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ÜUR WEG ZUR VOIjLKOMMENHRIT.

HOM 1 IJK ÜBER

E H H S E: R 8, 18—21.

(Epistel am 16. S. n. Trin.)

Ptarror JOH. QUANDT

iui Ha;vs

Haag 18 9 5.

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TEXT:

Dartun hitte ich, dass ihr nicht milde wenkt urn meiner Triib-salen willen, die ich f ur euch te.ide, welche eucit eine Ehre mul.

Der halben beuge ich rneine Kniee (jagen den Vater unsers Herrn Jesu Christi;

Der der rechte Vater ist über alles, was da Kinder heiszt im Himrnel und auf Erden: gt;

Dass er euch Kraft gebe nach dein Reichthiini seiner Herrlichlceit,

stark zu werden (lurch seinen Geist an dein inwendig en Menschen, Und Christum zu wohnen (lurch den Glauben in euren Herzen, und (lurch die Liehe eingewnrzelt und gegründet zu teerden,

Auf dass ihr begreifen möget init allen Heiligen, welches da set die Br ei te, und die Lange, und die Tiefe, und die Holte;

Auch erkennen die Liebe Christi, die doch alle Erkenntniss über tri Ift, auf dass ihr erfüllct werdet mit allerlei Gottesfülle.

Detn aber, der überschwanglich thun kann über alles, dus wir ^ hitten mier verstellen, nach der Kraft, die da in tins wirket, |

Dent sei Ehre in der Geineine, die in Christo Jesu ist, zu aller Zeit, van Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.

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/\'nidi Vnterwiser iiK\'iohten wir dieso kontliohen ncmi Verse der heutigen Epistel nennen, die uns eiuen tief\'en Einblick in das Hens des horrlichon Mannes lt;j;eben, der nicht mir der Missionar der .Missionare, der aueh einer der grössten Seelsorger ailer Zeiten gewesen ist. In diesem apostolischen Gehete wird wie im iierrn-geliete zuerst des Vators gedacht, der der rechte Vater ist über Alles was da Kinder heisst im tliinmel und auf Erden; damit wird fester Glaubensgrnnd der Erhörung nnter die l^üsse genommen. Dan ach folgt wie im Vaternuser Bitte aut\'Bitte, eine immer nöthiger, eine immer inniger als die andere. Alles Bitten mündet wie beim Vaternnscr in den Lobpreis des trenen Gottes, und über dem Allem lagert wie beim Vaterunser die fretidige Gewissheit der Gewahrnng durch Den, der überschwanglioh thun kann, über Bitton oder Verstellen.

Dies Gebet des Seelsorgers Paulus weist allen seelsorgerlichen Gebeten, ja dem ganzen seelsorgerlichen Berufe das Ziel. Woranf doch im letzten Grunde muss aller Dienst eines Seelsorgers

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Eferichtet aeiit urn Al tare mid nut\' der Kanzol, beim ITnterriclit dor Jagend und boi Beaprechungen rnit Rrwachaenen, bei ITaus-besuchen inocjcii sio (JoHiindi\'ii oder Kranken geiten und bei Besuchen, die von den Gemeindegliedern dem Seelsorger gemacht werden, woraut\' doch? Dass ihr erjiillet urrdel mil allerlei Gottesfiiile, win Luther iiberaetzt hat, zur ganzen Fülle GoUes erfüüet wen/et, wie es wörtlich heisst, also: tlasn ihr vollendete Christen wentel! Wehe dein Seelaorger, der aioh ein niedrigerea Ziel in aeiiiem Amte steekt! der etwa mil einci regelrechten Versorgnng der Armen, einer streng methodischen ünterweiaung der Contirmanden, einer treuen Wartung dei Kranken sicii begniigen, nnd was die Predigtbetrillt, mit Heiasigem Studium und aorgfiiltiger Ausarbcitung sieh zufrieden geben wollte! Das alles ist PHicht des Scelsorgers, aber wir sollen una bewuast sein, dass das Ziel unsres Amtea ein höherea, daaa es das höehste ist. Wie t\'iir una aelber, ao aollen wir auch für die Christenseelen, die Gott una anvertraut, nach der Voltendumj streben; sie aollen Christen durch und durch, vollkommene Kinder ties vollkommenen Vatera im Hiimnel werden.

