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DAS

HEER- UND KRIEG8WESEN

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GROSSMOGHULS

VON

DR. PAUL HORN,

Privatdozont an der Univorsitiit Strassburg, Künigl. Siichsischor Lieutenant der Landwelir.

LEIDEN. - E. J. BRILL. 1894.

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DRUCK VON E. J. 3J11ILL IN LEIDEN

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Herrn Stadtrat

JULIUS FRANCKE

ZU LEIPZIG

IN HERZLICHER VEREHRUNG UND ANHANGLICHKEIT

ZUGEEIGNET.

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INHALTSVERZEICIINISS.

Soito

Einleitung....................................................... 1

I. Uang- und Soldverhiiltnisse................................. 11

II. Die Cavallorio........................................... 20

III. Die lufaulorio............................................. 21;

IV. Die Artillerie............................................. 26

V. Die Priisenzstilrke dos Ueiclishoeros und einzelner Armeen....... 30

VI. Fnnere Organisation........................................ 45

VII. Die Elofanten............................................ 51

VIII. Der Tross................................................ 50

IX1). Die Taktik.............................................. 50

X. Kriegslisten............................................... 70

XI. Einzelno Schlaclitbesoliroibungen........................... 71

Erste Sehlaclit bei PanJpat.............................. 71

Schlacht Saber\'s gogen Rana Sanka .... ................ 7 t

Zweite Schlacht bei Pfunpat............................ 70

Schlacht bei K6ra..................................... 84

Einnahme des Passes von Adsehimr......................103

XII. Normaler Verlauf einos Gefochtos............................105

XIII. Verlnststatistik............................................1J2

XIV. Marschleistungon...........................................115

XV. Einzelno Belagornngen......................................117

Belagerung von Tschïtör...............................118

Erste Belagerung von Ahmednagar.......................125

Belagerung von Asir...................................127

Die Festuug Sfirat.....................................133

XVI. Kriogsmarine......................................... ... .134

XVII. Militarisehes aus den „Verordnungouquot; Timur\'s.................130

1

S. 59 lies IX slatt XI.

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Eine zusamuietihangende Darstelluag alles desseu, was über tlas Heer- und Kriegsvvesen der indischeu Gross-Moghuls bekanut ist, ist bisher noch niclit unternommen worden. Manches zum Teil sehr wertvolle Material findet man zwar bereits in eiiiigen Biichern gelegeutlich verwertefc, das weitaus meiste bleibt aber dein sich fur den Gegeustand interessirenden Forscher noch selbst zu sammeln. Audi die folgeude Skizze will keine pragmatische, erschöpfende Behandlung des Stoffes sein, vielmehr will sie uur eineu Baustein zu einer solchen liefern. Sie ist hervorgegangen aus einera in der Gesellscbaft der Reserve- und Landwehr-offiziere zu Strassburg gehalteneu Vortrage, der übrigeus in der Hauptsache nur durch Hinzufügung der Schlachtberichte und der Übersetzung der militiirischen Theile aus Timur\'s »Ver-ordnungenquot; erweitert worden ist. Über die innere Organisatiou des Heeres hiltte sich weit ausführlicher handeln lassen, doch schien es genügend, hierfür auf die Ausführungen Blochmauu\'s iu seiner Aiu-i Akbari-Translation zu verweisen, um nicht schon Gesagtes bloss zu wiederholen und statt dessen Raum für die bisher noch nicht berücksichtigte Taktik und die Verwendung der Armee im Kriege zu gewinnen.

Bei einer Untersuchung über das Kriegswesen der Mogbuls liegen die Verhiiltnisse in so fern güustig, als wir dasselbe, was schon der Name sagt, an das der Mongolen anzuknüpfen haben, über welches wir durch die sog. »Verordnuugenquot; Timur\'s genauer unterrichtet siud, als wenn wir, wie sonst zunieist, alle unsere Kenntniss aus den gelegentlichen Mitteilungen der ein-zelnen Schriftsteller schopfon müssten. Wir stehen damit von

i

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vorn herein auf eiaera nicht clurchaus unsiclieren Boden; der Rahmen wenigstens ist im Allgemeinen gegeben, wir habeu bloss das Fachwerk der einzelnen Felder noch auszufülleu.

Die Schwierigkeiten, welche alleuthalben das Studium des Heerweseus eines Volkes fuidet, bezüglich dessen mau sich nur auf schriftliche Quellen aus der Vergangenheit angewiesen sieht, sind im Oriente wohl noch in weit verstiirkterem Maasse vor-haaden als im Occidente. Das erklilrt sich hauptsüchlich — ganz abgesehen von solchen Puukten, dass wir z, B. fur den Orient weit seltener als fiir Europa topographische Aufnahmen oder wenigstens Beschreibungen voa Schlachtfeldern besitzen, die das geuaue Verstiindniss eines Gefechtes erleichtern könuen — durch die Art der Quellen. Fast immer stammen dieselbeu von Milnnern, die mit der Feder ausgezeichnet umzugehen verstanden, denen aber das Kriegshandwerk ganz fern lag, uud wenn auch eiamal ein Militar zum Schreibrohr greift und sich als Gescbichtsschreiber versacht, so ist es trotzdem sebr begreiflich, dass er viele Diuge nicht der Erwahnung für wert hiilt, die seinen Zeitgenossen vollkommen geliiufig waren, wilhrend sie uns durchaus unbekaunt sind. Uud in deu allermeisten Fiillen handelt es sich um historische Schriften; solche rein militiiri-schen Characters sind betrachtlich in der Minderheit, ja sogar sehr selten.

Nicht viele moghulische Autoreu, die persisch schreiben — und solche kommen bis auf eine Ausnahme für den gegeu-würtigen Zweck allein in Betracht — könuen es uun über sich gewinnen, ein Factum in schlichten , klaren Siitzeu zu berichten ; für geschtnack- uud kunstvoller gilt es, statt eines zehn VVorte zu machen und die Tatsache, um die es sich handelt, in zier-lichem Wortgefüge und mit Hilfe feiu gedrechselter Phrasen zu umschreibeu, eine Manie, outer welcher natürlich die Ver-stiindlichkeit keineswegs gewinnen kanu , uud die ausserdem dazu verführt, den Kernpunkt einer Sache, uachdem man viele Worte um ihn lierum gemaclit bat, überhaupt zu ignoriren. So leseu wir sehr hilufig in Schlachtberichten banale Redensarten, wie, das feindliche Heer sei »zahlreich wie Ameiseu oder Heuschrecken-schwarmequot; geweseu, oder die eutwickelte Tapferkeit sei so ausser-

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gewohnlich gewesen, dass »die Znnge des Schreibrohrsquot; versagen müsse, sie zu schildera; darauf folgt aber nichts desto weniger noch eine langatmige, wortreiche, allgemein gehaltene Beschreibung, in der nicht viel raehr Sachliches steht, als dass schliesslich die eine Partei flieht und die andere siegt. Wess-halb, wird dem meist viele Meilen vom Kampfplatze entfernt schreibenden, gelehrten Autor selbst kaum deutlicher gevvesen sein, als uns, die wir auf seinen Bericht angewiesen sind, der so und so oft mit kleinen Umanderungen auch für jede belie-bige andere Schlacht passen würde.

Wilhrend in Persien zur pefewidenzeit ein Historiker noch durch prunklose, schlichte Schreibweise Anklang fand, gleicht ein moghulischer Scblacbtbericht in seiner phrasenhaften ünbe-stimmtheit hiiufig geuug dem eines Mirza Muhammed Mehdi Chan, des Geschichtsschreibers Nadir Schah\'s, über die folgen-schwere Entscheidungsschlacht zwischen seinem Helden und dem Herrscher Indien\'s bei Panipat, wo das eigentliche Gefecht in der folgenden Weise geschildert wird; »Naclideni zuerst die Pliinkler beider Parteien kaïupfsuchenden Kreiseln gleich Ge-tümmel zu erregen unternonien hatten, machten die gerüsteten Streiter und die bluttrinkenden Helden die Hand zum Gebrauche der Kriegswerkzeuge auf. Köpfe von Helden rollten unter den Pferdefüssen herum wie Billle in der Krümme iles Schlagers und Haupter von Stolzen taucbten gleich Blasen in einem Heere Blutes unter. Jeder reisige Zünder, der gelost wurde, beförderte schleunigst einen lleiter vom Rosse des Daseins herab zu Boden und jeder Drache von Kanone, der seinen feuerspeienden Racben auftat, löschte mit seiner Zunge Lebenslichtsfunken aus. Kurz, von Beginu des Mittags war 4—5 Stunden lang die Glut des Krieges und das Feuer des Stechens und Schlagens mit Silbel und Speer der Beberzteu in Thatigkeit, Köpfe zu verstreuen und Gegner niederzustrecken, bis das Gliick sein Gesicht vom Heere der luder abkehrte , und diese sich auf ein Mal zur Fluclit waudtenquot; 1), Die einzige tatsachliche Mittei-

1

Nach der Strassburgcr Handschrift (Kol. IQ*!), die mir von der Verwaltnng mit bekannter Liberalitüt t\'ür die Benntzung zu Hause zur Verfügung gestellt wurde. Ich

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luug über deu Verlauf der Scblacht ist die, dass der Kampf 4—5 Stunden vou Mittag au gedauert habe, und dieser ganze Bericht ist doch so recht nach dem Herzeu eiaes Orientalen !

Zum Grlück schreiben aber nicht alle Schriftsteller so, und fallt aucli trotzdem manches Wesentliche für unsere Kenntniss des Kriegswesens ab. Gerade für die Moghulperiode besitzen wir ein militiirische Dinge anlangend ganz ausgezeiclmetes Werk in deu Memoireu Baber\'s, des Begründers der Dynastie, wohl das bedeu-tendste und interessanteste Buch dieses im Orient vou Fürsten wenig gepflegten Genres (der Originaltext ist herausgegebeu vou N. II min ski, Baber-Name oder Memoireu des Sultan\'s Baber, Kasan 1857; eiue französische Ubersetzung verdanken wir Pavet de Oourteille, Mémoires de Baber, Paris 1871, 2 Bilude). Auch wenu das Buch nicht im schlichten tschagha-taischeu Türkisch sondern in der weit langer in der Literatur eingebürgerten, elegantereu persischen Sprache verfasst worden wilre, so würde Baber doch eineu einfacheu Stil für dasselbe gewiihlt habeu; sein Urteil über dieseu Punkt hat er deutlich in den goldenen Worteu des an seinen Sohu Humajün gerichteten Briefes ausgesprochen (Pavet de Oourteille 11, 365 folg.). Das Werk ist eine Pundgrube wertvollsteu Materials, es ist fürdiese Skizze fortwahrend zu Kate gezogen worden.

Sodanu kommen als (Juelleuschrift iu Betracht die Tuzükdt-i Timur, »die Verorduungen Timur\'s (Tamerlan\'s).quot; Unter des grossen Eroberers Namen (dessen ursprüngliche Ausprache übrigeus nicht sicher gestellt ist, wahrscheinlich Teimur; ich habe es bei dem modernen Timur gelassen) geht bekanntlich noch eine andere Schrift, die Melfüzdt »Annalenquot;, die aber für dieseu Aufsatz unbenutzt bleibeu durfte. Über die Echtheit beider sind starke Zweifel geaussert, nach meiuer Meiuung steht, unbe-fangeu betrachtet, die Sache so:

Die Tuzükat »Verorduungenquot; (die wohl am Besten noch in der den Originaltext mit einer englischen Ubersetzung ver-einigenden Ausgabe von Davy-White, Institutes political

bin dem Oberbibliothecar Herrn Prof. Dr. li a rack nicht nur wegen eines solchen einzelnen Falies zu üanke vcrplliehtet.

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and military, written originally in the Mogul Language, by the great Timour, improperly called Tamerlane, Oxford 1783, 4n, zu benutzen sind) konnen trotz der vorhandenen Bedenken — vornehmlich die spilte und vom Abfassungsorte so ent-legenc Auffinduug der Schrift sowie das augenscheinlich hoft-nungslose Verschwundeusein des angeblichen, sonst nirgendwo erwahnten osttiirkischen Originals — sehr wohl aus Timur\'s Zeit stammen; jedenfalls herrscht in ihren militarischen Teilen, die allein icb mir niiher angesehen habe , ein gewissermassen patriarchalischer Zug, der über die indische Moghulzeit, Baber eiu-geschlossen , hinausgeht. Es ist bislang im Grunde keine Ursache verhanden, sie deni Herrscher abzusprechen , wenn dieser audi nicht rnit eigner Hand das Schreibrohr geführt 7-11 haben brancht sondern die »Verordnungenquot; nur als seine Meinung hat niederschreiben lassen. Das gleiche für die Melfüzat »Annalenquot; anzunehmen, ist unbeschadet ihrer üürftigkeit nicht unmöglich. Mindestena ware das Colorit des Übersetzungsstiles aus dem tschaghataischen Türkisch in den »Verordnungenquot; sehr gut getroffen ; ein Muhammedaner Indiens hiltte fibrigens zu Schahdschehan\'s Zeit originaliter nie so schreiben konnen, wohl aber ein Perser. Die Bemerkung Muhammed Afzal Buchari\'s, des Bearbeiters der Melfüzat, bei R i e u, Catalogue of the Persian Manuscripts of the British Museum I, S. 179, dass Abü Talib ul-Huseini seine Ubersetzung erst in Indien beendet habe, erscheint mir ganz. unwahrscheinlich; denn dann hiitto er doch fast notwendig eine Abschrift des Originals bei sich gehabt haben raiissen \').

Hoffentlich kommen wie bald einmal zu Klarheit in der heiklen Frage fiber die Echt- oder Unechtheit der nnter Timur\'s Namen laufenden Schriften. Innere Gründe, welche bei der Entscheidung mitsprechen konnen und an denen die Kritik ansetzen kaun , werden gewiss nicht fehlen \'1). So lange aber

1

Der zeit^enosische Abd ul-liamid weiss im Badschalinumc überhaupt nichts von der Überarbeitung.

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nicht uacbgewiesen ist, class die Schriften nicht von Timur sein kunnen, wird es erlaubt sein, an ihrer behaupteten Authenticitat fest zu halten. Dass ein »Scheusalquot; wie Timur sein (eine Beurteilung, die ich natürlich keineswegs billige) und Memoiren schreibeu rait einander unvertriigliche Dinge seieu, mag der glauben, welcher mit Lautner, »Wer ist Rembrandt?quot; in einem Raisonnement wie auf S. 109 über-einstimmt, Rembrandt\'s Leben und Character sei »der zu-reichende und zwingende Beweis gegen seine Autorschaft au jenen Bildern (dem Segen Jacob\'s u. a.)quot;, oder wem es mit Gar be, Indische Reiseskizzen, 70, »ein kaum fassbarer Ge-danke ist, dass cin Betrüger und Falscher fahig gewesen ist, mit so idealer Empfindung die trauernde Gattenliebe seines Herrn zu verewigen (nilmlich im Tadsch-Mahall bei Dihli)quot;.

Wegen der Wichtigkeit der militarischen Telle der Tuzukat habe ich dieselben ara Schlusse in einer Übersetzung im Zu-sammenhange mitgeteilt\').

Als zwei sehr wichtige Quellenschriften sind des Weiteren die beiden Werke A bul Fazl\'s, Kaiser Akbar\'s Premierrai-nister\'s, zu nennen, das Ahi-i Ahbari und das Akharndme, beide urtextlich in der Bibliotheca indica edirt. Das erstere hatte H. Blochmann, The Ain i Akbari by Abul Fazl \'Alami, Calcutta 1873, zu übersetzen angefangen; der erschienene erste Band enthalt neben dem Texte eine Fülle schatzenswertester Anmerkungen und Excurse, wie demi Blochmann einer der mit der Literatur der Moghulperiode vertrautesten Gelehrten

schiedcn sind, mit ihnen geben? JSezüglich aller soldier Punkte muss man ganz klar sehen können. Dass unter Dschehungir\'s Maximen einzelne Übereinstimmungen mit den //A^erordnungen\', Timur\'s vorkommen (z. 13 Nr. 3 und Davy-White p. 372), besagt niehts, da die betr. Festsetzungen nicht erst dnreh Timur erfunden worden sind.

1) leh habe neben Davy-White\'s Ausgabe die Berliner Handschrift, Ms. orient. Fol. 287, benutzt, die mir nebst einigen gedruckten Büchern von der Konigl. Biblio-thek hierher gesandt wurde, für welches Entgegenkommen ich audi an dieser Stelle meinen Dank ausspreche. Die Handschrift ist leider sehr ilüchtig geschrieben und kürzt derartig ab, dass sic allein gar nicht zu brauchen ist. Gut ist die in den /rDenkwürdigkeiten für die Kriegskunst und Kriegsgeschichte, herausgegeben von einigen Olüzieren des Königl. preussischen Generalstabesquot;, Jleft HI, Berlin 1818, S. 183 folg. enthaltene Darstellung der militarischen Institutionen Timur\'s, die wohl auf Langlès beruht, den ich nicht kennc.

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war. Seit dem Jahre 1891 erscheint eine Fortführung des von ihm begonnenen Werkes durch Col. H. S. Jarrett, von der icli biaher 4 Hefte zu Gesicbt bekom men babe. Zwar war Abul Fazl kein Militar, es lag aber im Plane seines Ain, anch das Heer und dessen Organisation eingehend zu scbildern, wofiir ibm das autbentischste Aktenmaterial zur Verfiigung stand. Aber aucb die Schlacbtbescbreibungen seines Akbar-ntime sind selir wertvoll, da er fast immer die Stellungen der einzelnen in Aktion tretenden Offiziere vorher detaillirt angiebt. Andere Schriftsteller, die ein Gefeclit oft viel anscbaulicher zu scbildern vermogen als er, unterlassen dies, und in Folge dessen weiss man nacbber oft nicht, wo die Eraire, welche inden Kampf eingreifen, anfanglich standen und gewinnt keinen Ein-blick in die Phasen des Gefechtes (fiber Abul Fazl als Soldaten vergl, unten S. 84).

Noch viel ausfiihrlicher ist in dieser Beziehung Muhammed

lt;\\

Kazim, der Verfasser des Alemgirname, dem icb darum audi einige Schlachtberichte entnommen babe (vergl. unten S. 84 folg. die Bemerkungen fiber den Autor).

Über andere benutzte orientaliscbe Autoren wie Badauni, Obafi Chan u. a. findet der Leser am Bequemsten Auskunft in dem gross angelegten Werke von H. M. Elliot und John Dowson, The History of India as told by its own Historians, the Mubammedan Period, London 1867 —1877, 8 Biinde, das natürlicb fortwahrend berücksicbtigt worden ist.

In zweiter Linie erst kommen die Beschreibuugen iilterer In-dienreisender in Betracht, da ibre Mitteilungen im Allgemeinen hinter denen orientalischer Schriftsteller zurückstehen mussen; doch erwiilinen sie gelegentlich auch Manches, was wir bei Letz-teren zwischen den Zeilen lesen müssen, und daher babe ich die wichtigsten, welche mir zur Hand waren, eingesehen ^). Die

1) J. Talboys Wheeler\'s Behauptung (Early Records of British India, S. 5): //To this day our only knowledge of the religion and civilisation of the Moghuls is to be derived from the testimony of contemporary European residents or travellersquot; verriit eine vollkommene Unkenntniss der Sachlage; desselben Autors Part IV seiner History of India, Moghul Empire, ist ein schlagender Heweis fiir ihre Verfehltheit. Dr. John Fryer\'s mir nnzugiinglichen /.New Acconnt of East India and Persiaquot; habe ich nach Wheeler\'s Ausziigen in seinem letztgenanuten Werke benutzt.

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ausfiihrlichsten Nachrichten fiber das Heer findet man an einer Stelle zusamtnen wohl bei Oatrou, Histoire générale tie l\'eiu-pire du Mogol depuis sa fondatiou jusqu\'a présent, Paris 1715, der eigens für ihn verfasste Berichte des venetianischen Arztes Mauuchi au Aureugzêb\'s Hof\'e benutzte. Seiner Darstelluug be-gegnet ruan in der Folge haufig iu Beschreibungen Indians. Tod\'s Rajasthan-Werk stand mir leider nicht zur Verfügung.

Von abendlandischen beuutzten Werken will ich hier uur noch eiues erwahneu, dem ich manche Anreguug verdanke, nainlich Graf F. A. vou Noer\'s (Pseudonym des Prinzen Friedrich August zu Schleswig-Holstein) Kaiser Akbar, Leiden 1880—85. Gerade für militiirische Dinge bat der Verfasser viel Interesse gehabt, die Schilderungen einiger grosser Festungs-belagerungen habe ich im Wesentlichen direkt von ihm über-nommen.

Manchem Leser werden die gelegentlich erwahnten Daten aus der Geschichte Indiens unter den Moghulkaisern fremd sein, es war aber weder möglich, auf ihre Aufübrung zu verzichten noch auch sie jedesraal eingehend in ihren geschichtlichen Zu-sammenhang zu rücken. Die gewiinschte Aufklarung findet mau leicht in jeder Geschichte Indiens, in Blochmann\'s Ain-ïrans-lation oder für Akbar\'s Zeit in Graf Noer\'s Bucbe.

Lord Munster (Fitzclareuce, Earl of) batte seiner Zeit die Absicht, eiue Geschichte des Kriegsweaens der Vülker des Mit-telalters zu scbreiben bezw. schrei ben zu lassen und für diesen Zweck in einer lithographirten Schrift in arabischer Sprache die Zusammenstellung einer Anzahl Fragen über militiirische Dinge bei den Muslims sowie der orientalischen Quellenwerke, die in Frage zu kommen schienen, veranlasst (s. Flügel, Die ara-bischen, persischen und türkischen Handschriften der k. k. Hofbibliothek zu Wien, I Band, S. 51). Soviel ich sehe, ist die Literatur der uns hier beschilftigendeu Periode darin nicht berücksichtigt.

Bei dem conservativen Festhalten am Alten, das für den Orient so characteristisch ist, könnte das Studium moderner militilrischer Verhilltnisse in Indien an Ort und Stelle, soweit dieselben nicht anglisirt sind, vielleicht noch manchmal zum

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Verattladniss der iilteren Zeit lielfen \'). Wetzstein\'s Schilde-ruugen vou Beduiuensclilachten im »Reisebericht fiber Hauran und die Trachonenquot;, S. 143 folg., haben aucli nicht nur für die Kenutnisa gegeuwiirtiger Beduinentaktik hohen Wert son-dern spiegein alte, walirscheiulich sehr alte Gepflogenheiten wieder; fiber Persian böre man das ürteil eines so corapetenten Richters wie Malcolm (das allerdings jetzt schon fiber ()0 Jalire alt ist), der Band II, p. 49G seiner »History of Persiaquot; sagt: »The irregular horse of modern Persia are the same kind of troops which opposed the Romans; und they have preserved not only the habits but the mode of fighting, of their forfathersquot;.

Dass mongolische Heere europaischen gewachsen waren , haben Schlachten wie die auf der Haide von Mohi oder bei Wahl-statt klar gezeigt; in Indien kamen raoghulische ernstlich mitsol-cben erst zur Zeit des ausgesprochensten Verfalls ihres Reichs, der trotz allen aussereu Glanzes bereits unter Aurengzêb begaun , in Berfihrung. Ich habe das Zusamraentreffen moghulischer nnd europaischer Kriegsfiihung daher, als von vorn herein zu un-gfinstig fflr die erstere, im Folgendeu nicht berficksichtigt, wenn-schon es mir an Material vielleicht nicht gefehlthiitte (z. B. Hob. Orme\'s History of the military Transactions of the British Nation in Indostan, from the Year MDCCXLV — nach der vierten Auflage, London-Madras 1861, ein Werk, das es als einen seiner H auptzwecke erldilrt, die Uberlegenheit europilischer Heere zu zeigen — doch standen mir audi wiederum wichtige Werke wie Malcolm\'s Life of Robert Clive oder Broome\'s History of the Bengal Army nicht zur Verffigung. Eine einge-hende Darstellung dieses Punktes wfirde fibrigens auf eine 13e-nutzung der noch zumeist ganz undurchforschten, handschrift-lichen Schatze vou India Office Library aus den ersten Zeiten der Company schwerlich verzichten können). Das Prestige des

1) In England oder Tndien ist vielleicht maneherlei dieses Desiderat Erfiillende gedruckt worden , das mir nnbekannt geblieben ist. Gehort hierher das mir nur dem Titel nach hekannte Buch W. Franclin\'s, Military Memoirs ol\' Mr. George Thomas, risen from an obscure Situation to the Rank olquot; a General, in the Service of the Native Powers in the North West of India. Compiled and arranged from Mr. Thomas\'s original Documents. Calcutta, 1803?

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Grossmogliuls hat jedenfalls die tatsiichliclie Schwacbe seiner Armee den überwiegend friedlich gesinnten, auf kaufmannische Geschiifte bedachten europaiscben NationeQ in Indien lange verbüllt.

Bezüglich der Umscbreibung der vorkommenden orientalischen Namen und Worte bemerke icb, dass ^ die Geltung des fran-zösischen z hat; s und g sind dagegen immer schart\' zu spre-chen. Q bezeichnet einen empbatischeren Gutturallaut als k, aber nicht etwa mit einem nachfolgenden w, wie bei nnserem qu; th bat die Bedeutung des englischen t.h; lt;7/4 in Moghul und anderen Worten mag man wie g sprechen (in indischen ist es starker aspirirt). In türkischen Worten sind die Liingen der Vokale nicht bezeichnet worden.

Für einige freundliche bibliographische Auskünfte bin ich den Herren Dr. R. Rost, Principal Librarian vou India Office Library in London1), Hofrat Dr. W. Pertsch, Oberbibliothecar der herzoglichen Bibliothek zu Gotha und Prof. Dr. L. Muller, Bibliothecar an der Kaiserlichen Universitats- und Landesbiblio-thek zu Strassburg i. E. zu verbindlichstem Danke verpflichtet. Versciiiedene wertvolle Winke verdanke ich Herrn Hauptmaun Luthmer, Batteriechef im königl. preussischen Feldartillerie-Regiment Nr. 31, der hoffentlich bald mit wiedererlangter alter Sehkraft diese Seiten selbst lesen konnen wird.

1

Leider mittlerweile aus dcra Amtc geschieden.

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I.

Die Armee des Moghulreiches bestand aus C a v a 11 e r i e, Infanterie und Artillerie. Nummerisch bestimmte Ver-bande, uuseren Compagnieen , Bataillonen u. s. w. entsprecbend, gab es nicht; die vorkommenden Ausdrücke »Trupp, Schaar, Abteilungquot; {faudsch, guróh, dschüg, harchê) sind immer ebenso allgemein wie ira Deutschen \'). Dem jedesmaligen Bedürfnisse entsprecbend wurde die Starke der erforderlicben Truppe fest-gesetzt, und es ist dann von »einer augemesseuen Schaarquot; die Rede.

Die Einteilung des ganzen Herres berulite indessen auf dem Deciraalsystem. Der kleinste Verband war urspriinglicb die Abteilung von 10 Mann. Daher war audi die unterste Offiziers-würde (mengebddrl)1) die cines »Anfiihrers von 10quot; {Dehhaschi).

Darauf folgten die Anführer von 20 (Bisti), 25 (Te.rkesch-hend) 2), 40 (Du-Msti), 50 (Pendschdfn), 60 {Sih-btst1), 80

1

Ich fasse mich über diese Verhaltnisse hier kurz, da man bei Blochmann, Aia-Translation S. 236 folg. Ausführliches findet. Ich erwühne nur Einiges, das mir einer anderen Auffassung als dort zu bedürfen scheint und gebe sonst das, was fiir das Verstandniss des ganzen Heerwesens wesentlich ist.

2

Gewiss nicht 30, wie Blochmann, Aïn-Translation S. 239, 249, 527 annimmt. Eine Zahl ist nicht angegeben\', terkeichhend bedeutet //Köchertriigerquot;, ein merkwür-diger Titel fiir diesen üffizierarang. In das ganze System passt die Zahl 30 nicht hinein, ebenso wenig wie 70 und 90.

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(TscheJidr-Msti), 100 (Juzhaschi, auch Ccdï), 120 (Ced-u-hlsti), 125 ((Jed-u-Mst-u-pendscM), 150 (JeJc-ged-u-pendschdln), 200(7)«-gedt), 250 (Du-gedi-u-pendschdhi), 300 {Sih-^edt), 350 {Sih-fedi-u-pendschdht), 400 [Tsche/idr-^edi), 500 {Pdngedi), G00 (Schesch-gedi), 700 {Heft-yrdi), 800 (Hescht-gedi), 900 (A\'uA-gedi), 1000 {Hezdri), 1100 (Hesdr-u-jek-gedi), 1200 (Hezdr-u-du-gedl), 1300 (IJezdr-u-sih-gedt), 1400 (Hezdr-u-tschehdr-perfi), 1500 {Ilezdr-u-pdngedi), 1G00 {Hezdr-u-schesch-gedi), 1700 {Uezdr-u-heft-^edi), 1800 {Hezdr-u-hescht-gedi), 1900 {Hezdr-u-nuh-gedi), 2000 (Du-hezdri), 2100 (Du-hezdr-u-jek-gedi), 2200 (Du-hezdr-u-du-gedi), 2300 {Du-hezdr-u-sih-gedt), 2400 (7/m-hezdr-u-tsclielidr-gedi), 2500 (Du-hezdr-u-pdnQedi), 2600 (7^/t-hezdr-u-schesch-gedi), 2700 {Du-hezdr-u-heft-gedi), 2800 (T^w-hezdr-u-Jmcht-gedi), 2900 [Du-hezdr-u-nuh-gedi), 8000 (lt;S«7t-hezdtrï), 3100 (Sih-hezdr-u-jek-fedi), 3200 {Sih-hezdr-u-du-gedi), 3300 (Sih-Jiezdr-n-sih-gedi), 3400 {Si/i-hezdr-ic-tschehdr-gedt), 3500 (Sih-hezdr-u-pdngedi), 3600 (Sih-hezdr-u-schesch-gedi), 3700 (Sih-he.zdr-u-heft-gedi), 3800 (Sih-hezdr-u-hescht\'gedf), 3900 (lt;S?7i-hezdr-u-nuh-gedi), 4000 {Tschehdr-hezdrf), 4100 [Tschehdr-hezdr-u-jek-gedt), 4200 (Tschehdr-h.ezdr-u-du-gedi), 4300 (Tschehdr-hezdr-u-sih-gedi), 4400 (l\'scJieJidr-hezdr-u-tschehdr-gedt), 4500 (Tschehdr-hezdr-u-pdngedi), 4600 (Tschehdr-hendr-u-sc/tescJi-gedi), 4700 {Tscliehdr-hezdr-u-heft-gedi), 4800 {Tschehdr-hezdr-u-hescht-gedi), 4900 (TscJiehdr-hezdr-u-nuh-gedi), 5000 (PendscJi-hezdrl), 7000 (Jlaft-hezdn), 8000 (Hescht-liezdri), 10,000 (Deh-hezdri).

Das ku Grunde liegende Priucip ist vollkommen deutlich. Den Ausgangspuukt bildete als taktische Einheit die Schaar vou 20, als deren Vielfaches die von 40, 60, 80 aufgefasst wurden, wie die Titel der betreffenden Anführer zeigen. Die Zabl 25 erscheint uur als die Hiilfte von 50 (die ibrerseits durch Halbirung von 100 gewonnen wurde, ebenso wie auch 125 als ) und nicht in der Form 3X25 wie 3X^0; 30, 70 und 90 fehlen, weil ohne Beziebung zur 20. Je starker die Formationen werden, desto mehr treten die Zablen uuter 100 zurück; von 400—5000 herrscht die Hundertscbaft durchgangig vor. Die dann noch folgenden 7000, 8000 und 10,000 reprii-sentiren uur die Wurden kaiserlicber Prinzen (auch noch unter

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Aurengzêb, vergl. Aleragivntime, S. 618), für solcho kommen auch die Zahlen 9000, 12,000 und spiiter sogar 20,000, 30,000 40,000 vor 1).

Die ursprüuglich als kleinster taktischer Körper fuugirende Zehaerschaft hat bald, wohl weil zu schwach an Zahl, ihre Aufgabe au die Abteilung von 20 abgetreteu. Noch Baber hatte allerdines bei seiiiem letzteu siescreichen Feldzuge gesren

o ra ra ra o

Indien in seinem Heere als kleinste Abteilungen solche vou 10 (als nachst grössere vou SO)2). Unter Akbar, aus dessen Zeitdie mitgeteilte Rangordnung stammt, warde aber als niedrigste Stufe für den Beginn der Carrière eines Offiziers die Charge eines Führers von 20 festgesetzt (vergl. Badauni 11, 190). Unter demselben Herrscher werden dann zwar noch 224 Deh-baschis (Anführer von 10) als Offiziere in den Listen gef\'ührt (gegen 250 JJlstis, Anführer vou 20) :l), auf Grund der ebeu erwahuten Badauui-Stelle mussen wir aber wohl annehmen, dass dieser Hang hu Allgemeinen nicht zu höherem Avance-meut berechtigte. Jedenfalls war der Rang eines Dehhaschi höher als der des dein Siuue uach mit ihm vollstandig syuo-

1

Isldm Schuh soli die Neuerungeu in seinem Heere eingefiihrt luvbeu, dass er Cadres von 50, 200, 250, 500 und dann die grcisseren von 5,000, 10,000, 20,000 Mann sehuf. Es seheint sich hier nur urn eine Veranderung der taktischen Einheit zu handeln, die //Reformenquot; des genannten Herrschers sollen nur sehr iiusserliche gewesen sein (Elliot-Dowson IV, 480 Anm. 1 und 2).

2

Pavet de Courteile II, S. 17.

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nyiuen Mïrdehe; der Sold der letztereii war viel geringer als derjeuige der Dehbaschis, auch hatteu sie keine Leute auszu-rüsten, sio waren eine Art euglischer » non-commissioned officersquot;.

Das Decimalsystem war bei den Mongolen seit Dschingiz Chan für die Einteilung der Armee durchgeführt. ünter Timur wurde diese Einleitung wieder codificirt. Wir finden hier die taktischen Korper von 10 (unter einein Unbaschi), 100 {Jmbaschi), 1000 {Minkbaschi) \\ diesen folgten die Befehlshaber über 2000, 3000, 4000 u. s. w. bis 12,000 1). Neben das dem Decimalsystem entstammeude Kleinhuudert war also noch ein Grosshundert ge-treten.

Die Anzahl der verschiedenen Chargen betriigt in der obigen Zusammenstellung 66, doch scheinen dieselben nicht sammtlich in der Praxis bestanden zu haben. In den uns überlieferten Kanglisten , welche Namen and Anzahl der einzelnen Offiziere anführen, finden wie namlich nur 33, und zwar fehlen die Range 4900, 4800, 4700, 4600, 4400, 4300, 4200, 4100, 3900, 3800, 3700, 3600, 3400, 3300, 3200, 3100, 2900, 2800, 2700, 2600, 2400, 2300, 2200, 2100, 1900, 1800, 1700, 1600, 1400, 1300, 1200 (dagegen findet sich 1250), 1100 und 125 s). Es ist nun sehr begreiflich, dass man diese Stufen entbehren konnte. Auch die von 4500, 3500 und 1250 waren wohl ungewöhnlich (vergl. Blochmann, Ain-Trans-lation S. 240), Die Abteilungen unter 200 Mann wurden unter Akbar von Subalternoffizieren geführt, deren Namen in den Anncelisten mitzuteilen. nicht für nötig erachtet wurde; spater (unter Schahdschehan) wurde dieses Verhaltniss bis auf die Cadres von unter 500 ausgedehnt.

Zwar werden nuu alle diese Zahlen immer nur als Chargen von Offizieren bezeichnet, es scheint aber, dass man sie, wenig-stens unter Akbar, auch mit den Formationeu des Heeres in einen principiellen Zusammeuhang bringen muss. Es ist selbst-redend, dass nur die ideelle Möglichkeit, die entsprechenden

1) Vergl. Davy-White S, 229, 271.

3) Die Chargen 900 und 300 mit Blochmann (Ain-Translatioa S, 238) anznzwei-feln, ist kein geniigender Grnnd vorhanden.

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Cadres bilden zu köiiueu, durch sie ausgesprocheu ist, nicht dass dieselben wirklich mit so geringen Unterschieden existirt baben müssten. Und da in den Scbhicbten gelegentlicb aucb Abteilungen von 1-100, 1600 u. a. in. Mann, fiir welcbe in der Praxis Offiziersriluge nicht vorkommen, erwahnt werden, Offi-ziere also grüssere oder kleinere Abteilungen fiihren konnten, als ihr Titel angab (die Oberbefehlshaber z. B. stets), so ergiebt sich, wie schwankend die Stiirkeverhilltnisse der einzelnen Trup-penformationen waren. Das Decimalsystem bleibt das einzig Feststeheude, und die Offizierscbargen bezeiehneten im Grunde doch nur Rangklassen.

Es zeigt sich aucli anderweitig, dass der Titel eines Offiziers nicht mit den tatsüchlichen Verbaltnissen übereinzustimmen brauchte. Von »100-Führernquot; gab es z. B. 11 verschiedene Klassen, deren erste uur wirklich 100 Reiter zu halten batte — die eigene Ausrüstuug der betreffeuden Truppenzahl war für die Ofliziere im Moghulreiche vorgeschriebeu, dafür erhielten sie einen holieu Sold — ; die zweite steilte 90, die dritte 80 und so herunter bis auf die elfte, die keine eigenen Soldaten un-terhielt sondern nur als Pübrer direct vom Fiscus ausgerüsteter Truppen (sog. pijdde-i ddc/tili) diente \'). Die Soldverhiiltnisse lagen hier so, dass der »100-Führerquot; erster Klasse 700 liupien monatlich erhielt1); auf je 10 Manu entfieleu je 20 Rupien Sold, also blieben noch 500, von welcher Summa er die Kosten für 10 Pierde, 3 Elefauten, 2 «Strickequot; (ïi 5 Stück) Kameele uud 5 Transportwagen, zusammen 313 Rupien, zu bestreiten batte. Mithiu bliebeu ihm für seine eigene Equipirung uud seinen Lebeusunterhalt sowie die Ausrüstung seiner Leute 187 Rupien übrig. Deu »100-Führernquot; der anderen Klassen wurdeu für jede 10 Mann, die sie unter der Normalzahl steilten , 20 Rupien abgezogen, die vorgeschriebeneu Pierde, Elefauten etc. batten sie aber natiirlich olme Abzug zu lieferu. Es

1

de Laet giebt iiu Jahre lö81 den Wert der Bupie aut\' 2 engl. Solidi (d. i. Shillings) und 9 Denare (d. i. Pence) bis 2 Solidi an, Hawkins setzte i. J. IG0(J u. foig. 10 11. = l Pt. St. (S. 431). Neben dein Sinken des Curses von hente ist vor allem der betrüchtlich hohere Wert des Geldes zu damaliger Zeit in Betracht zu ziehen.

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scheiut uicht so, als ob die Hundertführer liöherer Klassen eine besoudere Entscbildigung für die Equipirung ihrer Soldaten erbalten batten; pecuniar am günstigsten nuisste daim die letzte Klasse gestellt gevvesen sein, was eigentlicb nicht recht glaublicb ist.

Ebenso gab es seit dem Jahre 1004 d. Fl. (Akbarnarae III, 671) für alle Chargen drei Klassen: die erste, wo Titel und Truppenzahl übereinstiinmten, die zweite, wo die letztere die vorgescbriebene Hiilfte und mehr betrug, die dritte, wo sie darunter blieb. Doch sind die Solddifferenzen hier zu gering, urn ein gerechtes Princip erkennen zu lassen.

