliche Untersuchung findet in der Weise statt, dass mau mit beiden Händen die Backen-und Ganasohengegend abtastet und prüft, ob das Pferd an irgend einer Stelle auf Druck Schmerzen äussert. In wie weit der Zahnwechsel mit der Eklampsie der jugendlichen Thiero in Beziehung steht, ist zur Zeit nicht mit Sicherheit klar gelegt.
Zunge. Am häufigsten beobachtet man bei der Untersuchung der Zunge einen sog. Zungenbelag. Derselbe kommt besonders beim Pferd und Hund in Betracht und besteht aus einer grauwcissen, mehr oder weniger dicken, festsitzenden oder abstreifbaren Auflagerung von desquamirten und zum Tbeil vertrockneten Epithelzellen, welche sich durch Futter (Chlorophyll) oder Medicamente vorübergehend griin, braun etc. verfärbt. Man findet diesen Zungenbelag bei verschiedenen Krankheiten, so bei Stomatitis, bei acutem und chronischem Magenkatarrh, sowie bei vielen acuten, fieberhaften In-fcctionskrankheiten. Die Bildung dos Belags geht in der Weise vor sich, dass trotz einer Mehrproduetion von Epithel die mechanische Abstossung desselben in Folge der verminderten Futtcraufnahme fehlt, so dass die Epithelzellen sich anhäufen, gleichzeitig wohl auch vertrocknen und dadurch undurchsichtig bezw. grau erscheinen.
Von diagnostischer Bedeutung sind ferner umschriebene oder diffuse Schwellungen der Zunge. So ist die Zunge bei der Rinderseuche auf das 23fache verdickt, seitlich von schlotternden, sulzigen Wülsten begrenzt, von blaurother Farbe. Auch bei der Actinomykose und Sklerose der Zunge, bei traumatischer Glossitis (Verätzung, Verbrühung), beim Anthrax der Schweine (Glossanthrax), sowie bei intensiven Stomatiten und Pharyngiten findet man verschiedengradige Schwellung der Zunge. Verfärbung der Zunge in Forin einer diffusen höheren Röthung oder Cyanose findet man bei fieberhaften Infectionskrankheiten, Glossitis, Stomatitis und bei Circulations-störungen (Herzfehlern); Heckige Röthung kommt heim Petechial-fieber, bei der Rinderpest, bei der uicerösen Stomatitis, bei der Aphthenseuche vor. Röthung und Schwellung der Schleimhaut sind häufig auch in der Unterzungengegend sehr ausgeprägt. Eine vermehrte Consistenz ist in ausgesprochener Weise dem Zungen-Actinomykom und der Zungen-Sklerose (Holzzunge) eigen. Abnorme Trockenheit oder Feuchtigkeit der Zunge hängt mit der verminderten oder gesteigerten Speichelsecretion zusammen (vergl. diese). Eine runzlige Beschaffenheit der Oberfläche des Zungenrückens
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(iaumcii.
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entsteht bei Verbrühung oder Anätzung der Zunge. Bei Katzen bildet die auffallend weisse oder gelblich weisso Färbung der born-zapfenähnliohen Znngenpapillen im Gegensätze zu dem lebhaft roth gefärbten Zungenrande ein eigenartiges Symptom dor Stomatitis. In ähnlicher Weise zeigen zuweilen die entzündeten kegelförmigen Pa-piüen beim Rinde eine starke Epithelwucliening (sog. Zungenbürste). Knötchon ündet man in der Zunge vor Allem bei der Finnenkrankheit des Schweines; man kann dieselben hiebei an der Unterfläche der Zunge vor und neben dem Zungenhändchen durchfühlen oder auch sehen. Früher hat man wohl auch zur Freilegung derselben Längsschnitte gemacht. Zuweilen sieht man Knötchen auch am Zungenrande bei der Stomatitis pustulosa contagiosa. .Blasen kommen bei der Aphthenseuohe und bei Pilzvergiftungen (sog. sporadische Aphthen) vor, Pusteln bei der Stomatitis pustulosa contagiosa. Oberflächliche Geschwüre (Erosionsgeschwüre) entstehen bei der Maulseuche, sowie bei Verätzungen und Verbrühungen der Zungen-Schleimhaut; tiefere, diphtheritische Geschwüre sind bei der Kälher-diphtherie, Getlügeldiphtherie, bei der ulcerösen Stomatitis der Hunde und Schafe, bei der Schweinepest, beim Petechialfieber der Pferde, beim Milzbrand zu beobachten. Croupöse bezw. diphtheritische Auflagerungen bilden sich im Verlaufe der Binderpest, der Maulseuche, der Geiliigoldiphtherie. Sooraui'lagerungen kommen bei Kälbern, Fohlen und namentlich beim Geflügel vor. lieber die durch traumatische Affectionen der Zunge bedingten Störungen der Futter-aufhahme vergleiche die Lehrbücher der Chirurgie. Die Lähmung der Zunge wird später im Kapitel: Untersuchung des Nervensystems besprochen werden.
Gaumen. Bei den Wiederkäuern ist der harte Gaumen in der Gegend des zahnlosen Kieferrandes zuweilen Sitz von Blasen und Gesclnvüren (Maulseuche), von croupösen und diphtheritischen Auflagerungen (bösartiges KatarrhalHeber, Binderpest), sowie von Car-bunkeln (Milzbrand). Beim Pferde ist nicht selten das Venennetz der hinter den Schneidezähnen gelegenen Gaumenschleimhaut ungewöhnlich stark mit Blut gefüllt, so dass die Kronen der Schneidezähne des Vorderkiefers von diesem Theile der Gaumenscbleimbaut wulstförmig überragt werden. Diese sog. Froschgeschwulstquot; der Laien, welche häufig von Unberufenen durch Brennen, Anstechen oder Einreissen verletzt \vird (Froschstechen), kann eine Erscheinung der Stomatitis bilden, ist aber meist ohne irgend welche klinische oder
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Backen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 249
diagnostische Bedeutung. Physiologisch stark entwickelt ist dieser Griimncn-Wulst l)ei Fohlen, Bei Schweinen entwickeln sich diph-theritischo Gosclnvüro am Gaumen, am Gaumensegel und an den Mandeln im Verlaufe der Schweinepest. Beim (leflügel ist der harte Gaumen Liehlingssitz croupös-diphtheritisoher Auflagerungen ;Ilöthung und Schwellung des weichen Gaumens findet man am häutigsten hei der Pharyngitis der Hunde. Sehr selten kommen angeborene Gaumenspalten (sog. Wolfsrachen) bei den Hausthieren vor. Wir haben vereinzelte Fälle beim Hund beobachtet. Heber einen Fall heim Pferde, welcher sich durch sclmhweises Entleeren von schleimig-schmutziger, grünlich gefärbter, mit Futterpartikeln gemischter Flüssigkeit durch die Nase äusserte und daher Im Anfang mit Pharyngitis verwechselt wurde, hat Johne berichtet (Sächsischer Vet. Bericht, 1873).
Backen. Die Aussenseite der Backen zeigt zuweilen charakteristische Veränderungen in Form von Knoten, Geschwüren und rosen-kranzähnlichon Schwellungen hei der Druse und beim Potz der Pferde, sowie bei der Folliculitis der Hunde. Sodann lassen sich durch Palpation der Backengegend unter Umständen Zahnanomalien, besonders vorstellende Zähne nachweisen. Wichtiger ist die innere Untersuchung der Backenschleimhaut durch Besichtigung und eventuell auch Betastung. Veränderungen dieser Schleimhautpartie findet man bei sehr vielen Krankheitszuständeii. und zwar in Form von diffuser oder fleckiger Röthung, Schwellung, Blasen-, Pustel-, Knoten-, Ge-schwürsbildung, sowie von oroupös-diphtheritischen Auflagerungen und Verschorfungen. So ist in manchen Fällen von Druse die Backenschleimhaut höher geröthet, geschwollen, derb, selbst brettartig hart und auf der Oberfläche von zahlreichen Knötchen durchsetzt, aus welchen sich bei Druck auf die Backenwandung von aussen her eiterige Pfropfe auspressen lassen. Bei der Aphthcnseuche beobachtet man Blasen, heim Anthrax Carhunkel, bei der ulcerösen Stomatitis der Hunde brandige Geschwüre, heim bösartigen Katarrhal-fieber, bei der Kälber- und Gefltigeldiphtherie croupös-diphfheritische Auflagerungen.
Kiefer. Eine heim Hunde in diagnostischer Hinsicht aussei'-ordentlich wichtige Erscheinung ist die Lähmung des Hinterkiefers, welche sich im Abhängen des Kiefers äussert. Liegt dieses Symptom bei einem Hunde vor, so hat der untersuchende Thierarzt von vornherein die Wahrscheinlichkeitsdiagnose auf Wuth zu stellen und die äusserste Vorsicht zu beobachten. Lähmungen bezw. Abhängen des
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Uutorsiichung der Kachenhölilo.
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Hinterkiefers unabhängig von der Wuth kommen zwar ebenfalls vor. Man trill't sie .vereinzelt bei der Staupe, im Verlaufe gewisser (ie-hirnkrankheiten, sowie bei manchen Vergiftungen (Toxine). Ver-weohslungen ereignen sieb mit Luxation des Kiefergelenks, eingekeilten Fremdkörpern, sowie hoohgracügen Verletzungen in der Maulhöhle, Anschwellungen der Kieferknochen beobachtet man bei Aktinomykose, Rachitis, bei der sog. Kleien- und Schnüffelkrankheit, sowie bei eiteriger Periostitis im Anschlüsse an ulcerose raquo;Stomatitis.
Abnormer Inhalt in der Maulhöhle. Von Fremdkörpern, welche durch ihre Anwesenheit in der Maulliöhle Störungen in der Futteraufnahme und andere Krankheitsersoheinungen verursachen, sind zu nennen: Knocbcustücke, welche sich zwischen den Zähnen oder Zahnreihen eingekeilt haben, sowie spitze Nadeln, Drahtstücke, Dornen etc., welche in die Schleimhaut eingedrungen sind. Beim Pferde gibt ferner das Einfilzen von Futter in .Zahnstücken oder zwischen erkrankten Backzähnen, sowie die Anschoppung von Futtermassen zwischen Backenwandung und Backzahnreihen Veranlassung zu Un-regolmässigkeiten heim Fressen, Speicheln, üblem Geruch aus dem Maule, Indigestion etc. Die Ansammlung von Futter lässt sich häutig schon von aussei! durch Adspection und Palpation der Backengegend nachweisen; man findet nämlich eine einseitige, wurstförmige, von oben nach unten verlaufende, auf Druck nicht schmerzhafte Anschwellung von teigiger oder derber Consistenz. Die Untersuchung der Maulhöhle gibt über ihre Natur sofort Aufschluss. Dass eingekeilte Knoohenstücke beim Hunde die Erscheinungen der Wuth vortäuschen können, ist schon früher erwähnt worden.
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2. Die Untersuchung der Ilachonhöhlc.
Aeussere Untersuchung. Eine genauere Untersuchung der Rachenhöhle und des Schlundkopfes ist in der Regel erst dann geboten, wenn Störungen im Abschlingen, Regurgitiren, gestreckte, steife Kopfhaltung, ängstliches Vermeiden von Beuge- oder Seit-wärtsbowegungen des Halses u. s. w. eine Entzündung des Pharynx vermuthen lassen. Durch die äussere manuelle Untersuchung der Schlundkopfgegend können in diesen Fällen als diagnostisch wichtige Erscheinungen Anschwellung der Weichtheile hinter dem oberen Rande des Hinterkiefers, erhöhte Temperatur, sowie vermehrte
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Untsrsuobunif der Baobenhähle.
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Empfindlichkeit und Schmerz bei Druck auf den Sohlundkopf nachgewiesen werden. J)ie Palpation des letzteren von aussei! wird in der Weise vorgenomnien, duss man beim Pferd und Rind mit den flachen Händen, bei kleinen liaustbieren mit den Fingern einer Hand die Weiciitheile von beiden Halsseiten gegen einander zusammenpresst, wobei der Druck in der Richtung nach vorne, zwischen die Hinter-kieferftste hinein, zu erfolgen hat. Am deutlichsten sind die oben genannten Erscheinungen ausgeprägt bei dor Pharyngitis der Schweine. Die Anschwellung der Weiciitheile in der unmittelbaren Umgebung der Rachenhöhle äussert sich entweder in Form einer diffusen, phlegmonösen Entzündungsgesohwulst, welche bei Nekrose der Pharynxschleimhaut und Einsohiebung von Puttermassen unter dieselbe eine emphysematöse, knisternde Beschaffenheit annimmt, oder in umschriebenen entzündlichen Lymphdrüse nans oh wellungen und Abscedirung der retropharyngealen und subparotidealcn Lymphdrüsen, seltener der Kehlgangs-, Unterzungen- und Ohrdrüsen, oder in derben, indurirenden, verkäsenden und verkalkenden Schwellungen. Die letzteren sind Begleiterscheinungen chronischer Entzündungszustände im Pharynx und für die Tuberkulose und Ak-tinomycose des Rindes charakteristisch. Endlich entstehen zuweilen bei Ansammlung grösserer Flüssigkeitsinengen im gelähmten Pharynx rasselnde (leräusche, welche durch die ein- und ausgeatbmete Luft hervorgebracht werden und fühlbare Erschütterungen der Schlundkopfgegend veranlassen; sog. Pharyngeal-Fremitus. lieber die Erscheinungen der Sohlundkopffisteln vergl. die Lehrbücher der Chirurgie.
Innere Untersuchung. Die innere Besichtigung der Rachenhöhle ist am leichtesten und vollkommensten beim Geflügel durchführbar. Die üntersuchungsmethode besteht einfach darin, dass man mit den Fingern der linken Hand den Schnabel öffnet und mit den Fingern der rechten Hand den Kehlkopf mit dem Schlundkopf in die Höhe drückt. Auch bei Katzen und Hunden, zumal bei kurz-köpfigen Rassen, lässt sich die Rachenhöhle in ihrem hinteren und seitlichen Theile, sowie die Gegend der Tonsillen relativ gut besichtigen, wenn man nach der Eröffnung der Maulböhle den Grund der Zunge mit einem Spatel. Löffel- oder Skalpelstiel oder einem ähnlichen Gegenstande niederdrückt und die Pfeiler des weichen Gaumens etwas zur Seite drängt. Noch leichter gelingt die Inspection, wenn man die Zungenspitze mittelst eines Tuches fassen und vorziehen
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252nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Untersuchung der RncUcnhölile.
liisst. Von Hilfsmitteln sind der zweiarmige Sperrapparat, sowie dio S. 241 genannten Apparate empfehlenswerth.
Sehr schwierig ist dagegen die innere Untersuchung der Raohen-liöldo bei den grösseren Hausthieren, vor allein beim Pferd, Bei der gewöhnlichen Untersuchung der Maulhöhle ist es nur beim Einfallen eines intensiveren Lichtes möglich, die vordere Fläche des weichen Gaumens mit den Zungenpfeilern und den sog. blinden Gruben sichtbar zu machen. Dagegen lässt sich von der eigentlichen Rachenhöhle bei der Länge des Gaumensegels und der am Grunde sehr dicken und beweglichen Zunge, die meist stark gegen den Gaumen angedrückt wird, fast gar nichts wahrnehmen. Nur ab und zu kann es gelingen, bei den verschiedenen Bewegungen der Zunge auf einen Moment einen Theil der hinteren llachenhöhlenwandung oder die Kehlkopfspfeiler zu sehen. Versucht man zum Zwecke eines besseren Einblickes in die Rachenhöhle unter Benützung grell einfallenden Sonnenlichtes oder retlektirten natürlichen hezw. künstlichen Lichtes den Zungengrund niederzudrücken, so begegnet man den grössten Schwierigkeiten selbst dann noch, wenn man solche Thiere behufs dieser Untersuchung niederlegt. Mittelst eigens biezu construirter oder improvisirter Zungenspateln von riesigen Dimensionen und einer Länge, dass das eine Ende auf die Achsel gestützt werden kann, während der vordere Theil mit den zwei Händen herabgedrückt wird, ist man kaum im Stande, den Grund der Zunge niederzudrücken und zur Bube zu bringen. Es kann in der Regel daher auch damit für die Exploration der Rachenhöhle nicht sehr viel gewonnen werden, um so mehr, als dabei immer noch das lange Gaumensegel störend fortwirkt. Eine eingebende Inspection der Hachenhöhle des Pferdes ist nur mit Zuhilfenahme des Rhino-Laryngoskopcs (vergl. S. 180) möglich, wobei auch die Mündungen der Eustachischen Röhre schön zu sehen sind.
Beim Rind ist das Gaumensegel etwas kürzer als beim Pferd und stösst nicht mehr auf den Grund der Zunge, gleichwohl ist auch hier die Untersuchung schwierig und unvollkommen.
Von krankhaften Zuständen, welche durch die innere Untersuchung der Bachenhöhle nachgewiesen werden können, sind zu nennen: eingekeilte Fremdkörper, Hyperämie, entzündliche Schwellungen, Hämorrhagien, ödematösc und phlegmonöse Pro-cesse, oroupöse und diphtheritische Beläge (Getlügeldiphthorie), Soor, Geschwüre (Rotz, Diphtherie), Abscesse, Aktinomykome, Lymphome (Rind), Sarkome (Hund), tuberkulöse Neubildungen, sowie Parasiten (Bremsenlarven beim Pferd).
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Untorsuohung des Sohlundes.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 253
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'i. Die Uiitorsuchung des Scliluiidos.
Anatomische Vorbemerkungen. Der Schlund besteht aus einer Halsportion und einer Brustportion. Die Halspo rti o u bes[innt median mit dem Sohlandkopf in der Rachenhöhle unter den Flügeln des Atlas /wischen Luftröhrenkopt und langem Halsbeuger. Im weiteren Verlaufe tritt sie mehr auf die linko Seite des Halses und verläuft in der Drosseladerrinne zwischen Luftröhre und Wirbelsänle, eingebettet in loekeres Dindegewebe. Im unteren Drittel des Halses erreicht der Schlund vor den beiden ersten Rippen seine gi'ÖSSte Abweichung nach links, worauf er unter einem stumpfen Winkel, /wischen Luftröhre und Wirbelsäule eingeengt, sich nach rechts wendet und in die Brusthöhle eintritt. Die ßrus tp o rtio n verläuft horizontal zwischen beiden Blättern des vorderen und hinteren Mittelfells, anfangs zwischen Luftröhre und Wirbelsäule, dann über den Grund des Herzens hin wegziehend, den linken Hauptbronchus kreuzend. Durch das mehr nach links gelegene Schlundloch im rechten Zwerchfellpfeiler tritt der Schlund in die Bauchhöhle und mündet in den linken Sack des Magens. Während sich der Schlund beim Pferde gegen das Zwerchfell zu verdickt und eine mehr oylindrisohe Form annimmt, was einen stärkeren Widerstand beim Sondiren zur Folge hat, ist er bei den Fleischfressern am weitesten und dehnbarsten; die Magenmündung des Schlundes beim Rind ist trompeten-förmig. Die mittler e Schlun d län g o betrügt beimFferd 121cm. Der Schlund besteht aus einer Schleimhaut, welche im leeren Zustand stark gefaltet und daher sehr dehnbar ist, und aus einer zweischichtigen Muskelhaut. Schleimhaut und Muskelhaut sind durch lockeres Bindegewebe mit einander verbunden, woraus sich die Leichtigkeit der Divertikolbildung bei eingerissener Muskulatur erklärt.
Untersuchungsmethoden. Die Halsportion des Schlundes ist einer äusseren Untersuchung durch Inspection und Palpation zugänglich. Aus diesem Grunde ist dieselbe wesentlich leichter und vollständiger explorirbar, als die Brustportion, bei welcher man lediglich auf die Anwendung der Sohlundsonde (innere Untersuchung) angewiesen ist. Da namentlich beim Pferde die Haisportion häufiger der Sitz krankhafter Veränderungen ist. als die Brustportion, so erscheint dies für die klinische Diagnostik sehr wichtig. Im Allgemeinen ist eine genauere Untersuchung des Schlundes erst dann angezeigt, wenn gewisse Störungen bei und nach der Futteraufnahme das Vorhandensein eines Schlundleidens verinuthen lassen.
Aeussere Untersuchung. Durch die Inspection lassen sich an der Halsportion des Schlundes in der linken Drosseladerrinne (seltener rechts) bei bestimmten Schlundkrankheiten verschiedenartige Geschwülste nachweisen. Dieselben sind entweder sackähnlich, umschrieben, von Faust- bis Mannskopfgrösse und reichen oft zum Tbcil auch auf die rechte Seite herüber (Divertikel), oder sie sind
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254nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ÜDtorsuohung dos Sohlundes.
länglich, spindelförmig, cylimlnscli, von verschiedener Länge (Ektasien), odor sie breiten sich diffus in unregelmMssiger Weise über die be-iiiichbnrteii Halstlieile aus (Sohlundzerreissung). üeber die durch Fremdkörper bedingten Schwellungen vergleiche die Lehrbücher der Chirurgie, Zuweilen entstehen die oben geschilderten Geschwülste erst unmittelbar nach der Putteraufnahme und verkleinern sich wieder einige Zeit nach derselben spontan oder in Folge von Begurgitiren (Divertlkel, Ektasien). In anderen Fällen bleibt sich der Umfang der Geschwülste gleich (Schlundzerreissung, Schlund* lähmung).
Die Palpation des Schlundes wird beim Pferde in der Weise vorgenommen, dass man vor dem Thiere stehend die dachen Hände in beide Drosselrinnen legt und den Schlund von oben nach unten mit den Fingerspitzen abtastet. Beim Bind und bei den kleineren Hausthieren stellt man sich auf die linke llalsseite und drückt den Schlund mit den geschlossenen Kingern beider Hände, indem man mit der rechten Hand den Hals von oben umfasst. Hei Geschwulstquot; bildung im Verlaufe des Schlundes ist sowohl die Geschwulst selbst, als auch der über und unter dieser liegende Theil des Schlundes zu betasten; der letztere ist ferner auf seine Empfindlichkeit gegen Druck zu prüfen, Von den Geschwülsten fühlen sieh die Divertikel und Ektasien je nach ihrer mehr oder weniger starken Anschoppung mit Futterbrei und dem Feuchtigkeitsgrade des letzteren, sowie dem Luft-reichthume ziemlich fest und derbe oder teigähnlich an, oder sie sind ungewöhnlich leicht compressibel, wobei ein eigenthümliches quatschendes, glucksendes Geräusch vernehmbar ist, ähnlich wie wenn man eine mit Flüssigkeit und Luft gefüllte Blase rasch zusammen-quetscht. Dabei lässt sich vielfach, insbesondere bei mehr umschriebenen Geschwülsten, durch Drücken, Kneten und Streichen die Geschwulst verkleinern, d, h, ihr Inhalt in die angrenzenden Schlundpartien entleeren. Auch hier können gurgelnde Laute, Schluckbewegungen, und wenn die Entleerung misahvärts geschieht, selbst Hecken und Erbrechen (Ausfluss von Futterbrei durch die Nase) veranlasst werden. Erhöhte Temperatur der Haut über der Geschwulst fehlt meist ganz, gesteigerte Empfindlichkeit der Geschwulst auf Druck lässt sich zuweilen, doch nie besonders hochgradig nachweisen. Manchmal beobachtet man unrogelmässige, von der Drosselrinno ausgehende diffuse Geschwülste, welche heim Darüberstreifen mit der Hand knistern. Gehen diese einphyseinatösen Geschwülste von der Mitte des Halses aus und erstrecken sich namentlich in der
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Uutevsucluing lies Schlundes.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;'255
Richtung mich dein Kopfe zu, so liegt eine totale Zerreissung der Halsportion des Schlundes mit Eindringen von Luft und Futter in das periösophageale Bindegewebe vor. Dagegen spricht das primäre Auftreten eines suheutanen Emphysems an der vorderen Brustapertur und am vorderen Sohulterrande mit allmählicher Ausbreitung nach oben beim Pferd für eine Zerreissung der Brustportion des Schlundes. Beim Rind kann ein derartiges Emphysem ausserdem auch nach Zerreissung von Lungenalveolen entstehen (vergl. S, 88). Durch die Percussion lilsst sich in beiden Fällen ein schebbernder Ton (Olla rupta) nachweisen im Gegensätze zu dem tympanitischen Tone luft-haltiger Divertikel und Ektasien.
Sondenuntersuchung. lieber die anzuwendenden Instrumente
ist kurz Folgendes zu bemerken. Beim Kinde und den kleinen Wiederkäuern benützt man die gegen das Aufblähen und gegen eingekeilte Fremdkörper gebräuchlichen Schlundröhren als Schlundsonde. Beim Pferde benützen wir als Schlundsonde englische Harnröhrenkatheter mit olivenförmigern Ansatz und einer Minimallänge von 155 cm. Diese Länge ist zum Mindesten nothwendig, wenn der Katheter in den Magen reichen oder die Brustportion des Schlundes sondiren soll. Beim Hunde benützen wir die beim Menschen gebräuchlichen Magen-sonden oder englischen Harnröhrenkatheter, die letzteren ebenfalls bei Katzen. Wichtig ist, dass die Oberfläche der Schlundsondcn glatt, und dass die Sonden selbst nicht geknickt und an ihrem vorderen Ende wohl abgerundet sind.
Bei der Ausführung der Sondirung ist zu beachten, dass die Application der Schiandsonde beim Hund und bei den Wiederkäuern am leichtesten, beim Pferd dagegen viel schwieriger ist. Während beim Kind die Einführung der Sonde immer am stehenden Thiere gelingt, ist dies nur bei einzelnen sehr fügsamen Pferden möglich. Meist müssen die Pferde zu diesem Zwecke niedergelegt werden. Nachdem der Kopf gut fixirt, beim Pferd ein Maulgatter, beim Kind ein durchbohrtes Querholz eingeführt, beim Hund das Maul gewaltsam geöffnet, und nachdem der vordere Theil der Sonde in warmem Wasser erweicht, die Sonde überhaupt mit Wasser befeuchtet oder mit Oel abgerieben ist, fasst man dieselbe in der Nähe ihrer Spitze mit der rechten Hand nach Art eines Bleistifts und dirigirt sie bei möglichst gestreckter Kopfhaltung des Thieres in der Medianlinie am Gaumen entlang in den Schlund, wobei die linke Hand den hinteren Sondentheil hält und hochhebt, während ein Ge-
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25(3nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Fiittoraufiiahino.
hilfe die Zunge nöthigenfalls ftxirt und niederdrückt. H;it die Sondenspitze den Sohlundkopf passil't, so gleitet sie meist leicht -weiter abwärts. Hat sich die Sonde in den Kehlkopf verirrt, so zeigt sich dies durch Husten an. Trifft man im Verlaufe des Schlundes auf Widerstand, so darf beim Versuche, die Sonde weiter zu schieben, niemals stärkere Gewalt angewendet werden, vielmehr zieht man die Sonde etwas zurück und sucht sie nochmals mit aller Vorsicht vorzuschieben.
Das wesentlichste Ergebniss der Sondenuntersuchung bildet der Nachweis der Passirbarkeit oder Niohtpassirbarkeit des Scbhindes bis zum Magen. Der Sitz des Hindernisses wird nach der Länge des eingeführten Sondenstücks bestimmt. Ob das Hinderniss ein absolutes oder partielles, ein bleibendes oder vorübergehendes ist, lässt sich aus der Stärke des Widerstandes, sowie durch wiederholte Untersuchungen feststellen. Bei Divertikeln kommt es zuweilen je nach ihrem Füllungszustande vor, dass dieselben zeitweise passirbar, dann wieder nicht passirbar sind. Zuweilen erhält man ferner bei grossen Divertikeln das Gefühl, als ob die Sonde sich in einem grösseren freien Raum befinde.
Kropf. Beim Gellügel ist i3ie Untersuchung des Kropfes von praktischer Bedeutung. Ein ungewöhnlich langsames Entleeron desselben beobachtet man beim Magenkatarrh. Als weichen Kropf bezeichnet man die Veränderungen beim Katarrh der Kroplsehloimbaut: weiche oder puffige Anschwellung mit tyinpanitischem Percussionston, Entfernbarkeit der angesammelten übelriechenden Gase durch manuellen Druck. Der harte Kropf (Kropfverstopfang) iiussert sieh durch die oft ungewöhnlich starke Ausdehnung des Kropfes, der sich derb und hart anfühlt in Eolge Anschoppung mit hartem und trockenem Futter und mit Fremdkörpern. Durch Druck lassen sich zuweilen missfilrbige, übelriechende Futtermassen und Flüssigkeit aus dem Schnabel entleeren.
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4. Die Futter- und (Ictriinkiinfiiiihme.
Allgemeines. Die Untersuchung der Futter- und Getränk; aufnähme ist für die Diagnostik der inneren Krankheiten bei allen Hausthieren von grösster Wichtigkeit. Die richtige Beurtheilung der bei der Nahrungsaufnahme beobachteten Störungen ist nicht immer leicht und erfordert neben diätetiseben Kenntnissen eine gewisse praktische Erfahrung im Umgänge mit den Hausthieren. Die krankhaften Veränderungen der Nahrungsaufnahme können sich nach zwei Seiten hin geltend machen, nämlich nach der quantitativen
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Futteraufnahme.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;257
und nach der qualitativen. In quantitativer Beziehung kommen die Menge der aufgenommenen Nahrung, d. h. der Appetit, in qualitativer die Art und Weise der Putteraul'nuhme, sowie Vcrirrungen des Appetits in Betracht. Wenn es irgendwie möglich ist, soll der Thierarzt die Nahrungsaufnahme aus eigener Anschauung und nicht hloss anamnestisch kennen lernen und gleichzeitig immer auch eine genaue Besichtigung des verabreichten Futters und Getränkes vornehmen.
Appetit auf Futter. Uie Lebhaftigkeit des Appetits, die rasche Aufnahme des Putters, die aufgenommene Menge desselben ist schon bei gesunden Thieren eine sehr wechselnde. Individuelle Eigentliiimlichkeitcn, Rasseverschiedenheiten, Futterwechsel, Arbeitsleistung, .Jahreszeit, Beschaffenheit des Futters, Art der Fütterung bedingen ein so starkes Schwanken des Appetits innerhalb physiologischer Grenzen, dass es nicht immer leicht ist, das Normale vom Krankhaften zu unterscheiden. Einige Beispiele mögen dieses erläutern. Manche Pferde sind notorisch gute Fresserquot; gegenüber anderen in demselben Stalle befindlichen, unter denselben Verhältnissen lobenden, derselben Rasse angehörigen. Werden Kühe in Stallungen mit Schlempefütterung verbracht, so versagen einzelne Individuen oft G8 Tage hindurch das Putter, bis sie sich daran gewöhnen. Manche Pferde fressen den Hafer nur, wenn gleichzeitig Heu mitgefüttert wird. Werden innerlich gesunde Hunde an fremde Orte verbracht, so namentlich in Kliniken, so zeigen sie oft mehrere Tage hindurch eine schlechtere, selbst vollständig unterdrückte Putter-aufnahme, Dasselbe beobachtet man bei Kühen nach dem Ankaufe oder nach Wegnahme des Kalbes.
Eben so viele Factoren beeinflussen die Futteraufnahme der kranken Thiero. Bei einer und derselben Krankheit zeigen einzelne Thiere (z. B. edle Pferde) gänzliches Sistiren des Appetits, während andere (gemeine) noch relativ gut fressen. Im Allgemeinen gilt aber der Satz, dass bei allen erheblichen inneren Krankheiten, sowie bei den meisten gastrischen Affectionen der Appetit vermindert oder aufgehoben ist. Auch hier kommen indessen Ausnahmen vor. So zeigen druse- und brust-seuobekranke Pferde oder staupekranke Hunde zuweilen im Anfange der Krankheit trotz holier Temperatur noch guten Appetit; dasselbe beobachtet man bei hochgradigen aseptischen Wundfiebern, z, B. nach der Castration, sowie nach anderen Operationen, Beim Darm-
Fiiedberger u. Fröliner, Klinische Untersuoliungsmethode.ii. 2. Aufl. 17
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258nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Alienirtor Appetit.
katarrh ist ebenfalls der Appetit häufig auch normal. In einzelnen Krankheiten kann der Appetit sogar gesteigert sein, so bei der Zuckerharnruhr und in manchen Fällen von Bandwurmkrankheit. Von den verscliiedenen Störungen des Appetits werden in der klinischen Praxis als Untertbrmen unterschieden:
a)nbsp; nbsp; nbsp;der verminderte Appetit. Verschiedene Variationen desselben sind: anfangs lebhafter Appetit bei ungenügender Futteraufnahme; unlustiger, träger Appetit mit abnorm langsamem Fressen^ jedoch bei genügender Futteraufnahme; unlustiger Appetit bei ungenügender Flitteraufnahme;
b)nbsp; nbsp;der wechselnde Appetit, wie er namentlich bei chronischen Krankheiten der Verdauungsorgane beobachtet wird;
c)nbsp; der völlig aufgehobene Appetit;
d)nbsp; nbsp;der abnorm gesteigerte Appetit.
Appetit auf Wasser. AVie der Hunger, so ist auch der Durst schon bei gesunden Thieren innerhalb physiologischer Grenzen von sehr verscliiedenen Momenten abhängig. Als solche sind zu nennen: Individualität, Thiergattung, Fütterungsart (Trockenfütterung, Grünfütterung, Schlempefütterung), Temperatur und Feuchtigkeitsgehalt der Luft, Arbeitsleistung. Kei kranken Thieren unterscheidet man:
a)nbsp; nbsp;den verminderten Durst, welcher bei vielen leichteren und mittelgradigen Krankheiten vorkommt;
b)nbsp; den aufgehobenen Durst, welcher bei den meisten schweren Krankheiten, sowie bei vielen Gehirnkrankheiten mit psychischer Depression nachweisbar ist;
c)nbsp; nbsp;den vermehrten Durst, welcher nach heftigen Diarrhöen, bei der Euhr, im Verlaufe der Kochsalz-, Glaubersalz-, Härings-laken-, Pilz- und Fleischvergiftung, nach profusen Schweissen, beim Diabetes mellitus und insipidus, bei der chronischen interstitiellen Nephritis, bei grosser Trockenheit in der Maulhöhle und in äusserst charakteristischer quot;Weise beim Magenkatarrh der Hunde beobachtet wird.
Alienirter Appetit. Als alienirten, verirrten oder perversen Appetit bezeichnet man die Veränderung des Hungergefühls nach der qualitativen Seite hin (Gelüste). Der Nachweis eines derartigen veränderten Appetits ist in vielen Fällen für die Diagnose gewisser Krankheiten, so namentlich der Lecksucht des Kindes und des quot;Wollefressens der Schafe, von grosser Bedeutung. Man muss indessen wohl unterscheiden zwischen den wirklichen krankhaften Gelüsten
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Störungen im Kauen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;259
oder Geschmacksverirrungen und zwischen Spielerei hezw. Untugend. Die Bestimmung der Grenze zwischen beiden ist nicht immer leicht und es müssen alle Umstände, hauptsächlich ahor das Allgemeinbefinden der Thiere, wohl berücksichtigt werden.
Viele gesunde Thiere, namentlich die jüngeren, zeigen theils aus Spielerei und Untugend, theils aus individueller Gesclimacks-caprice oft die sonderbarsten Geschmacksäusserungen. Hierher gehört #9632;/,. B. das Sandfressen der Ilemonten, eine aus Langeweile und Spielerei hervorgegangene Untugend. Junge Hunde benagen und verzehren, insbesondere während des Zahn wechseis, die allerver-schiedensten Gegenstände, desgleichen junge Pferde. Auch gesunde Kühe belecken und benagen mit Vorliebe und aus Neugierde fremde Gegenstände, so namentlich die Kleider fremder Personen, sowie spitze und stumpfe Fremdkörper aller Art, welche womöglich verschluckt werden. Hunde fressen zum Zeitvertreib Gras oder zeigen eine absonderliche Vorliebe für faule Knochen und Pleischtheile, ja selbst für Menschenkoth. Manche Hühner, Papageien und Kanarienvögel unterhalten sich mit Ausziehen ihrer Federn, Schafe haben oft Vorliebe für Wollbüschel, welche sie den Nachbarthieren ausrupfen. Alle diese Erscheinungen können nicht als Krankheit aufgefasst werden, weil und solange das Allgemeinbefinden und vor Allem die Futteraufnahme dabei ganz normal sind.
Dagegen müssen als entschieden krankhaft diejenigen Gelüste bezeichnet werden, welche aus inneren Ursachen, nämlich aus Verdauungsstörungen, aus abnormer Blutbeschaffenheit und aus gewissen nervösen Alterationen hervorgehen, und bei welchen das Allgemeinbefinden immer mehr oder weniger gestört ist. Hieher gehört die Leck sucht der Rinder, das Wollefressen der Schafe, das Ferkelfressen der Schweine, das Fressen der Nachgeburt bei den Wiederkäuern. Von grösster diagnostischer Bedeutung ist endlich die Alienation des Geschmackes bei der Wuth, welche sich in der Aufnahme der heterogensten Stoffe äussert (Holz, Steine, Stroh, Mist u. s. w.).
Störungen im Eauen. Einige Krankheitszustände erschweren oder verhindern zunächst die Aufnahme, das Erfassen des Futters. Beim Pferde wird der Act der Futteraufnalnne erschwert durch Schwellung und Lähmung der Lippen, behinderte Beweglichkeit der Zunge und der Kiefer, sowie insbesondere das Grasen durch Anomalien des Schneidezahngebisses (Hechtmaul, Karpfenmaul, schiefes,
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9(30nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Störungen im Kauen.
abgenütztes Gebiss, Zabnlückcn); beim Rind und Schwein durch Schwellung, Lähmung, Verkürzung der Zunge, beim Fleischfresser durch Lähmung der Kiefer. Die Aufnahme von Wasser und flüssiger Nahrung wird bei den Pflanzenfressern am meisten durch Lähmung der Lippen, bei den Fleischfressern durch Lähmung der Zunge beeinträchtigt.
Störungen im Kauen und Einspeicheln des Futters werden durch verschiedenartige Ursachen veranlasst. Auch hier bestehen schon bei gesunden Thieren wesentliche Verschiedenheiten. So zerkauen die Wiederkäuer im Gegensatze zum Pferde das Futter bei der Aufnahme nur oberflächlich, auch Hunde verschlucken dasselbe im Gegensatze zu Katzen in ziemlich grossen Stücken. Gierige Fresser, insbesondere futterneidische Thiere kauen rasch und hastig, ohne den einzelnen Bissen ausgiebig zu zerkleinern. Bei trockenem Körnerfutter, besonders wenn dasselbe mit Häcksel gemischt ist, wird das Kauen und Einspeicheln viel intensiver ausgeführt, als bei angefeuchtetem oder weichem Futter. Alte Thiere kauen im Allgemeinen langsamer und schwächer als junge, dasselbe beobachtet man bei mageren und heruntergekommenen Thieren.
Von Krankheitsursachen, welche Störungen im Kauen bedingen, sind zunächst zu erwähnen Anschwellungen am Kopfe, namentlich starke Schwellung der Lippen, der Zunge, der Backenwandungen, der Kieferknochen, sowie der Schleimhaut der Maul- und Rachenhöhle. Ausserdem kommen in Betracht Lähmung und Krampf der Kaumuskeln, Lähmungen der Zunge, Krankheiten und fehlerhafte Zustände der Backzähne. Endlich ist das Kaugeschäft verlangsamt bei allen schweren Krankheiten, besonders auch bei Gehirnkrankheiten, namentlich heim Dummkoller. Eine häufige Erscheinung des gestörten Kaucns ist das Fallenlassen oder Aus-stossen von halbgekauten Futterbissen; man findet dasselbe nicht etwa bloss bei Zahnkrankheiten, sondern auch bei Trismus, Läh-mungszuständen, Pharyngiten. Beim Eindringen von Fremdkörpern zwischen die Backzähne, sowie bei scharfen Zahnspitzen ziehen manche Pferde den Hinterkiefer ungewöhnlich stark ab und werfen den Bissen von einer Seite der Maulhöhle zur anderen (sog. hohes Kauenquot;). Als eigenthümliche beim Kauen zuweilen auftretende Geräusche sind zu nennen das schmatzende oder schnalzende Geräusch, wie es in Folge Ansammlung grösserer Flüssigkeitsmengen bei der Pharyngitis und beim Tetanus der Pferde, sowie in sehr charakteristischer Weise bei der Maulseuche des Rindes beobachtet
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Störungen Im Absohlingen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;261
wird, ferner das Zilhneknirschen. Letzteros hat einen sehr verschiedenen Ursprung. Zuweilen findet man es als Ausdruck hochgradiger Schmerzen, namentlich bei Kolik. Ausserdem kommt es vor im Verlaufe der Gehirnentzündung und mancher Vergiftungen bei Schweinen und Ziegen, beim Genickkrampf des Schafes, beim Roth-lauf des Schweines, beim chronischen Magen-Darmkatarrh des Rindes und endlich bei vielen schweren innerlichen Krankheiten der Pferde, wenn sich in der Maulhöhle nur wenige Haferkörner befinden, so dass beim Kauen ein Knirschen in Folge Aufeinanderreibens der Backzähne entsteht.
Störungen im Abschlingen. Die Erscheinungen sind je nach dem Grade der Schlingbeschwerden sehr verschieden. Zunächst erfolgt das erschwerte Abschlingen unter mehr oder weniger ausgeprägtem Strecken des Kopfes und Halses im Momente des Schluckaktes, wobei insbesondere die kleineren Hausthiere den Kopf und Hals auch stark senken. Daneben kann man zuweilen schmerz-liafte, zuckende Bewegungen mit dem Kopfe beobachten. In allen höheren Graden von Schlingbeschwerden tritt sodann Hegurgitiren auf, das heisst der Inhalt der Maulhöhle gelangt zum Theil durch die Choanen in die Nasenhöhle und von da nach aussen. Am leichtesten wird Flüssigkeit regurgitirt; es kann sogar vorkommen; dass bei einzelnen gesunden Pferden und Rindern nach heftigem Trinken ein Theil des Wassers durch die Nasenhöhle zurückfliesst. AVenu gekautes Futter regurgitirt wird, so beweist dies immer einen hohen Grad der Schlingbeschwerden. Sonstige Erscheinungen sind: Herausfallen oder Ausstossen von Futterballen, Geifern, Speicheln, Husten und zuweilen gurgelnde Geräusche im Pharynx.
Die Ursachen des erschwerten Abschlingens sind zu suchen in entzündlichen Processen in der Rachenhöhle, in Stenosirung des Isthmus faucium durch Geschwülste oder Abscesse, sowie in Krampf und Lähmung der Schlingmuskulatur. Die einzelnen in Betracht kommenden Krankheiten sind die verschiedenen Formen der Pharyngitis, Druse mit rotropharyngealen Lymphdrüsenabscessen, Petechialfieber, Rachenaktinomykome, tuberkulöse Entartung der Lymphdrüsen in der Umgebung des Schlundkopfes, Rachensarkome, Milzbrand, Gebärparese, Wuth, Pilz- und Toxinevergiftungen, Gehirnentzündung, progressive Bulbär-paralyse, Trichinose, Starrkrampf, Genickkrampf u. s. w.
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2()2nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Unphysiologlsohe Nahrungsaufnahme.
Unphysiologische Nahrungsaufnahme bei Gehirnkrankheiten. Das unphyslologisohe Aufnehmen tier Nahrung hat beim Pferde eine wesentliche Bedeutung für die Diagnose gewisser Gehirnkrankheiten. Als solche sind zu nennen vor Allem fler Dummkoller, sodann die acute Geliirn Wassersucht und die G ehirnhyperäinie. Die un-regeimässige Nahrungsaufnahme ist die Folge gestörten Bewusstseins und äussert sich je nach dem Grade der psychischen Depression in verschiedenen Erscheinungen, So suchen manche dummkollerigo Pferde das Kurzfutter mit den Schneidezähnen zu fassen, wobei die Futteraufnahme eigenthümlich beissend, schnappend, stossend geschieht. Andere bleiben mit dem Maule gerne an einer Stelle, meist in einer Barrenecke und fressen successive von hier von der gemachten Lücke im Futter aus weiter. Dabei unterbrechen sie öfters und ohne äussere Veranlassung das Kauen und machen längere Pausen im Kauen, obwohl sie Putter im Maule haben, indem sie sich seeunden-bis minutenlang und länger vergessen. Das Kauen geschieht oft langsamer, in anderen Fällen hastiger als bei gesunden Pferden; im letzteren Falle kann bisweilen beobachtet werden, dass das Kauen mit ungewöhnlichem, unvorhältnissmässigein Kraftaufwands (stark knirschend) geschieht. Lang- oder Rauhfutter nehmen gehirnkranke Pferde häufig nicht gerne aus der Baufe, sondern lieber aus dem Barren oder vom Boden. Oft sieht man die Pferde, wenn sie zu nahe am Barren stehen, beim Herabholen des Heus aus der Baufe Kopf und Hals sehr stark seitlich abbiegen oder verdrehen. Der Kopf wird dabei mehr langsam, nicht selten ruckweise gehoben, das Futter aus der Baufe, ohne zu wählen, in ungewöhnlich grossen Portionen (Wischen) gefasst und herabgezogen. Das Kauen geschieht vielfach derart, dass der erfasste Wisch mit ruhig gehaltenem Kopfe bei einer gewissen Monotonie der Mahlhewegungen zerkleinert wird. Haben solche Pferde einen grösseren Wisch von Heu zufällig an einem Ende gefasst, während das andere Ende verschieden lange aus der Maulspalte hängt, so kauen sie einförmig fort, bis der letztgenannte Tbcil allmählich in die Maulhöhle hereingezogen (hereingesponnen) ist. Nicht selten greifen sie ferner auch bei nicht hastigem Fressen, obwohl sie noch einen grösseren Theil Futter in der Maul-höhle haben, schon wieder nach einem AVisch. Das sog. Aussetzen oder Vergessen, das heisst die Unterbrechung des Kauens ohne äussere Veranlassung, äussert sich darin, dass die Thiere mit dem theilweise aus der Maulspalte heraushängenden Wische wie lauschend oder auch selbst mit auf dem Krippengrunde oder Krippenrande auf-
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Wiederkäuen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;263
gestütztem Kopfe unbeweglich dastehen. Auch nacli dem Verzehren eines Wisches oder des Futters überhaupt sieht man häufig einen oder mehrere Hahne von Heu, Stroh oder Gras ol't stundenlang aus der Maulspalte ragen, als Zeichen, dass dies den Thieren nicht zum Bewusstsein kommt.
Bei der Wasser auf nah me wird das Maul meist ungewöhnlich tief in die Flüssigkeit gesenkt, bis zur Mitte der Nasenöffimngen, ja selbst über dieselbe und noch tiefer. Zuweilen saufen die Pferde oder versuchen zu saufen unter eigenthümlich schnappenden und kauenden Bewegungen. Auch saufen sie lieber vom Boden als von der Krippe aus.
In differentialdiagnostischer Beziehung hat man sich zu erinnern, dass eine ähnliche eigenthümliche Futtcraufnahme, namentlich ein häufiges Aussetzen mit dem Kauen, auch bei zahnkranken Pferden vorkommt und dass gerade junge Pferde beim Trinken ebenfalls häufig den Kopf auffallend tief in den Eimer senken oder ein eigenartiges Hineinbeissen ins Futter zeigen.
5. Bas Wiederkäuen.
Physiologische Bemerkungen. Das Wiederkäuen verdient bei der Untersuchung kranker Rinder, Schafe und Ziegen die grösste Beachtung, da es einerseits bei den verschiedensten Krankheits-üiiständen Störungen aufweist, andererseits durch seine Unterbrechung gastrische Affoctionen hervorgerufen werden. Zur richtigen Be-urtheilung des gestörten Wiederkauens ist die genaue Kenntniss der normalen physiologischen Verhältnisse unumgänglich nothwendig. Diese sind z. B. beim Arbeitsrinde wesentlich andere, als beim Stallvieh. Das Wiederkäuen geschieht nämlich am ausgiebigsten im ruhigen Liegen, dagegen ist es bei schwerer Arbeit und schnellem Gange meist sistirt. Schafe kauen im Allgemeinen sorgfältiger als Rinder; Grünfutter wird schneller gekaut als Trockenflitter. Die Zahl der Kieferbewegungen pro Bolus beträgt beim Rind und den Übrigen Wiederkäuern circa 60, pro Mahlzeit nimmt das Wiederkäuen etwa 12 Stunden in Anspruch. Im Uebrigen kommen schon bei gesunden Thieren nicht unerhebliche Schwankungen und Abweichungen vor. Gcringgradige Störungen des Wiederkauens lassen sich daher immer nur schwer feststellen, und muss zur Annahme eines krankhaften Zustandes gewöhnlich das Wiederkäuen erheblich beeinträchtigt sein.
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2C4nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Wiederkäuen.
Störungen des Wiederkauens. Die krankhaften Störungen des Wiederkauens können sich beziehen auf die Häufigkeit der Rumination) auf die Dauer des Kauaktes und auf die Zahl der einzelnen Kieferbewegungen beim Kauen. Der höchste Grad der Störung besteht in vollständigem andauerndem Aufhören des Wiederkauens, geringere Grade äussern sich in seltenem und unlustigem Wiederkäuen, bei -welchem nur wenige Bissen ruminirt, und diese nur durch eine geringe Zahl von Mahlbewegungen zerkleinert werden.
Die Krankheiten, welche eine Störung des Wiederkauens bedingen, sind ausserordentlich zahlreich, Dabei steht der Grad der Störung des Wiederkauens im directen Verhilltniss zum Grade der Krankheit. Im Einzelnen ist zu bemerken, dass schon übermässige Anstrengungen und Aufregungen das Wiederkäuen sehr stören können. Sodann beeinflussen alle mit Pieber verlaufenden Krankheitszustände, alle irgendwie erheblichen acuten und chronischen Erkrankungen des Magens und des Darmes, alle schmerzhaften chirurgischen Leiden, alle mit Cachexie verlaufenden Krankheiten, viele Gehirnstörungen etc. das Wiederkäuen mehr oder weniger, indem sie dasselbe entweder verlangsamen oder sistiren.
Störungen beim Rülpsen. Das Rülpsen (Ructus) stellt einen physiologischen Vorgang zur Entleerung der Magengase durch Schlund und Maulhöhle beim Kind dar. Störungen desselben kommen nach verschiedenen Eichtungen vor. Ein ungewöhnlich häufiges und laut hörbares Rülpsen beobachtet man bei intensiven Gährungs-processen im Magen, sowie in leichten Graden von Tympanitis; dasselbe ist geradezu von pathognostischer Bedeutung. Vollständiges Aufhören des Rülpsens findet man bei Compression des Schlundes durch Geschwülste, namentlich durch tuberkulös entartete Media-stinaldrüseu, sowie bei hochgradiger Tympanitis. Endlich werden bei Verdauungsstörungen, wenn das Futter längere Zeit im Magen liegen bleibt, die Ructus zuweilen auffallend übelriechend. Hiebe! muss jedoch berücksichtigt werden, dass die Ructus schon bei gesunden Thieren je nach der Fütterung einen verschiedenartigen Geruch zeigen.
6. Das Erbrechen.
Physiologisches. Das Erbrechen besteht in einer unwillkürlichen Entleerung des Magens und Vorderdarms, welche im Wesentlichen durch
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Erbrechen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;2G5
stossweise Contractionen dos Magens, Zwerchfells und der Bauchpresse bewirkt wird, wodurch der Mageninhalt bei gleichzeitiger Oeifnung der Cardia nach oben entleert wird. Die Thiltigkeit des Magens, Zwerchfells und der Bauchpresse wilhrend des Brechactes ist von verschiedenen Centren, so namentlich von dem im verlängerten Marke gelegenen Brechcentrum abhängig. Dieses letztere Centrum ist sowohl reflectorisch, also von der Peripherie aus, als auch direct, also vom verlängerten Mark aus, erregbar. Reflectorischesquot; Erbrechen entsteht nach Reizung der peripheren Vagus-endigungen des Magens, der Rachenhöhle, des Zungengrundes, des Schlundes, seltener des Darmes, des Uterus u. s. w. Centralesquot; Erbrechen beobachtet man bei Gehirnkrankbeiten, bei Urämie und anderen Vergiftungen (Apouiorphin).
Die Leichtigkeit oder Schwierigkeit des Erbrechens ist bei den einzelnen Hausthiergattungen eine verschiedene, je nach der anatomischen Be-schafl'enheit und dem Füllungszustande des Magens. Am leichtesten erbrechen sich Fleischfresser, Schweine und Geflügel, weniger leicht die Wiederkäuer, am schwersten das Pferd. Während bei ersteren der Magen mehr darmähiilich , mit kleinem Blindsack versehen, und der Schlund am Uebergang in den Magen weit, trichterförmig und dabei dünnwandig ist, wird beim Pferd das Erbrechen für gewöhnlich verhindert durch die Kleinheit des Magens. Dieselbe hat zur Folge, dass der Magen sogar in gefülltem Zustande nicht immer der unteren Bauchwandung aufliegt und daher mittelst der Bauchpresse nicht erreichbar ist. Ausserdem wird das Erbrechen erschwert durch die schiefe Einpflanzung des Schlundes in den Magen und den Umstand, dass der Schlund nahe der Einmündung in den Magen nicht erweitert, sondern sehr eng und dickhäutig ist. Endlich kommen als Hindernisse für das Erbrechen beim Pferd in Betracht das Vorhandensein eines förmlichen Sohliessmuskels an der Cardia, der stark entwickelte Blind sack und das nahe Beisammen liegen des Pylorus und der Cardia. Letzterer Umstand bewirkt, dass der Zwerchfellsdruck auf beide gleichzeitig einwirkt, und dass bei dem festen Schlüsse der Cardia und dem lockeren des Pylorus ein auf den Magen ausgeübter Druck den Mageninhalt nicht in den Schlund, sondern in den Zwölffingerdarm treibt.
Bei manchen Schlundkrankheiten, namentlich bei Schlunddivertikeln, findet unter Brechbewogungen eine Entleerung nicht des Mageninhaltes, sondern des Divertikelinhaltes statt. Dieses Erbrechen stellt eigentlich bloss eine krampfhafte antiperistaltischc Schlundbewegung dar und muss vom eigentlichen Erbrechen unterschieden werden.
Klinische Erscheinungen beim Brechact. Bei den einzelnen Hausthiergattungen geht das Erbrechen in verschiedener Weise vor sich. Zunächst bestellt ein wesentlicher Unterschied in den Erscheinungen beim Pferd und Wiederkäuer, indem das lange Gaumensegel des Pferdes zur Folge hat, dass oft nahezu alles Erbrochene aus den Nasenöffnungen entleert wird, während dies bei den Wiederkäuern, wie auch hei den Carnivoren und Omnivoren durch das Maul stattfindet. Die Einzelerscheinungen speciell beim Pferde sind folgende. Unter krampfhaften Contractionen der Bauchpresse und der Halsmuskeln, sowie unter Anziehen des Kopfes an die Brust und Senken des Halses entleert sich aus Nase und Maul entweder stossweise oder
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206nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Erbrochen.
ohne besondere Anstrengung eine meist griingelhliche, sclmumige, sauer riechende Flüssigkeit von verschiedener (Jonsistenz. je nach der Beschaffenheit des aufgenommenen Futters. Die Menge ist sehr wechselnd; zuweilen wird auf einmal ein ganzer Stalleimer voll Mageninhalt entleert, manchmal dauert das Erbrechen mehrere Stunden hinter einander und es kommt dabei nur wenig Flüssigkeit zum Vorschein. Während des Brechactes schwitzen die Thiere, stellen die Füsse unter den Leib und zeigen einen stieren, glotzenden Blick; nach dem Erbrechen sind sie meist sehr erschöpft, schwanken und zittern, husten wohl auch noch längere Zeit hindurch. In manchen Fällen kommt es nicht zu vollständigem Erbrechen, sondern nur zu Speicheln, Hecken, Würgen und ßülpsen. Bei den Carnivoren und Omnivoren wird das weit geöffnete Maul während des Erbrechens dem Boden nahe gebracht. Bezüglich der Zeit des Eintritts des Erbrechens nach der Futter- oder Wasseraufnabme ist bekannt, dass bei acuten entzündlichen Magenaffectionon, so bei Magenkatarrh oder Magenentzündung der Hunde, das Erbrechen sehr rasch der Futter- oder Wasseraufnahme folgt. Auch bei Schlundkrankheiten schliesst es sich meist der Futteraufnahme an. Dagegen tritt es z. B. bei Magenüberladung und Darmstenosen erst längere Zeit nach dem Fressen auf. Das Erbrechen kann ferner einmalig und vorübergehend sein oder längere Zeit hindurch anhalten und sich häufig wiederholen. Hartnäckiges, wiederholtes Erbrechen beobachtet man bei Magengeschwüren, Magenkrebs, Darmstenosen, vorübergehendes bei Magenüberfüllung, acutem Magenkatarrh etc. Das Erbrechen beim Pferde ist meist ein einmaliges, doch kann auch häufiges Erbrechen vorkommen. So erbrach sich beispielsweise ein kolikkrankes Pferd 11 mal innerhalb einer Stunde, worauf es genas (Clauss, Sachs. Jahresbericht 185G).
Diagnostische Bedeutung des Erbrechens. Sieht man von der Rumination der Wiederkäuer ab, welche einen dem Erbrechen zwar verwandten, aber doch wieder wesentlich verschiedenen physiologischen Vorgang darstellt, so muss das Erbrechen bei allen unseren Hausthieren stets als ein pathologischer Vorgang aufgefasst werden. Kein physiologisches Erbrechen kommt in der Thierwelt ausschliesslich bei Raubvögeln und Bienen vor. Die Ursachen des Erbrechens sind sehr zahlreich. Aus diesem Grunde besitzt das Erbrechen nur eine ganz allgemeine diagnostische, keineswegs eine pathognostisebe Bedeutung. Die wichtigsten Krank-
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Erbreclien.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 267
heitszustände, welche Veranlassung zum Erbrechen geben, sind folgende:
a)nbsp; nbsp;Fremdkörper in der Baohenböhle und am Zungenquot; gründe. Am häufigsten findet man sie bei Hunden und Katzen. Sie bestehen aus Knochonstücken, Fischgräten, Nadeln, aufgenommenem Gras etc. Hierher gehört das Erbrochen, das beim Hunde so häufig im unmittelbaren Anschluss an heftige Hustenanfälle beobachtet wird. Den Fremdkörper bildet hierbei der aus den Luftwegen ausgostossene zähe Schleim, welcher die Schleimhaut der liachenhöhle reizt, so dass reflectorisch Erbrechen zu Stande kommt.
b)nbsp; nbsp;Sohlundkrankheiten. Als solche sind zu nennen: Direr-tikel, Stenosen, Entzündungen und Krämpfe des Schlundes. Hierher gehört auch das Erbrechen des Geflügels im Verlaufe von Kropfkrankheiten, so bei Verstopfung, Unverdaulichkeit und Ueberfiillung des Kropfes.
c)nbsp; nbsp;Magenaffectionen. In erster Linie ist die Magenüberfüllung zu erwähnen. Dieselbe bedingt am häufigsten beim Hunde, seltener bei Katzen Erbrechen. Auch beim Rinde kann Pansenüberfüllung oder starke Gasansammlung im Pansen Erbrechen verursachen. Beim Pferde beobachtet man im Verlaufe der Magen-Überfüllung ebenfalls zuweilen Aufstossen, Würgen und Erbrochen. In prognostischer Beziehung ist dieses Erbrechen beim Pferde immerhin vorsichtig zu beurtheilen, da es nicht selten mit einer Magenruptur im Zusammenhang steht; in zahlreichen anderen Fällen ist allerdings keinerlei Nachtheil davon wahrzunehmen. Andere bei den Carnivoren und Omnivoren mit Erbrochen verlaufende Magenkrankheiten sind Katarrh, Hyperämie, Entzündung der Magenschleimhaut, Magengeschwüre und Magenkrebs. Sodann beobachtet man Erbrechen nach der Aufnahme sehr vieler Gifte, namentlich
1nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; der Aoria und Acria-Narcotica, nach der Application von Brech-
mitteln, bei Verletzung des Pylorus durch eingekeilte Fremdkörper oder Tumoren, sowie bei Hindernissen für die normale Fortbewegung des Magen- und Darminhaltes. Hinsichtlich der Beziehungen der Magenruptur zum Erbrechen beim Pferde muss zwischen completer und incomplete!' Zorreissung des Magens unterschieden werden. Bei nur theilweiser Ruptur der Magenwandungen findet eine Erschlaffung oder Lähmung der Cardia statt, so dass eine Entleerung des Mageninhaltes als Folge der Magenruptur möglich ist. Dagegen ist es selbstverständlich unmöglich, dass bei einer totalen Zerreissung des Magens und Austritt des Mageninhaltes in
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2(38nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Erbrechen,
die Bauchhöhle der letztere gleichzeitig oder später durch Erhrechen entleert werden kann. Im letzteren Falle kann vielmehr etwa vorhandenes Erhrechen nur die Ursache, nicht aber die Folge der Magenruptur sein.
d)nbsp; nbsp;Darmkrankhoiten. Die grösste Bedeutung für das Zustandekommen des Erbrechens haben Hindernisse bezüglich der normalen Fortbewegung des Darminhaltes. Dieselben bestehen in Fremdkörpern, Jnvaginationen, Vcrschlingungen, Ver-drebungen, Stricturen und sonstigen Stenosen des Darmes. In Folge der hierdurch bedingten rückläufigen, antiperistaltischen Darmbewegung kommt es theils zu einer indirecten Magenüberfüllung, tbeils zu fortgeleiteten Contractionen der Magenwandungen. Man findet dieses Erbrechen am häufigsten heim Hunde (Heus, Miserere). Sonstige mit Erbrechen verlaufende Darmkrankheiten sind Darmkatarrhe (selten), Enteriten, Eingeweidewürmer.
e)nbsp; Erkrankungen der Hinterleibsorgane. Arereinzelt beobachtet man Erbrechen bei Peritonitis, Zwerchfellentzündung, Nieren-, Leber- und Uterus-Krankheiten.
f)nbsp; Gehirnkrankbeiten. Die wichtigste derselben ist die Gehirnentzündung, welche beim Hunde zuweilen im ersten Stadium durch Erregung des Brechcentrums Erbrechen bedingt. Centrale Heizung findet ferner bei Urämie statt. Endlicb beobachtet man im Beginne mancher acuter Infectionskrankheiten Erbrechen als Ausdruck von Gehirnreizung. Hierher gehören die Staupe der Hunde und Katzen, das Nesselfieber und der Stäbchenrothlauf der Schweine, das Gefiügcltyphoid und andere.
Untersuchung des Erbrochenen. Es kommen in Betracht die Menge, das makroskopische Aussehen, der Geruch, die Reaction und die mikroskopische Untersuchung des Erbrochenen.
Die Menge des Erbrochenen ist sehr wechselnd. Bald werden nur ganz kleine Mengen, bald sehr grosse Massen erbrochen. Letzteres beobachtet man bei Magenüberfüllung, wobei Pferde einen ganzen Stalleimer oder Barren voll erbrechen können; ersteres findet man bei länger bestehendem Erbrechen und bei leerem Magen.
Das makroskopische Ausseben des Erbrochenen ist verschieden je nach der Beschaffenheit des Futters, dem Füllungszustande des Magens und dem Stadium der Verdauung, sowie den Beimengungen, Beim Pferde stellt das Erbrochene einen dünnen oder dicken Futterbrei von verschiedenartig grüner Farbe oder eine
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Erbrechen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;269
grünliche Flüssigkeit mit spärlichen Futterpartikeln chir; das Erbrochene ist oft schaumig. Beim Rind bestellt das Erbrochene aus sehr groben Futtertbeilen. Beim Fleischfresser und Schwein wird bei gefülltem Magen entweder eine grössere Menge von Flüssigkeit (sog. wässeriges Erbrechen) oder von Futterbrei, bei leerem Magen dagegen eine geringe Menge wässeriger Flüssigkeit oder eine sehr zähe, fadenziehende, glasige, klebrige, meist weiss gefärbte Schleimmasse erbrochen (sog. schleimiges Erbrechen).
Von besonderer Bedeutung sind abnorme Beimengungen im Erbrochenen. Als solche sind zu erwähnen verschiedenartige Fremdkörper und Würmer (Spulwürmer, Bandwürmer, Spiroptera sangui-nolenta) beim Hunde, sowie (lalle beim Fleischfresser und Schweine in Form einer intensiv gelben Flüssigkeit (sog. rein galliges Erbrechen) oder von fleckiger und streifiger Gelbfärbung des Erbrochenen (sog. galliges Erbrechen überhaupt); die Natur der galligen Beimengung lässt sich als solclie durch die Gmelin'sche Probe leicht feststellen. Sehr wichtig sind insbesondere Beimengungen von Blut (sog. blutiges Erbrechen), Das Blut ist dem Erbrochenen entweder nur in Form kleinster Klümpchen oder Streifchen beigemengt, was eine ziemlich unerhebliche, durch die Berstung kleiner Gefässe beim Brechacte bedingte Erscheinung ist, oder es bildet grössere und zahlreiche Blutklümpchen, oder es ist endlich dem Erbrochenen diffus beigemengt, wodurch letzteres eine eigenthümliche gleichmiissig rothe Farbe erhält. Das Erbrechen von grösseren Mengen reinen Blutes bezeichnet man als Blutbrechen (Hämatemcsis), dasselbe weist auf eine starke Magenblutung namentlich aus Geschwüren hin. Die Farbe des erbrochenen Blutes ist gewöhnlich dunkelbraunroth oder chokoladefarbig, sehr selten hellroth; das Blut lässt sich als solches leicht mikroskopisch feststellen. Am häufigsten beobachtet man blutiges Erbrechen beim Hund und zwar im Anschluss an peptische Magengeschwüre, Magenkrebs, häinorrhagische Gastritis in Folge Aufnahme scharfer Gifte, häinorrhagische Diathese, Fremdkörper, Spiroptera sanguinolenta. In einem Falle erfolgte eine profuse Magenblutung durch Perforation eines Aortenaneurysma's in den Magen. Sehr selten sind Magenblutungen beim Pferde, wo sie fast immer auf Magengeschwüre zurückzuführen sind. Das Blutbrechen darf beim Hund nicht verwechselt werden mit dem Erbrechen abgeschluckten Blutes nach Ablecken von Wunden oder abgeschluckter Farbstoffe (Anilinfarben. Kreuzbeersaft), sowie namentlich nicht mit Bluthusten. Beim letzteren ist das entleerte Blut zum Unterschied
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270nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Gähnen.
vom Elutbreclien schaumig und hellroth, auch bestellen bei ersterem deutliche rospiratorischc Störungen sowie Husten.
Der Gerucb des Erbrochenen ist in den meisten Fällen ein saurer (Fettsäuren); sehr selten beobachtet man beim Fleischfresser einen kotbartigen Geruch (Kothbrechen). Einen specifischon Geruch zeigt das Erbrochene bei manchen Vergiftungen (Phosphor, Blausäure, Carbolsäure, Jodoform, Alkohol u. s. w.). Die Reaction des Erbrochenen ist beim Fleischfresser, Schwein und Pferd eine saure, bei den Wiederkäuern dagegen häufig eine alkalische. Beim eigentlichen Blutbrechen kann auch bei den erstgenannten Thieren die Reaction alkalisch werden. Die aus dem Schlünde ausgebrochenen Massen zeigen bei alkalischer Reaction häufig einen üblen, selbst fauligen Geruch; in ihrem sonstigen Ansehen unterscheiden sie sich nicht vom erbrochenen Mageninhalte. Zuweilen findet man auch Schlund- und Mageninhalt gemischt im Erbrochenen. Die mikroskopische Untersuchung des Erbrochenen ist im Allgemeinen von untergeordneter Bedeutung. Sie bezweckt den Nachweis von rothen Blutkörperchen, Epithelzellen, Giftstoffen etc.
Gähnen. Manche Thiere, so besonders Hunde nach dem Aufstehen, Pferde nach dem Pressen, gähnen bei völliger Gesundheit. Jieini Pferde ist jedoch das Gähnen in der Mehrzahl der Fälle eine Krankheitserscheinung, welche auf eine Verstimmung der Magennerven scbliessen lässt. Man findet es daher sehr häufig bei acuton und chronischen Magenkatarrhen, bei manchen fieberhaften [nfectionskrankheiten, bei der sog. Schweinsberger Krankheit. Auch bei Gehirnkrankheiten, namentlich bei der subacuten Gehirnentzündung der Pferde, sowie bei der Wuth der Rinder beobachtet man kürzeres oder längeres, selbst stundenlanges Gähnen.
Stöhnen und Aechzen direct nach der rutteraufnahme hört man zuweilen bei Fremdkörpern im Magen des Kindes. Manchmal indessen nimmt man sie auch bei ganz gesunden Hindern wahr.
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7. Die Untersuchung des Hinterleibs im Allgemeinen. Die Topographie der Baucheingeweide des Pferdes1).
Form der Bauchhöhle. Die Bauchhöhle erstreckt sich vom Zwerchfell bis zum Beckencingang, ein grosser Theil derselben liegt noch innerhalb des Brustkorbes.
Die Ausdehnung der Bauchhöhle in den Brustkorb, Thorax, hinein schwankt ganz erheblich nach der augenblicklichen Respirations-
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') Das Kapitel über die Topographie der Bauehcingcweide (S. 270298) mit den 9 dazu gehörigen Abbildungen ist von Herrn Prof. Dr. Sussdorf bearbeitet worden.
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pbaso und der Ausgiebigkeit dor Atlimung; sie ist. ja wesentlich abhängig von der Lage des an der Respiration so hervorragend hetheiligten Zwerchfells (s. S. 209). Durch die inspiratorische Abflachung des Zwerchfells werden die in dem intrathorakalen Bauchhöhlenabschnitte gelegenen Eingeweide nach ein- bezw. ab- und rückwärts gedrängt; die Lunge schiebt sich an ihrer Stolle an der Wand des Brustkorbes gegen die Insertionslinie des Zwerchfells zurück. Der intrathorakale Bauchraum ist so zu Gunsten des lungenbeherbergenden Urustraumes von vorn her wesentlich verkleinert worden, umgekehrt drängen Hand in Hand mit der exspimtorischen Um-
Via. 43.
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Die Rogionon des Eumpfes etc. A Hals , a lieg, snpraseaiml.. 1) Heg. BUpradavioular.; li infci'- oder suliscapulärer Theil des Thorax, c dorsale Region, d lieg, postcardläl., e Herzgegend; ü jiost-oder infraseapulärer Theil des Thorax, f Riiekenregion, g infrneordinle Gegend; 1 K]iignstriuni, 1 Keg. xiphoid., 1' Kippen-weiche, 2 lieg, paraeliondriae.; 11 Mesogastrium, 3 lieg, unddlical,, 4 lieg, iliae., 4' Hungergruho, 5 Reg. lumbar.; Ill Hypogastrium. 6 Reg. pub., ^ Keg. inguinal.; IV lieckengegend, 8 deren seröser Antheil, 9 Heg. sairal., 10 Heehenlioden; laquo; Schulter, n' Acliselliohle, /? Oherarm, ß' EU-hogenhöcker, y Ijnteraiiu, i llnfthöcker, s tiesiisshöeker, t Oberschenkel, ii Knie, gt;') Untersolienkel; D Medianvcrlauf des exspiratorischeu, D' des inspiratorischen, Uquot; Costalinsertion des Zwerchfells.
fonnurig des Zwerchfells zu der brustwärts gewölbten Kuppel diese Baucheingeweide gegen die Brusthöhle vor und gegen die Brustwandungen heran ; sie leg'en sich der seitlichen Brustwand wenigstens bei maximaler Exspira-tiou in deren ganzem hinteren Dritttheil mit. dem Zwerchfell unmittelbar an; die basalen Lungenpartien dagegen ziehen sich in der ganzen Breite des muskulösen llippentheils des Zwerchfells von dem Insertionsrande dieses Organ es zurück.
Der Beckeneingang stellt, eine schief gelagerte rundliche Oeffnung dar, welche, von der Linea terminalis (innominata) umfasst, dorsal am Promontorium ossis sacri beginnt und ventral in dem vorderen Ende der Schambeinfuge ihren tiefst-, aber gleichzeitig auch hinterstgelegenen Punkt
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aufzuweisen but; derselbe füllt um die Liinge von zwei (beim männlichen) bis vier (beim weiblichen Thiere) Krouzwirbeln hinter das Niveau des vorderen Kreuzbeinendes.
Für die prilcise Definirung der Lage mancher Baucheingeweide gelte hier folgende Bauchhöhlen- und Bauchwand-Ei ntheilung (s. Fig. 43):
1,nbsp; Die vordere Baucliregion, Reg. opigastrica, welche etwa den intrathorakalen Tlieil der Bauchhöhle umfasst, erstreckt sich vom Zwerchfell bis zu einer Segmentalebene, welche die Brust- von der Bauchwirbel-silule scheidet. Sie zerfilllt vermittelst zweier Sagittalebenen, die die mediale Fläche des Oberarmes und Oberschenkels berühren, in a) die mediane Schaufelknorpelgegend, Reg. xiphoidea, und b) die seitlichen Noben-oder Unterrippengegen den, Reg. para- (s. hypo-)chondriaca dextra und sinistra.
2.nbsp; Die mittlere Bauchgegend, Reg. mesogastrica, liegt zwischen der obengenannten Segmentalebene durch die Grenze des letzten Brust-und ersten Bauchwirbeis und einer zweiten Segmentalebene, welche die vordersten Punkte des Beckens (den naso-medialen Winkel des Hüfthockers) tangirt und etwa zwischen dem 4. und 5. Bauchwirbel durchschneidet. Sie enthält a) die mediane Nabelgegend, Reg. umbilioalis, und b) die seitlichen Flankengegenden, Reg. iliaca dextra und sinistra.
8, Die hintere Bauchgegend, Reg. hypogastrica, endlich reicht von der zweiten Segmentalebene bis zum Beckeneingang und beherbergt a) die mediane Schamgegend, Reg. pubis, und b) die seitlichen Leistengegenden, Reg. inguinalis dextra und sinistra.
Dazu kommen an der B a u c h w a n d in der Regie epigastrica die dicht unter dem Rippenbogen beginnende und bis zu der Schaufelknorpelgegend sich erstreckende Hipp en weic he, ferner die von den Bauchwirbeln basirte dorsale Bauchwand als Lendengogend, Reg. lumbalis, die dorsal von den Querfortsät/.en der Bauchwirbel, nasal von der letzten Rippe und ventral von dem schief vor-abwärts absteigenden Rande des Muse, abdomin. obliqu. int. begrenzte Hungergrube, Reg. s. Possa suprailiaca, dann die von letzterem Rande bis zur Kniefalte an der seitlichen Bauchwand herabtretende Flanke und endlich die einwärts voirder Kniefalte bis zur Nabelregion sich erstreckende Flanken weiche.
Der genaueren Lagebeschreibung der einzelnen Baucheingeweide entspricht noch die Zuhilfenahme der Wirbel und Rippen. Dabei ist indess besonders zu beachten, dass die freien Dornfortsatzenden der Brustwirbel mit Rücksicht auf die schiefe Stellung der meisten derselben nicht mit je ihrem Körper zusammenfallen; vielmehr erreichen diejenigen der hier in Betracht kommenden 8.11. Rückenwirbel je die Segmentalebene des kaudalon Endes, die der 12. 14. je die Höhe der Mitte des nächstfolgenden Wirbels; die letzten Brustwirbel- und die Bauchvvirbeldornfort-sätze stehen annähernd senkrecht. Sehr schief steigen namentlich auch die Rippen in der Bauchwand herab. Von den ihr theilweis noch zukommenden letzten zehn Rippen reichen die 8.11. mit ihrem ventralen Ende je um 2, die 12. 18. um 8 Wirbellängen weiter zurück, als sie mit ihrem dor-salen Ende beginnen; so erreicht beispielsweise die 12. Rippe ventral das Niveau des 14.irgt;. Brust-, die 18. Rippe das des 3. Bauchwirbels.
Von den genannten Gegenden dient nun die Regio epigastrica allein der Aufnahme von Magen, Leber, Milz und Bauchspeicheldrüse; den Rest derselben und die beiden folgenden Gegenden füllen der Darm, die Nieren mit dem Bauchabschnitt der Harnleiter, die Ovarien und Uterushörner, bezw. ein Stückchen Samenleiter.
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a)nbsp; nbsp;Der Magen liegt links, nur der Pförtner rechts von der Medianebene in der Reg. xiphoid.; zunehmende Füllung, welche denselben nach allen Kichtungen ausdehnt, lilsst ihn mit seinem, dem grossen Bogen benachbarten Umfang in die Beg, parachon driac. sinistr. übertreten; er schiebt sich dann mit diesem dem Zwerchfell entlang und hinter der Leber in der Richtung zum linken Rippenbogen, den er aber niemals erreicht, nach oben, nach hinten und nach unten. Sein dorsales Ende, der sog. 13 lind sack, drängt sich dabei neben dem linken Zwerchfells-pfeiler im Bereich des 14,16, Brustwirbels dem oberen Dritttheil der 18,16. Rippe und Zwischenrippenräume an, so dnss er im 14. Intercostalnuim durch Einstechen eines Troicarts am Seitenrande des M. longiss. dors, in wenig schräg nach vorn und einwiirts absteigender Richtung erreicht werden kann (Hayne's Magenstlob), Der tiefste Theil des Magens, der sog. Fundus, ruht auf der Uebergaiigspartie der linken in die rechte obere Lage des Grinimdarms, der oberen Zwerchfellskrümmungquot;, dicht hinter der Leber; unter Zurückdrängung dieses Darmtheils soll er bei sehr grosser Ausdehnung, wie dies bei Weidepferden zuweilen der Fall ist, bis zu den Bauchdeckenquot; herabreichen können (Pranck), sonst ist er von hier, d. h. der Sehaufolknorpelumgebung bezw. den Rippenweiohen jedenfalls nicht unmittelbar erreichbar.
b)nbsp; Die Milz gehört der Reg. paraehondriaca sinistr. im Bereich des (11.) 12. Brust- bis 1. Bauchwirbels an. Ihr dorsales breiteres Ende (Milzbasis) läuft neben dem vorderen Theile der linken Niere entlang und schiebt sich schräg gegen den Gipfel des Magenblindsackes vor-einwärts; sie wird hier auch Nachbarin des linken Bauchspeiclieldrüsenschenkels; dabei durchstreicht sie die letzten 23 Zwischenrippenräume innen ungefähr dort, wo aussen der M. ileoeostal. neben dem M. longiss. dors, entlang läuft. Von dieser Linie aus zieht sich die Milz, dem Costaltheil des Zwerchfells platt anliegend, so dass ihr nasaler coneaver Rand etwa der Grenze des muskulösen zum sehnigen Theile des Diaphragma folgt, im Bogen gegen die Grenze des mittleren und ventralen Dritttheils des 9. bis 10. Intercostalraumes. Da die Milz die Costalinsertion des Zwerchfells nirgends überschreitet, und somit auch den Rippenbogen nicht erreicht, so ist sie bei dem Pferde von aussen nirgends palpabel; am nächsten kommt jenem der hintere Winkel ihres dorsalen Endes; starke Schwellung, Tumoren an demselben könnten sich gelegentlich einmal in der linken Hungergrube ausprägen. Bei starker Exspiration liegt die Milz mit dem Zwerchfell dem seitlichen Umfang des Thorax dicht an, die Inspiration drängt sie ein- und abwärts von der Bauchwarul ab. Der sich füllende Magen schiebt sich einwärts an der Milz entlang, ausserdem sind Dünn- und Mastdarmtheilc ihre Nachbarn.
c)nbsp; nbsp;Die Leber liegt in der vorderen Hauchgegend dicht hinter dem Zwerchfell; sie bedeckt mit ihrer rechten Hälfte die dorsalen 3ji 4'-, des rechten Schenkels vom Helmont'schen Spiegel und den ihm nachbarlichen Abschnitt der Costalportion dieses Muskels; ihr linker kleinerer Antheil nimmt die untere Hälfte des linken Zwerchfellspiegelschenkels in Anspruch und erreicht die fleischige Costalportion kaum ; bei kräftiger Entwicklung nähert er sich dagegen, der Sternalportion des Diaphragma folgend, sogar dem Schaufelknorpel. Danach reicht auch der rechte Abschnitt der Leber nach vorn nicht so weit hinab, nach hinten und oben aber weiter zurück als der linke; jener Theil wird durch Segmentalschnitte im Bereich des 10.10. Brustwirbels, dieser nur durch solche in dem des 9,12. Brustwirbels durchschnitten ; der niediane Theil gelangt der grössten Vorwölbung
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des exspiratorischen Zwerchfells in der Medianobene entsprechend am meisten nach vorn, nämlich in die untere HUlf'te des 7. Intercostalraumes hinein. Danach steigt der dorsale Band vom rechten hinteren oberen Leberwinkel (Ansatzstolle des Lig. triangular, dextr.) schräg vor-, ab- und einwärts zum Schlundschlitz hinab, um von hier nur auf kurze Strecke nach links und hinten umzukehren; der rechte Seitenrand dagegen durchzieht den lü. 10. Intercostalraum Anfangs ungefähr je in der Mitte, dann an der Grenze des ventralen zum mittleren Dritttheil, biegt dann in den ventralen Rand gegen die Midianebene vor-einwärts um, diese erreichter nahe dem Sternaltheil des Zwerchfells im Niveau des 7.8. Intercostalraumes, er tiberschreitet sie nach links, vielleicht noch gegen den Schaufelknorpel herabsteigend, und geht dann in den linken Seitenrand über, welcher ziemlich steil nach rückwärts zur Mitte des 9,10. Intercostalraumes empor-klimmt.
Es ergibt sich hieraus, dass auch die Leber den Rippen bogen nicht überschreitet und höchstens neben dem Schaufelknorpel in der Rippen weiche erreicht werden kann.
Die Inspiration ändert die Lage und Form der Leber in etwas ab, durch das sich inspiratorisch umgestaltende Zwerchfell wird sie nach ein- und abwärts vom Thorax abgedrängt und ihre Zwerchfellsfläche kegel-mantelartig abgeflacht.
d)nbsp; nbsp;Die Bauchspeicheldrüse liegt dicht unter der dorsalen Bauchwand bezw. den dort postirten Nieren und grossen Blutgefässstämmen (Aorta und Hohlvene, Lymphcisteriio) auf der rechten oberen Colonlage, dem Blinddarmgrunde und Anfangsstück des Mastdarms (Colon transversum). Ihr linker Schenkel eilt von dem nasalen Ende der linken Niere und dem vorderen Winkel der Milzbasis, ihr rechter Schenkel von der Ventralfläche der rechten Niere, welche sie in ihrer nasalen Hälfte unterlagert, gegen die Medianebene, woselbst beide und das zwar im Niveau des 17. Brustwirbels zu dem Körper zusammentreten; letzterer steigt zwischen der Leber und der rechten oberen Colonlage bis zum Niveau des 14,-15. Brustwirbels in die nach oben schauende Concavität der S-Krümmung des Zwölffingerdarmes herab ; so überschreitet sie die Reg. xiphoid, weder nach rechts noch links. Ihre Ausführungsgänge sind sehr schwer zugänglich, der kleine so gut wie gar nicht, der grössere in Gemeinschaft mit dem Duct, choledoch. im Leber-Zwölffingerdarmband unter Zurückdrängung der schweren Colon-Flexuren und Abhebung des durch Empordringen der Hand entlang der hinteren Leberfläche erreichten Zwölffingerdarmes ein mühsames Beginnen, das in praxi kaum je erforderlieh wird.
e)nbsp; nbsp;Das Darmrohr füllt den übrig bleibenden Theil der Bauchhöhle wenigstens beim nicht-trächtigen Thiere fast allein aus und nimmt auch noch einen erheblichen Theil der Beckenhöhle in Anspruch. Der voluminösere Theil desselben fällt der rechten Bauchhälfte zu. In ihr liegen, abgesehen von einigen Dünn- und Mastdarmschlingen, welche in der Reg. hypogastr. Aufnahme finden, vor allem die mächtig ausgedehnten rechten Lagen des Colon und das Coecum; die linken Lagen des Colon nehmen nur das ventrale Dritttheil der linken Bauchhälfte ein, während in den beiden oberen Dritttheilen derselben, soweit sie nicht dem Magen und der Milz zukommen, die weitaus grössere Mehrzahl der Dünndarm- und Mastdarmschlingen Platz nehmen.
a) Der Zwölffingerdarm zieht vom Pylorus (dem Niveau des 13. lind 14. Brustwirbels) zunächst in e^-förmiger Biegung, dann in steilem Aufstieg, einen schwachen nach rechts convexen Bogen bildend, dicht hinter
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der Leber gegen die rechte Niere und den Blindtlarmgrund; nachdem er unter ersterer und rechts von letzterem den 1. und 2. Bauchwirbel erreicht hat, biegt er unmittelbar hinter der vorderen Gekrüswurzel nach links um (hintere Krümmung), um in den Leerdarm überzugehen.
8) Die zahlreichen Schlingen des Leer- und Hüftdarms nehmen mit dem Magen und der Milz, sowie dem Bauchtbeile des Mastdarms (Colon descendens) die dorsalen 2js der linken Bauchhillfte in Anspruch. Bei ihrer Leichtverschieblichkeit gelangen sie aber auch gelegentlich zwischen den Grimmdarmlagen hindurch auf die ventrale Bauchwand, wie sie regelmilssig auch hinter dem Blinddarm die rechte Hillfte der hinteren Bauchgegend füllen. Nur das Endstück des Hüftdarms hat eine gleichförmige Lage; es dringt von links her, die Medianebene im dorsalen Britttheil au niveau des 1, Bauchwirbels kreuzend, in die kleine Curvatur des Blinddarmgrundes ein; es läuft hier unter dem Mastdarmanfang und dem Zwölffingerdarmende hinweg.
() Der Blinddarm ist im Bereiche seines Kopfes an die dorsale Bauchwand gebannt; er heftet sich an diese von der Höhe des 16, Brust-bis 8, Bauchwirbels unter der rechten Niere und der Lendenmuskulatur fest, um nun entlang dem rechten Ilippenbogen so gegen die ventrale Bauchwand herabzusteigen, dass sein naso-dorsaler (vorderer-oberer) Umfang jenen fast begleitet. Er zieht so an der rechten Hungergrube, Elanke und Rippenweiche der Bauchwand vorbei und erreicht schliesslich die Schaufelknorpelgegend. Er findet hier zwischen und unter den ventralen Lagen des Colon seinen Platz. Er kann naturgemiiss von der rechten Seiten- und ventralen Bauchwand aus an den bezeichneten Stellen allerwiirts betreten werden; Veranlassung, ihn anzustechen, bietet indes fast allein Gasansammlung in seinem Kopfe, weshalb denn auch die Enterokentese einzig in der Mitte der rechten Hungergrubo bewerkstelligt wird ; sie drängt er, durch Gase aufgetrieben, hervor.
5) Das Colon bildet in seinem Anfangstheil (Colon ascendens) eine grosse Doppelschlinge in der Bauchhöhle, deren rechter Doppelschenkel durch die innige Anheftung an die dorsale Bauchwand und den Blinddarm festgelegt ist, deren linker Doppelschenkel sich auf der ventralen Bauchwand als nicht-befestigter Darmtheil hin und her schieben und auch um seine Achse drehen kann. Das ist wohl zu beachten ; sog. Ach sen dreh ungen des Grimmdarms können deshalb nur den linken Doppelschenkel treffen und auf den rechten höchstens noch für eine kurze Strecke ausstrahlen; um sich wirklich um seine Achse drehen zu können, müsste bei diesem letzteren eine Zerreissung seiner Verbindung mit der dorsalen Haueh-wand und vielleicht auch mit dem Blinddarm vorausgehen.
Die rechte untere (ventrale) Grimmd armlage tritt i. d. K. über den rechten Rippenbogen nicht heraus; sie zieht vielmehr an der Innenfläche des Brustkorbes, den Rippen Wandungen bezw. dem Zwerchfell dicht an-, dem Blinddarm unmittelbar aufliegend, so entlang, dass ihr ventraler Umfang mit dem Rippenbogen abschneidet. Noch hinter dem Schaufelknorpel, im Bereiche des ventralen Tlieiles der 9,11. Rippe biegt die rechte untere Grimmdarmlage unter Herstellung der unteren Zworch-fellsflexur nach links um, durchsetzt hier (im Niveau des 11.18, Brustwirbels) die Medianebene und läuft als linke untere (ventrale) Lage anfangs dicht neben und unter dem Blinddarm, dann, von Dünn- und Mastdarmschlingen umlagert, immer auf der ventralen Bauchwand median oder etwas links von der Medianebene durch alle drei Gegenden des Bauches gegen den Beckeneingang; durch ihn betritt diese die Beckenhöhle und
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biegt sich in deren Grund über und neben der Blase (beim weiblichen Tblere ilen Uterus meist gegen rechts und oben an die Heokenwand driingend) nach oben um (Beckenflexur), nach deren Ueberschreitung der Grimra-darrn als linke obere (dorsale) Lage die Beckenhöhle wieder verliisst. Neben und über der linken unteren Lage verlaufend, begibt sich nun die linke obere Lage wieder zur vordersten Partie der Bauchhöhle zurück, erreicht hier das Zwerchfell, tritt dicht hinter diesem und der Leber und unter dem Magen als obere Zwerchfellsfloxur, sich auf den Schaufelknorpel stützend, zwischen 10.8, Intorcostalraum (also im Niveau des 10. bis 7. Brustwirbels) nach rechts und setzt sich in die rechte obere (dorsale) Lage fort. Diese steigt dicht hinter der Leber und dem Zwölffingerdarm, rechts vom Magen und in unmittelbarer Anlehnung an das Zwerchfell gegen die Wirbelsäule nach links und hinten empor; sie hält sich dabei dicht über der entlang dem Rippenbogeu absteigenden rechten unteren Colonlage. Vor der vorderen Gekrösarterie und unter dem 16. vind 17. Brustwirbel überschreitet sie, sich plötzlich stai'k einengend, als eigentliches Colon transversnm die Medianebene, um in den Mastdarm überzugehen.
e) Der Mastdarm, in seiner Bauchport ion dem Colon descendens anderer Tliiore homolog, nimmt durch seine zahlreichen Schlingen, untermischt mit denen des Leer- und Hüftdarms, vorzugsweise die dorsalen zwei Drittel der linken Bauchhiilfte in Anspruch. Nur sein Aufangstheil ist an die dorsale Bauch wand festgebannt, da er im Bereich der vorderen Gekrös-wurzel und zwar links von dem Stamm der A. mesent. sup. durch kurzes Gekröse befestigt ist; übrigens gestattet ihm sein dann langes Gekröse ein weiteres Herabsteigen in die Bauchhöhle; in seinem Uebortritt von der vorderen (nasalen) zu der hinteren (caudalen) Gekröswurzel überquert der Mastdarm zunächst die Endpartie des Zwölffingerdarms und gleich darauf jene des Hüftdarms; sonst liegt er dem Blinddarmkopfe an und den linken Colonlagen auf. Erst sein Endstück, die lieckenportion oder das wirkliche Intestinum rectum, durchsetzt in mehr gerader Richtung die Beckenhöhle, der dorsalen Wand derselben angedrängt bezw. angeheftet. Mit dem unter dem 2. und 3. Schwanzwirbel liegenden After erreicht es hier sein Ende. Dieser flaschonförmig erweiterte Endthoil ist der hinteren Beckenwand fest eingefügt und mit den darunter liegenden Eingeweiden inniger verbunden; in der Beckenhöhle dagegen ist ein Gekröse von grösserer Ausdehnung vorhanden, der Endtheil des etwa noch einmal so langen Mesorectum der Bauchportion des Mastdarms. Das ermöglicht und erlaubt ohne Gefahr für das Thier eine weitgehende Exploration der Bauchhöhle per anum, wenn man nur den Arm weit genug durch diesen eingeführt hat.
Die Nieren und Harnleiter, die Eierstöcke, Eileiter und üterushörner und die Samenleiter sollen, obwohl sie ganz oder grossentheils in der Bauchhöhle liegen, doch aus naheliegenden Gründen erst mit den Organen der Beckenhöhle behandelt werden. ,
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Die Topographie der Baucheingeweide der Wiederkäuer.
Form der Bauchhöhle. Die Bauchhöhle gleicht im Wesentlichen derjenigen des Pferdes. Der in den Brustkorb aufgenommene Theil derselben ist jedoch mit Rücksicht auf die geringere Länge der Wirbelsäule und die geringere Zahl der Rippen weniger gross als beim Pferde. Dadurch
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Topographie der Biiuclioinguweide dos AViodorküuers.
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wird die lieg, epigaslrica entsprechend verkürzt. Die Keg. mesogastrica ist wegen der grüsseren Länge der Bauchwirhelsäule entsprechend grosser als beim Pferde.
Der Zwerchfellscheitel (Foramen venae cavae) liegt /.wischen den 7. Rippen hezw. 7. Intercostalräumen über der Mitte des Brustkorbes; von diesem Punkte steigt der dorsale Abschnitt des mittleren Zwerchfellstreifens allmiihlig rück-aufvvilrts gegen den 13. Brustwirbel an, der ventrale Abschnitt desselben füllt steil, fast senkrecht zum Brustbein ab. Die Costal-insertion des Zwerchfells meidet die 13. Rippe ganz, von der 12. bleiben ca. lk, von der 11. '/a, von der 10. vri zworchfellfrei; mit dem 8. Rippenknorpel zieht das Diaphragma zum Brustbein.
Die Rippen steigen wie beim Pferde schräg rück-abwärts herab, so dass die 8.5. Rippe eine je um 1 Wirbellänge, die 0.10. Rippe eine
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Fig-. 46.
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Rum.dfirs.
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Die Brust-, Bauch- und Bockoneingeweide des weiblichen Schafes in situ (linke Seitenansicht), C. Herz, Ao. s. vordere, Ao. i. hintere Aorta, V. 0. s. vordere, V. c. i. hintere Hohlvene, Tr. Luftröhre, P. (1. der links zum Vorschein kommende Vorderlappen der rechten Lunge, Pulm. exsii. seharter Rand der linken Lunge in Ex-, Pulm. insp. in Inspirationsstellung, Dp. exsp. Median-partie des Zwerchfells in höchster Exspirationsstellimg, Dp'. Costalinsertion dos Zwerchfells, üe. Schlund, Oll. Ilauhe, Hum. dors, oberer. Hum ventr. unterer Wanstsack, Aoni. Labmagen, Spl. Milz, Spl. bov. Versinnliohung der Lage der Milz des Rindes, Od. Eileiter, Ut. Uterus, Vag. Scheide, Ur. Harnrühre, Rot. Mastdannemle.
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je um die Länge von 23 Wirbeln, die 11. 13. Rippe eine je um die von 3 4 Wirbeln caudal von ihrem vertebralen Ende gelegene Segmentalebene erreicht; es schneidet also das ventrale Ende der 13. Rippe mit dem caudalen Ende des 8, Bauchwirbels ab. Wie die Rippen, so sind bis zum 11. hin die Dornfortsätze der Brustwirbel schief rück-aufwärts gestellt; mit ihren Enden erreichen der 1. und 2. und der 10. und 11. je die Mitte
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des nächstfolgenden, der 3.9, je Wirbels; die Dornfortsätze des 9.11.
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die Mitte des übernächstfolgenden Brustwirbels liegen somit sehr nahe erreicht das Niveau des 11. Brust-
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bei einander. Das Xiphosternum wirbeis.
Der Becken ein gang ist schräg rück-abwärts gestellt; sein dorsaler Umfang, das Promontorium, liegt um die Länge des letzten Bauch-
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wirbeis hinter dem vordersten Punkte des Hiifthöckers vom Darmbein; sein ventraler Umfang füllt in die Segmentalebene des 2.|3. Kreuzwirbels. Die Regie hypogastrica hat dorsal so nur die Länge des letzten Bauchwirbels, ventral dagegen diejenige des letzten Bauch- und der 2 ersten Kreuzwirbel.
Inhalt der linken Bauchhalfte. In der linken Bauchhillfte finden der grösste Theil des Wanstes, dazu die linke Hälfte der Haube und des Labmagens, die Milz und event, das Ende des Blinddarms Aufnahme.
a)nbsp; nbsp;Der Pansen erstreckt sich vom Niveau des 9,/10, Brust- bis zu dem des letzten Bauchwirbels event, bis zum Beckenoingang. Der dorsale Wanstsaok gehört nur der linken Bnuclihälfte an und neigt sich höchstens mit seinem Blindsack etwas nach rechts hinüber; sein vorderster Punkt, die Cardia, liegt dicht hinter dem Zwerchfell nicht weit unter der dorsalen Bauchwand im Niveau des !'. Brustwirbels. Ventral von ihr drängt sich zwischen den Vorhof xmä das Zwerchfell die Haube ein. Diese trennt mit dem linken Ende des Labmagens auch den ventralen Wanstsack vom Zwerchfell, so dass der letztere mit seinem nasalen Ende nur etwa das Bereich des 11. Brustwirbels erreicht, während er rückwärts, besonders beim Schafe, dessen ventraler Blindsack etwas stärker zurückspringt, bis zum Beckeneingang sich erstreckt. Dadurch ist fast die ganze linke Seitonbauchwand (incl. des noch dem Brustkorb angehörigen Theiles) vom Pansen gedeckt; dasselbe trifft mit Ausnahme des nasalen Dritttheils für die ventrale Bauchwand zu.
b)nbsp; nbsp;Die Haube, die drittgrösste Magenabtheilung bei den kleineren Wiederkäuern, die kleinste bei dem Binde, liegt in der ventralen Hälfte der Regio xiphoidea dicht hinter dem Zwerchfell und etwa unter dem 7.10. Brustwirbel; ihr nächster Nachbar ist schwanzwärts das linke vordere Ende des Labmagens. Das Herz, welches nur etwa 56, bezw. dort, wo das exspiratorisch eingestellte Zwerchfell sehr stark vorgewölbt ist, nur 34 cm von dem Zwerchfell in statu exspirationis entfernt ist, ist deshalb von der Haube aus leicht erreichbar; fremde Körper, welche sich durch die Haubenwand und das Zwerchfell durchbohren können, vermögen in Eolge dessen ohne Schwierigkeit durch den vor der sternalen Partie des Zwerchfells liegenden medianen Lungenlappen bis zum Herzbeutel und Herz vorzudringen. Links berührt (N.B. bei stark exspiratorischer Zwerchfellsstellung) die Haube die vom Zwerchfell gedeckte seitliche Bauchwand im Bereich der ventralen Hälfte der 7. Rippe und des 7. Intercostal-raumes direct; rechts schiebt sich bis aiif eine etwa handtellergrosse Fläche im ventralen Viertheil des 0. und 7. Tntercostalraumes die Leber zwischen Zwerchfell und Haube ein. Da die Haube besonders bei den kleinen Wiederkäuern auf dem Schaufelknorpel ruht, so ist sie von der ventralen Bauchwand zu erreichen, wenn man links oder rechts neben dem Xiphosternum eindringt: seitlich wird sie zugänglich, wenn man die Brust- und dann Bauchhöhle vor dem 6. Bippen-Bippenknorpelgelenk betritt.
c)nbsp; Der Labmagen gehört beim Rind dem kleineren, beim Schaf dem grösscren Theile der linken Bauchhalfte an; übrigens liegt er rechts von der Medianebene. Jedenfalls ist er hinter dem Xiphosternum zu erreichen, denn er schiebt sich hier zwischen Haube und Pansen so ein, dass er sich gerade noch etwas auf den Scbaufelknorpel stützt und übrigens hinter diesem den tiefsten Theil der Bauchhöhle innerhalb des beim Rind zum 10. Brust- bis 1. Bauchwirbel, beim Schaf zum 9.11. Brustwirbel gehörigen Abschnittes derselben einnimmt. Bei letzterem berührt er die
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Topographie der Bauobeingeweide lt;les Wiederkäuers.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 281
linke Seltenwand des Thorax noch im Bereich des unteren Dritttheils der 7.9. Kippe direct mittelst seines stumpfen Psalterendes; beim Kind reicht er nicht so weit nach links hinüber, vielmelir drängt sich bei ihm der Pansen von hinten, die Haube von vorn her /wischen dieses Ende und die linke Bauchwand ein. Dann kreuzt er die Medianebene und zieht auf oder über der ventralen Bauchwand, zum Thoil noch durch den Kippenbogen gedeckt, an der rechten liauchwaiid bis fast zu dessen hinterstem Punkte (12. Kippen-Rippenknorpeisynchondrose) empor und gebt nunmehr in den nach vorn umgebogenen Pylorus über; dieser postirt sich so ungefähr neben die ventralen Enden der 8. oder 9,11. Kippe der rechten Seite.
d)nbsp; nbsp; Die Milz beginnt hoch oben unter dem Zwerchfell bezw. den Lendenmuskeln neben dem 13. Brustwirbel und erstreckt sich bis zum Niveau des 9. Brustwirbels beim Kinde, bis zum Bereich des 10. Brustwirbels beim Schafe. In ihrem Abstieg am Zwerchfell erreicht sie bei diesem kaum die Mitte des 9. Intercostalraumes, während sie beim Kinde bis zur Grenze des ventralen zum mittleren Dritttheil des 7. Zwischenrippenraumes herabtritt. Da sie nirgends die Kippeninsertion des Diaphragma überschreitet, so ist sie einer directen Palpation von den Bauchdecken nicht zugänglich, und von den Zwischenrippenräumen aus kann sie allein bei extremer Exspirationsstellung des Zwerchfells direct erreicht werden ; inspiratorisch schiebt sich die Lunge zwischen die Brustwand und das Zwerchfell in der Milzregion ein.
e)nbsp; nbsp;Das blinde Ende des Intestinum caecum kann rechts oder links in der Reg, hypogastrica getroffen werden; im letzteren Falle liegt es zwischen dorsalem Wanstblindsnck und Beckeneingang, im ersteren rechts vom Pansen. Oft krümmt es sich über dem ventralen Wanstblindsack von rechts nach links und betritt sogar die Beckenhöhle.
Inhalt der rechten Bauchhälfte. Das ventrale Dritttheil der rechten Bauchhälfte ist vom Niveau des 13. Brustwirbels bis zum Beckeneingang von dem ventralen Wanstsack (s. o.) eingenommen. Vor diesem lagern über der ventralen Bauchwand die Haube und der Labmagen (s. o.j; in den dorsalen 2/ii der Kegio epigastrica finden sich die Leber, die Bauchspeicheldrüse, der Psalter und der Zwölffingerdarm und dazu, sowie im Bereich der Kegio meso- und hypogastrica der übrige Darm.
a)nbsp; nbsp;Der Psalter, die kleinste Ma^enabtheilung bei den kleinen Wiederkäuern, die drittgrösste beim Kinde, liegt im Niveau des 9. (bei den kleinen Wiederkäuern 10.) bis 12. Brustwirbels dicht neben der Medianebene im mittleren Dritttheil des Bauehraumes ein wenig schräg von oben rechts nach unten links, seine grosse Curvatur nach oben und hinten wendend. Vorn stützt er sich auf den dorsalen Umfang der Haube, hinten auf das nasale, nach links hinübertretende Ende des Labmagens; links grenzt er an den Vorhof und den ventralen Wanstsack, rechts an die Leber; nur ein sehr beschränkter Antheil seiner rechten Seitenfläche berührt im unteren Dritttheil des 7. (bezw. 8.) bis 9. Intercostalraumes und der 9. Kippe die Bauchwand bezw. das Zwerchfell direct. Von unten her schwer zugänglich, kann man ihn leichter von dem ventralen Dritttheil des 9. Intercostalraumes erreichen. Die Psalter-Labraagenöffnung liegt fast median in der Höhe des ventralen Endes der 7.|8. Kippe. Hinter und rechts von ihm liegt im Bereich des mittleren Dritttheils des 10. Zwischenrippenratunes die Gallenblase der Bauchwand an (s. Leber).
b)nbsp; nbsp;Die Leber überschreitet die Medianebene nirgends; sie beschränkt sich allein auf die rechte Bauchhälfte. Der rechten Zwercbfellshälfte dicht
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anliegend, erstreckt sie sich vom Niveau des 13. Brustwirbels, woselbst sie die 13. Rippe in ihrem dorsalen Dritttheil gerade noch tangirt, bis fast zum ventralen Dritttheil des 0. Intercostalrauines, so dass sie von einem zwischen dem 7. und 8. Brustwirbel herabsteigenden Segmentalabschnitte gerade noch gestreift wird. Ihr linker (medialer) Rand zieht zunächst neben und hinter der Hohlvene herab, dann neben der Medianlinie des Zwerchfells bis zu dessen Sternalportion. Ihr mittlerer (ventraler) Lappen überschreitet den sehnigen Theil des Zwerchfells bis etwa zur Mitte des fleischigen Costaltheiles; ihr rechter (dorsaler) Lappen erreicht bezw. überschreitet die llippenanbeftung des Diaphragma. Da bei stark exspiratorischer Einstellung des letzteren seine ganze Oostalportion sich der Ripponwand dicht anlegt, so wird auch die Leber dicht neben dem oberen und event, auch mittleren Theile des 11.7. Intercostalrauines (natürlich nach Durchbohrung des Zwerchfells) getroffen werden können. Die Gallenblase berührt das zwerchfellfreie mittlere Dritttheil des 10. Zwischenrippenrauraes direct; sie kann hier unmittelbar erreicht werden.
c)nbsp; Die Bauchspeicheldrüse erstreckt sich vom Niveau des 2. Bauchwirbels bis unter den 12, Brustwirbel. Ihr nasales Ende ist hier dem medialen Winkel des dorsalen Milzendes benachbart. Links ist sie dem dorsalen Wanstsack bezw. Mastdarm angeheftet; rechts oben liegt ihr die rechte Niere und weiter vorn die Leber an. Dicht hinter dem dorsalen Dritttheil der 13. Rippe kommt sie rechts von und unter der rechten Niere der rechten Bauchwand sehr nahe, so dass sie daselbst über dem ihr nahe benachbarten Zwölffingerdarm unschwer betreten werden kann.
d)nbsp; nbsp;Der Darmcanal beschränkt sich bei den Wiederkäuern fast allein auf die rechte Hälfte der Eegg. moso- und hypogastrica; nur der Anfangs-theil dos Duodenum liegt noch in der Regio epigastrica und das Caecum nicht selten links in der Reg. hypogastrica (s. o.). Links lehnt sich die von dem Gesammtdarm hergestellte Scheibe dem Magen und zwar vorzugsweise Pansen an, rechts ist sie der Bauchwand unmittelbar benachbart; es trennt sie von dieser einzig die den Darm deckende Doppellage des Netzes. Den nasalen und dorsalen Umfang der Scheibe stellen Duodenum und Anfangs- wie Endschlinge des Colon dar, den ventralen die Leer- und Hüftdarmschlingen, den caudalen der Blinddarm. Die centrifugalen und centripotalen Windungen des Colon bilden den centralen Theil der Scheibe.
'i) Das Duodenum steigt hinter dem Psalter und dann hinter der Lquot;ber gegen die rechte Niere, vorbei an der Innenfläche des 9., 10., 11. und 12. Intercostalraumes, empor, zieht nunmehr unter der rechten Niere zum S eingeknickt bis zum Beckeneingang immer rechts neben und unter der Wirbelsäule an der Bauchwaiid hin; unter dem letzten Bauchwirbei biegt sich der Zwölffingerdarm auf-oinwärts um und kehrt, zwischen Grimm-und Mastdarmtheile eingeschoben , zur rechten Niere zurück, um sich hier in die Leerdarmschlingen fortzusetzen.
ß) Die Schlingen des Leer- und Hüftdarmes liegen der ventralen und mittleren Partie des rechtsseitigen Bauchumfanges unter Zwischontreten des Netzes an. Das Hüftdarmende allein zieht ein-abwärts neben dem Blinddarm her, um etwa im Niveau des 4. Bauchwirbels in diesen letzteren einzutreten.
y) Das Caecum beginnt in der Mitte der Bauchwirbelsäule in halber Höhe der Reg. iliaca dextra und zieht sich durch diese in die Reg. hypogastrica bis gegen oder selbst in die Beckenhöhle hinein; es verbleibt dabei entweder in der rechten Bauchhälfte oder tritt hinter dem dorsalen Wanstsack nach links hinüber noch in die Beckenhöhle. Mit dem Colon liegt
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der Blinddarm der Inneiillache des dorsalen Dritttheils der rechten Bauchwand an. Seine Lage ist bis auf den Anfangstheil eine sehr veränderliche. 8) Das Colon bildet rechts unter der Wirbelsäule, den Lenden-muskeln und der rechten Niere eine S-lürmigo Ant'angsschlinge, welche sich als rechter Antheil durch das 4. und 3. Bauchsegment erst nach vorwärts, dann wieder nach rückwärts zieht, um noch vor dem Beckeneingang in den mehr dorsalwärts und links gelegenen Endthoil dieser Anfangsschlinge überzugehen. Dieser tritt von hinten nach vorn bis in das Niveau des
3.nbsp; nbsp;Bauchwirbels und biegt sich hier in die 1. centripetale Windung der Grimmdarmscheibe um. Diese legt sich mit ihren '2 (bei dem Rinde) bezw. 3 (bei den kleinen Wiederkäuern) oentripetalen und centrifugalen Windungen der rechten Seitenfläche des Pansens in ihrer mittleren Partie an und zwar so, dass ihr Centrum im Niveau des 5. oder (i. Bauchwirbels, das Ende ihrer letzten centrifugalen Windung dagegen in dem des 1, Bauchwirbels liegt. Hier erfolgt der Uebergang in das Hectum.
e) Das llectttm zieht, abermals eine Schlinge bildend, welche rechts unter der Wirbelsäule in ein gemeinsames Gekröse mit Colon und Zwolf-tingerdarmtlieilen, wie auch der Bauchspeicheldrüso aufgenommen ist, zunächst nach rückwärts bis zum Ende der Bauchwirbelsäule, kehrt hier nach vorwärts um, tritt nächst dem Anfangstheile des Duodenum wieder unter der ganzen dorsalen Bauch wand entlang zur rechten Niere, woselbst sich der Mastdarm endlich zum geraden Darm umwandelt, um von dem vorderen Ende der rechten Niere aus rechts unter der Lenden Wirbelsäule dem Hecken entgegenzueilen. Nach Passirung der Beckenhöhle erreicht er unter dem
4.nbsp; Sehwanzwirbel mit dorn After sein Ende.
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Die Lage der Baucheingeweide beim Schwein.
Die Bauchhöhle kann auch beim Schweine in den intra- und extra-thoracalen Abschnitt zerlegt werden. Der intrathoracale Abschnitt erstreckt sich je nach der Stellung des Zwerchfells über einen kleineren oder grösseren Theil des Brustkorbes; sein vorderster Punkt, das For. venae cavae, liegt zwischen beiden 7. Rippen etwas über der Mitte des Brustraumes. Die Rippen des Schweines sind meist nicht so stark zurück-gekrümmt wie die des Pferdes; der hinterste Punkt des Rippenbogens springt deshalb nicht so weit zurück, er liegt noch im Bereich des 1. Lumbarwirbels. Dadurch und durch die event. 7-Zahl der Bauchwirbel verlängert sich der extrathoracale Abschnitt der Bauchhöhle ganz erheblich. Der Be cken ein gan g ist ziemlich schräg gestellt; das Bauchende der Beckenfuge gehört dem 8, Kreuzbein Segmente an.
Den intrathoracalon Baucluibsehnitt füllen vorzugsweise Magen, Leber und Milz, den extrathoracalen dagegen Bauchspeicheldrüse, Darmcanal, Nieren, Harnleiter, Blase, Ovarien, Eileiter und Uterus, bezw. Theile der Samenleiter und Samenbläschen.
a) Die Leber durchschreitet die Bauchhöhle in ihrer ganzen Quere, deckt das Zwerchfell fast ganz und lässt nur links den an der 10,14. Kippe und den zugehörigen Zwischenrippenrilumen herabsteigenden Theil desselben für die Anlagerung des Magens und der Milz frei. Sie schneidet also links mit einer Linie ab, welche schräg von vorn-oben nach binten-unten durch den 9. Intercostalraum gegen die 11. Rippen-Hippenknorpelfuge verläuft, während sie rechts mit einer steiler vor-abwärts im 12. Intercostalraum
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Topographie der Bauoheingeweide des Schweines.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 285
absteigenden Linie absehliesst. Die Leber erreicht die ventrale Baueh-wand und stützt sich bis zum Bereich des 12. Brustseymentes noch auf dieselbe.
b)nbsp; nbsp;Der Lober und dem Zwerchfell legt sich rückwärts bezw. einwärts der Magen derart an, dass er in massig gefülltem Zustand hinter der Leber etwa im Bereich dor 10.12. Rippe die linke Seitenwand des Jirust-korbes direct berührt, um bei starker Füllung den Rippenbogen, die dorsale (linken Zwerchfellpfeiler) und die ventrale Bauchwand zu berühren. Auf letzterer überschreitet er die Medianebene von links nach rechts, so dass er hinter dem Schaufelknorpel etwa im Niveau des ventralen Endes vom 10. Intercostalraum, nur vom Netz bedeckt, von unten her leicht erreicht werden kann. Er schiebt sich weit in die Concavität der Leber hinein, so dass die rechte Bauchwand nur auf eine kurze Strecke unter dem 12. und 13. Intercostalraum von ihm tangirt wird.
c)nbsp; nbsp;Die Milz berührt die Innenfüiche der 23 letzten Rippen und Zwischenrippenräume und der unter ihnen gelegenen seitlichen und ventralen Bauchwand der linken Seite; ihr dorsales Ende schiebt sich zwischen den Magenblindsack und die linke Niere hinein; ihr vorderer Rand steigt lateral von dem grossen Magenbogen herab; ihr hinterer Rand überschreitet die letzte Rippe kaum, ihr ventrales Ende berührt den linken Leberlappen. Mit ihrer lateralen Fläche legt sie sich im Bereich ihrer dorsalen Hälfte dem Zwerchfell, in dem ihrer ventralen Hälfte der Bauchwand direct an; einwärts von der Milz liegen, abgesehen von der sie von vorn her noch erreichenden grossen Curvatur des Magens, Dünn- und Dickdarmtheile.
d)nbsp; nbsp;Die Bauchspeicheldrüse ist den 2 letzten Brust- und den 2 ersten Bauchsegmenten der Bauchhöhle eingefügt: sie liegt hier der Wirbelsäule näher als der ventralen Baucbwand, so dass ihr Mittelstück im Niveau des 12.(13. Brustwirbels über der kleinen Magencurvatur und unter der Pfortader postirt ist, während ihr linker Schenkel von hier an dem dorsalen Milzende vorbei bis zum vorderen Ende der linken Niere zieht; der rechte Schenkel dagegen begibt sich von dem rechten Ende der Leberpforte aus, der Pfortader parallel, nach rechts und hinten, läuft, in das Duodcnalgekröse aufgenommen, vom Pylorus unter und einwärts von dem Anfangstheil des Zwölffingerdarms bis zum Hilus der rechten Niere hin.
e)nbsp; nbsp;Der Darmcanal beginnt als Duodenum rück-einwärts von der Leber etwa in halber Höhe des rechten 12, Zwischenrippenraumes und steigt von hier aus zunächst rück-aufwärts immer an der hinteren Leberfläche entlang zur rechten Niere, unter welcher er in S-förmiger Biegung bis zum Niveau des 2./8, Bauch wirbeis weiterzieht; da, d. i. unter der rechten Niere, biegt er (hintere Krümmung) nach links um und läuft, die Bauchspeicheldrüse theils (rechts und hinten) umsäumend, theils (links) tragend, in nächster Nachbarschaft des Mastdarmanfanges an dem Magenblindsack vorbei und, zwischen den Platten der vorderen Gekröswurzel versteckt, wieder nach vorn. In der Nähe des vorderen Nierenendes geht er in den Leerdarm über, dessen zahlreiche Schlingen die rechte Seiten- und die ventrale Bauchwand zwischen der Leber bezw. Magen und dem Blinddarm decken; sie reichen rechts bis zur Niere empor, verbergen also auch noch den Zwölffingerdarm, während sie links nur bis zur Drittelhöhe der Seitenbauchwand sich erheben. Ihr hinteres Ende sendet in der rechten Flankengegend den Hüftdarm zu der Uebergangsstelle des Blinddarms in den Grimmdarm nach vorn und links. Der Blinddarm selbst liegt bald links, bald rechts der Seitenbauchwand in dem hintersten Theile der mittleren Bauchgegend an; er fällt so in das Niveau des 3.G. Bauchwirbels; seine Basis liegt
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286nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Topographie der Bauchoingowoule dos .Schweines.
unter dem hinteren Ende der linken Niere, läuft von hier in gerader Richtung gegen den Beckeneingang, verdeckt durch Dünndarmsehlingcn, und steigt schliesslich fast senkrecht an der rechten oder linken Bauchwand herab, so daSS seine Spitze der ventralen Bauchwand vor und in der Leistengegend nahe konmit. Der Grimnidarni bildet ein cylindrisches (Jonvolut auf- und absteigender Windungen, das zwischen den rechts und unten die Bauchwand deckenden Dünndarnischlingen und der linken Bauchwand die Begio mesogastrica in schräger Eichtung von vorn-oben nach hinten-unten durchschreitet. Der Anfang des Cylinders liegt unter dem 1. Bauehwirbel; der Grund (die Basis) ist gegen die ventrale Bauchwand und den Beckeneingang gerichtet. In seinem äiisseren Umfange steigen 3 centripetale Windungen in der Richtung von links nach vorn (bezw. unten) und rechts zur Basis herab, je einen Schruubengang beschreibend; die letzte Halbwindung dringt gegen das Centrum der Cylinderbasis vor und geht in diesem in die 1. centrifngale Windung über; diese erreicht in zwei dicht neben einander liegenden Gängen die Peripherie der Cylinderbasis fast wieder und verschwindet nun als 2. Centrifngalwindung zwischen der 4. und 3. Centripetalwindung im Innern des Aussencylinders, um in abermals 2'/a Schraubengängen, von den Centripetahvindungen äusserlich umgriffen, gegen den Anfangstheil des Convoluts zurückzukehren. Ilierselbst erfolgt unter der linken Niere der Uebergang des Colon in den Mastdarm. Dieser selbst biegt in kurzer Krümmung nach rechts und beckenwilrts ab und läuft nun median unter den grossen Bauchgefässen zwischen den Platten des Gekröses zur Beckenböhle, in welcher er geradlinig dem unter dem 3.14. Schwanzwirbel angebrachten After zueilt.