Der Seelaorger, der aich mit Paulua dieses leuehtenden Zieles bewusst ist, erkennt auch mit Paulus die Unmöglichkeit, das Ziel durch eigene Arbeit zu erreiehen, selbst wenn er nicht wie Paulus ein „Bote in den Kettenquot; ist. Deshalb wird ein rechter Seelsorger das Ziel seiner Arbeit auch zum Ziele seines Geheten uehmen: er wird aeine Kniee beugen gegen den Vator unsers Herin Jesu Christi und wird 1 lm bitten, dass ihr erfülletwerdet

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7,ur ganzen Füllo Grottes. Was umerer Arbeit unmöglich ist, ist doch dein Vater möglich; ja Er kann übersohwanglich thun über alles, das wir bitten oder verstellen.

Zunachat ware also dies Gebet Pauli ein Arbeits- und Gebets-progranim für tins Seelsorger. Aber indem wir tins aelber prediken, predigen wir zugleich euoh. Seid ihr es doch, denen wir /,11 m Ziele helf\'en sollen; so tiiramt das Ziel eure lebhafte Theilnahme in Anspruch. Welchen Weg, so mtisst ihr fragen, sol! demi der Vater, den du für uns bittest, uns führen, damit wir das Ziel erreichen ? Anf welcher Strasse kommen wir hinan zuin Ziele, der Erfüllung zur ganzen Pillle Gottes? Paulus zeigt den Weg lm Texte; wir wollen ihn Schritt für Schritt ira Geiste verfolgen, um ihn init Gottes Hülfe im Leben zu gehen.

Es ist Pauli Wunsch und Gebet, Gott wolle den Ephesern Kraft ge ben nach dem Reichthüm Seiner Herrlichkeit, stark zu werden durch Seinen Geist an dem inwendigen Menschen. Erstarkunc] eurer christlichen Innerlichkeit ist demnaoh das erste, was auoh euer Seelsorger euch zu erbitten bat; ist der erste Schritt auf dem stellen Pfade zur christlichen Vollkommenheit. Voraussetzung ist dabei, dass ihr überhaupt eine christliche Inner-lichkeit habt. Man kann nicht von Erstarkung reden, wenn gar kein Anfang verhanden ist. Ist bei euoh der inwendige Mensch dem Ewigen und Unverganglichen zugewandt, ja hat er die ent-schiedene Richtung nach oben hin genommen ? Seid ihr weiser als jener Meister in Israel, der von der Wiedergebnrt nichts wusste? Habt ihr Tage, Wochen lang auf dem Berge ver dem

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Herm gostandon, wo nach und Erdbebcn uud I1 ouor im

