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RIJKSUNIVERSITEIT TE UTRECHT

1869 4723

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EOLEITUNG

m DIE

PALAOPHYTOLOGIE

VOM B0TAM8CHEN STANDPUNKT AUS

BEARBEITET

VON

H. GRAFEN ZU SOLMS LAUB AC tl,

PROFESSOR AN DER UNIVERSITAT GOTTINGEN.

................ .........

BIBLIOTHEEK DtR RlJKSUisHVERSITEIT

MIT 49 HOLZSGHNITTEN.

UTRECHT
LEIPZIG,

VERLAG VON ARTHUR FELIX. 1887.


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Bibliotheek p,,..-' nbsp;nbsp;nbsp;-

Instituut \k)ót’aarekö'öiönschappen Budapestlaan '4nbsp;3534 CD Utrecht


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VORWOET.

Weirn ioli es in dem Torliegenden Band unterneiime, eine Darstellung der Palaophytologie, speeiell fiir die Bedürfnisse der Botaniker zu liefern,nbsp;so wird das wokl kaum einer ansfülirlielien Reclitfertigung bedlirfen.nbsp;Denn die Botanik kat an der Palaopkytologie, die sie früher im All-gemeinen stiefmütterlieli behandelte, neuerdings, infolge des Durch-dringens der Gesiclitspunkte der Deseendenztkeorie, ein ganz eminentesnbsp;Interesse gewonnen. Es ist aber schwierig eine Uebersicht der botanisch nutzbaren Forsehnngsergebnisse auf diesem Gebiet zu erlangen.nbsp;Denn, bei dem Zustand der unglaublicb zersplitterten und vielfach ein-gebender Kritik überaus bedürftigen Literatur, erfordert diess nothwen-diger Weise jahrelange Beschaftigung mit der Sache, zu welelier dernbsp;Mebrzalil der Facligenossen natürlicb die nötbige Zeit fehlt. Wenn abernbsp;die vorbandenen Handbücber zur Gewinnung einer solchen Uebersichtnbsp;nicht ausreicben, so liegt das in erster Linie daran, dass sie mehr odernbsp;weniger alle bestrebt sind, zweien Herren, der Palaontologie und dernbsp;Botanik zu dienen. Und bei diesem Bestreben ist es die Botanik, dienbsp;regelmassig zu kurz komrat. Es ist eben nicht möglicb, in einem Buchnbsp;die Einheitlichkeit in der richtigen Weise zu wahren, wenn die Darstellung gleichmassig mehreren Gesichtspunkten Recbnung tragen soil.nbsp;Desswegen mag die vorliegende, manehein vielleicht etwas einseitig er-scheinende Darstellung als Aushülfe eintreten. Es ist ein erster Ver-such in der angedeuteten Richtung. Als solchem haften ihm viele Mangelnbsp;an, die der Verfasser gewiss am genauesten kennt, und die er nichtnbsp;allzustreng zu beurtheilen bittet.

Es ist das vorliegende Buch allmahlich aus Collegvortragen er-wachsen, die ich im Lauf der letzten sechs Jahre hier in Gottingen zu drei verschiedenen Malen gehalten habe. Die Vorlesungsform, die ur-sprünglich gewahrt werden sollte, musste schliesslicli dennoch, als un-zweckmassig verlassen werden. Da eutstand denn die Schwierigkeitnbsp;einen geeigneten Titel zu finden. Palaophytologie schlankweg konntenbsp;das Buch nicht wohl heissen, da es nicht dieses ganze Gebiet umfasst.nbsp;Aus welchen Griinden es sieh, unter Weglassung der Angiospermen, nurnbsp;auf die Thallophyten, Archegoniaten und Gymnospermen beschrankt.

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IV

VORWORT.

wird man in der Einleitung ausgeführt finden. Und wenn ich mich nun entschlossen habe, es als „Einleitung in die Palaopbytologie“ zunbsp;bezeichnen, so ist doeb aucb dieser Titel ein Notbbebelf. Denn er tritftnbsp;nur insofern zu, als das Wort Palaopbytologie in einer engeren, mebrnbsp;botaniscben Fassung verstanden wird, in der es die Lebre von dennbsp;alten Pflanzentypen im Gegensatz zu der von den spat aufgetretenen,nbsp;das neogene Zeitalter inaugurirenden Angiospermen bedeutet. Nur innbsp;diesem Sinne decken sich Titel und Inbalt.

In der Auswabl der Holzscbnitte babe icb micb mit dem notbwen-digsten begntigt. Für die Abbildungen unzabliger Pflanzenreste wird der Leser, sofern sie ibm niebt bekannt, auf W. Pb. Sebimper, Paleontologie végétale, auf Zittel, Handbueh der Palaontologie und aufnbsp;B. Renault, Cours de botanique fossile zurückgreifen müssen. Allesnbsp;abzubilden ist eben unmöglich, ieb babe micb dessbalb wesentlicb aufnbsp;die Darstellung der Objekte bescbrankt, die den Botaniker in ersternbsp;Linie interessiren. Die grossentheils neuen Holzscbnitte sind nacb Zeicb-nungen von Herrn O. Peters in Gottingen bergestellt, die direkt aufnbsp;dem Holzstocke entworfen wurden. Zu besonderem Dank bat micbnbsp;Herr Hofratb Scbenk in Leipzig verpflicbtet, der mir die Benutzungnbsp;einiger Figuren aus dem, die Pflanzen bebandelnden Band von Zittelsnbsp;Handbucb der Paliiontologie freundlicbst gestattete.

Die Bewaltigung der Literatur war, wie gesagt, eine der grössten Scbwierigkeiten, die der Ausarbeitung dieses Bucbes entgegenstanden.nbsp;Icb babe dieselbe nacb Kraften zu ttberwinden gesucbt und boffe dienbsp;wesentlicbsten der bis zum Ende des Jabres 1886 erscbienenen Ab-bandlungen in Betracht gezogen zu baben. Immerbin mag eine odernbsp;die andere überseben worden sein. Von spater erscbienenen Werkennbsp;babe icb nur auf W. C. Williamson, Monograph of Stigmaria ficoides,nbsp;für die wesentlicbsten Punkte wenigstens, noch Bezug nebmen köniien.nbsp;Und das wurde nur ermöglicht, weil mir durcb die Freundliehkeit desnbsp;Verfassers lange vor dem Erscbeinen des Werks die Probedrucke dernbsp;Tafeln bereits verlagen.

Um weitlaufige Wiederholungen der Citate zu vermeiden, ist die gesammte Literatur am Scbluss, nacb den Autoren alphabetisch geordnet,nbsp;zusammengestellt worden. Und um für den weniger genau orientirtennbsp;Leser die in erster Linie wichtigen Werke aus der Masse der übrigennbsp;scharf bervortreten zu lassen, sind diese durcb liegenden Druck volden anderen ausgezeichnet.

An vielen und gerade an den allerwichtigsten Punkten würde es mir vollkommen unmöglich gewesen sein, eine selbststandige Kritik dernbsp;sich gegenüberstehenden Ansichten zu üben, wenn mir nicht von dennbsp;verschiedensten Seiten die Benutzung zablreicher kostbarer Original-stücke und Originalscbliffe aufs freundlicbste gestattet worden ware.

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VORWORT. nbsp;nbsp;nbsp;V

Allen den zahlreichen Herren, die mich in soleher Weise unterstützt haRen, sage ich hiermit meinen schuldigen Dank. Ganz besonders bin ichnbsp;zu solchem Danke verpflichtet den Herren: W. C. Williamson in Manchester, der meinem Studium die gesammten Schatze seiner Sammlungnbsp;zur Disposition steilte, W. Carruthers und Woodward in London,nbsp;denen ich die genaue Kenntniss der Materialien des British Museum,nbsp;zumal auch der dort verwahrten Schliffcollection, und der kostbarennbsp;Hinterlassenschaft R. Browns verdanke, B. Renault zu Paris, dernbsp;mir die Benutzung der Sammlungen des Pariser Museums erleichterte,nbsp;und der die wichtigsten seiner Beweispraparate mir selhst zu demon-striren die Güte batte, F. Romer zu Breslau, der nicht milde wurde,nbsp;mir Originalexemplare ausGöpperts Sammlung zukommen zu lassen.nbsp;Ohne die wohlwollende Förderung, die ich von Seiten dieser Forschernbsp;erfahren, wtirde es mir niemals gelungen sein, der Aufgahe, die diesesnbsp;Buch sieli stellt, auch nur einigermaassen gerecht zu werden.

Gottingen, den 27. Mai 1887.

H. Graf zu Solms-Lauhach.

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Inlialtsübersiclit.

Seite

I. nbsp;nbsp;nbsp;Elnleitung........................ 1

Versteinerung..................... 3

Incrustation...................... 5

Kohlenflötze, besondere nbsp;nbsp;nbsp;Art der Incrustation.......... 9

Torf.........................15

Braunkohle......................17

Entsteliungsweise der nbsp;nbsp;nbsp;Kohlen................19

Entstehungsweise der nbsp;nbsp;nbsp;Versteinerungen............25

II. nbsp;nbsp;nbsp;Thallopliyten, Bryinen...................35

Pilze.........................35

Diatomeen............... 36

Chlorosporeen.....................37

Florideen.......................46

Zweifelhafte, zum Theil nbsp;nbsp;nbsp;sicher falschlich dahin gerechnete Algenformen 47

Moose........................53

III. nbsp;nbsp;nbsp;Coniferen.......................54

Abietineae.......................55

Araucaria.......................58

Sequoieen.......................59

Cupressaceen......................60

Taxaceen.......................62

Salisburieen......................63

Formen nicht vollkommen nbsp;nbsp;nbsp;gesicherter Stellung.........68

Entblatterte Coniferenzweige................81

Coniferenbölzer.....................82

Prototaxites......................85

I¥. Cycadeae Medulloseae...................87

Cycas........................88

Cycadeenblatter.....................89

Cycadeenblütben....................91

Cycadeenstanime....................93

Bennettites.......................96

Medullosa.......................103

V. Cordaiteae........................107

Blatter........................108

Zweige........................111

Artisien........................112

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Inhaltsübersicht.

Seite

Den Oordaiten ahnliche Formen jüngerer Formationen.......113

Blüthen........................113

Samen........................120

VI. nbsp;nbsp;nbsp;Dolerophyllum, Cannopüyllites, Epliedrites, Gnetopsis, Schtttzia, Die-

tyothalamuS) Calathiops................126

VII. nbsp;nbsp;nbsp;Fame.........................134

Blatter........................135

Fructificationen (Marattiaceen)...............445

Botryopterideen.....................153

Leptosporangiate FarnfrücMe................156

Ganz zweifelhafte Fructificationen..............158

Innere Blattstruktur...................161

Bhachiopteriden (Blattstiele)................162

Myeloxylon......................164

Farnstamme......................169

VIII. nbsp;nbsp;nbsp;Equisetaceeu, Marsilioideei», Traquairia, Sporocarpou.....119

IX. nbsp;nbsp;nbsp;Lycopodites, Ftilophyton, Psilotites, Psilopliyton, Isoëtites .... 191

X. nbsp;nbsp;nbsp;Lepidodendreae.....................199

Aeussere Bescliaffenheit des Stammes von Lepidodendron.....199

Aspidiaria.......................203

Bergeria.......................204

Knorria........................205

Beblatterte Lepidodendronzweige...............208

Aufbau der Lepidodendronkrone...............210

Dlodendron......................211

Lepidophloios.....................216

Halonia........................219

Anatomie der Lepidodendreae...............221

Lepidostrobus (Früchte der Lepidodendreen)..........238

XI. nbsp;nbsp;nbsp;Sigillarieae.......................241

Aeussere Beschafienheit der Sigillarienstamme..........248

Blatter ........................253

Aufbau der ganzen Pflanze.................254

Ansatzstellen der Fructificationen..............255

Innere Struktur.....................251

Fructificationen.....................261

XII. nbsp;nbsp;nbsp;Stigmaria.......................210

Aeussere Beschaffenheit und Erhaltungszustande der Stigmaria ficoides 210

Spitzenwachsthum....................215

Andere Arten der Gattung.................216

Anatomie der Sprosse...................211

Anatomie der Appendices.................282

Sind die Stigmarien Gewacbse sui generis oder geboren sie als Glieder

zu Sigillarien- und Lepidodendronstöcken..........288

Morpbologie der Glieder des Stigmariastockos..........295

Versuche zur Reconstruktion seines Entmcklungsganges......299

Cyclostigma, Arthrostigma............ 301

XIII. Calamarieae......................302

Erhaltungsweise. Yorlaufige Darlegung der bezüglicben, von den Autoreu geausserten Ansebauungen................302

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VllI

Inhaltsübersicht.

Seite

Anatomie der Calamarienstamme...............304

Calamitensteinkerne...................315

Calamitina und zugehörige Blatter..............325

Archaeocalamites....................329

Beblatterte Calamarienzweige (Annularia, Asteropbyllitesl......331

Fructificationen der Calamarien...............333

Exemplare, die Früchte und Stamme in Verbindung mit einander auf-

weiaen.......................348

Berechtigung der Zerlegung der Calamarien in arcliegoniate Calamiten und gymnosperme Calamodendren.............350

XIV. nbsp;nbsp;nbsp;Sphenophylleae....................352

Aeussere Beschaflenlieit der Abdrücke............352

Anatomie.......................355

Fructificationen.....................361

Verwandtschaftsbeziehungen zu anderen Grappen des Gewaclisreichs . 363

XV. nbsp;nbsp;nbsp;Stammreste zweifelliafter Verwandtschaft, deren OberMehenbescliaf-

fenheit nicht bekanut ist...............365

Sigillariopsis......................365

Poroxylon.......................366

Lyginodendron .....................368

Heterangium......................372

Kaloxylon.......................373

Amyelon.......................374

XVI. nbsp;nbsp;nbsp;Filauzeureste zweilelhafter Verwandtschaft, von dcnen nur die Uns-

sere Besehaffenheit vorliegt, die Struktur uubekannt ist . . . 375

Vertebraria......................375

AethophyUum.....................376

Spirangium .... nbsp;nbsp;nbsp; 377

Fayolia, Gyrocalamus, Spiraxis...............379

Williamsonia......................380

Literatui'Tcrzeichniss............. 383

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1

I.

EmLEITUNGl.

Es lasst sieh die Palaophytologie in sehr verschiedener Weise be-handeln; der Geologe verfolgt andere Gesichtspunkte als der Botaniker, und aneh dieser betracktet die uns in den verscbiedenen Formations-reihen iiberlieferten Reste mit anderen Augen, je nachdem er seiner Rich-tung nach das rein systematische, das pflanzengeographische, phyloge-netische oder physiologisohe Interesse mehr hervortreten lasst. Runnbsp;sollte ja eine Zusammenstellnng der botanisch nutzbaren Resnltate dernbsp;Palaophytologie alien diesen Gesiehtspunkten gerecht werden, Alleinnbsp;je mehr ich mieh mit der Sache besehtiftigte, nm so mehr sah ioh ein, dassnbsp;dies zur Zeit mit kaura ilberwindbaren Sehwierigkeiten verkniipft ist,nbsp;dass wenigstens ich nicht im Stande bin, eine solehe Aufgabe zu be-waltigen. Dem Systematiker, dem daran liegt, eine kritische Sichtungnbsp;desjenigen zu erhalten, was die Paldophytologen tiber die ausgestor-benen, ihm nicht mehr lebend vorliegenden Pflanzentypen haben fest-Btellen konnen, muss die genaue Darstellung aller derjenigen Formen,nbsp;deren nachste Verwandte ihm jeden Augenblick zur Orientirung nachnbsp;alien Richtungen zu Gebote stehen, als ein reiner Ballast erscheinen;nbsp;ihm haben zumal die fossilen Angiospermen, in der Form wenigstens,nbsp;wie ihre Darstellung heute moglich ist, nur den allergeringsten Werth;nbsp;sein Interesse culminirt in den Resten aus den weit zuriickliegenden Epochen der Erdentwicklung. Im Gegensatz dazu kann gerade mit ebennbsp;diesen Resten der Pflanzengeograph und Phylogenetiker nur wenig odernbsp;gar nichts anfangen, er muss von den lebenden, in alien Theilen genaunbsp;erkannten Gewachsen schrittweise ruekwarts gehen, um fur seine Un-tersuehungen den sicheren Boden zu gewinnen; gerade das, was demnbsp;Systematiker gleichgiiltig ist, fossile Eichen-, Kastanienblatter etc. istnbsp;fiir ihn vom allergrossten Interesse.

Run ist es ja klar, dass mit den Fortschritten der Wissenschaft, wie wir sie erhoffen, in Zukunft die beiderseitigen Interessen sich die Handnbsp;reichen werden, itanTi namlich, wenn die Stamme des Gewaehsreichsnbsp;bis in die alten Formationen verfolgt, wenn die genetischen Beziehungen

S olms-Lauljach, Palaopliytologle. nbsp;nbsp;nbsp;1

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Einleitung.

der erloschenen Gruppen zu den nocli vorhandenen und ihren Voreltern aufgedeckt sein werden. 1st ja docli kereits jetzt für einzelne Gattungennbsp;oder Verwandtsehaftskreise die Filiation weit rückwarts verfolgt worden;nbsp;gind ja duroh Heer (1) für die Salisburieen, durch Grand’ Eurys (1)nbsp;und Kenaults (1) untibertreffliche Arbeiten tiber Cordaites, fiir dienbsp;Gymnospermen überhaupt, Errungenscbaften erzielt, die ganz unscbatz-bare Anhaltspunkte für die phylogenetiscbe Betracbtung gewahren.

Wennschon nun damit der palaophytologischen Forschung der Weg nach verscMedenen Eiehtungen hin klar vorgezeicbnet ist, so ergiebt sichnbsp;doch aus dem Dargelegten die Hotbwendigkeit, zur Zeit die einzelnennbsp;Gesichtspunkte scharf auseinander zu halten. Deswegen soil sich diesenbsp;Arbeit ausschliesslich auf den rein systematischen Standpunkt beschran-ken, sie soil den Botanikern, unter Anwendung der nöthigen Kritik, innbsp;übersichtlicher Form die Erganzung ihres Pflanzensystems liefern, so-weit diese durch die Bemühungen der Palaophytologen gefórdert worden ist. Der systematischen Behandlung dieses Stoffes eine kurze Dar-legung der Methoden palaophytologischer Untersuchung, sowie eine Be-trachtung der Erhaltungsweise pflanzlicher Fossilreste vorausgehen zunbsp;lassen, wird immerhin zweckmassig sein, wennschon das meiste vonnbsp;dem, was hierüber gesagt werden kann, sich in meisterhafter Weise innbsp;dem unten citirten TJnger’schen Buche (6) dargestellt findet.

Da die fossilen Pflanzen fast ausschliesslich in verhaltnissmassig kleinen Trümmern und Bruchstücken zur Ablagerung gelangt sind, sonbsp;handelt es sich immer in erster Linie darum, zu bestimmen, in welchernbsp;Weise diese Bruchstücke, diese Zweige, Blatter, Früchte zusammenge-hört haben. Es ist eine ahnliche Aufgabe, wie die, die Zusammensetzungnbsp;eines Waldes aus dem Schlamm eines Teiches zu reconstruiren, in wel-chen dessen abgestorbene Theile hineingefallen waren. Unter diesen Um-standen ist nun ein sicherer Schluss auf die Zusammengehörigkeit dernbsp;getrennten Theile nur in zwei Fallen möglich, namlioh: 1) wenn sienbsp;ausnahmsweise einmal im Zusammenhang vorkommen, und 2) wenn sienbsp;in charakteristischen Eigenthümlichkeiten ihres anatomischen Baues sichnbsp;identisch erweisen. So einfach das auf den ersten Bliek erscheint, sonbsp;ergeben sich doch in praxi maneherlei Umstünde, welche bezüglich dernbsp;Anwendung beider Kriterien die ausserste Umsicht nothwendig machen.nbsp;Was zunachst die Funde angeht, die gewöhnlich von einander getrenntenbsp;Theile in Zusammenhang zeigen, so muss man, da es sich meist urnnbsp;Pflanzenabdrüeke handelt, sich in jedem einzelnen Fall vergewissern,nbsp;oh nicht etwa über zwei eonvergirend gelegene getrennte Beste ein form-loser dritter so hinübergeht, dass er einen scheinbaren Zusammenhangnbsp;dieser herstellt. Thatsachlich sind vielfach Irrthümer in solcher Weisenbsp;entstanden. Bezüglich der Verwerthung der anatomischen Identitat zweiernbsp;getrennter Fragmente ist auf der anderen Seite hervorzuheben, dass

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Einleitung. nbsp;nbsp;nbsp;^

diese eiue genaue Keaatniss der Aaatomie voraussetzt, die es alleia ermögliolit dea Werth der vorgefandeaea aaatomischea Vergleichuags-puakte za beurtheilea.

In allen den Fallen, in welehen diese beiden Kriteriea nicbt zu gewinnen waren, bat man sich in der Palaopbytologie mit Vorliebe dernbsp;Schllisse aus dem banfigen oder regelmassig zutreffenden gemeinsamennbsp;Vorkommen in den Ablagerungen bedient. VonBrongniart,Grolden-berg and aach von Schimp er sind derartige Sebliisse in aasgedebn-tem Maasse angewendet worden. Es kaan ja nicbt geleagnet werden,nbsp;dass dieselben in einzelnen Pallen benatzt werden darfen, indessen istnbsp;dies doek nar da statthaft, wo aasserdem verschiedene Wabrscheinlich-keitsindicien vorliegen. In allen anderen Fallen ist diese Beweismetbodenbsp;nicbt blos gefahrlieh, sondern vollkommen za verwerfen. Man wtirdenbsp;z. B., am diess za belegen, aas den abgefallenen fossilen Resten einesnbsp;Waldes, der aas Podocarpen and Lareben bestand, anf diesem Wegnbsp;bestimmt za der Folgerang kommen, die Blatter der erstern and dienbsp;Zapfen der letztern Gattang batten zasammengehört, da sie als die halt-bareren Tbeile in Masse vorliegen, die Larcbennadeln verrottet and ver-schwanden, die Podoearpassamen, wenn tiberbaapt verbanden, za form-losen Dingen zerqaetscbt sein warden. Ganz besonders angünstig batnbsp;aber diese Methode deshalb gewirkt, weil die Aatoren sehr gewöbnlicbnbsp;versaamt baben anzageben, aaf welcbe Beweismittel sie ihre Identifica-tionen gegrttndet baben, so dass man in gar vielen solchen Pallen, bezüg-licb deren Werthes sehr zweifelhaft bleibt, and sich za langwierigennbsp;kritischen Untersachangen genöthigt sieht.

Filr die Conservirangsweise der fossilen Pflanzenreste findet man die eingebendsten Angaben bei Unger (6), Goppert (maltis locis), andnbsp;Schimp er (1) Eini. Zwei wesentlich differente Falie müssen anterschiedennbsp;werden, die seit Göppert (1) Eini. als echte Versteinerang and als In-crastation bezeiehnet werden. Aaf gewisse einzelne Falie, die ein inter-mediares Verhalten zeigen, wird weiterhin noch zariiekzakommen sein.

Charakteristisch für die echte Versteinerang ist die Darchtran-kang des pflanzlichen Restes mit der versteinernden Sabstanz. Die letz-tere kann amorph oder deatlich krystallinisch sein, in welch’ letzterem Fall der Pflanzenrest von den Spaltangsflachen einfach darehsetzt wird.nbsp;Besonders bei den Versteinerangen in Carbonaten ist dies gewöhnlichnbsp;sehr schön za sehen. Entfernt man die versteinernde Sabstanz darchnbsp;geeignete Lösangsmittel, so bleibt, dem eingeschlossenen Fossil entstam-mend and dessen Form zeigend, ein gewöhnlich geringer organischernbsp;Rest übrig, welcher meist braan oder schwarz, nar selten annaherndnbsp;die arspriingliche Farbe aafweist. Viele derartige Lösangsversache batnbsp;Göppert angestellt, er will sogar an solchen Rückstanden noch Cella-losereaktion erhalten haben.

1*

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Einleitung.

Es giebt sehr verschiedene Körper, die als Versteinerungsmittel vor-kommen. In erster Linie ist hier die Kieselsanre zu erwahnen, sowokl als Opal, als als Chalcedon. Sie ist von allen dasjenige, welches dienbsp;heste Erhaltung der Einschlüsse hewirkt. Verkieselte Hölzer kommennbsp;in allen Formationen in ausserordentlicher Menge vor; seltener findennbsp;sich zartere Pflanzentheile, Blatter, Samen, Farnfructificationen wohler-halten in verkieseltem Zustand. Dergleichen ist hauptsachlich in dennbsp;Hornsteinen des Eothliegenden von Chemnitz und des Plauenschen Grun-des bei Dresden, in denen von Autun und in den, einen fossilen Wald-boden reprasentirenden Kieselbroeken von Grand’ Croix bei St. Étiennenbsp;gefunden. Yon dem letzteren, dem obersten Carbon angehörigen Vor-kommen, welches Renault das Hauptmaterial zu seinen bewunderns-werthen üntersuchungen geliefert hat, wird weiter unten noch eingehen-der geredet werden.

In zweiter Linie sind dann die isomorphen Carbonate des Calcium, Magnesium und Eisen COsCa — COsCa COsMg — COsFe zu erwahnen.nbsp;Göppert vermuthet in manchen Versteinerungen das Calciumcarbonatnbsp;in der Form des Arragonits, in der Regel ist es als Kalkspath verhanden. Aueh hier kann die Erhaltung der Pflanzenreste unter üm-standen vorzüglich sein. Besonders aus der Steinkohlenformation Eng-lands und des Ruhrgebiets ist diese Art der Versteinerung in aus-gedehntem Maasse bekannt. In Amerika kommt dergleichen, meinesnbsp;Wissens bislang nicht beschrieben, im Staat Missouri vor. Ein paarnbsp;Broeken, leider ohne genauen Fundort, habe ich bei F. Romer gesehen.nbsp;Sie boten ausserlich Stigmarienoberflachen dar und enthielten, wie sichnbsp;auf Durchschnitten ergab, ein wirres Trümmerwerk von Stigmarienfrag-menten und Farnkrautblattstielen verschiedenartiger Erhaltung. Wasnbsp;die Versteinerungen in Eisencarbonat betrifft, so bilden diese sehr ge-wöhnlich den Kern von Thoneisensteingeoden.

In Flussspath versteinerte Hölzer sind sehr selten, kommen indess gelegentlich im Rothliegendep des Erzgebirges vor und werden vonnbsp;Knop (1) und Ster zei (2) ausdrücklich erwahnt. Noch seltener ist Gips.nbsp;Ich habe in der Literatur keinen anderen Fall der Versteinerung innbsp;dieser Verbindung finden können, als den Coniferenstamm, welchennbsp;Göppert (1) aus den Gipsbrüchen von Katscher in Schlesien erhaltennbsp;und als Pinites gypsaceus beschrieben hat. Und es ist noch dazu zweifel-haft, ob er wirklich versteint gewesen, da er theilweise braunliche Farbenbsp;zeigte und sich überaus reich an bituminösen Substanzen erwies. Tri-calciumphosphat ist gleichfalls als Versteinerungsmittel bekannt, in dennbsp;Braunschweigisehen Phosphoritlagern findet man reichlich rundlichenbsp;Knollen desselben, welche wohl erhaltene und bestimmbare Hölzer bergen, vgl. Vater (1). Auch in der obersten Steinkohlenformation findennbsp;sich Calamitenhölzer, die nach Stur (8) p-418 in dieser Substanz erhalten

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Einleitung, nbsp;nbsp;nbsp;5

siad. Grand’ Eury (1) giebt dieselben zumal für die „couche des Ro-chettes^ and „des Littes“ an.

Es werden ferner von den Autoren Blum (1) angefiihrt; Scbwerspatb, Sehwefelkies, Roth- und Brauneisenstein, silberhaltiger Kupferglanz,nbsp;Thonerde. In wie weit die in diesen unlöslichen Verbindungen erbalte-nen Pflanzenreste wirklich zu den echten Versteinerungen zu rechnennbsp;Bind, wird weiter anten noch za erörtern sein.

Als organisebes Versteinerangsmittel ist endlieh der Bernstein inso-weit za erwabnen, als er Holzstttckcben von Coniferen amsebliesst, die vollkommen verbarzt and in seiner Masse ertrankt, mit ibrer Sabstanznbsp;erbalten sind vgl. Berendt and Göppert (1). Anderweite organischenbsp;Einsoblüsse in demselben zeigen ein abweicbendes Verhalten.

Wahrend also die echten Versteinerungen durcb ihre vollkommene Darchdringung seitens des Versteinerungsmittels sich kennzeicbnen, werden die incrastirten Reste von der Incrastationsmasse blos umgeben undnbsp;umschlossen; ihre Substanz wird dabei nicht weiter tangirt, sie kann sichnbsp;mit der Zeit in Kohle verwandeln, sie kann aaeh, was zumal bei porösernbsp;Umsehliessungsmasse vorkommt, ganzlich verwesen und verschwinden.nbsp;So ist es zam Beispiel bei allen den vielen Insekten und Blüthen,nbsp;die der Bernstein enthalt. Dieselben stellen nach Conwentz (Göppert und Menge (21) V. 2, Eini.p.vi lediglich Hohlraume dar, in welchennbsp;nur noch geringe Kohlensparen sich linden. Aaf der Wandung desnbsp;Hohlraumes werden natürlich die sammtliehen Sculptureigenthümlich-keiten der Obei-flaehe des Einschlusses erhalten bleiben; es wird, wienbsp;sich die Sabstanz aach verhalten moge, ein Abdruck desselben entstehen,nbsp;der beim Aafbruch aaf Platte and Gegenplatte erscheint. Wenu, wienbsp;diess bei bifacialen Blattern der Fall, Ober- und ünterseite sich versohie-den verhalten, dann werden diese Differenzen auf den beiden Plattennbsp;hervortreten, sobald man etwa vorhandene Kohle entfernt. Der Abdrucknbsp;wird am so schoner erhalten sein, je zarter das Korn der umhiillendennbsp;Gesteinsmasse ist, am schönsten in weichen Thonen oder thonigen Schie-fern, viel weniger gut in Sandsteinen. Man findet indessen mitanternbsp;brauchbare Abdrüeke noch in ziemlieh grobkörnigen Conglomeraten vor.

In vielen Fallen zeigten die zar Einschliessung kommenden Reste von vornherein innere Höhlungen, wie dies bei Stengeln, FiUchten, Samen ganz gewöhnlich der Fall ist. Diese Höhlungen werden dann eben-falls mit der Umhüllungsmasse erfüllt; es entsteht ein Steinkern, dessennbsp;Oberfiache die Scalptur der ausseren Begrenzungsflache der ursprüng-lichen Höhlung zeigt. Der Raum zwischen Steinkern und ïïohldruok istnbsp;meist mit Kohle erfüllt, er kann aach infolge frllher Verwesung desnbsp;Pflanzentheils hohl sein, doch muss diess letztere zu den seltenen Erhal-tungszastanden gerechnet werden. Auf allen Halden der Kohlenformationnbsp;findet man die Steinkerne der Calamiten in Menge, oft noch mit ihrer

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Einleitung.

KoHenrinde bedeekt, im Fall dieselbe namlieh nicht am Hohldniek haften blieb. Desgleichen die sogenannten Artisien, welche Ausgüsse desnbsp;Markrohres von Cordaitenstammen sind. Sie können ganz plattgedrücktnbsp;gein; sie können auch die natürliche Kundung noch aufweisen. Dernbsp;Regel nach ist die Masse des Steinkerns die gleiche wie die der Um-hüllung. In seltenen Fallen können beide indess differente Beschaffen-heit zeigen. Diess wird dann eintreten können, wenn der betreffendenbsp;Pflanzentheil gerade zur Zeit eines Sedimentwechsels zur Incrustationnbsp;gelangte, es wird dann stets die Umhüllung der alteren, der Steinkernnbsp;der j fingeren Ablagerung angehören.

Bei den im bisherigen behandelten Steinkernen muss nattirlich die Oberflache ganz andere Sculpturen als der Hohldruek aufweisen; dasnbsp;Spiegelbild der Hohldrucksculptur muss sich ja an der Oberflache dernbsp;beide trennenden Kohlenlage finden, auf welcher es in manohen Fallennbsp;in ganz ausserordentlicher Feinheit zu beobaehten ist. In den Samm-lungen sieht man das freilich nur sehr selten (ich besitze eine Sigillarie,nbsp;deren Oberflache in der Kohlenrinde aufs wundervollste erhalten ist),nbsp;einmal, weil die Kohle der Regel nach an der Luft sehr schnell zer-fallt, zumal wenn sie Kiese enthalt, dann auch, weil der Unverstandnbsp;der Sammler die gefundenen Stücke gar haufig durch sorgfaltige Reini-gung deteriorirt. Wenn aber, wie oben angedeutet, die organische Sub-stanz des Einsehlusses ganzlich verwest und versehwindet und dann,nbsp;wie es wohl geschieht, eine Ausfiillung der entstandenen Höhlung durchnbsp;die ümschliessungsmasse oder eine andere Substanz statt hat, daunnbsp;wird der so entstehende Steinkern, den Hohldruek unmittelbar erfüllend,nbsp;einen genauen in dieser Form genommenen Abguss der Oberflachen-beschaffenheit des betreffenden Einsehlusses darstellen, denselben, dennbsp;uns im andern Fall die Kohlenrinde an ihrer ausseren Seite zeigte.nbsp;Die pliocanen und quaternaren Tuffe von Meximieux bei Lyon und vonnbsp;Cannstadt umschliessen unzahlige Löcher und Höhlungen, aus denen dienbsp;Pflanzensubstanz spurlos versehwunden; es sind ebensoviele Formen, innbsp;welchen man sie wieder körperlich mit allen ausseren Charakteren herstellen kann, indem man die Tuffstücke unter der Luftpumpe mit ge-schmolzenem Wachs impragnirt und dann den umschliessenden Kalknbsp;mit verdünnter Salzsaure löst. Im Pariser Museum sind prachtvollenbsp;dergleichen Exemplare zur Schau gestellt. Auch in der Sammlung dernbsp;Sorbonne ist eine Reihe prachtiger derartiger Praparate ausgestellt, dienbsp;Munier Chalmas aus den untereocanen Tuffen von Sezanne gewonnennbsp;hat. Als deren merkwttrdigstes mag eine in allen ihren Theilen wohl-erhaltene Büttneriaceenbltithe erwahnt sein. Das gleiche, nur auf natür-lichem Wege entstanden, findet man vielfach in Schwefelkies ausgeftihrt;nbsp;auch die carbonischen Farnblatter der Tarentaise, die weiss schim-mernd auf schwarzem G-runde hervortreten, sind ein Beleg dafür. Bei

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Einleitung. nbsp;nbsp;nbsp;,nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;'

ihnen ist die verschwundene Sulbstanz durch einen die spaltenfórmige HoUung erfilllenden Steinkern vou Magnesiasilicat ersetzt.

Nach alledem mtissea also bei der Untersuchuug die Fovmverhalt-aisse vou Steiukern und Hokldruck sehr vorsiobtig berilcksicbtigt werden. Und diese Vorsicbt wird um so unerlasslieher, als sick infolge der nun zunbsp;besprecbenden Umstande die Complicationen bedeutend steigern können.nbsp;Es kann namlicb vou eiuem und demselben Objekt, einem Stamm zumnbsp;Beispiel, je uach dem Zustand, in welchem er sich bei der Einschliessungnbsp;befand, sowobl Hobldruek als Steinkern ganz verschiedenartig ausfallen,

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Fig- 1.

Dictyoxylonstruktut det nbsp;nbsp;nbsp;, -wife \gt;lt;è\ matvcTieïi Le^jUcdendren, SiglUarien, liei Lyginodeudron etc.

vorkommt. A Querschnitt der Aussenrinde vou Lepidodeudron Rhodumnense B, Ken. die anastornosiren-den Sclereucliymplatten zeigend, die die ParencKym erfullten MascKen ‘begrenzen. lm Langsschnitt ganz ahnlioli, nur mit verlangerter Form der Sclerencliyinelemente. B Atidrnck der Innenseite einer solcKennbsp;losgelösten Bictyoxylonrinde. Die Kippen treten infolge des Parenohymscliwiindes starker hervor undnbsp;entsprecKen den FnxcKen. Die rKomtischen Wülste sind die Ausfüllungen der durcli diesen ScKwund annbsp;Stelle der Maschen entstandenen Vertiefungen. Die erste Figur nach. Renault (l), die z'weite nacK

Williamson (1) IV.

wie diess meines Wissens zuerst von Steinhauer (1) hervorgehoben worden ist. So kennt jedermann, um ein Beispiel herauszugreifen, dienbsp;gewöbnlicben, der Aussenflacbe der Epidermis entsprecbenden Abdrückenbsp;von Sigillaria, wie sie auf allen Koblenbalden sicb linden, und durcbnbsp;die rippenfórmig vortretenden Ortbosticben, die in regelmassigen Ab-standen mit den Blattnarben besetzt sind, sicb cbarakterisiren. Durchnbsp;die Untersucbung verkieselter Exemplare steht fest, dass das Parenehymnbsp;in der Einde dieser Gewaebse von einem Netzwerk von Sclerenebym-strangen durebzogen war H. 1, A, Welches senkrecbt stekende langge-streekte Maschen von unregelmdssiger Rhombenform bildet. Man findet

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Einleitung.

nun, wennschon nicht allzu haufig, Ahdrticke vor, die genau dieser Struktur entsprechen H. 1, B, hei welehen dann die rhomhischen Areolen,nbsp;als ehensolche convexe Vorsprünge von ungleicher Höhe erscheinen.nbsp;Kurz, es kann aus vielen Gründen nicht hezweifelt werden, dass in diesennbsp;80 ahweichend aussehenden Gegenstanden nur die Ahdrücke entrindeternbsp;Sigillarienstamme vorliegen, an deren Oberflache die verholzten Netz-rippen üher das zusammengefallene Parenchym vortraten. Erlauterungnbsp;dieses eigenthtimlichen Erhaltungszustands bei Williamson (1) iv. Danbsp;die Sigillarienrinde, als man ihren Zusammenhang mit dem Stamm nochnbsp;nicht kannte, unter dem Namen Dictyoxylon Will, ging, so kann mannbsp;diese Strukturform anch ktinftig mit dem überfitissig gewordenen Namennbsp;bezeichnen. Es giebt viele Formen der Carbonformation, die solchenbsp;Dictyoxylonrinde besassen.

Ebenso wie die Sigillarien kommen anch andere Pflanzen, wie z. B. die Lepidodendren in Form von Abdrücken vor, die verschiedenen Ent-blössungsebenen der Stamme entsprechen. Auf Querschnitten durch dienbsp;Steinkerne der Stigmarien sieht man haufig eine kleine kreisförmigenbsp;Spaltlinie, die mit Kohlenspuren erfüllt scheint. Auf Langsbrüchen er-giebt sich, dass diese Linie der Begrenzungsflache eines zweiten, imnbsp;Inneren des anderen steekenden, genau cylindrischen Steinkerns ent-spricht, dessen Oberflache eine ganz abweichende, im übrigen charak-teristische Beschaffenheit zeigt. Es ist nicht zu bezweifeln, dass diesernbsp;innere Steinkern dem Umstand seinen TJrsprung verdankt, dass bei dernbsp;Zerstörung des Binnengewebes, die der Ausfüllung voranging, eine hohl-cylindrische, der Innenseite des Secundarholzes entsprechende Gewebs-schicht langer Widerstand leistete als das tibrige, so dass, als diese statt-fand, zwei Hohlcylinder erhaltenen Gewebes in einander steckten. Demnbsp;Innenraum des inneren entspricht der innere Steinkern, dem des ausse-ren der aussere. Sehr Substanzreieh kann freilich die trennende Schichtnbsp;nicht gewesen sein, sonst müsste sie in Form einer deutlichen Kohlen-rinde sich nachweisen lassen.

Eine ganz besondere Art von Hohldruck und Steinkernbildung, die tibrigens im allgemeinen selten ist, hat neuerdings in der Controverse,nbsp;die zwischen Gaston de Saporta (1) und Nathorst (1) wegen der Algen-natur gewisser Fossilien entstanden ist, eine grosse Bolle gespielt. Esnbsp;kommen namlich in gewissen regelmassig geschichteten Ablagerungennbsp;(Saporta citirt als Hauptbeispiel die Coniferenzweige aus dem Kimme-ridge von Cirin) an der unteren Flfiche der Platten Steinkerne vor, dienbsp;blos in Halbrelief vortreten, ebensolche grubenfórmige Halbhohldruckenbsp;der liegenden Platte ausMlend. Jede Kohlenrinde fehlt; Hohldruck undnbsp;Steinkern zeigen dieselbe Sculptur in negativem und positivem Sinn.nbsp;Die Entstehung soleher Vorkommnisse ist allerdings nur in zweierlei Artnbsp;vorstellbar. Einmal kann dergleichen entstanden sein bei der Ein-

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Einleitnng. nbsp;nbsp;nbsp;9

schliessung selir substanzarmer, wasserreicher, bald collabireuder Pflan-zenglieder, -wie sie bei den Algen öfteïS siob finden. Nacb der ümbnl-lung collabirte der dioke Algenthallus alsbald, die noeh weiche deckende Seblammmasse sank nacli, die organische Substanz war so sparlich, dassnbsp;sie in der Unterlage versickern, oder doch keine merkliehe Kohle liefernnbsp;konnte. Coniferenzweige dürften sich freilich ftir diese Erklarungsweisenbsp;nicht eignen, hier bleibt die einzige Möglichkeit die, dass dieselben ein-gelagert und dann, bei nachfolgender Denudation der deckenden Schlamm-masse, mit aus ihren Betten entfernt worden waren, welch’ letztere dannnbsp;weiterhin als Formgruben für die naehfolgenden Ablagerungen, genau sonbsp;wie die von Nathorst beschriebenen Krebsfahrten, dienen konnten. Innbsp;ahnlicher Weise dürften sich die von S apert a (12) in seiner ausfvibrliehennbsp;Darstellung dieser „Possilisation en demi-relief“ angezogenen tertiarennbsp;Nymphaenblatter erklaren; bei den Rhizomfragmenten derselben Pflan-zen könnte es sich vielleieht urn durch Faulniss losgelöste und einge-sohwemmte Epidermisfetzen handeln. Auch bei Delgado (1) ist in dernbsp;Einleitung eine eingehende Behandlung dieses Gegenstandes zu finden.

Eine ganz besondere Art der Incrustationen sind die Kohlenflötze, oder Kohlenschmitze, wenn sie wenig machtig. Sie unterscheiden sichnbsp;von den bisher besprochenen Pflanzenabdrücken nur dadurch, dass zunbsp;ihrer Bildung nicht eiuzelne Fragmente, sondern massenhafte Abiage-rungen von Pflanzenresten zusammen, unter Uebergang ihrer Substanznbsp;in Kohle, incrustirt, von Gestein bildender Masse umschlossen wordennbsp;sind. Was beim Abdruck Platte und Gegenplatte, ist hier das Hangendenbsp;und das Liegende des Flötzes. Es finden sich denn auch die an dernbsp;Oberflache des Flötzes beflndlich gewesenen Pflanzentheile, in der Kohlenbsp;selbst nicht mehr kenntlich, nicht selten in wohlerhaltenem Hohldrucknbsp;auf der GrenzAfiche, zumal des Hangenden, vor. Yiele Beispiele werdennbsp;von Göppert (14) citirt, er fand im Daeh der Oberschlesischen Kohlenflötze die einseitigen Abdrücke grosser Baumstamme, die sich gelegent-lieh auf meterlange Strecken verfolgen Hessen.

Kur ein geringer Bruchtheil der Kohlenflötze lasst den Ursprung aus Fragmenten höherer Gewachse mit Leichtigkeit auf den ersten Blieknbsp;erkennen. Dies ist zumal haufig bei den Brannkohlen der jüngeren Por-mationsglieder der Fall; bei den Kohlen mesozoischen und palaozoischennbsp;Alters kommt es viel seltener vor. Ein vortreffliches Beispiel bietennbsp;dafür die Steinkohlenlager Centralrusslands. Im Gouvernement von Tulanbsp;giebt es zu Malöwka neben dichteren Sorten eine Kohlenart Göppert (13),nbsp;weiche aus lauter locker verbundenen Papierahnlichen, von kleinen Lö-chern durchsetzten Blattern besteht, die sich bei naherer Untersuchungnbsp;als Cuticulafetzen von Lepidodendreen erwiesen haben (Lepidodendronnbsp;tenerrimum Eiehw., Bothrodendron punctatum Grand’Eury). Sie sind sonbsp;wenig coharent, dass sie vom Wind auseinander geblasen werden. Hichts-

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Einleitung.

destoweniger gehören diese Kohlen der altesten Formation an, in welcher überhaupt bauwürdige Kohlenlager getroffen werden, da die Autoren,nbsp;wennsehon im Einzelnen versehiedene Meinungen obwalten, sie dochnbsp;durchweg in das Formationsniveau des Kohlenkalkes rechnen.

Grewöhnlich sind die alteren Kohlen, die Steinkohlen, von dichter, mehr oder weniger schieferiger Beschaffenheit und ziemlich gleichartigernbsp;Masse, matt oder glanzend und schwarz gefarbt. Nach dem ausserennbsp;Augenschein würde man sie flir einfache Mineralien halten, wie diess dienbsp;alten Autoren thaten. Die Wege, auf denen man spater zu der üeber-zeugung gelangte, dass sie alle organischen ürsprungs, dass sie aus starknbsp;veranderten, ühereinanderlagernden Fragmenten von Pfianzen besteken,nbsp;die durch einen feinen Mulm oder Detritus ganz fest miteinander verhacken sind, diese Wege sind versehiedene gewesen.

Einmal die mikroskopische üntersuchung von Kohlendünnschliffen. Diese Methode ist zuerst (1833) von Witham (1) angewendet worden.nbsp;Neuerdings ist sie vonEeinseh (1), sowie von Fischer undEüst (1)nbsp;aufgenommen. Bezüglichen Untersuehungen von Williamson, dienbsp;seit lange begonnen, dürfen wir entgegensehen. Diese Untersuehungennbsp;haben für die Anthracite fast absolute Homogeneitat und Undurchsieh-tigkeit der Masse ergeben. In den Glanzkohlen fanden sich sparliche,nbsp;deutlich erkennbare Gewebsreste höherer Pflanzen vor, und neben ihnennbsp;in Menge schlierenartige Aussonderungen durchscheinender orangegelbernbsp;bis granatrother Substanz, die man allenfalls mit Zeilen vergleichennbsp;konnte, obschon sie sehr ungleiche Gestalt besassen. Die Substanz diesernbsp;Schlieren wird von Fischer und Eüst (1) als aus Harz oder Kohlen-wasserstoff gebildet bezeichnet, sie verbrennt leicht und ist in Schwefel-kohlenstotf oder Aether theilweise löslich, bei deren Verdunstung dernbsp;geloste Antheil in Nadeln auskrystallisirt. Viel zahlreicher als in dernbsp;Glanzkohle wurden diese Schlieren in der Cannelkohle gefunden. Dienbsp;schottische Bogheadkohle sehien fast ganz aus ihnen zu bestehen. Ebennbsp;aus solchen Steinkohlensorten lassen sich nach Muck (1) p.rs durch Be-handlung mit Aether grössere Mengen von Kohlenwasserstoffen extra-hiren, deren Lösung schön fiuorescirt. Eeinseh, der diese Ausschei-dungen gleichfalls beobachtet hatte, sah freilich in denselben Eeste or-ganischer Struktur; er erkennt in der Kohlenmasse, das heisst in dennbsp;kleinen Einzellagen des Flötzes (den Mikroflötzen sic!) Stromata mit ein-gestreuten Hohlraumen, und meint dieselben seien das Produkt Membran-loser niederen Organismen entstammender Protoplasmamassen. Gegen-über den weiterhin zu besprechenden botanischen Untersuehungen hi’auchtnbsp;auf diese nicht ernsthaft zu nehmenden Phantasien wohl nicht weiternbsp;eingegangen zu werden.

Die Wahrscheinliehkeit auf der Sehliffflache die organischen Trüm-mer in grösserer Ausdehnung zu Gesichte zu bekommen, war immerhin

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Einleitung.

gering. Es ist deswegen kein Wnnder, dass man von vornkerein mit der einfaohen Zertrümmerung der Kohle in winzige Splitter, die man durchnbsp;Steinöl durchsichtig zu machen suclite, weiter kam. Diesen Weg katnbsp;kauptsacklick Link (1) und anck Góppert (2) ketreten; der letzterenbsp;wies dann anck in der Koklenaseke die Skelete einzelner Zeilen nndnbsp;Gefassfragmente nack.

Bei weitem die wicktigste Untersuckungsmetkode versuckten aker zuerst Sekmid nnd Sckleiden (1), indem sie die Diektigkeit der Koklenbsp;durek Maceration zu verringern strekten. Sckon ikre mangelkafte Me-tkode der Bekandlung mit Natriumcarkonat ergak günstige Resultate;nbsp;viel grosseren Erfolg aker erzielte dann F. Sckulze (1) durek Maceration mit der nack ikm kenannten Fltissigkeit und nackkerige Bekandlung mit Ammoniak. Mit diesem Verfakren, zumal kei langdauerndernbsp;Wirkung unter Vermeidung jeden Erwarmens, kann man in der Tkatnbsp;aus den meisten Koklen in reicklicker Menge Geweksfragmente isoliren.nbsp;lek katte Gelegenkeit einzelne Treppentraekeiden, Gruppen solcker undnbsp;Sporen jeglicker Art vorztiglicker Erkaltung in von ikm stammendennbsp;Originalpraparaten zu seken; ick kake mick durek versckiedentlicke An-wendung von der Zweekmassigkeit des Verfakrens selkst ükerzeugt.nbsp;Ganz neuerlick kat nun Gümkel (2) die Metkode noek verkessert, indemnbsp;er auf den Nackweis kin, dass im Ammoniak nock erkaltene Formke-standtkeile sick lösen, für dieses als Auswasckflüssigkeit aksoluten Al-kokol sukstituirte.

Was nun die Geweksreste- ketrifft, die man in solcker Weise aus der Kokle isoliren kann, so sind es in allererster Linie soleke, derennbsp;Memkranen stark cutisirt waren, also Sporen, Cuticulastücke, die dienbsp;Lücken fiir die Spaltöffnungen erkennen lassen. Diese sind im allge-meinen wokl erkalten, kezilglick der Details ikrer Form ist indessennbsp;grosse Vorsiekt nötkig, da die cutisirten Memkranen infolge einer gewis-sen Plasticitat Formveranderungen zu erleiden pflegen, die man als Arte-fakte nur nack vielfaeker Besekaftigung mit dem Gegenstand mit einigernbsp;Sickerkeit zu erkennen in die Lage kommt. Es wird eine wicktigenbsp;Aufgake sein mit Hülfe solcker Metkoden die Epidermisstruktur dernbsp;Koklenrinde kekannter Fossilien in ausgedeknterem Maasse zu unter-sucken, da gerade kier auf dem Weg des Dünnsckliffs verkaltnissmassignbsp;wenig erreickt werden kann. Was an dergleicken Epidermisuntersuckun-gen kis jetzt vorkanden, ist zum grössten Tkeile den Bemükungennbsp;Sekenks zu verdanken, der die Koklenkelage der Akdrücke tikerall zunbsp;uutersucken nickt versaumte und meistens zusammenkangende Cuticula-fetzen erkielt, wenn auck das tikrige Geweke keine Formkestandtkeilenbsp;mekr erkennen Hess. Memkranfragmente stark verkolzter Elemente,nbsp;Treppentraekeiden z. B. sind sckon viel weniger kaufig erkalten, sie sindnbsp;aker stets fast ganz unverandert und weisen die sekarf kegrenzten

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Einleitung.

Tüpfel und Tüpfelhöfe auf. Ihre Fragilitat — sie zersplittern in win-zige eckige Stückchen — mag ilire Sparlichkeit erklaren. Hier und da kommen noch Spiraltrackeiden, deformirte Sclerenchymzellen, nur ausserstnbsp;selten gewöhnliohes Parenchym zur Beobaohtung. Nach dieser Eich-timg dürfte sich aus dem Werk von Reinsch (1), wenn man von seinennbsp;Deutungen absieht, manckerlei Brauchlbares entnehmen lassen.

Es lassen sieli endlich für den Nackweis, dass die dichte Kohle aus Pflanzentrümmern hesteht, die Beohachtungen verwerthen, die von vielennbsp;Forschern aus der Untersuchung des Flötzkörpers selbst gewonnen wordennbsp;sind und die man in Gö pp erts (14) grosser Abbandlung, durch ausge-dehnte eigene üntersuchungen, zumal in den schlesischen Koblenrevierennbsp;erweitert, zusammengestellt findet. Zunachst kommen Kohlenfiötze vor,nbsp;in denen man die Zusammensetzung aus Sigillaria- und Lepidodendron-stammen direkt erkennen kann, da deren Oberflachenabdrücke auf jedernbsp;Sehichtgrenze in Menge sichtbar sind. Man findet das gelegentlich innbsp;England, doch scheint es dort nach Bindley und Hutton (1) v. 2 Eini.nbsp;selten zu sein. In Oberschlesien dagegen ist es ganz allgemein der Fall.nbsp;Von den zahlreichen von Göppert citirten Beispielen mogen hier nurnbsp;ein paar angegeben werden. In dem slidlichen Gleiwitzer oder Nieo-laier Revier fand er machtige Flötze, die durchweg solche Beschaffen-heit zeigen. Zumal auf Friedrichsgruhe bei Zawada wird solche Sigil-larienkohle gefórdert. Von der benachbarten Leopoldgrube bildet er einnbsp;Kohlensttick ab, welches zahlreiche Abdriicke dieser Pflanze, in gekreuz-ter Lage tibereinander, in zwei verschiedenen Schichten zeigt. Auf Hein-richsfreude bei Lendzin hesteht die Kohle fast ausschliesslich aus Stig-marien, die daneben angegebenen zahlreichen Araucaritenstammchennbsp;waren wohl erneuter Untersuchung werth. Es lagern ferner zu Zawadanbsp;zwischen den aus Sigillarien bestehenden Flötzbanken minder machtige,nbsp;ausschliesslich aus Blattern (Sigillarienblattern wie Göppert sagt) ge-bildete Schichten. Zu Dombrowa und Myslowitz wurden in den Flötzennbsp;reiehlich ahgeplattete Stamme von Coniferenstruktur gefunden, desglei-chen zu Radnitz in Böhmen. Auch Farnabdriicke sind gelegentlich,nbsp;wennschon selten zu finden; ich habe solche selbst aus der Plattelkohlenbsp;von Nürschan in Böhmen gesehen. Eine weitere Anzahl von Beispielennbsp;liefert Grand’ Eury (2) p.i4b aus den Kohlengruben des mittlerennbsp;Frankreichs. In Avaize sind es Psaronien, Calamiten und Farnblatter,nbsp;an andern Stellen fast ausschliesslich Blatter von Cordaites, aus denennbsp;die Kohle hesteht. Die Kohle des Wealden von Duingen in Hannovernbsp;enthalt haufige Zwischenlagen, die ausschliesslich aus isolirbaren Coni-ferennadeln (Abietites Linkii der Autoren) gebildet werden.

Ein wesentlicher Theil von Göpperts Abhandlung ist dem Be-weis gewidmet, dass die Differenzen, die wir heute in der Steinkohle finden, sehr vielfach auf die ursprüngliche Zusammensetzung der in

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Einleitung.

KoWe verwandelten Massen, aas Resten differenter Pflanzen sich zurück-führen lassen. Schon Lindley und Hutton (1) batten sich in diesem Sinne ausgesprochen. Die hezüglichen Beweismittel schöpft Göppertnbsp;aus der heutigen Beschaffenheit der Kohle selbst. Weit entfernt ausnbsp;reinem Koblenstoff zu bestehen, enthalt sie denselben möglicberweisenbsp;überhaupt nicht in freiem Zustand Tgl. Muck (1), stellt vielmehr ein innbsp;seiner Zusammensetzung wechselndes Gemenge von Kohlenwasserstoffennbsp;und complicirten sehr kohlenstoifreichen Verbindungen dar. Ftir die praktische ünterseheidung in Back-, Sinter-, Sandkoble, Anthracit, ist die chemische Beschaffenheit maassgebend; die Differenzen treten beim Erhitzennbsp;hervor, wo die Backkohle unter machtigem Aufblahen schmilzt und ver-kokt, wahrend dies bei den anderen Qualitaten nicht mebr der Fall ist.nbsp;Ihr Kohlenstoffgehalt steigt dabei stetig in Richtung von Backkohle zunbsp;Anthracit, der Gehalt an abgebbaren Kohlenwasserstoffen nimmt in der-selben Richtung ah, und dieser fallt im allgemeinen mit der Abnahmenbsp;der oben erwahnten, durchsichtigen, gelb oder roth gefarbten Schlierennbsp;zusammen. Man kann die Kohlen auch nach der ausseren Beschaffenheit, Farbe, Absonderung eintheilen; diese Gliederung zeigt dann keinenbsp;Beziehung zu der eben behandelten. Nach diesen Gesichtspunkten werden Augen- und Stangelkohle, es werden ferner Glanzkohle, Cannel-kohle, Faserkohle (fusain der Franzosen, fossile Holzkohle alterer Autoren)nbsp;unterschieden.

Dass nun bei der Herstellung dieser Differenzen in der Beschaffenheit der Kohle aussere Verhaltnisse sehr wesentlich betheiligt sind, lehrt der Augenschein. Wie rasch sich die gefórderte Kohle an der Luft verandert, wie sie selbst, wo sie keinen oder wenig Eisenkies enthalt, zer-fallt, ihren Brennwerth verringert, ist allgemein bekannt. Und analoge Vorgange haben auch vor der Förderung in den Flötzen selbst imnbsp;Lauf der Zeit statt. So citirt Göppert (14) viele Falie, wo Back-kohlenflötze in der Nahe des Ausgehenden sich in Sinter- und Sandkohlennbsp;allmahlich umwandeln; er giebt an, dass letztere beiden Sorten fastnbsp;tiberall solchen Orts im Flötz an der Backkohle Stelle treten, wo starkenbsp;Brüche und Verwerfungen dieses durchsetzen. Es wird ferner die Kohlenbsp;von Flötzen versehiedenster Beschaffenheit im Contakt der Porphyrdureh-brüche anthracitisch, womit öfters stengelige Absonderung Hand in Handnbsp;geht. Auch locale Verkokung backender Flötze kommt infolge von der-gleichen Durchbrüchen vor. Die Eruptivgesteine können die Kohle ge-legentlich sogar in Graphit verwandeln. Delesse (1) citirt hierfiir einennbsp;’'quot;oa Boué beschriebenen Fall von New Cummock in Schottland, in wel-uhem der direkte Uebergang der Kohle in Anthracit und Graphit beob-uchtet wird. Das gleiche ist nach Rink in Grönland der Fall, wonbsp;Kohlen in Coak, halbmetallisch glanzenden Anthracit und selbst in Graphit verwandelt sind vgl. Heer (3) t. i, Eini. p.4. Nach alledem also würden

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Einleitung.

Back-, Siater-, Sandkohlen, Anthracit uad Graphit saccessive Entwick-lungsstufen sein, die von einer gegebenen Flötzmasse durcklaufen werden. Wenn das richtig, so würde man mit Grund vermutken dürfen, dass we-nigstens manche Graphitlager der alten Formationen, der Endzustandnbsp;eines Entwicklungsprocesses seien, den unsere Steinkohlenflötze unternbsp;Umstanden endlich gleichfalls erreichen könnten.

Wenn also die Flötzkörper, die doch diesen ausseren Einwirkungen in ihrer ganzen Masse in wesentlich gleicher Weise ansgesetzt sind,nbsp;stets durchweg gleiche Kohlenheschalfenheit aufweisen würden, so könntenbsp;man die Differenzen, durch die sie sich von einander unterscheiden, dernbsp;verschiedenen Einwirkung dieser ausseren Einflüsse ausschliesslich zu-schreiben. Das ist indessen beinahe niemals der Fall.

Es wechseln vielmehr in den Flötzen sehr gewöhnlich Banke ganz verschiedener Beschaffenheit mit einander ab, die, als zu verschiedenennbsp;technischen Zwecken tauglich, bei der Förderung auseinander gehaltennbsp;werden, ünd die einzelne Bank ist selten in ihrer ganzen Masse gleich-artig beschaffen, sehr gewöhnlich besteht sie aus dünnen wechsellagern-den Schichten, zum Beispiel von matter und von stark glanzender Kohle.nbsp;Und ausserdem findet sich vielerorts, wie in Oberschlesien, in Zwickau,nbsp;in St. Étienne die Faserkohle in regellosen Nestern, Massen undnbsp;Streifen, die anderen Kohlensorten durchsetzend und durchziehend vor,nbsp;so dass das Ganze eine recht complicirte von Fall zu Fall weehselndenbsp;Struktur bekommt, die gleichfalls bei der Nomenclatur der Kohlen innbsp;Eücksicht gezogen worden ist. Wie denn zum Beispiel als Russkohlenbsp;eine Glanzkohle bezeichnet wird, die in extremer Weise mit Lagen undnbsp;Strangen von Faserkohle durchsetzt ist vgl. Mietzsch (1). Da nun innbsp;solchen Fallen die gleichen Theile des Flötzes effenbar gleichen ausserennbsp;Einwirkungen unterlagen, so muss, wie Göppert schliesst, die Ver-schiedenheit im einzelnen auf ursprünglich ungleicher Beschaffenheit desnbsp;zur Kohlenbildung verwendeten Materials beruhen. Und diese kann mannbsp;sich hervorgebracht denken, einmal mit Göppert durch Zusammen-treten verschiedener Pflanzenformen in wechselnden Proportionen, einnbsp;anderes Mal mit Grand’ Eury (2) durch Vereinigung von Pflanzenthei-len, deren specifische Differenz gegen den verschiedenen Grad ihrer je-weiligen Verwesung und Maceration zurücktritt.

Um aller dieser Schlussfolgerungen Wahrscheinlichkeit zu erhöhen bat Göppert(15) es sich angelegen sein lassen, den Weg des Experiments zu betreten. Vorher schon waren ahnliche Versuche von Wiegman n angestellt worden, und spaterhin bat Petzholdt (1) sich nochnbsp;mit solchen beschaftigt. Leider sind alle diese Versuche nicht in consequenter Weise fortgesetzt worden. Göppert behandelte Pflanzentheilenbsp;Jahre lang in geschlossenen Gefassen mit Wasser von 60—80 R., sienbsp;bildeten endlich seiner Angabe nach eine braune kohlenahnliche Masse.

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Erst dureh Znsatz von wenig Eisenvitriol konnte diese mit Glanz und sehwarzer Farke erzielt werden. Grobes Tucb, webbes den Cylindernbsp;einer Tucbfabrik bekleidete, erwies sicb, nacbdem es lange Jabre im Ge-braneb gewesen, in scbwarze Koble mit muscbligem Brucb verwandelt.nbsp;Leider ist keine von diesen Substanzen chemiscb untersucbt worden;nbsp;wissen also aucb nicht, in wie weit sie mit echten Stemkohlen ver-

gliehen werden können. nbsp;nbsp;nbsp;, . ,nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;„nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;,

Nacb allem, was dureh die Bemübungen der verschiedenen Forscher ermittelt ist, kann es nicht mehr zweifelbaft sein, dass die Koblenlagernbsp;nns Pflanzenfragmenten und vegetabiliscbem Detritus untei Wasser ennbsp;standen sind. Und so bat man sicb deun seit lange sehon genothigtnbsp;geseben, sicb dem Studium analoger unter ahnliehen Bedingungen vornbsp;sicb gebender Processe zuzuwenden, die heute noch unter unseien Augennbsp;sicb abspielen. Diess sind die Bildungsvorgange des Torfs und dernbsp;Braunkoble.

Die Entstebung des Torfes ist überall an das Vorbandensein von Wasser gebunden, webbes durch undurchlassige Schichten aufgehalten,nbsp;langere Zeit an der Oberflaehe verweilt, und so die hinein gelangendennbsp;Pflanzentbeile vor rascher normaler Verwesung scbützt. An Stelle diesernbsp;findet dann eine abweichende chemische Veranderung statt, unter Bil-dung von Kohlenwasserstoffen und koblenstoffreicben Sauren (Humus-sauren). Es verwandelt sicb dabei die Pflanzenmasse, unter tbeilweisemnbsp;Zerfall in winzige Pragmente, im Lauf verhaltnissmassig kurzer Zeit-rilume in eine ziemlicb homogene, braune bis braunsebwarze, breiartigenbsp;Substanz, in der die coustituirenden Ebmente nicht ohne genauere Un-tersuchung mehr erkannt werden können. Naob der Art seiner Bildung,nbsp;vorzüglich aucb naeh den Gewaehsen, die das dazu verwandte Materialnbsp;geliefert baben, kann man zweierbi wesentlich verscbiedene Arten vonnbsp;Torf unterscheiden Senft (1).

Einmal den Torf der Wiesenmoore und Moorseen, wie sie in üord-deutscbland so vielfach die Thalniederungen und anderen Einsenkungen erfillbn, wie sie uberall die Flusslaufe in verschiedener Ausdehnungnbsp;¦weithin zu begleiten pflegen. Im allgemeinen sind derartige Moore imnbsp;ersten Stadium Moorseen, die allmahlicb durch die Beste der vom Randnbsp;aus verdringenden, und sebliesslieb die ganze Seeflacbe mit schwanken-der Moordecke überdeckenden Vegetation, welcbe, fortwahrend binunter-sinkend, sicb ansammeln, ausgeflillt werden und so in das zweite Stadium tibergeben. Die Bildner der zu Boden sink enden Torfmasse sindnbsp;wesentlich Cyperaceen und einige Graser sowie sonstige angiospermenbsp;Gewachse; die Moose treten dagegen zurück. Und unter diesen sind esnbsp;weniger die Sphaguen als Hypneen, Aulacomnion, Meesia, Pbilonotisnbsp;und ahnlicbe, die in Betracht kommen. Die den Seegrund bedeckendenbsp;Masse ist ein brauner Mulm, der mit vielen hautigen Petzen von Wur-

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Einleitung.

zeln, Blattern und Blattscheiden untermischt ist. In solchen Wiesen-mooren, faUs sie geringe Tiefe besitzen, spielt ferner Pbragmites vulgaris eine wichtige Bolle. Zu ihnen die Dargschichten der Norddeutschennbsp;Seekliste, die durch Senkung des Landes oder durch Einbrüche unter dennbsp;Meeresspiegel gelangten und von Sand und Thonschiohten übezdagertnbsp;wurden. Hier ist der Zerfall der Substanz ein minder vollkommener, dienbsp;Blatter und Stengel des Eohres lassen sich in der blatternden Torfmassenbsp;noch ganz deutlich erkennen. An Brauchbarkeit stehen diese Fossiliennbsp;dem guten Specktorf der See- und tiefen Wiesenmoore bedeutend nach.

Wir haben auf der anderen Seite den Torf der sogenannten Hoch-moore, der mehr den Gebirgen eigen ist, sich aber unter Umstanden auch auf der Basis früherer Wiesenmoore entwickeln kann. Besondersnbsp;in nördlicheren Landern, zumal in der Umgebung beider Pole, sind Hoch-moore auch in der Ebene haufig, im deutschen Flachland findet mannbsp;sie zumal auf den breiten Kücken, die die Elussthaler von einander scheiden. Am genauesten sind von diesen die Moore des Emsgebiets vonnbsp;Grisebach (1), die der oberbayerischen Hochebene von Sendtner (1)nbsp;untersucht. Die Hochmoore kommen nur zu Stande, wo die Sphagnen zunbsp;unbehinderter Entwicklung Gelegenheit finden, wo ihnen vor allem einnbsp;ursprünglich kalkfreies oder doch vom gelösten Kalk befreites Wassernbsp;zu Gebote steht. Sie selbst liefern freilich nach Grisebach, mit wel-chem in dieser Beziehung die meisten neueren Autoren tibereinstim-men, nur ein sehr schlechtes Produkt, den sog. Moostorf, welcher einenbsp;locker verfilzte braune Masse bildend, niemals in eigentlichen braunennbsp;sehweren Specktorf verwandelt wird. Allein sie ermöglichen durch ihrenbsp;Vegetation nachmals das Gedeihen anderer Gewachse, zumal der Erikennbsp;auf der Oberflache des Moors, und deren Beste sind es dann, die dienbsp;Entstehung eines Specktorfs bedingen, der ahnliche Beschaffenheit wienbsp;der der Seemoore erhalt. Derartige Hochmoore beginnen stets mit dernbsp;Ansiedelung von Sphagnen, welche in dichten Basen emporwachsendnbsp;unterwarts absterben und so das Terrain erhöhen, wobei sie nach Artnbsp;eines Schwammes das Wasser festhalten. Erst dann, wenn das Hoch-moor ein gewölbtes Profil zeigt, beginnt die Oberflache abzutrocknennbsp;und bedeckt sich mit Bülten bildenden Pflanzen, Eriken, Betula nana,nbsp;Scirpus caespitosus und anderen mehr. Die zu Boden fallenden Frag-mente dieser Gewachse werden vom Torfmoos umwachsen und so demnbsp;Einfluss der Luft entzogen. Dadurch wird allmahlich eine obere ver-schieden beschatfene sehwerere Schicht gebildet, deren Druck den Moor-körper erniedrigt, wodurch natiirlich den Sphagnen wieder günstigerenbsp;Bedingungen, reichere Wasserzufuhr geschaffen werden. Indem diesernbsp;Process andauert, sinkt in dem Moor der Moostorf immer mehr unternbsp;dem Druck der überlagernden stets machtiger werdenden Schicht zu-sammen. Grisebach fand in den Emsmooren die Basis des schwarzen

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Einleitung.

Specktorfs kildend, eine dünne Schicht zusammengepressten Moostorfe,

das primare Sphagnetum vor. In den tiefsten Lagen er oc kommen haufig machtige, nur wenig macerirte nn veian er enbsp;stamme, anch wohl aufrecht stekende Stümpfe so c ernbsp;nbsp;nbsp;nbsp;'

Fall giug die Entwicklung des Hochmoors in einem nassen Waldbjtand vor sich, diesen allmahlich zerstörend und die umgefal enen ““nbsp;nmhüllend. Das gleiehe kennen wir in nnsern Gehirgen ™nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;’

Thtiringea noch hLe heohachten; die Forstwir hschaft Hochlagen liherall im Kampf mit den Mooren, die sic ^ «„ijpn innbsp;stets wachsen und, am Bande weitergreifend, unrege matigenbsp;die angrenzenden Bestande hineinfressen. Hauptsaehlicnbsp;nbsp;nbsp;nbsp;mo-nna-

halt zu thun, ist die Forstverwaltung fortwahrend mit Trockeniegu g und Aufforstung der Moore heschaftigt, ohschon in solcher Ho le unnbsp;solchem Boden der Wald nur wenig prosperirt, eine Rentabilitanbsp;selhen niemals zu erwarten ist.nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;,

Die Braiinkohle von hrauner, hraunsohwarzer, nbsp;nbsp;nbsp;,

Farbe, und stets hraunem Strich, viel H- und 0-reieher as le ein ^ nbsp;nbsp;nbsp;’

haufig wohlerhaltene Holzstücke umschliessend, findet sic Ausdehnung in den Sehichtencomplexen der Tertiar- und er tiuar arnbsp;formation. Dass sie im allgemeinen aus Suhstanzen hervorgegangen is ,nbsp;die ahnliche Beschaffenheit wie der Torf der Jetztzeit zeigten, is nnnbsp;zweifelhaft. Zwisehen der charakteristisehsten Braunkohle un em nornbsp;malen Wiesentorf oder Seetorf mit etwaigen eingelagerten Hölzern odernbsp;Baumstammen sind alle Zwischenglieder verhanden. Zumal die qua ernbsp;nfiren sog. Schieferkohlen, wie sie hei Utznach und Dürnten in dernbsp;Hordsehweiz, wie sie in Oherhayern sich finden, stellen die Verhindungnbsp;her Ausftthrliehe Belege hierfür sind von Heer (16) und von Giimhel (2)nbsp;geliefert worden. In vielen Fallen stellen sich die Braunkohlen hekannt-lich als hröekelige mulmige Massen dar, die zum Gehrauch erst in Formennbsp;gepresst werden mussen, in anderen Fallen sind sie wasserarmer, vonnbsp;schieferiger Spaltharkeit, aker immer noch ziemlich homogen. Die Ent-stehung aller dieser Kohlen wird man unmittelkar mit der des Torfesnbsp;unserer Seemoore in Parallele stellen dtirfen.

In anderen Lagern verhalt sich indessen die Sache anders. Die. selken hestehen grösstentheils, ja manchmal fast ausschliesslich ausnbsp;Anhaufungen wohl erhaltener, wie Brennholz spaltkarer Baumstamme,nbsp;mitunter weehselnd mit Schichten, die ausschliesslich von Lauh gehiidetnbsp;sind. Dergleichen Aklagerungen sind nun allerdings zweifelso ne innbsp;anderer Weise entstanden. Anch für sie haken wir noch jetzt durenbsp;aus geeignete Vergleichsobjekte. Es kouneu kier eiuiual die colossa ennbsp;Massen von Stammen angezogen werden, die die grossen amerikanischennbsp;Ströme, Mississippi zum Beispiel, und Mackenzie herakflössen und im

Solma-Laii‘bacil, Palaophytologie. nbsp;nbsp;nbsp;^

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Unterlatif in Lagunen und stehenden Gewassern des Delta ablagern. ThatsacMieh findet man im Delta des Mississippi tief unter Sand undnbsp;Schlamm begraben ganze Lager solcber Baumstamme vor, die obwoblnbsp;den jtingsten Alluvionen angebörig, docb bereits eine durcbaus braun-koblenahnlicbe Besebatfenbeit erlangt baben, Lyell (1) p.242. Die betreffende Veranderung recenten Holzes scbeint überhaupt recbt rasebnbsp;einzutreten. Dafür spreeben versebiedene Beobaobtungen. So bat mannbsp;im alten Mann des Eammelsbergs, in der Grube St. Joacbim bei Zeller-feld, in Grube Dorothea bei Clausthal verstürzte Holzzimmerungen, dienbsp;vielleiebt vor 100—150 Jahren eingebaut waren, gefunden, Hirsch-wald (1) vgl. auch Hausmann (1), die weich und feucht, naeb dem Ab-trocknen sieb in Braunkoble von sebwarzer Farbe, und musebligem glanzenden Brucb verwandelt erwiesen. Sebon Göppert batte Zimmer-hölzer der Koblengruben zu Charlottenbrunn nach langem Verweilen innbsp;denselben in Braunkoble verwandelt gefunden. Desgleichen bat TJ nger (6)nbsp;ein Holzstück aus den Eisenbauen zu Turracb in Steiermark beschrieben,nbsp;welcbes der gleichen Veranderung unterlegen war, wie diess die Analyse bestatigte. Den pragnantesten Fall für die Kürze der Zeit, dienbsp;dazu erforderlicb ist, bat aber Mietzscb (1) p-234 bekannt gegeben. Ernbsp;fand im Steinkoblenwerk zu Planitz bei Zwickau, in einer 6 Jahrenbsp;vor her getriebenen, unterdess aber zusammengebrochenen Strecke,nbsp;einen Zimmerspan von mebreren Decimetern Lange, der ganz in dunkel-braune Koble umgewandelt war. Alle diese Veranderungen fübrtnbsp;Hausmann (1) direkt auf die Einwirkung der den Kiesen entstam-menden Scbwefelsaure zurück. Auch die Steinkohle der carbonisebennbsp;Formation dürfte ibre definitive Beschaffenheit in verbaltnissmassig kur-zer Zeit erreieht baben. Dafür spreeben die merkwürdigen, zum Tbeilnbsp;noch sebarfkantigen Koblengerölle von Commentry und Cbampagnacnbsp;les Mines, deren Besebreibung und Literatur bei de Lapparent (1)nbsp;V. 2, p 842 und 866 ZU fiuden sind. Dieselben bilden einen Bestandtheil dernbsp;die Koblenflötze unter- und überlagernden carboniseben Conglomerate.nbsp;Demgemass müssen zu deren Bildungszeit bereits fertige Flötze verbanden gewesen sein, aus deren Erosion und Zerstörung sie stammen.

Ein anderes für die hier erörterten Dinge brauchbares Vergleiehs-objekt können uns die weitgedebnten bewaldeten Sümpfe bieten, welcbe langs der Ostküste Nordamerikas von Virginia bis Florida sich finden.nbsp;Die Besebreibung eines der grössten derselben, des in der Nahe desnbsp;Meeres, zunacbst Cap Hatteras gelegenen Great Dismal Swamp verdanken wir Lyell (2) v. 1,p. 142. Derselbe besteht aus einer sebwarzennbsp;breiigen Scblammmasse und ist von einer dichten verfloebtenen Deckenbsp;strauchartigen Unterholzes überzogen, in der die machtigen Waldbaume,nbsp;meist Taxodium distichum und Cbamaecyparis sphaeroidea wurzeln.nbsp;Diese letzteren sinken mitunter von selbst in senkreebter Richtung in

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Einleitung.

den Schlamm ein, oder gerathen in densellaen, vom Wind umgeworfen, iiir Holz bleibt dann vollkommen erhalten. Man fischt denn aueh grossenbsp;Massen des werthvollen Holzes aus diesem Sumpfe heraus. Merkwürdignbsp;ist, dass infolge der Vegetationsdecke, die das Anseinanderfliessen ver-kindert, die Mitte des Moors, von einem grossen See eingenommen, etwanbsp;12' koker liegt als das umgekende Land.

Wir dürfen also nack alledem, was im biskerigen aiisgeflikrt ist, ganz unbedenklick die Bildnng der Koklen aller Erdperioden, vom Torf bisnbsp;rliokwarts zn den Grapkitlagern, zwar nicht anf identisehe, aber doeknbsp;anf analoge Processe znrnckfnhren. Man würde viel zn weit gehen,nbsp;wollte man sie alle zu einer Entwicklungsreihe verbinden nnd annekmen,nbsp;die Steinkoklen katten ursprünglick Braunkoklenckarakter gekakt, nnserenbsp;Braunkohlenlager wiirden im Lauf der Zeit zu Steinkohle werden. Dassnbsp;vielmehr filr diese Ausbildungsweise im Einzelnen anssere nnd jeweilsnbsp;versekiedene Momente maassgebend waren, das wird uns durch die ei-waknten Steinkoklengerölle, sowie durch die untercarboniseken Koklennbsp;Centralrusslands vor Augen gefükrt, unter denen neben echten Steinkoklen auoh braunkohlenartige Ablagerungen vor kommen. Soweit dürftenbsp;jetzt allgemeine Uebereinstimmung kerrseken.

Man ist nun freilick mit solcker allgemeinen Yorstellung von einer gründlichen Kenntniss des Yorgangs nock weit entfernt. Wir steken viel-mehr einer Reike von neuen Zweifeln gegenüber. So katten sick sekonnbsp;die alten Autoren vielfach gefragt, wo denn die Pflanzen gewachsen,nbsp;deren Reste wir jetzt als Kohlenflötze angekauft finden. Man katte sichnbsp;da in verschiedener Weise gekolfen. Die einen Messen die Koklen imnbsp;Meer aus angehauften Tangen entsteken — eine Ansicht, die bald durchnbsp;weitere Untersuchungen ganzlick beseitigt wurde—; andere, wie Grafnbsp;Sternberg undBoué, an die Mississippistamme anknüpfend, dachtennbsp;an Treibholzmassen, die durch gewaltige Flutken zusammengetriebennbsp;worden waren. Gtimbel (2) kat diese Anschauung als die Theorie allo-chtkonen Ursprungs bezeicknet. Wieder andere suckten sick die Sackenbsp;durch den Vergleick mit den keutigen Mooren plausibel zu machen, sienbsp;Messen das ganze Material in loco erwachsen und hingen demgemassnbsp;autocktkoner Entstekung an. Diese Theorie wurde sekon im vorigennbsp;Jakrkundert durch Bereidingen und durch de Luc vertkeidigt, ihrnbsp;traten mit allmahlick zunehmender Bestimmtkeit die meisten hervor-ragenden Geologen und Palaontologen bei, so vor allen A. Brongniartnbsp;und Elie de Beaumont, vgl. Grand’ Eury (2). Absekliessende undnbsp;ganz consequente Ausbildung erkielt sie durch Göppert (14), dem sichnbsp;mit einigem Vorbehalt aueh Unger (6) anschloss. Die zwischen beidennbsp;vermittelnde Meinung, die einer, nack Art der Braunkoklen verschieden-artigen, im einen Fall allo-, im andern autoehthonen Bildungsweise dasnbsp;Wort zu reden geneigt war, tritt zumal bei den alter en Autochthonisten

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Einleitung.

mehr oder minder deutlicli hervor. Ihr trat Göppert aufs bestimm-teste unter wiederholtem Hinweis auf die ausserordentlicbe G-leicbförmig-keit entgegen, die die Steinkohlenlager aller Erdtheile cliarakterisirt. Es wird weiterhin zu betrachten sein, wie sie innerbalb gewisser mas-siger G-renzen in nenerer Zeit, von Grand’Eury(2) vertreten, wiedernbsp;im Vordergrund stebt.

Göppert (14) nnd Unger (6) sowie scbon vor ihnenLindley und Hutton (1) thun mit einer Menge gewichtiger Gründe dar, dass die Ge-sammtheit der von den Steinkoblenflötzen dargebotenen Erscheinungennbsp;bei Annabme allocbtboner Entstebung derselben nicht erklart werdennbsp;könne. So führt Göppert aus, dass es von diesem Standpunkt garnbsp;nicht zu begreifen ware, wie es möglich, dass die Kohlenflötze so un-geheure Flachen in tiberall gleicher Lagerung und gleicher Machtigkeitnbsp;bedoeken, dass ferner die Kohle so homogener und reiner Beschaffen-heit zu sein pflegt, dass eingeschlossene Gesteinsbrocken in ihr zu dennbsp;Seltenheiten gehören. Deun jeder Strom müsste doch, wenn er sonbsp;viel vegetabilisches Material mit sich fiihren sollte, von betrachtlichernbsp;Starke und Schnelligkeit sein, und würde dann gleichzeitig Schlamm,nbsp;Sand und Gerölle mitgebracht haben. Man müsste deshalb erwarten,nbsp;in den Flötzen eine regellose Abwechselung von Kohle und unorgani-sehem Material zu finden. Und diess ist doch gar nirgends der Fall, esnbsp;lasst sich beim Yergleich mit der Zusammensetzung lebender Pflanzennbsp;allerhöchstens eine massige Vermehrung der Aschenbestandtheile naeb-weisen, die sehr wohl begreiflich, wenn man den mit dem Verkohlungs-process nothwendig verbundenen Verlust an organisch en Verbindungennbsp;in Betracht zieht. So machtige Strömungen, wie sie der Transport desnbsp;gesammten Bildungsmaterials der Steinkohlen erfordern würde, müsstennbsp;turbulente Verhaltnisse hervorgebracht haben, die der Erhaltung dernbsp;Pflanzenfragmente nicht gunstig gewesen sein würden. Man findet abernbsp;in den dünnsehieferigen thonigen Banken, die so haufig im Hangendennbsp;der Flötze vorkommen, die sammtlichen Pflanzenabdrücke in den Schich-tungsebenen regelmassig ausgebreitet; selbst die zartesten Farnkraut-blatter sind aufs schönste erhalten, ihre Fiederung in normaler Lagenbsp;und niemals durch Stromwirbel zusammengedreht zeigend. Alles diessnbsp;sind Umstande, welche dafür spreehen, dass auch die Ablagerung dernbsp;hangenden Schiefer in vollkommener Ruhe unter Ausschluss heftigernbsp;Strömung stattgefunden hat.

Unger (6), obwohl gleichfalls bestimmter Vertheidiger der Auto-chthonie der Steinkohlenlager, hatte sich doch überzeugt, dass die carbo-nischen Moore nicht füglich unseren jetzigen Torfmooren entsprechen konnten, und hatte diess in praciser Weise ausgesprochen. Er führtnbsp;(p. i35seq.) ganz überzeugend aus, dass man sich dieselben in keinemnbsp;Fall unsern Hochmooren ahnlich denken dürfe. Denn zur Bildungszeit

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Einleitung.

der Steinkohlen hake eine gleichmassige tropische Temperatiir an der ganzen Erdoherflache geherrscht, die mit der Existenz von Hochmoorennbsp;unvertraglich erscheine. Diess ist zweifellos richtig; den Tropen fehlennbsp;die Sphagneta ganzlich; oder sie kommen doch nur hier und da auf dennbsp;höchsten Gehirgen zur Entwicklung. Dass aher eine gleichmassige Tem-peratur zur Carhonzeit auf der ganzen Erde verbreitet war, geht mitnbsp;Sieherheit ans dem Umstand hervor, dass man in allen earhonisehennbsp;Ahlagerungen, von den Polarlandern his nach Aiistralien, iiherall wesent-lioh ahnliche, wenn nicht identische Pflanzenconsortien als Constituentennbsp;der Kohle tindet. Man vergleiche deshezügllch Car rut her s (7) fürnbsp;Brasilien, (10) fiir Queensland (Australien), O. Feistmantel (1) m fürnbsp;Australien, Mae Coy (1) für Australien, Dawson (8) für Canada undnbsp;Eeu-Braunschweig, Heer (5) für die Polarlander, Schenk (2) für China,nbsp;Ze ill er (13) für das Zamhesigehiet, Grey (1) für die Capcolonie. Ungernbsp;kannte effenbar in der Tropenzone als einziges brauchhares Analogonnbsp;die mit Baumen und Strauchern besetzten, schwimmenden Insein desnbsp;Sees Tagua in Bengalen. Ware er über den Great Dismal Swamp ge-nauer unterrichtet gewesen, so würde er denselben ganz sicher heran-gezogen haben, da derselbe seiner Vorstellung von den carbonischennbsp;Sümpfen wohl wesentlich entsprechen dürfte. Göppert(14), dem dienbsp;betreffenden Mittheilungen L y e 11 s unterdessen bekannt geworden waren,nbsp;bat sie in der Vorrede zu seiner Abhandlung als seiner Vorstellung vonnbsp;den Carbonmooren durchaus adaquat angezogen.

Ganz neuerdings endlich hat Grand’ Eury (2), wie schon erwahnt, auf Grund von botanischen Untersuohungen sowohl, als auch von aus-gedehnten bergmannischen Erfahrungen, wieder einen vermittelndennbsp;Standpunkt eingenommen. Er stellt Göpperts Grtinden für die reinenbsp;Autochthonie eine Menge von Thatsachen entgegen, die sich nicht zumnbsp;besten damit vertragen, und fusst bei seiner Beweisfubrung durchausnbsp;nicht bloss, wie Gümbel (2) p- 2o6 meint, auf dem geschichteten Bau dernbsp;Steinkohlenflötze, welcher allein für seinen Zweck freilich nicht genügennbsp;würde. Das Bild, welches er vom Zustand der Erdoberflaebe zur Zeitnbsp;der Steinkohlenbildung entwirft, mag wohl der Wirklichkeit recht nahenbsp;kommen.

Es ist eine bekannte Thatsache, dass die fossilen Beste gewöhnlich plattgedrückt erscheinen; dass das auch in der Kohle der Fall, dafürnbsp;liegen zahlreiche Angaben von Göppert, Grand’ Eury und Anderennbsp;vor. Man pflegt als Grund dafür in der Kegel den Druck anzuführen,nbsp;den die überlagernden Gesteinsmassen üben. Ebendiesen Druck hat mannbsp;ja auch neben Warme- und Wasserwirkung als Hauptfaktor bei dernbsp;Kohlenbildung anzusehen sich gewöhnt. Grand’ Eury wenst nun aufsnbsp;Ueberzeugendste nach, dass diese Druckwirkung, wenn überhaupt, dochnbsp;nur von sehr geringer Bedeutung gewesen sein kann. Die von ihm ent-

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Einleitung.

deckten berülimten eekigen Kiesel von Grand’ Croix bei St. Étienne, die das Material eines in Bildung begriffenen Koblenlagers in verstei-nertem Zustand umscbliessen, entbalten die Pflanzenreste zum grossennbsp;Tbeil in abgeplatteter Form, obscbon dieselben ganz locker anf- undnbsp;übereinander liegen, von Druckwirkung nicbt das geringste zu bemerkennbsp;ist. Sowohl in diesen Kieseln, als auch in der normalen Flötzkohle zeigtnbsp;sich nun in ausserordentlicber Haufigkeit die merkwürdige Tbatsacbe,nbsp;dass diese abgeplatteten Stamme, Wurzeln und Zweige nur noch ausnbsp;einem Rindenrobr besteken, aus vrelchem die inneren Gewebe, zumalnbsp;auch die holzigen Achsen entfernt sind. Und diess ist nicht nur bei dennbsp;mit dicken saftigen Binden versehenen Lepidodendreen, sondern auchnbsp;bei den Cordaiten der Fall, die machtigere Holzkörper batten und dem-gemass minder succulente Beschaffenheit gehakt haken diirften. Es istnbsp;ferner da, wo die Eindenröhre ihren Holzcylinder noch umschliesst,nbsp;dieser letztere gewöhnlich in unregelmassige Bruchstücke, die öftersnbsp;gegen einander verschoben erscheinen, zerspalten. Mitunter findet mannbsp;nur noch einzelne Broeken desselben an Ort und Stelle, das ührige istnbsp;entfernt. Es ist weiter merkwürdig, dass man die erwahnten Rinden-röhren sehr vielfach einseitig aufgesehlitzt und dann am einen Bruch-rand ganz aufgerollt findet; dass sie meist nur in Stüeken massiger Langenbsp;vorkommen; dass ganze Stamme nur selten in den Kohlenflötzen undnbsp;ihrer ümgebung lagern. Diess letztere scheint indessen nach Göppertsnbsp;Darstellung, in Oberschlesien haufiger der Fall zu sein. Wenn nun dienbsp;Kohlen rein autochthoner Entstehung waren, so müsste diess alles sehrnbsp;befremdlich erscheinen. Dagegen ist es als Consequenz langsam flies-senden Wassers, welches einen mit morschen Baumleichen und Pflanzen-trümmern bedeckten Boden tiberströmt, leicht verstandlich. Man begreift,nbsp;wie unter solchen Umstanden das erweichte und zertrümmerte Holz ausnbsp;den Eindenfutteralen weggeflösst werden konnte, was doch, wenn dienbsp;Baume und Aeste einfach ins stekende Wasser getallen waren, voll-kommen unverstandlich sein würde. Was nun die Erweichung desnbsp;Holzes betritft, so ist diese auch heutzutage noch, wie bekannt, in wenignbsp;cultivirten feuchten Waldungen reichlich zu beobachten. Am schönstennbsp;habe ich dergleichen Verhaltnisse, wie sie Grand’ Eury für dienbsp;carbonischen Waldungen annimmt, im Böhmerwald, in den Urwaldernnbsp;am Arber und am Kubany gesehen. Man vergleiche hierfür die Schil-derung, die seinerzeit Goppert (16) gegeben hat. Infolge besagternbsp;Erweichung wird das Holz zu einer förmlich plastischen Masse, die vonnbsp;Wurzeln anderer Gewachse (Stigmarien) mit Leichtigkeit nach allennbsp;Richtungen durchsetzt wird, die sich setzt und faltet und dabei die Lage-rung ihrer Elemente vielfach verandert, so sehr, dass hei den weitzel-ligen Coniferenhölzern sogar die Lumina der einzelnen Zeilen durchnbsp;Medersinken der Membranen verschwinden. Diess ist in allen Braun-

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Emleitung.

koMenliölzem der Fall, es föHt überhaupt eiaem nbsp;nbsp;nbsp;„

auf, der fossile Hölzer untersueht. Waren ja doch aneb lt;iie «ben ^r-wabnten, in Brannkohle umgewandelten Zimmerhólzei er nbsp;nbsp;nbsp;,

rothea bei Clanstbal an Ort nnd Stelle nass und von lederartig Consistenz, so dass sie erst an der Luft binnen urzem ® ®nbsp;die Höter des versteieertea WaHes Ton Eadowensnbsp;vollkommen erweiebt waren, schliesst auch opp ernbsp;nbsp;nbsp;nbsp;.

stand, dass sie vielfacb kleine oberflacblicbe ei m Grund jedesmal ein Kieselstückcben steekt. ^ Die Kiesenbsp;in die noeh weicbe Snbstanz eingesunken sein.nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;^ fpnebten

Zwischen zabllosen dergleichen, dureh Verwesiing au Boden des Waldes verrotteten Fragmenten, finden sicb nunnbsp;sein von Grand’ Croix bier und da aucb ganz wob er a ennbsp;stücke und Blatter, ja fast intakte Blüthen undnbsp;nbsp;nbsp;nbsp;.fl

Auch diess ware bei rein autochthoner Ablagerung ree y y p;r,pm licb. Man würde bei dieser vielmebr die sümmtlichen ® ^ notb-annabernd gleicben, mittleren Zustand erwarten. Es muss a mnbsp;wendig der Fall sein, wenn Zufuhr durcb fliessendes asser s a ,nbsp;Welches namlieb sowobl eben vom Baum gefallenenbsp;auch solche mit sicb fübren wird, die sebon langst am Bo en verwes .nbsp;Weiterbin müsste auch, bei mangelnder Spülung durcb unbsp;die haufige Erscheinung ganz unerklarlich sein, dass man ö zm, a ,nbsp;Samen in getrennten, massenbaften Anbaufungen findet. Für oca e yinbsp;artige Ansammlungen von Gymnospermensamen, die auf succesmvennbsp;satz in fliessendem Wasser deuten, citirt Grand Eury (nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;•

Étienne zablreiehe Beispiele; zu Saarbrücken wurde seiner Eisenbabneinsobnitt bei Jagersfreude eine Sandsteinsobicht angetrofien,nbsp;die ganz aus conglonieratartig zusammengebackenen Steinkernenyonnbsp;Gymnospermensamen bestand. Auch die anomalen Lagerungsverhalt-nisse der die Koblenflötze bedeekenden Conglomerate, in den Tagebauennbsp;von Commentry, deren Details man bei de Lapparent (1) yi, p-seinbsp;nachseben wolle, stimmen mit Grand’Eurys Auffassung, den xtremnbsp;fall der Allocbthonie darstellend, wobl überein.

Grand’Eury denkt sicb nun nach alledem die Sacbe wesentlic wie folgt. Weitgedebnte muldenfórmige Seebecken waren die Bildungs-statten der Koblenflötze. Sie wurden rings von sumpfigen a ungennbsp;umgeben, deren absterbende Theile, auf dem Boden verwesen un ernbsp;weichend, eine machtige Schicht bildeten. Das sickernde un an^samnbsp;abrieselnde Wasser der haufigen Regengüsse flösste allmahlichnbsp;weicbte Holz in Fetzen aus den Eindenfutteralen beraus; auch diesenbsp;selbst zerbraeben zuletzt und wurden mit in das Absatzbecken ge ‘ ir .nbsp;Hier traten nun an die Stelle der Vermoderung, die zur Kohlenbildungnbsp;führenden Proeesse, aus den Binden wurde die Masse der Koble gebildet,

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Einleitune.

die Partikeln erweichten Holzes wurden in Faserkolile verwandelt. Decken von Sumpf- nnd Wasserpflanzen (Stigmarien), die an der Ober-flacbe nnd an den Randern der Becken wiicberten, lieferten gleicbfallsnbsp;durch absterbende nnd untersinkende Theile ibr Contingent.

Man findet bekanntlich hier nnd da in den Kohlenablagerungen Banm-stümpfe in ibrer natürlichen Lage, entweder vereinzelt oder beerdenweise, als Beste früherer Walder vor. Einer der bekanntesten Falie ist dernbsp;fossile Sigillarienwald, den Goldenberg (1) beim Tunnelbau der Saar-brücken-Neunkirchener Eisenbahn auffand. Grand’ Eury ftihrt ausnbsp;den Carbonablagerungen des mittleren Frankreicbs viele Falie an, dienbsp;zumal Psaronien, Calamodendren nnd Cordaiten betreffen, nnd durcbnbsp;Steinbrücbe aufgescblossen sind. Und wenn Fayol (vgl. de Lappa-rent (1) t. 2, p. ses) meint, dieselben seien nicht an Ort und Stelle ge-wachsen, batten vielmebr, losgerissen und fortgescbwemmt, im Wassernbsp;senkrechte Stellung angenommen, so kann sich das wobl auf einzelnenbsp;Falie, aber kaum auf die Gesammtbeit der hier zu besprecbenden Er-scheinungen beziehen. Auch aus England sind zablreicbe Beispiele be-kannt. Es liegt nahe, dieselben für die Annahme zu verwertben, dassnbsp;die Koblen waldbedeekten Sümpfen ibre Entstebung verdanken. Alleinnbsp;Grand’ Eury macht darauf aufmerksam, dass wenn diess der Fall ware,nbsp;man solche Stamme baufig, die Flötze durcbquerend, mit ihrem unterennbsp;Ende, ihren Wurzeln in diese eintaucbend, finden müsste. Der ersterenbsp;Fall kommt nun zwar vor, ist aber so ausserordentlicb selten, dassnbsp;Grand’ Eury (2) p- ns nur zAvei oder drei Beispiele dafür anfiihrennbsp;konnte. Sonst sebneiden die Baumstümpfe regelmassig an der Sohle desnbsp;Flötzes quer ab; dasselbe findet man auch, wo sie starke Schicbtungs-kltifte erreichen. Sie wurzeln ferner nie in der Koble, sondern auchnbsp;da, WO sie dicht fiber dem Flötz vorkommen, ausscbliesslich in den hangenden Gesteinslagen. Hiernacb liegt also die Koble tbatsachlicb annbsp;andern Orten; wo die Baume wuchsen, wurde Grand’ Eury zufolgenbsp;keine erzeugt. Die Stfimpfe sind vielfach bohl, auf die Rinde reducirt, mitnbsp;Gesteinsmasse erffillt, in welcber man baufig Abdrficke anderer Pflanzen-theile findet. Er nimmt zur Erklarung dieser eigentbfimliehen Verhalt-nisse an, dass temporare Erböbung des Wasserniveaus der Sammelbeckennbsp;den flacben sumpfigen Waldboden weitbin fiberscbwemmte, dass daber dienbsp;Baume abstarben und verwesten, bis sie endlich zusammenbrachen undnbsp;nur ibre Stfimpfe unter dem Wasser steben blieben. Bei dem Zurfick-treten des Holzes und der succulenten Beschaffenbeit der Rinde dernbsp;earboniscben Baume ist ein solches Verbalten wobl begreiflich. Dass der-gleichen in warmen Klimaten vorkommt, davon babe ich micb im bota-nischen Garten zu Buitenzorg fiberzeugen können, wo ein colossaler Palm-stamm, der nacb Entwicklung seiner terminalen Inflorescenz abgestorbennbsp;war, vor meinen Augen, mit furchtbarem Geprassel, in sicb zusammen-

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Einleitung.

bracli. Wenn. etwa die Erhohung des Wasserstaudes durch einen Ein-bïucii des benachbarten Meeres in die Lagune erfolgt war, — nad diess konnte bei der üacben, der Gebirgsentwicklung entbehrenden Bescbaffen-beit der damaligen Landbildungen leicht gescbehen —, dann wurden na-ttirlicb über die koblenerzeugenden Depots anorganische Sedimente ab-gelagert, die die Banmstümpfe des Beokenrandes einschlossen, ihr hohlesnbsp;Innere erfiillten, die bei loealer Ansdehnung des Phanomens Bergmittelnbsp;Oder wenig machtige Gesteinsbanke bildeten, bei grosseren Verhaltnissennbsp;(tie ganze Ablagernng begraben konnten. Wenn diese dann ihr Wassernbsp;verlor, so konnte sie erstarren nnd in den Zustand der Ko e ü ei^ en.

Man erinnere sich an die Befunde der Zimmerbölzer, die in er ru e weich nnd plastisch, beim Troeknen sieb in Kolde mit muschligem Bruehnbsp;verwandelt erwiesen. Soviel über die Entstebungsweise der Incrusta-tionen, deren grossartigstes Beispiel ja die Koblenfiötze darstellen.

lm Anschluss dar an mag noch eine kurze Darlegung der Bil uOoS weise echter Versteinerungen bier angefügt werden. Diese kommen imnbsp;Gegensatz zu den Incrustationen nur dann zu Stande, wenn das vei-steiuernde Fossil von verdünnten Lösungen des Versteinerungsmittelsnbsp;durehdrungen wird. Dieselben Yerbindungen, die gewöbnlicb verstei-nernd wirken, pilegen bloss zu incrustiren, sobald sie in concentrirterernbsp;Lösung auftreten. Es mag bierfur an den Karlsbader Sprudelstein, an dienbsp;inerustirten Domen der Gradirbaue unserer Salinen, au die Kieselsinternbsp;Islands und Keuseelands erinnert werden. Kur der Bernstein, der wienbsp;schon oben erwahnt, tbeils als Versteinerungs-, tbeils als Incrustations-mittel auftritt, macht in dieser Richtung eine Ausnahme. Als Harz ter-tiarer Coniferen umfloss er zunaebst die Objekte, die dann, im Fall sienbsp;harzhaltig, allmahlieh und langsam, in ahnlicher Weise wie mikro-skopische Praparate vom Canadabalsam, durchtrankt wurden. Safthaltigenbsp;Gegenstande dagegen wurden einfaeh umschlossen •, das verdunstendenbsp;Wasser bildet haufig neben und um sie herum Blasenraume, die bei dernbsp;Erhartung erhalten blieben. Denn dass der Bernstein wirklich, wie hiernbsp;vorausgesetzt wurde, seiner abweichenden chemischen Behaffenheit un-geachtet, ein Harz von Coniferenstammen ist, die in, unter der Ostseenbsp;verborgenen, Braunkoblenlagern begraben liegen, das geht schon ausnbsp;seinem Vorkommen in Form von Thranen oder Spaltenausfüllungen dernbsp;betreffenden Hölzer hervor. Fossile Harze sind ja auch sonst bekannt,nbsp;werden doch die besten Copal- und Dammarsorten des Handels aus-schliesslich aus dem Boden gegrahen. Auch für den Bernstein hatnbsp;Goppert (15) die künstliche Darstellung versucht. Es gelang ihm einennbsp;einigermaassen ahnlichen, in Alkohol fast uulöslichen Körper, durchnbsp;jahrelanges Digeriren bei 80® R. aus venetianisehem Terpentin zu erhalten. Leider ist auch hier, wie bei allen ahnlichen Versuchen Gopper ts, die chemische Analyse verabsaumt worden.

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Einleitung.

Was weiter die früher erwalinteii unlöslichen Verbindungen anlangt, die von den Antoren als Versteinerungsmittel angegeben werden, sonbsp;können diese natürlich die Pflanzensubstanz nicht durchtranken. Sienbsp;können höchstens die Lumina der Zeilen ausfüllen, indem sie hier annbsp;Ort und Stelle aus löslichen Verbindungen niedergeschlagen werden.nbsp;Die Membranen werden dann in Form von Kohle erhalten bleiben, sienbsp;werden eventuell allmahlich durch Oxydation verschwinden können. Mannbsp;kann somit diesen Erhaltungszustand als ein Zwischenglied zwischennbsp;echter Versteinerung und Incrustation, als eine Incrustation der einzelnennbsp;Membranen betrachten. Vön den zahlreichen derartigen Fallen, die an-geführt werden, und die man zumal bei Blum (1) zusammengestelltnbsp;findet, ist indessen nur von wenigen mit Bestimmtheit zu sagen, dassnbsp;sie hierhergehören. Unter diesen ist zunachst der Schwefelkies zu er-wahnen, bei welchem j edoch genaue Untersuehung des einzelnen Faliesnbsp;nothwendig, weil er auch als homogene Ausfüllungsmasse, als einfachernbsp;krystallinischer Steinkern, nicht selten vorkommt. lm Museum zu Jenanbsp;habe ich verkieste Holztrümmer gesehen, die unter Petroleum aufbewahrtnbsp;waren, und leicht in die einzelnen Tracheidenausfiillungen zerfasert werden konnten, an denen man mit Hülfe des Mikroskops, bei auffallendemnbsp;Licht, in Form von Reihen linsenfórmiger Hoeker, die Ausfüllungen dernbsp;einzelnen Tüpfelhöfe erkannte. Die Membransubstanz schien ganzlichnbsp;geschwunden zu sein. Aehnlich beschaffene Reste bat auch Göppert (17)nbsp;p. 731 erwahnt. Einen zweiten seltenen Fall bietet das merkwürdi^enbsp;Amygdaleenholz, welches durch Einlagerung wasserhaltigen Thonerde-silicates erhalten, in den Tuffen der Limburg am Kaiserstuhl sich haufignbsp;vorfindet. Dasselbe besteht, da alle Membranen spurlos verschwundennbsp;sind, nur noch aus einem Aggregat von genauen Zellausgtissen, die sichnbsp;mit Leichtigkeit isoliren lassen. Die Form der Markstrahlzellen, Tra-cheiden und G-efassausfiillungen ist hier aufs schönste erhalten, den Gefass-scheidewanden entsprechen tiefe ringartige Einschnitte der weichen Ausfüllungsmasse. Leider gelingt es nur nach Durchtrankung mit Gummi,nbsp;und selbst dann mit Schwierigkeit, diese Holzreste zu conserviren.

Es giebt j edoch auch hierhergehörige Falie, bei weichen die Membranen erhalten und in dünne schwarze Kohlenblatter verwandelt sind. Auf dem Querschnitt der betreffenden Thonmassen erscheinen sie dannnbsp;als zarte schwarze Linien, scharfen Bleistiftstriehen vergleichbar. Sonbsp;ist es zum Beispiel bei einem Erhaltungszustand pflanzlicher Trümmernbsp;aus der Kohlenformation von Niedzielisko bei Jaworzno im Krakauischen,nbsp;dessen Kenntniss ich der Güte des Entdeckers F. Römer verdanke.nbsp;Seine genauere Beschreibung soil anderen Orts erfolgen. Die im Jahr 1865nbsp;gesammelten Exemplare sind unregelmassige, undeutlich geschiehtetenbsp;Bruehstücke grauweissen, hier und da durch starkeren Kohlengehaltnbsp;ganz schwarzen, sehr zarten, schneidbaren Thones, die von Schichten

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Einleitung.

uad Drusea kiygtalliiiiselien Scliwefelkieses dureksetzt uud voa umeiaer Kohle Timriadet siud. Sie dürften looalen, linsenförmigen Thoaeialage-ïungea der Flötze entstammen, wie solche nach Stur (2) in allennbsp;Kluften der Kohlenflötze von Rakonitz in Bölimen sich finden. Genauerenbsp;Untersuckung an Ort nnd Stelle wird freilich, da die Werke anflassig,nbsp;nicht mehr ausfiihrhar sein. Nehen einfach incrustirten Gymnospermen-samen, deren Testa in glanzende Kohle verwandelt ist, enthalten sienbsp;zahlreiche Ohjekte des hier in Frage kommenden Erhaltungsznstandes,

Von diesen mogen vorbehaltlieh eingehenderer üntersnchung, haltene Sphenophyllumstammchen, Farnblattstiele, Lepidodendronblatter,nbsp;sowie ein wundervoller Calamarienfrnchtstand erwabnt sein. Auch dienbsp;von Sternberg (1) und Corda (1) aus den Kohlensandsteinbruehennbsp;von Chomle bei Radnitz besebriebenen Strukturreste geboren zn dennbsp;hier ahgehandelten zwiseben Incrustirung und echter Versteinerung dienbsp;Mitte haltenden. Exemplare des Cycadites involutus Sternb., die ichnbsp;«ntersuchen konnte, hahen als ümsehliessungs- respective Versteine-rnngsmittel eine harte Thonmasse von sehr feinem Korn.

Weiterhin fand Göppert(17) gediegenes Kupfer als Ausfül-lung der Lumina einzelner Zeilen, sowie der grossen Gefassröhren in einem Stiiek recenten, aus Moldowa im Banat stammenden Buchenholzes.nbsp;Dasselbe erschien auf der Qnersohnittsflache überall in Form zerstreutei,nbsp;rundlieher, glanzender Punkte. Der silherhaltige Kupferglanz der üllnbsp;manniazweige von Frankenberg in Hessen dagegen, ist in seinernbsp;hergehörigkeit schon ausserordentlich zweifelhaft. Wo diese Fossiliennbsp;wirklich versteinert sind, flndet sich namlieh Kalkspath vor; das Schweie -inetall soheint mehr Inorustirnng und Spaltenausfüllung bewirkt zu hahen.nbsp;Man sieht freilich hier und da von ihm ausgegossene Zeilen, sodass einnbsp;ahnliehes Verhalten wie bei der oben besprochenen Thonerdeausfüllungnbsp;vorliegen könnte. Ebenso wie die Kiese, dürften diese Sehwefelmetallenbsp;der Reduction von Sulfaten entstammen. Kicht zweifelhaft ist es weiter-hiu, dass Zinnober, Bleiglanz, Schwerspath, Schwefel, lediglieh alsnbsp;Spaltenausfüilungen incrustirter und in Kohle verwandelter Hölzer sichnbsp;finden. Brauneisensteinfossilien dürften der Regel nach der Oxydationnbsp;der Kiese, die in Rotheisenstein der Zersetzung des ursprünglich ver-steinernden Eisenearbonats entstammen. Und endlich hat Göppert (17)nbsp;auf künstliehem Wege Versteinerungen in Eisenoxyd und metallischemnbsp;Silber erzielt. Doch scheint es sich bei denselben nach seinen Angabennbsp;um, wennschon unvollstandige und substanzarme, Zellausfüllungen durchnbsp;fiie hfiedersehlage gehandelt zu haben. Die Silberskelete wurden ausnbsp;Pflanzentheilen (Erica mediterranen), die ein Jahr lang in eoneen-trirter Silberlösung gelegen batten, durch Gltihen in natürlicher Formnbsp;erhalten. Auch Goldchlorid und Platinchlorid sollen ühnliche Resul-tate ergeben haben. Die Eisenoxydskelete, Produkte geringer Festig-

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Einleituna.

keit sind auf demselben Weg, nack Einweicken in Eisensulfat, hergestellt worden.

Auck da, wo es sick um eekte Versteinerung kandelt, sckeint dieser kaufig eine vollstandige oder tkeilweise Ausfïillung der Zelllumina voran-zugeken. Die Carbonate der Erdalkalien z. B., die wie früker erwakntnbsp;die exquisitesten lösliehen Versteinerungsmittel darstellen, kommennbsp;gleichfalls in selteneren Fallen als blosse Zellausfüllungen vor, die dannnbsp;nack Zerstörung der organiscken Substanz, als den Einzelelementen ent-spreckende Spiculae, isolirt werden können. lek (1) kake diesen Zustand kei einem Holz aus dem Frankenberger Kupferletten keokacktet.nbsp;Dasselke entkielt soviel Kokle, dass sick die ScklilFe vollkommen un-durcksicktig erwiesen; ein Einklick in seine Struktur war erst zu gewinnen, nachdem diese in der Stickflamme der Geklaselampe entfernt,nbsp;und die einzelnen, in Aetzkalk verwandelten Zellspiculae isolirt wordennbsp;waren. Göppert (1 u. 17) kat den Beginn des Verkalkungsprocesses innbsp;ansekeinend analoger Weise an recenten Hölzern keobaektet. Er erkieltnbsp;Buckenkolz aus einer römiseken Wasserleitung von Eilsen im Bücke-burgiseken, in dessen Innerem sick unregelmassige Verkalkungspunktenbsp;vorfanden, die bei weiterer Dauer des Processes wokl zusammengeflossennbsp;sein würden. Dasselke Holz ist von Stokes (1) genauerer Untersuckungnbsp;unterzogen und akgekildet worden. Ein gleiches wurde an Eickenholznbsp;keokacktet, welckes von Kaufmann Laspe in Gera in einem Back ge-funden war. Dasselke Hess sick poliren; seine Zeilen und Gefasse erwiesen sick völlig mit Kalkcarkonat angefüllt. Einen weiteren ahn-licken Fall finde ich kei Daukrée (1) kesekrieken, in welckem dienbsp;Holzroste (pilotis) eines römiseken Canals zu Bourbonne les Bains innbsp;ihrem Inneren Verkalkungsheerde aufwiesen.

Dieselben Formen der Versteinerung lassen sick auck im Fall der Verkieselung untersekeiden. Auck kier ist indessen vollstandige Er-trankung der organiscken Beste in der Kieselmasse der kaufigere Fall.nbsp;Innere Hoklraume derselben kleiben dabei sekr kaufig ganz oder tkeil-weis erkalten und kilden dann Drusen, die mit schonen Quarzkrystallennbsp;ausgekleidet sind. Man siekt das zum Beispiel sekr gewöknlick keinbsp;den grosseren Gymnospermensamen, die sick in den ofterwahnten schwar-zen Kieseln von Grand’ Croix finden.

Auf der anderen Seite kesitze ick ein aus dem Habicktswald kei Cassel, wahrscheinlick aus den Sanden des Druseltkals stammendesnbsp;Holzsttick von milchweisser Farke, welckes sick mit Leicktigkeit, genaunbsp;wie die erwahnten Kies- und Kalkhölzer, in einzelne den Tracheidenaus-güssen entsprechende Spiculae zerlegen lasst. Die Memkransukstanz istnbsp;vollstandig versekwunden, die Spiculae kangen in den den Wanden ent-sprechenden Zwischenraumen nur durch ein sekaumartiges, leicht zer-kreckliches Netzwerk ganz dunner Kieselblattcken zusammen. Ein ganz

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Einleitung.

ahnliches Holz, freilich aus Tasmanien kommend, erwahnt Scliim-per (1) Eini. Er dasselke von RobertBrown gescheukt erhalten. Ein weiteres der gleichen Art, angeblich aus Texas gebracht, habe ichnbsp;im botanical Dept. des British Museum gesehen. Von diesen Exemplaren ist effenbar nur ein Schritt zu den von Renault (2) eibi. erwahntennbsp;Kieselhölzern von Autnn, Charles und andern Orten der Departementsnbsp;Saone et Loire und Allier. Dieselben sind allerdings fest und zusammen-tangend, enthalten aber an den, den Membranen entsprechenden Stellen,nbsp;ein System sehr feiner Foren, 'Welches den aufgesetzten Wassertropfennbsp;gierig aufsaugt. Dieses sind vriederum nur die kleinen Interstitien, ausnbsp;denen an der Luft die organische Snbstanz versehwunden war. Da Pra-parate durch solche Hölzer in Canadabalsam allzu durchsichtig werden,nbsp;so legt sie Renault, vor der Einschliessung, in farbige Lösungen, dienbsp;dann in diesen feinen Foren haften bleiben, und den Verlauf der Membranen kenntlich maehen.

Nach den vorliegenden Erfahrungen scheint nun die Verkieselung in zweierlei Art erfolgt zu sein; ein Umstand, den Renault (2) mit dernbsp;in verschiedenen Fallen differenten, dichten oder porösen Beschaffenheitnbsp;in Beziehung setzen möchte. Einmal namlich ist dieselbe, wie das dernbsp;für Versteinerungen gewöhnliche Fall, nach der Ablagerung der Pflanzen-theile erfolgt, wobei entweder die ganze Umgebung zu barter umschlies-sender Kieselmasse erstarrte, oder die Reste, allein verkieselnd, als Aus-seheidungscentra für die gebildete Kieselsaure dienten; sei es nun, dassnbsp;diese frei in Lösung hinzutrat, sei es, dass sie etwa aus Alkaliverbin-dungen durch die Kohlensaure, die Humussauren der verwesenden organisch en Substanz, ausgeschieden wurde. Belege für eine derartigenbsp;Entstehungsweise dürften die am Zobten in Schlesien gefundenen undnbsp;von Conwentz (1) beschriebenen Hölzer bieten, die, aussen von dernbsp;Beschaffenheit der Braunkohle, innen Versteinerungscentra in Form barternbsp;verkieselter Kerne zeigen. Dieselbe Entstehung nimmt Felix (1) fürnbsp;Braunkohlenhölzer von Gröbers bei Halle an, bei welchen indess blossnbsp;die Peripherie verkieselt war, wahrend ihre eentralen Partien geschnittennbsp;werden konnten und angezündet verbrannten.

Andererseits ist es schon früherhin, zumal von Göppert (1) Eini. für möglich gehalten worden, dass die Verkieselung durch Aufsteigennbsp;der versteinernden Substanz in den abgestorbenen, aber noch in freiernbsp;Luft aufrechtstehenden StÜmmen, stattgefunden baben könne. Derar-fige aufrecht versteinte Stamme werden von Hausmann (2) p. iso ausnbsp;dem Braunkohlenlager am Hirschberg bei Gross-Almerode, noch in dernbsp;o Ie des Lagers wurzelnd, erwahnt, sie finden sich nach Renault (2)nbsp;I Eini im Département de V Allier ziemlich zahlreich; auch auf den Andennbsp;M ameiikas sind solche bei Uspallata von Darwin (Reise II p. 99) innbsp;^oim schneeweisser sich über den Boden erhebender Saulen gefunden

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Einleitung.

worden. Indessen können ja, wie Darwin es annimmt, diese Funde dureh Denudation ans Tageslioht gekommen sein, und sind sie deswegennbsp;als Beweis für unsere Vermuthung nicht zu verwenden. Die von New-hold, Unger (7) angegehenen, im nuhischen Sandstein wurzelndennbsp;Baumstümpfe im Wadi el Tih bei Kairo sind von Niemanden wiedernbsp;gefunden und zweifelhaft. Die Möglichkeit einer genetischen Beziehungnbsp;der Kieselfossilien zu den Geysirquellen, die ihre Umgebung mit Kiesel-sinter bedoeken, finde ich zuerst bei Schimp er in der Einleitung zurnbsp;Palaophytologie ausgesprochen. O. Kuntze (1) bat spater, angeregtnbsp;durcb seine gleicb zu erörternden Beobachtungen im Geysirgebiet desnbsp;Nationalpark Territorium Nordamerikas, diesen Gedanken, ibn mit Göp-perts Anschauung combinirend, aufgenommen; er bat ibn freilich, innbsp;zweifelles unbereehtigter Weise, so erweitert, dass er alle verkieseltennbsp;Hölzer auf diese Art erklaren will. Den Thatbestand, den er amnbsp;Boiling Lake Geysir vorfand, schildert Kuntze in folgenden Worten:nbsp;„Ich sab in naebster Nahe den Wald zerstört und zwar auf böehst eigen-thiimliche Weise; die Baume, wo das beisse Geysirwasser bingelaufennbsp;war, batten Blatter, Rinde, viele Aeste verloren, sowie eine weissenbsp;Farbe und zum Theil ein weiches Aeussere erbalten (vgl. desbeziiglichnbsp;das oben p. 22 Gesagte), die meisten Baume standen noch aufreebt, vielenbsp;waren umgefallen. Die umgefallenen waren zuweilen innen verrottet,nbsp;sonst aber zeigten sie gleicb den stehenden abgestorbenen Baumen genaunbsp;dieselbe Erscheinung wie jene Hölzer, welche von den Besuchern zu-weilen in die Geysirbassins geworfen wurden, d. b. sie waren von demnbsp;kieselhaltigen Wasser mit Kieselsaurebydrat impragnirt, weiss und weicbnbsp;geworden. Doch war der Untersebied bemerkbar, dass die Kieselsaurenbsp;in dem im Wasser liegenden Holz nicht hart geworden, sondem weicbnbsp;geblieben war, wabrend an den Baumen in der Luft die Erhartung desnbsp;kieselhaltigen Holzes von Aussen nacb Innen zu progressiv stattfand;nbsp;manche Baume waren noch weicb und zeigten noch Holzfasern, andere waren barter und die verweste Holzfaser war duroh Kieseleinlage-rung von der gleieben Struktur ersetzt“. Weiter heisst es dann unternbsp;nicht berechtigter Verallgemeinerung der aus dem Befund gezogenennbsp;Scbllisse: „die verkieselten Baume entstehen also nie unter Wasser,nbsp;sondern iiber dem Erdboden in situ, durch verbaltnissmassig wenignbsp;aber stetig zufliessendes kieselbaltiges Wasser von Geysirs oder beissennbsp;Quellen, welches in dem Holz capillarisch in die Hobe steigt und annbsp;der Luft allmablich verdunstet“. Ich verdanke der Gtite des Herrnnbsp;Kuntze ein kleines Stiickeben Kiefernbolz, welches aus einem der er-wahnten aufrechtstehenden Stilmpfe des Firehole Basin entnommen ist.nbsp;Dasselbe bat gelockerte, faserige Besebaffenheit und ist an der innerennbsp;Seite braun, aus'warts, der vorstehenden Besebreibung entspreebend, weiss-lich gefarbt. Ueberall da, wo letzteres der Fall, erbielt ich nun, nacb

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Einleitung.

Zerstörung der organischen Substanz mittelst Schwefelsaure, spindel-förmige, seitlicli etwas zerfressea ausseliende Kieselspiculae, welche so ziemlieh die Ausgüsse der Zeilen, in denen sie entstanden, darstellten.

Es liegt sehr nahe, die Entstehung der anderen oben erwabnten abn-lichen Holzfossilien mitKuntze in ahnlicher Weise zu erkldren. Und es bleibt die Mögliehkeit besteken, dass bei langerer Fortdauer desnbsp;gleichen Processes, unter weitergehendem Sehwnnd der organischen Mem-hransubstanz nnd Verkittnng der Spienlae dureh zwischen sie eintre-tende Kieselsanrelösung, auch dichte compakte Versteinerung entstehennbsp;könne. Renault (2) Eini. neigt zu der Annahme, dass auf diese Artnbsp;die Mehrzahl der dichten, nicht porösen Kieselhölzer entstanden sei. Ichnbsp;möchte hinzufugen, dass Querschliffe mancher derselben, zum Beispielnbsp;solche von bfieolia aegyptiaca aus dem versteinerten Waid zu Cairo, dienbsp;mir vorliegen, in der That fur diese Annahme, die auch von Schwein-furth (1) aufs energisehste vertreten wird, zu sprechen scheinen. Esnbsp;sieht dann so aus, als wenn lauter scharfbegrenzte, den Zeilen entspre-ehende Zapfen, in einer homogenen G-rundmasse eingebettet, fixirt waren.

Es ware unter allen Umstanden sehr erwünscht, wenn künftige ünter-suchungen diesen so vielfaeh noch nicht klaren Verhaltnissen weitere Beachtung schenken wollten.

Endlich ist bezüglich der Bildung von Pflanzenversteinerungen noch ein wiehtiger Umstand zu berticksiehtigen. Es kann namlieh deren Ent-stehungsproeess sowohl alsbald, am stekenden Stamm, oder unmittelbarnbsp;nach der Ablagerung beginnen, er kann aber auch viel spater einsetzen,nbsp;wenn die organischen Reste bereits in Kohle verwandelt oder in der be-treffenden ümwandlung begriffen waren. So führt als Beispiel Unger (6)nbsp;die mioeanen Braunkohlenlager von Sagor in Karnthen an, in welchennbsp;das ganze Flötz stellenweise in soleher Ausdehnung verkieselt ist, dassnbsp;der Abbau darnach modificirt werden muss. Einzelne verkieselte Hölzernbsp;sind in den Braunkohlenlagern überhaupt vielfaeh zu finden.

In den Steinkohlenflötzen kommen gleichfalls, wennschon viel zer-streuter und seltner, locale Versteinerungsprocesse zur Beobachtung, welche meistens zu einer Zeit erfolgt zu sein scheinen, in welchernbsp;der Plötzkörper seine vollkommene Ausbildung noch nicht erreichtnbsp;katte. Ihr Versteinerungsmittel ist theils Kieselsaure, theils sind esnbsp;Carbonate. Die das Flötz erzeugenden Pflanzenreste sind in ihnen ge-wöhnlieh in bunter Mischung, etwa in dem Zustand, in dem sie zurnbsp;Ablagerung kamen, erhalten. Ihre weiche, macerirte Beschaffenheit istnbsp;zweifellos, da sie von den Fasern der Stigmarien in allen Richtungennbsp;durehsetzt und durchwuehert sind, und haufig für die Untersuchungnbsp;geradezu werthlos gemaeht werden. Bei der ausserordentlichen Wich-tigkeit dieser Vorkommnisse für die Feststellung der anatomischennbsp;Charaktere der Pfianzentypen der carbonischen Ablagerungen, wird es

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Einleitung.

sich empfehlen, noeh efwas weiter auf sie und ihr Vorkommen eiazu-gehen.

In verkieseltem Zustand finden sich dergleichen Aiblagerungen selten. Wenn wir von den Hornsteinen der Gegend von Chemnitz ah-sehen, deren Erhaltungszustand nieht gerade glanzend zu sein pflegt,nbsp;so hahen wir eigentlich nur die vielheregten schwarzhraunen Kiesel-stücke von Grand’ Croix hei St. Étienne zu erwahnen, in denen dienbsp;Pflanzentheile vielfach wunderhar gut conservirt sind, sodass Renaultnbsp;daraus eine grosse Menge der wichtigsten Thatsachen üher Blatt-, Blüthen-und Samenhau der eingeschlossenen Gewachse erzielen konnte. Die be-treffenden Kiesel sind scharfeckige, durcliaus nicht gerollte Bruchstilckenbsp;verschiedener Grosse, welche nebst vielerlei anderen Einsehlüssen innbsp;einem Conglomerat stecken. Viele derselben, durch Verwitterung freinbsp;geworden, lagen zerstreut auf den Feldern; man hat sie aher jetzt sonbsp;weit möglich, gesammelt und nach Paris gebracht, weil infolge ihrernbsp;Verwen dung zu Industriezwecken zu befürchten stand, dass sie in kurzernbsp;Zeit aufgebraucht sein würden. Ursprünglich bildeten diese Kiesel effenbar eine zusammenhangende Bank, die zerstört, und nur in ihren Restennbsp;in dem Conglomerat erhalten ist. Nach Grand’ Eury (1) liegt dernbsp;Horizont, dem diese Bruchstücke entstammen, zwischen den flötzbergen-den Schichten von St. Étienne und denen von Rive de Gier; er gehortnbsp;der obersten Abtheilung der Kohlenformation an.

Wahrend die im Spatheisenstein erhalten en Pflanzenreste sich meist vereinzelt, oft in Thoneisengeoden eingeschlossen finden, kommen Kalk-spath und Dolomit an vielen Orten als Yersteinerungsmittel ganzer Ah-lagerungen, nach Art der Kiesel von Grand’ Croix, vor. Seit einer Reihenbsp;von Jahren weiss man bereits, vgl. Binney (1) i, p-h, dass gewisse Flötzenbsp;des grossen Kohlenfelds von Lancashire und Yorkshire in ihrem Innernnbsp;regellos geformte, kleine und grosse Rundmassen hergen, die versteinertenbsp;Partien des Flötzkörpers darstellen. Auf den aus ihnen bei Halifax undnbsp;Oldham aufgesammelten Exemplaren beruhen im wesentlichen die schonen Untersuchungen von Williamson und von Binney. Indessennbsp;steht die Erhaltung in der, vornehmlich aus Kalkspath bestehendennbsp;Masse besagter Knollen, hinter der, wie sie die Kiesel von Autun in gün-stigen Fallen zeigen, ganz betrachtlich zurück. Die Flötze, welche sienbsp;bergen, geboren den untersten Schichten der mittelenglisehen Kohlenformation an, sie folgen in geringem Abstand über dem deren Basisnbsp;bildenden Millstone grit und wechsellagern mit einigen charakteristi-schen, harten, mit Goniatiten und Aviculopecten erfullten Banken, die alsnbsp;Gannisterbeds bezeiehnet werden (Analysen bei Binney 1. c.). Vor kur-zem erst ist es Herrn Wedekind gelungen, auf den Halden der Zechenbsp;Vollmond bei Langendreer ganz ahnliche Knollen zu finden, die jedochnbsp;nach den Untersuchungen von Weiss (2) nieht aus Kalkspath, sondern aus

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Einleitunff.

Dolomit Toestelieii. Aus Flötz Fritz, von dem sie zu stammen scheinen, und in dessen Hangendem die gleiohen Fossilien wie in den Gannister-beds sich finden, wird leider zur Zeit nicht gefördert. Die Pflanzenreste,nbsp;die in ihnen vorkommen, sind ganz dieselhen, die aueh in Englandnbsp;heohachtet wurden. Ganz ehensolche, wie ei sie nennt, Torf-Sphdro-siderite hat endlich Stnr (2) ans den Kohlenflötzen von Witkowitz innbsp;Mahren, und aus denen der obercarhonischen Ablagerungen von Szekulnbsp;im Banat nacbgewiesen. Die Analysen der letzteren haben gleicbzeitigenbsp;Anwesenheit von Spatbeisenstein und Kalkspatb in nicht oonstantemnbsp;Verbaltniss ergeben.

Fïördlieb von Edinburgh in Fifesbire finden sich kohlenfabrende Schichten, die tiefer als der Millstone grit liegen und als „lower Burdie-house series“ zusammengefasst werden. Sie entspreeben nacb Grand’nbsp;Eury der oberen Kulmgrauwaeke. Hier sind nun von Grieve beinbsp;Burntisland, wechsellagernd mit vulkaniscben TuÉfen, aus krystallini-sehem Kalkspatb bestebende, ganz nacb Art der versteinerten Koblennbsp;mit Pflanzenresten erfüllte Banke gefunden worden, die fiir Williamsons Untersuchungen viel Material geliefert haben.

Und endlich kommen ahnliche, mit wobl erbaltenen Besten erfüllte Kalkbanke an der Laggan-Bay auf der Insel Arran an der Westküstenbsp;Scbottlands vor; aucb sie sind zwiscben Diabastuffe eingelagert, vgl.nbsp;Wünsch (1). In dem dichten scbwarzen, Folitur annebmenden marmor-artigen Gestein wurde seiner Zeit eine grössere Anzabl an Ort undnbsp;Stelle stebender Baumstümpfe entdeckt. Dieselhen sind auf die versteinerten Aussenrander reducirt, ibr Inneres ist herausgefault, an seinernbsp;Stelle findet sich gewöhnlich der die ganze Ablagerung bedeckendenbsp;Diabastuff; einzelne derselben sind aucb innen mit dem umgebendennbsp;Pflanzengestein erfüllt.

Von den Veranderungen, die die Versteinerungen infolge fiusserer Einwirkungen erleiden, ist sehon verschiedentlieh die Bede gewesen.nbsp;Die organische Substanz gebt im allgemeinen langsam verloren, wennnbsp;sie der Luft ausgesetzt sind, daher sie bier heil, farblos oder rötblich aus-seben können, wabrend sie friseb aus dem Gebirge ausgewittert, dunkel-braun oder schwarzlicb waren. Sickerwasser befördert den Processnbsp;natürlich, und kann sein Zustandekommen aucb sebon vor der Aus-witterung bewirken. Besonders scbön zeigt sich diese Veranderungnbsp;durch die Atmospbarilien an den verkieselten Braunkoblenbölzern desnbsp;Meissners und des Zobten in Schlesien, die sich auf der Halde mitnbsp;einer weisslichen Binde umgeben. Aucb durch Glüben kann man dienbsp;organische Substanz der Versteinerungen entfernen, die Scbliffe zer-springen dabei gewöhnlich und werden farblos, oft undurchsichtig undnbsp;weisslich. In der Katur kommt diess gleichfalls an solcben Orten vor, wonbsp;die betreffenden Ablagerungen von Eruptivgesteinen durchsetzt werden.

Solms-Laubacli, PalS.opliytologie. nbsp;nbsp;nbsp;3

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Einleitung.

So sind (vgl. Gr óppert) (1 u. 17) derartig gebleichte Holzopale in der Nacbbarscbaft des Siebengebirges und der ungariscben Tracbytdurcb-brttche, um Oberkassel und um Tokay haufig. Bei den Kalkspathver-steinerungen können die Tagwasser unter Umstanden vollkommene Aus-laugung des Versteinerungsmittels bewirken, es bleibt dann im Gresteinnbsp;nur die Höhlung zurück, die das Fossil onthielt, und in derselben wenigenbsp;Beste organischer Substanz. Ihre Wandung bedoekt sich baufig mitnbsp;Kalkspathkrystallen. Die bekannten Schwülen der Ilmenauer Kupfer-halden, welcbe Fiscbe und Coniferenzweige bergen, sind leider meistensnbsp;dieser Zerstörung verfallen (vgl. Solms) (1).

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II.

Thallophyten, Bryinen.

Es liegt in der Natur der Sache, dass die fossilen Thallophyten im allgemeinen fiir den Botaniker nur sehr geringe Bedentung besitzen.nbsp;Einzelne Gruppen maclien immei'hin eine Ausnabme, zumal seiche, derennbsp;sehr vollkommene Erhaltung dadurch hegünstigt wird, dass ihre Membranen bereits im lebenden Zustand verkalken. Man findet bei Schim-per eine Menge von Pilzen und Flechten aufgefuhrt, die von den alterennbsp;Autoren beschrieben worden sind. Soweit diese nicht blosse Fleckennbsp;auf Blattern, sondern wirkliche, auf den Blattern oder auf fossilen Höl-zern sitzende Pyreno-, Disco- und Basidiomyceten sind, haben sie dochnbsp;keinen andern Werth, als dass sie uns den Beweis liefern, dass, wasnbsp;ohnehin wahrscheinlich, in jenen alten Floren auch Pilze verbandennbsp;gewesen sind. Wo man, wie in den Braunkohlen, Polyporen und Len-ziten findet, kann es nicht befremden, dass auch verkieselte Hölzer vor-kommen, die durch deren Myeelien halb zerstört sind. Solche Myceliennbsp;sind von Unger (1) aus tertifiren Hölzern unter dem Gattungsnamen Nyc-tomyces beschrieben worden. Dass auch in den alteren Formationennbsp;die Pilze nicht fehlten, beweisen Thallusfragmente mit localen blasen-förmigen Auftreibungen, die gelegentlich im Gewebe von Lepidoden-dronstammen sich finden. Dieselben sind von Williamson (1) unternbsp;dem Namen Peronosporites antiquarius Worth. Smith abgebildet wordennbsp;(XI, t. 48, f. 36 u. 37, t. 64, f. 28-31). Aehnliches wird auch anderwarts erwahnt, z. B.nbsp;quot;^on Renault u. Bertrand (3) unter dem Namen Grilletia Sphaerospermiinbsp;^us carbonischen, in den Kieseln von Grand’ Croix gefundenen Samen.nbsp;Eiu von Ludwig (3) aus der Uralischen Steinkohle beschriebener Ga-steromyces farinosus dtirfte nichts als ein Haufwerk von Sporen undnbsp;Sporentetraden irgend welcher archegoniaten Pflanze sein. Dass zurnbsp;Carbonzeit die Zerstörung der abgestorbenen Pflanzensubstanz wie heut-zutage durch Bacteriën besorgt wurde, ergiebt sich mit grösster Wahr-scheinlichkeit aus van Tieghems (1) Untersuchungen, nach welchennbsp;die macerirten Pflanzenfragmente der Kiesel von Grand’ Croix die-selbe Progression der Zellwandzerstörung erkennen lassen, welche jetzt

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beobachtet wird. Es will vanTieghem sogar seinen Bacillus Amylo-bacter in verkieseltem Zustand beobachtet haben.

Etwas bessere Kesultate bat die üntersuchung der fossilen Algen geliefert. Hier müssen wir aus der ungeheuren Masse der beschriebenennbsp;zweifelhaften oder doch fiir den Botaniker werthlosen Formen, auf dienbsp;weiterbin noch in Kürze eingegangen werden soil, eine Anzabl vonnbsp;Gruppen herauslösen, deren Beziebungen zu den recenten Formen mehrnbsp;oder weniger sicber fixirt werden können. Da sind zuerst die Diatoma-ceen zu erwahnen, deren abgestorbene Kieselschalen in den quaternarennbsp;und tertiaren Ablagerungen hier und da in so grossen, ganz oder fastnbsp;ganz reinen Massen vorkommen, dass sie meterdicke Schichten einernbsp;lockeren weissen Substanz, des sogenannten Kieselguhrs oder Tripelsnbsp;bilden, welche neuerdings für technische Zwecke eifrig ausgebeutet werden. Auch der Polirschiefer von Bilin in Böhmen und vom Habichts-wald bei Kassei, ein weiches geschichtetes Gestein miocenen Altersnbsp;bildend, besteht fast ganz aus solchen Diatomaceenschalen. Jede ein-zelne derartige Ablagerung enthalt gewöhnlich eine grössere Anzahlnbsp;von Species, die aber beinahe immer derart betheiligt sind, dass einenbsp;oder wenige derselben die Hauptmasse bilden, in der die iibrigen mehrnbsp;vereinzelt sich finden. Ehrenberg (1), dem wir die eingehendstennbsp;Untersuchungen über die fossilen Diatomeen verdanken, giebt zum Bei-spiel an, dass in Bilin Gallionella distans und Podosphenia nana innbsp;abwechselnden Lagen fast die ganze Masse des Polirschiefers bilden, dassnbsp;im Bergmehl von Santa Fiora Eunotien und Synedra capitata überwiegen,nbsp;dass in den Kasseier Ablagerungen Naviculen die Hauptmasse aus-machen. Es hat Ehrenberg (1 u. 2) ferner nachgewiesen, dass auchnbsp;in der obersten Kreide sich noch eine grössere Anzahl von Diatomeen-formen findet, von denen er (2) p. ii9 eine Aufzahlung giebt. In dieser er-scheinen Fragilaria, Gallionella, Coscinodiscus, Triceratium, Amphitetrasnbsp;u. a. Die meisten von ihnen sind ausschliesslich in den Kreidemergelnnbsp;von Oran, Caltanisetta und Zante gefunden. Einige aber kommen zu-sammen mit Polythalamien in der echten weissen Sehreibkreide vor,nbsp;so z. B. Gallionella aurichalcea, Fragilaria rhabdosoma, striolata zunbsp;Rtigen und Gravesend. Es ist also nicht richtig, wenn Pfitzer i) sagt,nbsp;man suche in der Sehreibkreide vergebens nach Bacillarien. In ge-btihrender Weise hat bereits Ehrenberg (2) darauf hingewiesen, dassnbsp;alle diese Formen bis zur Kreide hinab, zu noch lebenden Gattungennbsp;geboren, dass viele derselben sogar mit den recenten Species identischnbsp;sind, und dass der Procentsatz der nicht mehr lebend bekannten Arten innbsp;den Ablagerungen von unten nach oben abnimmt. Selbst in der Kreide

1) Pfitzer, die Bacillariaceen. Encyclop. d. Natw., Handb. der Botanik von A. Schenk Bd. 11, p. 409 (1882).

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sind verschiedene nocli jetzt existirende Arten vorlianden. Die Diato-maceenlager scheinen tlieils im Stisswasser, theils im Meer gebildet zu sein; ersteres gilt fiir die meisten Kieselguhre und Bergmehle, letzferesnbsp;far die Kreidemergel, welclie zaldreiclie, heutzutage wenigstens aus-sebliesslich marine Formen bergen, die in jenen durchaus fehlen. Esnbsp;ist sehr merkwiirdig, dass aus den unter dem Senon gelegenen Forma-tionen absolut nocb keine hierber gehörigen Gewachse bekannt geworden sind. Zwar hat Castracane (1) zu Rom aus der Ascbe englischernbsp;Steinkohlen 8 Species nocb heute gemeiner Siisswasserformen erbalten,nbsp;uber diese Angabe steht ganz isolirt, und ist, wennscbon der Autor allenbsp;Vorsicbtsmaassregeln angewendet zu haben versicbert, unendlicb ver-dacbtig, zumal es Williamson (1) x, p.5i9, obschon er Koblen von 22nbsp;verschiedenen Flötzen daraufhin untersucht hat, doch nicht gelungen ist,nbsp;dergleicben zu finden. Pfitzer spricht sich 1. c. dabin aus, dass dienbsp;Gruppe erst in der oberen Kreide aufgetreten sein werde. Diess ist mirnbsp;iudessen aus vielen Gründen sehr unwahrscheinlich. Es fragt sich sehr,nbsp;ob man bei darauf gerichteter Aufmerksamkeit nicht noch interessantenbsp;Entdeckungen maehen wird, da der Gegenstand, seit Ehrenberg, vonnbsp;Niemandem mebr recht ernstlich in Angriff genommen worden zu seinnbsp;scheint.

Die einzigen organischen Reste aus alterer Zeit, die man versucht hat, an die Diatomaceen anzureihen, sind die vornehmlich von Heer (2, 3)nbsp;untersucbten Formen des Genus Bactryllium. Es sind das höchstnbsp;sonderbare und zweifelhafte, stabchenformige, an beiden Enden gerun-dete Oder fast rechteckig abgeschnittene Körperchen, die plattgedrticktnbsp;Und auf der Breitseite mit je einer, oder je zwei durch einen mittlerennbsp;Wulst getrennten Furchen versehen sind. Nach Heer umschliesst ihrenbsp;ziemlich dicke Wandung einen mit der Gesteinsmasse erfiillten Hohlraum.nbsp;Auf der Breitseite sieht man bei manehen Formen, beiderseits der mittleren Furche eine transversale Streifung. Die grössten Arten (B. Schmi-dii Heer) sind bis 4 mm lang. Die Vergleicliung mit den Diatomeennbsp;1st rein ausserlich; die mittlere Furche wurde der Schalenspalte diesernbsp;au die Seite gesetzt, in den transversalen Streifen suchte man ein Ana-logon der Sculpturen auf der Diatomeenschale. Erneute TJntersuchungennbsp;hber diese Organismen, deren pflanzliche Natur noch gar nicht feststeht,nbsp;^'aren sehr wlinschenswerth. Die Baotryllien finden sich im Keupernbsp;der Alpen und der Nordschweiz, sie sind besonders in den Sankt Cas-sianer Schichten haufig, wo sie in Menge in den Schiefern beisammen-liegen. Nach S chimp er. Zittel (1) auch im Muschelkalk bei Heidelberg gefunden.

Aus der Chlorosporeenreihe sind fossile Reste von mehreren Gruppen hekannt. Die Charaeeen finden sich in einer ganzen Anzahl von Artennbsp;Quaternar und Tertiar vor, durchaus mit den recenten Formen, so-

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weit man urtheilen kann, übereinstimmend. Eine Anzabl Arten kennt man aucb aus alteren Formationen, so Ch. Jaccardi aus der unterennbsp;Kreide des Cantons Neufchatel und Oh. Bleicheri aus dem weissennbsp;Jura (Oxford) Frankreichs. Nur in seltenen Fallen ist bei den Cbarennbsp;der Thallus in definirbarer Form erhalten, gewöhnlich findet man ihn,nbsp;wenn überhaupt, in kleine Röhrenstückchen zerbrochen. Ersteres kommtnbsp;auch nur in den allerjongsten Süsswasserablagerungen, z. B. den Tuffennbsp;von Cannstadt, von Weimar vor, in welchen sich die noeh jetzt gemeinenbsp;Chara hispida nach Art der Sprudelsteine incrustirt vorfindet. Für allenbsp;alteren Formen ist man ausschliesslich auf die berindeten Oosporen an-gewiesen, deren Kalksohale sich dann allein erhalten hat. Das Krönchennbsp;fehlt stets. Der Befestigungsstelle entsprechend zeigen die Fossilien einenbsp;Oeffnung; die nicht verkalkte Tragerzelle ist eben verschwunden.

Durch Munier C halm as (1) ist neuerdings festgestellt worden, dass eine ganze Gruppe fossiler Organismen, die bisher bei den Fora-miniferen untergebraoht war, sich an die Familie der Dasycladeen undnbsp;zwar speciell an deren mit verkalkter Membran versehene Glieder, annbsp;die Gattungen Cymopolia und Neomeris anschliesst. Einer genauerennbsp;und eingehenden Darstellung dieser Gruppe stehen leider mehrere schwer-wiegende Umstande entgegen. Einmal namlieh sind die recenten Formennbsp;derselben noch wenig bekannt — ich bereite seit langem eine Mono-grapbie derselben vor — und dann hat Munier Chalmas seine aus-fUhrlichen üntersuchungen über die fossilen noch immer nicht publicirt;nbsp;er hat in seiner vorlaufigen Mittheilung zwar die Namen vieler Gattungen, aber keine Beschreibungen derselben gegeben. Und dazu kommtnbsp;noch eine gewisse Unsicherheit der Nomenclatur, wie denn zum Bei-spiel Munier Chalmas’ Gattung Polytrypa bei Gümb el (1) Dactylo-pora, Thyrsoporella Gümb. aber bei jenem Dactylopora heisst. Davonnbsp;babe ich mich überzeugt, als Munier Chalmas die Freundlichkeitnbsp;hatte, mir eine Anzahl seiner Gattungen zu demonstriren.

Der einzellige Thallus der recenten Gattung Cymopolia hat einen sehr complicirten Bau. Er bildet ein Büsehel wiederholt dichotomischnbsp;verzweigter Aeste, deren jeder aus einer Reihe cylindrischer verkalkternbsp;Glieder besteht, die durch kurze biegsame, des Kalkes entbehrende Zwi-schenstücke zusammenhangen. Die Oberflaehe der Glieder ist mit ziem-lich regelmassiger, bienenwabenartiger Felderung gezeichnet. An jedernbsp;Astspitze findet sich eine Quaste reich verzweigter Haare, die die jugend-lichsten, in Entwicklung begriffenen Glieder derselben umhüllt und ver-deckt. Die gabelige Verzweigung hat immer nur in den unverkalktennbsp;Zwischenstüeken statt. Jeder Zweig des Thallus besteht aus einem cen-tralen, an der Spitze mit kuppenfórmigem Scheitel endenden Schlauebnbsp;oder Faden, der in regelmassigen Abstanden mit vielgliedrigen Wirtelnnbsp;von Seitenzweigen besetzt ist; dessen Lumen ununterbroehen ist, und an

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den Gelenken zwischen den Kalkgliedern nur eine leichte Striktur zeigt. Die Membran dieses centralen Schlauclies ist ven grosser Dicke, ge-schichtetem Bau, ihr feblt die Kalkeinlagerung allerorts. Die seitlichennbsp;Zweige verbalten sich verscbieden, je nachdem sie anf die Glieder odernbsp;die Gelenke entfallen. Ihre Wirtel sind dicht aneinander gedrangt, innbsp;den Gelenken noch dichter als in den Gliedern; die Lumina aller ihrernbsp;Aeste durchsetzen wie enge Eöhrchen die dicke Membran des Central-schlauchs, mit dessen Höhlung in Communication tretend. Die anf dienbsp;Gelenke entfallenden Wirtel bestehen aus kurzen schrag aufgerichteten,nbsp;successive nach ohen kürzer werdenden Zweigen von einfacher Cylinder-form. An deren Spitze findet sich eine breite Narbe vor, auf welchernbsp;früherhin je eines der verzweigten Haare stand, die wir vorher an dennbsp;jüngeren Theilen der Pflanze noch ansitzen sahen. Diese Haare werdennbsp;stets nur auf den, den Gelenkpartien angehörigen Zweigwirteln ent-wickelt.

Innerhalb der Kalkglieder endet jeder Wirtelzweig, senkrecht ah-stehend, mit einer hlasenförmigen Anschwellung, und tragt tther der-selhen auf ganz kurzem Stielchen ein grosses eiförmiges Sporangium. Rings um dasselbe ontspringen aus seiner Scheitelflache je 4—6 Zweigenbsp;zweiter Ordnung, an Gestalt denen erster durchaus ahnlieh. Ihre blasen-förmigen Endigungen schliessen über dem Sporangium mit einander, undnbsp;ringsum mit denen der benachbarten Seitenzweigsysteme seitlich zu-sammen, und gehen hier ziemlich feste Verwachsung ein. So wird einenbsp;continuirliche Rindenschicht gebildet, die von aussen hetrachtet aus lanternbsp;einzelnen getrennten Zeilen zu bestehen scheint. Die weite Lücke, dienbsp;unterhalh dieser Rinde zwischen den fadenförmigen Gliedern erster undnbsp;zweiter Ordnung verbleibt, ist mit einer, aus der Verquellung von derennbsp;Membranaussenschicht gebildeten Schleimmasse erfiillt. Nur diese istnbsp;es, welche vollkommen verkalkt, dadurch hart und brüchig werdend.nbsp;Die inneren ans Lumen grenzenden und nicht desorganisirten Mem-branschichten bleiben ganzlich kalkfrei. Von ihnen umgeben siehtnbsp;laan die Zelllumina der Wirtelzweige und der Sporangien, wie plasma-erftillte Höhlungen und Canale die Kalkmasse durchziehen, die somitnbsp;einen dicken Hohlcylinder um das Axenrohr bildet. Die ausseren, seitlich verwachsenen, rindehildenden Endigungen der Glieder zweiter Ord-aung hetheiligen sich niemals an der Verkalkung, sie werden vermuth-lich hauptsachlich der Assimilation zu dienen haben. Ihnen verdankt dienbsp;Aussenflaohe das zierlich gefelderte Ansehen. Man vergleiche hierzunbsp;den nach der Natur gezeichneten Holzschnitt 2, p. 40.

Unter den fossilen Formen zeigt nun die Gattung Polytrypa Mun. Chalm. absolut denselben Bau. Desswegen vereinigt Munier Chal-m a s beide mit vollem Recht. Man findet die Polytrypa wie die meistennbsp;der zunachst zu besprechenden Formen in den eocanen Sanden der Um-

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gegend von Paris. Natiirlicherweise sind nur die verkalkten Theile erhalten; die ganze Pflanze ist also dnrcli Schwinden der Gelenkab-schnitte in ihre einzelnen Glieder zerfallen. Jedes Glied vreist einen

Fig. 2.

Cymopolia barbata. Nacb Alkohol-Exemplaren dor Göt-tinger Sammlung, die von Askenasy auf Gran Canaria gesammelt wurden. A. Wenig vexgiossevtes Habitnabildnbsp;eines kleinen Stückes der Pflanze. B. Ljingsschnitt dersel-ben, eine der unverkalkten Gliederungsstellen des Thallusnbsp;uinfassond. An dieser Stelle sind die seitlichen Wirtelgliedernbsp;uuverzweigt und enden mit einer Narbe, die früher je eineanbsp;der verzweigten Buschelhaare getragen hat, die man in A,nbsp;an den jungsten Theileii eine förmliclie terminale Quastenbsp;bildend, nock vorflndet. Soweit die Glieder verkalkt sind,nbsp;tragen alle Wirtelzweige ein terminales Sporangium undnbsp;4—() periphere Zweige zweiter Ordnung, die an der Spitzenbsp;blasenformig anschwellen. Diese blasenformigen Anscliwel-lungen, seitlioh mit einander im Zusammenhang, und nichtnbsp;verkalkt, bilden eine förmliche Aussenrinde, die beim Trock-nen collabirt, und bei fossilen Polytrypaexemplaren natür-licherweise fehlt. Die Ausdehnung der Verkalkung ist durchnbsp;dunkle Schattirung angedeutet.

weiten centralen Canal (die Hauptaxe) auf, von dem se-cundare, seinen Kalkringnbsp;durchsetzende, wirtelig ange-ordnete Canalsysteme ontspringen, deren mittlere Zwei-ge natflrlieli blind mit dennbsp;Sporangienhöhlen enden, wah-rend die seitlichen, als feinenbsp;Canale die ganze Kalkmassenbsp;durcbsetzend, wie runde Peren nach aussen münden.nbsp;Dass sie nach aussen geoffnetnbsp;sind, resultirt aus dem Um-stand, dass die blasenformi-gen, ausseren Zeilenden, weilnbsp;nicht verkalkt, sammt undnbsp;sonders verschwanden.

DerTypus des Glimbel-scben Genus Haploporella ist Carpenters (1) Dactylo-poraEruca, eineForm, die dennbsp;Autoren zufolge, noch jetztnbsp;in tropischen Meeren lebendnbsp;vorkommen soli. Ihr liegt, wienbsp;ich gleich zu zeigen versuchennbsp;werde, die recente Gattungnbsp;Neomeris Harv. zu Grunde.nbsp;Bei Munier Chalmas wird sie bei Polytrypa-Cymopolia belassen; sienbsp;stellt den Typus der Section Decaisnella dar, die ich, wie gesagt, vonnbsp;Neomeris nicht zu unterscheiden vermag. Der Thallus von Neomerisnbsp;ist einfach und zweiglos, er entspricht einem einzigen der verkalktennbsp;Glieder von Cymopolia, welches sich durch Spitzenwachsthum verlan-gert, und schliesslich ansehnliche Dimensionen erreiehen kann. Dienbsp;Wirtelzweige, denen jener Gattung gleichfalls ahnlich, tragen ausser demnbsp;Sporangium stets nur 2 Zweige zweiter Ordnung, die immer medianenbsp;Stellung einhalten. Dazu kommt, dass die Verkalkung minder aus-giebig ist und niemals einen homogenen, alle seitlichen Zweigsystemenbsp;umschliessenden Cylinder zu Stande bringt. Sie ist in der That nur umnbsp;das Sporangium und um die Endblase des tragenden Wirtelastes erster

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Ordnuiig einigermaassen erhelblich, und krustenbildend entwickelt. Dess-'wegen werden nur diese Theile erkalten; die schwachen Kalkblatter, die die Zweige zweiter Ordnung umkleiden, haben nicbt die genügendenbsp;Festigkeit. Die ganze Pflanze ist also in fossilem Zustand in eine Un-zabl von kleinen, der Regel nach je ein Sporangium bergenden Stück-elien zerfallen. Zn ilirer Sporangiumhöblung fübrt natürlich ein einziger,nbsp;üacb aussen geötFneter Canal, von rundem Querschnitt. Haufig backennbsp;Qun, indem die Kalkrinde sicb verdickt, mehrere einem Wirtel ange-Förige Sporangien zn einem breiteren derartigen Körperehen zusammen,nbsp;Welches dann mehrere Höhlungen umscbliesst, deren jede mit ihrem Zu-gangscanal versehen ist. Man vergleiche hierzu die Figuren beiGüm-bel (1) t. Dl, f. 1. Wenn man nun derartige Kalkgebause im Meeressandnbsp;gefunden und ihre innere HÖblung (das Sporangium) mit Protoplasmanbsp;ferfüllt gesehen bat, dann erklart es sicb leicbt, dass man sie für nochnbsp;lebende Foraminiferen hielt.

Neben den hier bescbriebenen Gattungen giebt es jedocb noch viele andere, hauptsachlich in den eocanen, doch auch in oligocanen undnbsp;miocanen Ablagerungen. Dieselben zeigen sehrnbsp;¦'^erschiedenartige, theilweis recht wesentlieh ab-Weichende Beschaffenheit, sodass ihre gegensei-*igen Beziehungen durohaus nur mittelst mono-graphischer Behandlung aufgeklart werden konden. Immerhin lasst sich bei einigen derselbennbsp;^nr Bau unter geringen Voraussetzungen versteken und auf den Cymopoliatypus zurückfüh-'^nn. leh nenne von diesen als Beispiel Uteria

Encrinella Miohelin (1) p. nbsp;nbsp;nbsp;eine in

Uteria Eiicrinella Micli. B Oberflachenansicht eines Glie-des von oben, als centrale röh-TenfÖrinige HÓblnng das Lnmennbsp;der Hauptaxe zeigend. A Et-was seitlicherLangsbrucb einesnbsp;Gliedes, in der Wandung desnbsp;inneren verkalkten Hauptaxen-rohrs '2 Wirtel von Poren bie-tend, die den Ansatzstellen dernbsp;seitlichen Zweigquirle entsprechen. Für jeden dieser Wirtelnbsp;findet man in der ausseren Kalk-schale deren 2 in regelmassigernbsp;Anordnung. Es tragt also jedernbsp;Zweig erster Ordnung deren 2nbsp;zweiter, in medianer Stellung.

•ien untereocanen Sanden, z. B. von Hérouval und Cuise la Mothe bei Paris haufige Form. Ihrenbsp;kleinen Glieder sind niedergedrtickt, tonnenför-®^ig) und bilden hohle Einge, die oben und unten

ebenen, radial gewellten Flachen begrenzt Werden. Jedes derselben diirfte einem Glied desnbsp;Thallus entsprechen, in welchem im Gegensatznbsp;zu Cymopolia die Wandung der Hauptaxe ziem-neh stark verkalkt ist. Von den Wirtelzweigennbsp;erster Ordnung sind nur die Löcher erhalten,

die


Mittelst deren ihr Lumen durch den Kalkbeleg dndurch, mit dem Hauptrohr communicirte. Auch

un verkalkten Sporangien, so wie die Basal-

tlieile der Aeste zweiten Grades sind ganzlich versehwnnden. Die aussere Kalkrinde des Gliedes, von bienenwabenartigen Oeffnungen durchbrochen,nbsp;ïnuss wohl einer localisirten Verkalkungszone entsprechen, die dicht unter

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der, aus deu blasenfórmigen Endigungen dieser Glieder zweiter Ordnung gebildeten, Einde entwickelt war. An den Endflachen des Tönncbensnbsp;sind dann auch die seitlichen Wandungen der Zweigsysteme verkalkt.nbsp;Aus der Lage der Durchbrechungsstellen, die also am axilen Hauptrohrnbsp;den Zwelgen erster, an der peripberen Kalkrinde denen zweiter Ordnung entspreclien, lasst sich weiterhin schliessen, dass die letztereu, ahn-lich wie bei Neomeris, der Eegel nacb nur in Zweizabl und in medianernbsp;Stellung entwickelt waren. Einem Eing von Löohern am axilen Eobrnbsp;entsprechen namlich zwei in der peripberen Kalkschicbt. Docb ist diessnbsp;nicht in allen Fallen in vollkommener Eegelmassigkeit zu erkennen.nbsp;Eingehendere Untersuchung wird hier wahrsoheinlich mancherlei spe-cifische Differenzen nachweisen können.

Zu den Formen complicirteren Baues geboren einige, wie Zitte-lina Mun. Chalm., Terquemella Mun. Chalm., die sich zweifellos an die recente Gattung Bornetella Mun. Chalm. anschliessen. Danbsp;indess der merkwürdige Bau dieser letzteren noch nirgends ausfiihrlichnbsp;beschrieben ist, und ich doch andererseits nicht an dieser Stelle einenbsp;Monographie der ganzen Gruppe einschalten kann, so ist eine eingehendere Behandlung dieser Gattungen zur Zeit nicht wohl thunlich. Zunbsp;den Gattungen, deren Aufbau vorerst noch ganz unverstandlich er-scheint, gehórt gleichfalls eine der haufigsten, die Thyrsoporella cribrosanbsp;Gümbel (1) t.di, f. 13 (Dactylopora Mun. Chalm.), die ich in vielen Exemplaren zu untersuehen Gelegenheit hatte.

Eine einfachere Struktur weisen einige Gattungen auf, die freilich, bezüglich ihrer Hierhergehörigkeit noch nicht ganz ausser Zweifel stehen.nbsp;Sie entstammen der Trias und treten hauptsaehlich in den Südalpennbsp;gesteinsbildend in grösster Massenhaftigkeit auf, vgl. Benecke (1). Ihrnbsp;Erhaltungszustand ist in sofern ein anderer, als ihre sammtlichen Höh-lungen gewöhnlieh mit Gesteinsmasse ausgefüllt sind. Und wenn ja innbsp;dem weiten Eohr der Hauptaxe ein Canal restirt, so pflegen dessen Wandenbsp;mit gedrangten Krystallen austapezirt zu sein. Diplopora annulatanbsp;Gümbel (1) und ihre Verwandten, Holzschnitt 4 AB, die dem alpinennbsp;Muschelkalk und Unterkeuper (Mendoladolomit, Wettersteinkalk) eigen-thümlich sind, weisen einen langen cylindrischen, in undeutliche Ab-schnitte gegliederten Thallus auf, mit selten erhaltener kuppel- oder dom-förmiger Spitze. Das centrale Axenrohr ist ausserordentlich weit, es wirdnbsp;umgeben von zahlreichen gedrangten Eingen oder Wirteln seitlieher Canale, die die Einde durchsetzend, offen nach aussen münden. Ganz ahn-lich verkalt sich Gyroporella vesiculifera Gümbel (1), Holzschn.4nbsp;C—E, dem Hauptdolomit des oberen Keupers angehörig und zumal innbsp;den Alpen der Lombardei reichlich vorkommend. Doch sind bei ihr dienbsp;seitlichen Canale, minder deutliche Einge bildend, an der Aussenseitenbsp;durch ein etwas emporgewölbtes Plattchen verschlossen. Man wird mit

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Big. 4.

A Querschnitt eiues mit Diploporen durcbsetzten Gesteinstücks aus dem Alpenkeuper von SOdtirol -/i; B Innenansicbt einer Diploporanbsp;von Esino; C Gyroporella vesiculifera von Inzino in der Lombardei,nbsp;Oberflaclienansicht; D Dieselbe von San Michele am Gardasee imnbsp;Langsbrnch; im unteren ïheil der Figur ist der das Axenrohr er-füllende Steinkern erhalten. E Oberflache des heransgelösten Stein-kerns der Hauptaxe derselben Art. Aus Zittels Handbuch.

der Annahme kaum felilgehen, dass diese Differenz aus iirsprünglicli gleiclier Beschaffenlieit, infolge einmal vorhaiidener, ein andermal fehlen-der Verkalkung der Scheitelmemlbran des Zweiges sich akleite. Zwischennbsp;den erstbehandelten tertiaren und diesen triassischen Formen bestehtnbsp;also immerhin eine wesentlicbe Differenz. Denn die letzteren zeigen annbsp;Stelle der complicirten seitlicben Zweigsysteme, die die Sporangien her-vorbringen, nur kurze einfacbe cylindrische oder etwas blasig erweitertenbsp;Wirtelglieder. Ob diese unter Bildung von Abschliissen gegen das Lumennbsp;der Hauptaxe direkt zunbsp;Sporangien wurden, obnbsp;®ie unter Umstandennbsp;6rst auf ibrem Scheitelnbsp;nicht verkalkende, frei-liegende Sporangiennbsp;erzeugten, weiss mannbsp;nicht. War letzteresnbsp;der Fall, dann sindnbsp;fi’uetificirende Exem-plare, die doch dieNar-ben der Sporangien zeigen sollten, noch nichtnbsp;beobachtet. lm erste-J’en Fall dagegen batten wir eine Verein-fachung des Dasycla-deentypus, die vomnbsp;nlgologischen Stand-Punkt keine Schwie-^'igkeit bieten dürfte. An Diplopora und Gyroporella wird sich wahr-scheinlich auch die cretaceische Munieria Hantken anschliessen, die beinbsp;Êakony in üngarn gesteinsbildend auftritt und von Deecke (1) be-^ehrieben worden ist. Weitere Studiën über dieselbe waren erwiinscht.

In Triploporella Fraasii Steinmann, aus der Turonkreide des Liha-*^nn, haben wir endlich eine Form, die zwischen beiden vorerwahnten ^ruj^pen zu vermitteln scheint. Sie ist von Steinmann (1) beschriebennbsp;orden. Aeusserlich einer Diplopora durchaus ahnlich, unterscheidetnbsp;®ie sieh von derselben dadurch, dass jeder der einfachen kurzcylindri-®ehen Wirtelaste auf der Spitze drei kleine fast kugelige Zweiglein zweiternbsp;Ordnung tragt, für deren Bedeutung, da zwischen ihnen keine Spurnbsp;®Bie8 Sporangium vorhauden, genau dasselbe wie für Gyroporella gilt.

Zu der mit den Dasycladeen nachstverwandten Gruppe der Aceta-ularieae rechnet Munier Chalmas gleichfalls ein paar fossile Gat-augen, von denen ich bloss Acicularia d’Archiac und Briardina Mun.

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Chaim., letztere durch Muniers Freundlichkeit, der sie mir demon-strirte, keune. Bei Carpenter (1) t. ii, f.27-s2 fiadet man unter der Be-zeichnung Acicularia verscMedene Formen ahgehildet, von denen f. 27 u. 31 Muniers Acicularia, f- 28-30 eine andere Gattung, vielleieht Orioporellanbsp;darstellen dtirften. rig- 32 ist mir in ihrer Hierhergehörigkeit sehr zweifel-haft. Von den Dactyloporiden, denen diese Formen, wenn sie in Bruch-stücken vorliegen, sehr ahnlich sein können, unterscheiden sie sich durchnbsp;das Fehlen des centralen Canals, es sind kegelförmige, zugespitzte odernbsp;ahgeplattete, mitunter zu mehreren seitlich verhundene, nach vorn keil-förmig verhreiterte Körper, die den einzelnen Strahlen des Acetahularia-oder Polyphysahutes entsprechen sollen. Sie enthalten eine Menge nachnbsp;aussen geöffnete, kugelförmige Höhlungen, die dann die in den Schirm-strahlen gebildeten Zoosporangien enthalten hahen müssen. Auffallendnbsp;bleiht ihre vollstandige Erfiillung mit Kalk, die hei den recenten Formennbsp;nirgends vorkommt.

Wie es gewöhnlich geschieht, sobald einmal durch einen gltick-lichen Griff eine zweifelhafte Gruppe ihren sicheren Platz im System gefunden, so hat man denn auch hier alshald eine Anzahl rathselhafternbsp;Gebilde anzuschliessen gesueht. In wie weit diese Versuche hegriindet,nbsp;kann an dieser Stelle unmöglich im Einzelnen erörtert werden, es wirdnbsp;das dann an der Zeit sein, wenn unsere Kenntniss der sieher gestelltennbsp;fossilen Dasycladeen einmal eine hreitere Basis gewonnen hahen wird.nbsp;Steinmann denkt an Coelotrochium Decheni Schliit. aus dem Oher-devon von Gerolstein, an Cyclocrinus aus dem Silur, an Receptaoulitesnbsp;und Verwandte, sowie endlich an die jurassisehe Goniolina. Letzterenbsp;hat andererseits ganz neuerdings Saporta (2) p. 243 mit Williamsonianbsp;vergliehen und als Fruchtstand einer Proangiosperme, einer Angiospermenbsp;in statu nascendi aufgefasst. Dee eke (1) beschreiht als hierhergehörignbsp;das devonische Sycidium Sandb.; verschiedene in Frage gezogene Formen findet man hei Sehlliter (1) citirt.

Eine in ihrer systematischen Stellung zweifelhafte und erneuter IJntersuchung hediirftige Chlorosporeenform ist hekanntlich die Gattungnbsp;Penicillus Lamk. (Espera Dene). Ihr einzelliger Thallus hesteht aus einemnbsp;Btischel dichotomisch verzweigter Faden, welche durch Einschnürungennbsp;in zellenartige, aber offen mit einander communicirende Ahschnitte vonnbsp;Ei- Oder Cylinderform zerfallen. Die derhe feste Zellmembran verkalktnbsp;mit Ausnahme der den Einschnürungen entsprechenden Gliederungs-stellen; die Incrustation betrifft indess nur die dussere schleimig er-weichte Schicht derselben, ahnlich wie diess auch bei den Acetabularieennbsp;der Fall. Unterwarts werden die Faden des Büsehels bei zunehmendernbsp;Verkalkung zu einem dicken, soliden, brüchig-harten Stiel zusammen-gebacken. Von den jüngeren noch nicht verbaekenen Partien der Fadennbsp;bricht die Kalkrinde leicht in röhrenförmigen Stücken oder deren Frag-

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Dieiiten, den Gliedern der Pflanze entsprechend, herunter; sie ist nicht homogen, vielmehr von regellos stehenden, gedrangten, runden odernbsp;otwas unregelmassigen, mitunter zusammenfliessenden Lücken durch-setzt. Warum an diesen Stellen die Verkalkung unterbleibt, ist unbe-kannt; Ausstülpungen, Haare etwa, die hindurclitreten könnten, sind innbsp;keiner Weise Torhanden. Die Verzweigung besteht ausscbliesslicb innbsp;regelmassigen Diebotomien, die allemal am oberen Ende eines der nochnbsp;jungen zellenahnlichen Glieder hervortreten.

Es bat nun in einer neuerdings erschienenen Arbeit MunierChal-mas (2) versucht, mit Penicillus die Gattung Ovulites Lamk. zu iden-tificiren, die in den eocanen Sanden, zumal um Paris, sebr baufig ist iind früberbin zu den Foraminiferen gestellt wurde. Wennschon nunnbsp;flir eine sicbere Begrtindung dieses Vergleichs, wie im folgenden aus-geftihrt werden soil, noch weitere ausgedehnte beztiglicbe Untersuchun-gen erforderlicb sein mogen, so muss derselbe doch immerhin als einnbsp;®ohr glücklicher und ansprechender bezeichnet werden.

Bei Ovulites sind die erhaltenen Kalkschalen ei- oder spindelfórmig, 8'Q beiden Enden von je einem grossen Loch durchbrochen. Mitunter sindnbsp;auch an einem Ende zwei Löcher neben einander vorhanden. Die gangen Schalen sind sehr dünn und zerbrechlich; ihre fürs blosse Auge mattenbsp;Oberflache ist, wie starkere Vergrösserung lehrt, von sehr zahlreichennbsp;Punktfórmigen, etwas wallartig begrenzten Poren durchsetzt, die vonnbsp;darten polygonale Felder abgrenzenden Linien umgeben werden. Ab-gesehen von der Dünne der Schale und der regellosen Stellung dernbsp;I'oren ist das also eine Struktur, welche füglich aucb eine Cymopolia-artige Pflanze hinterlassen könnte, zumal dann, wenn die Verkalkungnbsp;hei derselben sich bloss auf die Wand des centralen Eohres erstreckte.nbsp;h^enn die, wennschon schwache, wallartige Umgrenzung der Porennbsp;®Pricht dafür, dass diese die Lumina von Seitengliedern andeuten, welchenbsp;selbst geschwunden sind. MunierChalmas freilich und auch Stein-*^ann (2) meinen, dass auch bei Penicillus solche Seitenglieder, dennbsp;Liicken der Kalkschale entsprechend, vorhanden seien. Diess beruhtnbsp;^her auf einem Irrthum. Zudem sind diese Lücken bei Penicillus nichtnbsp;scharf begrenzt, ihre Gestalt ist unregelmassiger; es fliessen ihrer öftersnbsp;*Qehrere zu unregelmassigen Figuren zusammen. Von der fiir die Schalenbsp;Von Ovulites charakteristischen Netzzeichnung ist hier gleichfalls nichtsnbsp;entdecken. Das Vorkommen von Gliedern mit zwei Axenlöchern amnbsp;®h®ren Ende beweist allerdings, dass der Thallus gabelige Verzweigungnbsp;^10 Penicillus besass; das gleiche muss aber auch bei Cymopoliaahn-ichen Pflanzen dann sich finden, wenn die zwischen den beiden Gabel-zweigen gelegene, das untere Glied abschliessende Membranbrücke verdikt. 1st das nicht der Fall, so werden sowohl hier, als auch beinbsp;. önicillus beide runde Löcher zu einem ovalen zusammenfliessen. Ich

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möchte nach alledem sehliessen, dass wir in Ovulites Glieder einer Kalkalge vor iins haken, die mit den hier hesprochenen Grappen ver-glichen werden darf, deren Stellung indess nur durch weitere Unter-suchnngen endgültig fixirt werden kann.

Von den incrustirten Florideen sind bislang nnr Formen aus der Familie der Corallineen mit Sicherheit in fossilem Zustand nachgewiesennbsp;worden. Und zwar sind es ausschliesslich Lithothamnien, welche, wienbsp;sie heutzutage ausgedehnte Banke am Meeresgrunde bilden, aueh gewisse Ablagerungen früherer Zeiten fast ausschliesslich zusammensetzen.nbsp;Wenn es schon bei den lebenden Keprasentanten unendlich misslich mitnbsp;der Speciesunterscheidung steht, so ist diess bei den fossilen begreif-licher Weise in noch viel höherem Grade der Fall. Man wird desshalbnbsp;am besten thun, sie alle mit Unger (2) als Lithothamnium ramosissi-mum zusammenzufassen. Der Beweis, dass man es in solchen strauch-artig verzweigten knolligen Kalkgebilden wirklich mit Lithothamnien zunbsp;thun habe, kann, wie Gümbel (1) v. i Eini. ausfilhrt, nur durch die Con-statirung ihrer charakteristischen Struktur geführt werden. Wenn mannbsp;nun findet, dass ein solcher Körper aus schalenförmig gekrümmten, iibernbsp;einander lagernden Schichten rechteckiger Zeilen besteht, so bleibt immernbsp;die Möglichkeit einer Verwechselung mit Bryozoenstöcken übrig, dannnbsp;wenigstens, wenn die Oberflache nicht in ganz vollkommener Erhaltungnbsp;vorliegt. Da geben dann aber die Fructificationshöhlen ein ausgezeich-netes Unterscheidungsmittel an die Hand, welche bei den Lithothamniennbsp;in reichlicher Menge, infolge spaterer Ueberwallung, als eifórmige Höh-lungen inmitten des Thallus erscheinen, in die an der unteren Seite einnbsp;kleines Zapfchen, der Trager der Frucht verspringt. Derartige sicher-gestellte Lithothamnien sind nun durch die ganze Reihe der tertiarennbsp;Ablagerungen reichlich vorhanden, mancherorts fast allein Schichtencomplexe von bedeutender Machtigkeit bildend. So z. B. im üntereocannbsp;von Toin im Ariègedepartement, im Pliocan der Rupe Atenea zu Gir-genti, bei Syrakus, wo die beriihmten Latomien darin gegraben sind.nbsp;Es besteht ferner aus ihnen der Leithakalk bei Wien und der Granit-marmor des Nummulitengebirges. Es kommen dieselben aueh im Senonnbsp;des Petersberges bei Mastricht, in dem von les Martigues bei Marseille,nbsp;in den Pisolithenkalken von Paris vor; ja eine Art ist mit Sicherheitnbsp;für den Jura (Zone des Amm. bimammatus) nachgewiesen. In alterennbsp;Schichten finden sich gleichfalls derartige, habituell durchaus überein-stimmende Strauchlein und Btische, die aber wegen mangelnder Strukturnbsp;nicht mit Sicherheit von Concretionen unorganischen Ursprungs unter-schieden werden können. Ich habe dergleichen zu wiederholten Malennbsp;im Muschelkalk des Hainbergs bei Gottingen gefunden, ohne indess je-mals beim Anschleifen Strukturreste entdecken zu können. Es warenbsp;hier schliesslich noch etwa die silurisch-devonische Gattung N e m a t o -

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ptycus zu behandeln, die sicb naeli ihrer anatomischen Struktur viel-leicht an die Fucaceen anscliliessen lasst. Da wir aker anf dieselbe doch noch gelegentlich der Betrachtung der Coniferenhölzer zurückkom-Kien mussen, so mag sie dort ihre Besprechung im Zusammenhang finden.

Wenn wir von den bisher besprochenen Algengruppen absehen, so erlibrigt eine grosse Masse von Formen, unter einer Fülle von Gattungs-namen beschrieben und in allen Formationen vom Quaternar bis zumnbsp;Üntersilur hinauf vorkommend. Aber für den Botaniker haben alle diesenbsp;Formen zur Zeit so gut wie gar kein Interesse, weil keine Möglichkeitnbsp;einer fruchtbaren Vergleichung mit bekannten Algentypen vorliegt. Undnbsp;Wenn wir einen oder den anderen Typus ausnehmen, den man vielleichtnbsp;m Zukunft aus diesem hoffnungslosen Chaos wird ausscheiden können,nbsp;so werden wir für den Rest uns kaum je auf einen andern Standpunktnbsp;erheben. Wir werden hier wohl stets auf Charaktere der ausseren Formnbsp;angewiesen bleiben, die bei den Algen allzu wenig besagen; den innernnbsp;Fau der Fructification, der für die Verwandtschaft allein maassgebendnbsp;sein kann, werden wir schwerlich ergründen. Und um einem für dennbsp;Falaontologen nahe liegenden Einwand zu begegnen, will ich gleichnbsp;lünzufügen, dass ich von den Coniferen z. B. nicht anstehen würde, das-selbe zu behaupten, wenn wir von diesen ausschliesslich Blattabdrückenbsp;besassen; dort steht es indessen besser, es bieten sich uns erhaltenenbsp;Zapfen, Hölzer, Fragmente die anatomische Struktur aufweisen, als eben-soviele Stützpunkte dar, an die wir mit den Schlüssen ansetzen, annbsp;*ïenen wir fortwahrend neue Errungensohaften auf den Grad ihrer Wahr-seheinlichkeit prüfen können. Wie sehr man ohne diese Irrthümern aus-gesetzt ist, beweisen die vielen Coniferenabdrücke, die von den alterennbsp;-Putoren, z. B. von Brongniart als Algen aufgeführt werden, wie Zo-üarites digitatus, verschiedene Caulerpiten und andere.

Es konnte eine solche problematische Natur der Reste begreiflicher ^eise auch den alteren Beobachtern nicht entgehen; man gewöhnte sichnbsp;bald daran, alle diej enigen Dinge, die man sonst nicht unterzubringennbsp;^nsste, als Algen zu beschreiben. Hall (1) v. 2, p. is sagt sehr treifend:nbsp;uil has been the habit to refer to vegetable origin all those fossile bodies of the older strata, which have in their general aspect, their habitnbsp;*^1' mode of growth, some similarity to plants; and in which no organicnbsp;slructure can be detected, beyond sometimes the external markingsquot;.nbsp;Hass dergleichen „Algenquot; so vorwiegend aus den altesten Formationennbsp;^as Tageslicht kamen, hing lediglich damit zusammen, dass dort dernbsp;Fedürfnisse der geologischen Forschung halber mit grösserem Eifer alsnbsp;anderswo nach organischen Resten gesucht wurde. In neuester Zeit hatnbsp;®an im übrigen auch jüngere Ablagerungen in dieser Richtung eifrignbsp;urchforscht. Im Silur und Devon aber entging kein noch so formlosernbsp;alst seiner Taufe, wofür man die Abbildungen des Genus Eophyton

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Torell bei S apert a (1) p-es; (3) p-82 vergleieben moge. Bei solcher Ausdehnung des Begriffs fossiler Algen konnte dann die Gegenströmungnbsp;nicht ausbleiben, die sich den Nachweis angelegen sein Hess, dass vielenbsp;der dabin gerecbneten Dinge die Ausgtisse ven Thierfabrten, analognbsp;den bekannten Chirotheriumplatten des bunten Sandsteins, dass anderenbsp;wieder Produkte lediglich anorganiseben Ursprungs seien. Diese Diver-genz der Anscbauungen bat sicb nun in neuester Zeit zu einer Controverse gestaltet, die zwiseben Saporta (1, 12, 13) und Delgado (1),nbsp;als den Hauptvertretern der Algennatur der besagten Gegenstande, undnbsp;Nat horst (1) als dem Vertreter der gegentheiligen Ansicht mit Leb-haftigkeit geführt wird. Wie es in solcben Fallen gewöbnlich Regel,nbsp;so gehen auch bier, so weit icb das zu beurtbeilen mir herausnehmennbsp;darf, beide Theile zu weit. Natborst, wennscbon er zugiebt, dass esnbsp;einige fossile Algen gebe, macht das Vorbandensein einer Koblenrindenbsp;zum Ausschlag gebenden Kriterium, und leugnet rundweg die Algennaturnbsp;aller derjenigen Formen, bei denen diese feblt. Dass das nicht zulassig,nbsp;geilt aus dem in der Einleitung gesagten hervor. Wir wissen, dass innbsp;unzweifelbaften organiscben Resten, sofern sie in porösem Gestein stecken,nbsp;die Koble vollstandig im Lauf der Zeit verschwinden kann. Und ausser-dem will er alle diej enigen Reste aus dem Gewachsreich ausgescbiedennbsp;wissen, die auf der Flache der Steinplatten im Halbrelief erscheinen.nbsp;Hiergegen wendet sich, wie gleicbfalls scbon in der Einleitung darge-legt, Saporta (1) mit guten Grtinden und mit ganz besonderem Eifer.

Der ganzen Streitfrage stebt der Botaniker ziemlicb ktibl gegen-über. Deun selbst diejenigen Reste, die mit Kohlenbelagen versehen, vbn beiden Parteien als Algen anerkannt werden, wie z. B. viele Vor-kommnisse aus dem Eocan von Mte Bolca, aus dem Oberoligocan (Aqui-tanien) von Sotzka und Radoboj sind ibm wertblos, insofern er nurnbsp;in einigen wenigen Fallen besonders charakterisirter ausserer Formnbsp;eine Angliederung an noch lebende Arten wagen darf, wie diess z. B.nbsp;für die Cystoseiriten von Radoboj der Fall ist. Auch von den tibrigennbsp;mogen ja viele wirklicben Algenresten entstammen, der Beweis dafbrnbsp;kann indess nicht erbracht werden. Und so ist denn von einer naberennbsp;Bestimmung der betreffenden Familie erst recht nicht die Rede.