Hiermit ist Catrou\'s Angabe auf S. 269 folg. in Verbin-dung zu bringen. Nach diesem Schriftsteller hiltte Akbar seine Offiziere in drei Klassen geschieden : die erste erhielt Sold für alle 12 Monate, die zweite für 6, die dritte für 4, wahrend doch alle drei das ganze Jahr hindurch Dienst tun mussten. Diese anscbeinende üugerechtiglveit sucht Catrou auf seine Weise zu erklaren \'), jedenfalls aber hing sie vielmehr mit den verscbiedenen Pflichten der Offiziere in der Ausrüstung von Soldaten zusamraen (vergl. Badschahname II, 50ö). Dass das Gehalt nach Dams uicht nach Rupien bestimmt wurde, geschah weniger, um mit hoben Zahlen zu prunken, als weil der Wert der Rupie schwankte. Catrou berichtet ferner, den Titel Men-/■ebddr batten uur die Offiziere bis zu eiuem reinen Gehalte von 1000 Rup. pro Monat, also bis zum 500-Fübrer, geführt, wahrend die höberen Emir hiesseu; dies stimmt zu Blocbmann\'s Mitteilung aus Nizamuddiu Ahmed in der Ain-ïranslation,

S. 535

Die höberen Offiziere erhielten ibre Gage nicht in Baar, son-dern ihnen wurden statt dessen die Einkünfte einer Stadt, eiues Districts etc. angewiesen, eiue Institution, die sich schon zu Timur\'s Zeiten vorfindet und die von den Arabern stammt (s. von Kremer, Culturgeschichte des Orients unter den Chalifen I, 255).

1) Aehnlich wie bei uua das Grageverhiiltniss zwiaohon einem Premier- und einem Secondelieuteuaut oder noch besser gesagt einem Uauptmann 1 und II Klasse ist.

\'

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17

lm Verlaufe der Zeit wurden dfinn immer hiiufiger Titel verliehen, die zu deu tatsachlichen Commandos ihrer Trager in Widerspruch standen. Fiihrer von 500 brauchten z. B unter Umstanden nur 50 Reiter, solclie von 5000 uur 3000 zu halten. Die Scheiduug wurde bei den höhereu Rangen im Titel ausdrücklich kenntlich gemacht *). Weitere Verordnungen über diesen Punkt uuter Schahdschehan übergehe ich hier (vergl. Blochmann, Ain-Trauslation S. 245) s); ich habe den Gegenstand uur desswegen berührt, weil ich spilter bei Berech-nuug der Oontingente der einzelnen Offiziere in den Schlachten auf ihn zurückkonimen muss.

Höheren OfiBzieren wurden nach altmongolischer Sitte Feld-zeichen, rait Jack- oder Pferdeschwünzeu verziert, verliehen; unter diesen zogen die Truppen in den Kampf uud sammelten sie sich wieder uach dein Gefecht. Aucli Kesselpauken waren eine hochgeschatzte Auszeichnung. Der Klang der letztereu war immer ein Zeicheu dafür, dass ein hoher Anführer, im Kriege also vermutlich auch ein starkes Heer, zur Stelle war 1). Betreffs der uur dem Kaiser zukotumenden militarischen In-siguien geuüge hier der Verweis auf Aiu 19 des ersteu Buches vou Abul Pazl\'s Werke.

Im Moghulreiche eutspracheu auch Oivilstellungen eiuem militarischen Range, indem alle Beamten, selbst wenu sie nicht activ in der Armee dienten, doch in der Armeeliste geführt wurden (Hawkins giebt sogar Dschehaugir\'s Mutter eiuen Rang von 12,000, den uilchsten uach dem Kaiser, S. 419). Sie kounten eben so wie die activen Offiziere avauciren , wenu sie nur die ihrem Range eutsprecbendou Leistungen erfüllteu cl. h, die vorgeschriebeneu Soldaten, Pferde etc. steilten2). Wer dies

1

So veranlassten einmal 20 Reiter mit 2 Kesselpauken ein ganzes feindliches Heer zum Abzug (Elliot-Dowson V, 445).

2

Badamp;uni (11, 230) entwirft ein nettes Bild von dem Oflizier- und Beamten-stande, wenn er erziihlt, dass «allerlei gewerbetreibendes Volk, wie Weber, Baum-wollputzer, Zimmerlcute, Gemüsehandlerquot; sich durch minderwertige Lieferungen ein

2

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18

nicht wollte, musste ala seinen öehalt ein steuerfreies Lehen zu erlangen suchen, um vou dessen Einkünften leben zn kön-nen. So bericlitefc Badauni (II, S. 206), dass die Gage eines 20-Fülirers, also des niedrigsten Offiziers und zugleich des un-tersten Staatsbearaten, einera solclien Leben von 1000 Bigbas (2376,4 □ m) Land entspracb, doch erklart er, er babe von dem Ertrage dieses Lebens den Aufwand, welcben ibra ein dauernder Aufentbalt im Hoflager vernrsacbte, nicbt bestreiten können. Als es dann aber einraal gegolten babe, fügt er gallig binzu, dein Kaiser ein Geschenk zu macben, habe er wie ein Hezari (1000-Fübrer) wegen seiner 1000 Bigbas zablen und, wie der greise Vater Josephs dem reichen Pbarao armliche Geschenke sandte, 4ü Rupien opfern raüssen, »welche auch die Ehre der Annahme fandenquot; (II, S. 342)\'). Bei Badauni riichte sich die Thorheit bitter, nicht die ibm unangenehme Pflicht des Bisti auf sich zu nehmen (d. b. 5 Rosse zur Mu-sterung zu bringen, 1 Elefanten, l! »Strickquot; d. i. 6 Kameele und 1 Wagen zu halten, wofür er 135 Rup. monatlich er-hielt) ; er kam trotz aller Gunst des Kaisers sein Leben lang nicbt über sein 1000-Bighas-Leben binaus uud musste frob sein, wenn ibra dieses nicht von einera übelwollenden Ober-lehensverwalter ontzogen wurde. Sein jüngerer Schulkamerad Abul Fiizl, der rait Badauni zusammen bei dessen Vater stu-dirt batte, schlug dagegen die übliche Militarcarrière ein, d. b. er nabra die vorgeschriebeuen Lasten auf sich, ohne selbst jeraals activ Dienst zu tun; er avancirte rasch und war ara

mengel) crschlichcn halten, doch sind dies unter Akbar immer nur Ausnahmen ge-wesen, die der klcinliche Scheioh allerdings stets mit Vorliebe beriehtet.

Derselbe Schriftsteller erziihlt (111, 212/3) von dem Dichter Nüruddin Muhammed (Qardri) aus Gilftn, dieser habe, als er einmal bei der Wachtparade ohne Waffen angetreten sei, erklart, das Soldatensein passé nicht für Leute wie er; schon Timur habe die Gelehrten noch hinter die Bagage und die VVeiber in der Schlacht placirt. Akbar nahm diesen Scherz übel und sandte den Dichter in den Krieg nach Bengalen , wo er sein Leben einbüsste.

1) Ira Orient hat stets bis zum Herrscher hinauf für den Untergebenen der Goethe-sche Spruch als Evangeliura gegolten:

Hand wird nur mit Hand gewaschen,

Wenn du nehmen willst, so gieb.

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19

Ende seines Lebons Preraierminister mit 14,000 Rup. monat-lich (vergl. Blochmann, Journal of the Asiatic Society of Bengal 1869, vol. 38, S. 126)

Die Verabschiedung geschah nach bewahrter Amtsführung unter Verleihung eines Gnadengolialtes in Baar oder Anweisung einer Grundrente; die. übliche Pormel lautete dann, der Betreffende habe den Abschied erbeteu oder erhalten, »um sicli dem Gebete für die Dauer des ewigen Beiehes widmen zu kön-nenquot; (z. B. Alemgirname S. 594) 2).

Ein solches Offiziermaterial, wie es Heider Mirza in seinem Berichte über die Schlaclit bei Qanaudsch schildert (27 Eraire

1) 14,000 Rapien monatlich entsprachen dem Range cines wirklichcn 2500-Führers erster Klasse. Dieser hatte aber die folgenden Kosten zu bestreiten:

Sold an 2500 Mann.......

h 2

U.

5000

Rup

17

Stiick [lersische Pfenie.....

17

R.

289

17

Stück Mudsc/ianna-ViatAe 1 .

amp; 14

R.

23S

84

Stiick tnrkmenische Pferde ....

A 12

R.

408

31

Stück JMd-Vtexia *......

i\\ 10

R.

340

35

Stiick TVfcï-Pferdc *.......

OC

R.

280

34

Stück Vschaugla-VkrAa * ... .

|\\ 6

R.

204

»

12

Elcfantcn der Sorte quot;Löwenpackerquot;

ft 27i

R.

330

14

Ëlcfantcn der Sorte «Reinquot; 2 . . .

A 20

R.

280

12

El man ton der Sorte Maudschola **

il 15

R.

180

,

10

Elcfantcn der Sorte Karha ** . . .

h 10J.

R.

105

H

2

Elcfantcn der Sorte Fhandurtija **

ft 71

R.

15

//

40

//Slrickequot; Kamcelc.......

30

R.

1200

//

10

«Strickcquot; Maulticre......

h 15

R.

150

//

80

Transportwagen ........

ft 15

R.

1200

Summa . . 10 219 Rup.

Abul Fazl aber war augensoheinlich von allen militarischcn Pflichten befreit, da ihra kein Rang in der von ihra selbst überlieferten Liste zugesehrieben wird. Er würde also ideell die Stellung eines Offiziers, der 24,219 Rupien monatlich bezog, eingenommen haben, d. h. eine 4200-Fiihrers (genau 24,400 Rup ), der zwölften militilriaclien Charge, die es gab, oder der neunten, die er überhaupt erreichen konnte. In der Praxis kommen übrigens keine 4200-Führer vor, sondern nur 4000- oder 4500-Führer, der dritte bezw. zweithöehste erreichbare Rang.

Bismarck\'s Nebenstellung als General der Kavallerie u. ii. bietet ctwa cin Pendant zu diesen Verhdltnissen im Moghulreiche.

2) Dieselbe Phrase ward audi bei Verleihung eines steuerfreien Lehens angewandt, vergl. derartige von mir in der Epigraphia indica Vol. II mitgeteilte Urkunden.

1

Verschiedonc Pferderassen.

2

Vei\'scliiedenu Klassen vou Elefanleu.

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20

batten hier ihre Banner augstlich verliüllt, um iliren Stand-punkt dem Peinde niclit kenntlich zu inacben, vergl. Elliot-Dowsou V, 133), repraseutirte uatürlich den Durchschnitt eines Moghulheeres nicht; sein Vorhandensein war aber in einer so bastig zusainmengeraffteu Armee, wie sic Hnmujüu damals be-sass, erklarlich,

II.

Den Hanptbestandteil des Heeres bildete die Cavalier ie. Jeder einzelne Reiter batte 1 — 4 Pferde zum Wechseln. Die Anzahl der Rosse war dein ausrüstenden Offizier genau vorge-sclmeben; »vierpferdigequot; Soldaten fieleu bald weg, je nach seinem Solde musste er aber »drei-, zwei- und einpferdigequot; in verscbiedener Menge stellen. Ein besonderes Gardecavallerie-corps waren die Ahacrts (»die Einzigenquot;), Soldaten, wolche nicht zu Offizieren befördert werden aber doch aucb nicht ganz Ge-meine bleiben sollten (Ain-Trauslation I, S. 249). Sie waren dem Kaiser persönlich unterstellt und batten zuerst teilweise sogar je 8 Pferde; noch in Akbar\'s Zeit ward das Maximum auf 5 berabgesetzt, aber Hawkins, S. 420, kennt noch solche mit 6. ünter Akbar wurden sie nur sehr selten in grösserer Masse im Kriege verwendet, besonders nicht, wenn der Kaiser nicht selbst mit im Pelde war, und dienten gewöhnlich ein-zeln als Peldjager u. dgl. Bei der Expedition gegen die Rauscbeni-Afgbanen erscbienen Abadia als geschlossene Truppe, weil der Kaiser hier eine besondere Eliteschaar für notwendig hielt. Im Laufe der Zeit konnten sie bis auf 500 Rupien pro Monat kommen, was dem Range eines 100-Führers elfter Klasse ent-sprach, ja, ein Ahadi konnte daim sogar direct den OfBziers-titel 100-Pührer erhalteu. Dschehangir erhöhte ihren Sold bei seiner Thronbesteigung um 50o/0 (s. Tuzuk übersetzt von Lowe S. 8). Unter seiner Regirung betrug ihre Anzahl nach dem mir unbekannten Gewahrsmaune de Laet\'s 4441 Schabdscbeban hielt 7000 und zuletzt 8000. In Baber\'s ileere entsprachen den

1) Scite 146 unter der Form lladies; Hawkins, S. 420, giebl 5000 Haddiesnn.

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21

Ahadts die Chdy-e Tab in, wahrend Ibraliitn Lódi\'s Leibgarde in den Memoiren mit dem Worts Jar/in bezeichnet wird1). Catrou neunt als die voraehmste Leibgarde Aureugzêb\'s die Truppe der »4000 Sklaven des Kaisersquot; sowie die drei Ab-teilungen der »Waclien der goldeueu, silberneu und eisernen Keulequot; (S. 248/9).

Ptir besonders schnelle Marscha sowie zum Recognosciren oder Verfolgen eines gesclilagenen Feindes wurde leichte Rei-terei (llghar) verwendet. Die scliwerere Cavallerie {Seivdran-i dscherrdr) hatte audi die Pferde durch Panzer gescliiitzt, die Reiter waren mit Kürass und Lanze ausgerüstet. In Baber\'s Memoiren und Timur\'a Verordnungen fuhren die recognos-cireuden Cavallerieabteilungen den Namen Tschabquntschi, Tschapquntschi *) »Eilendequot;. Fiir eino besondere Gattung aus-gezeicbneter Cavallerie kommt spiiter merkwiirdiger Weise auch der Name Uimaq [Aimaq) vor (vergl. Blochmann, Aiu-Translation S. 371 Anm. 2). Einzelne Abteilungen fiihrten Musketen (harqenddz), wahrend soust Pfeii und Bogen die öchiesswaöen der Reitcrei bildeten.

Unter Akbar hat die Pferdezucht in Indien, besonders zur Schaffung einer guten Cavallerie, einen grossartigen Aufschwung genommen, wie wir aus dem Ain deutlich sehen. Auf die Reitkunst legte der Kaiser sehr viel Gewicht; selbst ein aus-gezeichneter Reiter betrieb er rait Leidenschaft das im Orient sehr beliebte Ballspiel zu Pferde ^).

Im Bedürfnissfalle musste der Reiter audi als Infanterist dienen können, das war ebenso im Moghulheere wie bei den Radschpüten der Fall (vergl. z. B. Alemglrname 67 Zeile 8 folg., Akbarname 111 595 Zeile 5).

Für das Gefeciit brauchte die Cavallerie ebenen Boden; die iu Indien so hiiufig vorkommenden stachelichteu Striiucher,

1

Z. 15. S. 283 Zeile 4 v. u., 295 Zeile 4.

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22

wie zequm (eine Euphorbiaart) \'), die den Pferdeu bis an den Bauch und weiter reichten, führten öfters zur Erschütterung oder Vernichtuug eines Reitertrupps. Dschehangir erwahnt es in seinen Tuzuk (Lowe, s. 68) einraal als etwas ganz Beson-deres, dass Dschehaugirquli Chan gegen Singh Ram eine Schlacht auf unebenem Boden lieferte. Daher zablten Gebirgs-kiimpfe für eiu moghulisches Heer irn Allgemeinen zu den schwierigsten , weil nngewohntesten Avügaben, und die Unfixhig-keit der Führer im Guerillakriege konnte zu verhangnissvollen Katastrophen für die ganze Armee führen, wie z. B. bei der von Radscha Bir Bar und Hekim Abul Fatb geleiteten Expedition gegen die Rauschenis (Akbarname III, 482 folg.). Die Hauptsache für die glückliche Durcbfiihrung eines Bergkriegs bestand darin, die Schwierigkeiten der Verproviantirung zu über-winden. üazu, wie auch zur Sicherung der Wegeverbindung, mussten von Zeit zu Zeit kleine Forts erbaut werden — Mirza Chan operirte nacli diesetn Prinzip mit Erfolg in Palamau, wie das Alem-girname S. 650 folg. sebr gut schildert: alle 3 Króh (etwas über 9j- km) wurde auf dein Marsche ein Backsteinfort erricbtet, in welches je 100 Reiter nebst einer Anzahl Musketiere als Besatzung gelegt wurden.

Ein uzbekisches Reiter-Mauöver, das im Gefechte zur Anwen-dung kaïn, ist durch Bilber nach Indien verpflanzt worden und hat sicb dann dort eingebürgert, nilmlicb die Tulghama »Flankenumfassungquot;. Der Kaiser giebt in seinen Memoiren fol-gende Beschreibung von ibr (Text 110 Zeile 10 folg.. Pavet de Courteille 1, 194); »Die Uzbeken haben im Gefecht ein ausgezeichnetes Manöver, die Tulghama. Oline Tulghama giebt es kein Gefecht. Sie besteht darin, dass die Vorderen wie Hinteren, Offiziere wie Gemeiue, alle Pfeile auflegen und in Ordnung vorjagen. Weun sie umwenden, so kommen sie pêle-mêle, ohne Ordnung zurückquot;, d. h. also, wie wir das Manöver dann praktisch ausgeführt seben ; eine Reiterschaar umreitet mit schussbereitem Bogen geordnet in Carrière die feindlichen Flü-

1) Badftuni 11, 143 Zeile 3, 331 Zeile 10.

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gel, überscli üttet diese mit einem Pfeilregen unci kehrt daim ebenso sclmell wieder um, sich vou Neuem zu sammeln und dasselbe Manöver zu wiederboleu. Baber hatte die verwirrende Wirkung soldier gut ausgeführter, überrascliender Reiterangriffe früher selbst zu seinem Schadeu öfter erfahren, in seiuem furchtbaren Geguer Scheibani Chau batte er zugleieb aucli einen Lebrmeister gefundeu, dem er als 19-jiUiriger auf die Dauer unniöglicb gewacbseu sein konnte und dem er daber nur möglicbst viel abzulernen sucben inusste. Aber gerade diese barten Lebrjabre, so viel sie ibn aucb kosteten, nam-lieb Land und Heimat, baben ibn zu dem grossen Feldberrn gemacbt, der eine lleicb wie Indien erobern konnte. Aucb spiiter, z. B. in Akbar\'s Scblacbt gegen Hêmü, wurde dann die Tulgbama im Mogbulheere exercirt.

Um Reiterschaaren im Gefeebte sclmell wieder zu sammeln und um überhaupt die eigenen Truppeu zu erkennen, gab es bei den Mongolen eine Parole für die einzelnen Stiimme und einen gemeinsanien Erkennungsruf für das gesammte Heer. Die eine Partei rief ein Wort, worauf die andere ilir begegnende mit dem dazu passenden, vorber bestimmten antwortete (Pavet de Courteille 1, 129 folg.). lu der Scblacbt bei Gogonda (21 Rebi I 984 = 18 Juni 1576) findet sicb dieser Branch nicht angewandt, wie die folgende, für muslimische Bigotterie characteristische Anecdote beweist. Auf beiden Seiten standen Radscbpüten, und in der Hitze des Gefecbtes fragt Badauni, der II, 230 folg. die Scblacbt als Augenzeuge schildert, seinen Chef, wie man die gleich gekleideten kaiserlichen von den feindlichen Radscbpüten im Handgemenge unterscheiden solle. Dieser antwortet gleichmütig: »Pah ! Lass nur schiesseu; wei-es ist (der getroffen wird), der ist es! Von welcher Partei aucb einer getödtet werden mag, für den Islam ist es eiu Vorteil (iudem namlich ein Unglaubiger zur Hölle fiihrt).quot; Und so geben denn die frommen Muslims ihre Pfeilsalven auf das Geratewohl ab, unbekümmert,* ob sie Freund oder Feind treffen.

Über die Waffen des mogbuliscben Heeres findet man ira Ain-i Akbari ausführliche Mitteilungen und aucb Abbildungen

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(Plates XII, XIII, XIV, XVI), ich kanu sie daher hier iibergehen \').

III.

Zur Bildung einer den hochsteu Ansprüclien genügenden I n-fanterie sind vou den mubeammedaniscbeu Vólkern allein die Turken gekommen; »durch dea Staub der Füssequot; d. b. durcb Infauteriemassen den Gegner zu besiegen, war ein Priucip tür-kiscber Taktik (siebe vou Hammer, Gescbicbte des osmani-scbeu Reicbes IV, 409). Doch audi das Fussbeer der Araber uuter den Ohalifen war nicht scblecht, beide Völker, vor-nebmlich aber die Tilrken, haben den Austoss zur Schaffung eiues solcbeu durch ihre Beriibrungeu rait europiiiscben Arraeen erhalten.

Den Kern der Moghulinfanterie bildeten die JJuruiuqtscMs » M u s • ketierequot;, von deuen Akbar eine standige Truppe von 12,000 Maun hielt (Ain-Translation, S. 251). Aucb der vierte Teil der sog. Dachili-Infanterie, die voiu Kaiser selbst, nicht von Offi-zieren ausgerüstet wurde, waren Musketiere , die iibrigen Pfeil-scbiitzen {Ttrenddz).

Zu den Dacbilis wurden seit Akbar aucb die Pioniere {Bêlddr, »Beiltragerquot;) gerechuet, die uuter demselben Namen schon in Baber\'s Memoireu erscbeiuen (z. B. S. 402 Zeile 7, 403 Zeile 4 v. u.); sie werden hier zum Brunnengrabeu fur das Heerlager und zum Aufwerfen von Griiben verwendet. Nacb Timur\'s Vorschriften gehorte übrigens ein Beil zur Ausriistung eines jedeu gemeineu Soldaten (Davy-White S. 295). In gebir-gigem Terrain wurden Pioniere dem iibrigen Heere voraus ge-schickt, um den Weg gangbar zu macben (Alemgiruame S. 653). Im tiefen Winter musste dagegen bei einem Zuge Baber\'s iiber einen ganzlicb verschneiten Pass in der folgenden nuib-samen Weise ein Weg gebahnt werden (nach seiner eigenen Scbilderung, S. 244 Zeile 2 v. u, folg.): »Wahrend fast einer

1) Vcrgl. audi ThcviSnot, IjCs voyages dc Mr., aux Indes oricnUles, Paris 1689, S. 130 folg.

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Woche stampfteia wir den Scbuee fest und kamen tiiglich nicht weiter als eine Meile oder eine uud eiue halbe Meile vorwarts. Die Schneestampfer waren ich selbst nebst 10—15 meiner Ver-trauten, wie Qasim Beg mit seinen beiden Söhuen, Tangri-Berdi und Qember Ali mit zwei oder drei Leuten aus seinem Gefülge. Wir Genannteu stiegen von den Pferden und plagten uns mit dem Festtreten des Schnees; jeder marschierte 17—18 Ellen vor dem andereu und trampelte den Schnee. Bei jedem Scbritte versank der Stampfende unten bis an Hüfte oder Brust; nach ein Paar Scbritten blieb der an der Spitze Be-findlicbe, da seine Kraft erscbopft war, stebeu uud ein anderer ging voi-an. Nacbdem von uns 10—15 Leuten jeder, so viel er konnte, deu Sclmee unter seinen Füsseu festgetreten batte, wurde eiu leeres Pferd dariibergezogen, das meist bis an die Steigbiigel oder sogar bis zum biuteren Sattelrande versauk. Das Pferd war nach eiuem Wege vou 10—15 Schritten ebenfalls erscbopft, man zog es danu auf die Seite und führte ein anderes leeres Pferd vor. Auf diese Weise stampften wir 10—15 Leute den Scbnee unci wurden eines jedeu Pferde (der Keihe nach) vorgefiihrt. Die übrigen Soldaten, so wacker sie auch sonst waren, und die Bege, stiegen nicht von den Pfer-deu souderu betraten (spater gleich) deu frisch gestampfteu und ge-trampelten Wegquot;.

Eine Schifïbrücke aus Flossen und Kiilmen zu schlagen, verstanden in Baber\'s Heere im Allgemeiueu alle Infanteristen, unter Leitung besonders in diesem Punkte erfahreuer Milnner (Pavet do Oourteille, II, 33(5). Solche Brücken konnten sogar von Elefauteu passirt werden (Elliot-Dowson VI, 363).

A

Was Abul Fazl im Ain-i Akbari danu sonst noch als Infanterie aufführt (vergl. Blochmann\'s Übersetzung S. 252 folg.), kann hier unervvabnt bleiben, da diese Truppen nicht zum Kriegsheere gehürten (vergl. dazu aucb Timur\'s Institutiouen bei Davy-White, S. 234, 236).

Eine gemeinsame Uniform batten die einzelnen Truppen-körper uicht; doch verlieh die gleichartige Bewaffnuug der einzelnen Detachements — entweder Bogenscbützen oder Mus-ketiere oder Sübelbewaffnete oder Speerwerfer oder mehreres

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2G

gleicbzeitig — wohl ein eiubeitliches Ausseheu \'). Badauni\'s Ausdruck Libds-i sipdhi sKriegergewandquot; (II, S. 190 Zeile 4 v. u.) soli uicht eine Uniform sondern nur allgernein eiu militariscbea, vorschriftsmiissiges Aussere bezeichueu , welcbes die Maunscbaften der einzelneu Offiziere statt ibres bisherigen civilistiscben Auzuges erbielteu (vergl. Blocbmauu, Ain-Traus-lation I, 247).

IV.

Auf einer uicbt uiedrigen Stufe stand eiue Zeit lang im Mogbulreicbe die Artillerie, namlicb unter der Regierung Akbar\'s.

Als Biiber nacb Indien kam, batte er wobl nur wenige Ka-noneu bei sicb und aucb bis zur Scblacbt bei Panipat batte er kaum Gelegenbeit gebabt, solcbe zu erbeuten. Eine Verken-nung des Sacbverbaltes ist dadurch berbeigefübrt worden, dass das Wort Aruba spater iu Indien aucb die Bedeutung »Gescbützquot; erhielt, wahrend es in Baber\'s Memoiren augeuscbeinlicb uur »Wagenquot; bezeicbnet. So beisst es z. B. bei Baber S. 34:1 Zeilo 16 folg.: »Iu diesem Lager evging der Befebl, dass sammtliche Soldaten je nacb Möglichkeit Wagen (ardbas) berbeiscbaffen sollten. Es fanden sicb so 700 Wagen zusammen. Usta Alt-quli erbielt den Befebl, nacb türkiscber Sitte die Wagen an einander zu befestigen und zwar statt Ketten Seile aus Rinds-biiuten anzuknüpfen. Zwiscben die einzelnen Wagen gebörten immer 6—7 Pallisaden, so dass die Musketiere sicb binter diesen Wagen und Pallisaden aufstellen und scbiessen konntenquot;.

Es bandelt sicb bier ganz deutlicb um eiue Verwendung dei-Wagen zu einer Deckung für die Scbützen. Aucb in der Scblacbt bei Dscbam batten sicb die Perser binter ibre 2000 Wagen verscbanzt (Baber S. 458 Zeile 16) — 2000 Gescbütze konnten bier natürlicb gar nicht in Betracht kommen — und dasselbe Verfabren wandte Baber verscbiedentlicb au, z. B. S. 403 Zeile 14, 409 Zeile 11, \\vo die Scbützen binter Wagen und beweg-

1) Nach Catrou, S. 2B6, hSttc in der Bewaffnung nie Glcichhcit geherrscht, crst Aurengzêb habe angefangeu, hier uniformirend einzugreil\'cn.

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baren »Dreifüssenquot; gedeckt vorgehen. Allerdings wurden daun auf den Wagen aucli Feldstücke (Zarhzen) \') trausportirt (vergl. Baber S. 345 Zeile 11, 435 Zeile 5 v. u. oder Badauni II, 194 Zeile 6), und aucli die bei Baber ebenfalls erwahnten Firengis »Europilerquot; (S. 345 Zeile 10, 479 Zeile 8) mussen eine Art Boller nach europaiscbem Muster gewesen sein. Die Vor-knüpfung der einzelneu Wagen durcb Stricke sollte willireud der langen Ladepausen einen feiudlichen Einbrucb hindern. Je-denfalls ist nicht zu überseben, class die beiden Türken Ustad Aliquli und Mustafa, Baber\'s Artillerieoffizire, aucb zugleicb die Musketenscbützen unter sich batten, und es handelt sich daher nicht immer nur um Kanonen, wenn sie in Tatigkeit treten. Wenn das Tarich-i Chandschehan Lódi von Baber\'s »zahlreichem Peuerwerkquot; (Ateschbdzi-i bisjdr) spricht (Elliot-Dow-son V, S. 28 Anm. 2), so müssen darunter ganz unzweifelhaft Musketen und Kanonen, und zwar hauptsachlich erstere, verstanden werden. Das folgt aus Badauni\'s Schilderung der Schlacht, die auf Baber zurückgeht, und welche die Kanonen vollstandig ignorirt (I. S. 333 folg. 3); Ibrahim batte damals in der Haupt-sache nur Cavallerie und Elefanteu. Schou sehr bald ergab sich für Baber die Notwendigkeit, seinen Kanonenvorrat durch Gies-seu neuer Geschütze zu vermehren (S. 392,401). Eiuige weitere Leistungen seiner Geschützmeister berichtet er dann noch gele-gentlich, z. B. S. 429, 435, 436.

Das Verhaltniss zwischen der Anzahl der Geschütze und der zu ihrem eigenen Transport sowie dem der zugehörigen Munition notwendigen Wagen Itlsst sich nicht bestimmen. Kadscha Patr Das, der unter Dschehangir Kommandeur der Artillerie wurde, erhielt den Befehl, 50,000 Artilleristen (Tuptschis) und 3000 Wagen, hier also wohl Geschütze, auf dem Laufenden zu halten (Tuzuk übersetzt von Lowe, S. 18). Wie viele Bedie-nungsraannschaften zu einem Geschütze gehörten, wissen wir nicht, nach der erwahnten Angabe iiu Durchschnitt ca 16 Maan.

1) Daneben komrat auch die ganz syuonyme Diminutivform Zarbzenek vor, die Teufel, Zeitschrift der deutschen morgenlandischen Gesellschat\'t Band 37, S. 167 anzweifelte, z. B. Badauni II, 194 Zeile G u. ö.

2) S. 333 Zeile 1 v. u. stebt falscblich 800 atntt 700 im Texte.

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Leichtere Gesclüitze wurden vou einem Elefanten (danu hies-sen sie Gadschndls oder Hat!muls] oder vou einem Karaeele (dann Schuturndls) transportirt. Zu einer Kameelkunone, iu Ahmed Schah Abdali\'s Zeit Schdhtn (jgt; Falkequot;) geuauut (Elliot-Dovvsou VII, S. 99), gehörten 2 Schdhmtschis als Bedieuungsmaunschaft (Elliot-Dowson VIII, S. 398). Solche Kameelkanonen wurden iu der zweiten Reihe hinter den durch Ketteu verbundenen Feldgeschützen aufgestellt — vergl. moderne Schützenlinieu, wo das erste Glied liegt oder kniet, das zweite danu kuietoder stebt. Bernier (Histoire de la deraière revolution des états du Graud Mogol, Paris 1G70 p. 110 folg. = Voyages, Amsterdam 1G99 I, C6 folg., vergl. auch 296) schildert sie als »une petite piece de la grosseur d\'un double mousquet (a pen prés de la fa9on que nous attachons nos perriers sur le bord de uos barques) uu homme qui est sur le derriere du chameau pouvaut charger et décbarger sans mettre pied a terrequot;. T a-vernier, Voyages, Paris 1679, II, 108 erzahlt bezüglich soldier Geschütze im Heere des Rfi,dscba\'s von Golkonda, dass der sie bedienende Manu , von Kopf bis zu Fuss in Leder ge-kleidet (comme d\'uue espèce de pantalon), mit angezündeter Lunte das Rohr geschickt nach allen Seiten babe richten kunnen ; ahnlich wird man sich diese Kanouiere auch bei den Mogbuls vorstellen mussen. Narndls, die ein einzelner Mann tragen konnte (Aiu-i Akbari, I Buch, Cap. 36), waren wohl keine Kanonen sondern uur eine Art schwererer Musketen. xLuft-kanonenquot;, die man auf Baume hob, können kaum viel Schlimmeres als Schrecken verursacht haben (vergl. Ohafi Chan II, 226; hier werden sie zur Nachtzeit angewandt).

In der Schlaclit bei Qanaudsch batte Humajün die betriicht-liche Anzabl von 700 Zarhzen, deren jedes auf einem Wagen durcb 4 Paar Ochsen fortgeschafït wurde; die geladenen Kugelu waren 500 Misqal \') (4 Pfund 304 g) scbwer. Daneben besass er noch 21 schwere Geschütze, deren Transport pro Stück 8 Paar Ochsen erforderte; diese schosseu 5000 Misqal (46 Pfund

1) 1 Misqül war = 90 Gcrstenkörnern nach detn Ain-i Akban I, 30 Zeile 18 folg,, also = 9B X O.OIS g = 4,60S g. Dies sliinmt zu Stolzc und A ml re as, üie llandelsverhiiltniase Persicns, S. 32,

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40 g) schwere Kugelu aus geschmolzenem Blei einen Farsach (6,02 km) weit. Jedes Gesclioss der letzteren kostete 200 Sil-bermisqals. Zu der Bedieuung sammlicher Geschütze gehörteu 5000 Artilleristen, also kamen iiu Durchscbnitt 7 Mann auf eiue Kanone; doch ist es selbstverstiliidlich, dass die schwereu Geschütze mehr Mannschaften brauchten als die leichteu (nacli deu Aufzeicbnungeu Heider Mirza\'s, Elliot-Dowson V, S. 131/2).

Als Bezeichuungeu für Gescbütze finden sicb ausser den be-reits erwabnten u. a. besonders nocli die folgenden : Dêg » Mörserquot;, Zemhürek »\\Vespclienquot; (nach M. Reinaud, De l\'état militaire cliez les Arabes an moyeu-age, Journal asiatique, IV série, vol. XII, 1848, S. 211 zuerst von arabiscben Autoren gelegeutlich der Bolagerung von Tyrns durcb Saladin im Jabre 1187 für arbalète der Christen gebraucht), Seng-raad »Steinböllerquot;, Mand-scharnq »Catapultquot; (Tarich-i alfi, Elliot-Dowson V, 170), Bdd-Udsch (Alemgirname S. 98 Zeile 3), Huqqa »Mörserquot; (Badauiu I, 376 Zeile 7 v. u.).

Das Artilleriewesen {Tupcharte) war unter Baber durchaus nach türkischem Muster eingericbtet, wie deun die Türken hierin im muhammedanischen Orient überhaupt die Lebrnieister gewesen sind. Auch spiiter begegnen uns im Moghulreiche öfter Artilleriekommandeure {Mir dtesc/i) türkiscber Abkunft. Die Söhne üstad Aliquli\'s waren unter Humajün Nachfolger ibres Vaters und construirteu iu der Schlacht bei Qanaudsch (am 10 Mubarrem 947 =; 17 Mai 1540) gegen Schêr Chan eine Wagenverschanzung ganz in der Art, wie sie oben aus Baber\'s Zeit geschildert wurde (Akbarname I, 164); Rünii Chan er-richtete bei Mandsür ebenfalls eine türkiache Wagenburg (Akbarname I, 131), und noch in der Schlacht bei Panipat gegen Nadir Scbah wurden die schwersten Geschütze tuit Ketten an einander befestigt (Elliot-Dowson VIII, 74). Noch unter Ak-bar ward das Geschützwesen mit Vorliebe Türken anvertraut, bis an deren Stelle danu allmahlich Europiler trateu.

Unter Akbar stand die Artillerie auf der höchsten Höbe, die sie überhaupt in der Dauer des ganzen Moghulreiches erreicht bat. Die türkische Nachahmung tritt aber doch in Abul Fazl\'s Bemerkung deutlich hervor, dass damals mit Ausnahme der

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Pforte keiu Staat so viele Kancmen besessen habe wie Indien (Aiii-Translation I, 112). Als eine hochwillkotnmene Beute wurtlen tiirkische Geschiltze betrachtet, die Sultan Suleiman\'s I Truppen bei ihrer P]xpedition gegen Gudscherat im Jahre 1538 zurückgelassen batten (bei von Hammer IT, 157;8 findet man einige Details über diesen Zug) und die im Jahre 980 (Februar 1573) bei der Eroberung von Sürat in Akbar\'s Hande fielen.

Akbar interessirte sicb lebhaft fur die Herstellung und Er-baltung der Kanonen; Abul Fazl widmet diesen »wimdervolleu Siegeln der Herrlichkeit des Palastes der Weltherrschaft und berzerfreuendeu Schlüsseln des Thores dor Erdteileroberungquot; mebrere Capital und schreibt dem Kaiser verschiedene Erfin-dungen auf artilleristischem Gebiete zu. Doch darf man die bei Abul Fazl biiufigen »Erfindungenquot; Akbar\'s nicht als baare Münze uebtnen, sie sind vielfach nur bofische Complimente , durch die etwa ein Auftrag des Kaisers, eine Verbesserung zu ersinnen , zu einer eigenen Tat desselben gestempelt wurde (vergl. Noer, Kaiser Akbar I, 380,428). Hieruuter war neben einem Laufe, der auseinander geschraubt werden konnte, eine Art Mitrailleuse, indem 17 Kanonen verbunden und zu gleicher Zeit durch eine Ziindscbnur abgescbossen werden konnteu. Jedenfalls gewann aber diese Erfindung ebenso weuig irgend welchen Einfluss auf die Kriegsführung, wie die zeitlich noch friiheren Orgelge-schütze des Abendlandes (vergl. Jahns, Handb. einer Gesch. d. Kriegsw. S. 1219 Anm.), Akbar verstand flbrigens, die Biicbse trefflich zu führen und todtete z. B. bei der Belagerung vonTschitór Ismail Chan, den Fiihrer der feindlichen Scharfscluitzen, und dann sogar den gegnerischen Oberbefehlshaber, D.schai Mall, durch wohlgezielte Schilsse \'). Uber die Geschicklichkeit der Truppen im Schiessen berichtet Thomas Roe unter Dsche-bangir (in dem Sammelwerke »Allgenieine Historie der Reisen zu Wasser und zu Landequot;8), Eilfter Band, 1753 S. 13) aus

1) Vergl. Dschchamp;ngir in den Tuzuk iiber seines Vaters Schiesskunst, Übersetzung Von Lowe, S. 36.

2) Nnch Prevost\'s u. a. t\'ranzosiseher übersetzung tier englischen Sammlung von Ueise-

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dem Jahre 1616: Beim Sclieibenschiessen in seiner Gegenwart hatten die meisten Soldaten mit ihren Pfeilen odev mit einer einzigon Kugel aus der Flinte ins Schwarze getroffen, unge-acbtet es nicht breiter gewesen ware als eine Hand. Das war noch Akbar\'sche Schule.

Die Handfeuerwaffen sollen zur damaligen Zeit in Indien den gleichzeitigen in Europa überlegen gewesen sein, wie von Europiiern selbst verschiedentlich anerkannt wurde, doch dürfte dieses Urteil meist mehr auf die kunstvolle iiussere Arbeit als auf die Trefifsicherheit zu beziehen sein.