stillen, sanften Sausen dor Herr zu euch kam, and ihr euer Antlitz vorhülltot? Sangen vorhin nicht niu\' euro Lippen, sondern auoh euro Horzen die 15itto des bergischon Siin^ers mit: „ach wirk\' in inir zu Deinem Uuhni, mein Grott, das wahre Chris ton thuni ?quot; Wohlan, dann muss es ja euer eigener sehnlicher Wunsch soin, starker zu werden am inwendigon Menschen. Dann fühlt ihr ja jede Stunde dos Tages, wie schwach euor inwendiger Mensch noch ist, wio der ncuo Mensch in euch vorn alten taglich noch ttborwunden wird. 1)u hattest div unter dem hindrucko dor Lpistel des Yorigon Sonntags (dalater 5 u. (i) so ernstlich vorgenoinmen, statt dor Ehrsucht die Bescheidcnheit, statt dor Schiirfc die Mildo, statt dos Stolzes ohrlicho Selbstpriifung, statt dor Theilnahmlosig-keit thatkraftigen Eifer zu übon. Du iuist dir auoh redlich Milhe gegebon, die Woche hindurch diesen Forderungen der Epistel nachzuleben. Aber am Sonnabend Abend war doch das Ergobniss deinor Nachrechuung sehr niederdriickend tiir dich; Fchlbotrag über Fohlbetrag. Das macht dir bange, mit Rocht! Dasdarf auch nicht so fortgehen. Du masst starker werden am inwendigen Menschen. Du solist nicht in den Kinderschuhon stocken bleibon sondern zum christlichen Mannosalter reif\'en. Da bittet nun dein Seelsorger den herrlichen, den reichon Vater im Himmol, dass er durch don hoiligen Goist dir helfcn wolle. Dor Reichthum Seiner Herrlichkeit ist unermesslich, die Fiille Seiner Kraft ist unausdonkbar. Macho dich auf, Kraft meines Gottes, schafte, wirko am inwendigen Menschen dieser Kinder Gottos! Komm

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heiliger Geist, Herre Gott, erfüll mit iloiner Gnaden Gut dciner Glaübigen Hora, Math und Sinn! Znr Erhörung solohen Gebets ist eurerseits nur nöthig, dass ihr tv en bleibt. Treu im eigenen Gebote, treu übor der Bibel, treu in der Gomeinsohaft der Glaubigon. Ja audi in lelzterer, die of\'t untorschamp;tzt wird. Suche don Umgang ernster, f\'ronimor Lente, wirklicher Christen. Ziehe dich nioht von ihnen zurüok um irgend weloher Kleinigkoiten willen, um oiniger Mangel willen, dio ihnen nooh ankleben. Wonn du dir deinen Umgang wahlon darfst, so wahle Christen. Fiinigkeit macht stark, das gilt auch fïir das in nero Loben. Wandel und Wort christlichor Briidor und Schwostern sind in (lottos Hand allezeit oin vortreffliohos Mittol znr Erstarkung nnsror Innerliohkeit.

Uer ndchste Schritt zur Vollkommonheit bin ist die völlige licsitznahiiic des Herzens (lurch, den Heiland. „ 1);ish Christus Wohnung mache (lurch den (Jlauben in euron Horzenquot; — so fahrt der Apostel im Toxte fort. Wenn sich ein Monsch bekohrt, so ergreift treilich dor Heiland Besitz von soinem Herzen, aber das ist erst eitio vorlautige Besitznalmio. I teute wird im dunklen Erdthoile bald bier, bald dort oin Stück Erde von einer Euro-paisehen Macht zum Eigonthum erklart und zum Zoiohen dessen dio Landesflagge aufgozogen. Aber das will noch nicht viol be-sagen. Es können Jahro und Jahrzohnte vergohon, bis das Stück Erde wirklich im Besitzo der betreffendon Macht ist. So ist noch nicht viel damit gethan, wonn anf dom Grund vind Boden deines Innern das Banner dos Horrii Jesu Cbristi aufgerichtet ist.