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Lage der Baucheingeweide beim Fleischfresser (vorzugsweise
Hunde).
Die Bauchhöhle des Fleischfressers gehört ähnlich wie die der anderen Hausthiere zum Theil dem Thorax an; der intrathoracale Abschnitt derselben ist jedoch relativ kleiner als beim Pflanzenfresser, da die Länge der Bauchwirbelsäule der der Brustwirbelsäule erheblich näher kommt, als hei diesem. Das Poramen venae eavae des Zwerchfells liegt etwas rechts über der Mitte des Brustraumes zwischen beiden 6. oder 7. Kippen bezw. Intercostalräumen. Die Medianlinie des exspiratorisch eingestellten Zwerchfelles steigt in anfangs flacherem Bogen vom letzten (Ui.) Brustwirbel zu dem Scheitelpunkte der Kuppel ab, dann aber begibt sie sich in einem brustwärts stark gewölbten Bogen zu dem nasalen Ende des Schwert-(Schaufel-)Knorpels hin; die rechte Zwerchfellshälfte wölbt sich augenscheinlich stärker nach vorn als die linke (Eichbaum, Baum). Die Kippen sind weniger stark zurück- als herausgebogen, der hinterste Punkt des Kippenbogens, die 13. Kippen-Kippenknorpelfugo fällt noch in das Niveau des 1. Lumbarwirbels; das ventrale Ende auch der stärkst zurückgekrümmten (10.12.) Kippen fällt nicht mehr denn etwa um l'/a Wirbellänge hinter das vertebrate Ende hinaus. Der extrathoracale Abschnitt der Bauchhöhle erscheint also relativ weit umfangreicher als der intrathoracale; der Becken eingang ist besonders beim weiblichen Thiere ziemlich schräg gestellt; das Bauchende der Beckenfuge liegt senkrecht unter dem 3. Kreuzwirbel, ja fast unter dem Schwanzende des Kreuzbeins.
In dem intrathoracalen Bauchabschnitt finden fast allein der Magen
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Topographie dor liauclioingeweidu der Fleisohfressor.
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und die Leber Aufnahmo; die Bauchspeicheldrüse, Milz, der ganze Darm-canal, die Nieren, die Harnleiter, die Blase und Theile der Samenleiter nehmen dagegen den extrathoracalen Bauchantheil für sich in Anspruch, a) Die Leber schliesst sieh dem Zwerchfell dicht an, bedeckt dieses bauchwllrts fast vollkommen und zieht sich auf den Bauchdecken noch bis zur Regie umbilicalis hin; den Kippenbogen überschreitet sie links nur im Bereich der Bippen weiche, rechts als ganz schmaler Streifen entlang dem ganzen Bippenhogen, in Bonn eines grösseren dreieckigen Zipfels hinter dem oberen Ende der 13. Bippe und unter der 11. und 10. Bippe; bei erschlafften Bauchwandnngen kann die Leber hier wie dort leicht abgetastet werden ; ganz besonders aber gelingt dies im ventralen Umfange des Bauches im Bereiche der Beg. xiphoid. Magen, Zwölffingerdarm, Bauchspeicheldrüse und einige Leerdarmschlingen liegen ihr beckenwärts an. Die Innenfläche
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Fig. 48. Fenlr. ns-
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Vc.s
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Brost-, Bauch- und Ueckeiuungeweide des männlichen Jlundos in situ (linke Seitenansicht). ('. Herz, Ao. Aorta, V. c. s. vordere, V. c. i. hintere Hohlvenc, Oe. Schlund, Dp. exsp. Medianlinie des Zwerchfells in Exspirationsstellunp:, Dp'. Costalinsorlion des Zwerchfells, Ventr. Magen, V,pl. Oontureu des vollen, v. i. Oonturen des leeren Magens, Spl. Milz, Jej. Leerdarmschlingen, Col. descend, mit Inhalt etwas angeschoppter absteigender Grimnidarmtheil. B. s. linke Niere, U. Harnleiter, Test. Hoden, Sort. Hodensack, Fun. sp. Samenstrang, 61. prst. Vorsteherdrüse, Ur. Harnriihre, Pen. Kuthe, 81, Kichel.
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des Brustkorbes bleibt nur im Bereiche des linken 11. und 12. Zwischen-rippenranmes leberfrei; hierselbst lehnt sieh der Magen an den Thorax an. Unter dem vertebralen Ende der rechten 18. Bippe schiebt sich zwischen diese und die Leber die nasale Hälfte der rechten Niere ein. Die Gallenblase liegt rechts von der Medianebeno im Bereich der ventralen Hälfte des 8. Zwischenrippenraumes bezw. der 9. Bippe; sie hält den vor-ab-ein-wärts weisenden Verlauf des 9. Bippenknorpels inne, erreicht aber die ventrale Bauchwand nicht ganz, während sie durch einen tiefen Einschnitt, des rechten Mittellappens der Leber (Fossa vesicao felleae) bis zum Zwerchfell vordringen kann.
b) Der Magen liegt vorzugsweise in der grubig-vertieften Magen-flüche der Leber und berührt nur mit seinem kugeligen Körper das Zwerchfell über dem dorsalen Bande des linken Leberlappens und die Innenfläche des Thorax im Bereich des 11. und 12. linken Intercostalraurnes. Seine
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288nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Topographie dor Bauoheingeweide der Fluischfresser.
sonstigen Beziehungen zur Körperoberfläche Lezw. Uauehwiindung werden durch den Grad der Füllung dictirt. Der leere Magen überschreitet den linken liippenbogen höchstens unter dem 12. Zwischenrippenraume und tritt nirgends mit der ventralen Bauchwand in Contaet, vielmehr zieht sein darmilhnlicher Abschnitt an der Grenze des mittleren und ventralen Drittthoils der lieg, xiphoid, unter dem 11. Intercostalraum über die Medianebene nach rechts und vorn, um im Bereich des 9, Zwischenrippenraumes in den Dünndarm überzugehen. Der gefüllte Magen tritt dagegen mehr oder weniger weit über den linken liippenbogen hinaus und lälsst seine grosse Krümmung die Hiclitung der linken 13. Hippe einwärts von der Milz gegen die ventrale Bauchwand fortsetzen; er liegt so in der linken Bippenweiche unter der 11.13. Rippe der Seitenbauchwand direct an und erreicht auch die ventrale Bauchwand, welche er noch im Bereich der
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Fig. 49. Ovar Duoden. Jleum\/\ Pfl- Än fy'
1 UYV2/
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Csm.
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Die Brust-, Bauch- und neckcueiiigeweide dos weiblichen Hundes in sitn (rechte Seitenansiclit). C. Herz, Ao. Aorta, V. c. s. vordere, V. 0. i. hintere Hohlvcne, Tr. Luftröhre, Oe. Schlund, C. s. in. Cav. serös, mediastini in seiner Umgrenzung, a dorsaler, fi ventraler Scliluudast des N. vag., J. p. Ursprungsrand des Mittelfell-ljungenhandes au der rechten Seitenwand des obigen Lymphrauines, Dp. exsp. Medianvorlauf des exspiratorischen Zwerchfelles, Dp'. Costalauheftung desselben, ,Iej. lieerdann, Ur. Ilarnrdlire, Ut. Uterus, Vag. Scheide, VI. Schani.
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Nabelgegend mehr oder weniger weit bedeckt. Die Cardia findet sieh etwas links von der Medianebene nahe der Wirbelsäule im Bereich des 9. Zwischenrippenraumes. Bei starker Inspiration rückt der Magen um einen Intercostalraum beckonwärts, bei der Trächtigkeit wird er um 23Inter-costalräume brustwiirts vorschoben (Ellonberger und Baum). Mit fortschreitender Anfüllung werden die Nachbarorgane des Magens beckenwärts und nach rechts verdrängt, so die Milz und das Colon descendens.
c) Die Milz liegt in der Reg. iliac, sinistr. und nicht mehr intra-thoracal, sie wird höchstens durch den sich ganz entleerenden Magen unter die letzte linke Rippe vorgezogen. Sie zieht an der Innenfläche der linken Bauchwand vom 13. Brust- bezw. 1. Bauchwirbel rück-abwärts bis zur Grenze des 3. und 4. Viertheils der dem 2. und 3. Bauchwirbel zukommenden Körpersegniento; ihr nasaler Rand setzt etwa die Richtung der letzten Rippe gegen die ventrale Bauehwand fort und zieht links vom grossen
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Topographie Aor Bauoheingewelde der Klcischfresscr.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 289
Magonbogen herab; ihr dorsales Ende schiebt sich zwischen Magenblind-snck, linke Niere und Zwerchfell ein. So ist die Milz last in ihrer ganzen Länge der Palpation unmittelbar zugilnglieh, sie kann auch operativ sehr leicht erreicht werden.
d)nbsp; nbsp;Die Bauchspeicheldrüse ist ilussorer Untersuchung nicht zugilnglieh ; der rechten Bauchhitlfte fast allein angehörig liegt sie mittelst ihres linken Lappens fast median in halber Höhe des Bauches au niv. des 13,11. lirustvvirbels einwärts vom Magen und dem vorderen Ende der linken Niere; sie erreicht so den tiefsten Theil der kleinen Magencurvatur, biegt hier etwa in halber Höhe des II. Brnstsogmentes rück-aufwärts um und zieht nun medial vom Zwölffingerdarm, mit dem linken Schenkel das Colon ascendens theil weis umfassend, gegen die rechte Niere empor, unter welcher die Drüse im Bereich dos 3. Bauchwirbels abschliesst.
e)nbsp; nbsp;Der Darmcanal ist beim Fleischfresser bedeutend weniger umfangreich als beim Pflanzenfresser, sein Verlauf deshalb weit einfacher als bei diesem. Im Allgemeinen kann man bezüglich dessen festhalten, dass der Dickdarm seinen Platz mehr in der dorsalen Hälfte, der Dünndarm dagegen vorzugsweise in der ventralen Hälfte des extrathoracalen Abschnittes der Bauchhöhle findet.
Im Einzelnen zieht sich der Zwölffingerdarm zunächst hinter der Leber in schleifenartiger Krümmung rück-aufwärts, schreitet dann in der Nähe von deren Seitenrande, lateral von der im Mesoduodenum eingeschobenen Bauchspeicheldrüse dicht an der rechten Bauchwand in dorso-caudaler Richtung weiter (Pars descendens), bildet hinter der rechten Niere, das Caecum und Colon ascendens von rechts her umfassend, eine quere Krümmung (Bars transversa), welche ihn unter dem G. Bauchwirbel vorbei nach links hinüber und dann als Pars ascendens rechts von der linken Niere zwischen dem Colon descendens (links) und dem Blinddarm mit dem Colon ascendens (rechts) wieder brustwärts in die Nähe der Pylorusportion des Magens führt. Noch vor Erreichung dieses biegt das Duodenum bauch-wärts ab und geht in den Leer dann über; dessen Schlingen postiren sich vom Netz überdeckt, zwischen Leber und Magen einer- und die Harnblase andererseits derart an der Bauch wand, dass sie vom ventralen und seitlichen Bauchumfang leicht erreicht werden können.
Der Hüftdarm bildet den Absehluss derselben und steigt dann zwischen Dünndarmschlingen und Mastdarm verborgen schräg von hinten-unten nach vorn-oben gegen das caudale Ende des rechten Bauchspeicheldrüsenschenkels, woselbst er im Bereich des 1.2. Bauchwirbels in den Blinddarm einmündet.
Der Blinddarm liegt als kurz S-förmig gebogener Darm dicht unter der dorsalen Bauchwand in der rechten Bauchhälfte zwischen der rechten Niere bezw. dem Beckenende des rechten Punkreasschenkels und dem Duodenum transversum, also etwa im Bereich des 2.4. Bauch wirbeis; links ist ihm das Duodenum ascendens benachbart, rechts entweder die Bauchwand direct oder der Zwölffingerdarm und eine Leerdarmschlinge (Rllen borger-Baum). Aus seinem nasalen Ende geht das Colon hervor; als aufsteigendes strebt es einwärts von dem Duoden. descend, und dem rechten Pankreasscheiikel gegen den Pförtnertheil des Magens, biegt hier, (1. i. dorsal von dem Magen und caudal von der Bauchspeicheldrüse nach links um, kreuzt die Medianebene und erreicht das nasale Ende der linken Niere (Colon transversum), um abermals beokenwärts umzubiegen und unter leichter Einwärtskrümmung medial oder ventral von der Niere links neben dem Zwölffingerdarm gegen den Beckeneingang zu eilen (Colon de-Friedbergor u. Fiöhnor, Klinischo UnteisiicluuigsniRthodeH. 2. Aufl. 19
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2lt;)(jnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Topographie iler Bauohelngeweide dos Huhnes.
scondens). Im Berkeneingaiige erfolgt der Uebergiuig des Colon in das-Rectum, welches in wirklich geradem Verlaufe die Beckenhöhle durchsetzt und im Bereich des 4. Schwanzwirbels im After endet. Es zieht dabei zwischen den ventralen Schwanzmuskeln und den Urogenitalien des Beckens dahin und wird seitlich von den Mm. levator. ani und coccyg. umfasst.
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Die Lage der Baucheingeweide beim Huhn, bezw. Geflügel.
Bei den meisten Vögeln sind wegen der rudimentären Ausbildung des Zwerchfells die Brost- und Bauchhöhle bekanntlich nicht von einander abgeschieden; wohl ist die Lunge durch eine Art Zwerchfell an ihrer ventralen Fläche überspannt, welches durch seine Contraction die exspiratorische Con-cavität der genannten Lungenlläche zum Zwecke der Inspiration ausgleichen kann; das Herz aber liegt, umgeben von dem Pericard, in dem gemeinschaftlichen Pleuro-Beritonäalraum. Die (7) 8 Rippenpaare, von welchen das (1, und) 2. als Halsrippen das Sternum nicht erreichen, sind zunächst rück-abwärts (caudo-ventral) gebogen, dann begeben sie sich durch ihre knöchernen Ansätze, die Sternalrippen, unter Winkelbildung vor-abwärts (naso-ventrnl) zum Brustbein; 4 (das 3.6.) Rippenpaare on eichen das Brustbein selbst; die 2 letzten, deren Sternalrippen sich mit einander verbinden, dringen nicht bis zum Brustbein vor, sondern legen sich der (gt;. Stern alrippe an. Zwischen dem Thorax und den ventral von der Beckenhöhle nicht zusammenschliessenden Schambeinen spannen sich die Bauchmuskeln aus ; dieselben sind seitlich von der Beckon-Gborschonkelmuskulatur in der ganzen Ausdehnung der seitlichen Bauchwand von der letzten Rippe an gedeckt. Das Sternum ist sehr lang und reicht weit über das letzte Brustsegment und zwar etwa bis zum Niveau des dritt- oder viertletzten Kreuzsegmentes hinaus; 2 lange (mediale) Seitenfortsiitze treten von ihm in der ventralen Bauchwand bis zum Niveau der Pfannengelenke seitlich zurück, während das Brustbein selbst median noch beträchtlich weiter in der ventralen Bauchwand zurückgreift. Eine Linie, welche die letzte Rippe mit dem caudalen Ende des Brustbeins verbindet, läuft etwa parallel dem Schambein. Die k n och e n freie Partie der Bauchwand ist deshalb ein schmaler, langgezogener Rhombus zwischen der letzten Kippe und dem caudalen Brustheinende einer- und dem Schambein andererseits, dessen sagittale Breite nicht mehr als 2 cm beim ausgewachsenen Hahne beträgt. Von diesem Pelde springen die Bauchdecken zwischen der letzten Rippe und dem medialen Soitenfortsatze des Brustbeins ebensowohl wie zwischen diesem und dem Seitenrande des Brustbeins selbst je in Form eines dreieckigen mit der Spitze nach vorn gewendeten Lappens nasenwärts vor.
Die Becken höhle bildet nur den kuppelartigen Abschluss der Bauchhöhle, sie ist ventral bei unseren Hausvögeln nur durch Muskulatur und die allgemeine Decke geschlossen; die knöcherne Grundlage fehlt ihr (s. o.).
Von den Baucheingeweiden berührt nur die Leber die vom Brustbein und den Sternalrippen fundirte Partie der Leibeswand; zwischen die übrigen Baucheingeweide und die Bauchdecken schieben sich die hinteren thoracalen und die abdominalen Luftsäcke derart ein, dass ein unmittelbarer Contact ausgeschlossen ist; trotzdem ist die ilussere Palpation derselben nicht ausgeschlossen, da die Luftsäcke sich unter dem drückenden Finger ohne weiteres verlegen.
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Topogrftphis dsr Bauobeingsweide des Huhnes.
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a) Die Lebov ist selir entwickelt und drängt sich /.wischen Herz und Muskelmagen derart ein, dass sie mit jenem die ventrale Hälfte des Brustkorbes füllt; sie erstreckt sich von der !gt;.7. Rippe bezw. caudalen Hrustbeinende und ist nur in dem Winkel zwisclion der letzten Sternalrippe und dem Seitenfortsatz des Brustbeins durch fühlbar, Die Gallenblase liegt im Bereich der 5.7. Rippe an der Mageniiächo des rechten Leber-lappens in horizontaler, aber schräg von vorn-innen nach hinten-aussen gewendeter Richtung; ihr Grund kann bei genügender Füllung 12 cm über dem ventralen Ende der letzten Rippe und dicht neben ihr getroffen werden.
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Vpntralansicht der Banohelngewelde dos Huhnes nacii Abnahme iIit ventralen Bauohwand und
der Lnftsäoke (oberfläohllohste Lage).
Tr Luftröhre, P Lnnge, 0 Herz, b rechter, 0 linker Ventrikel, H linker, H' rechter Leberlappen,
d (lallenblaso, V Muskelmagen, II Zwöltliiigcrdarni (üuoden. descend), D' Duoden. ascend..
Pa Banohspelcheldrttse, Cc und OC die, beiden Blinddärme.
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b) Der Magen ist als Drüsemnagen zwischen dem linken Loberlappen und der dorsalen Wand des Thorax bezw. den dieser anliegenden Organen (Lunge bezw. Hoden oder Eierstock und Nieren) eingeschoben; linkerseits kommt er mit dem mittleren Dritttheil der 5.-7. Rippe direct in Berührung. Der Muskel m agen liegt, ventral und seitlich von den Bauchluftsäcken ganz umfasst, in der ventralen Hälfte der mittleren Bauchgegend ; im Bereich der ventralen Bauchwand ist er von dem Brustbein noch fast ganz gedeckt; er überschreitet dasselbe beckenwärts kaum; deshalb kann er nur links, in geringerem Umfange auch rechts vom Brust-
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Topographie der BauchoiDgeweide des Huhuos.
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bein bis zur Höhe des mittleren Dritttheils der Seitenbauchwand durch die Bauchdecken palpirt werden.
c)nbsp; Beckenwilrts von ihm überquert die ventrale Bauchwand eine in grossem Bogen von rechts und vorn herkommende und eben dahin zurückkehrende umfangreiche Duodenalschlinge (Fig. rgt;0 DD'), welche die Bauchspeicheldrüse zwischen sich fasst. Die letztere wird dadurch als langgezogenes, schmal bandförmiges Organ von der ganzen ventralen Bauchwand hinter dem Muskelmagen direct zugänglich.
d)nbsp; nbsp;Die Milz liegt in halber Höhe des Ueberganges des intra- in den extrathoracalen Bauchabschnitt median über (dorsal von) der Leber
Fig. 51.
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Vpiitralansicht der Baucheingeweide des Huhnes in zweiter Lage. Von der 3. Rippe ab
wiedergegeben.
(' Herz (nasenwärts umgeschlagen), P Lunge, 1 Lungenveno, üe Schlund, B.g. Drüsenmageu,
S Milz, D Zwölffingerdarmende, J Leerdarmscliliiigcn, Jl Hüftdann (II aseend.), Jl' und Jl' Jl
transvers. und descend., Cc Blinddärme, Co' deren Anfangstheil, li. rechte Niere.
und dem Muskelmagen, rechts neben dem caudalen Ende des Drüsenmagens. Sie ist von aussen nirgends direct erreichbar.
e) Der Darm canal findet zwischen der dorsalen Bauchwand und den ihr direct anliegenden ürogenitaiien einerseits und der Milz, dem Muskelmagen, der Leber sowie dem caudalen Abschnitte der ventralen Bauch- und Beckenwand andrerseits Aufnahme. Eine grosse Zwölffingerdarmschlinge zieht von links herkommend dicht an der rechten und auf der ventralen Bauchwand um den Muskelmagen dahin (s. o.), sie schliesst zwischen ihre beiden Schenkel das Pankreas ein; ihre nilchste Nachbarin ist beckenwilrts auf der ventralen Bauchwand der doppelte Blinddarm. Die
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Topographie tier Baucheingeweide des Huhnes.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 293
Leerdarmschlingen lagern, umfasst von dem Langoval des Caecum, mehr median und treten nur in geringer Ausdehnung an die linke Seiten-bauchwand heran, welche sie in ihrer dorsalen Hälfte zwischen dem llippen-bogen und dem Schambein streifen. Der aus ihnen hervorgehende Hüftdarm zieht sich dorsal und rechts von den Blinddärmen an dem Anschluss-theile der Seiten- an die dorsale Buuchwand in schwach aufgekrümmtem Bogen fast horizontal in caudo-nasaler Richtung entlang (Ileum ascendens), durchkreuzt dicht hinter der Milz die Bauchhöhle unter der dorsalen Bauchwand (Ileum transversum) und schiebt sich hierbei zwischen beide Blind-dilrme ein, mit welchen er schliesslich ventral von dem linken Hoden bezw. Eierstocke noch eine kurze Strecke weit beckenwärts Uluft (Ileum descendens); kurz nach seinem Eintritt in den extrathoracalen Bauchantheil fliegst er mit den Blinddärmen zum Colon zusammen.
Die Blinddärme sind in ihrem ganzen Verlaufe einander treue Begleiter und bilden eine latigovale, mit ihrer grösseren Axe sagittal gelagerte Doppelschlinge, welche die Dünndarnnvindungen allseitig umarmt; die blinden Enden beider Caeca liegen links in halber Höhe der Seiten-bauchwand vor dem Schambein; beide Blinddärme steigen von da gegen den weichen Beckenboden ab, überkreuzen diesen dicht hinter dem Duodenum nach rechts und begeben sieh nun zwischen diesem und dem Ileum ascendens, die rechte Snitenbauehwand über ihrer Mitte berührend, zum Thorax hin; kurz nach dem Eintritt in diesen biegen sie dem Laufe des Hüftdarms folgend fast rechtwinkelig nach links hinüber, dabei die Milz beckenwärts und den Muskelmagen rückcnwüris streifend. Nach ihrer Ankunft an dem caudalen Ende des Drüsomnagens biegen sie nochmals rechtwinkelig und zwar beckenwärts ab und gehen sogleich danach unter Zusammenfluss mit dem Hüftdarm in den Grimm dann über. Dieser tangirt die linke Bnuchwand ganz oben in ihrem Uebergange in die dorsale Bauohwand und zieht dieser entlang in die Beckenhöhle, an deren dorsaler Wand er unter unmittelbarem Uebergange in den Mastdarm rück-abwärts der Cloake zueilt.
Der genaueren Exploration der einzelnen Hinterleibsorgane hat zweckmässig eine übersichtliche Untersuchung des Hinterleibs im Allgemeinen und Ganzen vorauszugehen. Hiobei sind der Reihe nach zu berücksichtigen:
a)nbsp; Die Besichtigung (Adspection),
b)nbsp; die Betastung (Palpation),
c)nbsp; das Beklopfen (Percussion),
d)nbsp; das Aushorchen (Auscultation).
Die Besichtigung des Hinterleibs. Durch dieselbe wird vor Allem der Umfang des Hinterleibs festgestellt, indem als Maassstab der Vergleich des Bauchumfanges mit dein Umfange des Brustkorbes sowie mit dem allgemeinen Ernährungszustände dient. Hiebei ist von vorne herein zu beachten, dass der Bauchumfang schon bei ganz gesunden Thieren innerhalb physiologischer Grenzen grosse Verschiedenheiten je nach Rasse, Geschlecht,
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294nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Unt ersuch unfj; dos Hinterleibs.
Bauart, Erniihrungszustand, Füttcrungsweise und Grcbraucli aufweist. So zeigen diu edleren Pferde einen geringeren Bauch-uinfang als die gemeinen; auch die verschiedenartigen Zuchtrassen der Hunde und Schweine zeigen grosso diesbezügliche Differenzen. Weibliche Thiere haben im Allgemeinen einen grösseron Bauch als männliche; am grössten ist der Bauchumfang bei trächtigen Thieren. Wiederholte Trächtigkeit führt besonders heim Pferde zur Ausbildung einer bleibenden Volumsvorgrösserung des Bauches. quot;Weiterhin sind die verschiedenen Hauchformen des Exterieurs zu erwähnen: Hängebauch, Heubauch. Vollbauch, Hirschbauch, schlanker Bauch etc. Sehr fette Thiere, besonders i'etto Hunde und Schweine besitzen auch einen grossen Bauchumfang. Bei knapper und intensiver Fütterung ist der Bauchumfang klein, bei sehr reichlicher und extensiver dagegen gross (Heubauch, Vollbauch). Bei juanchen Thieren, z. B. bei jungen Hunden, kann schon eine einmalige reichliche .Futteraufnahme starke Umfangsvermehrung des Hinterleibs bedingen. Endlich vermindert starke Bewegung den Leibesumfang (Rennpferde, Jagdhunde) im Gegensatze zur Ruhe (Mastvieh). Aus diesen Beispielen ergibt sich, dass bei der diagnostischen Bcurtheilung des Bauch-umfangs alle erwähnten Momente wohl zu berücksichtigen sind, und dass für gewöhnlich nur ganz extreme Vergrösserungen oder Verkleinerungen des Hinterleibs als krankhaft oder verdächtig erscheinen können. Die Constatirung einer nur massigen Vermehrung oder Verminderung des Bauchumfanges als eines krankhaften Zustandes ist nur bei gleichzeitigem Vorhandensein anderer charakteristischer Krankheitssymptome möglich, so z. B. bei Klappenfehlern mit beginnender Höhlenwassersucht. Für alle Fälle aber ist ein geübtes Auge unumgänglich nothwendig. In diagnostischer Beziehung kommen bei der Adspection des Hinterleibs zweierlei krankhafte Zustände in Betracht: die Vergrösserung und die Verkleinerung des Bauchumfanges.
a) Abnorme Vergrösserung des Bauchunifangs. Dieselbe wird verursacht durch Anhäufung grosser Futter- bezw. Kothmassen im Magen und Darin, und zwar bei Pferden im Blind- und Grimmdarm, bei den Wiederkäuern im Pansen, beim Hund im Magen (Ueberfrossen, Verstopfung, Anschoppungskolik), ferner durch Gase ebendaselbst (Windkolik, acute und chronische Tympanitis), durch Fliissigkeitsansammlung in der freien Bauchhöhle (Ascites, Peritonitis, Blasenruptur), durch enorme Füllung und Ausdehnung der Blase (Blasenlähmung. Harnröhrensteine), durch
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Untersuchung dos Hinterleibs.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 296
sehr grosse Geschwülste der Leber (Carcinora, Echinokokken), der Milz (Leukämie), der Nieren (Hydronephrose, Carcinom), der Q-ekrösdrüsen (Tuberkulose beim Schweine, Krebs), der Ovarien (Ovarialcysten), des Darmes (Careinome), der Prostata (Abscesse, Cysten, Careinome), sowie des Uterus (Hydrometra, Pyometra, Wassersucht der Eihäute). Aus der grossen Anzahl der mit Vermehrung des Bauclmmtanges verlaufenden Krankheitsprocesse folgt, dass aus dem Ergebnisse der Adspection allein ein sicherer Schluss hinsichtlich der vorliegenden Krankheitsursache nicht gezogen werden kann, dass vielmehr noch ausserdem durch Palpation und Percussion ein genauerer Aufschluss über die Natur der Krankheit versucht werden muss. Von diagnostischer Bedeutung ist höchstens der Umstand, dass Ansammlungen von Flüssigkeiten in der Bauchhöhle mehr eine Ausdehnung des Hinterleibs seitwärts und nach unten, Gas-ansammlungen jedoch nach oben bedingen.
b) Abnorme Verminderung des Bauch umfang s. Dieselbe tritt überall dann ein, wenn die Futteraufnahme längere Zeit hindurch gestört ist. Die Umfangsvermindcrung bildet sich sehr rasch aus bei vollständigem Appetitmangel, bei profuser Diarrhöe, sowie bei hochgradiger allgemeiner Körperconsumption in Folge von Fieber, Schmerz etc. Langsam dagegen kommt sie zu Stande bei einer Reihe chronischer Verdauungs- und Ernährungsstörungen (Cachexien). Der Bauchumfang ist überhaupt bei fast allen länger dauernden inneren Krankheiten vermindert. Sehr starke Contraction der Bauchpresse als Ursache der Umfangsvermin-derung des Bauches wird beim Starrkrampf des Pferdes (daher der alte Name Hirschkrankheit), sowie bei manchen Entzündungszuständen des Peritoneums beobachtet. Die Verkleinerung des Hinterleibs macht sich bei den Hausthieren theils dadurch bemerkbar, dass die untere Linie der Bauchwand nach hinten zu steil aufsteigt und die untere Flankenwand stark aufgezogen ist (sog. aufgeschürzter Hinter-leib), theils dadurch, dass die obere Flankengegend tief einfällt (eingefallene Flanke, Hungergrubenbildung).
Umschriebene Uiiif'angsverraehrungen am Bauch stehen ebenfalls zuweilen mit inneren Krankheiten in Zusammenhang und sind daher nicht bloss für den Chirurgen, sondern auch für den internen Kliniker wichtig. Hierher gehören Nabelbrüche, Hauch-, Flanken-, Leisten- und Schenkelbrüche, welche zuweilen die Ursache von Kolik bilden (Incarceration). Die Beschaffenheit des Nabels bei neugeborenen Thieren ist von wesentlicher Bedeutung für die Pathogenese der pyämischen Polyarthritis. Hervorwölbung der Nabelgegend kann bei kleineren Thieren eine Theilerscheinung
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290nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Palpation des Hinterloibs.
von Asoites sein. Anschwellungen, Absuesse und Fisteln in der Gegend des Schaufelknorpels kommen bei traumatischer Gastritis, sowie bei Arsenikvergiftung des Rindes vor. Sichtbare umschriebene Bewegungen an der Eauchwand findet man bei trilchtigen Thieren normal (Fotus-Uowegungen), sowie zuweilen abnormer Weise bei kleineren Thieren mit sehr schlaffer Bauchwand in Folge sehr lebhafter Darmperistaltik.
Die Betastung des Hinterleibs. Die Palpation des Hinterleibs bezweckt im Allgemeinen die Feststellung des Spannungsgrades der Bauchwand, sowie einer etwaigen abnormen Empfindlichkeit und Schmei'zbaftigkeit derselben. Im Speciellen gibt die Palpation Aufschluss über Grrösse, Form, Consistenz, Lage und Inhalt der einzelnen Bauchorgane (vergl. die nachfolgenden Kapitel). Bei der Constatirung des Spaimungszustandes der Bauchwand hat man sich daran zu erinnern, dass derselbe schon unter normalen Verhältnissen je nach Thiergattung, Rasse, Individuum, Ernährungszustand, Dienstgebrauch ausserordentlich verschieden ist. Aehnliches gilt für die Empfindlichkeit der Bauchwand bei der Betastung. Auch hier zeigen die Thiere je nach der Gattung, Rasse und besonders nach dem Temperament sehr grosse Verschiedenheiten. Besonders kitzlich sind rossige Stuten. Man hat deshalb auf diese Verhältnisse bei der Untersuchung ganz wesentlich zu achten. Die Beurtlieilung krankhafter Zustände wird noch dadurch erschwert, dass zuweilen bei sehr indolenten, phlegmatischen Thieren (Rind) ein thatsäeblich bestehendes Schmerzgefühl bei der Palpation gar nicht zum Ausdruck gelangt, dass ferner manche Thiere, namentlich scheue oder robuste Hunde Scbmerzäusserungen ganz unterdrücken, und dass bei grossen Thieren mit dicker Bauchwand der Druck überhaupt nicht kräftig und tief genug ausgeübt werden kann. Endlich können schmerzhafte Entzün-dungszustände der Haut oder der Bauchmuskulatur innere Schmerzen vortäuschen.
Die Palpationsmethode ist bei den grossen Haustbieren eine andere als bei den kleinen. Beim Pferd und Rind geschiebt die Betastung der Bauchwand gewöhnlich in der Weise, dass das Gesicht des Untersuchenden dem Hinterthoile des Thieres zugewendet wird. Die eine Hand kommt auf den Rücken desselben zu liegen, während die andere fiachgehaltene auf verschiedene Stellen der Bauchwand aufgelegt wird. Mit dieser Handfläche werden von vorne nach hinten unter schwächerem und stärkerem Drucke die einzelnen Stellen der Bauchwand abgetastet; die Fingerspitzen dürfen bei allen sehr empfindlichen Thieren nicht zum Drucke benützt werden. Zum Schütze gegen Schläge und Bisse bat sich der Untersuchende bei kurz- und
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Palpation des Hinterleibs.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;297
hochgehängtcm Kopfe des Thieres möglichst weit nach vorno au stollon und die Palpation in seitlich abgebeugter Stellung vorzunehmen. Kleine Hausthiere werden entweder im Stehen oder auf dem Rücken liegend mit beiden Handflächen untersucht. Da viele Hunde beim erstmaligen kräftigen Palpiren die Bauchpresse sehr stark contra-hiren, muss der Druck auf die Bauchdecken ailmählig und anhaltend einwirken.
Eine krankhaft vermehrte Anspannung der Bauchdecken findet man zuweilen hei Peritonitis, Magendarmentziindung und Tetanus. Vermehrte Spannung mit gleichzeitiger Umfangsver-mehrung kommt bei Tympanitis vor. Verminderte Spannung, selbst Sohwappung, zeigt sich hei grossen Plüssigkeitsergüssen in die Bauchhöhle, ausserdem bei anhaltendem Hungerzustande.
Vermehrte Empfindlichkeit der Bauchdecken lässt auf Entzündung des Bauchfells oder der Bauchorgane schliessen.
Die Percussion der Bauchhöhle. Dieselbe geschieht beim Pferd und Rind mittelst Plessimeter und Percussionshammer, während bei kleinen Thiercn die Digitalpercussion vorgenommen werden kann. Je dicker die Bauchwand ist, um so gedämpfter ist an und für sich schon der Percussionsschall, und desto stärker muss geklopft werden. Bei gesunden Thieren erhält man theils dumpfen, theils gedämpften, theils tympanitisohen Percussionsschall, je nachdem die Gedärme feste bezw. festweichu Kothmassen oder Luft enthalten. Bei kranken Thieren erhält man einen auffallend hell-tympanitischen oder metallisch klingenden oder seihst lauten (vollen) Percussionsschall, wenn die Gedärme abnorm stark mit Gasen angefüllt sind, so dass die Darmwandungen in Folge der hochgradigen Spannung beim Anschlagen mitschwingen. (Vergl. die Entstehung des lauten und tympanitischen Percussionsschalls S. 194 u. 199.) Ausserdem findet man horizontale, je nach der Lage des Thieres wechselnde Dämpfung bei Ascites, sowie ausgedehnten dumpfen Schall bei Tumoren in der Bauchhöhle.
Die Auscultation des Hinterleibs. Das Behorchen des Hinterleibs bezweckt die Wahrnehmung von Geräuschen in der Bauchhöhle, welche entweder spontan durch die peristaltische Fortbewegung des flüssigen Darminhaltes oder willkürlich durch Stossen auf die Bauchwand und dadurch bedingte Erschütterung des flüssigen Inhaltes des Darmes oder der Bauchhöhle erzeugt werden. Während beim
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298nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Auscultation des Hinterleibs.
lliiule die Waastgerftusobe in diagnostischer Beziehung am wichtigsten
sind (vcrgl. das folgende Kapitel über Magenuntersuclmng), kommen heim Pferd und den übrigen Haustbieren vorzugsweise die Darm-geräuseiie in Betraclit. Dieselben sind sclion im normalen Zustande als sog. peristallisohe Gferäusche hörbar, welche durch die Portbewegung von Hiissigein, festweicliem oder gasförmigem Darminhalt und die Fortleitung der hiebei entstehenden Schwingungen auf die Darmwand und Bauohwand entstehen. Der Charakter dieser physiologischen Darmgeräusche wird bestimmt durch den Ort ihrer Entstehung und die Beschaffenheit des Durminhalts. Während die Dünndarmge rausche entsprechend dem flüssigen oder halbtlüs-sigen Inhalte dieses Darmtheiles plätscherndquot;, gurgelndquot;, kluckerndquot;, glucksendquot;, fliessendquot; sind, kennzeichnen sich die Dickdarmgerilusche beim Pferd ähnlich wie die Pansengeräusche beim Rinde als gurrendquot;, knurrendquot;, kollerndquot; und polternd'quot;. Die Intensität der Darmgeräusche hängt wesentlich ab von dem peristaltischen Drucke und dem Spannungsgrade der Darmwand; man unterscheidet in dieser Beziehung sehr laute, schwache und sehr schwach hörbare Geräusche. Beim gesunden Thioie werden die Geräusche nicht immer und nicht jedesmal in gleicher Stärke und Be-schaffenheit gehört, sie sind vielmehr eine gewisse Zeit nach der Putteraufnahme, sowie bei Aufnahme grösserer Wassermengen oder sehr wasserreichen Putters und nach vorausgegangener Bewegung am lautesten. Ein vollständiges und anhaltendes Fehlen der peristaltischen Geräusche kommt bei gesunden Thieren jedoch nicht vor. Dagegen sind die Geräusche je nach den einzelnen Bauchgegenden sehr verschieden.
In Krankheiten können die Darmgeräusche entweder verstärkt oder vermindert oder ganz aufgehoben sein. Eine Verstärkung der Geräusche findet man bei den leichten Reizzuständen der Dannschleimhaut, also namentlich bei Darmkatarrhen und bei oberflächlichen Darmentzündungen, sowie nach der Verabreichung von Abführmitteln. Dagegen sind die Darmgeräusche vermindert oder ganz aufgehoben bei Verstopfung und Lähmung des Darmes, bei starker Tympanitis, bei schweren Entzündungszuständen der Darmschleimhaut, hei Lageveränderungen des Darmes, bei Peritonitis, bei verschiedenen Gehirnkrankheiten und Vergiftungen, sowie nach der Verabreichung der Styptica. Am häufigsten findet man ein Fehlen der Darmgeräusche bei der Kolik der Pferde. Bei partieller Lähmung des Blind- oder Grinnndarmes fehlt nur das Dickdarmgeräusch, während
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Auscultation des Hiuterloibs.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;299
bei Lähmung und Vorschlingung des Dünndarms das Dünndarm-goräusch vermisst wird. Bei der Krampf'kulik hört man zuweilen statt des Darmgeräusclies ein eigenartiges Krampfgetönquot;, d. ii. ein klingendes Geräuscli, welches den Eindruck erzeugt, als ob Wassertropfen von einer gewissen Höhe herab auf eine tönende Metallplatte fallen. Dieses (xeräusch erklärt sich aus der Verschiedenheit der Gasspannung in den einzelnen Darmabschnitten, wobei sich aus den stark gespannten Danuschiingen Gase gewissonnassen explosiver Weise in die weniger gespannten ausbreiten. Man findet das Getön auch nocb bei anderen Zuständen (Blähkolik, Lage Veränderungen), dasselbe ist daher nicht pathognostisch für Krampfkolik.
Die Untersucbungsmethode bei der Auscultation der Bauchhöhle besteht darin, dass der Untersuchende, dessen Kopf dem Hintertheil dos Thieres zugewendet ist, das Ohr an die Bauch wand anlegt und der Reihe nach an beiden Seiten die verschiedenen Partien der Baucbwand abhorcht. Zuweilen sind die Geräusche schon in einer gewissen Entfernung vom Thierc hörbar. Von besonderer Wichtigkeit ist die Auscultation beider Plankengegenden. Bei grossen Thieren ist es nothwendig, durch Aufstützen einer Hand auf den Rücken des Thieres mit demselben in Contakt zu bleiben. Man beginnt mit der Auscultation in der Unterrippengegend und bringt von hier ans all-inählig das Ohr in die Plankengegend, wobei man sich namentlich bei sehr kitzlichen Pferden vor dem Geschlagenwerden zu schützen bat. Gleichzeitig empfiehlt es sich, bösartige Pferde vorne kurz anzuhängen oder durch einen Gehilfen halten zu lassen, um nicht mit den Zähnen hinten gefasst zu werden. Besonders leicht kann der Untersuchende bei der Auscultation der Bauchgegend von der Kniescheibe gestossen werden, wenn Pferde und Rinder einen Hinterfuss aufheben. Dasselbe kann auch beim Liegen der Thiere passiren. Bei Beschmutzung der Haut ist die Bauch wand vorher mit einem Tuche zu belogen.
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8. Die Untersuchung des Magens.
Magenuntersuchung beim Pferd. Die geschilderten anatomischen Lageverhältnisse bedingen es, dass eine klinische Untersuchung des Magens beim Pferd nicht ausführbar ist. Weder durch Adspection, noch durch Palpation, Percussion und Auscultation lassen sich diagnostisch verwerthbare Resultate erzielen. Selbst hoch-
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;{00nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Pansenuntersuohungf.
gradigo Mftgenei'weiterungen, wie sie vereinzelt bei älteren Pferden, sowie im Verlaui'e der chronischen interstitiellen Ijoberentzündung (Schwcinsberger Krankheit) vorkommen, entziehen sich dem klinischen Nachweise.
Untersuchung des Pansens beim Rinde. Dieselbe beginnt mit der Adspection der linken Flankengegend, wo entsprechend dem FtUlungSZUStande des Pansens entweder eine Umfangsvermehrung oder eine Umfangsverminderung des Hinterleibs zu cunstatiren ist. Umfangsvermehrnngen entstehen durch Anhäufung von Putter-stoifen (Ueberfressen) und von Gasen (Aufblähung). Während bei Antullung des Pansens mit Putter die Hervorwölbung der Bauchwand mehr zur Seite und nach abwärts bemerkbar ist, veranlagst die Ansammlung von Gasen im Pansen eine oft ganz enorme Hervorwöl-Ining der oberen .Flankengegend, so dass zuweilen die höchste Kuppe der linken Planke den Rilckenfirst noch Überragt, Letzteres findet ausnahmsweise auch bei sehr starkem Ueberfressen statt. Die Entscheidung, ob die Vergrösserung des Pansens durch Putter oder Gase verursacht ist, wird durch die Palpation und Percussion erbracht. Umfangsverminderung ist ein Zeichen von längerem Hungern; am hochgradigsten findet man sie bei der sog. Pansenleere. Sie macht sich durch das Einfallen der oberen Flankenwand bemerklich, sog. Hungergrube.
Auch die Palpation des Pansens geschieht von der linken Planke aus. Durch das Betasten des Pansens erhält man wichtige Aufschlüsse über die physikalische Beschaffenheit des Panseninhaltes, über den Füllungszustand des Pansens, über etwaige schmerzhafte Zustände desselben, sowie über die Pansenperistaltik. Zur Untersuchung des Panseninhaltes benützt man die obere Partie der linken Planke. Bei Gasanhäufung im Pansen fühlt sich derselbe elastisch gespannt an, bei Futteranhäufung dagegen teigähnlich, Fingerund Pausteindrücke hinterlassend. Je nach der Oonsistenz des Panseninhaltes bekommt man den Gefühlseindruck eines dicken Breies, eines festen Teiges oder mehr harter Massen; im letzteren Falle erzeugt kurzes Einstossen der Bauchdeoke über dem Pansen dumpfe, pochende Geräusche (sog. steinhartes Anfühlen des Pansens bei Magen Versandung). Bei nur geringer Gasansammlung über dem festweichen Futterbrei fühlt sich die linke Flanke bei oberflächlichem Drucke weich, elastisch, bei tieferem dagegen teigig an. Gesteigerte Empfindlichkeit des Pansens auf Druck darf nicht mit schmerzhaften
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Pansen uutorsuclmng.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 301
Zuständen des Peritoneums verwechselt worden; massgebend ist hiebei die Auslösung von Schmerzen bei tieferem Druck auf den Pansen. Die Pansenpe ristaltik endlich, welche normal durch Auflegen der flachen Hand auf die linke Flanken- und Bauchwand gefühlt wird, ist in einer grösseren Anzahl von Krankheiten dos Pansens und der Verdauung vermindert oder fehlt ganz (vcrgl. später).
Die Percussion des Pansens ergänzt die Palpation. Sie wird in der Form der Hammer-Plessimeterpercussion in der oberen Flankengegend vorgenommen. Festweicher Panseninhalt gibt einen dumpfen Schall, massige Grasansammlung ty mpanitischen, sehr pralle Gasfüllung mit starker Spannung der Pansenwand hell tympanitischen, metallisch klingenden oder lauten Percussionsschall. Letzteres findet man beim acuten Aufblähen.
Die Auscultation des Pansens ist von grösster diagnostischer Bedeutung, weil sie die Intensität der Pansenperistaltik am sichersten ermittelt. Sie geschieht durch Anlegen des Ohrs an die linke Flanken- resp. Bauchwandung. Bei gesunden Thieren entsteht durch die Contraction der Pansenmuskulatur und die Bewegung des stets etwas lufthaltigen Panseninhaltes ein eigenthümliches knisterndes, crepitirendes Geräusch, das sog. Wanstgeräusch oder Pansenknistern. Dieses Geräusch hört man bei gesunden Rindern etwa 2mal in der Minute, da sich der Pansen in der Minute 2mal oder in 2 Minuten 3nial contrahirt. Bei der Aufnahme des Status praesens wird daher wohl auch die Zahl der Pansenbewegungen pro Minute, wie dies bei Puls und Athmung geschieht, notirt (0, l/raquo;) 1) l1/2raquo; 2, 21/8 Pansenbewegungen pro Minute). Bei Magenkatarrhen, Tympanitis, Ueberfresson und allen schwereren inneren Krankheiten ist das Wanstgeräusch abgeschwächt, verlangsamt oder ganz aufgehoben.
Bei lange fortbestehender tympanitischer Aufblähung des Pansens (chronische Tympanitis in Folge Compression des Schlundes durch tuberkulös vergrösserte Bronchialdrüsen) kann eine schwache Drehung der Lendenwirbelsilule um ihre Längsaxe in Folge anhaltenden Drucks des vergrösserten Pansens auf die linksseitigen Lendenwirbelquerfortsätze eintreten und unter Umständen für die Beurtheilung der Dauer des Leidens von Wichtigkeit sein (Johne).
Untersuchung der drei übrigen Mägen des Rindes. Die Haube lässt sich beim Bind nur mittelst Palpation untersuchen. Die Palpationsstelle befindet sich in der Schaufelknorpelgegend, direct hinter dem hinteren Ende des Brustbeins.
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;-{02nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Mttgenuntersuohung!
Der Dnick wird mit der geballten Faust ausgeübt. Um denselben zu verstärken, empfiehlt es sich hei grossen Rindern, ein im Knie stark abgebeugtes Bein unter den Leih des Thiores zu setzen und mit dem Knie die drückende Hand zu unterstützen. Aeussert ein Rind hei diesem von unten auf die Bauclnvand in der Gegend der Haube angebrachten Drucke eine gesteigerte Empfindlichkeit oder deutliche Sclimerzhaftigkeit, so ist die Vermutbang gerechtfertigt, dass in der Haube ein Fremdkörper vorhanden ist, welcher die Wand der Haube verletzt hat. Auch durch Druck auf die reebte Unterrippengegend und nach vorne lassen sich zuweilen entzündliche Zustände in der Haube nachweisen. Der P s a 11 e r des Rindes ist wegen seiner tiefen Lage einer Untersuchung nicht zugänglich. Auch der Labmagen kann höchstens indirect von der rechten Unterrippengegend aus palpirt werden. Bei Katarrh, Verstopfung, Entzündung und Greschwürshildung im Labmagen lassen sieh hier meist durch Druck Schmerzen auslösen. Schliesslich mag daran erinnert werden, dass bei traumatischer Magen-Zwerchfellentzündung zuweilen auch durch Druck und Percussion auf die Insertionss teile des Zwerchfells Schmerzen hervorgerufen werden.
Untersuchung der Mägen der kleinen Wiederkäuer. Die
anatomischen und klinischen Verhältnisse liegen heim Schaf und hei der Ziege genau so wie beim Rinde. Die Pansenbewegung erfolgt hier gewöhnlich alle Minuten bloss Imal, zuweilen aber auch in 2 Minuten 3mal. Die Palpation des Panseninhaltes ist hei der viel dünneren Bauch- und Pansenwandung wesentlich erleichtert, desgleichen die Percussion, welche mit den Fingern ausgeführt werden kann. Die Haube ist heim Schafe am Ende und links vom Schaufelknorpel, der Labmagen 2--gt;gt; cm vom Schaufelknorpel nach hinten und handbreit nach rechts zu palpiren. Der Psalter ist auch bei den kleinen Wiederkäuern einer Untersuchung nicht zugängig.
Untersuchung des Magens beim Fleischfresser. Durch die einfache Adspection lässt sich nur in Ausnahmsfällen eine starke Füllung des Magens in Form einer Hervorwölbung der Bauchwand in der Umgehung des Schaufelknorpels und Nabels, sowie in der linken Unterrippengegend erkennen. Höchstens gelingt dies zuweilen bei Katzen und jungen Hunden mit schlaffen Bauchdecken. Wichtiger ist die Palpation des Magens. Am leichtesten sind Katzen zu
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Magenuntersuohunginbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 308
Tintcrsuclion. Beim Hunde ist die Palpation bald sehr schwer, bald sehr leicht, je nach der (Irösse der Thiero, der Rasse, dein Füllungs-zustando des Magens, der Dicke und Spannung der Bauch wand, der Länge des Hinterleibs. Bei leerem Magen ist die Palpation sehr erschwert und oft unmöglich. Man kann nur mittelbar durch Druck auf die untere Bauchlläche hinter dem Schaufelknorpel nach oben und vorne, sowie in der linken Unterrippengegend auf den leeren Magen einzuwirken suchen. Wird hiehei eine gesteigerte Empfindlichkeit constatirt, so darf sie nicht ohne Weiteres mit Sicherheit auf den Magen bezogen werden. Dagegen lässt sich ein stark gefüllter Magen paipiren, vorausgesetzt, dass die Spannung der Bauchdecken keine zu starke ist. Man kann in solchen Fällen wenigstens einigermassen Aufsohluss über den Umfang und den Inhalt sowie über die Empfindlichkeit des Magens erhalten. Ein luftförmiger Inhalt lässt sich ausser durch die elastische Spannung bei der Palpation auch durch einen tympanitischen Ton bei der Percussion nachweisen. Bei massig gefülltem Magen und tiefem Drucke lassen sich hei kleinen Hunden zuweilen auch Fremdkörper im Magen ermitteln, namentlich wenn sie im darmähnlichen Magenabsohnitt liegen. Ändere nachweisbare Krankheiten sind Magenüberfüllung, Magenerweiterung, Tympanitis insbesondere bei Vergiftungen, Magenentzündung (Schmerz), Tumoren. Die Untersuchung geschieht auf die Weise, dass man am stehenden oder auf die Hinterfüsse gestellten Thiere durch einen allmählig stärker werdenden Druck mit den Fingern auf die untere Bauchwand hinter dem Schaufelknorpel des Brustheins und auf die linke Unterrippengegend den Magen zu erreichen sucht, während von der anderen Seite mit der anderen Hand ein Gegendruck ausgeübt wird. Es empfiehlt sich, die Untersuchung des Magens nach der 'Futteraufnahine vorzunehmen.
Untersuchung des Magens beim Schwein. Dieselbe wird im Allgemeinen selten ausgeführt und ist je nach der (Irösse, Ilasse und Fettleibigkeit, sowie je nach dem Temperament der Thiere schwer oder leicht vorzunehmen. Am leichtesten ist sie bei ruhigen und mageren Schweinen mit schlaffen Bauchdecken und gefülltem Magen. Die Palpationsstelle befindet sich ebenfalls in der Schaufelknorpelgegend, sowie in der linken und rechten Unterrippengegend.
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9. Die Untersuchung des Darmes.
Untersuchung des Darmes beim Pferd. Die Untersuchung des Darmes von aussei! mittelst Adspoction, Palpation, Percussion und Auscultation bezieht sich lediglich auf die der Bauchwand anliegenden Darmpartien. Die tiefer gelegenen Darmabschnitte müssen auf andere Weise explorirt werden; man vergleiche in dieser Beziehung das nachfolgende Kapitel über Untersuchung durch den Mastdarm. Vor Beginn der äusscren Untersuchung hat man sich an die anatomische Tiiatsache zu erinnern, dass die dicken Gedärme hauptsäohlioh in der rechten Flanken- und Unterrippengegend, die dünnen Gedärme dagegen in der linken Flanke und dem oberen Theile der Unterrippengegend zu suchen sind. Hierbei darf allerdings nicht vergessen werden, class sich die Lage der Gedärme im Bauchraum ändern kann. Dies findet insbesondere bei Tympanitis, Verstopfung, Achsendrehung, Verschlingung, Invagination und Incarceration statt. Was durch die Adspection des Hinterleibs festgestellt werden kann, ist schon früher erörtert worden (S. 271). Da der Dickdarm beim Pferde den grössten Theil der Bauchhöhle einnimmt, so handelt es sich bei der Adspection vor allem um den Grad der Füllung dieses Darmes. Starke Füllung desselben mit Gasen bedingt zunächst eine Umfangsvermehrung des Hintorleibs in der rechten Planke, während Gasansammlungen in den dünnen Gedärmen in der linken Flanke eine sichtbare Umfangsvermehrung hervorbringen. Die Resultate der Palpation und Percussion können an den verschiedenen Bauchgegenden auf die daselbst unter der Bauchwand gelegenen Darmpartien bezogen werden. Besonders wichtig ist die regionäre Auscultation. Dieselbe bestimmt aus dem Charakter der Darmgeräusche die Lage der Gedärme, sowie aus dem Fehlen derselben den Ort der Störung (vergl. S. 275).
Untersuchung des Darmes bei den quot;Wiederkäuern. Da bei den Wiederkäuern sämmtliche Gedärme mit den Gekrösplatten eine Scheibe, die sog. Darmscheibe, bilden, welche der rechten AVanst-hälfte aufgelagert ist und vom grossen Netze bedeckt wird, ist eine gesonderte Untersuchung der dünnen und dicken Gedärme nicht möglich. Auch durch Adspection und Percussion ist wenig oder gar nichts zu bestimmen. Dagegen lässt sich zuweilen durch die Palpati on der rechten Flanken- und Unterrippengegend an einer
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Darrauntemichung.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;305
umscliriebonen Stelle höliere Empündlichkeit oder Suhmerzhaf'tigkcit nachweisen, so z. B. bei der Darminmginiition des Rindes, oder man fühlt im Verlaufe der Ruhr hei Stössen in die rechte Rauchwand deutliches Schwappen der mit Flüssigkeit gefüllten Gedärme. Ebendaseihst hört man wohl auch lebhaftere, selbst kollernde Dann-geräusche.
Untersuchung des Darmes bei den Fleischfressern. Am
leichtesten sind beim Hunde und bei der Katze der Mastdarm und das Colon descendens zu untersuchen. Von den Untersuchungsmethoden ist am wichtigsten die Palpation. Man führt dieselbe in der Weise aus, dass man sich hinter das stellende Thier stellt und die Gedärme von beiden Seiten der Rauchwand her durch Druck mit den flachen Händen oder den Pingerspitzen durchmustert; die abgespreizten Daumen werden dabei auf den Rücken des Thieres gelegt. Es lassen sich so insbesondere abnorme Kotliansammlungen und schmerzhafte Zustäiulo im Mastdarm und Colon descendens sehr bequem nachweisen. Die Kothansaramlungen bieten sich gewöhnlich als solide, oft steinharte, cylindrische, sträng- oder wurstförmige oder auch rundliche unter dem Kreuzbein gelegene (xeschwülste dar, welche über armsdick sein können und sich nicht selten nach hinten ins kleine Recken, sowie nach vorne bis zum Schaufelknorpel fortsetzen. Auch verschluckte Fremdkörper in den dünnen Gedärmen (Steine, Kugeln, Korke) lassen sich durch Palpation der Rauchdecken nachweisen; entsprechend der weitverbreiteten Lage des Dünndarmes sind sie an sehr verschiedenen Stellen der Bauchhöhle zu treffen. Zuweilen empfiehlt es sich, die Tliiere in der Seiten- und Rückenlage, sowie in aufrechter Stellung zu untersuchen, weil die Lage der Fremdkörper nicht selten wechselt. Wenig wichtig ist die Adspection und Auscultation der Gedärme beim Hund. Dagegen lassen sich durch Percussion Gasansammluiigen in den Gedärmen leicht nachweisen.
Untersuchung des Darmes beim Schwein. Dieselbe ergibt bei dem meist sehr entwickelten Fettpolster nur geringe praktische Ausbeute. In anatomischer Beziehung hat man sich zu merken, dass die dünnen Därme hauptsächlich in der rechten und linken Unterrippengegend liegen, während Grimmdarm und Blinddarm in der Nabel-, rechten und linken Flanken-, Scham- und Leistengegend, sowie der Mastdarm in der Nabel- und Schamgegend gelagert sind. Resondere Bedeutung kommt der Palpation der Gedärme bei der
Kriedborger u. Frohner, Klinische UntcrsndmtigsmetlioJeii. 2. Anll. 20
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3(J6nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Masttlarmuntersucliung.
D arm tuberkulöse und Schweinepest zu, indem sich hier derbe, 1 2 Faust grosse Pakete verwachsener Dannschlingen mit höckeriger Oberfläche durch die Bauohdeoken durchfühlen lassen.
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10. Die Untersuchuiig des Mastdarms.
Untersuchung des Afters und seiner Umgebung. Vor der
Untersuchung des Mastdarms muss diejenige des Afters vorgenommen werden. Beim Geflügel kommt die Cloake in Betracht, Die Ad-spection des Afters und seiner Umgebung ermittelt eine Reihe von Krankheitszuständen. So findet man die Umgebung des Afters mit Kothmassen beschmutzt nach vorausgegangenen Durchfällen, die Haare mit Koth und Sandtheilen vor filzt bei der sog. falschen Verstopfung langhaariger Hunde. Von W ürmern haften in der Umgehung des Afters oder hängen aus dem Mastdarm heraus am häufigsten Eand-wurmproglottiden beim Hund; ausserdem findet man Oxyuren und beim Pferd Gastrophiluslarven. Besonders häufig ist beim Hunde eine starke Füllung oder Abscedirung der Analbeutel. Von Geschwülsten haben Bedeutung die Melanome der Schimmel und die Carcinome der Hunde. Ausserdem kommen Emphyseme, Oedemc, Geschwüre und Fisteln vor. Die Zeichen starken Juckreizes am After fordern zu einer genauen Untersuchung auf Würmer auf. Am After selbst findet man nach Diarrhöen oder bei Verstopfung Röthung, Blutrünstigkeit, Schwellung und Entzündung. Reim Geflügel treten im Verlaufe der Diphtherie croupös-diphtheritisoho Entzündungen in der Umgebung der Cloake auf. Diagnostisch wichtig ist weiter die Erschlaffung und Lähmung des Afters, wie sie vorübergehend bei jungen Hunden, Schweinen und Kälbern nach Durchfällen, sowie bleibend nach Ilückenmarkskranklieiten namentlich bei Pferden und Hunden beobachtet wird. Als senile Erscheinung sieht man Einziehung und Oeffming des Afters bei alten Stuten. Die als Afterzwang (Tenesmus) bezeichneten abnormen Reizzustände des Afters, welche sich in häutigem und heftigem Drängen auf den Mastdarm, Stöhnen und Auf krümmen des Rückens äussern, werden durch entzündliche Schwellung der Mastdarmschleimhaut, durch Fremdkörper im Mastdarm, sowie durch Verstopfung und Durchfälle hervorgerufen. Man beobachtet sie deshalb bei Mastdannkatarrh, im Verlauf der Ruhr, der Influenza, der Rinderpest, des Milzbrandes, nach dem Ueberfressen beim Rind, nach Darmkatarrhen. Besonders
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Rectale Untersuchung.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 307
charakteristisch ist der Afterzwang hei der Wuth des Rindes. Der Afterzwang führt insbesondere hei jungen Tiiieren nicht selten zum Mastdarmvorfall, so dass dann auch die Mastdarmschleiinhaut besichtigt werden kann, welche meist geschwollen, diffus und fleckig gerothet und selbst ulcerirt ist.
Die Untersuchung per Rectum. Die Untersuchung durch den Mastdarm wird wohl auch als rectale Untersuchung, innere Palpation, Exploratio per Rectum bezeichnet. Sie zerfällt in eine unmittelbare (directe) und mittelbare (indirecte) Untersuchung. Erstere ermittelt den Inhalt, die Temperatur, die Beschaffenheit der Schleimhaut des Mastdarms, während die letztere die Nachbarorgane des Mastdarms zu cxploriren hat. Beide gehen zusammen wichtige diagnostische Aufschlüsse über eine Reihe von Krankheitszuständen. Im Einzelnen lässt sich durch die rectale Untersuchung Folgendes feststellen:
a)nbsp; Der F ü 11 u n g s z u s t a n d und 1 n h a 11 des Mastda rms. Man findet den letzteren in Krankheiten entweder leer oder abnorm stark angefüllt. Letzteres ist der Fall bei Mastdarmverstopfung, bei Parese und Paralyse des Rectums, bei hochgradiger Grehirndepression, sowie hei gewissen Zuständen, welche das Drängen beim Kothabsatz schmerzhaft machen, so bei Peritonitis, bei spitzen Fremdkörpern im Mastdarm und bei der traumatischen Gastritis des Rindes. Als abnormer Inhalt können unverdaute, spitze Knochcnstückc und sonstige Fremdkörper beim Hunde, Steine und Concremente beim Pferde, Schleim, eiter-ähnliche Massen, Blut, Croupmembranen, quot;Würmer und Gastrophilus-larvcn vorgefunden werden. Croupöse, sowie eitrig-schleimige Ent-zündungsproduete, welche dem explorirenden Arme anhaften, findet man am häufigsten heim Pferde nach vorausgegangenem rohem Ausräumen des Mastdarms durch Laien. Geringe Mengen von Blut haften nicht selten am untersuchenden Finger beim Hund, ohne dass diese Erscheinung etwas Beunruhigendes hätte, da leichte Mastdarmblutungen beim Hund, z. B. im Verlaufe der Staupe, sowie bei Coprostasen häufig vorkommen. Dagegen fordert heim Pferde ein blutiger Mastdarminhalt sofort zur Untersuchung des Rectums auf Traumen und Ruptur auf. Beim Rinde sind Mastdarmblutungen ebenfalls zuweilen die Folgen roher manueller Eingriffe, sie können jedoch auch Symptome hämorrhagischer Enteriten sowie des Milzbrandes sein (sog. Lendenblut).
b)nbsp; Die Temperatur des Mastdarms. Dieselbe kann nur approxi-
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llectale Untorsuchuug.
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inativ und bloss bei erheblichen Abweichungen von der Norm geschätzt werden. Man findet sie gesteigert bei hohem Fieber und bei Proctitis, vermindert bei Lähmung des Mastdarms und bei Collaps/.uständen.
c)nbsp; Die Raum Verhältnisse dos Mastdarms. Hierher gehört der Nachweis von Divertikelbildung bei alten Hunden, von ungewöhnlicher Ausweitung des tlaschentormigen Mastdarmstückes beim Pferde in Folge von üarmlähmung, sowie von Verengerungen des Mastdarms durch Schwellung und Verdickung der Schleimhaut, Geschwülste, Narben, Compression durch vergrösserte Nachbarorgane etc. Alle diese Zustände haben habituelle Verstopfung zur Folge.
d)nbsp; Die Beschaffenheit der Schleimhaut und Wandung des Mastdarms. In Betracht kommen Schwellungen, Verdickungen, Geschwüre, Unebenheiten, Narben, Stricturen, Tumoren, Hämor-rhoidalknoten, Continuitätstrennungen, Rupturen der Schleimhaut und der Danmvanduug. Wunden finden sich beim Pferde besonders in Form von Querwunden und Lappenwunden im fiaschenförmigen Theil. Dieselben beschränken sich meist auf die Schleimhaut, welche zuweilen klappen- oder segelartig ins Mastdarmlumen vorgewölbt ist und sich in Folge der Eintilzung von Futter in die Submucosa und Muscularis teigig-knisternd anfühlt. Bei Mastdarmruptur tritt in der Umgebung des Afters und der Flanken zuweilen subcutanes Emphysem auf.
e)nbsp; Prostataschwellungcn. Die Vergrösserungen der Prostata durch Entzündung, Abscedirung und Cysten- und Geschwulst-bildung lassen sich mittelbar vom Mastdarm aus beim Hunde nachweisen. Man fühlt an der unteren Mastdarmwandung unmittelbar voider Schambeinsymphyse die beiden Theile der Prostata oft ganz enorm vergrössert, so dass sie das Lumen des Mastdarms stark verengen (Verstopfung), zuweilen ist die Prostata auch schmerzhaft und fluctuirend. Von Wichtigkeit ist hierbei, die normale Grosse und Consistenz der Prostata durch Uebung an gesunden Hunden zu kennen.
f)nbsp; Paraproctale Abscesse. Dieselben liegen im Bindegewebe in der Umgebung des Rectums und bedingen zuweilen eine Stenose des letzteren.
g)nbsp; nbsp;Die anliegenden Darmpartien. Vom Mastdarm aus lassen sich beim Pferde die hinteren Abschnitte des gewundenen Theils vom Rectum sowie Theile des Colons auf ihren Füllungs- und Spannungszustand, auf die Art ihres Inhalts und auf etwaige abnorme
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Rectale Untersuchung.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 309
Empfindlichkeit untersuchen (Windkolik, Anschoppungskolik, Steinkolik). Auch Lageveränderungen des Colons (Achsendrehungen), sowie Einschnürungen des Mastdarms lassen sich feststellen. Es darf daher die rectale Untersuchung bei der Kolik der Pferde niemals unterlassen werden. Von besonderer Wichtigkeit ist die Erkennung und Beseitigung der Achsendrehungen der linken Oolonlagen vom Mastdarm aus. Die Diagnose derselben gründet sich auf den Nachweis eines stark gespannten Grekrösstranges in der Höhe des vierten Lendenwirbels, welcher statt senkrecht schräg nach unten und links verläuft und bei Betastung schmerzhaft ist, sowie eines zweiten gespannten Stranges, eines Bandstreifens der linken unteren Colonlage, in der linken Flankengegend. Die Beseitigung der Lage Veränderung wird in der Weise ausgeführt, dass man mit der vordringenden linken Hand nach der linken Bauchwand geht und die hier liegenden Grimmdarmlagen sammt den darunter gelagerten Mastdarmschlingen nach vorn und innen schiebt; dass man ferner, in der Mittellinie angelangt, die Hand langsam nach oben führt, worauf die obere Colonlage mit der unteren über die Hand in ihre normale Lage zurückfällt (Jelkmann, Möller). Im Uebrigen ist zu bemerken, dass das Auffinden gespannter Stränge bei der Exploration des Mastdarms kolikkranker Pferde nicht immer mit Sicherheit auf das Vorbandensein einer Lageveränderuiig des Darmes schliessen lässt, da derartige Stränge auch bei lleberfütterungs- und Windkoliken in Folge von Zug und Spannung der Tänien vorkommen. Insbesondere können sich Täuschungen ereignen, wenn die explorirende Hand eine Drehung des Anfangsstücks vom gewundenen Mastdarme (spiralig gewundener Tbeil des Mastdarmrohrs) wahrnimmt, oder ein weiteres Vordringen mit der Hand nicht möglich ist. h) Der innere Leisten ring (Hauch ring). Die Untersuchung desselben vom Mastdarm aus ist namentlich bei kolikkranken Hengsten von grösstcr diagnostischer Bedeutung und darf niemals unterlassen werden, weil sich daselbst incarcerirte Dünndarmbrüche vorfinden können. Man palpirt den linken Bauchring mit der rechten und umgekehrt den rechten mit der linken Hand, Die wichtigsten Momente sind hierbei die Weite des Bauchrings, Umfang und Beschaffenheit der durchtretenden Weichtheile, sowie Schmerzbaftigkeit derselben bei Druck in der Gegend des Bäuchlings und Leistencanales. Vortheil-haft ist es auch, beide Bauchringe nach Grosso und Inhalt mit einander zu vergleichen, desgleichen den Hodensack und äusseren Leistenring in die Untersuchung mit hineinzuziehen. Die durchschnittliche
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Reotale Untersuchung.
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normale Länge des inneren Baiiclmngs beträgt 2 4 cm (12 Finger breit). Bezüglicb cler Incarceration ist noch zu bemerken, class Schinerzhaftigkeit oft nur im Anfange der Einklcmmung besteht, und dass eine nennensworthe Umfangsvorinehrung der durchtretenden Weichtheile nicht immer sicher zu conskitiren ist, so dass unter Umständen trotz sorgfältiger Untersuchung ein derartiger incarcerirter Bruch während des Lebens nicht erkannt wird. (Auch bei älteren Hengsten ist es räthlich, den inneren Leistenring vor der Castration zur Verhütung von Darmvorfällen zu prüfen.)
i) Der sog. innere Bruch beim Ochsen. In jedem Fall von Kolik beim Ochsen darf die reotale Untersuchung auf das etwaige Vorhandensein eines inneren Braches (Uoberwurf, Verschnüren) nicht unterlassen werden. Die in den Mastdarm eingeführte linke Hand tastet die rechte Bauchwand vom Beckoneingang bis zum Bauchring ab. Diagnostisch wichtig ist hierbei das Auffinden einer apfel-, f'aust-bis kopfgrossen, teigigen, mehr oder weniger schmerzhaften Gescluvulst, sowie mediamvärts davon eines straff gespannten Stranges (Samenstrangrest resp. abgetrennte Bauchfellfaltc); zuweilen gelingt es auch, vom Mastdarm aus eine Darminvagination in Forin einer länglich-cylindrischen, schmerzhaften Geschwulst im Verlaufe des Darmes beim Rinde nachzuweisen.
k) Endlich lassen sich vom Rectum aus Blasensteine, Blasentumoren, Nieren-, Uterus-, Eierstockskrankheiten, Thrombosen der Crural- und Beckenarterien, Bauchfelltuberkulose, Verdickung der Samenstränge, dann beim Rinde Ueberfüllung des Pansens, sowie tuberkulös entartete Beckenlymphdrüsen palpiren.
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Untersuchungsmethode. Die reotale Untersuchung wird beim Pferd und Rind dureb Einführen der Hand und des Annes, bei kleinen Haus-thieren durch Einführen des Pingers oder einer elastischen Sonde vorgenommen.
1. Beim Pferde geschieht die Untersuchung in folgender Weise. Das betreifende Thier wird, wenn nöthig, aufgeziiumt; unter Umständen werden wohl auch Zwangsmittel, wie Bremse oder sog. Spannen1- der Hinterfüsse, ähnlich wie beim Belegacte der Stuten, angewendet. Der Kopf wird von einem Gehilfen hoch gestellt, etwas gegen die linke Seite des Thieres gewendet und so fixirt; der linke Vorderfüss wird aufgehoben. Der Untersuchende hat den rechten Arm entblösst und die Hand, sowie den Arm durch Eintauchen in Wasser gut befeuchtet, um die Reibung zu mindern und das Einführen zu erleichtern. Derselbe stellt sich direct hinter das Pferd, und zwar so viel wie thunlich auf die linke Seite desselben. Die linke Hand umgreift, den Daumen nach rechts gestellt, den Grund der Scbweifrübe und gleitet am Rücken der letzteren etwa eine
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Rectale Untersuchung.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;311
Spanne lang nach abwärts, gegen die Spitze zu, dabei die Schweifhaare sämmtlich umfassend und gut an die Schweifrübe andrückend. Nun wird die Schweifrübe nach links gezogen und in eine wagreohte Stellung verbracht, wobei sie fest vor und über dem Gesilssboinhöcker an die Croupe angedrückt wird. Ist auf diese Weise der After frei und zugänglich gemacht, so sucht man mit den Fingern der rechten Hand einen Kegel zu fonniren, indem man die Spitzen der Finger fest gegen den Daumen presst, und dringt nun mit der Spitze dieses Kegels unter leicht hin- und herdrehenden Bewegungen in den Mastdarm ein. Dabei ist es in der Regel nöthig, den Arm möglichst steif zu machen, und unter ruhigem, gleich-milssigem Drucke nach oben und vorne, der sich einerseits durch Stützen der fixirendon linken Hand gegen die Croupe, anderentheils durch Stemmen mit den Püssen nach rückwärts gegen den Boden erzielen lässt, die Spannung der Sphinkteren zu überwinden und so mit der stets konisch geformt gehaltenen Hand in den Mastdarm zu gelangen. Hat die Hand den After passirt, geht das weitere Vordringen derselben in dem flaschen-förmigen Theile des Mastdarmes verhilltnissmässig leicht. Drängen dabei die Thiere, so ist ein weiteres Vorschieben der Hand, das immer unter leicht drehenden Bewegungen erfolgen soll, so lange das Drangen besteht, zu unterlassen, und zwar um so eher, je stärker das Drängen geschieht. Man beschränkt sich in dieser Zeit auf passiven Widerstand, indem man die geschlossene Hand ruhig an Ort und Stelle zu belassen versucht. Die erstgenannten Umstände sind nothwendig, um sich vor Beschädigung durch Schlagen zu schützen. Hiebei ist zu bemerken, dass bei kranken Pferden Bremsen und andere Zwangsmittel selten nothwendig sind. Gutes Umfassen der Sehweifrübe und Pixiren der Haare ist nöthig. damit nicht die kürzeren Haare am Grunde der Rübe mit in den Aftor gezerrt werden, wodurch die Thiere oft unruhig gemacht (Schmerz durch Zerrung dor Haare und Reiben derselben an der Schleimhaut ver-anlasst), und Verletzungen der Mastdarmschleimhaut, unter Umständen selbst der Hand des Untersuchenden, vermieden werden. Statt Wasser nehmen Manche fettes Oel oder Vaseline. Wir fanden dies beim Pferde im Allgemeinen nie nothwendig; es könnte höchstens in bestimmten Pällen, dos Selbstschutzes wegen , so bei verletzter Hand und Ansteckungsgefahr, z. B. Milzbrand verdacht, angezeigt erscheinen. Dann würde am besten Leinöl und noch mehr Ricinusöl eindecken und schützen.
Zur Vermeidung von Verletzungen der Mastdarmschleimhaut ist von Wichtigkeit, dass der Explorirende kurzgeschnittene Nägel und keine vorstehenden Ringe am Pinger hat. Das Maass der Gewaltanwendung ist ein sehr verschiedenes. Je älter und schlaffer die Pferde überhaupt sind, je mehr der Anus atonisch ist, desto weniger Kraftaufwand ist nöthig. Sehr grossen Widerstand setzen kräftige Pferde, zumal Hengste edler Rasse, entgegen. Wiederholtes Eingehen mit der Hand in den After, wobei nie ein erneutes Befeuchten derselben mit Wasser unterlassen werden darf, ist immer schon erheblich leichter auszuführen (Ermüdung der Sphinkteren). Praktisch wichtig dürfte, zumal für Anfänger, der Hinweis sein, dass bei Kolikpatienten, bei welchen bereits Manipulationen (sog. Räumenquot;, oder Setzen von Klystieren) von Unberufenen vorgenommen wurden oder solche zu vermuthen sind, das erstmalige Exploriren immer in Gegenwart von Personen ausgeführt werde, um sofort allenfallsige Verletzungen im Mastdarme festzustellen und nicht später beschuldigt zu werden, sie selbst gemacht zu haben. Ist der Püllungszustand des Mastdarmes mit Koth festgestellt und dieser,
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Roctale Untcrsuclmng.
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soweit möglich, ontfonit und dabei näher untersucht, so werden gleichzeitig-damit oder hernach noch die übrigen Verhältnisse berücksichtigt. Es ist insbesondere zweckmässig, nach dem erstmaligen Herausführen des Arnuis denselben genau zu besichtigen, um alleni'alls anklebendes Blut oder Darmwürmer (Oxyuren und Sklerostomen) oder Entzündungsproducto, die den Arm beschlagen haben, zu constatiren.
2.nbsp; nbsp; Beim Rind ist das Exploriren des Mastdarms wesentlich einfacher und mit ungleich weniger Kraftaufwand auszuführen. Doch ist auch bei Rindern der Kopf in die Höhe zu halten und gut zu fixiren. Ausserdem hat man sich auch hier sehr vor dem Geschlagenwerden in Acht zu nehmen; es erschwert ferner nicht selten , zumal bei jüngeren Rindern, das rasche Hin-und Hertreten der Thiere mit dem Hintertheile die Manipulationen sehr. Um dieses Hin- und Herspringen nicht selbst durch Zerren und Anspannen der Schweifrübe hervorzurufen, hält man den Schweif nur lose oder sucht, weil ihn die Thiere oft stark einkneifen , in einem unbewachten Momente zum Aller zu kommen. Die Unruhe der Thiere macht das Andrücken derselben mit der rechten Seite an eine Wand durch Personen, selbst mit Zuhilfenahme einer mit dem vorderen Ende an einem Barrenringe befestigten langen Stange nothwendig.
3.nbsp; nbsp; Bei kleineren Thieren geht man, je nach deren Grosso, mit dem befeuchteten bezw. eingeölten oder mit Paraflinsalbe bestrichenen Zeige-resp. kleinen Finger in den After ein. Bei kleinen Vögeln benützt man eine Sonde. Dass auch die kleineren Thiere, namentlich Hunde und Katzen, gehörig fixirt werden und der Schweif zur Seite gehalten wird, ist selbstverständlich. Man explorirt wohl am besten beim stehenden Thier; zuweilen kann es gut sein , das Hinterlheil hoch heben zu lassen. Das Bestreichen des Fingers mit fettem Gele oder Paraffinsalbe hat noch den Vorzug, dass der üble Geruch leichter vom Finger zu entfernen ist.
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11. Die Untersuchung der Darmentleernngen.
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Allgemeines. Die Art und Weise dos Kothabsatzes, die Häufigkeit desselben, die Menge und Beschaffenheit des Kothes sind von grösster diagnostischer Bedeutung. Jn sehr vielen Krankheitsfällen bilden überhaupt die Daiunentleerungen die wichtigsten klinischen Erscheinungen. Hiebei sind jedoch mehr wie sonst die physiologischen Verhältnisse stets im Auge zu behalten, dii die Darmentleerungen schon bei ganz gesunden Thieren selbst einer und derselben Thierart je nach der Fütterung ausserordentlich differiren. Es ist deshalb keineswegs immer leicht zu bestimmen, ob die Ausscheidungen im gegebenen Falle der Norm entsprechen oder nicht. Besonders dem Anfänger ist dringend zu rathen, bei der Bourtheilung des Kothes die Fütterungsweise wohl zu berücksichtigen. Was bei einem Thiere krankhaft ist, kann bei einem anderen den Umständen entsprechend normal sein. Die Entleerung von Entzündungsproducten
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Kothabsatz.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;313
aus dem Darm ist je nach ihrer Menge und Beschaffenheit bald sehr leicht, bald sehr schwer zu beurtheilen.
Bei der Untersuchung der Darmentleerungen kommen nachstehende Punkte in Betracht;
a) die. Art und Weise des Kothabsatzes, 1)) die Häufigkeit des Kothahsatzes,
c)nbsp; nbsp;die Menge des Kothes,
d)nbsp; die Con sis ten z,
e)nbsp; die Form,
f)nbsp; die Farbe,
g)nbsp; der Ueberzug, h) der Grerucli,
i) die Reaction,
k) die makroskopische Untersuchung,
1) die mikroskopische Untersuchung des Kothes, m) die Darmgase.
Die Art und Weise des Kothabsatzes. Da schon bei gesunden Thieren je nach der Thiergattung und Fütterung wesentliche Unterschiede bezüglich der Leichtigkeit oder Schwierigkeit des Kothabsatzes bestehen, so lassen sieb nur höhergradige Störungen und Abweichungen von der Norm in diagnostischer Hinsicht bestimmen, Erscliwerten Kothabsatz tindet man bei anhaltender und hochgradiger Verstopfung; der Kotli wird hierbei unter ungewöhnlich grosser Anstrengung abzupressen versucht. Häutiges Drängen auf den Koth besteht auch beim Afterzwang (vergl. S. 292). Unwillkürlicher Abgang von Darmentleerungen ist ein Zeichen von Erschlaffung und Lähmung der Aftor-Sphinkteren und wird nach schweren, colllquativen Durchfällen, bei Ruhr, bei Rückenmarkskrankheiten, im Stadium der Agone, sowie bei traumatischen Affectionen des Afters beobachtet. Schmerzhafter Kot ha bsatz ist häufig mit dem erschwerten verbunden. Hunde geben den Schmerz zuweilen durch Heulen und lautes Schreien, Pferde und Kinder durch starkes Stöhnen kund. Besonders schmerzhaften Kothabsatz bedingen: Entzündungen des Mastdarms, eingeklemmte Fremdkörper im Mastdarm, Enteritis, Peritonitis, Rheumatismus der Bauch- und Leudenmuskeln, perforirende Fremdkörper im Magen der Wiederkäuer, falsche Verstopfung beim Hund. Wegen der starken Schmerzen beim Kothabsatz unterlassen die Thiere denselben oft gänzlich, so dass andauernde Verstopfung eintritt.
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Kothabsatz.
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Häufigkeit des Kothabsatzes. Schon unter normalen Verhältnissen ist die Häufigkeit des Kothahsatzes je nach der Menge und Beschaffenheit des aufgenommenen Futters, sowie je nach der Bube oder Bewegung und Arbeit der Thiere eine wechselnde. Pflanzenfresser setzen viel häutiger Koth ab, als Fleischfresser, Binder wieder viel häufiger, als Pferde. Nach unseren eigenen Beohachtungen entleeren gesunde Pferde innerhalb 24 Stunden durch-schnittlicli 8 lOnial, gesunde Binder durchschnittlich 1218mal, gesunde Hunde durchschnittlich linal Koth.
In Krankheiten ist der Kothabsatz verzögert oder beschleunigt. Verzögerung der Kothentleerung sowie Koth-verhaltung findet man in allen Fällen von Verstopfung, also bei der Anschoppungs- und üeborfütterungskolik der Pferde, bei der Fäcalstase der Hunde, bei Lageveränderungen und Fremdkörpern im Darm, bei Darmkatarrhen, bei Ikterus, Enteritis, Peritonitis, Mastdarmkatarrh, Lähmung des Bectums, im Anfange fieberhafter In-fectionskrankheiten, bei Starrkrampf und Muskelrheumatismus, nach der Verabreichung von stopfenden Arzneimitteln, bei Vergiftungen u. s.w. Häufigeren Kothabsatz oder Durchfall beobachtet man bei Beizzuständen der Mastdarmschleimhaut, sowie in allen mit Diarrhöe verlaufenden Krankheiten (vergl. dieselben später im Abschnitt Con-sistenz des Kothesquot;). Endlich kann Kothverhaltung mit Durchfall abwechseln, was namentlich beim chronischen Darmkatarrh vorkommt.
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Die Kothmenge. Bei der Beurtheilung der Kotlimenge muss unterschieden werden zwischen der Menge, welche bei jeder Defäcation, sowie zwischen derjenigen, welche innerhalb 24 Stunden abgesetzt wird. Auch hier begegnet man schon bei Thieren im gesunden Zustande wesentlichen Verschiedenheiten. Die grössten Kotlimengen werden wegen der grossen Masse unverdaubarer Futtcrbostandtheile von den Pflanzenfressern entleert, die kleinsten von den Fleischfressern; in der Mitte zwischen beiden steht das Schwein. Nach unseren Untersuchungen setzen gesunde Pferde bei Trockenfütterung innerhalb 24 Stunden durchschnittlich 1015 kg Koth, Binder durchschnittlich 2040 kg, Schafe und Ziegen durchschnittlich 1 2 kg, mittelgrosse Hunde bei gemischter Nahrung durchschnittlich 50250 g Koth ab. Die bei jeder Defäcation abgesetzte Kothmenge beträgt beim Pferd durchschnittlich 12 kg.
Bei kranken Thieren ist die Kothmenge vermehrt oder ver-
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Untersuchung des Kotlies.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 315
mindert. Eine diesbezügliche Beurtheilung ist indessen nur dann möglich, wenn die Abweichungen von der Norm bedeutend sind und länger andauern. Eine Vermehrung der Kothmenge beobachtet man bei Durchfallen, nach Verstopfung, sowie nach der Verabreichung von Abführmitteln. Eine auffällige Verminderung der Kothmenge wird bei unterdrückter Futteraufnalune und verminderter Secretion der Darmsäfte im Verlaufe vieler fieberhafter Krankheiten, bei den verschiedenen Arten von Verstopfung, bei Störungen im Kauen und Abschlingen des Putters beobachtet, sowie bei Dcpressionszuständen des Gehirns.
Consistenz und Form des Kothes. Im gesunden Zustande ist der Koth zunächst je nach der Thiergattung bei den einzelnen Hausthieren nach Consistenz und Form sehr verschieden. Der Pferdekoth ist bei einem Wassergehalt von circa 75 0/o geballt, rundlich oder an den Seiten plattgedrückt, von festweicher, steif latwergenartiger Consistenz. Der Rinderkoth ist dagegen breiig, von der Consistenz einer weichen Latwerge, Kuchen oder Fladen bildend, mit einem Wassergehalt von circa 85 quot;/o. Der Koth der Schafe und Ziegen bildet kleine, feste, rundliche, ovale oder platte, pillen- oder lorbeerartige Ballen mit einem Wassergehalt von circa 550/o. Der Hundekoth hat entweder eine sträng- oder wurstartige Form und festweiche Consistenz oder er ist (bei Fleischnahrung) breiig; sein Wassergehalt ist sehr wechselnd (5575IVgt;)- Der Koth der Schweine ist weich, breiartig und ebenfalls von wechselndem Wassergehalt. Der Koth des Geflügels bildet weiche Klümpchen von gekrümmter, cylindrischer Gestalt, welche mit weissen, breiigen Massen (Harnsäure) durchsetzt und bedeckt sind. Sodann ist der Koth bei einer und derselben Thiergattung je nach der Fütterung sehr verschieden. Bei allen jungen, saugenden Thieren ist der Koth weich. Umgekehrt ist er nach reichlicher Knochenfütterung beim Hund lehmartig fest und selbst steinhart. Junges Grünfutter erzeugt bei allen Pflanzenfressern dünnen, sogar flüssigen Koth. Grünfutter überhaupt macht den Koth weicher als Trockenfutter (Weidepferde). Sehr dünn ist der Koth namentlich auch bei der Schlempefütterung des Rindes.
In Krankheiten ist die mittlere Consistenz des Kothes entweder vermehrt oder vermindert, je nachdem die Resorption der Darmflüssigkeit, sowie die Peristaltik des Darmes vermehrt oder vermindert ist. Auch die Transsudation und Exsudation von Flüssigkeit in den Darm, sowie die Aufnahme von Wasser beeinflusst die Con-
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81(3nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Untersuohusg Acs Kothssi
sistenz. Endlich bewirken starke Wasscrvei-luste des Körpers durch profuse Sohweisae und Polyurie, sowie umgekehrt unterdrückte Hai'n-seoretion Veränderungen der Cousistenz. Eine vermehrte Consisten/, mithin klein geballten, festen Koth findet man beim Pferde im Verlaufe der Verstopfung, bei Darmkatarrh, im Anfangsstadium mancher fieberhaften Infeotionskrankheiten, bei ohronisoher Kolik, bei Proc-titis u. s. w. Beim Kind wird der Koth namentlich im Verlaufe des acuten und chronischen Magendarmkatarrhs consistenter. Die Fladen sind zunächst weniger breit, von einer dunkleren, härteren Kruste umgeben, auffällig geringelt, oder es kommt in höheren Graden eine Fladenbildung überhaupt nicht mehr zu Stande, der Koth zeigt vielmehr die Form zusammenhängender Ballen oder schwarzer, harter, torfbrookenäbnlioher Massen (sog. verbrannter Koth der Laien). In ähnlicher AVeise kann der Koth der übrigen Haustbiere sehr consistent sein. Eine verminderte Oonsistenz zeigt der Koth in allen Fällen von Diarrhöe. Heim Pferde, kommen die verschiedensten Q-rade zur Beobachtung. Der Koth ist zunächst locker geballt und stärker durchfeuchtet, später wird die Hallung undeutlich und schliess-lich zeigt der Koth eine dickbreiige, dünnbreiige, dünnflüssige und selbst wässerige Consistenz. Man findet derartigen weichen Koth bei Darmkatarrhen, Influenza, nach der Verabreichung von Abführmitteln, hei der einfachen und croupösen, sowie mykotiseben Darmentzündung, bei Vergiftungen, bei septikämisohen und pyämisohen Krankheits-zuständen (pyämische Gelenksentzündung der Fohlen), beim Anthrax, bei der Ruhr der Fohlen u. s. w. Aehnlich ist der Koth beim Rind und den kleinen Wiederkäuern mehr oder weniger dünnflüssig bei Darmkatarrhen, besonders bei chronischen im letalen Stadium, bei der Diarrhöe der Säuglinge, bei der Kälber- und Lämmerruhr, bei der Tuberkulose, bei Vergiftungen, beim bösartigen Katarrhalfieber, bei der croupösen Enteritis u. s. w. Heim Schwein sind von diesbezüglichen Krankheiten zu nennen heftige Darmkatarrhe, der Stäbcbonrothlauf, die Schweinepest, Darmtuberkulose, Vergiftungen, Darmtrichinose etc., bei den Fleischfressern Darmkatarrhe, Staupe;, Vergiftungen etc., beim Geflügel Darmkatarrhe, Getlügeltyphoid, Getliigeldiphtheritis, Darmwürmer, Vergiftungen.
Farbe des Kothes. Dieselbe wird bei gesunden Thieren bedingt durch die Farbstoffe der Nahrungsmittel (Chlorophyll der Pflanzen, Hämoglobin im Fleisch) und die Gallenfarbstofi'e. Beim Pferd ist der Koth nach Heufütterung olivengrün, nach Grünfütterung
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Untersuchung' des Kothes,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ^17
braungrün oder grasgrün, nach Körner- oder Strolifütterung braun-gelb bis schmutzig strohgelb. Aehnüch verhält es sich bei den AViederkäuern. Der Koth der Fleischfresser ist bei reiner Fleischkost schwarz oder schwarzbraun (Hämatin), bei Knochenfütterung weisslich, bei gemischter oder vorwiegender Erod- und Kartoffelkost lehmgelb. Der Kotli der Schweine ist sehr wechselnd, lehmgelb, gelbgrau, graugelb u. s. w. gefärbt. Der Gl eflügelkoth ist je nach der Fütterung grünlich, gelblich oder bräunlich, mit weissen Massen (Harnsäure) bedeckt. Der Koth der Säuglinge ist bei allen Thiergattungen gelb.
In Krankheitszuständen ändert sich die Farbe in der aller-verschiedensten quot;Weise. Bei den Pflanzenfressern ist der Koth im Allgemeinen um so dunkler gefärbt, je länger er im Darme zurück geh alte n w u r d e. Bei hochgradigem Ikterus zeigt der Koth der Fleischfresser eine helle, thonähnliche Farbe. Blutige Färbung des Kothes in verschiedenen Nuancen (rein blutroth, braunlaquo; roth, chokoladefarben, schwärzlich, theerartig) findet man beim Austritt von Blut oder hämoglobinhaltigem Serum in den Darmcanal. Dasselbe kann aus den verschiedenen Abschnitten des Darmes stammen. Während bei Mastdarmblutungen Farbe und sonstige Beschaffenheit des Blutes noch frisch sind, nimmt das Blut um so mehr eine theer-artige oder chokoladeälmliche Farbe an, je weiter vom Mastdarm entfernt es herstammt (Dickdarm, Dünndarm, Magen). Bei Entleerung grösserer Mengen reinen Blutes spricht man speciell von Darmblutung, bei blutig gefärbtem Hüssigem Koth von blutiger Diarrhöe, Beimengungen von Blut zum Koth kommen bei einer grossen Anzahl von Krankheiten vor und sind diagnostisch und prognostisch von sehr verschiedenartiger Bedeutung. Man findet sie bei Verwundungen, Gefässzerreissungen und Entzündungen des Mastdarms, bei Mastdarmblutungen im Verlaufe des Milzbrandes beim Bind (sog. Bücken- oder Lendenblut), sehr liäulig ferner bei der Staujie der Hunde, bei hämorrhagischer Darmentzündung überhaupt, bei toxischen Enteriten (Colchicum, Cantlmriden, Euphorbium etc.), bei Magen-und Darmgeschwüren, bei porforirenden Fremdkörpern im Magen des Rindes, beim Petechiallieber der Pferde, bei ruhrartigen Processen, beim bösartigen Katarrhaltieber des Rindes, bei der Anwesenheit von Taenia Echinococcus beim Hunde u. s. w. Nicht selten wird der Koth missfarbig und selbst jaucheähnlich, so bei hochgradigen katarrhalischen Entzündungszuständen des Darmes, hei septischen und ichorrhämischen Enteriten, bei Ruhr, heim bösartigen Katarrhaltieber.
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Untersuchung des Kothos.
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In denselben Krankheits/uständen kann der Koth zuweilen auch eine hefeähnliclie Farbe annehmen. Weisslichc oder grauweisse Darmentleerungen beobachtet man bei der sog. weissen Ruhr der Kälber, intensiv gelben oder galligen Koth bei heftigen Dinrrhoen des Hundes. Wasserähnlicb oder wässerig, mithin farblos oder nur schwach gefärbt ist der Koth bei profusen und anhaltenden Diarrhöen. Schleimigen Koth findet man ebenfalls bei Daithfällen und Proctiten. Von Arzneimitteln färben den Koth grün Kalomel (Biliverdin), schwarz die Eisenpräparate (Schwefeleisen).
Ueberzug des Kothes. In normaler Weise ist der Koth namentlich bei den Ptianzenfressern mit einer dünnen Scbleimschicht überzogen, welche sich durch die glänzende Oberfläche desselben zu erkennen gibt; zuweilen lilsst sich der Schleimbeleg als dünnes Häutchen von den Kothballon abziehen. Je nach der Fütterung ist diese Schleimschichte dicker oder dünner, weshalb es nicht immer leicht ist, die Grenze zwischen Normalem und Anormalem festzustellen. Bei Krankheiten ist der Koth mit einer auffallend dicken Scbleimschicht überzogen; dieselbe ist glasig, farblos, weissgrün oder gelbbraun und bildet bisweilen gallert- oder Hbrinälinliche, netzförmige, membranöse, fetzige Massen, welche aus Schleim, Darm-epitbel und weissen Blutkörperchen bestehen können. Hei längerem Liegen der Kotliballen im Mesocolon zeigen dieselben ferner beim Pferde häufig ein lackirtes Aussehen. Graugelbe oder grünlichgelbe flockige und netzartige Gerinnsel findet man als Beschlag auf dem Kothe bei Proctitis catarrhalis, bei der Influenza der Pferde, nach öfterem Exploriren des Mastdarms, bei hochgradigen Darmkatarrhen, beim Peteclhaliieber, beim bösartigen Katarrhallieber und bei der ßuhr der Rinder. Klumpigen, mit Blut vermischten Schleim beobachtet man zuweilen beim chronischen Magendarmkatarrh (Löser-verstopfung) des Rindes, bei Darminvagination, beim Ueberwurf des Ochsen und bei der Verstopfung der Hunde und Pferde. Ueber die dem Kothe aufgelagerten Croupmembranen, Eingeweidewürmer und Blutcoagula vorgl. das Kapitel Abnorme Bestandtheile des Kothesquot;.
Geruch des Kothes. Der normale Geruch ist bei jeder Thier-gattung und je nach der Fütterung verschieden. Der Pferdekoth hat einen nicht widerlichen aromatischen, der Kuhkoth einen moschusartigen Geruch, der Schafkoth ist ohne speeifischen Geruch. Uebel-riechend und bei Fleisch- und Fettnahrung penetrant stinkend ist dagegen der Koth der Carnivoren und Omnivoren. Auch beim Pferde
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Untersuchung des Kothes,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;319
beobachtet mau nach ausschliesslicber Maisfütterung einen üblen Geruch des Kothes. In Krankheiten wird der Geruch des Kothes säuerlich, faulig oder aashaf't stinkend. Diese Gerüche weisen stets auf eine abnorme Zersetzung und Fäulniss des Darminbalts, mithin auf Darmkatarrh bin. Manche Pferde setzen beispielsweise, obgleich sie äusserlich vollkommen gesund erscheinen, stets einen auffällig widerlich riechenden Koth ab (sog. Stinkerquot;); in diesen Fällen ist der üble Geruch des Kothes das einzige Symptom des vorhandenen chronischen Pannkatarrhs. Säuerlichen Geruch beobachtet man bei Verdauungsstörungen in Folge reichlich aufgenommenen Körner-, Schrot- und Mehlfutters. Fauliger Geruch kommt beim Magen* darmkatarrb der Säuglinge und Absetzlinge, bei der Verstopfung der Hunde, beim Petecbialtieber des Pferdes, beim bösartigen Katarrhalbeber des Rindes, bei der Anschoppungskolik, beim Getlügeltyphoid vor. Aashaft stinkend wird der Koth zuweilen bei intensiven Darmkatarrhen, bei hämorrhagischer Enteritis, bei Fleischvergiftung, bei der Staupe der Hunde, bei der Ruhr der Kälber, Lämmer und Fohlen, beim emholischen Dickdarmkatarrb der Pferde u. s. w.
Reaction des Kothes. Dieselbe ist ohne besondere diagno-stische Bedeutung für die Krankheiten des Digestionsapparates. Schon bei gesunden Tbieren wechselt die Reaction je nach der Fütterung und der Häufigkeit des Kothabsatzes. Wir fanden z. B. im Gegensatze zu anderen Angaben die Reaction des Kothes gesunder, mit Hafer und Heu gefütterter Pferde meist in verschiedenem Grade sauer, selten neutral, niemals alkalisch. Bei gesunden Rindern, welche mit Heuhäcksel und Trabern gefüttert wurden, landen wir dagegen schwach bis deutlich alkalische Reaction, desgleichen bei Schafen und Ziegen. Der Koth der Hunde und Schweine zeigt bald alkalische (Ammoniak), bald saure Reaction (Fettsäuren). In Krankheiten findet man, so namentlich bei Darmkatarrhen, eine gesteigerte saure Reaction. Die den Koth umhüllenden Schleimmassen reagiren jedoch alkalisch.
Makroskopische Untersuchung. Dieselbe richtet sich auf die mit der Nahrung eingeführten und auf etwaige fremde Bestandtheile des Kothes. Schon unter normalen Verhältnissen sieht man im Pferde-kothe bei reichlicher Körneraufnahme einzelne nicht gekaute und nicht verdaute Haferkörner. Dasselbe beobachtet man beim Rind. In ähnlicher Weise findet man im Kothe gesunder Hunde und Schweine unverdaute Futtertheile, besonders Knochenreste. Es ist deshalb auch
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IJiitersiichiing des Kothcs.
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hier oft sehr schwer, die Grenze des Normalen mit Sicherheit zu bezeichnen. Im Allgemeinen kann jedoch gesagt werden, dass erheb 1 i c li e Mengen unverdauten Futters auf eine Störung im Kauen, Wiederkauen oder in der Verdauung hinweisen. So findet man bei gierigen, hastigen Fressern, bei alten Thieren, bei schlechtoin Gebiss, bei Zungenkrankheiten und Stomatitis, bei Uarm-katarrhen und Diarrhöen regelmässig viel unverdaute Futterreste (Körner, Knochen, Milchgerinnsel). Von einer gewissen diagnostischen Bedeutung ist auch die Grosse der unverdauten Rauhfutterreste beim Pflanzenfresser; dieselbe steht im geraden Verhältnisse zur Störung des Kauens.
Von fremden, mit dem Futter aufgenommenen Beimengungen sind zu nennen Sand, Lehm (Lecksucht, Sandfressen der Remonten), Stroh- oder Grashalme, Haare beim Hund, Wolle beim Schaf (Wollefresser) u. s. w. Beimengungen, welche vom Digestionsapparate selbst abstammen, sind die verschiedenen Entzümlungsproducte der Darmschloimhaut: Schleim, Eiter, Blut, Hockige, membranöse röhren- und strängförmige Croupmassen, nekrotische Tlieile der Darmschleimhaut und in seltenen Fällen röhrenförmige, nekrotisch abgestorbene Darmstücke. In Folge Beimengung grösserer Mengen von Fäulnissgasen, wie z. B. bei der Ruhr und bei den Darmkatarrhen des Hundes, wird der Koth schäumend. Im quot;Weiteren sind zu erwähnen Steine, Concremente und AVürmer. Von Würmern kommen beim Pferd in Betracht: Ascaris megaloeephala, Pfriemenschwänze (Oxyuris curvula und mastigodes), Sclerostomum tetracanthum, Taenia plicata, mamillana und perfoliata; ausserdem Bremsenlarven. Beim Hunde werden mit dem Kothe entleert: Ascaris marginata und die Proglottiden der verschiedenen Landwürmer (Taenia oueumerina, serrata, marginata, coenurus und Echinococcus).
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Mikroskopische Untersuchung. Bei der mikroskopischen Untersuchung des Kothes hat man sich vor Allem davor zu hüten, normale Bestandtheile, so z. B. Bacterien, Brand- und Rostpilze, für abnorm zu halten. Im Uebrigen dient das Mikroskop dazu, den Charakter makroskopisch nicht genau erkennbarer Beimengungen festzustellen (Blut, Eiter, Epithel, Schleim, Fibrin, Croupmassen, nekrotische Tlieile der Schleimhaut, Krebszellen etc.). Von besonderer praktischer Bedeutung ist der Nachweis gewisser Helmintheneier, insbesondere der Distomeneier im Schafkothe. Die Eier von Distomum hepaticum sind 0,15 mm lang, 0,1 mm breit, oval, mit
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Untersuchung dor Bauolihöhle.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 321
einnm Deckel versehen, von gelblicher Farbe; die Eier von Distomum lanceolatum sind braun und nur V3 so gi'oss. Beim Scliweine können ferner Danntricliinen, beim GeHügel die Eier von Syngamus trachealis nachgewiesen werden.
Darmgase. In geringen Mengen kommen Darmgasc (Flatus) insbesondere bei gesunden Pferden, Hindern und Hunden vor. Es kann ferner bei gewissen Futterstoffen (Leguminosen, Mais, stark blähendes Futter) unter normalen Verhältnissen eine relativ reichliche Gasentwicklung und Gasentleerung stattfinden. Auffällige Flatulenz sowie sehr widerlich riechende Darmgase findet man bei Blähkolik, bei acuten und cbronisclion Darmkatarrhen, bei Lähmungszuständen #9632;des Darmes, bei Ikterus, Fleischvergiftung etc.
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12, Die Untei'suchuiig des Uauclifells und der Bauchhöhle.
Allgemeines. Die Untersuchung des Bauchfells bezw. Bauchfellsackes bezweckt die Ermittlung von Krankheitszuständen am Bauchfell. Eine der wichtigsten Aufgaben ist vor Allem die Constatirung von Flüssigkeit im freien Räume der Bauchhöhle. Die dem Untersuchenden zur Verfügung stehenden Hilfsmittel sind die Adspection, Palpation, Percussion, Auscultation, Function und Mensuration. Die Exploration des Bauchfells kann demnach nur eine mittelbare sein, Ihre Resultate sind schon deshalb nicht sehr vollkommen. Eine besondere Schwierigkeit stellt sich aber der Beurthei-lung der Beschaffenheit des Bauchfells bei allen grösseren Hausthieren in dem Umstände entgegen, dass aus anatomischen Gründen eine genaue Bestimmung der vom Bauchfell überzogenen Organe der Bauchhöhle, so namentlich der Leber und Milz, unmöglich ist. Wenn aber schon die Leber und Milz als Organe der Bauchhöhle schwer oder gar nicht in ihrem Verhalten zu bestimmen sind, so gilt dies noch viel mehr von dem dünnen, sie überkleidenden Bauchfell. Umgekehrt kann auch durch Verdickung oder anderweitige Erkrankung des vis-ceralen Bauchfells die klinische Untersuchung der vom Bauchfell überzogenen Organe vereitelt werden. Nur in einer verhältnissmässig kleinen Anzahl von Fällen ist es möglich, aus der besonderen Beschaffenheit des visceralen Bauchfells einen Rückschluss auf gewisse primäre Krankheitszustände der betreffenden Organe der Bauchhöhle zu ziehen, Die Diagnostik muss sich daher darauf beschränken, dar-
Friedbersor u. Frühner, Klinischo Untersucliuiigainetlioilen. 2. Aull. 21
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322nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Untersuchung der Bauchhöhle.
zulegen, wie der Hinterleib zu untersuchen ist, um etwaige Krank-heitszustände des Bauchfells zu ermitteln, welche Ergebnisse bei dieser Untersuchung erhalten werden können und wie dieselben mit Veränderungen des Bauchfells in Beziehung zu bringen sind.
Adspection. Einige krankhafte Zustände des Bauclifells lassen sich schon durch die äussere Besichtigung des Hinterleibs vermuthen, resp. erkennen, wenn nämlich der äussere Umfang desselben abnorm vergrössert ist. Wie bereits früher ausgeführt wurde, kann eine Vermehrung des Bauchumfangs durch sebr verschiedene Ursachen bedingt sein. Soweit indessen Erkrankungen des Bauchfells dabei in Frage kommen, handelt es sich in der Hegel um eine Ansammlung von flüssigen Exsudaten oder Transsudaten im freien Räume der Bauchhöhle (Peritonitis, Ascites). Blutergüsse oder Austritt von Darminbalt veranlassen für sich allein eine derartige Volumsvergrösse-rung nicht. Höchstens kann sie ausnahmsweise durch die Ansammlung von Luft im Baucbfellraume (Meteorismus s. Pneumatosis Peritonei) verursacht werden, welche man vereinzelt nach der Berstung tympanitischer Darmtheile beobachtet. Da wir aber ebensowenig wie die Menschenärzte im Stande sind, mit Sicberheit festzustellen, ob die Luft sich ausserhalb oder innerhalb des Darmes befindet, kommt dieser Pneumatosis des Bauchfellsackes eine praktische Bedeutung nicht zu.
Am häufigsten und hochgradigsten findet man Ansammlung von Flüssigkeit im Bauchfellraum beim Hunde. Auch beim Rinde, der Katze, bei Schafen und Ziegen, sowie beim Geflügel kommen starke Anfüllungen der Bauchhöhle mit peritonitischem Exsudate und Transsudate vor. Dagegen führt die Ansammlung von Flüssigkeit im Bauchfellraum beim Pferde nur ausnahmsweise zu einer erheblichen Vergröss^rung des Bauchumfangs. Die Umfangsvermehrung des Hinterleibs gibt sicli am stehenden Thiere, von vorne oder hinten betrachtet, durch eine starke, selbst wulst-föi-mige Hervorwölbung der Bauchwand nach unten und seitwärts hinter den Rippenbogen zu erkennen. Seitwärts betrachtet, tritt namentlich die untere Bauchwand, nach Art des Hängebauches, stark abwärts gewölbt hervor (Gesetz der Schwere). Bei jungen Hunden und geschorenen Schafen ist namentlich die Nabelgegend vorgebaucht. Umgekehrt ist, hauptsächlich beim Ascites der Hunde, die obere Flankengegend beiderseitig stark eingefallen (Hungergruben, hohle oder leere Flanken) und der Rücken ein-
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gesenkt. Bei gleichzeitiger Abmagerung treten die Spitzea der Domfortsätze lt;ler Rückenwirbel in ihren Conturen stark hervor. Aendert man die Stellung oder Lage der Thiere, indem man sie vorn oder hinten in die Höhe hebt oder in Rückenlage bringt, so ändern sich auch die Umrisse des Hinterleibs und es sind in der Rückenlage die Flanken vorgewölbt, dagegen ist die untere Bauchfläche abgeflacht. Eine Hervorwölbung der Flanken am stehenden Thiere in Folge praller Füllung der Bauchhöhle mit Flüssigkeit haben wir noch niemals beobachtet. Die Haut ist in der Nabelgegend bei starkem Hängebauch sehr glänzend und glatt. Bei länger bestehendem Ascites zeigen sich jedoch häufig auch die Erscheinungen wassersüchtiger Schwellung (Anasarka), besonders an der unteren Bauchwand und in der Schamgegend.
Palpation. Das Bauchfell kann indirect von aussen her, durch die Bauchdecken, oder von innen her, durch den Mastdarm betastet werden. Die Untorsuchungsmethode ist bereits früher genauer beschrieben. Eine abnorme Empfindlichkeit des Bauchfells beim Palpiren deutet auf acute Peritonitis; bei chronischen Entzündungs-zuständen und bei Ascites ist die Empfindlichkeit des Bauchfells meist nicht nachweisbar gesteigert. Aber auch bei acuten Bauchfell-entzündungen ist die Palpation oft nur im Anfange schmerzhaft. Ausserdem ist bei den grossen Hausthieren, vor allem beim Rinde, die Betastung des Bauchfells durch die dicken und gespannten Bauchdecken hindurch zuweilen sehr schwierig und das Resultat der Unter-suchung daher fraglich. Bei diffuser Peritonitis ist der Druckschmerz ein ausgebreiteter, bei circumscripter enger begrenzt. Eine sichere Unterscheidung, inwieweit die Empfindlichkeit bei Palpation der Bauchdecken von einer Erkrankung des Bauchfells oder der Bauchorgane herrührt, ist nicht immer möglich. Im Allgemeinen deutet Schmerzhaftigkeit schon bei oberflächlicher Palpation auf Peritonitis. Beim Vorhandensein grösserer Flüssigkeitsmengen im Bauchfellsack ergibt die Palpation der Bauchwand das Gefühl der Fluctuation oder Undulation. Die Manipulation hiebei ist folgende: Legt man an einer Seite der Bauchwand die flache Hand an und drückt mit der anderen, ebenfalls flachen Hand in kurzen, abgesetzten Stössen auf der anderen Seite, oder lässt daselbst bei grösseren Thieren durcii einen Gehilfen mit beiden Händen drücken, so fühlt man schwappende, wellenförmige Bewegungen. Ein ähnliches Gefühl erhält man beim Pferd und Rind durch die manuelle Palpation vom Mastdarm aus.
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Untersuchung der Bauchhöhle.
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Von palpablen Geschwülsten des Bauchfells hat die Perlsucht des Eindes am meisten praktische Bedeutung. Das parietale und viscerale Baucht'ellhlatt wird hiebei mittelbar in der Weise abgetastet, dass man die Bauchwand von aussei! oder von innen, vom Mastdarm aus, mit den Fingerspitzen überstreicht oder sie von aussen auf den unterliegenden Baucheingeweiden verschiebt, und dabei zu ermitteln sucht, ob das Bauchfell glatt, oder höckerig, uneben, rauh, mit Knoten besetzt ist. Am besten eignet sich zu dieser Untersuchung die obere Flankengegend, insbesondere die linke, über dem Pansen gelegene Hungergrube. An der letztgenannten Stelle kann man bei mageren Rindern die Pinger sogar noch unter die letzten Rippen vorschieben und so das parietale Bauchfell ziemlich genau auf Knoten und sonstige Unebenheiten abtasten. Der positive Befund von knotenartigen Gebilden auf dein Bauchfell des Rindes beweist zwar für sich allein das Vorhandensein der Tuberkulose nicht mit ausreichender Sicherheit, ist aber immerhin in Verbindung mit anderen Symptomen (Drüsenschwellung etc.) von sehr beachtenswerther diagnostischer Bedeutung. Auf der anderen Seite besagt ein negativer Befund in Beziehung auf das Nichtvorbandensein der Perlsucht gar nichts.