Wahrend man vor Akbar die Gewehrliiufe aus zwei rund-gebogenen Stücken Eisenblecb zusararaengeschweisst hatte, ein System, das sehr haufig zum Platzen der Laufnaht führte, fing man unter seiner Reglerung bereits an, die Liiufe aus festgepressten Drahtspiralen zusammen zu fügen oder sogar zum Glühen erhitzte Stangen zu bohren. Auch die Lunte begann schon durch das Feuerschloss ersetzt zu werden. Abul Fazl aussert sich im 37. Gap. des ersten Buches seines Ain bierüber wie folgt: »Man stellt die Gewehre jetzt so her, dass sie bis zum Rande mit Pulver gefüllt werden können und doch beim Abfeuern nicht bersten, wahrend man sie früher nicht weiter als ein Viertel vollladen konnte. Ferner schlug man früher mit dem Hammer auf dem Ambos Eisenplatten und verband die plattgeschlagenen Rander au beiden Seiten. Manchmal liess man sie der Vorsicht halber au einer Seite offen, aber doch kamen, besonders bei der ersten Methode, Unglücksfalle vor. Der Herr der Welt (der Kaiser) hat ein vortreffliches Verf ah ren aufgebracht: Man dreht eine flach geschlagene Eisenplatte wie eine Rolle rund zusammen, so dass sie bei jeder Drehung liln-ger wird, die Rander fügt man nicht an einander sondern liisst sie über einander liegen; dann erhitzt man sie allmiihlich im Feuer. Auch macht man im Feuer Eisenstücke cylindrisch

beschreibungen in das Deutsche übertragcn. de Bry, Orientalischea Indien (1628), kürzt Roe sehr.

Die \'Inedited Letters etc.\' dieses Reisenden, welche die Hakluyt Society vielleicht herausgeben wird , werden gewiss noch manches Wertvolle über die Znatünde im Keichc des (irossmogbuls berichten.

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uud bohrt sie; auf ein Gewehr kommen so drei bis vier Stüclce,

bei kleineren nur zwei....... Durch die Erfahrung Sr. Maj.

stellt man Gewehre so her, dass sie ohue Lunte mit einer kleinen Bewegung des Zünders abgeschossen werden kunnen.quot;

Der A.ufscbwung, den Akbar dein Artilleriewesen zu geben versucbt batte, ist, wie es scbeint, unter seinen Nacbfolgoru nicht weiter verfolgt oder bat sicb auch nicht erhalten, un-zweifelbaft in der richtigeu Erkenntniss, dass die indiscbe Technik es mit der europaischeu auf die Dauer doch nicht auf-nebraen könne. Noch unter Scbahdschehan war bei dem Guss von Gescbützen in ludien das für die Handfeuerwaffen schon unter Akbar abgeschaffte Zusammenschweissungssystem üblich \'), uud derselbe Herrscber befahl in einem Ferman au den Gouverneur von Sürat: »Bemübe dich, zebn christlicbe Geschütz-meister, die in ibrer Kunst wohl bewandert sind, für unseren Dienst auzuwcrben. Audi spare keine Kosten, eiue grosse Ka-none für uns gieasen zu lassenquot; (vergl. Briggs, On the early Use of Gunpowder in India bei Elliot-Dowson VI, 469, Aum. 2). An derselben Stelle flndet sicb audi die Bemerkung Ge-melli Gurari\'s aus dera Jabre 1G95, also unter Aurengzêb, mitgeteilt: »Die gesammte Artillerie, besonders die schwere,ist unter der Leitung vou europaischen oder christlicbeu Gescbütz-mannscbaften, die eiuen aussergewöhnlichen Sold erhalten, vor alien Portugiesen , Englandern , Niederliindern , Deutscben und Pranzoseu , die aus Goa kommen oder von Scbiffen desertireu. Einige batten friiber 200 Rupien monatlich, da jetzt aber die Moghuls selbst etwas von der Kunst erlernt haben, bekommen sie wenigerquot; 1). Bernier erhielt Informationen von Franzosen, die als Kanoniere in Prinz Aureugzêb\'s Heere dienten (His-toire de la dernière revolution des états du Grand Mogol, p. 85, Voyages, I, 52). Auch Ahmed Abdali batte im Jabre 1761 europaiscbe Artilleristen (Elliot-Dowson VIII, 153).

Die Feldschlacbten wurden durcb Artilleriefeuer eingeleitet.

1

Gunz gcnau dBsselbe sagt Beruier, Voyages I, 295. Im Widcrspruch dazu steht Catrou, S. 250/7.

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Eine geachickte Placirung der Kanonen auf vom Feinde nicht gesiclierto Höhea liat manches Treffen entschieden. Z. B. spielte in der Schlacht gegen die Heroine Dürgarvati die Besetzung eines die feindliche Stellnng beherrschenden llügels dui\'ch A^af Chan\'s Kanonen eine wichtige Rolle (Akbarname II, 213),

oder bei Nadót schien der Rückstoss des Feindes für die kaiser-lichen Truppen verhilngnissvoll werden zu wollen, als die Artillerie zur rechten Zeit auf eine Anhohe gebracht werden konnte, von wc sie durch wenige glückliche Sclüisse den Sieg entschied (Elliot-Dowson V, 436 folg.) Im bengalischen Feld-zuge erzwingt Baber durch eine geschickte Verwendung seiner Kanonen einen Flussübergang (Pavet de Courteiile II, 414 5,

418), wahrend ein anderes Mal ein solchev trotz starken Ai--tilleriefeuers nicht verhindert werden kann (Chafi Chan II, 94 folg. — um die Furt deutlich zu kennzeichnen, sind Holzpfiihle an beiden Ufern eingerammt, aber iu dem Durcheinander von Elefanten und Pferden verlieren viele Tiere den Grund).

Ein Schutz der Artillerie durch Infanterie machte sich im Gefecht natiirlich immer nötig; wo diese Vorsichtsmassregel versamrat worden war, musste unter Umstanden die Cavallerie absitzen (Z. B. Alemgirname S. 67).

Erbeutete Geschütze warden, wenn man sie nicht mitnehmen konnte, vernagelt (Chafi Chan II, 355 Zeile 1 v. u.).

Die Feldgeschütze waren natiirlich leichter als die Festnngs-und Belagerungsgeschiitze. Ein schweres Stück der letzteren Gattung tödtete bei der Belagerung von Nagarkót 80 Leute durch einen Schuss (Tabaqat-i Akbari bei Elliot-Dowson V,

358, Badauni 11, 162 Zeile 2 v. u,)(?) Bei der Belagerung des Forts Ratambhür des Radscha\'s von Mêwar kamen 15 schwere Geschütze in Akbar\'s Heere zur Verwendung, die Kugeln von 5 und 7 Men\') (225 bezw. 315 Pfund) schossen; 7—800 Lasttrilger waren beschaftigt, diese Kanonen auf den als ihren

1) Das Akbarische Men — in Indien variirt dieses Gewicht genan so sehr wie in Persien, verg). Thomas, The Chronicles of the Pathan Kings of Delhi, SS. 1G1 folg., 163 Anm., 4!i0 Anm. — war = 40 Sêr = 40 X 30 DUtns = 388,275 Ger-stenkörner = fast 50 engl. avoir dupois-Pfund (393,000 Körner waren genau = 50 soldier Pfund) = 50 X 453,59 g = 45 deutsche Pfund.

i

3

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Staiulort auserseheueu Hügel hinaufzuschafïea (Badavmi II, 107 Zeile 13 folg.). Das Akbarnanie II, 337 Zeile 5 folg. (ebeuso wie das Tarich-i alfi bei Elliot-Dowson V, 175) über-treibt hier stark, iadem es Steine von 60 Men (2700 Pfuud) und Metallgeschosse vou 30 Men (1350 Pfund) schleudern lasst; dass für den Transport eines jeden dieser üngetüme auf ebenem Boden 200 Paar Zugocbsen kamn genügt batten, ist eber glaublicb, da diese sehr hüufig gewechselt werden mussten. Ein vor Tscbitór in Akbar\'s Lager gegosseues Gescbütz scboss Kugeln von l\'/j Men (671/s Pfund), vergl, Akbarname II, 316 Zeile 12. Ini Fort von Arkót fanden die Englander im Jabre 1751 eine Kanone, die nacb der Lokaltradition in Aurengzêb\'s Zeit aus Dibli durcb 1000 Paar (!) Ocbsen dortbin gescbaftt war; zu ibr gebörtea Kugeln vou 72 engl. Pfund, die Englander luden sie mit je 30 Pfund Pulver, bei dein vierten Scbusse, uquot;ud nur einer ward ibr taglich zugemutet, platzte sie (R. Or me, I, 190/1). Die in Sürat erbeuteten, be-reits oben erwahnten türkiscben Kauonen scbossen (nacb von Hammer II, 158) Kugeln vou einetn Centnor Gewicbt. Dagegen waren die schwersten Kugeln, die unter Akbar ein Gescbütz bewaltigen konnte, solcbe von 12 Men (540 Pfund). Solebe Riesenkanouen beauspruchteii zum Transport ihrer Munition mebrere Elefanten und für sicb selbst je 1000 Stück Ocbsen (Ain-i Akbari, 1 Buch, 36 Capitel). 500 oder 1000 Ocbsen pro Stück giebt auch Mu ha mm 6(1 Muhsin Qadiqi aus Mubammed Schab\'s Zeit an, resp. 5 oder 10 Elefanten, aus-genommen die sonst noch zum Transport nötigen Maunschaften (Elliot-Dowson VIII, 74); wie Elefanten bergauf durcb Schie-ben die Ocbsen unterstützen mussten, beschreibt Orme einmal. Als Islam Schab in Ermangehing von Zugocbsen seine grossen Kanonen durcb Soldaten transportiren lassen musste, brauchte er für eine jede ca 1000 Mann (Elliot-Dowson IV, 499 Anm. 1)\').

1

Alle (liese runden Ziililen dart\' man nicht zu wurtlicli nchmcn. Ein anschaulichcs Bild von dem Transporte eines schweren Gcschützes durch Menschenhande eine steile Anhöhe hinauf flndet man bei Hormuzd llaasain, Narrative of the British Mission to Theodore, King of Ahessynia, London 18ÜÜ, vol. 11, S, 304 (es handelt sich hid* ura

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Belagerungsgeschütze miter Schalulscliehaii (der » Welterobererquot; uud »Festuugszertrümmererquot;) eutsaudten Kugeln von 1 Meu 8 Sêr, eiti anderes Geschütz solclie vou 1 Men 16 Sêr, also keine Gescliosse vou enorm grossem Gewicht (Elliot-Dowson VII, 101). Die grössten Festungskanonen in Dschünagarh feuerten Kugeln von Men (671/,, Pfund) die gleicheu

in Asir solche vou 2 Men (90 Pfund) bis zu 1 oder \'/j Sêr (l Pfund 621/9g bezw. 281,25 g) herab (Elliot-Dowsou V, 139)s).

Natürlich ging das Schiessen mit den grossen Geschützen uur langsara vor sich. üuter Baber gab Ustad Aliquli aus einer riesigeu, iu der Schlacht gegeu Rana Sanka zur Ver-wendung gekommeuen Kauone, die seitdem wie Baber selbst den Titel »Siegerquot; (Ghazï) f\'ührte, au einem Tage 8 Scbüsse (Tasc.k) ab, am zweiten und den beiden nachstfolgenden je 1G (S. 436 Zeile 6 folg.). Aucb die gewöhuliche Feldartillerie scboss natürlich nicht annahernd so schuell wie heut zu Tage, ein euergisch ausgeführter Gavallerieangriff, der etwa zwei Salven auszuhalteu im Stande war, batte ineist Aussicht auf Erfolg gegeu sie.

Gauz leichte Geschiitze batten Kugeln vou 2—21/2 Sêr (21/4—2 Pfund 400,25 g), vergl. Elliot-Dowsou VII, 99.

Katapulte (Mandschamq) waren uur vereinzelt uoch in Ge-braucli. Iu Asir, einer in jeder Beziehung ganz eiuzig ausge-

1

Akbarndme III, 020.

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stattetea Festuug, waren uach Feizi\'s Bericht solclie Stücke, die Steine von 1000—2000 Men (450—900 Centner!) schleu-dern konnten (Elliot-Dowsou VI, 139). Doch wird man hier-von wohl ein Paar Hundert Centner abziehen mussen.

Am kaiserlichen Hofe befanden sich stets eine Anzahl schwere und leichte Kanonen, die den Herrscher, vorzüglich die letzteren, auf seinen Zügen, auch Jagdausflügen, stets be-gleiteten. Sie gehörten gewissermassen zu den Attributen der Souverainitat. Bernier giebt von den leichten Geschützen »des Steigbügelsquot; (weil immer im Gefolge des Kaisers) unter Aureng-zêb die folgende Beschreibuug (Voyages I, 296 folg.): »Celle (l\'artillerie) de l\'Estrier estoit coinposée de cinquante ou soixante petites pieces de campagne toutes de bronze, montées chacune sur la petite charette bien faite et bien peinte, avec le petit coffre devant et derriere pour la munition, tirée par deux fort beaux chevaux conduits par un Cocher comme une caleche, ornée de quantité de petites banderoles rouges, ayant chacune un troisiéme cheval que l\'ayde du Cocher Canouier menoit en main pour relayerquot;. Diese Kanonen fuhren der kaiserlichen Cavalcade voraus, nahmen vor dem vor Ankunft derselben stets aul\'geschlagenen Gezelte Aufstellung und wurden beim Erschei-nen des Herrschers gelost.

Die genauen Dimensionen eines aus Schahdschehan\'s Zeit stammenden Geschützes, das in Murschidabad (Bengalen) aufge-funden wurde, sind von Major St. G. D. Showers im Journal of the Asiatic Society of Bengal, vol. XVI, 1847, S. 589 folg. beschrieben. Dieselben sind die folgendon:

Ausserste Lange.....17 eugl. Fuss 8 Zoll — ca 5,8 m

Tiefe des Rohres.....15 » 3 » — » 4,8 »

Von der Mündung bis zum

ersten Schildzapfen ... 5 » = » 1,7 »

Raum zwischen den zwei

Schildzapfen.....5 » = » 1,7 »

Vom zweiten Schildzapfen bis

zum Bodenstück .... 5 » = » 1,7 »

Durchmesser der Mündung . 1 » — » 0,5 »

Durchmesser des Rohres . . 6 » = » 0,15»

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Die Kaiione, Dschehriukuscha, (» Welterobererquot;) mit Natuen, triigt eine poetische Inschrift von 8 Doppelzeileu; darauf folgea in Prosa die Mitteilungen, dass sie zu Dhaka im Dscbumadi II des 11 Jahres Scbahdschehan\'s, also 1047 d. Fl. (der Monat begann am 21 Oktober 1637) verfertigt sei, dass ihr Gewicht 212 Men (ca lOS\'/a Centner), die Pulverladung 28 Sêr (ca 32 Ff.) betrage \'). Das Stück ist nach deni Zusanimenschweis-sungssystera hergestellt.

Audi von anderen Geschützen sind Inschriften bekannt; vergl. z. B. die von mir in der Epigraphia indica, Vol. II, publicirte Aufschrift auf Aurengzêb\'s Aurengschahi-Kanone.

Als iiu Jahre 1848 zu Ende des ersten Sikh-Krieges Ran-dschit Singh\'s ehemaliges Heer vernichtet ward, wurde eine Liste der vorzüglichsten erbeuteten Geschütze mit Angabe der Dimensionen etc. angefertigt. Herr C. Fur don Clarke, Assistant Director South Kensington Museum, Loudon, hatte die grosse Güte, mich auf dieses mir unbekannte und unzugiiug-liche Document, das durch Captain Ralph Smyth von der bengalischeu Artillerie mitgeteilt ist, aufmerksam zu machen und diejenigen Stücke, welche augenscheinlich moghulischer Arbeit sind, im Polgenden auszuziehen. Ünter den 21 Kanoneu ist nur eine einzige eiserne, eiu Einpfünder 1).

1

Ich habe die englischen Maasse beibehalten und bemerke l\'iir eine Umrechnung in die deutschen, dass der englische Centner (Cwt) = 112 engl. Pf. = 50,8()24i kg ist; ein Quarter (Qr) betriigt 28 engl. Pf. bezw. 12,7006 kg, ein engl. (avoirdupois) Pf. (Ib) ist 453,69 g.

Der englische Puss ist = 0,30479 m, er hat 12 inches.

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38

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LENGTH.

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Inch.

Bore.

II 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 M 1 1 1 1 M 1

Inch.

Chamber.

►_l|_l \'1—\'gt;—\'i—\'H-Jt-J k—\' ►—J H—\' t—1 H—■ k-1 1 \' to

J—1 tO ü\' CC C\'OiCOOOjt\'J—\'CC4*COji-J—\'l—\' Plt; ü« ^5 p

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Inch.

II II M II M 1 1 M 11 M 1 11

Inch.

Chamber.

1 gun corresponding in same dimensions and calibre.

REMARKS.

T

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39

Fur die Belagerung von Qandahar im Jahre 1062 d. Fl. wurden an Kanonen-Muuition niitgenommen; 30,000 grosse und kleine Kugeln, 5000 Men Pulver, 2500 Men Blei und 14,000 Raketen (Elliot-Dowson VII, 101).

Eine Spezialitiit der luder waren die Raketen (Ban), die im Grunde mehr erschreckten, besonders Pferde und Elefanten, als wirklich Schaden anrichteten. Raketen sind in Indien sehr viel gebraucht worden, vergl. dazu Major-General Briggs\' bereits erwahnten Artikel »Ou the eai\'ly Use of Gunpowder in Indiaquot; bei Elliot-Dowson VI, 455, wo die Beraerkungen über die Moghulartillerie unter Baber den tatsilchlichen Verhiilt-nisseu ziemlich gerecht werden (vergl. oben S. 26 f\'olg.)\'). Als in Europa die Rakete liingst wieder vergessen worden war, lernten sie die Engliinder in den Kampfen mit Tippu (JJahib erst von Neuem kennen und fiihrten sie dann nochmals in Europa ein (Jilhns, Handbuch S. 523)\').

V.

Wie gross die standi gen Heere im Moghulreiche waren, lasst sich sehr schwer sagen , da directe Nachrichten über diesen Punkt in don einheimischen Quellen fehlen. Blochmann be-rechnet Ain-Translation S. 246 Akbar\'s regulare Armee ent-schieden zu niedrig auf 25,000 Maun, namlich 12,U00 Reiter, 12,000 Musketiere und 1000 Artilleristen. Von 12,000 stilndigen Pferden in den kaiserlichen Marstallen auf eine ebenso starke Menge Cavallerie zu schliessen, ist gewiss nicht richtig; 12,000 Pferde reicbten jedenfalls uur für eine weit geringere Anzahl

1) Beilaufig bemerkt, steht der Vortrag Wilson\'s über die altindische Kriegs-kunst, den auch Dowson nur in dem von Briggs mitgeteilten Auszuge aus dem Athenaeum kennt, in II. II. Wilson\'\'8 Works, Vol. IV, p. 290—309 «On the Art of War as known to the Hindusquot;.

2) Gegen asiatisehe Volkerschaften wenden die Kussen noch in modernster Zeit Raketen mit Erfolg au, z. 13. 1864 in Bochfira (vergl. von Hell wald. Die Russen in Centralasien, S. 100 folg.); die Engliinder verwerteten sie 18G8 in Abessynien (vergl. Hormuzd Rassam, a. a. O. 11, 334) oder im Aschantikriege 1874 (vergl. Henry Brackenbury, The Ashanti War, London 1874, Vol. II passim).

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¥

40

aus. Aus der anonymen Relation eines Jesuiten, datirt aus Goa vom 26 November 1582, über die Zustande am Hofe Akbar\'s (Equebar) entnimmt Graf Noer, Kaiser Akbar 11, 12, die folgenden Angaben iiber des Kaisers Streitraacbt: »Wenn Akbar seiue Streitkrilf\'te zusamtnea bat und keine Rebellen vorbanden, besitzt er eine grosse Macht; tlenu ausser den Trup-pen seiner Feldherrn bat er wohl 5000 Kriegselefanten und 40,000 Mann Cavallerie, so wie unendlicb viel Fussvolk. Er bat viele Anfübrer über 12,000 und 14,000 Berittene und viele Elefanten und wieder andere über 5000 und 4000 und darunterquot;. Der Pater meint augenscbeinlicb, dass die svielenquot; Anfübrer über 12,000 und 14,000 Reiter oder aucli die über 4 und 5000 nicht bei den 40,000 dabei seien; bezüglich derselben ist auf das oben Seite 12 folg. Gesagte zu verweisen, gegen die Zahlen 12,000 und 14,000 legen die daselbst mitgeteilten Range aus Abul Fazl Verwahrung ein, wahrscheinlich werden sie indess, wie aucb das »unendlicb viele Fussvolkquot;, auf ungenügen-den Informationen des Paters beruhen. Allerdiugs werden wir sofort vou der letzteren ïruppeugattung eine ganz enorme Zalil kennen lernen.

Weun wir namlich die Angaben des Ain bezüglich der von den einzelnen Provinzen zu stellenden Landwehrtruppen zusammen zilLlen, die neben die Contingente der Gouverneure traten, so kommt die folgende ungebeure Summe beraus — allerdiugs ist eine solche Truppenmasse niemals wirklich gleichzei-tig verfügbar gewesen, und andererseits wik\'e doch die Zabl der waffenftlbigen Manner damit nicht erreicht worden, da dieselbe zweifelsohne mehrmals grosser gewesen sein muss —

Provinz.

Cav.

Inf.

Elef.

Kanon.

Böte.

Bengalen .

. 23,330

801,150

1,170

4,260

4,400

Bihar .

. 11,415

449,350

100

Ilababad .

. 11,375

237,870

323

Audh . . .

. 7,640

168,250

59

Agra

. 50,681

577,570

221

Malwa . . .

470,361

90

134,109 2,704,551 1,863 4,260 4,500

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41

Provinz, Cav. Inf. Elef. Kanon. Bote.

134,109 2,704,551 1,863 4,260 4,500 Dfindês \') . . . — — — — —

Grutlscherat . . 12,440 61,100 — — —

Adschmir . . . 86,500 347,000 _ _ _

Dihli .... 31,490 242,310 _ _ _

Labor .... 54,480 426,086 _ _ _

Multan . . . . 18,785 165,650 _ _ _

Tatta .... — — — — —

Kaschmir , . . 4,892 92,400 — — —

Qandahar . . . 13,875 25,260 _ _ — Kabul ruit Zabul-

istan (Gbazna) 28,187 212,700 — — —

Summa . . 384,758 3,877,557 1,863 4,260 4,500

Dies giebt eine Gesammtmenge von 4,262,315 Mann; die Anzabl der Elef\'anten and Kanouen ist uur fiir wenige Proviu-zen angegeben. Graf Noer setzt uach eiuer mir nicbt bekauuten Mitteilung Abul Fazls die Gesammtstarke von Akbar\'s Ueer auf 4,400,000 Mann an, mit Hinzurecbnuug der nicbt genanuten Contingente der in der Aumerkung aufgeführten Provinzen würde diese Zahl gewiss noch überschritten werden.

Das unverbilltnissmiissige Überwiegen der Infanterie, worun-ter in Bengalen natürlicb die Kanoniere eiubegrilfeu sein mussen, zeigt, dass es sich bier auch um alle möglicben nicbt berittenen Diener, den Tross handelt, wie Kahdrs »Lasttragerquot;, Tschêlas „Sklavenquot; u. a. m., die Abul Fazl im Ain, Bucb 11, Cap. 6 unter der Infanterie mit erwahntquot;).

Leider teilt uns Akbar\'s Minister die Stiirke der Contingente der einzelnen Provinzgouverueure nicht mit, wir mussen uns daher in dieser Beziebuug mit gelegentlichen Augaben wie den

1) Chftmlêach, nach dem Prinzen Dünjdl daun Dündês genmmt. Über die Contingente der jmigcn Erobeningen Dfindês, Bcrftr, Tatta, Pakli, Bimbar, Swflt nnd Bad-schaar enthalt das Ain keine Mitteilungen.

2) Vergl. Hawkins, S. 420: Porters, Ganners, Watermen, Laekeyes, Horse-keepers, Elephant-keepers, Small shot, Trasses, or Tentmen, Cookes, Lightbearers, Gardiners, Keepers ol\' all kind ol\' Beasts.

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42

folgenden begnügen. Zum Kriege gegen Orisa wurden im Jahre 1000 d. Fl. die Truppen von Beugaleu und Bihar bestimmt; die Auzahl der letzteren erfahreu wir nicht, die erstereti betrugen 6500 Reiter (Akbarname lil, 611). Kaiser Dschehangirberichtet in den Waqiat (Elliot-Dowson VI, 326), die Regenten Bengalens batten in früherer Zeit (d. h. vor der moghulischen Er-oberung) stilndig 8000 Mann Cavallerie, 100,000 Inf., 1000 Elefanten und 4—500 Bote gehalten.

Über Schahdschehan\'s Armee finden sicb im Badschahname II, 715 (vergl. Atn-Trauslation I, 244) die folgenden Augaben:

8,000 Offiziere (berittene Men^ebdars),

7,000 Abadis und berittene Musketenscbützeu, 185,000 Mann Cavallerie (Coiitingente der Priiizen und anderen Men^ebdare).

Summa 200,000 Mann Cavallerie.

Dazu kamen noch 40,000 Musketiere, Artilleristen uud Rake-tenwerfer, von denen 10,000 sich im Gefolge des Kaisers und 30,000 in den Provinzen und Festungen befanden.

Aurengzêb\'s Heer wurde von B er nier (Voyages I, 299) auf 200,000 Mann Cavallerie in den Provinzen und 35—40,000 Mann Cav. am kaiserlichen Hofe geschiltzt. Diesen ca 240,000 Reitern standen nacb desselben Reisenden Berechnung kaum mehr als 15,000 Infanteristen (einscbl. den Kanonieren) gegenüber. Catrou hat folgende Zahlen über dieses Kaisers Truppenmacht (die Infanterie war nach ihm durchweg doppelt so stark als die Cavallerie, er ziihlt also den Tross mit):

lm Palais zu Delhi oder Agra (d. h. am Hofe) 50,000 Mann Cav. In der Provinz\') Agra....... 15,000 » »

12,000 » » 6,000 » » 10,000 » »

Labor . . . Adschmir . Gudscherat. Malwa Patan

»

»

»

7,000 » 7,000 »

»

»

»

»

107,000 Mann Cav.

1) Auf Catrou\'s Provinzen selbst einzugchen, ist hier nicht der Ort.

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43

107,000 Mann Cav.

In

der Provinz Muitan......

6,000

2gt;

» » Kabul......

60,000

4,000

»

» » Bhakkar......

. 4,000

»

A

4,000

» » Kaschmir.....

. 4,000

»

. 8,000

»

» » Berar.......

7,000

»

» » Burhanpür (Brampur)

6,000

5,000

»

» » Radschmahall ....

. 4,000

»

» » Chandêsch (Nandé) .

6,000

»

» » Bengalen.....

40,000

»

» » Udschain.....

. 15,000

» » Bidschapür (Visapour) .

»

» » Golconda.....

. 20,000

Summa . . . 300.000 Mann Cav.

Wenn Rustem Ali im Tarich-i Hindi (Elliot-Dowson VIII, 60 folg.) Muhammed Schah\'s Armee auf 1,000,000 Maun in der Schlacht gegen Nadir Schab berechnet — da er 200,000 Ileiter zablt, so raiissten 800,000 Maim Infanterie und Artillerie gewesen sein — so ist dies sicher als Ubertreibung zu be-zeicbnen , wie sicb bei diesem Autor überhaupt eine unverkenn-bare Vorliebe fiir hohe Zahlen vorfindet \'). Allerdings wurdeu im Kriegsfalle die Friedenscontingente natiirlich sofort durch Werbungeu verstarkt.

Fiir die Stilrkeverbaltnisse der einzelnen Watfengattungen unter einander wareu bei Bilduug einer Armee keine Regelu vorgeschrieben. Bei der Infanterie und Artillerie werden meist gar keine Zahlen angegebeu, sondern uur bei der Cavallerie, ein Beweis für die Minderschatzung jener gegen diese im Mo-ghulreiche. Eiuzelne Stürkeangaben mögen als Beispiel hier fol-gen : In der Schlacht bei Serkitsch standen 10,000 kaiserliche

1) Vergl. uuten.

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u

Reiter und 100 Elefauten gegen 40,000 Mann Cav. und 100,000 Inf. des Feindes (Akbarname III, 424 folg.)i der Clian-i Azam führte eiumal 10,000 Reiter gegen 30,000 Mann Cav. Muzaf-fer\'s (Akbarname III, 593 folg.), der Chan Chanan 1200 gegen 5000 Mirza Dschani Beg\'s (\'Akbarname III, 608 folg.), (^adiq Chan 3000 gegeu 10.000 Reiter und 80 Elefanteu Serawer Oliau\'s (Akbarname III, 714 folg.). Selbst solche mageren Mit-teilungen sind iui ganzen noch Ausnahmen, da in den weitaus meisten Filllen überhaupt alle Zahlen fehleu. In das Einzelne geheiide nummerische Angaben wie die folgende sind selten: Schahdschehan sandte im Jahre 1061 d. Fl. ein Heer nach Qan-dahar bestellend aus 50,000 Mann Cav.,

10,000 Inf.,

10 Kriegselefanten,

80 schwereu,

20 leichten Geschützen,

20 ïjlefaitteu mit Hathutils (Elefantenkanonen), 700 Kameelen mit Schuturnals (Kameelkanonen), 3000 Kameelen zum Transport der Artilleriemunition (Elliot-Dowson VII, 99);

Dschehangir uuterstellte im Jahre 1016 d. Fl. dem Meha-bet Chan

12,000 Mann Cav.,

500 Ahadis,

2000 Musketenschützen,

70—80 Kauouen, Hathnals, Schuturnals,

60 Elefanteu (Elliot-Dowson VI, 318);

Ahmed Abdali hatte in der Schlacht bei Panipat gegen die Marathen (1174 d. Fl.) allein 60,000 Maan Cav.,

20,000 Inf.,

2,000 Kameelgeschiitze,

375 Kanonen,

dazu als Contiugente seiner Verbündeten,

ca 122,000 Mann Cav. und Inf.,

185 Kauouen;

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45

bei den letztereii betrug also der Proceutsatz der Kanonen zu Cavallerie und Infanterie ingesammt 1 : 660, wahrend die bei Elliot-Dowson VIII, 148 folg. aufgezahlten sechs eiuzelnen Contingente l 0/0) zwei Mal je ^ % 1111 ^ zwei Mal je i\'j 0/o

ihrer Cavallerie und Infanterie Kanonen besassen.

VI.

Über die innere Organisation des Moghulheeres sei bier nocb Einiges bemerkt, das sonst nicht bequem zu fiuden ist. Die Erwilbnung einiger characteristiscber Züge der obersteu Kriegsberren in ihrem Verhiiltnisse zur Armee wird zum besseren Verstilndniss dabei nicbt zu entbehren sein. Besonders liefern bier Baber\'s Memoiren scbatzbares Material.

Schon Baber batte seine grossen Erfolge allein durch Auf-rechterbaltung einer unerbittlicb strengen Mannszucbt und eiue vortreflliehe Ausbildung seiner Truppen erringen können. Timur gebietet ia seinen »Verordnungenquot;, dera Gegner womöglicb immer ein Heer von der gleichen Starke wie jener entgegen zu stellen; Baber bat alle seine Schlacbten gegen einen uuiu-meriscb überlegenen Feind gewonnen, und das Gleicbe findet man dann aucb sebr hiiufig bei seinen Nacbfolgern.

In Baber\'s und seiner Nachkommen Adern rollte tscbagba-taiscbtürkisches Blut. Dieses braeli in der Lust an einem toll-kühnen Reiterkampf\'e oft geuug bei ihm durch, besonders in jüngeren Jahren (z. B. Pavet de Courteille I, 232 folg.); ebenso bei seinem Sohne Humajün und bei seinein grossen Enkel Ak-bar — für diesen ist vorziiglich cbaracteristisch der tollkühno Wagemut in dem Ileitergefechte bei Sarnal, Akbarname III, 14 folg. — und viele Prinzen der Familie haben nicht nur deu Hang zum ïrinken, aber ohne dessen starke Natur und Selbst-beherrschung \'), von ihrem Ahnen geerbt, sondern auch mehr oder weniger von seiner ritterlicben Reiterlust. So sehen wir denn öfter die Führer eines Moghulheeres sich au der Spitze

1) Allerdings wird Baber\'s frühzeitiger Tod wohl auch rait durch zu vieles Trin-ken in jüngeren Jahren vorbereitet sein.

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einer kleinen Schaar persönlich auf den Feind stürzen , obgleich der General eigentlicli sein Lebeu nicht ohne Not auf das Spiel setzen sollto, da durch seinen etwaigen Fall die Truppen leicht entmutigt warden. Schon Timur sagt in seinen » Verordnungenquot; : »Der Tod des Feldherrn bringt Schimpf über das eigene Heer und erregt Kühnheit bei dem Feindequot; (Davy-White S. 381), und Abul Fazl (Akbarname 1, 165 Zeile 5 folg.) macht eine ahn-liche Beraerkuug, als er berichtet, dass Humajün bei Qanaudsch zwei Mal gegen Schêr Chan zum Handgemenge angeritten sei (vergl. audi Badschahname I, 512 Zeile 1 v. u.). In Anerken-nuug dieser Verhiiltnisse, wo die Persönlichkeit des Führers gewöhnlich alleiu die Massen zusammen hielt, gab Akbar in der Schlacht bei Ahmedabad den Befehl, so bald wie möglich die durch rote Fahnen kenntliche Ijeibtruppe Muhainmed Husein Mirza\'s zu attackireu; sei diese und mit ihr der feindliche Führer geschagen, so werde das LJbrige leicht sein (Akbarname III, 54 Zeile 12 v. u. folg.). Die Stellung des Führers war im Haupttreffen oder in dessen Reserve und von hier aus leitete er das Gefecht.

Dem eben Erwahnten analog ist es, dass der Herrscher nur bei wichtigen Gelegenheiten persönlich in das Feld zog (nach Timur\'s »Verordnungenquot; mit einem Heere über 40,000 Mann). So lasst Abul Fazl es seinen Kaiser sich erst überlegen, ob er selbst gegen Tschitór zieben solle; die Regirungsrnaxitnen lau-teten dahin, «dasjenige, was mittlere und kleine Emire aus-führen könnten, sei nicht den höchsten Grauden zu übertragenquot; (vergl. Timur, Davy-White S. 272), und es widerspreche den Regeln der Vernunft, s-dass Se. Majestilt selbst auszöge, da jene Sippe nicht danach seiquot; (Akbarname II, 301).

In einer allerdings sehr fatalistisch gefilrbten Form bietet Akbar einmal Daüd Lódi au, ihren Krieg durch eineu persön-lichen Zweikampf zu entscbeiden (Akbarname III, 97/8) — wenn Daüd den Zweikampf nicht annehmen wolle, so könnten zwei Krieger aus beiden Heeren oder endlich zwei Elefanten gegen einander kiimpfen, um so den Willen des Schicksals ohne allgemeines Blutvergiesseu zu ergründen (man vergleiche hierzu Graf Noer\'s Bemerkungen über den in die letzten Lebens-

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tage des Kaisers fallonden Zweikatnpf zwischeu den Elefanteii der Prinxen Selim und Chosró, Kaiser Akbar II, 552). Auch Muhammed Ibrahim, der General Abul Hasan Qutb ul-Mulk\'s vou Heiderabad, machte dem Priuzeu Muhammed Muazzam im Jahre 1095 d. Fl. den Vorschlag, das Blut der Muslims zu schonen und den Krieg durch Einzelkampfe einiger Führer ent-scheiden zu lassen (Chafi Chan II, 304/5). Eine derartige Ge-sinnungsweise ist nun aber im Gebiete des Muhammedanismus nicht etwa hiiufig in die Tat umgesetzt worden, wenn sie auch zu dem Patalismus desselben wohl passen würde. Der starkere oder sich als solchen Fühlende zog es begreiflicher Weise auch hier vor, durch eigne Kraft das Schicksal zu zwingen ; Ergebung in dasselbe kommt immer est bei einem fait accompli in Betracht.

Trotz aller persönlichen Tapferkeit liesci sich aber Baber andererseits nicht durch den unüberlegten, unsinnigen Unge-stüm seines Heeres mit fortreissen und wusste dieseu schlimm-stenfalls durch Pfeilschüsse auf\' die eigenen Leute zu diimpfeu (Pavet de Courteille II, 2/3).

Indem Baber alle Entbehrungen mit seinen Truppen teilte und nichts vor ihnen voraus haben wollte (vergl. besonders Pavet de Courteille, I, 443), musste er sie natiirlich mit holier Begeisterung an sich fesseln. Die Moghul-Kaiser, wenigstens Baber und Akbar, haben eiu ausgepragtes Pflichtgefühl besea-sen und durch ihr Beispiel in kriegerischen Actionen ihre Soldaten oft mit sich fortgerissen. Das Gefiihl der Kameradschaft pflegte Baber sehr; als der tapfere Husein Hasan sich giluzlich zwecklos in eine überlegene feindliche Schaar stürzt und bei diesem wahnwitzigen Kampfe den Tod findet, entbrennt sein Zorn heftig übcr des Gefallenen Kameraden, die ruhiy; zugese-

o » o o

hen haben, ohne einen Versuch zu machen , ihn herauszu-hauen (Pavet de Courteille, II, 94 folg.). Eigenmachtiges Plün-dern und Gewalttiitigkeiten gegen die Einwohner der vom Heere passirten Gegendeu wurden durch Baber streng bestraft, wie er vielfach in seinen Memoiren mitteilt (z. B. Pavet de Courteille, I, 86, 273, II, 60, 140). Der Mangel an Disci-plin bei seinen mongolischen Hilfstruppeu im Kampfe gegen

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Scheibani Chtiu, die als Sieger sofort den Feind, als Besiegte die eignen Verbüudeten pliinderten, veraulasst Baber zu einetn sehr absprechenden Urteile übor dieselbeu (Pavet de Courteille, I, 194 folg.). Wenu man sich danu noch daran erinnert, wie seine mongolischen Soldaten ihn verschiedentlich verrieteu und gegen ihn rebellirten, so ist es in der That als eine Ironie des Schicksals an/Aisehen , dass das von Baber gegründete Ueich den ihm verhassten Namen der Moghuls d.i. der Mongolen erhielt. Dies erklart sich dadurch, dass man in Indien seit dem 16. Jahrhundert alle aus dem Norden erscheinenden reisigen Eindringlinse Moghuls nannte. So unanslöschlich war die Erin-

O O O

nerung an Dschingiz Chan, auch nachdem sein Reich liingst in viele Trümmer zerfallen war.

Schon bei Baber finden wir Stammrollen für die activen Soldaten. Bei der Passage über den Strom bei Bekram müssen 6—7 Offiziere des inneren Dienstes nebst Schreibern (Barhschi) und Secretiiren {Diwdn) die Namen der in jedem Kalme be-findlichen Mannschaften notiren, wobei sich die Zahl 12,000 ergiebt »Grosse und Kleine, Gute und Schlechte, Bedienstete und Nichtbedienstetequot; (Pavet de Courteille, II, 135 folg.).

Spilter wurde das ausführliche Nationale1) durch beson-ders dazu angestellte Beatute, die Bitiktschis (»Schreiberquot;) geführt, wahrend der Bachschi die Finanzgeschafte des Trup-penteils zu besorgen hatte.

Selbstverstilndlich trat an Stelle der zu Baber\'s Zeit im All-gemeinen notwendigen Selbsterhaltung der Truppen durch ge-legentliche Beute unter ruhigeren, geordneten Verlülltnissen wieder ein fester Sold, wie er schon in Timur\'s Heere bestanden hatte. Wenn ein Krieg bevorstand, wurde der Armee hiiufig der Sold auf eiuige Monate im Voraus bezahlt; hatten die Men^ebdars nicht Zeit, iu ihren Militarlehen die Einkünfte einzutreiben, um ihre Soldaten zu löhnen, so musste der Fiscus die nötigen Summen vorschiessen (z. B. auf 8 Monate vor dem Zuge gegen Mirza Muhaiumed Hekim, Badauni II, 291

1

Vernl. auch bei den Arabern die gcnauen Seheidungen für das Signalement in der arabisehen Schrift bei Wüstenfeld, Abhandlungen der Gottinger gelehrten Geaellach. d. Wiss. Band 26, S. 3 folg.

