|
|
||
|
|
|||
|
.V
|
'#9632;#9632;
|
||
|
|
|||
|
|
||
|
|
||
|
BIBUOTHEEK UNIVERSITEIT UTRECHT
|
||
|
|
||
|
2911 688 0
|
||
|
|
||
|
|
|||||
|
Operations-Cursus
|
|||||
|
|
|||||
|
für
|
|||||
|
|
|||||
|
Thierärzte und Studirende.
|
|||||
|
|
|||||
|
Von
|
|||||
|
|
|||||
|
W. Pfeiffer,
|
|||||
|
|
|||||
|
Repetitor au der chirurgischen Klinik der thierärztüchen Hochschuie in Berlin.
|
|||||
|
|
|||||
|
Jlit einem Vorwort von Professor Dr. Frölmer.
|
|||||
|
|
|||||
|
/C
|
|||||
|
|
|||||
|
Mit 32 Oriaiiuil-Abbilcluno-en.
|
|
||||
|
|
|||||
|
|
#9632;
|
||||
|
|
|||||
|
#9632; '
|
|||||
|
|
|||||
|
|
|||||
|
V
|
|
^ '
|
|||
|
|
|||||
|
Berlin 1897.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; quot;^ ^
Ye r 1 a g von ß i c li a r d S c h o e t z.
|
|||||
|
|
|||||
|
Luisenstrasse -J'raquo;.
|
|||||
|
|
|||||
|
|
||
|
Alle Rechte vorbehalten.
|
||
|
|
||
|
|
||
|
Vorwort.
|
||
|
|
||
|
Die Herausgabe einer kurzen Anleitung zum Operiren hat sich bei den vom Verfasser und vom Unterzeichneten gemeinschaftlich im Wintersemester an der hiesigen thierärztlichen Hochschule abgehaltenen Operationsübungen als ein fühlbares Bedürfniss erwiesen.
Der vorliegende Leitfaden soll in erster Linie dem Studirenden als Katechismus in der Operationstechnik dienen und die mündlichen Erläuterungen im Kursus durch Wort und Bild unterstützen. Dabei sind nur die häufigsten und wichtigsten, gewissermassen den eisernen Bestand des Chirurgen bildenden Operationen möglichst kurz und lediglich vom Standpunkte der Technik beschrieben worden. Mit Absicht wurde ferner in der Eegel nur eine Operationsmethode ausgewählt, diejenige nämlich, welche sich auf Grund eigener klinischer Erfahrung als die beste erprobt hat, so z. B. die Castration durch Torsion, die Bayer'sche Hufknorpelfisteloperation, unsere Methode der Eesection der Hufbeinbeugesehne u. s. w. Die Vielheit der Methoden verwirrt den Anfänger leicht; als eine wichtige Aufgabe des operativen Unterrichts muss daher unter Anderem die sorgfältige Einübung einer Methode bezeiclmet werden, mit der sich der Studirende so vertraut macht, dass er sich in der Praxis ganz sicher auf sie verlassen kann. Aus diesem Grunde wird das
|
||
|
|
||
|
|
||
|
4nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Vorwort.
Buch auch den Bedürfnissen des praktischen Thier-arztes entgegenkommen, #9632;welcher in demselben ausser den wichtigsten Operationen am Pferd noch einige beim Rind (Klauenamputation) und Hund (Entropiumoperation) findet.
Um den Umfang des Leitfadens nicht allzusehr zu ver-grössern, sind die kleineren Operationen (Nähen, Brennen, Katheterisiren u. s. w.), die Instrumenten- und Verbandlehre, sowie die Wurfmethoden niclit mit aufgenommen worden. Auch bezüglich der Indicationen zur Vornahme der beschriebenen Operationen wird auf die Vorlesung und auf die Lehrbücher der Operationslehre verwiesen.
Schliesslich ist zu erwähnen, dass die Abbildungen von dem Studirenden, Herrn Max Fischer mit aner-kennenswerthem Geschick nach den Originalen gezeichnet worden sind.
Berlin, im September 1897.
Prof. Dr. Fröhner.
|
||
|
|
||
|
|
||
|
Inhaltsverzeichniss.
|
||
|
|
||
|
Operationen am Kopf.
Zahnextraction........ .........nbsp; nbsp; nbsp; 7
Trepanation der Stirnhöhle..............nbsp; nbsp; 10
Trepanation der Kieferhöhlen.............nbsp; nbsp; 12
Trepanation der Nasenhöhle.............nbsp; nbsp; 13
Exstirpation der Kohlgangslyniphdrüsen.........nbsp; nbsp; 13
Unterbindung des duetns Stenoni...........nbsp; nbsp; 14
Entropinmoperation ................nbsp; nbsp; 16
Operationen am Hals.
Luftsackschnitt..................nbsp; nbsp; 18
Tracheotomie...................nbsp; nbsp; 21
Intravenöse Injection................nbsp; nbsp; 22
Aderlass mit der Fliete...............nbsp; nbsp; 23
Aderlass mit der Lancette..............nbsp; nbsp; 26
Aderlass mit der Hohlnadel.............nbsp; nbsp; 2G
Unterbindung der Carotis..............nbsp; nbsp; 27
Schlundschnitt..................nbsp; nbsp; 29
Operationen am Rumpf und den Geschlechtsorganen.
Bruststich....................nbsp; nbsp; 31
Darmstich....................nbsp; nbsp; 32
Subcutane Myotomie am Schweif (Englisiren).......nbsp; nbsp; 33
Amputation des Schweifes (Coupiren)..........nbsp; nbsp; 35
Castration durch Torsion..............nbsp; nbsp; 37
Urethrotomie...................nbsp; nbsp; 39
Amputation des Penis...............nbsp; nbsp; 41
Operationen an den Extremitäten.
Sehnenschnitt (Tenotomie der Hufbeinbengesehne.....nbsp; nbsp; 44
Hahnentrittoperation (Tenotomie des seitlichen Zehenstreckers)nbsp; nbsp; 46
Nenrektomie der Nervi volares ...........nbsp; nbsp; 47
|
||
|
|
||
|
|
||
|
6nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Inhaltsverzeiclmiss.
Nenrektomie des Nervus medianus...........nbsp; nbsp; 50
Keurektomie des Nervus ulnaris......,.....nbsp; nbsp; 52
Keurektomie dos Nervus tibialis............nbsp; nbsp; 54
Resection des Hufknorpels..............nbsp; nbsp; 56
Resection der Ilufbeinbeugesehne...........nbsp; nbsp; 59
Amputation der Klaue beim Rind...........nbsp; nbsp; 61
Anhang.
Ba3'er'sclie Naht.......... .......nbsp; nbsp; 64
|
||
|
|
||
|
|
||
|
Operationen am Kopf.
Zalmextraction.
Fig. 1 und 2.
Instrumente. Zweiarmige Hebelzangen für die Molaren, einarmige Hebelzangen für die Praemolaren (die Oberkiefer-praemolarenzange ist gekröpft), verschieden starke Unterlagen, Maulgatter mit breitem seitlichen Spielraum, Priestley-Lampe. Exporteur, Zahnstocher, Schnabelzange.
Technik. Bei ruhigen Pferden führt man die Extraction im Stehen aus, wobei die Pferde mit dem Hintertheil in eine Ecke gestellt werden. Widersetzliche Thiere legt man nieder. Nachdem das Manlgatter eingesetzt worden ist, muss durch mauuelle Untersuchung mit Sicherheit ermittelt werden, welche Zähne erkrankt, ob dieselben bereits gelockert sind, ob sie eine abnorme Stellung einnehmen (z. B. nach der Backe verschoben sind), wie die Nachbarzälme beschaffen sind etc. Diese Untersuchung kann bei mangelndem Tageslicht durch Beleuchtung- der Maulhöhle mit der Priestley-Lampe erleichtert werden. Nachdem eingekaute Futterpfröpfe mit dem Zahnstocher resp. Finger entfernt sind, zählt man von vorn nach hinten die Zähne bis zu dem erkrankten Zahn ab, indem man die Finger an der lateralen und medialen Seite der Zähne entlang- nach hinten schiebt. Für die Extraction der Molaren wählt man zweiarmige Hebelzangen und Unterlagen, welche eine plane und eine gewölbte Fläche besitzen. Die Praemolarenzangen sind einarmig-, diejenige für die Oberkieferpraemolaren gekröpft, da bei gerader Stellung- der Zangenanne die Oberkieferschneidezahnreihe das tiefe Ansetzen der Zange verhindern würde. Es kommt nun zunächst darauf an, den erkrankten Zahn allein mit der Zange zu fassen und
|
||
|
|
||
|
|
||||
|
8
|
Zahncxtraction.
|
|||
|
|
||||
|
die Zange so anzusetzen, dass die Branchen derselben die Zahnkrone mindestens bis zum Zahnfleisch umgreifen. Zu diesem Zwecke lässt man die Zunge des Pferdes aus dem Maulwinkel der gesunden .Seite möglichst weit herausziehen, geht mit der einen Hand in die Maulhölüe ein und legt den Zeigefinger an den hinteren Rand des erkrankten Zahnes an, während die andere Hand die geöffnete Zange auf der entsprechenden Zahn-
|
||||
|
|
||||
|
|
||||
|
Extraction von MI. des Unterkiefers, von innen ffesehen bagitti.lschn.tt .lurch die Wand....,, ,1er Mn ,rideg;w ,
|
|
|||
|
Wandungen der Maulhöhle.
|
||||
|
|
||||
|
reihe entlang bis zu dem erwähnten Finger vorschiebt und die Krone des kranken Zahnes mit den Branchen umfasst. Die freie Hand zieht man alsdann aus der Maulhöhle heraus, ergreift mit beiden Händen die Zangenarme und lockert die Zahnwurzel m ihrer Alveole durch leichte Seitwärtsbewegungen, bis der Zahn deutlich nachgiebt. Dann führt man mit der einen Hand während die andere die Zange in derselben Lage erhält die Unterlage so weit wie möglich ein, derart, dass die plane Seite derselben der Mahlfläche der Zähne aufliegt. Die Unterlage
|
||||
|
|
||||
|
|
||
|
Zalinextraction.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 'J
muss fest zwischen Zähnen und Zang-e eing-epresst gehalten werden, damit sie nicht nach vorn abgleitet. Hierauf hebt man die Zahnwurzel aus der Alveole heraus, indem man bei Unterkiefermolaren die Zangenarme nach abwärts, bei Oberkiefermolaren nach aufwärts drückt. Dadurch, dass die Zange, während die Zahnwurzel allmählich herauskommt, über die Wölbung- der quot;Unterlage gleitet, wird die Möglichkeit g-eboten.
|
||
|
|
||
|
|
||
|
Fig. 2.
Extraction von P II. des Oberkiefers, von innen
gesehen; .Sagittalsclmitt durch die Wandungen
der Maalböhle.
|
||
|
|
||
|
den Zahn in der Richtung seiner Verlängerung von hinten nach vorn zu ziehen (Führungslinie). Bei den letzten Molaren stösst die Zange, bevor der Zahn vollständig extrahirt ist, in der Eegel an die gegenüberliegende Zahnreihe derselben Seite an. Entweder greift man in diesem Falle mit der Zange tiefer oder entfernt, wenn dies nicht mehr möglich ist, den locker in der Alveole befindlichen Zahn mit dem Exporteur oder mit der Hand. Bei den Praemolarenzangen wird die Unterlage durch den vor den Branchen befindlichen Fortsatz ersetzt. Dieser Fortsatz
|
||
|
|
||
|
|
|||
|
10
|
Trepanation.
|
||
|
|
|||
|
stützt sicli auf die hinter dein erkrankten Zahn befindlichen Mahlflächen der gesunden Zähne und bewirkt, dass die Prae-inolaren in der Fühnmgslinie von vorn nach hinten gezogen werden können. Zur Extraction der Unterkieferpraemolaren hat man die Zangenarme nach aufwärts, bei den Oberkieferpraemolaren nach abwärts zu drücken. Die geglückte Extraction giebt sich durch das Nachlassen des Widerstandes zu erkennen und mitunter durch einen zischenden Laut, welcher angeblich durch Eindringen von Luft in die Alveole hervorgerufen wird.
|
|||
|
|
|||
|
Trepanation der Stirnhöhle.
Fig. 3.
Instrumente. Rasirmesser, Scheere, geballtes Skalpell, Haken-nud Ünterbindvtngs-Pincetten, Wundhaken, Sonde, Handtrepan, Knochenschaber, Linsenmesser, Knochenschraube, Desinfections-material, Tupfer, Meissel, Hammer, scharfer Löffel.