Kleinpaul (Thiermed. Rundschau, 1888/8!), S. 149) hat besonders wieder auf den Werth der Untersuchung der Pansenoberfliiche und des parietalen Bauchfellblattes durch die liauchdecke hindurch bezüglich Feststellung peritonealer Tuberkeln hingewiesen. Er sagt: Durch Ueber-streichen mit den Fingerspitzen und Verschiebung der Bauchdecken auf ihrer Unterlage fühlt man scharf umschriebene, erbsen- bis haselnussgrosse Knoten.quot; Auf diesen Befund hin will er schon in zahlreichen Füllen zur Aufzucht bestimmte Kälber haben schlachten lassen und sich immer überzeugt haben, dass die Thiere tuberkulös waren. Dasselbe konnte er auch bei einem 4jährigen Bullen, einer Kuh und einem Mastoehsen constatiren.
Haselbach (Oesterr. Vereinsmonatsschrift, 1889, S. 105) hat dem Durchfühlenquot; der Tuberkel im Bereiche der Hungergraben längst, Beachtung geschenkt. Er fand als Schlacbthausthierarzt, dass bei lebenden Rindern in nicht allzu seltenen Fällen im Bereiche der sogen. Hungergruben scharf abgegrenzte, linsen- bis haselnussgrosse, feste Körper fühlbar sind, über denen die äussere Deckhaut verschiebbar ist. Bei der Section stellen diese Körperchen meist plattgedrückte, leberbraun aussehende Gebilde dar, den Nebennieren nicht unähnlich, die nichts mit Tuberkeln zu tbun haben. Haselbach glaubt sie als Lymphknotenquot; bezeichnen zu sollen, obwohl ihr Bau von den eigentlichen Lymphdrüsen abweicht. (Sie entsprechen sicher den Lymphdrüsen der oberen Weichengogend Pranck's vergl. dessen Anatomie 2. Aufl., S. 908 und finden sich nur bei den Wiederkäuern: sie sind sehr klein, moist braunröthlich gefärbt und, zuweilen sehr zahlreich, unter der allgemeinen Decke in den Hungergruben gelagert.) Die Körperchen kamen nach Haselbach bei Rindern, welche absolut tuberkelfrei waren, ebenso oft vor, als bei denen mit Tuberkulose
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Untersuchung der Bauchhöhle.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ;52.ij
behafteten, so dass das Vorhandensein dieser Gebilde in keiner Weise einen Anhaltspunkt für die sichere Diagnose auf Tuberkulose am lebenden Rinde xu bieten im Stande ist.
Heyne (Berlin. Thiorilrztl. Wochenschrift, 1891, S. 17) ist nach dein Ergebnisse seiner Untersuchungen in Uebereinstimmung mit Haselbach ebenfalls zu der Ansicht gelangt, class der Nachweis dieser Neubildungen intra vitam einen sicheren Sehluss auf das Vorhandensein der Tuberkulose niemals und auch dann nicht, gestattet, wenn bei dein betr. lebenden Thiere neben den bezeichneten Neubildungen gleichzeitig Anschwellungen von der Untersuchung zugänglichen Lymphdrüsen anzutreffen sind.
Percussion. Zum Nachweise eines flüssigen Exsudates oder Transsudates im Bauchfellsack ist die Percussion der Bauchwand eines der wichtigsten diagnostischen Hilfsmittel. Dieselbe ergibt im Bereiche der Flüssigkeitsansammlung einen dumpfen (leeren) Schall, sofern hei dünneren Schichten nicht zu stark percutirt und durch zu tiefes Eindrücken des Plessimeters die Flüssigkeit verdrängt wird. Dieser dumpfe Schall findet sich sonach in den unteren Partien der Bauchwand, grenzt sich nach oben horizontal ab und geht hier meistens in einen tympanitischen Darmton über. Von grösster Wichtigkeit ist dabei die Veränderung des dumpfen Percussions-schalles je nach der Lagerung des Thieres. Hebt man kleinere Thiere an den Vorderf'üssen auf und setzt sie auf das Hintertheil, so fallt die ungewöhnliche Hervorwölbung der tiefsten Stelle des Hinterleibes direct über der Sympbyse und der diesem abhängigsten Theile der Bauchhöhle entsprechende dumpfe, nach oben horizontal abgegrenzte Percussionsschall sofort auf. Das Umgekehrte ist der Fall, wenn man die Thiere mit dem Hintertheil in die Höhe richtet. Hiebei sammelt sich die Flüssigkeit über dem Zwerchfell an, der dumpfe Schall beginnt am Schaufelknorpel. Im Gegensätze zu diesem gewöhnlichen Befunde bei Ascites zeichnen sich die sehr seltenen abgekapselten peritonitischen Exsudate durch die Unbeweglichkeit ihrer Dämpfungslinien bei Lageveränderungen der Thiere aus. Lieber die Ansammlung von Luft im freien Bauchraume (Meteo-rismus peritonei) und ihren Nachweis durch Percussion ist bei den Hausthieren wenig bekannt. Beim Menschen unterscheidet man die Luftansammlung im Bauchraum von dem Meteorismus der Gedärme durch den völlig gleichartigen tympanitischen Percussionston, welcher bei letzterem entsprechend der verschiedenen Weite der lufthaltigen Darmschlingen bald höher, bald tiefer ist.
Auscultation. Dieselbe dient in Verbindung mit der Palpation als wichtiges Hilfsmittel zum Nachweis einer Flüssigkeitsansamm-
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Untersuchung dor ßauclihölile.
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lung im Bauchfellsiick. Palpirt man niimlicli in der oben beschriebenen Weise die Bauchwand und legt an die Bauchdecken statt der per-cipirenden Hand ein Ohr auf, so hört man das Anschlagen der bewegten Flüssigkeiten in der Art eines plätschernden Geräusches einer an der Bauchwand sich brechenden Welle. Bei kleineren Thieren kann man dasselbe durch Schütteln erzeugen. Reibungsgeräusche als Symptom einer beginnenden Peritonitis sind durch Auscultation bisher noch nicht festgestellt worden.
Function, Die Probepnnction der Bauchhöhle mittelst des Explorativtrokarts oder der Pravaz'schen Spritze ist ein äusserst werthvolles und bei richtiger Ausführung durchaus ungefährliches diagnostisches Mittel zur Sicherstellung des Vorhandenseins und der Natur einer Flüssigkeitsansammlung im Baucbfellsack. Genaueres über die mikroskopische Untersuchung der durch Punction entnommenen Flüssigkeit vergl. später.
Mensuration. Die Bestimmung des Bauchunifanges durch das Mass (Mensuration) dient mit zum Nachweise der Anwesenheit einer Flüssigkeit in der Bauchhöhle, sowie zur Controlc darüber, ob die Flüssigkeit im Verlaufe der Krankheit zu- oder abnimmt.
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Differentialdiagnose der intraperitonealen Flüssigkeitsansamm-hingen. Die Diagnose einer Plüssigkoitsansamnilung in der Bauchhöhle ist nicht immer leicht. Es kann namentlich die Bauchwassersucht mit einer grösseren Anzahl von krankhaften und selbst normalen Zuständen verwechselt werden. In dieser Beziehung ist Folgendes zu bemerken:
1.nbsp; nbsp; Trilchtigkeit kann durch manuelle Untersuchung leicht als solche erkannt und von Ascites unterschieden werden. Ausserdem ist das Wohlbefinden der Thiere dabei trotz maximaler Ausdehnung des Hinterleibes nicht gestört und der Bauch mehr nach einer freite hin erweitert. Dasselbe gilt für den sog. Voll-, Heu- und Hängebauch.
2.nbsp; nbsp; Fettsucht gibt besonders bei älteren Hunden, wenn sie noch mit einem Klappenfehler und ausgesprochener Kurzathmigkeit verbunden ist, Anlass mr Verwechslung mit Ascites. Die Unterscheidung gründet sich auf die Auscultation und die Probepunction ; Adspection und Palpation lassen zuweilen im Stich.
3.nbsp; nbsp; Hydrometra, Pyometra, Wassersucht der Eihäute (besonders bei Kühen), cystoide Entartungen der Eierstöcke, Bauch-cysten, überhaupt abnorm grosse Geschwülste der Bauchhöhle, Cystennieren etc. lassen sich theils durch die Untersuchung vom Mastdarm und der Scheide aus, theils durch die Probepunction, theils durch Stabilität bei Palpation und Percussion in verschiedenen Lagen erkennen. Während sich z, B. das Percussionsresultat bei Ascites in der Rückenlage oder bei aufrechter Stellung wesentlich ändert, bleibt es bei Bauchcysten, Eierstockscystomen etc. dasselbe. Auch eine abnorme Ko t bans am m lung im Darm kann zuweilen mit Bauchwassersucht verwechselt werden.
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Untersuchung der Leber.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 327
4.nbsp; nbsp; Blasenlilhmung mit abnormer Füllung der Blase. Die Palpation weist hier eine kugelige, schwappende Geschwulst in der Blasen-gegend, die Percussion eine unveriinderliche Lage derselben nach. Aussei--dem sichern die Störungen im Harnabsatze, der Katheter und die Probe-punetion die Diagnose.
5.nbsp; nbsp; Ruptur der Harnblase mit Ansammlung des Harns in der Bauchhöhle. Dieselbe kommt am häufigsten beim Ochsen nach Einklemmung von Harnsteinen in der Harnrühre vor und liisst sich aus den vorausgegangenen Kolikerscheinungen, dem fehlenden ürinabsatze bei leerer Blase, der urinösen Ausdünstung, dem Fieber, sowie den Oollapserschei-nungen erkennen.
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13. Die Untersuchung der Leber.
Allgemeines. Die anatomische Lage der Leber ist bei unseren Hausthieren für die klinische Untersuchung eine so ungünstige, versteckte, unzugängliche, dass diagnostisch verwerthbare Resultate ausserordentlich schwer und nur in sehr vereinzelten Fällen zu erreichen sind. Der Leberuntersuchung kommt daher in der Thierhcilkunde bei weitem nicht die diagnostische Bedeutung zu wie in der Menschenheilkunde. Von den einzelnen klinischen Hilfsmitteln bietet speciell die Inspection so gut wie gar keine Anhaltspunkte. Nur in ganz seltenen Fällen und nur bei ganz enormer Vergrösserung der Leber hat man vereinzelt beim Rind (Eohinokokkenkrankheit, Tuberkulose), sowie beim Hund und bei der Katze (Carcinom) eine stärkere Hervorwölbung der Lebergegend im rechten Hypochondrium beobachtet. Etwas ergiebiger sind die Ermittlungen, welche durch die Percussion und Palpation gewonnen werden. Aber auch diese beiden letztgenannten Unter-suchungsmethoden geben im günstigsten Fall nur über excessive pathologische Leberatfectionen Aufschluss, während die gewöhnlichen massigen, krankhaften Vergrösserungen und Schwellungen des Organs sich dem genauen Nachweise in der Regel entziehen.
Percussion. Als festes, compactes Organ gibt die Leber beim Beklopfen einen leeren, gedämpften Schall. Die sichere Feststellung dieser Leberdämpfungquot; durch die Percussion ist am schwierigsten beim Pferde, weil hier die Leber sehr tief und zum Theil sogar nach links gelegen ist, und die Leberdämpfung zwar nach vorne, nicht aber nach hinten festzustellen ist. Im Allgemeinen reicht die hintere Begrenzungslinie der Leberdämpfung rechts bis zur Mitte der 16., links bis in die Höhe des unteren Endes der 8. Hippe. Etwas
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Untersuchung dor Leber,
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günstiger liegen die anatomischen Verliiiltnisse bei den Wiederkäuern, wo die Leber ganz in der rechten Unterrippengegend liegt und bis zur letzten liippo reicht. Man kann beim Rind und Schaf die normale Leberdämpfung in der rechten Unterrippengegend im Bereiche der letzten 34 Rippen ganz deutlich nachweisen und jedenfalls excessive Vorgrösse-rungen derselben mit einiger Sicherheit feststellen. Geringe Volumsvermelirungen der Leber entziehen sich dagegen der Diagnose. Da der Leberdurclunesser sich nach hinten stark verringert, ist beim Rinde die Leberdämpfung in der Regel über der letzten Rippe nicht mehr deutlich zu constatiren. Die normale Leberdämpfung reicht daher beim Rind gewöhnlich von der 9. oder 10, bis zur 12. Rippe. Bei den Fleischfressern liegen die Verhältnisse ähnlich. Speciell beim Hunde verläuft der rechte Leberrand dicht am Rippen-bogen und die Leberdämpfung reicht normal rechts in der Mitte von der 9. bezw. 10. bis zur 13. Rippe, links bis zur 12. Rippe. Bei abnormer Vergrosserung der Leberdämpfung, wie sie bei Echinokokkenleber, Lebertuberkulose, Leberkrebs, Fettleber, Distomutose, Amyloidleber, hypertrophischer Lebercirrhose, Leberabscessen etc. beobachtet werden kann, überschreitet die Loberdämpfung den Rippen-bogen in der Mitte nach hinten. Gleichzeitig wird der hintere Leberrand bei kleineren Thieren durch Palpation fühlbar. Abnorme Verkleinerung der Leberdämpfung kommt bei atrophischer Leber-cirrhose, sowie acutor gelber Leberatrophie vor.
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Palpation. Werthvoller als die Percussion ist für die Diagnose der Leberkrankheiten die Palpation der Leber. Es gilt dies jedoch im Wesentlichen nur für die kleineren Hausthiere, so namentlich für Hunde, Katzen und Schafe. Beim Pferde ist wegen der Dicke der Banchdecken die Betastung der Leber in der Regel unausführbar. Auch beim Rinde kann man nur vom Mastdarm aus zuweilen die abnorm vergrösserte Leber (Echinokokken) palpiren. Durch die Palpation, welche gewöhnlich in der rechten Untorrippengegend vorgenommen wird, lassen sich die nachstehenden krankhaften Zustände ermitteln. Gesteigerte Empfindlichkeit oder Schmerzhaftig-keit bei Druck auf die Lebergegend findet man besonders bei den acuten, zum Theil auch bei den chronischen Leberentzündungen, im ersten Stadium der Leberegelseuche, bei Leberabscessen, bei der Echinokokkenkrankheit des Rindes. Hiebei hat man sich indessen vor Verwechslungen mit schmerzhaften Zuständen benachbarter Organe,
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Untersuchung der Mil/,.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;329
z. B. des Zworclifclls, sowie mit Kitzlichkeit zu hüten. Yergrösse-rung der Leber lässt sich dann nachweisen, wenn die Leber den Rippenbogen bezw. den hinteren Hand der letzten Hippe in der Mitte derselben überragt. Am leichtesten lässt sich eine solche Leherver-grösserung beim Hunde und bei der Katze nachweisen, wo sie in der Regel durch Carcinomatose bedingt wird. Beim Schafe kann man zuweilen im ersten Stadium der Distonuitose ebenfalls eine Leber-vergrössenmg durch Palpation ermitteln. Beim Rinde geschieht der Nachweis in hochgradigen Fällen von Eebinokokkenleber vom Mastdarm aus. Die Oberfläche und Consistenz der Leber lässt sich ebenfalls am ehesten noch bei den kleinen Hausthieien (Hund, Katze, Schaf) durch Palpation untersuchen. Natürlich handelt es sich nur um den sehr kleinen, der Palpation zugänglichen Theil der Leber in der Gegend der letzten Rippe, welcher am leichtesten bei mageren Hunden von den Bauchdecken her betastet werden kann. Die Palpation wird in der Weise ausgeführt, dass man die Hände aussen flach auf die letzten Rippen auflegt und beide Daumen unter den Bippenbogen gegen die Leber vorschiebt. Bei schlaffer Bauchwandung kann man so die hintere Leberfläche mittelbar betasten und zuweilen bei Hunden und Katzen die unregclmässige, höckerige Oberfläche, durch Lebercarcinomatose oder Lebercirrhoso bedingt, nachweisen. Bei kurz gebauten Rindern kann unter Umständen auch vom Mastdarm aus die Leberoberfläche palpirt werden, wenn die Leber z. B. durch Echinokokken enorm vergrössert ist, ihre Oberfläche fühlt sich dann uneben und höckerig (tluctuirende Erhabenheiten) an.
Die Function der Leber ist in der Thierheilkunde von untergeordneter Bedeutung. Es lassen sich durch dieselbe Echinokokken und Abscesse nachweisen.
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14. Die Untersuchung der Milz.
Mit Ausnahme des Hundes und der Katze ist die Milz bei unseren Hausthieren einer klinischen Untersuchung in der Regel nicht zugänglich. Nur in vereinzelten hochgradigen Fällen von Lenkäinie hat man beim Pferde die enorme Vergrösserung der Milz in Form einer Hervorwölbung der linken Flankengegend schon während des Lebens zu constatiren vermocht. Auch beim Hund und der Katze, wo die Milz im linken Hypochondrium in der Höhe des 2. 4. Lendenwirbels ziemlich oberflächlich unter der seitlichen Bauchwand gelegen
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JiciOnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Speoialdiagnostlk der Erankbeiteu des Digestionsapi)arates.
ist, lassen sich nur ganz excessive Vergrösserungen des Organs einiger-massen nachweisen. Es bezieht sich dies namentlich auf die Carci-nome der Milz, wie wir sie vereinzelt bei Hunden und Katzen durch Palpation der Milzgegend wenigstens mit Wahrscheinlichkeit dia-gnosticiren konnten. Von den Lebertumoren unterscheiden sich diese Milztumoren durch ihre centralere Lage in der Bauchhöhle und den Umstand, dass sich zwischen Leber und Milztumor ein ireier Zwischenraum nachweisen lässt. Die übrigen Krankheiten der Milz sind intra vitam nur ausnahmsweise klinisch festzustellen. So lässt sich vielleicht bei der Milzentzündung mittelst Adspection, Palpation und Percussion Vergrösserung und abnorme Empfindlichkeit des Organs nachweisen. Dagegen entziehen sich die Vergrösserung der Milz bei In-fectionskrankheiten (Alilztumor), die Milzhyperämie, die Milzruptur und andere Affectionen in der Regel der sicheren klinischen Diagnose.
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Specielle Diagnostik der Krankheiten des Digestionsapparates.
Stomatitis. Die katarrhalische Stomatitis äussert sich durch Trockenheit, Temperaturerhöhung, Röthung und Schwellung der Maul-schleirnhaut, Zungenbelag, fad-süsslichen Geruch, sowie Speicheln; die ulceröse in Röthung, Schwellung, gmugelber Verfärbung und geschwürigern Zerfall der Maulschieimhaut,, namentlich des Zahnfleisches, in unebenen, inissfarbigen, leicht blutenden, am Fangzahn ringförmigen Geschwüren, starkem Speicheln, blutigem oder missfarbigein, häufig braunrothem Geifer und ekelhaftem, aasartigem Geruch; die aphthöse in liläscbenbildung auf der Maulschleimhaut, Röthung und Schwellung derselben, Auftreten von Erosionen, Speicheln.
Pharyngitis. Charakteristische Erscheinungen sind: erschwertes, schmerzhaftes Abschlingen, Speicheln, Kegurgitiren. steife Kopfhaltung, Empfindlichkeit bei Druck auf die Schlundkopfgegend, Anschwellung der Schlundkopf- und Ohrdrüsengegend, Husten, Dyspnoif, Fieber; Röthung und Schwellung der Pharynxschleimhaut bei Inspection derselben.
Oesophagitis. Symptome derselben sind: Schlingbeschwerden, Brech-und Würgbewegungen, Auswerfen croupöser Massen, Speicheln, Empfindlichkeit des Schlundes bei Druck von aussen.
Schlunderweiterung und Schlundverengerung, ünregelmässige, verlangsamte Eutteraufnahme mit allmählicher Abmagerung, Erbrechen, Regurgitiren, Abschlingen später erschwert oder ganz aufgehoben, Speicheln, Kolik, chronisches Aufblähen (Rind); äusserlich sichtbare, durch Druck zu entleerende Geschwulst an der linken Halsseite unmittelbar nach dem Pressen; Husten, Dyspno(i, Erstickungsanfälle; Exploration mit der Schlundsonde.
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Speciakliagnostik der Krankheiten des Digestionsapparates.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;881
Schlundzerreissung. lle^urgitiren, umschriebene Gesehwulst am Halse, diffuses suboutanes Emphysem am Hals und Kopf, Schlundfistel (Halsportion); Schwindel, Dyspnofi, Kolik, Symptome des Pneumothorax und Empyoms (Hr us tport i o n).
Schlundlähmung. SchlinglUhmung, Speicheln, cylindrischc Geschwulst in der linken Drosselrinne.
Schlundkrampf. Erbrechen, Kolik, convulsive Bewegungen im Verlaufe des Schlundes.
Kropfkatarrh. Anschwellung des Kropfes, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Abmagerung.
Acuter Magenkatarrh. Störungen in der Eutteraufnahme, Brechneigung, Erbrechen, Zungenbelag, Gähnen (Pferd), unterdrücktes Wiederkäuen , Wanstbewegungen verlangsamt odor sistirt, Aufstossen widerlich riecliender Gase (Wiederkiiu er), gesteigerter Durst, Palpation der Magengegend schmerzhaft (Hund und Katze).
Acuter Darmkatarrh. Diarrhöe, Steigerung der Darmperistaltik, Empfindlichkeit des Hinterleibes bei Druck, zuweilen leichte Kolikerscheinungen, übelriechender Koth, Elatusbildung, saure Reaction des Harns (Pferd und Rind), Gallef'arbstoifü im Harn (Hund), Ikterus (bei Duodenitis), schleimiger Ueberzug der Kothballen (bei Proctitis).
Chronischer Magendarmkatarrh, Appetitstörungen, cerebrale De-pressionserscheinungon. Schwindelanfalle (Pferd), reeidivirende Kolikanfillle, Abwechslung von Verstopfung und Durchfall, Elatulenz, lecksüchtige Erscheinungen, Rumination und Pansenbewegung unterdrückt, Pansen stark gefüllt, hart anzufühlen, leicht aufgebläht (Wiederkäuer), anhaltende Verstopfung oder Diarrhöe, Abmagerung.
Acutes Aufblähen der Wiederkäuer. Plötzliche und rasch zunehmende Auftreibung des Hinterleibes, namentlich links in der Pansengegend, Percussionsschall daselbst überall helltympanitisch oder metallisch, Futteraufnabme und Wiederkäuen sistirt, Dyspnoö, Angst, Schweissaus-bruch, Cyanose der Schleimhäute, Betäubung, Schwanken.
Chronisches Aufblähen der Wiederkäuer. Allmählich hervortretende, periodisch wiederkehrende und verschwindende, massige Auftreibung der linken Hungergrube, Störungen des Appetites und der Rumination, später chronische Durchlalle und hochgradige Abmagerung.
Pansenüberfüllung. Kolikersoheinungen, Stöhnen, Drängen auf den Koth, Rumination sistirt. Speicheln, Erbrechen, linke Flankengegend stark gefüllt, Pansen bei Palpation von aussen und vom Mastdarm prall vollgepfropft, Pansenbewegungen und Pansengeräusche unterdrückt oder sistirt, Verstopfung, Dyspnoö.
Traumatische Gastritis des Rindes. Dieselbe beginnt entweder mit plötzlichen Kolikanfällen oder mit den Erscheinungen des einfachen acuten Magenkatarrhs (Appetitstörung, Rumination und Wanstbewegung unterdrückt). Später folgen chronische, periodisch wiederkehrende gastrischenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;i Störungen von wechselvollem inconstantern Charakter, welche jeder Behandlung trotzen und gewöhnlich mit chronischer Tympanitis verbunden sind. Von diagnostischer Bedeutung sind die Schmerzempfindungen (Stöhnen), welche bei der Bewegung, beim Aufstehen und Niederlegen, nach dem Fressen, beim Kothabsatz, bei starker Exspiration etc. beobachtet werden. Die Palpation der Haube von aussen ist sehr schmerzhaft (Palpationsstelle unten links vom Schaufelknorpel), desgleichen die Percussion der Insertions-stelle des Zwerchfells. Später, nach eingetretener Wanderung des Fremd-
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Spcciiildiagnobtik dor Kraukheiten des Digostionsapparates.
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korpers, konnnen die Erscheinungen der Carditis, Pneumonie, Pleuritis, Peritonitis, Pyilmio etc. hinzu.
Magen- und Darmgeschwüre. Dieselben bedingen meist ein mit dem chronischen Magen-Darmkatarrh übereinstimmendes Krankheitsbild. Von patbognostisober Dedeutung sind Blutbrechen (Magengeschwüre), blutiger Koth (Darmgeschwüre). Beim Pferde sind charakteristisch periodische, unbestimmte Zeit nach der Futteraulnabme auftretende Kolikerscheinungen mit allmählicher Abmagerung.
MagendarmentzUndung. Die einfacheMagendarmentztindungäussert sich durch schweres Fieber, starke Eingenommenheit des Sensoriums, hochgradige Kolik, Erbrechen, unterdrückte Eutteraufnahme und Rumination, darniedorliegende Peristaltik, hartnäckige Verstopfung, die später in profuse Diarrhöe übergeht, blutigen Koth, Schmerzhaftigkeit des Hinterleibs bei der Palpation, sehr aeuten Vorlauf. Die croupöse Darmentzündung (Rind) ist durch den Abgang croupüser, membran-, röhren-, sträng- oder cylinder-förmiger Massen gekennzeichnet; der Verlauf ist mehr schleichend, die übrigen Erscheinungen sind die des chronischen Dannkatarrhs. Die myko-tische Magendarmentzündung zeichnet sich beim Fleischfresser durch profuse, blutige Diarrhöe, Erbrechen, hohes Fieber, ausscrordentliche Schwäche und Mattigkeit, sowie sehr rasch auftretenden Collaps aus. Bei den Pflanzenfressern sind die Erscheinungen, je nach der Ursache, verschieden. Im Allgemeinen besteht Kolik, hartnäckige Verstopfung mit späterer pro-fuser Diarrhöe, hohes Fieber, zuweilen Lähmung der Zunge und Sehlund-muskulatur mit Speichelfluss, Schwäche, Lähmung, Sopor, Eklampsie, Po-lyurie. In anderen Fällen beobachtet man ausserdem die Ersoheinungen der Nephritis, Cystitis und Dermatitis, sowie Stomatitis.
Helminthiasis. Die Erscheinungen sind beim Hunde im Allgemeinen die des chronischon Dannkatarrhs, insbesondere beobachtet man wechselnden Appetit und Unruheerscheinungen. Selten treten nervöse Zufälle: Schwindel, Zuckungen, epileptiforme Krämpfe, sowie wuthähnliche Symptome auf. Die meisten mit Bandwürmern behafteten Hunde zeigen überhaupt keine sichtbaren Krankheitserscheinungen. Bei Schafen (Baiidwurmseuche und Magen-wurmseuche) beobachtet man Bleichsucht, Verdauungsstörungen, Verstopfung, Unruheerscbeinungen und Cachexie. Beim Pferde erzeugen die Ascariden leichte gastrische Störungen; zuweilen aber auch tödtliche Verstopfungskolik. Die Helminthiasis beim Geflügel äussert sich in Verdauungsstörungen, Durchfall, Abmagerung und zuweilen in epileptiformen Anfällen.
Ikterus. Die Gelbsucht beginnt gewöhnlich mit den Erscheinungen des Magen dannkatarrhs: Appetitstörungen, Erbrechen, Durchfall. Charakteristisch ist die Gelbfärbung der sichtbaren Schleimhäute, der Haut, des Harns, der Milch. Ueber den Nachweis der Gallenfarbstoö'e im Harn vergl. das Kapitel über Harnuntersuchung. In schweren Fällen von Gelbsucht (Ikterus gravis) tritt Pulsverlangsamung, Sinken der Körpertemperatur, Schwäche, Mattigkeit und psychische Depression ein. Sonstige Erscheinungen sind bei längerer Dauer des Ikterus: das Auftreten von Verstopfung, die gelbe Farbe und der üble Geruch des Kothes.
Lebercirrhose. Beginnt allmählich mit chronischen Verdauungsstörungen (Verstopfung, Diarrhöe). Dazu kommt später leichter Ikterus, Empfindlichkeit der Leber und Rauhigkeit der Leberoberfiäche bei Palpation, Ascites und Anasarka (Hund). Beim Pferde treten psychische Störungen, dummkollerartigo Anfälle, Taumeln, Schwanken, sowie Kolikanfälle auf (Schweinsberger Krankheit).
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Speoialdlagnostik ilor Krankheituu dos Digestionsajipnrates.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;333
Leberhyperämie. Unbestimmte gastrische Erscheinungen, grössere Empfindlichkeit dor Loborgegend, zuweilen leichter Ikterus.
Acute Leberentzündung. Fieberhafte gastrische Symptome, Ikterus. Palpation der Leber sclunerzliuft, Schmerzilusserungen beim Absatz der Ex-cremente.
Leberruptur. Starke Anämie der Schleimhäute, kühle Extremitäten, Schwanken, Ohnmacht, schwacher, unfühlbarer Puls und Herzschlag, Tod meist rasch innerhalb weniger Minuten eintretend.
Leberabscess. Ikterus, gastrische Symptome, Schüttelfröste, unregel-raässiges anhaltendos Fieber; selten ist Schmerzhal'tigkeit und ümfangs-vennehrung durch die Palpation nachzuweisen.
Lebercarcinom. Unregehnässige, höckerige Leboroberflilohe bei der Palpation, vergrösserte Leberdämpfung, Ascites, Cachexie.
Leberegelseuche der Schafe. Erscheinungen der Hydrämie, Anämie und Cachexie; Oedeme am Kehlkopf, Unterbauch, an den Augenlidern; gastrische Störungen, abwechselnd Verstopfung und Durchfall. Ascites, Anasarka; Abmagerung. Selten ist Ikterus, sowie Empfindlichkeit und Schwellung der Leber bei Palpation nachzuweisen. Chronischer Verlauf.
Echinokokkenkrankheit der Leber. Vergrösserung der Leber, nachweisbar durch Percussion und Palpation vom Kectum aus, Oberfläche der Leber uneben, höckerig, mit fluetuirenden Erhabenheiten besetzt (rectale Palpation). Lebergegend bei Druck schmerzhaft. Ansserdem bestehen zuweilen Verdauungsstörungen, Ikterus (selten), allmähliche Abmagerung.
Acute Peritonitis. Dieselbe verläuft sehr rasch mit Kolik, hochgradigem Fieber, auffallend beschleunigter Pulsfrequenz bei kleinem, hartem Pulse, Schmerzhaftigkeit des Hinterleibs bei Palpation, Auftreibung und Ausdehnung desselben, unterdrückter Peristaltik, Verstopfung, Erbrechen, Dyspnoö, Harndrang, starkor Eingenommenheit und Hinfälligkeit.
Chronische Peritonitis. Der Vorlauf ist schleichend, Kolikerschei-nungen können fehlen. Die Hauptorscheinung ist eine zunehmende Um-fangsvormehrung des Hintorleibes mit ödematöser Anschwellung der unteren Bauchgegend.
Ascites. Derselbe äussort sich durch eine allmählich zunehmende Umfangsvermehrung des Hinterleibs, besonders nach abwärts und seitwärts mit Einsinken der Flanken (Hängebauch). Die Palpation des Abdomens ergibt Fluctuation, die Percussion horizontale, je nach der Lagerung des Thieres wechselnde Dämpfung, die Auscultation riüssigkeitsgeräusche. Ausserdem ist die Athmung mehr oder weniger angestrengt, Fieber fehlt, der Puls ist sehr schwach, die Schleimhäute sind blass, es besteht leichtes Ermüden und zunehmende Abmagerung neben gastrischen Symptomen.
Milzentzündung. Verläuft mit gastrischen Störungen, Kolik, Vergrösserung und Schmerzhaftigkeit der Milz bei Palpation.
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Die Untersuchung des Harnapparates.
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Die Topographie der Beckeneingeweide des Pferdes1).
Das Becken mit seinem Zubehür ist der Endabsclmitt des cölom-haltigen Antheils des Rumpfes.
An der vom Kreuzbein und den 3 bis -t ersten Scbwanzwirbeln gebildeten dorsalen Wand der Boekenhöhle, welche-beim weiblichen Thier etwas mehr ausgehöhlt ist als beim männlichen, ziehen seitlich rieben dem Kreuzbeinkörper die grüsseren Aa. sacrales laterales mit ihren venösen Begleiterinnen entlang; sie sind die Fortsetzungen der unter dem 5. Bauchwirbel aus der Aortentheilung hervorgegangenen Aa. hypognstricae. Die Pulsation der genannton Arterien lilsst sich ebenso wie diejenige des kaudalen End es der Bauchaorta durch rectale Untersuchung prüfen. Am nasalen Ende des Kreuzbeinkürpers springt das Promontorium bei der Stute mehr vor als beim Hengst.
Die von Scham- und Sitzbeinen zusammengesetzte ventrale Wand steigt beim weiblichen Pferde etwas schräger gegen den Bauch ab als beim männlichen und ist bei jenem und dem Wallachen vorn grubig vertieft, bei diesem dagegen beulig aufgetrieben.
Die seitliche Beckenwand wird nur in ihrem nasalen Abschnitte durch das in der Pfanne zusammenschliessende Darm- und Schambein knöchern fundirt. Uebrigens übernimmt das breite Beckenband, Lig. sacro-spinosum et sacro-tuberosum, den seitlichen Abscbluss. Starke Nerven-und Gefässstämme (der N. ischiadicus, welcher nicht weit hinter der Darm-Sitzbeinsäulo und mit dieser parallel herabsteigt, die A. glutaea superior etc.) decken das Band nebst den kräftigen äusseren Hüftmuskeln von aussen.
In der vom Niveau des 4. Kreuz bis zu dem des 3. Schwanzwirbels reichenden kaudalen Beckenwand, dem Beckenboden, liegen, umgeben von reichlichen Bindegewebsmassen und nasal von der Pasc. pelvis, kaudal von der Fase, perinei bedeckt, die Endorgane des Darm- und Urogenital-systems (Mastdarm und After, Canalis bezw. Sinus urogenitalis [Harnröhre
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') Das Kapitel über die Topographie der Bcckeneinffewcido (S. 834348) ist von Herrn Prof. Dr. Sussdorl' bearbeitet worden. Vgl. dazu die Fig. 43 bis 51.
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Topographie der ßeckeneingeweido des Pferdes.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 335
bezw. Scheide, Scheidenvorhof und Scham]) mit ihren Anheftungs- und Bewegungsorgan en.
Der Beckeneingang ist eine durch die Linea terminalis (innomi-nata) des Beckens und Kreuzbeins uml'asste ovale Oeffnung, die beim milnn-lichen Thier einen absolut geringeren Höhen- und Querdurchmesser besitzt als beim weiblichen Individuum, bei welchem ausserdem der Höhen- dem Querdurchraesser ungefähr gleichkommt, während der letztere bei dem männlichen Thiere entschieden grosser ist als jener. Seitlich steigen neben dem Beekeneingang zwischen den Mm. psoades und den den Anschluss der seitlichen Bauch- an die Beckenwand bewerkstelligenden Sehnen der Mm. obliqui abdominis die grossen Gefüssstämme der Beckengliedmasse auf und ab, mehr vorn-einwilrts die A. iliaca ext., mehr rück-auswärts die V, iliaca ext. Dort, wo diese in den Schonkelcanal übertreten, gesellen sich ihnen dicht unter der Bauchwandmuskulutur die Glandd. inguinales prof, hinzu, welche dann noch den oberen Theil des Schenkelcanales, die Fossa ileo-pectinea, füllen helfen.
Wiederum einwärts von diesen Theilen beginnt an der Grenze der seitlichen und ventralen Bauchwand ganz dicht vor dem Beckeneingang der zwischen den beiden Mm, obliqui abdominis absteigende Leisten-canal, Canalis inguinalis, welcher dem Uebertritt des Samenstranges vom Hoden in die Bauchhöhle dient. Schenkelcanal und Leistencanal werden hierselbst nur durch die Beckenendsehne des M. obliquus abdominis externus, das sog. Ligament, inguinale s. Poupartii, getrennt. Durch die innere Zugangsöffnung des Leistencanals, Annulus inguinalis abdominalis, führt eine Bauchfellausstülpung in den Hodensack, in welche der Hoden und Samenleiter mit den Vas. spermatica intern, an einem von seiner hinteren und medialen Wand entstehenden Gekröse hineinragen. Man kann dicht vor der üeberganlt;rsstelle der seitlichen in die ventrale Umrahmung des Beckeneinganges die etwa fingerweite Zugangs-öffn ung zu dieser Bauchfellaussackung vom Rectum her befühlen, da das Mesorectum lang genug ist, um den ganzen Beckeneingang vermittelst intrarectaler Exploration zu bestreichen. Dieser Umstand ermöglicht naturgemäss auch die Befühlung der A. iliaca ext. behufs Prüfung ihrer Pulsation bis zum Schenkelcanal hin.
Die freie Becken höhle erreicht den hinteren Contur des Beckens nicht, sondern schiicsst schon im Niveau des 3,4, Kreuzwirbels, d, i. etwas hinter der Mitte des ganzen Beckenabschnittes des Rumpfes ab. Von hier aus geht sowohl die Beckenfascie, die direete Portsetzung der mit den Sehnen der Mm. obliqui abdominis zusammenhiingenden Fase, (lumbo-) iliaca, wie das Beckenfell, die Fortsetzung des Bauchfells, an den Beckenboden und damit auf die Beckeneingeweide über. Das letztere zieht sich von der Wand der Beckenhöhle in Form von die Eingeweide tragenden Falten in diese hinein. Von besonderer Bedeutung ist für diese eine von der hinteren Beckenwand entstehende, annähernd dreieckige Duplicatur, welche an jener mit ihrer stumpfen Spitze beginnt, mit ihrem Seitenrande an der seitlichen Beckenwand entlang läuft und ihre ausgebogte Basis gegen die Bauchhöhle wendet. Sie beherbergt die Generationsorgane. Es ist die Douglas-Falte, Plica Douglasii. Beim männlichen Thiere anders eingerichtet als beim weiblichen (s. u.), scheidet sie sammt den von ihr umschlossenen Eingeweiden doch bei beiden Geschlechtern die Beckenhöhle in eine dorsale und ventrale Abtheilung, die Gebärmutter-Mast-darmausbuchtung, Excavatio recto-uterina, und die Gebärmutter-Blasenausbuchtung, Excavatio vesico utorina. Erstere als die umfang-
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HSQnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Topographie der Ueckeiieiiigowcide des Pferdes.
reichere füllen der Mastdarm und andere bis in die Beckenhöhle zurücktretende Bauoheingeweide (Beokenflexur etc.), letztere dient vorzugsweise der Harnblase zur Aufnahme.
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1. Die Lage der Hamorgane.
a)nbsp; nbsp;Die Nieren gehören nur zum Theil der Lendenregion an; die rechte rückt oft ganz und jedenfalls weiter in den Thorax hinein als die linke. In der Kegel grenzt sieh die rech te Niere vorn mit dem 16, Brustwirbel, hinten mit dem 1. Bauchwirbel ab, sie deckt sicli etwa mit der Lange dreier Wirbel. Ihr nasales Ende liegt in einer Grube des dorsalen Randes des rechten Leberlappens; rückenwilrts befestigt sie sich durch das perirenale Bindegewebe (die Fettkapselquot;) am Zwerchfell und der Lenden-Darmbeinbinde, ventral sind der rechte Bauchspeicheldrüsenschenkel und der nasale Theil des Blinddarmgrumles ihre Nachbarn. Von ausson ist sie nicht fühlbar, sie überragt die letzte Rippe an keiner direct zugänglichen Stelle.
Die linke Niere lagert sich diciit neben die Aorta unter den linken Zwerchfellspfeiler und die Lenden-Darmbeinbinde bezw. Lendenmuskeln in der Höhe des 18. Brust- und 1.8, Bauchwirbels, sie schneidet etwa in der Mitte dieses letzteren ab. Ueber den seitlichen Rand der Londenpartie tritt die Niere nicht heraus; eine äussero Palpation derselben ist deshalb eben so wenig möglich wie eine solche ihrer anderseitigen Genossin.
b)nbsp; nbsp;Der Harnleiter läuft nach Ueberschreitung der Ventralfläche der caudalen Nierenhälfte nahe dem seinerseitigen grossen Bauchhöhlen-gefäss unter der Lenden-Darmbeinbinde und ausserhalb des Bauchfellsackes zum Beckeneingang, überkreuzt schon vor Erreichung dieses die Art. circumflex, ilium prof, und die Crural-Gefässo und tritt schliesslich, zwischen die Platten der Douglas'schen Falte bezw. des breiten Mutterbandes aufgenommen, nahe dessen ürsprungsrand an der Seitenwand der Beckenhöhle zum Blasengrunde herab.
o) Die Harnblase füllt die Excavatio vesico-uterina je nach ihrem eigenen Füllungsgrade mehr oder weniger aus; die ganz leere Blase ist gegen den Beckenboden derart zurückgezogen, dass sie kaum als ein schlaffer, diesem angedrückter Beutel gesehen werden kann. Hei fortschreitender Füllung erhebt sich ihre dorsale Wand mehr und mehr gegen die Douglas'sche Falte und deren Eingeweide, drängt sie gegen den Mastdarm, tritt an die seitliche Beckenwand heran und erreicht mit ihrem Scheitel die Bauchhöhle, in welcher sie sich schliesslich bei sehr starker Füllung noch durch die Schamgegend auf der ventralen Baucliwand bis zur Nabelgegend vorziehen kann. Die sie seitlich und ventral vom Beckenboden aus begleitenden Bänder bilden für sie bei dieser Dehnung und Wanderung die allseitig fixirenden Loitseile.
d) Die Harnröhre setzt vom Blasenhalso aus die Richtung der Harnblase auf der ventralen Beckenwand fort und erreicht beim männlichen Thiere den Beckenausgang bezw, Angulus pubicus, mit Hilfe dessen sie aus der Beckenhöhle an den Penis herantritt; sie liegt hier in geringem Abstände von dem ventralen Afterumfang in der Tiefe zwischen beiden Sitzbeinhückern und den sie überdeckenden Muskeln dicht dem Knochen an. Beim weiblichen Thiere erreicht die Harnröhre das hintere Ende der Beckenfuge nicht, sie mündet schon 68 cm vorher in den Scheiden-vorhof ein; ihre Mündung ist mit dem Finger gerade noch zu erreichen.
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Topographie der Beokoneingewoidc dos Pferdes.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 337
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3. Die männlichen Geschlechtsorgane,
a)nbsp; nbsp;Der Hoden liegt, umgeben von einer Portsetzung des Bauchfelles, welche vom caudalen Ende des Hodensaokes und dem Samenstrange an ihn herantritt, im Hodensack und mit diesem in der Schamgegend; die eine, gewöhnlich linke Hillt'te des Scrotum hängt etwas tiefer herab als die andere. Die Lllngenachse des Hodens bildet eine horizontal gestellte Sagittale; der Nebenhodenkopf schaut nasen-, der Schwan/, beckenwiirts; der Körper des Nebenhodens liegt dorsal von dem Testikel. Von ihm steigt der Samenstrang bezw. dessen Gefilss- und Samenleiterfalte, umlagert von lose binde-gewebigen, fetthaltigen Massen und den Schamlymphdrüsen, zunächst eine kurze Strecke vor-auswärts zum Annul, iriguinalis subcutaneus; von diesem aus betritt er den Leistencanal, um innerhalb desselben zu dessen innerem Ende, dem Annul, inguinalis abdomin., zu ziehen. Sein Weg führt ihn hiebei vor dem Sehenkelcanal entlang, welcher rück-auswärts davon herabsteigt; von dem Inhalte des letzteren sind die dem Lig. inguinale dicht sich anlegenden Leistenlyniphdrüsen die nächsten Nachbarn des Samenstranges, ihnen folgt zunächst die Art. und dann (also ganz rück-auswärts) die Ven. femoralis.
Dort, wo der Samenstrang mittelst der Samenstrangsclieiden:Zugangs-öffnung (Scheidenring, Schmaltz) das Cav. periton. erreicht, spaltet er sich in die Gef'äss- und die Samenleiterfalte. Die niedrige Gefässfalte des Samenstranges zieht vor-aufwärts der Seitenbauchwand entlang bis fast zu deren dorsalem Ende und verliert sich dann; ihr Inhalt, die Art. und Ven. spermat. int., eilen zwischen Bauchfell und Lendenmuskeln den grossen Bauchgefässen zu. Die höhere Samenleiterfalte tritt rück-aufwärts nach sehr kurzem Bauchhöhlen verlauf in die Beckenhöhle, kreuzt die Becken-eingangsgefässe und darnach den Harnleiter und die Nabelarterie, welche auswärts von ihr der Blase zustreben , und verbindet sich dorsal von der Blase mit ihrer anderseitigen Genossin zur Douglas'schen Palte.
Die Douglas'sche Palte zieht sich zwischen Blase und Mastdarm gegen die hintere Beckenwand; sie beherbergt median den Uterus mas-culinus, seitlich davon die convergirenden, und schliesslich neben einander herlaufenden Samenleiterampullen und lateral von diesen die Samen blasen; die Vorsteherdrüse erreicht die Palte nur mit dem vorderen Ende ihrer Seitenlappen; der mittlere Theil derselben liegt auf dem dorsalen Umfang des Anfangsstückes (Pars prostatica) der Harnröhre in dem losen perirectalen Bindegewebe ventral vom flaschenförmig erweiterten Endtheil des Mastdarms. In diesem, aber eine nicht unerhebliche Strecke weiter hinten, im lieckenausgang, finden auch die muskelumlagerten Cowper'schen Drüsen Aufnahme; sie ruhen auf dem caudalen Ende der Beckenportion der Harnröhre.
b)nbsp; nbsp;Die männlichen Oopulationsorgane, welche als Ruthen-schwellkörper, Eichel und Vorhaut in dem Penis vereint sind, liegen unter der ventralen Beckenwand und den anfangs noch mit einander verwachsenen Mm. gracil. Durch loses, Gefässe und die Schamlymphdrüsen führendes Bindegewebe getragen, zieht sich die Bathe von ihrer Ursprungsstelle, dem Angulus pubicus, aus geradlinig zwischen beiden Oberschenkeln hindurch in die Schamgegend, um mit deren Uebergang in die Nabelgegend abzuschliessen. Dieser vordere in die Vorhaut aufgenommene Theil derselben, welcher durch die Eichel gekrönt ist, ist sehr beweglich. Die Vorhaut selbst bildet in Folge ihrer zweimaligen Einstülpung einen zweifachen Doppel-
Friedberger u. Fröhuer, Klinische Untersuchungsniethoden. 2. Aufl. 22
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;j;;snbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Topographie der Beokeueingeweide das Pferdelaquo;.
schlauch, dessen iiussere DoppellagS die innere Schlauchduplikatur nebst der Eichel umgreift.
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3. Die weiblichen Geschlechtsorgane.
a)nbsp; nbsp;Die breiten Mutter b iln d er, welche in ihrer Gemeinschaft der Douglas'sohen Falte homolog sind, stellen die Träger der weiblichen Generationsorgane dar. Dieselben nehmen ihren Ursprung etwa an der Grenze der dorsalen und Seitenwand der Bauchhöhle unter den Lendenmuskeln je in einer ganz flachen liogenlinie, welche im Niveau des 4. Uauchwirbels (also um etwa Wirbellänge hinter der linken und um zwei solcher Längen hinter der rechten Niere) beginnt und entlang dem Harnleiter durch den Beckeneingang bis zur hinteren Beckenwand dahinzieht. In dem naso-ventralen Winkel des Lig. lat. uteri linden das Ovarium und der Eileiter ihren Platz; beide sind in die Eileiterfalte, die laterale Wand der Eierstockstasche, aufgenommen und das 1l'/a Handbreite von der dorsalen Bauchwand entfernt. Intra vitain hängen sie indessen eben so wenig wie der Uterus frei in die Bauchhöhle herab, etwa so, wie es ihre Befestigungsweise in der exenterirten Höhle gestatten würde, sondern sie werden als leichtbewegliche Organe von den Därmen bald hier-, bald dorthin verdrängt, zur Seite oder gegen die dorsale Bauchwand emporgeschoben, in die Beckenhöhle verlagert etc. Diese Veränderlichkeit in der Lage muss eine directe Palpation der Ovarien von aussen her noch mehr erschweren, als das die in der Regel starke Wandspannung an sich schon tlrat; es dürfte deshalb höchstens bei starker Vergrösserung ixnd etwaiger Verwachsung der Ovarien mit der Bauchwand gelingen, Erkrankungen derselben durch die äussere Untersuchung zu diagnosticiren. Anders liegen die Verhältnisse bei Vornahme der rectalen Exploration; der Mastdarm ist an einem langen Gekröse befestigt, welches mitten zwischen beiden breiten Mutterbändern von der dorsalen Bauchwand herabsteigt; das ermöglicht eine beschränkte Durchsuchung der Baucheingeweide und damit auch eine Befühlung des Eierstockes als des dem Bectnm nächstliegenden Organos. Von der Scham her gelingt ein Vordringen zum Eierstock nur nach Perforation der Vagina in ihrem Grunde; der Abstand beider Endorgano des weiblichen Genitahipparates, Ovarium und Vulva, von einander beträgt etwa 50 cm, also Hand- und Vorderarmlängo des erwachsenen Mannes.
b)nbsp; nbsp;Der Uterus ist von beiden breiten Mutterbändern, welche sich an den coneaven Band seiner Hörner und den Seitenrand der dorsalen Fläche seines Körpers befestigen, frei in der Bauch- (die Hörner) und Beckenhöhle (der Körper) aufgehängt; der Grund des Uterus liegt im Becken-eingang auf der gefüllten oder vor dem Scheitel der leeren Harnblase; von ihm aus begibt sich das Corpus uteri dorsal von letztgenanntem Organe in gerader Richtung zur caudalen Beckenwand; die Hörner des Frucht-hälters dagegen ziehen in einem nach vorn und unten stark convexen Bogen durch die Schanigegend gegen die Eierstöcke hin. Dadurch ist die Ex-cavatio vesico-uterina in der Regel verlegt, die Excavatio recto-uterina dagegen weit often imd zur Aufnahme anderer Theilo, wie der Beckenflexur des Grimradarmes, geeignet, von der sie denn auch für gewöhnlich ausgefüllt wird. Die eben geschilderte Art der Lagerung und Befestigung des Uterus gestattet unter gleichzeitiger Vergrösserung und Verstärkung der breiten Mutterbänder im trächtigen Zustande ein Herabsinken desselben auf die ventrale Bauchwand.
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Topographie der Beakeiieingeweide des Fferdeninbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;339
e) Die weiblichen Copulutionsor^ane, Scheide, Scheidenvorliof und Schnin, finden last uusschliesslicli in dem retroperitonilalen Beekenantheil ihren Platz. Nur die Scheide drängt sich noch mit ihrem die Cervix uteri auf eine kurze Strecke lungreifen den Grunde in den serösen Kaum vor und ist deshalb auf die Länge von (i cm im Bereich ihves dorsalen, von 12 cm in dem ihres ventralen Umfanges von dem Beckenfell überzogen. Uebrigens lagert sie, umgeben von dem losen perivaginalen Bindegewebe, zwischen Mastdarm und Blasengrund bezw. Harnröhre, Durch das adventitielle Gewebe ist sie sowohl an diese ihre Nachbareingeweide, wie an die seitlichen Beckenwundiingen angeheftet; ebendasselbe ist gleichzeitig Träger der Art. und Ven. pudend. int., sowie der Ausläufer des Plexus hypogastricus, welche insgesammt seitlich von den Bngattungswerkzcugen ihren Weg nehmen.
Die Lage des Scheidenvorliof's gleicht im Wesentlichen derjenigen des retropcritonäalen Abschnittes der Scheide; von losem Gewebe an seine Umgebung befestigt, füllt er den Beckenboden in seinem hinteren Theile aus; rückenwärts berührt er dabei das Mastdarmende, seitlich und ventral die Beckenwandungen ; die Harnröhre dringt etwa im Niveau des hinteren ümfanges der Porr. obturat. in den Scheidenvorliof von vorn und unten her ein. Die den Abschluss des Scheidenvorhofes vermittelnde Scham ist nur durch einen kurzen Wulst, das M ittel fleisch oder den Damm, von dem After getrennt; unter diesem ist sie so gelagert, dass ihr ventraler Winkel noch unter den Schanibogen des Beckens herabhängt; der von diesem entstehende Kitzler springt deshalb nach kurzem, rück-abwiirts gerichteten Verlaufe in dem ventralen Winkel der Scham hervor.
d) Das Euter endlich ist in der Schamgegend an die ventrale Bauchwand angeheftet; zwei elastische, von der gelben Bauchhaut entspringende Platten und das suprainamniäre Bindegewebe tragen es; in letzterem liegen über dem caudalen Ende des Organs die Schani- oder retromammären L y m p h d r tt sen.
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Die Topographie der Beckeneingeweide der Wiederkäuer.
Die Beckenhöhle der Wiederkäuer ist relativ länger und schmäler, die dorsale und ventrale Beckenwand sind stärker gehöhlt, das Promontorium tritt mehr hervor als beim Pferde. Der seröse Beckenraum erstreckt sich absolut weiter nach hinten, indem er das Niveau des 1. Schwanzwirbels erreicht; der retroperitonäale Beckenabschnitt ist dafür entsprechend kürzer, er nimmt nur die Länge der nächstfolgenden 34 Schwanzwirbel in Anspruch.
1, Die Lage der Harnorgane.
a) Die Nieren beschränken sich auf die Lendengegend; die rechte liegt beim Kinde unter den Querfortsiltzen des 13. Brust- bis 2. Bauchwirbels und reicht bis -zur letzton Kippe nach vorn; die linke Niere hängt unter den Querfortsützen des 3.5. (bezw. 2.4.) Bauchwirbels an einer Art kurzen Gekröses, das leicht ein üebertreten derselben nach rechts gestattet; deshalb ist sie auch nicht ausschliesslich auf die linke Körperhälfte angewiesen, sondern findet sich fast regelmässig ganz rechts hinter der rechten Genossin. Eine directe Palpation der Nieren von der Hungergrube
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Topographie der Bockeneingeweide der Wiederkäuer.
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aus ist mit Rücksicht auf die beträchtliche Länge namentlich der mittleren Querfortsätzo der Bauchwirbelsäule nicht möglich. Der rechte Harnleiter hält entlang der dorsalen Bauchwand im Wesentlichen den Weg inne, wie beim Pferd; der linke aber muss in Folge der Rechtslage der linken Niere die Medianebene überschreiten, was unter dem letzten I3auchwirbel erfolgt, um sich dann in die Blase von links her so einzusenken, wie der rechte von rechts her.
b)nbsp; nbsp;Die Harnblase ist auch im ganz leeren Zustande nicht so weit gegen die caudale Beckenwand zurückgezogen wie beim Pferde, sondern bedeckt noch die Schambeine als birnförmiger Behälter; schon bei massiger Füllung tritt sie in die Bauchhöhle über.
c)nbsp; nbsp;Die Harnröhre der Kuh ist absolut länger als die der Stute und besitzt dicht vor der Mündung in ihrer ventralen Wand eine Aus-sackung, welche die Führung der Sonde oder des Katheters entlang der ventralen Wand verbietet. Die männliche Urethra hat dagegen an der dorsalen Wand ihres von dem starken M. bulbo-cavernos. umscheideten Beckenendtheiles eine die beiden Ausführungsgänge der Glandulae Cowperi aufnehmende, schwanzwärts offene Bucht aufzuweisen; das Vordringen in die Harnblase fordert deshalb, abgesehen von einem tiefen medianen Einschnitt in der Höhe des Sitzbeinausschnittos (Angulus pubicus), die Führung des Instrumentes entlang der ventralen Harnröhrenwand. Im Zwischen-schenkelraum führt die Harnröhre die S-förmige Krümmung des Penis mit aus, in dessen Schwellkörper sie bekanntlich ganz aufgenommen ist. Das freie Ende der Harnröhre findet als ein bei den kleinen Wiederkäuern 34 cm langer fadenförmiger Anhang des Periis noch in die Vorhaut Aufnahme.
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2. Die Lage der männlichen Geschlechtsorgane.
a)nbsp; nbsp;Der Hoden ist, umgeben von dem enganschliessenden Hodensack, mit seiner Längenaxe senkrecht, nicht aber, wie bei den übrigen Thieren, horizontal gestellt und mehr gegen den Zwischenschenkelraum zurückgezogen; er hängt somit weiter herab, verschwindet aber mehr zwischen den Beckengliedmassen. Der Nebenhoden steigt von dem rückenwärts schauenden Kopfende zu dem bodenwärts gerichteten Schwanzende des Hodens herab; der Samenleiter liegt somit anfangs hinter dem Nebenhoden: der Samenstrang setzt sich an dem caudalen Umfang des Hodens an, er ist sehr kräftig, da seine im vorderen äusseren Rande emporsteigenden Gefässe stets sehr weit sind.
b)nbsp; nbsp;Von den accessorischen Geschlechtsdrüsen bieten in Hinsicht auf ihre Topographie nur die lappig-drüsig gebauten Samenblasen Interesse; sie treten bei ihrer kräftigen Entwicklung meist bis in die Bauchhöhle vor, indem sie sich über die Mastdarmfläche der Douglas-schen Falte herausheben.
c)nbsp; nbsp;Der Penis zieht wie beim Pferde zwischen beiden Oberschenkeln hindurch in die Schamgegend, aber er führt dabei eine S-förmige Biegung dicht hinter dem Hodensack aus, welche ihn hierselbst sich in 3 Lagen über einander reihen lässt; die obere von diesen geht vermittelst der nasen-wärts schauenden oberen Convexität der Krümmung in die mittlere, diese durch die schwanzwärts gerichtete untere Convexität in die ventrale (untere) Lage der Biegung über. In Folge der bei der Begattung sich einstellenden Erection wird der Penis zu einem bis zu 90 cm beim Bullen, bis zu 30 cm
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Topographie Jer Beckencingeweide der Wiederkäuer.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;341
fceim Schafbock anwachsenden cylindrischen Körper, der nunmehr auch aus der eng schlauchartigen Vorhaut hervortritt.
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3. Die Lage der weiblichen Goschlechtsorgano.
a) Die breiten Mutter bände r nehmen vom Niveau des Hüftwinkels ab in etwa halber Höhe der seitlichen Bauchwand und an der Grenze der seitlichen zur dorsalen Beckenwand hier entlang der Art. pudend. int. ihren Ursprung. Unter ab-einwilrts gewendetem Verlaufe erreichen sie den unteren Seitenrand des Uteruskörpers und den coneaven Bogen der Uterushörn er.
Im vorderen Ende des breiten Mutterbandes und an seiner medialen Flilche liegt, fast von dem Grunde der Eierstockstasche aufgenommen, der Eierstock; er ist dem Eierstocksbaride als mandel- bis kleinwillsohnuss-grosser Körper angefügt und erhält seine Blutgefässe von hinten-oben in der Mitte des Eierstocksbandes. In Folge wiederholter Trächtigkeit verlängern sich die breiten Mutterbänder, damit rückt der Uterus, aber auch der Eierstock tiefer herab, ohne dass sich der etwa 10 cm beim Rinde betragende Abstand desselben vom Scheidengrundo dadurch besonders ändert. Es ist deshalb wohl immer möglieh, vorausgesetzt, dass keine abnormen Verwachsungen der Theile vorliegen, das Ovarium unter Vordrängen des Seheidengrundes von einer Schmttöfl'nung desselben mit dem Finger zu erreichen.
Gegentiber dem Eierstock liegt in der Eileiterfalte das Ostium abdominale oviduetus, von welchem der ca. 25 cm lange Eileiter zunächst aufwärts gegen den freien Rand jener Falte, dann aber rüek-abwärts, anfangs im freien Rande des breiten Mutterbandes, zum Uterushorn sich begibt. Der Ueborgang beider Theile in einander ist ein allmählicherer als beim Pferde.
Der Uterus gehört der Bauchhöhle eigentlich ganz an; seine Vaginalportion liegt genau im Beckeneingang, wenigstens bei Thieren, welche schon trächtig gewesen sind. Sehr häufig aber ereignet es sich, dass der Tragsack von dem Pansen und Blinddarm in die Beckenhöhle zurückgedrängt bezw. deren Wand irgendwo angedrückt wird. Ist das nicht der Fall, dann vermag sich der Frucbthälter dank der Länge seiner Bänder dicht auf der (gefüllten) Blase bis zur Grenze der Eeg. meso- und hypogastrica derart zu entwickeln, dass der sehr kurze Körper, sowie der hintere Endtheil seiner Hörner median über dem mittleren Theile der gewissermassen unter ihnen zusammenfliessenden Mutterbänder gelagert ist. Nachdem so die Hörner eine Strecke von ca. 1216 cm in gerader Richtung und durch die Serosa verbunden neben einander hergescliritten sind, trennen sie sich und biegen sich zunächst ab- und rückwärts um, dann aber streben sie in massigem Bogen aufwärts und durchlaufen so eine flach spiralige Windung, welche sie lateral an dem medianen Horntheile vorbei znm Oviduetus gelangen lässt. Im trächtigen Zustande verlängert sich der Uterus zunächst entlang der rechten Wanstfläche; mit fortschreitender Trächtigkeit nähert er sieh in Folge der gleichzeitigen Verlängerung der breiten Mutterbänder der ventralen und rechten Bauchwand, welcher er sich schliesslich direct anlegt; Pansen und Darmcanal nebst dem Netz werden dadurch, jener nach links, dieser brustwärts, verdrängt. Die erhebliche Vergrösserung des trächtigen (meist rechten) Gebärmutterhorns nach vorn und der dadurch weit liinter der Frucht erst erfolgende Anschluss der breiten Mutterbänder ermöglichen
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Topographie der Beokeneiageweide des Sohweinosi
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im Zusaminonhang mit der nach rechts abfallenden Wanstflilche der sich darauf aufstützenden Frucht durch umkippen die Herbeiführung einer Contorsio uteri (Günther).
b) Die fruchtleitenden Hegattun gsorgan e sind weiter als beim Pferde von Serosa überzogen, da der seröse Beckenabschnitt, die eigentliche BeckenhOhle, bis zum 1, Schwanz Wirbel zurückreicht und der ganze Beckenabschnitt des Rumpfes mit dem Niveau des 8, Schwan/.wirbels abschneidet.
Die Scheide, am Grunde etwa 15 cm im Durchmesser fassend, beginnt im Becken ein gang, zieht sich über der Blase und Harnröhre gegen die hintere Beckenwand und geht ca. 8 cm vor der Scbamspalte in den Scheidenvorhcf über, welcher sogleich am ventralen Umfange seines vorderen Endes von der Urethra durchbrochen wird (s. o.).
Das Euter gehört der Su ham gegen d ganz an, die 4 Zitzen dor Kuh hängen gleichmässig gerade herab; die 2 langen Zitzen des Ziegeneuters sind schräg vor-abwärts gerichtet. Die circa 2-Markstück grosscn retro-mammären Lymphdrüsen sind gerade noch am caudalen Ende jeder Milchdrüse durch die Haut fühlbar.
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Die Lage der Beckeneingeweide beim Schwein.
I^ür die BeckenhOhle des Schweines gilt im Allgemeinen das, was über diejenige der Wiederkäuer gesagt wurde; sie ist relativ lang und schmal, ventral aber weniger tief gehöhlt. Der seröse Beckenraum erreicht den l.|2. Schwanzwirbel, der retroperitonäale Beokenantheil ist deshalb recht kurz, er schneidet mit dem 4, Schwanzwirbel ab.
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1. Die Harnorgane.
a)nbsp; nbsp;Die Nieren liegen dicht unter den Lendenmnskeln in ziemlich gleicher Höhe unter dem 1,-4, Bauchwirbel; ihren Hilus durchschneidet eine Segmentalebene durch den 2./^. Bauchwirbel; ihr seitlicher Hand erreicht die laterale Grenze der Mm. erector, trunc, damit also auch gerade noch die Seitenbauch wand. Die Harnleiter ziehen unter den Lendenmuskeln in der Nachbarschaft der grossen Bauchgefässe beckenwärts, wenden sich aber sogleich nach Erreichung der BeckenhOhle gegen deren ventrale Wand, um sich in die event, sehr weit vorgezogene Blase einzusenken.
b)nbsp; Die Harnblase liegt fast ganz in der Bauchhöhle, bei einiger Füllung bedeckt sie ein nicht unerhebliches medianos Feld der ventralen Bauchwand, sie kann deshalb von der Schamgegend aus in der Jiogel unschwer erreicht werden.
c)nbsp; nbsp;Für die Harnröhre des weiblichen Schweines gilt das, was über diejenige der Kuh gesagt wurde; sie ist fast so lang wio diese. Die Harnröhre des männlichen Schweines ist derjenigen des Stieres in ihrer Topographie nicht minder nahestehend. Sie durchschreitet vom Blasen-halse aus die ganze BeckenhOhle median, verlässt dieselbe mittelst des Angulus pubicus und durchzieht, in den Penis ganz aufgenommen, mit diesem den Zvvischenscbenkelraum, die Scham- und theilweise auch Nabelgegend: sie führt mit dem Penis eine kurze S-förmige Krümmung über dem Scrotum aus (s. u.) und mündet seitlich im vorderen Ruthenende mit schmaler Spalte.
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Topographie der Bsokonoingoweide des Schweines.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 343
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2. Die Lage der männlichen Qeschlechtsorgane,
a)nbsp; nbsp;Die Hoden sind .sehr weit zurückgerückt; das hintere Ende des Hodeusackes füllt mit dorn hinteren (Jont.ur des Oberschenkels zusammen; sie nehmen dabei die ganze Länge der ventralen Beckenwand ein, liegen derselben aber keineswegs dicht an, sondern lassen Muskelmassen von der Dicke der ganzen Bcckenhühe zwischen sich und das Becken treten. Die Längsaxe der Hoden ist horizontal gestellt. Der Nebenhodenschwanz liegt ganz hinten in einer kleinen Aussaekung der gemeinsamen Scheidenhaut; der aus ihm hervorgehende Samen leitor zieht an der medialen Fläche des Hodengekröses zunächst über dein Nebenhoden entlang gegen dessen Kopfende hin und steigt nunmehr sehr steil im Leistencamü empor, um sich entweder erst in der Beckenhöhle oder bei einigermassen gefüllter, in die Bauchhöhle vorgezogener Blase noch innerhalb der Bauchhöhle in die Harnröhre einzusenken.
b)nbsp; nbsp;Die mächtig entwickelten Vesiculae semin ales finden in der relativ kleinen Beckenhöhle keinen Platz; sie liegen vieiraehr fast ganz in der Bauchhöhle, in welcher sie mit und über der Harnröhre bezw. Blase nahe der ventralen Bauchwand schräg vor-abwärts herabsteigen. Dicht hinter ihrem Beckenendo wird die Harnröhre von der Prostata umgriffen; sie wird noch von der stark ausgebildeten Gowper'schen Drüse erreicht, die durch die ganze Beckenhöhle sieh erstreckt; dieselbe überlagert die Becken-portion der Harnröhre in ihrer ganzen Lange, beginnt also, dicht unter dem Mastdarm postirt, im Beckeneingange und endet im Beckenausgange; #9632;der grössere Theil derselben liegt intraserös, der Rest retroperitonilal. Im Beckenansgange drängt unter dem After der äusserst kräftige Harnschneller, M. bulbo-eavernos., gegen die Oberfläche.
c)nbsp; nbsp;Der Penis gleicht in Verlauf und Verhalten demjenigen des Rindes. Er ist sehr lang und dünn und reicht vom Schamwinkel des Beckens bis zum Niveau des 4, Banchwirbels, also weit in die Nabelgegend hinein; er zieht anfangs zwischen beiden Oberschenkeln in erheblichem Abstände von der unteren Beckenwand abwärts von den theilweis mit einander verwachsenen Mm. graciles entlang und bildet über dem Hodensack eine kurze S-förmige Krümmung mit einer oberen nach vorn und einer unteren nach hinten gewendeten Convexität, jenseits deren er geradlinig bis in die Nähe des Nabels läuft. Hier erreicht er die Vorhaut, in welcher er, noch einmal flach spiralig gedreht, sein Ende iindet; das enge Präputium sackt sich über seinem Zugange aus und bildet so den im Grunde gedoppelten Nabelbeut el.
3. Die Lage der weiblichen Genitalion.
a)nbsp; nbsp;Der Eierstock liegt nahe dem vorderen Rande des breiten Mutterbandes im Niveau des Hiifthöckers an der medialen Seite des Sinus ovarii, nicht weit von dem Ende des Gebärmutterhornes entfernt. Das breite Mutterband ist namentlich bei schon mehrfach trächtig gewesenen Säuen sehr lang; das Ovarium kann deshalb event, sehr tief herabrücken.
b)nbsp; nbsp;Der Eileiter zieht durch die laterale Wand der Eierstockstasche rück-abwärts gegen den Anfangstheil des Gebärmutterhorns, in welchen er allmählich übergeht. Der getheilte Uterus gehört der Bauchhöhle fast allein an; die vielfach gewundenen Hörner begeben sich am freien Rande des breiton Mutterbandes rück-aufwärts zum Beckencingange, sie liegen der
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Topographic der Beckeneingowcido dor Fleisclil'resser.
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seitlichen und im trilchtigen Zustande auch der ventralen Bauchwand innen an und treten im Beckeneingange zum Grunde zusammen; da ein Körper nicht existirt und der Hals allmälhlich in die lange Scheide übergeht, so kann man die Abgrenzung der Gebärmutter gegen die Scheide in den vorderen Theil des Beckens verlegen.
c)nbsp; Die weiblichen Begattungsorgane ziehen sichln der Axe der Beckenhohle zwischen Mastdarm und Harnrühre bezw. unterer Beckenwand zum Beckenende hin ; sie enden mit der weit zurücktretenden Scham, welche sich ventral in einen kegelförmigen, den langen Kitzlerschwellkörper umfassenden Anhang auszieht.
d)nbsp; Das Euter ist sehr ausgedehnt und besteht aus 56 Paaren von Einzeldrüsen, welche theils der ventralen Bauch-, theils der ventralen Brustwand angefügt sind. Deshalb treten an dieser, auf die rechte und linke Seite vertheilt, 1012 Brust-, Bauch- und Scham- oder Weichonzitzen hervor.
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Lage der Beckeneingeweide beim Fleischfresser (vorzugsweise
Hunde).
Die Beckenhohle hat in dem Beckeneingang nicht ihren weitesten Theil aufzuweisen, sondern sie erfährt gegen den Beckenausgang eine massige Erweiterung; die ventrale Beckenwand fällt nicht bauchhöhlen-, sondern eher schwanzwärts etwas ab und ist fast eben; der Beckeneingang, welcher übrigens beim weiblichen Eleischfresser weiter ist als beim männlichen, steht recht schief (s. o.), der Beckeneingang liegt unter dem 4. Schwanzwirbel beim weiblichen, unter dem 3. Schwanzwirbel beim männlichen Hunde; After und Scham, bezw. die Wurzeln des Penis mit ihrem Zubehör reichen noch um circa eines Wirbels Länge weiter zurück. Auch der Sitzbeinhöcker erreicht dieses Niveau. Das Beckenfell schliesst mit dem Niveau des 2.-8, Schwanzwirbels ab; die caudale Beckenwand, der Beckenboden, ist somit nicht besonders stark.
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1. Die Harnorgane.
a) Die Nieren liegen in der Regio lumbaris; die rechte erstreckt sich, mit ihrem nasalen Ende in die Leber aufgenommen, in der Regel von der 12. Rippe bis zu dem 2.-3. Bauchwirbel, die linke von der 13. Rippe bis zu dem 3.4. Bauchwirbel; zuweilen halten beide das gleiche Niveau inne; zuweilen rückt die linke Niere soweit zurück, dass ihr nasales Ende mit dem caudalen Ende der rechten Niere abschneidet; in der Mehrzahl der Fälle diarchsclineidet eine Segmentalebene das nasale Ende der linken und den Hilus der rechten Niere, lieber den Nieren liegt die Lendenmuskulatur; ihr lateraler Rand erreicht die seitliehe Bauchwand; die linke Niere ist hiernach der äusseren Palpation hinter der letzten Rippe zugänglicher, als dies bei anderen Thieren der Fall ist; die rechte Niere entzieht sich derselben theils wegen ihres Ucbergreifens in den Brustkorb, theils wegen ihrer seitlichen Nachbarschaft, die durch die Leber gebildet wird; es ist indessen höchst wahrscheinlich, dass im Falle einer Vergrösserung des Organs dasselbe in dem Winkel zwischen dem M. iliocostal. und der letzten Rippe noch durchgefühlt werden kann. Der Harnleiter zieht sich unter
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Topographie der Beckeneingeweide der Fleischl'rosser.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;846'
den Lendenmuskeln seitlich von dem betreffenden grossen Bauchhöhlen-gefilsse gegen den Beckeneingang, kreuzt hier die an ihm seitlich herabsteigenden Blutgefiisse und eventuell den Samenleiter, um sich, in die Douglas-Falte aufgenommen, in den Blasengrund einzusenken.
b)nbsp; Die Harnblase findet in der Bauchhöhle dicht auf der ventralen Bauchwand ihren Platz, bei starker Füllung reicht ihr Scheitel bis zum Nabel; sie drilngt dabei die hier liegenden Dilrme nach vorn und zur Seite und füllt unter Umständen die ganze lieg, hypogastr. nebst dem nach links verschobenen Mastdarm fast allein aus. Mediane Einführung eines Troikarts trifft dann von der Schamgegend aus die Harnblase unmittelbar.
c)nbsp; Die Harnröhre auch des weiblichen Hundes erreicht in medianem Verlaufe auf der ventralen Beckenwand das caudale Ende der Bockenfuge, in dessen Höhe sie sich in den Scheidenvorhof einsenkt, während sie beim männlichen Hunde um den Angulus pubicus umbiegt und im Penis bezw. Ruthenknochen eingebettet bis zur Spitze der langen Eichel zieht; auf deren Höhe mündet sie mit rundlicher Oeffnung aus. Im nasalen Beeken-absehnitte ist sie von der meist äusserst stark entwickelten Prostata ganz umlagert, ein Umstand, der für die Compression der Urethra und daraus entspringende Harnretention bei der so häufigen Hyperplasie der Drüse praktisch sehr bedeutungsvoll ist. Am Beckenausgang wird die Urethra von dem sehr kräftigen M. bulbo-cavernos. bedeckt und von einem deutlichen Bulbus corporis cavernosl umgriffen, wodurch ein Eindringen in den engen Schlauch von hinten her recht erschwert wird.
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2, Die männlichen Geschlechtsorgane.
b) Die Hoden liegen vom Hodensack umschlossen beim Hunde zwischen und caudal von den Beckengliedmassen; bei der Katze treten sie selbst noch hinter das Afterniveau zurück, so dass das Scrotum ganz hinter den caudalen Oberschenkelcontur zu liegen kommt. Der Samenstrang zieht sich in Folge dessen durch den ganzen Zwischenschenkelraum ventral von der an dem Sitz- und Schambein entstehenden Muskulatur vor-aufwärts zum Canal, inguinal.; diesen durchsetzend begibt sich dann der Samenleiter sogleich in die Beckenhöhle, um im Bogen mit dem der anderen Seite sich vereinend in der Prostata zu verschwinden.
b)nbsp; Samen blasen fehlen den Fleischfressern: dagegen nimmt die Prostata besonders beim Hunde eine sehr beträchtliche Grosse an und füllt mit dem Mastdarm und der von ihr ganz umfassten Harnröhre die Schambeinpartie der Beckenhöhle allein aus. Die Cowper'schen Drüsen, welche dem Hunde ganz abgehen, liegen bei der Katze über der Harnröhre im Beckenausgange.
c)nbsp; Der durch den Ruthenknochen gestützte Penis des Hundes zieht in fast horizontaler Richtung über den Hoden hinweg und zwischen beiden Oberschenkeln bezw. Samcnsträngen hindurch in die Reg. pubis und schliesst in einer langen, nasenwärts konisch verjüngten Eichel ab, welche von einer lang-schlauchartigen Vorbaut scheidenartig umhüllt ist. Das Orificium prae-putii gehört schon der Nabelgegend an. Bei dem Kater ist der Penis schief rück-abwärts gerichtet, er tritt von dem Schamwinkel der Sitzbeine zwischen beiden Hoden hindurch und erreicht sein Ende mit der engen Vorhaut unter dem caudo-ventralen Umfange des Scrotum.
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S46
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Topographie dor Beokeueingowelde der Fleischfresser^
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3. Die weiblichen Geschlechtsorgane.
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a)nbsp; nbsp; Die Ovavien halten das 8, bezw. L Lumbarsfigment ein und liegen somit in der Mitte zwischen der letzten Rippe und dem Hüftwinkel nn mittelbar an dem üebergange der seitlichen in die dorsale Bauch wand. Der seinerseitigen Niere rückt jeder Eierstock sehr nahe, ja der linke nähert sich seiner Niere fast bis zum directen Anschluss (Eichbanm). Das den Eierstock aufnehmende breite Mutterband beginnt seitlich ander dorsalen Bauchwaml und der Niere; es sehliesst das Ovarium derart in seine Tasche ein, dass dasselbe nicht direct zugänglich ist; das Ostium des Ovarial-sinus ist vielmehr zur engen Spalte eingezogen und als fransenuinlagerter kurzer Schlitz an der medialen (ventralen) Fläche des Eierstocksgekröses gerade nur bemerkbar; von der lateralen Fläche desselben ist es überhaupt nicht möglich zu dem Eierstock zu kommen.
b)nbsp; nbsp;Der Eileiter zieht in der lateralen Wand des Ovarialsinus erst nasenwärts gegen deren freien Rand, biegt hier kurz rückwärts um und geht nach fast geradem Verlaufe in den Uterus über. Dieser selbst gehört ganz der Bauchhöhle an und lagert zwischen der Harnblase und dem Mastdarm. Die Hörner nehmen je nach Jungfräulichkeit oder ein- bezw. mehrfach abgelaufener Träcbtigkoit mehr oder weniger weit von den Nieren entfernt ihren Anfang, convergiren neben dem Mastdarm entlang ziehend beckenwärts und treten ventral von diesem au niveau des 6, oder 7. Bauch-wirbeis zur Cervix uteri zusammen, welche zwischen Blasengrund und Mastdarm sich einschiebt und etwa mitten im Beckeneingang, d, i. noch vor dem nasalen Schambeinrande, mittelst einer stumpfkonischen Vaginalportion in die Vagina übergeht. Der trächtige Uterus lagert sich mit seinen Ampullen unmittelbar den Bauchdecken an und erreicht schliesslioh den Magen, ja selbst die Leber und das Zwerchfell; bei sehr grosser Zahl von Früchten sind Knickungen und Querlagen des Uterus unvermeidlich, gleichzeitig wird aussor auf die rücken- und nasenwärts verdrängten Baucheingeweide auch auf die Brusteingeweide ein derartiger Druck ausgeübt, class die Athmung erschwert ist; das Zwerchfell tritt dann bis in das 5, selbst 4. Brustscgnient hinein (Ellenberger-Baum).
c)nbsp; nbsp;Von den weiblichen Begattungsorganen ist der grössere Theil der Dorsalfläche der Vagina von Serosa bekleidet, ventral springt diese schon im Bereich des vorderen Umfanges vom For. oval, auf die Blase über. Die Scheide lagert zwischen Mastdarm und Harnröhre und geht gerade im Niveau dos caudalen Endes der Beokenfuge in den S ehe id envoi-ho f über. Dieser gehört ganz dem Beckenboden (caudalen Beckenwand) an lind findet noch caudal von dem Arcus pubicus seine Lage. Sein Ende, die Vulva, liegt getrennt durch ein dickes l'erinäum unter dem Anus und zieht sieh ventral von dem Schambogen in eine wulstige, etwas abstehende Spitze aus, welche der Katze fehlt.
d)nbsp; nbsp;Das Euter oder, wie es bei Hündinnen gewöhnlicher genannt wird, das Glesäuge, der Inbegriff der 5 (seltener 4), bei der Katze nur 4 Paare von Milchdrüsen, reicht von dem 5, (4.) Uippenknorpel bis unter das Scham- (selbst Sit/,-)Bein und trägt in seinem Verlaufe an der ventralen Brustbauchwand in ziemlich gleicher Vertheilung 2 Paar Brust-, 2 Paar Bauch- und 1 Paar Schamzitzen, welche bei jungfräulichen Thieren laquo;als sehr flachwarzige Papillen im Haarkleid fast verschwinden, bei gesäugt habenden und namentlich bei säugenden Thieren dagegen als stnmpf-kegelfurniige Erhobungen hervortreten. Die Schamzitzon fehlen der Katze.
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Topographie der Beokeneingeweide ilcs ITulines.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;;{47
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Die Lage der Beckeneingeweide beim Huhn, bezw. Geflügel.
Die Urogenitalien sind ansseliliossliclier Zubehör der dorsalen Bauch- und Beckenwand; die Begattangsorgane fohlen den hühnerartigen Vögeln ganz, die Cloake des milnnliehen Tliiores drängt sich bei der Begattung etwas in diejenige dos weiblichen Thierns und übermittelt so das Sperma; bei den Suhwimmvögoln oxistirt zwar rinn Iluthe in Form einer geschlängelten, nicht erectilen, fibrösen Röhre, welche bei der Begattung durch 2 Muskeln umgestülpt wird und in einer Rinne den Samen dem weibliohen Tbiere zuleitet (Pranok), aber diese Röhre ist in der dorsalen Wand der Cloake einer grubigen Vertiefung dos Kreuzbeins eingefügt und hat mit der ilusseren Kürperobortliiche nichts gemein; so ist die einzige Andeutung des Bestehens der Harngeschlechtswerkzeuge an dieser die Cloakenöffnung an dem Schwänzende des Beckens dicht unter (ventral von) der Wurzel des Schwanzes.
a)nbsp; nbsp;Die Nieren liegen ausserhalb des Peritonäalsackes in grubigen Vertiefungen der dorsalen Bauchwand und erstrecken sich von dem 6. Brustsegmonto durch die ganze Lendengegend bis zum viertletzten Kreuzbeinsegmente hin. Das nasale Ende des vieltheiligen, gelappten Organes erreicht den Vertebralansatz des Zwerchfelles und somit das 6. Rippenpaar bezw. das Bereich des nasalen Darmbeinendes; das caudale Ende füllt mit dem viertletzten Kreuzbeinwirbel zusammen, die letzten Lappen der Niere lagern in grubigen Vertiefungen des Zusanimenschlussos des Darmbeins mit den Kreuz- und Bauchwirbeln. Der mediale Nierenrand zieht sich unmittelbar an der Wirbelsäule entlang, der laterale tritt über den freien Band des sich seitlich abdachenden Darmbeines nicht hinaus. Dem medialen Rande des nasalen Nierenlappens sind die kleinen rundlichen Nebennieren angefügt. Die Harnleiter eilen in schwach S-förmigem Bogen unter den Nieren entlang, dann dicht neben dorn Kreuzbeinkörper der Cloake zu, welche sie schliesslioh seitlich an der dorsalen Wand betreten. Beim männlichen Tbiere kreuzt sich der Ureter mit dem Samenleiter so, dass ersterer anfangs lateral, dann medial von letzterem verläuft; der Harnleiter mündet schliesslioh auch medial vom Samenleiter in die Cloake. Beim weiblichen Thiero wird der linke Harnleiter, solange das Thier noch nicht Eier legt, geradlinig von dem ihm (ein- oder) auswärts anliegenden Eileiter direct begleitet; letzterer dringt auch lateral von jenem in die dorsale Cloaken-wand ein.
b)nbsp; nbsp;Die Hoden sind an der Vontralfläche der Nieren der Aussenfläche des Bauchfells innig angefügt; sie liegen im rotroperitonäalon Gewebe und erstrocken sich bei ganz jungen, noch nicht begattungsfähigen Küchlein als 1,52 cm lange, ovale Körper über die 2 letzten Brust- und 12 ersten Bauchsegmonto; bei begattungsfähigen Hähnen vergrössern sie sich während der Begattungszeit auf das doppelte Maass (84 cm) und erreichen so nasenwärts die drittletzte, also (i. Rippe, sowie das Zwerchfell bezw. den caudalen Lungenrand. Sie lagern hier doi'sal von der Leber und dem Magen, sowio dem nasalen Ende der Blinddärme dicht neben den grossen Bauchhöhlen gofässen.
Der Samenleiter geht aus dem medialen Rande des Hodens hervor, läuft an der Ventraltlächo der Niere nahe deren medialem Rande und anfangs medial und in weiterem Abstände von dem Harnleiter gegen das Becken; er kreuzt dann ventral von Jem Ureter hinweg und bogleitet diesen unter dem caudalon Dritttheil der Niere und dem Kreuzbein bezw.
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Topographie der Beokenoingeweide des Huhnes.
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der Steissdrüse, indem er sich ihm seitlich dicht anschmiegt. Beim Htihnchen läuft er ganz gestreckt, beim begattungsftlhigen Thiere ist er in kurzen Windungen stark geschlangelt.
c)nbsp; nbsp;Der allein ausgebildete linke Eierstock hat noch bei dem o Monate alten Huhn eine platte, länglich-ovale Gestalt und entspricht in seiner Lage genau derjenigen des linken Hodens. Vom 4. Monate ab, also mit dem Beginn der Geschlechtsreife, wird das Ovarium zunächst brombeer-artig, dann immer mehr traubenförmig; die oberflächliclien Eier wachsen zu dottergefüllten Binsen an und hängen an häutigen Stielen, umgeben von einer durchsichtigen Umhiillungshaut in die Bauchhöhle herab. Der Eileiter beginnt mit trichterl'örmigor Oeffhung mehr am lateralen Rande des caudalen Eierstocksendes und zieht, an einem bei dem noch nicht ei-legenden Huhne kurzen Mesometrium beweglich befestigt, meist lateral, aber auch ventral oder medial von dem ihn begleitenden Harnleiter der Cloake zu, in welche er etwa 1 cm weiter aus-ab-rückvvärts sich eröffnet. Bei dem ('liegenden Huhne ist das Eileitergekrüse länger, und dieser in seinem Verlaufe mehrfach hin und her gewunden; die reiche Faltenbildung desselben ermöglicht hierbei die erhebliche Ausweitung des Organes, wie sie für die Eidurchführung geboten ist. Der Eileiter postirt sich dann mehr ventral vom Harnleiter.
d)nbsp; Die Oloake liegt am Beckenende des Bumpfes in geringer Entfernung von der Schwanzwur/.el; sie ist sehr erweiterungsfähig und kann stark hervor- und herabgedrängt werden; sie ist steil rück-abwilrts gerichtet. In ihre bauchwärts gewendete Wand treten von vorn-oben her am meisten ventral dos Rectum, dorso-lateral und weiter schwanzwürts die Urogenitalmündungen ein, während sich die dorsale Wand der Cloake zur Bursa Pabricii aussackt; diese lagert sich ventral von den ersten Schwanzwirbeln.
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Einleitung. Die genaue Untersuchung dos Harnapparates, namentlich des Harns, ist 7Aiiiäclist für die Diagnose der Nieren- und Blasenkrankheiten von höchster Bedeutung. Wie die Auscultation und Percussion für die Lungen- und Herzkrankheiten, wie der Augenspiegel für die Augenkrankheiten, das Thermometer für den Nachweis des Fiebers unentbehrliche diagnostische Hilfsmittel darstellen, so ist auch die Harnuntersuchung der ein/ig sichere Weg, um das Vorhandensein bestimmter Krankheiten im Harnapparat klinisch nachzuweisen. Aus diesem Grunde muss dieser Gegenstand der Diagnostik nicht minder sorgfältig gepflegt und geübt werden wie die oben genannten klinischen Untersuchungsmetlioden. Es kommt hinzu, class abgesehen vom Harnapparat auch sehr viel andere pathologische Zustände, so namentlich Anomalien des Stoffwechsels (Zuckerharnruhr), der Gallensecretion (Gallefarbstoffe im Harn), der Verdaiumg (Aende-rung der Harnreaction), des Blutes (Hämoglobinämie), der Circulation (Alhuminurie), sich durch Veränderungen des Harns und der Harn-secretion kund geben. Der Umstand, dass die Krankheiten des uropoetischen Systems, vor Allem die Nierenkrankheiten, in der Thier-
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Hariiuutorsucliung.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;349
heilkuncle so wenig erforscht, und class beispielsweise die bisher bei Thieren nachgewiesenen Fälle von Zuckerharnruhr im Vergleich zum Menschen so selten sind, wird im Wesentlichen dadurch bedingt, dass die Harnuntersuchung noch nicht in wünschenswerthom Masse Grcmeingut der praktischen Thierärzte geworden ist. Die Verhältnisse liegen allerdings bei unseren Hausthieren insofern viel complicirter als beim Menschen, weil schon der normale Harn der einzelnen Tiiiergattungen ganz wesentliche Unterschiede aufweist, so insbesondere der Fleischfresserharn im Vergleich zum Pflanzen* fresserharn. Die Harnuntersuchung unterliegt also in der Thierheil-kunde, wie so manches andere Kapitel, viel grössoren Schwierigkeiten, als in der Menschenheilkunde.
Die Untersuchung des Harnapparates umfasst einerseits die Harnorgane (Nieren, Harnleiter, Blase, Harnröhre), andererseits den Harn. Da die Harnorgane im Vergleich zum Harn dem untersuchenden Kliniker eine verhältnissinässig geringe diagnostische Ausbeute liefern, und ihre specielle Berücksichtigung erst durch gewisse Veränderungen und Störungen des Harns und Harnabsatzes ver-anlasst wird, muss bei der methodischen Untersuchung des Harnapparates in erster Linie der Harn und Harnabsatz ins Auge gefasst werden, ehe man die barnbereitenden Organe und die harnleitenden quot;Wege prüft. Entsprechend dem gewöhnlichen praktischen Unter-suchungsgange sollen deshalb auch hier zunächst der Harn und dann erst die Harnorgane diagnostisch besprochen werden.
Bezüglich der anatomischen Verhältnisse verweisen wir auf die Topographie der Beckeneingeweide S. 334.
Geschichtliches über Harnuntersuchung. Die Untersuchung des Harnes zu diagnostischen Zwecken ist sehr alt. Schon die alten indischen Aerzte haben zahlreiche Abnonuitäten des menschlichen Harnes gekannt, unter anderen den Zuckerharn. Hippo kr at es beschreibt 400 v. Chr. bereits die ikterische Verfärbung des Harns. Geis us (Zeitgenosse Christi) unterscheidet zahlreiche Harnsedimente in prognostischer Beziehung. Theophil us (000 n. Chr.) schrieb ein grösseres Buch über Harnuntersuchungen, desgleichen Joh. Actuarius (13. Jahrb.) ein grosses Werk in 7 Büchern. Bis zum Ende des vorigen Jahrhunderts wurden im Ganzen über 200 grosse Werke über Harnuntersuchung geschrieben. Die im Mittelalter durch die alchymistische Schule des Paracelsus zur Charlatanerie ausgeartete Uro-skopie bekam erst im 18. Jahrhundert wieder einen neuen Aufschwung durch die grossen Fortschritte der Chemie. 172(3 entdeckte Dekkers das Eiweiss, 1770 schon wies es Gotugno im Harn durch Kochen nach. Die anderen Harnbestandtheile wurden später in rascher Folge bekannt. Nach der Entdeckung des Mikroskops und der Ausbildung der Zellenlehre Mitte dieses Jahrhunderts hat sodann die Diagnostik der Nierenkrankheiten ihre gegenwärtige Vollkommenheit erreicht.
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HapQuntdrsuobuuifi
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In der Tkierheilkunde IstHaubner der erste gewesen, welcher Harnuntersuchungen angestellt bat. Seit 15 Jahren bildet übrigens jetzt die Harnuntorsucliung einen wichtigen Bestandtheil des thierärztlichen klinischen Unterrichts. Bezüglich der Literatur verweisen wir auf unser Lehrbuch der speciellen Pathologie und Therapie der Hausthiero (3. Autl. 1892, F. Bd. S. 38!l), ferner auf die Anleitung zur mikroskopischen und chemischen Diagnostik der Krankheiten der Hausthierequot; von Sie d am g r o tzky und Ho fm eis t er (1884), sowie auf das Handbuch Die Lehre vom Harnquot; von Salkowski und Leube (18!)0).
Gang der Untersuchung. Die Harnuntersuchung hat sich einerseits mit dem Harnahsatz c und dem Harne, andererseits mit den Harnorganen zu beschäftigen. Die Untersuchung des Harnabsatzes befasst sich genauer mit der Art und Weise, sowie mit der Häufigkeit des Harnabsatzes und mit der Menge des abgesetzten Harns. Die Harnuntersuchung im engeren Sinne besteht aus drei Tlieilon: aus der physikalischen (Farbe, Consistcnz, speeifisches Gewicht, Reaction etc.), chemischen (Eiweiss, Zucker, Gallefarbstoffe etc.) und mikroskopischen Untersuchung (Krystalle, Zellen). Die Untersuchung der Harnorgane bezieht sich namentlich auf die Nieren und Harnblase. Darnach ist für den Gang der Harnuntersuchung nachfolgendes Schema aufzustellen;
I. Untersuchung des Haruahsatzes.
1.nbsp; nbsp;Art und Weise des Harnabsatzes.
2.nbsp; nbsp;Häutigkeit des Harnabsatzes.
3.nbsp; nbsp;Menge des Harns.
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II. Untersuchung des Harnes.
A)nbsp; Physikalische Untersuchuni
1. Farbe.
quot;J. Durchsichtigkeit.
8. Consistenz.
#9632;1. Geruch.
quot;). Speeifisches Gewicht.
ti. Reaction.
B)nbsp; nbsp;Chemische Untersuchung,
1.nbsp; nbsp;Eiweiss.
2.nbsp; nbsp;Hämoglobin.
3.nbsp; nbsp;Gallefarbstoffe.
4.nbsp; nbsp;Traubenzucker.
5.nbsp; nbsp;Chloride und Phosphate. (3.nbsp; Indican.
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Untersuchung ilcs Ilimiabsut/.cs.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;35]
C) Mikroskopische Untersuchung.
1. Krystallc (kohlensaureruodoxalsaurerKalk, Tripel-
phosphat, Harnsäure, Hippursäure etc.). #9632;_'. Zellen (Blasen- und Nierenepithel; rothe Und weisse Blutkörperchen, Schleinizellcn, Gewehezellen etc.). 3. Marncylinder.
[11. Untersuchung der Harnorgane.
1.nbsp; Nieren.
2.nbsp; Hamhlase. #9632;'!. Harnröhre.
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I. Die Untersuchung des Harnabsatzes. 1. Die Art und Weise des Harnabsatzes.
Dysurie. Mit dem Namen Dysurie bezeichnet man den erschwerten und schmerzhaften Harnabsatz. Erschwerten Harnabsatz mit ungewöhnlichen Anstrengungen beim üriniren zeigen die Thiere bei Verengerung der Harnröhre durch Concremente, Neu-bildungen (Prostata) und Stricturen, wie sie namentlich bei Hunden beobachtet werden, bei Verschwellung des Schlaucheinganges im Verlaufe des Petechialfiebers der Pferde, bei Krampfzuständen des Sphinkter vosicae oder bei leichten Parescn des Detrusor urinae, beim Starrkrampf, wobei in Folge der starren Contraction der Bauchmuskulatur die während des örinirens mitwirkende Thätigkeit der Bauchpresse ausfällt und die Thiere somit gezwungen sind, den Harn unter grösserem Kraftaufwande seitens dos Detrusor urinae zu entleeren. Schmerzhaften Harnabsatz beobachtet man bei sehr vielen abnormen und krankhaften Zuständen im Harnapparate, insbesondere im Verlaufe der Cystitis, Harnverhaltung und Peritonitis bei Pferden, Rindern und Hunden (sog. Harnkolik), Das schmerzhafte Uriniren ist gewöhnlich gleichzeitig auch ein angestrengtes. Es gibt sich durch Stöhnen, Acchzon, Brummen, Unruhe, Hinundhortrippcln, Wedeln und Peitschen mit dem Schweife, Umschauen nach dem Hinterleib, Vorschlagen mit den Hinterbeinen nach dem Leib, Schweissausbruchetc. zu erkennen.
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Strangurie. Unter diesem Ausdruck versteht man das tropfenweise Absetzen des Harns. Am häufigsten beobachtet man diese abnorme Erscheinung bei der durch Verlegung der harnlcitemlen
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Qntersuobung des Harnabsatzes.
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Wege (Stenose dor üretheren und der Urethra) verursachten Harnverhaltung. Bei der Strangurie vermögen die Tliiere den Harn gewöhnlich nur unter Drängen und oft unter Schmerzäusserungen tropfenweise abzupressen. Deshalb tindet mau Strangurie häufig zusammen mit Dysurie.
Harndrang, Harnzwang. Das ungewöhnlich häufige Anstellen der Thiere zum Uriniren bezeichnet man mit dem Worte Harndrang oder Harnzwang. Auch diese Abnormität des Harnabsatzes ist nicht selten mit Dysurie (erschwertem und schmerzhaftem Uriniren) und Strangurie (tropfenweisem Uriniren) complicirt. Neben häufigem Ausschachten bei männlichen und wiederholtem Oetfnen und Schliessen der Scham bei weiblichen Thieren beobachtet man daher in der Regel auch ein mehr oder weniger starkes Drängen und Pressen auf den Harn, wobei der letztere oft nur tropfenweise entleert wird. Der Harnzwang kommt besonders bei den sensibleren Hausthieren, Pferden und Hunden, im Verlaufe sehr verschiedener Krankheitszustände vor. Er besteht in einem abnormen Keizungs-zustande der Schleimhaut der harnleitenden AVege, insbesondere der Blase, in Folge dessen die Reflexerregbarkeit der Schleimhautnerven gesteigert ist, so dass beispielsweise schon der normale Harn als reizender Fremdkörper empfunden wird. Die mit Harndrang verlaufenden Krankheitszustände sind: Hyperämie, Katarrh, Entzündung, Hämorrhagie, Neubildung der Blasenschleimhaut, Blasensteine, Fremdkörper in der Blase, Anätzung der Blasenschleimhaut durch scharfe Gifte, so irn Verlaufe der Canthariden-vergiftung, Colchicumvergiftung etc., Reizung der Scheidcn-schleimhaut bei Stuten durch das sog. Pfeifern, Harnverhaltung, Druck stark gefüllter Gedärme auf die Blase (Anschoppungskolik, Windkolik beim Pferde), nervöse Reizzustände der Blase im Verlaufe von Peritonitis, Krampfkolik, Rheumatismus der Blasenmuskulatur, Rückenmarkskrankheiten, Nymphomanie, Wuth, endlich Reizung der Blasen- und Harnrohrenschleimhaut durch Tn-fectionsstoffe. So findet man Harnzwang im Verlaufe der Septikaemia puerperalis, des bösartigen Katarr halfleb er s und des Bläschenausschlags beim Rinde, der Beschälseuche und des Bläschenausschlags, zuweilen auch der Brustseuche beim Pferde.
Harnverhaltung, Ischurie. Die Harnverhaltung (Ischurie, Retentio urinae) besteht in der mehr oder weniger vollkommenen Unterdrückung des Harnabsatzes mit Ansammlung des Harns in der
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Harnalisatz.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;358
Blase. Durch die letzten' unterscheidet sie sich wesentlich von rler Anurie, d. h. von dem Zustande, in welchem seitens der Nieren im Verlaufe schwerer Nierenentzündungen überhaupt kein Harn mehr abgesondert wird. Klinisch ähneln sich beide Zustände allerdings durch das gemeinsame Symptom des fehlenden Harnabsatzes. Die Unterscheidung der Ischurie von der Anurie ist im üebrigen leicht: die Palpation ergibt bei ersterer eine volle, bei letzterer eine leere Blase. Findet bei einem Thiere eine Unterdrückung des Harnabsatzes in Folge Harnverhaltung statt, so liegen entweder mechanische Hindernisse für den Abfluss des Harns, namentlich Blasensteine, Harnröhrensteine, Tumoren, Stenosen oder Krampf des Sphinkter oder eine Lähmung des Dctrusor vor. Die letztere wird am häufigsten bei Bückemnarkskrankheiten und schweren Entzündungszuständen der Blase (Cystitis diphtheritica und piilegmonosa) beobachtet. In partieller Form äussert sich die Harnverhaltung zuweilen durch den Absatz des Harns in abnorm dünnem Strahl. Die Ursachen sind im Wesentlichen dieselben, wie bei der totalen Ischurie, nur ist der Abfluss des Harns nicht vollständig, sondern nur theilweise verhindert. In ähnlicher Weise wird zuweilen der Harn in unterbrochenem Strahle abgesetzt. Am häufigsten sieht man dies bei zeitweiser Verlagerung der harn-ausführenden Wege durch Blasensteine. Polypen, Gerinnsel, Croup-membranen.
Enuresis, Incontinentia urinae. Das Unvermögen, den Harn zu halten, mithin das gerade Gegentheil der Ischurie, hat man mit dem Worte Enuresis oder Incontinentia urinae bezeichnet. quot;Diese am häutigsten bei Hunden vorkommende Störung des Harnabsatzes beruht in allen Fällen auf einer Schwäche oder Lähmung des Sphinkter vesicae, des am Blasenhals gelegenen Schliess-muskels. Man findet die Enuresis daher bei Blasenschwache und Blasenlähmung im Verlaufe von Bückemnarkskrankheiten, nach abnormer Ausdehnung der Blase bei Ischurie, bei schweren Blasenentzündungen, nach Cystotomien bei sehr jugendlichen und sehr alten Thieren, sowie bei Geschwülsten, welche eine Schliessungsunfähigkeit des Blasenhalsea mechanisch bedingen.
Hosenpisser. Eine ganz oigenthümlic.lie Anomalie des Harnahsatzes beobachtet man bei einzelnen Hengsten und Wallachen. Dieselbe bestellt darin, dass die Thiere den Harn in den Priiputiulsack entleeren, ohne auszuschachten (sog. Hosenpisser). Dadurch fiiesst der Urin sprudelnd aus der Sohlauchöffnung ab. Die Abnormität beruht theils in übler Angewohnheit, theils in Erkrankung des Penis oder Schlauches.
Friodbovger n. Fröhnor, Klinischo Uutersucliungsmethoclen. '-'. Aull. 23
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llaniabsiitz.
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3. Die Hiiiifigkeit. lt;1os Haniiihsat/cs.
Normale Häufigkeit. Üic Häufigkeit des ürinabsatzes wechselt bei gesunden Thievcn innerhall) ziemlich weiter Grenzen, weil sie von sehr verschiedenen Factoren, wie Wasseraufnahme, Fütterung, Tageszeit, #9632;Jahreszeit, Thicrgattung abhängt. Es ist deshalb schwer, be-sthnmte Ziffern über die Häufigkeit des Harnabsatzes bei den einzelnen Hausthieren aufzustellen. Auf der anderen Seite lassen sich daher nur sehr auffällige Abweichungen von der Norm mit Sicherheit als solche bestimmen und erkennen. Im Allgemeinen kann gesagt werden. dass gesunde Pferde und Rinder innerhalb 21 Stunden durchschnittlich 57nial Harn absetzen. Heim Hunde ist eine derartige Zahlenangabe deshalb viel schwieriger, weil im Zimmer gehaltene (stubenreine) Hunde bekanntlich den Harn, namentlich über Nacht, zurückhalten, während umgekehrt freilaufende; Hunde den Tag über sehr oft uriniren, indem sie hiezu durch die verschiedensten Gerüche angeregt werden. Bei den zur Behandlung in die Klinik eingestellten Hunden haben wir innerhalb 24 Stunden im Durchschnitt 2Smaligen Barnahsatz beobachtet. Eine ähnliche Ziffer ergibt sich für Schweine und Katzen, während Schafe und Ziegen, besonders bei Trockeu-futter. seltener uriniren.
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Abnorm häufiger Harnabsatz. Ein auffallend häufiges Uriniren kommt namentlich bei Pferden und Hunden im Verlaufe gewisser Krankheiten vor. Zum Theile deckt es sich mit der als Harndrang beschriebenen Abnormität des Harnabsatzes und wird daher insbesondere bei Blasenkrankheiten beobachtet. Sodann wird in allen Fällen, wo eine abnorme Menge Harn abgesetzt wird (vergl. das Kapitel über Polyurie), auch sehr häutig urinirt, daher kommt dem abnorm häufigen Harnabsatz eine nicht unwichtige Bedeutung für die Diagnose der chronischen interstitiellen Nephritis (Schrumpfniere, Morbus Brightii). der activen Nierenhyperämie (sog. Lauterstall bei Pferden), des Diabetes mellitus (Zuckerharnruhr) und Diabetes insipidus (Harnruhr) zu. In prognostischer Hinsicht ist ferner eine gesteigerte Frequenz des Lirinirens von Wichtigkeit bei jener Polyurie, wie sie als sog. kritische Polyurie im Verlaufe einiger Cnfectionskrankheiten, namentlich der Brustseuche, sowie nach tier raschen Resorption von Exsudaten und Transsudaten auftritt.
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Hanimeiigc.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;grk
Abnorm seltener Harnabsatz. Demselben liegen im Wcsont-lioben dieselben krankhaften Zustande ZU Q-runde, wie sie bereits bei der Harnverhaltung (Ischurie) aufgezählt worden sind. Ks handelt sicli biebei also vorwiegend um Lähinungszustände der Blase, sowie um mechanische Hindernisse, welche dem Abflüsse des Harns im Wege stellen (Steine, Tumoren etc.).
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i. DlO Menge des Harns.
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Harngewinnung. Zur sicheren Bestimmung der genauen Menge lies innerhalb eines Zeitraums abgesetzten Harns ist es unerlässlich, den Harn entweder mittelst eines angelegten Harnbeutels (Haubner), oder durch einen besonderen Wächter aufzufangen und ztl messen. Die Veranlassung zu dieser ziemlich umständlichen und oft zeitraubenden quantitativen Harngewinnung ist jedoch nur iu einzelnen besonderen Krankheitszuständen (Diabetes, chronische Nephritis) gegeben. Meist begnügt man sich mit der approximativen Bestimmung des innerhalb 24 Stunden abgesetzten Harns, wobei zur Schätzung die gelegentlich erhaltene Harnmenge, die Hauer des Harn-absatzes, die Häufigkeit des ünnirens, die Benässnng der Streu oder des Standortes u. s. \v. benutzt werden.
Die Gewinnung von Harn ist im Allgemeinen in allen den Krankheitsfällen Voraussetzung, in welchen von einer Untersuchung des Harns diagnostische Aufschlüsse erwartet werden. In der thicr-ärztliehen Praxis gewinnt man zu diesem Zwecke den Harn am einfachsten in der Welse, dass man den Moment des Urinirens abwarten und dann den Harn mittelst eines bereit gehaltenen reinen, hinreichend weiten und tiefen Gelasses auffangen lässt. Dieses Harnauffangen ist bei den grösscren Hausthieren im Allgemeinen nicht schwierig, wenn man sieh den Tbieren vorsichtig und ruhig nähert und sie biebei nicht erschreckt. Am leichtesten erhält man so den Harn bei Kühen und Stuten, desgleichen bei kleinen Wiederkäuern und beim männlichen Bind. Aber auch Hengste und Wallachen machen in der Kegel keine Schwierigkeit, wenn nur mit dem Unterhalten des Gelasses so lange gewartet wird, bis das Ausschachten vollendet ist und der Harnabsatz bereits begonnen bat. Nach den Erfahrungen in Thierspitälern sind die Fälle sehr selten, wo die Thiere das llrinlren unterbrechen. Hunde lässt man an der Leine ins Freie führen und erhält hier den Harn am sichersten Morinrns
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Hiiriinu'iioo.
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(anges.'Uiiinelter Niiclitliarn). Das Auffangen ist gewöhnlich leicht bei männlichen, schwierig bei weiblichen und sehr jungen Hunden, und /war wegen der starken Annäherung der Genitalien an den Boden.
Um eventuell schneller und leichter Harnproben zu erhalten, hat man überdies eine Menge von Hilfsmitteln. Hiehor gehört das Katheterisireu zumal bei Stuten und Kühen, im Nothfalle auch bei Wallachen und Hengsten, ebenso bei Hunden. Tu manchen Fällen genügt bei den grossen weiblichen Thioren schon ein Heben der Soheidenklappe und das Einführen der Spitze des Fingers in die Harnröhrenmündung, um Harnentleerung zu voranlassen. Bei den grossen männlichen Thioren (Pferden) kann häufig die Blase durch Druck auf dieselbe vom Mastdarme aus entleert werden. Die in den von Koth befreiten Mastdarm eingeführte Hand sucht hiebei an der unteren Mastdarmwand die Blase auf, trachtet sie mit den an einander gelegten Kingern an ihrem vorderen Theile, dem Scheitel, etwas zu umgreifen und durch langsamen, stetigen Druck von vorne und unten nach rückwärts und etwas nach oben, somit vom Scheitel gegen den Blasenhals zu, zu entleeren. Schafe kann man sehr sicher und rasch zum Urinireu veranlassen, wenn man ihnen kurze Zeit die Nasenöffnungen zuhält (Athemnotb, Angst). Hunde uriniren bekanntlich gern, wenn sie an Plätze, Ecksteine etc. geführt werden, die ammoniakaliseh riechen, bezw. wo schon andere! Hunde ihren Urin entleert haben. Binder, über auch Pferde und kleine Wiederkäuer, harnen gerne nach dem Aufstehen vom Lager, Pferde beim Streu-raachen oder kurz nachdem sie in den Stall geführt werden.
Im Lfebrigen hat man in der Praxis noch zu unterscheiden zwischen dem einmalig erhaltenen Harnquantum und der innerhalb eines grösscren Zeitraums (12--'i4 Stunden) gewonnenen Harnmenge, um einigermassen beurtheilen zu können, ob die letztere im Ganzen vermindert oder vermehrt ist. Die Menge des abgesetzten Harns ist normal, wenn die Thiere jedesmal die entsprechende Quantität entleeren und das Uriniren in den gehörigen Zwischenpausen erfolgt. Abnorm geringe einmalige Quantitäten bei normaler Gesammtmenge des Harns kommen vor bei Blasenreizung (Cystitis); umgekehrt beobachtet man abnorm grosso einmalige Harnmengen bei normaler ßesammtquantität nach längerem Zurückhalten des Harns in der Blase (Blasenlähmung, Gehirn- und B-ückeninaiksleiden).
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Normale Harnmenge. Um die Harnmenge bei krankhaften Zuständen einigermassen beurtheilen zu können, ist es nothwendig.
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Hainniengo.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;;ir)7
die durdisclinittliche normale Tagesmengts dos Harns bei den Haub-tliieron zu wissen. Da diese Gesainmtmenge je nach der Wasser-zufuhr und Wasserabgabe bei den einzelnen Hausthieren sehr vei-schieden ist, so lassen sicli nur aligemeine Mittelzahlen aufstellen. Nach unseren Eeobachtungon beträgt die innerhalb 24 Stunden abgesetzte Harnmenge bei gewöhnlicher Fütterung und Arbeitsleistung dni'chsclmittlicb:
bei Pferden 36 1 (Maximum 10 1), .. Rindern 612 1 (Maximum 2b 1), ., Schafen und Ziegen V-'1 1 (Maximum 21), ., Schweinen 2^4 1 (Maximum (i 1), ., grossen Hunden '/a1 1 (Maximum 2 1). .. kleinen Hunden V2'1 V8 '; ., Katzen '/io l/s 1.
Vorschiodene Angaben der Autoren über die normale Harnmenge. Siedamgrotzky-Hofmeister (Anleitung zur mikroskopischen und
ehemisclien Diagnostik) betonen, duss eine fosto Norm nicht abzugeben ist. Die durohschnittliohe Harnmenge betrügt beim Pferd 46 kg (ein mit Heu gefüttertos Pferd zeigte 4150 g, ein mit Heu und Hafer gefüttertes 3000 g im Durchschnitt), beim Rind 410 kg (ein mit Heu gefüttertes Rind entleerte 8500 g, ein mit Kleeheu gefüttertes 11,750 g, ein mit Mastfutter ernährtes 13,500 g Harn), beim Schaf (1,5 1,5 kg, pro Centner Lebendgewicht (bei Henfüttcrung wurden 025 g, bei Mastfutter 700 g, bei reichlicher Rübenfütterung 1200 g, bei Kartoffel- und Salzfütterung bis 1900 g Harn von den betreffenden Schalen abgesetzt), beim Hund 0,51,5 kg pro Centner Lebendgewicht (ein mit Brot gefütterter grosser Hund setzte 500. ein mit Fleisch gefütterter 1500 g Harn ab).
Lustig (Hannover'scher Jahresbericht pro 1877/78) gibt auf Grund zahlreicher Untersuchungen die durchschnittliche tägliche Harnmenge des Pferdes auf 3Gl an; am häufigsten wurden S'/ao'/a 1 constatirt.
Dieckerhoff (Specielle Pathologie 1891) bemerkt, dass grössere Pferde bei dauerndem Aufenthalt im Stalle und bei der üblichen Putte-rungsart täglich 4(i [, kleinere 2,54 1 Harn entleeren.
Valentin (Physiologie von Weiss 18()!), S. 2(54) erhielt von einem Pferde, das täglich 801 Wasser, 20 Pfund Heu und 1 Pfund Hafer bekam, am ersten Tage 4, am zweiten Tage 5, am dritten Tage (J kg (Liter) Harn.
May (Das Rind, 1862) fand bei 4Ütägigem Versuche 1. bei einer 887 Pfund schweren Kuh mit einer täglichen VVasseraufnahme von 85 Pfund 14 kg (Liter) Harn; 2. bei einer 885 Pfund schweren Kuh mit einer täglichen Wasseraufnahme von 77 Pfund 11 kg (Liter) Harn.
Henneberg und Stohmann (Boitr. zur Begründung einer rationellen Fütterung der Wiederkäuer 18(54) fanden die tägliche Harnmenge grösscrer Ochsen schwanken zwischen 4 und 12 Litern.
Terog (vergl. Physiologie der Haussäugcthiere von Ellenbergev, 1800 I S. 342) berechnet die tägliche Harnmenge beim Pferd durchschnittlich auf 35 10 1, beim Rind auf 610-25 1, bei kleinen Wiederkäuern auf 0,30,5 1, bei Schweinen auf 1,581, bei Hunden grösserer Kasse aul 0,5 1 1, bei Katzen auf 0.20,3 1.
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XliSnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Huriinionge.
Verminderung der Harnmenge. Oligurie. Dio, Hiirnmenge ist vermindert (Oligurie) bei sehr verschiedenen Kraukheitszuständen. In erster Linie sind es Störungen der secretorischcn Nieren-thiitigkeit durch inirenchymatöse Erkrankung der Nieren/.ellen, wie sie hei allen acuten und sulmcuten Nierenentzündungen, bei Vergiftungen, sowie bei hohem Fieber vorliegen. Sodann findet eine Reduction des Hains in allen den Fidlen statt, in denen dem Körper anderweitig eine grössere Menge von Flüssigkeit entzogen wird, also namentlich bei starken Durchfällen, sowio bei Ansammlung von Exsudaten und Transsudaten in den Körperhöhlen. Endlich wird bei gesunkenem Blutdrücke der Filtrationsdruck in den Nieren und damit die Harnmenge herabgesetzt. Deshalb ist die Oligurie eine stete Begleiterscheinung aller mit Herzschwäche verlaufenden Krankheiten, namentlich der Herzdilatation (Klappen-rehler) und acuten Myocarditis, Auch hei anderen Arten der pas-siven Nierenhyperämie (Stauungsniere), wie sie z. B. durch Compression der Nierenarterien oder .Nierenvenen bedingt wird, besteht Oligurie. Die Verminderung der Harnmenge kann his zu einem Viertal des Normalen und darunter betragen.