Auf der anderen Seite aber ist es yielfacb gelungen, die anderwei-tige Natur derartiger Reste zur Evidenz zu bringen. Ganz abgeseben von Fallen, in denen man, wie diess Saporta (4) passirt ist, ver-drückte Austerschalen als Algen bestimmte (man vergleiche hierzu Con-cbyopbycus Marcignyanus Sap. (4) ï. i, p- iso-, t. ii, der Cutleria und Zonarianbsp;an die Seite gestellt wird, dessen wahre Natur sein Autor dann aller-dings p- ‘*lt;’'9 erkannt bat), gibt es bierflir eine ganze Anzabl schlagendernbsp;Beispiele, die besonders Natborst zu verdanken sind. Bei diesemnbsp;Autor findet sich nebenbei gesagt ein vollstandiges Verzeicbniss der

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alterea eiaschlagigen Literatur, auf welehes fiir das folgende verwiesen sein mag. Auf den Beobachtungen verschiedener alterer Autoren, Emmons, Hancock, Dawson u. A., die einzelne der fraglichen Algennbsp;als Abdrücke von Thierfahrten gedeutet batten, fussend, steilte sich diesernbsp;Forseher die Aufgabe, dergleichen Thierfahrten auf praparirtem Terrainnbsp;erzeugen zu lassen und dann im Gypsausguss zu fixiren. Es wurdennbsp;auf diesem Wege vielerlei Fahrten im Halbrelief gewonnen, die mehrnbsp;Oder weniger gewissen sogenannten Algentypen entsprachen. Fiir einzelne derselben war das Eesultat ein schlagendes. Eophyton Torellnbsp;Wurde durch Schleifen von Algenstücken und Thieren auf dem weichennbsp;Schlamm mit grösster Leichtigkeit erzeugt. Die ausgegossene Fahrtenbsp;des Krebses Corophium longicorne lieferte ein Bild, welehes so sebr demnbsp;der silurischen und carbonischen Gattung Crossochorda, sowie der ju-rassisch-tertiaren Gyrochorda entspricht, dass selbst Saporta (1) p-iinbsp;sich dazu verstanden bat, diese Genera aus den Algen auszuscheiden.nbsp;Granz abnliche Fahrten macht nach Etheridge und Nicholson (vgl.nbsp;bei Nathorst) auch Purpura lapillus. Weiter hat Williamson (2) aufnbsp;dem entblössten Ebbestrand der Sandktiste zu Llanfairfechan in Nord-Wales die von dem zurückweichenden Wasser hinterlassenen Furchennbsp;in derselben Weise mit Gips ausgegossen und dabei Bilder erhalten, dienbsp;den Formen von heutigen Florideenblattern, z. B. einer Wormskioldianbsp;sanguinea aufs Haar gleich sehen. Hieraus ergiebt sich zur Gentige,nbsp;wie wenig Gewicht auf die Halymeniten, Delesseriten, Laminariteu,nbsp;Caulerpiten der Autoren zu legen ist, wennsehon nicht bezweifelt werden kann, dass einzelne derselben wirkliche Algenabdrücke darstellen;nbsp;wie diess z. B. für Halymenites Arnaudi Saporta (1) t. 2 dadurch fest-gestellt wird, dass an einer Stelle des Abdrucks eine Membranipora erbuiten ist.

Saporta legt wie schon vor ihm Schimper besonderes Gewicht auf die reiche Verzweigung, die viele der von ihm vertheidigten Algen-1‘este aufweisen. Er bestreitet wie Schimper, dass verzweigte Thier-i^ahrten vorkommen können. Es hat indessen auch hierfür in neuester Zeitnbsp;Zeiller(l) ein vorzügliches Beispiel bekannt gegeben. Er fand in dernbsp;blormandie auf dem feuchten Thonboden eingetrockneter Ttimpel ganznbsp;wonderbare verzweigte, aus lauter kleinen gehobenen Thonschollen be-wtehende Wülste vor, in ihrem Aussehen mit der jurassischen Gattungnbsp;Fhymatoderma sehr nahe übereinstimmend, die die Decke eines Canal-wystems bildeten, welehes von einem grabenden Thier dicht unter dernbsp;I^odenoberflache ausgehöhlt war. Die Klaueneindrücke, die sich an dernbsp;Innenwand der Canale fanden, gestatteten den Nachweis, dass die ge-Wöhnliche Maulwurfsgrille der Erzeuger war, die mit ihrem gewölbtennbsp;Rüeken die diinne deekende Erdschicht emporgehoben und in Schollennbsp;zerbrochen batte. In analoger Weise wird sich wohl mancherlei von

Solms-Laubach, Palaophytologie. nbsp;nbsp;nbsp;4

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den Formen erklaren lassen, bei denen die Fussspurentheorie auf Schwie-i-igkeiten stösst, Zumal dtirfte das für viele der verzweigten Bythotre-pbis- und Chondritesformen geiten. Die Mannigfaltigkeit der Köliren, die von Wiirmern und anderen Thieren in den Meeresboden gegrabennbsp;werden, muss ja jeden iiberraschen, der den Ebbestrand auf baufigennbsp;Excursionen ex autopsia genauer kennen zu lemen Gelegenheit batte.

Aus dem Medinasandstein (Ober-Silnr) des Staates New York bat Hall (1)nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;1 einen Degenstand als Alge unter Dictyolitbes Beckii

bescbrieben. Man erkennt darin auf den ersten Bliek den Ausguss eines halbgetrockneten und in polygonale Felder zersprungenen Thon-bodens, durch eine darübei: gelagerte Scbicht. Die die Schollen begren-zenden Sprünge ersebeinen als netzig verbundene Leisten im Halbrelief,nbsp;von denen zahlreiche kleine blind endende Fortsatze, Ausfiillungen kleinernbsp;Haarsprünge auslaufen.

Immerhin giebt es unter den bierbergehörigen Dingen noch eine grosse Menge solcher, auf die sich die Natborst’scbe Erklarungsweisenbsp;nur mit Zwang oder gar nicht anwenden lasst. Saporta (1) bat sehrnbsp;geschickt operirt, indem er, Crossochorda vollkommen concedirend, imnbsp;übrigen auf die Aermlichkeit und Undeutlicbkeit der Gipspraparatenbsp;seines Gegners hinwies, die in der That in vielen Fallen dem, wasnbsp;sie beweisen sollen, nur unvollkommen zu dienen im Stande sind. Esnbsp;branch en aber die betreffenden Objekte, wennschon keine Thierfahrten,nbsp;desswegen noch lange nicht, wie Saporta will. Algen zu sein. Mannbsp;kann da zum Beispiel auch an die aus geformten Schlamm- oder Sand-massen gebildeten Excremente vieler Meeresthiere denken, wie man sienbsp;so haufig an geeigneten Stellen auf den Excursionen zu sehen bekommt.nbsp;In diesem Fall wird der Rest allerdings auf der oberen Flache dernbsp;Schichten in Halbrelief verspringen. Hierher dtirfte die von Saporta (12)nbsp;ausführlich abgehandelte Gruppe der Gyrolithen gehören. Auch Röhrennbsp;niederer Thiere von derberer Beschaffenheit, mit festem Bindemittel zu-sammengehalten, können hier in Frage kommen. So bin ich z. B. aussernbsp;Stande, mich Nathorsts Erklarung für den obersilurisehen Arthrophy-cus Harlani Hall anzusehliessen, wennschon derselbe, wie auch Romernbsp;glaubt, wohl nicht zu den Algen zu rechnen sein dürfte. Dass diesernbsp;namlich keine Thierfahrte, beweist allein schon das von Hall (1)nbsp;t. 2, f. 1 c abgebildete, spiralig mehrmals über einander gewundene Exemplar,nbsp;dessen Windungen sich nicht wie gewöhnlieh durchschneiden. Es scheintnbsp;auch aus dem Text hervorzugehen, dass diese Arthrophycuswülste nicht,nbsp;wie es für Nathorsts Anschauung erforderlich, an der unteren, dassnbsp;sie vielmehr an der oberen Seite der Platten verspringen. Ich schliessenbsp;diess aus den folgenden Worten des Textes (p- amp;): „— since great surfaces are crowded with its fragments; and these layers are covered onlynbsp;by a deposition of a few inches, when another growth, equally abun-

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dant is found upon the succeeding layer“. Auch Schimper, Zittel (1) hat die Stelle so verstanden.

Unter so hewandten Verhaltnissen kann es sick an dieser Stelle nicht darum handeln, in eine detaillirte Besprechung der in diese Kate-gorie gerechneten Fossilreste einzutreten; ich beschranke mich desshalbnbsp;darauf, im folgenden in Kürze die Schimper’sche Eintheilung der-selben unter Erwahnung der Hauptreprasentanten und Antugung wenigernbsp;auf die neueren Arbeiten von Nathorst und Saporta bezüglicher kritischer Bemerkungen zu recapituliren.

In der Glruppe der Caulerpiteae finden sich Dinge verschiedenarti-gen Aussehens vereinigt. Beztiglich des dahin gerechneten jurassischen Phymatoderma kann auf das vorher erwahnte verwiesen werden. Auchnbsp;die Keckien verweist Nathorst zu den Thierfahrten. Gyrophyllitesnbsp;nud Discophorites, vgl. Heer (3), bleiben ihm zweifelhaft, ich kennenbsp;diese wirtelig gebauten, der unteren Kreide angehörigen Eeste nicht ausnbsp;nigener Anschauung. Dass die Chord ophyceae, Crossochorda, Gyrochordanbsp;kud wohl auch Phyllochorda Thierspuren sein dürften, habe ich gleich-falls oben ausfilhrlich erörtert. In wie weit das auch fiir die silurischennbsp;i^ilobites Dekay (Cruziana d’Orb.) gilt, ist mir zweifelhaft. Es sind fibernbsp;diese Gegenstande in neuester Zeit zwei ausfiihrliche monographischenbsp;Untersuchungen von Saporta (12) und Delgado (1) erscbienen, innbsp;denen auch die ausgedehnte und sehr zerstreute bezügliche Literaturnbsp;''^ollstandig zusammengestellt sich findet. Beide Autoren geben sich dienbsp;gi'össte Miihe, deren Algennatur zu beweisen. Trotzdem wird es ihnennbsp;sehwerlich gelingen, die Botaniker davon zu iiberzeugen. Man könntenbsp;sie ungefahr mit demselben Rechte fiir Holothurien, Ctenophoren, Spon-gicn und Gott weiss fur was noch erklaren. Was die Arthrophyceaenbsp;hetrifft, so ist bereits ausgeftihrt, dass Nathorst den Typus der Gruppenbsp;'''^ohl mit Unrecht zu den Thierfahrten reehnet. Die Taenidien, vgl.nbsp;5eer (3) t- ei kenne ich nicht aus eigener Anschauung; nach Hathorstnbsp;®olleu es Wurmröhren sein. Die Dictyophyteae (Dictyophyton, Uphan-^^cnia) hat Hall (2) zu den Spongien verwiesen.

Piir die Gattung Oldhamia, vgl. Zittel (1) v.2, p.eo, die aus den ®3'iubrischen Schiefern Mands stammend, fiir den altesten aller Pflanzen-typen gilt, die indessen nur eine feine Bunzelung an der Oberflachenbsp;karter Schieferplatten darstellt, nimmt man jetzt wohl allgemein mitnbsp;- Homer (1) die Entstehung infolge einfacher Druckwirkung oder ahn-icher rein mechanischer Ursache an. Auch Saporta (3) scheint sie nichtnbsp;¦tl' Gewaehse zu halten, er hatte sonst, sie als alteste Typen der Algen-^lasse zu erwahnen, gewiss nicht versaumt. Mit Scolithus Haldem.,nbsp;sxilium Rouault, Eophyton Torell, mit Granularia Sap. (4) v. i, 1.12 ge-^flgen wir endlich zu ganz formlosen zufalligen Gegenstanden. Uebernbsp;¦Eophyton vergleicbe man das vorher gesagte; Vexillum bildet sich im

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weiehen Sehlamm unserer Teiclie alltaglich, wo locale Stromungen dureh eingescliwemmte Hindernisse, Aeste etc. aiifgehalten werden.

Die Chondriteae, die sich in allen Formationen vorfinden, aus den alten Ablagernngen gewölinlicli nnter dem Namen Bythotrephis gelien,nbsp;zeichnen sich durch ihre reiche Verzweigung aus. Unzahlige Ahhil-dungen derselhen sind hei Heer (3) und Saporta (4) v. i zu finden.nbsp;Der letztere meint von ihnen und von zahllosen anderen Formen (3) p- 93:nbsp;„En résumé c’est a l’un des groupes d’Algues inférieures, celui des Si-phonées, sorti d’une différenciation des plus étranges d’un thalle demeu-rant unicellulaire hien que ramifié, que nous reportons sans hésitationnbsp;1’ensemble des types primordiaux etc.“ Vom hotanischen Standpunktnbsp;aus hraucht diesem Satz nichts weiter hinzugefügt zu werden. Nat-horst halt sie natürlich für Spuren oder Röhren von Würmern, undnbsp;wird darin durch einen in seiner Arheit p. 94 ahgedruckten auf die Chon-driten des Flysch hezüglichen Brief von Fuchs hestarkt.

Eine Reihe von merkwürdigen Resten umfasst die Gruppe der Alecto-ruriden, deren Gattungen Alectorurus, Taonurus, Cancellophycus, Glosso-phycus vom Silur bis zum Tertiar hinauf nachgewiesen sind. VortrefF-liche Abhildungen in den oftcitirten Werken zumal bei Saporta. Dahin gehort die sogenannte Hahnenschwanzalge (Spirophyton Cauda galli), nachnbsp;deren haufigem Vorkommen gewisse Schichtencomplexe des Oberdevonnbsp;Amerikas als „Cauda Galli grit‘‘ bezeichnet werden. Darauf bezüglichenbsp;Angaben und Abbildung des Fossils sind bei L. Vanuxem (1) p. 128 zunbsp;finden. Ob sie organischen Ursprungs oder nicht, dartiber sind die Mei-nungen sehr getheilt. Nathorst will analoge Gebilde auf künstlichemnbsp;Wege erzeugt haben. Er sagt desbezüglich: „La voie expérimentalenbsp;m’a fourni une belle forme correspondant au Spirophyton Cauda Galli,nbsp;en produisant un tourbillonnement dans un vase d’eau, dont Ie fondnbsp;s’était couvert de sable fin: d’une petite cavité au milieu rayonnèrent dunbsp;même c6té vers les bords des empreintes irreguliéres et arquées qu’onnbsp;ne pouvait pas distinguer de la structure correspondante chez Ie Spirophyton. “ Leider hat er dazu keine Abbildung geliefert. Und da er vonnbsp;andern ahnlichen Formen annimmt, sie seien durch Würmer oder durchnbsp;festsitzende von den Wellen umgetriebene Pflanzenbüschel auf demnbsp;Meeresgrund hergestellt worden, so erhalt man den Eindruck, als wennnbsp;er desbezüglich nicht zu voller Klarheit durchgedrungen ware. Die Abbildung des von einem Wurm erzeugten analogen Gebildes auf p. i' hatnbsp;auch nur sehr im allgemeinen Aehnlichkeit mit den uns beschaftigendennbsp;Fossilien. Es giebt nun ferner Falie, in denen diese Taonuren nicht blossnbsp;im Halbrelief verspringen, sondern vollkommen auslösbare Steinkernenbsp;zwischen den Schichten bilden, wo dann der bogenförmig gekrümmtenbsp;Rand wulstartig verdickt erscheint (Sap. (1) t.s, f. 3; (3) p.gi). Jch weissnbsp;nicht recht, wie man die Bildung eines solchen Steinkerns sich durch

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Wasserwirbel hervorgebraclit denken ”011. Aber freilicb „Siphoneen“, wieSaporta will, bin icb ebensowenig im Stande darin zu erkennen.

Mit wenigen Worten mag bier nocb der fossilen Moose gedacht Werden, die, da sie beinabe ausschliesslich nnr ans tertiaren und qua-ternaren Ablagerungen bekannt sind und sich vollkommen an die re-eenten anscbliessen, dem Systematiker so gut wie gar kein Interessenbsp;bieten. Die meisten bis jetzt gefundenen Formen sind steril; es scheintnbsp;bislang nur eine einzige Kapsel gefunden zu sein, die Ludwig (2)nbsp;als Glymnostomum ferrugineum aus den miocanen Hamatiten von Derm-bach in Nassau besclirieben batte. Scliimper (1) v.i.p.ssj bat darin einnbsp;Sphagnum erkannt, welches er Sph. Ludwigii benennt. Für die ziem-lieh zahlreicb gefundenen sterilen Hypneen und anderen Laubmoosrestenbsp;kann fiiglich auf Schimpers Werk verwiesen werden. Den Typusnbsp;der Marchantieen kennt man in mehreren Arten der Gattung Marchantia,nbsp;die im Habitus mit heute in den Tropen lebenden Formen tibereinstim-men. Zwei derselben sind aus den eocanen Tuffen von Sézanne vonnbsp;Saporta(9), vgl. Schimper (1) t.o beschrieben worden. Jungerman-nieen sind in kleinen Fragmenten im Bernstein gefunden.

Die Moose dürften den alteren Formationen wohl auch nicht ge-fehlt haben. Immerhin ist es sehr merkwürdig, dass nur so wenige und unsichere Spuren der damals verhanden gewesenen Formen auf uns ge-kommen sind. Hat ja doch Heer (10), um die Existenz von Moosen im Liasnbsp;bherhaupt begründen zu können, zu der Kafergattung Byrrhus zu greifennbsp;sich genöthigt geseben. Da diese heute nur im Moose lebt, so schliesstnbsp;61’ aus ihrem Vorkommen in den Schambelen, dass es damals auch Moosenbsp;gegeben haben mtisse. Dass der Scbluss als solcher nicht einwurfsfrei,nbsp;liegt auf der Hand. Immerhin haben ganz neuerdings Renault undnbsp;Zeiller (21) aus der Steinkohle von Commentry Reste beschrieben, dienbsp;sterilen Polytrichen oder Rhizogonien ahnlich sehen, und die sie vor-liiufig als Muscites polytrichaceus bezeichnen.

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III.

Coniferen.

Wenn wir den gewöhnlichen Gang des Systems verlassen und die Gymnospermen den Pteridinen voranstellen, so sind hierfilr wesentlichnbsp;praktisciie Gesiohtspunkte maassgebend. Eine solehe Anordnung er-leichtert namlich die Besprechung der zahlreichen zweifelhaften For-men, die einer oder der anderen dieser Classen zugehörig, dock am bestennbsp;im Anschluss an abnliche Arcbegoniatengruppen betracbtet werden.

In den kanozoischen und den jtingsten mesozoiscben Formationen finden sick eine Menge von Coniferenresten; Zweige, Blatter, Zapfen undnbsp;Samen, die man ihrer Aehnlichkeit mit den noch lebenden Gattungennbsp;kalber zu diesen einbezogen bat. Wo solehe Bestimmung auf wokl er-haltenen Zapfen basirt, kann dieselbe in der Eegel als geniigend be-griindet betracbtet werden. Bei minder gutem Zustand muss man dienbsp;Möglichkeit der Verwecbselung mit Zapfen und Stammen von Cycadeennbsp;im Auge behalten. Wo blosse Samen vorliegen, ist die Sache scbonnbsp;misslicher; Blatter und beblatterte Zweige allein kann der Botanikernbsp;nur in einzelnen seltenen Fallen als sichere Grundlage einer Gattungs-oder Gruppenbestimmung betrachten. Denn wenn sie scbon an sichnbsp;wenig hervortretende Charaktere bieten, so wird der Wertb dieser W'e-nigen noch zweifelhaft, wenn man daran denkt, dass es heutzutagenbsp;Gattungen aus verschiedenen Familien giebt, deren Blattzweige ausser-lich gar nicht und auch auf anatomischem Wege nur mit Mtihe unter-schieden werden können. Diselma Archeri Hook, und Microcachrys tetra-gona Hook, sind zum Beispiel derartige Formen. Wie schwierig es war,nbsp;die mannlichen und weiblichen Exemplare derselben, richtig zu combi-niren, beweist ihre eigenthiimliche Synonymie. Dazu kommt nun nochnbsp;die Heterophyllie, die wir bei den Coniferen in ausgedehntem Maassenbsp;auftreten sehen; man denke nur an Juniperus virginiana, an die Cupres-saceen mit Retinospora-Jugendformen, an Glyptostrobus chinensis. Undnbsp;dass es bei den fossilen Formen sich gegebenen Falls gerade so ver-hielt, beweist allein schon die nachher zu betrachtende Voltzia hetero-phylla, die davon ihren Namen tragt. Vollkommene Sicherheit fiir die

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Coniferen.

Bestimmung der Coniferenzweige erlangt man also nur dann, wenn man sie mit Zapfen genügender Erhaltung in Verbindnng findet. Sehr liaufignbsp;aber sind beide nicht in Zusammenhang, nur in gewohnbeitsmassigerVer-gesellscbaftung bekannt; der verlockende Schluss anf Zusammengehörig-keit, beinabe immer gefahrlich, wird um so eher bereclitigt sein, jenbsp;jtinger der bergende Schicbtencomplex, je vollkommener die Aehnlichkeitnbsp;beider getrennten Theile mit denen der recenten, als tertium dienendennbsp;Form ist.

Auch in den alteren Formationen giebt es Coniferen in grosser An-zahl. Doch lasst sich deren Beziehung zu den jetzt lebenden nur in ganz seltenen Fallen mit einiger Sicherheit begründen. Die Details desnbsp;Zapfenbaues sind meistens sclilecht erbalten, die Zalil und Stellung dernbsp;Ovula, auf die es doch wesentlich ankommt, nicht oder in der unsicber-sten Weise bekannt. Und die Beschreibungen der Palaontologen sindnbsp;an diesem Punkt oft von sehr subjektiver Farbung. Als Beispiel dafürnbsp;mag die zweifelhafte Albertia Sch. erwahnt sein, die Schimp er (1)nbsp;V. 2, AWh.I,p. 256 frischweg ncben Dammara stellt, die dann von Schenk (1)nbsp;in zutreifender Weise behandelt wird. Heer (4) p-239 sagt gar: „die Familie der Abietineen erseheint im Carbon in zwei Gattungen, von denennbsp;Walchia schon im Mittelcarbon auftritt, üllmannia aber bis jetzt erst annbsp;der oberen Grenze dieser Formation gefunden wird.‘‘ Ich werde zunbsp;zeigen versuchen, dass von beiden Gattungen nichts botanisch brauch-bares bekannt ist, dass also Heers Satz sich nur dazu eignet, solchenbsp;Botaniker, die sich nicht eingehender mit der fossilen Flora beschaf-tigen, zu Irrthümern und Fehlsehlüssen zu verlocken. Und selbst mitnbsp;Schenk (Z. 1) kann ich mich nicht einverstanden erklaren, wenn ernbsp;Dinge, wie Brachyphyllum, Sphenolepidium und Inolepis direkt zu dennbsp;Taxodieen rechnet. Er geht eben für meinen Geschmack mit seinernbsp;tibrigens durchweg guten Kritik noch lange nicht weit genug.

Es bleibt nach dem allen für unseren Zweek nichts übrig, als die ganze Masse der beschriebenen Formen zu zerlegen, in; 1) solche, derennbsp;Anschluss an die lebenden Grappen botanisch feststeht, oder doch derartnbsp;ist, dass nur eine dieser Grappen zum Vergleich herangezogen werdennbsp;kann; und 2) in solche, für welche derselbe zweifelhaft bleibt. An letzternbsp;Stelle wird dann 3) auf die Ergebnisse in Kürze einzugehen sein, dienbsp;die Untersuchung der in allen Formationen so haufigen fossilen Hölzernbsp;geliefert hat. Für die ausgedelmte Behandlung der Vertreter unserernbsp;lebenden Gattungen mag dabei auf Schenks Darstellung (Z. 1) ver-¦vviesen sein, eine solche gehort nicht hierher; es wird sich desbezüglichnbsp;für uns nur darum handeln, für jede der Hauptformen die altesten mög-liehst sichergestellten Vertreter nachzuweisen, um dadurcb der Beurthei-lung ihres relativen Alters eine Handhabe zn gewahren.

Die Abietineae, der Kegel nach nur in ihren Zapfen, soweit sie

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Kiefern auch in benadelten Zweigen, wenn solehe in der nöthigen Voll-standigkeit vorliegen, mit Sicherheit kenntlich, sind in der Tertiarforma-tion und in der Kreide reichlieh verhanden. lm Jura werden sie sparlicher; die altesten nicht ahsolut zweifellosen Eeste stammen aus dem Ehat vennbsp;Schonen. Alle hekannten mesozoischen Abietineenzapfen geboren, so-weit mir hekannt, zu denjenigen Gattungen, die der Squamae apophy-satae entbehren; die Formen von Pinus sect. Pinea kennt man erst ausnbsp;dem Cenoman. Aus der untersten Kreide des Hainaut in Belgien sindnbsp;einige Zapfen hekannt, die an Strohus und Cemhra erinnern, ersteremnbsp;aber wegen der geflügelten Samen naher stehen dürften. Die ersterwahntenbsp;rhatische Form bat Nat horst (2) p.es; t. )5,f. 1,2 beschriehen und ahge-bildet, sie ist nicht zweifellos, wennschon der Eest nach der Ahhildungnbsp;einem kleinen, hereits geöffneten Cedernzapfen gleicht. Die Deutung diesernbsp;Pinites Lundgreni Nath. gewinnt an Wahrscheinlichkeit dadurch, dassnbsp;gleiehzeitig geflügelte Coniferensamen vorkommen, die freilich am Endenbsp;auch zu der ehenfalls vorhandenen Palissya gehören könnten. Einennbsp;ausgezeichnet erhaltenen, auch die innere Struktur aufs beste zeigendennbsp;Zapfen bildet Saporta (4) v. s, p. «4; 1.191 als Pinus Coemansi Sap. ab.nbsp;Leider geht aus der Notiz: „étage oolithique saus autre indicationnbsp;de localité ni de gisement; ancienne collection de M. Coemans“ trotznbsp;Sapor tas bezüglicher Bemerkungen doch hervor, dass die Herkunft desnbsp;Fossils aus dem Jura zweifelhaft ist. Aus dem Wealden hat Carru-thers (1) mehrere kenntliche, wennschon nicht übermassig gunstig er-haltene Abietineenzapfen als Pinites Dunkeri Carr., Mantellii Carr. undnbsp;P. patens Carr. beschrieben, desgleichen (2) aus dem Neocom der Inselnbsp;Wight einen prachtvollen und zweifellosen Cedernzapfen als Pinitesnbsp;Leckenbyi Carr. und ebendaher (1) einen langgestreckten Kiefernahn-lichen Zapfen als P. sussexiensis Carr. Sehr schön erhalten sind fernernbsp;die verkohlten Exemplare aus dem Neocom oder Wealden von La Lou-vière im Hainaut, die Coemans (1) beschrieben hat. Von diesen istnbsp;P. Corneti Coem. zweifellos eine Ceder, P. Heeri, depressa, Toillezi erinnern an Cemhra und Strobus, P. Andraei scheint zwischen Strobus undnbsp;Taeda zu stehen. P. Omalii und Briarti endlich sehen Zapfen von Piceanbsp;oder Tsuga recht ahnlich. Verschiedene einzelne Zapfenschuppen ausnbsp;der grönlandischen Kreide finden sich bei Heer (5) abgebildet; ein paarnbsp;schone Zapfen P. longissima Vel.nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;P. Protopicea t.7,f.4 hat Vele-

novsky (1) dargestellt. Aus dem Cenoman mogen noch die Zapfen von Moletein in Mahren Erwahnung finden, deren einer P. Eeussii Cda.,nbsp;nur im Durchbruch erhalten, sich bei Eeuss (1), der andere P. Quen-stedti Heer, mit wohlconservirter Oberflache und an die mexicanischennbsp;Zapfenformen aus der Taedagruppe erinnernd, bei Heer (7) t.2 dargestellt findet. Eine ganze Eeihe von Zapfen aus dem Eocan Englandsnbsp;findet man bei Starkie Gardner (1) ('884) abgebildet.

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lu derselben VerTbreitung durcli die Formationen kommen, wie die Zapfen, auch Coniferennadeln vor. In wie weit diese zu den Abietineaenbsp;gerechnet werden dürfen, ist indess meistens zweifelhaft. Ja, icli möclitenbsp;behaupten, dass nur fiir die Gattung Finns wirkliche Sieherheit bestelit,nbsp;soweit deren Nadelbüschel im Zusammenhang vorkommen. Und ob-schon das letztere nicht gerade haufig der Fall zu sein scheint, so lasstnbsp;sich doch feststellen, dass zur Miocanzeit in Europa 2-, 3- und 5-nade-lige Kieferformen gelebt haben, die sich mit Ausnabme von Cembra undnbsp;Piuus canariensis heute nur noch in Amerika neben den zweinadeligennbsp;Arten erhalten haben. Daraus und aus der Verbreitung der Arven, dienbsp;den alteren Abietineentypen zuzugehören scheinen, rings um den Polnbsp;berum, wird bekanntlich, wie überhaupt, auf das böhere Alter der be-Ireffenden amerikanischen Florenglieder geschlossen. Als Beispielenbsp;sichergestellter 5-nadeliger Species kann ieh P. Palaeostrobus Ett. (1)nbsp;(Haring t. 6,f.22-33); Sap. (7) t.3, f. 1; t.4, f. 3, P. echiuostrobus, fullax, Pseudo-taeda, deflexa Saporta (8) t.3, als Belege 3-nadeliger P. SaturniUng. (1)nbsp;*• 4 u. 5, P. resurgens Sap., trichopbylla Sap., divarieata Sap. (8) t. 4, allenbsp;tertiaren Alters anführen. Für viele andere Arten ist gleiches Verhaltennbsp;niehr oder weniger wahrscheinlich.

Die flacben, weisstannenabnlichen Nadein, die vom Jura aufwarts haufig von den Autoren verzeicbnet werden, die manobmal ganze Kohlen-hanke allein zusammensetzen (Abietites Linkii Dk., Wealden von Duin-geu, Ab. Crameri Heer, Komeschichten [UrgonienJ von Grönland), könnennbsp;hier aus den oben erwabnten Gründen füglich übergangen werden. Esnbsp;ttiag denPflanzengeograpben überlassen bleiben, bier Ordnung zu schaffen,nbsp;^as nicht ohne genaue und systematische vergleichende üntersuchungnbsp;der Blattepidermis bei den lebenden und fossilen Formen möglicb seinnbsp;’f'^ird. Für die beiden eben erwabnten Abietiten bat Schenk (Z. 1) p. 293nbsp;diese Üntersuchung ausgeführt, es bat sich ergeben, dass keiner der-®elben zu den Abietineae geboren kann. Abietites Linkii Dk. zeigt aufnbsp;der ünterseite mehrere durch breite Interstitien getrennte, nicht zu beiden Seiten eines Mittelnerven gelegene, je mehrreihige Spaltöffnungs-®freifen, was an Podoearpus erinnert. Abiet. Crameri hat die Spaltöff-üungen in der Mittelzone des Blatts (Mittelnerv Heers), die Seitentheilenbsp;®ütbehren derselben. In dieser Eigenthtimlichkeit, sowie in der Formnbsp;der Epidermiszellen stimmt die Pflanze genau mit Sciadopitys überein,nbsp;welcher sie Schenk denn auch als Vertreter aus der Kreideperiodenbsp;’’^ehnet.

Viel ausgiebigere Gliederung als die Abietineae zeigt uns die grosse ¦^raucarieenreihe auf, die, wenn man die Sachs-Eichlersche Interpre-hation des Blüthenbaues acceptirt, auch die Sequoieen und Taxodieennbsp;|Wasst. Die grossen, auch habituell hervortretenden, einzelnen Gat-Ungsgruppen werden einzeln besprochen werden müssen.

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Der Typus Araucaria ist iu ganzen Zapfen und Zapfenscliuppen schon aus dem Jura bekannt, er muss, wo bloss unauigebrochene Zapfennbsp;vorliegen, der Verweehselung mit Cyoadeenstammen balber, mit Vorsiohtnbsp;behandelt werden. Die Belaubung, bekanntlich bei den recenten Forinennbsp;sebr verscbiedenartig, kann nur da als sichergestellt angesehen werden,nbsp;wo sie mit den Zapfen in Zusammenhang gefunden ist. Den Glesammt-habitus zeigt der Zapfen von A. sphaeroearpa Carr. (1) aus dem unterennbsp;Dogger von Stonesfield; das im British Museum, geol. Dept, bewalirtenbsp;Original lasst den einzigen, median^stekenden Samen an einer abge-lösten Sebuppe erkennen. Von A. Brodiaei Carr. (2) aus dem Batho-nien (brauner Jura) ist gleichfalls ein sicberer durchgebrocbener Zapfennbsp;bekannt, der auf einem nacb Art von Brachyphyllum (s. unten) beblat-terten Stiel stebt. Von A. Philippsi Carr. (2) aus dem unteren Braunjuranbsp;Yorkshires sind bloss die charakteristischen, je mit einem Samen be-setzten Schuppen erhalten. Im weissen Jura (Kimmeridge von Bellay)nbsp;finden sich beblatterte, zapfentragende Zweige, die an die recente A.nbsp;Bidwillii erinnern. Sie sind von Saporta als Ar. micropbylla Sap. (4)nbsp;T. 3,1.186 abgebildet und besehrieben. Aus dem Corallien von St. Mibielnbsp;bat derselbe Autor die Zapfenschuppen von A. Moreauana Sap. (4) v. 3.nbsp;1.184 angegeben. Aus den Gondwana-Scbichten Ostindiens (Jura?) sindnbsp;gleichfalls viele sichergestellte Zapfenschuppen mit dem Samenabdrucknbsp;durcli 0. Feistmantel bekannt gegeben worden. Man vergleichenbsp;die Abbildungen von A. macropterus 0. Feistm. Pal. ind. ser. 11 Gondwana-syst., T. 1, Abtii. Ill, p. 186; t. 8 and von A. Cutchensis 0. Feistm. Pal. ind. ser. ii,nbsp;v.i, AMii.1, p.96; 1.14. Nocli im Eocan sollen in Frankreich Araucarien gelebtnbsp;haben; die englischen von Gardner (1) (issn beschriebenen sind ledig-licb auf Blatterzweige begriindet. Ebensolche Zweige, dem Tertiar undnbsp;der Kreide entstammend, werden auf Cunninghamia bezogen, Schenknbsp;inZitt. (1). Aucb fossile Beste von Dammara sind kaum bekannt; dienbsp;von Heer (3) hierhergerechneten Schuppen aus der polaren Kreide (D.nbsp;borealis u. macrosperma) sind nicht beweisend, letztere könnte fiiglichnbsp;eine Zapfenschuppe von Araucaria sein. Die zapfenahnlichen von Preslnbsp;Sternberg (1) als Dammara albens beschriebenen Körper hat Vele-novsky (1) neuerdings als Cycadeenstamme angesprochen und Kranneranbsp;genannt.

An den Blattbau von Sciadopitys erinnern, wie schon oben er-wahnt, die von Heer als Abies Crameri beschriebenen Nadeln. Eine andere Nadelsorte ist von Heer aus dem Jura Spitzbergens bekannt gegeben und Pinus Nordenskioldi genannt worden; sie ist von Schmalhausen (1),nbsp;dem ahnliche blattertragende Zweige verlagen, als Cyclopitys bezeichnetnbsp;und Sciadopitys an die Seite gestellt. Eine zweite Art hat er alsnbsp;C. Heerii besehrieben. Wie Schenk (Z. 1) ausfiihrt, ist indess die Aehn-lichkeit mit der recenten Coniferenform nur babituell. Der Zweig tragt

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vielblattrige Wirtel in ziemlichen Abstanden; von den knospenartig ge-drangten Niederblattschuppen, in deren Acliseln bei der recenten Pflanze die Doppelnadeln stehen, ist nicht die Spur zu entdecken. In wie weitnbsp;das am scblechten Erhaltungszustand liegt, dafilr würde sieh vielleichtnbsp;aus der Untersucbung der Blattepidermis des Originals ein Anbaltspunktnbsp;gewinnen lassen.

Der Typus der Sequoieen liegt uns aus den neogenen Formationen ia einer reichen Ftille von Eesten vor, die man vornehmlich auf Heers (5)nbsp;“uit. loc. Autoritat bin, als verscbiedene Arten der G-attung selbst zu betrachten, sich gewöhnt hat. Sehr vielfach sind Zapfen erhalten, mit-auter in Zusammenhang mit den tragenden Zweigen. Freilich sind diesenbsp;aur ausserlich bekannt, und es sind in neuester Zeit Zweifel aufgetaucht,nbsp;eb manche derselben nicht besser zu anderen nahe verwandten Gat-tungen, wie Arthrotaxis, zu stellen seien, vgl. Gardner (1) 1884. Dernbsp;Beblatterung nach schliessen sich die fossilen Formen ganz zwanglos annbsp;die noch jetzt vorhandenen Arten der Gattung, an S. sempervirens und S.nbsp;gigantea an. Sie reichen vom Pliocan, wo sie ausserordentlich ver-hreitet, bis zu der unteren Kreide hinab. Von den tertiaren vom Eocannbsp;aufwarts sich findenden Arten sind die wichtigsten folgende: 1) Seq.nbsp;Oouttsiae [Abb. der Zapfen Sap. (8) p.49it.2,f.2, Schenk in Z. (1) p-29-,nbsp;Heer (9) t. 69] eine Beblatterung zeigend, wie sie unserer S. giganteanbsp;entspricht. Aber gerade diese Form wird von Gardner zu Arthrotaxisnbsp;geschoben und noch dazu in mehrere Species zerlegt (1) (issa, p. 38; i8S4,p.9o).nbsp;Die von Heer (9) abgebildeten Stücke von Bovey Tracy sind nachnbsp;Gardner verloren, ihre Identitat mit den von ihm untersuchten dess-''^egen nicht zu erweisen; die von Hempstead sind indessen identisch.nbsp;^enn er hinzufügt: „I think it highly probable, however, that the species may be found not to be a true Sequoia, and the danger is verynbsp;apparent of giving the reins to the imagination and picturing the slopesnbsp;I’ound the ancient Bovey water as clothed with woods composed „mainly“nbsp;of a huge coniferous tree, whose figure resembled in all probability thenbsp;Sequoia gigantea of California“, so ist diese Warnung unter den obwal-tenden TJmstanden ganz am Platz. 2) Seq. Langsdorffii Brongn. [Abbild.nbsp;Schimper (1); Heer (11) v.3,t.i46,f. 16, die einzige mir bekannte Dar-stellung des zapfentragenden Zweiges, tibrigens keineswegs zweifellos].nbsp;Hiese Species schliesst sich an die jetzt lebende S. sempervirens an.nbsp;Hormen beiderlei Art scheinen schon zur Kreidezeit verhanden gewesennbsp;za sein, namlich Sequoia Reiehenbachii Heer (7) 1.1; S. fastigiata Stbg.,nbsp;^elenovsky (1) t. 8,10, S. crispa Vel. (1) 1.10 dem Typus der S. gigan-^ca; S. Smithiana Heer (5) dem anderen zugehörig. Und um diese ver-®chiedenen Hauptformen gruppiren sich noch eine ganze Anzahl andere,nbsp;auf welche naher einzugehen, den .Zwecken dieses Buches nicht ent-sprechen wtirde. Zuletzt ist noch 3) der Sequoia Sternbergii Heer zu ge-

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denken, die ihrer Beblatterung nach der Sequoia gigantea ahnlich, zu den bekanntesten und zumal im Miocan liaufigsten Formen gehort, dienbsp;aher neuerdings in ihrer Hierhergehörigkeit zweifelhaft geworden ist.nbsp;Marion (1) sieht in derselben den Typus einer eigenen als Doliostro-hus Sternhergii hezeichneten Gattung, und Renault (2) schliesst sichnbsp;ihm an. Bezüglich der als Cryptomeria Sternhergii Gardn. (l) i884,p.85,t.ionbsp;abgehandelten, und wenigstens mit einem Theil der yon den Autorennbsp;hierhergezogenen Reste identificirten englischen Pflanze erlauhe ich mirnbsp;kein Urtheil. Sie stammt aus der „Basaltic Formation“ Irlands, ihrenbsp;Zapfen sind haufig, aher niemals mit den Zweigen im Zusammenhangnbsp;gefunden. Sie sowohl als der von Heer (10) p.3iü dargestellte Zapfennbsp;sehen in der That denen von Sequoia nicht ühermassig ahnlich.

An Sequoia schliesst sich ferner nach Velenovsky (1), zwischen ihr und Cryptomeria stehend, dessen neue Gattung Ceratostrobus (se-quoiaephyllus 1.12, f. 15, le, echinatus 1.11, f. 12,15) an. Die Schuppen der kug-ligen Zapfchen tragen hier auf der Mitte ihres Scheitelfeldes einen langennbsp;Dornfortsatz. Bei beiden Arten sind Zapfen und Zweige im Zusammenhang gefunden, die letztern erinnern im Habitus einigermaassen an Sequoia gigantea.

Die Gattung Taxodium, der Sequoia sempervirens, was den Bau ihrer im Herbst abfallenden Seitenzweige angeht, ausserordentlich ahnlich, kommt gleichfalls in der Tertiarformation in grosser Verhreitungnbsp;vom Oligocan aufwarts vor; es finden sich sowohl die abgegliedertennbsp;Zweiglein als die sehr charakteristischen Zapfen, beide der lebendennbsp;Art so ahnlich, dass die meisten Autoren sie nicht specifisch davon habennbsp;trennen mogen und also vom Taxodium distichum miocanum reden. Dienbsp;Blattzweige sollen nach Heer (11), obschon denen der Seq. Langsdorfiinbsp;ahnlich, sich doch dadurch unterseheiden, dass an ihnen herablaufendenbsp;Blattkissen, die bei jener verhanden, fehlen. Gute Abbildungen der fos-silen Zapfen bei Heer (12) t. 2.

Glyptostrobus endlieh ist im Tertiar gleichfalls vom Oligocan ab recht haufig. Es werden zwei Arten Gl. europaeus Heer und Gl. Ungerinbsp;Heer, zu denen noch ein paar minder sichergestellte kommen, unter-schieden. Die höchst charakteristischen Zapfen hangen sehr oft nochnbsp;mit den tragenden Zweigen zusammen. Sie sind bei Schenk (Z. 1) p.29b,nbsp;sowie bei Unger (3) 1.1, f. 3-11 abgebildet. Aus der Kreide von Grön-land hat Heer (5) verschiedene dahin gerechnete kleine Zweigfrag-mente heschriehen; aus den Komesehichten (Urgonien) liegt auch dienbsp;Abbildung einer Zapfenschuppe vor, die, wennschon nicht ganz deutlichnbsp;und gut erhalten, doch mit Wahrscheinlichkeit hierher zu rechnen seinnbsp;dürfte.

Eine detaillirte Schilderung der fossilen Reste aus der Gruppe der Cupressaceen, die in der Tertiarformation ganz gewöhnlich sind, hat

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Sclienk (Z. 1) gegebeii. Die Untersclieidung der einzelnen Gattungen, soweit sie aussehliesslicli auf beblatterten Zweigen beruht, bat, wennschoiinbsp;derselben die genaueste Vergleichung zu Grande liegt, dennoch bei dernbsp;nahen Verwandtscliaft der Formen and dem haafigen Weclisel der Be-blatterang verscbiedener Theile einer and derselben Pdanze sehr ihrnbsp;Missliehes. Anders wo die Zapfen vorliegen, darcb welche die Gattangennbsp;als ganz sicber beglaabigt za erachten sind. Bei dem geringen Interesse,nbsp;quot;Welcbes die Fossilreste dieser Grappe dem Botaniker bieten, wird einenbsp;karze Abhandlang amsomehr genügen, als mir nicbt, wie Schenk, dienbsp;aasgedehnten vergleielienden Stadiën über die Beblatterang der recentennbsp;kormen za Gebote steken, ich also aaoh seinen bezüglicben Angaben mitnbsp;ebenmassiger Kritik za folgen nicht in der Lage bin. Phyllostrobasnbsp;Lorteti Sap. (4) t. 3, t. 221 dürfte die alteste sicber hierhergebörige zapfen-li’agende Form sein, die dem Kimmeridge von Orbagnoax entstammt.nbsp;Ein regelmassig mit vier angleich gestalteten Blattzeilen in der gewölin-lichen Decassation besetztes Zweiglein tragt einen aas zwei Scbappen-paaren gebildeten Zapfen, abnlich dem von Callitris oder von Liboce-dras, der indess nar massig erhalten ist. Die Schappen des obern sindnbsp;gi’össer als die des anteren Paares. Des weiteren kennt man fossilenbsp;Zapfen der Gattang Widdringtonia, anzweifelbaft and in vorzüglicbernbsp;Erhaltang bei der miocanen W. belvetica Heer (11), bei W. antiqaanbsp;Sap. (6) t.3,f.3 andbrachyphylla Sap. (5) t.2,f.b, die gleichfalls tertiar sind;nbsp;sclilecht erhalten, immerhin noch wahrscheinlich richtig gedeatet beinbsp;microcarpa Sap. (4) t.3, t.219 aas dem Kimmeridge von Armaille. Vomnbsp;Genas Callitris sind gleichfalls wohlerhaltene zapfentragende Beste aasnbsp;dem Tertiar Siidfrankreichs bekannt; Abbildangen derselben sind beinbsp;Saporta (6) t.3, f.2, (7) t.i,f.3 u. (8) t.i.f.o za linden. Starkie Gardner (1) reclmet hierher wohl mit Eecht einige Zapfchen aas dem Londonnbsp;clay der Insel Sheppey, die als Callitris carta and Ettingshaaseni (isss, t.9)nbsp;keschrieben werden. Erstere Form hatte schon Bowerbank(l) anternbsp;dem Namen Capressinites cartas aafgeführt. Einen einzelnen Zapfennbsp;Diit drei decassirten Schappenpaaren bat Saporta (8) 1.1,f.5 za Thaiopsisnbsp;gezogen. Ein Zapfendarchbrach mit grossen llagellosen Samen aas demnbsp;^liocan Grönlands, von Heer als Biota borealis, vgl. Z. (1) p.322, be-zeichnet, könnte wohl an der richtigen Stelle antergebracht sein.

Wenn nach dem ebengesagten aas dem Jara nar aasserst wenige *^ichere Capressaceenzapfen vorliegen, so sind in demselben doch beblat-Icrte Zweige, die wegen der decassirten Stellaag and charakteristischennbsp;Gestalt der Blatter hierher za rechnen sein diirften, recht haafig, wienbsp;ein Bliek aaf die vielen von Saporta (4) v. 3 abgebildeten Palaeocyparis-^i’ten lehrt. Aach anter den Coniferenzweigen von Solenhofen, dienbsp;iuan frilher anterschiedslos als Arthrotaxites oder Echinostrobas princepsnbsp;bezeichnen pflegte, sind zahlreiche Exemplare von Palaeocyparis, an

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der Blattstellung kenntlicli, vertreten. Soweit man allein nach den Zweigen urtheilen kaan, werden Merker mit Recht die eigenthümlichennbsp;Beste gestellt, welche von Debey und Ettingshausen (1) als Mori-conia Cyelotoxon zunachst als Farnkrautblatter beschrieben worden sind,nbsp;die daim Saporta (9) als Coniferen erkannt bat. Bei dieser Formnbsp;entsteht der gefiederte Habitus des Farnblattes dadurch, dass die Zweigenbsp;mit zweizeilig stekenden, dicht decussirt beblatterten Seitenzweiglein be-grenzten Wachsthiims besetzt sind, die ganz nach Cupressaceenart ab-wechselnde Zeilen flacher und scbarf gekielter Blatter aufweisen. Ab-bildungen finden sich bei Zittel (1) p- ais, Heer (5) muit- locis. Moriconia istnbsp;bis jetzt nur aus der Kreide bekannt, sie wird von Schenk mit Libo-cedrus verglichen. Gleichfalls der Kreide angebörig sind fiederig zweizeilig verastelte Zweigsysteme mit deutlicher Gliederung und wenig ber-vortretenden, oft gar nicht erhaltenen, decussirten, durch lange Internodiennbsp;getrennten Schuppenpaaren, welche, früherhin wohl als Culmites be-zeicbnet, von Schenk (4), (Z. I)p.3i4 Frenelopsis Hobeneggeri genanntnbsp;worden sind. Dass diese wirklich hierhergebören, ist durch Ze ill er (2),nbsp;der an Exemplaren aus dem Turon von Bagnols die Epidermis unter-suchte, und an dieser gewisse bei Frenela vorkommende Eigentbümlich-keiten der Spaltöffnungen fand, sehr wabrscheinlich gemacht; von dernbsp;Gattung Frenela sind sie indessen, wie Schenk (Z. 1) p-3i4 hervorbebt,nbsp;durch die nicht drei- sondern zweigliedrigen Blattwirtel verschieden.

Bei der Betrachtung d^r Taxaceen schliessen wir zweckmassig die Salisburieen als eigene Gruppe für nachtragliche Besprechung aus. Die-selben lassen sich, ihrer abweichenden Keimentwicklung halber, als solchenbsp;rechtfertigen, auch wenn man nicht mit van Tieghem und seinernbsp;Schule den weiblichen Bltithenspross als eine mit mehreren Ovula ver-sehene Fruchtschuppe deutet. Von den alsdann verbleibenden Formen,nbsp;die der Mehrzahl nach nur wenig charakteristische Eigenthümlichkeitennbsp;ihrer Vegetationsorgane zeigen, sind Fossilreste nur sparlich erhaltennbsp;und grösstentheils in ihrer Dahingehörigkeit ausserordentlieh zweifelhaft,nbsp;wie diess auch in Schenks (Z. 1) Darstellung von Toineya, Cephalo-taxus. Taxus und Podocarpus, auf welche hier verwiesen werden kann,nbsp;deutlich zum Ausdruck kommt. Wenn das als Cephalotaxites insignisnbsp;Heer (5) v. 71,1.5.3 abgebildete, den Patootschichten Grönlands entstam-mende samentragende Zweigstück, wofür der Habitus sprechen kann,nbsp;wirklich hierhergehört, dann würden wir diesen Typus schon aus dernbsp;obersten Kreide kennen. Als Endauszweigungen von Phyllocladus sindnbsp;früherhin, F. Braun (1), Blattreste aus dem Rhat gedeutet worden, dienbsp;jetzt für Farn- oder Cycadeenfiedern gehalten zu werden pflegen (Thinn-feldia). Neuerdings hat Heer (5) ein samentragendes Phyllodium ausnbsp;der oberen Kreide von Spitzbergen unter dem Namen Phyllocladusnbsp;rotundifolius Heer bekannt gegeben (v. sn, p. 129! t. n). Ohne Kenntniss

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des Originals lasst sicli indessen über die Berechtigung der Benennung niclits aussagen. Endlicb liat Schenk (2) t.4gt; sein Conchophyllitmnbsp;Richthofeni aus der chinesischen Carhonformation fragweise mit den weib-lichen Aehren von Dacrydium verglichen, ohne es indess gerade annbsp;®elbe anreiben zu wollen. Bis auf weiteres wird auch dieser Eest ganznbsp;zweifelhaft bleiben.

Aus dem Wealden einiger localen, unter den cenomanen Kalken von Tournay inBelgien gelegenen Spaltausftillungen(poches) bat Bertrand(l)nbsp;¦'^erkohlte Samenschalen beschrieben, die er nach ihrer Struktur zwischennbsp;Cephalotaxus und Torreya stellt und als Vesquia Tournaisii bezeichnet.nbsp;Er führt aus, dass die beiden erstgenannten Gattungen von allen lebenden Taxaceenformen die einzigen sind, bei welchen zwei Gefassbündelnbsp;das Integument resp. die Samenschale durchziehen. Und zwar unter-scheiden sie sich durch die Erstreckung, in der die beiden die Kantennbsp;des Samens einnehmenden Biindel in der Holzschicht der Testa ver-laufen. Aehnliches zeigt Vesquia, die Bündel sind zerstört, an ihrernbsp;Stelle sieht man Canale, die ihrer ganzen Lange nach in der Hartschalenbsp;liegen. Die Beweisführung erscheint sehr ansprechend, immerhin bleibtnbsp;noch die Möglichkeit, dass die betreffenden Samen einer der in jenernbsp;Epoche zahlreich verhanden gewesenen Salisburieen (Baiera, Phoeni-copsis, Feildenia) angehört haben könnten. Wenn Ginkgo selbst keinnbsp;Grefassbündel im Integument enthalt'), so ist damit, wie der Vergleichnbsp;^on Taxus mit Torreya zeigt, noch nicht gesagt, dass solche nicht beinbsp;jeuen alteren Formen aus ihrer Verwandtschaft verhanden gewesen seinnbsp;könnten.

Ginkgo biloba, der einzige lebende Typus der Salisburieen, steht kekanntlich, als ein völliger Fremdling, vereinsamt inmitten der heutigennbsp;Vegetation. In wildem Zustand nicht bekannt, scheint der Baum wirk-Ech nur noch in den Tempelhainen Chinas erhalten, durch Cultur sei-lens der Priester vor dem Aussterben bewahrt geblieben zu sein. Esnbsp;1st aber fast sicher, dass wir in ihm den letzten Auslaufer einer vormalsnbsp;^i’ten- und individuenreichen Verwandtschaftsreihe vor uns sehen. Einnbsp;nicht geringes Verdienst Heers (1 u. 5) ist es, diesen Nachweis geliefertnbsp;haben. Man kannte zwar schon früher manche der betreffendennbsp;i'em Ehat an aufwarts verschiedentlich gefundenen Formen, hatte sienbsp;nher für Fame gehalten und in der Regel als Cyclopteris und Baieranbsp;keschrieben. Von diesen griff Heer zuerst vornehmlich zwei heraus, dienbsp;man als Cyclopteris digitata bei Brongniart (1) v.i, t.ei,f.2,s und beinbsp;Lindley und Hutton (1) v. 1, t. 64 unter dem gleichen Namen abgebildetnbsp;findet. Er unterschied dieselben auf Grund seiner Spitzbergischen Materia-

1) C. E. Bertrand, Études sur les teguments séminanx des végétaux phanéro-Sames gymnospermes. Ann. des sc. nat. sér. 6 v. 7 (1878) p. 70 seq.

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lien aus dem braunen Jura, in welclien er sie wieder erkannte, als Ginkgo digitata Heer und Ginkgo Huttoni Heer, und fügte ilinen noch anderenbsp;Species liinzu. Dass diese Blatter keine Farnfiedern, sclüoss er ausnbsp;ilirem langen Stiel, in welclien die Spreite allmahlich verlauft, aus demnbsp;die parallelen, sicli weiterliin verzweigenden Nerven liervortreten, vornbsp;allem aber aus der tiefrinnigen Beschaffenbeit des Blattstiels und daraus,nbsp;dass derselbe, wo er ganz erhalten, eine basale Anschwellung über dernbsp;glatten Abgliederungsflache zeigt. In dem glückliclien Gedanken dernbsp;Parallelisirung mit Ginkgo wurde Heer dann durcb den Umstaud be-starkt, dass er auf denselben Spitzbergiscben Platten Samen vorfand, dienbsp;ibn an diese Gattung erinnerten, und kurze dicht mit rundliclien Nar-ben besetzte Zweigstticke, die deren Kurztrieben verglicben wurden. Esnbsp;bestarkte ibn in dieser Auffassung, dass abnliche Consortien mit Ginkgo-abnlichen Blattern auch an anderen Orten der Polarzone gefunden wurden, bei denen auch noch mannlicbe Blüthen binzukamen, welcbe eben-falls wesentlich an Ginkgo erinnern. Wir dürfen nacb alledem mit Heernbsp;als feststelieud annehmen, dass diese Blatter keine Fame gewesen seinnbsp;können; ibre jetzige Deutung freilich beruht liauptsaclilich auf einemnbsp;Scliluss aus dem Zusamménvorkommen, der denn auch der absolutennbsp;Sicherlieit entbehrt, in diesem Fall indessen besser, als es irgendwo sonstnbsp;in den alteren Formationen der Fall, begründet erscbeint. Die Nervaturnbsp;ist nacli Heer (5) für seine Formen, der unserer Ginkgo abnlicb, wasnbsp;indessen aus den Abbildungen nicht liervorgeht, da in diesen die gleicli-starken Nerven einfacb von der Blattbasis aus divergirend stralilen, vonnbsp;den beiden den unteren Blattrand begleitenden Hauptstrangen, aus denennbsp;erst die Zweige für die Blattlappen entspringen, nicbts zu entdeckennbsp;ist. Und da Heer angiebt, die Baiera pluripartita Schimp, aus demnbsp;Wealden stelie seiner Ginkgo digitata so nahe, dass sie derselben Gattung eingefügt werden müsse, so wird dieser Punkt um desswillen etwasnbsp;zweifelliaft, weil ich midi an den besterlialtenen Exemplaren diesernbsp;Form, die vom Osterwald im Deister stammen und in der Göttingernbsp;Sammlung verwalirt sind, iiberzeugt babe, dass eine von Ginkgo etwasnbsp;abweichende Nervatur vorhanden ist. Es ist aber, selbst wenn mannbsp;über vorzügliclie Materialien disponirt, recht scbwer, ein sicheres Bildnbsp;vom Nervenverlauf, zumal in der Stielnalie, auf die es eben ankommt,nbsp;zu gewinnen, weil einmal die Interstitien bier ausserst scbmal werden,nbsp;weil ferner die Dicke des Kolilenbelags und die quere Kunzelung seinernbsp;Oberflaclie, die ich mit Heer für einen ursprüngliclien Cliarakter desnbsp;Blattes halten möchte, einer genauen Unterscheidung hindernd in dennbsp;Weg treten. Schon im nachsten Abschnitt seines Werkes, der die Jiira-flora Ostsibiriens behandelt, bat Heer nun auf Grund der einmal ge-wonnenen Einsiclit bedeutend weiter gegrififen, die Gattung Ginkgo innbsp;seinem Sinn um mebrere Species vermehrt und ihr eine ganze Anzahl

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denera, vor allem Baiera F. Braun emend, angereiht. Bezüglicli wei-terer Ginkgoarten aus der Kreide Grönlands, aus dem Eocan und Miocan kann auf sein Werk und auf Schenk verwiesen werden. Eine dernbsp;luiocanen Formen G. adiantoides Heer, hei Sinigaglia gefunden, schliesstnbsp;sich schon ganz unmittelhar an nnsere lehende Art an. Die Gattungnbsp;Baiera, aus der Heer mehrere der alteren Arten ausgeschlossen hatte,nbsp;um sie zu Ginkgo zu hringen, erlauterte er hesonders an B. longifolia H.,nbsp;die im sihirischen Braunjura haufig, in Frankreieh nach Sap or t a (4)nbsp;uoch im Corallien gefunden ist. Als hesser hekannte Arten der Gattungnbsp;seien noch erwahnt B. Münsteriana Heer aus dem Rhat von Bayreuth,nbsp;B. paucipartita Hath, aus dem von Schonen, Auch in der Kreide sindnbsp;noch einigermaassen sichergestellte Baierareste gefunden. Die wieder-holt und tief einschneidend gablig getheilten Blatter der Baieren unter-seheiden sich von denen von Ginkgo durch die Kürze des Blattstiels,nbsp;durch die schmale Bandform der sehr stark verlangerten Blattlappen,nbsp;in welchen Heer zufolge keine weiteren Nervengabelungen mehr er-folgen. An dem hei Schenk, Z. (1) p-262 ahgebildeten Exemplar der B.nbsp;paucipartita Nath. sieht man die nur wenig getheilten Blatter, ahnlichnbsp;wie hei Ginkgo, an der Spitze eines Zweigleins heisammenstehen. Nachnbsp;den neueren Untersuchungen ist kaum mehr daran zu zweifeln, dass dienbsp;Salishurieen auch im Perm schon vorhanden gewesen sind, ja die Gattung Ginkgo selhst will Saporta (2) p. i45 mit seiner Salishuria primi-genia in den permischen Ahlagerungen Russlands nachgewiesen hahen.nbsp;Ich wage, ohschon der Habitus wohl stimmen könnte, kein ürtheil. Dienbsp;dem europaischen Kupferschiefer eigene Art, Baiera digitata Heer, frühernbsp;meist als Alge Brongn. (1) 1.1, f.9 (Fucoides Zonarites vgl. ohen) beschrie-hen, und der Regel nach in nicht allzusicheren Bruchstücken, selten voll-standig vorkommend, scheint stets nur wenigemale eingeschnittenenbsp;Blatter besessen zu haben, reicher war die Blatttheilung bei der ameri-kanischen B. virginica Font. et White (1). Dieselben Autoren beschrei-hen auch p.ioï. t. as einen in jeder Beziehung Ginkgo ahnlichen Blatt-typus aus derselben Formation Pennsylvaniens als Saportaea salisburioi-des Font. et White, der sogar im wesentlichen denselben Nervenverlaufnbsp;wie unsere recente Species besitzt. Auch die Gattung Rhipidopsisnbsp;Schmalh. dürfte nach Schmalhausens (1) Darstellung Ginkgo sehrnbsp;Qahe stehen; ihre tief facherförmig eingeschnittenen Blatter zeigen ahn-liche Nervatur und symmetrische Ausgestaltung, insofern ihre breitkeil-förmigen Abschnitte in der Blattmitte sehr gross sind, nach der Seitenbsp;liin sehr rasch abnehmen, so dass die letzten ganz winzig und rudi-mentar erscheinen.

Es wurde vorher erwahnt, dass die Ginkgo- und Baierablatter des braunen Jura Ostasiens mit ZweigstUcken, Samenresten und mannlichen

Solms-Laubach, Paltiophytologie. nbsp;nbsp;nbsp;5

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Blüthen zusammenlagern. Die beiden ersteren sind bei Heer (5) v. 4i, t. lo mit Ginkgo digitata vergesellsobaftet, desgleiclien v. 4ii, t. w mit Baieranbsp;Czekanowskiana; mannliobe Blüthen und ein weiblicher Inflorescenzstielnbsp;werden zu Ginkgo Huttoni, andere mannliche Blüthen zu G. sibiricanbsp;gerecbnet. Dieselben gleicben in der That den Blüthen unserer Pflanzen,nbsp;doch sind sie, seheint es, derber, mit straff abstebenden langeren Filamenten verseben, die zwei oder drei spreizende Pollenbelialter an dernbsp;Spitze tragen. Man vergleiehe das bei Heer (1) p-s desbezüglich ge-sagte. Neben Baiera longifolia und Czekanowskiana bat Heer einmalnbsp;Blüthen gefunden, die sich von denen der Ginkgoformen durcb einenbsp;grössere Anzahl schirmförmig geordneter Staubfacher unterscheiden. Esnbsp;spricbt für die Zugehörigkeit derselben zu dieser Gattung der Umstand,nbsp;dass Schenk (3) t e ganz ahnliche Blüthen im Rhat von Bamberg mitnbsp;Baiera longifolia gefunden und als Stachyopitys Preslii besehrieben hatnbsp;(Abb. bei Schimp er (1) t. -5, f. is-io). Bei einigen dieser Blüthen sprei-zen die Pollensacke radfórmig, bei anderen hangen sie, oberwarts demnbsp;gemeinsamen kegelfórmigen Conneotiv ansitzend, herab. Schenk (Z. 1)nbsp;p. 261 vermuthet darin einen generischen ünterschied, es ware aber auchnbsp;denkbar, dass die letzteren den noch nicht entfalteten Zustand dernbsp;ersteren darstellen könnten.

Den Salisburieen hat Heer ferner die im Jura Sibiriens gefundenen Gattungen Czekanowskia und Phoenicopsis angereiht, deren Stellungnbsp;indess viel minder als die der bisher betrachteten Formen gesicbert ist.nbsp;Das geht schon aus dem Umstand hervor, dass Heer (5) t.4ii, p.es innbsp;Versuchung war, Czekanowskia mit Isoëtes zu vergleichen. Diese Gattung zeigt büschelstandige, wiederholt dichotomisch getheilte linientor-mige, in den Endlappen haarfeine Blatter. Ob ein oder mehrere Hervennbsp;in den Blattern vorhanden, ist aus Heers Beschreibung nicht mit Sicher-heit zu entnehmen. Dieselben stehen, und davon habe ich mich annbsp;Originalexemplaren des British Museum selbst überzeugt, zu mehrerennbsp;an einem kleinen mit dichtgedrangten Niedei’blattschuppen besetztennbsp;Kurztrieb, der neben der gabeligen Blatttheilung den Ausschlag beinbsp;Beurtheilung der systematischen Stellung der Pflanze gegeben hat.nbsp;Die Kurztriebe werden tibrigens, wie Schenk hervorhob, weder vonnbsp;Ginkgo noch von den anderen Coniferen mit alleiniger Ausnahme dernbsp;Kiefern abgeworfen; dass sie hier regelmassig abhelen, geht aus demnbsp;steten Vorkommen der zusammenhangenden Blattbüschel mit Bestimmt-heit hervor. Die Blatter sind hauhg mit reihenweis auftretenden mit-unter gedrangten eiförmigen Anschwellungen zweifelhafter Natur besetzt,nbsp;die Heer auf Blattpilze zurückführen möchte. Wenn die sehr eigen-thümliche von Heer (5) t. 4ii, t. 21, f. s abgebildete Fructihcation, wie esnbsp;beinahe den Anschein hat, wirklich zu Czekanowskia gehort, so seheintnbsp;mir diese doch wesentlich von Ginkgo versehieden zu sein und wie Heer

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ganz richtig meint, elier an Ephedra dem Habitus nach zu erinneni. Aehnliche Dinge bildet aucli Schmalliausen (1) ab.

Mit Czekanowskia stimmt Phoenicopsis Heer (5) v. in, t. so darin tiberein, dass gleichfalls blatterbesetzte Kurztriebe vorbanden sind, dienbsp;von kleinen schuppenfórmigen Niederblilttern umgeben, in toto abfallen.nbsp;Aber die Blatter sind ganz einfach, ungetbeilt, bandformig, mit stumpfnbsp;gerundeter Spitze, gegen den Ansatzpunkt allmablich verschmalert,nbsp;stiellos. Sie sind nacb Heer einfach parallelnervig. Im Anschluss annbsp;diese Gattung ware endlich noch Heers Peildenia (5) v. 2m, t. 6; v.si, 1.1nbsp;zu erwahnen, ein ausserst zweifelhaftes Fossil, dem Miocan von Spitz-^ergen und Grinnellland entstammend. Die Blatter sind denen vonnbsp;Phoenicopsis wesentlich ahnlich, an der Basis mit Abgliederungsnarbennbsp;versehen, mehrnervig. Aber sie stehen nicht an Kurztrieben, sind viel-luehr in spiraliger Stellung einem Zweigstlick ansitzend gefunden wor-Da somit nur die bandartigen Blatter als Aehnlichkeit mit Phoenicopsis ertibrigen und beide Formen so weit von einander entferntennbsp;Schichtencomplexen angehören, so scheint mir beider Verbindung ziem-Hch gewaltsam; der Vergleich mit Podocarpus sect. Nageia, wie ihnnbsp;Heer andeutet, ansprechender. Aus der untersten Kreide von Werns-•iorf in den Karpathen hat Schenk (4) einen mit grossen bandfórmigennbsp;Hlattern dicht besetzten Zweig als Eolirion primigenium beschrieben.nbsp;Hr hat dieses spater (Z. 1) zu Phoenicopsis gezogen, von der es sichnbsp;doch durch das Fehlen der Kurztriebbildung wesentlich unterscheidet.nbsp;Es scheinen uns eben in Eolirion und Feildenia Reprasentanten vonnbsp;Hormen vorzuliegen, die wir aus Mangel au Material noch nicht be-nrtheilen können. Weitere giückliche Funde, zumal in der Kreidefor-öiation, werden hier eintreten müssen.

Weitere Gattungen, die von den Autoren, wie mir scheint, mit ziem-lich zweifelhafter Begründung hierher gezogen zu werden pflegen, sind Hiükgophyllum Sap., Whittleseya Lesq., Trichopitys Sap., Dicranophyl-lum Grand’ Eury. Bei Ginkgophyllum, dessen Typus das G. Grassetinbsp;®^p. aus dem Perm von Lodève bildet (abgeb. bei Schenk (Z. 1) p. 26o)nbsp;®iud Ginkgo oder Baiera ahnliehe, etwas unregelmassig eingesclmittenenbsp;Platter an einem verlangerten Zweig befestigt, an welehem ihre Inser-Honen weit herablaufen. Fon einer rinnenfórmigen Beschaffenheit de’snbsp;Stielg, von einer deutliehen Abgliederungsstelle ist nichts zu bemerken.

Weitere Arten reehnet Saporta (2) p. 144 u. ai hierher ein gelapptes Hlattfragment aus dem Perm des Ural (G. Kamenskianum Sap.), sowienbsp;Oudere Eeste aus dem Carbon Englands, Ginkgophyllum flabellatum Sap.nbsp;^dmlich (Psygmophyllum Schimp.), welches bei Bindley u. Hutton (8)nbsp;^•ut.28n.29 als Nöggerathiaspecies abgebildet ist. Einzelne kurzgestielte,nbsp;vorn mit stumpfem gezahneltem Rand endende Blattchen, die L e s q u e -1 eux (1) als Whittleseya beschrieben bat, die man auch bei Renault (2)

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t.4, t.5, f. 9,10 abgebildet findet, sind vorderhand für den Botaniker wertldos. Den Typus von Tricliopitys bildet gleichfalls ein Fossil aus dem Permnbsp;von Lodève, Tr. heteromorplia Sap. (Abb. Saporta (4) v. 3, t. m). Es istnbsp;ein Zweig mit verlaiigerten Internodien, mit Blattern besetzt, welche sielinbsp;in Büschel feiner linealer divergenter Lappen wiederbolt dichotomisehnbsp;spalten. An der Basis eines vorbandenen Seitenzweigs sind sie verkürztnbsp;und wenig oder gar nicht getbeilt. In den Blattachseln steken bin undnbsp;wieder gestielte knospenabnliche Gebilde, die Saporta (2) p. 92 spaternbsp;als Ovula zu deuten versucbt bat. Ein mit dieser Abbildung überein-stimmendes Exemplar sab ich in Paris in der Ecole des mines. Dienbsp;iibrigen bescbriebenen Formen der Gattung, eine aus dem Corallien vonnbsp;St. Mibiel, die andere aus dem braunen Jura Sibiriens, nur in Blatt-fragmenten bekannt, dürften wobl kaum genügend begründet sein.

Die nocb wenig bekannten carboniscben Beste, die man jetzt mit Grand’ Eury (1) als Dicranopbyllum bezeicbnet, können gleicbfallsnbsp;nur wegen ibrer gegabelten Blatter mit den Salisburieen verglicben werden. Sie sollen des Zusammenbangs wegen hier kurz besprochen werden,nbsp;obschon sie eigentlich in die letzte Abtbeilung der Coniferen zu ver-weisen gewesen waren. Die Dicranophyllen, von denen sich ausser beinbsp;Grand’ Eury Abbildungen beiEenault (2) v.i, t.i, f.9 and beiZeil-ler (3) t. 26, f. 1 finden, stellen dicke mit spiralig gestellten Blattern be-setzte Zweigstiicke mit kurzen Internodien dar, deren Oberflacbe dichtnbsp;gedrangte, in der Mitte erhobene rhombiscbe Felder zeigt, almlicb wienbsp;die Lepidodendren, von deren jedem ein Blatt ontspringt. Die Blatternbsp;selbst sind linealisch nadelartig, zu wiederholten Malen gabelig verzwelgt, an alteren Zwelgen gewöhnlicb stark rtickwarts gebogen. lebnbsp;babe mich von den bier gegebenen Charakteren des Gewacbses an zabl-reichen schónen in der Ecole des mines zu Paris bewabrten Exemplarennbsp;selbst ttberzeugen können.

Von den weiterbin zu betrachtenden Gattungen sind einige, die sich mit Wahrscheinlichkeit der grossen Araucareenreibe anschliessen, ohnenbsp;dass indessen festgestellt werden könnte, zu welchem der verschiedenennbsp;in dieser vorbandenen Typen sie geboren. Die anderen sind bezüglichnbsp;ibrer systematischen Stellung ganz unbekannt. Desbezüglicbe Aufkla-rüng ist nur infolge weiterer glücklieber Funde zu erhoffen.

Von allen in der recenten Flora nicht mebr vorbandenen Coniferen-gattungen die bestbekannte ist Voltzia Schpr., für die Trias charakte-ristisch, und auch sebon in den permischen Ablagerungen mit ein paar Arten vertreten. Die Zapfen der Voltzien, die öfters in toto und sogarnbsp;mit den Zwelgen im Zusammenhange gefunden sind (Abb. bei Sebim-per (3) 1.14 und Geinitz (2) t.s), haben im allgemeinen den Habitusnbsp;derer der Abietineae; sie sind cylindriscb-walzenförmig und aus dichtnbsp;gedrangten spiralstandigen Schappen zusammengesetzt, die, wie es sebeint.

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sclüiesslicli auseinanderspveizen. Die einzelne Scliuppe (Solms (1), Gelui tz (2)), von derber holziger Bescliaffenlieit, ist unterwarts nagelartig Zfi einem ziemlich langen Stiel verschmalert, oberwarts tbeilt sicb ihrenbsp;flache Platte in 5 oder 3 stumpf endende Zipfel, denen auf der Rück-®eite ebensoviele mediane bis zum Stielansatz herabreicbende gestreiftenbsp;ifQd hier zu einer wulstartigen Platte vereinigte Kiele entsprechen. Aufnbsp;^er oberen inneren Seite findet sieb bei sehr gut erlialtenen Resten einnbsp;rundliches, von einer scbarfen schmalen kielartigen Leiste umgebenesnbsp;Feld, an dessen Begrenzung die den Randern der Lappen entsprechendennbsp;Kanten ansetzen. Dieses Feld ist die Insertionsflache der herabhangen-•ien Samen, deren Zahl wahrseheinlich immer drei ist, wennschon mannbsp;mitunter nur zwei, rechts und links stehend, vorfindet. In solchen Fallennbsp;kann der mediane Same abgefallen sein, es ist freilich nicht ausge-®chlossen, dass er, vielleicht infolge von Verkümmerung, auch wirklichnbsp;fehle. Die Samen (Solms (1) t.2, f.29,30, Schenk (5) t 11, f. 1) gind platt-amp;edrtickt, eiförmig oder langlich, ringsum mit einem schmalen an dernbsp;Spitze scharf ausgeschnittenen Flügel umzogen. Nach diesem Zapfen-kau liegt nun, da von einer doppetten Schuppe nichts zu entdeckennbsp;ist, kein Grund vor, die Gattung zu den Abietineen zu rechnen; mannbsp;^'fird naturgemass zu der Vergleichung mit den Formen der Araucareen-i'eihe geführt, in welcher die flachen Schuppen mehr für Verwandtschaftnbsp;ttiit dem Araucariatypus, der Samenbau mehr für solche mit Sequoianbsp;sprechen scheinen. So lange wir den anatomischen Bau der Schuppennbsp;ificht kennen, der hier die entseheidenden Charaktere ergiebt, werdennbsp;^^ir desbezüglich wohl in Ungewissheit bleiben. Mannliche Blüthen, dienbsp;^eben den Exemplaren von V. heterophylla und Recubariensis gefundennbsp;^iad, erinnern in auffallender Weise an die unserer Fichten. Die imnbsp;^orstehenden gegebene Beschreibung der Zapfencharaktere ist naoh dennbsp;kestbekannten Arten V. Liebeana Gein. und V. heterophylla Brongn.nbsp;eutworfen. Bei beiden Species hat man die Zapfen mit den Zweigennbsp;Zusammenhang gefunden. Bei der für den bunten Sandstein charakte-i’istischen V. heterophylla, deren schönste Exemplare bei Sulzbad in dennbsp;^agesen gefunden sind, sind die Blatter sehr verschieden gestaltet. Innbsp;üer Regel ahnlich denen von Araucaria excelsa aus herablaufender Basisnbsp;^Krn- oder hakenförmig gekrümmt, nehmen sie stellenweise, zumal an dernbsp;Zweigspitze unter grosser Verlangerung linienfbrmige nadelartige Gestaltnbsp;^a. Schone Zweige mit beiderlei Beblatterung hat Schimp er (3) ab-Sebildet. Bei der permischen V. Liebeana Gein. ist diese letztere Belau-kunggform ausschliesslich oder doch vorwiegend vorhanden. Besondersnbsp;^ai Gera ist dieselbe in prachtigen Exemplaren gefunden, Geinitz (2).nbsp;^a der permischen Formation findet sieh ausserdem zu Fünfkirchen dienbsp;ikr ahnliche, durch schmalere Lappen der Fi'uchtschuppe unterschiedenenbsp;• hungarica Heer (13), ferner im Rothliegenden von Huckelheim V. hexa-

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gona Biscli. (1) durch uur 3-lappige Zapfeuschuppeu unterschiedeu. lu beiden Fallen kommen neben den Scbuppen langblattrige Zweige vor,nbsp;die dazu gezogen zu werden pflegen, und die in der That der sicher-gestellten Beblatterung der V. Liebeana sebr abneln. Wie Voltzia betero-phylla im Buntsandstein, so haben wir Voltzia Recubariensis im unternnbsp;Muschelkalk der Südalpen. Recoaro bei Vicenza bat reiches Materialnbsp;geliefert, Welches von Schenk (5) bearbeitet worden ist. Aucb biernbsp;sind die charakteristischen Zapfensobuppen mit den gleicbzeitig vorban-denen mannlicben Blütben und Icurzblattrigen Zweigen nur aufs Zusam-menvorkommen bin vereinigt worden, was jedocb durch die Aehnlich-keit der Triebe mit denen der erstbetracbteten Arten mehr als wahr-scheinlicb gemacht wird. Eine eigenthümliche Art V. Coburgensis Schaur.nbsp;(Glyptolepis keuperiana Scbpr.) kommt im Keuper von Coburg vor. Sienbsp;zeicbnet sicb durch lange scbmalcylindrische locker beblatterte Zapfennbsp;aus, deren Scbuppen am Rand in eine grosse Zahl von scbmalen spitzennbsp;Lappen gespalten sind. Im übrigen bemerke ich, dass die unter diesemnbsp;Namen zusammengefassten Reste erneuter sorgfaltiger Untersucbungnbsp;dringend bedürfen. Von den drei Species, welche Stur (l) aus dennbsp;scliwarzen Scliiefern von Raibl bescbrieben bat, soil die eine, V. Rai-blensis Stur durch 3-lappige Scbuppen sicb cbarakterisiren. Sie würdenbsp;also an V. bexagona sicb naher anscbliessen.

Einige eigentbömlicbe denen der Voltzia Coburgensis Schaur. sebr abnlich gebaute Zapfen aus dem sibiriscben Braunjura bat Heer (5) ï.4nbsp;als Leptostrobus bescbrieben. Schenk bat die Abbildung einer Artnbsp;(Z. 1) p. 291 reproducirt. Der lange dunne Fruchtstand ist mit locker ge-stellten 5-theiligen Scbuppen besetzt, er unterscbeidet sicb aber dadurcb,nbsp;dass er aus einem mit Niederblattern beginnenden nadellosen Kurztrieb,nbsp;wie bei den Weisstannen und Kiefern entwickelt wird, wdhrend dienbsp;Zapfen der echten Voltzien an der Spitze beblatterter Zweige stehen.nbsp;Nach Art der Cupressaceensamen geflügelte Samen, die neben dennbsp;Zapfen liegen, werden von Heer (5) v. c dazu gezogen; er glaubt, dassnbsp;deren zwei auf jeder Scbuppe in bangender Lage befestigt gewcsennbsp;seien. Ebenda giebt er Beschreibung und Abbildung von Kurztrieben,nbsp;die ein Büscbel langer flacber Nadelblatter tragen und die er gleicb-falls als dazugeliörig anspricht, weil sie daneben gefunden. Die vonnbsp;demselben Autor als Schidolepium (5) v. e (soil wohl heissen Sebizo-lepidium) beschriebenen Reste sind so unvollstandig bekannt, dass wirnbsp;uns damit nicht aufzuhalten brauchen. In der Form der Zapfenschup-pen bat aucb die Gattung Cheirolepis Scbpr. grosse Aebnlicbkeit mitnbsp;Voltzia. Diese Gattung bat Scbimper (1) auf die dem Rbat von Bay-reutb entstammende, von S c b e n k (3) als Bracbypbyllum Münsteri be-schriebene Pflanze bin aufgestellt. Spater ist im Lias eine zweite Artnbsp;Cheirolepis Eseheri Heer (Sap. (4) v.3) gefunden worden. Die breiten

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Zapfenschuppen sind kaïim in einen linealen Stiel verschmalert, am vorderen Rand eingesclinitten gelappt. Gewöhnlicli sind 5 gespitzte Lappen vorlianden, von denen die seitlichen die breitesten. Mitunter kommennbsp;aber Unregelmassigkeiten vor. Die Rückseite der Schuppe zeigt nachnbsp;Saportas Angaben ein verdicktes Feld, welches er wie überall fur dienbsp;mit dem Achselprodukt verbondene Bractee anspricht. Auf der Gegen-seite sollen 2 Ovula inserirt sein. Saporta hebt weiter liervor, dassnbsp;man die Schoppen immer vereinzelt finde und schliesst daraus, dass dienbsp;Zapfen auseinander gefallen seien. An dem zusammenhangenden Zapfen,nbsp;der von Schenk abgebildet wird und von dem er sagt, dass er ausnbsp;den 5-lappigen Schoppen bestehe, kann ich in der Abbildong nichtsnbsp;diesen letzteren ahnliches wahrnehmen. Mit diesen Zapfenresten zu-sammen kommen reichlich onregelmassig verastelte Zweige vor, mitnbsp;kurzschuppiger spiralstandiger Beblatterung. Ein sicherer Beweis dernbsp;Zusammengehörigkeit beider fehlt aber noch immer, eben weil der be-regte Zapfen die Gattungscharaktere nicht sicher erkennen lasst.

Aehnliche langgestreckte dünne und locker behlatterte, freilioh kleinere Zapfen wie Voltzia Coburgensis weist die Gattung Schizolepis Fr. Braun auf, von der wir 2 sichergestellte Arten aus den rhatischennbsp;Schichten kennen, namlich Sch. Braunii Schenk (3) aus Franken undnbsp;Sch. Follini Nath. (2) aus PMsjö in Schonen. Eine altere, auf sehr ge-i’inge Reste gegründete Art, Sch. permensis Heer bedarf erst noch wei-terer Klarstellung. Bei Schizolepis Braunii giebt Schenk Schoppen an,nbsp;die nagelartig unterwarts verschmalert, in der samentragende Plattenbsp;gehöhlt und am vorderen Rand in 2 eiförmige Lappen gespalten sind.nbsp;Von einer Gliederung in verwachsene Frucht- und Deckschuppe konntenbsp;er nichts erkennen und meint desshalb, die Gattung gehore vielleichtnbsp;eher zu den Abietineae. Saporta (4) dagegen sieht in der querennbsp;Begrenzungslinie der gehöhlten samentragenden Platte die Spitze dernbsp;Deckschuppe, die von der angewachsenen 2-lappigen Fruchtschuppenbsp;liberragt wird. Beide Autoren geben an, es seien 2 Samen verhanden,nbsp;deren Insertionspunkte sie auf der Platte der Schuppe in Form vonnbsp;helleren Kreisen zeichnen. Von den Samen selbst wird von Saportanbsp;angegeben, sie seien flügellos, und wenn ich die Diagnose recht verstehe,nbsp;aufrecht. Schenk halt sie für hangend. Worauf sich diese letzteren Angaben grtinden, weiss ich nicht; da aber nirgends ein Same abgebildetnbsp;^''ii’d, möchte ich beinahe glauben, dass sie aus der Lage der suppo-airten Insertionspunkte erschlossen worden seien, was ein zweifellosnbsp;anzulassiges Verfahren sein würde. Anfangs der diinnen Zapfenspindelnbsp;augedrückt, scheinen die Schoppen spater zu spreizen. Die habituellnbsp;ahnlichen Zapfen der anderen Art wiirden sich nach Saporta (4) v.a, t.i9inbsp;durch ungenagelte Schuppen unterscheiden; indessen sind die betreffen-den Figuren, nach Gipsausgtissen der auf dem Schiefer vorhandenen

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flaclien Hohldrucke liergestellt, schematisirt. Nacli Natliorst’s (2) Ab-bildangen 1.15 möehte man fast an- der Hierhergehörigkeit dieser Fossil-reste zweifeln, da in f.4,5,c,8 zwiscben und neben den 2-lappigen Gebil-den breite, mit zahlreichen Furehen und Endlappen versebene, Scbuppen nach Art derer von Voltzia Coburgensis zu sehen sind. Man könntenbsp;diese für die wirklichen Zapfenschuppen, die 2-lappigen Gebilde aber fiirnbsp;die durcb den Bruob des Gesteins entblössten Abdrücke der beiden annbsp;ibnen befestigten Samen halten. Es sind also aucb hier noch gar vielenbsp;Zweifel zu beseitigen. Wenn wir nun somit über die Zapfen schlechtnbsp;unterrichtet sind, so wissen wir über die Belaubung von Schizolepisnbsp;gar nichts. Denn man kann die Hierhergehörigkeit der zahlreichennbsp;übereinanderliegenden Nadeln von Palsjö gerade so wenig, als die dernbsp;Zweige auch nur wahrscheinlich maohen, die mit nadeltragenden Kurz-trieben besetzt, von Schenk hierhergerechnet werden.

ünter dem Namen Inolepis bat Heer (5) t.sh, t. lOu. 23 einige zapfen-tragende Zweige aus der grönlandischen Urgonkreide beschrieben, die in ihrer decussirten Schuppenbeblatterung durchaus den Habitus dernbsp;Cupressaceen aufweisen. Die endstandigen eifórmigen, unterwarts in dennbsp;Zweig verschmalerten Zapfen, die leider vom inneren Bau gar nichtsnbsp;erkennen lassen, werden aber von spiralstandigen Schuppen zusammen-gesetzt; die bogenfórmig gerundete Schuppenspitze ist durcb 3 tiefenbsp;faltenartige Langsriefen ausgezeichnet. Hier tragen also Cupressaceen-ahnliche Zweige Zapfen mit den ausseren Charakteren der Araucareen-reihe und man sieht wieder, wie vorsichtig man mit der Identificationnbsp;vereinzelter Zweigstücke sein muss. Bei der von Heer aus der Urgonkreide Grönlands beschriebenen (5) T.3ji,t. i9; y. cn, t. 28; v. 7i, t.48, dann vonnbsp;Nathorst (3) t-4 im Rhat Schonens aufgefundenen Gattung Cyparissi-dium sind die eiförmigen Zapfen aus Schuppen zusammengesetzt, die un-gefahr die Form derer unsrer Fichte haben, spiralig stehen und auf dernbsp;llückseite dicht gestreift erscheinen. Dazu gehören, wie ein an dernbsp;Basis des Zapfens erhaltenes kleines Fragment lehrt, Zweige mit ange-drückten schuppenförmigen spiralig stekenden Blattern, die unregelmassignbsp;verastelt sind und an die von Widdringtonia erinnern. Bei dem schwe-dischen Cyp. septentrionale Nath. liegen gleichfalls ganz ahnliche Zweigenbsp;dicht neben dem Zapfen, so dass man auf die Befunde Heers gestützt,nbsp;beider Zusammengehörigkeit wohl annehmen darf. Dass die neuerdingsnbsp;von Velenovsky (1) aus dem Cenoman Böhmens beschriebenen Arten,nbsp;C. minimum Vel. t. 9, f. 6,7; C. pulchellum Vel. t. 5, t. 5, sehr genau mit demnbsp;Zapfenbau des ursprünglichen Typus stimmten, kann ich nicht finden.nbsp;Auch die Gattung Sphenolepidium Heer (Sphenolepis Schenk) ist nur sehrnbsp;unvollkommen bekannt; ihr Zapfenbau durchaus zweifelhaft. Die zuerstnbsp;bekannt gewordenen Arten Sph. Sternbergianum und Kurrianum entstam-men dem hannöverischen Wealden Schenk (1); eine diesen sehr ahnliche


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Form, Sph. Terquemi hat dann Saporta (4) v. 3, t. los aus dem Ehat der Um-gehung voa Metz beschriehen. In wie weit die von Heer (14) neuerdings aus der Wealdformation Nord-Portugals angegebenen hierhergehören,nbsp;luöchte ich obne Einsiclit der Originalexemplare dahingestellt sein lassen.nbsp;Hie kleinen kugligen oder eiförmigen Zapfen stehen an den Zweig-spitzen büschelweise beisammen, haben den Habitus derer von Sequoianbsp;and besteken aus spiralig gestellten unterwarts keilformig verschmaler-ten, oben stumpfendenden Schuppen, welche anfangs zusammensebliessen,nbsp;spater spreizen. Hack Saporta ist die Spitze der Zapfensehuppe ahn-lich wie bei Sequoia in Form einer sckildförmigen Area entwickelt.nbsp;Zakl und Stellung der Samen ist ganz zweifelkaft. Mit Saportas undnbsp;Schenks Darstellung stimmen Heers Abbildungen seiner portugie-sisehen Formen wenig iiberein; die Spitze der Schuppen erscheint langs-gestreift, von einer terminalen Schildbildung ist nichts zu erkennen.nbsp;Wir werden daraus indess nicht unbedingt auf eine wesentliche Diffe-renz zu schliessen genöthigt, weil es im Text heisst: „les cones sontnbsp;fortement comprimés et il est trés difficile de déterminer la forme desnbsp;óeailles“. Wenn das der Palaontologe sagt, ist dem Botaniker jedernbsp;Zweifel erlaubt. Die Belaubung der Sphenolepidien ist spiralstandignbsp;augedrückt oder mit spreizenden Blattspitzen.

Soweit bis jetzt mit Sicherheit bekannt, ist die Gattung Geinitzia der oberen Kreide eigenthümlich — die bei Schenk (Z.1) citirten ameri-kanischen Tertiarfunde sind doch in ihrer Hierhergehörigkeit noch zunbsp;zweifelhaft —; es gehören zu derselben G. cretacea Ung. (4) aus Neu-stadt in Oesterreich, G. formosa Heer (15) aus Quedlinburg, und end-lich wohl ein Zapfenfragment aus den Patootschichten Grönlands, welches von Heer (5) v.7, t.51, f. 13 als G. hyperborea beschrieben ist. Dienbsp;cylindrischen Zapfen sind durch eine ausserordentlich dicke Achse aus-gezeichnet. Diese tragt Schuppen mit sehildförmiger polygonaler, in dernbsp;klitte vertieft genabelter, ringsum radiar gestreifter Endflache, die durchnbsp;‘ke Machtigkeit des naeh unten kaum verjüngten centralen Stieles auf-^ïillen. Die Angaben Heers fiber die an diesem langsgestreiften Stielnbsp;kefestigten Samen bedfirfen weiterer Bestatigung. Dass die neben dieseiinbsp;Zapfen gefundenen Zweige mit denselben zusammengehören, wird ffirnbsp;formosa wenigstens, durch Heers (15) Figur t.2, f..7, die beide in Zu-^ammenhang zeigt, erwiesen. Diese Zweige sind schlank, ruthenförmig,nbsp;'Wenig verastelt, sie sind ganz dicht mit spiralstandigen Blattern besetzt;

Blattbasen bilden an der Zweigoberflache rhombenförmige Areolen, *iie zumal da sehr deutlich hervortreten, wo die abstehenden sichelförmignbsp;gekrfimmten Spitzen durch den Aufbruch des Gesteins entfernt sind.nbsp;Hute Abbildung der G. formosa auch bei Schenk (Z. 1) p. 299.

Unter den Coniferenzweigen des lithographischen Kalksteins von olenhofen findet man ausser den früher erwahnten Cupressaceenformen

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imd den Brachyphyllen, von denen nacMier noch die Rede sein wird, zapfentragende Zweigstücke, die den von Schimp er auf die Gesammt-heit dieser Reste hezogenen Namen Echinostrobus Sternhergii behaltennbsp;hahen. Man vergleiche das betreffende Capitel bei Saporta (4). Dienbsp;fiederig verastelten Zweige (Abb. bei Schenk (Z. 1) p- 302) gind mit dichtnbsp;aneinander gedrangten, kurzen, schuppenfórmigen, mit breiter rhombischernbsp;Basis ansitzenden Blattern überkleidet, ungefahr in der Art, wie es beinbsp;der heutigen Gattung Arthrotaxis der Fall, wesswegen der Fossilrestnbsp;von Unger Arthrotaxites lycopodioides benannt worden war. Dienbsp;Zapfen sind kuglig; ihre Erhaltung ist derart, dass nur die ausserenbsp;Form erkannt werden kann. Eine jede der sie bildenden Schiippennbsp;endet in einen starken dornfórmigen Fortsatz. Saporta möchte dienbsp;Gattung in die Nahe von Arthrotaxis stellen. In ebendieselbe Verwandt-schaft gehort nach ihm Swedenborgia Nathorst (2); eine eigenthtimlichenbsp;Goniferenform aus dem Rhat von Schonen, von welcher bislang durchausnbsp;nichts als die an Cryptomeria habituell erinnernden Zapfen bekannt geworden ist. Diese Zapfen, offenbar tiberreif und abgefallen, sind eiför-mig; ihre Schuppen spreizen und stehen rechtwinklig ah. Die einzelnenbsp;Schuppe ist keilförmig, in den langen Stiel verschmalert, sie ist am Vor-derrand der Regel nach in 5 spitzige dreieckige Zahne getheilt, dochnbsp;sindUnregelmassigkeiten diesesZahlenverhaltnisseshaufig. Saporta(4)nbsp;zufolge würde der mittlere Zahn der Bractee, die andern der samen-tragenden angewachsenen Fruchtschuppenspitze entsprechen. Ueber dienbsp;Samen bleibt man im ünklaren; Nathorst giebt nicht ohne Zweifel

einen einzigen au, den er auch t. le, f.11 zeichnet, Saporta halt dafür.


dass mehrere vorhanden gewesen seien.

Ueber die Gattung Palissya Endh, die genauerer Aufklarung aufs dringendste bedarf, wird leider zunachst, da die Fundorte nichts mehrnbsp;ergeben, nach Schenks (3) (Z. 1) p.334 ( 8) wiederholter Bearbeitung wenignbsp;zu gewinnen sein. Man hat in derselben eine Anzahl Coniferenreste ausnbsp;dem frankischen Rhat vereinigt; sehr charakteristische Zapfen, Samennbsp;und Zweige. In Schonen sind beblatterte Zweige gefunden, die vonnbsp;Nathorst (2) dahin gerechnet werden. Ob mit Recht, wird bei dernbsp;schwankenden Begründung der Gattung kaum ermittelt werden können.nbsp;Zwei Arten, P. Braunii Endl. und P. aptera Sch. sind beschrieben, glei-chen sich indessen so wenig, dass Saporta (4) v.3, p.512 die letztere ausnbsp;der Gattung entfernen und lieber an Sphenolepis annahern möchte, wo-gegen Schenk (Z. 1) protestirt. In der That dürfte diese Einreihungnbsp;noch viel willkiirlicher als die zu Palissya sein. Als Palissya Brauniinbsp;werden nebeneinandcr gefundene Zapfen, Zweige und Samen vereinigt,nbsp;so viel ich sehe, eben nur auf Grund dieses Befundes. Die Zweige sindnbsp;dünn ruthenfórmig, mit locker gestellten, spiraligen, sehr spitz zulaufen-den, schmalen und flachen Nadein besetzt. Ob die Zapfen alle zu-

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sammengeliörig, scheint mir nicht ganz unzweifelhaft. Schenk (3) f-f, (Z. 1) p. 335, f. hildet einen solchen mit spreizenden, an der massig diekennbsp;Spindel hefestigten Schuppen, sowie am gleichen Ort mehrere ge-schlossene ah. Von dem ersteren hat er (8) und (Z. 1) p. 336 Detail-%uren, die die Stellung der Samen demonstriren, gegehen. Seinenbsp;Schuppen sind flach, verlangert lanzettlich und zugespitzt, ihr Seiten-1‘and ist unterwarts durch kurze, aufwarts gerichtete, lappenfórmigenbsp;Vorsprtinge wie gefiedert. Von diesem Thathestand hahe ich mich annbsp;den schonen Exemplaren des British Museum Geol. Dept. üherzeugt.nbsp;I^ie cylindrischen noch geschlossenen Zapfen dagegen lassen lediglichnbsp;gedrangte ühereinanderliegende lanzettliche Schuppen erkennen. Annbsp;®iiiein derselhen, der zerdrückt ist (Z. 1) f.c und hei dem man erwartennbsp;sollte die seitlichen Lappehen zu sehen, sind diese nicht deutlich, wo-durch seine Zugehörigkeit zweifelhaft wird. Die von Schenk an dennbsp;^erschiedenen Orten gegehenen Ahhildungen der ahgefallenen Samennbsp;®ind ehenfalls nicht unwesentlich von einander verschieden; mir dess-^vegen zweifelhaft. Mit der Angahe, dass die Schuppe mehrere Samennbsp;^i'age, hezieht er sich, wie aus (8) hervorgeht, auf die ohenerwahntennbsp;seitlichen Lappehen, die in den Detailfiguren als stark gewölhte Samennbsp;''^OQ sehr unregelmassiger Form erseheinen; in der sehr kurzen ursprting-lichen Darstellung (3) spricht er sich darüher gar nicht aus. Dieselbennbsp;Cregenstande werden von Saporta, der die Gattung nach dem geöffnetennbsp;Zapfen definirt, anders gedeutet, wogegen freilich Schenk Protest er-^lohen hat. Wie in der Mehrzahl der Falie, nimmt dieser Autor auehnbsp;hier zwei mit einander verwachsene Schuppen an; die Fruchtsehuppenbsp;®oll nun bei Palissya die Deekschuppe nicht mit der Spitze, sondernnbsp;®eitlich überragen, die Lappen sollen ebensovielen übergreifenden Ab-®chnitten ihres Eandes entsprechen. Das sind denn wieder Construc-tionen, für die die Thatsachen durchaus das nöthige Material nicht annbsp;*lie Hand geben.

Als Palissya aptera beschreibt Schenk zapfentragende Zweige mit ®piraliger Schuppenbeblatterung. Die terminalen Zapfen sind eifórmig,nbsp;aus gedrangten, lanzettlichen, scharf gekielten Schuppen gebildet, vonnbsp;^ksolut diiferentem Habitus. Ueber ihren inneren Bau weiss man nichts.nbsp;kleine ovale auf den Platten sich findende Körperchen werden ohnenbsp;^veitere Begründung als Samen angesprochen. Will man nach alledemnbsp;•iie Gattung Palissya überhaupt definiren, so muss man sich mit Sa-Porta an die Zapfenform halten, die wenigstens ihr eigenthümlichenbsp;Charaktere zeigt; man muss die unklare P. aptera unberücksichtigtnbsp;lassen. Audi darüber bleibt man im Zweifel, ob die nadelblattrigennbsp;Zweige wirklich als Beblatterung zu den Palissyazapfen geboren.

An letzter Stelle mag hier noch zweier Zapfenformen gedacht wer-deren Zugehörigkeit zu den Coniferen nicht tiber jeden Zweifel

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erhaben ist. Als Eutomolepis cynarocephala Sap. bat Saporta (8), vgl. Eenault (2) v. 4. p. ii9; t.u uud (Z. 1) p- w aus dem Mioean von Armissannbsp;einen elliptiscben Zapfen von 8 cm Lange bescbrieben, dessen grossenbsp;breite Scbuppen fest aufeinander scbliessen. Ibre Spitze lauft in einnbsp;stark entwickeltes, abstebendes, blattabnlicbes Anbangsel aus, welcbesnbsp;tief eingescbnitten gezabnt ist. ünd endlicb babe icb im British Museumnbsp;Geol. Dept. eine mit der Haberleinscben Sammlung aus Solenbofen da-bingelangte Platte geseben, die einen merkwürdigen von Tbiseltonnbsp;Dyer (1) als Condylites squamatus bescbriebenen Abdruck zeigt. Dassnbsp;er eine Conifere, ist ibm unzweifelhaft; am ersten möcbte er ibn mit dennbsp;Cupressaceen vergleichen. Auf der Platte liegen mehrere Zweige bei-sammen, sie sind sympodialen Aufbaues und enden je mit eigenthüm-lichen, ungefabr 4-iappigen Gebilden, bei denen man wobl an Callitris-zapfen denken kann. An einem Zweig ontspringen unter der diesesnbsp;Gebilde tragenden Spitze 2 sehlanke Innovationsprosse. Dass man esnbsp;wirklicb mit einer Conifere zu tbun bat, scbeint daraus bervorzugeben,nbsp;dass die Zweige stellenweis deutlicb mit gedrangten scbildfórmigen, spi-raligen, rhombiscben Blattkissen, etwa nacb Art von Artbrotaxis besetztnbsp;sind. Dyer vermutbet denn auob, dass mandie der sterilen zu Artbro-taxites oder Palaeoeyparis gerecbneten Solenbofener Zweige bierber-gebören möcbten. Man ist versucbt, in Saportas (4) v. i,t. ;s-4 Algen-gattung Itieria, von der icb ein Exemplar in der Sammlung der Écolenbsp;des mines zu Paris geseben babe, und die, dem weissen Jura angebörig,nbsp;im Corallien von St. Mibiel und im Kimmeridge von Orbagnoux ge-funden ist, die gleicbe Pllanze, nur in scblecbterem Erbaltungszustandnbsp;zu seben.

Nocb ertibrigen endlicb ein paar Gattungen, die bei kaum oder gar nicbt bekannter Fructification, ausschliesslich auf Charaktere der Belau-bung begründet sind, und demgemass in hobem Grade einen provisori-scben Charakter an sicb tragen. Da ist zuerst Albertia Sclipr. (3) (1) zunbsp;erwahnen, die dem bunten Sandstein eigenthümlieh, bisber fast nur innbsp;den Vogesen, zumal in dem leider aufgegebenen grossen Steinbrucbnbsp;von Sulzbad bei Strassburg gefunden ist. Die bilateral verasteltennbsp;Zweige tragen in spiraliger Stellung, abstehende, flacbe, aus breiternbsp;Insertionslinie löffelförmig geböblte, vorn abgerundete Blatter, die einenbsp;zarte Langsstreifung zeigen. Von den Dammarablattern, mit denen sienbsp;gewöbnlicb verglicben werden, sind sie durcb die breiten Insertions-flacben w'esentlicb verscbieden. Zapfen, deren Hierbergebörigkeit ernbsp;annabm, bescbrieb Scbimper als eilanglicb und aus einfacben eiför-migen Scbuppen gebildet. Jede Scbuppe sollte einen ringsum geflügeltennbsp;Samen tragen. Als Scbimper die Gattung aufstellte, bat ibm sicber-lich kein vollstandiger Zapfen vergelegen; er batte denselben sonst ab-gebildet und sicb nicbt mit Darstellung von Eeconstructionen begnügt.

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Spater hat das Strassburger Museum in der That einen auf die Be-schreibung stimmenden Zapfen, der ungefahr den Habitus eines Fichten-zapfens zeigt, erhalten. Derselbe ist jetzt noch verhanden, zeigt aber keine Spur von den Samen, so dass ich nicht weiss, worauf deren vonnbsp;® c h i m p e r gegebene Beschreibung gegründet ist. Und da auch diesernbsp;Zapfen nicht an beblatterten Zweigen ansitzt, so ist seine Beziehungnbsp;auf Albertia durchaus willkürlich und in keiner Weise gestützt. Dienbsp;Von Schimper abgebildete angebliche mannliche Blüthe hat Schenknbsp;(Z. 1) p. 284 bei Nachuntersuchung des Originals als einen jugendlicheunbsp;Voltziazapfen erkannt. Es scheint im übrigen verschiedenes unter diesernbsp;Bestimmung vertheilt worden zu sein, denn Renault (2) v.4, p.io4; t.7, f. unbsp;stellt eine solche mannliche Blüthe, gleichfalls von Sulzbad stammendnbsp;dar, die, wenn sie zu Albertia gehorte, diese Gattung zweifellos vonnbsp;den Coniferen ganzlich loslösen würde. Man könnte die Vergleichs-ohjekte dafür dann viel eher bei der nachher zu besprechenden Gruppenbsp;der Cordaiteen suchen. In der Achsel blattartiger Schuppen stehen nam-kch bei diesem merkwürdigen Rest andere Schuppen, welche mehrerenbsp;Beihen von Staubgefassen tragen, deren sitzende langgestreekte Antherennbsp;zahlreich und büschlig vereinigt sind (anthères sessiles, trés allongées,nbsp;aombreuses fasciculées etc.).

Eine andere wichtige für die permische Formation charakteristische Gattung ist Walchia Sternbg. (1). Bei der haufigsten Art, der W. pini-formis St. zeigen die reichlich zweizeilig verastelten Zweigsysteme, dienbsp;^an nicht selten im Zusammenhang findet, durchaus den Habitus derernbsp;Von Araucaria excelsa, sie sind mit spiralstandigen, sichel- oder haken-förmig gebogenen kurzen Blattern rings besetzt. Andere Zweige, die in-dess vielleicht zu derselben Art geboren können, lassen die hakenförmigenbsp;Bpitze der Blatter vermissen, wieder andere, die wohl mit Recht alsnbsp;eigene Species (W. filiciformis Stbg.) beschrieben sind, zeigen lockerenbsp;^icht schuppig deckende Beblatterung. Die einzelnen Blatter stark hakignbsp;Sokrtimmt und mit starkem fast kegelfórmigem Blattpolster, stehen fastnbsp;i'Ochtwinklig ah. G oppert (3) p. 238 giebt an, die Blatter seien mehr-nervigj da er sich aber nur auf ausserlich sichtbare Streifung beruft,nbsp;aug der nicht ohne Weiteres auf den Nervenverlauf geschlossen werdennbsp;darf, 80 ist dieser Angabe kein Gewicht beizulegen. Obschon wir nunnbsp;lediglich nach dem ausseren Habitus alle diese Zweige unter Walchianbsp;vereinigen, so können dieselben möglicher Weise doch zu ganz verschie-denen Gattungen als Belaubung zugehört haben. Und man kommt zumnbsp;'Ordacht, es moge sich so verhalten, wenn man beachtet, welcherleinbsp;verschiedene Fructificationsorgane die Autoren dem Genus zugeschriebennbsp;daben. Da hat vor allem Bergeron (1) einen Walchiazweig aus dennbsp;«chiefern von Lodève abgebildet, der an den untersten seiner fiederigennbsp;eitenzweige terminale cylindrische Zapfen tragt, von deren einem schon

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die Schuppen hermitergefallen, so dass nur die mit den Ansatzpunkten bezeichnete Spindel restirt. Diese Zapfen sind dacbziegelig, spiralignbsp;beblattert, die einzelnen Schuppen haben lanceolate Spitzen; die Detailsnbsp;ihres Baues sind nicht bekannt. Ein etwas minder vollkommenes Stttcknbsp;derselben Art batte Weiss (1) t-i’ dargestellt; die Zapfen selbst, ohnenbsp;Zusammenhang, waren bereits von verscbiedenen Autoren, wie Göp-pert (3), vgl. auch Schimper (1) t.73 besclirieben. Das Bergeron’schenbsp;Exemplar und ebenso ein abnliches aus Lodève, welches ich besitze,nbsp;tragt seine woblausgebildeten Zapfen auf langen Zwelgen, dazwischennbsp;steken solche auf kurzen in jugendlicberem Zustand. Wenn aker diesernbsp;Autor aus diesem Thatbestand den Schluss ziekt, dass die zapfentragen-den Zweige sich spater, nacb den vegetativen, etwa aus rullenden Knospen,nbsp;entwickelt batten, so ist dem entgegenzubalten, dass die jungen Zapfennbsp;friihzeitig verkommen sein können, und dass man solche verkommendenbsp;Anlagen selir haufig bei unseren lebenden Formen an scbwacblicben,nbsp;gleicbzeitig mit den anderen entwickelten Aestchen findet.

Auf der anderen Seite bat Grand’ Eury (1) einen Walchiazweig aus den bituminösen Schiefern von Autun bescbrieben und p- sh durclinbsp;einen Holzschnitt illustrirt, von dessen 2 in toto erbaltenen Seitenzweigennbsp;der untere eifórmige Carpolithen in der Achsel seiner Blatter tragt, wah-rend an dem oberen an derselben Stelle kleine geschlossene, undeut-lich vielblattrige Knöspcben steken. Erstere balt er flir die Samen, letz-tere für die mannliclien Blüthen der Pflanze, die der Beblatterung nacbnbsp;unbedenklicb zu Walchia gezogen werden würde. Seine kurze in einernbsp;Anmerkung gegebene Notiz wird nun erfreulicher Weise durch Renault (2) V. 4, p. sgt;8, der das Originalexemplar zu untersuclien Gelegenbeitnbsp;batte, erganzt. Dieser Autor sagt, dass an den blattachselstandigennbsp;Samen kein Zweifel sein könne. Sie sind nacb ihm eifórmig, 4—5 mmnbsp;lang und plötzlich in eine feine Spitze ausgezogen, ihre kohlige Eindenbsp;umschliesst einen Kern von Sehwefelkies. Aucb die kleinen Knospennbsp;des anderen Zv'eiges sind in Sehwefelkies verwandelt und bat sichnbsp;Renault nicht sicher davon überzeugen können, dass sie mannlichenbsp;Katzehen darstellen. Etwas abnliches, wie diese von den französischennbsp;Autoren beschriebenen Reste hat schon Göppert (3) t. 49, r. 11 n. 13 bekannt gegeben; in f-u ist eine Zweigspitze gezeichnet, von der sichnbsp;zahlreiche samenartige eiförmige Körperchen herunterlösen; f. 13 zeigtnbsp;zahlreiche blattachselstandige Knospen, die den ahnliehen Gebilden desnbsp;beregten Zweiges an die Seite gestellt werden könnten. Als Pseudo-walchia frondosa bezeichnet Renault (4) endlich einen Walchienzweignbsp;von Millery bei Autun, bei dem samenartige, eifórmige Körper gar terminal auf den Zweigspitzen stehen, er legt indess selbst auf diesesnbsp;einzige Exemplar nur ein geringes Gewicht.

Wenn schon für Walchia der Verdacht naheliegt, dass sie eine künst-

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liche und provisorische Sammelgattung heterogener Reste von gleicliem Habitus sei, so wird dieser für die nun zu besprechende Gattung Pagio-Phyllum Heer (Pachyphyllum Sap.) zur völligen Gewissheit. Mit diesemnbsp;Hamen bezeichnet man namlich Zweige mit dicht gedrangten spiraligen,nbsp;herablaufenden Blattkissen entspringenden, meist kurzen, mitunternbsp;fiuch verlangerten lanzettlichen Blattern, wie sie zumal in den mesozoi-sehen Formationen vielfach vorkommen. Die Blatter sind auf der Rück-®eite vielfach mehr oder weniger stark gekielt, und zeigen zahlreichenbsp;Heihen nadelstichahnlicher Spaltötfnungen auf. Eine Menge von Artennbsp;Trias, Jura und Kreide findet man bei Schenk (Z. 1) p-216 citirt;nbsp;He jurassischen sind bei Sap or t a (4) ausfiihrlich beschrieben. Bei dennbsp;citeren Autoren, die dort nachzusehen, gehen sie meistens als Arauca-Hten. Ob der von Saporta (4) t. iso abgebildete Solenhofener Zapfennbsp;''virklich zu seinem P. cirinicum gehort, weiss man nicht; dasselbe giltnbsp;^¦«n den Schuppen, die im Infralias von Metz mit P. rigidum Sap. vonnbsp;Pomel gefunden wurden. Und sie könnten uns, selbst wenn ihre Zu-gehörigkeit ausser Zweifel ware, doch nur über die Fructification dernbsp;^etreffenden Art belehren; bei anderen könnte diese ganz anderer Be-sehaffenheit sein. Es entspricht lediglieh alter Gewohnheit, wenn mannbsp;'quot;OU Pagiophyllum die Uil man ni en des Zechsteins unterscheidet, wienbsp;(1) diess nachzuweisen versucht habe. Ursprünglich war die Gattungnbsp;Göppert (3 u. 4) unter willkürlieher Vereinigung von Zweigen undnbsp;*^apfenartigen Gegenstanden begründet; von den filteren Autoren warennbsp;He Zweige zumeist als Caulerpites und Fucoides beschrieben. Da sienbsp;’ïiitunter in Kalkearbonat versteinert vorkommen, so hat sich der ana-Hmisehe Bau der Blfitter feststellen lassen. Diese sind bei allen Artennbsp;®iünervig; ihr Geffissbündel wird beiderseits von einem breiten Trans-^^sionsflügel, der aus Netztracheiden besteht, begleitet. Hypodermalenbsp;ï'asern sind bei den verschiedenen Arten in verschiedener Vertheilungnbsp;^oi-handen. Ullmannia Bronnii, unter dem Namen der Frankenbergernbsp;^upferfihren bekannt, kommt im Kupferletten von Frankenberg in Hessennbsp;kleinen beblfitterten Zweigfragmenten vor, die die Ausscheidungs-®eutra des Kupferglanzes bilden, so dass früher auf sie der dortigenbsp;Hupferbergbau betrieben wurde. Ihre gedrfingten, kurz zungenfórmigennbsp;Platter sind kaum von denen anderer gewöhnlicher Pagiophyllumartennbsp;^erschieden. Zwei oder drei andere Formen, U. selaginoides, U. fru-^entaria und U. orobiformis zeigen stfirker verlfingerte Blfitter, die beinbsp;H- frumentaria spitz und auf dem spaltöffnungsreichen Rticken etwasnbsp;Sckielt, bei den beiden andern fast walzig und stumpf gerundet sind.

Form von Abdrücken sind sie im Kupferschiefer vielerorts, zumal bei Hera hfiufig; in Kalkearbonat versteinert mit erhaltener Struktur sind sienbsp;^1’ bei Ilmenau in Thüringen, in Geoden eingebacken, gefunden worden,nbsp;^ler zeigt sich, dass Ullmannia frumentaria getrennte, parallel ver-

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laufeiide, subepidermale Faserstrange besitzt, M’abrend bei beiden andern eine dunne continuirlicbe Faserscbicbt an diesem Ort sieb vorfindet. Beinbsp;Schenk (Z. 1) p.274 ist diess aus Versehen umgekehrt angegeben, auchnbsp;steht dort das Synonym U. lycopodioides bei ü. selaginoides, wahrendnbsp;es doch zu U. frumentaria gehort. Sowobl bei Frankenberg als beinbsp;Gera finden sicb banfig ovale oder eilanglicbe zapfenartige Körper, ausnbsp;lanzettlichen Scbuppen aufgebaut, habituell den in erster Linie, bei Be-sprechung von Walchia, beschriebenen ahnlich. In Gera sind solchenbsp;Zapfen, über deren Ban wir leider nicbts wissen, mit U. frumentarianbsp;zusammenbangend gefunden worden (Solms (1) t.Sie sind vonnbsp;Geinitz (1 u. 2) verscbiedentlicb abgebildet. Es kommen ferner innbsp;Frankenberg eigentbtimlicbe Scbuppen vor, mitunter zu zapfenartigennbsp;Aggregaten vereinigt. Diese sind es, die Göppert als Fructification zunbsp;Ullmannia zog; icb babe sie, da es nicht einmal sieber, ob sie von Coniferen abstammen, mit dem unprajudicirlicben Namen Strobilites Bronniinbsp;belegt. Diese Scbuppen sind kreisrund, einerseits genabelt und am ver-dickten Rand mit radialen Furcben verziert; auf der anderen Seite zeigennbsp;sie in der Mitte einen kurzen Stiel, und bei selten guter Erbaltung umnbsp;diesen berum einen Kranz von Feldern, deren jedes im Centrum einennbsp;punktförmigen Hoeker aufweist. Kein Zweifel, dass hier die Narbennbsp;abgefallener Organe, vielleicht der Samen, vorliegen. Für weitere Details dieser zweifelbaften Roste mag auf meine erwahnte Abhandlungnbsp;verwiesen sein.

Zweige und Zweigsj^steme aus den mesozoischen Ablagerungen, un-gefahr den Habitus von Arthrotaxis aufweisend, werden als Br achypbyl-1 u m Brongn. bezeiebnet. Ihre spiraligen, einander beriibrenden, gleicb-artigen Blatter sind ausserordentlich verkürzt, der Basaltheil in Form eines polygonalen in der Mitte bucklig erhobenen Schildes entwickelt;nbsp;ihre Spitze, sehr stumpf, gewöbnlicb einwarts gebogen und sicb der Be-tracbtung entziebend, bekommt mitunter etwas starkere Entwickelung,nbsp;WO dann die Zweige nur sebwierig von den Pagiophyllen zu untersebei-den sind. Eine haufig deutliche, punktfórmige Erhabenbeit auf demnbsp;Rücken des Schildes sebeint einem Oelbebalter, der hier abnlicb wie beinbsp;unseren Cupressaceen lag, zu entspreeben. Zahlreicbe jurassisebe Formennbsp;finden sicb bei Sap ort a (4) v.s abgebildet. Die Fructification diesernbsp;Coniferenzweige ist kaum bekannt; Sap ort a bildet zwar einige ovalenbsp;Zapfen ab, die im Habitus einigermaassen an die bei Walchia erwabntennbsp;erinnern, er macht auch, wie gewöbnlicb, allerlei Conjekturen über ihrennbsp;nicht deutlich erkennbaren Bau, bleibt aber den Beweis schuldig, dassnbsp;dieselben zu den Zweigen von Br. Jauberti und Moreauanum, nebennbsp;den en sie bei Verdun und Chateauroux gefunden wurden, wirklieb ge-bören. Heer (5) bat an den Zweigspitzen seines, aus dem Braunjuranbsp;Sibiriens stammenden, Br. insigne ansitzend kuglige zapfenartige Körpev


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gefuaden, welche von ahnlichen polygonalen Schappen, wie die Zweige selbst zusammengesetzt werden, far deren innere Besehaffenheit aher garnbsp;kein Anhaltspunkt vorliegt. Abbildung dieser muthmaasslichen Fruchtnbsp;''^on Br. insigne findet man bei Schenk (Zittel (1) p- soo); hier ist auchnbsp;eine Aufzahlung der sammtlichen besehriebenen Arten, die an diesernbsp;Stelle kein Interesse bieten würden, gegeben. Eine Art, B. nepos, hatnbsp;S^'Porta, was erwamp;hnt werden mag, unter den als Echinostrobas vonnbsp;Schimper zasammengefassten Solenhofener Coniferenzweigen nachge-''^iesen. Besonders reichlich sind diese Eeste im weissen Jara Frank-^öichs and Englands (B. mamillare Brongn., Scarboroagh) vertreten.

Zam Schluss mass noch der vonEathorst (3) vgl. (Z. 1) aas dem Ehat voa Schonen besehriebenen G-attang Camptophyllam Erwah-nang geschehen, obschon sie ihr Aator selbst fiir einen Rest incertae sedisnbsp;^asieht. Es sind das kleine Zweigstücke mit dicker Axe and flachennbsp;*iadelartigen, in eigenthtimlicher Weise bogenförmig rackwarts gekriimm-

Blattern.

Granz zweifelhafter Natar sind die kleinen mit schuppenförmigen Slattern besetzten Aststacke, sowie die nadelfórmigen mit zwei longitadi-Halen Kielen verschenen Blattchen, die Ster zei (1) als Dicalamophyl-kim Altendorfense aas den Hornsteinen des Chemnitzer Rothliegenden

beschreibt.

Die Oberflache entblatterter Aeste and Zweige von Coniferen scheint gleichfalls hin and wieder im Abdraek oder Steinkern erhalten za sein;

iüdess bei allen diesen Resten die Sicherstellang der Hierhergehörig-keit eine vollstandige Unmöglichkeit, so wird aaf die Anfahrang der ^inzelnen in der Literatar vorhandenen Angaben füglich verziehtet werden dtirfen. Nar eines Fossils möchte ich in Karze gedenken, welchesnbsp;^eaerdings in Vergessenheit za kommen droht, dessen Zagehörigkeitnbsp;den Coniferen indessen dareh Schliffpraparate sichergestellt scheint,nbsp;die von einem verkieselten Stüek genommen warden. Es ist das Tylo-dendron speciosam Weiss (1) p iss, im Sandstein der Ottweiler Schichtennbsp;(uaterstes Rothliegendes) in der Gegend von Saarbrücken mit vielen verkieselten Hölzern zusammen gefanden, dann aach darch Zeiller (4)nbsp;f, 1 im Perm von la Corrèze bei Brive nachgewiesen. Weiss rechnetnbsp;daza verschiedene ahnliche von Eichwald (1) beschriebene and abge-bildete Zweigsteinkerne, die theils aas dem Kohlenkalk, theils aas dennbsp;Permischen Ablagerangen des östlichen Ensslands stammen. Seine eige-Jien Abbildnngen des Tylodendron speciosam zeigen bis 70 cm lange, gebade anverzweigte, den Gipfeltrieben von Coniferen ahnliche Aeste, dienbsp;bberall mit sehmalen rhombischen, convexen, spiralig gestellten Kissennbsp;kedeckt sind, deren jedes oberwarts einen farchenartigen Eindrack zeigt.nbsp;Ia regelmassigen Intervallen schwellen die Zweige spindelfórmig an, dienbsp;«ntere Halfte der Anschwellung ist darch die stark verkürzten Blatt-

S olms-Lautach , Palaophytologie. nbsp;nbsp;nbsp;6

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Coniferen.

kissen iln-er Oberflache ausgezeicbnet, ganz ahnlich, wie diess bei un-serer Fichte an der mit Knospenschuppen besetzten Spitze des Jahres-triebs der Fall zu sein pflegt. üeber die Anatomie der Pflanze sind wil’ nnr nnvollkommen nnterrichtet; Weiss giebt indess einen Kadial-schliff, der durchaus das Bild eines der zu Araucaroxylon gereclinetennbsp;Coniferenhölzer bietet, so dass dadurch die Hierhergehörigkeit des Eestesnbsp;gesichert wird.

Hölzer Yom Bau nnserer lebenden Coniferen sind, wie allbekannt, in den verschiedenartigsten Erhaltungszustanden durch die ganze For-mationenreihe vom Mittelderon aufwarts verhanden, sehon in den hölierennbsp;Gliedern der Koblenformation beginnen sie überaus haufig zu werden.nbsp;Man bat denn auch eine Zeit lang grosse Hoffnungen gehegt, aus ihrernbsp;Untersuehung wichtige Kesultate und Anhaltspunkte zu gewinnen. Vornbsp;Allen ist es Göppert (5, 4) gewesen, der dieses Feld cultivirt hat. Beinbsp;der Gleichfórmigkeit des Baues, durch die der Secundarzuwachs dernbsp;Coniferen sich auszeichnet, waren indessen die Ergebnisse dieser Be-mühungen nicht in dem Maasse, wie man wohl voraussetzen durfte, vomnbsp;Erfolg gekrönt. Vor Allem haf sich gezeigt, dass auch andere den Coniferen zwar nahe stehende, aber doch differente Gruppen, wie z. B. dienbsp;palaozoischen Cordaïteen so gleichgebaute Hölzer besitzen, dass man,nbsp;wenn nicht ganze Stammtrumme vorliegen, sie nicht zu unterscheidennbsp;vermag. Des weitern hat hereits Göppert eingesehen, dass man auchnbsp;innerhalb der Classe nach dem Holzbau nur in den seltensten Fallennbsp;die Gattungen, ja vielfach nicht einmal Glieder verschiedener Familiennbsp;von einander trennen kann; er ist so zu der Aufstellung der als Pinites,nbsp;Araucarites, Cupressinoxylon, Taxites bezeichneteu Hölzergruppen ge-langt, deren erstere im wesentliohen die recenten Abietineen, die zweitenbsp;die Araucarien und Dammaren und ausserdem, wie oben erwahnt, dienbsp;Cordaïteen, die dritte die Cupressaceen und Podocarpeen, die vierte dienbsp;Taxineen umschliesst. Dazu kamen dann noch die Gattungstypen Phy-sematopitys, dem Holz von Ginkgo entsprechend, Protopitys, welche wohlnbsp;zweifellos eines der weiterhin zu besprechenden jetzt als Arthropitys be-zeichneten Hölzer zweifelhafter Zugehörigkeit reprasentirt, und die ganznbsp;zweifelhafte Spiropitys. Leider hat Göppert die so gewonnenen Hölzergruppen als Gattungen gefasst und innerhalb derselben nach Charakterennbsp;zum Theil sehr zweifelhafter Berechtigung zahlreiche Species unter-schieden. Seine Hauptresultate hat dann Kraus (1, 3) (Schimper(l)nbsp;p. 363 seq.) zusammengefasst und durch Spaltung von Pinites in Pityoxylonnbsp;und Cedroxylon, von denen ersteres die Kiefern, das andere die übrigennbsp;Abietineen umschliesst, erweitert. Die zur Speciesdefinirung verwendetennbsp;Charaktere hat er eingehender Kritik unterzogen, durch welche er nach-wies, dass die relativen bis dahin allgemein verwendeten Kennzeiehen, alsnbsp;da sind: Jahrringsbreite, Weite der Zelllumina, Dicke der Zellwandungen,

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Coniferen.

Anzalil der Tüpfelreilien auf den Eadialwanden der Tracheiden, Höhe der Markstralilen und Haufigkeit derselbeu nicht oder nur mit aussersternbsp;Vorsicht angeweudet werden dürfen, weil sie, wie Mo hl') in seinernbsp;hekannten Arbeit nacbgewiesen batte, in den verschiedenen Organennbsp;eines und desselben Baumes (Stamm, Zweig, Wurzel) weitgelienden Aen-derungen unterliegen, weil ausserdem bei verschiedenen Baumen der-selben Art die grössten individuellen Schwankungen bestehen. Ausführ-liebe Begründung dessen bat, was Zahl und Höhe der Markstralilennbsp;betrifft, Essner (1) geliefert; Kraus (1) r-iss selbst batte durch Auf-stellung von Diagnosen in Dopperts Art aus dem zusammenhangendennbsp;Stamm und Ast eines Braunkoblenbolzes der Rhön gezeigt, dass diesenbsp;gesondert gefunden, auf solchem Weg zwei trefflich gescbiedene Speciesnbsp;abgegeben haben würden. Die Charaktere der Kraus’scben Dattungs-gruppen sind nun folgende: 1) Araucaroxylon (Dadoxylon Endl).nbsp;Radialtüpfel der Tracheiden entwcder einreibig, einander unter gegen-seitiger Abplattung berübrend, oder mehrreibig alternirend, unter gegen-seitiger Berührung polygonal. Markstralilen im Tangentialschnitt ein-reihig. 2) Pissadendron. Von Araucaroxylon nur durch mehrreibigenbsp;Markstralilen verscbieden. Bei Wit ham (1) Messen solcbe Formen Pi-tus, bei Brongniart (2) Palaeoxylon. 3) Cupressoxylon. Eadial-tUpfel der Tracheiden einreibig, kreisrund, einander nicht berübrend, oder,nbsp;in der Wurzel sebr gewöhnlich, im Stamm ausnahmsweise mehrreibig,nbsp;aber nicht alternirend und polygonal, sondern rund und in unregelnias-sigen Querreihen stehend. Harzerfüllte Holzparenchymzellen mebr odernbsp;Weniger zahlreich verbanden. Markstralilen einfacb. 4) Pityoxylon.nbsp;Tracheiden ahnlieh Cupressoxylon. Ausser den Holzparenchymzellen abernbsp;noch mit Secretionsgewebe umgebene Harzgange. Markstrahlen zweier-lei; die mehrreihigen mit einem horizontal verlaufenden Harzgang in dernbsp;Mitte. 5) Cedroxylon. Genau wie Cupressoxylon, nur obne harz-führendes Holzparenchym. 6) Taxoxylon. Von Cedroxylon nur durchnbsp;die bekannte Spiralstreifung, die auf der Innenflache der Tracheiden-¦Wand vorspringt, verscbieden, die aber nicht mit der bei den Herbst-tracbeiden der Coniferenbölzer so baufigen Eing- und Spiralstreifung innbsp;der Substanz der Membran verwecbselt werden darf.

Obscbon man nun glauben sollte, dass es ein leichtes sein müsse, diese bier gegebenen Differentialcharaktere bei den fossilen Hölzernnbsp;aufzufinden, so stösst man doch bei deren Anwendung nicht selten aufnbsp;Scbwierigkeiten. Einmal namlich ist es nicht immer ganz leicht, dienbsp;mebrreihig getüpfelten Wurzelhölzer (Eleoxylon Brongn., vgl. über diesenbsp;ConAventz (1, 2)) der Cupressoxyla und Cedroxyla von Araucaroxylon

1) II. von Mo hl. Einige anatomiscli - physiologische Bemerkungen über das Eolz der Baumwurzelii. Bot. Ztg. 1862, p. 225seq.

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Coniferen.

zu trennen, und ebenso kaan die Unterscheidung der einreihig gettipfelten Araucaroxyla von den beiden anderen G-ruppen Schwierigkeiten be-reiten, wie denn z. B. Pinites latiporosus Cramer, Heer (5) v. i, t.40 vonnbsp;Krans (Schimper 1) zu Araucaroxylon, von Schroeter, Heer (5) v. eiv,p.gnbsp;zu Cedroxylon gezogen wird (vgl. aucb Felix (1) p-4 Angaben übernbsp;Ehizocedroxylon Hobeneggeri). Weiterbin wird die sicbere Trennungnbsp;von Cupressoxylon und Cedroxylon dadurcb erschwert, dass man beinbsp;manchen Cupressaceenhölzern nur ausserordentlieh sparlicbe Harzzellennbsp;findet, woför Beust (1) viele Beispiele anfübrt. Und nicht nur spe-cifische, sondern aucb individuelle Schwankungen greifen hier Platz, sonbsp;dass man infolge dessen nur schwer die Sicherbeit vollkommenen Feh-lens derselben erhalt. Dazu kommt noch., dass man leicht anomalernbsp;Weise mit Harz gefüllte Tracheiden mit Holzparenchymzellen verwech-selt; dass diese letzteren, wenn sie, wie haufig der Fall, des Harzes er-mangeln, auf den Schliffen nur schwer nachweisbar sind, und dass nichtnbsp;jede Zellerfüllung mit braunen Substanzen bei fossilen Hölzern ohnenbsp;genaue Untersuehung als Harz angesprochen werden darf. Für dasnbsp;Holz von Ginkgo z. B. ist das Vorkommen oder Fehlen derselben eon-trovers, wofür man Kraus’ und Beusts Angaben vergleichen moge.

In neuerer Zeit ist weiterbin versucht worden, auf die Charaktere der Markstrahlzellen bin, zu weiterer Gliederung der fossilen Hölzer zu ge-langen. Schon Kraus (Schimper 1) hatte diese für die fernere Zerlegungnbsp;von Pityoxylon benutzt, dieselbe ist für diese Gruppe von Schröternbsp;Heer (5) t eiv vollstandig durchgeführt worden. Aus Mangel an eigenernbsp;Erfahrung über die Constanz aller dieser Kennzeiclien bin ich nicht innbsp;der Lage die Resultate dieser Bestrebungen kritisch zu behandeln undnbsp;muss desbezüglich auf die Originalliteratur verweisen. Immerhin möchtenbsp;ich hervorheben, dass alle diese Arbeiten, auch die neueste vonKlee-berg (1) an einem Fehler der Methode leiden, der nach den Dar-legungen Mohls und Kraus’ hatte vermieden werden sollen, da sienbsp;namlich die Intensivitat der Untersuehung durch die Extensivitat zu er-setzen bestrebt sind. Es ist in der That nicht einzusehen, wozu uns dienbsp;Angaben der Befunde aus beliebigen Holzstücken der Sammlungen dienennbsp;sollen, wenn sie auch Hunderte exotischer Arten betreffen, so lange wirnbsp;über die Grenzen der Variation innerhalb der einzelnen Species und dernbsp;Individuen noch gar nicht unterrichtet sind. Viel nützlicher ware einenbsp;vergleichende Untersuehung weniger Arten, auf ausgedehntes Materialnbsp;von allen Theilen der Pflanzen gesttitzt, da diese allein uns den sicherennbsp;Boden gewahren könnte, ohne den die Sehlüsse precar sind und vielfachnbsp;in der Luft stehen. Ein solches Verfahren ware urn so angezeigter,nbsp;als der Werth dieser ganzen immerhin recht mühsamen Untersuchungen,nbsp;im Fall die bislang vorliegenden Angaben durchgreifend richtig, ein sehrnbsp;zweifelhafter sein würde. Nach Schröter geboren alle Abiesarten ihrem


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Coniferen.

Holzbau nach zu Cedroxylon, nur Abies Webbiana zu Cupressoxylon, und Abies Pindrow znr ersten Unterform von Pityoxylon. Zu diesernbsp;rechnet er aueb Pinus longifolia Koxb., wahrend doch alle anderennbsp;echten Pinusarten zur zweiten und dritten geboren. Wie soil man, wennnbsp;das wahr ist, noch die Hoffnung hegen aus dem anatomiscben Bau dernbsp;Hölzer allein einen irgendwie berechtigten Scbluss auf deren Zugehörig-keit zu bestimmten Sippen unseres Systems ziehen zu können. Undnbsp;dass man die Hölzer mit Laubzweigen und Zapfen in Zusammenhangnbsp;finden werde, ist im allgemeinen recht wenig wahrscheinlich, wennschonnbsp;es bier und da einmal zutreffen mag. Den einzigen mir bekannten,nbsp;diesen Weg betretenden Bestimmungsversucli hat Schenk (6) publicirt.nbsp;In den Braunkohlen von Wurzen in Sachsen fand er massenhafte Zapfennbsp;Und beblatterte Zweige von Sequoia Couttsiae Heer, daneben grösserenbsp;Aeste und Stamme, deren Zugehörigkeit zu dieser Art er auf Grundnbsp;der Uebereinstimmung ihrer Struktur mit jener der beblatterten Zweigenbsp;constatirte. Die betreffenden Hölzer hat Felix (1) spater als Cupressoxylon Protolarix Göpp. bestimmt.

Nach den Angaben der Autoren, zumal nach denen von Kraus (Schimper 1) sind Taxoxyla bislang bloss tertiar, Cupressoxyla nochnbsp;in der Kreide, Pityoxyla und Cedroxyla abAvarts bis zum Keuper ge-funden worden. In den alteren Formationen kommen ausschliesslichnbsp;Araucaroxyla und Pissadendra vor, wenn man von den beiden zweifel-haften Hölzern absieht, die als Pinites Conwentzianus Göpp. (6) undnbsp;Peuce Withami Lindl. et Hutt. (1) v.i, t. 23u. 24 aus der Kohlenformationnbsp;urwahnt werden. Das letztere wird von Eenault zu Araucaroxylon,nbsp;¦'quot;OU Kraus zu Cedroxylon gezogen. Beides ist nach der Abbildung mög-lich, nach Kraus’ Anschauung müsste es ein Wurzelholz sein. Nurnbsp;oi'neute Untersuchung der Originalexemplare würde hier entscheidennbsp;können. Zu Araucaroxylon gehören dann auch die von Dawson (1)nbsp;keschriebenen Holzstücke aus dem Mitteldevon von Canada und Neu-Braunschweig, Dadoxylon Ouangondianum, Hallii, Newberryi und Ormo-^ylon Erianum G. et S. N. Nach der Beschaffenheit seines Markes istnbsp;•las letztere als ein Cordaïtenholz anzusprechen. Es wurde vorher schonnbsp;^i’Avahnt, dass diese die Struktur von Araucaroxylon zeigen, und dassnbsp;®iu grosser Theil der palaozoischen Hölzer dahin gehort. Dass es abernbsp;auch echte Coniferen mit derselben Holzstruktur schon in dem carboni-®chen und permischen Zeitalter gegeben habe, beweist uns der Befund

Tylodendron speciosum Weiss (1). Auch das bisher zweifelhafte -^poroxylon primigenium Ung. (5) aus dem Cypridinenschiefer von Saal-i'eld hat Göpp er t (6) neuerdings durch Auffindung der grösstentheilsnbsp;¦'quot;orschwundenen Eadialtüpfel als ein Araucaroxylon entlarvt.

Als altesten bekannten Coniferenrest hat Dawson (1) p.le, 1.12 ein ¦'quot;orkieseltes Holz unter den Namen Prototaxites Logani Daw. und Ne-

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Coniferen.

matoxylon crassum besclirieben, welches aits dem ünterdevoii von Canada und New-Bruüswick stammt, und von dem in den Felswanden von Little Cape Oiseau bei Gaspé ganze Stamme von 3 Fuss Durehmessernbsp;beobachtet wurden. Stücke, deren Struktur erhalten ist, zeigen ord-nungslos gestellte kreisrunde Zellquerscbnitte, die durch homogene Wan-dungen von ausserordentlicher Dicke von einander getrennt werden. Dernbsp;Langsschnitt lehrt, dass ihre Masse aus lanter gleichartigen Röhrennbsp;von grosser Lange besteht, die unregelmassig hin- und hergebogen undnbsp;verdochten erscheinen, nicht regelmassig und parallel wie in normalennbsp;Coniferenhölzern verlaufen. Die Spiralstreifung, wegen deren Dawsonnbsp;den Namen Prototaxites gewahlt, hat mit der von Taxus nichts gemein,nbsp;man sieht die dicke Wandung im Langsschnitt von wirr verfloehtenennbsp;Streifen, engen Röhren, durchzogen. Die von Dawson angegebenennbsp;Hoftüpfel sehen eher wie die Queransichten dieser Streifen aus. Car-ruthers (5), dem wir eine genaue Darstellung des Sachverhalts verdanken, findet gar keine Aehnlichkeit mit der Struktur des Coniferen-holzes, meint vielmehr Prototaxites sei eher als ein Algenstamm zu betrachten. Dass das Fossil mit den Coniferen wenig gemein hat, davonnbsp;habe ich mich durch üntersuchung einiger Praparate aus von Dawsonnbsp;selbst stammendem Material überzeugen können; die Zugehörigkeit zunbsp;den Algen ist wohl möglich, wennschon unter den mir bekannten For-men ein direktes Analogon sich nicht finden lasst, Halimeda und ahn-liche Pflanzen, an die Carruthers denkt, doch wohl kaum heran-gezogen werden dtirfen. Am ersten liesse sich noch an Fucaceenstammenbsp;mit Dickenwachsthum, wie dieses von Reinke geschildert, denken;nbsp;doch weiehen auch diese nicht unwesentlich von dem dargestellten That-bestand ab. In neuester Zeit hat man nun dieselbe oder doch eine ab-solut ahnliehe Form in Wales in den noch viel alteren silurischennbsp;Schichten der sog. Upper Llandoveries, in Form kleiner verkieselter, demnbsp;Gestein eingebackener Fragmente gefunden, die theils von brauner, theilsnbsp;von kohlschwarzer Farbe sind und die beschriebene Struktur aufsnbsp;schönste zeigen. Dieser Pllanzenrest, Nematophycus Hicksii Eth. genanntnbsp;(vgl. Hicks (1), Dawson (1) v.2, p.to7, (3), ist zweifellos der alleralteste,nbsp;bei welchem bislang erhaltene Struktur hat entdeckt werden können.

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IV.

Cycadeae Mediilloseae.

In den mesozoischen Formationen, zumal in den Schicbtenreilien des Jura erreiclien die Cycadeen ihre Hauptentwicklung; sie sind zunbsp;jener Zeit unzweifelhaft auf der nördlichen Halbkugel in allgemeinernbsp;Verbreitung verbanden gewesen. Palaozoische Formen sind verhaltniss-massig sparlicber bekannt geworden; die meisten dieser Reste sindnbsp;Stamme, dem Perm und Carbon angebörig. TJnzweifelhafte Cycadeen-blatter sind in beiden Formationen sebr selten, man findet solclie be-sehrieben und abgebildet bei Saporta und Marion (2) p ioo (Pteropbyl-lum Grand’ Euryanum, Sap. et Mar. und Splienozamites Eocbei Ren.'))nbsp;aus dem Carbon von St. Étienne und Autun, bei Geinitz (1, 4) (Ptero-phyllum Cottaeanum Gein. aus dem Eotliliegenden von Zwickau), beinbsp;Sandberger (1) (Pteropbyllum bleebnoides Sandb. aus dem Obercarbonnbsp;von Oppenau in Baden). Auch bei Eicliwald (1) v. i, t. is ist ein an-geblich aus der Kohlenformation Ostrusslands stammendes Blatt als Pteropbyllum inflexum Eicbw. abgebildet, und Renault und Zeiller (11)nbsp;erwabnen einen Zamites carbonarius aus der Koble von Commentry.nbsp;Mebrere andere, die Göppert (7) bescbrieben bat, sind nicbt liber jedennbsp;Zweifel erhaben.

In der unteren Kreide nocb ziemlicb zablreicb, tritt die Gruppe Weiterbin, vom Cenoman ab ganz in den Hintergrund. Dabei ist frei-licb zu berttcksicbtigen, dass die tertiaren Floren in grösserer Ausdeb-nung wesentlicb nur fiir Europa und allenfalls die arctiscbe Zone bekannt sind, Gebiete in denen beute keine Cycadeen mebr leben, in denennbsp;sie im Laufe der Kreideepoche allmahlicb verscbwunden sein können.nbsp;Dass sie, wennschon sparlich, immerhin noch zur Tertiarzeit im Südennbsp;Europas vorhanden gewesen, beweisen etliche einzelne Funde aus demnbsp;Unteren Miocan. Es sind Zamites epibius Sap. (2) p- no von Bonnieuxnbsp;im Dépt. Vaucluse, Encephalartos Gorceixianus Sap. (2) p-no, (lO) p.298

1) In der Erklarung der Holzschnitte ist dort ein Irrthum steken geblieben, in-lt;lem sicb das iur B gesagte auf A und umgekebrt bezieht.

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Cycadeae Medulloseae.

aus Kami in Euboea; beides Blatter, deren Angliederung an die recenten Gattungen ganz plausibel, wennscbon nicht absolut beweisbar erscheint.nbsp;Dazu kommt noch eine zapfenartige, vermuthlich hierhergehörige Bliithe,nbsp;Zamiostrobus Saportanus Schpr. aus Armissan in Stidfrankreich. In dennbsp;reichen miocanen Polarfloren hat Heer keine Cycadeenreste gefunden,nbsp;denn die aus Sachalin gebrachte Nilssonia serotina Heer (5) t. 5in, t. 2nbsp;könnte auch zu den Farnen gehören.

Einen fremdartigen, in der jetzigen Vegetation ganz ohne nahere Verwandte dastehenden Typus bildet die Gattung Cycas. Fossile Fundenbsp;lehren uns, dass dieser ein uralter ist. Wir finden namlich Blatter mitnbsp;alien Charakteren derer von Cycas, reicher Fiederung, linienförmigen ge-spitzten, nur einnervigen Fiedern, in alien Formationen bis abwarts zumnbsp;Khat vor. Filr die Kreide mogen erwahnt sein Cyc. Steenstrupii Heer (5)nbsp;V. 6n, t.5, Dicksoni Heer (5) v. 3n, t. 28; t. 6n, t. le, beide aus den Urgonischennbsp;Ataneschichten Grönlands; flir den Wealden C. Römeri Schenk (1) t. 32;nbsp;fiir den Jura C. zamioides Leckenby. (1) t.s, ferner aus Indien C. Raj-mahalensis Oldh., Blandfordianus Oldh. Pal. ind. ser. ii, v. 1, Aith.i, t.7,8.9,nbsp;C. constrictus Feistm. Pal. ind. ser.ir, v. i, Aitt. iv, t.7, C. Lorteti und anderenbsp;Saporta(4) t.2, 1.12,13; fiir die Angulatenschiehten des Lias C. pectinatusnbsp;Berger (1), vgl. auch Goppert (8); fiir das Rhat C. rectangularis Braunsnbsp;Schenk (3) t.35. Sollte das kleine Blattfragment, welches Göppert (7)nbsp;als C. taxodinus bezeichnet, wirklich hierhergehören, und ich weiss nachnbsp;Einsicht des Originalexemplars von Rothwaltersdorf in Schlesien in dernbsp;That nicht, wohin es sonst gestellt werden könnte, so wiirde der Typusnbsp;schon im Kohlenkalk verhanden gewesen sein.

So eharakteristisch nun auch die besprochenen Blatter und so ahn-lich dieselben denen unserer Cycasformen sind, so wiirde man darauf allein doch kaum wagen dtirfen der recenten Gattung ein so hohes Alternbsp;zuzusprechen. Es kommen uns aber fiir diesen Schluss die gleichfallsnbsp;vielfach erhaltenen, sehr kenntlichen Carpophylle, mit denen der Cycasnbsp;revoluta wesentlich stimmend, zu Hiilfe. Auf derselben Platte mit der cre-taceischen C. Steenstrupi Heer liegt ein solches in prachtvoller' Erhaltung,nbsp;die Ovula noch an den unteren Fiederzipfeln in situ aufweisend. Vonnbsp;ein paar ahnlichen Funden aus dem Corallien (weisser Jura von Somme-dieue bei St. Mihiel) sind die Originate leider verloren; die Abbildungennbsp;derselben finden sich bei Saporta (4) v.2, t. iie unter dem Namen Cy-cadospadix Moreauanus Sap. Ebendaselbst sowie bei Schenk (3) t.32nbsp;hat man ferner die Darstellung ahnlicher Reste (Cycadospadix Henno-quei Schimp.), wie sie in den Angulatenschiehten von Hettange und vonnbsp;Coburg verschiedentlich vorkamen. In diesen Fallen sind freilich meistnbsp;nur die Spitzen der Carpophylle erhalten, sie finden sich aber zusammennbsp;mit den vorher erwahnten Blattern (C. pectinatus Berger) und mit sehrnbsp;zahlreichen Steinkernen losgelöster Samen, die ihrer Grösse und Form


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Cycadeae Medulloseae.

nacli fiiglich fur Cycassamen gehalten werden können (Cycadeospermum Hettangense Sap.). Und wenn irgendwo der Schluss aus dem Zusammen-lagern auf Zusammengehörigkeit der Theile Berechtigung hat, so ist esnbsp;hier der Fall, wo man fast unwiderstehlich zu demselben hei Erwagungnbsp;des gesammten Thathestandes gedrangt wird.

Bezüglich aller ührigen Cycadeenformen der Vorwelt fehlen uns nun aher die Anhaltspunkte, die einen Schluss auf deren Filiation zunbsp;den lebenden Formen gestatten wtirden, ganzlich. Es bleibt also hiernbsp;nichts tlbrig, als bewusstermaassen kiinstliche Gattungen fiir die Stamme,nbsp;fiir die Blatter, fiir die Bliithenreste zu schaffen, und in diesen das Material nach ausserlichen Charakteren, wie man sie an den Eesten erkennen kann, zu ordnen. Fiir die zunachst zu betrachtenden Blatter ent-stebt nun einUebelstand daraus, dass eine absolut sichere TJnterscheidungnbsp;von Farnkrautern und Cycadeen an ihnen allein nicht möglich ist.nbsp;Weder die Gestalt der Spreite, noch der Eervenverlauf, noch die Formnbsp;der Epidermiszellen lassen eine solche zu. Die letzteren sind zwar ge-¦Wöhnlich bei den Cycadeen polygonal mit geraden Seitenwanden, beinbsp;den Farnen mit bogenformig gesehweifter Begrenzung, allein die Gat-tiing Stangeria schliesst sich in dieser Beziehung den Farnen an, wienbsp;sie ja auch ursprünglich als Lomaria von Hooker beschrieben wurde.nbsp;Es ist denn auch Schenk, der wie Bornemann(l) nach diesem letzteren Charakter die Natur der Blatter zu bestimmen suchte (3), spater-kin davon zuriickgekommen (1). Da nun der Bau der Gefassbiindel, dernbsp;taöglicherweise ein sicheres Kriterium gewahren könnte, bei dem Mangelnbsp;versteinerter Exemplare unbekannt ist, so sehen wir uns ausschliesslichnbsp;3'Uf den Habitus angewiesen, der wie die Erfahrung von Stangeria amnbsp;kesten zeigt, trügen kann. Und es darf bei der schwaehen Begi-iindungnbsp;der Bestimmung aller dieser Eeste nicbt Wunder nehmen, dass manchenbsp;derselben von den Cycadeen zu den Farnen und umgekehrt von dennbsp;'^'erschiedenen Autoren geschoben worden sind. Es wird zweckmassignbsp;Sein, von diesen die Gattung Otozamites Fr. Braun (Otopteris Ldl. und H.)nbsp;^gt;1 dieser Stelle, eine Keihe anderer Formen dagegen, Nöggerathianbsp;Sternbg., Thinnfeldia Ettingsh., Dichopteris Zigno, Cycadopteris Zigno,nbsp;Eachypteris Zigno, Nilssonia Brongn. spater bei den Farnen zu behandeln.

Die alteren Autoren, wie Brongniart (2) begniigten sich mit we-’^igen Gattungen, in welche sie die fossilen Eeste vertheilten. Bei dem lediglich conventionellen Werth, den diese Genera haben, war das sehrnbsp;^Vohl gethan. Die spater durchgeflihrte Vermehrung derselben, die aufnbsp;Eetailcharaktere grosses Gewicht legt, ist zur Quelle unendlicher Synonymie und Speeiesverschiebung geworden, dureh welche die TJebersicbtnbsp;snkr erschwert, ein tieferes Eindringen nur in geringem Maass erreichtnbsp;gorden ist. Ausfuhrliche Beschreibung aller dieser dem Botaniker ziem-ich gleichgtiltigen Genera ist bei Schimper (1) zu finden. Hier mogen

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Cycadeae Medulloseae.

weuige Bemerkuiigen in Anlelmung an Brongniart gentigen. Bei dem Typus von Pteropliyllum Brongn. stelien die bandformigen, gleieb-breiten, stumpf endenden Fiedern rechtwinklig von der Rachis ab, sienbsp;sind an dieser zu beiden Seiten genau senkrecbt inserirt, banfig durclinbsp;schmalen Fliigelsaum mit einander verbunden; ihr Nervenverlauf ist ge-radlinig parallel. Als Beispiel sei das bekannte Pt. Jageri Br. aus demnbsp;Keuper erwahnt. Gewisse Fonnen dieses Typus, wie Pt. Scbanmbnr-gense Dunk, aus dem Wealden, durch sebr kurze und breite, fast quadra-tische, haufig ungleicbe Fiedern ausgezeicbnet, gelien unter dem Namennbsp;Anomozamites. Zu den Pterophyllen geboren nacb Scbenk (7) auclinbsp;die grossen Blattreste aus dem Keuper von Raibl in Karntben, die ernbsp;Pterophyllum giganteum nennt, die Broun (1) schon frlilier als Nög-geratliia vogesiaca bezeiclinet batte, die endlich bei S c h i m p e r (2) alsnbsp;Maci’opterygium figuriren.

Bei den Zamiten articuliren die Fiedern mit der Racbis, und glie-dern sick unter Umstanden ab, was bei den Pterophyllen nicht mög-lich. Ihre zahlreichen mitunter einmal dichotomirenden Nerven verlaufen unter sich und mit dem Fiederrand parallel, sie scheinen sich wie beinbsp;der recenten Ceratozamia mit den Endigungen zur Bildung eines Rand-nerven aneinander zu legen. Bei den eigentlichen Zamitesformen sindnbsp;die Pinnulae zugespitzt, an der Basis kurz gerundet zusammengezogen,nbsp;und schrag mit oberschlachtiger Deekung an der Spindel inserirt. Beinbsp;den Podozamiten haben sie mehr Keilform mit breitem stumpf gerunde-tem Vorderende, und sind nach Angabe der Autoren senkrecbt be-festigt. Wenn sie, wie es bier haufig der Fall zu sein scheint, vereinzeltnbsp;und von der Spindel gelost vorkommen, wird ihre Deutung sebr miss-lich, da Verwechselungen mit abnlichen langgestreckten, parallelnervigennbsp;Blattstticken, z. B. mit Phoenicopsis oder auch mit Abschnitten vonnbsp;Baiera und Ginkgo Platz greifen konnen. Ebendiess gilt in noch höheremnbsp;Grade fur Rhiptozamites Schmalh. (1) p.29,1.1,15, welcher nur in solchennbsp;vereinzelten Fiedern bekannt ist. Von den ebenfalls hierhergerechnetennbsp;Gattungen Noggerathiopsis 0. Feistm. und Euryphyllum 0. Feistm. soilnbsp;spater bei den Cordaiteen noch weiter die Rede sein. Als Glossozamitennbsp;hat endlich S chimp er solche Formen dieses Typus bezeichnet, dienbsp;habituell den Pterophyllen ahnlich, mit Vorsicht von diesen zu unterschei-den sind. Als bekannteste Art der echten Zamiten sei Z. Feneonis Br.,nbsp;Ettingsh. (2) t.3 aus dem weissen Jura (zumal im Corallien der Gegendnbsp;von Lyon haufig) erwahnt, fiir Glossozamites fiihre ich Gl. Zittelii Schpr.nbsp;Schenk (4) t.s, fiir die Podozamiten P. distans Presl Schenk (3) t. 35,36,37nbsp;an, Zahlreiche Abbildungen von Podozamitenblattern sind ferner beinbsp;Heer (5) und bei Nathorst (2, 3, 4) zu finden.

Auch die Otozamiten haben articulirende an der Basis zusammen-gezogene Fiedern mit oberschlachtiger Deekung. Jede Fieder ist an

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der der Blattspitze zugewandten Seite ihres Grundes mit einem melir Oder weniger stark entwickelten, vorspringenden, olirenartigeu Lappennbsp;verselien, der der Gattung den Namen gegeben hat. Von der Oberseitenbsp;gesehen sind die Basen der sammtlichen Fiedern, sowie aucb die Racbis,nbsp;Wenn das Verhalten stark ausgepragt ist, von den Ohren der nachst un-teren Fiederblatter bedeckt; die sammtlichen Pinnulae liegen wie Sclmp-pen tibereinander. An der Unterseite, wo man die Racbis zu sehen be-kommt, tritt der Cliarakter weniger hervor, weil die Ohren durch diesenbsp;zum Theil der Beobacbtung entzogen werden. Das Aussehen eines nndnbsp;desselben Blattes ist also ein ganz rerscbiedenes, je nacb der Lage, dienbsp;es auf der Platte einnimmt, was man bei der Bestimmung dieser Formennbsp;beriicksichtigen muss. Dazu kommt noch eine von den Zamiten wesent-lich verschiedene Nervatur, die der Nervatio Neuropteridis oder Cyclo-pteridis, wie sie fiir die Fame von Mettenius definirt wurde, entspricht.nbsp;Zahlreiche Nerven laufen hogenförmig divergirend und eventuell gahelndnbsp;zum Blattrand, sodass ein facherförmiger Habitus des Gesammtverlaufesnbsp;entsteht. Freilich sind diese Charaktere nicht bei allen Formen desnbsp;Typus so in die Augen springend, wie es z. B. bei O. brevifolius F. Braunnbsp;Schenk (3), bei O. Bunburyanus Zigno (1) f.2 und hei vielen anderennbsp;der Fall. Mit der Verkleinerung des ohrenfórmigen Basalzipfels gehtnbsp;stets Verminderung der Deutlichkeit der Fachernervation Hand in Hand.nbsp;Derartige Formen, als Ptilophyllum Morris bezeichnet, sind beson-ders in den jurassischen Ablagerungen Indiens haufig, sie sollen sichnbsp;naeh O. Feistmantel (1) i noch durch das Herablaufen des Ansatzesnbsp;der Pinnulae au der Spindel unterscheiden. Schone Exemplare besitztnbsp;das British Museum. Unzahlige Abbildungen derselben sind 1. e. undnbsp;in der Palaeontologia indica ser.ii,v.i zu finden. Bei Schenk (3) findetnbsp;man, wie sohon oben erwahnt, die Formen dieses Typus unter den Far-nen aufgeführt, theils wegen des Epidermisbaues, theils und vor Allemnbsp;desswegen, weil ihm ein, von Benecke in Südtirol gesammeltes, demnbsp;0. Bunburyanus Zigno recht ahnliches Blatt zu Gesicht kam, bei dem dienbsp;Fiedern an der unteren Seite einen saumartig verdickten Rand auf-¦wiesen. Er halt dafür, dass diess der die Sori bedoekende, nach Art vonnbsp;Cheilanthes umgeschlagene Rand der Pinnulae sei; ein bestimmter Beweisnbsp;ftir diese Anschauung bat sich freilich nicht erhringen lassen. Möglieh,nbsp;dass sie richtig ist; bei den geringen Differenzen zwischen Farren- undnbsp;Cycadeenblattern ist es sogar nicht undenkbar, dass unter den Oto-zamiten Reste aus beiden Classen vereinigt sein könnten. Man ver-gleiche im übrigen auch die von Saporta (4) v. 2, t. les als O. marginatusnbsp;l^ezeichnete Form.

Von Cycadeenbltithen sind nur wenig zahlreiche Reste Ubrig und ^ueh diese der Mehrzahl nach in schlechtem Erhaltungszustand. Vonnbsp;den Carpophyllen von Cycas ist vorher schon die Rede gewesen. Eine

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mannliclie Bliithe im braunen Jixra (Cornbrasli) von Etrochey gefunden und von Saporta (4) v.2,1.115 als Androstrobus Balduini bescbriebennbsp;liegt nur im Hohldruck der Aussenflache vor. An dem Ausguss dernbsp;Höblung bat besagter Autor zwischen den querrbombischen Scbuppen-spitzen, dem unteren Rand jeder Sebuppe entsprechend, die Pollenfacbernbsp;in grosser Zabl gesehen. Danach scbeint die Bltitbe nach vollstandigernbsp;Entwicklung eingeschlossen worden zu sein. Dass sie im wesentlichennbsp;die Charaktere unserer Gattung Cycas bietet, diirfte nach der Abbildungnbsp;keinem Zweifel unterliegen. Viel zweifelhafterer Natur ist ein anderer vonnbsp;Saporta (4) T.2,t.-8 dargestellter und Andr. Guérangeri Brongn. genannternbsp;Rest aus der Cenomankreide von Le Mans, der mit Dioon, mit welchemnbsp;er verglicben wird, nicht sebr viel Aebnlicbkeit zu bieten scbeint. Desnbsp;weiteren ware bier die Gattung Frisia zu erwahnen, die Velenovsky(l)nbsp;p. 8, t. 3 neuerdings aus dem Planer des weissen Berges bei Prag bescbrieben hat. Es liegen davon verschiedentliche Zapfendurchbriicbenbsp;vor, deren dicke Centralspindel Schuppen tragt, die mit polygonalernbsp;Aussenflache aneinanderschliessend, sich bis zum schmalen Ansatzpunktnbsp;allmflblich verjüngen. An den Seitenflachen tragen diese ringsum kleine,nbsp;von Velenovsky als Reste der Pollenfacber gedeutete Griibcben. Einennbsp;wenig deutlichen Gegenstand hat endlieh Heer (5) v.4ii, 1.1 als Androstrobus sibiricus bezeicbnet.

Von weiblichen Bllithen resp. Fruchtzapfen diirfte in erster Linie die merkwtirdige aber sicher hierhergehörige Gattung Beania Carruth ers (3) zu erwahnen sein. Beania gracilis Carr, aus dem weissen Juranbsp;von Gristhorpe in Yorkshire zeigt zweisamige Carpiden, die ihrer charak-teristischen Gestalt nach sicb denen unserer Zamien völlig anscbliessen.nbsp;Merkwflrdig ist an dem Fossil bloss die enorme Streckung der Inter-nodien der Bliitbenaxe, durch welche die einzelnen Frucbtblatter weitnbsp;von einander entfernt werden. Schimper (1) vergleicbt damit einennbsp;bei Bindley und Hutton (1) v.3,1.159 als Spbaereda paradoxa abge-bildeten, gleichfalls von Gristhorpe stammenden Rest. Das wird zu-treffend sein; das im Museum zu Oxford von mir eingesebene Originalnbsp;stimmt bestens mit Beania. Sebr schlecht erhaltene Fruchtreste, in zweinbsp;Stticken im Unterlias von Arlon in Belgien (Angulatenscbicbten) gefunden und vielleicht niebt einmal zusammengehörig, bat Saporta (4)nbsp;v.2, t. in als Zamiostrobus Ponceleti bescbrieben. Aus den erhaltenennbsp;Samen gebt wenigstens mit Sicberbeit bervor, dass es Friicbte waren,nbsp;die dann wobl bierbergebören können. Velenovsky (1) t. 3u. 4 giebtnbsp;ferner ausfiihrlicbe Darstellung des scbon friiher von Corda bei Reuss (1)nbsp;als Microzamia gibba beschriebenen Frucbtrestes, der dem Planer Bob-mens entstammt. Die gestielten oberwarts polygonalen und scbildformignbsp;zusammenscbliessenden Schuppen sollen an der Unterseite zwei Samennbsp;getragen baben, was indess aus den Abbildungen, die die Samen an-

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scheinend regellos gestellt zeigen, nicht zu erkennen ist. Die Blttthen sollen trauhig gehaufte Inflorescenzen bilden und somit von unseren re-centen Formen recht wesentlich ahweichen. Viel zweifelhafter erscheintnbsp;*Dir ein Rest, den Nat horst als Zamiostrohus stenorhachis heschriehennbsp;tat und der sich hei Saporta und Marion (2) p-112 ahgehildet findet.nbsp;Dass derselbe als Frucht zu Podozamites geboren soil, ist lediglich will-kürliche Annahme. Ganz undeutliche Dinge sind Androstrohus borealisnbsp;Nath. (3) t. i2u. 13 und Zamiostrohus orientalis Heer (5) y. in, t.13, letzterernbsp;eine einzige Schuppe, von der es heisst, sie sei ohne Zweifel dienbsp;Zapfenschuppe einer Cycadacee oder Abietinee. Es sind endlich einenbsp;Anzahl ganzer nur die Oberflache darbietender zapfenartiger Körper alsnbsp;Zamiostrobusformen beschrieben. Man findet dieselben bei Schimper (1)nbsp;zusammengestellt. Einige derselben werden wahrscheinlich hierherge-tören, so z. B. Zamiostr. Saportanus Schimp, aus dem Miocan von Ar-missan (Abb. bei Saporta und Marion (2) p-ne). Hier ist namlich einnbsp;langer den eiförmigen Kolben tragender dicker Stiel erhalten. Wo einnbsp;solcher fehlt, bleibt man in der Regel im Zweifel, ob eine Cycadeen-oder Coniferenfructification, oder ob ein mit Blattfiissen umgebenesnbsp;Stammchen aus ersterer Gruppe vorliegt. Steinkerne von Samen, dienbsp;vielfacb von den Autoren hierhergestellt werden, entziehen sich im all-gemeinen jeder Beurtheilung. Die Samen werden erst dann irgend welches Interesse erlangen, wenn es gelingt, sie in solchem Erhaltungs-zustand zu bekommen, dass man ihre innere Struktur untersuchen kann.nbsp;Was die merkwlirdige Fructification von Bennettites Carr, anlangt, sonbsp;kann diese nur im Zusammenhang mit den sie tragenden Stammen be-sprochen werden, es mag also darauf verwiesen sein. Wegen William-sonia, von den englischen Autoren zu dem oolithischen Zamites gigasnbsp;gezogen, vergleiche man den betrelfenden Abschnitt.

Im Jura Wealden und Purbeck, zumal Euglands und Frankreichs, sind Cycadeenstamme in grosser Zahl, zum Theil als Steinkerne, zumnbsp;Theil verkieselt und mit mehr oder weniger gut erhaltener Oberflachenbsp;seit lange bekannt. Aehnliche verkieselte Stamme finden sich ebendort,nbsp;S'ber auch in Schlesien und Norditalien als Rollblöcke im Alluvium, ver-muthlich ursprtinglich denselben Formationen angehörig. Mehrere derselben, die im Museum zu Bologna verwahrt werden, hat man nebstnbsp;^asen und anderen Gerathen in den Grabkammern der Necropole desnbsp;alten Felsina gefunden; sie sind offenbar von den Etruskern ihren Todtennbsp;als Gegenstande der Superstition mitgegeben worden. Geht man innbsp;der Formationsreihe aufwarts, so verschwinden sie in gleicher Weise,nbsp;''vie oben fiir die Blatter ausgefiihrt wurde. Ich habe in der Literaturnbsp;aur zwei den Abbildungen nach hierhergehörige Stamme gefunden, einennbsp;den Brongniart (3) p.301;nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;aus dem eocanen Grobkalk von Sois-

sens als Endogenites echinatus beschrieben hat, und einen anderen, Cyca-

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elites Escheri Heer (3) v. i, t. is aixs der Molasse von Steia bei SchatF-hausen. Auf der anderea Seite kommen im Obercarbon und im Rotli-liegenden in Sachsen, Böhmen und in der Gegend von Autun, soevie im Ural Stamme und Bruchstticke soldier vor, deren Struktur auf die Zu-gehörigkeit zu den Cycadeen hinweist, deren Oberflachenbeschaffenheitnbsp;sick aber gar nicht oder doch nur unvollkommen erkennen lasst. Sienbsp;Averden seit Cotta (1) mit dem Namen der Medullosen bezeichnet undnbsp;sollen nach Erledigung der ersterwahnten mesozoischen Formen bespro-chen Averden.

In der Regel bieten die mesozoischen Cycadeenstamme, bei kurz-cylindrischer oder rundlich knollenförmiger Gestalt, Avie gesagt, nur die Charaktere ihrer Oberflache dar, die mit dicht gedrangten spiralstan-digeu Blatthasen und Schuppenblattern, ahnlich Avie bei den lebendennbsp;Formen bedeckt ist. Nach deren Form und Beschaffenheit Averden dienbsp;rein conventionellen Gattungsgruppen begrenzt, flir AA’elche Saportanbsp;durchAveg neue Namen gebildet hat, Aveil die frtiher üblichen Mantellianbsp;Brongn., Bucklandia Brongn., Clathraria Mantell viele nicht hierherge-hörige Reste umschlossen, zum Theil auf solche gegriindet Avaren. Ernbsp;vereinigt alle knollen- und kugelgestaltigen Stamme mit festgeschlosse-nem Schuppenpanzer und querrhombischen Blattnarben in seinen Gat-tungen Bolbopodium und Clathropodium. Sie kommen in einer grossernnbsp;Zahl von Arten unter sehr wechselnden Grössenverhaltnissen vor. Sindnbsp;sie klein, so kommt man, wie friiher erAvahnt, leicht in Ziveifel, ob mannbsp;Stamme oder Friichte vor sich habe, Avie diess z. B. fiir die Mehrzahlnbsp;der von Carruthers (1) als Cycadeostrobus abgebildeten Reste gilt.nbsp;Nur C. Brunonis C. von unbekannter Herkunft ist sicker ein Zapfen,nbsp;der indess mehr an Araucaria als an die Cycadeen erinnert. Bei einigennbsp;der Amn Saporta (4) abgebildeten Formen ist auf dem Querbruch dernbsp;Holzring deutlich zu erkennen, so bei Cl. Trigeri Sap., bei le Mans annbsp;secundarer Lagerstatte gefunden (v. 2, t, 122) nnd bei Cl. Sarlatense Sap. (4)nbsp;V.2,1.123, welches, gleichfalls als Findling, bei Sarlat in der Dordognenbsp;aufgelesen Avurde. Nach der Abbildung könnten möglicherweise bei die-sem Stamm, Avie in alten Exemplaren von Cycas mehrere consecutivenbsp;Holzringe vorliegen, Avorauf bei erneuter Untersuchung desselben zunbsp;achten sein Avird. Sein Mark ist von auffallend geringem Durchmesser.nbsp;Zu Clathropodium ziekt Saporta auch den von Carruthers (4) 1.57nbsp;als Bennettites Saxbyanus beschriebenen Stamm, Avas von seinem Stand-punkt aus geAviss berechtigt ist. In der That gehort aber dieser Stammnbsp;zu Bennettites Carr. Denn Avenn auch in der Abbildung die fiir diesenbsp;Gattung so charakteristischen Seitenaxen nicht zu erkennen sind, sonbsp;giebt doch Carruthers ganz allgemein ihr Vorkommen ftir alle Artennbsp;der Gattung an, und habe ich mich in der That durch eigene Untersuchung von ihrem Vorhandensein an alien drei als B. Saxbyanus Carr.


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bestimmtea Originalexemplarea tiberzeugen können. Audi Clatbropo-dium Trigeri Sap., im Parisev Museum von mir eingeselien, bat sich als ein Bennettitesstamm erwiesen.

Verlangerte, cylinderförmige, mit almlicbem Panzer von Blattfüssen uingebene Stamme heissen bei Saporta Cjlindropodium und Platy-lepis. Letzterer Name gilt fttr Formen, bei denen die Abgliederungs-flaclien selir breitgezogen und niedrig ausfallen. Dieselben Stammenbsp;gehen bei Carruthers als Buddandia, Yatesia, Mantellia. Cylindro-podium liasinum Sap. aus dem Unterlias von Lunéville v. 2,1.118 lasst,nbsp;obscbon schleebt erbalteu, doch die Umrisse seines Holzcylinders erkennen. Als Fittonia Carr. werden endlidi bei Saporta alle dienbsp;Stamme zusammengefasst, bei welchen die umkleidenden Blattbasennbsp;kegel- oder fingerförmig verjüngt und nur an der Basis einander be-rührend, an der Spitze die verhaltnissmassig kleine Abgliederungsnarbenbsp;tragen. Ausser den von ilim und von Carruthers 1. o. abgebildetennbsp;Arten gehort hierher der Cycadeenstamm aus dem Wealden von Ban-torf bei Hannover, den Schenk (1) t- u als Clathraria Lyellii abgebildetnbsp;hat. Einige den Cylindropodien und Fittonien ahnliche Stamme findennbsp;sich bei Eichwald (1) v. i,t. i7, is dargestdlt. Sie sollen aus der per-mischen Formation Ostrusslands stammen. Erneute Prüfung der Origi-nale dieses Autors ware hier wie so haufig nothwendig.

Als Stamme einer den Cycadeen verwandten Pflanzenform spricht Velenovsky (1) 1.1 neuerdings gewisse zapfenartige Steinkerne ausnbsp;der böhmischen Cenomankreide an, die er als Krannera mirabilis be-zeichnet. Sie waren frtiher fitr Zapfen gehalten und von P r e s 1, (Sternberg (1) Heft 5—s, t. 52, f. 11, 12) unter dem Namen Dammarites albens, vonnbsp;Gr ö p p e r t (4) p- ass, t. 45 unter Dammarites crassipes beschrieben worden.nbsp;Es sind kuglige Körper, mit schraubig gestellten Sehuppen besetzt,nbsp;deren jede an der Innenseite ihres Vorderrandes eine qiiere Abgliede-ruugsnarbe zeigt. In seltenen Fallen sitzen dieser noch Bruchstückenbsp;von parallelnervigen Blattern auf, woraus zu entnehmen, dass die Schappen als holzige Blattfüsse angesehen werden mussen. Die ganzen zapfen-artigen Körper werden mitunter von dicken, mit Blattnarben versehenennbsp;Stielen getragen, sie werden desshalb von Velenovsky für verkiirztenbsp;Und verdickte Endigungen cylindrischer beblatterter Stengel gehalten.nbsp;Each den im Zusammenhang mit ihren Sehuppen gefundenen Blattrestennbsp;Vermuthet er die Hierhergehörigkeit gewisser einfach bandförmiger,nbsp;stumpf endender parallelnerviger Blatter t.i, die am gleichen Ort haufig,nbsp;8'ewöhnlich irrthümlicher Weise als Flabellaria chamaeropifolia Göpp.nbsp;bestimmt und für Palmblattfetzen gehalten wurden. Velenovskynbsp;uiöchte sie lieber mit Cordaïtes, Phoenicopsis, Podozamites, oder zumalnbsp;uiit dem ihnen an Grosse nahe kommenden Khiptozamites Göppertinbsp;Schmalhausen (1) 1.15, r i-u verglichen sehen. 1st das'richtig, und

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dafiir könnte das t. 4, f. 4 abgebildete Exemplar wohl sprechen, daim wird Krannera allerdings nicht unmittelbar zu den Cycadeen gestellt werdennbsp;können. Man wird auf alle Falie behufs besserer Sicherstellung ihrernbsp;Verwandtschaft weitere glückliche Funde abwarten miissen. Nur aufsnbsp;Zusammenvorkommen sick stiitzend, ziebt Velenovsky endlich kug-lige Steinkerne als Samen hierher, die an der einen Seite die Abbrucbs-flacbe eines Stieles zeigen. Die einzige Cycadeenform, soviet mir be-kannt, von der der Stamm mit den daransitzenden Blattern durcbausnbsp;sicbergestellt werden konnte, ist Zamites gigas Morr. Das betreffendenbsp;Exemplar stammt aus dem oberjurassischen Sandstein von Yorkshirenbsp;und ist aus dem Besitz von James Yates in den des Pariser Museums ilbergegangen, allwo icb es eingesehen babe. Eine Abbildungnbsp;desselben giebt Saporta (4) v. 2, t.si. Der Stamm tragt eine seitliche,nbsp;mit schonen Blattern besetzte Knospe. Dadurcb und auch in seinemnbsp;Habitus erinnert er an Stangeria. Er scheint auch ganz nackt gewesennbsp;zu sein, wennschon Saporta Spuren von Schuppen erkennen will, undnbsp;ihn unter seine Cylindropodien einreiht. Dass die englischen Autorennbsp;zu Zamites gigas die eigenthiimlichen, als Williamsonia Carr, bekanntennbsp;Blüthen zu rechnen pflegen, wurde schon vorher erwahnt. Von einemnbsp;zweiten gleichen, bloss minder vollkommenen Belegsttick spricht Williamson (3) p-665. Die von demselben Autor bei Scarborough gefun-denen ringsum mit Blattschuppen bedeckten Stamme, die er gleichfallsnbsp;hierher rechnen möchte, diirften nach einem Exemplar, welches ich zunbsp;Oxford sah, Farnstamme sein. Das betreffende Stück liegt freilich mitnbsp;mehreren Zamitenblattern zusammen auf derselben Platte, woraus in-dessen irgendwelcher Schluss nicht gezogen werden kann.

Einen sehr merkwiirdigen mit Fructificationen besetzten Stamm hat Carruthers (1) als Bennettites Gibsonianus beschrieben, vgl. Holz-schnitt 5. Er ist verkieselt, von wunderbarer Erhaltung, und stammtnbsp;aus dem Neoeom (lower Greensand) der Insel Wight. Zunachst zeigtnbsp;er, wie alle als Bennettites bezeichneten Beste, ohne irgendwie verdrilcktnbsp;zu sein, einen ausgesprochen ovalen, nicht kreisrunden, Querschnitt.nbsp;Sein Markkörper, dem ein stammeigenes Biindelsystem fehlt, wird vonnbsp;einem einfaehen secundaren Holzring von massiger Dicke umgeben, dernbsp;durch zahlreiche, ziemlich breite Markverbindungen in Stticke von un-gleieher Grosse zerkliiftet ist. Seine ziemlich schmale Einde umschliesstnbsp;ein eompakter Panzer von Blattftissen in ahnlicher Weise, wie es beinbsp;den Clathropodien und Cylindropodien der Fall. Immerhin sind zwischennbsp;dessen einzelnen Gliedern ziemlich ansehnliche Interstitien verhanden,nbsp;die mit einer dichten Masse von Spreuschuppen ahnlichen Haarbildungennbsp;ausgestopft sind. Die spindelförmigen Querschnitte dieser Spreuschuppennbsp;(Carr. (4) t. eo, f. 11) weisen eine oder zwei tibereinander liegende Zell-schichten auf. Die Blattfiisse selbst von querrhombischer Durchschnitts-

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form enthalten zahlreiche der Periplierie genaherte Gefassbiindel, die eine breit gezogene, oben geöffnete, und ganz km-ze einwarts gebogenenbsp;Schenkel zeigende, Hufeisenstellung darbieten. Mitunter ist an der Ab-gliederiingsflaelie das Parenchym etwas gescbwunden (ausgefault), dienbsp;Blattfüsse erscbeinen dann von aussen wie rliombenförmige Hölilungen,nbsp;die von einem verspringenden, aus den verkieselten Epidermen und dennbsp;dazwischen gelegenen Spreiibaarmassen bestehenden Netzwerk umgebennbsp;Werden. Aebnliche Erhaltungszustande kommen aucli bei anderen Cy-cadeenstammen vor; Clathropodiiim foratum Sap. (4) v. 2, welches mög-licberweise aucb bierbergehören könnte, hat davon seinen Namen; auchnbsp;auf die weiterhin zu erwahnenden Raumerien mag desbeziiglicli verwiesen werden.

Es ist nun aber bei Bennettites dieser Panzer von Blattfüssen von vielen sich hindurcbdrangenden und engumsclilossenen Bltitben oder In-florescenzen durebsetzt, die von zablreichen Blattern umgeben, bis zurnbsp;Aussenflache reichen, und bier infolge der Abreibung ilirer Blattspitzennbsp;zwischen den Abgliederungsflacben der Blattfüsse als eigenthümliche centrisch gebaute Wirbel erscbeinen. Ob dieselben als Axillarknospen ent-stehen, was an und für sich wahrscheinlich, lasst sich zur Zeit nochnbsp;nicht mit Sicherheit ermitteln, wie deun aueh gonst, der schonen undnbsp;«ingehenden üntersuchung Carruthers ungeachtet, bezüglich ihresnbsp;Baues noch einige dunkle Punkte verbleiben. Eine erneute Unter-suchung, mit der ich, durch die Freundlichkeit der Herren Carruthers,nbsp;Hooker und This el ton Dyer dazu in Stand gesetzt, beschaftigt bin,nbsp;hat bereits jetzt für einige derselben befriedigende Aufklarung gegeben.nbsp;Ausführliche Darstellung muss ich mir freilioh für eine zusammenhan-gende Bearbeitung dieser Stamme, die ich beabsichtige, vorbehalten. Dasnbsp;ganze Gebilde sitzt der Stammrinde mit einem dicken von einfach lanzett-lichen Blattern umgebenen Stiel an (vgl. Carruthers (4) t.68,f.6,f.ï), derden Bau des Stammes im Kleinen bis ins Detail wiederholt nur haufignbsp;Unregelmassigkeiten der Querschnittsform, wahrscheinlich durch Drucknbsp;hervorgebracht, aufweist. Auch die ihn umgebenden Blütter sind nurnbsp;durch geringere und fortdauernd abnehmende Querschnittsgrössen vonnbsp;den früher erwahnten Blattfüssen der Hauptaxe verschieden. Dieser Stielnbsp;®udet in ein flachgewölbtes Polster, dessen fieischig-succulente Beschaffen-lieit (Carruthers (4) t.59, f.3) ich aus der völligen Gewebszerstörung er-schliesse, die hier stattgehabt hat, und infolge deren an dem mir vorlie-gonden Praparat nur wirre macerirte Parenehymzellen und Gefassbündel-fragmente zu erkennen sind. Von der oberen Flache besagten Polstersnbsp;crhebt sich nun, von einem mehrschichtigen Kranz lineal lanzettlichernbsp;Blatter umhüllt, ein Bündel dicht gedrangter polygonaler Stiele, derennbsp;derbes Eindenparenchym, die Zerstörung hintanhaltend, das kleine in-

Solms-Laubach, Palaopliytologie. nbsp;nbsp;nbsp;7

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mitten einer Gewebsliieke gelegene Gefassbiindel umsclieidet. Zwischen diesen Stielen, kleine Interstitien ausftillend, finden sick weitere je einnbsp;Gefassbiindel bergende Querscbnitte (Holzscbn. 5 C). Ob diese abnlicbennbsp;verkümmerten, zwischen den ausgebildeten gelegenen Stielen angehören,nbsp;wie ich vermuthe, habe ich noch nicht mit Sicherheit feststellen können.nbsp;Oberwarts divergiren die Glieder dieses Biisehels, an Dicke zunehmend.


Kg- 5.