Technik. In der Gegend des Stirnbeins rasirt man in Höbe der oberen Augenbogenrämler neben der Medianlinie des Kopfes die Haut und führt nach gründlicher Desinfection einen etwa C) cm langen Schnitt parallel zur Medianlinie und 2 cm von dieser entfernt durch Haut, Unterbaut und Periost. Mit dem Knochenscbaber löst man das Periost vom Knochen so weit ab, dass zwischen den mit Haken auseinandergehaltenen Wundrändern die Trepankrone angesetzt werden kann. Nachdem die Pyramide in den Knochen eingedrückt worden ist, wird durch halbkreisförmige Drehungen nach rechts und links der Knochen kreisförmig angesägt. Darauf zieht man die Pyramide zurück und sägt in der angegebenen Weise weiter, indem man darauf achtet, dass der Trepan senkrecht zum Knochen steht. Die Operation wird dadurch erleichtert, dass man die Trepankrone zwischen dem Danmen und den andern Fingern der linken Hand wie in einer Führung hin und her gleiten lässt. Der Druck, unter welchem die sägenden Bewegungen ausgeführt werden, darf nicht zu stalle sein. Wenn die umsägte Knochenplatte sich zu lockern beginnt, wird die Knochenschraube in die in der Mitte gelegene Pyraraidenöffnung eingeschraubt und das
|
|||
|
|
|||
|
|
|||
|
Trepanation.
|
11
|
||
|
|
|||
|
|
|||
|
|
|||
|
Fig. 3.
o. Trepanation der Kieferhöhlen, st. Trepanation der Stirnhühle,
n. Trepanation der Nasenhöhle, d. dorsale Nasenmuschel, 1. rausc. levator
labii snperioris, s. Scheidewand der Kieferhöhlen, p. Periost.
|
|||
|
|
|||
|
|
|||
|
12
|
Trepanation.
|
||
|
|
|||
|
Knnchenstück herausgebrochen. Unregelmässige Knochenränder
ebnet man mit dem Linsenmesser. Nunmehr kann der abnorme Inhalt der Stirnhöhle ausfliessen bezw. mit scharfem Löffel, Pincette und Scheere entfernt und die Stirnhöhle mit einer anti-septisclien Flüssigkeit ausgespült werden. Mit der Stirnhöhle stellen die Oberkieferhöhlen und die dorsale Nasenmuschel derselben Seite in Communication, so dass indirect durch die Kieferhöhlen oder die verletzte dorsale Nasenmuschel die Irrigationsflüssigkeit aus der Nasenöffnung abfliessen kann. I'm nun eine Aspiration dieser meist mit Eiter gemischten Flüssigkeit in die Lungen zu verhüten und um den Ahfluss zu erleichtern, muss bei der Irrigation der Kopf im Genick hochgehoben werden. Man kann auch eine künstliche Verbindung der Stirnhöhle mit der Nasenhöhle dadurch herstellen, class man mit der Sonde in der Richtung nach unten und innen die dünne Knochenlamelle und Schleimhaut der Nasenmuschel durchstösst und mit dem geknöpften Skalpell eine Oeffnung von 2 cm Durchmesser ausschneidet. Zur Verhütung einer Aspiration muss das Pferd aber sofort aufstehen. Die Operationswunde wird nicht genäht, da die directe antiseptische Behandlung der Stirnhöhle ineist mehrere Wochen erfordert. Bei starken Blutungen kann die Höhle für 24 Stunden mit einem langen Gazestreifen, dessen eines Ende aus der Wunde heraushängt, tamponirt und die Tamponade mittels zweier durch die Wundränder gelegten Nähte fixirt werden. Die Operation ist bei ruhigen Pferden im Stehen ausführbar.
|
|||
|
|
|||
|
Trepanation der Kieferhöhlen. Technik. Nachdem in der Gegend des Oberkieferbeins nasal von der Jochleiste die Haut rasirt worden ist, legt man einen Finger breit nasalwärts von der Jochleiste zwischen dieser und dem lateralen Rande des Muse, levator labii superioris (Heber der Oberlippe) einen 5 6 cm langen Schnitt durch Haut, Unter-liaut und Periost bis auf den Knochen und setzt die Trepan-krone 3 Finger breit aufwärts vom unteren Ende der Jochleiste, an. Die Trepanation erfolgt wie vorher beschrieben. Nur muss man berücksichtigen, dass das Oberkieferbein nach der Jochleiste zu
|
|||
|
|
|||
|
|
|||
|
Trepanation.
|
13
|
||
|
|
|||
|
an Stärke zunimmt, so dass das Instrument in einem spitzen Winkel zur verticalen Ebene der Joclileiste aufgesetzt werden muss. An der beschriebenen Stelle lieg-t die Trepanationsöffnung zu beiden Seiten der Seheidewand der Kieferhöhlen, so dass beide Höhlen gleichzeitig eröffnet werden. Sollte die Scheidewand nicht zugleich mit dem umsägten Knochenstück ausbrechen, so muss man dieselbe mit Meissel und Hammer entfernen. Die untere kleinere Kieferhöhle communicirt durch eine Längsspalte mit der unteren Nasenmuschel, die obere grössere Kieferhöhle durch die Nasen-Kieferhöhlenspalte mit dem mittleren Nasengang, so dass die Irrigationsflüssigkeit auch hier durch die Nasenhöhle Abflugs erlangen kann.
|
|||
|
|
|||
|
Trepanation der Nasenhöhle.
Technik. In der Gegend des Nasenbeins, dicht neben der Medianlinie des Kopfes und je nach Bedarf oberhalb oder unterhalb einer vom unteren Ende der Jochleiste nach dem Nasen-tirst gefällten Senkrechten wird die Trepanation in der angegebenen Weise ausgeführt. Man muss unmittelbar neben der Medianlinie trepaniren, weil man sonst leicht die Kieferhöhlen eröffnet oder die dorsale Nasenmuschel an ihrer Anheftungsstelle verletzt. Audi ist besondere Vorsicht bei der Herausnahme der Knochenplatte geboten, weil dicht unter derselben die dorsale Nasenmuschel gelegen ist.
|
|||
|
|
|||
|
Exstirpation der Kehlgangslymphdrüsen.
Fig. 4.
Instrumente. Scheere, Skalpell, Haken- und ünterbindungs-Pincetten, Wundhaken, Nadel, Faden, Tupfer.
Technik. Wenn möglich operirt man am stehenden Pferde. Im Kehlgange werden an der durch die starke Drüsenschwellung gekennzeichneten Stelle die Haare abgeschoren und die Haut desinficirt. Den Kopf lässt man durch einen Gehilfen strecken und heben. Der Operateur steht auf der der Operationsseite abgewandten Seite des Pferdes, nmfasst mit Daumen und Zeige-finger der linken Hand lateral und medial die Lymphoglandula
|
|||
|
|
|||
|
|
|||
|
14
|
Exstirpation der Eehlgangsdrilsen.
|
||
|
|
|||
|
submaxillaris und legt zwischen den genannten Fingern einen ca. 5 cm langen, von hinten nach vorn verlaufenden Schnitt durch Haut und Hautmuskel his auf die Lymphdrüse. Bei der Schnitfetührung ist die Gefässgegend (Fig. 4) zu vermeiden. Zu diagnostischen Zwecken genügt manchmal die Excision eines
|
|||
|
|
|||
|
|
|||
|
|
|||
|
Fiy. 4.
Kehlgang am liegenden Kopf des Pferdes von unten gesehen.
k. Exstirpation der Kehlgaugslyniplidrüseu. lg. Lymplioglandulae snb-
maxillares, v'. Vene.
sp. Enterbinduns des ductiis Stenoni. a. arteria maxillaris externa, v.
veua maxillaris externa, st. ductus Stenoni.
kleinen Drüsenläppchens. Soll die ganze Lymphdrüse exstdrpirt
werden, so ist mindestens ein 10 cm langer Hautschnitt anzulegen. Mit den Fingern löst man unter. Zuhilfenahme der Cowper'schen Scheere die Lymphdrüse ans dem sie umgehenden lockeren Bindegewehe stumpf heraus. Die Hautwunde kann genäht and drainirt oder offen behandelt werden.
|
|||
|
|
|||
|
Unterbindung des Ductus Stenoni.
Fig. 4 wid 5.
Instrumente. Easirmesser, geballtes Skalpell, gerades geknöpftes Skalpell, Haken- und Unterbindungs-Pincetten, Wundhaken, Nadelhalter, Nadeln, Faden, Sonde, Tupfer, scharfer Löffel.
Technik. Bei der Speichelfistel spaltet man mit einem geknöpften Messer den Fistelgang nach der Parotis zu und legt den Ductus Stenoni centralwärts von der Fistel auf eine
|
|||
|
|
|||
|
|
|||
|
(JnterbrndmiK des Ductus Stt'iKini.
|
15
|
||
|
|
|||
|
ca. 12 cm lange Strecke frei. Hat die Fistel ihren Sitz an der Backe, so wird am Gefässciussclinitt des Unterkiefers, nachdem das Pferd niedergelegt worden ist, die Haut rasirt und desinflcirt. Wenn man die Finger von vorn nach hinten iiher den Gefiiss-ausschuitt des Unterkiefers gleiten lässt, so fühlt man daselbst einen Bleistift starken (am lebenden Thiere pnlsirenden) Strang, die Arteria maxillaris externa. Zwischen dieser und dem oralen Rande des Muscul. massetcr wird parallel zur Arterie ein ca. 4 cm
|
|||
|
|
|||
|
|
|||
|
|
|||
|
Fig. 5. L'iiterhimluug des ductus Stenoni (Lebensgrösse), a. arteria maxillaris exferua, v. vcna maxillaris externa, st. ductus Stenoni, m. musc. massetcr.
|
|||
|
|
|||
|
langer Schnitt durch Haut und Hantmuskel, die man dabei vortheilhaft zu einer ca. 2 cm hohen Hantfalte zusammenhält, gelegt, das lockere Bindegewebe mit einer Pincette hochgehoben und weggeschnitten. Unmittelbar hinter der Art. max. ext. tritt die Yena max. ext. und hinter dieser dicht am oralen Bande des Musc. masseter der Ductus Stenoni hervor. Bei Speichelsteinen, welche sich nicht von der Maulhöhle aus entfernen lassen, und bei cystösen Erweiterungen des Ductus Stenoni führt man den Hautschnitt an den betreffenden Stellen aus, eröffnet den Ductus Stenoni, vernäht denselben mittels der Darmnaht, so dass die ausseien Wundränder desselben vereinigt werden.
|
|||
|
|
|||
|
|
|||
|
16
|
Entropinm-Operation.
|
||
|
|
|||
|
oder unterbindet ihn centralwärts von der Operationsstelle. Die Unterbindung erfolgt in der Weise, dass man mit der Dechamp'scben Nadel einen starken Seidenfaden hinter der erkrankten Partie um den Ductus Stenoni herumführt und denselben mit einem 3fachen Knoten verknüpft. Man kann vorher auch den Duct. Steuoui spalten und an der Unterbindungsstelle innen wund machen. Die Haut wird durch eine fortlaufende Naht unter Bildung eines Kammes vernäht und die Operationsfläche mit Jodoformcollodinm bestrichen.
|
|||
|
|
|||
|
Entropium-Operation.
Fig. 0.
Instrumente. Rasirmesser, Scheere, Haken- und Unter-bindungs-Pincetten, Nadel, Faden, Borwasser (3%).
Technik. Am liegenden Thier wird die Haut der erkrankten Augenlider rasirt und desinficirt. Dann fasst man mit den Fingern oder mit einer Haken-Pincette in der Mitte zwischen
|
|||
|
|
|||
|
|
|||
|
|
|||
|
Fig. 6. Entropiunioperation am oberen und unteren Augenlid des Hundes.
|
|||
|
|
|||
|
dem inneren und äusseren Augenwinkel die Haut des Augenlids zu einer parallel mit der Lidspalte verlaufenden so hohen Falte zusammen, dass der nach innen umgestülpte Lidrand seine normale Lage annimmt. Durch einen in den Lidsack eingeführten Finger überzeugt man sich, dass die Conjunctiva nicht in die Hautfalte hineingezocen ist. Sodann schneidet man mit
|
|||
|
|
|||
|
|
|||
|
Entropiura-Opevation.
|
17
|
||
|
|
|||
|
einem Sclieerensclmitt die Falte dicht unter der Pincette ab. Zwischen Lidrand und Wundrand muss die Haut in einer Breite von mindestens 1J2 cm stehen gelassen werden. Spritzende Gelasse unterbindet man und vereinigt die Wundränder durch Knopfnähte. Bei Hunden kann man nach der Operation eine rohrförmige Kopfkappe, bei Pferden einen Lappen aus mehrfach znsammenffelegter weicher Gaze anbringen.
|
|||
|
|
|||
|
lt;-$#9632;gt;#9632;
|
|||
|
|
|||
|
|
||
|
Operationen am Hals.
|
||
|
|
||
|
Luftsacksclinitt.
Fig. 7.
Instrumente. Rasirmesser, Sclieere, geballtes, spitzes und gerades geknöpftes Skalpell. Haken- und Unterldndung's-Pincetten. Wnndliaken. Sonde, Trokar, scharfer Löffel, Drainagerohr, Nadel,
Faden, Tupfer.
Technik. I. Methode Viborg. Hie Operation ist am stellenden Pferde ausführbar. Durch Strecken des Kopfes und durch Compression der Vena jngiüaris wird unmittelbar hinter dem Hinterkieferrand und unterhalb der Glandnla parotis ein von dem Hinter-kieferrand, der Endsehne des Muse, sterno-mandilmlaris (Brustkinnbackenmuskel) und der Vena maxillaris externa beg-reuztes Dreieck sichtbar. In diesem sogenannten Viborg'schen Dreieck wird nach Entfernung der Haare und Desinfection der Haut dicht unterhalb der genannten Seime und parallel zu derselben ein 5 cm langer Schnitt durch Haut und Hautmuskel gelegt. Man kann denselben auch unter Bildung einer 21/2 cm hohen Hautfalte ausführen. Sind starke Schwellungsznstände im Bereiche des Viborg'schen Dreiecks vorhanden, so muss man die Orientirung der Operationsstelle nach der Lage des Muse. sterno-mandibularis vornehmen. Darauf bohrt mau sich mit dem Finger einen Weg durch das von grösseren Nerven und Gelassen freie lockere, Bindegewebe medialwärts von der Parotis und von dem Muse, stylo-mandibularis bis zu dem Luftsack und durchbohrt denselben an seiner tiefsten Stelle mit dem Finger oder einem Trokar. Um die Eröffnung des Luftsackes im leeren Zustande vornehmen zu können, ist es erforderlich, denselben mit einer Pincette zu erfassen. Durch die Operationswunde wird ein Drainagerohr bis in den Luftsack eingeführt, welches man
|
||
|
|
||
|
|
|||
|
Liiftsaeksclinitt.
|
19
|
||
|
|
|||
|
zur Vermeidung des Hinein- oder Herausgleitens mit einem Hautwundrande durch eine Naht verbindet.
|
|||
|
|
|||
|
|
|||
|
|
|||
|
Kopf und Hals am liegenden Pferde von fler Seite gesehen. Luftsaeksehiiitt nach Viborg und Chabert. sm. mnsc. styloinaiulibu-laris, p. glandnla parotis, 1. LuftsacU, k. Kehlkopf, st. musc. stei-no-mandibnlaris, r. muse, rectus capitis anterior major, c. arteria carotia externa. e. arteria maxillaris externa, i. arteria maxillaris interna, v. vena maxillaris externa, s. Sonde, a. ala atlantis.