Aufhebung der Harnsecretion. Anurie. Das gänzliche Aufhören der Harnabsonderung (Anurie) bildet gewissermassen einen höheren Grad der Oligurie. Das vollständige Darniederliegen der Harnsecretion ist in der Regel ein pathognostisches Symptom schwerer, acuter, parenchymatöser Nephriten, wie sie im Verlaufe von In-fectionskrankheiten (Brustseuche etc.) und Vergiftungen (Colohicum-, Oxalsäure-, Cantharidenvergiftung), sowie hei der rheumatischen Hiimoglobinämie des Pferdes beobachtet werden. Die Anurie erklärt sich durch die schwere Erkrankung des secernironden Nierenepithels, die starke, entzündliche Schwellung dos Nierengewehes und die da- #9632; durch erzeugte Compression der Harncan'älchen, sowie die Verstopfung der abführenden Harncanälchen durch Exsudat- und Hämoglobin-oylinder. Seltener bildet die Compression der Harnleiter durch Tumoren die Ursache der Anurie. Dauert die Anurie mehrere Tage an, so führt sie zu den Erscheinungen der Uräniie (Koma, Krämpfe, Erbrechen), Die Anurie darf mit der Ischurie nicht verwechselt werden. Von der Harnverhaltung (Ischurie) unterscheidet sich die Anurie dadurch, dass bei ersterer nur die Entleerung, nicht aber die Secretion des Harns aufgehoben ist. Beide haben bloss das gemeinsam, dass nach aussen kein Harn abgesetzt wird. Zur genaueren Diagnose ist
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Hainuntersuchunj;.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;350
in allen diesen Fällen die Untersuchung der Blase und der Hiiin-röhre nothwondig. Findet man bei aufgehobenem Harnabsatze die Harnröhre nicht verlegt und die Blase leer (vorausgesetzt, dass sie nicht, wie zuweilen beim Ochsen, rupturirt ist), so weist dies auf Anurie, der umgekehrte Befund dagegen auf Ischurie hin.
Vermehrung der Harnmenge. Polyurie. Lm Gegensätze zur Oliguric findet man die Harnmengo zunächst mehr oder weniger gesteigert (Polyurie) bei Erhöhung des Blutdruckes in der Niere, wie dies namentlich bei der chronischen interstitiellen Nephritis (2. Stadium der Biiglit'schen Nierenkrankheit), bei acuter Nierenhyperämie, und nach der therapeutischen Anwendung von Digitalis and anderen harntreibenden Mitteln der Fall ist. Die grössten Harnmengen werden sodann abgesetzt bei den sog. Harn-rühren, nämlich der Zuckerharnruhr und der einfachen Harnruhr (Diabetes mellitus und insipidus). Bei diesen Krankheits-zuständen können Pferde wochenlang tägliche Harnmengen von 2550 1 und darüber entleeren. Sehr charakteristisch und von prognostischer Bedeutung ist ferner die sog. kritische Polyurie, weiche im Verlaufe von Infectionskrankheiten, besonders der Brustseuche, beobachtet wird. Weiter trifft man Polyurie nach der Resorption von Transsudaten und Exsudaten, sowie bei gewissen Vergiftungen. Von besonders praktischer Bedeutung ist in letzterer Beziehung die Polyurie, welche bei Pferden nach der Verfütterung schimmligen Hafers beobachtet wird (sog.Lauter-stall); die Entstehung derselben ist wie bei anderen Vergiftungen (Canthariden, Colchicum, Terpentinöl) in einer chemischen Nierenreizung, analog der Cotl'einwirkung, zu suchen. Auch bei dieser toxischen Polyurie (Lauterstall) entleeren manche Pferde oft wochenlang täglich 2030 1 Harn und darüber. Eine geringgradige und daher wenig in die Augen fallende Polyurie tritt endlich bei den meisten fieberhaften Krankheiten im Stadium der Fieberabnahme und Reconvalescenz auf (Compensation der Oligurie).
II. Die Untersuchung des Harns.
A. Physikalische Untersuchung.
I. Die Farbe des Haniss.
Allgemeines über Farbenbestimmung. Bei der grossen Anzahl von Farbennüancen. welche der Harn bei den verschiedenen
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;5()0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Harafarben.
Thiorgattungen und Körper/ustündeu durbiotet, ist die genauere Be-zeichnung der Harnfiirbe im Allgemeinen nicht leicht. Am besten legt man der thierärztlichen Harnuntersuchung die auch in der Menschenheilkunde eingeführten Farbenskalen (Neubauer und Vogel) y.u Grunde. Danach werden die verschiedenen Harnfarben in drei Qanptgrnppen: a) die gelbliche, b) die röthliche, c) die braune oder dunkle Harnfarbe eingetlieilt, wobei jede Hauptgruppe wieder in drei Unterabtheilungeii zerfällt. Die Unterfarben des gelblichen Harns sind nämlich: blassgell), hellgelb, gelb; die des röthlichen (gesättigtenquot;, hochgestelltenquot;): rothgelb, gelhroth und roth; die des braunen (dunklen) Harns: braunroth, rothbraun und braunschwarz. Diese Farbenskala ist für die Mehrzahl der Fälle und unter der Voraussetzung ausreichend, dass es sich um die Farbonbestimmung bei klaren, nicht getrübten Harnen handelt. Für sedimentirende Harne jedoch, sowie für einige eigenartige Trübungen und Mischfarben genügen die genannten Farbenabstufungen nicht, vielmehr bedarf es zur Beschreibung dieser Harne besonderer Bezeichnungen, welche von der speeiflschen Farbe bestimmter Gegenstände hergenommen werden. So spricht man aussei' den obigen Farben von honiggelbem, strohgelbem, weingelbem, bernsteingelbem, schwefelgelbem, goldgelbem, orangegelbem, rubinrothem, blutrothem, olivenfarbigem, bierbraunem, kaffeebraunem, cbokolade-farbigem, jaucheähnlichem, missfarbigem Urin u. s. w,
Harnfarbstoffe. Die oben genannten verschiedenen Farben des Harns werden durch eine Reihe von Farbstoffen bedingt, welche dem Harn theils abnormer Weise, theils als physiologische Bcstandtheilc beigemengt sind. Fremde Harnfarbstoffe sind z. B. der Blutfarbstoff, die Gallenfarbstoffe, die von gewissen Arzneimitteln herrührenden Farbstoffe. Die normalen Harnfarbstoffe sind ihrer chemischen Natur nach bei unseren Hausthieren noch nicht genau untersucht, nur der im Hundeharn vorkommende gelbe Harnfarbstoff, das Urobilin, 1st bezüglich seiner Abstammung und Bedeutung einigermasson bekannt. Das [Jrobihn stammt nämlich von dem rothen Gallenfarbstoff, dem Bilirubin, ab, welches im Darincaiuil unter Aufnahme von Wasserstoff (Hydratation) in Hydrobilirubin = Urobilin übergeht. Die gelblichen und röthlichen Harnfarben werden im Wesentlichen durch das Urobilin in der Weise bedingt, dass die Farbe um so dunkler ausfällt, je mehr Urobilin der betreffende Harn enthält. Am urobilinreichsten sind die Fieberharne, weshalb sie auch
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Hariilarben.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 301
nicht gelblich, sondcni icithlicli golurbt sind (gesättigter, hochgestellter Harn). Vielleicht erklärt sich die dunklere Farbe des Fieberharns durch einen gesteigerten Zerlall der rothen Blutkörperchen bezw. des Hämoglobins im fieberhaft erkrankten Blute (Häinoglohin-Bili-rubin-Urobilin).
Normale Harnfarben. Der Harn unserer Hausthieie zeigt schon unter normalen Verhältnissen grosse Farbenvorscbiedenhciten je nach der Thiergattung, Fütterung, Wasscraui'nabme, Wasserabgabc, Dauer des Aufenthalts in der Blase sowie dos Stehens an der Luft. In der Kegel ist der Harn um so heller, je mehr Wasser aufgenommen wird und umgekehrt.
Die Farbe des Harns beim Pferde wechselt gewöhnlich zwischen hellgelb und gelbroth; die dunkleren Nuancen von Gelb sind namentlich bei intensiverer Ernährung häufig zu treffen. Während des Absatzes erscheint der Pferdeharn in der .Regel heller gefärbt, der Schwefelmilch oder dem Eierbier vergleichbar, weil er grössere Mengen hellen Sediments (Krystallo von kohlensaurem Kalk) in sich suspendirt enthält; hat sich dieses Sediment am Boden angesammelt, so tritt die eigentlich dunklere Farbe des klaren Harns hervor. Besonders be-merkenswerth ist dieEigenthümlichkeit des Pferdeharns, nach längerem Stehen nachzudunkeln, d. h. eine dunkelbraune Farbe anzunehmen; dieser Farbenwechsel soll von der Oxydation des normal in jedem Pferdeharne enthaltenen Brenzkatechins herrühren.
Der Harn des Rindes zeichnet sich im Allgemeinen durch seine hellgelbe, weingelbe Farbe aus. Aehnlich ist auch der Harn der Schafe und Ziegen, sowie der Kälber gefärbt. Im üehrigen kommen auch beim Binde nicht selten dunklere, selbst dunkelrothe und dunkelbraune Farben vor; man beobachtet die letzteren namentlich nach der Verfütterung sehr stickstoffreicher Nahrungsmittel (Bohnenstroh, Erbsenstroh, Kleeheu, Oelkuchen),
Der Harn der Hunde zeigt die verschiedenen Nuancen des (leiben und Grelbrothen, am häutigsten ist er strohgelb, bernsteingelb und honiggelb; es kommen jedoch, namentlich im Sommer und bei wasserarmer Nahrung, auch dunklere Farben vor. Eine ähnliche Farbe besitzt der Katzen harn. Der Harn der Schweine ist gewöhnlich von hellgelber, ziemlich blasser Farbe. Der Harn des G-eflügels wird bekanntlich gleichzeitig mit den Faeces abgesetzt; er ist wasserähnlich und enthält rein weisse, klumpige, dickbreiige Beimengungen von Harnsäure.
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362nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Efarnfarbettt
Pathologische Harnfarben. Wenn auch nur bei einer kleinen Anzahl innerer Krankheiten die Harnfarbe eine auffallend vcränderto ist, und dioso abnorme Färbung dos Harns für sich allein keine bestimmten diagnostischen Schlüsse zulässt, so gibt doch jede nachweisbare erhebliche Farbenveräiulerimg des Harns Veranlassung, den Harn und die Harnorgane einer genaueren Untersuchung zu unterziehen. In dieser Beziehung bildet also eine merkliche Abweichung des Harns von der normalen Farbe immerhin ein wcrthvolles klinisches Hilfsmittel zur Auffindung und Feststellung gewisser Krankheits-zustiinde. Die wichtigsten Abweichungen sind folgende:
a) Blasse, wasserhelle Farbe des Harns, so dass er oft kaum oder nur ganz schwach gell) gefärbt ist, findet man in allen Fällen von Polyurio, also bei Diabetes meHitus und iusipidus, bei der chronischen interstitiellen Nephritis, beim sog. Lantei-stall der Pferde (Schimmelpilzvergii'tung), hei den kritischen Polyurien im Verlaufe mancher [nfectionskrankheiten, namentlieli der Brustseuche, Druse. Influenza, Pharyngitis, Rotzkrankheit, bei Vergiftungen und nach Verabreichung diure-tischer Arzneimittel (Digitalis, Cofl'e'in, Diuretin, Kalomel etc.) im Verlaufe von Hydropsien.
1)) Sehr dunkle (dunkelgelbe, dunkelrothe, dunkelbraune, braun-rothe, bierbraune) Harnfarben sind den sog. hochgestellten, gesättigten oder feurigen Urinen eigenthtimlich. Man beobachtet sie namentlich im Fieber, weil hier weniger Harn abgesondert wird und in Folge dessen eine concentrirtere Lösung von Harnfarbstoffen entsteht, und weil im Fieber der Stoffwechsel und damit der Zerfall des Hämoglobins zu Harnfarbstoff gesteigert ist. Auch in anderen, nicht fieberhaften Krankheitszuständen, bei welchen die Wasser- und Futter-aufnahme darniederliegt, so z. B. bei chronischen Magendarmkatarrhen sowie im Hungerzustande färbt sich der Harn wegen stärkerer Concentration dunkel. Insbesondere zeigt der Pferdeharn in allen den Fällen gleichzeitig eine dunklere Farbe, in welchen er eine saure Reaction annimmt,
c) Safrangelbe, braungelbe, branngrüne (olivenähnliche, grüngelbe, braunrothe) Barnfarben findet man bei Urinen mit viel Gallenfarbstoffen, namentlich bei Fleischfresserharnen. Auch der Schaum dieser Harne erscheint intensiv gelb oder gelbgrün gefärbt; dieselben Farben nimmt eingetauchtes weisses Fliesspapier an. Derartig tingirte Harne lassen immer einen grösseren Gehalt an Gallenfarbstoffen rermuthen und fordern daher zu einer genaueren
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Harn färben.
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Untersuchung bezüglich Jkteius auf, Du indessen ein massiger (xe-halt an Gallenfurbstoffen den Harn nicht immer in der nngegehenen Weise verfärbt, so ist eine chemische Untersuchung auf (iallentarb-stofFe, vor allem beim Hunde, auch ohne das Vorhandensein einer brauugelben oder braungrünen Verfärbung des Harns zu empfehlen. Bei Pflanzenfressern kann ebenfalls der Harn schon durch seine dunkle, braunrotho, bierbraune oder braungrüne Farbe und seinen intensiv gelben oder gelbgrünen Schaum den Verdacht erregen, dass er Gallenfarbstoffe enthält; aber auch hier ist der Gallenfarbstoft'-gehalt nicht immer an eine bestimmte Kärbung gebunden. Ausser-dem muss hervorgehoben werden, class gerade beim Pferde nicht selten Harne vorkommen, welche durch ausgesprochen braungrüne Färbung Gallenfarbstoffe vennuthen lassen, ohne dass dieselben jedoch darin enthalten sind. In der Kegel ist im Pferdeharn Gallenfarbstoff nur dann nachweisbar, wenn gleichzeitig ausgeprägte ikterische Erscheinungen, insbesondere Gelbfärbung der Schleimbäutu, vorhanden sind.
(1) Blutrother (rother, braunrother, rothbrauner, schwarzbrauner) Harn spricht für die Beimengung von Blut (Hämaturie) oder Blutfarbstoff (Häinoglobinurie) zum Harn. Manche Urine haben ganz und gar das Aussehen reinen Blutes und sind intensiv blutroth gefärbt; die mikroskopische Untersuchung dieser Urine ergibt dann auch eine reichliche Beimengung von unveränderten rothen Blutkörperchen, mitbin das Vorhandensein einer schweren Hämaturie. Häufig verändern derartige Urine ihre Farbe beim Stehen. Bei geringer Beimengung rother Blutkörperchen erscheint der Harn mehr Heischwasseräbnlieh. Die Beimengung von Hämoglobin bezw. Methämoglobin färbt den Harn in verschiedenen Nuancen roth: dunkel blutroth, rubinrotb, bordeanxrotli, bramirotb, rothbraun, schwarzbraun u. s. w. Mach längerem Stehen oder nach dem Filtriren werden diese hämoglobinbaltigen Harne lackfarbig. Sie können ferner ein chokoladefarbiges, leberfarbiges und selbst missfarbiges Aussehen haben. Uer rothe Stich des Harns lässt sich dann oft nur in dünner Schicht oder bei durchfallendem Lichte während des Ausgiessens nachweisen. Die mikroskopische Untersuchung der hämoglobinbaltigen Harne ergibt das Fehlen von rothen Blutkörperchen.
e) Missfarbiger (schmutzig rothbrauner, schmutzig schwarzbrauner, schmutzig olivengrüner, jaucheähnlicher) Harn wird zunächst nicht selten bei der Hämoglobinurie beobachtet. Ausserdom findet man ihn, und zwar häufiger, bei gewissen septischen Frkrankungen des Blutes, welche mit Blutzersetzung, d.h. mit Auflösung der
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3Q4nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Arzneimittel im Ha.
rotben Blutkörperohen und mit Zerlegung des Hämoglobins vorlaufen. Bei dieser Blutdissolution bildet sich dann aussei! dem Blutfarbstoff eine lleilie anderer, hisdier nicht genau bekannter, den Gallonfarh-stoffen und Harnfarbstoffen verwandter Farbstoffe. Solche Blutkrankheiten sind die Soptikäm ie, das Potechialfieber der Pferde, die Influenza u, a.
Färbende Arzneimittel im Harn. In einzelnen Pullen nimmt der Harn auffallende Färbungen an, wenn bestimmte Medikamente oder Gifte in demselben enthalten sind. Diese Arzneifilrbnngen dürfen nicht mit den oben erwähnten pathologischen Ibmifarben verwechselt werden. Die wichtigsten in Betracht kommenden Medikamente sind folgende:
a)nbsp; Theer, Karbolsäure, Kreosot und andere Benzolderivate färben den Harn bei Vergiftungen dunkelgrün, olivongrün und schwarzgrün (Bildung von Hydrochinon in Folge Oxydation der genannten Stoffe).
b)nbsp; Antif'ebrin färbt den Harn in allen Nuancen rothgelb, dunkel-braunroth, schwarzbraun und tintenschwarz (Anilinfarbstoffe).
c)nbsp; Tb allin färbt den Harn grün.
d)nbsp; Rhabarber und Sennesblätter (beide Chrysophansäure ent-haltend) färben den Harn bei alkalischer Reaction b r nun oder hint roth.
e)nbsp; Wurmsamen und Santonin färben den Harn rothgelb (Xanthopsin) bezw. purpurrotb.
f)nbsp; Mercurial is per en n is (Bingelkraut) färbt den Harn roth (Farbstoff unbekannt; IndigorothV).
Indigoblau im Harn. Beim Menschen spaltet sich zuweilen aus dem Indioan des Harns blauer Indigofarbstoff ab (Indigosteine). Nach Siedam-gr o tzky - Hof meister soll sich auch zuweilen stehender Pferde- und Rinderharn nach eingetretener Filulniss oder nach Säurcmsatz an der Oberfläche, seltener im Sedimente blau färben (yergl. das Kapitel über Indican). Wir selbst haben spontane Blaufärbung des Harns bei den Hausthieren noch nicht beobachtet.
Milchweisser Harn, Chylurie. lieber das Vorkommen eines chylus-oder milchälmlichen Harnes (Chylurie), wie derselbe in seltenen Fällen beim Menschen beobachtet wird, ist bei unseren Hausthieren bisher noch nichts bekannt geworden. Die Milchmetastasenquot; der älteren Autoren sind wahrscheinlich als metastatische Nierenabscesse aufzufassen.
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'1. Die Dnvchsiclitlgkelt des Harns.
Trübung, Sedimentbildung, Häutchenbildung, Im Gegensätze zu den vollständig klaren, durchsichtigen Harnen beobachte! man Iiäniig mehr oder weniger getrübte, wobei die Trübung unter Umständen so hochgradig sein kann, dnss der Harn undurchsichtig und selbst undiirelischeinond wird. Ein Theil der Harne ist beim Absatz klar und trübt sich erst später, ein anderer Theil wird indessen schon von vornherein getrübt abgesetzt. Beim längeren Stehen
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DurobBiohtigkelt des Hiirns.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; y(J5
wird in Folge von Kiiulniss jedor Harn trübe. Die schon anfangs getrübten Urine zeigen naoh einigem Stehen ein verschiedenes Verhalten. Entweder bleiben sie trübe hezw. sie hellen sich nur nach stundenlangem Stellen in ihrer oberen Schicht etwas auf, oder sie bilden nach kurzer Zeit ein Sediment, d. h. die in ihnen suspendirtcn, trübenden Partikel senken sich mehr oder weniger rasch zu Boden und bilden einen trüben Bodensatz, über welchem der aufgeklärte Theil des Urins steht. Das Sediment ist am deutlichsten bei Betrachtung des Harnglases von unten oder von der Seite her zu erkennen. Je nach der Schnelligkeit oder Langsamkeit der Sedimentbildung spricht man von schwerem oder dichtem, sowie von leichtem oder lockerem Sediment. Im Uebrigen hängt die Beschaffenheit des Sediments auch von der Consistenz des Harns ab. In dünnen Harnen bildet sich viel leichter ein Niederschlag, als in dicken, während in schleimreichen Harnen das Sediment locker und leicht erscheint. In der Mitte zwischen diffuser Trübung und eigentlicher Sedimentbildung steht die wolkige Trübung (Nubecula); dieselbe bildet sich erst einige Zeit nach dem ruhigen Stehen des Harns. Endlich sieht man, namentlich beim Pferde, nach längerem ruhigem Stehen des Harns an seiner Oberfläche ein Häutchen, d. h. eine feine Membran, welche durch oberflächliche Verdunstung und Auskrystallisirung von Salzen (Calciumcarbonaf) entsteht.
Normale Durchsichtigkeitsverhältnisse des Pferdeharns. Der Harn des gesunden Pferdes ist in der Begel schon beim Absetzen durch krystallinische Beimengungen kohlensaurer Erdsalze diffus oder wolkig getrübt. Eine besonders starke Trübung zeigt der zuletzt aus der Blase gepresste Rest, welcher heim Uriniren auf Dielenoder Steinboden sogar an Lehmwasser oder aufgeschwemmtes Satz-mehl erinnert. Je nach der Stärke der Trübung bildet der Pferdeharn bei ruhigem Stehen ein mehr oder weniger reichliches Sediment. Von Binfluss auf den Grad der Trübung und die Stärke des Sediments ist neben der Menge des aufgenommenen Wassers bezw. des abgesetzten Harns und der Art des Futters namentlich die Dauer des Aufenthalts in der Blase, wo der Harn bekanntlich eine Eindickung erfährt, und wobei in Folge der stärkeren Concentration ein Ausfallen der kohlensauren Erdsalze stattfindet. Ausnahmsweise wird von gesunden Pferden ein nahezu klarer Harn abgesetzt, welcher sich indessen bald, oft schon während des Erkaltens trübt.
Die Ursache der Trübunfl des Pferdeharns ist in der theil weisen
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;i(jtinbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Dinchsiohtigkeit des Harns.
Kntwoichung dor locker gebundenen Kohlensäure aus den Oarbonaten der im Harn enthaltenen Erdsalze zu suchen. Specicll der im Harn ursprünglich vorhandene, wasserlösliche doppeltkohlensaure Kalk verwandelt sich heim längeren Stehen des Harns unter CO.,-Abgäbe in den wasserunlöslichen einfach-kohlensauren Kalk. Da dieser Process an der Oberfläche des Harns am leichtesten vor sich geben kann, bildet sieb auch hier, ähnlich wie auf dem Wasser in Kalkgruben, ein Kalkhäutohen, d. h, ein aus neutralem Oaloiumcarbönat bestellendes dünnes, schillerndes, leicht zerbrechliches Häuteben. Dieses Kalk bau teilen beweist in Verbindung mit der Trübung und alkalischen Reaction des Harns das normale Verb alten desselben.
Unterwirft man die den Harn trübenden Partikel einer genaueren makroskopischen Untersuchung, indem man sie beim Ausfliessen des Harns in dünner Schiebt am Glasrand betrachtet, so findet man, dass sie go wohnlich aus feinen und feinsten Körnebon bestehen. Aus eben solchen Körneben besteht auch das Sediment. Sehr schwere Sedimente haben zuweilen das Aussehen von goscblemmtem Thon (lettenartiges'- Sediment) oder von französischem Senf. In ein/einen Fällen besteht die Trübung auch aus Kalkscblilucben oder Kalk-cylindern, d. b. dünnen, /arten, weissgrauen Fädeben, welche sich bei der mikroskopischen Untersuchung als röhrenförmige oder cylin-drisebe Abgüsse der Harneaimleben erweisen, die aus einer hyalinen Grundsubstanz und eingelagerten feinkörnigen Kailvkörporcben besteben (vergl. das Kapitel über Harncylinder). Diese Kalksohläuohe trifft man zwar häufiger im Reconvalcseonzstadium fieberhafter Krankheiten, wir haben sie indessen auch schon bei anscheinend ganz gesunden Pferden nach vorübergehend unterbroebener oder verminderter Wasseraufnahme beobachtet.
Normale Durchsichtigkeitsverhältnisse des Einderharns. Der
frisch abgesetzte Rinderharn ist im Gegensätze zum Pferdebarn klar. Erst nach längerem Stehen tritt auch im Rinderharn eine Trübung ein in Folge Umwandlung des Calciumcarbonats in Monocarbonat (Entweichen von Kohlensäure), Die Trübung kann ebenfalls ver-schiedengradig sein, niemals aber erreicht im Harn gesunder Kinder die Trübung einen so hoben G rad wie im normalen Pferdeharn. Meist siebt man den Rinderbarn sieb erst naeli mehrstündigem Stoben nur leicht trüben; ein Bodensatz wird nur ausnahmsweise beobaebtet. Aehnlich verbält es sich mit dem normalen Harn des Schafes und der Ziege.
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Durchsichtigkeit des Harns.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;3(57
Normale Durchsichtigkeitsverhältnisso des Fleischfresser-harns. Dor Harn des Hundes und dor Katze soll beim Absätze klar soiu und auch längere Zeit klar bleiben. Erst heim Eintritte der Fäulniss trüht er sich. Nur hei starker Concentration ist der Harn gesunder Hunde zuweilen nicht durchaus klar und hell, sondern ganz leicht getrübt, ähnlich wie dies auch hei anderen Flüssigkeiten, z. B. Hier oder Wein beobachtet wird, ohne dass man von einer ausgesprochenen Trübung reden kann. Eine solche oder vollends
eine wolkige Trübung und Sedimentbildung darf der normale Hunde-harn nicht besitzen, in einzelnen Fällen beobachtet man auf der Oberfläche des normalen Hundeharns einen eigenthümlichen fettigen Glanz; derselbe rührt von den bei reichlicher Fettfütterung normal in den Harn Obergehenden kleinsten Fetttröpfchen her.
Der Harn des Schweines verhält sich im Allgemeinen wie der des Hundes, ist also klar. Nur bei ausschliesslicher PHanzen-nahrung nähert er sich dem Hain des Pferdes und Rindes und wird, namentlich beim Kochen, getrübt.
Abnorme Durcbsichtigkeitsverhältnisse des Pferdeharns.
Von solchen ist zunächst zu erwähnen das Fohlen der Trübung. Die klare Beschaffenheit des Pferdeharns ist Stets eine anormale, krankhafte Erscheinung. Sie ist nämlich in der Hegel gleichzeitig verbunden mit saurer Reaction, üeber die Ursachen dieser abnormen Klarheit des Harns vergl. das Kapitel über die Reaction desselben. Ein klarer und dabei saurer Urin erheischt beim Pferde immer eine genauere Untersuchung. Seltener ist der klare Pferdeharn neutral, so bei reichlicher Verdünnung (Polyurie); nur ausnahmsweise ist er alkalisch in Folge eines sehr seltenen (Jelialtes an zweibasiscb phosphorsaurem Alkali (statt kohlensauren Alkalis).
Aber auch getrübte Pferdeharne beweisen nicht unter allen Umständen das Vorhandensein normaler Zustände. Es kommen nämlich nicht selten auch pathologische Trübungen vor, welche bei der gewöhnlichen Betrachtung von normalen Trübungen nicht zu unterscheiden sind. Diese abnormen Trübungen des Harns werden statt durch Carbonate bedingt durch Phosphate, durch Oxalsäuren Kalk, durch Q-ipskrystalle, sowie durch Harnsäure und h.am saure Salze (vergl. die Kapitel über den chemischen Nachweis dieser Körper). Die durch die Anwesenheit der genannten krystallinischen Gebilde hervorgebrachten Trübungen sind wie die
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ßOgnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Darohsiolitigkeit dos Harns.
durch Oalolutnoarbonat bedingten diffus oder sie treten als Sediinent-bildung auf.
Eine liiiutigc Ursache von abnormer Trübung und Sediment-bildung des Harns sind ferner organisirte körperliche Boi-m engungen. Makroskopisch lässt sich der Charakter dieser Gebilde meist nicht mit Sicherheit erkennen, vielmehr ist hiezu gewöhnlich die mikroskopische und selbst chemische Untersuchung derselben noth-wendig. Häufig lassen sich hei derartigen diffusen Trübungen durch einfache Besichtigung bloss unbestimmbare körperliche Gebilde in Form feinster Körnchen oder Partikelchen nachweisen, welche im Gegensätze zu den Erdsalzen des normalen Urins ungewöhnlich leicht sind, meist keinen Bodensatz bilden, eine sehr langsame und nur partielle Aufklärung des Harns zulassen und keine Häutchenbildung an der Oberfläche veranlassen. Man findet diese Körnchentrübung hauptsächlicb bei reichlicher Beimengung sog. albuminoid er Körperchen, den Resten körnig zerfallener Exsudatmassen, ferner bei Anwesenheit von Epithelzellen, Leukocyten und sonstigen Kiementen der desquamativen Nephritis. In anderen Fällen ist die Ursache der eigenartigen Trübung auf die Beimengung feinster fädiger, schlauchartiger, cylindrischer Massen zurückzuführen. Stärkere Harncylinder sind gewöhnlich schon als solche im Harne suspendirt oder in dem rasch auftretenden Sedimente als walzenartige, starre Gebilde am Boden des Glases zu erkennen. Aus dieser Form, aus ihrer Schwere, aus der grauen, graugclblichen oder blutrothen Farbe lassen sieli diese letzteren Harncylinder mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit als erstarrte Ausgüsse der harnabführenden Canäle in der Niere erkennen (vergl. das Kapitel über Harncylinder)-
Von sonstigen abnormen Trübungen des Pferdeharns sind zu nennen: flockige, grauweisse oder schmutzig gelbe Beimengungen, welche aus Schleim, schleimig-eitrigen und croupösen Exsudatmassen oder desquamirten, in Schleim eingeschlossenen Epi-thelien bestehen und bei Cystitis und Pyelitis beobachtet werden; rothe Blutklümpchen von verschiedener Grosse und Schwere, welche entweder glcichmässig blutroth gefärbt (Blutgerinnsel) oder gelbgrau und roth gedeckt sind (Fibringerinnsel) und zuweilen grosse, dicke, lange, wurmförmige Blutcoagula darstellen (Harnröhrenblutung), während bei diffuser, reichlicher Beimengung von rothen Blutkörperchen zum Harn das Sediment oft einen förmlichen schlaffen Blntkuchen darstellt; eitcrähnliche
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Consistcnz des Harns.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 369
Sedimente bei grossem Reichthum des Harns an Eiterkörperchen (Cystitis purulenta, Nierenabscesse, eitrige Pyelitis); dick gallertige Sedimente in Folge Beimengung von zähem, schwerem, citerhaltigera Schleim (Pyelonephritis des Rindes); abgestossene Gewebs-fetzen in Form grösserer Partikel von sehr unregelmässiger Gestalt und von zunderähnlicher, schmutzig gelber oder gelbbrauner Farbe, #9632;welche zuweilen auch mit kleinen Bhitklümpchen bedeckt sind (diphtheritische, nekrotische Massen aus der Blase, aus dem Nierenbecken und dem Nierenparenchym).
In sehr seltenen Fällen bestellt endlich das an der Oberfläche dos ruhenden Harns sich bildende Häutchen nicht aus Oalciumcarbonat, sondern aus Spaltpilzen, lieber das makroskopisch sichtbare Auftreten von Fett im Pt'erdeharn ist bisher nur sehr wenig bekannt.
Abnorme Durchsichtigkeitsverhältnisse des Harns der übrigen Hausthiere. Im Gegensatze zum Pferde bedeutet beim Rind und den kleinen Wiederkäuern, ferner beim Hund und Schwein der schon beim Absätze deutlich getrübte Harn immer einen krankhaften Zustand des Harnapparates. Es ist daher in jedem einzelnen Falle von Trübung oder Sedimentbildung im Harne der genannten Thiere eine eingehende mikroskopische und chemische Untersuchung dieses Harns unerlässlich. Bezüglich der Form und Bedeutung der einzelnen Trübungen im Harn des Rindes, Hundes u. s. w. gelten in gleicher Weise die beim Pferdeharn gemachten Bemerkungen.
8. Die Conslstenz dos Harns.
Verschiedene Consistenzgrade. Giesst man den Harn vorsichtig und langsam über den Rand des Sammelglases, so lassen sich je nach der Beschaffenheit desselben verschiedene Grade der Consistenz (Dichtigkeit) nachweisen. Der dünnflüssige, wässerige Harn fliesst, ähnlich wie Wasser, rasch über den Glasrand und sein Flüssig-keitsstrahl ist beim Unterbrechen des Ausgiessens scharf abgeschnitten. Der dickflüssige Harn entleert sich viel langsamer und schwerfälliger, sein Fluss lässt sich nicht so schnell und glatt abbrechen wie beim dünnflüssigen. Zieht sich der Harn beim Ausgiessen in zähen Fäden, bricht also sein Fluss sehr spät oder gar nicht ab, so nennt man den Harn fadenziehend. Ist die Zähigkeit des Harns so gross, dass er sich aus dem Glase von selber weiter heraus spinnt,
Friodberger lt. Fröhnor, Klinische Uiitersuclmngsmctliodcn. 2. Aufl. 24
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370nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Consistenz des Harns.
sobald einratil das Ausgiessen bogonnen hat, ohne duss später das Glas weiter geneigt zu werden braucht, so spricht man von syrup-artiger Consisten/, Weitere Arten von Consistenz hat man als schleimigen, gallertigen, klümprigen, schlickerigen, öligen Harn bezeichnet.
Normale Harnconsistenz. Bezüglich der Dichtigkeit des normalen Harns ist im Allgemeinen hervorzuheben, dass mit Ausnahme des Pferdes alle Haussäugethiere im gesunden Zustande einen dünnflüssigen Harn absondern. Der Harn gesunder Pferde ist dagegen in der Regel mehr dickflüssig als dünnflüssig, mehr oder weniger von schleimiger, selbst von fadenzichender und gallertiger Consistenz. Der geringere oder stärkere Consistenz-grad des Pferdeharns ist unter anderem von der Menge des Harms, von seiner Temperatur und Reaction, von der Dauer des Aufenthalts in der Blase, sowie von der Secretion der Schleimdrüsen der Blase und des Nierenbeckens abhängig. Nach den Untersuchungen von W. Eber (Berl. Archiv 1887,8.146) wird die charakteristische schleimige Beschaflenheit des normalen Pferdeharns nicht durch einen demselben eigenthümlichen Körper, sondern durch das auch zuweilen in den Harnen anderer Thiere vorkommende Mucin bedingt, dessen Bildung beim Pferde namentlich seitens der Blasenschleimhaut im Unterschiede zu anderen Thieren eine vermehrte ist. Ausserdem wird nach Eber der Consistenzgrad des Pferdeharns beeinflusst durch die Menge des in demselben enthaltenen Epithelsedimentes. Die dein Harn beigemengten abgestossenen Epitiielien der harnleitcnden Schleimhäute steigern dadurch die Dichtigkeit des Harns. dass sie aufquellen und so die Ausflussgeschwindigkeit des Harns herabsetzen. Die Aufquellung des Epithels wird durch die alkalische Reaction des Pferdeharns begünstigt.
Abnorme Harnconsistenz. Ein dickflüssiger, schleimiger, fadenziehender oder syrupähnlicher Harn ist bei den Wiederkäuern, beim Hund und Schwein in der Regel ein Zeichen von Blasenkatarrh oder Pyclitis bezw. Pyelonephritis. Umgekehrt ist der Harn des Pferdes in abnormer Weise dünnflüssig bei allen Fällen von Polyurie, sowie häufig bei saurer Reaction des Harns, weil die letztere das Aufquellen der Epithelien und damit die Dichtigkeit des Harns beeinträchtigt.
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OitTUcli des Harns.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;,'J71
4. Der Geruch des llanis.
Normaler Geruch. Der friscli gelassene Harn besitzt bei den einzelnen Hausthiergattungen einen spocitischen, eigenartigen Gerueli, dessen Kenntniss für die Bestimmung und Beurtiieilung abnormer Gerüche von grösster Bedeutung ist. Zur Erreichung des letzteren Zweckes ist allerdings eine gewisse Uelmng wichtiger, als die sehr schwierige Beschreibung des Harngeruchs der verschiedenen Thiere. Im Allgemeinen ist bekannt, dass der Pdanzenfresserharn, insbesondere der Pferde harn, einen cigenthüinlichen aromatischen Geruch besitzt, während der Fleischfresserharn, speciell der Hundeharn einen fleischbrüh- oder knoblauchartigen und der Katzenharn einen besonders widerlichen, scharfen Geruch zeigt. Bei allen Thieren besitzt der Harn im concentrirten Zustande einen intensiveren Geruch, während stark verdünnter, wässeriger Harn zuweilen fast geruchlos ist.
Abnormer Geruch. Diagnostisch am wichtigsten ist der am-moniakalische, stechende Geruch des frisch abgesetzten Harns, welcher immer auf eine abnorme Zersetzung des Harns in der Blase, und zwar auf eine ammoniakalische Gährnng des Harnstoffs hinweist. Der Geruch des frischen Harns nach Ammoniak, wie er namentlich beim Hunde vorkommt, ist daher pathognostisch für Blasenkatarrh. Von sonstigen abnormen Gerüchen ist zu erwähnen ein fauliger; derselbe wird besonders bei ulcerirenden Neubildungen der Blase (Blasenkrebs) beobachtet. Ferner erhält man zuweilen bei der Zuckerharnruhr des Hundes einen eigenthümlichen chloroformähnlichen, süsslichen Geruch des Harns nach Aceton. Einen eigenthümlichen veilcbenartigen Geruch beobachtet man nach der Verabreichung oder Einreibung von Terpentinöl. Endlich wird der Geruch des Harnes noch durch verschiedene andere Arzneimittel und Gifte (Karbolsäure, Campher, ätherische Oele) verändert.
Der Geschnftick des Harns ist in auffälliger Weise alterirt bei der Zuckerbarnruhr; er ist bei dieser Krankheit, wie wir dies beim Hunde nachweisen konnten, ausgesprochen süss.
5. Das speeiflsche Gewicht des Harns.
Bestimmung. Die Untersuchung des specitischen Gewichts des Harns ist verhältnissmässig selten und nur bei ganz bestimmten
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Spccifisches Gewicht dos Harns.
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Krankheiten nothwendig, in denen dasselbe allerdings von ganz hervorragender Bedeutung ist. Immerhin erfordert schon das wissenschaftliche Interesse allein eine eingehendere Besprechung des Gegenstandes. Die Bestimmung des specifischen Gewichtes erfolgt ganz
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Fig. 52.
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einfach in der Weise, dass der in einem Cylinderglase befindliche Harn mit dem sog. ürometer (vergl. Fig. 52), d. h. mit einem Aräometer (Senkwage, Senkspindel) bei Zimmertemperatur gemessen wird. IJas ausserordentlich einfache und billige Instrument, welches ausserdem in keiner Privatapotheke leiden darf, wird einfach in den Harn eingesenkt und dann die Linie festgestellt, bis zu welcher das Ürometer eintaucht. Neben oder über dieser Linie ist auf der Skala des Instruments die Höhe des specifischen Gewichts (spccifisches Gewicht des dcstillirten Wassers = 1000) verzeichnet. Da der Harn in seinem specifischen Gewichte sehr differirt, und zwar von 10021060 und darüber, so empfiehlt es sich, für genauere Untersuchungen zwei Ürometer zu besitzen, von welchen das eine nur die Zahlen von 10001030, das andere die Zahlen 103010(30 bestimmt; ersteres ist für leichtere, letzteres für schwere Harne. Für die gewöhnlichen Zwecke der Praxis genügt übrigens ein ürometer. Verdünnt man ferner den Harn mit gleichen Tlieilen destillirten Wassers und verdoppelt dement-spreohend die gefundene Ziffer, so kann man auch schwerere Harne mit dem für leichtere Urine berechneten Ürometer messen. Für alle diese Messungen ist eine gewisse Menge Harns nothwendig. Hat man nur einige Cubikcentimeter zur Verfügung, so kann man das gewöhnliche Ürometer nicht anwenden, man braucht vielmehr hiezu ein (in der Praxis entbehrliches) sog. Aräopiknometer.
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Ilino 1UOi lOO't
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11)10 1012 lOI'f
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WM 1036 I03S 1040 101/3 1011 lOie lOlii 1050 1052 I05'l
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Ürometer.
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Normales speeifisches Gewicht. Das speeifische Gewicht des normalen Harns ist im Allgemeinen abhängig von der Harnmenge und dem Gehalte des Harns an wasserlöslichen Bestandtheilen, namentlich an Salzen, Harnstoff, Zucker etc. Je wasserhaltiger der Harn, um so niedriger ist das speeifische Gewicht, je reicher er an aufgelösten Bestandtheilen ist, um so höher steht dasselbe. Da die Wasseraufnahme und Wasserabgabc und damit die Harnmenge schon
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Speuifischos Gowicht des Harns.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;373
bei gesunden Thieren grossen Schwankungen unterworfen ist, so zeigt auch das specitische Gewicht des normalen Harns ganz erhebliche Schwankungen. Es können daher nur Mittelzahlen für die Harne der einzelnen Hausthiere aufgestellt werden. Das durchschnittliche speoifisohe Gewicht des Harns ergibt folgende Zahlen:
1.nbsp; Pferd.....nbsp; nbsp; nbsp;1040 (1020-1050)
2.nbsp; Rind......nbsp; nbsp; nbsp;1030 (10251045)
3.nbsp; nbsp;Schaf und Ziege .nbsp; nbsp; nbsp;1040 (1015 1005)
4.nbsp; nbsp;Hund.....nbsp; nbsp; 1040 (10201000)
5.nbsp; nbsp;Schwein . . . .nbsp; nbsp; nbsp;1010 (1005-1015)
6.nbsp; Katze.....nbsp; nbsp; nbsp;1030 (1020-1040).
Abnormes speeifisches Gewicht. Da das Gewicht des Harns schon normal grossen Schwankungen unterworfen ist, so können nur solche Ziffern als abnorm bezeichnet werden, welche sich sehr weit vom Mittelwerth entfernen. Extrem niederes speeifisches Gewicht (100110051010) findet man bei der chronischen inter-stitiellen Nephritis, bei der kritischen Polyurie im Verlaufe von In-fectionskrankheiten, beim Diabetes insipidus (Lauterstall), nach der Resorption von Transsudaten, besonders nach der Anwendung von harntreibenden Mitteln. Extrem hohes speeifisches Gewicht (105010001065) kommt vor Allein bei der Zuckerharnruhr vor; bei dieser Krankheit ist gleichzeitig die Menge des Harns im Gegensatze zur gewöhnlichen Regel stark vermehrt und die Harnfarbe sehr blass. Ausserdem ist das specitische Gewicht beim Fieberharn in Folge des vermehrten Harnstoffgehaltes erhöht.
Angaben der Autoren über das speeifische Gewicht. Den obigen Zahlen, welche unseren eigenen zahlreichen Harnuntersuchungen entnommen sind, stellen wir im Nachfolgenden die Angaben anderer Autoren an die Seite.
Lustig (Hannover'seher Jahresbericht pro 1877/78) fand beim Pferd das speeifische Gewicht = 10201050, nur selten wurden Ziffern unter oder über dieser Höhe festgestellt. Wir können dies bestätigen; nur ausnahmsweise haben wir auch bei gesunden Pferden Zahlen von 10501055 erhalten.
Sied amgrotzky-Hofmoister (Anleitung /,. mikroskop. u. ehem. Diagnostik) berechnen das speeifische Gewicht des Pferdeharns auf 1040 bis 1050, des Pinderharns auf 1030-1045, des Schafharns auf 10401072, des Hundeharns auf 101()1060.
We iss (Physiologie) bestimmt das Harngewicht beim Pferd auf 1040, beim Rind auf 1082, beim Schaf auf 1041, beim Schwein auf 1010-1012.
Munk (Physiologie) gibt für den Hund 1022 1055, für das Schwein 10101015 an.
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374nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Reaction des Harns.
Fürs ten berg (Anat. u. Physiol. des Rindes) berechnet das Harngewicht des Rindes auf 1021104(i.
Di eckerhoff (Spec. Pathologie) hat beim Pferd ein mittleres spec. Gewicht von 1080 (1015-1055) beobachtet.
Tereg (Vergl. Physiol. der Hanssiiugethiere von Ellenberger) gibt folgende Zahlen an: Pferd 10161060, Rind 10071030, Schaf und Ziege 1006-1015, Schwein 10031025, Hund 1016-1060, Katze 10201040.
Der Anfänger hat sich davor zu hüten, das speeifische Gewicht des Harns aus dessen Farbe, Consistenz und Durchsichtigkeit schätzungsweise bestimmen zu wollen. Wenn auch im Allgemeinen dunkle Harne schwerer sind, als helle, so gibt es doch hiervon sehr wichtige Ausnahmen (z. B, Zuckerharnruhr). Auch Schleimgeliult, Trübung und Beimengung von Blut bedingen nicht immer ein höheres speeifisches Gewicht. Namentlich die dickflüssigen und selbst fadenziohenden Pfcrdeharne können zuweilen ein unerwartet niedriges speeifisches Gewicht zeigen. Auch auf die Höhe des Harnstoffgehaltes (StoÜ'wechsels) lilsst das speeifische Gewicht nicht sicher schliessen, da unter den festen Bestandtheilen des Harns aussei' Harnstoff auch Kochsalz und andere Mineralsalze in Betracht kommen.
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6. Die Reaction des Harns.
Prüfung. Die Prüfung des Harns auf seine Reaction bildet den Uebergang zur chemischen Harnuntersuchung. Die Abnahme der Reaction ist auch für den Praktiker unentbehrlich, da sie oft sehr wichtige diagnostische Aufschlüsse bietet. Sie ist ausserdem so einfach und überall in der Praxis durchführbar, dass sie in allen den Fällen, in welchen die Harn Untersuchung angezeigt ist, nicht unterlassen werden darf. Das einfache Hilfsmittel für die Peststellung der sauren, alkalischen oder neutralen Reaction des Harns bildet das blaue und rot be Lakmuspapier. Saurer Harn färbt blaues Lakmuspapier roth, alkalischer rothes blau, neutraler Harn lässt beide unverändert. Die Prüfung geschieht am besten in der Weise-, dass man schmale Streifen von beiden Papieren gleichzeitig in den Harn eintaucht und auf einen etwaigen Parbenwechsel an dem angefeuchteten herausgezogenen Ende achtet. Je stärker die saure oder alkalische Reaction ausgeprägt ist, um so intensiver und rascher tritt Roth- bezw. Blaufärbung des Papiers ein. Es empiiehlt sich übrigens, nicht zu stark imprägnirtes Lakmuspapier zu verwenden, weil dieses die schwach saure und schwach alkalische Reaction gar nicht, oder nur undeutlich anzeigt. Hat man kein anderes zur Hand, so kann man das stark imprägnirte Papier durch Einlegen in Wasser etwas auslaugen lassen und so empfindlicher für die feineren Reactionen machen. Ausserdem kann durch Aufbringen eines Tropfens des zu untersuchenden Harns auf das Lakmuspapier die Verfärbung am
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Reaction des Harns.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 375
Uebergang der angefeuchteten Stelle in die trockene zuweilen leichter wahrgenommen werden.
Durch blosse Besichtigung des Harns lässt sich die Reaction desselben niemals feststellen. Die Erfahrung hat zwar gelehrt, dass ein klarer und zugleich dunkler Pferdeharn meist sauer reagirt, weshalb man aus der Farbe und Durchsichtigkeit seine Reaction mit einiger Wahrscheinlichkeit voraussetzen darf. Ein derartiger Harn kann indessen ganz gut auch alkalische Reaction besitzen, was namentlich für den klaren und hellen Harn zutrifft. Ein getrübter, mit Kalkhäutchen versebener Pferdeharn lässt sich ferner mit grosser Wahrscheinlichkeit als alkalischer vermuthen; aber auch ein getrübter und deshalb ganz normal erscheinender Harn kann sauer reagiren. Ebenso wenig lässt sich beim Rinderharn und Fleischfresserharn die Reaction durch die blosse Adspection sicher bestimmen.
Normale Harnreaction. Für gewöhnlich reagirt der Pflanzenfresserharn (Pferd, Rind, Schaf, Ziege) alkalisch, der Fleischfresserharn (Hund, Katze) sauer, der Omnivorenharn (Schwein) je nach der Fütterung alkalisch oder sauer. Die Reaction des Harns ist hiebei ausschliesslich von der Nahrung abhängig. Aendert man die gewöhnliche Fütterung, so änderet sich auch die Reaction des Harns. So zeigen die Pflanzenfresser bei Fleischnahrung (Fleiscbmehl) oder Milchnahrung (Säuglinge), sowie im Hungerzustandc, in welchem sie von ihrem eigenen Fleisch zehren, also gewissermassen zum Fleischfresser werden, sauren Harn, während die Fleischfresser bei ausschliesslicher Pflanzenkost (Gemüse etc.), sowie nach der Verabreichung von Alkalien einen alkalischen Harn absetzen. Ueber die genaueren Ursachen dieser verschiedenen Reaction ist Folgendes zu sagen:
a) Beim Pferde (Pflanzenfresser) beruht die alkalische Reaction des Harns im Wesentlichen auf der Anwesenheit von doppelt kohlensaurem Kalk (Calc iumhicarbonat) = CaH2(CO.;)2. Diese alkalisch reagirende Kalkverbindung spaltet sich zum Theil bei längerem Stehen an der Luft unter Kohlensäureabgabe zu Calciummonocarbonat nach der Formel:
OaH^CCg, = CaCO.. C02 H2Ü.
Der kohlensaure Kalk des Pferdebarns stammt von den im Pflanzen-futter, namentlich im Heu und Stroh, enthaltenen pflanzcnsauren Kalk salzen ab. Die betreifenden Pflanzen enthalten nämlich Kalk
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37Gnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Reaction des Harns.
(ausserdem Magnesium, Kiüium und Natrium), gebunden an organische Säuren, so z. B. an Apfelsäure, Weinsäure, Bernsteinsäure, Oitronen-säure, Milchsäure. Im Blute werden nun die genannten organischen Pflanzensäuren zu Kohlensäure oxydirt, die pflanzensauren Kalksalze mithin zu kohlensauren umgewandelt. Dabei enthält der Harn '/s ljraquo; aller in der Nahrung aufgenommenen pflanzensauren Kalksalze in der Form des Calciumbicarbonats resp. Calciummono-carbonats, so dass also die alkalische Reaction des kohlensauren Kalkes stark zur Geltung kommen muss. Ausser an Kohlensäure ist der Kalk im Pferdeharn noch gebunden an Hippursäure, Oxalsäure und zu einem kleinen Theil auch an Schwefelsäure. Die Kohlensäure ist ferner ausser an Kalk zum Theil auch noch gebunden an Magnesium, Natrium und Kalium. Aehnlich ist das Ver-hältniss beim Rinde.
b)nbsp; Beim Hunde (Fleischfresser) wird die saure Reaction des Harns durch den Gehalt desselben an sauren phosphor sauren Salzen bedingt, und zwar ist es in erster Linie saures phosphorsaures Natrium,NaHgPO.j, neben saurem pliosphorsauremCalcium,CaH^PO,,),,. Der Reichtbum des Hundeharns an Phosphaten stammt von dem grossen Phosphatgehalt des Fleisches, welchem andererseits pflanzensaure Salze fehlen. In wie weit bei der Acidität des Hundeharns auch andere Körper, namentlich freie Säuren oder saure Salze derselben, betheiligt sind (Hippursäure, Kynurensäure, Schwefelsäure, Oxalsäure, Harnsäure), ist zur Zeit nicht mit Sicherheit bestimmt. Von den im Fleische enthaltenen phosphorsauren Salzen werden bis 900/o im Harn ausgeschieden.
c)nbsp; nbsp;Beim Schweine (Omnivoren) ist der Harn je nach Fütterung bald kalkhaltig (alkalische Reaction bei Pflanzennahrung), bald phosphathaltig (saure Reaction bei Fleischnahrung).
Abnorme Harnreaction. a) Die krankhaften Zustände, welche beim Pferde eine saure Reaction des Harns bedingen, sind ausser anhaltendem Hunger zustand gewisse Erkrankungen des Darm-canals, insbesondere Dünndarmkatarrhe, sowie intensivere Magendarmkatarrhe. Die saure Reaction des Pferdeharns ist daher von diagnostischer Bedeutung für das Vorhandensein eines Darmkatarrhs beim Pferde (Fröhner, Repertorium für Thierheilkunde, 1881). Das Fieber an und für sich verändert in der Regel die Reaction des Harns nicht. Saurer Harn tritt im Fieber nur dann auf, wenn die Futteraufnahme längere Zeit darniederliegt (Hungerzustand), und
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Reaction des Harns.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 377
wenn das Fieber, wie es namentlich im Verlaufe der acuten Infections-krankheiten geschieht, zur Entstehung eines seeundären Darmkatarrhs Veranlassung gibt. Dann allerdings findet man gewöhnlich auch bei fieberhaften Krankheitszustiinden (Brustseuche, Influenza etc.) sauren Pferdeharn.
Die Ursache der sauren Reaction des Pferdeharns bei Darm-katarrhen ist in der sauren Reaction des Danninhalts, namentlich des Dünndarminhaltes, zu suchen. Während bei normaler alkalischer Reaction des Darminhaltes die in der Ptlanzennahrung neben den pflanzensauren Salzen enthaltenen phosphor sauren Er d salze nicht resorbirt werden können, wird ihre Aufnahme ins Blut und ihre Ausscheidung durch den Harn ermöglicht durch die saure lleaction des Dünndarminhaltes. Umgekehrt wird die Resorption der pflanzensauren Kalksalze hiebei vermindert (Tereg, Hannov. Jahresbericht 1880/82). Die saure Reaction des Pferdeharns beruht also auf der Anwesenheit von sauren Phosphaten. Die in Betracht kommenden Verbindungen sind Natrium-, Kalium-, Calcium-und Magnesiumphosphate. Zunächst verschwindet die alkalische Reaction und der Harn wird neutral. Diese Neutralität des Harns, welche den Uebergang zum sauren Harn bildet, wird hervorgerufen durch neutral reagirende phosphorsaure Salze, so vor Allem durch NasJHPO,, K.HPO,, OaHPO, und MgHPO.r Deshalb ist auch schon die neutrale Reaction des Pferdeharns abnorm. Nimmt sodann die Menge der Phosphorsäure im Harn noch mehr zu, so verwandeln sich die Neutralsalze in saure Salze, und der Harn wird sauer in Folge seines Gehaltes an saurem phosphorsaurem Natron,. NaHgPO,, oder an saurem phosphorsaurem Kalke, CaH4(P04)j. Im Uebrigen muss hervorgehoben werden, dass auch bei alkalischer Reaction des Pferdeharns in demselben bereits Phosphate enthalten sein können. Man beobachtet dies zuweilen beim Uebergang der alkalischen in die neutrale Reaction. Die betreffenden alkalisch reagirenden Verbindungen sind wahrscheinlich Na8P04, K.PO,, OagCPOJ,, Mg.t(PO,)2. Inwieweit die Phosphorsäure bei Krankheiten von den phosphorhaltigen Gewebszellen des Körpers (Knochen, lecithinhaltiges Nervengewebe) abstammt, ist nicht genau bekannt; jedenfalls ist die Menge dieser Art von Phosphorsäure eine sehr geringe.
Eine abnorm alkalische Reaction wird endlich im Pferdeharn beobachtet bei Blasenkatarrhen; vergl. das Genauere hierüber in Folgendem beim Hundeharn.
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378nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Roaotion des Harns.
b) Dor Hundeharn zeigt abnormer Weise statt einer sauren eine alkalische lleaetitm beim Blasenkatarrh in Folge der Zersetzung des Harns in der Blase. Bei Fänlniss- und Ent-zündungsprocessen in der Blase tritt nämlich eine alkalische liarn-gährung schon in der Blase ein, wobei der Harnstoff zu kohlensaurem Ammonium und freiem Ammoniak zersetzt wird. Der Gehalt an Ammoniak (NHa), bezw. kohlensaurem Ammonium (CO.jHNH,) bedingt also die alkalische Reaction des Hunde ha ms. Denselben Vorgang beobachtet man bei der Cystitis des Pferdes und Kindes, nur dass sich hiebei die Reaction des Harns nicht ändern kann. Dieselbe bleibt vielmehr bei den Pflanzenfressern eine alkalische, der zersetzte Harn unterscheidet sich aber leicht vom normalen durch seinen speoiflschen, stechenden Ammoniakgerucli. Ist im Fleischfresserharn die alkalische Gähning eben im Beginne begriffen, so hat der Harn bald eine schwach saure, bald eine schwach alkalische Reaction, scheint also amphoter zu reagiren. Die Zersetzung des Harnstoffs erfolgt in nachstehender Weise:
CO(NH), HsjO = CO,(NH,)2 = CO., 2 (NH,) HäO
Harnstoffnbsp; nbsp; nbsp; Wasser kohlensaures Kohlen- Ammoniak Wasser
Ammoniumnbsp; nbsp; nbsp; nbsp;säur e
Reaction im Fieber. Wie wir schon in unserem Lehrbuohe der speciellen Therapie der Hausthiere (#9632;'5. Aufl. I. Bd. S. 76) ausgesprochen haben, beoinflusst nach unseren Erfahrungen das Fieber an und für sich die Reaction des Harns in der Regel nicht. In einer Anzahl ganz erheblicher Fieber, namentlich auch bei aouten Infectionskrankheiten (Druse, Influenza, Pferdestaupe) haben wir im Gegensatze zu Siodam gro tzky-Hofmeister (Anleitung zur mikroskop. Diagnostik 1884) den Harn so lange alkalisch gefunden, als nicht gestörte Futterauf'nahme oder eine Complication mit Darmkatarrh eingetreten war. Nur in vereinzelten Ausnahmefallen haben wir neuerdings bei einigen Pferden mit hohem Fieber trotz fortbestehender reichlicher Futteraufnahme sauren Harn beobachtet. Ob in diesen Fällen die saure Reaction durch den erhöhten Stoffwechsel oder durch einen verborgen gebliebenen Dünndarmkatarrh (bei welchem ja die Futteraufnahrae normal bleiben kann) bedingt war, müssen wir unentschieden lassen. Jedenfalls ist die Angabe nicht zutreffend, dass der Pferdeharn bei allen erheblichen Fiebern sauer reagirt.
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B. Chemische Untersuchung des Harns.
1. Prüfung auf Eiweiss.
Eiweissarten. Unter Albuminurie versteht man das Auftreten von flüssigem, gelöstem Eiweiss im Harn. Die Beimengung von organisirtem, festem Eiweiss in Form von Zellen,
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Albuminurie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 370
namentlich von Blutkörperchen, Bliiseu- und Niemiepithel, fällt niclit unter den Begriff der Albuminurie; dieselbe wird auch nicht auf chemischem, sondern auf mikroskopischem Wege nachgewiesen. Von flüssigen Albuminsubstanzen kommen im Harne alle diejenigen vor, welche auch im Blute aufgelöst enthalten sind; Harn ei weis 8 ist also gleicii Bluteiweiss. Die wicbtigsten dieser Eiweiss-stoffe sind das Serum all) um in, Serum globulin, Propepton und Popton.
a)nbsp; nbsp;Das Serum album in, der Hauptbestandtbeil des mit dem Harn bei der Albuminurie ausgeschiedenen Eiweisses, Diese Eiweiss-art, welche im Blutserum, Lymphscrum, sowie in allen Transsudaten vorkommt, löst sich im Gegensatze zum Serumglobulin schon in ge-wöhnlicbem Wasser und kann daher auch im Harn in gelöstem Zustande entlialten sein. Wichtig ist, wegen des hierauf beruhenden Nachweises dieses Albuminstolfes im Harn, sein Vorhalten zu Be-agentien. Da das Serumalbumin im Harn gelöst ist, kommen die für das trockene Eiweiss geltenden allgemeinen Eiweissreactkmen (Geruch nach verbranntem Horn beim Verbrennen, Xanthoproteinreaction, Millon'sches Reagens) nicht in Betracht. Das gelöste und dadurcli im Harn unsichtbare Serumalbumin wird vielmehr ausschliesslich in der Art nachgewiesen, dass man es aus seiner Lösung ausfällt, also von dem flüssigen in den festen Aggregatzustand überführt und dadurch sichtbar macht, lieagentien für das Serumalbumin sind daher alle diejenigen Mittel, welche dasselbe zum Niederschlag, zur Aus-fällung bringen. Solche Reagentien sind: Kochen (Gerinnung bei circa 70deg; 0,), schwere Metallsalze (Bildung unlöslicher Me-tallalbuininate), Gerbsäure (Tanninalbuminat), Ferrocyankalium in essigsaurer Lösung (Eisenalbuminat), concentrirte Salzlösungen und Erhitzen (Gerinnung durch Wasserentziehung), anorganische Säuren, z. B. Salpetersäure (Säurealbuminat) u. s. w.
b)nbsp; nbsp;Das Serumglobulin ist neben dem Serumalbumin in wechselnder Menge im Blutserum und daher auch im Harn enthalten. Es ist im Gegensatze zu Serumalbumin in quot;Wasser unlöslich, jedoch löslich in verdünnten Salzlösungen, mithin im Blut und Harn. Dagegen ist es unlöslich in concentrirten Salzlösungen und wird durch alle Reagentien ausgefällt, welche auch das Serumalbumin niederschlagen.
c)nbsp; Das Propepton oder die Hemialbuminose findet sich im Blut und Harn während der Verdauung. Es bildet eine Vorstufe des Peptons und wird durch Kochen nicht gefällt. Für gewöhn-
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380nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Albumiuurie.
lieh konimt dieser Eiweisskörper bei der Hai'nuntersuchung nicht in Betracht.
d) Das Pep ton, das Endproduct der Magen Verdauung, findet sich ausserdem auch im Eiter und geht daher bei der Eiterresorption (Pyäinie) ins Blut und in den Harn über (Peptonuriequot;). Es wird nachgewiesen durch die Biuretreaction, welche übrigens für die gewöhnliche, praktische Harnuntersuchung ebenfalls überflüssig ist. Die Reaction besteht in einer Purpurfärbung bei Zusatz von Nutronlauge und Kupfervitriol.
Chemischer Nachweis des Eiweisses im Harn. Derselbe ist in der Pegel ein qualitativer, d. h, es genügt für die Zwecke der Praxis, überhaupt nachzuweisen, dass Eiweiss im Harn enthalten ist. Die Bestimmung der Menge des Eiweisses, iilso die quantitative Analyse, ist nur bei feineren klinischen, sowie bei wissenschaftlichen Untersuchungen geboten. Von den zahlreichen Methoden der qualitativen Eiweissbestimmung im Harn sollen im Eolgenden nur die für die thierärztliche Praxis brauchbarsten kurz beschrieben werden. Regel ist, dass in zweifelhaften Eällcn mindestens zwei derselben ausgeführt werden. Die vier wichtigsten Metboden sind:
1.nbsp; nbsp; Das Versetzen des kalten Harns mit Salpetersäure (Heller'sche Reaction). Ein hiebei sich bildender Niederschlag oder auch nur eine Trübung besagt die Anwesenheit von Eiweiss im Harn. Der zuweilen bei harnstoffreichem Harn sich bildende Niederschlag von salpetersaurem Harnstoff löst sich alsbald beim Erwärmen.
2.nbsp; nbsp;Das Versetzen des mit Essigsäure schwach angesäuerten Harns mit einem gleichen Volum gesättigter Glaub er salzlös ung und nachfolgendes Kochen (Hoppe-Seyler'sche Reaction). Der hiebei auftretende Niederschlag (oder Trübung) kann bei starkem Kalkgehalt des Pferdeharns ausserdem noch aus Gips, ferner aus verabreichton Alkaloiden, z. B. Chinin etc., bestehen, was jedoch mikroskopisch leicht zu erkennen ist.
;i. Das vorsichtige Versetzen des schwach essigsauer gemachten Harns mit concentrirter Ferrocyankalium-lösung. Ein um die einfliessenden Tropfen der Lösung sich bildender Niederschlag spricht für Eiweiss. Zu concentrirte Harne müssen vorher mit Wasser verdünnt werden.
4. Das Kochen des neutralen oder ganz schwach essigsauer gemachten alkalischen Harns. Der dabei sich abschei-
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Albuminurie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 381
dende Niederschlaget Eiweiss, wenn er sicli bei Zusatz von Salpetersäure nicht auflöst.
Die Ausführung der genannten Reactionen ist seiir einfach. Man bedarf hiezu nur eines sog. Reagonsglases, das etwa zu 'U mit dem Harn gefüllt wird, und der genannton Roagentien, die in jeder Apotheke, insbesondere auch in den tbierärztlichen Privatapotheken enthalten sind. Das Erhitzen des Harns geschieht, wenn keine Gasvorrichtung zur Hand ist, einfach über der Weingeistflamme. Bei der Untersuchung selbst hat man zu beachten, dass der Harn möglichst frisch und klar sein muss. Truhe Harne sind verlier zu filtriren, da man sonst die Reaction nicht deutlich verfolgen kann. Die Reagensfliissigkeiten werden vorsichtig und langsam tropfenweise beigemengt. Bei der Hoppe-Seyler'schen Reaction bat man vor dem Erhitzen, wie auch nach der Ansäucrung des Harns mit Essigsäure bei der Ferrocyankaliumreaction, den Harn gut umzuscbütteln. Das Erhitzen selbst hat langsam und vorsichtig zu geschehen; dasselbe rauss bis zum Kochen des Harns fortgesetzt werden.
Lässt man den Niederschlag, welcher beim Ausfällen^ des'Ei-' weisses entsteht, über Nacht stehen und vergleicht dann die Niederschläge der einzelnen Tage mit einander, so kann man auf diese Weise relativ auch die Menge des im Harn enthaltenen Eiweisses bestimmen. Speciell bei der Kochprobe haben Vergleichungen mit der vorgenommenen genaueren quantitativen Analyse ergeben, dass eine leichte Trübung der Harnprobe beim Kochen etwa = V10 P1'0 mille Eiweiss, ein Niederschlag, welcher die untere Kuppe des Glases eben ausfüllt = '/s pro mille, ein 1ji o der Flüssigkeit betragender Niederschlag = 1 pro mille, ein '/i derselben betragender = V4quot;/0raquo; ein die Hälfte der Harnmenge betragender = l'/o Eiweiss entspricht. Eür genauere quantitative Bestimmungen bedient man sieb des Es-bach'scben AI bum i meters, eines einfachen Cylinderglases, welches bis zur Marke IJ (Urin) mit Harn, von U bis R (Reagens) sodann mit einer Pikrinsäurelösung gefüllt wird (Pikrinsäure 2,5, Citronen-säure 5,0, destillirtes Wasser 245,0), worauf umgeschüttelt und der Harn 24 Stunden stehen gelassen wird. Die Höhe des Niederschlags wird sodann an dein graduirten Cylinderglase abgezählt, die Zahlen bezeichnen den Eiweissgehalt in Zolmtelsprocenten.
Sonstige Eiweissreactionen. Die Zahl der für den Nachweis des Kiweisses im Harn empfohlenen Reagentien ist ausserordentlich gross. Es bleibt Jedem überlassen, sich sein Reagens auszuwählen. Wir selbst haben die vier oben genannten am sichersten befunden, während uns mehrere
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Allmminurie.
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der muMolgenden Keactionen im Stich gelassen haben. Von sonstigen Ei-weissreugentien, welche ebenfalls das Eiweiss aus dem Harne ausfilllen, sind zu nennen: M etaphos ph orsilure, P ikrins iluro, Ohr om silure, Quecksilber- .1 odkalium, C i tronensäure - Perrocy an kali um-tabletten, Karbolstturelösung, Tanninlösung, Triohloressig-saure, Q ii e c k s i 1 b e r c h 1 o r i d e s s i g s il u r e, (J u o c k s i 1 b e r n a t r i u m-chlorid, A meisensttu regol dohlori d , Sublim at - Weinsilurelösung u. s. W. Neuerdings wird als feinstes Reagens auf Eiweiss die Sulfosalicylsäure, ein weisses, krystallinisclies, in Wasser leicht lösliches Pulver empfohlen, von welchem wenige Krystalie in den Harn gebracht werden, worauf geschüttelt wird; eine auftretende Trübung soll sicher Eiweiss bedeuten. Statt des Pulvers kann auch eine 20quot;/oige wässerige Lösung des Mittels als Reagens benutzt werden. Die Sulfosalicylsäure soll das Eiweiss noch bei einer Verdünnung von 1 : 50000 nachweisen.
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Diagnostische Bedeutung der Albuminurie. Die Untersuchung des Harns auf Eiweiss ist von grosser praktischer Bedeutung. Wenn man auch nicht mein-, wie in früheren Zeiten, das Auftreten von Eiweiss im Harn für eine besondere Krankheit hält, sondern in der Albuminurie heutzutage nur noch ein Symptom der allerver-schiedensten Leiden erblickt, welchem keinerlei pathognostisoher Werth zukommt, so ist doch der Nachweis von Eiweiss im Harn in Verbindung mit anderen Ergebnissen der Harnuntersuchung von erheblicher diagnostischer Wichtigkeit. Die verschiedenen Krank-heitsy.ustände, welche bei unseren Hausthieren mit Albuminurie verlaufen, sind:
1.nbsp; Nierenkrankheiten: acute und chronische Nephritis, fettige und amyloide Nierendegeneration.
2.nbsp; Fieberhafte, besonders acute 1 nfectionskrankheiten (Influenza, Pneumonie, Brustseuche etc.).
3.nbsp; nbsp;Stauungshyperämie der Nieren bei Klappenfehlern des Herzens, Emphysem und Verdichtungen der Lunge (Dampf), Stauung in der hinteren Hohlvene.
4.nbsp; nbsp;Gewisse Blutkrankheiten: Anämie, Leukämie etc.
5.nbsp; nbsp;Nervöse Affectionen: Epilepsie, Eklampsie etc.
Physiologische Albuminurie (normale, intermittirende, cyklische Albuminurie). Dieselbe ist beim gesunden Menschen in 1020quot;|o aller untersuchten Fälle gefunden worden und wird hier auf starke Muskelarbeit, Erkältungen, sehr eiweissreiche Kost, Gemüthsbewegungen etc. zurückgeführt. Bei unseren Hausthieren fehlen bis jetzt einschlägige Untersuchungen, eine Beobachtung von Fröhner (Repertorium für Thierheil-kunde, 1882) ausgenommen, welcher bei 50 innerlich gesunden Pferden 2mal geringe Eiweissmengen im Harn nachwies. Die beim Menschen nicht seltene Albuminurie während der Seh wangerschaft ist bei unseren Hausthieren angeblich von Franck bei hochträchtigen Kühen beobachtet worden.
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Albuminurie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;383
Wir selbst haben uns vergebens bemüht, dieselbe bei trächtigen Kühen, Pferden und Hunden nachzuweisen. Zu demselben negativen Resultate kamen auch Pflug (Krankheiten des uropoötischen Systems 1878), Gross (Gestüt Weil, private Mittheilung) und Albrecht (Wochcnschr. für Thier-heilkunde 1894, S. 177).
Pathogenese der Albuminurie. Lieber das Zusttindekommou des Eiweisshamens sind von jeher die widersprechendsten Ansichten geiiussert worden. Indem ^vir bezüglich der älteren Theorien auf das betreffende Kapitel unseres Lehrbuches der speciellen Pathologie und Therapie (8. Auth, 1892, I. Bd. S. 390) verweisen, lassen wir im Nachstehenden nur die Theorie von Senator (Die Albuminurie im gesunden und kranken Zustande, 1882; Berl, klin. Wochenschr., 188'); Virchow's Archiv Bd. 114) im Auszüge folgen, welche wir für die wahrscheinlichste halten. Diese Theorie geht im Gegensatze zu allen anderen Erklärungen von der Annahme aus, dass in der Niere schon normaliter ein eiweisshaltiger Harn abgesetzt wird. Jedes Driisensecret ist normaler AVeise eiweisshaltig, also auch der Harn. Die Menge des Eiweisses im Harn ist jedoch wegen der eigentbiimlichen hohen Blutdrucks Verhältnisse in den Q-lomerulis und der hiedurch bedingten stärkeren Wasserfiltration bei entsprechend geringer Eiweissdiffnsion (Eiweiss als colloider Körper geht nicht so leicht durch thierische Membranen, als Wasser) unter normalen Verhältnissen eine so geringe, dass unsere chemischen Hilfsmittel zur Zeit nicht im Stande sind, dieses verdünnte Eiweiss nachzuweisen, Die normal sehr verdünnte Eiweisslösung kann jedoch concentrirter werden, das heisst es tritt nachweisbare Albuminurie ein, wenn die vier bei der Filtration mitwirkenden Factoren: der Filtrationsdruck, die Beschaffenheit der Membran, die Zusammensetzung des Blutes und die Temperatur, einzeln oder mehrere mit einander, in irgend welcher Weise beeinflusst und verändert werden.
1. Veränderungen dos Filtrationsdruckes. Eine Zunahme des arteriellen Druckes allein macht den Harn an und für sich procentig an Eiweiss noch ärmer als normal, absolut aber reicher. Wird nun hiebei der Harn, wie bei Muskelanstrengung, durch die stärkere Transspiration wasserärmer, so muss das Eiweiss in demselben relativ zunehmen; es tritt Albuminurie auf. Eine venöse Stauung wirkt für sich allein wie eine arterielle Druckerhöhung. Durch die stark gefüllten Venen werden indess die Harncanälchen zusammengedrückt, wodurch Harnstauung und Nierenodem entsteht.
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384nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Albumiinirio.
das die Transsudation von Eiwciss aus den interstitiollen Capillaren in die Harncanälchen und die Schwächung des Filtrationsdruckes in den Glomerulis zur Folge hat. Ausserdem kommen wohl auch hier Störungen der Ernährung und physiologischen Function der Filtermembran in Betracht. Die Abnahme des arteriellen Druckes verringert das Transsudat der Grlomeruli, erhöht also dessen procen-tigen Eiweissgehalt. Verminderter Blutdruck' in der Niere als Ursache der Albuminurie kommt namentlich bei Herzschwäche, sowie Blutstauung in der Niere bei Klappenfehlern und Lungenempbysem vor. Die Harnstauung endlich bewirkt noch stärkeres Oedem als die venöse Blutstauung, sowie eine Abnahme des Filtrationsdruckes wie diese, daher zunehmender Eiweissgehalt, d. i. Albuminurie.
2.nbsp; nbsp;Veränderungen der Filterm embran, das heisst der Wandungen der Glomeruli und ihres Epithelüherzuges, so Entzündung, Verfettung, trübe Schwellung, amyloide Degeneration der Niere, befördern ebenfalls den Eiweissdurchtritt und bereichern den Harn auch noch durch das aus den zerfallenen Zellen stammende, zum Theil jedenfalls gelöste Eiweiss und das eiweisshaltige seröse Exsudat.
3.nbsp; nbsp;Die Blutmiscbung begünstigt das Eintreten der Albuminurie, wenn der Eiweissgehalt des Blutes durch erhöhte Eiweiss-zufuhr, gesteigerten Eiweissumsatz, stärkere Wasserabgahe (Schwitzen, Diarrhöe), Infusionen von Hühnereiweiss, Freiwerden von gelöstem Eiweiss aus den Blutzellen etc. gesteigert ist. Man beobachtet deshalb Albuminurie bei allen anämischen und leukämischen Erkrankungen.
4.nbsp; nbsp;Eine höhere Temperatur (Fieber) endlich erzeugt Albuminurie durch Vermehrung der liltrirten Eiweissmenge und Alteration der filtrirenden Membranen. Deshalb findet man Albuminurie bei allen schweren, fieberhaften Krankheiten, insbesondere bei den acuten Infectionskrankheiten (Brustseuche, Influenza, Staupe etc.).
2. Prüfling auf Hämoglobin.
Hämoglobinarten. Das Auftreten von gelöstem Hämoglobin im Harn, ohne dass darin rotbe Blutkörperchen enthalten sind, bezeichnet man als Hämoglobinurie. Das Hämoglobin, der Farbstoff der rotben Blutkörperchen und der Muskeln, kommt in drei Arten vor:
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Hamoglobinurie.
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ii) Das O x y h ii m o g 1 o b i n findet sich im sauerstoft'luiltigen Blute, gebunden an die rothen Blutkörperchen, und ist spectroskopisch charakterisirt dmcb zwei Absorptionsstreifen zwischen D und E (Gelb und Grün des Spectrums; vergl. Fig. 53 I.). Dieses Oxyhämoglobin findet sich im Harne nur, wenn gleichzeitig frisches Blut darin enthalten ist (Hiimaturie). Es ist dann, wie Im Blute, an die rothen
Fig. 68.
Jioth Gelb Grünnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Blau
Cnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Bnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Enbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;F
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r.
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I. Absorptionssli'cifen des Oxyhiimogloliins. II,, III. H.1V. Absorptionsstreifen des Mctliämo-gloliins. V. Absorptionssti'oifen des reducirten Hämoglobins.
Blutkörperchen gebunden. Bei der gewöhnlichen Hämoglo-binurie ist dagegen in der Regel kein Oxyhämoglobin im Harn enthalten.
h) Das Mcthämoglobin ist eine Modification des Oxyhämo-globins in der Weise, dass der Sauerstoff dcsselhen so fest gebunden ist, dass er nicht mehr abgegeben werden kann. Es entsteht unter der Einwirkung von Giften oder Infectionsstoffbn hezw. deren Toxinen. Das Methämoglobin ist in der Begel bei der Hämoglo-hinurie unserer Hausthiere allein im Harn enthalten. Frledberger n. FrOhner, Klinisolie Untersnohungsmethoden, .'. Ann. 25
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Ilämoglobinurii',
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Es ist charakterisirt durch einen Absorptionsstroii'en zwischen C und 1) (im Roth des Spectrums), aussei- welchem noch ein oder zwei Ab-sorptionsstreifen zwischen D und E bestehen (Fig. 53 II., III. U. IV.).
c) Das Hämoglobin oder reducirte Hämoglobin ist Oxy-häinoglobin ohne Sauerstoff. Es entsteht beim Zersetzen des Blutes mit reducironden Substanzen, z. B, Schwet'elammonium, und ist charakterisirt. durch einen Absorptionsstreifen im Spectrum zwischen D undE (Fig. 53 V.). Es krystallisirt in den bekannten rothen rhombischen Prismen und Tafeln. Beim Kochen, sowie beim Zusätze starker Säuren oder Laugen, zersetzt es sich in Eiweiss und Hämatin. Im Harn kommt es nur selten vor.
Mit den genannten Blutfarbstoffen darf nicht verwechselt werden das Hämatin, der eigentliche farbige Bestandtheil des Hämoglobins, welches aus dem letzteren durch Abspaltung entsteht und sich weiterinn zu Hämatoidin und später zu Gallefarbstoff zersetzt. Das Hämatin ist wichtig für den Nachweis des Blutes überhaupt in der Form des salzsauren Hämatins = Hämins, welches hei der Teich-mann'schen Blutprobe entsteht. Diese Probe besteht darin, dass man die zu untersuchende Masse auf dem Objektträger mit einem Koch-salzkrystall und einigen Tropfen Eisessig erhitzt, worauf beim Erkalten die charakteristischen dunkelbraunen, rhombischen Hiimiutafeln aus-krystallisiren.
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Nachweis des Methämoglobins. Der Nachweis des Hämoglobins besonders im Harn des Pferdes und Bindes ist für den Thierarzt von grosser Bedeutung, weil die als Hämoglobinurie bezeichneten Krankheiten der genannten Thiere praktisch wie wissenschaftlich ein ganz hervorragendes Interesse darbieten. Für den Thierarzt ist die Untersuchung des Harns auf Hämoglobin wesentlich wichtiger, als für den Menschenarzt, welcher nur relativ selten in die Lage kommt, Hämoglobinurie zu constatiren. Der Thierarzt muss daher mit dem Nachweise des Hämoglobins ungleich besser vertraut sein, als der Menschenarzt.
Die wichtigste Hämoglobinprobe ist die spectralanalytische mittelst des Spectroskops. Das Methämoglobin ist als solches mit Sicherheit nachzuweisen durch sein oben geschildertes charakteristisches Verhalten dem Sonnenspectruni gegenüber, namentlich durch den einen Absorptionsstreifen zwischen 0 und I), im Rothen des Spectrums, welcher beim Oxybäinoglobin nicht vorkommt (Fig. 53 II.. III. u. IV.). Die Prüfung mit dem Spectmlapparat ist zwar
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Hiiiiioglubiiiuric.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;;587
sein* eintach, setzt aber den Besitz eines zienilich ooinpjioirten und theuren Instrumentes, des Speotroskops, voraus. ]3ieses Spectroskop ist für den klinischen Forscher und Lehrer unentbehrlich, für den praktischen Thierarzt indessen aus den oben erwähnten Gründen überflüssig5 dazu konnut, dass man in der Praxis das Hämoglobin mit einiger Sicherheit auch ohne Spectroskop nachweisen kann. Der exaetc wissenschaftliche Nachweis allerdings kann nur auf spectralanalytischem Wege geschehen. Im Vorstehenden (S. 385) sind die einzelnen Hämoglobinspectren mit ihren typischen Absorptionsstreifen dargestellt.
In der Praxis kann man das Vorhandensein von Hämoglobin ohne Spectroskop mit Wahrscheinlichkeit annehmen, wenn der Harn keine rothon Blutkörperchen aufweist, dabei doch blu troth gefärbt ist und viel Ei weis 8 enthält oder die Blutprobe gibt. Von Blutproben sind zu nennen die nach Teichmann (vergl. oben), sowie die nach Heller. Bei der letzteren setzt man dem Harn ein Viertel seines Volums Kalilauge zu und kocht dann im Ileagensglase. Der ausfallende Niederschlag reisst das Hämoglobin mit zu Boden, so dass die Plocken des Niederschlags röthlich-braun gefärbt sind, während sie im häinoglobinfreien Harne grau-weiss aussehen. Endlich kann man den Blutfarbstoff mittelst der sog. Gnajakprobe nachweisen. Man füllt das Reagensglas zu einem Viertel mit Harn, setzt je 2 cem Guajaktinctur und altes Terpentinöl hinzu und schüttelt kräftig-, bei Anwesenheit von Blut oder Blutfarb
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stoff färbt sieb die Mischun
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'b
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nach kurzer Zeit blau.
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Diagnostische Bedeutung der Hämoglobinurie. Das Auftreten von freiem Hämoglobin im Harn kann sich auf die verschiedenen Affectionen bezieben, denen allen als viel wichtigere Erscheinung die Hämoglobinämie (bezw. Methämoglobinämie), d. b. die Beimengung von Methämoglobin in gelöstem Zustande zum Blut gemeinsam ist. Da nun das Hämoglobin eine doppelte Quelle im Körper besitzt, nämlich einerseits die rothen Blutkörperchen, andererseits die quergestreifte Muskulatur (Muskelfarbstoff), so muss man auch zwei Hauptgruppen von Krankheiten, die mit Hämoglobinämie und Hämoglobinurie verlaufen, unterscheiden.
a)nbsp; nbsp;Blut Veränderungen: toxämiscbe oder hämatogenc Hämoglobinämie und Hämoglobinurie (Bollinger).
b)nbsp; Muskelverändernngen: rheumatische oder myogene Hämoglobinämie und Hämoglobinurie (Fröbner).
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Hämoglobinurio.
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A)nbsp; Toxämische Hämoglobiniiuiif und Häinoglobinurie. Die Auflösung dor rothen Blutkörperchen mit Freiwerden des Hämoglobins wird theils durch gewisse cliemiscbe Gifte (eigentliche tox-ämisohe Hüraoglobinämie), theils durch infectiöso Stoffe (infectiöse Hämoglobinämie), wahrscheinlich durch die Stoffwechsolproducte der Spaltpilze (Toxine), herbeigeführt.
1.nbsp; nbsp;Yon chemischen Körpern und Giften, welche, ins Blut gelangt, Hämoglobinämie erzeugen, sind zu nennen: destillirtes Wasser, Glycerin, gallensaure Salze, Schwefelsäure, Salzsäure, Arsenwasserstoff, Jod, .Xitrobenzol, Amylnitrit, Natrium nitrosum, Pyrogallussäure, Paraldehyd, Kali chlo-ricum. Chloroform, Hydroxylamin, Kupfer, die essbare Morchel u. s. w. Ausserdem wirkt die Transfusion des Blutes einer anderen Species, ausgedehnte Verbrennung (von Bouley u. A. auch bei Tliieren beobachtet), sowie Fettembolie ganz
ebenso.
2.nbsp; nbsp;Infectiöse Ursachen müssen angenommen werden bei der im Verlaufe schwerer Infectionskrankheiten, z. B. der Influenza, der Hundestaupe, der Septikämie, auftretenden Hilmoglobinuric, Hierher gehört sicherlich auch der grössto Theil der Fälle von Blut bar neu beim Rind (miasmatische Einflüsse, Hämatokokken) und viclleiclit ein kleinster Theil der Fälle von sog. schwarzer Harn-winde beim Pferd.
B)nbsp; Rheumatische Hämoglobinämie und Häinoglobinurie. Werden die quergestreiften Körpermuskeln starken Reizen ausgesetzt, so kommt es in denselben zu Zersetzungsprocessen, während welcher auch der mit dem Hämoglobin idontisclie Muskelfarbstoff frei und vom Blute aufgenommen wird. Unter diesen Reizen spielt die Erkältung der äusseren Decke, welche reflectorisch den Stotfumsatz in den Muskeln steigert, eine hervorragende Rolle (Fröhner). Die bei Weitem überwiegende Mehrzahl der Fälle von Hämoglobinurie beim Pferd ist auf diesen Vorgang zurückzuführen. Beim sog. Blutharnen des Rindes scheint Erkältung ebenfalls mit eine wichtige Rolle zu spielen. Beim Menschen bewirkt auch angestrengte Muskel-thätigkeit, z. B. starkes Laufen, Hämoglobinurie.
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3. Untersuchung auf Gallenfarbstoffe.
Nachweis. Von den Gallenfarbstoffen: Biliruhin, Bilifuscin, Bili-\ erdin, Biliprasin und Bilihumin kommt im Harn namentlich der gelb-
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(iallenfarbstode im Harn.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;JjßU
rothc Gallenfarbstofi', das Bilirubin vor. Die Anwesenheit grösserei' Mengen dieses Farbstoffes ist schon an der dunkel rothgelben, gelbbraunen oder orangegelben Farbe des Harns, an der gelben Farbe des Schaums beim Schütteln des Harns und an der Gelbfärbung von Fliesspapier durch einen Tropfen Harn zu erkennen. Ausserdem oxydirt sich zuweilen das Bilirubin bei längerem Stehen des Harns zu Biliverdin, dem grünen Gallentarbstoff, so dass der Harn eine braungriine oder schmutzig gelbgrüne Farbe annimmt. Alle diese Erscheinungen sind von diagnostischer Bedeutung bezüglich der Con-statirung von Gallenfarbstoffen im Harn.
Der sichere Nachweis der Gallenfarbstoffe wird dadurch geliefert, dass man künstlich und durch rasch oxydirende Reagentien das Bilirubin in das Biliverdin überführt und somit die besser sichtbare grüne Farbe des Biliverdins erzeugt. Das wichtigste llcagens hierzu ist die rauchende Salpetersäure, NO.H N02. Die Reaction beisst nach ihrem Entdecker die Gmelin'scho. Die Ausführung der Reaction ist eine verschiedenartige. Entweder bringt man auf ein mit dem Harn angefeuchtetes Fliesspapier mit dem Glasstab einen Tropfen rauchende Salpetersäure, worauf sich um das gelbrothe Centrum grüne, violette und blaue Ringe bilden, oder man giesst vorsichtig und langsam in ein den Harn enthaltendes Spitzglas oder Reagensglas eine Mischung von rauchender und concentrirter Salpetersäure, welche sich als besondere Schichte zu Boden senkt, worauf an der Berührungszone beider Flüssigkeiten ein regenbogenartiger Farbenwechsel von Rotli zu Grün, zu Violett, zu Blau etc. entsteht. Um endlich kleinere Mengen von Gallenfarbstoffcn namentlich im Hundeharn sichtbar zu machen, bedienen wir uns des folgenden Verfahrens. Ein Reagensglas wird zu einem Viertel mit dem zu untersuchenden Harn angefüllt. In ein zweites Reagensglas kommt eine ebenso grosse Menge mit Wasser verdünnter (1 : 35) rauchender Salpetersäure. Dann werden beide Gläser gegen einander geneigt und die Salpetersäure langsam an der Wand des Harnglascs hinunter in den Harn gegossen, worauf sie sich zu Boden senkt. An der durch Neigung des Glases verbreiterten Berührungszone beider Flüssigkeiten treten sodann die oben genannten Regenbogenfarben auf, welche besonders deutlich zu sehen sind, wenn man zwischen Harnglas und Lichtquelle ein Stück weisses Papier hält und den Harn so bei durchfallendem Licht betrachtet. Wichtig ist bei allen diesen Proben, dass zum unzweifelhaften Nachweis von Gallenfarbstoffen das Auftreten der grünen Farbe erforderlich ist, da sich rothe und
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raquo;^
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(jrallenfai'bstotto im Harn.
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braune, sowie blaue Farben im Harne auch bilden können, uhhe dass derselbe GaUenfarbsloffe enthält.
Besondere Schwierigkeit hat lange Zeit der Nachweis derGallen-farbstoffe im Pfei'deham gemacht. Die dunkelbraune Farbe dieses Harns verdeckt nämlich den Farbenwechsel von Roth zu Grün und Violett, so dass die Gmelin'sclie Reaction bei gewöhnlicher Ausführung ein negatives Resultat ergibt, was zu der falschen Annahme geführt hat, dass im Pferdebarn überbaupt keine Gallenfarbstoil'e auftreten. Wie Latsohenberger (Oesterreich. Zeitschrift für wissenscbaftl. Veterinärkunde 1887) gezeigt bat, muss man den Pferdebarn zunächst mit Wasser stark verdünnen und sodann mit einer Barytlösung versetzen. Der hierbei entstellende Niederschlag von Barytsalzen reisst die Gallenfarbstoffe, mit herunter, so dass nach 12 24stündigem Stehen der Mischung die über dem Niederschlag stehende klare Mischung abgegossen und der Niederschlag in gewohnter Weise auf Gallenfarbstoffe mittelst rauchender Salpetersäure untersucht werden kann. Es ist uns mittelst dieser Metbode, ja schon durch einfaches Verdünnen des Harns mit destillirtem Wasser, in einer grossen Anzahl von Krankheitsfällen beim Pferde, namentlich bei Brustseuche und Influenza, gelungen, sehr schöne Gallenfarbstolfreactioneu zu bekommen, weshalb wir die in der tbicrärztlichen Literatur entlialtenen entgegengesetzten Behauptungen, wornach im Pferdeharn in der Pegel keine Gallenfarbstoffe auftreten sollen, als unzutreffend bezeichnen müssen.
Die Reaction von Brücke (Salpetersäure und Scliwefelsiiure) und Eleischl (Ohilisalpeter und Schwefelsäure) sind lediglich Modificationen der Gmelin'sehen lloaction. Statt Salpetersäure empfiehlt Rosin neuerdings verdünnte Jodtinctur (I : 10 Alkohol), welche bei der Berührung mit gallenfarb.stoH'haltigem Harn eine grasgrüne Grenzzone gibt. Dasselbe erzielt man nach Eosenbach mit o0/oiger Chromsilurelösung.
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Diagnostische Bedeutung der Gallenfarbstoffe. Am häufigsten findet man Gallenfarbstoffc im Hundeharn. Dieser Umstand hat früher zu der falschen Annahme geführt, dass die Gallenfarbstotfe ein normaler Bestandtheil des Hundeharns wären. Wie wir gezeigt haben, ist die Ansicht unrichtig (Fröhner, Deutsche Zeitschrift für Tliiermedicin, 1882). Das Auftreten von G allenfarbstotfen im Harn ist immer eine pathologische Erscheinung; der Harn gesunder Hunde enthält keine Gallenfarbstode. Gallenfarbstotfe kommen bei nachfolgenden Krankheiten unserer Hausthiere im Harne vor:
a) Bei Icterus catarrhalis (hepatogenem oder meebanisebem
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Gallenfarbstoffe im Harn.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;of)!
ResorptdonSquot; bezw, Stauungsioterus). Die Ursache ist liicrbei in Zu-rückstauen der Galle in die Leber und Aufnalmie ins Blut in Folge von Vorschwellung oder A^erscliluss der Gallengünge m suchen.
b)nbsp; nbsp;Bei acuten Erkrankungen des Leber])arenchyms, seltener bei chronischen, bei welchen häufig gar keine Gallensecretion mehr stattfindet.
c)nbsp; Beim Sinken des Blutdruckes in der Leber, #9632;/,. B. bei chronischen Herzkrankheiten mit schwachem arteriellem Blutdruck. Da die Gallensecretion wesentlich durch die Vis a tergo des arteriellen Blutes vor sich geht, findet bei sinkendem Blutdruck (z. B. auch in der Agonie) eine Besorption von Galle ins Blut statt.
d)nbsp; nbsp;Bei Darmkatarrhen insbesondere des Hundes. Diese Ursache erklärt das ausserordentlich häufige Auftreten der Gallenfarbstoffe im Hundeharn. Bei der Pathogenesc muss die Möglichkeit einer Verschwellung des ausführenden Gallenganges, sowie der Umstand berücksichtigt werden, dass bei Darmkatarrhen eine raschere Entleerung des Dickdarms (Diarrhöe) stattfindet, woduroh eine Zersetzung der Gallenfarbstoffe im Darmcanal, wie sie normal durch die Eäulnissprocesse in demselben gegeben ist, verhindert wird, so dass die Gallenfarbstoffe als solche ins Blut aufgenommen und durch den Harn ausgeschieden werden. Normal werden sie bekanntlich zu Hydrobilirubin = Urobilin zersetzt und als Harnfarbstoffequot; ausgeschieden.
e)nbsp; Endlich scheinen bei gewissen Blutzersetzungen aus dem Hämoglobin des Blutes sich Gallenfarbstoffe bilden zu können (häma-togener Icterusquot;). So beobachtet man namentlich im Verlaufe der Brustseuche des Pferdes fast regehnässig Gallenfarbstoffe im Harn, was sich vielleicht zum Theile hierauf zurückführen lässt.
Gallensäuren. Im Gogensat/.e zu den Gallenfarbstoffen bilden die Gallensiiuren einen normalen Bestandlbeil des Harns; grüssere Mengen derselben findet man neben ersteren bei der Cholämie und Gholurie; sie wirken hiev als Herzgifte (Pnlsverlangsamung bei Ikterus). Jeder Harn gibt eine sebwaebo Gallensäurereaction (Pettenkofer'scho Probe), d. h. eine purpurrotbe Färbung beim Behandeln mit Ilohr/.ucker und eoncentrirter Schwefelsilure.
4. Uutcrsucliung auf Traubenzucker.
Zuckerarten. Die Chemie unterscheidet die nachstehenden Arten von Zucker, unter denen Traubenzucker, Milchzucker und Inositzuckor zuweilen auch im Harn vorkommen:
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Zucker im Ham.
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u) Der Traiihüiizucker (Glykoso, Dextrose, Harnzucker, Krümelzucker) von der Formel G^H^O,.. Derselbe ist enthalten in süssen Früchten, im Honig, sowie im Thierkörper, wo er normal in der Leber, im Blut, in der Lymphe und in ganz geringen Mengen im Harn vorkommt. Er lässt sich auch aus den anderen Zuckerarten, sowie überhaupt aus Kohlehydraten, z. K. Stärkemehl, darstellen. Der Traubonzucker ist die gewöhnliche Zuckerart bei der Zuckerharuruhr (Glykosurie).
b)nbsp; Der Fruchtzucker (Lävulose), isomer mit dem vorigen, ebenfalls von der Formel C(.H]20(1, kommt in süssen Früchten und im Honig, aber nicht im Thierkörper vor.
c)nbsp; Der Rohrzucker (Saccharose) von der Formel G12H2S!Ou, enthalten im Zuckerrohr und in den Zackerrüben, im Thierkörper nicht vorkommend.
d)nbsp; nbsp;Der Inositz ucker von der Formol G0H.iiOlit kommt in Spargeln, grünen Bohnen und Erbsen, sowie normal in den Muskeln vor {Muskelzucker), namentlich im Herzmuskel, dagegen nicht im Harn. Sein Auftreten im Harn ist pathologisch (Inositurie).
e)nbsp; Der Milchzucker von der Formel 01jHggOll-|- liäO, kommt in der Milch zu 34 0/o vor, ausserdem abnormer Weise zuweilen während der Lactation im Harn (Lactosurie).
Für die praktische Harnuntersuchung hat von den genannten im Harn vorkommenden Zuckerarten nur der Traubenzucker Bedeutung, dessen Eigenschaften behufs besseren Verständnisses seiner Reactionen genauer besprochen werden müssen.
Eigenschaften des Traubenzuckers. Der Traubenzucker, welcher normal im Thierkörper sehr verbreitet, im Harn jedoch nur in ganz minimalen Mengen vorkommt, hat süssen Geschmack und ist im Wasser (und daher auch im Harn) leicht löslich, weniger in Alkohol, fast gar nicht in Aether. Seine wässerige Lösung zeigt starke rechtsseitige Polarisation, und zwar beträgt die Drehung des polarisirten Lichtstrahls nach rechts 53deg;; wegen dieser Eigenschaft wird der Traubenzucker auch Dextrose genannt. Vom chemischen Standpunkt betrachtet, besitzt der Traubenzucker die Eigenschafton eines Alkohols neben denen eines Aldehyds; seine Constitutionsformel lautet: 0ftHG(OH)B . COH. Aus dieser Formel geht hervor, dass er entweder als fünfworthiger Alkohol (OH 6mal) oder als Aldehyd (COH-Gruppe) aufgefasst werden kann. Als Aldehyd hat der Traubenzucker Neigung, sauorstoffhaltige Körper zu redn-
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#9632;
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Zuoker im Harn.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 3915
circn, d. h. ihnen den Sauerstoff zu entziehen. Mit Hefe zu-sammengehracht, verfällt der Traubenzucker in Alkoholgährung nach der Formel 06Hj8Oa = 2C2H. . OH-| 2C02 (2inal Alkohol und 2mal Kohlensäure). Endlich zeigt er heim Koclien mit starken Laugen Braunfärbung; indem er sich zu Caramel umwandelt. Von den genannten Eigenschaften des Traubenzuckers werden zu seinem Nachweise im Harn benützt:
1.nbsp; Die reduoirende Eigenschaft (Reductionsprobe).
2.nbsp; Die rechtsdrehende Eigenschaft (Polarisationsprobe).
3.nbsp; Die Gährung (Grährungsprobe).
4.nbsp; nbsp;Die Braunfärbung mit heisser Lauge (Moore'sche Probe).
Qualitativer Nachweis des Traubenzuckers im Harn. Die
Untersuchung des Harns auf Traubenzucker ist nur dann geboten, wenn entweder klinisch-anamnestische Momente oder gewisse äussero abnorme Eigenschaften des Harns das Vorhandensein von Zuckerharnruhr vermutlien lassen. Von den letzteren sind zu erwähnen hochgradige Polyurie, sehr helle Farbe, sehr hohes speci-fisches GJewicht und süsser Geschmack des Harns. Mit Hilfe dieser Beschaffenheit des Harns kann man in hochgradigen Fällen von Zuckerharnruhr auch ohne chemische Untersuchung diese Krankheit wenigstens mit Wahrscheinlichkeit feststellen. Für die Gewinnung einer sicheren Diagnose ist allerdings die Vornahme der einen oder anderen Zuekerprobe unerlässlich. Die für die Praxis wichtigsten Zuckerreactionen sind folgende:
a)Die Trommor'sche Zuekerprobe. Sie ist eine llcductions-probe. Man füllt ein Reagensglas zu etwa einem Viertel mit dem Harn, setzt mehrere Tropfen Kalilauge bis zur stark alkalischen Reaction hinzu und giesst dann tropfenweise eine 100;oige Lösung von Kupfervitriol in den Harn, wobei man nach jedem Tropfen umsehüttelt. Tritt hierbei eine lasurblaue Farbe auf, so ist schon dies ein Anzeichen dafür, dass sich wahrscheinlich Zucker im Harn befindet. Die Kupferlösung wird so lange dem Harn tropfenweise beigemengt, bis der beim Einfallen des Tropfens entstehende hellblaue Niederschlag sich wieder klar löst. Tritt keine Lösung mehr ein, so erwärmt man langsam und vorsichtig über einer Flamme. Bei Anwesenheit von Traubenzucker färbt sich zuerst der obere Theil und zuletzt die ganze Flüssigkeit gelhroth. Lässt man die Probe etwas stehen, so bildet sich ein gelbrother Niederschlag von Kupferoxydul. Die Zuckerreaction beruht also auf der Umwand-
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Zucker im Harn.
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lung der blauen Farbe des Kupfervitriols in die rothgclbe Farbe des Kupferoxyduls in Folge Sauerstoft'entzieliung (Reduction) nach der Formel:
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I. OuSO -f 2KHO = Cu(OH)8
Kupfer- Kalilauge Kupfer-
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SOJv,
Schwefel-a u u r i! s K a 1 i
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vitriolnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; liydroxyil
11. Cu(OH), - 0 = CuO -|- H20
Kupfer-quot; R e d u e- K u p fe r- Wa s s e r h y d r o x y d t i o 11 o x y il
m. CuO o = 0u8o
Kupfer- Hedue- Kupferoxydnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;tion oxydul (rolbgelb).
Vorbedingung für die Vornahme der Trommcr'schcn Probe ist, dass der Harn kein Eiweiss enthält. Es ist ferner wohl zu beachten, dass jeder Harn gewisse Stoffe enthält, welche schon normaler Weise, ähnlich wie der Traubenzucker, eine schwach reducirende Wirkung besitzen. Deshalb gibt auch der normale Harn mit der Kupferprobe eine gelbe oder gelhbräunliche Verfärbung, Insbesondere der Pferdeharn ist relativ reich an derartigen reduciremlen Stollen, von welchen Glykuronsäure, Kreatinin, Harnsäure und Brenzkatechin zu nennen sind. Diese reducirenden Substanzen des Pferdeharns sind u. A. von Hagemann genauer untersucht worden (Archiv für Physiologie. 1888). Audi nach der Verabreichung mancher Arzneimittel zeigt der Harn reducirende Eigenschaften, so nach der Aufnahme von Camphor (Camplioglykuronsäure), Chloroform, Cliloralhydrat, Car-bolsäure, Salicylsäure, BenzoSsättre, Terpentin, Copaivbalsam u. s. w. In allen diesen Fällen erreicht der Harn aber niemals die starke reducirende Kraft eines ausgesprochenen Diabetesharns. Vielmehr spricht eine auffallend gelbrothe Farbe und namentlich ein deutlicher gelbrother Niederschlag immer für Traubenzucker. In Zweifelsfftllen ist die Gtährungs- oder Polarisationsprobe vorzunehmen.
Andere Reduotionsproben. Uio Trommer'sche Probe reicht für die Zwecke der Praxis vollkommen aus. Lediglich der Vollständigkeit h.alber sollen noch erwähnt werden 1. die Böttger'sche Methode; Kochen des mit Soda (Natronlauge und Seignettesalz) versetzten Harns unter Beifügung einer Messerspitze von weissem Bismuthum suhnitricum = Schwarzfärbung durch reducirtes Wismuthmetall; 2. die Salkowski'sche Methode: Erhitzen dos Harns mit ammoniakalischer Silberlösung = schwarzer Spiegel von reducirtem Silber; 3. die Indigoprobe: Erwärmung des Harns mit Soda und Indigocarminhlau = Gelbfärbung in Folge lleduction des Indigoblaus zu Indigogelb.
b) Die Gährungsprobe. Der sicherste Nachweis vom Vorhandensein des Traubenzuckers im Harn wird durch die Gährung,
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Zucker im Harn.
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reap, die biebei entstellende Kohlensäure (neben Alkohol) geliefert. Diese Probe schlicsst jeden Zweifel über die Natur eines im Harn mittelst der Trommor'schen Probe etwa constatirton reducirenden Körpers aus. Wegen ihrer Einfachheit empfiehlt sie sich ausserdem besonders für die Praxis. Zu ihrer Vornahme bedient man sich eines sog. Gäbrungsröhrchens (Gährungssacclmromoter). Der linke Cylinder dieser Gährungsröhrchcn, welche in allen Instrumenten- und Glashandhingen zu haben sind (in Berlin
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Fig. 54.
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z.B. bei P. und M.Lautenschläger, Oranien-
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burgerstrasse*, AVarmbrunn amp; Quilitz, Rosou-thalerstrasse; Preis 4 Mark), wird mit 10 cem Harn gefüllt (vergl. Fig. 54). Hierauf bringt man 1 g frischer Prosshefe in den Harn und sperrt denselben durch Eingiessen von etwas Quecksilber, welches sich am unteren Bogen ansammelt, ab, worauf man das Röhrchen an einen warmen Ort (Ofen. Herd, Sonne) stellt. Nach einigen Stunden treten im linken Cylinder Gasblasen auf, welche sich oben an der Kuppe ansammeln und den Harn nach abwärts drücken. Die angebrachte Gradeintheilung bestimmt die Menge der Kohlensäure und gleichzeitig den Zuckergehalt in Procenten.
c)nbsp; Die Polarisationsprobe. Hierzu braucht man einen sehr complicirten Polarisir ungsapp a rat, welcher nur für grössere Kliniken und Anstaltsinstitute in Betracht kommt; diese Methode ist daher für die Praxis nicht geeignet. Wir ver
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wenden in unseren Kliniken den Mitsclier-
lich'sclien Polarisationsapparat, welcher gleichzeitig für die quantitative Zuckorbestimmung dient und sich zu wissenschaftlichen Zwecken vorzüglich eignet. Die Probe ist eigentlich keine chemische, sondern eine optisch-physikalische (vergl. die Lehrbücher der Physik).
d)nbsp; Die Moorc'schc Probe besteht darin, dass man den Harn mit Kalilauge versetzt und im Reagcnsglase mehreremal aufkocht, worauf eine Braunfärbung eintritt. Da der Pferdeharn häufig schon vorher eine braune Farbe besitzt, eignet sich diese Methode nur für den Hundeharn; an Sicherheit steht sie den übrigen Proben nach.
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Zucker im Hnrn.
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Quantitativer Zuckernachweis. Derselbe wird bei wissenschaftlicLen Untersuchungen, sowie an Lehranstalten vorgenommen und ist für die Praxis entbehrlich. Im Uebrigen ist die Analyse nicht gerade schwer und /,. B. bei der Gährungsprobe ohne Weiteres abzusehen. Gewöhnlich bedient man sich zur quantitativen Zuckeranalyse, d. h. zur Bestimmung der Zuckermenge, der Fehling'schen Lösung. Dieselbe besteht aus Kupfervitriol (34,G4 g), Seignettesalz (173 g) und officieller Natronlauge (lOükciu), welche mit destillirtem Wasser bis auf 11 verdünnt werden. 1 kern dieser Ivupferlösung braucht zu seiner Reduction, also zur Umwandlung der blauen in die rothgelbe Farbe, genau 6 mg Traubenzucker. Hierauf beruht die Titrirung und Berechnung. Die Ausführung der Titrirung ist folgende: Der mit destillirtem Wasser aufs Zehnfache verdünnte Harn wird in eine Titrirbürette gefüllt, unter welcher sich eine Porcellanschale über einer Flamme befindet. 20 kern der Fehling'schen Lösung werden mit destillirtem Wasser stark verdünnt in die Porcellanschale gegossen, worauf zu der heissen Fehling'schen Lösung der Harn aus der Büretto kubikeentimeterweise herunter gelassen wird. Das Ausfliessen-lassen des Harns wird solange fortgesetzt, bis die Kupferlösung in der Schale ganz entfilrbt ist. Da 20 kern der Fehling'schen Flüssigkeit 20 :#9632; 5 mg = 0,1 g Traubenzucker entsprechen, so ist der Zuckergehalt des Harns in Prozenten leicht zu berechnen. Hat man z. B, 25 kern Harn ausfliessen lassen müssen, um die Lösung zu entfärben, so sind in 25 kern Harn 0,1g
Traubenzucker, in 1 körn Ät~, in 100 kern
25nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;25
Traubenzucker enthalten. Da nun aber der Harn ursprünglich auf das lOfache verdünnt wurde, so ist die letztere Zahl mit 10 zu multipliciren; der Harn enthält demnach in Wirklichkeit 10 X 0,4 = 4 g Traubenzucker in 100 Theilen, mithin 4 0/o.
Neben dieser exakten, wissenschaftlichen Titrirung gibt es noch ein abgekürztes, praktisches Titrirungsverfahren, welches bei hinreichender Uebung annähernd richtige Zahlen gibt. Man füllt in ein gewöhnliches Reagensglas mit einer Pipette 2 kein Fehling'scher Lösung und verdünnt dieselbe mit 20 kern destillirtem Wasser. Die Kupferlösung entspricht dann 2x5 mg = 1 cg Zucker. Man erhitzt das Reagensglas sodann wie gewöhnlich und bringt den Harn tropfenweise so lange hinzu, bis die Kupferlösung entfärbt ist. Die zum Entfärben nothwendige Tropfenzahl entspricht 1 cg Zucker. Die Erfahrung hat nun folgende Ziffern ergeben:
100 Tropfennbsp; entsprechennbsp; einemnbsp; Zuckergehalt vonnbsp; nbsp; 0,2nbsp; nbsp;0|o
80nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;......nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;0,25
60nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;.,,.,,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ..nbsp; nbsp; nbsp; 0,3nbsp; nbsp;
50nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;..nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;..nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; .,nbsp; nbsp; nbsp; 0,4nbsp; nbsp; ,
40nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;.,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ,nbsp; nbsp; nbsp; 0,5nbsp; nbsp; nbsp;
80nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 0,6nbsp; nbsp;
25nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; .,nbsp; nbsp; nbsp; 0,8nbsp; nbsp;
20nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;nnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;1,0nbsp; nbsp; ,
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4 Tropfen entsprechen einem Zuckergehalt von 5,0nbsp; nbsp;quot;ja
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5. Untersuchung auf Chloride und rhosphate.
Chloride. Dieselben bilden einen normalen Bestandthcil des Harns, insbesondere das Clilornatrium, während Chlorkalium und Chlorammonium nur in kloinen Mengen darin enthalten sind. Gesunde Pferde scheiden täglich 2535 g Kochsalz mit dem Harn aus, Hunde je nach der Fütterung 0,255 g. Der Kochsalzgehalt des Harns ist natürlich abhängig von der Menge des in der Nahrung enthaltenen Cblornatriunis. Eine abnorme Verminderung des Kochsalzes im Harn kommt vor im Fieber, bei anämischen Zuständen, bei exsudativen Ent/.ündungsprocessen der Lunge, Pleura und anderer innerer Organe, sowie bei Ansammlung von Transsudaten in den Körperhöhlen. Das Kochsalz wird hiebei im Körper zurückgehalten, erscheint aber wieder im Harn, wenn die Resorption der Exsudate und Transsudate erfolgt. Die Menge der Chloride ist daher in den genannten Krankheiten von prognostischer Bedeutung. Im Verlaufe einer croupösen Pneumonie oder sero-tibrinösen Pleuritis verschwindet beispielsweise das Kochsalz aus dem Harn im Stadium der Hepatisation resp. Exsudation; dagegen bedeutet sein Wiedererscheinen den Beginn der Resorption. Der Nachweis der Chloride erfolgt im eiweissfreien, kalten, mit Salpetersäure ungesäuerten Harn mittelst Höllensteinlösung (100/()ig) als Chlorsilber in Form eines käsigen, weissen Niederschlags, dessen Menge an den einzelnen Unter-suohungstagen mit einander zu vergleichen ist.
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Phosphate. Die Bestimmung der Phosphate bat lediglich Bedeutung für den Pflanzenfresserharn, da der Fleischfresserharn normal verschieden grosse Mengen von Phosphorsäure enthält. Dagegen ist der Pflanzenfrcsserharn normal sehr arm an Phosphaten. Die Menge der Phosphorsäure beträgt bei gesunden Pferden durchschnittlich 0,080,10proMille (Fröhner, Liebermann), die tägliche Gesammtmenge '/*V8 g (Salkowski, Tereg). In Krankheiten dagegen, namentlich bei Verdauungsstörungen, steigt beim Pferde die Menge der Phosphorsäure, so dass die Phospbor-säure schliesslich über die Kohlensäure überwiegt und eine saure Reaction des Harns bedingt. Ueher die Ursachen dieser Erscbei-
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Indicau im Jlarn.
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nung und die Verbindungen, in welchen die Pliosphorsiiure auftritt, vergl. das Kapitel über die lleaction des Harns (S. 377). Der Nachweis der Phosphate im Harn geschieht nach unseren Erfahrungen am besten mittelst Uranacetat. Der mit Essigsäure stark angesäuerte Harn gibt heim tropfenweisen Eingiessen einer Lösung von essigsaurem üranoxyd einen gelbgrauen, wolkigen, ilockigen Niederschlag yon Uranphosphat. Jeder Pferdeharn, der diese Reaction gibt, ist ab nor in. Dass der Pferdeharn hiehei ausserdem gewöhnlich (jedoch nicht immer) sauer reagirt, ist S. 377 genauer besprochen worden.
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6. Untei'.suchung auf liulu-an.
Bedeutung. Indican hat man die normal in jedem Harn vorkommende indigobildende Substanzquot;, nämlich das iudoxyl-schwefelsaure Kalium genannt. Die Grundlage für die Entstehung des tndicans bildet das Indol, ein Product der Pankreasverdauung und Darmfäulniss, von der Formel 08H7N. Dieses Indol wird nach seiner Resorption im Blute zu Indoxyl, CsH7NO oxydirt und verbindet sich in der Niere synthetisch mit dem im Blut enthaltenen Kalium-sulfat zu indoxyl-schwefelsaurem Kalium, d. h. Indican. Der Pferdelaquo; ham enthält normal pro Liter circa 150 mg, der Hundeharn circa 10 mg Indican. Ein Pferd scheidet also täglich etwa 12 g Indican aus. Igt;ei abnormer Darmfäulniss ist die Menge des Indican 8 im Harn vermehrt (Indicanurie), weil im Darm mehr Lndol zur Resorption gelangt. Am stärksten ist die [ndicanaussoheidung, wenn in Folge ünwegsamkeit des Dünndarms die Päulniss daselbst zunimmt und der faulende Darminhalt nicht entleert werden kann. Nach Unterhindung des Dünndarms steigt deshalb auch beim Hund die Indicanausschcidung im Harn von 10 auf 43 ing (Jaffe). Wir haben namentlich im Verlauf acuter und chronischer Darmkatarrhe, sowie bei Koliken die Indicanaus* scheidung beim Pferd vermehrt gefunden. Der Harn der neugeborenen Thiere enthält kein Indican, weil hier die. Darmfäulniss noch fehlt. In der Menschenheilkunde wird ausserdem die Indicanurie diagnostisch zur Oonstatirung latenter Eiterungsprocesse verwerthet.