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Zeile 4 v. u. oder für die Campagne in Gudscherat ira Jahre 981 d. PL, Badauni II, 165, Elliot-Dowson V, 361; vergl. auch Elliot-Dowson VII, 88). Über die Höhe des Soldes von Offizieren und Gemeinen findet man genaue Auskunft bei Abul Pazl (vergl. Ain-Translation).

Über die Exercitien, durch welclie die Ausbildung des Heeres bewirkt und erhalten wurde, wissen wir leider nichts. Als eine Art Kommandos kunnen wir die zura Gefeclite anfeuernden Rufe »Drauf und dran!quot;, »Hau\' und sclilag\'!quot; (z. B. Badauni I, 335 Zeile 3 v. u.) »Tüdte, tödte!quot; (z. B. Chafi Ohan II, 58 Zeile 5) ansehen, die allerdings ahnlich (z. 13. dihddih) schon ira Schahname vorkommen und als richtife Komraandoworte pluralisch sein sollten.

Vernachlassigungen im Dienste wurden meist durch Soldent-ziehung für kürzere oder lilugere Zeit gebiisst, nur iu schwe-reren Fallen traten Degradation oder Leibesstrafeu ein.

Die Tauglichkeit von Mann und Ross wurde durch hiiufige ükonomische Muster un gen geprüft, bei denen ein Brand-zeichen {Ddgh) die vorschriftsmassige Beschaffenheit des Tier-materials bestiitigte ^, ein Controlverfahren , das znerst durch Schêr Schah ausgebildet worden ist. Wio schon erwiihnt, hat-ten die einzelnen Offiziere je nach iiirem Range eine bestimmte Anzahl von Mannachaften, Pferden, Elefanten u. s. w. zu stellen , für die sie aus deni kaiserlichen Schatze entschadigt wurden. Nun kamen hier fortwahrend die grössten Betrügereien vor, indem die vom Fiscus bezahlten Pierde zu allen mögli-chen Privatzwecken benutzt wurden und für den militarischen Dienst im gegebenen Bedürfnissfalle dann eiu ungeniigendes Material eilig zusammengerafft ward. Für die Musterungen borg-ten sich die Men^ebdars wohl die vorgeschriebenen Mannschaf-ten unter einander und im Ernstfalle erschienen sie dann mit unausgebildeten, unbrauclibaren Soldaten, gewiss mauchesraal

1) Abul Fazl bemerkt hierzii in der ilira charakteristisohen Weise, veranlasst durch den Vorwurf der Tierqualerei, welehen nicht controlirl sein wollende Men9ebdilr9 diesem Verfahren zuerst machten: //Aeusserlich betrachtet bereitet es dcm Tiere Schmcrz, aber dcm tieferen Sinue nach ist es eine Ursache freudiger Zufriedenhcitquot; (I Cap. II Bnch, am Schluss.)

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Fallstaff\'schea Rekruten. Die fiscalisclie Braudmarke stempelte uun die Pferde, Kameele etc. zu kaiserlichem Eigent,urn, jedes Stück wurde sorgfilltig in die Listen eingetragen mul konnte nicht mehrfach. auftreten. Die Soldaten konnten zwar nicht gesterapelt werden \'), aber auch betreffs ihrer suchten strenge Revueen den bisherigen Missstanden abzulielfen. Bei den ïier-musterungen wurde unter Akbar mit einer solchen geradezu lacberlich scheinendeu Genauigkeit verfahren, dass mau nach dein Aussehen der Tiere berechnete, ob sie das ihnen zukom-mende, für sie vora Staate bezahlte Futter auch wirklich er-halten haben mochten ; die festgesetzte Maximaldicke batte für Elefanten uoch 13 verschiedene Grade unter sich, für andere Tiere 6 (Ain-i Akbari Gap. 83 des ersten Buchs). Die Controle sollte eben so streng wie nur irgeud denkbar sein; der Schritt bis an die iiusserste Grenze des Möglichen, der uns einfach albern dünkt, konnte in einem orientalischen Staate nur im-poniren, besonders wenu ein so machtiger Wille, Betrügereien zu ahuden, wie der Akbar\'s dahiuter stand. Dass natürlich sol-che trotz alledem auch fernerhin vorkamen, ist kein Wunder, sie mussten sich aber jedenfalls mit kleiuerer Beute begnügen.

Auch spliter werden Beispiele berichtet, wie der Verbleib oder die Verwendung von Kriegsmaterial genau überwacht worden sei. Eine grobe Vernachlassigung unter Aurengzéb, durch welche einraal 30 Silcke Pulver iu einem Keiler vergessen und beim Abmarsch zurückgelassen worden waren, wurde noch nach vielen (24) Jahren an den schuldigen Offizieren durch Degradation geahndet, mit dem Hiuzufügen, dass, wenn die Sache unter Dschehangir vorgekommen ware, dieser sie sammt dem vergessenen Pulver würde haben in die Luit fliegen lassen (Chafi Chan II, 279).

Auf Desertion im Kriege — Überlaufer trugen den Turban in der Hand (Baber\'s Memoiren, Pavet de Courteille II, 20, vergl. Elliot-Dowson V, 48, und darum mnsste es für eine üble Vorbedeutung geiten, wenn der Feldherr früh am Schlachttage

1) Nach Catron, S. 248/9 waren nuter Aurengzób die Angchiirigcn der kniscr-lichen Leibgarden sammtUch an der Stiru gezeichnet gewesen (?).

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den Turban verlor, wie einmal bei einer augenblicldich nicht auffindbaren Gelegenheit gescliab), wiihrend die sich Ergeben-den Köcher und Silbel mn den Hals hingen (Pavet de Cour-teille 11, 352) oder Afghanen in solchem Falie Gras in den Mund nahmen (Pavet de Courteille II, 325, vergl. auch Badschahnarae I, 334); Parlaraentare erschienen, wenigstens Hindus, mit einer weissen Flagge (Erskine, History of India II, 248) — stand wolil eigentlich die Todesstrafe, doch wurde sie, besonders ira jungen Reiche, nicht rigorös in Anwendung gebracht, Einen Fall aus Akbar\'s Regierung siehe beiNoer, II, 82. Höhere Offi/.iere wurden mit besonderem Maasse gemessen, der Kaiser entschied in jedem einzelnen Falie, ob Verzeihung oder Bestrafung eintreten solle.

VIT.

Das Bild eines moghulischen Heeres würde nicht vollstilndig sein ohne eine Erwilhnung der Elefanten. Die Holle, welche diese Tiere im Kriege spielten, ist im Allgeraeinen dieselbe, wie schon in den ültesten Zeiten , d. h. sie schadeten oft viel raehr als sie nützten, indetn sie, wild gemacht, die eignen Truppen in Verwirrung brachten. Doch sind sie in Indien viel enger in die ganze Kriegsführung hineingewachsen als z. B. im Alter-tume in den Heeren Alexanders des Grossen (vergl. Bauer, Die Griechischen Kriegsaltertümer S. 452 folg., im Handbuche der klassischen Altertumswissenschaft, IV Band, erste Abtei-lung, zweite Hillfte 2, 1893 und Jilhns, Handbuch einer Ge-schicbte des Kriegswesens, 1880 S. 140).

Auf ihre Dressur und Pflege wurde die grösste Sorgfalt ver-wendet (vergl. Ain-Translation passim). Unter Akbar betrug die Zahl der kaiserlichen Kriegselefanten 5000, dazu hatten noch alle grossen Vasalien ihre eigenen, doch mussten die besten Tiere immer an den Hof abgeliefert werden, Dschehangir hatte 12,000 Elefanten, wenigstens nach den »Memoirenquot; des Kaisers, übersetzt von Price, S. 62, doch finden sich hier starke Übertreibungen (vergl. Elliot-Dowson VI, 257 folg.)1).

1

Auch nach Hawkins, S. 424, ilem de Lnet, S. 147., folgt.

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Die gelehrigen Tiere bekameu im Gefecht Siibel au den Riis-seta befestigt uad lerateii diese zu fiihreu, ihre Stosszlihue waren mit Eisen beschlagen uud der ganze Körper durch Pauzer geschützt. Auf dem Rücken trugen sie Musketen- oder Pfeilschutzen, die so aus der Höhe ihre Geschosse herabsandteu. Weun sie in grosserer Masse auftraten und ihr wuchtiger Froutangriff gelaug, so war allerdings das gegnerische Heer der Vernichtuug geweiht (z. B. in der Schlacht bei Serkitsch, am 16 Muharretn 992 — 29 Januar 1584, wo der kaiserliclie Feldherr Mirza Chan mit 100 Elefanten uud 300 Mann 6— 7000 feindliche lleiter warf — Akbarname 111, 425 letzte Zeile v. u.). Gegeu Aliquli Chan iu Dschaunpür nahm Akbar 2000 Elefanten mit (Akbarname II, 290 Zeile 1), von denen in der Eutscheidungschlacht 500 zugegen waren (ib. 293 Zeile 9 v. u.). Auch die eiuheimischeu iudischen Fiirsten besassen in ihren Heeren starke Elefantentrupps; so Hêmü bei Pauipat nach Badauni 1500 Stiick (beiuahe so viel wurdeu daun auch von den Siegern nach der Schlacht erbeutet), und die gleiche Zahl Dürgavati nach Firischte, der über die dekkhanischen Verhiiltuisse gut uuterrichtet sein mnsste. In der Schlacht bei Malnapür (Akbarname III, 612) waren der kaiserlichen Avant-garde 80 Elef\'auten beigegeben, so dass uur noch 75, nilni-lich je 25 fur Centrum uud die beiden Flügel übrig bliebeu.

Man verwandte Elefanten ent weder gcgen Infanterie oder gegen Cavallerie — in der Schlacht bei Tarakói am 20 Zilqede 982 (3 Milrz 1575) batte Güdschar Chan seine Elefanten mit Jackschwauzen und Feilen von wilden Tieren behilugt, um sie noch schreckhafter für die feindliche Reiterei zu machen, was auch Erfolg hatte (Akbarname III, 122 folg.) —, auch liess man Elefanten gegen Elefanten kilinpfen, wobei der Besiegte auf der Flucht dann oft die eiguen Truppen in seiner Wut niedertrat. Eiu Zweikampf von Elefanten kam z. B. in der Schlacht bei Fathpür am 1 Zilhiddsche 974 (6 Juni 1566) vor; bier rannte der eine den anderen durch einen gewaltigen Stoss vor den Kopf nieder (Akbarname II, 294 Zeile 8 folg., Badauni II, 97 Zeile 1 folg,).

P. Pierre de larric, L\'bistoire des cboses plus memorables

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advenues tant és Indes orientales etc., Arras 1611, S. 604 er-wilhnt, daas Akbar in der Schlacht die Elefanten principiell immer bei der Arrièregarde (d. h. bei dem Centrum) gehalten habe — wahrend die Artillerie der Avantgarde zugeteilt worden sei — weil sie vorn den Soldaten den freien Ausblick versperren und bei etwaiger Verwundung wild geworden die hinten stebenden Truppen in Verwirrung bringen konnten. Die Tiere seien zur Defensive im Centrum bestiramt gewesen, falls der Gegner siegreich auf dieses heranrückte. Diese taktiscbe Regel, die auch anderweitig bekannt ist (vergl. vou Kremer, Culturgesch. I, S. 218), stimmt zu den aus der Praxis bekannten Filllen nicht durchweg , wie noch manche andere Mitteilungen des Paters über das moghulische Heer nur modificirt richtig sind.

Eine sehr wirkungsvolle Anwendung fanden Elefanten bei dem Sturme auf Tschitór, wo sie in die Breschen der Fes-tungsmauern getrieben wurden und zahllose Feinde in den Strassen der Stadt zertraten. Zu diesem Zwecke wurden vor Beginn des allgemeinen Sturmes 50, am Schlusse 300 Tiere vorgescbickt (Akbarname II, 322 Zeile 18 folg.). Auch als Thorbrecher muss man sie bisweilen verwendet haben, wie z. B. spiiter bei der Bestürmung ven Arkót, wc sie mit Eisen-platten vor der Stirn die Festungsthore zerschmettern sollten (Orme, I, 194). Daher waren die Thore von Sürat zur Ab-wehr mit eisernen Spitzen beschlagen (Fryer bei Wheeler, S. 499).

Scher Chan benutzte einen erbeuteten Elefanten Humajün\'s, um eine von den kaiserlichen Truppen bei Bhódschpür über den Ganges geschlagene Brücke zerstören zu lassen. Das Tier stürzte sich auf den Brückenkopf los und zertrümmerte die Pfeiler (Akbarname I, 163).

Man versuchte die durch die Elefanten drohende Gefabr entweder, und zwar zumeist, durch Kleingeschosse zu beseitigen, indem man sie besonders mit einem Pfeilregen iiberschüttete, oder man richtete auch Kanonen gegen sie , wie z. B. Muqira Chan in der Schlacht bei Tarakói (Badauui 11, 194 Zeile 6). Kano-nenschüsse vermochten die Tiere zu tödten (Akbarname III, 612 Zeile 14); Raketen waren ihnen auch öfters unangenehm,

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doch wïireu sic im Allgemeineu gegeu Kanonendonner und Ilaketengekuatter gut abgerichtet, wie u. a. der Umstaud be-weist, dass es eiuen Elefanteu nicht genirte, als eiue Geschütz-kugel seiuem Führer eiu Bein wegriss (Alemgirmime S. 258 Zeile 7). Dass bei einem uiichtlichen unerwarteten Uberfalle Elefauteu durch Feuerwerkskörper scheu gemacht werden uud uuu im eigenen Lager wüten, ist doch wahrlich kein Wuuder und kein Beweis für »the alarm with which elephants view firequot; (Briggs bei Elliot-Dowson VI, 463 Anm. 1). Begreiflich ist es auch, wenn in Folge einer Pulverexplosiou ein Elefant wild wird uud dami in blinder Aufregung seinen Reiter in die feinlichen Reihen trilgt, wo dieser uiedergemacht wird (so geschah es im Jahre 1083 d. Fl. mit Islam Chan, wodurch dann, als dem Tode des Feldherru, zugleich auch die Schlacht entschieden war, Chafi Chan II, 236).

Die Führer hatten in Indien ihre Tiere ausgezeichnet in der Gewalt und uiussten fur ihreu Beruf vorziiglich vorgebildet sein. Es komrat mehrfach vor, dass oin Führer nach dem Tode eines feindlichen Kollegen auf dessen Tier hinüberspringt und die Leitung desselben überuimmt, z. B. in der Schlacht bei Gogonda (Badauni II, 233 muss diese Tat natiirlich rait der üblichen orientalischen Übertreibuug als eine solche sehildern, die sonst «niemand konnequot;) oder in der Schlacht bei Samóghar, 10 Króh (32 km) von Akbarabad (Alemgirname S. 261). Gewandte Maimer sprangen sogar vein Pferde auf einen Elefanten hin-fiber (Chafi Chan II, 96). Die Elefanten zum Stand halten zu zwingen, dieuteu schwere Ketteu, die ihnen um die Füsse gelegt wurden (Chafi Chan II, 26 Zeile 7 v. u., 56 Zeile 4 v. u.). Riesige Ketteu, am Rüssel befestigt, fungirten auch als Angriffswaffen und verursachten schon durch ihr Gerassel Schrecken; als Gewichte für solche begegnen 2—8 Men (90 — 135 Pfund) oder 3—4 Men (135—180 Pfund) — Chafi Chan II, 56 Zeile 13, 298 —; bei feierlichen Gelegeuheiten wurden sie dagegen mit Ketten aus Gold uud Silber behangt (Tabaqat-i Akbari, Elliot-Dowson V, 394).

Dergleichen naive Mittel, wie Timur gegen die seinen Trup-pen giiuzlich ungewohnten Tiere angewandt haben soli — er

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soli mehrere hundert Buffel zu je zweien habeii zusammenbiu-den uud zwisclien ilire Hörner grossn Reisigbündel befestigeu lassen , die dann angeziindet wurden, worauf die Heerde deu Elefanten entgegen getrieben worden wilre klas Zefername II, 102 erzahlt die Gescliichte übrigens anders) — hutten zur Mo-ghulzeit in Indien kaum noch verfangen\'). Nadir Schah soil al-lordings nach Jones Han way, Beschreibung der neuesten Reichs-veranderungen in Persien, 1754, Baud II, S. 323/4 bei Puni-pat ahulich verfahren sein, indem er »eine Menge Gerüste machen und solche über zwei Kameele legen liess. Auf diese Gerüste legte er Naphtha und allerhand verbrenuliches Zeug, welches er anzüuden liess. Man weis gar wohl, mit was fflr Erschrecken diese uugeheuren Thiere das Feuer ansehen. An-statt dass sie also das persische Heer überwinden, kehreteu sie bey Annaherung der Kameele urn uud brachten einen grossen Theil des iudiauischen Heeres in Verwirrungquot;. Hanway bemerkt: »Diesen sehr merkwürdigen Urastand bei diesem Treffen haben diejenigen ausgelassen, die uus davon Naciiricht gegeben ha-benquot;. Das Ganze wird ein Marchen seiu, das man sich spilter in Persien erzahlt bat; das moghulische Heer war den vortreff-lich ausgebildeten Soldaten Nadir Schah\'s nicht eutfernt ge-wachsen, seine Elefanten scheinen in der Schlacht gar nicht iu Aktiou getreten zu sein.

Nach dera Ain-i Akbari I Buch, 41 Cap. schwankte der Preis eines Elefanten zwischeu 100,000 bis lOORupien; solche von 5000 oder 10,000 Rupien waren sehr gewohulich. Unter Dschehangir wurden für wohl dressirte Kriegselefanten noch höhere Summen als unter Akbar bezahlt; uuter Schahdschehan werden einmal als Preis für ein besouders schönes Tier 100,000 Rupien genannt (Badschahname I, 2, S. 230), von ganz ge-wöhnlicher Qualitiit war danach ein Elefant, wie der 4Ü00 Rupien werte, den die Maathir-i Alemgiri S. 521 erwilhnen.

1) Auch Ruy Gonzalez de Clavijo, der Gesandtc Heinrich 111 von Spanieu an Timur, erziihlt diese Geschichte, nnr mit dem LJnterschiede, dass bei ibm Kameele mit troekenem Grnse beladen werden, das dann angeziindet wird (in der Ansgabe der Hakluyt Society, Vol. 20, durch Clements K. Markham, 1850).

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Wahrend Schahdschehan\'s Regierung wurde der erste weisse Elefant aus Pegu nach lutlien gebracht (Badschahnarae 1, 267).

Die Feldherru ritten iu den Schlachten meist auf Eiefauten in der sog. ïïauda, nicht bloss, urn das Kampffeld besser übersehen zu können, sondern audi, um selbst von den Trup-pen gesehen zu werden. Als Prinz Dara-Schukoh iu seiner ersten Schlacht gegen Aurengzêb vom Eiefauten auf ein Pferd steigt, glauben ilm seine Soldaten; welche ihn nicht mehr sehen, gefallen and wenden sich zur Flucht.

VIII.

Es ist ganz natürlich, dass bei einem so complicirten Heere, in dem ein Cavallerist meist mehrere Pferde mit sich fiihrte und jeder Offizier seine besondere Dienerschaft, in Indien stets ein umfaugreicher A])parat, bei sich batte, der Tross ziem-lich gross war (vergl. obeu S. 41 u. Aum.). Heider Mirza, der in seiner Scliildoruug der Schlacht bei Qanaudsch allerdings in sehr diistern Farben malt, schreibt bier jedem OfHzier von Range ein Gefolge von 100 Anhilugern nebst 500 Sklaveu und Dienern zu. In Humajüu\'s desorganisirtem Heere waren die Verhiilt-nisse aber gewiss keine normalen, und in geordneteren Zeiten wird es in diesem Puukte etwas besser gestanden habeu, indem Eiuschrankungen für die Auzahl des Trosses durchge-führt waren, Aber die Harems nicht bloss der höheren Offiziere sondern auch der Soldaten waren oft genug mit im Felde; so konnte es vorkommen, dass in einem Gefechte die Frau eines solchen nebst einem Eunuchen in der Hauda ihres Elefanteu durch einen Raketeuschuss getödtet wurde (Chafi Chan II, 304). Aurengzêb verbot einmal ausdrücklicb, »dass Emire, Meii^ebdare und die anderen Leutequot; ihre Kinder, Weiber uud Haushaltungeu mitnalimeu , desgleichen solle dies auch keinem Ahadi erlaubt sein; »wie sehr mau aber auch hierauf Nach-druck legte, so kam doch die notwendige Beschriinkung in der Mitnahrae der Familien uicht zur Ausführung, da bei den Carapagnen in Indien ein solcher Befehl ohne Strafen, wie sie die gerechten timuridischen Fürsten in ihrer Huid gegen die

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üntertanen anzuwenden nicht über sich gewinnen können, nicht durchführbar istquot; (Chafi Chan II, 460) 1). Wareu viele Elefanten bei einem Heere, so erforderte schon der Transport von ihrer Fourage eine Menge Vieh und Menschen, auch wenn sie in Kriegszeiten nicht so iippig geniihrt warden, wie nach den allerdings vielfach übertreibeuden Memoiren Dsche-haugir\'s (jedes Tier hatte uach diesen tiiglich 4 Men — 180 Pfund — Reis, 2 Men — 90 Pfuud — Ilind- oder Hammelfleisch und 1 Men — 45 Pfund — Ö1 oder geschmolzene Buter zu fressen bekommen , eine Leistung, die auch für einen Elefanten-magen etwas stark ist)s). Nach Hawkins, S. 425 (danach de Laet, S. 147) kostete ein Eliteelefant, von denen Dsche-hangir 300 Stück batte, taglich 10 Rupien, was übertrieben scheint. Wenigstens erhielten die 101 Leibelefanten Akbar\'s nur je 5 Ser Zucker, 4 Sêr zerlassene Butter, 1I\'2 Men mit Pfeffer, Gewürznelken eet. gemischten Reis, l1^ Men Milch und in der Zuckerrohrzeit etwa 800 Rohre tiiglich (Cap. 46 des ersten Buches), was an der Quantitiit von 21/2 Men fehlte, wurde durch Kom ersetzt; aber nicht alle Tiere batten gleichmassig solche Abwechseluug in ihrem Menu, uud dann

1

Die zunüchst etwas seltsara klingende Sage von den Steinbilderu am Berge von Schfth Qannflb, 2 Farsach östlieh von JezdieMst — das zwei Heilige verfolgende //lieer der Unglaubigenquot; sei in Felsen verwandelt worden, in denen man Miinner, Pferde, Kameele, Kameeltreiber und Sehulkinder mit den Lesefibeln in den Handen noch erkennen könne — welche E. G. Browne (A Year amongst the Persians, S. 229) erzahlt wurde, berulit auch nut\' der allgemein muhammeda-nisehen Gewohnheit, die Harems mit in das Fold zu nehmen.

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kontete dasselbe, audi wenn man für alles tlio höchsten Preise aanimmt, keine 4 Rup. pro Tag. Für beste andere Elefanteu wurden monatlich nur 33 Rupien vergütet (Aiu-i Akbari II. Buch, Gap. 2); doch ist die von Akbar eingeführte Sparsam-keit augenscheiulich iu der Folgezeit bald aufgegeben worden, wie audi die unter ihm in allen Zweigen der Verwaltung ge-übte strenge Controle liissiger wurde. Als Nahrung der Tiere giebt aucb Hawkins Korn, Zucker, Zuckerrobr und Butter an; Thevenot, S. 136, betont ebenfalls die bohen Kosten, welche die tilglicbe Verpflegung eines Elefanten verursacht babe: ausser Fleiscb und eau de vie(!) recbnet er eine balbe Pistole für Mehlteig, Zucker und Butter. Ge mei li Curari setzt 7 Rup. für den tüglicben ünterbalt eines Tieres aus (140 Pfund Korn, Laub, grünes Robr, Zucker und Pfeffer); vou den 3 grössten des Kaisers batte aber jeder 500,000 Rup. pro Monat gekostet(!) (S. 208/9 in Berenger\'s Saminlung, Paris 1788). Catron (S. 255) recbnet gar 25 Rup. taglicb auf jeden ge-wöhnlicben Elefanten, nur der »Tbronelefantquot; kostete drei Mal so viel; nacli ihm erhielten die Tiere aucb Wein.

Es ist bereits oben erwabut worden, dass Geschütze ver-mittelst Ochsen transportirt wurden; ein zum Schutze von Qandahar ausgesandtes Heer brauchte nach Dschehangir\'s Mitteilung mehr als 100,000 8tück (Elliot-Dowson VI, 383). Ausser diesen Tieren gehörten zum vollstandigen Apparate einer Armee noch Kameele, die sowohl bestimmt waren. Lasten zu tragen, aucb Kanonen und deren Munition (Elliot-Dowson VII, 99), als aucb Eilbotscbaften zu befördern. Eil-boten bedienten sich vornehmlich weiblicher Kameele als der schnellfüssigsten.

Für das Gapitel der Verproviautirung der Truppen im Felde sei auf ein persiscbes Analogon verwiesen. Scbah Tabraasp I berechnet in seinen Denkwürdigkeiten (S. 77 meiner Überset-zung. Strassburg 1891), dass das türkische Heer von 600,000 Mann (300,000 Reiter zu Pferde und 300,000 Diener auf Eseln) bei Sultan Suleiman I zweitem Einfalle in Persien tilglicb 15,000 Gherwar von je 100 Men Proviant branche (a Soldat 2 Men für sich selbst, Diener und Esel und noch 1 Men für

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sein Pferd), zu tieren Transport 5—600,000 Kameele iuitgc-uommeu sein müssten; dieser kolossale Vorrat würde aber nicht einmal für einen Monat gereicht, haben \'). Ein so frommer Herr-scher wie Sohah Tahmasp nahm bei einera Einfalle in das Land von Unglüubigen sogar die nach den religiösen Vorschriften »erlaubtenquot; Lebensraittel mit, um nichts xVerbotonesquot; essen zu müssen, andere Krieg führende Fürsten waren nicht so scru-pulös (S. 84).

XI.

Wenden wir uns nunmehr zur Tak tik, die in den Schlach-ten zur Anwendung kam, so ist zuniiclist die Schlaclit-ordnung, in welcher die moghulischen Heere zura Gefechte ausriickten, genau die gleiclie, wie sie in den Vorschriften Timur\'s angegeben ist. Auf den ürsprung derselben, die durch die Byzantiner-Araber von den llömern entlehnt sein wird (vergl. die Scliilderung der Sltesteu arabiscben Formation bei von Kremer, Culturgeschichte des Orients unter den Chalifen 1, 255), einzugehen, würde bier zu weit führen.

Über einige technische Ausdrücke der Sch lacht linie, die augenscheinlich von ihra selbst eingeführt worden waren, ausserst sicli Baber S. 206 Zeile 9 folg. seiner Metnoiren fol-genderraassen: »Obwohl (die Ausdrücke) Baranghar, Ovg Qol und Ong Jan alle eine und dieselbe Bedeutung haben (namlich »rechte Seitequot;), so specialisirte ich doch, um Unterscheidungen in ihrem Sinne zu erzielen, die Deutung der Worte. Da man die rechten und linken Flügel Baranghar bezw. Dschuwanghar 1) und das Herz der Schlachtreihe Qol (Ghul) zu nennen pflegt, so warden, weil rechter und linker Flügel nicht zu dem Centrum geboren können , diesen derartig getrennten Abtei-

1

Die persischen Handschriften haben regelmilssig falseh Dschranghar, eine Un-form, die dann leider in last alle Drucke der liibliothcea indica Auluahme gefundcu bat.

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lungen (von mir) die Namen Baranghar und Dschuwanghar gegebeu. Auch das Centrum ist nuu wiederum eine besondere Abteilung, und urn seine rechte und linke Seite zu unterschei-den, schrieb man Ong Qol und Col Qol (»die zwei Arme des Siegesquot;, Alemgirname 249 Zeile 1). Nun stehen aber iin Centrum auch die Chdgge 1 (Win (Leibgarde), und deren rechten und linken Flügel bezeichnete man als Ong Jan bezw. Qol Jan oder nannte ihn auch uur Ong bezw. Colquot;,

Also;

_I_

Baranghar

Dschuwanghar

(L. Flügel) (R. Flügel)

9°! Q01 9°^ (Jaquot;)| Loibgardc [Ong (Jan)[ | Ong Qol |

Qol, Centrum

Es wiire folgerichtig gewesen, auch die aussersten Seiten des rechten und linken Flügels besonders zu benennen, diese haben aber keine speziellen Namen erbalten. Hier standen die Abtei-luugen , welche die Tulghama (s. oben S. 22) auszufiihren batten. Zu der aussersten rechten Flügelschaar zu geboren, galt als eine Auszeicbnung, vergl. Baber-Pavet de Oourteille I, 218, wo auch erwiihnt wird, dass unter den Mongolen damals noch von Dschingiz Chan stammende Regeln in Geltung waren, welche einzelnen Familien von Geschlecht zu Geschlecht ihre Pliitze in der Schlachtordnung bestimmten \'j. Dasselbe galt auch in manchen Filllen für die Moghulzeit in Indien ; so beanspruchten z. B. die Barha Sejjids den Dienst in der Avantgarde als erb-liches Recht (Ain-Translation S. 519 folg.).

Im Centrum oder in der Reserve desselben stand der Ober-feldberr mit einer Schaar der besten Elitetruppen; war der Kaiser zugegen, so befand sich hier auch der Qur (eine Dra-

1) Auch für innere Verhaltnisse blieben vielfach Bestimmungen der «Tóraquot; des Dschingiz Chun im Moghulreiche noch langer in Geltung und werden golegentlich erwiihnt, vergl. Bamp;ber-Favet de Courteille I, 424 (Verbot des Weintrinkens), Tuzuk-i Dschehèngirï übersetzt von Lowe S. 62 (Ceremoniell), Blochmann, Ain-Translation S. 454 (Fesselung von Rebellen).

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perie von Waften, Falmeu unci anderen Insignien der Majestlit) bei ihm (Akbarname III, 47 Zeile 10).

Die weiteren Forraationen des Heeres waren die Avant-garde [Haraul, Yraxd, Jaraul — selten bei spateren Scbrift-stellern mit dem ambischen Namen Muqaddimat ul-dschaisch bezeichnet) und die Reserve im Centrum, die Hauptreserve {Tarh, dieses arabische Wort findet sich schon bei Timur). Vor dera Centrum stand eine vordere Reihe, F/yan/\'), die spilter gewöhnlieh Iltmisch »60quot; genannt wird, ohne au diese Zabl irgend wie gebunden zu sein. Da diese Formation in Timur\'s »Verordnungenquot; nicht erwahnt wird, so werden wir sie für eine Neuerung Baber\'s ansehen dürfen. Ganz voru befanden sich die Qarauls (Pliinkler), die das Gefecht eröffneten, wilhrend den Rücken des Heeres (meist uur auf dem Rückmarsche f\'or-mirt) die Arrièregarde, Tschandaul1) oder richtiger Tschaghdaul\'), deckte. Nicht consequent aber hilufig geben moghulische Schriftsteller den einzelneu Teilen der feindlichen Schlachtordnungen , wenn sie dieselbeu beschreiben, nicht die mongolischen, son-deru persische oder arabische Namen, d. h. sie sprechen von Qalb (Centrum), Dest-i rust bzw. tschep (rechter und linker Flügel), wahrend sie die einheimischen Bezeichnungen dem eigenen Heere reserviren.

Das Centrum entsprach nicht etwa dem Gros in modernen Verhiiltnissen, sondern es war im Grunde uur eine Reserve der Avantgarde wie der beiden Flügel, was sich aus dem spiiter Fol-geuden deutlich ergiebt.

Weitere Formatiouen erwahnt Baber nicht nameutlich , und auch bei anderen Schriftstellern nach ihm findet sich im AU-gemeinen uur noch der V o r t r u p p der Avantgarde (wie solche auch für die beiden Flügel gebildet werden konnten) genannt, der scherzhaft als Dschüze-je Haraul »Küchel der Avantgardequot; 2) — der Haupttrupp ist als die ihm sorgend nachfolgende Henne

1

Akbarnume II, 33 Zeile 6 v. u., [HI, 71S Zeile 4 V, u. iu der urspr. Bedeir tung .Arrièregardistquot;], Alemgiruihne S. 251 Zeile 0.

2

Badium II, 231 Zeile 4.

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gedacht — bezeichnet wurde; derselbe wurde immer formirt mid Baber hat ihu wohl uur als selbstverstandlich weggelasseu. Das Gleiche gilt vou deu Reserven der Flügel, die bei klei-uereu Heereu wegbleiben konnten. Eiuige weitere als Ausbau dieser Gruudformatiou auftreteutle Gliederuugeu werden wir gleich noch kennen lernen.

Bei gauz winzigen Heereu konute natürlich jede reglementa-rische Gliederuug wegfalleu. Als z. B. Akbar mit 40 Maun, die daim durch Verstarkung nachtraglich auf 200 anwachsen (so giebt Abul Fazl im Akbarname III, 14 die Zahl der kaiser-lichen Truppenschaar au; Badauni II, 142 uud Elliot-Dowson V, 345 Aum. diiferiren etwas, sie berechnen den Gegner auf 1000 Mann), gegen Ibrahim Husein Mirza zum Gefecht bei Sarnal ausrückt, hat er kein Heer einzuteilen; uur ein Vortrupp wird auf besonderes Bitteu des tapferen Radschpüten Man Siugh unter dessen Führung gebildet (der Kaiser batte gesagt, heute müsse sich jeder mutig seinen Gegner im Einzelkampfe sucben; Chwadsche Abdullah scherzte darauf, das genüge nicht, heute gelte ein anderes Wort des Herrschers, dass namlich der beste Elefant derjenige sei, der sich nicht mit einem zufrieden gebe sondern viele Feinde zu vertreibeu und zu zertreten strebe, Akbarname III, 13 Zeile 10 v. u.).

Die eingehendsten Gliederungen der Schlachtlinie finden wir unter allen Schriftstellern der Moghulzeit bei Muhammed Kazira, dem Verfasser des Alemgirname. Dieselben stimmen am Genau-esten mit deu in Timur\'s »Verordnuugenquot; mitgeteilteu übereiu (s. uuten), deren einzelue Unterformationeu vou anderen Au-toren vielfach nicht erwahnt werden, ohne dass wir desswegeu überall Vercinfachungen anzunehmen batten; hilufig, jedoch nicht immer, haben wir es übrigens in dieseu Fillleu mit Heereu unter 12,000 Maun zu thuu. für die eine eiufachere Gliederuug galt. Aus dem Alemgirname möge hier die Aufstellung Aureng-zêb\'s in der Schlacht bei Mirath gegen seinen Bruder Dara-Schukóh folgen (S. 306 u. folg.); Aurengzêb batte 90,000 Reiter (die Anzahl der Infauterie und Artillerie wird, wie gewöhnlich, nicht augegebeu):

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,^3

Iltmisch

._L

Centrum

Kcin

Kern

truppen

truppen

Es wird nicht gesagt, class die Plankier in zwei Trupps zerfieleu mul dass sie die obigo Stelle batten. Ich habe sie so nach Timur\'s Scblachtordnung eingezeicbnet; da zwei Haupt-fübrer und darauf eine Reibe Unterführer genannt werden, so darf man hieraus sicher auf zwei Abteilungen scbliesseu. Man muss eben Manches zwiscben den Zeilen lesen, das den Zeitgenossen raogbuliscber Scbriftstoller vollstiindig gelilufig war. Ebenso babe ich nach Timur die Reserven auf den rechten und linken Seiten des Centrums vor dieses gestellt, niciit dahinter (in Timur\'s Scblachtordnung standen an diesen Punkten rechts

1) Die Zahl der Gesnhütze ist imbckannt; übrigens werden aucli den Fliigelavant-garden solche zugeteilt gewesen sein.

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die Prinzen des königliclieu Hanses \') und links die weitereu Verwandteu, s. unteu. Die berliner Handschrift hat hier zwar »aufquot; statt »vorquot;, doch verdient sie kaum, dass man Davy-Wbite\'s bessere Handschrift nach ihr corrigire. Auch konnten die genannten Abteilungeu nacb clem ganzen System logisch allein vor dem Centrum stehen, da sie im Gefecht eher ver-hraucht warden als dieses). Die linken und rechten Flügel ent-sprechen dem Schaqaul und Tschapaul Timur\'s, wiihrend die Reserven derselben die eigentlichen Flügel darstellen. In zwei der gleich folgenden Aufstellungen ist nur je eine Centrums-reserve erwilhnt, die auch vor dem Centrum eingesetzt wurde.

Die Stelluug eines Qazaq (»Legèretruppequot;), wie sie in dem Schlachtplan bei Graf Noer, Kaiser Akbar I, 369, links vom Centrum eingezeichnet ist, ist beiliiufig bemerkt irrtümlich; Man Singh stand mit den Elefanten im Mitteltreifen, wo er als Hauptkommandirender auch hingehörte (das Wort Qazaq kann, so wie der Text lautet, nur mit zu dem Namen Schihabuddin Guróh-Pajende gezogen werden).

Über die Tiefe der Aufstellung fehlt es mir an Angaben; Ahmed Abdali\'s Reserven hinter den beiden Flügeln des Centrums standen in der Schlacht bei Panipat gegen die Marathen (6 Dschumadi II 1174 = 12 Januar 1761) \'/a Kós (1,6 km) zurück, doch scheint aus der Schilderung Muhammed Dschaafer Schamlü\'s hervorzugehen, dass es sich hier nicht um eine nach moghulischer Taktik durchgeführte Schlachtordnung handelte (Elliot-Dowson VH, 152).

Die Lilnge der Front richtete sich natürlich nach der Grosse des Heeres. Bei Panipat (Schlacht gegen Nadir Schab) giebt Muhammed Mehdi die Ausdehnung der indischen Armee auf % Farsach, also etwas über 3 km lang an (Strassburger Handschrift Fol. 193); nach Fol. 190r war sie 300,000 Mann, 2000 Elefanten und 3000 Geschütze stark.

Leider vermisst man fast stets jegliche Mitteilung über die

1) Die altmongolische Sitte, die spüter cinmal regieningsfiihigen Prinzen nicht von detn Lebcn abzuschlieasen, indem man sie wie in l\'ersien (z. B, die (^efewiden im Uemir Qapy) oder in der Türkei (seit Muhammed IV im aog. Prinzenkiilig) als Staatsgefangene behandclte, hat auch in Indien mehr Gutes als Boses gewirkt.

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Stilvke der oinzelnen Pormatiouen; sogar die Anzahl ganzer Heere wird gewöhulich vorschwiegen. Die wenigen Ausnahrae-fillle sind daher doppelt willkoimuen.

Akbavuaiue III, S. 593 (Chan-i Azam Mirza Aziz Kokil-tasch gegen Muzaffer vou Gudsclierat):

Kaiserliche: nicht ganz 10,000 (genaii 9900) Mann, d. b. Reiter, die Anzahl der Infanterie ist, wie gewöhulich, nicht angegeben;

Muzaffer; mehr als 30,000 (nach den Einzelformationen kommen nur 21,000 Mann heraus, der liest werden also Fusstrup-pen gewesen sein):

Conti\'um 4000

Recht ur l\'liigol 4600

I.inker Fliigel 8000

Avantgaido 4500

| 1400 | Avanteardo

| 1800 | L. Pliigol J_

| 1500 | R. Flügel _L

000

000

Roservo

_L

Iltmiscli 1000

_L,

Centrum 2000

400

Reserve

Akbarname III, 612 (Schlacht bei Malnapür in ürisa; die Zabl des Feindes ist nicht angegeben):

1) Beiliiufig erwtihnt, ist im Text letzte Zeile v. n. natiirlich Qizil Abddl zu lesen, der audi S. 707 wieder vorkommt

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Avantgavde

1200 R., 80 Elof.

_L

11. Flügol

L. Flügol

3400 R., 26 E.

2000 II., 2B E.

Centram

3000 R., 25 E.

Alemgirname S. 653 (Zug gegeu Palamau):

Avantgardo

300 II., 200 Musk.

11. Fliigcl

L. riugel

900 K., 1 BOO F.

700 R., 300 F.

Centrum

2000 R. _I__

Rosorvo

500 R.

Alemgirname S. 95 folg. (unvollstiinclige Angaben über Da-ra-Schukóh\'s Heer; vou der Stiirke der Plügel und der Gesammt-summe der iu der Frout slehenden Truppeu erfahrt mau uichts):

_L

Avantgarile

4000 3000 _l_

lltmisch

2000 ») __1__

Centru

3000

Es kanu wohl uur Zufall sein, dass in allen drei Fallen, in denen die Flügel erwahnt sind, die linken stiirker als die

1) So {Dnhezdr) ist hier augenschcinlich statt Dehhezdr (10,000) des Textea zu verbessern.