II. Methode Chabert. Am liegenden Pferde wird 1 cm voider unteren Hälfte des Flügels des Atlas und parallel zu demselben nach Entfernung- der Haare und nach Desinfection der Haut
|
|||
|
|
|||
|
|
|||
|
20
|
Lnftsacksehnitt.
|
||
|
|
|||
|
unter Schonung des dicht am Atlas verlaufenden Xervus iuiri-eulaiis ein ca. 6 cm langer Schnitt durch die mit der linken Hand gespannte Haut und den Hautmuskel his auf die Parotis gelegt. Darauf zieht man den hinteren Wundrand halswärts, löst durch stumpfe Präparation den nun freiliegenden, mit dem Atlas durch lockeres Gewebe verbundenen hinteren Rand der Parotis los und zieht die Parotis mit Wundhaken nach vorn. In der Tiefe der so hergestellten Oeflhung sieht man jetzt den nur von der Aponeurose des Muse, sterno-cleido-mastoideus (gemeinsch. Kopf-Hals-Armmuskel) bedeckten, der medialen Seite der Parotis eng- anliegenden Muse, stylo-mandibularis (Griffel-Kinnbackenmuskel). Diesen, sowie den medial mit ihm verbundenen Muse, biveuter (zweibiiuehigen Muskel) durchbohrt mau mit einem spitzen Skalpell in der Richtung seiner Fasern so, dass das Messer gegen den Flügel des Atlas geneigt ist. Der Stichkanal liegt dann zwischen dem neunten und zehnten Nerven einerseits und der Carotis intema andererseits. Da die Wand des Luftsackes der medialen Seite des Muse, biveuter anliegt, wird der eine Luftsack durch diesen Einstich eröfihet. Neben der Klinge des Messers führt man zuerst den einen und nach Entfernung des Messers den anderen Zeigefinger in die Stich-ötfnung ein und erweitert dieselbe. Der abnorme Inhalt wird nun durch Pincetten, Auslöffeln und Irrigation entfernt. Um einen Verschluss des straff gespannten Mtsc. stylo-mandibularis zu verhüten, wird durch die Oefihnng ein dickes Drainagerohr in den Luftsack eingeführt, welches man an dem äusseren Wundrande durch eine Naht fixirt.
III. Methode Dieterichs. Dieselbe verbindet die unter I und II beschriebenen Operationen mit der Abänderung, dass die obere Eröffnung des Luftsackes unmittelbar hinter dem Muse, stylo-mandibularis erfolgt. Der Hautschnitt muss zu diesem Zwecke über den Flügelfortsatz des Atlas hinaus nach unten verlängert werden. Mit dem Zeigefinger der linken Hand sucht man sich nach Ablösung des hinteren Bandes der Parotis in dem darunter liegenden lockeren Bindegewebe den Gefässwinkel, welchen die Arteria oceipitalis und die Art. carotis intema mit
|
|||
|
|
|||
|
|
|||
|
Tracheotomie.
|
21
|
||
|
|
|||
|
der Art. carotis externa bilden (Pulsation), auf derselbe liegt etwa in einer Tiefe von 810 cm leg-t die volare Fläche des Fingers in den Gefässwinkel und führt an der dorsalen Fläche des Fingers ein spitzes Skalpell bis zum Luftsack, der hier an seiner lateralen hinteren Fläche eröfthet wird. Diese Methode hat vor der Chaberfschen den Vorzug-, dass man die Oeffnung- zur Entfernung- festen Inhalts (Chondroide) beliebig gross machen, event, sogar mit der ganzen Hand in den Luftsack eindringen und die Mündung der Tuba Eustachii untersuchen kann.
|
|||
|
|
|||
|
Tracheotomie.
Fig. 8.
Instrumente. Rasirmesser, Scheere, geballtes Skalpell, Wundhaken, Haken- und Unterbindungs-Pincetten, Tracheotubus nach Peuch oder Barthelemy, Nähmaterial.
Technik. Im oberen Drittel des Halses in der Gegend des vierten bis sechstenTrachealringes rasirt und desinficirt man an der Vorderfläche des Halses eine 10 cm lange und 5 cm breite Haut-fläche. Die Operation lässt sieb in der Eegel am stehenden Pferde bei gestreckter Kopfhaltung ausführen. In der Seitenlage des Pferdes gestaltet sich die Ausführung- derselben wesentlich schwerer. Der Operateur steht vor der rechten, ein Gehilfe vor der linken Schulter des Pferdes. An der rasirten Stelle wird von Beiden eine 34 cm hohe Hautquerfalte, welche zur Trachea senkrecht steht, gebildet und dieselbe mit einem Schnitt gespalten. Die 68 cm lange Hautwunde liegt dann in der Medianlinie der vorderen Halsfläche. Nachdem der Hautnmskel durchschnitten worden ist. drängt man, zur Vermeidung- von Blutungen, mit Haken die in der Medianlinie in einem weissen Bindegewebsstreifen zusammenstossenden Muskelpaare Mus-culi sterno-hyoidei und sterno-thyreoidei, (Brustzungenbein- und Brustschildmuskel) auseinander. Die nun freiliegende Trachea wird bei der Methode ohne Substanzverlust in der Medianlinie von unten nach oben gespalten (34 Trachealriug-e). Bei der Methode mit Substanzverlust durchsticht man im unteren Wund-
|
|||
|
|
|||
|
^
|
|||
|
|
|||
|
22
|
Tracheotomie.
|
||
|
|
|||
|
winkel quer das unterste Ligameutum interanuulare, verlftugert den Sticli nacli rechts und links, führt jederseits zwei Vertical-sehuitte naeli aufwärts durch ein oder zwei Tracheairinge, er-fasst das umschmttene Tracliealstück mir einer Haken-Pincette und schneidet es init einem Schnitt durch das Ligament, interanuulare, welches nur noch die Verhinduna: mit der Trachea
|
|||
|
|
|||
|
|
|||
|
|
|||
|
/#9632;/(/. 8. Tracheotomii'. s. mnsculi sterno-liyoiilei imrt stenio-tliyreoidei, t. Trachea, seh. Scbleimhant der hinteren Fläche iler Trachea, 1. ligamentum interanuulare.
|
|||
|
|
|||
|
herstellt, heraus. Je nach der .Stärke des Tracheotuhus und der Breite der Tracheairinge löst man einen oder zwei Tracheal-ringe heraus. Die äussere Canüle des Tubus wird nun nacli oben in die Trachea eingesetzt, die innere hewegliche durch erstei'e hindurchgefühlt und mit der Knopfschraube an diese angeschraubt. Ist der Hautschnitt zu lang- ausgefallen, so legt' man oberhalb und unterhalb des Tracheotuhus einige Vereinigungs-nähte durch die Haut.
|
|||
|
|
|||
|
Intravenöse Injection.
Fig. '.). Instrumente. Scheere, Pravaz'sche Spritze. Technik. Die Operation wird am stehenden Pferde an der rechten Vena juguiaris auf der Grenze des oberen und
|
|||
|
|
|||
|
|
|||
|
Intravenöse Injection.
|
23
|
||
|
|
|||
|
mittleren Drittels des Halses ausgeführt. An dieser Stelle liegt der Musculus omoliyoldeus (Sclmlterzungenbeininuskel) zwischen Vena jugularis und Arteria carotis. Nachdem die Haare abgeschoren sind, wird die Hant gründlich desinfleirt. Der Operateur stellt neben der rechten Schulter des Pferdes und comprimirt mit dem Daumen der linken Hand (Fig-. 9) oder mit dem zweiten his vierten Finger der linken Hand, wobei
|
|||
|
|
|||
|
|
|||
|
|
|||
|
Fig. 9. lutravenüse Injection.
der Hallen des Daumens sich auf den Mnscnlus sterno-cleido-mastoideus (Kopfhalsamunuskel) stützt, die in der Drosselrinne zwischen dem genannten Muskel und dem JIusc. sterno-mandibularis (Brustkinnbackenmnskel) oberflächlich unter dem Halshantmuskel (Platysma myoides h.) gelegene Vena jugularis an der abgeschorenen Stelle so lange, bis die Vene oberhalb der comprimirten Stelle durch eine dicke strangförmige Anschwellung-deutlich hervortritt. Hei fleischigen Hülsen gelingt diese Compression leichter, wenn man den Kopf des Pferdes durch einen Gehilfen etwas strecken bezw. heben lässt. Ist die Vene auf diese Weise nicht sichtbar zu machen, so unterbricht man
|
|||
|
|
|||
|
|
||||
|
24
|
Aderlass.
|
|||
|
|
||||
|
|
schnell und wiederholt die Compression; die Lag-e der Vene kennzeichnet sich dann durch wellenförmige Bewegungen, welche in der Drosselrinne von oben nach unten verlaufen. Dicht vor der Compressionstsolle schwillt die Vene am stärksten an und ist liier aiich am sichersten fixirt. Demzufolge wird die Hohlnadel, nachdem man sich durch Ausspritzen von Flüssigkeit überzeugt hat, dass sie gangbar ist, dicht über (vor) dem comprimirenden Fing-er durch Haut, Hantmuskel und Venenwand in der Richtung der Vene von hinten unten nach vorn oben 1 bis 2 cm tief eing-estocheu, so dass die Spitze der Nadel in den am stärksten erweiterten Theil der Vene eindringt. Auf diese Weise vermeidet man leicht, die hintere Wand der Vene zu verletzen. Die Hohlnadel wird zwischen dem zweiten und dritten Fing-er der rechten Hand gehalten, während der Daumen auf die hintere Oefihimg bezw. das Ansatzstück der Holznadel zu hegen kommt. Durch Entfernung des Daumens überzeugt man sich nach dem Einstich, ob Blut abfliesst. In diesem Falle wird die Compression aufgehoben, die linke Hand fasst die Hohlnadel, die rechte setzt die Pravaz'sche Spritze, in welcher keine Luftblasen sein dürfen, an und drückt den Spritzenstempel langsam in die Spritze hinein. Das Herausziehen der Hohlnadel erfolgt in der Weise, dass vorher die Haut mit der linken Hand fest an ihre Unterlage angedrückt wird. Die Nichtbefolgnng dieser Eegel hat häufig die Bildung- eines subcutanen Blutextravasats zur Folge. Ist die Vene beim ersten Einstich nicht getroffen worden, so zieht man die Hohlnadel etwas zurück und schiebt sie in veränderter Eichtung- wieder vor.
Zum Aderlass benutzt man eine 5 nun im Durchmesser betragende Hohlnadel.
|
|||
|
|
||||
|
ii.
i1
|
Aderlass.
Instrumente. Easinnesser bezw. Scheere, Fliete, Lancette, Hohlnadel, Aderlassschnäpper, Enopamp;adel und Faden oder Nähmaterial.
Technik. I. Mit der Aderlassfliete wird der Aderlass an der linken Vena jngnlaris des stehenden Pferdes ausgeführt und
|
|||
|
|
||||
|
|
||
|
Aderlass.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 25
zwar auf der Grenze des oberen zum mittleren Halsdrittel, weil hier der die Vena jugularis von der Art. carotis trennende Muse, omohyoideus (Schulterzungenbeinmuskel) am stärksten ist. An dieser Stelle wird die Haut rasirt bezw. geschoren und desinficirt. Die einen gestreckten Winkel bildende Fliete wird mit dem Daumen und Zeigefinger der linken Hand am Dreii-punkt gehalten, während der dritte und vierte Finger der linken Hand die Vena jugularis so weit unterhalb der rasirten Hautstelle comprimirt, dass das Flietenmesser sich auf der rasirten Haut befindet. Bei fleischigen Hälsen orientirt man sich durch mehrfaches An- und Absclnvellenlassen der Vene über die Lage derselben. Man hat zu beachten, dass die Spitze des Flieten-messers nicht durch vorzeitige Berührung der Haut Unruhe bei dem Pferde hervorruft, und dass das Messer senkrecht und parallel zur Venenachse steht. Der höchste Punkt der Venenschwellung soll durch das Messer getroffen werden und zwar derart, dass Haut, Hantmuskel und Venenwand parallel zur Venenaxe durchtrennt werden. Das Eindringen des Messers erfolgt durch einen kurzen kräftigen Schlag mit der ausgestreckten rechten Hand oder einem leichten Holzschlegel. Der vor dem Flietenmesser befindliche Fortsatz, Anschlag genannt, verhütet ein zu tiefes Eindringen des Messers. Die Grosse des Messers hängt von der Stärke der Haut etc. ab. Ist die Vene getroffen, so fliesst dunkelrothes Blut in starkem Strald aus der Wunde. Der Operateur giebt das Instrument mit der rechten Hand ab, während die Finger der linken Hand die Compression der Vene ohne Unterbrechung fortsetzen, um zu verhüten, dass Luft in die Vene aspirirt wird, und dass sich die Wundränder der Haut- und Venenwand verschieben, wodurch der Blutabfluss aufgehoben wird. Der letztere kann übrigens durch Kaubewegungen des Pferdes befördert werden. Die Menge des zu entziehenden Blutes schwankt je nach der Grosse des Thieres und dem beabsichtigten Zweck zwischen 34 Litern bei Pferden und Rindern. Der Verschluss der Aderlasswunde erfolgt entweder durch Knopfnähte oder durch eine geknöpfte Nadel und einen umscHungenen Enden. Zu diesem Zweck löst man
|
||
|
|
||
|
|
||||
|
26
|
Aderlass
|
|||
|
|
||||
|
|
die comprimirendeu Finger der linken Hand durch den Daumen der rechten Hand ab, nmfasst mit dem linken Zeigefinger und Daumen von vorn die Hautwunde derart, dass der Zeigefinger oben, der Daumen unten liegt, und stiebt die Xadel senkrecht durch die Mitte der Hautwunde, einig-e Millimeter vom Wundrande entfernt. Indem man jetzt beide Hände loslässt, hängt mau die bereitgehaltene Schlinge eines Seidenfadens von oben über die Xadel. zieht die Schling-e zu und verknüpft, läei dem Anleiren der Schlinge ist darauf zu achten, dass die Haut nicht von ihrer Unterlage abgehoben wird. Gelingt die Operation das erste Mal nicht, so wählt man zum zweiten Versuch eine unverletzte Hautstelle.