Bennettites Gibsonianas Carr. Fructification. A Schematische Darstellung des Fruchtkolbens. Sein bliittertragender dicker Stiel schwillt an der Spitze zu eineiii succulenten Polster an, von dem sich zahl-reiche stielartige, je von einem Bundel durchzogene Gebilde, als gedrangtes Buschel erheben, die an dernbsp;Peripherie alle unter eiuander zur Bildung einer einheitlichen Oberflacho verwachsen sind. Jeder Stielnbsp;trdgt an der Spitze eineu in einer taschenformigen Versenkung gelegenen Samen. B Etwas scherna-tische, aus vielen einzolnen Bildern zusammengestellte Barstellung des Langsschnitts eines einzelnennbsp;Samens. a Das ointretende Gefassbiindel; b dessen Ausbreitung an der Nucellusbasls; c der Embryonbsp;mit seinen beiden Cotyledonen: d die aus pallisadenformigen derben verholzteu Zeilen gebildete Testa,nbsp;die sich oberwarts in eineu rohrigeu an der Kolbenoberfliiche stumpf endeiiden Fortsatz d' verlangert undnbsp;wahrscheinlich dem Integument entspricht. e Röhrenförmige Zellschicht, die Fortsetzuug eines zartennbsp;den Embryo umgebcnden Hautchens bildend. Dieses Haulclien, vermuthlich der Ausseugrenz© des Nu-cellus entsprecheud; sein röhriger Scheitelfortsatz die Nucellar.«pitze, die die Pollenkanimer umgiebt, dar-stellend. C Stuck des Querschnittes durch den samentragenden Stielbüschel unterhalb der Region, innbsp;welcher die Samen beginnen, geführt (a in dem schematischen Bild des ganzen Kolbens). Bei a die Quex-schnitte der umgebenden am Stiel entspringenden lanzettlichen Blatter. Bei d die Stiele mit ihrem cen-tralen von einer Gewebslücke umgebenen Gefassbündel. Dazwischen kleine verdrückte Querscbnitte, dienbsp;entweder zwischenstehendeu Blattern Oder verkümmerten Samenstieleu angehören. In der Peripherie bei cnbsp;BUY noch solche kleine, hier abgeplattete, Querscbnitte vorhanden. b stellt die oberflachliche homogenenbsp;Schicht des Kolbens dar, die aus der volligen Verwachsung der Spitzen des ganzen Büschels von Organennbsp;hervorgeht. Alles nach mir vorliegenden aus dem im Kew Museum verwahrten Material angofertigten

Praparateu.

So entstebt ein eilangiicher Kolben mit ziemlich ebener Oberflaehe, die durch die vollstandige Verwachsung der Spitzeutheile aller constituiren-den Glieder gehildet wird (Holzschn. 5 A). Die Samen, die an den zurnbsp;Untersuchung gekommenen Exemplaren vollkommen reif zu sein scheinen,nbsp;sind in grosser Zahl vorhanden, eine oherflachlich im Kolben gelegenenbsp;Schicht bildend. Ein jeder derselben ftillt eine kleine Höblung aus, die

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mit engem Mündimgscanal nach Aussen communieirt (Car rut hers (4) t.69, f.6). In seiner Basis endet jedesmal das Gefassbiindel eines der he-regten in der Kolheiioherflache mit einander verwachsenen Stiele. Jedernbsp;derselhen wird also an seiner Spitze ein Ovulum tragen. Wo der Samenbsp;vom Schnitt in Eichtung der Axe getroffen ist (Holzschn. 5B), erkenntnbsp;man, dass er aus einem atropen Ovulum eiitstand; das Gefassbiindel lauftnbsp;in der Basis des Kueellus in eine kleine scheibenförmige Ausbreitung aus.nbsp;Die Aussengrenze des Nucellus ist in Form einer derben Linie zu erkennen; diese wird von der Testa umgeben, die aus dem Integumentnbsp;entstand. Unterwarts mit dem umgebenden Gewebe verwachsen, enthdltnbsp;sie eine Lage kurz prismatischer Pallisadenzellen mit derber Membrannbsp;und reiclilichem braunem Inhalt. An der Spitze des Samens lauft sienbsp;in ein langes, anfangs weites, und einen kegelfórmigen, wahrscheinlichnbsp;die Pollenkammer umschliessenden Nucellarfortsatz umhiillendes, endlichnbsp;röhrenförmig verengtes Exostom aus, welches die ganze Samenhöhlenbsp;erfiillend, unter geringer Erweiterung in der Kolbenoberflaehe endet.nbsp;Das Verhalten dieses Integuments ist bei Carruthers nicht dargestellt,nbsp;es ist auch nur in einzelnen ganz besonders gliicklich durchschliffenennbsp;Samen zu erkennen; selbst die hier gegebene Abbildung hat aus meh-reren Einzelbildern zusammengestellt werden mussen. Aehnlieh stehtnbsp;es mit dem Sameninhalt. Ich habe mich durch eingehende Untersuchungnbsp;der im British Museum verwahrten und der von mir erschliffenen Samennbsp;tiberzeugt, dass innerhalb der vom Nucellus restirenden Haut ein normalnbsp;orientirter Embryo mit 2 fleischigen, flach aufeinander liegenden Cotyle-donen vorliegt. Dieser erflillt den Kaum so vollstiindig, dass das Vor-handensein eines einigermaassen deutlichen Endosperms ganz ausge-schlossen erscheint. In Carruthers’Figur t.so, f.o ist von diesem Embryo eine Andeutung zu erkennen. Die im Holzschnitt gegebene Skizzenbsp;zeigt, etwas schematisch ausgefiihrt, die Eadicula, den Vegetationspunkt,nbsp;die Cotyledonen und deren zur Gefassaxe des hypocotylen Gliedes zu-sammentretende Spurbündel. Dergleichen Bilder findet man freilich sel-ten; die meisten Samen sind dazu zu schlecht erhalten. Doch erkenntnbsp;man sehr gewöhnlich auf quer oder schrag verlaufenden Durchschnittennbsp;die Grenzkluft zwischen den Cotyledonen in Form einer transversalen,nbsp;den Sameninhalt durchsetzenden Spalte.

Schon nach der im verstellenden gegebenen Schilderung, die ich weiterhin hoffe noch vervollstandigen zu können, zeigt es sich, dass dienbsp;Fructification von Bennettites von Allem, was wir bei den Cycadeen zunbsp;fiuden gewohnt sind, wesentlich abweieht. Durch die anscheinendenbsp;Axenbiirtigkeit, durch die eigenthiimliche Versenkung der Samen in dienbsp;Kolbenoberflaehe, durch den Mangel des Endosperms ist sie scharf undnbsp;ausreichend charakterisirt. Es ist möglich, dass sich die Samenstielenbsp;als Carpiden eigenthiimlicher Art herausstellen könnten, man wiirde

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dana genothigt sein, die Bennettiteae von den Cycadeen ganz loszulösen und als eine eigenartige Zwischengruppe zwischen G-ymnospermen iindnbsp;Angiospermen zu betrachten. Das wiirde dann einen typisehen Fall vonnbsp;dem abgeben, was Saporta und Marion (2) als Proangiospermie be-zeicbnen, wennscbon an eine directe Ableitung der Angiospermen vonnbsp;diesem Stamm nicht wohl gedacht werden kann, wennschon derselbenbsp;also einer Entwicklungslinie angehören dürfte, die unser Zeitalter nichtnbsp;mehr erreicht hat. Wie dem nun auch sei, man wird auf alle Falie aufnbsp;Grund des Stammbaues an einer nahen Beziehung der Bennettiteae zunbsp;den echten Cycadeen festhalten milssen. Die eigenthtimliche Entwick-lung der weiblichen Bliithen aus ruhenden Knospen des alten Stammesnbsp;kann uns dabei nicht beirren, da dieses Verhaltniss bekanntlich als biologische Anpassung an den verschiedensten Punkten des Cewachsreichsnbsp;immer wiederkehrt. Mit diesen Ausführungen erledigt sich denn auchnbsp;Nathorsts (5) Meinung, der Beunettites, falls ich aus der leider aus-schliesslieh in schwedischer Spraehe geschriebenen Abhandlung richtignbsp;ersehe, mit den Balanophoreen, insbesondere mit Lophophytum vergleichtnbsp;und fill- einen Parasiten des Cycadeenstammes halt. Bei Saporta (4) an-dererseits wird der Thatbestand angezweifelt; er geht iiber die Gattungnbsp;mit folgendem Satz hinweg (v. 2, p. 53): „La tribu suivante, celle des Ben-nettitées est encore plus étrange, si c’est possible, puisqu’elle possèderaitnbsp;d’après Mr. Carruthers des fruits inclus, situés a I’intdrieur des basesnbsp;accrues des pétioles. Malgré Tapparente précision des détails de structurenbsp;anatomique figurés par Ie savant anglais, il est difficile d’admettre lanbsp;réalité de semblables combinaisons organiques“. Auch Eenault (2)nbsp;hat sich, wie es scheint, hierdurch verleiten lassen, den Bennettitestypusnbsp;überhaupt mit Stillschweigen zu übergehen. Ein wahrscheinlich hier-hergehöriger in Eisencarbonat versteinerter einzelner Fruchtspross istnbsp;neuerdings im Oxford der Vaches noires in der Normandie von Morièrenbsp;gefunden und von Saporta und Marion (2) p.244 als Frucht von Wil-liamsonia Morièrei Sap. Mar. bekannt gegeben worden. Die Aehn-lichkeit desselben mit den Bennettitenfrüchten scheint ihnen entgaugennbsp;zu sein.

Zu seiner Gattung rechnet Carruthers fernerhin noch einige andere Stamme von gleieher ovaler Querschnittsform. Zuerst B. Peachianus Carr. (4) t. 02 aus dem weissen Jura von Helmsdale in Sutherlandshire.nbsp;Das ausserlich nicht gerade günstig erhaltene, im bot. Dept. des Britishnbsp;Museum verwahrte Exemplar lasst die wirbelartigen Querschnitte seinernbsp;seitlichen Inflorescenzaxen erkennen, wird also sicher hierhergehören.nbsp;Bei ihm sind im Mark eine geringe Anzahl secundarer Holzringe ahn-licher Art entwickelt, wie sie nachher bei den Medullosen als derennbsp;Charakteristicum zu besprechen sein werden. Auch der nicht abgebildetenbsp;B. maximus Carr. gehort sicher hierher; ich habe mich an dem im Jermvn-

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streetmuseixm zu London befindliehen Original vom Vorliandensein seiner seitliclien Fruolitsprosse tiberzeugt. Er stammt wie auch B. Saxbyanusnbsp;Car r. (4) 1.aus dem Wealden der Insel Wiglit. Audi bei diesem letzterennbsp;sind die Seitensprosse vorlianden; sein Holzring gleidit dem des B. Gib-sonianus aufs Haar. Ein der Lange naeli gespaltenes, von C a r r u t b e r s (4)nbsp;t.67,f.4 hierliergereclinetes Stiids lasst erkennen, dass die Blattspiiren,nbsp;deren hufeisenförmige Querscbnitte man in der Aussenrinde in Mengenbsp;findet, vom Holzring zu den Blattern in sdiiAg ansteigender Ricbtungnbsp;direct und geradlinig verlaufen. Erst in den Blattstielen werden sie innbsp;Zweige zerspalten. Von den Blattspurgiirteln, die unsere jetzigen Cy-cadeen cbarakterisiren, ist also nichts zn entdecken. In wie weit diesernbsp;Charakter alien Bennettiteenstammen eigenthlimlicb, wird weiterhin fest-zustellen sein.

Wesentlieb dieselben Charaktere wie Bennettites bieten eine Eeihe von Formen, die Carruthers als Mantellia zusammenfasst, die Buck-land mit dem Hamen Cycadoidea bezeidinet. Als einzige Unterscbiedenbsp;werden ibre geringere Höhe, Kugel- oder Knollengestalt, Kreisform desnbsp;Querscbnitts und der Umstand angefuhrt, dass ibre Fruchtsprosse, iibernbsp;den Scliiippenpanzer binausragend, nur in ibren basalen Theilen erhaltennbsp;seien, ein Charakter, der, selbst wenn er, was icii bezweifle, durobgrei-fend, als irgendwie wesentlieb nicht betraebtet werden kann. Es geborennbsp;dabin die merkwiirdigen, in unvollkommener Verkieselung erbaltenen,nbsp;niedrigen Stiimme, die durch Zerstorung Hirer Spitzen eine terminalenbsp;Vertiefung bekommen und dadurch Vogelnestform angenommen baben,nbsp;wie sie in grosserer Anzahl in den Steinbrüchen der Insel Portland beinbsp;Weymontb gefunden werden. Der Pur beck beginnt bier mit marinennbsp;Kalksteinen, die das Material fUr viele Londoner Bauten liefern, es folgtnbsp;darauf eine Sttss- oder Brackwasserbildung, die an ibrer Basis zwei vonnbsp;einander getrennte, etwa fussdicke Sebiebten koblenbaltiger erdiger Sub-stanz, die sogenannten dirt beds, umsebliesst, in welcben zablreicbe, tbeilsnbsp;umgeworfene, tbeils aufrecbte verkieselte Stamme wurzeln. Zwisebennbsp;diesen findet man in gleicber Stellung die von den Arbeitern als Vogel-nester bezeichneten Cycadeen vereinzelt, oder bier und da gruppenweisenbsp;zusammenliegend vor. Fiir eingebendere Besebreibung dieses Vorkom-mens sei auf B u c k I a n d und d e 1 a B è c h e (2) verwiesen. Abbildungennbsp;der versebiedenen, nacb der Grosse und der Form ibrer Scbuppenabglie-derungen untersebeidbaren Arten geben Carruthers (4) (Bennettitesnbsp;Portlandicus Carr. t. ei, Mantellia nidiformis *• 63, f. Oj Schimp er (1) Cycadoidea megalophylla Buckl. (nacb Buckl. Geol. and Min. t. co) t. ii, f. ii;nbsp;Bu ckland (1) (Cycadoidea megalophylla Buckl. t. n n.is, Cyc. micropbyllanbsp;Buckl. 1.10). Die baufigste Species in den dirt beds ist nacb Angabenbsp;der Autoren Cyc. micropbylla; unter C. megalophylla diirfte Buckl andnbsp;selbst verschiedene Formen vermengt baben, da die Abbildungen we-

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sentliclie Differeiizen zeigen. Eine erneiite zusammenliangeiide Bearbei-tung aller dieser Stamme wiirde überhaupt recht dankensAverth sein. Ausserdera gehort noch ebendahin ein von Carruthers als Mantellianbsp;inclusa bezeiehnetes Exemplar (4) t. 03, f. 3, bei welchem die Fruehtsprossenbsp;ausgefault sind und tiefe weite Löcher in der Schuppenumkleidung hinter-lassen haben. Und endlich ist es mir nach Göpperts (9) Abbildungennbsp;Avahrseheinlicli, cfess auch dessen Eaumerien nichts andeves als Bennet-titeenstamme sind. Fnr Raumeria Schulziana, bei Grlerantz im Amrigennbsp;Jahrhnndert bei einem Canalbau aus der Erde gegraben, kann ich diessnbsp;mit Bestimmtheit versichern, nachdem ich zu Breslau das Original ge-sehen habe. ZAvischen seinen Blattnarben zeigt es AA'eite Interstitien, dienbsp;mit den Querschnitten von Spreuschuppen ausgefüllt sind; die bei G ö p -pert (t.7,f.i) angedeuteten Wirbel gehören den fruchttragenden Seiten-gprossen an. Noch deutlicher zeigt beide Charaktere das Bild der R. Rei-chenbachiana Göpp. (9) t. s n. n, dem Museum zu Dresden gehorig, imnbsp;Jahr 1753 zu Lednice bei Wieliczka in einem Sumpfe entdeekt. Undnbsp;auch an der photographischen Darstellung der R. Cocchiana Camel (1)nbsp;glaube ich dieselben zu erkennen.

Im Eothliegenden von Autun ist ein verkieseltes Stammehen ge-funden Avorden, leider nicht mit erhaltener Oberflache, Avelches nach Eenaults (1) v. 1 Untersuchung eine Struktur zeigt, die sich unmittelbarnbsp;an die der lebenden Cycadeen anschliesst. Dieses Cycadeoxylon Fremyinbsp;bat einen Markkörper von massigen Dimensionen, der von mehreren (innbsp;Eenaults Abbildung 1.14, f.o von zAvei vollstandigen und einem ZAA’ischen-gesehobenen halbseitigen) Secundarzuwachsringen umgeben wird. Diesenbsp;Aveisen die für die Cycadeen charakteristischen Eigenthümlichkeiten auf.nbsp;Ihre Holzkeile sind sehr schAvaeh, meist nur 2 Zeilen breit, sie einveisennbsp;sich im Tangentialschnitt als vielfach gebogene Platten, zAvischen denennbsp;parenchymatische Markstrahlen von ungeheurer Breite verlaufen. Dienbsp;Markkronenbündel sind so Avenig Avie bei den lebenden Cycadeenstammennbsp;deutlich; Avahrscheinlioh Avurden sie bereits frnh durch das enorme Mark-strahleiiAvachsthum zerstört. Wahrend aher bei den lebenden Pormen,nbsp;die AAÜederholte Cambialbildimg zeigen, die suecessiven Secundarzu-Avachse einander unmittelbar berühren, sind sie hier durch Aveite, zumnbsp;Theil zerstörte, Parenchymmassen von einander getrennt; die secundarennbsp;Cambien mussen also inmitten, nicht an der Innengrenze des Rinden-parenchyms entstanden sein. Der Tangentialschnitt der Holzringe siehtnbsp;aus, als Avenn er von einem Cycasstamme entnommen Avare. Nur aufnbsp;den RadialAvanden sind die Traeheiden mit Tüpfeln besetzt, die in alter-nirenden Reihen stehen, dnreh gegenseitige Berühruug polygonal sindnbsp;und ganz das Bild von Arancaroxylon bieten. Im Rindenparenchym,nbsp;ausserhalb des aussersten SecundarzuAAmchsringes, liegen zahlreichenbsp;dunkle Punkte, nach Renault ebensoA'ielen Gummigangen entsprechend.

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Es eriibrigt nocli die Besprecliting der Medulloseae, einev Eeilie von Stammresten aus dem Oberearbon and dem Rotbliegenden, derennbsp;Oberfladie leider nur in wenigen Fallen und aucli da nur unvollkommeunbsp;bekannt ist, die in ibrer anatomiscben Struktur vielerlei Analogien mitnbsp;der der Cycadeen zeigen, aber doch in wesentlicben Punkten, den neue-sten Beobacbtnngen zufolge, abweiclien. Und dass diese Abweicliungennbsp;richtig beobaebtet sind, davon babe icb micb an einigen Praparatennbsp;selbst iiberzeugen können. Giite Abbildungen der Durcbsebnitte vonnbsp;Medullosastammen finden sicb zuerst bei Cotta (1), dann bei Göp-pert (3) nnd endlicb und vor Allem in der neuen Bearbeitung der Gruppe

Fig. 6.

Medullosastellata. A Querschnitt des Stammes nacli Goppei’t (3) etwas verandert, urn die Zu-samraensetzung des periplieren Holzes ans zusammengedruckten Plattenringen zu zeigen. Iin Mark zahl-reiche Sternringe. B Stuck eines Plattenrings von M. stcllata e iuterrupta nacii G ö p p e r t und Stenzel (ll). C Ebendaker, ein Steruring aus dem Mark von M. stellata ,S. major G. et St,

von Göppert und Stenzel (11) (Holzschn. 6). Gehen wir zimacbst von der altesten bescbriebenen Art, der Medullosa stellata Cotta aus, so zeigtnbsp;diese anf den ersten Bliek einen doppelten peripberen Secundarzu-\vacbs,nbsp;der bier und da durch breite Markverbindungen nnterbrochen ist nndnbsp;fast immer die aussere Begrenznng der Stiicke bildet, indem die Eindenbsp;zu feblen pflegt. Der weite Markkörper ist dann durchsetzt von so-genannten Sternfiguren, ringformigeu Holzkörpern von kleinem Dnrcb-messer und radialstrahligem Ban. 1st deren Querschnitt kreisrund, sonbsp;beissen sie bei Göppert und Stenzel Sternringe (Holzschn. 6C), gehtnbsp;derselbe duroli die Eiform endlicb in eine langgestreckte Linienform iiber,nbsp;so werden sie als Plattenringe bezeicbnet (6B). Untersuclit man diese

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Kinge niiher, so ergiebt sich, class jeder derselben einem normalen Se-cundarzuwachs entspricbt, der seine Bastschicbt nach aussen, seine Holz-schicbt nach innen entwickelt hat. Die Holzplatten sind sclimal, die dazwischen gelegenen Markstrahlen nehmen auswarts gewaltig an Breitenbsp;zu, durch beider Abwecbselung kommt die strahlige Besclialfenbeit desnbsp;Binges zu Stande. Das Gewebe in dessen Centrum ist bedauerlicher-weise stets zerstört, bei den langgezogenen Plattenringen ist kaum zunbsp;zweifeln, dass es, dem iibrigen Markparencbym ahnlicb, ein Partialmarknbsp;des jeweiligen Binges darstelle. Ftir die Sternringe liegt diese Mög-lichkeit gleichfalls vor. Auf der anderen Seite konnten dieselben abernbsp;aucb einen markstandigen Gefassbiindelstrang umschlossen haben, wienbsp;ich denn an einem mir vorliegenden aus Cbemnitzer Material gewon-nenen Diinnseblifif in dem Centrum des Binges ein paar Gefössgruppennbsp;finde, die der allgemeinen Zerstorung entgangen sind. Nur weiterenbsp;Untersuehungen können dariiber, sowie über den Langsverlauf diesernbsp;Gebilde, Klarheit schaffen, auf die wir bei der Sparlicbkeit des Materials freilich wobl noch langere Zeit werden warten dürfen. Es kannnbsp;nicht genug bedauert werden, dass die Entdeckung der verkieseltennbsp;Stamme im Bothliegenden von Chemnitz schon so frtih, im vorigen Jahr-hundert erfolgt ist, und dass infolge dessen der Fundort jetzt nahezunbsp;erschöpft, die werthvOllsten Materialien aber seit lange zu Schmuck-gegenstanden, sowie zu den damals iiblichen mineralogischen Spielereiennbsp;kurz und klein geschliffen und ruinirt sind.

Betrachten wir nun den ausseren Holzring der Medullosa stellata genauer, so zeigt sich die merkwiirdige von Göppert und Stenzelnbsp;zuerst klargelegte Thatsache, dass dieser nicht, wie man bislang geglaubtnbsp;batte, aus zwei consecutiven ringförmigen Secundarzuwachsen wie beinbsp;Cyeas besteht; dass er sich vielmehr aus einer wechselnden Anzahl vonnbsp;Plattenringen zusammensetzt, die, von schmalem mehr oder weniger lang-gezogenem Querschnitt, mit einander einen peripherischen Holzkreis vor-tauschen (Holzschn. 6 A). Die oben erwahnten, frtlher fiir breite Markver-bindungen gehaltenen Unterbrechungsstellen sind nichts als die Lticken,nbsp;die zwischen den einzelnen Plattenringen dieses Holzkreises bleiben. Dasnbsp;linienförmig schmale Partialmark dieser Plattenringe erscheint bei ober-flachlicher Betrachtung als die Grenze der beiden consecutiven Secun-darzuwachse, es wird selbstverstandlich auswarts und einwarts vomnbsp;Holzkörper begrenzt, auf welchen nach beiden Seiten normale mit vielennbsp;Faserzellquerschnitten durchsetzte Bastmassen folgen. Storungen, Ver-biegungen und ahnliches sind sowohl an diesen Plattenringen, als annbsp;denen des inneren Markkörpers ganz gewöhnlieh, sie lassen sich leichtnbsp;auf den Druck zuriickftthren, dem die inmitten des Parenchymkörpersnbsp;allevorts sich entwickeinden Seeundargewebsmassen ausgesetzt waren.nbsp;Man könnte nun vermuthen, dass ausserhalb dieses eben beschriebenen.

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von Plattenringen gebildeten Holilcylinders noch ein normaler Holz-cylinder vorhanden gewesen sei, dass uns also nnr der Markkörper der Stamme vorliege. Dass diess nicht der Fall, wird aher durcli eine andere Species, die ans der Uralischen Steppe von Ludwig mitgehrachte,nbsp;von Goppert und Stenzel heschriehene M. Ludwigii bewiesen. Beinbsp;diesem Stamm ist namlich die Aussenflache erhalten, sie ist mit ziem-lich gedrangten rundlichen Eindrttcken hedeckt, die hesagte Autorennbsp;unhedenklich den Blattnarhen der Cycadeenstiimme an die Seite stellen.nbsp;Nach der Ahhildung allein hahe ich darnher kein Urtheil. Bei diesernbsp;Species sind nun aher überhaupt nur wirr und regellos stekende Stern-und Plattenringe vorhanden; ein von den letzteren gehildeter peripherernbsp;Hohlcylinder kommt gar nicht zu Stande. Nach alledem seheint es, wienbsp;Göppert und Stenzel mit Recht bemerken, als oh bei den Medullosennbsp;die Wachstliumsanomalie des Stammes viel weniger an die Verhaltnissenbsp;der Gattungen Cycas und Encephalartos, als an die der Sapindaceennbsp;erinnere, und es wird diess ganz besonders durcb einen gleich zu be-bandelnden Rest, der als Medullosa Leuckarti Göpp. et Stenz. beschriebennbsp;ist, ins hellste Licht gesetzt. Die früberbin wolil bervorgeliobene undnbsp;stark betonte Aehnlichkeit von Medullosa und Cycas wird damit hin-fallig, und wenn wir für die Gruppe nicbtsdestoweniger nabe Verwandt-scbaft mit den Cycadeen annehmen, so ist dafiir wesentlich nur nochnbsp;die grosse Aebnliebkeit der beiderseitigen Gewebsbescbaffenbeit maass-gebend. Hinzufügen möchte ich noch, dass weiterhin zu untersuchennbsp;sein wird, ob der peripliere Holzring mancher Bennettiteeii, der dennbsp;Verdacht einer Verdoppelung erregt, nicht am Ende gleichfalls die fürnbsp;die Medullosen charakteristische Beschaffenheit zeigt.

Der ersterwahnte als Medullosa Leuckarti Göpp. et Stenz. beschrie-bene Rest ist der Abbildung nach ein ziemlich formloses Stammbruch-stück, welches einen dicken seitlichen Aststumpf tragt.') Sein Quer-schnitt zeigt nur wenige Secundarholzringe, die zum Theil den Charakter von Sternringen tragen, zumeist aber in der von den Autoren mit demnbsp;Namen der Schlangenringe bezeichneten Form auftreteu. Diese cha-rakterisiren sich durch betrachtliche Weite des Partialmarks, sowie durchnbsp;ausserst unregelmassige, gebogene, und mit Buchten und Aussackungennbsp;versehene Gestalt des Ringes. Holz und Bast sind normal orientirt,nbsp;sie scheinen nach der Abbildung wohl erhalten zu sein; im letzterennbsp;Gewebe sind geschlossene Platten von Faserzellen vorhanden. Hiernbsp;schliesst sich auch Colpoxyloü Aeduense Ren. an, bezüglich dessen G ö p -pert und Stenzel (11), die nur Renaults (2) v. 1.1-n, f. s Abbildungennbsp;kannten, noch Zweifel aussern. Ich habe mieh an den schonen von

1) Man vergleicüe das desbezüglich gelegentlich der Besprecüung von Myeloxy-lon in der Anmerkung gesagte.

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Autuu staminendea gescliliffenen Originalplatteu, deren ieli melirere im Pariser Museum, eine, vermuthlieli von Brongniart an K. Brown ge-sehenkte, auch im bot. Dept, des British Museum sail, ttberzeugt, dassnbsp;hier gerade wie hei Medullosa Leuckarti eine wechselnde Anzahl weiter,nbsp;unregelmassig gehuchteter, je ein parenchjmatisches Partialmark um-schliessender Sehlangenringe vorhanden ist. Auch Myelopitys medullosanbsp;Corda aus dem Rothliegenden Nordhöhmens diirfte in naherer Beziehungnbsp;zu den Medullosen stehen, wird indess nach dem kleinen Bruchstück,nbsp;welches Corda (1) t. ii, f. 4-8 vorlag, selhst dami kaura völlig klar gelegtnbsp;werden können, wenn dieses erneuter Untersuchung unterworfen wird.

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y.

Cordaiteae.

Allen denjenigeu, welclie sieli eingeliender mit Palaophytolog’ie be-scliaftigeii, erscliien es sclion seit lange merkwürdig, dass trotz der ver-haltnissmassigen Seltenlieit uiid Unsiclierbeit der Zwelg- iind Blattreste von Coniferen in der Kohlenforination, doch so reiehlich yerkieseltenbsp;Hölzer des Typus Araucaroxylon in derselben vorkommen. Man ahntenbsp;noch znr Zeit des Erscheinens von S chimp ers Paléontologie végétalenbsp;nicht, dass diese Hölzer mit Blattern zusammengehören, die, vom Devonnbsp;aufwarts vorkommeud, zumal in den oberen Ablageriingen der Carbon-periode in nngehenrer Hanfigkeit anftreteu nnd alle Schichtungsfiaehennbsp;des Gesteins mit zahllosen Abdrücken bedecken. Diese Blatter waren,nbsp;ihrer Bandgestalt nnd parallelen Nervatur halber, von den alteren Aii-toren, zumal auch von Göppert (3, 12) der Regel nach unter dennbsp;Namen Nöggerathia oder Cordaites zu den Monocotyledonen gerechnetnbsp;worden. Man steilte mit ihnen gewisse gleichfalls sehr haufige Stein-kerne von rundem, herz- oder eiförmigem Umriss zusammen, die, je nachnbsp;ihrer Form als Cardiocarpus, Ehabdocarpus etc. bezeichnet, mit dennbsp;Früchten der Palmen verglichen zu werden pflegten. Freilich warnbsp;Brongniart, der sie ursprünglich (4) auch ftir Monocotylen gehalten,nbsp;schon früh von dieser Ansicht zurückgekommen und batte sie sammtnbsp;den erwahnten Samensteinkernen den Cycadeen als eigene Familie annbsp;die Seite gestellt (5, 2), womit also schon damals ihre wirkliche Ver-wandtschaft vermuthungsweise erkannt war. Auf Grund eigener wich-tiger Beobachtungen waren dem Goldenberg (2) und Weiss (1), letz-terer mit Zweifel, und unter vorlaufiger Belassung der Gruppe an her-kömmlicher Stelle bei den Monocotylen, beigetreten. Nichtsdestowenigernbsp;behielt dieselbe den schwaïikenden Charakter bei, man war bezügliclinbsp;ihrer lediglich auf Vermuthungen angewiesen, bis es Grand’ Eury (1)nbsp;gelang, sie durch seine ausgezeiehneten üntersuchungen im wesentlichennbsp;klar zu stellen und mit Grund und Berechtigung definitiv den Gymno-spermen einzureihen. Seine Resultate wurden durch die bewunderns-werthen Üntersuchungen, die Renault (1) an den in den Kieseln von

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Cordaiteae.

Grand’ Croix erhaltenen Bliithenstanden, die Brongniart (6) an den in demselben Material sieli findenden abgefallenen Samen anstellten, nurnbsp;erweitert und bestatigt. Allein den Bemübungen besagter Autoren istnbsp;es zu danken, wenn die Cordaiteen, noch vor wenigen Jahren zu dennbsp;allerzweifelhaftesten Dingen gehorig und mit den Nöggerathien zusam-mengeworfen, heute die bestbekannte von alien Sippen fossiler und innbsp;der jetzigen Vegetation nicht mehr vorhandener Gewachse darstellen.

Die Blatter der Cordaiteen sind einfach sitzend, aus kurz zu-sammengezogener Basis langlich elliptisch oder bandartig verlangert, mit abgerundeter oder gespitzter Endigung. Sie sind in alien Fallen vonnbsp;deutlichen parallelen sehr genaherten Nerven durchzogen, die nachnbsp;Grand’Eury hier und da eine Gabelung aufweisen. Dabei scheinennbsp;beziiglich der Starke der Nerven DitFerenzen verhanden zu sein, die je-doch, weil die Erhaltungsweise eine grosse Eolle spielt, nur mit Vor-sicht benutzt werden dürfen. Gewöhnlich sind alle Nerven gleichstark,nbsp;oder nehmen sie allmahlich gegen die Blattmitte an Kraftigkeit zu, sel-tener wechseln starkere und schwachere in regelmassiger Weise mitnbsp;einander ab, so z. B. bei C. principalis Gein., wo Grand’ Eury viernbsp;schwachere zwischen je zwei starkeren findet. Nach der Form dernbsp;Blatter hat dieser Forscher aus der Gesammtheit der Cordaiten 3 Gat-tungen gebildet, die indessen, so lange man ihr Verhaltniss zu den be-kannt gewordenen Blüthen nicht genauer kennt, als es bislang der Fall,nbsp;durchaus für provisorisch gehalten werden mussen. Es sind diess Dory-cordaites mit bis 50 cm langen, gegen vorne allmahlich verschmalertennbsp;gespitzten, Poacordaites mit gleichfalls bis halbmeterlangen, linearennbsp;grasahnlichen, vorne plötzlich stumpf gerundeten, und Cordaites mit ktir-zeren, verkehrt eiförmigen oder spatelfórmigen, stumpf endenden, mitunternbsp;eingeschnittenen Blattern. Die Poacordaiten, die sich bei St. Étiennenbsp;meist in anderen Schichten als die beidéü letzterwahnten Typen finden,nbsp;hat Renault (2) v.4 neuerdings ohne weiteres von jenen getrennt undnbsp;zu den Taxineen gestellt. Die Gründe, die ihn dazu bestimmen, sindnbsp;mir nicht naher bekannt geworden.

In den schwarzen Kieseln von Grand’ Croix sind die Cordaiten-blatter ausserordentlich haufig. In manchen Broeken, wie ich deren einen der Güte Eenaults verdanke, liegen sie in Masse schichtenweisenbsp;geradeso übereinander wie die nassen Buchenblatter am Boden unserernbsp;Laubwalder. Sie zeigen hier vielfach wohlerhaltene Struktur und einenbsp;bei ihrer einfórmigen Gestalt überraschende Mannigfaltigkeit in den Details ihrer Gewebevertheilung. Leider ist es nicht möglich die verkie-selten Blatter, die stets nur in Bruchstticken zur Beobachtung kommen,nbsp;mit einiger Sicherheit auf die verschiedenen nach den Abdrücken unter-schiedenen Species zurtickzuführen. Es hat desshalb Renault die Be-stimmung aller seiner Querschliffe mit Fragezeichen versehen; Grand’

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Cordaiteae.

Eury hat fiir die von ihm untersuchten Formen eigene bloss auf den anatomisehen Ban gegriindete Speeiesnamen gehildet. Mit Ausnahmenbsp;von einer einzigen Sorte zeigen alle naher untersuchten Blatter einenbsp;einfache Schicht paralleler inmitten der Blattsuhstanz gelegener Glefass-btindel; nur bei C. duplicinervis Grand’Eury sind die Biindel abwech-selnd mehr der Ober- oder der Unterseite genahert, im ersteren Fall vonnbsp;kleinerem, im letzteren von grösserem Querschnitte. Die einzelnen Biindelnbsp;mitsammt dem umgebenden haufig zerstörten Parenchym sind regel-massig von einer festen, gewöhnlich eine Zellenlage machtigen Scheidenbsp;umgeben, ihr Basttheil ist in der Eegel geschwunden, aus der Lage dernbsp;dadurch entstandenen Lilcke lasst sich die Unterseite des Blattes ziem-lich sicher hestim-men. Der Holzstrangnbsp;seinerseits weist nunnbsp;eine Eigenthiimlich-nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;^

keit auf, die wir in p..... ^ nbsp;nbsp;nbsp;^

unserer Vegetation

nur noch hei den Cy- “.....

cadeenhlattern, hei nbsp;nbsp;nbsp;lt;

denenvonisoëtes und nbsp;nbsp;nbsp;cquot;

Ophioglossum finden. ..... nbsp;nbsp;nbsp;£

Seine Initialgruppe (Holzschn. 7 c) liegtnbsp;nbsp;nbsp;nbsp;M

namlich an der Bast-

seite desselben, uir- nbsp;nbsp;nbsp;i_______

I'ig. T.

mittelbarandieLiicke ’— anstossend, oder ge-

w*£k Pa Querschnitfc des Blattes von Cordaites angulosostriatus Grand’Eury. g‘611 U.1GSC j W16 116- a Innenstrang des Holzbündels (bois centripète); b Aussenstrang desnbsp;o n 1 -ftir vATGpliiA Holzbündels (bois centrifuge); t Initialstrang desselben, zwiscben belli orU IX lUr ¥61061116- ^en Abscbnitten gelegen; c Bast; d Faveucbyinscbeide. li, V nud inbsp;Faseimassen, dus mechanlscbe System dcs Bluttes darstelleud. f luckigosnbsp;0.6116 AlX6Ii clllgl6ulnbsp;nbsp;nbsp;nbsp;Mesopliyll. Nacb Schenk in Zittels Haudbucli.

durch eine ein- oder

wenigreihige Tracheidengruppe von bogenfórmigem Querschnitt (Holz-sehn. 7 b) begrenzt. In diesem Falie batten wir also genau dieselbe Struk-tur wie in dem Blattstiel der Cycadeen; an die Initialgruppe schliesst sich nach innen eine grössere, nach aussen eine schwachere Holzmasse an,nbsp;deren Entwicklung auch bier, den vorhandenen Angaben zufolge beider-seits progressiv von der Initialgruppe aus fortschreitet. Eenault bezeich-net hier und bei den Cycadeen sowie auch anderwarts den inneren Ab-schnitt des primaren Holzstrangs als „bois centripète “, den ausserennbsp;als „bois centrifuge“; das ganze Biindel wird als „faisceau di-plosylé“ dem normalen, dem „f. monoxylé“ entgegengesetzt. Es wirdnbsp;gelegentlich der Behandlung der Sigillarieen noch welter erörtert werden mussen, in wie weit diese Nomenclatur berechtigt, in wie weit vor

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Cordaiteae.

Allem ilire Anweudung zweckentsprechend ist. Wenn, wie es iiach Kenault bei anderen Cordaitenblattern der Fall zii sein sobeint, dernbsp;Anssenstrang des Primarliolzes (das bois centrifuge) felilt, dann ist dernbsp;Biindelbau von Isoëtes gegeben. Schenk (Z.1) hat in seiner Darstel-limg Renan Its Angaben nicht rich tig wiedergegeben, er bezeichnetnbsp;den Anssenstrang des Primarholzes in der Figurenerklarung (f- alsnbsp;„Phloëm“, wird also wohl der Meinung sein, die betreffenden Elementenbsp;seien Faserzellen des Bastkörpers. Doch habe ich mich durch Einsichtnbsp;der Originalpraparate Eenaults (1) t. lo von der vollstandigen Eichtig-keit der Darsteliung dieses Autors iiberzeugeu können. Was nun dienbsp;tibrigen Gewebe des Blattes anlangt, so ist die Epidermis beiderseitsnbsp;aus geradlinig begrenzten, annithernd rechteckigen Zeilen gebildet; unter-seits sind in der Flache gelegene, in Reihen gestellte Stomata vorhanden,nbsp;oberseits fehlen solche. Bei einzelnen Formen sind die Zeilen ihrernbsp;Oberseite zu spitzen papillösen Fortsatzen entwickelt, so bei C. tenui-striatus Renault (1) t.le, f.2. Das Blattparenchym kann homogen seinnbsp;(t. 16, f. 7); gewöhnlich gliedert es sich in 3 Schichten, ein lockeres un-regelmassiges Gewebe der Unterseite, ein mehr oder minder deutlichnbsp;pallissadenartig gebildetes der Oberseite, und ein lacunoses von weitennbsp;Intercellularen durchzogenes, aus quergestreckten Zeilen bestehendes,nbsp;den Eaura zwisohen den Biindeln einnehmendes, mittleres „Ableitungs-gewehe“. Dazu kommen die mechanischen Elemente in mannigfaltigernbsp;Ausbildung. Wo sie wenig entwickelt, bei gleichzeitiger homogener Be-schaffenheit des ganzen Blattparenchyms (C. crassus Renault (1) t. ig, f.-),nbsp;treten sie als einzelne subepidermale Faserrippen auf, den Gefassbün-deln an beiden Seiten des Blattes entsprechend, deren Schelde abernbsp;nicht erreichend. Ausserdem ist an der Unterseite je zwischen 2 Biin-deln ein schmaler weit vorspringender Eippenstrang vorhanden, mit demnbsp;an der Oberseite niohts correspondirt. Bei anderen Formen setzen dienbsp;Faserstrange von oben- und untenher an die Getassblindelscheide an,nbsp;die bekannten, gewöhnlichen, longitudinalen Trager herstellend; zuletztnbsp;bei C. angulostriatus (Holzschn. 7 i) sind diese beiderseits durch eine con-tinuirliche subepidermale Faserschicht verblinden, die zwischen den Biindeln ein- Oder mehrmals rippenartig anschwillt, wodurch vielleicht dienbsp;manchen Cordaiten eigenthltmlichen feinen Zwischennerven der Abdriickenbsp;sich erklaren. Das starkere oder geringere Hervortreten der Nervaturnbsp;in den Blattabdriicken wird sicherlich damit in Zusammenhang stehen,nbsp;dass bei manchen Formen die diinne Blattfliiche liber den Nerven imnbsp;Querschnitt knotenförmig verdickt erscheint, wiihrend bei anderen davonnbsp;nicht das mindeste zu bemerken ist. Dass nach alledem wesentlichnbsp;biegungsfeste Struktur der Blatter vorliegt, hat schon Schenk (Z. 1)nbsp;hervorgehoben; es zeigt sich hier, wie alt diese anatomischen Anpassungs-erscheinungen an aussere Verhaltnisse sind. Wir werden das Gleiche

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Ill

Cordaiteae.

nocli weiterliiu verscliieclentlich wieder finden, imd diirfen wold daraus scldiessen, dass schon zur Carbonzeit die ausseren Bedingiingen vor-herrschten, die wir nocli heute als für diese Anpassung bestimmeudnbsp;anseben.

Die Zweige der Cordaiteen findet man zu St. Etienne in entblat-tertem Zustand haufig in denselben Schichten, die mit den Blattern er-fiillt sind. Exemplare, denen diese Blatter noch ansitzen, sind freilich selten. Anderwarts scheint wenig auf dieselben geaehtet worden zu sein.nbsp;Sie kommen vor als Abdriicke oder als breitgedriickte Steinkerne, aufnbsp;welchen eine Einde von glanzender Kohle erhalten ist, an deren Ober-flache man mitunter nocb die Blattnarben erkennen kann. Zahlreichenbsp;dergleichen Zweigstücke hat Grand’ Eury (1) t.-is abgebildet. Dienbsp;Narben sind, der eingezogenen Basis der Blatter entsprechend, querellip-tisch, nur von massiger Breite, bei ausgezeichneter Erhaltung mit einernbsp;queren Reihe punktförmiger Gefassbtindelspuren gezeichnet. Aehnlichnbsp;wie bei unserer Fichte stehen sie an der Spitze halbcylindrischer Blatt-polster, die am Zweig herablaufend sich mehr oder weniger rasch völlignbsp;verflaehen nnd verlieren. Dass diese Zweige wirklieh zn Cordaites ge-hören, beweisen einige Abbildungen Grand’ Eurys, in denen sie nochnbsp;mit den Blattern und sogar mit den Bltithenstandeu besetzt sind. Esnbsp;ist indessen bei der Benrtheilnng dieser Figuren Yorsicht vonnothen,nbsp;weil der Autor vielfach Eeconstructionen darstellt und diese nicht immernbsp;mit genügender Scharfe von den nach der Natur gezeichneten Stiickennbsp;scheidet. Desswegen kann ich als beweisend nur t. 21, f. s (Cord, alloidiusnbsp;Grand’Eury) anfiihren, welche namlich im Text ausfiihrliche und ge-nilgende Erlauterung erfabrt. Im unteren Theil dieses beblattertennbsp;Zweigleins sind die Narben dicht aneinander gedriingt, so dass die Ober-flache Lepidodendronartig aussieht; oberwdrts riicken dieselben unternbsp;Internodiendehnung weit auseinander. Von denen Grand’ Eurys ab-gesehen, sind Abbildungen der Blattbüschel von Cordaites und dernbsp;Zweige, die sie tragen, nur sehr sparlich in der Literatur zu finden. Dienbsp;alteste ist die von Sternberg (1) Heft 1-5, t.is, die jedoch nur eine Anzahlnbsp;unterwarts convergirender Blatter mit weggebrochener Basis darstellt.nbsp;Sie ist als Flabellaria borassifolia bezeichnet und nach einem Exemplarnbsp;von Radnitz in Böhmen entworfen. Als Flabellaria principalis beschreibtnbsp;dann Germar (1) f.5,t.23 eine sehr reichblattrige Zweigspitze. Fernernbsp;bildet Cor da (1) t. 24 einen prachtvollen Blatterzweig unter dem Namennbsp;Flabellaria borassifolia Sternbg. ab; die anatomischen Bilder der t. 25nbsp;diirften kaum dazu geboren. Weitere Darstellung eines reich beblatterten, als Nöggerathia palmaeformis Gopp. bezeichneten Zweiges giebtnbsp;G oppert (12) t.iD. Alle diese Bilder beziehen sich auf den Typus Cordaites Grand’Eury, zu Poacordaites gehort dagegen das von Weiss (1)nbsp;p. 105 (HoUschnitt) dargestellte prachtige Exemplar aus der Goldenbergschen

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Cordaitoae.

Sammlung, als Cord, microstacliys Weiss bezeichnet, von Grand’Eury zu seinem Poacordaites linearis gezogen. Aiich von den vielen schonennbsp;von Lesquereux (1) abgebildeten Zweigen dürften einige wenigstensnbsp;diesem Typus angehören. Aucb geschlossene Blattknospen sind beinbsp;St. Etienne sowohl im Abdruck als aucb in den Kieseln gefunden, dienbsp;Blatter derselben zeigen gerollte Knospenlage, wie diess in der vonnbsp;Renault gegebenen schonen Abbildung eines Querscbnittes (1) t.le, f.inbsp;ersiclitlicli ist. Wo sicli an den als solclie kenntlicben Cordaitenzweigennbsp;der innere Ban feststellen lasst, zeigt sicli iiberall die Holzstruktur vonnbsp;Araucaroxylon. Genau dieselbe Holzbescbaffenheit findet man nun annbsp;Zweigstiicken, die in den Kieseln von Grand’ Croix vorkommen, undnbsp;die sicli durcli ein Markrolir von ausserordentliclier Weite auszeicbnen,nbsp;dessen Gewebe im allgemeinen friib schwindet und nur in diinnen querennbsp;Diapliragmenplatten, in ivelchen es grössere Festigkeit aufweist, persi-stirt; genau in derselben Weise, wie es jetzt zum Beispiel in den Zweigennbsp;des Wallnussbaumes der Fall ist. Infolge dieses eigentbtinilichen Ver-lialtens sind die Cordaitenzweige als solche von anderen mit alinliebernbsp;Holzstruktur versehenen scharf unterscbieden. Desshalb wird aucb Araucaroxylon medullosum Kr. (Pitus primaeva With.) gewiss hierherzu-rechnen sein. Das weite quergegliederte Markrolir wird umgeben vonnbsp;den Primarblindelstrangen, an die sicb das von zablreichen Markstralilennbsp;diirclizogene Araucaroxylon anschliesst. Die Rinde bietet, wo ilire Struk-tur erhalten, wenig besonderes, sie umschliesst im gleicbmassigen Paren-cliym eine grössere Anzalil von Faserstrangen und weist ausserdem biernbsp;und da vereinzelte, mit dunkler Substanz erfiillte Lumina auf, die R e -nault (1) als Harz- oder Gummibelialter anspriclit. Bei ilim sind schónenbsp;anatomische Abbildiingen von Cordaites t. n zu finden.

Sehon seit lange sind eigentliiimlicbe auf den Koblenhalden baufig vorkommende Steinkerne von Stammen bekannt, die seit Sternberg (1)nbsp;Hefti—5, t. 53 als Artisien bezeichnet werden. Sie sind cylindrisch, frei-lich gewölinlicli plattgedriickt und durcli querverlaufende, ringfórmige,nbsp;scharf einschneidende Furchen in zahlreiche niedrige, plattenförmige Ab-schnitte gegliedert, die wie die Geldstiicke einer Rolle aufeinander-liegen. An den Gliederungen brechen sie selir leicht aiiseinander. Sehonnbsp;Williamson (4) liatte erkannt, dass diese Steinkerne die Markhöhlenbsp;von Stammen und Aesten mit Araucaroxylonstruktur erfüllen. Durchnbsp;Grand’ Eury (1), der sie im Inneren erkennbarer Cordaiteszweigenbsp;nachwies, durch Williamson (1) ix und Renault (1), die die ibrernbsp;Gestalt zu Grunde liegende Struktur des Marks in den versteinertennbsp;Axentheilen kennen lehrten, ist desbeziiglich jeder Zweifel geschwun-den. Es entsprechen also die Einschnitte dieser Steinkerne den stehen-gebliebenen Randern der, vor der Ausfiillung infolge von Faulniss dureh-brochenen, oder sonstwie theilweis zerstörten Markdiapbragmen. An der

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Cordaiteae.

Oberflache sind sie gewöhnlich glatt, doch kommen aucli kantige und quergeringelte Formen vor, wie sie z. B. Grand’ Eury (1) t.28 abbildet.nbsp;Es fragt sick, oh wir es in diesen Fallen nicht vielleicht mit Markrohr-ausglissen anderweiter Gewachse zu thun haben. Hierfiir scheint zunbsp;sprechen, dass Cor da (1) Artisien als Ausfiillung des Stammcentrumsnbsp;seines Lomatofloios crassicaulis gefunden haben will, der sicher zu dennbsp;Lepidodendreen gehort. Man kann sich indess, wenn man die Abbil-dung des betreffenden Stammes t.5, f.2 betrachtet, der Zweifel an dessennbsp;Zugehörigkeit zu besagter Pflanze in keiner Weise erwehren. Ebennbsp;diese Artisien, in Verbindung mit Araucaroxylon, sind fiir Grand’nbsp;Eury mit Eecht bestimmend gewesen, wenn er zahlreiche in den Stein-brtichen um St. Etienne, in aufrechter Stellung, noch im Boden wurzelndnbsp;gefundene cylindrische Hauptstamme (t. 2», 34) als Cordaiten angesprochennbsp;hat. Wurzelfragmente mit normaler Coniferenstruktur, von Renault (1)nbsp;1.15 in den Grand’ Croixkieseln gefunden, werden zweifellos gleichfallsnbsp;hierhergerechnet werden diirfen.

Vor der Betraohtung des Bliithen- und Samenbaues wird es zweck-massig sein, in Kiirze noch auf die Verbreitung der im bisherigen be-sprochenen Blatter und Zweige der Cordaiten durch die Formationen einzugehen. An ihrer Existenz im Devon kann in keiner Weise gezweifelt werden; schone Blatter von Cord. Eobbii bildet Dawson (1) 1.14, f. isenbsp;aus Canada ab, derselbe Autor giebt t. 21 an, Artisien im Inneren ver-steinerter Stamme seines mitteldevonischen Dadoxylon (Araucaroxylon)nbsp;Ouandongianum gefunden zu haben. Durchs ganze Carbon verbreitet,nbsp;werden sie in dessen obersten Ablagerungen iiberaus haufig und sind auchnbsp;noch im Eothliegenden reichlich vorhanden.

Ob und wie weit sich aber der Cordaiteentypus in die jüngeren Formationen fortsetzt, wissen wir nicht. Aehnlich beschaffene Blatternbsp;haben wir bis zum Tertiar hinauf, wofiir auf die bei den Taxaceen be-sprochene Feildenia verwiesen sein moge. Zu diesen zweifelhaften Formen ist eine Gattung zu reehnen, die, von 0. Feistmantel (1), Pal.nbsp;ind. ser. XII als Nöggerathiopsis beschrieben, auf Indien und Austra-lien beschrankt ist. Hier findet sich eine zuerst von Dana (1) p. ns alsnbsp;Nöggerathia prisca bekannt gegebene Art in den sog. Newcastlebeds,nbsp;einer Ablagerung, welche den Autoren zufolge palaozoischen Charakternbsp;der Fauna mit mesozoischem der Flora vereinigt und nach 0. Feistmantel an die Basis der Trias gehort. Eine andere Form, N. Hislopinbsp;Feistm. kommt in den lower Gondwanas Indiens, die der europaischennbsp;Trias aquivalent sein sollen, vor. Ebendahin wird vielleicht Nöggerathianbsp;obovata Carruthers (7) t. e, 11 aus den Kohlenfeldern Slid - Brasiliensnbsp;zu reehnen sein. Die Blatter von Nöggerathiopsis erinnern sehr an dienbsp;kurz- und breitblattrigen Cordaiten. 0. Feistmantel, der sie scharfnbsp;davon trennt, scheint sich dabei auf das Vorhandensein von Nerven-

Solms-Laubach, Palaophytologie. nbsp;nbsp;nbsp;§

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Cordaiteae.

gabelungen zu stiitzen, die aber nach Grand’ Eury auch jener Gat-tung nieht ganz fehlen. Er bait sie ftir einzelne abgefallene Fieder-blatter von Cycadeen, wofiir icb in seinen Angaben durchaus keinen sicheren Anhaltspunkt finden kann. Zum Vergleich zieht er Macropterygium Bronnii, Ehiptozamites Sohmalh. und mancbe als Podozamitennbsp;beschriebene Beste heran, die selbst alle, wie oben erwahnt, ganz zweifel-hafter Natur sind. .Fiir die Details von Nöggerathiopsis muss im ttbrigennbsp;auf seine ausgedelmten Arbeiten verwiesen werden, in denen man auchnbsp;die Literatur fiir die pflanzenftihrenden Schichten Indiens, Australiensnbsp;und Südafrikas zusammengestellt findet.

Auch an die Gattung Yuccites Schimper et Mougeot (1) v.2,p.426 mag hier erinnert werden, zu welcher eine Anzahl Fossilreste aus Triasnbsp;und Jura vereinigt sind. Schimper sagt selbst von denselben: „il estnbsp;inutile de dire que ces fossiles peuvent ptovenir de types fort différentsnbsp;entre eux et peiit-etre sans analogie réelle avec le type vivant auquelnbsp;nous les comparons“. Den Schilfblattern dieser Yucciten wird vonnbsp;Schimper stengelumfassender Ansatz zugescbrieben, das dtirfte dernbsp;einzige Charakter sein, der sie sicher von den Cordaiten unterscheidennbsp;wiirde. Sie aber desswegen, wie Saporta und Marion (2) p. 234 thun,nbsp;zu den Proangiospermen zu schieben, scheint mir doch immerhin verfriiht.

Wenn wir überhaupt uns in Stand gesetzt sehen, aus diesem Chaos habituell ahnlicher parallelnerviger Beste die palaozoischen Cordaitennbsp;herauszulösen und, in den allgemeinsten Ztigen ihrer Organisation we-nigstens, zu charakterisiren, so wird uns diess, wie icb wiederholt her-vorhebe, nur dadurch ermöglicht, dass wir genaue Kenntniss der Blüthennbsp;einiger weniger Arten durch Eenaults Arbeiten erlangt haben. Icbnbsp;bin, wie icb gleich hinzufügen will, weit entfernt zu meinen, dass damitnbsp;die Zusammengehörigkeit aller dieser Cordaitenformen festgelegt sei.nbsp;Immerhin wird das Folgende einige Anhaltspunkte fur die Berechtigungnbsp;einer Anschauung ergeben, die in diesem Typus eine ausgedehnte undnbsp;vielfach in sich gegliederte, den Coniferen oder Cycadeen als gleieh-werthig zur Seite zu setzende Sippe vermuthet, deren Wesen wir vor-derhand nur in den Merkmalen einzelner herausgegriffener Species erkennen können. Wir haben infolge davon liber den Grad der Differen-zirung der Charaktere in derselben noch kein Urtbeil. Wenn heutenbsp;keine Coniferen verhanden waren, und wir deren Organisation aus dennbsp;Blüthen, etwa nur von Ginkgo und Callitris, unter Zuhülfenahme dernbsp;beblatterten Zweige uns vergegenwartigen sollten, so wiirde meines Er-achtens annahernd dasselbe Verhaltniss vorliegen, in dem wir uns jetztnbsp;den Cordaiteen gegenüber befinden.

In den Kieselbroeken von Grand’ Croix finden sich hin und wieder kleine, aus dicht übereinander liegenden Blattern gebildete Knospen, dienbsp;sich theils als mannliche, theils als weibliche Inflorescenzen erweisen

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Cordaiteae.

(Holzschn. 8, 9). Ihre Zugehörigkeit zu den Cordaiten hat sich bei einem weiblichen Exemplar durch die Beschaffenheit seiner Blatter direkt erkennen lassen, mit dem die anderen im Ban des Ovulums vollkommennbsp;nbereinstimmen. Und dass die mannlichen Blilthen wirklich mit diesennbsp;weiblichen zusammengehören, lasst sich durch die höchst charakteristi-schen Pollenkorner (Holzschn. 8C, 9C) nachweisen, die Renault (1) so-wohl in loco natali, in den Antherenfaehern, als auch am Bestimmungsort,nbsp;der Nucellarspitze des Ovulums in gleicher Beschaffenheit aufgefunden



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Fig. 8.

Hannliclie Blüthe einer Cordaitee nach Ee nanlt (1)* A Querschnitt- B Langascbnitt von Cordaianthos Penjoni Een., die büsclielförmig gestellten langgestreckten Pollensacke zeigend. C Ein einzelnes Follen-korn, den ans zahlreiehen Zeilen gebildeten Binnenzellkorper nmscbliessend.

hat. Derselbe hat drei versebiedene mannliche Blilthen dargestellt und als Cordaianthus Penjoni, subglomeratus und Saportanus beschrieben.nbsp;Diese sind die haufigsten, andere seltenere warten noch der Publikation.nbsp;Die Bllithenknospe des Cord. Penjoni besteht aus einer ziemlich dickennbsp;Axe, die von schmalen einnervigen spiralig gestellten Blattchen dichtnbsp;umhiillt wird. An deren Spitze stehen eine oder ein paar mannlichenbsp;Blüthen, und ebensolche findet man auch, wie der .Quersehnitt t. 12, isnbsp;besonders schön zeigt, zwisehen den Blattern zerstreut, sie scheinen hier

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Cordaiteae.

in den Blattachseln zu stehen. Die einzelne Bliithe, von einem langen cylindrischen Stiel getragen, ist vollkommen nackt, sie besteht aus einigennbsp;linealisch verlangerten walzenfórmigen sitzenden Pollenbehaltern, die, annbsp;der Basis befestigt, aufrecht stehen und biischelartig divergiren. Es schei-nen, nach den Querschnittsbildern (Holzsehn. 8 A) zu urtbeilen, derselbennbsp;gewöbnlieb flinf oder seeks verbanden zu sein. Ibre Wandung bestebtnbsp;aus einer pallissadenartigen Zellscbicbt, sie reisst an der dem Centrum desnbsp;Biiscbelcbens zugewandten Seite der ganzen Lange nacb in einer Langs-spalte auf. Was bier als Bliitbe bezeiebnet wird, beisst bei Renaultnbsp;Staubfaden; von der Bltitbe sagt dieser Autor dasfolgende: „Ces fleursnbsp;sent d’une grande simplicité, elles se composent uniquement de quelquesnbsp;étamines disséminées par groupes de deux ou trois, ou Isoldes au milieunbsp;des bractées stériles.“ Der letztere Umstand gerade, dass namlieb dienbsp;blattacbselstandigen Bllitben immer auf einen solcben Staubfaden redu-cirt sind, bestimmt micb, jedes solcbe Organ fiir eine eigene Bliitbe, dennbsp;Trager niebt ftir ein Filament, sondern fiir einen Bliitbenstiel anzuseben.nbsp;Ibr gruppenweises Zusammensteben an der Spitze ist aucb so leiebtnbsp;verstandlieb; die Deckblatter konnen bier verkiimmert sein. Und allenbsp;Bllitben zeigen bei solcber Auffassung gleicbe Besebaffenbeit, wabrendnbsp;sie fbr Renault an versebiedenen Stellen der Inflorescenz versebieden-artige Gliederung erbalten. Fiir die bier vertretene Betraebtungsweisenbsp;dlirfte sebliesslieb der Umstand spreeben, dass die an der Sprossspitzenbsp;vereinigten Organe alle, von versebiedenartiger Lange und versebiedenemnbsp;Alter, nacb den Erfordernissen acropetaler Entwickelungsfolge geordnetnbsp;sind, vgl. Renault (1) (t.i8, f. 13).

Die Pollenkörner (Holzscbn. 8 C) findet man in den Antberenföcbern vor, sie sind ausserdem überaus baufig zerstreut in den Kieselbrockennbsp;verbanden. Sie sind eiförmig ellipsoidiseb, ibre Dimensionen nacb Renault 0,9mm und 0,5mm. Sie sind, effenbar infolge ibres cutisirtennbsp;Exiniums, der Regel nacb gut erbalten und an der Aussenflacbe mitnbsp;einer feinen ebagrinartigen Netzzeiebnung geziert. Innen findet sicb,nbsp;der Seitenwand einerseits anliegend, die fiir die Gymnospermen ebarak-teristisebe Zellgruppe vor, die auffallend starke Entwickelung zeigt, undnbsp;aus einer grosseren Anzabl derbwandiger unregelmassig polygonaler zunbsp;einem Gewebskörper verbundener Zeilen besteht.

Ganz ahnlieb sind die Verhaltnisse bei den beiden anderen von Renault beschriebenen Arten, bei denen indess die Bllitben alle annbsp;der Sprossspitze zusammengedrangt sind, die blattacbselstandigen peri-pheren feblen. Dazu kommt als Charakter bei Cord. Saportanus der ganznbsp;kurze Bliitbenstiel Renault (1) t. n, f.3, bei C. subglomeratus die trau-bige Zusammenbaufung der Inflorescenzknospen Renault (1) t. n. f. 1,2.nbsp;Zu dieser Art oder einer ahnlichen Form diirften aucb die von Grand’nbsp;Eury (1) gegebenen Figuren t.26,11 geboren.

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Cordaiteae.

Der weiblichen Cordaianthen sind es vier, die Een au It dargestellt hat, namlich C. Williamsoni E., C. Grand’Euryi, C. L'acattii und C. Zeil-leri Een. Wir müssen aber die Charaktere derselben zu einem 6e-sammthild um desswillen zusammennehmen, weil von den drei ersten nurnbsp;Langsschliffe, von dem letzten hloss ein Querschnitt (Holzschn. 9B) vor-liegt. Die Ahbildung dieses t. n, f. 1» zeigt nun einen von gehauften sehrau-benstandigen Blattern umgebenen, dem des mannliehen Geschlechtesnbsp;ganz ahnlicben Spross, an dessen oberem Tbeil 4 blattacbselstandigenbsp;Bltithen durchsehnitten sind, iiber welche hinaus sich die Sprossspitzenbsp;mit einem Schopf verkümmerter, durcb Druck deformirter Blatter fortsetzt.nbsp;Die Langsscbnitte (Holzschn. 9 A) t. n, f. u, u, le sind sammtlich schragnbsp;zur Achse gefuhrt, sie bieten eben desshalb mehr oder weniger genaunbsp;orientirte Langsscbnitte der axillaren Bliithen. Bei Cordaianth. Williamsoni (Holzschn. 9 A) ist oberhalb derselben der spitzenstandige Blatter-schopf in Flachenansicht mit dem Habitus der Cordaitenblatter erhalten.nbsp;Eenault giebt p-312 an, dass die weiblichen Bliithen aller von ihm unter-suchten Cordaiten kleine mit ein paar Vorblattern besetzte Secundar-sprosse in der Blattachsel abschliessen. Die Zahl dieser Blatter solinbsp;wechselnd sein. In den Abbildungen ist davon nur bei C. Williamsoninbsp;etwas zu sehen; der Achselspross liegt hier in genau medianer Schnitt-ebene vor, und da das kurze getroffene Blattchen nach vorne fallt (Holzschn. 9A), so werden demselben andere seitliche in Ein- oder Zwei-zahl vorangegangen sein. Wie die Achse der Inflorescenzknospe sichnbsp;durch ungewöhnliche Dicke auszeichnet, so auch im Verhaltniss die dernbsp;bltlthentragenden Axillarknospen. Ihr sitzt mit breiter Basis die offenbarnbsp;abgestorbene, und in Ablösung begriffene Bliithe auf. Dieselbe beginntnbsp;mit einer derben integumentartigen Hillle, die zu einem engen, sich gegennbsp;oben trichterförmig erweiternden Canal zusammenschliesst. Von ihrnbsp;umgeben, erhebt sich die Bllithenaxe in Form eines diinnen Stiels, dernbsp;obenvarts den versehrumpften Nucellus, von einem weiteren Integumentnbsp;umgeben, tragt, welch’ letzteres sich fest an die Innenseite der ausserennbsp;Hiille anlegt. Der Nucellus seinerseits, mit eigenthiimlich kegelfórmignbsp;gestalteter Spitze endend, ist versehrumpft und verkiimmert; bei C. La-cattii f. le, wo er bei ahnliehen Formverhaltnissen besser erhalten, Mitnbsp;er den ganzen vom Integument umgebenen Eaum aus. So wird es dennnbsp;wahrscheinlich auch bei der anderen Form gewesen sein. In dem In-florescenzquersehnitt des C. Zeilleri (f-13) ist bloss die dicke aussere Hiillenbsp;der Blüthe erhalten. Die Details der Nucellusstruktur hat Eenaultnbsp;an seinem Praparat von C. Grand’ Euryi (Holzschn. 9 C) (f-14) studirt. Dienbsp;Knospe enthielt 2 achselstandige Bliithen, deren eine beim Schleifennbsp;zerstört werden musste. Es fehlt die beschriebene Axenverlangerungnbsp;zwischen ausserer und innerer Hiille. Der Nucellus ist eiförmig, seinnbsp;gerundeter Scheitel erhebt sich plotzlich zu einem sehmalen schnabel-

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Cordaiteae.


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Fig. 9.

Weibliche Cordaiteenblüthen nach Benault (1). A Tangentialsclinitt der Inflorescenz von Cordaianthus ¦Williamaoni Ben. B Querscbnitt des blüthentragenden Sprosses des Cord. 2eilleri Ren. C Medianernbsp;Langsschnitt des Ovulum von Cordaiantlins Grand’Enryi Ren., mit Fragment des Integuments und Nncellus,nbsp;in welchem vom Embryosack nocb nicbts zu seben ist. Untei dcm sobnabelfbrmigen Portsatz liegt dienbsp;Pollenkammer. In ihr, aowie in dem den Schnabel durchsetzenden Zugangsrohr einige Pollenkorner.nbsp;D Der schnabelformi^ Fortsatz des Nucellns der vorigen Figur starker vergrossert, die grossen einge-kleinmten Pollenkorner mit chagrinirtem Exininm nnd innerem Zellkorper zeigend.

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Cordaiteae.

artigen Portsatz, der einen engen Canal umseMiesst und dessen Wan-dung aus einer einzigen Schicht von grossen querverhreiterten Zeilen gehildet wird. Im Scheitel des Nucellus, gerade unter dem Portsatz, er-weitert sich dieser Canal zu einem unregelmassig rundliehen Hohlraum,nbsp;der sogenannten Pollenkammer „chamhre pollinique“ des franzosischennbsp;Antors. In dieser finden sich mehrere Pollenkörner, die die von dernbsp;mannlichen Blüthe her hekannten Struktureigenthiimlichkeiten zeigen.nbsp;Aueh in dem zufiihrenden Canal sind deren zwei in schönster Erhaltung,nbsp;sein Lumen ganz erMlend, übereinander zu sehen (Holzschn. .9 D), Ee-nault 1.17, f. 15. Vom Embryosack und seinem Inhalt ist nichts zu erkennen. Es hat schon Renault auf diesen Thatbestand bin daraufnbsp;aufmerksam gemacht, dass die Cordaiten anemophile Organisation ihrernbsp;Bliithen besessen haben miissen. Denn ohne die Ausscheidung einesnbsp;pollenfangenden Tropfens nach Art von Taxus ware es ganz unbegreif-lich, wie die Pollenkörner, die doch im Verhaltniss zur Weite dernbsp;Micropyle ausserordentlich gross, in die Pollenkammer gelangt seinnbsp;könnten. Ich möchte dem noch hinzufiigen, dass es nach den Abbil-dungen beinahe den Anschein hat, als oh die starke quere Verbreiterungnbsp;der Wandzellen der Schnabelbasis die Verengerung des Canals und dienbsp;dadurch bedingte Absperrung liberzahliger Pollenkörner aus der Pollenkammer zum Zweck habe, dass also darin ein analoges Verhaltniss vor-liege, wie in dem Verschluss des Archegoniencanals nach Beendigungnbsp;der Empfangnissperiode bei vielen Archegoniaten.

Was nun die Benennung der Htillen der weibliehen Blüthe angeht, so ist es klar, dass wir desbezüglich von denselben Principien ausgehennbsp;mussen, wie bei denen der Gnetaceen, speciell denen von Ephedra, undnbsp;dass wir die innere auf alle Falie als Integument auffassen, wahrendnbsp;die aussere als Perigon oder ehenfalls als Integument betrachtet werdennbsp;kann, je nachdem man sich anEichlers oder an Strasburgers Er-örterungen anschliesst, oder gar als Pruchtknoten, wie es Renault imnbsp;Anschluss an vanTieghems Anschauungen zu thun geneigt ist. Dienbsp;mannlichen Blüthen weiehen freilich starker ah; Saporta und Marion (2) haben dieselben mit denen von Gnetum verglichen. Es istnbsp;schliesslich, bevor wir uns zur Betrachtung der reifen Samen wenden,nbsp;noch einer Ansicht von Renault zu gedenken, die derselbe (1) p-sn*nbsp;mit folgenden Worten formulirt: „II semble done que les grains denbsp;pollen lors de leur sortie de l’anthère n’étaient pas encore aptes a effec-tuer la fécondation; et qu’ils avaient besoin d’un séjour plus ou moinsnbsp;prolongé dans l’intérieur de la chambre pollinique, et que la divisionnbsp;cellulaire, commencée dans Tanthêre s’achevait et amenait la maturiténbsp;du grain‘‘. Es ist, da Saporta und Marion (2) p-64 diess aufgegriffennbsp;und für ihre Speculationen verwerthet haben, nothwendig, in kurzem aufnbsp;die Begründung dieses Satzes einzugehen. Wenn man namlich die

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Cordaiteae.

Pollenkömer aus den Antheren mit denen in der Pollenkammer ver-gleiekt, so findet man einmal Grossendififerenzen von auffallender Art; die letzteren erscheinen bis zu einem Drittel grosser als die anderen.nbsp;Und dazu kommt, dass der innere Zellkörper, der in der Anthere demnbsp;Ranm des Korns bei weitem nicht gleichkam, an den in der Pollenkammer gefundenen Körnern diesen in der Eegel unter gleichzeitigernbsp;Vermebrnng seiner Zeilen ganz ausMlt. Wenn diess in der That all-gemeine Gttltigkeit hat, dann wird man der Annahme einer derartigennbsp;nachtraglichen Weiterentwicklung allerdings sieh kaum entziehen kon-nen. Der Einwand, man habe es in der Kammer mit anderem Pollen alsnbsp;in der Anthere zu thun, die beiderlei Organe gehorten verschiedenennbsp;Arten an, der den Grössendifferenzen vrohl gleichfalls Eechnung trüge,nbsp;lasst uns desbezüglich im Stich, weil man doch die Pollensorte dernbsp;Kammer auch in freiem Zustand in der Kieselmasse antreffen müsste,nbsp;was nicht der Fall zu sein scheint. Kachdem wir aber wissen, dass dernbsp;Pollensehlaueh der reeenten Gymnospermen nicht aus dem inneren Zellkörper seinen ürsprung herleitet, wird die Vergleichung des beider-seitigen Entwicklungsvorganges vorderhand durchaus noch als dunkelnbsp;und zweifelhaft angesehen werden müssen.

In den carbonischen Ablagerungen sind Steinkerne versehiedenster Form, als Carpolithen bezeichnet, wie schon gelegentlich erwahnt,nbsp;iiberaus gewöhnlich. Sie wttrden indess botanisch vollkommen werthlosnbsp;sein, wenn wir sie nicht auch in versteinertem Zustand in den Kieselnnbsp;von Grand’ Croix und in den Carbonatknollen der Steinkohle vorfanden.nbsp;Denn, dass man es in alien diesen Fallen mit denselben Eesten zu thunnbsp;habe, dartiber kann bei ihrer identischen Form und Vergesellschaftungnbsp;nicht wohl ein Zweifel obwalten, zumal, wenn man bedenkt, dass esnbsp;doch dieselben Pflanzentriimmer des Waldbodens sind, die wir einmalnbsp;als Steinkohle, einmal als Abdriicke zwischen den Sehiefern, und einmalnbsp;verkieselt oder verkalkt überkommen haben. Eingehende Untersuehungnbsp;solcher Fructificationsreste verdanken wir Hooker und Binney (1),nbsp;Williamson (1) vin und vor Allem den ausgedehnten Arbeitennbsp;A. Brongniarts (6). Nachdem sieh nun alle die verschiedenartigennbsp;zur Untersuehung gekommenen Samen ganz ausnahmslos als Gymno-spermensamen erwiesen haben, wird man mit grosser Wahrscheinlichkeitnbsp;die Verallgemeinerung wagen und annehmen dürfen, dass alle carbonischen Carpolithen der gleichen Natur gewesen seien. Nachdem nun abernbsp;die Cordaiteen als eine reichgegliederte Abtheilung der Gymnospermen-reihe erkannt sind, kann es ebensowenig zweifelhaft sein, dass vielenbsp;dieser Carpolithen, mit ihnen zusammenlagernd, auch Reste derselbennbsp;darstellen. Man hat ihre Abdriicke in mehreren Fallen noch in Ver-bindung mit denen beblatterter Zweige gefunden, worauf weiterhin amnbsp;Schluss dieses Abschnitts noch ausfuhrlicher eingegangen werden soil.

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Cordaiteae.

Andere Carpolithen mogen immerhin Samen von Coniferen und Cyca-deen, ja eventuell von Gnetaceen oder von anderen noch nicht geniigend erkannten und hegrenzten Gymnospermengruppen sein. Da es aber zu-nachst noch nicht möglich, die Eeste verschiedener Provenienz auseinan-der zu halten, so scheint es zweckmassig, dieselhen hier im Zusammen-hang zu hehandeln.

Sammtliche von Brongniart studirte Samen sind aus orthotropen Ovula entstanden, sie sind, wie schon gesagt, hei aller Verschiedenheitnbsp;in den Details, im wesentlichen ahnlichen Baues. Sie werden umschlossennbsp;von einer wohlerhaltenen haufig sehr dicken Testa, die, mitunter homogen und verholzt, in vielen anderen Fallen eine aussere fleischig succulente Lage nach Art der Ginkgosamen unterscheiden lasst. Fiir heidenbsp;Lagen werden die glücklich gewahlten Ausdrücke Sarcotesta undnbsp;Endotesta angewandt. In den Fallen, wo die Testa einheitlich er-scheint, ist es freilich nicht überall sicher, oh nicht eine vor der Ver-steinerung zerstorte Sarcotesta verhanden war. Selhst um die als Rhabdo-carpus bezeichneten Steinkerne hat man gelegentlich Abdruckspuren ge-funden, die auf das Vorhandensein einer solchen hinweisen, Schmitz (1).nbsp;Aus den reifen, uns nicht in alien Theilen wohlerhaltenen Samen lasstnbsp;sich natiirlicherweise nicht immer mit Sicherheit auf die Zahl der amnbsp;Ovulum verhanden gewesenen Hiillen schliessen. Fast in alien Fallennbsp;liegt innerhalb der Testa unmittelbar der Nucellus, dessen Spitze nurnbsp;bei Pachytesta Brongn. von einem deutlich erkennbaren innersten Integument umhüllt wird, Brongniart (6) t. is n. 19. Bei den ttbrigen For-men sind dergleiehen Differenzirungen, wennschon sie möglioherweisenbsp;zur Bliithezeit gleichfalls verhanden gewesen sein könnten, nicht mehrnbsp;zu entdecken. In vielen Fallen ist der Nucellus ganzlich zerstört, odernbsp;es ist bloss seine aussere Begrenzung in Form einer feinen Linie er-halten, an seiner Stelle pflegt sich dann eine Höhlung zu finden, derennbsp;Wandung mit Quarzkrystallen austapezirt ist. Bei bester Erhaltungnbsp;ist zwar das Nucellargewebe bis auf die ausserste Begrenzung geschwun-den, der Embryosack aber mit dem umschlossenen Endosperm deutlich; in diesem finden sich an der Scheitelwolbung, ziemlich weit vonnbsp;einander entfernt, sowie es bei den Cycadeen Eegel, die Eizellen, meistnbsp;noch durch contrahirten braunen Inhalt ausgezeichnet, vor. Cardiocarpusnbsp;sclerotesta, Augustodunensis, Taxospermum Gruneri liefern gute Belegenbsp;hierfiir (vgl. Holzschn. 10). Höchst charakteristisch ist überall der Bau dernbsp;Nucellusspitze, deren Gèwebe grössere Eesistenz gehabt zu haben scheint,nbsp;so dass sie, meist wohl erhalten, dem Scheitel der den Nueellus andeu-tenden Begrenzungslinie aufsitzt. Sie bildet einen kegel- oder zapfen-fórmigen Vorsprung und ist von einem Canal durchbohrt, der sich untennbsp;zu einer Pollenkammer erweitert, die mitunter (Stephanospermum ake-nioides, (Holzschn. 10 A bei c)) bedeutende Dimensionen erreicht und ge-

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wöhnlich zahlreiclie Pollenkömer umschliesst. Diess alles stimmt mit dem friilier abgehaadelten Bau der weiblichen Cordaitenbllitlien durchausnbsp;iibereia. Der Gefassbiindelverlanf in den Samen sehliesst sich- unmittel-bar an den bei den Cycadeen ttblichen an. Das einzige Btindel endet,nbsp;strahlig anseinandertretend, in der Basis des Nnoellus-, giebt aber vorhernbsp;seitliche Zweige ab, der Eegel naeh in Zweizahl, die die Testa bis innbsp;die Eaclibarscbaft der Micropyle durchzieben. Es könnte aiiffallen, dassnbsp;man wolil die Eizellen im Endospermkörper, aber niemals einen ent-


wickelten Embryo gefunden hat, der docli bei Bennettites beobachtet wurde. Es diirfte sicb diess indessen wahrscheinlicb dadurcli erklaren,nbsp;dass bei diesen Formen die Embryoentwicklung, wie noch hentzutagenbsp;bei Ceratozamia, Ginkgo, Gnetum erst langsam nach dem Abfallen dernbsp;Samen erfolgt sein wird.

Nach der Gesammtform und nach der Struktur der Testa hat Bron-gniart (6) die von ihm untersuchten Samen in verschiedene Gattungen vertlieilt. Von diesen haben abgeplattete Gestalt: Cardiocarpus, Rliabdo-carpus, Diplotesta, Sarcotaxus, Taxospermum und Leptocaryon. Es sindnbsp;diese Samen im besondern, von welclien Renault glaubt, dass sie zunbsp;den Cordaiten gehort batten. Einfach kreisrunden Querschnitt zeigennbsp;Stephanospermum und Aetbeotesta. Die erstere dieser Gattungen zeiebnet

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sich dureh die ausserordentliche Grosse ihrer Pollenkammer, sowie da-durch aus, dass die Testa mit einer kragenformig das Micropyleende des Samens umgebenden Flügelleiste verziert ist. Bei alien iibrigen istnbsp;der Querschnitt 3-, 6-, 8-kantig oder fliigelig. Drei flacbe Kanten sindnbsp;bei Trigonocarpus und Pachytesta verhanden; die Schale ist bier in dennbsp;Kanten spaltenartig unterbrochen. Bei Hexapterospermum, Polyptero-spermum, Polylopbospermum sind 6 einfache Fliigelkanten vorhanden; beinbsp;Ptychotesta tinden sicb 6 fliigelformige Duplicaturen der Scbale. Achtkantige Samen zeigen Eriotesta und Codonospermum. Erstere ist weiter-hin ausgezeicbnet dadurch, dass die ganze Oberflache der Scbale mitnbsp;dichtstehenden, an der Spitze kolbig ansehwellenden, haarahnlicben Fa-sern diebt besetzt ist. Die merkwiirdigste Form zeigt aber die letzt-erwahnte Gattung Codonospermum. Der in Eichtung der Axe nieder-gedriickte flachkantige Same ist namlicb am Band der ebenen basalennbsp;Flacbe mit einem ringkragenartigen Fltlgel versehen, und ebenso wirdnbsp;das eintretende Gefassbiindel von einem röbrenfórmigen Schalenfortsatznbsp;eine Strecke vreit umkleidet.

In -wie weit die von Williamson (1) viii beschriebenen, mit diesen Brongniartsehen Gattungen zusammenfallen, wage ich niebtnbsp;zu entsebeiden, doeb diirften dieselben nacb den Details ibres innerennbsp;Baues sammt und senders bierbergebören. Sie werden unter den Namennbsp;Cardiocarpon, Trigonocarpon, Malacotesta, Lagenostoma und Conostomanbsp;abgebandelt. Im Anschluss an Brongniart bezeiebnet Williamsonnbsp;iiberall die Nucellusgrenzlinie als „nucular membrane“, dieEmbryo-sackgrenze als „perispermic membrane“. Bei maneben Formen, Lagenostoma z. B., bei denen die Nucellarspitze im Umkreis der Pollenkammer in 2 Gevrebsschichten gespalten vorliegt, wird deren aussere faltignbsp;gewellte als „ canopy “ bezeiebnet. Der von Hooker und Binney (1)nbsp;besebriebene Samen ist von Williamson wiedergefunden, und alsnbsp;Trigonocarpon olivaeforme abgebildet worden. Im Querschnitt zeigt ernbsp;den Cbarakter von Tripterospermum Brongn., nur mit dem Untersebied,nbsp;dass auf den Flacben zwiseben den 3 Flttgelrippen nocb je 3 wenig er-babene Secundarrippen verspringen. Die vom Micropyleeanal durcb-bobrte scbnabelartige Spitze wird aussebliesslicb von der Steinsebale dernbsp;Testa gebildet. Ob niebt vielleiebt die von Heer (5) v. 4i, t.5 als Kbyn-cbogonium besebriebenen Steinkerne bierhergebören? Die Gattung Malacotesta, von der nur ein Same zur Untersuebung kam, sebeint einenbsp;einbeitlicbe fleisebige Samensebale obne barte Endotesta besessen zunbsp;baben.

Es bat sebliesslieb Dawson (1) p- lo», (3, 4) p-soo an Brongniarts Gattung AetbeotCsta gewisse Fossilien anzureiben versucht, die in England in den siluriseben Upper Llandovery- und Ludlowscbicbten sowienbsp;im Devon von New-Brunswick gefunden worden sind. Dieselben sind ¦

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zuerst von Hooker (2) als Pachytheca Ibeschrieben worden (vgl. auch Etheridge bei Hicks (1)), der sie als Lycopodinenfrnctificationen zunbsp;deuten geneigt war. Mit Aetheotesta oder irgend einem Gymnospermen-samen haben sie aber, wie mich die Untersuchung von Exemplaren undnbsp;Durchschliffen belehrte, nicht das mindeste zu thun, können also auchnbsp;nicht, wie Dawson will, fur die Coniferennatur des mit ihnen zusammennbsp;sich findenden Nematophycus Logani sprechen. Es sind kugelfórmigenbsp;glatte, intensiv kastanienbraune Körperchen verschiedener Grosse, dienbsp;in der Mitte eine Höhlung enthalten, deren dicke Wandung ein radiarnbsp;strahliges Gefiige zeigt. Obschon ich Durchschliffe der besterhaltenennbsp;Exemplare in Jermyn Street Museum und bei Prof. ThiseltonDyernbsp;zu bésichtigen Gelegenheit hatte, wage ich doch nicht mich irgendwienbsp;liber deren systematische Stellung zu aussern, nur möchte ich meinenbsp;Zweifel an der pflanzlichen Hatur dieser Keste überhaupt nicht unter-drücken. Aehnliche Dinge scheinen es zu sein, die J. M. Clarke (1)nbsp;neuerdings unter den Namen Sporangites Huronensis Daws, und Sp.nbsp;(Protosalvinia) bilobata Daws, aus dem Devon Amerikas beschriebennbsp;hat. Bei der letzteren Form liegen mehrere besagter Körper in einernbsp;sackartigen gemeinsamen Hülle.

Im bisherigen sind die Blüthen und Samen der Cordaiteen sowohl, als etwaiger anderer Gymnospermenformen, nur insoweit behandelt worden, als ihre Struktur an den versteinerten Resten mit Sicherheit er-kannt werden konnte. Dabei wurde bereits verschiedentlich daraufnbsp;hingewiesen, dass man dieselben und ahnliche Reste vielfach in Abdruck-form in den carbonischen Schichten findet, und dass diese seit langenbsp;schon unter den verschiedensten Namen in der Literatur beschriebennbsp;sind. Auf sie werden wir nun schliesslich ebenfalls zurückkommennbsp;müssen. Es sind da zunachst eine Anzahl Falie zu erwahnen, in welchennbsp;man die Blüthenstande noch in Verbindung mit den tragenden Cordaiten-zweigen getroffen hat; aus der Verschiedenheit ihres Aussehens lasst sichnbsp;ein weiterer Anhalt für die schon vorher ausgesprochene Vermuthungnbsp;gewinnen, dass die Gruppe eine reiche Gliederung besessen babe, dassnbsp;wir von den innerhalb derselben entwickelten Differenzen nur einenbsp;Ahnung oder allgemeine Vorstellung, bei weitem keine Kenntniss be-sitzen. Eine Anzahl derartiger Bilder hat Grand’ Eury gegeben (1)nbsp;t. 21, f, 8; t. 25, f. 1,3. Beblattertcn Zweigstttcken sitzen seitlich dünne Zweigenbsp;an, die in den Achseln kurzer Niederblattschuppen entweder nackte Ovulanbsp;Oder schuppenbedeckte, effenbar mannliche Knöspchen, in traubigernbsp;Haufung tragen. Bei einem der abgebildeten Exemplare t.25, f.3 stehennbsp;beiderlei Seitensprosse nebeneinander, was, wenn nicht etwa eine Reconstruction vorliegt, wofur ich keine Gewissheit erlangen konnte, dienbsp;Monocie der betreffenden Cordaiteenform erweisen würde. Auffallend er-scheint dabei, dass alle diese Exemplare die Blüthenzweige zwar in be-

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Cordaiteae.

stimmter Beziehung zu den Blattern, aber doch soweit aus deren Achseln heraufgertickt zeigen, dass man an der Berechtigung ihrer Bezeichnung alsnbsp;Aehselsprosse zweifelliaft werden kann. Dass sich verschiedene Formennbsp;bezüglich der Inflorescenzstellung verschieden verhielten, beweist t. 21, f. 5^nbsp;bei weloher die mannlichen Knospen nicht an seitlichen Zweigen traubignbsp;geordnet sind, vielmehr die Spitzen verlangerter Zweiglein einnehmen,nbsp;die btischelartig an der Triebspitze stehen. Dass auch in der Beblatte-rung der Bliithenzweige Differenzen vorhanden, wird unmittelbar durchnbsp;den Vergleich der hier besprochenen Abdriicke mit Eenaults Schliif-praparaten erwiesen, bei denen wir ja die Blüthen zwisehen stark ent-wickelte Blatter in geringer Anzahl eingesenkt fanden. Wesentlichnbsp;dieselben Verhaltnisse, wie die Abbildungen Grand’ Eurys, zeigtnbsp;Weiss’s (1) Textfigur von Poaeordaites linearis Grand’ Enry (vgl. obennbsp;p. 111). Die wenigen ansitzenden Inflorescenzzweige sind mannlich, sienbsp;zeichnen sich durch die geringe Anzahl ihrer seitlichen Bliithenknospennbsp;und durch die ungleiche Lange der zwisehen denselben entwickeltennbsp;Internodien aus. Auch Lesquereux (1) t. 76 hat Abbildung eines, denennbsp;Grand’Eurys ahnlichen, Astes gegeben. Die gleichen Dinge sind innbsp;losgelöstem, nicht mehr mit dem tragenden Zweig verbundenen Zustand begreiflicherweise ausserordentlich haufig, es wimmelt in der Lite-ratur von Abbildungen derselben. Eine ganze Keihe dieser Eeste hatnbsp;Grand’ Eury (1) t.26 dargestellt, darunter mannliche Inflorescenzen,nbsp;die sich durch die Lange der die Bltithenknospe stixtzenden Deck-schuppe auszeichnen f.7. Eben diese hatte früher schon Ettingshau-sen (3) t.6 aus dem Carbon von Stradonitz in Böhmen unter dem Namennbsp;Calamites Volkmanni Ett. beschrieben. Auch auf Göppert (3) t. 21,nbsp;Weiss (1) t. 28, Lesquereux (1) t. los), (2) t.3, Dawson (1, 2) sei bei-spielsweise verwiesen; eine ganze Eeihe von hierhergehörigen Darstel-lungen sind endlich bei Schimper (1) t. no zu finden. Er giebt auch Ee-production der abweichenderen Fruehtstande, die Carruthers (6) alsnbsp;Antholithus anomalus und Lindleyi beschrieben hat und die sich ausser-dem bei Balfour (1) p. 65, ec dargestellt finden. Bei diesen stehen seit-lich an der Axe Biischel von langgestielten Samen, die zusammengedrilckt,nbsp;herzförmig und mit einem an Basis und Spitze ausgerandeten Fltigelnbsp;umzogen sind. An den angegebenen Orten und sonst beinahe iiberallnbsp;wo Eohlenpflanzen in grösserer Zahl beschrieben sind, wird man fernernbsp;die Abbildungen unzahliger Steinkerne von Samen finden, bezüglichnbsp;deren, da sie fur den Botaniker gar kein Interesse haben, auf die Zu-sammenstellung von Schim per (1) verwiesen werden kann.

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VI.

Dolerophylluni, Oannophyllites, Ephedrites, Gnet-opsis, ScMtzia, Dictyothalamus, CalatMops.

In diesem Alsschnitt werden eine Anzahl nocli sehr unvollkommen bekannter Gymnospermer Typen besprochen, die untereinander nur geringe oder gar keine Beziehungen zeigen. Da ist zunachst die neuenbsp;noch sehr prohlematische Gattung Dolerophyllum Sap. zu erwahnen,nbsp;die ja füglich anhangsweise hatte hesproehen werden können, und dienbsp;ich nur um desswillen so hervortreten lasse, wëil sie von Saporta undnbsp;Marion (2) als ganz sichergestellt behandelt und ftir die ausschweifend-sten Speculationen benutzt wird. Dieselhe ist auf eigenthümliche knos-penartige Gebilde gegründet, die, schon seit langerer Zeit in verkieseltemnbsp;Zustand aus dem Perm des östlichen Eusslands hekannt, von Eich-wald (1) T. 1,1.18, f. 1-3 als Nöggerathia Göpperti bezeichnet, von Goppert (3) t' 62. f-1-6 mit den Inflorescenzknospen der Musaceen bis in dienbsp;neueste Zeit (6) verglicben wurden. Gute Abbildungen derselben sindnbsp;bei den genannten Autoren, sowie bei Saporta und Marion (2) p-unbsp;zu finden. Die machtigen eifórmigen etwas gespitzten Knospen bestehennbsp;aus grossen, scheidenartig umeinander gerollten, dicht aufeinander folgen-den, wahrscheinlich spiralstandigen Blattern, die von zahlreichen überallnbsp;senkrecht gegen den Rand verlaufenden, hier and da gabelnden Nervennbsp;durchzogen werden. Auf dem Querbruch dieser gerollten Blatter glaubtenbsp;Göppert eine Reihe von longitudinalen Luftcanalen, wie sie so haufignbsp;bei den Scitamineen sich finden, zu erkennen. Die anatomische ünter-suchung, die Renault an einem solchen vom Ural stammenden Exemplar ausgefiihft hat, ergiebt aber, dass es sich hier nur um Erhaltungs-zustande handeln kann. Denn der naeh seiner Zeichnung von Saportanbsp;und Marion (2) p. 13 abgebildete Querschnitt zeigt das Blatt überall ausnbsp;homogenem dünnwandigem Parenchym gebildet, in welchem, von paren-chymatischen Scheiden umgeben, die Gefassbündel inneliegen. An dernbsp;Unterseite jedes Bündels liegt eine Gruppe grosser in der Langslinienbsp;gereihter Zeilen, die von den französischen Autoren als Gummibehalternbsp;angesprochen werden. Das Bundel selbst ist eigenthümliehen Baues;

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Dolerophyllum, Caanophyllites, Ephedrites, Gnetopsis, Scliützia etc. 127

Saporta und Marion (2) geben an: „il présente la duplicité de composition des faisceaux foliaires que l’on ol)serve constamment dans les tiges signalées plus haut et dont les seules Cycadées offrent maintenantnbsp;l’exemple parmi les Phanérogames“. Der Abbildung nach soheint mirnbsp;die Aelinliclikeit mit den Cycadeenbündeln nicht allzu hervortretend; sienbsp;giebt einen annahernd sternfórmigen 5-strahligen Bündelquerschnitt,nbsp;dessen Initialstrang im Centrum gelegen, und der ringsum von kleinzel-ligem zartwandigem Gewebe, dem muthmaassliehen Bast umgeben wird.nbsp;Die 3 unteren Strahlen des Holzstranges hangen zusammen, sie werdennbsp;wohl als das „bois centrifuge “, die durch kleine Lücken getrenntennbsp;oberen als das „bois centripète“ angesehen worden sein. Die Epidermisnbsp;der Unterseite besteht aus pallissadenartigen Zeilen mit dünner kegel-fórmig erhobener Aussenwand. Die der oberen Seite sindniedrig; ihrenbsp;aussereWand ist dagegen sehr stark verdickt und über jeder Zelle zunbsp;einem dornartigen Fortsatz erhoben. Aehnliches haben wir auch bei dennbsp;Cordaiten gefunden. üebrigens sind, wie ieh mich durch Renaultsnbsp;Freundlichkeit au den Originalpraparaten habe tiberzeugen können, dienbsp;Gefassbündel dufchweg so unvollkommen erhalten, dass alles daraufnbsp;bezügliche mit Vorsicht aufzunehmen sein dtirfte. .

Mit diesen Knospen vereinigen Saporta (11) und Marion (2) p.7o nun gewisse runde ganzrandige Blatter mit herzförmiger Basis, derennbsp;Ohren hhutig libereinandei-greifen. Dieselben zeigen ebéndie Nervaturnbsp;wie die der besprochenen Knospen (Nerv. Cyclopteridis) und sind vonnbsp;Grand’ Eury verschiedentlich bei St. Étienne gesammelt worden.nbsp;Kleinen an ihrer Basis mitunter erhaltenen oder im Querbruch vorliegen-den Zweigstüeken sitzen sie, wie es scheint, fast rechtwinklig an. Mitnbsp;anderweitigen Eesten zusammen bilden sie die Doleropteriden Grand’nbsp;Eurys (1), sie werden, zwar sehr verkleinert aber doch kenntlich t. le, f. ie,nbsp;als Doleropteris pseudopeltata Grand’ Eury abgebildet. An den vonnbsp;diesem Autor gegebenen Namen knüpft die Benennung Sap or tas an.nbsp;Die betreffenden Blatter stimmen in der That habituell sehr wohl mitnbsp;den zusammengerollten der vorherbehandelten Knospen tiberein; Saporta und Marion dürften indess, falls sie nicht weitere unpublicirtenbsp;Beweise besitzen, zu weit gehen, wenn sie behaupten: „Ce qui est certain, c’est que les feuilles et par conséquent les rameaux qu’elles gai--nissaient se dégageaient a un moment donné de gros bourgeons coni-qnes ete.“ Aus der alteren Literatur wird zu den Blattern von Dolero-phyllum nur Nöggerathia cyclopteroides Göpp. (3)t.2i, f. 4 citirt. Grand’nbsp;Eury hatte aber schon verschiedene Arten der Farngattungen Cyelo-pteris und Nephropteris, wie sie von Brongniart (2) p. bs begrenztnbsp;worden, herangezogen. Wie Brongniart und Schimp er (1) neigt ernbsp;dazu in allen diesen Formen anomale Fiedern der Hauptblattspindelnnbsp;von Farnen, sogenannte Aphlebien (vgl. Abschn. Fame) zu sehen, wie

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128 Dolerophyllum, Cannophyllites, Ephedrites, Gnetopsis, Schützia etc.

denn solche von ahnlicher Form woM vorkommen, vgl. Lesquereux (1) 1.15, f.3. Verschiedeiie dieser Reste haken aber auch die allerentschie-denste Aehnliclikeit mit den von S a p o r t a ahgebildeten und zu Dolero-pbyllum gerecbneten Blattern, zumal ist im Insertionswinkel der Quer-brucbspunkt des tragenden Stengels oftmals zu sehen. Ja diese Aebn-lichkeit ist weit grosser als die der Nöggeratbia cyelopteroides Göpp.,nbsp;von der nur ein Blatt ziemlich fragmentarischer Erbaltung bekannt ist.nbsp;Man vergleiche, um sich davon zu tiberzeugen, Sapor tas citirte Figurennbsp;mit den nacbbenannten Darstellungen: „Cyclopteris obliqua Brongn. (1)nbsp;V. 1, t. 61, t. 3, reniformis Brongn. (1) v. i, t. ei, f. i, Cycl. obliqua Brongn.nbsp;Bindley und Hutton (1) t.2, t.9o, Cycl. dilatata Bindley et Hutt. (1)nbsp;v.2, t.911), Cycl. obliqua Brongn. Göppert (1) t.4n.5, f.q Cyel. rarinervianbsp;Göpp. (3) 6.8, f. 9. Alle diese bislang überaus zweifelhaften carbonisebennbsp;Reste würden in erfreulicher Weise eine sicberere Angliederung gewinnen, wenn sich die Doleropbyllen in der ihnen von Saporta gegebenennbsp;Fassung bei weiterer Forschung bestatigen sollten. Renault freilichnbsp;möcbte nacb mtindlicher Mittheilung nur einen Tbeil der erwahnten Cy-clopteriden bierherzieben, die andern aber bei den Farnen belassen. Ernbsp;legt desbezüglicb grosses Gewicht auf das Vorbandensein der Gummi-behalter bei Dolerophyllum, vgl. oben p. 126, welcbe er bei gewissennbsp;Cyclopterisabdrücken in Form kleiner langlich-stricbförmiger Uneben-heiten zwischen den Nerven der Blattflache wiederfinden zu könnennbsp;meint. Mir freilich scheint eine so weit gekende Ausdeutung der Sculptur-verhaltnisse des Abdruckes nicht obne weiteres zulassig. Auf p- eg desnbsp;ofterwahntenBuches von Saporta und Marion wird ferner ein Stamm-stück mit grossen rundlichen Ansatznarben abgebildet, von dem es innbsp;der Erklarung heisst; „tige présumée des Dolérophyllées‘‘. Warum das-selbe hierhergehören soil, ist nicht einzusehen, zumal sich die Form seinernbsp;Narben nur schwer mit den Basen der fraglichen Blatter vereinigen lasst.nbsp;Genau das Gleiche gilt denn auch von den von beiden Autoren hierher-gezogenen mannliehen und weiblichen Blüthenfragmenten. Im Ober-carbon des Mont Pelé bei Épinae hat man Abdrticke einzelner schild-fórmiger, excentrisch gestielter Schuppen gefunden, Saporta und Marion (2) p- 75, die auf der Unterseite zahlreiche kleine, ovale, in radialenbsp;Reihen gestellte Eindrücke zeigen. Dieselben waren mit pulveriger Sub-stanz erfüllt, in der sich Pollenkörner erkennen Hessen. Sie wurdennbsp;desswegen mit Stamina von Cycadeen verglichen. Ihr Bau bestatigtenbsp;sich durch den Fund eines verkieselten Fragmentes, bei dem die Pollen-sacke, lang-cylindrischen Röhren vergleichbar, mit ihrem Inhalt wohl-erhalten, ins Gewebe der Schuppe eingesenkt sich fanden. Die Pollenkörner sind der gegebenen Zeicbnung zufolge eiförmig, an einer Seitenbsp;mit 2 genaherten Furchen versehen, ihr Inneres ist völlig von einemnbsp;aus grossen unregelmassig gelagerten Elementen bestehenden Binnen-

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Dolerophyllum, Cannophyllites, Ephedrites, Gnetopsis, Schützia etc. 129

zellkörper ausgefiillt. Dass es sieh hier in der That um richtig he-schriehene uud höchst merkwürdige Eeste handelt, davon hahen mieh die Originale überzeugt, die Eenault mir zu demonstriren die Freund-lichkeit hatte. Es ist indess auch nach dieses Autors Meinung vorder-hand kein sicherer Anhaltspunkt fiir die Bestimmung der Pflanze, zunbsp;der sie geboren, zu gewinnen, und uur die lebhafte Phantasie Sapor tasnbsp;und Marions lasst ihren folgenden Satz (2) p-überhaupt begreiflichnbsp;erscheinen; „on voit Ie lien étroit qui rattache les Dolérophyllées aunbsp;stade progymnospermique, mais ce Men semble se resserrer encore désnbsp;que l’on examine les appareils reproducteurs de ces plantes, qui gracenbsp;a la perspicaeité de M. B. Eenault et aux recherches de M. Grand’nbsp;Eury peuvent être considérés comme suffisamment connus“. Auf p- isnbsp;wird dann der weibliche Blüthenrest abgebildet, der wenig charakteri-stisches bietet. Ein rundlich-schuppenartiges Blatt, auf der einen Seitenbsp;bis auf die Gefassbündel durch Maceration zerstört, soil nahe der Basisnbsp;in der Mittellinie, in einer Vertiefung einen eifórmigen, oberwarts ge-spitzten, aussen faserig gestreiften Samen getragen haben. Samen undnbsp;Blatt werden abgebildet, aber nicht im Zusammenhang, an dem letzterennbsp;ist die Insertionsstelle nicht zu erkennen. Selbst Saporta, der, wienbsp;mehrfach ausgeführt, mit den Beweisführungen der Zusammengehörig-keit nicht allzu angstlich umgeht, sieht sich hier zu der folgenden Be-merkung veranlasst: „Nous figurons ce curieux organe, dont rattributionnbsp;demeure cependant entachée de quelque doute“. Aus allem dem bislangnbsp;gegebenen ist ersichtlich, wie wenig fixirt die Gattung Dolerophyllumnbsp;noch ist. Fiir die Beurtheilung ihrer Stellung und Verwandtschaft kaunnbsp;demnach vorderhand nur die Blattanatomie verwerthet werden, und obnbsp;uns diese berechtigt, sie ohne weiteres in die Verwandtschaft der Cor-daiten, zu den Gymnospermen zu briugen, ist mir noch durchaus fraglich.

Bei Gelegenheit der Besprechung ihrer Progymnospermen sagen Saporta und Marion (2) p. n dasfolgende: „C’est auprès des Dolérophyllées qu’il eonvient de placer selon nous, un type moins connu, maisnbsp;peut-être plus curieux encore, celui des Cannophyllitées de Brongniartnbsp;(Megalopteris Daws.). Les Cannophyllitées semblent être vis a vis desnbsp;Dolérophyllées ce que les Stangeria actuels sont aux autres Cycadées“.nbsp;Auf p- '!9 werden dann Blattstücke von Cannoph. Virleti Brougn. (7) p.i29nbsp;dargestellt. Mir scheinen diese, im Gegensatz zu den citirteu Behaup-tungen, gewöhnliche Farnblattfragmente mit Neuropterisnervatur zu sein,nbsp;zu denen die von Dawson (1) t.n abgebildete Megalopteris Dawsoninbsp;Hartt. aus dem Devon von Neu-Braunsohweig wohl geboren könnte.nbsp;Dawson sowohl wie auch Lesquereux (1) ‘-24 halten ihre angezoge-nen Eeste einfach für Farnblatter.

Aus der Classe der Gnetaceen sind bis jetzt keine völlig sicher-gestellten Eeste bekannt geworden. Als Ephedrites sind verschie-

Solms-Lautach, Palaophytologie. nbsp;nbsp;nbsp;9

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130 Dolerophyllum, Cannopliyllites, Ephedrites, Gnetopsis, ScMtzia etc.

dentiioli gestreifte Zweigfragmente tertiarer Herkunft beschrielbeii worden, die wenig oder gar nichts cliarakteristisclies zeigen. Aueh die Fruc-tifieationen, die Heer (5) v. 4u, t. u zu seinem Epliedrites antiquus aus dem sibirischen Jura reclmet, sind mehr als zweifelbaft. Man vergleichenbsp;dazu die gute kritische Behandlung Schenks (Z. 1) p. 354. Als zweifel-hafte Gnetaceenreste fulirt Renault (2) t.4 eine Anzahl der in dem vo-rigen Abschnitt im Anschluss an die Cordaiteen behandelten Samen ausnbsp;der Steinkohlenformation an, namlich Samaropsis, Cardiocarpusnbsp;orbicularis Brongn. und Steplianospermum. Für Gard. orbicularis giebt er in der Tafelerklarung bei Brongniart (6) t. 7 die fol-gende Begründung für diese Anschauung: „ Cette graine est recouvertenbsp;de deux enveloppes qui paraissent indépendantes Tune de l’autre, et nonnbsp;intimement liées comme l’endotesta et Ie sarcotesta des autres grainesnbsp;du groupe des Cardiocarpées; elle rappellerait a ce point de vue cer-taines graines de Gnétacées (Gnetum Thoa, Gnetum urens par exemple).“nbsp;Da nun ein deutlicher Rest des inneren Integumentes verhanden ist, sonbsp;wtirden wir in der That wie bei Gnetum 3 Hüllen vor uns baben. Alleinnbsp;es ist bekanntlicb sehr gefabrlich aus dem Bau der Samenscbale Scblüssenbsp;auf Zalil und Beschaffenheit der Integumente zu zieben, zumal abernbsp;hier wo die Spalte zwiscben Sarcotesta und Endotesta sebr leicht einenbsp;Folge stattgehabter Maceration des Samens gewesen sein kann.

Derselbe Autor (2) v.4, t.20,21,22 beschreibt endlicb als Gnetopsis elliptica Fructificationen, die er in den obercarboniscben Kieseln vonnbsp;Grand’ Croix entdeckt bat. Bei Saporta und Marion (2) p. isi, wonbsp;dieselben zum ersten Male nach seinen Zeiclinungen abgebildet werden,nbsp;steht die Gattung unmittelbar neben Ephedra. Zu derselben Gattungnbsp;werden dann noch 2 andere Arten, G. trigona und hexagona Ren. etnbsp;Zeill. gestellt, die nur in Form von Abdrücken im Kohlengebirge vonnbsp;Commentry gefunden worden sind. Die Blüthenreste der Gnetopsisnbsp;elliptica sind complicirten Baues. Ibr Querschnitt (Holzschn. 11D) lasstnbsp;zunachst 2 getrennte, gegenübersteliende, bracteenartige, gehöhlte Blatt-gebilde erkennen, die von zahlreicben parallelen Gefassbündeln normalennbsp;Baues und normaler Orientirung durclizogen werden und an der innerennbsp;Seite mit dicht gestellten langen Haaren, die die Höhlung erfüllen, be-setzt sind. Oberwarts spalten sich diese Blatter, wie successive Quer-scbnitte lehren, in eine ungleiche Anzahl von Zipfeln, deren jedem nachnbsp;Renaults Vermuthung ein Gefassbündel entsprechen wird. Zwischennbsp;den den Innenraum erMlenden Haaren finden sich die Querschnittenbsp;mehrerer Ovula, deren im Normalfall vier sind, so dass je 2 auf dienbsp;Höhlung jedes der beiden umhüllenden Blatter entfallen. Da die beidennbsp;Paare an der Axenspitze nicht in gleichem Niveau inserirt sind, so werden sie auf dem Querschnitt in verschiedener Höhe getroffen. Sehr haufignbsp;kommen Unregelmassigkeiten hinzu, indem die Zahl der ausgebildeten

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Dolerophyllum, Gannophyllites, Ephedrites, Gnetopsis, Schtitzia etc. 131

Ovula anf zwei oder gar uur eines reducirt werden kann. Der Langs-selinitt (Holzschn. 11 A B) t. 20, f. 1 zeigt die Spitze der sclirag ansteigen-den Axe zwischen den beiden Blattern plattenartig verbreitert, die sitzenden Ovula der einen Blattachsel betracbtlich liöher als die der anderen inserirt. Er lasst deren Struktur im Detail erkennen. Der Nu-cellus wird nur von einer, aus w enigen Zellschicbten gebildeten Hiillenbsp;umgeben, die indess, an der Spitze an Machtigkeit zunehmend, bedeu-tende Complicationen zeigt, deren nachher gedacht werden soil. Sein



Fig. 11.

Gnetopsis elliptica Ren. WeiblicR© Blütten. A \md B, Langssciinitte, die Hülle zeigend, welobe mehrere: Ovula umschliesst. Nacli Saporta und Marion (2i. C Schematische Darstellung der geschlosseueunbsp;Hülle. D Querschnitt derselhen, ein Ovulum, und in Form von Punkten die Durchschnitte der .zahlreichennbsp;Haare aufweisend. Beide letzteren Figuren nach Renault (2) v. 4.

Selieitel nmscbliesst eine weite Pollenkammer, in welcher die kugligen, von dem inneren Zellkörper ganz erfüllten Körner gefunden wurden.nbsp;Der Embiyosack ist gross und weit, sein Endosperminlialt ganz vortreff-lich erlialten, er birgt am Scheitel mindestens 2 Arehegonien. In dienbsp;Basis eines jeden Ovulums tritt ein Gefassbiindel ein und spaltet sichnbsp;in 4 Zweige, die Eenault auf einem Querschnitt t.21, f.e frei zwischennbsp;den Eesten der Hülle und denen des Nucellus weit hinauf sich erstreckennbsp;sah. Das umgebende Gewebe war zerstört, es konnte desswegen voll-kommene Klarheit, in weleliem beider Theile sie verlaufen, nicht erzielt

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132 Dolerophyllum, CaTmopbyllites, Ephedrites, Gnetopsis, Schützia etc.

werden. Besonders eigentlitimlich und vielleicht analog wie Lageno-stoma Will., vgl. oben p. 123, verhalt sich die Httlle des Onilums, soweit sie die Spitze des Nucellus umgiebt. Sie bekommt bier eine betraebt-licbe Dicke nnd zerfallt in eine compacte anssere (canopy?) nnd einenbsp;ebensolcbe innere Platte, zwischen denen die mittlere Zellschicbt ausnbsp;ausgespannten Paden besteht, die, je einer Zelle entsprecbend, von einan-der getrennt eiuen weiten Intercellularraum durcbzieben. Am Micropyle-canal ist diese lückige Partie nattirlich unterbrocben, hier stehen ansserenbsp;nnd innere Lage mit einander in Verbindnng. Der Mtindnngsrand dernbsp;Micropyle wird zudem noch von einer beeherfórmigen Erweiternng gebilde!, die an 2 Stellen zn langen fadenfórmigen Appendices ausgezogennbsp;erscheint (Holzschn. 11, A B). Wenn Renanlt meint, dass das lückige,nbsp;die Micropyle nmgebende Gewebe als Schwimmapparat, die langen ilirnbsp;anliaftenden Schwanze als Plugmittel gedient batten, dass also diesenbsp;Samen sowobl für den Transport in der Lnft als ancb fnr den im Wassernbsp;bestimmt gewesen seien, so ist das ja möglich; mehr aber werden wirnbsp;nicht zngeben dürfen. Viel besser begründet erscheint seine Meinnng,nbsp;wonach zwischen den beiden langen Schwanzen der behufs der Em-pfangniss ausgeschiedene Tropfen gehaftet habe, wonach dieselben so-mit als Zuleitiingsorgane für die Bestaubung gedient batten. Bei dennbsp;zwischen dichten Wollhaaren versteckten nnd von ihnen überragtennbsp;Blüthen mussten dergleichen Organe in der That eine Nothwendig-keit sein.

Aus der hier gegebenen Darstellung wird nun allerdings niemand die Gründe erkennen können, aus denen Renault die Gattung zu dennbsp;Gnetaeeen gebracht hat. Dieselben treten aber sofort hervor, wenn mannbsp;seine Nomenclatur anwendet und z. B. mit Saporta und Marion (2)nbsp;p. 181 sagt: „la différence principale (von Ephedra) consiste en ce quenbsp;l’involucre ou tégument extérieur pseudo-ovarien renferme 4 ovules assisnbsp;sur une pelotte réceptaculaire, au lieu d’un seul“. Man muss also dienbsp;oben als Bracteen bezeichneten Blatter für unvollkommen zusammen-schliessende Carpelle erklaren, muss sie im Sinne vanTieghems dernbsp;ausseren Hülle des Ovulum von Ephedra und Gnetum an die Seitenbsp;setzen. Dazu wird man allerdings von van Tieghems Standpunktnbsp;aus geneigt sein können. Ein zwingender Gruud dafür liegt aber selbstnbsp;bei solcher Anschauung nicht vor, wofür ich auf die ktinstliche Deu-tung, die die weibliche Blüthe von Taxus dureh diesen Au tor erföhrt,nbsp;verweise. Wenn somit die Zutheilung unserer Gattung zu den Gneta-ceen wesentlich auf einer petitio principii beruht, so werden wir füg-lich nur sagen können, dass sie eine Gymnospermenform darstelle, derennbsp;Verwandtschaft und Beziehungen weiterer Aufklarung bedürftig sind.

In letzter Linie müssen hier eine Anzahl earbonischer nur in Ab-drücken bekannter Pructificationsreste Erwahnung finden, deren Natur

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Dolerophyllum, Cannophyllites, Ephedrites, Gnetopsis, Schützia etc. 133

noch völlig zweifelhaft ist. Als Schützia anomalaGein. hezeichnen Geinitz (3) und Göppert (3) t.23,24 traubige Inflorescenzen, derennbsp;kurze seitliche Stiele dem Ansehein nach mit korhahnlichen samenher-genden Involucren hesetzt sind. Eine gewisse hahituelle Aehnlichkeitnbsp;derselhen mit Gnetopsis dürfte vorhanden sein. Mehr lasst sich aus dennbsp;schlecht erhaltenen Ahdrücken kaum entnehmen. Auf denselben Schiefer-thonplatten mit der Schützia finde't sich nun ferner zu Braunan innbsp;Böhmen nnd zn Nenrode in Schlesien ein anderer Blüthenrest, den Goppert als Dictyothalamus Schrollianus hezeichnet. Habituell istnbsp;er dem vorigen ahnlich, doch tragen die Seitenaxen kuglige Aggregatenbsp;cylindrischer Körperchen ohne Hülle. Man ist versucht diese Dinge fürnbsp;mannliche Inflorescenzen zu halten, nnd Göppert wie auch Schimp ernbsp;and Schenk meinen, dieselhen könnten mit Schützia zusammengehören.nbsp;Rispige Blüthenstande endlich, aus dem Culm von Rothwaltersdorf, annbsp;deren Ahhildung ich weitere Details nicht zu erkennen vermag, hatnbsp;Göppert (3) t.64 am gleichen Ort unter dem Gattungsnamen Calathiopsnbsp;heschriehen. Ich habe diese Formen nicht unerwahnt lassen wollen,nbsp;zur Klarheit über dieselhen werden wir sicher erst kommen, wenn sienbsp;in versteinertem Zustand aufgefundeii werden sollten. Bis dahin ist esnbsp;nutzlos üher ihre Verwandtschaft zu speouliren. Ich brauche also aufnbsp;Nathorsts (5) Meinung, sie seien Balanophoreen, gar nicht erst ein-zugehen.

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Dass die Farrenkrauter zii den altesten nocli lebenden Vegetations-typen geboren, ist bekannt. Insofern wir aus den uns in fossil em Zustand erhaltenen Eesten auf den Charakter der jeweiligen Gesammt-uegetation schliessen dürfen, seben wir sie vom Neogen rückwarts bis zur Carbonperiode an Individuen- und Artenzahl fortwabrend zunebmen.nbsp;Audi das Devon ist reich an schonen und wohlcbarakterisirten Farren-krautern. Für silurische Vorkommnisse aus dieser Pflanzengruppe kennenbsp;icb dagegen kein sicbergestelltes Beispiel mebr. Denn die von Sa-porta (10) 1.1 aus den mittelsiluriscben Daehsohiefern von Angers be-schriebene Eopteris Morierii, von der idi viele scböne Exemplare in dernbsp;Sammlung der Kgl. Bergakademie zu Berlin geseben babe, ist sicherliohnbsp;unorganiscber Natur und besteld aus dendritenabnlicben Ablagerungennbsp;i on Eisenkies. Die Mittelrippe des anscheinenden Farnblattes ist dernbsp;Infiltrationscanal; die Pinnulae, von sehr ungleicber Grosse und Form,nbsp;weisen krystallinisclies Gefiige auf, welches dann flir die Nervatur der-selben gehalten worden ist.

Die Stamme, Blattstiele und Blatter der Fame finden sich fast durchweg ausser Zusammenhang und in mebr oder weniger fragmen-tarischem Zustand, was zumal für die vielen grossen und reichverzweigtennbsp;Blattformen gilt, die man nur selten in einzelnen Praohtstücken in totonbsp;zu seben bekommt. Von mandiën Formen kommen ausscliliesslich ver-einzelte Fiederblattcben vor; man wird daraus schliessen dürfen, dassnbsp;diese regelmassig von der Spindel abgegliedert wurden, wie diess janbsp;bekanntlich aucli bei vielen jetzt lebenden Farnen der Fall ist, z. B. beinbsp;Marattia, Didymochlaena, Nephrolepis und anderen. Erstaunlicber Weisenbsp;findet man in den Tlionschiefern der Steinkohlenformation sehr haufignbsp;die AbdrUcke noch ganz junger, in der Knospenlage befindlicher Blatter.nbsp;In den palaontologischen Werken sind solche unter dem Genusnamennbsp;Spiropteris aufgeführt. Desgleichen kommen verschiedentlich, zumalnbsp;aber und in ganz besonderer Haufigkeit in der Kohlenformation, Blatt-

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stiele nnd Blattstielfragmente vor, die man auf den Halden an ihrer schwarzglanzenden, von kleinen nnregelmassig stekenden Harcken rankennbsp;Okerflacke leickt erkennt. In diesem Zustand sind sie kotanisek wertk-los; anders wo sie versteinern und man ikren inneren Ban feststellennbsp;kann. Alle dergleicken Blattstiele fasst man der Eegel nack als Ra-ckiopteriden zusammen. Ganz dasselbe gilt endlick von den Stammen,nbsp;die gleickfalls ein grosses Contingent der uns erkaltenen Farnreste aus-macken. Sie sowokl wie anck die Rackiopteriden sind nur in dennbsp;allerseltensten Fallen mit Sickerkeit auf bestimmte gegebene Blatter zunbsp;beziehen. Freilich findet man beiderlei Organe gar nicht selten in dernbsp;Literatur als zusammengehörig angegeben, doek beruken dergleickennbsp;Angaben mit wenigen Ausnahmen z. B. Schimp er (3) t.4o; Sternberg (1) Heftó-s, t. 59 auf Schlüssen aus dem gemeinsamen Vorkommen,nbsp;von denen kereits in der Einleitung das nöthige gesagt wurde.

Die Farrenkrautblatter bieten uns vielleicht das einzige Beispiel einer directen Anregung, die der botanischen Systematik von Seiten der Palao-pkytologie her gekommen ist. Unser ganzes Farnsystem ist ja auf dienbsp;Beschaffenheit der Fructificationen gegrttndet, die an den fossilen Blat-tern nur selten und gewöhnlich in sehr unvollkommener Erhaltung vor-liegen. Als daker Brongniart (1) vor der Aufgabe stand, die sehonnbsp;damals sekr betracktliche Menge der bekannten Farnblatter systematisch zu gliedern, und einsah, dass die wenigen ikm bekannten Fructificationen zu nichts dienen konnten, griff er mit gewohnter Energienbsp;und Sickerkeit zu dem einzig möglichen Auskunftsmittel, und erschuf,nbsp;auf den bis dahin wenig beachteten Nervenverlauf sick stützend, einnbsp;bewusstermaassen artificielles, mit dem der recenten Formen nicht con-gruentes System der fossilen Fame. Es ist bekannt, wie diese Behand-lungsweise kernack auf die lebenden Arten, zumal durch Presl (1) undnbsp;A. Braun (1) übertragen, vor allem in Mettenius’ (1) Handen als Ein-theilungsprincip niederen Ranges sick ausserst frucktbar erwiesen kat.nbsp;Göppert (2), dem inzwiseken eine Anzakl fossiler Farnfructificationennbsp;bekannt geworden waren, machte daraufhin den durekaus verunglücktennbsp;und spaterkin auch von ikm selbst fallen gelassenen Versuch Bron-gniarts Classification mit der der Botaniker zu combiniren. Die Gat-tungen, zum Theil rein nack Brongniart, zum Tkeil auf die Früchte,nbsp;zum Tkeil auf die Aeknlichkeit mit den recenten kin kegrenzt und be-nannt, laufen wirr durekeinander; eine Uebersicht ist bei der ünver-gleiehbarkeit der Haupteintheilungsprincipien unmöglick. Auch spater-hin ist man vielfach wieder in diesen logischen Fehler verfallen; zumalnbsp;leidet auch die von Schimp er (1) gegebene Darstellung an demselben.

Bald steilte sick das Bedürfniss heraus, die grossen Formengruppen, die Brongniart auf den Nervenverlauf kin gegründet katte, weiter zunbsp;gliedern. Zu diesem Zweck kat man vielfach die Form und die Ver-

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zweigungsweise des Gesammtblattes verwendet, was um so berechtigter als diese Verschiedenheiten aiicb in der lebenden Vegetation als gutenbsp;Merkmale niederen Kanges benutzt werden. Gattungen freilich, wie sienbsp;neuerdings von Stur (3) p. 283seq., (4)p. iss nnd Zeiller (5, 6) begrtindetnbsp;nnd Diplotmema Stur und Mariopteris Zeill. genannt worden sind, dienbsp;ausschliesslich auf der Form des Gleiclieniaartig ein- oder zweimal ge-gabelten Gesammtblattes beruhen, und Arten mit verscliiedener Beschaffen-lieit der Nervatur umfassen, können im Eabmen consequenter Dureh-ftthrung von Brongniarts System keinen Platz finden. Und da sie,nbsp;so lange wir ihre Fructification nicht ordentlich kennen, doch nur ganznbsp;relativen Werth hahen, so dürfte der durch ihre Begründung erzieltenbsp;Gewinn, wenn nicht zweifelhaft, so doch sehr gering sein.

Es ist selbstverstandlich, dass man bei vielen Species, die uns nur in abgefallenen vereinzelten Fiederchen vorliegen, über die Gestaltungnbsp;des Gesammtblattes im Unklaren bleibt. Derartige unvollkommene Restenbsp;mussen dann, bis weitere glückliehe Funde uns eines besseren belehren,nbsp;einfach unter den als Gattungsnamen benutzten Bezeichnungen der Ner-vaturtypen, denen sie angehören, aufgeführt werden. In manchen Fallennbsp;ist dabei ein Uebelstand nicht zu vermeiden, dass namlich vielfach un-bewusstermaassen die vereinzelten Fiedern ein und desselben Blattesnbsp;unter verschiedenen Namen an verschiedenen Stellen des Systems ein-registrirt werden. Denn in der Steinkohlenformation bat man eine er-kleckliche Anzahl von Blattern gefunden, die ausser den normalen Pin-nulae der Blattspreite, noch eine zweite Sorte anders geformter undnbsp;haufig ganz abweichend innervirter Fiedern tragen (Holzschn. 12), dienbsp;entweder in grosser Zahl auf der Flache der Hauptrippe entspringen,nbsp;oder auf die Basis der Rachides zweiter Ordnung, oder endlich auf dienbsp;des Hauptblattstieles beschrankt sind. Dergleichen anomale Fiedernnbsp;werden jetzt gewöhnlich als Aphlebien bezeichnet, in der Literaturnbsp;sind sie unter verschiedenen Namen zu finden. Das gleiche Verhaltnissnbsp;kommt nun aueh, wennschon selten, bei lebenden Farnen vor, dochnbsp;kenne ich hier nur 2 Falie. Der erste betrifft die bekannte und in dennbsp;botanischen Garten verbreitete Hemitelia capensis R. Br., bei welchernbsp;je 2 reichverzweigte Aphlebien zu den Seiten der Blattstielbasis stehennbsp;(Abb. bei Schimp er (2) p-ws). Eine zweite inzwischen leider zu Grundenbsp;gegangene nicht naher bestimmte Art erinnere ich mich im botanischennbsp;Garten zu Strassburg gesehen zu haben. Eine sehr vortrelïliche zu-sammenhangende Darstellung dieser Gebilde bat Stur (5) p. lOöseq. ge-geben, er vergleicht dieselben mit den Stipulargebilden der Marattiaceennbsp;und neigt zu der Annahme, dass jedes fossile Farnblatt, welches solchenbsp;Aphlebien tragt, desswegen zu dieser Familie geboren müsse. In diesernbsp;Hinsicht kann ich mich ihm, mit Rücksicht auf die genannten recenten, zurnbsp;Cyatheaceenfamilie gehörenden aphlebiirten Pflanzen, nicht anschliessen.

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Ich gebe hier eine Liste sammtliclier mir bekannt gewordenen Abbil-dungen, die die Aphlebien im Zusammenhang mit dem tragenden Blatte zeigen. Es sind die folgenden: „1) Sphenopteris crenata Lindl. Hutt.nbsp;mit der Aphlebia Rhacopbyllum adnascens Lindl. Hntt. (Holzschn. 12, 1)nbsp;Lindley u. Hutton (1) v.2,1.100,101; Schimper (1) t.48, f.i,2; Z. (1) p.us;nbsp;O. Feistmantel (3) t. 66, nur Blattspindel mit Aphlebia. 2) Pecopterisnbsp;dentata Gein. non Brongn. mit Ehacophyllum filiciforme Gutb. Gei-nitz (5) t. 25, f. 11-14; Schimper (1) t. 48, f. 3-5.nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;3) Odontopteris Reichiana

Gutb. mit Cyclopteris trichomanoi-des Brongn. Geinitz (5) t. 26, f. 7;

Grand’ Eury (1) *• 11, p. iis; Z. (1) p. 122.nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;4) Oligoearpia quercifolia

Göpp. Stur (5) t, 15, f. 12. 5) Neu-ropteris Loshii mit Cyclopteris tri-chomanoides Roehl (1) t.n, Geinitz (4) Heft 2, t. 4, f. 2, .3. 6) Pecopteris Radnieensis Stbg. mit Aphlebia tenuiloba S t e r n b e r g (1) t. 68, f. 1 -2.

7) Neuropteris rarinervis Bunb.

Lesquereux (3) t.8, f.5. 8) Sphenopteris (Oligoearpia) formosa Gutb.,Zeiller(7)t. 10,f. 12. 9)Sphenopteris (Diplotmema) acutilobanbsp;Sternberg, Zeiller (7) 1.11, f. 6.

10) Sphenopteris coralloides Gutb.,

Zeiller (7) t.12, f. lu.s. il) Les-leya grandis Lesq. (1) t.iu.2, t.15, f.3.

12) Pecopteris dentata mit Rhaco-phyllum laciniatum Fontaine amp;

White (1) t.35, f.2.

Wenige Farnblattfossilien nur können inBrongniarts Systemnbsp;keinen Platz finden, weil an dennbsp;bislang beobaehteten Eesten dienbsp;Nervatur nicht deutlich erkennbarnbsp;hervortritt, sei es wegen allzunbsp;schlechter Erhaltung, sei es wegennbsp;der lederartig derben Beschaffenheit der Spreite. Hier bleibt natürliehnbsp;nur anhangsweise Behandlung tibrig. Und endlich gilt dasselbe vonnbsp;einer Anzahl von Formen, deren Zugehörigkeit zu den Farnen nichtnbsp;ausser Zweifel steht, die meistens ebensogut zu den Cyoadeen gerechnetnbsp;werden können, wie friiher bereits erwahnt worden ist, p. 89. Ja, einenbsp;besagter Gattungen, Thinnfeldia Ettingsh. (2) ist von ihrem Autor zu-

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nachst mit Phyllocladus vergliehen worden. Auf diese zweifelhaften Formen wird weiterhin nocF zurückzukommen sein.

Eine ausgedehnte Behandlung der unzahligen fossilen Farrenkraut-blatter ist mir, da ich mich kaum mit denselben beschaftigt habe, eine Unmöglichkeit. lm übrigen liegt eine solche nicht im Plan dieses Buches,nbsp;da sie vom rein botanischen Standpunkt aus nur selir geringes Interessenbsp;bietet. Stekt uns ja doch am lebenden Material eine weit reichere Aus-wahl verschiedener Formen der Nervenverbreitung zu Gebote. Melirnbsp;des Zusammenhangs halber und um die Darstellung nicht allzu bruch-stückhaft erscheinen zn lassen, füge ich hier eine ganz kurze mit we-nigen Beispielen belegte üebersicht der Hauptnervationstypen ein.

Die Nervatio Pecopteridis ist bekanntlich durch fiederig an-geordnete, nnter ziemlich offenem Winkel aus den secundaren entsprin-gende Tertiarnerven charakterisirt, die einfach oder gegabelt, geradeaus und frei zum Band verlaufen. Ihr schliesst sich unmittelbar die Ner-vatio Sphenopteridis an, die sich wesentlich nur durch sehr spitz-winkligen Austritt der Tertiarnerven unterscheidet. Beide Nervatur-typen sind nicht scharf von einander geschieden; flir die ungefahr dienbsp;Mitte einhaltende Form braueht Mettenius den Namen N. Eupte-ridis, für wmlche als Beispiel aus den fossilen Farnen die Gattungnbsp;Alethopteris erwahnt sein mag, die sich thatsachlieh mehr durch dennbsp;Habitus als durch scharfe Kennzeichen von Pecopteris abgrenzt. Haufignbsp;folgt die Einschneidung der Battflache dem Nervaturverlauf sehr voll-kommen, so dass die Endzipfel stets nur von einem mittleren Nervennbsp;durchzogen werden, dann kommt die Nervatio Caenopteridis imnbsp;Sinne Mettenius’ zu Stande. Thatsachlieh werden aber die Farn-blatter, die diese Beschaffenheit zeigen, alle zu Sphenopteris eingerech-net, obwohl darunter bei naherem Zusehen sich manche finden, derennbsp;Nervenaustritt mehr den Charakter von Pecopteris als den dieses Typusnbsp;zeigt. Das dürfte z. B. von Sph. Hoeninghausii Brongn. nach Schimpers Abbildung (1) t. 29 geiten. Durch die ganze Reihe der palao- undnbsp;mesozoischen Formationen sind Pecopteriden und Sphenopteriden innbsp;Menge vorhanden. In den kanozoischen Ablagerungen treten die Famenbsp;überhaupt andern Gewaehsen gegenüber in den Hintergrund. Vornehm-lich dominiren sie in der Kohlenformation, in welcher bei weitem dienbsp;Mehrzahl der grossen reichgegliederten Blattformen dahin gehort. Dienbsp;altesten bekannten Fame aus dem Oberdevon und dem Culm sind zu-meist, freilich nicht ausschliesslich, Sphenopteriden mit ausserordentlichnbsp;vollkommener Einschneidung der Blattflache, die überall auf einennbsp;schmalen, die Nerven begleitenden Randsaum reducirt erscheint. Solchenbsp;Formen findet man in der Literatur gewöhnlich als Hymenophyllites,nbsp;Todea, Rhodea beschrieben; als Beispiele mogen Rhodea patentissimanbsp;V. Ett. aus dem Culm, Schim per (2) p. los, Todea Lipoldi aus dem

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mahrischen Dachschiefer Stur (6) t. ii, f. s, Sphenopteris Condrusorum Gilkinet (1) (Psilophyton Crép. (1)) aus dem Devon erwahnt sein.

Scharfer begrenzt erscheint die N e r v a t i o T a e n i o p t e r i d i s. Hier findet der Austritt der Tertiariierven naliezu rechtwinklig statt, dieselbennbsp;verlaufen geradlinig gegen den Blattrand. Gabeln sie, was sehr gewöhn-lich der Fall, so geschielit diess nnter sehr spitzem Winkel und werdennbsp;die Gabelzweige alsbald einander parallel. Oleandra, Scolopendrium,nbsp;Blarattia bieten Beispiele aus der recenten Vegetation. Die Taeniopte-riden sind im allgemeinen fiir die mesozoisclien Ablagerungen charak-teristisch, die bekanntesten Formen sind Taen. (Danaeopsis Schpr.) ma-rantacea Presl, Schimper(l) t. 37, ss, aus der Lettenkolile, sowie Tae-niopteris Mttnsteri aus dem Rhat. Beide baben einfach gefiederte Blatternbsp;von betraclitlicher Grosse. Formen mit ungefiederter einfacber Laminanbsp;werden als Oleandridium bezeiclinet. Sehr zalilreicbe einfache Blatternbsp;von aussergewöhnlicher Grosse bat O. Feistmantel, Pal. ind. ser. xiinbsp;aus den lower Gondwanas (Trias) Indiens als Maerotaeniopteris be-schrieben. In den palaozoiscben Schichten sind Formen dieses Typusnbsp;recht selten, doch findet sich einiges hierhergehörige beiLesquereux(l)nbsp;abgebildet (Taen. Smithsii t. 25, f. 7, Megalopteris t. 24). Ich weiss freilichnbsp;nicht sicher, ob Megalopteris hierhevgehört; man vergleiche desbeztiglichnbsp;die bei Besprechung von Cannophyllites citirte Literatur.

Bei der NervatioNeuropteridis treten die Tertiarnerven unter spitzen Winkeln aus, wenden sich dann aber in einem gegen die Mittel-rippe convexen Bogen dem Blattrand zu, den sie, sowie ihre eventuellnbsp;vorkommenden parallelen Verzweigungen annahernd rechtwinklig treffen.nbsp;Nimmt die bogenförmige Krümmung der Tertiarnerven ab, so kannnbsp;Heuropteris nahe an Sphenopteris resp. Pecopteris herankommen; aufnbsp;der andern Seite steht sie der gleich zu besprechenden N. Cyclopteridisnbsp;nahe, der sie dann, wenn der Mittelnerv die seitlichen nur wenig annbsp;Kraftigkeit übertrifft, recht ahnlich werden kann. In praxi ist es oftnbsp;schwer sie von dieser zu unterscheiden, wofür man z. B. Odontopterisnbsp;obtusiloba Naum. und Heuropteris Loshii Brongn. vergleichen moge, dienbsp;ganz ahnliche Blattform aufweisen. Bei Schimper(l) findet man diesemnbsp;ümstand in der Vereinigung von Cyclopteris und Heuropteris zu einernbsp;Familie Rechnung getragen. Die echten Neuropteriden sind ganz auf dienbsp;palaozoischen Formationen in ihrem Vorkommen beschrankt, Abbildun-gen charakteristischer Formen finden sich bei Schimper (1) t.so, f.11,12,nbsp;(2) p. 116, t. 32.

Von der Nervatio Neuropteridis unterscheidet sich die Hervatio Cyclopteridis durch den fehlenden Mittelnerven. Zahlreiche gleich-starke Nerven treten in die Spreitenflache ein und verlaufen unter wie-derholter Gabelung in nach vorn convexem Bogen zum Rand, den sienbsp;rechtwinklig treffen. Nebst den vorher erwahnten Sphenopteriden finden

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sich verschiedene Blatter dieses Typus in den altesten Ablagerungen; überhaupt sind die Cyclopteriden in den mesozoischen Formationen minder reichlich als in den palaozoiscben verhanden. Indessen gieht es auchnbsp;in der jetzigen Vegetation noch eine Anzahl von Formen, die diesemnbsp;Aderungstypus folgen. Innerhalh der Cyclopteriden hat man nach dernbsp;Gesammtform der Blattspreite verschiedene Gattungen unterschieden,nbsp;von denen ein paar, die ihres hohen Alters wegen hesonderes Interessenbsp;bieten, erwahnt sein mogen. Da ist zunachst der devonischen Palaeo-pteris Schpr. zu gedenken; die grossen prachtigen doppelt gefiedertennbsp;Blatter der P. hihernica Forbes sind für das Old Red Irlands charak-teristisch, man findet sie abgebildet bei Schimp er (1) t. 36, (2) p-ns.nbsp;Mehrere andere Species sind, zumal aus Canada, bekannt gewordennbsp;(DaAVSon (1)). lm Culm finden sich, mit fein zerschlitzten Sphenopte-riden zusammeu, Triphyllopteris Gollombi Schimp er (2) p. ii4 und Car-diopteris Köchlini Schimp er (1) t. 35, (2) p. us. Letztere Pflanze ist durehnbsp;stattliche rundliche Fiederblattchen ausgezeichnet, die mit breiter Basisnbsp;der Spindel ansitzen. Die meisten carbonischen Formen des Typus geboren zur Gattung Odontopteris Schimper (1) t.30, f. u, (2) p. 121.

Der, nach Ausscheidung der auf die Form des Gesammtblatts ge-gründeten Gattungen verbleibende, Rest an einzelnen Fiedern ist nun höehst problematischer Natur. Verschiedene der früher hierhergerech-neten Formen sind jetzt als Salisburieenblatter entlarvt und ihres Ortesnbsp;p. 63 bereits besprochen worden, von anderen steht es fest, dass sie alsnbsp;Aphlebien zu verschiedenen Farnspecies gehören, wie denn unter diesennbsp;Anomalfiedern die Cyclopterisnervatur, wennschon nicht ausschliesslich,nbsp;so doch vorherrschend verhanden ist. Wenn sich die oben p. 128 dar-gestellten Anschauungen Sapor tas ttber die Dolerophylleae bewahr-heiten sollten, so würden abermals eine Anzahl von Cyclopteriden dort-hin entfallen.

Wenn wir nun zu den Anastomosennervaturen übergehen, so haben wir da zunachst die Nervatio Goniopteridis, die aus Pecopterisnbsp;entsteht, wenn die correspondirenden Tertiarnerven, die von je 2 be-nachbarten Secundarnerven abgehen, mit einander anastomosiren. Be-kanntlich kann diess bei allen oder nur jeweils den untersten Tertiarnerven der Fall sein. Man kennt eine Anzahl solcher Goniopteriden ausnbsp;der Tertiarformation (vgl. Schimper (1), A. Braun (1)), in wie weitnbsp;sie und die ihnen verwandten Rervationsformen Goniophlebii, Pleocne-miae, Cyrtophlebii etc. in den mesozoischen Schichten verbreitet sind,nbsp;wird nicht ohne einen unverhaltnissmassigen Aufwand von Zeit voll-standig festgestellt werden können, weil die Abbildungen und Beschrei-bungen der Autoren nicht überall die zu diesem Zwecke nöthige Scharfenbsp;bieten. lm allgemeinen finden sich indess die betreffenden Formen unternbsp;dem Gattungsnamen Phlebopteris zusammengestellt. In den palaozoiscben

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Fomationen sind alle diese Formen mit einfachen Anastomosennerva-turen nur aiisserst sparlicli rertreten, die hauptsaclilichstea Typen, beide zu Groniopteris gehorig, sind diircli die carbonischen Arten Gon. (Dipla-zites) emarg'inata Göppert (2) t. le, f. lu. 2 und Gon. arguta Brougn. (1)nbsp;t. los, f. 3,4 reprasentirt.

Von den fossilen Gattnngen, die den complicirteren Anastomosen-typen angehören, finden wir gleichfalls die meisten erst in der meso-zoisehen Epoche vor. Nur zwei derselben sind alter, der Kohlenformation eigen, namlich Dictyopteris Gutb. Göppert (1) Liet. 5 u. e, t. s und Lonchopte-ris Brongniart (1) t isi. Bei ersterer ist die Nervatur von Ophioglossum,nbsp;ein gleichartiges Netzwerk von polygonalen Maschen entwickelt, beinbsp;der anderen kommt dazu noch das Vorhandensein einer distinctennbsp;Mittelrippe, so dass der Habitus inancher recenten Pterisarten (Pterisnbsp;aurita z. B.) hergestellt wird.

Unter den hierhergehörigen mesozoischen Formen lassen sieh zwei Eeihen unterscheiden, solche namlich, bei denen nur gleichartige durchnbsp;gleichstarke Nerven getrennte Anastomosenmaschen vorkommen, wienbsp;bei den eben behandelten carbonischen, und andere, welche infolge un-gleicher Innervirung Anastomosenfelder höherer und niederer Ordnungnbsp;aufweisen, also etwa den Mettenius’schen Tj^pen Anaxeti, Diynariae,nbsp;Drynariae appendieulatae entsprechen.

Aus der ersten Reihe ist vor allem die Gattung Sagenopteris Presl hervorzuheben. S. rhoifolia Presl, die bekannteste Art, ist dem Rhatnbsp;eigenthümlich, und sowohl bei Bamberg als auch in Schonen gefun-den, Z. (1) p. 155, Schenk (3) 1.12, Nathorst (2) t. 4, f.3-5. Ein paarnbsp;andere Arten gehören dem Lias und dem braunen Jura an. Der langenbsp;Blattstiel tragt bei Sagenopteris eine aus vier am gleichen Punktenbsp;entspringenden Fiedern bestehende Spreite. Die eiförmigen Fiedernnbsp;zeigen eine Ophioglossumahnliche Nervatur und entbehren jeder Spurnbsp;eines Mittelnerven. Eine ganze Eeihe ahnlich innervirter Gattungennbsp;hat O. Feistmantel aus den lower Gondwanas (Trias) Indiens, ausnbsp;den supracarbonisehen Schichten Australiens und aus Südafrika be-schrieben (Pal. ind. ser. xii mit unzahligen Abbildungen, O. Feistmantel (1) in). Es sind diess Palaeovittaria mit wahrscheinlich ahnlich wienbsp;bei Sagenopteris gebauten Blattern; ferner Formen mit einfachen Zim-genblattern wie Gangamopteris und die nach seinen Angaben mit einemnbsp;Mittelnerven versehene Glossopteris, Schimp er (2) p. isi; endlich dienbsp;seltsame Belemnopteris mit einfacher pfeilfórmiger Blattspreite. Auf dienbsp;verschiedenen Versuche der Autoren, die Stellung von Sagenopteris beinbsp;den Marsiliaceen zu begründen, wird bei der Bespreehung dieser Gruppenbsp;zuriickzukommen sein.

Aus der zweiten Eeihe von Gattungen mag als bestbekannte die rhatische Thaumatojiteris Münsteri Göpp. hervorgehoben werden, von der

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p-137, bei Schenk (3), Nat-

zahlreiche gute Abbildungen bei Zittel (1) ?• 137 horst (2) und Göppert (1) Lief. 1.1-3 sich finden. Die tief buchtignbsp;fiedersehnittigen Blattabschnitte bilden zusammen eine stattliche, hand-fórmig gestaltete, sympodiale Gesammtspreite. Gleichfalls rhatisch sindnbsp;Clathropteris Brongn., Z.(l) p- iss, und Dictyophyllum Lindl. Hutt., Schim-per (1) t.41, f.22, doch kommt Dictyophyllum rugosum noch im braunennbsp;Jura von Scarborough vor. Dem Keuper ist Camptopteris Presl eigennbsp;(Sc him per (1) t.42, f.4), die ein stattliches dem von Thaumatopteris ahn-liches Blatt aufweist.

Zuletzt erübrigt noch eine kurze Besprechung derjenigen Blattfor-men, deren Zugehörigkeit zu den Farnen nicht ausser Zweifel ist. TJeber eine derselben, die Gattung Otozamites (Otopteris Schenk) ist bei dennbsp;Cycadeen bereits das Nöthige gesagt worden. Da mag zuerst im Anschluss an die Dictyopteriden die Gattung Dictyozamites Oldh. erwahntnbsp;sein, die 0. Feistmantel (1) i und Pal. ind. ser.ii, v. 1, amu. iv ausnbsp;den Upper Gondwanas (Jura?) der Eajmahal hills an der Madrasküstenbsp;Indiens ausfuhrlich beschrieben und durch zahlreiche Abbildungen er-lautert hat. Die langen unpaarig gefiederten Blatter waren in demselbennbsp;Werk in einem früheren Abschnitt ser. ii, v. 1, amii. i von Oldham und Morrisnbsp;als Dictyopteris abgehandelt worden. Sie zeigen die grösste habituellenbsp;Aehnlichkeit mit Otozamites; ihre an der oberen Seite der Blattspindelnbsp;inserirten Fiederchen sind mit der Mitte der breiten Basalseite befestigt,nbsp;ober- und unterwarts ziemlich stark geöhrt, und oberschlachtig deckend.nbsp;Ihre Nervatur hat aber durchaus den Charakter von Sagenopteris, einnbsp;deutlich hervortretender Mittelnerv fehlt vollkommen. So sehr mannbsp;ihrem Habitus nach dazu neigen wird, sie zu den Cycadeen zu rechnen,nbsp;so dtirfte das vorderhand doch nicht thunlich sein, da uns keine dahin-gehörige Form mit Gitternervatur bekannt ist. Nur weitere Funde desnbsp;wie es scheint seltenen Fossilrestes, die die Fructification oder wenig-stens den inneren Bau aufweisen würden, können diesen Zweifel lösen.nbsp;Als Dichoneuron Hookeri hat Saporta (11) ein gleichfalls gitternervigesnbsp;Blatt beschrieben, welches aus dem Perm Ostrusslands stammt. Das-selbe war von Brongniart (5) unter den Nöggerathien aufgeführt worden. Die Lamina desselben ist gablig getheilt; ihre Abschnitte sind un-regelmassig gezahnt und eingeschnitten. Warum Saporta freilich diesesnbsp;Blatt unter seine Proangiospermen rechnet, ist mir nicht recht erfindlieh,nbsp;ich habe dasselbe nur der Deutung dieses Autors halber erwahnt.

Sehr Cycadeenahnlich, an gewisse Pterophyllen mit kurzen stumpfen Fiederlappen erinnernd, ist ferner die Gattung Hilssonia. Ihrem Habitus nach würde sie am ersten an die letzteren anzuschliessen sein,nbsp;wie diess Schim per (2) p.225 thut, der hier mit G oppert (8) und Nat-horst (2) sogar Arten zu Hilssonia rechnet, die sonst allgemein fürnbsp;Pterophyllen gehalten werden (z. B. t.45 Pt. comptum Lindl. Hutt. aus

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dem Braunjura voa Scarborough). Früher hatte er sie (1) v. i, p. 488, Schenks (3) t.29-31 Ansichten folgend, bei den Farnen abgehandelt.nbsp;Auch bei Nathorst (2), der sie zu den Cycadeen rechnet, sind schónenbsp;Abbildungen und eingehende Behandlung der Gattung zu finden. Dienbsp;hauptsachliehste Species, Nilssonia polymorpha Schenk, ist dem Ehatnbsp;eigen, sie ist in Franken sowie in Schonen überaus haufig, ihr schliessennbsp;sich ein paar andere an den gleichen Orten sich findende an. In wie weitnbsp;man andere Formen aus Lias und Braunjura dahin ziehen soil, ist beinbsp;der Aehnlichkeit mit Pterophyllum schwer zu entscheiden. Die band-förmigen, stumpf endenden Blatter der Nilssonia polymorpha sind aus-serst vielgestaltig, mitunter vollkommen oder doch auf weite Streckennbsp;hin ganzrandig, haufiger durch seitliche Einschnitte in einander be-riihrende Fiedern getheilt, die von ungleicher Breite sein können. Aehn-liches Verhalten wurde oben für Pterophyllumarten erwahnt. Indessennbsp;ist bei diesen, wieNathorst mit Recht herrorhebt, die Lamina genaunbsp;seitlich inserirt, whhrend deren Insertionslinien bei den echten Nilsso-nien ganz an die obere Seite der Eachis verlegt und nahe zusammen-geschoben erscheinen. Auch die Form der einzelnen Segmente variirtnbsp;nicht unbedeutend. Von der kraftigen Mittelrippe gehen zarte unver-zweigte Nerven rechtwinklig zum Blattrand, die durch gewölbte Streifennbsp;von einander getrennt werden. — Wenn ich, trotz aller dieser Ueberein-stimmung mit Pterophyllum, es doch vorziehe, die Gattung bei den Farnennbsp;abzuhandeln, so ist daftir der Umstand maassgebend, dass Schenk (3)nbsp;t. 21, f. 1 n. 2 Blattstücke abbildet, bei welchen rundliche Höckerchen in, dernbsp;Nervatur parallelen, regelmassigen Reihen auf der ünterseite stehen, dienbsp;er ftir die Eeste der Sori anspricht. Und wennschon hierfür bislangnbsp;kein sicherer Beweis hat erbracht werden können, so scheint es mirnbsp;bei der regelmassigen Eeihenstellung dieser Gebilde doch noch gewagternbsp;sie mit Saporta (4) v. 2, p.41 für Blattpilze anzusehen.

Eine hier zu erwahnende Gattung mit Neuropterisnervatur ist Thinnfeldia v. Ett., in ihren typisehen Arten dem Ehat und den An-gulatenschichten des Unterlias angehörig. Zuerst ist sie von Ettings-h aus en (2) aus Steierdorf im Banat, dann aus der Gegend von Bayreuth von Schenk (3) t. 26 u. 2-, vgl. Schimper (1) t.85 genau beschriebennbsp;worden. Ausführliche, von guten Abbildungen begleitete Behandlungnbsp;derselben ist auch bei Saporta (4) v. i,p. sio zu finden. Eine weiterenbsp;Species, Th. crassinervis hat Geinitz (6) aus den rhatischen Schichtennbsp;Argentiniens beschrieben. Eine von O. Feistmantel (1) iii hierher-gezogene Art der supracarbonischen Ablagerungen Australiens ist, danbsp;sie Cyclopterisnervatur zeigt, als solche zweifelhaft. Die dicken solidennbsp;Blatter der Thinnfeldien sind einfach gefiedert; ihre Fiedern, ganzrandignbsp;oder gebuchtet, sind am Grund durch einen die Mittelrippe begleitendennbsp;Saum verbunden. Bei Ettingshausen und Geinitz sind solche mit

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gabeliger Theilung in der Mitte der Lamina abgebildet. Die von dem ersten dieser beiden Autoren hervorgebobene Aehnliebkeit mit Pbyllo-cladus, für welche sicb in reservirter Weise auch Natborst (2) aus-spricbt, ist, wie Scbenk (3) gezeigt bat, keine allzu pragnante. Dienbsp;Nervatur ist namlich wesentlich verschieden, nur die Consistenz dernbsp;Blatter giebt einen Vergleichspunkt ab. Nach Scbenks vorzüglicbernbsp;Auseinandersetzung würde kein Grund verbanden sein, an der Farren-krautnatur dieser Beste zu zweifeln, wenn nicbt die Stomata sicb beinbsp;ihnen aiif beiden Blattseiten fanden, und wenn sie nicht ein wenig unternbsp;die Epidermisflache eingesenkt und von den wallartig übergreifendennbsp;Nachbarzellen umrandet waren. Letzteres ist bei den Cycadeen undnbsp;Coniferen sebr gewöhnlich; bei den Farnen war es Schenk nicht be-kannt geworden. Er entscbeidet sicb desswegen, so lange keine Frncti-licationen vorliegen, nicbt definitiv flir eine oder die andere Anscbauung,nbsp;und neigt dazu, in Thinnfeldia und ibren Verwandten eine zwischennbsp;Farnen und Gymnospermen vermittelnde Gruppe zu sehen. Wennscbonnbsp;diess in der That möglich — wir werden durch andere Beobacbtungen zunbsp;der Annahme solcber intermediaren Gruppen gedrangt, vgl. Lyginoden-dron — so möchte icb doch hervorbeben, dass die mit Thinnfeldia zunacbstnbsp;vergleichbaren Gattungen Lomatopteris Scliimper(l) p. 472 und Cyca-dopteris Zigno (1) v. 1, p. ist; t.i6—is für die auf Saportas (4) Darstellungnbsp;verwiesen sein mag, noch ungleicb Farrenkrautabnlicber ausfallen. Die-selben sind im Jura mit einer grosseren Anzabl von Arten vertreten.nbsp;Und bei Cycadopteris Brauniana, die im Vicentinischen gemein, will ihrnbsp;Autor sogar die Sori gefunden baben. Nacb seiner freilich nicht über-zeugenden Abbildung sind sie stricbförmig, den Nerven folgend, und vonnbsp;zwei derben Indusienlippen begrenzt.

Die Gattung Nöggerathia wurde 1823 auf ein, in den Eadnitzer Schichten der böbmiscben Steinkoblenformation haufiges, gefiedertes Blattnbsp;bin von Sternberg aufgestellt. Dasselbe wurde als N. foliosa Stg. (1)nbsp;Heft 1-4, t. 20 abgebildet. Diese Art stellt heute wieder den Typus vonnbsp;Nöggeratbia dar, naclidem man die Verwirrung überwunden bat, dienbsp;durch Brongniart (5) geschalfen worden war, als er eine Menge liete-rogener Formen unter diesem Namen vereinigte. Von diesen Formennbsp;baben Ginkgopbyllum (N. flabellata), vgl. p. 67, Doleropbyllum Göppertinbsp;Sap., vgl. p. 127, Dicboneuron Hookeri Sap., vgl. p. 142, und Macroptery-gium Bronnii Schimp. (Nögg. vogesiaca Bronn), vgl. p. 90, sebon frtibernbsp;an den angeführten Orten ihre Besprecbung gefunden. Von den grossen,nbsp;stattlicben, geliederten Blattern der N. foliosa linden sicb gute Abbil-dungen bei O. F eist man tel (3) t-02, in den Textfiguren bei Stur (3)nbsp;p. 10, (4) p. 13. Ihre Fiedern sind keilfórmig mit gerundetem Vorderrand,nbsp;die Nervatur, zum Typus Cyclopteris gehorig, ist ausserordentlich dichtnbsp;und fein. Einen an gewisse Cycadeenformen (Sphenozamites) erinnernden

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Habitus bekommen die Blatter dadurcb, dass die Pinnae scbrag an der Eachis inserirt und wenig seitlioh abstehend, einander obersclilaebtignbsp;deoken. Man findet demgemass auch die Gattung bei den meisten Au-toren zu dieser Classe gerecbnet, so bei Schimper (1) v.2, p.129, (2) p. 227,nbsp;Saporta (11), Geinitz (7).

Die Meinung, dass sie zu den Farnen gehore, ist erst in neuerer Zeit durcli die genauen Untersuchungen Sturs (3, 4) an fruetifieirendennbsp;Exemplaren zum Durchbruch gekommen, der sicli alsbald K. Feist-inantel (1) und O. Feistmantel (2) angeschlossen haben. Diese Fructification wird weiter unten eingehender zu behandeln sein. Hier sei nurnbsp;noch hervorgehoben, dass für die Farnnatur unserer Gattung, auch davonnbsp;abgesehen, der Umstand sprechen dürfte, dass dieselbe der in diesernbsp;Eichtung unzweifelhaften und gleichfalls fruchtend bekannten Gattungnbsp;Ehacopteris Schpr. habituell ausserordentlich ahnlich ist. Sind ja dochnbsp;mehrere Ehacopterisarten, obwohl sie in der rein seitlichen Insertion undnbsp;der Eichtung ihrer Fiedern abweiehen, von den Autoren geradezu zunbsp;Nöggerathia gestellt worden. Die betreffende Literatur findet sich beinbsp;Stur (4) zusammengestellt. Merkwürdig ist, dass beide Gattungen bei-nahe ausschliesslich in Böhmen, Sachsen und Schlesien sich finden; wonbsp;letztere auch im Culm in mehreren Arten vertreten ist. Aus der rhei-nischen Kohlenformation ist meines Wissens bislang Ehac. Sarana Bey-schlag (1) die einzige bekannte Art.

Far nfructificati onen:

Zur Zeit als Brongniart sein Nervatursystem aufstellte, war von den Fructificationen, wie oben erwahnt, so gut wie nichts bekannt. Seit-dem sind wir infolge der Bemühungen verschiedener Forscher, von denennbsp;zumal Göppert (2), Schenk (3), Weiss (1) und Grand’ Eury (1)nbsp;hervorgehoben werden mussen, auch auf diesem Gebiet viel weiter gekommen. Dureh die TJntersuchung der verkieselten Exemplare vonnbsp;Grand’ Croix zumal, sind die nöthigen Gesichtspunkte gewonnen worden,nbsp;die eine sichere Beurtheilung der nur im Abdruck vorhandenen Frucht-reste ermöglichen. Es bat sich wie bei den Coniferen auch hier wiedernbsp;gezeigt, dass deren direkte Vergleichung mit den Fructificationen unserernbsp;recenten Gattungen tiberaus precar und geföhrlich, dass sie überhauptnbsp;nur bei Eesten aus den jüngsten Ablagerungen und auch da nur unternbsp;allem Vorbehalt zulassig ist. Auch in dieser Hinsicht ist Göppertsnbsp;obenerwahnter Versuch eines Systems der fossilen Farrenkrauter als ver-fehlt zu betrachten. Noch heute sind unsere desbezüglichen Kenntnisse,nbsp;was die palaozoischen und mesozoischen Formen betrifft, sehr liicken-haft; von unzahligen Arten sind die Früchte entweder gar nicht, odernbsp;doch in vollkommen ungenügendem Erhaltungszustand bekannt. Immer-hin ist soviel gewonnen, dass Stur (3, 4) durch seine unvergleichlichnbsp;sorgfaltigen und ausgedehnten Untersuchungen in den Stand gesetzt

Solms-Laubacii, Palaophytologie. nbsp;nbsp;nbsp;jq

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worden ist, die Grundlage eines rationellen Systems der fossilen Fame herznstellen. Und wenn aueli manche seiner Schlussfolgerungen an-fechthar und unhalthar sein mogen, so ist uns doch sicherlich die Mehr-zahl derselben fïlr die Dauer festgelegt. Fast gleichzeitig mit Stursnbsp;Arheiten ist eine werthvolle Publication Zeillers (7) über denselbennbsp;Gegenstand erscbienen. Leider haben beide Autoren unabhangig vonnbsp;einander dieselben Objekte unter verschiedenen, verschiedene Dingenbsp;aber unter denselben Namen bescbrieben, so dass die Nomenclaturnbsp;dadureb in Verwirrung gekommen ist. leb werde micb im folgendennbsp;der Stur’scben Nomenclatur bedienen, weil dessen Arbeit in ausge-debnterer Weise als die andere das ganze Gebiet umfasst. Wenn icbnbsp;dabei die tertiaren und obercretaceiscben Fame, die sicb, wie es scbeint,nbsp;vollkommen an die jetzt lebenden anschliessen, unberücksicbtigt lasse,nbsp;so wird das wobl keiner austuhrlicben Kechtfertigung bedürfen. Dienbsp;Kluft zwischen den mesozoischen und neogenen Formen, die bei dennbsp;Coniferen vielfach ilberbrückt wird, fallt hier, infolge unserer fast völligennbsp;Unkenntniss der beztiglichen Verbaltnisse bei den jurassiscben Typen,nbsp;ganz unüberschreitbar aus. Und damit steht es in direktem Zusammen-hang, dass wir dort die tertidren Formen vielfach heranzuziehen ge-nötbigt waren, dass wir bier dieser Nothwendigkeit vollstandig über-boben sind.

Es bat nun zuvörderst Stur (3, 4) in der tiberzeugendsten Weise dargethan, dass die Marattiaceen in früheren Erdperioden eine vielnbsp;Arten- und Formenreichere, in sicb reicher gegliederte Familie als es beutenbsp;der Fall, gewesen sind. Schon Grand’ Eury (1) batte festgestellt, dassnbsp;eine Menge der grossen mehrfach gefiederten carbonischen Pecopteridennbsp;und Sphenopteriden zu dieser Familie geboren. Die ganze Gruppe wirdnbsp;von Stur nacb seinen Befunden in die Unterabtheilungen der Aphlebio-earpeae, Sphyropterideae, Senftenbergieae, Angiopterideae, Hawleeae,nbsp;Asterotheceae, Kaulfussieae, Danaeeae und Marattieae zerlegt, von denennbsp;die Kaulfussieae und Marattieae nur lebend, die Angiopterideae undnbsp;Danaeeae sowobl lebend als auch fossil, alle tibrigen ausscbliesslich innbsp;fossilem Zustand bekannt sind. Diese Anordnung dürfte nun, von dennbsp;beiden ersten Grappen abgesehen, die kaum genügend begründet er-scbeinen, eine recht glückliobe sein. Wir beginnen zweckmassiger Weisenbsp;unsere Betracbtung mit den Asterotheceae, weil zu diesen die Gattungnbsp;Scolecopteris Zenk. gehort, deren Fructification schon vor langerer Zeitnbsp;an verkieselten Materialien aus der Gegend von Dresden genau unter-sucbt und mit Bestimmtheit als die einer Marattiacee erkannt wordennbsp;war (Strasburger (1)). Zu der Gattung Scolecopteris rechnetnbsp;Stur eine Anzahl von Pecopterisspecies der Carbonformation und desnbsp;Perm, wie z. B. Pee. polymorpha Brongn. (Holzschn. 13D), Pee. Cyatheanbsp;Brongn., Pee. arborescens Schl., deren Fructificationen auch bei Grand’

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Eury (1) und Renault (2) v. 3 sich abgebildet finden. Für Scolecopteris elegans Zenk., die altbekannte Species, ist man, weil sie nur in ver-kieselten Fragmenten bekannt,nbsp;über die Form der Blattflacbe minder genau unterricbtet. In G-rand’

Fructificationen fossiler Marattiaceen aus der Carbon-formation, alle nach Stur(4). A Senftenbergia ophidermatica, links die Stellung der Sporan-gien 2u beiden Seiten des Mittelnerven des Fieder-chena; rechts ein. einzelnes Sporangium von oben ge-sehen. B Hawlea Miltoni, links Fieder mit dennbsp;Soris auf den Enden der Seitennerven; rechts ein ein-zelner Sorus starker vergrössert. C Oligocarpianbsp;lindsaeoides, Stellung der weniggliedrigen kreis-fÖrmigen Sori auf der Nervatur des Fiederchens.nbsp;D Scolecopteris polymorphaBrongn., rechtsnbsp;ein die Stellung der quergeschnittenen Sori zeigen-des Fiederchen; links Langaschnitt eines Soms, dessen Sporangien unterwarts einem saulenförmigen Re-ceptacnlum angewachsen sind. E Asterothecanbsp;Sternbergii, rechts das Fiederchen mit den Soris,nbsp;links ein Sorus in der Seitenansicht, und ein solcher,nbsp;der radial dnrchschnitten ist. Diese heiden letzterennbsp;Bilder schematisch.

Croix sind auch die Fructificatio-nen anderer Arten verkieselt ge-funden. Auf dem Rücken der Ter-tiarnerven stelien, jederseits des secundaren in einer Reihe, die Sori,nbsp;von rnndlicli-sternfórmigem Quer-schnitt und aus einer geringen An-zahl von Sporangien gebildet, dienbsp;etwa bis zur Halfte ilirer Höhenbsp;einem gemeinsamenReceptaculumnbsp;angewachsen sind, welckes beinbsp;Sc. elegans und ihren Verwandtennbsp;zu einem distincten, den ganzennbsp;Sorus tragenden Stielchen sichnbsp;verlangert. Die einzelnen Sporangien sind gestreckt - eifórmignbsp;und mit langer freier Spitze ver-sehen, an deren Innenseite dienbsp;Eröffnung durch eine Spalte er-folgt. Bei Sc. Cyathea bekommennbsp;sie dui'ch starke Ausbauchung annbsp;der Rückenseite eine etwas andere Gestalt. Die Wandung istnbsp;derb, ringsum von gleicher Be-schaffenheit, von einem Annulusnbsp;ist keine Rede. Vergleiclit mannbsp;diese Struktur der Fructifications-theile mit unseren recenten For-men, so weisen uns die zu einemnbsp;i'undlichen Synangium verwachse-nen Sporangien auf Kaulfussianbsp;bin; fiir die stielartig erhobenenbsp;Basis des Receptaculums findennbsp;wir vollkommene Analogie beinbsp;Marattia sect. Eupodiurn, nur dienbsp;freien langzugespitzten Enden dernbsp;Sporangien sind der Gattung ganz eigentbümlieh. An Scolecopteris undnbsp;zwar an die Gruppe der Sc. Cyathea schliesst sich unmittelbar Astero-

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theca Presl (Holzschn. 13E) an, anf die oarhonische Peeopteris trun-cata G- e r m. (1) t. n gegrtindet, auch in jtingeren Formationen, wie die hierhergehörige, in den Lunzer Schichten (Keiiper) haufige Pee. Merianinbsp;heweist, noch vorhanden. Die genau kreistormigen, der Regel nachnbsp;aus sechs fest aneinander schliessenden Sporangien gebildeten Sori sindnbsp;sitzend und jederseits des Mittelnerven der Fieder einreihig gestellt. Innbsp;der Aushauchung ihrer Eiickseite stimmen die ringlosen Sporangien mitnbsp;denen von Scolecopteris Cyathea iiherein, nur sind sie von ohen hernbsp;niedergedriickt und bloss in ein ganz kurzes Spitzchen ausgezogen. Hirenbsp;wahrscheinlieh am steilen Innenrand sich findende Eröffnungsspalte lasstnbsp;sich, hei dem festen Zusammensohluss im Sorus, an den allein hekanntennbsp;Blattahdrucksexemplaren nicht sicher erkennen. Mit Asterotheca nahenbsp;verwandt ist, wie Stur in liherzeugender Weise nachgewiesen hat,nbsp;Ptychocarpus hexastichus Weiss (1) t. n, hei ihm als Diplazites Göpp.nbsp;aufgefiihrt, welcher Name, da er auf der Nervatur des Farnhlatts basirt,nbsp;hier wohl nicht angewendet werden sollte. Auf den einzelnen Fie-dern stehen seine Sori in mehreren Eeihen zu beiden Seiten des Mittelnerven, sie bestehen aus mehreren.kreisförmig geordneten, verwachsenennbsp;Sporangien, sind aber meistens nach den Seiten hin umgedriickt undnbsp;gequetscht, so dass man gewöhnlich zwei nebeneinander liegende Sporangien in der Seitenansicht, und durch eine mittlere Linie von einandernbsp;getrennt, zu Gesicht bekommt. Als altere Abbildungen der Asterotheca-fructification mogen hier erwahnt sein; Asterocarpus Sternbergii Göp-pert (2) t. 6, f. 1-3; A. Meriani Heer (3) TUas t.24; Cyathocarpus eucarpusnbsp;Weiss (1) t.9u. 10.

Grössere Abweichungen von Scolecopteris und Asterotheca bietet die Gattung Eenaultia Stur (Peeopteris intermedia Eenau 11 (2) t.3,t. 22),nbsp;von der man, da sie nur aus den Kieseln von Grand’ Croix erschliffennbsp;wurde, die Gestalt der Blattspreite nicht kennt. Eenaults Zeichnungnbsp;des Sorus weist 5 kreisformig gestellte, an der inneren Seite eroffnete,nbsp;oben freie, unterwarts mit dem fleischigen Eeceptaculum verwachsenenbsp;Sporangien auf, die sich durch unregelmassige Eiform und mitunter vor-kommende spitzenstandige Appendices, sowie vor Allem dadurch aus-zeichnen, dass in der Wandimg eine scheitelstandige an der Aussen-seite weit heruntergreifende Zellgruppe abweichender dickwandiger Be-schaffenheit vorhanden ist, die durchaus einem Annulus gleicht, und auchnbsp;an derselben Stelle, wo wir bei Angiopteris das Rudiment des Bingesnbsp;sich entwickeln sehen, zur Ausbildung kommt.

Eine zweite Gruppe bilden die Hawleeae, von den Asterotheceae durch freie nicht verwachsene Sporangien unterschieden, die gleichfallsnbsp;in kreisfórmigen Sori beisammenstehen. Die Gattung Ha w 1 e a C 0r da (1)nbsp;t. 57, f. 7-s ursprUnglich auf ein kleines carbonisches Blattfragment vonnbsp;Svina in Bohmen gegründet, ist von Stur um mehrere Arten bereichert

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worden, die alle in der alteren Literatur unter Pecopteris figuriren, z. B. Pee. Miltoni Germ., Pee. crenata Stbg., P. Bucklandi Ldl, Hntt. neenbsp;Bgt. Auch den als Calymmatotheea von Zeil Ier (7) beschriebenen Restnbsp;reebnet er Merber, indem er bestreitet, dass derselbe zu seiner gleicb-namigen Gattung geböre. Die Sporangien sind bier sitzend, langlichnbsp;eifbrmig und spreizen naeb allen Eiebtungen auseinander, so dass dernbsp;an ibrer Innenseite verlaufende Eröfifnungsspalt gerade anfwjirts ge-riebtet wird, das eröffnete Sporangium aber die Gestalt eines Kabnesnbsp;erbalt. Die Sori steben, jederseits des Seeundarnerven einreibig geordnet,nbsp;auf dem Eücken der Tertiarnerven. Von Hawlea ist Oligoearpianbsp;Göpp. (Holzsebn. 13 C) bauptsacblieh dureb Besebaifenbeit und Lagerungnbsp;der Sporangien versehieden, in der Kreisform der Sori und deren An-ordnung stimmen beide überein. Die erstbesebriebene Art ist Oligo-carpia Gutbieri Göpp ert (1) nief. i u. 2, t. 4, f. 12. Stur bat derselben nocbnbsp;mebrere andere carbonisebe Formen hinzugeftigt. lm Sorus der Oligo-carpien steben die Sporangien, wenn deren nur eine geringe Anzablnbsp;verbanden, in einfaobem Kreis, einander seitlich berübrend; wenn wienbsp;bei O. Brongniartii ibrer mebr werden, so findet man eine centralenbsp;Gruppe von 2 oder 3, die von einfacliem peripherisehem Kranz um-geben wird. Auf dem verbreiterten Receptaculum sitzen sie mit breiternbsp;ebener Basalflacbe an; sie baben sebrag pyramidenförmige Gestalt undnbsp;neigen gegen die Sorusmitte zusammen. Nach Stur scheinen sie einenbsp;punktfórmige Erötfnungsstelle au der stumpfen Spitze zu zeigen; einenbsp;blaffende seitlicbe Spalte bat zum wenigsten an den sebr zablreicbennbsp;beobacbteten Objekten niemals wahrgenommen werden können. Dienbsp;derbe Wandung bestebt, wenigstens im oberen pyramidenförmigen Tbeilnbsp;aus grossen, polygonalen, sebr dickwandigen Zeilen, die indessen ringsumnbsp;in gleicher Weise entwiokelt sind, so dass ein distincter Annulus niebtnbsp;untersebieden werden kann. Bereits Göppert batte seiner Oligoearpianbsp;Gutbieri einen wohlentwickelten Annulus zugesebrieben, den er mit demnbsp;der Polypodien verglieb; spater bat Zeiller die Existenz desselbennbsp;wieder bervorgeboben, indem er ihn zugleich als Annulus transversalisnbsp;definirte, wodureb dann die Gattung zu den Gleicbeniaceen zu stebennbsp;kam. Nachdem ich dureb dieses Autors Freundlicbkeit seine Exemplarenbsp;zu seben Gelegenbeit batte, kann icb docb niebt umbin, Stur beizu-pfliobten, wenn derselbe die selbststandige Existenz dieses Annulus bestreitet. Wenn man namlicli das sebrag kegelförmige Sporangium vonnbsp;oben betraebtet, so wird man eine oder die andere quere Reibe dernbsp;stark verdickten Wandungszellen in der Profillage zu Gesiebte bekommen,nbsp;Und wird dieselbe alsdann einen Annulus vortausclien können, der siebnbsp;demgemass aber bei jeder Drebung des freigelegten Körperchens an einernbsp;anderen Stelle befinden wird. Mit Eecbt bat Stur darauf aufmerksamnbsp;gemaebt, dass Zeillers Bilder diess in der Tbat belegen, dass in ibnen

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an den von oben geschenen Sporangien der King an einem anderen Ort erscheint, als an denen, die in der Seitenansicbt gezeichnet sind.

Minder überzeugend als die von Hawlea und Oligocarpia ist Sturs Darstellung seiner liierhergezogenen Genera Disco p te ris und S accept eris. Ersteres, verscbiedene carbonisclie Spbenopteriden u. a.nbsp;Spb. Goldenbergii Andrae, Spli. Coemansi Andr. umfassend, zeigt rundenbsp;Sori, die eine grosse Menge von Sporangien umscbliessen (70—100).nbsp;Diese sind sebr klein und haben eine „superficies reticulato-areolata^.nbsp;Zeiller (6) vergleicbt Mermit seine Myriotheca, bei welcber indess,nbsp;der Beschreibung zufolge, die freien eiförmigen Marattiaceensporangiennbsp;obne bestimmte Sori zu bilden, die ganze Blattunterseite, etvra naebnbsp;Art von Acrostichum, bedecken. Saccopteris Stur umschliesst carbo-nische Formen, die nach der Nervatur zu Pecopteris, Alethopteris undnbsp;Spbenopteris geboren. Ihre Sori, in 2 Reiken auf den Fiedern stekend,nbsp;sind kreisfórmig, und werden von zaklreicken unregelmassig gestelltennbsp;eilanglicken Sporangien gebildet, die mit sckmaler Basis aufsitzen, undnbsp;an der inneren Seite, gegen die Spitze kin, mit einem wallartig um-saumten Lock eröffnet werden. Stur bemüht sick nachzuweisen, dassnbsp;Zeiller als Grand’ Eurya Zeill. nee Stur, Arten eken dieser Saccopterisnbsp;sowie der von ikm nur in sterilem Zustand dargestellten Desmopterisnbsp;Stur besekrieben kabe. Indessen ist die von Zeiller gegebene Abbildungnbsp;sekr wesentlick versekieden, und da icli midi an den Originalexemplarennbsp;von ikrer Richtigkeit überzeugt kabe, kann icli midi dieser Identificationnbsp;bis auf weiteres nicht wohl anschliessen. Deun bei den Pflanzen desnbsp;französiscken Autors kaben wir Sori, die aus aufrechten zusammenscklies-senden Sporangien besteken, deren jedes mit einem bogenförmig übernbsp;den Scheitel verlaufenden, scharf abgesetzten, kreiten Annulusstreifennbsp;verseken ist, den freilick Stur als Erkaltuugszustand deutet. Es istnbsp;das ein Verhalten, Welches, wie auch der Autor 1. c. p- 205 ausführt, einiger-maassen an die nackkerzubekandelnde Gruppe der Botryopterideen er-innert. Wenn aker die beiden, allem Anschein nack so versdiieden-artigen Fructificationsreste von ihren Autoren mit denselben Farnblatternnbsp;mit Spbenopteris Essinghii Andrae und Sphenopteris coralloides Gutb.nbsp;Gein. resp. Spk. erosa Gutb. Gein. vereinigt weerden, so darf desbeziig-lich darauf hingewiesen werden, dass sterile einander sekr aknlichenbsp;Blattformen in verschiedenen Gattungen wiederkekren, dass endlich dienbsp;fertilen Blatter bei den fraglichen Farnspecies den sterileii gegenübernbsp;ketraehtliche Abweichungen zeigen, die deren sichere Bestimmung er-schweren dürften. Für das Detail dieser weiter zu klarenden Streitfragenbsp;muss auf die Originalsckriften verwiesen werden, zumal auck auf Zeiller s (6) Erwiderung gegen Stur.

Den Typus der Senftenbergieae bildet Oor das (1) t. 57 Gattung Senftenbergia (Holzsckn. 13A), die von Stur (5, 4, 3) erneuter ein-

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gehender Betrachtung unterzogen worden ist. Aueh die Senftenbergien sind ilirer Nervatur nacli Pecopteriden imd Splienopteriden; es gehörennbsp;liierlier z. B. Pee. aspera Bgt., plumosa Art., Sphen. crenata Ldl. Hutt.nbsp;und andere mehr aus der Kohlenformation. Untei- den triassischen Farn-fruetifieationen, die Stur (7) aixfzahlt, ist keine hierliergeliörige zu fin-den. Die freien Sporangien sind nicht zu Sori zusammengestellt, sienbsp;finden sich einzeln auf dem Kücken der tertiaren Nerven, jederseits desnbsp;secundaren eine Langsreihe bildend. Das einzelne Sporangium ist beinbsp;der typischen S. elegans aus gerundeter Basis schrag kegelförmig zu-gespitzt, seine sanftere Böscbung, auf welcher die Eröffnungsspalte gelegen ist, nacb aussen kehrend. Seine derbe Wanduiig lasst an dernbsp;kegelförmigen Spitze einen kappenfórmigen Annulus erkennen, welcbernbsp;aus mebreren iibereinanderliegenden kreisförmigen Zellreiben besteht,nbsp;und nacb Stur gegen unten nicht scharf abschneidet. Gord a (1) undnbsp;nacb ibm Renault (2) V. 3,1.12, f. 7 u.8 und Z eiller (7) t. lo. t i—5, die die-sen Ring nacb unten viel scharfer abgegrenzt zeiehnen, rechnen die Gat-tnng um seinetwillen zu den Schizaeaceae. Mit Recht bat Stur demnbsp;entgegengebalten, dass bei diesen der stark individualisirte Ring stetsnbsp;nur aus einer kreisförmigen Reibe von Zeilen gebildet wird; er bat be-sonderes Gewicht darauf gelegt, dass bei Senftenbergia der rudimentarenbsp;Annulus sieb leicht an andere dergleichen, wie sie in der Marattiaceen-reihe sich finden, anschliessen lasse. Mit der Corda’seben Gattung batnbsp;ferner Stur das Genus Dactylotbeca Zeiller (7) t.9 sowie die nur ausnbsp;den Kieselbrocken von Grand’ Croix bekannte Pecopteris exigua Renault (2) V.3, t, 10, f. 13-18 vereinigt, wogegen Zeiller (6) lebhaft prote-stirt. Beide haben jedenfalls mit unserer Gattung die einzeln stebendennbsp;Sporangien gemein, im übrigen dürften zu vollstandiger Klarung diesernbsp;Differenzen neue üntersuebungen von nöthen sein. üm schliesslichnbsp;nochmals auf die bestrittene Stellung der Gattung bei den Marattiaceennbsp;zurückzukommen, so ist es ja klar, dass man die Charaktere dieser Familie betrachtlicb erweitern muss, um Formen mit so entwickeltem Ring,nbsp;wie Renaultia und Senftenbergia sind, darin unterbringen zu können;nbsp;es wird das, bei den sonstigen Beziehungen dieser Fame zu unzweifel-haft dortbin gebörigen Formen, aber immerhin gerathener sein, als neuenbsp;Familien auf sie zu gründen, oder sie mit einigem Zwang zu anderennbsp;bekannten zu versebieben. Möglicherweise liegen uns ja Mittelgliedernbsp;vor, die in der That die Lücke zwischen den exannulaten Marattiaceennbsp;und versebiedenen annulaten Gruppen ausfiillen könnten, es ware da fiirnbsp;Senftenbergia an die Scbizaeaceen, für Renaultia an die Osmundaceennbsp;zu denken. Denn die Aebnlichkeit des Senftenbergia-sporangii mit demnbsp;der Schizaeen ist doch um so weniger, wie Stur es thut, vollkommennbsp;von der Hand zu weisen, als auch Bunbury (1) p. iss; 1.13,15, da, wo ernbsp;die Fructification der Pecopteris exilis Phil, aus dem braunen Jura von

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Scarborough bescbreibt, auf ihre Aehnlicbkeit mit Corda’s Senftenbergia binweisend sagt, sie unterscheide sicb von derselben dadureh, dass ibrnbsp;apicaler Ring aus einer einzigen Zellreihe bestehe. Da batte man also ausnbsp;immerhin ziemlich alten Scbicbten eine echte Schizaeacee. Eine Nacb-untersuchung des Originalexemplars ware freilich dringend zu wünscben.nbsp;Fttr Sturs (3, 4) Gattungen Sphyropteris und Hapalopteris, von derennbsp;Hierbergebörigkeit mich ihres Autors Ausführungen nicht vollkommennbsp;tiberzeugen, mag auf die Originalarbeiten verwiesen sein. Zuletzt warenbsp;hier noch Sarcopteris Bertrandi Renault (2) v.3, t.21, f. 12-15 anzuführen,nbsp;die nur in wenigen Querschliffen fruetifieirender Blattfragmente aus dennbsp;Grand’ Croix-Kieseln bekannt ist. An der unteren Flache der sehr dickennbsp;Lamina stehen die kugelförmigen derbwandigen Sporangien einzeln,nbsp;nicht zu Sori gruppirt, sie zeigen an der einen Seite eine unregelmassignbsp;begrenzte grosszellige Annulusstelle, die an Renaultia Stur erinnert.