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rechten sind. Nacli den systematischen Vorschriften Timur\'s könnte man geneigt sein, nutnmerische Gleichheit bei den ein-ander enfcsprechenden Formationen anzunehmen; indessen ist eine solclie gewiss niemals durchgeführt worden, vielmehr hat der Feldherr hierin stets freie Verfügung behalten. Die ver-schiedenen sich successive folgenden Stösse timuridischer Kriegs-kunst (bei einem Heere von 12,000 Mann 9, bei eineiu solchen von 12,000—40,000 Mann 14 und endlich bei eiuer Armee über 40,000 Mann 23) wurden mit verschiedener, nicht jedes-nial gleicher Truppenzahl ausgeführt; das System liegt allein in dem unausgesetzten Einsetzen frischer Truppen 1).

Nun möchte man vielleicht meinen , die eiuzelnen Starlcever-hiiltnisse nach den Rangen der meist genau angegebenen Offi-ziere ermitteln zu können. Also z. B. bei der ersten oben mit-geteilten Schlachtordnung Ohan-i Azam\'s; Die Avantgarde führte Sejjid Qasim; dieser war nach dem Ain-i Akhari »1500-Führerquot;, aber wohl noch nicht zur Zeit unserer Schlacht, vergl. Blochmann, Ain-Translation S. 419 — in Wahrheit war die Avantgarde nur 140U Mann stark, ein Koramando, das nach den Ranglisten in der Praxis ausfiol, s. oben S. 14.

Iltmisch. Für diese Formation wird gar kein Führer ge-nannt. Das Kommando über 1600 kam übrigens in der Praxis auch nicht vor.

Das Centrum führte Churrem Chwadsche, der, wenn iden-tisch mit Churrem Chan , Ain-Translation S. 533, richtig ein 2000-Führer war.

Den rechten Flügel führte Naureng Chan, der als »4000-Führerquot; genannt wird (Ain-Translation S. 334); es handelt sich aber nur um 1500 Mann. Sein Kommando in unserem Jabre (996 d. Fl.) ist ganz unbekannt.

Der erste Führer des linken Fliigels, Chwadsche Refi, ist nicht in den Ranglisten zu finden; von den ünterführern gilt dasselbe für Muhammed Husein Scheich und Tschandr Sên , wahrend die Wissenschaft, dass Qazi Husein »350-Führerquot;

1

Vergl. schon die zweiie Art arabischer Taktik bei von Kremer, Cultur gesch. I, 218.

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G8

(Aiu-Trauslation Nr. 281 S. 498) uud Sejjid Abü Ishaq »200-Fiihrerquot; (ib. Nr. 384 S. 523) waren, uus nichts hilft, urn die erforderliche Zahl 1800, übrigens auch kein wirkliches Kommaudo, heraus zu bekommen.

Eiu gleich unbefriedigendes Resultat muss sicb notwendiger Weise in allen Fallen ergeben, wo man derartige Berechnungen anstellt. Erstens scbon aus den folgenden allgemeineu Erwii-gungen; Die Jahre, in welchen die wenigen auf uns gekom-menen Ranglisten abgeschlossen wurden uud für welcbe sie, streng genommen, allein nur geiten, ditferiren natürlich von den Daten der einzelnen zu berechnenden Schlachten, uud mithin auch die lliluge der Offiziere. Jemand, der bei Abscbluss der Liste Anf\'ülirer von 1000 war (wobei wir zudem meist uiebt wissen, ob ein Titular- oder wirklieher Rang gemeint ist), brauchte dies selbstverstandlicli 10 Jahre friiher noch nicht geweseu zu seiu, ja es ist sogar höchst unwahrscheinlich, dass er deuselbeu Rang schou zu der i\'rühereu Zeit bekleidet haben sollte. Da nuu das Avaucemeut im Moghulreiche ein durchaus willkürlicbes, nicht etwa nach den Prinzipien der Anciennitilt geregeltes war, so lasseu sich die einzelnen Stufen, die ein Offizier zurückgelegt bat bis zur Erlangung des Endranges, uuter welchem er in der Liste verzeichuet ist, nicht berechnen, zumal wenu, wie dies raeisteuteils der Fall ist, jede Nachricht über seine früheren Chargeu fehlt; gauz abgesehen da von, dass wir über viele, selbst bedeutendere Offiziere überhaupt keine Kunde, was ihre Charge aulangt, haben. Dazu vergl. alle die obeu S. 15 folg. erwahnten Punkte. Auch in deu hier her-vortretenden Widersprüchen zwischen tatsüchücheu Verhiilt-nisseu uud Titeln zeigt sicii deutlich, dass die Offizierschargeu ihrem eigeutlichen Wesen nach uur feine Raugklassenunter-schiede bezeichueteu. lm ersten Capitel des zweiteu Buches des Ain erfahren wir, dass in dem Heere eines 10,000-Führers keine höheren Offiziere als 1000-Führer, in dem eines 8000-F ü lire ra keine höheren als 8Ü0-Führer dienten, uud so weiter Heft-cedis uuter 7000-Führeru, Panyedis uuter 50U0-Führeru, bis zu v^edis unter 500-Führern; iu der Praxis scheint diese Regel hilufig geuug durchbrochen zu sein.

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Aus der bereita oben (S. 60) erwilhnten Stelle aus Baber\'s Meraoiren (Pavet de Courteilie F, 218) ergiebt sich, dass die altmougolische Heereseinteilung in Avantgarde , zwei Flügel und Centrum nicht allein für die Schlacht galt sonderu aucli bei den grossen Treibjagden angewandt wurde, bei welchen das Wild innerhalb eiues weiten Kreises von allen Seiten immer mehr eingeengt und zuletzt in die Mitte gescheucht wurde. Radauni giebt (III, 92) — vergl. Tabaqat-i Akbari bei Elliot-Dowson V, 316, Akbarname II, 282 —folgeude Beschrei-bung einer solchen sehr hilufig veranstalteten sog. Qamurcjha-Jagd: »In diesen Tagen veranstaltete man 5 Króh (16 km) von Lahór eine Qamurgbajagd, wobei in einem Raume von 40 Krób (128\',9 km) das Wild der Ebene von allen Soiten in einen Kreis zusammengetriebeu wurde. Der Kreis wurde taglich veren-gort, bis er so klein wie der Mund der Goliebten ward. Un-gefahr 15,000 Tiere verschiedener Art warden in jenem Jagdplatz gezahlt. Hocli und Niedrig erhielten stufenweise die Aufford-erung zur Jagdquot;. Ganz ebensolche Hoftreibjagden waren übrigens aucli in Persien Mode, vergl. die Bescbreibung einer Humajün zu Ehren von Schub Tahmasp I gegebenen bei Erskine, History of India II, 286 folg.

Mit einer Jagd warden kriegerische Unternehnmngen überhaupt gern eingeleitet, im Jagdquartiere des Kaisers konnten die einzelnen Offiziere und Vasallen mit ihren Contingenten in unauffiüliger VVeise zusammentrefFen (z. B. Akbarname II, 301 Zeile 7 v. u., Alemgirname S. 444). Die Moghulkaiser sind allo passionirte Nimrod© gewesen. Von Akbar\'s Liebe zu dem Waid-werke legt Abul Fazl im Ain vielfach Zeugniss ab und Dsche-bangir konnte uach dem Iqbalname S. 272 Zeile 5 nicht einen Tag lang ohne Jagd sein; diese übertreibende Ausse-rung characten\'sirt an sich die Sache gut. Es handelte sich bei diesen Jagden natürlich nicht nur um harmlose Jagdtiere , sondern Löwen , Tiger, Elefanten, Rhinocerosse waren aucli hiiufig die Objecte. üschehangir jagte fteilich bei seinen grossen Treiben auch Menschen (s. Elliot-Dowson VI, 516). Von seinem 12. Lebensjahre bis Ende des 11. Regierungsjahres, also von 988 — 1026 d. Fl., schoss derselbe Herrscher mit eigner Hand 17,168

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krautfressende Tiere und Vögel (wahrend auf den clurch ihn veraustalteten Jagden zusammen 28,532 Tiere zurStrecke gebracht wurden), davou waren 3203 Vierfüssler (u. a. 80 Tiger, 889 Antilopen, 1372 Stück Rotwild, 3(3 wilde Buffel, 90 wilde Eber, 23 Hasen) und 13,964 Vogel (u. a. 10,348 Tauben, 156 Wasservögel, ferner Krahen, Eulen etc.); darüber wurden förmliche Jagdbücher gefübrt (Elliot-Dowson VI, 351, 362 Aura. 2). Aurengzêb scboss in einem Jabre einmal 150 Reiber (Alemgirname S. 673).

X.

lt;•

Kriegslisten spielen keine sebr bervorragende Rolle in der mogbuliscben Kriegsfübrung. Baber sagt einmal in seinen Memoiren: »List und Treulosigkeit widerstrebteu meinen Ge-füblenquot; (Pavet de Courteille I, 239), und eine solcbe vornelime Gesinnung zeigt sicb aucb vielfacb bei seinen Nacbfolgern. So verliert Scbêr Chan, der unendlich viel grossere Herrschertalente als Humajüu besass, viel Sympathie durch die fortwahrende Betatigung der allerdings sprichwörtlichen afgbanischeu Treulosigkeit in dein Kampfe gegen den unbedachten aber ritterlichen Tscbaghatai, freilich mag ihm auch manches von seinen erbit-terten Gegnern angedichtet sein. Akbar weist einmal die Aus-führung eines von seinen Ennren vorgeschlagenen nüchtlichen Überfalls ab, weil ein solches Verfahren nicht offen sei (Akbar-name III, Zeile 11). Der Ausspruch des Propheten: »Krieg ist Listquot; kommt für die moghulische Kriegsführung weniger in Betracht; allerdings sind aber Theorie und Praxis auch hier meist etwas Verschiedenes geblieben.

Im Gefechte ward bisweilen bei der Cavallerie eine ver-steilte F lucht ausgeführt, ein Kniff, vor dem schou Timur warnt (Davy-White S. 390: »Der Feldherr darf einen Gegner, der aus eignem Autriebe die Flucht ergreift, nicht verfolgen; denn ein derartiger Feind mag sich im Rücken leicht mit Re-serveu geschützt habenquot;) 1). Die verstellte Flucht brauchte nicht

1

Ahmed Jïldgfir\'s Erziihlung (Elliot-Dowson V, 41) von der Anwendung dieser Kricgslist einmal in Uilber\'s Hcere ist — beililnfig bemerkt — verdiichtig wie der ganze betreffende Abschnitt.

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nur den Zweok zu haben , den Feind in eineu Hinterhalt zu locken sondern sie kounte ihn auch zum Plündern verleiten wollen, um ihn dann, nachdem er sicli zerstreut, unverrautet zu überfallen.

Eine im ganzen muhatnmedanischen Orient sehr beliebte List ist die des Zopyrus, die haufig in verschiedenen Variatiouen wiederkehrt, z. B. bei der Belagerung von Labor durch Kara-ran Mirza (Akbarname I, 125) oder bei der von Tschunar durch Rürai Chan (Erskine, History of India II, 140 Anm.).

Bei Belagerungen machte man au eiuer Stelle eiuen Schein-angriff, um die Aufmerksamkeit von dem anderswo beabsich-tigten Hauptsturme abzulenken. Nachtliche tlberfalle galten nach Akbar\'s eben angeführter A.uffassung als Kriegslisten, der von demselben Herrscher nachts befohlene Sturm auf ïschitór raüsste danu auch als eine solche gerochnet werden.

Einen Hinterhalt im Walde, bei dera die Hindus sich Bretter auf den Biiumen zurechtgemacht haben, von welchen sie die Kaiserlichen mit Pfeilen und Kugeln beschiessen, beschreibt Badauni II, 151 folg. Hinterhalte gehörteu jedeufalls ebenso wie eine verstellte Flucht mehr mit zur Taktik als zu den ausser dieser stellenden Kriegslisten.

XI.

Als Beispiele für orientalische Schlachtbeschreibung lasse ich nunmehr einige Berichte aus verschiedenen Zeiten folgen, und zwar möge ein solcher aus Baber\'s Feder den Anfang machen.

Erste Sc hl acht bei Pa nip at, ara 9 Redscheb 932 (21 April 1526)\'):

Das wcilo Blachfeld, auf welclioni in der muhammedanischen Periode Indiens vier, die Gesclucke des ganzen Landes entscheidende Schlachten geschlagen wurdon — nach der Baber\'s gegen Ibrfthim Lódi diejenigen zwischen Akbar nndliénn\'i (s. S. 7(1 folg.). Nadir Siiah von Porsien und Mnhammed Schab am 15 Zilqedo 1151 (13 Februar 1739) und endlich zwischen Ahmed Schab Durrani (Ab-dali) und den Marathon, am 6 Dschumadi II 1174 (13 Januar

1) Nach Biiber\'s Mcmoiren (Text, S. 341 folg., l\'avct de Courtcillc 11,101 folg).

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•17(M) — mid dessen Stadt daher zuerst als eine der Moghuldynastie glückbringende galt (Tuzuk-i Dsclieliangiri tibers. von W. H. Lowe, |). 47), wie sie darnra auch Babor als besondere Gunstbezcugiing oinom bowabrteu Gouverneur verlieb (Taricb-i Solatin-i Afïïgbino bei Elliot-Dowson V, 34), beschreibt Gral\'Noer in seinem »Kaiser Akbarquot; Band I, S. 112 folg. aus eigener Anscbauung folgender-massen; »Dio grosse Heerstrasse, welclie von Hindustan durcb das Pendscbftb nacli dem nordwestlicben Asien fübrt, durcliscbneidet ungelabr zwüf bis fiinfzebn geographiscbe Meilen nordwestlicli von Debli das weite Blaclifeld von Panipat. Es ist eine weitausgedebnte, fast unabsehbare Ebeno, die sicli init nur geringen wellenförmigen Unterbrechungen ringsum ausbreitet. Nur bin und wieder, wo der dunne Boden durcb sparlicbe Wasserlaufe getriinkt wird, wacbsen karge Graser und verkiiinmertes Dornongestrüpp. Im Ubrigen er-blickt das Auge Nicbts als das einl\'ormige Graugelb des kablen Erdreicbs. Uberall berrscbt ode Stille und es mocbte fast scbeinen, als wiire diose Wüste scbon hei der Scböpfung zum Kampfplatz der Völker auserseben wordenquot;.

Bilber\'s Heer lag in einem befestigten Lager, dessen Front durcb Wagen mit dazwiscben eingefügten Pallisaden (s. uben S. 2G), Graben und Baurastamme (Vorbaue) geschützt war. Einzelne OIT-nungen waren in Pfeilschnssweite von einander in den Befestigungen gelassen, gross genug, urn 100 bis 150 Reiter auf einraal binaus zu lassen. Sein Heer war etwa 12,000 Mann stark , die Artillerie nicbt mitgereclmot, wabrend er Ibrahim\'s Trappen auf 100,000 Mann und ca 1000 Elefanten herechnet\').

Nachdem Baher 7—8 Tage in diesem Lager dem Feinde gegon-über gelegen batte, obno dass dieser trotz viell\'acher herausfordei nder Plankeleien sich zu einer Schlacht verleiten liess, batte er einen niicbtlichen Angrilf in Anssiclit genommen. Er bestimmte zu diesem 4—5000 Mann; dieselben gerieten jedoch im Dunkel der Nacht in Unordnung, verloren die Marschrichtung und belanden sich erst bei Tagesanhrnch plötzlich dem feindlichen Lager gegenüber. Das-selbe ward sofort alarmirt, eine starke Abteilung riickto aus und trieb don schwacberen Gegner vor sich bin auf sein Lager zurück. Mittlerweile war Prinz llumajün mit einem Detachement vorge-litten, ma die Zurückweiohenden aufzunehmen; dies gelang auch, ohne dass Verlaste eingetreten waren, und hinten trat das ganze Heer Baber\'s in Schlachtordnung.

üa der Feind vorzüglich auf don rechten Flügel los kam, so liess Baher diesen sofort durcb die Centrumsresorvo verstarken.

1) Andere Kahtenangabcn bei Eüiot-Oowson V, 28 und Anmerkung 2. Pavet do Courteillc II, 153 und 103 hut belde Malo falsch //100 Elefantenquot;.

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Sultan Ibrahim\'s Cavallorio unterbi\'icht iliro «pfoilschnelloquot; Vor-folgunn; erst kui\'z vor Briber\'s Linie, als sie don Gegner znm Em-pfung geriistot siolit und ist cinen Augonblick unontschlossen, ol) sio weitor vorgobon soil oder nicht; docli driingon sie sogloicli die hinten miclirückondon Truppon vorwarts. Da roiten dio beidon Roiterabtoilungen dor iinssersten Flügol vor und führen die Tul-ghama (s. oben S. \'i\'2) aus, wahrend gleichzoitig auch die ganzen Flügol dor Tschaghatai\'s vorrücken. Ancli dio Linke muss verstiirkt werden, und zwar geschieht dies (lurch dio IliiK\'to dor linken Cen-trnmsflanko. Auf beiden Flügeln entspinnt sich nun ein hartniicklges Getocht. Jotzt liisst liabor oinon Vorstoss von der rechten Seite seines Centrums aus durch ein wirksames Artilleriefeuer von dor Miüe (Ustad Aliq\\di) und der linken Flanke des Mittoltreffens (Miiftafa, (li(! beiden Artilloriokommandouro) vorbereiten. Dio Tul-ghamaroiter liabon inzwischen durch ihre Pfeilsalven im Rücken dor feindlichen Flügol Verwirrung hervoi\'gobracht und die dortigen Abtoilungon nach vorn geworfen ; gloichzoitig treiben üaber\'s rechter und linker Flügol don Foind auf sein Centrum zurück, das durch don nun erfolgenden Vorstoss aus dom Mitloltreiïen völlig beengt wird. Sultan Ibrahim kann seine kolossale Übermacht somit gar nicht entfalten, trotzdom wehren sich die zusammongekeilten Truppon aber tapfor, ihr Horrscber an Hirer Spitzo. Doch vorgoblich. Tag und Lobou ist verloren. Um Ibrahim\'s Leicho wurden nachber allein 5—GOOO Todte aus dei\' Leibgardo gelundon.

Um den Siog gründlich ausziauitzen, wird eine allgemelne Ver-

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folgung dos geschlagenen Feindes in\'s Werk gesctzt. Über dio Vor-lnste s. unten S. 113.

Es ist kein Wunder, dass sich die Sage alsbald dieses grossen Sieges beniftchtigt liat. erzahlt Badfeunt Band I, S. 335 seines Geschichtswerks, dass die feindlichen Heere auch nach dom Tode nachts noch rait einandei\' kaïnpf\'ten: «Obwohl zwei Menschonalter bis zur Abfassung dieses Duches seitdem verllossen sind, hijrt doch der Lauschendo nachtlich noch dio Worto \'Drauf nnd dran! Ilau\' nnd schlag!quot; anf detn Folde erklingen. Im Jalii\'e 997 passirte ich , der Schreiber dieser Seiton, auf einer Iteiso von Labor nach Fath-pür in dor Morgendammerung die Ebone, als mir dieso fürchter-lichen Rule an das Olir schlugen, so dass die Reisebegleiter glaubten, es sei ein Foind in der Niihe. Was ich bereits liatte erzahlen höron, erlebte ich nun selbst. Wir ompfahlon uns in Gottes Schutz und zogen weiterquot;.

Baber zeichnet uns in seinen Momoiren ein durchaus vorstand-liches, plastiscbes Bild der Schlacht, das ich hier in abgekürzter Form wiedei\'gogeben babe. Audi seine Schilderung der Schlacht dor Perser gogen die Uzbokon untor üboidullah Chan bei Dscham, die er nach detn Berichte einos Angenzougen in sein Buch oinge-Hochten liat (Pavet de Courteille, II, 376), ist viel klaror als die-jenigon persischor Geschichtsschreiber; man lose z. B. dio Be-schreibung des persisches Schamp;h\'s Tahmasp I, der selbst damals zugegen war, in seinen Donk würdigkeiten, S. \'2() folg. und 121 l\'olg. meiner Uborsotzung\').

In einer ganz iilinlich verschanzten Stellung wie bei Panipat focht Baber die Schlacht gegen den ebeufalls an Zahl weit überlegeuen Rana Sanka (101,000 Reiter)1).

Der für das Lager ausersehene Platz wurde durch Graben befos-tigt, und das lieer rückte sodann in Schlachtordnung in ihn ein, gedeckt hintor den durch Kotten mit einander vei bundonen Wagen mit den Feldstücken darauf. Aussordom dienten als Beckung beim Vorgehen noch rait Radern versehone Dreifllsse, eine Art beweg-licher Schutzwehren (Pavet de Courteille II, 285) — |in anderen Fallen trug dio Infanterie aucli Türas ver sich her, eine Art

1

Der Originaltext ist hier zu verbcssern, vergl. Te ufel, Zeitschrift der deut-sehen morgenliindischen Gesellaehafl Band 37, S. llü.

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Schilde, die aus Holzbrettern und Eisenplatton bestanden und durch Haken znsammengehalten wurden (Pavet de Courteille I, 1 TiO); anch dio Wagen waren mit solchcn Türas vorn gescliutzt (vergl. den Vers Mir Schir Newfei\'s bei Pavet de Courteille, üictionnaire turc-oriental p. 2\'25). Hire Hauptverwendung fanden die Turas jodoch bei dern Stui\'ine einer Festnng (Pavet de Courteille II, 3\'28). Bei dem Vormai\'sch mit vorgehaltener Türa war os natürlich notwen-dig, die Richtung zu halten, um die deckende, bewegliche Maner nicht in Unordnung zu bringen (vergl. Pavet do Courteille 1,150). Persische Schriftsteller machen die Türas dann zu Tóbms und verstellen falschlich Erd- odor Sandsacke darunter (vergl. Erskine, Memoirs of Babar, Vol. I, p. 433 \'), Badauni, Band 1, S. 334 Zeile 4, Tui\'ich-i Schfirschaht bei Elliot-Uowson Band IV, S. 405, cf. VI, 409 Anm. 1].

Die Schlachtordnung war genau die gleiche wie bei Panïpat. Babei\' gewann don Sieg durch einen wiodenim von Artilloriol\'euor vorboi\'eiteten starken Vorstoss der gesammten frischen Truppen des Centrums, wahrend gleichzeitig von den Flügeln aus die Tul-ghama erfolgte. Dann brachen die Flügel energisch nach und ti\'ieben unter der Wirkung der geglückten Tulghama die feind-lichen Flügel auf ihr Mittoltreffen. Es entstoht so dieselbo Einkoi-lung wie bei Panipat, der Feind bekommt keine Luft und verliert die Schlacht.

Dieser Schlachtbericbt ist ira Original liingst nicht so erfreu-lich zu leseu, wie der vou Panipat, da Baber hier das nach allen Regeln rhetoriscber Kunst stilisirte, nach dem Treffen in die einzelnen Provinzen gesandte Siegesschreiben aus der Feder des gelehrten Scheichs Zeinuddin in persischer Sprache in seine Memoiren aufgenommen und sich den Bericht in seiner eignen, sachlicben und ungekünstelten Weise in tscbagha-taischem Türkisch in Folge dessen gescheukt batIn seinem

1) Ein Werk, das ich solbst nicht habe einsehen können.

2) Der am Schlusse des Werkes sich findende zweite Bericht über die Schlacht (Pavet de Courteille II, 443 l\'olg ) ist unecht, wie auch alles andere, was ihm noch folgt, vergl. Teufel, Zeitschrift der deutschen morgenliindischen Gesellsohaft Band 37, S. 341 folg.

Dschehdngir erzahlt in seinen Memoiren (Elliot-Dowson V, 315), er habe die-jenigen Baber\'s am Schluss vervollstiindigt; doch handelt es sich hier nur um eine Eintragung der letzten vier Abschnitte in Bdber\'s Autograph, die dieser selbst unter-lassen hatte.

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Briefe an Hunnijüu, in welchem er diesem empfiehlt, sicli einer klaren unci einfachen Ausdrucksweise für seine Schrift-stücke zu bedienen (Pavet de Courteille II, 3G6), hat sich der ritterliche Held ein schöneres Denkmal ffesetzt als mit maucher Pyramide von abgebauenen Feindesköpfen. Leider verhallen solche goldeuen Work im persisch schreibenden Orient meist ungebört. Der ebenfalls aus osttürkiscbem l?lute stammende, gegenwartige Beberrseher Persiens, Schab Nafireddin beweist seinen guten Geschmack auch durch Anwendung eines einfachen Stils in seinen lleisetagebüchern,

Für eine Schlacht aus Humajün\'s Zeit fehlt es an genügend deutlicheu Schilderungen; auch die Heider Mirza\'s von der Schlacht bei Qanaudsch ist zu flüchtig, um ein in das Einzelne gebendes Bild gewinnen zu lassen (Elliot-Dowson V, 132folg.).

Aus Akbar\'s Regierung liefert uus A bul Pazl eine Menge sebr brauchbaren Materials; icli greife den folgenden Schlacht-bericht heraus.

Zwei te Schlacht bei Pa nip at, ara 2 Muharrem 964 (5 November 1550)\'):

»Al.s der kleine Mond (d. Halbmond) dos weltzierenden Banners den Strahl dos Siegos in dio Ranmo dos Schlosses von Koronda warl\', orging der woltorobernde Bofebl, ein erlesoner Trnpp von ihr Loben dein Ruhme weihonden Holdon sollo als Avantgardo dom orhabonen Heero voran/.ieben. Daber wurden Iskonder Cbfin Uzbek, Abdullftb Cban Uzbek, Aliqidi Cban Enderabi, Heidor Mnbammod, der Wallucbenbeg, Muhammod Clinn Dscbalair, Mii\'zaquli Tschidi, Laai Cban Badacbscbi nnd Madscbni\'in Cban Qaqsclial mit einer Menge Streiter nnd Kriegor unter dom Oberbofeble Aliquli Cban Scbeiböni\'s vorans gesandt. Beiratn Cban gab ilmon von seinen eigenen Lenten Hiisoinqnli Bog, den Sobn Welt Beg\'s, ScMhqnli Mobrom, Mir Mnlmmmed Qasim Nischabiiri, Sojjid Mnliammed Barba nnd Ewzen Bebadnr nobst andoren kampforprobten, taton-lustigen Helden mit. Dieso sollton den Vortvupp der Avantgardo bilden , deren Herzbaftigkeit nnd Nicbtaclitnng dos Lebens anspornen nnd einander die Palme dor Mannhat\'tigkeit nnd Pflicbterfüllung sti\'eitig tnachon. Als die Edlon die Sclilachtordnnng dor Truppen

1) Akbanulmo II, 33, 35 folg.

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erwogen mul nnch don Re^cln der Wolterobening und den Gebrilu-chon der Taktik den rechten und linken Flügel, das Centrum, die Avantgarde, die Arrièregarde und Reserve, die Tulgharaa, dio Bogenschützen (im Vortrupp) und don Ilttniscli bestimmt liatten, verliehen sie jedera einzelnen Platze sein Liclit durcli don Glanz des Verstandes dom wahren Glauben orgebener Getreuer und übor-trugen die erobernden Ueorscbaaron dein Scliut/.e des Schwerter-blinkons kampferprobter, ta ton kundiger Kriegsfrounde.

VVolclier Weclise) — Dank Allah! — durch die Bestimmungen des Schicksals uud welche Erschüttorungen durch die Zoichoii dor Vorsohung! Kein Gras kommt mis dor Ei\'de horaus, dom nicht diose Weisheit aufgepiilgt ware, und kein Blatt wird voai Baume ge-schüttelt, auf dossen Soiten nicht diose Mahnung onthalten wiire. Wer aber vermag aus den Eroignissen und Vorkommnissen, welcho den Kroislauf der Welt bedingen, dio Mengo der in ihnen verbor-genon Ratschlage und vorsteckton Lohron zn ontnehmen? Dazu gehort dieser schlachtbeschreibendo Fostboricht, der die sichtbare Ordnung der huchston Uingo onthillt und zugleich das beste Alittol ist, die in der VVüsto dor Irro und Thorhoit Verlorenen zu führon.\') Eine Erliiuternng dieser grossen Gabo war dor unsolige Ilêmi\'i, dor, jo mohr er (wie boroits kurz gescliildort wurde) in Rausch geriet, in bestandigor Selbstüberhebung und Anmassung verruchte Pliino schmiedote. Besonders durch den Vorfall init Tardi Chan war dom Hinduheere das llorz erstarkt und zum Kampfe gogen die kaiser-lichon Truppon ormntigt; die Unruhe dor Verblendung batte llocli und Niodrig befallen und böso Anschiago erzougt.

Als dio Kunde vom Aufbruch der glückbogleiteton 1) Banner zu dom feindliohen Iloero golangte, sandto llómü soino an Qualitiit wie an Quantitiit vortreiïliche schwere Artillerie unter dom Kom-mando Mubarek Chan\'s und Bohadur Cliamp;n\'s, dio zu seinen grossen Emtren gehörton, his zur Stadt Punipat, etwa 30 Króh (QO\'/j km) von Dihli, voraus, wiihrend er solbst sich noch zur Schlacht rüsteto. Dabei war ihm nicht dor Gedanke gekommen, dass dio sieggobore-nen 2) Truppon schnoll horanrückeu könnton. Die Löwonhorzona) dor Avantgarde orfuhren die Ankunf\'t der Artillerie bei der gonannton Stadt und sandton eine erlesene Schaar von scharfhandigen Kampfes-freundon, wie Laai Chan Badachsclii, Mirzaqult Uzbek und Saman-dschi Chun voraus, um einen llandstreich auszul\'ühren. Als diose

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Die Ivitiserlichen, welche stets durch derartige Beiworte kemiüich gemaeht werden.

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Schaar Bericht über die wahre A nzahl des Feindes zurückschickte, vereinigte sich Aliqnli Chan Scheibanl nocli mit ihr, und die flink-handigen Streiter bemachtigten sich des gesamrnten Geschützparkes dank der\' Macht des kaiserlichen Gllickes — vollhringt doch unter dein warraenden Schut ze dieses erhabenen Reiches sclion eine Katze Löwentaten, man mag sich daber vorstellen, was für wunderbare Taten Lowen unter so machtigem Schirm ausführen rnüssen. Dor feindliche Vortrupp zog vor dam imponirenden Glücke des siegreichen lleeres ohne Kampt\' den Weg der Flucht vor. Hémü, dessen Lehen verfallen war, teilto nach Empfang diesei- Nachricht sein Heer in drei Abteilungen: dor rechte Flügel fiel der Anmassung des auf-ruhrmehrenden Scliadl Chan Kakar zu, den linken übertrug er dein Eifer seines beherzten, furchtlosen Schwestersohnes Ramja, wührend er selbst (im Centrum) voller Selbstüberhebung in ungewöhnlicher File vorrückte, seine berggleichen, drachenhanchigen Elefanten, welche so vielen Hindufürsten abgennminen und zur Warnung der Unbedachten und Kurzsichtigen durch die Fügung des Himraels in jenes Form- und Inhaltlosen Hand gefallen waren, mit sich führend. Darunter waren 500 Primaelefanten , von denen jeder ein-zelne sicli durch Schnelifüssigkeit und Beweglichkeit auszeiclmote, so dass man die Art des Laufens dieser starkrumpfigen Munteren in ihrer Brünstigkeit und Beherztheit nicht meiir laufen nennen konnte, und ein arabisches Rennpferd diesen Elefanten nicht za entrinnen vermochte, wenn es sich aucli noch so sehr erhitzte. In dor Tat war ein jeder dieser gefeierten Elefanten itn Stande, eine schwere Ahteilung über don Ilaui\'en zu werfen und besonders den Angriff von Reitern zu verwirren, deren Pferde noch niemals so fürchterliche Gestalten und wunderbare Gebilde gesehen. Wie soil sich also die Schilderung dieser laufenden Berge auf den dunnen Faden dos Wortes reihen lassen ? llohe Hiiuser machen sie durch eine Bewegung dein Erdboden gleich und starke Bautne reissen sie spielend mit der Wurzel aus; zur Zeit des Kampfes und Streites heben sie mit ihrem Drachenrüssel Ross und Reiter von der Erde auf und schleudern sie in die Luft. Im sanften Trabe ellen sie (ge-wöhnlich) dahin , doch irn Kriegsansturm zermalmen sie unter ihrem Fusse einen Ambos zu Augensalhe.

Kurz gesagt — wie könnte ich auch die Kriegsrüstung seines Heeres genligend beschreiben? — rückte jener (Hémü) mit 30,000 taten-suchenden Radschpüten und Afghanen, deren mehrmals bewahrte Tüchtigkeit seine Uherhebimg und Anmassung noch erhöhte, in ausgezeichneter Ordnung heran , die Elefanten mit Rüstungen und Wallen ausgestattet und aufden Riickenhügeln dieser furchtbargestal-teten, wunderbar Anzusehenden Musketen- und Pfeilschützen sitzend , zum Kampfe bereit. Silmmtliche Elefanten waren in der für don

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Schlachttag üblichen Weise ausgerüstet und an ihron llüssoln waren Schworter und (andere) Wallen befestigt; die bereits erprobten waren kriegstüchtigon und starkherzigen Führern anvertraut und einem jeden Plat/ und Stelle angewiesen. Der Elefant »Kriegssiegerquot;, der zu den berühmten Eliteelefanten gehorte, war dein Faudsclidar Hasan Chan zugeteilt, «üadsch Bhünarquot; \'), der unter tausend wenige seines Gleichen hat, wurde von Meikal Chan geritten, »Tschürlnalquot;, einen Meisterelefanten, erbielt Jchtijar Chan, «Heeres-centrumquot; bekam Sangram Chan zugewiesen; »Knlt liegquot;, auf dem jener unselige, (insteres Sinnende in den meisten Sch lach ten sonst zu reiten pllegte, liess er an diesein Fuge von dem Führer ïscba-pan reiten. Den Anführern, welche Luwen im Dickicht der Schlacht waren, Vertrauten Schór Chan\'s und Sellm Chan\'s sowie anderen Erlesenen aus seinen eigenen Lenten gab er gute Worte und machte ihnen den Kopf zum Kampfe heips.

Aber aller Kriegsapparat verschlagt wohl einem oberflachlichen , auf seine Hilfsmittel Vertrauenden gegenüber, was soil er aber für Vorteil haben gegenüber einem Frommen, der die Mittel verwirft, die man ihm für die Ordnung und Einrichtung der sichtbaren und unsichtbaren Welt (als notwendig) vorgebracht haben mag? Viel-rnehr werden alle solche Mittel und Werkzeuge Zutaten des heiligen Haushalts jenes, der die Schünheit der Welt dor Herrschaft ziert1). Ein schlagender Beweis für die Richtigkeit dieser Ansicht ist gerade das folgende wunderbare Ereigniss.

Dor Vorlauf dieses wundersamen Glücksfalls war dieser.

Am Doibadin, dom \'23 Aban ilahischer Zeitrechnung 2), entspro-chend Donnerstag, dom 2 Muhai\'rem 904 (5 November 1556), langton die siegentstammten Truppen, die als Avantgarde voraus-marschirt waren, an der Oren ze des Weichbilds von Panipat an. Fernschauendo Spaher trafen mit dor Meldung ein, dass der Feind heranrücke, und borichtoten don Führern dos erhabenen lleeres über Beschalfenheit der Truppen und die Vorboreitungon jenes Bösowichts. Man orfuhr nunmohr bostimmt, dass Jener finstoi\'han-dolnde, Schicksalsverwirrto froch au sein Vorhaben heranzutreten im BegrilT sei. Ehe man noch dio genannte Stadt erreicht batte, war schon aller Mund davon vollgoweson, dass Hêmü eine starke Abteilung unter der Führung Schadi Chan Kakar\'s vorausgesandt habe; die siegverknüpften Emïre aber batten sich hierum nicht geküm-

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D. h, des von Gott zum rechtmiissigen Mcrracher Eingesotzlen,

2

Von Akbar eingefiihrt.

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inert sondern waren im Vertrauen auf das tagmohrendo Glück (des kaiserlichen lleeres) weiter vorwiirts marscliirt. Als jetzt, der Anmarscli IlénuVs in solcher Kriegsbereitschaft sicli als Tatsaclio herausstellte, beflol die Getnüter der Feidlierrn eine Unsicherlieit, da sie mn eine wirkiiche Verstiirkung (durch die Hauptraacht) sicli noch niclit geküminert liatten, und zwar durch die Schuld hirn-loser Schwiitzer, wio solche in einem zusanimengesetzton Heere nio fehlen, ja ol\'t ganzo Heere ausmachen. Die Recken des glücklichen lleeres verfassten einen Bericht über die Lage und sandten ihn an das lloflager, das ein Asyl des Sieges ist; sie selbst rüsteten sich zurn Lebensverstveuen. Unsere hochwürdige Armee bestand aus 10,000 Mann, von denen nur ca 5000 ausgebildete Soldaten waren.

Die siegreichen Wackeren und treugesinnten Helden, wissend , dass der Anmarscli des Feindes nahe bevorstehe, beachteten dank ihres weitscbauenden Verstandes und ihrer ausgebreiteten Klughoit, die zu solcher Zeit siegverlieissender als Tausende ausgebildeter Soldaten sind, die deutliche Übermacbt der Gegner und die Mehr-zahl der feindlichen Macht nicht, sondern steilten nach der Weise glückbegünstigter Lieblinge des Geschickes, welche das Werk von lieute nicht auf morgen verschieben, ohne Zaudern und Verzng die siegreichen Truppen in geziemendor Ordnung auf, urn den mit Sieg endenden Kampf aufzusuchen.

Der rechte Fliigel ward unter die Würde und Tapferkeit Sikender Chan\'s und einer Anzahl anderer kampferprobter Rubmreicher ge-stellt; der linke wurde durch die Autoritiit Abdullah Chan\'s und einer Schaar ergebener, mit dem Leben um des Ruhmes halber Spielonder geziert; das Centrum land seine Starke in der Tapferkeit Aliqnli Chan Scheibani\'s; Huseinquli Chan, Schahquli Mehrem sowie eine Anzahl tüchtiger Jünglinge wurde als Schmuck der Schaar der Avantgarde bestinirat.

[Jetzt folgt, don weiteren Ereignissen vorgrcifend, eine weit-schweifige Schilderung der Ankunft des Kaisers, die ich hier weglasse].

Als der kleine Mond des welterobernden Banners das Licht seiner Ankunft auf die Stadt Panipat warf, begann die Avantgarde dos Sieges und Gewinns ihr entgegen zu kommen. lOinzelne Jünglinge und Wackere erschienen nach einander und brachten die Kunde des Sieges. Schahquli Mehrem führte den erwalmten Hêmü als Gefan-genen in die hochheilige Gegenwart (des Kaisers) und wurde durch fürstliche Gunstbezeugungen erhöht.

Die Schilderung der Einleitung dieses hochherrlichen Sieges und dieser bocherhabenen Gabe (Gottes), die ein Specimen des Glückes sein kann, ist kurz die folgende.