Nachweis. Das Indican ist eine farblose Substanz, kann mithin als solche nicht nachgewiesen werden. Durch Oxydation lässt es sich jedoch in Indigoblau überführen nach der Formel:
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Üivei'sc IlumbeslauiUlioili'.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;SO0
2C8H7NO Og = 01()HlhNo09 2H20. imioxyinbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Incllgoblan
Diese Ueberfülirung geschieht nacii dor Jai'fe'schon Indican-probe mittelst Chlor. Man füllt ein lleagensgläschen zu einem Viertel mit Harn, ein anderes mit einem gleichen Volum roher, rauchender Salzsäure. In die Salzsäure gibt man ferner wenige Tropfen (25) einer frischen Chlorkalklüsung (1 : 10 Wasser) und schüttet sodann die Salzsäure langsam in den Harn. An der Be-rübrungszonc entsteht hiebei ein blauer Hing von ausgeschiedenem Tndigoblau, welches mit Chloroform ausgezogen und kolorimetrisch bestimmt werden kann. In der Praxis genügt es, die Menge des In-dicans annähernd und vergleichsweise durch die Intensität der Blaufärbung der Harnprobe zu bestimmen. In sehr seltenen Fällen kommt es schon in der Niere und Blase zu einer Zersetzung des Indicans zu Indigoblau (blauer Harn und blaue Harnsteine beim Menschen).
Untersuchung auf diverse andere Harnbestaiultlieile.
Für die gewühnlichen Zwecke der Praxis genügt die chemische Untersuchung der bisbor genannten Harnbestandtheile vollkommen. Im Nachstehenden sollen noch kurz einige Körper genannt werden, deren Nachweis vorwiegend von rein wissenschaftlichem Interesse ist.
Harnstoff. Dieses Endproduct der regressiven Stoffmotarnorphoso des Eiweisses von der Formel COlNH^ kommt normal in wechselnden Mengen in jedem Harn vor. Der Pferdeharn enthält durchschnittlich 2,54 n/o (1002ü0 g pro Tag), der Hundeharn 46 0(o (5180 g pro Tag). Eine abnorme Vermehrung des Harnstoffs findet man bei allen fieberhaften Krankheiten, namentlich bei den acuten Ini'cctionskrankheitcn (Influenza, Brustseuche, Druse, Staupe etc.), bei Vergiftungen, insbesondere bei Phosphor- und Arsenikvergiftung (Eiweiss zerfallt hier zu Fett und Harnstoff), bei der Zuckerharnruhr (Eiweiss zerfallt hier zu Zucker und Harnstoff), sowie bei allen schweren constitutionellen Leiden. Verminderte Harnstoffausscheidung kommt vor bei Urilraio, Nieron- und Blasenkrankheiten. Der Harnstoff ist ferner von wesentlicher Bedeutung für die ammonia-kalische Harngiihrung in der Blase bei Cystitis (vergl. S. 378) und für die Bildung der Tripolphosphatstoine in der Blase, welche aus phos-phorsaurer Ammoniakmagnesia bestehen und sich durch Vereinigung des aus dem Harnstoff abgespaltenen Ammoniaks mit der phosphorsauren Magnesia des Harns bilden. Ausserdem kann der Harnstoff bei der Ei-weissbestimmung mit Salpetersäure insofern in Betracht kommen, als auch er bei grossem Harnstoffgehalt des Harns mit Salpetersäure einen Niederschlag gibt, welcher sich indessen im Gegensatze zum Eiweissniederschlage in der Wärme löst.
Die Bestimmung des Harnstoffs geschieht durch Titriren nach der Liebig'schen Methode, mittelst salpetersauren Quecksilberoxyds. Die Lösung dieses Salzes wird in eine Burette gefüllt, unter welcher in
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Diverse Hanibcstandtlieilc.
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einem Glaso 10 kein Hurn aufgestellt worden. Sie ist so eingerichtet, dass 1 kein der Quocksilberlösung = 0,04 quot;/ Stickstoff oder 0,085 Harnstoff entspricht. Man lilsst so lange tropfenweise die Lösung in den Harn ein-iliossen, bis aller Harnstoff an das Quecksilber gebunden und ausgeschieden ist. Dieser Zeitpunkt wird in der Weise gefunden, dass von Zeit zu Zeit 1 Tropfen Harn auf schwarzem Grlase mit einem Tropfen Sodalösung zusammengebracht wird; sowie überschüssiges Quecksilbernitrat vorhanden, also aller Harnstoff gefüllt ist, tritt eine gelbe Filrbung ein (gelbes HgO). Neuerdings wird der Harnstoff auch zu klinischen Zwecken lülufiger mittelst der Ejedahl'sohetl Stiokstoffbestimmung quantitativ nachgewiesen (Kochen des Harns mit Schwefelsäure, Destilliren mit Natronlauge, Ueber-führung des Harnstoffs in NH;t und Titrirung durch Normalsilure). Vergl. die Lehrbücher der chemischen Analyse.
Harnsäure. Dieselbe ist wie der Harnstoff ein Zersetzungsprodukt des Eiwoisses und kommt in geringen Mengen vor im Hundeharn, Katzenharn, sowie in Spuren im l'fordeharn, Rinder- und Schweineharn; sie findet sich ebenfalls in abnorm grosser Menge bei allen fieberhaften Krank-heitszuständen. lieber ihre Krystallformon vergl. das betreffende Kapitel bei der mikroskopischen Untersnchung. Die chemische Formel der Harnsäure ist O5H4N4O3. Für die Pathologie ist die Harnsäure weniger als solche, wie durch ihre Form wichtig. Während sie nämlich im normalen Harn als neutrales harnsaures Natron gelöst ist, geht sie bei gewissen Krankheitszuständen in das unlösliche saure harnsaure Natron über, oder fällt als freie Säure aus und bildet Sedimente resp. Harnsteine (sog. Uratsteino). Diese Uratsteine bestehen also aus freier Harnsäure und sauren harnsauren Salzen und finden sich namentlich beim Hunde. Man weist in ihnen die Harnsäure durch eine besondere chemische Reaction, die Murexid-probe nach. Die Harnsäure bildet nämlich mit Salpetersäure und Laugen behandelt eine prachtvolle Purpurfarbe. Die Ausführung der Murexid-reaction ist folgende: Man bringt die zu untersuchende Masse auf einen weissen Porcellantiogoldockel mit einigen Tropfen Salpetersäure zusammen und erwärmt die Masse ganz langsam, bis sie eingetrocknet ist. Hierbei nimmt sie eine zwiebelrothe Farbe an, welche beim Betupfen mit einem Tropfen Kalilauge schön purpurblau, mit Salmiakgeist schön purpurroth wird. Ueber die weitere chemische Untersuchung der Harn Sedimente vergl. S. 403. Die im Hundeharn neben und zuweilen statt der Harnsäure vorkommende Kynurensäure (0,20,8 g pro die) und Urocaninsäure hat keine diagnostische Bedeutung.
Hippursäure. Dieselbe findet sich normal im Harn sämmtlicher Säugethiere, in grösseren Mengen aber nur im Pflanzenfresserharn. Das Pferd scheidet täglich mit seinem Harn durchschnittlich 60160 g Hippur-säure (10|n der Harnmenge) aus. Chemisch ist sie eine Verbindung von Benzoesäure, 06Hj . 000H, und Glykokoll, CH2NH2 . COOH; die Synthese beider findet in den Nieron statt. Die Benzoesäure stammt zum grössten Theil von der Pflanzennahrung (ai'omatische Stoffe), zum kleineren aus dem Eivveiss unter dem Einflüsse der Pankreasfäulniss; das Glykokoll (Glycin) entsteht bei der PankreasVerdauung aus Leim. Eine Vermehrung der Hippursäure im Harn findet man nach der Verabreichung von Benzoe, eine Verminderung ist bei chronischen Nierenkrankheiten constatirt worden (Haubner), weil hier die synthetische Function der Niere, d. h. die Vereinigung von Benzoösäure und Glykokoll, durch die Thätigkeit der Nieren-zellon gestört ist. Auch das Chinin verhindert die Synthese der Hippursäure in der Niere. Man bestimmt die Menge der Hippursäure wie die
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Sonstige Harnbestandthcilo.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 401
dor Harnsäure durch Vorsetzen des Harns mit eonoentrirter Salzsäure (1 : 20) und 48stündiges Stehenlassen an einem kühlen Orte; die genannten Säuren scheiden sich dann in festem Zustande ab, können abfiltrirt, getrocknet und gewogen werden. Dio Phenacetursiluro hat keine klinische Bedeutung.
Phenol. Carbolsäure, CnH^OH, ist namentlich im Pferdoharn normal in gewissen Mengen und zwar durchschnittlich zu 3 g pro Tag (T e r e g) enthalten. Es entsteht im Darmcanal bei der Eiwelssf'Uulniss. Neben Phenol ist immer auch Kresol zugegen. Nach der Resorption ins Blut geht das Phenol mit dem schwefelsauren Kali des Blutes in der Niere eine Synthese ein, indem sich phenolsulfonsaures Kali bildet; als solches wird das Phenol im Harn ausgeschieden. Eine vermehrte Phenolausscheidung im Harn trifft man bei abnormer Darmfäulniss, bei Päulniss-processen (Cavernen) in der Lunge, bei Sepsis und Pyämie, sowie bei der Carbolvergiftung. Dagegen findet sich bei der Kolik, welche früher von Manchen als oine Art Phenolvergiftung aufgefasst wurde, häufig nicht mehr, sondern sogar weniger Carbolsäure im Harn (Tereg). Der Nachweis des Phenols erfolgt entweder mittelst Eisenchlorids (Blaufärbung) oder Bromwassers (weisser Niederschlag von Tribromphenol).
Brenzkatechin. Normaler Bestandtheil des Pfordeharns, von der Protokatechugerbsäure des Puttors herstammend, Formel CßH^OH),;. Das Brenzkatechin bedingt die dunkelbraune Nachfärbung des Pferdeharns beim Stehen und gehört zu den redueirendon Substanzen desselben (vergl. Untersuchung auf Zucker).
Xanthin. Normal in Spuren im Harn enthalten, harnsäureähnlicher Körper von der Formel CjHjN^ (Harnsäure 0). Sein Vorkommen bei Thieren ist bisher nicht genau untersucht. Der Menschenharn enthält normal in 300 1 nur 1 g Xanthin. Vermehrt ist es bei der Leukämie. Ausser-dem sind von Bedeutung die sehr selten im Harn vorkommenden Xanthin-steine (Xanthinurie).
Kreatinin. Normaler Bestandtheil des Fleischfresserharns (0,2*/raquo;), ausserdem auch im Pferde- und Rinderharn enthalten, Zersetzungsproduct des Muskeleiweisses, seine Ausscheidung geht daher parallel der HarnstofF-ausscheidung (vergl, S. 399). Im Uebrigen ohne klinische Bedeutung.
Acetoa. Aceton, OH30O0Hs und Acetessigsäure, CH-jCOCH^COOH, findet man im Harn in schweren Fällen von Diabetes und anderen mit hochgradigem Eiweisszerfall verlaufenden Krankheiten (Acetonurie); sein Vorhandensein bedingt eine sehr schlechte Prognose. Reaction; bei Anwesenheit von Acetessigsäure nimmt der Harn bei Zusatz von Eisenchlorid eine tief bordeauxrothe Farbe an; Acoton bedingt bei Zusatz einiger Tropfen frischer Natriumnitroprussidlösung und gleichzeitigem Alkalischmachen des Harns eine purpurrothe Farbe.
Diazoreaction. Beim Monsclien oft wichtig für die Diagnose des Typhus und Prognose der Phthisis. Die Reaction bezieht sich auf nicht näher gekannte aromatische Stoffe des Harns, welche mit Sulfo-diazobenzol charakteristische rothe Farben geben (tiefe Rothfärbung des Schüttelschaums).
Oxalsäure. Normaler Harnbestandtheil bei allen Hausthieren, namentlich beim Fleischfresser. Wahrscheinlich Zersetzungsproduct der Harnsäure. Die tägliche Ausscheidung beträgt beim Hund 220 mg. Wird meist als oxalsaurer Kalk ausgeschieden (vergl. S. 405). Ueber die vermehrte Ausscheidung (Oxalurie) vergl. S. 406.
Friedberger u. Fröhnor, Klinische Untersuclmngsmethodeii. 2. Aufl. 26
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402
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Sonstige Harnbestandthoile.
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Schwefelsäure. Kommt im Harn entweder als schwefelsaures Kalium, Natrium, Calcium vor (prilformirtoquot; Schwefelsäure) oder in organischen Verbindungen (sulfonsauresquot; Phenol, Indoxyl etc.). Ihre Ausscheidung geht parallel der Harnstoffausscheidung (Eiweisszerfall). Ohne klinische Bedeutung.
Kohlensäure. Normaler Bestandtheil des Pflanzenfresserharns (kohlensaurer Kalk). Bedingt die alkalische Reaction desselben (vergl. das Kapitel über die Keaction des Harns 8. 375). Nachweis: Aufbrausen des Harns bei Zusatz von Essigsilure, Salpetersäure und anderen Säuren.
Ammoniak. Zersetzungsproduct des Harnstoffs bei der Harngäh-rung (S. 399). Nachweis: stechender, ammoniakalischer Geruch, starke alkalische Reaction, Nebelbildung beim Ueberhalten eines mit Salzsäure befeuchteten Glasstabes (Ö1NI-1|).
Kalk. Normaler Bestandtheil des Pflanzenfresserharns (vergl. S. 375). Seine Ausscheidung ist vermehrt bei Osteotnalacie.
Leucin und Tyrosin. Abnorme Bestandtheile des Harns bei acuter gelber Leber atrophie (Lupinose), Phosphorvergiftung. Nachweis: durch die Krystallform.
Cystin. Seltener Bestandtheil der sog. Cystinsteine (Cystinurie). Nachweis: durch die Krystallform (vergl. S. 403).
Chemischer Nachweis von Arzneimitteln im Harn. 1. Carbol-Säure: Der Harn hat eine grünlichbraune Farbe, sein Destillat ('200 ccm Harn werden mit 40 ccm Salzsäure versetzt und etwa 150 ccm abdestillirt) gibt filtrirt und mit Bromwasser bis zur Gelbfärbung versetzt einen weissen Niederschlag von Tribromphenol, welcher gewogen und auf Phenol berechnet werden kann. 2. Salicyl säure: Der Harn färbt sich mit Eisenchlorid blauviolett; oder man säuert 30 ccm Harn mit Schwefelsäure an und schüttelt sie kräftig mit 30 ccm Aether durch, giesst den Aether ab und bringt zu diesem tropfenweise Eisenchloridlüsung. 3. Antipyrin: Der Harn färbt sich mit Eisenchlorid roth. 4. Phenacetin: Der Harn färbt sich mit Eisenchlorid braunroth. 5, Antifebrin: Der im Reagensglase mit '/b'/io Salzsäure gekochte und abgekühlte Harn färbt sich mit überschüssigem Ammoniak blau, mit 3 quot;joiger Carbolsäure und Eisenchlorid roth. 6. Jod: Der Harn wird mit einigen Tropfen rauchender Salpetersäure oder frischen Chlorwassers versetzt und dann mit etwas Chloroform geschüttelt; enthält er Jodkalium, Jodoform etc., so färbt sich das Chloroform rothviolett (abgespaltenes Jod). 7. Brom: Vergl. Jodnachweis; Chloroform wird gelb (aus Bromkalium abgespaltenes Brom). 8. Eisen: Bei starkem Eisengehalt grünschwarze Verfärbung durch Schwefelammonium ; bei schwachem Eisengehalt dampft man in der Platinschale 50 ccm Harn ein, verascht den Trockenrückstand und zieht die Asche mit verdünnter Salzsäure aus, welch letztere sodann bei Zusatz von Ferrocyan-kalium einen blauen Niederschlag gibt. 9. Blei und Arsenik: Der Nachweis ist sehr umständlich; vergl. die Toxikologie von Fröhner, 1890, S. 46 und 55. 10. Quecksilber: 1 1 Harn wird auf 70deg; 0. erwärmt, mit Salzsäure angesäuert und dann 1 Stunde mit 'ja g Messingwolle digerirt, worauf der Harn abgegossen und die Messingwolle zuerst mit heissem Wasser, dann mit Alkohol und Aether abgewaschen und zwischen Fliesspapier getrocknet wird. Hierauf stopft man sie in eine enge, beiderseits in Capillaren ausgezogene Glasröhre und erhitzt das Glas, wobei das Quecksilber sublimirt und in den Capillaren silberglänzende Ringe bildet, welche bei gleichzeitiger Anwesenheit von Jod schön rothes HgJ^ liefern.
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Untersuchung von Harnsteinen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;403
Chemische Untersuchung von Harnsteinen. Die gut gereinigten Steine werden zerschnitten resp. zersilgt und ein etwa vorhandener Kern herausgehoben und für sich besonders untersucht. Die fein pulverisirten Massen des Steins werden dann auf dem Platinblech durch Glühen zunächst dahin untersucht, ob sie aus organischen oder anorganischen Stoffen bestehen.
I.nbsp; Das Steinpulver hinterlilsst auf dem Platinblech keinen oder nur einen minimalen Rückstand, besteht also aus organischen Stoffen. Von solchen können in Betracht kommen: Harnsäure, harnsaures Ammonium, Xanthin, Cystin, Eivveiss, Fett, Indigo. 1. Harnsäure gibt die Murexidreaction (vergl. S. 400). 2. Harnsaures Ammonium entwickelt bei dieser lleaction gleichzeitig einen Geruch nach Ammoniak. 8. Xanthin färbt sich bei der Murexidreaction gelbroth. 4. Cystin löst sich in Ammoniak, beim Verdunsten der Lösung bleiben sechsseitige Krystalle zurück. 5. Eiweiss riecht beim Glühen nach verbranntem Horn. (i. Indigo löst sich in concentrirter Schwefelsäure mit blauer Farbe und entwickelt beim Erhitzen purpurrothe Dämpfe.
II.nbsp; nbsp;Das Steinpulver wird durch Glühen wenig geschwärzt und hinterlässt einen mehr oder weniger deutlichen Rückstand, besteht also wesentlich aus anorganischen Stoffen. Von solchen kommen in Betracht: Harnsaures Natrium, Kalium, Calcium und Magnesium, kohlensaurer Kalk, oxalsaurer Kalk, phosphorsaure Ammoniakmagnesia. 1. Harnsaure Salze geben die Murexidreaction; das Kalium wird mit Platinchlorid (gelber Niederschlag in der neutralen Lösung), das Natrium durch die Gelbfärbung der Flamme, das Calcium mit oxal-saurem Ammonium (weisser Niederschlag), das Magnesium durch Zusatz von Salmiak, Ammoniak und Natriumphosphat (Pildung von Tripelphos-phat) nachgewiesen. 2. Kohlensaurer Kalk braust mit Salzsäure auf. 3. Oxalsaurer Kalk löst sich in Salzsäure ohne Aufbrausen; das mit Ammoniak schwach alkalisch gemachte Filtrat bildet beim schwachen Wiederansäuern mit Essigsäure einen weissen pulverigen Niederschlag, der Krystalle mit Briefcouvertform zeigt. 4. Tripelphosphat; der ursprüngliche Stein, mit Kalilauge behandelt, liefert Ammoniak. 5. Kalk als solcher wird durch Versetzen des salzsauren Filtrats mittelst Oxalsäuren Ammoniaks nachgewiesen (Bildung von Calciumoxalat). 6. Magnesium wird durch Zusatz von Natriumphosphat und Ammoniak nachgewiesen (Bildung von Tripelphosphat). 7. Phosphorsäure gibt mit Eisenchlorid einen grauweissen Niederschlag. Bezüglich der genaueren Ausführungen vergl. die Lehrbücher der chemischen Analyse.
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C. Die mikroskopische Untersuchung des Harns.
Allgemeines. Wie die chemische, so ist auch die mikroskopische Untersuchung des Harns ein unentbehrliches klinisches Hilfsmittel für die Diagnose der Nieren- und Blasenkrankheiten. Insbesondere muss bei jeder abnormen Trübung und Sedimentbildung, bei auffallender Färbung, bei a 1 k a 1 i s c h e r R e a c t i o n des Pleischfresscr-harns, beim Verdacht auf eine Nierenentzündung, Nierenbeckenentzündung und auf Blasenkatarrh, zur Unterschei-
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Mikroskopische Harnuntersuchung.
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dung von Häniaturio und Hilmoglobinurie, sowie in allen Fällen von Albuminurie eine genaue mikroskopische Untersuchung des Harns zuerst mit schwächerer, dann mit stärkerer Vorgrösserung vorgenommen worden. Zuweilen ist auch die Ausführung einer mikrochemischen Reaction nothwendig. Die körperlichen Beimengungen des Harns kann man im Allgemeinen in nicht organisirte (krystalli-nische und amorphe Körper) und organisirte (Blut- und Eiter-körperchcn, Epithelien, Cylinder etc.) eintheilen; die letzteren sind gewöhnlich von grösserer diagnostischer Bedeutung, als die ersteren. Wir theilen die mikroskopisch nachweisbaren Elemente der Einfachheit halber ein in:
1.nbsp; Krystalle,
2.nbsp; Zellen,
3.nbsp; Harncylinder.
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1. Krystalle im Harn.
Kohlensaurer Kalk. Derselbe ist ein normaler Bestandtheil des alkalisch reagirenden Pfordeharns neben geringen Mengen von
Fig. 55.
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Sedimfiuto eines normalen Pfenleharns mit den veracliiedencn Formen des kohlensauren Kalkes, a a Kalkschlaucho (Kalkcylinder), b b Krystalle von oxalsaurem Kalk.
kohlensaurer Magnesia. Der kohlensaure Kalk krystallisirt in verschiedenen Formen.
Am häufigsten ist die Kugelform mit radiärer, strahliger Streifung, gelblicher Färbung und concentrischer Schichtung bei den
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Mikroskopische Harnuntersiidmiig.
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grösseren Kugeln; meist sind die Kugeln in der Grosse sehr verschieden, bald sehr gross, bald wieder sehr klein, häufig gruppiren sich auch mehrere kleinere Kugeln 2, 8, 4 u. s. w. zu grösseren Kugelhaufen. Daneben kommen Bi s q ui tf or m e n, Trommelschlegel, Wetzsteine, Kreuze und Rosetten vor. Namentlich prävaliren in dem an der Oberiläche des Harns sich bildenden Kalk-häutchen die Trommelschlegclformen. Die Identitätsbestimmung der Oarbonatkrystalle ist eine sehr einfache: sie brausen alle bei Zusatz von Essigsäure oder Salzsäure unter Gasentwicklung auf (C02, Bildung einer Luftblase statt des Krystalls). Das Fehlen der Carbonatkrystalle im Pferdeharn ist immer
EiS. 50.
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üxalsaurer Kalk aus Pfevdcliarn.
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pathologisch; meist besteht in diesem Falle gleichzeitig saure Reaction (vergl. S. 376).
Oxalsaurer Kalk. Derselbe findet sich in kleinen Mengen in jedem Harn, namentlich im Pferdeharn und Hundeharn. Er krystalli-sirt gewöhnlieh in glänzenden, stark lichtbrechenden und scharfkantigen Quadratoktaödern, welche, auf dem Scheitel stehend, das Bild quadratischer, im Liegen dagegen länglicher, oblonger Brief-couverts mit Diagonallinien hervorrufen.
Nebstdem krystallisirt er auch in quadratischen Prismen mit pyramidalen Endflächen, seltener in kugeligen oder knolligen, sanduhrähnlichen (Dumbbells) oder ulmenfruchtartigen Gestalten. Da die letzteren Formen auch dem kohlensauren Kalk eigen sind, so sind
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Mikroskopische Harnuntorsuchung'.
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die Briefcouvertformen und quadratischen Prismen für die Erkennung des Oxalsäuren Kalks am wichtigsten. Der oxalsam-e Kalk unterscheidet sich von dem kohlensauren durch seine Unlöslichkeit in Essigsäure, von Gips und Harnsäure durch seine Löslichkeit in Salzsäure, von den ebenfalls quadratischen Kochsalzkrystallen durch seine Unlöslichkeit in Wasser, von den Tripelphosphatkrystallen durch die leichte Löslichkeit der letzteren in Essigsäure. Vermehrte Ausscheidung von Oxalsäure (Oxalurie) findet man vor Allein im sauren Pferdeharn, lieber die klinische Bedeutung der Oxalurie bei unseren Haustbioren sind noch genauere Untersuchungen anzustellen. Feser und Friedberger (Plltz'sohe Zeitschrift für prakt. Vet.-AViss., 1874) fanden die Krystalle des Oxalsäuren Kalks in auffallend grösseren Mengen bei Indigestionskoliken, fieberhaften Rheumatismen, Septikämie, Pharynxangina und Starrkrampf. Nach Siedamgrotzky und Hofmeister (Diagnostik) beobachtet man eine grössere Menge von Krystallen bei liespirationskrankheiten mit verminderter Sauerstoffaufnahme, so z. B. bei dämpfigen Pferden nach der Bewegung; die quantitative Untersuchung bestätigt indessen nicht immer eine wirkliche Vermehrung. Das Auffinden grösserer Mengen von Krystallen des Oxalsäuren Kalks ist daher ohne diagnostische Bedeutung. Quantitative chemische 1 Untersuchungen über Oxalurie bei den Hausthieren fehlen zur Zeit.
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Tripelphosphatkrystalle. Als solche bezeichnet man die Krystalle der phosphorsauren Ammoniak-Magnesia. Ihre Grundform ist das rhombische Prisma, wie es sich am charakteristischsten in den sog. Sargdeckelkrystallen (Pig. 57a) ausprägt. Im Uebrigen kommen auch mangelhaft ausgebildete, sehr kurze Krystalle vor, welche zuweilen den Oxalatkrystallen gleichen. Die Tripelphosphatkrystalle finden sich nur im alkalischen und neutralen Harne, sind in Wasser unlöslich, dagegen leicht löslich in Essigsäure (Unterschied von den Oxalaten). Ihre Anwesenheit in frischem Harn ist immer abnorm. Meist beweisen sie, wenn sie schon im frisch abgesetzten Harn nachweisbar sind, das Vorhandensein einer am-moniakalischen Harngährung in der Blase oder im Nierenbecken, sind also diagnostische Kennzeichen einer Cystitis resp. Pyelitis. Dagegen können nach längerem Stehen auch im gesunden Harn Sarg-deckelkrystalle auftreten, sobald sich Fäulniss oder Zersetzung im Harn eingestellt hat. Man findet sie deshalb auch nach sehr langem Aufenthalt des Harns in der Blase.
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Mikroskopische Hiiruuntersuchung.
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Schwefelsaurer Kalk. Der schwefelsaure Kalk (Grips) tritt zuweilen als Sediment im sauren Pferdeharn auf, kann sich aber auch
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Harnsediment eines Hundes mit Tripelphosphatkrystallen (chronische, imrulent-liämorrhagisohe
Cystitis).
a a Krystalle der phosphorsauren Ammoniakmasnesia, b Blasenepithel, c rothe Blutkörperchen,
c' dieselben in Stechapfelform, dd weissc Blutkörperchen, bezw. Eiterkörperchen, e Körnchen-
kugeln, ff Spaltpilze (Vergrösserung ca. 300).
Pior. 58.
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Gipskrystalle nus Pferdeharn.
im normalen alkalischen Pferdeharn heim Ansäuern hilden, wenn im Harn andere Alknlisulfate und Calciumcarbonat enthalten sind.
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Mikroskopische Haruuntorsuchung.
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Namentlich entsteht im normalen Plerdeliarn zuweilen beim Ansäuern mit Essigsäure zunächst Calciumacetat und aus diesem durch Umsetzung mit den vorhandenen Sulfaten Calciumsulfat. Man beobachtet
Fig. 59.
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Haviisiiiiresodimento aus Pferdelinrn. (Nach Feser und Friedberger.)
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dies insbesondere nach der innerlichen Verabreichung von schwefelsauren Alkalien (Glaubersalz, Bittersalz, Karlsbadersalz), sowie bei der Vornahme der Hoppe-Seyle r'schen E i w e i s s-
Fig. 60.
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Harnsäurekrystalle aus Pferde- und Hundeharn.
(Nach Siedamgrotzky und Hofmeister.)
a Harnsäurekrystalle aus Pferdeharn, b aus Hundeharn.
reaction, bei welcher der Harn mit Essigsäure und concentrirter Glaubersalzlösung versetzt wird, wobei die obige Umsetzung eintreten und Gips entstehen kann. Das Verschwinden des Niederschlags bei
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Mikroskopisclio Harnuntersuohungf.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;409
Zusatz von Salpetersäure, sowie seine Schwere scluitzt vor der Verwechslung mit Eiwoiss. Ansserdem bildet die Krystallform des Gripses eine sichere Unterscheidung von dem amorphen Eiweiss-niederschlage.
Der schwefelsaure Kalk krystallisirt nämlicli entweder in säulenförmigen, monoklinischen Prismen, welche oft zu Drusen vereint sind, oder in dicken, kurzen Tafeln; dabei löst er sich im Wasser und in kalten Mineralsäuren so gut wie gar nicht auf.
Feser und Priedbergcr, welche die Ausscheidung des Gipses im Pferdeharn genauer untersucht haben (Pütz'sche Zeitschrift, 1874 und 1875), beobachteten bei einem kolikkranken Pferde, dem Sulfate innerlich verahreicht wurden, ein grob krystallinisches Sediment in dem stark sauren Harn, welches ganz aus Gips bestand, und zwar waren 10 g Gips im Liter Harn enthalten. Sie fanden aber auch ohne Verabreichung von Sulfaten, z. B. bei Pharyngitis, grössere Mengen von Gips im sauren oder angesäuerten Pferdeharn. Das vermehrte Auftreten von Gips ist daher ohne besondere diagnostische Bedeutung.
Harnsäure und ihre Salze. Die Harnsäure bildet einen normalen Bestandtheil des Pleischfresserharns, welcher sie in Form des neutralen harnsauren Natriums gelöst enthält; dagegen ist sie im normalen Harn der Pferde, Rinder und Schweine nur in Spuren vorhanden. In abnormen Mengen, sowie als Sediment findet sie sich zuweilen auch im Pferdeharn bei länger andauerndem hohem Fieber, sowie bei anhaltendem Hungerzustand. Die Krystalle der freien Harnsäure sind sehr verschieden; sie sind zunächst weis.s-gelb gefärbt und zeigen entweder Wetzstein-, Rosetten- und Hellebardenform (Fig. 6ü) oder sie bilden feine Nadeln, welche oft zu Drusen und Büscheln vereinigt sind (Fig. 59). Die in den Sedimenten enthaltenen harn sauren Salze (Ammonium, Natrium, Kalium, Calcium) bilden entweder ein amorphes Pulver, oder Büscheln aus Nadeln zusammengesetzt, oder Kugeln, welche mit stacheligen, kleinen Prismen besetzt sind (Igelkrystalle); bei Zusatz von Salzsäure oder Essigsäure scheidet sich die leichter erkennbare freie Harnsäure in Krystallform aus. Die Harnsäure ist ausserdem als solche durch die Murexidreaction unschwer nachzuweisen (vergl. S. 400). Die freie Harnsäure löst sich in Wasser und Essigsäure nicht, dagegen in Kalilauge, Natronlauge, kohlensaurem Kali und Natron, sowie in Salpetersäure. Klinische Bedeutung hat die
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Mikroskopische Ha^llunter3uchung#9632;.
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Harnsiiure lediglich als Sedimentbildner und Bestandtheil von Harnsteinen. Im sauren Harn eines an Bronchitis erkrankten Pferdes fanden Eeser und Friedherger ein gelblichweisses, kry-stallinisches, aus Schollen bestehendes Harnsäuresediment mit nadel-förmigen Ivrystallen unter dem Mikroskop (Fig. 59); der Harnsäuregehalt des Harns betrug circa 2 g pro Liter.
Hippursäure. Dieselbe ist ein normaler Bestandtheil namentlich des Pferdeharns. Ihre Krystalle (Hippursäure und hippursaurer Kalk) haben lediglich eine differentialdiagnostische Bedeutung
Fig. 61.
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Ilippuisiuirekrystalle aus Pferdeliarn, (Nach Sledamgrotssky und Hoftnelster.)
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insofern, als sie mit anderen Krystallen, insbesondere mit Tripelphos-phat- und Harnsäurckrystallen, verwechselt werden können. Die freie Säure bildest rhombische, vierseitige Prismen oder Nadeln, welche häufig drusige Anordnung zeigen, der hippursäure Kalk rhombische Tafeln, Nadeln und Säulen. Durch ihre Unlöslichkeit in Salzsäure unterscheiden sie sich von den Tripelphospbatkrystallen.
Hämatoidinkrystalle. Dieselben bilden gelbrothe, gelbe oder gelbbräunliche, sehr kleine, rhombische Täfelchcn oder feine, häufig büscholig und strahlig angeordnete Nadeln. Man findet sie zuweilen bei der häinorrhagischen Nephritis, wenn das Blut dem Harn längere Zeit beigemengt war (siehe Fig. 64).
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Mikroskopische Harnuntersuchung.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;411
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3. Zellen im Harn.
Epithelzellen. Für die mikroskopischo Untersuchung des Harns auf das Vorhandensein von Epithelzellen in demselben ist zunächst die Thatsache von Bedeutung, dass auch der gesunde Harn häufig vereinzelte Epithelzellen, namentlich Blasenepithel enthält. Sehr viel seltener findet sich im normalen Harne Nierenepithel in vereinzelten Exemplaren; das Auftreten des letzteren ist daher von wesentlich grösserer diagnostischer Bedeutung. Während 2 oder 8 Blasenepitlielzellen in einem Präparate durchaus nichts Krankhaftes zu bedeuten haben, ist der Befund von ebensoviel Nieren-zollen zum Mindesten eine sehr auffallende Erscheinung, welche die Wahrscheinlichkeit einer Nierenkrankheit nahe legt. Im Uebrigen ist die Entscheidung der Frage, ob die Menge der vorgefundenen Epithelzellen eine normale oder abnorme ist, meist dadurch erleichtert, dass bei krankhaften Zuständen der Blase oder Nieren gewöhnlich zahlreiche Zellen dem Harn beigemengt sind. Zuweilen sind sogar so viele Zellen im Harn suspendirt, dass derselbe dadurch getrübt wird oder selbst ein Sediment bildet (Cystitis purulenta, Nephritis desquamativa z. B. im Verlauf der Hämoglobinämie des Pferdes). Eine Vermehrung der Epithelzellen im Harn beweist immer eine krankhafte Abstossung derselben in den betreffenden Organen auf Grund katarrhalischer oder entzündlicher Zustände. Für die Zwecke der Diagnostik ist es dabei von Wichtigkeit, nicht nur die Menge der Epithelzellen, sondern vor Allem auch ihre Form festzustellen, um so Schlüsse bezüglich ihrer Herkunft und des genauen Sitzes der Krankheit (Blase, Nieren etc.) ziehen zu können; ausserdem muss der übrige Harnbefund, sowie das ge-saramte klinische Krankheitsbild damit in Verbindung gebracht werden.
Aus der Form der Epithelzellen, sowie aus ihrer G-rösse lässt sich der Krankheitsherd meist ziemlich sicher nachweisen.
a) Das Nieronepithel ist als Cylinderepithel viel kleiner, als das Blasenepithel, insbesondere besteht das secernirende Epithel der gewundenen Harncanälchen, das eigentliche Drüsenparenchym, welches für die Diagnose der Nierenkrankheiten am wichtigsten ist (Fig. 62 a, vergl. ausserdem Fig. 64 u. 65), aus kleinen, rundlichen oder unregelmässig polygonalen, granulirten und scharf conturirten Zellen mit grossem Kern und von der ungefähren Grosse eines weissen Blutkörperchens.
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Mikroskopisclio Hiirniiutersiiolmny.
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Diis in diagnostischer Hinsicht etwas weniger bedeutungsvolle Rpithel der Sammelröhren hat mehr eine cylindrische und cubische, als runde Form (Fig. 62 b). Eine Vermehrung dieser Zellen im Harn beweist meist das Vorhandensein einer schweren Nierener-krankung, deren Gefährlichkeit mit der Zahl der Zellen wächst; am häufigsten findet man sie bei Nierenentzündung. Zuweilen sind die Nierenzellen auch verfettet (fettige Degeneration).
b) Das Epithel der Blase, des Nierenbeckens, des Harnleiters und der Barnröhre ist Pflaster- oder Plattenepithel und als solches, im Gegensatze zum Nierenepithel, in den obersten Schichten, welche bei Krankheiten in erster Linie abgestossen werden, sehr gross, dabei dünn, durchsichtig, von sehr unregel-
Filaquo;. 62.
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Kpitlielien aus der Niere des Pferdes.
a Rindenepithel, b Epithel aus den Sammelröhren, o Pllasterepithel aus dem Nierenbecken (obere
Sehiclite), d Pllastereiiithel aus dem Nierenbecken (tiefere Sclüclite).
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massiger, bald rundlicher, bald vielockiger Form und mit einem Kern versehen (Fig. 62 c, vergl. ausserdem Fig. 63b, 04 e). Das Epithel der tieferen Schichten, das sog. Uebcrgangsepithel, unterscheidet sich von dem der oberen Schichten durch seine schlanke, schmälere Form und durch das Auftreten von Fortsätzen, wodurch die Zellen geschwänzt, keulenförmig oder backzahnähnlich werden (Fig. 62 d). Zahlreiche Epithelzellen aus der oberen Schicht sprechen für eine mehr oberflächliche, solche aus der tieferen Schicht für eine tiefer gehende Erkrankung der Schleimhaut. Dagegen lässt sich aus der Form dieser Pflasterzellen nicht mit Sicherheit erschliessen, aus welchem Theilc des harnausführenden Apparates sie stammen, ob also die Blase, das Nierenbecken, der Harnleiter oder die Harnröhre erkrankt ist. Speciell die sichere Unterscheidung des Nierenbecken-
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Mikroskopische Harnuntersuclumg.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 418
vom Blasenepitliel ist meist unmöglicli. Im Allgemeinen hat aber die praktische Erfahrung gelehrt, class eine grosse Anzahl vonPflaster-epithelien im Harn, wenigstens beim Pferd und Hund, häufiger bei Blasenleiden (Blas e nkatar r h), als bei Krankheiten des Nierenbeckens vorkommt. Für die Erkrankung des letzteren spricht ferner das vorwiegende Auftreten geschwänzter Zellformen. Bei weiblichen Thieren bat man nicht ausseiquot; Acht zu lassen, dass dem Harn beigemengte Plattenepithelzellen auch von der Scheidenschleimhaut herstammen können; besonders zahlreich findet man sie bei Scheiden-katarrhen, weissem Pluss etc.
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Weisse Blutkörperchen. Die Leukocyten sind runde, granulirte, undurchsichtige und (nach Säurebehandlung erkenntlich) kernhaltige Zellen, welche bekanntlich eine verschiedenartige Bedeutung haben. Entweder sind sie zellige Elemente des Blutes und heissen dann weisse Blutkörperchen, oder sie sind auf Eiterungsprocesse zurückzuführen und heissen dann E i t e r k ö r p e r c h e n , oder endlich sie finden sich im Schleim als sog. Schleimkörperchen. Nur die letztgenannten findet man in seltenen Fällen und auch da immer nur ganz vereinzelt im normalen Harn. In der Hegel beweist das Vorkommen von Leukocyten das Vorhandensein eines krankhaften Zustandes, und zwar entweder einen Eiterungs-process oder eine Blutung in den Harnorganen. Als weisse Blutkörperchen sind die Leukocyten im Harn dann zu bezeichnen, wenn neben ihnen eine überwiegende Mehrzahl rother Blutkörperchen (50300 mal mehr) im Harn enthalten ist. Dagegen sind sie als Eiterkörperchen aufzufassen, wenn rothe Blutkörperchen fehlen oder nicht in hinreichender Anzahl vorhanden sind. Es bat somit meist keine Schwierigkeit, den Charakter der Leukocyten zu bestimmen. Zuweilen findet man die weissen Blutzellen auch in Form von Cylindern als sog. Leukocytencylinder.
Bei weiblichen Thieren, sowie bei männlichen Hunden muss man sich hüten, zufällige eiterige Beimengungen, welche von einer Vaginitis oder Endometritis, sowie von einem Präputialkatarrh herstammen, auf Eiterungsprocesse in den Organen des Harnapparates zu beziehen. Die letzteren können an sehr verschiedenen Stellen auftreten. Aus den Eiterkörperchen an und für sich kann der Sitz der Eiterung nicht erkannt werden. Eiterkörperchen findet man vielmehr im Harn sowohl bei Krankheiten der Blase, als auch der Nieren, des Nierenbeckens, der Harnleiter und der Harnröhre. Die
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Mikroskopische Harnuntersuchung.
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wichtigsten Kmnkheiten, bei welchen im Harn Eiterkörperchen auftreten, sind: Cystitis, Nephritis und Pyolitis. Seltener stammen sie von der Prostata (Prostatitis, Prostataahscess) und von Nieren-abscessen her; die Herkunft der Eiterkörperchen kann nur dann einigermassen festgestellt werden, wenn neben ihnen noch andere für das betreffende Organ charakteristische Zellen im Harn enthalten sind, a) Bei eiteriger Cystitis und Pyelitis findet man neben den Leukocyten Plattenepithel/ellen der oberflächlichen oder tieferen Schleimhautschichte, sowie häufig Tripelphosphatkrystalle(vergl. Fig. 57 u. 03). Die Entscheidung, welche von den beiden genannten Krank-
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Fig. 63.
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9nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; f
Harnsedimont einer Kuli mit Pyelitis (Pyelo-Neplnitis).
a a geschwänzte Epithelien (Nierenbecken), b Pllnsterapitliel, o Koniclienkugel, d weisse Blut-
körperdien (Biterkoipi vrlien), e rothe Dlutkörp'relien, f'Tripelpliosjilmtkrystalle, ggggg Haufen
ausseist kurzer Bacillen (Bacillus pycloueplnitis bovis,, h h Sclileiinzüge, i Detritusmassen.
0 \,.e
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heiten vorliegt, ist auf Grund des mikroskopischen Befundes allein nicht immer zu stellen. Beim Blasenkatarrh sind die Plattenepithel-zellen meist zahlreicher vorhanden, während bei der eiterigen Pyelitis weniger Plattenepithel und ausserdem zuweilen die charakteristischen backzahnartigen tieferen Epithelzellen der Nierenbeckenschleimhaut nachzuweisen sind. Wichtiger für die Unterscheidung beider Krank-heitszustände ist der übrige klinische Befund. So ist der eiterige Blasenkatarrh oft mit Dysurie und Strangurie verbunden und die Blase bei der Palpation zuweilen schmerzhaft; andererseits findet man bei der Pyelitis des Rindes die charakteristischen Bacterien der Pyelo-
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Mikroskojusdio Harnuntersuchung.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;415
nephritis (Fig. 68 g g g g g). Von Belang ist ferner die praktische Erfahrung, dass im Allgemeinen Eiterungsprocesso in der Blase häufiger beim Pferd und Hund, im Nierenbecken dagegen häufiger beim Rind vorkommen.
b) Bei Nephritis sind neben den Leukocyten entweder Nierenzellen oder Harncylinder vorhanden, während Plattenepithelzellen fehlen. Für gewöhnlich sind die Eiterkörperchen bei der Nephritis nicht so zahlreich vorhanden, wie bei der Cystitis und Pyelitis. Nur bei den übrigens sehr seltenen Nierenabscessen (eiterige Nephritis) kann bei einer Entleerung derselben nach dem Nierenbecken der Harn so grosse Mengen von Eiterkörperchen enthalten, dass er eine weisse, eiterartige Farbe und BeschaÖenheit annimmt.
Rothe Blutkörperchen. Das Auftreten von rothen Blutkörperchen im Harn ist immer abnorm, auch wenn nur ein einziges darin enthalten ist, und bedeutet stets einen pathologischen Vorgang in den Harnorganen, vorausgesetzt, dass das Blut nicht aus der Scheide oder aus dem Uterus stammt (Menstruation, Metrorrhagie). Neben den rothen sind immer auch weisse Blutkörperchen vorhanden; sind die letzteren in einer der Zusammensetzung des Blutes entsprechenden Zahl im Harn enthalten und ist der Harn gleichzeitig roth gefärbt, so spricht man von Hämaturie (Blutharnen, Blutpissen), während bei unverhältnissmässig grosser Anzahl der weissen Blutkörperchen ein hämorrhagisch-eitcriger EntzündungS2)rocess vorliegt.
Die rothen Blutkörperchen kommen entweder einzeln oder gehäuft im Harn vor; sie sind dann geldrollenartig an einander gelagert (frische Blutungen) oder in Form von Blutklünipchen, Blutgerinnscln, Blutkuchen und Blutcylindern im Harn enthalten. Die hierdurch bedingte verschiedenartige Färbung des Harns ist schon früher beschrieben worden (S. 363). Die einzelnen Blutkörperchen erhalten sich in ihrer charakteristischen Form und Färbung verhältnissmässig lange Zeit im Harn; erst bei Fäulniss des letzteren gehen sie zu Grrundo. In frischem Zustande zeigen sie die bekannte r u n d ej biconcave Scheibenform, sowie eine blassgelbe Färbung; später werden sie kugelförmig, gebläht, geschrumpft, stechapfelförmig, gequollen und abgeblasst (vergl, Fig. 57 c c').
In diagnostischer Beziehung ist hervorzuheben, dass aus der Anwesenheit und Beschaffenheit der rothen Blutkörperchen allein ein Rückschluss auf den genaueren Sitz der
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Mikroskopisohe Harnuntersuchung.
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Kriinkheit im Hurnapparat (Blase, Nieren, Hai'nröhre etc.) nicht möglich ist. Die rothen Blutkörperchen können vielmehr, wie die weissen, an jeder heliehigen Stelle sich dem Harn heigemengt haben. Man tindet sie speciell hei folgenden Kranlcheitszuständen:
a)nbsp; Bei Nierenverletzungen nach einem Schlag auf die Nierengegend, nach schwerem Fall, Ueberfahrenwerden, zu heftiger Anstrengung beim Ziehen, Einwanderung von Fremdkörpern etc.
b)nbsp; nbsp; Bei Nierenentzündungen (hiimorrhagische Nephritis). Insbesondere verlaufen acute Nierenentzündungen im Initialstadium häufig mit geringgradiger Hämaturie. Ferner'gehören hieher jene
Fig. 64.
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narnsefliment eines Hundes mit Nepliritis. a a Niercnepithel, b weisso Blutkörpcrclien, c rotlie Blutkörpcrolien, (t Körnchenkugel. e Pflasterepithel, f Spaltpilze, r HiimatoidinkrystiUle, h Spennatozoen.
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Nephriten, welche durch die Einwirkung thierischer und pflanzlicher Acria (Terpentinöl, Colchicum, (Jantbariden, scharfe Diure-tica), gewisser Pilze (Host-, Brand-, Schimmelpilze), sowie einiger metallischer Gifte (Quecksilber, Phosphor) hervorgerufen werden. Von praktischer Bedeutung ist vor Allem die durch die Aufnahme scharfer Pflanzen entstehende Hämaturie, welche eine Form der gewöhnlich als Blutharnenquot; bezeichneten Krankheit beim Rind bildet.
c)nbsp; Bei Nierenhyperämie, sowohl congestiver als Stauungshyperämie.
d)nbsp; Bei Pyelitis und Pyelonephritis. Auch die Anwesenheit von Eustrongylus gigas kann Blutung verursachen.
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Albuminurie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 417
e)nbsp; Bei Cystitis, sowohl die acute häinoirliagisclie als auch die chronische, zu Gofässenveitprungou führende Form.
f)nbsp; Bei Blasensteinen, Blasonverletz ungen, Blasen-t u m o r e n, B1 a s e n g e s c h av ü r e n.
g)nbsp; Bei Harnröhrenentzündung, -Verwundung, -steinen etc. h) Bei Prostatitis.
i) Bei acuton Infectionskranklieitcn, in deren Verlauf sich eine sog. h am or r hagische Diathese entwickelt, so vor Allem beim Milzbrand, bei der Pyämie und Septikämie, im Verlaufe des Pete-ohialfiebers. der Pocken, der Hundestaupe u. s. w.
k) Bei constitutionellen Krankheiten, in erster Linie bei Hümophilie, sodann bei Leukämie, pernieiöser Anämie u. s. w.
1) Bei Anwesenheit von Filarien im Blute, welche Läsionen der NierengefJlsse und dadurch Blutharnen erzeugen.
Der Mannigfaltigkeit dieser Krankheitszustttnde wegen ist es in differentialdiagnostischer Hinsicht schwer und nur zu häufig geradezu unmöglich, die Frage nacli der Abstammung und klinischen Bedeutung der rothen Blutkörperchen im Harn zu beantworten. Im Allgemeinen ist Folgendes zu beachten. Für die Nierenblutung charakteristisch ist der Nachweis der sog. Blutcylinder, d. h. Ausgüsse der llarncaiiälclien mit coaguiirtem Blute. Ausserdem sind bei der Nierenblutung Blut und Harn inniger mit einander gemischt, die Farbe des Blutes ist eine mehr braunrothe bis braunschwarze, die rothen Blutkörperchen sind oft geschrumpft und die Fibringerinnsel bereits verfärbt. Endlich sprechen etwaige Symptome einer Nierenentzündung, die Anwesenheit von Nierenepithel, Exsudatcylindern etc., für die Niere als Sitz der Blutung (vergl. Fig. 64). Bei Hlasen-hlutungen wird das Blut mehr in geronnenem Zustande, in grösseren oder kleineren Klumpen entleert; dabei besteht Drang zur Harnentleerung. Die Farbe des Blutes ist eine hellere; die rothen Blutkörperchen sind oft noch ganz deutlich erhalten, sowie die Fibringerinnsel gefärbt. Ausserdem lässt sich das reichliche Vorhandensein von Blasenepithel etc. für die Diagnose der Blasenblutung verwerthen. Bei Harnröhrenblutung endlich geht das Blut aucli unabhängig von der Harnentleerung und meist in Tropfenform ab.
Schleim. Wie schon früher erwähnt wurde, ist der Schleim ein normaler Bestandtheil namentlich des Pferdeharns. Neben dem chemischen Nachweis (wolkiger Niederschlag mit Alkohol) ist der mikroskopische dann von diagnostischer Bedeutung, wenn der Schleim
Friedberger u. Frcihnor, Klinische Untcvsaclmngsmotlioden. 2. Aud. 27
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Ilarnoylindtr.
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in Form sog. Schleim/Uge (Cyliiulroide) odor Schleim wölken im Harne der Fleischfresser auftritt. Das Auffinden derartiger Züge oder Wolken ist inshesondere im Hundeharn immer abnorm. Zum Unterschiede von den Harncylindern, mit welchen sie sehr leicht vorwechselt werden können, sind die Sclileimziige von sehr unregelmässiger Glestalt und ausserordentlich wechselnder Dichtigkeit; es fehlt ihnen namentlich die scharfe seitliche Begrenzung und der stahile Breitendurchmesser, wie sie den Harncylindern eigen sind (vergl. Fig. (53). üehor das Auftreten grösserer Schleimmengen bei Cystitis, Pyelitis, Pyelonephritis und Nephritis, sowie bei Allgemeinkrankheiten vergl. S. 370.
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3. Haraoylluder.
Eintheilung. Man versteht unter Harncylindern oder Nieren-cylindern solide oder röhrenförmige, walzen- oder schlauchartige Ausgüsse der Harnröhrchen von verschiedener Länge und Dicke, sowie von sehr verschiedener Zusammensetzung. Am häufigsten findet man sie beim Pferde, wo sie oft geradezu massenhaft und selbst makroskopisch sichtbar vorkommen (vergl. S. 3(36), seltener trifft man sie im Harn des Bindes und Hundes. Nach der verschiedenen Natur und nach dem verschiedenen Aussehen unterscheidet man folgende Arten von Harncylindern:
a) Kalkcylinder.
h) Epithelcylinder.
c)nbsp; Granulirte Cylinder.
d)nbsp; Hyaline Cylinder.
e)nbsp; Colloide Cylinder.
0 B1 u t k ö r p e r c h e n c y 1 i n d e r. g) H ä m o g 1 o b i n c y 1 i n d e r.
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Kalkcylinder. Dieselben sind im Gregensfitze zu allen anderen Harncylindern, welche gegenüber den Kalkcylindern wohl auch Ei-weisscylinder oder Exsudatcylinder heissen, ein normaler Bestandtheil des Pferdeharns (vergl. S. 36(i). Sie bestehen aus einer schleimigen Grandsubstanz mit eingelagertem kohlensaurem Kalk, sind scharf conturirt, von ziemlich gleichbleibender Breite, schwach und fein gekörnt, daneben aber doch noch durchsichtig (vergl. Fig. 55 a a u. 05 a). In differehtialdiagnostisoher Hinsicht sind sie von grosser Bedeutung wegen einer etwaigen Verwechslung mit den übrigen Harncylindern.
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Harucyliiiclur.
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Sie sind als Kalkcylinder leiolit daran zu erkennen, dass sie; sich ))ei Säurezusatz (z, B. Essigsäure) unter Gasentwicklung (CO^) aufhellen; diese Gasentwicklung unterscheidet sie speciell von den granulirten Cylindern. Von den Schleimzügeii (Cylindroiden) unterscheiden sie sich ausserdcin durch ihre scharfen Contouren und ihre ziemlich gleich-massige Breite.
Epithelcylinder. Dieselben bestehen bei den Thieren ineist aus soliden, hyalinen oder gekörnten Eiweisscylindern, auf welchen die Epithelzellen der Harncanillchen aussen aufsitzen (vergl. .Fig. 05 c). Diese Epithelzellencylinderquot; im eigentlichen Sinne des Wortes findet
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e Kalk(
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Ilanii'ylinilor. ylimler, ii grannlli'tei' BxsndatoyUnder, o Epitheloyllndori
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man fast ausschliesslich beim Pferde, wo sie durch Exsudatioir in die Harncanälchen mit nachfolgender Epithelabschuppung entstellen. Häutig trifft man die Epitbelzellen an dem einen Ende des Cylinders in grösserer Anzahl angehäuft (vergl. Fig. 66 c u. c')-Seltener findet man bei den Thieren die beim Menschen in der Regel vorkommenden sog. Epithelzellcnschläuchequot;, welche aus an einander gekitteten und im Zusammenhang von der Wandung der Harnröhrchen abgelösten Nierenepithelien besteben. Im Gegensatze zu den übrigen Cylindern ist bei den Epithelcylindern der Band häufig stellenweise etwas eingekerbt oder eingezogen. Die aufsitzenden Epithelien sind oft gequollen und in körnigem oder fettigem Zerfall begriffen. Sie zeigen gewöhnlich den Charakter des eigentlichen BJndenepithols, zu-
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Hanicylinder.
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weilen aber auch, besonders beim Pferde, den Charakter des Epithels der Saimnelröhrchen (Bellini'schen liöhrchen). Die durchschnittliche Länge der Cylinder beträgt 24 nun, selten mehr, häufig weniger. Ihre Dicke wechselt je nach der quot;Weite der Hiirnröhrchen, aus denen sie stammen; durch Druck auf das Deckgläschen lassen sie sich zuweilen sehr leicht platt drücken und erscheinen dann wesentlich breiter. Neben den Epithel-cylindem und ihren Bruchstücken findet man immer auch noch einige freie Nieronepithelien, sowie sog. albuminoide Körperchen (vergl. Eig. 60 a, b, d). Die Epithelcylinder beweisen mit Sicherheit das Vorhandensein einer acuten parenchymatösen (desqua-mativen) Nephritis.
Fig. 05. d
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Bplthelzellenoylindec (Harosedlment (^iics Pferdes mit parenobymatöseri iiozw. desquaniativer
Nephritis, im Verlaufe einer Hämoglobinämie entstaniien).
a a Eindeuepitlielion! b Enlthsl aus den grosseu Saminelriihren, e Exsudatcylinclci', mit des-
quantlrteu EpItheUen l)elef;t und letztere an dem einen Ende des (Zylinders Stark gehäuft (('/).
d (1 Detritus, hezw. Exsudatpartikilehen (sof.'. albunumiide Kbiperchen).
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Granulirte Cylinder. Die granulirten oder körnigen Cylinder (vergl. Eig. 65b) sind nach den Einen Exsudutionsproductc des Blutes, nach den Anderen Secretionsproducte der Nierenzellen. Sie bestehen aus einer Ei we iss sub stanz (albuminoide Substanz), in welche gröbere oder feinere körnige Massen (geronnenes Eiweiss, Fett, Phosphate etc.) eingelagert sind. Sie haben eine dunklere Eärbung als die hyalinen Cylinder, aus welchen sie übrigens hervorgehen können. Im Gegensatze zu den ebenfalls gekörnten Kalkcylindcrn zeigen sie bei Säurezusatz keine Gasentwicklung. Die granulirten Cylinder
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Hanicyliuder.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;421
kommen gleichfalls im Verlaufe der acuten parenchymatüseii Nephritis vor; vereinzelt scheinen sie übrigens auch bei Stauungs-hyperilmie der Niere im Harne aufzutreten.
Hyaline Cylinder. Dieselben unterscheiden sich von den granu-lirten dadurch, dass sie homogen, sehr hell und durchsichtig sind und sehr feine Contouren besitzen, so dass sie oft erst durch Beschattung des Gesichtsfeldes oder durch Zusatz verdünnter Farbstofflösungen (Jod, Anilin) sichtbar gemacht werden können. In diesem reinen homogenen Zustande, also ohne jede Körnung, kommen sie bei den Tliieren nur selten vor. Meistens sind sie, wenigstens stellenweise, schwach gekörnt. Ausserdem gibt es die verschiedensten üebergänge von den hyalinen zu den granulirten Cylindern, so dass zweifellos eine Umwandlung ersterer in letztere stattfindet. Die hyalinen Cylinder bestehen ebenfalls aus einer albuminoiden Grundsubstanz. Man rindet sie vorwiegend bei den mehr langsam verlaufenden subacuten und chronischen Nephriten. Im Uebrigen sind sie für das Vorhandensein einer Nephritis durchaus nicht so patho-gnostisch wie die Epithelcylinder; man beobachtot sie vielmehr auch bei Stauungshyperämie, sowie zuweilen im Eieberharn und hei einfacher AlbU m i nu r ie.
Colloide Cylinder. Die colloiden, waebsartigen oder gelben Cylinder sind durch ihren matten Glanz, ihre gelbliche Farbe und homogene Beschaffenheit ausgezeichnet. Sie sollen nur bei chronischer Nephritis vorkommen und scheinen mit den hyalinen Cylindern chemisch verwandt zu sein.
Blutkörperchencylinder. Dieselben bilden Ausgüsse der Harn-canälchen mit Blut (Blutzellencylinder) und sind charakteristisch für Nierenblutung und hämorrhagische Nephritis. Mikroskopisch bestehen sie aus rothen und weissen Blutkörperchen und Fibrinfäden. Ausserdem kommen bei eiteriger Nephritis auch Cylinder vor, welche bloss aus weissen Blutkörperchen bestehen, sog. Leukocytencylinder (Kitt).
Hämoglobincylinder. Man rindet sie zuweilen bei der Hämo-globinurie, namentlich des Pferdes.
Sonstige geformte Harnelemente. Von normalen zelligen Bestand-theilen des Harns sind zunächst kurz zu erwähnen Spermatozoon, welche namentlich im Hundeharn zuweilen in grösseron Mengen vorkommen, ohne dass Krankheitserscheinungen nachzuweisen sind. Auch Fetttropfen sind
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422nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Untersüohtittg der Nieren.
luiuKg ein ganz normalor 15estandtheil des Hundeliavns. In einigen Fällen haben wir allerdings auch eine pathologische Lipurie beim Hunde beobachtet, so im Verlunf'o von anämischen und cachektischen Krankheits-zuständen, von croupöser Pneumonic bei einzelnen staupekranken Hunden etc. Bei nekrotisirenden Processen im Nierenparenchym oder auf der Blasenschleimhaut findet man ferner zuweilen G e websfet/en (abgestorbenes Nieren-Prostata- und Schleimbautgewebe bei eitriger Nephritis, Prostatitis, diphtheritiseher Cystitis: losgerissene Zotten papillöser Wucherungen der Blasenschleimbaut). Auch Krebszellen können mikroskopisch nachgewiesen werden. Von thierischen Parasiten wären zu erwähnen die Embryonen der Blu tf ilar ie n, sowie die Eier von Eustrongy lus gigas. Endlich kommen im Harn die verschiedensten pflanzlichen Parasiten, namentlich Päulniss- und pathogeno Bacterion vor (vergl. das Kapitel über bacteriologische Untersuchung der Secrete und Gewebe). An dieser Stelle soll lediglich hervorgehoben werden, dass der frisch abgesetzte Harn gesunder Thiere keine Bacterien enthält, dass sich jedoch im normalen Harn sofort din verschiedensten Fäulnissbacterien in grosser Anzahl ansiedeln und entwickeln.
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Die Untersuchung der Harnorgane.
1. Die Untersiiclunig der Nieren.
Untersuchung beim Pferd und Rind. Bei der tiefen versteckten Lage der Nieren (vergl. S. 330 u. 3,19) ist ihre klinische Untersuchung nur in sehr beschränktem Masse möglich und dem entsprechend die diagnostische Ausheute nicht sehr erheblich. Es können speciell die Inspection und Percussion gar nicht in Betracht kommen, vielmehr lassen sich lediglich durch Pulpation gewisse Anhaltspunkte über erhöhte Empfindlichkeit oder Schmerzhaftigkeit, über Grosse und Umfang der Nieren, sowie über Abscesse in der Umgebung der Nieren gewinnen. Die Palpation kann bei den grösseren Hausthieren in verschiedener Weise vorgenommen werden, nämlich entweder von aussen her in der Nierengegend, oder von innen vom Mastdarm aus.
Bei Druck auf die Nierengegend von aussen lassen sich bezüglich der Beschaffenheit der Nieren nur sein- mangelhafte diagnostische Resultate erzielen. Nur selten ist man im Stande, durch Palpation der Nierengcgond von aussen deutliche Schmcrzäusscrungen nachzuweisen. Am ehesten gelingt dies noch bei den acuten Ent-zündungszuständen der Nieren, hei welchen namentlich Pferde auf Druck in der Nierengegend den Bücken stark einbiegen. Im Uebrigen darf man hiebei nicht vergessen, dass auch manche ganz gesunde
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Untersuchung flcr Xioron.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 42;i
Pferde so eniptindlicli sind, duss sie bei Druck in der Nierengegend sofort den Rücken einsenken.
Viel wichtiger ist die rectale Untersuchung, welche darin besteht, dass man den Arm möglichst weit durch den After in den Mastdarm bis zur Nierengogend vorschiebt und mit der Spitze der Finger die Nieren abzutasten versucht, Bei kleineren und kürzer gebauten Thieren kann man auf diese Weise Aufschluss erhalten über abnorme Empfindlichkeit und Schmerzhaftigkeit der Nieren und ihrer Umgebung (acute Nephritis, paranepbritische Abscesse), über Vergrosserung derselben (Nierentumoren, Cystenniere, Hydro-nephrose), sowie umgekehrt über etwaige Verkleinerung (Atrophie, Schrumpfnierc), über Unebenheit der Oberfläche (chronische interstiticlle Nephritis), über abnorme Consistenz, insbesondere über Fluctuation (Pyonephrose, paranephritische Abscesse, Hydro-nephrose, Cystenniere). über Dislocation der Nieren (Wanderniere) u. s. w.
Untersuchung bei den kleineren Hausthieren. Beim Hund
und Schaf, sowie bei der Ziege und Katze lassen sich die Nieren nur von aussen, dureb die Bauchpresso hindurch, untersuchen. Dieses Verfahren liefert Jedoch bei den kleineren Hausthieren wesentlich bessere Resultate, als beim Pferd und Rind, weil mau hier durch die dünneren Bauchdecken hindurch die Niereu besser abtasten kann. Am leichtesten gelingt dies bei der Katze, bei welcher die Nieren sehr genau palpirt werden können (Anfänger halten die bei der Palpation der Bauchhöhle bei der Katze deutlich fühlbaren Nieren zuweilen für Tumoren). Die Untersuchung wird am besten am stehenden Thiere in der Weise vorgenommen, dass man beide Daumen auf die Lendenwirbel und die übrigen Finger unten in der Nierengegend atif die Bauchdecken zu beiden Seiten aufsetzt und einander entgegen drückt; ausserdem können die Nieren bei Rücken- oder Seitenlage untersucht werden. Wie bei der oben erwähnten Rectaluntersuchung lassen sich auch hier Empfindlichkeit, Grosse, Form, Consistenz und Lage der Nieren feststellen.
Gleichzeitig werden mit der Nierenuntersuchung auch Veränderungen des Nierenbeckens nachgewiesen-, sehr schwierig und unsicher ist dagegen die Untersuchung der Harnleiter. Nur beim Rind lassen sich zuweilen stärkere Verdickungen der Harnleiter vom Mastdarm aus feststellen (Hess).
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424nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;l'ntorsuchung dor Harnblase.
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2. Die Untersuchung der Harnblase.
Untersuchung beim Pferd und Rind. Die Lage der Harn-blase (vergl. S. 336 u. 340) ermöglicht im Gegensatze zu den Nieren bei allen Hausthieren, insbesondere auch bei den grösseren, eine genauere Untersuchung auf Schmerzhaftigkeit, Grosse und Consistenz. Beim Pferd und Rind palpirt man die Blase vom Mastdarm aus, bei weiblichen Tbieren wohl auch von der Scheide aus. Die rectale (innerliche) Palpation ergibt je nach dem Püllungszustande der Blase ein verschiedenes Untersuchungsresultat. Bei leerem Zustande derselben findet man an der unteren Mastdarm wand nach Einführung der Hand bis ungefähr zum Handwurzelgelenk die apfeiförmig oder birnlormig gestaltete, derb anzufühlende Blase. Bei massiger Füllung fühlt man sie nach etwas tieferem Einschieben der Hand in den Mastdarm als kugeligen oder sphäroiden, seitlich und von vorne umgreif baren, scharf abgegrenzten, glatten Körper, welcher sich je nach dem Grade der Füllung bald als schlaffe, bald als gespannte, mit Flüssigkeit angefüllte Blase anfühlt. Meist stellt sich bei den Thieren schon auf leichten Druck Harndrang und freiwillige Harnentleerung ein. Bei sehr starker, praller Füllung der Blase stösst die explorirende Hand unmittelbar nach dem Eindringen in den Mastdarm auf einen mächtigen, kugeligen Tumor von straffer, elastischer Spannung, welcher ins Lumen des Mastdarms hereinragt und bei stärkerem Drucke schmerzhaft ist.
Untersuchung bei den kleinereu Hausthieren. Im Gegensatze zum Pferd und Rind macht sich hier die Blase, namentlich bei mageren Hunden und Katzen, bei sehr starker Anfüllung zuweilen schon durch die Inspection in der Nabel- und Flankengegend in Form einer auffallenden, gesohwulstartigen Hervorwölbung der Bauchwand bemerklich. Sodann kann bei den kleineren Hausthieren die rectale Untersuchung keine Anwendung linden, die Blase wird vielmehr äusserlich von den Bauchdecken aus mittelst der sog. externen Palpation untersucht. Am besten palpirt man die Blase am stehenden oder auf den Rücken gelegten Thier. Man tastet beim stehenden Thier beiderseitig mit den inneren Handflächen die Bauchwand vom Beckeneingang bis zur Nabelgegend ab, wobei die Blase im leeren Zustande als darmähnliches, aber etwas derberes und mehr umschriebenes Gebilde, im gefüllten als schwappender, glatter, rundlicher,
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Untersuchung der Harnblase.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;425
nach vorn und hinten abgegrenzter, muhr oder weniger stark gespannter Tumor gefühlt wird, welcher bei der Percussion einen leeren Schall gibt. Wie bei der rectalen, so hat man sich auch bei der externen Palpation vor der Anwendung eines allzu starken Druckes zu hüten, weil beim Vorhandensein von Blasengeschwüren oder bei Ueberausdelmung der Blase unter Umständen eine Berstung der letzteren herbeigeführt werden kann.
Differentialdiagnose. Eine mit Harn stark gefüllte Blase, wie sie namentlich bei der Harnverhaltung in Folge Lähmung des Detrusor, bei Compression der Harnröhre durch die vergrösserte Prostata und bei Anwesenheit von Harnsteinen beobachtet wird, kann leicht mit Ascites, Tumoren in der Bauchhöhle, sowie gewissen Uteruskrankheiten verwechselt werden. Um Verwechslungen nach diesen llichtungen hin zu vermeiden, ist die künstliche Entleerung des Harns mittelst Katheterisirens in solchen Fällen neben der Palpation angezeigt. Bei kleineren Hausthieren, namentlich bei Hunden, kann selbst eine explorative Punction der Blase als dilferentialdiagnostisches Mittel in Betracht kommen. Vorschwindet nach der Einführung des Katheters bezw. nach dem Harnabflüsse der durch Palpation nachgewiesene Tumor oder liefert seine Punction Harn als Inhalt, so kann es sich thatsächiieh nur um die Blase handeln. Auch die Anamnese, speciell der Nachweis, ob und wie das Thier in der letzten Zeit urinirte, sind für die Unterscheidung von Belang. Neubildungen in der Blase sind am besten bei massiger Füllung der Blase an ihrer derberen Consistenz, umschriebenen, von der übrigen Blasenwand sich abhebenden Form, sowie an dein Umstände zu erkennen, dass ihre Grosse sich nach Entleerung der Blase nicht ändert. Im Gegensatze zu Ascites endlich ist die Dämpfung bei Blasenüberfüllung von rundlicher und stabiler Form, während sie bei Bauchwassersucht horizontal ist und bei Rückenlage verschwindet oder einem tympanitischen Tone Platz macht.
3i Die Untersuchung der Harnröhre.
Man nimmt die Untersuchung der Harnröhre vor zu dem Zwecke, um Verstopfungen derselben durch Fremdkörper, insbesondere durch Harnsteine, sowie Verengerungen durch Stricturen oder Compression von aussen nachzuweisen. Das wichtigste Untersuchungs-mittel ist der Katheter. Sodann lässt sieh das Beckenstück der
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42(:gt;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;üiitorsuclmng- der Hararöhrä.
Harnröhre bei den männliclien Hiiusthieron durch manuelle oder digitale Palpation untersuchen, und zwar beim Pferd und Rind durch die in den Mastdarm eingeführte Hand, bei den kleineren Thicrcn durch den eingeführten Finger. Auch der am Mittelfleisch verlaufende Tlieil der Harnröhre lässt sich durch Inspection und Palpation untersuchen. Dasselbe- gilt für den Ruthentheil der Harnröhre und seine Ausmündung. Bei Stuten und Kühen endlich lässt sich die kurze, weite Harnröhre leicht von der unteren Scheidenwand aus mit dem Finger untersuchen.
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Specielle Diagnostik der durch die Harnuntersuchung nachweisbaren Krankheiten.
Acute, parenehymatöse Nephritis. Oligurie oder Anurie. Starke Albmninurio, zuweilen Hiimiiturie. Epithelcylinder, granulirte und hyaline Cylinder, Nierenepithel, rotho und weisse Blutkörperchen im Harn. Hohes specifisclies Gewicht des Harns. Empfindlichkeit be/.w. Schmerzhaftigkeit der Niere bei Palpation.
Chronische parenehymatöse Nephritis. Meist Oligurie mit starker Albuminurie, Epithelcylinder, Wachscylinder, verfettetes Nierenepithel, weisse Blutkörperchen im Harn. Allgemeine Wassersucht, besonders Anasarka.
Chronische interstitiello Nephritis (Schrumpfniore). Polyurie, sehr niedriges specifisclies Gewicht des Harns (bis 1002), wenig Eiweiss, wonig Zollen und Harncylinder im Harn. Symptome der Horzbypertroiihie.
Stauungsniere. Oligurie, schwache Albuminurie, hyaline Cylinder, vereinzelt rothe Blutkörperchen, höheres specifisclies Gewicht.
Active Nierenhyperämie. Polyurie, niederes specifisclies Gewicht.
Amyloidniere. Albuminurie, Wachscylinder, gleichzeitige Lober-scliwellung, bei lokalen Eiterungsproccsson im Körper.
Pyelonephritis. Seditnentbildnng im Harn, viel Eitei-körperchen, Backzahn- und Plattenepithel/.ollen, Schleimzüge, Tripelphosphatkrystalle, speeifische Bacterionhaufen.
Cystitis. Dysurie, Strangurie, alkalische Reaction dos Pleischfresser-harns. Sedimentbildung, viel Pflasterepithel (einfacher Katarrh) und Eiter-körperehen (eiteriger Katarrh), Tripelphosphatkrystalle, Schmerzhaftigkeit der Blase bei Palpation.
Zuckerharnruhr. Traubenzucker im Harn, hohes specifisclies Gewicht, Polyurie, süsser Geschmack, Acetongeruch des Harns.
Icterus. Gallenfarbstoffo im Harn.
Darmkatarrh. Saure Reaction des Pflanzenfresserharns, vermehrter Indicangehalt, Gallenfarbstoffo im Hundeharn.
Exsudative Krankheiten (Pneumonie, Pleuritis). Oligurie, Chlo ride im Harn vermindert oder fehlend.
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Die Untersuclmng des Greschlechtsapparates.
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Allgemeines. Wie bei den Übrigen Organen empfiehlt sieh bei der Untersuchung des Goschlechtsapparates eine gewisse Reihenfolge. Am einfachsten ist nachstehendes Untersuchungsschema:
I. Weibliche Geschlechtsorgane.
1.nbsp; Umgebung der Sohamspalte. Besichtigung des Dammes, der Unterfläche des Schweifes, der Innenfläche der Schenkel (Ausfluss, Blutung, Krusten, Aphthen, Geschwüre),
2.nbsp; Scham. Besichtigung und Betastung der Schamlippen und Clitoris. In Betracht kommen Farbe, Temperatur, Zusammenhangstrennungen, Bläschen. Geschwüre, Ausfluss, Empfindlichkeit, .)uckreiz. Blitzen.
3.nbsp; Scheide. Einfache Besichtigung oder Untersuchung mit dem Scheidenspiegel; Palpation. Zu beachten sind Farbe, Temperatur, Secret, Empfindlichkeit, Wunden, Geschwüre, Knötohen, Bläschen etc. der Scheidenschleimhaut, sowie die Untersuchung des Scheidenausflusses (Menge, Farbe, Oon-sistenz, Geruch, mikroskopischer Befund).
4.nbsp; Uterus. Aeussere Untersuchung von den Bauohdecken aus, innere Untersuclmng von der Scheide und vom Mastdarm aus, comhinirte Untersuchung. Von Wichtigkeit sind Grosse, (Jonsistenz, Empfindlichkeit, Lage.
5.nbsp; Eierstöcke. Palpation vom Mastdarm aus (Pferd und Rind).
6.nbsp; Euter. Besichtigung und Palpation (Grosse, partielle Schwellungen, Prallheit, Schlaffheit, Empfindlichkeit, Temperatur). Untersuchung der Zitzen und supramammären Lymphdrüsen.
7.nbsp; Gcsclilechtstrieb. Verminderung oder Steigerung.
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428nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Untersuchung des Gcsolileclitsiipparatcs.
E. Männliche Geschlechtsorgane.
1.nbsp; nbsp;Vorhaut und Umgebung. Besichtigung und Palpation.
2.nbsp; nbsp;Penis. Form, Grosse, Schwellungen, Bläschen, (xeschwüre, Lähmung etc.
3.nbsp; Scrotum. Schwellung, Schmer/haftiglccit, Beschaffenheit der Hoden etc.
Bezüglich der Anatomie der Geschlechtsorgane vergl. die Topographie der Beckeneingeweide S. 3;)4 ff.
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1. Die Untersuehnng der weiblichelaquo; (üesehlechtsorgane.
Scheidenausfluss. Bei gesunden Hunden findet man bekanntlich einen blutig-serösen Scheidenausfluss zur Zeit der Menstruation. Dieser physiologische Auslluss darf nicht mit pathologischen Scheiden-ausflüssen verwechselt werden, wie sie bei zahlreichen Krankheiten des Uterus und der Scheide, sowie bei einigen Infectionskrank-h ei ten beobachtet werden. Die wichtigsten Krankheitszuständc. welche einen Scheidenausfluss bedingen, sind folgende:
a)nbsp; Einfacher Scheiden- und Uteruskatarrh (Vaginitis und Endometritis catarrhalis). Der Auslluss ist serös-schleimig; er beschmutzt den Schweif, die Scham und die Innenfläche der Schenkel.
b)nbsp; Eiterige Vaginitis und Endometritis. Der Ausfluss ist schleimig-eiterig.
c)nbsp; Chronische katarrhalische Endometritis (Fluoralbus). Der AusHuss ist glasig-schleimig.
d)nbsp; Septische Endometritis (Septicaemia puerperalis). Der Ausfluss ist missfärbig, schmutzig gelb oder rötldich oder bräunlich, jaucheähnlicb, übelriechend.
e)nbsp; Metrorrhagio (Uterusblutung, #9632;/.. B. bei Milzbrand). Der Ausfluss ist rein blutig.
f)nbsp; Bläschenausschlag. Der Ausfluss ist anfangs serös-schleimig, später schleimig-eiterig und kann selbst jauchig und blutig werden.
g)nbsp; Rinderpest. Der Ausfluss ist blutig-eiterig oder eiterigjauchig.
h) Uterus tuberkulöse. Der AusHuss ist schleimig-eiterig, seltener blutig und enthält Tuberkelbacillen.
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Untersuchung dös QoBobleohtsajiparntesinbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 42!'
i) Uterus krebs. Der Auslluss ist jauchig-blutig und enthält Krebszellen.
k) Beschälseuche. Der Austluss ist anfangs trüb gelb-röthlich, später wird er klebrig, niissfarbig, jauchig, ätzend.
Zu vermeiden sind Verwechslungen des Scheidenausfliisses mit schleimigen, eiterigen, jauchigen oder blutigen Massen, welche aus der Blase, dem Nierenbecken und der Niere herstammen und nach dem Uriniron theilweise im Sclieidencanal verblieben sind.
Scham. Sieht man von den localen Kntzündungsprocessen (Vul-vitis) und Neubildungen der Scham ab, so findet man diagnostisch wichtige Veränderungen an der Vulva bei den nachstehenden allgemeinen Krankheitszuständen:
a)nbsp; Bei Septicaemia puerperalis ist die Scham phlegmonös geschwollen, gerottet, selbst dunkelroth gefärbt, höher temperirt, mit jauchigem Secret und zuweilen auch mit diphtheritischen Geschwüren besetzt. Nicht selten greift die phlogmonöse Schwellung von der Scham auch in die benachbarte Umgebung über.
b)nbsp; Beim Blas eben aussch lag der Kühe und Stuten wird die Scham ebenfalls gesehwollen, höher gerothet, schmerzhaft, heiss, mit dunkolrothen Punkten oder Flecken, zuweilen auch mit hirsekorn- bis erbsengrossen Bläschen und Geschwüren auf der Innen- und Aussen-tläche besetzt. Danebon besteht starker Juckreiz, Scheuern, starkes Rossen bei Stuten, Schweifwedeln; zuweilen geht die Schwellung der Scham auch auf das Euter und die Schenkel über.
c)nbsp; nbsp;Bei der Beschälseuche ist die Scham bald teigartig, bald gespannt geschwollen und die Schwellung verbreitet sich oft auch auf das Euter und den Damm. Besonders starke Schwellung und Röthung zeigt ferner die Clitoris.
d)nbsp; nbsp;Bei der Maul- und Klauenseuche beobachtet man zuweilen Bläschen auf dem Wurfe.
e)nbsp; nbsp;Bei allgemeiner Wassersucht ist die Scham ödematös geschwollen.
f)nbsp; nbsp;Bei der Nymphomanie der Stuten findet man häufiges Oeffnen und Schliessen der Schani und Hervordrängen des Kitzlers (sog. Blitzenquot;).
Scheidenschleimhaut. Die Untersuchung der Scheidenschleim-haut ist namentlich beim Vorhandensein eines Scheidenausflusses geboten. Abgesehen von der traumatischen Vaginitis, wie sie
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4'iii)nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; (Jatei'suohung dvs OesohleohtsapparatSBi
niicli Verletzungen, sowie bei der in manchen Gegenden noch herrschenden Unsitte des Pfeffernsquot; und Salzensquot; kolikkranker Stuten beobachtet wird, findet man charakteristische Veränderungen auf der Hcheidcnschleimhaut bei folgenden Tnfectionskrankbeiten:
a)nbsp; nbsp;Bei der S e \) 1 i c a e m i a p u e r p e r a 1 i s ist die Scheiden-schleimliaut diffus und fleckig höher geröthet, oft intensiv hochroth oder dunkelroth gefärbt, geschwollen, beiss anzufühlen, mit diphthe-ritischen Geschwüren und jauchigem Secrete bedeckt.
b)nbsp; nbsp;Beim Bläscbenaussehlag ist die Schleimhaut zunächst geschwollen, höber geröthet, mit Hläschen und Geschwüren besetzt. Die Geschwüre sind anfangs flach, am Grunde hoch geröthet, mit gelblicher, lymphatischer Flüssigkeit bedockt, oft zu grösseren Geschwürsflächen conihiirend; später bedecken sie sich mit bräunlichen Schorfen. Nach der Abheilung des entzündlichen Processes bleiben rundliche, weisse, glatte Narben zurück.
c)nbsp; Bei der Rinderpest und beim bösartigen Katarrhal-fieber ist die Schleimhaut hoch geröthet, stark geschwollen, sowie mit diphtberitiseben Auflagerungen und Geschwüren besetzt.
d)nbsp; nbsp; Bei der Beschälseuche findet man sulzige, wulstige Schwellung der Scbeidenschleimhaut, sowie zuweilen Knötchen, Bläschen und Geschwüre.
e)nbsp; Bei der Maul- und Klauenseuche ist die Schleimhaut zuweilen mit Aphthen, beim Petechialfieber endlich mit Petechien besetzt.
Scheidenspiegel, Zur Untersuchung der Scheide reicht, gewöhnlich das manuelle Auseinanderhalten der Schamlippen aus. Zur genaueren Besichtigung der Soheidensohleimbant kann man besondere Scheitlen-Specula anwenden, indem man die in der Menschenheilkunde gebrauchten Scheidenspiegel in modificirter Form für die einzelnen Hausthioro anfertigen lässt. Derartige Instrumente sind von Polansky (Oesterreich. Monatsschrift Heft 1 S, 'Mb) u. A. beschrieben worden. Schleg (Siichs. Jahresbericht 1888 S. 76) hat ein einfaches Verfahren zur Besichtigung der Scheide mit-getheilt Da eine Erweiterung der Scheide regelmässig auf jeden mechanischen Keiz, welcher ihre Schleimhaut betrifft, eintritt, so führt man nach Schleg zuerst den rechten Arm in die Scheide ein. Gewöhnlich tritt sehr bald eine namhafte Erweiterung und Spannung der Vaginalwiinde ein, wodurch der ganze Scheidenkanal sich in eine geräumige, eiförmige .Höhle umwandelt, welche in der Nähe des üterushalses ihre grösste Ausdehnung zeigt. Diese Erweiterung dauert einige Minuten an. Hierauf zieht man den Arm etwas zurück, lässt aber die flache Hand in der Seheide und führt darauf die linke Hand ein. Nun erweitert man mit beiden Händen die Scheide nach Art eines Seheidenspanners, während ein Gehilfe eine Kerze, Kerze mit Reflektor, Smith-I'ristlev'sche Lampe etc. von unten
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llntarsiicliuriK des Gcschlüclitsappsiriites,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; .):5]
her zwischen die beiden krumm gehaltenen Arme dicht an die Scham führt und damit die Scheidenhöhle holeuchtet. Auf diese Weise liisst sich bequem die ganze Scheide und der Muttermund überblicken.
Uterus. Die Untersuchung dos Uterus ist für die interne Medicin zuniiehst in differentiiildhignostischer Hinsicht iusoleriie von Bedeutung, als Bauchwassersucht und verschiedenartige Tumoren der Bauchhöhle zuweilen mit Trächtigkeit und umgekehrt verwechselt werden. Die eigentlichen Uternskriinkli eiten gehören in das (Jlebiet der Chirurgie und Geburtshilfe; man vergl. das Genauere über die Untersuchung dos Uterus in den diesbezüglichen Lehrbüchern. Nur die Metritis septica (GobärHuber) bat auch für die innere Medicin Bedeutung; man findet hier bei der Palpation des Uterus von den Bauchdecken oder vom Mastdarm aus Sohmerzhaftigkeit und Schwellung der Gebärmutter. Eine gewisse allgemeine Bedeutung hat die Untersuchung des Uterus ferner bei der Tuberkulose, Die Uteruslaquo; tuberkulöse äussert sich bisweilen durch Auslluss, in welchem sich Tuberkelbacillen nachweisen lassen, sowie durch Empfindlichkeit und Schwellung des Uterus bei der Palpation. Endlich kann bei Abortus im Verlaufe fieberhafter Infeotionskrankheiten und Vergiftungen (Eserin, Seeale) die Untersuchung dos Uterus nöthig worden.
Eierstöcke. Die Untersuchung dor Eierstöcke hat besonders bei Kühen eine gewisse Bedeutung für die Diagnose der Tuberkulose, indem bei tuberkulöser Entartung der Eierstöcke zuweilen die Erscheinungen der Stiersucht (Nymphomanie) beobachtet worden sind. Dasselbe gilt für cystöse Erkrankung der Ovarien. Man untersucht die Eierstöcke vom Mastdarm oder von der Scheide aus.
Euter. Erkrankung des Euters als Nebenerscheinung innerlicher Krankheiten findet man namentlich bei Tuberkulose, Maul-und Klauenseuche, sowie bei Pocken. Die Eutertuberkulose äussert sich zunächst in diffuser, gleichmässig fester Anschwellung des Euters; später fühlt sich das Euter in Eolge der Bildung grössercr und kleinerer fester Knoten derb und selbst steinhart an. Ausser-dem findet man regelmässig die oberhall) der hinteren Euterviertel gelegenen Lymphdrüsen vergrössert und vorbärtet. Bei der Maul-und Klauenseuche treten Apbtbcn am Euter, namentlich an den Zitzen, zuweilen auch Entzündungen des Euters auf, Die Pocken localisiren sich hauptsächlich an den Euterstrichen 5 auch bei Schafen und Zieflen treten zuweilen Pocken am Euter auf. Endlich beob-
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432nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;IJutersuülmng des Geschlcchtsapparatos.
iichtet man Euterschwollung zuweilen bei der Besollillseuehe. Bei schwerer Allgemeinerkmnkung, wie z. B. bei der G-ebiirparese, ist dagegen das Euter sehr schhitF und welk.
Geschlechtstrieb. Eine krankhafte Steigerung des Geschlechtstriebes findet man zuweilen bei Kühen (sog. Stiersucht, Nymphomanie), Dieselbe hat verschiedene Ursachen und beruht erfahrungsgemäss bisweilen auch auf Erkrankung der Ovarien, namentlich auf tuberkulöser und cystöser Entartung derselben. Sodann wird eine charakteristische Steigerung des Geschlechtstriebes öfters beobachtet bei der AVuth der Stuten, Kühe, Schafe und Ziegen, bei der Beschälseuche der Pferde, beim Bläschenausschlag des Rindes und bei CantharidonVergiftung.
Umgekehrt findet man eine abnorme Vor minder ung des Geschlechtstriebes bei Scbwächezuständcn und Fettsucht.
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II. Die Untersuchung der iniinnliclien Geschlechtsorgane.
Präputium. Beim Bläschenausschlag des Rindes beobachtet man entzündliche Schwellung und Schmerzhaftigkeit der Vorhaut; bei Hengsten in vereinzelten Fällen Knötchen, Bläschen, Pusteln und Geschwüre, sowie pigmentlose Narben am Schlauche. Schwellungen des Schlauches sieht man ferner bei Beschälseuche. Beim Rinde treten ausserdem zuweilen Milzbrandkarbunke 1 am Präputium auf. Endlich findet man starken Vorhautkatarrh beim Schafrotz und bei der Staupe der Hunde; bei der letztgenannten Krankheit localisiren sich zuweilen auch Staupepusteln an der Vorhaut.
Penis. Erkrankungen des Penis findet man als Ausdruck einer Allgemeinerkrankung bei den beiden Geschlechtskrankheiten der Hausthiere, nämlich beim Bläschenausschlag und bei der Beschälseuche. Bei beiden ist der Penis geschwollen, hei erstorem sieht man ferner auf der Eichel hanfkorn- bis erbsengrosse Knötchen, Bläschen, Pusteln und Geschwüre, sowie später hellere Narben; ausserdem kann sich bei beiden Seuchen Phimosis oder Paraphimosis entwickeln. Seltener sind Lähmungen des Penis im Verlaufe der Brustseuche, sowie von Rückenmark skrankheiten.
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[Intersuohung der (it'sclilochtsorganu.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 438
Harnröhre, im Verlaufe ties Bliischeiiaussclilages beobachtet man namentlich beim Stier einen Ausfluss aus de)1 Hainröhre von dünner, gelblicher, schleiniig-eiteriger Beschaffenheit. Ein ähnlicher Ausflttss kommt bei der Beschälseuche der Hengste vor; die Harnrübrenmiindung ist dabei geröthet und stark geschwollen.
Scrotum. Von grosser diagnostischer Bedeutung sind beim Pferde die metustatischen Hodenentziimlungen. welche im Vorlaufe des Rotzes auftreten und sich durch starke Anschwellung und Empfindlichkeit des Hodensackes, häufiges Aufziehen des Hodens, sowie Bewegungsstörung äussern. Eine ähnliche metastatische Orchitis und Periorchitis beobachtet man bei Pyämie und Peritonitis. Sodann kommt eine Hodenentzündung unter Betheiligung der Leistendrüsen bei der Beschälseuche vor. Endlich sieht man zuweilen krampfhaftes Aufziehen der Hoden als Reflexerscheinung bei Kolik und Nephritis.
Samenstrang. J)ie Untersuchung des Samenstrangs ist von diagnostischer Bedeutung bei derjenigen Art von Kolik, welche durch das sog. Verschnüren bei Ochsen entsteht (Ueberwurf, innerer Bruch), sowie bei der Incarceration von Leistenbrüchen. Sie wird theils von aussei), theils vom Rectum ausgeführt.
Erhöhter Geschlechtstrieb. Derselbe äussert sich namentlich durch wiederholte und anhaltende Erpctionen (Priapismus) im Verlaufe der Satyriasis. Ausserdem kann man zuweilen eine auffallende Steigerung des Geschlechtstriebes constatiren bei der Wuth, insbesondere bei Schafen und Ziegen, bei der Beschälseuche, bei Rückenmarksleiden und Gehirnentzündung, sowie beim Starrkrampf. Endlich kommt erhöhter Geschlechtstrieb in der Form der Onanie bei Hunden, Hengsten und Stieren häutig vor.
Verminderter Geschlechtstrieb, bezw. Impotenz. Abgesehen von localen Ursachen (Erkrankung des Hodens und Penis) findet man einen verminderten Geschlechtstrieb bezw. Unfähigkeit der Zeugung und Begattung bei Rückenmarkskrankheiten, im Endstadium der Beschälseuche, sowie bei allgemeiner Körperschwäche.
Von grösster Bedeutung ist die genaue Untersuchung der Geschlechtsorgane ausserdem hei der Prüfung von Zuehtthieren. Zuchtuntauglieh-keit wird unter Anderem bedingt bei Stuten durch mangelhaften Schluss Frledberger u. Ft'tthner, Klinisohe üntemißhangsiuetlioden, 8. Aufl. 28
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4;j4nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Untersuchung der öesoUleohtsorganei
der Sduim in Folge der Erschlaftung der Muskeln, wobei der Henyst wegen mangelhafter Pi'iction nicht ejaculirt (sog. offene Stuten), oder umgekehrt durch einen Krampf des Schoideneingangs (Vaginismus), durch Melimosarkome im Euter; bei Hengsten durch Kryptorchismus, Aspermie, Azoospermie u. s. w. Von besonderer Bedeutung ist die letztgenannte Abnormität insofern, als sie nur durch eine mikroskopische Untersuchung des Samens festgestellt werden kann. Man findet nemlich hiebei gar keine Samenfäden im ejaculirten Samen. Genaueres hierüber VWffl. in den Werken über Thierzucht.
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Die Untersuchung des Bewegungsapparates.
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Allgemeines. Der Untersuchung des Bewegungsapparates kommt zwar für die Chirurgie eine wesentlich grössere Bedeutung zu, als für die interne Medicin; wegen der innigen Beziehung der Muskulatur zum Nervensystem kann indessen die klinische Diagnostik der innerlichen Krankheiten, insbesondere der Nervenkrankheiten, eine genaue Untersuchung des Muskelapparates nicht entbehren. quot;Weiter ist hervorzuheben, dass sich auch die Knochen und Gelenke, sowie die Sehnen und Sehnenscheiden in zuweilen sehr pathognostischer Weise an dem Symptomenbilde innerlicher Krankheiten betheiligen. Bei einer exaeten Untersuchung der innerlich kranken Haustbiere sind daher von dem internen Kliniker die nachstehenden Einzelpunkte wohl zu berücksichtigen:
1.nbsp; Stellung, Haltung und Gang.
2.nbsp; nbsp;Untersuchung der einzelnen Muskeln. ; i. Muskel k r ä m p f e.
4, Zwangsbewegungen.
quot;gt;. Muskellähmnngen.
(i. Muskelatrophie.
7. Untersuchung der Knochen, Gelenke und Sehnen.
1. Stclhing, Haltung lind Onng.
Stellung. Eine abnorme, unphysiologische, unnatürliche Körperstellung ist vor allem diagnostisch wichtig beim Dummkoller der Pferde. Man kann hiebei gekreuzte Stellung der Vorderbeine, Gemsbockstcllung, vorständige Stellung, Aufeinanderstellen der Hufe u. s. w. beobachten. Besonders charakteristisch ist der Um-
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Untersuohung des Bewegungsapparates^
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stand, class did diiiamkollorkraukca Pferde sich leiclit beliebige uii-nattirliohe Stellungen gefallen lassen und in denselben oft lange Zeit verbleiben.
Die Beibringung unphysiologisoher Stellungen zur Oonstatirung des Dummkollers hat eine besondei's -grosse Wichtigkeit für die gerichtliche Thierheilkunde. Die Untersuchung muss Jedoch mit Yer-ständniss, mit Rücksicht auf Rasse (edle und gemeine Pferde). Temperament und Grad der Grehirastörung vorgenommen werden. Verwechslungen bezw, Irrthümei' sind zu vermeiden. Das Kreuzen der Heine wird folgendernmssen ausgeführt. Man erfasst beim stehenden Pferde eine Vordergliedmasse mit beiden Händen am Mittelfuss, ohne sie zu drücken, sucht sie sachte und vorsichtig vom Boden zu heben und kreuzt sie unter leichtem Andrücken der Schulter an den Verarm des Pferdes mit der anderen Q-liedmasse. Je ruhiger dies geschieht und je höher der Grad der Qehimdepression ist, um so mehr wird es gelingen, dem Thiere die abnorme Stellung beizubringen, ohne class es demselben zum Bewusstsein kommt, und um so länger wird die abnorme Stellung, soferne sie nicht so extrem ist, dass das (lleichgewicht gestört wird, beibehalten. Allzu rüde Manipulationen heim Versuche, den Pferden die Piisse zu kreuzen, namentlich hei Erzwingung extremer Stellungen, ergehen auch beim dummkollerigen Pferde kein positives Resultat. Umgekehrt lassen sich oft sehr gutmüthige und phlegmatische, sowie abgerichtete, noch mehr aber stark ermüdete, kraftlose gesunde Pferde die Beine kreuzen und verweilen ungewöhnlich lange Zeit in dieser Stellung. Hierauf ist wegen der Verwechslungsmöglichkeit mit Dummkoller wohl zu achten. Ueherhaupt ist bei letzterem dieses eine Symptom für die; Diagnose; nicht allein entscheidend.
Aehnliche abnorme Stellungen beobachtet man auch hei der Gehirnentzündung der Pferde und Hunde. Sodann kommen ungewöhnliche Körperstellungen vor im Verlaufe der Kolik beim Pferde, namentlich hei l'eherfütterungskolik und Zwerchfellsruptur. Am auffallendsten ist die sog. hundesitzige Stellung, wobei die Pferde hei aufgerichtetem Vordertheil auf dem Hintertheil sitzen, sowie umgekehrt die Kniestellung. bei welcher die Pferde vorne niederknien, während sie hinten aufrecht stehen. Sehr charakteristisch ist ferner die sägebockähnliche Stellung der Beine heim Starrkrampf, die vorne bodenweite Stellung oder das Vorsetzen eines Vorderheines bei Brustseuche, die Stellung mit abstehenden Ellenbogen bei der traumatischen Pericarditis des Rindes, sowie das Anlehnen und
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Uutcrs^lcl^lllg, des Bewegungsapparatesinbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 4Ij7
Audriicken gehirnkranker Thiere an lt;lie Stallwand oder an Gegenlaquo; stände im Freien. Bei einzelnen innerlichen Krankheiten legen sieh ferner manche Thiere nicht, so z. B. Pferde bei Pleuritis und Pncumonie, oder sie legen sich bei diesen Krankheiten immer nur auf die eine und zwar auf die kranke Seite. Ueher die eigenartigen Stellungen bei Rachitis vergleiche die Untersuchung der Knochen und Gelenke.
Haltung. Eine unphysiologische Körperhaltung findet mau zunächst beim Dummkoller des Pferdes, sowie bei Gehirnkrankheiten überhaupt; bei erstgenanntem Leiden ist namentlich die Kopfhaltung eine gesenkte, wobei der Kopf häufig auch aufgestützt wird. Eigenthümliohe seitliche und schiefe Kopfhaltung ist bei der Drehkrankheit und der Tuberkulose des Mittelohrs beim Rind zu beobachten. Gestreckt und steif ist die Haltung des Kopfes und Halses beim Muskelrheumatismus, beim Tetanus, bei der Cerebro-spinalmeningitis, bei Pharyngitis, sowie hei der Gehirnentzündung der Schafe und Ziegen. Eine eigenthümliohe Seitwärtslagerung des Kopfes findet man hei der Gebärparese. Sodann trifft man steife Haltung der Wirbelsäule zuweilen hei Rückenmarksentzündung, Starrkrampf, Peritonitis und Pericarditis traumatioa, während eine Aufkrümmung des Rückens (Katzenbuckel) bei Nierenentzündung, Darmkatarrhen der Säuglinge, Kolik, sowie beim Rind nach dem üeberfressen und hei Uterus-krankheiten beobachtet wird. Endlieh kann man abnorme steife und gestreckte Haltung des Schweifes beobachten bei der Verstopfung der Hunde.
Gang. Der Gang der Thiere ist bei sehr vielen innerlichen Krankheiten verändert. So stellen sich insbesondere Lahmheiten der verschiedensten Art ein beim Muskel- und Gelenkrheumatismus, bei der Rachitis und Osteomalacie, bei der Hämoglobinämie, bei der pyämischen Polyarthritis der Fohlen und Kälber, bei der Aphthenseuche der Rinder, Schweine, Schafe und Ziegen, beim Rauschbrand, bei der Druse in Folge entzündlicher Schwellung der Achsel- und Kniekebldrüsen, beim Petechialfieber, beim chronischen Rotz, bei Nierenentzündungen, sowie bei Thrombose der Becken- und Achselarterie. Einen schwankenden taumelnden Gang findet man im Verlaufe von Krankheitszuständen des Gehirns und Rückenmarks, sowie bei schweren Infcctionskrankheiten (Milzbrand, Influenza, Staupe). Beim Starrkrampf und Muskelrheu-
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4i{8nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; rJntorsuohung des Bewegung8apparate8lt;
matismus ist der Gang wteit'. stelzenartig, krattelig, weitspurig, dabei sind die Thiere schwer oder gar nicht von der Stelle au hringen. Unphysiologischen, tappenden, watenden Gang trifl't man beim Du mm-koller und hei der Gehirnentzündung. Eigentlüimliche Bewegungsstörungen treten bei gewissen Erkrankungen des Rückenmarks auf. So ist bei der Traberkrankheit der Scbafo der Gang trabartig, hahnentrittiihnlich, trippelnd, hei der Beschälseuche der Pferde schleudernd, beim spinalen Hahnentritt des Pferdes zuckend (vergl. das Kapitel über Ätaxie).
Die Zwangsbewegungen und Läbmungszustände werden später in eigenen Kapiteln besprochen.
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2, Die Beschaffenheit der einzelnen Muskeln.
Inspection. Die Besichtigung der einzelnen Muskelgruppen des Körpers gibt zunächst Aufschluss über den allgemeinen Ernährungszustand und die Körperconstitution. Sodann lassen sich Umfangsvermehriingeu und ümfangsvcrmindorungen der Muskulatur nachweisen. Schwellungen einzelner Muskelpartien an der Kruppe, am Hals etc. findet man beim Muskelrheumatismus und bei der Hämoglobinäniie der Pferde. Beim Starrkram})!' erscheinen die einzelnen Muskeln ferner scharf contourirt, wie ausgemeisselt. Die sichtbaren Unifangsverminderungen der Muskulatur werden später im Kapitel Muskelatrophiequot; ausführlicher erörtert werden,
Palpation. Durch die Betastung der einzelnen Muskeln lässt sich zunächst eine vermehrte Temperatur derselben nachweisen heim acuten Muskelrheumatismus. Sodann findet man eine vermehrte Consistenz der Muskulatur, starke Spannung und Härte beim Starrkrampf und bei der Hämoglobinäniie der Pferde. Umgekehrt ist die Consistenz vermindert, abnorm weich bei Muskellähmungen und bei Muskelatrophie (vergl. das betr. Kapitel). Weiter lassen sich durch die Betastung der Muskeln Empfindlichkeit und Schmerz-haftigkeit nachweisen. Man constatirt die letztere beim acuten Muskelrheumatismus der Hunde und Pferde, sowie bei der Hämoglobinäniie der Pferde und Rinder, Am auffallendsten ist die Schmerzhaftigkeit bei der Lumbago rbeumatica des Hundes. Die Hunde schreien hier nicht bloss bei der Palpation der Lendenmuskeln, sondern auch beim Aufstellen, beim Aufbeben vom Boden, beim
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Muskelkrämpfe.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;439
TreppensteigOHi Beim Fehlen aller laquo;ubjectiven Aensserungen seitens dei'Hausthiere ist die durch die Palpation nachweisbare Muskelschmerzhuftigkeit geradezu ein pathognosti-sches Symptom für Muskelrheumatismus. Eine sehr seltene Art von rheumatischer Schinerzhat'tigkeit beobachtet man beim Rheumatismus saturninus (Bleivergiftung).
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i. Muskclkriiinpfe.
Eintheilung. Muskelkrämpfe sind abnorme Muskolcontractionen. Je nach ihrer Dauer und Ausdehnung sowie nach ihrem Ursprünge thcilt man sie in verschiedene Arten ein. Einfache, kurz dauernde, während der kurzen Dauer aber nicht unterbrochene krampfhafte Muskelcontractionen nennt man Zuckungen oder klonische Krämpfe. Sind diese Muskelzuckungen über den ganzen Körper verbreitet, so nennt man sie Convulsionen. Lang anhaltende Muskelcontractionen nennt man tonische Krämpfe, bei Verbreitung über den ganzen Körper heissen diese anhaltenden Contractionon tetanische Krämpfe (Tetanus, Starrkrampf). Bei Beschränkung des Tetanus auf die Kaumuskeln spricht man von Trismus. Sind, was häufig vorkommt, gleichzeitig klonische und tonische Krämpfe vorhanden, so nennt man diese Mischung beider klonisch-tonische Krämpfe. Die letztgenannten klonisch-tonischen Krämpfe haben einen sehr verschiedenen Ursprung und daher auch eine verschiedene Bedeutung. Man unterscheidet im Speciellen acute Gehirnkrämpfe (eklamptische, epi-leptiforme Krämpfe), chronische Gehirnkrämpfe (Epilepsie), Rückenmarkskrämpfe und Rcflexkrämpfe. Eine besondere Art klonischer Zuckungen bilden die choreatischen Krämpfe (Veitstanz), desgleichen eine besondere Art der tonischen Zuckungen die kataleptischen Krämpfe und die Tetanie. Endlich bezeichnet man als Tremor zitternde Muskelbewegungen, welche als sehr häufig unterbrochene, oberflächliche Muskelzuckungen aufzufassen sind und bei starker Intensität als Schüttelkrampf bezeichnet werden. Localisirtes Zittern der Augenmuskeln wird Nystagmus benannt.
Acute Gehirnkrämpfe, eklamptische, epileptiforme Krämpfe.
Unter diesen Bezeichnungen versteht man vorübergehende, durch directe Reizung motorischer Gehirncentren bedingte, meist mit gleichzeitiger Störung des Bewusstseins verbundene, klonisch-
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4 JOnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Musia'lUriimpl'e.
tonische Krämpföi IM au trifft sie bei einer grossen Anzahl von Kmnklieiten, bei welelien eine Reizung des (iehirns stattfindet. Siu aussein sich entweder in umschriebenen Muskelzuekungen, so /.. B. in Kau krampten, (lesiehtskriiinpieu, Krämpfen der Extremitäten, oder sie sind über den ganzen Körper verbreitet. Im Gegensätze zu den Rüokemnarkskräinpfen sind sie meist mit psychischen Störungen com-plicirt oder an die motorischen Gehirnnerven, insbesondere an den motorischen Ast des Trigeminus (Kaukrämpfe), an den Facialis (Ge-siohtskrämpfe) und an den Troohlearis (Augenverdrehen), gebunden. Die nachstehenden Krankheitszustände sind durch acute Q-ehirnkrfimpfe charakterisirt;
a)nbsp; nbsp;Acute Geliirnkranklieiten, namentlich Gehirnentzündung beim Pferd, Rind, Hund, Schwein, beim Schaf und bei der Ziege, Gehirnhyperämie (Hund, Getlügel), Gehirnblutung, Ge-hirnembolie, Gehirnabscesse, tuberkulöse Basilarmeningitis ])eim Rind, die Drehkrankheit im Einwanderungsstadinm beim Schaf die Cerebrospinalmeningitis (Genickkrampf).
b)nbsp; nbsp; Hie nervöse Form der Hundestaupe, die Wuth, die Rothlaufseuche der Schweine, das bösartige Katarrhalfieber des Rindes, der Milzbrand, zuweilen auch die Brustseuche der Pferde und andere Int'ectionskraukheiten.
c)nbsp; nbsp;Die Eklampsie der Hündinnen und Säuglinge.
d)nbsp; nbsp;Die Urämie im Verlaufe acuter und chronischer Nierenentzündung sowie bei Harnverhaltung.
e)nbsp; nbsp;Vergiftungen mit Blei (Bklampsia saturnina heim Rind), Heringslake (Kaukrämpfe beim Schwein), Carbolsäure, Eserin, Santonin und anderen Giften.
Chronische Gehirnkrämpfe, epileptische Krämpfe. Dieselben unterscheiden sieh von den verlier genannten nur durch ihren chronischen 'Verlauf, wobei sie gewöhnlich intermittirend auftreten. Der Charakter der Krämpfe (klonisch-tonisohe Krämpfe meist mit Störung des Bewusstseins) ist derselbe wie hei den acuten Gehirnkrämpfen. Man findet sie vor allem bei der Epilepsie. Die Epilepsie beginnt gewöhnlich mit tonischen Krämpfen, zu welchen bald klonische hinzutreten, der Anfall verläuft ferner meist mit Kaukrämpfen und Ge-sichtskrämpfeu; während des Anfalls bestellt absolute Bewusstlosig-keit und starke Pupillenerweiterung. Aussei- hei Epilepsie beobachtet man chronische Gehirnkrämpfe, wenn auch seltener, bei Finnen im Gehirn (Pferd, Schwein, Hund), bei Gehirntumoren. Ge-
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MuskulkriimplV.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; .|.| |
hirnabsoessen, ohronisoher Q-ehirntiiberkulose, sowie vereinzelt bei chronischen He r/krimkhoiten (Her/ii))sccss heim Bind). Die letztgenannten Krankheiten hissen sich während des Lebens in der Regel von Epilepsie diagnostisch nicht oder nur sehr schwer unterscheiden.
Rückenmarkskrämpfe. Dieselben sind klonische oder kloniscb-tonische Krämpfe ohne Störung des Bewusstseins. Man beobachtet sie bei der Hyperämie und Entzündung des Rückenmarks, sowie bei einigen Vergiftungen, so z. 15. bei Tabak- und Veratrinvergiftung.
Refloxkrämpfe. Dieselben entstehen durch retlectorische, iu-directe Reizung der motorischen Gebirncentren von peripberen Körpergegenden aus. So beobachtet man epileptiforme Krämpfe bei Hel-ininthiasis, namentlich beim Q-eflügel in Folge der Anwesenheit von Bandwürmern im Darmcanal. sowie beim Schwein in Folge der Einwanderung von Echinorrhynchus gigas. In ähnlicher Weise können Reflexkrämpfe bei der Kälberruhr, bei Magendarmentzündung, bei Verdauungsstörungen und beim Zahnwechsel tier Jugendlichen Thiere auftreten.
Tonische, tetanische Krämpfe. Am häutigsten findet man tonische, anhaltende Muskelcontractionen beim Starrkrampf. Dieselben äussern sich in steifer, gerader Haltung des Rückens und Halses (Orthotonus), Einbiegen des Rückens und krampfhafter Rückwärts- (Opistbotonus) sowie Seitwärtsbiegung des Halses und Rumpfes (Pleurotonus), Kaumuskelkrampf (Trisinus), Krampf der Ohrmuskeln (Hasenohren), des Schweifes (gestreckter Schweif), der Extremitätenmuskeln (Sägebockstellung), der geraden Augenmuskeln (Vorfall der Nickhaut), der Bauchmuskeln (aufgeschürzter Hinterleib), der Ge-sichtsmnskeln (Risus sardonicus). Aehnliche tetanische Krämpfe beobachtet man beim Genickkrampf (Cerebrospinalmeningitis) des Rindes, Pferdes, Schafes und Hundes. Sodann treten tetanische Muskelkrämpfe auf bei der Stryphninvergiftung, Mutterkornvergiftung (Ergotismus), Tabakvergiftung, im Verlaufe der Hämoglobinämie des Pferdes und zuweilen bei der Nymphomanie (Hysterie ähnliche Krämpfe bei Stuten).
Einfache klonische Krämpfe. Dieselben kommen im Verlaufe zahlreicher Krankheiten des Gehirns und Rückenmarks, sowie
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442nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Muskelkrämpfe.
bei manohen Infeotionskrankheiten und Vergiftungen vor und
gelien liiiulig in die klonisch-tonischen Krampte über.
Kataleptische Krämpfe. Man beobachtet dieselben nur bei der Katalepsie, der sog. wächsernen Steitigkeit. Sie bestehen in einer eigenthihnlichen Muskelstarre, bei welcher die Tbiere (Hunde) in der ihnen angewiesenen Körperlage unter gleicbmilssiger und anhaltender Contraction der Körpermusknlatur verharren.
Choreatische Krämpfe. Ks sind dies unwillkürliche, anto-matenhafte, mit einer gewissen Regelmässigkeit wiederkehrende Zuckungen (klonisclie Krämpfe), welche man beim Veitstanz (Chorea), sowie namentlich im Anschlüsse an die. raquo;Staupe beim Hunde beobachtet (pendelnde, nickende, ruckweise erfolgende Bewegungen des Kopfes, Halses, Unterkiefers, eines Beines u. s. w.).
Tremor, Muskelzittern. Zitternde Muskelbewegungen treten über den ganzen Körper verbreitet auf bei hochfieberhafton In-foctionskrankheiten (Sohüttelkrampf, Schüttelfrost), so z. B. beim Milzbrand, beim bösartigen Katarrbalfieber, bei der Brustseuche, ferner bei Krankheiten des Gehirns und Rückenmarks, insbesondere bei der Traberkrankheit der Schafe, endlich bei manchen Vergiftungen, so namentlich bei der (Quecksilbervergiftung (Tremor mercurialis) und Bleivergiftung (Tremor saturninus). Localisirten Tremor findet man häufig auf die Augenmuskeln beschränkt als sog. Nystagmus bei verschiedenen Gebirnkrank-hoiten und Vergiftungen, bei der Staupe der Hunde, beim Gre-nickkrampf, bei der Grelurntuberkulose des Schweines u. s. w.
Fibrilläre Muskelzuckungen. Dieselben bilden eine Unterart des Muskelzitterns und besteben in oberflächlichen Gontractionen vereinzelter Muskelfibrillen. Man beobachtet sie hei Gehirn- und Bücken-inarkskrankheiten, bei Muskelrheumatismus, sowie bei manchen Vergiftungen (Eserin, Veratrin etc.).
Tetanie. Man bezeichnet, mit diesem Namen eine eigenthümliche Krampfform beim Menschen, welche in anfallsweise wiederkehrenden toniseben Muskelcontractionen der Arme und Schenkel besteht und gewisser-massen einen intermittirenden Tetanusquot; darstellt. Die eigenthümliche spastische Neurose ist bisher bei den Hausthieren noch nicht beobachtet worden
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Zwaugsbtwoyimgoii.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;443
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4. Zuangisbewegungeii.
Begriff. Als Zwangsbewegungen bezeichnet man motorische cerebrale Reizungsersoheinungen, welche aus Herderkrankungen, namentlich der hinteren Hälfte des Grosshirns sowie des Kleinhirns hervorgehen, mithin Herdsymptome darstellen, und welche dadurch oharakterisirt sind, dass die Thiere unwillkürliche, auffallende Bewegungen ausführen. Je nach der Richtung dieser Bewegungen unterscheidet man:
a)nbsp; Drehbewegung oder Zeigerbewegung.
b)nbsp; nbsp;Reitbahn-, Kreis- oder Manegebewegung.
c)nbsp; nbsp;Uoll- oder Wälzbewegung.
Andere Zwangsbewegungen sind das Vorwärtsdrängen oder Schieben, der spanische Tritt, das sog. Schreiben, sowie beim Schafe die Bewegungen der sog. Traber, Würfler, Segler, Taumler, Schwindler und Seitlinge.
Dreh- oder Zeigerbewegung. Dieselbe besteht in einem Seitwärtsdrängen der Thiere bezw. im Drehen des Vordertheils um das flxirte Hintertheil als Centrum, ähnlich der Zeigerbewegung der Uhr. Je nach der Richtung spricht man dabei von Links- und Rechtsdrehen.
Reitbahn-, Kreis- oder Manegebewegung. Diese Form der Zwangsbewegung besteht darin, dass die Thiere sich anhaltend, oft stundenlang, automatenhaft im Kreise wie in einer Reitbahn (Manege) oder wie beim Longiren um einen in der Mitte befindlichen Punkt mit dem ganzen Körper herumbewegen.
Roll- oder Wälzbewegung. Hierbei drehen sich die Thiere um ihre Körperlängsachse, machen also rollende Bewegungen, indem sie sich fortgesetzt über den Rücken wälzen, und zwar entweder nach links oder nach rechts.