Zu den Angiopterideen, bekanntlicli durcb freie zu bestimmt gestal-teten Sori zusammentretende Sporangien charakterisirt, recbnet Stuiven den fossilen Formen bloss ein paar von Renault (2) 1.3,119 aus den Grand’ Croix-Kieseln erschliffene und unter Pecopteris aufgefiihrtenbsp;Reste, die er mit dem Namen Grand’Eurya belegt (G. Renault! undnbsp;Gr. Autunensis). Soweit man dieselben kennt, diirften sie allerdingsnbsp;dem Typus der Angiopterideen entsprechen; ihre aus zahlreichen Sporangien gebildeten Sori sind eilanglich und werden auf dem Rüeken dernbsp;Tertiarnervenentwickelt. EinAnnulusrudimentweisenRenaultsZeich-nungen der Sporangien nicht auf. Nacb Schenk (3) t.20 würde fernernbsp;die auf Taeniopteris Münsteri Göppert (1) nief. 3 u. 4, t.4 aus dem Rhatnbsp;gegründete Gattung Angiopteridium Schimper (1) v.i.p.cos hierber-gebören. Die von ihm abgebildete Fructification zeigt in der That dienbsp;allergrösste Aehnlicbkeit mit der unserer recenten Angiopteris. Schenknbsp;gieht aucli ausdrücklich an, dass die Sporangien wie hei dieser nichtnbsp;unter einander verwachsen seien; die Abhildungen gehen freilich übernbsp;diesen Punkt keinen Aufschluss. Da man ausschliesslich auf Ahdruck-,nbsp;exemplare angewiesen ist, so ist deshezüglich die Sicherheit doch nurnbsp;eine relative, und würde die Gattung, falls Verwachsung constatirt werden sollte, wie Schimper (2) p.sc will, naher an Marattia heranrücken.

Zu den Danaeaceen stellt Stur die Gattung Danaeites Göppert (2) f. 13, ursprünglich auf eine carhonische Pecopteris mit mehr als zweifelhafter Fructification gegründet, spater von ihm durch neue Fundenbsp;etwas sicherer fixirt. Auf den Tertiürnerven des D. saraepontanus Sturnbsp;stehen, wie hei Danaea, linienfórmige parallele und einander herührendenbsp;aus zahlreichen zweizeiligen Sporangien gehildete Sori, in welchen indess,nbsp;was hei der lebenden Gattung nicht der Fall, die Grenzen der verwach-senen Sporangien von ohen wahrgenommen werden können. An Fie-dern, deren Sori ahgefallen, will Stur sogar eine Andeutung des so

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charakteristisclien hautigen ladusialbecLers gefunden liabeu; die Erölf-nungsweise bat er jedoch nicht feststellen können. Eine weitere, wie es scheint, hier anzuschliessende Form ist Danaeites Heeri Zigno (1)nbsp;V. t, t. 25 aus dem Lias Oberitaliens. Seine Blatter zeigen Taeniopteris-nervatur und tragen Sori, die durchaus den Habitus derer von Danaeanbsp;besitzen. Leider kennt man nur die aussere Form; aueh ist die Ab-bildung vielleicht nicht mit genügender Feinheit ansgeführt, da von dennbsp;in der Diagnose erwahnten, getrennten, runden Eröffnungsstellen dernbsp;Sporangien niehts zu sehen ist. Oh es sich so verhalt, oder oh dienbsp;Diagnose zu viel aussagt, wird nur die Autopsie der Originalien zu ent-scheiden gestatten. In wie weit sich hier endlich Danaeopsis (Taeni-opteris) marantacea Heer, deren Fructification Schimp er (1) t. 37 ab-bildet, anschliessen lasst, mussen gleichfalls erneute Untérsuchungennbsp;lehren. lm Habitus stimmen die Sori des prachtvollen, dem Kohlen-keuper eigenthümlichen, Farrenkrauts nicht schlecht zu Danaea. Sienbsp;scheinen sich, Schimpers Bildern zufolge, auch mit punktfórmigennbsp;Löchern zu eröffnen. Aber man bleibt darüber im Zweifel, ob sie wienbsp;bei jener mit einander verwachsen sind oder nicht.

Im Anschluss an die lange Reihe fossiler Marattiaceen wird es sich empfehlen, die kleine Oruppe der Botryopterideen zu behandeln, fibernbsp;die wir durch Renaults (4, 5) ausgezeichnete Untersuchungen ziemlichnbsp;wohl unterrichtet sind. Man findet gelegentlich in den Kieseln vonnbsp;Grand’ Croix und von Autun ganze Agglomerate von Fragmenten ihrernbsp;fructificirenden Blatter, deren Diinnschlifife ergeben, dass eine normalenbsp;Blattlamina vollkommen fehlt, dass vielmehr dichte und unregelmassignbsp;verastelte Bfischel gestielter Sporangien als letzte Endigungen eines ver-zweigten, und zwar regelrecht gefiederten Blattes vorliegen. Die Sporangien selbst sind eiförmig (Botryopteris), oder verlangert-eifórmig undnbsp;etwas gebogen (Zygopteris), mit derber Wandung, fiber deren Eröffnungnbsp;keine Angaben vorliegen. Nach Renault ist die Wandung einschichtig.nbsp;Grand’ Eury (1) t. n aber, der gleichfalls Abbildungen dieser oder einernbsp;ahnlichen Form gegeben hat, zeichnet mehrere Zellschichten. Vermuth-lich werden bei Renaults Exemplaren die inneren Lagen zerstört sein,nbsp;in seinen Bildern ist eine sackahnliche, die Sporen umschliessende Hfillenbsp;dargestellt, für die ich kaum eine andere Erklarung als die einer zer-drfickten Zellschicht finden kann. Beide Gattungen zeigen einen, wenn-schon nicht scharf abgesetzten, so doch deutlichen Annulus. Bei Zygopteris bildet derselbe 2 longitudinale von oben bis unten verlaufendenbsp;Streifen, die vielleicht fiber den Scheitel hinweg zusammenhangen, dienbsp;im Querschnitt deutlich rechts und links als grosszellige Wandpartiennbsp;kenntlich werden. Seine Gestaltung erinnert einigermaassen an Grand’nbsp;Eurya Zeill. non Stur, die oben besprochen wurde. Bei Botryopteris istnbsp;der Annulus einseitig und tritt viel weniger scharf hervor, er lasst an

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den olben beschriebenen von Eenaultia Stur denken, nur dass er den Sporanginmsebeitel nicbt erreicht. Kenault (4) meint, er sei „plutotnbsp;une plaque analogue a celle des Todea ou Osmunda, toutefois plus dé-veloppée et autrement disposée“.

Sehon G-rand’ Eury (1) t. n batte, wie gesagt, diese ihm von Autun her bekannten Sporangienbtischel mit gewissen zu St. Étienne gefun-denen Abdrücken, die er Androstachys nennt, die übrigens sehon frühernbsp;hei Wettin gefunden, und von Germar (1) t. 33, f. i u. 2 als Araucaritesnbsp;spiciformis besehrieben waren, verglichen, beide freilich als mannlichenbsp;Organe von Nöggerathia ahnlichen Gewachsen gedeutet. In der Thatnbsp;findet man bei dieser Androstachys genau dieselben Büschelchen, wie sienbsp;im bisherigen besehrieben wurden, wieder, und zwar stehen dieselbennbsp;zu beiden Seiten der rippenartig dicken spreitelosen Primarstrahlen einesnbsp;regelmassig gefiederten Blattes. An beider Zusammengehörigkeit istnbsp;demnach kaum zu zweifeln. Und endlich ist es Grand’ Eury ge-lungen, aueh sterile Blatter vom gleichen Habitus zu finden, bei welchennbsp;bloss die Sporangienbtischel durch zarte, anscheinend regellos zerschlitztenbsp;Spreitetheile ersetzt sind, deren Nervatur — vermuthlich Caenopteris —nbsp;nicht ermittelt werden konnte. Diese sterilen Blatter, die Grand’nbsp;Eury mit dem Namen Schizopteris pinnata belegt, hat sehon Kenaultnbsp;für Zygopteris in Anspruoh genommen. Auch mir scheint beider Zusammengehörigkeit überaus wahrscheinlich. Aus der Kenntniss der Blatt-stiele und Stamme der Botryopterideen, die wir gleichfalls Eenaultnbsp;verdanken, geht ziemlich sieher hervor, dass man es in dieser Gruppenbsp;mit zarten krautigen Farnformen zu thun hat. Auf die bezüglichen ana-tomischen Details werden wir weiter unten zurückzukommen haben.

Die im frtiheren, was ihre sterilen Blatter anlangt, eingehender be-trachteten Gattungen Ehacopteris und Nöggerathia sind beide auch fertil bekannt. Vielleicht hat Stur Eecht, wenn er sie nach diesennbsp;Fructificationen zur Familie der Ophioglossaceen stellt, doch wird sichnbsp;diese Verwandtschaft wohl erst dann in genügender Weise botanisch be-gründen lassen, wenn diese Eeste einmal versteint, mit erhaltener Struk-tur, gefunden werden sollten. Das einzige bislang bekannt gewordenenbsp;Blatt der Khachiopt. paniculifera Stur (4) p. s, (5) t. s ist unterwarts mitnbsp;normalen sterilen Fiedern besetzt, seine Hauptspindel bildet, am Endenbsp;wiederholt gabelnd, ein lockeres Zweigbüschel, dessen Endigungen vonnbsp;den zerquetschten und grossentheils losgelösten Sporangien umgebennbsp;werden. Diese sind klein (1 mm) und kugelfórmig, an einem derselbennbsp;will Stur einen Kiss beobachtet haben. Was ihn bestimmt den Eest zunbsp;den Ophioglossaceen zu ziehen und ihn mit Botryehium zu vergleiohen,nbsp;ist wesentlich die differente Ausbildung eines fertilen und eines sterilennbsp;Spreitentheils am selben Blatt, und der Umstand, dass er keinen Annulusnbsp;an den, übrigens verdrückten, Sporangien wahrnehmen konnte. Und da-

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nach ist diese Einfeeziehung effenbar sehr preear, denn analoge Spreiten-verbaltnisse der fertilen Blatter kommen bei den versebiedensten Farnen vor, und beztiglich der terminalen Stellung des fertilen Absebnittes findetnbsp;sich bei den Ophioglossaceen nicht einmal ein wirklieb brauebbaresnbsp;Vergleichsobjekt. Ein analoges Verbalten, wie bei Rbacopteris, scheintnbsp;nacb Schimp er (Z. 1) p-U4 anch bei der aus dem Culm von Thannnbsp;stammenden Tripbyllopteris Collombi Sebpr. vorzukommen; doch stebtnbsp;auch bier die schlecbte Erhaltung der Gewinnung sieberer Anhaltspunktenbsp;im Weg und zudem ist aus dem Text nicht zu ersehen, ob die Zusam-mengehörigkeit der abgebildeten sterilen und fertilen Stücke nachge-wiesen, oder bloss aus gemeinsamem Vorkommen erschlossen ist.

Wesentlicb die gleichen Einwande lassen sieb nun auch bezüglicb des Genus bTöggeratbia Stur (4, 5) erheben. Seine Fructification, als solehenbsp;dadurcli mit Sicherheit erwiesen, dass die untersten Fiederblatter mit-unter steril sind und dann die ebarakteristisebe Beschaffenheit der Nögg.nbsp;foliosa zeigen, ist zuerst von Geinitz (7) besebrieben und fiir gymno-sperm angesprochen worden. Weitere AufklSrungen bat dann ganz be-sonders K. Feistmantel (1) geliefert. Die bezüglicbe Literatur findet siebnbsp;bei Stur (3) zusammengestellt. Indem diePinnulae eng zusammenrüeken,nbsp;bekommen die fertilen Blatter oder Blattabschnitte das Ausseben dichternbsp;Aebren; die Fiedern selbst verandern ihre Form und werden zu breitennbsp;am Vorderrand gezahnelten, dureb ihre oberschlachtige Lagerung dienbsp;Rachis ganz verdeckenden Schuppen. Sie tragen die Sporangien, dienbsp;in grösserer Anzahl verhanden und auf der oberen Flacbe befestigt sind.nbsp;Dass diese eiförmigen Körperchen nicht etwa als Samen einer gymno-spermen Pflanze aufgefasst werden dürfen, ist durch K. Feistmantelsnbsp;Entdeekung zahlreicber Sporen in ihrem Inneren erwiesen. Ein Ringnbsp;ist in ihrer mehrschichtigen Wandung nicht zu finden gewesen. Nacbnbsp;alledem kann man Stur beistimmen, wenn er von einem Vergleich mitnbsp;Cycadeen und Coniferen nichts wissen will. Auf der anderen Seite abernbsp;wird der Botaniker, wenn er die Abbildungen betraebtet, nicht allzu-viele und naheliegende Vergleiehspunkte mit Botrychium oder Helmintho-stachys entdecken können.

Als Apblebiocarpus Scbützei bat Stur (5) t. 27, (4) p.21, (,3) p.15 einen merkwürdigen, leider sehr unvollkommenen Fruchtrest besebrieben,nbsp;der wobl zweifellos einem Farrenkraut angebört haben dürfte. Ein mebr-fach verzweigtes Stück einer Blattspindel tragt an den Zweigenden stern-förmig gelappte und im Centrum befestigte Blattgebilde, auf deren Flacbenbsp;man hier und da kleine böckerfórmige Insertionspunkte bemerkt. Wienbsp;andere Exemplare Ifehren, umschlossen die Lappen, ursprünglich nachnbsp;Art eines Involucrums zusammenneigend, eine Menge von Sporangien,nbsp;die nach Stur eifórmig, ohne Annulus, und denen von Senftenbergianbsp;ahnlich sein sollen. Wenn nun Stur aus diesem Thatbestand versucht

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hat, eine formliche Entwicklungsgeschiclite ahzuleiten, indem er das Gebilde erst effen sein, dann sieh zur Kapsel schliessen und Sporangiennbsp;entwickeln lasst, so bin ich nicht im Stande ihm auf diesem Wege zunbsp;folgen. Und ehensowenig kann ich die Beweisfiihrung gut heissen, mit-telst deren der Autor zn der Anschauung kommt, dass man es hier mitnbsp;einer Marattiacee zu thun hahe, für die er sogar eine eigene Untergruppe,nbsp;die der Aphlehiocarpeae, constituirt. Es würde in dieser Beziehungnbsp;höchstens der Hinweis auf die Aehnlichkeit des Sporangiums mit demnbsp;ven Senftenhergia zu acceptiren sein. Deun die ven Stur beliehte Ver-gleichung der sternförmig gelappten Hülle mit den Aphlebien würdenbsp;selbst wenn sie, was nicht der Fall, bewiesen oder nur sehr wahrschein-lich gemacht ware, noch lange nicht für die Marattiaceennatur desnbsp;Fruchtrestes sprechen, da solche Folgerung, wie schon oben ausgeführt,nbsp;auf der entschieden irrthümlichen Annahme ftisst, dass die Aphlebiennbsp;dieser Familie eigenthümlich, und Homologa ihrer Stipulargebilde seien.nbsp;Hofifen wir also, dass weitere Entdeckungen uns grössere Klarheit, be-ztiglich des Baues dieses merkwürdigen Fossilrests, bringen mogen.

Wenn wir, wie im vorstehenden zu zeigen versucht worden ist, eine ziemliche Anzahl eusporangiater Genera mit grösserer oder geringerernbsp;Sicherheit als solche erkennen können, so ist diess für die sogenanntennbsp;leptosporangiaten Formen nur in viel besehrankterem Maasse der Fall.nbsp;Meines Wissens ist aus der Carbonformation noch kaum ein einzigernbsp;derartiger Eest bekannt geworden, der über allen Zweifel erhaben ware,nbsp;was um so auffalliger, als man meinen sollte, in dem charakteristischennbsp;Verhalten des jeweils ganz bestimmt geformten Annulus einen vorzüg-lichen Anhalt zu besitzen, der sie erkennen lassen würde. Nun hahennbsp;ja z. B. Williamson (1) vm, t.1, Carruthers (6) p-3 eine Anzahl ausnbsp;den englischen Kalkknollen erschliffene Sporangien dargestellt, die sienbsp;für solche von Gleicheniaceen resp. Hymenophylleen halten. Ich be-sitze verschiedene Durchschnitte, auf denen man auf den ersten Blieknbsp;einen deutlichen kreisförmigen Ring zu sehen glaubt. Aber wo mannbsp;diese Sporangien im Flachenschnitt zu sehen bekommt, erkennt man,nbsp;dass die Wandung überall gleichen Baues, dass also jeder Schnitt innbsp;beliehiger Richtung einen Annulus transversalis vorgetauscht hahennbsp;würde, dass demnach keinerlei zwingender Grund verhanden, die Ob-jekte für etwas anderes als Marattiaceensporangien zu halten, zumal wirnbsp;die allgemeine Verhreitung dieser in den palaozoischen Formations-gruppen kennen. Den bestbekannten in diese Formation gehörigen Fallnbsp;bietet sicherlich das von Ze ill er (7) tio. f-23-32 als Hymenophyllites deli-catulus Stbg. bezeichnete Farnblatt. Hier scheint in der That ein trans-versaler Ring verhanden zu sein, wie besonders aus den in f. 30 u. 31 ge-gebenen Seitenansichten hervorgehen dürfte. Sporangien solcher Lage-rung hahe ich nun zwar an den mir vom Autor freundlichst demonstrirten

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Originalen nieht gesehen, wahrscheinlich infolge der KUrze der zu Gebote stebenden Zeit, die ein ganz eingebendes Studium der Platte nicht zuliess; ich habe aber im allgemeinen den Eindruck gewonnen, dass dernbsp;Sachverhalt richtig wiedergegeben und dass in diesem Fall eine ander-weitige Erklarung der Bilder nicht thunlich sei. In wie weit freilichnbsp;die Bestimmung als Hymenophyllites berechtigt, mag dahingestellt blei-ben, es spricht dafür nur, dass die nicht mehr in situ befindlichen Spo-rangien gruppenweise vor den Nervenendigungen der Blattzipfel liegen;nbsp;von dem charakteristischen dornfórmigen Eeceptaculum, Yon der becher-förmigen Hülle ist keine Spur zu erkennen. Ein weiterer beschriebenernbsp;Hymenophyllit, Hymenophyllum Weissii Schimp er (1) t. 28, f. 4,5 ausnbsp;Saarbrücken, ist mir mehr als zweifelhaft; seine Sporangien sind unbe-kannt, und von der vom Au tor angegebenen Beschafifenheit der Sori habenbsp;ich mich an den Exemplaren des Strassburger Museums nicht zu über-zeugen vermocht. Und nicht besser als mir ist es Heyer (1) p.s94 er-gangen, dem die Specimina der Goldenbergschen Sammlung vorlagen.nbsp;Gleiches dürfte von Hymenophyllites Humboldti Göpp. und Trichomanitesnbsp;Beinerti Göppert (1) geiten, gleiches auch von der Gattung Palaeopteris,nbsp;deren fructificirende heteromorphe Blattabschnitte bei Schimp er (1)nbsp;t. 36, (Z. 1) p. 113 abgebildet sind. Auch hier ist das Detail der Strukturnbsp;an den vom Autor flir zweiklappige Indusien angesprochenen Fructifica-tionen nicht sieher zu erkennen.

Wenn sich somit für das Carbon kaum die Existenz der leptospo-rangiaten Fame erweisen lasst, so danken wir auf der anderen Seite Schenk (3) den Nachweis, dass deren zur Zeit der Ablagerung dernbsp;rhatischen Schichten bereits eine grosse Anzahl verhanden waren, dienbsp;auf die Genera Laccopteris Presl, Selenocarpus Schenk, Andrianianbsp;F. Braun, Clathropteris Brongn., Dictyophyllum Ldl. Hutt., Thauma-topteris Göpp. entfallen. Die Sori aller dieser Fame besteken aus weni-gen grossen Sporangien, sie stiminen in dieser Beziehung mit den Glei-cheniaceen überein; jedes Sporangium bat aber, wie schon Schenk (3)nbsp;in erschöpfender Weise darlegte und wie neuerdings für Laccopteris vonnbsp;Zeil Ier (8) durehaus bestatigt werden konnte, einen geschlossenennbsp;schragstehenden, überaus deutlichen Eing, ganz nach Art der Cyatheaceae.nbsp;Schon Schenk hat hervorgehoben, wie sehr diese Charaktere mit dennbsp;Befunden an der malayischen Gattung Matonia übereinstimmen, die, innbsp;der heutigen Vegetation ganz alleinstehend, und in ihren Charakterennbsp;zwischen Cyatheaceae und Gleicheniaceae schwankend, otfenbar einennbsp;alten im Erlöschen begriffenen Typus reprasentirt. Und Ze ill er hatnbsp;die vollkommene Identitat ihrer Sori mit denen von Laccopteris durchnbsp;Nebeneinanderstellung der Abbildungen illustrirt. Die sehr verschieden-artigen Blattspreiten aller dieser Fame zeigen deutlich, wie gefahrlichnbsp;deren Benutzung für die Zwecke der rationellen Systematik ist. Audi

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Osmundaceae seheinen schon ia der Juraperiode vorzukommen. Zu denselben gehort nach Renault (2) ¦?. 3, p.si; t. n, die Alethopteris australis Morris von Queensland. Ihre Sporangien stehen in Langsreihen, dennbsp;Secundarnerven der Fiederchen entlang, sind eiförmig und mit einer ein-seitigen „plaque de déhiscence“ versehen. Ebendahin stellt Schenk (11)nbsp;p. 16S; 1.15, f. 3a, b Pecopteris Williamsonis Brongn. aus dem Braunjura vonnbsp;Scarborough, sie geradezu als Todea Williamsonis bezeichnend. Abbil-dung der Pflanze vgl. bei Bindley und Hutton (1) v. 2, t.126. Schenknbsp;giebt eine gute Darstellung ihrer Sporangien, sowie der in denselbennbsp;enthaltenen Sporen.

Zu guterletzt müssen noch eine Anzahl von Farnfrüchten angefiihrt werden, bei welchen man nur die aussere Beschaffenheit, nicht odernbsp;kaum die Sporangien kennt, wesswegen eine einigermaassen sicherenbsp;Einreihung ins System nur da möglich ist, wo, wie bei den tertiarennbsp;Formen, der Anschluss an lebende Arten sieh rechtfertigen lasst.

Die Gattung Calymmotheea Stur scheint in der Kohlenformation vielerorts und in zahlreichen Arten vorzukommen; zuerst ist sie vonnbsp;Sc him per im Culm der Vogesen beobachtet worden. Ihre austuhrlichenbsp;Begründung ist Stur (3, 4, 5, 6) zu verdanken. Und wenn neuerdingsnbsp;Kids ton (1) versucht hat, aus dieser Formengruppe eine neue Gattungnbsp;Zeilleria abzuscheiden, so ist das bei dem Stand unserer Kenntniss vonnbsp;derselben als verfrüht zu betrachten. Stur rechnet zu seiner Calymmo-theca eine grössere Zahl von Sphenopteriden, die darin übereinstimmen,nbsp;dass ihre fertilen Blattabschnitte in eigenthtimliche, aus mehreren klap-penförmig zusammenneigenden Lappen gebildete, kapselartige Indusiennbsp;enden, welche sich schliesslich ausbreiten und dann stern- oder beinahenbsp;blumenkronahnliche Gestalt bekommen. Diese Indusien zeigen auffal-lend verschiedene Dimensionen. Besonders bei manchen Formen ausnbsp;dem Culm erreiehen sie eine sehr betrachtliche Grosse, auch ihre Gestaltnbsp;ist im einzelnen sehr wechselnd; bei C. Stangeri Stur sind ihre Klappennbsp;auf der Mittellinie der Dorsalflache mit dornartigen Vorsprüngen besetzt.nbsp;Aus der Reihe der recenten Fame hat Stur mit Glück Gattungen wienbsp;Sphaeropteris Wall. und Diacalpe BI. herangezogen, denen man etwanbsp;noch Cyathea Brunonis Wall. zugesellen könnte. Wenn bei Sphaeropterisnbsp;barbata Wall. die Spreiten schwinden, nur die Nerven mit den derb-wandigen gestielten Sori bleiben würden, so müsste in der That einnbsp;dem von Calymmotheea ahnliches Bild entstehen. Indessen sagt diesernbsp;Vergleich, so brauchbar er sonst ist, doch über die Verwandtschaft unserer Formen gar nichts aus, wir werden diese nicht eher festlegen kön-nen, als bis die Auffindung der ganzlich unbekannten Sporangien ge-lingt. Auch Stur, der sie zu den Cyatheaceen rechnen möchte, erkenntnbsp;den precaren Charakter dieser Anschauung völlig an. In unmittelbaremnbsp;Anschluss behandelt derselbe dann seine Gattung Sorotheca, bei

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welclier die fructificirenden Endfiedern plattenahnlich verdickt und riags-am von zahlreichen spitz - lanzettlichen Indusialklappen umgelben sind. An der Oberflache der Platten sind die Insertionsstellen der Sporangiennbsp;als Narbcben zu erkennen. Anfangs neigen die Indusialklappen zu-sammen, den Fransen einer Epaulette vergleichbar, spater breiten sienbsp;sich sternförmig aus. Ze ill er (7) freilich, der dieselbe Pflanze aus demnbsp;Carbon Belgiens als Crossotheca Crépini bescbrieb, deutet die einzelnennbsp;Theile der Fructification ganz anders, indem er die lanzettlichen Zipfel,nbsp;Sturs Indusialklappen, für die Sporangien selbst erklart. 1st dem so,nbsp;dann würden die von Stur gesebenen Narbcben, auf die Zeiller (6)nbsp;ubrigens in seiner Entgegnung niebt naber eingebt, scbwer verstandlicbnbsp;sein. In wie weit abnlicb aussebende Fructificationen, die Lesque-reux (3) v.4, p. 4ü5; t.14, (4) p. 310; t. 2, f.2 abgebildet bat, zu dieser oder dernbsp;vorberbesprocbenen Gattung zu stellen sein werden, lasst sicb aus dernbsp;ziemlicb unvollkommenen Darstellung niebt erseben. Die betrefifendennbsp;Gegenstande beissen bei dem amerikaniseben Autor Stapbylopteris Lesq.nbsp;(St. Wortbeni, asteroides, stellata), er reebnet aber zu dieser seiner Gat-tung auch andere Dinge, die effenbar gar niebts damit zu tbun baben,nbsp;wie sebon Sebimper (1) v.s, p.sis bervorbob (St. sagittatus Lesq.).

Die Zweifel, welcbe, wie sebon gesagt, Stur selbst an der Zuge-börigkeit der Genera Calymmotbeca und Sorotbeca zu den Cyatbeaceen begt, gründen sicb bei ibm vornebmlieh auf die Analogien, die zwisebennbsp;seinen Gattungen und einem bislang ganz zweifelbaften Eest zu bestellen sebeinen, den Corda (1) t. si, f. i-o seinerzeit als Cborionopterisnbsp;gleiebenioides Cda besebrieben und, obne dass ein Grund dafür er-sicbtlicb ware, zu den Gleicbeniaceen gebracht batte. Es ist diess einnbsp;winziges Fragment eines fructificirenden Farnblattes aus dem Carbonnbsp;von Eadnitz in Böbmen; aus den dertigen verkieselten Scbleifstein-schiefern stammend, und bei Betrachtung der Durcbschliffe bei auffal-lendem Licht die erhaltene Struktur aufweisend. Eine dunne Spindelnbsp;tragt mehrere gescblossene Kapseln von etwa 0,001 m Durchmesser, dienbsp;oben in 4 Klappen zerfallen und mehrscbichtig und von derber Besebaffen-beit sind. In jeder Kapsel liegen 4 sporenerfüllte Sporangien, in derennbsp;dtinner Wand kein Eing verbanden, deren Ansatzstellen nicht klar zunbsp;erkennen sind. Wenn wir, was nabeliegt, mit Stur die mehrklappigenbsp;ludusiumkapsel mit der von Calymmotbeca vergleieben dlirfen, so wtirdenbsp;die Sporangienstruktur recht wenig auf deren nahere Verwandtschaftnbsp;mit den Cyatbeaceen bindeuten.

Seine Gattung Diplotmema bat Stur, wie oben ausgeführt, ledig-licb auf die Form und Verzweigungsweise der Blattspreiten gegründet, er bat sie mit dem recenten Genus Ehipidopteris verglieben. Fructifi-eationsstellen kommen an ibren Blattern nur sehr selten vor und findennbsp;sicb bei der einzigen Art, die sie zeigt, an den Endigungen der Tertiar-

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nerveu (D. Zwickauiense Gutlb.), die in eigentliümliclier Weise, vor dem Rand aus der Flache des Blattes lieraustretend, eine kleine seheibenfór-mige nnd gezahnte Ausbreitnng bilden. An dieser sollen nacb Stur dienbsp;unbekannten Sporangien gesessen baben, was möglicli aber zunachstnbsp;unbewiesen ist (vgl. Stur (3) p.293, (4)). Früher batte derselbe Autor (5)nbsp;bei Diplotm. geniculatnm eine andere FrnctificationsAveise bescbrieben,nbsp;die in der Gabelung des Blattstiels steben soil, nnd an der er aucbnbsp;beute nocb festbalt. Mit anderen Antoren, wie Zeiller, neige icb dabin,nbsp;in diesen Gebilden nnr Knospen zn seben, nacb Art derer, die so baufignbsp;in den Blattgabeln der Gleicbenien bervorsprossen.

Lediglicb nacb dem Ausseben nnd der Bescbaiïenbeit der die Fructification bergenden Bebalter — die Sporangien sind unbekannt — bat man eine Anzabl fossile Eeste direkt mit der recenten, monotypen, aufnbsp;Juan Fernandez lebenden, und von Metteniuszu den Cyatheaceen ge-stellten Gattung Thyrsopteris Kze vereinigt. Heer (5) v.411,1.1—2 zumalnbsp;ist, auf mehrere Fossilien des sibiriscben Braunjuras gestützt, sebr ener-gisch für diese Einfügung eingetreten. Die genauesten Angaben machtnbsp;er für Thyrs. Murrayana, deren fertile Blatter spreitenlos, gefiedert undnbsp;mit gestielten becherförmigen die Sori bergenden Involucren besetzt sind.nbsp;Aehnlich verhalt sich Th. Maakiana; ein als Th. gracilis Heer bezeich-neter Rest ist mir sebr zweifelbaft. Th. Murrayana findet sicb aucbnbsp;im Braunjura von Scarborough, sie ist hier zuerst als Tympanopboranbsp;Bindley und Hutton (1) v.3,1.1-0 und zwar als Alge bescbrieben, dannnbsp;von Brongniart (2) als Farnfructification erkannt und unmittelbar mitnbsp;Thyrsopteris verglichen, schliesslich von Leekenby (1) als das fertilenbsp;Blatt der Pecopteris Murrayana mit Bestimmtbeit nacbgewiesen, naebdemnbsp;das gleiebe bei Brongniart und Bunbury(l)bereits vermuthungsweisenbsp;ausgesprochen worden war. Saporta (4) seinerseits bat für diese Fruc-tificationsform den Brongniart’scben Namen Coniopteris aufrecht er-halten, was trotz der grossen Aehnlicbkeit mit unserer lebenden Tbyr-sopteris, mir immerbin, weil es vorsichtig, als nachabmenswerth ersebeint.nbsp;Wenn Thyrsopteris Schistorum Stur (6, 4) aus den Dachschiefern desnbsp;mabrisch-scblesiscben Culms wirklich hierhergehört, wie es nacb demnbsp;Habitus allerdings den Ansebein bat, dann würde dieser Typus ein sebrnbsp;alter sein. Aber Stur selbst spricM sich in dieser Beziehung mit allernbsp;Reserve aus.

Mehrere jurassische Farnblatter stellt Heer (5) v.4ii, t.2. le-is, 21, nur auf den Habitus der im Abdruck erbaltenen Sori bin, zu Dicksonia undnbsp;Asplenium, zu ersterer zum Beispiel D. Saportana Hr. (Scleropteris Sap.),nbsp;zu letzterem Aspi. speetabile Heer, Aspi. Whitbyense (Cladophlebisnbsp;Auct.). Wie precar das ist, braucht nicht mehr weiter bervorgehobennbsp;zu werden. Und endlich ware da noch die Gattung Stachypteris Pomelnbsp;aus dem Corallien von Verdun zu erwahnen, deren doppelt gefiederte

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Cheilantliesahnliche Blatter Tertiarabschnitte von abweiebender uad eigenthtimliolier Gestalt, die Yermntblichen fertilen Pinnuiae aufweiseu.nbsp;Ihr Entdecker Po mei verglich die Gattung mit Lygodium, Saporta (4)nbsp;V. 1, p. 379; t. 49, dcr das nicht geiten lasst, möehte eher Onychium heran-ziehen.

Innere Blattstruktur, Rhacliiopteriden und Farnstamme.

lm Anschluss an die Betrachtung der Blatter und der von ihnen getragenen Fructificationen mag weiterhin die Besprechung einiger ana-tomischen Eigenthümlichkeiten angefügt werden, die die Durehschliffenbsp;der versteinerten Blattspreiten ergeben haben, wie dieselben sich in dennbsp;Arbeiten Williamsons (1) vi, yiii und Eenaults (2) dargestellt findeu.nbsp;lm allgemeinen zeigt es sich, dass der Bau der Farnblatter in der Car-bonperiode wesentlich ahnlich war, wie der der recenten, dass ein deut-lich ausgesprochener bifacialer Bau mit mehrschichtigen Pallisaden annbsp;der oberen, und Schwammparenchym an der unteren Seite allgemeinenbsp;Regel. Audi in den an der Rückseite oft stark Yorspringenden Neiwennbsp;sind in normaler Weise ein oder mehrere, Yerschieden gestaltete, concentrische Btindelstrange Yorhanden. Mechanisch wirksame Gewebe tretennbsp;vielfach hinzu, subepidermale Sclerenchymbelege der Oberseite, oft mitnbsp;local en leistenfórmigen Verstarkungsrippen, bildend, so bei Pecopterisnbsp;Geriensis Renault (2) v.s, t.22. In anderen Fallen, z. B. bei der younbsp;Renault (2) V.3, t.27 abgebildeten Alethopteris fehlen die subepidermalennbsp;Belage; dafür sind die bekannten, die Blattspreite durchsetzenden, in dernbsp;Mitte die Bündelscheide einschliessenden T-Trager in ausgezeichneternbsp;Weise Yorhanden. Wir haben die gleiche Anordnung des mechanischennbsp;Systems schon oben bei den Cordaiteen kennen gelernt und werden sienbsp;Weiterhin in unzahligen Fallen wiederfinden. Als weiteren hierherge-hörigen Falls mag der Abbildungen gedacht werden, die Williamson (1) Yi Yom Blattbau seiner Rhaehiopteris aspera giebt. Ich habenbsp;öiicli Yon dem Thatbestand an Yerschiedenen in meinem Besitz befind-Hchen Praparaten beider Fame überzeugt. Bei Pecopteris densifolianbsp;Ren. und exigua Renault (2) v.a. t.19 seheinen der Blattflache alle meeha-nischen Elemente zu fehlen, ebenso bei Sarcopteris Bertrandi 1.19. —nbsp;Wohlerhaltene Haare, theils losgelöst, theils noch an Ort und Stelle, beob-achtet man in den Exemplaren aus den Kieseln Yon Grand’ Croix garnbsp;nicht selten. Bei einem Blattfragment einer Pecopteris, die Renaultnbsp;Wegen dieser Eigenthümlichkeit, was kaum zulilssig, mit einem Gattungs-namen belegt und Scaphidopteris Gilliotti B. Een. genannt hat, schwilltnbsp;die Substanz der Blattunterseite zwischen den Tertiarnerven derart an,nbsp;dass tief rinnenartige über deren Langserstreckung Yerlaufende Behalternbsp;entstehen, deren Mündungsspalt durch eine dichte Behaarung Yersperrtnbsp;ist. Es hat Renault endlich fiir eine ganze Anzahl you Arten dienbsp;Wasserspalten und die Epitheme über den NerYenenden der Blattfiedern

Solms-Laubacli, Palaophytologie. nbsp;nbsp;nbsp;^ 1

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kennen gelehrt; die Gattung Lageniopteris, die er auf dieses Merkmal gegriindet kat, ist freilich ganz unhaltbar, es sind verschiedene Peeopte-riden, die diesen Charakter, der wohl grössere Verbreitung besitzennbsp;dürfte, zeigen. Besonders scliön und klar ist die Abbildung dieser Se-cretionsorgane, die er für Lag. obtusiloba Kenault (2) v.3, t. 23, f. 3,4 ge-geben bat. Der Sebnitt bat ein solcbes genau in der Langsricbtungnbsp;getroffen. Man erkennt das kolbig angescbwollene Ende des Tracbei-denkörpers des Blattgefassbündels, von kleinzelligem Epitbem umgeben,nbsp;in dem ein weiter Ausfiibrungsgang verbanden ist, der mit einer enor-men Spaltöffnung absebliesst. Bei der anderen abgebildeten Form istnbsp;das Organ in minder glticklicber sebrager Eiebtung von der Scbliffflacbenbsp;durebsetzt.

Rbacbiopteriden, Blattstiele versebiedener Verzweigungsgrade der Blatter, zablen unter den mit erbaltener Struktur versteinerten Pflan-zenresten zu den allerbaufigsten, wie solcbes bei ibrer der Eegel nacbnbsp;derben und festen Besebaffenbeit und der grossen Verbreitung der Famenbsp;in früberen Erdperioden aucb niebt anders zu erwarten stebt. Obsebonnbsp;sie im allgemeinen für den Botaniker, wegen ibres gleichfórmigen Bauesnbsp;nur wenig wichtig sind, so finden sieb docb einige Formen darunter,nbsp;die, leider nocb niebt in allen Punkten aufgeklart, hervorragendes Interesse bieten. Ibr Quersebnitt zeigt innerbalb eines homogenen Paren-chyms Gefössbündel in versebiedener Zahl und von sehr differenter, haufignbsp;sehr eigenthümlicher Form, genau so, wie das aucb bei den recentennbsp;Farnblattspindeln der Fall. Dazu kommen noch in sehr vielen Fallennbsp;longitudinale Selerenebymleisten regelmassiger Anordnung und subepi-dermaler Lagerung, die mebr oder weniger weit ins Parenchym verspringen. Oor da (1), dem wir die erste ausgedebnte anatomische Be-arbeitung dieser Eeste verdanken, bat sie in zahlreiche Gattungen ver-theilt, die wesentlicb auf die Form und Lagerung der coneentrischennbsp;Holzbündel gegründet wurden. Ibm haben sich in der Nomenclatur dienbsp;spüteren Autoren, die das Gebiet mebr gestreift baben, im Grossen undnbsp;Ganzen angeschlossen, wennschon bereits Brongniart (2) p. ss ausdriiek-lich bervorhob, wie provisorisch diese Eintheilung sei, da ja bei der-selben Art die Spindeln niederer Verzweigungsgrade gar oft von dennbsp;Hauptblattstielen abweichenden Bau zeigen, und beide also nacb ibr innbsp;verschiedene Gattungen fallen müssten. In praktischer Anwendung diesernbsp;Eestriction bat endlich Williamson (1) vi bei weitem die Mehrzablnbsp;dieser Blattstielfragmente in der Gattung Ebacbiopteris zusammengefasst,nbsp;nur einige wenige bat er berechtigtermaassen gesondert gehalten, weilnbsp;sie in dicken und dunnen Stücken in gleieber Weise dureb besonderenbsp;Eigentbümlichkeiten des Baues sich kennzeichnen. In sehr vielen Fallennbsp;kommen dieselben als einzelne abgerissene Fragmente vor, so vor allemnbsp;in den vielerwabnten carbonischen Kalkknollen und in der Kieselmasse

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von Grand’ Croix. Mitunter aber hat man sie in dicken, von zahlreichen Wurzeln durchflochtenen Packeten gefunden, einem Erhaltungszustand,nbsp;den Cor da mit dem Gattungsnamen Tempskya belegt hat, den mannbsp;zuweilen auch als Endogenites Spreng, bezeichnet findet, obwohl diesernbsp;Name sich hauptsachlich auf Palmenholzer bezieht. Dass diese Gattungnbsp;nun als solche nicht aufrecht erhalten werden kann ist selbstverstandlich;nbsp;der Name kann indessen zweckmassigerweise als generelle Bezeichnungnbsp;des betreffenden Erhaltungszustands benutzt werden, so dass also z. B.nbsp;Zygopteris sowohl frei, als auch im Tempskyazustand bekannt sein würde.nbsp;Schon jetzt sei in aller Kürze erwahnt, dass die veidlechtenden Adventiv-wurzeln der Tempskyen durchweg normale Farnstruktur, mit centralemnbsp;radiarem, gewöhnlich pentarchen oder hexarchen Gefassbiindel, zeigen.

Von Cordas (1) Gattungen seien hier die wichtigsten angeftihrt, die sammt ixnd senders der böhmischen Carbonformation entstammen.nbsp;Ein einziges Bttndel zeigen auf dem Querschnitt Selenopteris (t- 53 n. 54),nbsp;Anachoropteris t. 6f., hi und Gyropteris t. 54, bei letzterer von gewundenernbsp;Form, bei ersterer halbmondförmig, bei Anachoropteris hufeisenformignbsp;mit eingerollten Endigungen. Dazu kommen Selenochlaena, Selenopterisnbsp;ahnlich, auf Cottas (1) Tubicaulis dubius und Solenites, und Zygopterisnbsp;auf dessen Tubicaulis primarius begründet. Bei letzterer Form, fürnbsp;welche wir, seit Eenaults (5) Untersuchungen, den zugehörigen Stammnbsp;und die Fructificationen kennen, zeigt das Bttndel ungefahr die Gestaltnbsp;eines lateinischen H. Bei Kalopteris Cor da (1) t. 19 endlich kommennbsp;zu dem halbmondformigen Bogen von Selenopteris noch 2 kleinere innbsp;dessen Concavitat gelegene Bttndel hinzu. Die Tempskyen verhaltennbsp;sich verschieden, bei einer derselben (T. pulohra Corda t. 5», f. i-s) habennbsp;wir mehrere halbmondformige Bttndel, von denen eines, das grösste, oftnbsp;ringformig zusammenschliesst. Aus dem Kohlenkalk von Glatzischnbsp;Falkenberg hat weiterbin Göppert (12) Fragmente von Gyropterisnbsp;und Zygopteris abgebildet, daneben freilich einen als Sphenopteris re-fracta bezeichneten Eest, auf den wir weiter zurttckkommen mttssen.nbsp;Zahlreiche Abbildungen von Zygopteris, Anachoropteris und anderennbsp;Ehachiopteridenformen von abweichendem Bttndelquersehnitt aus dernbsp;englischen Kohlenformation sind bei Williamson (1) vi, vii, x zu finden.nbsp;Eine Menge hierhergehöriger, freilich fast durchweg nur ausserst schlechtnbsp;erhaltener, in Kalkcarbonat versteinerter Eeste aus dem Oberdevon (Cy-pridinenschiefer) von Saalfeld, hat unter zahlreichen Gattungsnamennbsp;Unger (5) beschrieben. Eine grossere Anzahl derselben hat er selbstnbsp;als Ehachiopteriden erkannt, unter diesen ist z. B. Clepsydropsis zu er-Wahnen, die in der Form ihres Gefassbttndelquerschnitts ziemlich genau mitnbsp;Williamsons (1) Ehachiopteris duplex (vi, t. 55) ttbereinstimmt. Fttr einenbsp;Anzahl anderer bildet er die Gruppen der Haplocalameen und Stereo-calameen, die er am ehesten den Calamiten anftigen möchte. Nach Ein-

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sictit eines Originalpraparats der, der ersteren von beiden zugehörigen, Calamosyrinx devonica, welches im Museum for practical Geology zunbsp;London hewalirt wird, möchte icli auch in diesen nichts anderes als Farn-blattspindeln seben. Was Unger bei ilinen als markstandige Bündelnbsp;bezeichnet, dürften in der That die Gefassbündel sein; sein ausserernbsp;peripherer Holzkörper wird, wie ich vermuthen möchte, den mechani-sohen subepidermalen Selerenchymrippen entspreehen. Man vergleichenbsp;die Abbildungen von Kalymma 1.1, Calamopteris t.2 und Calamosyrinx t- 3.

Ein sehr merkwiirdiger Fossilrest ist die alte Medullosa elegans Cotta, naehher von G ö p p e r t (3) nach Exemplaren aus dem Rothliegen-den von Chemnitz als Stenzelia Göpp., dann von Brongniart (2) p ioonbsp;nach Materialien aus Autun als Myeloxylon bezeichnet. Beide Autorennbsp;sehen in demselben Stamme und Goppert erkannte darin einen seinernbsp;Prototypen, der die anatomischen Eigenthtimlichkeiten verschiedenernbsp;Hauptgruppen des Gewaehsreichs, und zwar in diesem Fall der Famenbsp;und Monocotyledonen, in sich vereinigend, zu keiner derselben direktnbsp;eingerechnet werden dürfe. Williamson (1) vii hat Materialien ausnbsp;den englischen Kalkknollen untersucht; auch in Böhmen ist die Pflanzenbsp;mit Struktur gefunden worden, wie denn C or das (1) t. lo u. 20 Palmacitesnbsp;leptoxylon und carbonigerus ebenfalls hierhergehören. Auf Grund ein-gehender üntersuchungen an zahlreichen Stücken von Autun und Grand’nbsp;Croix hat dann Renault (6) sich dahin geaussert, dass dieses Myeloxylon nichts anderes als ein Farnblattstiel sei, er hat demgemassnbsp;Brongniarts Namen in Myelopteris umgeandert, und hat endlich (2)nbsp;V. 3 nachzuweisen gesucht, dass diese Blattstiele zu der in Grand’ Croixnbsp;gemeinen Alethopteris aquilina geboren. Seitdem ist an der Blattstiel-natur der betreffenden Beste kein Zweifel mehr laut geworden, nur ihrenbsp;Zugehörigkeit zu den Farnen ist von Schenk (9), der sie fiir Cyeadeennbsp;erkldrt, neuerdings angefochten. Wenn ich dieselben au dieser Stelle beinbsp;den Farnen abhandle, so sind mir dafür trotz vielfacher Untersuchungnbsp;der in meinem Besitz befindlichen Materialien in erster Linie ledigliclinbsp;Zweckmassigkeitsgesichtspunkte maassgebend; der definitive Beweisnbsp;scheint mir für eine und die andere Ansicht noch auszusteheu.

Die eylindrischen Blattstiele von Myeloxylon') (Holzschn. 14) — ich wende diesen Namen lieber als Stenzelia an, weil er in höherem

1) Ganz neuerdings wird es wahrscheinlicli, dass die Myeloxyla den früher p. 105 behandelten Medullosastammen als Blattstiele zugehört haben. An dem kostbaren dort erwahnten Stück von Medullosa Leuckarti hat der Besitzer kürzlich dennbsp;seitlichen Zweig quer anschleifen lassen. Soweit man ohne Untersuchung von Diinn-schliffen urtheilen kann, scheint hier wirklich die Struktur von Myeloxylon vorzuliegen.nbsp;Bestatigt sich dieser überraschende Befund bei weiterer Untersuchung, so würdenbsp;dadurch die Wagschale wiederum nach der Seite der Cyeadeen hin eine bedeutendenbsp;Belastung erfahren. Herrn Leuckarts Freundlichkeit verdanke ich die Kenntnissnbsp;des Exemplars im jetzigen Zustand.,

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Grade als der andere bekannt geworden ist — sind von ausserordent-lich verschiedener Dieke; unter den mir vovliegenden linde ieli solclie von 0,007, 0,011 und 0,06ni Durchmesser, nnd Eenault hat viel star-kere abgebildef. Hire homogene parenchymatische Grundmasse entbaltnbsp;eine grosse Menge von Gefassbttndeln, die, nicht ganz regelmassig ge-lagert, zalilreiche concentrische Kreise bilden, Ausserdem sind reichlichnbsp;Gummigange vorhanden, gewöhnlicb mit dunklem Inbalt erflillt nnd annbsp;dem der Regel nach wohl erbaltenen Epithel als solclie kenntlich. Einenbsp;ziemlich breite siibepidermale Zone ist ganz erfüllt mit gedrangten, radial geordneten, ein- oder melirreihig gestellten Sclerencliymzellgruppen,nbsp;die mitunter Gummigange enthalten und deren verschiedenartige Quer-sclmittsform zur Speciesuntersclieidung benutzt Avorden ist. Indessen


stossen, soweit mir bekannt, diese mitunter selir gedrangten Scleren-cliymstrange niemals direkt an die Epidermis an, von der sie überall durch Parencliym getrennt bleiben. Allerdings sind diese ausserhalbnbsp;der Sclerenchymzone befindliclien Lagen nur recht selten erhalten. Dasnbsp;einzelne Gefassbündel zeigt einen sehr charakteristischen Bau. Es istnbsp;namlich ganz zweifellos collateral, mit nach dem Centrum gewandtemnbsp;Holztheil. Dieser letztere, aus ein er wechselnden Zahl von weiten Treppen-tracheiden bestehend, weist in allen den Fallen, wo sich fiir diese ziemlich difficile Frage ein Anhaltspunkt gewinnen lasst, die engen Proto-xylemelemente an der gegen den Basttheil gerichteten Seite atif, ahnlichnbsp;''^ie bei den Cycadeen, doch felilt der bei diesen vorhandene bastwartsnbsp;geriehtete Holztheil (das bois centrifuge der französischen Autoren) voll-standig. Der Bastkörper ist beinahe immer zerstört; an seiner Stelle

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ist dann ein weiter Holilraum vorlianden. Wo derselbe aber, wie es au einem mir vorliegenden, der Strassbarger Sammlung geliörigen, aus Grand’nbsp;Croix stammendeu Exemplar der Fall, in manchen Biindeln erhalten istnbsp;(Holzsclm. 14B), da besteht er aiisscbliesslich aus zarten diinnwandigennbsp;Elementen, über die ich, da icli sie nur im Quersehnitt kenne, niclitsnbsp;weiter aussagen kann. Umgeben wird das gauze Biindel von einernbsp;kleinzelligen Parencbymsclieide, deren Elemente, soweit sie an den Holz-strang grenzen, in wechselnder Ausdebnung ihre Membranen stark ver-dickend, zu langgestreckten Sclerenchymzellen werden. Wenn nun Renault die Farnnatur der uns bescbaftigenden Reste zu erweisen suelit,nbsp;so stiltzt er sick dabei vornebmlicli auf folgende Umstande. Einmal istnbsp;es sicher, dass Verzweigungen vorkommen. Das batte man scbon ausnbsp;den so sehr grossen Scbwankungen im Durclimesser erschliessen konnen,nbsp;die auf eine einzige Blattspindel bezogen, mit Notbwendigkeit zur An-nahme eines Blattes von ganz ungeheurer Lange fithren miissten. Zumnbsp;Ueberfluss aber bat Renault (2) t. 28, f. lo verzweigte Excmplare abge-bildet. Das Blatt muss also von bedeutender Grósse und mebrfacb ge-fiedert gewesen sein, was bekanntlicb unter den Cycadeen der Jetztweltnbsp;nur bei Bowenia sich findet. Dann ist es im höchsten Grade auffallig,nbsp;dass in den Grand’ Croix-Kieseln Myeloxylon sicb fast immer mit ab-gefallenen und woblerbaltenen Fiedern von Aletbopteris vergesellscbaftetnbsp;findet, dass mancbe Brocken ausschliesslicli aus ihnen besteken; einenbsp;Thatsacbe, die durch Renaults und Grand’ Eurys (1) Zeugniss er-hartet wird, die ich an den mir zu Gebote stekenden Exemplaren durch-aus bestatigen kann. Und endlich hat Renault dieselbe Struktur, wienbsp;sie fiir Myeloxylon ckarakteristiseli, auch in dem an der Unterseite starknbsp;vortretenden Mittelnerven notoriscker und unzweifelkafter Alethopteris-fiedern wiedergefunden und (2) v. 3, t. 2-, f. 12 illustrirt, leider in so kleinemnbsp;Maassstabe, dass nack der Abbildung allein nickt alle Zweifel beseitigtnbsp;werden. Schenk seinerseits fusst wesentlich auf der StruktUr der Ge-fassbiindel, die er mit der der Fame nickt vereinbar erklart; auf dasnbsp;von Renault aus der Verzweigung gewonnene Argument gekt er nicktnbsp;zur Genlige ein. Nun hat er ja insofern recht, als die Biindel in dernbsp;That habituell an die Cycadeenbiindel erinnern, was sich zumal in dernbsp;Lage des Protoxylems an der Bastseite des Holzes aussert. Von einernbsp;besonderen Aebnlickkeit derselben mit denen von Macrozamia, wie ernbsp;sie hervorhebt, kann ich mick indessen nickt iiberzeugen. Denn beinbsp;dieser ist der bastseitige Holzkörper wohl eutwickelt, der dock beinbsp;Myeloxylon vollkommen felilt. Und collaterale Biindel kommen, wie be-kannt, bei den Opkioglossaceen und Osmundaceen vor. Audi sonst sindnbsp;solche bei den Farnen haufig, freilich meist nur in den schwachen Ner-venauszweigungen der Blattspreite. Es ist unter solchen Umstiindennbsp;recht wohl möglich, dass dieser Bau bei den carbonsicken Formen

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weiter hinab bis in die Fiederspindeln nnd Blattstiele gereicht liaben könnte. 1st ja docb bei den lebenden Marattiaeeen nach Holle einenbsp;einseitig starkere Ausbildung des Bastes in allen Blattbündeln Regel.nbsp;Der hier angedeuteten Auffassungsweise, deren Begrtindung weiterenbsp;Untersnchung verlangt, steht nur der einzige Umstand entgegen, dass,nbsp;wie Haber landt gezeigt bat, bei den Farnen, wo collaterale Bündelnbsp;vorkommen, deren Protoxylem nnd Protophloëm die normale Lagerungnbsp;anfweisen, die tiir die Cycadeenblatter charakteristische Verschiebungnbsp;des ersteren an die Bastgrenze, die wir auch bei Myeloxylon haben, nir-gends beobachtet wird. Williamson seinerseits hebt, um die Farn-natur von Myeloxylon zu belegen, ganz besonders die Aehnlichkeit mitnbsp;Angiopteris hervor, die indess nach dem Gesagten sich mehr auf dennbsp;gesammten Habitus beschrankt. lm tibrigen will ich nicht bergen, dassnbsp;die englischen Fossilien, die unter diesem Namen gehen, nach einigennbsp;Praparaten, die ich Williamsons Gtite verdanke, in der That Ab-weichungen zu zeigen, nnd dem Ban der Marattiaeeen naher zu stehennbsp;scheinen. Schon die Lage der Faserstrange in Williamsons Abbil-dungen ist eine wesentlich andere. Wenn ich es nach alledem vermeidennbsp;möchte, mich definitiv tiber die systematische Stellung der uns beschaf-tigenden Blattstiele zu aussern, weil ich einsehe, dass zur völligen Kla-rung des Thatbestandes weitere Untersuchungen vonnöthen, so kannnbsp;ich doch nicht umhin hervorzuheben, dass die Zusammengehörigkeit dernbsp;Alethopterisspreiten mit den Myeloxylonblattstielen nicht wohl wird bestritten werden können, es sei denn, dass man bei Renault Beobach-tungsfehler voraussetzen will, wie sie einem so erfahrenen Forscher anbsp;priori in keinem Falie zugetraut werden dürfen. Ein anderes ist esnbsp;dann freilich, ob man die so reconstruirten farrenkrautahnlichen, imnbsp;Bau an die Cycadeen erinnernden Blatter zu der einen oder der anderennbsp;Classe rechnen will oder soil. Da die Fructification der Alethopteridennbsp;nicht bekannt, so können wir diese Frage vorderhand nicht entseheiden.nbsp;Vielleicht ist keine von beiden Alternativen zutreffend; wir könnten esnbsp;ja mit einer intermediaren Gruppe zu thun haben. Denn, dass solchenbsp;existirt haben, das wird mehr und mehr wahrscheinlich. Man vergleiehenbsp;hierzu das früher p. 144 gesagte.

Bevor wir die Rhachiopteriden verlassen und uns den Farnstammen zuwenden, muss noch ein Rest besproehen werden, der, wenn er wirk-lich hierhergehört, beweisen würde, welch’ grosse und in der jetzigennbsp;Vegetation unerhörte anatomische Differenzen bei den Farnen der altennbsp;Ablagerungen vorkommen konnten. Es ist das Göpperts(12)Sphe-aopteris refracta aus dem Kohlenkalk von Glatzisch-Falkenberg innbsp;Schlesien. Der Freundlichkeit F. Romers verdanke ich die Kenntnissnbsp;mehrerer Exemplare des Breslauer Museums, die ich spaterhin nochnbsp;eingehender studiren zu können hoffe. Unter denselben befand sich das

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Originalstück, Welches Göppert fiir seine Untersuchung gedient hat, die ihm vorgelegenen SchlilFe dagegen konnten nicht aufgefunden werden. Die Exemplare sind unregelmassig hegrenzte Fragmente sehr barternbsp;kalkreicher Grauwacke, die, nach allen Richtungen von dünnen schwar-zen Streifen durchzogen, hier und da, aher selten, winzige Fiederhlatt-fi-agmente von Sphenopteris aufweisen. Das von Göppert abgehildetenbsp;freilich i- c. 1.12, f. 2 ist an dem Originalstück nicht zu finden und wirdnbsp;einem anderen Exemplar entnommen sein. Ausserdem stecken in dennbsp;Broeken langere, haufig in longitudinaler Richtung aufgehrochene Stticke

S'.

Sphenopteris refracta Göpp. Querschnitt des Blatt-stiela. Jedes einzelne Getassbündel von einem hnf-eisenfórinigen, seine Convexitat gegen die Mitte kehren-den Secundarzuwachs umgeben. in dessen Bncht das Bündel zu erkennen. Nach Göpp ert (12) gezeichnete,nbsp;etwas veranderte Figur.

von Stielen, deren Struktur sich als wohlerhalten ausweist. Dernbsp;Zusammenhang aller dieser Thei-le, wennschon er aus der eigen-thümlichen Durchwachsung desnbsp;Gesteins mit Wahrscheinlichkeitnbsp;anzunehmen ist, hat sich dochnbsp;nicht mit ahsoluter Sicherheitnbsp;constatiren lassen. Denn auehnbsp;aus Göpperts leider allzukur-zen hezüglichen Worten gehtnbsp;nicht hervor, oh das von ihm ge-schliffene Spindelstück mit einemnbsp;deutlichen Spreitenfragment innbsp;direktem Zusammenhang gestan-den hat. Es ist mir desswegennbsp;nicht möglich, Ungers (5) Mei-nung ganz von der Hand zu wei-sen, wennschon ich selhe nichtnbsp;theile. Er erklart namlich dienbsp;Struktur dieser Stielreste mit deren Zugehörigkeit zu Farnhlatt-fragmenten für ganzlich unvereinhar. Allerdings ist ihre Anatomie, vonnbsp;Göppert durch schone Figuren erlautert, so ganz eigenthümlich, dassnbsp;auch ich kein anderes zum direkten Vergleich damit geeignetes Ohjektnbsp;zu nennen wüsste. Man vergleiche den Holzschnitt 15. Zunachst istnbsp;aussen eine Rinde von massiger Dicke entwickelt, aus ziemlich homogenen radial gereihten dickwandigen Parenchymzellen hestehend. lmnbsp;Innern finden sich dann, einem sehr zerdrückten und wenig deutlichennbsp;Gewehe eingelagert, eine Anzahl grösserer und kleinerer Holzmassennbsp;von unregelmassiger Hufeisenform, die sammt und senders ihre Con-cavitat nach aussen kehren, einwarts unter Zusammendrückung desnbsp;zwischenliegenden Gewehes derart aneinander stossen, dass ihre Contouren gegeneinander modellirt erscheinen. Wie die schone Göppert’sche

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Abbildung darstellt, sind die Treppentracbeidea dieser Holzkörpev in regelmassige, von der inneren Bucht zur eonvexen Aussengrenze strah-lende Eeihen geordnet. Dabei ist der Durchmesser der Holzmassen sehrnbsp;verschieden; eiiie Anzahl grössere stossea in der Mitte aneinander, andere kleinere keilen sich zwischen deren Schenkel ein. An dem Pra-parat, welches ich an dem OriginalstUck abnehmen durfte, zeigte sichnbsp;aber weiter, dass, was Göppert nicht abgebildet hat, in der Buchtnbsp;eines jeden dieser Hufeisenquerschnitte, von zerquetschtem Gewebe um-geben, ein kleines Gefassbündel von rundlichem Umriss gelegen ist, dessen Peripherie überall gleich beschaffen, seine engeren, übrigens nichtnbsp;deutlichen Elemente inmitten zu umschliessen scheint (Holzschn. 15).nbsp;Bei so anomaler Struktur ist es nun, zumal eingehendere Untersuchungnbsp;des nur in ein paar wenigen Stücken bekannten Éestes noch aussteht,nbsp;sehr gewagt, irgendwie über die nackte Beschreibung der Thatsachennbsp;hinauszugehen. Immerhin draagt sich mir bei der Betrachtung desnbsp;Sehliffs der Gedanke auf, in den hufeisenfórmigen Holzkörpern cam-biogene Secundarzuwachse zu erkennen, die in irgend einer Beziehungnbsp;zu dem in ihrer Bucht gelegenen Bündel stehen, sei es nun, dass das-selbe collateral gewesen, sei es, dass die Zuwachszone sich an der Peripherie des Basttheils entwickelt habe. Wie sich diess auch verhaltennbsp;moge, wir können den merkwürdigen Eest vorlaufig bloss registriren.nbsp;Hoffen wir, dass uns mit der Zeit der nothwendige Boden fiir einenbsp;fruchtbare Vergleichung sich ergeben werde.

Farnstamme sind aus den verschiedensten Formationen in sehr grosser Zahl beschrieb,en. Bei weitem die meisten, als blosse Steinkernenbsp;erhalten, haben ftir den Botaniker nur ausserst wenig Interesse. Innbsp;alterer Zeit fasste man mit Bindley und Hutton (1) derartige Eeste,nbsp;soweit sie aufrechte schraubig beblatterte Stammformen betrafen, unternbsp;dem Gesammtnamen Caulopteris zusammen. Und das war zweifelsohnenbsp;besser, als die spater von den verschiedensten Autoren beliebte, zuerstnbsp;von Oor da begonnene Zersplitterung, die ja, auf Charaktere geringernbsp;Bedeutung gegründet, unmöglich irgendwie rationelle Gattungen liefernnbsp;konnte, und zu der eine Höthigung umsoweniger vorlag, als die Zahlnbsp;der betreifenden Stamme immerhin kaum unübersehbar war. In dernbsp;Peripherie der Stammsteinkerne sind die Abgliederungsnarben der Blatter öfters mehr oder weniger deutlich erhalten. Haufig sind die Stammenbsp;von einem Panzer von Blattstielresten verschiedener Lange umgeben,nbsp;die, dicht aneinander gedrangt und von Wurzeln durchflochten, innbsp;schraubiger Anordnung die Oberflache bedecken. Derartige Steinkerne,nbsp;die auf dem Querschnitt des Blattstiels nicht einmal mit Deutlichkeitnbsp;die Gefassbündelspuren zeigen, finden sich in der Literatur unter ver-schiedenen Gattungsnamen, als da sind Chelepteris Cda, Bathypterisnbsp;Eichw., Sphallopteris Sch., Anomorhoea Eichw. Abbildungen und Nach-

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weisung solcher hat man in Schimpers Paléontologie végétale zur Genüge. Zn ihnen kommt dann Rhizomopteris Sehpr., die kriechendennbsp;Farnrhizome, deren iibrigens nicht allzuviele hekannt sind, umfassend.nbsp;Schone Beispiele hat Nathorst (2) 1.1, (4) 1.1 aus dem Rhat von Schonennbsp;abgehildet. Und endlich mag hier noch die Gattung Schizodendronnbsp;Eichwald (1) v.i, t.i9, f.9 u. t.20, f.11 nebst einigen ahnlichen von Zeillernbsp;(9) t. IS beschriebenen Stammen erwahnt sein. Bei anderen Formen sindnbsp;wenigstens Charaktere in der Anordnungsweise der Gefassblindelspurennbsp;auf der Blattnarbe zu finden, nach denen man Gattungen scheiden kann,nbsp;die freilich gleichfalls recht wenig Bedeutung besitzen, wie sich leichtnbsp;aus der Thatsache ergiebt, dass die Bilndelvertheilnng auch bei recentennbsp;Farnen in der Blattbasis sich auf kurze Strecken hin sehr wesentliehnbsp;andert, so dass man also Stamme mit blossen Narben und solche dienbsp;mit Blattbasen nmkleidet sind, gar nicht miteinander vergleichen kann.nbsp;Es hat denn auch Zeiller (9, 10) in neuerer Zeit den Nachweis ge-führt, dass zwei der hier zu erwahnenden Gattungen, Stemmatopteris Cda.nbsp;und Caulopteris Cda. non Ldl. Hutt. namlich, als verschiedene Steinkern-oberflachen von einem und demselben Stamm hinterlassen worden seinnbsp;können. Diese beiden Formgenera tragen an der Oberflache grossenbsp;kreisförmige oder ovale Narben, die bei dem ersteren scharfbegrenzt undnbsp;glatt, beim anderen gefurcht sind, und sich innerhalb der Orthostichennbsp;einander beinahe berühren. Jede Narbe enthalt eine geschlossene, kreisförmige oder ovale, und innerhalb dieser noch eine kleine Spur in Formnbsp;eines oberwarts geöffneten V oder U. Zeiller (9) möchte in dem peri-pheren Narbencontour die Grenze des Blattpolsters, in dem zweiten dienbsp;Greuze des abgelösten Blattstiels, und nur in dem inneren V die Ge-fassbündelspur erkennen. Es ist indessen auch möglich, dass die innerenbsp;Kreislinie, wie die al teren Autoren vgl. Schimper(l) annahmen, gleichfalls die Spur eines ringfórmigen Gefassbündels darstelle, wo dann dasnbsp;V dem austretenden Strang eines markstandigen Bündelsystems ent-sprechen würde. Sichere Entscheidung hierüber ist nur von dem Fundnbsp;eines solchen Stammes mit erhaltener Struktur zu erwarten. Und diesernbsp;liegt zur Zeit noch nicht vor. Unter dem Namen Protopteris Cordanbsp;fasst man Stamme zusammen, in deren Blattnarben eine einzige Spurnbsp;von nebenstehender Form sich findet y. Mehrere dergleichen Stammenbsp;aus der Steinkohle hat Corda (1) beschrieben, einen ebensolchen aus demnbsp;Perm, als Thamnopteris Schleehtendalii E i c h w a 1 d (1) t. 1, t. 3, f. 2 u. 3. Demnbsp;Wealden gehort P. Witteana Schenk (1) p. 22e, t. 30, f. e, der Kreide dernbsp;als Dicksonia Buvignieri Renault (2) v. 3, p.73, t.9 bezeichnete Stamm an.nbsp;Andere Individuen aus der Kreide Böhmens mit complicirterer vielstran-giger Spur in den Blattnarben findet man bei O. Feistmantel (4)nbsp;t. 2, f. 3-4 als Alsophilina Kaunitziana Dorm. und als Oncopteris Nett-wallii Dorm. abgebildet.

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Von allen den bislier besproclienen durcli scliranbige Beblatterung nnd zalilreiche Ortliostiohen gekennzeiclmeten Stammen untersclieidennbsp;sicli die nur als Steinkerne bekannten Gattungen Megaphyturn Artisnbsp;iindZippea Corda aufs scliarfste durcli die exact zweizeilige Stellungnbsp;ilirer Blattnarbeu. Diese Gattungen baben keine direkten Analoga iiinbsp;der Jetztwelt meln-. Denn die beutigen Farnstamme mit disticber Blatt-stellung sind sammt nnd sonders niederliegend und kriecliend, quot;was beinbsp;den in Rede stekenden Gattungen gewiss nicbt der Fall war, da sienbsp;ringsum vollkommen gleicben radiaren Ban aufweisen und niemals einenbsp;dem Boden zugewandte wurzeltragende Seite erkennen lassen. Dienbsp;Megapliyten, von denen in der Literatur sehr zalilreiche gute Abbil-diingen vorliegen, z. B. Scliimper (l)t.62 sclieinen durcbaiis auf dienbsp;Koblenformation beschrilnkt zii sein, ibre riesigen scliildartigen Blatt-narben sind kreisfórmig und liabituell denen von Stemmatopteris abn-licb. Die grosse Gefassbtindelspiir bat im allgemeinen die Gestalt eiuesnbsp;nacli oben geöffneten Halbmonds mit einwarts umgebogenen Scbenkeln.nbsp;Dazii können uocli andere kleinere Spuren kommen, deren Beschaffen-beit weiter zu iintersiiclien sein dürfte. Es müssen diese Gewachse, nacbnbsp;Maassgabe der hier und da gefiindenen, meterlangen, plattgedrtickt-cylin-driscben Steinkerne, hohe, aiifrecbte und ziemlicb schlanke Stamme gehakt haken. Ein prachtvolles Exemplar wird in der Bergschulsammliingnbsp;zu Saarbriicken bewahrt. Die auf wenige Reste aiis der böhmischennbsp;Steinkohle gegründete Gattung Zippea Corda (1) t.26 schliesst sich uahenbsp;an Megaphytum an, doch sind ihre Blattnarben, bei ahnlicher Beschaifen-heit der Spur, viel kleiner und minder hervortretend.

Wie schon iviederholt erwahnt, kennen wir die im bisherigen be-sprochenen Farnstamme der Regel nach nur als Steinkerne. Nur wenige derselben haken die innere Struktur erkennen lassen, die dann nichtnbsp;wesentlich von der gewöhnlicher recenter Stamme sich unterscheidet.nbsp;Man vergleiche die von Renault 1. c. gegebene Abbildung seiner Dick-sonia Buvignieri, sowie den ebenda t. s, f. lo dargestellten Querschnitt vonnbsp;Caiilopteris Cottaeana, von welcher indess kein Habitiisbild vorliegt.nbsp;Weiterhin mag hier an die Abbildungen der Pecopteris Cottai Corda (1)nbsp;*¦ 49 erinnert werden, deren Herkunft aiis dem Carbon oder Rothliegendennbsp;zweifelhaft, da sie im Schwemmland in der Nahe von Grosseuhain innbsp;Sachsen gefunden worden ist. Das weite Mark dieses Stammes, vonnbsp;dem ich eine Qiierschnittsplatte im British Museum Geol. Dept. gesehennbsp;habe, ist von zahlreichen fremdartigen diinnen Würzelchen, die auf dennbsp;ersten Bliek wie markstandige Bündel aussehen, diirchwuchert. Einennbsp;wohlerhaltenen derartigen Stamm hat St enz el (3) t. 3, f. so-se als Pro-topteris fibrosa Stenz. aus der Turonkreide von Oppeln beschriebeii.nbsp;Ebendaher stammt, gleichfalls hierhergehörig und gleichen Ortes dar-gestellt, das mit Wiirzelfilz bedoekte, vonGöppert als Rhizopteroden-

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dron Oppoliense bezeielmete Exemplar. Aueli t)ei Zippea disticlia Corda (l)t.26 Hess sicli feststellen, dass die Gefassbündel einen ein-faclien Hohlcylinder bildeten. Der Stamm liegt zwar nur im Steinkernnbsp;vor, allein es sind in seinem Inneren die Bündel als ganz dunne, fest vonnbsp;der Gesteinsmasse umschlossene Kohlenstreifen erlialten; eine ganz eigen-tliiimliclie Conservirnngsweise, die soweit mir bekannt, nur in Saclisen,nbsp;Böhmen und bei St. Étienne gefunden ist, hier aber, zumal in den zartennbsp;Thonen von Radnitz und dem feinkörnigen Koblensandstein von Chomlenbsp;vielfach wiederkehrt.

Es giebt nun aber eine andere Reihe von Farnstammen des Ober-carbons und des Rotbliegenden, bei welelien wir im Gegensatz zu den bisher abgehandelten, infolge ihrer Erlialtungsweise, über den innerennbsp;Bau ziemlicli gut, sehr wenig aber über die Oberflacbenbescbaffenheitnbsp;unterrichtet sind. Diese Stamme, die man als Psaronien zusammen-fasst, sind durch ein System von ineinander geschacbtelten Gefassbündel-ringen ausgezeicbnet; sie zeigen die Struktur, die für die recenten Ma-rattiaceen, und unter den Cyatheaceen und Polypodiaceen für einigenbsp;Gattungen, z. B. Saceoloma, charakteristiscb ist. Und nachdem wirnbsp;nun wissen, wie gross die Zahl der carbonischen Fame war, die Marat-tiaceenfructificationen trugen, wird man mit einiger Berechtigung innbsp;diesen Psaronien zu jenen gehorige Stamme vermuthen dürfen, wenn-schon sich die gegenseitigen Beziehungen im Einzelnen nicht feststellennbsp;lassen. Seit lange sind die verkieselten Psaronien des Rothliegendennbsp;Sachsens und Böhmens bekannt, die man wegen der zierlichen Zeich-nungen ihrer Durchschnitte im vorigen Jahrhundert in grossem Maass-stabe als Schmucksteine zu allen möglichen Gegenstanden verschlitfennbsp;hat, so dass deren jetzt nur noch selten gefunden werden. Bei ihnennbsp;sowohl, wie bei den ahnlichen Exemplaren von Val d’Ajol in den Vo-gesen, von Kammerberg bei Ilmenau, von Autun und von St. Etiennenbsp;ist nirgends die Oberflache erhalten. Auch aus dem Staat Ohio und ausnbsp;Brasilien habe ich im British Museum Stücke gleichen Erhaltungszustan-des gesehen. Es sind gewöhnlich formlose aussen verwitterte Bruchstückenbsp;von geringen Dimensionen. Langere cylindrische Stamme der gleichennbsp;Art sind indess in einigen grossen Museen zu finden. In dem gleichennbsp;Zustand, wie die oben behandelte Zippea disticha Corda, finden sich beinbsp;Zwickau, Chomle und Radnitz auch Bruchstücke von Psaronien vor, annbsp;der Ineinanderschachtelung der in Kohlenschmitze verwandelten Gefassbündel leicht zu erkennen. Und endlich hat Grand’ Eury (1) t. iinbsp;ganze Stamme dieser Erhaltung, noch im Boden, in dem sie gewachsen,nbsp;wurzelnd, in den Gruben um St. Étienne gefunden und unter dem Namennbsp;Psaroniocaulon abgebildet. Es zeigt sich, wie auch an einzelnen dernbsp;verkieselten Exemplare ersichtlich, dass es lange cylindrische Stammenbsp;waren, deren gegen die Basis hin hervortretende, ganz allmahliche kegel-

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förmige Verbreiterung bauptsachlich aus der Entwioklung eines Ueber-zugs von Adveutivwurzeln entspringt, der bier in fast allgemeiner Verbreitung vorkommt. Es ist dieser diebte Pelz von Adventivwurzelnnbsp;vor allem Anderen, der die Stammoberflacbe und die Form der Spur innbsp;den Blattnarben imserer Kenntniss entziebt. Verkieselte Exemplare, dienbsp;desselben entbebrten, giebt es, wenn wir Canlopteris Giffordi Lesq. (1)nbsp;p. 3)3; t.60, f. iu.2 aus dom Carbon von Illinois, die bierbergebört, ausneb-men, gar nicbt, und aucb unter den als Steinkerne erbaltenen lassennbsp;sich nur wenige Beispiele anfiihren, die vielleicht den Spitzen der be-


Fig. 16.

Querschnitt des Stammes von Psaronins Gutbieri Corda. Die machtige Stammrinde wird von zahllosen Adventivwurzeln durchzogen. lm Stammcentrum finden sich die zweizeilig gestellten Gefassbündelplatteu,nbsp;die einer kleinen Verschiebung unterlegen sind. Seitlich, den Lücken zwischen ibnen entsprechend, findetnbsp;man die starh gebogenen Bundel der austretenden Blaltspuren. Aus Zittels Handbuch.

treffenden Stamme entsprochen haben. Audi bei diesen sind die Blatt-uarben in ihren Details nur scblecht erhalten, es zeigt sich indess, dass verschiedenartige Stellungsverbaltnisse obwalteten, wie denn bei Ps.nbsp;Freieslebeni Corda (l)t.29 eine schraubige Blattstellung mit 6 Ortho-stichen vorkommt, wabrend Ps. arenaceus Corda (1) 1.23,1.5-9 nur viernbsp;Ortbostichen zeigt, und Ps. carbonifer Corda (musaeformis Cda) t. 45, i. 3nbsp;gar zweizeilige Beblatterung, nach Art von Zippea und Megapbytum, be-sitzt. Dass wir die gleichen Differenzen aucb bei den mit Wurzelhülle

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umgebenen Stammen haben, lasst sich aus dev mit der Blattstelliing Hand in Hand gebenden Vertbeiliing der Gefassbündel erscbliessen.

Die Anatomie der Psaronienstamme ist Dank den sorgfaltigen und umfassenden, vornebmlieb auf sacbsiseb-böbmiscbe Materialien gegrün-deten Untersucbungen Stenzels(l) (Göppert (3)), sebr gut bekannt.nbsp;Die französischen und aussereuropaiscben Exemplare sind nocb nicbtnbsp;in genügender Weise studirt. In dem in sebr vielen Fallen zerstörtennbsp;Parencbymkörper des Stammes findet man das cbaracteristiscbe con-centriscbe Gefassbiindelnetz, dessen einzelne Einge bier und da durcbnbsp;radiale Anastomosenstrange verblinden zu sein scbeinen. Die Gefass-bündelquersobnitte bilden breite gebogene Platten, bauiig mit bakignbsp;eingekrümmten Kandern, die in grösserer oder geringerer Zabl undnbsp;ganz lockerer, oder überaus dichter Lagerung, je nach der Art, ent-wickelt sind. Als Beispiel für lockere Lagerung derselben mag Ps.nbsp;Bibractensis Kenault (2)nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;f.2 erwabnt sein, bei welchem ausserdem

im Gegensatz zu allen übrigen bekannten Arten zwischen den Gefass-platten ahnlich gestaltete feste Sclerenchymbander vorkommen; als seiches für das entgegengesetzte Verbalten Ps. infarctus Ung. Göppert (3) t. 5, f. 1, bei welchem dieselben einander fast bis zur Berührung genabertnbsp;sind. Eine feste verholzte Scheide, das ganze Bündelsystem des Stammesnbsp;umschliessend, ist haufig verbanden, kann aber auch bei anderen Artennbsp;vollstandig feblen. Die gegenseitige Stellung der Gefassbander auf demnbsp;Stammquerscbnitt ist eine verscbiedenartige, und diess steht, wie dienbsp;oben besprocbeiien, die Aussenflacbe aufweisenden, in Form von Stein-kernen erbaltenen Exemplare lehren, mit der Blattstellung in direktemnbsp;Zusammenhang. Bei den zweizeilig beblatterteu Formen (Holzscbn. 16)nbsp;bilden sie namlicb eine quere Keibe, so zwar, dass alle Bündelrandernbsp;gegen die Flanken gericbtet sind, an denen die Blatter entspriugen.nbsp;Hier siebt man, vou seitlicben Ausbucbtungen der etwa vorhandenennbsp;Sclerenchymscbeide umgeben, die austretenden Blattbündel in Formnbsp;halbmondfórmiger Bogen. Mitunter sind die Enden der Bündelplattennbsp;durcb unregelmassigeVerbindungsbrücken in Zusammenhang; der Scbnittnbsp;wird in solchem Fall gerade einen Anastomosenstrang getroffen haben.nbsp;Viel weniger regelmassige Anordnung tritt bei den Stammen mit zahl-reicheren Orthosticben der Blattstellung hervor; auf dem Querscbnitt sindnbsp;bier die in die Blatter austretenden Bündel in Ein- oder in Mebrzahlnbsp;zu finden, woraus Stenzei auf das Vorkommen spiraliger und quirligernbsp;Blattstellungen schliessen möcbte. Es dürfte indessen naber liegen,nbsp;diese Verscbiedenheiten auf wecbselnde Internodialstreckung bei ver-schiedenen Arten zurückzufttbren. Deun man wird im Falie sebr kurzernbsp;Internodien natürlich die Austrittsspuren mebrerer Blatter auf einemnbsp;Querscbnitt beisammen baben. Für diese Frage wird sicb ein schoner,nbsp;anscbeinend tetrasticber Psaronius eignen, der naberer Untersucbung

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dringend bedarf und von dem ich wohlerbaltene verkieselte Exemplare im British Museum gesehen habe. Er scheint aus Brasilien zu stammennbsp;und soil von Claussen aus dem Museum zu Eio de Janeiro mitgebraelitnbsp;worden sein. Soviel ich weiss, ist er das einzige Beispiel einer tetra-stichen Species, das in Struktur aufweisendem Zustand bekannt ist. Esnbsp;mag hier eingeschaltet sein, dass ich der Güte des Herrn Schwackenbsp;zu Rio de Janeiro einige Notizen über die im dertigen Museum ver-wahrten Psaronienstamme verdanke. Das Hauptexemplar von 40 cmnbsp;Lange scheint nach der mir vorliegenden Zeichnung zu einer andernnbsp;Art als die Scheiben im British Museum zu gehören. Leider weiss mannbsp;absolut nichts über seine Herkunft. Verschiedene Fragmente von Psa-ronien sind aber in den Provinzen Sao Paolo und Parana, wie gewöhn-lich mit Araucaroxylon vergesellschaftet, aufgefunden worden.

Das so beschaffene Stammcentrum ist mm von einer parenchy-matischen Rinde umgeben, die wechselnde Dicke besitzt und immer von unzahligen gedrangten, beinahe senkrecht abwarts verlaufendennbsp;unverzweigten Adventivwurzeln durchbrochen und durchsetzt wird, sonbsp;dass ihr Gewebe nur als Eüllmasse zwischen den Adventivwurzelquer-schnitten erseheint. Jede solche Adventivwurzel bat einen centralennbsp;sternfórmigen, gewöhnlieh hexarchen Holzstrang, — die Baststrange innbsp;dessen Buchten sind nur ausserst selten erhalten, — umschlossen von pa-renchymatischer, dichter oder lückiger Primarrinde, die aussen von einemnbsp;starken dunkelgefarbten Sclerenchymrohr umgehen wird. Die ausserenbsp;Begrenzung dieses Sclerenchymmantels ist keine ganz scharfe, er scheintnbsp;in direkter Verbindung mit dem durchbrochenen Stammgewebe zunbsp;stehen, was nach Analogie von Ophioglossum, und der in der Stamm-hasis tropischer Lycopodien hinabwachsenden Wurzeln wohl nur aufnbsp;sehr inniger, secundarer Verwachsung beider Theile beruhen dürfte.nbsp;Eine abweichende Ansicht hat freilich Stenzei (1) entwickelt, der dienbsp;Wurzeln, soweit sie vom Eindengewebe des Stammes umschlossen sind,nbsp;als Wurzelanfange bezeichnet. Dieselbe dürfte indessen mit dem, wasnbsp;wir über die Bildungsweise der adventiven Farnwurzeln durch neuerenbsp;Untersuchungen wissen, nicht wohl vereinhar sein. Auf dem Quer-schnitt treten die Sclerenchymhüllen der Wurzeln als zierliche braunenbsp;Ringe hervor; das getüpfelte Ansehen, welches sie der Schlififflachenbsp;geben, hat zum Vergleieh mit der Brust des Staars und zu dem trivia-len Namen Staarstein Anlass gegeben. Man sollte erwarten, zwischennbsp;den Wurzelquerschnitten üherall die in verschiedenen Punkten ihresnbsp;Verlaufes getroifenen Blattbündelquerschnitte zu finden. Das ist indessen nicht, oder nur in eingeschranktestem Maasse, und nur in dernbsp;Nahe der Stammaxe der Fall. Es ist denkbar, dass die austretendenbsp;Platte sich alsbald in zahlreiche Bündel von winzigem Querschnitt auf-löst, die nun zwischen der Masse von Wurzeln sich der Beobachtung

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eatziehen. Auf der anderen Seite lasst sich aucli mit Sten zei ein ausgiebiges Dickenwachstlium des peripberen Parenchyms, der gesamm-ten Stammrinde, annebmen, welches, auch auf der Abgliederungsflachenbsp;der Blatter eintretend, die Bündelstiimpfe allmahlicb ins Innere versenkt.

Die, die Aehse umgebende, Wurzelmasse kann colossale Dicke er-reichen, sie kann den Durcbmesser des Stammcentrums um ein Viel-faehes übertreffen. An den als Steinkerne erhaltenen Exemplaren von St. Etienne erscbeint sie als kohlige Schicbt, die gegen die Stamm-basis fortwabrend an Macbtigkeit zunimmt; scbon an den von C or da (1)nbsp;t. 28 gegebenen Durchschnitten des Ps. carbonifer Cda. ist sie in diesernbsp;Form zu erkennen. Ibre Macbtigkeit an den verkieselten Exemplarennbsp;spricht sebr dafiir, dass wir es in diesen durchweg mit Stammbasen zunbsp;tbun haben. Bei genauer Untersucbung zeigt sich nun, dass diesenbsp;periphere Umhüllung aus zwei verschiedenen Schichten besteht, einmalnbsp;namlich aus der besprochenen, von denWurzeln durchbohrten Stammrinde,nbsp;und dann aus einem dichten Geflecht frei aus der Oberflache hervor-getretener, hier auch Verzweigungen zeigender Wurzeln. Diese unter-scheiden sich natürlich dadurch von den in der Rinde gelegenen Basal-theilen, dass sie, scharf nach aussen begrenzt, noch eine schmale, ausser-halb des Sclerenchymrohrs gelegene parenehymatische Rinde zeigen.nbsp;Exemplare, die den vollstandigen Querbruch mit der Stammmitte undnbsp;der ganzen umhüllenden Wurzelmasse bieten, sind selten. Bei weitemnbsp;die meisten in den Sammlungen bewahrten Psaronien sind Bruchstückenbsp;aus den Wurzelhtillen, mitunter von ausserordentlichen Dimensionen.nbsp;Aehnliche verkieselte Wurzelgefiechte, die von anderen Farrenkrauternnbsp;herstammen und in Bruchstücken in Chemnitz gefunden wurden, hatnbsp;Stenzel (2) als Protopteriswurzeln beschrieben, sie mit Cordas (1)nbsp;t. .io, f. 7—10 Abbildung seiner Protopteris mierorhiza vergleichend. Vonnbsp;denen der Psaronien sind sie durch diarche Wurzelstrange untersehieden.nbsp;Ebendasselbe gilt auch von der compakten Wurzelhtille des als Rhi-zopterodendron Oppoliense Göpp. bekannten, mit Protopterisstrukturnbsp;versehenen Stammes, der dem Turon von Oppeln entstammt und fürnbsp;welchen man Stenzeis (3) ausführliche Darstellung vergleichen moge.

Ein paar kleine Farnstammchen, deren dünne krautige Axe von einem geschlossenen Panzer holziger, fest über einander liegender Blatt-stielbasen umgeben wird, finden sich in der Literatur als Osmunditesnbsp;beschrieben. Es sind das erstens: Osmundites Schemnicensis Unger (8)nbsp;aus den tertiaren Süsswasserquarzen von Ilia in Ungarn, und fernernbsp;Osmundites Dowkeri Carruthers (8), gleichfalls tertiar, aus demnbsp;Unter-Eocan von Herne Bay in England. Ein drittes, noch nicht be-schriebenes, ganz ahnliches, verkieseltes Exemplar, als Geroll in dennbsp;Alluvien des unteren Lenalaufes in Sibirien aufgenommen, ist ausnbsp;Blumenbachs Nachlass in die palaontologische Sammlung der Got-

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linger üniversitat gelangt. Bei allen diesen Stammen haben wir im Centrum den Gefassbtindelring, aus sehr unregelmassig geformten Bün-delquersclmitten zusammengesetzt, und den parenchymatischen Mark-körper umgebend. Auswarts folgt eine dicke, von den lialbmondfór-migen Blattbündeln durchsetzte Sclerenchymhülle, an die sich endlicbnbsp;die freien Blattstiele anschliessen. Bei dem Göttinger Stammcben istnbsp;das Sclerencbym weniger deutlich; jeder Blattstieldurcbsclmitt des-selben zeigt in der Concavitat eines balbmondförmigen, noch zwei kleinere, rnndliclie Spurstrangquerscbnitte. Die Bestimmung dieser Fossi-lien als Osmundaceenstamme beruht nun ursprtinglieli nur auf demnbsp;Habitus, der allerdings absolut mit dem von Osmunda stimmt. Danbsp;aber in denselben Süsswasserquarzen Ungarns aucli Blatter gefundennbsp;sind, die man als Osmunda bestimmt bat (vgl. Schimp er (1) v.i, p. 678),nbsp;so wird man dieselbe wohl als begründet anerkennen müssen, wenn-scbon weder der charakteristiscbe Strangverlauf, noch der collateralenbsp;Bau der Bündel der Osmundaceen nachgewiesen ist. Der Habitus alleinnbsp;würde kaum genttgen können, wie uns ein merkwürdiges Stammchennbsp;aus dem Eothliegenden von Chemnitz zeigt, welches, zuerst von Cotta (1)nbsp;beschrieben, durch Corda (1) p.st den Namen Asterochlaena Cottai Cordanbsp;erhalten hat. Ausführlichere Besprechung desselben findet sich bei Göp-pert (3) p-41; t, 9, f. 1. Bei oberflachlicher Betrachtung erinnert diesesnbsp;Stammchen, von dem ich eine von Cotta herstammende Querschnitts-platte im geol. Dep. des British Museum, andere Exemplare in dernbsp;stadtischen Sammluug zu Chemnitz zu sehen Gelegenheit hatte, an dienbsp;Osmunditen, unterscheidet sich aber von denselben aufs wesentlichstenbsp;dadurch, dass an Stelle eines Gefassbiindelringes in seiner Achse einnbsp;einziges centrales Bündel von bedeutender Ausdehnung und unregelmassig sternförmigem Querschnitt verhanden ist, dessen Strahlen ver-schiedentlich gebogen, mitunter nochmals in divergirende Zweige ge-spalten erscheinen. Das ist eine Struktur, die unter den lebendennbsp;Farnen kein vergleichbares Analogon finden dürfte. Aehnliche Ver-haltnisse scheint ferner ein Stammchen aus dem Oberdevon (Portagenbsp;group) von New York zu bieten, welches Dawson (4) 1.12 beschriebennbsp;und Asteropteris Noveboracensis Daws, genannt hat. Auch hier istnbsp;in der Achse ein sternfórmiges Holzbündel mit langen radienartigennbsp;Strahlen verhanden, die einfach oder regelmassig verzweigt sein können.nbsp;Ein peripherischer Sclerenchymmantel umschliesst Blattspuren von eigen-thümlicher biscuitfórmiger Querschnittsform. Dawson hat diese seinenbsp;Gattung unbedenklich zu den Farnen gestellt, doch bleibt es nach seinennbsp;bezügliehen Angaben nicbt ausgeschlossen, dass sie zu den Lycopodia-ceen gehören könnte, zu denen Ungers (5) Cladoxylon, mit dem er sienbsp;vergleicht, gewöhnlich gerechnet wird. Für diese letztere Form sei hiernbsp;auf jene Gruppe verwiesen, bei welcher sie ihre Besprechung finden soil.

Solras-Laubaclii Palaophytologie. nbsp;nbsp;nbsp;12

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Sehr kleine krautige Stamme einfachen Baueg zeigen endlicli die Gattungen Zygopteris nnd Botiyopteris, deren Fruktifieationen nnd Blatt-stiele oben p. 153, 163 besprochen worden sind. Die Zugehörigkeit dernbsp;betrelfenden Stammchen zu diesen Gattungen ist dadurch festgelegt, dassnbsp;Kenault (2, 4, 5, 7) dieselben mit den charakteristischen Blattstielennbsp;in Zusammenbang gefunden bat. Bei Zygopteris liegt in dem bomo-genen, von zablreicben Blattspuren durcbzogenen Parencbym der Ge-fösskörper in Form eines ringsum gescblossenen, ein sternförmig aus-gescbweiftes Mark umgebenden Binges; bei Botiyopteris ist gar nur einnbsp;einfacber Centralstrang von rundlichem Querscbnitt vorbanden. Esnbsp;scbeint freilicb nacb dem, was die Befunde von Tubieaulis primariusnbsp;Cotta (1) lebren, aueb andère viel starkere Stamme mit dem Blatt-stielbau von Zygopteris zu geben. Denn von dieser Species sind ziem-licb grosse, den Tempskyacbarakter (vgl. p. 163) bietende Stücke gefunden worden.

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YIII.

Equisetaceae, Marsilioideae, Traciuairia, Sporocarpon.

Nichts ist bezeichnCEdei- fur deu Umschwung, der sieh auf dem Grebiet der Palaophytologie in den letzten Jalirzehnten vollzogen hat,nbsp;als der Umstand, dass die Equisetaceen, die frtther von alien fossilennbsp;Pflanzenresten filr die bestbekannten gehalten warden, jetzt geradezunbsp;zu denen gehören, über die wir minder gut unterrichtet sind. Es liegtnbsp;das daran, dass uns — von den in ihrer Dahingehorigkeit zweifel-haften Calamarien abgesehen — keinérlei versteinerte und Strukturnbsp;bietende Reste aus dieser Familie vorliegen, dass wir auf Steinkernenbsp;und Abdrtieke ausschliesslich beschrankt sind. Schwachere beblattertenbsp;Zweige und Fructifieationen — diese sehr sparlich — sind ausschliesslich im letzteren Erhaltungszustand bekannt; die mitunter sehr machtigen Hauptstamme linden wir gewöhnlich als Steinkerne, haufig vonnbsp;Kohlenrinde umgeben und die Ausgüsse des weiten Markrohrs darstel-lend, in anderen Fallen die aussere Oberflache des Stammes selbst re-prasentirend. Infolge dessen ist auch fiir die Bestimmung der Restenbsp;im wesentlichen nur der Habitus maassgebend; man schliesst aus dennbsp;Scheiden mit ihren Randzahnen, aus den machtigen Binnensteinkernen,nbsp;die, wie gesagt, auf ein weites Markrohr hindeuten, aus der Streifungnbsp;der Oberflache und aus den eventuell gleichzeitig vorkommenden Fruc-tificationsresten in dieser Richtung. Den meisten derartigen Bestim-mungen haftet aber ohne Kenntniss der Anatomie eine gewisse Un-sicherheit an, die noch dadurch vermehrt wird, dass wir eine Reihenbsp;habituell ganz ahnlicher Formen, die Calamarien, kennen, deren Baunbsp;in vieler Hinsicht von dem unserer lebenden Equiseten wesentlich ab-weicht, und dass wir eben nicht wissen, in wie weit die als Equisetaceen angesprochenen Formen in dieser Beziehung mehr mit einer odernbsp;der anderen Gruppe ttbereinstimmten. Dieses letztere gilt natiirlichnbsp;wesentlich von den Resten der palao- und mesozoischen Ablagerungen,nbsp;fiir die zahlreich beschriebenen tertiaren Equisetiten, die man beinbsp;Schimper (1) y. i,p. 25yseq. zusammengestellt lindet, fallen dergleichennbsp;Zweifel und Bedenken weniger ins Gewicht. Die Hauptentwicklungs-

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Equisetaceae, Marsilioideae, Traquairia, Sporocarpon.

periode dieser schaehtelhalmartigen Gewachse sclieiut die Trias ge-weseu zu sein, deren oberen Gliedern die riesigsten Formen der Gruppe eigenthiimlich sind. Sclion im Jura nelimen sie an Bedeutung iiir das Ge-sammtbild der Vegetation ab; in den carboniscben Ablagerungen anderer-seits sind nur sparlicbe irnd nicht ganz zweifelsfreie Abdriicke gefunden.

Die bekanntesten Equiseteenreste geboren der Gattung Equise-tites an, die Schimper geradeswegs als Equisetum bezeiclinet. Eine der typischsten und zugleich die riesigste der dahin gerechneten Artennbsp;ist E. arenaceus Bronn, fiir den Keuper und speciell ftir die Letten-kohle cliarakteristisch, zumal in pracbtigen Exemplaren im Stuttgarternbsp;Sehilfsandstein, in der Umgebung von Wiirzburg und Heidelberg gefunden. Zalilreiche gute Abbildungen giebt Scbimper(i) t.o-ti. Annbsp;den genannten Fundorten hat man diese Species in der mannigfaeb-sten Erhaltung bekommen. Sehr baufig kommen grössere cylindriscbenbsp;Stttcke der bis armsdicken, aufrecbten Sprosse vor, sowobl im Hobl-druck, als auf dem Steiiikern die Blattscheiden und die Oberflache dernbsp;Internodien zeigend. Diese letztere ist, wie bei den lebenden Arten,nbsp;durch alternirende Riefen und Rillen gekennzeicbnet, die, im allge-meinen schwacb hervortretend, gegen die Scbeide bin an Deutlichkeitnbsp;zunehmen. Hire Alternation in den aufeinanderfolgenden Internodiennbsp;ist baufig deutlich, mitunter freilicli nicht mit Siclierheit zu erkennen.nbsp;Die Scheiden sind eng anliegend, röhrenförmig, oberwarts in kurze,nbsp;aber sehr zalilreiche Zahne gespalten (Sc him per giebt an, bei starkennbsp;Exemplaren fiber 100 gezahlt zu liaben), deren jeder in einen langennbsp;Dornfortsatz auslauft. Mitunter kommen die Basaltheile der aufrecbtennbsp;Sprosse zur Beobachtung, mit denen sie am Rhizom ansassen. Solchenbsp;Stficke sind, bei gleichzeitiger Verktirziing der Internodien, allmahlichnbsp;kegelformig verjfingt, sie lassen sich dadurcli leicht von den gleichfallsnbsp;zuweilen erhaltenen Gipfeln unterscheiden, die wenig verjfingt und dom-fórmig abgerundet erscheinen. Dergleichen Gipfel, zumal von jungen,nbsp;am Rhizom gebildeten Stengelknospen, bekommt man manchmal, nieder-gedrfickt, oder in der Scheitelansicht zu Gesicht (Schimper (1) t.9,f.3);nbsp;die verkfirzten Internodien mit ihren Scheiden erscheinen dann alsnbsp;ebensoviele concentrische Kreise.

Wie bei den jetzt lebenden Arten, waren aucb bei dem Eq. arenaceus Knotendiaphragmen derber Beschaffenheit vorlianden. Dieselben sind haufig erhalten, sie stehen alsdann gewöbnlich mit den zugehorigennbsp;Scheiden in Zusammenhang. Besonders da, wo die Stamme die Schieh-tung durchqueren, trifft man sie beiin Durchspalten des Gesteins nichtnbsp;selten an. Die Scheide ist dann jedesnial von oben her niedergedrficktnbsp;und in der Ebene ausgebreitet. Das Diaphragma, wo es gut erhalten,nbsp;zeigt ein ebenes sculpturloses kreisrundes Mittelfeld und einen convexnbsp;ansteigenden Ring, in dem man als radienartige Fiirchen oder Fallen die

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Abdriicke des GefassbUndelsystems erkennt. Möglich, dass Emmons’ (1) t. 3, f. 4,6 Gattung Lepaoyclotes aus dem Keuper von Nord-Carolina einnbsp;solches scheidentragendes Diaphragma einer Eqiiisetacee darstellt.

Ausserordentlich baufig sind aucli Ausgtisse der weiten Markhöli-lung des Stengels, feingestreifte Cylinder, die durch scliarfe Einscbnitte in, den Internodien entsprechende Stiicke zerlegt werden, deren Strei-fung, dem Verlauf der Gefassbiindel folgend, ganz regelmassig alternirt.nbsp;Jede Furche eines solclien Steinkerns diirfte einem Gefassbiindel ent-stammen, welches auf der, die Markhöhle begrenzenden Wand als leichtenbsp;Eippe vortrat. Die Einscbnitte an den Knoten sind die durch das Vor-handensein der Diapbragmen verursachten Unterbrecbungsstellen dernbsp;Homogeneitat des Steinkerns. Wegen ihrer Aehnlichkeit mit den spaternbsp;abzuhandelnden Calamitenstammen der carboniscben Ablagerungen findetnbsp;man solche Erbaltungszustande in alteren Büchern als Calamites are-naceus bescbrieben; ihre Zugehörigkeit zu Equisetites ist erst durchnbsp;Petzholdt(l) und Ettingshausen(8) erwiesen worden. Der letzterenbsp;giebt an in Bronns Sammlung Equisetiten gesehen zu haben, welchenbsp;einen Calamites arenaceus als Binneusteinkern umscblossen. Auch Ebi-zomstttcke der Pflanze kommen in analoger Erhaltung wie die auf-rechten Stamme baufig vor, initunter noch mit den seitlichen Stamm-knospen in Zusammenhang (Sehimper (1) t. lo, f.3). Sie zeichnen sich,nbsp;wo ihre Oberflaehenansicht vorliegt, durch den Mangel der Blattseheiden,nbsp;die bier friiher Zerstorung verfielen, sowie durch die zahlreich an dennbsp;Knoten vorhandenen Narben grösserer Aeste und Stamme aus. Mitnbsp;alien diesen Eesten zusammen hat man vielerorts in den Keupersand-steinen Steinkerne von Gestalt rundlicher, gewöhnlich etwas plattge-driickter Knollen, haufig mit gefalteter Oberflache gefunden, die einer-seits eine Insertionsnarbe aufweisen, und die betraehtliehe, aber sehrnbsp;wechselnde Grosse besitzen (Sehimper (1) t.ii, f.4). Obgleich ihr Zusammenhang mit den Ehizomen, soviel mir bekannt, nirgends nacli-gewiesen ist, so kann es doch bei Berücksichtigung des Thatbestandesnbsp;von Eq. Burchardti Dunk. keinem Zweifel unterliegen, dass wir es innbsp;ihnen mit den bekannten verdickten Ehizomgliedern unserer Equisetennbsp;zu thun haben. Denn von dieser viel kleineren Species, die in dernbsp;Walderkohle Hannovers gefunden ist, bewahrt das GÖttinger Museumnbsp;Platten mit langen Ehizomstücken, denen die ahnlich beschatfenen kug-ligen Knollen in Menge anhaften. Abbildung eines dieser Stticke hatnbsp;Schenk (1) t. 32. t 1 gegeben. In den weichen grauen Thonen der Let-tenkohle von Basel hat man endlich, neben zahlreichen plattgedrückten,nbsp;und mit der Kohlenrinde erhaltenen Stengeln des Eq. arenaceus, auchnbsp;Gruppen polygonaler Schilder im Hohldruck gefunden (Sehimper (2)nbsp;p. 102, r. 4) und als Fructificationsreste desselben angesprochen. Es ist wohlnbsp;möglich, dass man mit dieser Annahme das richtige getroffen hat. Die

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einzelnen Schilder zeigen in der Mitte eine ebene Flaclie (die Scbeitel-fiache), die, der Anzahl ibrer Seiteii entsprecbend, von scbmalen recbt-eckigen Böscbungsebenen rings umrandet wird.

In den auf den Keuper folgenden Formationen treten an die Stelle des Eq. arenaceus viel kleinere Arten, so ist für das Ebat Eq. Mtinsterinbsp;Stbg. cbarakteristiscb, der bei Scbenk (3) ausfiibrlicli abgebandelt wird.nbsp;Diese Species zeicbnet sicb durcb die breiten flacben Furcbén und dienbsp;scbarfen Rippen aus, deren nur eine ziemlicb geringe Zabl im Umkreisnbsp;des Stengels verbanden ist. Mit den Vegetationsorganen im Zusammen-bang ist eine kuglige Frucbtabre gefimden worden. Mit dem Eq. co-lumnaris Brongniart (1) t.i, t. is tritt im braunen Jura von Scarborougbnbsp;und Wbitby nocb einmal eine colossale, dem Eq. arenaceus abnlicbenbsp;Form auf. Mebrere kleinere Species aus dem braunen Jura der SUd-alpen sind bei Zigno (1) t. i abgebandelt; von dem Eq. Burcbardti ausnbsp;der Walderkoble ist oben scbon die Rede gewesen. Auf die zablreicbennbsp;aus neogeuen Formationen bescbriebenen Formen braucbt bier nicbtnbsp;weiter eingegangen zu werden.

Nacbdem wir bei unserer Betracbtung von dem Eq. arenaceus des Keupers aufwarts gegangen sind, werden nun nocb ein paar Worte iibernbsp;die vortriassiscben Equisetaceen binzugefügt werden müssen. Da babennbsp;wir zunacbst die carboniscben Reste, die Scbimper (1)t. i, p.2S6 unternbsp;dem Namen Equisetides zusammengefasst bat. Da man von ibnen durcb-weg nur kurze Stengelstiicke mit einzelnen Scheiden kennt, da man iibernbsp;ibre Fructification ganz ununterricbtet ist, so müssen sie zu den zweifel-baftesten Fossilien gereclmet werden. Als bekannteste Beispiele mógennbsp;bier Eq. lingulatus Germar (1) t. lo, ns, vgl. auch Weiss (5) t. lo, f. lonbsp;aus der Steinkoble von Wettin, und Eq. brevidens Scbimper (1) t.n, f.4nbsp;erwahnt sein. Eingehendere Studiën über dieselben müssten mit dernbsp;Einsammlung der Materialien in den Koblenrevieren beginnen; denn innbsp;den Sammlungen sind sie nur sebr sparlicb verbanden. Sie scbeinennbsp;eben nicbt gerade baufig zu sein, mógen aucb gar vielfach, ibrer Un-scheinbarkeit balber, nicbt die genügende Beachtung gefunden baben.nbsp;Man wolle im tlbrigen das spaterbin, bei Gelegenheit der Besprechungnbsp;von Cingularia und Calamostacbys, gesagte nachsehen. Aus den ober-devonischen Cbemungschichten hat Dawson (4) ein sebr unwahrscbein-lich aussehendes Fossil als Equisetides Wrightiana abgebildet. Nachnbsp;Hall (bei Berlin H. Wright (1) ErkiaruEg zu 1.15, r. i) ist dieses ein Cru-staceenrest, zwei Abdominalsegmente eines der Gattung Stylonurus^nicbtnbsp;unabnlichen Thieres darstellend.

Ein weiterer bier zu erwahnender, eigentbumlicber Rest, über den die Akten noch lange nicbt geschlossen sind, ist das sogenannte E q u i -setum mirabile Sternberg (1) Heft5-8, t.i, f.uu.b, dessen ausfübrlichenbsp;von schónen und exakten Abbildungen begleitete Bebandlung bei W e i s s (6)

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p. 133; 1.18, f.2, (5) p. i49;t.i6a,f.9 und bci Stur (5) p-HI; 1.1, f. i_- zu fiudeu ist. Der letztere Autor hat daraus eine Gattung gehildet, die er Eleuthero-phyllum nennt. Es gehort dieses Eq. mirabile zu deu allerseltenstennbsp;Kolilenfossilien und ist his jetzt nur ays dem Waldenhurger Eevier innbsp;wenigen Ahdruckstilcken bekannt geworden. Die Museen, in denennbsp;diese aufbewahrt werden, hat St nr namhaft gemacht. Die diekennbsp;walzenfórmigen plattgedriickten Stamme sind durch zahlreiche Knotennbsp;in sehr kurze, der Lange nach wellig gerippte, Glieder getheilt, in denennbsp;die Rippung regelmassig alternirt. Die Knoten tragen Abdrücke vonnbsp;Organen, die die Autoren ftir stumpf gerundete Blattzahne halten. Nachnbsp;Star sind diese Blattzahne frei, nach Weiss sind sie unterwarts scheidignbsp;verbunden. Eine eigenthiimliche Sculptor, die man auf Hirer Plachenbsp;beobachtet, deutet Stur auf das Vorhandensein je eines Sporangiums,nbsp;das durch die Blattflache durchschimmert; das Ganze wiirde sonach zunbsp;den Eructificationen gehören. Allein Weiss hat sich davon nicht zunbsp;tiberzeugen vermocht; er glaubt, dass sich die Erscheinung auf Faltehennbsp;zuriickfuhren lasst, die durch die feste Aufdrilckung der Seheide aufnbsp;die zickzackfórmige Verbindungslinie der im Knoten sich vereinigendennbsp;Rippen entstehen. Weitere Untersuchungen an neuem Material miissennbsp;hier entscheiden. Ich habe kein Urtheil, da ich die Pflanze nur fliichtignbsp;zu besichtigen Gelegenheit fand.

An Equisetites wird seit Schimpers (3) t.21-29, (l) v. 1, p.282; t. i3u.i4, Z. (I)p.i6i grundlegender Beschreibung die Gattung Schizoneura an-geschlossen. Die alteste bekannte Art entstammt dem Buntsandsteinnbsp;der Vogesen^ nenerdings ist dann eine zweite ganz nahe damit ver-wandte Form, Sch. Gondwanensis 0. Feistmantel Pal. ind. ser. sir,nbsp;Aith. n aus den lower Gondwanas (Trias) Indians beschrieben und mit zahl-reiohen Abbildungen erlautert worden. Ein Exemplar derselben habenbsp;ich im British Museum hot. Dept, gesehen. Ein paar andere hierher-gezogene Arten sind minder genau bekannt, so Sch. Meriani Schim-per(l) aus der Lettenkohle, Sch. Hoerensis Schimp, vgl. Nathorst (3)nbsp;t-1, Heer (14) 1.1 n. 2, Die Stengel von Schizoneura sind gegliedert undnbsp;gestreift; die Riefen sollen nach 0. Feistmantels ausdrticklicher An-gabe nicht alterniren. Die langen, schlaffen, cylindrischen, den Stengelnbsp;nur locker umschliessenden Scheiden haben einen ganz kurz gezahntennbsp;Rand, sie reissen spater zwischen den feinen Nerven bis zur Basis einnbsp;Und werden in zwei oder mehr abstehende Lappen von ungleicher Breitenbsp;zerlegt, die wie wirtelstandige Monocotyledonenblatter aussehen und zunbsp;der Bezeichnung Convallarites, wie sie von den alteren Autoren an-gewandt wurde, den Anlass gegeben haben. Zahlreiche entblattertenbsp;Stamme und Steinkerne von Equisetumartiger Beschaffenheit, die mitnbsp;den beblatterten Zweigen in den lower Gondwanas vorkommen, werdennbsp;''^on 0. Feistmantel zu derselben gezogen.

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Voa der Gattung Phyllotheca Brongn. haben wir in Enropa nur wenige Beste im braunen Jura der Siidalpen, die von Zigno (1) t. 7, snbsp;als Pb. Brongniartiana und Pb. equisetiformis bescbrieben worden sind.nbsp;Mebrere andere Arten, darunter die ursprünglicb von Brongniart (4)nbsp;p-151 bescbriebene Pb. australis, sind den triassiscben Ablagerungen Au-straliens (vgl. M. Coy (1), 0. Feistmantel (1) iii, und den lower Gond-wanas Indiens eigen. Aus dem braunen Jura Sibiriens baben H e e r (5)nbsp;t.411, t. 4; t.6i, 1.1 und S c b HI a 1 b u u s e u (1) p. 62se(i. mebrere weitere Formen

bekannt gegeben; bei dem letzteren Autor ist eine gelegentliebe mono-grapbiscbe Bebandlung der ganzennbsp;Gattung zu finden. Endlicb batnbsp;Heer noch das Equisetum lateralenbsp;Phill. aus dem Braunjura von Scarborough (Lindl. Hutt. (1) v.s, eise) zunbsp;der Gattung Phyllotheca gezogen,nbsp;wohin es eher geboren dürfte, als zunbsp;Sobizoneura, bei welcher es Schim-per (1) auffiibrt.

Die beblatterten Zweige von Phyllotheca sind von denen der Equi-setiten hauptsacblicb durch habituellenbsp;, j, ,nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;„nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;Cbaraktereunterscbieden.IhreStrei-

\IW'' ¦/ I '4 nbsp;nbsp;nbsp;/ if fting ist) Sehmalhausen zufolge,

in aufeinanderfolgenden Internodien nicht alternirend. Die Blattscheidennbsp;sind eng anliegend, oberwarts beinbsp;B einigen Arten trichterförmig erwei-Fig. n.nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;tert, ihr Rand tragt eine grössere Zabl

PhyllothecaZigno, A PU. equisetiformis von Rovere di Velo tei Verona. Nach einem Exemplar roeiner Sammlung. B Fruchtstand, der vonnbsp;Sehmalhausen zu Phyllotheca gezogen wird,nbsp;aus Sibirien. Nach Sehmalhausen (1).

linealer, stark verlangerter, stumpf-endender eiunerviger Zabne, welche, divergirend nach auswarts gebogen,nbsp;mitunter an den Spitzen wieder baken-förmig eingekrümmt sind. Diese langen spreizenden Scheidenzahne gebennbsp;der Gattung einen sehr eigentbilmlichen Habitus (Holzschn. 17 A). Beinbsp;Pb. indica und der sibiriscben Pb. deliquescens Schmalh. sollen dienbsp;Zweige an den Knoten wirtelig geordnet sein, bei den ilbrigen Artennbsp;sollen sie einzeln stehen, ihre Narben sollen bei einigen unter- bei anderen oberhalb der Knotenlinie sicb finden. Ueber diese Verzweigungs-charaktere kann ich, obne Kenntniss der Originalstticke, mich nichtnbsp;weiter aussprechen. Nach Me Coy und Sehmalhausen kommen mitnbsp;manchen Arten zusammen Steinkerne vor, die die bekannte gestreiftenbsp;Besebaffenbeit zeigen, sicb nur durch wenig eingesebnittene Knoten-

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linien auszeichnen. Wo an ihnen Astnarben vorhanden sind, stelien sie genau auf den Knoten.

Als Knotendiaphragmen von Phyllotlieca werden gewöhnlich eigen-tliümliche kreisrunde Scheiben gedeutet, die man zusammen mit den Zweigen öfters vorfindet. Besonders baufig liegen dieselben seitlich annbsp;den Internodien der beblatterten Stengel an. In derselben Weise wienbsp;bei den asiatischen Formen kommen sie nun auch bei dem Equisetumnbsp;laterale Phill. von Scarborough vor und haben ibm den Namen gegeben.nbsp;Urn desswillen gerade hat Heer diese Pfianze zu unserer Gattung ge-stellt. Die Scheibchen zeigen eine sehr zierliehe Seulptur. Sie sind innbsp;der Mitte eben und glatt; ihr flack gewölbter Rand ist aber mit einernbsp;starken radialen Streifung versehen. Im Museum zu Oxford habe ichnbsp;viele Exemplare gesehen, die einen dicken Kohlenbeleg trugen, dernbsp;dann an der Peripherie, der Streifung entsprecbend, in zahlreicbe Lap-pen gespalten erschien, auf welchen sich eigenthümliche Narbchen erkennen liessen. Nach diesem Refund erscheint mir wie Heer die iib-liche Deutung dieser Gebilde sehr zweifelhaft. Man würde, wenn sienbsp;richtig, auch nicht recht versteken, warum dieselben so haufig seitlich annbsp;der Mitte der Internodien ansitzen. Man miisste denn gerade zu dernbsp;recht willkiirlichen Annahme greifen, dass sie die untersten Knoten dernbsp;Seitenzweige reprasentiren, die oberhalb der Nodiallinie vom Stengelnbsp;abgingen.

Als Fructificationen von Phyllotheca sind verschiedenartige Gegen-stande gedeutet worden. Sehen wir zunachst von ausserst unvollkom-men erhaltenen, von Schmalhausen (1) t. o, r. i- abgebildeten, und ohne ersichtlichen Grund dahingereehneten Dingen ab, so hat eben diesernbsp;Autor höchst merkwürdige Eeste als Fructificationen seiner Ph. deli-quescens beschrieben und auf t. i,f.3 und t.9, f. le dargestellt. Ich kattenbsp;Gelegenheit das zweite dieser Exemplare in Strassburg zu sehen, wohinnbsp;dasselbe dem Autor zur Bearbeitung aus Petersburg gesandt Avordennbsp;Avar. Es Avird von der Zeichnung in vorzüglicher Weise Aviedergegebennbsp;(Holzschn. 17 B). Eine gestreifte und mit durchaus Phyllothecaartigennbsp;Scheiden besetzte Achse tragt seitlich, an den zwischen diesen gelegenennbsp;Internodien, kleine Organe, die den Sporangien erzeugenden Schildernnbsp;Unserer Equiseten vollkommen gleichen. Und zAvar sind deren in demnbsp;Zwischenraum zwischen je 2 Scheiden eine ganze Menge vorhanden,nbsp;die Achse rings umgebend. Ganz dasselbe zeigt das andere Exemplar,nbsp;an dem indess nur eine sterile Schelde, soAvie Stücke der beiden an-grenzenden Internodien erhalten sind.

Beiden Stücken gegenüber ist es schwer, da sie die Blattseheiden luit ihren Charakteren aufAveisen, an der Zugehörigkeit zu Phyllothecanbsp;zu zweifeln. Es würde somit von den echten Equisetaceen die Gattungnbsp;dadurch abweichen, dass ihre Fruchtahre zu Aviederholten Malen von

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gewöhnlichen vegetativen Blattwirtelu unterbroelien wird. Auf jeden Fall aber hat es keine Berechtigang, wean Heer (5) t-Bj. p-9; t-u f.5 eiunbsp;paar auf demselben Stüek neben seiner Phyllotheca sibirica gelegenenbsp;Aehren anderer Art, die er selbst denen von G-inkgo sehr ahnlich findet,nbsp;mit dieser ohne weitere Begriindung vereinigt, und daraufhin von ver-sehiedenen Typen spricht „die mit der Zeit wohl auch generisch zunbsp;trennen sind“.

Was wir von fossilen Hydropteriden wissen, ist so wenig, so fragmentarisch und meist so zweifelhaft, dass dessen Darstellung hiernbsp;gleich angefiigt werden mag. Aus der Gruppe der Marsiliaceen be-schreibt Heer (Slv.3, t.ns die Fruchtkapseln einer Pilularia aus Oenin-gen; im Obereocan von Bonzon (Haute - Loire) hat Marion (2) einenbsp;geöifnete Kapsel gefunden, die dann von A. Braun (2) als die einernbsp;Marsilia (M. Marioni A. Br.) erkannt worden ist. Die zugehorigennbsp;Blatter sind in fossilem Zustand noch unbekannt. Aus den alteren For-mationen hat man gleichfalls einige Beste hier anzureihen versucht. Danbsp;ist zunachst die Gattung Sagenopteris Presl zu erwalmen, von derennbsp;Blattern oben p. 141 bereits die Bede gewesen ist. Mit diesen Blatternnbsp;zusammen hat Zigno (1) t. 1,t. 20,f. 2u. 3 kleine runde Körperchen beob-achtet. Und Nathorst (6), der ahnliche Dinge in Schonen gefunden,nbsp;erklart dieselben fiir Sporocarpien, wofiir er freilich jeden Beweisnbsp;schuldig bleibt. Daraufhin setzt er dann in wenig überzeugender Weisenbsp;auseinander, dass besagte Sporocarpien zu Sagenopteris gehort hatten,nbsp;dass diese desswegen eine Marsiliaeee gewesen sein miisse. Auchnbsp;Schimper (Z. 1) p-154 hat sich dann dieser Anschauung angeschlossen.

Höchst zweifelhaft beziiglich seiner Hierhergehörigkeit, die nur aus dem Habitus des einzigen Originalstiicks erschlossen wurde, ist fernernbsp;der von Schenk (1) *¦ 26, f. 3 als Marsilidium speciosum beschrie-bene Blattrest aus der Wealdformation des Osterwaldes in Hannover.nbsp;Die Spreite besteht aus sechs breit keilförmigen, an der Spitze einesnbsp;langen Blattstiels inserirten Fiedern mit Cyclopterisnervatur und feinernbsp;Zahnelung des Vorderrandes.

Als Sphenoglossum quadrifolium Emmons (l)t. 1,12 ist ein Blatt-rest aus dem Keuper von Hord-Carolina beschrieben, der aus vier in der Ebene liegenden, an einem Punkt inserirten, breit keilförmigen, ganz-randigen Blattern oder Fiedern besteht.

Die Familie der Salviniaceen ist in mehreren wohlerhaltenen und unzweifelhaften Salviniaspecies im Miocan von Schrotzburg in dernbsp;Schweiz (Heer (3) v. 3,1.145), von Sehossnitz in Schlesien (Göppert (18)nbsp;1.1, f.21-23) and von Priesen bei Bilin in Bohmen (Ettingshausen (4))nbsp;als Blattabdruck gefunden. Aus alteren Ablagerungen ist nichts ahn-liches bekannt. Auch Beste von Azolla sind meines Wissens bislangnbsp;noch nicht beschrieben worden. Es ist diess indess natttrlieher Weise

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kein Beweis, dass diese so eigentliiimliclieii Formen nicht schon in fi'iiheren Epochen aufgetreten sein könnten. Ihre zarten Vegetations-organe sind vielleicht hloss früher Zerstörung verfallen nnd uns nichtnbsp;tiherliefert worden. Zu solcher Annahme könnte man gewissen winzigennbsp;Fructificationsresten gegeniiher neigen, die sick gelegentlich in den eng-lischen Kalkknollen der Steinkohlenformation vorfinden, nnd die in grös-sererZahl von Williamson (1) ix, x nnd von Carruthers (vgl. Williamson (l)x) unter den Namen Sporocarpon Will., Traquairia Carr,nbsp;nnd Zygosporites Will, beschrieben worden sind. Ich habe diese Dingenbsp;in Williamsons Sammlung in einer grossen Menge von Exemplarennbsp;kennen gelernt, eiuige derselben besitze ich. Dank seiner Giite nnd derdes Herrn W. C a s h zu Halifax, selber. Beziiglich ihrer Herkunft sindnbsp;verschiedene Vermuthungen ausgesprochen worden, man hat in ihnennbsp;Macrosporen von Lepidodendreen, Radiolarien, Zygoten von Desmidieennbsp;erkennen wollen. Mir, wie auch Strasburger (vgl. Williamson (1)nbsp;X, p. 515), scheinen sie, wenn mit irgend etwas, noch am ersten mit dennbsp;Massulae von Azolla, resp. mit den diese bergenden Sporocarpien ver-gleichbar zu sein. Und wennschon dieser Vergleich ausdriicklich nurnbsp;als eine Möglichkeit hingestellt werden soil, so mogen sie doch, in Er-mangelung'einer geeigneteren Stelle, an diesem Orte ihre Besprechungnbsp;finden.

Sporocarpon compactum Williamson (1) ix,t.24,f.76a;x,t. n,f.3i stellt ein kleines, mit unbewaffneten Augen kaum sichtbares, kugelförmigesnbsp;Körperchen dar, welches eine derbe, feste, höchst eigentbümlich beschaffenenbsp;Hiille, und eine innere Höblung aufweist, die eine wechselnde Zahl vonnbsp;kugligen glattwandigen Zeilen umschliesst. Ausser und zwischen diesennbsp;Zeilen ist braune formlose Masse verhanden, baufig sind sie noch vonnbsp;einer dünnen, gefalteten Haut umgeben. Die Hiille ihrerseits setzt sichnbsp;zusammen aus einem homogenen, strukturlosen, festen, doppelt contourir-ten Innenblatt, auf welchem, in dichter pallisadenartiger Stellung, hohle,nbsp;cylindrische, an der Spitze kegelförmig verschmalerte und zum Theilnbsp;in kegelförmige Haare verlangerte Gebilde, eine geschlossene Eindenbsp;bildend, aufsitzen, die einen Inhalt nicht erkennen lassen, und derennbsp;Wandung, nur minder dick, aus der gleichen Substanz wie das Stiitzblattnbsp;besteht. Nach den Sculpturverhaltnissen dieser ausseren Hiille unter-scheidet Williamson noch mehrere Arten der Gattung, bei seinemnbsp;Sp. elegans (Holzschn. 18B) sind die, die Einde bildenden Hohlcylindernbsp;sanduhrförmig gestaltet, leere Spalten oder zellenartige Lticken zwischennbsp;sich lassend, sich aber an Basis und Scheitel ringsum unmittelbar be-I’ilhrend. Auch laufen einzelne derselben in lange kegelförmig verjiingtenbsp;Haare aus. Williamson (1) x, p.607 nimmt an, dass das ursprünglichnbsp;kei allen der Fall gewesen sei, dass abei- die Haare bei den meistennbsp;dureh Abbrechen verloren gingen. Eine andere dem Sp. compactum

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ahnliche Form ohne Haare wird als Sp. tubiilatum Williamson (1) IX, t. 2j, f. 78 bezeichnet. Bei ein paar weiteren gleicbfalls dabingerecli-neten Formen, Sp. paohyderma Williamson (1) x, t. n, f.asn.sc, Sp. aste-roides Williamson (1) x, t. n, r.ss; t.21, f.sn und Sp. ornatum Williamson (1) x, 1.18, f.39 tritt an Stelle der Cylinderschicht eine dicke schaumige,nbsp;aus vielen übereinanderliegenden isodiametrischen Zeilen zusammenge-setzte Masse, von denen bei Sp. ornatum die oberflacblichen gleicbfallsnbsp;zu unregelmassigen Haargebilden sicb verlangern. An die Sporoearpen

schliesst sich unmittelbar Traquairia Carr. (Holzschn. 18A) an, nur durch den Baunbsp;der ausseren Htillscbicht verscbieden, innbsp;alien anderen Punkten damit iibereinstim-mend. In der zehnten Abhandlung W i 1 -liamsons ist die ausfiihrliche Darstellungnbsp;dieses Genus, von schonen Abbildungennbsp;begleitet, gegeben. Hier sitzen namliehnbsp;dem Innen- oder Stiitzblatt der Hülle langenbsp;hohlcylindrische, stumpfendende Stachelnnbsp;auf. Diese geben in regelmassigen Ab-standen seitlichen gleichbeschaffenen Zwei-gen den Ursprung, welche dann unternbsp;Umstanden, sich weiterhin iiberaus reichnbsp;verastelnd, mit einander anastomosiren undnbsp;so ein ausserordentlich complicirtes Netz-oder Schwammwerk von hohlen Röhrennbsp;darstellen können, welches in Richtungnbsp;der Radien von den durch die Stacheln ge-bildeten, viel weiteren Hauptcanalen durch-setzt wird. Besonders sehon treten diese Verhaltnisse auf radialen undnbsp;tangentialen Durchschnitten der Httlle, wie sie Williamson 1. c. f.se n.87nbsp;abbildet, hervor. Einigen Figuren Williamsons (1) x, 1.19, f.05 zufolge,nbsp;könnte eventuell auch Zygosporites Will, hierhergehören, welche Gat-tung ihren Namen wohl ihrer habituellen Aehnlichkeit mit Cosmarium-zygoten verdankt. Indessen bedarf diese sowohl, als auch Oidosporanbsp;Williamson (1) IX, t.20, f. 102, und die im Kohlenkalk der Umgebung vonnbsp;Chester gefundene Calcisphaera Sollas (Williamson (1) x, 1.20) nochnbsp;durchaus weiterer Untersuchung.

Wenn wir uns nun nach detaillirter Besprechung des Thatbestandes zu den verschiedenen Deutungen wenden, welche diese Objekte erfahrennbsp;haben, so ist da zunachst hervorzuheben, dass Carruthers’ auf Traquairia gesttitzte Anschauung, sie seien Radiolarien, kaum haltbar seinnbsp;dtirfte. Danach sollte das aussere Röhrensystem dem Skelet, die Stiitz-lamelle der Rinde der Centralkapsel homolog sein, der Sarcodekörper

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war natiirlich vor der Versteinerung zerstört, in den inneren Zeilen waren indess noch einige Reste desselhen erhalten. Nach dem Zeug-niss Hackels, welchem Williamson (1) x, p. sii seine wichtigstennbsp;Originalpraparate lihersandt hatte, gieht es keinerlei Radiolar, welchesnbsp;irgendwie vergleichbare Verhaltnisse seines Banes aufwiese. Williamson andererseits will in alien diesen Gehilden Macrosporen von Lepi-dodendreen imd verwandten, nicht naher definirharen Gewachsen sehen.nbsp;Er sagt desbezliglich im Nachtrag zu seiner Abhandlung 10 t.21, f.s2, ernbsp;babe diircb Herrn Binns eine Serie von Scbliffen eines „crushedLepido-strobus“ erhalten, „in all of which Traquairiae occur, under such conditions as leave no doubt that they are the macrospores of a Lyeopo-diaceous plant“. Ich babe diese Praparate in seiner Sammlung gesehennbsp;und muss zugehen, dass in vielen Sporangien kleine Gruppen oder ein-zelne Traquairien drinnen liegen. Allein der ganze Rest ist so maee-rirt, dass diese wohl von aussen hineingerathen sein konnten, wahrendnbsp;derselbe im Wasser faulte, zumal andere Sporangien desselhen Zapfensnbsp;kleine Gewebsreste umschliessen, die gar nicht auf andere Weise hin-eingelangt sein können. Und wenn die Traquairien und Sporocarpennbsp;Macrosporen, als was soil man dann die in ihrem Innern befindlichennbsp;Zeilen deuten ? Olfenhar hleibt nichts iibrig, als dieselben fur Prothal-liumreste anzusehen (Williamson (1) ix, p. 345), deren Erhaltung, ihrernbsp;zarten Beschaffenheit halher, nicht gerade allzuwahrscheinlich sein dtirfte.nbsp;Geringere Schwierigkeiten machen nun diese inneren Zeilen, wennnbsp;man die ganzen Körper mit Strasburger und mir den Massulae vonnbsp;Azolla vergleicht. Sie können hier entweder Sporen oder aher Restenbsp;einzelner Vacuolenraume des spongiösen, diese umgehenden Netzwerkesnbsp;der Massulae darstellen. Vielleicht kommt heides gleichzeitig vor. Innbsp;einigen Prapai-aten der Sammlung des Herrn W. Cash hahe ich nam-lich zweierlei verschiedene Binnenzellen beisammen gesehen, heidenbsp;scharf begrenzt, in einem Falie jedoch mit einfacher Linie umschrieben,nbsp;im anderen mit einer zweifellosen, doppelt contourirten Memhran um-geben. Gegen unsere Auffassung wendet Williamson ein, dass esnbsp;zweifellose Macrosporen mit inneren Zeilen gehe, die als solche durchnbsp;ihre Gestalt und ihre stark verdickte, aussen mit Appendices besetztenbsp;Memhran zu erkennen seien. Dass es dergleichen Behalter gieht, dienbsp;iu der Form unzweifelhaften Macrosporen sehr nahe kommen, ist sicker;nbsp;man vergleiche die Figuren, die der erwahnte Autor (1) ix, t. 23, f. 64 einer-und f. 66 andererseits gegehen hat. Allein die aussere Begrenzung dernbsp;Massulae kann ja sehr verschiedenartig gewesen sein, man denke nurnbsp;an die Differenzen, die wir in dieser Richtung hei den paar wenigen,nbsp;iioch lebenden Reprasentanten der Gattung Azolla finden. Und das innbsp;gleicher Weise entstandene Perinium der Macrosporen kann leichtlichnbsp;ahnliche Gestaltaushildung wie hei der anderen Geschlechtsform er-

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Equisetaceae, Marsilioideae, Traquairia, Sporocarpon.

halten haben. Was mieh endlich ganz besonders in dieser meiner Ansicht bestarkt hat, ist ein ganz neuerdings von Herrn Bin ns erschlif-fenes, noch nicht beschriebenes Praparat, welches ich bei Herrn Cash zu sehen Gelegenheit hatte. Eine macrosporenahnliche dunkle, sehr dick-wandige Kapsel umschliesst eine Anzahl zellenartige, dicht gedrangtenbsp;Ballen, deren jeder ganz dicht mit kleinen wohlerhaltenen Microsporennbsp;erfilllt ist. In demselben Praparat befindet sich eine andere ahnlichenbsp;Kapsel, die nnr eine einzige Masse von schaumig-vacuoligem Aussehennbsp;enthalt. Offenbar liegt nichts naher, als in der Kapsel ein Sporoear-pium zu sehen, dessen festes Gewebe als solches nicht mehr deutlichnbsp;ist; in den Ballen sporenbergende Massulae. Das andere Exemplarnbsp;wiirde dann einem iinvollkommen ausgebildeten Conceptaculum ent-sprechen, dessen Inhalt zu einem sporenlosen Schaumballen erstarrtnbsp;war. Im tibrigen zweifie ich nicht, dass wir mit der Zeit dureh fort-gesetzte Untersuchung zu veiliger Klarheit iiber diese Objekte gelangennbsp;werden.

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IX.

Lycopodites, Ptilophytoii, Psilotites, Psilophyton,

Isoëtites.

Maa fiadet iu der Literatur eiue grössere, Anzahl von Abdrueks-resten mit dem Namen Lycopodites oder Selaginites bezeichnet. Es siud das einmal heterophylle, Selaginellaahnliche Formen, und anderer-seits homophylle, ringsum mit gedrangten schuppentbrmigen Slatternnbsp;besetzte Zweige, die mehr an die echten Lycopodien erinnern. Natttr-licher Weise ist es, ohne genaue Kenntniss der entweder gar nicht vor-Hegenden, oder doch nicht genügend deutlichen Fructificationen, unmög-lich, diese beiden Gruppen auseinander zu halten. Was die homophyllennbsp;Formen anlangt, so bringen deren wenig ausgesprochene Habituscha-I’aktere mit Nothwendigkeit vielfache Unsicherheit in der Bestimmungnbsp;mit sich. Viele friiher als Lycopoditen bezeichnete Reste haben sichnbsp;mit der Zeit als Zweige von Coniferen, so z. B. Lycopodites Stiehle-rianus Göpp. als Walchia, oder als solche gewisser, nachher zu bespre-chender Lepidodendren herausgestellt. Auf der anderen Seite liegen Ver-Wechselungen mit grosseren Moosformen nahe, die in Abdrücken nichtnbsp;Wohl mit Sicherheit von zarten Lycopodien nnterschieden werden können.nbsp;Als Beispiel hierfür mag L. Maakii Lesquereux (1) t. 62, r. i aus dernbsp;aordamerikanischen Steinkohle erwahnt sein, und Lycopodites uncinatusnbsp;Lesquereux (3) v. 2, t. n, f. 3, gleichfalls carbonïsch, durch seine Ver-zweigung und die hakenförmige Umkrtimmung der Spitzen aufs auffal-ligste an gewisse Hypneen erinnernd. Auch mit Spreuschuppen bedecktenbsp;Farrenkrautstamme könnten damit verwechselt werden, wie diess Schim-Per für Selaginites cavifolius Lesquereux (3) t.2, t.3«, f. s annimmt, dennbsp;Sein Autor mit dem allgemein zu den Farnen gerechneten Selaginites Erd-aianni Germar (1) t. 26 vergleicht. Homophylle Zweige, an deren Lyco-Podiaceennatur nicht wohl gezweifelt werden kann, sind indess aus dernbsp;Steinkohlenfbrmation Saarbrückens durch Goldenberg (1) mehrere be-sehrieben (Lyc. elongatus 1.1, f. 2, L. denticulatus 1.1, f. 1). Eine ganz aus-Sezeichnet schone an Lycopodium Phlegmaria im Habitus erinnerndenbsp;Form mit dicker, kolbenförmiger, terminaler Fruchtahre hat Kidston

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Lycopodites, Ptilophyton, Psilotites, Psilophyton, Isoëtites.

(5) t. 5 als Lycopodites Stoekii Kidst. bekannt gegeben. Sie stammt aus deu Culmschichten Schottlands. Bei dem devonischen Lyc. Mattliewinbsp;Dawson (1) v.i,t.s,f. 85—s? aus Neu-Braunscbweig gewahrt die Abbildungnbsp;keine geniigende Sicherheit. Aus anderen jüngeren Formationen sindnbsp;mir keine homophyllen Lycopoditen bekannt geworden.

Nur fiir wenige der heterophyllen Selaginellaahnliehen Formen sind die kleinen Unterblatter nachweisbar; wird der Abdruek von oben ge-seben, so sind sie nattirlich verdeckt, aber aucli in entgegengesetzter La-gerung werden sie sich bei ihrer Anschmiegung an den Stamm gewöhn-lich der Beobachtung entziehen. Desswegen wird man oline Bedenkennbsp;alle zweizeilig beblatterten Lycopoditen zu den heterophyllen Formennbsp;rechnen dtirfen. Gute Darstellung zweier carbonischen Arten Lyc. pri-maevus Goldenberg (t. i, f.s) and Lyc. macrophyllus Goldenberg (t.i,f.5) sindnbsp;bei Goldenberg (1) zu finden, die erstere mit endstandigen knospen-förmig zusammengezogenen Fructificationen versehen. Ihr sehr ahnlichnbsp;ist Lyc. Gutbieri Göpp., gleichfalls Fruchtkatzchen tragend, bei Schim-per (1) t. 57 abgebildet. Der von Dawson (1) v. i, t.7, f.si hierhergezo-gene Lyc. Eichardsoni Daws, aus dem Oberdevon Amerikas ist tiberausnbsp;zweifelhaft. Die Abbildung stellt ein Graptolithenahnliches, mit zwei-zeiligen zahnfórmigen Blattern(?) besetztes Zweiglein dar, an dem einnbsp;kurzer gleichfalls zweizeiliger Seitenast von abweichender Form undnbsp;begrenztem Wachsthum ansitzt, von welchem es in der Beschreibungnbsp;p. 34 kurzweg heisst „fertile branches lateral one-sided in the form ofnbsp;sessile strobiles“. Auf eine nahere Begrtindung dieser seiner Behaup-tung lasst sich ihr Autor, wie gewohnlich, nicht ein. Aus jüngerennbsp;Formationen kenne ich von hierher gehörigen Eesten nur Lyc. falcatusnbsp;Lindley Hutton (l)v. i, t. oi aus dem braunen Jura der Scarborough-küste, der sich durch lockere Beblatterung und durch die hakenformigenbsp;Vorwartskrümmung der Spitze seiner eilanglichen ganzrandigen Blatternbsp;auszeichnet.

In den obercarbonischen Kieselbrocken von Autun hat Eenault (7) andererseits kleine Bruchstücke von Stammchen zweierlei verschiedenernbsp;Art gefunden, die, ihrer Struktur nach, mit grösster Wahrscheinlichkeitnbsp;hierher gehoren, von denen aber leider die Oberflachenansicht nichtnbsp;bekannt ist. Er hat sie als Lycopodium punctatum und Lyc. Eenaultiinbsp;bezeiehnet. Bei beiden Formen zeigt der Querschnitt einen axilen Bün-delstrang mit zerstreuten Gefassgruppen, einigermaassen an den vonnbsp;Lycopodium Phlegmaria erinnei'nd. Von ihm sieht man zahlreiche horizontale, schwache Bündelstrange in gleicher Höhe abgehen, um sichnbsp;durch die Einde zu den Blattern zu begeben. Aus der Eegelmassig-keit, in der man sie alle rings um den Querschnitt zu Gesicht hekommt,nbsp;schliesst Eenault auf Wirtelstellung der nicht erhaltenen Blatter. Dernbsp;Langsschnitt lehrt, dass die Blatterkranze nur durch kurze Internodien

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Lycopodites, Ptilophyton, Psilotites, Psilophyton, Isoëtites.

voneinander getrennt gewesen sein können. Eigentlitimlich ist, dass bei L. Kenaultii Netztracheiden, bei L. punctatum solcbe mit melirreihigennbsp;gegeneinander polygonal abgeplatteten Hoftüpfeln sich finden, wahrendnbsp;doch bei den recenten Formen meist Treppentracheiden vorkommen.nbsp;Doch giebt Renault an, bei mehreren lebenden Arten eine ahnlichenbsp;Tüpfelung gefunden zu baben. Da mir die einzige als Beleg für diesenbsp;Angabe citirte Species, L. pachystachyum, nicht zu Gebote stand, sonbsp;babe icb dieselbe nicht verificiren können. Es macht sich hier die Ge-ringfligigkeit unserer Kenntnisse vom inneren Bau der Lycopodiaceennbsp;recht unangenehm geltend. Bei Lyc. Renaultii kommen in der Rindenbsp;Faserstrange zur Entwicklung, die der anderen Species fehlen; bei diesernbsp;wurden mitten im Rindenparenchym die Querschnitte von Wurzeln mitnbsp;normalem pentarchen Bündel gefunden. Audi dieses Verhalten erinnertnbsp;sebr an die lebenden Lycopodien, in deren Stammbasis es zuerst vonnbsp;Brongniart(l) entdeckt und t.2, t.s durch schóne Bilder illustrirt worden ist.

Wahrsoheinlich mag es sein, dass hierher auch Ungers(5)Arcto-podium aus dem Cypridinenschiefer von Saalfeld gehort, wie diess bereits sein Autor annimmt. Leider sind von den schlecht erhaltenennbsp;Resten bloss Querschnitte bekannt, die im Centrum des Stamms einenbsp;Gruppe von Gefassbandern, lebhaft an unsere Lycopodien erinnernd,nbsp;zeigen. Dieselben stehen radienartig geordnet bei A. radiatum t. 12, f. 4;nbsp;sie sind mannigfach gewunden, gebogen und verzweigt bei A. insignenbsp;1.12, f. 1 u. 2. Die Rinde ist in beiden Fallen zerstört, von den Blattbündelnnbsp;in derselben nichts zu sehen. Ganz zweifelhaft dagegen ist der vonnbsp;Unger am gleicben Ort als Cladoxylon mirabile besehriebene Restnbsp;1.12, f.6u. 7. Wenn wir es hier wirklich mit Gefassplatten zu thun haben,nbsp;so fliessen diese in der Mitte zu einem unregelmassigen Maschenwerknbsp;zusammen. An einem Originalpraparat, welches ich im Jermyn Streetnbsp;Museum zu London einsehen konnte, habe ich mich jedoch von demnbsp;hoffnungslos schlechten Erbaltungszustand dieses Fossils überzeugen müs-sen. Nur weitere Funde werden uns bier die nöthige Sicherheit geben.nbsp;Nach D a w s o n (1) T. 2, p. 126 sollen solcbe bereits aus dem Devon Amerikasnbsp;(Styliola limestone) vorliegen, sind aber noch nicht in eingehendernbsp;Weise beschrieben. Eine andere Form dieser seiner Gattung, Cl. dubiumnbsp;1.10, f. 11, möchte Unger mit der oben besprocbenen (p. 167) Sphenopterisnbsp;refracta vereinigen, eine gewisse Aehnlichkeit lasst sich auch nicht innbsp;Abrede stellen. Die Gattung Asteropteris Daws, ist oben p. 177 bereitsnbsp;im Anschluss an Asterochlaena besproclien worden. Ibr centrales stern-förmiges Gefassbündel, zumal aber der regelmassige einfache Ring vonnbsp;austretenden Blattbündeln kann gleichfalls zu der Vermutbung führen,nbsp;dass sie richtiger hier bei den lycopodienahnlichen Gewaclisen ihren

Solms-Lanbach, Palaophytologie. 13

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Lycopodites, Ptilophyton, Psilotites, Psilophyton, Isoëtites.

Platz fiüden möclite, was sich oliiie Studium der Originalpraparate nicht entscheiden lassen wird.

Eine Anzahl recht zweifelhafter Reste aus dem Devon und Carbon des nordöstlichen Amerika hat Dawson (1) t.2, p. ii'j neuerdings als Ptilophyton Daws, zusammengefasst. Dieselben Gegenstande hat Hallnbsp;unter dem Namen Plumalina als Hydroidpolypen heschriehen; hei Les-quereux (1) p. «3 heissen sie Trochophyllum und werden den Galama-rien anhangsweise angeschlossen. Die zuerst hekannt gewordene Art,nbsp;Ptilophyton Vanuxemi Daws., die schon Vanuxem (1) ahgebildet batte,nbsp;figurirt in Dawsons früheren Ahhandlungen, z. B. (1) v. i, p.35 als Lycopodites Vanuxemi, ehenso eine untercarbonische Form aus Canada alsnbsp;Lyc. Plumula Dawson (7) ?. n-, 1.1, f. 1-9. Zu seiner Gattung zieht diesernbsp;Autor aueh Lycopodites pennaeformis Göppert(19) p. sos; t. « aus demnbsp;Millstone grit von Altwasser in Schlesien, der nur in einem Stück be-kannt und sehr fragwürdiger Natur ist. Das Exemplar war leider, alsnbsp;ich in Breslau war, momentan nicht aufzufinden. Aus Dawsons undnbsp;Lesquereux ziemlich roh ausgeführten Abbildungen allein lasst sichnbsp;wenig entnehmen; Exemplare der amerikanischen Formen scheinen nichtnbsp;nach Europa gelangt zu sein. Es sind dunne Zweige mit gestreifternbsp;Oberflache und gedrangten, wirtelig gestellten Narben, an denen zu beiden Seiten, noch in situ erhaltene, lineale, in der Zeichnung des Pt.nbsp;lineare Lesq. fast Coniferennadelahnliche Blatter (?) fast rechtwinklig ab-stehen. Bei Dawson ist freilich von der Wirtelstellung dieser Blatternbsp;keine Rede, er giebt „slender leaves in two or more ranks“ an. Dienbsp;Oberflachenbeschaffenheit des von Lesquereux abgebildeten Stammesnbsp;erinnert auffallend an das merkwtirdige und wenig bekannte Equisetumnbsp;mirabile, von dem oben p. 182 die Rede war. Diese Aehnlichkeit wirdnbsp;flir ihn der Grund gewesen sein, die Reste an die Calamarien anzu-schliessen. Im übrigen kann ich meine Zweifel nicht unterdrücken, obnbsp;alle diese von Dawson zusammengezogenen Dinge wirklich zu ver-einigen sind, in denen ich noch durch den Umstand bestarkt werde,nbsp;dass Lesquereux in demselben Werk, in welchem er die Trocho-phyllen beschreibt, den Lycopodites Vanuxemi p. 3G2 unter den Lycopo-diaceen, freilich mit der Bernerkung „It may be an Encrinite“ auffiihrt,nbsp;ohne an die Vergleichung beider zu denken.

Beziiglich fossiler Reste aus der Familie der Psilotaceen liegen nur wenige und wenig gesicherte Angaben vor, was bei den einfaehen, nichtnbsp;ausgiebig gegliederten Gestaltsverhaltnissen dieser Gewachse kaum zunbsp;verwundern ist. Wenn Psilotites lithanthracis Goldenberg (l)t. 2, nnbsp;und Ps. unilateralis Kids ton (3) in der That hierhergehören sollten,nbsp;was ich naeh den Abbildungen nicht beurtheilen kann, so wiirde dernbsp;Typus sich bis zur Carbonperiode hinab verfolgen lassen.

Bei den Palaontologen und den Botanikern setzt sich mehr und

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Lycopodites, Ptilophyton, Psilotites, Psilophyton, Isoëtites.

inehr die Gewolinlieit fest, mit den Psilotaceen Dawsons (1, 5, 6) Gat-tung Psilophyton in Verbindung zu bringen. Dawson selbst neigt zu diesem Vergleich, wennschon er im übrigen (1) p.ss diese Gewachsenbsp;als „synthetic or generalised plantswas dasselbe, wie Goppertsnbsp;Prototype besagen will, auffasst, die die Charaktere der Lyeopodia-ceen und der Fame vermitteln. Das ware nun Alles ganz schön undnbsp;gut, wenn wir etwas genauer und scharfer liber diese Charaktere unter-richtet waren. Denn die Sohilderung, die Dawson von der Gattungnbsp;giebt, beruht vor Allem auf dem Eindruck, den derselbe bei wiederholten Untersuchungen an den Pundorten, zumal in Gaspé, gewonnennbsp;hat. Ob und in wie weit sie zutreffend, entzieht sich fiir uns, die wirnbsp;nur die wenigen und der Eegel nach schlecht erhaltenen Exemplarenbsp;der europaischen Sammlungen als Anhalt haben, umsomehr der Beur-theilung, als Dawson leider nicht auf die genaue Besprechung der ein-zelnen Belegstlicke, die doch so nothig ware, eingeht, und uns mit dernbsp;Darstellung seines aus den Einzelbeobachtungen abstrahirten Gesammt-bildes abspeist. Dem Botaniker kann es unmöglich grosses Vertrauennbsp;einflössen, wenn er neben besseren, von Dawson selbst bestimmtenbsp;Exemplare von Psilophyton in den Sammlungen zu London, Strassburg,nbsp;Gottingen zu sehen bekommt, die fiir ihn durchaus unbestimmbare Bestenbsp;von irgend welchen Stielen darstellen. In der Edinburger Sammlungnbsp;hat Dawson (1) v.i, p. 71 zahlreiche Beste fiir Psilophyton princeps undnbsp;robustius bestimmt, die nach Peach im Mitteldevon von Schottlandnbsp;gemein sind, bisher aber allgemein als „fucoids or roots “ angesehennbsp;Worden waren. Bei der bestehenden Neigung Fossilien so alter For-mationen zu bestimmen, mllssen diese Beste wohl gar sehr formlos ge-wesen sein. Auch der Vergleich mit Eophyton Torell (vgl. p. 47) (Dawson (1) V. 2, p. 79), ist nicht sehr vertrauenerweckend. Nur bei einer dernbsp;Dawson’schen Psilophytonarten kann man eigentlich von wirklichennbsp;fassbaren Charakteren reden, bei dem Psilophyton princeps namlich,nbsp;Welches in Canada und Neu-Braunschweig in der ganzen Schichtenfolgenbsp;vom Obersilur bis zum Oberdevon an vielen Orten sich findet. Ich habenbsp;verschiedentlich ziemlich gute, mit den Abbildungen (Dawson (1) v.i,t.9)nbsp;stimmende Exemplare dieser Species gesehen. Ihre aufrechten Stammenbsp;Oder Zweige sind mit ziemlich zahlreichen, rechtwinklig abstehenden,nbsp;dornartigen Fortsatzen, den rudimentaren Blattern nach Dawson, be-®otzt, sie zeigen, wo diese fehlen, kleine, eifórmige, deren Anheftung ent-sprechende Narben. Wo die Spitze erhalten, ist diese haken- odernbsp;tischofsstabfórmig nach Art junger Farnblatter eingekrlimmt. Die Ver-zweigung ist ziemlich reichlich, mitunter deutlich dichotomisch, mit geringer Divergenz der Tochterglieder, anderwarts an denselben Exemplaren anscheinend monopodial; man wird nicht fehl gehen, wenn mannbsp;hier sympodialen Aufbau des Stockes annimmt. Die zarten gekriimmten

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Lycopodites, Ptilophyton, Psilotites, Psilophyton, Isoëtites.

Endigungen fullen bei Gaspé, allein vorkommend und den Habitus von Schneckenhausern darbietend, ganze Sehieferbanke an (Dawson (5)nbsp;P--I80). lm ausgewacbsenen Zustand sollen nach Dawson die Stammenbsp;von liolziger, ibre Appendices von dornartig rigider Bescbaffenheit sein.nbsp;Es werden auf der anderen Seite die horizontalen kriechenden Rhizomenbsp;beschriehen und von Dawson (5) p.479, (i) v. i, t. lo abgebildet. Dieselbennbsp;erfiillen, in ihrer natürlichen Lage erhalten, zu Gaspé gewisse hartenbsp;Thonschichten in ahnlicher Weise wie die Stigmarien die Underclays dernbsp;Kohlenfiötze. Es sind horizontal hinkriechende, hier und da gabelndenbsp;Stamme, deren glatte Oberflache hier und da kleine, kreisrnnde Narb-chen tragt, von denen senkrecht nach unten gehende und die unterlagern-den Schichten durchsetzende Wurzeln abgehen. Ein Ehizomstück, welches mit einem, als soldier kenntlichen Psilophytonstamm in Verhindungnbsp;stande, wird leider nicht abgebildet, doch giebt der Autor an, ganzenbsp;Pfianzen von 2—3 Fuss Lange im Zusammenhang gesehen zu haben.nbsp;In seiner ersten Arbeit (5) batte Dawson einen seitlich einem Zw^eignbsp;anhangenden Gegenstand von unbestimmter mehrlappiger Form abgebildet und für die Fructification der Pflanze erklart. In der Diagnosenbsp;sagt er von derselben „Fructification probably in lateral masses, protected by leafy bracts“. Spater (1) v. i, t. 9 u. lo sehen die Fructificationennbsp;ganz anders aus. Wiederholt gablig verzweigte, glatte und keine dernbsp;Charaktere der Art aufweisende Zweiglein tragen an ihren Spitzennbsp;gruppenweise gestielte, eilanzettliche Körperchen, Sporangien nachnbsp;Dawson, von denen er behauptet, dass sie an der einen Seite durchnbsp;einen Langsriss sich offnen. Nicht nur die Bescbaffenheit dieser Fructification, sondern auch ihre Zugehörigkeit zu unserer Pflanze ist alsonbsp;durchaus dunkel und zweifelhaft. An einem Stiick hat Dawson anatomische Struktur erhalten gefunden. Leider wird das betreffende Exemplar nicht sehr eingehend behandelt, seine Abbildung (1) v. 1,1.20,1.2110.242nbsp;stimmt nicht vollkommen mit der Beschreibung der im Zusammenhangnbsp;gefundenen Rhizome tiberein. Der einzige abgebildete Querschliff diesesnbsp;Exemplars ist schrag gefiihrt und sehr unvollkommen (1) v. 1, t. 11, tnbsp;(10) p. 40Ö; t- IS, f. 22. Er scheint einen centralen Gefassbiindelstrang zunbsp;enthalten, in welchem Treppentracheiden naohgewiesen warden und dernbsp;von einer Zone von „woody fibres“ umgeben sein soli.

Viel schlechter noch als mit Ps. princeps steht es mit den anderen beschriebenen Arten der Gattung. Was Dawson (1)t i, t.12 als Psilophyton robustius abbildet, sieht ganz anders aus. Sagt der Autor dochnbsp;selbst, dass Fragmente dieser Species kaum von Farnblattstielen zunbsp;uuterscheiden seien. Biischlig an der Spitze solcher Stiele und ihrernbsp;Seitenzweige stehende Körper von unbestimmter Gestalt wmrden alsnbsp;Fructificationen gedeutet. Diese Form soil aufs Obersilur beschranktnbsp;sein. Die Abbildung von Ps. glabrum bei Dawson (1) t. 1, t.-, 179 ent-

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Lycopodites, Ptilophyton, Psilotites, Psilophyton, Isoëtites.

spricht im Aussehen einem Fragmeut aus einem beliebigen, verzweigteii Farnblattstiel, die von Ps. elegans (1) t. i, t. w, f. 122«. 123 zeigt gar nurnbsp;einige geschwungene unregelmassige Linien auf. Nicht viel besser istnbsp;die Abbildung derselben Art (6) t. u, f. 29 u. so, die ans Büschelu solcbernbsp;bakenförmiger Linien besteht. Und wenii der Autor scbon so viele ganznbsp;lindeutliclie Eeste in sein Genus einreiht, so ist es nicht zu verwun-dern, dass er aucb von anderer Seite Nachfolger gefunden bat. So sindnbsp;von Lesquereux (5) zwei Arten, Ps. gracillimum Lesq. und Ps. cor-nutum Lesq. aus dem Silur Nordamerikas besclirieben, die sich Dawsons letzterwahnter Sorte würdig anschliessen. Von Göppert (12) t. 2nbsp;war seinerzeit aus dem rheinischen Unterdevon ein Fossilrest unternbsp;dem Namen Haliserites Dechenianus besclirieben und zu den Algen ge-stellt worden. Seine zarten Zweigbüschel erinnern durch die liaken-fórmig eingekrümmten Spitzen an Psilophyton princeps, wennschon sienbsp;ganz glatt sind und von der seitlichen Bedornung nichts aufweisen.nbsp;Scbon Dawson (1) batte diese Eeste vermutbungsweise bierhergezogen;nbsp;ihm ist dann Carruthers (9) gefolgt. Und der letztere bat weiternbsp;gewisse Fossilien aus dem devonischen Sandstein Nordsehottlands hier-bergebraebt, die ursprünglich als Lycopodites Milleri Salter (1) be-scbrieben waren, und nacli den Abbildungen zu urtbeilen, in der Thatnbsp;eine gewisse Aebnlichkeit zeigen. Carruthers nennt sie Ps. Deche-nianum Carr., indem er den Haliserites mit ibnen vereinigt. Desgleicbennbsp;ist die friiher erwabnte Sphenopteris Condrusorum Gilk. zuerst vonnbsp;Crépin (l) als Species von Psilophyton beschrieben worden. Und end-licb mag hier, da wir doch einmal bei diesen uralten Eesten unbestimmternbsp;Bescbalfenbeit angekommen sind, noch die ganz neuerdings publicirtenbsp;Berwynia Carruthersii Hicks (2) Erwabnung finden, die im Mittelsilurnbsp;(Upper Llandovery) von Corwen in Wales entdeckt und als Lycopodia-ceenstamm von grossen Dimensionen angesprochen worden ist. Trotznbsp;der guten beigegebenen Abbildung möchte ich mir tiber diesen Fossil-i'est keine Meinungsausserung gestalten. Ein gleiches gilt für Drepano-phycus spiniformis Göppert (12) t.41, f. 1 aus dem oberdevonischen Spiri-ferensandstein von Hachenburg in Nassau, der einigermaassen an dienbsp;Berwynia erinnert.

Aus der Gruppe der Isoëteen kennen wir nur ein paar miocane bei Oeningen gefundene Formen, die durchaus an unsere I. lacustris er-itinern, und für die auf Sehimper (1) verwiesen werden kann. Alsnbsp;^Weifelbafte Isoëtee findet man dort Solenites Murrayana Lindl. Hutt.nbsp;^ïis dem Braunjura von Scarborough aufgeführt. Dieser Eest ist beinbsp;Bindley und Hutton (1) t. 2,1.121 in ausgezeichneter Weise beschrieben.nbsp;Br besteht aus langen linienfórmigen, gespitzten, büschelweise zusammen-Begenden Blilttern, die auf gewissen Platten in grosser Menge sich finten. Nach der Abbildung besteht die Epidermis derselben, die durch

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Lycopodites, Ptilophyton, Psilotites, Psilophyton, Isoëtites.

Salpetersaurebehandlung dargestellt wurde, ans unregelmassig eekigea Zeilen, zwisclien denen keine Spaltöffnungen bemerkt wurden. Dasnbsp;würde ja zu dem Blattbau der nntergetauchten Isoëten passen, es istnbsp;indess erneute Untersuchung des Thatbestands mit den jetzigen besserennbsp;Hülfsmitteln dringend zu wünschen. Deun man könnte ebensogut innbsp;den Blattbüscheln von Solenites Kurztriebe von Coniferen nacb Art derernbsp;von Phoenicopsis und Czekanowskia vermuthen, wo dann allerdings sichnbsp;Spaltöffnungen an den Blattern finden müssten. Einen weiteren An-lialtspunkt würde die Untersuchung des Insertionspunktes der Blatternbsp;ergeben; es ware wichtig zu wissen, ob dieser, wie bei den ebenerwahn-ten Coniferenformen, von Niederblattschuppen umgeben war oder nicht.nbsp;Leider habe ich, trotzdem ich die reichen Vorrathe der Museen zu London, Oxford und Scarborough darauf durchsehen konnte, kein einzigesnbsp;Blattbüschel mit deutlicher und wohl erhaltener Basis finden können.nbsp;Eine zweite, gleichfalls bei Scarborough gefundene und hierhergezogenenbsp;Form ist Solenites furcatus Bindley und Hutton (1) t.3,p.209, leider nurnbsp;in sparliehen und massig erhaltenen Resten bekannt. Bei dieser sindnbsp;die linienförmigen Blatter, die nur vereinzelt gefunden sind, wiederholtnbsp;gablig getheilt, dadurch in noch höherem Grade an Czekanowskia er-innernd. Und da beide in gleicher Weise dem braunen Jura angehören,nbsp;so wird hierdurch der Verdacht einer naheren Beziehung derselben blossnbsp;noch verstarkt.

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X.

Lepidodendreae.

Zu den hervorragendsten unter den im Laiif der Zeiten vollkommen ausgestorbenen Vegetationstypen geliört die Familie der Lepidodendreae.nbsp;Wie die meisten dieser Typen eulminirt aueli sie in der Carbonperiode,nbsp;zumal in den unteren und mittleren G-liedern der Steinkoblenformationnbsp;ihre grSsste Ausbreitung erreiehend, vgl. Grand’ Eury (1). Dannnbsp;verscliwindet sie bald, nur sparliche Reste sind nocli aus dem Rotb-liegenden bekannt. Auf der anderen Seite lasst sieli die Gruppe riick-warts allerhochstens bis zum Unterdevon verfolgen. Aus den dabinnbsp;gerechneten Wiedaer Sebiefern des Farzes kennt man namlicli zweinbsp;unzweifelhafte Lepidodendronreste, die, ixrspriinglieb von A. Romer (1) vnbsp;bescbrieben, neuerdings von Weiss (3) t. e, p. los erneuter eingebendernbsp;Besprecbung unterzogen worden sind. Ein paar aus Amerika beschrie-bene altere siluriscbe Reste sind in ihrer Hierhergebörigkeit durchausnbsp;zweifelbaft. Es sind diess Protostigma sigillarioides Lesquereux (5)nbsp;aus der mittelsiluriscben Cincinnatigruppe, und Glyptodendron Eatonensenbsp;Clay pole (1) aus dem, die Basis des Obersilurs bildenden Clinton-kalkstein. Fttr diese Formen muss auf die Originalarbeiten verwiesennbsp;werden.

Man kennt von den Lepidodendreen Stamme, Zweige, Blatter und Fructificationen in Menge, deren Zusammengehörigkeit durch zahlreichenbsp;Funde in continuo durchaus festgelegt ist. Und wenn wir die G-ruppenbsp;in die unmittelbare Verwandtscbaft der Lycopodiaceen stellen, so istnbsp;hierfiir nicht bloss der Habitus der Vegetationsorgane maassgebend,nbsp;sondern vor Allem auch der Bau der sehr genau untersucbten Frucbt-zapfen, der eine anderweitige nahere Verwandtschaftsbeziehung ganz-iich ausscbliesst. Hierauf, sowie auf die Anatomie der Vegetationsorgane, werden wir weiterhin zurtickkommen miissen.

Im Falie guter Erhaltung, wie er bier sebr haufig vorliegt, zeigt die Aussenfltiche des Stammes höchst cbarakteristiscbe Bescbatfenheit,nbsp;infolge deren die Lepidodendren scbon bei den Autoren des vorigennbsp;Jabrbunderts, wie Volkmann (1) und Walch (1) figuriren und in

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Lepidodendreae.

kenntlicher Weise sich abgebildet finden. Sie wird namlich gebildet von lauter einander berülirenden, verlangert rhombenfórmigen, flach kegel-fórmig erhobenen Polstern, deren jedes an seinem böohsten Punkt einenbsp;Abbrucbsnarbe tragt. Diese letztere entspricbt der Abgliederungsstellenbsp;eines Blattes; das ganze Polster dem am Stamm verbliebenen, lierab-laufenden Blattgrund. Bei der gedrangten Stellung der einander iiberallnbsp;berührenden Polster treten natürlich, wie am Tannenzapfen, die Para-stichen sehr dentlich hervor, deren genaueres Studium alsdann sehrnbsp;eomplicirte Blattstellungsverhaltnisse ergiebt. Bei dem grossen imnbsp;Prager Museum bewahrten Stamm des Lepidodendron Sternbergii hatnbsp;Max Braun nach Schimper (1) v.2,Ai)th.i,p. 15 das Stellungsverhaltnissnbsp;89/233 gefuaden. Eingehendere TJntersuchungen iiber die bei den Le-pidodendreen vorkommenden Blattstellungen baben Naumann(l) undnbsp;Stur (5) p. 236 ausgefuhrt. Und dabei bat sich ergeben, dass bier innbsp;der Eegel die, bei den Tannenzapfen nur ausnahmsweise sick findende,nbsp;bei den Lyeopodiaceen aber haufig auftretende, eomplicirte Aufeinander-folge mebrgliedriger, um bestimmte Divergenzen von einander abwei-chender Wirtel statt bat; dass einfache Scbraubenstellung den Aus-nahmefall bildet. Letztere hat Stur (5) p.259 mit 34/89 fiir Lepidodendronnbsp;Haidingeri festgestellt; bei Lepidod. Veltheimianum warden zweiblatt-rige Wirtel mit 144/377, und dreiblattrige mit 89/233; bei Uloden-dron commutatum filnfblattrige Wirtel mit 89/233, und siebenblattrigenbsp;mit derselben Divergenz nachgewiesen. Beziiglioh der Art und Weise,nbsp;wie Stur die Scbwierigkeit überwunden bat, die sich aus dem Um-stand ergiebt, dass nicht der ganze Stammumfang der Untersuchungnbsp;zuganglich zu sein pflegt, mag auf die detaillirte Originaldarstellungnbsp;verwiesen werden.

Das einzelne Polster ist gleicbfalls in alien seinen Details bei Stur (5) ausfiihrlich besprochen (p. 227 S6lt;i.). Durcb Abstumpfung seinernbsp;seitlichen und Zuspitzung der oberen und unteren Ecken seines rhom-bischen Umrisses erscheint es von zwei seitlichen gescbwungenen Liniennbsp;begrenzt. Von den acht ihm angrenzenden, ist es entweder durcb breitenbsp;flache Streifen, oder nur durcb scharfe linienartige Furcben getrennt.nbsp;Im letzteren Fall beriihren sich die Blattbasen unmittelbar, im ersterennbsp;sind sie von einander durcb sebmale Abschnitte ebener Stammober-flache geschieden. In wie weit diess, wie Stur meint, auf Altersdiffe-renzen beruht, in wie weit specifische Unterschiede dem zu Grundenbsp;liegen, möchte icb dahingestellt sein lassen. Die Exemplare mit breitennbsp;Zwisebenstreifen sind nacb ibm die jugendlicberen, durcb weitere Vor-wölbung der Polster wurden spater die Interstitien zwischen ibnennbsp;immer mebr furebenartig vertieft, die scbmalen Zwisebenstreifen mebrnbsp;und mebr verdeckt und der Beobachtung entzogen. Den höcbsten Punktnbsp;des flach pyramidalen Polsters nimmt die Narbe ein, von welcher sich

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die Blattspreite abgliederte. Dieselbe ist von wechselnder Grosse und querrhombischer Form, sie erscheint selir haufig, durcli starke Ab-stumpfung des unteren Kbombenwinkels, annabernd als gleichseitiges,nbsp;eine Ecke naeh oben kehrendes Dreieck. Bei normalen Verhaltnissennbsp;fallt ihre untere Kante nahezu in den Kreuzungspunkt der Diagonalennbsp;des rhombischen Polsters oder etwas iiber denselben. Auf ihrer ebenennbsp;Plache treten in der Nabe des unteren Randes drei Male bervor, dienbsp;bei Steinkernexemplaren vertieft, bei Hobldrucken, wo sie gewobnlicbnbsp;besonders deutlicb, stark vortretend erscbeinen. Sie können gleich ge-staltet und punktformig sein; in anderen Fallen sind die seitlicbennbsp;liuienfórmig verlangert, nur das mittlere ist punktformig gestaltet, odernbsp;dreieckig mit abwarts gekehrter Eeke und etwas V-förmig emporge-zogenen Schenkeln. Nicbts ist natiirlicher, als in diesen drei Malen dienbsp;Abbruchstellen der Blattspurbiindel zu sehen, wie solches aucb die An-


sicbt der meisten Autoren. Seit wir indessen dnrch Eenaults(8) Unter-suchungen an den, analoge Verbaltnisse bietenden Sigillarien, wissen, dass dort nur das mittlere derselben wirklich dem Querbruch eines Ge-fassbtindels entspriebt, die seitlicben Spuren eines anderen Strukturver-haltnisses darstellen, wird es ratbsam, bis auf weiteres aucb bier das-selbe Verbalten anzunebmen, von dem weiterbin bei Bespreobung vonnbsp;Sigillaria eingebender geredet werden muss. Vorderband sind wir nam-licb auf solcben Analogiescbluss angewiesen, weil die anatomische Un-tersuchung der Lepidodendren noch keinen Aufschluss in dieser Ricbtungnbsp;geliefert hat.

Das Narbenfeld sowohl, als die Umrisslinie des Blattpolsters, stellen Querschnitte einer vierseitigen Pyramide dar, die Ecken beider sindnbsp;demgemass durcb Kantenlinien verbunden, die die Oberflacbe des Polsters in vier seitlicb gestellte Abschnitte, die Wangen desselben, zerlegen.


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TJnd zwar sind die medianen Kanten, in gerader Linie verlaufend, starker ausgepragt als die lateralen; die untere derselben ist, infolgenbsp;der etwas oberwarts verschobenen Stellung des Narbenfeldes, im allge-meinen langer als die obere. Sie halbiren den oberen und den unterennbsp;spitzen Ehombenwinkel. Die seitlieben dagegen, Ton den Seiteneekennbsp;des Narbenfeldes ein wenig scbrag abwarts verlaufend, zerlegen dienbsp;seitlieben Ecken des rhombisclien Polsters je in einen oberen spitzerennbsp;und einen unteren stumpferen Winkel. Bei gut erbaltenen Exemplarennbsp;können die Wangen eine zarte sammetartige Punktirung ihrer ganzennbsp;Flacbe zeigen, die wahrscheinlicli von dem Abdruck der einzelnen Epi-dermiszellen herrübrt; bei manchen Arten sind sie mit quer verlaufen-den Falten und Runzeln bezeichnet, die mitunter sehr stark liervortreten.nbsp;In der oberen Ecke einer jeden der beiden unteren grosseren Wangen,nbsp;der sie trennenden Mediankante genabert, ist weiterhin regelmassig einnbsp;deutliclies rundliches oder eiförmiges Eindrucksmal vorhanden, welcbesnbsp;mitunter auch als Hervorragung auftreten kann. Für diese beiden Malenbsp;schlagt Stur den Namen Blattpolster-Gefassdriisen vor, indem er innbsp;ihnen die seeernirenden Endigungen von kleinen Zweigen des im Blattpolster verlaufenden Gefdssbündels erkennen möclite. Mir sebeint dernbsp;Vergleieb mit den Oeffnungen naber zu liegen, die man in wecbselii-der Anordnung an der Basis der Blattstiele bei den Baumfarnen findet.nbsp;leb glaube aber, dass man am besten thun wird, sieb aller desbeziig-licben Hypothesen zunachst zu enthalten und abzuwarten, bis wir ausnbsp;der anatomiseben Untersuchung einer wohlerhaltenen Stammoberflaebenbsp;den nöthigen Aufschluss erbalten. Es sind des weiteren noch zweierleinbsp;versebiedene Male zu erwahnen, die sieb im Verlauf der median oberen,nbsp;die beiden oberen Wangen trennenden Kantenlinie des Polsters einge-schaltet finden, und die Stur zuerst in der gebübrenden Weise bervor-geboben bat. Das eine dieser Male ist der oberen Ecke des Narben-feldes unmittelbar genabert, es bildet nach Stur in allen Fallen einenbsp;kleine Vertiefung in der Koblenmasse des Blattpolsters, von dreieckiger,nbsp;die Spitze nach oben kehrender Form. Auf dem Hohldruck würde esnbsp;demnach in allen Fallen als kleiner Hoeker ersebeinen müssen. In-dessen liegt mir ein ganz vorzüglieb erbaltener Hobldruek eines ge-gabelten, wahrscheinlich zu L. Göppertianum gehörigen Stammes vor,nbsp;den ich seiner Zeit auf Grube Dutweiler bei Saarbrücken sammelte,nbsp;bei welcbem dieses Mal als tiefer grubenartiger Eindruck ersebeint.nbsp;leb muss hiernach annehmen, dass auch bei diesem Gebilde ein abn-licher Wechsel wie bei den Punktspuren auf den unteren Wangen stattnbsp;bat. Und wenn Stur in der besprochenen Grube, unter HeranziPhungnbsp;von Selaginella als Vergleiebsobjekt, die Ligulargrube von Lepidoden-dron erkennen will, so ist das ja möglicherweise zutretfend, da dienbsp;Stellung in der That zu der der Ligula jener Gattung stimmt. Aber

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eia Beweis kann weder ftir nock wider erbraoht werden, und das Fehlen der Ligula bei Lycopodium, sowie die Aebnliclikeit der kleinen Spurnbsp;mit anderen Narbclien des Polsters mahnen zur Vorsicht und lassennbsp;so weit gehende Ausdeutung geringfiigigen Tliatbestandes wohl allzunbsp;sanguiniseli erselieinen. Das zweite auf der median oberen Kante gelegene Mal nimmt die alleroberste Ecke des Blattpolsters ein, es trittnbsp;erbaben vor und ist gleicbfalls dreieekig gestaltet. In ihm siebt Sturnbsp;eine rudimentare Andeutung des Punktes am Blattgrund, auf welcbemnbsp;bei fertilen Blattern von Isoëtes und Selaginella das Sporangium sitzt.nbsp;Da diess nur die Consequenz der vorher erwahnten Hypothesen ist, sonbsp;steht und fallt es mit ibnen. Auf die ünterscheidung der zahlreicbennbsp;Species, die in erster Linie auf die Form des Polsters und die Lage desnbsp;Narbenfeldes gegründet ist, braucbt für die Zwecke dieses Bucbes nichtnbsp;weiter eingegangen zu werden. Man vergleiche zu dem G-esagten Holz-sclm. 19 A und D.

lm bisherigen haben wir uns ausschliesslicb mit der Beschaffenbeit der vollkommen erhaltenen Aussenflache des Stammes beschaftigt. Esnbsp;kommen nun aber sebr haufig Abdrucksexemplare yor, die ein anderesnbsp;Ausseben zeigen und demgemass von den alteren Autoren zu eigenennbsp;Gattungen vereinigt wurden, die aber bei weiteren Untersuchungen mitnbsp;mebr oder weniger grosser Bestimmtheit sicb lediglicb als Erhaltungs-zustande von Lepidodendronstammen ergeben haben. Für die meistennbsp;derselben ist diess beu te allgemein aceeptirt und es werden vonnbsp;diesen bei Schim per (1) die alten Gattungsnamen ganz einfacb alsnbsp;Synonyme von Lepidodendron aufgeführt. Immerhin werden, bei demnbsp;verschiedenen Ausseben maneber Erlialtungszustande, auch beute nochnbsp;Zweifel daran laut, dass sie von einer und derselben Pflanzengattungnbsp;abstammen sollen. Dem gegenüber möchte ich aber nochmals auf dienbsp;sehon in der Einleitung behandelte Thatsache binweisen, dass wir dienbsp;Beste derselben Species unter ganz verscbiedenem Bild zu sehen be-kommen müssen, sobald sie sicb aus Gewebspartien verschiedener Re-sistenz zusammensetzte, auf die die ausseren Einwirkungen in jeweilsnbsp;differente!’ Art sicb geltend machten. Ein soldier Stamm wird als Fossil-rest in ganz anderer Weise in Erscheinung treten, wenn er zuvor aufnbsp;dem feuchten Waldboden faulte, wenn er in frischem Zustand unternbsp;Wasser gerieth, wenn ein Wecbsel beider Einwirkungsarten in mannig-faltiger Aufeinanderfolge eintreten konnte. Und dass für die Lepido-dendren die oben erwahnte Bedingung differenter Resistenz der Gewebenbsp;gegeben war, das wird die nacbber zu bespreehende Anatomie diesernbsp;Gewacbse zeigen. Da ist zunachst die bei Sternberg (1) Hefti-4, t.2S;nbsp;Heftö—8, t.CS alsAspidiaria Presl beschriebene, von ibm selbst anfangsnbsp;mit Lepidodendron vereinigte Form zu erwahnen (Holzscbn. 19 A). Schonnbsp;Göppert (12) p. 4S bat die Entstehungsweise dieser Aspidiarien voll-

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kommen aufgeklart, seine beziiglichen Darlegungen siiid von 0. Feist-mantel (3) p. 207; t, 40, f. 1 vollkommen bestatigt und aueh von Stur (5) p. 229; t. 19, f. 4 noch einmal ausfiihrlioh behandelt worden. Wenn namlichnbsp;die Kindenoberflache des Stammes sich loslöst, so bilden die einzelnennbsp;Polster von der Innenseite gesehen rhombenförmige Vertiefungen; obnbsp;infolge der Verwesimg ihres zarten mittleren Gewebes, oder desshalb,nbsp;well, wie Stur will, schon zu Lebzeiten, nach Art der lebenden hetero-phyllen Lycopodien, hier ein centraler, vom Gefassbtindel durchsetzternbsp;lysigener Intercellularraum vorhanden war, ist gleichgttltig und nichtnbsp;zu erweisen. Diese Höhlungen werden nun mit Gesteinsmasse aus-gefiillt, und so entstehen flache oder wenig convexe rautenförmigenbsp;Felder, die, ohne weitere Struktur, wie eine punktformige Erhabenheitnbsp;Oder einen regellosen centralen Langswulst die Spur des austretendennbsp;Blattgefassbiindels aufweisen, wahrend von den seitlichen Spuren nichtsnbsp;zu entdecken ist. Wenn die Spur bei Aspidiaria in der Mitte desnbsp;Polsters, also etwas tiefer als im Oberfiachenbild des Lepidodendronnbsp;gesehen wird, so hangt diess mit dem aufsteigenden Verlauf des Bün-dels zusammen. Sie wird infolge dessen um so mehr nach unteii ver-schoben erscheinen, je welter die Cylinderflache des Abdrucks von dernbsp;Oberflache des Stammes entfernt ist. Stur hat an seinem Exemplarnbsp;durch geeignete Behandlung einzelne der Ausfilllungsrhomben heraus-sprengen können, wo dann in normaler Weise die Oberflache des Blatt-polsters zu Tage gefördert wurde (vgl. Holzschn. 19A). Bei Schim-per (1) t. 00, f. 6 findet sich die Abbildung einer angeblich zu L. aculeatumnbsp;Stbg. gehörigen Aspidiaria, in welcher, ohne Zweifel irrthtimlichernbsp;Weise, die gauze Blattspur des Narbenfeldes eingezeichnet erscheiut.nbsp;Aehnliche Bilder kommen auch zu Stande, wenn in dem Hohldruck dernbsp;Oberflache die Kohlenrinde sitzen bleibt (vgl. Göppert (19) t.39,f.2).nbsp;Der von derselben entblösste Steinkern, der Grenze zweier, differentnbsp;sich verhaltenden Parenchymlagen entsprechend, pflegt alsdann nur mitnbsp;schwach erhobenen, linienformig verlangerten Höckerchen als Andeu-tung der Blattbiindel versehen zu sein. Solche Steinkerne sind ganznbsp;ausserordentlich haufig zu findeu. Als Bergeria Presl (Holzschn.nbsp;19B, C) werden bei Sternberg (1) t. os, r. ui_io Steinkerne beschrieben,nbsp;deren Oberflache mit der eines bloss der Epidermis beraubten Lepidodendron ganz llbereinkommt, die auch, zum Theil wenigstens, einemnbsp;solchen angehört haben, wie Lep. diplotegioides, nach Lesquereux (1)nbsp;von Schimper (1) t. eo, f. 7 reproducirt, lehrt. Sie bieten rhombische,nbsp;durch schmale Llickenstreifen von einander geschiedene erhabene Polster; auf deren höchstem Punkt ist die Bündelspur als vertiefte Grubenbsp;zu sehen. Bei den im Sternbergschen Werk abgebildeten Beispielennbsp;dieses Erhaltungszustandes ist der Gefassbündelaustritt durchweg sehrnbsp;stark an die obere Ecke des Polsterfeldes angenahert; die Differenz in

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der Grosse der oberen . und unteren Wangen muss bei diesen Formen eine sebr ausgesprocbene gewesen sein (Holzschn. 19 B). Gleicbzeitignbsp;sind die beiden Diagonalen des Polsters wenig in Lange verscbieden,nbsp;der Umriss desselben nahert sicb der quadratiselien Form. Unzweifel-baft bierher gehorig sind mehrere, von S c h m a 1 h a u s e n (3) t. 2, f. s,nbsp;abgebildete, Beste der TJrsastufe Sibiriens, sowie aus der sacbsiscbennbsp;Steinkohlenformation das Lepid. tetragonum Geinitz (8) t. 3, f. 1,2, ygl.nbsp;aucli Scbimper (1) t. üo, f. 9 n. II), und das bei O. Feistmantel (3) p.2oonbsp;gesagte. Dieser Autor halt die Bergerien für Erbaltungszustande so-wobl von Lepidodendron, als von der nachber zu bespreehenden Gat-tung Lepidophloios, womit er wobl Recht baben mag, wennschon dernbsp;Beweis sicb vorderhand noch nicht führen lasst. Audi Carruthers (12)nbsp;bat sicb in ahnlichem Sinne ausgesprochen. Aebnlicb scbeint sicb fernernbsp;Lepidodendron notbum Unger (5) aus dem Cypridinenscbiefer vonnbsp;Saalfeld zu verbalten, und ebenso gewisse Stammstücke, die aus demnbsp;Oberdevon oder Untercarbon von Südaustralien und Queensland als Lep.nbsp;australe Mc Coy (O. Feistmantel (1) ni, t. 13), und als Lepidod. notbumnbsp;Ung. von Carruthers (10) t. 2g und O. Feistmantel (1) ni, t. 1,14 be-schrieben sind (Holzschn. 190). Dass an allen diesen Exemplaren dienbsp;ursprünglicbe Oberflacbe nicht vorliegt, ist schon aus den Abbildungennbsp;zu erseben, ich babe micb davon noch ausserdem an zablreichen Queenslander Stiicken überzeugt, die im British Museum verwabrt sind.nbsp;Wenn freilicb die von Carruthers (10) t. 20, f. 1 u. 2 abgebildeten, vonnbsp;ihm als blattertragende Zweige bezeicbneten Beste, die ich leider nichtnbsp;sah, wirklich dazu gehören, dann dürften wir es hier mit einer vonnbsp;Lepidodendron verschiedenen und nur in bestimmten Erhaltungszustan-den damit übereinstimmenden Gattung zu thun haben. Mit seinemnbsp;Queenslander Lep. notbum Ung. vereinigt Carruthers, allem Anscheinnbsp;nach mit Recht, ein devonisches Fossil von Canada und Maine, welches Dawson als Leptophloeum rhombicum Daws, beschrieben battenbsp;(1) V. 1, p.30, f. 88, 89; v. 2, p. 1U5. Dasselbc dtUfte, wenn überhaupt, nur durchnbsp;die etwas tiefere Lage der Gefassbündelspur unterschieden sein. Dennnbsp;das Artisiamark, welches Dawson, der lebhaft gegen Carruthers’nbsp;Meinung protestirt, noch anführt, ist mehr als unsicher und erscheintnbsp;in seiner Abbildung nur als eine unbestimmte quere Strichelung. Ar-tisiacylinder sind freilich auch von Cor da für die Lepidodendreen-gattung Lomatophloios angegeben, indess auch bier aus anderen Grün-den durchaus zweifelhaft. Sie sind bislang mit Sicherheit nur für dienbsp;Stamme und Aeste der Cordaiteen bekannt geworden.