Als Hêmü erkannte, dass die Banner dor Majestat forn und nur

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einige Eraire voraus marschirt seion, lioss er die Zügel scliiessen und rückte eiligst gogen sio heran, mit dern Gedanken, dass, wenn er jene erlesenon Elitemannon aufheben könnte, dann allo übrigen Schwierigkelten für ihn leicht werden winden. lm Ver-trauon auf dio Ubermacht seines lleeres, und auf die Menge seiner wilden Elefanten banend, setzte er in einer ganz massloson Selbst-üborschatzung den Fuss in den Kampf. In Folge des Katzen-jamraers, der dem Rausche seiner Uberliebung folgte, vermocbte er nicht zu bogreifon, dass derjenige, wolcher sich auf don Elofanten-führor veiiasst, stets über den don Sieg davonthigt, der nur aui\' den Elefanten vertraut. Wer aber ein tiefes Gebeimniss mit dom Bildner des Elefanten toilt (sein Vortrauter ist), wer kann dessen Macht sich ausmalon, und was braucht der den Scliutz von Elefanten?

Jedonfalls war jenem vom Scbicksal verblendeten, dom Todo Go-weihton der Kopf hitzig zu Kampf\' und Streit. Dio Helden beider Partoien vollbrachten Wunderdinge; sie stürmten gloich dom Don-nerwottor itn April, wie Löwen im Riihricht brüllond, aui\'ein-andor los und orwarben sich durch Talen der Tapferkoit, Nicht-achtung des Lebons und Dionsteifrigkeit frischen Ruhm.

So fürchterlich war dos Gofechtes Toben,

Dass schier aus Wasser Funken stoben;

Die Luft sii\'to blutrote Tulpen, so schien\'s.

Dom Stable enttropfte das Rot des Rubins\'),

Zwar machten die Holden des siegreichen lleeres sich keines FehIs schuldig, was Standhaftigkeit und Preisgabe des Lebens an-langte, aber doch wankto den Mannen der Rechten und Linken der Fuss bei dem Anstürmen der Elefanten. Als einige dor Löwen des Kampfesdickichts odor vielmehr der löwenjagonden Krioger (die don Staub des Schlachtfeldes als dio Rosonschminke dor Braut des Sieges und das Rouge dos Antlitzos des Glückes ansahon und das Wasser des Lebens in der Quelle des blutschlürfonden Schwertes suchend ihren Zweck erreichten) wie Muhammed Qasim Chan Nt-schabüri, Huseinquli Chan, Schahquli Mehrem und Laai Chfin Ba-dachscht sahen, dass ihre Rosso gogen die Elefanten nicht ankommen konnten, sprangen sie herunter und naliten sich mit ihren blutsaugenden Schwertern gloich hungrigen Löwen, die nach Wild spahon und suchen, dem Gegnor zum Handgemongo. Bügelfeste Reiter warfen sie aus den Siitteln und machten ilinen unter den

1) Diese und die folgemlun fliichtig hingeworfenen Keimereien meinerseits können iiljrigeus ira Allgemeiuen zur Not als Aequivalent fiir die nicht viul beaseren Origi-nalpocsiecn dienen.

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Dolchhufen der windschnellen Feuergleichen (Rosse) den (Jaraus. Schaar auf Schaar getreuer Pt\'eilschützen rückte von allen Seiten und Richtungen heran und vollbrachto das Werk der ISchlacht. Altquli Chan Scheibani, dessen herrlicher Eifer das Centrum zierte, hatte an einom Punkte Stellung genommen, vor dem sich ein Spalt beland, welchen dio Elefanten nicht überschreiten konnten. Die kampfsuchenden Herzhaften und die wie Lüwen anstürmenden Mannen des Centrums stemmten don Fuss der Standhaftigkeit an ihrem Platzo auf und suchten deu Feind zurückzutreiben; sie zeigton hierbei solche Ausdauer, dass die Elefanten sich von der Gegend des Centrums abwandten. Dio Feinde darauf verfolgend taten sie das Ihrige mit Pfeil und Schwert.

Der unsolige, schicksalsverfolgto llómft sass auf oinem seiner Elite-elefanten Namens »Windschnellquot;, verblendet in Seelo und Sinn, und beobachtoto das Gemetzel der herzhaften Schwertkampfer und das llandgemonge der Schlachtreihen durchbrechenden Siegor \'). Da er das Fechten der Krieger des glücklichen Heores mit dom Auge des Kummers ansah, so versammelte er oino Schaar wilder Elefanten um sich, brachte alle Energie, die er im Magen seiner Starke batte und allen Ungestüm, der in seinein aufruhrdurchwühlten Loibe verborgen lag, zum Vorschein und warf durch gewaltige Angrilfe und hohe Kühnheit eine Menge der überlegenen, wie das Firmament erhabenen Soldaten \') zu Roden. Bhagwan Dös, einer seiner Erlesenen, der sich in der Kampfesarbeit vor den übrigen Scharfhanden auszeichnete, wurde vor Hóniü\'s Augen zusammen gehauen, und Schad! Chan ward im Gefechte von den Windschnellen (Rossen) des kaiserlichen Ueeres zertreten.

Da llog plötzlich wahrend des Handgemenges dem Ilêmü ein Pfeil aus dom Köcher des göttlichen Zornes in das Auge, so dass ihm der gespaltene Augapfel aus dem Kopfe heraustrat, und so-gleich fuhr der Wind der Amnassung und der Hauch der Uber-hebung, der in jenem schwarzherzigen Schicksalsverfinsterten war, zu diesem Fenster heraus. Als die Truppen an seiner Seito sahen , dass der Pfeil des Glückes in das Ziel getroffen habe, er-schlaffte ihnen der Arm der Kraft und sie gabon das llerz aus der Hand, Hand- und fusslos geworden banden sie den Gürtel der Starke nicht wieder um, und das Heer erlitt eine Niedorlage. Jeder siebto sich den Staub der Flucht auf das Haupt, streute dafür die Ehre dor Tapferkeit auf dio Erdo und wandte sich zur Flucht.

Da traf Shahquli Chan Mehrem nebst einigen Löwenmannern des

1) Die Kaiaerlichcn (vergl, S. 77 Anm. 2).

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Schlachtfeldes auf den Elefanten, don Hêrnü ritt, ohno zu wissen, dass dieser der Reiter war. Kr schickte sich an, den Führer zu tödten, urn das Tier zu seiner Boute zu raachon. Der elendo Führer, der weder den Helm der trouen Ergebenlieit nocli den Panzer der Tapferkeit trug, verriet aus Furcht für sein Lobon seinen Herrn. Scliahquli ward boi der Kunde dieser freudemehrenden Gabe (Gottes) seines aufgehendon Giückssterns froh und warf die Mtitze dor Freude gen Hirnmel. Er verschonto don Führer und machte ihm Hoffnung auf den Lohn des Kaisers, den Elefanten fübrto er zusammen rait einigon anderen vom Schlacbtfelde weg.

Als nun der Zephyr des Sieges und Erfolges aus dem Windloche der Gnado des Ewigen auf das siegvereinigende Banner Sr. Majos-tat dos Königs der Künige web te, wandten die unseligen, ver-ruchten Feinde sogleich den Rücken und erblickten ihr Heil in der Flucht. Die Löwen des Dickicbts dor Tapferkeit warfen die Elefanten-führer von don Gipfoln jener Berge durch Pfoilschüsse und Keulen-scldiigo zu Boden und verjagten die bergstarken Elefanten sturm-windgleich. Wenn die Majestat dos tagmehrenden Glückes die Roihen der Kampferschaaren ordnet, dann giebt es aucb für Scblacbt-linion durcbbrecbende Löwenmünner kein anderos Rettungsmittol als scbleunige Flucht; wie liiitto also solcben unverstandigon Tieren Kraft und Ausdauer bloiben kunnen?

Die siogverknüpften Ernire brachten für oinon solcben Sieg, dor bis zum Woltonde das Siogol dor Siogescbreiben der orbabenen Fürsten und das Proömium der Rubmestaten der machtigen Welt-berrscber bilden wird, dem Schöpfer die Schuld dos Dankes dar. Das übrigo siegreiche Heer widmote sich dom Tödten dor Flücht-lingo und dom Sammeln dor Boute und haufto ordontlicbe Hügol von Loicbnamon und Schatzo von Boutestücken an. An 5000 Mann waren auf dom Schlacbtfelde gofallen, wio die Ziiblung ergab; die abor, welcho boi dor Flucht auf den Landstrassen zertroton wurdon, wer hiitte sie ziihlen kiinnen? Gogen i500 berühmte Elefanten fiolon in die Iliinde der Edlon des erobernden Reichos. Die Ab-toilung der siogverknüpften Helden, welcbe die Flücbtigen vorfolgt batte, kohrto, nachdem sio oino Menge Gegnor mit dem Schworte dor Rache erscblagen, siegfrob an den Fuss dos erhabenon Thrones zurückquot;.

Mit Aufbietung eines umfangreicben stilistischen Apparates ist hier eiu einfaches Factum, das sich in wenigen Worten hiitte sagen lassen (die Flügel der Kaiserlichen wankten, nur das Centrum stand noch; als Hêmü audi dieses durch wuchtige

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Elefantonangi\'iffe zii werfen versuclite, wurtle er von einem Pfeil i:i das? A.uge getroffen , worauf seine Truppen in dom Wahue, ihr Fflhrer sei getödtet, die Flucht ergriffen), zu einem aus-gedelmten Bericht geworden. Dabei gewahrt derselbe aber doch eine genauere Einsiclit in die allerdings nur wenigen Phasen des Kampfes als alle anderen Scbilderungen, die übrigens zu-meist auf ihra beruhen (vergl. z. B. Badauni II, 14 folg. , Tuzuk-i Dschehangiri übers. von Lowe, 31 folg., Tarich-i Selatin-i Afaghine bei Elliot-Dowson , V, 63 folg. — augen-scheinlich vielfach unglaubwürdig — Tabaqut-i Akbari bei Elliot-Dowsou, V 252 folg.). Das aktenmilssige Material Abul Fazls liess sich eben durch den Mangel militarischer Interessen seines Bearbeiters wohl manchmal verschleiern aber doch nicht giinzlich verwflsten. Auf die kriegerischen Lorbeeren, die sich Akbar\'s Premierminister gegen Eude seines Lebens im Dekkhau erwarb, darf man nicht viel geben; wo er hier selbst mit seinem Namen die militarischen Operationen decken musste, war er so klug, sich auf geschulte Offiziere zu verlassen. Wahrscheiulich würde Abul Fazl, wenn ihn statt Radscha Bir Bar\'s seiner Zeit das Loos getroffen hatte, nicht so unklug wie jener sich den umsichtigen Operationsvorschliigen des erfahrenen Zein Chan Koka widersetzt haben; jedeufalls aber konnte er sein Glück preisen, das ihn damals am Hofe zu-rückbleiben liess und hatte keiue Ursache, lange »deu Dorn des Kummers in das Herz gedrückt grübelnd in seinem Palaste zu sitzenquot; 1).

Über die Sch lacht bei Kóra, in welcher Prinz Schudscha von seinem Bruder, Kaiser Aurengzêb, besiegt wurde, entnehme ich dem Alemgirname den folgenden Bericht und gebe ihn unverkürzt wieder. Solche detaillirte Angaben über die Schlacht-ordnung wie bier findet man nur bei Muhammed Kazim (vergl. oben Öeite 7, 62). Die rhetorische Breite und den Schwnlst, die iu der Übersetzung bei einem mit orientalischer Schreibweise nicht vertrauten Leser vielleicht den Anschein erwecken werden,

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Akbarnume III, 478.

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als stimmteii sie genau zu dera Stile des vorhergehendeu Be-richtos Abul Fazl\'s (das ist aber durcbaus uicht der Fall; Abul Fazl schreibt zwar geziert, aber doch zugleich pointirt uud kunstvoll, Muhammed Kazim dagegea ist uur eiu leerer Wort-scliwallmaclier und bombastischer Anbaufer bohler Phrasen), mag man aus dem Grimde mit in den Kauf nehmen, weil der Verfasser seiu Werk dem Kaiser im Entstehen partieenweise vorleseu und dessen Verbesserungeu aufnehmen rausste (vergl. Elliot-Dowson VII, 17G). Wir lesen hier den Bericht nicht als Historiker sondern wollen nur ein Bild des Verlaufes der Schlacht aus ihm kennen lernen. Wie viel der Höfling aus eigenem Antricbe oder auf Befehl seines Herrn gefiitscht habea mag, kann für unsereu Zweck gleichgültig sein; genug, werin wir die ofBzielle Redaction des Kampfberichtes, d. h. wie der-selbe nach Auffassung des Kaisers verlief und auch im Allge-meinen verlaufeu sein wird, zu hören bekommen. Innere Un-möglichkeiten finden sich in ihm nicht, nur darf man den Gegensatz zwischen der Zuversicht Aureugzêb\'s und der Mut-losigkeit iu seinem Heere nicht so wörtlich nehmen, wie der Verfasser ihn ausmalt; der nicht fachmiinnische (d. h. orien-talistische) Leser gewinnt hier zugleich eineu Begriff von dem Wust, durch welchen man sich nicht selteu in morgenlamlischen Schriften hindurcharbeiten muss. Der loyale Historiker zeigt in einer uns komisch dünkenden Weise seinen Abscheu vor den gegen seinen Herrn Rebellirenden, selbst dessen Brüdern und Neffen, indem er consequent ihre Namen negirt. So sagt er statt Prinz Ddrd-Schukóh (Prinz » Darius an Machtquot;) Prinz Dürd-hê-Sc/mkuh (Prinz »Darius ohne Machtquot;), Prinz Nd-Schudschd (Prinz »Nichttapferquot;) statt Prinz Schudschd (Prinz »Tapferquot;), Prinz Sipihr-bê-Schukóh (Prinz » Himmel ohne Machtquot;) statt Prinz Sipihr-Schukóh (Prinz »Himmel an Machtquot;). Doch stebt er damit nicht allein ; auch der Verfasser des Biulscbahname nennt z. B. den Nizdm ul-Mulk (»Ordner des Heichsquot;) Bê-Nizdm (»Uuordnerquot;). Einen ahnlichen Eindruck macht es, wenn muhammedanische Schriftsteller den Tod von Nichtmuslims immer als »in die Holle fabrenquot; u. dgl. bezeichnen, awahrend die Glilubigen stets »in das Paradies eingehenquot;.

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»Am Sonntag dem 19 Rein II (sc. 4009 , d.i. am 14 Januar 1659), ontsprechend dem 23 Dei \'), welcher der dritte Tag seit der An-kunft der siegscliinnenden Banner in dom Dorfe Köra war, tauchto in dom liodiheiligen Sinne (dos Kaisers) der Plan auf, die Roihen zum Kampte gogen Jonen Sehicksalsvoiiassenon zu ordnen und der liofohl veil Antoritat \\ind Glanz kam horaus, die wie Donner erschreckondon, Blitzen iihnelnden Geschütze voraus zu schicken und gegen dio feindlichen Trappen Donnerkeile und Feuer speion zu lassen, walirond die siogzicrendo Armee die Falmo dos Eifers zur Vernichtung der Foindo erhöbe. Bei dor blossen Kundgabe des ehrfurchtbegleiteton Befehlos kam moerwoiso das Hoer wie die See beim Wotien des Zephyrs in\'s Wallen; die lowenniedorworfenden, l\'eindozorsclimetternden Krokodile schmückton den Leib mit der Zier von Kürass und Panzer und erhoben sich wogongleicli Schaar für Schaar. Uio Adjutanton des Roichshooros und dio raarskühnen Ceremonienmeister gingen an die Ordnung und Vorteilung der him-melerhabonon Soldaten und stollten die todbringenden Roihen auf.

Dor Haupttrupp der Avantgardo ward durch das Banner der Macht, don weissen Stirnfleck der Pracht und Erhabenheit, den Bosatz dos Kleides dos Sieges und Erfolges, den hochgeborenen Prinzon Muhammed Sultan geziert, und ihra Chiïn Alom, Sejjid Muzaffer Ch.\'m Barha, Sejjid Nedschhbot Chan Barha, Iradot Chan, Schrr Singh Rathör, Qizilbasch Chan, Radscha Udai Bhan Mfrathija,

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Hardschas Kór, Bebadur Beg, Radsch Singh Kór, Udai Bhsin Kór nebst einer Anzahl anderer tapferer Krieger zngowiesen.

Zulfiqar Chan mit Artillerie, zahlreichon Muskotenschützen und einer Schaar Helden des Kampfleldos und Standhaltendor auf dem Kriegsplane, wie Fath Dscheng Chan, Reschid Chan Anriiri, Raw Bhao Singh Ilada, Lódi Chan, Sejjid Schór Chan Barha, Zebordest Chan, Sikondor Róhila, Rani Singh Rathór, Daulat Afghan, Sojjid Nür ul-Ain Barha, Kakar Chan, Abd ul-liari, Qiidirdad Anrari, Abd ur-Rosul Beg Rózbohani, Muhammed Murad Beg, betrat als Vortrupp jenor Avantgarde des Sieges und Erfolges in dor Ausübung der Aufgabo, Donnerkeile zu schleudern und die Feinde zu verbronnen, zuerst das Fold dor Victorie und entraffto somit seinen Kameradon den Ball dor Auszoichnung s).

Radscha Dchaswant Singh orhielt Befehl, mit seinem Radsch-putonheore im siegreichon rechten Flügel Stellung zu nehmen; zur Vorstarkung bokam er noch Main\'s Das Rathór, Muhammed

1) Nach iUUuscher, von Akbar cingcfiihrtcr Zcitrcchnung.

2) Vom Reiterballspiel hergeuommener AusJruck (s. oben Ö. 31).

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Ilusein Sildoz, Mir Aziz Badaclisclit, Bahvt Tschaulifin, Rarn Singli und Har Ram Rathór.

Islam Chan nebst Ilitiscliam Chan, Seif Chan, Ikrnm Chan, Hirnmet Chan, Sejjid Behadur, Sojjid Ali Akbar Biirha, Sojjid Zoberdest Barha, Shudschaet Chan, Uilavvor Chan, Abu Muslim (cin Verwan (I te I ■ Islam Chan\'s), Memréz Mahmand, Sejjid Jftdgar Ilusein Barha, Abdullah Beg, Kischwer Singh Hada, Sojjid Ahmed Kebir, Sejjid Keremullah Barha, Schihabuddinquli Chan und Subhan Singh Beg Rözbehani fanden mit einer Anzahl Kanonen und Mus-ketenschützen in der A v a n t g a r d e jenes meerwogengleichon Heeres (des rechten Flügels) Aufstellung.

Das Koinmando des siegreichen linken Flügels erhielt der frische Glanz des Auges des Reiches und der Herrschaft, der weisse Stirnlockonfleck dor Pracht und Glückhaftigkeit, der hocherhabone Zwilling des Glücks, Prinz Muhammed Azani; auf seiner Seito ordneton noch Chan Dauran, Radscha Rai Singh Sisódia, Mtrza Chan, Btr Dêo, Sanbal Singh Sisódia, Höschdamp;r Cliamp;n, Masfid Chan, Sundar Das Sisódia, Sejjid Scheras Bftrha, Radscha Tschatrman Dschadün und andere Diener und Offlziere ibre Roihon.

Zur Avantgarde jenor Heerschaar (des linken Flügels) wurden Kunwar Ram Singh Bfira, Amr Singh Ba ra, Tschandra-wat, Aliquli Chan, Dschagat Singh Hada, Saradsch Mali Kór, Scherof Chftn Beg Turkman, Kak ar Chan, Mir llnsoini, Mir Bur-hani, Fath Singh Katschwaha nebst einigen anderen sieghaften Streitern bestimmt.

Die Führung dos Iltmisch ward der horrlichen Kühnheit und Bemühung Bohadur Chan\'s anvortraut, in dessen Gefolge Mirrt, Ghulam Muhammed Afghan, Abd un-Nobi Anpari (lladidad Chan\'s Sohn), Mahnn\'ui Chan Dilazaq, Sultan Daüdzei, Omar Torin sowie noch andere brave und tapfere Holden Platz fanden.

Auf dom rechten Flügol dos tapferen Hoeros wurde Dafid Chan mit einor Schaar Helden dos Foldes des Todos wie Radscha Indarman Dhandêra, Radscha Dóbi Singh Bundrla, Jekkotaz Chan, Sadat Chan, Sejjiil Schudschaet Chan, Abd ur-Rcsül Dekkheni, Tschatr Bhódsch Tschauhnn, Indarman BundMa, Abul Mekarim (des verstorbenen Iftichar Chan Sohn), Chwadsche Rohmotullah, Chwa-dsche Hasan, Chwadsche Muhammed Schorif Dohbidi und Kischn Singh Tschandrawat als Reserve aufgestollt und band den Gürtel dor Hingabo dos Lobens um die Taille des Eifers.

Auf dein linken Flügel bildote Radscha Sadschan Singh mit Sojjid Firuz Chan, Hezber Chan, Hasan Ali Chan, Sojjid Bohadur Bhakkari, Fattiih Chan, Kamgar Chan (Schahbeg Chan\'s Sohn), Muqim Chan, Uzbek Chan, Sejjid Maqbül-i Alom, Behrfim (Jüsuf

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Muhammed Chan\'s Sohn), Mirza Ali Arab, Qasira und Cliizr (llezber Chan\'s Sölino), Sejjid Qutb-i Alem und andore standhafte, die Tapfer-keit zu ihrem Glaubensbekenntniss machende Helden di e Reserve,

Der himmelhohe, phoenixartige Sonnenschinn spendete von der Höhe des Centrums aus den Schatten der Glückseligkeit über die Hanpter der reclitglaubigen Getreuen, indeni die Mitte des Heeres ihre Kraft in dem Glanze der kaiserlichen Majestiit, die cin Lichtstrahl dor Erhabenheit und Herrlichkeit Gottes ist, fand.

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Eine Anzahl ergebener Sklaven, wie Abid Clian, Esed Clian (der zwei te Heeresschatzmeister), Feizullah Chan nnd sein Bruder Mu-

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hammed Abid, Sejjid Izzet Chan, Muhammed Bedi (Sohn Chosrü\'s und Enkel Nazr Muhammed Chan\'s), Dindar Chan, Rizwan Chan, Munim Chan, Gliairct Chan, Tehawwnr Chan, Much lig Chan, Iftichar Chan, Ilabjar Chan, Sejjid Hidajetullah Qadr, Rai Rajan, Scheich Abd ul-Qawtj, Nugret C\'han, Pelong-Hamla, Mii\' Nimetullah, Muhammed All Chan, Murad Chftn, Zulqadar Chan, Soifuddin Cofewi, Scheich Nizam, Multafat Chan, Ismail (Nedschabet Chan\'s Sohn), Lutfullah Ch?in (Saadullah Chan\'s Sohn), Iftichar (Fachir Chan\'s Sohn), Qobad Bog, Agha Jüsuf, Muhammed Muqim (dor Secretiir der kaiserlichen Werkstatten), Muin Chan, Qntb Kaschi, Muhammed Abid (des verstorbenen Ziihid Chan Sohn), Fathuilah (Mutamid Chan\'s Enkel), Dschehflngirquli Beg (der Intendant dor kaiserlichen Fahnen etc.), Muhammed Teqi (Brudersohn Wezir Chan\'s), Ichtijar Terin, Abdullah Beg Schirazi, Weli Muhammed Angart, Dschemal Ghóri, falih Beg, Kamil Beg Gurzberdar, Chwa-dsche Bachtawer und Chidmetgar Chan erlangten die ersehnte Ge-folgschaft in der siegbergenden Umgebung des nackenbeherrschenden Königs der Künige.

In Anderung der Festsetzung der Schlachtordnung lioss Se. Majestiit den leuchtenden Stern des Thurmes des Reiches und blitzen-den Edelstoin im Schmuckkasten des Kaisertumes, den Prinzen Muhammed Azam, des Glückes dor Gefolgschaft zu Teil werden und ihn neben sich in der Hauda des eigenen Elefanten Platz nehmen. Muazzem Chan, die Siiule der hohen Emire, dermiteiner kleinen Schaar in Eilmarschen eingetroifen war, erhielt ebenfalls einen Platz in der Hauda eines Elefanten, mit dem Befehl, mit seinem Elefanten an der Seite desjenigen des Kaisers zu bleiben.

Die rechten und linken Seiten des Centrums, welche die beiden Arme des Siegs und Erfolgs sind, wurden durch zwei besondero Abtoilungen geschützt: Die rechte ward dem Juwel der Tapferkeit und Führerschaft Muhammed Emin Chan\'s (des Heeres-schatzmeisters) übertragen, dazu wurden dem erwalmten Chan noch

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Gendsch Ali Chan, Sejjid Manuur Barlia, Bhagwant Singli Hada, Mitr Sên BundMa, Sojjid Masud Barha, Abbas Afghan, Ferhftd Bog Alimerdftnchflni, Chwadscho f\'adiq Badachscln, Dschai Singh Bhadauria, Sejjid ïalar Barha, Schoich Nizam Quroischi, Sojjid Haraid Buchart, Rup Singh Rathór und oinige andoro heigegebon ; dio Führung dor Linken ward der herrlichen Kühnheit und dam Eifer Murteza Chan\'s übertragen nnd ihm Sejjid Hamid (sein ill-tostor Sohn), Kisri Singli Blu\'irtia, Rai Singh Rftthór, Sübhkarn BundMa, Muhammed Beg Arlat, Nuyret Chan, Nijft/.i Chan, Ragh-nfi,tha Singh Ramp;thör, Chanozful Chan, Qabil Cliftn, Sultan Beg, Mtr Rustom, Esod Kftscht, Scheich Dschelal Dftüdzei und Lutfullah Meidant als Gefolge zngeteilt.

Abdullah Chan-Serai, Abd ul-Modschtd Dekkheni, Nabhadschi, Seif Btdschamp;püi\'i, Alosch Qalmaq, Weli Bog Kélabt, Imilmwordi, Jadgar Beg Arlïit, Arab Schoich (des verstorbenen Tahir Chan Sohn) nebst einer Anzahl anderer kam|i(lustigor Holdon spornten als Plankier dos siegschirmondon Hoeros don Renner der Tapfer-koit, wiihrond dor Dienst dor Arrièregarde an Chawac Chftn, Ichlaf Chan, Scz.flwar Chan, Rai Fattudschi und andore Oflizioro nebst einer Schaar Ahadis flel.

Dio firmamontgloichen, feindonioderwerfondon, gogneraufraffon-don Elefanten, doren jeder einzolne die flnstere Wolke einer Un-heilssintflut und Ursache einos trübon Tages l\'ür die Feinde war, erlangten eino himmlische Furchtbarkeit durch VVaffen und Kriegs-rüstzeuge. Auf ihren Hügelrücken wurden flinkhandige, starkarmigo Musketiere und haarospaltendo, fouergewöhnto Flintenschützen pos-tirt, und jeder Abteilung einigo jonor getürnmelsuchendon Schlacht-feldverwirrer sowio ihro besondero Artillerio zugoteilt. So blieb von den Vorberoitungen zu Angriff nnd Kampf nicht das Geringste vornachlassigt. An jenera ïage zeigten sich in Folge dor Monge der Ti\'uppen nnd des Aufwallens des Heoros die Merkmale dor Aufregung dos jüngston Gerichts, und durch don Staub von den Rossehufen und violen siegroichen Soldaten ward das Antlitz dos Himmels und die Oberflacho dor Erde unsichtbar. Es war eine Armee, geschmückt und bunt, als wonn grime Raute und duftigo Ptlanzon aus dom Bodon hervorgesprosst waren, ein Hoer voll Grimm und Zorn, aufbrüllond in Rachelarm wie tobonde Moores-wogen. Die Erde war trotz ihres sonstigen Gloichmuts und ihrer Soolenstarke erschreckt durch dio schwere Last der wie das Kraut zahlloson Mengo, wiihrond Ebeno und Blachfeld durch die violen oisengopanzerton, himrnelragendon Elofanten einem Gebirge gloich.

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Dem jiingsten Tage glich das Getümmel,

Die Erde borgte Raum sich vom Himmel.

Wenn\'s Quecksilber regnen würde, der Hauf\' Der Lanzknecht\' fing all\' mit den Speeren es aul.

An 00,000 vollstiindig ausgerüstete Reiter, wie nurselten ahnliclie sicli untei\' dein Schatten dos Banners rulimreioher Herrscher und erliabener Fürsten versammelt liaben dürften, waren bereit znm Kampf und fertig znm Gefecht. Dor erhabene Befelil kam heraus, das kaiserlicbe Feldlager am I\'latze, wo man sich befand, aufzuschlagen.

Am selbon Tage besorgte auch »Unkühnquot; \') die Ordnung und Aufstellnng seiner Trnppen. Er selbst nahm nebst Allahwerdi Chan und Abd in-Rahman (dem Sohne Nazr Muhammed Chun\'s) im Centrum Stellnng; seinen jüngeren Sohn Bulend-Achter machte er nebst Sejjid Alem Bftrha, Sejjid Qasim (Gouverneur von Ilah-ahftd), Sandschar und Seifullah (Allahwerdi Chsln\'s Söhnen) miteiner Schaar des genannten Chan\'s und Truppen anderer erprohter Manner znm Haupttrupp der Avantgarde, den Vortrupp bokam Scheich Weli Fermuli. Seinen alteren Sohn Zeinuddin steilte er mit einer starken Schaar auf den rechten Flügel, dessen Vor-hut Hasan Chwóschegi führte; auf den linken Flügel kamen Mukerrem Chftn ^ofewi und Sej jid Radschi nebst anderen Siiulen und zahlreichen Truppon; als Reserve desselben ward Scheich Zorif Daüdzei bestimmt. Isfendijar Mamüri fand im Iltmisch seinen Platz. Die Artillerie übergab er der Serge ihres Kommandeurs Abnl Maali; die Arrièregarde vertraute er Mir Alii uddaula (seinem Diwan), die Plankier Sejjidquli Uzbek an.

Als vier Ghari (a 24 Min.) nach Aufstellnng der tödtlichen Reihen an jenem Tage verflossen waren, bestieg der Kiinig der Könige, der gewaltige Alomgtr (nach der von ihm gepflogenen Gewohnlieit, auf den Schlacht- und Kampffeldorn einen Elefanten zn reiten, um\' den Glanz seines sonnonlichton Antlitzes aus erhabener und ragender Höhe über die Ebene leuchten zu lassen, damit die sieg-gezeichneten Streiter seinen herrliclien Mut und Eifer und seine seltene Entschlossenheit nnd Ausdauer wahrnahmen und das ge-sarnmte Heer der sieggekronten Truppen durch den Anblick der pomphaften Macht und Würde Sr. Majestat Standhaftigkeit, Fes-tigkeit, Energie nnd Wagemut gewönne), der am hohen Himmel aufgehenden Sonne gleich , einen sieggestaltigen, himmelahnlichen lOlelanten nnd ward so ein Mehrer der Stnfe zu Glanz und Horr-

1) 1\'rinz Schudscha, s. oben S. 85. («Nichttapfcrquot;^.

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liclikeit. Dio Truppen des Glücks und der Stilrke durohmassen in fertdftnischer Majestiit und dschemschidischor Pracht langsam und geordnot, so dass dio Riclitung dor Ueilien und dor Parallolisrnus dor Schaaron nicht in Vorwirrung kam, im Siegesschritt den Raum his m dom feindlichon lloore. Droi Waclion dos ïagos waren vorüber (Nachm. 3 Ulir), als die Pliinkler dor glücklichen Armee in einor Entfernung von oinom halbon Kruh (IJj km) vom Feindo don Ort, wo die kaiserlicho Artillerie stand, zurn Kampfplatze wiihlten und Aufstellung nahmen. Uor omporungsinnondo «ünkühnquot; hatto an jonetn Tago den Fuss dor Kühnheit nicht vom Fleeko gorührt und nur oinen Teil seinei\' Artillerie unter Sejjid Alom Barha, Sejjid Murteza Imami, Scheich Zorit\', Scheich Well Fermuli, Sojjid Radscht und anderen Befehlshahern oin Viertel Króh (0,8 km.) vor sein Lager vorausgosandt, damit sio gegen die siegroichon Truppen mit Kanonen und Musketen die Flammen des Kriogos ontzündeten. Auf den Wink des Kaisers entfachton auch dio Kommandoure dor siegreichen Artillerie die Glut des Kampfes und Gofochts und rich-teten die feuerspeienden Drachen der Rakoton und dio blutschlür-fonden Krokodilo der Kanonon und Musketen auf das Lebon der Gegner. Bis zur Nacht waren dio Kriogerschaaren auf beiden Seiten in Hitze; als ahor die Naciit horoinbrach und ihro Dunkelheit don Schleior dor Finstorniss üher das Antlitz des Schicksals der Foindo zog, liiess »Unkühnquot; die erwahnte Abteilung nobst den Kanonen wieder zurückgehen und sich mit soinom iibrigen Heere vereinigen.

Da das Terrain, bis zu wolchem dor Foind vorgegangen war, Erhebungen aufwies und höher als dessen Lager war, so nahm Muazzem Clian aus sohr verstandiger Erwagung 40 Goschütze dor kaisorlichen Artillerie und stollto sie dasselbst gegen das lieer der Rückenwender auf. Es erging hierauf der von aller Wolt Ge-horsam heischondo Befehl, die siegbogloiteton Truppen sollten in derselben Ordnung und Reihenfolge, wie sie aufgestollt waren, vom Pferde steigon und in Panzer und Waden dio Nacht durchwachon; die sieggezeichneten Kommandoure sollten jedor vor seiner Abteilung Schanzgraben ausheben und vor der List und Tücko dos Feindos auf dor Hut sein. In Befolgung des hohen Befehls liess Muazzem Ghan eine Nachtwache lang die ilusseren Reihen des siegreichen lloores stehen und sorgte für Ausführung von Griiben und llandhabung der Sicherungsmassregeln durch Patrouillen und Wachon. In jener Nacht zogen die Streiter des siegbogloiteton lloores ontsprechend dem zum Gohorsam zwingonden Befohle den Brustpanzer nicht aus und sattelten die Rosse nicht ab. Der Herr-schor der Welt, Alemgir, stieg, nachdom er alles zur Vorsicht und Wachsamkoit Nötige angoordnet hatte, von soinom Elofanten herab

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und gorulite, sicli in das besclicidene Zelt zu begoben , das auf seinen crlmbenen Wink bin anf dem Kampfplatze des Gliickes füt\' ibn bor-geriebtet war. In seinem Abend- und Nachtgebet bat er den er-babenen Scböpfer aller Dinge um Sieg und Erfolg und legte sicb sodann wacbon Gliickes und klaren llerzens auf das liott der Rube nieder.

Am Ende dieser glückleucbtenden Nacht zeigte sich eine aufrubr-mebrende Erscbeinung, welche kurzsiebtige Götzenanbeter füreinen schweien Schlag ansaben, und die darum allgemeine Vorwirrung und Bestürzung in dem siegreichen Heere verursachte. Einer An-zabl unbedachter, unentschlossener Leute, die nichts von dem Schmuck der Seelenstarke und Characterfestigkeit batten, waakte dor Fuss dor Standhaftigkeit und Ausdauer, und sie verloren den Zügol der Selbstbeherrschung aus der Hand; ïm Innorn verfinsterte Houcbler, eine Bande, von deren aufruhrmiscbendei\'Gegenwart koin Heer frei ist, nahmen den Freibrief zu Ungehorsam und Vorwirrung in die Hand. Die anbanglicben, getreuon Freunde jedocb, wolclie immer als Augonzeugon don Humor der bimmlischen Hilfe und den Beistand des gnadigen Schutzes des Herrn, obne Vormittelung ausseror Umstiinde, unsorom ewigen Roiclie gegenüber beobachtot und dio horrliche Zuversicbt und feste, himmelvorknüpfte Energie unseros gewaltigon, siegreichen Herrn oftmals in Gofahren und Fabrnissen erprobt batten, behielten Vertrauon und volle Zuversicbt zu dem festen Bando dos unverminderlicben Gliickes des den Glau-bon schirroenden Konigs der Könige und zeigten keine Ersohütte-rung in dem Fundamente ibror Freundscbaft und aufriebtigen Er-gebenheit.

Die merkwtirdigo Geschicbte ging folgender Massen zu.

Der verirrungsinnende, thorichto Dschaswant Singh, dessen vor-malige Febler und Vergehen der Gnado und Gunst ausstreuende Kaiser in der ihm eigentümlicben vollen Milde und innowohnenden Huid mit Vergebung und Verzeibung bedeckt und auf\' den er Wohltaten und Güte obne Mass gehauft batte (wie mit dem wahr-hoitmalendon Griffel früber zum Teil geschildert worden itt), batte Éiusserlich das Haupt auf die Linie der Untertanigkoit und Ge-horsamkeit gelegt und steilte sich als trou, so dass er bei dem gegenwartigen sieggeschmückten Feldzuge im Gefolge des welter-obernden Heeres besondei\'e Auszeichnung gefunden batte. Da aber seine aufrubrgemischte Gemütsart von der Hefe des Unglaubens und der Verworfenheit durebgohren war, und die Neigung zu Bos-boit und Niedortracht in seinem beuchleriscbcn Sinne als Kern verborgen sass, so lebto er im Bewusstsein seiner eignen inneren Schlechtigkeit bestiindig in Furcht und Mistrauen, suchte in Folge

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soitips üblen Characters und seiner natürlichen Erbarmliohkeit fort-walirend nacli Gelogenlieit, zu seliadon und zu intriguiren und koclite heimlioh den Stnff der Widersetzlichkeit und Rebellion in seinem Herzen, bis er jetzt, wo der Herr dor Welt in Ansehung dos iins-seron Gobabrens jenos üblessinnenden Kotzers ibn zum Kornmandonr der rechten Flügelarmee gemacht hatte, mit dein Plan der Erapo-rung ven dem Kampfplatze desertirto. Er batte schon niichtlich eilige Boten zu »Unkübnquot; gesandt, ihm von seiner Neigung, überzugetien, Kunde gegehen und wandte nun am Ende der er-wahnten Nacht, vom Schicksal verblendet und verfinstert, mit seinen gesammten eignen Soldaten sowie einor Anzabl anderer abfallslustiger Radschpftten, die bei ihm auf dem rechten Fliigel standen, wie Mabós Das, Ram Singh, Har Ram Ratbór, üalwi Tschauban und weitere Schwacblingo im Punkte der Treue, verleekt dureb die Betiiubtheit der Unwissenheit und Anmassung, dem siegreichen Hoere den Rücken und schlug die Richtung nach dem Thalo dor Fluclit ein. Zunachst stiess er auf das Lager des Prinzen Mubammed Sultan, das auf dem Wege jenes Verlorenen lag. Seine Leute erhoben die Hand dor Kübnbeit zur Plünderung und raubten alles, was sio nur konnten, und als sie auf ihrer Flucbt auch zu den Zeiten des Kaisers kamen , führten die gemeinen Subjecte ebenfalls grossartige Raubereien aus. Wo joner Hauptmann des Volkes der Züchtigung mit seiner unglaubigen, verlaufonen Bande bin kam, da wurde, was oder wer ihnen in den Weg kam, zum Opfer der Plünderung und Vernichtung durch die gewalttittigen Ridschputen.

Hierdurcb entstand cine tolle Unordnung und Verwirrung im kaiserlicben Lager, die Soldaten liefen zusammen, und es verbrei-toten sicb schreckliche, heeraufregende Geruchte. Aufrubrsuchende und hippische Friedenstöi\'er im Lager erhoben den Kopf zur Schur-kerei, streckten die Hand der Kübnbeit nach der kaiserlicben Kriegs-kasse, dem Arsenal und dem Proviant sowie auch nach dem Besitz und Eigentum der hohen wie niederen Offiziere und dor Soldaten aus, und benabmen sicb eigenmachtig und rebolliscb.