H. Mit der Lancette operirt man auf der rechten Seite des Halses. Der Operateur steht bei beiden Operationen neben der Schulter des Pferdes. Man comprimirt die Vene, wie in Fig. ü angegeben ist, fasst die rechtwinklig zur Schale gestellte Klinge zwischen Daumen und Zeigefinger der rechten Hand so weit, dass dieselbe gerade bis in die Vene eindringen kann, und sticht dann dickt vor dem linken Daumen das Instrument durch Haut, Hautmuskel und Venenwand so tief ein, als die das Messer haltenden Finger es gestatten. Die Klinge muss dabei senkrecht zur Venenaxe stehen, die Spitze darf nicht nach hinten (oben) gerichtet sein. Alsdann schlitzt man durch Dorsalflexion der Hand die Venenwunde etwas nach oben auf. Beim Kind comprimirt man die Vene durch einen um den Hals gelegten und straff angezogenen Strick und nimmt seinen Stand zur eignen Sicherheit und der Bequemlichkeit halber auf der der Operationsseite entgegengesetzten Seite, während ein Gehilfe die Hörner nmfasst. Der Verschluss der Aderlass wunde erfolgt in ähnlicher Weise, wie bei I, nur mit der Modifikation, dass der Daumen und der dritte Finger der rechten Hand die Hautwunde von vorn umfassen und die linke Hand unter Beihilfe des rechten Zeigefingers die Nadel durch die Wundränder der Haut hindurchsticht.
III. Mit der Hohlnadel operirt man in derselben Weise, wie bei der intravenösen Injection angegeben worden ist. Man
|
|||
|
|
||||
|
|
|||
|
Unterbindung der Caroti.s.
|
27
|
||
|
|
|||
|
darf nicht unterlassen, die Compression der Vene so lange ununterbroclien fortzusetzen, als der Blutabfluss dauert.
|
|||
|
|
|||
|
Unterbindung der Carotis. Fig. 10 und 11.
Instrumente. Scheere, Skalpells, Wundliaken, Haken- und L'nterl)indung-s-Pincetteii, Faden, Xälimaterial.
Technik. Am stehenden oiler niedergelegten Pferde führt man in der Aderlassgegend. wenn nicht Verletzungen an anderen Stellen vorliegen, zwischen der Vena jugu-laris und dem vorderen Rande des ^lusc. steruo-cleido-mastoideus, event, unter Benutzung der Aderlasshautwunde einen mindestens 10 cm langen Schnitt durch die Haut, den Hautmuskel und event, den Muse, omoliyoideus (Schulterzungenlieinmus-kel) und bahnt sich unter vorsichtiger Zuliilfenahme iles Messers mit den Fingern einen Weg zur Trachea. Auf der Grenze der dorsalen und lateralen Fläche derselben verläuft am üebergange des mittleren zum oberen Halsdrittel die Art.
carotis comniunis. dorsal ..,,.', . '; .
:i, I HtiTlmiiluiitr der arterla carotis commDiiis.
von dem Nerv, vagusnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;b. Schlandschnitt.
|
|||
|
|
|||
|
|
||||
|
2S
|
Unterbiuduug der Carotis.
|
|||
|
|
||||
|
und sympathicus und ventral von dem Xerv. recurrens begieitet. Man schiebt den Zeigefinger über (hinter) die Carotis hinweg-, his derselbe die Trachea berührt, umfasst von der medialen und ventralen Seite her die Carotis, durchstösst das sie umgebende Gewebe und zieht die Carotis aus der Operationswunde heraus. In der Regel ist die Carotis noch von den Fascienlamellen, die von der Fascia colli profunda stammen, umgeben, in denen sich
|
||||
|
|
||||
|
|
|
|||
|
|
||||
|
|
Fig. 11. UnterbiiKlnng der arteria carotis coiiimiiuis. c. arteria carotis communis. j. vena jugularis, s. nervns sympathicus, v. uervus vagus, r. nervus recurrens, p. Platysma myoides h., m. muse, sternomandibnlaris, st. musc. cleido - mastoideus.
auch die drei genannten Nerven befinden. Nachdem man diese vorsichtig- losgelöst hat, wird die Carotis wegen ihres Collateral-kreislaufs zweimal unterbunden und in jedem Falle zwischen den Ligaturen durchschnitten. Man verhütet hierdurch, dass durch Dehnungen der nicht durchschnittenen Carotis bei Bewegungen des Halses eine Ruptur an den aussei- Ernährung- gesetzten Unterbindungsstellen eintritt. Die Haut- und Muskelwunde wird drainirt und genäht.
|
|||
|
|
||||
|
|
||||
|
|
||||
|
|
|||
|
Sclilundschnitt.
Schlundsclmitt.
|
29
|
||
|
|
|||
|
Fig. 10 und 12.
Instrumente. Easirmesser, Scheere, geballtes und gerades
|
|||
|
|
|||
|
geknöpftes Skalpell, Wunähaken, Haken-
|
nnd Unterbindimgs-
|
||
|
|
|||
|
Pincetten, Faden, Tnpfer, Xähmaterial.
|
|||
|
|
|||
|
|
|||
|
|
|||
|
Fig. 12.
Schlimdschuitt. c. arterai carotis conunnnis, j. vena jugularis, o, o' Schlund,
s. nervus sympatliicus, t. Trachea, st. nuisc. sterno-cleido-mastoidens.
Technik. Die Operation wird am stehenden oder liegenden Thiere an der linken Halsseite ansgeftihrt, weil der Schlund in der unteren Hälfte des Halses an der linken Seite der Trachea verläuft. Am leeren Schlünde operirt man im unteren Drittel
|
|||
|
|
|||
|
|
|||
|
no
|
Sctalnndschnitt
|
||
|
|
|||
|
des Halses. Zwischen dem vorderen Rande des Jlnsc. sterno-cleido-mastoidens und der Vena jug-ularis wird ein 10 cm langer Schnitt durch Haut und Hautmuskel gelegt. Mit je einem Finger der linken und rechten Hand durchtrennt man das lockere Bindegewebe bis zum ((esophagus, der zwischen Trachea, dem linken Muse, scalenus (Rippenlialter) und der Vena jugiüaris liegt. Mit dem Schlünde zusammen verlaufen der Nerv, vagus, sympathicus und reenrrens, dorsal und medial liegt die Carotis. Der Schlund fühlt sich wie ein runder Muskelbauch an, in dem man einen härteren Strang (Schleimhaut) nachweisen kann, und hat eine blassrothe Farbe. Oesophagus und Trachea sind von der Fascia colli profunda umhüllt. Man uinfasst mit einem Finger den Schlund von hinten her, indem man ihn gleichzeitig von der Trachea abzieht, durchstösst die umgebende Fascia colli profunda und zieht den Schlund aus der Operationswunde heraus. Nach einem Einstich in die Muskelhaut und Schleimhaut wird in das Lumen des Schlundes ein geknöpftes Skalpell oder ein Scheeren-schenkel eingeführt und die Schluudwaud gespalten. Die Schleimhaut ist weiss und liegt in dichten Längsfalten. Bei Fremdkörpern im Schlünde operirt man in der angegebenen Weise auf der Höhe der Anschwellung und öffnet den Schlund nur so weit, als zur Entfernung des Fremdkörpers unbedingt erforderlich ist. Bei Schlnnddivertikeln schneidet man ein spindelförmiges Stück der ausgedehnten Schleimhaut heraus. Der Verschluss der Schlundwunde erfolgt durch eine Etagennaht, indem man zuerst die Schleimhaut mittels der Darmnaht vereinigt und darüber die Muscularis näht. Haut und Muskehvuude lässt man entweder offen oder man versehliesst sie mit der Naht und dem Verbände nach Bayer und legt ein Drainagerohr in den unteren Wundwinkel,
|
|||
|
|
|||
|
I
|
|||
|
|
|||
|
|
||
|
Operationen am Rumpf und an den Greschlechtsorganen.
Bruststich.
Fig. 7.3.
Instrumente. Rasirmesser, Scheere, Biiist-Trokar, Gefäss zum Auffangen der entleerten Flüssigkeit, Deckmittel.
Technik. Per Braststich wird am stehenden, an eine Wand gedrängten Thiere ausgeführt und zwar auf der linken Seite im siebenten, auf der rechten im sechsten Intercostalraum. Hunde leg-t man auf einen Tisch. Man zählt zunächst die Rippen, heim Pferd mit der 18., heim Hund mit der 13., also von Junten be-ginnend, bis zu dem genannten Intercostalraum ab, scheert bezw. rasirt die Haare ab und desinflcirt daselbst die Haut unmittelbar oberhalb der Vena thoracica externa. Der Trokar ruht mit seinem Griff in der Höhlung der rechten Hand. Der Zeigefinger ist schreibfederartig so weit ausgestreckt, dass die Trokarspitze nur in einer der Stärke der Brustwandung entsprechenden Länge hervorsteht (46 cmj. Nachdem mau mit der linken Hand die Haut an der Operationsstelle seitlich verschoben hat, sticht mau mit einem kräftigen Stoss den Trokar am vorderen Rippenrande etwas in der Richtung nach vom durch Haut, Hautmuskel, Muse, intercostales, Fascia eiidothoracica und Pleurablätter bis in den Pleurasack hinein. Sobald der Widerstand nachlässt, befindet man sich im Cavum thoracis. Man zieht das Stilet heraus und lässt die aus Eiter. Blut, Serum etc. bestehende Flüssigkeit abfliessen. Während dieser Ahfluss anfangs coutinnirlich vor sich gebt, wird er weiterhin nur rhythmisch, synchron mir der Inspiration, erfolgen. Der während der Exspiration unterbrochene Ahfluss gestattet bei den gewöhnlichen Trokaren den Eintritt von Luft in die Brust-
|
||
|
|
||
|
|
||||
|
32
|
Bruststich.
|
|||
|
|
||||
|
liiilile (Pneumothorax). Derartige Zufälle verhütet mau dadurch, dass nach jeder Inspiration des Thieres die Caniile mit dem Finger verschlossen wird. Am sichersten verhindert den Luftzutritt der Trokar nach Billroth. Sistirt der Abflnss gänzlich, so führt man das Stilet ein und entfernt die Ursache
|
||||
|
|
||||
|
;
|
|
|||
|
|
||||
|
Fig. IS. Uruststich. Darmstich.
der Verstopfung der Oanülc (Fibrinflocken). Die Entfernung- des Instrnments erfolgt, nachdem zuvor das Stilet eingeführt worden ist, in der Weise, dass die Haut mit der linken Hand gegen die Brustwand gepresst und der Trokar kurz herausgezogen wird. Indem die verschollene Haut in ihre normale Lage zurückgleitet, wird der Stichcanal luftdicht verschlossen. Die äussere Stich Öffnung bedeckt man mit Jodoformcollodium.
|
||||
|
|
||||
|
Darmstich,
Fig. IS.
Instrumente. Easirmesser, Scheere, Lancette, Damtrokar, Deckmittel.
Technik. Der Darmstich wird in der rechten Hungergrnbe des stehenden Pferdes, eine Hand breit vor dem äusseren Darm-
|
||||
|
|
||||
|
|
||
|
Subcntane Myotomie am Schweif.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 33
Iieimvinkel und eine Hand breit unter den Qnerfortsätzen der Lendenwirbel bezw. auf der Höhe der vorgewölbten Partie ausgeführt. Nachdem an dieser Stelle die Haut abgeschoren oder rasirt, desinflcirt und nach dein äusseren Darmbeinwinkel zu verschoben ist, wird zuerst mit der Lancette ein kleiner Hautstich gemacht und dann der in der Hohlfläche der rechten Hand gehaltene Trokar mit kräftigem Stoss durch Haut, Sehnenausbreitung des Muse, subeutaneus maximus (Hautmuskels)' Jlusc. obliquus abdominis externus, JInsc. obliquus abdominis internns, Muse, transversus abdominis (aussei er und innerer schiefer Bauchmuskel, Qnerbauchmuskel), subperitoneales Fettgewebe und Peritoneum in der Eichtung auf den Ellenbogen der linken Seite bis zur Platte der Caniile in den Grund des Blinddarms hineinge-stossen. Die Entleerung der Gase hat nach Entfernung des Stilets mit zeitweisen Unterbrechungen zu erfolgen (Collaps). Verstopfungen der Caniile beseitigt man durch Einführen des Stilets. Vor der Herausnahme der Trokarkannle wird, um das Herausfallen von Futterpartikeln aus der Caniile in das Cavum peritoneale zu verhüten, das Stilet eingefühlt, die Haut mit der linken Hand gegen die Bauchwand gedrückt und der Trokar unter einer drehenden Bewegung herausgezogen. Die äussere Stichiiffnnng verschliesst man mit Jodoformcollodinm.
|
||
|
|
||
|
Subcutane Myotomie am Schweif (Englisiren).
Fig. 14. Instrumente. Spitzes Myotom, Verbandmaterial. Technik. Nachdem die Schweifhaare in 2 oder 3 Zöpfe geflochten worden sind, wird das Pferd gebremst und ein Vorderfuss aufgehoben, oder man legt Spannstricke an die Hinterbeine. Der Operateur steht seitlich vom linken Hinter-schenkel bezw. beim rechtsseitigen Schnitt hinter dem Pferde, falls er nicht die Fertigkeit besitzt, mit der linken Hand das Messer zu führen. Eine Hand breit vom After entfernt, auf der Grenze der Haare, sticht man am horizontal gehaltenen Schweif das Myotom, dessen Schneide analwärts gerichtet ist, durch die
|
||
|
|
||
|
|
||||
|
|
34
|
Subcutane Jlvotomie am Schweif.
|
||
|
|
||||
|
Haut und führt es an der Beugefläche des Schweifs zwischen Haut und Schweiffaszie bis zur Medianlinie vor. Mit der linken Hand, welche den Schweif von oben her umfasst, so dass die 4 Finger der Beugefläche des Schweifs anliegen, controlirt man die Messerführung. Das Myotom darf nicht über die Medianlinie. in welcher die stärkste Schweifarterie, die Arteria coccygea (mittlere Schweifarterie), verläuft, hinausragen. Hiernach liisst man durch einen Gehilfen den Schweif aufwärts bis auf die
|
||||
|
|
||||
|
|
||||
|
|
||||
|
|
FUj. II. Subcutaue Hyotomie am Schweif (Englisireu). Das Myotom ist unter die Haut bis zur Medianlinie der Beugefiache des Schweifs eingetührt.