Ueber die Gattung Knorria Sternbg. (Holzschn. 20), die hier weiter zu besprechen ist, sind die Meinungen der Autoren sehr getheilt. So-''^iel steht aber fest, dass sie einen inneren subepidermalen Erhaltungs-zustand von lepidodendroiden Gewachsen darstellt. Die so haufigen

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Dichotomien, von denen weiter unten mehr, beweisen, dass sie nicht, wie Sternberg (1) Heft i-s, t.n, der sie zuerst beschrieb, glaubte, zu dennbsp;Coniferen geboren könne. Sie wurde hernacb allgemein fiir eine eigenenbsp;wohlcbarakterisirte Gattung unserer Gruppe angesehen, bis Göppert,nbsp;der anfangs (1, 12) p. losseq. auf demselben Standpunkt gestanden batte,nbsp;die Meinung vertrat, sie geböre als Steinkernform zu Lepidodendron-arten (19) p. 5i2se(i. Er fiihrt als zusammengehörige Formen Lepidoden-dron Veltheimianum und Knorria imbricata an, und sucht diese seinenbsp;x^nsicht dureb Abbildung zahlreieber Stücke zu belegen. Und wenn-scbon dieselbe viel Anklang gefunden, so bat sie docb die Zweifelnbsp;nicbt völlig beseitigen können. Denn Scbimper (4) bat nacb wie vor

den entgegengesetzten Standpunkt ver-treten, desgleichen Heer (5) v. 2i, p. «t und auch Weiss (3) spricht sich neuer-dings noch mit Zweifel und grosser Vor-sicbt liber diese Frage aus, ganz be-sonders sicb darauf stlitzend, dass dienbsp;Knorrien, im Devon zerstreut, im Culmnbsp;sebr haufig sich findend, in den höherennbsp;Gliedern der Carbonformation, in denennbsp;es doch noch von Lepidodendren wim-melt, kaum oder gar nicht mehr vor-kommen, dass bier vielmehr Aspidiariennbsp;und Bergerien an ihre Stelle treten. Ernbsp;schliesst daraus p. lei „dass zum minde-sten nicht jedes Lepidodendron einenbsp;Knorria als Steinkern besitzt“. Zahl-reiche Abbildungen von Knorrien findetnbsp;man in den angezogenen Schriften, beinbsp;Schmalhausen (3) t. 3 u. 4, sowie beinbsp;S c h i m p e r (1) 1.1gt;6. Im Falie typischernbsp;Ausbildung ist die ganze Oberflache des Stammes mit schraubenstan-digen Höckern besetzt, welche, abwarts mehr oder weniger lang herab-laufend, oben in eine kegelförmige, angedriickte, aber durch eine scharfenbsp;Furche vom Stamm geschiedene Spitze enden, auf deren Scheitel, beinbsp;bester Erhaltung, ein Eindruck von wechselnder Vertiefung sich zeigt,nbsp;der, wie alle Autoren mit Grund annehmen, die Narbenspur des Blatt-bündels enthalt. Je nach der Lange und Gestalt dieser Blattkissen,nbsp;ihrer spitzen oder stumpferen Endigung, ihrer lockeren oder gedrang-ten Stellung, ihrem mehr oder minder convexen Hervortreten, sindnbsp;dann sehr zahlreiche Arten der Gattung unterschieden worden, dienbsp;Göppert (19) endlich alle wieder zusammengezogen, und als Erhal-tungszustande weniger Lepidodendren, des Lep. Veltheimianum und

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aculeatum bezeichnet bat. Er stiitzt sich dafiir besonders auf ein paar Stiicke aus den Steinbriicben von Landshut in Scblesien, deren ver-sebiedene Seiten er, naeb den Pbotograpbien, auf t. 39-41 hat abbildennbsp;lassen. Eines dieser Exemplare t. 39, f. 3a. f. id, t. 40, f. ib zeigt nun allerdingsnbsp;an verscbiedenen Stellen seines Umfangs ganz dilferente Blattuarben,nbsp;Von denen die einen typische Knorria, die anderen aber Bergeria, wenn-sehon in ziemlich grobem Erbaltungszustand reprasentiren. Da zwischennbsp;den Knorriazapfen und der Stammfiacbe die enge Spalte sich mit Koblen-I'inde erfiillt erwies, so sind bier an der oberen Seite des Polsters gewisse Gewebspartien zur Zeit der Steinkernbildung noch erbalten ge-Wesen, die da, wo Bergerianarben sich zeigen, bereits in Fortfall ge-kommen waren. Ganz besonders wichtig ist mir fiir diese Frage fernernbsp;das bei Göppert (12) t. 31, f. 1 abgebildete Exemplar von Knorria prin-ceps erschienen, welches ich im Breslauer Museum zu besichtigen Ge-legenheit batte. Hier sind auf der an einer Stelle erhaltenen Kohlen-rinde deutliche Narben eines Lepidodendron zu erkennen, so dass diesesnbsp;Stuck fUr mich die Sache im wesentliehen entscheidet. Auch Gol-denberg (1) giebt an Knorria Sellonii Sternbg. (eigentlich Selloi zunbsp;schreiben, weil nach Bergdirektor Sello in Saarbrticken benannt) ausnbsp;dem Hangenden des Saarbrtickener Auerswaldflötzes im Zusammenhangnbsp;mit zweifelloser Lepidodendronrinde gefunden zu haben. Leider giebtnbsp;er keine exakte, brauchbare Abbildung dieses seines Exemplars. Auchnbsp;Grrand’ Eury (1) ist derselben Meinung, die er freilich nicht ausfUhr-lich begrUndet. Er sagt bloss p- ui „Les Knorria ne sont d’après les observations de Mess. Goldenberg, Göppert et les miennes, quoi qu’en pensenbsp;M. Schimper, que le moule souscortical des Lépidodendrées“ und weiter-hin „Un Knorria de St. Etienne dont les tubercules sont prolongés parnbsp;de longs filets horizontaux reflète même la forme d’une couche plus interne située a distance notable de 1’0001-06“. Im Ubrigen ergiebt sich ausnbsp;dieser Stelle, dass unsere Erhaltungsform noch in den hoheren carboni-schen Ablagerungen sich findet, nicht ausschliesslich auf das Untercarbonnbsp;keschrankt ist. Nach Heer (5) v. 21 freilich sollen sich die infraearboni-schen Knorrien der Bareninsel (Ursa Stufe), an deren richtiger Bestim-mung nicht gezweifelt werden kann, wesentlich anders verhalten. Ernbsp;fiisst mit seiner Anschauung auf dem 1.10, f. 4 abgebildeten Stuck. Diesesnbsp;stellt ein BruchstUck eines mit spitz endenden Knorriennarben bedecktennbsp;Steinkerns dar, und ist stellenweis noch mit seinem Kohlenbeleg ver-®ehen, der auf der ausseren feingestreiften Oberflache in weiten Ab-stauden kleine, kreisrunde, verhaltnissmassig winzige Narbchen mit cen-tralem punktfórmigem Spurrest bietet. Dem Text zufolge sollen diesenbsp;Narbchen in regelmassigen schiefen Beihen stehen, ein jedes scheinenbsp;*ler Spitze der unterliegenden Warze zu entspreehen. Wenn das richtig,nbsp;dann ist die Abbildung falsch, in welcher die regelmassigen Keihen

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kaum zu entdeeken sind, die Narben an maiichen Stellen durchaus nicht mit den Spitzen der Knorriapolster coincidiren. Erneute Untersuchungnbsp;des Originals diirfte zur Klarstellung unerlasslich sein. Ergeben sicknbsp;Heers Angaben als ricbtig, dann wtirde man dazu gedrangt werden,nbsp;fur die Oberflache der Stamme, aus denen gewisse Knorrien entstandennbsp;sind, eine ahnliche Besohaffenbeit anzunehmen, wie solche bei der naoli-lier zu beliandelnden Gattung Bothrodendron bekannt ist.

Zwei weitere sich bier anreibende Gattungen bat Göppert (1) Lief.In.2,t.nu. 18 als Ancistropbyllum Stigmariaeforme und Didymopbyllumnbsp;Scbottini bescbrieben. Sie sind in wenigen Exemplaren im Culm vonnbsp;Landshut in Scblesien, spater aucb in dem von Tbann im Elsass ge-funden worden. Bei letzterer Form sind die wenig berablaufenden,nbsp;locker gestellten, knorrienahnlichen Polster des Steinkernes an der Spitzenbsp;ein wenig ausgerandet; die erstere stellt einen ziemlicb formlosen Stein-kern dar, der mit unregelmassig gestalteten, quer verbreiterten wulst-artigen Höckern besetzt ist. Aucb Knorria Kicbteri Geinitz (5) p.3'j;nbsp;t. I, f. 2 aus der Steinkoble von Oberbobndorf in Sacbsen gebört, wie ibrnbsp;Autor ausdriicklicb angiebt, bierber. Sebimper, der gleicbfalls einenbsp;Abbildung von Ancistropbyllum gegeben hat (4) t. ii u. 12, ftthrte spaternbsp;(1) v. 2, p. 58 u. 118 aus, dass beide Genera zu Knorria longifolia als Stttckenbsp;der Stammbasis geboren; er giebt an, an einem und demselben zunbsp;Burbacb bei Tbann gefundenen Stamm die Charaktere der drei Gattungen vereinigt gefunden zu baben. Die verscbiedene Gestalt der Blatt-polsterreste filbrt er auf die mit dem Wachsthum des Stammes verbun-denen Veranderungen zurlick, die sowobl die aussere Form, als dennbsp;inneren Ban betroffen baben können. In letzter Linie muss noch dernbsp;Gattung Decbenia Göpp. gedacht werden, liber die icb mir kein Urtbeilnbsp;erlaube. D. Römeriana Göpp. (A. Romer (1) ii, t. u, f. 1) aus demnbsp;Unterdevon erinnert an Knorria, D. Euphorbioides Göppert (1) nief.nbsp;3—1, t. 3, aus dem Culm von Landshut in Scblesien, ist ein mit ziemlicbnbsp;unfórmlicben, scbraubig stellenden Wülsten bedecktes, annahernd cylin-drisches Steinstiiek.

Beblatterte Zweige von Lepidodendron sind in der Carbonformation iiberaus haufig zu finden. Sie tragen wesentlicb Lycopodienhabitus annbsp;sieb. Naeb dem Verluste der Blatter, die sich in regelmassiger Weise,nbsp;zum Unterscbied von Lycopodium, abgliedern, treten die charakteristi-schen Blattpolster bervor, die zunaebst nocb klein, dann dem weiterennbsp;Wachsthum der Stamme und Aeste folgend, an Grösse zunebmen. Aufnbsp;diese ist desshalb bei der Frage nach der Speciesbegrenzung wenignbsp;Riicksicbt zu nehmen. Aucb liber die möglicber Weise damit verknlipf-ten Formanderungen sind wir aus Griinden der fragmentarischen Er-baltung des Materials nur wenig unterricbtet, und können solche ebennbsp;desshalb weitere Fehlerquellen bei der Speciesbestimmung abgeben. Es

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sind daher die Augaben der Autoren, wonach gegebene beblatterte Zweige zu bestimmten, nach dem Stammbau bekannten Species geborennbsp;sollen, da sie beinahe nirgends auf der Beobachtung direkten Zusam-menhangs mit bestimmbaren Stammstiicken beruben, mit grösster Vor-sicbt zu bebandeln. Die Blatter selbst sind von sebr verscbiedenernbsp;Grosse und Gestalt; flacb linienfórmig zugespitzt und von sebr betracbt-licber Lange erscbeinen sie bei dem von Scbimper (1) t. so, f. i nacbnbsp;Röbl abgebildeten und als L. longifolium Brongn. bestimmten Zweig.nbsp;Aebnlicb, aber viel kürzer und starker abstebend, nicbt zu einem pa-rallelen Btiscbel vereinigt, bat sie Brongniart (1) v. 2 bei seinen L.nbsp;elegans t. u und L. gracile t. is gezeicbnet, vgl. Bindley und Hutton (1)nbsp;T.2,t. 113; V. 1,t.4, die beide von Scbimper zu der Stammspecies L. Stern-bergii Brongn. gezogen werden. Freilicb seben sie bei den Eesten,nbsp;die Ettingsbausen (5) t. 20-28 zu dieser Species recbnet, wesentlicbnbsp;anders aus, und kommen an Lange beinahe den erstgenannten des L.nbsp;longifolium Brongn. gleich, zu welchem sie denn von Scbimper auchnbsp;gezogen werden. In derselben Abhandlung Ettingshausens sind t. 22nbsp;schone, mit breit lanzettlichen Blattern besetzte Aeste als Lep. Hai-dingeri, und andere mit kurzem linealem Laub als L. brevifoliumnbsp;Ettingsbausen t. 25 beschrieben. Als Lep. selaginoides Sternbg. endlichnbsp;gehen bei den Autoren reich verastelte Zweigstiicke, die mit kurzer,nbsp;nacb Art der Araucarien oderWalchien hakenfórmig eingebogener Be-blatterung versehen sind. Derartige Formen, die icb bei Saarbrückennbsp;in grosser Haufigkeit fand, die ferner besonders schön in den Tbon-eisensteinknollen von Coalbrookdale in England vorkommen, sind vonnbsp;Bro ngniart (l)v.2, t. n, von 0. Feistmantel (3)t.30u.3i, von Bindley und Hutton (1) v. 1,1.12, von Scbmalbausen (2) t. 2,1 5 u. e dar-gestellt worden. Auf die von Stur ftir Laubblatter von Lepidodendrennbsp;angesprochenen sogenannten Lepidophyllen werden wir weiterhin zu-rflckkommen mtissen.

Aber nicht allein in der Blattform weichen die besehriebenen Laub-zweige von einander ab; es sind vielmehr auch die blattertragenden Achsen von sebr verscbiedener Beschaffenheit. Wir finden dieselben ein-aial Starr, wenig oder gar nicht verzweigt, und von auffallender Dicke,nbsp;so zum Beispiel bei Ettingshausens L. brevifolium, Sternbergii undnbsp;Haidingeri, ein andermal dtinn und ruthenartig schlank, alsdann ge-^ohnlich reicblich und wiederholt dichotomisch verzweigt, wie diessnbsp;iiir die in der Regel als L. selaginoides bestimmten Formen der Fall.nbsp;Es ist nicht zu bezweifeln, dass diesen Ditferenzen wesentliche Ver-sobiedenheiten im Aufbau der ganzen Krone der Baume entsprechen,nbsp;•Re im letzteren Fall reich und dicht verastelt, gelegentlich mit hangenden Endverzweigungen, im anderen starr, licht und diirftig geglie-*iert gewesen sein mag. Und damit kommen wir denn zur Besprechung

Solms-Laubaclif Palaophytologie. nbsp;nbsp;nbsp;14

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des morphologischen Aufbaues der ganzea Pflanzen, deren einzelne Theile bisher erörtert worden sind. Wie schon öfters erwahnt, liegen in zahl-losen Fallen, sowohl bei kenntlichen Lepidodendren, als auch bei Knor-rien, ganz sicher gestellte ï)ichotomien vor, die mitunter, an gi-össerennbsp;Bruchstticken, sich in den aufeinanderfolgenden Zweiggenerationen wie-derholen. Es kann hierfür auf die angezogenen Abbildungen verwiesennbsp;werden. Ebenso haufig, und gewöhnlich an denselben Sttieken, findetnbsp;man aber neben den Diohotomien anch seitlicbe Auszweigung in ver-schiedenartiger Vertlieilung. Dergleichen Falie mogen gewohnter Maas-sen und der Meinung der Autoren entsprechend durch Annahme sym-podialer Ausbildung der diohotomen Systeme erklart werden, wennschonnbsp;es kaum nötbig erscheint,, hierzu seine Zuflucht zu nebmen, nacbdemnbsp;es bekannt, dass bei Psilotum beiderlei Auszweigungsformen nebennbsp;einander verhanden, nachdem wir wissen, dass ein principieller Unter-schied zwisehen beiden überhaupt nicht existirt. Bei den Knorrien,nbsp;bei welehen solche laterale Auszweigung in ganz besonderer Haufigkeitnbsp;zur Beobachtung kommt, wird oftmals der dunnere Seitenzweig demnbsp;weiteren Dickenwachsthum des Hauptstammes hinderlich, es bildet sichnbsp;dann an diesem eine seitliche Binne, in welehe die Basis des Seiten-zweiges eingebettet erscheint. Gewöhnlich ist dieser alsdann kurz ab-gebrochen, und es hat mitunter den Anscbein, als wenn dieses Ab-brechen vor der Einbettung in die Gesteinsmasse erfolgt ware, dannnbsp;namlich, wenn kurz über der Bruchstelle die seitliche Furche plötzlichnbsp;mit bogenförmiger Begrenzung endet, und der Stamm ganz unvermitteltnbsp;wieder die ursprüngliche Querschnittsform erhalt.

•So haufig grössere Bruchstücke aus der Krone der Lepidodendren zur Beobachtung kommen, so sind doch begreiflicher Weise derennbsp;Hauptverzweigungen im Zusammenhang mit dem tragenden Stamm nurnbsp;in wenigen Fallen bekannt geworden. Aus den wenigen Funden istnbsp;nicht bestimmt zu entnehmen, oh die betrachtlichen Ditferenzen speei-fische Oder mehr individuelle Bedeutung besitzen, doch sind sie so stark,nbsp;dass man mehr nach der ersteren Seite hin sich gedrangt fühlt. Innbsp;erster Linie verdient da ein von Lindley und Hutton (1) v. 3, t. -203 alsnbsp;Lep. Sternbergii beschriebener Stamm der Erwahnung. Derselbe wurdenbsp;im Dach eines Flötzes der Jarrow-Grube in England entdeckt und vonnbsp;der Basis bis zu den Kronasten auf eine Lange von 39 Fuss freigelegt.nbsp;Der Stamm war unterwarts drei Fuss dick, er war zusammengedrticktnbsp;und zeigte, wenn ich die Angaben richtig verstehe, Bergeriacharakternbsp;der Oberflache. Er theilt sich in regelmassigster Weise dichotomisch,nbsp;seine Krone ist durch drei Generationen von Dichotomiesprossen er-halten, dann aber an einer kleinen Verwerfung abgebrochen. Bei demnbsp;berühmten Sternbergschen Stamm (1) Hefti-i, t. j, der im Dach desnbsp;unteren Kadnitzer Flötzes zu Svinna in Böhmen entdeckt wurde, und


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der mit seinen Aesten vier Meter Höhe besitzt, beginnt dagegen die Krone mit zwei rein seitlich gestellten, rechts und links fallenden,nbsp;46 cm von einander entfernten Aesten, über deren weitere Auszweigungnbsp;man, da sie nabe der Basis abgebrochen, nicht unterrichtet ist. Erstnbsp;dann folgt nach weiteren 46 cm Stammlange eine regelmassige Gabe-lung, die sich an den Zweigen zweimal wiederholt, um dann wiedernbsp;in seitliche Auszweigung tiberzugehen. Die Beschreibung eines drittennbsp;Falies endlich verdanken wir S t u r (5) p- 224. Der colossale, 522 cmnbsp;lange und unten 63 cm breite Stamm, dessen Krone bis auf den unter-sten, rein seitlichen Ast durch Abbruch verloren ist, wurde in dernbsp;Alberti-Zeche zu Hruschau in Böhmen gefunden, und in der Grube selbstnbsp;mit aller Sorgfalt gezeichnet. Der einzige Ast dieses Individuums, annbsp;seiner Ansatzstelle 31 cm breit und sich rasch verjüngend, steht seit-warts rechtwinklig ah und zeigt sympodiale Auszweigung.

Gewisse Lepidodendronformen hat man seit Sternberg unter dem Kamen Ulodendron zusammengefasst. Dieselben charakterisiren sichnbsp;dadurch, dass an ihrer mit den Lepidodendronpolstern bedeckten Ober-flache zwei einander gegenüberstehende senkrechte Reihen von enor-men, gewöhnlich schüssel- oder becherförmig vertieften Karben sichnbsp;fijnden, die fast bis zu gegenseitiger Berührung an einander gedrangt,nbsp;oder durch grössere Intervalle innerhalb jeder Eeihe geschieden seinnbsp;können. Es sind gewöhnlich starke, dicke Stammstticke, die den Ulo-dendroncharakter aufweisen, an welchen nur in seltensten Fallen Ver-zw'eigung beobachtet ist. Einen solchen Fall hat Williamson (1)nbsp;X, p. 499 beschrieben, bei welchem einer der grossen Narbenbecher geradenbsp;in den Winkel zwischen den Dichotomieasten zu liegen kommt. Nurnbsp;selten findet man an ihnen die Oberflaehencharaktere deutlich erhalten,nbsp;gewöhnlich 'kommen sie in Form innerer Steinkerne zur Beobachtung,nbsp;an denen die Blattstellung dann nur au den kleinen, als linienförmigenbsp;Wtilste vortretenden Höckern erkannt werden kann, die den Spurbtin-deln ihre Entstehung verdanken. Die Ulodendren haben in der letztennbsp;Zeit sehr eingehende Bearbeitung durch Stur (5), Kidston (2) undnbsp;Zei 11 er (3, 11) erfahren. Bei Kidston ist auch eine ausserordentlichnbsp;vollstandige Zusammenstellung der einschlagigen alteren Literatur zunbsp;finden. Alle diese Autoren stimmen, bei sqnstiger Divergenz der Ansichten, doch darin uberein, dass die in Rede stekenden Stamme nachnbsp;ihrer Oberfliichenbeschaffenheit sich verscbieden verhalten und dass sienbsp;sich in drei Gruppen zerlegen lassen. Von diesen wollen wir zunachstnbsp;feloss die erste ins Auge fassen, die eine fast absolute Uebereinstim-löung mit dem normalen und gut bekannten Lepidodendron Velthei-ttiauum zeigt, und deren Reste, gewöhnlich als Ulodendron commuta-tum Schimp, zusammengefasst, von den erwahnten Autoren direkt mitnbsp;dieser Species vereinigt werden, wofür man Schimper (1) t. ei, Kid-

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ston (2) t. 3 und vor Allem Brongiiiart (1) v.2, t.is und Stur (5) t. 21 u. 22, f. 3 vergleiclien móge. Bei aller sonstigen Uebereiastimmung sindnbsp;indessen doch an den Ulodendronexemplaren die Blattpolster in dernbsp;Regel betrachtlich kleiner, als es bei gewöbnlicben Stammen von glei-cher Dicke der Fall. Wenden wir uns zur Betrachtung der eigenthüm-lichen schüssel- oder becherförmigen Narben. Dieselben sind rundlich,nbsp;elliptisch, oder eifórmig, mehr oder weniger stark vertieft, und im Hohl-druck demgemass convex hervortretend; ihre Begrenzung wird durchnbsp;eine ziemlich scharfe Kante gebildet. Am tiefsten Punkt befindet sichnbsp;eine ungefabr kreisförmige Abbruchsnarbe, in deren Mitte bei guternbsp;Erbaltung noch eine punktförmige Spur zu sehen ist. Dieser Abbruchnbsp;liegt aber nicbt central, er ist vielmehr, in wechselnder AusprEgungnbsp;zwar, aber doch stets deutlich, gegen die untere Seite des Bechers ver-schoben, so dass dessen Böschung hier viel steiler, seine Radien kürzernbsp;als oberwarts ausfallen. Auf dieser ganzen, die Abbruchnarbe umgeben-den Böschung zeigen sich nun annahernd radienartig gestellte Reihen vonnbsp;kleinen kielartig hervorragenden Höckerchen, die den Blattspurhöckernnbsp;schlechter innerer Steinkerne von Lepidodendren ahnlieh sehen, und die,nbsp;zumal an der oberen flaeheren Böschung der Schüssel, zu unregelmas-sigen und undeutlichen radiaren Rippen zusammenzufliessen pflegen.nbsp;Bei minder guter Erhaltung sind überhaupt auf dem ganzen Becherfeldnbsp;nur noch solche Streifen zu erkennen. Verwechselungen mit den gleich-falls zweizeilig benarbten Megaphytumstammen, vgl. ohen p. 171, wie sienbsp;gelegentlich in der Literatur zu finden, sind freilich nur bei sehr schlechternbsp;Erhaltung, sowohl der Stammoberflache, als der Becher, möglich undnbsp;in der Mehrzahl der Falie bei eingehender Untersuchung der Stücke zunbsp;vermeiden.

Es fragt sich nun, was für Organe an diesen Narben inserirt ge-tvesen sind. Und da finden sich in der Literatur die verschiedensten Anschauungen vertreten. Im Gegensatz zu allen anderen Autoren, dienbsp;nur den centralen Kreis für die Abbruchsnarbe des Seitengliedes halten,nbsp;und die Becherbildung aus der Druckwirkung dieses letzteren erklaren,nbsp;bat Carruthers (11) zu beweisen gesucht, dass der ganze Becher demnbsp;Abbruch entspreche. Die punktfórmigen Höcker seiner Böschung er-klart er ebenso wie die centrale Narbe für Gefassbündelspuren undnbsp;nimmt die Existenz gewaltiger Adventivwurzeln an, die an diesennbsp;Stellen entsprungen sein sollen. Abgesehen davon, dass man niemalsnbsp;eine Spur solcher Adventivwurzeln gefunden hat, widerspricht diesernbsp;Ansicht die Anatomie der Organe aufs bestimmteste, wofür auf das fol-gende verwiesen sein mag. A priori schon muss die Annahme einernbsp;Wurzel, die ausser dem Centralstrang noch eine Masse corticaler Bündelnbsp;enthalten haben sollte, dem Botaniker die grössten Bedenken erregen.nbsp;Und zum Ueberfluss hat Kids ton ein Exemplar beschrieben und ab-

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gebildet (2) t. 4, t. 2, dessen Becherböschung mit ganz normalen Lepido-dendronblattpolstern bedeckt ist, und sicb dadurcb als Abscbnitt der Stammoberflacbe aufs sicberste zu erkennen giebt. Es bleibt also nurnbsp;die Möglicbkeit, dass die betreffenden Narben vegetative Zweige odernbsp;Fruotificationsorgane getragen baben. Wie Stur (5) gegen G-einitz (8)nbsp;ausfiibrt, ist nun das erstere unwabrscbeinlicb. Vor allem spriebt da-gegen die Eegelmassigkeit der Abgliederungsflacben, ftir die wir böcb-stens in den sogenannten Absprtingen unserer Waldbaume, der Eicbennbsp;z. B., ein Analogon finden könnten. Dass eine solcbe Absprungbildungnbsp;vvenigstens nicbt regelmassig statt batte, gebt aus der oben bebandeltennbsp;Verzweigung der Knorrien hervor, bei der die stebenbleibenden Sttimpfenbsp;die Bildung seitlicber Furcben am Hauptstamm durcb Druckwirkungnbsp;veranlassen. Nach alledem kommen wir zur natiirlichsten und altestennbsp;Auffassung zuriick, nach welcher man es mit den Abgliederungsstellennbsp;der Fructificationen zu thun hat. Da ist nun Stur durcb eine, nachnbsp;meiner Meinung vollkommen verfeblte Speculation zu einem sebr merk-wlirdigen Ergebniss gelangt. Er gebt davon aus, dass die Stammoberflacbe von Lepidodendron Veltheimianum und Ulodendron commutatumnbsp;identisch beschaffen ist, und dass infolge dessen beide zusammengerech-net werden müssen. Da er nun aber Fruchtzapfen des Lep. Veltheimia-uum kennt, die die Spitzen dünner beblatterter Endverzweigungen kronen, so können die Narben an den dicken Stammen unmöglicb gleichfallsnbsp;Fruchtzapfen getragen haben. Vegetative Zweige sind aus oben behan-delten Gründen gleichfalls ausgeschlossen. Da nun doch etwas da gesessen haben muss, so wendet er sich dem Studium der lebenden Ly-copodiaceen zu, um zu diesem fraglicben Etwas ein Analogon zu finden.nbsp;Und da mussen denn die Bulbille des Lyc. Selago und lucidulum her-halten. Die ülodendronmale werden da;raufbin schlankweg für Narbennbsp;von Bulbillen erklart, fiber deren Beschalfenheit nichts zu wissen dernbsp;Autor p. 263 in der pracisesten Weise aussagt. Und wenn er nichts-destoweniger versucht die blattachselstandige Entwicklung dieser hypo-thetischen Bulbille nacbzuweisen, indem er eine kleine Unregelmassig-keit der Blattanordnung, die an einem Stammstfick gefunden wurdenbsp;(5) p. 3-0; t. 23, f. 3, für einen Jugendzustand eines solchen erklart, so ist esnbsp;bei der oifenkundigen Willkfirlichkeit dieser Annahme nicht nöthig, die-selbe noch eingehenderer Kritik zu unterziehen. Auf ein von Golden-berg beschriebenes Exemplar, au dem er wenigstens die Basaltheilenbsp;Seiner Bulbille zu erkennen vermeint, wird weiter unten bei Besprechungnbsp;fles Genus Lepidophloios zurückzukommen sein. Wenn man so aus dernbsp;sebr detaillirten Darstellung den Gedankengang auszuschalen versucht,nbsp;flann tritt der Feblschluss, der die ganze Anschauung begrfindet, offennbsp;Tage. Ich wenigstens folgere aus dem Thatbestand nur, dass es meh-rere Lepidodendronformen sehr ahnlieher oder gleicber Sculptur der


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Lepidodendreae.

Zweige und Stamme gegeben hat, die sich iiidess ia der Stellung uad Eatwicklungsweise ihrer Fruclitzapfea sehr wesentlich unterschiedea.nbsp;Maa vergleiclie hierza aas der receatea Vegetatioa aur Lycopodiaainbsp;aaaotiauBi uad das australische Lye. laterale. Uad da Fruclitzapfeanbsp;der verschiedeastea Foria ia Meage bekaaat siad, fiir Brutkaospea abernbsp;gar keia Aahalt vorliegt, so stehe ich damit yollkoiaaiea auf deal Bodeanbsp;der Thatsacliea. Bei dieser Gelegeaheit mag deaa auch gleich erwahatnbsp;werdea, dass aeuerdiags Falie bekaaat gewordea siad, ia deaea dienbsp;Fruehtzapfea aoch aa dea Ulodeadroaaarbea aasitzea. Eia solcber, dernbsp;der Abbilduag zufolge allerdiags aicbt gaaz iiaaafeehtbar seia diirfte,nbsp;ist voa Tliompsoa (1) bekaaat gegebea; eia weiteres voa diesemnbsp;Forscher bei Ediaburgli gefuadeaes, wie es scheiat, aoch aicbt piibli-cirtes, uazweifelhaftes Stiick babe ich vor eiaigea Jabrea bei Willi am-soa ia Maachester gesehea, der seiner auch gelegentlicb (1) x, p. la» Er-wahniing thut. Die Zapfen dieser Exemplare siad sitzead, uad bildeanbsp;Cylinder von betrachtlicher Dicke. Da ist es dean aicbt zu verwuadern,nbsp;wean sicb zvrischen ihnen und dem tragenden Stamm, der wabrscbein-lieh wahrend ibrer Entwicklung an Dicke ziinahm, eine Druckflachenbsp;bildete, die, der Zapfenbasis entsprechend, Bechergestalt haben miisste.nbsp;Die Abbrucbsstelle wird dann iim so tiefer und urn so excentrischernbsp;liegen, je spitzer der Winkel ist, den der Zapfen mit dem tragenden Stammnbsp;bildet. Und die Verschiebuag der Blattspuren aus ibrer normalen Lagenbsp;in den Bechernarbea kaan gleicbfalls, solch’ gegeaseitiger Pression gegen-tiber, nicht Wunder nehmen. Soviel von dem Ulodendron commutatum.

Eine weitere Gruppe von Aesten mit Ulodendroncharakter schliesst sich nach der Oberflachenbeschaffeaheit unmittelbar an die oben p. 204nbsp;behandelten Bergeriaformen mit tiefliegender Bliadelspur an, die wirnbsp;mit Dawsons Leptophloeum verglichen haben. Hierber geboren z. B.nbsp;U. majus und U. minus Bindley und Hutton (1) v. i, t.5u.6, die Stur-scben Figuren (5) t. 22, f. 1 a. 2, die allerdings von ibm zu L. Veltheimia-num gerechnet werden, indess wobl kaum dabin geboren köaaen, sowienbsp;einige Bilder von Carruthers(ll) uad Kidston (2) t.i,nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;f.8,9; t.7, f. 12.

Der letztere Autor ziebt alle diese Formeii unbedeaklicb zur Gattung Sigillaria, sie zu den beiden Species S. Taylori Carr, und S. discophoranbsp;Koenig vereinigend. Dem liegt aber, wie Zeiller (11) treffend ausge-fuhrt hat, lediglich eine gewisse habituelle Aehnlichkeit zu Grande, einenbsp;Aehnlichkeit, diircb die im iibrigen auch Goldenberg (l)t. 7, f. 1 sichnbsp;hat verleiten lassen, eia Lepidophloiosfragment als Sigillaria Menardinbsp;abzubilden. Was Stur bestimmt hat, die beiden citirten Leptophloeum-ahnlichea Stiicke obne weiteres zu L. Veltheimianum zu rechnen, weissnbsp;ich aicbt. Aa einem derselben hat er die khrz lanzettlichen Blatternbsp;aoch anbaftend gefunden. Daraus schliesst er p- 2ss, dass der Stammnbsp;jugendlich, mit aoch aicbt entwickelten Blattnarben, gewesen sei. Auch

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dieser Schluss scheint mir bei den geringen Kenntnissen, die wir liber die Entwicklung des Blattes and Blattpolsters baben, recht sehr gewagt.nbsp;Wenn Zeiller wirklicli Kecht hat, was noch der Feststellung bedaif,nbsp;so wlirden die uns beschaftigenden Leptophloeumformen überhaupt dienbsp;Blatter lange Zeit behalten und schliesslich durch unregelmassigen Bruch,nbsp;nicht durch Abgliederung verloren baben. Er erwahnt ein aus dennbsp;Gruben von Liévin stammendes überaus langblattriges Stück, bei dem dienbsp;stark verbreiterten Blattbasen ganz ahnliche Felder, wie bei Uloden-dron majus darstellen. Auch ich besitze einige Stticke, die mir wahr-scheinlich macben, dass Leptophloeum eine eigene, wennschon mit Le-pidodendron nahe verwandte Gattung darstellen könne. Indessen bedarfnbsp;es zur Klarstellung dieser Fragepunkte durchaus noch vieler weiterernbsp;Untersuchungen.

auf. Zu Garvin im De-


Der letzte Typus ulodendroider Stamme wird durch Bindley’s und Hutton’s (1) t- 80, SI Genus Bothrodendron reprasentirt, welches, vonnbsp;Kidston (2) angefochten, durch Zeiller (11) t. s in überzeugender Weisenbsp;sichergestellt worden ist. Die bestgesicherte Art der Gattung ist Bothr.nbsp;punctatum (Ulod. Lindleyanum Sternberg (1) t. 40, f. 4), mit weit vonnbsp;einander entfernten machtigen Bechern, in denen die Bruchnarbe einenbsp;sehr tiefe und excentrische Stellung einnimmt. Sehr cbarakteristisch istnbsp;die Oberflache des Stammes, die auf den Kohleiibelagen der Steinkernenbsp;stellenweise sick erhalten findet. Sie zeichnet sicb durch minimale Entwicklung des Blattgrundes aus, und ist, da infolge davon keine Bolsternbsp;gebildet werden, ganz flach und eben, nur mit kleinen wellig gebogenennbsp;longitudinalen Runzeln verseben. Wie kleine Punkte treten in ihr, durchnbsp;weite Zwischenraume von einander geschieden, die Narbenfelder hervor,nbsp;von denen die Blatter abgegliedert worden waren. Sie sind nach Zoilier s Darstellung polygonal, mit abgestumpften Seitenecken und weisennbsp;die charakteristischen 3 Spui'punkte auf. Dicht fiber ihnen liegt jedes-mal die sogenannte Ligulargrube, die Zeiller als winziges kreisformigesnbsp;Narbchen zeichnet. Beider scheint die Gattung selten zu sein; ich babenbsp;iiberzeugende wohlerhaltene Stficke nur in der Sammlung der École desnbsp;mines zu Paris geseben. Wenn freilich die mit kleinen Böchern durcli-setzten Cuticulablatter, die die Papierkohle von Tovarkova bei Tulanbsp;bilden, wie Zeiller (2) zu beweisen suclit, und wie es auch wirklichnbsp;wahrscheinlich ist, hierhergehören, dann mfisste die Gattung dort in sehrnbsp;tiefem, dem Kohlenkalk entsprechenden Horizont in massenhafter Entwicklung vorhanden gewesen sein. In der That sind alle bisher be-kannten Exemplare aus der unteren oder allerhochsteus aus der Basisnbsp;der mittleren Koblenformation gekommen. Und wenn man Heers obennbsp;p. 207 bebandelte Angaben fiber die Rinde gewisser infraearbonischernbsp;Knorrien berficksichtigt, so drangt sioh die Vermuthung, dass diese Er-

haltungszustfinde von Bothrodendron


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partement du Pas de Calais hat Ze ill er auch wiederholt dichotome hehlatterte Zweige gefunden, die sich, durch die an den alteren Theilennbsp;vorhandenen Blattnarben, als mit Sicherheit hierhergehörig ergehen. Sienbsp;sind mit sehr kurzen, fast schuppenförmigen, spitz-lanzettlichen, lockernbsp;gestellten Blattern besetzt, zwischen denen die ebene Oberflache desnbsp;Zweiges hervortritt. Vollkommen ahnliche Stamme, zu denen auch ahn-licbe hehlatterte Zweige gehören, hei welchen aher die grossen uloden-droiden Bechernarhen fehlen, sind von Boulay (1) als Rhytidodendronnbsp;minutifolium hekannt gemacht worden; eine Abhildung ihrer Oberflachenbsp;ist auch hei Zeiller (2) t. o, f. 2 zu finden. Nach Kids ton kommen sienbsp;nicht hloss in Nordfrankreich, sondern auch an mehreren Stellen innbsp;Schottland vor. Es liegt nahe, mit Zeiller zwischen Bothrodendron undnbsp;Rhytidodendron ein ahnliches Verhaltniss anzunehmen, wie es oben fürnbsp;Ulodendron und Lepidodendron wahrscheinlich gemacht worden ist. Hier.nbsp;wie dort würden wir hei verschiedenen Arten desselben Typus dienbsp;Zapfen einmal am Stamm und den dicken Aesten, ein andermal terminalnbsp;an den Zweigspitzen hahen.

An die Ulodendronformen schliesst sich nach aller Autoren Mei-nung die Gattung Lepidophloios Sternberg (1) Heft 1—1, p. u.f.2-j, zu welcher auch Lomatophloios Corda zu rechnen sein dürfte. Obzwarnbsp;schon so lange hekannt, ist sie doch, da mannigfache Unklarheiten he-stehen, erneuter Untersuchung dringend hedürftig. Eingehendste Be-handlung derselhen ist hei Corda (1), Goldenherg (1), Weiss (1) undnbsp;O. F eist man tel (3) zu finden, auch Stur (5) hat sich damit heschaf-tigt. Die schüsselfórmigen Narhen stehen hier in 4, nicht in 2'Zeilennbsp;am Stamm, sie sind ganz ahnlicher Beschaffenheit, wie bei den bishernbsp;ahgehandelten Resten. Aher es kommt zur Charakterisirung unserernbsp;Gattung noch die ahweichende, ganz eigenthümliche Gestaltung dernbsp;Blattpolster hinzu. Dieselben sind nicht flach wie hei Lepidodendron,nbsp;vielmehr als hohe Kegel mit steiler Böschung entwickelt, die dicht an-einander gedrangt den Stamm mit einem Panzer von Blattflissen, innbsp;ahnlicher Weise wie es hei den recenten Cycadeen der Fall, umgeben.nbsp;Dazu kommt, dass ihre Basis querrhomhische Form hat, die seitlichennbsp;Ecken spitzwinklig, die medianen sehr stumpf ausfallen, wodurch sienbsp;einen ganz anderen Habitus als die langsgestreckten der Lepidodendrennbsp;erhalten und wie schnppenförmige Blatter erscheinen. Bei ihrer ge-drangten Stellung decken sie einander nattirlich nach Art der Dachziegelnbsp;gegenseitig; man hekommt hei Betrachtung von aussen nur den vorderennbsp;Theil.ihres einen Wangenpaares zu sehen, auf dessen Rand an der vor-dersten Spitze das Ahhruchfeld der Blattspreite gelegen ist. Dieses Feldnbsp;hat ahnlichen Umriss wie das ganze Polster, seine seitlichen Ecken sindnbsp;sehr scharf, es ist mit dem der Lepidodendren verglichen, stark in me-dianer Richtung zusammengedrückt. Auf ihm sind wiederum in ge-

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wohnter Weise die 3 Spurpunkte zu finden, deren mittlerer, wie wir sahen, dem Querlbruch des Gefassbündels entsprieht. Wir haben er-Wahnt, dass man bei der Aussenansicht nur eines der Wangenpaarenbsp;. sehen kann, es entsteht nun die einigermaassen schwierige Frage, obnbsp;dieses das obere oder das untere ist. Die Bestimmung der unteren undnbsp;oberen Seite der Stammbruclistiicke hangt davon ab. Wenn es namlichnbsp;das untere Wangenpaar ist, dann waren die Schuppen des Panzersnbsp;schrag aufgericbtet und trugen das Narbenfeld oben auf der Spitze, imnbsp;gegentheiligen Falie waren sie zurtickgeschlagen, das Narbenfeld kommtnbsp;an den tiefsten Punkt ihres Eandes zu stehen. Im ersten Fall ilber-wiegt die Entwicklung des unteren, im anderen die des oberen Wangenpaars, wie diess Stur ausfiibrlicb erörtert hat. Nun sind tiber diesenbsp;Frage die Ansichten der Autoren sebr getheilt, bei Sternberg undnbsp;Scbimper (1) wird das Narbenfeld nach unten, bei Cor da (1), 0. Feist-mantel (3) und Geinitz (8), so wie neuerdings bei Renault (2) nachnbsp;oben orientirt. Und Goldenberg stellt seinenbsp;Stticke verschiedenartig auf und vertheilt sie, jenbsp;nachdem, in die Gattungen Lepidophloios undnbsp;Lomatopbloios, indem er letzterer die nach seiner Meinung aufgericbtet-, ersterer die zurlickge-schlagen-beschuppten Arten zuweist. Weiss (1)nbsp;hat dann beide wieder zusammengezogen. Mitnbsp;Recht hebt er den subjektiven Charakter von Gol-denbergs Unterscheidung hervor, bei der allesnbsp;auf die Aufstellung der Exemplare ankomme.

Und auch die übrigen Kennzeichen, mit denen dieser seine Gattungen sttitzen wollte, sucht ernbsp;zu entkraften. Als solche sind zu erwahnen, einmal die Form der 3 Spurpunkte auf dem Narbenfeld, die selbstverstandlicher Weise viel zu sehrnbsp;Von der Erhaltung abhangt, als dass sie in solcher Art bcnutzt werdennbsp;könnte. In zweiter Linie sind es dann die Artisiamarkcylinder, aufnbsp;ivelche Goldenberg sich stützt, die,bei Lepidophloios glatt, bei Lo-niatophloios quer gefurcht sein sollen. Schon Gord a hatte fiir seinenbsp;Form ein Artisiamark gezeichnet; doch lasst das betreffende Stammstücknbsp;die charakteristische Aussenflache nicht erkennen und könnte also wohlnbsp;einem Cordaiten angehört haben, der irrthümlicher Weise hierhergezogennbsp;'vurde. Aehnlich wird es auch bei Goldenberg stehen, der hier aufnbsp;For das Autoritat zu fussen scheint und so überzeugt ist, dass er dasnbsp;^orkommen von Lomatopbloios, auf den blossen Fund von Artisien beinbsp;Schwalbach (Ottweiler Schichten) hin, anzugeben sich ftir berechtigtnbsp;kielt, vgl. Weiss (1) p-ue. Ich glaube nach dem Gesagten und allernbsp;Fehauptungen D a w s o n s (9) ungeachtet die Zugehörigkeit solcher Mark-®ylinder überhaupt bezweifeln zu dürfen. Auf alle Falie ist klar, dass

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man selbe nicht für diagnostische Zwecke verwerthen kann. Die Blatter sollen nach Goldenberg bei Lepidophloios drei-, bei Lomatophloiosnbsp;einnervig sein. Diese Blatter, die verschiedentlich im Zusammenhangnbsp;mit den tragenden Blattfüssen gefunden warden, vgl. Goldenberg(l)nbsp;1.14, Cord a (1) t.4, sind linienförmig-lanzettlicb, ihre Querschnitte,nbsp;die letzterer Autor abgebildet hat, zeigen einen dicken, in sehr wech-selnder Weise verdriickten Kiel, dem schmale, seitliche Flügel ansitzen.nbsp;Durch die wechselnde Druckwirkung kann gar leicht der Anscheinnbsp;A'erschiedenartiger Nervatur in verschiedenen Fallen entstehen, so dassnbsp;auch auf diese Angaben wenig Werth zu legen sein dürfte. Wenn nunnbsp;hiernach die Trennung beider Gattungen keine Berechtigung hat, sonbsp;bleibt doch die Frage nach der Orientirung der Blattpolster bestehen.nbsp;Weiss entscheidet sich dafür, dass die Blattflisse rückwarts gerichtetnbsp;gewesen seien, indem er, um diess zu beweisen, auf die allerdings spar-lichen Funde verzweigter Stamme hinweist, bei deren Aesten natür-licherweise eine sichere Bestimmung möglich wird. Er selbst hat einennbsp;gegabelten Stamm untersuchen können, er zieht aber ganz besondersnbsp;noch das von Goldenberg (1) t. ui, f. e abgebildete Stuck in Betracht,nbsp;welches freilich dem Zweifel wenig Raum mehr lasst. An diesem Exemplar sind 3 der 4 Narbenreihen sichtbar, die beiden seitlichen in dernbsp;Schichtungsflache gelegenen tragen noch die ansitzenden Glieder innbsp;Form von seitlichen Zweigen; an den Karben der mittleren Reihe sindnbsp;diese weggebrochen. Die Zweige stehen sparrig ab, sind aber, zumnbsp;Theil wenigstens, so stark geneigt, dass uber die Aufstellung des Stückesnbsp;kein Zweifel sein kann. Und da zeigt sich denn nün, dass alle Polsternbsp;nach rückwarts gegen den Hauptstamm hin gerichtet sind. Bei Renault (2) v. 2, t. (I, f. 1 ist diese Figur in entstellter Weise wiedergegeben,nbsp;indem die sammtlichen Blattpolster in umgekehrter, der Stamm in auf-rechter Stellung gezeichnet sind. Es hat kaum noch Berechtigung, wennnbsp;der Autor in der Tafelerklarung schreibt: „d’après une figure de M. Gelde nb erg mais redressée.“ Auch Stur hat dieses Exemplar besprochennbsp;und für seine Bulbillentheorie zu verwerthen gesucht, er sieht in dennbsp;Aesten, die alle am Rand der Platte kurz abgebrochen sind, die Basennbsp;seiner Brutknospen. Ich kann nichts anderes als gewöhnliche Zweige innbsp;ihnen sehen, die vielleicht an der Spitze Zapfen getragen haben mogen.nbsp;Nach der Zeichnung sind die Narben, die sie am Stamm hinterlassennbsp;haben, einfache Kreise, von der Becherbildung, wie sie bei Ulodendronnbsp;durch die Basis des sitzenden Zapfens entsteht, ist nichts zu bemerken.nbsp;Wenn ich sie trotzdem für Trager von Fructificationen und nicht fürnbsp;gewöhnliche Seitenzweige halten möchte, so ist mir dafür allein ihrenbsp;anscheinend regelmassige basale Abgliederung maassgebend. Solltennbsp;es trotzdem vegetative Zweige gewesen sein, nun so würden wir innbsp;diesem Exemplar einen Fall von ausnahmsweise reicher seitlicher Ver-

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zweigung vor uns haben. Fiir die im bisherigen begrliadete Aufstellung der Lepidophloiosstammstiicke spricbt nun aucb, wie Stur (5) 1.19 be-sonders betont hat, dass man bei gut erhaltenen Exemplaren auf demnbsp;sichtbaren Wangenpaar, der Medianlinie aufsitzend, die sogenannte Li-gulargrube ganz allgemein erkennen kann. Schon bei 0. Feistman-tel (3) findet sich dieselbe t.33, f. i n. t. 34, f. 3 ganz deutlich gezeichnet,nbsp;wennschon er sich über ihre Bedeutung nicht ganz klar geworden ist.nbsp;Auch Weiss (1) hat sie beobachtet und 1.15, f. sa mit gewohnter Ge-nauigkeit abgebildet. Die entrindeten Erhaltungszustande der Lepido-phloien sind noch zu wenig. untersucht, als dass sich irgend etwas be-stimmtes darilber sagen liesse. Vielleicht geboren manche der noch zunbsp;klarenden, oben besprocheneii Bergeriaformen hierher. An Knorria er-innert ein von Lesqu ereux (3) v. 2, t. 41, f. 1 als Lepidophloios obcorda-tum Lesq. bezeichnetes Exemplar, welches theilweis mit der Kohlenrindenbsp;bedeckt, an anderen Orten 2-lappige Höckervorsprünge zeigt, in derennbsp;vorderer Bucht sich noch ein kegelfórmiges Zapfchen erhebt. — Wennnbsp;endlich schon bei den Lepidodendren die Frage naeh der Speciesunter-scheidung eine schwierige, so ist diess hier in noch viel höherem Maassenbsp;der Fall. Die Grosse der Blattpolster, die Wölbung ihres vorderen, dasnbsp;Narbenfeld tragenden Randes, sind sehr wechselnd. Bei grossen Stammennbsp;können sie betrachtliche Dimensionen erreichen, an einem mir vorlie-genden, etwa Cordas Figur (1) t. 1 entsprechenden Stiick linde ich ihrenbsp;Breite 16 mm. In wie weit derartige Differenzen auf spateres Wachs-thum geschoben werden dürfen, wie W e i s s will, der die Arten wesent-lich naeh der Form des Narbenfeldes unterscheidet, mag dahin gestelltnbsp;bleiben. Dass ein solehes Wachsthum dabei betheiligt ist, kann nichtnbsp;bezweifelt werden, es geht diess schon aus der colossalen Grosse der

Stücke hervor, die derartig breite Blattfiisse zeigen.


Mit Lepidophloios nahe verwandt ist die Gattung Halonia Ldl. u. Hutton, von der sich Cyclocladia Goldenberg non Ldl. Hutt. nicht unterscheidet. Da sie im allgemeinen selten vorkommt, so findet man sienbsp;auch uur bei wenigen Autoren eingehender besprochen. Eine gute, über-sichtliche Darstellung derselben, mit ausgiebiger Literaturbehandlungnbsp;hat Carruthers(12) geliefert. Halonia schliesst sich eng an Lepidophloios an, so sehr, dass O. F eis tm an tel (3) sie sogar direkt mitnbsp;Lepidophloios laricinus hat vereinigen wollen. Die Bedeckung desnbsp;Stammes mit schuppenförmigen Blattfüssen ist, wo sie, was freilichnbsp;selten der Fall, erhalten, naeh Angabe der Autoren ganz gleich be-schaffen. Abbildungen derartiger Stücke bei O. Feistmantel (3)nbsp;t- 3(i u. ;)-j die freilich in der Ausführung viel zu wünschen iibrig lassen.

Aehnliche auch bei Schimper (1) t «'S Lesquereux (1) v.in.2, t.s?, f. 1.

Anstatt der vier eingesenkten Narbenreiheu sind aber bier sechs bis acht senkrechte Zeilen von prominirenden, stumpf gerundeten Höckern vor-

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haaden, die ihrerseits von Blattfiissen umgeben werden, und nur auf dem Scheitel eine gerundete, haufig vertiefte Ahhruchsnarhe bieten.nbsp;Hohldrucksexemplare, die diese besonders deutlich zeigen, haben Grol-denbergs Darstellung von Cyclocladia (1) t. 3.f. ii zu Grunde gelegen. Mannbsp;findet sie gelegentlich bei Saarbrttcken, ich babe mich von ihrer Iden-titat mit echten Halonien an einem dort von mir selbst gesammelten,nbsp;vollkommen mit der Abbildung stimmenden Stiicke überzeugen können.nbsp;Bei weitem haufiger sind Steinkerne, die die aussere Kindenflacbe nichtnbsp;darbieten. In dieser Form kommen sie im Millstone Grit der englischennbsp;Kohlenreviere nicht gar selten vor. Ein schönes Beispiel batBinneynbsp;(1) III, t.18 abgebildet. Aehnliche findet man bei Brongniart (1)nbsp;und bei Bindley und Hutton (1) v. 3, t. 228. Auf diesen Steinkernennbsp;finden sich die Spuren der Blattgefassblindel nur in Form der bekann-ten, strichformigen Höckerehen; die Abbruchsnarben auf der Spitze dernbsp;Hoeker können deutlich kreisfórmig begrenzt und vertieft, mit centralemnbsp;erhobenem Btindelspurpunkt sein. Wenn dann, wie es haufig der Fall,nbsp;von den Blattbündelaustritten gar nichts mehr zu erkennen ist, werdennbsp;die Halonien den spater zu betrachtenden Stigmarien gelegentlich ausser-ordentlich ahnlich. Dergleicben Stiicke, fiber deren Zugehörigkeit mannbsp;ohne Kenntniss ihres anatomischen Baues zweifelhaft werden könnte,nbsp;hat Binney (1) ni, t. le, f. 1 n. t. n, 11 dargestellt. Auf solche Exemplarenbsp;bin ist bei alteren Autoren, z.B. Dawes (1), die Anschauung entstan-den, wonach die Halonien Wurzeln der Lepidodendreen sein sollten;nbsp;eine Anschauung, die auch spater noch trotz verschiedener, die Be-blatterung zeigender Funde von Binney vertreten wird, dem sich dannnbsp;innerbalb gewisser Grenzen auch Renault (2) v. 2 ansebliesst. Dienbsp;fibrigen Autoren nehmen, wie auch Schimper (1) thut, an, dass wirnbsp;es mit Zweigen lepidodendroider Gewachse zu thun haben, und dassnbsp;die Hoeker kleine verkfirzte Seitenzweige darstellen, deren Spitze, wahr-scheinlich ein Fruchtzapfen, sich abgegliedert hat. Wenn Renaultnbsp;einen Theil der hierhergehörigen Formen ffir Rhizome, einen anderennbsp;ftir fruchttragende Zweige halt, so ist das eine kfinstliche Construction,nbsp;die meines Erachtens auf sehr schwachen Ffissen steht und abzuweisennbsp;ist. Die anatomischen Grfinde, die er daffir anffihrt, sollen unten imnbsp;Zusammenhang mit der Darstellung der Anatomie besprochen werden.nbsp;Und wenn er meint an einem von Binneys Exemplaren die an einemnbsp;der Hoeker noch ansitzende Wurzel zu sehen (Renault (2) t. 2, t. 8,11),nbsp;so ist das durch Williamson (5) widerlegt, der das Original in Owensnbsp;College zu Manchester untersuchte und in dieser vermeintlichen Wurzelnbsp;eine zufallige Kante des umschliessenden Sandsteinstfickes nachwies.nbsp;Dieser letztere Autor hatte fibrigens lange vorher einen schwerwiegen-den Beweis daffir beigebracht, dass die Halonien als fruchttragendenbsp;Zweige der Krone lepidodendroider Pflanzen angehört haben mfissen.

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indem er (1) ii, p. 225, in einer langeren denselben gewidmeteu Anmer-kung, einen gewölinliclien, als solclien kenntliehen Lepidodendronzweig beschreibt, der, sich gabelnd, am einen Ast denselben Charakter bebalt,nbsp;am andern den von Halonia annimmt. In diesem Fall also kann vonnbsp;der Wurzelnatur unserer Reste gar nicht mehr die Rede sein, Rhizomenbsp;Sind auch ausgescblossen, da sonst der normal besehaffene Scbwester-zweig doch auch zu den unterirdischen Gliedern geboren müsste. Undnbsp;es ist uns zugleicb ein fester Anhalt ftir die Beurtheilung anderer mindernbsp;wohlerhaltener Exemplare gegeben. Mehr lasst sich leider tiber dienbsp;Halonien nicht sagen; wir kennen weder ihre Blatter noch ihre Fructi-ficationen. Es ist noch niemals etwas dergleichen in direktem Zusam-menhang gefunden worden.

Ueber die Struktur der Zweige und Stamme der Lepidodendreen sind wir infolge der reichlichen Materialien, die uns die Kalkknollennbsp;der englischen Kohlenformation liefern, gut unterrichtet. Auch aus .nbsp;Autun sind etliche hierhergehörige wichtige Stammchen durch Renaultnbsp;bekannt geworden. Indessen sind sie hier ausserordentlich selten, wasnbsp;nicht zu verwundern, da ja im Ober carbon, dem der Fundort angehört,nbsp;die ganze Gruppe schon vollstandig in den Hintergrund tritt. Vomnbsp;Bau der Blatter wiirden wir dagegen fast gar nichts wissen, wenn wirnbsp;sie nicht in den Fruchtzapfen,' von denen spater die Rede sein wird,nbsp;erhalten fanden. So wird es wenigstens möglieh, von den fruchttragen-den auf die vegetativen einen berechtigten Riickschluss zu machen.nbsp;Der Stammbau folgt, bei aller Verschiedenheit im einzelnen, doch iiberallnbsp;wesentlich demselben Gi-undplan. Wir linden einen centralen Biindel-strang, von dessen Peripherie die bogig ansteigenden Blattspuren ab-gehen, und eine, in verschiedene Schichten differenten Verhaltens zerfal-lende, parenchymatische Rinde, deren Aussenflache selbst noch bei dickennbsp;Stammen, von der die Blattpolster bildenden epidermisbedeckten Gewebs-schicht begrenzt wird. Mitunter fallt das Dickenwachsthum des Stammes, entweder ganz oder doch vorzugsweise, gewissen Partien dernbsp;Rinde zu; das axile Biindel tritt gegen sie infolge dessen sehr zurück.nbsp;Doch giebt es verschiedene hierhergehörige Formen, die sich insofernnbsp;anders verhalten, als ein cambiogener, das Centralbündel ringfórmignbsp;amhüllender Secundarholzkörper hinzukommt, dessen Machtigkeit unternbsp;Umstanden eine sehr betrachtliche werden kann.

Nattirlicher Weise ist es nun nicht möglieh, die verschiedenen Stamme differenter Struktur mit Bestimmtheit auf die Species zurttek-zufiihren, die nach der Oberflachenbeschaffenheit aufgestellt worden sind.nbsp;Dazu reicht die Erhaltung der Blattpolster an den in Frage kommensen Materialien wohl niemals aus; selbst die Unterscheidung der Gat-^Uugen ist in der Mehrzahl der Falie nicht thunlich. Wenn trotzdemnbsp;dergleichen Identificationen versucht worden sind, so tragen dieselben


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eben ia gewisser Weise eiaen willktirliehea Charakter. So stekt es z. B. mit einem Typits von Lepidodendron, der, in den Kalkknollen desnbsp;Lancashire Kohlenfeldes ausserordentlieh haufig, von Carruthers(13)nbsp;zu dem an sick schon wenig klaren Lepid. selaginoides Sternhg. gezogen worden ist. Und Williamson (1) ii ist ihm, obwohl schon einnbsp;anderer Name (L. vasculare Binney) vorlag, darin gefolgt, wahrend ernbsp;doch sonst vorsichtiger Weise fiir die nach dem anatomischen Bannbsp;unterschiedenen Typen eine eigene, parallel mit der anderen laufendenbsp;Nomenclatur angewendet hat, was meines Erachtens schon desshalb beinbsp;weitem das Zweckmassigste sein dttrfte, weil innerhalb eines und des-selben Strukturtypus verschiedene als solche imunterscheidbare Speciesnbsp;zusammenfallen können.

Den einfachsten Fall bietet iins das von Renault (1) t.io beschrie-bene Lep. Rhodumnense Ren., welches von Grand’ Eury bei Combres (Loire) gesammelt wurde. Jilngere Zweige tragen noch dienbsp;ansitzenden Blatter, die fast rechtwinklig abstehend, dann hakenfórmignbsp;aufwarts gekrtimmt, im basalen Theil von quer rhombischem, im oberennbsp;von flach halbmondformigem Querschnitt, ein einziges medianes Gefass-biindel enthalten. Der centi’ale Bündelstrang des Stammes ist von homogener Beschaffenheit, und besteht ausschliesslich aus Treppentracheiden;nbsp;im Umkreis zeigt er eine Anzahl kleiuer zabnartiger Vorspriinge, dennbsp;Quersclmitten der Blattspuransatze entsprechend. Die schwachen Spur-btindel werden in der Rinde an verschiedenen Stellen ihres Verlaufesnbsp;durch den Schnitt getroffen. Das ganze Holzbttndel Avird von einernbsp;ganz diinnen Lage zarter, langstreckiger, parenchymatischer Zeilen um-geben, die dem Bast, nicht der Schutzsclieide, wie Renault meint,nbsp;angehoren dtirften. Im Holzkörper liegen die Tracheiden geringsternbsp;Querschnittsgrösse gruppenweis an der Peripherie, diese Gruppen ent-spreehen dem Ansatz der Blattspuren und rverden von Rendu It alsnbsp;Protoxylemelemente gedeutet. Die Rinde zerfallt in drei Lagen, derennbsp;innerste, wahrscheinlich aus Schwammparenchym bestehend, ganzlichnbsp;geschwunden ist. Die Aussenlage ist derbparenehymatisch, ihr gehörennbsp;die in versehiedener Hohe durchschnittenen Blattpolster an. Die drittenbsp;Schicht, die nach dem Schwinden der inneren bleibende Höhlung vonnbsp;aussen her begrenzend, besteht aus wenigen Lagen rechteckiger Zeilen,nbsp;die regelmassige radiale Reihen bilden. Auch ein alteres, etwa 5 cm.nbsp;dickes Stammsttick hat Renault untersuehen können. Hier fand sicknbsp;inmitten des soliden centralen Holzstrangs eine unregelmassige, spalten-formige Lücke vor. Die Rinde, deren Aussengrenze nicht vorlag, wiesnbsp;eine eigenthttmliche Beschaffenheit auf. Hire parenchymatisehc Grund-masse wird von Selerenehymplatten durchsetzt, welehe einen im all-gemeinen radialen Verlauf zeigen, aber derart wellig gebogen sind,nbsp;dass sie in regelmassigen Abstanden einander spitzwinklig schneiden,

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SO dass das Parenchym auf dem Quer- imd ïangentialsclinitt in spindel-förmige Abtlieihmgen zerlegt erscheint (Holzsclin. 22 A). Da diese an-nahernd die gleiche Lange haben, so entstehen an den Kreuzungsstellen der Platten Zonen, in welchen dieses Gewebe iiberwiegt, daher dernbsp;Rindenqnerscbnitt dem blossen Ange ringformig gebandert erscheint.nbsp;Diese eigentbiimliche, offenbar speciell dem Festigungsbediirfniss dernbsp;Pflanze dienende Gewebsanordnung werden wir in melir oder mindernbsp;ausgesprochenem Maasse bei verschiedenen Formen, vor allem bei vielennbsp;Sigillarien wiederfinden. Derartige Rinden, die von den zugehorigen



I'ig. 22.

Dictyoxylonstrulitur der Rinde, wie sie bei manchen Lepidodendren, Sigillarien, bei Lyginodendron etc. ¦^orkomnit. A Querschnitt der Aussenrinde von Lepidodendron Ehodnmnense B. Ben., die anastomosiren-Sclerenchytnplatten zeigend, die die rarenchymerfftllten Mascben begrenzen. Ir Langssehnitt ganznbsp;iihnlich, nur mit verlangerter Form der Sclerenchymelemente. B Abdruck der Innen.seite einer soicbennbsp;lo.sgelosten Pictyoxylonrinde. Die Kippen treten infolge des Parenchymscbwundef? starker hervor undnbsp;entspreobea den Furchen. Pie rKombisclien Wlilste sind die AusfQllungen der dnrcb diesen Schwund annbsp;Stelle der Maschen entstandenen Vertiefungen. Die erste Figur nacb Renault (1)', die zweite nach

Williamson (l)iv

Holzkörpern getrennt, bei Autun nicht selten vorkommen, batte Rr on-gniart frtiber mit dem provisorisclien Namen Dictyoxylon belegt, der jetzt, wo er als Gattnngsname nicht mehr notbig, sebr wobl zur kurzennbsp;Pgt;ezeiclinnng dieser eigenthiimlicben Strukturform dienen kann. Schon innbsp;der Einleitung ist p. 7 darauf bingewiesen worden, dass wir die Spurennbsp;solcher Dictyoxylonrinden aucb in Form von Abdrncksexemplaren be-sitzen. Es ist klar, dass nacb dem Ausfaulen des Parencbyms unternbsp;Umstanden Abdriicke des Netzwcrks entstehen konnten, wo dann dienbsp;Gesteinsmasse in die Netzmascben eindringend, nnregelmassige spindel-formige Buckel bildet, die dnrcb scbarfe nnd tiefe, den Sclerencbym-

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leisten entsprechende Furchen von einander getrennt sind. Auf einen solchen Erhaltungszustand hat Williamson (1) iv, p. 393 die zu Sage-naria fusiformis Cor da (1) gehorige t-4, f. e dieses Autors bezogen, des-gleichen auch einen Ahdruck, der von Gourlie als Lyginodendronnbsp;Landshurghii heschriehen worden war. Diesen Namen hat er dann zurnbsp;Bezeichnung einer hestimmten durch sehr merkwürdige Struktur aus-gezeichneten, vorher von ihm Dictyoxylon genannten Stammform ver-wendet, die weiterhin zu hesprechen sein wird. Ich selhst habe Gour-lies Arbeit nicht gesehen; ein Exemplar des fragliehen Erhaltungs-zustandes von Flötz Bacmeister, Zeche Hannibal bei Essen, welches ichnbsp;besitze, lasst mir die Williamson’sehe Deutung sehr plausibel er-scheineui

Ein zweiter, sehr abweichender Typus liegt in Kenaults (1) p- 258 Lep. Jutieri vor. Leider entzieht derselbe sich vorderhand jedernbsp;sicheren Beurtheilung, weil er bisher weder abgebildet, noch auch ein-gehend heschriehen worden ist. Er ist nur in einem der Lange nachnbsp;gespaltenen Zweig von 105 mm Lange und 58mmDicke bekannt, welch er bei Autun gefunden wurde. Nach den wenigen von Renaultnbsp;gegebenen Andeutungen besteht seine machtige Einde aus homogenemnbsp;Parenchym; von seinem axilen Theil sagt dieser Autor, das folgende:nbsp;„II m’a paru dépourvu d’un cylindre ligneux continu, comme on en rencontre dans les Lepidodendrons précédents, ce dernier ne serait repré-senté que par une couronne de faisceaux vasculaires, d’ofi prennentnbsp;naissance les cordons qui se rendent aux, feuilles“. Es ist also nichtnbsp;einmal ausgemacht, ob wir es mit einem Kreis von Biindeln, die einnbsp;Centralmark umgeben, oder mit einem einzelnen, in der Mitte parenchy-matischen Strang zu thun haben, in dessen Peripherie eine Anzahl vonnbsp;Gefassgruppen entwickelt werden. Hotfen wir auf eine baldige genauerenbsp;Untersuchung dieses Restes; wie wichtig dieselbe, wird bei der Behand-lung der Sigillarieen noch weiter klar werden.

Sehr genau bekannt ist die Struktur bei Lepidodendron vasculare Binney (selaginoides Carr. Williamson), deren ausfiihrlichste Darstellung bei Williamson (1) ii, m, xi zu finden ist. Auch auf dienbsp;schonen beztiglichen Abbildungen Binneys (1) m (2, 3) mag verwiesennbsp;werden; der zugehörige Text ist freilich nicht gleichwerthig und nurnbsp;mit grosser Vorsicht zu benutzen. Betrachten wir zunachst die primarenbsp;Struktur, so finden wir in der Mitte des Stammes einen im Verhaltnissnbsp;zur Rindendicke schwachen Holzcylinder von kreisfórmigem Quersehnitt,nbsp;der sich aus leiterfórmigen, Netz- und Treppentracheiden zusammen-setzt, zwischen welchen in ziemlich reichlicher Menge, gegen das Centrumnbsp;hin zunehmend, Parenchymzellen, einzeln oder gruppenweise eingestreutnbsp;sind. Der Langsschnitt lehrt, dass die Tracheiden zweierlei Art, dassnbsp;einmal langgestreckte röhrenfórmige, dann auch kurze isodiametrische

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vorkommen, deren Querwande dann besonders scliön netzförmig gezeicb-uet zu sein pflegen. Letztere sind vorwiegend der Mitte des Bündels eigen, die anderen, tiberall verhanden, bilden die Peripherie ganz allein.nbsp;An dem aussersten Band des Bündels liegen die engsten Elemente des-selben. Der ziemlich breite, den Holzoylinder umgebende Bastring istnbsp;meistens bis auf die innerste Lage geseliwunden, nur selten ist seinnbsp;zartes Gewebe völlig erhalten. Durch ihn setzen die Holzstrange dernbsp;Blattspiiren durch, deren Querschnitte man in unmittelbarer Nachbar-scliaft der Holzgrenze des Centralstrangs in grosserer Anzahl, von Bast-gewebsresten umgeben, vorfindet. An sehr wohlerhaltenen mir vorlie-genden Praparaten sebe ich auf dem Blattspurquerschnitt nur ein homogenes Bundel trachealer Elemente. Die Protoxylemgruppen, deren naehnbsp;Renault (2) v. 3, Eini. p. 11; 1.10, ahnlieh wie bei den Farnen, zwei verhanden sein sollen, wofür er sich allerdings ausschliesslich auf höchstnbsp;zweifelhafte Figuren C or das (1) (Lomatophioios crassicauiia t. 3, r. s) gtützt, kannnbsp;ich nicht mit genügender Sicherheit erkennen. Wie unklar die Ver-haltnisse hier noch sind, geht weiter aus vanTieghems (2)p. 1305 Dar-stellung hervor, welcher den Lepidodendronhlattspuren collateralen Baunbsp;zuschreibt und ihren Initialstrang an der ausseren Xylemgrenze findet.nbsp;Den homogenen Centralcylinder des Stammes lasst er dann aus Ver-einigung mehrerer solcher Bundel mit ihren Holztheilen entstehen. Beinbsp;der wenig günstigen Erhaltung des zugehörigen Basttheils wage ich esnbsp;nicht, mich mit Bestimmtheit darüher auszusprechen, ob wir es mitnbsp;einem concentrischen oder mit einem collateralen Bundel zu thun haben,nbsp;ohschon ich aus mancherlei Gründen, auf die zurückzukommen seinnbsp;Wird, zur Annahme letzteren Bauplans neige. Kommt ja doch derselbenbsp;collaterale Bau der Blattspur nach Eussow und Janczewski nochnbsp;heute bei Isoëtes vor. Es mag gleich hier hervorgehoben werden, undnbsp;darauf wird noch vielerorts zurückzukommen sein, wie unsicher die Er-kennung der Protoxylemstrange bei hlosser Kenntniss des fertigen Zu-stands ist, wie gefahrlich es demnach erscheint, nur aus den Grössenver-haltnissen der Elemente nach dieser Richtung Schlüsse zu ziehen, wienbsp;Renault, der sonst nicht mit Unrecht auf diesen Punkt grosses Gewichtnbsp;legt, es vielfach gethan hat. An der Aussengrenze des Basttheils findetnbsp;sich eine derbparenchymatische Scheide, die, aus wenigen Zellschichtennbsp;kestehend, selhst in solchen Fallen erhalten zu sein pflegt, wo sowohlnbsp;der Bastkörper, als auch die nach aussen anstossende Innenschicht desnbsp;Rindenkörpers ganzlich zerstört sind.

Der Rindenkörper ist im allgemeinen von grosser Machtigkeit und zerfallt in 3 einander ringförmig umhüllende Cylinder, die im folgendennbsp;^Is Aussen-, Mittel- und Innencylinder unterschieden werden mogen. Dernbsp;letztere, offenhar von lockerem, lückigem Gewebe gebildet, ist beinahenbsp;Immer ganzlich zerstört; eine weite mit krystallinischen Carbonaten und

Solms-Laubach, Palaophytologie.

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eingescliwemmtem Detritus erfullte Kreisliicke nimmt seiue Stelle ein (Holzschn. 23). Nur selten, z. B. in dem von Williamson (1) xi, t.52nbsp;abgebildeten Querschnitt, sind Reste dieses Gewebes erhalten (vgl. auchnbsp;Binney (3) t. 35, f. 5), Der Aussencylinder lost sieh von dem mittlerennbsp;leicht in scbarfer, kreisfórmiger Trennungslinie ab, er fehlt desswegen


nicbt selten, und kann einzeln, abgelöst, und in mannigfaltiger Weise gebogen und aufgerollt vorkommen. Seine von der Epidermis gebildetenbsp;Aussengrenze springt in gedrangten Höckern, den Blattpolsterquerschnit-ten, vor, die, da sie die Polster in verschiedener Kobe treffen, nattirlichnbsp;an Grosse und Form sehr wechselnd ausfallen miissen. Gebildet wirdnbsp;er aus derbzelligem Parenchym, dessen Zeilen unter der Epidermis, ihre

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Wandungen mehr nnd mehr verdickend, Sclerenchymeharakter annek-men. Die Epidermis selbst ist haufig hinweggelöst, die Oberflache wird dann etwa dem Bergeriasteinkevn entspreeben. Feblt endlicb der ganzenbsp;Aussencylinder, so kommt die bekamite Bescbaffenbeit der so baufigen,nbsp;mit flacben Höckercbea besetzten, nacb der gewöbnlicben Ausdrucksweise,nbsp;entrindeten Stamme zu Stande. Der Mittelcylinder, zum mindesten sonbsp;dick als Aussen- uad Innencylinder zusammen, gewobnlich aber vielnbsp;macbtiger, ist auf dem Querscbnitt von streifenförmigen radialen Lttckennbsp;durcbzogen (Holzscbn. 23). In jeder derselben verlauft, der Lange nacbnbsp;Oder etwas scbrag, der obere horizontale Tbeil des austretenden Blatt-bündels, von dem in der Regel nur der Holztbeil erbalten ist. Dienbsp;ganze Gewebsmasse dieses Cylinders ist parencbymatiscb, dock sind innbsp;demselben constant 2 wesentlich differente Schichten zu unterscbeiden,nbsp;deren Dickenverhaltniss derart wechselt, dass in jungen Stammen vonnbsp;kleinem Querscbnitt die innere überwiegt, die aussere haufig nur alsnbsp;sehr schmale Zone auftritt, dass in alten Stammstücken aber geradenbsp;diese letztere eine sehr betrachtliche Machtigkeit erlangt. In der aus-seren dieser Lagen sind die ziemlicb dttnnwandigen Parencbymzellen vonnbsp;rechteckiger Querschnittsform und in radiale Reiken geordnet, in dernbsp;inneren sind sie viel weitlichtiger, derbwandiger, von rundlicber Formnbsp;und unregelmassiger Lagerung. Scbon die Anordnung der Zeilen in dernbsp;Aussenschicbt, noch mehr aber der Umstand, dass sie, im Anfang scbwach,nbsp;in den alten Exemplaren so sehr zunimmt und die innere, unveranderte,nbsp;tiberwiegt, erlaubt den Schluss, dass sie aus der andauernden Thatig-keit eines Meristems entstebe. Und bei Exemplaren sehr guter Er-haltung kann man sich in der That liberzeugen, dass nahe ihrer Aussen-grenze eine solche meristematische, aus zusammengedriickten Zeilen be-stehende hoblcylindrische Zone vorliegt, die etwa dem Phellogen unserernbsp;recenten Rinden verglichen werden kann; die nacb innen in ausgedehn-testem Maasse Phelloderm erzeugt, wahrend ihre Pbellemproduktionnbsp;nur sparlich ausfallt, und in Form einer dfinnen Lage radial gereihternbsp;Zeilen bei der Ablösung des Aussencylinders mit in Wegfall zu kommennbsp;pflegt. Da dieses Phelloderm aus prismatisch gestreckten Zeilen besteht,nbsp;80 heisst es bei Williamson „outer or prosenchymatous layer of thenbsp;bark“, das Primargewebe dagegen, „middle parenchymatous part of thenbsp;bark‘‘. Wenn Renault denselben Phellodermantheil des Mittelcylindersnbsp;constant als „assise subéreuse“ bezeichnet, so wird das wohl dahin zunbsp;Verstehen sein, dass dadurch die Zugehörigkeit zum System des Periderms hervorgehoben werden soli. Denn an die Bildung wirklichennbsp;Korkes ist weder im Phelloderm, nock auch im Phellem zu denken, dernbsp;Hauptdickenzuwachs des Baumes fallt ja dem Phellogen zu, und wennnbsp;dieses nach der Phellemseite andere als normale Parencbymzellen er-zeugen wlirde, so müssten die Gewebspolster der Blattbasen alsbald

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absterTben und verloren gehen, was in keiner Weise der Fall. Man findet dieselben im Gegentheil noch an Stammen erhalten, in denen dasnbsp;Periderm bereits eine starke Ausbildung erlangt hat (vgl. Binney (3)

t. 35, f. 5 n. 6).

Wie schon ohen angedeutet, zeiehnet sich der Typus des L. vasculare Binn. weiterhin durch das Auftreten eines secundaren Holzkör-pers aus. Derartige Lepidodendronstamme hat man vielfach unter anderen Namen heschrieben. Es gehort dahin Anahathra pulcherrima Witham (1) p- quot;4; t. s, f. ?, so wie Diploxylon cycadoideum Cor da (1) t. lo,nbsp;deren Znsammenfallen zuerst Brongniart (7) erkannt hat. Er sowohl,nbsp;wie Renault, die Zugehörigkeit derselben zu Lepidodendron nichtnbsp;geiten lassend, wenden dann für deren Bezeichnung gewöhnlich Cor-das Namen an. Bei Binney heissen derartige Stamme Sigillaria vascularis, sie sind in allen den ohen citirten Abhandlungen in grossernbsp;Zahl abgebildet. Der secundare Holzzuwachs heginnt seine Entwicklungnbsp;auf der Grenze zwischen Holzstrang und Basttheil, seine Innenseite liegtnbsp;jenem unmittelhar an, die austretenden Blattspurhtindel werden von ihmnbsp;amschlossen; der Bast nehst dem erzeugenden Camhium wird mehr undnbsp;mehr nach aussen geschoben. Sehr haufig tritt er nicht am ganzennbsp;Umfang gleichzeitig auf (Holzschn. 23), wird einseitig entwickelt, sonbsp;dass er einerseits bereits recht machtig sein kann, wahrend er auf dernbsp;entgegengesetzten Seite noch gar nicht vorhanden ist. Er besteht ausnbsp;langgestreckten Leitertracheiden, die normaler Weise in radiale Reikennbsp;geordnet sind und gegen aussen an Weite zunehmen. Durchsetzt wirdnbsp;er von zahlreichen parenchymatischen Markstrahlen, deren man auf demnbsp;Tangentialschnitt zweierlei erkennt, einmal schmale, einschichtige, nied-rige, eine bis wenige Zeilen hohe, die in grosser Menge vorkommen,nbsp;und dann mehrschichtige, gleichfalls von geringer Höhe und Spindelform,nbsp;die an der breitesten Stelle die austretenden Blattbündel umschliessen.nbsp;Den Anschauungen von Carruthers (13) gegenüber mag bemerkt sein,nbsp;dass alle diese Markstrahlen durchaus mit denen unserer recenten Baum-wurzeln ühereinstimmen. Die Machtigkeit, die das beschriebene Se-cundarholz erreicht, ist eine sehr verschiedene. Es dürften da vielleichtnbsp;specifische Differenzen mit im Spiel sein. Gewöhnlich halt sie sich innbsp;immerhin massigen Grenzen. Doch hat Binney (3) t. 32, f. i n. 2 einennbsp;Stammquerschnitt des Vasculare-Typus abgebildet, bei welchem dernbsp;7 mm. dicke Centralstrang gegenüber der Dicke des Seeundarholzesnbsp;(62 mm.) ganz in den Hintergrund tritt. Bei diesem Stück ist auch dienbsp;Gewebsanordnung im Primarholz eine etwas abweichende.

Die Stamme mit Secundarholz sind im bisherigen unbedenklich als weitere Entwicklungsstadien zu Lepidodendron gezogen worden. Esnbsp;erfordert das indessen noch einiger Begründung, da bekanntlich heut-zutage bei den Archegoniaten dergleichen Secundarbildungen nicht, oder

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Lepidodendreae.

doch nur in ganz rudimentarer Form hei Isoëtes, vorkommen. Das Se-cundarholz, welches von neueren Autoren fur altere Stamme von Botiy-chium angegeben wird, dtirfte wohl noch weiterer Klarstellung durch erneute Untersuchung hedlirfen. Kenaults, im Anschluss an Brong-niart, entwickelte Ansicht, wonach das Vorhandensein eines solchennbsp;Holzkörpers mit der Zutheilung zu den Archegoniaten durchaus unver-einbar sein soil, wird allein schon durch den Fall von Isoëtes wider-legt. Denn wenn in dieser Classe der Charakter auch nur einmalnbsp;und in noch so rudimentarer Form nachgewiesen werden kann, so istnbsp;nicht ahzusehen, warum er nicht hei anderen ausgestorhenen Reprasen-tanten derselhen in vollem Maasse entwickelt vorgekommen sein sollte.nbsp;Und wenn man hei so vielen Exemplaren, die sonst in allen Punkten,nbsp;was Struktur und Oherflachenbeschaffenheit betrifft, durchaus zu Lepi-dodendron stimmen, diesen Charakter hinzukommen sieht, so heisst esnbsp;nach meiner Meinung der Natur Zwang anthun, wenn man selhe einernbsp;einmal gewonnenen und lieh gewordenen Ansicht zu Gefallen davonnbsp;getrennt halten und zu einer anderen Gruppe des Gewachsreichs kringennbsp;will. In diesem Fall hefindet sich nun Renault, wenn er die frag-lichen Reste zu den Sigillarieen und mit diesen zu den Gymnospermennbsp;zieht, und Williamson (5) p-3u hat ganz Recht, wenn er hehauptet,nbsp;dass seiner ganzen ünterscheidung lediglich eiue petitio principii zunbsp;Grunde liege. Zu dieser seiner Meinung mich zu bekennen, kann ichnbsp;nach wiederholtem, sorgfaltigem Studium der in seinen, Carruthers’,nbsp;Cashs und meinen Handen befindlichen, zahlreichen Exemplare nichtnbsp;umhin. Natürlicher Weise hat Renault die ihm schon von Brong-niart überkommene Anschauung durch möglichst viele weitere Beweis-mittel zu stützen versucht, deren Unzulanglichkeit indess von Williamson und Hartog (5) gleichfalls ausführlich erörtert worden ist.nbsp;Er betont da einmal und vor allem, dass die Oberflache der von dennbsp;englischen Autoren untersuchten Exemplare nicht gentigend erhaltennbsp;gewesen sei, um eine sichere Bestimmung als Lepidodendron, eine über-zeugende Ünterscheidung von Sigillaria zu gestatten. Beztiglich dernbsp;Charaktere des letzteren Typus muss auf den ihm gewidmeten Abschnittnbsp;verwiesen werden, wir haben indess schon oben p. 214 gesehen, dassnbsp;die ünterscheidung der Abdrücke gewisser Lepidodendren und Sigilla-rien mit grosser Vorsicht behandelt werden muss, weil, mit Ausnahmenbsp;vielleicht der Dimensionen der Abgliederungsnarbe des Blattes, jedesnbsp;absolute Kennzeichen fehlt. Man kann das am besten aus der vonnbsp;Renault (2) V, 3, Eini.; p.4 selbst gegebenen Gegenttberstellung der beidennbsp;Typen erkennen. Freilich könnte man nach derselben wesentliche Unter-schiede in Bezug auf die Gefassbündelspur vermuthen, es ist aber schonnbsp;oben darauf hingewiesen worden, dass auch bei Lepidodendron, geradenbsp;wie bei Sigillaria, die seitlichen Punkte mit grösster Wahrscheinlich-

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keit nicht zur Biindelspur zu rechnen sind. Nach Eenaults desbezüg-lichen Einwanden sollte man nun erwarten, dass die Oherflache der Exemplare, deren Ban dem Vasculare-Typus entspricht, die Merkmalenbsp;der Lepidophloien, als der Sigillaria-ahnlicheren Formen aus der Lepi-dodendreenreihe an sich triige. Aher gerade das G-egentheil ist dernbsp;Fall. Wir finden langgestreckte, rhomhische Polsterfelder, deren Biindelspur die normale Lage aufweist, wennschon sie, da die Epidermis innbsp;alien beohachteten Fallen verloren, die Abgliederungsnarbe nicht zeigen.nbsp;Ich selhst besitze mehrere derartige Specimina; andere sind von Bin-n e y (2) t. s n. e abgebildet, und diese sind um so instructive!-, als sie beinbsp;absolut gleicher Oberflache sich auch anatomisch nur durch das Vor-handensein oder Fehlen des Secundarzuwachses unterscheiden und dem-gemass als Lepidodendron vasculare und Sigillaria vascularis bezeichnetnbsp;werden. Hier ist von irgendwelcher Aehnlichkeit der Aussenflache mitnbsp;Sigillaria auch nicht die leiseste Spur zu entdecken. Auf einen wei-teren Unterschied, den Renault zwischen beiden Sippen statuirt, undnbsp;der im Bau der Blattspurbiindel beruht, werden wir gleichfalls bei Be-trachtung der Sigillarien noch weiter eingehen mlissen. Es sei dess-halb hier nur das allernöthigste erwahnt. Es soil namlich dort einnbsp;diploxyles, d. h. nach Art der Cycadeenblattspuren gebautes, hier einnbsp;monoxyles Biindel verhanden sein. Da ist nun hervorzuheben, dass innbsp;dieser Beziehung zwischen den Stammen von L. vasculare mit und ohnenbsp;Diekenzuwachs nicht der geringste Unterschied besteht, wovon ich michnbsp;an zahlreichen Praparaten, sowohl Quer- als Tangentialschnitten, aufsnbsp;bestimmteste iiberzeugt habe. Ob sie diploxyl sind oder nicht, kann,nbsp;so lange wir nicht bestimmt wissen, ob sie dem collateralen oder demnbsp;concentrischen Typus angehören, gar nicht sicher ausgemacht werden.nbsp;Aus Eenaults Abbildung (2) v. i, t. lo, f. 2 seines Diploxylon (Ana-bathra pulcherrima Witham) ist nach dieser Richtung überhaupt nichtsnbsp;zu entnehmen. Nach alledem hat also Williamson wiederum Recht,nbsp;wenn er (1) xi ausflihrt, dass Binneys und Eenaults Sigillaria vascularis im Jugendzustand, vor der Bildung des Dickenzuwachses, überhaupt von einem Lepidod. vasculare nicht zu unterscheiden sein würde.nbsp;Und da wir bei beiden auch die gleiche Oberflache fanden, und somitnbsp;jeder DitFerentialcharakter fehlt, so fallen sie zu einer und derselbennbsp;Species zusammen. Zum Schluss noch die Bemerkung, dass Eenaultsnbsp;Einwande hier um so weniger beweiskraftig erscheinen, als er von dennbsp;englisehen Materialien ausser ein paar Schliffen der Withamschen Ana-bathra, die sehr schlecht erhalten, nur wenig untersucht haben dürfte,nbsp;da er t. i, p. iso ausdrücklich das Folgende sagt: „Le fait observé parnbsp;M. Williamson de jeunes rameaux de Sigillaria vascularis, sans boisnbsp;extérieur centrifuge, formant une zone continue autour du cylindre cen-tripéte, est certainement exact, mais nous ne doutons pas que les

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faisceaux foliaires qui en parteat ne soient formés comme ceux des Diploxyloa et ceux des Sigillaires de deux parties distinctes, ii accroisse-ment inverse Tune de I’autre^.

TJnd alle die vorstehenden Erörterungen haben schliesslich nur eine Weitere Bekraftigung durch Zeillers (12) Entdeekung erfabren, welcbernbsp;namlicb fur eine zweifellose Sigillaria eine den Lepidostroben abnlicbe,nbsp;arcbegoniate Fructification nachgewiesen bat, beziiglicb deren man dasnbsp;spatere nacbseben wolle. Denn nacbdem man nun weiss, dass die Sigilla-rien aueb zu dieser Classe geboren, fallt der ganze Ausgangspunkt dernbsp;Beweisfiibrung Kenaults und seiner Vorganger weg. In dieser Ueber-zeugung kann es micb nicht beirren, wenn er ganz neuerdings die-selbe doch nocb durch die nachstebende Annahme zu retten sucht. Ernbsp;sagt (9): „Les Sigillaires, groupe de plantes essentiellement de transition, se diviseraient alors en Leiodermariées ou Sigillaires phanéroga-mes, a écorce lisse, voisines des Cycadées, et Rhytidolepis ou Sigillairesnbsp;cryptogames, a écorce cannelée, voisines des Isoëtes“.

Eigeutbümlicb ist das Verhalten des Centralstranges bei der Dichotomie des Stammes, wie es sich bei Williamson (1) xi, t.49, f. s und bei Binney (1) in. *• 1*. f- 5 dargestellt findet (Holzsehn. 24). Es bat dabeinbsp;eine fórmliche Halbirung desselbennbsp;statt. Die peripbere ausscbliesslichnbsp;tracbeale Partie wird in 2 halb-kreisförmige Abschnitte zerlegt, deren jeder eine Halfte des mittleren,nbsp;gemischten Gewebes einschliesst,

Welches auf der gegen das Stamm-centrum gewendeten Seite unmittel-bar mit dem umgebenden Paren-chym zusammenstösst. An den Ga-belzweigen scbliessen dann die halbmondfbrmigen trachealen Aus-senpartien, allmahlich um das Cen-tralgewebe herumgreifeud, wiedernbsp;riügfórmig zur normalen Strukturnbsp;zusammen. Auf einen solchen innbsp;der Dichotomie begriffenen Lepido-dendronstamm ist ganz gewiss Cor-

das (1) 1.15 Leptoxylon geminum zu beziehen, bei dem es freilich, seiner irngUnstigen Erhaltung balber, ungewiss bleibt, ob er zu diesem Typusnbsp;Oder zu dem gleicb zu besprecbenden des Lepid. Hareourtii With, gehort.

Im Gegensatz zum Vasculare-Typus, innerhalb dessen wir nicht Stande sind verschiedene Species mit Sicberbeit zu unterscheiden,nbsp;’5vird das L. Hareourtii With, durch zwei sebarf gesehiedene Arten

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reprasentirt. Eine derselben scheint sehr selten zu sein, zu ihr gehort Withams zuerst bekannt gewordenes Stammstiick. Erst ganz vor kurzemnbsp;ist es gelungen weitere Exemplare davon zu erhalten, von deren einemnbsp;ich einen Querschnitt Herrn Cashs Glite verdanke. Die andere, innbsp;Lancashire ziemlich haufige Art war inzwischen von Williamson undnbsp;Binney vielfach studirt, aher nicht unterschieden und mit demselhennbsp;Namen hezeichnet worden. Sie mag im Folgenden L. Williamsoninbsp;(Harcourtii Will, ex pte., non With.) heissen. Die liherwiegende Ent-wicklung der parenchymatischen Rinde ist hei dem Harcourtii - Typusnbsp;noch viel auffallender, als hei dem von L. vasculare, ihr gegenliher trittnbsp;der Centralstrang noch in höherem Grade zurtick. Secundares Dicken-wachsthum felilt hier gewöhnlieh ganz, oder tritt doch nur in schwachnbsp;entwickelter und rudimentarer Form, in einseitiger Lagerung an dernbsp;Peripherie des centralen Holzstrangs, auf. Dieser letztere gliedert sichnbsp;nun in einen centralen, markartigen, rein parenchymatischen, der Tra-cheiden ganzlich enthehrenden Cylinder, der von einem geschlossenen,nbsp;einwarts scharf hegrenzten Ring trachealer Elemente umgehen wird.nbsp;Seine aussere Grenze ist durch zahlreiche kleine scharfe Zdhne in eigen-thümlicher Weise gehuchtet; dieseZahne entsprechen den Durchschnittennbsp;der stark herahlaufenden Blattspuransatze. In den Buchten liegen, vonnbsp;zartem Gewehe umschlossen, die Querschnitte solcher Bundel, die schonnbsp;vom Centralcylinder ahgegangen sind, und die in ihrer Struktur mitnbsp;den Spurhiindeln des Vasculare-Typus wesentlich ühereinstimmen. Zwi-schen den heiden Arten ist im TJmriss des Centralstrangs insofern einnbsp;Unterschied vorhanden, als die kleinen Kielvorsprünge hei L. Harcourtiinbsp;viel scharfer hervortreten, auch eine grössere Lange als hei L. Williamsoni hesitzen. Dazu kommt, dass die Spurhlindel hei der ersterennbsp;Art mit einer Bastfasergruppe versehen sind, die hei der anderen fehlt.nbsp;Infolge dessen erscheinen sie hei jener schon hei Lupenhetrachtung, innbsp;ihrem ganzen Verlauf durch die Rinde, aus zwei hraunen Punkten zu-sammengesetzt, hei der anderen einfach. Der innere dieser Punkte he-steht aus wohlerhaltenen Tracheiden, der aussere ist der Regel nachnbsp;weniger deutlich und lasst nur in seltenen Fallen seine Zeilen mitnbsp;Siclierheit erkennen (Brongniart (7) t.3i. f.2). Zwischen heiden findetnbsp;sich stets eine Lücke, die frtiher jedenfalls von dem Weichhast erfitlltnbsp;war. Oh dieser auch den Holztheil umgah, oh also ein concentrisch esnbsp;oder ein collaterales Biindel vorliegt, muss wiederum unentschiedennbsp;hleihen; nach der von Binney (1) m, 1.13, f. 5 gegehenen Ahhildungnbsp;möchte man fast das letztere vermuthen. Doch hahe ich an den vonnbsp;mir studirteii Schliffen ein ahnlich wohlerhaltenes Biindel nicht findennbsp;können.

Was die Rinde angeht, so ist deren Aussencylinder mit den Blatt-polstern niemals mit erhaltener Stniktur gefunden worden. Deun auch

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Withams Originalexemplar, dessea Abbildung man beiLindley and Hutton (1) T. 2, t. 98, Oder Brongniart (7) t. so vergleiclien moge, ent-sprieht lediglich dem gewöhnlichen entrindeten Steinkern. Das beinbsp;Binney (1) nr, 1.14, f. i als L. Harcourtii abgebildete Exemplar mit Ber--geriaoberflache ist bis auf den in Theilung begriffenen Centralstrangnbsp;strukturlos und mit Thoneisenstein ausgefiillt, kann also bier nicht innbsp;Betracht kommen; seine Bestimmung dtirfte, wennschon nicht ganz un-zweifelhaft, nach dem Ban der Holzstrange doch wohl riohtig sein.nbsp;Man kennt also nur den Mittel- und Innencylinder, die, beide von grossernbsp;Machtigkeit, ausschliesslich aus Parenchym bestehen. Das Dickenwaehs-thum scheint hier ein viel weniger localisirtes zu sein, trotz der grossennbsp;Ausdehnung der Einde tritt das Periderm an Entwicklung ganz zuriicknbsp;und ist auch nicht annahernd so auffallend wie bei dem vorher be-handelten Typus. Wahrend nun bei L. Williamsoni diese beiden Cylinder, in der Gewebsbeschaffenheit wenig von einander abweichend,nbsp;der Kegel nach beide in gleicher Weise erhalten sind und kaum scharfnbsp;abgegrenzt erscheinen, ist bei der anderen Art der innere mehr odernbsp;minder, an meinem Exemplar völlig bis auf die Blattspurbiindel, dienbsp;ihn durchsetzen, zerstört, der aussere dagegen, aus derbwandigem Parenchym bestehend, in ausgezeichneter Weise conservirt. Infolge diesesnbsp;Umstands kann man beide Species auf Schlififen schon beim ersten Blieknbsp;unterscheiden. Fiir den Typus von Lepidod, Harcourtii ist auch dasnbsp;Verhalten des centralen Biindels im Fall seitlicher Zweigbildung bekanntnbsp;und von Williamson (1) xi, t.62 abgebildet. Gerade wie bei der Dichotomie hat alsdann eine Theilung des Stranges statt. Nur sind beidenbsp;Theile nicht wie in diesem, fiir L. vasculare betrachteten Fall, vonnbsp;gleicher Grosse. Es lost sich vielmehr aus der ringförmigen Tracheiden-zone des Bundels ein kleiner Abschnitt in Form eines flachen Bogen-stiiekes aus, so dass der iibrige Theil an der einen Seite geöffnet, huf-eisenformig erscheint. Die kleine so gebüdete Spalte schliesst oberwartsnbsp;bald wieder zusammen, sie stellt also einen seitlichen langlichen Sehlitznbsp;in dem Trachealrohr dar, durch den das Centralparenchym des Strangesnbsp;mit dem der Einde inVerbindung tritt. Genau dasselbe Verhalten fandnbsp;sich bei der normalen Gabelung des Vaseulare-Typus, nur dass dort dienbsp;Oeffnung an der Spitze des Fussstiickes, im Winkel der Dichotomienbsp;gelegen war. Beide Falie sind demgemass nur durch die, mit der Sym-podialbildung zusammenhangende, seitliche Verschiebung unterschieden.

Nach den Angaben der Autoren scheinen verschiedene frilher be-schriebene Eeste mit unvollkommen erhaltener innerer Struktur dem Typus des L. Harcourtii anzugehören. Da mochten zunachst L. nothumnbsp;Und L. Eichteri Unger (5) ii aus dem Cypridinenschiefer (Ober-devon) von Saalfeld zu nennen sein, dann ferner Lepid. squamosumnbsp;Cop pert (12) t. 2111.22 aus dem Kohlenkalk von Glatzisch Falkenberg,

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bei dem die Form des Centralstrangs wohl erhalten ist, auch die Tra-cheiden mit ihrer Struktur erkannt werden können. Desgleichen gehort mit Bestimmtheit hierher die von Cor da (1) 1.1-4 als Lomatophloiosnbsp;crassicaule beschriebene Pflanze; auf t. 3 sind alle Charaktere, die dennbsp;Holzstrang dieses Typus kennzeichnen, mit unverkennbarer Deutlichkeitnbsp;dargestellt. Zum Ueberfluss babe ioh in der botanischen Abtheilungnbsp;des British Museum einen Originalschlitf Cordas gesehen, den diesernbsp;jedenfalls an R. Brown gesandt batte. In hellem Gestein zeigt ernbsp;nur den selir kleinen Centralcylinder erhalten, dessen Zellwande sammtnbsp;und senders in undurchsichtige schwarze Kohle verwandelt sind. Dienbsp;wohl erhaltenen, seharf und weit verspringenden Zahne seiner Peripherie lassen mit Bestimmtheit erkennen, dass er dem echten L. Har-courtii, nicht dem L. Williamsoni angehört. Da nun Cord a an diesennbsp;Resten die Aussenflache wohl erhalten gefunden hat, so wird man nichtnbsp;zweifeln können, dass bei Lepidophloios Harcourtistruktur vorkam. Obnbsp;bei alien Arten, ob nicht auch bei echten Lepidodendren, bleibt offenenbsp;Frage und wird durch Cordas Befund nicht prajudicirt.

Junge Endverzweigungen von Lepidodendren sind in dem Lan-cashire-Yorkshire Kohlenfeld ziemlich selten, wennschon sie hier und da vorkommen. In ungeheurer Menge finden sie sich dagegen in dennbsp;in der Einleitung behandelten Pflanzengesteinen von Burntisland (Williamson (1) III) und von Laggan Bay auf Arran in Schottland (Williamson (l)x), an beiden Orten mit grösseren Stammen und Aestennbsp;vergesellschaftet, in denen ein machtiger Secundarholzkörper entwickeltnbsp;ist. In Burntisland kommen daneben noch zahlreiche Fructifieationennbsp;von durchaus gleichartiger Beschaffenheit vor, und es liegt nahe, mitnbsp;Williamson anzunehmen, dass in diesen Ablagerungen die verschie-denen Reste jeweils derselben Species bei einander liegen, wennschonnbsp;ein absolute!’ Beweis hierfür nicht geführt werden kann. Den so zu-sammengefassten Bruchstücken von Burntisland hat dieser Autor dennbsp;Namen Lepidophloios brevifolium beigelegt, flir die Arranpflanze hat ernbsp;auf eine Namengebung verzichtet. Vergleicht man die starkeren Stammenbsp;mit denen der beiden zuletzt abgehandelten Typen, so zeigt sich, dassnbsp;das Arran-Lepidodendron sich mehr an den von L. Harcourtii anschliesst,nbsp;dass dagegen die Burntislandform eine Mittelstellung zwischen diesemnbsp;und dem von L. vasculare einnehmen diirfte. Ihr Centralstrang ist wienbsp;bei L. Harcourtii gegliedert, doch fehlt der eigenthümliche kantige Um-riss, die Spurbündel scheinen wie bei L. vasculare wenig kielig herab-zulaufen. Und ausserdem kommt sie mit diesem in der machtigen Ent-wicklung des Secundarholzes überein, welche übrigens auch die Arranpflanze von einem echten Harcourtiistamm unterscheidet. Leider ist beinbsp;beiden von der Oberflachenbeschaffenheit so gut wie gar nichts be-kannt. Die juugen Zweige zeigen in beiden Fallen im wesentlichen

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denselben Bau, nur sind sie bei den Burntislandresten meist stark zusammengedrtickt. Der Aussencylinder ihrer Rinde ist erhalten, ernbsp;ist mit weitvorspringenden, verschiedengestalteten, kantigen Zalmungen,nbsp;den. Querschnitten der Blattpolster versehen, in deren jedes ein Gefass-btindel eintritt. Dichotomien von dem im friiheren gesehilderten Cba-rakter sind liaufig. An den mir vorliegenden Schliffen finde ich dienbsp;Epidermis noch erhalten, aber haufig bereits durch eine, vermuthlichnbsp;infolge der Maceration entstandene Spalte theilweis losgelöst. Dasnbsp;Centralbiindel muss etwas ausfiibrlicher besprochen werden. Bei allennbsp;Zweigquerschliffen von Burntisland, die Williamson untersucbennbsp;konnte, war sein Centrum parenchymatiscli, die Peripherie von einemnbsp;geschlossenen Tracheidenring gebildet, der nach innen ein wenig un-regelmassige Begrenzung zeigte. In den kleinsten Zweigen war dienbsp;mittlere Parenchymmasse klein, sie war nur von 2 oder wenigen Lagennbsp;von Tracheiden umgeben. Bei grosseren erschien sie weiter, der Tracheidenring dicker, im Radius aus vielen, 5—8 Elementen bestellend. Nochnbsp;dickere Zweige endlich wiesen das Auftreten des Secundarholzes auf,nbsp;und je grosser der Querschnitt des Zweiges oder Astes, um so volumi-nöser war auch die Parenchymmasse des Centralstrangs, um so breiternbsp;die sie umgebende Tracheidenschicht. Genau dasselbe ergab die Unter-suchung des Arrangesteins. Hier war sogar in den allerschwachstennbsp;Zweiglein überhaupt kein parenchymatisches Centrum zu finden, dernbsp;ganze Centralstrang setzte sich aus gleichartigen Tracheiden zusammen.nbsp;In grosseren Zweigen kommt dann dieses innere Markrohr hinzu. Auchnbsp;aus Halifax liegt mir ein solcher junger Zweig durch Herrn Cashsnbsp;Güte vor, dessen Bau durchaus mit t. u, f. i Williamsons (1) x über-einstimmt und einen geschlossenen Trachealstrang zeigt. Wenn mannbsp;uun, wie besagter Forscher das thut, die sammtlichen Reste Burntislandsnbsp;Oder Arrans je zu einer Pflanzenspecies zusammenfasst, wenn man feruernbsp;die sammtlichen vorgefundenen Zweige und Stamme in zeitlicher Auf-.nbsp;einanderfolge zu einer Entwicklungsreihe combinirt, die also von jedemnbsp;derselben bei ungestörter Vegetation durchlaufen worden ware, so kommtnbsp;Daan, den tbatsachlichen Verhaltnissen gegenüber, mit Nothwendigkeit zunbsp;dem Schluss, dass der Centralstrang ein andauerndes Wachsthum besessen habe, welches sich in Vermehrung des inneren Parenchyms, innbsp;Wachsthum der ausseren Tracheidenlage, sowohl in die Flache durchnbsp;Eiuschiebung, als auch in die Dicke durch Erhöhung der Zahl der Ele-Diente im Radius zu erkennen giebt. Und es hat denn auch Williamson, von seinem Standpunkt aus ganz consequenter Weise, gefolgert,nbsp;dass z. B. beim Arran - Lepidodendron der zuerst solide Centralstrangnbsp;ia seiner Mitte mit der Bildung des Parenchyms beginne, dass er dannnbsp;fortwahrend durch Wachsthum zunehme, und dass dieses Wachsthumnbsp;and die daraus resultirende andauernde Volumvermehrung auch durch

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die Eatwicklung des Secundarzuwaolises in keiner Weise gehemmt und aufgehalten werde. Es ist nun dieses letztere, wie Renault (1) p. 247nbsp;mit Recht hervorheht, nicht wohl verstandlich, da nicht einzusehen, innbsp;welcher Weise das Secundarholz dem Zuwachs des Primarstranges Raumnbsp;gewahren konnte. Wissen wir doch, dass, wo bei lebenden Pflanzennbsp;dergleichen vorkommt, wie in den Stammen von Tecoma radicans, un-weigerlich Zersprengung des ausseren Holzrings erfolgt, von der mannbsp;bei Lepidodendron noch nirgends Spuren gefunden hat. Ja selbst vornbsp;der Entstehung des Secundarholzes muss man, um den Zuwachs desnbsp;Centralstrangs in Williamsons Sinne begreiflich zu machen, zu An-nahmen seine Zuflucht nehmen. Zunachst müssen, wenn dem so ist, stetsnbsp;Parenchymzellen zwischen den Tracheiden verhanden sein, von denennbsp;die Bildung des inneren Parenchyms im vorher soliden Strang den Aus-gang nimmt. Dann aber müssen diese Parenchymzellen auch spaternbsp;wieder Tracheiden den Ursprung geben können, da anders die Ver-dickung des peripheren Rings nicht zu verstehen ware, und endlichnbsp;müssen solche auch in den Ring selbst eingeschoben sein, um dessennbsp;Flaehenwachsthum zu ermögliehen. Alles diess ist übrigens durehausnbsp;möglich; die einzelnen Parenchymzellen, von denen die Entwicklung dennbsp;Ausgang nimmt, können leicht in den Schliffen übersehen werden, undnbsp;es scheint in der That dafür zu sprectien, dass Williamson (1) xii, t. 33,120nbsp;die centrale Parenchympartie in einzelnen Fallen anscheinend in me-ristematischer Theilung betroffen hat. Das citirte Praparat, welches ichnbsp;durch seine Freundlichkeit einsehen konnte, macht allerdings vollkommennbsp;diesen Eindruck. Wenn wir somit die Möglichkeit der Volumzunahmenbsp;bis zur Umschliessung durch das Secundarholz zugestehen können, sonbsp;ist dieselbe doch, wie schon gesagt, nachher vollkommen ausgeschlossen.nbsp;Und diess beweist, dass die Art, wie Williamson seine Schliffe zunbsp;Entwicklungsserien zusammengestellt hat, nicht richtig sein kann. Esnbsp;ist dabei zu berücksichtigen, dass man nicht ohne weiteres die End-verzweiguiigen einer Baumkrone mit den noch jugendlichen, in Entwicklung begriffenen Spitzen des Haupttriebes oder seiner Aeste niederennbsp;Grades vergleichen darf. Der Centralstrang im Haupttrieb und innbsp;seinen Aesten kann und wird einen ganz anderen Durchmesser beimnbsp;Beginn des Diekenwaehsthums gehabt haben, als diess bei den spaterennbsp;Zweiggenerationen der Fall war, von denen die letzten überhaupt einesnbsp;solchen entbehrt haben mögen. Wenn dem nun so ist, und ich zweiflenbsp;daran keinen Augenblick, so verbietet sich jede Zusammenstellung dernbsp;Einzelstadien zu einer successiven Reihe von selbst, man müsste dennnbsp;wissen, welchem Theil des Verzweigungssystems ein jedes Fragmentnbsp;angehörte, was wir doch bei unseren zerbrochenen Resten unmöglichnbsp;feststellen können.

Für die Anatomie von H a 1 o n i a sind die Hauptquellen die Arbeiten

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Von Dawes (1), Binney (1) m nnd Williams on (1) ir, p. 222 foig. m. Anm. xn, p. 466; t. 32, f. 21. Es ergiebt sich daraus im allgemeinen wesentlichenbsp;Uebereinstimmung der Struktur mit dem Typns von L. Harcourtii, odernbsp;dem der Burntislandpflanze, doch fehlt jeder Dickenzuwachs, was beinbsp;einem lediglich als Trager der Fructification dienenden Ast durchausnbsp;verstandlich ersebeinen kann. Nur fiber die Beschafifenheit des Aussen-cylinders der Einde wissen wir nichts, da dieser an den Exemplarennbsp;mit erhaltener Struktur noch nie zur Beobachtung kam. Auf t. le u. nnbsp;hat Binney schone Querschnitte seiner Halonien dargestellt, doch sindnbsp;dieselben leider nicht stark genug vergrössert, um das Verhalten dernbsp;versehiedenen, die Einde durohziehenden Spuren zu zeigen, die theils zunbsp;den Blattern, theils zu den an der Spitze der seitlichen Zwedgabbrfichenbsp;gelegenen Narben gehen. Denn diese sind nach Williamson wesent-lich von einander verschieden. Die Blattbttndel entspringen normaliternbsp;an der Aussenseite des Holzcylinders, ohne dessen Struktur zu alteriren.nbsp;Die anderen, viel starkeren, aber verhalten sich genau so wie die, welehe,nbsp;in frfiher betrachteter Weise, seitliche Zweige des Lepidodendron Harcourtii versorgen, sie entstehen aus einer Theilung des Centralstrangs,nbsp;iu welchem fiber ihrer Abgangsstelle eine spaltenförmige Lfieke sichnbsp;zeigt. Die betreffenden Praparate habe ich in Williamsons Samm-lung gesehen, sie sind leider nicht abgebildet worden. Trifft der Schnittnbsp;zufallig keine der sehr kleinen Spalten, was öfters der Fall, dann ist seinnbsp;Centralstrang vom normalen Harcourtii - Typus nicht zu unterscheiden;nbsp;in dieser Weise kann man vielleicht das Fehlen dieses eigenthfimlichennbsp;Charakters auf Binneys Bildern erklaren. Es ist schon oben erwahntnbsp;Worden, dass Eenault (2), die Auscliauuugen Dawes’ und Binneysnbsp;in modificirter Form mit denen der anderen Autoren combinirend, ffirnbsp;die Theilung der Halonien plaidirt, von welchen er die einen ffir Ehi-zome, die anderen ffir oberirdisehe Zweige von Lepidodendreen halt.nbsp;Dm den Ursprung dieser Meinung verstandlich zu machen, muss hiernbsp;igt;ereits hervorgehoben werden, dass die Mehrzahl der Palaophytologennbsp;fiie spater zu betrachtenden Stigmarien ftir die im Boden wurzelndennbsp;Organe sowohl der Sigillarieen, als auch der Lepidodendreen halten.nbsp;Da nun aber diese Stigmarien unzweifelhaftes Secundarholz enthalten,nbsp;find Eenault, Brongniarts Anschauungen folgend, solches bei einernbsp;Archegoniatenform nicht zugeben kann, so muss er alle Stigmarien ffirnbsp;lt;iie Sigillarieen reserviren, wobei dann die Schwierigkeit entsteht, dassnbsp;ihm fiir die Lepidodendreen keine unterirdischen Organe mehr erfibrigen.nbsp;Deswegen neigt er dazu, die Halonien als deren Ehizome anzusehen.nbsp;^nd da diess doch ffir alle Formen aus den im frfiheren besprochenennbsp;Drfiuden nicht wohl angeht, so sucht er sie, unter Benutzung der Differenznbsp;hi Williamsons und Binneys Beschreibungen, derart in 2 G-ruppennbsp;sondern, dass er die Exemplare des letzteren Autors, der keine

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Differenz der Spurbtindel angiebt, fiir Ehizome, die des anderen mit zweierlei Spuren, von denen die einen durch Theilnng des Axenstrangesnbsp;entstehen, fiir Kronzweige der betreffenden Baume halt. Dass die biernbsp;versuchte, aus seinen verschiedenen Publikationen abstrahirte Klarlegungnbsp;des Gedankengangs die richtige, dafiir biirgt mir die folgende Stellenbsp;Renaults (2) v. 3, Eini. p. 22: „La séparation des Halonia en deux grou-pes distincts que nous avbns indiquée comme une hypothèse con-ciliant les résultats anatomiques de divers savants anglais, est legitimée d’ailleurs par I’inspection de la figure donnée parnbsp;Brongniart etc.“. Die angezogenen Figuren stellen meines Erachtensnbsp;lediglieb verscbiedener Decortication entsprecbende Steinkerne dar. Da-von abgesehen aber kann icb es nicht fiir zulassig halten, derart vrider-sprechende Angaben ohne erneute Untersucbung durch conciliatorischenbsp;Hypothesen miteinander in Einklang zn setzen. Meines Erachtens darfnbsp;man sich, bis auf weiteres, entweder nur an Binney, oder nur annbsp;Williamson halten, die altere fiir ihre Zeit vortreffliche Arbeit vonnbsp;Dawes kann heute desbeziiglich nicht in Betracht kommen. TJnd wel-cher von diesen beiden Autoren das grössere Vertrauen verdient, dariibernbsp;besteht fiir mich kein Zweifel. Erst wenn es einmal möglich sein wird,nbsp;die, seit langerer Zeit bereits, vollkommen unzuganglichen Originaliennbsp;des verstorbenen Binney erneuter Untersucbung zu unterwerfen, wirdnbsp;dieser Fragepunkt seine definitive Erledigung finden können. Und dannnbsp;werden am Ende wohl die zweierlei Spurbilndel auch in seinen Halo-nien zu finden sein, die von dem, wie er selbst in der Einleitung sagt,nbsp;ganz unvoreingenommenen Zeichner nicht mit der nöthigen Scharfe her-vorgehoben sein diirften. Zum Schluss noch ein paar Worte tiber Ulo-dendron. Ueber dessen inneren Bau liegen nur wenige Angaben beinbsp;Carruthers (13) und Williamson (1) n, p. 209; t. 26,27 vor, nach wel-chen im wesentlichen Struktur von L. Harcourtii vorhanden sein soil.nbsp;Indessen gestehe ich, dass ich von der Bestimmung der Willi am so n-schen Reste nicht vollkommen iiberzeugt bin, da er auf dem Tangential-schnitt t. 28, f. 28 querrhombische Blattkissen antraf, wie sie wohl beinbsp;Lepidophloios, aber nicht bei Ulodendron vorkommen. Und in dem Ra-dialschnitt t. 28, f. 2- werden Blattfusse abgebildet, die gleichfalls mehr annbsp;Lepidophloios erinnern. Freilich sollen an dem Exemplar die grossennbsp;Zapfennarben in der gewöhnlicben zweizeiligen Stellung gestandennbsp;haben. Leider ist eine Oberflachenabbildung nicht gegeben.

Es eriibrigt noch die Behandlung der Fructificationen. Diese sind seit lange als zapfenahnliche, dicht mit den sehraubenstandigennbsp;Sporangialblattern besetzte Sprossspitzen bekannt, deren Zusammenhangnbsp;mit notorischen Lepidodendronzweigen in einzelnen Fallen festgestelWnbsp;ist, so dass hiernach an der Zugehörigkeit, auch der nicht in solchernbsp;Verbindung betrolfenen, generaliter nicht wohl gezweifelt werden kann.

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Immerhin sind Abbildungen, die diess belegen, in der Literatur nnr sparlich zu finden; als die wichtigsten waren etwa Stur (5) 1.19, f. 9,nbsp;Lesqnereux(l)T.3,t.io7,f.2,Brongniart(l)v.2,t.24,f.5;t.25,f.2zunennen.nbsp;Als Bestatigung kommen dazu nocb die Ergebnisse der anatomischennbsp;tJntersnchung der Axen versteinerter Exemplare, die wesentlicli dennbsp;Ban von Lepidodendronsprossen zur Schau tragen. Diese sammtlichen,nbsp;gewobnlich als Lepidostrobus zusammengefassten Zapfenformen sindnbsp;ilberaus haufig als Abdrticke auf den Halden zu finden, versteinert kommen sie in den englischen Kalkknollen bier und da vor, sowie in ge-wissen Spharosideriten der Gegend von Wolverhampton. Verkieseltenbsp;Exemplare, alsdann mit wundervoll erhaltener Innenstruktur, sind nnrnbsp;Wenige bekannt gew’orden.

Scbon das Studium der Abdrucksreste lasst die Organisation dieser Zapfen in den Hauptzügen erkennen. Die gerade, gewobnlich ziemlicbnbsp;dicke, nur in einem Fall (Bindley und Hutton (1) v. 3, t. na) gegabeltenbsp;Axe tragt ringsum die dicht gedrangten, unter sicli vollkommen gleich-artigen Frucbtblatter, an deren jedem man den eigenartig entwickeltennbsp;Blattgrund (dem Polster der vegetativen homolog), das einzige ihm auf-sitzende Sporangium und die Lamina unterscheidet. Der Blattgrund,nbsp;dessen Beschaffenheit in zutreffender Weise bei Stur (5) p.233 sich er-örtert findet, ist in Form einer langen, recbtwinklig absteb enden, vor-¦'varts kaum verschmalerten, seitlicb mitunter gefliigelten Pyramide vonnbsp;quer rhombischem, in medianer Richtung niedergedrticktem Querscbnittnbsp;entwickelt; er tragt an seiner Oberseite das cylindrische, an den Endennbsp;stumpf gerundete, meist sehr voluminöse Sporangium, in dem man mitunter sogar die Sporen erkennen kann. Man vergleiche BinneysAb-bildungen (1) n. t. 9 u. 10. Seiner Spitze sitzt mit voller Breite die imnbsp;allgemeinen lanzettliche Lamina mit knieformiger Aufwartsbiegung der-art an, dass sie der Axe parallel steht und die nachstoberen Laminaenbsp;dachziegelartig bedeckt, dass das aussere Ende des Sporangiums direktnbsp;an ihre innere obere Flacbe anstösst (Holzscbn. 25 B). Mitunter greiftnbsp;sie mit scbarfem Rand nach unten fiber die Blattgrundspitze hinaus,nbsp;So dass eine etwas. peltate Befestigung an dieser resultirt, so bei Bin-Ueys Figuren (1) m, t. t u. s. Auf der ersteren dieser Tafeln ist in t. snbsp;durch unrichtige Auffassung der gedrangt stekenden Organe der Ansatznbsp;des Sporangiums auf die untere Seite des Blattpolsters gezeichnet. Dasnbsp;betreffende Sporangium gehort offenbar einer von unten her angrenzen-den Blattbasis an. Nach Stur soil die Lamina dieser Fruchtblatternbsp;sieh, ahnlich wie bei den vegetativen Zweigen, mit Hinterlassung einernbsp;seharf begrenzten Narbenflache von quer-rhombischer Gestalt abgliedern,nbsp;citirt als Beleg den Lepidostrobus Goldenbergii Schim per (1)nbsp;bei dem diess in der That der Fall zu sein scheint. In ahnlicher Weisenbsp;sind vielleicht gewisse Figuren Lesquereux’s (1), zum Beispiel sein

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Lepidostrobus macrocystis t. i, t. 69, f. i n. 2, zu verstehen, doch lasst sich, bei derea summarischer Behandlung, ohne Kenntniss der Originale, des-beziiglieb etwas irgend sicberes niebt sagen. Auf der anderen Seitenbsp;giebt es aber zabllose Lepidostroben (bei weitem die meisten diirftennbsp;dieses Verhalten aufweisen), bei welchen eine solche regelmassige Ab-gliederung der Blattlamina nicht stattfindet, diese vielmehr mit demnbsp;sporangientragenden Polster fest verbunden bleibt, oder nur bier und danbsp;mebr zufallig und regellos abgerissen erscheint.

Begreiflicber Weise ist es nur selten moglich, alle die angefttbrten Details an ein und demselben Zapfenabdruck zu erkennen, dann nam-



licli, wenn der Aufbruch eines solchen in verscbiedenen Ebenen erfolgte. Ein solcbes Exemplar von Dutweiler liegt mir vor, es beweist ganznbsp;unwiderleglich, dass alle die gleich zu behandelnden Erhaltungsformennbsp;nur verscbiedenen Durchscbnitten desselben Organs entsprechen. Vonnbsp;aussen gesehen bieten die Lepidostroben ungefahr das Bild von Tannen-zapfen, man sieht bloss ihre lanzettlichen Blattspreiten, die ziegeldacb-alinlich über einander liegen. Instructive!- ist der Medianbruch, in wel-cbem die Axe mit gedrangten linienformigen Höckern, den Biindelspureunbsp;des Steinkerns, besetzt erscheint, da die aus den Blattpolstern gebildetenbsp;Einde hinweggenommen ist. Die seitlichen Blatter sieht man alsdannnbsp;im Langsschnitt; gewolinlich treten sie als feine glanzende Koblen-

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streifen im Gestein deutlicli hervor, mitunter wird durcli lokale Aus-sprengungen die Flaehe ihrer Spreite ganz oder theilweise entblösst. Besonders deutlich und schön pflegen ia dieser Ansicht die Sporangiennbsp;zu sein, die wie dicke, meist mit Gestein erfiillte und von dünner Kohlen-rinde umgehene Polster üher der Blattlinie liegen, wofilr man Binneynbsp;(1) III, 1.10, f.28 and zumal Brongniart (1) t-25, f. 3 vergleichen moge. Einenbsp;weitere haufig sich findende Art des Durchbruchs ist gleichfalls durchnbsp;Binneys ebenerwabate Figur reprasentirt, bei welcber man von obennbsp;auf die ausseren Enden der Sporangien siebt. Die Gegendruckplattenbsp;wiirde die Basen aller Blattlaminae, respective die Spitzen der Polster,nbsp;je nacb der Lage des Bruchs, von der inneren Seite gezeigt haben. Beinbsp;einem derartigen, von mir am Gegenortschacht zu Dutweiler gesammel-ten Gegendruck finde ich an verschiedenen Blattern in der nacbstennbsp;Nabe ihrer basalen Bruchlinie ein kleines, stumpf dreieckiges, in dernbsp;Mitte mit einem Spurpunkt versehenes Narbchen, welches nach seinernbsp;medianen Lage nicht wohl etwas anderes sein kaan, als das von S t u rnbsp;am sterilen Polster entdeckte und als Ligulargrube bezeichnete Gebilde.nbsp;Sein Vorkommen bei den Lepidostroben war bislang nicht bekannt;nbsp;die sehr unscheinbaren Abdruckplatten, auf welchen allein es zu Ge-sicht kommen kann, sind eben nur selten in den Sammlungen zu finden.nbsp;Zuletzt sind noch Querbrüche der Zapfen zu erwahnen, die die Flachen-ansicht der Fruchtblatter, die Gesammtform der ihrer Basis aufliegen-den Sporangien bieten. Auch diese sind nicht gerade selten, vgl.nbsp;Brongniart (1) t.23, f.6,6.

Die Grössenverhaltnisse der Zapfen sind sehr verschieden. Sie kommen von der Grosse der Haselkatzchen bis zur Lange von 11/2 Fuss,nbsp;bei entsprechender Dicke vor. Cylindrische Zapfen von ansehnlichernbsp;Lange sind z. B. von Lesquereux (3) v.2,1.45 als Lepidostr. princeps,nbsp;von O. Feist mant el als L. variabilis Ldl. Hutt., von Geinitz (5) t.2nbsp;unter demselben Namen abgebildet. Zapfenreste von betrachtlichernbsp;Grosse, und durch die ungewöhnliche Dicke ihrer Axe ausgezeichnet.nbsp;Werden von Lesquereux (1) v.i u.2, t. iis, f.o; t. 3,1.105 zu Lepidopbloiosnbsp;gerechnet. Auch Weiss (4) p.354 bat einen ahnlich colossalen Zapfen-rest als Lomatophloios macrolepidotus beschrieben; leider steht dessennbsp;detaillirte Darstellung noch aus. Die enormen Dimensionen, die die Axenbsp;bei diesen Stücken zeigt, lassen die Vermuthung auf kommen, dass hiernbsp;die Fructification nicht auf eigene Fruchtsprossen beschrankt gewesen,nbsp;sondern zeitweise an den Blattern des Hauptstammes selber, der nachhernbsp;Weiter wuchs, aufgetreten sein könnte, in ahnlicher Weise, wie es nochnbsp;heute bei der weiblichen Blüthe von Cycas der Fall, wie es mutatisnbsp;mutandis auch bei Lycop. Selago sich findet. Man fragt sich wenig-stens unwillkürlich, an was für Narben solche Zapfen als seitlichenbsp;Organe angesessen haben sollten.

Solms-Laubacli, PalS,opliytologie.

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Auch die einzelnen Blatter der Zapfen sind an Form und Grosse recht weseatlich different. Man bekommt sie hesonders in dem Fallnbsp;deutlich zu sehen, wenn sie sammt dem tragenden Polster vom Zapfennbsp;heruntergerissen, als flach gepresste Abdrilcke auf der Schichtungsflachenbsp;liegen. Der Winkel, den Spreite und Blattgrund mit einander bilden,nbsp;ist dann flacb niedergedrtickt, doch werden beide durch eine quere Faltenbsp;Oder Verdickung deutlich geschieden. In manchen Ahlagerungen sindnbsp;derartige Fruchthlatter, gewöhnlich nach Brongniarts (4) p.si Vorgangnbsp;als Lepidophyllum hezeichnet, recht haufig, doch kommen sie nur seltennbsp;ganz vollstandig vor, und ist meistens bloss ihre Spitze, die Blattspreitenbsp;erhalten. Diese Spreite ist von sehr verschiedener Form, sie kann lan-zettlich oder linealisch mit scharfer Zuspitzung, sie kann breit und innbsp;eine stumpfe Spitze zusammengezogen sein; stets ist sie von einem dent-lichen, oft bandartig verbreiterten Mittelnerven durchzogen. Auch dernbsp;Blattgrund zeigt sich, wo er erhalten ist, durch eine deutliche mittlerenbsp;Kielung in 2 Wangen getheilt, die ihrerseits durch die erwahnten querennbsp;Fatten von der Lamina geschieden sind. Auf dem mittleren Kiel liegt,nbsp;wie ein stark vorspringender Strich, die Insertionsstelle des Sporangiumsnbsp;(Holzschn. 25 D). Nur bei wenigen Autoren findet man eingehende Be-sprechung dieser Lepidophylla, die gewöhnlich und z. B. auch vonnbsp;0. Feistmantel(3) und Stur (5) fiir vegetative Blatter gehalten werden, die Guldenberg und Schimp er aber als Fruchtblatter erkanntnbsp;haben. Selbst bessere Abbildungen sind gar nicht haufig, zumal solche,nbsp;die den Blattgrund im Zusammenhang zeigen. Es mag fiir dergleichennbsp;auf Goldenberg (1) t. i5,f. s; t. le, f. 11-13, auf 0. Feistmantel (3) t. 42, aufnbsp;Lesquereux (1) v. 1 n. 2, t. 69 und Schimper (1) t. oi, sowie Geinitz (5)nbsp;t. 2 verwiesen sein. Die grossen, mit breiter, stumpf endender Spreite ver-sehenen Formen gehören effenbar riesigen Zapfen an, sie stimmen imnbsp;Habitus mit denen tiberein, die Lesquereux an seiner oben erwahntennbsp;zu Lepidophloios gerechneten Fructification abgebildet hat und konntennbsp;wohl dieser Gattung eigenthtimlich sein, mit deren Stammresten sie beinbsp;Saarbrilcken in Menge sich finden.

Alle die im bisherigen erörterten, an den Abdrücken zu beobach-tenden Dinge sind durch die Untersuchung der versteinerten Exemplare lediglich bestatigt worden. Durch diese haben wir indessen weiter nochnbsp;voile Klarheit fiber die in den Sporangien enthaltenen Sporen erlangt,nbsp;die an Abdrficken nur ausnahmsweise und in unvollkommener Art erkannt werden konnten. Da ist vor allem hervorzuheben, dass man beinbsp;mehreren Lepidostrobus-Individuen Heterosporie, nach Art von Selagi-nella, bestimmt hat nachweisen können. Vor jeder Verallgemeinerungnbsp;dieser Thatsaehe muss man sich jedoch hfiten, da ja ebenso isosporenbsp;und heterospore Familien von gleichem Habitus unter den Lepidoden-dreen versteekt sein konnten, wie diess in der recenten Vegetation bei

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den Lycopodien und Selaginellen der Fall. Wir haben eine Anzahl, an-scheinend nur einerlei Sporen bergende Zapfen, allein dieselben liegen nur in grosseren oder geringeren Brucbstücken vor. In dem feblendennbsp;Tbeil gerade könnte die andere Sporenform entbalten gewesen sein,nbsp;und dieser Verdacht liegt um so naber, als bei unseren Selaginellen dienbsp;Macrosporen bekanntlicb oft auf einen kleinen basalen Tbeil des Zapf-cbens, bei Sel. spinulosa nur auf das unterste Frucbtblatt bescbranktnbsp;sind. Und selbst wenn ein ganz vollstandiger Zapfen mit einerleinbsp;Sporenform sicb einmal finden sollte, so wiirde man immer nocb dennbsp;Einwand erbeben können, dass die andere Form an andere Zapfennbsp;derselben Pflanze gebunden gewesen sein könnte; ein Verballen, welches heutzutage allerdings nicht mehr vorkommt, von dem jedoch nichtnbsp;abzuseben, warum es nicht früber vorgekommen sein sollte. Wenn wirnbsp;sonach wobl für immer auf eine sichere Entscheidung dieses Frage-punktes werden verzichten mussen, so wird es doch zweckmassig sein,nbsp;in Anlehnung an die sichergestellten Beispiele, allgemein von Macro-resp. Microsporen zu reden, und unter dem letzteren Namen auch dienbsp;Falie zu begreifeu, in welchen, bei ünbekanntschaft mit der anderennbsp;Sorte, auch Isosporen verhanden sein könnten. lm Folgenden sollennbsp;denn die sammtlichen bis jetzt bekannt gewordenen Falie von Hetero-sporie Besprechung finden.

Es hat Binney (l)ii unter den Namen Lepidostr. Wtinschianus t-ii, f. 2 und L. Levidensis t. lo, f. i, 2 solche Zapfen beschrieben, derennbsp;erster von Laggan Bay auf Arran, der andere aus dem Kohleneisensteinnbsp;(Blackband) von Airdrie in Schottland stammt. Ob der erstere Strukturnbsp;zeigte, wie es nach dem Fundort wahrscheinlich, wird nicht angegeben;nbsp;bei dem zweiten war diess nicht der Fall, seine Substanz war in Kohlenbsp;verwandelt, die Sporen theilweise durch Schwefelkies ersetzt. Beidenbsp;sind schmalcylindrisch; die Fruchtblatter ihres oberen Theils enthaltennbsp;in ihren Sporangien eine feinkörnige, aus Microsporen bestellende Masse,nbsp;Unterwarts sind diese mit scheiben- oder plattenfórmig zusammenge-driickten Macrosporen von ziemlicher Grósse erfiillt, deren bei L. Wiin-schianus nur sehr wenige im einzelnen Sporangium enthalten gewesennbsp;zu sein scheinen. Die verkohlten Macrosporangien des L. Levidensisnbsp;bieten genau dieselbe Beschaffenheit wie ein Fruchtrest, der, gleichfallsnbsp;bei Airdrie gefunden, von Carruthers (14) als Flemingites beschriebennbsp;Worden war, dessen Identitat mit Lepidostrobus im itbrigen auch vonnbsp;Eidston (2), der im British Museum das Originalexemplar untersuchennbsp;konnte, bezeugt wird. Die Aufstellung der neuen Gattung beruht darauf,nbsp;dass Carruthers die Macrosporen, bei dem vollkommenen Schwundnbsp;der Sporangienwand für ebensoviele Sporangien hielt, deren sonachnbsp;zahlreiche auf dem Fruchtblatt verhanden gewesen sein würden. Bei-laufig mag bemerkt sein, dass ahnliche plattgedriickte Macrosporen die

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3 Leisten ihrer Scheitelpyramide aufs deutlichste zeigend, in grosser Verbreitung inmitten der Kolde sich finden. Sie sind von sehr wecli-selnden Dimensionen, mitunter mit blossem Auge zu erkennen, undnbsp;können leicht mittelst Maceration isolirt werden. Zahlreiche Abbil-dungen derselben hat Reinsch (1), der sie als Trileten bezeichnet, ge-geben. Diese geboren sicberlich, wenigstens theilweis, hierher. — Einennbsp;sehr zerdrtickten, Mer zu erwahnenden, von Halifax stammenden Zapfennbsp;hat Williamson (1) X, t.is, f. 8-12 dargestellt. In seinem unteren Theilnbsp;erfiillen die Macrosporen ihre Sporangien je in Vierzahl, tetraëdrisch ge-lagert. Sie sind gross und mit einem unregelmassigen röhrigen Fortsatznbsp;an der Spitze versehen. Ihr Exospor ist mit faserartigen Anhangselnnbsp;bedeekt. Die Struktur der Zapfenaxe entspricht im wesentlichen demnbsp;Typus von Lep. Harcourtii. Ein paar weitere Zapfen sind in verkie-seltem Zustand bekannt. Finer derselben, Lepidostr. Dabadianus Schpr.,nbsp;ist als Geröll im Départ. der Haute-Garonne, am Ausgang des Volpe-thals, gefunden, er wurde von Brongniart (8) der Lange nach durch-sagt und beschrieben. Die eine Halfte befindet sich in Paris, die andere,nbsp;friiher in Schimpers Besitz, wird ins British Museum gekommen sein.nbsp;Die Aussenflache des 11 cm langen und 5 cm breiten, dicken, eiformigennbsp;Zapfens ist durch Abreibung beschadigt, die Blattspitzen fehlen, einnbsp;rundlicher Hoeker entspricht dem Ende jedes einzelnen Fruehtblattes.nbsp;Die mit kugligen Macrosporen erfiillten Sporangien werden oherwartsnbsp;von 2/5 seiner Lange ab durch Microsporangien ersetzt, deren Sporennbsp;tetradisch zusammenhangen. TJeber die Beschaffenheit der Axe ist ausnbsp;den Abbildungen bei Schimper (1) t. 62, f. 1-12, (2) v. 2, p. loi, Renault (2)nbsp;V. 2, t. 6, f. 9-12 nichts zu entnehmen; durch den Langsschnitt diirfte sienbsp;zum grössten Theil zerstört worden sein. Dem Lepidostrobus Dabadianus sehr ahnlich sind 2 Fragmente unbekannter Herkunft, ausschliess-lich Microsporen in tetradischem Zusammenhang in ihren Sporangiennbsp;bergend, die von Schimper (1) v- 2, amki, p. 6'; t.62, f. 13—33 als L. Browniinbsp;zusammengefasst werden. Eines derselben ist vor langerer Zeit aus dernbsp;Sammlung des Baron Roger zu Paris ins British Museum gekommen,nbsp;ein Querschliff desselben liegt im Pariser Museum. Es wurde vonnbsp;R. Brown (1) unter dem Namen Triplosporites beschrieben und abge-bildet. Das andere Stück, von dem die eine Halfte im British Museum,nbsp;die andere in der Sammlung des Jardin des plantes zu Paris, ursprüng-lich aus einem Trödelkram zu Paris erstanden, war lange in Schimpers Besitz. Der Bau dieser beiden Exemplare stimmt völlig mit L.nbsp;Dabadianus iiberein, die Abreibung ihrer Oberflache ist noch viel starkernbsp;(Holzschn. 25 A B). Der von zahlreichen Blattspurquerschnitten um-gebene Axenstrang hat den Bau von L. Harcourtii. Ein weiteres ahn-liches, nur Microsporentetraden bergendes, kleines Zapfenfragment ist beinbsp;Cabriéres im Héraultdepartement gefunden und als L. Rouvillei be-

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sshrieben worden (vgl. Saporta et Marion (3) p-193, Eenault (2) V. 2, p. 36; t.quot;, f. 1-3. Und ferner hat Binney (1) m zwei dergleichen Stticke,nbsp;deren Axe den Harcourtitypus aufweist, und die heide aus den Kalk-knollen von Oldham stammen, auf t. 7 u. s abgehildet. Eine Menge vonnbsp;Zapfenhruchstlicken hat Hooker (3) heschrieben. Dieselben stammennbsp;aus dem Kohleneisenstein von Wolverhampton bei Birmingham undnbsp;stecken zum Theil im Inneren von Lepidodendronstammen, deren Rindenbsp;noch wohlerhalten ist, und in die sie durch Einsehwemmung hinein-gerathen waren. An den jetzt im Jermynstreet-Museum zn London ver-wahrten Exemplaren habe ich constatiren können, dass in manchennbsp;Fallen der Axenstrang des hohlen Stammes noch verhanden ist und demnbsp;Ban des L. vasculare entspricht. Derselbe Bau ist auch an der Axenbsp;eines der Zapfen zu erkennen, bei den iibrigen sind die centralen Par-tien zu schlecht erhalten. Bau und Beschaffenheit der Stammstiickenbsp;sowohl als der eingeschlossenen Fructificationen sind durch wundervollenbsp;Zeichnungen illustrirt. An einzelnen Exemplaren sind die kurzlanzett-lichen Blattspitzen erhalten. Die Wandung der Sporangien ist ausser-ordentlich dünn, nur von einer Schicht pallisadenfórmiger Zeilen ge-bildet; die darin enthaltenen vereinzelten Microsporen (?) sind kuglig, dienbsp;Leisten ihrer Pyramiden springen llügelartig vor und sind an ihremnbsp;basalen Ende zu abstehenden dreieckigen Zalmen ausgezogen (Holz-schn. 25C). Wie früher erwahnt, hat Williamson (1) m, t. 44 in demnbsp;Pflanzengestein von Burntisland, neben den Zweigen und Stammen seinesnbsp;Lepidophloios brevifolius, auch Zapfenfragmente gefunden, die er zunbsp;den besagten vegetativen Resten als Fructificationen hinzuzieht. Dienbsp;Macrosporangien sind nur in einem Fall mit den anderen zusammennbsp;angetroffen, wie gewöhnlich die basalen Partien des Zapfens einnehmend.nbsp;Ihre Sporen sind gross und ringsherum mit dicht stehenden, gekriimmten,nbsp;fadenfbrmigen Membranfortsatzen bedeckt. In f- 24 giebt er einen Tan-gentialschnitt durch den, Microsporen bergenden, oberen Theil des Stro-hilus, der die rhombischen beiderseits gefliigelten Fruchtblattquerschnittenbsp;aufs schönste zeigt. Dieselben sind an der unteren Seite mit einem demnbsp;medianen Bundel entsprechenden fliigelartigen Fortsatz versehen, ober-Warts tragen sie das Sporangium, dessen schmale, in der Mitte der Blatt-flache gelegene Insertionsstelle hier sehr deutlich wird. Seine Wandung ist einschichtig, innen ist es mit massenhaften kleinen tetradischnbsp;verbundenen Microsporen erfiillt.

An letzter Stelle ist noch ein unvollkommen bekannter Strobilus Zu erwahnen, den Williamson (1) ix, *• 22 nach bei Oldham und Halifaxnbsp;gefundenen Materialien heschrieben hat, dessen allein bekannte Macro-sporen sich durch mancherlei Eigenthtimlichkeiten auszeichnen. Dassnbsp;dieser Rest zu den Lepidodendreen gehort, wird durch die spiralige,nbsp;iiicht quirlige Stellung seiner Fruchtblatter, sowie dadurch sehr wahr-

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scheinlich gemacht, dass, wie der Tangentialschaitt f- 55 zeigt, über jedem Schappenquerschnitt nur ein Sporangium gelegen ist. Die Struktur dernbsp;Axe ist an den abgebildeten Exemplaren nicht zu erkennen; ich findenbsp;sie an einem Praparat, welches ich der Gttte Herrn Cashs verdanke,nbsp;naeh Art von Lepid. Harcourtii gehaut. Die Macrosporen hahen die ge-wöhnliche Tetraëdergestalt mit stark verspringenden Pyramidenkantennbsp;und gewölbter Basis. Allein sie sind mit einem blasenförmigen hohlennbsp;Anhang versehen, der üher die Mitte der Basalflache wie ein gehogenernbsp;Sehlaueh, etwa von Wurstform, verlauft und offenhar ein den Luftsackennbsp;des Tannenpollens analoges Organ darstellt. Wird die Spore parallelnbsp;mit seiner Langsriebtung geschnitten, so erscheint er nattirlich als einnbsp;hreiter einseitiger Fltigel. Auf Querschnitten derselben wird er zweimal an seinen heiden Enden getroffen, es scheinen dann zwei hohle bla-senförmige einander gegenüherstehende Appendices verhanden zu sein.nbsp;Dazu kommt noch, dass Williamson angiebt, im Inneren der Sporennbsp;eine grössere Zalil von kleinen Zellchen gefunden zu liahen, über derennbsp;Natur er keine hestimmten Angahen macht. Ich hahe an dem mir ge-hörigen Schliff, und an denen, die ich in Herrn Cashs Sammlung ein-sehen konnte, diese Zeilen im Inneren wohl gesehen, sie sehienen mirnbsp;indessen zusammenzuhangen, und einen inneren, alsdann ziemlich volu-minösen Zellkörper zu bilden, den man mit dem inneren Zelleomplexnbsp;des Gymnospermen- und Cordaiteenpollens, mit der frühen Gewebsbil-dung in den Microsporen von Selaginella zu parallelisiren geneigt seinnbsp;könnte. Doch lasst sich mehr und hestimmteres über diesen, wie esnbsp;seheint, seltenen Fossilrest nicht aussagen. Es werden weitere hesserenbsp;Funde desselben abzuwarten sein.

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XI.

Sigillarieae.

Wie vorlier bei Besprechung von Lepidodendrou erwahnt, reihen sicb die Sigillarien nacb der Oberflachenbescbafifenlieit ihrer Stammenbsp;nnmittelbar an jene Gruppe an, so sebr, dass gewisse Arten verschie-dentlich Anlass zu Verweehselungen gegeben liaben. Leider sind wirnbsp;nicht in dem Maasse wie dort mit dem Aufbau iind der Struktur allernbsp;einzelnen Theile der Plianze bekannt, nur Stammbruchstticke sind innbsp;Form von Abdrticken und Steinkernen unendlich liaufig, beztiglich desnbsp;anatomischen Banes, der Fructificationen, ja selbst der Laubblatternbsp;mussen wir nns an dasjenige halten, was seltene sparliche Funde er-geben haben. Was die Dauer der Sigillarieen in der Formationenreihenbsp;anlangt, so ist dieselbe der der Lepidodendreen ahnlich, aber noch ein-geschrankter. Denn bei gleichzeitigem Versehwinden im Eothliegenden,nbsp;in dessen unteren Gliedern sie sich bei Autun, bei Ottendorf in Böhmennbsp;(rgl. Gr oppert (3)) und bei Schmalkalden finden, treten sie nicht vornbsp;dem Beginn der Steinkohlenperiode auf und sind in deren untersten Ab-lagerungen (Millstone Grit z. B.) noch ansserordeutlich selten. In un-endlicher Haufigkeit, als dominirende Glieder der Vegetation erscheinennbsp;sie nur in den mittleren Ablagerungen dieser Periode (Schatzlarer, Saar-brücker Schichten). Eine Anzahl von Arten, die aus der Basis dernbsp;Gesammtformation bekannt sind, hat S t u r (5) p- 292 zusammengestellt.nbsp;Noch hltere angeblich hierhergehörige Beste, die Go pp er t (19) p. 543 erwahnt, sind mehr als zweifelhaft. Das gilt nicht nur von der soge-üannten Sigillaria Vanuxemii Göpp. aus den Chemungschichten von Oswego in New-York (Devon), vgl. Vanuxem (1) p- isi. f. 51, sondern auchnbsp;Und ganz besonders von seiner S. Hausmanniana (19) *¦ f. 1, die zwi-schen Idre und Sarna in Norwegen, in angeblich unterdevonischen Schichten, im Anfang dieses Jahrhunderts von Hausmann gesammelt wordennbsp;ist. Die ueueren Autoren haben mit Becht in diesem Best nur einenbsp;sogenannte Bipple Mark-Platte sehen wollen. Auf der anderen Seitenbsp;ist aus Schichten, die jünger als das Bothliegende bis jetzt, meines Wismens, erst ein nicht ganz zweifelloses Fragment aus dem oberen Buut-

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Sigillarieae.

sandstein von Heimbach bei Commern in der Eifel beschrieben und ab-gebildet worden. Für seine Zugebörigkeit zu Sigillaria bat sich neuer-dings auch Weiss (9) ausgesprochen. Es ist das die Sig. oculina Blanckenhorn (1) p. 132; t. 20, f. 9. In der That gleicht dieser Eest rechtnbsp;sehr den Formen der G-ruppe Leiodermaria. Und gerade diese Gruppenbsp;ist es, die in den jiingsten überhaupt noch Sigillarien bergenden Ab-lagerungen dominirt.

Wenn wir uns nun zu der Betrachtung der Stammabdrücke und Steinkerne wenden, so ist deren allgemeine Besprechung nicht wohlnbsp;möglich, weil die Artengruppen, die Gattungen wenn man will, sich zunbsp;verschieden verhalten. Die alte Gattung Sigillaria zerfallt nach Aus-scheidung der früher, z. B. von Brongniart (1), noch eingerechnetennbsp;Megaphyten in die Abtheilungen oder Genera Ehytidolepis, Clatbraria,nbsp;Favularia und Leiodermaria. Die eigenartigste, von dem Habitus dernbsp;Lepidodendreen am weitesten abweichende, ist Ehytidolepis, dienbsp;desshalb an die Spitze gestellt werden mag. Die ganze Oberflache desnbsp;Stammes wird hier von eigenthümlichen, senkrecht verlaufenden, breitennbsp;Eippen gebildet, die, flachgewölbt verspringend, die Blattnarben aufnbsp;ihrem Eücken tragen und durch seichte aber scharfwinklige Furchennbsp;von einander getrennt sind. Die Blattstellung ist besonders von Gol-denberg (1) und von Stur (5) p- 293 untersucht worden. Letzterer suchtnbsp;nachzuweisen, dass die Langsrippen nicht den Orthostichen entsprechen,nbsp;sondern ein durch eine eigenthümliche Verschiebung in senkrechte Lagenbsp;übergeführtes Parastichensystem darstellen. Es würde dann also nicht,nbsp;wie es zunachst den Anschein hat. Succession etwas unregelmassigernbsp;vielblatteriger alternirender Wirtel stattfinden, vielmehr ein ahnlichesnbsp;Stellungsverhaltniss wie bei Lepidodendron nur in versehobener Lagenbsp;verhanden sein, dessen Divergenz in einem Fall zu 89/233 bestimmtnbsp;wurde. Für weiteres kann auf die Stursehe Arbeit verwiesen werden,nbsp;nur das mag noch erwahnt sein, dass er auch bei Lepidodendron ge-legentlich (z. B. t. 23, t. 2) ein deutliches Hervortreten von Orthostichen ge-funden hat, welches dann gleichfalls auf eines der stellen Sehragzeilen-systeme zurückgeführt und durch Verschiebung desselben erklart wird.nbsp;Ein ahnlicher Abdruck ist das Lepidodendron costatum Lesquereux (3)nbsp;V. 2, t. 44, f. 7. Auch sonst kommen vielfach Unregelmassigkeiten der Blattstellung vor, wofür die Thatsache hervorgehoben sein mag, dass mannbsp;nicht selten plötzlich neue und unterwarts blind endende Eippen, zwi-schen den ursprünglich vorhandenen, an den Sigillarienstammen auftretennbsp;sieht (vgl. Weiss (1) t. is, f. 1 n. 2).

Jede Langsrippe des Ehytidolepisstammes kommt durch die Ver-schmelzung der senkrecht übereinander stellenden Blattpolster zu Stande. Wenn diese sehr vollstandig wird, dann liegen die Earben der Blatt-laminae in regelmassigen Abstanden auf ihrer glatten gleichmassig ge-

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wölbten Flaclie, die trennenden Furchen sind einfach gerade Linien (Holzschn. 26A). Aus der grossen Keihe von Brongniarts (1) Abbil-dungen mag als Beleg Sig. Voltzii v. i, t. U4, f. i hervorgelioben sein. Einenbsp;Andeutung der zur Rippenbildung verbundenen einzelnen Blattpolsternbsp;zeigt sich aber sehr haufig in dem geschlangelten Verlauf der Furchen,nbsp;der dadurch bervorgebracbt wird, dass die Polster, an der Blattinsertionnbsp;am breitesten, abwarts sich verschmalern, so dass jede Blattnarbe aufnbsp;einer knotenfórmigen Anschwellung der Rippe gelegen ist. In der Regelnbsp;verbindet sich damit auch ein regelmassiger Wechsel starkeren und ge-ringeren Hervortretens tiber die Flache. Als exquisites Beispiel kannnbsp;Sig. contracta B r o n -gniart (1) v. i, t. 147, f. 2nbsp;dienen. Natürlich sindnbsp;alle möglichen Ueber-gange zwischen solchennbsp;Extremfallen zu finden.

Von den polygonalen Blattnarben, die an Sie-gelabdrücke erinnern,nbsp;hat die ganze Gruppenbsp;ihren Namen bekommen.

Dieselben sind dureli-Weg von viel betracht-licherer Ausdehnung als bei den Lepidodendren;nbsp;durch in wechselndemnbsp;Maasse ausgesprochenenbsp;Abstumpfung der beidennbsp;medianen Ecken bekommen sie sechseckigenbsp;Form, die mehr oder weliger stark hervortritt,nbsp;mitunter fast rund odernbsp;eiförmig werden kann. Je nachdem die medianen oder die seitlichennbsp;Grenzen des Sechsecks die langeren sind, wird dieses in die Breite odernbsp;in die Lange gezogen erscheinen. Dergleichen Differenzen werden all-gemein als Speciescharaktere verwerthet. Das Detail der Narbenilachenbsp;ist gewöhnlich am besten auf Hohldruckexemplaren nach Entfernung dernbsp;Fohlenreste zu erkennen, am Steinkern nur in seltenen Fallen, dannnbsp;^ber in ganz besonderer Vollstandigkeit, wenn namlich die Koblenrindenbsp;in ihrer ganzen Dicke sich aus dem Hohldruck mit herausgelöst hat.nbsp;Gie Spur liegt hier nicht wie bei Lepidodendron am unteren Rand desnbsp;Earbenfeldes, manfindet sie vielmehr inmitten desselben oder noch etwas

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waiter aufwtirts gerückt. Sie besteht aus 3 kleineu Höckern, resp. Ein-drücken, von denen der mittlere, puaktförmig oder etwas quer verlaa-gert, die Grefassbündelbruohnarbe darstellt. Die seitlicbea siad in der Eegel strich- oder kommaformig verlangert, sie weicben unterwartsnbsp;divergirend von der senkrecbten Eichtung ab. In manchen Fallen, z. B.nbsp;bei einem mir vorliegenden Stamm der Sig. elegans aus Anzin kann diesenbsp;Abweichung so zunehmen, dass sie fast horizontal werden, gewöhnlichnbsp;fassen sie den mittleren Spurpunkt so ein, als ob er in Klammern stande.nbsp;Auf die Organisation der Einde, die diesen beiden Malen zu Grundenbsp;liegt, werden wir weiterhin zurückkommen mttssen. Das eine aber istnbsp;nicht zu bezweifeln, dass sie nicht wesentlich von den ahnlichen Ge-bilden der Lepidodendren verschieden sind, und dass man bei den wech-selnden Formverhaltnissen derselben, wie sie in beiden Gruppen sich fin-den, kaum einen Diiïerentialcharakter darauf wird gründen können, wienbsp;diess Eenault (2) v. s, Eini. p.4 versucht bat. Sehr haufig sind aussernbsp;diesen 3 Malen noch in wechselnder Starke hervortretende Eunzeln aufnbsp;der Narbenflache verhanden, im allgemeinen von ihnen zur Peripherienbsp;strahlend und von geradem oder wellig gebogenem Verlauf. Die stark-sten derselben pflegen, an die Male ansetzend, in der Eichtung dernbsp;Mediane zu verlaufen. Zwischen ihnen zeigt sich bei allerbester Er-haltung die ganze Flache fein chagrinirt, offenbar dem Abdruck dernbsp;einzelnen Zeilen entsprechend. In vielen Pallen haben die Blattnarbennbsp;die gleiche Breite wie die Eippen, sie reichen von einer seitlichennbsp;Furche bis zur anderen, in anderen sind sie viel schmaler als diese undnbsp;nehmen nur einen Theil ihrer gewölbten Flache ein. Dawson (8) hatnbsp;versucht, die letzteren Formen als Sigillaria sensu strictiori, von dennbsp;anderen, die er bei Ehytidolepis belasst, zu trennen, auch Eenaults (2)nbsp;V. 1, p. 134 Abtheilung Polleriana, auf Brongniarts (1) t. les, S. Polleriana,nbsp;Deutsohiana und ahnliche gegründet, gehort hierher. Longitudinalenbsp;Streifung und Furchung des Eippenrückens ist bei diesen breitrippigennbsp;Formen eine gewöhnliehe Erscheinung. Des weiteren ist, wie schonnbsp;erwahnt, die Lange der einzelnen zur Eippe verschmolzenen Blattkissennbsp;sehr verschieden; die Abstande der Narben sind demgemass sehr wech-selnd. Stehen die Blattnarben weit von einander, so sind die zwi-sehen ihnen gelegenen Abschnitte des Eippenrliekens sehr gewöhnlichnbsp;mit transversalen mehr oder weniger entwickelten Faltchen und Eunzeln bezeiclinet, dicht über einer jeden Blattnarbe erkennt man alsdannnbsp;bei bester Erhaltung haufig ein winziges Griibchen, von dem eine zier-liche, federbuschförmige, divergirende Zeichnung ausgeht. Stur (5) p- 293,nbsp;der diese Eigenthümlichkeit zuerst in gebtihrender Weise hervorhob,nbsp;sieht darin das Homologen seiner Ligulargrube der Lepidodendren. Vonnbsp;Abbildungen, in welchen dieses Griibchen zu erkennen ist, citirt ernbsp;Brongniart (1) v. 1,1.144, f.4, Guldenberg (1) t. o, 14, Germar (1) 1.11, f.2

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u. t. 25 f. 1 n. 2. Die beiden letzteren Figuren betreffen freilich Formen aus den Gruppen Clathraria und Leiodermaria. Ich kann noch Lesquereuxnbsp;(1) T. lu. 2, t. 72,f.ii hinzufiigen. Nahem sich die Blattnarben einander, sonbsp;tritt natürlich die Oberflaehe der Polster mehr und mehr zurück. Schonnbsp;lgt;ei ausgesprochenen Rhytidolepisformen finden sich nicht selten Andeu-tungen. der queren Polstergrenzen in Form von flachen, oberhalb dernbsp;Narben verlaufenden, transversalen Furchen vor. Wenn sich diese, beinbsp;gleichzeitiger gedrangter Stellung der Narben auf der Eippe, vertiefennbsp;und scharfer auspragen, dann ti-eten die einzelnen Polster deutlichernbsp;tiber dem Eippenrticken hervor, und wir bekommen den Charakter vonnbsp;Favularia (Holzsehn. 26B), deren Typus durch Sig. elegans Bron-gniart (1) v. i, 1.146, f. i und Sig. tessellata Brongniart (1) v. i, t. ise, f. tnbsp;reprasentirt wird. Bei diesen Formen sind die scharf polygonalen Blattnarben, sich auf deutlichen Polstern von dem gemeinsamen, sie tragendennbsp;Rippenvorsprung erhebend, bis zu gegenseitiger Berührung aneinandernbsp;gedrangt, sie alterniren in den aneinander grenzenden Eeihen und schie-ben, da sie die ganze Rippenbreite einnehmen, ihre seitlichen Eckennbsp;etwas zwischen einander, daher denn die Grenzfurchen schwach zick-zackfórmig gebrochen erscheinen. Species, die durch etwas weiteresnbsp;Auseinanderrücken der quer abgegliederten Polster zwischen Rhytido-lepis und Favularia vermitteln, sind z. B. Sig. Dournaisii Brongniartnbsp;(1) t.153, f. 5, Goldenberg (1) t.7 und Sig. Knorrii Brongniart (1) t. ise,

1 o- 2. Geht endlich die quere Abschnürung der einzelnen Polster so-Weit, dass die Eippe, auf der sie sitzen, verschwindet oder ganz un-deutlich wird, dann bekommen wir die Clathrarien (Holzsehn. 26 C) Oder, wie Weiss sie bezeichnet, die caneellaten Sigillarien. Wenn schonnbsp;bei Favularia neben der Orthostiche 2 Parastichensysteme deutlich her-vortreten, so ist das hier in noch verstarktem Maasse der Fall. Dazunbsp;kommt noch, dass bei den Caneellaten eine starke querrhombische Ver-breiterung der, sich seitlich mit spitzwinkligen Ecken zwischen einandernbsp;schiebenden Polster statt bat, die mitunter die Parastichen fast deutlichernbsp;uls die Orthostichen hervortreten lasst. Da kann es denn zu grossernbsp;habitueller Aehnlichkeit mit Lepidophloios kommen, mit welcher Gat-tiing, wie schon oben erwahnt, die betreffenden Formen offers verwech-Selt worden sind. Durch die Grosse der Blattnarbe und die allerseitsnbsp;gleiche Ausbildung des Polsters, dessen obere Wangen bei Lepidophloiosnbsp;tiberwiegend entwickelt sind, können sie indess bei sorgfaltiger Unter-®Uchung der Regel nach leicht unterschieden werden. Für typischenbsp;Clathrarien mogen folgende Abbildungen citirt werden: Sig. Defranceinbsp;Ri'ongniart (1) y-1. t.i59, t. q Sig. Brardii Brongniart (1) 1.158. f,4, Ger-ttiar (1) 1.11, f. 1 u. 2, Goldenberg (1) b Weiss (1) 1.16, Sig. Menardinbsp;Rrongniart (1) t. iss, f. s, e.

Wahrend Rhytidolepis, Clathraria und Favularia durch Ueber-

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gange mit einaader verkaüpft sind, kaan das voa dea Leiodermariea (Holzseka. 26 D) aicht gesagt werdea, bei welcbea die Blattpolster alsnbsp;solehe gaazlich fehlea, uad auf derea völlig ebeaea Riadeaoberflache ianbsp;grossea Abstaadea voa eiaaader die Abgliederuagsaarbea der Blatternbsp;gelegea siad. Voa Abbilduagea erwahae ich als bierbergehörig Broag-aiarts Sig. leioderma, obliqua, veaosa t. isi, uad S. lepidodeadrifolia t. loi,nbsp;S. spiaulosa Reaault (8) t. i,f. 2u. 3; die schöaste Darstelluag eiaernbsp;solcbea verdaakea wir Germar (1) t.25, f.iu.2 (Sig. spiaulosa). Zu dennbsp;früber bebaadelteu Formea verhaltea sich die Leiodermariea ungefahrnbsp;wie die Bothrodeadrea zu dea Lepidodeadrea, sie siad voa derea Grosnbsp;auch zeitlieh insofern geschieden, als sie vornehmlieh in den jüngstennbsp;Scbichtencomplexen sich finden, die überhaupt noch Sigillarieen ent-balten. Indessen bat Guldenberg einige derselben, wennscbon selten,nbsp;in den Saarbrüekeaer Schichten gefunden. Das voa Germar abge-bildete Exemplar der Sig. spiaulosa ist an seiner ganzen Oberflacbenbsp;voa anastomosirenden Faltchen raub; seine Blattnarben zeigen die cha-rakteristische Spur in normaler Weise. Dicht vor ibrem oberen Raadnbsp;liegt als winziger Punkt das Ligulargrübchen, uad uater jeder derselben liegen andere Narbea, deren vertiefte Mitte kreisfórmig umwalltnbsp;erscheint. Gewöhnlich sind deren zwei, rechts uad links voa der Me-diaae stehead, mitunter ist nur eine in seitlicher Stellaag vorhanden, hiernbsp;uad da fehlea sie gaaz. Sie nehmen genau die Stellen der beidennbsp;Male voa Lepidodendron ein, mit denen sie dean auch voa Stur ver-glicben werdea, obschon bei anderen Sigillarieen aichts dergleicbennbsp;bekannt ist. Germar batte sie fiir die Abbruchsstellea voa Stachelnnbsp;angesehen. Bei Zeil Ier (3)p-i3s uad Renault (2)y. 1 werden sie fürnbsp;die Narben voa Adventivwurzeln gehalten. Letzterer giebt eine Abbil-dung voa Sig. spiaulosa t. n, f. 2, in welcher sie, gruppenweise vertheilt,nbsp;nicht die regelmassige Stellung wie bei dem Germarschen Exemplarnbsp;einaehmea. Weitere Uatersuchungen, zu welchen ich kein Materialnbsp;besitze, waren zu wünschen. Ob Semapteris carinthiaca Uager (10)nbsp;t. 3, f. 1 aus den Anthraciten Karnthens hierher gehort, kana ich nach dernbsp;blossen Abbilduag aicht sicher beurtheilen. Auf ihrer glattea Stamm-oberflache erheben sich, weit voa eiaaader entfernt, einzelne etwasnbsp;herablaufende Polster, deren Narben allerdings dea Habitus derer voanbsp;Sigillaria bieten. Die ebenda beschriebene Semapteris tessellata dürftenbsp;eiaer schlecht erhaltenen Clathrarienform entsprechen. Uager freilichnbsp;will aicht nur diese beiden Formea, soadern mit ihnen alle Clathrariennbsp;zu den Farrenkrautern gerechnet wissen. Ueber die Leiodermarieanbsp;spricht er sich nicht mit völliger Deutlichkeit aus.

lm bisherigen ist stets nur von den Oberflachenabdrücken die Rede gewesen. Am Steinkern kommen diese, wie erwahnt, nur dann zurnbsp;Uatersuchung, wenn die ganze Kohlenrinde erhalten ist. Entfernt man


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diese, so bleibt eine innere Abdrucksflache zurüek, etwa den Stein-kernen der Lepidodendren, die mit linienförmigen Gefassbündelspureii kesetzt sind, entsprechend. Bei den Leiodermarien ist diese ganz eben,nbsp;kei Ebytidolepis sind auf ihr die senkrechten Leisten dentlich. Dienbsp;Blattspur wird aber in beiden Fallen durch drei Hoeker bezeichnet,nbsp;nicbt durcb einen, wie es bei den Lepidodendren der Fall war, vonnbsp;denen sich freilich der kleine mittlere oft der Beobacbtung entzieht,nbsp;Wabrend die seitliclien als parallele Striche deutlicli hervortreten. Beinbsp;denjenigen Khytidolepisformen, die sebr breite Kippen und schmalenbsp;Blattnarben aufweisen, wie Sig. reniformis Brongniart (1) t. i, t. 142 undnbsp;Sig. laevigata 1.143 ibia., können besagte parallele Spurlinien eine ziemliclienbsp;Breite erreiehen, fast eifórmig werden und, auseinanderrückend, einennbsp;deutlichen Zwiscbenraum lassen. Derartige Steinkerne sind von dennbsp;alteren Autoren wohl fiir eine eigene Gattung gehalten und Syringo-dendron Sternbg. genannt worden. Gewöhnlicli sind bei solchen Exemplaren die Kippen mit einer feinen longitudinalen Streifung verseben,nbsp;die zumal im Gegendruck, da, wo die hangengebliebene Kohlenrindenbsp;Uns ihre innere Seite zeigt, deutlich hervorzutreten pflegt. In wie weitnbsp;bei den Sigillarien noch anders gestaltete, etwa den Bergerien dernbsp;Lepidodendren entspreohende Steinkerne vorkommen, verdient weiterenbsp;Üntersuchung. Nacb Eenaults (2) v. 1,1.17, f. 3 Abbildung zu scbliessennbsp;Ware Sigillaria microstigma Br. eine solche zu S. tessellata gehorige Er-haltungsform, doch muss ich mich den sparlichen Angaben gegenüber,nbsp;da mir dergleiclien Exemplare noch nicht zu Gesicbt kamen, des ür-theils enthalten. Da, wie weiterhin auszufiibren sein wird, bei man-cben Sigillarien Dictyoxylonstruktur der Einde sich findet, so ist nichtnbsp;zu bezweifeln, dass ein Theil der dieser Struktur entspreehenden Ab-drücke (vgl. p. 7, Holzschn. IB) hierher gehören werde, obschon mannbsp;diese von den anderen nicht zu unterscheiden vermag.

Mit den Sigillarien zusammen finden sich in grosser Menge lange linealische, durch den stark verspringenden Mittelnerven gekielte Blatter. •nbsp;Man nimmt allgemein an, dass sie zu denselben gehören, und stützt sichnbsp;dabei auf einige wenige Funde, die, wennschon nicht absolut bewei-scnd, eine solche Zusammengehörigkeit immerhin sehr wahrscheinlichnbsp;zu machen geeignet sind. Es sind das Stammstücke, denen dergleichennbsp;Blatter in anscheinend nattirlicher Lage, einander annahernd parallel,nbsp;uuf- und anliegen. Der absolute Beweis fehlt desshalb, weil meinesnbsp;M^issens noch nirgends der Ansatz an der Polsternarbe mit Sicherheitnbsp;beobachtet wurde. Auffallend ist die ausserordentliche Seltenheit der-Urtiger Exemplare, für die ich aus der Literatur nur sehr sparlichenbsp;Abbildungen zu citiren weiss, doch sind nach Kenault (2) v.3, p.s imnbsp;Bariser Museum Stücke von Sig. elegans, rhomboidea und Brardii mitnbsp;Blattern aufbewahrt. Die bekannteste beztigliche Abbildung ist die von

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Sig. lepidodendrifolia Brongniart (1) v. i, t. tei, f. i; auch bei Geinitz (5) t. 6, f. 1 ist eine ahnliche von Sig. Cortei, die zu Ehytidolepis gehort,nbsp;gegebea. Weaiger überzeugeud siad die Bilder, die Goldenberg (1) t.snbsp;voii Sig. rimosa Goldbg. und Sig. aequabilis Goldbg. geliefert hat. Ausnbsp;dem ümstand, dass man. immer nur Stammstücke, niemals irgendwelchenbsp;beblatterte Zweige, wie sie doch bei den Lepidodendren so reichlichnbsp;vorkommen, gefunden hat, lasst sich schon darauf schliessen, dass dienbsp;Sigillarien eine geringe Entwicklung des Verzweigungssystems besessennbsp;haben müssen. Damit stimmt denn die ausserordentliche Seltenheitnbsp;solcher Stücke, an denen Verzweigung wahrgenommen werden kann.nbsp;Dieselbe scheint in allen Fallen echte Dichotomie zu sein. lm Jahrenbsp;1869 konnte Weiss nur drei Abbildungen solcher verzweigter Stückenbsp;citiren, von denen zwei zu Sig. hexagona, namlich Brongniart (1)nbsp;V. 1,1.158, Röhl (1) t. 28, f. 17, eines (Dawson (8) t. 7, f. 26a) zu S. elegansnbsp;gehort. Und von diesen Figuren ist noch dazu keine einzige zweifels-frei', Dawsons Bild ist zu klein und zu unvollkommen, bei den anderen fehlt die deutliche Begrenzung der Gabelaste an der innerennbsp;Seite, die hier mit der zickzackfórmigen Grenzlinie einer Langsrippenbsp;enden. Man kann diese Bilder desshalb ebensogut durch Annahme dernbsp;Auseinanderquetschung eines einfachen Stammstückes erklaren. Seitnbsp;jener Zeit ist meines Wissens wenig hinzugekommen. Doch haben wirnbsp;endlich einen absolut sicheren, beweiskraftigen Fall in der aus demnbsp;Culm (Ostrauer Schichten) stammenden, von Stur (5) p. 290, t. 25, f. 2,3 be-handelten Sigillaria Eugenii Stur erhalten. Hier liegt der Hohldrucknbsp;und der Steinkern des gabelnden Stammes vor. Auch für Sigillarianbsp;Brardii wird ahnliches angegeben (Grand’ Eury (1) p. 154).

Wenn somit über das Vorkommen dichotomer Verzweigung kein Zweifel bestehen kann, so sind andererseits, wie sich gleichfalls nach-weisen lasst, gewisse Sigillarienstamme vollkommen einfach und astlosnbsp;gewesen. Bei weitem der wichtigste derartige Fund ist im Saarbrücke-ner Bergrevier beim Bau des Friedrichsthaler Tunnels gemacht und vonnbsp;Goldenberg naher untersucht worden, üm so mehr ist es zu be-dauern, dass niemals eine zusammenhangende Publikation darüber er-schienen, und dass wir jetzt auf die zerstreuten, mehr gelegentlichennbsp;Notizen dieses Autors (1) angewiesen sind. Er sagt p. 2-; ^So wurdenbsp;unter andern durch den Bau der Eisenbahn bei Heunkirehen ein förm-licher Sigillarienwald aufgeschlossen, und zwar in der Gestalt, wie ernbsp;einst leibte und lebte. Die Wurzeln dieser Pflanzen lagen in ein undnbsp;demselben geologischen Niveau, und die Stamme derselben befandennbsp;sich noch in ihrer ursprünglichen senkrechten Richtung auf diesem ihremnbsp;alten Grund und Boden. Die meisten dieser Stamme gehörten zu dennbsp;Sigillarien mit breitgeriefter Einde, Sig. reniformis u. s. w., batten untennbsp;2—3 Fuss im Durchmesser und endigten oben in einer abgerundeten

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Spitze ohne irgend eine Spur von Verastelung zu veiTathen.“ Nur zwei dieser vollstandigen Stamme sind t.B, f. 13 nnd t.4, f. 1 abgebildet worden.nbsp;Der erste derselben, zu Sig. reniformis gehorig, wurzelte im Boden, battenbsp;5—6 Meter Höhe und war ausserordentlich dick, Ganz unverzweigt,nbsp;ist er ziemlich unvermittelt zu kuppelförmiger Endigung zusammenge-zogen. Der andere, die Sig. cactiformis Goldenberg (1)^.1, p.28 bildend,nbsp;die übrigens spater nicht mehr erwahnt und wohl zur verwandten S. reniformis einbezogen wird, ist über dem Wurzelsystem abgebrocben, seinenbsp;Spitze ist wohl erhalten und ahnlich gestaltet. An seinem oberen Theilnbsp;fiudet die, oben p. 248 erwahnte. Interpolation von vier longitudinalennbsp;Rippen statt. Seine Dimensionen sind indess viel geringer, bei 1V2 Fussnbsp;Höhe hat er an der Basis eine Dicke von Fuss. Ein paar weiterenbsp;Stamme, die auf 1.10,1 cu. 7 dargestellt werden, scheinen langer undnbsp;uaehr cylindriseh gewesen zu sein. Da sie oberwarts der Quere nachnbsp;abgebrocben sind, können sie fiir die hier behandelte Frage nicht innbsp;Betracht kommen. Auch die zahlreichen, kurz abgebrochenen Stümpfenbsp;Und Stammbasen, die im Boden wurzeln und deren unterirdische Organenbsp;sich als Stigmarien ergeben haben, können erst im nachsten Abschnittnbsp;ihre Besprechung finden. Sie sind aus den verschiedensten carbonischennbsp;Ablagerungen bekannt geworden.

Jedem, der öfters selbst auf den Kohlenhalden gesammelt hat, sind sicherlich Sigillarienfragmente vorgekommen, bei welchen streckenweisenbsp;die Regelmassigkeit der Rippen und ihrer Blattpolster ganzlich gestörtnbsp;erseheint. Genauere Untersuchung zeigt, dass diess durch das Vorhan-densein anderweitiger, zwischen die regelmassigen Eeihen eingeschobenernbsp;Bruchnarben von abweichender Beschaffenheit zu Stande kommt, zwischen denen die übrigens normalen Rippen, nur etwas. gebogen und ge-schlangelt, hindurchgehen. Schon Brongniart (1) v. 1,1.162, f. o hatte einnbsp;solches, wennschon nicht ausgezeichnetes Stück von Sigillaria Knorriinbsp;abgebildet, er hatte aber darin (p. 443) nur eine zufallige Unregelmassig-keit gesehen. Die erste vollkommene Darstellung des Verhaltnissesnbsp;Heferte S chimp er für seine Sig. Lalayana (1) t- e’. f- 2, (2) v. 2, p. 204 (Holz-schn. 27), er sprach die Vermuthung aus, dass auf diesen Narben dienbsp;Fructificationsorgane gesessen haben möchten, die bei der geringen Ver-zweigung unserer Gewachse sehr viel für sich hat, da ja diese Organenbsp;doch irgendwo befestigt gewesen sein müssen. Soviel ich sehe, sindnbsp;ihm denn auch alle spateren Autoren desbezüglich gefolgt. Weiterenbsp;Sute Abbildungen derartiger Exemplare sind bei Zeiller (1), Renault (1) V. 1 und Williamson (1) U, t. 31, f. 58 (in umgekehrter Stellung) zu fin-den. Die Umrissform der uns besehaftigenden Narben ist wechselnd, sienbsp;kann kreisrund, langgezogen und eckig ausfallen, worauf vermuthlichnbsp;^euig Gewicht zu legen sein wird, insofern es mit dem Contakt mitnbsp;kenachbarten Blattnarben und den sie tragenden Rippen in direkter Be-

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ziehung steht. In der That haben sie bei Sig. spinulosa, der einzigen Leiodermaria, von der sie bekannt sind (vgl. Renault (2) t. i, t. n. f. 2),nbsp;kreisrunde Form, und es kommt bier jeder seitliehe Contakt, der cha-rakteristischen Oberflachenbescbaffenheit halber, in Fortfall. Polygonalnbsp;und langgestreckt sind sie dagegen, soweit bekannt, bei Ehytidolepis

und Favularia. Aus der lil /' G-ruppe der Cancellaten istnbsp;bis jetzt nur Sig. Brardii mitnbsp;solcben Narben gefundennbsp;worden; nacb Zeillers(l)nbsp;t. 174, f. 1 schoner Abbildungnbsp;sind sie hier isodiametrischnbsp;polygonal, und wenn sie beinbsp;Renault (2)v.i,t.i7,f.i kreis-rund erscheinen, so dürftenbsp;das wohl auf Rechnung dernbsp;etwas unvollkommenen Pi-gur zu scbieben sein. Audinbsp;Williamsons oben citirtenbsp;Darstellung, nacb Renaultnbsp;(2) V. 3, p. 9, zu dieser Art gehorig, stimmt wesentlich mitnbsp;der von Zeiller überein.nbsp;Die im Hohldruck convexnbsp;verspringende Oberflache dernbsp;Narbe weist eine ganz andere Besöhaffenheit wie die Blattnarbe auf. In der Mitte erkennt mannbsp;eine kreisrunde höckerartige Spur von ziemlich betrachtlichen Dimen-sionen, die ganze Peripherie ist von derben, wellig gebogenen, radialnbsp;verlaufenden Eunzeln eingenommen, zwiscben denen meist Koblenrestenbsp;hangen bleiben. Man würde gewiss noch mehr Details an der Oberflache der Kohlenrinde des Steinkerns zu sehen bekommen. Allein ob-schon ich versehiedene gute Hohldruckexemplare selbst gefunden, istnbsp;mir ein derartig wohlerbaltener Steinkern doch noch nie in die Handenbsp;gefallen.

Bei den Autoren finden sich eine Menge von Sigillarienspecies be-schrieben, die alle nacb Form und Bescbaffenbeit der Blattpolster unter-schieden werden. Das ist sehr precar, denn wir wissen nicht, inwie-fern bei weiterem Wachstbum Veranderungen Platz greifen. Die Fruc-tificationsnarben sind bislang nur für sehr wenige Formen bekannt, und doch treten bereits Unterschiede in deren Vertbeilung auf der Stamm-oberflache hervor, die charakteristiscbe Merkmale zu bieten scheinen.nbsp;Für die Systematik der Gruppe wird bier, wie Zeiller (12) sehr tref-

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fend ausfülirt, vermuthlicli viel zu gewinnen sein, wenn wir erst einmal ausgedehntere Kenntniss durch weitere Untersuchungen erzielt liabennbsp;Werden. So weit man das nach der jetzigen dürftigen Bekanntschaftnbsp;in verallgemeinerter Form zu sagen wagen darf, sind bei Eliytidolepisnbsp;und Favularia die Fructificationsnarben auf intercalare, mehr oder minder breite, den Stamm ringförmig umgebende Zonen bescbrankt. Inner-halb dieser bilden sie, einander oben und unten berührend, senkreebtenbsp;Reiben, die zwiscben die Eippen eingescboben sind, bei Sig. tessellatanbsp;Zeiller (l)t.n3, f.2, Lalayana Scbimp. (Holzsebn. 27), Sig. Lorwayananbsp;Dawson (12) p. 43 c. ic. Durch gegenseitige Abplattung haben sie hiernbsp;fast recbteckige Gestalt. Ueber die Speciesbestimmung der Autorennbsp;maasse ich mir dabei kein ürtheil an; doch möchte ich darauf auf-merksam macben, wie ahnlicb die beiden erstcitirten Abbildungennbsp;einander seben. Sie kommen in einer breiten Querzone überall verein-zelt zwiscben den Eippen zur Entwicklung und zeigen demgemass elliptische oder zweieckige Gestalt bei Sig. scutellata Zeiller (1) 1.1-3, f. 1,nbsp;Sig. mamillaris Lesquereux (1) v. 1 n. 2, t. 72, f. 5, Sig. alveolaris Gol-denberg (1) t. 7, r. lo. Auch Sig. Knorrii Brongn. (s. oben) scheint zunbsp;dieser Gruppe zu geboren und ebenso Sig. oculata Geinitz (1) t.5,110.nbsp;In dieser Anordnung finde ich sie auch bei mehreren Rhytidolepisstückennbsp;meiner Sammlung. Nicht in breiten Zonen des Stammumfangs, sonderiinbsp;in einzelnen, weit von einander entfernten Kreisen scheinen sie nachnbsp;den Abbildungen bei Sig. Brardii und Sig; spinulosa (vgl. die oben angef.nbsp;Abb.), den einzigen Arten von Clathraria und Leiodermaria, bei denennbsp;sie bekannt, zu stehen; bei Renault (2) v. 3, p. o heisst es, sie warennbsp;fcei diesen beiden Arten „en spirale a tours plus ou moins écartés‘‘ ge-ordnet. Ich habe sie bei denselben nicht selbst zu sehen Gelegenheitnbsp;gehabt.