Als gogen Morgen die Nachricht hiervon durch das sieggesich-tige Heer lief, verursachte dies eine Erscbütterung unter den Scbaaren der siegreichen Banner unci die Reihe der kaiserlicben Armee kam ausser Ordnung. Vielo niedriggesinnte Unverstandige und einzelne andere aus dem lleere oilten in ihrer Bestürzung und Kopllosigkeit zur naberen Erkundigung nach don kaiserlicben Zeiten bin und wandten bei dieser Gelegenheit dem Kampffelde den Rücken zu Eine Anzabl kurzsiebtiger, gemeinor Seelen und beuchlerischer üoppelgesicbter wiilmton aus niebtigen Einbildungen und unbe-

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gründeton Vermutungen, die Wage des Sieges würde sich nach der Seite des Feindes zu neigen und liofen naclitlicli zn «UnkühnV Heere übei1, wahrend andere vorsichtigo Feiglinge und fluchtbereite Unentsclilosseno den Fuss der Energie zurück setzten und sich der Hille des Reiches und der Gol\'olgschaft in dom welterobernden lleere entzogen. Als schliosslich die Meldung von der Desertion jenes Pflichlverirrten das erhabene Ohr (des Kaisers) erreiclite, verlor der Uerr der Welt, dessen heilige Person in Unglück und Gefahren einem unerschütterlichen Berge gleich eine Mine der Ausdauer, Ruhe und Energie für die Festigkeit seiner Mannen ist, keinen Augenblick wegen dieses Vorfalls seine Kaltblütigkeit, noch geriet das Gebiiude der Selbstbeherrschung Sr. Majestiit ins Wanken. Er trat aus dem kaiserlichen Zelte heraus, steilte sich aufrecht auf eine Siinfte bin und wandte sich mit folgenden Worten an die hohen Ofïlziere und Diencr, die den sieggefolgten Steigbtigel umstanden: »Don Eintritt dieses Ereignisses erkennen wir für eine Vorbereitung zu Sieg und Erfolg. Jenor pflichtverirrte Schurke plante boreits I5osheit und Meuterei; dass er gegangen, ist nur ein Glück für das Reich, und bald wird er die Strafe für seine schandlicbe That be-kommonquot;. Er schritt darauf zur Wiederordnung dor verwirrten Reihen und neuen Aufstellung der Truppen. Islam Chan aus der Avantgardo des rechten Flügels ernannte er an Stelle jones schicksal-verstürten Goscliickvorfinstorten zum Komraandeur und bestimmte Seif Ghan und Iknun Chan nebst einer Schaar kampfsuchender Helden und tapforon Krieger zu doren Avantgardo. Die gerüstoten Truppen des Siegs und Erfolgs entfalteten nun zum andern Malo das Banner des Glücks und Heils.

Als das welterleucbtende Glücksgestirn des Morgens sichtbar wurdo, verschwand der Staub der nachtlichen, finsteren, indischen Niedertracht. Der Fürst, dessen Thron das Firmament ist, der welterobernde Sol, hangte sicb don goldonen Köcher von Sonnon-strahlen urn, wahrend auch der sonnonhohe, himmolmachtigo König der Konige zu Kampf und Streit, Krieg und Gefocht don Panzer des Sieges und Erfolges anlegte, das Schwert des Glückes und der Kraft umgürteto und wie am vorhergehenden Tage einen berg-gestaltigon, bimmolahnlichen Elofanton bestiog. Wonnschon von dom Hoero, das am vergangonon Tage unter dom Schatten des sieggezoichneten Banners veroinigt gowesen war, in Folge des mou-torischen Vorfalls mit dem unsoligon Radscha Dschaswant Singh, an diosem glücklichen Tage fast die Halfto, die sich von der erha-benen Armee getrennt batte, fehlte, so warf unser Kaiser, das Glück seines Heeres — der nach dom Verso: «Dor Sieg ist allein von Gottquot; (Qoran, Stiro 3, Vers 122] auf don Schlacbtfeldern der

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Welteroberung und Erdkreiserringung auf nichts uls auf die himm-lische Macht und die Hülfe und Herrlichkeit des Herrn sielit, in seiner vollkommenen, acliten Zuversicht und seinem prachtigen, gottgeschenkten, energischen Vertrauen auf Schirm und Beistand für Truppen und Heer nach dom heiligen Verse [Qoran, Sure \'2, Vers 250]

Wie mancher kleine Haufen hat

Besiegt schon einen grossen Haufen

Nach Gottes Ratschluss\')

in allen gefahrlichen Kampfzeiton nicht die Menge der Feinde und die geringe Zahl der Seinigen prüfend vergleicht, und durch seine stand hallende, ausdauernde Kraft auf dein Felde der Tapfer-keit und Kühnheit den Ball des Vorrangs und den Vorsprung der Überlegenheit den Fürsten dor Erde raubt —, don huldvollon Bliek seiner Energie nicht auf das Manco im üoero und den quantita-tiven Verlust au Soldaten, sondern rückte unter dein Gebote um den Schut/, dor unsichtbaren Schaaren und den Beistand der himmlischon Hoore mit dom Rost seiner siegreiehon Truppen auf den Schlachtplatz und das Fold des Todos.

»Unl(ühnquot;, dor, wie schon orwahnt wurde, am vorgangonen Tage Rechte, Linke vind Centrum seiner Armoe bestimmt und aufgostellt hatte, nahm nunmehr eino Voranderung in diesor Anordnung vor, indein er sein gesammtes lieer in einer Roihe formirte, hinter welche er die Artillerie zurückzog. Er selbst nahm mit seinem jüngeren Sohne Buiend-Achter in der Mitte Stellung, wahrend der illtero Zoinuddtn nebst Sejjid Alom, Pcheich Zerif Dafidzei, Scheich Welt Fermuli und Hasan Chwèschegt rechts, Sejjid Qftsim, Mu-kerrem Chan und Abdurrahman Ghftn (Nazr Mu hum rued Chan\'s Sohn) links ihre Platze erhielten.

Dor Konig der Welt sotzto sich also mit seinen welterobernden Truppen in geziemonder Weise und Ordnung in langsamen Trab und traf, als 4—5 Ghari des Tages vorstrichon waren (gogen 8 Uhr Morgens) mit dom feindlichon Heere zusammen. Zunachst begann man von beiden Seiten Raketen zu werfen und mit Kanonon und Musketen zu schiessen. Die Flammen des Krieges entzündeton sich so, und die Doiinorblitze hervorbringeuden, feindeverbrennenden Schaaren gerieton in Uitzo. Die furchtbargestalteten Kanonon und die Stiche der feindeniedervverfeiulon »Wespchenquot; brachten die Merkmalo des jünsten Tages hervor und liossen die Lobensadern der Keinde in\'s Stocken kommen; finstereingeweidiges, eisenhor-

Rückert\'s Dbersetzung.

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ziges Geschütz brüllte mit lautor Stimmo don Ruf des Todes über die sechs Richtungon des Blaclifeldes hin , und lebenzerbrechende Flintenkugeln beganncn in das Rückenmark der Gegner einzudi\'ingen. Durch die strahlende Ilitze von Musketen und Rakelen wandeUe sich der Glanz von Schwertern und Lanzons|iitzen zu Feuer, und Waffen entflammton die Glut der Rache. Die Erde spio, so zu sagen, Flammen und der Himmel goss Funken aus.

Heiss ward des Kampfes Markt vorn Blitz der Rache,

Auf brüllte aus dem Flintenlauf der Drache.

So oft zur Ruhe niederschlug der Hahn,

Sank auch zum Schlafo liin ein Feindesmann.

Gar viele verbrannte dio Rache heiss,

Ganz kohlschwarz ward an dein Leibe dor Schweiss.

Da riss ein Geschoss aus einer Kanone der kaiserlichen Artillerie dem Führer des Elefanten, auf dem »Unkühn\'squot; Sobn Zeinuddin ritt, und ebonso noch eincm hinter diesem sitzenden Manne einen Fuss weg; Zeinuddin und dem Elefanten aber geschah kein Schade. Mehr und mehr flammte allmahlich die Kriegsglut auf; zwischen der glückseligen Avantgardo und dom feindlichen Heere ging die Kampfesarbeit vom Donnergebrüll und Blitzschleudern dor Kanonon und Musketen zum Handhaben von Bogen und Pfeil über, die kampfsuchenden Streiter und die heldenmütigen Kampen beider Parteien reckten die Hand dor Anstrengung aus dem Armel der Kühnheit heraus, gingen an das Morden und Fechten und erhitzten die streitenden Schaaren mit dem Feuer des Eifers. Die Menge des Pfeilschauers glich einer Regenwolke und das Kampffeld voller herzhafter Krieger war einem Röhricht voll Löwen ahnlich. Die leberzerreissenden, nadelgleichen Pfeilspitzen rissen den Dorn eitler Wünsche aus dem Herzen dor Feinde heraus und die helm-spaltonden, lebenraubenden Bolzen hessen durch die Gittcrüffnungen und Löcher, welche sie verursachten, den Dampf der Einbildung und Anmassung aus den tumultuarischen Köpfen der Feinde ausstromon.

Fiederpfeile aus des Bogens Taubenhause Flogen auf der Kriegesmanner Köpfe nieder;

Nicht zu sehon war des Feindos Kopf vor Pfeilen,

Wie im Garten die Narcisse deckt den Kürbis.

Aus dem wunden Leibe fiel der Pfeil zu Boden Von des Blutfelds mitleidlosem Anhauch.

Zu dieser Zeit brach Sejjid Alom Barha, der zu den Siiulen jenes Heeres und den hohen Pfeilern jener unglückbegleiteten Armee gehorte, mit einer starken Schaar kampflustiger, kühnheitgezeich-

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neter Heidon nnd drei wildon, bergstarkon Kriegselofanton, deren jodor oinzelno einen Weltteil in Aufregung oder oiu Hoer in Un-ordnung biingon konnto, von dom rochton feindlichen Fliigot auf don linken dor sieggokrönten Armee hervor und warf durch don Anprall der erwahnten Elefanten die Truppen dieses Flügels. Don ineiston hier stehenden Mannon goriet der Fuss der Stand haftigkoit iivs Wanken, sio vermochten koinen Erfolg in Widorstand und Kampf zu finden, wandten sich ohno jedes Gefoclit zur Flucht und schlugen oiligst den Weg der Schande oin. In Folge dieses Eroignisses ontstand eino vollstilndige Vorwirrnng und Ennattung unter don sioghaften Truppon; ganzo inoorwogomle Abtoilungen kamen durcheinander und Leute, welchen der Sinn für Ehre und Ehrgoliihl abging und ilie nichts von dom unschatzbaren Edelstein der Treue und Ergebenheit bosassen, kohrten auf die Einllüste-rungen des Diiinons dor Einbildung und die Zureden des Gospenstes des Abfalls dom Hoil und Glück den Uiicken und Hessen die Zügel nach dein Tliale der Flucht zu schiessen. Ohno Not die Flucht er-wiihlend warfen sie so selbst die Ehre des Kriegerstandes und den lluhm der Mannheit weg.

Auch die Reihen dor im kaisorlichen Centrum Stehenden gerieten in\'s Wanken, so dass nicht mehr als 2000 Reiter im siogbegloiteton Gofolgo\'(dos Kaisers) zurttck bliobon, Mit oinom VVoi\'to, die finstor-gestirnigen Feindo wurden durch die Wahrnohmung der Erschütte-rung unter den sioggozoichnoten Truppon noch frecher und rückten in der genannten Starko mit den erwilhnten Elefanten kiihnen Antlitzes gogen das Centrum des sioghaften Ileeres vor.

Von don Tapferen dor erobernden Armee spornten in dieser Zeit Murteza Chan auf dem linken Flügel dos Centrums, Bohadur Chan im Iltmisch und Hasan Aü Chiln in dor Reserve der linken Con-trumsseite, jeder nobst einor Schaar Genossen don Rechsch \') der Tapferkeit mit der Kraft dos Eifers und dor Treuo an und hommten das weitere Vordringon dor Feindo, Zur selben Zeit lonkte auch der Konig der Könige, das Glück seines Heeres, als er dies bemerkte, seinen himmelgleichen, gesegneton Elefanten auf die üblos-sinnenden Gogner und wandte sich ihrer Vernichtung zu. Der Rilckon des kaisorlichen Heeres war somit dem siegreichen rechten Flügel zugekehrt. Die siegendon und erfolgverknüpften Krioger, die don Foind angegriffen batten 2), hangton sich nun unter der starkon Kühnheit und Standhaftigkeit des woltborühmten Herrschors und dor warmonden Deckung des schützenden und helfenden Schat-

1) Namo von Rustems Rosse.

2) Niimlicli Murtezft Chiln, JSehilciur Chftn und Hasan Ali {Jhftn.

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tens des Höchsten rait voller Energie und Anstrengung an jene übelemlende Menge und fegten die trugsinnenden Frechlinge wie ein üher Staub und leichte Spreu hinwehender Sturmwind vorsich hin. Nachdem sie mit scharfem Siibel und blutvergiessender Lanze eine Menge jonor schicksalsverlassonen, urn Nichtiges Kiimpfenden in don Staub des Todes niodergestrockt batten , erboben sie das Banner des Sieges und der Uberlegonheit. Sejjid Alom Bürha ontschwand beim Anblick des Eilolstoins dei Tapferkeit und Herzhaftigkeit dor Holdon dos siogreichen Banners dor Dampf dor Anmassung aus dom Kopfe, dor Arm der Energie erscblaffto ibm und er zog sicb fliehend in der Ricbtung, in der er gekommen war, wieder zurück.

Die drei getümniolsucbenden, wildon Elefanten, wolche an der Spitzo seiner Truppen waren, wicben abor trotz des Widerstandos dor herzbaften Soldaten und der Musketengescbosse und Pfoile nicht vom Kampfplatzo sondern stürmton ebonso ktthn und blind wie bisber weiter vor. Womoglich waren sie von dein Pfoil-regon und dem Musketen- und Raketonanprall, die wie Wasser-ströme aus Wolkon hervorprasselten, uur noch hitzigor geworden und stürzton sich zornig und rasend auf das siegbegleitete Centrum. Einer diesor borggestaltigen, riosonahnlichon lilefanten nahorte sich als der Vordorsto, wie oine flnstoro Wolke dor strahlenden Sonne, dem vom Kaiser gorittonon, gesognoton Tiere. Dor hochgowaltigo, borgmajostatische König der Könige geriot jedoch bei dom Ansturm jonos schwarzen, berauscbendon Weines des Zornos nicht aus der Fassung und gab den Fadon der Kaltbliitigkeit und Standhaftigkeit, die vorwiegondsto Charactereigenschaft jones starken, machtvollon Fiirsten, nicht aus der Hand.

Nicht wankte dor Held nur ein Haar breit vom Flock,

Nicht wich er dem Giessbach voll Macht aus dem Weg. Entschlossen und fost der Character sein,

Nichts zuckte an ihm wie der Puls nur allein.

Ein Loichtbewaflneter, der in der Hauda eines der in der Um-gebung dos Kaisers bofindlichon Elofanten sass, erhiolt den orha-benen Wink, jenes dreisten, kampfsuchondon Elofanten niedor-trachtigen, frecligesichtigen Führer, der mit seinem Stachel die Wut und Gewalt des rasenden, tollen Tieres noch reizte, mit der Muskete zu erschiossen. Er legte behend und gewandt die Flinte an, und dank dom feindeniederstreckenden Glücke des Königs der Könige der Welt traf sein Goschoss das Ziel. Jener gemeine Schurke flol wio dor mit strahlenden Sternen vom Himmel herabge-

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worfene, gesteinigto Teufel \') oder ein vom Berggipfel hornieder-stürzonder, wütonder Tiger von dem Elefanton liorunter. Kaiserliche Elefanten kamen horzu; ilire kühnon und bollenden Würterschwan-gen sich auf jones Hiigelrücken undbemachtigtonsich desZügelsder Leitung und Lenkung des in seiner Kraft gebrochenen Tieres. Die beiden anderen Elefanton liessen numnehr von dom kaiserlichon Centrum ab und stürmton gogen den rechten Flügol der glückseligon Trappen los.

Zu dieser Zoit wandte Bulond-Achter, «UnkühnV\' Sohn, nebst einigen anderen Führorn wie Scbeicli Weli Fermult, Scheich Zerlf DWidzoi, Hasan Cliwóschogi und Chwadsche Chosrau, jedor mit einer Abteilung das Gosicbt der Kühnheit gogen den rechten Flügel dos siegroichen Hoeres. Sowohl durch die Vorwitrtsbewogung dieser Truppen wie auch den Ansturm der oben erwahnten Elefanton zoigte sich zu dorselbon Zoit, wo dor unumschrilnkte Horrscher die schicksalsvorfinsterten Gegnor auf dem linken Flügel geworfon batte,

1) Der Tenfcl wurde von Engeln mit Stomen vom Himmol heruntor geworfen, s. Th. P. Hughes, A Dictionary of lalftm, p. 533.

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im Rücken des aiegreichen Centrums, das sicli nach dein rechten Flügel zu gewandt hatte, Spnren der Verwirrung und des Wankens. Als ganz deutlich wurde, dass der Feind gogen den rechten Flügel vor-gegangen war, beschloss der König der Konige , der Herr der Nacken , mit seinera siegbegleiteten Gelblge den Ziigel der hohen Annaherung nach jener Seite hin y.u wenden und die Feinde zurückzutreiben.

Da nun eine der edlen Tugenden und herrlichen Eigenschaften Sr. Majestat die ist, dass joner gewaltige Fürst, Alemgtr, im Au-genblicke dor Gefahr in Krieg und Kampf (wahrend sonst bei miin-nererschüttornden Vorfallen nur selten einom der Tapferon und Beherzten der Epoche dio entschlosseno Überlogung ausharrt, und die Bewiihrung dor Kühnhoit und des Mutes mit den Forderun-gen des Verstandes üboreinstiramt), trotz allen Aufschiiumons des be-rauschenden Bechers der Tapferkeit und Herzliaftigkeit doch die Richtsclmur der Woishoit nicht aus den Hiinden verliert und immer das Juwel des Schwortes mit dein Edelstein der Überlogung zu-sammen anwondet, so erwog er, als er don erwahnton Entschluss fassto, in seinom woison Sinne das Folgonde: »Da das Gerecht sich gogen unseren linken Flügel gewandt batte und der feindlicho Angriff dort Statt fand, so hat sich die siegreiche Avantgardo auch nach jener Richtung bin ausgedehnt. Worm Jetzt nur nicht in Folgo der Frontverilndorung dos Centrums nach dom rechten Flügel zu der erhabeno, hocluideligo Prinz Muhammed Sultan und Zulfi-qar Chan in der siogreichon Avantgarde irre werden und dioso Bewegung als irgond et was andores auffasson; es könnte sonst eine von Gott nicht gewollto Erschütterung die Avantgardo befallen und die Ursache verstiirkter Kühnhoit und VVageiuutes bei dom Feinde wordenquot;. Er schickte also in seiner Überlogung und Vorbedachtheit einen Boten zu dom hochadeligon Prinzen und dem tapferen Ch6,n, der die Tatsachen darlegen und die folgonde Meldung überbringen solle: »Maltet weiter gefasst und mutig dem Feinde gegenüberaus und lasst don Faden der Energie und Standhaftigkeit nicht aus dor Hand. Wie wollen mit feindewegfegender Macht und Glück dieso eitlossinnonden Frochlinge vom rechten Flügel zürücktreiben und dann euch zu liilfe kommenquot;.

Nach Beobachtung dieser feinen Vorsichtsmassregel richtote er mit königlichor Staiko unte)\' himmlischor Hilfe den gesegneten Ele-fanten nach dem rechter Flügel hin und setzte sich zur Vortrei-bung dor Feindo in Bewegung. In dieser Zeit war der Elefant, auf wolchem Islam Chan, der Führer des rechten Flügels ritt, durch Rakotonschüsso scheu geworden und brachte die dort stehenden Truppen in Unordnung. Sehr viele Soldaten wankten und fandon keinen Erfolg in standhaftem Aushalton. Seif Chan und Ikram

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Chfln indess, ilio Islam Chan\'s Avantgardo bildoton, stommten mit oiner Schaar Soldaten den Fuss der Energie auf und machten mannhafte Anstrengungen. liaclitan Beg Rozbehant, der Komman-deur der Artillerie auf dem rechten Fliigel und zugleicli Seif Chan\'s und Ikram Chan\'s Vortrupp, gab in dom Gefechte sein Loben bin und erlangte dadurch den erhabenen Rang des Miirtyrertums und Ruhmos. In diesem kritischen Augenblicke kam der König des siegreicben Heeres mit den Truppen des Siegs und der göttlichen Kraft in königlicber Majestamp;t und Pomp zur Unterstützung beran. Der Rest der siogbegleiteten Armee, der den Fuss dor Ausdauer aufstemmend das Gesicht der Energie nicht vom Kampffelde weg-gewandt batte, gewann nouen Mut, dio marskühnen Streiter und das Gefolge dos Stoigbügels dos Roiclis strookten angesichts der gliickvorbeissendon Tapforkeit und Horzbaftigkeit Sr. Majostiit die Hand der Kühnboit aus dem Arrnel dos Eifers heraus, warfon sich auf dio unsoligen Foinde und brachten deren waokere, dichte Beihen durch boberzto Angriffe und mannhaftes Fochten zur Auflösung. In diesem Karnpfe trank Scheich Welt Formuli, dor Führer von Bulend-Ach tor\'s Avantgardo, von der Sclmoide des Schwortes der tapferon Kriogor das Gift des Todos, wahiond Hasan Chwéschogi vorwundet auf dem Schlachtfelde niedersank. Eine Mengo joner treulosen Niedoi\'tramp;chtigen musston untor der Glut der feuorsprü-lionden Lanzen und dem lilitzen dor donnerkoilgleichon Sabel der tapforen Krieger die Frucht ihres Lebons dem Winde der Vemich-tung überlassen. Bulond-Achter wicb wio ein rücklauflger Stern mit seinen Trappen zu dem von soinom Gostirn verlassonon »Unkühnquot; zurück.

So batte denn dor gllickbegleitote, unumschrankto Heri\'schor wie die welterwarmeude Sonne, dio mit einom Schwertstroich das Ge-filde der Himmelsflacho von den Stornonscbaaron silubert odor wie der Zephyr, dor mit einom Hanche dio Wiesenllacho von Spreu und Strob reinigt, durch soin blossos königliches Erscheinen die Gelilde des rechten Flügols von dom Staube der Überlogenheit und quot;Vergewaltigung der dreisten Foinde gosaubert. Nach der Zurück-worfung jenor üblessinnonden Verruchten rückte er voller Erhabon-heit und Pracht weiter ver und orbob das Banner der Energie zur Vernichtung »Unkühn\'squot; selbst. Nach wenigen Schritten stiess Mukerrem Chan Cülewi, der Faudschdar von Dschaunpür, wolchor, wie woitor oben erwahnt ist, aus Furcht sich ))Unkühnquot; ange-schlossen und dossen Boor vorstarkt batte, jetzt aber von seinom guten Glück geleitet den Truppen der Flucht den Rücken kebrte, auf die siogbogloitote Armee und machte schon von Ferne die Signale dor Scbutzsuclienden. Yon dor gliickspondonden, kaisor-

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lichen Huid erlangte or Verzeihung und ward der Ehre des Erd-kusses gewürdigt; der Herr der Welt liess ihn in dor Haudaeines Elefanton Platz nehraen \\ind in soinem Gefolge bleibon. Bald nach ihm erscliien Abdurrahman (Nazr Muhammad Chan\'s Sohn), der zur Zeit des verstorbenon Kaisers zu den bongalischen Hilfstruppen gehort hatto und Jotzt auf »Unkühn\'squot; Seito war, und rieb die Stirno dor Domut auf dom Boden dor Unterwürflgkeit, und ebonso ergliinzto das stolze Gesicht Sandschar\'s (Allfthwerdi Chan\'s Sohn), der Tronnung von soinom Vater erwahlt hatte und zu dom sieg-gezeichnoten Heore üborgegangen war, in der erlangten Ehre der Gefolgschaft.

Da traf der Glücksboto mit der Siegeskundo ein, und die Nach-richt von »Unkühn\'squot; Klucht ward zum Ohrenschinause der Grossen des Roiches; aus dom Rosongarten des ewigen Erbarniens wohte der Frühlingswind dor Froudo und Lust über die Knospen der Gemüter der ergobonon Diener und aufrichtigen Gotreuen, und die Blumo dos Sieges und Erfolgs erbliihte auf dom Beete der Hoffnung. Der Aar der Macht regto die Schwinge der Glilckseligkeit, und der Falke der Majostat flog auf die Höhe der Ehre hinauf. Die Welt beglückwünschte freundschaftlich, der Himmel sandte die frohe Botschaft seiner Freude; des Pfeilos Mund lücholto vor Vcrgnügen, dem Schworte schwand der Rost dos Kumraers aus dom Herzen, der Bogen zog die Augonbraue des Verlangens in die Höhe und die Lanze reek te ihre Gestal t aus der Trauer erapor. Freudigo und festlicho Pauken orklangen auf den Rückon von Elefanten und Pferdon, laut ertönte der herzerfreuende Jubel dor Lust und orfüllten Wünsche, und von Floten- und Pfeifenschall schlug das Echo der Grosse und Erhabenheit an das Ohr des Himmols.

So wurde donn, dank der Untorstützung dos Horrn und der Hilfe der himralischen Heerschaaren sowie der herrlichon Standhaftigkeit und dem starken, tapforen Arme dieses das Banner der Welter-oberung Hoclialtendon, trotz der Spaltung und Fahnenflucht ira eigenen Heere, dor Erschütterung dor siogreichen Truppen, dor verschiodenon Treulosigkoiten, der Ausreden trugsinnender, heuch-lerischer Meuterer, kurz alter bedeutendon Vorlusto und Unglücks-falle, die das erhabene Heer auf diesem Schlachtfeldeerlitten hatto, doch ein soldier aullalliger Sieg, der eine Verbramung himralischer Siege und ein Frontispiece der Chroniken der Herrschaft und dos Erfolgos sein kann, den Froundon des lebenmehrendon Reiches zu Teil. »Unkühnquot;, vom Schicksal geschlagen und in der Welt verlassen, batte unter tausend Fahrlichkeiten, Unbilden, Verlusten und Noten mit seinen Söhnon, Allah werdi Chfi,n und dem Roste seiner ungliick-verfolgten Truppen den Zügol nach dem Thale des Rückzugs gewandt

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und den Weg der Flucht ergriffen. Sein Lager, Proviant und meisto fürstliche Bagage fiel dem siegschirmenden Heere als will-kommene Beute in die Hande und ward vom Winde der Plünderung verstreut. Die ganze Artillerie sowie auch seine meisten grossen Eliteolefanten kamen in die Gewalt der Grossen des lleiches; os wurden so H4 grosse und kleine Geschütze und li bergstarke Elefanten \') erbeutet.

Nach diesem wunderbaren Siege, der in dor That nicht durch das Zutun von Heer und Armee oder den Antei! und die Bemü-hung kurzsichtiger Söldner errungen sondern allein durch die Macht des Ewigen und den Beistand der himmlischen Heerschaaren be-•wirkt worden war, erhob der Herr der Welt die Hand des Flehens zu dem Throne des siegschenkenden, allmachtigen Gottes und brachto seinen Dank für die endlosen, göttlichen Gnaden dar.

[Prinz Muhammad Sultfln wird daraul zur Vorfblgung des geschlu-genen Feindes ausgesandtjquot; 1).

Demselben Autor entnehme ich die folgende, interessante Scliilderung einer Gebirgspasseinnahme2).

Prinz Dara-Schukóh, Aurengzêb\'s Bruder, liatte sich im Passé von Adschirur bel\'estigt und den Zugang durch vier an einander anstossendo Retranchements (mürlschdl) verschanzt. Eine Anzahl aus den BefestigUngen sich erhebender Bastionen (sibit) waren mit Kanonen und Musketenschützen besotzt, die einzelnen Bastinnen standen unter dem Befehle je eines Offlziers.

Retranchement I stand unter dom Kommando Sejjid Ibnlhini\'s, der den Titel Muf.tafa Chan erhalten hatto. Askar Chiln Nedschm-i thani\'s und dessen Sohnes Dschan Bog, Kommandeurs der Artillerie; Nr. II befehligto Firóz Mêwati, und hier nahm auch Dara-Schuköh mit den schwersten Goschützen selbst Stellung; Nr. HI Schahnewilz Chan und seine Sohne, sowie Muhamraed Scherif Qi-üdsch Chan, Barqendaz Chün; Nr. IV endlich Prinz Sipihr-Schukóh. Nr. Ill und IV zogen sich beide an dein die linke Seite des Passes schirmenden Borge hin ; beide bildeten zusammen den linken Flügel von Dara-Schukóh\'s Stellung.

1

Ich holle , diescn und den vorhorgehenden Schlachtbericht in leidlich genieesbaren Übersetzungen geboten nu haben; die gelegentliche Verwandelung eiues Adjektivs in ein Substantiv und umgekehrt ist des besseren Klanges halber geschehen. Für die richtige VViedergabe jedes Hindunamens kaun ich nicht einstehen.

2

Alemgtrmlmo, S. 313 folg.

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Die Schlachtordnung des kaiserlichen Heeres wird wieder ganz ausfiilniich angegeben \'), docli ist die Aufstellung hier entbehrlich.

Aurengzêb sendet zunachst Kanonen gogen die Befestigungen vor; zu ihrer Unterstützung wird der Iltmisch unter Scheicli Mtr be-stimmt. Am nachsten Tage rückt dann das gesammte Heer in der eingenommenen Schlachtordnung bis auf \'/2 Kr6h (1,6 km) lieran. Der rechte Fliigel unter dem Emir ul-Umera sowie die Avantgarde unter Riidscha Dscliei Singh nehmen gegenüber den linken Flügelverschanzungen Dara-Schukóh\'s, der linke kaiserliche Flügel unter Prinz Muhamraed Azam gegenüber den rechten Flügel-laufgraben Stellung; die gegonseitigen Kanonen stehen jetzt \'/a Kanonenschuss weit vou einander entfernt.

»Die feindeversengenden Streiter zündeten nunnielir die Flamme des Kampfes und Gefechtes an und erhoben den Arm der Kühn-beit und Tapferkeit, um Loclier in die Lebensmauer der Feinde zu reissen und das Gebaude der Macht jener Verlorenen zu zer-stören. Die donnerbrüllenden, Furcht des letzten ïages erweckenden Kanonen kamen auf beiden Parteion in Wut, und das hagelver-schüttende Gewölk dor Musketen begann von beiden Seiten zu regnen; die Luft über dem Schlachtfelde ward vom Pulvorrauche einor blitzgeladenen Welke gleich, und der Boden des Kampfplatzes nahm von der Berührung mit Flamme und Feuer die Eigenschaften rotgelben Schwefels anquot;.

Die gegenseitige Kanonade dauert 2 Tage lang (genauer einen Tag, eine Nacht und 3 Wachen vom nachsten Tage, also bis Nach-mittags 3 Uhr); die Feinde machen gelegentlich Ausfalle. Da ge-lingt es den im Bergklottern sehr geübten Leuten Radscha Radsch-rüp\'s (Führer der Avantgarde der rechten Flügelroserve), einen Weg über den Berg zur Linken des Feindes zu entdecken. Eine Abteilung seiner Hindus scbliigt mit oiner Anzahl kaiserlicher Mus-ketiere diesen Weg ein, der Radscha selbst bleibt mit einer Schaar Reiter am Fusse des Berges halton, um den Aufstieg der Seinigen zu doeken. Die Feinde erhalten Kunde von dem Anschlage, und als die kaiserlichen Geschütze unkluger Woiso gerade jetzt eine Kampfpause machen und eine Stunde lang schweigen, machen sie mit 1000 Reitorn einen Ausfall gogen don Radscha. Doch dies wird schnell bemerkt, Aurengzêb\'s Truppen gehen sogleich vor, und be-sonders beim Retranchement 111 entspinnt sich ein heftiger Kampf. Hier stürmen Scheich Mir vom lltmisch und Dilór Chan von der Avantgardo, zur Unterstützung rückt Radscha Dschei Singh nach. Audi die Artillerie greift jetzt wieder in don Kampf\' ein. Dara-Schuküh

1) Seite 300 folg.

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liisst dio Reserven allei\' vior Retranchements sich nach dom ge-fahrdeten dritten zusammenziehen. Inzwischen orschoint Radschriip\'s Infantei\'io oben auf dem Berge und pflanzt ihre Fahne auf, was dio Gegner bedenklich erscliüttert. Scheicli Mir und Dilfir Chan dringen in die feindlichen Verschanzungen ein, abor dio letztcn Reserven Dilrft-Schuköh\'s bringen don Kampf noch einmal fiir kurzo Zeit zum Stillstand. Auf beiden Seiten fallen Führer, besonders Schamp;hnewamp;z Chiln und Scheich Mir (Schuss in die Brust), wiihrend Dilör Chan von einem Pfeil an der Hand verwundet wird, abor die nachriickendon , frischen Truppon Radscha Dschei Singh\'s ent-sclieiden den Sieg. Mit Retranchoment 111 war zugleich das dicht angrenzende Nr. IV verloren, indera es nun von der Vorbindung mit I und II abgeschnitten war. Prinz Sipihr-Schukóh hatte schon zu Boginn dos Gefechtos auf Befehl seines Vaters seinen Posten verlassen und sich in dossen Gefolge begeben. Trotzdem der rechte Flügel und das Centrum noch vollstandig intakt waren, und Dara-Schuköh noch 6—7000 gut atisgobildete Rei ter zur VerfUgung hatto, . gab er doch den Kampf für verloren und floh mit Sohn und Kriegs-kasse etc. zunachst in die Burg von Adschmir und dann weiter nach Gndscherat. Retranchoment 1 hielt sich noch eino Woile, ergab sich jedoch ebonfalls, als die Klucht dos Führers bekannt wurde.

Von Interesse ist audi die Schilderung eines Europiiers, des Franzosen B er nier, von der Schlacht bei Saraóghar zwischen Aurengzêb und Dara-Schukoh, in welcher 100,000 Mann Ca-vallerie, 20,000 Mann Infanterie und 400 Gescbütze des ietzte-ren gegen 35 — 40,000 Mann des ersteren gefochten liiitteu (His-toire de la dernière revolution p. 98 folg., 110 folg. = Voyages I, 59 folg., C6 folg.); dieselbe weicht in verschiedenen Punkten von dem officiellen Alemgimanie ab.

XII.

Versuchen wir nun, aus den vorstehenden und anderen Ein-zelberichten das normale Bild eines Gefeclites sowie des Vormarscbes zu demselben uns zu reconstruiren, so ergiebt sich etwa das Folgende \').

1) Ein Hinderungsgrund für einen Krieg unter müslimischen Horrschern überhaupt konnte darin bcstehen, dass ciner derselben in einen Glaubenskrieg, d. h. einen Krieg gegen ünglaubige, verwickelt war; dann galt es nicht als fromin, ihn anzu-

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Die vom Feldherru bestiramte Schlachtordnung wurde nicht erst unraittelbar vor tlem Treffen eingenoramen, sondern schon der Vormarsch, auch eiuen oder mehrere Tage zuvor, geschah in ihr; docli konnte die voile Breite ineistensteils vvohl erst zuletzt durch Aufmarsche bergestellt werden. In der Niihe des Feindes wurde mit Sicherheitsmassregeln marschirt; ganz vorn befanden sieb die Qarauls (Cavallerie), welche das Geliinde aufzuklilren batten. Das Kommando derselbeu wecbselte bei niebrtiigigen Milrschen unter Jen dazu bestimmten Offizieren. Nacblassigkeiten im Aufkliirungsdienste konnten sich schwer racben, wovon Baber (Pavet de Courteille II, 271 folg.) ein Beispiel erzablt. Als Baber im Jabre d. Fl. 913 einen Jann sebr bald wieder aufgegebenen Zug nacb Indien unternabm, war sein Heer nacb seiner eigenen Angabe in vier Haufen ge-teilt (Text S. 273 Zeile 3), d. b. also in Avantgarde, beide Flügel und Centrum. Im Gebirge geboten die Terrainverbalt-nisse natiirlicb raanebmal Abweichungen von der üblicben Marficb-ordnung; so muss z. B. einraal der rechte Flügel auf dem Mar-sche zur Arrièregarde zurück (Akbarname III, 483 Zeile 18).

Eine genaue Einteilung der höheren Offiziere auf einzelne Marscbtage teilt Abul Fazl im Akbarname III, 338 Zeile 7 folg. rait, wo es beisst: »Die Wachen {Kuschkddrdn, d. h. die zugleich für den Aufkliirungsdienst bestimmten Truppen) vom Donnerstag und Freitag fanden iin Schatten der kaiserlicben Banner Aufstellung (d. h, im Centrum), die Emire vom Sonnab-end und Mittwoch wurden zur Zierde des rechten Flügels be-stimmt, die vom Montag und Dienstag nahmen auf dem linken Flügel Stellung, die Kampfer vom Sonntage schenkten der Avantgarde ihre Hilfequot; \'). Der Abmarsch fand am Montage statt; vorn war daher die schon am vorbergehenden Tage be-fohlene Avantgai\'de, wahrend am Dienstage die Montagstrup-

greifen (vergl. Die Denkwürdigkeiten Schamp;h Tahmamp;sp\'s (le8 Ersten von Persien, über-setzt von Paul Horn, S. 36 und Erskine, The History of India II, 48). Im Monat Ramazamp;n konnten , ein anderes durch die Religion verursachtes Moment, Truppen durch Fasten geschwiicht sein (Mdschahnarae II, 151 Zeile 4 v. u.).

1) Das Ain-i Akbari I, 43 (17. Cap. des ersten Buches) hat eine andere Vertel-lung der nach Tagen bestimmten Wachen, die für das kaiserliche Lager gait.

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peu (Teil des rechten Flügels) an tlie Spitze traten u. s. w. Hierzu vergleicht es sich, wenn Baber auf dem Rückmarsclie sein Heer in sechs Teile teilt, also wolil je zwei für die Flü-gel und je einen für Avautgarde und Centrum , von denen je-der abwechselnd einen Tag und eitie Nacht lang die Arrière-garde zu bilden hat (Pavet de Courteille I, 329); der Turnus ist hier nicht sieben- sondern nur sechstagig. Eine Absonderung des Vortrupps der Avantgarde giebt die siebente Abteilung, in welcher Formation Nimetullali (Elliot-Dowson Vol. V, 110) eine als selbstiindiges Heer auftretende moghulische Avantgarde marschiren lasst.

Wenu wahrend des Vormarsches ein Nachtlager notig wurde, so verharrten die Truppen hier ebenfalls in der angeordueten, taktischen Einteilung; war die Gefabr eines Überfalles vorhan-den, so blieben sie sogar unter den Waffen, und die Pferde wurden nicht abgesattelt. Auch legte man wohl noch schnell Befestigungen an. Vorposten zu Fuss in Pfeilschussweite vor dem Lager und Patrouillengange in diesem selbst schützten vor Überrumpelung und Vernachlilssigung der Wachsamkeit; wer nicht auf seinem Posten betroffen wurde, bekam die Nase auf-geschlitzt und wurde degradirt (Baber\'s Memoiren, Pavet de Courteille I, 329). In dem Ain-Akbari findet sich (vergl. bei Blochmann, Plate IV) der Plan des kaiserlichen Lagers mitge-teilt (vergl. auch S. VII, VIII der »List of Platesquot;); nach Timur\'s »Verordnungenquot; war das niongolische Heerlager in 4 unter je einera Kotwal steheude Quartiere geteilt und wurde au allen 4 Seiten durch l Farsach (ca. 3 km) vorgeschobeue Abteilungen von je 3000 Mann geschützt, wahrend Cavallerie-patrouillen bis 4 Farsach im Umkreise streiften (ca. 24 km).

Europilische Reiseude berichten stets mit Staunen von der colossalen Ausdehnuug des Lagers des Gross-Moghuls, auch bei einetn einfachen Jagdausfluge, welche der übergrosse Tross bedingte\') (z. B. Hawkins, S. 426: When hee rideth on

1) Abul Fazl rechnet zutn Transport eincs gcwöhnlichen kaiserlichen Zeltlagers 100 Eletanten, 500 Kameele, 400 Wagen, 100 Lasttrdger als notwendig. Ferner waren erforderlich 1000 Teppichdiener, 500 Pioniere, 100 Wassertriiger, 50 Ziraraerleute, Zeltmacher und Fackeltriiger, 30 Sattler und L50 Ivehrer (IG. Capitel des eraten Buches).