Kruppe umbiegen oder führt diese Manipulation, wenn man von der linken Seite aus operirt, selbst aus, indem man mit der linken Hand den Schweif in der in Fig. 14 angegebenen Weise umfasst, wrendet die Schneide des Myotoms gegen die Niederzieher des Schweifes und durchschneidet diese sammt der Schweiffaszie gegen die Wirbel zu und von innen nach aussen. Hierbei benutzt man diejenige Stelle des Messerrückens, welche die Haut an der Einstichöfihung berührt, als den Drehpunkt des Instruments und lässt die Spitze des Messers i/j Kreisbogen beschreiben, indem man den Griff hebt. Auf diese Weise ver-
|
|||
|
I
|
||||
|
|
||||
|
i i
|
||||
|
|
||||
|
#9632;
|
||||
|
|
||||
|
|
||
|
Amputation des Schweifs.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;35
meidet man, die Haut an der Sticlistelle j förmig aufzuschlitzen. Die Durclischneidtmg erfolgt unter einem hörbaren Krachen, worauf das Myotom in derselben Haltung wie beim Einstich entfernt wird. Sind die Niederzieher vollständig durchschnitten, so fühlt mau eine tiefe und breite Lücke und in der Tiefe derselben den harten Knochen. Anderenfalls muss man das Myotom nochmals einführen und den Muskelrest durchschneiden. Meist folgt eine bedeutungslose Blutung aus den unteren seitlichen Schweifgefässen. Die Operationsstelle wird mit Jodoformgaze bedeckt und eine Binde in Cirkeltouren vom Schweifansatz beginnend um den Schweif gelegt. Um zu verhindern, dass dieselbe abgleitet, werden die einzelnen Zöpfe nacheinander nach oben umgebogen und in die Bindentouren hineingenommen. Der Schweif muss dann mindestens S Tage in horizontaler Lage erhalten oder auf den Bücken gebunden werden. Beim Schieftragen des Schweifes operirt man auf der concaven Seite in derselben Weise. Die dünnen Seitwärtszieher bleiben unbeachtet.
|
||
|
|
||
|
Amputation des Schweifs (Coupiren).
Fig. 7.-5 und IG.
Instrumente. Coupirscheere, ringförmiges Brenneisen.
Technik. Die Operation wird am stehenden gebremsten Thiere bei aufgehobenem Yorderfuss bezw. gespannten Hinterbeinen ausgeführt. Die Operationsstelle hängt von dem Grundleiden oder dem Wunsche des Besitzers ab. An derselben scheitelt man die Haare ringsum und umbindet die oberen nach dem Schweifansatz zu umgebogenen mit einer Bandligatur (nicht Schnur!), welche gleichzeitig die Operation in der Butleere gestattet. Sodann werden unterhalb des Scheitels die Haare in 34 cm Breite ringsum abgeschoren, ein Gehilfe hält den Schweif horizontal, der Operateur steht seitlich und hinter dem linken Hinterschenkel und setzt die Coupirscheere so an, dass die geschorene Stelle der Schweifrübe in dem halbkreisförmigen Ausschnitt der Scheere liegt. Durch kurzes und kräftiges Zusammendrücken der Scheerenarme durchschneidet man, womöglich
3*
|
||
|
|
||
|
|
|||||
|
3G
|
Amputation ties Schweifs.
|
||||
|
|
|||||
|
|
zwischen zwei Scliweifwirbehi, mit einem Schnitt die Haut, die fibröse Schweiffaszie, die dorsal gelegenen Heber, die ventral gelegenen Niederzieher, die Seitwärtszieher, die Zwisclien-qnermuskeln mit Gefässen und Nerven und den Zwischenknorpel.
|
||||
|
|
|||||
|
|
|||||
|
|
|||||
|
Fig. 15 Amputation des Schweifs (Coapiren). 1.
Schweifhaaro.
|
Ligatui' zum Aufbinden der
|
||||
|
|
|||||
|
Danach umfasst man den Stumpf des Schweifs mit der linken Hand und drückt zum Zweck der Blutstillung- 1020 Sekunden lang ein rothglühendes ringförmiges Eisen zwischen Haut und Wirbel, so dass ein trockener und fester Brandschorf die Wundfläche bedeckt. Die Ligatur kann noch 12 Stunden liegen bleiben.
Beim Rind und Hund ampntirt man den Schweif in ähnlicher Weise zwischen zwei Wirbeln; als Instrument dient ein gerades Messer. Die Blutstillung erfolgt ebenfalls am schnellsten durch Brennen. (Die Unterbindung der Arterien und das Anlegen eines Verbandes ist umständlicher.)
|
|||||
|
|
|||||
|
|
||
|
Castration der Uengste durch Torsion.
|
||
|
|
||
|
|
||
|
|
||
|
Fig. 16. Querschnitt durch die Schweifrübe. w. Schweifwirbel, c. musc. coccygeus, e. muse extensor cauclao medialis et lateralis, f. inusc. flexor caudae lon.'us et brevis, i. nuiscnli intertransversarii, a arteria coccygea, s. arteria caudae lateralis superior, 1. arteria caudae lateralis inferior, y. A'euen des Schweifs (dorsale, ventrale, seitliche), seil. Schweiffaseie, h. Maut.
|
||
|
|
||
|
Castration der Hengste durch Torsion.
Instrumente. Castrirzange, g-eballtes Skalpell, Scheere,
Tupfer.
Technik. Zur Verminderung der Gefahr beim Abwerfen giebt man muskulösen Pferden 1 Stunde vorher Morphin, hydrochloric. 0.30,5 subeutan. Nachdem dann der Hengst auf die linke Seite gelegt worden ist, bindet man den oberen Hinterfuss zur Castration ans, desinfleirt das Operationsfeld und chloro-formirt edle Pferde. Der Operateur schiebt die vier Finger der rechten Hand unter den unteren Hoden, hebt denselben etwas hoch und umfasst mit der flachen linken Hand von vorn her so den Samenstrang, dass der Daumen oben, die vier Finger unten liegen. Wenn die Haut auf dem Hoden genügend gespannt ist, macht man parallel zur Raphe und etwa 3 cm von ihr entfernt einen möglichst langen Schnitt durch Haut, Unterbaut, Tunica dartos und Tunica vaginalis coimnunis, bis der Hoden hervorspringt. Dann giebt man das Messer ab, fasst den Hoden mit der rechten Hand, überzeugt sich, dass der Gefässtheil des
|
||
|
|
||
|
|
|||
|
38
|
Castration der Hengste dnrch Torsion.
|
||
|
|
|||
|
Samenstranges vorn, der g-efässlose Theil hinten liegt, dnrcli-schneidet mit der Scheere das Nebenhodeuband von hinten nacli vorn und legt die zur Fixirung des Samenstrang-es bestimmte Castrirzange so hocli als möglich am Samenstrang an. Darauf spült man die Hände nochmals ab, nmfasst mit Daumen und Zeigefinger der linken Hand unmittelbar unterhalb der Zange den Samenstrang von oben her so, dass der Zeigefinger vorn, der Daumen hinten liegt, und beginnt mit der rechten Hand langsam den Hoden rechts herum zu drehen. Der Samenstrang soll dicht an den Fingern der linken Hand, deren Stellung nicht geändert werden darf, brechen. Will der Samenstrang nicht an dieser Stelle brechen, sondern näher am Hoden, so muss die rechte Hand den Samenstrang selbst, anstatt des Hodens, ergreifen und so lange die Drehungen auf diese Weise fortsetzen, bis der Samenstrang an der gewünschten Stelle bricht. Dieses Brechen geschieht zuerst am gefässlosen Theil des Samenstranges und giebt sich durch verminderten Widerstand zu erkennen. Es bleibt nun nur noch der Gefässtheil des Samenstranges abzudrehen. Zu diesem Zwecke erfasst man den Hoden, macht mit demselben halbe Umdrehungen und drückt nach Jeder derselben den Hoden an die Innenfläche des unten liegenden Schenkels an, um das Znitickschnellen des Hodens zu verhüten. Diese Drehungen setzt man so lange fort, bis der Hoden von selbst abfällt. Zerrungen sind unter allen Umständen zu vermeiden. Nach Reinigung der Hände schiebt man zwei gespreizte Finger der linken Hand von oben her über den Samenstrang und löst die Castrirzange. Erfolgt keine Nachblutung, so lässt man den Samenstrang in die Castrationswunde hineingleiten und tupft das aus den Venen der Unterbaut stammende Blut auf. Der rechte (obere) Hoden wird auf dieselbe Weise abgedreht. Dann lässt man das Pferd aufstellen, überzeugt sich, dass keine Nachblutung besteht und bindet das Pferd im Stande einen Tag lang hoch. Am nächsten Tage wird es im Sehritt bewegt, die Operationswunde bleibt im Uebrigen unberührt.
|
|||
|
|
|||
|
I
|
|||
|
|
|||
|
o raquo;-
|
|||
|
|
|||
|
|
|||
|
Uivthrotomie.
|
39
|
||
|
|
|||
|
Uretlirotomie.
Fit). 17 und IS.
Instrumente. Katheter, geballtes Skalpell, Scheere, Haken-und Unterbiiulung-s-Pincetten, Wundhaken, Steinzange, Litliotom, Tupfer, Drainagerolir, Xälmiaterial.
Technik. Die Uretlirotomie kann am stehenden männlichen Thiere, dessen Hinterfüsse mit Spannstricken befestigt sind, ausgeführt werden. Ist das nicht angängig-, so legt man das Thier vorsichtig nieder, nachdem womöglich die Harnblase vor-
|
|||
|
|
|||
|
|
|||
|
|
|||
|
Fig. 17. Urethrotomle am Sitzbcluausschnitt.
lier entleert worden ist, und bringt es am besten in die Rückenlage. Die Operationsstelle wird durch die Lage der Harnsteine bestimmt. Befinden sich dieselben im Beckenstück der Harnröhre oder handelt es sich um die Entfernung-von Blasensteinen, so operirt man am Sitzbeinausschnitt. Zunächst wird der Penis aus dem Ostium praeputiale herausgezogen und der Harnröhrenkatheter in die Urethra bis über den Sitzbeinausschnitt hinaus nach aufwärts eingefühlt. Darauf legt man nach Desinfection der Haut genau in der Medianlinie auf dem Sitzbeinausschnitt
|
|||
|
|
|||
|
|
||||
|
40
|
Urethotoink'.
|
|||
|
|
||||
|
unter Anspannung der Haut einen 5 cm langen Scünitt durch Haut, Afterruthenbänder, 3,Iusc. bulbo-cavernosus (Harnschneller), Corpus cavernosum urethrae und Urethralschleimhaut bis auf den Katheter. Der Schnitt mass zur Vermeidung spaterer Harn-inflltratlonen besonders am unteren Wuudwinkel schichtenweise
|
||||
|
|
||||
|
|
||||
|
|
||||
|
Fig. 18. Urethrotomie (Lebensgrösse). li Haut, a. Afterrnthönmuskel, b. mnsc. bulbo-cavernosus, c. corpus cavernosum urethrae, ii. urethra, k. Katheter.
|
||||
|
|
||||
|
I *:
|
nach innen kürzer werden. Nachdem man den Katheter unter den Sitzbeinaussclmitt zurückgezogen hat, führt man die Stein-zange in die Urethra bezw. in die Harnblase, erfasst mit derselben den Stein und fördert ihn unter Berücksichtigung der natürlichen Führungslinie zu Tage. lgt;as Ergreifen des Steins mit der Zange unterstützt man zweckmässig mit der in das rectum eingeführten linken Hand. Man muss sich hüten, zu-gleich mit dein Stein die Harnblasenschleimhaut zu erfassen. Durch vorsichtige drehende Bewegungen und Vor- und Zurückführen der Zange überzeugt man sich vor der Extraction des Steins, ob das Maul der Zange sich in der Harnblase leicht und ohne Widerstand überallhin verschieben lässt. Ist der
|
|||
|
|
||||
|
|
||
|
Ainimtatiuii des l'euis.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;41
Stein so gross, (lass er den Blaseiihals nit-ht passiren kann, so muss er mit der Zange zerdrückt werden (Lltho trip sie). Diese Operation erfordert Zeit und Geduld, da es in der Eegel nicht möglich ist. den gesammten Stein mit der Zange zu umfassen. Die Enge des Blasenhalses verhindert nämlich das weite Ocfthen der Zange. Man muss daher den Stein von seiner Peripherie her allmählich ahbröckeln und die einzelnen Steinstücke extrahiren. Die Beschaffenheit der Steinoherfläclie ist hierbei von wesentlicher Bedeutung für die Ausführung der Lithotripsie. Wenn diese Operation nicht gelingen sollte, so kann man als letztes Mittel die blutige Erweiterung- des Blasenhalses mit dem Lithotom vornehmen. Dasselbe wird geschlossen bis in die Harnblase eingeführt und der Blasenhals beim Zurückziehen des geöffneten Instruments in der Richtung nach oben und seitwärts gespalten. Der Mastdarm, der auf diese Weise nicht verletzt wird, muss vorher entleert werden. Nach der Entfernung des Steins fuhrt man den Katheter wieder über den Sitzbeinausschnitt hinaus nach aufwärts und vereinigt nun die Wundränder der Uretbralscbleimhaut mittels der Darmnaht. Durch den Katheter wird die Harnblase bezw. die Urethra mit einer o0/0 warmen Borsäurelösung ausgespült und der Katheter entfernt. Schliesslich näht man die Hautwunde und legt in den unteren Wundwinkel ein Drainagerohr oder Jodoformgaze.
|
||
|
|
||
|
Amputation des Penis.
Fig. 19.
Instrumente. Elastische Ligatur, starke Seidenfäden, geballtes Skalpell, Haken- und Ünterbinclungs-Pincetten.