Als solche sicherstellbare Sigillarienreste mit erhaltoner Struktur sind ausserordentlich selten. Aus der Cancellatengruppe ist bislang erstnbsp;ein einziges winziges Bruchstück eines Stammchens von S. Menardi bekannt geworden, welches von Brongniart (7) fiir seine bertthmte Mo-iiographie benutzt wurde. In dieser wird es unter dem Namen S. ele-gans beschrieben, Zeiller (12) p. 259 bat aber nachgewiesen, dass demnbsp;eine unrichtige Bestimmung zu Grunde liegt und dass es zu S. Menardinbsp;gehort. In so jungen Ablagerungen, wie die, die die Kiesel von Autun,nbsp;^us denen das Exemplar stammt, enthalten, kommt Sig. elegans überhaupt nicht mehr vor. Der Querschlitf dieses Exemplars zeigt einnbsp;'''Veites Markrohr, dessen Gewebe jedoch zerstört und durch homogenenbsp;Kieselmasse ersetzt ist. Dasselbe wird zunachst umgeben von einemnbsp;Kranz von zahlreichen halbmondförmigen, die Convexitat einwarts keh-i’enden, und seitlich aneinanderstossenden Trachealstrangen, in welcheu

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die engsten Elemente in der Concavitat der Aussenseite gelegen sind. Die Strange sclieinen ausschliesslicli aus Leitertraeheiden von betracht-licher Lange sicli zusammenzusetzen. An ihre Aussenseite setzen dienbsp;Blattspiirbündel an. Umgeben wird dieser Ring von einer secundarennbsp;Holzmasse, deren, durch primare Markstrahlen von einander gescbiedenenbsp;einzelne Keile jeweils einem der inneren Bündel entsprechen. Diesenbsp;Holzmasse zeigt durchans normale Beschaffenheit, ist ahnlich wie dasnbsp;Secundarholz der Cycadeen durch Fascicularstrahlen in viele scbmalenbsp;Platten zerklüftet, in welcben die Querschnitte der Leitertraeheiden innbsp;regelmassige radiale Reihen geordnet sind. Soweit die Blattspurstrangenbsp;im Secundarholz liegen, verlaufen sie fast horizontal, um dann erst innbsp;der Rinde eine sehr steil aufgerichtete Bogenform anzunehmen. Infolgenbsp;davon durchsetzen sie die Holzkeile ungefahr innbsp;querer Richtung, so dass, wenn der Quersehnittnbsp;einen derselben trifft, der betreffende Holzkeil innbsp;2 Stiieke gespalten erscheint, wofür man Holz-schn. 28 und die Abbildnngen bei Brongniartnbsp;(7) t.25 und Renault (1) t. ii,f. i3 vergleiehen moge.nbsp;Von der Einde ist an dem fraglichen Exemplarnbsp;nur wenig erhalten, die Innen- und Mittelpartienbsp;sind ganzlich zerstört, von ersterer persistiren blossnbsp;die Querschnitte der aufsteigenden Blattspuren,nbsp;von stumpf dreieckigem, eine Ecke nach aussennbsp;kehrenden Umriss. Auf die Beschaffenheit dernbsp;Blattspurbündel der Sigillarien wird am Schlussnbsp;dieser anatomischen Darstellung nochmals zu-rlickzukommen sein. Die Aussenrinde, die dienbsp;Blattpolster tragt, ist erhalten, sie besteht ausnbsp;derbem Parenchym und zerfallt in zwei nichtnbsp;stark hervortretende Lagen, deren innere ausnbsp;langstreckigen auf dem Quersehnitt reihenweis ge-ordneten Elementen sich zusammensetzt, derennbsp;aussere aus gewöhnliehem isodiametrischen Parenchym besteht. In R e -naults Publicationen wird erstere bestandig als „couche subéreuse^nbsp;bezeichnet, was wohl ebenso wie bei den Lepidodendreen nur anatomiseh-entwicklungsgeschiehtlich, nicht physiologisch zu fassen sein wird, undnbsp;die Zugehörigkeit zu einem Periderm bezeichnen soil. In der That wirdnbsp;man lebhaft an die Peridermbildung, die wir dort kennen lernten, er-innert.

Aus der Grnppe der Leiodermarien kennen wir Dank Renaults (1)(8) Bemühungen die Struktur der Sig. spinulosa, die bei Autun in ziemlichnbsp;zahlreichen Exemplaren vorgekommen ist. Rinde und Holz finden sichnbsp;dort gewöhnlich getrennt, an der ersteren ist die Oberflache der Regel

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nacli nicht erhalten. Sie war schon lange hekannt und von Brongn iart mit dem Namen Dictyoxylon bezeichnet, bever man durch einige gltick-liche Funde, die beide im Zusammenhang zeigten und gleichzeitig dienbsp;charakteristische OberflachenbeschafFenheit aufwiesen, über die Be-ziehungen dieser Beste aufgeklart wurde. Auch hier ist eine centralenbsp;Höhlung verhanden, die effenbar vem Markkörper ausgefüllt wurde, sienbsp;wird ahnlich wie bei Sig. Menardi ven einer Anzahl ungefahr kreisstan-diger Gefassstrange umgeben, auf welche endlich, nach aussen, der hiernbsp;viel machtigere secundare Helzkörper felgt. Doch sind die das Mark um-gebenden Bundel, bei sonstnbsp;ahnlichem Bau, durchausnbsp;nicht von der regelmassigennbsp;Ferm wie bei Sig. Menardi,nbsp;ihre Breite ist sehr wechselnd,nbsp;haufig hangen mehrere der-selben seitlich mit einandernbsp;zusammen. Man kann sich,nbsp;um es kurz zu sagen, demnbsp;Eindruck nicht verschlies-sen, dass man es hier mitnbsp;einer trachealen Bingzonenbsp;zu thun hat, die durch un-gleichmassige Ausbildung innbsp;zahlreiche einzelne, dann na-türlich strangfórmige Frag-mente zerlegt ist. InBe-naults (8) Zeichnungen trittnbsp;das weniger scharf hervor,nbsp;zumal bei den schwach ver-grösserten Querschnittennbsp;dürfte diese Zone zu regel-massig ausgefallen sein. Ichnbsp;gebe desswegen hiernebennbsp;die Skizze des Centraltheilsnbsp;eines Stammchens, welchesnbsp;vonBenault selbst bestimmt und an Williamson gescheukt wordennbsp;War, der es mir zum Zwecke der Zeichnung freundlichst dargeliehen hatnbsp;Dabei bemerke ich, dass die im Pariser Museum verwahrten Exemplare,nbsp;vielleicht etwas weniger unregelmassig, doch wesentlich ahnlich be-schaffen sind, wovon ich mich zit wiederholten Malen überzeugt habe.nbsp;Es ist das insofern wichtig, als wir auf diesen Befund hin weniger zurnbsp;Annahme eines von distincten Bündeln umgebenen Markes, als vielmehrnbsp;dahin neigen werden, alles zusammen als einen centralen Bündelstrang

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zu betrachten, dessen Mitte parenchymatisch, dessen Peripherie strecken-weise, in nicht genau hegrenzter Ausdehnung, tracheale Beschatfenheit hat. IJnd da,, wie wir wissen, die kleinsten, engsten Elemente nachnbsp;aussen liegen, so wUrde das ein ahnliches Bild, wie hei Lepidodendronnbsp;Harcourtii zum Beispiel ergehen, wenn dessen trachealer Ring, wie esnbsp;ja hei Lep. lutieri wirklich der Fall, in einzelne Ahschnitte zerlegt wird.nbsp;Und wenn solche Auffassung für die eine Art der Gattung naheliegt,nbsp;so wird man weiter dazu gedrangt, sieh die Verhaltnisse der anderen,nbsp;der Sig. Menardi, die hloss durch grössere Regelmassigkeit, durch voll-kommenere Consolidation ahweichen, in der gleiehen Weise zurecht zunbsp;legen. Ich will hier auf die Consequenzen solcher Anschauungsweisenbsp;nicht weiter eingehen, das würde zu weit flihren; man kann auf diesemnbsp;Wege leicht zu der schon jetzt von mandiën Autoren vertretenen all-gemeinen Vorstellungsweise gelangen, nach der sich Mark und peri-pherer Gefasshündelring aus dem ursprtinglich einfaehen Centralstrangnbsp;durch Dilferenzirung herausgehildet hatten. Für van Tieghem (2)nbsp;freilich ist die entgegengesetzte Auffassung maassgehend; er sucht dienbsp;axilen, stammeigenen Strange üherall aus der Verschmelzung mehrerernbsp;Spurhtindel zu erklaren, die ihre Holztheile gegen einander kehren. Undnbsp;demgemass lilsst er auch das Centralholz von Lepidodendron aus solchennbsp;Blattspuren zusammengesetzt sein. Das secundare Holz der Sigillarianbsp;spinulosa, einen fest geschlossenen, von zahlreichen Strahlen versehie-dener Art durchzogenen Ring von betrachtlicher Dicke bildend, zeigtnbsp;nichts hesonderes, nur das ist hervorzuhehen, dass seine primaren Strahlennbsp;an der Innengrenze durchaus nicht immer mit den Unterbrechungsstellennbsp;im Trachealring des centralen Cylinders zusammentrefifen, dass also auchnbsp;in dieser Richtung geringere Abhangigkeit der heiden Systeme vonnbsp;einander, als bei S. Menardi hervorzutreten scheint. Die innere Rinden-sehicht, aus zartem Gewehe hestehend, und die Querschnitte der auf-steigenden Blattspurhündel umschliessend, ist nur selten und unvoll-kommen erhalten; die aussen angrenzende Schicht hat in ihrer ganzennbsp;Ausdehnung bis dicht unter die Oberflaohe exquisite Dictyoxylonstruktur,nbsp;die dadurch zu Stande kommt, dass die wellig gebogenen Sclerenchym-platten, sich aneinanderlegend, stellenweise verschmelzen, um dann wieder auseinander zu weichen. Auch diese Schicht wird von Renaultnbsp;in gewohnter Weise als „couche subéreuse“ bezeichnet. In wie weitnbsp;sie wirklich zum Periderm gehort, kann ich nicht feststellen, es mussnbsp;das weiteren Untersuchungen vorbehalten hleiben.

Wahrend man bei der Sparlichkeit der Sigillarien im Obercarbon die Seltenheit wohlerhaltener Reste derselben in den französischen Ab-lagerungen wohl begreift, ist es sehr erstaunlich zu sehen, wie unendlichnbsp;selten dergleichen in den englischen Kohlenlagern sich findet, wo dochnbsp;die Abdrücke von Rhytidolepisformen recht haufig sind, und auch ihre

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Ausseurinden mit erhaltener Struktur nicht gerade sparlich vorliegen. Soweit mir hekannt, ist bis jetzt erst ein einziges Exemplar gefundennbsp;welches Rinde und Holzkörper im Zusammenhang zeigt. Dasselbenbsp;stammt aus Oldham und ist in Carruthers’Besitz. Da es nach dernbsp;wohl erhaltenen Oberflache einer Art aus der Abtheilung Rhytidolepis,nbsp;wahrscheinlich Sig. Saullii, angehört, so ware eine baldige ünter-suchung desselben, die bis jetzt noch aussteht, dringend zu wünschen.nbsp;Der Besitzer hat indess die Freundlichkeit gehabt, mir das robe Stücknbsp;zu zeigen, so dass ich die bezüglichen Angaben Williamsons undnbsp;Hartogs (5) nur bestatigen kann. Es heisst am angezogenen Ortenbsp;„Ie fragment a Ie cylindre continu et toute l’organisation intérieure dunbsp;Diploxylon de Corda“, also einen Bau, der, von dem Secundarholz ab-gesehen, durchaus dem Centralcylinder des Lepidodendron Harcourtiinbsp;entspricht. Wir werden dadurch nur in der Anschauung bestarkt, dienbsp;vorher beziiglich des Marks und der umgebenden trachealen Zone fürnbsp;Sig. spinulosa und Menardi dargelegt worden ist, und wird sich diesenbsp;dann vielleicht klarer ausführen lassen, wenn einmal die Details dernbsp;Struktur dieser Sig. Saullii publicirt vorliegen. Die wenigen auf Ehy-tidolepis bezüglichen Angaben Williamsons (1) mt. 29 betreffen nurnbsp;die ausserste, aus derbem Parenchym gebildete Rindenschicht, derennbsp;Elemente einwarts reihenweise geordnet sind. Sie haben daher blossnbsp;geringe Bedeutung. Was Dawson (8) als Sigillarienstruktur bezeich-net, entzieht sich, der Unvollkommenheit der Darstellung halber, jedernbsp;Beurtheilung. Da die betreffenden Stamme Artisienmark und Gefassenbsp;mit behöften Tüpfeln zeigten, so liegt der Verdacht nahe, es seien solchenbsp;von Cordaiteen gewesen.

Zum Schluss muss der Bau der Blattspurbündel von Sig. Menardi und spinulosa noch einer eingehenderen Betrachtung desshalb unter-zogen werden, weil Renault daran weitgehende Folgerungen in seinennbsp;verschiedenen Publicationen angeknüpft hat. Nach den Abbildungen,nbsp;die dieser Autor (1) gegeben, zeigt jeder Spurstrang in verschiedenennbsp;Theilen seines Verlaufs ein sehr verschiedenes Verhalten. Tangential-sehnitte durch das Secundarholz 1.11, r. is u. lo bieten denselben in etwasnbsp;schragem Querschnitt dar. Er besteht aus zwei deutlich gesondertennbsp;trachealen Gruppen, zwischen denen nach dem Text die spiralig verdichten Anfangselemente gelegen sind. Danach ware also, wie bei dennbsp;Cordaiteen, die sogenannte diploxyle Struktur desselben deutlich. Einennbsp;viel einheitlicheren Charakter bekommt der Strang dann in der innerennbsp;Rinde; der Querschnitt (Renault (1) 1.11, f.20, (8) t. 3. t n) zeigt einennbsp;ganz compacten, anscheinend homogenen Holzstrang von stumpf drei-eckiger Form, in welchem dem Text zufolge allerdings die Spiraltra-eheiden inmitten, etwas der ausseren Seite angenahert gelegen sind.nbsp;Man kann an diesen Schnitten so wenig als an den vorher erwahnten

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erkennen, ob man es mit einem collateralen oder mit einem concentri-sclien Btindel zu thun hat. Das wird erst in Renault (1) 1.12, f. i deut-licb, einem Tangentialschnitte durch die Dictyoxylonscbiobt der Einde, der das austretende Blattbündel genau quer getroffen hat. Dasselbenbsp;hat jetzt grössere Breite als vorher und halbmondfórmigen, nicht mehrnbsp;dreieckigen Querschnitt. Sein oberer, innerer Abschnitt (bois centripète)nbsp;besteht aus ordnungslos zusammenlagernden Tracheiden. Der untere,nbsp;aussere (bois centrifuge), der in dem vorigen Schnitt sehr schwach warnbsp;und der auswarts gerichteten Spitze des Querschnittdreiecks entsprach,nbsp;ist jetzt betrachtlich vergrössert, seine in Eeihen geordneten Tracheidennbsp;lassen Parenchymstrahlen zwischen sich. Ihm liegt die erhaltene Bast-schicht in Bogenform an, und diess bringt, da sonst ringsum von ihrnbsp;nichts zu entdecken ist, den collateralen Charakter des Bündelstrangesnbsp;zur Evidenz. Die Vergleichung desselben mit dem Blattbündel der Cy-cadeen, von dem schon oben p. 109, gelegentlich der Behandlung dernbsp;Cordaiten, die Rede war, ist somit sender Zweifel berechtigt. Man ver-gleiche ferner das über Myelopteris gesagte; von den Lepidodendreennbsp;wird zunachst abzusehen sein, da die Beobachtung hier keine direktennbsp;Aufschlüsse ergiebt und man zur Vermuthung collateralen Strangbauesnbsp;erst durch üeberlegungen gelangt, die an das Verhalten der spater zunbsp;betrachtenden Stigmarien anknüpfen.

Der eigenthümliche Bau des Spurbündels der Cycadeen ist von Mettenius')in ausgezeichneter Weise dargelegt worden; bei ihm findetnbsp;man zuerst die Unterscheidung des centripetalen und des centrifugalennbsp;Holzabsehnitts, zwischen denen dann der Initialstrang liegt. An ihnnbsp;knüpft somit die Nomenclatur der französischen Autoren unmittelbar an.nbsp;Nun sind aber diese Termini insofern sehr unglücklich gewahlt, als sienbsp;den Leser dazu verleiten, die beiden Bündeltheile als wesentlich verschie-dene, von einander durchaus unabhangige anatomische Glieder anzu-sehen. Dass dem nicht so ist, dessen war sich Mettenius vollkommennbsp;bewusst, er führt in eingehender Weise aus, wie der Initialstrang, imnbsp;Stammabsehnitt der Blattspur an der inneren Ecke so gelegen, dassnbsp;nur bois centrifuge verhanden, im noch jugendlichen Bündel allmahlichnbsp;nach aussen rückt, bis er die mittlere, für den Blattabschnitt charakte-ristische Lage erreieht hat. Auf dem einzelnen Querschnitt treten jetztnbsp;freilich zwei Holztheile hervor, die indessen durchaus nichts wesentlichnbsp;differentes darstellen, unterwarts seitlich zusammenhüngen und zusam-men den einheitlichen Holzstrang des Bündels bilden, in welchem nurnbsp;die Verschiebung der Initialgruppe eine unbedeutende Veranderungnbsp;hervorgerufen hat. Es haben also nach meiner Auffassung die fran-

1) Mettenius, G. Beitrage zur Anatomie der Cycadeen. Abh. d. kgl. sachs. Ges. d. Wiss. Bd. VII (Math. Natw. Cl. v. 5) Leipzig 1861.

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zosischen Anatomen, van Tieghem und seine Seliule, Mettenius nicht vollkommen richtig verstanden, wenn sie heide Theile als hoisnbsp;centripète und hois centrifuge einander gegentihersetzen und ausdrüek-lich für ganz verscMedene Dinge halten, wie denn van Tieghemnbsp;(Traité de lot. 1884, p. 812) direkt sagt; „Cette seconde partie du hois (centrifuge SC.) correspond au hois normal du faisceau de la tige; c’est l’éven-tail formé par Ie hois centripète qui est la partie surajoutée“.nbsp;Das ist nicht richtig, beide Theile zusammen sind dem „hois normal“nbsp;an die Seite zu setzen; es kommt nichts neues hinzu, nur der Initial-punkt der definitiven Aushildung hat eine Verschiehung erfahren. Undnbsp;dieser G-rundirrthum hat dann bei anderen Autoren eine noch viel schdr-fere Weiterhildung erfahren. So heisst es ganz neuerdings bei Bertrand und Renault (1): „En pénétrant dans la feuille Ie faisceau denbsp;la tige conserve sa structure; seulement son hois primaire se réduit etnbsp;en même temps s’intercale entre son pole et sa face antérieure un tissunbsp;nouveau, Ie hois centripète. Le hois centripète d’un faisceau unipolairenbsp;diploxylé n’est done pas l’homologue du hois primaire des faisceauxnbsp;unipolaires normaux déplacé —. Le tissu est un reste d’une organisation ancienne.“ In diesem ganzen Satz ist kaum ein Wort, gegennbsp;welches ich nicht Einspruch erhehen müsste. Schon die Figuren vonnbsp;Mettenius lehren genau das Gegentheil, ich hahe mich aher ausser-dem durch eigene üntersuchung verschiedener junger Cycadeenindivi-duen vom Thathestand, wie ich ihn hier geschildert, aufs bestimmtestenbsp;überzeugt. Hatte Mettenius eine andere Terminologie angewandt,nbsp;hatte er etwa den Blattstrang der Cycadeen als mesarchen, den vonnbsp;Isoëtes als exarchen dem normalen gegenliber gestellt, so würde unsnbsp;vielleicht dieser Irrweg erspart gehliehen sein. Von einem, um den nunnbsp;einmal hestehenden Ausdruck zu gehrauchen, diploxylen Bündel zunbsp;reden bat nach dem vorhergesagten nur da Sinn, wo man es mit einemnbsp;sicher collateralen Spurstrang zu thun hat. Desswegen hahe ich dasnbsp;Wort bei den Cordaiteen ohne Bedenken anwenden können, desswegennbsp;mag es auch hier far die die Einde durchsetzende Blattspur der Sigil-larien gehraucht werden. Bedenklich wird es dagegen, wenn mannbsp;Weiter geht und mit van Tieghem a.a,o.p.812 sagt: „ce double hois senbsp;retrouve aussi dans les feuilles des Sigillaires, mais iqi l’on rentre dansnbsp;la régie, car la tige aussi a un hois double l’interne primaire etnbsp;centripète, l’externe secondaire et centrifuge.“ Das geht freilich gleich-falls auf Mettenius a.a.o. p.582 zurück, der Sigillaria indessen hloss ausnbsp;Brongniarts Beschreihung kannte. Einmal namlich wird hei diesernbsp;Fassung nicht scharf genug zwischen Primarholz und Seeundarzuwachsnbsp;unterschieden. Wenn letzterer hinzukommt, so schliesst er ja allerdingsnbsp;unmittelbar an den Aussentheil des Holzstranges an. Oh aher hei einemnbsp;gegebenen, mit Seeundarzuwachs hegabten Stamm der in Rede stehen-

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den Art, der urspriingliclie Bau des Primarlbündels dem Typus von Isoëtes oder dem Cycadeentypus folgte, ist in keiner Weise zu beur-theilen, wenn man nicht in der Lage ist, entwicklungsgeschichtlichenbsp;Studiën am Objekt zu machen. Van Tieghem scheint die Bedeutungnbsp;dieser Differenz zu unterschatzen, sonst könnte er unmöglieh p- isot gagen:nbsp;„La feuille des Sigillaires tire ses éléments ligneux a la fois des coinsnbsp;du bois primaire et du bord interne du bois secondaire superposé.“ Denn,nbsp;man bleibt bei dieser Fassung im ünklaren, ob die letzteren Elementenbsp;dem Aussenstrang des Primarholzes, oder dem Secundarholz, oder tbeilsnbsp;dem einen, tbeils dem andern sich anlegen. Ausserdem wird durchnbsp;diesen Satz a priori liber einen höcbst zweifelhaften Punkt der Sigil-larienanatomie entschieden. Denn es wird ohne weiteres ein von in-dividualisirten Blattspurstrangen umgebener Markcylinder postulirt. ündnbsp;wir haben doch geseben, wie sebr die Abstufungen in der Gliederungnbsp;der Primarstruktur uns darauf binweisen, das Centralparenehym nebstnbsp;umgebendem Bündelkranz als einheitlichen Centralstrang mit theilweisnbsp;parenchymatiscber Ausbildung, nach Analogie von Lepidodendron Har-courtii, aufzufassen. Der wtirde dann concentrischen Baues sein undnbsp;hier nicht in Betracht kommen können. An seine Peripherie würdennbsp;die diploxylen Blattspuren ansetzen. Für van Tieghem freilieh warenbsp;das kein wesentlicher Unterschied, da er wie schon oben p. 260 erwahnt,nbsp;jeden solchen Centralstrang aus der Verwachsung collateraler Blattspuren aufgebaut sein lasst. Es wtirde, um die gegenseitigen Beziehun-gen der beiden differenten, hier vergleichsweise heranzuziehenden Typennbsp;der Gymnospermen einer-, der Lycopodien und Lepidodendren anderer-seits ins Detail zu erörtern, ein ausgedehnter Excurs über anatomischenbsp;Schulbegriffe der französischen und der deutschen Autoren in generenbsp;nöthig sein. Das möchte an dieser Stelle zu weit führen; dem Bota-niker werden ja die gegebenen Andeutungen genügen. Eine speciellnbsp;darauf Bezug nehmende vergleichend-anatomische Untersuchung könntenbsp;freilieh unter ümstanden gute Frucht tragen. Vielleicht, dass sie unsnbsp;das Verstandniss der Art und Weise naher bringen wtirde, in welchernbsp;die jetzt bestehenden Typen von Stamm- und Wurzelstruktur sich ausnbsp;gemeinsamer Anfangsform hervorgebildet haben.

Wir können die Betrachtung der Blattspur nicht verlassen, ohne zuvor noch mit ein paar Worten der beiden seitlichen Narbchen zu gedenken, die den Abbruch des Gefassbündels bei den Sigillarien klammer-artig umfassen, und die in ahnlicher Form sich auch auf dem Narben-feld der Lepidodendren fanden. Für Sig. spinulosa hat Renault (8)nbsp;nachgewiesen, dass sie keine Reste von Gefassbündeln darstellen, dassnbsp;sie sich einfach parenchymatisch erweisen. Demnach sind die Angabennbsp;Sturs (5) p. 2»3, der sie auf die Theilung des Blattbündels in der Rindenbsp;zuriickführt, zu berichtigen. Im übrigen ist aus Renaults Angaben

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¦wenig sicheres tiber diese Gebilde zu entnebmen. Gewöbnlich nennt er sie „lacunes“ und giebt an, es seien Lücken, die zu beiden Seitennbsp;des Gefassbündels liegen; (2) v. s. p- b in der gegen Williamson gericli-teten Vorrede heisst es „les deux latérales correspondent a des canauxnbsp;gommeux“. Wenn er aber ebenda p- » sagt, dass diese Canale durcli dienbsp;ganze Dicke der Rinde hindurchgehen, so stimmt das gar nicht recht mitnbsp;seinen eigenen Zeichnungen, in welchen sie keineswegs überall nebennbsp;dem Gefassbündel sich finden, möglicherweise freilich in grösserer Ent-fernung gelegen und nicht mitgezeichnet sein könnten. Man vergleichenbsp;dazu (1) t.12, f. 1, (8) t. 3, f. 17, t. 6, f. 32. Uud andere Figuren, in denen sienbsp;zu erkennen sind (8) t. 3, f. is, t. 6, f. si, t. c, f. 33, zeigen sie doch auch unternbsp;80 yerschiedenartiger Form, dass man vorlaufig darauf verzichten muss,nbsp;sich von ihrer Bescbaffenheit ein deutliches Bild zu machen. Auf keinennbsp;Fall aber ist der Beweis als geführt zu erachten, dass sie Gummigangenbsp;darstellen oder umschliessen.

Von den Blattern der Sigillarien giebt Renault (1) t,i2, t. 6-9 einige Querschnitte, die ein einziges stark verbreitertes diploxyles Gefassbündelnbsp;aufweisen. Es ist wohl möglich, dass diese Reste wirklich hierher geboren, bewiesen ist es aber durchaus nicht, wie dennRenault selbst p-sosnbsp;sagt, „que je crois pouvoir rapporter a des Sigillaires, a cause de leurnbsp;forme extérieure“ etc.

Was die Verwandtschaft der Sigillarien betriift, so stehen sich, uachdem jetzt die Anschauungen der alteren Autoren, die sie, wie Cordanbsp;z. B., mit Cacteen und Euphorbien verglichen, definitiv überwunden sind,nbsp;uur noch zwei Meinungen einander gegenüber, deren eine, von Bron-guiart begründet, sie zu den Cycadeen stellt, wahrend die andere, vonnbsp;Groldenberg, Schimper und den englischen Autoren, vor allem vonnbsp;Williamson vertreten, sie in nahe Beziehung zu den Lepidodendrennbsp;Uud mit diesen zu den Archegoniaten bringt. In neuester Zeit hat diesenbsp;Divergenz zu einer Polemik zwischen Renault und Williamson An-lass gegeben, von der sohon mehrfach die Rede war, und die in meh-reren der oben citirten Abhandlungen von beiden Seiten geführt wird.nbsp;Eines der Hauptargumente, welches Renault ins Gefecht führt, dasnbsp;Eickenwachsthum der Stamme,, welches bei Archegoniaten nicht vor-kommen soil, ist schon oben im Abschnitt über Lepidodendron zur Ge-uüge beleuchtet worden. Eine zweite Differenz von principieller Wich-tigkeit, die einer Annaherung beider Gruppen widerstreiten soil, findetnbsp;in dem Bau der Blattspurbündel. Diese sind bei den Sigillariennbsp;diploxyl; dergleichen kommen bei den Archegoniaten nicht vor, folglichnbsp;kann die Familie nicht zu diesen gehören. Die Lepidodendren als Ar-®kegoniaten haben monoxyle Bündel. Audi diese Sehlussfolgerung, dienbsp;®iuen, der auf den Dickenzuwachs bezüglichen, ganz analogen Charakternbsp;kat, vermag ich nicht für concludent zu erachten. Einmal namlich be-

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sitzen wir in Isoëtes eine Archegoniate mit anomaler Lagerung des Initialstranges; es ist nicht abzuseh en, wai’um es deren nicht melir ge-gehen hahen sollte. Stellt ja doch Eenault Myelopteris, trotzdem sienbsp;die gleiche Anomalie aufweist, zu den Farrenkrautern. Und fernernbsp;wissen wir, wie vorher erörtert, noch nicht einmal sicher, oh die Blatt-spur der Lepidodendren collateralen oder concentrisehen Ban bietet. Ichnbsp;für meinen Theil neige, wie schon gesagt, dazu, sie für collateral zunbsp;halten, und zwar hestimmt mich nicht nur der Umstand, dass wir beinbsp;L. Harcourtii eine Bastfasergruppe hloss vor der einen, der ausseren Seitenbsp;des Bundelquerschnittes finden, sondern vor allem auch die Beschalfen-heit der Spuren hei den Stigmarien, von denen im nachsten Capitel aus-führlicher zu reden sein wird. 1st aber das Lepidodendronhündel collateral, dann ist es, wenn Eenaults Ansicht üher die Lage seinernbsp;Initialgruppe richtig, auch unmittelbar diploxyl, und jeder wesentlichenbsp;desbezügliche Unterschied zwischen heiden Gruppen kommt in Fortfall.nbsp;1st es dagegen concentrisch, dann hleibt eine Differenz zwischen heidennbsp;hestehen, und es fragt sich hloss, wie hoch man -deren Bedeutung taxirennbsp;soil. Dariiher aher lasst sich nicht streiten. Was endlieh die geson-derten, das Mark umgehenden Bündelstrange von Sigillaria angeht, sonbsp;ist üher ihre Beziehungen zu dem ringförmigen Tracheidensaum desnbsp;Centralstrangs von Lep. Harcourtii das nöthige ohen hereits gesagt. Undnbsp;die gleiche Beschaffenheit scheint ja auch hei einem Lepidodendron-typus, dem des L. lutieri Een. verhanden zu sein, wie diess Williamson (1) XI mit Eecht ganz hesonders hetont. Freilieh ware eine genauenbsp;Untersuchung dieses Exemplars, welches wohl einer Sig. Menardi odernbsp;spinulosa vor der Aushildung des Secundarholzes entsprechen könnte,nbsp;dringend zu wünschen. Wenn ich sonach unter Berücksichtigung dernbsp;hier nicht wohl zu hehandelnden Stigmarienfrage, die weiter unten he-sproehen werden soil, die sammtlichen Gründe und Gegengründe er-wage, so gelange ich zu dem Eesultat, dass auf rein anatomischemnbsp;Wege eine unumstössliche Beweisfülirung nach keiner von heiden Eich-tungen möglich ist, dass aher Williamsons Meinung immerhin dienbsp;wahrseheinlichere hleiht, weil durch denHachweis des secundaren Holzesnbsp;hei dem sicher archegoniaten Lepidodendron die Hauptgrundlage dernbsp;gegentheiligen Ansicht sich durchaus erschüttert erweist.

Man batte ja schon lange eingesehen, dass der endgültige Beweis nach einer oder der anderen Eichtung am hesten durch den Fund vonnbsp;Sigillariafructificationen zu fuhren sein würde. Allein ein solcher, dienbsp;Früchte in direktem Zusammenhang mit sicher erkennharen Sigillaria-narhen hietend, war lange Zeit hindurch ein pium desiderium gehliehen.nbsp;Man hat sich von heiden Seiten mit Conjecturen, die auf das Zusammen-vorkommen hegründet wurden, heholfen, die aher durchaus nicht bewiesen werden konnten. In klarer Erkenntniss dessen hat E e n a u 11 (2)

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Sigillarieae.

V. 1. p. 151, T. 3, p. 8 auf jede Verwendung der Fructificationen filr seinen Be-Weis verzichtet, walirend sonst im allgemeinen die Vertreter der Gymno-spermennatur der Gruppe, vor allen Dawson (8), sie unter den zahl-reichen Samen der Carbonformation suehen, die wir im Anschluss an die Cordaiteen besproehen haben. Von den Vertretern der anderen Ansicht sind gewisse, denen der Lepidodendren ahnliche, ahrenförmige Fructificationen als Sigillariostroben beschrieben worden. Da bat zunaebstnbsp;Goldenberg (1) t.io eine Anzahl sebr zerdrückter Zapfenreste abgebildet,nbsp;die er ohne ersicbtlicben Grund den Sigillarien zuscbreibt, und zwischennbsp;deren flachen an der Basis verbreiterten Blattern Gruppen von Macro-sporen gelegen sind. Einzelne abgelöste Blatter zeigten ein Haufchennbsp;solcber Sporen auf der Innenseite ihrer Basis; die umgebende Sporan-giumwand war nicht zu erkennen. An der einzelnen Spore waren dienbsp;3 Pyramidenkanten deutlieh. Auch O. Feistmantel (3) p. ssiseq. batnbsp;auf t. 60 verscbiedene Sigillariostroben abgebildet, die schon früher ver-schiedenerorts beschrieben worden waren. Die bezüglicbe Literatur batnbsp;er vollstandig zusammengestellt. Die betreffenden Zapfenreste, im übri-gen, wie es scbeint, nicht glanzend erbalten, sollen kurze und stumpf-endende Sporangialblatter gehabt haben, auf deren innerer Seite zahl-reiche Macrosporen gelegen sind. Da der Beweis ihrer Zugehörigkeitnbsp;zu Sigillaria fehlt, haben sie fiir uns nur geringe Bedeutung und magnbsp;desswegen für weiteres auf die Originalliteratur verwiesen sein.

Bei dem im bisherigen dargelegten Stand der Dinge ist Zeil-lers (12) neueste Entdeckung von Zapfen, deren langer Stiel die Cha-raktere der Sigillarienachsen aufweist, begreiflicherweise von einschnei-dender Wichtigkeit. Diese Zapfen, mehrere an der Zahl, die aus dem Kohlenfeld des Norddepartements (Grube FEscarpelle) stammen, und innbsp;Form von Abdrücken mit aufsitzendem Kohlenbelag erhalten sind, habenbsp;ich durch Zeillers Freundlichkeit selbst eingehend besiehtigen können.nbsp;Ich habe mich dabei von der Riehtigkeit seiner Angaben vollkommennbsp;tiberzeugt, möchte indessen doch hervorheben, dass es dazu einer aus-serst sorgfaltigen Untersuchung der Stücke bei wechselndem Liehteinfallnbsp;bedarf, und dass auf der mattschwarzen Kohlenrinde die Details dernbsp;Organisation so deutlieh, wie auf den der Abhandlung beigegebenennbsp;Tafeln, keineswegs hervortreten. Die Zapfen sind als verscbiedene Species von Sigillariostrobus beschrieben, deijenige, der den stricten Beweisnbsp;seiner Sigillariennatur zur Schau tragt, wird als S. Tieghemi bezeichnetnbsp;Und 1.11, f. 1 dargestellt. Der Rest weist den unteren Zapfenabschnitt,nbsp;cinem ziemlich langen, von linienförmigen Blattern umgebenen Stielnbsp;aufsitzend auf. Die Narbenreihen des Stiels erlauben die annaherungs-^eise Bestimmung als Sig. scutellata Brongn. oder S. polyploca Boulay,nbsp;^elch’ letztere Art in dem Flötz, aus dem die Zapfen stammen, besondersnbsp;taufig sich findet. Die Sporangientragenden Blatter sind sammtlich ah-

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Sigillarieae.

stehend, auf ilirem keilförmig verschmalerten Polster liegen die Macro-sporen, ihre Lamina ist breitlanzettlich zugespitzt und einnervig. Es ist demnacb in der That vollkommene Aelmlichkeit mit Goldenbergsnbsp;Sigillariostrobus yorhanden, der nur etwas kleiner war. Auch bei dennbsp;anderen Species gleicher Beschaffenheit, von denen grosse Bruchstückenbsp;aus verschiedenen Tbeilen des Zapfens verlagen, konnte Zei 11 er nurnbsp;gleichartige Macrosporen finden. Er erörtert auch p- 273 die in der Thatnbsp;vorliegende Möglichkeit, dass diese Sigillarienzapfen isospor gewesennbsp;sein könnten, woftir indess die betrachtliche Grosse ihrer Sporen nichtnbsp;zu sprechen scheint, dass ferner auch die Vertheilung der beiden Spo-renformen auf versehiedene Zapfen in Frage zu ziehen sei, wo mannbsp;dann die Microsporen bergenden bei der Erhaltung in Kohle nicht alsnbsp;solche würde erkennen können. In der That ist an einem seiner Zapfennbsp;(S. nobilis Zeiller 1.12, f. 1,2) von Sporen nicht das geringste zu erkennen gewesen. Ganz neuerdings hat nun Renault (9) eine vorlaufigenbsp;Mittheilung über eine ahrenfórmige Fructification gegeben, die er ohnenbsp;indess Beweise beizubringen, zu einef Clathraria oder Leiodermaria rech-net. Es heisst bei ihm „— L’aspect général de eet épi, ses dimensions,nbsp;la forme et la longueur des bractées, leur disposition en spirale rap-prochée, Ie diamètre de l’axe Ie rapprochent beaucoup s’ils ne l’identi-fient avec les épis que l’on rencontre souvent au milieu des feuillesnbsp;qui terminent la tige du S. Brardii —“. Das ist alles. Bei diesernbsp;Aehre sollen nun an der horizontalen Basalpartie der Bracteen, jeder-seits des Mittelnerven, an der unteren Seite, Pollensacke in grosser Zahlnbsp;befestigt sein, aus denen orangegelbe Pollenkörner von elliptischemnbsp;ümriss gewonnen werden konnten. Leider konnte ich das Stlick nichtnbsp;sehen, da es gerade zur Heliogravure gegeben war, eine Zeichnung des-selben gewahrte mir nicht gentigende Aufklarung.

Wenn nun Renault daraufhin sagt „Les Sigillaires a écorces lisses cicatrices sörement déterminées, celles dont nous avons fait connaitrenbsp;la structure sont des plantes phanérogames gymnospermes, voisines desnbsp;Cycadées actuelles“, so dürfte das doch.wohl kaum berechtigt sein,nbsp;nachdem man noch nicht einmal weiss, ob das Objekt, worauf sich diesenbsp;Folgerung sttttzt, auch wirklich hierher gehort. Da er nun aber, wenn-schon nicht unbedingt, die Richtigkeit von Zeillers Beobachtungennbsp;anerkennt, so kommt er schliesslich zu folgendem Schlussresultat: „Lesnbsp;Sigillaires, groupe de plantes essentiellement de transition, se divise-raient alors en Leiodermariées 011 Sigillaires phanérogames a écorce lissenbsp;voisines des Cycadées, et Rhytidolepis ou Sigillaires cryptogames è, écorcenbsp;cannelée, voisines des Isoëtes^. Dieser Satz aber ist durchaus nur einenbsp;petitio principii, deun es ist nicht abzusehen, warum man die geripptennbsp;Sigillarien von den andern trennen soil, solange nicht zwingende Grtindenbsp;vorliegen. Nachdem wir nun für die einen archegoniate Fructifica-

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Sigillarieae.

tionen kennen, mussen wir dieselben bis zur Führung des Gegenbeweises mitWilliamson undZeiller auch für die anderen annehmen. Dassnbsp;hier eventuell wohl Uebergangsgruppen in Frage kommen können, istnbsp;zweifellos, sie mtissen aber erst nachgewiesen werden. Und so werdenbsp;icb, bis Kenault seine Meinung erweisen kann, nach den vorliegen-den Thatsachen an der Archegoniaten-Natur der Sigillarien ganz im all-gemeinen festhalten.

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XII.

Stigmaria.

Zu den bekanntesten, gemeinsten und auf jeder Halde eines Stein-kohlenwerkes stets zu findenden Fossilien geboren die Stigmarien. Es sind einmal cylindrische Steinkerne von grösserer oder geringerer Dicke,nbsp;mit eigenthümlichen regelmassig stekenden Narben besetzt, ein ander-mal Abdrücke, an deren Narben lange, fingerfórmige, stumpf endendenbsp;Appendices ansitzen. In ihrer Verbreitung durcb die Formationenreihenbsp;stimmen diese Reste so ziemlich mit den Lepidodendreen überein. Innbsp;der produktiven Kohlenformation am allergemeinsten, auch im Culmnbsp;noch haufig, lassen sie sieh rüekwarts bis zum Devon verfolgen. Vonnbsp;St. John in Neu-Braunschweig und von Gaspé hat Da-wson (1) t. i, t. 3nbsp;Reste abgebildet, von denen wenigstens St. perlata f. 32 wolil sicher hier-her gehören dürfte. Auf der anderen Seite findet man sie noch im Roth-liegenden, in welchem, wie wir sehen, die letzten unzweifelhaften Sigil-larien auftreten, so z. B. bei Autun, nach Weiss (1) auch bei Schmal-kalden in Thüringen und bei Zorge am Harz. Weiter aufwarts fehlennbsp;sie ganzlich. Die altere Literatur tiber Stigmaria haben Göppert (3, 20)nbsp;und Weiss (1) p- ni aufs vollstandigste zusammengestellt, ftir die neuerenbsp;kann auf Renault (2) v.2, p. 152; v. 3 Einieit., (10) und auf Williamsons (6)nbsp;neuestes Werk verwiesen werden.

Die gewöhnliche vom Culm bis zum Obercarbon allgemein verbrei-tete Art ist St. ficoides Brongn., ihr schliessen sich eine Anzahl nachher noch kurz zu erwahnender Formen an, die von den meisten Autoren,nbsp;auch von Göppert und Schimper(l), nur als Varietaten bezeichnetnbsp;werden, die aber theilweis wenigstens recht abweichenden Habitus zeigen.nbsp;Die Steinkerne der St. ficoides, gewöhnlich einfach cylindrische Stückenbsp;darstellend, sind nicht selten von betrachtlicher Lange. Hooker (4)nbsp;p. 432 erwahnt deren von 20', bei Göppert (3) p- iss wird solcher von 30'nbsp;Erwahnung gethan. Sie verzwelgen sich ausschliesslich dichotomisch;nbsp;die beiden Aeste der Gabel nehmen dann alsbald parallelen Verlauf an.nbsp;Ihre Oberflache ist glatt oder wenig uneben, mit flachen Gruben ver-sehen, in denen die Abbruchsnarben der Appendices gelegen sind. Die-

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Stigmaria.

selben sind looker gestellt uad zeigeii regelmassige quincunciale Anord-nung. Das dieser zu Grunde liegende Stellungsverhaltniss ist meines Wissens noch nicht genauer bestimmt. Ihr Umriss ist kreisfórmig, vonnbsp;seharfer Begrenzungslinie umschriehen, in ihrer Mitte findet sich einenbsp;zweite Kreislinie, deren Centrum von einem punktfórmigen Hoeker ge-bildet wird. Gute Abbildungen geben Schim per (1) t.119, f.s, Heer (5)

Goldenberg (1)

1.12.

t. 13.

Mit den Achsen in direktem Zusammenbang sind die Appendices ausserordentlich haufig zu finden. Wo jene als kohlentragende Ab-drücke vorliegen, fehlen sie fast niemals, nach beiden Seiten bin recht-Winklig abstehend. ünd wenn man das Gestein untersueht, in demnbsp;die Achsensteinkerne stecken, so sieht man dasselbe auf allen Brucb-flachen von diesen Appendices durchzogen, die von deren Querbrüchennbsp;aus, wie Eadien nach allen Seiten bin strahlen. Wo sie ihrer ganzennbsp;Lange nach freiliegen, erseheinen sie als cylindrisch-fingerförmige, mitnbsp;stumpf gerundeter Spitzenbsp;endende, an der Basisnbsp;plötzlicb zusammengezo-gene Körper mit glatternbsp;Oberflache. Sind sie, wienbsp;es auf Abdrticken stetsnbsp;der Fall, plattgedrückt,nbsp;so lasst sich meist ausnbsp;den longitudinalen Halten dieursprüngliche Cy-lindergestalt erschlies-sen. Die scbönstenExem-

plare gewinnt man, wenn es gelingt, sie aus den englischen Kalkknollen mit dem Hammer freizulegen. Alles diess bat scbon Steinbauer(l)nbsp;iu seiner vorzüglieben Darstellung der Stigmaria festgestellt. Wirklichnbsp;gute, bezügliche Abbildungen (Holzschn. 30) sind in der Literatur nurnbsp;sparlieh zu finden, es mag auf Bindley und Hutton (1) v. 1, t, 32,33,31;,nbsp;auf Corda (1) t.12, f. 1, Sternberg (1) Heft 1-4,1.12, sowie auf Zeiller (3)nbsp;173 verwiesen sein. Das Fossil ist eben so gewöbnlich, dass die meistennbsp;Autoren es nicht für nötbig befunden haben, es bildlich zu erlautern. Mit-ttuter, doch nicht gerade haufig, zeigen sich die Appendices gablig getheilt,nbsp;jeder Gabelzweig endet dann in der gewöhnlichen Weise mit stumpfernbsp;Lundung. Abbildungen solcher Falie haben Goldenberg (1) 1.13 undnbsp;Corda (1) 1.12 gegeben. Ersterer bat in der Gabelung einen eifórmigennbsp;Körper gefunden; an dem schonen Corda’schen Stück wird ein solcher,nbsp;der mit einer Langsfurche versehen ist, auf der Spitze eines einfachennbsp;Appendix dargestellt. An anderen Exemplaren ist, Goldenberg(l) undnbsp;Gröppert (1)nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;10 zufolge, im Gabelungswinkel wenigstens ein kleines


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Stigmaria.

kreisförmiges Narbclien vorlianden, welches von ersterem als dessen An-satzstelle hetrachtet wird. Indessen sind diese letzteren Figuren, weil sie nicht mit der Achse in Zusammenhang stehen, nicht üher jeden Zweifelnbsp;erhahen. Wenn Goldenberg und Corda hesagte eiförmige Körpernbsp;flir Fructificationen der Stigmarien ansehen, so liegt dafiir meines Er-achtens ein gentigender Grund nicht vor, und muss ich jede Deutungnbsp;derselhen zunachst fiir verfrüht halten.

Wir mlissen nun nach Erledigung der Appendices noch einmal auf die Achsen zurückkommen, und einige Erhaltungszustande derselhen betrachten, deren genauere Erörterung nicht ühergangen werden darf. Danbsp;sind zuerst die sehon ohen p. 8 hesproehenen Binnensteinkerne der-selben zu erwahnen. Man findet also sehr oft im Inneren der Stigmarianbsp;einen cylindrischen Steinkern geringen Durchmessei-s eingeschachtelt,nbsp;der, scharf gegen die umgehende Masse ahgegi’enzt, auf jedem Quer-bruch deutlich hervortritt, und durch Spaltung mitunter auf weite Er-streckung blossgelegt werden kann. Dass wir es mit einem integriren-den Theil der Pflanze, nicht etwa mit anderweitigen Resten zu thunnbsp;haben, die die eingeschwemmte AusMlungsmasse mithrachte, dafiir bürgtnbsp;die grosse Verhreitung und die Eegelmassigkeit, mit der die Erschei-nung, falls man darauf achtet, zur Beohachtung kommt. Nur in dennbsp;Stigmarien finden sich diese Binnencylinder, und wenn bei Lepidoden-dron hier und da etwas Analoges vorkommt, so ist diess doch eine sehrnbsp;seltene Ausnahme. Auf den vermuthlichen Grund einer solchen Bevor-zugung in der Erhaltung der Stigmarien wird spater noch zurückzu-kommen sein. An gut gespaltenen Stücken, wie man sie hier und danbsp;auf den Kohlenhalden findet, wie sie hesonders schön in dem hartennbsp;Culmsandstein von Burhach hei Thann vorkommen, sieht man die Oher-fiache dieses Binnensteinkernes mit ziemlich dicht gestellten Feldern vonnbsp;Spindelform gezeichnet, die, ihre Enden zwischeneinanderschiebend,nbsp;durch ein aus schmalen Stegen gehildetes Gitterwerk getrennt werden.nbsp;Bei den Burhacher Exemplaren wird dieses Netzwerk meist durch seinenbsp;dunklere hraune Farbe sehr deutlich. Sind die Reste in feinem grau-schwarzem Schieferthon erhalten, so fallt die Farhendifferenz weg, dienbsp;Gitterstruktur ist dann meist weniger klar. Doch tritt sie in diesem Fallnbsp;mitunter dadurch hesser hervor, dass die Areolen sich etwas convexnbsp;üher die Flache erheben, die Stege wie zwischen ihnen gelegene Furchennbsp;erscheinen. In Saarbrücken habe ich instructive Exemplare letzterernbsp;Art verschiedentlich selbst gefunden. Es kann nun, wie schon obennbsp;p. 8 gesagt, nicht bezweifelt werden, dass dieser Binnencylinder dennbsp;Ausguss des vom Holzring umgebenen centralen cylindrischen Rohresnbsp;darstellt. Die innere Flache des Holzrings hat sich darauf abdrückennbsp;müssen, ihr entsprechen demnach die Zeichnungen des Steinkerns. Nach-dem dann der letztere fertig verhanden war, ist der Holzring ganz oder

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273

Stigmaria.

bis auf Spuren verschwunden. Der aussere umscliliessende Steinkem ist an Stelle der periplieren Tlieile der Stigmarienaxe getreten. Mit diesernbsp;Erklarungsweise, die bereits der alte Steinhauer (1) gegeben kattenbsp;und die von allen Autoren acceptirt worden ist, stimmt denn auok dienbsp;Tbatsache, dass der Binnencylinder wokl nie in centraler Lage gefundennbsp;wird, dass er vielmebr, excentrisch gelegen, mit einèr Seite nahezu dienbsp;Oberflache des umgebenden Steinkerns bertihrt, und dass er, wenn dienbsp;ganze Axe niedergesunken und plattgedrückt ist, stets in der Mitte dernbsp;einen Breitseite derselben sich findet, wohin er infolge der Schwere ge-langen musste. Sehr liaufig stehen die Stigmariensteinkerne mit demnbsp;Gestein, in das sie eingebettet, an einem schmalen Streifen einerseits innbsp;fester Verbindung, sie fallen dann aus ihrem Hohldrucksrohr nicht her-aus. In solchen Fallen muss eine longitudinale Spaltung des Rinden-rohrs zur Zeit der Ausfüllung stattgefunden haben, durch welche alsdannnbsp;der Steinkern mit der umgebenden Matrix in direkten Zusammenhangnbsp;trat. Gewöhnlich haben dann auch, als charakteristische Kennzeichen,nbsp;Verschiebuiigen und longitudinale Faltungen seiner Oberflache statt.nbsp;Aus dergleichen, sei es durch die Wirkung fliessenden Wassers, sei esnbsp;durch Druck gespaltenen Exemplaren konnte effenbar der Binnencylindernbsp;naeh der Seite hervorgleiten. Man findet denselben denn auch mit-unter ganz frei im Gestein. lm Culm von Burbach ist das zuweilennbsp;der Fall. Ich besitze selbst ein derartiges Exemplar von 12 cm Lange,nbsp;dessen charakteristische Oberflachenbeschaffenheit aufs deutlichste zunbsp;erkennen ist. Gute beztigliehe Abbildungen sind bei Williamson (6)nbsp;t- 13.14, Schimp er (1) t. U9, f. ii gegeben. Auf einige weitere im Innerennbsp;der Steinkerne gelegentlich vorkommende Andeutungen urspriinglichernbsp;Struktur kann nicht wohl vor Behandlung des anatomischen Baues ein-gegangen werden.

Im Jahr 1848 batte J. D. Hooker (4) ein paar kleine Stigmarien-bruchstücke aus dem englischen Steinkohlengebirge besehrieben, die durch besonders scharfe Erhaltung der Oberflache ausgezeichnet, innbsp;wesentlichen Punkten von der gewöhnlichen Bescbaffenheit abweichen.nbsp;Es sind das keine runden Steinkerne, sondern unregelmassige Bruch-stücke, die nur an der einen Seite mit Narben hesetzt sind. Diese, imnbsp;gewöhnlichen Fall in leichten Vertiefungen liegend, nehmen hier dennbsp;Scheitel flacher Hoeker ein. In jeden dieser Hoeker ist eine krater-artige nach unten ein wenig erweiterte Höhlung mit senkreehter, glatternbsp;Wandung eingegraben, die 6 mm tief eindringt und an den Canal einesnbsp;bohrenden Thieres erinnert. Ihr ausserer Mündungsrand zeigt eine geringe wallahnliche Verdiekung. In jeder solchen Grube erhebt sich ausnbsp;dem Grunde, sie beinahe ausMlend, ein kegelförmiger gegen oben etwasnbsp;verjüngter Zapfen, der, genau an ihrer Milndungsstelle quer abgebrochen,nbsp;auf der Bruchflache einen wenig vertieften centralen Spurpunkt zeigt.

Solms-Laubach, Palaophytologie. nbsp;nbsp;nbsp;18

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Stigmaria.

Nach Hooker sind diese Zapfen die Basalstüeke der Appendices, deren kervorrag-ender Theil iiber der Einsenkung akgebroehen war. Das ab-weichende Aussehen der allgemein bekannten, vorher besprochenenStückenbsp;bat er anf die, durcb Druck hervorgerufene Deformation zurtiekgeführt,nbsp;der die, die Basen der Appendices umschliessenden Gruben ausgesetztnbsp;waren. So weit mir bekannt, baben alle Autoren sicb dieser Deutung,nbsp;zum Tbeil stillscbweigend, zum Tbeil ausdrticklicb angescblossen, ob-scbon der Umstand, dass solcbe tiefe Löcber so spurlos verscbwundennbsp;sein sollten, immerbin etwas bedenklicbes bebielt, zumal da, wo beinbsp;vollkommen regelmassiger Cylinderform des ganzen, der Druck, dem dienbsp;Oberflache batte ausgesetzt sein müssen, nicbt recbt einleucbten will.

Dass diese Anscbauung irrtbümlicb, ist jetzt erst, ganz neuerdings, durcb Williamson (6) dargetban und mit unwider-leglicben Beweisen belegt worden. Der-selbe bat eine grosse Suite böcbst instruc-tiver Belegstücke zusammengebracbt, vonnbsp;denen einige auf t. i2u. u bildlicb darge-stellt worden sind. Und diese lebren,nbsp;dass man es bier nicbt mit der Ober-flacbe des Steinkerns, sondern vielmebrnbsp;mit Fragmenten einer eigentbtimlichennbsp;Hohldrucksform zu thun bat. Wie spater-bin ausfübrlicber darzulegen sein wird,nbsp;ist in jedem Appendix ein weiter, röbren-förmiger Hoblraum verbanden gewesen.nbsp;Himmt man nun an, dass diese, bei einem

zur Einbettung gelangenden Exemplar bis auf den erbaltenen Basaltbeil zerstörtnbsp;und abgerissen sind, so wird dasselbenbsp;mit diesen Basaltbeilen wie mit eben so vielen effenen Becbern besetztnbsp;gewesen sein. Und im Grund eines jeden von diesen musste dann einnbsp;kurzer fadenfórmiger Fortsatz, der Rest des einzigen abgerissenen Ge-fassbündels sicb finden. Sobald nun, nacb erfolgter Einbettung, dienbsp;Substanz dieser Becber in Koble verwandelt oder ganzlicb gesebwundennbsp;ist, wird, wenn man jetzt Steinkern und Hobldruck von einander bricht,nbsp;an letzterem eine jede Vertiefung als flaeber Hoeker, die Wand jedesnbsp;Bechers als eine ringfórmige, tiefe, in diesen einschneidende Spalte er-sebeinen. Der Zapfen aber, der in der Grube stebt, entspriebt demnbsp;Steinkern, der in der Höhlung des Beebers entsteben musste, er endetnbsp;nattirlicberweise an der Insertion des Appendix, die bier dem Mündungs-rand der vingförmigen Spalte entspriebt. Der an dieser Stelle sicb fin-dende Gefassbündelrest musste den centralen punktfórmigen Eindruck

I

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Stigmaria.

hinterlassen. Wie schon gesagt, kann bezüglich dieser Erklarungsweise ein Zweifel nicht mehr aufkommen. Man vergleiohe dazu das bei Williamson (6) t-14 dargestellte Hohldrucksexemplai- und die hier (Holz-schn. 31) gegehene schematische Figur. Es hat dieser Autor zudemnbsp;durch Ausgiessen geeigneter Stigmarien Artefacte analoger Beschaffen-heit erzielt. Ich batte bei meinem letzten Besuch in Manchester durchnbsp;seine Güte Gelegenheit, die ganze hezügliche Suite selhst zu prüfen.nbsp;Und ferner hahe ich im Museum zu York ein höchst instructives der-artiges Exemplar gesehen, welches hier noch in Kürze er walmt seinnbsp;mag. An der einen Seite des Steinhlocks ist der ungefahr in der Mittenbsp;gespaltene Hohldruck einer Stigmarienaxe zu sehen, in dem in Form run-der Löcher die Basen der Appendices sich zeigen. Die diesen entspre-ehenden Höhlungen durchziehen wie lange Eöhren das ganze Gestein,nbsp;die ursprüngliche Rundung und Form aufweisend. In jeder dieser Röhrennbsp;liegt ein Steinkern von compactem, krystallinischem, milchweissem Kalk,nbsp;der aber die Wandung nicht berührt und sich desshalb in seinem Bettnbsp;bin- und herrütteln lasst. Man sieht von demselhen natürlich nur dienbsp;die Mttndung der Eöhre ausfüllende Basalflache. An den seitliehennbsp;Bruchflachen des Blockes sind eine Anzahl dieser Röhren aufgehrochen,nbsp;die Kalkcylinder alsdann herausgefallen. Auch in diesem Fall schreibtnbsp;sich die Lücke zwischen Einhettungsmasse und ausfüllendem Cylindernbsp;nur aus dem Schwund der ursprtinglich zwischen heiden gelegenen Rin-densuhstanz her.

Dass die Stigmarienaxen durch Spitzenwachsthum sich verlangerten, kann nicht hezweifelt werden. Leider hat man jedoeh ihre Endigungennbsp;bis jetzt nur in verhaltnissmassig seltenen Fallen genau untersuchennbsp;können. Den Angahen der Autoren zufolge kommen sie in zweierleinbsp;verschiedenen Formen vor. Einmal namlich schliessen die Steinkernenbsp;unter geringer und plötzlich eintretender Verjüngung mit stumpfem, dom-oder kuppelfórmigem Ende ah. So z. B. hei Goldenbergs St, rimosanbsp;(1) 1.12, f. 3, hei welcher die Narben an Grosse in regelmassiger Weisenbsp;gegen den Scheitel hin abnehmen; so hei der ehendort t. i3, f. i darge-Stellten St. ficoides (hier St. Anabathra genannt), mit durchweg gleich-hleihender Narbengrösse. Auch das, freilich ganz deformirte und mindernbsp;werthvolle Stlick von Röhl’s (1) t. s, f. 5 ist hier zu erwahnen. Undnbsp;hereits Steinhauer (1) hat ein solches kuppelfórmiges Ende darge-stellt. Die Appendices sind an allen diesen Stücken natilrlicher Weisenbsp;nicht erhalten. In anderen Fallen sind die Spitzen viel starker ver-jüngt gewesen. Bei Williamson hahe ich Querschnitte von nichtnbsp;öiehr als 8 mm Durchmesser gesehen, an deren Zugehörigkeit zu einernbsp;Stigmaria nicht gezweifelt werden kann. Er hat (6) t. a auch ein der-artiges Praparat ahgehildet. Ich selhst hahe auf der Halde des Gegen-ortschachtes zu Dudweiler hei Saarbrücken einen grossen, noch unpuhli-

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Stigmaria.

cirten Block gefuiideii, auf dem ich die Spitzen dreier Stigmarienaxen im Hohldruck nebeneinander sehe. Sie verjtingen sich rasch und sindnbsp;zuletzt kaam 5 mm breit. Am aussersten Bande des Stückes soheinennbsp;zwei derselben, aiis einer Dichotomie entsprungen, zusammen zu hangen,nbsp;doch kann ich diess, des unglücklichen Verlaufes der Bruchkante halber,nbsp;nicht mit absoluter Sicherheit behaupten. Die eine von ihnen abernbsp;gabelt kurz vor der Spitze und lauft in schwach divergirende Gabel-sprosse von ca. 3 cm Lange aus, deren einer an der Basis ca. 20, dernbsp;andere ungefabr 14 mm Breite aufweist. Besonders wichtig und interessant wird dieses Stück dadurch, dass zu beiden Seiten seiner Spitzennbsp;die Appendices in ziemlich guter Erhaltung vorliegen. Gegen vornenbsp;werden sie successive kleiner und kürzer, ihre Abstande verringern sich.nbsp;Indem sie sich vorwarts krümmen, neigen sie knospenartig um dennbsp;Scheitel zusammen. Und daraus ergiebt sich, dass sie ibre definitive,nbsp;zur Axe rechtwinklige Stellung, in ahnlicher Weise wie Laubblatter,nbsp;erst im Lauf der Entwicklung gewinnen. Gleichzeitig beweist ihrenbsp;regelmassige progressive Grössenzunahme zu beiden Seiten jedes Gabel-zweiges, dass nicht etwa eine scheinbare, dureh Auseinanderquetsehennbsp;bewirkte Theilung vorliegt, sowie auch, dass der Aufbruch nicht wesent-lich schrag verlauft. Denn anderenfalls könnte solche gleichmassigenbsp;Grössenabnahme unmöglich vorhanden sein; es müssten auch an dernbsp;Spitze selbst Appendices von gleicher Lange wie die niichst benach-barten stehen. Aus der Literatur ist mir nur eine einzige Abbildungnbsp;eines abnlichen Hohldrucks bekannt geworden, die sich bei Göppertnbsp;(1) Lief. 1 u. 2, t. n, f.« findet und verschiedentlich von ihm reproducirt wordennbsp;ist. Die Darstellung des Exemplars ist schematisch gehalten; seinenbsp;tiberall gleichartig entwickelten, auch an der Spitze entspringenden Appendices geben der Vermuthung eines schragen, neben dem Scheitelnbsp;vorbeigegangenen und darum werthlosen Aufbruchs Raum. Erneutenbsp;Untersuchung des Originals ist indessen vonnöthen, und wage ich esnbsp;vorlaufig nicht, mich mit Bestimmtheit über dasselbe auszusprechen.nbsp;Weitere derartige Funde, die sicherlicli auf den Plalden nicht schwernbsp;zu erlangen sein werden, wenn man nur seine Aufmerksamkeit daraufnbsp;richtet, würden jedenfalis ausserst wünschenswerth sein.

Bevor wir uns zur Betrachtung der Anatomie von Stigmaria wenden, mogen noch ein paar Worte bezüglich der verschiedenen, neben der St. ficoides Brongn. beschriebenen Formen Platz finden. Zu dennbsp;bestcharakterisirten derselben gehort zweifelsohne Stigm. stellata Eich-wald (1) V. 1, t. i.i, f. 2, Göppert (l) Lief. i u.2,1.10, f. 12, Williamson (6)t.i..nbsp;Sie ist als Steinkern, und auch als Hohldruck mit ansitzenden Appendices, gewöhnlicher Beschafifenheit, bekannt. Jede ibrer oberflacblicbennbsp;Narben ist nach Art eines Sternes von kurzen, flachen, radienartig ge-ordneten Furchen umgeben. Diese Form scheint besonders haufig im

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Sügmaria.

Waldenburger Kohlenrevier sich zu finden. An anderen Orten felilt sie entweder ganzlich, oder kommt doch nur sehr selten vor, so z. B. innbsp;Lancashire, in Sehottland und in Canada. Aus beiden letzteren Gre-bieten wird sie von Dawson (11) p-eo erwahnt. Weiter ist hier dienbsp;Stigm. conferta Corda (1) t. i3, f. 9 anzuführen, hei welcher die Narhennbsp;ziemlich dicht aneinandergedrangt und nur durch schmale Streifen geschieden sind, wesswegen auch die Parastichensysteme sehr deutlichnbsp;hervortreten. Auch diese Species, zudem in ihrer Hierhergehörigkeitnbsp;nicht ganz zweifellos, ist selten; sie scheint bislang nur urn Eadnitznbsp;und Svina in Böhmen gefunden worden zu sein. Stigm. rimosa Gol-denherg (1) 1.12 (auf der Tafel als St. abhreviata bezeichnet) stammtnbsp;von Hirschbach bei Saarbrücken, ihre Oberflache zeigt zahlreiche starke,nbsp;von einer Narbe zur anderen ziekende longitudinale Eunzeln; die Narbennbsp;selbst, in kleinen Gruben gelegen, sind quer verbreitert und weisennbsp;scharfe seitliche Ecken auf. Sie erinnert in etwas an Sigillaria undnbsp;wird weiterhin noch einmal zu erwahnen sein. Zu diesen ausgezeich-neten Formen kommen dann noch einige andere, die in geringerem Maassenbsp;vom Typus der St. fieoides abweichen. Von ihnen mogen hier nurnbsp;St. fieoides v. undulata Göppert (1) mef. i u. 2, t. 9, f. 5-9 und var. sigil-larioides Göppert (1) Lief. 1 u.2,1.10, f. 13 genannt werden. Bei letzterernbsp;liegen die Narben in Langsreihen auf senkreehten, flach convexennbsp;Kippen, wodurch der sigillarienartige Habitus zu Stande kommt; beinbsp;der anderen werden sie wenigstens von geschlangelten Furchen ein-gefasst, die spindelfórmige, in der Langsrichtung mittelst schmalernbsp;Brücken zusammenhangende Figuren umschreiben, deren Mitte je einenbsp;Narbe tragt.

Zahlreiche Stigmarienaxen mit Struktur haben uns die englischen und rheinischen Kalkknollen, die Spharosiderite von Coalbrookdale, dienbsp;Kalklinsen des Culm von Falkenberg in Schlesien und die Kiesel vonnbsp;Autun geliefert. Auch zu Eadnitz in Böhmen sind dergleichen vorge-kommen. Ihre Anatomie ist von den verschiedensten Autoren bespro-chen und durch Abbildungen illustrirt worden. Die hervorragendstennbsp;beztiglichen Arbeiten sind die von Bindley und Hutton (1) v.3, t.iee,nbsp;Corda (1) 1.13, i4, Brongniart (7), Göppert (1) t. 13,14, Hooker (4),nbsp;Williamson (1) n, xq Binney (1) iv und Kenault (2) t. 1; v.3, Emi., (10).nbsp;An diesen Exemplaren ist die Einde mit ihren Appendices meistensnbsp;verloren gegangen, sie weisen gewöhnlich nur einen ringförmigen Holz-körper von ziemlicher Dicke auf. Inmitten umschliesst derselbe bei-nahe immer einen hohlcylindrischen, mit strukturloser Gesteinsmassenbsp;erfüllten Eaum. So ist es z. B. immer bei den Exemplaren von Coal-f)rookdale, die einer rothbraunen Gesteinsmasse eingebettet sind, undnbsp;üur das Holz, dieses aber sehr wohl erhalten, darbieten. So auch gewöhnlich bei denen der Kalkknollen, deren vielfach verdrückte und

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Stigmaria.

verschobene Lagerungsverhaltnisse den Erweicbungszustand bekuiiden, der dem Material zur Zeit der Einbettung eigen war.

Der Querschnitt zeigt diesen Holzring in eine Anzahl keilfórmiger, auswarts verbreiterter Abschnitte zerlegt, die dnrch durchgehende Pri-marstrahlen resp. Lücken von einander getrennt werden. Gegen dasnbsp;centrale Eohr brechen alle diese Keile plötzlicb mit flacher, stumpf-gerundeter, wie abgeschnittener Endigung ab, an welcber ein dentlicbnbsp;hervortretendes Primarbtindel nicht zu finden ist. Sonst zeigen sie nicbtsnbsp;besonderes; sie sind Ton zahlreichen parenchymatischen Secundarstrahlennbsp;durchzogen und besteken aus Treppentracheiden von weitem Lumennbsp;und annahernd quadratischem Querschnitt, die regelmassige Eeihen bilden. Nur ehen an der innersten Grenze des Keils geht diese Regel-massigkeit verloren, die Elemente, von viel geringerem Querschnitt,

Fig. 32.

Stigmaria ficoldea. Quersclinitt der Axe nacli WilHamson (0), verkleinert. linten die zwei langsdurchschnittene Appendices tragende Rinde. Oben der ans zahlreichen Keilen zusammengesetzte Holzring.

halten keine Eeihenstellung mehr ein. Hier vertieren sich aueh, vom Innenrand desnbsp;Keils durch eine schmale Gewebsschichtnbsp;getrennt, die Secundarstrahlen, wie diessnbsp;Williamson(6)t.4 abgebildet hat. Haufig,nbsp;wennschon bei weitem nicht in allen Fallen,nbsp;treten auch sonst hier und da im Holznbsp;eigenthümliche Störungen auf (Williamson (6) t..q Goppert (1) t. 13, f. 3i), indemnbsp;an grosseren oder kleineren Abschnittennbsp;des Umfangs desselben ganz plötzlich vielnbsp;engere Elemente in viel zahlreicheren Ea-dialreihen entstehen. Tritt diess in grös-serer Ausdehnung zu gleicher Zeit ein, sonbsp;kann der Anschein einer Jahresringbildungnbsp;erweckt werden. 1st es dagegen in engeren Grenzen localisirt, dannnbsp;sieht es aus, als wenn abweichende Flickstellen in den sonst homogenennbsp;Holzring eingesetzt waren.

Durch die breiten die Keile trennenden Strahlen treten die Spuren für die Appendices in die Einde hinaus, die an der Innenkante dernbsp;Keile den ürsprung nehmen (vgl. Brongniart (7) t. 29, f. 3). Da sienbsp;innerhalb des Strahls anfangs ansteigend, dann fast horizontal, nachnbsp;aussen gebogen verlaufen, so trifft sie der Querschnitt theils quer, theilsnbsp;der Lange nach, oder auch in sehrager Eichtung. Wo sie quer ge-schnitten sind, erscheinen sie stets als lange schmale gegen innen ganznbsp;spitzwinklig zulaufende Keile, die aus wenigen neben einander liegendennbsp;und durch Strahlen getrennten Eeihen von Tracheiden besteken. Unternbsp;Umstiinden könnte man sie fiir zwischengeschobene schmalere Abschnittenbsp;des Holzringes halten. Sohon diese ihre Gestalt lasst also vermuthen,nbsp;dass sie am weiteren Dickenzuwachs des Holzringes sich betheiligen.

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Stigmaria.

Sehr instructive, diess vollkommen bestatigende Bilder ergeben dann Tangentialschnitte, wie solche bei Brongniart (7) t. 29, f. e ^ Williamson (6) t.6 dargestellt sind (Holzscbn. 33 AB). Hier erscheinen dienbsp;die Keile trennenden Strahlen als weite, spitzenwarts lang ausgezogenenbsp;Spalten von massiger Höhe, baufig noch, an den Eandern, erhaltenenbsp;Parenchymspuren aufwei-send. Vom basalen Endenbsp;eines jeden derartigennbsp;Spalts entspringt aber einnbsp;breiter zapfenformigernbsp;Fortsatz, der seine Ele-mente unterwarts dernbsp;Lange nach, an der Spitzenbsp;quergesclinitten zur Schaunbsp;tragt. Es ist der Durch-schnitt des untersten En-des der Blattspur, so^teitnbsp;sie senkrecht verlauft.

and Tangentialscbnitt dea Holzrings der Axe von Stig-A Schwach vergrosserter Tangentialschoitt, die spaiten-formigen Primarstrahlen zeigend, an deren unterem Ende je ein 2um Appendix austretender Strang entspringt. B Kleines Stftcknbsp;der vorigen Figur starker vergrossert. Man erkennt den Zusam-menliang des austretenden Bündels mit dem SecundarKolz dernbsp;Axe. Unterwarts kommen die ausseren Tracheiden des Bündelsnbsp;der Lange nach, weiter oben schrag diirchschnitten, ganz obennbsp;die inneren Elemente desselben im Querschnitt zu Gesicht. C Ka-dialer Langsschnitt der Axe schwach vergrossert, bei a den An-satz eines Appendix an die Rinde, bei b die fiber dem austretenden Bundel gelegene, dem Primarstrahl entsprechende Unterbre-chungsstelle des Secundarholzes zeigend. Man erkennt deutlich,nbsp;dass das austretende Bfindel, dessen Fortsetzung durch die Inneo-rinde freilich nicht sichtbar ist, an dem secundiiren Dickenzu-wachs fortwahrend Theil nimmt. Alles nach Williamson (b).

Kadial

maria.

, Binney (1) iv, t. 21, f. 2, von der bogig convexennbsp;Innenkante der Spur gebildet wird. Man sieht, wie diese in den Innenrandnbsp;des Holzringes auslauft; man sieht ferner, wie sie durch ihr secundaresnbsp;Wachsthum gegen aussen mit alien successiven Lagen dieses Holzes innbsp;direkter Verhindung steht. Schon in jugendlichen Stigmarienspitzen findetnbsp;sich vollkommen dieselbe Struktur, nur in kleineren Verhaltnissen, wie

Und da man das gleiche Bild auf alien Tangential-schnitten, ob sie aussennbsp;Oder innen im Holz geftihrtnbsp;sind, erhalt, so ergiebtnbsp;sich, dass das Dicken-wachstbum im Holzringnbsp;und in der Spur gleichennbsp;Schritt halt, dass die se-cundaren Elemente dernbsp;letzteren in jeder Tiefenbsp;mit den entsprechendennbsp;des ersteren in direkternbsp;Verbindung stehen. Esnbsp;stimmt damit vollkommen,nbsp;dass der Eadialschnittnbsp;(Holzschn. 33 C) diese grossen Strahlen als einfachenbsp;Unterbrechungen zeigt (Williamson (6) t. enbsp;Hooker (4) t. 2, f. 13)^ deren untere Begrenzung

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Stigmaria.

ein Querselmitt von kaum 1 em Durclimesser zeigt, den ich in Williamsons Sammlnng sali. Einen alinliclien liat dieser Autor (6) t. o abgebildet.

Sowolil auf dem Tangential- als auf dem Eadialsebnitt zeigen die secundaren Strahlen durchaus normale, gewöhnliche Verbaltnisse auf.nbsp;Sie können im ersteren niedrig und einreihig, mitunter gar auf einenbsp;einzige Zelle reducirt sein; sie können aueb holier werden, und aus zweinbsp;bis drei nebeneinander liegenden Zellreihen besteken. Hire Form istnbsp;ganz die gewöhnliclier auf der Langskante stehender Backsteine.

Welcher Art das Gewebe war, das ira Leben den centralen, vom Holz umgebenen Hohlraum erfüllte, darüber sind die Meinungen dernbsp;Autoren sehr getheilt. Nach Williamson soil es lediglicli hinfalliges,nbsp;zartwandiges Parencbym gewesen sein, dessen Beste man in der Thatnbsp;bei den englischen Stigmarien zuweilen, die Wandung des Hohlcylin-ders auskleidend, findet. Aehnliche Parenchymreste bildet aueh Göp-pert (1) t. 13, f. 31 ab, dieselben sind aber nach ihm von isolirten tra,-chealen Strangen durchzogen, die weiterhin, durch die Primarstrahlennbsp;austretend, den Spuren fiir die Appendices den Ursprung geben. Ob-schon diese Angabe mit Brongniarts (7) t. 29 schoner Darstellungnbsp;nicht wohl in Uebereinstimmung gebracht werden kann, haben sick ihrnbsp;doch Hooker (4) und Binney (4) f-2 angeschlossen. Dass Binneynbsp;hier einer Tauschung verfallen, lehrt seine Figur auf den ersten Bliek.nbsp;Es sind namlich seine Trachealstrange nur Querschnitte von Stigmaria-appendices, die, wie es so unendlich haufig der Fall, ins Innere desnbsp;betreffenden Exemplars hineingewuchert waren. Williamson, dernbsp;auf diese Fehlerquelle mit besonderem Nachdruck hinwies (1) n, p. 211,nbsp;hat bereits die Vermuthung geaussert, dass derselbe Irrthum wohl auchnbsp;Göpperts Angaben zu Grunde liegen werde. Und durch erneute Unter-suchung des mir durch F. Romers Gtite zu Gebote stekenden Originals habe ich mich in der That davon tiberzeugt, dass seine Vermuthungnbsp;zutrifft. Diese sammtlichen Angaben also, deren Renault sick viel-fach fiir seine Schlussfolgerungen bedient, sind hinfallig.

Es scheint indess nicht bei allen Stigmarien dieses centrale Gewebe parenchymatischer Beschafifenheit zu sein. Denn Renault hat beinbsp;seiner St. augustodunensis den ganzen vom Holz umgebenen Raum vonnbsp;einem geschlossenen Strang erfullt gefunden, der aus engen Tracheidennbsp;besteht. Die betreffenden Praparate habe ich Dank seiner Freundlieh-keit selbst gesehen, sie entstammen alle ein und demselben Stiick, demnbsp;einzigen, an dem der Centralstrang erhalten. Leider ist iiber die Ober-flachenbeschaffenheit desselben niehts mitgetheilt worden, so dass mannbsp;immerhin noch die Zugehörigkeit des Exemplars zu Stigmaria in Zweifelnbsp;ziehen könnte.

Aus dem im bisherigen beschriebenen Bau werden nun gewisse Erhaltungsformen im Steinkern verstiindlich, deren in der Literatuv ge-

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Stigmaria.

dacht wird. Man findet bei Williamson die Querschnitte eines Ein-schlusssteinkerns (6) 1.13 dargestellt, in welehen der innere mit dem ausseren, durch eine weite ringförmige Lücke von ihm getrennt, nurnbsp;durch dtinne, diese nach Art von Radspeiclien durchsetzende Gesteins-stabe in Verbindung steht. Offenbar sind in diesem Fall beide Stein-kerne gleichzeitig entstanden. Und zwar war der Holzring damals nochnbsp;verhanden, nur in die Primarstrahlen, deren Gewebe zerstört war, konntenbsp;die Ausfüllungsmasse, sie ganzlich ansgiessend, eindringen. Bei spate-rem Schwund des Holzes resnltirte der Hohlranm, den nun die Stein-kerne der Primarstrahlen wie isolirte Stabe diirchziehen. Ein ahnlichesnbsp;Stück hat iibrigens bereits Eöhl (1) t. 24 dargestellt und vollkommennbsp;richtig interpretirt. Nur ist sein Binnensteinkern herausgebrochen, vonnbsp;den Strahlenstaben sind nur die ausseren Abschnitte in situ erhalten.

Die Einde (Holzschn. 32), die nun noch erübrigt, ist, wie gesagt, nur sehr selten erhalten. Man findet detaillirte Abbildung solcher Falienbsp;bei Williamson (6) t. eu. s; (1) n, t. 31, f. 52. Ihre Innenschicht, wahr-scheinlich aus lockerem Parenchym gebildet, ist stets vollstandig zerstört, strukturloses Gestein nimmt deren Stelle ein. Dasselbe gilt meistens auch für den Bastring, den ich indessen an einem der Strassburgernbsp;Sammlung gehörigen Exemplar noch in ziemlich deutlichen Eesten ge-sehen habe. Der aussere Eindenmantel dagegen, der die Appendicesnbsp;tragt, pflegt, wo er vorliegt, wohlerhalten zu sein. Er besteht ausnbsp;einer ausseren Lage isodiametrischen, derbwandigen Parenchyms undnbsp;einem inneren aus radial gereihten Parenchymzellen aufgebauten Gewebe. Erstere dürfte der Primarrinde entsprechen, letzteres wird dasnbsp;Produkt einer secundaren Meristemzone sein, die an seiner innerstennbsp;Grenze gelegen ist. Sehr schroff tritt die Grenze beider, infolge dernbsp;Formdifferenz ihrer Elemente, in Langsschnitten hervor (Williamsonnbsp;(6) t. 6). Denn diese sind im Primarparenchym isodiametrisch, in dernbsp;inneren Schicht dagegen langgestreckt. Natürlicher Weise wird dienbsp;ganze Einde von den Spuren durchzogen, die zu den Appendices aus-treten. Dieselben sind, soweit die vorliegenden Untersuchungen reichen,nbsp;auch hier noch mit Secundarzuwachs versehen und behalten infolgenbsp;dessen die charakteristische Form des gleichschenkligen, seine Spitzenbsp;einwarts wendenden Dreiecks unverandert bei. Von ihrem Verlauf innbsp;der nicht erhaltenen Innenrinde geben uns einzelne Stücke eigenthüm-licher Erhaltungsform Kenntniss. Ein prachtiges derartiges Exemplarnbsp;habe ich im Breslauer Museum gesehen. Es ist ein im Jahre 1884 aufnbsp;Grube Wildensteiner Segen in Oberschlesien gesammelter, aus feinemnbsp;Schieferthon bestehender, genau radial gespaltener Einschlusssteinkern.nbsp;Der Aussensteinkern desselben enthalt eine Menge sehr zarter linien-förmiger Kohlenspuren, die ihn in flachem Bogen gegen aussen ge-Wendet durchsetzen, die freilich zum Theil aus der Lage gebracht und

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Stigmaria.

Tinregelmassig verwirrt siud. Es sind das die zu den Appendices ver-laufenden Spuren, die sicli langer als das umgebende Gewebe erbalten batten und mit zur Einscbliessung kamen. Aehnliche Exemplare sind beinbsp;Göppert (1) 1.10, f.17; t. II, f. 18 dargestellt. Aucb Williamson (6) 1.12nbsp;bildet ein solches, wennschon minder schön erhaltenes Stiick ab. Undnbsp;auf derselben Tafel bat er noch einen nachst verwandten Erhaltungs-znstand in zwei Exemplaren dargestellt. Eines von diesen ist ein ver-steinter Holzkörper, das andere ein von innen gesebenes Stiick dernbsp;Aussenrinde. Beide sind mit unregelmassig gebogenen, angedrückten,nbsp;wurmförmigen, cylindriseben Körpern bedeckt, die eben nichts anderesnbsp;als die versteinten und durch peripberen Ansatz der Versteinungsmassenbsp;incrustirten Beste der, die, übrigens geschwundene Innenrinde durch-ziehenden Spuren darstellen. Genau denselben Zustand einer in Tbon-eisenstein erhaltenen Stigmaria findet man bei Bindley und Hutton (1)nbsp;V. 2, t. Ill als Caulopteris gracilis beschrieben.

Durchschnitte der Appendices in jeder beliebigen Ricbtung kommen beim Verschleifen der der Kohle entnommenen Kalkknollen in unend-licber Menge zum Vorscbein. Sie durchziehen dieselben eben nacli allennbsp;Eichtungen, und bilden, mit Farnblattfragmenten, ihre allerzahlreicbstennbsp;Bestandtheile. Freilich ist aucb hier gleichmassige Conservirung allernbsp;Gewebe ein ungemein seltener Fall. lm folgenden muss zunacbst dasnbsp;gewölmliche Verhalten erörtert werden. Ein dünnes, peripheres Paren-ehymrohr umgiebt eine weite mit strukturloser Masse erfüllte Höblung,nbsp;in welcher ein zweiter ahnlicher Hohleylinder gelegen ist, der seiner-seits den Holzstrang umschliesst. Das weite Rohr des Ausseneylinders,nbsp;meist von kreisfórmigem Querschnitt, erscheint öfters zusammengedrückt,nbsp;oder aucb in mannigfaltiger Weise gebogen und gefaltet, zumal dann,nbsp;wenn die Appendices zu melireren nebeneinander liegen oder sich durchnbsp;enge Oeffnungen drangen mtissen. Der Innencylinder liegt baufig freinbsp;in der Mitte der Höblung des ausseren, mitunter ist er mit dessen Wan-dung durch eine stebengebliebene brückenfórmige Parencbymplatte ver-bunden (Williamson (6) t. 13, (i) xi, t. 53, f. le). In wieder anderen Fallennbsp;liegt er, ganz excentrisch, unmittelbar der Wand des ausseren an, wasnbsp;dann wohl auf Niedersinken nach Zerstörung des umgebenden Gewebesnbsp;zurückzufiibren sein dürfte. Aucb der Innencylinder wird keineswegsnbsp;vom Holzstrang vollkommen ausgefüllt. Der letztere berührt ihn viel-mehr stets nur an einem Punkt. Sonst ist zwiscben beiden eine beinahenbsp;kreisfórmige Llieke vorbanden, die, von massigen Dimensionen, dem Be-rührungspunkt genau gegentiber am weitesten ist, von hier aus beider-seits abnehmend. Es ist früher p. 271 erörtert worden, dass die Appendices sich bisweilen gablig verzweigcn. In Williamsons Sammlungnbsp;babe ich verschiedene gerade durch die Gabelungsstelle geflihrte Durcb-scbnitte gesehen. Dabei wird der Holzstrang vermittelst medianer Tbei-

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Stigmaria.

lung in zwei seitliclie Halften zerfallt, die anfangs in dem verbrei-terten eiformigen Binnencylinder nebeneinander liegen, dann aber aus-einander riicken, indem zwiscben ihnen eine mittlere Parenchymbriicke auftritt, die dessen Baum in zwei getrennte Facher zerlegt. Wenignbsp;holier geschnittene Praparate (Williamson (6) t. n) zeigen beide Fachernbsp;auseinander geriickt und zu von einander getrennten Innencylindern ent-wickelt, die haufig noch durch Parenchymspuren verbunden werden,nbsp;wie sie sich in dem engen Zwischenraum wobl erhalten konnten.

Von einem sonst normalen Appendix, der ausnahmsweise alle Ge-webe erhalten zeigt, hat Williamson eine Abbildung gegeben (1) XI, t. 53, f. 15. Der Eaum zwiscben Aussen- und Innenrohr ist hier vonnbsp;einer beiderseits scharf begrenzten Schicht zartwandigen Gewebes er-fiillt. Ganz ahnlich verhiilt sich auch der (6) t- 9 gegebene Querschnitt;nbsp;nur ist sein Aussencylinder aussergewöhnlich machtig, und lasst er zweinbsp;Lagen unterscheiden, deren innere sich durch Derbheit aller Zellwandenbsp;in auffallender Weise charakterisirt. In Hoo k ers (4) t. 2, f. 2 beztigliehernbsp;Abbildung ist überhaupt eine Schichtendifferenzirung nicht zu erkennen;nbsp;der Holzstrang liegt hier excentrisch im ganz homogenen Gewebskörpernbsp;innen. Ob allen diesen Versehiedenheiten vielleicht specifische Diffe-renzen der zur Untersuchung gekommenen Exemplare zu Grunde liegen,nbsp;das lasst sich leider vorderhand noch nicht entseheiden.

Nicht auf allen Querschnitten hat man den centralen Holzstrang von gleicher Besehaffenheit und gleichem ümriss angetroffen. Eine ein-gehende Betrachtung der hier sich bietenden Differenzen ist nun urn sonbsp;nothwendiger, als Ken au It, darauf gestützt, weitgehende Folgerungennbsp;gezogen hat, auf die wir spater vielfach zurückzukommen haben werden.nbsp;In der Hauptsache sind drei verschiedene Falie zu unterscheiden. Esnbsp;giebt erstens Appendices, deren Bündelquerschnitt, mit Secundarzuwachsnbsp;versehen, in abnlicher Weise gleichschenklige Dreiecksform zeigt (Holz-schn. 34 A), wie wir solche vorher bei den innerbalb des Holzes undnbsp;der Einde gelegenen Spurbündeln kennen lernten. Nur ist die Massenbsp;des sonst normalen von Fascicularstrahlen durchzogenen Holzes geringer,nbsp;der Spitzenwinkel des Dreiecks weiter geöffnet. Dass die Bastzone annbsp;seiner Basis gelegen ist, wenn sie erhalten, davon liabe ich midi annbsp;einem im British Museum, Botanical Department, verwahrten Praparatnbsp;tiberzeugen können. Einen solchen mit Bastresten versehenen Quer-sehnitt bat. Eenault (10) 1.1, f. 4 abgebildet; für das gewöhnliche Vor-kommen können Bilder bei W i 11 i a m s o n (6)nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;n, K e n a u 11 (2) y. 1, t. 20,

f. I n. 8; y. 3, t. A, f. 1,3,5,7 angeführt werden.

Dann zweitens (Holzschn. 34 B, C, D) giebt es andere von anderem Habitus, bei Williamson (6) auf den gleichen Tafeln abgebildet, derennbsp;Holzstrang aus einer eirundlichen Gruppe von weiten Trachealquer-schnitten sich zusammensetzt, welcher einerseits, da, wo sie an das innere

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Stigmaria.

Riudenrohi- austösst, eiae Aazahl kleiaerer von eagem Lumen, eiae vor-tretende Spitze büdead, anliegen. Man darf diese Spitze mit Williamson mit grosser Wahrsclieinliclikeit als die Initialgruppe des betrefïen-den Bündels ansprecben. Mitunter finden sich auch auf ihrer anderen Seite noch einige sparliche, isolirte, weitere Elemente in unregelmassigernbsp;Reihenstellung vor (vgl. W i 11 i a m s o n (6) t. u, f. 59), die eventuell wobl mitnbsp;Renault als Andeutung eines inneren Holzabschnitts, eines „bois cen-

Fig. 34.

A Col-

Stigiuaria. Querschnitte der Holzbündel der Appendices, laterales Bündel mit Secundarzuwachs, von der eratbeliandelten Art.nbsp;B, C, 1gt; Bnndel der in zweiter Linie tesprochenen Form, B gewölin-licher normaler Art: C selir reducirt; D mit Secnndarzuwachs.nbsp;L Bündel der dritten Art, von Renault als triarcher Wurzelstrangnbsp;gedeutet. Bei a der deutliche Initialstrang, über •welclieu keinnbsp;Zweifel herrschen kann, bei b die Stellen, die jener Autor gleich-falls als Initialstrange ansehen möchte. Alles nacU Williamson (6), (1) XI.

tripéte“ gedeutet werden könnten. Die Quer-schnittsgrösse ist bei den Btindeln dieses Typusnbsp;ausserst verschieden, sienbsp;sind haufig auf wenige,nbsp;ja auf ein einziges dernbsp;weiten Elemente redu-oirt (Holzschnitt 34 C).nbsp;Auch die Initialgruppenbsp;erfahrt dann entspre-chende Verringerung,nbsp;ohne indessen jemalsnbsp;ganzlich zu schwinden.nbsp;Dass sie wie die vorhernbsp;behandelten collateral,nbsp;und secundar en Zuwach-ses fahig sind, ergiebtnbsp;sich unmittelbar bei Be-trachtung eines von W il-liamson (6) 1.11, f.ci ab-gebildeten Querschnitts.nbsp;Denn dieser stellt einnbsp;unvefkennbar hierher-gehöriges Bündel darnbsp;(Holzschn. 34 D), demnbsp;aber an der dem Initial-strang entgegengesetz-ten Seite eine wohl ent-wickelte Schicht secundaren Holzes, mit regelrecht gereihten, verhaltniss-massig engen Elementen, anlagert. Die Bündel dieser hier besprochenennbsp;Kategorie sind haufig in sehr dunnen kleinen Appendices zu finden,nbsp;doch lasst sich in dieser Beziehung kaum eine Regel aufstellen, da sienbsp;öfters wiederum in den allerweitesten vorkommen, so dass es, auch ab-gesehen vom inneren Ban, nicht wohl angeht, sie als Entwieklungs-zustande mit denen des ersterwahnten Typus zusammenzubringen.

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Stigmaria.

In dritter Linie kommen wiederum Biindel vor, die, den letztbehan-delten im allgemeinen Habitus alinlich, sicb von ihnen doch durcb eine Unregelmassigere gerundet-dreieckige Querscbnittsform unterscheidennbsp;(Holzschn. 34 E). Doch tritt die eine an das Innenrohr anstossende Eeke (a)nbsp;immer starker als die beiden anderen (b b) hervor. An diesen finden sicbnbsp;allerdings aucb Elemente geringeren Querschnitts, allein in wecbselndernbsp;Zahl und Anordnung, mitunter zu einem scbmalen, die eine Seite desnbsp;Bundels begrenzenden Band zusammentretend. Dergleiclien Bündel batnbsp;ausser Williamson (6) zumal Renault (2) v.i, t. 3o, 12,3,4; v.3, t. a, f. i, 2,-1^nbsp;(10) t. 1 u. 2 abgebildet. Indem er ibre 3 Ecken einander gleichsetzt undnbsp;für Initialstrange halt, fasst er die ganzen Bündel als triarche Wurzel-strange auf, wogegen aber Williamson allerorts aufs energischstenbsp;protestirt. In der That muss die wesentliche Verschiedenbeit der dreinbsp;Ecken, von denen nur eine die unzweifelhaften Anzeiclien initialen Cha-i'akters an sicb tragt, sowie die excentrische Lage des Stranges, dernbsp;stets nur mit dieser den Innencylinder berübrt, die grössten Bedenkennbsp;erregen. Schon öfters wurde bervorgeboben, dass es sehr misslicb ist,nbsp;so unmittelbar aus der Grössenabnabme der Tracbeiden auf die Lagenbsp;der Initialstrange zu schliessen. Und hier kann man die Sache zudemnbsp;ohne Schwierigkeit aucb ganz anders ausehen, wenn man mit Williamson annimmt, dass das collaterale Bündel an seinem ausseren Randnbsp;ein paar kleinere Elemente entwickelt bat, die, nicht regelmassig ge-lagert, sicb baufig gerade an den Ecken zusammendrangen. Man kannnbsp;eventuell in denselben aucb den ersten Anfang des Secundarzuwachsesnbsp;erkennen wollen, der, wie vorber erwabnt, den Bündeln des zweitennbsp;Typus durchaus nicht in allen Fallen fehlt. Und diese Anscbauungnbsp;scheint mir sogar viel einfacher und wahrscheinlicher, als die von Renault entwickelte zu sein. Nun bat aber freilich dieser Autor nochnbsp;einige weitere Argumente zur Begrtindung seiner Meinung zu verwerthennbsp;gesucht. Einmal bat er namlieb den Tangentialsebnitt durcb die Rindenbsp;einer bei Autun gefundenen Axe abgebildet (10) ts-f-2,3,7, der 3 Spur-querscbnitte umscbliesst, von denen einer ein collaterales, der anderenbsp;ein triarches Radialbündel bietet. Beide weicben in der That stark vonnbsp;einander ab. Das sehr macerirte Radialbündel, welches etwas schragnbsp;geschnitten ist, zeigt aber Tracbeiden, die mit runden Tüpfeln besetztnbsp;sind, wie sie bei den echten Stigmarien niemals vorkommen. Aucb dasnbsp;collaterale Bündel zeigt wesentliche Differenzen, so dass die Hierher-gehörigkeit des Exemplars mehr als zweifelbaft wird. Sagt doch Renault (10)p.35 selbst: „Peut-être ce Stigmaria représenterait-il Ie rhizome du Sigillariopsis Decaisnei, qui otFre dans la structure du bois denbsp;la tige, la réunion de trachéides rayées, réticulées et ponctuées‘‘. Unternbsp;solcben Umstanden kann dieses Objekt aber für die Charaktere dernbsp;Stigmarien effenbar gar nicbts beweisen. Aber dann will er bei der

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Stigmaria.

Untersuchung von englischen Materialien, die zweifelsohne Merlier geboren, Appendices mit triarchem Holzstrang gefanden haben, von dessen Ecken zarte G-efassbiindel, die fur Seitenwurzeln bestimmt sind, abgeben.nbsp;Das betreffende bier (Holzscbn. 35) reproducirte Beweispraparat bat ernbsp;zu verscbiedenen Malen abgebildet (2) v. i, t.20, f. i: v. 3, t. A,f. rws; (10) t.2, f.s.nbsp;Es stellt einen Holzstrang dar, dessen Form der des zweiten Typus sebrnbsp;nabe kommt, an welchem jedenfalls nur die das Innenrohr berübrendenbsp;Ecke das Aussehen eines Initialstranges zeigt, wahrend diese Deutungnbsp;fiir die beiden anderen gezwungen ersebeint. An die wirklicb deutlicbe

Initialecke setzt nun das angeblicbe seitlicbe Wurzelbiindel an, eine einzige Tracbeide innbsp;der Langsansicbt zeigend. Dieses Biindelnbsp;ist indess sebr zweifelbafter Natur. Icb babenbsp;an dem mif von Kenault freundlicbst de-monstrirten Scbliff die Tracbeide als solcbenbsp;durcbaus nicbt sicber erkennen können, sienbsp;soil freilieh, vrie er mir sagte, frtther deut-licber gewesen sein. Davon abgesehen abernbsp;macbt micb besonders der Umstand bedenk-licb, dass weder icb, noeb aucb ein anderer,nbsp;an den massenbaft untersucbten engliscbennbsp;Materialien zuvor oder nacbber etwas abn-licbes baben finden können. Und doch sollennbsp;nacb Renault diese Seitenwurzeln rings umnbsp;die Appendices haufig sein, er sagt geradezunbsp;(10) p. 3u „il est rare qu’une coupe transversale faite au hasard dans un appendice ra-diculaire ne rencontre pas a Tun des troisnbsp;angles du bois primaire, les indices de 1’origine d’une radicelle“. Leider hat er diesenbsp;„indices“ nicht noch naher pracisirt. Ausnbsp;diesem seinem zweifelhaften Thatbestandnbsp;schliesst er weiter, dass die Oberflacbe der betreffenden Appendices dreinbsp;senkrechte Langsreiben von „cicatricules“ aufweisen miisse. Wenn mannbsp;dieselben ausserlich noch niemals hat nachweisen können, so legt ernbsp;das ihrer Kleinbeit (sie sollen nur 1—2 Zehntel eines Millimeters dicknbsp;sein) und der ungeniigenden Erhaltung der Stücke zur Last.

Der Insertionspunkt der Appendices an der Stigmarienaxe zeigt endlicb noch einige anatomische Besonderbeiten (Holzscbn. 36), denennbsp;wieder vorztiglich Williamson seine Aufmerksamkeit zugewandt hatnbsp;(1) n,t. 3i,f.nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;(6) t. 5,6,8,10. Genau an der Befestigungsstelle endet nam-

lich der Aussen- und Innenrohr von einander trennende Hoblraum ganz plötzlich. Er wird durch ein queres Diapbragma abgeschnitten, welches,

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Stigmaria.

aus derbem Gewebe bestehend, das subappendiculare Stück der Aussen-rinde der Stigmarienaxe darstellt. Durcbsetzt wird es von dem Spur-bündel, iind dieses wird bei seinem Austritt in den Appendix, noch eine kleine Strecke weit von dem derben Parenchym umscheidet, welchesnbsp;schliesslich in das Innenrohr ausgeht. Horizontalschnitte der Dia-phragmaplatte bekommt*man nur selten; der einzige, den ich an einemnbsp;meiner Praparate finde, stimmt vollstandig mit dem von Williamsonnbsp;abgebildeten (6) t. 5 überein. Inmitten der derben Parenchymplatte findetnbsp;sich eine sehwache Bündelspur, die ohne Zweifel dem in zweiter Linienbsp;beschriebenen Typus angehört. Bei den betrelfenden Exemplaren mussnbsp;also der Secundarzuwachs der Spuren bereits wahrend des Rindenver-laufes derselben aufgehört haben, wenn anders ein soldier überhauptnbsp;verhanden war, was man, da Querschnitte dieser Stücke fehlen, nichtnbsp;sicher nachweisen kann. Nur die Analogie mit den vielen anderen studirtennbsp;Querschnitten kann als Wahrscheinlich-keitsgrund herangezogen werden. Da wir.nbsp;uun aber freie Appendices in grössternbsp;Menge finden, die ein mit Secundarzuwachsnbsp;versehenes Bündel umschliessen, so bleibtnbsp;uur die Alternative, dass entweder imnbsp;Appendix das Dickenwachsthum wiedernbsp;Von neuem auftrat, oder aber, dass in jenennbsp;Pallen die Spur das basale Diaphragmanbsp;in anderer Weise als in den bislang studirten, namlich unter Beibehaltung desnbsp;secundaren Holzes passirt habe. Solltenbsp;letzteres der Wirklichkeit entsprechen, so

Würde man zur Annahme verschiedener, in dieser Hinsicht sich different verhaltender Species von Stigmaria gedrangt werden. Renault freilichnbsp;giebt an, an einer und derselben Axe Spuren der verschiedensten Artnbsp;gleichzeitig gesehen zu haben, allein die bezügliche Beweisführung, aufnbsp;die wir weiterhin noch zurückkommen mussen, erscheint mir nicht con-cludent. Auch mit Williamsons (5) p-sso Meinung, die in den verschie-denen Spurtypen nur die Bilder verschiedener Abschnitte ein und des-selben Organs derselben Pflanze sieht, dürfte der im bisherigen gegebenenbsp;Thatbestand nicht ohne künstliche Deutungen vereinbar sein. Aus dennbsp;anatomischen Befunden allein lasst sich eben in diesen Fragen zunachstnbsp;ein bestimmter Anhaltspunkt nach keiner Richtung gewinnen. Successive Schnitte solcher Appendices, die noch an der kenntlichen Stigma-i’ienaxe ansitzen, liegen meines Wissens nicht vor. Sie allein abernbsp;können uns auf dem hier berührten Gebiete Aufklarung bringen.

Sowohl die Stellung der Stigmarien im System, als auch ihre morpho-

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Stigmaria.

logische Gliederung liahen im Lauf der Zeit die allerverschiedenartigsten Deutimgen erfaliren. Mehr als für irgend welchen fossilen Pflanzenrestnbsp;sind desbezüglich die Meinungen auseinandergegangen. TJnd trotz dernbsp;nahezu ttherwaltigendeu Literator ist ancli heute noch vollkommenenbsp;Sicherstellnng dieser Punkte ia keiner Weise erreicht. Wena wir onsnbsp;jetzt der Besprechung der hezüglichea Bestrehungen zuweaden, so wirdnbsp;von ausführliclier Behandlung der Vergleiclie alterer Autoren, die Opiin-tien, Cacalien, Ficoiden, Stapelien, Aroideen, ja sogar Palmen zu diesemnbsp;Belmf herangezogen haken, füglich ahgesehen werden können. Ihrenbsp;ühersichtliche Citirung ist hei Göppert (20, 1, 3) zu finden.

Der erste, weleher, allerdings auf hinfallige Gründe gestützt, an eine nahere Beziehung unserer Beste mit Lycopodinen, zumal mit Isoëtesnbsp;gedacht hat, war Brongniart (4) p.82. Seine Meinung, die anfangsnbsp;nicht viel Anklang fand, drang erst spater durch, als man sie hesser zunbsp;hegründen im Stande war, und dürfte jetzt zu sehr allgemeiner Geltungnbsp;gelangt sein. Die erste bestimmte Darstellung von dem Aufhau diesernbsp;Gewachse, die dann langere Zeit hindurch maassgebend blieh, ist durchnbsp;Bindley und Hutton (1) v. i, t. 3t entwickelt worden. Sie fusst aufnbsp;dem von ihnen abgehildeten, im Dach des Bensham-Flötzes der Jarrow-Grube gefundenen, verzweigten Exemplar. Dieses, weil im Dach steckend,nbsp;nur von unten sichtbar, zeigt zwölf wohlerhaltene, zum Tlieil gegabeltenbsp;und sogar noch mit Appendices besetzte Stigmarienaste, welche vonnbsp;einer centralen Masse in Richtung der Eadien schrag absteigen. Dernbsp;ideale Langsschnitt, den die Autoren hinzufügen, ergiebt also einenbsp;kuppel- oder domförmige Gestalt des ganzen Verzweigungssystems. Ihrenbsp;Schlüsse aus diesem Thatbestand, unter Zuhtilfenahme des schon frühernbsp;bekannten, sind folgende: 1) Dass Stigmaria eine niederliegende Land-pflanze gewesen sei, deren Zweige regelmassig vom gemeinsamen Centrum strahlten, urn sich endlich gabelig zu verasteln. Ob das „domednbsp;ceatre“ Genuscharakter, bleibt ihnen ungewiss; sie halten für möglich,nbsp;dass die Pflanze auf einer kleinen Bülte gewachsen sein könnte, vonnbsp;weleher ihre Aeste dann nach allen Seiten herabstiegen. 2) Dass sienbsp;eine succulente Dicotyledone gewesen sei. Diess wird aus S t e i n h a u e r snbsp;oben erwahnten Beobachtungen beztiglich des Centraleylinders erschlos-sen. 3) Dass die rundlichen Oberflachennarben die Abgliederungsstellennbsp;von BUittern darstellen. Aus deren regelmassiger ringsum gehender Quin-cuncialstellung wird mit grosser ümsicht geschlossen, dass sie nichtnbsp;füglich Wurzeln gewesen sein könnten. 4) Dass diese Blatter cylindrischnbsp;und fleischig gewesen seien. — Auf die Vergleichung mit bestimmtennbsp;Dicotylengruppen legen sie sehr treffend wenig Gewicht, denn „it mustnbsp;he confessed, this is but a rude kind of analogy“ (v. i, p- io9). In kurzemnbsp;Zeitraum hat man dann in derselben Grube, noch vierzehn andere ahn-liche Exemplare entdeckt, von denen einige gefórdert werden konnten.

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Stigmaria.

Sie wurden wiederum von Lindley und Hutton in der Einleitung zum zweiten Band ihres Werks p. xnsei. besproehen. Eines der gefór-derten Exemplare, welches die obere Seite zeigt, ist auf p. xm abgebildet.nbsp;Aus der Thatsaclie, dass die Appendices nach allen Seiten bin senk-reeht abstehen, und die Schichtung durcbqueren, wird jetzt der Schlussnbsp;gezogen, dass sie vielmehr „in the soft mud, most likely, of still andnbsp;shallow water“ gewachsen seien. Diese nach dem Stand der damaligennbsp;Kenntnisse sehr wohl begrttndeten Anschauungen wurden nicht nur innbsp;England, sondern auch auf dem Continent allgemein acceptirt. Hiernbsp;batten sie zumal in Corda (1) und in Sternberg (1) Heft 0-8, Anuang^nbsp;sowie in Göppert (1) eifrige Vertheidiger gefunden, wennschon letz-terer, an der Dicotylenverwandtschaft zweifelnd, sie lieber als „crypto-game Monocotylen“, oder „als ein Mittelglied, welches namentlich dienbsp;Lycopodien den Cycadeen nahert“ betrachten möchte.

Einen ganz neuen Impuls gab der Stigmarienfrage in den Jahren 1845 und 1846 Binneys (5, 6) Entdeckung aufrechter Sigillarienstamm-stiimpfe, die unterwarts in je vier Wurzelaste mit Stigmariencharakternbsp;ausliefen. Die drei ersten Exemplare waren zu St. Helens bei Manchester schon 1843 aufgedeckt worden. Als sie zur Üntersuehung kamen,nbsp;batten sie bereits durch das Publikum grosse Beschadigungen erlitten,nbsp;und wenn an ihrem Sigillariencharakter nicht gezweifelt werden kann,nbsp;so sind doch, zumal in der Abbildung, ihre Stigmarienwurzeln nichtnbsp;allzu überzeugend. Aber der im Victoriaschacht zu Dukinfield bei Manchester entdeckte bewurzelte Stammstumpf (6) hob alsbald die annoehnbsp;bestehenden Zweifel. Er fand sich im Liegenden des Cannel-Flötzes,nbsp;von WO er gefórdert und ins Museum zu Manchester gebracht wurde,nbsp;zu dessen Zierden er noch heute gehort. Seine Wurzelzweige, die zumnbsp;Theil bis zur Spitze verfolgt werden konnten, verliefen, hier und danbsp;gabelnd, in dem ünderclay des Elötzes, und erwiesen sich als zweifel-lose Stigmarien. An dem 15 Zoll hohen und im Umfang 4 Fuss messen-.den Stammstumpf sind die Charaktere eines Syringodendron kenntlich.nbsp;Von alledem habe ich mich durch eigene Üntersuehung des Objektesnbsp;selbst überzeugen können. Als sich nun Binney, auf diese Beobach-tungen hin, mit Bestimmtheit dahin aussprach, dass die Stigmarien dienbsp;Wurzelstöcke der Sigillarien seien, wurden ihm, zumal auf dem Continent,nbsp;von vielen Seiten grosse Zweifel entgegengebraeht, wennschon Brong-niart (2) sogleich, und Göppert (3) spater auf die Seite des eng-iischen Forschers traten. Die Grtinde nun, die man gegen die Zu-gehörigkeit der Stigmarien zu den Sigillarien ins Feld fiihrte, sindnbsp;grösstentheils nicht schwer zu entkraften. Sie können alle zusammen,nbsp;der langen Eeihe von Stammen gegenüber, nicht aufkommen, die seitnbsp;jener Zeit im Zusammenhang mit Stigmariawurzeln noch entdeckt worden sind. Denn wenn Goldenberg (1) Heft 3, p. 9 meint, dass der dom-

Solms-Laubach, Palaophytologie.

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Stiemaria.

förmige Centralstock der Lindley-Huttonsclien Exemplare keine Bruch-flache zeige, also aueh nielit verstlimmelt sein könne, so ist dem entgegenznhalten, dass diese durcli seitlielien Druck iind Eutschflachen-bildung selir wohl verschwunden oder unkenntlich geworden sein konnte.nbsp;Weiterliin meint derselbe Autor: „Was die oben angefiihrte Beobacb-tung Binneys und Hookers betrifft, worauf man so grosses Gewichtnbsp;legt, so glaube ich gern, dass genannte Herrn an Wurzeln, die mitnbsp;Sigillarienstammen noch in Zusammenbang standen, Narben wahrge-nommen, die mit Stigmariennarben grosse Aehnlichkeit batten. Der-gleichen Narben lassen sich an allen fossilen Pflanzen finden, derennbsp;Wurzelaste federspuldicke Wurzelfasern batten u. s. w.“ Hatte Gol-denberg die in Manchester verwahrten Exemplare gesehen, so würdenbsp;er diesen Gedankengang gewiss nicht weiter ausgesponnen haben. Dennnbsp;sie sind so charakteristisch, dass jeder Zweifel entfallt. Mit den vonnbsp;ihm entdeckten p. 272 besprochenen, sogenannten Fructificationen, dienbsp;er gleichfalls als Gegenbeweis heranzieht, ist natürlicher Weise überhaupt nichts anzufangen, so lange ihre Natur nicht besser begründet ist.nbsp;Als schroffer und gefahrlicherer Gegner von Binneys Ansicht istnbsp;weiterhin noch 1870 linger (10) aufgetreten. Er sagtp.rao: „Die Stig-maria also als Wurzel der Sigillarien anzusehen, mit denen man sienbsp;bisher in Verbindung gefunden haben will, ist kur.z gesagt eine morpho-logische ünmöglichkeit, abgesehen davon, dass die erstere alle Eigenschaften einer selbststandigen Pflanzenform an sich tragt.‘‘ Was diesenbsp;„Eigenschaften“ angeht, so hütet er sich freilich sorgfaltig, sie nahernbsp;zu defmiren. Die Begründung seines Ausspruehes fusst nun einmalnbsp;auf den Appendices, von denen er sagt, dass sie die morphologisehennbsp;Charaktere der Seitenwurzeln nicht bieten. Das ist freilich zuzugeben.nbsp;Man muss aber bedenken, dass unterirdische Organe auch Rhizome seinnbsp;können, und dass dann dieser Einwand in Fortfall kommt. Brong-niart (2) p. io5, der seinerzeit ahnliche Bedenken hatte, ist weit vor-sichtiger gewesen. Wenn aher Unger weiterhin behauptet, dass dienbsp;Anatomie der Stigmaria sich mit der von Sigillaria nicht vereinigennbsp;lasse, so ist das in der That ein Einwand, der alle Beachtung verdient und zu einer bezüglichen Erörterung nöthigt. Es treten uns beinbsp;der Vergleichung beider wesentlich zwei wichtige Differenzpunkte ent-gegen. Einmal namlich ist der Dickenzuwachs der Spurstrange vonnbsp;Stigmaria hervorzuheben, dem wir bei Sigillaria nichts ahnliches annbsp;die Seite zu setzen haben; dann aber, und vor Allem, fehlt hier, wienbsp;wir sahen, im Umkreis des Markkörpers, die in unregelmassige Bundelnbsp;gegliederte Schicht primaren Holzes (bois centripète), die wir dort annbsp;der Innenseite des Secundarzuwachses batten. Man ist also genöthigt,nbsp;fiir Stigmaria rein parenchymatische Ausbildung des Centralcylindersnbsp;anzunehmen, in dessen Peripherie nur ein Netzwerk schwacher, wahr-

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Stigmaria.

scheinlicli normal orientirter Trachealsti-ange entwickelt wurde an welches der Dickenzuwaclis ahnlicli wie im Stamm von Botrychium sofort ünd unmittelbar anschliesst. So würde es sich erklaren, dass man dienbsp;Holzkeile von den Primarstrangen nicht oder kaum nnterseheiden kannnbsp;dass die Struktur der jüngsten Spitzen im wesentlichen der der alterennbsp;Theile gleicht. Schon hei Stigm. Augustodunensis, deren Hierherge-hörigkeit allerdings nicht völlig zweifellos ist, vgl. p. 280, ist der ge-sammte, bei St. ficoides parenchymatisehe Centralstrang aus Tracheidennbsp;erbaut. In welcher Weise die eine Strukturform in die andere an dernbsp;Basis des aufrechten Stammes überging, können wir freilieh nicht wissen,nbsp;es ist auch wenig wahrscheinlieh, dass diese Eegion jemals mit erhal-tener Struktur gefunden werde. Allein die bestehenden Schwierigkeitennbsp;sind gewiss viel geringer, als die, welche sich für die Vereinigung vonnbsp;Stamm und Wurzelbau unserer lebenden Gewachse ergeben würden,nbsp;Wenn von diesen nur zusammenhangslose Bruchstücke vorlagen.

Eine ganze Anzahl Stamme mit ansitzenden Stigmariawurzeln waren in den Jahren 1846, 1848 und 1849 durch Eich. Brown (1, 2, 3) ausnbsp;dem Carbon der Insel Cape Breton in Neu-Schottland besehrieben worden.nbsp;Bei ihnen allen konnte über die Natur des divergirend verlaufendennbsp;Wurzelsystems kein Zweifel obwalten. Die Stamme freilieh, die in dernbsp;ersten Abhandlung dargestellt wurden, sind nicht sieher bestimmbar. Dienbsp;in der dritten beschriebenen erwiesen sich als echte Sigillarien (Holz-schn. 37C). Die im Jahre 1848 dargestellten hat Brown als Lepido-dendren besehrieben; mir seheint indess, naeh den Abbildungen wenig-stens, nur der Abdruck der Dictyoxylonstruktur vorzuliegen. ünd danbsp;diese auch bei Sigillaria, Lyginodendron, Heterangium und anderen For-men in der Einde sich findet, so kann ein solcher Befund zum Beweisnbsp;dessen, dass auch die Lepidodendren Stigmarienwurzeln besessen, nichtnbsp;wohl verwendet werden. Wenn die von Eich. Brown geausserte Ansicht trotzdem eine beifallige Aufuahme fand, so kam das nur daher,nbsp;dass man sich auch auf anderem Wege zu eben derselben Meinungnbsp;gedrangt sah. Besonders Geinitz (5, 8), dann auch Schimp er (4)nbsp;hatten namlich die ausserordentliche Haufigkeit der Stigmaria ficoidesnbsp;in den Culmsandsteinen betont, in denen doch Sigillarien gar nichtnbsp;vorkommen, in welchen es aber von Lepidodendren und Knorrien wim-melt. So ist es zum Beispiel in Burbach bei Thann, so bei Hainichennbsp;Und Ebersdorf in Sachsen, so in den Anthraciten des Eoannais (Grand’nbsp;Eury (1) p.'iii). Und Geinitz (5) p-s® sagt ausdrücklich, dass die vonnbsp;ihm in den Gruben zu Niedercainsdorf in Sachsen beobachteten Wur-zeln des Lepidodendron rimosum ganz die Charaktere der Stigmariennbsp;9.n sich trugen. Die Anschauungen aller dieser Au toren haben durchnbsp;den Fund eines Stammes ihre Bestatigung gefunden, der aus den Stein-brüchen von Burbach in das Museum zu Colmar gebracht worden ist.

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Stigmaria.

Schimp er (1) t. 2, Awh. i, p. 117 gieht au, dass derselbe oben die Charaktere von Knorria longifolia, weiter anten die von Didymophyllum Scbottininbsp;und Ancistrophyllum an sieh trage, und dass seiner Basis seitlicb einenbsp;unzweifelhafte, einmal gegabelte Stigmaria ansitze. Das Exemplar istnbsp;auch mir, als icb es, freilich vor langoren Jahren, besicbtigte, vollkom-men beweisend erscbienen.

Wenn wir uns im bisherigen ausschliesslicb mit der Frage besebaf-tigt baben, welcher Art die Stamme gewesen, die unterwarts in Stig-marien anslaiifen, so erübrigt nun noch die Besprechung der Formver-



Stammstümpfe von Sigillaria mit ansitzenden Stigmarien. A Deï nenerdiiigs quot;bei Bradford gefundene IStumpf, nach einer Bleistiftskizze Williamaons. Seine Breite von Norden nach Süden 2y'j2 engl. Fuss,nbsp;von Osten nach Westen 28 engl. Fuss, B Staminstumpf mit 4 kreuzweis divergirenden Wnrzeln, die Stig-mariencharakter zeigen, von der Seite und von unten. Nach William son (6). C Sigillarienstammstumpfnbsp;mit zahlreichen wiederholt gabeltheiligen Stigmarien, die his zu den Spitzen erhalten sind, von der Seitenbsp;und von unten, in der Unteransicht die kegelförmigen an der Basis jeder Dichotomie stehenden, senk-recht ahwarts gehenden Fortsatze (taproots) zeigend, die im Text hesprochen sind. Am Stamm an einernbsp;Stelle etwas wie Dictyoxylonstruktur zu Tage tretend. Nach K. Brown (3),nbsp;haltnisse dieser Stammbasen, die wir Dank den zahlreichen, in neuerernbsp;Zeit gemachten Funden recht genau kennen. Da ist vor allem dienbsp;Tbatsache hervorzubeben, dass nie und nirgends eine Pfablwurzel alsnbsp;direkte Verlangerung des Stammes verhanden war, dass dieser vielmehrnbsp;stumpf endend, uur seitlichen, horizontal verlaufenden Zweigen den Ur-sprung gieht, die bald Stigmariencharakter annehmen. Und zwar sindnbsp;es immer vier derartige divergirende Hauptaste, die, nach Art der Armenbsp;eines Kreuzes mit einander verhunden, die etwas vertiefte untere Flachenbsp;der Stammhasis einschliessen. So viel batten ja schon Bindley und

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Stigmaria.

Hutton an ihren Stammen beobaclitet. Bei guter Erhaltung sielit man besagte mittlere Vertiefung von vier im Mittelpunkt zusammenstossen-clen Furchen, den Grenzen der ürsprungsareale der vier Stigmariennbsp;durchzogen. Als Belege für diese regelmassige Viertheilung, die mannbsp;auf raseb wiederholte Dichotomie zurückzuführen geneigt sein wirdnbsp;mógen die bei Rich. Brown (1, 2) erwahnten Exemplare, die im Museum zu Leeds verwahrten Stammstümpfe von Bradford, die Binneynbsp;(7) f.5 11.6 beschrieb, Göpperts (14) p. i9, t. i5, (3) t. 36, f. i n. 2 (ygi. auchnbsp;P. Eömer (1) p. 232, leitf.) Schatzlarer Stücke, sowie die ausgezeichnetnbsp;schónen neuen Bilder von Williamson (6) t. 2 n. 3 (Holzschn. 37B) er-Wahnt sein. Wenn der Piesberger Stamm von Temme (1) als seehs-Wurzlig dargestellt wird, so dürfte diess zweifelsohne darauf beruhen,nbsp;dass zwei seiner vier ursprünglichen Zweige alsbald und ohne sich vor-her irgend betrachtlich zu verlangern, sich wieder gablig getheilt haben.nbsp;Und für alle die Exemplare, bei welchen zahlreiche Seitenaste unmit-telbar an der Stammbasis entspringen, wird man gewiss ein gleichesnbsp;annehmen dtirfen. Als solche mógen Binney’s und Harkness’ (5) St.nbsp;Helens-Stamme, Rich. Browns (3) Individuen aus Cape Breton vomnbsp;Jahre 1849, der Stamm des Bonner Museums aus dem Holzhauerthalnbsp;bei Saarbrücken, den Góppert beschrieben hat (20) 1.12, (3) t. 37, f. 2, sowie der ganz neuerdings bei Bradford gefundene (Holzschn. 37 A) (vgl.nbsp;Willi amson (6) 1.15) angeführt werden, dessen an Ort und Stelle auf-genommene Photographie ich Herrn Cashs Güte verdanke. Besondersnbsp;deutlich tritt der wiederholt dichotome Aufbau bei den beiden letzt-erwahnten, sowie bei einem der Rich. Brownschen Stümpfe hervor. Schonnbsp;in der von Weber gelieferten, bei Góppert(20) gedruckten Beschrei-bung des Bonner Stammes ist diess zur Genüge hervorgehoben.

Eine ganz besondere Eigenthümlichkeit weist einer der Rich. Brownschen (3) Stümpfe auf (Holzschn. 37C). An dei- unteren Seitenbsp;seiner Stigmarien finden sich namlich senkrecht abwarts gerichtete,nbsp;stumpf endende Kegelfortsatze, deren Oberflache mit queren Eunzeln,nbsp;ivie es scheint accidenteller Natur, bedeckt ist. Der Entdecker hebtnbsp;dabei besonders hervor, dass sie in zwei Kreisen stehen, von denen dernbsp;innere 16-, der aussere 32zahlig ist. Die Figur weist freilich diesenbsp;Zahlenverhaltnisse nicht auf. Sie zeigt aber, dass jeder solche Fort-satz, „tap root“ nach Brown, an der Basis einer Dichotomie in ahn-Hcher Weise entwickelt wird, wie die Wurzel unter der Verzweigungs-stelle des Selaginellenstammes. Hieraus darf man wenigstens so vielnbsp;sehliessen, dass diese Zapfen kein zufalliges Vorkommniss sind, dassnbsp;®ie vielmehr in bestimmter, wennschon zunachst nicht naher zu defini-render Beziehung zu dem Aufbau des betreffenden Stockes stehen.

Wenn schon nach allen den im bisherigen abgehandelten Befunden kaum mehr daran gezweifelt werden kann, dass die Stigmarien bloss

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Stigmaria.

Glieder der Sigillarieen- und Lepidodendreenstöeke gewesen sind, die die Wurzelfunctionen übernahmen, dass sie als eigene Gewacbsgruppenbsp;ans dem System gestriehen werden miissen, so lassen sich, als Bekraf- ¦nbsp;tigung dessen, noch einige weitere, aus ihren Lagerungsverhaltnissennbsp;gezogene Thatsachen anführen. Es ist einmal seit lange bekannt, dassnbsp;sowohl in Westphalen, als in England und Canada, und anch ander-warts das Liegende der Kohlenflötze gewöhnlich von Thonscliiehten ver-sehiedener Maehtigkeit gebildet wird, die von unzabligen Stigmariennbsp;durcbzogen werden. Die betreffenden Schichten heissen in Englandnbsp;Stigmarian underclays. Mit dem Flötzkörper selbst seheinen diese Stigmarien in der Regel nicht in Verbindung zu stehen, doch giebt Grand’nbsp;Eury(2) p i5i an, einen solchen direkten Uebergang zu Dombrowa innbsp;dem polnisch-obersehlesischen Kohlengebiet beobachtet zu haben. Dassnbsp;die Pflanzen in der Substanz dieser Thonbanke gewacbsen sein mtissen,nbsp;beweist die schon von Lindley und Hutton (1) v. 2, Eini. hervorgehobenenbsp;Anordnung ihrer Appendices, die, nach allen Seiten hin rechtwinklignbsp;abstehend, das Gestein durchziehen, wenn auf- oder abwarts gerichte!nbsp;zu dessen Schichtung senkrecht gestellt. Wenn sie somit im Schlammnbsp;der carbonischen Sümpfe, tiber welchem die Bildung der Kolde begann,nbsp;gewuchert haben, so können sie eben nicht wohl zur Assimilation be-stimmte Glieder gewesen sein, sie mtissen vielmehr der Stoifaufnahmenbsp;aus dem Substrat sich angepasst haben. Im Dach der Flötze sind sienbsp;in gleicher Weise vertheilt, doch viel weniger haufig, erreichen auehnbsp;nur seiten das Niveau der Kohle selbst, sind von dieser vielmehr durchnbsp;eine, freilich oft nur dünne, Gesteinsschicht getrennt. Es begreift sichnbsp;das, wenn man berücksichtigt, dass eine gewisse Zeit verfliessen musste,nbsp;bevor sich auf dem, den Carbonsumpf deckenden, durch Einbruch fremdernbsp;Strömungen zugeführten Schlamm eine neue Vegetation von Stigmariennbsp;ansiedeln konnte. Da sie somit in ihrem Schlamm vor der Ausflössungnbsp;durch fliessendes Wasser geschützt waren, blieben die Axencylinder,nbsp;wenn einmal gebildet, viel leichter in ihrer natürlichen Lage, dahernbsp;man sie auch bei ihnen so haufig, bei den Stammen beider Familiennbsp;so seiten vorfindet, vgl. p. 272.

Zu ahnlichen Erwagungen giebt ferner das Studium der Flötze selbst und der in ihnen zuweilen vorhandenen Kalkknollen Anlass. Innbsp;letzteren ist selbst da, wo sie keine Stigmarienaxen enthalten, stets einenbsp;Fülle ihrer Appendices auf jedem Durchschnitt zu find en. Das Hauf-werk zertrümmerter Pflanzéntheile, das deren Grundlage ausmacht, wirdnbsp;von den Appendices nach allen Richtungen durchwuchert und zusam-mengenaht; in jeden Spalt, in jeden erweichten Holzkörper dringen sienbsp;ein. Die hohlen Markröhren aller möglichen Stamme findet man stetsnbsp;der Lange nach, und oft von ganzen Btischeln derselben, durchzogen.nbsp;Manche Appendices umschliessen solche von engerem Lumen in Mehrzahl

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Stigmaria.

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(Holzschn. 38). Wir haben p. 280 gesehen, wie sie in diesem Fall zu Irrtbtimern Anlass geben konnten. Aus alledem aber ergiebt sicb zurnbsp;Evidenz, dass sie in diesem organiscben Boden wucberten, und dass sienbsp;nicbt etwa spater binein versunken sind. Wie die Baumwurzeln nochnbsp;heute in den faulen Holzmassen des Urwalds aller Zonen sicb üppignbsp;entwiekeln, sicb reicb in denselben nacb jeglieber Ricbtung verbreiten,nbsp;so baben diess aucb zur Carbonzeit die Stigma-rien getban. In der Koble der Flötze sind sienbsp;gleicbfalls baufig erbalten, liegen dann aber stetsnbsp;zusammengedrückt in den Schicbtungsflacben, wo-fiir man bei Grand’ Eury (2) p. w u. ióo viele Be-lege findet. Die Abplattung bat also nacb Bildungnbsp;der verkalkten Knollen in den definitiv abgelager-ten Massen stattgefunden, indem diese mehr undnbsp;mehr zusammengesunken sind. Stigmarien mussen demnach aucb wabrend der Bildungszeit dernbsp;Flötze fortwabrend an Ort und Stelle vorbandennbsp;gewesen sein. Und wenn sie, um all’ das Gesagtenbsp;kurz zusammenzufassen, einmal im unorganiscbennbsp;Scblamm der spateren Underclays, vermutblicbnbsp;am Grunde des Wassers, ein andermal in der or-ganischen Masse des entstehenden Flötzes selbstnbsp;zu wacbsen befabigt waren (im letzteren Fall vielleicbt an der Bildungnbsp;von, den Wasserspiegel bedoekenden Moorfilzen betbeiligt), so zeigt sicb,nbsp;dass ibnen ein entwickeltes Anpassungsvermögen an aussere ümstaudenbsp;der versebiedensten Art eigen gewesen sein muss.

Mit diesem Ergebniss wird sicb der Pbysiologe berubigen können; die Morpbologie muss weiter nacb dem Cbarakter der einzelnen Gliedernbsp;des Stigmarienstockes fragen. Und da geben wiederum die Meinungennbsp;weit auseinander. Sebon Brongniart (2) p-batte bemerkt, dassnbsp;gewisse Charaktere nicht recht mit deuen recenter Wurzeln stimmen,nbsp;und wennschon er kein grosses Gewicht hierauf legt, so sagt er doch:nbsp;„Le seul fait qui soit contraire a cette manière de voir c’est que lesnbsp;radicelles ne sont pas disposées en séries longitudinales limitées, maisnbsp;en quincoüces.quot; Derselbe Cbarakter wurde dann von Schimp er (1)

V.2, APth. I,p. lil starker betont und, unter Heranziehung neuer Momente, zur Begründung einer anderen Anschauung benutzt, nach welcher namliebnbsp;die Axen Rhizome, ihre Appendices Blatter sein sollen. Die Sigilla-rieen und Lepidodendreen würden dann, wie er austuhrt, mit demnbsp;wurzellosen Psilotumstoek verglichen werden miissen, dem freilich annbsp;den Rhizomsprossen die, hier vorhandenen. Blatter ganzlich fehlen. Gegennbsp;diese Ansicht bat dann Williamson (1) xi, (6) sebr lebhaften Einspruchnbsp;erhoben. Ganz abgesehen von ibren gelegentlicben Gabeltheilungen,

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Stigmaria.

und dem im Winkel stekenden rathselhaften Narkchen, kat er sick vor Allem auf ikren anatomiscken Ban berufen, den er mit dem der Wurzel-trager von Selaginella Martensii fast identisck findet. Habituell sindnbsp;beide freilich einander aknlich. Und das ist natürliek, da wir es imnbsp;einen Fall mit dem seltenen monarchen Radialstrang, im anderen mitnbsp;einem collateralen BUndel zu tkun kaken. Nur aus der Lage von Bastnbsp;resp. Cambium kann hier der Untersohied ermittelt werden. Im iibrigennbsp;gekt denn doek die Aehnlickkeit nicht so weit, wie man naek Williamsons (1) XI, p. 291, t. 53, f. 13 Abbildung des Quersehnittes der Selaginella glauben könnte. Denn diese ist zwar ricktig gezeicknet, akernbsp;falsch interpretirt. Die grossen, der Initialgruppe gegenüber liegendennbsp;Zeilen, die er für den Bast halt, sind in Wirklichkeit Theile des Holz-stranges, Tracheiden jugendlicher Beschaffenkeit; der wirklicke Bastnbsp;ist in der kleinzelligen, peripheren, mit c bezeiehneten Zone zu suchen.nbsp;Die Definitivausbildung des Bundels erfolgt kier eken sehr spat, dahernbsp;der leickt begreifliche Irrthum. Es lasst sick aber gar nicht bestreken,nbsp;dass Schimpers Auffassungsweise die meisten Schwierigkeiten voll-kommen beseitigt. Einmal ist es Thatsache, dass die dichotomisch ver-zweigten Axen ihre Appendices in progressiver Folge entwickeln. Beinbsp;Annahme eines aus gleichartigen Gliedern (Wurzeln und Seitenwurzeln)nbsp;bestekenden Verzweigungssystems würde das für die Glieder derselbennbsp;Generation differente Struktur und Entstekung ergeben. Und diessnbsp;würde immei’kin auffallig sein und direkter Analogie in der lebendennbsp;Vegetation ermangeln, auch dann noch, wenn, wie es keute der Fall,nbsp;die Untersckeidung progressiver und dickotomer Verzweigung ganz imnbsp;allgemeinen an Bedeutung verloren kat. Bei Annahme beblatterternbsp;Rhizome dagegen ist alles in sckönster Ordnung. Dass die Stellungnbsp;der Appendices mit der von Seitenwurzeln nicht, mit der der Blatternbsp;sehr wohl übereinstimmt, ist schon mekrfack hervorgehoben worden;nbsp;dass sie sich unter Hinterlassung von Narben bestimmter Form abglie-dern, wie es bei Wurzeln nicht oder doch nur ausserst selten vorkommt,nbsp;kat Sckimper zumal betont. Auch das oben p. 276 beschriebene, innbsp;meinem Besitz befindliche, mit den Vegetationspunkten versehene Exemplar dürfte wesentlick für dieses Autors Auffassung sprechen. Dennnbsp;es geken bei demselben die jungen Appendices so nahe an den Scheitelnbsp;heran, wie es bei Wurzeln, schon der Calyptra halber, für die hier keinnbsp;Raum bleibt, niemals der Fall ist. Und dazu kommt noch die aus-gesprochene Knospenbildung, deren Hypo- und Epinastie für Wurzelnnbsp;ebenfalls ein ganz unerhörtes Vorkommniss darstellen dürfte. Nebenbeinbsp;mag bemerkt sein, dass mir diese Knospenbildung die Anpassung dernbsp;Stigmarien aussckliesslick an breiartig weiche Umgebung beweist. Dennnbsp;in festem Boden ware dieselbe bis zur Unmöglickkeit unzweckmassig.

Die letzte ausgedeknte Bekandlung der nns besckaftigenden Frage

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Stigmaria.

stammt von Kenault (2) t. i n. 3 Eini., (lo) her. Auch er schliesst sieh

au Schimp er au nnd halt das Gros der Stigmariea wenigstens_von

den Ausnahmen wird nachher die Rede sein — für Rhizome. Insofern aber weicht er von ihm ah, als er die Appendices in 2 Kategorien zer-legt, die einen für Blatter, die anderen für Adventivwurzeln ansieht.nbsp;Pür diese Unterscheidung stützt er sich nun ausschliesslich auf dienbsp;früher p. 283 seq. ahgehandelten Differenzen im anatomischen Ban. Ichnbsp;liabe indess hereits ausgeführt, dass diese sich sehr wohl auch in anderernbsp;Weise interpretiren lassen. Aeussere Charaktere, die zu einer solchennbsp;Unterscheidung von Blattern und Faserwurzeln dienen könnten, sind innbsp;keiner Weise verhanden, und wenn Renault sagt (10)p-23; „Dans lanbsp;région corticale Ie nombre des faisceaux appartenant a des racines de-vient plus grand parceque ces dernières sont en grande partie posté-i'ieures a la formation du cylindre ligneux; leur apparition tardive donnenbsp;naissance a des spires surnuméraires, ou a des cicatrices disposées irré-guliêrement a la surface de certains échantillons“, so ist nach meinernbsp;Meinung dieser kurze, im Text nicht besonders hervortretende Satz, dernbsp;in Wirklichkeit zwei unbewiesene Behauptungen enthalt, die Achilles-ferse der ganzen Deduction. Einmal namlich müssten Exemplare mitnbsp;„spires surnuméraires“ ausserordentlich haufig sein. Denn Renaultnbsp;uimmt als natürliche Consequenz seiner Anschauung an, dass diejenigennbsp;Stücke, deren Appendices durchweg Blattcharakter tragen, aus der un-mittelbaren Nahe der Spitze stammen, dass die ausschliesslich mit Wur-zeln besetzten dem alten, unteren Theil des Sprosses, der seine Blatternbsp;bereits verloren, angehören, dass die mit beiderlei Organen versehenennbsp;eine mittlere Region reprasentiren. Und da ware doch anzunehmen, dassnbsp;unter den Fossilresten die alteren Rhizomtheile haufiger als die jüngstennbsp;vertreten sein müssten. Nun ist aber, soviel ich weiss, bei allen Stig-luarien wesentlich die gleiche regelmassig quincunciale Anordnung dernbsp;Narben verhanden. Von „spires surnuméraires“ und anderen Unregel-massigkeiten habe ich, obschon ich von diesem Gesichtspunkt aus Exemplare und Bilder in grosser Menge betrachtete, niemals etwas beobachtennbsp;können, auch bei Renault selbst habe ich keine beweisenden Stückenbsp;gesehen. Und in den von ihm abgebildeten Tangentenschnitten zurnbsp;Oberflache einer Stigmaria (10) 1.1, f. 3,7 ,• die beiderlei Organe treffen,nbsp;fehlt doch jede Gewissheit, ob alle diese Durchschnitte auch wirklichnbsp;derselben Axe entstammen. In dem Querschnitt 1.1, f. 1 ist die mit o be-zeichnete „Wurzel“ ganz gewiss nicht zu dem Exemplar gehorig, sondeinnbsp;einfach spater hineingewuchert.

Wir wissen auf der anderen Seite, dass die Spurbündel, wo immer man sie untersueht, an der Innenkante der Holzkeile in der Stigmarien-axe den ürsprung nehmen, dass ihr basaler Abschnitt durch die Pri-marstrahlen verlauft, und dass pr im selben Maass wie das benachbarte

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Stigmaria.

Holz in die Dicke waclist. Wenn nun wirklich so viele spat entstandene adventive Glieder, wie Renault will, an diesen Axen vorkamen, sonbsp;wtirde man doch erwarten dttrfen, irgendwo einmal deren Spurstrangenbsp;vorzufinden, die natiirlich nicht his zur Innenkante des Holzrings verdringen können. Bis jetzt ist diess niemand gelungen. Und wenn dienbsp;Pflanze befahigt war, fiir die Aufnahmsfiinction normale Wurzeln zunbsp;bilden, so mtisste es als ein erstaunlicher Luxus erscheinen, wenn sienbsp;gleichzeitig auch noch Blatter demselben Functionszweck angepasstnbsp;hahen sollte. So haufig functionelle Anpassung gegehener Organe alsnbsp;Ersatz fiir andere fehlende eintritt, so wenig wiisste ich fiir solch’ einnbsp;biologisches Verhalten ein analoges Exempel zu finden.

Begreiflicherweise muss ich nach dem gesagten bis zur Erbringung des definitiven Gegenbeweises daran festhalten, dass alle Appendicesnbsp;Glieder gleicher morphologischer Beschatfenheit darstellen. Ob man sienbsp;dann fiir Wurzeln, ob man sie fiir Blatter ansehen will, ist von geringemnbsp;Belang, und es diirfte vielleicht am zweekmassigsten sein, auf solch’nbsp;exacte Begriffsbestimmung bei Organen zu verzichten, die ein direktesnbsp;Analogon in der ganzen heutigen Vegetation nicht mehr erkennen lassen.

Ausser seinen im bisherigen dargestellten „Stigmarhizomen“ hat Renault aber auch nock wirkliche Wurzeln unter den Stigmarien finden wollen, die, der Blattappendices jederzeit bar, zeitlebens nurWurzel-ajrpendices getragen haben sollen. Diess sind seine „Stigmarhizes“, vonnbsp;denen er jedoeh so wenig zu sagen weiss, dass er sie in seiner Mono-graphie (10) p-sa auf weniger als einer Seite abthut, wahrenddem dernbsp;Beschreibung der Rhizome deren 14 gewidmet werden. Die einzigenbsp;Abbildung des Querschnitts solch’ einer Stigmarhize, die hier 1.1, f. unbsp;vorliegt, ist einem Fragment von Autun entnommen, und diirfte, meinesnbsp;Erachtens, nach den mancherlei Abweichungen ihres Banes, fiir die mannbsp;das Original vergleichen moge, wohl kaum zu Stigmaria gehoren können. Da man nun auch in der gegen Williamson und Hartogsnbsp;Einwande gerichteten Erwiderung (2) r. 3 Eini. vergeblich bessere bezüg-licbe Aufklarung sucht, so sieht man sich notbgedrungen zu der Fragenbsp;veranlasst, was Renault wohl zur Annahme dieser Stigmarhizen ge-fiihrt haben könne. Denn je mehr man sich in die Literatur vertieft,nbsp;umsomehr iiberzeugt man sich», dass dazu der diirftige herangezogenenbsp;Thatbestand allein den Anlass kaum gegeben haben kann. In der Thatnbsp;basirt denn auch die ganze Theorie von den Stigmarhizen auf gewissennbsp;Anschauungen, die Grand’ Eury (1) p-leeseq. entwickelt und dann (2)nbsp;p. i.Maeq. weiter ausgefilhrt hat. Dieser Autor namlich suchte die ganzenbsp;Masse der uns beschaftigenden Fossilien nach ausseren in loco beob-achteten Merkmalen in zwei als Stigmaria und Stigmariopsis bezeich-nete Gattungen zu zertheilen. Zu letzterer sollten die Wurzelstöckenbsp;gehoren, die mit Syringodendronkernen von Sigillarien zusammenhan-

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Stigmaria.

gend gefuaden sind. Wie wenig durchflilirbar aber diese ünterschei-dung ist, wird jedem einleucbten, der die unscharfeu dafür geg-ebenen Charaktere vergleieht. Sagt ja doch Grand’ Eury (1) p. 177 gelbst fol-gendes; „II existe d’autres souches stigmarioïdes, que l’on a pu confondrenbsp;avec les véritables Stigmaria, tant que l’on en a examiné que des fr

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ments, mais que leur connaissance compléte me fait distinguer etc.“, imd weiterhin p. 1-8: „Ces différences sont complètes dans les cas extrê-mes. Mais quoique importantes, elles diminuent dans quelques cas in-termédiaires; ce qui fait qu’aprés avoir d’abord éloigné les Stigmariopsisnbsp;des Stigmaria, je les rapproche aujourd’hui dans les limites de la mêmenbsp;famille“. Botanisch brauchhar sind aber seine Charaktere so wenig-wienbsp;die von Renault, welch’ letzterer denn, urn Stigmariopsis zu retten,nbsp;zu der in Rede stehenden Theorie von den Stigmarhizen greift. Diesenbsp;sollen nur da zur Entwicklung kommen, wo ein Ast des Stigmariarhi-zoms sich als Sigillariastamm in die Luft erhebt. Renault (2) t. i, p. issnbsp;sagt ausdrücklich: „Quand Ie rhizome se continuait en Sigillaire, cettenbsp;derniére émettait pour son propre compte des racines (Stigmariopsis)nbsp;volumineuses, dichotomes, de forme stigmarioïde, sur lesquelles il ne senbsp;développait que des appendices radiculaires“. Und damit kommen wirnbsp;aufs Gebiet der Entwicklungsgescbichte.

Ebenderselbe ümstand, der es ursprünglich versehuldete, dass man sich auf dem Continent, der Entdeckung der Zusammengehörigkeit vonnbsp;Sigillaria und Stigmaria gegentiber, so vorsichtig zurückhielt, gab dann,nbsp;nachdem diese Thatsache durchzudringen begann, den Versuchen dennbsp;Ursprung, die Entwicklungsgescbichte der Sigillarien zu reconstruiren.nbsp;Denn man bedurfte nun erst recht eine Erklarung der Thatsache, dassnbsp;in manchen Ablagerungen fast oder ganz aussehliesslich Stigmarien ohnenbsp;zugehörige Stamme vorkommen, dass die „underclay8“ mitunter bis 30'nbsp;dick werden, ohne irgend etwas ausser Stigmarien zu umschliessen, wienbsp;diess von Lesquereux (1) r. 1 u. 2. p. 500 ausdrücklich bezeugt wird (vgl.nbsp;Grand’ Eury (2) p. isi). Er giebt ferner an, dass mancherorts in Nord-Amerika die zu Tage liegenden Underclayschichten auf weite Streckennbsp;hin mit einander kreuzenden, nach allen Richtungeu hin kriechendennbsp;Axen bedeckt sind, ohne dass irgendwo von Stammansatzen die Spurnbsp;zu entdecken ware. Die entwicklungsgeschichtliche Erklarung tiir allesnbsp;diess bat zuerst Göppert (20), (3) p-is^seq. zu geben versucht. Bei Ge-legenheit einer im Jahr 1850 im Auftrag des Handelsministeriums unter-nommenen Studienreise im westphalischen Hauptbergdistrikt batte ernbsp;auf Zeehe Prasident bei Bochum, inmitten der Kolde des Flötzes Sonneu-schein, eigenthtimliehe Knollen gefunden, von runder, verlangerter, mitunter an den Enden getheilter Gestalt. Hire Masse bestand aus Gesteinnbsp;Oder Sehwefelkies. Aussen zeigten sie Stigmariennarben und es warennbsp;an vielen von ihnen keine Bruchflachen zu finden. üm desswillen ge-

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rade sprach Göppert diese Kaollen flir jugendliche, ringsum vollstandig erhaltene Individuen an, die durch weitere Gabelungen ibrer Enden sicbnbsp;verzwelgen und so zu den bekannten Rhizomen auswachsen sollten.nbsp;Aus unregelmassiger Anscliwellung einer Stelle ihres Mitteltheils lasstnbsp;er den knollenförmigen Stock sich gestalten, der eventuell, unter gttn-stigen Umstiinden zum Sigillarienstamm auswachsen, in anderen Fallennbsp;aber sehr lange oder gar für immer auf diesem Zustand beharren kann.nbsp;Für die Entwicklungsweise dieses Knollenstocks bezielit er sich einmalnbsp;auf eine Beobachtung Steinhauers (1), der mehrere Stigmariaastenbsp;von einem 1—4' dicken Mittelknollen ausgehen und sich über 20' Langenbsp;hin erstrecken sah. Und weiter hat er selbst auf eben jener westpha-lischen Reise zu Kirchhörde bei Dortmund an einer senkrechten, in dernbsp;Höhe von 50—100 Fuss wechselnden, Kohlensandsteinwand ein solchesnbsp;Exemplar beobachtet, von dem er (3) t. 35 eine Abbildung giebt. Es warnbsp;eine etwa 2 Fuss dicke Knolle von unregelmassiger Gestalt, von dernbsp;nach allen Seiten hin Stigmarienaste abgingen (der Zeichnung nachnbsp;sind es deren vier), deren Endigung nicht erhalten war und im Gesteinnbsp;sich verlor. Die ganze Vorstellungsweise ist zweifellos sehr plausibel,nbsp;sie erklart zur Genüge das, was sie begreiflich machen soil. Und wirnbsp;haben noch heute analoge Falie zum Vergleich, bei Psilotum, mindernbsp;pragnant bei Corallorrhiza, Epipogium und anderen Pflanzen. Um dess-willen gerade hat sie auch die Darstellung aller spateren Autoren durch-aus beherrscht. Ihr Fundament freilich ist nicht viel werth, denn dienbsp;Bochumer Knollen aus Göpperts Sammlung, deren einige ich der Gütenbsp;F. Romers verdanke, sind thatsachlich formlose, zum Theil von Rutsch-flachen begrenzte Dinge, die zu keinerlei Beweisführung dienen können.

Wahrend Göppert alle Stigmarien radienartig vom Centralstock resp. von der Sigillarienbasis ausstrahlen, und sich nach allen Rich-tungen wiederholt dichotomisch verlangern lasst, sind an diesem Punktnbsp;die französischen Autoren, Renault (2) v. 1, p. i«2 undSaporta et Marion (2) p. 55 in etwas abweichender Meinung. Der erstere sagt z. B.nbsp;p-ies; „La vie des Stigmaria s’est bornée sans doute, pendant longtempsnbsp;dans la production presqu’illimitée de ramifications dichotomes“. Abernbsp;dann sollen einzelne periphere Zweigspitzen dieser Rhizome sich auf-richten und als „bourgeons aëriens“ den Stammen den Ursprung geben,nbsp;welche nun ihrerseits an der Basis ein paar echte Wurzeln (Stigma-rhizes) hevvortreiben. Hiernach müssten also die 4 divergirenden, wiederholt gabelnden Aeste der Stammbasis Stigmarhizen sein, zwischennbsp;ihnen müsste sich irgendwo die Abbruchsstelle des Rhizomsprosses fin-den, dessen Spitze als Stamm emporgewachsen ist. Ganz abgesehennbsp;von der völlig hypothetischen Natur dieser Stigmarhizen, giebt uns dernbsp;ïhatbestand zu solcher Annahme nicht den geringsten Anhalt, wie dasnbsp;mit Recht von Williamson undHartog(5) p-349 hervorgehoben wor-

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den ist. Sie gelien freilich wolil mit dem folgenden Satze wieder zu weit p- 349 : „on trouve a la base de la tige de Sigillaire deux on quatrenbsp;troncs égaux de Stigmaria, opposés oü verticillés, ce qui rend impossible d’admettre que la Sigillaire ait été dans l’origine un bourgeon ascendant etc.“. Auf alle Falie aber wird man gut thun^ der be-tretfenden Meinung der französiscben Autoren gegenüber sicb ablehnendnbsp;zu verhalten, so lange diese keine starkeren Beweismittel beizubringennbsp;vermogen.

Anderweitige Stigmarienahnlicbe Reste aus der Devonformation sind unter den Namen Cyclostigma Haugliton (1), Scbimper (1) y.s.p.ssonbsp;und Artbrostigma Dawson (1) v. i, p. 4i; t. is, Schimper (1) v.3,p.549nbsp;beschrieben worden. Sie sind indessen nur im Abdruck bekannt undnbsp;desshalb für den Botaniker zunacbst von geringer Bedeutung. Cyclostigma Kiltorkense Haugbt. ist neben einigen anderen Formen im gelbennbsp;oberdevonischen Sandstein von Kiltorkan Hill in Irland baufig, es kommtnbsp;nacb Heer (5) v- 2i, p. is; t. u auch in den Ablagerungen seiner Ursa Stufenbsp;(Grenzsehicbten von Devon und Carbon) der Bareninsel vor. Naclinbsp;Haughton ist die glatte oder gerunzelte Oberflache des Fossils mitnbsp;kleinen, kreisrunden, entfernt gestellten Narbcben gezeichnet, die innbsp;regelmassigen vielgliedrigen Wirteln steken. Heer, der Exemplare vonnbsp;ebendort vergleichen konnte, erklart die Bilder dieses Autors fiir sclilechtnbsp;und bildet eine ganz Stigmarienahnlicbe quincunciale Narbenstellungnbsp;ab. Damit stimmt auch ein irisches Stück überein, welches ich im Bres-lauer Museum sah, und dessen Abbildung bei F. Romer (1) t. i, p. 225 zunbsp;linden ist. Andere ahnliche Reste sind verschiedentlich beschrieben worden, so von Schmalhausen (3)t. 1 aus der ürsastufe Sibiriens; vonnbsp;Weiss (3) p. 175, t. 7 (Cyclost. hercynicum); von O. Feistmantel (1)nbsp;III, Heft 2, p. 70 u. 75; 1.1, f. 0; t. 5, f. t (C. australo O. Foistiu.) aus den Grenz-schichten des Devon und Carbon in Neu-Süd-Wales uiid Queensland.

Seiner im Unterdevon von Gaspé in Canada aufgefundenen Gattung Artbrostigma bat Dawson eine ganze Tafel gewidmet; ihre verzweigtennbsp;Axen sind gestreift und gefurcht, und mit sehr unregelmassigen Wirtelnnbsp;runder Narhen besetzt, an denen mit breiter Basis senkrecht abstehende,nbsp;spitz zulaufende, dornenartige Appendices ansitzen.

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XIII.

Calamarieae.

Lange Zeit hinduvch ist man der Ansicht gewesen, dass keine der ausgestorbenen palaozoischen Pflanzengruppen bezüglieh ihrer Verwandt-schaft bestimmter erkannt und fixirt sei, als die jetzt zu besprechendennbsp;Calamarieen. Nichtsdestoweniger ist heiite diese Anschauung derartnbsp;erschüttert, dass eine zusammenhangende Darstellung des thatsachlichennbsp;Materials und der von den Autoren daran geknüpften Schlüsse in dernbsp;Form der frtiheren Abschnitte dieses Buches nicht wohl möglich ist.nbsp;Es wird desswegen am zweckmassigsten sein, zuerst einen kurzen Ueber-blick des Thatbestandes und der bezüglichen Ansichten vorauszuschicken,nbsp;sodann die verschiedenen Kategorien von Fossilresten, die hierherge-rechnet werden, einzeln nach einander zu hesprechen, die Kritik dernbsp;daran geknüpften Folgerungen aber zum Schluss nachzutragen. Wirnbsp;beginnen mit den gemeiniglich unter dem Namen der Calamiten ver-einigten Stammen und Aesten, denen dann die beblatterten Zweige, undnbsp;die hierhergezogenen Fructificationen nachfolgen sollen.

In der ganzen carbonischen Schichtenfolge finden sich die Calamiten in ungeheurer Menge vor. Es sind das die allbekannten, in Form von Abdrücken und von Steinkernen erscheinenden, rohrartig gestreif-ten, und in regelmassigen Abstanden gegliederten Stengel, die haufignbsp;colossale Dimensionen erreichen. Hire habituelle Aehnliehkeit mit dennbsp;Equiseten ist so gross, dass sie bald allgemein hervorgehoben zu werden pflegte, und dass die Vergleiche mit Bamhusrohr und ahnliehennbsp;Stengeln, wie man sie bei den altesten Autoren, Steinhauer (1) z. B.nbsp;findet, bald in Vergessenheit geriethen. Schon 1828 führt Brongniart(4)nbsp;Equisetum und Calamites neben einander als gleichwerthige Equiseteen-genera auf, zu letzterem rechnet er unter anderen auch Cal. Mougeotiinbsp;und arenaceus, welche seitdem, wie oben p. 181 dargelegt, als Stein-kerne der Centralhöhle triassischer Equisetiten erkannt worden sind.nbsp;lm Gegensatz zu den Equisetiten, deren Blattscheiden haufig in Formnbsp;von Abdrücken erhalten vorliegen, sind die Blatter der Calamiten ausser-ordentlich selten. Sie sind linienfórmig und seitlich nicht mit einander

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Calamarieae.

scheidenartig verdunden. Sie werden weiterliin ausführlicher zu be-sprecben sein. Ausser ilmen findet man an den Knoten, in je naoli dem einzelnen Fall wechselnder Anordnung und Vertbeilung, grosse scbüssel-fórmige Narben, die Ansatzstellen seitlicher Zweige vor. In vielennbsp;Fallen bat man ganze Zweigsysteme im Zusammenbang gefunden, esnbsp;bat sich dabei gezeigt, dass die Aeste sehr oft am Grunde kegelförmignbsp;verjüngt sind, in almlicher Weise wie bei den Equisetiten. Auch dienbsp;Abdrücke von Adventivwurzeln sind nicht selten im Zusammenbang mitnbsp;den sie erzeugenden Stammen zu Gesicht gekommen.

Der Erhaltungszustand, in dem diese Calamiten uns vorliegen, ist wesentlich dreierlei Art. Am gewöbnliclisten sind cylindrisehe oder platt-gedrückte Steinkerne, ganz zweifellos die Ausgüsse eines weiten innerennbsp;Markrohrs, analog den calamitoiden Steinkernen der Equisetiten, dar-stellend. Man findet ferner Oberflacbenabdriicke mit den Blattnarben,nbsp;au denen in ausserst seltenen Fallen die Blatter noch haften. Derartigenbsp;Oberflacbenbilder sind zumal auf der Kohlenrinde der Steinkerne zunbsp;finden, wo diese, was freilich in den Sammlungen nur selten der Fall,nbsp;gut erhalten ist. Und schliesslicli kommen sie in versteinertem Zustandnbsp;vor, alsdann der Kegel nach der Einde entbehrend, und nur das, dienbsp;Markhöhle umgebende Gefassbündel- resp. Holzsystem umfassend. Sonbsp;finden sie sich verkieselt zumal urn Autun, Grand’ Croix und Chemnitz,nbsp;so sind sie ein allgemein verbreiteter Bestandtbeil des in den englischennbsp;und westphalischen Kalkknollen erhaltenen Materials. Merkwürdigernbsp;Weise haben beinahe alle diese, selir zahlreichen, zur Untersucbung ge-kommenen, versteinerten Exemplare das allgemeine Vorbandensein einesnbsp;machtigen Secundarholzkörpers ergeben, der von Primar- und Secundar-strahlen durchzogen ist.

Man bat weiterhin zu wiederholten Malen unzweifelhafte Abdrücke von Calamiten in unmittelbarem Zusammenbang mit wohlcharakteri-sirten, aucb sonst haufig vorkommenden, ahrenförmigen Fruchtstandennbsp;gefunden, die ilirerseits die Cbaraktere archegoniater Fructificationennbsp;zur Scbau trugen, mitunter sogar zweierlei Sporen erkennen Hessen, undnbsp;die in den meisten Fallen mutatis mutandis noch am ersten an die fürnbsp;Equisetum bekannten Verbaltnisse erinnerten.

gt; Auf diese bisher in aller Kürze zusammengestellten, weiterhin ein-gehender zu bebandelnden Befunde sind nun die Anschauungen be-gründet, die beztiglich der systematischen Stellung der Calamarien bei den verschiedenen Autoren obwalten. Um der Verstandlichkeit der wei-teren Darstellung willen, müssen diese scbon hier vorlaufig dargelegtnbsp;werden.

Die Sache erschien den alteren Autoren, so lange man die versteinerten Beste nicht kannte oder wenig beachtete, ausserordentlich ein-fach. Man rechnete die Stamme und die Fruchtstande, von denen oben


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Calamarieae.

die Kede war, zu einander, und bildete die Familie der Calamarieen, die dean in allernachster Verwandtsohaftsbeziehung zu den Equisetennbsp;zu stehen schien. Als man nachher, auf den von Brongniart (2) p- otnbsp;gegebenen Anstoss bin, mit der Thatsacbe des secundaren Holzzuwachsesnbsp;in den Calamitenstammen zu recbnen anfing, gingen die Meinungen als-bald auseinander. Brongniart selbst, aus prineipiellen, bei Gelegen-beit der Besprecbung von Sigillaria erörterten Griinden, einer Annahmenbsp;secundaren Dickenzuwachses bei arcbegoniaten Gewacbsen durchausnbsp;widerstrebend, nimmt eine Zerlegung der gesammten Calamarien in zweinbsp;differente Gruppen vor, die ganz verscbiedenen Abtheilungen des Ge-wachsreichs angehörig, nur in der vegetativen Kegion mit einander grossenbsp;Aelmlicbkeit aufweisen sollen. Und nicht bloss seine Schiller, vor Allennbsp;Renault und Grand’ Eury (1), sondern auch Göppert (3) und neuer-dings Schenk (2), Z. (1) sind ibm auf diesem Wege gefolgt, Eine diesernbsp;beiden Gruppen, die Calamiteae, soil die Fruchtstande arcbegoniatennbsp;Charakters nebst den zugehörigen Stengelabdrücken, sowie einen Theilnbsp;der Steinkerne umfassen, sie soli in den Verwandtschaftskreis der Equi-setinen geboren und eines jeden Secundarzuwachses entbehren. Auf dienbsp;andere, die Calamodendreae, sollen die sammtlichen versteinerten Exem-plare mit Secundarzuwachs, sowie ein entsprechender Antbeil von Ab-driicken und Steinkernen entfallen; sie werden ihrer Holzstruktur wegennbsp;zu den Gymnospermen gezogen. Neuerdings möcbte sie Renault (2)nbsp;V. 4, p. 215 den Gnetaceen angliedern, und in einem Theil der fossilen Car-polithen ibre Samen sehen.

Eine andere Gruppe von Autoren, als deren Hauptvertreter Schim-per (1), Williamson (1) und neuerdings Stur (8) zu nennen sein dürften, halt im Gegentheil an der Zusammengehörigkeit aller Cala-mitenreste fest; sie sehen in ihnen eine den Equiseteen verwandtenbsp;Gruppe, die durch das Hinzutreten des secundaren Dickenwachsthumsnbsp;in almlicher Weise vor jenen sich auszeiehnet, wie Lepidodendron undnbsp;Sigillaria vor den recenten Lycopodiaceen.

Da die versteinerten Exemplare den Anstoss zu dieser Meinungs-verschiedenheit gegeben haben, so wird es zweckmassig sein, sie zuerst in Betracht zu zieben. Gewbhnlicb stellen sie lediglich die der Rindenbsp;beraubten, hohlcylindriscben Holzkörper dar, die ein weites mit Ver-steinerungsmasse erfülltes Markrohr enthalten. Hat der Schnitt nichtnbsp;gerade einen Knoten getroffen, so zeigt er einen ganz regelmassigennbsp;Kreis von Holzkeilen auf. Jeder von diesen endet gegen das Mark hinnbsp;in einem scharf verspringenden Primarbiindel, dessen Querschnittsformnbsp;eine sehr verschiedenartige sein kann, und welches an seinem innerennbsp;Winkel, der Regel nach, eine rundliche, unregelmassig begrenzte Gewebs-liicke aufweist, die vielfach als das Analogon der Carinalhöhle der Equiseten angesehen wird. Begrenzt wird sie gegen innen gewöhnlich von

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Calamarieae.

e^ner Gruppe ziemlich weitlumiger Elemente, an die sich dann die in der Peripherie des Markrohrs etwa nooli persistirenden Parenchymzellennbsp;ansehliessen. In geitenen Fallen ist das Gewebe, welches diese Ltickenbsp;urspriinglich erfüllte, verhanden, dasselhe ist dann anf dem Quersehnittnbsp;entweder dem umgebenden vollkommen ahnlich, oder -es hesteht ausnbsp;weitlumigeren, dünnwandigeren Elementen, ¦ zwischen die aher öfters ein-zelne dickwandige, ven engerem Quersehnitt, in unregelmassiger Weisenbsp;eingelagert sind. Schenk (Z. 1) p-237, der ein seiches Exemplar vennbsp;schlechter Erhaltung abbildet, erklart die Ausflillungsmasse der Lticke.nbsp;tur einen Bastkörper, die einwarts anstessenden grassen Elemente för



Fig. 39.

Strnktur von Arthropitys. A Stuck des schwach vergrósserteu Qnersclinitts, uacli Binuey jO? P Fragment eines Querschuittes des Hokrings mit anstosseudem Markpareuchym, zwei Holzkeile zeigend, deren jeder in seinem Priraarstrang ein Lacune enthalt, Zwischen denselben ist der Primarstrabl in geschlos-senes Holz verwandelt, nach Weiss (5). C Stück eines Querschnitts aus dem Holzring einer Arthropitys, nacli Binney (1). Die Holzkeile sind durch schmale, gegen die Markgrenze rasch erweitertenbsp;Primarstrahlen von einander getrennt. lm Primarbündei jedes Keils je eine winzig kleine Lacune.

die Tracheiden des primaren Helzes, se dass also danach der ganze Secundarzuwachs aus einem extrafascicularen Cambium entsprungen seinnbsp;mtisste. Die Originalpraparate, die er mir anf meine Bitte Uhersandte,nbsp;berechtigen indessen, da sie ausschliesslich exacte Querschnitte sind, innbsp;keiner Weise zu dieser Deutung, mit der ich mich um so weniger ein-verstanden erklaren kann, als Kenault (13) t. 7, f. 3, an der in Fragenbsp;kommenden Stelle des Holzkeils, bei dem ahnlichen Astromyelon nurnbsp;tracheale Elemente vorgefunden bat, als ferner die grossen, von Schenknbsp;ftir das primare Holzbtindel gebaltenen Elemente sich in allen den Fallen,nbsp;wo schrage Schnittführung ihre genauere Erkennung ermöglicht, als

Solms-Laubach, Palaophytologie. nbsp;nbsp;nbsp;20


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Parenchymzellen ergeben haben. Zumal in der Schliffsammlung der botaniscben Abtheilung des British Museum babe ich ausgezeiehnetnbsp;klare und zweifellose Belege hierfür studiren können. Leider stehennbsp;einer ausgiebigeren Haufung derartiger Falie nicht unbedeutende Schwie-rigkeiten entgegen. Ftir so minutiöse Details orientirte Langsschlilfenbsp;sind misslieh, und dazu kommt noch, dass sie nur da einen Zwecknbsp;haben, wo die Sculpturen der Zellwande, was selten der Fall, vollkom-men erhalten sind. Immerhin zweifle ich nach alledem nicht, dass wirnbsp;es in den Lücken resp. in dem dieselben ausfüllenden Gewebe mit demnbsp;trachealen Initialstrang des primaren Bundels zu thun haben. lm übri-gen bestehen die Holzkeile nach dem übereinstimmenden Zeugniss Ungers (9), Göpperts (3) p. no und Renaults (13) wesentlich aus innbsp;Eeihen stekenden Treppentracheiden, zu denen nach Renault nochnbsp;mehrreihig getüpfelte Elemente hinzukommen. Von den Markstrahlennbsp;wird nachher noch zu reden sein. An den mir vorliegenden Praparatennbsp;finde ich bloss Treppengange, doch habe ich im British Museum in dernbsp;That Schliffe gesehen, bei welchen beiderlei Formen, durch Uebergangenbsp;mit einander verknüpft, verhanden waren. Jahresringe, die man dochnbsp;bei der mitunter ausserordentlichen, bis fussgrossen Dicke des Holzringesnbsp;erwarten könnte, sind nirgends verhanden, das Holz erscheint überallnbsp;homogen, nur tangentiale Spalten oder locale Verdrückungen, wie sienbsp;sich öfters finden, können bei flüchtiger Betrachtung den Ansehein der-selben bewirken. Gerade das Fehlen der Jahrringe, sowie die eigen-thümlichen, breitgezogenen, einreihigen Hoftüpfel lassen mich, wie schonnbsp;früher angedeutet, vermuthen, dass das als Protopitys Buchiana Göp-pert (12) p- 252, t. 36, (4) p- 229, t. 37 n. 38 beschriebene, aus dem Kulm vonnbsp;Glatzisch Falkenberg in Schles. stammende Holz hierher gehören werde,nbsp;In allen Calamitenhölzern sindneben denInterfascicularstrahlennbsp;auch zahlreiche secundare verhanden. Sie sind von sehr verschiedenernbsp;Art, zeichnen sich aber, wie Renault (13) hervorhebt, vor denen dernbsp;Coniferen dadurch in auffalliger Weise aus, dass ihre Elemente in Rich-tung der Stammaxe, nicht wie dort in der des Radius, gestreckt er-scheinen. Ueber die Art ihrer Tüpfelung ist nichts genaueres bekannt,nbsp;wie denn überhaupt die Struktur dieser Hölzer ganz dringend weiterernbsp;eingehender Untersuehungen bedarf. Eine ganz besondere Mannigfal-tigkeit des Baues zeigen ferner die Interfascicularstrahlen. Ihr diffe-rentes Verhalten war schon Cotta (1) aufgefallen, der danach in seinernbsp;Gattung Calamitea die Species striata und bistriata unterschied, welchenbsp;spater von Goppert (3) zu eigenen Gattungen erhoben und Calamo-dendron striatum und Arthropitys bistriata genannt wurden. Der Brong-niartsche Name, der ursprünglich alle calamitoiden Stamme mit secun-darem Wachsthum umfasst, wird hier also auf einen bestimmten Typusnbsp;derselben eingeengt. Es ist dann weiterhin Göpperts Nomenclatur

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von der französischen Schule acceptirt worden, die beide Genera als Glieder der Familie der Calamodendreen behandelt. Schon auf dernbsp;einfach polirten Schnittflacbe lassen sich beide Typen gewöhnlich leichtnbsp;unterseheiden, indem bei Arthropitys die Primarstrahlen gegen aussennbsp;im Secundarbolz verschwinden, d. b. nndeutlicli werden, wahrend sienbsp;bei Calamodendron tiberall in gleicher Breite und gleicber Deut-lichkeit erhalten bleiben. Das Holz von Arthropitys erseheint beinahenbsp;homogen, das der anderen Gattung wird von abwechselnden, nahezunbsp;gleichbreiten, bandartigen Streifen zusammengesetzt, von denen die einen ^nbsp;den Bündelkeilen, die anderen den Strahlen entsprechen. Auch in dernbsp;verticalen Verbreitung verhalten sich heide Typen sehr versohieden.nbsp;Denn Arthropitys findet sich in der produktiven Kohlenformation, vonnbsp;deren Basis an, in verschiedenen Horizonten vor, sie ist in den Goalnbsp;measures Lancashires ganz ausserordentlich haufig, in welch en bislangnbsp;noch keine Spur von Calamodendron gefunden worden ist. In der Thatnbsp;scheint diese Gattung ausschliesslich den obersten carbonischen Schichtennbsp;und dem Rothliegenden eigen zu sein, in welchen sie, mit der anderennbsp;vergesellschaftet, hei Chemnitz, bei Autun, im Val d’Ajol und bei Grand’nbsp;Croix nachgewiesen worden ist. Die Exemplare von Grand’ Croix sindnbsp;einheitlich schwarz; bei denen von Chemnitz, deren Abbildung zuerstnbsp;Cotta (1) gegeben hat, zeigen die Bander des Querschnitts abwechselndnbsp;hellere und dunklere Farhe und geben dadurch dem Ganzen ein zier-liches und höchst charakteristisches Aussehen.

Detaillirtere Angaben über die eigenthümliche Zusammensetzung der Markstrahlen von Calamodendron liegen nur sparlich bei linger (9),nbsp;Petzholdt (1) Abbiid., und bei Renault (15) vor. Haeh des letzterennbsp;Ausführungen bestehen sie zum grössten Theil aus langgestreckten dick-wandigen Fasern. Entweder sind je zwei, durch einen mittleren Paren-chymstreifen geschiedene Faserplatten verhanden, die dann den Bündelnnbsp;anliegen, oder der ganze Markstrahl hesteht aus fünf successiven Platten,nbsp;deren seitliche und die mittelste aus Fasern, die beiden zwischenliegen-den aus Parenchym erbaut werden. Die Angaben Ungers, der nurnbsp;die Chemnitzer Exemplare untersuchte, wahrend Renault sich auf dienbsp;von Autun und Grand’ Croix stützt, lauten etwas anders. Er giebt an,nbsp;dass das Holz aus abwechselnden Bandern verschiedener Struktur be-stehe. In beiden seien gewöhnliche und sogar mehrreihige parenchy-matische Markstrahlen verhanden, in den einen setze die Masse desnbsp;Holzes sich aus Treppengangen, in den andern ausschliesslich aus Pa-renchymzellen von engem Durchmesser und stark verdickter Wandungnbsp;zusammen. Die bei Petzholdt (1) t. s, f. 4 gegebene Abbildung einesnbsp;Tangentialschnitts entspricht aber nicht dieser Beschreibung, stimmtnbsp;vielmehr eher mit Renaults Angaben iiberein. An Exemplaren vonnbsp;Grand’ Croix finde ich den Bau genau der Beschreibung Renaults

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entsprechend. Ein Chemnitzer Stück zeigt ganz andere Struktur, die einigermaassen zu Ungers Beschreibung stimmt. lm ersteren Fall be-steht der Primarstralü aus zwei seitlichen Faserplatten, zwischen welcbenbsp;ein scbmaler Streifen Parencbyms eingescboben ist; im anderen ausnbsp;einer compacten Faser-, nicbt, wie ü n g e r meint, Parencbymmasse, dienbsp;zahlreiche Stralilen massiger Höhe und verschiedener Breite umsehliesst.nbsp;Man wird also hier in der That mit grösserer Berechtigung von einemnbsp;Interfascicularholz, als von einem Primarstrahl reden. Die Gewebs-lücken der Markkrone, die Renault ausdrüeklicb erwabnt, bat auchnbsp;Unger dargestellt (Petzboldt (1) t. s, f.«). Mit ihnen wecbseln aufnbsp;dieser Abbildung noeh andere weitere Gauge ab, die jedesmal am Ueber-gangspunkt des Primarstrahls ins Mark gelegen sind. Vermuthlicb ent-sprechen sie mehr zufalligen Laeunen, Zerreissungen im Gewebe, wienbsp;man sie an dieser Stelle bei vielen Calamitenbolzkörpern findet. Es istnbsp;aus den vorstehenden, incoharenten und lückenhaften Angaben zu er-sehen, wie nöthig eine zusammenhangende Bearbeitung der sammtlichennbsp;in den Museen verwahrten Materialien sein wiirde.

In Bezug auf das Verhalten ihrer Primarstrablen kommt bei den unter dem Namen Arthropitys zusammengefassten Formen gleichfalls einnbsp;sehr mannigfaltiges Verhalten vor (vgl. Holzschn. 39), welches künftig-bin leicht zu weiteren generiscben Spaltungen Anlass geben kann. In-dessen ist vorderhand in dieser Richtung nur wenig ermittelt, eine aus-gedehnte anatomische Untersucbung dieser Hölzer steht noch aus. Ichnbsp;muss mich desswegen damit begntigen, auf die wenig zablreichen, in dernbsp;Literatur vorliegenden Querschnittsbilder von Arthropitys zu verweisen.nbsp;Ueberall findet man, dass die Primarstrahlen an ihrer Einmündung innbsp;das Mark deutlich hervortreten und diesem einen sternförmigen, ge-zahnten Umriss verleihen, dass sie nach aussen entweder allmahlich odernbsp;ganz plötzlich undeutlich werden, indem ihre Gewebsbeschaffenheit sichnbsp;der der Holzkeile nahert. Im ersteren Fall scheint das einmal durchnbsp;Bildung zahlreicher, schmaler Interfascicularstrange zu Stande zu kommen, woflir man bei Williamson (1) i, t. 25, f. le, n ein Beispiel findet,nbsp;ein andermal durch allmahliche Verbreiterung der Holzkeile auf Kostennbsp;der Strahlenbreite (Holzschn. 39 C), so z. B'. in den f. 1 n. 2 bei Weiss (5)nbsp;p. 10, Williamson (1) 1.1.27, f.26. Auf der anderen Seite giebt es Falie,nbsp;bei denen das ganze Markstrahlengewebe im Secundarzuwachs in ahn-licher Weise wie bei manchen krautartigen Gewachsen, Labiaten z. B. undnbsp;Scrophulariaceen, holzahnliche Beschaffenheit annimmt (Holzschn. 39 B),nbsp;WO dann freilich die Beschaffenheit dieses Holzes, die n^hezu unbekannt,nbsp;noch weiter zu untersuchen sein wird. So z. B. bei W e i s s (5) p- 10, f. 3,nbsp;Williamson (1) i, t. 24, f. 15; t.25, f, 20. In wie weit aber alle diese hiernbsp;angedeuteten Differenzen scharf von einander geschieden sind, odernbsp;durch Uebergange vermittelt werden, kann ich, in Ermangelung aus-

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gedehnter eigener Untersucliungen, nach dem dürftigen in der Literatur gebotenen Material nicht entscheiden.

Auch der spater eingehender zu betrachtende Archaeocalamites (Bornia) radiatus zeigt eine ahnliche Holzstruktur, wie vor allem ausnbsp;Eenaults (19) neuen Angaben hervorgeht. Derselbe bat nördlich vonnbsp;Autun in den Porphyrtuffen von Enost verkieselte Stammstücke mitnbsp;der charakteristiscben Streifung gefunden. Ein weites' Mark wird vonnbsp;einem geschlossenen Holzring umgeben'', in dessen Primarbündeln dienbsp;bekannten Lacunen sich finden. Die Tracheiden sind mit dreireihigennbsp;Hoftüpfeln besetzt, die Zeilen der meist einreihigen, aber hohen Mark-strablen sind, wie bei den bislang betrachteten Hölzern, in Richtung dernbsp;Stammaxe verlangert. Diese Reste werden als Bornia Enosti Een.nbsp;bezeichnet. Früher schon batte Richter (1) p-on, freilicb unverstand-licbe, bezüglicbe Angaben gemacbt. Besser waren die von Göppert (2)nbsp;gewesen, der im Koblenkalk von Glatziscb Falkenberg unzweifelbaftnbsp;zu dieser Pflanze gehorige Reste entdeckt batte. Diese (t: ss u. 39 p. loo),nbsp;zwar sehr fragmentarisch, liessen doch einzelne niedrige einreihige Mark-strahlen, und, nach Behandlung der Sehlifi'e mit Saure, Tracheiden erkennen, die unregelmassig-mehrreihige, breitgezogene Hoftüpfel zeigten.

Die Einde ist nur selten im Zusammenhang mit dem Holzkörper erhalten, auch sie scheint, nach Angabe der Autoren, sehr wechselndennbsp;Baues zu sein. Von der Rindenstruktur der Gattung Astromyelon wirdnbsp;nachher noch die Rede sein. Bei Arthropitys medullata fand sie Renault (15) dick und gleichmassig parenchymatiscb, mit Gruppen vonnbsp;Harzcanalen (?) vor den Holzkeilen; bei A. bistriata und lineata kommt,nbsp;ihm zufolge, im Susseren Theil Dictyoxylonstruktur, das bekannte System radialer, seitlieh anastomosirender, maschenbildender Sclerenchym-strange hinzu. Das einzige mir vorliegende Praparat aus den Oldham-knollen, an welchem sie erhalten, entspricht einigermaassen den Ver-haltnissen der ersterwahnten Art. Ein schönes derartiges Exemplar istnbsp;ferner bei Hick und Cash (1) 1.19 abgebildet. Hier kann man dennbsp;Weichbast erkennen, der auswarts von einer Schicht von dickwandigennbsp;Zeilen begrenzt erscheint. Die Primarrinde besteht aus einem innerennbsp;zartzelligen Antheil, in dem viele Zerreissungslücken auftreten, und ausnbsp;einer Aussenschicht, deren Elemente dickere Wande und baufig koh-ligen Inhalt zeigen. Leider sind von diesem Exemplar keine Langs-schliffe bekannt gemacbt worden.

Nicht allzu selten stösst man bei der üntersuchung unserer Holzkörper auf Praparate, welche die Khotenregion getroifen haben. leb besitze ein solches mit vier abzweigenden Astanfangen. Man kann dasnbsp;Vorhandensein der Knoten mitunter sogar schon von aussen erkennen,nbsp;wenn Verwitterung oder günstig verlaufende Bruchflachen die ausserenbsp;Flache oder die Markgrenze des entrindeten Holzkörpers in einiger Aus-


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dehmmg blossgelegt haben. In der riobtigen Erkenntniss, dass nur durcb Berücksichtigung dieser Vorkommnisse der Beweis der Zusammenge-hörigkeit gewisser Calamitensteinkerne zu nnseren Holzkörpern geführtnbsp;werden kann — ein Beweis, der dem Gang dieser Darstellung als er-bracbt zu Grunde gelegt wurde — bat Stur (8) es sicb angelegen seinnbsp;lassen, die sammtlicben, ibm bekannt gewordenen, dabingebörigen Falienbsp;zusammenzustellen und auslubrlicb zu besprecben. Sein scbönstes Be-legstück p. 43986(1. wird durcb den nebenstebenden Holzscbn. 40 reprasen-

1'ig. 40.

Arthropitys von Chemnitz. Versteinerter Holzhörper, an der Markgrenze die normale Streifung und Grlie-derung der Calamitensteinkerne zeigend. A Querschnittsansicht mit den Holzkeilen. B Linssschnitt

Nach Stnr (8). nbsp;nbsp;nbsp;^

tirt. Es ist ein woblerbaltenes Cbemnitzer Exemplar der Artbropitys bistriata, dem Museum der geologiscben Landesanstalt zu Leipzig ent-nommen, dessen nicbt ausgefülltes Markrobr die Innengrenze des Holz-körpers in allen Details erkenneti lasst. Vier Knoten sind als querenbsp;bervorragende Linien deutlicb, die niedrigen Internodien zeigen regel-massige Longitudinalstreifung auf, in welcber die Vorsprünge den Mark-kronenbündeln, die Furchen den Primarstrablen entspreehen. Durcbnbsp;Ausdrücken mit Guttapercha bat Stur das Bild des zugebörigen Stein-

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kerns erhalten, das absolut einem gewöbnlichen Calamitensteinkern entspriclit, die Knotenlinien als Querfurchen zeigt. Nalürlieher Weisenbsp;erscheinen auch die Markstrahlstreifen jetzt als Eippen, die Kronbündelnbsp;als Furehen der Oberflache. Fast ebenso scliön ist der auf p. 453, f. 10nbsp;dargestellte Fall, eine Arthropitys des Eotbliegenden von Neu-Paka ausnbsp;dem Museum der K. K. Eeichsanstalt darstellend. An dem halbirtennbsp;Stücke brack ein Theil der Quarzausfüllung des Markrohrs aus, die so-mit erhaltene Oberflacbe des Steinkerns bot das Bild eines Calamitennbsp;mit allen Details seiner Oberflachenbescbaffenheit dar. Ganz abnlichenbsp;Bilder ergeben sich, wenn die Aussenflaelie der entrindeten Holzkörpernbsp;freigelegt wird, wie das bei einem versteinerten Artbropitysholz vonnbsp;St. Bérain (Saóne et Loire) der Fall ist, welches ich besitze. Leidernbsp;ist der armsdicke Holzkörper, wennscbon er auf der Scbliffflache dienbsp;Keile erkennen lasst, ftir mikroskopische üntersuchung zu sclilecbt erhalten, vgl. Grand’ Eury (1) p- 286. Dasselbe habe ich an ein paar Exemplaren aus den Kalkknollen von Langendreer und von Oldham con-statirt, deren schönstes im Strassburger Museum aufbewahrt wird. Annbsp;der schwach wellig gefurchten Oberflache entsprechen jedoch, im Gegen-satz zum Steinkern, die Leisten den etwas gewölbten Aussenflachen dernbsp;Holzkeile, die Furehen den Strahlen. Das Strassburger Exemplar lasstnbsp;mit ziemlicher Deutlichkeit eine Knotenlinie als leichte, quere Anschwel-lung erkennen. Ein noch schöneres, gleichfalls einen Knoten aufzeigen-des Stück aus Oldham wolle man bei Binney (1) i. t.3,f. 1 vergleichen.