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Allmalilich, init sauror Müho imiss Seine Horrsohaft miRRolircitot und bef\'cstiRt werden, hin or ondlich Alloinhorrschor in deinem Herzen int. Cliristus iiuish In uns sein, nicht uur fiir uns sein, oder gar nur vor uns sein. Sein Lebon ranss unser eiRenes, Seine Gedankcn nnissen die unsern, Seine Freude, Sein Sehmerz unsere Freude, unser Schmerz sein. Viole, die sioli Christen nennen, begnü^en sich lieute mit einem „(\'hristus fiir uns . Sic glauben, dass der Herr für uns gestorben ist und ruiten in dicsein Bewusstscin. Das mag genug /.uni seligen Sterben sein, aber das ist nicht genug zuiii seligen Lebcn. Viele andere sehen allein anf den Christus vor uns und versuchen Seinem Vorbilde nachzuleben ; das ist noch nicht cinmal genug zunt seligen Sterben. Ihr Versuch schei tort kliiglich, wcil Christus nicht in ihnen ist. Wie kommt er in uns hinein? Durch don Glauben, die gewisse Zuversicht, die wir zu ihm haben, als dom alloinigon Rotter aus der Noth unsoror Sündo. Und wie bloibt Christus in uns? Abormals durch den Glauben, das Vertrauen, das wir auf Ihn sotzon als don oini^on Holfer in der ffotli ties taglichon Lobons. Viel, viel mehr, als os durchsclniittlich geschioht, müssen wir uns innorlich von ,losu abhiingig niachcn. Uober dom Schreibtische einor Christin hier las ich gelogontlioh die Inschrift in Silbor-druck: „ Was wird Jesus dazu sagen Pquot; Wonn dn dir das auch nicht vor Augen bangst, so solist du doch diose Frage im Horzen allezeit hogen und bewegen. Was sagt Jesus zur Erfiillung doiner Tagespflichton, was sagt Er zu deinon Kampte gogen die Vor-suchun0\', was sagt Er zu deinem Umgango mit den Monschcn,

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unci was sagt Er nu deinem Krouzt-nigon ? Wir wollen nnsilhen, nichts zu thun, niehts zu roden, nichte zu denken, nichts zn nnterlassen, ohne den Heiland zu fragen. Wir wollen jede (le-logenhoit heniitzcn , uni llun niiher zu koiumon, namentlich au(3li die Gelegenheit der Abendmahlsfeiei\', die uns aid\'s engste rnit I Inn zusannnenbindet. Nichts soil sich zwischen llm und uns drangen, weder Mensch noch Engel, weder Maria noch die Heiligen, audi unsere Lieben nicht, so lieb wir sie haben. Haben wir zuerstvon feme gestand en gleich den zehn Aussiitzigen, so lasst una nun llim nachlaufen wie das can nana ischc Weil), dann den Saum Seines Kleides anriihren wie die kranke Fran, dann unsere Hand in Seine Seite legen wie Thomas, dann an Seiner Brust ruhen wie Johannes, uni endlich in Ihm leben, weben und sein zu dürfen wie Paulus. Wir in Thin, Er in uns, steht es so, dann besitzt Er endlich unsor gauzes Herz. Dann sind wir, wie ihr selber fiihlt, einen gewaltigen Schritt vorwarts gekommen auf dein Wege zum Ziele, der Erfüllung znr ganzen Fülle Gottes, der Vollendnng unsres Christenthums.

Einen gewaltigen Schritt — denn ven der nun erreichten Stelle aus geht es viel leichter voran. Nun werden wir fast von selber in Liebe gewurzelt und gegründet. Wir begreifen nach und nach mit allen Heiligen, welches die Brcite und die Lange, die Tiefe und die Höhe sei, niimlich des göttlichen Heilsraths, und werden schlicsslich auch die Liebe Christi erkennen, die freilich ini Grimde über alles Erkennen geht. Der letzte Schritt znr Volkommenheit ist also das Eindringen in das Gehcinmiss der göttlichen Liebe,