Diagnostische Bedeutung der Zwangsbewegungen. Die Zwangsbewegungen sind als Störungen der geordneten, regehuässigen, coordinirten Muskelthätigkeit aufzufassen. Die Ooordinationscentren befinden sich bekanntlich im Kleinhirn, in den Grossbirnschen-keln, sowie in den hinteren Theilen der Grosshirnrinde. Die Zwangsbewegungen stellen cerebrale Herderkrankungen der coordinatorischen Oentren dar. Sie können im liebrigen bei sehr
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4-14nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;M usUctliiliiiiuiigon.
versoliiedenen Grehirnkrankheiten vorkommen. Am häufigsten und mannigfaltigsten findet man sie bei der durch Coenurus cerebmlis hervorgerufenen Drehkrankheit der Schafe, Binder und- Pferde*, man trifft sie nanientlicli beim Schaf in allen Formen.
BezUglioh des genaueren Sitzes der Gönurushlase im Gehirn haben sich mit der Zeit die nachstellenden empirischen, allerdings nicht immer zuverlässigen, diagnostischen Anhaltspunkte ergehen: a) Bei Reitbahnbewegung liegt die Binse oberfiächlioh auf den grossen (rehirnbemisphären, und zwar auf der dem Centrum des beschriebenen Kreises zunächst liegenden Seite; h) bei rechtsseitiger Zeigerbewegung entweder auf oder in der Tiefe der rechten Hemisphäre, oder aber auf dem Boden des linken Ventrikels; bei linksseitiger auf der entsprechenden anderen Seite (linke Hemisphäre, rechter Ventrikel); o) beim Traber am vorderen Ende der Hemisphäre (Stirnlappen); d) beim Schwindler oder Seitling seitlich im Kleinhirn- oder Grosshirnlappen; e) beim Segler zwischen Gross- und Kleinhirn; f) bei Rollbewegung an der Basis des Kleinhirns.
Ausserdem findet man Zwangsbewegungen als Herdsymptom bei Finnen im Gehirn der Hunde, bei Tumoren, Abscessen, Blutungen, bei Gehirntuberkulose des Rindes und Schweines, bei der Gehirnen t z ii ud un g, ja selbst bisweilen bei der Gehirnhyperämie des Pferdes, Schafes, Hundes und Schweines, bei der Staupe der Hunde, sowie bei verschiedenen Vergiftungen (Morphium-, Santonin-, Laken-, Filixextractvergiftung etc.). Bei der als Rollkrankheit bezeichneten Zwangsbewegung des Hundes ist der makroskopische Sectionsbefund nicht selten ein negativer.
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5. Mnskellähnmugen.
Eintheilung. Je nach dem Gi'ade, dem Ursprung und der Ausbreitung der Muskellähmung unterscheidet man verschiedene Arten derselben. Zunächst unterscheidet man drei Grade von Lähmung, nämlich die einfache Muskelschwäche, die Par es e oder unvollständige Lähmung, und die Paralyse oder vollständige Lähmung. Nach dem Ursprünge theilt man die Muskellähmungen ein in cere-brale, spinale und periphere, entsprechend dem Sitze der Krankheitsursache im Gehirn, Püekenmark und in den peripheren Nerven. Bndlich spricht man je nach der Ausbreitung der Muskellähmung von Monoplegie, wenn die Lähmung nur eine Extremität
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Muskel lähm mi igen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;44quot;)
oder eine Miiskelgiuppe betrifft, von Hemiplegie, wenn hie halbseitig, also auf eine Körperhälfte besohrRnkt ist. und endlich von Paraplegie, wenn sie doppelseitig, total ist (Querlähmung). Weniger wichtig für die Thierheilkunde ist die Eintheilung in schlaffe und spastische, organische und funotionelle Lähmung.
Allgemeine Muskelschwäche. Dieselbe bildet den niedersten Grad der Muskellähmung und äussert sich in leichter Ermüdung bei der Arbeit, Mattigkeit, Abgespanntsein, Hinfälligkeit, Unlust zur Arbeit und Bewegung, häufigem Schildern, Hängenlassen der Flügel, gesenkter Kopfhaltung, Heb wanken, Zittern, Taumeln, Zusammenstürzen und anhaltendem Liegen. Die Muskelschwäohe kann eine lähmungsartige werden, das heisst sie kann in Parese und Paralyse übergehen. Die verschiedenartigsten Kraukheitszustände verlaufen mit einer derartigen Muskelschwäohe, namentlich Krankheiten des Gehirns und Rückenmarks und viele Tnfeotionskrankheiten, insbesondere Influenza und Brustseuche beim Pferd, Gebärfieber und Gebär parese, bösartiges Katar rhalfieb er, Anthrax und Tuberkulose beim Rind, Ruhr beim Kalbe, Rothlaufseuche und Schweinepest beim Schwein, Schafrotz beim Schaf, das Typhoid beim Geflügel. Ausserdem beobachtet man Muskelschwäche bei einer grossen Anzahl von Vergiftungen (Arsenik-, Phosphor-, Quecksilber-, Ptomaine Vergiftung etc.), ferner bei Anämie, per-nieiöser Anämie, Leukämie und Hydräniie, bei Diabetes insipidus und mellitus, bei Ikterus, ja zuweilen sogar bei ein-fachen Magendarmkatarrhen, namentlich beim Geflügel,
Cerebrale Muskellähmung. Die vom Gehirn ausgehenden Muskellähmungen haben meist das Eigenthümliche, dass sie vorwiegend Hemiplegien und Monoplegien sind, häufig die Gehirnnerven betreffen, und in der Regel gleichzeitig mit psychischen Störungen verbunden sind. Bei Berücksichtigung dieser drei Umstände ist die diagnostische Erkennung einer Muskellähmung als einer cerebralen und ihre Unterscheidung von einer spinalen und peripheren Lähmung gewöhnlich nicht schwer. Die wichtigsten Krankbeits-zustände, welche cerebrale Muskellähmung bedingen, sind:
a) Gehirnkrankheiten, und zwar Gehirnentzündung, Gehirnapoplexie, Gehirnembolie, Gehirnabscess, Finnen, Neubildungen, Gehirntuberkulose. Bei Gehirnentzündung beobachtet man einseitige und halbseitige Lähmung, sowie Parese des Hintertheils. Bei Gehirnblutung, Finnen, Ahscessen und Tumoren
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14t)nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Muskellähniuugeni
treten Herdsyniptomc in Form von Monoplegie, Lähmung tier Zunge, der Gesichtsnmskeln etc. aufi Besonders vielseitig sind die Läli-imingsersclieinungou bei der Grchirntnberkulose der Schweine und ,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Rinder. Sie bestehen in Monoplegie, Homiplegie, Lähmung der
Zunge, der Augenmuskeln, der [Gresichtsmuskeln einer oder beider Seiten, der Ohren u. s. w. Aehnliche Lähnmngserscheinungen beobachtet man im Yerlaufe der Cerebrospinalmeningitis und Bulbärparalyse.
b)nbsp; nbsp;Infectionskrankheiten, namentlich die Staupe der Hunde (Lähmung der Nachhand, Monoplegie, Lähmung der Zunge, der Masseteren), die Wuth (Kieferlähmung), sowie zuweilen die Druse, Brustseuche, Beschälseuche, endlich die Gebärparese (Lähmung der Zunge, der Schlundkopfmuskeln, des oberen Augenlides etc.).
c)nbsp; Vergiftungen verschiedener Art, z. B.Pilzvergiftungen, Kochsalz-, Laken-, Digitalis-, Kohlenoxydvergiftnng u. s. w.
d)nbsp; Reflexlähmungen, beispielsweise die Kieferlähmung beim Hund in Folge Anwesenheit grösserer Mengen von Taenia Ecl.uno-coecus im Darmcanal, sowie der bei der sog. Pansenleere des Rindes auftretende allgemeine Lähmungszustand.
Spinale Muskellähmung. Die spinalen Lähmungen unterscheiden sich von den cerebralen durch mehrfache Kennzeichen. Sie sind zunächst im Gegensatze zu den cerebralen Lähmungen, welche meist Monoplegien und Hemiplegien bedingen, gewöhnlich Pample gien. Es ist dies dadurch zu erklären, dass bei der geringen Grosse des Rückenmarks im Vergleiche zu der des Gehirns der patho-logisohe Process meist das Organ in seinem ganzen Querdurchmesser betrifft. Ans demselben Grunde ist die Lähmung gleichzeitig eine motorische und sensible (Vorder- und Hinterhörner). Sodann sind von der erkrankten Stelle im Rückenmark nach Junten sämmt-liohe Muskeln gelähmt. Bei den spinalen Lähmungen fehlen ferner gewöhnlich psychische Störungen, sowie die Mitbetheili-gung der Gehirnnerven, welche bei cerebralen meist vorhanden sind. Weiter spricht eine gleichzeitige Lähmung der Blase und des Mastdarms für spinale Lähmung. Spinale Lähmungen schreiten ferner häutig von hinten nach vorn, sind also ascendirend. Endlich sind trophisohe Störungen in den gelähmten Theilen (Muskelatrophie) insofern für spinale Lähmungen charakteristisch, als die Ganglienzellen der motorischen Vorderhörner des Bückenmarkes
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Muskellälimungeii.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 447
einen tl'Ophisohen EinHuss auf die von ihnen innervirten Muskeln besitzen sollen, was für die motorischen Gehirncentren angeblich nicht zutrifft,
Die Krankheiten des Kückenmarks, welche spinale Lähmungen bedingen, sind Entzündungen, Tuberkulose, Tumoren, Cönurusblasen, Blutungen und Quetschungen des Rückenmarks. Ausserdem führen einige Infectionskrankheiten zu spinalen Lähmungen, so namentlich die Staupe der Hunde, die Beschälseuche und Brustseuche der Pferde, die Traberkrankheit der Schafe, die Wuth.
Für die Diagnose dos Sitzes der spinalen Erkrankung ist von Wichtigkeit, dass bei Lähmung des Mastdarms und der Blase das Lendenmark, bei Lähmung aller vier Extremitäten dagegen das vordere Dorsal- und Cervicalmark erkrankt ist. Die Natur der Krankheitsprocesse wird theils anamnestisch (rasches Entstehen spricht für Trauma oder Entzündung, langsames für Tumoren), theils durch die übrige klinische Untersuchung (Nachweis sonstiger tuberkulöser Symptome) festgestellt.
Periphere Muskellähmungen. Dieselben sind meist Mono-plegien und unterscheiden sich, soweit sie nicht Gehirnnerven betreffen, von den cerebralen durch das Fehlen psychischer Störungen. Ihre Ursachen sind periphere (Traumen, Neuriten). Von allgemeinen Krankheiten bedingt nur die Hämoglobinämie der Pferde durch Vermittlung der in ihrem Verlaufe auftretenden Myo-sitis eine periphere Tibialislähmung. Die Erscheinungen der einzelnen peripheren Muskellähmungen sind sehr charakteristisch. Die wichtigsten sind:
a)nbsp; nbsp;Die Facialislälimung- äussert sich durch eine einseitige Lähmung der Gesichtsmuskeln. Hiebei werden die Oberlippe und Nasenspitze nach der gesunden Seite verzogen, die Unterlippe hängt schlaff herunter oder ist ebenfalls nach der entgegengesetzten Seite verzerrt; zwischen der Backenwandung und den Zähnen sammelt sich Futter an, das Auge der befallenen Seite kann nicht geschlossen werden und thränt.
b)nbsp; Die Trigemlnuslälimung verursacht bei Lähmung des motorischen Trigeminusastes eine Lähmung der Kaumuskeln mit erschwerter Futteraufnahme, Ansammlung von Futter im Maule, Speicheln, Herunterhängen des Unterkiefers, ungleicher Abreibung der Backzähne, sowie Atrophie der Kaumuskeln.
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448nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; MiiSikclliilnniins'un.
o) Die Lähmung' des Suprascapularis führt zu wahrer Schulter-liilnncquot;. Sie ist durch Atrophie tlor beiden Gl riltenniuskelu imd der Sohulterumdreher, sowie durch eine eigenthümliche Sohulterlahmheit chai'akterisirt, indem bei der Belastuna des be-treffenden Fusses der Bug nach aussen abweicht, so duss zwisohen Brustwand und Ellenbogeu ein verschieden grosser Eaum entsteht (Abblattenquot;). Im Gegensatze zu dem auf Muskelzerreissung beruhenden Abweichen der Schulter fehlen hier ulle entzündlichen Erscheinungen. Die gelähmten Muskeln reagiren auf elektrische Ströme nicht,
d)nbsp; nbsp;Die Lähmung des Radialis, welcher die Streckmuskeln des Vorarmes, besonders die Ellenbogenstrecker, sowie die der unteren Gelenke innervirt, üussert sich in dem Unvermögen dos betreffenden Vorderfusses, den Körper zu stützen. Der Fuss bricht in allen Gelenken zusammen, indem dieselben bei Belastung nicht gestreckt werden können. Bei Druck gegen die Vorderfuss-wurzel ist der Puss dagegen im Stande, den Körper zu stützen. Die gelähmten Muskeln fühlen sich schlaff an.
e)nbsp; nbsp;Die Lähmung des Gruralis betrifft die Kniescheibenstreoker. Es erfolgt, ähnlich wie bei der Radialislähmung^ während der Belastung eine abnorme Beugung des Kniegelenkes, indem wegen Lähmung der Streckmuskeln die Streckung des Gelenkes unmöglich ist. Bei längerer Dauer der Lähmung atrophiren die Kniescheibenmuskel n.
f)nbsp; nbsp;Die Lähmung des IscMadicus hat eine vollständige Lähmung der Muskeln des betreffenden Hinterfusses mit Ausnahme der vom (,'ruralis innervirten Kniescheibenstreoker zur Folge, Die gelähmten Muskeln werden bald atrophisch und verlieren (lit! Reaction auf elektrische Reize.
g)nbsp; nbsp;Die Lähmung des Tibialis äussert sich in abnorm starker Beugung des Sprunggelenkes und Zusammenknicken des Fusses im Momente der Belastung, Die gelähmten Zwillings-muskeln, sowie Krön- und Hufbeinbeuger fühlen sich schlaff an und vermögen das Sprunggelenk nicht zu strecken. Der Gang ist daher tappend, der Unterschenkel wird schlaff gehalten, die Bewegung ist eine hahnentrittähnliche und geschieht mit auffallendem Hochheben des Fusses. Der Schienbeinbeuger (N. peronaeus) ist dabei nicht gelähmt.
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Muskelatrophie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;449
Ataxie. Man versteht unter diesem Namen das Unvermögen, trotz nicht verminderter motorischer Kraft, complicirte Bewegungen in geschickter Weise auszuführen. Ataxie ist mithin eine ungeschickte, uncoordinirte Bewegungsweise. Man erklärt sich das Zustandekommen der Ataxie gewöhnlich in der Weise, dass gewisse spinale oder cerehrale, jedenfalls centripetale Leitungshahnen verloren gingen, wodurch die Bewegungen nicht mehr durch die feinen peripheren Empfindungen controlirt werden. Ataxien sind daher meist die Folge von chronischen Rückenmarkskrankheiten. Man beobachtet sie so im Verlaufe der Staupe der Hunde, hei der Traberkrankheit der Schafe, hei Tabes dorsalis, bei chronischer interstitieller Myelitis. Auch der Hahnentritt der Pferde stellt zum Theile eine Ataxie dar.
Apoplexie. Mit diesem Namen bezeichnet man eine plötzlich auftretende allgemeine motorische Lähmung, welche gleichzeitig mit schwerer Gehirndepression verbunden ist und meist rasch zum Tode führt. Man findet sie hei schweren Gehirnkrankheiten, namentlich bei Gehirnhlutung, Gehirnentzündung, Gehirnlaquo; embolie, Sonnenstich, Hitzschlag, Finnen im Gehirn, Genickkrampf; ausserdem bei gewissen Infoctionskrankheiten, namentlich beim Milzbrand, bei der Rothlaufseuche und beim Geflügeltyphoid; endlich bei Vergiftungen (Blausäure, Eihen-haum etc.) und bei gewissen Herz- und Gefässkrankheiten: Herzruptur, peracute Myocarditis bei Aphthenseuche. Aortenzer-rei8sung, Ruptur der Pfortader etc.
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0. Miiskcliitropiiie.
Diagnostische Bedeutung. Der Nachweis von Muskelatrophie oder Muskelschwund hat nicht nur für die Diagnose der chirurgischen, sondern auch mancher innerlichen Krankheiten Bedeutung. Zunächst führen alle spinalen und peripheren Lähmungen bei längerem Bestehen zu Muskelatrophie (Kaumuskel, Schultermuskel, Muskulatur des Hintertheils). Sodann beobachtet man im Verlaufe einiger infectionskranklieiten umschriebenen oder allgemeinen Muskelschwund, so namentlich bei der Staupe der Hunde, bei der Tuberkulose, bei der Influenza der Pferde. Bei allen chronischen mit starker Consumption des Körpers einhergehendeu Krankheits-Frledborger u. Pröhner, Klinische CTuterauchungsmethodeni S. Aufl. 29
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450nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Untersuchung der Knochen.
zuständen entwickelt sich ebenfalls ein allgemeiner Muskelschwund,
so bei Anämie, pernieiöser Aniimie, Leukämie, Zuckerbarn-l'uhr, Hytlräinie, üistomatosc, Carcinomatose u. s. w. Endlich findet man umschriebene Muskelatrophie bei der Hämoglobinämie der Pferde, sowie hei einigen Vergiftungen (chrenisebe Blei-, Phosphor-, Arsenik-, Jodraquo;, Mutterkorn-, Kohlenoxydver-giftung).
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7. Die Untersuchung; der Knochen, Gelenke und Sehnen.
Knochen. Eigentbümlicbe, geradezu pathognostisebe Veränderungen am Skelet und an den einzelnen Knochen findet man bei der Rachitis. Die häufigsten Veränderungen bei dieser Knochenkrankheit sind: Verkrümmungen und Verbiegungen der Röhrenknochen, Auftreibungen an den Epipbysenenden, dachsbeinige, biirentatzige, bockbeinige, säbelbeinige, kubbessige Stellung, Karpfenrücken (Ky-pbosc), Senkrücken (Lordose), schiefer Rücken (Skoliose), rachitischer Rosenkranz, Hühnerbrust, rachitisches Becken, Auftreibung der Kopf-knochen, Asymmetrie des Schädels, Zwergwuchs, Neigung zu Knocben-brücben, schmerzhafter Gang. Bei der Osteomalacie beobachtet man ferner multiple Fracturen, namentlich am Becken, wobei die Ivnocbenbrücbc nach ganz geringfügigen Veranlassungen (Aufstellen, Niederlegen, Ausgleiten) auftreten; auch Infractionen und Luxationen, starke Scbnierzbaftigkeit beim Geben, Zucken mit den Beinen und selbst Läbnmngserscbeinungen kommen dabei vor. Endlich zeigen die Knochen charakteristische Veränderungen hei der Aktinomy-kose (Auftreibung des Unterkiefers), zuweilen auch bei der Tuberkulose (Knochentuberkulose), Sarkomatose (generalisirte Knocben-sarkome), sowie bei multipler Exostosenbilduug aus unbekannten innerlichen Ursachen.
Gelenke. Die Gelenke betheiligen sich an verschiedenen innerlichen Krankheiten. Als solche sind zu nennen der Gelenkrheumatismus, welcher eine Polyarthritis serosa mit starker Schwellung und Schmerzhaftigkeit mehrerer Gelenke darstellt, die Pyilmie (Polyarthritis pyaemica der Säuglinge), die Gicht (Polyarthritis urica beim GeHügel), die Tuberkulose (tuberkulöse Arthritis beim Rind, Sehwein und Geflügel), sowie die Rachitis und Osteomalacie.
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Solinenrutlexc.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;451
Sehnen. Metastatisohe Seimen- und SehnensoheideneptzUndungen
treten zuweilen im Vorlaufe der Brustseuche der Pferde, sowie bei Pyämie auf.
Sehnenreflexe. Beklopft man beim gesunden Menschen mit dem Finger schnell und leicht das Ligamentum patellare, so entstehen reflec-torisch vorühergehende Contractionen der Kniesoheibenstrecker, die sog. Sehnenreflexe (Westphal). Dieselben fehlen oder sind abnorm stark bei gewissen Rückenmarkskraiikhoiten. Ein ähnliches Kniephänomenquot; kommt auch beim Hunde vor. Klopft man bei gesunden Hunden leise mit schnellendem Pinger auf das Lig. patellare unterhalb der Kniescheibe, so beobachtet man einige rasche, kurze Beuge- und Streckbewegungen des Unterschenkels. In einem Falle von spastischer Spinallähmung beim Hund fand Dexler das Westphal'sche Zeichen auffallend stark ausgeprägt; nach dem Beklopfen des Lig. patellare erfolgte nämlich eine heftige, schlagähnliche Erschütterung des ganzen Beins mit Vorstossen desselben (Zeitschrift für wissenschaftliehe Veterinärkunde, V. Band).
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Die Untersuchung des Nervensystems.
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Anatomische und physiologische Vorbemerkungen. Die Anatomie und Physiologie des Q-ehirns hat für die chirurgische Therapie grössere Bedeutung als für die interne Medicin. Es ist ferner die Lehre von den ö-ehirnlocalisationen für die menschliche Pathologie viel wichtiger als für die thierärztliche, indem z. B. der Sitz des Spraohcentrums sowie subjective Mittheilungen bei den Thieren gar nicht in Betracht kommen. Immerhin aber ist es notb-wendig, wenigstens die wichtigsten ThatSaohen der experimentellen öehirnphysiologie auch in einer thierärztlichen Ichnischen Diagnostik voranzustellen. Diese Thatsachen, welche durch die Untersuchungen von Fritscb, Hitzig, Ferrier, Q-oltz, Munk tu A. festgestellt wurden, sind folgende:
I. Die Grossliirnrinde ist der Sitz sein' verschiedener Oentren.
1.nbsp; Im Bereich der Frontalwindungen sind vorwiegend die eigentlichen seelischen Functionen localisirt. Entzündung, Atrophie, abnormer Druck in dieser Q-egend lösen psychische Störungen aus.
2.nbsp; nbsp;Dagegen enthält die Q-rosshirnrinde in den beiden Oentral-windnngen (vordere und hintere), sowie im Dobulus para-centralis umschriebene, von einander getrennte motorische Regionen, die sog. psychomotorischen Oentren, für die willkürliche Bewegung der Gesichtsmuskeln, der Zunge, der Vorder- und Hinterextremitäten. Pathologische Veränderungen in einem dieser Centren (Blutimg, Erweichung. Tumoren, Embolien) bedingen also tbeils einen Krampf, tbeils eine Lähmung der entsprechenden Muskelgruppe, also einer Gresicbtshälfte, Zungenhälfte, eines Vorder- oder Hinterfusses. Diese isolirten, für die Affection der psychomotorischen Cent reu charakteristischen Lähmungen werden
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L'ntorsuclmng des Ncrvunsystems.
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45:3
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Monopleglen genannt, .'i. Die OccipitfiHvindungcn scheinen das Seiicentrum, 4, die Temporal Windungen das Grehör-centrum y,u beherbergen,
Fig. 67.
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Ilundeliini mit den liindeiiceiitrcn (von oben). I, il, III, IV file 1 Urwindungnn, S Sulous cruciatus, F Fossa Sylvii, 0 liulbus ollactorins. 1 motorisches Centrum liir die Nackenimislieln, 2 motorisches Centnim der BetiRC- und Streck-muskeln der Vorderbeine, 3 motorisches Centrmii der Heilte- und Jiollinuskelu der Vorderbeine, #9632;l motorisches Centrum der Muslicln der Hinterbeine, 5 motorisches Centrum für den Nervus fiicialis, 8 motorisches (Jentrum für die Seitwärtsbcwesuiig des .Schwanzes, 7 motorisches Centrum für die Flcxorcu und lietractoren der Vorderbeine, a u. !raquo; motorisches Centrum für den Orbi-cularis paliiebrarmn, t thermisches Centrum (nach Land eis).
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Hundchirn mit Rindenoentren (von der Seite).
Bezeichnungen wie in Fig. 67. Ausserdem a Crntrum für die Retractoren und Elevatoren des
Mundwinkels, b Centrum für die Uewogung der Zunge und das Oefl'nen des Mundes, c Centrum
für das Platysma, d Centrum für das Oefl'nen der Augen, e optisches Centrum, f acustisches
Centrum, g Geschmacks- und Geruchscentrum (nach Landois).
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4r.4
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JJntoi'suchuiig' des Norvoiisysteins.
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II. Die Verbindungsbahn zwischen den motorischen Rinden-centren und den betreuenden Muskeln geht zunächst in die innere Kapsel, dann in die Hirn schenke], die Brücke und endlich in die Pyramiden, an deren unterem Ende sich die Nervenfasern kreuzen (Pyramidenkreuzung); von hier geht sie ins Rückenmark weiter. Irgend eine pathologische Affection dieser motorischen Leitungsbalin von der inneren Kapsel bis zu den Pyramiden hat einseitigen Krampf oder Lähmung säiumtlicher von den genannten motorischen Centren innervirten Muskeln (Gesicht, Zunge, Vorder- und Hinter-extremitiit) zur Folge, weil in der Verbindungsbahn alle Fasern der
Klaquo;. 69.
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Quersclinitt des Rüokoimiarks vom Pferde.
A Vonlerliörner, B Hhitorhörnor, 0 Heitenhöraer, GB (Unterstrang, 0 Seitenstraugc, 8 Goll'sclie
Stränge, li Burdach'soliH Stränge, a Centralcanal, b Fissiira anterior, b' Fissura posterior,
c Neuroglia, e vordere, f hintere Commissnr (naoli Tli anhoft'er.)
psychomotorischen Centron zu einem dünnen Bündel gesammelt sind. Diese für eine Affection d er motorischen Leitun gsbabn besonders in der Gegend der inneren Kapsel charakteristische halbseitige Lähmung einer ganzen Körperlaquo; hälfte wird Hemiplegie benannt. AVegen der Pyramidenkreuzung sind sowohl Monoplegien als Hemiplegien auf der dem Krankheitsherde im Gehirn entgegengesetzten Körperseite zu finden.
III.nbsp; nbsp;Die Vierhügel stehen mit dem Nervus options und oculo-motorius in Verbindung. Zerstörung derselben führt zur Erblindung.
IV.nbsp; nbsp; Das Kleinhirn ist das Cent rum für geordnete Orts-
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II
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Untersuchung des Xervensystums.
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bewegUttgi Erkrankungen desselben, besonders des Wurmes, erzeugen Seh win de Ige fühl und unsieheren Gang. Erkrankungen der Kleinhirnschenkel haben Zwangsbewegungen (Reitbahn-, lloll- und Zeigerbewegung) zur Folge.
V.nbsp; nbsp; Das verlängerte Mark ist der Sitz der wichtigsten Lebensoentren (Athraungsoentrum, vasomotorisches Centrum, Vagus-centrum etc.).
VI.nbsp; nbsp;Das Rückenmark ist hauptsächlich Leitungsorgan für die centrifngale und centripetale Nerventhätigkeit vom Q-ehirn zu den peripheren IServen und umgekehrt. Die Vorderstränge entiialten die motorischen, die Hinterstränge die sensiblen Nervenfasern. Ausserdem befinden sich im Lenden mark Centren für Uterus, Blase und Mastdarm.
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1. Die Untersuchung des Schädels.
Adspection. Bei der Besichtigung des Kopfes ist unter Umständen für die klinische Diagnostik von quot;Wichtigkeit der Nachweis einer Asymmetrie des Schädels, wie sie z. B. bei rachitischen Hunden beobachtet wird. Auch die sonstige Form des Schädels ist insbesondere beim Pferde von einer gewissen Bedeutung, indem beispielsweise nach der herkömmlichen Annahme ein schmaler, niedriger, kleiner Schädel bei manchen Pferden eine Disposition für Dummkoller bedingt. Seltener beobachtet man ein Otfenbleiben der Fontanellen als Ausdruck von Rachitis und angeborenem Hydrocepbalus. Weiter können, namentlich beim Seiiwein, Ausflüsse aus den Ohren von diagnostischer Bedeutung bei der tuberkulösen Pachy-meningitis werden. Die genaue Untersuchung des äusseren Gehörgangs sollte überhaupt in keinem Falle von Gehirnerkrankung beim Rind, Hund und Schwein unterlassen werden, da bei erstereiu zuweilen auch eine eigenthümliche Affection des Gehörgangs, nämlich die Ansiedlung von Dermanyssus avium (Vogelmilbe), das Vorhandensein einer Gehirnentzündung vortäuscht.
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Palpation. Durch die Betastung des Schädels wird vor Allem eine abnorme Temperaturerhöhung nachgewiesen. Man findet eine solche bei der activeu Gehirnhyperämie und bei Gehirnentzündung, besonders deutlich beim Hunde ausgeprägt, sodann bei der Staupe, beim bösartigen Katarrhalfieber, bei der Cerebro-
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Untersuohiang dos Nervensystems.
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spinalmeningitis, beim Milzbrand, Hitzschlag, Sonnenstich, im ersten Stadium der Drehkrankheit der Schafe u. s. w. Bei der letztgenannten Krankheit lassen sich ferner im letzten Stadium auf Druck abnorm nachgiebige, zuweilen auch emptindliche Stellen am Schädel, entsprechend dem Sitze der Cönurusblase, nachweisen.
Percussion. Dieselbe ist für die Diagnose der Drehkrankheit des Rindes insofern von Bedeutung, als man beim vorsichtigen Beklopfen der geschorenen Schädeldecke mit der metallenen Rückseite des Percussionshammers, oder eines kleinen Bammers überhaupt, zuweilen an der Stelle der Blase einen etwas dumpferen Ton, sowie auffallende Empfindlichkeit nachweisen kann.
Wirbelsäule. Bei derselben ist eine entsprechende Untersuchung in der Kegel nicht durchzuführen. Man kann höchstens bei den kleineren Hansthieren durch Drücken und Abtasten der Rückgratsäule von oben her, sowie durch starkes Strecken und Beugen derselben eine abnorme Sohmerz-haftigkeit namentlich im Bereiche des Lendenmarks nachweisen und beim Ausschluss aller traumatischen Momente auf eine Rüekemnarksentzündung beziehen.
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2. Oehirnrelzungserscheinungen.
Aufregung und Schreckhaftigkeit. Dieselben sind zunächst charakteristisch für die active Cxebirnliyperamie, sowie für das Excitationsstadium der Gehirnentzündung. Pferde werden im Stand oder bei der Arbeit unruhig, suchen sich loszureissen, steigen in die Höhe, lassen sich nicht anfassen oder fahren beim geringsten Geräusch zusammen, Hunde sind unruhig, schreckhaft, sehr empfindlich gegen Berührung, schreien und heulen, rennen sinnlos im Kreise herum. Rinder brüllen, schnauben, schütteln mit dem Kopfe, springen in die Krippe, stampfen mit den Fassen, suchen blindlings vorwärts zu dringen, stemmen die Stirne gegen die Wand, stossen und bohren mit den Hörnern, zeigen Zälineknirschen und Geifern. Schweine schreien, wühlen im Boden, knirschen mit den Zähnen und verkriechen sich in der Streu. Aehnliche Erscheinungen von Aufregung beobachtet man bei der Wuth, bei welcher Hunde und Katzen ausser-dem den Drang zu entweichen zeigen, bei der Gehirntuberkulose des Rindes, beim bösartigen Katarrhalfieber, bei der Cere-brospinalmeningitis, beim Milzbrand, bei der Stiersucht und Satyriasis. Hochgradige Schreckhaftigkeit als Ausdruck einer Erkrankung des Rückenmarks findet man ferner beim Starrkrampf,
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Untersucluing tics Ncrvonsystems.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 457
bei Rückenmai'ksentzümlung, l)oi der Traberkrankheit der Schafe, bei Strychninvergiftung, Equisetum- und clironiscber Quecksilbervergiftung.
Tobsucht. Am ausgesprochensten treten tobsüchtige Erscheinungen bei der Wnth auf. Zu den oben beschriebenen Symptomen kommen noch folgende. Hunde und Pferde beissen ganz unmotivirt. Rinder wühlen den Boden mit Hörnern und Püssen auf, seltener bestellt Beisssucht. Schweine greifen Menschen und Thiere an. Katzen kratzen und beissen. Selbst das Geflügel macht Angriffe mit dem Schnabel. Ein wuthähnliohes Benehmen zeigen ferner Hunde mit Pentastomen in der Nasenhöhle, mit Taenia Echinococcus im Darm, mit Fremdkörpern im Schlünde, Finnen im Gehirn, sowie mit Gehirnentzündung und Staupe; Kinder desgleichen bei Gehirntuberkulose, Milzbrand, bösartigem Katarrhalfieber, Stiersucht, Satyriasis. Bleivergiftung, Alkohol- und Klatschrosenvergiftung; Pferde bei schweren Koliken, z. B. bei Zwerchfellruptur; endlieb Schweine bei Gehirnentzündung, Kinnen im Gehirn und Laken Vergiftung,
Wahnvorstellungen (Hallucinationen). Ausser bei der Wutb, bei welcher Hunde z. B. nach Fliegern schnappen, findet man Hallucinationen beim Dummkoller, bei der Katalepsie, sowie bei verschiedenen Gehirnaffeotionen. Auch Hypnotismus kommt angeblich bei den Hausthieren vor.
Blick. Einen ängstlichen, klagenden Blick trifft man bei der Kolik, beim Starrkrampf, bei starker Athemnoth, beim Ueberfressen und bei der traumatischen Pericarditis des Rindes. Einen feurigen, wilden Blick beobachtet man bei acuter Geliirnhyperiimie, Gehirnentzündung und Wutb.
Untugenden. Von solchen kommen namentlich das Koppen und die active Stätigkeit in Betracht. Von ungünstiger prognostischer Bedeutung ist ihr Verschwinden in schweren Krankheitszuständen.
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'i. Gehlrndepresslonserschelnnngeii.
Benommenheit des Sensoriums. Die psychische Depression, wie sie bei sehr vielen Krankheitszuständen auftritt, äussert sich in Benommenheit des Bewusstseins, Hängenlassen und Aufstützen des
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458nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Untersuchung dos Nervensystems.
Kopfes, Tlieiliiiihmlosigkeit gegenüber der Umgebung, sowie in schlaf-süchtigem, stumpfsinnigem, betiiubungsartigem Zustande. Man beob-aciitet diese Abstumpfung der Grebirnthiltigkeit am stärksten im zweiten Stadium der G-ebirnentzündung, bei passiver Gehirn-byperämie, bei ebronisebem Hydrocepbalus (Dummkoller), sowie einigen anderen Gebirnkrankbeiten, z. B. bei der Drobkrank-heit. Ferner treten schwere i18}'0'1!80!'0' Depressionserscbeinungen auf bei boebtieberbaften Infectionskranklieiten, insbesondere bei Influenza, Milzbrand, Brustsenebe, Druse,Staupe, bösartigem Katarrlialfieher, Rinderpest, Scbweinerotlilauf, Septikämie, Wutli xx. s. w. Sodann verlaufen mit auffallender Benommenheit des Sensoriums gewisse Leberkrankheiten, vor Allem Ikterus, Lupinosc und chronische interstitielle Hepatitis (Scbweins-berger Krankheit). Aucb bei gastrischen Affectionen, insbesondere beim ebroniseben Magendarmkatarrh der Pferde, sowie beim Ueberfressen des Rindes ist das Sensorium mehr oder weniger stark getrübt. Endlich beobaebtet man starke psychische Benommenheit bei Urftmie und zahlreichen narkotischen Vergiftungen.
Schwindel und Ohnmacht. Scliwindclanfälle sind abnorme Bewegungsempfindungen in Folge von Störung oder Verlust des Gleichgewichts. Sie beginnen mit Unsicherheit beim Gehen und Stehen, Taumeln und Schwanken und führen schliesslich zum Unvermögen der Aufrechterhaltung des Körpers. Der Ursprung des Schwindels ist das Kleinhirn, welches entweder direct oder indirect beeinflusst wird. Die wichtigsten Krankheitszustände, welche mit Schwindel verlaufen, sind: Gehirnanämie, Gehirnblutung, Gehirntumoren, Gebirnabscesse, Parasiten im Gehirn, Gehirnentzündung, sowie gewisse Neurosen des Gehirns ohne anatomische Grundlage (Gehirnschwindel). Sodann beobachtet man Scbwindelanfälle in Folge von Blutstauungen im Gehirn bei nicht oompensirten Klappenfehlern (beim Hunde die häufigste Ursache), bei degenerativen Lungenkrankheiten, Aneurysmen, Anämie, Leukämie, gastrischen Störungen, ferner reflectorisch bei starker Reizung der Augen (Gesichtsscbwindel), Ohren (Fremdkörper im Gehörgang), der Nasenhöhle (Oestruslarven beim Schafe), nach starken Blutverlusten, endlich bei gewissen Vergiftungen, so bei Alkohol-, Solanin-, Lolium-, Equisetum-, Kohlenoxydvergiftung u. s. w.
Die Ohnmacht stellt ein weiteres Stadium des Schwindels dar, indem der Schwindel schliesslich zu vollständiger Bewusstlosigkeit
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Uuterauobung doa Norvensystems.
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führt, und wobei die Affection, /. B. die Anämie, vom Kleinhirn auch aufs Grosshiru übergeht. Die veranlassenden Krankheitszustände sind daher für beide Depressionscrscheinungen dieselben.
Koma, Sopor. Man versteht darunter eine anhaltende Be-wusstlosigkeit im Gegensatze zu der anfallsweisc erfolgenden und gewöhnlich rasch vorübergehenden Ohnmacht. Man findet erstere bei schweren Gelurnleiden, namentlich bei G-ehirnapoplexie, Grehiru-ödem und im letzten Stadium der Gehirnentzündung, bei der Q-ebärparese des Rindes, bei der Staupe der Hunde, bei schweren Gastriten und Peritoniten, bei Urämie (urämisches Koma im Verlaufe dor chronischen interstitiellen Nephritis), bei Diabetes mellitus (Coma diabeticum), bei schweren Vergiftungen u. s. w.
Blödsinn. Derselbe stellt eine Form von Geisteskrankheit (Psychose) dar, welche ausser beim Dummkoller der Pferde besonders beim Hunde beobachtet wird und hier meist ebenfalls auf chronischen Hydrocephalus zurückzuführen ist. Nicht selten entwickelt sich Blödsinn beim Hunde nach der Staupe. Andere Ursachen sind 11 a c h i t i s, angeborener Gehirndefect,Neubildungen, Parasiten und chronische Entzündungszustände im Gehirn. Der Blödsinn äussert sich unter anderem auch durch den blöden, stieren, glasigen, starren, ausdruckslosen Blick.
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4. Untersuchung der Scnsibilitilt.
Schmerzäusserungen. Dieselben sind je nach der Art und dem Grade des Leidens, sowie nach der Thiergattung verschieden. Sie bestehen im Allgemeinen in Stöhnen, Aech/.en, Winseln, Schreien, Brüllen, Brummen, Zischen, Quieken, Unruhe, umsehen nach dem Hinterleib, Scharren, Stampfen, Ausschlagen. Schlagen gegen den Bauch, Hin- und Herlaufen, Niederlegen, Wälzen. Einnehmen eigenthümlicher Stellungen, Zähneknirschen, Kopfschütteln, Aufkrümmen des Kückens, Wedeln mit dem Schweife, Lahmgehen u. s. w. Beim Pferde findet man derartige Schmerzäusserungen vor Allem bei Kolik, im Verlaufe des Petechialfiebers, der Influenza, bei Magendarmkatarrhen, Magendarmentzündungen, Peritoniten, Nierenentzündung, Pleuritis, Tetanus, Oerebro-spinalmeningitis, Gelenk- und Muskelrheumatismus, Hämo-globinämie u. s. w. Beim Binde kommen Kolikerscheinungen vor
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160nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Untersuchung lies Nervensystemsi
bei traumatischer Q-astritis, Darminvagination, Heberlaquo; rress(iii,Hiii,nvei,liiiltung,(To])iii'l'iel)cr,bei(lerRin(lei,seuclieetc. Im Allgemeinen sind die Sohmerzäusserungen beim Kinde nicht so hochgradig wie beim Pferde. Schweine zeigen Schmerzen beiMagen-und Darmkatarrhen, Darmtrichinose, Eohinorrhynohus gigas etc. Bei Hunden findet man Kolikerscbeinungen ziemlich selten (Magenentzündung, Rheumatismus); sehr wehleidig sind dagegen /iegen. Bei allen Haustbieren kommen endlich sehr schmerzhafte .Enteriten vor nach Vergiftungen (Canthariden-, Oolohioum-, Bucheckern-, Sublimat-, Alkalien-, Säurevergiftungen etc.).
Hyperästhesie. Eine abnorme Empfindlichkeit gewisser Stellen der Haut beobachtet man in erster Linie bei der Rückenmarks-entzündung. Namentlich Pferde und Hunde zucken bezw. schreien hiebei nach der geringsten Berührung der Haut. Sodann bestellt hei der Traberkrankheit der Schafe starke Hauthyperästhesie, welche sich in heftigem Juckreiz, besonders in der Kreuzgegend äussert, so dass die Tbiere sich an dieser Stelle scheuern, wetzen, reiben, nagen und beissen. Ein ähnlicher intensiver Juckreiz wird bei Vergiftungen (Mercurialismus), bei der Beschälseuche und im Verlaufe der Wuth beobachtet; bei letzterer kann sich die Hyperästhesie bis zur Selbstzerfleischung steigern. In einzelnen Fällen von Reflexepilepsie hat man ebenfalls eine ungewöhnliche Empfindlichkeit einzelner Hauttheile constatirt. In wie weit endlich Neuralgien, Prurigo und Pruritus bei den Haustbieren vorkommen, entzieht sich bei der Schwierigkeit des Nachweises der sicheren Beurtlieilung.
Anästhesie. Die EmpfindUchkeit ist zunächst herabgesetzt oder aufgehoben in den meisten Fällen von cerebralen und spinalen Paresen und Paralysen (Hemianästliesie), bei Rückenmarksentztindung im späteren Stadium, bei Dummkoller, im zweiten Stadium der (lebirnentzündung, bei Epilepsie, Schwindel und Ohnmacht, sowie bei narkotischen Vergiftungen (Morphium, Chloroform, Chloralhydrat, Aether, Alkohol, Bromkalium). Die Prüfung erfolgt durch Druck (Treten auf die Krone beim Pferde, vor die Stirne Schnellen, in die Ohren Greifen), Nadelstiche oder mittelst der Elektricität.
lieber die Bedeutung der Sehnenreflexe vergl. S. 451.
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Uiitursuukuug ilus Nurveiisystüms.
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öi Uiitersucluins der Sinnesorgane,
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\. Untersuchung der Augen. Die Untersuchung der Augen ist in mannigfaltiger Hinsieht von grosser Bedeutung für die Diagnose innerer Krankheiten. Die wichtigsten Veränderungen sind, entsprechend dem Gange der Untersuchung von ausseu nach innen, folgende.
Bulbus. Eine starke Retraction des Hulhus in Folge tetaniseher Contraction der geraden Augenmuskeln mit Vorfall der Niokhaut beobachtet man heim Starrkrampf. Diese Zurückziehung des Bulbus kann für die genannte Krankheit geradezu von pathognostiseher Bedeutung sein (Diagnose per distance). In ähnlicher Weise wird der Augapfel bei Nicotin- und Stryehninvergiftung zurückgezogen, ßollende und zitternde Bewegungen des Bulbus sieht man beim Genickkrampf, bei Lakenvergiftung und hei Nystagmus. Atrophie des Bulbus ist unter anderem eine Folge von Trigeminuslähmung. Starkes Hervortreten der Bulbi beobachtet man bei der Basedowschen Krankheit und hei Dyspnoe.
Lider. Lähmung des oberen Augenlides (Ptosis) wird bedingt durch Gehirnentzündung, G ebärpareso und Btomainevergii-tung (Botulismus). Halb geschlossen sind die Augen zuweilen bei Dummkoller mul anderen Gehirnleiden. Starke Schwellung der Lider sieht man bei der Influenza der Pferde, bei der Staupe der Hunde und Katzen, beim Schat'rotz. sowie bei der Geflügeldiph-tberitis. Bei der gregarinösen Form der letzteren treten ferner auf den Lidern Epithel iome auf.
Conjunctiva. Entzündung der Lidhindehaut mit Lichtscheue, verschieden starker Schwellung und verschiedenartigem serösem, schleimigem, eitrigem, käsig eingedicktem, selbst blutigem Ausflusse findet man bei Influenza, Staupe der Hunde, bösa rtigem Katarrha 1-fieber, Petechialfieber, Schafrotz, Oestruslarven-, Pocken-und Drehkrankheit der Schafe, bei der Rinderpest, beim Milzbrand, bei der HUhnerdiphtheritis u. s. w.
Cornea. Trübung der Cornea besteht bei der Staupe der Hunde, beim bösartigen Katarrbalfieber, bei der [nfluenza. beim Schafrotz, bei der Gebärparese. Geschwüre der Cornea beobachtet man ebenfalls bei Staupe, bösartigem Katarrbalfieber, Schaf-rotz, ferner bei der Zuckerharnruhr. Endlich kommen zuweilen Bläschen bei der Apbthenseuche, sowie Poeken bei der Pocken-seuche auf der Hornhaut vor.
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462nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Qntersuohuiig des Nei'veney8teni8lt;
Vordere Augenkammer. Blutungen treten auf lgt;ei Peteoliial-fieber, Skorbut, Influenza, Stiui|ie, Septikftmie, Leukämie und perniciöser Anämie.
Pupille. Dieselbe ist abnorm verengt im Anfange der Gehirnentzündung und bei sonstigen Gehirn krank hei ten, bei Morphiumlaquo; und Digitalis Vergiftung. Abnorm erweitert rindet man sie in allen Fällen von Amaurosis (vergl. unten), während des epileptischen Anfalls, bei verschiedenen Vergiftungen (Atropin etc.), heim Starrkrampf und Geniekkrampf, hei Gehirnhyperämie und Gehirnentzündung im späteren Verlaufe, hei Gehärparese, im zweiten Stadium der Drehkrankheit.
Iris. Entzündungen der Iris sind sehr charakteristisch für die Brustseuohe und Influenza, sowie für Pyämie. lieber die Tuberkulose der Iris bei den Hausthieren ist zur Zeit nicht viel bekannt.
Linse. Trübungen der Linse (Cataract) beobachtet man als Alterserscheinung, sowie als ein diagnostisch wichtiges Symptom bei der Zuckerharnruhr (Cataracta diabetica).
Glaskörper. Blutungen hat man vereinzelt beim Petechial-fieber und Skorbut, sowie bei der Staupe, Anämie und Fleischvergiftung gefunden.
Papilla optica. Dieselbe ist stark hyperämisch hei acuter Ge-hirnhyperämie und Gehirnentzündung, Staupe der Hunde etc. Ueber eine echte sog. StauungspapiUe als Ausdruck innerlicher Krankheiten ist bisher bei Thieren wenig Sicheres bekannt geworden.
Retina. Äraaurose (Lähmung der Netzhaut, schwarzer Staar) lindet man zuweilen als Folgekrankheit der Staupe, der Gehirnentzündung, des Genickkrampfes, bei Gehirntumoren, nach Blutungen in die Netzhaut beim Skorbut, hei der chronischen Bleivergiftung (Amaurosis saturnina), bei Ptomaine- hezw. Pilzvergiftungen, nach starken Blutverlusten u. s. w.
Parasiten. Unter ihnen haben nur die Finnen eine gewisse Bedeutung bei Schweinen, indem sie zu Erblindung führen können.
Panophthalmie. Eine eiterige Entzündung des ganzen Augapfels mit Zerstörung desselben rindet man bei der Geflügeldiphtheritis, Tuberkulose und Staupe der Hunde.
11. Untersuchung des Geruchs. Verlust des Geruchsinns stellt sich am häufigsten beim Hunde nach der Staupe namentlich dann ein, wenn sicli als Folgekrankheit chronischer Hydrocephalus
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UnterBUohung laquo;les Nervensystems.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; \{)3
entwickelt hat. Ausserdem konimon Störungen des Q-eruohs vor bei Niisenkatarrlien und bei Anwesenheit von Pentastonium taeni-oides in der Nasenhöhle.
III. Untersuchung des Gehörs. Verlust des Gehörs beobachtet man ebenfalls im Anschluss an Staupe und Gehirnentzündung bezw. chronischen Hydrocephalus. Nicht selten ist eine angeborene Taubheit bei Hunden (Dalmatiner) und Katzen (blaue Augen). Zuweilen tritt ferner beim Hunde Taubheit ein in Folge Uebcrgangs einer Phary n gi ti s auf die Tuba Eustachii. Endlich kommt es im Verlaufe der Tuberkulose des Mittelohres, sowie bei Gell ügeldiphtheritis /um Verlust des Gehörs. Vereinzelt hat man Taubheit auch nach Ablauf der Brustseuche constatiit.
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Specialdiagnostik der Krankheiten des Nervensystems.
Active Gehirnhyperämie und Gehirnentzündung. Gewöhnlich plötzlicher Anfall von Aufregung, Unruhe, Schreckhaftigkeit, selbst Käserei und Tobsucht; zuweilen treten auch Zuckungen, eklamptische Krämpfe und Zwangsbewegungen auf. Schädeltomperatur gesteigert, Kopf-sehleiiuhäute höher gerüthet, Pupille verengt, Puls kräftig und beschleunigt. Später Depressionserscheinungen.
Passive Gehirnhyperamie. Meist von vornherein mehr psychische Depression, Stumpfsinn, Betäubung, Schwindel, Ohnmachts-anfälle; Puls klein.
Gehirnblutung. Apoplectiformes Zusammenstürzen, Mono-plegien, Hemiplegien (einseitige oder halbseitige Lippen-, Kaumuskel-, Augenmuskel-, Ohrenmuskel-, Extremitätenmuskellähmnng); Kopfschleimhäute hoch gerüthet.
Chronischer Hydrocephalus. Blödsinn, Dummsein, Depression des Bewusst seins, der Empfindung, der Vorstellung, des Willens bei fieberlosem Zustande und chronischem Verlaufe.
Drehkrankheit beim Schafe. 1. Stadium: Schreckhaftigkeit, Aufregung, Krämpfe, starke Injection der Kopfsehleimhäute, höhere Temperatur des Schädels. 2. Stadium; scheinbare Gesundheit. 3. Stadium: Betäubung, Stumpfsinn, Reitbahn-, Dreh-, Rollbewegungen (Schwindler, Taumler, Seitlinge, Traber, Würfler, Segler); empfindliche, nachgiebige Stellen am Schädeldach.
Gehirntumoren. Herdsymptome: Drehen, Amaurose, Monoplegien, Hemiplegien, Hemianästhesien; Lähmungssymptome im Bereich der Gehirnnerven (2. 4. 5. 7. 12.). Erscheinungen des Dummkollers, resp. der psychischen Depression.
Cerebrospinalmeningitis. Stumpfsinn, Schlafsucht, Krampfanfälle
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4(j4nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; [Jnteraaohung ties Nervensystems,
dor Kopf-, Hals- und Extreinitiltenmuskeln, steife Genickhaltung, 0 pistho ton us , Schlingl äh m n ng, hohes Ini'ectionsfieber.
Rückenmarksentzündung-. Schreckhaftigkeit, Hyperilsthesie, Zuckungen, Anästhesie, Lilhmung, Störung von Seiten der Blase und des Mastdarms (Lähmung).
Traberkrankheit. 1. Stadium: Schreckhaftigkeit (Schruckigsein), Zittern, scheues, ängstliches Benehmen. 2. Stadium: atactischer, unsicherer, trippelnder, trabartiger Gang. Hyperästhesie (Juckreiz in der Kreuzgegend). 3. Stadium: Kreuzlähmung.
Epilepsie. Vorübergehende Anfälle (Niederstürzen), Bewusstlosig-keit und Empfindungslosigkeit mit gleichzeitigen Mus k elk rümpfe n ; Pupille während des Anfalls erweitert: chronischer Verlauf.
Eklampsie. Acute epileptiforme Anfälle.
Katalepsie. Anfälle von wachsartiger Steifigkeit der Muskulatur; hypnotischer Zustand.
Chorea. Automatenartige, zuckende, nickende, wackelnde, tanzende Bewegungen.
Schwindel. Schwanken, Taumeln, Zusammenstürzen, Bewusst-losigkeit: Krämpfe fehlen,
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Die Untersuchung des Blutes, der Exsudate und
Transsudate.
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I. Die Untersuchung des Blutes.
Blutgewinnung. Die Untersuchung des Blutes wird in der Praxis nicht in jedem einzelnen Krankheitsfklle, sondern nur dann vorgenommen, wenn gewisse Allgemeinsymjitüme, namentlich Blässe der Schleimhäute, Hyperplasie der Lymphdrüsen, oder der Verdacht auf Milzhrand Veränderungen des Blutes vermuthen lassen. Zum Zwecke der Blutgewinnung genügt in der Regel die Entnahme eines einzigen Bluttropfens nach vorausgegangenem Einstich (kleinere Thiere) oder Einschnitt (grössere Thiere) in die gereinigte und getrocknete Innenfläche des Ohrs. Seltener ist zu diagnostischen Zwecken die Vornahme eines Probeaderlasses oder das Einstechen einer Hohlnadel in ,die Vena jugularis nothwendig. Der Einstich ins Ohr wird entweder mit einer spitzen Nadel oder hesser mit einer Lancette gemacht. Es empfiehlt sich, den ersten ausquellenden Bluttropfcn abzuwischen und nur den zweiten oder dritten zu untersuchen. Am besten tupft man den Blutstropfen direct mit dem Objectträger ab, legt dann das Deckglas vorsichtig auf und untersucht das Blut möglichst rasch unter dem Mikroskop bei starker Vergrösserung. Um das Eintrocknen des Blutes und die hiebei an den Blutkörperchen auftretenden Veränderungen zu vermeiden, umzieht man entweder den Rand des Deckglases mit Oel hezw. warmein Wachs, oder man vorsetzt den Bluttropfen mit etwas Kochsalzlösung (x/i3/laquo; 0/o).
Die Untersuchung des Blutes ist theils eine makroskopische, theils eine mikroskopische.
Friodberger u. Fröhiier, Klinisolie Untcrsnolmiigsinethoden. i, Aull. 30
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4()()nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Untersuchung des lilutes.
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1. Makroskopische Blutimtersuchung.
Farbe. Dio Farbe des Blutes ist schon normal je nach der Herkunft dos Blutes (Arterion, Venen, Parenchym) sehr wechselnd. Im Allgemeinen ist sie in diagnostischer Hinsieht nicht von erheblicher Bedeutung. Eine auffallend helle Färbung des Blutes findet man in allen anämischen und hydrämischen Zuständen, sowie bei Leukämie. In vorgeschrittenen Stadien der letztgenannten Blutkrankheit wird die Blutfarbe auffallend weisslich-roth, hefeähnlicli, wie mit Milch gemischt, zuweilen auch bläulich schillernd oder chokoladeartig. Hellkirschroth ist die Farbe dos Blutes bei Xohlenoxydvergiftung. Arterielle Farbe des venösen Blutes findet sich bei Blausäurevergif-tung. Auffallend dunkel ist die Farbe des Blutes bei Dyspnoe (Kohlensäureintoxication). Kino lackfarbige Beschaffenheit nimmt das Blut an bei Auflösung einer grösseren Menge von rothen Blut-körperohen (Hämoglobinämie).
Gerinnbarkeit. Der langsamen oder schnellen Gerinnung des Blutes, insbesondere der Bildung der sog. Speckhaut ist in früheren Zeiten mit Unrecht eine grosso diagnostische Bedeutung beigelegt worden. Bekanntlich zeigt das ganz normale Blut aller Einhufer bei der Gerinnung stets eine Speckliaut, während dieselbe dem Blute der übrigen Hausthiore fehlt. Die Frage der Gerinnbarkeit des Blutes ist für den pathologischen Anatomen elior von Wichtigkeit, als für den Kliniker (Fehlen der Gerinnung bei manchen Infectionskrank-heiten und Vergiftungen). Klinisches Interesse besitzt höchstens der Umstand, dass das Blut bei der Hämoglobinämie nach 24stündiger Aufbewahrung an kühlem Orte röthlich gefärbtes Serum statt gelben Serums abscheidet (freies Hämoglobin). Die Bestimmung des speeifischen Gewichts und der Reaction des Blutes ist ohne besonderen diaanostischen AVertb.
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'i. Mikroskopisclu; Blutnntersuchung.
Normale Blutbestandtbeile. Die wichtigsten normalen Blut-bestamltheile sind für die mikroskopische Untersuchung die rothen und weissen Blutkörperchen, Den in neuerer Zeit von Bizzozero entdeckten sog. Blutplättchen kommt vorerst eine diagnostische Bedeutung nicht zu.
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Uotersuohttnir des Blutes.
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Die rothen uml weisseu Blutkörperchen können nun entweder in quantitativer oder in qualitativer Hinsicht, oder auch gleichzeitig in beiden wichtige Veränderungen aufweisen. Diese Veränderungen sind:
a)nbsp; nbsp;Verminderung der rothen Blutkörperchen (Oligocyt-häiuie),
b)nbsp; nbsp;Vermehrung der weissen Blutkörperchen (Leukocytose, Leukämie).
c)nbsp; Formveränderungen der rothen Blutkörperchen (Poikilo-
cy tose).
Verminderung der rothen Blutkörperchen (Oligocythämiei.
Die Zahl der rothen Blutkörperchen beträgt im gesunden Blute durchschnittlich pro Oubikmilhmeter fünf Millionen, Diese Zahl ist in allen anämischen Zuständen, sowie bei Leukämie beträchtlich vermindert, und zwar im Maximum bis auf etwa eine halbe Million. Der Nachweis der Verminderung wird durch das Mikroskop geliefert, und zwar genügt für die Zwecke der Praxis die einfache Untersuchung eines Bluttropfens und die numerische Vergleichung des Präparats mit einem Blutpräparate von gesunden Thieren. Zur genaueren wissenschaftlichen Feststellung der Blutkörperchenzahl bedient man sich sog. Zählapparate (Thoma-Zeiss) oder des Pleischl'schen Hämo-meters. Andererseits hat man auch den Hämoglobingehalt des Blutes bestimmt und sich hierzu der Hämoglobinometer von Go wer s u. A. bedient (vergl. bezüglich der für die thierärztlicbe Praxis entbehrlichen Apparate die Lehrbücher der Physiologie). Einschlägige Zählungen und Messungen bei gesunden und kranken Thieren sind in grosser Zahl von Schind elk a (Oesterreich. Zeitschrift für wissenschaftliche Veterinärkunde 1888) und Zschokke (Schweizer Archiv für Thierheilkundo 1887) ausgeführt worden.
Vermehrung der weissen Blutkörperchen (Leukocytose, Leukämie). Die vorübergehende Vermehrung der weissen (farblosen) Blutkörperchen, die Leukocytose, welche bekanntlich physiologisch während der Verdauung und pathologisch bei sehr vielen entzündlichen und fieberhaften Krankheiten vorkommt, bat keine diagnostische Bedeutung. Dagegen ist die anhaltende Vermehrung der farblosen Blutkörperchen, die Leukämie, auch bei unseren Hausthieren von erheblicher Wichtigkeit. Man findet bei der einfachen mikroskopischen Untersuchung des leukämischcn Blutes die sonst nur vereinzelt im Blute auftretenden Leukocyten (85 pro Gesichtsfeld) mehr oder weniger vermehrt, so dass statt des normalen Verhältnisses der weisseu
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Untersuoluing des Blutes.
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zu den rothen Blutkörperchen = 1: B5U Zahlen Verhältnisse = 1:50 20 10 und noch engere Verhältnisse gefunden werden. Exacte wissenschaftliche Resultate gibt auch hier nur die Zähhnethode. Meist
Fiquot;-. 71).
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Li'iikämisdies lilul.
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enthält das Blut bei der Leukämie auch noch üebergangsformen zwischen rothen und weissen Blutkörperclien.
Fig. 71.
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Poikilocytosc.
Formveränderung der rothen Blutkörperchen (Poikilocytose).
Bei allen schweren anämischen Zuständen findet man die normale Scheibenform der rothen Blutkörperchen, sowie die dl rosse derselben
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Untersuobuhsf des Blutes.
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veriliulei't. Man unterscheidet speeiell Poikilocy ten, d. h. Blut-körperohen von verscliioflenai-tigor, eckiger, nierenloniiiger, birn-, keulen-, bisquitähnliober Gestalt; Mikrocyten, d. li. viel kleinere, und Makrocyten, d. li. viel grössere Blutkörperchen, als die normalen rothen Blutkörperchen. Am ausgesprochensten findet man diese drei Formen bei der pernieiösen Anämie des Pferdes. Ohne diagnostische Bedeutung ist die sog. Stechapfel- und Q-old-r o llenform.
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Abnorme Beimengungen im Blute, lieber den Nachweis von Bacterien im lebenden Blute, welchem vor Allem eine diagnostische Bedeutung heiin Milzbrand zukommt, vergl. das Kapitel über bacte-riologisclie Untersuchungen, Weitere, nicht seltene Beimengungen ohne diagnostischen Werth sind Blutkrystalle (Hämoglobinämie, Leukämie, Septikiimie) und schwarze Pigmentkörperchen (Melanämie). Von tlnerischen Parasiten kommen nur die Embryonen von Filaria immitis beim Hunde in Betracht. Dieselben stellen fadenförmige, 0,25 mm lange und 0,005 mm dicke Würmchen mit langem fein zugespitztem Schwänze dar, welche sich lebhaft zwischen den rothen Blutkörperchen hin und her he wegen.
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Fig. 72.
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Embryonen von Filaria immilis Im Blntolt;
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Hpeeialdiagnostik der Ulntkrankheiten.
Anämie. Blässe der Haut und Sclileimhäute, Mattigkeit, Schwäche.
Perniciöse Anämie. Dieselben Erscheinungen in höherem Grade. Ausserdem Poikilocytose, Makrocytose, Mikrocytose. Zuweilen Blutungen auf Schleimhäuten und hohes Fieber. Fehlen jeder Organerkrankung.
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170nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Untersuohuug der Traiissudato.
Leukämie. Blässe der Scbleimliiiuto und Haut. Mattigkeit, leiclito Ermüdung. Häufig Vergr össerung sämmtli eher äussorlich er Ij ymplidrüsen, Blutungen auf Schleimliäutcn, Nasenbluten. Starke Vermehrung der weissen Blutkörperchen im Blut. Fehlen yon Organkrankheiten.
Hydrämie. Blässe der Schleimhäute, Anasarlea, Ascites, 11 y d r o p e r i c a r d i u m . Mattigkeit, Abmagerung.
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II. Die Untersuchung der Transsudate und flüssigen Exsudate.
Zweck. Die directo Untersuchung vonFIüssigkoitsansammlungen in der Brusthöhle und Bauchhöhle wird, nachdem ihr Vorhandensein beim lebenden Tliiere durch Percussion, Palpation und Auscultation festgestellt ist, durch die A'ornalune einer Probcpunction ermöglicht. Es handelt sich hierbei in erster Linie um die Entscheidung der Frage, ob die angesammelte Flüssigkeit ein Transsudat oder Exsudat ist, mithin darum, ob die Flüssigkeit auf dem Wege der Stauung (Herzfehler, Leber- und Nierenkrankheiten) oder der Entzündung (Pleuritis, Peritonitis) in diese Körperhöhlen gelangte. In zweiter Linie hat die Untersuchung nachzuweisen, welche Art des Transsudates (seröses, hämorrhagisohes) oder Exsudates (seröses, eiteriges, fibrinöses, jauchiges) vorliegt. .Die Untersuchung wird zunächst makroskopisch durch Besichtigung, Bestimmung des Geruches, Abnahme des speeifischen Gewichtes, sodann mikroskopisch vorgenommen.
Transsudate. Dieselben bilden sich ohne entzündliche Vorgänge lediglich durch das mechanische Moment der Stauung, und zwar entstehen die Transsudate in der Brusthöhle (Hydrothorax und Hydropericardium) am häufigsten durch Herzkrankheiten, die Transsudate in der Bauchhöhle (Ascites) dagegen am häufigsten entweder durch Herz- oder Leberkrankheiten. Die genannten Transsudate bilden meist eine klare, durchsichtige, schwach gelb gefärbte, wässerige Flüssigkeit von dem durchschnittlichen speeifischen Gewicht 1012 und einem durchschnittlichen Eiweissgchalt von 2,5 0/o. Bei der mikroskopischen Untersuchung findet man vereinzelte En-dothelzellen, welche von der Innenfläche des Peritoneums bezw. der Pleura stammen und theils normal, theils verfettet sind, sowie sehr wenig weisse Blutkörperchen,
Während die Transsudate von der oben beschriebenen, gewöhnlichen Art durch ihre klare, fast farblose Beschaffenheit, ihr niederes
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I'ntcrsuchung dor Transsmlate.
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specifisches CJewioht und ihre Annuth an Zollen leicht von Exsudaten unterschiodon werden können, ist dies bei anderen Arten von Trans-sudation oft schwierig. Hierher gehören die rüthlich oder hlntroth gefärbten sog. hämorrhagischen Trunssudate, bei welchen es zum Uebertritt von Blut in die Stauungsflüssigkeit gekommen ist und welche deshalb sehr reich an rothen Blutkörperchen sind. Namentlich bei dem Ascites des Hundes findet man die Flüssigkeit in der Eauchhöhle mitunter in Folge der Beimengung von Blut röthlich gefärbt, wohl auch leicht gotriiht. opalescirend und selbst Fibrin-Höckchen enthaltend.
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Exsudate. Dieselben sind das Product der Entzündung des Brustfells bezw. Bauchfells und zeichnen sich daher durch einen gröss er en Zellenr eicht hum, durch Q-e rinnung, vorwiegend trübe Beschaffenheit und dunklere Färbung, durch einen höheren Eiweissgehalt (48 0/o), sowie ein höheres speeifi-sches Gewicht (1015-1020) aus. Im Uobrigen ist ihre Beschaffenheit je nach dem Charakter der Entzündung eine sehr verschiedene.
a)nbsp; nbsp;Die serösen und serofibrinösen Exsudate haben meist die Eigenschaft, dass sie entweder sofort oder erst einige Zeit nach der Entleerung gerinnen. Sie geben ferner nach ruhigem Stehen einen aus Fibrin und Zellen bestehenden Bodensatz. Bei der mikroskopischen Untersuchung findet man Leukocyten, welche sich in verschiedenen Stadien des Zerfalls befinden (Verfettung, Vacuolenbildung), Endothelzellon, Fettkörnchenzellen und vereinzelte rothe Blutkörperchen. Gerinnen die serösen Exsudate ausnahmsweise nicht, sind sie mithin klar und ausserdem arm an zelligen Bestandtheilen, so ist ihre Unterscheidung von einem Transsudate sehr schwer. In solchen Fällen bietet das specilische Gewicht den einzigen differentialdiagnostischen Anhaltspunkt. Man kann in dieser Beziehung den allgemeinen Satz aufstellen: Flüssigkeiten mit einem speoifisohen Gewicht unter 1015 sind wahrscheinlich Transsudate, solche mit einem Gewichte über 1015 Exsudate. Die Abnahme des speoifisohen Gewichts erfolgt in derselben Weise wie beim Harn.
b)nbsp; nbsp;Die h ä m o r r h a g i s c h c n Exsudate sind durch ihre rothe bezw. dunkclrothe Farbe, die zahlreich vorhandenen rothen Blutkörperchen, Leukocyten und Endothelzellen, sowie ihr hohes specilisches Gewicht charaktcrisirt.
c)nbsp; Die rein eiterigen Exsudate sind durch ihre graue oder
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472nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Untersuchung dar TrftnssudatOi
gelbgi'.'iue Farbe und ihren giossen (J ehalt au Eiterkörperohen loiclit als solche zu erkennen; sie sind ferner sehr reich an Endothel-/ellen. Das fibrinös-eiterige Exsudat bei der Brustseuche ist meist trübe, von rothgelber, graurother, braunrother oder schmutzig graugrüner Farbe, mit zahlreichen gelben Flocken oder Flöckcben untermischt, welche beim Stehen einen Bodensatz geben, zuweilen übelriechend (jauchiges Exsudat) und von Baoterien wimmelnd.
Eiweissgehalt und specifisches Gewicht bosit/.en für sich allein häufig keine erhebliche diagnostische Bedeutung für die Unterscheidung eines Exsudates und Transsudates. Bernheini (Virchow's Archiv IBDo, Bd. ISl S. 274) fand in vielen Fällen pleuritische Exsudate beim Menschen, die ein specifisches Gewicht von 1011 und darunter, sowie einen Eiweissgehalt von #9632;2,3 quot;'o und weniger hatten. Reuss berechnet den Eiweissgehalt aus dem specifischeu Gewicht nach der Formel :
E = -|- (S 1000) - 2,8
(E = Eiweissprooeute, S = specifisches Gewicht-, auf 1000 bezogen).
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Die Untersuchung der Milch.
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Allgemeines. Die Untersuchung der Milch ist von grosser diagnostischer Bedeutung bei den Krankheiten des Rindes. Nicht hloss für die ins Q-ebiet der Chirurgie gehörenden Krankheiten des Euters, sondern vor Allem auch für zahlreiche innerliche Erkrankungen, sowie für den Nachweis der sog. Milchfehler ist die Untersuchung der Milch von erheblichem Werth. Die klinische Untersuchung zerfällt in eine makroskopische und mikroskopische. Die erstere bestimmt die Menge, Farbe, (Jonsistenz, den Geschmack, Geruch und die Ecaction der Milch, die letztere die in derselben enthaltenen morphotischen Bestandtheile. Die chemische Untersuchung der Milch, sowie der Nachweis von Verfälschungen ist nicht Gegenstand der klinischen Diagnostik. Vergl. in dieser Beziehung den Anhang im Lehrbuch der Arznei Verordnungslehre von Fröhner 2. Aufl. 1894, S. 3Ö3373, sowie die Handbücher über Milchkinule.
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1. Die makroskopische Untersuchung der Milch.
Menge. P^ine Verminderung der regehnässigen Milchmenge ist bei Kühen eines der ersten, namentlich dem Eigenthümer sofort in die Augen fallenden Symptome innerlicher Krankheiten, insbesondere von Magendarmaffcctioncn, sowie von fieberhaften Allgemein-erkrankungen. Vollständiges Versiegen der Milcli beobachtet man bei den schweren Infectionskrankheiten : Milzbrand, bösartiges Katar-rhalfieber, Rinderpest, zuweilen auch bei der Maul- und Klauenlaquo; seuclio. Ausserdem vermindert sich die Milchmenge bei Ueberan-strengung, schlechter Fütterung, sowie psychischer Aufregung. Ob
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1-74nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; [IntersuohuDg dei' Milohi
Arzneimittel die Milohseoretion herabsetzen können, ist fraglich; iliigegen sistirt die LaotatioQ bei ullnn schweren Vergiftungen. Bei Phosphorvergiftung hat man sogar dauerndes Versiegen der Milch beobachtet.
Ungewohntes Milchgehen siebt man nicht selten bei Hündinnen, unabhängig von Träciitigkeit und [jactation. Man muss sich deshalb hüten, heim Hunde lediglich auf Grund von eingetretener Lactation Träciitigkeit yai diagnosticircu.
Farbe. Eine helle, bläuliche Farbe ist charakteristisch für den als wässerige Milch bezeichneten Milcbfehler. Eine schmutzige gelbweisse Farbe zeigt die faulige Milch. Q-elbe Milch ist entweder auf Fütterung mit gewissen Pflanzen (Carotten) bezw. auf die Verabreichung von Arzneimitteln (Rhabarber. Crocus), oder aid' die Anwesenheit von Q-allenfarbstoffen und Eiter, oder endlich auf eine Pilzinfection (Bacterium synxanthum) zurückzuführen. Physiologische gelbe Farbe bezeichnet die ('olostralmilch. Bothfärbung der Milch beobachtet man nach Beimengung von Blut oder Hämoglobin, nach der Fütterung gewisser Pflanzen (H.uhia tinetonuu, Galium ruhioides), sowie bei verschiedenen Pilzinvasionen (Bacillus prodigiosus. Bacterium lactis crythrogenes, Sarcina). Blaue Milch ist meistens auf Pilzinfection zurückzuführen (Bacterium syneyanum); die Milch bekommt hiebei 1 2 Tage nach dem Melken zuerst hell-oder graublaue, dann indigo- bis himmelblaue Flecken, welche sich allraählig vergrössern und schliesslich die ganze Milch blau färben. Ausserdem wird die Milch blau nach der Verfütterung gewisser Pflanzen, z. B. von Anchusa oflicinalis. Mercurialis annua, Poly-gonum Fagopyrum, indigohaltigen Pflanzen etc.
Consistenz. Eine abnorme dünnflüssige Beschaffenheit zeigt die Milch, wenn sie wässerig ist. Eine dünne, wässerige, mit Flocken gemischte Milch findet man namentlich im späteren Verlauf bei der Eutertuberkulose des Rindes. Umgekehrt ist die Beschaffenheit zäh, diele, fadenziehend bei der schleimigen Milch, sowie zuweilen bei manchen Infectionskrankheiten (Aphthenscuche, Lungenseuche), schlickrig bei Verdauungskrankheiten, Euterkrankheiten, Nymphomanie u. s. w.. gährend, schäumend bei denselben Krankheiten, sowie nach Pilzinfection, faulig nach Einwanderung von Fäulnisspilzen, nach Verdauungsstörungen, sowie nach Verabreichung zer-aetzten Futters. Eine normnl dicke Consistenz zeigt die Colostrum-milch.
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üntersuohuug der Miloh.
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Geschmack, Derselbe ist bei don meisten erheblioheren inner* liclien Krankheiten, insbesondere bei den Jnl'ectionskrankheiten (Aj)!)-tbenseuche, Lungenseuclie) verändert. Einen besonders bitteren, fauligen, ranzigen Geschmack zeigt die faulige Miloh. Ausserdeni können Futterstoffe und Arzneimittel den (lesclimack der Miloh beeinflussen, so ranzige Oelkuohen, faule Kartoffeln, verdorbene Traber. Rübenblätter, Knoblauch, Anis. Fenchel, Kümmel etc.
Geruch. Einen Geruch nach Schwefelwasserstoff beobachtet
man bei der fauligen Milch. Ausserdem bedingen verschiedene Futterstoffe und Arzneimittel einen eigonthüinliclicn Geruch der Milch, so z. B. Zwiebel, Knoblauch, Campher. Terpentin. Endlich wird die Milch übelriechend bei Abscessen und Gangrän am Euter.
Reaction. Die normal araphoter reagirende Milch zeigt stark saure .Reaction bei frühzeitiger Gerinnung (schlickrige Milch), stark alkalische Reaction hei Fäulniss, blauer und rother Milch.
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'2. Die mikroskopische Untersuchung der Milch.
Abnorme zellige Bestandtheile. Die mikroskopische Untersuchung der Milch setzt eine genaue Kenntniss der normalen mor-photischen Milohbestandtheile (Milohkörperchen, Oolostrumkörperchen, zahllose Baoterien) voraus. Von abnormen zelligen Bestandtheilen sind zu nennen rothe Blutkörperchen (in den ersten Tagen der Lactation bei manchen Kühen normal), Eiterkörpereben, sowie gewisse Spalt-Pilze. Die wichtigsten sind Bacterium syneyanum (blaue Milch), farblose, 2 4 \gt;. lange, lji \). dicke an den Enden abgerundete, bewegliche Stäbchen; Bacterium lactis erythro-genes (rothe Milch), kurze, 1 1,4 ja lange und 0,30,5 [). dicke, an den Enden abgerundete Stäbchen; die Bakterien der schleimigen und bitteren Milch, darunter verschiedene Ivokken. Diplokokken und Bacillen u, s. w.
Unter den pathogenen Baoterien der Milch sind die Tubcrkel-bacillen und Mastitispilze die wichtigsten. Ihr Nachweis wird im nachfolgenden Kapitel ausführlicher besprochen werden.
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Bacteriologische Untersuchung der Secrete und G-ewebe. Diagnostische Thierimpfungen.
Von
Prof. Th. Kitt in München.
Allgemeines. Zu klinisch diagnostischen Zwecken hat eine bacteriologische Untersuchung zum Gegenstande das Auffinden speeifisch pathogener Mikroorganismen oder die Oonstati-rung der Abwesenheit solcher. Der Nachweis bestimmter Mikropliytcn, deren causales Verhältniss zu einzelnen Krankheiten durch ältere und jüngere Forschungen zur festgestellten Thatsache wurde, ist für viele Diagnosen ausschlaggebend oder ergänzt wenigstens dieselben in erwünschtem Masse. ausserdem kann zur Abrandung der Diagnose auch das negative Ergebniss baoteriologischer Prüfung, das Nichtvorhandensein gewisser pflanzlich-parasitärer Organismen Wichtigkeit haben, Weit mehr als zur Erkennung der Krankheits-zustände am lebenden Tliier leistet allerdings die Bacteriologie hei anatomischen Diagnosen und liegt ihr Schwerpunkt auch mehr in der Beantwortung ätiologischer Prägen, immerhin ist sie in einigen he-sonderen Fällen auch dem Kliniker werthvoller und brauchharer Hilfsgenosse. Da es sich hiehei um präcise Prägen, um Anwesenheit oder Fehlen bestimmter, bereits genau gekannter Mikrophyten-vegetiitionen in den Geweben und Secreten handelt, nicht um Ermittlung neuer Arten und Formen von Mikroorganismen, so kann die Schilderung der technischen Seiten dieser kliniseh-bacteriologischen Untersuchung auf die einfachsten, nur dem bestimmten Zwecke dienenden Kunstgriffe und Methoden beschränkt werden1),
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') Für weiteres Studium verweise ich auf mein Lehrbuch: Bacterien-kundc und pathologische Mikroskopie für Thierürzte. 2. Aufl. Wien 1893. Perle's Verlaff. Preis 9 M.
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Hacteriologisolio 1 'utorsuchung.
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I. MikroNkopiNche Technik.
Alle Bestandtheile. Secrete und pathologischen Producte des thierischen Körpers, -welche in tropfbar flüssiger Form oder als feuchter Beschlag ZU gewinnen sind, werden vor Allem der Kürze halher zur Prüfung auf Bacterienvegetationen zum sog. Deckglaspräparat verarbeitet. Es kann dies sonach geschehen mit Blut, Lymphe, Speichel, Harn, Milch, Darminlialt, Erbrochenem, Wundsecret, Abscessinhalt, Nasenausfluss, Brusthöhlenexsudat, überhaupt allem Gewebssafte.
Das Verfahren basirt darauf, dass die morphotischen Elemente der Körpersäfte und Secrete, sowie Bacterien, in dünner Schichte methodisch angetrocknet und mit Farben behandelt unter Beibehaltung ihrer normalen Formen (oder wenigstens ohne hierin wesentlich alte-rirt zu werden), sich mehr oder weniger intensiv koloriren lassen, somit unter dem Mikroskope correcte und ins Auge fallende Bilder
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Fig. 73.
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Comot'sche Pincette mit Deokglaspritparat,
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liefern, weit deutlicher sichtbar als im ungefärbten Zustande. Zur Herstellung solcher tingirter Deckglaspräparate sind nothwendig:
1.nbsp; nbsp;Deckgläser (am besten 18 mm breit) und Objectträger.
2.nbsp; nbsp;eine oder zwei Pincetten (eine sog. Mikroskopirpincette und eine Cornet'sche Pincette), ;{. ein Platindrabt (welcher etwa stecknadeldick, 4 cm lang, in einen Messinghalter eingeklemmt oder in einen Glasstab eingeschmolzen ist und dem an dem freien Ende eine kleine Oese angebogen wurde), 4. eine Spirituslampe oder ein Gashunsen-brenner, 5. eine grössere Schale mit Wasser (oder laufendes), 6. ein oder zwei kleine Glastrichter. 7. Filtri rpapier, 8. die Farbstoffe.
Aus der grosson Zahl Farbstoffe, welche in der Bacteriologie in Gebrauch stehen, wählen wir nur die zwei Hauptpräparate aus und bringen sie in eine gelöste Form, -in welcher sie universell zu verwenden und auf lange Zeit zu unmittelbarer Tinction vorräthig gehalten werden können, nämlich Gentianaviolett und Fuchsin.
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478nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Baoteriologisohe Untersuchung.
Beides sind basische Anilinfarben, das Grontiana als dunkelblaues, fast schwarzes Pulver, das Fuchsin in Poriü scbilleriKler bröckliger Plättollen im Handel.
Die Bereitung der Gentianaviolettlösung geschieht folgender-müssen: Man nimmt ein gewöhnliches Arznciglas (100 g) und gibt auf den Boden desselben :2 g Farbpulver. In ein zweites Glas giesst man 4 cem Anilinöl und 80 g destillirtes Wasser, schüttelt es 10 Minuten lang oft und tüchtig um, lässt es etwa 5 Minuten stehen und tiltrirt dann die milchig trübe Flüssigkeit durch ein vorher angefeuchtetes Filtrirpapier mittelst eines der Glastricbter direct in das erstgenannte, das Farbpulver enthaltende Glas. Das nach Anilinöl riechende Wasser (sog. Anilinwasser) muss ganz klar ablaufen, es reagirt alkalisch und erhöht die tinctoriello Kraft des Gentiana-violetts. Der Glastricbter mit dem ölig gewordenen Fliesspapier wird dann abgenommen, gereinigt, mit frischem Fliesspapier versehen und verbleibt an Stelle des Korkpfropfens dem Glase mit dem Gentianaanilimvasser. Letzteres wird tüchtig durchgeschüttelt, bei jedesmaligem Gebrauche eine kleine Quantität auf das Filter gegossen und nur die abtropfende Flüssigkeit vorwendet.
In der Regel hält sich diese Lösung Monate, selbst, Jahro lang, manchmal kann es vorkommen, dass sie unter dein Einflüsse des Lichts oder weil die chemische Qualität des Oels und Farbstoffes aus den verschiedenen Fabriken ungleich ist, sich zersetzt und eine Erneuerung notliwendig wird, im Allgemeinen ist an Stelle des verbrauchten Farbstoffes nur neues Anilin-wasser nachzugiessen, da alsdann der bodensätzige Pulverrückstand wieder in Lösung geht, ebenso ist hio und da Erneuerung des Papierfilters nöthig, wenn dessen Poren durch dicke Farbkrusten verstopft sind. Wem die Herstellung dieser AiiiUn-Gentianalösung zu uinstiindlich dünkt, kann an deren Stelle eine der folgenden beiden Lösungen treten lassen. 1. Gentiana-violett 2 g, Alkohol 10 g, Aq. dest. 90 g, Liquor, ammon. caust. 0,5 g (Weigert-Lösung), im Folgenden kurzweg als Ammoniak-Gentiana bezeichnet. 2. Gentianaviolettpulver 2 g, Alkoh. 10 g, 5 quot;/o Carbolwasser '.10 g (Carbol-G entiana).
Die Bereitung der Fuchsinlösuug erfolgt einfach, indem in ein Arzneiglas 2 g Fuchsin gegeben werden, darauf werden gegossen 10 g Alkohol (absoluter oder 900/oiger Spiritus), sodann 90 g 50/oiges Carbolwasser, das Glas erhält an Stelle des Pfropfens ebenfalls einen kleinen Glastricbter mit Papierfllter.
Mit diesen beiden Lösungen kann man alle klinisch diagnostischen Bacterientinctionen vornehmen, eigentlich schon mit dem Gen-tianaviolett allein, die Fuchsinlosung dient speciell für Tuberkel-bacillentinction.
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Baoteriologisohs Uutsi'snohungi
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Es ist bemcrkeiiswerth, dass für einfache Färbungen jedesmul frisch l)ereitote wasserig-alkoholische Lösungen gewisse Vorzüge haben; wer die Umständlichkeit nicht scheut, bereitet sich daher neben den oben genannten noch von Fall zu Fall folgende etwa 13 Wochen haltbaren Lösungen: Qentianaviolefctpulver 2g, Alkohol 10g, frisch aufgekochtes Wasser 90 g, oder Fuchsin 2 g, Alk. 10 g, W. 90 g.
Dio Procedur der einfachen Färbung mit genannten Lösungen gestaltet sich i'olgcndcrmasseii.
Auf ein reines Deckglas bringt man mit der (Jose des Platindrahtes ein Tröpfchen der zu untersuchenden Flüssigkeit oder Saftprobe; ist die letztere dicklich, breiartig, sehr trübe und liisst eine übergrosse Menge morphologischer Elemente erwarten, so verdünnt man sie vorher durch Zusatz abgekochter Kochsalzlösung oder abgekochten Wassers. Das aufgebrachte Tröpfchen muss mit der Platinöse dünn ausgestrichen oder vorrieben werden, so dass es in ganz flacher Schicht dem Glaso anhaftet.
Man kann dies auch erreichen, indem man auf das Deckgläschen, welches den Tropfen bekam, ein zweites Deckglas auflegt (übers Kreuz), welches alsdann durch seinen Druck die Schicht gleichmässig dünn ausbreitet, man zieht dann die beiden Deckgläschen mit den Pincetten auseinander und erhält dabei gleich zwei Präparate.
Wo Q-ewebssaft nicht in Tropfenform gut zu gewinnen ist, jjflegt man das Deckglas an die leuchte Organfläche mit der Pincette anzudrücken, so dass ein dünner Beschlag des Gewebssaftes daran hängen bleibt (Abklatschpräparat).
Die Deckgläser, welche ihre Tropfenschicht haben, werden nun zuerst ein paar Minuten lang auf dem Tische, auf Pliesspapier liegen gelassen, so dass die Schicht an der Luft trocknen kann; sobald dies geschehen, erfasst man das Deckglas mit der Pincette und bewogt es, die lufttrockene Schiebt nach oben, massig schnell 4mal durch die Flamme der Spiritusflamme (3mal durch das blaue Licht des Bunsenbrenners). Die Schnelligkeit des Durchführens durch die Flamme hat etwa der Bewegung gleich zu kommen, wie sie bei langsamem Schwenken eines Tuches oder beim Brotsebneiden sich ergibt. Durch das methodische Erhitzen (Schmoren) werden die aufgebrachten Elemente in richtiger Weise auf dein Deckglas tixirt. (1. h. so, dass sie nicht von der Farblösung abgeschwemmt werden und keine Niederschläge sich bilden, Zellen und Bacterien nicht an Formmerknuden verlieren. Kürzeres oder längeres Erhitzen als angegeben, schadet im Allgemeinen der Deutlichkeit der Präparate und findet nur für besondere Zwecke statt (Sporentinction). Nach dem Durchziehen durch die Flamme lässt man aus dem Filter, auf
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480nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Baoteriologiaohe Untersuobungi
welchen mau vorher etwas Farblüsung gegeben und das man wieder in das Arzneiglas steckte, so viel Tropfen auf die bestrichene Seite des Deckglases fallen, dass diese schwappend damit bedeckt ist, giesst nach 10 30 Sekunden die Farbe vom Deckglas zurück in das Filter und schwenkt das Deckglas in einer Schale mit reinem Wasser ein paar Augenblicke hin und her1). Das Deckglas wird dann für einen Moment auf Fliesspapier auf eine Kante gestellt, so dass ein Theil des Wassers abtliesst, nun legt man das Deckglas mit der angefärbten und wasserbenetzten Seite nach unten auf den Objectträger und trocknet die Oberseite des Deckglases mit Fliessjjapier ab. Das Deckglastinctionsjn'äparat ist damit fertig, die capillare Spalte zwischen der Unterseite des Deckglases und dem Objectträger muss wassercrfüllt bleiben, damit die Lichtbrechung nicht störend ungleich wird, die Oberseite soll trocken sein, da sonst ebenso Brechungsuntcrschiede und Beschmutzung der Objectivlinse die Betrachtung alteriren.
Um ein Dauerpräparat zu erhalten, trocknet man das Deckglas beiderseits durch Andrücken von Fliesspapier und einige Minuten Liegenlassen an der Luft, gibt dann auf den reinen Objectträger einen Tropfen Canadabalsam (durch Terpentinöl oder Xylol halb-fiüssig gemacht) und postirt das Deckglas wieder mit der angefärbten Fläche nach unten auf den Balsam, durch leichten Druck mit der Nadel oder dem Scheerengritf auf das Deckglas ist der Balsam zu gleichmässiger Schicht auszubreiten. Die Deckgläser, welche bloss wasserbefeuchtet angesehen werden und bei Verdunstung des Wassers an dem Objectträger kleben, kann man leicht ablösen, indem man wieder Wasser an den Rand der Gläser zusetzt oder das Ganze unter Wasser taucht.
Für eine gewisse Anzahl Mikroorganismen sind isolirte und Doppelfärbungen erreichbar, d. h. Tinctionen, bei welchen durch eine Nachbehandlung der Deckglaspräparate eine Entfärbung oder Contrast-färbung der geweblicheu Bestandtheile, des Serums, der Elemente des Blutes, Organsat'tes etc. herbeigeführt wird, während die Bacterien durch Beibehalten der zuerst angebrachten Farbe besonders deutlich sichtbar hervortreten. Von praktischer Bedeutung ist in dieser Richtung namentlich die Gram'sche Färbungsmethode und die Tuberkel-bacillentinctur.
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') Bei Färbung mit Oarbolfuohsin geuiig-on ]8 Sekunden, es tritt sonst leicht Ueberfärbung ein.
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Gram'scho Methode.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;481
Die Gram'selie Methode liefert isolirte Bacteiientinution in folgender Ausführung. Die Deckglaspräparate werden in der üblichen Weise (einfache Färbung) hergerichtet und mit der Gentiana-violettlösung betropft, dann mit Wasser abgespült. Nun gilt es, einen oder wenige Tropfen einer Jodjodkuliumlösung darauf zu bringen. (Diese ist zu bereiten, indem man in ein Tropfgläschen 2 Theile Jodkaliura, und 50 Tiieile dostillirtes Wasser gibt, dann, nachdem sich ersteres gelöst, 4 g Jod hineinwirft und schüttelt. Diese Losung hält sich laijge.) Die auf getropfte Jodlösung, welche sofort eine schmutzig schwarzbraune Färbung der angetrockneten Schicht bewirkt, wird nach ein paar Sekunden vom Dec kg läse abgeschleudert und dieses dann in ein Schälchen mit Spiritus gesteckt; indem man es mit der Pincette hineinhält und hin und her schwenkt, löst sich ein Theil der Farbe in blauen AVolken ab, es wird so lange im Spiritus belassen, bis es vollständig entfärbt scheint (quot;gt;10 Minuten). Wenn es so weit ist, spült man mit Wasser ab und bringt das Deckglas mit einem Wassertropfen auf den Objectträger. Jene Bacterien, welche die Gram'sche Färbung annehmen (es gibt viele, welche sich bei dieser Methode gleich dem Ucbrigen entfärben, s. später), erscheinen dann unter dem Mikroskope als blauschwarze Körper, alles Andere ist farblos geworden. Die Entfärbung kann beschleunigt werden, wenn man das Deckglas mit Nelkenöl betupft und dann abwechselnd wieder in Spiritus taucht oder wenn man Spiritus verwendet, welcher mit 8 quot;/oiger Salzsäure laquo;der Salpetersäure versetzt wurde, jedoch ist bei säurehaltigem Alkohol zu gewärtigen, dass manche Bacterien (z. B. Drusestreptokokken) dabei auch Farbe lassen; der blau gewordene Spiritus kann wiederholt gebraucht werden.
Die Schönheit und Schärfe der nach Gram isolirt gefärbten Deckglaspräparate wird erhöht, wenn durch Auftropfen oder Eintauchen in eine Eosinlösung dem Ganzen eine rosa Grundfarbe gegeben wird (oder durch Safranin eine rothe), von welcher die blauschwarzen Bacterien abstechen. (Die Eosinlösung wird bereitet aus 1 g Eosin und 50 g Spiritus, die Safraninlösung aus 1 g Safranin, 50 g Wasser; beide Lösungen haltbar.) Man bringt den Eosin-oder Safranintropfen auf das Deckglas, wenn dieses aus Jem Alkoholbad kommt, kann aber auch mit Eosin vorfärben, also wie beschrieben: einfache Tinction mit Eosin machen, dann abwaschen, Gentianaviolett aufbringen, abwaschen, Jodlösung zusetzen, in Alkohol schwenken, Trocknen, Einbetten.
Frlsdberger U. Pl'öhtlör, Klinische llnteräuchungsmethoden. a. Aufl. 81
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482nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; (.Jram'sche Methode.
Nach oben dargelegtem Universalverfahren einfacher Färbung sind nachweisbar: die Infectionserreger bei Acne contagiosa equir Milzbrand, ßausebbrand, malignem Oedem, Septioaemia haemor-rhagica, Schweineseuche, Schweinepest, Schweinerothlauf, Geflügelpest, Metsohnikofffi GeflUgeloholera, Pyelonephritis bovis, Mastitisformenr Druse, Tetanus, Brustseucbe, Wurm der Rinder, Alorhus maculosus, Eiterungen.
Nach Gram's eher Methode (isolirte und Doppeltinction) sind färbbar die Infectionserreger von Milzbrand, malignem Oedemr Rauschbrand, Bradsot, Schweinerothlauf, Pyelonephritis bovis, mehrerer pseudotuberkuloser Erkrankungen, Druse, Tetanus, Mykofibrom, Favus und Herpesformen, Actinomykose, Streptokokken der Mastitis und Agalactie, Eiterbacterien, Micrococcus tetragonus.
Nicht anwendbar ist die Gram'scbe Methode bei Geflügelpest, Schweineseuche, Schweinepest, Septicaemia haemor-rbagica, acuter, eiterig-sclerosirender Mastitis, llotz, Brustseuche.
Die Modification en der Deekglaspriiparation für den Nachweis der Tuberkelbacillen und der Rotzbacillen sind im speciellen Theil genannt. Anfertigung und Färbung mikroskopischer Schnitte kommen für klinische Diagnostik kaum in Betracht, können daher unbesprochen bleiben.
Eine besondere Beachtung bei den erwähnten Deckglastinctionen verdient der Umstand, dass im Blute und Gewebssafte allerhand körnige Elemente vorkommen, die leicht mit Bacterien, namentlich Kokken verwechselt werden können, ebenso fädige Abscheidungen und Kunstgebilde, welche schon als Bacillen irrthümlich gedeutet wurden. Es handelt sich in ersterem Falle um Zerfallsproduete der Blutzellen und aus lymphogenen, myelogenen, sowie Mastzellen frei werdende Granula. Der Umstand, dass diese sog. Blut g ran lila ti on en ungleiche Grosse haben, während die für klinische Diagnosen in Frage kommenden Mikroorganismen durch typische Formen und Grössenverhältnisse charakterisirt sind, mag Irrthümern vorbeugen. Die Stäbchen- und fadenähnlichen Figuren entstehen bei der Deckglaspräparation durch Zerdrücken und Ausquetschungen der Zellkerne (namentlich der Leukocyten), der Zusammenhang mit solchen Kernen, der Zustand, dass die Figuren sicli verjüngend und spitz auslaufen (peitschen-, kometenähnlich), macht erkenntlich, dass es sieb nicht um Bacterien handelt. Man kann diese störenden Elemente, sowie die etwaige diffuse Mitfärbung von Serum, welche trübe, unklare Bilder gibt, beseitigen durch eine Vorbehandlung der
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Deckglaspräparate.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 483
Deckglaspräparate mittelst Essigsäure (Methode Günther). Die tixirten Deckgläser werden 10 Sekunden in 20/nige Essigsäure getaucht (oder betropft) und dann gründlich mit Wasser abgespült (unter der Sjmtztiasche, laufendem Wasser oder Schwenken in einer mit Wasser gefüllten Schale); nachdem die Deckgläser hierauf wieder getrocknet sind, kommt erst die Färbung wieder in Anwendung. Die gleiche Procedur kann auch nach der Färbung zur Klärung des Präparates gute Dienste leisten, #9632;/,. B. hei Rauschhrand und Ge-flligelpest.
Wenn die zu untersuchenden Proben Gewebssaft, Harn etc. nicht gut am Deckglase haften, sondern trotz correcter Präparation bei dem Färben und Waschen abgeschwemmt werden, empfiehlt sich das Sehlen-sche Verfahren der Fixirung mit Boreiweiss. Man bereitet sich folgende haltbare Lösung: eine kaltgesättigte (4 0/oige) Borsäurelösung in destillirtem Wasser wird zu gleichen Theilen mit frischem Hühnereiweiss gemischt; diese Mischung ist leicht zu filtriren und conservirt sich bacterien-i'rei; ein Tröpfchen davon wird auf das Deckglas gegeben und sogleich dazu die Harn-; Milch- etc. Probe angerieben : Trocknen, Erhitzen, Färben wie sonst.
Bemerkenswerth ist auch, dass man Secrete und Exsudate einige Zeit unbeschadet der Tingirbarkeit von Organismen, welche darin suspendirt sind und im Uebrigen fäulnissfrei conserviren kann, so dass man frische und eilige Untersuchung von Harn (Pyelonephritis), Nasenbronchialschleim, Uterusaustluss (Tuberkulose), Milch (Mastitis) nicht noting hat. Diese von Schien und Wendriner herrührende Conservirungsmetliode besteht darin, dass man eine Boraxborsäure lösung den genannten Proben zuschüttet und damit vermengt wird.
In 100 g heissem Wasser werden 8 g Borax gelöst, dann 12 g Borsäure zugesetzt und schliesslich nochmals 4 g Borax hinzugefügt. Wenn nach dem Erkalten der überschüssige Theil der Salze sich krystallinisch abgeschieden, wird filtrirt, ein späterer Ansatz von Krystallen an den Wandungen des Glases genirt nicht.
Auf 50 cem Harn und andere Flüssigkeiten sind etwa 15 cem der Boraxborsäurelösung zu/umischen, auf 10 cem Sputum gibt man die Lösung mit Wasser (1: 3) verdünnt in doppelt bis dreifacher Menge, schüttelt öfter und lässt dann sedimentiren (Stroschein). Solches Sputunigemisch kann Jahre lang aufbewahrt werden und bleiben darin die Bacillen färbbar.
Aus Ersparnissrücksichten hat man dazu gegriffen, die Färbung von Sputumproben, Blut, Gewebssaft gleich auf dem Objectträger vorzunehmen, man trocknet, erhitzt und färbt wie sonst bei Fertigung
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Deckgluspräparafcü.
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des Deckglaspräparates; arbeitet man mit Trockenlinsen, so hat man auf die gefärbte Schiebt einen Tropfen AVasser und ein reines Deckglas zu bringen, um die Besichtigung ohne störende Licbtbrechungs-effecte erledigen zu können, bei Verwendung von linmersionslinsen ist das Deckglas überflüssig und ist auf die abgetrocknete gefärbte Schicht der Tropfen des Immersionsöles zu geben und bierein die Linse zu tauchen. Die Unhandlichkeit, das ungleiche Erwärmen, die langsame Abkühlung der dicken Gläser lassen die Methode nicht besonders vortheilhaft erscheinen und nur für Untersuchung grosser Quantitäten Sputum oder Milch auf Tuberkelbacillen ist dieselbe im Gebrauch verblieben.
Im frischen ungefärbten Zustand werden Bacterieu in Betrachtung genommen lediglich zur Feststellung, ob sie Eigenbewegung haben, da die Kenntniss der Beweglichkeit oder Unbeweglich-keit eine wichtige Ergänzung zur Charakteristik liefert, beispielsweise zur Unterscheidung der Milzbrandbacillen von Oedembacillen werth-voll ist. Die Untersuchung kann so vorgenommen werden, dass man die flüssige, eventuell mit sterilisirter Kochsalzlösung verdünnte Blut- etc. Probe auf den Objectträger zugleich mit einem Haare bringt und auf beides das Deckglas legt-, Zweck davon ist die Hohllegung des Plüssigkeitstropfens, damit die Bewegungsfähigkeit der Bacterien nicht alterirt wird, wenn sie unter directen Druck des Deckglases kämen. Besser noch ist die Methode der Untersuchung im hängenden Tropfen; biczu braucht man einen hohlgeschliffenen Objectträger-, derselbe wird am Bande der Höhlung rings mit irgend einem Fett (Vaselin) gesalbt, der Tropfen selbst auf die Mitte eines Deckglases gebracht, dann der eingefettete Objectträger auf dieses gelegt, so dass der Tropfen in die Mitte der Höhlung hereinsieht. Hebt man nun den Objectträger auf und wendet ihn um, so bleibt das Deckglas daran haften und der Tropfen hängtquot; in die Höhlung hinein. Die Motilität der Bacterien kommt hier am schönsten zu Gesicht, und der Tropfen ist vor Austrocknen geschützt. (Wenn man einfach einen Tropfen unter das Deckglas legt, so ist Eigenbewegung nicht klar erkennbar, da die gewöhnliche Molecularbewegung und Flüssigkeitsströmungen in der capillaren Schichte solche vurtäuschen können.)
Als einfachstes Muster eines für tbierilrztlichen Gebrauch passenden Mikroskoperaquo; ist zu empfehlen ein Instrument von C. Zeiss in Jena; Stativ VII mit kleinem IJeleuchtungsapparat, den Objeetiven A und D, den Ocularen 2 und 6, Preis zusammen 155 Mark (in solcher Zusammenstellung aueb von Prof. Johne empfohlen). Besser noch für weitergehende An-
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Züclitungsinetlioden.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 48.'')
Sprüche ist das von Prof. Johne eingeführte Reisemikroskop Stativ Via ZU 234 Mark (mit '/u Immersion löO Mark mehr) von Zeiss ')
Will man gleich am Orte der Praxis mit der Deckglasmethode etwas untersuchen, so kann man improvisiren, wie es Heim und Es-march gelehrt haben. Mit einer Stecknadel wird das Material an das Deckglas gestrichen, dieses über dem Cylinder einer brennenden Petroleumlumpe hin- und herbewegt (46inal mit der Pincette), um die Fixirung zu erreichen.
Auch die Stecknadel ist in der Cylinderliit/e zu desinflciren.
Der Farbstoff lässt sich so herrichten, dass man zu Hause Piltrir-papierstreifen (10 cm lang, 2 cm breit) in eine concentrirte alkoholische Gentianalösung taucht, trocknen lilsst und das mitgenommene Papier zum Gebrauch mit etwas Wasser übergiesst.
Anderseits nimmt man bloss Deckgläser mit auf die Praxis, bestreicht sie und lilsst sie lufttrocken werden, um das Weitere zu Hause zu erledigen. Die Deckglilser steckt man unter den Rückendeckel der Taschenuhr oder in die Brieftasche zwischen die eingeknickten Blätter einer Visitenkarte.
Die Mitnahme grüsserer Proben Materials vom kranken Thier geschieht unter Korkverschluss in Arzneigläseni, besser in weithalsigen Gläsern, welche man mit siedend heissem Wasser ausgeschwenkt hat.
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II. Züclituiigsmcthodeu.
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Die Veranstaltung von Culturen pathogener und anderer Mikroorganismen aus dem lebenden Thierkörper und dessen Secret und Abfallstoffen ist mehr ein Gegenstand der Forschung und eingehender Laboratoriumsarbeit als wie für die thierärztliohe Praxis. Wo geeignete Arbeitsstätten für solche Züchtungen vorhanden sind, können diese natürlich der Praxis auch dienstbar sein, im Allgemeinen wird aber der praktische Thicrarzt nur ausnahmsweise sich mit derartigen Dingen befassen können, weil sie einen ziemlich grossen Aufwand von Zeit und mehr oder weniger kostspieliger Utensilien erfordern. Der Praktiker kann sie auch entbehren, da in den beiden anderen Zweigen der bacteriologischen Technik, in der Färbung und Impfling hinreichend Mittel gegeben sind, welche Diagnosen machen lassen.
In wie weit in kleiner Häuslichkeit, ohne Brutofen, mit nur wenig Utensilien einige Culturversuche sich erledigen lassen, mag nachstehende kurze Anleitung darthun.
(Für intensivere Beschäftigung mit Culturarbeiten gibt sowohl mein citirtes Lehrbuch, wie besonders ein umfassendes Werk von Heim, Lehrbuch der bacteriologischen Untersuchung und Diagnostik, 1894, Verlag von F. Enke, Stuttgartquot;, nähere Beschreibung der Regeln.)
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') Johne, Deutsohc Zeitsohr. f. Thierm. 1894. 5./(j. Heft.
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ZttohtuQgsmethoden.
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Man Ztiohtet Kleiuwesen mit Benützung der festen Nährböden, wobei auf eine reinliche keimfreie Entnahme des Materials und die Vorschriften der Sterilisationstechnik behufs Gewinnung isolirter, d. h. nur je eine Bacterienart enthaltender Colonien besondere Aufmerksamkeit zu richten ist.
Die hiefür am meisten gebräuchlichen Nährsubstrate sind:
1. Gekochte Kartoffeln, 2, Gelatinenährböden, 3. Agarnährböden, 4. erstarrtes Blutserum.
Instrumente und Utensilion zur Anlage der Culturen sind:
a)nbsp; nbsp;für Kartoffelculturen; 1. Platindraht in einem Glasstah oder Messinghalter, 2. Glasschalen, sog. feuchte Kammern mit Filtrir-papierauslage (vergl. Fig. 74), 3. Kartoffelmesser, 4. Spirituslampe oder Gasbrenner, 5. ein kleiner Storilisir- oder Kartoffeldümpftopf, ü. Sublimatlösung 1:1000 mit Kochsalzzusatz;
b)nbsp; für andersartige Culturen bedarf man ausserdem noch: 7. Plattenschalen oder PlattenHäschchcn, 8. die Nährböden in mit Watte verschlossenen Reagensgläsern.
c)nbsp; nbsp; zur Entnahme des Materials vom Thiorkörper: 9. sterilisirte Eeagensgläser oder Medicinfläschchen mit Watte oder Gummipfropfverschluss, 10. sterilisirte Messer, Scheeren, Pincetten.
Fig. 74.
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Sterilisation, Herrichtung der Nährböden. Alle Gegenstände. mit welchen die zu züchtenden Mikroorganismen und das Material, aus welchen dieselben zu gewinnen sind, in Berührung kommen, müssen keimfrei, steril sein und vor der Verunreinigung durch auffallende fremde, unerwünschte Keime geschützt werden. Auf einem nicht sicher sterilisirten Nährboden und wenn bei Ueberpflanzung auf denselben durch verschiedene Handlungen eine zufällige Beimengung von Luft- oder Staubkeimen erfolgt, ist das Culturergebniss von vorneweg ein unbrauchbares. Daher sind die Cautelen für llein-gewinnung stets im Auge zu behalten, da eine unerkannte Verunreinigung, das Auftreten von Bacteriengomischen, bei welchen sich die einzelnen Arten in der Entwicklung stören oder überwuchern, zu zu den weitgehendsten Irrthttmern führt.
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Züchtuiigsmctliodoii.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 487
Das Keimfreimachen wird bei den minderwertliigen Metall-gegeaständen (Kartoffelmesser, alte Scheeren, hnpfnadeln, Platindraht) bewerkstelligt, indem Klinge oiler Draht so lang in die blaue Gasflamme oder Spiritusflamme gehalten werden, bis sie rothglühend wurden, reap, alle Stellen von der Flamme tüchtig durch hi tzt wurden; der Platindraht ist in wenigen Augenblicken hellglühend. Man deponirt dann die erhitzten Gegenstände so auf der Tischkante, einer Holz- oder Bücherunterlage, dass der ausgeglühte Theil in die Luft stellt und mit keinerlei Gegenstand, von dem er Staub und Keime abbekommen könnte, in Berührung tritt. Bessere Instrumente kocht man in 1 quot;/oiger Sodalösung aus oder taucht sie auf 5 Minuten in siedendes AVasser; sie müssen dann auf keimfreier Unterlage ruhen, wofern sie nicht sofort in Gebrauch genommen werden, am einfachsten, indem man sie ebenfalls mit den Griffen auf etwas legt, so dass die Klinge frei in die Luft sieht, oder man kann laquo;in ausgeglühtes Drahtsieb, den leeren ausgekochten Dampftopf und dergleichen keimfreie Dinge als Unterlage benützen. Der Platindraht wird stets unmittelbar vor und nach Gebrauch ausgeglüht, man behält den Halterstab desselben in der Hand, wartet einige Augenblicke, bis der frei in die Luft ragende Draht sich abgekühlt hat (gewöhnlich bis man auf 20 zählt, Anrühren und Anstossen des Drahtes zu vermeiden), um alsdann die Verpflanzungen, zu denen er dient, vorzunehmen.
Zum Kochen der Kartoffeln, zum Sterilisiren der Gelatine oder Agarnährböden, von Watte und Reagensgläsern, Platten-fläschchen und anderen Glasutensilien, sowie Spritzen hat man Dampfkochtöpfe verschiedener Bauart.
Unserem Bedürfnisse genügt das kleinste Muster der bei Kohr-beck in Berlin erhältlichen; wer sich lediglich mit Kartoffelculturen abgeben will, braucht nur einen sog. Kartoffeldämpfhafen aus Blech oder emaillirtem Eisen. Beide werden mit den neueren Spiritusbrennern (Expresskocher) schnellstens in Gang gebracht (1 Liter in 10 Minuten). Das cylindrische Gefäss wird in seinem unteren Drittel bis etwa ein Finger breit unter dem durchlöcherten Rost mit Wasser gefüllt, die zu sterilisirenden Gegenstände werden direct auf diesen Rost gelegt oder in besonderen Blecheinsätzen, Drahtkörbchen eingesetzt, der Deckel, welcher lose aufliegt und zweckmässig ein über 100 0 C. zeigendes Thermometer eingesteckt erhält, aufgestülpt. Wenn das Wasser zum Sieden gebracht ist, entweicht der Dampf fortwährend neben dem Deckel und von diesem Zeitpunkte ab be-
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Ziichtungsinethoden.
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messen sich die Termine der Sterilisation. Dieselbe wird also besorgt durch den strömenden Dampf, welcher durch die asbestbekleideten Wände des kleinen Dampfkochtopfes vor Abküblung geschützt mit 98100deg; Hitze auf den Gegenstand einwirkt, die Luft aus denselben verdrängt und die Keime vernichtet. 3Ian kennt einige wenige Bac-torienkeime, welche selbst durch vielstündigcs Erhitzen im strömenden Wasserdampf nicht vernichtet werden, allein im Allgemeinen ist die Ertödtung von Mikroorganismen, welche auf das Züchtungsverfahren störend einwirken, schon meistens nach '/jIstüiuligem Verweilen im Dampfkochtopfe erreicht, und selbst in einfachen Kartoffeldampfhäfen, dessen Wände einige Abkühlung des Dampfes zulassen, ist bei guter Spiritusanheizung, bei welcher Dampf energisch entwickelt wird, die Sterilisation in ebenso kurzer Zeit eine für die meisten Eälle vollkommene.
Das gelegentliche zufällige Lebenbleiben eines einzelnen besonders widerstandsfähigen Keims alterirt deshalb die Versuche nicht, weil ja nachträglich durch Auftreten seiner Colonien in den Nährböden die Verunreinigung erkannt wird und, weil die Colonien isolirt in Erscheinung kommen, die Gefahr nicht gross ist. Die Zu-lässigkoit derart iinprovisirter und vereinfachter Methoden kann damit begründet werden, dass wir nach bestimmten wohlumschriebenen, gut gekannten Organismen fahnden, deren Bestimmung hierbei keinerlei Schwierigkeiten begegnet und dass in der That eine genügende Sterilisation auf diesem Wege möglich ist. Indem man z. B. die sterilisirten Gelatine-, Agarnährböden nach der Herausnahme aus dem Dampfe eine Woche lang im warmen Zimmer stehen lässt, ehe man sie zu Culturen benützt, ist an dem Ausbleiben oder Kommen von Colonien daselbst leicht zu erkennen, ob sie wirklich keimfrei geworden oder nicht.
Das Herrichten d er Kartoffeln zu Cu 11ur z w e ck en geschieht folgendennassen: Durch Bürsten mit Wasser ist zunächst die Oberfläche der Kartoffeln von Erdschmutz zu reinigen (letzterer enthält sehr widerstandsfähige Keime), dann werden die Kartoffeln in die Sublimatlösung auf 1 2 Stunden gelegt, hernach im Dämpfhafen lji Stunde gekocht. Mittlerweile richtet man die erwähnten grossen Glasschalcn, d. h. sowohl die Deckelschale wie die Bodenschale her, indem man sie mit rund geschnittener Fliesspapiereinlage versieht, beide Gläser dann mit Sublimatlösung vollgiesst und diese dann wieder ausschüttet. Durch diese Manipulation werden die Glasschaleninnenwände mit sammt dem Papier keimfrei und letzteres,
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Xüclituiigsmotliodeii.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 481gt;
nass geworden, liefert für späterhin die den Culturen günstige Feuchtigkeit (feuchte Kammer). Es handelt sich nun darum, die gedämpften Kartoffeln so zu spalten, dass sie, ohne mit Keimen in Berührung gekommen zu sein, in zwei Scheiben zur Aussaat vorliegen. Man erfasst die Kartoffel, die man im Sterilisirofen kalt werden liess, mit Daumen (oben). Zeige- und Mittelfinger (unten), nachdem man vorher diese Finger einen Augenblick in die .Sublimatlösung getaucht liatte; mit der rechten Hand hält man das Kartoffeimesser in die Spiritusflamme, bis die Klinge sehr heiss oder angeglüht ist und zieht sie dann so durch die Kartoffel, dass diese in zwei Hälften getrennt wird. Nach der Hnlbirung. wobei die Hälften noch aneinander kleben bleiben, legt man die Kartoffel vorsichtig in die Eodenschale der leuchten Kammer und hat nur nöthig von zwei Seiten her mit dem Zeigefinger und Daumen an der Schnittlinie zu drücken, damit die Hälften von einander weichen. Gewöhnlich finden vier Scheiben in der Schale Platz. Man hüte sich, die Schnittfläche zu berühren; würde der subli-matbenetzte Finger daran tippen, so würde natürlich das Wacbsthmn der gewünschten Cultur in Frage gestellt.
Das Besäen der Scheiben geschieht einfach, indem mit der ausgeglühten, wiedererkaltetcn Platinnadel die Blut-, Eiter-, Organsaftprobe recht dünn auf der Scheibe strichförmig verrieben wird; man streiche nur eine Spur an, so dass auf der Kartoffelfiäche gar nichts von dem Aufgetragenen sichtbar bleibt. Da in dem kleinsten Tröpfchen, das aufgebracht wurde, so überaus viele Bactorien sein können, dass die Colonien gleich stark gehäuft, nicht isolirt genug erscheinen würden, so empfiehlt es sich, das Aussaatmatcrial zuerst nur auf eine Scheibe zu bringen, dann die Nadel auszuglühen und von der ersten Scheibe eine unsichtbare Feuchtigkeitsspur auf die zweite Scheibe und nach wiederholtem Ausbrennen des Platindrahts sofort von der zweiten auf die dritte und vierte Scheibe zu verreiben. Wenn man auch glauben könnte, nichts ausgesät zu haben, so wird doch in der Regel dies Verdünnungsverfahren sehr schön ein mehr und mehr isolirtes Kommen der Colonien auf der zweiten bis vierten Scheibe zur Anschauung bringen. Auch die Methode ist gut, dass man die zu untersuchende Saftprobe nicht direct auf der Scheibe verreibt, sondern zuerst in ein Reagensglas mit sterilem Wasser bringt, dieses aufschüttelt, dann blos von dem Wasser Tröpfchen auf die Kartoffeln sät; man erreicht so eine weitgehende Trennung der Keime und damit rein isolirtes Aufschiessen der Colonien. Die in genannter Weise inscenirten Kartoffel-culturcn werden selbstverständlich sogleich nach der Anlage mit der
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Deckelschale vor Luft- und Staubzutritt abgeschlossen und entweder im Zimmer oder in warmen Daclibodenriuimen (eventuell Brutofen) jiufgestellt, je nachdem die Lebensbedingungen der zu züchtenden Organismen eine massige oder höhere Temperatur erfordern, worüber im speciellen Theil (s. sp.) Kenntniss gegeben ist. Andere noch in Gebrauch gekommene Zubereitungsarten der Kartoffeln zu Oulturen (Kartoffelbrei, Schief- und Würfelschnitte, Cyliuderstücke durch Ausbohren erlangt) sind für unsere Zwecke überflüssig und minderwerthig.