Technik. Die Operation wird am liegenden Tliiere, dessen oberer Hinterfuss ausgehunden ist, ausgeführt. Die Operationsstelle wird durch die Art der Erkrankung des Penis und den mit der Amputation beabsichtigten Zweck bedingt. Wenn möglich ampntirt man vor der Yorhautwulst. Nachdem der Penis hervorgezogen, und mit Bürste und Seife die Präputial-gegend gründlich gereinigt worden ist, umfasst ein Gehilfe den Penis unmittelbar vor dem Ostium präputiale mit der Hand und
|
||
|
|
||
|
|
||||
|
42
|
Ampntation ties Penis.
|
|||
|
|
||||
|
hält ihn fest. Sodann wird vor dieser Hand eine provisorische elastische Ligatur um den Penis g'eleg-t und derselbe durch einen Cirkelschnitt etwa 5 cm vor der elastischen Ligatur hezw.
|
||||
|
|
||||
|
|
|
|||
|
n' -. a ¥ o s-
|
||||
|
|
||||
|
_ 4
|
||||
|
i
|
|
|||
|
|
||||
|
|
||
|
Amputation des Penis.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 43
unmittelbar vor der Vorhautwulst abgeschnitten. Die dorsalen Blntgefässe des Penis werden einzeln unterbunden. Darauf präparirt man die an der ventralen unteren Seite des Penis liegende Urethra, die von dem Corpus cavernosum urethrae um-g-eben ist, ca. 2 cm weit aus dem Sulcus uretliralis heraus, spaltet ihre dorsale Wand und näht die Schleimhaut in fäclier-förmiger Ausbreitung an die Umgebung. ITan kann auch die Urethra dorsal und ventral spalten und die eine Hälfte nach links, die andere nach rechts vernähen. Um das Corpus cavernosum penis wird eine Seidenligatur gelegt und dann die elastische Ligatur entfernt. Nach einigen Tagen löst man auch die Seidenlteatur.
|
||
|
|
||
|
i$F~
|
||
|
|
||
|
|
||
|
Operationen an den Extremitäten.
|
||
|
|
||
|
Selmenschnitt (Tenotomie der Huf beinbeugeseline\
Fig. 20.
Instrumente. Rasinnesser, Scheere, spitzes Tenotom. Verbandmaterial.
Technik. Die Tenotomie wird in der Regel an der Seime des Mnsculus flexor digitomm profundus (Hufbeinbenger), selten des Muse, flexor digitorum superflcialis (Kronbeinbeuger) des Vorderftisses aiisgefiilu't. Das Pferd wird auf diejenige Seite gelegt, deren Fuss operirt werden soll, und der betreffende Vorderfuss wird auf die Latte ausgebunden, so dass die mediale Seite des Fusses oben liegt. An dieser wird in der Mitte des Metacarpus auf der Hufbeinbeugesehne die Haut rasirt und desinfleirt. Die linke Hand umfasst den Metacarpus von oben und hinten so, dass der Daumen au der medialen, oben befindlichen Fliiclie des Metacarpus, der zweite und dritte Finger an der lateralen, unten liegenden Seite der Hufbeinbeugesebne lieg-t. Während der linke Daumen die Haut nach dem Metacarpalknoclien, also nach vorn zieht, sticht mau mit der rechten Hand ein spitzes, senkrecht gehaltenes Tenotom, dessen Schneide hufwärts gerichtet ist. durch Haut, Unterhaut und Fascia antibraclüi bis auf die Hufbeinbeugesehne ein. Unmittelbar am vorderen Sehnenrande entlang führt man dasselbe so weit, bis man auf der lateralen Seite die Spitze mit der linken Hand durch die Hau hindurchfühlt, wendet sodann die Schneide des Messers gegen die Hufbeinbeugesehne, also nach hinten, lässt durch einen Gehilfen den Vorderschenkel mittels eines um den Fessel gelegten und um den Huf geschlungenen Strickes stark strecken und durchschneidet unter Anwendung eines leichten Druckes die
|
||
|
|
||
|
|
||||
|
Sehnenschnitt
|
45
|
|||
|
|
||||
|
Hufbeinbeug-esehne, indem man den Messerg-riff abwärts drückt. Ein lautes Krachen sowie das Nachlassen des Widerstandes beim Strecken zeig-en
|
||||
|
an, dass die Seime durchschnitten ist. Auf diese Weise verhütet man eine Verletzung der Art. digitornm comnuinis, der Vena cephalica (innere Hant-vene) und der Vena metacarpea volaris medialis und lateralis (volare mediale und laterale Zwischen-knocheuvene), welche zwischen Hufbeinbeuger und Fesselbeinheuger verlaufen. Nach Entfernung' des Messers und nachdem man sich überzeugt hat, dass die Sehnenenden eine breite Lücke zwischen sich gelassen haben, wird der ünterfuss von der Latte losgebunden und ein Verband um den Metacarpus angelegt,
|
|
|||
|
|
||||
|
der sich auf das
Pesselgelenk stützt und 8 Tage liegen bleibt wunde per primam intentionem.
|
Heilung der Haut-
|
|||
|
|
||||
|
|
|||
|
4(5
|
Halmentrittoperation.
|
||
|
|
|||
|
Halmentrittoperation (Tenotomie des seitlichen Zehen-
streckers). Fig. 21. Instrumente. Easirmesser, Scheere, spitzes Tenotom. Technik. An der lateralen Seite des Metatarsus wird durch die.
|
|||
|
|
|||
|
A0Mr:0^:i
|
|||
|
|
|||
|
|
|||
|
Hiihuentrittoperatiou (Tenotomie iles seitlichen Zehenstreckers). Rechter Hinterfnss von der lateralen Seite gesehen. Die den seitlichen Zehenstrecker bedeckende Haut ist in Form eines Lappens nach hinten umgelegt, die Fascia ernris gespalten, e. Sehne des muse, extensor digiti fjuinti brevis, f. fascia ernris, 1. Sehne des muse, extensor digitorum pedis longns, d. das von 1 und e gebildete Dreieck.
am vorderen Eande in der Mitte des Metatarsus sicli vereinigenden Sehnen des Muse, extensor digitorum pedis longus (langer Zehen-
|
|||
|
|
|||
|
^
|
||
|
|
||
|
Nenrektomie der Volarnerven.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 47
Strecker) uiul ties Muse, extensor digiti quinti brevis (seitlicher Zelienstrecker) ein spmnggelenkswärts offener spitzer Winkel gebildet. Die Selinenscbeide des JIusc. extensor dig-itorum pedis long-ns reicht fusswärts bis nahe an die Vereinigungsstelle der genannten Sehnen; die Selinensclieide des Muse, extensor dig-iti quinti brevis endet fusswärts 3i cm oberhalb der Vereinigungsstelle. In der Mitte dieses 3-t cm langen scheidenlosen Abschnittes und fusswärts vom unteren Querband wird die Operation ausgeführt, nachdem die Haut rasirt und desinfleirt worden ist. Man kann am stehenden gebremsten Pferde, dessen Hinterfuss wie zum Beschläge aufgehoben ist, operiren. Indem die deutlich unter der Haut als kleiutingerstarker Strang fühlbare Sehne des seitlichen Zehenstreckers zwischen Daumen und Zeigefinger der linken Hand unter Anspannung der Haut gefasst wird, stiebt man das spitze Tenotom mit fusswärts gerichteter Schneide auf der Sehne senkrecht durch Haut, Unterhant und die von der Fascia cruris herrührende Sehuenplatte, führt das Messer von vorn her unter die Sehne, richtet die Schneide des Tenotoms gegen die Sehne und durchschneidet unter Streckung des Sprunggelenks die Sehne und event, die Sehnenplatte gegen die Haut zu subeutan. Ist die vollständige Durchschneidung der Sehne geglückt, so fühlt man, 12 cm oberhalb und unterhalb der Einstichstelle, unter der Haut die zurückgewichenen Sehnenenden. Nach der Operation wird ein antiseptischer Verband, der sich auf das Fesselgelenk stützt, angelegt. Derselbe bleibt 8 Tage liegen; Heilung der Hautwunde per primam intentionein.
|
||
|
|
||
|
Neurektomie der Volarnerven.
Fig. 22.
Instrumente. Rasirmesser, Scheere. geballtes Skalpell, Pincette, ünterbindungs-Pincetten, Wundhaken, Dechamp'sclie Nadel, Nähmaterial, Esmarclrscher Schlauch.
Technik. Das Pferd erhält am Tage vor der Operation einen mit Sublimat- oder Creolinwasser angefeuchteten Verband um das Fesselgelenk und wird so niedergelegt, dass die mediale Seite des zu operirenden Fusses oben liegt; der mediale Nerv
|
||
|
|
||
|
..
|
||
|
|
||
|
w~*
|
|||||
|
|
|||||
|
IS
|
Xenrektomilaquo; der Volamerven.
|
||||
|
|
|||||
|
I
|
|
wird also zuerst her-ansgeschnitten. Per Fuss wird auf die I-atte ausgebnaden und dernbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Esmareh'sclie
ScMauch oberhalb des Carpalgelenks angelegt. Nacli Abnahme desVerbandes, Easiren der Operationsstelle und gründlicher Des-infection der Gegend des Metacarpus und des Fesseis mit Seife, Bürste. Sublimat- oder Creoliuwasser und SOprocentigem Alcohol lässt man die Finger von vorn nach hinten mit leichtem Druck über die Gegend des Fesselgelenks gleiten. Unmittelbar vor der
Hutheinbeugesehne fühlt man eine rinnen-fönnige, von obennach unten über das Fessel-Gelenk verlaufende Vertiefung. In dieser liegt als strohhalmstarker, saitenartiger Strang der Nerv, der beim Parübergleiten der Finger mit einem hör- und fühlbaren Euck dorsalwärts(nach
|
|||
|
Xeurcktomie iler Xervi vnhires. a. nrtovia digitalis vdlaris lateralis, v. vena digitalis lateralis, n. newtia digitalis volaris commnnis lateralis, d. dorsaler Ast, o. volarer Ast, s. nnise. flexor dif:i-tonun sniiertieialis, p. nuisc. flexor digitovuin prot'imdns, i. muse, interossens, m, metacarpus.
|
|||||
|
|
|||||
|
^m
|
|||||
|
|
||
|
Neurektomie der Volarnervcn.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;49
vorn) entweicht. Die Operationsstelle liegt dicht oberhalb des Fesselgelenks und im hinteren Drittel des Metacarpus. Hier spannt man die Haut zwischen Zeigefinger und Daumen der linken Hand an und macht zwischen diesen Fingern genan anf den Nerven einen 35 cm langen Hautsclmitt, dessen unterer Winkel dicht oberhalb des Fesselgelenks liegt. Die Wundränder der Haut hält man mit Wundhaken auseinander und untersucht nochmals durch Betasten der weissen Subcutis mit den Fingern, ob der Nerv in der Mitte der Wunde liegt. In diesem Falle fasst man mit der Pincette die Unterhaut und präparirt dieselbe vorsichtig durch Schnitte, die in der Eichtung des Nerven und der Gefässe verlaufen, heraus, bis die Contouren des Nerven hervortreten. Den Nerv erkennt man an seiner gelblichen Farbe, der feinen Längsfaserung und der Lage hinter den Gefässen. Oberhalb des Fesselgelenks theilt sich der Nervus digitalis communis medialis in einen dorsalen (vorderen) schwächeren und einen volaren (hinteren) stärkeren Ast. Diese Theilungsstelle muss freigelegt werden, damit man nicht irrthihnlich nur einen Ast herausschneidet. Unmittelbar oberhalb der Theilungsstelle wird der Nerv mit der stumpfen Decliamp'schen Nadel umstochen und der Faden einmal geknüpft. Hierbei führt das Pferd heftige Bewegungen mit den Beinen aus. Oberhalb der Ligatur schiebt man, nachdem der Faden straff angezogen und so der Nerv in die Höhe gehoben worden ist, einen Scheerenschenkel unter den Nerven und durchschneidet den letzteren im oberen Wundwinkel mit einem raschen Schnitt. Sodann präparirt man den Nerven möglichst weit nach unten frei und durchschneidet ihn bezw. seine beiden Aeste im unteren Wundwinkel, so dass also ein 35 cm langes Stück excidirt wird. Vor dem Nerven liegt die Arteria digitalis volaris medialis (laterale Seitenarterie der Zehe) und vor dieser die Vena digitalis medialis (laterale Seitenvene). Die Hautwunde vereinigt man durch eine fortlaufende Naht und legt einen provisorischen Verband an. Alsdann wird die Latte entfernt, der Fuss wieder eingefesselt und das Pferd auf die andere Seite gewälzt. Die Neurektomie des Nervus digitalis communis lateralis wird in der beschriebenen Weise ausgeführt,
4
|
||
|
|
||
|
|
||
|
50nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Neurektomie des Nervus medianus.
und darnacli mit sterilem Material ein Verband angelegt, welcher 8 Tage liegen bleibt. Heilung per primam inteutionem.
|
||
|
|
||
|
Neurektomie des Nervus medianus.
Fig. 23.
Instrumente. Easirmesser, Scheere, geballtes Skalpell, Haken- und Unterbindungs-Fincetten. Wundhaken. Dechamp'sche Nadel. Nähmaterial.