Eadiale Langsschnitte durch diese Knoten haken Williamson (1)

I, t. 24, f. 10; IX, t. 20, f. 15, Binncy (1) i, t. 3, f. 3 und Stur (8) p- «o, f. u publi-cirt. Die erstere Figur ist einem Exemplar mit schwachem Holzkörper, verlangerten Internodien und erhaltener Einde entnommen, die Sturs,nbsp;als Calamites approximatus bestimmt, weist ganz kurze Internodien undnbsp;zahlreiche aquidistante Knoten auf; ihr Holzkörper hat eine ziemlichnbsp;betrachtliche Dicke. Jedem Knoten entspricht ein, die Markhöhle dernbsp;Quere naeh durchsetzendes Diaphragma parenchymatiseher Besehaffen-heit, dessen ziemlich ansehnliche Dicke bei diesem Exemplar durchwegnbsp;die gleiche bleibt, bei dem Williamsonschen dagegen, gegen das Centrum hin, sich zu einem dünnen Blatt veijüngt. Bei einem ahnlichen,nbsp;in der Schliffsammlung des British Museum, botanical Departement, ver-wahrten Praparat ist in der Höhe des Diaphragma ein nach aussennbsp;gehendes Blattbündel in genauem Langsschnitt zu erkennen. Viel wich-tiger und instruktiver sind aber die Tangentialschnitte, wenn sie einennbsp;Knoten treffen, wie diess in Williamsons Figuren (I) i, t. », f. 2; t. 20,nbsp;f. 22 u. 25; IX, t. 20, f. 23, 24, 29 ; t. 21, f. 26 o. 28 dci’ Fall ist. Zumal bcl den beidennbsp;Bildern der ersten Abhandlung, deren eines im nebenstehenden Holz-schn. 41A reproduoirt ist, und die den Holzkörper in der Marknahe, wonbsp;die Primarstrahlen breit und deutlich sind, getroffen haken, lasst sich

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erkennen, dass die Lage der secundaren Holzkeüe ganz unmittelbar dem ursprünglichen primaren Strangverlauf folgt. Und dieser stimmtnbsp;nun wesentlich mit dem der recenten Equiseten überein. Ein jedes Bün-del verlanft dnreh ein Internodium abwarts, dann gabelt es und setztnbsp;mit seinen Scbenkeln au die benachbarten Bündel des naehstunterennbsp;Knotens an, so dass in diesein der bekannte ziekzackförmig gebrocbenenbsp;Commissuralstrang auftritt. Dabei zeigen sich die absteigenden G-abel-strange öfters derart gespalten, dass sie einen kleinen, beiderseits spitznbsp;auskeilenden, markstrahlabnlichen, parenohymerfüllten Raum umschlies-sen. Und andere in der neunten Abhandlung, leider nicht in genügen-der Ausdehnung, dargestellte Schliffe zeigen, dass noch weitergehendenbsp;Abweiohungen in den Knoten vorkommen (Holzschn. 41B), und dassnbsp;durch verschiedentliche Bildung von stammeigenen Zwischenstrangennbsp;von den oberen und eventuell den unteren Enden der Primarstrahlen,nbsp;weitere derartige, von Holzschlingen begrenzte, fischbauchförmige Par-

Fig. 41.

Tangentialschnitt durch das Holz von Artbropitys, die im Text behandelten Unregelmassjgkeiten des Verlaufs im Knoten zeigend. Nach Williamson (I). Bei a die sogenannten InfranodalcanS,le. Innbsp;einigen der kleinen rhombischen Knotenmarkstrablen sind Querschuitte nach anssen tretender Gefass-bündelstrange durch Punkte angedeutet.

tien abgeschnitten werden können. Dergleiehen Complicationen, im Knotengürtel der Equiseten bis jetzt nicht bekannt geworden, sind heinbsp;den Angiospermen ausserordentlich htlufig. Sie lassen sich bei diesennbsp;nach den vorliegenden Untersuchungen in keiner Weise auf hestimmtenbsp;Typen zurückführen, scheinen vielmehr absolute Regellosigkeit zur Schaunbsp;zu tragen. In vielen Fallen, freilich nicht nothwendig in allen, werdennbsp;diese kleinen Maschen von nach aussen tretenden Bündelstrangen (etwanbsp;Blattspuren oder Adventivwurzelbündel) durchzogen, deren Querschuittenbsp;dann inmitten ihres Parenchyms gelegen sind, wie diess Williamsonnbsp;bereits erkannt und dargestellt hat. Auch die Seitensprosse ercheinen,nbsp;WO sie Idas Holz durchsetzen, von solehen Strangschlingen umgehen,nbsp;Williamson (1) ix, t. 21, f. 28. Da wo die Primarstrahlen des, nach Williamsons Aufstellung unteren Internodii oberwarts gegen den Zick-zackstrang des Knotens enden, weist der Tangentialschnitt in ihnennbsp;sehr gewöhnlieh je einen, ziemlich scharf begrenzten Hohlraum von rund-

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lichem oder eifórmigem ümriss .auf (Holzschn. 41), der, wie einige Pra-parate ia Williamsons Sammlung beweisen, durch die ganze Lange des Markstrahls von innen nacli aussen durchgeht, vgl. Williamson (1)nbsp;I, t. 26. f.23. Diese eigenthümlichen Canale, von Williamson Infranodal-canale genannt, entstelien, wie andere in derselben Sammlung befind-liche Schnitte zeigen, durcb Schwund eines Parenchymstreifens, der innbsp;seiner Beschaffenheit ein wenig von dem umgebenden Strahlparencbymnbsp;abweicht. In vielen Fallen wird dann der, den Canal bergende End-abscbnitt durch Anastomosenbildung von dem internodialen Theil desnbsp;Strahles abgetrennt, und in eine der vorher erwabnten Knotenlückennbsp;verwandelt. Es würden also .danach zwei Arten von solclien Knoten-strahlen zu unterseheiden sein, deren eine in regelmassiger Kreisstellungnbsp;die Infranodalcanale, aber keine Bündelstrange entbalt, wahrend dienbsp;andere, in viel unregelmassigerer Zahl und Lage entwickelt, die Basennbsp;der Aeste umschliesst und etwaigen anderen Spurbündeln den Durch-tritt gewahren kann. Nach Williamsons Orientirung fallen letzterenbsp;genau in die Höhe des Knotens, die ersteren unter denselben.

Von dem im bisberigen besprochenen equisetalen Strangverlauf seheinen übrigens nicht unwesentliche Abweichungen vorzukommen, wienbsp;sich schon aus gewissen spater zu besprechenden Anomalien in dernbsp;Sculptur der Steinkerne ergiebt. Bei dem Mangel an detaillirten ein-schlagigen üntersuehungen lasst sich indessen hiertiber kaum etwasnbsp;sagen. Immerhin mag erwahnt sein, dass ich im British Museum einennbsp;Schliff gesehen habe, in dessen Knoten mehrere nebeneinandergelegenenbsp;Holzstrange der successiven Internodien, anstatt zu alterniren, genaunbsp;tibereinander fielen. Der obere Spurstrang lost sich in zwei Schenkelnbsp;auf, die, zuerst auseinandertretend und seitlich mit den benachbartennbsp;anastomosirend, dann wieder convergiren, und zum unteren Spurstrangnbsp;zusammenschliessen. In der so gebildeten, die direkte Continuitat beider Strange unterbrechenden Masche war jedesmal der Querschnitt einesnbsp;austretenden Bundels, jedenfalls der Spur des betreffenden Knotens zunbsp;erkennen.

Zuletzt muss, bevor wir uns zur Betrachtung der Calamitenstein-kerne wenden, noch der Gattung Astromyelon gedacht werden, be-züglich welcher in neuester Zeit die verschiedensten Ansichten zu Tage getreten sind. Dieses Genus wurde zuerst von Williamson (1) ix, p- si»nbsp;auf Beste gegründet, deren Querschnitt die Charaktere von Arthropitys,nbsp;mit Ausnahme des im Primarbündel gelegenen intercellularen Hohl-raumes, darhieten. Aus den früher von ihm selbst als Calamites be-zeichneten Querschnitten citirt er nun mehrere (1) i. t. 25, f. le und t. 2-, 139nbsp;zu dieser Gattung, als deren wesentlichster Charakter das Fehlen dernbsp;Wirtel tragenden Stammknoten angegeben wird. Ausserdem soil ge-wöhnlich, wennschon nicht immer das Parenchym des Markcylinders

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erhalten sein. Inzwischen waren von Hick und Cash (2) in Halifax eigenthümliche Stengelreste mit schwammig lacunöser Einde und paren-chymerflilltem Markrohr entdeokt und als Myriophylloides Williamsonisnbsp;beschrieben worden, die nun von Williamson (1) xn, p. 459 seq. bespro-chen und mit seinem Astromyelon vereinigt wurden, unter dessen Cha-raktere die betreffende Rindenbeschaffenheit Aufnahme fand. Indessennbsp;haben gegen diese Identification Hick und Cash (1) sofort Einspruchnbsp;erhoben. In der That bietet auch, wie ich mich an von Herrn Cashnbsp;selbst erhaltenen Schliifen überzeugen konnte, der Holzkörper von Myriophylloides ein nicht unwesentlich anderes Querschnittsbild als dernbsp;von Arthropitys dar, vgl. Williamson (1) xn, f. s. Aber so lange mannbsp;n^cht mehr als heute von der Beschaffenheit der Langsschliffe kennt,nbsp;ist nicht weiter darüber zu discutiren.

Die charakteristische Eindenstruktur beruht auf dem Vorhandensein eines einfachen, die Mittelrinde durchziehenden Kranzes von weiten, aus-warts keilförmig verbreiterten Intercellularraumen, die, effenbar schizo-gener Entstehung, durch schmale, eine bis wenige Zeilen breite, radialenbsp;Gewebsplatten von einander geschieden sind. Ein solcher Bau kann aber,nbsp;wie wir wissen und wie auch Hick und Cash (1) p- oi ganz zutreffendnbsp;ausfiihren, in ahnlieher Weise bei einander sehr fernstehenden Pflanzennbsp;auftreten, wofern sie nur gewisse gemeinsame Anpassungen, wie Stand-ort im Wasser oder an nassen Stellen, aufweisen, er kann also als Gat-tungs- oder Gruppencharakter kaum oder doch nur unter besonderennbsp;Umstanden Anwendung linden.

Weiterhin hat Renault (13) mehrere Species beschrieben, die er zu Astromyelon reehnet. Drei derselben, A. Augustodunense Een., A.nbsp;dadoxylinum Een. und A. nodosum Ren. hat er auf den 3 Tafelnnbsp;abgebildet. Auch er, wie Williamson betont ganz besonders dasnbsp;Fehlen der Knoten, im fibrigen sagt er, dass der Bau des Holzes dienbsp;grösste Aehnlichkeit mit dem von Arthropitys aufweise, von dem esnbsp;sich wesentlich nur durch das Vorhandensein des bois centripète unter-scheide, welches eng mit dem bois centrifuge verbunden und von dem-selben umgeben sei. Daraus, sowie aus dem Umstand, dass Renaultnbsp;Schenks (Zittel 1) p. 23? obenbehandelte Figur hierher citirt, und nichtnbsp;zu Arthropitys gerechnet wissen will, ersehe ich, dass hier als bois centripète nicht wie sonst gewöhnlich das ganze Primarbündel, sondernnbsp;nur der Initialstrang desselben bezeichnet wird, dass ferner, auf demnbsp;Querschnitt wenigstens, zwischen dem Astromyelon Renaults und seinernbsp;Arthropitys, ein ünterschied nicht zu finden ist. Wir haben oben ge-sehen, dass an einem und demselben Schnitt der Initialstrang in einigennbsp;Biindeln erhalten, in anderen durch eine Lacune ersetzt sein kann. Danbsp;wfirde denn nur die Knotenlosigkeit als Differenz bestehen bleiben.nbsp;Wie es damit steht, entzieht sich meiner Beurtheilung, da ich nicht

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Gelegenheit hatte, die fraglichen Eeste eingeliender selbst zu studiren. Eg gtelit zu hoifen, dass Keuault uns weitere Aufklarung in Baldenbsp;Hefern werde. An den durch ihn beschriebenen Arten ist die Einden-struktur nur bei A. Augustodunense bekannt (t. i. f. i n. 2). Sie ist durchwegnbsp;parenchymatisch, im inneren, den Holzring umgebenden Tlieil mit Grappen dunkelgefarbter Zeilen, die vor den Holzkeilen liegen, durcbsetzt,nbsp;welche als „canaux“ oder „cellules a gonime“ gedeutet werden. Die intercellular en Eaume der Mittelrinde sind nur ven massiger Weite, sie werden durch dicke, aus mehreren Zellschichten bestehende Gewebsplattennbsp;ven einander geschieden.

Aus allem dem bisher ausgeführten geht klar hervor, dass sich etwas irgendwie sicheres iiber Astromyelon noch nicht aussagen lasst,nbsp;ja dass möglicherweise verschiedene Pflanzenformen unter diesem Namennbsp;zusammengefasst werden. Mit Williamson (1) xii die Gattung mit Mar-silia zu vergleichen, liegt nach deren Holzbau nicht der leiseste Grundnbsp;vor; wenn Aehnlichkeiten zu finden sind, was mir schleehterdings un-möglich, so müssen sie wohl ganz ausserlicher Natur sein. Aus demnbsp;Umstand, dass diese Eeste zu Grand’ Croix vielfach mit Stephanosper-mum, Polylophospermum und Gnetopsis elliptica vergesellschaftet sind,nbsp;hat auch Eenault (13) keinen Sehluss zu ziehen gewagt. Ganz neuer-dings nun nimmt ebendieser Autor (14) die sammtlichen Astromyelon-formen für Wurzeln von Calamodendron und Arthropitys in Anspruch,nbsp;und zwar soil zu ersterer Gattung Astrom. dadoxylinum, zu der anderennbsp;A. Augustodunense gehören. Gegentiber der olfenbaren und kaum zunbsp;bezweifelnden Stammstruktur, die seine eigenen Abbildungen aufzeigen,nbsp;ist diese Anschauung zunachst für den Botaniker nicht recht zu be-greifen. Ihr Autor sagt auch, es geien die allgemeinen Wurzelcharak-tere nur an jungen Zweigen zu erkennen. Die Begründung, die er dannnbsp;für seine Auffassung giebt, scheint aber, wenn ich sie recht verstehe,nbsp;auf einer Annahme von ausserster Kühnheit zu fussen. Ich glauhenbsp;umsoweniger auf ihre Analyse, die nicht ohne grosse Weitlaufigkeitnbsp;möglich ist, eingehen zu sollen, als sie zur Zeit nur skizzenhaften,nbsp;der vorlaufigen Mittheilung, in der sie enthalten, entsprechenden Cha-rakter tragt, und als desshalb Missverstandnisse nicht ausgeschlossennbsp;erscheinen.

Die grosse Masse der Steinkerne, die man seit lange mit dem gene-rellen Namen der Calami ten bezeichnet, gehören, wie sich aus dem bisher gesagten ergiebt, zum Theil wenigstens, mit den sogenanntennbsp;Calamodendreenholzkörpern zusammen. Ein anderer Theil soil nachnbsp;der Ansicht der französischen Autoren zu hypothetischen, des Dicken-wachsthums entbehrenden, Equisetumahnlichen Pflanzen gehort habeu.nbsp;Da entsteht denn sofort die Frage, ob und wie man die Steinkernenbsp;heider Kategorien unterscheiden kann, eine Frage, die schon Brong-

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niart (2), vor allem aber Grand’ Eury (1) p. iiseq. u. p. 2S2seq. und Renault (2) V. 2, p. 157 seq. iu ausgedchntcstem Maasse besehaftigt bat. Unter Beachtung aller Umstande und vornehuilioh auf seine bergmannischenbsp;Erfabrung, auf das Vorkommen an Ort und Stelle gestützt, bejabtnbsp;Grand’ Eury dieselbe, indem er ausführt, dass es einmal Calamiten-steinkerne mit machtiger, dicker, an der Oberflacbe streifenloser Kohlen-rinde gebe, und dann solohe, bei welcben diese papierdtinn sei, so dassnbsp;die Streifung des Steinkerns auch ausserlich, wennschon minder deut-lich, hervortrete. In den Steinbrüehen der Gegend von St. Étienne,nbsp;deren Profile er auf t. 34 darstellt, kommen beide Typen, noch in auf-rechter Stellung, in gleicher Haufigkeit vor. Die Exemplare des ersterennbsp;(Calamodendreen) finden sich stets einzeln, mit ibrem gegen unten spin-delförmig verjüngten Ende die Schichten senkrecht durchsetzend und annbsp;den Knoten dichte Wirtel von langen, einfachen, absteigenden Wurzelnnbsp;abgebend, vgl. t. 31, Bindley und Hutton (1) T.2, t.78, 79. Die des anderen dagegen, deren Darstellung die Tafeln 1 ms 3 gewidmet sind, con-vergiren unterwarts gruppenweise, von aufrechten oder horizontalennbsp;Rhizomstücken ontspringend; ihre kegelfórmige Basis, entweder direktnbsp;am tragenden Rhizom sitzend oder in ein 'langes, dünnes, fadenartigesnbsp;Basalstück verjüngt, ist (p. 15,1.1, f. 1) stets ein wenig einerseits umgebogen,nbsp;in der Art, wie diess für die Basen der Equisetitensteinkerne im früherennbsp;ausgeführt wurde. Man vergleiche auch die Textfigur p-ib5 bei Dawson (13). Die an den Knoten ontspringenden Wurzeln strahlen recht-winklig ins umgebende Gestein. Eine ahnliche, aber senkrechte Ver-jüngung sollen auch die, freilieh viel seltener gefundenen, zweigtragendennbsp;Spitzen (vgl. für Calam. Cistii t. 2, f. 1) zeigen. Hach seinen Beobach-tungen rechnet Grand’ Eury zu seiner Gattung Calamites von be-kannteren Arten die folgenden: „C. Suckowii Brongn., C. Cistii Brongn.,nbsp;C. ramosus Artis und C. cannaeformis Schloth.^. Als Calamodendron-steinkern dagegen spricht er Cal. cruciatus Stbg. an, zu welchem tibri-gens nach Weiss’ (5) Bestimmung auch Formen mit sehr dünner Koblen-rinde (Cal. multiramis t. iü, t. 2 -, 1.12) gehören. Zu meinem Bedauern battenbsp;ich bisher nicht Gelegenheit mich über diese Differenzen an Ort undnbsp;Stelle zu instruiren, die begreiflicherweise im Museum nicht oder dochnbsp;nur sehr unvollkommen demonstrirt werden können. Ich habe zwarnbsp;früher im Pariser Museum einen grossen Basaltheil von Calamodendronnbsp;gesehen, der als Belegstück dienen sollte, mir aber doch ein klares Bildnbsp;nicht gewahrte. Bei einem erneuten Besuch habe ich denselben jedochnbsp;an seiner früheren Stelle vergeblich gesucht.

In neuester Zeit sind die Calamitensteinkerne in weitèster Fassung von Stur (5) und Weiss (5) zum Gegenstand eingehender Forschungnbsp;gemacht worden. Gewisse Details ihrer Aussensculptur, die in dernbsp;früheren summarischen Darstellung übergangen worden, sollen jetzt, im

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Anschluss an die detaillirte Behandlung, die sie bei diesen Autoren gefunden, in Betracht gezogen werden.

Bei weitem die meisten Exemplare der Sammlungen sind eylin-drische, beiderseits abgebrochene Stücke von Steinkernen oder Hohl-drucken. Infolge dessen ergeben sich Schwierigkeiten für die Bestim-mung des oberen und unteren Endes. Für die gleichfalls nicht seltenen Stücke mit kurzen Intei-nodien und einseitiger kegelförmiger Verjün-gung halt man im allgemeinen, gestützt auf die Befunde bei Equise-tites, und auf den früher erwahnten Umstand, dass sie mitunter nochnbsp;im Zusammenhang mit dem tragenden Stamm gefunden sind (Weissnbsp;(5) t.2; t.3, f.‘2; t.4, f. 1, Williamson (1) ix, t.21, f.3o), daran fest, dass sienbsp;durchweg den Basen aufrechter Triebe entsprechen. Sollten freilich, wienbsp;Grand’ Eury angiebt, ahnliche Spitzen vorkommen, so würde auehnbsp;in dieser Hinsicht Vorsicht yonnöthen sein. Eine solche könnte z. B.nbsp;in dem Seitenzweig des C. ramifer Stur (5) Terfagur n, p. ise vorliegen.nbsp;Ausgedehntere Stücke des Verzweigungssystems im Zusammenhangnbsp;sind viel seltener; eine Anzahl dergleichen hat Weiss abgebildet, beinbsp;ihnen lasst sich in der Regel das Oben und ünten aus der Richtungnbsp;der Seitenzweige festlegen. Dieser Zweige aber giebt es zweierlei Art.nbsp;Die einen sind eben besprochen worden, die anderen dagegen sindnbsp;cylindrisch, entbehren der basalen Verjtingung und sitzen mit breiternbsp;Basis dem tragenden Knoten an, wofttr viele Beispiele bei Weiss (5)nbsp;zu finden. Mitunter kommen beide Zweigsorten an einem Stück zurnbsp;Beobachtung. Wo an Abdruckstüeken kegelförmig verjüngte Aeste verhanden sind, da findet man ferner beinahe immer, von den sie tragen-den und anderen Knoten entspringend, und öfters büschlig zusammen-gedrangt, lange, meist einfache, bandförmige Streifen, die Weiss wohlnbsp;mit Recht als Wurzelabdrücke anspricht (vgl. Weiss (6) t. 19, f. la, (5)nbsp;V. o.). Danach würden dergleichen Stücke dem unterirdischen Stocknbsp;der Pflanze zuzurechnen sein. Die an ihnen mit conisch verjüngternbsp;Basis ontspringenden Aeste darf man dann weiter mit grosser Wahr-scheinlichkeit als die aufstrebenden Laubtriebe, die anderen als horizontal verlaufende Rhizomzweige auffassen. Und ferner wird nicht ohnenbsp;Begründung angenommen werden können, dass solche Bruchstücke, annbsp;denen die Wurzeln fehlen, an denen cylindrische Seitenaste ohne Ver-jüngung verhanden sind, den oberirdischen laubtragenden Theilen dernbsp;Pflanze entstammen. Dass sie seltener sind als die anderen, begreiftnbsp;sich leicht, wenn man bedenkt, dass im Boden das Auseinanderfallennbsp;in Bruchstücke viel weniger begilnstigt war. Schone Beispiele hatnbsp;Weiss (5) auf t.5,60.7 gegeben, desgleichen Stur (5) t.23 u.Teitflgur i8,p.i92.

Wie schon oben erwahnt, sind die Calamitensteinkerne der Lange nach gestreift, so zwar, dass die breiten, gewölbten Rippen den Mark-strahlen, die meist schmalen, spitzkehligen Furchen den Markkronen-

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bündeln entspreclien. Indem die Streifung in den aufeinanderfolgenden Internodien alternirt, entsteht im Knoten die zickzackförmige, gebro-chene Nodiallinie, die stets als tief einschneidende Furche erscbeint.nbsp;Diess kommt durcb die Erbaltung der Knotendiapbragmen zu Stande.nbsp;Man wird indessen annebmen dnrfen, dass diese in dem inneren Mittel-tbeil bei der Steinkernbildung sehr gewöhnlich durcbbrochen wurden,nbsp;da sonst die regelmassige und vollstandige Ausbildung so vieler zu-sammenhangender Internodien nicht verstandlich sein würde, da fernernbsp;die feste Verbindung der einzelnen Internodialglieder, die niemals Grenz-kltifte gegen einander anfweisen, nnmöglicb ware. Von der regel-massigen Alternation in den Knoten sind übrigens sehr gewöhnlich annbsp;einzelnen Stellen oder auch an langeren Strecken des Steinkerns Ab-weichungen vorhanden, so zwar, dass die Eippen aufeinanderfolgendernbsp;Internodien gerade auf einander treffen. Man findet das gelegentlichnbsp;bei Untersnchung fast aller Calamiten vor; für seinen C. Ostraviensisnbsp;hat Stur (5) p. usu. no es ausführlich erörtert. Und bei einer Form,nbsp;dem Archaeocalamites radiatus, wird es Regel; hier ist das Nichtalter-niren der Eippen im Knoten charakteristisch.

Die Nodiallinie wird in den Fallen guter Erhaltung beiderseits von kleinen rundlichen oder eifórmigen Prominenzen begleitet, die über dienbsp;Flache des Steinkerns hervortreten. Sie stehen stets auf dem Rückennbsp;der breiten, den Markstrahlen entsprechenden Eippen, mitnnter genaunbsp;in der Mitte, mitnnter auch seitlich, der einen angrenzenden Furche nahernbsp;als der anderen. Gewöhnlich findet man in jedem Rippenende ein sol-ches Knötchen; Stur giebt indessen an, in Fallen besonders guter Erhaltung deren zwei, auf dem Rippenende der einen Knotenseite tiber-einander stehend, gefnnden zu haben. Mitunter (vgl. Weiss (5) t. n, f. s)nbsp;erscheinen dieselben wie kleine aufgesetzte Cylinder von regelmassigernbsp;Form, von denen dann ihr gewöhnlicher Erhaltungszustand,' als durchnbsp;stattgehabté Verdrückung erzeugt, leicht abgeleitet werden kann.

Bei weitem in der Mehrzahl der Falie sind beide Knötchenreihen nicht in gleicher Deutlichkeit erhalten, sehr haufig ist überhaupt nurnbsp;eine derselben sichtbar, die andere fehlt ganz oder ist doch nur ebennbsp;angedeutet. Wenn man nun wissen will, ob die Lage der deutlicherennbsp;Knotenlinie eine fixirte ist, oder ob einmal die eine, einmal die anderenbsp;von beiden scharfer hervortreten kann, dann darf man sich, aus dennbsp;oben angegebenen Gründen, durchaus nur an die Untersnchung ver-zweigter Exemplare mit absolut sichergelegter Wachsthumsrichtungnbsp;halten. Die theoretisehen Erwagnngen, welche die Anschauungen dernbsp;verschiedenen Autoren bestimmten, müssen hier, wie weiterhin zu er-örtern, unberücksichtigt bleiben. Ich habe nun alle mir bekannten der-artigen Figuren verglichen und gefnnden, dass fast überall die deut-lichere Knotenlinie dem oberen Ende des unteren Internodiums entspricht.

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Was mit der gewölmlichen, auch von Weiss vertretenen Aufstelluno- der Calamitenbruclistücke stimmt. Nur Tbei Stur (5) Textügnr is, p. 192; t.23 f.2nbsp;finde ieh das Gegentheil; beide Linien sind verhanden, die im unterennbsp;Ende des oberen Internodii tritt viel scharfer hervor. Da nicht dernbsp;mindeste Grund vorliegt, an der Exactheit der vorzüglichen Abbildungnbsp;zu zweifeln, so folgt daraus für mich, dass eine absolute Regel für dienbsp;Lage der starkeren Knotenlinie sich nicht aufstellen lasst, dass aber imnbsp;Zweifelfalle immerhin dieWeissscbe Anschauung, der entgegengesetzten,nbsp;von Brongniart und Stur vertretenen gegenüber, als die wahrschein-lichere vorzuziehen sein dürfte.

Nachdem sclion Brongniart (1) die morphologisehe Ausdeutung dieser Knötclien versuclit batte, bat sicb neuerdings Stur (5) derselbennbsp;angenommen. Berechtigter Weise auf der Vergleichung mit dem den-selben Strangverlauf zeigenden Equisetum fussend, verfallt er indessnbsp;dabei in einen schwerwiegenden Irrthum, der seine ganzen weiterennbsp;Schlussfolgerungen beherrscht, und leider, nach meiner Meinung, vomnbsp;botanischen Standpunkt betrachtet, vollkommen unverwertbbar macht.nbsp;Es ist ihm namlich Axiom, dass die Höckerchen den Ansatzen vonnbsp;Blattern, Knospen und Wurzeln entsprecben, und uns somit unmittelbar,nbsp;auf dem Steinkern, die gegenseitigen Stellungsverbaltnisse dieser Organenbsp;erkennen lassen. Dagegen ist indessen vielerlei einzuwenden. Hoekernbsp;am Steinkern eines Markrobrs können effenbar nur entstehen, wo ent-sprechende Vertiefungen in der umrindenden organisehen Substanz verhanden sind. Der Gefassbündelaustritt nach seitlichen Gliedern alsnbsp;selcher, kann alse, im Fall in seiner Umgebung kein Schwund des Ge-webes verhanden, der seiche Vertiefung bewirkt, auf dem Steinkernnbsp;überhaupt keine Spur hinterlassen. Es ist alse auch eine in keinernbsp;Weise genügend begründete Behauptung, wenn Stur (5) p- 112 sagt: „Dasnbsp;Verkommen dieses Charakters an einem senst fraglichen Pflanzenrestnbsp;genügt vellkemmen, denselben mit veller Sicherheit in die Classe dernbsp;Equisetaceen einzureihen.quot; Würden ja dech, selbst wenn wir die Stur-sche Auffassung der Hoeker einmal aceeptiren, da nach Janczewskisnbsp;Untersuehungen Ast und Wurzel aus gemeinsamem Primordium ent-springen, bei dieser Gattung auf dem Marksteinkern nicht drei, sondernnbsp;blos zwei mit einander alternirende Knötchenreihen verhanden sein. Wir

Würden nicht Sturs Equisetenschema S' , sondern nbsp;nbsp;nbsp;bekommen.

Dazu kommt nun noch etwas anderes. Da an den Knoten beblatterter Stamme doch vor Allem die Blattnarben sichtbar sein müssen, so suchtnbsp;Stur die ausgepragteste Knotenreihe als die der Blatter zu deuten;nbsp;dieselbe muss dann, wenn anders die Vergleichung mit Equisetum stim-men sell, die oberste sein. Daher Sturs Neigung, die Calamiten, imnbsp;Gegensatz zur landlaufigen, wie oben ausgeführt, durch gewichtige

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Gri-ünde gestützten Ansicht, so aufzustellen, dass die deutlichste, oft allein erkennhare Knotenlinie nach ohen kommt. Das wtirde aber, wie Weiss (5)nbsp;ganz riehtig hervorhebt, die Insertion der Blatter auf der Basis des übernbsp;dem Knoten gelegenen Internodiums bedeuten. Eine solche ist, wie ichnbsp;nicht weiter auszuführen branche, wenig wahrscheinlich. Aber auchnbsp;die andere Aufstellungsweise ergiebt dieselbe Unwahrscheinlichkeit,nbsp;denn die Blattbündel müssten bei ihr, da die Bündelcommissur doch imnbsp;Knoten selbst gelegen sein muss, unterhalb dieser in höchst sonder-barer Stellung entspringen, derVergleich mit Equisetum, bei dem jedenbsp;Spur die Fortsetzung jedes aufsteigenden Stranges des unteren Internodiums bildet, würde sich kaum aufrecht erhalten lassen. Dass abernbsp;in der That die Blattspur genau in der Höhe des Knotens nach aussennbsp;geht, davon habe ich mich an dem oben p. 311 erwahnten Eadialschliffnbsp;des British Museum aufs Bestimmteste überzeugt.

Zudem giebt uns ja die Untersuchung von Equisetum gar keinen Grund an die Hand, so betrachtliche Höhendifferenzen zwischen dennbsp;Spurabgangen anzunehmen. Denn diese treten erst an der Oberflachenbsp;des Stengels, infolge des divergirenden Verlaufs der Glieder hervor;nbsp;deren Ursprungsstellen sind, mit einander alternirend, beinahe in dernbsp;gleichen Höhe gelegen, so dass man sie in einem und demselben Quer-schnitt antreffen kann. Man würde demnaeh auf einem Markausgussnbsp;von Equisetum die den Spurabgangen entsprechenden Punkte wahrscheinlich nur in einen Kreis geordnet bekommen. Und endlich hatnbsp;Weiss (5) p. 28 n. 651.), f. 1 noch éin weiteres gewichtiges Bedenken er-hoben. Dasselbe gründet sich auf die Untersuchung des Hohldrucksnbsp;eines spater noch zu besprechenden Calamiten des Museums zu Halle,nbsp;an welchem gleichzeitig die Rippung des Holzkörpers und die Oberflachenbsp;mit ihren Blattern sichtbar sind. In der Knotenlinie dieses Stiicks ent-fallen namlich auf eine Breite von 20 mm 6—7 in regelmassigen Ab-standen stehende Blatter, gleichzeitig aber 14 Kippen mit ihren Knötchen.nbsp;Da nun bei der Regelmassigkeit der Anordnung die Amiahme ausge-sohlossen erscheint, es sei die Halfte der Blatter abgefallen, so schliesstnbsp;Weiss, dass auf je 2 Rippen nur ein Blatt komme. Dann aber würdennbsp;die Blattspuren in doppelter Anzahl der Blatter verhanden sein. Katür-licherweise müsste einem solchen Verhaltniss ein complieirterer Strang-verlauf entspreehen, als wir denselben sonst anzunehmen pflegen. Und dasnbsp;könnte ja eventuell bei gewissen Calamitengruppen (das fragliche Exemplar gehort zu den nachher zu besprechenden Calamitinen) der Fall sein.

Allen diesen Schwierigkeiten gegenüber werden die in Frage stehenden Hoeker ganz leicht verstandlich, sobald man, mit Williamson, in ihnen die Spuren der kleinen Knotenmarkstrahlen, so-wie die Ausfüllungen der oben besprochenen, sogenannten Infranodal-canale sieht, die ja, wie dieser Autor ausgeflihrt hat, zeitlebens paren-

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cliymatiseh bleiben und niemals, wie es in den Primarstrahlen der Inter-nodien der Fall, von spat gebildeten Interfaseicularstrangen durclizogen werden. Auch die verschiedenartige Ausbildungsweise der Höckerchennbsp;ist dabei durchaus verstandlioh. Denn wenn nur an ihrer innerennbsp;Grenze ein geringer Gewebsschwund statt bat, dann werden sie flachenbsp;Auftreibungen darstellen. Gebt dieser weiter, und ist die Ausfüllungs-masse zart genug, urn so engen Fanalen folgen zu können, so werdennbsp;die kleinen, scharfbegrenzten, von Weiss hervorgebobenen Cylinder ent-steben. Der Fall allervollkommenster Ausfüllung wird endliob durcbnbsp;Exemplare, wie die von Williamson (1) ix, t. 21, f. 31, (7) 1.1, f. 1 abge-bildeten, dargestellt werden, wozu man das bei Weiss (5) p. los gesagtenbsp;vergleichen moge. In einem cylindriscben Hoblraum steekt das kegel-förmig verjüngte Ende eines Calamitensteinkerns, von welcbem dünnenbsp;Stabellen von Gesteinsmasse, wirtelig, wie die Speichen eines Eadesnbsp;gestellt, nach der ausseren, die Höhle begrenzenden Wand hinzieben.nbsp;Diese Stabellen, der Ausfilllung der Canale entsprecbend, nebmen genaunbsp;deren Stelle ein; sie mit Stur für Wurzeln zu erklaren, liegt gar keinnbsp;Grund vor. Die umgebende Holzmasse war in Kohle verwandelt, dienbsp;grossentbeils versebwunden ist, von der indessen nocb Spuren au dernbsp;Wand der Höblung anbangen. Da die ganze Höblung im Inneren einesnbsp;Calamitenartig gestreiften Steinkerns steekt, so bleibt nur die Annahmenbsp;tibrig, dass die fragliche Astbasis in dem Markrobr eines weiteren Cala-mitengliedes zur Ablagerung gekommen und bier von der dieses ausfüllen-den Gesteinsmasse umscblossen worden sei. Wenn das riebtig, so wii'dnbsp;dadurebaucb Williamsons Aufstellung der Calamitenbölzer bestatigt, dienbsp;mit der von Weiss für die Steinkerne vertretenen zusammenfallt. Dennnbsp;der ausgiebige Gewebssebwund in den Infranodalcanalen wird natür-licb die Entstebung der deutlicberen Knötcbenreibe bewirken; den oberennbsp;von minder zartem Parenchym erfüllten Knotenmarkstrahlen werdennbsp;scbwacbere Prominenzen des Steinkerns entspreeben. leb möcbte sogarnbsp;vermutben, dass diejenigen, genau in der Knotenböbe gelegenen Strablen,nbsp;die den Spuren den Durebtritt gewabren, für gewöbnlicb gar keine Knöt-eben am Steinkern zurücklassen werden, dass die schwachen Höcker-eben des oberen Internodiums vielmebr die unteren Enden der Primar-strablen dieses bezeiebnen. Und dann würden also die Getassbündel-austritte in der Mitte zwiseben den beiden Knötchenreihen gelegen sein,nbsp;was mit den Ausfübrungen auf p. 311 wobl stimmen dürfte.

Alle diese Verbaltnisse bat Willinmson bereits wesentlicb riebtig erkannt und gedeutet. Wabrend mir aber die ganze Bildung auf mebrnbsp;Oder minder vollstandiger Ausfüllung von Hoblraumen oder Vertiefungennbsp;zu berubeu sebeint, die lediglich durcb ungleiebe Maceration entstandennbsp;waren, neigt er dazu in denselben ebarakteristisebe, in ibrer Bedeutungnbsp;für die Pflanze nocb naber aufzuklarende Organisationsverbaltnisse zu

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Solms-Laubach, Palaopliytologie.

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sehen. Und spUter (1) ix, als er wohl erkannt katte, dass in den kleinen Markstrahlen seines oberen Kreises die Seitenaste, Wurzeln, Spurbündel-querscbnitte sicb finden, meint er doch noch von den, in denen der un-teren Eeihe gelegenen Canalen, sie müssten eine wichtige Function he-sorgt haben. Sie waren sonst wohl nicht unverandert durch die ganzenbsp;Dicke des Secundarzuwachses erhalten geblieben, da diess doch für dienbsp;Primarstrahlen der Internodien niemals in dem Maasse der Fall ist.

Es dürften die ganzen bisherigen Ausführungen zum mindesten dar-thun, wie schwierig es selbst im Falie normalen, gewöhnlichen Banes ist, die gegenseitigen Beziehungen der, getrennt von einander vorliegen-den Hölzer und Steinkerne unserer Calamiten klar zu stellen. Da istnbsp;denn der Versuch, das gleiche für die Anomalfalle durchzufuhren, vonnbsp;vornherein hoffnungslos, so lange nicht anatomische auf diese bezüg-liche Untersuchungen in grösserer Zahl verhanden sind. Ich kenne abernbsp;bislang nur ein einziges, im British Museum verwahrtes, oben p. 313 er-wühntes, bezügliches Tangentialpraparat, dessen leider nur flüohtigeUnter-suchung mir die dort angedeuteten Resultate gewahrt bat. AufStursnbsp;aus der Stellung der Knotenhöcker entnommene Construetionen weitlaufignbsp;einzugehen, dürfte zwecklos sein, es wird genügen auf seine Haupt-resultate in Kürze hinzuweisen. Für mehr raag auf die Originalschriftennbsp;(5, 8, 9) verwiesen werden. Zunachst giebt er für solche Stellen ge-wöhnlicher Calamiten, an denen keine Alternation stattfindet, das Spur-B Bnbsp;nbsp;nbsp;nbsp;BB

schema A , und für den Archaeocalamites radiatus W , welches letz-W W nbsp;nbsp;nbsp;A

tere freilich, auf Grund neuer Beobachtungen, vonEothpletz (1) p. ü, b W W

bestritten und durch A ersetzt wird. Ich habe keine Gelegenheit ge-

habt, so wohlerhaltene Exemplare, quot;Wie sie hierfür nothwendig sind, zu untersuchen. Indem Stur dann dem equisetalen Strangverlauf, wie ernbsp;ihn construirt bat, den archaeocalamitalen gegenüberstellt, sucht er innbsp;ausführlicher Darlegung (5) ». 55Sseq. den allmahlichen Üebergang diesesnbsp;in jenen, wahrend der Periode der Bildung der Ostrauer Schichten, plausibel zu machen, und kommt so schliesslich zu einer phjdogenetischennbsp;Entwicklungsreihe der gesammten Calamarien. Als Uebergangsformennbsp;figuriren darin Cal. ramifer Stur, cistiformis Stur, approximatiformisnbsp;Stur, Ostraviensis Stur. Ich branche wohl kaum noch weiter daraufnbsp;aufmerksam zu machen, auf welchen thönernen Füssen dieses ganzenbsp;Gehande steht. Stur geht aber in seinen Schlussfolgerungen noch vielnbsp;weiter. Wegen der au den Knoten vorhandenen Spurpunkte bezieht er

auch Sphenophyllum zu den Calamarien ein, ihm das Schema B vindi-

W

cirend. Dabei stützt er sich vor allem auf die üntersuchung des Sphen. tenerrimum Ett. aus dem Culm, dessen Zugehörigkeit zu der Gattung,

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Calamarieae.

wie weiterhin zu ei’örtern sein wird, immerhin noch angezweifelt werden kann. Sowohl Sphenophyllum als Annularia und Asterophyllites erklart er nur für heteromorphe Zweige von Calamiten, die verschieden-artige Fructificationen trugen, von denen also die eine Maero-, die andere Microsporen enthalten wird. Ja, er will Sphenophyllen gefnndennbsp;haken, die aus Asterophylliten hervorwuchsen (10). Die hetreffendennbsp;Exemplare liegen noch nicht in Abbildung vor. Man darf wohl fragen,nbsp;ob es sich nicht lediglieh um den Zusammenhang breit- und schmal-blattriger Sphenophyllumzweige handelt. Vgl. das in dem hetreffendennbsp;Abschnitt XIV gesagte, sowie die kritische Besprechung von Weiss (8).nbsp;Und schliesslich versucht er sogar (8), von diesen an den fossilen Formennbsp;gewonnenen Resultaten (?) ausgehend, Rückschlüsse auf die Morphologienbsp;der lebenden Equiseten zu machen, die für den Botaniker viel über-raschendes haben. Man vergleiche die kurze, übersichtliche Darlegung,nbsp;die Weiss (5) p- isadnot. von diesem Gedankengang gegeben hat.

In der Knotenlinie, zwischen den beiden im bisherigen besprochenen Knötchenreihen, zeigt der Steinkern ferner in wechselnder Zahl undnbsp;Anordnung die Spuren der Zweigansatze auf. Es sind scheibenfórmige,nbsp;öfters etwas schüsselförmig vertiefte Flachen, an deren Peripherie ge-wöhnlich radiale Streifung hervortritt, vgl. Weiss (5) t. 2, f.s; t.7, r. 2-, 1.13nbsp;f.i-3; t. 21, f. 5; t.26, f. 1, Stur (5) t- 20, f. 4, die tbeüweise wenigstens dadurchnbsp;hervorgebracht wird, dass die anstossenden und seitlich benachbartennbsp;Riefen und Furchen, gegen sie Mn convergirend, zusammenbiegen. Beinbsp;Weiss (5) t'. 9, f. 1 ist, wie es nicht selten geschieht, in der schüssel-förmigen Spur ein Stückchen Gesteinsmasse sitzen geblieben, durchnbsp;welches die periphere Streifung verdeekt wird. Bei solchen Calamiten,nbsp;bei welchen nur wenige Astspuren in den Knoten verhanden sind, bemerkt man haufig noch, ausser und zwischen diesen, in der Nodiallinienbsp;zahlreiche, punktförmige Male, zu denen je einige wenige, benachbartenbsp;Rippen von oben und von unten her convergiren. Die Annahme liegtnbsp;nahe, in ihnen die Spuren solcher Seitenzweige zu sehen, die nicht zurnbsp;Ausbildung gelangt sind. Besonders schön und deutlich hervortretendnbsp;findet man diese Spuren, in Form ringsum gestreifter, rosettenartig er-hobener Hoeker, an den Hohldruckplatten gewisser grosser Calamiten-stamme mit-kurzen Gliedern, wie z. B. C. multiramis Weiss (5) t. lo,nbsp;f. 2; 1.12, welche wohl unzweifelhaft der Aussenflache des Holzringes ent-sprechen, der in Form ganz diinnen Kohlenbelegs theilweise erhaltennbsp;ist. Auf die verschiedenartige und z. B. bei den sogenannten Calami-tinen ganz eigenthümliche Anordnung der Astnarben an den Knotennbsp;kommen wir spater zurück. Gewisse Anomalien der Sculptur, wie sienbsp;hier und da an den Internodien auftreten, aus denen aber keinerleinbsp;Sehlüsse zu ziehen sind, findet man bei Weiss (5) t. n, r, 4, Textflgur p. 135nbsp;abgebildet und besprochen.

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Nachdem im bisherigen diejenigen Calamitensteinkerne, welehe dureh Ausftillung der MarkliöMe entstanden, ausftihrliclie Besprechungnbsp;erfahren haken, erührigt es nur noch einige Worte iiher solche Exem-plare hinzuzufiigen, die die Aussenflache des Stammes reprasentiren.nbsp;Bei den gewöhnliehen Calamiten stets nnr in Kohlenrinde erhalten, istnbsp;diese vollstandig eben, oder etwas rnnzlig gefaltet, die Knoten sind un-deutlich und bloss dureh etwa rorhandene, flache, schüsselfórmige Ast-spuren eharakterisirt. Blatter fehlen vollstandig, sei es, dass sie überhaupt nicht verhanden waren, oder frühzeitig abgefallen sind, oder abernbsp;bloss nicht erhalten warden. Indess wird wahrscheinlich letzteres dernbsp;Wahrheit am nachsten kommen. Denn da von einigen abweichendennbsp;Calamitenformen, den Calamitinen und dem Archaeocalamites radiatus,nbsp;in der That, wennschon selten, blattertragende Stücke gefunden sind,nbsp;so wird man am Ende auch für die anderen ein gleiches Verhalten an-nehmen dürfen. Auf die erwahnten beblatterten Stammreste wird nach-her bei der Betrachtung der betreifenden Gruppen noch einzugehen sein.

Eine systematische Gliederung der Calamiten ist eine missliche Sache. Es sind uns eben in den Steinkernen die charakteristischennbsp;Merkmale in allzusparlicher Weise erhalten. Und wenn man sich dannnbsp;bescheiden muss, zu einer künstlichen Eintheilung, bewusstermaassen,nbsp;aus Gründen der Uebersichtlichkeit zu greifen, so bietet sich die vonnbsp;Weiss (5) gelieferte als einfach und zweckmassig dar, um so mehr, alsnbsp;sie an keinem Punkt über den Eahmen der Stammreste hinausgreift.nbsp;Weiss selbst hat sich ganz klar über die Zwecke, die er mit seinernbsp;Gliederung verfolgt, über die Bedeutung, die er derselben vindicirt,nbsp;ausgesprochen. Er sagt p- 139 ausdrticklich: „Eine Gruppirung der Calamiten ohne Rücksicht auf ihre appendicularen, namentlich ihre Fructi-fieationsorgane ist in der That nichts anderes, als eine mehr oder we-niger geschmackvolle Aufstellung in Eeih’ und Glied, ein mechanischesnbsp;Verfahren um üebersicht zu schaffen“, und weiterhin: „Wenn wir nunnbsp;dennoch eine Gruppirung der Calamiten nach stei’ilen Stammstücken,nbsp;und sogar mit Verzicht auf ihre elementare Struktur als Eintheilungs-grund vornehmen, so soil dieselbe auch nur den Werth der leichterennbsp;üebersicht nach gewissen interessanten Gesichtspunkten haben“. Alsnbsp;solche kommen nun vor allem die Vertheilungs- und Stellungsweisenbsp;der Zweige in Betracht. Und wenn Stur (5) p. m diesem Moment jedennbsp;systematischen Werth absprechen möchte, so ftthrt diess Weiss (5) p. 141nbsp;im wesentlichen darauf zurück, dass er verschiedentlich Exemplare vonnbsp;unsicherer Identificirung zu einer .und derselben Art vereinigt habe.nbsp;Einen anderen besseren Charakter für die Artunterscheidung hat Sturnbsp;jedenfalls nicht an die Stelle gesetzt.

Weiss unterscheidet also 4 Formgruppen, Gattungen, wenn man will, provisorischen Charakters. Die erste derselben, als Stylocalamites W.

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bezeichnet, die typiscben Formen C. Suekowii und C. arborescens Stbg. umfassend, ist durch die ausserordentliche Zweigarmuth ihrer Stammenbsp;charakterisirt, die auf weite Strecken, mitunter vielleioht überhauptnbsp;astlos erscheinen. Die sauleufórmigen Stamme besteheu aus kürzerennbsp;und langeren Gliedern, ohne Eegelmassigkeit in der Aufeinanderfolge;nbsp;die Eippen stehen in den Knoten in regelmassiger Alternation. Fürnbsp;die zweite Gruppe, Eu calami t es W., ist das Hauptbeispiel Cal. cru-ciatus Brongniart (1) 1.19. Ferner rechnet Weiss Cal. ramosus Artisnbsp;dahin. Ersterer wird, wie oben erwahnt, von Grand’ Eury fiir Cala-modendron in Anspruch genommen. Die saulenfórmigen Stamme zeigennbsp;in den Knoten alternirende Berippung, sie sind reiehlicb derart ver-zweigt, dass an jedem derselben ein oder mebrere Aeste abgehen, dienbsp;dann in den aufeinanderfolgenden Wirteln alterniren. Die Formen mitnbsp;wenigen, 1—2 Aesten pro Knoten, rechnet Weiss zu Cal. ramosus,nbsp;die mit 3, 4, 6 und mehr zu Cal. cruciatus. Zu dessen Formenkreisnbsp;gehort auch Cal. multiramis Weiss, der die höchsten Zweigspurzahlen,nbsp;etwa 9 aufweist. Seine Abbildung ist (5) 1.12 gegeben.

Etwas eingehender muss die dritte Gruppe, Calamitina Weiss (Asterophyllites Een., Calamophyllites Grand’ Eury), behandelt werden,nbsp;da zu ihr alle diej enigen Exemplare geboren, an denen die Oberfiachenbsp;des Stengels mit den ansitzenden Blattern beobacbtet ist. Die Stein-kerne der Calamitinen sind wesentlich unter dem Namen Cal. variansnbsp;Sternbg., zum Theil auch als Cal. approximatus Brongn. in den Samm-lungen zu finden. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass die Astspurennbsp;nicht an jedem Knoten stehen, dass die sie tragenden vielmehr durchnbsp;eine Anzahl anderer von einander getrennt sind, die jeder Zweigbildungnbsp;ermangeln. Die Verzweigungsknoten weisen sehr zahlreiche, gewöhn-lich seitlich einander berührende Narben auf. Wo die Berippung deut-lieh ist, pflegt sie in gewöhnlicher Weise zu alterniren. Die Zahl der,nbsp;zwischen den periodisch wiederkehrenden Verzweigungswirteln gelege-nen Knoten ist bei den einzelnen Exemplaren im allgemeinen constant,nbsp;sie betragt, soweit bekannt, mindestens 2, im Maximalfall 9, Zwischen-zahlen 3, 4, 6, 8 sind vielfach beobachtet, wofür man die Detailangabennbsp;bei Weiss (5) vergleiehen moge. Innerhalb der Periode ist in dernbsp;Eegel eine bestimmte Beziehung der Internodienlange deutlich, so zwar,nbsp;dass diese von unten nach oben entweder zu- oder abnimmt.

Wie bei allen übrigen Calamiten erkennt man auch hier auf der Aussenflache des Stammes von den charakteristischen Eippen nichts.nbsp;Dieselbe ist entweder vollkommen glatt oder von einzelnen longitudi-nalen Falten, von zahlreichen unregelmassigen, transversalen Eunzelnnbsp;durchzogen, die effenbar, wie Stur (5) p-i62seq. ganz richtig hervorhebt,nbsp;nur durch Verschiebung entstanden sein können und nicht der ursprüng-lichen Beschaffenheit entsprechen. Unter den bierhergehörigen Stticken,

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wie sie in den Sammlungen bewahrt werden, zeigen sich nun nicht un-wesentliche Versehiedenheiten, die jedenfalls, zum, Theil wenigstens, auf specifischen Differenzen, zum anderen Theil viellelcht auf ungleicher Er-haltungsweise heruhen. In dem gewöhnlichen Fall findet man an jedemnbsp;Knoten eine Reihe sich seitlich herührender, querverhreiterter, in dernbsp;Mitte mit einem Spurpunkt gezeichneter Blattnarhchen vor. An dennbsp;Astknoten ist dieselbe gleichfalls verhanden, aber dureh die grossennbsp;dicht neben ihr (ob über oder unter lasst sich nicht bestimmen) ent-wickelten, scheibenförmigen Zweignarben verschiedentlich aus der regel-

massigen Kreisstel-lung verschoben, wie diess in ausgezeich-neter Weise durchnbsp;WeiSS (5) t. 16a, f.7 u. 8;

t. n, f. 1 dargestellt wird (Holzschn. 42). Gutenbsp;Abbildungen derarti-ger Exemplare sindnbsp;ferner bei Weiss (6)nbsp;t. n, Ettingshau-sen(5)t.i,f.4,0.Feist-mantel (3) 1.1, f. 8 zunbsp;finden. Bei einem dernbsp;letzterwahnten vennbsp;Weiss dargestelltennbsp;Stücke sitzen die Blatter in Ferm dünner,nbsp;gekrümmter Kohlen-linien noch beider-seits an. Exemplarenbsp;des im bisherigen be-

schriebenen Erhaltungszustandes hat man wohl früher mit Bindley und Hutton (1) T. 2, t. iso als Cyclocladia bezeichnet. Der Name ist abernbsp;dann für ganz andere Dinge angewandt worden (Halonia). Schon beinbsp;Steinhauer (1) t. e, f. i findet sich, als Phytolithus parmatus, eine gutnbsp;abgebildete Calamitine dieser Art, die mit Ulodendron zusammengerech-net wird.

Auf der anderen Seite giebt es Stücke mit ganz glatter Oberflache, an der die Blatter noch anhaften, wo dann natürlich ihre Narben nichtnbsp;gesehen werden können. Hierher gehören vor allem die berühmtennbsp;Wettiner Stücke, die wieder und wieder, zuerst von Germar (1) t. 20, f. 1,nbsp;dann von Schenk (2) t. 34, f. i; t. 35, f. 1, und endlich von Weiss (5) t. 1nbsp;abgebildet worden sind (Holzschn. 43). Ebendahin ist das von W e i s s (5)


lil


fi'ir


Si


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Fig. 42.

Calamitina. Oberfiache des Stammes, nach Weiss (5). k scliwdcher, B starker vergrössert, mit periodisck abweckselnden Blatt- und Ver-zweigungsknoten. C Kleines Stück der Blattnarbenreibe.


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t. n, f. 2 dargestellte Stück aus Langendreer und vielleicht Hippurites lon-gifolia Lindley und Hutton (1) v. i, t. 190 zu ziehen. Von den Knoten ist nichts zu bemerken. Man sieht bloss eine regelmassige transversalenbsp;Blattreihe, deren Blatter, einander aueh an der Basis nicht berührend,nbsp;ziemlich weite Lticken zwisclien sieh lassen. Diese Blatter sind sehrnbsp;eigenartig (Holzselin. 43 B). Sie besteken aus einem eilanglichen, verdick-ten, und von einer mittleren Furchenbsp;durchzogenen Basalstück, welches sichnbsp;ziemlich deutlichvon der langen schmal-lanzettlichen, scharfgespitzten Spreitenbsp;absetzt. Haufig ist diese abgerissen,nbsp;das Basalstück allein verhanden. Innbsp;toto abgefallene Blatter sollen nachnbsp;Weiss (5) den Poacites zeaeformisnbsp;Schloth. (1) p. 4i(), t. 26 darstellen. Ichnbsp;habe diese Abbildung vergliehen, undnbsp;finde sie eher den Lappen zerrissenernbsp;Equisetumscheiden vergleichbar, übri-gens zu roh, als dass sie irgendwelchenbsp;siehere Deutung zulassen könnte.

Weiss (5) t.ic,f.6 (Calamitina

Wieder bei anderen Exemplaren finden wir gleichfalls die der Stamm-oberliache ansitzenden Blatter. Abernbsp;deren Basalstück hat eine andere Form,nbsp;es ist kürzer, mehr in die Breite ent-wickelt, und tritt desshalb weniger her-vor. Bei diesen Stücken könnte nachnbsp;dem Abfallen der Blatter die so haufignbsp;vorkommende, continuirliche Narben-linie zurückbleiben. An Abbildungennbsp;dürfen hier O. Feistmantel (3) t.2,f.inbsp;varians var. semicircularis von Bras in Böhmen) und vielleicht Hippurites gigantea Lindley und Hutton (1) v. 2, t. 114 citirt werden, doch istnbsp;für letzteren Eest, weil kein Astknoten erhalten, die Hierhergehörigkeitnbsp;nicht ausser allem Zweifel. Bei allen diesen Exemplaren sind auch innbsp;den Astknoten die, sich seitlich nicht berührenden Zweigspuren eigen-thümlich gestaltet, an der einen Longitudinalseite etwas abgeplattet,nbsp;worauf sich der Name der Varietat „semicircularisquot; bezieht.

Den Grund, warum bei den Calamitinen die Oberflache des Stammes so haufig zur Beobachtung kommt, sieht Stur (5) p. i62seq. darin, dassnbsp;die derbe, feste Oberhaut sich durch Maceration loslöste und dann alleinnbsp;für sich zur Ablagerung gelangte. Er sagt, man finde in Radnitz neben

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dem Calamites varians Sternbg. sehr haufig die zugeliörige Oberhaut in grossen, mehrere Internodien umfassenden Fetzen vor, mitunter mit nocbnbsp;daran haftenden Blattern. Diese Erklarungsweise, die Weiss (5) frei-lich nicht zuzusagen scheint, da er sie mit ein paar Worten p. ht er-ledigt, möchte meines Erachtens viel tiir sich haben. Die blattertragen-den Stücke von Wettin sind thatsachlich solche Fetzen, der Sturschennbsp;Beschreibung genau entsprechend. Das lehrt schon die Betrachtimg dernbsp;Abbildungen, ich habe mich davOn aber durch v. Fritschs Freund-lichkeit an den mir übersandten Exemplaren selbst überzeugen können.nbsp;Das von Weiss (5) t. 1,12 abgebildete Sttick zeigt die flach convexenbsp;Aussenseite, wie man aus den auf ihm liegenden und durch eine dunnenbsp;Gesteinsschicht von der Epidermis getrennten Blattern erkennen kann.nbsp;Es ist ganz unregelmassig begrenzt, von dem Steinkern, dessen Ober-flache es bilden müsste, ist nicht die Spur zu bemerken, das grauenbsp;schiefrige Gestein enthalt sogar gerade unter ihm ein paar knollige Con-cretionen. Ein anderes der von v. Fritsch erhaltenen Stücke zeigt garnbsp;wirres Haufwerk soldier blatterbesetzten Oberhautfetzen, die kreuz undnbsp;quer durch- und übereinander liegen. Man vergleiche im übrigen dienbsp;Abbildung bei Ettingshausen (8) t. 48, f. i. Das oft citirte und abgebildete Wettiner Stück (Weiss (5) t. i, f. 1), an welchem zum Theil dienbsp;Epidermis, zum Theil ein gerippter Innenabdruck vorliegt, erklart Sturnbsp;80, dass, nachdem die Rindengewebe durch Maceration zerstört, Gesteins-masse zwischen die schlotternde Epidermis und den noch erhaltenennbsp;Holzkörper eingedrungen sein müsse. Danaeh müsste also die Ab-drucksflache, soweit sie Langsrippen zeigt, der Aussenflache des Se-cundarholzes, ihr übriger Theil der Epidermisinnenseite entsprechen.nbsp;Durch ungleiches Aufbrechen war dann theils die eine, theils die andere Seite des röhrenförmigen Steinkerns entblösst. So lange mir nurnbsp;die Abbildungen verlagen, konnte ich über die Berechtigung dieser Ansicht durchaus nicht zur Klarheit kommen. Deun diese sind ganz ver-schieden. Bei Germar (1) t. 20, r. 1 und Schenk (2) t. 35. f. 1 liegt dernbsp;gerippte Theil tiefer als die Epidermalflache, bei dem Weissschen Bildnbsp;dagegen höher. Ich vermuthe daher, dass ersteren beiden die eine, demnbsp;letzteren die andere Platte des Aufbruchs vergelegen haben werde,nbsp;zumal auch desshalb, weil die Contouren der betreffenden Stücke beinbsp;jenen Autoren identisch, bei Weiss ganz wesentlieh abweichen. Dasnbsp;Original des letzteren Autors habe ich nun aus Halle erhalten, so dassnbsp;ich mich von der Correctheit der Abbildung zu überzeugen in Standnbsp;gesetzt war. Es ist das Fragment eines Hohldrucks, an dem die mitnbsp;der Langsrippung des Holzes gezeichnete Partie natürlich ein wenignbsp;höher als die Aussenflache gelegen ist. Von dieser wird sie durch einenbsp;dünne Gesteinsschicht getrennt; in ihren Vertiefungen hangen nochnbsp;kleine Reste der ausserst dünnen Kohlenrinde. Der letztere ümstand

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beweist nun, da die Koble wesentlich nur dem Holze entstammeu kann dass dieses einwarts von der gerippten Flache gelegen war, dass alsonbsp;die Eippung hier der Holzoberflache, nicht dem Markrohr entspricht.nbsp;Und das ist genau das Verhaltniss, welches die Stursehe Anschauungs-weise verlangt, dié mir sonach auch für diesen Fall durchaus plausibelnbsp;erscheint. Wenn freilich Stur (5) p- i69 dann weiterhin die Meinungnbsp;aussert, die sammtlichen Calamitinen mochten die fructificirenden Sprossenbsp;anderer gewöhnlicher Calamiten gewesen sein, wenn er also für diesenbsp;Gruppe ein analoges Verhalten wie bei den ametabolen Equiseten con-struirt, so wird das, so lange er eine genügende Begründung dafür nichtnbsp;beizubringen vermag, seine persönliche Ansicht bleiben.

Die letzte Gruppe bildet Archaeocalamites Stur, dessen typische Species A. radiatus (Bornia radiata Brgn., Calamites transitionis Göpp.)nbsp;darstellt. Von allen Autoren wird als Hauptcharakter das constantenbsp;Nichtalterniren der breiten flachen Kippen des Steinkerns angegeben, annbsp;welchem ausserdem die Knoteneinsehnitte haufig nur wenig ausgespro-chen und scharf sind. Die Knötchenreihen der Nodiallinie sind nurnbsp;in seltenen Fallen deutlich; wie schon oben erwahnt, sind Meinungs-diiferenzen bei den Autoren bezüglich ihrer gegenseitigen Stellung vor-handen. Derartige Steinkerne, meist rund, mitunter auch plattgedrückt,nbsp;einer compacten Kohlenrinde völlig entbehrend, sind in den oberdevoni-schen und untercarbonischen Ablagerungen überaus haufig und charak-teristisch, ihre Abbildung ist vielerorts, z. B. bei Schimper (1) *• 24, (4) 1.1,nbsp;Stur (5) 1.1, zu finden. Gewöhnlich unverzweigt, finden sie sich, wienbsp;neuere Autoren, Stur und Weiss zumal hervorheben, mitunter mit zahl-reichen Zweigspuren besetzt, die dann an allen successiven Knoten innbsp;Ein- oder Mehrzahl verhanden sind, ohne indess irgend welche Regel-massigkeit erkennen zu lassen. Weiss nimmt an, dass die einen undnbsp;die anderen Stücke verschiedenen Theilen des Sprosssystems angehörtnbsp;haben mogen. Jedenfalls müssen die verzweigten Specimina wohl sehrnbsp;selten sein, wie mir denn noch keines derselben zu Gesicht gekommen ist.

In einem eigenthümlichen Erhaltungszustand kommt unser Archaeocalamites in den Dachschiefern Mahrens vor. Seine Beste liegen voll-standig plattgedrückt zwischen den Platten, die organische Substanz ist nach Stur (6) p. 6 „nur durch ein sehr dünnes, oft durchsichtiges, braun-liches, oder gold- und silberglanzendes Hautchen ersetztquot;. Grösserenbsp;Stamme sind hier überhaupt nur selten und dann stets in fragmentari-schem Zustand erhalten. Aber es liegen in diesen Schiefern eine Mengenbsp;von Zweigen vor, die noch mit ihren Appendicularorganen besetzt sind,nbsp;und die die Charaktere des Archaeocalamites in so auffallender Weisenbsp;zur Schau tragen, dass schon Ettingshausen (7) vgi. t. 2, f.3 an ihrernbsp;Zugehörigkeit zu demselben gar nicht zweifelt. Diese ist denn auchnbsp;durch Sturs (6) ausführliche Untersuehung der fraglichen Beste nur

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Ibestatigt worden. Audi Sphenophyllum furcatum Geinitz (8) *•'. f. 10-12; t. 2, f. 1-2 gehort nach heiden Autoren hierher. Diese Appendices odernbsp;Blatter, wie wir sie mit Stur und Ettingshausen nennen wollen,nbsp;stehen an den Knoten in vielgliedrigen Wirteln, sind bis zur Basis freinbsp;und unverwachsen, linienförmig schmal, und merkwür'digerweise wieder-holt diehotomisch verzweigt. Daran kann, den zahlreichen trefflichen

Abhildungen Sturs (6) t. 2, f. S; t. 5, f. 1 gegentiber, nicht gezweifelt werden.nbsp;Aeltere Wirtel zeigen diese Blatternbsp;rechtwinklig abstehend; an den sehrnbsp;zahlreich erhaltenen Spitzen legen sienbsp;sich, mehr und mehr knospenartig zu-sammenschliessend, tibereinander. Dasnbsp;spricht sehr wenig dafiir, dass wir esnbsp;in denselben, wie Heer (5) v. 21,1.1-7,nbsp;auf offenbar minder vollkommenenbsp;Exemplare gestützt, will, mit Wurzelnnbsp;zu thun haben. Und dazu kommt,nbsp;dass Stur (6) 1.1 etliche, an der Basisnbsp;umgebogene, Stammstücke abbildet,nbsp;die an der convexen Seite kleine Bü-schel offenbarer Wurzeln tragen. Undnbsp;diese haben wenig Aehnliehkeit mitnbsp;den in Rede stehenden Blattern. Beinbsp;Brongniart (1) t. 20,1.1 und Schim-p e r (4) 1.1, t. c freilich findet man ab-weichende Angaben über die Beblat-terung des Archaeocalamites. Diesenbsp;gründen sich auf ein berühmtes, ver-schiedentlich abgebildetes Original desnbsp;Strassburger Museums aus dem Culmnbsp;von Burbach bei Thann in den Vo-gesen. Es ist ein Steinkern nebstnbsp;einem Sttick des zugehörigen Hohl-drucks. Auf der Querbruchsflache desnbsp;den Hohldruck enthaltenden Gesteinsstücks ist die Halfte eines rechtwinklig abstehenden Blattwirtels zu sehen. Dieser Wirtelrest wurdenbsp;von Brongniart für eine geschlossene Scheide mit stumpf endendennbsp;Zahnen gehalten. Aber Stur, dem sich in seinen spateren Publika-tionen auch Schimp er anschliesst, weist nach, dass die einzelnennbsp;Blatter dieses Wirtels in Wirklichkeit bis zur Basis frei sind, und dassnbsp;ihre Enden, von ungleicher Lange, nicht die wirklichen Spitzen darstellen.nbsp;Er bildet selbst t. 2, f. i einen ahnlichen Wirtel aus den mahrischen Schiefern

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ab, der, gleicbfalls in der Scbiehtungsflache ausgebreitet, auch nur die Basaltheile der Blatter erkennen lasst, indem durcb Maceration nnd Zer-reissung alles übrige vor der Einschliessung verloren gegangen warnbsp;Es lehrt die Vergleichnng dieser Blatter mit denen der Calamitinennbsp;welcb’ wesentliche Differenzen in der Calamarienreibe verbanden ge-wesen sein mussen. Von dem Sphenopbyllum tenerrimum Ett., welchesnbsp;man am Ende auch hierher, anstatt zu Sphenopbyllum zu bringen ge-neigt sein könnte, wird spater die Bede sein.

Die Verbreitung der Calamiten in der Schichtenreihe ist eine ver-haltnissmassig beschrankte, da sie erst im Oberdevon mit Sicherheit naehgewiesen werden können, und vor der Trias bereits wieder ver-schwinden. Aus dem Devon ist bloss Archaeocalamites bekannt, imnbsp;Culm ist dieser gleicbfalls noch durchaus vorherrschend. Dann tretennbsp;an seiner Stelle die Eu- und Stylocalamiten auf, die mit einer Form,nbsp;dem Cal. gigas, noch im Rothliegenden reichlich vertreten sind. Auchnbsp;die Calamitinen sind in der ganzen produktiven Kohlenformation verhanden, erreichen aber nicht das Eothliegende.

Man findet ferner, durch die ganze Carbonformation verbreitet, in gleieher Haufigkeit wie die Stammsteinkerne, die Abdrüeke gegliederternbsp;und wirtelig beblatterter Zweige oder Zweigsysteme vor, die man ihresnbsp;Habitus und der haufig deutlichen calamitenahnlichen Streifung ihrer uiteren, starkeren Internodien wegen, seit lange zu den Calamarien zu rech-nen sich gewöhnt hat. Obschon hier keine Steinkerne, sondern Abdrüekenbsp;vorliegen, auf denen die Substanz des Zweiges als Kohlenrinde erhaltennbsp;zu sein pflegt, so wird man doch die Streifung, wo sie verhanden, un-bedenklich auf die Rippen des Holzkörpers zurückfiihren dürfen, die,nbsp;durch die dünne Rinde hindurch, ihren Eindruck im Gestein hinterlassennbsp;haben. Damit stimmt, dass die Endverzweigungen gewöhnlich ungestreiftnbsp;sind; in ihnen war vermuthiich kein Secundarholz entwiekelt.

Nach der Beschaffenheit der Blattwirtel unterscheidet man unter ihnen in herkömmlicher Weise die Annularien, diese nur carbonisch,nbsp;da Dawsons (1) V. 1, t. (i devonische Formen kaum in Betracht kommennbsp;können, und die Asterophylliten, wie es seheint, schon im Devon auftre-tend (Dawson (1) y. Bei Annularia Brongn. sind sammtliehe Blatternbsp;des Wirtels an der Basis zu einer kleinen tellerfórmigen Platte ver-Wachsen, die wie ein flacher Kragen den, sie in der Mitte durchsetzen-den Stengel umgiebt. Die Blattzahiie werden von je einem Nervennbsp;durchzogen, ihre Gestalt wechselt nach der Species. Bei der bekanntennbsp;Und haufigen Annularia longifolia, die Rothpletz (1) übrigens in meh-rere Species zerlegt, sind sie spiessförmig verlangert und gespitzt. Beinbsp;der ebenso gewöhnlichen Ann. sphenophylloides Ung. sind sie viel brei-ter, keilförmig und dann plötzlich zusammengezogen, mit stumpf ge-rundeter Spitze. Bei Asterophyllites Brongn. (Calamocladus Schimp.)

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haben wir dagegen die Blatter vollstandig voa einander getrennt; sie stehen auch nur selten iu der Weise rechtwinklig ab, wie bei der an-dern Gattung, gondern neigen gewöbnlicb vorwarts. Sie sind einfacb,nbsp;im allgemeinen gebmal, nadelförmig oder lineal, von gebr weehgelnder,nbsp;mitunter betraobtlicber Lange. Gute Abbildungen vergcbiedener dabin-geböriger Formen findet man bei Grand’ Eury (1) t. 32, f. 2,3; O. Feigt-


mantel (3) 1.10; Scbimper (1)


t. 22 n. 2C ;


Zeiller (3) 1.159; Weigs (1)


1.12:


Ettinggbaugen (3)


a. V. 0.


In der Art und Weige der Verzwei-


gung, ibrer Reicblichkeit, iiberbanpt im ganzen Habitug fallen diege Agte-ropbylliten gebr vergcbiedenartig aug. Von einigen biglang unbedenk-licb hierher gerecbneten Formen behauptet neuerdings Stnr (5) p. iss, dagg gie einmal gablig gegpaltene Blatter begaggen, er verwendet für ibrenbsp;Bezeicbnung den Namen Volkmannia Sternbg., der im Laufe der Zeitnbsp;anf goviel vergobiedene Dinge angewendet worden igt, dagg man amnbsp;begten tbun würde, ibn ganz fallen zu laggen.

Aebnlicbe Angaben macbt S c b e n k (2) p. 235; t. 37, f. 2, anf Grund eineg der Münchener Sammlung gehörigen, von St. Ingbert gtammenden Blatt-wirtelg. Die von Grand’ Eury (vgl. Saporta et Marion (2) p. 46)nbsp;zu Arthropityg gezogenen, und alg Bryon bezeichneten, gleicbfallg gabel-blattrigen Zweige haben ganz anderen Habitug und werden weiter zunbsp;gtudiren gein. Stur citirt zu geiner Volkmannia augdrücklicb V. gracilignbsp;Sternberg (1)nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;15, f.i, gowie Asteropbyllites capillaoeugWeigg (6)

p. 61! t. u, f. 1. Zahlreiche, von mir am Skalley Schacht zu Dudweiler bei Saarbrücken gegammelte Exemplare, die vollkommen zu der Abbildungnbsp;der ergteren Form stimmen, haben micb von diegem Charakter nichtnbsp;zu überzeugen vermocht.

Man bat gich nun im Lauf der Zeit gewöbnt, die Agteropbylliten alg Zweige und Zweiggygteme der Calamiten anzugehen. Scbimper (1)nbsp;bat gie ja geradezu alg Calamocladug bezeichnet. Die Annularien dagegen haben gtetg alg gelbgtgtandige, krautartige Waggergewachge ge-golten. Begtimmte Beweige für beide Angcbauungen gucbt man indeggnbsp;in der alteren Literatur vergebeng, fallg man nicht die Calamitenahn-lichen Zweigglieder mancber Agteropbylliten als solcbe geiten lassen will.nbsp;Auch die anatomischen Anhaltgpunkte lassen im Stich, da ein blatter-tragender, bierhergeböriger Zweig mit Struktur noch niemals gefundennbsp;wurde. Es bat allerdings Grand’ Eury (1) t. 4 (schematisciie Kgnr) einenbsp;zweifellose Calamitina mit ansitzenden Agteropbylliten entdeckt. Renault (2) v. 2, 1.17, f. 1, dem wir die Abbildung des Stückeg, wie es wirk-licb aussieht, verdanken, bat desswegen den Namen Agterophylliteg auchnbsp;auf die Calamitinenstamme übertragen. Auch Williamgon (1) v thutnbsp;desgleichen. Da jedoch dieger Befund nicht zur Annahme berechtigt,nbsp;dagg alle Agteropbylliten von Calamitinen getragen wurden, go kannnbsp;ich in dieger Namengebung nur eine reformatio in pejus erkennen. Im


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übrig-en würde Grand’ Eurys Beobaclitung, falls allen Calamitinen-stammen die oben betrachtete, ganz abweichende Beblatterimg zukam eine interessante Heteropbyllie der verschiedenen Axen dieser Gewachsenbsp;darthun. Dass nicht alle Calamiten in dieser Kichtung sich gleich ver-hielten, bat W e i s s (5) p- 99 erwiesen. An Calamites ramosus Artis fandnbsp;er Annularien als Blattzweige ansitzend, die etwa der Ann. radiatanbsp;Brongn. entsprechen. Er sagt desbezüglich: „der Calamit, in seinennbsp;alteren Stammtheilen besonders leicbt kenntlich, durch Form der Glieder,nbsp;Berippung, und die grossen Astnarben, sowie durch seinen ganzen Habitus, gestattet das sicbere Zusammenstellen einer grossen Anzabl vonnbsp;Bruchstücken zu derselben Species. Die betrachtliche Menge von Individuen, welche in neuerer Zeit auf der Rubengrube bei Neurode innbsp;Niederschlesien, fast alle im hangenden Schieferthon des Flötzes nr. 7nbsp;vorgekommen und durch ïïerrn Obersteiger Völkel bier mit grossemnbsp;Fleiss, oft in grossen Platten gesammelt worden sind, bat uns in Standnbsp;gesetzt, ein so vollstandiges Bild der ganzen Pflanze zu gewinnen, wienbsp;in keinem zweiten Beispiele. Die zahlreichen Figuren, welcbe wir vonnbsp;ihr gegeben baben, werden von einer weit grosseren Zabl von Original-stücken unterstützt, so dass wir da, wo man in unserer bildlicben Dar-stellung etwa noch Lücken bemerken sollte, dieselben als in der Thatnbsp;vollkommen ausgefüllt bezeicbnen dürfen, und ein Zweifel über die Zu-sammengebörigkeit aller der hier zusammengestellten einzelnen Stücke,nbsp;wie wir glauben, nicht bestehen bleiben kann“. Demnach also könnennbsp;sowobl Asteropbylliten als auch Annularien als Laubzweige zu Calamiten geboren, womit aber, wie Weiss ganz treffend ausflihrt, durcb-aus nicht gesagt ist, dass sie in allen Fallen dazu gehort baben müssen.nbsp;Es kann eben in der Calamariengruppe eventuell baum- und krautartigenbsp;Formen mit ahnlichen Blattern gegeben baben. Jedenfalls aber wirdnbsp;dadurcb die Willkürlichkeit von Eenaults (2) v. 2 Eintheilung erwiesen,nbsp;der in seinen heterosporen Equisetinen 2 Familien, die der Asteropbylli-teae und Annularieae aufstellt.

Man kennt seit lange eine grosse nnd stets anwachsende Menge von ahrenfórmigen Fruchtresten, deren sporangientragende seitliche Gliedernbsp;in Wirteln stehen. Da einige derselben mit Calamarienexemplaren innbsp;unzweifelhafter Weise zusammenhangend gefunden worden sind, so wirdnbsp;man zunachst auch die übrigen, ahnlichen, als zu dieser Gruppe gehorignbsp;ansehen dürfen. Für zwei hierhergehörige Falie hat sich in neuesternbsp;Zeit Heterosporie nachweisen lassen, so zwar, dass die Macrosporangiennbsp;die basale, die anderen die apicale Partie der Aehre besetzen. Diesernbsp;Nachweis wurde von Williamson (1) xi- für eine zu Calamostachysnbsp;Binneyana gerechnete Aehre, von Renault (16) (2) v. 2 für eine anderenbsp;geliefert, die er als zu Annularia longifolia gehorig bezeichnet. In wienbsp;weit diese Thatsache verallgemeinert und für alle Calamarienahren an-

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genommen werden darf, wie diess Renault thut, möchte ich mit Weiss dahingestellt sein lassen. Das Verhalten von Lycopodium und Sela-ginella ermahnt uns zur Vorsicht in dergleichen Schlüssen.

Die Aehren liegen uns natürlich wiederum in verschiedener Erhal-tungsweise vor, einmal versteinert, wo man dann ihren Bau im Einzelnen studiren kann; dann in Abdrüeken, die bei naher Aneinanderrückungnbsp;der seitlichen Glieder nur die Oberflache, bei lockerer Stellung derselbennbsp;auch die Organisation, doch gewöhnlich viel unvollkommener als annbsp;den versteinten, erkennen lassen. Infolge dieser verschiedenen Erhal-tungsweise, sowie des im allgemeinen gleichartigen Habitus ist esnbsp;schwierig und misslich, verschiedene Funde mit einander zu identificiren.nbsp;Nicht am wenigsten darauf, dass man diess zu früh und am unrichtigennbsp;Orte versucht, ist die sinnverwirrende Nomenclatur und Synonymie zu-rückzuführen, die nirgends mehr als hier eine ernsthafte Schwierigkeitnbsp;fiir das Studium der Formen bildet. Zumal sind die alten Namennbsp;Volkmannia Stbg., Bruckmannia Stbg. fast von jedem spateren Autornbsp;anders gedeutet, mit verschiedenen neuerdings erkannten Typen ver-knüpft worden. Man wird im Interesse besseren VerstSndnisses amnbsp;besten thun, dieselben mit Weiss (5) ganz zu cassiren. 1st ja dochnbsp;bei der Bruchsttickhaftigkeit unserer Kenntniss aller dieser Reste einenbsp;endgültige systematische Gliederung und Nomenclatur von vornhereinnbsp;ausgeschlossen, und kann es sich nur darum handeln, provisorischenbsp;Gruppen zu bilden, die, dem Stand unseres Wissens entsprechend, einenbsp;einfache Uebersicht über die gewonnenen Thatsachen gewahren. In-dem sie darauf verzichtet, auf jede an und fiir sich nicht unwesentlichenbsp;Differenz eine neue Benennung zu begründen, indem sie sich nur annbsp;die Grundzüge des Baues halt, leistet diess die von Weiss durchge-flihrte Eintheilung in hervorragendem Maasse. Wir wollen uns dess-wegen im folgenden an dieselbe halten.

Wenn wir von einigen abweichenden, an letzter Stelle zu bespre-chenden Eesten absehen, so zeigen die Calamarienahren durchweg cy-lindrische Form und mehr oder minder dichte Beblatterung, bei sehr verschiedenen Grössenverhaltnissen. Wo immer man sie hat untersuchennbsp;können, haben sie sich aus fertilen und sterilen Blattwirteln aufgebautnbsp;erwiesen, die in regelmassiger Alternation aufeinander folgen. Letzterenbsp;bestellen in der Regel aus einer grosseren Zahl lanzettlicher, spitzer,nbsp;freier, oder unterwarts mehr oder weniger weit verwachsener Blatter,nbsp;deren freie Spitzen derart aufwarts gebogen sind, dass sie die Basis desnbsp;nachstoberen Wirtels gleicher Beschaffenheit dachziegelig decken, dassnbsp;sie also die zwischengeschobenen fertilen Blatter überwölben und in dernbsp;Oberflachenansicht des ganzen Fruchtstands allein zu Gesicht kommen.nbsp;Diese letzteren sind gewöhnlich, wie bei den Equiseten, unter einandernbsp;nicht verbanden, mit regenschirmai’tig peltater Spreite versehen, an

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deren ünterseite dann die Sporangien sitzen. Nach der gegenseitigen Stellung beider Wirtel zu einander unterscheidet Weiss die Typennbsp;Calamostachys und Palaeostachya. Diesem letzteren schliesst sich Hut-tonia an. Fiir die Aehren, deren Struktur nicht genügend bekannt ist,nbsp;um sie einem oder dem anderen Typus anzugliedern, geiten die ganz-lich provisorischen Namen Paracalamostachys und Macrostachya, letz-terer diejenigen umschliessend, die ihrem Habitus nacb an Palaeo-staehyaformen erinnern. Dazu kommt dann als Fruclitstand anomalennbsp;Baues Cingularia Weiss. Auf Sturs (5) Erörterungen, der aucb beinbsp;den Fruclitstanden seine 3 dilferenten Wirtelspuren in regelmassiger, je-weils charakteristischer Stellung wiederfinden will, des weiteren einzu-geben, wird unter Hinweis auf das oben desbezilglich gesagte wohl nichtnbsp;mehr nöthig sein. Sind ja doch die hier ausschliesslich in Frage stehen-den Abdrucksexemplare mit den Binnensteinkernen, auf deren Studiumnbsp;dieses Autors Theorien fussen, gar nicht unmittelbar zu vergleichen.

Bei Calamostachys Weiss (Holzschn. 45A) sind die regenschirm-förmigen Sporangialblatter genau in der Mitte zwischen je 2 Blattwirteln inserirt, ihre Stiele stehen rechtwink-lig von der Axe der Aehre ab, undnbsp;tragen an ihrem mehr oder wenigernbsp;deutlich schildförmig verbreitertennbsp;Ende die Sporangien. ünsere Kennt-niss des Baues der hierhergehörigennbsp;Fruchtstande beruht vor allem aufnbsp;einem in Spatheisenstein conservirtennbsp;Exemplar von Hattingen an der Ruhr,nbsp;welches zuerst von Ludwig (1) be-schrieben und abgebildet, dann vonnbsp;Carruthers (15) mit dem Namennbsp;Volkmannia Ludwigi Carr., vonnbsp;S c h i m p e r (1) V. I, p. 328 als Cal. typica

di

Schimp, bezeichnet, und endlich von Weiss (5) p. 249; t. is, 22-24 unter Beigabe prachtiger Abbildungen ausführlieh erlautert worden ist. Dasnbsp;Stück enthalt eine ganze Anzahl parallel gelagerter Aehren, dürftenbsp;also ein Fragment eines Büschels von Fructificationen sein. lm ste-rilen Wirtel sind die Blatter, circa 12 an der Zahl, bis fast zum An-satzpunkt frei, ihr horizontal abstehender Basaltheil tragt die recht-winklig aufwarts umgebogene, lanzettliche Spitze, die gerade die üm-biegungsstelle im nachstoberen Blattwirtel bedeckt. Der in der Mittenbsp;zwischen zwei Blattquirlen inserirte Wirtel der Sporangien trager istnbsp;6-gliedrig; die Gllieder fallen in den successiven Sporangialwirteln übernbsp;einander, von den 12 Gliedern der Blattquirle scheinen je 6 zu alter-niren, 6 superponirt zu stehen. Die Substanz der Sporangientrager, zu-

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mal die ihrer kleinen sehildfórmigen Verbreiterung, ist nnr selten einiger-maassen erhalten. Desto besser sind die Sporangien selbst conservirt, die zu vieren von dem Scbildcben des Trdgers, in diagonaler Stellung,nbsp;berabbangen. Ibre, im vorliegenden Zustand wenigstens, einscbiebtigenbsp;Wandung wird aus Netzfaserzellen gebildet. Die ZvFeifel, die Weiss (5)nbsp;p. 253 bezüglieb der Zugebörigkeit der Verdicknngsleisten zu der Mem-bran aussert, dürften nicbt berecbtigt sein. Sie sind in gleicbmassigernbsp;Weise mit den kugligen Sporen, die die 3 Pyramidenleisten erkennennbsp;lassen, erfüllt. Der Grosse naoh möcbte ich sie für Microsporen halten,nbsp;es sind indess Zweifel möglich, da eine abnliche nacbber zu besprechendenbsp;Aebre, die beide Sporenformen entbalt, uns lebrt, dass die Grössen-differenzen hier nicht allzu betrachtlich zu sein brauehen, und dass auchnbsp;die Macrosporen in grosser Zabl im Sporangium gebildet werden.

Auch über den anatomischen Bau der Spindel (Weiss (5) t. 2-)) erhalten wir einige Aufklarung. Einde und Mark sind theilweise erhalten, parenchymatisch. Sie werden dureh einen ziemlieh breiten ge-schlossenen Holzring von etwas 3-kantiger Form von einander getrennt. Ueber seine Markkrone, die schlecht conservirt, konnte ich auch ausnbsp;den Originalschliffen, die mir Weiss zur üntersuchung tibersandte,nbsp;keine bestimmte Anscbauung gewinnen. Ein der nabestehenden Cal.nbsp;Binneyana entnommenes Praparat Williamsons (1) x.t.ie.f.io, wirdnbsp;bei erneuter üntersuchung hier vielleicbt aushelfen. Was zu sebeu war,nbsp;Hess sicb wobl mit der Struktur der Calamiten vereinigen. Positivenbsp;und detaillirtere Angaben möcbte ich aber vorderhand nicht wagen.

Eine zweite in ihrer Organisation gut bekannte Species, C. Binneyana Sch. ist zuerst als Volkmannia Binneyi von Carruthers (15), dann als Fructification seines Calamodendron commune von Binney (1)nbsp;1.1.4,5, endlich wiederbolt von Williamson (1) v, t, 6;X, t. is, f. 13—17; xr,nbsp;t. 54, f. 23-26 abgebildet worden. Sie ist kleiner als die erste und zeichnetnbsp;sicb bei wesentlicb ahnlicbem Aufbau, einmal durch die viel geringerenbsp;Entwioklung ibres Holzkörpers, dann aber vor allem dadurch aus, dassnbsp;die Blatter der sterilen Wirtel bis fast zur ümbiegungsstelle bin mitnbsp;einander verwachsen erscheinen und demgemass auf dem Tangential-scbnitt quere, zusammenhangende, die Sporangientrager scheidendenbsp;Boden bilden, wie diess bei Binney (1) 1.1.5 dargestellt ist. Soweitnbsp;stimmen alle diese, in den engliscben Kalkknollen anscheinend baufigennbsp;Aehren tiberein. Trotzdem ist es mir, wie auch Weiss, zweifelhaft,nbsp;oh sie wirklich alle zusammengebören, oh nicht verschiedene, habituellnbsp;abnlicbe Arten unter gleichem Namen zusammengefasst sind. Zunachstnbsp;namlieb beschreibt Williamson (1) xi. t s* ein Aehrenbrucbstück, welches unterwarts Macro-, oben Microsporangien entbalt. Beide gleicbennbsp;einander vollstandig und bergen zablreiche Sporen, die sicb lediglicbnbsp;durch eine mdssige Grössendifferenz unterscheiden, so dass die grossen

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etwa den dreifachen Durchmesser der kleineren haben. Es ist nun sehr auffallend, dass Binney, obgleicb er. (1) i, t. 5, f. 4 den Radialscbnittnbsp;einer Aehrenbasis abbildet, in dieser keine solchen Maorosporangiennbsp;gefunden bat. Der Verdacht also liegt nabe, es seien deren in diesernbsp;Aebre keine vorhanden gewesen. ünd in der Schliffsammlung des British Museum, Bot. Dept., babe ieh andererseits Aehrendurchschnitte ahn-licber Art gesehen, die nur Macrosporen zu entbalten schienen, annbsp;deren Scheitel anscbeinend nóch die 3 kleinen, zu Grunde gegangenennbsp;Schwesterzellen der Tetrade erkennbar waren. Ferner waren in einemnbsp;der von Williamson abgebildeten Exemplare (l) x. t.is.f.n die Sporennbsp;tetradisob vereinigt und noch von der Mutterzelle umgeben, was frei-lich aucb auf ein jüngeres Entwicklungsstadium des zur Ablagerungnbsp;gekommenen Fruchtstands bezogen werden könnte. Auf Kenau ltsnbsp;neuerdings aucb bezüglich der Cal. Binneyana geausserte Meinung wirdnbsp;nachher bei Besprecbung der von ihm untersuchten Arten zurückzu-kommen sein.

Als Cal. superba bat Weiss (6) t. 4, f. 2 eine nur im Langsbruch vorliegende Aebre bezeichnet, die, wennschon nicht sebr gut erhalten,nbsp;doch wesentlich ahnliche Verhaltnisse wie die bisher betrachteten For-men bietet. In wie weit die, durch übermassig verlangerte Spitzentheilenbsp;ausgezeichneten Blatter der sterilen Wirtel verwacbsen sind oder nicht,nbsp;lasst sich, da das Exemplar nur den reinen Eadialsohnitt bietet, nichtnbsp;erkennen. Es stammt vom Augustusschacht im Plauenschen Grund beinbsp;Dresden und ist einer weisslichen Tbonmasse eingebettet. Ueber dienbsp;Art der Erhaltung fehlen genauere Angaben. Zusammen mit ihm undnbsp;vom gleicben Fundort stammend, liegt im Museum zu Dresden ein an-deres, welches Weiss (6) t. 3, f. 1 u. t. 4, f. 1 als Calamostachys mira be-zeicbnet bat. Sein radialer Langsbruch zeigt aufs deutlichste die Stel-lung der beiderlei Wirtel, sowie den Ansatz der Sporangien an diesen.nbsp;An demselben Stück ist aber aucb ein Theil der Oberflache sichtbar;nbsp;man siebt die freien Spitzen der sterilen Wirtelblatter, die unzweifel-haft unterwarts, nacb Art von Cal. Binneyana, zu einer horizontalennbsp;Platte verwacbsen sind. Von der ümbiegungsstelle, die nicht durchnbsp;Blatter des nachstunteren Wirtels verdeckt wird, hangt wie ein Vorhangnbsp;eine plattenartige Emergenz herab, deren Form und Begrenzung nichtnbsp;erkennbar ist, die aber auch auf den Langsbruchseiten in Gestalt einernbsp;zarten vor den Sporangientragern herablaufenden Durchschnittslinie sich

zeigt. Weiss sagt desbezüglich p- ^3 „bra^teae.....appendice reflexa

atque sporangia protegente in8tructae“. Etwas ahnliches finden wir bei Huttonia wieder. Weiss citirt auch, als vielleicht analog, einen vonnbsp;Renault (2) V. 2, t. 19, r. 7 u. s dargestellten und als Macrostachya infundi-buliformis bezeichneten Eest, der aber so fragwürdiger Natur ist, dassnbsp;ich wenig Gewicht darauf legen möchte.

Solms-Laubacli, Palaophytologie. 22

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Calamarieae.

Des weiterea muss Mer eiues von Renault (16), (2) v. 2, t. 21, f. 2 er-schliffeneu und als Fructification von Annularia longifolia besefiriebenen Objektes von Autun Erwahnung gethan werden. Dasselbe erweist sicbnbsp;als echte Calamostaohys, wennschon die Anheftung der Sporangien amnbsp;Trager nicht deutlich ist, und die sterilen, aus völlig freien, lanzettlichennbsp;Blattern gebildeten Wirtel, flach ausgebreitet, ja in ihrem Basaltheilnbsp;sogar etwas zurttckgebogen, diese nicht von aussen her überdecken.nbsp;Diese Aehre zeichnet sich dadureh aus, dass ihre Spindel, analog wienbsp;bei Equisetum gebaut, ein hohles Markrohr und einen schwachen Ringnbsp;primarer Bündel aufweist, in deren jedem eine Lacune gelegen ist.nbsp;Traoheale Elemente hat Renault, wie er ausdrücklich sagt, nur innbsp;unmittelbarer Nachbarschaft der Lacune gefunden.

Zwei weitere Calamostachysahren hat Renault (5) t. 3 u. 4 als Bruck-mannia Grand’ Euryi und B. Decaisnei besohrieben. Von denselben ist, da sie aus den Kieselbrocken von Grand’ Croix erschliffen wurden, nurnbsp;das Detail der Struktur bekannt. lm Bau ihrer Axen stimmen sie we-sentlich mit der vorher behandelten Form von Autun überein. Auf-fallend ist die grosse Gliederzahl, sowohl in den fertilen als den sterilen Wirteln, die für erstere bei B. Grand’ Euryi 18, bei B. Decaisneinbsp;12 betragt, für letztere sich auf das doppelte dieser beiden Zahlen be-lauft. Bei solcher Uebereinstimmung der gegenseitigen Zahlenverhalt-nisse mit Cal. Ludwigii wird man wohl auch eine ahnliche Alternationnbsp;wie bei jener annehmen dürfen. Die Sporangialblatter haben die tib-liche Regenschirmform, sie tragen, wie Renault abbildet (5) t. 4,1 s,»nbsp;und ausdrücklich angiebt (?• is), 4 Sporangien, genau in der Stellung,nbsp;die für C. Ludwigii beschrieben worden ist; ihr Schirmdach ist starknbsp;entwickelt und reicht bis zum nachstoberen Blattwirtel, diesem anwach-send. Zu jedem der Sporangien verlauft ein Ast des zweimal gabelndennbsp;Blattgefassbündels. Sie selbst sind schlecht erhalten; die Sporen liegennbsp;bei B. Grand’ Euryi, tetradisch verbanden, in ihren gleichfalls noch zunbsp;vieren zusammenhangenden Mutterzellen (t. 3, t. s). lm sterilen Wirtel bilden die Blatter, unterwürts mit einander verwachsen, die oft erwahntenbsp;horizontale Scheihe, ihre freien Spitzen sind, scharf umbiegend, auf-warts gerichtet. Eigenthümlich aber, und diese beiden Arten von dennbsp;typisch en, zuerst behandelten Formen scharf unterscheidend, ist noch dernbsp;Umstand, dass jeder Sporangientrager durch eine senkrechte, radial ge-stellte Gewebsplatte mit der basalen Scheibe des nachsthöheren Blatt-wirtels verbanden ist, wodurcb die Sporangien, die der oberen Reihe we-nigstens, in radiale, unten offene, auswarts durch die Verbreiterung desnbsp;Schirmdaches gedeckte Facher zu liegen kommen. In dieser Weise ver-stehe ich, und ich glaube richtig, Renaults Beschreibung, in welchernbsp;für die Annahme eines dritten, dicht unter dem sterilen gelegenen Quirls,nbsp;von dem die Platten ontspringen, wie sie Stur (5) p. (Xextaguien) seiner

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Interpretation der Struktur zu Grunde legt, absolut kein Raum verhanden ist.

Ganz neuerdings hat Kenault (17), der alle die besprochenen Aehren früherhin zn seinen Asterophylliteae und Annularieae rechnetenbsp;die Meinung aufgestellt, dass ein Theil derselben zu Arthropityg uudnbsp;Calamodendron in seinem Sinn, als mannliche Bltithen, gehore. Cala-mostachys Binneyana und Grand’ Euryi werden als solche ausdrüeklichnbsp;erwahnt, ihre Sporen auch unmittelbar als Pollenkörner bezeichnet. Ernbsp;stützt sich dabei zum Theil auf den Bau des Holzkörpers in der Aehren-spindel, zum Theil auf die Detailuntersuchung der Sporen, in denen ernbsp;einen inneren Zellkörper, nach Art des Cordaitenpollens, erkennen will.nbsp;Auch das Verbundenbleiben der Körner zu Tetraden wird unter Ver-gleiclmng mit tetradisehem Angiospermenpollen herangezogen; endlichnbsp;der Umstand, dass derartige Tetraden völlig gleicher Beschaffenheit innbsp;der Pollenkammer gewisser Trigonocarpen sowie von Gnetopsis trigonanbsp;gefunden wurden. Bei Arthropitys sollen die sterilen Wirtel verwachsen-,nbsp;bei Calamodendron freiblattrig sein. Charakteristisoh ist der folgendenbsp;Satz (17) „Les Calamodendron, les Arthropitys, certains Astérophyllites,nbsp;les Annularia présentent également leurs fructifications disposées d’unenbsp;maniére assez peu différente, c’est a dire sous forme d’épis composésnbsp;alternativement de verticilles stériles et de verticilles fertiles; dans lanbsp;plupart des cas il est impossible sur les empreintes de préciser la nature des corps reproducteurs appartenant a ces groupes de plantes, ce-pendant assez éloignées les unes des autres“. Eine so dogmatisch ge-haltene Darstellung ist schwer zu kritisiren, zumal die Grundlagen allenbsp;nur ganz kurz und vorlaufig vorliegen. Aber ich möchte doch das folgende bemerken. Für eine mannliche Blüthe aus abwechselnden fertilennbsp;und sterilen Blattwirteln haben wir nirgends ein Analogon. Dass mannbsp;einzelne Sporentetraden in der Pollenkammer windblttthiger Gymno-spermen findet, ist nicht beweisend; jede Zelle, die kleiner als dienbsp;Micropyleöfihung, wird, wenn sie eben anfliegt, hineingelangen. Tetra-disch verbundene Sporen sind zwar nicht bekannt, aber durchaus mög-lich; der innere Zellkörper kann gleichfalls nichts beweisen, wenn mannbsp;ihn namlich, wie ich das trotz Strasburgers neuen Ausführungennbsp;thue, für ein rudimentares Prothallium nimmt. Ein solches ist bekannt-lich auch den Microsporen eigen, seine mehr oder minder starke Ent-wieklung kann nicht in Betracht kommen. Und endlich; was willnbsp;Een au It mit der Williamsonschen, Macro- und Microsporen bergenden Aehre machen. Die wird denn natürlicb, trotz ihrer Aehnlichkeitnbsp;mit Calamostachys Binneyana, bei den Annularien verbleiben müssen.

Es restirt demnach als einziges Kriterium das seeundare Holz der Aehrenspindel, und damit sind wir wieder bei der so oft schon her-vorgehobenen petitio prineipii der Brongniartsehen Schule angelangt,

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die alltiberall das Verstandniss der betreiFendea Scbriften so sehr er-schwert.

Wir werden an Cal. Grand’ Euryi endlieh gewisse Fruchtstande angliedern dtirfen, die Weiss (5) als Cal. tuberculata bezeichnet (Holz-scbn. 45 B), indem er die früberbin (6) dafür geschaffene Gattung Staeh-annularia als Unterabtbeilung einzieht. Wenn Renault und zumalnbsp;Grand’Eury(l)p-45 beide geradezu als Synonyme anzuseben geneigtnbsp;sind, so mogen sie wobl Recbt haben, obschon bei der Unvergleicbbar-keit der Erhaltungszustande zur Zeit ein positiver Beweis nach keinernbsp;von beiden Riebtungen gefiibrt werden kann. lm Gegensatz zu allennbsp;den bisber abgehandelten versteinerten Aehren ist namlicli Cal. tuber-culata Weiss nur in Form von Abdrücken bekannt, an denen indess,nbsp;infolge des geringen Zusammenschlusses der sterilen Wirtel, die Organisation zu Tage tritt. Es ist eine allbekannte schon von Sternberg (1)nbsp;Hefti—4, p.29; t.2i, f. 4 als Bruckmaunia tuberculata abgebildete Aehre, die innbsp;den Kolüenschiefern der verschiedensten Ablagerungen, Ilmenau, Saar-brticken, Zwickau, Schlan in Böbmen nicht selten gefunden wird. Nachnbsp;Weiss’ Darstellung kommen bei dieser Cal. tuberculata nun zweierleinbsp;Formen der Organisation gleichzeitig an verschiedenen Aehren derselbennbsp;Pflanze vor. Einmal namlich sollen gewöhnliche, in der Mitte des Gliedesnbsp;stekende Sporangientrager aber mit nur je zwei, ober- und unterwartsnbsp;fallenden Sporangien verhanden sein. Dann aber kamen noch solchenbsp;anderer Beschaffenheit in Form starker, rosendornfórmig abwarts ge-krümmter Trager vor, die nur ein einziges Sporangium in der Buchtnbsp;führen, und unmittelbar unter einem sterilen Wirtel inserirt seien. Diesernbsp;letztere, sebr vielgliedrig (24—30 nach Weiss), besteht aus linealen, innbsp;gleicbmassiger Weise aufwarts gekrümmten Blattern. Gegen diese Darstellung bat dann Schenk (2) p. 23ise(i. t. 36, (10) gewichtige Bedenkennbsp;geltend gemacht. Er führt aus, dass beide von Weiss angenommenenbsp;Organisationstypen sich mitunter sogar an einer und derselben Aehrenbsp;finden und sehliesst daraus, dass sie nur verschiedene Erhaltungsweisennbsp;ursprünglich gleichbeschaffener Organe darstellen. Er sagt (2) p. 232;nbsp;„was ich bestreite ist, dass zwei in ihrer Entwicklung verschieden ver-laufende Ausbildungen der Sporophylle bei derselben Art normal vor-kommen, da für die Entwicklungsgeschichte der untergegangenen Pflan-zen keine anderen Gesetze geiten als für die lebendenquot;. Das ist, vonnbsp;der immerhin bestellenden Möglichkeit differenter Ausbildung der Macro-und Microsporangien tragenden Blatter abgesehen, sonst zweifellos rich-tig. Um nun das Zustandekommen der rosendornförmigen Trager zunbsp;erklaren, nimmt Schenk an, dass das obere Sporangium in solehemnbsp;Fall mit seinem Rand über den Trager gepresst sei, wodurch beide zunbsp;einem gemeinsamen Abdruck zusammenfliessen. Mir scheint mit S t u r (5)nbsp;p. 146 eine ahnliche Erklarung noch anspreehender, die sich unmittelbar

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an Renaults Angaben über Cal. Grand’ Euryi anscbliesst, dass nam-lich der Eosendorntrager aus dem Sporophyllstiel und der radialen diesen mit dem oberen Wirtel verbindenden Gewebsplatte bestehe, dienbsp;dort bis zur Basis abgerissen ist. Freilich setzt diese Erklarungsweisenbsp;voraiis, dass nicht 2 oder 1, sondern in der gewöhnlichen Art 4 Spo-rangien verhanden gewesen seien, von denen man im Abdruck aber nurnbsp;2 zu Gesicht bekommt. Das obere derselben muss dann auch, wenn esnbsp;noch verhanden, mlt dem senkrechten Flügel 'des Tragers zu einer homogenen Kohlenplatte zusammengedrtiokt sein. Durch solche Erklarungnbsp;des Sachverhalts würde sich Cal. tuberculata wohl auf den Bau dernbsp;Cal. Grand’ Euryi zurückführen lassen. Nur bleibt immer als Eigen-thtimlichkeit die verschiedene Lange der Internodien besteken, da dienbsp;Sporophyllwirtel unzweifelhaft weit über der Mitte des Interstitiumsnbsp;zwischen 2 BlattWirteln stehen. Weitere üntersuchungen werden viel-leicht diese annoch bestehenden Zweifel zu lösen im Stande sein. Nahenbsp;mit Cal. tuberculata verwandt ist Cal. calathifera Weiss (6) t. s, f. n,nbsp;S t e r z e 1 (3) 28, f. 2^4. Doch sind bei dieser bisher nur die normalen,nbsp;mit zwei resp. vier Sporangien besetzten Sporophylle gefunden.

Von Calamostachys unterscheidet sich Pal aeost achy a Weiss da-durch, dass die Wirtel der Sporophylle unmittelbar über den sterilen, man möchte sagen, in deren Blattachseln inserirt sind, dass sie infolgenbsp;davon nicht senkrecht, sondern mehr oder weniger spitzwinklig ab-stehen. Wir kennen nur eine Form dieses Typus in versteinertem Zustand, die anderen sind bloss als Abdrticke gefunden. Das erwahntenbsp;verkieselte Exemplar, von Autun stammend, ist von Renault als Volk-mannia gracilis Sternberg (1) ueft a-'s. t. 15, f. 1-3 bestimmt worden. Ernbsp;batte wohl besser gethan, es mit einem neuen Namen zu belegen, schonnbsp;in Anbetraebt des so verschiedenen Alters der Schichten von Autunnbsp;und Radnitz, welch’ letzteren Sternbergs Original entstammt; dannnbsp;auch desshalb, weil bei diesem Autor Zweige und Zapfen zusammen-gefasst sind, die möglicherweise gar nicht zu einander geboren (vgl.nbsp;Stur (5) p. 133) und weil seine rohe Abbildung die Möglichkeit irgendnbsp;welcher sicheren Identification ausschliesst. Renaults (5) t.2, (2) v. 2,nbsp;t. 18, 19 Zeichnungen zeigen eine hohle Axe, in deren peripherem Ge-webe wieder die. bekannten, den Initialbündeln entsprechenden Lacunennbsp;auftreten.

Die sterilen Wirtel sind durch ziemlich ansehnliche Internodien getrennt, sie besteken aus zahlreichen (20) lanceolaten, anfangs geraden,nbsp;abstehenden, dann knieförmig aufgebogenen, freien Blattern, deren langnbsp;ausgezogene Spitzen einander dachziegelig decken. An der Umbie-gungsstelle zeigen sie auf dem Rücken eine hoeker- oder leistenförmige,nbsp;uaeh unten verspringende Emergenz. Die Sporangiophoren sind un- ^nbsp;mittelbar über diesen Blattwirteln inserirt, achselstandig; ihr derber

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Stiel verbreitert sicli zu einer voluminösen Schirmplatte, an deren Innen-seite die 4 Sporangien herabbangen (Holzschn. 46, 3).

Von den in deutlichen Abdrlxcken vorliegenden Arten ist die wich-tigste Pal. elongata Presl, Weiss (6) p. los; t. is, aus dem böhmiscben Kohlengebirge (Holzsebn. 46, l u. 2). Das im Prager Museum bewabrtenbsp;Originalexemplar zeigt ein aus Calamitenahnlich gestreiften Gliedernnbsp;bestebendes, reicb verasteltes Verzweigungssystem, welcbes zablreicbenbsp;langcylindriscbe Aebren von nur geringer Breite tragt. Ein anderes

von W e is s (5) t. 22, f. ia bierbergezogenes Fragment aus dem Myslowitzer Wald in Ober-scblesien ist minder glanzend erbalten. Es sind in den Blattwirteln zablreicbe (12?),nbsp;scbmal-lanzettlicbe, freie, sicb seitlicb garnbsp;nicbt berübrende Glieder verbanden. In ibrernbsp;Acbsel scbeinen für den ersten Anblick ver-kehrt herzförmige, vollkommen sitzende Sporangien zu stellen; an vielen derselben er-kennt man aber einen senkrechten mittleren,nbsp;bis zu ibrer Spitze verlaufenden Streifen, dernbsp;von Weiss als Trager gedeutet wird, undnbsp;der besonders an dem Myslowitzer Exemplarnbsp;deutlicb bervortritt. 1st diese Deutung ricb-tig, wie wobl wabrscbeinlicb, dann feblt biernbsp;die scbirmförmige apicale Ausbreitung. Uebernbsp;die Zabl der Sporangien besteben Zweifel,nbsp;nacb den Zeicbnungen würde man auf zweinbsp;mediane sobliessen; Weiss balt jedoeb aucbnbsp;für möglicb, dass sie wie gewöbnlicb in Vier-zabl entwickelt waren.

Von Palaeostacbya Scbimperiana Weiss (6) p. 105; t. 5, (5) p. 271; t. 21, f. 8 könncn wir ebennbsp;nur abnen, dass sie bierbergebört. Es ist dasnbsp;eine macbtige, lange, cylindriscbe Aebre vonnbsp;bedeutendem Umfang und von dem Habitus derer, die man in dernbsp;Literatur gewöbnlicb als Macrostacbya Scbpr. angefübrt tindet. Alsnbsp;Maerostachya Scbimperiana figurirt sie denn aucb in Weiss’ früberemnbsp;Werke (1) p- 122; t. is. Die aus Saarbrücken stammende, in grauem tho-nigem Sandstein eingeschlossene Aebre lasst auf dem Langsbrucb, innbsp;Form von Koblenstreifen, ibre Axe und die in den Blattacbseln ent-springenden Sporangientrager, letztere als ganz zarte Stricbe erkennen.

Aucb die zur Gattung Huttonia gerecbneten Aebren sind bis jetzt nur als Abdrucksexemplare gefunden worden. Sie sind babituell dennbsp;grossen Macrostacbyaabdrticken ausserst abnlicb, so dass man beide

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olme Kemitniss des inneren Baues nicht wohl wird auseinander halten können. Die einzige in ihrer Hierhergehörigkeit sichergestellte Artnbsp;H. spicata, ist wiederum ein allbekanntes, von Sternberg (2) zuerstnbsp;besehriebenes Fossil, welches aber leider selten zu sein scheint, undnbsp;nach Weiss bis jetzt nur in Böhmen, sowie bei Eckersdorf in Nieder-sclilesien gefunden worden ist. Gute Abbildungen haben Schenk (2)nbsp;t. 41, f. 1 u. 2, weiss (6) 1.13, f. 4: 1.14, (5) t. 21, f.9 gegcbcn, die alteren sindnbsp;bei ihnen angeführt; auch bei Schimper (1) t- n sind solche zu finden.nbsp;Ich batte selbst nicht Gelegenlieit diese Form genauer zu untersuchen,nbsp;und halte mich desslialb an die Angaben von Weiss, die übrigens,nbsp;trotz der sorgfaltigen zu Grunde liegenden Studiën, noch immer eineunbsp;fragmentarisehen Charakter bieten. Die Sporangientrager kennt mannbsp;namlicli nur aus spurenhaften Resten, die sioh auf dem Langsbruch dernbsp;Aehre finden, und die in den Achseln der Blattwirtel ontspringen. Diesenbsp;ihrerseits sind aus zahlreichen (etwa 16—20), freien, lanzettlichen, ober-warts zu pfi'iemenförmigen Spitzen verschmalerten Gliedern gebildet,nbsp;die, indem sie sioh mit den Randern theilweise decken, vielfach dennbsp;Anscbein scheidiger Verwachsung darbieten. Dicht unter jedem Blattwirtel findet sich aber noch eine scheibenförmige Platte, deren Rand,nbsp;freilich sehr unvollkommen erhalten, in stumpfe Lappen getheilt ist.nbsp;Ob dieses Gebilde wirklich eine freie Scheibe darstellt, ob nicht viel-mehr die Lappen als Duplieaturen von der Rückseite der einzelnennbsp;Blatter ontspringen, in analoger Weise wie es bei Calamostachys miranbsp;Oder Palaeostachya gracilis Een. der Fall, dariiber spricht sich auchnbsp;Weiss nicht mit vollkommener Sicherheit aus. Nach Schenks citirtennbsp;Abbildungen, zumal nach seiner f- gt; möchte man zu letzterer Annahmenbsp;neigen.

Es giebt nun ausser den auf den letzten Seiten eingehend bespro-cbenen Fruchtresten noch eine grosse Menge anderer, die unter den versohiedensten Namen in der Literatur beschrieben sich finden. Soweitnbsp;ihr innerer Bau bekannt, schliessen sie sich den Typen von Calamo-stacbys und Palaeostachya an. Von einer Einzelbesprechung aller diesernbsp;Reste muss abgesehen werden, man kann an ihnen sowohl, als an dennbsp;nur babituell bekannten Macrostachyen und Paracalamostachyen nichtsnbsp;irgendwie unsere Kenntniss förderndes mehr gewinnen. Ein paar davon,nbsp;die mit den zugehörigen vegetativen Theilen in Verbindung gefundennbsp;sind, müssen aus diesem Gesichtspunkt spaterhin noch erwahnt werden. Hier brauchen wir nicht weiter auf sie einzugehen. Einige wenigenbsp;Abdrucksreste sehr zweifelhafter Beschaffeuheit mogen immerhin dernbsp;Vollstandigkeit wegen noch angeführt sein. Es sind das Volkmannianbsp;pseudosessilis Grand’ Euryi (1) f-^ und die damit analoge Annu-laria brevifolia Schenk (2) p- 233, lextflgur 12; ferner Volkmannia effoliatanbsp;Grand’ Euryi (1) p. 41; t. 6, f. 2; endlich Volkmannia Morrisii Hook. (5).

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Eine Form, die füglich als Paracalamostachys bezeichnet werden könnte, bat Göppert (22) als Aphyllostachys lugleriana bescbrieben. Sie würdenbsp;nur dann Interesse gewinnen, wenn sie wirklicb, wie G-öppert ver-mnthet, ans dem Lias kame. Da aber das Stuck, wélehes sieh im Bres-lauer Museum befindet, obne genauen Fundort ist (es soil in der Nahenbsp;von Engern im Hannöverscben aufgelesen sein), und ftiglicb, wie anchnbsp;Gröppert schliesslieh andeutet, aus dem Carbon Westphalens stammennbsp;könnte, so wird man auf dasselbe vorlaufig keine Rücksicht nelimennbsp;dürfen.

•Nach alledem eriibrigt noch die Besprechung einiger wesentlicb abweichender, im früheren als anomal bezeichneter Fruchtstande, derennbsp;wicbtigster und bestbekannter in Cingularia typiea Weiss (6)nbsp;p.88;t.6-9, Schimper (1) t.109, f.i-4, Stur (5) p. 149 Xextflgar gegeben istnbsp;(Holzschn. 47). Es ist das ein sehr merkwürdiger, bislang meines Wis-sens nur in Saarbrticken und St. Ingbert, aber dort nicht gar selten undnbsp;auf den verschiedensten Flötzen gefundener Rest. Die langen schlankennbsp;Aebren zeigen eine fadenförmig-diinne, gestreifte Spindel, an welebernbsp;die vollkommen horizontal ausgebreiteten sterilen und fertilen Wirtel,nbsp;einander paarweise unmittelbar genahert, sitzen. In jedem Wirtelpaarnbsp;ist das obere Glied steril, das untere fertil; zwischen den Paaren sindnbsp;die Internodien ziemlicb stark verlangert. Der Blattwirtel bildet einenbsp;horizontale Scheidenplatte, die auswarts in sehr zalilreiche, lanzettliche,nbsp;scharf gespitzte Zahne auslauft. Im Gegensatz zu allen anderen be-kannten Calamarienformen besteht der fertile nicht aus einzelnen freiennbsp;Blattern von Regenscbirmform, er bildet vielmehr eine zusammenhan-gende, kreisförmige, selbststandig, wennschon dicht unter dem Blattwirtelnbsp;an der Axe inserirte Scheibe, deren Rand, ziemlicb tief eingeschnitten,nbsp;aus keilfórmigen, plötzlich fast geradlinig abgeschnittenen Lappen sichnbsp;zusammensetzt. Ihrer werden an einem bei Weiss (6) 4.8,15 abgebil-deten, vollstandigen Wirtel 12 gezablt. Sturs Reeonstruktion, in dernbsp;die Lappen am Grund nicht scheibenartig verbundön sind, muss nachnbsp;dem Gesagten berichtigt werden. Jeder dieser Lappen ist, einer seinernbsp;Mediane folgenden Furche entsprecbend, vorn ein wenig zweitheilig aus-gerandet, er wird ausserdem durcb eine stark ausgesproehene Quer-falte in einen vorderen und hinteren Abschnitt zerlegt. Auf der unterennbsp;Seite eines jeden der, durcb die Kreuzung der Medianfurche und dernbsp;Querfalte entstehenden, etwa recbteckigen Felder findet sicli eine kreisförmige Ansatznarbe, die bei guter Erhaltung von einer zarten, radialennbsp;Streifung der Kohlenrinde sonnenartig umgeben ist. An diesen Narbennbsp;sassen die Sporangien an, 4 an der Zahl, sie sind an einem Exemplarnbsp;von Weiss (6) t. 9, t. 1 im Zusammenbang gefunden worden, und hangennbsp;dann von der Unterseite der Scheibenlappen senkrecht herab. Ihrenbsp;Form ist eigeuthümlich, etwas von der Seite zusammengedrückt. Ver-

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lialtnissmassig sind sie sehr gross und mit einer ganz zarten schrag ver-laufenden Streifung versehen, die sie auch dann erkennen lasst, wenn sie, von der tragenden Scheibe abgefallen, neben und zwiscben dennbsp;Exemplaren berumliegen, wie diess der gewöbnlicbe Fall. Die Lage-rungsverbaltnisse der ganzen Aebren im Gestein sind eigentbtimliche jnbsp;man findet sie entweder horizontal auf den Scbiebtflacben, viel baufigernbsp;aber so, dass die dunne Axe zur Scbieferung senkrecbt steht, die ein-zelnen Wirtel flach ausgebreitet auf deren Flacbe liegen. Es dürfte


Fig. 47.

pngularia typica Weiss nach Weiss (6). A Die sterilen ““4 nbsp;nbsp;nbsp;WU^el*'you

der Figur im Kadialbrnch. B Schematische Eeconstruhtion eines ''ansitzen. der oheren Seite. Die hellen Tupfen entsprechen den Stellen, an denen unterse.ts die Sporangien ansiize

daraus bervorgeben, dass die Wirtel eine steife, starre Bescbaffenheit noeb zur Zeit der Einbettung aufwiesen. Obscbonnbsp;licb in grosser Menge beisammen liegen — icb babe auf ei a enbsp;Skalleyscbacbte einen Block gefunden, der deren Hunderte enthielt —nbsp;so sind docb die Vegetationsorgane, die sie getragen, kaum e aim ,nbsp;wennschon ein paar-Stücke unterkamen, bei welchen eien ein o ernbsp;zwei an gegliederten, Calamitenabnlich gestieiften Zweigstüc en annbsp;sassen (Weiss (6) t. i, f. t. o. r. i). Mebr dergleichen zu finden, ist mirnbsp;damals, trotz vieler darauf verwandter Aufmerksamkeit nicbt gelungen.nbsp;Zu Cingularia dürfte auch Brongniarts (1) .. i, t. 12, f. ie Equisetum

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infundibuliforme geboren. Durch den Aufbrucb sind nur die sterilen Wirtel entblösst. Seiner Abbildung entsprecbende Exemplare, die un-zweifelhaft Cingularien waren, babe icb seinerzeit bei Goldenberg innbsp;Saarbrücken geseben.

Ganz eigenthümlieb ist ferner, im Fall die Reconstruktion desselben riebtig, ein Eest, den Williamson (8) bescbrieben bat, der leider nurnbsp;in einem kleinen Fragment, versteinert, in den Lancashirekalkknollennbsp;gefunden wurde. Seine hohle Axe zeigt in der Peripherie in gewohnternbsp;Weise die Lacunen auf, die den Primarbündeln entsprechen, die abernbsp;hier in auffalliger Weise einander paarweise genahert sind. Es sollennbsp;nun aber, nach Williamsons Darstellung, an derselben nur einerleinbsp;Wirtel verhanden sein, die, unterwarts zu einer etwas gehöhlten Plattenbsp;verwachsen, in zahlreicbe, aufgericbtete, freie Blattspitzen auslaufen.nbsp;Die Sporangientrager sollen auf der Innenseite von der basalen Plattenbsp;des Blattwirtels selbst entspringen. An ihnen sollen dann die Sporan-gien befestigt sein. Die Kleinlieit und Unvollkommenheit des Restesnbsp;lasst indess mannigfaltigen Zweifeln Raum.

Auch die Gattung Bowmanites Binney ist auf rathselbafte Reste gegründet. Der Typus ist Bowm. Cambrensis Binney (1) u, t. 12 ianbsp;einer Tboneisensteinniere bei Hartypool in South-Wales gefunden, undnbsp;zum grössten Theil nur als Hohldruck vorliegend. Leider sind dienbsp;Hauptstücke verloren gegangen, zwei, die gerettet, befinden sicb in Binney s Sammlung, die leider, so oft icb in Manchester war, durcbausnbsp;unzuganglich blieb. Die Abbildungen sind denn auch zum Theil nachnbsp;Skizzen des früheren Besitzers, Herrn Bowman hergestellt. Die com-pakte, cylindrische, von langen aufgerichteten Blattspitzen umgebenenbsp;Aehre sitzt auf der Spitze eines wohlcharakterisirten Asterophylliten-zweigs mit gestreiften Internodien und etwas aufgescbwollenen Knoten.nbsp;Nach der in f. 3 reproducirten Langsscbnittskizze des Herrn Bowmannbsp;scheint sie aus lanter gleichartigen Blattwirteln zu besteken. In demnbsp;Interstitium zwischen je zwei derselben liegt je eine Eeihe rundlichernbsp;Körper, die Binney als Macrosporen deutet, die Weiss (5) p-200 fürnbsp;Sporangien halt. Für die Richtigkeit der erwahnten Skizze spricht, dassnbsp;letzterer Autor (5) p. 201; t. 21, f. 12 einen Eest ganz ahnliclien Baues alsnbsp;Bowmanites germanicus W. abbildet, der von der Gustavsgrube beinbsp;Schwarzwaldau in Niederschlesien stammt. Ob auch die spater zu be-sprechende Volkmannia Dawsoni Williamson (9), wie Weiss will,nbsp;bierher gehort, ist mir sehr zweifelhaft. Der Bau ihrer Axe spricht nichtnbsp;für Zugehörigkeit zu den Calamarieen, derselbe Bau könnte freilich auchnbsp;bei den sichergestellten Bowmaniten verhanden gewesen sein und diesenbsp;dann von der Calamarienreibe entfernen. Nur glückliche Funde könnennbsp;uns hier weiterbringen.

In letzter Linie waren endlich noch einige nur sehr unvollkommen

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bekannte Fruotifieationea anzuführen, die, unter sich eiaigermaassen ab-weicbend, ron verschiedenen Aiitoren zu Archaeocalamites gezogen worden sind.

lt;1

Einmal bat Kids ton (4) eine Eeihe zweifelhafter Abdrueksreste, die unter dem Namen Potliocites Paterson gingen, und aus dennbsp;untersten carboniscben Scbiehten Schottlands (calciferous limestone series)nbsp;stammen, hier unterzubringen gesucht. Bei ihm findet man die alterenbsp;Literatur dieser Dinge zusammengestellt. Es sind lange, auf Astero-phyllitenartigen, kurz beblatterten Zweigspitzen stekende Aeliren, dienbsp;durch Einsclmürungen in cylinderförmige Glieder getlieilt sind. In jedernbsp;Einsohnürung findet sich ein steriler Blattwirtel, aus kurzen, faden-fórmigen, freien Blattern bestehend. In dem einzigen bekannten, ganznbsp;vollstandigen Exemplar (Pothocites Grantoni Paters. K i d s t o n (4) 1.12, f. 13)nbsp;sind 8 Cylinderglieder vorhanden. Diese Glieder sind stets stark zu-sammengedrückt, und in einen ziemlioh dicken eompakten Kohlenbelagnbsp;verwandelt. Sie scheinen aus zahlreiehen, in Langs- und Querreihennbsp;angeordneten, eifbrmigen Körperehen (Sporangien ?) zu bestehen. Dazunbsp;kommen, gleichfalls in Langsreilien stellend, und der Oberflaclie desnbsp;Gliedes angeliörig, demgemass nicht sichtbar, wo diese schlecht erhalteu,nbsp;eigenthümliche, 4—5 stralilige, sternförmige Figuren, deren Strahlen er-hobene Bander zeigen (K i d s t o n (4) t. 9, f. 3-5). Dass diese Sterne dienbsp;Sporangien seien, wie Kidston will, möcbte ich bezweifeln, wie dasnbsp;schon vorher angedeutet wurde. Ich weiss aber, obschon ich mehrerenbsp;Exemplare zu besichtigen Gelegenheit hatte, auch keine andere Erkla-rung an die Stelle zu setzen. — Einen Zweig des Archaeocalamites ra-diatus mit terminaler Fruchtahre, an seinen langen gabelig gespaltenennbsp;Blattern kenntlich, sieht Stur (6) in dem aus dem Kohleukalk vonnbsp;Rothwaltersdorf in Schlesien durch O. Feistmantel (5) p.49S; t.)4. f,5 be-schriebenen Asterophyllites spaniophyllus Feistm. Von dem leider sehrnbsp;schlecht erhaltenen Aehrenabdruck giebt er p-15, Te^tfig. 4 eine neue Ab-bildung. Er glaubt darin eine aus zahlreiehen Sporophyllen aufgebautenbsp;Aehre zu erkennen, die von Zeit zu Zeit durch einen sterilen Blattwirtel unterbrochen wird. Mit der Anordnung der Theile bei Pothocites wörde diese Anschauung ja einigermaassen in Einklang stehen,nbsp;man wird durch sie an den oben p. 185 beschriebenen Bau der vielleicbtnbsp;zu Phyllotheca gehörigen Fructifieationsreste erinnert. In einer vor-laufigen Mittheilung hat schliesslich Renault (19) (18) Fructificationennbsp;beschrieben, die er wohiconservirt und noch in Verbindung mit dennbsp;Zweigen gefunden haben will. Das könnte ja vielleicht mehr Lichtnbsp;fiber diesen Gegenstand verbreiten, wenn erst die ausfuhriiche Darstel-lung vorliegen wird. Nach seinen Angaben sind die „fructificationsnbsp;males des Bornia“ Aehren, die nur Sporophylle tragen. Diese, zu 8—10nbsp;im Wirtel, sind regenschirmförmig und in der gewöhnlichen Weise mit

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Calamarieae.

4 Sporangien besetzt. Sie stammen aus den Anthracitschichten der Vendée, und sind, wie er ansdrüoklieh sagt, bereits bei Grand’ Enry (1)nbsp;p. 54, Textflg. I abgebildet. Freilicli scheint mir diese Abbildung seiner Be-schreibung nicbt allzusehr zu entsprecben. Ob auch die Aehren, dienbsp;Grand’ Eury in Zusammenhang mit seinem Bryon gefunden bat, und dienbsp;dazu passen würden, dabin gezogen werden, ist nicbt gesagt (ygl. p. 332).

Sebr wichtig ware es nun zu wissen, mit welcherlei Vegetations-organen diese reiche im bisherigen aufgezahlte Eeihe von Eructifica-tionen jeweils verbanden gewesen ist. Leider sind wir in dieser Hin-sicht nur auf wenige ganz sichere Thatbestande angewiesen. Es ist ja, wie sicb schon aus dem früheren ergiebt, für eine ganze Anzahl vonnbsp;Aebren festgestellt, dass sie Asteropbyllitenartigen, beblatterten Zweigennbsp;aufsitzen, allein das bringt uns nicht weiter, weil auch für diese Laub-triebe die Zugehörigkeit zu den Stamnien beinahe nirgends bewiesennbsp;werden kann. Beztiglicbe Mutbmaassungen sind freilich in Menge verhanden, mehr oder weniger auf subjektive, nicht exakt zu begründendenbsp;Ueberzeugung basirt, deren Besprechung aber eben ihres schwanken-den Fundamentes halber hier von keinem Nutzen sein würde. Ichnbsp;werde mich im folgenden auf die Erwahnung derj enigen Falie be-schranken, in welchen Aehren bekannter Organisation mit bestimmbarennbsp;vegetativen Theilen in direktem Zusammenhang gefunden sind. Nurnbsp;diese können der weiteren Forschung als Basis dienen. In erster Linienbsp;sind da Calamostachys tuberculata W. und C. calathifera W. zu erwah-nen, die beide, den Blattzweigen Annularia longifolia und Ann. spheno-phylloides ansitzend, bei Lugau in Sachsen in Abdrucksexemplaren gefunden wurden. Das Zusammengehören der beiden letzteren Formennbsp;hat Ster zei (3) t. 28 durch vorzügliche Abbildungen erlautert, für dienbsp;ersteren fehlen diese noch, indessen liegt einstweilen Ster zeis (4) p. 82nbsp;ganz ausdrückliches Zeugniss vor. Beblütterte Zweige sowohl, alsnbsp;Fruchtahren fanden sich gleichzeitig an ziemlich dicken, plattgedrückten,nbsp;mit schwacher Kohlénrinde versehenen Stengeln ansitzend, ganz ahn-lich so, wie es bei Weiss (6) t. 2, f. i dargestellt ist. Nun hatte schonnbsp;Weiss das tragende, am oberen Knoten ringförmig angeschwollenenbsp;Stammstück seines Exemplars mit dem zweifelhaften Equisetites lingu-latus (vgl. oben p. 182) verglichen; auch Renault (2) v. 2, p. 127 hattenbsp;diesen, freilich ohne eingehendere Begrtindung, zur Annularia longifolianbsp;gezogen, und auch Schenk (2) p- 231, t. 39 war auf Grund des abgebildetennbsp;Stücks mit Reserve dieser Ansicht beigetreten. Jetzt findet dieselbe nunnbsp;durch Ster zei weitere Unterstützung. Ein ihm vorliegendes Exemplarnbsp;des betretfenden Restes w'ar er nicht im Stande von seinen Annularien-stengeln zu unterscheiden. An den Knoten sollen nach ihm die Fruchtahren zu acht sitzen, ihre Sporophylle sollen den gewöhnlicheu Baunbsp;von Calamostachys zeigen. Eine ganz normale Calamostachys hat weiter-

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Calamarieae.

hin Weiss (5) p- i84seq. t. b mit Calamites ramosus and seinen Blattern der Annularia ramosa, zusammenhang-end gefunden. Eine andere colos-sale, im Habitus an Palaeostachya Schimperiana und die ahnlicben Ma-crostachyen erinnernde Aehrenform, deren Zugehörigkeit zu Calamo-stachys gleichfalls festgestellt wurde, Cal. Solmsi W e i s s (6) t. is, (5) p. 177nbsp;babe icb auf dem Skalleyscbacbt zu Saarbrücken mit einer Calamitinanbsp;im Zusammenhang gefunden. Es war ein riesiger Block, eine grossenbsp;Menge nach einem Punk't büschlig convergirender, fusslanger Aehren innbsp;seinen verschiedenen Scbichtungsflachen enthaltend. Die Verbindung desnbsp;Büschels mit dem Hohldruck der Calamitina freilieb liess zu wünscbennbsp;librig (siebe Weiss (6) *. is, f. i), so dass der betreffende Fall, so sehrnbsp;icb persönlicb von seiner Zuverlassigkeit überzeugt bin, docb fiir niebtnbsp;ganz absolut sicbergestellt geiten muss. Endlicb ist Palaeostacbya ar-borescens Weiss, eine Form, die der oben bebandelten Scbimperiana sonbsp;nabe stebt, dass sie vielleicbt damit zusammenfallt, mit Stylocalamitesnbsp;arborescens von Weiss (5) p- mo-, 1.14,15, le in Verbindung gefunden worden. Zu der von ibm citirten Literatur dürfte nocb als sebönes, in durob-aus übereinstimmender Weise den Zusammenbang illustrirendes Exemplar die Abbildung Lesquereux’ (1) v. 3,100, f.t hinzugefügt werdennbsp;können. Im Text ist der Rest p- no als Volkmannia crassa Lesq. be-zeichnet. Cbarakteristiscb ist für diese Form, dass die machtigen eylin-drisehen Aebren in grosser Zabl, von ganz kurzen, dönnen Zweigleinnbsp;getragen, jede einzeln, direkt an den Knoten der Calamitenstamme be-festigt sind. In einer der Weisssehen Figuren 1 ic. 1 1 sind Blatter zunbsp;sehen, die vielleicbt zu dem Stamm gehort haben könnten. Audi beinbsp;Lesquereux sind dergleicben, wennschon kürzer und anscheinendnocbnbsp;ansitzend, dargestellt.

Im Anschluss an die im vorstehenden gegebene Darstellung des Tbatbestandes, insofern er als Basis für weitergebende Schlüsse dienennbsp;kann, wird es an letzter Stelle nocb erforderlich sein, in Ktirze auf dienbsp;Gesicbtspunkte einzugehen, die für und gegen die Trennung der Cala-marien in Calamiten und Calamodendren, wie sie Brongniarts Schulenbsp;anstrebt, geltend gemacht werden können. Da mag denn gleieb voraus-gesehickt werden, dass ein strikter Beweis für die Zusammengehörigkeitnbsp;aller Calamarienformen im Sinne von Williamson, Stur und Weissnbsp;in der That nicht geführt werden kann, dass aber auf der anderennbsp;Seite die Gründe der französischen Autoren für deren Trennung in zweinbsp;ganz differente Reihen zu solchem Zwecke meines Erachtens bei wei-tem nicht ausreichen. Man wird also immerhin, bis diese schlagenderenbsp;Beweise für ibre Meinung beizubringen vermogen, sich am besten annbsp;die einfachere Anschauung der englischen und deutschen Autoren halten,nbsp;dabei aber freilieb die ganze Fragestellung durchaus als eine offenenbsp;behandeln.

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Calamarieae.

Es siüd vornehmlich zwei selir gewichtige Grimde, die Brong-niart nnd Renault entgegengehalten werden müssen. Man fragt zu-naclist, welehe Calamiten denn gymnosperme Fructificationen getragen hahen sollen, da wir doch die archegoniaten Fruchtahren an Stammennbsp;und Zweigen der verschiedensten Art, an Stylocalamiten (Palaeo-stachya arborescens), an Calamitinen (Calamostachys Solmsi), an Euca-lamiten (Cal. ramosa) und ausserdem an Annularien (Cal. tuberculata,nbsp;calathifera) vorfinden. Dem hat nun freilich Renault neuerdings durchnbsp;seine Umdeutung der Aehren zu mannlichen Blüthen ahzuhelfen gesucht.nbsp;Mir scheint das aber kein glücklicher Griff gewesen zu sein; man siehtnbsp;nicht ah, warum diese Deutung nicht auf alle Aehren ausgedehnt werden sollte, WO sich dann die Einheit shmmtlicher Calamarien, nur unternbsp;anderen Annahmen, mit anderer Nomenclatur, ergehen würde.

Auf der anderen Seite ist zu bemerken, dass alle bekannt gewor-denen Stamme mit Diekenwachsthum begabt waren. Wenn es andere, eines solchen Zuwachses entbehrende Calamiten gab, so muss es dochnbsp;zweifelsohne sehr erstaunlich erseheinen, dass man niemals einen solchen in versteinertem Zustand gefunden. Kann doch selbst Grand’nbsp;Eury (1) nicht umhin, sich darüber zu verwundern. Er sagt p-3o; „ilnbsp;est au moins surprenant que l’on n’ait pas encore mis la main sur unenbsp;Calamite a structure con8ervée.“ Der Einwand, dieselben seien infolgenbsp;ihrer zarteren Gewebsbesehaffenheit sammt und sonders zu Grunde ge-gangen, kann nicht als stichhaltig anerkannt werden. Denn dannnbsp;könnten sich doch erst recht nicht die jugendlichen, winzigen Calama-rienzweige erhalten hahen, ganz gleichviel, ob man annimmt, dass sienbsp;zu Calamiten oder zu Calamodendren gehörten. Und doch sind solche,nbsp;wennschon selten, immerhin zu wiederholten Malen von Williamson (l)nbsp;beschrieben und abgebildet worden (ix, t. lo, i. s-ii). Sie weisen das wohl-erhaltene, parenehymatisehe Mark auf, welches von einem Kranz deut-lich hervortretender Primarbündel mit grossen Lacunen umringt wird.nbsp;Man könnte nun freilich einwenden wollen, dass in der That die Bestenbsp;von Calamitenstammen equisetalen, des SecundUrzuwachses entbehren-den Baues gefunden seien, und sich dafür auf die berilhmten Exem-plare berufen, die dem Plauenschen Grunde bei Dresden entstammen,nbsp;und vonPetzholdt (1) und Geinitz (5) dargestellt und erörtert worden sind. Die Petzholdtsehen Calamiten sind eingebacken in grau-weissen Kohlensandstein, sie zeigen auf dem Querschnitt einen cen-tralen, von Gesteinsmasse erfüllten Raum, der von einer immerhinnbsp;ziemlich dicken, dichten, kohligen Hülle umgeben wird. Diese Kohlen-schicht aber, ihrerseits nach aussen und innen nicht ganz regelmassignbsp;begrenzt und in vielen kleinen Zalmen verspringend, wird, durch einennbsp;Kranz von mit Gesteinsmasse erfüllten Lücken, in lanter Stücke zer-legt, die die Gestalt des Querschnittes eines doppelten T-Tragers zeigen.

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Calamarieae.

Ich habe verschiedene derartige Durchschnitte, von Petzholdt selbst herrührend, in Dresden und Strassburg gesehen, sie sind auf seinennbsp;Tafeln scbön und naturgetreu abgebildet. Er bat nun diese ganzenbsp;Struktur aus der unmittelbaren, unreranderten Erhaltung des ursprüng-lichen Zustandes der betreffenden Stamme gedeutet, und Scbimpernbsp;(1) V. 1 u. A. sind ihm darin beigetreten. Die Lüeken in der kohligennbsp;Einde waren also danach die Vallecularhöhlen, der centraje Kaum dienbsp;Markbölile des Equisetumartigen Stammes. Indessen musste schon dienbsp;unregelmassige Besebaffenheit des Kobleneinscblusses Bedenken erregen,nbsp;es musste ferner die Dicke desselben auffallen, wenn man die Annabme,nbsp;er sei aus der Wandung eines krautigen, hoblen Stengels entstanden,nbsp;festhalten wollte. Und in der That bat Schenk (2) p-236, der diesenbsp;Eeste erneuter Untersucbung unterzog, den Nacbweis führen kennen,nbsp;dass ihre Kohlenmasse durchaus aus seeundarem Holz besteht, welchesnbsp;nur bei der Einscbliessung zerfetzt und zerworfen wai’, dass die Lacunennbsp;also mitten im Holz gelegen sind, nur Defekte desselben darstellen undnbsp;demgemass mit den Valleoularhöblen nicht verglichen werden können.nbsp;Es sind eben Calamodendronreste oder gar Haufwerke von Calamoden-dron und Psaronius, die für unsere Beweisfübrung ausser Frage kommen.

Die Anschauung Brongniarts und seiner Schüler ist in der Hauptsache auf die petitie principii begründet, die bei Archegoniatennbsp;Secundarholz nicht geiten lasst. Dieser ist jedoch, wie mir scheint,nbsp;durch die Befunde hei Lepidodendron und Sigillaria, ja durch die recente Isoëtes zu sehr der Boden entzogen, als dass sie als Hauptargu-ment noch weiter dienen könnte. Die zu ihrer Unterstützung heran-gezogenen Momente, soweit sie nicht im bisherigen ihre Erledigungnbsp;gefunden, sind geringwerthig. Da hebt sie den ünterschied in der Dickenbsp;der Kohlenrinde hervor. Allein dünne Kohlenbelege werden auch dannnbsp;entstehen, wenn ein nur schwacher Secundarzuwachs verhanden war.nbsp;Wie sehr dessen Ausgiebigkeit variirte, lasst sich leicht aus der Durch-musterung grösserer Schliffsammlungen entnehmen. Und wenn Urand’nbsp;Eury mannigfaltige Differenzen in den unterirdischen Organen unserernbsp;Gewdchse feststellen konnte, so ist doch keine derselben der Art, dassnbsp;sie mehr als Gattungs-, sagen wir als Familienverschiedenheit, in sichnbsp;schliessen dürfte. Wir ersehen daraus also nur, dass wir es in den Ca-lamarien mit einer reicher in sich gegliederten Formenreihe zu thunnbsp;haben, als es auf den ersten Bliek der Fall zu sein scheint. So langenbsp;man uns also die weihliehen Blathen resp. Samen der Calamodendrennbsp;nicht in zwingender Weise demonstriren, so lange man die bislang be-handelten Bedenken nicht völlig entkraften kann, werden wir auf demnbsp;vorher bezeichneten skeptischen Standpunkt verharren mussen.

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XIV.

Sphenophylleae.

Die Sphenophyllen zahlen zu den ansgezeichnetsten Leitgattungen fiir die mittlere nnd obere Steinkoblenformation, sie gehen nicht tihernbsp;das untere Rothliegende, in welehem sie hei Autun gefnnden werden,nbsp;hinaus. Und die aus alteren Ahlagernngen heschriehenen Arten sindnbsp;in ihrer Hierhergehörigkeit zweifelhaft. Das gilt in erster Linie vonnbsp;dem Sphen. tenerrimum Ett. (vgl. Stur (5) p- iot seq.) aus dem Culm, dennbsp;Ostrauer und Waldenhurger Schichten, welches vielleicht auch zu dennbsp;Calamiten gehören und mit Archaeocalamites radiatus in Parallele ge-stellt werden könnte, noch viel mehr aher von dem ziemlich unkennt-lichen und dubiösen devonischen Eeste, den Dawson (l) p.s2,15, f.6i,62nbsp;als Sphenophyllum antiquum bezeichnet hat.

Ihres auffallenden Habitus halber ist die Gattung schon hei den alten Autoren verschiedentlich ahgehildet; ausführliche Zusammenstel-lung der alteren Literatur und Beschreibung der einzelnen Arten gebennbsp;Coemans und Kickx (1)! Die zarten, im Abdruck eine nur dunnenbsp;Kohlenrinde bietenden Stengel sind gegliedert, und tragen an dennbsp;Knoten die quirlstandigen Blatter, sowie einzeln stehende, nach dennbsp;Angaben der Autoren achselstandige Zweige. Sie sind der Regel nachnbsp;mit ziemlich starken Kanten und Furchen bezeichnet, die stets unver-andert und continuirlich tiher die Knoten hinweglaufen. Jeder Wirtelnbsp;besteht mindestens aus sechs Blattern, haufig sind ihrer mehr, alsdannnbsp;haben stets multipla von sechs, 12, 18, ja 24 Geltung. Bezüglich diesesnbsp;Punktes finde ich bei allen Autoren wesentliche Uebereinstimmung. Dasnbsp;einzelne Blatt ist sitzend, aus schmaler Basis keilförmig verbreitert, amnbsp;vorderen Rande stumpf gerundet, mitunter gezahnelt (Sph. Schlotheimiinbsp;Brong., emarginatum Brong.), oder aber, durch mehr oder weniger tiefenbsp;Einschnitte wipderholt dichotomisch in breitere ¦ oder schmalere Zipfelnbsp;getheilt. Die Blattflache wird von gleichstarken, einfachen, unver-bundenen, einmal oder wiederholt gabelnden, ein wenig divergirendennbsp;Nerven durchzogen. Nach Schenk (2) p. 220, Textas. tritt nur ein Nervnbsp;in die Blattbasis ein. Das wird gewiss ftir die von ihm beschriebene

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Sphenophylleae.

Form (Sph. emargiaatum Brongn. var truncatum Sclipr.) zutreffea- dass es bei alien Arten sich ebenso yerhalte, möchte ich ans spater zu er-örtemden Grttnden bezweifeln. In wie weit man beziiglich der Species-unterscheidung auf den Grad der Theilung and Einschneidung dernbsp;Blattflache Riicksicht nebmen darf, wird noch naher untersuoht werdennbsp;miissen. Denn schon Coemans und Eickx (2) p. m geben an, dassnbsp;in abnlicber Weise, wie man das heutzutage bei den Batrachien findet,nbsp;die Stengel mehrerer Arten unten tief eingeschnittene, oberwarts fastnbsp;ganzrandige Blatter tragen. Wenn sie daraus sohliessen mochten, dassnbsp;unsere Pflanzen Wassergewaehse gewesen seien, so haben dem, auf dienbsp;Anatomie der Stengel sicb stützend, sowohl Schimper (Zittel (1) p. m),nbsp;als Schenk (2) p.22o widersprochen. Ich möchte mich einer bestimmtennbsp;Meinung liber diesen Punkt vorlaufig enthalten. Was aber die Hetero-phyllie betrifft, die auch von Weiss (1) p. i33 als feststehende That-sache angesehen wird, so habe ich als Beleg för dieselbe nur die ver-zweigten Esemplare finden können, die bei Germar (1) t. e, f. 3 undnbsp;Schenk (2) t. 44, f. i dargestellt sind. Und bei diesen tragt nur dienbsp;Hauptaxe eingeschnittene Blatter, die der Seitenzweige sind unter sichnbsp;gleich und ganzrandig, so dass der Vergleich mit den Batrachien nichtnbsp;ganz zutreifend erscheint.

Sobald die Keilgestalt der Blatter infolge der reichlichen und tiefen Einschneidung ihres Vorderrandes zuriicktritt, muss naturgemass dienbsp;sichere Unterscheidung der Beste von Asterophylliten und Annularien-formen schwierig und unter Umstanden ganz unmöglich werden. Mannbsp;braucht, um sich davon zu liberzeugen, nur die Abbildungen des Sphe-noph. angustifolium Germ, bei Schenk (2) t. as, f. 2,3,5 zu vergleichen.nbsp;Germars (1) auf dieselbe Art bezligliches Bild t. ?, r. s ist überhauptnbsp;von einem Asterophylliten nicht zu unterscheidenfreilich kann mannbsp;auch an seiner Hierhergehörigkeit zweifeln. Es muss das um so mehrnbsp;hervorgehoben werden, als es, den spater zu behandelnden Ausftihrungennbsp;Williamsons gegenüber, von Wichtigkeit ist, zu constatiren, dass annbsp;Abdrucksexemplareu, deren Anatomie nicht untersucht werden kann,nbsp;eine sichere Abgrenzung dieser Gattungen, wenn anders man Astero-phyllites als Gattung bezeichnen darf, nicht herzustellen ist. Das mussnbsp;man bei der Beurtheilung des früher p. 323 erwahnten Asterophyllitennbsp;Sturs, aus dem ein Sphenophyllumzweig hervorwachst, im Auge be-halten. Möglicherweise wird sich in Zukunft noch manchei Best, dennbsp;wir jetzt unter jenem Namen rubriciren würden, als Sphenophyllee er-weisen. Liegt ja doch heute schon in dem Sph. tenerrimum Ett. einnbsp;Fall vor, der vielfachem Zweifel Baum giebt. Dieses zarte, winzigenbsp;Pflanzchen ist von Stur (5) p. 214 sea., t. f mit gewohnter Sorgfalt dargestellt und besprochen worden. Seine gefurchten Stammchen tragennbsp;Quirle von ungleichen, ein bis zwei Mal getheilten Blattern, in welchen

Solms-Laubach., Palaophytologie. nbsp;nbsp;nbsp;23

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Sphenophylleae.

die Einschneidung derart der Nervatar folgt, dass jeder Zipfel nar vou einem mittleren Nerven darchzogen wird. Wo die Wirtel in der Schich-tungsflache aasgebreitet vorliegen, bat sieh ibre Blattzahl als wechselndnbsp;ergeben, icb finde bei Star die Zahlen 9, 10, tl, 12 dafür angegeben,nbsp;was der bei den echten Sphenophyllen beohachteten Regelmassigkeitnbsp;nicht ganz entsprieht, wennschon icb keinen grossen Werth daraaf legennbsp;will. Aber eben so gat wie mit dieser Gattang könnte der Rest mitnbsp;Archaeocalamites verglichen werden, bei welchem Blatter gleicher Form,nbsp;nar von grösserer Lange vorliegen. Indessen darf hier doch nicht ver-schwiegen werden, dass am gleichen Orte Frachtstande vorkommen, dienbsp;mit grosser Wahrscheinlichkeit daza gehören, and die, wennschon narnbsp;in massiger Erhaltang bekannt, doch einige Analogie mit den fiir Sphe-nophyllam sichergestellten zeigen. Es wird die Pflanze gerade dess-wegen an diesem Ort behandelt. Gehort sie wirklich hierher, so würdenbsp;sich der Sphenophylleen-Typas viel weiter rückwarts verfolgen lassen,nbsp;als es der gewöhnliehen Annahme entsprieht. Eine ahnlich starke Zer-schlitznng der wiederholt gablig getheilten Blattspreite hat Ze ill ernbsp;(3) 1.161, f 3,4, c flir eine von ihm als Sph. saxifragaefoliam bezeichnetenbsp;Pflanze abgebildet.

Als abweichende Formen, deren Hierhergehörigkeit mir nicht ganz aasser Zweifel scheint, sind za erwahnen: in erster Linie Sphenoph.nbsp;Thonii Mahr (1) t.s, bis jetzt nur in der obersten Carbonformation zanbsp;Ilmenaa and in Frankreich gefanden. Nach Zeiller (3) p. 34; t. lei, f, 9nbsp;ist diese Pflanze von anderen Arten der Gattang wesentlich nar darehnbsp;die Kraftigkeit aller ihrer Theile, durch die Grósse and die stark vor-tretende Nervirang ihrer, am Vorderrand in schmale, fransenartige Zahnenbsp;gespaltenen Blatter verschieden. Erheblichere Differenzen bieten dienbsp;zweifelhaften, als Trizygia specie sa Royle (1) t. 2, f. i-i beschriebe-nen Reste, die, der Damada-Grappe des anteren Gondwanasystems Indians angehörig, einem höher als das Carbon gelegenen Niveaa (nnterenbsp;Trias?) entstammen. Beschreibang and Abbildangen dieser Pflanze hatnbsp;O. FeistmantelPal. ind. ser, xn, Atth-ii, p. 69, t. iia. 12 gegeben; bei ihm findetnbsp;man aach die beztigliche Literatar zasammengestellt. Exemplare habenbsp;ich nur im British Maseam, Botanie. Dept., gesehen. Die diinnen faden-förmigen, in den Knoten angeschwollenen Stengel tragen sechsblattrigenbsp;Wirtel, die einander, wie es scheint, regelmassig saperponirt sind. Inner-halb des Wirtels sind die gerandet keilförmigen Blatter za drei Paarennbsp;geordnet, zwei von diesen stehen einander genau gegenüber, das dritte,nbsp;aas viel kürzeren Gliedern gebildet, fallt aaf die eine Seite in die Liickenbsp;zwischen ihnen. Die Beblatterang wird so natürlich einseitswendig,nbsp;dem kleineren Blattpaar gegenüber finden wir in allen Wirteln einenbsp;weite Lticke. Verzweigung ist an der Pflanze meines Wissens nochnbsp;nicht beobachtet worden. Wenig bekannt, and wegen der Vierzahl der

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Sphenophylleae.

wirtelstandigen, breit keilförmigen Blatter kaum hierhergehörig, ist die von Emmons (1) besehriebene, in den blue shales des anscheinendnbsp;triassischen Deep River Coalfield in North Carolina gefundene Gattungnbsp;Sphenoglossum.

Wiederum sind es in erster Linie Renaults (2) v. p. 91 seq.; V. 4, Einl.^ (16, 20), dann aueh Williamsons (1) v, ix Arbeiten, denen wir dienbsp;Kenntniss des inneren Baues der Sphenophyllen verdanken. Derselbenbsp;hat sich als hochst merkwiirdig und keiner anderen Pflanze direkt ver-gleichbar erwiesen. Ein primarer dreifliigelig-triarcher Holzstrang, an-fanglioh all ein vorhanden, wird dann von einem Secundarzuwachs ganznbsp;eigenthiimlichen Baues, in ahnlicher Weise wie diess beim Dickenwachs-thum der Wurzeln der Fall, umsohlossen. In den Kaikknollen Lan-cashires scheinen derartige Stammchen nach Williamson verhaltniss-massig selten zu sein, viel haufiger sind sie in denen von Langendreer,nbsp;aus welchen mir deren eine ziemliche Anzahl vorliegen. Auch in Autunnbsp;und zumal in den Grand’ Croix - Kieseln sind sie durch Renault undnbsp;Grand’Eury (1) p-50 versehiedentlich aufgefunden vrorden. Das Ma-tei-ial von Grand’ Croix hat es Renault (20) p. 288, t. 9, f. 12 ermöglicht,nbsp;den Beweis zu liefern, dass die betreffenden Stengel wirklicli zu Spheno-phyllum gehort haben. Eine günstig verlaufende Bruchflache hat ihmnbsp;ein unzweifelhaftes Blatt dieser Gattung in Verbindung mit dem sonbsp;charakteristischen Stengelquersehnitt geboten. Querschnitte der Stengel,nbsp;die von den Blattern noch in urspriinglicher Lagerung umgeben sind,nbsp;und die mit diesem Befund durchaus iibereinstimmen (Holzschn. 48, 2),nbsp;hat er versehiedentlich abgebildet (16) 4, f. 5, e, (20) *• f- 2, (2) v. 2,1.15, f. 2.

Betrachten wir nun zunachst den jugendlichen, des Dickenzuwachses noch entbehrenden Stamm, so besteht derselbe einfach aus einer machtigen Rinde und dem von derselben umgebenen dreiflügeligen Bfindel.nbsp;Hat der Querschnitt gerade den Knoten getroffen, so kommen dazu nochnbsp;die die Rinde durehziehenden, fast rechtwinklig nach aussen verlaufen-den Blattspurstrange. In ihr unterscheidet man eine innere, bei sonbsp;jungen Stammen fast stets zerstorte und durch einen ringformigen Hohl-raum ersetzte Bastschieht, au deren Aussengrenze Renault (2) v.4,£ini.,nbsp;t. A, f. 2 einigemale die Schutzseheide, aus dickwandigen, seitlich eng an-einanderschliessenden Elementen bestehend, gefunden haben will. Sienbsp;wird umgeben von einem dicken Mantel primaren Rindenparenchyms,nbsp;dessen hypodermale Zeilen faserartig verlangert sein sollen. Eigenthüm-lich ist die Querschnittsform dieses Rindenkörpers (Holzschn. 48,2). Imnbsp;allgemeinen gerundet-dreikantig, zeigt er aussen an jeder Kante einenbsp;longitudinale Furche, die diese in je zwei, paarweise beisammen liegendenbsp;Rippen zerlegt. Und jedes dieser Rippenpaare kommt vor eine dernbsp;Fldchen des Holzstranges, die flachen Seiten vor dessen Ecken zu liegen.nbsp;Die Aussenfiache giebt demnach nicht die Form des Centralstrangs

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Sphenophylleae.

wieder. In selteneren Fallen (Renault (2) v. 4, Emi., t. a, f. i ist sie ein-faeh cylindïisch, der Kanten nnd Furchen vollstandig entl)elirend. Da die gewöhnlichen Abdrücke alle der Aussenflache angehören, so sieht mannbsp;wieder, wie wenig die auf denselben etwa sichtbaren Spurpunkte mitnbsp;den Höckern der Markausfüllungen von Calamiten verglichen werdennbsp;können, was Stur (5) doch durchznfübren versuehte. Der centrale Holz-strung besteht im wesentlichen aus Hoftüpfeltracheiden, die in der Mittenbsp;am weitesten, gegen die Flügelkanten bin allmahlicb abnehmen, und hier

T nbsp;nbsp;nbsp;•Qy.'Q ^ Q'gt;vlt;i'-:-Fo^

Ö.LP':,p

Fig. 48.

1) Langsschnitt des Stammes von Sphenophyllum qnadrifidum. 2) Querschnitt dnrch ebendenselben. von den Qaerschnitten der je viernervigen Blatter umgeben. Im Centrum der dreiflügelige primfire Holz-strang, erst von einer einzigen Schicbt aecnndaren HoUes umscblossen. 3) Lamp;ngascbnitt des Stammesnbsp;durcb das Secundarholz, etwas schrfig, so dass er an der unteren Seite tangential, an der oberen nabezunbsp;radial ansfamp;llt. 4) Sphenophyllum Stephanense B. Ren. Querschnitt des Stammes, die Blattstrange undnbsp;ihïen Ansatz an die Initialgruppen des iflügeligen Holzkórpers zeigend. Secundarholz vorhauden, bereitsnbsp;4schichtig. Aus Zittels Handbuch.

auch dureh Treppengange ersetzt werden. An der aussersten Ecke jedes Flügels liegen, nahe bei einander, zwei schwache, aus ahrollharen Spiral-und Ringzellen hestehende Initialstrange. Da zwischen denselben innbsp;der Regel eine kleine Glewebslticke auftritt, so wird jede Ecke desnbsp;Holzstrangs infolge der vortretenden Initialstrange zweizahnig. In dernbsp;Regel zeigt der ganze Holzstrang homogene Beschaffenheit, doch scheintnbsp;er in der Jugend zwischen den trachealen Elementen Parenchym zu ent-halten, welches dann vermuthlich spater zerstört wird, da die trachealennbsp;Elemente wohl an Durchmesser aher kaum an Zahl zunehmen. Re-

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Sphenophylleae.

nault (2) v.i EM., p. 7. Derselbe Autor (2) r. 2 Eini., t. a, f. 2 nbsp;nbsp;nbsp;njggg.

rirtes, verkieseltes Stammchen gefunden, dessen Holzstrang durch Zer-störung des mittleren Gewebes in 3 gekrümmte, gegen einander convexe Gefassreihen zerfallen war, deren 6 freie Enden von den 6 Initialbün-deln gebildet wurden. Er nimmt desswegen eine urspriingliche Zu-sammensetzung des ganzen aus 3 gebogenen diarchen Einzelstrangennbsp;an. Und van Tiegbem (3) p. ns lasst denselben sogar aus 6, je paar-weis verbundenen monarchen Einzelstrangen sioh aufbauen, die ihrenbsp;Initialbtindel an der ausseren Seite haben. Beides ist ja ganz mögliehnbsp;und plausibel; da sich aber ohne Kenntniss der Entwieklung in diesernbsp;Richtung keine sichere Begründung geben lasst, so dürfte durch solchenbsp;Interpretationen nicht viel gewonnen werden.

Durch die Knoten geht, wie Renault zeigte, der Holzstrang ohne merkliche Veranderung durch. Hier legt sich an jedes der Initialbtindelnbsp;ein einstrangiger, sofort austretender Blattstrang an. Die somit paarweisenbsp;an den Ecken entspringenden Spuren (Holzschn. 48, 4) durchziehen, einnbsp;wenig divergirend, die Einde in horizontalem Verlauf, noch innerhalbnbsp;derselben gewöhnlieh sich gablig verzweigend. Wenn wir nun ftir allenbsp;Eormen den Eintritt eines einzigen Btindels ins Blatt aunehmen dtirften,nbsp;den Schenk, vgl. oben p. 352, ftir eine derselben erwiesen hat, sonbsp;mtisste sich die Blattzahl aus dem Bau des Knotenquerschnitts direktnbsp;erschliessen lassen. Der von Renault (20) t. 7, t. 3 abgebildete Knotennbsp;(Holzschn. 48, 4) mtisste dann 12, die vom selben Autor (16) t. 4, f. 3 u. 4,

1.1. f. 5 dargestellten 18 Blatter geti-agen haben. Nach der Kerschieden-heit ihres aussAren Umrisses geboren aber diese Schnitte gewiss ver-schiedenen Arten an, bei welchen tuglich in dieser Richtung Dnterschiede obwalten konnten, wie solche in der That von Grand’ Eury (1) p- 51 an-gegeben werden. Eines aber wird, wie schon Renault (2) v. 4, BinL, p. 29nbsp;hervorhob, dadurch absolut sichergestellt, dass namlich die Blatter con-secutiver Wirtel superponirt waren, ünd wenn wir diess bei Trizygianbsp;speciosa direkt constatireu konnten, wenn deren Blatter ausserdem paar-weis zusammenhalten, so seheint mir das kein geringes Indicium ftirnbsp;die Hierhergehörigkeit dieser Pflanze zu sein. Mit der ungleichmas-sigen Vertheilung derselben um die Knotenperipherie wird bei ihr, wienbsp;man vielleicht vermuthen darf, bilaterale Symmetrie im Bau des Cen-

tralstrangs Hand in Hand gehen.

Derartig jugendliche nur die primare Struktur darbietende Stamm-stticke sind indess selten, viel haufiger findet man sie mit mehr oder minder entwickeltem Secundarholz versehen. Der V orwurf vanTieghems (3) p. 173, Renault habe das Wesen dieses letzteren verkannt, seheint mirnbsp;in dieser Form nicht herechtigt zu sein; es findet sich bei demselben innbsp;correkter Weise beschrieben, nur hat dieser Autor vorgezogen, es mitnbsp;einem neutralen, nichts prajudicirenden Ausdruek, als „gaine de tubes

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Sptenophylleae.

ponctués“ zu bezeichnen. Der in Bede stebende Holzkörper besteht nun bauptsachlicli aus weiten Trachealelementen, die die Form viersei-tiger Prismen von regelmassig quadratischem Querschnitt zeigen, annbsp;denen die senkreehten und radialen Kanten durch sehmale Abstnmpfungs-flachen ersetzt sind. Auf dem Tangentialschnitt sieht man sie also alsnbsp;continuirliehe gefassartige Röhren, in der Kadialriebtung erseheinen sienbsp;aus vielen auf einander gesetzten Gliedern erbaut, die den Eindrueknbsp;normaler Gefassglieder macben (Holzschn. 48, 3). Ob es wirklich solcbenbsp;sind, bat nocb nicbt festgestellt werden können; transversale Scbeide-wande sind nicbt zu entdecken, könnten freilicb der Maceration vor dernbsp;Versteinung erlegen sein. Auf der anderen Seite aber sind niemals spitze,nbsp;zwischen einander geschobene Enden, wie sie doch für Tracheiden Regel,nbsp;beobacbtet worden. Es wird schwerlich gelingen, an den fossilen Restennbsp;diese schon am lebenden Material mitunter so heikele Frage definitivnbsp;zu entscheiden. Auf dem Querschnitt des Stammes zeigen sich diesenbsp;Elemente in regelmassige radiale Reiben, und gleichzeitig in concentrische successive Schichten geordnet; sie berühren einander in den viernbsp;sie seitlich begrenzenden Hauptflaohen. Durch die Abstumpfung dernbsp;Ecken aber entstehen zwischen ihnen unregelmassig viereckige Raume,nbsp;die, weil auch die Radialkanten solcbe Abstumpfung erleiden, in diesernbsp;Richtung mit einander communiciren und ein ziemlich regelmassig an-geordnetes System bilden. Bei guter Erhaltung zeigt sich dieses vonnbsp;kleinzelligem Parenchym erfiillt, dessen Elemente in den radial ver-laufenden Abschnitten radial, in den anderen senkreeht etwas gestrecktnbsp;erseheinen (vergl. Renault (2) v. 4, Eini., t. c, 13,4). Es dürfte dieses Ge-webe, von den Markstrahlen anderer Pflanzen in Anordnung und Ver-theilung wesentlich differirend, was seine Funktion betrifft, denselbennbsp;aquivalent sein.

Ganz ahnlich, wie beim Dickenwachsthum der Wurzeln werden die Buchten des ursprünglich dreifltigeligen Holzkörpers durch starkere Ent-wicklung der Secundargebilde bald ausgefüllt. Indess geschieht diessnbsp;hier nicht durch Anlegung einer grosseren Anzahl von Tracheiden; derennbsp;concentrische Schichten bleiben stets und überall in gleicher Regelmas-sigkeit erhalten (Holzschn. 48, 2, 4). Nur die Weite der Elemente wech-selt, und ist an den vor den Buchten gelegenen Abschnitten des Se-cundarzuwachses viel grosser als an den anderen. Eigenthümlich ist,nbsp;dass nicht etwa ein allmahlicher Uebergang zwischen beiden statt hat,nbsp;dass vielmehr die kleinzelligen, vor den Kanten gelegenen Abschnitte,nbsp;gegen aussen an Breite zunehmend, und von parabolischer, einwarts con-vexer Grenzlinie umschrieben, sich ganz scharf gegen die anderen ab-setzen. So wird der Primarstrang ringsum von einem geschlossenennbsp;Mantel secundaren, trachealen Zuwachses umgeben, dessen Bildung vonnbsp;einer aussen gelegenen Cambialzone ausgeht, dessen Uebergang in

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Dauerzustand schiehtenweise ei-folgt. Man findet haufig Exemplare bei welohen erst eine (Holzschn. 48, 2) oder wenige Schichten entwickeltnbsp;sind, z. B. Eenault (20) t. 7, f. 2, s; t. 9, f. 4. Diese sind dann stets ringsumnbsp;gleichmassig fertig. An alteren Stammen dagegen beobachtet man oftnbsp;solche, die noch nicht ttberall die definitive Ausbildnng erreichten; danbsp;seheint es denn, als wenn dieselbe auf dem Areal der kleinzelligennbsp;Eckabschnitte den Anfang nehme. Das Dickenwachsthum dürfte nichtnbsp;allzulange andaueru. In den von Renault abgebildeten Querschnittennbsp;finde ich in maximo elf concentrische Holzsehichten fiber einander ge-lagert, er giebt (2) v. 4, Eini, p. 11 ftr einen nicht abgebildeten Stamm derennbsp;15 an. Bei Williamson (1) v. t. 4, f. 21 ist freilich ein Querschnitt ab-gebüdet, der deren viel mehr enthalt. Allein mit Renault muss ichnbsp;aufs allerentsehiedenste bezweifeln, dass derselbe hierher gehort. Dennnbsp;sein Secundarholz, aus Treppentraeheiden sich zusammensetzend, zeigtnbsp;ganz normale einreihige Markstrahlen, wie sie bei Sphenophyllum nichtnbsp;vorkommen. Man wird also das Praparat fur einen Wurzelquerschnittnbsp;halten dtirfen, dessen Zugehörigkeit zunachst allerdings nicht bestimmtnbsp;werden kann. In den Knoten wird der Secundarzuwachs von den Blatt-spurstrangen durchsetzt, in deren Umgebung jedesmal eine röhrenfór-mige, von zartem, parenchymatischen Gewebe erfüllte Lücke bleibt.

An besonders gut erhaltenen Exemplaren bat Renault (2) v.4, em., t. A, f. 3 bei c, in Form eines zartwandigen, zerquetsehten Gewebes, rings umnbsp;das Secundarholz den Bast erhalten gefunden. Einzelne grössere Lu-mina in demselben spricht er als Siebröhren an. Auswarts grenzt un-mittelbar an denselben eine Gewebsschicht, die er (2) v. 4, eïhi., p. 4 alsnbsp;„ooucbe snbéreuse, correspondant h la gaine protectrice du massif libé-roligneuxquot; bezeichnet, und die er aus der Tangentialtheilung der Schutz-scheidezellen herleitet. Dieses Gewebe mit seinen radial gereihten, platten- oder tafelfórmigen Zeilen ist (2) t. 4, Eini., t. d, f. 3 u. 4 abgebildet, es siehtnbsp;in der That einem Periderm recht ahnlich, und wird wohl ein solchesnbsp;sein, falls sich Renaults weitere Angaben, die ich an meinem Materialnbsp;nicht controliren kann, bestatigen. Er führt namlieb aus, dass bei demnbsp;alten, entrindeten Stengelstfick mit 15 Lagen secundaren Holzes, welches vorher erwahnt wurde, mehrere solche „couches subéreuses“ verhanden seien, jede von der anderen durch Schichten verdrückten Bastesnbsp;(„tissu corné“) getrennt. Das wfirde also, wie er auch direkt ausspricht,nbsp;normale Borkenbildung bedeuten (2) y- 4, Eini., p. 13; t. n, f. 4. Nach der bei-gegebenen Abbildung könnte man freilich geneigt sein, diese Schichtennbsp;von „tissu corné“ far einfache Sclerenchymlagen zu halten, wie sienbsp;so haufig im Phellem mit den Korkzellen abwechseln. In diesem Fallnbsp;ware dann das Ganze nicht als Ehytidom, sondern als ein zusammen-hfingender einheitlicher Peridermkörper zu betrachten.

Die Stengelstficke, die zur IJntersuchung kommen, sind in der Regel

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kurze, entblatterte, und gewöhnlich sogar der Einde entbekrende Frag-mente. Es ist indessen Renault in ein paar Fallen gelungen, Exem-plare zu finden, die die Blatter in situ mit erhaltener Struktur auf-wiesen. Aueh Williamson (1) v, t. 3 behandelt einen solcben Fall. Der betrelFende Stengel steckte aber im Gestein, und so war nur Langs-und Querschnitt, nicht aber die Form der Blattflacbe zuganglich. Dienbsp;tibersicbtlicbste derartige Abbildung Renaults giebt Holzsehn. 48, 2nbsp;wieder. Sie zeigt das Stammchen von 6, je 4-nervigen Blattern um-geben. Des weiteren bat er (16) t. 4, r. sa. e zwei Querschnitte einer anderen Art, seines Sph. Stepbanense, einem Stamm in verscbiedener Höhenbsp;entnommen, dargestellt. Es sind nur 2 Blatter deutlich erhalten, innbsp;dem unteren Schnitt sind diese dreinervig, in dem oberen finden sichnbsp;an ihrer Stelle sechs kleine, in der Mitte angescbwollene einnervigenbsp;Querschnitte vor, den 3 Zfihnen, in welcbe sich unterdess jedes Blattnbsp;getheilt hat, entsprechend. Der Lage der Blatter nach dürften derennbsp;auch hier nicht mehr als 6 verhanden gewesen sein. Der vorher citirtenbsp;Williamsonsche, hierher gehorige Fall ist bezüglich der Anordnungnbsp;der Blatter minder klar, weil er nur in Radial- und Tangentialschliffennbsp;zur Beobachtung kam. Die unterwarts zu mehreren verbundenen Blatt-zahne sind in der Mitte angeschwollen und einnervig, ftiglich denen desnbsp;Sph. Stephanense Ren. vergleichbar. Es will nun freilieh Williamson,nbsp;der tiefen, bis nahe zur Basis gehenden Einschneidung dieser Blfitternbsp;wegen, sein Exemplar nicht zu Sphenophyllum, sondern zu Asterophyl-lites bringen, und sucht er das durch Vergleichung des Thatbestandsnbsp;mit den nach Abdrücken entworfenen Diagnosen beider Genera zu er-weisen. Dass ein solches Verfahren nicht zulassig, ist aber nach demnbsp;frtiher p. 353 gesagten einleuchtend, die Stammstruktur des Eestes, dienbsp;wir in dieser Form bei notorischen Sphenophyllen, und nur bei diesennbsp;kennen, beweist ohne weiteres, dass er hierher gehort. Und wennnbsp;Stur (10) p.328 gar schreibt: „Heute ist es Thatsache, dass die Cala-marien auf den verschieden beblatterten Aesten eines und desselbennbsp;Individuums so grosse Verschiedenheiten in der anatomischen Strukturnbsp;aufzuweisen haben, wie man solche in der lebenden Vegetation sogarnbsp;in verschiedenen, weit von einander abweichenden Familien zu findennbsp;gewohnt igt“, so beruht das wiederum nur auf der Ueberschatzung dernbsp;aus der Untersuchung von Abdrucksexemplaren gewonnenen Resultate.nbsp;Denn wer bürgt dafiir, dass der angebliche Asterophyllit, aus dem dienbsp;Sphenophyllumaste hervorwachsen, nicht die gleiche Struktur wie diesenbsp;gehabt, dass er nicht einfach ein Sphenophyllum gewesen sei.

Bezüglich der Detailstruktur der Blatter sind gleichfalls bei Renault (2) i. 4, Eini., p. 16, t. B Angaben zu finden, nur sagt er leider nicht, von welchem seiner Exemplare dieselben entnommen sind. Die schwa-chen Getassbündel bestehen nur aus wenigen, in einen Strang ver-

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einigten, und von zarten Bastelementen umgebenen Traeheiden. JJeber und unter ihaen sind hypodermale Faserstrange entwickelt. Van Tieg-hem (3) p. 173 behaiiptet zwar, die Bündel seien diploxyl nach Art derernbsp;der Cycadeen, aber Renault bestreitet das aufs entsehiedenste. Naehnbsp;Einsicht der Praparate, die er mir zu demonstriren die Freundlichkei-tnbsp;batte, muss ich durchaus seiner Meiuung beitreten. Vom Ansatz dernbsp;Seitenzweige ist wenig bekannt. Von dem einzigen, von Renaultnbsp;(16) 1.1, f. 3 abgebildeten Exemplar sind keine anatomischen Details ge-geben; es ist rerdachtig, dass an der Abgangsstelle des Zweiges keinnbsp;Knoten sichtbar ist, derselbe könnte freilicb durch Abreibung entferntnbsp;sein. Die Möglichkeit, dass dieses Stüekchen einer triarchen Wurzelnbsp;entstamme, ist desshalb nicht von der Hand zu weisen. Aueh Stur (9)nbsp;p-16 zweifelt dasselbe an. Die Wurzel, von deren Bau der bei Renault (2) V. 4, t. B, f. 2 gegebene Querscbnitt Reehenschaft giebt, bat einennbsp;diareken, in Form einer transversalen Linie erscheiuenden Primarstrang,nbsp;der vom Secundarholz umgeben wird, welches, ringsum absolut gleich-artig, sonst genau die Struktur desj enigen der Sphenophyllumstammenbsp;bietet. Desswegen wird man an der riehtigen Deutung des Objektsnbsp;kaum zweifeln können.

Es erübrigt noch die Betrachtung der Fructifieationen. Die liegen uns zunachst in Form cylindrischer Aehren, habituell durchaus an dienbsp;der Calamarien erinnernd, vor, und sind verschiedentlich als seitlichenbsp;Auszweigungen unzweifelhafter, hierher gehöriger, beblatterter Aestehennbsp;gefunden worden. So z. B. in ziemlicher Anzahl bei Wettin. Abbil-dungen derartiger Stücke sind bei Germar (1) t. e n. i, Geinitz (5) t. 20,nbsp;Schenk (2) t. ss, 1.1,2 und Schimper (1) schematische Darstellungnbsp;auch bei Grand’ Eury (1) t. 6, f. 9 «. 11 zu linden. Den Bau dieser Aehrennbsp;haben Geinitz und Schimper in übereinstimmender Weise dargestellt,nbsp;eine sorgfaltige Untersuchung Schenks (10) hat dieselben Resultatenbsp;geliefert. In Ermangelung eigener einschlagiger Studiën werde ichnbsp;mich im folgenden an dessen Darstellung halten. Danach besteht dernbsp;Fruchtstand aus massig gedrangten, gleichartigen, sporangientragendennbsp;Wirteln. Ihre Blatter sind an der Basis gehöhlt, in manchen Fallennbsp;fórmlieh spornartig ausgesackt, dann derart aufgerichtet, dass ihrenbsp;Spitzen den nachstoberen Wirtel erreichen, oder dachziegelig bedecken.nbsp;Insofern sie am vorderen Rand in mehrere Zahne sicb spalten, gleiohennbsp;sie den Laubblattern der vegetativen Zweige. In allen Figuren Ger-mars sind diese sporangientragenden Blatter in den eonsecutiven Wirteln durchweg superponirt. Wenn das genau dem Sachverhalt entspricht,nbsp;so würde es mit der geschilderten inneren Organisation der Pflanzenbsp;wohl stimmen. Dagegen ware es mit dieser schwer oder gar nicht zunbsp;vereinigen, wenn wirklieh, wie Schenk meint, in der Regel vier der-selben zu einem Wirtel vereinigt waren. Auch Renault protestirt

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(20) p-283 hiergegen. Die bisher untersucbten Exemplare waren, nach Schenks Angaben, fiir die Feststellung dieses Fragepunktes ungünstig.nbsp;Man wird also wohl vermuthen dürfen, dass bei besserem Material dienbsp;fiir die Glruppe charakteristisehe Sechszahl auch für sie sich werdenbsp;nachweisen lassen. Die Sporangien stehen einzeln in der gehöhlten,nbsp;bei Sph. angustifolium fast spornartigen Basis des Blattes, sie sindnbsp;linsenfórmig und sitzend, von verscbiedenem, zwisehen 1 und 2’/2 namnbsp;schwankendem Durchmesser.

Mit Sphenophyllum tenenimum sind bei Witkowitz in den Ostrauer Schichten winzige Aehren gefunden worden, die, da ihre Blatter in Gestalt und gabliger Verzweigung mit denen dieser Art übereinstimmen,nbsp;wohl dazu gehören werden. Abbildung und Beschreibung derselbennbsp;finden sich bei Stur (5) p. 222-, t. 7, r. u. Zwisehen den Blattwirteln, dennbsp;Eaum zwisehen je zweien derselben ausflillend, stehen dicht gedrSngtnbsp;die Sporangien, deren Insertion nicht sichergestellt werden konnte, wenn-sehon Stur ihre Anheftung nicht auf dem Blattgrund, sondern vielmehrnbsp;an der Axe suehen möchte.

Leider ist bislang noch kein unfraglicher Sphenophyllumfruchtstand in versteintem Zustand bekannt geworden. Es bat zwar Kenault (20)nbsp;p. 303; 19, f. n-ii in den Kieseln von Grand’ Croix ein Fragment gefunden,nbsp;welches möglicherweise hierher gehort, welches indess mit zu vielnbsp;Zweifeln behaftet ist, als dass es wirklich in Betracht kommen könnte.nbsp;Das nur 4 mm lange Aehrenstück bietet superponirte, gleichartige Blatt-wirtel und einen dünnen, rudimentaren, centralen Holzstrang dar, undnbsp;ist desshalb hierhergezogen worden. Sporangienartige, sehr deformirtenbsp;Körper sind theils in den Blattachseln, theils auf der oberen Blattflachenbsp;befestigt. In den blattbürtigen sind weissliche Granulationen enthalten,nbsp;von denen es heisst „qui ne peuvent être que des microspores^; in undnbsp;neben den achselstandigen liegen ein oder wenige grössere Körper, dienbsp;als Maerosporen gedeutet werden, die aber der Abbildung nach viel-zellig zu sein seheinen, und einen wenig ausgesprochenen Charakter dar-bieten. Weiter hat Williamson unter dem Kamen Volkmannia Daw-soni einen nur einmal gefundenen Rest besehrieben, der der Strukturnbsp;seiner Axe nach vielleicht zu Sphenophyllum gehören könnte, in seinennbsp;sonstigen Details jedoch, soweit man bei der unvollkommenen Erhal-tung desselben urtheilen kann, recht wesentlich von dem sonst fürnbsp;diese Gattung bekannten abweicht. Von der Axe ist nur die Aussen-rinde und der centrale Bündelstrang erhalten. Dieser scheint in dernbsp;That ausschliesslich aus trachealen, freilich schlecht conservirten Elementen zu bestehen. Davon habe ich mich an einigen, mir vom Be-sitzer gütigst leihweise zugesandten Praparaten überzeugt. Sein Quer-schnitt ist dreiflüglig, doch sind die Flügel kürzer und dicker, mit brei-terer endstandiger Ausrandung versehen, als es bei den Sphenophyllen

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gewölinlich der Fall. Die sporangieBtragenden Blatter sind nicht knie-förnaig aufgebogen, unterwarts sind sie zu einer trichterfórmigen, conti-nuirlichen Platte verhunden, von deren innerer Flache eine grosse An-zahl stielfórmiger Fortsatze entspringen. Auf dem Querschnitt bekommt man, infolge des stellen Aufsteigens der Wirtel, mebrere derselben aufnbsp;einmal in schragem Durchsehnitt zu Gresicht. Der Eaum zwisehen ihnennbsp;ist dann mit zahlreichen Sporangien ausgeflillt, die zwisehen den aus-seren einreihig, zwisehen den inneren mehrreihig geordnet sind. Letz-teren Orts sind zwisehen und neben ihnen i-egellose Durcbsohnitte dernbsp;frtiher erwahnten Stiele zu sehen, auf welchen dann naeh Williamsonsnbsp;Meinung die Sporangien gesessen haben sollen. Einen bestimmten Be-weis hiertur kann ich freilich in den Praparaten nicht finden. In dennbsp;Sporangien sind zahlreiche ziemlich grosse kuglige Sporen von gleichernbsp;Art enthalten, deren netzig verziertes Exinium auf dem Durchsehnittnbsp;kleinstaehelig erseheint.