Als zweiter Nährboden ist dem Thierarzte am leichtesten acquirir-bar das Blutserum. Das Plasma des Thierblutes erscheint uns als der natürlichste Nährboden für pathogene Mikroorganismen; dem frischen Blutseruiu zwar kommt, wie aus neueren Untersuchungen (Buebner, Behring u. A.) bekannt wurde, auch eine antifermentative, selbst keim-tödtende Wirkung zu, wenn es aber in feste Form durch bestimmte Erhitzungsprocedur übergeführt wird, so bietet es in der That die günstigsten Nährbedingungen für fast alle Infectionserreger bacterieller Natur, für viele ist er nahezu der einzig brauchbare Nährboden, da sie auf anderen, wenn auch wachsend, doch in Bälde ihre Lebensfähigkeit einbüssen. Die Gewinnung des Serums ist durch den gewöhnlichen Aderlass an der Vena jugularis beim Pferde und Rinde dem Thierarzte ein Leichtes; eine besondere Desinfection der Haut etc. ist nicht nothwendig; man kann ohne spccielle Vorbereitungen das beim Aderlasse oder auch beim Schlachten aus dem Thierleib im Strahl laufende Blut in Gläser einfüllen, welche mit Gummistopfen versehen, nur vorher mit warmer 1 0/oiger Sodalösung gereinigt wurden.
Verfährt man hierbei reinlich, lässt erst ein Theil des Blutes zu Boden laufen, damit Staub und Haare von der Aderlasswunde abgeschwemmt sind, und sind die Auffanggläser steril (nach dem Ausspülen mit Sodalösung eventuell eine Stunde noch im Dampfkochtopfe erhitzt), so erhält man von vornweg ganz keimfreies Serum. Die Gläser (am besten cylindrische oder auch grosse Kocbtlaschen mit Gummistopfen oder Watteverschluss) werden stehen gelassen, wobei das Serum von dem Blutkuchen sich trennt. Dies kann man nun, falls Keimfreiheit als #9632;wahrscheinlich anzunehmen ist, gleich in sterile Eeagensgläser füllen; hierzu ist es nothwendig, die Eeagensgläser (mit Wattepfropf) im strömenden Dampfe 1 2 Stunden zu erhitzen; in die abgekühlten Gläser gibt man ca. 10 cem Serum und verschliesst sofort mit dem Wattepfropf. Das Serum kann einfach übergegossen werden, wobei man den Rand der Glasflasche vorher etwas anglüht oder man schöpft
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Ziiclituiigsmctliodoii.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 491
es mit einer stcrilisirten Pipette über. TJurch weiteres Stehenliissen der wieder verschlossenen Flasclic ist noch mehrere Tage hinter einander neues Serum zu gewinnen, das sogar immer klarer werdend aus dem Kuchen sickert. Die Umgestaltung des frischen Serums in den durchsichtigen festen Nährhoden, dessen Kenntniss Rob. Koch zu verdanken ist, kann wiederum in einer gegen früher vereinfachten quot;Weise geschehen (Höflich). Man legt die Blutserumreagensgläser in die Durchsicht eines geheizten Zimmerofens und zwar mit Unterschiebung eines Hölzchens am Halstheil der Gläser direct oder auf einem Cigarrenbrettchen, so dass das Blutserum in schiefer Lage den Wattepfropf nicht erreicht (oder ähnlich auf einem Drahtsieb über einer Spiritus- oder Gasflamme). Nun hat man zuzusehen, bis das Serum sich in eine starre homogene Masse umwandelt und die Gläser aus der Hitze zu nehmen, ehe das Serum trüb wird und Blasen wirft. In einer halben Stunde kann man so eine Menge steriler fertiger Blut-serumnährböden gewinnen. Tu ähnlicher Weise kann man die Erstarrung in einem kleinen Trockenkasten bewerkstelligen; die früher in Gebrauch gestandenen besonderen Blutserumsterilisiröfen sind entbehrlich, um so mehr, als die Erstarrung sehr ungleich zwischen (30 und 90quot; eintritt. Im strömenden Dampfe lassen sich brauchbare Blutserumnährböden bekanntlich nicht herstellen. Indem man die fertigen Serumgläser mehrere Tage im Zimmer oder im Brutofen stehen lässt, erkennt man an dem Ereibleiben von Colonien, ob das Material nach Wunsch als keimfreiquot; in Verwendung kommen kann; bei reinlicher Vornahme des Ganzen ist man nur selten genöthigt, einzelne Gläser wegzuwerfen.
Hatte bei der Entnahme des Aderlass- oder Schlachtblutes die Verunreinigung durch Keime sich nicht vermeiden lassen, so ist die Methode von Kirchner, durch Chlor of ormzusatz nachträglich Keimfreiheit zu bewerkstelligen, sehr bequem. Das in den Cylindergläsern angesammelte Serum wird dann in MedicinHaschen (mit Sodalösung desinticirt) von 100 g Inhalt übergefüllt, jede Portion mit 1 cem Chloroform versetzt und mit ausgekochtem Gummipfropf verschlossen (darüber ein Paraffinring aufgesclnnolzen). Erst nach zwei Monaten ist das Serum keimfrei, man füllt dasselbe, welches weiter noch viele Monate in Vorrath gehalten werden kann, in die Keagensröhren, wie oben gesagt und bei der Erstarrung durch Hitze verflüchtigt sich das Chloroform.
Das schief erstarrte Serum scheidet Condenswasser ab, man bat daher die Gläser gerade aufgestellt aufzubewahren. Besät wird die
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492nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Ziichtungsmcthoden.
schiefe Fläche mit Spuren verdünnter Tropfen Blut, Eiter etc. durch stricliförmiges Anreihen der Platinöse (wie hei Kartoffeln)1).
Für Culturversuche bei Zimmertemperatur sind die Gelatine-nährböden besonders geeignet. Die verschiedensten Nährlösungen, d. h. Flüssigkeiten, welche nach ihrem Gehalte an Nährstoffen den Mikrophyten das Wachsthum ermöglichen, können durch Zusatz von Gelatine, dem durch Auskochen von Kalbsfüssen erzeugten transparenten Leim, zu festen Nährböden umgestaltet werden, welche durch hohe Durchsichtigkeit, selbst wasserklare Beschaffenheit, sowie durch den Umstand, dass sie beliebig in flüssige und feste Formzustände übergeführt werden, in verschiedener Weise tiächenhait ausgebreitet werden können, und für die Isolirung der Bacterien von unschätzbarem Werthe sind. J3ie Bereitung der Gelatine ist aber ziemlich umständlich und setzt wegen der nöthigen Sterilisirung, dem Filtriren und Klarmachen eine etwas umständlichere Laboratoriumsarbeit voraus. Es soll daher auf die Herstellungsweise hier nicht näher eingegangen werden und nur die Verwendung des käuflich fertig zu beziehenden Gelatinenährbodens kurze Erwähnung linden. Die käufliche sterilisirte, in mit Watte verschlossenen Reagensgläsern hergeriohtete sog. Nährgelatine (gewöhnlich Fleischbouillon unter Zusatz von Kochsalz, Pepton und Natronlauge mit Gelatine zum Erstarren gebracht) muss vollständig klar sein, durch einwöchentliches .Stehenlassen der Gläser bei Temperaturen von 1824 0 C. überzeugt man sich an dem Klarhleiben von der Abwesenheit einer Bacterien- oder Pilzverunreinigung; Auftreten von weissen Punkten, verflüssigender Tropfen oder sonst Trübungen lassen das Substrat als von Mikroorganismen bereits besiedelt und damit für Culturzwecke ohne nochmalige Sterilisation werthlos erscheinen. In den Gelatinereagensgläsern können Culturen angelegt werden 1. als sog. Stichculturen. Die luscenirung solcher ist für einen bacterio-logisch Geschulten zur präcisen Diagnose einiger Infectionen werth-voll, z. B. Rothlauf der Schweine, Milzbrand, Hühnercholera. Unter Voraussetzung einer reinlichen keimfreien Entnahme der Blutproben von Milzsaft. Nierensaft etc. kann die mit dem Safte benetzte Platinnadel nach Lüftung des Wattepfropfes direct in die Gelatine eingestochen werden. Hierbei bleibt das Aussaatmaterial so haften, dass späterhin entlang der Einstichplatte das Wachsthum der Colonien zu Gesicht kommt, also in der Stichlinie ein Colonienstreif entsteht.
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') Ueber die Handgriffe uml Details siehe Kitt, Eacterienkunde und pathol. Mikroskopie f. ThierHrzte. 2. Aufl. Wien 1898. Verl. v. M. Perles.
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Ziichtungsmetliodeii.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 493
dessen Configunitiüii für Erkennung von Arten gewisse Charakteristikji abgibt. Die Sticlicnltur wird ferner in Ainvendung gezogen, um (Jolonien, die auf anderen Nährböden (z. B. Kartoffeln) bereits isolirt wurden, rein fortzuzüchten, indem man Spuren der isolirten Baeterien-ansiedlungen auf die angegebene Weise in das Reagensglas verpflanzt, sowie zur Plattenaussaat.
quot;Wie schon das Kartotfelculturverfaliren durch das fläelienbafte Ausstreichen zu erreichen suchte, dass die einzelnen Keime der bac-terienhaltigen Proben von einander getrennt zu (Jolonien heranwachsen, so hat die G elatineplattencul t ur den Zweck, diese Sonderung der Mikroorganismen aus Bacteriengemengen zu bewerkstelligen und erfüllt diese Aufgabe par excellence. Zur Ausführung dieser Methode bedarf man aussei- mehrerer Heagensgläser mit Gelatine noch flache Glasschalen oder am besten die in Peklflaschenform hergestellten Plattenkölbchen (Muster C bei Chr. Deckert, Königsberg in Pr., Drummstr. Nr. 9, oder Kamen'scbe Plattenkölbchen bei Rohrbeck. Berlin, Knrlstr.).
Man versieht diese zunächst mit Wattepfropf und sterilisirt sie dann im Dampfkochtopf. Die Gelatine wird durch Eintauchen des lleagens-glases in 28350 warmes Wasser (handwarmes Wasser) zur Verflüssigung gebracht, beispielsweise drei Reagensgläser mit Nährgelatine. Mit ausgeglühter Platinnadel bringt man nun das zu prüfende Material, z. B. Milzbrandblut in Gestalt eines winzigen Tröpfchens in die flüssige Gelatine, dann glüht man die Nadel aus und entnimmt der umgeschüttelten Gelatine wieder eine Spur und überträgt sie in das zweite Glas ebenfalls verlier verflüssigter Gelatine. Nach wiederholtem Ausglühen macht man noch eine Verpflanzung aus diesem zweiten in das dritte Kölbchen mit verflüssigter Gelatine. Es wird sofort begreiflich, dass man hier eine Verdünnungsmethode zur möglichsten Isolirung der Keime in Scene gesetzt hat; in der Gelatine des ersten Glases können eine Masse Milzbrandbacillen sein, während in dem zweiten Glase dieselben schon dünner gesät, in dem dritten Glase ganz vereinzelt vertheilt sind. Allsogleich wird die flüssige Gelatine in drei Peldtiäschchen gegossen, diesen der Wattepfropf wieder aufgesetzt und jedes Kölbchen flach auf den Tisch gelegt. Die Gelatine erstarrt darin binnen Kurzem zu einer glatten ebenen Schicht. Wenn dann die Fläschchen bei Zimmertemperatur resp. 1824quot; aufgehoben werden, so kommen in Bälde die Vorzüge dieser Methode zur Schau. Die Colonien entwickeln sich darin ungestört, weil das Hineinfallen von Luftkeimen verhindert ist und die ein-
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ZüchtungsmethoJen.
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gebrachten in gewissen Distanzen durch das Erstarren der Gelatine festgebannt sind, zum andern lassen sich die kommenden Dinge beob-aciiten, ohne dass man befürchten muss, die Culturen zu ruiniren. man kann sie beliebig in die Hand nehmen, wofern nur der Wattepfropf geschlossen bleibt, dem hlossen Auge bieten sich die kommenden Colonien und deren Merkmale in voller Schärfe dar, dieselben können gezählt werden und die ersten Anfänge des Wachsthums können gesehen werden, weil die Plattentläschchen ihrer Dünne halber unter schwache Vergrösserung des Mikroskops sich schieben lassen. Der Werth der Verdünnung wird sich darin manifestiren, dass in der ersten Gelatine in dichtester Häufung die Bacteriencolonien auftauchen, in der zweiton schon besser vereinzelt und in der dritten ganz weit voneinander getrennte Einzelcolonien in vollendeter llein-heit sich bieten. Gerade so ist das der Fall mit Eiterproben aus Gewebssaft, bei denen dann die verschiedenen Bacterien zur Trennung kommen, natürlich nur solche, welche auf Gelatine bei Zimmertemperatur überhaupt zu waclisen vermögen.
Die geschilderte Methode ist die einfachste und beste und kann daher von den früher in Gebrauch gestandenen und noch üblichen anderen Verfahrungsarten, die Gelatine zu verwenden, an dieser Stelle abgesehen werden.
Für Mikroorganismen, welche Brutofenwärnie beanspruchen, dienen zur Plattenaussaat und Stichcmltur die analog den Gelatinenährböden bereiteten Agarnährböden. Die aus Agar-Agar bereitete Pflanzengallerte wird auch hier den flüssigen Nährlösungen zugesetzt (Bouillon) und die Masse filtrirt, was umständliche Laboratoriumsarbeiten voraussetzt. Das Nähragar ist ebenfalls fertig käuflich zu beziehen und wird besät in Stich-cultur wie oben erläutert, oder es wird der Eeagensglasinhalt durch Eintauchen des Glases in heisses Wasser verflüssigt und in schiefer Neigung des Glases wieder erstarren gelassen , aiü' die schiefe Fläche streicht man das Aussaatmaterial verdünnt aus und isolirt hierdurch ähnlich wie auf KartoiFeln oder Blutserum. Plattenausgüsse sind mit Agar nicht gut zu machen.
Die mittelst Platten oder Strichverfahrens gewonnenen Go lonien werden mikroskopisch geprüft, indem man Spuren davon mittelst Platinnadel abhebt und mit einem auf dem Deckglase vorher angebrachten Tropfen sterilen Wassers verreibt; damit keine dicken Bacillenklumpen, sondern die Bacterien in genügender Verdünnung deutlich sichtbar werden, ist möglichst wenig aufzutragen und nach der sub I erörterten Tinctionsmethode zu behandeln.
Die Cultur anaerober Spaltpilze ist für klinische Diagnostik gegenstandslos, da die drei Mikroorganismen, welche hier in Betracht
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Diagnostische Impfungen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 495
kommen (Tetanus, Eauschbrand, malignes Oedem) schon morphologisch und durch einfache Tinction und einfache Impfung in präciser Weise erkannt werden können.
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III. Diagnoistische Impfungen.
Zweck. Zum Zwecke klinischer Diagnostik haben die Versuche der Einverleibung von Blut, Gewebspartikeln, Exsudaten, Secreten, von Mikroorganismen und solche einschliessenden Substanzen in gesunde Thierkörper, also Impfungen, Uebertragungs- oder In-fectionsversuche, es zu thun mit bestimmt get'assten Fragen, mit bereits bekannten Tliatsacben (zum unterschiede von den Impfungen, welche zu Forschungszwecken, zur Ergründung der Pathogenität dieses oder jenes Mikrophytcn, zur Auffindung empfänglicher Thier-species, der Infectionsatrien etc. von den Bacteriologen und Experimentatoren von Fach inscenirt werden). Es haben die klinisch diagnostischen Impfungen zum Ziele 1. die contagiöse Natur einer Krankheit darzuthun und die Anwesenheit einer reinen Intoxication zu negiren, 2. bei Nichtübertragbarkeit das Vorhandensein solcher Krankheiten auszuschliessen, von denen feststellt, dass sie leicht impfbar sind, 3, bestimmte wohlbekannte spoeifisebe Infectionswirkungen und Infectionserreger zu constatiren. Namentlich kommt das in dritter Reihe erwähnte Postulat in Betracht, insoferne pathologische Veränderungen und Symptome, welche am Untersuclumgsobject undeutlich und zweifelhaft sich äussern, bei künstlicher LIebertragung schneller und besser charakterisirt zum Vorschein kommen, insofern weiters, wo es sich um das Aufsuchen specitischer Infectionserreger bandelt, diese in dem künstlich inticirten Körper leichter und zahlreicher aufgefunden werden können als in dem primär erkrankten Thiere.
Z. B. gibt bei zweifelluift rotziger Erkrankung des Pferdes, wo ein Abwarten des Vorschreitens des Processes bis zur sicheren Erkennung eine lange Zeit beanspruchen würde, die Uebertragung von Nasenschleim etc. auf höher empfilngliche Thiere in weit kürzerer Frist die Erkennungszeichen des Rotzes. So ist auch die Ermittlung, ob eine Blutprobe die Milzbrand-bacillen beherbergt, wenn das Blut schon unrein, d. h. mit anderen eine Verwechslung nahelegenden Bacillen besetzt ist, durch Impfungen erleichtert, indem hiebei im neuen Thierkörper die virulenten Milzbrandbacillen in schnelle Vegetation kommen und unter Eliminirung der übrigen das Blut des Impfthieres dann ganz rein die einzige Bacillenart bietet.
Die mittelst Impfung eruirbaren Krankheiten sind Milzbrand. Gefliigelcholera, Schweineseuche, Stäbchenrothlauf, Schweinepest, Rotz.
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Diagnostische Impl'ungon,
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Rausohbrand, malignes Oedem, Druse, Bnistseuche, Mastitisformen, Acne contagiosa.
Welclie Impfthiere zum diagnostischen Versuch geeignotst erscheinen, richtet sich in erster Linie nach Art und Weise der Em-ptanglichkeit der Thiergattung für die Infectionskrankheit, zum Zweiten nach den Umständen, unter welchen Versuchsthiere jeweils leichter oder schwerer zu heschaffen und zu halten sind. Für unsere Zwecke sind die hauptsächlichsten Versuchsthiere Mäuse, Kaninchen, Meerschweinchen und Tauben.
Ihrer Zahmheit halber sind die weissen Mäuse am bequemsten zu behandeln und auch billig zu beschaffen1).
Graue Hausmause sind wegen ihrer Wildheit weniger handlich, indess ebenfalls brauchbar, dieselben müssen natürlich gesund und unverletzt sein. Man fangt sie biewegen in den bekannten hügeligen Trichterfallen, erfasst mit einer Pincette durch das Gitter den Schweif des Thieres und hält ihn fest, während man mit der Mäusezange durch die Thür der Falle greift, die Maus erfasst und herausnimmt und zur Impfung halten lässt.
Das Halten der Mäuse durch einen Gehilfen hat in der Weise zu geschehen, dass mit einer Pincette oder Mäusezange (Fig. 75)
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Jliiusezauge (Impfung).
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die Genickhaut des Thieres, mit den Fingern oder der Pincette der Schweif erfasst und die Maus auf dem Tische leicht gestreckt deponirt wird.
Bequem für solche, die eines Gehilfen entbehren, sind die von Kitasato construirten Mäusohalter1', beziehbar von der Firma Lautenschläger, Berlin, Ziegelstrasse 24 (ca. 7 M. 50). Auf einen kleinen Ständer mittelst Kugelgelenks, also nach allen Seiten beweglich angebracht, aber durch Schraube beliebig feststellbar, ist eine Blechplatte von nicht ganz Handgrösse, auf welcher eine Klemme (ähnlich den Quetscbpincetten), um das Thierchen bei der Halshaut festzuhalten, und eine zweite Klammer, unter welche der Schweif der Maus geschoben wird, sich befinden. Das Ganze ist vernickelt, sonach mit Sodalösung. Carbolwasser oder in strömendem Dampf zu des-inficiren.
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') Stück 1025 Pfennig bei Lechermami, München, Wienerplatz 2.
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DiftgUOStUobe Impfungen.
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Zur Unterbringung der Mäuse nimmt man gewöhnlich sog. Einmachgläser, streut auf den Boden eines solchen etwas Sägekleie, legt das Futter, bestehend aus Weizen, mit Milch oder Wasser befeuchtetes Brot hinein und deckt das Glas mit einem ürahtgitter zu. Zweckmässig lehnt man einen Holzspan schief ins Glas und befestigt ein Drahthäkchen E-förmig so am Gitter, dass man ein mit Wasser gefülltes Tintenglas einhängen kann. Es wird dann die Einstreu woniger besudelt, als wenn das Trinkgefäss auf den Boden gestellt bleibt. Der Drahtdeckel ist mit einem Stein oder Bleistück zu beschweren. Die geimpften Mäuse setzt man womöglich einzeln in ein Glas, da, wenn mehrere zusammeugethan werden, die kranken und
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Fig. 70.
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Mäusolmltei'(subeutane Impfung) fAbbild. von lleim^.
crepirten Thiere von ihren Genossen oft angenagt und halbverzehrt werden. Jedoch kann man auch mehrere in ein Glas sperren, merkt die Thiere unterschiedlich durch aufgetupfte Anilinfarbe, beobachtet sie und nimmt die sterbenskranken oder crepirten Thiere zeitig heraus.
In den beschriebenen Gläsern kann man auch weisse Mäuse ohne besondere Vorkehrungen züchten. Dasselbe ist in grösserem Massstabe, um genügend Vorrath für Impfungen zu haben , leicht in jeder Kiste, die mit Blech ausgeschlagen und ähnlich wie die notirten Gläser hergerichtet ist, ebenso in einem Passe oder Vogelkäfig zu bewerkstelligen. Man gibt den Thieren neben Sägekleie dann auch Heu, aus welcher sich dieselben Nistplätze herrichten, besonders wenn man die Strau nicht zu oft wechselt; die Männchen, welche gerne die Jungen fressen, lässt man nur kurze Zeit bei den Weibchen, oder separirt die trächtig gewordenen Weibchen.
Fvicdl)nicer u. Fröhuor, Klinisclic llntevsuclmngsmethodeii. 2. Aufl. 32
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Diagnostische Impfungen.
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Auch Feldmäuse und Ratten lullt man in den beschriebenen Einmachgläsern einzeln.
Für geimpfte Meerschweinchen, Kaninchen und Tauben eignen sicli Kisten, deren Boden mit Blech ausgeschlagen oder mit einem Blcchschiebetrog verschen sind 1).
Meerschweinchen und Kaninchen kann man auch ohne Gehilfen zur Impfung festlegen, indem man sie mit Binden einwickelt,
Geimpfte Thiere müssen von gesunden getrennt untergebracht sein und vorsichtig behandelt werden. Man muss bedenken, dass alle Auswurfstoffe geimpfter Thiere krankheitserregende Keime enthalten können, ebenso dass der Pelz inticirter Thiere, ganz besonders, wenn die Impfstelle zur offenen quot;Wunde, zum Greschwür wird (bei Rotz und Tuberkulose entsteht solches fast rogelmässig), Ansteckungen vermitteln kann. Ehe man daher solche geimpfte! Thiere anrührt, sind die eigenen Hände zu besehen, ob sie keine kleinen Verletzungen tragen, und sind diese mit Oollodium elasticum zu schliessen. Nach der Berührung der Thiere desinficire man sich jedesmal und sofort gründlich die Hände (ehe man eine Thürklinke anfasst!). AVaschen mit grüner Seife in warmem Wasser, in Lysol oder Oreolinwasser ist das Einfachste und Zweckmässigste. Nach der Impfung ist das Verhalten der Thiere öfters, entsprechend einer klinischen Beobachtung, zu verfolgen (Abänderungen der Fresslust und Munterkeit, Reaction der Impfstelle, Eintritt von Ausflüssen aus den Körperöffnungen, Schwellungen, Lähmungen. Krämpfe, Temperatursteigerungen, Körperhaltung der Thiere etc.).
Temperaturmessungeu bei Kaninchen und Meerschweinchen sind in kursen Pausen und schon vor der Impfung öfter zu machen, da die Eigenwärme bei diesen Thieren sehr scdiwankt.
Mit Rotz und Tuberkulose geimpfte Thiere tödtet man nach 2, bezw. 46 Wochen durch Chloroformnarkose.
Die todten Versuchsthiere werden mittelst grosser Stecknadeln oder Nägel, welche man durch die Fasse sticht, auf Brettchen ausgespreizt befestigt, damit man sie bequem seciren kann (bei Tauben nicht nothwendig). Mit Scheore und Skalpell trennt man die Haut median vom Halse bis zum Becken von der Brust- und Bauchfläche ab und heftet die zurückgeschlagene Haut ebenfalls mit Nadeln an
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') Eigene Käfige ans Kisenralnncn und Gittern (nach Heim) mit Zwischenwänden erhäit man in Wiirzburg hei (ritterstricker Wirth, untere Maiugasse, Mainquai, zu 45 Mark.
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Diagndstisohe Imiil'ungeji.
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die Bl'ettunterlage. Alsdann wurden die Kürperliölden eröffnet, die Organe reinlich hervorgeholt, Deckglaspräparate von Blut, Milzsal't etc. gefertigt, pathologische Befunde notirt.
Die zu den Impfungen und Seotionen benutzten Instrumente und Utensilien werden durch Einlegen in 10 quot;/o Carbolsäure oder heisse Sodalösung, strömenden Dampf oder siedendes Wasser desinlicirt.
Z. B. kann man eine Pincette oder [mpfnadel desinficiren, indem man sie in ein Reagenzglas steckt, worin sich etwa 10 com einer 1 quot;joigen Sodalösung befinden. Mit einem besonderen lieagen/.glaslialter oder indem man einen Papierstreif um den Hals des Glases schlingt, hält man das Glas in eine Spiritusflamme bis zum Sieden.
Die Brettohen, auf welchen Mäuse etc. secirt wurden, Glasschalen, Messer, Scheeren, Pincetten, Watte u. dergl. werden entweder in dem S. 488 genannten Dampfkochtopf' sterilisirt oder in Wasser gesotten; wer mit baeteriologischen Arbeiten sich befasst, hält sich passend einen emaillirten Topf für derartiges Absieden /.u Desinfectionszweeken.
Fig. 77.
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Desinleotiün der Impfinstrumento (nach Heim).
Auch die Cadaver kleiner Versuchsthiere kann man durch Auskochen unschädlich machen oder im Feuer eines Zimmerofens verbrennen, andernfalls lässt man sie gehörig tief vergraben, ebenso verbrennt man den Dünger der Versuchskäflge und desinlicirt diese mit heissor Sodalösung und Kalkmilchanstrich.
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Methoden. Die Methoden der Impfung sind folgende: 1. Die cutane Infection besteht in einer kleinen Verletzung der Oberhaut ohne Lädirung des subeutanen Glewebes, mit gleichzeitiger oder nachfolgender Application der Impfstoffe. Man kann die Ver-
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Diagnostische Impfungüii.
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letzung so zart machen, dass nur die Epidermis getrennt und die Saftspalten der tiefsten Malpighi'sclien 8chicht oder des obersten Cutis-theiles eröffnet werden, demnach die Verletzung nicht blutet, meist wird aber der Papillarkörper so weit lädirt, dass die Capillargefiisse in minimaler Weise Blut aussickern lassen. Solche leichte Ritzwunde ist anzubringen auf Schleimhäuten, auf deren Uebergang zur Ilt;ig.78. allgemeinen Decke, auf der äusseren Haut nach vorherigem Abscheeren der Haare und geschieht mit einem sterilisirteu scharfen Messer oder der hierzu sehr geeigneten lanzettförmigen Impfnadeln. Hiehei wird der Impfstoff entweder nach der Verletzung angerieben oder das Instrument zuerst mit dem Impfmaterial benetzt, damit bei Anlage des kleinen Ritzes oder seichten Schnittes dasselbe gleich in der Wunde abgestrichen wird. Soweit es sich nicht um besondere Schleim-hautinfectionen (Aphthenseuche) handelt, wählt man Stellen, an denen die Thiere die Wunde nicht belecken können und der Process möglichst gut zu verfolgen ist. Hierzu eignen sich besonders die Ohren; bei Mäusen ist der dünnen Haut wegen die rein cutane Impfung schwer, man ritzt hier die Haut am Ohrmuschelgrunde oder am Schweif oder knippt mit der Scheere die Spitze des Ohres ab.
Hieher zählt man auch die corneale Impfung, zu welcher vom Hornhautrande her ein flacher Einstich in die Hornhaut gemacht wird.
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Die Infection durch die unverletzte Haut durch Einreiben auf die von Haaren entblössten (rasirten) Stellen hat für die Dermatitis contagiosa des Pferdes Interesse.
2. Die subcutane Impfung wird zur Ausführung gebracht, indem man an einer von Haaren befreiten Stelle eine mit der Pincette erhobene Hautfalte mittelst Scheere
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l auf 18 mm einschneidet und auf das blossliogende Unter-hautzellengewebe den Impfstoff mit sterilisirter Messerspitze oder Platinnadel aufstreicbt; durch Einschieben der Messerspitze unter den Rand der Hautwunde kann man hier zweckmässig erst eine kleine Hauttasche bilden, in welche das Material eingestrichen, danach die Haut wieder angedrückt wird. Bei Mäusen macht man das gewöhnlich am Kreuz, an der Schwanz würze!, bei Meerschweinchen am Bauche, bei Kaninchen an der dicken Umbiegungsstelle der inneren Ohrmuschelhaut, bei Tauben und Hühnern geht man mit der Impf-lancette direct unter die Haut des Brustmuskels neben dem Kiel.
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Diagnostische linpiunglaquo;].
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Die suboutane Injection wird bethätigt durch Canülen-einstich einer Injectionsspritze, welche den in Flüssigkeiten suspcn-dirten Impfstoff ins IJnterhautzellgewebe treibt.
Es lassen sich ganz gut die gewöhnlichen Pravaz'schen oder sog. Morphiumspritzen hiezu verwenden, besonders die zu den Paste urschen Schutzimpfungen in Gebrauch stehende Sorte (be
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Fig. 79.
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ziehbar von Boutroux [Paris], Pasteur'scho Filiale in Stuttgart, Instrumentenfabr. Katsch [München]), ist em
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pfehlenswert]!, weil sie das Auskochen und das Ausspülen
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in heissem Wasser verträgt. Mit Schellack verkittete und Kautsclmkspritzen sind unbrauchbar.
Von anderen Arten Spritzen, welche als sterilisir-barequot; construirt wurden, ist namentlich die Stroschein-sche Spritze1) praktisch, eini'acli und billig. Sie besteht lediglich aus zwei übereinanderschiebbaren Grlasröhren, deren äussere, mit Gummiring luftdicht angeschlossen, die Saug Wirkung verübt und als Stempel wirkt. Man
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schiebe vor der Füllung diese äussere Bohre (B) nur so
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-A
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weit ein, dass der Gummiring (G) an den mittleren Theilstrich stösst; nach dem Gebrauch zieht man das äussere Rohr mit dem Gummiring ab und legt es in 50/oiges Carbolwasser, das innere liohr (A) und die Canüle (J) werden in kochendes Wasser zur Desinfection eingelegt (einige Minuten).
8. Die intramuskuläre Injection, also eine durch Tiefereinstich der Canüle, namentlich am Schcnkeltleisch, zu bewerkstelligende Impfung kommt für den Rauschbrandnachweis in Betracht.
4. Injectionen in die Bauchhöhle (intraperitoneale Impfung) gelingen leicht bei Meerschweinchen und Kanin
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chen und werden hier besonders zur Bestimnumg von
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Stroschdn'sclie Impfspritze.
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Tuberkulose gemacht (mit Milchproben). Man kann sie mit den gewöhnlichen Injectionsspritzen, auch den grösseren, 5 cem fassenden, vornehmen. Zunächst werden die Haare an einer Stelle des Bauches abgeschoren, die Haut mit 5quot;/igt;igom Carbolwasser oder 1 pro mille Sublimat gewaschen und wieder mit Filtrirpapier abgetrocknet, dann sticht man langsam so ein, dass man die Spritze
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') Zu beziehen bei Ohr. Kob u. Co , Stützorbach in Thüringen, sowie Roht -beck, Berlin.
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502nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Diagnostische Impflingen.
wie eine Schrei bieder führt, resp, die Kleinfingerseite auf die Hauch-haut des Thieres andrückt, so dass man sofort fühlt, wenn die Bauchwand durchstochen ist und einhalten kann; bei vorsichtiger Ausführung weichen die Därme der eindringenden Canülenspitze regel-mässig aus. Man steche links von der Mittellinie und in der hinteren Bauchhälfte zur Vermeidung einer Leberverletzung ein.
Schmidt-Mülheim hat einen eigenen Injectiousapparat zu den intra-peritonealen Milchimpfungen construirt (Arch. f. anira. Nabrungsrnittelkundc Bd. V, Heft 1), Glaspipetten mit Fassungsvermögen von 50 cem, in welche eine Hohlnadel eingeschmolzen ist, deren Füllung und Entleerung mittelst eines Kautschukballons bewerkstelligt wird (der Apparat mit dem Zubehör kostet 40 M.).
Bang macht zuerst einen kleinen Hautschnitt, sticht dann eine Impfnadel in die Bauchhöhle, schiebt neben der Nadel eine sterili-sirte Glasröhre, die zu einer Spitze ausgezogen ist, mit letzterer ein und füllt die Milch hiedurch ein.
Stevenson und Bruce empfehlen eine gebogene Nadel, welche eine solide Spitze hat, zu zwei Dritttbeilen hold ist und in der Mitte eine Oeffnung besitzt. Die Nadel wird durch eine aufgezogene Bauchwandfalte gezogen, so dass beim Loslassen der Haut die Nadelöffnung in die Bauchhöhle zu stehen kommt (Centralblatt für Bacterlologie TX. Bd., S. 080).
5.nbsp; nbsp;Die intravenöse Impfung wird namentlich an Kaninchen
ausgeführt; eine der Ohrvenen ist leicht zu treffen und wird nach vorsichtiger Spaltung der zuerst neben die Vene verschobenen benetzten Haut die frei liegende Vene direct mit der Spritzenoanllle angestochen. Zur Füllung der Spritze suspendirt man das Impfmaterial in sterilisirter 0,5n/i'iger Kochsalzlösung (nicht mit einfachem oder destillirtem Wasser!). Sehr leicht ist intravenöse Injection bei grösseren Hausthieren. wo man die Jugularvene wie beim Aderlass anschwellen lässt und durch die Haut die Spritzencanüle einsticht) hat man die Vene getroffen, so spritzt sofort aus der Oanüle das Blut; man setzt die wohlgefüllte Spritze auf und injicirt aus dem hochgehaltenen Instrument exclusive des letzten Tlieilstrichs, so dass eventuell vorhandene Luftblasen in der Spritze bleiben.
6.nbsp; nbsp;Die Injection in die Vorderaugenkammer wird mit Emulsion von Grehirn- und Bückenmarksmasse in sterilisirter Bouillon oder Kochsalzlösung zu Wnthdiagnosen ausgeführt; im Uebrigen mehr für wissenschaftliche Detailforschungen, z. B. Diagnose der Wuth, zur Erzeugung von Augenverschiiumeiungen bei Kaninchen mit Rein-culturen von Monilia Candida oder zur Gewinnung von Heincultiiron der Tuberkelbacillen durch Einbringen einer Emulsion zerdrückter
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Diagnostisolio Impl'ungeu.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 508
Tuberkel. Man cocumibirt den Augapfel und drückt ihn etwas aus der Höhle, um ihn zu fixiren, der Einstich wird an der Grenze der Cornea s. Solera gemacht; für diagnostische Zwecke ist diese etwas rüde Methode entbehrlich.
7.nbsp; nbsp;Die Intracranielle Impfung, zu welcher für kleine Versuchs-thiere elegante Trepanationsbestecke aus Paris beziehbar sind, steht ebenfalls nur für Wuthdiagnosen in tiebrauch.
8.nbsp; nbsp;Inhalationsversuche erfordern, wenn sie correcte Ergebnisse liefern sollen, besondere Apparate und sind nur für Forschungszwecke. In einfacher Weise können sie zum Nachweis der Pathogenität von Schimmelpilzen insoenirt werden, indem auf Brod gezüchtete Schimmel in Q-lasgefässe abgeklopft werden: in die Gefässe setzt man Tauben oder andere kleine Versucbsthiere ein und verschliesst mit Watte oder Papier. Durch Schütteln wird der Sporenstaub aufgewirbelt, dessen Einathmung, falls pathogene darunter, die Lungenmykosen zu Stande bringt. Bei allzu reichlicher Verstreuung des Schimmel-staubes kann indess auch Erstickung oder tödtliche Fremdkörper-laryngitis eintreten.
9.nbsp; nbsp;Die Impfung ins Euter (galaktifere Injection) zur Oon-statirung von Mastitisinfectionserregern wird vollzogen, indem man diejenigen Spritzencanülen, welche Troikarten gleichen, ohne den Dolch, also mit ihrem abgerundeten Ende, ohne Verletzung zu schaffen, in die Zitzencanäle einschiebt, darnach die Spritze ansetzt und injicirt. Oder man taucht einen abgerundeten dünnen Glasstab in das Impfmaterial (bacterienhaltige Milch oder Cnltur) und infloirt das Euter durch Einschieben des Stabes (= Molkröhrcbon) in die Cysterne bei Kühen.
10.nbsp; nbsp;Intratlioracale Impfungen, durch Einstich feiner Spritzencanülen in die Brusthöhle, wobei Eindringen in die Lungen fast unvermeidlich, sind nur für bestimmte Forschungsarbeiten und wegen oft unreiner Ergebnisse wenig behebt.
11.nbsp; nbsp;Intratracheale Injectionen stehen ebenso mehr für Beantwortung wissenschaftlicher Fragen als für Diagnosen in Uebung.
12.nbsp; Fiitterungsinfection. Besonders werthvoll, weil grobe künstliche Eingriffe ausschliessend, ist für einige Diagnosen, namentlich aber für die Bestimmung ursächlicher Beziehungen der Nahrung, die Fütterungsinfection. So kann durch Fütterung von Blutprobon. Organstücken, Darmexcrementen die Geflügelcholera und Septicaemia haemorrhagica klassisch bewiesen, durch Fütterung der Milzbrandsporen die Genese des Milzbrandes eclatant dargetban werden.
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Diaguostisoho [mpi'migeii.
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Diis zu verfütternde Material wird weissen Mäusen und Ratten in einer Lieblingsnahrung, z. B. kleinen Stücken von gelben Rüben oder an Fleisch, Fett angestrichen oder in solches eingepackt vorgesetzt, nachdem man die Thiere etwa einen Tag- lang vorher hungern Hess; Kaninchen fressen leicht die mit Blut, Darmexcrementeu beschmierten Kohlblätter. Hühner schlucken sehr leicht die ihnen in den Schnabel gesteckten Organstücke ab.
Die zu baoterlologisohen Forsohungszweoken mit besonderen Kunstgriffen, Sohlundsonde, Enterotomie, zu versuchenden Magen-tmd Darminfectionen haben liier keine wesentliche Bedeutung.
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Specielle bacteriologische Diagnostik der einzelnen Infectionskranklieiten.
Von Prof. Th. Kitt in München.
I. Milzbrand.
Die Diagnose des Milzbrandes ist unter allen Umständen abhängig vom Nachweis der M ily, br an db acille n ; das will heissen, es verdient der Ausspruch, dass Milzbrand vorliege, nur dann Glauben, wenn durch den Fund der Milzbrandbacillen im Blute oder Carbunkelsafte der Beweis hiefür erbracht ist. Bei der Leichtigkeit, mit welcher durch Deckglaspräparate dieses Postulat erfüllt werden kann, sind Sectionsdia-gnosen stets correct und schnell zu erledigen. Für die Erkennung am lebenden Thier ist die Blutuntersuchung (Ohrvene, Jugularvene) ebenfalls durchführbar, da indess zu Lebzeiten des anthraxkranken Thieres das Blut wenig zahlreich die Bacillen enthält, sondern mehr in der Milz, in der Lunge und Leber dieselben aufgestapelt sind, erscheinen Impfungen kleiner Versuchsthie ro als feineres Reagens, und nur für Milzbrand, der mit Localisationon (Carbunkel, Oedeme) verläuft, gibt die Scarification dieser hämorrhagischen und serösen Infiltration in dem aussickernden blutigen Safte ein Material, in welchem die Bacillen durch das Mikroskop direct gefunden werden können. Auch hier ist eine Impfung nutzbar, indem die schnell erliegenden kleinen Versuchsthiere zahlreich und in Reinheit die Bacillen vorführen. Bei der Häufigkeit irrthümlicher Milzbranddiagnosen dürfte diesen beiden Criterien besondere Beachtung zu schenken sein.
Ueber die Anwesenheit und den Nachweis von Milzbrandbacillen an lebenden infieirten und kranken Thieren weiss man Folgendes.
In der Regel können die Milzbrandbacillen erst ganz kurze Zeit vor dem Tode des infieirten, milzbrandigen Thieres oder Menschen im circu-lirenden Blute aufgefunden werden. Die in den Körper gelangten Bacillen vermehren sich offenbar erst in dem Gewebe, welches als Atrium der Infection diente (bei künstlicher Infection also an der Impfstelle) (Birch-Hirschfeld, Klebs u. A.). Von da aus werden sie theils mit der Lymphe abgeführt und kommen in Lymphknoten (Toussaint), sich
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506nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; MilzbnmJbuoillüii.
dort weiter vertuehrend und ins Blut übertretend. theils tvacbsen sie vom Localherd aus direct in die Blutgef'iisse ein (Frank und Lubarsch). Im Blute selbst scheint zu Anfang keine wosentliclie Vermehrung der Bacillen stattzufinden! das oiroullrende Blut äussert wohl auch hier seine bacterien-feindlicho Wirkung, und ist es Thatsache, dass die ins Blut übergetretenen Bacillen wieder daraus vorschwinden. Viele von ihnen werden in den inneren Organen abgelagert und vermehren sich nunmehr in diesen, namentlich in der W i 1/,, Lunge, Leber. (Nach Frank und Lubarsch scheinen Knochenmark und Lymphknoten nicht die Prtldileotionsstelle für die Ablagerung zu sein, wie bisher angenommen wurde.)
Erst nachdem die Milzbrandvegetation in diesen Organen eine gewisse Hohe erreicht hat und sich dadurch Zersotzungsproducte (Hlutgifte) aufhäuften, verliert das Blut seine bactericiden Eigenschaften und wird zu einem guten Nährboden für die Milzbrandbacillen, auf welchem sie jetzt in ungeheurer Menge sieh vermehren können. Der Uebergang der Milzbrandbacillen von der Infectionsstelle ins Blut findet frühzeitig statt, in einzelnen Fällen kann er sich verzögern und selbst noch in der 10. Stunde fehlen, wie dies Frank und Lubarsch bei Meerschweinchen und Kaninchen feststellten. Bei erstcren wurden in keinem Falle vor der 17. Stunde nach der Infection Milzbrandbacillen in den inneren Organen gefunden, auch 1820 Stunden post infectionem sind die Bacillen selten und wenig zahlreich im Blute und den inneren Organen; 22 Stunden post infectionem sind sie jedesmal, wenn auch nicht immer zahlreich zu treffen (das Virus, mit welchem die Versuche gemacht wurden, tödtete die Meerschweinchen spätestens innerhalb o-i Stunden).
Bei Kaninehen fanden die citirten Forscher bei subeutaner Impfung die ersten Bacillen 28 Stunden post infectionem, in einem anderen Fall schon nach 24 Stunden reichlich im Venenblute, in den inneren Organen bei Kaninchen einer anderen Versuchsreihe sehr ungleichmässig zeitlich und räumlich vertheilt.
Rodet, Frank und Lubarsch impften Kaninchen an den Ohren und schnitten diese später und zu verschiedenen Zeiten ab; in der Mehrzahl der Fälle konnte dies die Erkrankung nicht aufhalten und erfolgte der uebergang ins Blut noch vor Ablauf der 1. Stunde, in einzelnen Fällen blieben Thiere gesund, denen die inficirten Ohren nach 110 Stunden abgeschnitten worden waren. Die Versuche, welche die Konntniss bringen sollten, um welchen Zeitpunkt die Bacillen im Blute des Lebendon gefunden werden, sind schon öfter unternommen.
Bei milzbrandkranken Menschen fand man die Bacillen theils 6 Stunden vor dem Tode (Oomler), theils noch nicht nach S'/s Stunden nach dem Tode (Masing), ebenso nicht 2427 Stunden vor dem Tode (Wagner, Frank, Lubarsch). Chauveau brachte Schafen grosse Mengen Bacillen in die Blutbahn, sah eine Viertelstunde darauf nur wenige, einige Stunden später gar keine Bacillen im strömenden Blute, trotzdem die Thiere acut erkrankten und theilwoiso in 12. und 10. Stunde crepirten.
Im Allgemeinen sind bei Schafen die Bacillen erst 20 12 Stunden vor dem Verenden des Thieres im Blute erweislich. Hoffa machte darauf aufmerksam, dass bei kleinen Versuchsthieron manchmal erst 34 Stunden vor dem Tode die Bacillen in Blutprobon mikroskopisch und durch Cultur-anlagen nachzuweisen sind. Wyssokowitsoh zeigte, dass in die Blutbahn von Kaninchen eingespritzte Bacillen nach Verlauf weniger Stunden aus dem kreisenden Blute vollständig verschwunden sind und, wie es ein-
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Milzbraudbaoillen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;507
gangs notirt wurde, dann erst nach und nach die Aufstapelung stattfindet; beispielsweise wurden einem Kaninchen 2 ccm Virus, welches mindestens 2040 Millionen Keime enthielt, eingespritzt, nach 5 Minuten konnten in Blutproben nur 15 Keime, nacb 230 Stunden gar keine Bacillen gefunden werden, nach 40 Stunden kamen Ü, nach 53 Stunden 6, nach 70 Stunden 56 Keime zum Nachweis, nach 84 Stunden crepirte das Thier und hatte unzählige Bacillen im Blute. Schon Brau ell, Del a fond und Da vain e haben sich mit solchen Fragen befasst. Brauoll machte das Experiment, dass er Blut eines Kaninchens (12 16 Tropfen), welches 4(i Stunden vorher geimpft worden war, auf ein anderes Kaninchen überimpfte, das Thier blieb gesund, das erstere zeigte nach 55 Stunden post infectionem in grosser Menge die Bacillen im Blute, und gab die Impfung, welche jetzt mit dem Blute an einem neuen Kaninchen vorgenomineu wurde, diesem die tödt-liehe Infection, in der 56, Stunde starb das Ausgangskaninchen. Dela-fond traf die Bacillen immer erst 15 Stunden nach dem Auftreten der Milzbrandsymptomo, wenige Stunden nach dein Tode. Braueil konnte bei einem geimpften Schafe 38 Stunden post infectionem noch nicht die Bacillen sehen, 1 Stunde vor dem Tode, welcher am 4. Tage erfolgte, war ihre Auffindung im Blute möglich. Derselbe Autor traf bei sicher milzbrandigen Pferden (bewiesen durch Impfung) 24, 18 und 12 Stunden vor dem Tode keine Bacillen, als frühesten Termin der Auffindung bezeichnet er die 18. Stunde ante mortem, in den meisten Fällen ist der Nachweis (ohne Färbung!) erst später möglich gewesen (einmal in 810, meist erst in 1o Stunden ante mortem).
Die Milzbrandbacillen (Bac, anthracis) präsentiron sich im frischen, ungefärbten Blutstropfen als glashelle, unbewegliche Stäbchen mit abgerundeten Enden; in dieser Art betrachtet sind sie mit einer Menge anderer Bacillen (Cadaverbacillcn) leicht zu verwechseln, weniger im Blute, welches lebenden Thieron entnommen ist, weil hier keine anderen Bacillen von ähnlichem Habitus vorkommon; es könnten aber, wenn z. B. eine niclit ganze frische Kochsalzlösung zur Verdünnung des Blutes verwendet wurde, von aussen ähnliche Bacillen zugemengt worden sein und zu falscher Diagnose Anlass geben. Die charakteristischen Gestaltsmerkmale treten erst am tingirten Deckglaspräparat hervor. Der sog. Milzbrandbacillus erweist sich hier stets in der überwiegenden Zahl seiner vorhandenen Exemplare als eine Kette von Bacillen, indem die geraden, leicht gebogenen und auch abgeknickten Stäbe eine Septirung erkennen lassen. Der Einzelbacillus ist nur 1,52,0/lt; lang, 1 1,251,50laquo; dick (Lüpke), in dieser Kürze vielfach auch in der That einzeln verstreut zu finden. Alle längeren Exemplare bestehen aus 2, 3, 5 und mehr an einander gereihten solchen Einzelzellen, deren ganzer Verband 51020 fi Längenausdehnung nimmt (theilweise scheinen die Eiir/.elglieder, welche diese Verbände fügen, auch 24 fi lang, wenn die Septirung etwas undeutlich durch die Färbung blieb). Am tingirten Präparate kommt diese hoch charakteristische Septirung dadurch zum Ausdruck, dass feine, farblos bleibende Lichtungen querüber an den Verbindungsstellen der Glieder bemerkbar sind.
Die Glieder erscheinen hiednreh wie quer abgestutzt; die Enden der Glieder prilsentiren je nach dem Verfahren, welches man bei der Färbung wählte, kleine Verschiedenheiten. Bei gewöhnlicher einfacher Ti notion mit Gentianaanilinwasser und Abwaschen mit Wasser sind die Enden meist so, dass sie den Eindruck einer leichten Verbreiterung machen und dass die helle Trennungslücke etwas biconvex O erscheint. Dies Verhältniss, auf welches zuerst von R. Koch hingewiesen und welches
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Mtlzbrandbaoilleui
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von Flu^'ye, Fränkel, Pfeiffer, Baumgarten, sowie neuerdings wiederum von Gratia und Heim betont wurde, führte zu der Anscliauung, dass der Mil/brandbacillus an seinem Ende eine leicht ooncavo Delle besitze; es gab zu dem Ausdruck Veranlassung, duss die Kette von Gliedern ein bambusrolirähnliolies Aussehen habe. Vielfach ist diese biconvexe Form der Trennungslücken aber nicht so deutlich, sondern erscheint der ge-
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Fig. 80.
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Vig. 81.
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cirua 600faohe Vergrltssernng.
Milzbrimcllmeillpii, llilzsalt, Fuchsiii-präpanit; Begmentimng nicht sichtbar.
färbte Bacillus einfach geradlinig abgestutzt, und hängt die Entstellung der Delle thoilweiso davon ab, ob das Deckglas langsamer oder schneller durch die Flamme gezogen wird (Heim). Weiters sieht man ab und zu schon bei einfacher Färbung (in obigem Sinne) einen zarten ungefärbten oder ganz sehwach gefärbten Hof an den Bacillcn. Diese kapsolähnliche Hülle oder Membran des Milzbrandbacillus wurde
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schon von C. Fränkel, Serafini, Pane, Weicbselbaum, Metschnikoff beschrieben und fand in der Neuzeit besondere Beachtung (./ohne), insofern sie durch einige Färbungs-knifl'e deutlicher sichtbar gemacht werden kann und dann mit zur Charakterisirung
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circa SOOfttohe Vergrüsscruiif?. Jlilzhriindhacillcn, Milzsal'l,
OeutianaanlUn wosserfärbung.
Die äegineutil'ung sichtbar, theilweUe ofornngc, theil-weise *: Trennungsittoken, Im oberen Bild leichte Verdickiing Jci1 Enden,
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des Milzbrandbacillus dient. Johne erblickt in derselben geradezu ein Hauptkennmal des
Anthraxbacillus, welche Ansicht man bedingungsweise, d. h. für bestimmte Färbungsproceduren gelten lassen kann. Im Wesentlichen ist der ungefärbte oder mir zart sich färbende Saum des Bacillenleibs nur die in Wasser, Essigsäure und durch Erwärmung gequollene oder von der Farbe wiederum befreite, ausgewaschene Membran; bei der gewöhnlichen Deckglastinction mit satt färbender Lösunu- von Gentiana färbt sich diese
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Milzbraudljacillen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;509
Membrnii zumeist mit und man sieht sie daher weniger deutlich; werden alkoholisch wässerige Farblösungen verwendet, wird das Deckglas stark abgespült, lilnger erwärmt, oder noch extra in Reagentien gebadet, so quillt, und enti'ilrbt sich die Membran, der oberHächliche Theil des Bacillenleibes, und bildet einen Hol' um den gefärbt bleibenden centralon, kernurtigen Körper der Zelle. Dieses innere Plasma kann dann jeweils auch kleiner, schmäler, wie verschrumpf't erscheinen, wodurch die Enden auch andere Pagon annehmen. Dieselben sind dann, wie es Johne beschreibt, geradlinig abgestutzt, also rechtwinklig, nicht mehr verdickt, berühren sich nicht mehr, wie bei der O Porm der Lücke, an den Rändern, sondern sind vollständig von einander getrennt, die ungefärbten Zwischenräume sind mehr oder weniger rechteckig, mit Immersionen sieht man sie sogar flach abgerundet, flach convex, also die Trennungslücken ^ biconcav (vergl. das kritische Sammelreferat über diese Morphologie des Anthraxbacillus in den Monatsheften für prakt. Thierheilkunde V. Bd. 1894; ebenso Heim, Lehrb. d. bact. Technik 1894, S. 170).
Nicht selten entfärbt sich bei den vorraeinten Nachbehandlungen (Essigsäure, Alkohol) überhaupt der ganze Bacillus, wird unsichtbar oder nur mehr schwach erkenntlich; Johne deutet diese leichte Entfärbbarkeit resp. geringere Tinctionsfilhigkeit der Milzbrandbacillen ebenfalls als etwas Charakteristisches.
Johne gibt als Vorschrift, an welche man sich genau halten muss, um das von ihm Beschriebene zu sehen, an, mun müsse die in gewöhnlicher Weise hergerichteten, 8mal durch die Flamme eines Bunsenbrenners gezogenen Deckgläser (mit Milz-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Fig, 82.
brandblut) 'j* bis höchstens '/a Minute (je nach Dicke der Schicht) mit einer aufgetropften 2procen-tigen wässrigen Lösung von Gentianaviolett darben, hierauf einen Moment in reinem Wasser, dann (5 bis 10 Secunden lang (wiederum nach Dicke der Schicht) in einer 'Ij-, besser Iprocentigen Essigsilurelösung, hierauf wieder recht sorgfältig in reinem Wasser abspülen, schliesslich direct in Wasser,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;\|\ $
also einem hin zugebrachten Tropfen oder dem Restenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;\V J/
des anhaftenden Wassers besehen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; \V
Klett hat herausgefunden, dass der Angel- Milzbrandbacillen nach punkt für die Sichtbarmachung der Kapsel darin Kssigsftnrebehantllung, liegt, dass man das Deckglas, wenn es bereits
gefärbt ist, noch nachwärmt. Man kann dann auch ohne Essigsäurebehandlung durch blosses Abspülen mit Wasser die Kapsel hervortreten lassen. Nach Klett soll man das blutbestrichene Deckglas einige Stunden lufttrocken werden lassen, dann zieht man es Simal durch die Flamme, färbt mit wässeriger Gentianalösung ganz kurz (einige Secunden) und spült ab. Jetzt wird auf die gefärbte Seite des Deckglases destillirtes Wasser getropft und das Deckglas noch einmal über die Flamme gehalten, resp. 612mal durch diese geführt, wieder abgespült und nass auf den Objectträger gelegt; die Oberseite wird abgetrocknet und das Präparat besehen. Ist die Kapselbildung noch immer nicht deutlich genug, so soll man den Objectträger mit aufgelegtem Deckglase noch 3 (imal durch die Flamme bringen.
Des Weiteren hat Klett eine Do ppelfilr bun g des Milzbrand-hacillus angegeben. Der gut lufttrockene, am besten einige Stunden gelegene Deekglasausstrich wird nach dem Durchziolien durch die Flamme mit
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Milzbraiulbacillcii.
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al koholisch-wilsseriger M ethylcnblaulösung (s. Seite 470) be-tropft, dann erwärmt man bis zum Aufkochen und spült hernach reichlich mit destillirtom Wasser ab. Nun lllsst man eine wass eri g-alkoholische Fuchsin lösun g etwa 5 Secunden einwirken, spült wieder ab und sieht das Präparat an. Die inneren Theile dos Milzbrandbacillus erscheinen dann blau, die Hülle leicht rosenroth, ihre Contour dunkelroth.
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Kg. 83.
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circa soofaclin Veryrosserung. Milzsaft, Milzbramlbacilleu. Seg-mentirung, vcvscliiccleno Kiulen, keine Membran; Psemioliapsel
durch Uetraction des Serums.
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ciri'a snofaclie Vergrösserung. Milzbramlblut bei (iram'seher Färbung, an einigen Haeillen die Membran sichtbar.
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Gratia hat nachgewiesen, dass durch Baden des mit Fuchsin gefärbten Deckglases in 5070 quot;jnigetn AIkohol sowohl die Kapsel, wie auch die früher beschriebono O b icon vex e Form der Trennungslinien sichtbar gemacht werden kann. Man taucht das in der gewöhnlichen Weise vorbereitete Object nur auf einen Moment in den Spiritus und wäscht es hernach in Wasser.
Man kann die Milzbrandbacillen auch nach Granrscher Methode behandeln , für praktische Zwecke hat diese keine Vorthcilo und ist hier nur erwähnenswerth zur Kenntniss dessen, dass dabei die Milzbrandbacillen ein gänzlich anderes Aussehen erlangen, so zwar, dass von obiger Beschreibung gar nichts mehr zutrifft, denn die Gliederung wird undeutlich, daher die Einzelzelle länger als sonst erscheint; es entfärbt sich die Membran und nur die innere kern artige Protoplasmamasse behält die Farbe, so dass die Bacillen viel dünner aussehen und ihre Enden erscheinen abgerundet X, fast kegelförmig; während die durchsichtig gewordene Membran an den Bacillen, die im ebenfalls entfärbten Plasma liegen, ganz oder beinahe unerkennbar ist,
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Milzbrandlmcillen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 511
wird sie als scharfer farbloser Saum aufs schönste erkennbar, wenn der Bacillus auf einer gefärbt gebliebenen weisseu Blutzelle oder Milz/.elle lagert. Aus dem Gesagten geht hervor, dass mehr oder weniger geringe Variationen der Fiirbotechnik, selbst kleine Um-stilnde, z. B. Nachwilrnien des mit Farbe oder Wasser betropften Deckglases, öfteres Durchziehen durch die Flamme, kürzeres oder längeres Baden in Essigsäure das Aussehen der Bilder wesentlich beeinflussen können.
Eine Hauptsache ist, die gefärbten Deckglaspräparate von Milzbrandblut zunächt nicht in Oanadabalsam zu montiren, sondern in dem Tropfen Wasser, welcher nach dem Abspülen haften bleibt oder extra zuzugeben ist, anzusehen.
Zweitens ist die Segment! rung, überhaupt das quer abgestutzte Ansehen der E inze 1b acillen , drittens die Grosse und Kapselbildung beachtenswerth.
Sodann wird man viertens ein Hauptgewicht immer auf die Eein-heit des Bildes der An thraxbacteriämie zu legen haben, auf die aussch liesslich o Anwesenheit zahlreicher Bacillen einer Sorte von beschriebenem Ansehen im frischen Blute.
Diagnostische Verwechslungen, welche bei länger gelegenen todten Thieren wegen milzbrandähnlicher Cadaverbacillen möglich sind, werden am frischen Blut und Gewebssaft bei Beachtung des Obigen nicht leicht begangen, man braucht da gar nicht die umständlicheren Filrbetrics, sondern die eingangs notirto universelle, gewöhnliche Deckglastinction, bei welcher es gleichgiltig ist, wie viel Secunden gefärbt und gewaschen wird, liefert vollständig genügende Bilder zur sicheren Erkennung des Milzbrandes. Zum Uebrigen noch kann man das untrügliche Mittel des Impfversuches anwenden.
Bei Vorhandensein von Milzbrand ist die cutane Verimpfung von Blut oder Milzsaft an Mäuse, Kaninchen, Meerschweinchen ein niemals versagendes diagnostisches Hilfsmittel. Mäuse impft man an die coupirte Ohrspitze, die Kaninehen oder Meerschweinchen an leichte Ritzwunden der Ohren; die Thiero gehen in 12243ü48 Stunden ein1), in deren Blut findet man sicher, zahlreich und einzig die Milzbrandbacillen. Impfung in Hauttasehen und subeutane Injection gibt natürlich ebenfalls die Milzbranderkrankung, aber gerade für diagnostische Zwecke ist die oberflächliche cutane Impfung vorzuziehen. Es kann nämlich zutreffen, dass die zu verimpfonden Blutproben nicht mehr rein waren, d. h. wenn von länger gelegenem Cadaver entnommen, allerhand Bacterien, darunter event, pa-thogene milzbrandähnliche (Oedembacillen), enthalten. Bei subeutaner Impfung kann dann leicht eine M ischin fection entstehen, durch die cutane Impfung aber vollzieht sich eine Isolirung, insoferne die schnell sich vermehrenden Milzbrandbacillen zuerst und rasch todbringend den Thierkörper oecupiren.
Der Milzbrandbacillus lässt sich leicht bei Zimmertemperatur züchten (1030deg;), ebenso bei Brutwärme (8042deg;), Vor allem ist die Kartoffel-cultur diagnostisch verwerthbar; strichförmig auf Kartoffel ausgesäte Tröpfchen Blut, Milzsaft etc. lassen in wenig Tagen trockene, weisse Go-lonien, die zu weissen Streifen zusammentreten, entstehen. Recht charakteristisch ist auch die Stichcultur in Gelatine, entlang des Impfstiches kommen weisse Colonien, die zarte, kurze, weisse Fädchen stachelig ab-
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') In einem einzigen Falle ist es mir vorgekommen, dass eine mit Rinder-blut geimpfte Maus erst am 6. Tage an Anthrax zu Grunde ging.
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il2
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Oedembaoülen.
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senden, von der Oberfläche her tritt langsam Verflüssigung ein, wobei sich die Colonien als dickere, weisse, schleimige Schicht absetzen; der ver-tlüssigte Bezirk zeigt sich ganz klar, ohne Kahmhaut, mit seinem Vorschreiten nach unten den sieh vergrüssernden weissen Bodensatz zeigend, bleibt er immer scharf gegen den festen unteren Gelatinetheil abgegrenzt. In Gelatineplatten kommen die Colonien als weisse Pünktchen, gefolgt von Verflüssigung, so dass sie später als weissliche Bauteilen mit gezacktem Rande in vertlüssigten Einsenkungen liegen. Auf Agar entstehen grauweisse, matt glänzende üeberzüge. Tn allen diesen Culturen siebt man mikroskopisch die Bacillen nicht in der Fa(;on wie im Blute; Dicke und Länge bleiben wohl gleich, aber die Verbreiterung der Enden geht verloren, die Glieder reihen sich zu langen Ketten und Scheinfäden auf, die, oft schön gebogen und verschlungen , das ganze mikroskopische Gesichtsfeld durchziehen. Wenn bei passender Temperatur Sporenbildung erfolgte, sieht man die Sporen als ovale, im einfachen Tinctionsprilparat farblose, sich scharf abhebende Körper.
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,2. Malignes Oedem.
Die sog. Oedembacillen (Vibrions septiques d. Franz.) sind Erreger einer Wundinfectionskrankheit; ihre Keime (Sporen und Bacillen) sind reich verbreitet in der Natur, z. B. im Heustaub, Erde, faulenden Dingen,
Schmutzwasser, den Dnrmexcrementen; geizig. 85.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;langen diese Keime in eine Wunde, so können sie sich dort vermehren, erzeugen
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entzündliche ödematöse und hämorrhagische v* \nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Infiltrationen und eine toxische Infection \ X^*quot;''* von looaler Vegetationsstätte aus; event.
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\ J^\ r verbreiten sie sich auch durch die Lympb-
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/ ^-^ a bahnen weit im Körper, Peritonitis, seröse
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'nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Exsudationen in der Brusthöhle, dem Beckenzellgewebe, Lungenödem veranlassend. Bei den Bausthieren tritt die betreffende Infection in der Mehrzahl der Fälle im Gefolge von Geburten, Castrationcn und sonstigen operativen Eingriffen auf, weil hier durch Zusammenhangstrennungen der Gewebe eine Eingangspforte geschaffen wird. Der Nach
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weis ist im serösen, serös-blutigen Safte be-Baolllttg oedematia maUgni.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; züglicher Wunden und Zellgewebsinfiltra-
tionen mit der einfachen Tinction ermöglicht. Der Bacillus oedematis maligni hat die Form schlanker Stäbchen von 35 // Länge und etwa 1 // Breite, zwei, drei und mehr Stäbchen pflegen sich zu Scheinfäden von 1040/,( Ausdehnung zu verbinden, und sind diese langen Fäden theils leicht wellig geschwungen, theils stärker, selbst zu schönen Schlingen gebogen. Die Bacillen haben abgerundete Enden und sind beweglich (hiedurch und wegen des schmächtigeren Ansehens von Milzbrandbacillen zu unterscheiden, im ungefärbten Zustande ist eine Unterscheidung kaum möglich, weil die Beweglichkeit auch sistiren kann); sie finden sich am lebenden Thier nicht im Blute vor. Ihre Cultur ist nur bei Sauerstoffabschluss möglich, dieses schwierige Züchtungsverfahren für klinische Diagnosen ferne liegend.
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Rauschbrand.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;513
Zur Erkennung (und Unterscheidung von Milzbrand) kann namentlich die Impfung von Mäusen und Meerschweinchen herangezogen werden. Die Oedembacillen inficiren nämlich nur, wenn sie unter die Haut gebracht werden; auf eine Ritzwunde (cutan) ans Ohr übertragen, lassen sie diese kleinen Versuchsthiere unbehelligt, aber in eine Hauttasche verbracht (seröser Saft, Erdproben), erzeugen sie tödtliche Infection in 8 bis 24 Stunden, wobei von der Impfstelle aus ein weitverbreitetes subcutanes Oedem entsteht. In dem serösen und blutigen Safte von da und den Transsudationen der Körperhöhlen sind alsdann die Bacillen in Unmenge zu finden,
3. Bauschbrand.
Die Diagnose des Kauschbrandes macht selten von mikroskopischer Untersuchung Gebrauch, da bei der territorialen Eingrenzung (sog. Rausch-branddistricte) diese Bodenkrankheit selbst dem Laien wohlbekannt und ein so markant von Milzbrand unterschiedliches Krankheitsbild vorhanden ist, class die Bestimmung amnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;-pis. 86. lebenden Thier, noch mehr am Cadaver gänzlich unschwer erscheint.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Q
Man müsste den lebenden Thieren aus dennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ^ \nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;(\
knisternden, stark geschwollenen Haut- und Fleisch-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; .nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; /
partien durch Incision oder Ansaugung mittelst ein- c:gt;* ü ^ ^ gestochener Spritze serös-blutigen Saft entnehmen,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; N
um die charakteristische Krankheitsursache, dienbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;/* C\ V.
Rauschbrandbacillen, nachzuweisen; in seltenennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;\ o
Fällen liefern Spontanberstungen der Rauschbrandgeschwülste aussickernden Saft; aber gerade amnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; UausohbrandbaciUen. lebenden Objecte ist diese Prüfung weniger angezeigt,
als die Infectionserreger eines ihrer Hauptkennmale, die Sporenbildung, erst am Cadaver in der Hauptsache zu Gesicht bringen. Die Rauschbrandbacillen sind 3G fi lange Stäbchen, dünner als die Milzbrand-bacillen (ca. 1 //. dick), in der vegetativen Wuchsform Einzelstäbchen und zu zweien verbunden, mit abgerundeten Enden, zuweilen wetzsteinförmig; eine deutliche, rotirende Beweglichkeit ist besonders bemerkenswerthes Kennmal; das auffallendste, die endogene Sporenbildung, präsentirt sich bei einfacher Tinction, indem die ovalen Sporen als helle, farblos bleibende und damit scharf abstechende Körper an einem Ende oder in der Mitte des gefärbten Zellleibes ersichtlich werden. Es pflegt der grösste Theil der Bacterienzellen bei der Sporenbildung aufzugehen, so dass oft nur ein kleines färbbares Anhängsel an den Sporen haftet, anderemal an beiden Polen derselben noch kleine Reste des Zellleibes erkenntlich sind; doch sind immer auch längere, trom-melschlägelähnliche, sporentragende Bacillen zu sehen. Wenn sich das Serum mitfärbt, leistet die Essigsäurebehandlung gute Dienste zur Klärung. Diese Sporenbildung im Fleische, die Beweglichkeit, Nichtauf-finden im Blute sichern die Differentialdiagnose gegen Milzbrand; die Cultur ist in erster Generation nur nach Anaflrobmethode möglich und so difficil, das für den Praktiker kein Hilfsmittel hieraus sich ergibt, höchstens kann der Versuch, aerob auf Kartoffeln etc. zu züchten, durch das Ausbleiben von Bacillencolonien zur Differentialdiagnose bezüglich Milzbrandes einigen Anhalt bieten.
Friedberger u. Fröliner, Klinisclie Unterauohmigsmethoden. 2. Aufl. 33
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514nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Geilügelcholora.
Für diagnostischen Impfversuch sind besonders Meerschweinchen geeignet; ein bis mehrere Tropfen Fleischsaft s u b c u t a n applicirt tödten die Thiere in 1248 Stunden, und bekommt man nach Abzug der Haut typische Rausch brand verilnderungen zu sehen.
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4. Geflügelclioleni.
Zur Erkennung dieser vielverbreiteten und häutigen Seuche, namentlich zur schnellen Unterscheidung derselben von Vergiftungen, ist kein Mittel so sicher und einfach als die Impfung einer Taube und die mikroskopische Blutuntersuchung. Von crepirten Vögeln nimmt man einen Blutstropfen aus Herz, Leber. Milz etc. auf eine Lancette und sticht dieselbe auf etwa 2 mm unter die Brusthaut einer Taube, so das Blut gleichzeitig in der kleinen Wunde abstreifend. Liegt Geflügelcholera Fig. 87.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;vor, so stirbt die Taube prompt in 1248 Stun-
änbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;den; an ihrem (Jadaver sieht man eine trübe, speckige
WjALnnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Prominenz an der Einstichstelle, die beim Ein-
^*r**'\ #9632;(ä'%-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; schneiden, wenn die Haut etwas zurückgezogen
!'1 kquot;1-r*yi*';nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;wird, einen strohgelben Fleck auf dem Brust-
\Ti^% jquot;*^laquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;fleische vorführt. Die Taube, welche meist eine
*| ftkWA/*raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;hilmorrhagische Enteritis von der Impfung davon-
*_l\^Y1/ ^nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;getragen hat, zeigt in ihrem Herzblute ganz rein
/quot;JSiJ^/fi laquo;*iquot; I'1 un^ massenhaft das Bacterium avicidum; zwischen quot;^^SI^SifÄl ,\\''- ^on ovtvleilgt; kernhultigen Blutseheiben lagern die /#9632; 'i* 4 ,*'.,/ Organismen als bisquitförraige, ovale und
\
\Jgl0 }nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;r u n d e B a c t e r i e n von 0,8 1 ,quot; Durchmesser. Man
%-.......- ''nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; findet dieselben selbstredend auch im Blute der an
quot;^nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; natürlicher Infection erlogenen Thiere, kann aber
Geflügelpest (Tauboublut). nur den Fund aus ganz frischen Cadavern diagnostisch verwerthen, da bei stundenlangem Liegen der letzteren ähnliche saprophytische Bacterien sich darin ansiedeln. Da der Tod sehr rasch eintritt, so ist zur Prüfung eines Cadavers leicht Gelegenheit gegeben, um damit auch für die übrigen seuchenhaft erkrankten lebenden Thiere die Diagnose zu stellen; allenfalls kann man auch mit Koth (diarrhoisch) der lebenden eine Taube füttern (oder impfen wie oben) und die Infection bewerkstelligen. Culturversuche sind angesichts des exaoten Impfergebnisses überflüssig.
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5. Hiimoi'iiiagisclie Scplikiiniic.
Die spontanen und als locale Enzootien auftretenden Erkrankungen der Rinder, Pfer-de, Schweine, welche als Septicaemia haemorrhagica (Wild-und Rinderseuche) zu bezeichnen sind, finden ihre präcise Diagnose in dem Nachweis der sie veranlassenden Bacterienurt, dem Bacterium multoeidum. Eine besondere Virulenz, die sich in raschem und sicherem Erfolg von Impfungen namentlich kleiner Versuchsthiere (Mäuse, kleine Vögel, Kaninchen) kundgibt (im Verein mit leichter Auffindbarkeit bei enormer Bacteriiimie der genannten Impfthiere), verleiht wichtige Unterscheidungs kenn male namentlich gegenüber Milzbrand und Lungenseuche, mit welchen wegen klinisch-anato-mischei Aehnlichkeiten öfter Verwechslungen stattfanden. Die Bacterien
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Wildseuche.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;515
der Septicaemia haemorrhagica sind von gleichem Ansehen wie die des Geflügeltyphoid, bipolar filrbbare, ovale, nach der Theilung rundliche Organismen, unbeweglich, 0,6 0,7 jj. lang, 0,3 (j. breit, so dass etwa 46 auf den Durchmesser einer rothen Blutzelle gehen. Ebenso ist das Wachsthum in Culturen conform denen der genannten Geflügelseuche, bei Zimmerwärme und im Brutofen erfolgend. Die Bacterien sind im Blute und allen blutgemengten Saftproben durchschnittener Organe, Oedemflüssig-keiten sowie Darminhalt vorhanden. Für die Diagnostik ist besonders wichtig, dass Fütterung genannten Materiales, indem solches auf Kohl-blütter, Brod oder anderes Putter gestrichen, Kaninchen und MUusen vorgesetzt wird, den Tod dieser Thiere in 1224 Stunden bewirkt; ebenso crepiren insectenfressende kleine Vögel, wenn sie kleine inficirte Fleischstückchen verzehren, in 1224 Stunden. Die mikroskopische Untersuchung eines Bluttropfens dieser inficirten Thiere bietet dann eine über-
Fig. 88.
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.... rvmrm
Bacterium bipolare multocidum (Kaninchenblut).
raschend grosse Anzahl der einzigen Bacterienart im Serum zwischen den Blutzellen vertheilt und gewährt so in dem reinen Bilde der Bacteriämie nach Fütterungsinfection ein sicheres Erkennungszeichen. Schon nach 6 Stunden gehen diese Versuchsthiere bei Uebertragung in kleine Hautwunden, Hauttaschen und bei subcutaner Injection zu Grunde, die gleiche massenhafte und reine Bacterien vegetation in den Geweben vorführend.
Als Sectionsmerkmal verdient Beachtung, dass regelmilssig bei Kaninchen eine hämorrhagische Tracheitis zu finden ist; schon bei Abzug der Haut am Halse schimmert die Luftröhre in schwarzrother und blau-rother Farbe hervor, und aufgeschnitten zeigt sie eine blaurothe bis scharlach-rothe, stark glänzende, geschwellte, viele Blutungspunkte und Blutungsstreifen vorweisende Schleimhaut, die Lungen sind hyperämisch ödematös, auch manchmal hepatisirt, andererseits Enteritis und Darmhyperämie zugegen ; die Mäuse haben hyperämischen Milztumor.
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lt;gt;. Schweinerothlauf.
Der Nachweis der Bacillen des Schweinerothlaufs, ein significantes Hilfsmittel für die Sectionsdiagnose, kann allenfalls mit einer Blutprobe
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Schweinerothlaut'.
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oder den Darmexcreinenten des lebenden Thieres versucht werden, steht aber bei der Kürze der Krankheitsdauer für klinische Diagnosen im Hintergrund. Insofern bei Mehrerkrankungen ein Schweinscadavor, ein noth-geschlachtetes Thier zur Verfügung zu stehen pflegt, kann die bacterio-logische Prüfung dieser für die correete Bestimmung des Leidens auch der übrigen Stallthiere Ergänzung geben; allenfalls lassen die chronischen, mit Endocarditis verlaufenden Formen die genannte Blutprüfung nutzbar werden, ebenso kann das dem Rothlauf zugehörige Nesselfieber (Lorenz, Jensen) in den Quaddeln des lebenden Schweins einen Fund gestatten.
Voran im Wertlie steht das Reagens der Impfung auf Maluse und Tauben.
Material, welches Rothlaufbacillen enthillt, den Mäusen in eine Hauttasche verimpft, veranlasst Erkrankung dieser Thierchen in etwa 24 Stunden, wobei neben Traurigwerden, Sträuben des Felles, Athmungsbeschleunigung das Symptom eines schleimigen Ausflusses aus den
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Fig. 89.
£ v
Rothlaufbacillen.
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Lidsäcken, Verkleben der Augenlider durch die vertrocknende (glasige) Secretmasse charakteristisch ist; der Tod der Mäuse erfolgt in 24 Tagen. Bei Tauben, die man mit der Lancette an der Brust impft, kommen keine besondere Krankheitsvorzeichen, diese Vögel crepiren regelmässig in 3 4 Tagen. In dem Blute und den Organen dieser kleinen Ver-suchsthiere sind alsdann die Rothlaufbacillen weit leichter zu finden als im Schweinekörper und zwar im Deckglaspräparat bei einfacher Färbung, besser noch bei Gram'scher Tinction, namentlich aber in
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Schnitten mit Gram'scher Doppeltinction. Die Bacillen des Schweinerothlaufs sind äusserst zart und klein, nur 1l'/n f- lang, liegen im Serum einzeln und in Häufchen, mit welchen vielfach Leukocyten beladen erscheinen; bei Rothlaufendocarditis finden sich auch die Bacillen zu Fäden verlängert.
Von den Züchtungsmethoden gibt die directe Anlage einer Stich-eultur in Gelatine (Tauben- oder Mäuseblut, Schweinemilz) ein vortreffliches Erkennungsmittel ab. Es wachsen nämlich die Rothlaufbacillen hier zu Colonien, welche, als punktförmige Trübungen beginnend, entlang des Striches, den der Platindraht im Einstich gemacht, eine Masse feinster, spiessiger, stacheliger Ausläufer treiben, so dass in 6 10 Tagen der Colonienstrang ein Aussehen hat, das an die Faijon einer Gläserbürste erinnert; dabei bleibt die der Luft zugewandte Oberfläche der Gelatine völlig frei von Bacterienvegetation. Auf Kartoffeln erfolgt kein Wachsthum, die übrisren Nährböden sind für unsere Zwecke ohne Belang.
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7. Sclnveinepest.
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Länglich ovale, einzeln und paarige, selten zu mehreren verbundene Bacterien mit hellerem Mittelstück, 1,2l,5|i. lang, halb so breit (0,60,7 ji), mit lebhafter Eigenbewegung begabt. Dieselbe ist rotirend und in unregelmässigen Cui'ven erfolgend. Ohne Sporen und morphologische Dauerformen, aber verschieden lange Zeit (bis 4 Monate) im getrockneten Zustande lebensfähig. Oft in grösster Menge in der Milz der an der verheerenden Krankheit umstehenden Schweine zu treffen (bei
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Schweinepest.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;517
Versuchsthieren auch in anderen Organen), ebenso im Blute, im Harne zu finden mit den gewöhnlichen Tinctionen, nicht nach Gram; zuweilen aber auch nur sehr spärlich und schwer zu finden. Cultivirbar auf öelatine-(Zimmerwilrme) Platten: in 2448 Stunden runde, scharfbegrenzte, brilun-liehe Colonien, irisirend; Stichcultur: gekörntes Aussehen durch feinste Kügelchencolonien, auf Agar, Blutserum (Brutofenwärme, schnell wachsend; weisser, ins Graue spielender Belag), auf Kartoffeln (schmutzig graugelber Käsen nach 24 Stunden im Brutofen), in Bouillon erfolgt Trübung (Bunzl-Federn). Als Differenz zur Schweineseuche ist bemerkenswertb, dass Cul-turen in Milch alkalische Reaction geben (Schweineseuche, leicht saure Gerinnung).
Für die Feststellung der Schweinepest durch Impfung eignen sich am meisten Kaninchen, dieselben erkranken bei subeutaner Inoculation (Oese oder Spritze) erst nach 34 Tagen, indem sie, bis dahin munter geblieben, einfach durch ruhiges Dasitzen und Aufhören der Futteraufnahme die stattgefundene Infection manifestiren und in 712 Tagen nach der Impfung verenden. Alsdann ist die Impfkrankheit charakterisirt durch eine Vergrösserung der Milz (fest, dunkelroth), Durchsetzung der Leber mit kleinen, gelblich-weissen, nekrotischen Herden, fleckig graue Verfärbung des Herzfleisches, Röthung und Ekchymosirung der Dünndarmschleimhaut, Anwesenheit stark schleimiger Massen (aus dem After in langen Bändern hervorhängend) im Darme, den Bacterienfund in allen Organen. Bei intravenöser Injection tritt der Tod schon in 5 Tagen ein (Smith). Diese Reaction der Kaninchen, bei Einverleibung ganz minimaler Quantitäten schon zu Stande kommend, ist von Werth für Ergänzung der Sections-diagnose; für klinische Eruirung kann allenfalls die Blutübertragung und Impfung von Darmexcrementen kranker Schweine Positives bringen, allein das Aderlassblut der lebenden kranken Schweine beherbergt eventuell trotz Vorhandensein der Krankheit noch nicht die Bacterien (Aufstapelung in der Milz und der Darmschleimhaut), andererseits geben Impfungen mit Excrementen unreine Infectionen.
Mäuse unterliegen der subeutanen Impfung in 46 Tagen, Meerschweinchen reagiren nach Frosch auf ganz kleine Impfmengen mit Tod in 710 Tagen; nach Smith ist deren Empfänglichkeit nicht so prompt, sie zeigen bei Section, wenn sie erst nach 1721 Tagen zu Grunde gingen, mitunter die Milz und die Leber durchspickt von gelbgrauen, theils schmierigen , theils krümeligen Knoten bis zur Grosse einer Erbse, in welchen Knoten die Bacterien in dichten Haufen lagern. Zum Unterschied von Schweineseuche ist zu bemerken, dass die Bacterien der Schweinepest an den Impfstellen spärlich vorhanden, hier auch sehr geringe oder gar keine entzündliche Reaction eintritt, und auch das Blut verhältnissmässig arm an den Bacterien ist.
Die Diagnostik hat auch mit dem Unistande zu rechnen, dass die Hogcholerabacterien in Spielarten verschiedener Virulenz und mit Culturmodificationen vorkommen (Smith), so dass nur eine umständliche Laboratoriumsarbeit Aufklärungen bringen kann; deshalb wird der Thierarzt sich mehr an das seuchenhafte Auftreten, die Provenienz der Schweine und das pathologisch-anatomische Bild (diphtheroide Entzündung des Darmcanals) zur Erkennung der Seuche halten.
A.m ehesten dürfte der Versuch, durch Fütterung von Brod, Getreide, Kohlblättern, welche mit Darmexcrementen oder Blut kranker Schweine beschmiert wurden, bei Mäusen und Kaninchen die Krankheit zu erzeugen, im positiven Falle zuverlässige Diagnosen geben ; da bei S e 1 a n d e r s
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518nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Schwoineseuche.
Fütterungsversuchen oino prompte Erkrankung mit letalem Ausgang eintrat, sind Erfolge davon zu erwarten.
8. Soliweineseaohe.
Oval, im Mittelstück schwach oder gar nicht zu coloriren, morphologisch und culturell gleich den vorigen. Als Unterschiede hervorzuheben, dass dieses Bacterium etwas kleiner als das der amerikanischen Schweinepest zu Gesicht zu kommen pflegt, nämlich 0,2 iraquo;. lang, 0,40,5 j). breit, dass es unbeweglich ist, deshalb in Bouillon ohne Trübung langsam am Boden des lieagensglases in Gestalt einer zusammenhängenden Flocke wächst, auf Kartoffeln nur bei schwach alkalischer Reaction derselben und in flachen, wenig starken, grauen oder graugelben Rasen gedeiht. Fürbbar nach den gewöhnlichen Methoden, aber nicht nach Gram.
Der Hauptfundort ist bei crepirten Schweinen die Lunge, deren anatomische Veränderungen das Ausschlaggebende zur Diagnose sind (gelbe Nekrotisirungen als scharf umschriebene Flecken zahlreich eingesprengt in
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den roth und grauroth hepatisirten Lappen), ausserdem Bronchialschleim und Auswurf der Respirationswege, Milz, Lymphdrüsen und Blut. Subcutane Impfungen mit dem Safte dieses Materials (Platin öse genügt) tödten Mäuse in 23 Tagen, Kaninchen in 16 Stunden bis 58 Tagen, wobei örtlich breite entzündliche, ödematöse Infiltrationen sich ausbilden, die Leber Verfettung bis zum Ansehen der Phosphorleber bieten kann, Exsudate in der Brust und Bauchhöhle getroffen werden. An den Impfstellen, in den Exsudaten und im Blute sind reichlich die Bacterien zu finden (Gegensatz zur Schweinepest).
Meerschweinchen verhalten sich zu Impfungen vielfach widerstandsfähig, Tauben werden theils leicht, theils wieder nicht inficirt, Hühner erliegen hie und da, daher sind diese drei Thierspecies nur für Specialforschungen als Impfthiere verwerthbar.
Die Möglichkeit, im ausgehusteten Bronchialschleim der Schweine in grösster Reichhaltigkeit die Bacterien anzutreffen oder durch Abimpfung auf Mäuse und Kaninchen zu constatiren, im Verein mit der gleichermassen zu eruirenden Virulenz von Futterstoffen (saure Molke), in welche durch den Bronchialauswurf die Bacterien gelangten, kann dazu dienen, die Diagnose zu erleichtern und die seuchenhaften Nacheinander-erkrankungen zu erklären.
Die Uebertragbarkeit auf das Kalb (in 6 Stunden septikämisch-tödt-liche Infection) nach subeutaner Impfung (Fiedeler und Bleisch), sowie morphologisch-culturelle Merkmale legen Identität mit Rinderseuche nahe.
9. Tuberkulose.
Während für die Erkennung der Schwindsucht und anderer tuberkulöser Affectionen beim Menschen die mikroskopische Nachsuche nach den Tuberkelbacillen die Hauptrolle spielt und die bezüglichen leichten Sputum-untersuchungen so umfangreich betrieben werden, dass die Technik einen fast fabrikmässigen Charakter angenommen hat, bieten sich bei einer analogen klinischen Prüfung an den Hausthieren vielfach erhebliehe Schwierig-
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Tuberkulose.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 519
keiten. Sputumproben sind von Hausthieren nicht so leicht zu erlangen; die in Einzelfällen zur Anwendung gekommene Methode, durch Tracheotomie mittelst Schwämmchens Secret aus den Bronchien heraufzuholen, um solches mikroskopisch prüfen zu können, wird in der Praxis wenig Nachahmung linden und ist man im Allgemeinen betreffs Lungentuberkulose auf das in die Futterbarren zum Auswurf gekommene Material angewiesen oder kann höchstens aus einem Uterusausfluss, Nasen-ausfluss, oder aus der Milch für Tuberkelbacillen-nachweis brauchbare Proben gewinnen. Am ge-tödteten Thiere ist hingegen der Bronehialschleim die beste Fundstelle der Bacillen.
Die Tuberkelbacillen sind zwar auch mit der einfachen und der Gram'schen Methode sichtbar zu machen (mit wilsserig-alkoholischen Farblösungen färben sich Tuberkelbacillen fast gar nicht); indess liegt in der auffallenden Eigen-thümlichkeit, dass die mit alkalischen oder anderen Beizlösungen von Anilinfarben imprügnirten Tuberkelbacillen bei Behandlung mit verdünnten
Säuren oder bei besonderen Nachfärbungen ihrenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;'! ^\r'-'#9632;' x*laquo;~'
Tinction behalten, ein derart werthvolles Kenn-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Tuberkelbacillen
mal, dass sich hieraus besondere specifische (Bronehialschleim vom Rind). Tinctionsmethoden gewinnen Hessen.
Aus der grossen Zahl von Färbungsrecepten, die sich in der Ausbildung verschiedener Modificationen der ursprünglichen, grundlegenden Methode Koch's verwendbar erwiesen, sollen hier nur zwei, welche als die besten und praktischesten gelten dürfen, angeführt werden.
I. Methode (von Biehl. Fränkel, Rindfleisch u. A. combinirt). Hiezu sind nothwendig:
1.nbsp; nbsp;Carbolfuchsin. In ein Arzneiglas werden gegeben lg Fuchsin, 10 g Alkohol, 5 g krystallisirte, resp. concentrirte Carbolsäui-e, 80100 g destillirtes Wasser, das Ganze wird umgeschüttelt und ein kleiner Glastrichter mit Filtrirpapier statt dos Stopfens aufs Glas gesetzt. (Haltbar jahrelang.)
2.nbsp; Verdünnte Schwefelsäure. 1 Theil Acid, sulf., 4 Theile Wasser; vorräthig in einer Glasstopfenflasche zu halten. (Bei der Bereitung immer die Schwefelsäure ins Wasser giessen; umgekehrte Procedur gefährlich.) Für den Bedarf schüttet man etwas hievon in ein Blockschälchen.
3.nbsp; nbsp;Verdünnter Alkohol von circa 600|o (67 Theile Spiritus und 34 Theile Wasser).
4.nbsp; Wässerige Methylenblaulösung (S. 479).
Das auf Tuberkelbacillen zu prüfende Material wird dünn auf Deckgläser gestrichen, an der Luft getrocknet, 34mal durch die Flamme gezogen, wie es sonst bei einfacher Tinction üblich. Zweckmässig bedient man sich einer Cornet'scben Pincette.
Auf das mit dieser gehaltene Deckglas wird die Puchsinlösung getropft und zwar so reichlich, dass die eine Seite des Glases ganz voll ist. Man hält nun das Deckglas etwa eine Minute lang in einer gewissen Höhe über eine Spiritus- oder Gasflamme, so dass es nicht direct an die Flamme kommt, aber doch etwas erhitzt wird, und zwar bis die aufgetragene, schwabbende Flüssigkeit leicht zu dampfen anfängt. Es wird letzteres am besten ersichtlich, wenn man das Deckglas abwechselnd von der Flamme entfernt und ihr wieder näher bringt (23 Minuten genügen meist).
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520nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Tuberkulose.
Es ist forner gut, das Deckglilschen noch weitere 510 Minuten in Berülirung mit der Fuchsinlösung zu lassen, indem man es einfach an der Cornet'schen Pincette stecken lilsst und diese entsprechend auf den Tisch legt, so dass das Gläschen wagrecht in die Luft ragt.
Nun tropft man die Fuchsinlösung ab, taucht das Deckglas flüchtig ein- oder zweimal auf höchstens 2 Sekunden in die Schwefelsäure und spült es unmittelbar danach in dem verdünnten Spiritus ab, bis das Präparat nur mehr einen rothen Anflug zeigt. Alsdann wird die wässerige Methylenblaulösung auf.die Deckglasschicht geträufelt, höchstens ljt 1 Minute darauf gelassen und das Deckglas in Wasser abgeschwenkt. Hienach wird es auf den Objectträger gelegt, die obere Seite abgetrocknet und das Bild durchmustert.
Von Manchen, z. B. Gabbett-Fränkel, ist diese Methode dahin abgekürzt worden, dass die Entfärbung und Nachfärbung in einen Act zusammengezogen und ein Säure-Alkohol-Methylenblaugemisch als haltbare Lösung hiefür bereitet wurde; man nimmt 20 g Salpetersäui-e, 50 g Alkohol, B0 g Wasser, 2 g Methylenblau; auch diese Lösung setzt man am besten in ein Arzneiglas und stellt ein Filter darüber. Das in Carbol-fuchsin gefärbte Deckglas wird direct in dieses Gemisch eingetaucht, nach 12 Minuten in Wasser abgespült und besehen. (Die erste Methode mit getrennter Behandlung ist besser.)
II. Methode von Czaplewski. Zu dieser ganz vorzüglichen, schnell und dabei ohne Gefahr zu starker Entfärbung die Tuberkelbacillen präcis zu Gesicht bringenden Methode braucht man:
1.nbsp; Carbolfuohsin,
2.nbsp; nbsp;eine concentrirte Lösung von gelbem Fluorescin in Alkohol,
3.nbsp; nbsp;concentrirtes alkoholisches Methylenblau.
Die in üblicher Weise angetrockneten und erhitzten Deckgläser werden mit Carbolfuchsin gut betropft und über der Flamme bis zum Aufdampfen des letzteren gehalten; nach Abtropfen des Carbolfuchsin badet man das Deckglas 6lOmal in Fluorescinalkohol (wiederholtes Eintauchen und langsames Ablaufenlassen der Flüssigkeit); zum dritten badet man alsdann 1012mal in dem Methylenblau und spült in reinem Wasser ab.
Bei richtiger Verwendung dieser Methoden und Einstellung mit starken Linsen erblickt man vorhandene Tuberkelbacillen, welche die erste Farbe behalten, in leuchtend rothem Colorit, wodurch sie sich von allem Anderen (welches die blaue Farbe annimmt) scharf abheben; es liegen somit Doppeltinctionen vor. (Manchmal bleiben verschiedene Dinge, z. B. Fettsäure- und andere Krystalle, dickere Schichten des Präparats, andersartige Bacillen und Kokken etwas röthlich gefärbt und täuschen den Mindergeübten ; die Tinction ist aber nie so markant wie die der Tuberkelbacillen. Kenntniss der Form der letzteren, Vergleich mit einem anderen guten Dauerpräparate schützt vor Verwechslung.)
Die Tuberkelbacillen sind Stäbchen von 25 ji. Länge, schlank, theils gerade, theils (und dies zumeist) leicht gebogen oder seihst geknickt; sie erscheinen meist in etwas körnigem Ansehen, d. h. sie haben kleine Lücken, wenige oder gar nicht gefärbte Fleckchen, als ob das Stäbchen Unterbrechungen, Einkerbungen von biconcaver Form besitze (sporoide Form). Sie liegen einzeln oder in Haufen, regellos wie ein hingeworfenes, auseinandergefallenes Päckchen Zündhölzer, die geknickten scheinen in Verbänden zu zweien vorzuliegen, längere Verbände von 46 Zellen sind selten.
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Tuberkulose.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;521
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Unter Verhältnissen, wo das zu untersuchende Material muthmasslich nur spärlich Tuberkelbacillen enthält und es nothwendig wäre, viele Proben zu machen, sowie bei Flüssigkeiten, welche schwer zum guten Deckglasprtiparat zu verarbeiten sind, z. B. Harn, Milch, ist eine Con-centrirung des Materials zu versuchen. Abgesehen von der lienützung einer Centrifuge, welche namentlich für Milchuntersuchungen sehr dienlich erscheint, insofern der ausgeschleuderte Milchschlamm auch eventuell vorhandene Tuberkelbacillen reichlicher bietet als die Milch, ist hiefür besonders geeignet das Biedert-Mühlhäuser'sche Verfahren: die Sputa oder Milchproben werden mit Wasser und einigen Tropfen Natronlauge im Reagenzglase oder einem Glaskelche versetzt, geschüttelt und aufgekocht und in einem Spitzbecherglas zum Absetzen hingestellt. Das Sediment, das mit einer Glaspipette, z. B. dem mit Gummikappe versehenen Röhrchen der sogen. Pipettengläser, aufgenommen wird, ist auf die Deckgläser zu streichen. Man nimmt circa 10 ccm Material, 100 ccm Wasser, 48 Tropfen Natronlauge oder eine 0,2l0|oige Lösung der letzteren in dreifacher Menge zur Milch, wobei sich auch dicke Gerinnsel zu feiner trüber Flüssigkeit vertheilen; gleichermassen können zerstückelte Tuberkel, Granulationsgewebe, dicker Eiter durch den Natronlaugezusatz fein vertheilt und zur Deckglaspräparation geeignet gemacht werden.
Lungenauswurf ist ferner sehr passend in der Weise zu untersuchen, dass man das Material in ein Emailschälchen oder Kochkölbchen gibt und in den strömenden Dampf (kleiner Blechtopf, S. 488) auf nur 510 Minuten stellt, hernach absetzen lässt; der krümelig gewordene Satz ist an Deckgläser zu streichen. Solche Untersuchung ist reinlicher und das Material wird auch gleichzeitig desinficirt. (Sputum vom Menschen sollte immer nach dieser von Heim eingeführten Methode geprüft werden.)
Wenn das zu untersuchende Material nicht gut am Deckglas haften will, ist die S. 483 notirte Vermischung mit Borsäureeiweiss nützlich.
Bei Anwendung der S. 484 genannten Conservirungsmethode kann man Tuberkelbacillen nach Tagen und Monaten selbst nach 2 Jahren in dem Sputum- etc. Material noch nachweisen, hat daher die frische Untersuchung nicht nothwendig, sondern kann zu beliebiger Zeit * die Prüfung durchführen.
Die sehr störende Anwesenheit von Milchfett bei Untersuchung von Milchproben auf Tuberkelbacillen oder andere Organismen kann dadurch getilgt werden, dass man die bestrichenen getrockneten Deckgläser in Chloro-foi'm taucht, letzteres alsdann verdunsten lässt (eventuell in Alkohol nachspült) und jetzt erst die Farblösung aufbringt. Arcus') empfahl für Diesbezügliches, resp. Sputum, sedimentirte Proben und käsiges Material eine neue Methode. In einem Uhrglase wird ein etwa hirsekorngrosses Fuchsinkrystall mit 3 Tropfen Alkohol übergössen oder es werden 3 Tropfen einer vorräthigen alkoholischen Puchsinlösung genommen; dazu setzt man 23 ccm Chloroform; es entsteht erst eine Trübung, die mit Abscheiden von flockigem Fuchsin sich zu klären beginnt; hierein soll man das bestrichene Deckglas legen (4Ö Stunden), lässt das Chloroform verdunsten, entfärbt das Deckglas in Salzsäurealkohol (Spiritus 960|o mit 3 Tropfen Salzsäure), spült in Wasser ab, färbt mit verdünntem Methylenblau nach (das Verfahren geräth nicht immer, da das Chloroform zu schnell verdunstet).
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') Centralblatt f. Bacteriol. 1892. Nr. 1.
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022
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Tuberkuliui
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Die Tulierkelbacillenfärbung in Milchprüben hat überhaupt grosse Scliwierigkeiten und kann man oft bis zu 50 Präparate durchmustern müssen, ehe ein Bacillus auffindbar; das Nichtfinden der Bacillen auch bei vollkommen lege artis gemachten Pritparaten ist daher bezüglich Milch nicht dazu verwerthbar, die Anwesenheit der Tuberkulose zu negiren.
Unter diesen Verhältnissen ist in den Impfversuchen ein besseres, allerdings erst nach einigen Wochen Ergebnisse bringendes Diagnosticum /,u gewärtigen. Man impft Sputum und sonstige Materialien, welche Bacteriengemische enthalten, subeutan oder intraperitoneal an Meerschweinchen oder Kaninchen.
Subeutan geimpfte Mee rsch wein chen bekommen eine knollige Induration der Impfstelle; bei der Impfung in eine Hauttasche entsteht in der zweiten Woche ein Geschwür, welches käsig eitrige Materie absondert und meist bis zum Tode des Thieres fortdauernd mit anfangs geschwellten, später sich verflachenden Rändern, ersichtlich bleibt. In der zweiten bis dritten Woche pflegen Vergrösserungen adnexer Lymphdrüsen sich bemerkbar zu machen, namentlich in der Kniefalte sind Schwellungen der Lymphknoten bis zu Haselnussgrösse zu beobachten. Im zweiten Monat wird eine fortschreitende Abmagerung mit wesentlichem Gewichtsverlust an den Thieren erkenntlich, und wenn die hektisch gewordenen Thiere in 6 bis 12 Wochen nach der Impfung crepirten oder nach 12 Monaten getödtet werden, findet man verkäste Knoten an der Impfstelle, verkäste Lymphknoten, auch zahlreiche Tuberkel am Gekröse und Netz, ferner, namentlich in der stark vergrösserten Milz, weisse nekrotische Herde, hyperämische Flecke mit Miliartuberkeln von grauer Farbe, desgleichen oft in der Leber und embol. Miliartuberkulose der Lungen.
Nach intraperitonealer Impfung entstehen viele erbsen- bis bohnengrosse, verkäste und erweichte Knoten im Netz, graugelbe Knoten xind weissgraue nekrotische Herde in der Milz, welche zugleich namhaft vergrössert erscheint. Auch die Leber wird von kleinen gelben Knotchen besetzt, desgleichen trägt das parietale Peritonäum mehr oder weniger zahlreiche hirse- bis erbsenkerngrosse verkäste Tuberkel.
Da bei Meerschweinchen nicht selten eine im Stalle erworbene Spontantuberkulose vorkommt, hat man auf die anatomischen Befunde zu achten; der Hauptunterschied liegt darin, dass bei Spontantuberkulose fast ausnahmslos die Lungen primär erkrankt sind (Koch-Cornet), sie zeigen einen oder ein paar grosse käsige, zuweilen cavernöse Herde, daneben kleinere Tuberkel, starke Vergrösserung, Verkäsung und Erweichung der Bronchialdrüsen: hingegen sind Netz und Peritonäum frei von Tuberkeln , selten einige kleine Knotchen in der Milz. Bei reiner Impftuberkulose obiger Art werden die Lungen erst zuletzt oeenpirt und findet man sie, wofern die Meerschweinchen 4050 Tage nach der Impfung getödtet werden, ganz frei von Tuberkeln (Cornet).
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Diagnostik der Tuberkulose durch Impfung mit Tuberkuliu.
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Die Tuberkulinprobe.
Das sterilisirte Decoct von Ileineulturen der Tuberkelbacillen, Tuberkuliu genannt, dessen speeifische Wirkung auf den mit Tuberkulose behafteten Körper von R. Koch entdeckt wurde, erwies sich als ein Mittel,
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Tuberkulia.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;523
welches dem Thierarzto einen schiltzenswerthen Bebelf zur Uiagaostik der Tuberkulose, vornehmlich des llindes, bietet. Es ist ein ziemlich feines lleagens, welches durch die febrile Temperatursteigerung, die nach seiner subcutanen Application bei tuberkulösen Thieren sich geltend macht, selbst ganz geringfügige und latente, auf keinerlei Weise am lebenden Thier diagnosticirbare Tuberkulose mit grosser Wahrscheinlichkeit ankündigt. Freilich wird man eine absolute Unfehlbarkeit des Tuberkulins in diesem Sinne nicht erwarten dürfen; denn ein Ausbleiben jener Reaction oder unsichere, zu niedere Reaction ist bei tuberkulösen Thieren in zahlreichen Pilllen (bis zu 15 Proc.) constatirt worden. Man kann jedoch in der überwiegenden Mehrzahl einen positiven Erfolg constatiren, und da zumal das Umgekehrte, eine entschiedene typische Reaction nicht tuberkulöser Thiere nicht beobachtet wurde, ist die Gefahr der Trugschlüsse eine relativ geringe.
Die Tuberkulinprobe wird bei Anschaffung und Auswahl von Zucht-thieren empfohlen und hat sich zur Anbahnung prophylaktischer Mass-nahmen1) durch die Hilfe, welche sie leistet, um occult tuberkulöse Rinder in einem Bestands entdecken zu lassen, sehr nutzbar erwiesen.
Für forensische Falle, zur Diagnose tuberkulöser Lungensucht und der Serosentuberkulose (Perlsucht), ist die Tuberkulinprobe weniger von Bedeutung. Das Vorhandensein der Tuberkulose kann pro foro auf Grund einer positiven Tuberkulinreaction niemals mit Sicherheit festgestellt, sondern nur mit Wahrscheinlichkeit angenommen werden.
Aus der grossen Zahl von Publicationeu, welche die Verwendbarkeit des Tuberkulins für diese Diagnostik an Thieren zum Gegenstande haben, sei zur näheren Information vornehmlich auf die Schriften von Bang, Nocard, Siedamgrotzky, Johne, Hutyra, Fröhner, Eber und Röckl-Schütz verwiesen (s. auch Anmerkung: Literaturverzeichniss2).
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') Vergl. besonders die Mittheilungen von Bang. #9632;) Literaturverzeichniss über Tuberkulininipfvuig bei Hausthieren i Mc. Fadyefiu: Journ. oi' compt. path, 1891. Vol. IV. Guttmaiin u. Kopp: Baltische Wochensohr. f. Landw. 1891. Sticker: Arch. f. anim. Nabrungsmittelk. 1891. Köckl-Schütz: Veroffentl. d. kais. Gres.-Amtes 1891 U. 1892. Delvos: Bcrl. thierärztl. Wochenschr. 1891. Lange: Oesterr. Monatsscbr. f. Thierarzto 1891. Lotbos, Grensert, Schwarz ebenda. Kitt: Wochenschr. f. Thicrheilk. 1891. Bang: Tidskrift for Vcterinaerer 1891 und Borl. thiorärztl. Wochenschr. 1891. Buch, Krickels, Kiekhäfor, Colberg, Jungcrs-Schinidtkc, Schumann, Kunke-frluchort siiiniutliobe in der Bcrl. thierärztl. Wochonschr. 1891/92. Schindclka: Oesterr. Zeitscbr. f. wiss. Vct.-Kundo 1892. IV. Lydtin: VorölVontl. d. kais. Ges.-Amtcs 1892. Lapp; Repertor. f. Thicrheilk. 1891. Hink: Bad. thierärztl. Mittheil.
1891.nbsp; nbsp; Lindquist, Röunholm, Nilsson: Tidskrift for Vetcrinacrer 1891, Referat Ellcnbergcr's Jahresberichte Steuert, Vogg: Wochenschr. f. Thier-heilk. 1892 U. 1894. Sied amgrotzky-Johne: Sachs. Vet.-Beiioht 1891, Deutsche Zcitschr. f. Thiorni. 1891, Bautngarten's Jahresbericht 1892. Noak, Sachs. Vct.-Ber. 1891. - Eber: Deutsche Zcitschr. f. Thierm. 1891. Bd. XVIII und Centralblatt 1. Bactcriolooio 1891. Nocard: Gazette med. de Paris 1891, Prophylaxio de la tuborculose bovine, sur la valenr diagnostique de la tuber-culine. Paris 1893 (G. Massen editeur). Les tuberculoses animales, Encyclopedic scieutitique, Paris 1895. Dcgive, Dessart, Stubbe: Annales de med. vet.
1892.nbsp; Fröhner: Monatshefte f. prakt. Thicrheilknnde 1891. II. Bd. 12. Heft,
1893.nbsp; V. Bd. 2. Heft. Hutyra: ebenda II. Bd. 9. Heft. 1891. - Ujhelyi: ebenda III. Bd. 2. Heft. 1892. - M a 1 k in u s: ebenda III. Bd. 4. Heft. F e n n e r: ebenda III. Bd. 6. Heft. Dicm: ebenda III. Bd. 11. Heft.
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524nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Tuborkulin.
Bezugsquellen. Das Tuberkulin kann direkt von der Fabrik Farbwerke in Höchst a.M.quot; und von dein Institut Pasteur, service des vaccins (25 rue Dutot) bezogen werden, ebenso von den meisten Apotheken. Der Preis des Mittels ist an erstgenannter Fabrik bei Bezug kleiner Quantitäten ein für thierärztliche Zwecke sehr hoher (ö6 M. für 1 com).
Thierürzte in Pre us sen und Sachsen können das Tuberkulin für Thierimpfungen von einer amtlichen Contralstelle (Apotheke der thierärztlichen Hochschulen in Berlin und Dresden) billiger, d. h. zum Selbstkostenpreis erhalten; für die Thierärzte in Bayern wird dasselbe in gleicher Weise von der Seuchenversuchsstation der thierärzt-lichen Hochschule in München abgegeben.
Auch das Eoux'sche Tuberkulin des Pasteur'schen Institutes ist verhältnissmässig billig (1 com kostet 1 Fr., die Dosis pro Rind somit 30 bis 50 Pf.).
Dosirung. Man erhält das Pariser Tuberkulin je nach Wunsch als concentrirtes Roh tuberkulin (Tuberculine brute), oder bereits in verdünnter, direkt einspritzbarer Lösung (Tuberculine diluee) zugesendet und kann auch gute Injectionsspritzen von genanntem Institute erlangen. (Die Behandlung ist so bequem gemacht, dass man sogar die Spritzen leihweise erhält und dieselben nach jedesmaliger Rücksendung im Institute sterilisirt werden.)
Man beschafft sicli das Rohtuberkulin, wenn man den Stoff vorräthig halten will; in kühlem und dunklem Baume kann man es mehrere Monate aufbewahren. Das verdünnte Tuberkulin muss dagegen baldigst verbraucht werden; es hält sich in der verschlossenen Tube nur etwa 14 Tage lang.
Das Rohtuberkulin hat man behufs Injection mit '^quot;/oigem Carbol-wasser zu verdünnen; 1 cem Tuberkulin in 9 cem des '/laquo;quot;/oigen Carbol-wassers. Zur Herstellung desselben verwende man frisch abgekochtes Wasser.
Anwendung. Die Application erfolgt in einmaliger subeutaner Einspritzung an der Schulter-Ellenbogengegend oder an einer Halsseite, und erhalten grosse Stiere und Ochsen 4 cem, grosse Kühe 3'/a cem, mittelgrosse Rinder 3 cem, Kälber 12 com der verdünnten Lösung.
Von dem Höchster Tuberkulin verwendet man 0,40,5, verdünnt mit 9 cem '|2procentigen Carbolwassers zu einer Einspritzung beim Rinde; auch 0,2 kann in vielen Fällen genügen, und ist für Kälber die Dosis von 0,1 hinreichend. Beim Hunde fand Fröhner die Dosis von 0,05 passend; für junge Schweine nimmt man 0,05 g (Bang). (Bezüglich der Reinhaltung der Spritzen gilt dasselbe, was für die Malletn-probe S. 532 gesagt ist.)
Bevor man die Einspritzung macht, ist die normale Temperatur des Thieres zu ermitteln; es empfiehlt sich, mehrere Tage hindurch Morgens und Abends Messungen anzustellen, besonders da die Körperwärme des Rindes individuell ziemlichen Schwankungen unterworfen ist. Diese Normaltemperatur beträgt 37,839,0, nicht selten machen sich längere oder kürzere Temperatursteigerungen und individuelle Eigenwärme von 39,5, sogar 400 0. an gesunden Rindern bemerkbar, was von der Fütterung, momentaner Verdauungsfunction, Muskelarbeit und Stalltemperatur abhängig scheint. Zur Zeit des Rinderigseins erfährt die Eigenwärme der Kühe oft 10 Steigerung.
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Tuberkulin.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 525
(Man benutze immer den nämlichen Thermometer, reap, halte einen geprüften, gleichwerthigen Thermometer, oder einen .solchen, dessen Differenzen von dem erst gebrauchten sicher notirt wurden , für den Fall des Zerbrechens vorräthig.)
Die subcutane Einspritzung wird zweckmässig Abends zwischen 810 Uhr vorgenommen, an einer H alsseite oder an der Schulter-Ellenbogengegend.
Am anderen Morgen zwischen G10 Uhr beginnt man wieder mit genauen Temperaturniessungen, welche alle zwei Stunden bis zum Abend fortgesetzt werden. Besser ist es, jede Stunde die Temperatur zu prüfen.
Bei tuberkulösen Rindern tritt die febrile Reaction nach 915 Stunden ein und hält sich die Temperatursteigerung 511 Stunden hindurch. Wenn also Abends 8 Uhr geimpft wurde, ist die Reaction erst Morgens etwa um (i Uhr beginnend und von da ab einige Stunden dauernd zu erwarten. Nicht selten beginnt sie jedoch schon in der 6. Stunde oder erst in der 18., und dauert nur 3 Stunden, andererseits selbst einen Tag lang. Die Temperatursteigerung beträgt 13,4 0 C. Gerade bei Rindern, welche nur discrete, sehr occulte Tuberkel, z. B. der Bronchiallymph-knoten haben, ist die Reaction oft sehr stark, während entgegengesetzt Rinder, die im letzten Stadium ausgebreiteter Tuberkulose sich befinden, meist nur schwach und minimal (0,70,0 0 Steigerung) reagiren (Nocard, eigene Versuche).
Die Reaction tritt auch ein, wenn die Thiere neben der Tuberkulose noch ein anderes Leiden, z. B. Aktinomykose, haben, oder schon etwas erhöhte Eigenwärme besitzen; z. B. reagiren Rinder, welche bereits 3940 quot; aufweisen, häufig noch durch weitere Steigerung').
Hunde, welche an Tuberkulose leiden, erlangen (auch wenn sie bereits etwas fiebern) schon nach 4ü Stunden eine stufenweise, bis 10 fortschreitende Temperaturerhöhung; bisher hat nur in einem einzigen Falle bei einem durch Section als tuberkulös erwiesenen Hunde das Tuberkulin im Stich gelassen (Fröhner). Man orientirt sich zuerst durch einen Tag lang unternommene Messungen der Mastdarmtemperatur über das Verhalten der Eigenwärme des betreffenden Hundes, impft das Thier am nächsten Morgen zwischen 67 Uhr und prüft von da ab 2stündig bis Abends die Temperatur des Körpei-s.
Bei Schweinen (Ferkeln) tritt, wenn sie tuberkulös sind, gewöhnlich eine starke (2deg; Hyperthermie) Reaction ein (Bang); die Normaltemperatur der Schweine beträgt 38,839,5.
Bei nicht tuberkulösen Rindern kommt nach der Einspritzung im angegebenen Zeitraum entweder gar keine Steigerung, oder eine solche von nur 0,10,6deg; zu Stande.
So wurde z. B. keinerlei Be act ion bemerkt bei verminöser Bronchiopneumonie, Lungenseuche mit Sequestration, Lungenemphysem, Aktinomykose verschiedener Organe, Pericarditis traumatica, Distomatose, Mediastinitis, Echinokokken der Lunge und Leber, chronischer Diarrhöe, Metritis suppurativa (Nocard). Ujhelyi sah indess eine Kuh, welche
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') Unter Umständen, welche eine sorsfältigo Durclifulmuig vieler Messungen nicht gestatten, kann man sich auch begnügen einmal unmittelbar vor der Impfung, sodann noch dreimal, nämlich nach 12, 15 und 18 Stunden die Temperatur zu prüfen; natürlich ist aber das ersterwähnte Verfahren sicherer.
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Tuberkiilin.
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Aktinomykose am Kiefer hatte, etwas reagiren, jedoch reichte die Steigerung nicht bis zu 1 quot;.
Fröhnor hat nachgewiesen, dass ein gesunder, junger, 1 kg schwerer Hund bis 1 ccm Tuberkulin reactionslos vertrügt und dass Hunde, welche mit Krankheiten, die differentialdiagnostisch zur Tuberkulose in Frage kommen (Carcinomatose, Sarkomatose, chron. Pneumonie, Pleuritis, Leukämie, Staupe, chron. Magendarmkatarrh) behaftet waren, nicht reagirten.