Technik. Hie Operation wird am niedergelegten Pferde, nachdem der betreffende Fuss auf die Latte ausgebunden worden ist, an der medialen Fläche des Vorarmgelenks ausgeführt. Zunächst lässt man den Fuss stark aus der Schulter heraus und nach vorn ziehen. Der Operateur kniet zwischen Hals und Vorderschenkel, sucht, nachdem die Gegend des Vorarmgelenks abgeseift worden ist, in der vorher angegebenen Weise den Nervus medianns auf, rasirt an dieser Stelle die Haut und desinficirt sie mit Seife. Sublimat- oder Creolinwasser und SOpro-centigem Alcohol. Der Nerv liegt in der Eegel etwas vor der Mitte der medialen Voiarmfläclie und ist in der Tiefe etwa in Bleistiftstärke zu fühlen. Die Lage des Nerven wechselt mit der veränderten Lage des Schenkels. Bei fetten und fleischigen Pferden gestaltet sich das Aufsuchen des Nerven schwieriger. Man kann übrigens bereits am stehenden Pferde den Nerven fühlen und feststellen, ob derselbe schwer oder leicht zu finden ist. Der Nerv wird nun zwischen Daumen und Zeigefinger der linken Hand gehalten, die Haut darüber angespannt und genau auf den Nerven und in der Richtung desselben ein 5 cm langer Schnitt angelefft, welcher zuerst die Haut und dann die Portio sternocostalis des Jlnsc. pectoralls major (oberflächl. Brustmuskel) trennt. Etwa blutende Gefässe der Haut, Unterhaut oder des Muskels werden unterbunden. Man setzt die Wundhaken ein. sieht jetzt die weissliche Fascia antibrachii. fühlt nochmals mit dem Zeigefinger, ob der Nerv in der Mitte der Wunde liegt, spaltet die Fascie unmittelbar auf dem Nerven mit dem Skalpell und schneidet ein spindelförmiges oder ovales Stück derselben mit der Scheere heraus. Befindet sich zwischen den Blättern der
|
||
|
|
||
|
|
|||
|
^J
|
|||
|
|
|||
|
Neurektomie des Nervus medianus.
|
51
|
||
|
|
|||
|
Fascie viel Fettgewebe, so zerzupft man dieses vorsichtig- mit zwei Piucetten und sclmeidet es mit der Scheere fort. Man stösst nun auf eine mitunter zart röthlicli gefärbte fascienartige Platte die Nervenscheide , hinter welcher ein blauer Strang, die Vena brachialis, sichtbar wird, die mit der Nervenscheide innig ver-
|
|||
|
|
|||
|
^ %?***gt; ^
|
|||
|
|
|||
|
|
|||
|
Fig. 2H. Nonrektomle lies nervus niediauus. Mediale Fläche des rechten Voramiä und Ellenbogengelenks, a arteria brachialis, n nervus medianns, v. veua brachialis, f. faseia antibrachü, p. muse pectoralis major, e. Ellenbogen.
bnnden ist. Die Vene liegt meist hinter und unter (medial) dem Nerven und rast bis über den vorderen (dorsalen) Rand desselben hinaus. Noch weiter nach vorn fühlt man die Pulsation der Arteria brachialis. Entweder schneidet man nun die Nervenscheide vorsichtig ein und spaltet mit der Scheere nach oben und unten, worauf der srelbe, deutlich längs gefaserte Nerv breit hervorquillt, oder man trennt mit dem Skalpellheft vorsichtig die
4*
|
|||
|
|
|||
|
|
||||
|
|
52
|
Neurektomie des Nervus ulnaris.
|
||
|
|
||||
|
Vene hi der Längsrichtvmg vom Nerven. Hierauf umstielit mim den Nerven mit der Dechamp'schen Nadel von hinten nach vorn und schnürt den Faden zusammen. Das Pferd reagirt gewöhnlich durch heftige Bewegungen. Darauf wird der Faden straff-gezogen, der Nerv hochgehoben und im oberen Wundwinkel durch einen kurzen Scheerenschnitt dnrchschnitten. Nachdem man das periphere Ende bis zum unteren Wundwinkel (mindestens 3 cm) freigelegt hat, wird es daselbst durchschnitten. Die Wunde wird mit Jodoformgaze locker tamponirt und die Haut mit einer fortlaufenden Naht geschlossen. Der Tampon bezw. die Naht bleibt 12 Tage liegen. Da die Gefühlsempfindung de)' unteren Extremität durch den ramus profondus des Nervus ulnaris, welcher sich unterhalb des Carpalgelenks, bedeckt von der Sehne des Musculus flexor carpi ulnaris, mit dem Nervus digitalis communis lateralis verbindet, aufrecht erhalten wird, so hat die Neurektomie mitunter nicht den erhofften Erfolg. Zur Erlangung- eines vollständigen Erfolges der Neurektomie des Nervus medianus ist es daher angezeigt, gleichzeitig die Neurektomie des Nervus ulnaris auszuführen. (Vgl. das folgende Capitel.)nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; _______
|
||||
|
|
||||
|
#9632;-#9632; #9632; i
| I
|
Neurektomie des Nervus ulnaris.
Fig. 24. Instrumente wie vorher.
Technik. Oberhalb des Carpalgelenks fühlt man hinten zwischen dem Muse, extensor und flexor carpi ulnaris (Beuger der Vorderfusswurzel) eine Einne. An dieser Stelle rasirt man 10 cm oberhalb des Os pisiforme (Erbsenbein) die Haut, desin-ficirt dieselbe und macht durch Haut und Fascia antibrachii einen 6 cm langen Schnitt. Derselbe verläuft unmittelbar lateralwärts der Medianlinie der hinteren (volaren) Fläche des Eadlns und zwar so, dass der obere Wundwinkel etwas weiter nach aussen (ca 1 cm) liegt als der untere. Unter der Fascie sieht man zwischen den genannten Muskeln den Nervus ulnaris, medialwärts von ihm die Vena collateralis ulnaris und zwischen beiden und etwas dorsalwärts die Arteria collateralis ulnaris
|
|||
|
|
||||
|
|
|||
|
Neurektomie des Kervus ulnaris.
|
53
|
||
|
|
|||
|
|
|||
|
|
|||
|
Fig. 24.
Neurektomie des nervus ulnaris. Kechter Vorarm von der hinteren
Fläche gesehen, e. muse, extensor carpi ulnaris, f. inusc. flexor carpi
ulnaris, a. arteria collateralis ulnaris, b. fascia antibrachii.
|
|||
|
|
|||
|
w^
|
||
|
|
||
|
54nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Neurektomie des Nervus tibialis.
(Seitenarterie des Ellenbogens), NacMem man den strohhalmstarken Nerven mit der Dechamp'schen Xadel iiinstoclien hat, durchschneidet man ihn im oberen und unteren Wundwinkel, vereinigt die Wundränder durch eine fortlaufende Naht und legt einen Verband an. Heilung- per primam intentionen. Diese Operation wird, wie bereits näher erörtert worden ist, nur in Verbindung mit der Neurektomie des N. medianus ausgeführt.
|
||
|
|
||
|
Neurektomie des Nervus tibialis,
Fig. 25.
Instrumente wie vorher.
Technik. Die Operation wird am liegenden Pferde an der Innenseite des Unterschenkels, eine Hand breit oberhalb des Tuber calcanei (Fersenbeinhöcker) ausgeführt. Den oberen Fuss bindet man durch einen Gurt nach vorn. Hiernach sucht man sich zunächst den Nervus tibialis auf und zwar in der Weise, dass man mit der linken Hand den Unterschenkel von hinten her so umfasst, dass der Daumen über, die 4 Finger unter dem Schenkel liegen. Man greift mit den Fingern nach vorn bis zum JInsc. flexor hallucis longus (dicker Hufbeinbeuger), drückt die Finger massig fest zusammen und zieht die Hand in dieser Haltung langsam nach hinten. Unmittelbar hinter dem Muse, flexor hallucis longus und zwischen diesem und der Achillessehne entgleitet der bleistiftstarke Nerv den Fingern mit einem fiihl-und hörbaren Ruck nach vorn. Ist der Nerv auf diese Weise nicht zu finden, so liisst man den Schenkel stark abbeugen, wodurch der Nerv von dem genannten Muskel fort und nach hinten zurücktritt, so dass er etwa in der Mitte der zwischen Achillessehne und Muse, flexor hallucis longus verlaufenden Einne deutlieh zu fühlen ist. An dieser Stelle wird die Haut rasirt, desinficirt und ein 5 cm langer Schnitt durch dieselbe parallel zur Achillessehne gemacht. Darauf spaltet man in derselben Richtung die weisslich straffgespannte Fascia ernris, nachdem man sich durch Betasten überzeugt hat, dass der Nerv in der Mitte der Wunde liegt, schneidet mit der Scheere ein spindelförmiges
|
||
|
|
||
|
|
|||
|
Neurektomie des Nervus tibialis.
|
55
|
||
|
|
|||
|
oder ovales Stück der Fascie heraus, oder hält die Fascie zu-sammen mit den Hautwundrändern durch Muskelhaken auseinander. Bei mageren Pferden treten die Konturen des nur von lockerem Bindegewebe umgebenen Nerven hervor, bei fetten Pferden liegt um den Nerven noch reichlich Fettgewebe. Nacli-
|
|||
|
|
|||
|
|
|||
|
|
|||
|
Fig. 25. Xeurektomie des nervus tibialis. Rechter Hinterschenkcl von innen gesehen, f. fascia cruris, n. nervus tibialis, v. vena plantaris.
dem man dieses bezw. das Bindegewebe mit einer Pincette ge-fasst hat, schneidet man es heraus. Man sieht nun den Nervus tibialis vor sich, der rückwärts (dorsal) von der Vena plantaris und lateral von der Arteria recurrens tibialis begleitet ist, legt denselben mit dem Heft des Skalpells vollständig- frei, umsticht ihn von vorn nach hinten mit der üechamp'schen Nadel und
|
|||
|
|
|||
|
|
|||
|
|
56nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Resection des Hufknorpels.
durchschneidet ihn im oberen und unteren Wundwinkel, wobei man ein mindestens 5 cm langes Stück desselben herausnimmt. Die Hautwunde wird genäht und ein Verband angelegt, der 8 Tage liegen bleibt. Heilung per primani intentionem.
|
||
|
|
|||
|
1i
|
|||
|
|
|||
|
|
Resection des Hufknorpels.
Fig. 2G und 27.
Instrumente. Esmarch'scher Schlauch, Binnmesser, Scheere,
Easirmesser, Hornlieber. Berliner Schnabelzange zum Losreissen des Horns, Skalpell, Haken- und Unterbindungs-Pincetten, Lorbeerblattmesser, scharfer Löffel, Nadelhalter, Faden, Xadel, Jodoformäther, Jodoformgaze, Jntetampons, Werg, Binden.
Technik. Das Pferd wird eine Stunde vor der Operation in ein Creolinwasserbad gestellt, nachdem eine halbkreisförmige Rinne im Horn der Seiten- und Trachtenwand bis auf die Hora-blättchenschicht vorher geschnitten worden ist. Die Operation geschieht am liegenden narkotisirten Pferde, dessen kranker Fuss auf den diagonalen gesunden so ausgebunden ist, class der erkrankte Hufknorpel oben liegt. Xach Anlegung des Esmarch'schen Schlauches durchschneidet man zunächst mit dem Rinnmesser die Hornrinne bis auf die Fleischblättchen, ohne letztere zu verletzen. Die Rinne muss so angelegt sein, dass sie das vordere Ende des Hufknorpels erreicht, einige Centimeter vom Tragerande entfernt bleibt, und dass der untere halbkreisförmige Rand der Pinne steil zu der Fleischwand abfüllt. Die Haare an der Krone werden abgeschoren bezw. rasirt und der ganze Fuss bis zum Fesselgelenk aufwärts gründlich mit Dürste. Seife, Creolin- oder Sublimatwasser und 50proc. Alcohol gereinigt. Demnächst führt man den Heber von dem tiefsten Theile der Kinne aus zwischen Fleischblättchen und Horn des halbkreisförmig umschnittenen Homstückes, hebt das letztere von der Fleischwand etwas ab, erfasst es mit der Schnabelzange und löst es vorsichtig von den Fleischblättchen durch einen Zug' nach oben in der Richtung der Blättchen, und durch einen Zug nach hinten von den Kronenpapillen und dem Fleischsaum ab. Nachdem man dann den Fleischsaum mit der Scheere a-eebnet
|
||
|
|
|||
|
|
|||
|
Resection des llufknorpels.
|
57
|
||
|
|
|||
|
hat, legt man durch die Haut der Krone und die Kronemvulst medial vom vorderen und hinteren Rande der Hornriune je einen senkrechten Schnitt an und verbindet beide durch einen halb-
|
|||
|
|
|||
|
Fig. 26. Resection des Hufknorpels. Wandhorn abgerissen, Pleisohwand- und Hantlappen aufwärts zurückgelegt Hintere Hälfte des Knorpels resocirt. f. Fleischwand, w. Kronemvulst, k. vordere Hillftc des Knorpels, h. Höhle durch Exstir-pation der hinteren Knorpelhälfte entstanden, n. nekrotiseher Knorpel, p. parachondrale Fläche der Haut- und Fleiscinvand, s. senkrecht halbmondförmig geschnittener Hururand, g. Fistelgang.
|
|||
|
|
|||
|
kreisförmigen Schnitt in der Fleiscinvand. Dieser U-Sclmitt muss so geführt werden, dass zwischen ihm und der Hornwand eine mindestens 2 cm breite Fleischblättchenschicht liegt. Nun prä-parirt man den umschnittenen Lappen [dicht am Hufbein bezw.
|
|||
|
|
|||
|
|
||||
|
|
58
|
Resection des Hufknorpels.
|
||
|
|
||||
|
Hufbeinast und weiterhin von der lateralen Fläclie des Knorpels los. indem man den Lappen anfangs mit der Pincette, dann mit der linken Hand anhebt. FesselwUrts vom Knorpel nmss man die Finger der linken Hand auf die änssere Haut legen, um eine Durchschneidung oder eine zu starke Verdiinnung der Haut an dieser Stelle zu verhüten. Den Lappen lässt man von einem Gehilfen nach aufwärts gebogen halten. In der Kegel sieht man jetzt
|
||||
|
|
||||
|
|
||||
|
|
||||
|
Fig. l-T. Resection des Hufkuoriiels. Beendete Operation (Naht).
ein schön grün gefärbtes, von braunrotlien Oranulatiousmassen umgebenes, nekrotisches Knorpelstück vor sich. Durch aiueu Parallelsclmitt zur Fussachse trennt man den Knorpel in eine vordere und eine hintere Hälfte und exstirpirt letztere zuerst, indem man sie mit dem Lorbeerblattmesser lateral und medial aus dem parachondralen Gewebe herauslöst. Die Spitze des Lorbeerblattmessers muss dabei immer gegen den Knorpel gerichtet sein. Da der medialen Fläche der vorderen Knorpelhälfte das Kapselband des Hufgelenks unmittelbar anliegt, so lässt man vor der Exstirpntion der vorderen Hälfte das Hufgelenk stark strecken, wodurch das Kapselband vom Knorpel abgezogen wird. Dann
|
||||
|
|
||||
|
|
|||
|
Resection der Hufbeinbeugesehne.
|
59
|
||
|
|
|||
|
entfernt man die vordere Hälfte des Knorpels in derselben Weise, aber unter Anwendung der grössten Vorsicht. Knorpelreste und Granulationen werden mit dem scharfen Löffel entfernt. Alsdann sclineidet man mit Messer und Sclieere die dem Lappen etwa noch anhaftenden Knorpelstücke heraus, verdünnt, wenn nöthig, den ganzen Lappen und umschneidet die Fistelgftnge. Nach gründlicher Desinfection des gesammten Operationsfeldes wird der Lappen durch Knopfnähte ringsum angenäht, die Operationsfläche mit Jodoformäther begossen und mit Jodoformgaze und Jute-tampons, die sich gegen die senkrechte Homwand stützen und eng neben- und übereinander liegen müssen, bedeckt. Schliesslich umwickelt man Huf und Krone bis zum Fesselgelenk aufwärts mit Werg und legt eine Cambric-Binde darüber, deren Touren von oben nach unten verlaufen müssen. Der Verband wird mit einem Lederschuh oder einem Sackleinenlappen versehen und der Esmarch'sche Schlauch entfernt. Der Verband bleibt, wenn die Thiere iieberlos sind, gut belasten und gut fressen, 12 bis 14 Tage liegen. Heilung per primam intentionem.
|
|||
|
|
|||
|
Resection der Hufbeinbeugesehne.