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das taglich wachsendc Vorstandniss dos Wesens Gottes, wodurch wir dann reif\' werden zum persönlichon Umgange mit dom in Christo sichtbaron Gott, wie Ihn dio Menschen der neuen Erdo gemass ausdrttcklioher Vcrheissung (Offenb. Joh. 21, 3) haben sollen. Nicht der Himmel der grossen Menge ist die Sohnsucht des Christenhorzens, darübor mussen wir uns klar werden. Nicht ein sorgloses, müheloses, von Noth und Tod bef\'reites Genuszloben ist das tiefsto Verlangen dor Monscliensoolo. Solcho Wünsche or-innern an dio Vorstellungen der alten Hellenen und Germanen, an ibr Elysium und Walhalla, an dio trügerischen Traume dor modernen Sozial-Democratie. Gewiss wird das owigo Leben, weil frei von der Sündo, auch t\'roi von allen Folgen der Sünde sein (Offonb. 21, 4), aber das ist für mein Herz zunachst von sehr nobensachlicher Bedeutung. Meines llerzens heissestos Verlangen geht nacli dem Umgang mit Christus und durch Ihn mit dem Vator, dem ganz persönlichen Verkehre, der durch keine irdische Schranke mehr gehommt wird. Unser Herz ist unruhig, sagt der Kirchonvater, bis es ruht in Dir. Und Assaph kennzoichnot die tiof\'sten Wünsche des monschlichon Flerzens mit dem iïir einen alttestamentlichon Frommon stauncnswerthcn Worte des 73. Psalms: Wonn ich nur Dich habo, set frage ich nichts nach Himmel und Erde, was ein Sanger unsrer Tage also erlautert;

Und gabst Du die ganze Erde

Mir auch und den Himmel dazu,

Die Du sehufst durch Dein göttliches Werde,

Du gilbst mir doch nimmer die Ruh\'!

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Die gauze unziihlige lieerde Lass icli dem Himmel — nur Du,

Nur Du in Himmel und Erde Griebst meiner Seele die Ruh\'!

Soli dies allertief\'ste Verlangen unsves Herzens gesti lit worden, so mttssen wir in Got,tea Wesen eindringen. Nun wissen wir zwar durch Johannes, class Qottes Wesen die Liebe ist (1 Joh. 4, 1!)). Aber damit, dass du dem Apostel der Liebe sein herzliches Wort naehsprichst, ist es noch nicht gethan. Wir miissen begreifen, dass er die Wahrheit sagt. Und das geht nur niittolst dor Erfahrung, nicht mittelst des Verstandes. „So oft das Wiirtlein audi ^o-schrieben ist, es bleibt ein Rathsel doch, was Lieben ist.quot; Ein Rathsol fiir den Verstand. Aber die Erfahrung des Herzens löst dies Rathsel Avie bei der irdischen so audi bei dor hinunlischon Ijiebe, ist jene doch nur dor schwache Abglanz dor himmlischon Liebe!

Du willst eindringen in das Gohoimniss des Wcsens Oottos? Nun, so musst du selbst in der Liebe gowurzolt und gegründet sein. 1st audi wohl Niemand fur Liebe, die ihm angethan wird, unempfamp;nglich, so erkennt doch die Liebe der Monseh nur in dem Masse, in dem er selbst zu lieben vermag. Saf^o an, liebst du Josum? Ach, dass in dem Greschledite dor Christen heute noch jenos Feuor heiliger Liebe zu Jesu gltthte odor wieder aufflammte, das in don doutschen Psalmisten loderte, einem Paul Gerhardt, dessen Lieder nach Jahrhunderten noch Ilcr/ und Gemüth gefangon nehtnen, oinem Zinzendorf (Jesu, geh\' voran).

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einem Christian Qregor (Ach, mein Hovr .Tesu, Dein Nahesein bringt siissen Frieden ins Herz hinein), einem Valerius Herbevgor (In nioines Herzens Grimde, Herr Christ, Dein Nam\' allein funkelt all Zeit und Stundo, dranf kann ich f\'röhlich sein.) Uebrigens wird unsrc Liebe zum Herrn desto tiefere Wurzel schlagen, desto festeren Grund win non, je horzlicher wir seine Vertreter auf Erden seine geringsten Briider und Sehwestern zu lichen suchen, aber nicht nur in dei\' Theorie sondern in der Praxis. Dn wirst dor Liebe Gottes in ihrer Bmïe naher kommen, wenn du allen, mit donon dich Gott in Berührung bringt, ohne Ausnahme mit liebevollor Theilnahrne entgegenlcommst, so sohwer das deiner Natur worden mag. Du wirst die Lfinc/e der Ijiebe Gottes ohcr begroifen, wenn du nicht auf\'hörst zu liebon bis zum letzten Athemzvige (Ev. Joh. IB, 1) ihr. Aelteren, dass ihr nicht Icaltor werdet, indorn ihr alter wordet! Die Tiefe der göttlichen Liobe wirst du ein wenig ermossen könnon, wenn dcine Liebe auch zu den Elondesten hinabsteigt, auch zu donen, die dir nicht vorgelten können, ja nicht einmal danken wollen. Die Höhe der göttlichen Liebe ondlich wirst du oinigermassen erkennen könnon, wenn doine Liebe aus dom Kreise deinor Nachston hinauf stoigt auf die Höhon dor Reichsgottosarboit, zur Mission unter Heiden, Muhamedanorn, Judon, zur Mission untor Christen, die ohne Christus sind, znr Gustav Adolf Voreins-Arbeit. Wie nur der Kenner ein Meisterwerk ganz zu würdigen vermag, so kann auch nur oin Christ, der liebt, die Liebe seines Gottes und lloilandos würdigen, vorstellen, erkennen. Zur voll-