Ausnahmsweise kann, wie ein von Hutyra beschriebener Fall demonstrirt, eine plötzliche, steile, nur ganz kurz dauernde starke Temperaturerhöhung bei nicht tuberkulösem Rinde zu beobachten sein (bei einer Kuh stieg in der !gt;. Stunde nach der Einspritzung die Temperatur von 38,238,() auf 40,0, fiel aber sofort in der 10. Stunde wieder auf 38,4).
Es liegt daher einmal das diagnostische Hauptgewicht in der progressiven, stufenweise erfolgenden und mehrere Stunden anhaltenden thermischen Reaction, und können zweitens als verliisslich und charakteristisch nur jene Eingangs erwilhnten Reactionen von 13deg; betx-achtet werden; alle anderen sind irreguläre Reactionen, welche zwar auch das Vorhandensein der Tuberkulose vermuthen lassen, aber nicht zu bestimmten Aussprüchen berechtigen.
Dahin gehören Reactionen an bereits fiebernden, mit Temperaturen über 40quot; behafteten Rindern, ferner die Reactionen von 0,70,0deg; und die zu kurzen Reactionen.
Z. B. ist beobachtet (Kopp), dass bei manchen tuberkulösen Rindern schon (i Stunden nach der Impfung eine Reaction eintritt, aber nach ein paar Stunden wieder die normale Eigenwärme vorliegt. In einzelnen Fällen macht sich sogar eine abnorme Erniedrigung der Temperatur, eine geradezu subnormale Eigenwärme, als reactive Erscheinung geltend.
Oertlieh, an der Einimpfungsstelle, ist gewöhnlich keinerlei Veränderung zu gewärtigen, höchstens bedingt der Glyceringehalt des Mittels etwas Juckreiz und ein vorübergehendes, leichtes, entzündliches Oedeiu. Heftigere Entzündung und Abscessbildung, wie sie z.B. Hess begegneten, sind offenbar nur einer mangelhaften Technik, einer nicht aseptischen Behandlung der Injection zuzuschreiben.
Andere Erscheinungen einer Allgemeinreaction als die Hyper-thermie sind diagnostisch werthlos; selbstverständlich erhöht sich bei febriler Reaction auch die Zahl der Pulse und Athemzüge und können temporäre Traurigkeit und Schüttelfröste sich einstellen, doch pflegt Appetit und Wiederkauen nicht dauernd altorirt zu werden. Indess ist bei Kühen ein plötzlicher bedeutender Nachlass der Milchsecretion zuweilen zu beobachten.
Bei Affen, welche in vorgerückten Stadien der Tuberkulose sich befinden, ist die Vornahme von Tuberkulin injeetionen, die eine prompte, starke Reaction (0,01 Tuberkulin, über 2quot; Steigerung) auslösen, bedenklich, da eine erhebliche Verschlimmerung des Leidens die Folge sein kann (Fr ohner).
Ob bei Rindern eine nach Tuberkulininjection zum Ausbruch kommende acute Miliartuberkulose der Lungen oder anderer Organe dieser Behandlung zuzuschieben ist, lässt sich nicht bestimmt entscheiden; die Möglichkeit muss man zugeben, da die anatomischen Processe (Fluxion, Entzündung), welche nach Tuberkulininjection an den tuberkulösen Geweben sich gesteigert entwickeln, den Durchbruch der Tuberkelbacillcn in das Blut und die Lymphe begünstigen, andererseits ist aber Miliartuberkulose überhaupt ein häufiger und zufälliger Fund an geschlachteten
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Rotz.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 527
Thieren, da jederzeit spontan ein Durchbruch von Cavernen ans in Blut-gefässe der Lungen und eine Ueberschüttung der Lungen vom Milchbrustgang her (l)arminfection) stattfinden kann.
Eine Wiederholung der Tuberkulinprobe an ein und demselben Thier ist erst nach längerer Zeit (14 Tage bis 4 Wochen) angezeigt; nach zu kurzer Pause (48 Tage) vorgenommen, kann nämlich die Reaction bei der zweiten Impfung ausbleiben oder nur abgeschwächt hervortreten. Die Wiederholung ist namentlich in solchen Fällen am Platze, bei welchen die S. 526 erwähnte plötzliche, nur eine Stunde dauernde, steile Hyper-thermie eintrat, die von Hutyra an nicht tuberkulöser Kuh beobachtet wurde.
Wird durch Section das Resultat der Tuberkulinprobe controlirt. so muss man sehr sorgfältig alle Organe durchmustern, insbesondere die im Fett verborgenen Lymphknoten aufsuchen, da eine entschiedene Reaction schon bei Anwesenheit discreter, kleiner Tuberkel, z, B. an retropharyn-gealen Lymphknoten, an Lymphknoten des concaven Bogens der Dünndärme, im Uterus, zu Stande gekommen sein kann.
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10. Rotzkrankheit.
Die Bacillen der Rotzkrankheit, Bacillus mallei (Löffler-Schütz) sind stäbchenförmige Organismen von 13 n Länge, theils gerade, theils leicht gekrümmt, einzeln, paarweise und in Haufen vorkommend (nicht zu Fäden auswachsend); im Gewebe und in flüssigen Culturen zerlegen sie sich zu mikro-kokkenähnlichen, kugeligen Körpern, und auf Kartoffeln cultivirt, manifestiren sie eine Abtheilung ihres Leibes in abwechselnd hello und dunkle Felder, so dassnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Fig. 91.
sie ein gewürfeltes Ansehen erhalten (Cso-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ^
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kor); es ist noch nicht mit Sicherheit bestimmbar, ob es sich bei solcher sporoider Form um Sporenbildung handelt, Baum gar ten und P r e ii s s e konnten aber eine Doppelfärbung mit Carbolfuchsin-Methylenblau erzielen. Durch mikroskopische Untersuchung allein ist ihre Auffindung im Nasenschleim rotzverdächtiger resp. rotzkranker Pferde geradezu unmöglich, da es in dem Nasenschleim gesunder
Pferde, noch mehr im katarrhalischen Secretenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;
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überhaupt und ebenso im Nasenausfluss rotzkranker Pferde in Unzahl verschiedene Bacillennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Hotzbacillon (Cultiu). gibt, die von Rotzbacillen mikroskopisch nicht
weggekannt werden können. Mit einiger Sicherheit bestimmbar sind sie, was klinische Diagnose anlangt, nur im reinen Rotzeiter der Wurm-abscesse, also in frisch gespalteten Hautbeulen und Lymphstrangabscessen, sowie in den rotzig erkrankten, exstirpirten Kehlgangslymphknotcn; die mikroskopische Diagnose ist sonach eigentlich erst durchführbar, wenn sie überflüssig, d. h. wenn schon anatomische Rotzdiagnose voraiisgehen konnte.
Nur in Ausnahmsfällen mag daher die mikroskopische Feststellung, z. B. Prüfung der Rotzeinlagerung in den letztgenannten Lymphknoten, direkt für das Pferd verwendbar erscheinen, und mehr erscheint sie nur
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528nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Rotz.
#9632;
dienlich zur Ergänzung des Versuchs, durch Anlage von Culturen und Impfungeii zu einem diagnostischen Resultate zu kommen, insofern die Erkennung einer llotzbacillencultur und der Anwesenheit des Virus in reinen Rotzherden der Versuchsthiere leicht ist.
Die bacteriologische Diagnostik der Rotzkrankheit, wenn sie auf Sicherheit Anspruch machen will, setzt daher eine etwas umfangreichere Laboratoriumsarbeit voraus, nämlich Anlage von Culturen und Impfungen mit nachfolgender mikroskopischer Prüfung, von denen die erste und die letztere für den praktischen Thierarzt etwas Umständliches hat.
Dagegen ist es von Belang, dass gerade mit Impfungen für sich allein die Diagnostioirung möglich ist. Es sollen daher diese an erster Stelle angeführt werden.
Das geeignetste Impfthier ist, das Meerschweinchen.
An der Bauohhaut subcutan inoculirt, indem man mit der Scheere die Haut auf ein paar Millimeter einknipst und den Nasenschleim, Eiter etc. in die Wunde, resp. etwas unter die Haut einstreicht, erkranken sie innerhalb 14 Tagen unter ganz typischen Symptomen, wenn das Material Rotz-bacillen enthielt; die Impfstelle wird bald zu einem Geschwür und durchtastet man die Haut, namentlich die Schenkelfalten, so trifft man auf knotige bis haselnussgrosse Anschwellungen. Ist solches constatirbar, dann tödtet man das Thierchen durch Chloroform, und bei Vollzug der Section ergeben sich die Knoten als total vereiterte, eine gelbe, rahmige oder rahmig käsige Masse enthaltende Lymphknoten und Rotzabseesse; bei Verwendung männlicher Thiere findet man auch die Hoden zu käsigen Herden umgewandelt, dazu sind meist gelbe, knotige Flecke in der Milz und Rotzknötchen in Leber und Lungen. Es ist sonach in der relativ kurzen Zeit von 14 Tagen in vielen Fällen ein sicherer Entscheid zu erholen. Lässt man die Meerschweinchen am Leben, so pflegt unter Aufbruch der Hautabscesse und multipler Geschwürsbildung eine Abzehrung mit tödtlichem Ende nach verschiedener Zeit einzutreten, es kann sich aber auch ereignen, dass hiebei eine locale Abheilung zu Stande kommt, so dass aussei- der Abzehrung keine significanten Rotzmerkmale mehr bei der Section gefunden werden, selbst völlige Genesung, resp. abortiver Verlauf ist beobachtet (eigene Versuche). Es empfiehlt sich, stets mehrere Meerschweinchen zu impfen, weil es sich fügen könnte, dass ein einzelnes Exemplar gerade minder charakteristisch die Rotzerkrankung böte, während unter mehreren sicher auf Erfolg zu rechnen ist; zudem sind diese Versuchsthiere ziemlich billig und können im Stalle des betreffenden Pferdes gewöhnlich leicht untergebracht (in einer Kiste) und billig ernährt werden.
Strauss und Pinkelstein1) empfahlen die männlichen Meerschweinchen intraperitoneal zu impfen, wobei die charakteristische Hodenentzündung in 810 Tagen, oft schon in 24 Tagen eintritt; die Methode ist ganz gut, wenn man mit reinem oder ziemlich reinem Rotzmaterial arbeitet, hat aber bei Verimpfung von Nasensecret gerne Mischinfectionen zur Folge und ist die subcutane Impfung ebenso leistungsfähig, nur eben das Resultat erst in 14 Tagen zu erwarten.
Da der Nasenschleim eines notorisch rotzigen Pferdes nicht in allen Partikeln infectiös ist, sondern der Antheil des Secretexsudatgemisches, welcher von dem begleitenden Nasenkatarrh stammt, ganz frei von Rotz-bacillen sein kann, so ist es nöthig, verschiedene Proben zu verimpfen und eben deshalb mehrere Meerschweinchen zu nehmen, ferner das Secret zu
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quot;) Centr.-Bl. f. Bacteriol. 1892. XI. Bd. Nr. 14.
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Kotz.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 529
sammeln und die dicklichen, in einem Spit/.glase sedimentirten Theile zur Impfung zu verwenden.
Negative Impfversuche gestatten keineswegs die Annahme, dass ein Pferd nicht rotzkrank sei; das Thier kann exquisiten Nasenrotz haben und zufällig das verimpfte Secret rotzbacillenfrei gewesen sein. Die selbstverständliche Nichterkrankung der Versuchsthiere berechtigt daher zu keinerlei Ausspruch.
Zum Zweiten sind Katzen am brauchbarsten (Lissizin, Buchner). Man impft sie an der Haut des Halses (dorsal); schon vom dritten Tage ab wird die Impfstelle geschwellt und entwickelt sich in 57 Tagen ein typisches Kotzgeschwür, es folgen Metastasen in der Nachbarschaft, und in 8, 11 bis 22 Tagen gehen die abmagernden Thiere zu Grunde, wobei Kotzherde in der Nase, den Lungen, zuweilen auch in der Milz gefunden werden.
Zu diagnostischen Kotzimpfungen erscheinen weiters verwerthbar der Esel, das Kaninchen, Hunde, Igel, Fei dm aus e, Waldmäuse, Ziesel, Wühlratten und eo ipso das Pferd.
Esel pflegen bei Impfungen schon nach (310 Tagen charakteristischen Kotz zu acquiriren (nicht ausnahmslos, Chelchowsky), Kaninchen sind wegen leichtem Erliegen an Septikämien, langer Latenz der Kotzinfection, intermittirendem Charakter der Erkrankung wenig zuverlässig; Hunde erkranken nicht mit Sicherheit (Chelchowsky u. A.), die Igel und Mäuse sind wegen Neigung zu septikämischer Infection difficil und mehr Laboratoriums-objecte; das Pferd kostspielig und da es schon vorher latent rotzkrank (Lungenrotz) sein kann, unzuverlässig. Der empfehlenswerthe Versuch an dem in Frage kommenden Pferde selbst, den Nasenschleim in die Haut zu impfen (Autoinoculation) gestattet nur dann diagnostischen Ausspruch, wenn ein typisches Rotzgeschwür entsteht; wenn die Infection nicht haftet, kann das Pferd dennoch rotzig sein.
Die Färbung der Kotzbacillen in Schnitten kommt für klinische Diagnose nicht in Betracht und ist die ganze Hotzbacillenfärbetechnik so unzuverlässig, umständlich und zeitraubend, dass der praktische Thierarzt sich derselben zu bedienen kaum Anlass nehmen wird. Abgesehen von der schon Eingangs erwähnten leichten Verwechslungsmöglichkeit ist auch der Umstand, dass die Kotzbacillen kokkonähnlichen Zerfall eingehen (Nonie-wicz), der mikroskopischen Erkennung hinderlich. Am Deckglase zu färben sind die Kotzbacillen mit Gentianaviolett und Fuchsin nach der einfachen Methode, weiters nach Löffler's Methode wie folgt:
Anilin-Gentianaviolett wird zu gleichen Theilen mit Kalilösung 1:10000 oder '^quot;/oiger Lösung von Liq. Ammon. caust. gemischt, von dieser Mischung auf das Deckglas für 5 Min. gegeben, Abspülen in essigsaurem Wasser (1:100), welchem einige Tropfen Tropäolinlösung (00) bis zur rheinweingelben Färbung zugegeben sind; Abspülen in reinem Wasser; Betrachtung (Johne's Tabellen).
Auch das Culturverfahren kann nur in Ausnahmefällen als Bestätigungsmittel herangezogen werden, z. B. an thierärztlichen Lehranstalten. Es haben Einzelne damit Erfolge erzielt (Kieck, Chelchowsky, eigene Versuche), soweit es sich um Anlage von Culturen aus exstirpirten Lymphknoten oder aus Wurmabscessen handelt (mit Nasenschleim ist nicht viel anzufangen); die Cultur ist im Allgemeinen nur bei Besitz eines Brutofens, höchstens im Hochsommer bei Zimmerwärme von über 220 zur Noth durchführbar. Man besät Kartoffeln, auf welchen alsdann der Rotzbacillus in Colonien kommt, die erst am 3.5. Tage als hellbernsteingelbe, dann
Fricdbergcr n. Frölniei', Klinische Untersuchiingsmethoden. 2, Aufl. 34
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Mallem,
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ockerfarbige, langsam fortwaclisencle (10.'\0. Tag), zuletzt rüthlichbraun (wie ungebrannte Terra di Siena) werdende Rasen sich prilsentiren. Farbe, langsames Gedeihen und mikroskopischer Befund sind sehr charakteristisch.
Kudenko empfahl die Anlage von Culturen aus exstirpirten K e h 1 g a n g s 1 y m p h k n o t e n angelegentlichst als diagnostisch werthvoll; er will ohne Ausnahme charakteristische Culturen der Rotzbacillen aus Drüsen von Pferden gewonnen haben, die 1, 2, 8, 0, 10, 21 u, s. w. Tage bis 10 Monate rotzkrank waren, also sowohl in der kürzesten Zeit nach der frischen Ansteckung wie bei lang dauerndem Rotze. Die Exstirpation ist nach Eudenko in sehr einfacher Weise am stehenden Pferde zu vollziehen. Dem von einer Person gehaltenen Thier wird auf der über den Drüsen liegenden Flüche ein kleines Stück Fell abgeschoren, die Haut mit Carbol abgewaschen und dann mit dem Bistouri auf 2 cm Länge geschlitzt.
Ueber den Rändern dieser kleinen Wunde soll sich dann sofort ein kleines Drüsenpacket zeigen, welches mit Musot'schor Zange erfasst, nach unten gezogen, mit einer Scheere abgetrennt wird. Da Rudenko äussert, er habe nicht ein einziges Mal Knoten oder eiterige Herde beobachtet und der ganze unterschied gegenüber dem normalen Zustande bestehe darin, dass die Drüsen bei an Rotz erkrankten Pferden sich als saftiger, weicher und waehsähnlicherquot; darstellten (NB. bei Pferden, die nicht weniger als 10 Monate rotzkrank waren), so sind einige Zweifel erlaubt, ob die gefundenen Bacillen immer Rotzbacillen waren.
Der Bacillus mallei, welcher schon 24 Stunden nach der Infection von der Nasenschlehnhaut her in den Halslymphknoten zu finden sein soll, ist nach Rudenko bei chronischem Rotze spärlicher daselbst vorhanden als bei acutem Verlauf und verschwindet aus den Lymphknoten, sobald Vernarbung der Schleimhautgesehwüre eintritt.
(Bei Rotz des Menschen sind in jüngster Zeit wiederholt ausschlaggebende Diagnosen durch bacteriologische Prüfungen gemacht worden.)
Die Gewinnung der Culturen aus den Lymphknoten geschieht am besten durch Zerstückeln der letzteren und Verreiben mit sterilisirtem Wasser, Absetzen lassen in sterilem Spitzglase, Aufstreichen des Sedimentes auf Kartoffeln.
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Diagnostik der liotzkrniikheit mittelst Mallcin.
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Das neuerdings am häufigsten angewandte Hilfsmittel zur Erkennung der Eotzkrankheit am lebenden Pferde ist die Mallelnprobe, bestehend in der subeutanen Injection von Maliernquot; (einem Decoct von Culturen der Rotzbacillen) und in der Beobachtung der hiernach zu Stande kommenden Reaction des Thierkörpers, welche sich vornehmlich an dem Verhalten der Eigenwärme desselben ablesen lässt.
Das Mallem steht in zwei Sorten in Verwendung, als Rohmalleln (Malle'inum crudum) und als trockenes Malleta (Malletnum siecurn s. depuratum), Ersteres ist die einfache Abkochung der gewöhnlich in glyce-rinisirter Peptonbouillon bereiteten, hinreichend lange gezüchteten, jeweils auch durch Abdampfen eingedickten Massencultur, welche durch besondere Sterilisation und Filtration von den Rotzbacillen befreit wurde, resp. nur deren verkochte, aufgelöste ProteinstofFe enthält (also niemals bei Ver-impfung Rotz erzeugen kann); der Stoff repräsentirt eine wie klarer Harn aussehende Flüssigkeit; weniger eignen sich Kartoffelculturenextracte.
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Mallein.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 581
Das Kohnialle'iii wird f'abricirt von Assistent C. Höflich an der Seuchenversuchsstation der thierärztliuhen Hochschule in München, von Prof. Roux am Institut Pasteur in Paris, von Dr. P reisz an der Veterinilracademie in Budapest, von Prof. Johne an der thierär/.tlichen Hochschule in Dresden.
Das trockene Maliern wird durch Ausfällen des wirksamen Princips (mittelst Alkohol) aus dem Rohmallein gewonnen und ist ein weisses, in Wasser klar lösliches Pulver; es kann bezogen werden von Kossarzt Poth und Oberrossarzt Troester an der Militärrossarztschule in Berlin.
Wegen des Umstandes, dass das trockene Mallel'n sich über 1 Jahr (nach Schindelka 2 Jahre) unveränderlich hält, wenn es einfach nach Art der Eserindosen in kleinen Glasröhren oder Pulvergläsern aufbewahrt wird, und dass man hiebei stets den erforderlichen Stoft' bereit haben kann, ist es in der Neuzeit vorzugsweise beliebt geworden; auch die gleichmässige Wirkung dieses M. siecum fällt besonders ins Gewicht, da hiemit die Abschätzung der Reaction gesicherter und nach bestimmten Pegeln ermöglicht ist.
Die flüssigen Rohmalleine sind weniger brauchbar, weil ihre Wirkung je nach der Herstellungsweise, also bei den verschiedenen Bezugsquellen nicht völlig gleich ausfällt; das eine Rohmallein ist jeweils concentrirter, eine kleinere Dosirung nothwendig machend, das andere dünner, in grösseren Dosen zu appliciren. Manches Rohmallein büsst bei längerem Aufbewahren (auch im Dunkeln) seine Wirksamkeit ein, eventuell schon in 4(i Wochen, andere Sorten regellos in einigen Monaten, doch gibt es auch Bouillon-rohmallei'n von 1üjähriger Haltbarkeit (z. B. das v. Höflich, Johne), Auch erfordern die Rohmalleine eine sorgfältigere aseptische Conservirung. Gleichwohl erscheinen sie vielen Coliogen praktikabler als das trockene Mallein, weil die Abgabe aus den Laboratorien sich so geregelt hat, dass man stets in ein paar Tagen ein frisches Rohmalle'in von zuverlässiger Wirkung, gleich fertig zur Injection hergerichtet, zugeschickt bekommen kann, der Thierarzt also auch der geringen Mühe, das trockene Mallein zu dosiren und in Lösung zu bringen, überhoben ist. Zur Abschätzung der Reaction ist es dann gut, die einschlägige Literatur, d. h. die aus Publi-cationen bekannte Wirkungsmodification der betreffenden Mallei'nsorte, in Vergleich zu ziehen, doch gelten die in Nachstehendem beschriebenen Grundsätze der Technik so ziemlich für alle Malleine.
Zur näheren Information sind besonders dienlich die Aufsätze von Schindelka (Oesterr. Monatsschr. f. Thierheilk. 1894, Nr. 7), Poth (Deutsche Zeitschr. f. Thierm. 18Ü3 u. 1894, XIX. Bd. 5. u. (5. Heft, XX. Bd. 4. Heft; Dasselbe, Oesterr. Monatsschr. f. Thierheilk. 1804; Dasselbe [Autoreferat], Centralbl. f. Bakteriol. 1894, XVI. Bd., Nr. 12/18), Johne (Sachs. Veter.-Bericht, 36. Jahrg., u. Deutsche Zeitschr. f. Thierm. 1893), Höflich (Monatshefte f. prakt. Thierheilk., III. Bd. 12. Heft, Stuttgart 1892) und die in eben diesen, von Pröhner u. Kitt herausgegebenen Monatsheften enthaltenen Sammelreferate über die Malleinprobe. Daselbst ist die Geschichte des Gegenstandes und der Inhalt der Arbeiten von Kalning, Preusse, Pearson, Dieckerhoff u. Lothes, Poth, Johne, Nocard, Laguerriere, Bonome, Peters, Hutyra u. Preisz, Schindler, Rudovsky und noch vieler anderer Autoren, welche ihre Erfahrungen über den Werth des Malleins publicirten, in zusammenfassender Ueber-sicht notirt.
Soll die Malleinprobe an einem Pferde vorgenommen werden, so hat man wie folgt zu verfahren :
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MalleVn.
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Einen oder zwei Tage hindurch vor der Einspritzung des Mittels wird in zweistündigen Zwischenrilumen die Mustdarmtemperatur des Pferdes bestimmt. Schindelka u. Foth halten diese längere Vorbestimmung nicht für nothwendig, sondern erachten es für genügend, die Temperatur zu bestimmen, welche unmittelbar vor der Impfung besteht. Jedenfalls ist es zweckmilssig, ersteres, somit beides zu thun. Man erfährt dadurch einmal, ob das Pferd überhaupt fieberlos ist, ferner die mittlere Temperatur und die normale Maximaltomperatur des Thieres, ebenso die letzte Temperatur vor der Impfung und hat also zur späteren Be-urtheilung des Malleinetl'ectes, bei welchem es sich hauptsächlich um die Eigenwärme handelt, Alles in dieser Kichtung zur Verfügung. Die Berechnung der Beaction kann sich dann um so mehr an die letzte, d. h. die unmittelbar vor der Impfung bestehende Temperatur, welche als fixer Punkt für die Beurtheilung der Eeactionshöhe gilt, halten.
(An der Standsäule hinter dem Pferde bringt man einen Zettel an, um die Ergebnisse der Messungen daran zu notiren.)
Man benütze bei einem Thiel' immer das iiäniliche Thermometer.
Die Einspritzung wird gewöhnlich am Morgen (78 Uhr) vorgenommen, von da ab muss alle 2 Stunden, besser noch jede Stunde, mindestens bis nach Ablauf von -4Stunden, die Temperatur gemessen werden.
Anderseits ist es auch vortheilhaft, die Einspritzung Nachts '/wischen 10 und 12 Uhr zu machen und mit der Temperaturmessung Morgens 4 bezw. (5 Uhr zu beginnen, wonach diese bis Nachts 10 bezw. 12 Uhr in 2stündigem Tempo fortgesetzt wird.
Die Temperatur muss eben so lange geprüft werden, bis die unmittelbar vor der Impfung bestandene Eigenwärme resp. gewöhnliche Maximaltemperatur nach 24 Stunden wieder erreicht ist; bei manchen Impflingen ist eine Fortsetzung der Messungen bis zu 3 24 Stunden in alsdann 3stündigen Intervallen angezeigt, weil ihre febrile Beaction sich länger hinauszieht.
Die Malle'ininjectionen müssen unter Anwendung jener Massregeln erfolgen, welche die Uebertragung der Botzkrankheit durch die Hantirungen des Thierarztes und dm'ch die zu impfenden Pferde verhindern.
Der Impfstoff selbst gibt, weil alle Rotzbacillen in demselben ab-getödtet und durch Filtration eliminirt sind, niemals die Ansteckung. Dagegen könnte die Impfcanüle, wenn sie unvermittelt einem Pferde nach dem andern applicirt wird, durch den Contact mit der Haut eines rotzkranken Pferdes Träger des Virus werden, sie ist daher, wie erwähnt, zu sterilisiren. Womöglich mache man die Impfung im Freien an den isolirt von einander gehaltenen Pferden, selbstverständlich wird der Thierarzt nach Berührung eines rotzverdächtigen Pferdes sich die Hände entsprechend reinigen und desinficiren.
Zur Injection kann jede bessere Pravaz'sche Spritze benutzt werden. Man desinficirt diese und die Canüle durch Ausspülen in 5 0|o Carbolwasser und spült mit kochend heissem Wasser oder mit frisch abgekochtem, wieder kalt gewordenen Wasser nach. Bei Benützung kochend heissen Wassers schrumpfen, sobald sich die wieder geleerte Spritze abkühlt, gerne die Lederstempel und schliessen nicht mehr gut; es ist zur Erhaltung guter Stempeladhäsion vortheilhaft, die Spritzen mit dem abgekocht gewesenen Wasser oder 2 0jo Carbolwasser gefüllt aufzubewahren, die Canülen jedoch müssen trocken, in geöltem Drahteinzug aufgehoben und jedesmal kurz vor der Impfung in kochendem Wasser, in heisser 1 quot;/o Sodalösung oder 0 quot;.'o Carbolwasser sterilisirt werden.
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Alalleiu.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 533
Die pro Pferd nöthige Dosis Hohmallein wird in der Regel vom Fabrikanten fix und fertig zur Injection, also bereits entsprechend mit Carbolwasser verdünnt, übermittelt, so dass man nur die Spritze damit zu füllen hat.
Die Gaben des concentrirten Eohmallem betrafen meist 0,5 g, von dem nicht eingedickten 1'-ccm, jeweils mit '/a4 ccm 12 quot;/h Carbolwasser verdünnt.
Von Malle'inum siccum, welches in verkorkten, versiegelten Phiolen erhältlich ist, wird die Dosis (0,050,07 g) mit 1 ccm destillirten, frisch abgekochten Wassers oder 1 quot;jo Carbolwassers gelöst. (Gewöhnliches destil-lirtes Wasser enthält leicht Eiterbacterien, man kocht daher einige Kubik-centimeter in einem Eeagensglase einige Minuten und verwendet nur solch frisch sterilisirtes zu Subcutanimpfungen.)
Wenn viele Pferde in einem Bestände geimpft werden sollen, gibt man nicht die Einzelndosis, sondern füllt zu Hause allen für eine bestimmte Zahl Pferde nöthigen Impfstoff in ein Glasiläschchen, welches man zuvor mit Sublimatlösung und dann mit Alkohol gereinigt hat; mit reiner Spritze wird hernach zum Mall, siccum das nöthige Gesammtquantum sterilisirten Wassers gebracht (auf je 0,05 M. sicc. 1 ccm W.). Das Glasfläschchen verschliesst man mit einem in siedendem Wasser desinflcirten Korkstopf, welcher mit der Nadel einer Injectionsspritze durchbohrt wird, verhüllt den Kork und den Canülenansatz mit Watte und begibt sich an den Ort der Impfnng (Schindelka). Zur Vornahme der Impfung wird dann die Injectionsspritze an den Ansatz des im Korke steckenden Stachels gesetzt, der Impfstoff eingezogen, die Spritze abgenommen, mit einer desinficirten frischen zweiten Injectionsnadel armirt und die Injection vorgenommen. Auf diese, von Schindelka empfohlene Weise, bei welcher man jedesmal die Impfnadel durch Ausglühen oder, weil dies die Nadel etwas ruinirt, durch Eintauchen in siedendes Wasser oder 5 n/o Carbolwasser desinficirt, bleibt der Impfstoff rein, und entgeht man dem Vorwurfe, durch den Irnpfact selbst von Pferd zu Pferd die liotzkrankheit zu übertragen (Schindelka).
Als Impfstelle wählt man eine Halsseite, die Vorbrust, Brustwand
oder Schultergegend; meistens wird die linke Halsseite der Handlichkeit
wegen benützt (falls aber starke Oedeme nach der Impfung sich einstellen
und auf die Luftröhrengegend sich erstrecken, kann die Wahl dieser Appli-
cationsstelle etwas Sorge machen).
inbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Nach der Injection ist bei Pferden, welche mit Rotz (in jeder
gt;..nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Eorm) behaftet sind, eine fieberhafte Temperatursteigerung zu
constatiren, während nichtrotzige Pferde in der Regel nicht in
inbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; dieser Weise reagiren.
Diese Regel ist indessen durchaus nicht ohne Ausnahme; es können zuweilen auch nicht rotzige, anderweitig erkrankte Pferde auf die Malleinimpfung reagiren. Man beobachtet dies unter Anderem bei Pferden mit chronischem Lungenemphysem (Schindelka), sowie bei ganz gesunden Pferden. Indess verhalten sich gerade Pferde, welche an Affectionen, die Anlass zu Rotzverdacht geben, laboriren, z. B. an Druse, an einfachen Katarrhen der Nase und Rachenhöhlo, an Eiterungen der Kieferhöhlen leiden, zumeist reactionslos.
Als Reaction gilt zur Zeit diejenige Temperatursteigerung, welche in typischem Verlaufe mindestens 1,8deg; C. über die Temperatur, welche unmittelbar vor der Impfung bestand, hin-jnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;ausgeht.
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MalloVn.
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Als typisch ist der Vorlauf zu betrachten, wonn din Temperatur eine gestreckte, zweimal culminimide Bogenlinie darstellt, deren aufsteigender Theil in der Regel etwas steiler ist als der absteigende (Seh in-delka, Hutyra und Preisz, Potb). Es steigt also die Temperatur rasch odor allniiililig bis zur entsprechenden febrilen Hohe, sinkt dann um einige Decigrade, um sich sofort wieder auf die vorige febrile Höhe oder sogar darüber hinaus zu ei-heben und dann langsam abzufallen.
Wird die Körpertemperatur eines Pferdes schon vor der Impfung fieberhaft erhöht gefunden, so ist der Effekt der Impfung unsicher zu beurtheilen und daher solche zu unterlassen, bis die Temperatur entsprechend nieder steht (da jedoch rotzkranke Pferde schon eine gewöhnliche fieberhafte Temperatur von 8989,4 haben, kann die lieaction dennoch sehr anschaulich werden).
Die typische Tomperaturcurve ist daher mit der Zeichnung eines zwei Gipfel besitzenden Gebirgsstockns zu vergleichen (Schin d elka).
Die Zeit des Eintrittes der Reaction liegt je nach dem Individuum früher oder später nach der Impfung.
Es kann der Beginn der Reaction schon in der 3. Stunde oder auch erst in der 15. Stunde nach der Impfung zu beobachten sein; das erstmalige Maximum der Steigerung ist zumeist zwischen der (5.14. Stunde, die zweitmalige Steigerung zwischen der 18.22. Stunde nach der Impfung wahrzunehmen. Der vollständige Rückgang der febrilen Hyperthermie findet meist schon in 24 Stunden, zuweilen erst in 8040 Stunden statt.
Aus den bisherigen Resultaten sind nachstehende durch neuere Beobachtungen von Schütz1) übrigens erschütterte Schlussfolgerungen gezogen worden.
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l) In allerjüngster Zeit ist duroh eine Publikation von Schütz (Archiv f. wiss. und prakt. Thierheilk. 1894. Bd. XX. Heft (!) der Werth der Mallei'n-probe neuerdings in Frage gestellt worden.
Es wurde nämlich das Geschehniss verzeichnet, dass Iß Pferde, welche wegen Ansteokungsverdaoht mit Mallem geimpft wurden, eine Reaction in Gestalt der Temperatursteigerungen von 1,5 bis mehr als 2deg; C. bekamen, aber nach der Tödtung alle frei von Rotz befunden wurden; sie hatten vielfach die als Ohalioosis nodosa bekannten Zustünde der Lungen.
Es würden also die im Obigen gegebenen Erfahrungssätze eine bedeutende Oorreotur erheischen, wofern die von Schütz mitgctheilten MalleVnversuche ein-wandsfrei sind und durch gleichartige, anderwärts gesehene Resultate Bestätigung fänden.
Indess ist die Sobtttz'sohe Darlegung zu knapp und unvollständig, als dass sie die bisherigen Anschauungen ohne weiteres unizustossen geeignet erscheint. Schätz hat zwar von einer typischen Reactionquot; jener Pferde gesprochen, es ist jedoch aus seiner Arbeit nicht ersichtlich, ob er die doppelt ansteigende, charakteristische Ourve (s. o.) damit vermeint, es macht vielmehr eher den Eindruck, dass nur ein einmaliger, wenn auch hoher febriler Anstieg (eine atypische Reaction) beobachtet wurde. Wenn dies der Fall, so würde das über die Malleinprobc bislang Eixirte nicht alterirt; einfache, steile Temperaturerhebungen bis über 20 bei nioht rotzigen Pferden waren schon bekannt und sind, wie dargelegt, diagnostisch nicht vwwerthbar. Immerhin verdienen die Soh ü tz'schen Ergebnisse hohe Beachtung-, da sie die Häufigkeit der trügerischen Temperatur-steigernng bei gesunden Pferden verkünden.
Schütz vermeldet noch von weiteren Pferden, welche reagirton und nicht rotzig gewesen sein sollen; es waren (i Pferde mit rotzkranken zusammen gewesen, und man hatte sie desshalb mit Mallei'n geimpft. 4 Pferde reagirteu mit Temperaturerhöhungen von 23deg;, man tödtete sie und fand keine Rotzerkrankung, sondern Chnlicosis und Residuen einer Ihouchiopneumonic. Auch diese
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Mallcin.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 535
Man ist berechtigt, das Pferd als rotzkrank zu betrachten, wenn die Temperatur in genannter typischer lleaction 2deg; und mehr als 2deg; 0. über die unmittelbar vor der Impfung bestandene Temperatur gestiegen ist, oder wenn sie mindestens 1deg; über die innerhalb 24 Stunden vor der Impfung constatirte Maxi malte mperatur hinausging.
Steigt die Körperwärme in typischem Verlaufe um 1,31,9deg; C. über die unmittelbare Vortemperatur oder 0,5 über die frühere Maximal-tomperatur, so ist die lleaction unsicher und bedarf das Pferd einer Nachimpfung (s. u.).
Eine typische Temperatursteigerung auf nur 1,2deg; (über die unmittelbar vor der Impfung bestandene Temperatur) und alle atypischen Erhöhungen der Eigenwärme lassen einen Schluss auf Vorhandensein von Kotz nicht z u.
Als atypisch ist jede plötzlich auftretende steile Temperatur-erbebang anzusehen, welche ebenso rasch oder auch langsamer abfällt, aber von keiner zweiten Exacerbation gefolgt ist, oder wo eine zweitmalige Erhebung so niedrig liegt, dass sie die Temperatur vor der Impfung nur um einige Zehntelgrade überragt (Schind elka, Foth). Sind die betreffenden Pferde der Ansteckung oder der Seuche verdächtig, so bedürfen sie der Nachimpfung. Die atypische Temporatursteigerung, welche auch über 2 0 C. erreichen kann, tritt meist schon ungemein rasch, 24 Stunden nach der Impfung ein, in manchen Fällen jedoch erst 9 Stunden nach der Impfung. Derartige atypische Hyperthermien sind aber in der Regel nur nach starken Malleindosen zu beobachten (Schin delka); bei den schwächeren bleiben sie aus, weshalb sich empfiehlt, von dem Trockenmallefn die Dosis von 0,05 beizubehalten.
Aussei- der thermischen Reaction kommt in vielen Fällen auch noch eine organische Reaction (Nocard), eine locale und Allgemein-wirkung des Malle'i'ns zu Stande; dieselbe ist jedoch diagnostisch fast gar nicht verwerthbar, da sie inconstant, individuell sehr verschieden, auch von der Concentration, von Verunreinigungen und Nebenproducten im Mallein abhängig ist (Johne, Seh in delka). Es kommen diese organischen Reactionen ebensowohl bei nichtrotzigen, wie bei rotzigen Pferden vor.
Die örtliche Reaction besteht in der Entwicklung eines mehr oder weniger beträchtlichen entzündlichen Oedems im Bereich der Impfstelle, welches indess binnen kurzer Zeit wieder verschwindet. Abscesse und Phlegmone bilden sich nur, wenn man unreinlich manipulirt hat. Die Allgemeinreaction, welche der Ausdruck einer Giftwirkung des Mallefns ist1), äussert sich in sehr variablen Graden. Es kommt dazu, dass die Pferde eine hochgradige Abspannung und Mattigkeit erlangen. Die Fress-
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Sachlage entbehrt der vollen Beweisführung, einmal aus dem schon angeführten Grunde, dass nicht klar hervorgeht, ob die Pferde typisch im Sinne der Sohin-delka'schcn Dciinition (s. o.) rcagirten, und zweitens, weil die nicht rotzige Natur der Chalicosis älinliohcn Knötchcn und der pneumonischen Affection nicht durch Imp f versuche erwiesen ist. Da bekanntlich durch neuere Arbeiten, z. B. von Nocard die Rotznatur eines Theils der chalikotischeu Knötchen, besonders wenn solche auch in den Lymphknoten sitzen, wiederum nahegelegt ist und das Vorkommen primären Lungonrotzes, welches Schütz negirt, von anderen Autoritäten beobachtet wurde, sind die Angaben von Schütz nicht unanfechtbar, die ganze Angelegenheit der Mallemprobe nicht spruchreif. ') Maliern hat toxische Wirkung auf gesunde Katzen.
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Druse.
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lust wird aufgehoben, Muskelzittern, selbst Schüttelfröste werden beobachtet; die Pferde in solchem Ueactionsstadium ähneln dummkollerischen oder pferdestaupekranken Thieren, lassen den Kopf hängen, halten die Augen ganz oder halb geschlossen, zeigen gesträubte Haare, kühle Haut, schwachen Puls. Nicht selten bekommen sie Kolikerscheinungen, Geifern, stärkere Defäcation, Polyurie, Athraungsbeschwerden, verschärftes Vesiculärathmen, feuchte Rasselgeräusche, serösen, oft reichlichen Nasenausfluss und Husten (Alles auch die nichtrotzigen Pferde). (Schin delk a.)
Hass die erwähnten Nebenerscheinungen zum Theil von der Dosis, zum Theil von der Fabrikationssorte des Malle'ins abhängig sind, geht besonders aus Schind elk a's Mittheilungen hervor, insofern bei kleinen Dosen wohl die charakteristische thermische Reaction eintrat, aber Nebenerscheinungen fehlten, und ferner bei grösseren Dosen des Preisz?schen Malle'ins die Nebenerscheinungen ganz ausblieben, während sie bei Foth-schem Malle'in (gr. D.) fast nie zu vermissen waren.
Die Nachimpfungen der unsicher reagirt habenden Pferdesollen nicht früher als 14 Tage nach der erstmaligen Impfung in-scenirt werden. Aus den gründlichen Erfahrungen,' welche Schin delka und Foth sammelten, hat sich ergeben, dass die Resultate der Nachimpfungen um so zuverlässiger werden, je grosser der Zeitraum ist, der zwischen den beiden Impfungen liegt. In kurzer Folge, 1 oder 2 Tage nach der ersten Impfung unternommen, liefern sie einerseits der ersten Impfung gleichwerthige Resultate, geben aber anderseits zu einer Cumulation der Wirkung Anlass, welche Schlussfolgerungen nicht gestattet. Nach 14 Tagen, besser noch erst nach 46 Wochen vorsucht, bringen sie ausschlaggebende Werthe charakteristischer Reaction oder negativen, das Nichtvorhandensein des Rotzes bestärkenden Verlauf der Impfung zur Schau.
Bei letzterer ungenügender oder ausbleibender Reaction empfiehlt es sich, nach 6 Wochen noch eine dritte N achi mp fung zu bewerkstelligen.
In der Regel ist eine Erhöhung der Dosis bei den Nachimpfungen nicht erforderlich, sind aber bei den Erstimpfungen die kleinen M.-Dosen zur Anwendung gekommen, so ist eine geringfügige Erhöhung zweckdienlich (Foth, Johne); von Mall. sicc. um 0,01 g, von Mall, crudum 0,10,2ccm.
(Die Nachimpfungen werden nach demselben Modus erledigt und ihr Resultat beurtheilt, wie es für die Erstimpfung beschrieben ist.)
Haben auch bei der dritten Impfung eines verdächtigen Bestandes die Pferde eine Malleinrenction nicht gezeigt, so wird nach Foth der Bestand als seuchenfrei zu erklären und somit schon nach 8 Monaten die Sperre aufzuheben sein.
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11. Druse des Pferdes.
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Zur Ergänzung der klinischen Diagnose Drusekrankheitquot;, sowie zur Verneinung der Frage, ob Rotz vorliege, kann die Constatirung der Drusestreptokokken (Streptococcus equi. Schütz, Sand, Jensen) im Nasen-secret bei katarrhalischer Rhinitis, in dem Eiter von Kehlgangs-abscessen und bei eitriger Pneumonia, sowie metastatischen Haut-abscessen') werthvoll werden.
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') Ich habe einmal bei einem rotzverdächtip;cn Pferde, welches Haut-geschwiire hatte, durch mikroskepisohe Prüfung und Verimpfung des Eiters derselben das Vorhandensein der Druse sicher constatirt (Section bestätigt).
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Druse,
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^ Da die Drusekrankheit nicht lediglich als katarrhalische Affection der Kopf'schleiinhilute mit Betheiligung der Lymphknoten verläuft, sondern auch als eitrige Pneumonic und Pleuritis mit nur geringer Nasenerkrankung, sowie als Pyilmie, ist der Begriff der Drusekrankheit erweitert und da hiezu noch das Auftreten von ulcerösem Schleimhautzerlall grosse RotzUhnlichkeit geben kann (Rabe), ist das ätiologische Moment, mithin der Nachweis der Drusestreptokokken besonders wichtig geworden.
Die Drusestreptokokken sind runde und ovale Mikroorganismen, welche einreihig zu langen perlschnurartigen Ketten sich verbinden, in solcher Form als leicht gebogene, wellenfönnige, auch schleifenbildende Züge ins Auge lallen; ausserdem kommen sie auch einzeln oder in nur kurzen Ketten vereint zur Schau. In dem rahmigen Eiter frisch eröffneter Kehlgangslyinphknoten sind sie meist allein und in grosser Zahl zu linden, ebenso in den trocken bröckligen Eiterherden der Lunge, Brusthöhle etc. bei Drusepyämie, manchmal aber treten in ihrer Begleitung andere Eiterungsmikroorganismen auf und ge-
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Fiar. 92.
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^H9 } f y mfm?''*'*
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Streptococcus cqui (Elter).
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stalten die eitrigen Entzündungshorde zu Mischabscessen. In dem Secrete der Nasenschleimhaut ist natürlich eine Mischung mit anderen Saprophyten selbstverständlich, auch sind die Kettenverbände hier gerne gelockert und getrennt, so dass man mehr den Einzelkokken paarweise oder in wenig-gliedrigen Theilstücken der Schnüre begegnet, indess auch ganz langen der letzteren; dazu noch ist zu gewärtigen, dass in solchem Secrete ganz ordinäre Streptokokken, z. B. saprophytischo und Eiterstreptokokken, zugegen sein können, wesshalb man den Funden an dieser Stelle etwas reservirte Deutung geben soll. Die einfache Färbung mit Fuchsin oder Gentiana bringt die Streptokokken in ihrer Lagerung zwischen den Eiterzellen zu Gesicht; da eine numerose Anwesenheit der Zellen aber die vorhandenen Kokken verdecken kann, so empfiehlt sich die Anwendung der Gramschen Tinction, wobei aber die Entfärbungsprocedur nicht zu lange ausgedehnt werden darf, damit nicht auch die Streptokokken entfärbt werden (ebenso kann salzsäurehaltiger Alkohol diese bringen).
Bei ansschliesslicher Anwesenheit, d. h. in förmlicher Eeincultur und zahlloser Menge der so charakteristischen Kettenschnüre ist der erwähnte
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DnisL'.
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iiiikroskopisclio Fund liiureicliend; boi Baoteriengernischen, zumal Prüfung des Nasensecrets geben erst Impfversuche den sicheren Halt. Hier ist der Umstand sehr dienlich, dass weisse Miluse, welche gegenüber Rotz mit seltenen Ausnahmen immun sind, eine typische Tmpfdruse bekommen, während Feldmäuse und Meerschweinchen, die für Kotz so sehr empfänglich sind, im Allgemeinen reactionslos verharren. Mäuse impft man am Kreuze mit einem Tröpfchen Eiter oder Nasensecret in eine kleine Hauttasche. Die weissen Mäuse crepiren dann gewöhnlich nach 86 Tagen, manchmal erst nach 102(1, manchmal aber schon nach 12 Tagen. Die in der kurzen Zeit erlogenen zeigen Befunde einer Septikämie (hämorrh. Oedem an der Impfstelle, Exsudate in den Körperhöhlen, Milztumor, trübe Schwellung der Leber und Nieren und die Streptokokken im Blute und Milzsaft). Sind aber die Thiere mehrere Tage siech gewesen, so hat sich an der Impfstelle eine eitrige nekrotisirendo Entzündung entwickelt, der Eiter infiltrirt hier die Gewebe und formt auch Abscesse von Hanfkorn-bis Bohnengrösse: weiters kommen dabei Infiltrationen der Lymphdrüsen der Kniefalte des Gekröses, der Beckenhöhle zu Stande, wodurch sie ver-grössert werden und auch abscediren und bilden sich eitrige nekrotische Abscesschen in verschiedenen Organen, vornehmlich in der Milz. Der Eiter aller dieser Herde birgt in grosser Zahl und Reinheit die Streptokokken. So kann man selbst aus dem unreinen Nasensecret durch Impfung die Streptokokken im Mäusekörper isolirt gewinnen, zumal von Maus ZU Maus mit gleichem Erfolge die Druse weiterimpf bar ist. Die Feldmäuse, welche durch Rotz so leicht getödtet werden, erhalten bei Druseimpfung nur locale mit Heilung endigende Infiltrationen und Nekrose der Impfstelle (Sand und Jensen). Die Meerschweinchen bleiben von subeutanen Impfungen meist unbehelligt. Indess beobachtete Rabe bei einem besonders schweren Fall von Druse des Pferdes tüdtliche Impfkrankheit auch der Meerschweinchen, wobei die entstehende Phlegmone, Lymphknotenabscedi-rung und das Eigenthümliche, dass die Streptokokken im Meerschwoinchen-körper Stäbchenform annahmen, andeuten, dass eine besondere Vorsicht bezw. Verwechslung mit Rotz am Platze ist. Kaninchen reagiren auf Druseimpfung am Ohr entweder gar nicht oder acquiriren nur erysipela-tüse vorübergehende Entzündung des Ohres, nur bei intravenöser Injection ist tödtliche Infection zu erlangen (Sand und Jenson). Sonach ist die typische Erkrankung der weissen Mäuse, Nichtorkrankung der Feldmäuse und Kaninchen für den Entscheid massgebend. Die Cultur der Drusestreptokokken schlägt oft fehl, da der Coccus gegen geringe chemische Abweichungen der Nährböden sehr sensibel ist. Der Mikrophyt wächst
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zwar auch bei Zimmertemperatur, aber gut doch auf Blutserum entstehen glasiggraue Tröpfchen ,
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nur im Brutofen bei -37 0; in flüssigem Fleischinfus
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und dem Serumcondenswasser eine flockige, weisse Masse, auf Agar ein grauweisser Impfstich, auf der Oberllüche ein ungefärbter fad en ziehen der Tropfenbelag, in Gelatine ist das Gedeihen sehr schwach als weisslicher Impfstich.
Für die Unterscheidung gewöhnlicher Eiterstreptokokken (Str. pyo-genes Passet), die Erysipelkokken und des Strept. pyog. malignus Flügge erwachsen Schwierigkeiten dadurch, dass erstere theils inconstante Virulenz haben, bald Mäuse gesund lassen, bald tödten und Eiterinfiltrationen bedingen; da aber bei der klinischen Diagnose doch der Verlauf und die speeifischen Drusesymptome im Vordergrund sind, so ist ja der Fund der Drusestreptokokken und zwar der Massenfund nur Ergänzung der Diagnose.
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Brastseuohe^nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ,r)3!i
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12. Brustseaoholaquo;
Die Brustsouchobacterien (Schütz) (Bacterium s. Diplococcus s. Streptococcus pleuropnoumoniae equi) sind ovale Organismen von Aussehen der Hühnercholerabacterien; in der Richtung des kurzen Durchmessers sich theilend, sind die jugendlichen Formen auch rundlich und lagern diese Buoterien theils einzeln, theils zu zweien verbunden, selbst in Ketten Vereinigung zu 430 Gliedern (Hell), vornehmlich in dem Pleura- und Lungenexsudate und dem mortificirten Gewebe der Pferdelunge,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Fio-. 93.
ausserdem bei schwerer Allgemeiiierkrankung innbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ....
Milz, Leber, Nieren und im Blute, event, auchnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; fquot;
im Darmschleim und Kothe des Pferdes (Peter).
' Unterschiede in morphologischer oder bio-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;,,
logischer Beziehung gegenüber Eiterkokken und ' quot;*, Erysipelkokkensindniclitsüdurchgreifeiid(Hell), ,'#9632; % 1 dass die Artbestimmung schon endgültig geregelt '' ' \ wäre, auch der conforme Habitus verschiedenernbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;''laquo;\
saprophytischer Bacterien, welche im Nasen- ; ..' schleim, Darminhalt, Lungenauswurf vorkommen, erschwert die Diiferenzirung im Tinctionsprilparat.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; quot;' % quot; ., ' '
Zur Färbung ist dienlich einfache undnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; * * *nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;x
Anilinwassergentianalösung; hiebei lassen dienbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Bi-ustsenchebacterieii
Brustseuchebacterien hie und da eine Art Hofnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; (Pleuraexsuaat),
(Gallertkapsei) erkennen, der bald gefiirbt,
bald ungofilrbt ist, bei Granitinction erfolgt schnelle Entfärbung (Schütz) (nach Hell halten sie den Farbstoff 1520 Secunden, aber nach 2 Minuten Aufenthalt im Alkohol sind sie entfärbt).
Zur Ergänzung klinischer Diagnose gewährt das blosse Tinctions-präparat nur bezüglich eines durch Thoracocentese gewonnenen Exsudates Entscheid, da in solchem Exsudate in ungeheuren Mengen und meist in Eeinheit die Einzel- und Doppelzellen und deren Kettenverbände zu treffen; vielfach liegen die Bacterien dabei in den weissen Blutzellen (bis zu zehn Stück in einem Leukoeyten) und in dichten Haufen auf den Fibringerinnseln.
Zur Feststellung ihrer Anwesenheit im Lungen-Nasenausfluss, sowie dem Fäcalschleim, event. Blute und Harn müssen sich Impfversuche an-schliessen.
Weisse Mäuse, in subeutane Tasche mit der Oese geimpft, werden traurig, soporös und crepiren nach 2448 Stunden, 37 Tagen oder noch später. Die Section zeigt Büthung und seröse Durchtränkuug der Impfstelle, auch graue, eitrige Infiltration daselbst, Schwellung, trübgelbes Aussehen der Lymphknoten, Milztumor, manchmal Pneumonic, parenehymatöse Degeneration von Leber und Nieren.
In allen Organen und im Blute der Mäuse sind rein und einzig, in enormer Menge die Brustseuchebacterien wiederzufinden.
Kaninchen, mit der Oese auf Ohrschnittwunden oder Ohrhauttasche geimpft, erkranken sehr charakteristisch. Eine umfangreiche Schwellung des Öhres macht, dass dieses schwer zur Seite des Kopfes herabsinkt; an der Impfstelle bildet sich neben der serösen Infiltration (Erysipel) eine käsige Degeneration aus, der Tod erfolgt zwischen dem 6., 6. bis ,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;10. Tag, wonach hyperämische Schwellung der Lymphknoten, Milz, paren-
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r,40
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Mastitis.
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ehyrrmtöse Degeneration der Drüsen und Lungenödem gefunden werden kann. Manchmal endigt aber die Impfkrankheit nach Abschwellen des Ohres mit Genesung. Bei cutaner Impfung entsteht zuweilen nur Rütlmng (Hell). In dem Ohrsafto finden sicli die Bacterien auch in Kettenform.
Meerschweinchen und Tauben reagiren unregelmilssig. Die Anlage von Culturen ist am leichtesten ftUS dem Mäuseblut möglich.
Langsames Wachsthum bei Zimmertemperatur, in Gelatine und Agar feinkörnige, weisse Hasen liings des Stichs, ohne Obertlilchenausbreitung und ohne Verflüssigung, auf schrägem Agar graue trübe Colonien, auf festem Serum kaum sichtbare Tröpfchen und schlecht wachsend, im Oon-denswasser flockige Trübung, in Nährbouillon üppige Flocken mit Kettenbildung und bei Klarbleiben der Flüssigkeit.
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18, MastitlsbacterleUf
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Die prägnanten klinischen Symptome der Euterentzündungen lassen im Allgemeinen die Zuhilfenahme mikroskopisch-bacteriologischer Untersuchung entbehrlich erscheinen; zur Vergewisserung dessen, ob eine con-tagiöse Anomalie vorliegt, kann aber die Erledigung einer mikroskopischen Prüfung des Eutersecretes werthvolle Aufschlüsse geben. Man milkt das Secret am besten in sterilisirte Reagenzgläser oder Arzneifläsch-chen direct ein und verschliesst dieselben mit sterilisirtem Gummi- oder Korkpfropf; nur der Fund von Bacterien in solcher frisch und vorsorglich dem Euter entnommener Milch hat Anspruch auf Beachtung; in nicht sterilen Gefässen aufgefangene Milch, gestandene und Sammelmilch führt so vielerlei Luft- und Staubkeime, dass gewöhnlich für Diagnose von Euter-anomalien damit nichts anzufangen ist. Indess kann man, wo ganz aseptische Gewinnung der Milch nicht möglich ist, diese auch in irgend ein reines Glas einmelken und durch sofortigen Zusatz von Formalin (von einer Lösung 1 : 40 Wasser einen Tropfen auf 100 g Milch) die Weiterentwicklung von Bacterien hemmen. Derart versetzte Milch, ebenso wenn man dieselbe mit Borax-Borsäurelösung (S. 483), auf 100 g Milch 30 g, vermischt, kann monatelang aufbewahrt werden, ohne neue Bacterien-vegetationen zu bekommen und gibt dann stets, im Deckglas präparirt, noch gute Bilder der ursprünglich vorhanden gewesenen Bacterien.
Die Euterentzündungen haben je nach ihren klinisch-anatomischen Erscheinungsformen verschiedene Arten von Bacterien als Ursache; die betreffenden Species sind meist in enormer Zahl und wie in Eeincultur in dem Secrete schon im Momente des Melkens zu finden; die Deutung des Fundes im Sinne des ätiologischen Zusammenhangs ist damit einfach und leicht.
Die parenehymatöse, eiterig sclerosirende Mastitis der Kuh wird hervorgerufen durch ein Bacterium (Bacterium phlegmasiae uberis), welches eine gewisse Polymorphic bietet, indem es in Wuchsformen von runder, oblonger, kurzstäbchen- und selbst vereinzelt fädiger Gestalt auftritt, in den letzteren sind arthrospore Bildungen erkennbar; die Grosse schwankt zwischen 0,20,5 //,, bei Stäbchenförmigen von 12 ^a, Fäden werden bis 50 ,laquo;, lang. Es präsentirt sich in dem klümprigen und molkigen Secrete der acuten Mastitis bei der einfachen Färbung (nicht nach Gram's Methode); am leichtesten ist der Nachweis durch Aussaat bezw. Milchproben auf Kartoffeln, auf welchen bei Zimmertemperatur weissgraue, leicht
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Mastitis.
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schmutziggelben Ton annehmende Colonien stark prominent herangedeihen und in wenigen Tagen zu bedeutend erhabenen, glilnzenden, wachsigen Rasen sich verbreitern. Ebenso bei Aussaat auf Gelatinenährboden, welche knorpelweisse Colonien, im Stich als Nagelcultur bekommen; in steriler Milch erfolgt rapides Wachsthum mit Eintreten saurer Reaction, wobei nur ein leicht flockiger Casefnbodensatz ohne wesentliche Aussehensänderung der Milch zu Stande kommt.
Pia. 94.
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Baoterinm plilegmasiae nberis (KartofTelrelnonltur, Deokglaspräparat, vovgrösserutig etwa soo Photogranun)*
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Einbringen von Culturen in den Strichcanal eines gesunden Kuheuterviertels (mit stumpfer Canüle, Glasstab, oder auch blosses Anstreichen an die Zitzen Öffnung) ruft prompt, oft schon innerhalb dreier Stunden eine heftige, auf das Viertel beschränkte Mastitis mit auffälliger Milchabänderung und starkem collateralen Oedem hervor. Das Bacterium ist nur galactifer für das Rind pathogen, nicht für die Ziege, und veranlasst Nichts bei anderweitigem Infectionsmodus und anderen Thieren ')#9632;
Aussei- diesem hauptsächlichsten und häufigsten Mastitisbacterium sind als Erreger von Euterentzündungen noch mehrere von Kleinwesen, besonders durch schone Arbeiten von Bang, Guillobeau und Hess2), bekannt geworden, z. B, der Drusestreptoeoccus des Pferdes, ein Staphylococcus mastitidis, Galactoeoccus versicolor fulvus, albus, die man jeweils in der pathol. Milch antreffen kann, wenn man sie mikroskopisch untersucht und Culturaussaaten auf Gelatine macht.
Am wichtigsten und für Diagnostik besonders nutzbar ist der Pund von Streptokokken in der frisch abgemolkenen Milch bei Euterentzündungen.
Zumeist handelt es sich um chronische katarrhalische Euterentzündung, und zwar eine Perm, welche wogen hoher Ansteckungs-
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') Näheres s. Kitt, Lehrbuch der pathologisch-anatomischen Diagnostik für Thicrär/.tc. Verl. von Perd. Enkc. Stuttgart'1894.
'-') Sammol-Referat in den Monatsheften f. prakt. Tbiorheilk. V. Bd. 1894.
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Miistitis.
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filhigkeit und der fast regelnülssigen Folge dos Milchvorsiegens sehr gefürchtet ist (von Schweizer Thierilr/ien als gelber Galt bezeichnet), zuweilen ist die Entzündung intensiver und acut einsetzend. Es ist noch offene Frage, ob die Streptokokken, welche als Ursache solcher, thoils sporadisch, theils seuchenhaft beobachteter Euteraffection von Nocard und Mol lere au , IJang, Hess und Bourgeaud , Guillebeau, Zschokke und auch von in i r gesehen wurden, verschiedene Racen oder Arten sind; gleichviel, für die Praxis ist jeder Fund von Streptokokken überhaupt in einer frisch dem mehr oder weniger krank scheinenden Euter entnommenen Milch eine bedeutsame Sache; er verkündigt immer eine Bacterienvegetation und Anomalie, welche contagiösen Charakter besitzt. Zschokke hat mit Recht den Rath gegeben, bei allen Formen von chronischem Euterkatarrh die Milch mikroskopisch auf die Anwesenheit von Streptokokken zu untersuchen und, wenn solche vorhanden sind, die Tliiere abzusondern und von besonderen Personen melken zu lassen. Namentlich ist zu beachten, dass das Anziehen vor dem Melken (sog. Hanteln) nicht mit Händen, die mit Milch benetzt wurden, geschieht, sondern mit Fett oder Vaseline ausgeführt wird, um die Uebertragung zu vermeiden. Es ist klar, dass jener mit praktischem Blick von Zschokke erfasste Usus die Ansteckung namentlich begünstigt, weil die zum Benetzen und förmlichen Waschen der Zitzen genommene Milch die Kokken enthalten kann, an der Zitze herunterläuft und den Stricheanal inficirt.
Ein einziges mikroskopisches Präparat kann hier den wichtigsten Aufschluss und die Grundlage nützlicher Prophylaxis geben; insbesondere kommt in Betracht, dass durch den Streptokokkennachweis die Feststellung inficirter Thiere, welche noch keine sinnfälligen klinischen Symptome aufweisen, ermöglicht wird.
Die pathognomen Streptokokken sind nicht nur wegen ihrer Grosse und Form sehr leicht auf den ersten Anblick zu erkennen, sondern in der Regel in solcher Unmenge vertreten, dass man sie gar nicht übersehen kann. Schon im ungefärbten Präparate werden sie auffällig, noch evidenter aber und gleichzeitig ein sehr schönes Bild liefernd bei Gram'scher Färbung, ebenso bei einfacher Tinction am Deckglase. Es empfiehlt sich, zuerst die letztere mit Gentiana-Anilinwasser zu insceniren und das Object zu betrachten, alsdann dasselbe Deckglas noch mit Jod zur Gram'schen Färbung zu behandeln; es kann nämlich zutreffen, dass bei den Streptokokken des gelben Galtes die Gram'scho Färbung, resp. die Behandlung mit Alkohol eine Entfärbung der Streptokokken bringt (Nocard, Zschokke), die Entfärbung in Alkohol ist daher nur kurz vorzunehmen. Man begegnet den Streptokokken in sehr langen, bis zu 50 Glieder besitzenden, verschlungenen Ketten, oft sind dicke Knäuel derselben vorhanden, ausserdem kommen auch kürzere Verbände von 610 Zellen vor; die Einzelzelle ist etwa 1 ft gross. Durch Impfungen an Kühen und Ziegen ist die ätiologische Bedeutung erwiesen.
Für die bei Schafen, wie bekannt, besonders schwer verlaufende, mit Gangrän einhergehendo Mastitis, welche häufig zum Tode führt, ist durch Nocard die Aetiologie auf einen Micrococcus mastidis gangrae-nosae zurückgeführt worden. Derselbe, zu den kleinsten Kok kenarten gehörig, kleiner als das H ühn er ch oler abacte rium, ist in dem Secrete der erkrankten Euter und dem serösen Safte der infil-trirten perimammalen Regionen mit der einfachen Tinction und mit Gram-schor Färbung nachzuweisen, hat runde Form, ist isolirt, zu Vieren
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Pyelonopliritis.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 54,'i
und in Z oogloougru ppi ru n^ im Thierkürper und in Culturen vertreten. Die Züchtung gelingt sehr leicht auf allen neutralen und alkalischen Nilhrböden, das Wuchsthum ist ein überaus schnelles. Milch wird durch den Microeoecus coagulirt, Gelatine unter Trübung verflüssigt, die unbeweglichen Kokken sinken dann zu Boden dor Eeagenzgliiser; Agar bekommt opak weisslichen Hilutchenbelag; Kartoffeln einen grauwoissen bis (central) gelblichen ausgezackten ßasen.
Galaetifore Injection lässt bei Schafen über Nacht die heftigste, der natürlichen Erkrankung conforme Mastitis entstehen mit rasch tödtlichem Ende; für andere Thiere nicht pathogen (bei Kaninchen örtlich Abscesse).
Ueber das Vorkommen von Tuberkelbaci 11 en in der Milch siehe S. 521.
14. Aciio contiigiosa equi.
Die Bacterien, welche Grawitz und Dieckerhoff als Ursache der Acne cont. des Pferdes gefunden haben, erscheinen als sehr kurze (etwa halb so lang wie der Tuberkelbacillus), bis auf 0,2 ß Kleinheit herabgehendo Stäbchen, länglich ovale und runde Kügelchen in regelloser Lagerung. Obgleich dieselben leicht färbbar mit Fuchsin und besonders bei Gram'scher Methode tief schwar/blau colorirbar sind, dürfte die mikroskopische Untersuchung des Inhaltes der pustulösen Entzündungsherde und Krusten allein die speeifischen Organismen nicht mit Sicherheit erkennbar machen, da aus der Luft und mit Staub hierhin noch andere, gleichaussehende Mikrophyten genug gelangen können; dagegen ist durch ein sich anschliessendes Impfexperiment der Baeterienbefund diagnostisch verwerthbar. Schon das einfache Einreiben zerkleinerter Krusten bei demselben oder einem anderen Pferde auf die angenetzte, eventuell an einer Stelle rasirte oder abgeschorene Haut lässt, wenn die contagiöse Acne vorliegt, in ein paar Tagen unter entzündlicher Schwellung erbsen-grosse Pusteln zur Entstehung kommen. Da Kaninchen auf eine gleichartige Einreibung noch intensiver reagiren, sind sie ebenso diagnostisch brauchbar; sie bekommen eine starke Rüthung und Bautanschwellung und in dichter Gruppirung zwischen 47 Tagen kirschkerngrosse, weissgelbe Pusteln, weiterbin eine Phlegmone. Meerschweinchen erlangen von einer blossen Einreibung eine hilmorrhagisch seröse Dermatitis und in 1 bis 2 Tagen tödtlich endigende toxische Infection. Um die Bacillen in Reinheit zu sehen, ist die subeutane Impfung von Mäusen dienlich, welche Thierchen in 24 Stunden oder erst in 510 Tagen eine Pyämie hievon acquiriren und die Acnebacillen alsdann in ganzen Schwärmen in den inneren Organen und deren Abscessen vorführen.
L
15. Pyelonephritis bacillosa des Hindcs.
Für die Diagnostik dieses häufigen , wichtigen, unheilbaren Leidens des Urogenitalapparates liefert mikroskopische Prüfung des Harns ganz ausschlaggebende Kennmale in dem Nebeneinandervorhandensein von Tripelphosph at und einer bestimmten Bacillen sorte.
Der Bacillus pyelonephritidis bovis') (W. G. Johnston, En-
') Weniger gut, obgleich kürzer, ist die Bezeichnung B, renalis, da noch andere Bacillen in kranken Nieren vorkommen können.
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#9632;gt;u
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Pyelonephritis^
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derlen, Höflich) ist ein konstanter Fund schon im Harn des lebenden, mit jenem Leiden liehafteton Rindes. Da das Leiden hilufig sich der Bestimmung durch anderweitige diagnostische Beobachtung entzieht, latent verläuft, so erscheint der Nachweis der Bacillen vielfach als einziges, in jedem Falle als mit Sicherheit die Diagnose bestätigendes Hilfsmittel, um so mehr, als bei der Anwesenheit der Bacillen exact der Schluss auf eine ganz umschriebene, einheitliche Atfection, d, h. eine solche, deren anatomisches Aussehen sich vorausbestimmen lässt, gemacht werden kann.
Zum Nachweis ist in erster Linie ins Gewicht fallend die Gram'sche Färbung am Dockglase. Man kann wohl auch frisch, d. h. am ungefärbten Präparate, die Bacillen sehen, aber nicht als die specifischen erkennen, nicht nach Formmerkmalen dilferenziren, sondern wird leicht der Selbsttäuschung unterworfen sein, allerhand nonnale amorphe Abscheidungen des Harns
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Fig. 96.
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oder zufällig beigemengte Hacterien für die Pyelitisbacterien anzusehen. Das einfache Tinctionsverfahren liefert besser verlässliehe Figurenzeichnung, aber nur in Gram'scher Färbung treten die Bacillen so markant zu Gesichte, dass die Diagnostik stricte hieraus Gewinn erfährt.
Hier sieht man die Bacillen als tief schwarzblaue Stäbchen von 23,laquo; Länge, 0,7/./ Breite, an den Enden abgerundet, gleichmässig mit Farbe iraprägnirt (sporenlos), häufig etwas gekrümmt in dichtesten Haufen zusammengelagert, zumeist wie in einer Reincultur (Fig. 95). Der Nebenfund von Tripelphosphat im ganz frischen Harn ist hemerkenswerth, insofern er die Vergährung des Harns im lebenden Organismus ankündigt, das Mitvorhandensein von Leu-kocyten, Epithelien der Niere und Harnwege ebenfalls die Diagnose unterstützend, indem die entzündliche Alteration damit signalisirt wird. (Cul-turen sind zur Diagnostik überflüssig.)
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Starrkrampf.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 54.r
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10. Starrkrampf.
Bei der einfachen, unschweren Erkennung des Tetanus durch das klinische Symptomenbild kommt die Heranziehung bacteriologischer Beweismittel nur aus wissenschaftlichem Interesse ab und zu in Gebrauch. Zum Nachweis des Wundstarrkrampfs kann die Verimpfung von Wundeiter, d.' h. dem serös-zelligen oder eiterigen Secrete jener traumatisirten Stolle, welche als das Atrium der Infectionserreger des Tetanus vermuthet wird, unter umstünden recht auffallende Resultate geben. Ganz besonders giltnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;g-
dies vom Eiter aus Hufabscessen nach Nageltritten. Enthält derartiges Wundsecret die Sporen der Tetanusbacillen, so wird die Impfung ganz geringer Mengen in eine Hauttasche (am Kreuz) bei Milusen eine eminent typische Starrkrampferscheinung dieser Thierchen zu Wege bringen. Die Mäuse fangen (wenn am Kreuz geimpft), zunächst an, den Schweif ganz eigenthümlich steif auszustrecken, gerade in die Höhe, hakig abgebogen, nicht am Boden nachschleifend; dann treten Streckkrämpfe der hinteren Extremitäten ein und das Hintertheil wird durch
Contraction der Muskeln in einen Zustand der Steifheit versetzt, dass die Thierchen, die Hinterbeine gerade ausstreckend wie eine Robbe platt am Bauche liegen und nur mit den Vorderbeinen sich forthelfen; Trismus tritt nicht ein. Bei Rückenimpfung kommt zuweilen sägebockartige Steifheit aller Extremitäten, auch Opisthotonus zu Stande; unter Zuckungen, Schwerathmig-keit erliegen die Mäuse meist in 24 Tagen, manchmal schon nach 24 Stunden, manchmal erst in 50 Tagen.
Auch bei Meerschweinchen, Kaninchen, Ratten, Schafen, Ziegen und beim Pferde kann man klassischen Tetanus durch Impfung von tetanischem Wundeiter auslösen. Meerschweinchen zeigen bei Hauttaschenimpfung Streekkrämpfe und Sägebockstellung in voller Steifheit der Füsse und crepiren nach 23 Tagen, Kaninchen tonische Streckung der Extremitftt, an welcher geimpft wurde, nach und nach Starre der übrigen Muskeln, Trismus, Opisthotonus, Emprostotonus in ganz mitleiderregendem Bilde; nach 2040 Stunden erfolgt ihr Tod; ähnlich bei Ratten.
Der mikroskopische Nachweis der Tetanusbacillen gelingt nicht immer, dieselben haben das Eigenthümliche, spurlos im Gewebe zu verschwinden, wenn man sie impft (Kitasato) (die Wirkung beruht auf der Abgabe eines besonderen Giftes, welches an den Tetanussporen haftet). Doch habe ich sie in Nachgeburtsfltissigkeit aus dem Tragsack zweier Kühe, welche nach dem Gelmrtsacte Starrkrampf bekamen, leicht mikroskopisch und durch Impf'versuch constatiren können.
Die Tetanusbacillen haben die Form von Kochlöffeln oder Stecknadeln, indem sie an einem Ende eine kugelrunde Spore tragen; in der vegetativen Wnchsform sind es Stäbchen mit abgerundeten Enden (310 fi. lang), die auch zu gegliederten Fäden von bedeutender Länge (über 50,laquo;) auswachsen (Fig. 9(j). Sie gehören zu den streng anaüroben Arten und ist die Reingewinnung von Culturen aus Eiter etc. sehr schwer und eingehende Laboratoriumsarbeit erheischend, daher im Allgemeinen für thierärztliche Diagnostik nicht in Betracht kommend.
Friedbergec u, Fröhuer, KUolsohe Untersuchnngsmethoden. i. Anfl. 35
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54laquo;
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Acitiiiüiuykose.
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17. Actiiiomykose.
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Granulouie und Abscesso werden als uctinomykotische sicher erkannt durch mikroskopischen Nachweis des Strahlenpilzes. Die ohnehin theil-weise schon dem blossen Auge als gelbliche Körnchen (0,010,2 mm gross oder wie Streusand, Gries, Stocknadelköpfe, seltener Hanf-
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Fig. 97.
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körn und darüber grosse) bemerkbaren sog. Actino-
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mycesdrusen (Colonien, Verbände) werden im Eiter
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oder in dem Safte, welcher von den angeschnittenen, resp. durchschnittenen Geschwülsten sich abstreifen lässt, mikroskopisch bestimmt, indem man den Saft mit einem Tropfen concentrirter Kalilauge auf den Objectträger gibt. Schon mit schwacher Vergrösserung sind die eigenthümlichen, stark lichtbrechenden, gelblich schimmernden, rosetten-artigen Complexe von Verbünden des Strahlenpilzes er
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kennbar und die betreffenden Klumpen als Strahlenpilze
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Aktinorayces-(Iruson nadi Ostevtag.
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anzusprechen.
Bei Verwendung stärkerer Linsen gibt das Ersichtlich-
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werden der r a d i il r e n K e u 1 e n e n d e n des Pilzstockes theils an der Peripherie der Conglomerate, theils an einzelnen durch Andrücken oder Reiben des Deckglases zur Lösung gebrachten TheiLstückeu derselben die volle Garantie, dass man das Charakteristicum der betreffenden Granulome vor sich habe. Anderweitige Prüfungen, d. h. Tinutionen und Culturversuche, die hier complicirt und schwierig sind, erscheinen für die Diagnostik nicht nothwendig.
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18. Botryomykose.
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In gleicher Weise wie bei der Strahlenpilzerkrankung gibt die mikroskopische Prüfung von Eiter- oder Saftproben aus Durchschnitten Jener
Granulationen, welche bei botryomykotischer
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Dermatitis, Myositis, Puniculitis etc. oder dem Mykofibroma equi vorliegen, den Fund des charakteristischen ätiologischen Elements. Mit Kalilaugezusatz, welcher Eiter und Saftproben aufklärt und die Pilzstöcke schärfer vortreten macht, wird die einfache Untersuchung erledigt. Den Botryococcus (Botryomyces, Microc. aseoformans s. b o try ogenns) erblickt man als b r o m b e e r e n ä h n 1 i c h e Klumpen r u n d e r K o k k e n r a s e n (Fig. 08), die letzteren auch einzeln als rundliche Scheiben von
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glänzendem Ansehen und scharfen Conturen, von 510100 /i Durchmesser. Die Kokken
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selbst stecken in diesen
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Conglomeraten einer zooglaeaartig verquollenen
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Grundmasse wie die Kirschen im Kuchenteig, sind etwa 1 ,lt;/ klein und verleihen somit dem Itasen eine körnige Punctirung. Man kann auch mit Essigsäurezusatz (2lt;,/o) den frischen Eiter oder (iranulomsaft prüfen.
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Texasfieber.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 547
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19. Tcxasfieber.
Das Texasfieber des llindes (Texas fever, Southern cattle fever) ist in Europa nicht heimisch; erst in jüngster Zeit wurde die Krankheit unter einem amerikanischen Vieh trau sporte auf dem Schlachthofe in Hamburg beobachtet1).
Wenn bei solcher Importwaarc durch Todesfillle von Rindern, Erkrankung der Thiere an hochfieberhafter Hämoglobinilmie, durch den Sectionsbefund bedeutenden hyperilmischen Milztumors, Ecchymo-sirung des Herzens, Gallenstauung, Anwesenheit blutigen Harns in der Harnblase und Hämatolysis Verdachtsmomente für das Vorhandensein jener amerikanischen Heerdenkrankheit sich ergeben, so kann die mikroskopische Blutuntersuchung, wie Smith gelehrt hat, die Diagnose festigen.
Man macht ein Deckglaspräparat des Blutes specioll am lebenden Rinde über Blutstropfen, welche durch Einstich oder Incision aus der Haut gewonnen wurden. Der Blutstropfen muss schleunigst auf das Deckglas gebracht und dort mit der Kante eines zweiten Deckglases sogleich zu dünner Schicht ausgestrichen werden. Man lässt nun das Präparat lufttrocken werden und zieht es durch die Flamme wie ein zu ßacterienuntersuchungen bestimmtes (besser ist es nach Smith, wenn man das Deckglas in trockener Luft einer Temperatur von 110120 quot;C. 1 bis 2 Stunden aussetzt). Alsdann wird durch Auftropfen oder durch Einlegen in ein Blockschälchen die Blutschicht '/s2 Minuten lang in Löffler's Methylenblaulösung gefärbt; man kann auch einfach wässerige Methylen-blaulüsung verwenden, rauss aber diese länger einwirken lassen.
Hernach wäscht man das Präparat in Wasser, taucht es auf einen Augenblick in eine l0/oige Lösung von Essigsäure und wäscht nochmals mit destillirtem Wasser. (Wenn man die Essigsäure zu lange darauf lässt, wird zu viel entfäi-bt.) Nunmehr kann das Deckglas mit dem anhängenden Tropfen Wassers auf den Objectträger zur Besichtigung gebracht werden, oder man montirt es in Balsam.
Der Angelpunkt der mikroskopischen Untersuchung ist die Con-statirung der protistischen Erreger der Krankheit, des von Theob. Smith entdeckten Pyrosoma bigeminum (vergl. Eig. 99) und der progressiven Oligocythämie, Megalocythämie und Poikilocythämie des Blutes2).
Die Mikroparasiten der Krankheit sind bei 500lOOOfacher Vergrösse-rung sichtbar als runde, eiförmige oder birnförmige, ja zu Zweien im Innern der rothen Blutzellcn liegende Körperchen von '/v2i). Breite, 24 ji, Länge; manchmal sind 3 oder 4 in einer Zelle ansässig. Die birnförmigen sind mit den spitzen Enden häufig einander zugekehrt oder durch einen feinen Faden verbunden und finden sich reichlich bei der acuten Erkrankung (im Sommer). Im Anfang der Krankheit sind 0,5l0/laquo;, kurz vor dem Tode 510500|(i, in der Leber und dem Herzfleisch bis zu 800/o der Blutzellen davon besetzt. 5(i Stunden nach dem Tode findet man meist nur kugelige Formen, ebenso sind bei mildem Verlauf (im Herbst) die birnförmigen selten, dafür aber zahlreich, B50quot;'n, kugelige,
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') Schleswig-Holstcincr Mittheilungen fürThierärzte 1. Jahrg. Heft 12. 1894. a) 18. a. lii. Jahresbericht des Bureau of animal industry 1891/92. U. S. Department of Agriculture Washington D. C. 1893.
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Texasfiebor.
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kokkeniihnliche Gebilde zugegen, welche meist nahe an der Peripherie der Erythrocyten liegen.
Die Verminderung der Zahl und die Destruction rother Blutzellen als Effect der Purasiteninvasion ist sehr aufttlllia:. Wahrend man
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Fig. 99.
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Pyrosoma Ingemiuum nach Sinitli,
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bei gesunden Rindern in jedem Cubikmillimoter Blut mindestens 5 Millionen, auch 68 Millionen Blutzellen zählen kann, sinkt deren Zahl bei Vorliegen des Texasfiebers auf 3, 2,/2l'/j Millionen. Zugleich beobachtet; man Formabweichungen der Blutzellen. Die normalen Erythrocyten haben einen Durchmesser von 4 6 |j.; beim Texasfieber trifft man ver-grösserte, mit 810 n Durchmesser (Macrocyten) zu 10400/u, ferner kernhaltige Blutzellen (Hämoblasten) so zahlreich im circulirenden Blute, dass sie 50/o des Zellenbestandes ausmachen. Auch bizarre Gestalten (Poikilocyten) und granulirte rothe Blutzellen, welche 520 kleine färbbare Körner enthalten, treten auf.
Bei öfterer Entnahme von Blutproben sieht man, wie von Tag zu Tag das Blut zellärmer wird und kann andererseits den Eintritt von Genesung an der Blutbescbaft'enheit ablesen.
Anstatt der Färbung am Deckglas lässt sich auch eine frische Untersuchung der Blutstropfen vornehmen; zur Vermeidung von Kunst-producten und Schrumpfungen, welche eine Poikilocytose etc. vortäuschen, muss der frische Blutstropfen rapid mit einem Tropfen 0,60,80/niger Kochsalzlösung auf den Objectträger verbracht und nach sofortigem Auflegen des Deckglases ein Paraffinring um die Kanten des letzteren gezogen werden. Die Pyrosomen erscheinen dann als helle, vacuolenähnliche Flecken in den Zellen.
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Absoblingen, gestörtes 261.
Abzeichen 10.
Acarusaussclilag 48.
Aearusmilbo 43.
Aceton im Harn 401.
Aebselai-terie 63.
Acne eontagiosa equi, ihre bacteriolo-gisobe Diagnostik 543.
Actinomykose, ihre bacteriologisehe Diagnostik 54().
Äeohzen 270.
After (und Umgebung) 306.
Albuminurie 378, diagnostisclie Bedeutung 382, Pathogoneae 383.
nbsp; nbsp;physiologisohe 382. Alter U.
Ammoniak im Harn 402. Ammoniak-Magnesia, phosphorsaure, im
Harn 400. Amyloidniere 426. Anämie 460.
nbsp; nbsp;]ierniciöse 4üi). Anästhesie 460. Anamnese 6.
Anatomie, topugraphisehe, der Brustwand in ihrer Beziehung zur Percussion der Lunge 208.
nbsp; nbsp; der Lungen im Allgemeinen 209.
nbsp; nbsp; der Lunge beim Hund und der Katze 212.
----------------------Huhn 218.
-----------------------l'ferd 210.
nbsp; nbsp; Schwein 212.
nbsp; nbsp; Wiederkäuer 211. Anurie 358.
Apoplexie 440. Appetit, alienirter 258.
nbsp; auf Futter 257. --------Wasser 258.
Artorienpuls, dessen graphische Darstellung 62.
Arzneimittel im Harn, cheniischer Nachweis derselben 402.
nbsp; färbende, im Harn 364. Aacitcs 333.
Ataxie 449.
Athomfrequenz 118, Untersuchungs-
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methode 118, normale Athem-frequenz 118, krankhaft beschleunigte Athemfrcquenz 120, krankhaft verlangsamte Athemfrequenz 122.
Athemnoth 133.
Athmungsbewegungen 122, Rbyth mus derselben 128, Intensität 124.
nbsp; nbsp;anormale Verhältnisse 126. Athmungsgeräusche 129, normale 129,
nbsp; nbsp;abnorme 130, schniebende oder schniefende 130, schnarchende 131,
nbsp; röchelnde 131, pfeifende 131,
nbsp; rasselnde 182.
nbsp; nbsp;auscultirbare, der Lunge 224, vesi-culäres Athmungsgeräusch 228, bronchiales Athmungsgeräusch 229, am-phorisches Athmungsgeräusch 231,
nbsp; nbsp; unbestimmtes Athmungsgeräusch 231, Rasselgeräusche 232.
Athmungstypus P27, beim Menschen
128. Aufblähen der Wiederkäuer, acutes 331.
nbsp; nbsp; chronisches 831. Aufregung 456.
Augen, Untersuchung 461, ßulbua
461,nbsp; nbsp;#9632; Lider 461, Conjunctiva 461. Cornea 461, Augenkammer, vordere 402, Pupille 462, - Iris 462, - Linse
462,nbsp; nbsp; Glaskörper 462, Sehnerven-scheibe 462. Retina 462, Parasiten im Auge 402. Panophthalmie 462.
Augenausfluss 51.
Ausathmungsluft 139, Temperatur derselben 139, Stärke des Luft-stromesl39, Geruch derAusathmungs-luft 140.
Auscultation des Herzens lt;X7, Unter-suchungsmethode 87.
Auscultation der Lungen 221, Historisches 221, Methoden der Auscultation 221.
Auswurf 176.
Backen 249.
Bacteriologisehe Untersuchungen 476.
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Alphabetisches Sachregister.
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Baucheingeweide, ihre Topographie beim Fleischfresser (Hund) 286.
----------------Huhn (Geflügel) 290.
Pferd 270, Magen 274, -- MÜZ 274, Leber 274, Bauchspeicheldrüse 275 , Darmrohr 275.
nbsp; nbsp; Schwein 284.
nbsp; nbsp; bei den Wiederkäuern 278, Inhalt der linken Bauchhälfte 280, -- der rechten Bauchhälfte 281.
Bauchfelluntersuchung 321. Bauchhöhle, ihre Topographie beim Fleischfresser (Hund) 28(5.
----------------Pferd 270.
----------------Schwein 284.
nbsp; nbsp; bei den Wiederkäuern 278.
liauchhöhlenuntersuchung 321, Allgemeines 321, Adspection 322, Palpation 323, Percussion 325. Auscultation 825, Function 326,
nbsp; nbsp;Mensuration 320, Differentialdiagnose der intraperitonealen Flüssigkeitsansammlungen 326.
Beckenarterie 63.
Beckeneingeweide, ihre Topographie beim Fleischfresser (Hund) 344.
----------------Huhn (Geflügel) 347.
----------------Pferd 334.
nbsp; Schwein 342.
----------------Wiederkäuer 339.
ßeckenhöhle, ihre Topographie beim
Fleischfresser 344.
----------------Pferd 334.
----------------Schwein 342.
#9632; #9632; Wiederkäuer 339.
Bewegungsapparat, Untersuchung desselben 435.
Bindehaut des Auges 17, l'nter-suchungsmethode 47, abnorm blasse Färbung 48, abnorm höhere Rötho
49,nbsp; blaurothe, cyanotische Färbung
50,nbsp; gelbe, icterische Färbung 50,
nbsp; nbsp;Blutungen in die Bindehaut 51.
nbsp; Schwellungen derselben 51, Blick 457.
Blödsinn 459.
Blut, abnorme Beimengungen 469.
nbsp; nbsp;Gerinnbarkeit desselben 466.
nbsp; nbsp;Untersuchung desselben 405, Blutgewinnung hiezu 465, makroskopische Blutuntersuchung 466, mikroskopische Blutuntersuehung 466.
Blutbestandthcile, normale 466. Blutfarbe 466.
Blutkörperchen, rothe, Verminderung derselben 467.
nbsp; nbsp; Formveränderung derselben 468.
nbsp; weisse, Vennehrung derselben 467. Blutkörperchencylinder im Harn 421. Botryomykose, ihre baeteriologische Diagnostik 546.
Brenzkatechin im Harn 401.
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Bronchialkatarrh 237. Bronchiectasien 221. Brustseuche der Pferde 114.
nbsp; ihre baeteriologische Diagnostik 539.
Carotis 63.
Cerebrospinalmeningitis 463.
Cheyne-Stokes'sches Athmungsphänomen 124.
Chloride im Harn 397.
Chorea 464.
Chylurie 364.
Circulationsapparat 53.
Constitution 15.
Cruralislähnuing 448.
Cylinder im Harn 418, Kalkoylinder 418, Epitholcylinder 419, granu-lirte Cylinder 420, hyaline Cylinder 421, colloide Cylinder 421, Blutkörpcrchencylinder 421, Hämo-globincylindcr 421.
Cylindroide 418.
Cystin im Harn 402.
Cystitis 426.
Darm, Untersuchung 304.
nbsp; beim Fleischfresser 305. -----------Pferd 304.
nbsp; Schwein 305.
nbsp; bei den Wiederkäuern 304. Darmcatarrh, acuter 831.
nbsp; nbsp;chronischer 331.
nbsp; Harnbeschafteiiheitbei demselben 426. Darmentleerungen 312.
Darmgase 321. Dermanyssus aviura 46. Dermatocoptesräude 40. Dermatophagusräude 40. Dermatoryktesräiule 40. Diagnostik, specielle, der Blutkrankheiten 469.
nbsp; nbsp;#9632; Krankheiten des Digestionsapparates 330.
nbsp; nbsp; durch die Harnuntersuchung nachweisbaren Krankheiten 426.
nbsp; nbsp; Hautkrankheiten 88.
nbsp; #9632; Herzkrankheiten 96.
nbsp; nbsp; acuten fieberhaften Infections-krankheiten 112.
nbsp; baeteriologische, der einzelnen In-fectionskrankheiten 505.
nbsp; nbsp; der auscultirbaren Krankheiten der Lunge 237.
nbsp; percutirbaren Krankheiten der Lunge 218.
-----------Krankheiten des Nervensystems
403. -------auscultirbaren Krankheiten der
Pleura 237.
nbsp; nbsp;- percutirbaren Krankheiten der Pleura 218.
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Alphabetisches Sachregister.
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551
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Diagnostik, specielle, der Rotzkmnkheit mittelst Maliein 530.
nbsp; nbsp; Tubei'CulosemittelstTuberoulin 622.
Diazoreaotion im Harn 401. Digestionsappanit, Untereuchung 239. Drehbewegung 44B. Drehkrankheit beim Selmfe 4Ü3. Druse 112.
nbsp; nbsp;ihre bacteriologiache Diagnostik 580. Dyspnoe 133, Dyspnoti im weiteren
Sinne 134, inspiratoiische Dyspnoe 134, exspiratorische Dyspnoe 136, #9632; gemisebte Dyspnoe 138. Dysurie 351.
Echinokokkenkrankheit der Leber 333.
Eierstöcke 431.
Eiweiss, chemischer Nacli'weis im Harn
380. Biweissarten im Harn 378. Eiweissreactionen, diverse des Harns 381. Eklampsie 464. Ekzem 38. Endocarditis, acute 97.
nbsp; nbsp;chronische 97. Enuresis 353. Epidermis 20. 28. Epilepsie 464.
Epithelcylinder im Harn 419. Epithelzellen im Harn 411. Erbrochen 264, pliysiologisehes 264,
klinische Erscheinungen beim Hrech-act 265, diagnostische Bedeutung 266.
Erbrochenes 268.
Ernährungszustand 14.
Euter 431.
Exantbeine bei Int'ectionskrankheiten 86
nbsp; nbsp;toxische 36. Exploratio per rectum 307. Exsudate, Untersuchung derselben 470
471.
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Gebrauchszweck der Thiere 12. Gefliigelcholera, ihre bactiriülogiscln-
Diagnostik 514. Geflügeltyphoid 113. Gehirnblutung 463. Gehirndepressionserscheinungen 457. Gehirnentzündung 463. Gohirnhyperämie, active 463.
nbsp; passive 403.
Gehirnkrärapfe 439, acute 439, chronische 440.
Gehirnkrankheiten, unphysiologische Nahrungsaufnahme dabei 262.
Gehirnreizungserscheinungon 456.
Gehirntumoren 463.
Gehör 462.
Gelenke, Beschaffenheit derselben 450.
Geräusch des fallenden Tropfens 235.
Geräusche, peristaltische, in der Brusthöhle 23amp;.
Geruch 462.
Gesammthabitus 13.
Gesohlecht 10.
Gescblecbtsapparat, Untersuchung 334. 427.
Geschlechtsorgane, männliche, anatomische Lage beim Fleischfresser (Hund) 345.
nbsp; nbsp; -- Geflügel 347.
- - - Pferd 337.
nbsp; nbsp; _ . Sehwein 343.
_------------------Wiederkäuer 340.
Untersuchung 428. 432.
nbsp; nbsp;weibliche. anatomische Lage beim Fleischfresser (Hund) 346.
nbsp; nbsp; Geflügel 348. -----------------------Pferd 338.
nbsp; nbsp;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Schwein 343.
nbsp; nbsp; Wiederkäuer 341.
nbsp; nbsp; Untersuchung 427. 428. Geschlechtstrieb 432.
nbsp; nbsp;erhöhter 433.
nbsp; nbsp;verminderter 433. Geträukaufnahme 256.
Gewebe, bacteriologiscbe Untersuchung
470. Glatzflechte 44. Grosse der Thiere 11.
Haarausfall 22. Haarfarbe 10. Haarkleid 20. Haavlinge 46. Haarwechsel 21.
Hämatoidinkrystalle im Harn 410. Hämoglobinarten im Harn 384. Hämoglobincylinder 421. Hämoglobinurie. diagnostische Bedeutung 387. Hallucinationon 457. Haltung der Thiere 437. Harn 359.
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Facialislilbmung 447. Farbe der Thiere 15. Favusausschlag 45, -Federlinge 46. Fieberstadien 110. Fiebertypen 107. Fieberverlauf 110. Fussräude 40. Futteraufnahme 256.
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beim Huhn 45.
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Gähnen 270.
Gallenfarbstolle im Harn 388, Nachweis 388, diagnostische Bedeutung 390.
Gallensäuren im Harn 391.
Gang der Thiere 437.
Gastritis, traumatische, des Rindes 331.
Gaumen 248.
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Alphabetisches Sachregister,
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Huniiibsatz 351, Art und Weise desselben 351, Hiinfigkeit 854, normaler Hnrnabsatz 354, abnorm häufiger Harnabsatz 354, abnorm seltener Hainabsatz 355.
nbsp; Consistenz 8(J9, normale 370, iibnorme 370.
nbsp; Durchsichtigkeit3ü4, normaleDureh-sichtigkeitsverhältnisse des Pferdeharns 305, des Rinderharns 306, des Fleischfresserharns 307, abnorme DurchsichtigkeitsverhiUtnisse d. Pferdeharns 307, des Harns der übrigen Hausthiere 309.
nbsp; Farbe359, Allgetn eines ttber Farben-bestimmung 359, Harnfarbstoffe 300,
nbsp; normale Harnfarben 361, pathologische Hamfarben 362, milch-weissor Harn 304.
nbsp; Geruch 371, normaler iieruch 371,
nbsp; nbsp;abnormer Geruch 371.
nbsp; Geschmack 371.
nbsp; Gewicht, speeiflsches 371 , Bestimmung 371, normales spec. Gewicht 372, abnormes spec. Gewicht 372, Angaben der Autoron über das spec. Gewicht 373.
nbsp; Hilutchenbildung 364.
nbsp; Krystalle 404.
nbsp; Menge 355, Gewinnung der Harn* menge 355, normale Harnmenge 356,
nbsp;- verschiedene Angaben der Autoren darüber 357, verminderte Harnmengo 358, vermehrte Harnmengo 359.
nbsp; Prüfungdesselben auf Arzneimittel402,
nbsp; Chloride 397, diverse Harn-bestandtheile 399, Kiweiss 378, Gallenfarbstoffe 388, Hämoglobin 384, Indican 397, Phosphate 398,
nbsp; Traubenzucker 391.
nbsp; Reaction 374, Prüfung 374, normale Harnreaction 375, abnorme Harnroaction 370, Reaction des Harns im Fieber 378.
nbsp; Schleimgehalt 417.
nbsp; Sediuientbildung 304.
nbsp; Trübung desselben 304.
nbsp; Zellen in demselben 411, Kpithel-zellen 411, weisso Blutkörperchen 413, rothe Blutkörperchen 415, sonstige zellige Harnelemente 421.
Harriapparat, Untersuchung desselben
334. Harnblase, l.'ntersuchung derselben 424,
nbsp; beim Pferd und Rind 424, bei den kleineren Hauslhieren 424.
Harnoylinder 418. Harndrang 352.
Harnorgane, anatomische Lage beim Fleischfresser (Hund) 344.
----------------Geflügel 347.
---------------Pferd 336.
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Harnorgane, anatomische Lage beim
Schwein 342. ------- Wiederkäuer 339.
nbsp; Untersuchung derselben 422. Harnröhre, Untersuchung 425. 433. Harnsäure 400.
nbsp; und ihre Salze, krystallisirt im Harn 409.
Harnsecretion. aufgehobene 358.
Harnsteine, chemische Untersuchung derselben 403.
Harnstoff 399.
Harnuntersuchung350, Geschichtliches 349, physikalische Untersuchung 859,
nbsp;chemischo378, mikroskopische 403. Harnverhaltung 352.
Harnzwang 852.
Haut 17. 22, Röthung derselben 19,
nbsp;Temperatur 23, Feuchtigkeitszustand 25, Umfangsvermehrungen 28,
nbsp; Zusammen hangstrennungen 34, besondere pathologische Krscheinun-gen der Haut von allgemeinem diagnostischem Werthe 35.
Hautausdünstung 38.
Hautblutungen 36.
Hautemphysem 32.
Hautentzündung 38.
Hautfarbel?, blasse 19,blaurothel9,
nbsp;oyanotische 19, gelbe 20. ikte-rische 20.
Hautfarben, abnorme 18. Hautnarben 37. Hautödem 28. Hautpigmentirung 17. Hauttempera tu r 23. Helminthiasis 332. Herpes tonsurans 44. Herz 60.
nbsp; nbsp;Aushorchen 87.
nbsp; Lage 00, Lage des Herzens im Allgemeinen 60 , beim Pferd 07, Rind 08, bei den kleinen Wiederkäuern 09, heim Schwein 69, Hunde 70, bei der Katze 70, beim Huhn 71.
ITerzdämpfung 81. 84.
nbsp; beim Menschen 82.
nbsp; normale bei den einzelnen Thier-gattungen 84, beim Pferd 84, Rind 85, Hund 85, Schwein 80, Geflügel 80, bei Schaf und Ziege 85.
Herzdilatation 96.
Herzgegend 72. Besichtigung 72, Betastung 73, (üntersuchungs-methoden hiebei 73, ) Beklopfung 80, (Untersuchnngsmetlioden 80),
nbsp; klinische Bedeutung 82. Herzgeräusche 93.
nbsp; fühlbare 79. Herzhypertrophie 90. Herzkrankheiten, Percussion bei deiis.86.
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Alpbabotisohes Saoliregister,
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653
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Heraleerheit 81. 82.
Hewpercussion 80, - klinische Bedeutung 82. Heraruptur 97.
llerzstoss 7-1.
nbsp; krankhaft abgesohwtlohtei' 78.
nbsp; normaler 74.
nbsp; bei den verschiedenen Thiergattungen 75, beim Pferd 75, Rind 76, Hund 71;, Schwein 70 bei Schaf und Ziege 70, beim Geflügel 77.
nbsp; nbsp;krankhaft verstärkter 77.
nbsp; Verschiebung desselben 78. Herztöne 88.
nbsp; bei den einzelnen Thiergattungen 91, beim Pferd 91, Itind 91, Schaf 91, - Hund 91.
nbsp; Klang derselben 91. 92.
nbsp; Spaltung derselben 91. 93.
nbsp; Stärke derselben 91. 92.
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Kalk im Harn 402.
nbsp; kohlensaurer, krvstallisirt im Harn 404.
nbsp; oxalsaurer, krystallisirt im Harn 405.
nbsp; schwefelsaurer im Harn 407 Kalkbeine 43. Kalkcylinder 418. Kamm, weisser 45. Katalepsie 404. Katarrlialtieber, bösartiges, des Rindes
Kauen, Störungen daselbst 259.
Kehlgang 102, diffuse Schwellungen ^ 100.
Kehlgangsdriisen, umschriebene Schwellungen derselben 168.
Kehlkopf 177, ftussere Untersuchung 177, innere Untersuchung 179.
Kiefer 249.
Kieferhöhle 158.
Klappenfehler 97.
Klauenseuche 115.
Knochen, Beschaffenheit derselben 450.
Körperbau 13.
Körpertemperatur, innere 99, Allgemeines 99, Abnahme der Temnera-tur 100. 101.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; '
floberhaft gesteigerte 105.
,-------normale der Haustbiere 102,
verschiedene Angaben darüber 104.
nbsp; subnormale 111. Körperzustand, allgemeiner 13. Kohlensäure im Harn 402. Koma 459. Koth 312, -- Consistenz 315, Form
315, Menge 314, Farbe 310, #9632; Ueberzug 318, Geruch 318, Reaction 319, makroskopische Untersuchung 319, mikroskopische Untersuchung 320.
Kothabsatz 313, Art und Weise desselben 313, Häufigkeit 314.
Krämpfe 439, -- eklamptische 439, -epileptiforme 439, epileptische 440,
nbsp; choreatische 442, kataleptische 442, klonisohe einfache 441, tetanische 441, tonische 441.
Kreatinin im Harn 401. Kreisbewegung 443. Kropf des Geflügels 250. Kropfkatarrh 331.
Lahmung des N. cruralis 448.
nbsp; nbsp; facialis 447.
nbsp; ischiadicus 448.
nbsp; radialis 448.
nbsp; suprasoapularis 448. -----------tibialis 448.
nbsp; trigeminus 447. Läuse 45.
Laryngoskopie 179.
helier, Untersuchung 327, - Allgemei-
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Hinterleib 270, Besichtigvm
Betastung 296, Beklopfun
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293, 297,
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Aushorchung 297. Hippursänre 400.
nbsp; krystallisirt im Harn 410. Hörrohr 223.
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1 lornzapfenhöhle, Unterauchunj
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158.
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llosenpisser 353. Husten 168, Kigensclial'ten desselben
172, diagnostische Bedeutung 174, künstliehe Erzeugung 174, physiologische Bemerkungen 168, Krankheitsursachen, welche Husten hervorrufen 109.
Hydrämie 470.
Hydrocepluilus, chronischer 463.
Hydiotborax 220.
Hyperästhesie 454. 4G0.
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Icterus 332, 420.
Impfungen, diagnostische 495. Zweck 495, Methoden 499, cutane Injection 409, subcutano Impfung 600, intramnsknläro Injection 601, mtraperitoneale Impfung 501, intravenöse Impfung 602, Injection in die Vorderaugenkammer 502, mtracranielle Impfung 503, Inhalationsversuche 503, galaktifere Injection 503, intrathorakale Impfungen 503, intratracheale In-jectionen 503, Pütterungsinfeotion 503.
Impotenz 433.
Incontinentia urinae 353.
Indican im Harn 398, Bedeutung desselben 398, Nachweis 398.
Indigoblau im Harn 304.
Influenza der Pferde 114.
Ischiadicnsliilimung 448.
Ischurie 352.
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554
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Al|iliabftisclios Sachregister
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ncs 327, Percussion 327, Palpation 327.
Lcbcrabsccss 333.
LeberciU'cmorn 333.
Lebercirrhdse 332.
Leberegelseuche dor Sohafe 333.
Leberentzttndung, acute 833.
Lebcrhyperllmie 333.
Leberruptur 333.
Leucin iin Ham 402.
Leukämie 467. 470.
Leukooytose 4()7.
Lippen 244.
Luft, ausgoathmoto 139.
Luftröhre 184, Adspeetion und Palpation 184, Auscultation 185.
Luftsack, Untersuchung 101, ftussere Besichtigung 161, Palpation und Percussion 162, Katheterisationl62.
Lungencavcrnen 221. 238.
Lungenompbysein 220. 238.
LungeidiyperU.raie 233.
Lungenödem 221. 238.
Lungenseuche 115.
Lymphdrüsen, Untersuchung 166, Kx-stirpation zu diagnostischen Zwecken 166.
Mögen, Untersuchung Leim Kind 300. 301.
nbsp; nbsp; bei den kleinen Wiederkäuern 302.
Magen, Untersuchung 299.
nbsp; nbsp; beim Fleischfresser 302. -------------Pferd 299.
nbsp; nbsp; Schwein 303. Magendarmentzündung 332. Magendarmkatarrh, chronischer 331. Magen- und Darmgeschwüre 332. Magenkatarrh, acuter 881. Mallcinprobe 530. Manögcbewegung 443. Mastdarm 306. Mastitisbacterien 540. Maulgrind 44.
Maulhöhle 239, Untersuchungsmctho-den 239, Temperatur 241, Geruch 243, abnormer Inhalt 250, Speichelsecretion 242.
Maul- und Klauenseuche 115.
Metbiimoglobin, Nachweis im Harn 386.
Milch, Untersuchung 473, Allgemeines 473, makroskopische Untersuchung 473, Menge 473, Consistenz 474, Farbe 474, Gosclimack 475, Geruch 475, Reaction 475, mikroskopische Untersuchung 475, abnorme zeitige Bestandtheile 475.
Milz 329.
Milzbrand 113.
nbsp; nbsp;seine bactoriologische Diagnostik 505.
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Milzentzündung 333. Muskelatrophie 449, diagnostische Bedeutung 449. Muskelgeräusch 235. Muskolkräinpfo 439. Muskellähmungen 444, cerebrale 445,
nbsp; spinale 440, periphere 447. Muskeln, Beschaffenheit derselben 438. Muskelschwäche, allgemeine 445. Muskelzittern 442. Muskelzuckungen, fibrilläre 442. Myocarditis 97.
Nahrungsaufnahme, unphysiologisohe bei
Gohirnkrankhoiten 202. Nase, Untersuchung 147, äusserliche
Besichtigung der Nase 147. Nasenausfluss 141 , Allgemeines 141,
nbsp; nbsp;Einseitigkeit 142, Menge 142,
nbsp; nbsp;Farbe 143, Consistenz 144, Geruch 145, fremde Beimengungen 145, mikroskopische Untersuchung 146.
Nasenhöhle, Untersuchung 147, innere Besichtigung der Nasenhöhle 148, mit unbewaffnetem Auge 148, diagnostische Bedeutung 155.
Nasenschleimhaut, Betastung derselben 150.
Nasenspiegel 150.
Nasentubus 152.
Nationale der Thiero 9.
Nebenhöhlen der Nase 147. 158. äussere Besichtigung 158, Palpation und Percussion 159, Trepanation 161.
Nephritis, acute parenehymatöse 420.
nbsp; nbsp;chronische parenehymatöse 420.
--------interstitielle 426.
Nervensystem, Untersuchung 452,
anatomische und physiologische Vorbemerkungen 452, Grosshirnrinde 452, Verbindungsbahn 454, Vierhügel 454, Kleinhirn 454, verlängertes Mark 455, Kückemnark 455.
Nesselausschlag 89.
Nesselfieber dos Schweins 8'.).
Nieren, Untersuchung 422, beim Pferd und Rind 422 , bei den kleineren Hausthieren 423.
Nioronhyperämie, active 420.
Niesen 132.
Oedein, malignes 114.
nbsp; nbsp; seine hacteriologischo Diagnostik 512.
Oesophugitis 330. Ohnmacht 458. Ohrmude 40. Oligocythänüe 467. Oligurie 358. Oxalsäure im Harn 401.
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Alphabetisches Sachregister.
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555
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Pansen heim Rind, Untersuchung 300.
Panscniiberfüllung 331.
Penis 432.
Percussion (der Brustwand) 188, Historisches 188, Definition 188, Methoden der Percussion 189, Instrumente für die Percussion 191, Schall Verschiedenheiten 193, Regeln für die Ausfuhrung der Percussion 204,
nbsp; Gefühl des Widerstandes unter dem Hammer 204.
nbsp; topographische, der Lunge 208. Percussionsergebniss bei Krankheiten der
Lunge 218, - der Pleura 219, bei Herzkrankheiten 86.
Percussionssclmll (der Lunge) 193, normaler, lauter 194, (seine Ausdehnung bei den einzelnen Thiergat-tungen 218, ) gedämpfter 195, dumpfer 195, überlauter 199, tympanitischer 199, metallischer 202, Geräusch des zersprungenen Topfes 203.
Pericarditis, traumatische, des Rindes 97.
nbsp; der übrigen Thieve 97. Peritonitis, acute 333.
nbsp; chronische 433. Peteohialfleber 112.
Pferdepocke, englische (kanadische) 45.
Pharyngitis 330.
Phenol im Harn 401.
Phosphate im Harn 307.
Pleuritis 219. 238. 426.
Pneumographie 127.
Pneumonie, catarrlialischo 219. 238.
nbsp; ovoupöse 218. 238. 420. Pneumothorax 220. 238. Poikilocytose 461. 468. Polyurie 359. Präputium 432.
Puls 53 , Methode der Abnahme 53,
nbsp; normaler Puls gesünder Thiere 54,
nbsp; verschiedene Angaben der Autoren über normale Pulsfrequenz 56, abnormer Puls kranker Thiere 58.
Pyämio 112. Pyolonepliritis 426.
nbsp; bacillosa des Rindes, ihre bacterio #9632; logische Diagnostik 543.
Pyopneumothorax 238.
Rachenhöhle 250, äussere Untersuchung 250, innere Untersuchung 251.
Radialislähmung 448,
Räudemilben 40. 43.
Rasse 11.
Rasselgeräusche 232, klingende 235,
nbsp; metallisch klingende 235. Rauschbrand 114.
nbsp; nbsp;seine bacteriologische Diagnostik 513. Refloxkrämpfe 441.
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Reibungsgeriiusch der Pleura 230.
Reitbahnbewegung 443.
liospirationsapparat 117.
Rhino-Laryngoskop 155, Einführung 182, Uebersichtsbild 182, diagnostische Bedeutung 184.
Rhonohi 232.
Rinderpest 116.
Rinderseucho 113.
Rollbewegung 443.
Rothlaufseuche der Werde 114.
Rotz, acuter 115.
Rotzkrnnkheit, ihre bacteriologische Diagnostik 527.
Rückenmarksentzündung 464.
Rückenmarkskrämpfo 441.
Rülpsen, Störungen hierbei 264.
Samenstrang 432.
Sarcoptesräude 39.
Schädel, Untersuchung 455, Adspcc-tion 455, Palpation 455, Percussion 456.
Schafpocken 115.
Scham 429.
Scheidenausfluss 428.
Scheidenschleimhaut 429.
Scheidenspiegel 430.
Scheidentemperatur 101.
Schema dermethodischen Untersuchung 2.
Schleimhäute, sichtliche 47. 51.
Schluchzen 132.
Schlund 253, anatomische Vorbemerkungen 253, Untersuohungsmetho-den 253, #9632;#9632; äussere Untersuchung 253, Sondenuntersuchung 255.
Schlunderweiterung 330.
Schlundkrampf 331.
Sohlundlähmung 331.
Sohlundverengerung 330.
Schlundzerreissung 331.
Schmerzäusserungen 459.
Schreckhaftigkeit 450.
Schrumpfniere 420.
Schüttelfrost 111.
Schwefelsäure im Harn 402.
Schweinepest 113.
nbsp; ihre bacteriologische Diagnostik 516. Schweineseuche 113.
nbsp; ihre bacteriologische Diagnostik 518. Schweissbildung, gesteigerte 26.
- verringerte 28. Schwerathmigkeit 133. Schwindel 458. 464. Scrotum 433. Secrete, bacteriologische Untersuchung
476. Sehnen, Beschaffenheit derselben 451. Schnemeflexe 451.
Sensibilität, Untersuchung derselben 459. Sensorium, Benommenheit desselben 457. Septikämie 112.
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A
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55C
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Alphabotisohes Saeliregistor.
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Septikämie, hilmorrhagische, ihre bac-teriologische Diagnostik 514.
Seufzen 132.
Signalement dor Thiero 0,
Shigultus 132.
Sinnesorgane, Untersuchung derselben 461.
Sopor ihd.
Speichelfiuss 243.
Speichelsecrotion 242.
Spbygmographie 62.
Spitzonstoss des Herzens 72. 74.
Stäbchenrothlauf der Schweine 113.
nbsp; seine baoteriologische Diagnostik 515.
Starrkrampf, seine bactoriologische Diagnostik 545. Staupe der Hunde 112.
nbsp; nbsp;- Pferde 114. Stauungsniore 426. Steissriiude 40. Stellung der Thiere 435. .Stethoskop 223. Stimme 177.
Stirnhöhle, Untersuchung 158. Stöhnen 270. Stomatitis 330.
nbsp; contagiosa pustulosa cquorum 115. Strangurie 351.
Subcutis 17. 22. Succussionsgerilusch 235. SuprascapularisUUnuung 448.
Teigmaul 44.
Temperament 16.
Tetanie 442.
Tetanus 545.
Texasfieber 547.
Thermometer 99.
Thermometrie 99.
Thiergattung 9.
Thierimpfungen, diagnostische 470.
Thorax 185, Inspection 185, Palpation 186, Messung des Umfanges 187, - Percussion 188.
Tibialislilhmung 448.
Tinea favosa 45.
nbsp; galli 45. Tobsucht 457. Traberkrankheit 464.
Transsudate, Untersuchung derselben 470.
Traubenzucker im Harn 391, Eigenschaften desselben 392, qualitativer Nachweis 393, quantitativer Nachweis 396.
Tremor 442.
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Trichophyton tonsurans 44.
Trigeminusliilimung 447.
Tripelphosphatkrystalle im Harn 406.
Tuberculinprobe 522.
Tuberkulose, ihre bacteriologische Diagnostik 518.
Tuberkulose, ihre Diagnostik durch Impfung mit Tuberculin 522.
Tyrosin im Harn 402.
Unterhautbindegewebe 17. 22.
nbsp;besondere pathologische Erscheinungen an demselben von allgemeinem diagnostischem Wertho 35.
Untersuchung , bactoriologische 476, Allgemeines 470, mikroskopische Technik 477, Deckglaspräparat 477, einfache Färbung 479, isolirte und Doppelfilrbung 480, Gmm'sche Methode 481, Untersuchung von Hac-terien im frischen ungefärbten Zustande 484 , Züohtungsmethoden 485, diagnostische Impfungen 495.
nbsp; nbsp;per rectum 307, Untersuchungs-mothode 810.
Untersuchungsplan, allgemeiner 1.
Untugenden 457.
Urogonitalien beim Huhn (Geflügel) 347.
Urticaria 39.
Uterus 431.
\ encnfüllung, stärkere 65. Venonpuls 63. Vogehnilbe, gemeine 46. Vorbericht 6. Vulva 429.
Wälzbewegung 443. Wahnvorstellungen 457. Wiederkäuen 263, physiol. Bemerkungen 263, Störungen desselben 264. Wildseuche 113. Wirbelsäule 456.
Xanthin im Harn 401.
Zahne 246.
Zahnfleisch 245.
Zeigerbewegung 443.
Zuckerarten im Harn SiJl.
Zuckerharnruhr 426.
Züchtungsinethcden, bacteriologische 485, Sterilisation 486, Herrichtung der Nährböden 486.
Zunge 24^.
Zwangsbowegungen 443, diagnostische Bedeutung 443.
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