Fig. 28.
Instrumente. Esmarch'scher Schlauch, Einnmesser, Lorbeerblattmesser, Scheere, Haken-Pincetten, scharfer Löffel, Verbandmaterial.
Technik. Vor der Operation wird am stehenden Pferde das Horn der Sohle, des Strahls und der Eckstreben dünn geschnitten, bis die Weichtheile durchschimmern, und ein feuchter anti-septischer Verband bezw. ein Creolinwasserbad applicirt. Nachdem dann das Pferd niedergelegt, chloroformirt und der zu operirende Fuss auf den diagonalen gebunden worden ist, legt man den Esmarch'schen Schlauch an und reinigt den Huf gründlich mit Seife, Bürste, Creolin- oder Sublimatwasser und 50pro-centigem Alcohol. Alsdann wird durch die Basis des Strahls 23 cm von den Ballen entfernt ein Transversalschnitt durch Hornstrahl, Fleischstrahl und Strahlpolster bis auf die Hufbeinbeugesehne gelegt. Darauf folgen zwei bogenförmig .nach der Crista
|
|||
|
|
|||
|
|
||
|
60nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Resection der Hufbeinbeugesehne.
semilünaris des Hufbeins gekrümmte Schrägsclinitte, welclie etwa 7.2em lateralwärts der seitliclien Stialilfurclien verlaufen und in der Strahlspitze zusammentreffen. Das auf diese Weise dreieckig- nmschnittene Strahlstück wird nun mit der Pincette erfasst und durcli einige Präparirschnitte entfernt. Meist befindet man sich jetzt noch nicht auf der Hufbeinbeugesehne, sondern in dem diese von unten bedeckenden Strahlpolster. Durch einige flache Schnitte mit dem Lorbeerblattmesser entfernt man den Eest desselben und sieht nun die grün oder gelblich gefärbte, zuweilen auch mit röthlichen Granulationen bedeckte, nekrotische Hufbeinbeugeselme vor sich liegen. Hat eine Pododermatitis suppurativa die Indication zur Operation geliefert, so muss der Eckstrebentheil der erkrankten Seite mit umschnitten werden. Durch die Beugesehne hindurch kann man das Strahlbein in seiner oberen und unteren Ausdehnung deutlich hindurch fühlen. Man schneidet demgemäss in der Mitte des Strahlbeins die Hufbeinbeugeselme durch einen bis auf das Strahlbein reichenden Querschnitt glatt durch, erfasst das untere Ende der Sehne mit einer Haken-Pincette und hebt es durch zwei seitliche bogen-förmige Schnitte vom Strahlbein ab. Zwischen dem unteren Rande des Strahlbeins und der Crista semilünaris des Hufbeins spannt sich das mit derben Paserzügen verstärkte Kapselband über das untere Strahlhufbeingelenk. Mit diesem Bande ist die Hufbeinbeugeselme durch einige Faserbündel verbunden. Man präparirt nun vorsichtig die Sehne von der Gelenkkapsel und weiterhin von der Crista semilünaris des Hufbeins ab. Wo noch nekrotische oder verfärbte Theile des Strahlpolsters oder der Sehne stehen geblieben sind, entfernt man diese mit Scheere, Messer oder scharfem Löffel. Mit letzterem kratzt man auch den häufig mit erkrankten Knorpelüberzug des Strahlbeins ab, und entfernt event, nekrotische Knochenstücke. Bei vorhandener Nekrose des vereinigten Aufhängebandes des Ballens und des Hufknorpelfesselbeinbandes muss man das nekrotische Band sammt dem benachbarten an elastischen Faserzügen reichen Strahlpolster reseciren. Die Operationswunde wird desinficirt, mit Jodoformäther begossen und mit Jodoformgaze locker aus-
|
||
|
|
||
|
|
||
|
Amputation der Klaue beim Kind.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 61
tamponirt. Darüber legt man einige feste Wergbäusche, um-liüllt den ganzen Huf bis zum Fesselgelenk hinauf mit Werg
|
||
|
|
||
|
|
||
|
|
||
|
Fig. 28.
Kesection der Hufbeinbengesehne. Solilcnflächo des Hufs. c. crista
semilnnaris, u. ITnfbein, r. Strahlhnfbemband, s. Strahlbein, 1). Hnfbein-
bcngeschne, c. Fleisehblättchen der Eckstrebc, st. Strahlkissen, f. Fleisch-
strahl, li. Homstralu.
und legt eine Binde um. üeber den Verband zieht man einen Lederschuh oder einen Lappen und entfernt den Esmarch'schen Schlauch. Der Verband bleibt, wenn die Pferde fieberlos sind, 8 Tage liegen.
Amputation der Klaue beim Rind.
Fig. 20 und 30.
Instrumente. Halbrunde Raspel, Lorbeerblattmesser, Scheere, geballtes Skalpell. Haken- und rnterbindungs-Pincetten, Rinnmesser.
Technik. Am niedergelegton Thiere, dessen Fuss ausgebunden und mit dem Esmarch'schen Schlauch versehen ist, raspelt man nach gründlicher Reinigung der Klauen mit Seife und Bürste und nach Desinfection derselben mit Creolimvasser an
|
||
|
|
||
|
|
|||
|
62
|
Amputation der Klaue beim Kind.
|
||
|
|
|||
|
der lateralen Seite der erkrankten Klaue, besonders in den hinteren Abschnitten derselben, das Horn so dünn, dass man es leicht eindrücken kann. Etwa 3 cm unter dem Sanmband fühlt man das Klauengelenk, indem man mit der linken Hand die Klaue so umfasst, dass der Daumen auf dem dttimgeraspelten Horn liegt, während die andere Hand mit der Klaue Seitwärtsbewegungen ausführt. An der tiefsten Stelle sticht man das Lorbeerblattmesser in das Klauengelenk, die Concavität des Messers fesselwärts gerichtet, und macht im Gelenk zuerst einen
|
|||
|
|
|||
|
|
|||
|
|
|||
|
Fl;/. 2!gt;.
Amputation der Klaue beim Uiud, d. dünngeraspeltcs Horn, g. Gelenk
rolle des lateralen zweiten Zehengliedes, a b c. Schnittführung.
|
|||
|
|
|||
|
bogenförmigen Schnitt nach vorn und oben bis in die Nähe des Saumbandes, sodann unter starker Beugung des Fusses einen zweiten bogenförmigen Schnitt nach hinten und oben, der aber nur bis zum Strahlbein reicht. Durch diesen Schnitt trennt man das Horn, die Fleiscliwaud, das äussere Fesselbeinklauenbaud und das Kapselband des Klauengelenks. Nun führt man das Messer zwischen Strahl- und Klauenbein in einer senkrecht zur Sohlenfläche verlaufenden Schnittfläche ein und trennt dieselben in diesem Gelenke. Auf diese Weise schont man das Strahlbein und den Ballen, welch letzterer für den Ablauf der Heilung von Bedeutung ist. Die innere Wand der Klane mit dem sein-
|
|||
|
|
|||
|
|
|||
|
Amputation der Klaue beim Rind.
|
63
|
||
|
|
|||
|
stark entwickelten inneren FesselbeinManenband dnrchsclineidet man schliesslich von vorn nacli Muten. Nachdem die sichtbaren Gefässe unterbunden, die Gelenkflilchen des Strahl- und Kron-
|
|||
|
|
|||
|
|
|||
|
|
|||
|
Fhl. SO. Amputation der lateralen Klaue beim Kind. Mediale Klaue erhalten. Ansicht von der Soblenfläche aus. a. iiusseres Fesselbein-Klauen-Band, i. inneres Fessclbein-Klauen-Band, k. Klaneubeinbengeaebne, jr. distale Gelenkfläehe des zweiten Zehengliedes, k' Gelenkfläche des dritten Zehengliedes, gquot; des Strahlbclns, 1. laterale Klaue, m. mediale Klaue, b. Ballen.
beins mit dem scharfen Löffel abgekratzt und die nekrotischen Selmenreste entfernt sind, wird ein antiseptischer Verband (Theerverband) und ein Ledersclmh oder Sackleinenlappen angelegt. Der Verband bleibt 1214 Tas'e liegen.
|
|||
|
|
|||
|
|
||
|
Anhang.
Die Bayer'sche NaM. Fig. 31 und 32. Instrumente. 1) Grosse gekrümmte Entspannungsnadeln mit
doppelt zusammengelegten starken Seidenfäden derart eingefädelt,
|
||
|
|
||
|
|
||
|
|
||
|
Fig. 31.
Entspannungs- und fortlaufende Verelnigungsnaht, dd'dquot;. Drainageröhren,
e. Entspannungsnaht (geschlossenes Ende), e'. offenes Ende, b. Bofesti-
gnngsnaht für das Drainrohr, f. forüaufende Vcreinigmigsnaht.
dass der doppelt durch das Oelir gezogene ca. 20 cm lange Faden mit seinem geschlossenen Ende lang herunterhängt. 2) Kleine Nadeln und Fäden. 3) Nadelhalter. 4) 3 Drainage-
|
||
|
|
||
|
|
||
|
|
||
|
_
|
||
|
|
|||
|
Anhang.
|
('gt;;#9632;
|
||
|
|
|||
|
röhren, und zwar 2 sehr starke sowie 1 schwächere mit seitlichen Oeffirangen. 5) Schnsterspäne, lö cm lang, 3 bis 4 cm breit, mit
abgerundeten Enden, (l) Jodoformg-aze. 7) Jodoformfither 1 : 10.
Technik. Nachdem die Haut 5 bis 6 cm im Umkreise der
Wunde rasirt worden ist, sticht man 2 bis ;gt; cm vom Wundrande
entfernt die Entspannungsnadel durch die Haut und das darunter
|
|||
|
|
|||
|
|
|||
|
|
|||
|
Fir/. 82.
Spau-Verband. il d' dquot;. Drainagerohr, c. Entspannnngsnalit (geschlossenes
Ende), e'. offenes Ende, j. Jodoftmngaze, s. Schustcrspänc.
liegende Gewehe (Muskel etc.), legt durch das geschlossene Ende des Fadens eine starke Drainageröhre (d') und zieht den Faden fest an. Darauf durchsucht mau in derselben Entfernung vom Wundwinkel den gegenüberliegenden Wundrand von innen nach aussen, legt das zweite starke Drainagerohr (dquot;) zwischen die offenen Enden des doppelten Seidenfadens und knüpft diese Fäden, nachdem mau sie so fest angezogen hat, dass die zusammengelegten Wundränder einen Kamin bilden, auf dem Drainagerohr mit einem dreifachen Knoten zusammen. Lassen sieh die
|
|||
|
|
|||
|
|
|||
|
66
|
Anhang.
|
||
|
|
|||
|
Wtindränder mit der Hand zu pinem 3 Ins 4 cm liohen Kamm zusammen halten, so kann man die Entspannungsnadel durch beide Wundränder zugleich hindurch stechen. Die erste Ent-spannnngsnaht liegt ca. 3 cm unterhalb des oberen Wundwinkels. Die übrigen Entspannungsnähte folgen in Abständen von ca. 5 cm aufeinander und werden in derselben Weise applicirt. Die Wundränder vereinigt man durch eine fortlaufende Vereinigungsnaht derart, dass ein Kamm genäht wird. Diese Naht schliesst man mindestens 2 cm oberhalb des unteren Wundwinkels ab. In den letzteren wird das dritte Drainagerohr ein-geführt und durch eine besondere Naht fixirt. Darauf bedeckt man die ganze zwischen den Drainageröhren gelegene Hautfläche mit Jodoformgaze und legt über diese zwischen je 2 Ent-spannungsnähten vorher zugeschnittene Schusterspäne, deren Enden unter die Schläuche geschoben werden. Der oberste und unterste Span müssen mittels Fäden, welche man durch die Drainageröhren näht, an letztere angebunden werden. Der ge-sammte Vbrband wird schliesslich mit Jodoformäther getränkt. Der Verband und die Entspannungsnaht bleiben 8 Tage, die Vereinigungsnähte 14 Tage liegen.
|
|||
|
|
|||
|
|
|||
|
|
|||
|
|
|||
|
|
|||
|
|
||
|
w
|
||
|
|
||
|
'
|
||
|
|
||
|
;
|
||
|
|
||
|
I
|
||
|
|
||
|
|
||
|
|
||
|
|
||
|
|
||
|
|
||
|
|
||