Wenn wir nun zu guterletzt uns der Frage zuwenden, welcher re-centen Gewaehsgruppe die Sphenophyllen zunaehst an die Seite zu stellen sein werden, so ist es allerdings sehwierig eine positive Ant-Avort zu geben. Von den versehiedenen Autoren sind mannigfaltigenbsp;Anreihungen versueht worden, die man bei Renault (20) ausftihrliehnbsp;dargelegt findet. Man bat sich nach und naeh gewöhnt, sie in dienbsp;Nahe der Lycopodiaeeen zu bringen. Zumal haben in neuester Zeitnbsp;Sehenk (10) v. 2 und van Tieghem (3) diese Ansehauung energisehnbsp;vertheidigt. Von anderen Autoren haben sieh derselben nur Stur (8, 9,10)nbsp;und Renault (2) ï. 2, p. 81, (20) nicht angesehlossen. Ersterer, auf seinenbsp;Theorie von den Wirtelspuren gestützt, will sie zu den Calamarien rech-nen, und Renault hat sie (2) v. 2, p. si zu den Salvinieen gebracht, ernbsp;bat diese seine Einreihung besonders gegen Schenk und van Tieghem vertheidigt. Für diese Angliederung an Salvinia kann ich nunnbsp;keine Anhaltspunkte finden; was wir von der Fructification kennen,nbsp;stimmt ganz und gar nicht iiberein; die Heterosporie, die dazu benutztnbsp;wird, ist mehr als zweifelhaft. Und ein Vergleich mit dem rudimen-taren Centralstrang dieser ans Leben im Wasser angepassten Pflanzenbsp;dürfte doch auoh ein gewagtes Unternehmen sein, selbst, wenn einenbsp;Aehnlichkeit Awhanden ware, die Janezewskis sorgfaltige Unter-suchung des Salviniabündels nicht ergiebt. Von den Calamarien undnbsp;Equiseten kann auf der anderen Seite, der Primarstruktur des Stengelsnbsp;halber, meines Erachtens überhaupt nicht die Rede sein. Da erübrigtnbsp;denn nur die Lyeopodeenreihe. Hier kann man vielleicht einige Be-ziehungen finden. Allein auch hier geboren viel guter Wille und man-cherlei Voraussetzungen dazu. Wenn man namlich annimmt, dass dasnbsp;primare Centralbündel dem concentrischen Typus zugehört, dann lasstnbsp;dasselbe sich mit dem Axenstrang der Lyoopodien allenfalls parallel!-

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siren. Allein diese Annahme ist bis jetzt noch nicht erwiesen; das Biindel könnte ehensogut ein triarcher Radialstrang sein, und da wlirdenbsp;jede Annaherung an den Stengelhau irgend welcher lebenden Pflanzenbsp;in Wegfall kommen. Wenn Schenk (10) v. 2 gich hemtiht die Wirtel-stellung der Blatter, die ja vielfach auch hei Lycopodium vorkomme,nbsp;als unerhehliche Differenz darzustellen, so hat er dabei die merkwiir-dige Superposition dieser Wirtel libersehen, die doch sehr wesentlichnbsp;in Betracht kommen und Bedenken erregen dtirfte. Zu alien diesennbsp;Eigenthttmlichkeiten der Sphenophyllen kommt nun aber noch dernbsp;Bau des secundaren Holzes hinzu, der weder unter den lebenden, nochnbsp;unter den uns bekannten, fossilen Gewachsen irgend welches Analogonnbsp;findet. Es ist weniger das Auftreten desselben, als seine absolut eigen-artige Beschaffenheit, die uns bedenklich machen muss, und das um-somehr, als ja, wie gesagt, schon der Vergleich der ausseren Charakterenbsp;und der Primarstruktur mit denen der Lycopodeen auf gar sehr schwachennbsp;Ftissen stehen. Denn ihn mit dem Secundarholz von Sigillaria zu vergleich en, wie vanTieghem will, das halte ich geradezu fiir unmög-lich. Und so wird man denn wohl am besten thun, zunachst von sol-chem Systemzwang abzusehen, und die Gruppe als sui generis, alsnbsp;allein und unvermittelt dastehend zu betrachten. Ich persönlich neigenbsp;zu der Meinung, dass eine fruchtbare Ankntipfung derselben nur vonnbsp;in der Schichtenreihe weiter rlickwarts liegenden Funden zu erhoffennbsp;sein wird. Die Aussicht auf dergleichen ist vorlaufig freilich leider rechtnbsp;gering.

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XV.

Stammreste zweifelliafter Verwandtscliaft, deren Oberfladienbescliaffenlieit nicht bekannt ist.

Es erübrigt noch die Betraehtung einer Anzahl fossiler Stamm-formen, über deren Zugehörigkeit Zweifel bestehen, weil die Ober-flachenbeschaffenheit ganz unbekannt ist. Soweit sich derartige Stamme bei bestimmten Pflanzengruppen angliedern Hessen, ist diess in den vor-hergehenden Kapitein geschehen. Es werden also hier nur noch einigenbsp;Formen zu behandeln sein, für die im friiheren ein schicklicher Platznbsp;nicht wohl zu linden war.

In erster Linie mag denn da die Gattung Sigillariopsis Kenau It (1) p. 270 sea. erwahnt sein, die allenfalls aueh ia dem die Sigil-larien behandelnden Kapitel hatte Bespreohung finden können. Ihr Autor hat mehrere Exemplare davon aus den Kieseln von Autun er-schliffen. Das von ihm (1) t, 12,110 abgebildete besteht aus einem Stamm-fragment von ziemlich unvollkommener Erhaltung, welches von den,nbsp;noch in ihrer natürlichen Lage befindlichen, sohraubenstandigen Blat-tern umgeben wird. Der Stammquerschnitt, von geringem Durchmesser,nbsp;und was Einde und Mark angeht, schlecht erhalten, weist, ahnlich wienbsp;bei Sigillaria Menardi, eine schmale Schicht Seeundarholzes auf, in dernbsp;innen Treppentracheiden, auswarts getüpfelte, naeh Art der Cycadeennbsp;sich finden. Man vergleiche den Langssehnitt 1.12, f. n. An der innerennbsp;Seite dieses Holzringes liegen ferner, gerade wie bei Sigillaria, dichtnbsp;nebeneinander, zahlreiche primare Holzstrange, die, wie ausdrücklichnbsp;angegeben wird, schlecht erhalten sind, die aber ihre Spiraltracheidennbsp;auswarts, wie bei jener Gattung, führen, an die sich gegen innen Trep-pen- und Tüpfelelemente anschliessen. Man sieht, dass alles diess, mitnbsp;einziger Ausnahme der Tüpfeltracheiden, die dort fehlen, durchaus mitnbsp;dem für Sigillaria Menardi bekannten übereinstimmt. Auch die Blatternbsp;waren ahnlich, schmal-lanzettHch, oder linienfórmig, wie man diessnbsp;aus ihren rhombischen oder etwas unregelmassig dreieckigen Quer-schnitten schliessen kann. Indessen zeigen die rhombischen Quer-schnitte zwei Gefassbündel nebeneinander, in dem abgebildeten drei-

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366 Stammreste zweifelh. Verwandtsch., cl. Oberflachenbeschaffenli. nicht bekannt ist.

eckigen ist deren nur ein medianes verhanden. Eenanlt halt letzteres ftir den Querschnitt einer Blattspitze und meint p- an: „Dans la partienbsp;la plus large de la feuille on distingue deux faisceaux vasculaires, quinbsp;se réduisent a un seul vers la pointe.quot; Andere Erklarungsweisen, zumnbsp;Beispiel die Annahme eines Blattwechsels, dtirften meiner Meinung nachnbsp;anspreehender sein. Der Querschnitt des Spurbündels zeigt, der Be-schreihung und Ahhildung 1.13,1.1,2,3 zufolge, wesentlich ahnlichen Baunbsp;wie bei Cordaites, er ist von einer derben parenchymatischen Scheidenbsp;umgeben und weist die durch Spiraltracheiden charakterisirte Initial-gruppe zwischen den heiden HolzstiAngen auf, deren oherer, eine un-regelmassige Gruppe darstellend, von dem bogenförmigen unteren einer-seits umgeben wird. ünter der Epidermis beider Blattseiten ist einenbsp;hypodermale Faserschicht mit stumpfen Rippenvorspriingen entwickelt.nbsp;Für diese interessante Gattung, die ich nicht ex autopsia kenne, babenbsp;ich mich ganz an Renaults Darstellung halten mtissen; eine eingehen-dere Beschreibung derselben, nach besser erhaltenen Exemplaren, warenbsp;sehr wünschenswerth.

Auch die unter sich nicht unbetrachtlich differirenden Reste, welche Renault (l)p. 272, (2) v. 1, p. 119, t. le vorlaufig alsPoroxylon zusammen-gefasst hat, kenne ich bloss aus der Literatur. Eine ausflihrliche Mo-nographie derselben von Bertrand und Renault steht in Aussicht,nbsp;deren Hauptresultate bereits in einer kurzen vorlaufigen Mittheilungnbsp;Bertrands (3) bekannt gegeben sind. Wir müssen hier nach Renaultsnbsp;Abbildungen zwei verschiedene Typen unterscheiden, deren einer durchnbsp;P. Boysseti und P. Edwardsii, der andere durch P. Duchartrei repra-sentirt wird. Wahrend die ersteren Formen, der Ahhildung und Beschreibung nach, viel Aehnlichkeit mit Sigillariopsis zu haben scheinen,nbsp;Mark und Einde, und zwischen diesen einen, vom Secundarholz umgebe-nen Biindelkreis aufweisen, zeigt die Abbildung von P. Duchartreinbsp;Renault (1) 1.11,f. r einen centralen Holzstrang von kreisformigem Querschnitt, dessen weite getüpfelte Trachealelemente gruppenweise in zartesnbsp;Parenchym eingelagert sind. Umgeben wird dieser Centralstrang vonnbsp;einem Ring secundaren Holzes, welcher durch sehr breite Markstrahlennbsp;in eine grössere Anzahl von Keilen zerlegt wird, die ihrerseits schmalerenbsp;Parenchymstrahlen in ihrem Innern bergen. Die Tracheiden sind ge-tüpfelt. An der Grenze des Centralstrangs wurden wenige Treppen-oder Spiralzellen gefunden. Ausser geringen Resten von secundarennbsp;Bastkeilen, die den Abschnitten des Holzringes entspreehen, ist vonnbsp;der Rinde nichts erhalten.

Die Angaben Bertrands und Renaults (3) dürften sich nur auf den durch die erstgenannten Species reprasentirten Typus beziehen. Ichnbsp;kann wenigstens die folgenden positiven Angaben nicht mit der Strukturnbsp;des P. Duchartrei vereinigen. Es heisst: „Les masses ligneuses een-

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Stammreste zweifelh. Verwandtsch., d. Oberflachenbeschaffenh. nicht bekannt ist. 367

tripètes (also die Primarbündel) ne convergent pas au centre de la tige, même dans les tiges grèles.“ Das passt vortrefiflich auf die erst-erwahnten, an Sigillariopsis erinnernden Arten. Bei diesen ist ein centrales Mark verhanden, in dem bei P. Edwardsii dunkle Punkte liegen,nbsp;welche Renault ftr Gummigange halt. Aehnliche finden sich heinbsp;P. Boysseti in der parenchymatischen Einde. An der inneren Grenzenbsp;der einzelnen Abschnitte des secundaren Holzringes liegt je ein Primar-hündel mit auswarts gelegenem Initialstrang. Derselhe besteht aus ge-tüpfelten und aus Treppentracheiden. lm Secundarholz sind hloss ersterenbsp;verhanden sie tragen ihre, nach Art von Araucaroxylon gedrangten undnbsp;sich zu polygonaler Gestalt ahplattenden Hoftüpfel hloss auf den Radial-flachen Die secundare Bastregion ist hei P. Boysseti homogen, heinbsp;P Edwardsii Renault (2) le. f-^ enthalt sie Siehröhren von weitemnbsp;Lumen die an die von Encephalartos erinnern sollen. Auswarts folgtnbsp;die machtige, pereachymatische Einde, die eine groese AnzaW hjpo-dermaler Fneersfrange von radial geetreektem QnerBchn.tt en hall. Be.nbsp;P Edwardsii kommt nach Bertrand und Renault Borkenhildung vor.nbsp;Die erste Peridermschicht kommt dahei an der Innengrenze der Primar-rinde zur Entwicklung. Die folgenden entstehen im Bast und schneidennbsp;flache Borkenschuppen herunter. In der angeführten vorlaufigen Mit-theilung dieser heiden Autoren sind weiterhin wichtige anatomisch-morphologische Daten enthalten, aus denen ich das Folgende entnehme.nbsp;ZCer stehen nach 5/13, ihre Spur ist einstrangig In ihrer Ach^elnbsp;Biel,en Seitenknospen, die indeB, nicht .nmer entw.ckelt werden Uebernbsp;die Blatter BelbBt werden leider keinerle. Angahen gemacht. Mee. batnbsp;Rem uit mit den Poroxylonstammen vergesellschaftet, m den Kieselnnbsp;Kenauit,nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;¦ni„tfofiplen gefunden (1) t. is, f. ii, (2) v. i,t. le.ts,

von Autun Fragmente von Blattstieien nbsp;nbsp;nbsp;genbsp;nbsp;nbsp;nbsp;wnbsp;nbsp;nbsp;nbsp;M Ue.nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;•nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;n

., nbsp;nbsp;nbsp;Aphnlichkeit mit ersteren halher, hierherziehen

die er, ihrer grossen Aenmicuiv nbsp;nbsp;nbsp;_ m •*. i .nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;.

möchte. Er Bagl deBbeBllgUek auf scnee Traite^ „leur etruclure présente une telle analogie avec ces dernier, die Zweige) que I on nenbsp;peut guére douter de leur dépendance”. Dieselben weiBen zunaehst aufnbsp;dem ovalen Querschnitt genan dieselben kuiven, radialen, hypodennalennbsp;Festigungsrippen auf, die vorher erwShnt warden. Inmilten ihre. derben,

• nbsp;nbsp;nbsp;• rvinon dunklen Punkten durchsetzten Parenehyms

massigen, von einzelnen aums. nbsp;nbsp;nbsp;.

liegt ein stark verhreitertes nnd durch Markstrahlen in mehrere nehen einander liegende Abschnitte gelheilte. öefassbündel. DaBselbe heBtebtnbsp;au. einem „beren nnd einem unteren Hol.the.1, an welch letetereu Biebnbsp;die Bastschicht ansobliessl. Da. Ganse macht den Emdruck, al. weunnbsp;Secmdarwachslbum Plat. gegriffen batte. Der obere Hol.tbe.1, dernbsp;dann dem PrimSrbOndel des Stammes entsprechen wurde, ,8l von Tra-cheiden in unregelmassiger Anordnung durchsetzt, unterwarts sind esnbsp;Treppengange, oherwarts getüpfelte Elemente In dem unteren Theilnbsp;bilden die Tüpfeltracheiden, wie es hei Secundarholz der gewöhnliche

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368 Stammreste zweifelh. Verwandtsch., cl. Oberflachenbeschaffenh. nicht bekannt ist.

Fall, gerade, parallele Keihen. Es ist, wenn sicli alle diese Angabea bestatigen, gegen die Stellung dieser beiden Poroxylonarten zu dennbsp;Cycadeen nicht allzuviel einzuwenden. Immerhin wtirden sie sich we-sentlieh von unseren reeenten Formen dadnrch unterscheiden, dass dienbsp;Spnrbündel anch im Stamm die anomale Lage ihres Initialstranges annbsp;der ausseren Seite des Bündels beibehalten.

Weiterhin müssen hier die Gattungen Ly gin o den dr on Will, und Heterangium Corda besprochen werden, die in einem ahnliehen Ver-haltniss zu einander zu stehen scheinen, wie Poroxylon Boysseti zunbsp;P. Duchartrei. Lyginodendron Oldhamianum Will., dessen ausführlichenbsp;Beschreibung wir Williamson (1) iv verdanken, kommt in den Kalk-knollen des Lancashire-Yorkshire Kohlenfeldes, und ebenso in denennbsp;von Langendreer und von Orlau haufig vor. Ein aus einem Knollennbsp;letzteren Fundortes erschliffener Stammquerschnitt ist bei Stur(2) ab-gebildet. Zuerst war der Best von Binney entdeckt und mit demnbsp;Namen Dadoxylon Oldhamiura belegt worden. Der von Williamsonnbsp;angewendete Name Lyginodendron wnrde von Gourlie gebildet, dernbsp;damit die oben p. 7, 223 erwahnten, charakteristischen Abdrucksexem-plare von Binden mit Dictyoxylonstruktur bezeichnete. Da nun für diesenbsp;der Name nicht weiter nothwendig, so hat ihn Williamson auf unserenbsp;Pflanzenform iibertragen, was um so berechtigter, als diese Abdriickenbsp;zum Theil gewiss von derselben, die gleichfalls Dictyoxylonstruktur dernbsp;Binde aufweist, abstammen. Ausfuhrliches liber die Geschichte diesernbsp;Gattung ist bei Williamson 1. c. zu linden.

Auf den ersten Bliek bietet der Querschnitt wesentlich das Aus-sehen eines Cycadeenstammes dar. Wir linden einen wohlentwickelten und ziemlich machtigen Bing secundaren Holzes, der ganz nach Artnbsp;der Cycadeen, durch viele breite Markstrahlen in zahlreiche, wenigenbsp;Zellreihen breite Platten zerklüftet wird. Deren Elemente sind, wie esnbsp;scheint, ausschliesslich Tüpfeltracheiden. Nach Williamson kommennbsp;jahrringartige Zonen vor, die ich an meinen Sttieken nicht linde. Sienbsp;sollen besonders an alten Exemplaren von grosser Dieke sich linden,nbsp;wie deren eins (1) iv, t. 22, f. 4 dargestellt ist. Der vom Holzring um-schlossene Baum enthalt eine centrale, sehr haufig völlig zerstörte Pa-renchymmasse, die ringsum von unregelmassig geformten Biindeln vonnbsp;wechselnder Zahl und Breite begrenzt wird. Diese BUndel grenzennbsp;unmittelbar an die Innenflache des Holzringes; die Elemente geringstennbsp;Querschnitts liegen an ihrer ausseren Seite. Mit den Abschnitten desnbsp;Holzringes stehen sie in keinerlei regelmassigem Verhaltniss. Gewöhn-lich sind sie, infolge des Schwundes des centralen Parenchyms und desnbsp;Zusammensinkens der Stamme, aus ihrer urspriingliehen Lage mehrnbsp;Oder weniger verschoben; wo diese jedoch erhalten, wie z. B. Williamson (1) IV, t.22,12, da scheinen sie weniger einzelne, individualisirte

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¦ V.

Stammresto zweifelh. Verwandtsch,, d. Oberflachenbeschaffenh. nicht bekannt ist. 369

Bündel als vielmelir Bruclistücke eines, die centrale Parencliympartie umseliliessendeu Binges, alinlich wie bei Sigillaria spimilosa, vgl. p. 259,nbsp;zu sein (Holzselin. 49). Das wtirde denn eher für die Deutung als Axil-bündel mit parencliymatisclier Mitte, wie wir es bei den Lepidodendrennbsp;fanden spreohen. Zur Sicherstellung einer oder der anderen Betracb-tungsweise werden weitere Untersuebnngen erforderlicb sein^ _

Die ziemlicb machtige Einde zerfallt in drei Schichten. Zu mnerst kommt der Bast, aus Keilen bestellend, die die direkte Fortsetzung der

Holzstrahlen bilden, nnd ebenso wie diese durch breite Markstrahlen von einander geschieden werden. Dann folgt die selten ei a tene paiennbsp;chymatische Innenrinde. Ihr geschlossenes Gewebe enthalt zahlreichenbsp;dunklere Einzelzellen. Die Aussenrinde endlich ist immer wo connbsp;seiwirt, besteld aus derbwandigen Elementen, und wird von hypoder-malen Faserplatten durchsetzt, die auf dem Queiseinitt wie ge lang enbsp;radiale Streifen erscheinen. Wie der Tangentenschnitt lehrt, verlaufennbsp;diese Platten derart geschlangelt, dass sie sich stellenweise gegenseitignbsp;berühren, alsdann für kurze Strecken mit einander verschmelzend. So

' nbsp;nbsp;nbsp;.nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;94.

Solms-Laubach, Palftophytologiö.

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37 O Stammreste zweifelh. Verwandtsch., d. Oberflachenbeschaffenli. nicht bekannt ist.

werdeu zwisehen ilinen spindelfórmige, parenehymerfiillte Maschen ge-bildet. Wir haben mit einem Wort die bekannte Dictyoxylonstruktur (Holzsehn. 1).

Die Klarlegung der Struktur der aas diesem Holzring zu den seit-liehen Gliedern austretenden Btindel bedarf der weiteren üntersuchung. Vorderband ist kaam etwas Befriedigendes über dieselben zu sagen.nbsp;Anf jedem Querschnitt werden in der Innenrinde Bündel verschiedenernbsp;Beschaffenbeit angetroffen, über deren Yerlauf in der Langsricbtungnbsp;bislang keine sicbere Orientirung bat erzielt werden können. Wir babennbsp;dieselben da wesentlicb in dreierlei Form. Am baufigsten, auf jedemnbsp;Praparat an drei oder vier Stellen zu finden, sind Bündel von etwasnbsp;unregelmassiger, eirundlicher Querschnittsform, die paarweise, und zunbsp;einander symmetrisch, neben einander liegen. Die Lücke zwischen ihnennbsp;ist von wechselnder Weite, mitunter berühren sie sich seitlich unmittel-bar (Holzsehn. 49 a. v. 0.). Das wird zweifellos damit zusammenhangen,nbsp;dass der Scbnitt sie in verschiedener Höhe getroffen bat. Ob diesenbsp;Bündel concentrisch oder collateral, ist, da ibr Basttheil zerstört, schwernbsp;zu entscheiden; auch über die Lage ihres Initialstranges bin ich innbsp;Zweifel geblieben. Schone, neuerdings erlangte Materialien werdennbsp;diese boffentlich in Balde beseitigen. Ibre trachealen Elemente sindnbsp;denen des Holzes abnlich. Ich neige dazu, in diesen Strangen Blatt-spuren zu sehen, wennschon es merkwürdig ist, dass sie auf tangen-tialen Sebnitten in den Dictyoxylonmaschen der Aussenrinde noch nichtnbsp;angetroffen worden sind. Ibr Verlauf muss jedenfalls ein sehr steil an-steigender sein, da Williamson ihn, auf Grund eines i. e.t.24, f. 11 abge-bildeten Langssebnitts, für senkrecht und dem Holzring parallel erklart.nbsp;Seiner, auf dieser Beobachtung fussenden Ansicht, es seien stammeigenenbsp;Bündel, kann ich mich Jedoch, aus nachher noch zu erwahnendennbsp;Gründen, nicht anschliessen. Des weiteren kommen mitunter, jedochnbsp;viel seltener, Bündel vor, die sich deutlich aus zwei getrennten Theilennbsp;zusammensetzen. Sie stehen immer einzeln, der Aussengrenze des Holzesnbsp;ausserordentlich genahert, in welcliem ihnen stets ein weiter, lücken-artig klaffender Primarstrahl entspricht, aus dem sie hervorzutretennbsp;scheinen. Jedes dieser Bündel besteht aus einem ausseren, normalennbsp;Secundarholz mit in Reihen stekenden Elementen, welches meist faeher-artig verbreitert ist, und aus einem, seine Innengrenze bildenden Primar-strang, mit ordnungslos gestellten Tracheiden (Holzsehn. 49 a). Diesernbsp;letztere gleicht nun absolut den, den Markkörper begrenzenden Strangen,nbsp;es macht den Eindruck, als wenn ein solcher, mit dem ihm entsprechen-den Stück secundaren Holzes, durch den Holzring naeh aussen getretennbsp;sei. Da man nun aber auch an den in erster Linie erwühnten Bündel-querschnitten, wo sie noch nahe beisammen liegen, Spuren eines sol-chen Secundarzuwachses findet, so liegt es nahe, alle diese Quersehnitte

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Stammreste zweifelh. Verwandtsch., d. Oberflachenbeschaffenh. nicht bekannt ist. 371

nicht nur fttr collateral, sondern aucli für zusammengehörig anzusehen Die unterwarts einfaehen, mil Diekenwaehsthum versehenen, anstreten-den Strange würden, wenn diese Vermuthnng richtig, was freilieb nochnbsp;zu erweisen, diesen Zuwachs weiterhin verlieren, und endlieh, in dernbsp;Rinde aufsteigend, in zwei nehen einander liegende Zweige zerfallen.

Andere als die im bisherigen beschriebenen Bündel habe ich an den mir rorliegenden Materialien nicht beobachtet. Aber Williamsonnbsp;hat in einigen Fallen, z. B. t. 22, f. 1, noch eine dritte Sorte angetroffen,nbsp;die er desswegen für die Ansatzspuren von Seitenzweigen halt, weilnbsp;er aueh ihren Austritt durch die Maschen der Dictyoxylonrinde beob-aehten konnte (t. 25, f. 14 u. is). Ihr Primarstrang stimmt mit dem dernbsp;vorigen Art anscheinend vollkommen überein, ist aber ringsum vonnbsp;einem secundaren Ring durchaus normalen, durch Markstrahlen zer-klüfteten Holzes umgeben.

Mit den Stammstticken des Lyginodendron linden sich sehr gewöhn-lich Blattstielquersehnitte in solcher Lage vergesellschaftet, dass ihre Zugehörigkeit dem unbefangenen Beobachter auf den ersten Bliek wahr-scheinlich wird. In der That zeigen sie genau denselben Habitus wienbsp;die Stamme, dieselben subepidermalen Festigungsgewebsplatten, undnbsp;eine Blattspur aus zwei symmetrischen, eilangliehen, paarweis gelager-ten Bündeln, die aufs Haar den oben besprochenen Bündeln der erstennbsp;Kategorie gleicht. Ihr Querschnitt ist breitgezogen, die obere Seitenbsp;flach, die untere etwas convex gewolbt. Beiderseits treten scharfenbsp;Kanten hervor. Die Aehnliehkeit, die sie mit gewissen Querschnittennbsp;von Farnblattspindein, zum Beispiel mit dem von Williamson (1)nbsp;VI, t. 52, f. 6 abgebildeten, und zu Rhaehiopteris aspera gerechneten, zeigen,nbsp;ist ganz unverkennbar. Zahllose Fragmente der Lamina dieser odernbsp;einer recht ahnlichen Form sind ausserdem stets in der allernachstennbsp;IJmgebung in den Knollen zu linden. An diesen sind sehr gewöhnliehnbsp;kleine, wenig vorspringende Flügelrippen verhanden, deren Quersehnittenbsp;als hornfórmige, bizarre, rein parenchymatisohe Excrescenzen erscheinen.nbsp;Und auch diese lindet man merkwürdiger Weise, genau in derselbennbsp;Form, an den in Rede stehenden, mit Lyginodendron vergesellschaftetennbsp;Blattstielen fast ausnahmslos wieder, je von einer der zwischen dennbsp;hypodermalen Dictyoxylonplatten gelegenen Parenchymmaschen ent-springend. Auch Williamson neigt dazu, die Zusammengehörigkeitnbsp;dieser Farnblatter und Blattstiele mit den Lyginodendronstammen an-zunehmen. Er sagt (1) iv, p. loa: „I have pointed out the existence innbsp;the Lancashire nodules, of abundance of small stems or petioles, tonbsp;which I gave the provisional name of Edraxylon. I have since succeeded in connecting these petioles with the leaflets of a Pecopteris.

I think it far from impossible that these may prove to belong to Dicty-oxylon Oldhamium, but since I have not yet succeeded in correlating

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372 Stammreste zweifelh. Verwandtsch., d. Oberflachenbeschaffent. nicht bekannt ist.

them with any certainty, I shall add no more respecting them at present. “ Der stricte Beweis wird freilich nur durch Schlitfe geliefert werden können, die heider Vereinigungsstelle treffen.

Auf der anderen Seite ist schon hervorgehoben worden, welche Aehnliehkeit im Stammban mit den Cycadeen besteht. Diese Beziehnn-gen hat in einer vorlaufigen Mittheilung ganz besonders Felix (2)p-9nbsp;betont. Allerdings will derselbe weniger die recenten Cycadeenformen,nbsp;als vielmehr die im Mark von Medullosa stellata sich findenden Partial-ringe damit verglichen sehen. Selbst wenn die erwahnten Rhachiopte-riden wirklich dazu geboren, würde das kein Hinderniss fiir diesenbsp;Anschauung sein, da, wie oben des weiteren ausgeflihrt, in der Blatt-spreitenform ein wesentlicher Unterschied zwischen Farnen und Cycadeen nicht besteht. Und auch bezüglich der Benutzung des Blattblindelsnbsp;nnd seiner Struktnr als Unterscheidungsmittel mahnen uns Osmunda,nbsp;Myelopteris und Sphenopteris refracta Göpp. zur Vorsicht. Immer abernbsp;diirfte die Beschaffenheit des centralen, vom Holzring umgebenen Cylinders nicht unwesentliche Differenzen von dem, was fiir die Cycadeennbsp;bekannt ist, darbieten. Nach alledem möchte ich es vermeiden, michnbsp;Uber die Verwandtschaftsverhaltnisse unserer Beste nach einer oder dernbsp;anderen Eichtung auszusprechen. Erneute Untersuchung wird ja wohlnbsp;weiteres Licht ilber dieselben verbreiten. Auf die naheliegenden Spe-culationen, welche sich hier über etwaige Intermedidfgruppen zwischennbsp;Farnen und Cycadeen ankntipfen liessen, gehe ich hier so wenig wienbsp;an anderen sich dazu eignenden Stellen dieses Buches ein. Der Lesernbsp;wird sie sich aus dem gegebenen Thatbestand je nach Bedarf ohnenbsp;Schwierigkeit abstrahiren können. In den Rahmen der bier beabsich-tigten Darstellung geboren sie aber nicht hinein.

Als Heterangium paradoxum hatte Cor da (1) p.22, t. lo einen höchst unvollstandigen Stammrest aus den Spharosideriten von Radnitz innbsp;Böhmen beschrieben. Es sind das bloss ein paar Gewebsfetzen, innbsp;welchen unregelmtissige Gruppen von weiten und engen Tüpfelgefassennbsp;einem zerbröckelten und zerstörten, kleinzelligen Gewebe inneliegen.nbsp;Williamson hat spater in diesen Resten Fragmente des Centralstrangsnbsp;einer Stammform erkannt, die er aus den untercarbonisohen Pflanzen-kalken von Burntisland erschliffen hatte, die demgemass als Heterangium Grievii Williamson (1) iv, p. 394 seg.; t. ss-ai bezeichnet wurde.nbsp;Eine weitere ahnliche, von Herrn Binns zu Halifax aus den Lancashire-knollen erschliffene Art habe ich durch Cashs Gtite erhalten; sie wirdnbsp;vermuthlich in Balde von Williamson in detaillirter Weise beschriebennbsp;werden. Was nun die Identification mit Cor das Resten betrifft, sonbsp;diirfte dieselbe vollkommen zutreffend sein; ich kann mich wenigstens dennbsp;von Renault (1) p.277 desbeztiglich geausserten Zweifeln, die auf einernbsp;allzustrikten Auslegung von Cor das Angaben beruhen, nicht anschliessen.

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Stammreste zweifelh. Verwandtsch., d. Oberflachenbeschaffenh. nicht bekannt ist. 373

Von dem Stammbau des Heterangium Grievii Will, ist es leicht, sich eine Vorstellung zu maelien, wenn man sich in einem Lyginoden-dronstamm die Centralpartie von einem homogenen, geschlossenen, pri-maren Gefasshündel eingenommen denkt, dessen tracheale Elemente,nbsp;unregelmassige Grappen hildend, in regelloser Weise einer parenchy-matischen Grandmasse eingelagert sind. Das umgebende Secundarholznbsp;ist weniger stark entwickelt, als bei jener Gattung, sonst ahnlich.nbsp;Alle trachealen Elemente sind mit Hofttipfeln besetzt. In der dickennbsp;parenchymatischen Einde liegen die hier überall nui einstrangigennbsp;Blattspuren, die Williamson hier als solche anerkennt, obwobl sienbsp;fast ebenso steil als die analogen Blindel des Lyginodendron ansteigen.nbsp;Die Sussere, hypodermale Dictyoxylonschicht dieser Einde ist sebmalernbsp;als bei Lyginodendron, ihre Easerplatten sind aber dichter aneinandernbsp;gedrangt und von grösserer Machtigkeit. Die innere Schicht wird vonnbsp;dichtem Parenchym gebildet, in dem man auf dem Eadialschnitt querenbsp;Linien dunklerer Zeilen erkennt, die in regelmassigen Abstanden auf-

einander folgen. nbsp;nbsp;nbsp;_nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;ii, ^ j

Wohin Heterangium nun aber zu stellen bleibt zweifelha , un zwar noch in viel höherem Grade, als bei der vorher behandelten at-tung. Zu den Cycadeen kann dasselbe seines centralen Primarbün elsnbsp;halber nicht wohl gerechnet werden; wenn kein Secundarzuwachs verhanden ware, würde auf der anderen Seite kaum ein Grund vorliegen,nbsp;an seiner Farrenkrautnatur zu zweifeln. Die grossen und sparlichennbsp;Blattbündel sprechen gegen die Zugehörigkeit zu den Lyeopodiaceennbsp;ahnlichen Gewachsen, an welche Williamson (1) w, mos wohl ge acnbsp;hatte. Aber die nahe Beziehung zu Lyginodendron ist augena ig.

Eine ganz eigenartige, noch wenig bekannte Gattung ist a oxy Ion Williamson (1) vu, p. 13. t. 5-1, die von ihrem Autor in den Lan-cashire-Kalkknollen entdeckt und dann spater auch in einigen xemnbsp;plaren aus den viel tiefer gelegenen Burntisland - Kalken ersci i ennbsp;worden ist. Es sind Axen von sehr geringem Durehmesser, im Gentiumnbsp;mit einem homogenen Gefassstrang versehen, der an jungen Exemplarennbsp;allein verhanden ist, und einen etwas polygonalen Umriss zeigt. üm-geben wird dieser von einem Secundarzuwachs, der aus, rneist ^chs,nbsp;keilfórmigen Stücken besteht, die, von gewöhnlichen, einieihigen arnbsp;strahlen durchzogen, durch breite, keilförmig auswaïts sic erwei ein e,nbsp;parenchymerfüllte Lücken oder Strahlen von einander getrenn^ wer en.nbsp;Nach Williamsons Beschreibung und Abbildung (vgi. t.e,f.32n. t. i.f.si) ennbsp;spricht letzteren je eine Einbuchtung der Cambiumlinie. le aussei anbsp;dieser Cambiumzone gelegene Einde ist parenchyinatisc , un zwar naenbsp;Felix (2), der Kaloxylonschliffe aus den Langendreerer Knollen unter-suchte, lacunös; zu ausserst sind zwei Lagen etwas weiterer, faserarügnbsp;verlangerter Zeilen entwickelt. Was die Beschaffenheit der trachealen

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37 4 Stammreste zweifelh. Verwandtsch., d. Oberflachenbescha£Fenh. nicht bekannt ist.

Elemeate des Kaloxylonliolzes angeht, so sagt Williamson, sie ge-hörten dem „reticulated type“ an. Dieser Ausdruek ist indessen selir unbestimmt, denn der englische Autor rechnet zu diesem Typus nichtnbsp;nur wirkliche Netzgefasse, sondern sehr haufig auch hehöft getüpfeltenbsp;Elemente, bei denen, infolge unvollkommener Erhaltung, nur noch dienbsp;aussere Begrenzung des Tüpfelbofes sichtbar ist, so zum Beispiel beinbsp;Lyginodendron und Heterangium. An einem von dem Autor selbst er-haltenen, etwas schragen Querschnitt schieneu mir Treppengeamp;sse vor-zuliegen, derselbe weicht indess auch sonst etwas von der Beschreibungnbsp;ab, so dass ich seiner Bestimmung nicht ganz traue. üeber die Ver-wandtsehaftsbeziehungen dieses Eestes, welche Williamson bei dennbsp;Lycopodinen sucht, ist, meiner Meinung nach, vorlaufig nichts einiger-maassen begründetes zu sagen.

Zuletzt müssen hier noch gewisse carbonische Fossilreste erwahnt werden, die wahrscheinlich Wurzelnvon nicht naher definirbaren G-ymno-spermen reprasentiren, und die unter dem Namen Amyelon radicansnbsp;von Williamson (1) V, p. 67 aeq. beschrieben worden sind. Sie kommen,nbsp;wie noch viele andere, vorderhand nicht naher bestimmbare Wurzel-durchsehnitte, in den Langendreerer und den englischen Kalkknollennbsp;nicht selten vor und erreichen haufig betrfichtliche Dicke, die aus-sehliesslich auf Eechnung ihres compacten, massenhaften Secundarholzesnbsp;kommt. Beschreibung und Abbildung hat Williamson (1) v, t. 7, s, 9nbsp;gegeben. Die reich verzweigten (ïgi, t. 7, f. le) Wurzeln zeigen inmittennbsp;einen triarchen, primaren Holzstrang, an den sich das haufig excentrische Secundarholz ringsherum anschliesst. In diesem treten bei filteren Exemplaren concentrische, jahrringartige Linien deutlieh hervornbsp;(t. 9, f. 5«), die naher zu untersuchen sein werden, weil echte Jahresring-bildung bei anderweitigen carbonisehen Resten noch gar nirgends be-obachtet worden ist, und demgemfiss besonderes Interesse bieten wtirde.nbsp;Sonst zeigt der Ban des Holzes wenig Besonderes. Es besteld aus einernbsp;homogenen Masse getüpfelter Trachealelemente, und ist von sehr zahl-reiehen, einreihigen, niedrigen, öfters nur eine Zelle hohen Secundfir-strahlen durehzogen. In der nur geringe Dicke aufweisenden Eindenbsp;sind zwei Schichten zu unterseheiden, deren innere regellos parenchy-matisch ist. Die aussere dagegen zeigt auf dem Querschnitt lauternbsp;kurze, spindelfórmige, zwischen einander geschobene Zellreiben, derennbsp;jede aus einer grosseren Anzahl ganz flacher, tafelfórmiger Elementenbsp;besteht. Offenbar entspricht jede dieser Eeihen einer ursprünglichennbsp;parenchymatischen Mutterzelle, in der eine Menge von Tangentialthei-lungen aufgetreten sind.

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XVI.

Pflanzenreste zweifelhafter Verwandtscliaft, von denen nur die aussere Beschaffenlieit vorliegt,nbsp;die Struktur unbekannt ist.

Mit dem Namen Vertebraria Eoyle werden rathselhafte Fossil-reste bezeicbnet, die bis jetzt nur in den, walirsclieinlicb friassischen Damudasohichten Indiens, und in den New Castlebeds von Neu-Süd-Wales gefunden worden sind. Zahlreiehe Exemplare davon batte icbnbsp;im British Museum und bei Professor Boyd Dawkins zu Manchesternbsp;zu sehen Gelegenheit. Der Name stammt von Eoyle (1) t.2, f. 1-7, dernbsp;eine gute, leider von keinerlei Beschreibung begleitete Abbildung gab.nbsp;Denauere Darstellung und ausfiihrliche Literaturangaben lindet man beinbsp;Bunbury (2) und O. Feistmantel (1) ni, p. 84 seq.; Pal, Ind. ser. xu

(lower Goiidwan.is), II, p. 72; t. 12—14.

Die Vertebrarien sind cylindrische, einfaehe, oder mehr oder weniger reicblieh verzweigte Gebilde von kreisfórmigem Querbruoh. Sie erfüllennbsp;dickplattige, ziegelrothe oder braunlichgraue Gesteine, haufig die Schich-tung durchquerend. Der kreisförmige Querschnitt wird von einigen, innbsp;der Mitte vereinigten, radienartig verlaufenden, dtinnen Koblenbandernnbsp;in wenige keilfórmig auswarts verbreiterte Felder getheilt, die, wennnbsp;sie regelmassig angeordnet, bei oberfiaohlicher Betraehtung an die Fla-chenansicht des Blattwirtels von Sphenophyllum erinnern können. Innbsp;der That ist dieser Vergleich von M’Coy (1) p- durchgeftihrt worden,nbsp;der den wesentlichen TJuterschied zwischen Sphenophyllum und Ferte-braria in der bis zur Berührung dichten Aneinanderdrangung der auf-einander folgenden Wirtel findet. Wenn das richtig ware, so müsstenbsp;man auf den den Blattflacheu entsprechenden Feldern Kohlenbelagenbsp;sehen, was indessen der Eegel nach nicht der Fall. Sie stellen imnbsp;Gegentheil meistens einfaehe Bruchflachen der Gesteinsmasse dar.

Sehr haufig kommen diese Cylinder in radialer und tangentialer Langsbruchansicht zur üntersuchung. Man sieht dann in der Mitte einennbsp;Kohlenstreifen verlaufen. Die radialen Kohlenbander des Querschnittsnbsp;erweisen sich als ebensoviele senkrechte Platten; auf dem Tangential-

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Pflanzenreste zweifelhafter Verwandtscliaft, von denen nur

sehnitt treten sie natlirlicli als senkreclite Linien hervor. Derartige Langssclinitte sind schon von Koyle abgebildet, gute Darstellungennbsp;derselben sind in der Palaeontologia indica 1. e. gegeben. G-ebt dernbsp;radiale Bruoh durcli die Zwischenraume zvvischen diesen Platten, dannnbsp;erscheint zu jeder Seite des mittleren Kolilenstreifens eine Reihe recht-eckig begrenzter Gesteinsdurebbrtiebe, deren qnere Abgliederungsflachen,nbsp;beiderseits nicht correspondirend, mitunter gleichfalls Kohlenspuren zunbsp;enthalten scheinen. Genauere Untersuchung der besten von mir stn-dirten Exemplare 'wtirde, wie ich glaube, noch Strukturreste erkennennbsp;lassen.

Soweit sich die Sacbe nacb blosser ausserer Betracbtung beurtheilen lasst, scheint mir Bunbury, dem sich auch O. Feistmantel an-schliesst, vollkommen im Rechte zu sein, wenn er die Vertebrarien fürnbsp;Wurzeln oder Stengel mit centraler solider Axe und Itiokigem Rinden-rohr halt, dessen prismatische Intereellularen von G-esteinmasse aus-gefüllt wurden, wahrend die Diaphragmen als Kohlenbander erhaltennbsp;blieben. Ob sie aber wirklich, wie O. Feistmantel annimmt, alsnbsp;Wurzeln zu Phyllotbeea und eventuell zu Schizoneura Gondwanensisnbsp;geboren, mit welchen sie vergesellschaftet zu sein pflegen, das bleibtnbsp;zur Zeit vollkommen ungewiss. Exemplare von grösserer Dicke sindnbsp;sehr selten; Abbildung eines solcben ist bei O. Feistmantel (l) ni,nbsp;zu finden. Was Schm al hausen (1) p.63, t.7, f. is, w als Vertebraria ausnbsp;dem Braunjura Sibiriens beschreibt, gehort kaum hierher. Die Abbildung erinnert an, nach Art von Seolecopteris gerollte Farnblattfiedern.nbsp;Der Besehreibung nach freilieh können es solche nicht wohl sein.

Ebenso merkwürdige als wenig bekannte Gegenstande sind die so-genannten Aethophyllen, die in 2 Arten in dem Buntsandsteinbruch zu Sulzbad in den Vogesen aufgefunden worden sind. Anderwarts sindnbsp;sicher dahingehörige Reste meines Wissens nicht beobachtet. Sie figu-riren zwar mitunter in den Verzeichnissen triassischer Pflanzen ver-sehiedener Localitaten, es zeigt sich dann aber stets, dass die Bestim-mungen auf ganzlich ungentigende, lineale Blattfi-agmente gegründet sind.nbsp;Die beiden Species, Aethopbyllum stipulare Brongn. und Aethoph. spe-ciosum Schpr., deren erste bereits 1828 von Brongniart (9) p- rss-, t. is, f.inbsp;beschrieben worden war, hat Schimp er (3) p. 371.1», 20, (i) t. 21, p. sinbsp;in eingehender Weise behandelt. Aeth. speciosum stellt einen übernbsp;2 Fuss langen, acropetal verzweigten Stamm dar, der linienfórmige, aufnbsp;der Platte unregelmassig hin- und hergewirrte Blatter tragt, dessennbsp;Hauptaxe und Seitenzweige mit langen cylindrischen Aehrenfructifica-tionen abschliessen. Zahlreiche kleine, spitz-lanzettliche Sehuppen schei-nen diese Aehren zusammenzusetzen, sie sind indess infolge mangel-hafter Erhaltung wenig deutlich. Aehnlich, aber kleiner, und soweit dasnbsp;einzige bekannte, im Strassburger Museum verwahrte Sttick zeigt, unver-

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die aussere Beschaffenheit voriiegt, die Strukter unbekannt ist. 377

iii:

zweigt, ist Aeth. stipulare. Bei so unvollkommener Keuntniss des That-bestandes ist die Beiirtheilung der Verwandtsohaftsverhaltnisse aatflr-licher Weise ziemlicb hoffaungslos. S chimp er schwankte ursprünglich zwischen Lycopodiaceea und verschiedenen Monocotyledonen. Schliess-lich aber sagt er (3) p-s»: „Nous étions sur Ie point de nous déclarernbsp;en faveur de cette derniére hypotbèse (Lycopodiaceen), quand un examennbsp;minutieux nous a fait déoouvrir dans les épis des graines semblables 4nbsp;de petits grains de Conifères, découverte peu propre a nous avancernbsp;dans nos recherchesquot;. Er führt sie aber dann wegen dieser Samen,nbsp;von denen ich mich an den Originalexemplaren nicht habe überzeugennbsp;können, bei den Monocotyledonen auf. Mit Schenk (Z. 1) p. 35s stimmenbsp;ich vollkommen in der Ansicht überein, dass eine derartige Zutheilungnbsp;vollstandig in der Luft steht, nichts nützen, wohl aber Schaden bringennbsp;kann, so lange wir aus so alten Ablagerungen den Beweis der Existenznbsp;anderer unzweifelhafter Monocotylen, ja Angiospermen überhaupt, nochnbsp;gar nicht besitzen. Ein weiterer ahrenartiger Best, der, gleichfalls imnbsp;bunten Sandsteinvon Suizbad gefunden, von Brongniart (9) alsEchino-stachys beschrieben, und von Schimper (3) abgebildet worden ist,nbsp;mag hier nur erwahnt sein.

;i!:

Wie wenig wir über die Natur von Spirangium Schimper (1) r. 2i, p. 515; t. so wissen, geht schon aus den verschiedenen Namen hervor,nbsp;die diese Beste im Laufe der Zeit von verschiedenen Autoren erhaltennbsp;haben. Die erste bekannt gewordene Species hat Brongniart (9)nbsp;p. 45(i, t. 20 als Palaeoxyris regularis beschrieben. Sie entstammt dem bunten Sandstein von Suizbad in den Vogesen und ist bei Schimper undnbsp;Mougeot (3) t. 23, (1) t. 80, f. 1 abgebildet. Eine zweite Art aus dem fran-kisehen Bhüt ist Palaeoxyris Münsteri Presl (Sternberg (1) Hefts-s, t.69),nbsp;die spater von Schenk (3) p. los; t. 45, f. i, s eingehender Untersuchungnbsp;unterzogen wurde. Eür das Bhat sind dann noch weitere hierher gehorige Beste aus Couches bei Autun von Saporta (2) p- 230 (Spirangiumnbsp;ventricosum, Schimper (1) t. so, f. 4), und aus Palsjö in Schonen vonnbsp;Nathorst(7) aiigegeben worden. Aus dem Keuper von Waldhausennbsp;bei Tübingen stammt Spir. Quenstedti Sch. (Palaeoxyris Quenstedt (1)nbsp;t. 82, f. 1). Eine in der Wealdenformation Hannovei'S hüufige Form hatnbsp;Ettingshausen (6) als Palaeobromelia lugleri beschrieben. Auchnbsp;Schenk (1) t. 4o, 4i hat schone Abbildungen derselben gegeben. Undnbsp;endlich kommt die Gattung sogar schon in der Carbonformation vor,nbsp;hat also eine aussergewöhnlich ausgedehnte verticale Verbreitung. Dienbsp;Exemplare der Palaeoxyris carbonaria Stiehler (1), Schimper (1)nbsp;'^•2i,p.514, Germar (1) t.33,f.3, aus dem Obercarbon von Wettin sind freilichnbsp;nicht über allen Zweifel erhaben. Sie sowohl, als auch die von Les-quereux (1) p. sio; t. 75 als Spirangium Prendelii Lesq. dargestellten ausnbsp;der amerikanischen Steinkohle erklürt Schenk (3) p-107, (Zittel (1)p-394

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Pflanzenreste zweifelhafter Verwandtschaft, von denen uur

schlankweg für schlecht erhaltene Lepidodendronfragmeate. Selioa für diese Reste erscheiat das eiaigermaassea gezwaagea uad aawahr-seheialich, dass es aabegrüadet, wird aker durch die zaMlosea prack-tigea Exeraplare erwiesea, die sich ia dea carboaischea Tlioaeiseasteia-aierea voa CoalTbrookdale getuadea hakea (Palaeoxyris helicteroidesnbsp;Morris). lm British Museum hahe ich diese Reste huadertweise ia schöa-ster Erhaltuag gesehea, wohia sie vor kurzem erst durch dea Aakaufnbsp;eiaer grossea Localsammluag gelaagt warea.

Es siad diese Spiraagiea eigeathiimliche spiadelfórmige Körper, au deueu mau eiuea eifórmig augeschwolleaeu Mitteltheil uad zwei lauge,nbsp;allmahlich kegelförmig verschm^lerte Eudiguageu uaterscheideu kaau.nbsp;Gewöhalich fiadet mau sie vereiazelt auf dea Schichtuagsflaehea desnbsp;Gesteius, bei dem Sp. lugleri aus dem Wealdeu jedoeh siad Exemplarenbsp;aicht gerade seltea, welehe mehrere derselbeu doldeaartig au der Spitzenbsp;eiues düuuea, fadeufórmigeu Stieles trageu, der keiae Kuotea oder Ap-peadiculargebilde erkeuueu lasst. Die Oberflache des ganzeu weistnbsp;soharfe Rippeu auf, gewöhalich sechs au der Zahl, die, schraubeufórmignbsp;gewuadea, eia bis auderthalb TJmlaufe beschreibeu, um eudlich au dernbsp;kegelfórmigea Spitze sich gerade zu streckeu. Ia Folge der starkeu Zu-sammeudrückuug sieht mau haufig die Kanteu beider Seitea gleicbzeitig,nbsp;die alsdauu aatürlich, eiaaader sehaeideud, rhombische Felder hervor-ti-etea lasseu. Besoaders auffallig tritt diess gerade aa dea zuerst voanbsp;Brouguiart beschriebeuea Exemplarea hervor, wesswegea dieser For-scher (4) p. *33 das gauze für eiue Blütheuahre, die eiuzelaea Felder fürnbsp;dereu dachziegelige Deckblatter hielt. Er verglich sie mit dea Aehreunbsp;der Gattuag Xyris uad wahlte demgemass ihreu Namea. Ettiugs-hausea erkaaute Brouguiarts Tauschuag, er uimmt 6 klappeuartigenbsp;gewuudeue Decksehuppea au, die eiuea Mittelkörper umgebeu. Dauaehnbsp;verstehe ich aber aicht recht, wieso er zu dem Vergleich mit deanbsp;Blütheustaudea voa Aechmea, Pourretia, Bromelia gelaagt. Bei Queu-stedt wird Spiraugium mit dea Cycadeeu verglichea. Scheuk (3) p- *97nbsp;deukt, uad das ist viel plausibler, aa die Früchte voa Helicteres mitnbsp;ihreu sehraubig gedrehteu Carpellea, ohue jedoeh eiue bestimmte Mei-aung zu aussera. Auch Schimper stellt die Gattuag eiufach zu deanbsp;geuera sedis iaeertae. Neuerdiugs hat daua Nathorst dea Vergleichnbsp;mit dea Characeeu durchzuführea versacht, er sieht ia dea Spiraagieanbsp;riesige Chareusporaugiea, die voa sehraubig gewuadeueu Hüllschlaucheunbsp;umgebeu werdeu. Die seitlichea Greazen dieser Schlauche solleu, wienbsp;bei Chara, dea Schraubeuliuieu eatsprechea. Leider ist seiue Arbeit ianbsp;der mir, wie dea meisteu Botaaikeru, gaazlich uuverstaudlicheu, schwe-discheu Sprache geschriebeu, so dass ich mich aur auf Referate übernbsp;dieselbe beziehea kaau. ITachdem ich auu selbst Gelegeuheit hatte, dienbsp;zahlreicheu Exemplare des Sp. lugleri, die ia der Marburger Sammlung

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die aussere Beschaffenheit vorliegt, die Struktur unbekannt ist. 379

verwalirt sind, sowie die grosse carbonische Suite des British Museum eingehend zu besichtigen, kanu ich mieh uur mit Schenk (Z. 1) p. 394nbsp;dahin aussprechen, dass zwar Fathorsts Meinung die ansprechendstenbsp;dass es aber unmöglioh ist naeh irgend einer Richtung hin die nöthigennbsp;Beweismittel zu gewiuuen, so lange keine Exemplare mit erhaltener

Struktur zur Untersuchung kommen.

Dass die Spirangien ihrerseits nicht einen ganz isolirten Typus darstellen, dass eine ganze Gruppe ahnlieher Formen existirt habea mag, das dürfte man aus der vor kurzem gemachten Entdeckung des Genusnbsp;Fayolia Renault und Zeiller (12), in den Steinkohlenwerken vonnbsp;Commentry, schliessen können. Abbildung und ausftthrliche Beschrei-bung dieses Restes steht in der grossen Flora von Commentry zu er-warten, mit deren Bearbeitung diese Autoren besehaftigt sind. Dienbsp;Aehnlichkeit dieser Fayolia mit Spirangium Jiegt am Tage, es sind je-doch nur zwei, viel starker gewundene Sehraubenlinien verhanden, dienbsp;den Randern zweier bandahniichen Klappen zu entsprechen scheinen.nbsp;Auf ihnen sitzt je eine eigenthttmlich gestreifte, ganzrandige oder ge-zahnelte Leiste (collerette), die unter dem Schnabel des Körperchens innbsp;einen freien, aufrechten, zugespitzten Fliigelzahn auslauft. Die Flattennbsp;selbst sind mit je einer Reihe kreisrunder Narbchen besetzt, die ihremnbsp;unteren Rande genahert sind und die Ansatzstellen pfriemenformigernbsp;Staoheln, die hin und wieder erhalten, darstellen.

Fast gleichzeitig sind ferner neuerdings identische, wie es scheint mit Fayolia verwandte, leider viel schleohter erhaltene Reste von Weissnbsp;(5) p. 238, t. 4 und Newberry (1) beschrieben worden. Gyrocalamusnbsp;palatinus Weiss ist im Rothliegenden (Lebacher Schichten) bei Cuselnbsp;in der Rheinpfalz gefunden; Spiraxis major und Sp. Randalli Newnbsp;berrys entstammen den oberdevonischen Chemungschichten. Ersterenbsp;ist im Staate New York, die andere in Pennsylvanien entdeckt. Wennnbsp;diese Gebilde, wie Weiss das ganz unbedenklich annimmt (p.288), wirk-lich zu der Gattung Fayolia eingerechnet werden miissen, so wiirde dasnbsp;wenig ftir deren Verwandtschaft mit den Characeen sprechen. Denn dernbsp;fruchtahnliehe Habitus tritt bei Gyrocalamus, resp. Spiraxis, infolgenbsp;grösserer Lange und mehr cylindrischer Form, durchaus zuruck. Dennbsp;Weiss’schen an beiden Enden abgebrochenen Rest wflrde der unbefan-gene Beobachter einfach fttr das Bruchstiick eines cylindrisehen Stamm-steinkerns halten. Die Oberflache ist leider nur sehr unvollkommennbsp;erhalten, die amerikanischen Exemplare zeigen bloss die stark verspringenden, breiten und stumpfen, sehr flach gewundenen Rippen; annbsp;dem Pfalzer Stttck erkennt man, dass jede solehe, scheinbar einheitliehenbsp;Rippe aus zwei Theilen besteht, einem unteren scharfen Kiel, der eigent-lichen Rippe, und einem dicbt über dieser gelegenen, flach gewölbtennbsp;Streifen, der dem gewundenen Band angehört, und eine Reihe undent-

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Pflanzenreste zweifelhafter Verwandtschaft, von denen nnr

licher, rnndliclier Narben trEgt, genau au der Stelle, wo die Stacliel-narbea bei den besser erhaltenen Eesten von Commentry stehen.

An allerletzter Stelle muss noch die Gattung Williamsonia ihre Besprechung finden. Diese Williamsonien sind sehr eigenthümlichenbsp;Fructificationgreste, über deren eigentlichen Bau wir freilich noch immernbsp;sehr unvollkommen unterrichtet sind. Dass sie von Williamson (10)nbsp;und Carrnthers (4) mit Blattern und Stammen von Zamia gigas zn-sammengerechnet werden, ist schon oben p. 93 erwahnt worden. Vonnbsp;den spateren Antoren bat O. Feistmantel (1) n an dieser Meinungnbsp;festgehalten, wEhrend Nathorst (8) und Saporta und Marion (2)nbsp;p. 234 seq. sie mit Kecht für nicht genügend begründet erachten. Zu-erst sind diese Eeste bekannt geworden aus dem braunen Jura vonnbsp;Whitby bei Scarborough. Die grösste Suite der hier gefundenen Exemplar e ist mit der Yatesschen Sammlung in das Pariser Museum ge-langt, welches deren infolge davon soviel besitzen diirfte, als alle eng-lischen Sammlungen zusammen genommen. Dann sind verschiedenenbsp;Exemplare in den Upper Gondwanas Indiens, und zwar in differentennbsp;Niveaus derselben, in der Eajmahal-(Lias?), der Cateh-(Dogger?) undnbsp;der Jabalpur-Series (weisser Jura?) entdeckt worden. Deren ausführ-liche Besprechung ist bei O. Feistmantel 1. c. zu finden. Eine weiterenbsp;Art, W. Forchhammeri Nath., kommt aus dem Jura von Bornholm, undnbsp;neuerdings sind noch andere Formen in Frankreich, z. B. W. picta-viensis Sap. Mar. im Oxford der Gegend von Poitiers gefunden worden.nbsp;Nach Saporta und Marion geht der Typus noch weiter zurück, sienbsp;behaupten Eeste desselben aus dem ünterlias (Angulatenschichten) vonnbsp;Hettange zu besitzen, die noch nicht publicirt sind. Sie rechnen fernernbsp;hierher ein, wennschon daran erinnerndes, doch zweifelhaftes Fossil ausnbsp;dem Ehat von Bayreuth, welches man bei F. Braun (1) t.2 als Weltri-chia mirabilis erwahnt und abgebildet findet, wahrend Schenk (3) das-selbe sonderbarer Weise ganz übergangen bat. Die Sache ist neuerdingsnbsp;duroh den Fund einer anscheinend sicher gestellten Art (W. angusti-folia Nathorst (8) t. s, f. s-io) im Ehat von Hör in Schonen wahrschein-licher geworden. Die bekannteste Species ist die grosse W. gigas Carr.nbsp;von Whitby. Exemplare des gewöhnlichen Erhaltungszustandes zeigennbsp;einen Kranz von zahlreichen, mehrfach tibereinander liegenden, geboge-nen, glocken- oder kuppelfórmig zusammenneigenden, breit lanzettliehennbsp;Blattern, die in dem braunrothen Sandstein von Whitby als Abdrtiekenbsp;mit schwacher Kohlenrinde sich finden. Und zwar sind es theils Hohl-drücke von der ausseren Seite der Glocken, oder, was haufiger, Aus-füllungen derselben in Form gerundeter Knollen, über deren Aussen-flache die Blattabdrücke sich hinziehen. In diesen letzteren Stückennbsp;findet man, da wo die Axe gesessen haben mtisste, zwischen den Blatt-basen eine Höhlung, die sich in günstigen Fallen ins Innere des Blatt-

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die aussere Beschaffenheit vorliegt, die Struktur unbekannt ist 381

kraazes fortsetzt, und hier dem Eaum entspricht, welcher urgprünglich durch die Fructificationsorgane eingenommen war. Sehr selten steektnbsp;in derselben ein Steinkern, dessen Form dann aber den kunstlich her-gestellten Ausgiissen derselben entspricht. Dieser Steinkern, der beinbsp;Williamson (10) t. 62, f. 4; t. 53, f. e-s nach in der Natur gefundenennbsp;Exemplaren abgebildet ist, hat die Form einer bauchigen Flasohe, dienbsp;allmahlich in einen engen, oben vasenartig erweiterten Hals auslauft.nbsp;Ihm sitzt ein kugelförmiger Fortsatz mit etwas ausgerandeter, ja innbsp;eine kleine Flache verbreiterter Spitze auf. Dieser flaschenförmigenbsp;Körper ist ausserlich mit radienartigen Streifen, oder auch mit einemnbsp;polygonalen Maschenwerk verziert, in dem die Autoren die Eeste dernbsp;gedrangten Antheren sehen wollen, die an der flaschenformigen Axen-spitze befestigt waren. Ein zweifelhaftes, vielleicht gleichfalls diesennbsp;Steinkern einer Williamsonia darstellendes Exemplar hat 0. Feist-mantel (1) II, t. 3,f. 3 abgebildet. Das Involucrum der umgebendennbsp;Blatter besteht nach Saporta aus mehreren Kreisen, in denen die-selben successive an Lange zunehmen. Sehr selten nur ist der dasnbsp;ganze Gebilde tragende, mit schuppenartig ttbereinander liegenden lan-zettlichen Blattern bedeckte Stiel erhalten. Diese sind von fester, derbernbsp;Beschaffenheit, in der Mitte der Eückenseite mit einem Kiel versehen;nbsp;nach Saporta (2) p. 237 sollen sie eine dieotylenahnliche Anastomosen-nervatur zeigen. Ich freilich habe an demselben Exemplar des Parisernbsp;Museums, an dem er diese gefunden, nichts dergleichen entdecken kön-nen, und ebenso ist es einem französischen Botaniker ergangen, dernbsp;mit mil- zusammen das Stiick daraufhin untersuchte.

In denselben Schichten finden sich nun eigenthümliche, trichter-förmig vertiefte, kreisrunde Scheiben, deren Band in lange, lanzettliche Lappen zerschnitten ist. Nach Williamson (10) t. 52, r. i; t. 53, f. 2 tógtnbsp;jeder derselben, unweit seiner Basis, ein eiformiges, aus zwei parallelennbsp;Wangen gebildetes, vorspringendes Mai, welches indess Saporta annbsp;den ihm zu Gebote stekenden Stücken nicht gefunden hat. Wahrendnbsp;ersterer Autor in diesen Trichterscheiben die weiblichen Blüthenrestenbsp;(er nennt sie „carpellaiy disks‘‘), in den Malen Spuren der Ovula erkennen möchte, sehen Saporta und Marion in ihnen bloss eine terminale Ausbreitung der flaschenformigen, oben besehriebenen Axe deinbsp;mannlichen Blüthe, mit welcher sie sie in Yerbindung gefunden habennbsp;wollen. Sie sagen dessbezüglich p- 2«i: „elle terminait supérieurementnbsp;1’appareil male et pourrait être comparée a la pelotte spongieuse quinbsp;surmonte Ie spadice des Amorphophallus; de plus loin encore on seraitnbsp;tenté d’y reconnaitre quelque chose d’analogue a la couronne de feuillesnbsp;qui coiffe l’inflorescence de 1’Ananas. L’organe en question résultaitnbsp;bien certainement d’une transformation des feuilles supérieures du ra-meau changé en spadice. “ Es steht zu boffen, dass eine zu erwartende

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Pflanzenreste zweifelhafter Verwandtschaft etc.

Publication Saportas weitere überzeugendere Details über den Gegen-stand bringen werde.

Saporta und Marion haben dann andere Dinge für weibliche Fructificationen unserer Pflanze angeseben. Sie beziehen sich da zu-erst auf ein von Na tb or st (8) t.8, is in Clongbton Bay an der Yorkshire Kliste gefundenes Exemplar einer kleinen, als Will. Leckenbyinbsp;bezeicbneten Form. Auf einer grauen Scbieferplatte liegt dicbt nebennbsp;einem sternförmig auseinandergepressten Involucrum ein unregelmas-siger Fetzen, der aus lanter pallisadenförmig nebeneinander stebendennbsp;kleinen Cylindern gebildet wird, und demgemass an der Oberflaehenbsp;gedrangte, polygonale Facetten zeigt. Dieser Fetzen stellt nach ibnennbsp;ein Stück eines aufgerollten, mit peripheren Organen besetzten Kolbensnbsp;dar. Sie bilden ferner ein sebr schönes und woblerhaltenes, in Eisen-carbonat versteintes Stück ab (p-244), welches Mori ére im Oxfordnbsp;der Vaches noires in der Normandie gefunden bat, und welches einennbsp;zum Tbeil noch von Involucralblattern umgebenen Kolben aufweist, dessen Oberflaehe in der That dasselbe facettirte Aussehen bietet. Die Facetten, kleinen, kantig pyramidalen Höckern entspreehend, sind in regel-massiger Weise kranz- oder rosettenartig um centrale, tiefliegende Punktenbsp;geordnet. Im Langsbruch erkennt man eine Schicht von unter dernbsp;Oberflaehe gelegenen Samen, unter denen die Substanz des Kolbensnbsp;eine derb- und parallelfaserige Beschaffenheit hat. Dass dieses Gebildenbsp;eine Fructification, ist der Samen halber unzweifelhaft, seine Aehnlich-keit mit den früher p. 97 für die Gattung Bennettites beschriebenennbsp;Kolben ist in die Augen springend; seine Zugehörigkeit zu William-sonia ist nur aus dem Vorkommen der peripheren lanzettlichen Invo-lucralblatter erschlossen, die aber, wie oben ausgefübrt, auch bei Bennettites in ahnlicher Weise sich finden. Ich zweifle desshalb nicht, dassnbsp;dieser Kolben zu Bennettites gehore, womit ich niehts beztiglich seinesnbsp;Verhaltnisses zu Williamsonia prajudiciren will. Deun es bleibt immer-hin möglich, dass weitere Funde die Zugehörigkeit sowohl der Bennet-titesfrüchte, als der Williamsonien zu den gleichen Cycadeenartigennbsp;Stammen darthun, und Williamsons und Carruthers’ Meinung be-statigen könnten. Bis diese Mutbmaassungen sich j edoch bewahrheiten,nbsp;wird man sich bescheiden müssen, die Verwandtschaftsverhaltnisse dernbsp;Williamsonien ganz in suspense zu lassen. Deun die Unwahrschein-lichkeit von F. Braun’s und Nathorst’s Idee, dieselben, in analogernbsp;Weise wie Bennettites, zu den Balanophoreen, zu den Eafflesiaceennbsp;stellen zu wollen, liegt auf der Hand und braucht niebt erst ausfübi'-lich discutirt zu werden.

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IV. nbsp;nbsp;nbsp;Sigillaria and Stigmaria 4873

2) nbsp;nbsp;nbsp;On some fossil plants showing structure from the lower coal measures of Lancashire. Quarterly Journal of the Geol. soc. of London, vol. 18 (1862) p. 106 seq.

3) nbsp;nbsp;nbsp;A description of some fossil plants, showing structure found in the lowernbsp;coalseams of Lancashire and Yorkshire. Philosophical Transactions vol. 155nbsp;(1865) p. 579 seq.

4) nbsp;nbsp;nbsp;Some observations on Stigmaria ficoides. Quarterly Journal of the geologicalnbsp;soc. of London vol. 15 (1859) p. 17 seq.

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6) nbsp;nbsp;nbsp;Recherches sur les graines fossiles silicifiees. ParisiSSi.

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8) nbsp;nbsp;nbsp;Notice sur un fruit de Lycopodiacées fossiies. Comptes rendus de I’Acad.nbsp;V. 67, 17 aug. 1868.

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7) nbsp;nbsp;nbsp;Geological Survey of Canada; Alfred R. Selwyn F. G. S. Director — Reportnbsp;on the fossil plants of the lower Carboniferous and Millstone grit formations

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8) nbsp;nbsp;nbsp;On the conditions of the deposition of coal more especially as illustrated bynbsp;the coal formation of Nova Scotia and New Brunswick. Quarterly Journ.nbsp;geol. soc. V. 22 (1866) p. 95 seq.

9) nbsp;nbsp;nbsp;On the structure and affinities of Sigillaria, Calamites and Calomodendron.nbsp;Quarterly Journal of the geological society, vol. 27 (1871) p. 147 seq.

10) nbsp;nbsp;nbsp;Further observations on the devonian Plants of Maine Gaspé and New York.nbsp;Quarterly Journ. of the geological society of London, vol. 19 (1863) p. 458 seq.

11) nbsp;nbsp;nbsp;On the lower coal measures as developed in British America. Quarterlynbsp;Journ. of the geological soc. vol. 15 (1859) p. 62 seq.

12) nbsp;nbsp;nbsp;Geological Survey of Canada. Report on the fossil plants of the lower Carboniferous and Millstone Grit formations of Canada (1873).

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5) nbsp;nbsp;nbsp;Die Versteinerungen der Steinkohlenformation in Sachsen 4833.

6) nbsp;nbsp;nbsp;Ueber rhatische Pflanzen- und Thierreste in den argentinischen Provinzen Lanbsp;Rioja, San Juan und Mendoza. Palaeontographica, Supplem. Ill, Liefg. 2.nbsp;Cassel 1876.

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6) nbsp;nbsp;nbsp;Revision meiner Arbeiten über die Stamme der fossilen Coniferen, insbeson-dere der Araucariten und über die Descendenzlehre. Botanisches Centralblatt.nbsp;vol. 5 (1881) p. 378 seq. vol. 6 (1881) p. 27 seq.

7) nbsp;nbsp;nbsp;Beitrage zur Kenntniss fossiler Cycadeen. N. Jahrb. f. Mineralogie, Geol. u.nbsp;Pal. 1866.

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17) nbsp;nbsp;nbsp;Ueber den versteinten Wald von Radowenz bei Adersbach in Böhmen undnbsp;über den Versteinerungsprozess überhaupt. Jahrb. d. k. k. geol. Reichsanstaltnbsp;zu Wien. vol. 8 (1857) p. 725 seq.

18) nbsp;nbsp;nbsp;Die tertiare Flora von Schossnitz in Schlesien. (Görlitz 1855).

19) nbsp;nbsp;nbsp;Ueber die fossile Flora der silurischen, der devonischen und unteren Kohlen-formation oder des sog. Uebergangsgebirges. Nova Acta Leopoldino-Carolina.nbsp;Bd. 27 (Jena 1860) p. 425 seq.

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14) nbsp;nbsp;nbsp;Contributions h la flore fossile du Portugal. Zurich 1881.

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Metteuius, G. l) Pilices horti Lipsiensis 1856.

Micheliu. 1) Iconographie zoophytologique 1840—1847.

Mietzsch. 1) Geologie der Kohlenlager 1875.

Muck, F. 1) Grundztige und Ziele der Steinkohlenchemie 1881.

Munier-Chalmas. 1) Observations sur les Algues calcaires appartenant au groupe des Siphonees verticillees (Dasycladees Harv.) et con fondues avec les Fora-miniferes. Comptes rendus hebd. des seances de I’Acad, des sc. vol. 83 (4877)nbsp;p. 844847. Uehersetzung in bot. Ztg. 4879 p. 463.

2) Observations sur les Algues calcaires confoudues avec les Foramintfères et appartenant au groupe des Siphonées dichotomes. Bull, de la soc. géol. denbsp;France 3. sér. vol. 7 p. 661.

Nathorst, A. G. 1) Om spar af nagra evertebrerade djur m. m. och deras palae-onlologiska hetydelse. Kongl. SvensJca Akademiens Handlingar vol. 48 n. 7 (4884).

2) nbsp;nbsp;nbsp;Bidrag til Sveriges fossil Flora. Kongl. Svenska Vetenskaps-Akad. Handlingar vol. 14 n. 3 (1876).

3) nbsp;nbsp;nbsp;Bidrag til Sveriges fossil Flora. II. Floran vid Höganas och Helsingborg.nbsp;Kongl. Svenska Akademiens Handlingar vol. 16 n. 7 (1878).

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393

Literaturverzeichniss.

4) nbsp;nbsp;nbsp;Om Floran i Skanes kolförande Bildningar. 1) Floran vid Bjuf. Sverigesnbsp;Geologlska Undersökning Stockholm 1878 und 1879.

5) nbsp;nbsp;nbsp;Nagra anmarkningar om Williamsonia Carr. Öfversigt af Eongl. Vetenskaps-Akad. Förhandlingar 1880 n. 9 p. 33 seq.

6) nbsp;nbsp;nbsp;Beitrage zur fossilen Flora Schwedens. Stuttgart 18,78. Deutsche Ausgabenbsp;von n. 2 mit mehrfachen Veranderungen. Auf t. IV sind die im schwedischennbsp;Original fehienden, angeblichen Früchte von Sagenopteris hinzugefügt.

7) nbsp;nbsp;nbsp;Om Spirangium och dess Förekomst 1 Skanes kolförande Bildningar. Öfvers.nbsp;af Kongl. Vet.-Akademiens Förhandlingar 1879. — Sveriges Geologiska Undersökning Afhandlingar ser. C. n. 36 1879. Keferat in Botanisches Centralblattnbsp;vol. 1 (1880) p. 293.

8) nbsp;nbsp;nbsp;Nagra anmarkningar om Williamsonia Carr. üfversicht af Kongl. Vetenskaps-Akademiens Förhandlingar 1880 n. 9.

Kaumann, C. F. 1) Ueber den Quincunx als Gesetz der Blattstellung bei Sigillaria und Lepidodendron. Neues Jahrbuch f. Min. Geogn. Geol. u. Petrefacten-kunde von Leonhard und Bronn. Jahrgang 1842 p. 410 seq.

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Falaeoutologria indica.

series II. Fossil Flora of the Gondwanasystem.

vol. 1. pt. I. Eajmahal series in the Rajmahal hills by T. Oldham Calc. 1880 and Morris (1863).

pt. 11. Jurassic Eajmahal FI. in the Eajmahal hills by Ottok. Feistmantel (1877).

pt. III. Liasslc FI. of the Rajmahal group from Golapilli near Ellore, South Godavary by 0. Feistmantel (1877).nbsp;pt. IV. Upper Gondwanaflora of the outliers of the Madrasnbsp;coast by 0. Feistmantel (1879).nbsp;vol. 2. pt.I. Jurassic flora af Kach by 0, Feis tmante 1 (1876).

pt. II. Flora of the Jabalpur Group in the Son. Narbada region by 0. Feistmantel (1877).

series XII. Fossil Flora of the Lower Gondwanas.

I. nbsp;nbsp;nbsp;Flora of the TalchirKaharbari beds by 0. Feistmantel. Cal

cutta 1879.

II. nbsp;nbsp;nbsp;Flora of the Damuda and Panchet Divisions by 0. Feistmantel.

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Quenstedt. 1) Handbuch der Petrefactenkunde 2. Auflage (1867).

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2) nbsp;nbsp;nbsp;Cours de Botanique fossile Année I (1881), II (1882), III (1883), IV (1883).

3) nbsp;nbsp;nbsp;Renault et C, Eg. Bertrand. Grilletia Sphaerospermii, Chytridiacee fossilenbsp;du terrain houiller supérieur. Comptes rendus de I’Ac. de Paris 1885 (18. Mai).

4) nbsp;nbsp;nbsp;Recherches sur les végétaux silicifiés d’Autun et de St. Etienne; Étude dunbsp;genreBotryopteris. Ann. des sc.nat.,Bot. sér.VI,vol.l (1875) p. 220seq., 1.10,11.

5) nbsp;nbsp;nbsp;Recherches sur la fructification de quelques végétaux provenant des gisementsnbsp;silicifiés d’Autun et de St. Etienne. Ann. des sc. nat.. Bot. sér. VI. v. 3 (1876)nbsp;p. 5 seq. 1.1—4.

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Literaturverzeichniss.

6) nbsp;nbsp;nbsp;Recherches sur les végétaux silicifiés d' Autun. II Etude du genre Myelopteris.nbsp;Mém. présentés par div. savants a f Académie de Paris vol. 22 n. 40 {1873).

7) nbsp;nbsp;nbsp;Etude de quelt^ues végétaux silicifiés des euvirons d’Autun. Ann. des sc.nbsp;natur. sér. V vol. 12 (1869) p. 161 seq. t. 3—14.

8) nbsp;nbsp;nbsp;Renault et Grand’ Eury. Recherches sur les végétaux silicifiés d’Autun.nbsp;I Etude du Sigillaria spinulosa. Mém. prés. par div. savants a l’Académienbsp;de Paris vol. 22 {i873) n. 9.

9) nbsp;nbsp;nbsp;Sur les fructifications des Sigillaires. Comptes rendus des séances de I’Ac.nbsp;d. SC. T.déc. 1885.

10) nbsp;nbsp;nbsp;Étude sur les Stigmaria, rhizomes et racines de Sigillaires. Annales des sciencesnbsp;géologiques vol. 12 (1881) p. 1 seq.

11) nbsp;nbsp;nbsp;Renault et Zeiller. Sur quelques Cycadées houillères. Comptes rendus denbsp;l’Acad. de Paris. 8. Febr. 1886.

12) nbsp;nbsp;nbsp;Renault et Zeiller. Sur un nouveau genre de fossiles végétaux. Comptesnbsp;rendus de l’Acad. des sciences. 2. Juni 1884.

13) nbsp;nbsp;nbsp;Eecherches sur les végétaux fossiles du genre Astromyelon. Annales desnbsp;sciences géologiques. vol. 17 (1885).

14) nbsp;nbsp;nbsp;Nouvelles recherches sur Ie genre Astromyelon. Mémoires de la soc. desnbsp;sciences natur. de Sdone et Loire 1885.

15) nbsp;nbsp;nbsp;Eecherches sur quelques Calamodendrées et sur leurs affinités probables.nbsp;Comptes rendus de l’Acad. des sc. de Paris. vol. 83 (1876) p. 574.

16) nbsp;nbsp;nbsp;Recherches sur {’organisation des Sphenophyllum et des Annularia. Ann. desnbsp;sciences nat. sér. 3, vol. 48 {4875) p. 3 seq.

17) nbsp;nbsp;nbsp;Sur les fructifications des Calamodendrons. Comptes rendus de PAcad. denbsp;Paris. vol. 102. 15. Mars 1886.

18) nbsp;nbsp;nbsp;Sur les fructifications males des Arthropitus et des Bornia. Comptes rendusnbsp;de PAcad. des sc. vol. 102. 15. juin 1886.

19) nbsp;nbsp;nbsp;Sur Ie genre Bornia F. Eöm. Comptes rendus de l’Acad. des sc. vol. 102.nbsp;7. Juin 1886.

20) nbsp;nbsp;nbsp;Nouvelles recherches sur la structure des Sphenophyllum et sur leurs affinitésnbsp;botaniques. Annales des sciences naturelles, sér. 6, vol. 4 (1877) p. 277 seq.

21) nbsp;nbsp;nbsp;Renault et Zeiller. Sur des Mousses de Pépoque houillère. Comptes rendusnbsp;de PAcad. des sc. de Paris. vol. 100 (2. Mars 1885) p. 660.

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B8mer, A. 1) Beitrkge zur geologischen Kenntniss des nordwestlichen Harzgebirges.

1. Abth. Palaeontographica, III (1854) p. i seq.

2. nbsp;nbsp;nbsp;Abth.

3. nbsp;nbsp;nbsp;Abth.

4. nbsp;nbsp;nbsp;Abth.

5. nbsp;nbsp;nbsp;Abth.

1) Lethaea geognostica.

Ill (1854) p. 69 seq.

V (1855—1858) p. 1 seq.

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Bothpletz, A. Die Flora und Fauna der Kulmformation bei Hainichen in Sachsen.

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2) nbsp;nbsp;nbsp;Sap. et Marion. Evolution du r 'egne végétal; Phanérogames, v. 4. Bihlio-th 'eque scientifique internationale puM. s. l. dir. de M. Em. Alglave. v. (4883).

3) nbsp;nbsp;nbsp;Sap. et Marion. Evolution du r'egne végétal; Cryptogames. BibUoth'equenbsp;scientifique internationale publ. s. l. dir. de M. Em. Alglave. vol. 39 (4884).

4) nbsp;nbsp;nbsp;de Saporta. Paléontologie frauqaise. sér. II. végétaux. Plantes jurassiques.

vol. 4. Algues Equisetacées, Characées, Foug'eres. 48113.

vol. 2. Cycadées. 4S7S.

vol. 5. Coniferes ou Aciculariées. 4884.

5) nbsp;nbsp;nbsp;Études sur la végétation du sud-est de la France. Part. I, n. 3 u. 4. Ann.nbsp;des SC. nat. 4 sér., vol. 17 (1862) p. 191 seq.

6) nbsp;nbsp;nbsp;Études sur la vég. du sud-est de la France. Part. I, n. 5 u. 6. Annales desnbsp;SC. nat. sér. 4, vol. 19 (1863).

7) nbsp;nbsp;nbsp;Études sur la vég. du sud-est de la France. Part. II, n. 1. Ann. des sc. nat.nbsp;sér. 5, vol. 3 (1865).

8) nbsp;nbsp;nbsp;Études sur la vég. du sud-est de la France. Part. II, n. 2. Ann. d. sc. nat.nbsp;sér. 5, vol. 4 (1865).

9) nbsp;nbsp;nbsp;Prodrome d’une flore fossile des travertins anciens de Sézanne. Mémoires denbsp;la société géol. de France, sér. II, vol. 8 (1865 —1868).

10) nbsp;nbsp;nbsp;Le monde des plantes avant l’apparition de Phomme. 1879.

11) nbsp;nbsp;nbsp;Observations sur la nature des végétaux réunis dans le groupe des Nögge-rathia. Comptes rendus de l’Acad. d. sc. vol. 86 (1878), 25. mars, 1. u. 8. avril.

12) nbsp;nbsp;nbsp;Les Organismes problématiques des anciennes mers. Paris 4884.

13) nbsp;nbsp;nbsp;Nouveaux documents relatifs a des fossiles végétaux et a des traces d’inver-tébrés associés dans les anciens terrains. Bull, de la soc. bot. de France, sér. III,nbsp;vol. 14 (1886) p. 407 seq.

Schenk, A. l) Beilrage zur Flora der Vorwelt, IV. Die Flora der nordmest-deutschen Wealdenformation. Palaeontographica, vol. 49 (4874) p. 203 seq.

2) nbsp;nbsp;nbsp;Richthofen, China. Bd.IV. Pflanzl.Versteinerungenv.A. Schenk. Berl.1883.

3) nbsp;nbsp;nbsp;Die fossile Flora der Grenzschichten des Keupers und Lias Frankens (4868).

4) nbsp;nbsp;nbsp;Beitrage zur Flora der Vorwelt, III. Die fossilen Pflanzen der Wernsdorfernbsp;Schichten in den Nordkarpathen. Palaeontographica, vol. 19 (1871) p. 1 seq.

5) nbsp;nbsp;nbsp;Ueber die Pflanzenreste des Muschelkalkes von Recoaro, in E. W. Benecke,nbsp;Geognostisch-palaontologisohe Beitrage. Bd. II, Heft 1 (1868) p. 71 seq.

6) nbsp;nbsp;nbsp;Ueber einige in der Braunkohle Sachsens vorkommende Pflanzenreste. Botan.nbsp;Zeitung. 1869, p. 375.

7) nbsp;nbsp;nbsp;Ueber die Flora der sehwarzen Schiefer von Raibl. Würzburger naturwiss.nbsp;Zeitschrift. vol. 6 (1866—1867) p. 10 seq.

8) nbsp;nbsp;nbsp;Ueber die Gattungen Elatides Heer, Palissya Endl., Strobilites Schpr. Eng-lers bot. Jahrbücher f. Systematik, Pflanzengeschichte und Pflanzengeographie.nbsp;vol. 5 (1884) p. 341.

9) nbsp;nbsp;nbsp;Ueber Medullosa elegans. Englers bot. Jahrbücher f. Systematik, Pflanzengeschichte und Pflanzengeographie. vol. 3 (1882) p. 156 seq.

10) nbsp;nbsp;nbsp;Ueber die Fruchtstande fossiler Equisetineen. Botan. Zeitung. Bd. 34(1876),nbsp;I. Annularia p. 529 seq., II. Sphenophyllum p. 625 seq.

11) nbsp;nbsp;nbsp;Die wahrend der Reise des Grafen Bela Széchenyi in China gesammelten fossilen Pflanzen. Palaeontographica, vol. 31 (1884).

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Literaturverzeichniss.

2) nbsp;nbsp;nbsp;Hanclbucli der Palaontologie, vgl. Zittel.

3) nbsp;nbsp;nbsp;Schimper et Mougeot. 1) Monographie des plantes fossiles du gres Mgarrénbsp;de la chaïne des Vosges, Leipzig ISii.

4) nbsp;nbsp;nbsp;Les végétaux fossiles du terrain de transition des Vosges. (Terrain de Transition des Vosges par J. Köchlin-Schlumberger et \V. Ph. Schimper).nbsp;Strassburg 1862.

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2) nbsp;nbsp;nbsp;Die Pfianzenreste der Steinkohlenformation am östlichen Abhange des Ural-gebirges. Mém. de 1’Acad. imp. des sciences de St. Pétersbourg. ser. VII, vol. 31,nbsp;n. 13 (1883).

3) nbsp;nbsp;nbsp;Die Pfianzenreste aus der ürsastufe im Flussgeschiebe des Ogur in Ostsibi-rien. Mélanges physiques et chimiques tirées du Buil. de 1’Acad. imp. desnbsp;sciences de St. Pétersbourg. vol.'9 (1876) p. 623 seq.

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2) Referat über Munier Chalmas 2. Neues Jahrb. f. Mineralogie, Geognosie und Palaontologie. 1882, p. 321.

Stenzel, C. G. 1) Ueber die Staarsteine. Nova Acta Leop. Carol, vol. 24(1854)p,823seq.

2) nbsp;nbsp;nbsp;Ueber Farnwurzeln aus dem Rothliegenden. N. Acta Leopold. Carol, vol. 26,nbsp;P. I (1857) p. 221 seq.

3) nbsp;nbsp;nbsp;Rhizodendron Oppoliense Gopp. Erganzungsheft zum 63. Jahresbericht dernbsp;schlesischen Gesellschaft für vaterlandische Kultur. Breslau 1886.

Graf von Sternhergr, Caspar. 1) Versuch einer geognostisch holanisclien Darstel-Inng der Flora der Vortvell. Leipzig ^82,1—'1838.

2) Beschreibung der Huttonia spicata, einer neuen fossilen Pflanze. Verhand-lungen der Gesellschaft des vaterlandiscben Museums in Böhmen. Jahr-gang 1837, Beilage C zur Rede des Prasidenten in der Versammlung vom 5. April 1837, t. I.

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2) nbsp;nbsp;nbsp;Die fossilen Pflanzen des Rotbliegenden von Chemnitz. 5. Dericbt d. Naturf.nbsp;Gesellschaft zu Chemnitz (1875) p. 151.

3) nbsp;nbsp;nbsp;Ueber die Frucbtahren von Annularia spbenophylloides Zenker etc. Zeitschr.nbsp;der deutschen geologischen Gesellschaft. v. 34 (1882) p. 685.

4) nbsp;nbsp;nbsp;Palaontologischer Charakter der oberen Steinkohlenformation und des Roth-liegenden im erzgebirgischen Becken. 7. Bericht der Naturwissenschaftlichennbsp;Gesellschaft zu Chemnitz (1881).

Stieliler, 1) Brief an Herrn von Carnall. Zeitschr. der deutschen geologischen Gesellschaft. vol. 2 (1850) p. 181.

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2) nbsp;nbsp;nbsp;Ueber die in Flötzen reiner Steinkohle enthaltenen Steinrundmassen undnbsp;Torfspbarosiderite. Jahrb. der k. k. geol. Reichsanstalt zu Wien. vol. 35nbsp;(1885) p. 613 seq.

3) nbsp;nbsp;nbsp;Die Carbonflora der Schatzlare'r Schichten. I. Fame. Abh. d. k. k. geol.nbsp;Reichsanstalt zu Wien. Bd. 41, Abth. I {188S).

4) nbsp;nbsp;nbsp;Zur Morphologic und Systematik der Culm- und Carbonfarne. Sitzber. d.nbsp;k. k. Akad. d. Wissensch. zu Wien. Bd. 88 {1883), 12. Juli.

5) nbsp;nbsp;nbsp;Bie Culniflora der Ostrauer und Waldenburger Schichten. Abh. d. k. k.nbsp;geol. Reichsanstalt zu Wien. vol. 8, Heft II (1877).

6) nbsp;nbsp;nbsp;Bie Culmflora des mamp;hrisch-schlesischen Bachschiefers. Abh. d. k. k. geol.nbsp;Reichsanstalt zu Wien. vol. 8, Heft I (1877).

7) nbsp;nbsp;nbsp;Die obertriadische Flora der Lunzer Schichten und des bituminösen Schietersnbsp;von Raibl. Sitzber. d. k. Akad. d. Wissensch. zu Wien. 1885. I, Marzheft.

8) nbsp;nbsp;nbsp;Zur Morphologie der Calamarien. Sitzber. d. k. Akad. d. Wissensch. zu Wien.nbsp;Math.-naturw. Classe. Bd. 83, Abth. I (1881), Heft V p. 409 seq.

9) nbsp;nbsp;nbsp;1st das Sphenophyllum in der That eine Lycopodiacee? Jahrb. d. k. k.nbsp;geol. Reichsanstalt zu Wien. Bd. 27 (1877) p. 7 seq.

10) Sphenophyllum als Ast auf einem Asterophylliten. Verhandl. d. k. k. geol.nbsp;Reichsanstalt zu Wien. Jahrgang 1878 p. 327 seq.

Temme. 1) Der am Piesberg gefundene und aufgestellte Wurzelstock einer Sigil-laria. Sechster Jahresbericht des naturwissenschaftl. Vereins zu Osnabriick (1885) p. 266, c. tab.

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2) nbsp;nbsp;nbsp;Traité de Botanique 1884.

3) nbsp;nbsp;nbsp;Sur quelques points de Vanatomie des Cryptogan\es vasculaires. Bull, de lanbsp;soc. bot. de France, vol. 30 (1883) p. 169 seq.

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2) Beitrag zur naheren Kenntniss des Leithakalkes. Denkschriften der k. k. Akad. d. Wissensch. zu Wien Bd. 14 (1858).

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3) nbsp;nbsp;nbsp;Die fossile Flora von Kumi auf der Insel Euboea. Denkschriften der k. k.nbsp;Akad. d. Wissensch. zu Wien. Math.-natw. Cl. Bd. 27 (1867) p. 27 seq.

4) nbsp;nbsp;nbsp;Iconographia plantarum fossilium. Denkschriften d. k. k. Akad. d. Wissensch.nbsp;zu Wien. vol. 4 (1852) p. 73 seq.

5) nbsp;nbsp;nbsp;F. Unger und E. Eichter. Beitrag zur Palaontologie des ïhüringer Waldes,nbsp;Denkschriften der Wiener Akademie. Mathem.-natnrw. Classe. vol. 11 (1856).

6) nbsp;nbsp;nbsp;Versuch einer GescMchte der Pflanzenwelt {48S2).

7) nbsp;nbsp;nbsp;Der versteinerte Wald bei Cairo. Sitzber. der mathem.-naturw. Classe dernbsp;Wiener Akad. vol. 35 (1858) p. 209 seq.

8) nbsp;nbsp;nbsp;Ein fossiles Famkraut aus der Ordnung der Osmundaceen nebst vergleichen-den Skizzen ilber den Bau des Farnstanjmes. Denkschriften der k. k. Akad.nbsp;der Wissensch. zu Wien. Mathem.-naturw. Classe. vol. 6 (1854) p. 137 seq.

9) nbsp;nbsp;nbsp;TJeber die Struktur der Calamiten und ihre Kangordnung im Gewachsreich.nbsp;Flora, Jahrgang 23, Bd. II (1840) p. 654 seq. (Die zugehörigen Zeichnungennbsp;Ungers sind als t. 7 u. 8 zuerst bei Petzholdt, Calamiten und Steinkohlen-bildung, publicirt worden; einzelne der Figuren hat spater Göppert in dernbsp;Permischen Flora reproducirt.)

10) Anthracitlager in Karnthen. Sitzber. der k. k. Akad. d. Wissensch. zu Wien.nbsp;Mathem.-naturw. Classe. vol. 60. Abth. I (1870) p. 777 seq.

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2) nbsp;nbsp;nbsp;Einige Carbonate aus der Steinkohlenformation. Jahrb. d. k. preuss. geol.nbsp;Landesanstalt 1884, p. 113 seq.

3) nbsp;nbsp;nbsp;Zur Flora der attesten Schichten des Harzes. Jahrb. d. k. preuss. geol.nbsp;Landesanstalt 1884. Berlin 1885.

4) nbsp;nbsp;nbsp;Ueber Lomatophloios macrolepidotus Goldènb., Zeitschrift der deutschen geol.nbsp;Gesellsch. Bd. 33 (1881) p. 354. vgl. Botan. Centralblatt. vol. 8 (1881) p. 157.

5) nbsp;nbsp;nbsp;Beitramp;ge zur fossilen Flora III. Steinkohlen-Calamarien II. Abhandl. zurnbsp;geologischen Specialkarte von Preussen und den Thiiringischen Staaien. vol. V,nbsp;Heft II, p. 87 seq. Berlin 1884.

6) nbsp;nbsp;nbsp;Beitrcige zur fossilen Flora I. Steinkohlen-Calamarien mit besonderer Be-rilcksichtigung ihrer Fructificationen. Abhandl. zur geol. Specialkarte vonnbsp;Preussen. Bd. II, Heft 4 { 4876).

7) nbsp;nbsp;nbsp;Yorlaufige Mittheilungen über Fructificationen der fossilen Calamarien. Zeitschrift der deutschen geol. Gesellsch. zu Berlin, vol. 25 (1873) p. 256 seq.

8) nbsp;nbsp;nbsp;Sphenophyllum, Asterophyllites, Calamites. Neues Jahrbuch fur Min., Geol.nbsp;u. Palaont., Jahrgang 1879, p. 260 seq.

9) nbsp;nbsp;nbsp;Ueber eine Buntsandsteinsigillaria und deren nüchste Verwandte. Jahrbuchnbsp;der kgl. preuss. geolog. Landesanstalt fur 1885 (1886) p. 356.

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399

Literaturverzeichniss.

p. nbsp;nbsp;nbsp;V.nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;Asterophyllites. Philos. Transact. p.nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;i4 seq.

p. nbsp;nbsp;nbsp;VI.nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;Ferns. Philos. Transact. 487i, p. 673 seq.

p. nbsp;nbsp;nbsp;VILnbsp;nbsp;nbsp;nbsp;Myelopteris, Psaronius, Kaloxylon. Phil.nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;Transact. 4876, p.nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;4nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;seq.

p. nbsp;nbsp;nbsp;VIII.nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;Ferns, Gymnospermous Sterns and Seeds.nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;Philos.nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;Transact.nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;4877

p. 243 seq.

p. IX. nbsp;nbsp;nbsp;Philos.nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;Transact.nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;4878, p.nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;549 seq.

p. X. nbsp;nbsp;nbsp;Philos.nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;Transact.nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;4880, p.nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;493 seq.

p. XI. nbsp;nbsp;nbsp;Philos.nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;Transact.nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;4884, p.nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;285 seq.

p. XII. nbsp;nbsp;nbsp;Philos.nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;Transact.nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;4883, p.nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;459 seq.

2) nbsp;nbsp;nbsp;On some undescribed tracks of invertebrate animals from the Yoredale rocksnbsp;and on some inorganic phenomena produced on tidal shores simulating plantnbsp;remains. Memoirs of the Manchester literary and philosophical society, ser. 3,nbsp;vol. 10 (1885) p. 19 seq.

3) nbsp;nbsp;nbsp;Contributions towards the history of Zamia gigas Lind.1. et Hutt. Transact,nbsp;of the Linnean Society, vol. 26 (4868) p. 665 seq.

4) nbsp;nbsp;nbsp;On the structure and affinities of the plants hitherto known as Sternbergiae.nbsp;Memoirs of the literary and philos. soc. of Manchester, ser. II, vol. 9 (1851)

' p. 340.

5) nbsp;nbsp;nbsp;Williamson, W. C. et M. Hartog. Les Sigillaires et les Lépidodendrées.nbsp;Annales des sciences natur. sér. 6, vol. 13 (1882) p. 339 seq.

6) nbsp;nbsp;nbsp;A monograph on the morphology and histology of Stigmaria fieoides. Pa-laeontographical Society 4887.

7) nbsp;nbsp;nbsp;On the structure of the woody zone of an undescribed form of Catamite.nbsp;Memoirs of the literary and philosophical society of Manchester, ser. Ill,nbsp;vol. 4 (1869) p. 155 seq.

8) nbsp;nbsp;nbsp;On a new form of Calamitean strobilus from the Lancashire coal measures.nbsp;Memoirs of the literary and philosophical society of Manchester, ser. 3, vol. 4nbsp;(1870) p. 248 seq.

9) nbsp;nbsp;nbsp;On the organisation of Volkmannia Dawsoni. Memoirs of the literary andnbsp;philosophical society of Manchester, ser. 3, vol. 5 (1871) p. 27 seq.

10) Contributions towards the history of Zamia gigas Ldl. et Hutt. Transactionsnbsp;Linnean Society, vol. 26 (4868) p. 665 seq.

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2) nbsp;nbsp;nbsp;Observations sur quelques cuticules fossiles. Annales des sciences naturellesnbsp;(Bot.), sér. 6, vol. 13 (1882) p. 213 seq.

3) nbsp;nbsp;nbsp;Végétaux fossiles du terrain houiller de Ia France. Extrait du tome IV denbsp;l’explication de la carte géologique de Ia France. 1880.

4) nbsp;nbsp;nbsp;Note sur quelques plantes fossiles du terrain permien de la Corrèze. BuUetinnbsp;de la soc. géol. de France, sér. 3, vol. 8 (1879/80) p. 196 seq.

5) nbsp;nbsp;nbsp;Note sur Ie genre Mariopteris. Buil. de la soc. géol. de France, sér. 7, vol. 3nbsp;(1879) p. 92.

6) nbsp;nbsp;nbsp;Sur quelques genres de Foug'eres fossiles nouvellement créés. Ann. des sc.nbsp;9iat. ser. 6, vol. 47 (4884).

7) nbsp;nbsp;nbsp;Fructifications de Fougères houillères. Ann. sc. nat. sér. 6, vol, 16 (1883).

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400

Literaturverzeichniss.

8) nbsp;nbsp;nbsp;Sur les affinités du genre Laccopteris. Buil. de la soc. bot. de France, vol. 32nbsp;(1885) p. 22 seq.

9) nbsp;nbsp;nbsp;Note sur quelques troncs de Fougères fossiles. Buil. de la soc. géol. de France,nbsp;sér. III, vol. 3 (1874—1875) 1875.

10) nbsp;nbsp;nbsp;Note sur quelques troncs de Fougères fossiles. Bulletin de la soc. géol. denbsp;France, sér. III, vol. 3 (1875) p. 574 seq.

11) nbsp;nbsp;nbsp;Observations sur les genres Ulodendron et Bothrodendron. Bulletin de lanbsp;société géologique de France, sér. Ill, vol. 14 (1885) p. 168 seq.

12) nbsp;nbsp;nbsp;Cönes de fructification des Sigillaires. Annales des sciences naturelles, sér. 6,nbsp;vol. (i88i) p. 2S6 seq.

13) nbsp;nbsp;nbsp;Note sur la Flore du Bassin bouiller de Tete (Region du Zambèse). Annalesnbsp;des Mines. sér. 8, vol. 4 (1883) p. 594.

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-^1

REGISTEE.

Abietineen 55. 68. 69. 71. 82. 93. Abies Pindrow 85.

— nbsp;nbsp;nbsp;Webbiana 85.

Abietites Crameri Heer, Nadeln 57. 58.

— nbsp;nbsp;nbsp;Linkii Dk., Nadeln 12. 57.nbsp;Acetabularia 44.

Acetabularieae 43.

Acicularia d’Archiac 43.

Acrostichum 150.

Aechmea 378.

Aetbeotesta Brongn. 122. 123. 124. Aetbopbyllum Brongn. 376.

— nbsp;nbsp;nbsp;speciosum Scbpr. 376.

— nbsp;nbsp;nbsp;stipulate Brongn. 376. 377.

Albertia Scbpr. 55. 76. 77. Alectoruriden 52.

Alectorurus 52.

Alethopteris 138. 150. 161. 166. 167.

— nbsp;nbsp;nbsp;aquilina 164.

— nbsp;nbsp;nbsp;australis Morris 158.

Algen 86.

Alsophilina Kaunitziana Dorm. 170. Amorphopbalius 381.

Ampbitetras 36.

Amyelon radicans Will. 374. Amygdaleenbolz 26.

Anabatbra pulcberrima With. 228. 230. Anacboropteris Cda. 163.

Ananas 381.

Anaxetum 141.

Aücistropbyllum 292.

— nbsp;nbsp;nbsp;stigmariaeforme Göpp. 208.nbsp;Andriania F. Braun 157.

Androstacbys Grand’ Eury 154. Androstrobus Balduin! Sap. 92.

— nbsp;nbsp;nbsp;borealis Nath. 93.

Solms-Lanbaoh, Palaoptytologie.

Androstrobus Guérangeri Brongn. 92.

— nbsp;nbsp;nbsp;sibiricus Heer 92.

Angiopterideae Stur 146. 152. Angiopteridium Scbpr. 152.

Angiopteris 148. 152. 167.

Angiospermen 1. 15. 44. 100. 312. 377. Annularia 323. 331. 332. 333. 339. 350. 353.

— nbsp;nbsp;nbsp;brevifolia Schenk 343.

— nbsp;nbsp;nbsp;longifolia 331. 333. 338. 348.

— nbsp;nbsp;nbsp;radiata Brongn. 333.

— nbsp;nbsp;nbsp;ramosa 345.

— nbsp;nbsp;nbsp;sphenophylloides üng. 331. 348.nbsp;Annularieae 333. 339.

Anomorhoea Eicbw. 169.

Antholitbus anomalus Carr. 125.

— nbsp;nbsp;nbsp;Lindleyi Carr. 125.

Apblebia 127. 136 ff. 156.

— nbsp;nbsp;nbsp;tenuiloba Sternbg. 137.nbsp;Apblebiocarpeae Stur 146. 156.nbsp;Aphlebiocarpus Scbützei Stur 155.nbsp;Aphyllostacbys lugleriana Göpp. 344.nbsp;Aporoxylon primigenium üng. 85.nbsp;Araucareen 68.

Araucaria 58. 69. 72. 82. 94. 209.

— nbsp;nbsp;nbsp;Bidwilli 58.

— nbsp;nbsp;nbsp;Brodiaei Carr., Zapten 58.

— nbsp;nbsp;nbsp;excelsa 69. 77.

— nbsp;nbsp;nbsp;microphyllaSap., Zweige mit Zapten 58.

— nbsp;nbsp;nbsp;Moreauana, Zapfenscb. 58.

— nbsp;nbsp;nbsp;Philippsi Carr., Zapfenscbuppe 58.

— nbsp;nbsp;nbsp;spbaerocarpa Carr., Zapten 58.nbsp;Araucarieen 57 ff'.

Araucarites 12. 79. 82.

— nbsp;nbsp;nbsp;Cutchensis O. Feistm., Zapfenscb. 58.

— nbsp;nbsp;nbsp;macropterus O. ï’eistm., Zapfenscb. 58.

— nbsp;nbsp;nbsp;spiciformis Germar 154.



26

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402

Kegister.

Araucaroxylon 82—85. 102. 107. 112. 113. 175. 367.

— nbsp;nbsp;nbsp;medulloBum Kr. 112.

Archaeocalamites Stur 329. 330. 331. 354.

— nbsp;nbsp;nbsp;radiatus 309. 318. 322. 324. 329. 330.

347. nbsp;nbsp;nbsp;352.

Archegoniaten 119. 228. 229. 237. 265. 266. 269. 351.

Arctopodium üng. 193.

— nbsp;nbsp;nbsp;insigne üng. 193.

— nbsp;nbsp;nbsp;radiatum üng. 193.

Aroideen 288.

Arthrophyceae 51.

Arthrophycus HarlanL Hall 50. Arthropitys 82. 305. 307. 308. 310. 312—

315. 332. 339.

— nbsp;nbsp;nbsp;bistriata Göpp. 306. 309. 310.

— nbsp;nbsp;nbsp;lineata Ken. 309.

— nbsp;nbsp;nbsp;medullata Ren. 309.

Arthrostigma Daws. 301.

Arthrotaxis 59. 74. 80.

Artbrotaxites 61. 76.

— nbsp;nbsp;nbsp;lycopodioides üng. 74.

Artisia 6. 112. 113. 205. 217. 261. Asplenium 160.

— nbsp;nbsp;nbsp;spectabile Heer 160.

— nbsp;nbsp;nbsp;Whitbyense Heer 160.

Aspidiaria Presl 203. 204. 206. Asterocarpus Meriani Heer 148.

— nbsp;nbsp;nbsp;Sternbergii Göpp. 148.

Asterochlaena Corda 193.

— nbsp;nbsp;nbsp;Cottai Corda 177.

Asterophylliteae 333. 339.

Asteropbyllites 323. 331. 332. 333. 339.

348. nbsp;nbsp;nbsp;353. 360.

Asteropbyllites Ren. non Aut. 325.

— nbsp;nbsp;nbsp;capillaceus Weiss 332.

— nbsp;nbsp;nbsp;spaniophyllus O. Feistm. 347.nbsp;Asteropteris Daws. 193.

— nbsp;nbsp;nbsp;Noveboracensis Daws. 177.nbsp;Asterotbeca Presl 148.

Asterotbeceae Stur 146.

Astromyelon Will. 305. 309. 313. 314. 315.

— nbsp;nbsp;nbsp;Augustodunense Ren. 314. 315.

— nbsp;nbsp;nbsp;Dadoxylinnm Ren. 314. 315.

— nbsp;nbsp;nbsp;nodosum Ren. 314.

Aulacomnion 15.

Aviculopecten 32.

Azolla 186. 187. 189.

Bacillarien 36.

Bacillus Amylobacter van Tiegh. 36.

Bacteriën 35.

Bactryllium 37.

— nbsp;nbsp;nbsp;Schmidii Heer 37.

Baiera 63 ff. 90.

— nbsp;nbsp;nbsp;Czekanowskiana Heer 66.

— nbsp;nbsp;nbsp;digitata Heer 65.

— nbsp;nbsp;nbsp;longifolia Heer 65. 66.

— nbsp;nbsp;nbsp;Münsteriana Heer 65.

— nbsp;nbsp;nbsp;paucipartita Natb. 65.

— nbsp;nbsp;nbsp;pluripartita Schpr. 64.

— nbsp;nbsp;nbsp;virginica Font. et Wbite 65.nbsp;Balanophoreen 100. 133. 382.nbsp;Basidiomycetes 35.

Batbypteris Eichw. 169.

Batracbium 353.

Beania Carr. 92.

— nbsp;nbsp;nbsp;gracilis Carr. 92.

Belemnopteris O. Feistm. 141. Bennettiteae 100.

Bennettites Carr. 93. 96 ff. 122. 382.

— nbsp;nbsp;nbsp;Gibsonianus Carr. 96. 98.

— nbsp;nbsp;nbsp;maximus Carr. 100.

— nbsp;nbsp;nbsp;Peacbianus Carr. 100.

— nbsp;nbsp;nbsp;Portlandicus Carr. 101.

— nbsp;nbsp;nbsp;Saxbyanus 94. 100.

Bergeria 204—207. 210. 214. 219. 227. 253.

— nbsp;nbsp;nbsp;angulata Stbg. 201.

Berwynia Carrutbersii Hicks 197.

Betula nana 16.

Bilobites Dekay 51.

Biota borealis Heer 61.

Bolbopodium Sap. 94.

Bornetella Mun. Chalm. 42.

Bornia 347.

— nbsp;nbsp;nbsp;Enosti Ren. 309.

— nbsp;nbsp;nbsp;radiata Brongn. 329.

— nbsp;nbsp;nbsp;radiata 309.

Bothrodendron Ldl. Hutt. 208. 215. 216. 252.

— nbsp;nbsp;nbsp;punctatum Ldl. Hutt. 9. 215.nbsp;Botrycbium 154. 155. 229.nbsp;Botryopterideae 150. 153 if.

Botryopteris Ren. 153. 178.

Bowenia 166.

Bowmanites Binney 346.

— nbsp;nbsp;nbsp;Cambrensis Binney 346.

— nbsp;nbsp;nbsp;germanicus Weiss 346.

Brachyphyllum 55. 58. 74. 80.

— nbsp;nbsp;nbsp;Jauberti Sap. 80.

— nbsp;nbsp;nbsp;insigne Heer 80. 81.

— nbsp;nbsp;nbsp;mamillare Brongn. 81.

— nbsp;nbsp;nbsp;Moreauanum Sap. 80.


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403

Register.

Brachyphyllum Münsteri Schenk 70.

— nbsp;nbsp;nbsp;Nepos Sap. 81.

Briardina Mun. Chaim. 43.

Bromelia 378.

Bruckmannia Stbg. 334.

— nbsp;nbsp;nbsp;Decaisnei Ken. 338.

— nbsp;nbsp;nbsp;Grand’ Euryi Ben. 338.

— nbsp;nbsp;nbsp;tuherculata Stbg. 340.

Bryinen 35.

Bryon Grand’ Eury 332. 348.

Bryozoen 46.

Bucklandia Brongn. 94. 95.

Biittneriaceen 6.

Byrrhus 53.

Bythotrephis 50. 52.

Cacalia 288.

Cacteen 265.

Caenopteris 138. 154.

Calamarien 27.179. 194. 302 ff. 360 f. 363. Calamitea bistriata Gotta 306.

— nbsp;nbsp;nbsp;striata Cotta 306.

Calamiteae 304.

Calamites 4. 5. 12. 163. 181. 302—311. 313. 315-324. 329. 331—333. 336. 349.nbsp;350. 356.

— nbsp;nbsp;nbsp;approximatifonnis Stur 322.

— nbsp;nbsp;nbsp;approximatus Brongn. 311. 325.

— nbsp;nbsp;nbsp;arborescens Stbg. 325.

— nbsp;nbsp;nbsp;arenaceus 181. 302.

— nbsp;nbsp;nbsp;cannaeformis Scbloth. 316.

— nbsp;nbsp;nbsp;Cistiformis Stur 322.

— nbsp;nbsp;nbsp;Cistii Brongn. 316.

— nbsp;nbsp;nbsp;cruciatus Stbg. 316. 325.

— nbsp;nbsp;nbsp;gigas 331.

— nbsp;nbsp;nbsp;Mougeotii Brongn. 302.

— nbsp;nbsp;nbsp;multiramis Weiss 316. 323. 325.

— nbsp;nbsp;nbsp;Ostraviensis Stur 318. 322.

— nbsp;nbsp;nbsp;ramifer Stur 317. 322.

— nbsp;nbsp;nbsp;ramosus Artis. 316. 325. 333. 349.

— nbsp;nbsp;nbsp;Suckowii Brongn. 316. 325.

— nbsp;nbsp;nbsp;transitionis Göpp. 329.

— nbsp;nbsp;nbsp;varians Stbg. 325. 228.

— nbsp;nbsp;nbsp;Volkmanni Ett. 125.

Calamitina 320. 323. 324. 325. 326. 327.

329. 331. 332. 333. 349. 350.

•— varians var. semicircularis Weiss 327. Calamocladus Schpr. 331. 332.nbsp;Calamodendreae 304. 307. 315. 316.nbsp;Calamodendron 24. 307. 315. 316. 325.nbsp;339. 349. 350. 351.

Calamodendron commune Binn. 336.

— nbsp;nbsp;nbsp;striatum Göpp. 306.

Calamophyllites Grand’ Eury 325. Calamopteris Ung. 164.

Calamostacbys 182. 335. 338. 343. 348

349.

— nbsp;nbsp;nbsp;Binneyana Schpr. 333. 336. 337. 338.nbsp;339.

— nbsp;nbsp;nbsp;calathifera Weiss 341. 348. 350.

— nbsp;nbsp;nbsp;Grand’ Euryi 339. 340. 341.

— nbsp;nbsp;nbsp;mira Weiss 337. 343.

— nbsp;nbsp;nbsp;ramosa Weiss 350.

— nbsp;nbsp;nbsp;Solmsi Weiss 349. 350.

— nbsp;nbsp;nbsp;superba Weiss 337.

— nbsp;nbsp;nbsp;tuherculata Weiss 335. 340. 341. 348.

350.

— nbsp;nbsp;nbsp;typica Schpr. 335.

Calamosyrinx Ung. 164.

— nbsp;nbsp;nbsp;devonica Ung. 164.

Calatbiops Göpp. 126. 133.

Callitris 61. 114.

— nbsp;nbsp;nbsp;curta Stkie. Gardn. 61.

— nbsp;nbsp;nbsp;Ettingshauseni Gardn. 61.nbsp;Calymmatotbeca Zeill. non Stur 149.nbsp;Calymmotheca Stur 158. 159.

— nbsp;nbsp;nbsp;Stangeri Stur 158.

Camptopbyllum Nath. 81.

Camptopteris Presl 142.

Cancellaten 251. 256.

Cancellopbycus 52.

Cannophylliteae 129.

Cannophyllites Brongn. 126. 139.

— nbsp;nbsp;nbsp;Virleti Brongn. 129.

Cardiocarpeen 130.

Cardiocarpon Will. 123.

Cardiocarpus 107. 122.

— nbsp;nbsp;nbsp;Augustodunensis Brongn. 121.

— nbsp;nbsp;nbsp;orbicularis Brongn. 130.

— nbsp;nbsp;nbsp;sclerotesta Brongn. 121. 122.nbsp;Cardiopteris Kochlini Schpr. 140.nbsp;Carpolitben 78. 120 ff. 304.

Caulerpiteae 51.

Caulerpites 47. 49. 79.

Caulopteris Cda. non Ldl. Hutt. 170. Caulopteris Ldl. Hutt. 169.

— nbsp;nbsp;nbsp;Cottaeana Ren. 171.

— nbsp;nbsp;nbsp;Giffordi Lesq. 173.

— nbsp;nbsp;nbsp;gracilis Ldl. Hutt. 282.

Cedroxylon Kraus 82. 83. 84. 85.

Cembra 56. 57.

Cepbalotaxites insignis Heer 62. Cephalotaxus 62. 63.


26*

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404

Kegister.

Ceratostrobus ecMnatus Vel. 60.

— nbsp;nbsp;nbsp;sequoiaephyllua Vel. 60.

Ceratozamia 90. 122.

Chamaecyparis sphaeroidea 18.

Chara 38. 378.

Chara Bleicheri 38.

— nbsp;nbsp;nbsp;hispida 38.

— nbsp;nbsp;nbsp;Jaccardi 38.

Characeen 37. 378. 379.

Cheilanthes 91. 161.

Cheirolepis Schpr. 70.

— nbsp;nbsp;nbsp;Escberi Heer 70.

Chelepteris Cda. 169.

Chirotheriumplatten 48.

Cblorosporeen 37.

Cbondriteae 52.

Chondrites 50.

Chordophyceae 51.

Chorionopteris Gleichenioides Cda. 159. Cingularia Weiss 182. 335.

— nbsp;nbsp;nbsp;typica Weiss 344. 345.

Cladophlebis 160.

Cladoxylon Ung. 177.

— nbsp;nbsp;nbsp;dubium Ung. 193.

— nbsp;nbsp;nbsp;mirabile Ung. 193.

Clathraria Mantell 94. 248. 249. 251. 257. 268.

— nbsp;nbsp;nbsp;Lyellii Schenk 95.

Clathropodium Sap. 94. 96.

— nbsp;nbsp;nbsp;foratum Sap. 97.

— nbsp;nbsp;nbsp;Sarlatense Sap. 94.

— nbsp;nbsp;nbsp;Trigeri Sap. 94. 95.

Clathropteris Brongn. 142. 157. Clepsydropsis Ung. 163.

Codonospermum Brongn. 123. Coelotrochium Decheni Schlüt. 44.nbsp;Colpoxylon Aeduense Ren. 105.nbsp;Conchophyllum Richthofeni Schenk 63.nbsp;Conchyophycus Marcignyanus Sap. 48.nbsp;Condylites squamatus Dyer 76.

Coniferen 8. 9. 12. 22. 25. 34. 47. 54. 55.

73. 107. 114. 121. 144. 145. 155. 198. 206. 306. 377.

Coniopteris Brongn. 160.

Conostoma Will. 123.

Convallarites 183.

Corallineen 46.

Corallorhiza 300.

Cordaianthus Grand’Euryi Ren. 117. 118.

— nbsp;nbsp;nbsp;Lacattii Ren. 117.

— nbsp;nbsp;nbsp;Penjoni Ren. 117.

— nbsp;nbsp;nbsp;Saportanus Ren. 115. 116.

Cordaianthus subglomeratus Ren. 115.116.

— nbsp;nbsp;nbsp;Williamsoni Een. 117. 118.

— nbsp;nbsp;nbsp;Zeilleri Een. 117. 118.

Cordaiteae 77. 82. 85. 90. 107 ff. 129. 130.

161. 205. 246. 261. 262. 263. 267. Cordaites 2. 6. 12. 22. 24. 95. 107. 108.nbsp;339. 366.

— nbsp;nbsp;nbsp;alloidius Grand’ Eury 111.

— nbsp;nbsp;nbsp;angulosostriatus Grand’Eury 109. 110.

— nbsp;nbsp;nbsp;crassus Ren. 110.

— nbsp;nbsp;nbsp;duplicinervis Grand’ Eury 109.

— nbsp;nbsp;nbsp;microstachys Weiss 112.

— nbsp;nbsp;nbsp;principalis Gein. 108.

— nbsp;nbsp;nbsp;Robbii Daws. 113.

— nbsp;nbsp;nbsp;tenuistriatus Ren. 110.

Corophium longicorne 49.

Coscinodiscus 36.

Cosmarium 188.

Crossochorda 49. 50. 51.

Crossotheca Crépini Zeill. 159. Crustaceae 182.

Cruziana d’Orb. 51.

Cryptomeria 60. 74.

— nbsp;nbsp;nbsp;Sternbergii Gardn. 60.

Ctenophoren 51.

Culmites 62.

Cunninghamia 58.

Cupressaceen 54. 60ff. 70. 72. 73. 80. 82. Cupressinites curtus Bow. 61.nbsp;Cupressinoxylon 82. 83. 84. 85.

— nbsp;nbsp;nbsp;Protolarix Göpp. 85.

Cutleria 48.

Cyathea Brunonis Wall. 158.

Cyatheaceen 136. 157. 158. 159. 160. 172. Cyathocarpus eucarpus Weiss 148.nbsp;Cycadeen 54. 58. 87 ff. 109. 114. 121.nbsp;122. 128. 129. 137. 142. 143. 144. 155.nbsp;164—167. 216. 230. 231. 258. 262—265.nbsp;268. 289. 365. 373. 378. 382.nbsp;Cycadeospermum Hettangense Sap. 88.nbsp;Cycadeostrobus 94.

— nbsp;nbsp;nbsp;Brunonis Carr. 94.

Cycadeoxylon Fremyi Ren. 102.

Cycadites Escheri Heer 94.

— nbsp;nbsp;nbsp;involutus Sternbg. 27.

— nbsp;nbsp;nbsp;taxodinus Göpp. 88.

Cycadopteris Zigno 89. 144.

— nbsp;nbsp;nbsp;Brauniana Zigno 144.

Cycadospadix Hennoquei Schpr. 88.

— nbsp;nbsp;nbsp;Moreauanus Sap. 88.

Cycas 88. 91. 92. 94. 104. 105. 241.

— nbsp;nbsp;nbsp;Blandfordianus Oldh. 88.


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405

Register.

8S.

137.

72.

42.

Cycas constrictus O. Feistm.

— nbsp;nbsp;nbsp;Dicksoni Heer 88.

— nbsp;nbsp;nbsp;Lorteti Sap. 88.

— nbsp;nbsp;nbsp;pectinatus Berger 88.

— nbsp;nbsp;nbsp;Rajmahalensis Oldh. 88.

— nbsp;nbsp;nbsp;rectangularis Brauns 88.

— nbsp;nbsp;nbsp;Eömeri Schenk 88.

— nbsp;nbsp;nbsp;Steenstrupii Heer 88.

— nbsp;nbsp;nbsp;zamioides Leckenby 88.

Cycadoidea Buckl. 101.

— nbsp;nbsp;nbsp;megalophylla Buckl. 101.

•— microphylla Buckl. 101.

Cyclocladia Goldbg. non Ldl. Hutt. 219.

220. 221.

Cyclocladia Ldl. Hutt. 326.

Cyclocrinus 44.

Cyclopitys Heerii Schmalh., Blatter 58. Cyclopteris 63. 127.139. 140. 143. 144. 186.

— nbsp;nbsp;nbsp;digitata 63. 64.

— nbsp;nbsp;nbsp;dilatata Ldl. Hutt. 128.

— nbsp;nbsp;nbsp;obliqua Brongn. 128.

— nbsp;nbsp;nbsp;rarinervia Göpp. 128.

— nbsp;nbsp;nbsp;reniformis Brongn. 128.

— nbsp;nbsp;nbsp;trichomanoides Brongn.

Cyclostigma Haught. 301.

— nbsp;nbsp;nbsp;australe O. Feistm. 301.

— nbsp;nbsp;nbsp;hercynicum Weiss 301.

— nbsp;nbsp;nbsp;Kiltorkense Haught. 301.nbsp;Cylindropodium Sap. 95. 96.

— nbsp;nbsp;nbsp;liasinum Sap. 95.

Cymopolia 38. 40. 41.

Cyparissidium Heer 72.

— nbsp;nbsp;nbsp;minimum Vel. 72.

— nbsp;nbsp;nbsp;pulchellum Vel. 72.

— nbsp;nbsp;nbsp;septentrionale Hath.

Cyperaceen 15.

Cyrtophlebium 140.

Cystoseirites 48.

Czekanowskia Heer 66 ff.

Czekanowskia 198.

Dacrydium 63.

Dactylopora 38.

— nbsp;nbsp;nbsp;cribrosa Mun. Chalm

— nbsp;nbsp;nbsp;Eruca Carp. 40.nbsp;Dactyloporiden 44.nbsp;Dactylotheca Zeill.' 151.nbsp;Dadoxylon Endl. 83.

— nbsp;nbsp;nbsp;Hailii Daws. 85.

— nbsp;nbsp;nbsp;Newberryi Daws. 85.

— nbsp;nbsp;nbsp;Oldhamium Binney 368.

Dadoxylon Ouangondianum Daws. 85.113. Dammara 55. 58. 76. 82.

— nbsp;nbsp;nbsp;albens Presl 58.

— nbsp;nbsp;nbsp;borealis Heer, Schuppen 58.

— nbsp;nbsp;nbsp;macrosperma Heer, Schuppen 58.nbsp;Dammarites albens Presl 95.

— nbsp;nbsp;nbsp;crassipes Göpp. 95.

Danaea 152. 153.

Danaeeae Stur 146. 152.

Danaeites Göpp. 152.

— nbsp;nbsp;nbsp;Heeri Zigno 153.

— nbsp;nbsp;nbsp;Saraepontanus Stur 152.

Danaeopsis marantacea Heer 139. 153. Dasycladeen 38.

Decaisnella Mun. Chalm. 40.

Dechenia Göpp. 208.

— nbsp;nbsp;nbsp;Euphorbioides Göpp. 208.

— nbsp;nbsp;nbsp;Eömeriana Göpp. 208.

Delesserites 49.

Desmidieen 187.

Desmopteris Stur 150.

Diacalpe BI. 158.

Diatomaceen 36. 37.

Dicalamophyllum Altendorfense Sterz. 81. Dichoneuron Hookeri Sap. 142. 144.nbsp;Dichopteris Zigno 89.

Dicksonia 160.

— nbsp;nbsp;nbsp;Buvignieri Een. 170. 171.

— nbsp;nbsp;nbsp;Saportana Heer 160.

Dicotyledonen 288.

Dicotylen 289. 381.

Dicranophyllum Grand’ Eury 67. 68. Dictyolithes Beckii Hall. 50.nbsp;Dictyophyllum Ldl. Hutt. 157.

— nbsp;nbsp;nbsp;rugosum Ldl. Hutt. 142.

Dictyophyteae 51.

Dictyophyton 51.

Dictyopteris Gutb. 141. 142. Dictyothalamus Göpp. 126.

— nbsp;nbsp;nbsp;Schrollianus Göpp. 133.

Dictyoxylon Will. 8. 223. 224. 253. 259.

260. 262. 291. 368. 369—373.

— nbsp;nbsp;nbsp;Oldhamium Will. 371.

Dictyozamites Oldh. 142.

Didymochlaena 134.

Didymophyllum Schottini Göpp. 208. 292. Dioon 92.

Diplazites Göpp. 141. 148.

Diplopora annulata Gümb. 42 ff. Diplotesta Brongn. 122.

Diplotmema Stur 136. 159.

— nbsp;nbsp;nbsp;geniculatum Stur 160.


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406

Register.

Diplotmema Zwickauiense (Gutbier) Stur 160.

Diploxylon Cda. 230. 231. 261.

— nbsp;nbsp;nbsp;cycadoideum Cda. 228.

Discomycetes 35.

Discophorites 51.

Discopterls Stur 150.

Diselma Arcberi Hook. 54. Dolerophylleae 140.

Dolerophyllum Sap. 120 if.

— nbsp;nbsp;nbsp;Göpperti Sap. 144.

Doleropteris pseudopeltata Grand’ Eury 127.

Doliostrobus Sternbergii Marion 60. Dorycordaites 108.

Drepanophycus spiniformis Göpp. 197. Drynaria 141.

Echinostacbys Brongn. 377. Echinostrobus 81.

— nbsp;nbsp;nbsp;princeps 61.

— nbsp;nbsp;nbsp;Sternbergii Schpr. 74.

Edraxylon Will. 371.

Eleoxylon Brongn. 83.

Eleutherophyllum Stur 183. Encephalartos 105.

— nbsp;nbsp;nbsp;Gorceixianus Sap. 87.

Encriniten 194.

Endogenites Spreng. 163.

— nbsp;nbsp;nbsp;echinatus Brongn. 93.

Entomolepis cynarocephala Sap. 76. Eolirion primigenium Schenk 67.nbsp;Eophyton Torell 47. 49. 51. 195.nbsp;Eopteris Morierii Sap. 134.

Ephedra 67. 119. 130. 132.

Ephedrites 126. 129.

— nbsp;nbsp;nbsp;antiquus Heer 130.

Epipogium 300.

Equisetinae 304.

Equisetaceae 179 £f. 319.

Equisetides Schpr. 182.

— nbsp;nbsp;nbsp;brevidens Schpr. 182.

— nbsp;nbsp;nbsp;lingulatus Germ. 182.

— nbsp;nbsp;nbsp;Wrightiana Daws. 182.

Equisetites 179. 180. 181. 183. 184. 302.

303. 316. 317.

— nbsp;nbsp;nbsp;arenaceus Bronn 180. 181. 182.

— nbsp;nbsp;nbsp;Burchardti Dunk. 181.

— nbsp;nbsp;nbsp;columnaris Brongn. 182.

— nbsp;nbsp;nbsp;lingulatus 348.

— nbsp;nbsp;nbsp;Miinsteri Sternbg. 182.

Equisetum 180. 185. 302—304. 312. 315. 319. 320. 323. 327. 329. 334. 351. 363.

— nbsp;nbsp;nbsp;infundibuliforme Brongn. 346.

— nbsp;nbsp;nbsp;laterale Phill. 184. 185.

— nbsp;nbsp;nbsp;mirabile Sternbg. 182. 194.

Erica 16.

— nbsp;nbsp;nbsp;mediterranea 27.

Eriotesta Brongn. 123.

Espera Decaisne 44.

Eucalamites Weiss 325. 331. 350. Eunotia 36.

Euphorbia 265.

Eupteris 138.

Euryphyllum 0. Feistm. 90.

Fame 6. 12. 20. 27. 89. 91. 134 ff. Favularia 248. 249. 251. 256. 257.nbsp;Fayolia Ren. Zeill. 379.

Feildenia 63. 67.

Ficoiden 288.

Filices 134ff.

Fittonia Carr. 95.

Flabellaria borassifolia Sternbg. 111.

— nbsp;nbsp;nbsp;chamaeropifolia Göpp. 95.

— nbsp;nbsp;nbsp;principalis Germ. 111.

Flechten 35.

Flemingites Carr. 243.

Florideen 46. 49.

Foraminiferen 38. 41.

Fragilaria 36.

— nbsp;nbsp;nbsp;rhabdosoma 36.

— nbsp;nbsp;nbsp;striolata 36.

Frenela 62.

Frenelopsis Hoheneggeri Schenk 62. Friqia Velen. 92.

Fucaceen 86.

Fucoides 79.

— nbsp;nbsp;nbsp;Zonarites Br. 65.

Gfallionella 36.

— nbsp;nbsp;nbsp;aurichalcea 36.

— nbsp;nbsp;nbsp;distans 36.

Gangamopteris 0. Feistm. 141. Gasteromyces farinosus Ludw. 35.nbsp;Geinitzia 73.

— nbsp;nbsp;nbsp;cretacea Ung. 73.

— nbsp;nbsp;nbsp;formosa Heer 73.

— nbsp;nbsp;nbsp;hyperborea Heer 73.

Ginkgo 63 ff. 82. 90. 114. 121. 122. 186.

— nbsp;nbsp;nbsp;adiantoides Heer 65.


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407

Register.

Ginkgo biloba 63.

— nbsp;nbsp;nbsp;digitata Heer 64. 66.

— nbsp;nbsp;nbsp;Huttoni Heer 64. 66.

— nbsp;nbsp;nbsp;sibirica Heer 66.

Ginkgophyllum Sap. 67. 144.

— nbsp;nbsp;nbsp;fiabellatum Sap. 67.

— nbsp;nbsp;nbsp;Grasseti Sap. 67.

— nbsp;nbsp;nbsp;Kanoienskianuin Sap. 67.

Gleicbenia 136. 160.

Gleicheniaceae 149. 156. 157. 159. Glossophycus 52.

Glossopteris O. Feistm. 141. Glossozamites Schpr. 90.

— nbsp;nbsp;nbsp;Zittelii Schpr. 90.

Glyptodendron Eatonense Claypole 199. Glyptolepis Keuperiana Schpr. 70.nbsp;Glyptostrobus 60.

— nbsp;nbsp;nbsp;chinensis 54.

— nbsp;nbsp;nbsp;europaeus Heer 60.

— nbsp;nbsp;nbsp;Ungeri Heer 60.

Gnetaceen 119. 121. 129. 130. 304. Gnetopsis Ren. 126.

— nbsp;nbsp;nbsp;elliptica 130. 131. 315.

— nbsp;nbsp;nbsp;hexagona Ren. et Zeill. 130.

— nbsp;nbsp;nbsp;trigona Ren. et Zeill. 130. 339.nbsp;Gnetum 119. 122. 132.

— nbsp;nbsp;nbsp;Thoa 130.

— nbsp;nbsp;nbsp;urens 130.

Goniatites 32.

Goniolina 44.

Goniophlebium 140.

Goniopteris 140. 141.

— nbsp;nbsp;nbsp;arguta Göpp. 141.

— nbsp;nbsp;nbsp;emarginata Göpp. 141.

Graser 15.

Grand’ Eurya Stur 152.

Grand’ Eurya Zeiller nee Stur 150. 153.

— nbsp;nbsp;nbsp;Autunensis Stur 152.

— nbsp;nbsp;nbsp;Renault! Stur 152.

Granularia Sap. 51.

Graptolithen 192.

Grilletia Sphaerospermü Ren. et Bertr. 35. Gymnospermen 2. 23. 27. 28. 54. 100. 107.nbsp;116. 120. 121. 129. 132. 144. 229. 246.nbsp;264. 267. 304. 339. 374.

Gymnostomum ferrugineum Ludw. 53. Gyrocalamus palatinus Weiss 379.nbsp;Gyrochorda 49. 51.

Gyrolithen 50.

Gyrophyllites 51.

Gyroporella vesiculifera Gümb. 42 ff. Gyropteris Cda. 163.

Halimeda 86.

Haliserites Dechenianus Göpp. 197. Halonia Ldl. Hutt. 219. 220. 236 ff. 326.nbsp;Halymenites 49.

— nbsp;nbsp;nbsp;Amaudi Sap. 49.

Hapalopteris Stur 152.

Haplocalameae Ung. 163.

Haploporella Gümb. 40.

Hawlea Cda. 148. 149. 150.

Hawleeae Stur 146. 148.

Helicteres 378.

Helminthostachys 155.

Hemitelia capensis R. Br. 136. Heterangium Corda 291. 368. 373. 374.

— nbsp;nbsp;nbsp;Grievii Will. 372. 373.

— nbsp;nbsp;nbsp;paradoxum Cda. 372.nbsp;Hexapterospermum Brongn. 123.nbsp;Hippurites gigantea Ldl. Hutt. 327.

— nbsp;nbsp;nbsp;longifolia Ldl. Hutt. 327.

Holothurien 51.

Huttonia Stbg. 335. 342.

— nbsp;nbsp;nbsp;spicata Stbg. 343.

Hydroidpolypen 194.

Hydropteriden 186 ff.

Hymenophylleae 156.

Hymenophyllites 138. 157.

— nbsp;nbsp;nbsp;delicatulus Stbg. 156.

— nbsp;nbsp;nbsp;Humboldti Göpp. 157.

Hymenophyllum Weissii Schpr. 157. Hypneen 15. 53. 191.

Inolepis 55. 72.

Isoëteae 197.

Isoëtes 66. 109. 110. 203. 225. 229. 231.

263. 264. 266. 268. 288. 351.

— lacustris 197.

Isoëtites 191.

Itieria Sap. 76. lungermannieen 53.nbsp;luniperus virginiana 54.

Kalopteris Cda. 163.

Kaloxylon Will. 373.

Kalymma Ung. 164.

Kaulfussia 147.

Kaulfussieae Stur 146.

Keckia 51.

Knorria Stbg. 205. 206. 207. 208. 210. 213. 215. 219. 291.


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408

Register.

Knorria imbricata Stbg. 206.

— nbsp;nbsp;nbsp;longifolia 208. 292.

— nbsp;nbsp;nbsp;princeps Gopp. 207.

— nbsp;nbsp;nbsp;Richten Gein. 208.

— nbsp;nbsp;nbsp;Sellonii Stbg. 207.nbsp;Krannera Vel. 58.

— nbsp;nbsp;nbsp;mirabilis Vel. 95.

Labiaten 308.

Laccopteris Presl 157.

Lageniopteris Ren. 162.

— nbsp;nbsp;nbsp;obtusiloba Ren. 162.

Lagenostoma Will. 123.

Laminarites 4:9.

Leiodermaria 248. 249. 251. 252. 253. 257. 258. 268.

Leiodermarieen 231. 268.

Lenzites 35.

Lepacyclotes Emmons 181. Lepidodendreae 9. 22. 113. 187.189.199 ff.

247. 248. 258. 262. 270. 294. 295. Lepidodendron 8. 12. 27. 35. 111. 191.nbsp;199ff. 247—250. 252—254. 260. 264. 265.nbsp;266. 267. 272. 291. 304. 351. 369. 378.

— nbsp;nbsp;nbsp;aculeatum 204. 207.

— nbsp;nbsp;nbsp;australe Mc Coy 205.

— nbsp;nbsp;nbsp;brevifolium Ett. 209.

¦— costatum Lesq. 248.

— nbsp;nbsp;nbsp;Diplotegioides Lesq. 204.

— nbsp;nbsp;nbsp;elegans Brongn. 209.

— nbsp;nbsp;nbsp;Göppertianum 202.

— nbsp;nbsp;nbsp;gracile Brongn. 209.

— nbsp;nbsp;nbsp;Haidingeri Ett. 200. 209.

— nbsp;nbsp;nbsp;Harcourtii 231 if. 237. 238. 244. 246.nbsp;260. 261. 264. 266.

— nbsp;nbsp;nbsp;Jutieri Ren. 224. 260. 266.

— nbsp;nbsp;nbsp;longifolium Brongn. 209.

— nbsp;nbsp;nbsp;nothum Ung. 201. 205. 233.

— nbsp;nbsp;nbsp;obovatum 0. Feistm. 201.

— nbsp;nbsp;nbsp;Rhodumnense Ren. 222. 223.

— nbsp;nbsp;nbsp;Richteri Ung. 233.

— nbsp;nbsp;nbsp;rimosum Gein. 291.

— nbsp;nbsp;nbsp;selaginoides Stbg. 209. 222. 224. 226.

— nbsp;nbsp;nbsp;squamosum Gopp. 233.

— nbsp;nbsp;nbsp;Sternbergii Brongn. 200. 209. 210.

— nbsp;nbsp;nbsp;tenerrimum Eichw. 9.

— nbsp;nbsp;nbsp;tetragonum Gein. 205.

— nbsp;nbsp;nbsp;vasculare Binney 222. 224. 228 ff. 232.nbsp;233. 234. 245.

— nbsp;nbsp;nbsp;Veltheimianum 200. 206. 211. 213. 214.

— nbsp;nbsp;nbsp;Williamsoni 232. 233. 234.

Lepidophioios 205. 213. 214. 216 ff. 230. 234. 238. 241. 242. 251.

— nbsp;nbsp;nbsp;brevifolium Will. 234.

— nbsp;nbsp;nbsp;brevifolius Will. 245.

— nbsp;nbsp;nbsp;laricinus 219.

— nbsp;nbsp;nbsp;obcordatum Lesq. 219.

Lepidophyllum 209. 240. 242. Lepidostrobus 189. 231. 239 ff.

— nbsp;nbsp;nbsp;Brownii Schimp. 240. 244.

— nbsp;nbsp;nbsp;Dabadianus Schpr. 244.

— nbsp;nbsp;nbsp;Goldenbergii Schpr. 239.

— nbsp;nbsp;nbsp;levidensis Binn. 243.

— nbsp;nbsp;nbsp;macrocystis Lesq. 240.

— nbsp;nbsp;nbsp;ornatus Hook. 240.

— nbsp;nbsp;nbsp;princeps Lesq. 241.

— nbsp;nbsp;nbsp;Rouvillei 244.

— nbsp;nbsp;nbsp;variabilis 0. Feistm. 241.

— nbsp;nbsp;nbsp;Wiinschianus Binn. 243.

Leptocaryon Brongn. 122.

Leptophloeum Daws. 214. 215.

— nbsp;nbsp;nbsp;rhombicum Daws. 205.

Leptostrobus Heer 70.

Leptoxylon geminum Cda. 231.

Lesleya grandis Lesq. 137.

Libocedrus 61. 62.

Lithothamnion 46.

— nbsp;nbsp;nbsp;ramosissimum Ung. 46.

Lomaria 89.

Lomatophloios 205. 217. 218. Lomatofloios crassicaulis Cda, 113. 225.nbsp;234.

Lomatophloios macrolepidotus Weiss 241. Lomatopteris Schpr. 144.

Lonchopteris Brongn. 141.

Lophophytum 100.

Lycopodeen 363.

Lycopodiaceen 177. 193. 195. 197. 199.

200. 213. 304. 363. 377.

Lycopodinen 288. 374.

Lycopodites 191 ff.

— nbsp;nbsp;nbsp;denticulatus Goldenb. 191.

— nbsp;nbsp;nbsp;elongatus Goldenb. 191.

— nbsp;nbsp;nbsp;falcatus Lindl. Hutt. 192.

— nbsp;nbsp;nbsp;Gutbieri Gopp. 192.

— nbsp;nbsp;nbsp;Maakii Lesq. 191.

— nbsp;nbsp;nbsp;macrophyllus Goldenb. 192.

— nbsp;nbsp;nbsp;Matthew! Daws. 192.

— nbsp;nbsp;nbsp;Milleri Salter 197.

— nbsp;nbsp;nbsp;pennaeformis Gopp. 194.

— nbsp;nbsp;nbsp;Flumula Daws. 194.

— nbsp;nbsp;nbsp;primaevus Goldenb. 192.

— nbsp;nbsp;nbsp;Richardson! Daws. 192.


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409

Register.

Lycopodites Stiehlerianus Göpp. 191.

— nbsp;nbsp;nbsp;Stockii Kidst. 192.

— nbsp;nbsp;nbsp;uncinatus Lesq. 191.

— nbsp;nbsp;nbsp;Vanuxemi Daws. 194.

Lycopodium 175. 191. 203. 204. 208. 243.

264. 289. 334. 363. 364.

— nbsp;nbsp;nbsp;annotinum 213.

— nbsp;nbsp;nbsp;laterale 213.

— nbsp;nbsp;nbsp;lucidulum 213.

Lycopodium pachystachyum 193.

— nbsp;nbsp;nbsp;PMegmaria 191. 192.

— nbsp;nbsp;nbsp;punctatum Ren. 192. 193.

— nbsp;nbsp;nbsp;Renaultii Brongn. 192. 193.

— nbsp;nbsp;nbsp;Selago 213. 241.

Lyginodendron Will. 144. 223. 291. 368. 371. 373. 374.

— nbsp;nbsp;nbsp;Landsburghii 224.

— nbsp;nbsp;nbsp;Oldhamianum Will. 368. 369.nbsp;Lygodium 161.

Macropterygium Schpr. 90.

— nbsp;nbsp;nbsp;Bronnii Schpr. 114. 144.nbsp;Macrostachya Schpr. 342. 343. 349.nbsp;Macrostachya Weiss 335.

— nbsp;nbsp;nbsp;infundibuliformis Ren. 337.

— nbsp;nbsp;nbsp;Schimperiana Weiss 342.nbsp;Macrotaeniopteris O. Feistm. 139.nbsp;Macrozamia 166.

Malacotesta Will. 123.

Mantellia Brongn. 94. 95.

Mantellia Carr. 101.

— nbsp;nbsp;nbsp;inclusa Carr. 102.

— nbsp;nbsp;nbsp;nidiformis Carr. 101.

Marattia 134. 139. 152.

— nbsp;nbsp;nbsp;sect. Eupodium 147.

Marattiaceen 136. 146 ff. 167. 172. Marattieae Stur 146.

Marchantia 53.

Marchantieen 53.

Mariopteris Zeill. 136.

Marsilia 315.

— nbsp;nbsp;nbsp;Marioni A. Braun 186.

Marsiliaceae 141. 186.

Marsilidium speciosum Schenk 186. Marsilioideae 179.

Matonia 157.

Meesia 15.

Megalopteris Daws. 129. 139.

— nbsp;nbsp;nbsp;Dawsoni Hartt. 129.

Megaphytum Artis. 171. 173. 212. 248.

Medullosa 94. 100.

— nbsp;nbsp;nbsp;elegans Cotta 164.

— nbsp;nbsp;nbsp;Leuckarti Göpp. et Stenz. 105. 106.nbsp;164 adn.

— nbsp;nbsp;nbsp;Ludwigii Göpp. et Stenz. 105.

— nbsp;nbsp;nbsp;stellata Cotta 103 ff. 372.

Medulloseae 87. 103 ff.

Memhranipora 49.

Microcachrys tetragona Hook. 54. Microzamia gibba Corda 92.nbsp;Monocotyledonen 107. 164. 289. 377.nbsp;Moose 15. 53.

Moriconia Cyclotoxon Deb. et Ett. 62. Munieria Hantk. 43.

Musaceen 126.

Muscites polytrichaceus Ren. et Zeill. 53. Myelopitys medullosa Corda 106.nbsp;Myelopteris Ren. 164. 262. 266. 372.nbsp;Myeloxylon Brongn. 164. 165. 166. 167.nbsp;Myriophylloides Williamsonis Hick et Cashnbsp;314.

Myriotheca Zeill. 150.

Navicula 36.

Nematophycus 46.

— nbsp;nbsp;nbsp;Hicksii Eth. 86.

— nbsp;nbsp;nbsp;Logani Daws. 124.

Nematoxylon crassum Daws. 86. Neomeris 38. 40. 42.

Nephrolepis 134.

Nephropteris Brongn. 127.

Neuropteris 139.

— nbsp;nbsp;nbsp;Loshii Brongn. 137. 139.

— nbsp;nbsp;nbsp;rarinervis Bunb. 137.

Nicolia aegyptiaca 31.

Nilssonia Brongn. 89. 142.

— nbsp;nbsp;nbsp;polymorpha Schenk 143.

— nbsp;nbsp;nbsp;serotina Heer 88.

Nöggerathia Stbg. 67. 89. 107. 108. 142. 144. 145. 154. 155.

— nbsp;nbsp;nbsp;cyclopteroides Göpp. 127. 128

— nbsp;nbsp;nbsp;fiabellata 144.

— nbsp;nbsp;nbsp;foliosa Stbg. 144.

— nbsp;nbsp;nbsp;Göpperti Eichw. 126.

— nbsp;nbsp;nbsp;obovata Carr. 113.

— nbsp;nbsp;nbsp;palmaeformis Göpp. 111.

— nbsp;nbsp;nbsp;prisca Dana 113.

— nbsp;nbsp;nbsp;vogesiaca Bronn 90. 144.nbsp;Nöggerathiopsis O. Feistm. 90. 113.

— nbsp;nbsp;nbsp;Hislopi O. Feistm. 113.

Nyctomyces 35.


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410

Register.

Odontopteris 140.

— nbsp;nbsp;nbsp;obtusiloba Naum. 139.

— nbsp;nbsp;nbsp;Reichiana Gutb. 137.

Oidospora Will. 188.

Oldhamia 51.

Oleandra 139.

Oleandridinm 139.

Oligocarpia Göpp. 149. 150.

— nbsp;nbsp;nbsp;Brongniartii Stur 149.

— nbsp;nbsp;nbsp;Gutbieri Göpp. 149.

— nbsp;nbsp;nbsp;quercifolia Göpp. 137.

Oncopteris Nettwallii Dorm. 170. Onychium 161.

Opbioglosseen 109. 154. 155. 166. Ophioglossum 141. 175.

Opuntia 288.

Ormoxylon Erianum G. et S. N. 85. Osmunda 154. 177. 372.nbsp;Osmundaceea 151. 158. 166. 177.nbsp;Osmundites 177.

— nbsp;nbsp;nbsp;Dowkeri Carr. 176.

— nbsp;nbsp;nbsp;Schemnicensis TJng. 176.

Otopteris Lindl. Hutt. 89.

Otopteris Schenk 142.

Otozamites F. Braun 89. 90. 142.

— nbsp;nbsp;nbsp;brevifolius F. Br. 91.

— nbsp;nbsp;nbsp;Bunburyanus Zigno 91.

— nbsp;nbsp;nbsp;marginatus Sap. 91.

Ovulites Lam. 45.

Pachyphyllum Sap. 79.

— nbsp;nbsp;nbsp;Cirinicum Sap. 79.

— nbsp;nbsp;nbsp;rigidum Sap. 79.

Pacbypteris Zigno 89.

Pachytesta Brongn. 121. 123. Pachytheca Hook. 124.nbsp;Pagiophyllum Heer 79. 80.nbsp;Palaeobromelia lugleri Ett. 377.nbsp;Palaeocyparis Sap. 61. 76.nbsp;Palaeopteris 157,

— nbsp;nbsp;nbsp;hibernica Forbes 140.nbsp;Palaeostachya Weiss 335. 341. 343.

— nbsp;nbsp;nbsp;arborescens Weiss 349. 350.

— nbsp;nbsp;nbsp;elongata Weiss 342.

— nbsp;nbsp;nbsp;gracilis Ren. 342. 343.

— nbsp;nbsp;nbsp;Schimperiana Weiss 342. 349.nbsp;Palaeovittaria 0. Feistm. 141.nbsp;Palaeoxylon Brongn. 83.

Palaoxyris carbonaria Stiehl. 377.

— nbsp;nbsp;nbsp;helicteroides Morris 378.

— nbsp;nbsp;nbsp;Milnsteri Presl 377.

Palaoxyris regularis Brongn. 377. Palissya 56. 74. 75.

— nbsp;nbsp;nbsp;aptera Schenk 74. 75.

— nbsp;nbsp;nbsp;Braunii Schenk 74.

Palmacites carbonigerus Cda. 164.

— nbsp;nbsp;nbsp;leptoxylon Cda. 164.

Palmen 24. 107. 288.

Paracalamostachys Weiss 335. 343. 344. Pecopteris 138. 139. 146. 150—152. 161.

371.

— nbsp;nbsp;nbsp;arborescens Schl. 146.

— nbsp;nbsp;nbsp;aspera Brongn. 151.

— nbsp;nbsp;nbsp;Bucklandi Lindl. Hutt. non Brongn.nbsp;149.

— nbsp;nbsp;nbsp;Cottai Cda. 171.

— nbsp;nbsp;nbsp;crenata Stbg. 149.

— nbsp;nbsp;nbsp;Cyathea Brongn. 146.

— nbsp;nbsp;nbsp;densifolia Ren. 161.

— nbsp;nbsp;nbsp;dentata Gein. non Brongn. 137.

— nbsp;nbsp;nbsp;exigua Ren. 151. 161.

— nbsp;nbsp;nbsp;exilis Phil. 151.

— nbsp;nbsp;nbsp;Geriensis 161.

— nbsp;nbsp;nbsp;intermedia Ren. 148.

— nbsp;nbsp;nbsp;Meriani Brongn. 148.

— nbsp;nbsp;nbsp;Miltoni Germ. 149.

— nbsp;nbsp;nbsp;plumosa Art. 151.

— nbsp;nbsp;nbsp;polymorpha Brongn. 146.

— nbsp;nbsp;nbsp;Radnicensis Stbg. 137.

— nbsp;nbsp;nbsp;truncata Germ. 148.

— nbsp;nbsp;nbsp;Williamsonis Brongn. 158.

Penicillus Lamk. 44 ff.

Peronosporites antiquarius Worth. Sm. 35. Pence Withami Lindl. Hutt. 85.nbsp;Philonotis 15.

Phlebopteris 140.

Phoenicopsis 63. 66. 90. 95. 198. Phragmites vulgaris 15.

Phyllocladus 62. 138. 144.

— nbsp;nbsp;nbsp;rotundifolius Heer 62.

Phyllo chorda 51.

Phyllostrobus Lorteti Sap. 61. Phyllotheca Brongn. 184. 185. 347. 376.

— nbsp;nbsp;nbsp;australis Brongn. 184.

— nbsp;nbsp;nbsp;Brongniartiana Zigno 184.

— nbsp;nbsp;nbsp;deliquescens Schmalh. 184. 185.

— nbsp;nbsp;nbsp;Equisetiformis Zigno 184.

— nbsp;nbsp;nbsp;indica 184.

— nbsp;nbsp;nbsp;sibirica Heer 186.

Phymatoderma 49. 51.

Physematopitys Göpp. 82.

Phytolithus parmatus Steinh. 326.

Picea 56.


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Register.

411

Pilularia 186.

Pilze 35.

Pinites 82.

— nbsp;nbsp;nbsp;Conwentzianus Göpp. 85.

— nbsp;nbsp;nbsp;Dunkeri Carr., Zapfen 56.

— nbsp;nbsp;nbsp;gypsaceus Göpp. 4.

— nbsp;nbsp;nbsp;latiporosus Cram. 84.

— nbsp;nbsp;nbsp;Leckenbyi Carr., Zapfen 56.

— nbsp;nbsp;nbsp;Lundgreni Nath., Zapfen 56.

— nbsp;nbsp;nbsp;Mantellii Carr., Zapfen 56.

— nbsp;nbsp;nbsp;sussexiensis Carr., Zapfen 56.nbsp;Pinus 57.

— nbsp;nbsp;nbsp;sect. Pinea 56.

— nbsp;nbsp;nbsp;Andraei Coem. 56.

— nbsp;nbsp;nbsp;Briarti Coem 56.

— nbsp;nbsp;nbsp;canariensis 57.

— nbsp;nbsp;nbsp;Coemansi Sap. 66.

— nbsp;nbsp;nbsp;Corneti Coem. 56.

— nbsp;nbsp;nbsp;deflexa Sap. 57.

¦— depressa Coem. 56.

— nbsp;nbsp;nbsp;divaricata Sap. 57.

— nbsp;nbsp;nbsp;echinostrobus Sap. 57.

— nbsp;nbsp;nbsp;fallax Sap. 57.

— nbsp;nbsp;nbsp;Heerii Coem. 56.

— nbsp;nbsp;nbsp;longifolia Roxb. 85.nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;•

— nbsp;nbsp;nbsp;longissima Vel. 56.

— nbsp;nbsp;nbsp;Nordenskiöldii Heer 58.

— nbsp;nbsp;nbsp;Omalii Coem. 56.

— nbsp;nbsp;nbsp;Palaeostrobus Ett. 57.

— nbsp;nbsp;nbsp;patens Carr. 56.

— nbsp;nbsp;nbsp;Protopicea Vel. 56.

— nbsp;nbsp;nbsp;Pseudotaeda Sap. 57.

— nbsp;nbsp;nbsp;Quenstedtii Heer 56.

— nbsp;nbsp;nbsp;resurgens Sap. 57.

— nbsp;nbsp;nbsp;Reussii Cda. 56.

— nbsp;nbsp;nbsp;Saturni Unger 57.

— nbsp;nbsp;nbsp;Toillezi Coem. 56.

— nbsp;nbsp;nbsp;trichophylla Sap. 57.nbsp;Pissadendron 83. 85.

Pitus With. 83.

— nbsp;nbsp;nbsp;primaeva With. 112.nbsp;Pityoxylon Kraus 82. 83. 84. 85.nbsp;Platylepis Sap. 95.

Pleocnemia 140.

Plumalina 194.

Poacites zeaeformis Schloth. 327. Poacordaites 108. 111.

— nbsp;nbsp;nbsp;linearis Grand’ Eury 112. 125.nbsp;Podocarpeen 82.

Podocarpus 3. 57. 62.

— nbsp;nbsp;nbsp;sect. Nageia 67.

Podosphenia nana 36.

Podozamites 90. 93. 95. 114.

— nbsp;nbsp;nbsp;distans Presl 90.

Polleriana 250.

Polylophospermum Brongn. 123. 315. Polyphysa 44.

Polypodiaceae 172.

Polypodium 149.

Polyporus 35.

Polypterospermum Brongn. 123. Polytrichum 53.

Polytrypa 38. 39. 40.

Poroxylon Ren. 366.

— nbsp;nbsp;nbsp;Boysseti Ren. 366. 367. 368.

— nbsp;nbsp;nbsp;Duchartrei Ren. 366. 368.

— nbsp;nbsp;nbsp;Edwardsii Ren. 366. 367.nbsp;Pothocites Paters. 347.

— nbsp;nbsp;nbsp;Grantoni Paters. 347.

Pourretia 378.

Proangiospermen 44. 114. 142. Progymnospermen 129.

Protopitys Göpp. 82.

_Bucbiana Göpp. 306.

Protopteris Cda. 170.

— nbsp;nbsp;nbsp;fibrosa Stenzel 171.

— nbsp;nbsp;nbsp;microrhiza Cda, 176.

— nbsp;nbsp;nbsp;Witteana Schenk 170.nbsp;Protosalvinia bilobata Daws. 124.nbsp;Protostigma Sigillarioides Lesq. 199.nbsp;Prototaxites Logani Daws. 85. 86.nbsp;Psaronius 12. 24. 172 if. 351.

— nbsp;nbsp;nbsp;arenaceus Cda. 173.

— nbsp;nbsp;nbsp;Bibractensis Ren. 174.

— nbsp;nbsp;nbsp;carbonifer Cda. 173. 176.

— nbsp;nbsp;nbsp;Freieslebeni Cda. 173.

— nbsp;nbsp;nbsp;Gutbieri Cda. 173.

— nbsp;nbsp;nbsp;infarctus Ung. 174.

— nbsp;nbsp;nbsp;musaeformis Cda. 173.nbsp;Pseudowalchia frondosa Ren. 78.nbsp;Psilophyton Daws. 139. 191. 195 ff.

— nbsp;nbsp;nbsp;cornutum Lesq. 197.

— nbsp;nbsp;nbsp;Dechenianum Carr. 197.

— nbsp;nbsp;nbsp;elegans Daws. 197.

— nbsp;nbsp;nbsp;glabrum Daws. 196.

— nbsp;nbsp;nbsp;gracillimum Lesq. 197.

— nbsp;nbsp;nbsp;princeps Daws. 195. 196. 197.

— nbsp;nbsp;nbsp;robustius Daws. 195. 196.nbsp;Psilotaceen 194. 195.

Psilotites 191.

— nbsp;nbsp;nbsp;lithanthracis Goldenbg. 194.

— nbsp;nbsp;nbsp;unilateralis Kidst. 194.

Psilotum 210. 295. 300. Psygmophyllum Schpr. 67.


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412

Register.

Pteridinen 54.

Pteris aurita 141.

Pterophyllum Brongn. 90. 142. 143.

— nbsp;nbsp;nbsp;blechnoides Sandb. 87.

— nbsp;nbsp;nbsp;comptum Ldl. Hutt. 142.

— nbsp;nbsp;nbsp;Cottaeanum Gein. 87.

— nbsp;nbsp;nbsp;giganteum Schenk 90.

— nbsp;nbsp;nbsp;Grand’ Euryanum Sap. et Mar. 87.

— nbsp;nbsp;nbsp;Jageri Br. 90.

— nbsp;nbsp;nbsp;inflexum Eichw. 87.

— nbsp;nbsp;nbsp;Schaumburgense Dk. 90.nbsp;Ptilophyllum Morris 91.

Ptilopbyton Daws. 191. 194.

— nbsp;nbsp;nbsp;lineare Lesq. 194.

— nbsp;nbsp;nbsp;Vanuxemi Daws. 194.

Ptychocarpus bexastichus Weiss 148. Ptycbotesta Brongn. 123.

Purpura lapillus 49.

Pyrenomycetes 35.

Kadiolarien 187. 188. 189.

Rafflesiaceen 382.

Eaumeria Gopp. 102.

— nbsp;nbsp;nbsp;Cocchiana Caruel 102.

— nbsp;nbsp;nbsp;Reichenbacbiana Gopp. 102.

— nbsp;nbsp;nbsp;Scbuiziana Gopp. 102.

Receptaculites 44.

Renaultia Stur 148. 151. 152. Retinospora 54.

Rhabdocarpus 107. 121. 122. Rhachiopteriden 135. 161 if. 372.nbsp;Rhachiopteris Will. 162.

— nbsp;nbsp;nbsp;aspera Will. 161. 371.

— nbsp;nbsp;nbsp;duplex Will. 163.

— nbsp;nbsp;nbsp;paniculifera Stur 154.

Rhacophyllum adnascens Ldl. Hutt. 137.

— nbsp;nbsp;nbsp;filiciforme Gutb. 137.

— nbsp;nbsp;nbsp;laciniatum Font. White 137.nbsp;Rhacopteris Schpr. 145. 154. 155.

— nbsp;nbsp;nbsp;Sarana Beyschl. 145.

Rhipidopsis Schmalh. 65.

Rhipidopteris 159.

Rhiptozamites Schmalh. 90. 114.

— nbsp;nbsp;nbsp;Gopperti Schmalh. 95.

Rhizogonium 53.

Ehizomopteris Schpr. 170. Rhizopterodendron Oppoliense Gopp. 171.

176.

Rhodea 138.

— nbsp;nbsp;nbsp;patentissima Ett. 138.

Rhynchogonium Heer 123.

Ehytidodendron minutifolium Boulay 216. Rhytidolepis 248. 249. 250. 251. 253. 254.

256. 257. 260. 261. 268. 331. Ehizocedroxylon Hoheneggeri Felix 84.

Saccoloma 172.

Saccopteris Stur 150.

Sagenaria fusiformis Cda. 224. Sagenopteris 142. 186.

— nbsp;nbsp;nbsp;rhoifolia Presl 141.

Salisburia primigenia Sap. 65. Salisburieae 2. 62. 140.

Sahinia 186. 363.

Salviniaceen 186 ff.

Salvinieen 363.

Samaropsis 130.

Sapindaceen 105.

Saportaea salisburioides Font, et White 65. Sarcopteris Bertrandi Ren. 152. 161.nbsp;Sarcotaxus Brongn. 122.

Scaphidopteris Gilliotti 161.

Schidolepium Heer 70.

Schizaeaceae 151. 152.

Schizodendron Eichw. 170. Schizolepidium 70.

Schizolepis F. Braun 71 ff.

— nbsp;nbsp;nbsp;Braunii Schenk 71.

— nbsp;nbsp;nbsp;Follini Nath. 71.

— nbsp;nbsp;nbsp;permensis Heer 71.

Schizoneura Schimp. 183. 184.

— nbsp;nbsp;nbsp;Gondwanensis 0. Feistm. 183.

— nbsp;nbsp;nbsp;Gondwanensis 376.

— nbsp;nbsp;nbsp;Hoerensis Schpr. 183.

— nbsp;nbsp;nbsp;Meriani Schpr. 183.

Schizopteris pinnata Grand’Eury 154. Schiitzia Gopp. 126.

— nbsp;nbsp;nbsp;anomala Gein. 133.

Sciadopitys 57. 58.

Scirpus caespitosus 16.

Scleropteris Sap. 160.

Scolecopteris Zenk. 146. 148. 376.

— nbsp;nbsp;nbsp;Cyathea 147. 148.

— nbsp;nbsp;nbsp;elegans Zenk. 147.

Scolithus Haldem. 51.

Scolopendrium 139.

Scrophulariaceen 308.

Selaginella 191. 192. 202. 203. 242. 243, 246. 293. 296. 334.

Selaginella Martensii 296.

— nbsp;nbsp;nbsp;spinulosa 243.

Selaginites 191.


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413

Register.

Selaginites cavifolius Lesq. 191. Selaginites Erdmanni Germ. 191.nbsp;Selenocarpus Schenk 157.

Selenochlaena Cda. 163.

Selenopteris Cda. 163.

Semapteris carinthiaca Ung. 252.

— nbsp;nbsp;nbsp;tesseliata Ung. 252.

Senftenbergia Cda. 150. 151. 152. 155. 156.

— nbsp;nbsp;nbsp;elegans Cda. 151.

Senftenbergieae Stur 146. 150.

Sequoia 69. 73.

— nbsp;nbsp;nbsp;Couttsiae Heer 59. 85.

— nbsp;nbsp;nbsp;crispa Vel. 59.

— nbsp;nbsp;nbsp;fastigiata Stbg. 59.

— nbsp;nbsp;nbsp;gigantea 59.

— nbsp;nbsp;nbsp;Langsdorffii Brongn. 59. 60.

— nbsp;nbsp;nbsp;Reichenbachii Heer 59.

— nbsp;nbsp;nbsp;sempervirens 59.

— nbsp;nbsp;nbsp;Smithiana Heer 59.

— nbsp;nbsp;nbsp;Sternbergii Heer 59.

Sequoieen 57. 59.

Sigillaires cryptogames 231.

— nbsp;nbsp;nbsp;phanérogames 231.

Sigillaria 6. 7. 8. 12. 24. 201. 223. 229— 231. 247ff. 270.277. 288—301. 304. 351.nbsp;364. 365.

— nbsp;nbsp;nbsp;aequabilis Gold. 254.

— nbsp;nbsp;nbsp;alveolaris Gold. 257.

— nbsp;nbsp;nbsp;Brardii Brongn. 249.251—254. 256. 257.nbsp;268.

— nbsp;nbsp;nbsp;cactiformis Gold. 255.

— nbsp;nbsp;nbsp;contracta Brongn. 249.

— nbsp;nbsp;nbsp;Cortei Brongn. 254.

— nbsp;nbsp;nbsp;Defrancei Brongn. 251.

— nbsp;nbsp;nbsp;Deutschiana Brongn. 250.

— nbsp;nbsp;nbsp;discophora Koen. 214.

— nbsp;nbsp;nbsp;Dournaisii Brongn. 251.

— nbsp;nbsp;nbsp;elegans Brongn. 250. 251. 253. 254.nbsp;257.

— nbsp;nbsp;nbsp;Eugenii Stur 254.

— nbsp;nbsp;nbsp;Hausmanniana Göpp. 247.

— nbsp;nbsp;nbsp;hexagona Brongn. 249. 254.

— nbsp;nbsp;nbsp;Knorrii Brongn. 251. 255. 257.

— nbsp;nbsp;nbsp;laevigata Brongn. 253.

— nbsp;nbsp;nbsp;Lalayana Schpr. 255. 256. 257.

— nbsp;nbsp;nbsp;leioderma Brongn. 252.

— nbsp;nbsp;nbsp;lepidodendrifolia Brongn. 252. 254.

— nbsp;nbsp;nbsp;Lorwayana Daws. 257.

— nbsp;nbsp;nbsp;mamillaris 257.

— nbsp;nbsp;nbsp;Menardi 214. 251. 257—261. 266. 365.

— nbsp;nbsp;nbsp;microstigma Brongn. 253.

— nbsp;nbsp;nbsp;obliqua Brongn. 252.

Sigillaria oculata Gein. 257.

— nbsp;nbsp;nbsp;oculina Blanck. 248.

— nbsp;nbsp;nbsp;Polleriana Brongn. 250.

— nbsp;nbsp;nbsp;polyploca Boulay 267.

— nbsp;nbsp;nbsp;reniformis Brongn. 253. 254. 255.

— nbsp;nbsp;nbsp;rhomboidea Brongn. 253.

— nbsp;nbsp;nbsp;rimosa Gold. 254.

¦— Saullii Brongn. 249. 261.

— nbsp;nbsp;nbsp;scutellata 257. 267.

— nbsp;nbsp;nbsp;spinulosa Brongn. 249. 252. 256. 257nbsp;—261. 264. 266. 369.

— nbsp;nbsp;nbsp;Taylori Carr. 214.

— nbsp;nbsp;nbsp;tesseliata Brongn. 251. 253. 257.

— nbsp;nbsp;nbsp;Vanuxemii Göpp. 247.

— nbsp;nbsp;nbsp;vascularis Binney 228. 230.

— nbsp;nbsp;nbsp;venosa Brongn. 252.

— nbsp;nbsp;nbsp;Voltzii Brongn. 249.

Sigillarieen 109.

Sigillarieae 224. 229. 237. 247 if. 294. 295. Sigillariopsis Ren. 365. 366. 367.

— nbsp;nbsp;nbsp;Decaisnei Ren. 285.

Sigillariostrobus 267. 268.

— nbsp;nbsp;nbsp;nobilis Zeill. 268.

— nbsp;nbsp;nbsp;Tieghemi Zeill. 267.

Siphonées 52. 53.

S olenites 198.

— nbsp;nbsp;nbsp;furcatus Ldl. Hutt. 198.

— nbsp;nbsp;nbsp;Murrayana Ldl. Hutt. 197.

Sorotheca Stur 158. 159.

Sphaereda paradoxa Lindl. Hutt. 92. Sphaeropteris Wall. 158.

— nbsp;nbsp;nbsp;barbata Wall. 158.

Sphagnum 15. 16.

— nbsp;nbsp;nbsp;Ludwigii Schpr. 53.

Sphallopteris Schpr. 169.

Sphenoglossum Emmons 355.

— nbsp;nbsp;nbsp;quadrif'olium Emmons 186.nbsp;Sphenolepidium 55. 72. 73.

— nbsp;nbsp;nbsp;Kurrianum Heer 72.

— nbsp;nbsp;nbsp;Sternbergianum Heer 72.

— nbsp;nbsp;nbsp;Terquemi Sap. 73.

Sphenolepis Schenk 72. 74. Sphenophylleae 352 if.

Sphenophyllum 27. 322. 323. 331. 352 ff.

375.

— nbsp;nbsp;nbsp;angustifolium Schenk 353. 362.

— nbsp;nbsp;nbsp;antiquum Daws. 352.

— nbsp;nbsp;nbsp;emarginatum Brongn. 352.

— nbsp;nbsp;nbsp;emarginatum v. truncatum Brongn. 353.

— nbsp;nbsp;nbsp;furcatum Gein. 330.

— nbsp;nbsp;nbsp;quadrifidum 356.

— nbsp;nbsp;nbsp;saxifragaefolium 354.


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414

Kegister.

Sphenophyllum Schlotheimii Brongn. 352.

— nbsp;nbsp;nbsp;stephanense Ren. 356. 360.

— nbsp;nbsp;nbsp;tenerrimum Ett. 322. 331. 352. 353.362.

— nbsp;nbsp;nbsp;Thonii Mahr 354.

Sphenopteris 138. 139. 146. 150. 151. 168.

— nbsp;nbsp;nbsp;acutiloba Sternbg. 137.

— nbsp;nbsp;nbsp;Coemansi Andr. 150.

— nbsp;nbsp;nbsp;Condrusorum Gilk. 139. 197.

— nbsp;nbsp;nbsp;coralloides Gutb. et Gein. 137. 150.

— nbsp;nbsp;nbsp;crenata Ldl. Hutt. 137. 151.

— nbsp;nbsp;nbsp;erosa Gutb. et Gein. 150.

— nbsp;nbsp;nbsp;Essingbii Andrae 150.

— nbsp;nbsp;nbsp;formosa Gutb. 137.

— nbsp;nbsp;nbsp;Goldenbergi Andr. 150.

— nbsp;nbsp;nbsp;Hoeningbausii Brongn. 138.

— nbsp;nbsp;nbsp;refracta Göpp. 163. 167. 193. 372.nbsp;Sphenozamites 144.

— nbsp;nbsp;nbsp;Rocbei Een. 87.

Sphyropterideae Stur 146.

Sphyropteris Stur 152i Spirangium Schpr. 377. 379.

— nbsp;nbsp;nbsp;lugleri 378.

— nbsp;nbsp;nbsp;Prendelii Lesq. 377.

— nbsp;nbsp;nbsp;Quenstedti Schpr. 377.

— nbsp;nbsp;nbsp;ventricosum Sap. 377.

Spiraxis major Newberry 379.

— nbsp;nbsp;nbsp;Randallii Newberry 379.

Spirophyton cauda galli 52.

Spiropitys Göpp. 82.

Spiropteris 134.

Spongien 51.

Sporangites Huronensis Clarke 124. Sporocarpon Will. 179. 187. 189.

— nbsp;nbsp;nbsp;asteroides Will. 188.

— nbsp;nbsp;nbsp;compactum Will. 187.

— nbsp;nbsp;nbsp;elegans Will. 187.

— nbsp;nbsp;nbsp;ornatum Will. 188.

— nbsp;nbsp;nbsp;pachyderma Will. 188.

— nbsp;nbsp;nbsp;tubulatum Will. 188.

Stachannularia Weiss 340.

— nbsp;nbsp;nbsp;tuberculata Weiss 335.

Stachyopitys Preslii Schenk 66. Stachypteris Pomel 160.

Stangeria 89. 96. 129.

Stapelia 288.

Staphylopteris Lesq. 159.

— nbsp;nbsp;nbsp;asteroides Lesq. 159.

— nbsp;nbsp;nbsp;sagittatus Lesq. 159.

— nbsp;nbsp;nbsp;stellata Lesq. 159.

— nbsp;nbsp;nbsp;Wortheni Lesq. 159.

Stemmatopteris Cda. 170.

Stenzelia Göpp. 164.

Stephanospermum Brongn. 122. 130. 315.

— nbsp;nbsp;nbsp;akenioides Brongn. 121. 122.nbsp;Stereocalameae TJng. 163.

Stigmaria 4. 8. 12. 22. 24. 31. 220. 237. 255. 262. 266. 270 fif.

— nbsp;nbsp;nbsp;abbreviata Gold. 277.

— nbsp;nbsp;nbsp;Anahathra Gold. 275.

— nbsp;nbsp;nbsp;Augustodunensis Ren. 280. 291.

— nbsp;nbsp;nbsp;conferta Cda. 277.

— nbsp;nbsp;nbsp;ficoides Brongn. 270 ff.

— nbsp;nbsp;nbsp;ficoides var. sigillarioides Göpp. 277.

— nbsp;nbsp;nbsp;ficoides var. undulata Göpp. 277.

— nbsp;nbsp;nbsp;perlata Daws. 270.

— nbsp;nbsp;nbsp;rimosa Gold. 275. 277.

— nbsp;nbsp;nbsp;stellata Eichw. 276.

Stigmariopsis Grand’ Eury 298. 299. Stigmarhizes Ren. 298. 299. 300.nbsp;Stigmarhizomes Ben. 298.

Strobilites Bronnii Göpp. 80.

Strobus 56.

Stylocalamites Weiss 324. 331. 350. nbsp;nbsp;nbsp;•

— nbsp;nbsp;nbsp;arborescens Weiss 349.

Stylonurus 182.

Swedenborgia Nath. 74.

Sycidium Sandb. 44.

Synedra capitata 36.

Syringodendron Stbg. 253. 289. 298.

Taeda 56.

Taenidium Heer 51.

Taeniopteris 139.

— nbsp;nbsp;nbsp;marantacea Presl 139. 153.

— nbsp;nbsp;nbsp;Münsteri 139.

— nbsp;nbsp;nbsp;Münsteri Göpp. 152.

— nbsp;nbsp;nbsp;Smithsii Lesq. 139.

Taonurus 52.

Taxaceen 62 ff. 113.

Taxineen 82. 108.

Taxites 82.

Taxodieen 55. 57.

Taxodium 60.

— nbsp;nbsp;nbsp;distichum 18.

— nbsp;nbsp;nbsp;distichum miocaenum 60.nbsp;Taxospermum Brongn. 122.nbsp;Taxospermum Gruneri Brongn. 121.nbsp;Taxoxylon 83. 85.

Taxus 62. 63. 119. 132.

Tecoma radicans 236.

Tempskya Cda. 163. 178.

— nbsp;nbsp;nbsp;pulchra Cda. 163.

Terquemella Mun. Chalm. 42.


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Register.

415

Thallophyten 35 ff.

Thamnopteris Schlechtendalii Eichw. 170. Thaumatopteris Göpp. 142. 157.

— nbsp;nbsp;nbsp;Münsteri Göpp. 141.

Thierfahrten 49 ff.

Thinnfeldia 62. 89. 137. 143.

— nbsp;nbsp;nbsp;crassinervis Gein. 143.

Thuiopais 61.

Thyrsoporella 38.

— nbsp;nbsp;nbsp;cribroaa Giimb. 42.

Tbyrsopteris Kze. 160.

— nbsp;nbsp;nbsp;gracilis Heer 160.

— nbsp;nbsp;nbsp;Maakiana Heer 160.

— nbsp;nbsp;nbsp;Murrayana Heer 160.

— nbsp;nbsp;nbsp;Schistorum Stur 160.

Todea 138. 154.

— nbsp;nbsp;nbsp;Lipoldi Stur 138.

— nbsp;nbsp;nbsp;Williamsonis Schenk 158.

Torreya 62. 63.

Traquairia Carr. 179. 187. 188. Triceratium 36.

Trichomanites Beinerti Göpp. 157. Trichopitys Sap. 67. 68.

— nbsp;nbsp;nbsp;heteromorpha Sap. 68.

Trigonocarpon Will. 123.

— nbsp;nbsp;nbsp;olivaeforme Will. 123.

Trigonocarpus Brongn. 123. 339.

Trileten 244.

Triphyllopteris Collombi Schpr. 140. 155. Triploporella Fraasii Steinm. 43.nbsp;Triplosporites R. Brown 244.nbsp;Tripterospermum Brongn. 113.

Trizygia speciosa Royle 354. 357. Trochophyllum Lesq. 194.

Tanga 56.

Tubicaulis dubius Cotta 163.

— nbsp;nbsp;nbsp;primarius Cotta 178.

— nbsp;nbsp;nbsp;solenites Cotta 163.

Tylodendron speciosum Weiss 81. 85. Tympanophora Ldl. Hutt. 160.

Tlllmannia Göpp. 27. 55. 79.

— nbsp;nbsp;nbsp;Bronnii 79.

— nbsp;nbsp;nbsp;frumentaria 79. 80.

— nbsp;nbsp;nbsp;lycopodioides 80.

— nbsp;nbsp;nbsp;orobiformis 79.

— nbsp;nbsp;nbsp;selaginoides 79. 80.

Ulodendron Stbg. 211 ff. 218. 238.

— nbsp;nbsp;nbsp;commutatum Schpr. 200.211.213.214.

— nbsp;nbsp;nbsp;Lindleyanum Stbg. 215.

— nbsp;nbsp;nbsp;majus Ldl. Hutt. 214.

Ulodendron minus Ldl. Hutt. 214. Uphantaenia 51.

Uteria Encrinella Mich. 41.

Vertebraria Royle 375. 376. Vesquia Tournaisii Bertr. 63.nbsp;Vexillum Rouault 51.

Voltzia Schpr. 68. 77.

— nbsp;nbsp;nbsp;Coburgensis Schaur. 70. 71. 72.

— nbsp;nbsp;nbsp;heterophylla 54. 69. 70.

— nbsp;nbsp;nbsp;hexagona Bisch. 69. 70.

— nbsp;nbsp;nbsp;hungarica Heer 69.

— nbsp;nbsp;nbsp;Liebeana Gein. 69. 70.

— nbsp;nbsp;nbsp;Raiblensis Stur 70.

— nbsp;nbsp;nbsp;Recubariensis 69. 70.nbsp;Volkmannia Stbg. 332. 334.

— nbsp;nbsp;nbsp;Binneyi Carr. 336.

— nbsp;nbsp;nbsp;crassa Lesq. 349.

— nbsp;nbsp;nbsp;Dawsoni Will. 346. 362.

— nbsp;nbsp;nbsp;effoliata Grand’Eury 343.

— nbsp;nbsp;nbsp;gracilis Stbg. 332. 341.

— nbsp;nbsp;nbsp;Ludwigii Carr. 335. 338.

— nbsp;nbsp;nbsp;Morrisii Hook. 343.

— nbsp;nbsp;nbsp;pseudosessilis Grand’Eury 343.

Walchia Stbg. 55. 77 ff. 191. 209.

— nbsp;nbsp;nbsp;filiciformis Stbg. 77.

— nbsp;nbsp;nbsp;piniformis Stbg. 77.

Weltrichia mirabilis F. Br. 380. Whittleseya Lesq. 67.nbsp;Widdringtonia 61. 72.

— nbsp;nbsp;nbsp;antiqua Sap. 61.

— nbsp;nbsp;nbsp;brachyphylla Sap. 61.

— nbsp;nbsp;nbsp;helvetica Heer 61.

— nbsp;nbsp;nbsp;microcarpa Sap. 61.nbsp;Williamsonia 44, 93. 96. 380 ff.

— nbsp;nbsp;nbsp;angustifolia Nath. 380.

— nbsp;nbsp;nbsp;Forchhammeri Nath. 380.

— nbsp;nbsp;nbsp;gigas Carr. 380.

— nbsp;nbsp;nbsp;Leckenbyi Nath. 382.

— nbsp;nbsp;nbsp;Morierei Sap. et Mar. 100.

— nbsp;nbsp;nbsp;Pictaviensis Sap. Mar. 380.nbsp;Wormskioldia sanguinea 49.nbsp;Wiirmer 50. 52.

Xyris 378.

Tatesia Carr. 95.

Yuccites Sch. et Moug. 114.


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416


Eegister.


Zamia gigas 380. Zamiostrobus orientalis Heer

— nbsp;nbsp;nbsp;Ponceleti Sap. 92.

— nbsp;nbsp;nbsp;Saportanus Schpr. 88. 93.

— nbsp;nbsp;nbsp;stenorrhacMs Natb. 93.nbsp;Zamites 90 iï.

— nbsp;nbsp;nbsp;carbonarius Ken. Zeill. 87

— nbsp;nbsp;nbsp;epibius Sap. 87.

— nbsp;nbsp;nbsp;Feneonis Br. 90.


93.


Zamites gigas 93. 96.

Zeilleria Kidston 158.

Zippea Cda. 171. 173.

— disticha Cda. 172.

Zittelina Mun. Chalm. 42.

Zonaria 48.

Zonarites digitatus Brongn. 47. Zygopteris Cda. 153. 154. 163. 178.nbsp;Zygosporites Will. 187. 188.


Druck von J. B. Hiischfold in Leipzig.


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