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stiiiuligen Erknnutniss allerdiugs roichon die neiilizi», siebzig Jahre misers Erdenwallens niclil aus, dazu gehort eine Ewigkeit. Uenn die Liebe Christi, sagt der Apostel, übertritt\'t doch alle Erkenutniss.

Blieken vvir zurück auf den Weg zur Vollkoinmeuheit, den Faulus uris schrittweise enthüllt hat. Erst Erstarkung uusrer christlichen Jnnerlichkeit. Sodaun die vollige Besitznahme des Herzens dureh den Heiland. Zuletzt das immer tiet\'ere Eindringen in das Wesen Gottes, für das wir uus übrigens nicht verein-samen, sondern „ mit allen Heiligenquot; zusaramenschliessen sollen. Dieser Weg, erkliirt dor Apostel, t\'ührt znm seligen Ziele, zur Erfullung mit allerlei Oottesfülle, zur Reilo für das Leben im Morgenglanze der Ewigkeit. Es giebt keinen andern Weg. Wollen wir selig werden, so müssen wir ihn gehen. Aber ist er nicht erschreckend steil, zuni Verzagen sehwierig? Nnn, Faulus wenigstens hat guten Mutb t\'ür seine Epheser; freilich blickt er dabei nieiit auf die Epheser, sondern auf den Herrn, nicht auf die Pilgrime sondern auf den Eührer. Lieben Preunde, auch wir sollen den schweren Gang ja nicht allein thun. Dann allerdiugs mochten wir schwachen, unfahigen Menschenkinder auch mit den Jüngern fragen: ja, wer kann denn selig werden? Aber was bei uns unmöglich ist, das ist bei dein Herrn mög-lich, ja gewiss. Triumphierend sieht der Apostel voraus, dass die Christen zu Ephesus das Ziel sogar ganz glanzend erreichen werden, denn sein Gott kann überschwanglich thun über Bitten oder Verstellen, uach der Kraft, die er in i/me.n wirkt. So bin

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icli auch fiir eucli und inich in filter /nveraicht. Wir werden erstarken durch (lottos deist am inwendigeii Menschen von Tas; /u Tage. Jesus Christus wird mehr und mehr der Regent unsror Heelo, der Bewohner unsres IJerzenB werden. In derErkenntniss Gottes vverdon wir (lurch herrliche Erfahi\'ungen immer grössere Fortscliritte machen. So werden wir denn audi, zur Vollkommenheit gelangt, selig werden. In dieser Hoffnung, die der heilige Geist tief innen uns als Gewisshoit bezeugt, wollen wir dankbar und ehrfürchtig in den Lobpreis am Schlusse unsres Textes, das Gloria Pauli einstimraen: Ihm sei Ehre in dor Gemeinde, die in Christo Jesu ist, zu aller Zeit von Ewigkeit zu Ewigkeit -einstimmen auch in das apostolische Amen: Ja, es soil also geschehen. Amen.

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