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Progresse or Hunting the compasse of his Tents may bee as much as the compasse of London and more, and I may say, that of all sorts of people that follow the Campe, there are two hundred thousand (?) for hee is prouided, as for a Oitie; oder Th. Roe a. a. 0. S. 41 und besonders Bernier, Voyages IT, 218 folg.). Den Wachtdienst versahen in Friedenszeiten unter Akhar monatlich wechselnde Contingente aus alien ver-schiedenen Provinzen, mlt Ausnahme der an den Grenzen gelegenen, um allen Truppenteilen die Möglichkeit zu geben, mit dem Hofe in Berührung zu kommen (9. Cap. des zweiten Buches des Ain-i Akbari).

Die Eröffnung eines Gefechts geschah durch Pliinkler, denen sich alsbald von dem Hauptvortrupp die Schützen rait Pfeilen, Musketen oder Raketeu anschlossen. War Artillerie vorhanden, so griff diese auch gleich zu Aufang ein und zwar war sie den Avantgardenvortrupps sowohl in der Mitte wie auf den beiden Fliigeln zugeteilt. 5 Kroh votn Peinde (1,6 km) war die Entfernung, aus welcher gewöhnlich der erste Schuss fiel. Feuerwaffen hatten natürlich vor dem Bogen den Vorzug; fehl-ten Musketenschützen, so wurden den Vortrupps wenigstens immer Oqtschis (Pfeilschiitzen) zugeteilt {Oqtschigeri)\'). In der Handhabung des Bogens waren die tschaghataischen Truppen durch eine alte Tradition sehr geübt und ihren Gegnern in Indien meist weit überlegen.

Aus dem Tiralleurgefechte entwickelte sich dann sehr bald ein Handgemenge, »das Werk kam von Pfeil und Flinte zu Dolch und Siibelquot; 1). Der Ansturm der Cavallerie, die zunaclist von der Hauptavautgarde und dann von den Fliigeln her ein-griff, geschah gewöhnlich dheste dheste d. h. im Trabe, nicht mit verhiingten Zügeln in Carrière (têzdscheló), der besseren Ordnung halber. Allmahlich schob sich daun das Mitteltreffen zwischen den vorgenommenen Fliigeln, die je nach Bedarf durch verfügbare Reserven verstarkt wurden, nach; sein Vorstoss wurde womöglich durch ein nochmaliges, euergisches Artillerie-feuer vorhereitet.

1

Z. B. Akbaruume II, 213 Zeile 4 v. u. .

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Bin derartig schulmiissiges, successives Eiusetzeu tier eiuzel-nen Teile der Scblacbtreihe , wie es Timur iu seinen » Verordnun-genquot; vorachreibt (s. unteu), kounte natürlich in der Praxis nicht; durchgefülirt werden; doch blieb im Allgeineinen das Centrum für den Kutscbeidungsstoss aufgespart, wennscbon es im Laufe des Gefechtes üfter zur Verstilrkung gefahrdeter Punkte geschwiicht werden musste.

Das Schlachtgesclirei, unter dem die Truppen vorgiugen, lautete z. B. Alldhu akbar »Gott ist grossquot; \') oder Yu Muin »0 Helferquot; a).

Nach errungenem Siege wurde rait allen Trompeten und son-stigen Musikiustrumenten Victoria geblasen ^).

Züge wie die Zuteilung vou Artillerie an die Avantgarde, um gleicb bei Beginn des Gefechts zur Verwendung zu kommen, die Einleitung des Hauptstosses durch eine starke Ka-nonade, die Aufklarung des Geliindes vor marschirendeu Ab-teilungen durch Cavallerie, die Aussendung vou Reiterpatrouil-len im weitesten Umkreise des bereits durch Vorposten ge-schützteu Lagers verraten entschieden eine hohe strategische Einsicbt.

In Timur\'s »Verordnungenquot; wird es den eiuzelneu Anführern ausdrücklich streng untersagt, obne Befehl des Oberfeldherrn iu der Schlacht nach eigenem Gutdünkeu zu handeln. In der Moghulzeit iu Indien fiiidet mau in dieser Beziehuug der Initiative der höheren ünterfiihrer öfters freieren Spielraum gewilhrt. Baber erwahnt es als ein Zeicben seiner vortrefflichen Heeresorganisation, dass die eiuzelneu Abteilungsführer nicht auf die Ordre des Tavatschi (Adjutauten) warteten, sondern selbstiindig eiugriffeu (Pavet de Courteille II, S. 17); sie mussten daun vor dem Treffen genau mit seinen allgemeinen Inteutionen bekannt gemacht sein 1). üagegen batte er für die

1

Von Mandeslo\'s bui Wheeler S. 272 citirtes, verblüffeiules Urteil iüier die Mojjhulollizicre linde ich iu seinen inir zugantdichun Ausgaben durch Olearius uieht (doch vergl. oben S. 35 Aura. 2); ich kann daher nicht coutroliren, wie weit

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Schlacht gegen Rana Sanka, also für grössere Verhaltnisse, ausdrücklich eigenmiichtiges Handeln verboten (Pavet de Cour-teille I[, S. 299). Je grosser das Heer war, desto inehr war natürlich der Feldherr genotigt, die Leitung der Schlacht selbst und allein ia der Haud zu behalten. Er bekara daim über die einzelueu Phaseu des Gefechts geuaue Meldungeu und traf nach dieseu seine weiteren Anordnungeu. War der Kaiser nicht bei deni Heere, so wurdeu nach jeder Schlacht eingehende Berichte an ihn abgeschickt, sogar die Namen der Gefallenen und die Zahl der getödteten Pferde wurden in Listen eingetragen (Ba-dauni 11, 234 Zeile 15). Der Kaiser sandte wohl auch einen seiner Hofleute sofort nach dem Schlachtfelde; dieser besich-tigte dasselbe und schrieb die Verdienste der Einzelnen auf (Badauni II, 235 Zeile 6). Akbar war gewohnt, im Hoflager über die Actionen seiner Armeen durch genaue Berichte so orientirt zu werden , dass er auf Grund derselben auch Opera-tionspliine aus der Ferne machen konnte (z. B. für den Feldzug gegen Muzaffer in Gudscherat, s. Noer, Kaiser Akbar, II, 114 folg.).

Vielfach, oder man kann wohl ruhig sagen, zumeist ban-delte der Oberfeldherr nicht nach einem vorher gefassten, wohldurchdachten Plane, auf den bin sich die samratlichen einleitenden Manöver zuspitzten; der Durchführung einer füh-renden Grundidee konnte zu leicht die eine oder die andere der Zufalligkeiten, welche die dainalige Kriegsführung fortwah-rend begleiteten, hindernd entgegen treten. Eigene Elefanten konnten die eigenen Reihen verwirren, und auf die Ausdauer grösserer Reiterschaaren z. B. gegen feindliche Schützen konnte niemals ein Verlass sein, und Cavallerie war eben der Haupt-factor, mit dem der moghulische Feldherr im offenen Gefechte rechneu musste. Von den »drei vorgeseheuen Möglicbkeitenquot;

die Siltze: «The ollicers knew nothing of van-guard, main-battle, or rear-guard. They understood neither rank nor file. They made no battalion; they fought confusedly without orderquot; Wheeler oder von Mandeslo geboren. Des ersteren, von tiefer Saeh-kenntniss zeugender liehauptung; .,An Asiatie battle is rarely more than a brute fightquot; (S 93) wiirde besonders der letzte durchaus conform sein. Aus meinen Quel-len ist es rair nicht ersichtlich, wo von Mandeslo ein moghulisehes Heer hiitte ktlmpfen seben sollen, um sich eine solohe Ansicht bilden zu können.

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Ill

trat hier nur allzu oft sdie viertequot; ein 1). In sehr vieleu Schlachten sehen wie siegreiche Abteilungen ganz plötzlich die Plucht ergreifen, weil ihr Pührer gefalleu ist (z. B. Hêraü\'s Heer bei Paaipat) oder weil der Gegner mit unvermuteter Heftigkeit anrückt — eiu von Badauni bei einer solchen Ge-legenlieit citirtes Sprichwort lautete: »Ein Soldat flieht, unci mit der ganzen Soldateska ist es ausquot; (II, 196 Zeile 4) — schliesslich sammeln sie sich wieder, »stemmen den Fuss der Standhaftigkeit wieder aufquot; und es gelingt ihuen wohl, noch wider alles Erwarten eine günstige Entscheidung herbei zu führen, zumal wenn die feindlichen Truppen sich inzwischen sorglos zum Plünderu zerstreut haben.

Desshalb musste es eine der wichtigsten Aufgaben des Feld-herrn sein, durch eiserne Disciplin der Plüuderungslust seiner Soldaten vor dem endgiltig errungenen Siege entgegen zu treten. Es ist bereits erwiihnt worden, wie energisch Baber in diesem Punkte vorging. Die Schlacht Muhammed Husein Mir-za\'s, Schah Mirza\'s uud Schêr Chan Füladi\'s bei Patau gegen Chau-i Azam Mirza Aziz Kokiltasch am 18 Ramazan 980

(22 Januar 1573) — um hier nur ein Beispiel anzuführen_

ging für die ersteren einzig und allein dadurch verloren, dass ihre gegen Avantgarde, Iltraisch, rechten und linken kaiser-lichen Flügel siegreichen Truppen sogleich plünderten und sich zerstreuten. Da sammelte auf dem rechten kaiserlichen Flügel Qutbuddin die Seinigen wieder, und ausserdetn stand das Centrum noch, obwohl sich auch hier bereits Neigung zur Flucbt zeigte. Diese geschlossenen Schaaren errangen dann mit Leich-tigkeit den Sieg (so nach der Darstellung des Akbarname III, 25 folg.). Ganz iihnlich war es in der Schlacht bei Tarakói (Akbarname III, 122 folg., Badauni II, 194 folg.) und oft soust.

Es fehlt nun aber keineswegs ganz an Fallen, in denen der Feldherr nach einem vorher bestimmten Sclilachtplane ojierirte;

1

Viii\'gl. H. Delbrück\'s Mitteilungen aus Schriften des Prinzcn Kraft zu Ilohen loh e-1 ngelfi ngen , Preussisclie Jahrbiicher, GO. Uaud, S. 617, wü einigo sehr lehrreiche unvorhergesehene iiusaere Urastiinde erwiilint werden, welche noch in modernster Zeit Cavalleriemassen am Erfolge einer Attacke hindern konnen.

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112

(lann koraraen gewöhulich Umgehungen in Betracht, die Uin-gere Zeit in Anspruch uahmen, und bis zu deren Ausführung die Schlacht hingehalten werden musste (z. B. bei Serkitsch, wo Nizamuddiu Ahmed rechts die grosse Umgehung macht und Muzaffer in den Rücken fallt, was Abul Fazl, trotzdem es die Haupteutscheidung herbeiführte, gar nicht erwilhnt, vergl. Akbarname III, 424 folg,, Elliot-Dowson V, 434 folg.).

Vor einer Schlacht berief Baber stets einen Kriegsrat. Der grosse Feldherr versilumte es nie, diese Forderung Timur\'s zu erfüllen und schritt zu keiner militarischen Action, ohne sich zuvor mit seinen Vertrauten beraten zu haben (vergl. Pavet de Courteille II, 235 unten). Blosse Tapferkeit, die nicht mit militarischer Einsicht und weiterhin mit Kenntniss der Taktik gepaart war, war für einen Baber nicht genügend; er Llussert sich einmal hierüber folgendermassen; »Wenn auch manche vou den Leuten aus Indien den Silbel zu führen verstellen, so sind ihnen doch meistens die Principien des Kriegs-wesens und die Aufgaben des Feldherrn fremd und unbekanntquot; (Text S. 193 Zeile 2 v. u.). Ganz ahnlich sagt Timur in seinen » Verordnuugeiiquot;: »Ich befahl; Ëine Waffentat aus Notwehr soil nicht geachtet werden; denn auch die Kuh stösst (schliesslich einmal) mit dem Horn. Vielmehr soil man den standhaften Mut und die wackere Gesinnung des Kriegers in Betracht ziehenquot; (Davy-White S. 274). Nach den llegeln der Kriegs-kunst geführte ordentliche Schlachten {maggdflar) sind Baber immer das Höchste gewesen; als er sein erstes derartiges Treffen gewonnen hat, ist er sehr erfreut (Pavet de Courteille I, S. 151).

XIII.

Eine Verluststatistik der damaligen Schlachten aufzu-stellen, ist ilusserst schwierig, weil die Nachrichten der Schriftsteller in diosem Punkte meist versagen oder einander arg widersprechen. Im Allgemeinen gilt die bis in die modernsten Kriege hinein beobachtete ïatsache , dass die geschlagene Partei grössere Verlaste erleidet als die siegende; unter den Fiiehenden

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113

warde meist ein crhebliches Blutbad durch die siegreichen Vcr-folger angerichtet.

Am Blutigsten sind wohl wilhrend der ganzen Moghulzeit in Indien die Schlacbten bei Panipat gewesen. Dieses weite,keine Deckung bietende Blachfeld war aber aucb für die damalige Kampfweise so gunstig wie nnr irgend niöglich. In seinem Kampfe gegen Ibrabim Lodi scbiitzte Baber die Verluste des Gegners anf 5 — 0000 Leibgarden und weitere 15 —1(3,000 Mann, also zusamtnen auf 20 — 22,00ü Mann, wilhrend die Inder in Agra übertrieben 40 — 50,000 Todte annabraen. Ibrahim\'s Heer war 100,000 Mann stark gewesen, es büsste also ca 20 0/0 seines Bestandes ein. Über seine eigenen Verluste bericbtet Biiber leider nichts (Pavet de Courteille II, 1C9).

Von 80,000 Mann Hêraü\'s fielen bei Pflnipat 5000, also 16,6 0/0 (Ak bar name II, 33 folg.), von 300,000 Muhamraed Schah\'s ebendaselbst 108 hohe Emire und Chane und 30,000 Mann, also 10 quot;/o (Mirza Muhammed Meluli, Fol. 194r.; nach Hanway II, 324, hatte Nadir Schilli 2500 Todte und ca 5000 Verwundete von 50,000 Mann, also 5 n/0 bezw. 10 n/0); viel Übertreibung ist bei Muhammed üschaafer Schamlu, wie gewöhnlich, im Spiele, wenn dieser bericbtet, dass von 350,000 Marathen in der letzten Schlacht bei Panipat gegen Ahmed Abdali uur 50,000 in den Dekkhan zurückgekehrt, die übri-gen, also 115 0/0, im Gefecht oder auf der Flucht geblieben seien (Elliot-Dowson VIII, 155).

Einige andere Verlustzahlen sind die folgenden: Von 30,000 Mann Muzaffer\'s fallen 2000, also 6| 0/0, wilhrend die siegreichen Kaiserlichen unter 10,000 Mann nur 100 Todte und 500 Verwundete haben, also 1 0/0 bezw. 5 ; dafür sind ihnen aber 700 Pferde gefallen (Akbarname III, 593 folg.). Von 5000 Mann Mirza Dschani Beg\'s fallen 300, also 6 0/0, gegen 100 Kaiserliche von 1200 Mann, also 12 0/0 (Akbarname III, 608 folg.); von 20,000 Mann Muhammed Husein Mlrza\'s fallen 2000 oder 1000, also 10°/,, bezw. 5 0/() (Elliot-Dowson V, 368 bezw. Badauni II, 169); von 9600 Afghanen Chwadsche Suleiman\'s und Chwadsche Othman\'s fallen 300, also fast 3

8

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114

(Akbarname III, 613), von 5000 Mann Amber\'s 400, also 8 0/0 (Akbarnume III, 791 folg.).

Meist werden entweder nur die Verluste oder nur die ur-spriinglicbe Starke der Heere angegeben, 50 dass sicb kein Verbilltniss berechnen lilsst; z. B. ist es relativ sebr wertlos, zn erfabren, dass bei Gogouda 500 Kaiserliche gefallen und 300 verwundet worden seien (Badiluni II, 233 unten), oder dass in der ersten Schlacht zwiscben Aurengzêb und Dara-Schukób von des letzteren Partei 6000 Mann und viele An-führer fielen, wiibrend der Kaiser nur 1 todten und 4 ver-wundete Offiziere zablte (Alemgirnarae S, 61 folg.). Kombina-tionen von einzelnen Angaben verschiedener Scbriftsteller un-ter einander kann man bei den sonstigen meist starken Ab-weicbungen kaum inacben, jedenfalls liefern dieselben nie si-cbere Resultate (z.B. batte Muzaffer von Gudscherat in der Selilacht bei Nadót nacb Badauiu II, 333, 20,000 Reiter, nacb dem Akbarname III, 430 beliefen sicb seine Verluste auf 2000 Todte und 500 Gefangene; durcb Eombination beider Mittei-lungen würden sicb also die Siltze von 10 n/0 bezw. 2,5 0/0 er-geben — durchaus nicbt unwahrscbeinlich aber aucb nicht sicber. Die Gefaugenen wurden übrigens sebr baufig niederge-macbt; Timur\'s diesbezüglicbes Verbot, Davy-White S. 278, ist rein tbeoretiscb und am allerwenigsten in seiner Zeit praktisch durchgefübrt worden.

Das Kapitel der Verluststatistik bedarf noch dringend nahe-rer Untersucbungen, besonders waren auch die Ursacben der starkeren oder scbwiichei\'en Verluste, die unter andereminden Terrainverhilltnissen liegen kunnen, zu berücksicbtigen, alles sebr heikle Punkte. Ich wollte den Gegenstand bier nicht giinz-lich mit Stillschvveigen übergehen und babe daber vorlaufig nur einige Zahlen gegeben, die mir gerade zur Hand waren. Eine Statistik der Art der Verwundungen ist bei dem üblicben Scbweigen der Quellen fiber diesen Punkt kaum durcbfübrbar.

Wir wissen, dass genaue Listen über die Verluste in den einzelnen Gefecbten im Mogbulreiche gefübrt wurden; leider hat auch Abul Fazl von diesen, die an den Hof eingingen, nicht den wünschenswerten Gebraucb gemacht. Die Todten

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der Feinde ziililte man beim Evrichten von Scbiidelpyraniiden.

Tragen wir zum Scbluss die obeu erwahuten Zahlon (ausge-nommen die unvollstaudigen Angaben) der Reilie nach in eine Tabelle ein, so erhalten wir das folgeude übersiclitlicbere Bild:

B E S I E G T E K.

S

1 E G E

11.

SCHLACUTORT.

Tru|i|)en-znhl.

Verlust.

%

Truppen-zühl.

Todte

Vo

Verwun-dete.

0/ / O

100,000

20—22,000

20—22

l\'ünipat I.

30,000

5000

16,6

Pamp;ntpat 11.

300,000

30,000

10

50,000

2500

5

5000

10

PAmpat III.

360,000

300,000

115

Pan:pat IV.

30,000 5000

20,000

2000 300 2000 1000

65 6 10 5

10,000 1200

100

100

1

12

500

5

In Gudscherftt, 999

d. M. Bei Sahwün, 1000 d. Fl.

Hei Ahmcdtlbad, 981 d. El.

9600

300

3

40

In Orisn.lOOOd. Fl.

5000

400

8

3000

-

Am Mamp;ndscherft-

XIV.

Genau dasselbe, was von der Verluststatistik zu sagen war, gilt auch für die Frage über die Marscbleistungen der Heere. Ich bin bier keineswegs darauf gerüstet, sie auch nur einigemassen erscböpfend zu lüsen. Nur um sie nicht voll-stilndig aus dem Spiele zu lassen , gebe ich einige Zahlen aus meinen Collectaneen, die ich tnir zu vervollstilndigen vorbe-halte.

Meist sind es Eiliniirsche oder besondere Marscbleistungen, die von den Schriftstellern der Mitteilung wert befunden werden.

Bacbtawer Chan bezeichnet als die durchschnittliche Reise-distance in Indien pro Tag 12 königliche Króh —21 gewohn-liche Króh = 67 km (Elliot-Dowsou VII, 162 folg.), was sehr

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viel ist \'), aber ein Heer marschirte natürlich betrilchtlich lang-samer. So erfahren wir denn, tlass eiue Strecke vou 32 Króh (fast 103 km) eineu Marsch von 3—4 Tageu erfordert (Chafi Chan II, 274), dass 55 Króh (179 km) in 10 Hasten (»Qüt8chquot; d. i. je hi einem Nachtlager, Akbaruarae III, 629 Zeile 14) oder 31 (ca 100 km) in 5 (ib. Zeile 5 v. u.) zurückgelegt werden. Nadir Schah marschirte in Indien 12, 8 und 15 Króh pro Tag, also 381/S) 25,/9 und 48 km (Muhammed Mehdi Fol. 191) Besondere Leistungen sind es, wenn Chandschehau in einem Tage und eiuer Nacht die oben erwahuten 32 Króh (Maathir ul-Umera 1, 804) oder wenn Azam Chan Koka in derselben Zeit gar 80 Króh = 2571/2 km (ib. I, 248) zurück-legt, Said Chun in 5 Tageu von Peschilwer nach Kabul marschirt, nur unter Mitnahme der allernotwendigsten Waffen (Badschahname II, 38) — diese Strecke von 193 engl. Meilen, also 961/3 Króh oder 3101/2 km, legte die englische Indusarmee im Jahre 1838 9 in 20 Tagen zurück (vergl. Zimmermann, Der Kriegsschauplatz in Innerasien, Berlin 1842, S. 29 folg.) — oder wenn Daulat Chan Lodi etc. in 2 Tagen 80 Króh (Elliot-Dowson V, 463; Abul Fazl berichtet die Marschzeit. nicht) marschirt. Im Gebirge geiten 12 Króh (38\'/j km) an einem Tage als erwilhnenswerte Tat (Badschahname 1, 2, S. 228 Zeile 11). Akbar macht einmal mit einer grosseren Anzahl Begleiter einen forcirten liitt auf Eilkameelen von Sikri nach Patan, eine Strecke von ca 400 Króh (1287 km) in 9 Tagen und 9 Nachten, und wenn nicht unterwegs Verzögerungen eingetreten wiiren, so hiitte diese Zeit noch etwas abgekürzt werden können (Akbarname II, 44 folg.). Etwas allgemein ist es ausgedrückt, dass Prinz Muhammed Muazzem mit 9—10,000 Reitern eiuen Eilritt leistet, durch den er einen Marsch von 9 —10 Tagen in 2—3en zurücklegt (Chafi Chan II, 266).

Was ein einzelner tilchtiger lieiter vollbringen konnte, zeigte z. B. der wackere Cavallerieführer Nizatnuddin Ahmed, der auf Kameelen 19301/J km (600 Króh) in 12 auf einander folgenden

1

Tietenthaler nnr 11—12 gewölmliche, ulso 35—38 km (Description his-torique et géographique de Tlnde. Berlin 1788, III, 788).

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Tagen, also pro Tag fast 161 km machte (Elliot-Dowson V, 179 und Anm.); derselbe ritt ein aiuleres Mai 75 Króh (2411/s km) in eiuem Tage unci einer Naclit und trat uach dieser Anstrengung am nilchsten Tage sofort wieder den Rückritt an (ib. S. 424)\').

Die Schriftsteller berichten mit orientalischer Phantasie oft von ganz unmöglichen Leistungen, so z. 13. von einem Ritt von 300 Kos (9651/.2 km) in einem Tage oder nach anderer Darstellung von 1287 km in 3 Tagen; dazu musste der Reisende, wenn der Schlaf ihn übermannte und er nicht mehr reiteii konnte, von Bauern in einer Silnfte getragen werden (!) (Elliot-Dowson IV, 418 Anm. 3).

Die erwiihnten, grossen Marsche von Truppen sind, wenn überhaupt nicht übertrieben, höchstens für Cavallerie mit Zu-rücklassung des Trosses denkbar.

XV.

Die Mongolen waren zwar nur ein Reiterbeer, aber doch waren sie nicht ungeübt in B e 1 a g e r u n g e n (vergl. H o w o r t h, History of the Mongols 1, 109 folg.). Bei den Moghuls in Indien finden wir selbstverstiindlich die Belagerungskunst viel höher entwickelt. Baber batte seine hauptsachlichsten Erfahr-ungeu auf diesem Gebiete in Samarqand gemacht, als Schei-bani Chan vor den Thoren der Stadt lag (Pavet de Courteille I, 197 folg.), die er (Baber) selbst schon einmal nach einer Winterblockade eingenommen batte, und diese dann vor Kabul verwerten kunnen (ib. 275 folg.). Bei seinetn letzten indischen Feldzuge fielen keine grosseren Belagerungen vor; denn der Sturm gegen Badschaur z. B., gegen Feinde, die noch nie Schiesswaffen gesehen batten, konute keine neimenswerten Schwierigkeiten machen (a. a. O, II, 36 folg.). Zur Erstürmung

1

Dass Eilkameele sehr leistungsfahig sind, ist bekannt. So versichert Major Euan Smitli aut\' Grand glaubwürdigon Zeugnisses, dass ein Bote im Jahre 1801 aufeinem solchen eine Strecke von ca 360 engl. Meilen (576 km) in drei Tagen zurückgelegt habe (Eastern Persia, an Account otquot; the Journeys of the Persian Boundary Cora-mission 1, S. 247), und derartige Mitteiluiigen Hessen sich noch manche aniühren.

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einer belagerten Feste waren die Türas (s. oben S. 74 folg.) uud Leitern unentbehrliches Material (a. a. O. II, 328).

Grossartige Belagerungen mit dem Aufwande aller Kriegs-kunst faudeu unter Akbar statt vor Tsc b it 6 r, A li m ed n agar (zwei Mal) und A sir; die ausfübrlicben Beschreibungeu der Schriftsteller geben eiu deutlicbes Bild der bierbei angewandten Tecbnik. Graf Noer bat in seinero »Kaiser Akbarquot; diese Belagerungen im Wesentlicben so anscbaulicb gescbildert, dass es keiuen Zweck Latte, neue Worte für den Gang der Ereignisse zu sucben; icb lasse ibm daber mit gelegentlicben kleinen Veriinderungen das Wort (sein Stil und der meine sind aller-dings etwas verscbieden), wennscbon icb bisweilen die Glaub-würdigkeit der Quellen anzweifeln muss (nicbt nur, wo icb ein Fragezeicben eingefilgt babe).

Zuuiicbst Tscbitor in Mêwar (Noer, I, 238—240, 245 folg.).

Tschitör \') war von altershor das Bollwerk von Mf\'waï\'. Der Wanderer, der von Bimdi aus nach Siidwesten zieht, gelangt nacli einer mühsamen lleise durch wilde Bergschluchten an zerfalienen Burgen vorbei, wenn er den Windungen des Banasflusses folgt, an einen einsam in die Höhe ragenden, tafelförmigen Fels am östlichen Ufer; es ist ein wie von Titanenhand aus der Gebirgskette herausgeris-sener Riesenblock, der als einzige Erhöhung auf\' ungefahr drei geograpliisclie Meiion in der Runde daliegt.

Dies ist der Tschitörfels, dessen Hölie fünfhundert Fuss betriigt; der Unifang an f\'der obersten Flache beliuift sich auf acht (englische) Meilen. Das Gestein der jahen Abhilnge besteht liauptsachlicli aus Thonscbiefer; dio Schichten, die um den Giptel sich legen, bieten, da sie quarzig sind, dem Geklipp festen Halt. Nach allen Richtungen schiofl\' abfallend, mit drohenden Schluchten, spitzen Vorsprüngen bewehrt, bietet er nur von Süden hor einen bequerneren Aufstieg.

Hier auf dieser Höhe war die Festung, gieich dein Horst eines Adlers, angebaut, durch die Natur beschirmt, und vvo, wie im Süden, Blossen sich zeigten, war die Kunst des Festungsbauers

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eingetreten und hatto die Schutz- und Trutzbauton hocli oben nocli mehr befestigt umi gesichert. Die Verteidigungswerko Tsciii-tor\'s bestellen aus einer dop])elten Umwalhing, deren erste den Rand des Hügels umkranzt j an don moisten Stollen ist dorselbo von Natur so steil, dass er an und für sicli schon fast unerklimin-bar ist; wc aber Rinasale und Vertiefungon das Erklettern möglich machen konnton, sind hobo Mauorn gezogen, die von stattlicben Brnstwebren und Tbiirmen gekrönt werden. Gogen Süden springt vom Tafelberg ein scharfer Höbenröcken vor, der durcb oino balbmondförmige Ummauerung gesichert war. Ohno dieses statt-liche Verteidigungswerk wiirde dies der schwachste Punktgewesen sein. Doch in der Nabe findet sich dor einzigo Aufgang in die Feste; man steigt auf einem in den Fels gehauenon Wego zuerst gerade gegen Nordon, dann aber windet sich der Pfad in scharfer biegung auf die lliihe, dor an und für sich schwiorig noch durch vier auf-einander folgende Thore gedeckt wird. Jodos von ihnen muss man durchschreiten, uni don Gipfel dos Berges zu gewinnen. So erst gelangt man zum Rampor, welches don Borg krönt. llier beflndet sich auch dio ganz aus uralten Trümmorn erbauto Burg Nolat-scha Bin dar, eine Fostung für sich mit starken Mauern und Tbiirmen. Auf der nordöstlichen Seito liegt ebenfalls eine alters-grauo Befestigimg. Das Sonnenthor ist im Mittelpunkte der nach Osten schauonden Verschanzungen.

Im Innern der Stadt rieselton zahlreicho Qnollen, und ausserdem hatten die vorsichtigon Baumeistor künstliche liehalter angologt, dazu bestimmt, wahrend der Regenzeit das Wasser aufzufangen und es zu bowahren. Prachtige Heiligtümor, herrlicho Pal as te, na-mentlich in dom Stadttoil an der Westseite, schmückten die Stadt, und noch boute ragt als herrliches Wahrzeichen das noun Stock-werke bobo Siogesdenkmal des Rana Tschumbhö hervor; dabei fohlte wedor das bunte Getriobe der Bazars noch dio regsame Tha-tigkoit dos Handworkers. Dio Besatzung bildeton auserlesono Korn-truppen.

Am Tage nach seiner Ankunft vor Tsclutór (19 Rebi II 075 = 2.\'i October 1507) umritt Akbar don Berg in Begleitung von Feld-messern \'), die üborall genauo Aufnabmon und Berechnungen machen

1) Fiir die im Folgenden erziihlten Ereigaisse ist die Haiiptquclle Abul Fazl (iiber-setzt von Major Duvid Price, Au Account of the Siege and Reduction ofChaitftr, by the Emperor Akbar, from the Akbar-nümah of Shaikh Abul-Fazl, in den Mis-cellaneous Translations from Oriental Languages, London 18;H, Vol. 11. Vcrgl. auch Til rich-i Alfi bei Elliot-Dowson V, 169—I7B, Nizftinuddin Ahmed ib. 5.324— 328, Firischte bei Briggs II, 229—232; Tod a. a. O. I, 322—329 (Graf Noer).

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musston, um danach den Angriffsplan festzustellon und dio Ver-toilung der Streitkrilfte zu bestimmen. Es ei-ging sofort der Befehl an verscliiedene Einire, ilire Mannschaften an bestimmten Punkten aul\'zustellen und die Delagerungsarbeiten zu beginnen.

Ein Monat verging jedoch, bis dor Festungsberg vollkommen

eingesclilossen war. Withrend dieser Zeit wurden mebrere Grosse

entsendet, die Umgogend zu pliindern und zu verwüsten; so zogen

Af al\' Chan und Weztr Champ;n gegen Rampür, Museinquli Cban wurde

mit einer starkon Abteilung uach Udaipvir gescliickt, um sicb dos

flüchtigen Rana von Mé war (der weder eine Feldschlacbt wagen

noch auch eine Belagerung in Tschttör batte ausbalten wollen • i • • A

sondern sich in die Arawaliberge, etwa 40 engl. Meilen nördlich von Udaipür, zuriickgezogen liatto) zu bemachtigen; doch wusste der letztere von einera Schlupfwinkel in den anderen vor seinen Verfolgern zu entrinnen.

Mittlerweile liatte man aber vor Tschitór noch keine Erfolge erreicht. Akbar\'s Offlziere Hessen es zwar an Eil\'er und Mut nicht fehlen, aber sie verbi\'achten ihre Kriifte in tollkühnon Unterneh-mungen, »die man gar nicht als Tapferkeit bezeichnen konntequot; (Abul Fazl) und in an den verschiedensten Punkten unternommenen planlosen Angrilf\'en, die sehr viele Verbiste kosteten, ohne dem Gegner don geriugsten Schaden zu tun ; «deun wie viele Pfbile und Kugeln auch unsere Scblachtreihendurchbrecher entsandten, sio flogen, dio Oberllache der Willie und Briistung kaum streifend, dar-über hinweg; was nber von Jonen Schicksalsveifinstorten kam, traf Pierde und Menschenquot;.

Diese Umstande veranlassten Akbar zu einem goregoltercn Vor-gehon, und er beschloss, die Haupttiitigkeit seiner Truppen gegen drei festo AngrifTspunkte zu richten. A.n der ersten Stelle, gegen-iiber dem Lakhótathore übernahra er die Leitung in eigner Person; unter ihrn standen Hasan Chiin Tscliagliatai, Rai Patr Das und andere. Die zweite Angriiïslinie wurde von Schudschaet Chan, Radscha Tödar Mall etc. befehligt, wahrend mit der dritten Af af Chan und Weztr Chan betraut waren. Der Kaiser hatte weder Zeit noch Geduld, die inülievollo und langwierige HerbeischalTung schwerer Geschütze abzuwarten, und os war ausserdem fraglich, ob nicht die Festungswerke von Tschitór allen Geschossen der da-maligen Zeit Trotz goboten hiltten. Allerdings liess er an Ort und Stelle unter seiner Oberaufsicht ein grosses Geschütz giessen, dessen Wirkung jedoch nicht den geliegten Erwartungen entsprochen hatte (Abul Fazl ist sichor zu grosssprecherisch, wonn er erzahlt, dass dio Radschpüten aus Furcht vor dieser Riesenkanono Übergabe der Festung und Zahlung eines Tributes angoboten hittten, Akbar hiitte

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aber gegen don Rat oiniger Emtre diose Vorschliige zurückgewiesen und dio Auslieferung des Rana verlangt).

Es wurde mm unter Anwendnng aller Rogeln der Belagernngs-kunst vorgegaugon und zuniiclist legte man v Sa ba Isquot; an. Dies sind Willie, die in Musketenschussweite von einei\' feindlichen Festnng angefangen, und dann bis nabe an deren Brustwehr, dieselbe wo-möglich überragend, fortgeführt werden; von dor lliilie des Sabat legen die Gescliiitze Bresche in die Mauorn dor Festnng, und unter seinom Schutze ziohon sicli dio stiirmenden Truppen an die letzteron beran. Zur Herstollung oines solcbon Walles dionten grosse, walzon-artigo Korbgoflocbte, die mit Büiïelbiluton üborzogen und mit Erde angefiillt waren; die Scbanzgrabor rollton diose beweglichon Schilde {Turns, s. obon S. 74 folg.) vor sicb her, um sicb wiibrend der Arbeit hinter ihnon gegen das feindliche Feuer zu doeken, In dom Ver-biiltniss, wie dio Erdarboiton vorrückten , wurden sie nachgeschobon, bis man don Fuss der feindlichen Mauorn erreichto; hier wurden Scbiichto eingotriebon und Minonkammern gegraben. Dio Laufgriibon (Mürtschdl auch Multschdr), die in Verbindung mit den Sabats gezogen werden mussten, bereiteten ausserordentlicho Schwiorig-koiten, da man sie wegen dos sprüdon Gestoins, aus dom dor Boden vorzugsweise bestand, unter unausgesetztem foindlichen Fouor durch Errichtung von Dathmon auf jedor Seito herstellen musste.

Ehe diose Vorarbeiten sowoit godiehen, kostoto es jedoch viel Zoit und MUhe und trotz aller Voi\'sichtsmassregoln zahlroiche Opfer an Menschonleben. Fünftausend Mann waron alloin bei den Erdarboiton boscliiiftigt, und tilglich fiolen von ibnen im Durchscbnitt zwei-bundort, aber es waren lanter Froiwillige, deun dor Kaiser gestat-toto nicht, dass hier gefrohndet wurdo, vielmebr lioss or Dams und Uiijiion haufenweiso ausstrouon, und so faudon sicb an Stelle dor Gofallonon immer neuo Werkleuto zu der gefahrvollen Arboit. Gogen die Todton verfuhr man allerdings woniger rücksichtsvoll; donn die Leichnamo wurden, wie Nizftmuddin Ahmod sagt, hoi don Wallen wie Ziegelstoino vorwendot.

Trotz aller dioser Schwierigkeiten wurden die Arboiton im grossartigsten Masstabe ausgefiihrt. Der SflMt des unter dem unmittolbaren Bofohl dos Kaisers stellenden Laufgrabens war so hoch, dass ein Elefant, auf dessen Rückon ein Kriegor mit der Lanze in der Hand sass, von dor Fostung aus nicht gosehen werden konnto, und so broit, dass zohn Roller auf ihm nebon oinandor bin roiton konnten. Znr llorstellung dioser grossartigon Vorbereitungen mit Einschluss zwoior Minen, dio beide nicht fern von oinandor angelegt waren, war eino Zeit von ungefahr drei Wochon notig gewesen.

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Am Mittwoch, dem IS Dschumftdi II 975 (13 Docembor 1507), konnte zum eigentlichen Angriff geschritten werden. Die auser-lesensten Krieger waren in dichten Massen in den Laufgrilben anf-gest.ellt, um sofort nach Legung der Bresche zu stürmen. Die beiden Minen waren die eine mit ISO, die andere mit 80 Men (54 bezw. 36 Centner) Schiesspulver geladen \'). Der Kaiser batte aus-drücklicb angeordnet, dass eine jede der beiden Minen der Sicber-beit wegen ibren besonderen Zünder baben soil te, aber Kebir Cba,n, der mit der Auslübrung dieses Auftrags betraut war, batte trotz-dem es so eingericbtet, dass beide Pulverladungen durcb eine Lunto in Brand gesetzt wurden, wabrscheinlicb in der Vorausset-zung, dass beide alsdann zu gleicber Zeit platzen würden.

Der Erfolg bewies indessen, dass Akbar ricbtiger gerecbnet batte als sein eigenmilcbtiger Untergebener. Denn als das Zeicben zum Sprengen gegeben wurde, flog nur die eine Mine auf, wahrend die andere nicbt sofort Feuer fing. Da aber die Wirkung der ersten binreicbend geweson war, einen Teil der Mauer in Trümmer zu legen und die darauf beflndiicben Verteidiger zu zerscbmettern, so stiirzten die Kaiserlicben blindlings nach der Bresche. Die Besatzung warf sicb ilmen entgegen, und es begann ein hitziger Kampf. Da platzte unter ihnen die zweite Mine: plötzlich wirres Entsetzen, dann stumme Betaubung; iiber der Ungliicksstiitte scbwebte der graue Pulverdampf, ein Leicbentuch iiber etwa \'200 todte Kaiserliche und 40 Radscbpüten1). Dei\' Knall wurde 50 Kós (fast 101 km) welt gehort, Steinmassen von Centnerschwere und Leichname waren durcb die Luft gewirbelt und mebrere Farsach weit(?) geschleudert worden; manche Blöcke waren vernichtend auf ganze Reihen von Kriegern hinabgestürzt. Viele aus der nachsten Umgebung des Kaisers (»20 dem Kaiser Bekanntequot;) waren geblieben, unter ihnen der Sejjid Dschemaluddin Barha, ein besonderer Günsting Akbar\'s.

Trotz dieses schrecklichen Unfalls liess sich aber der Kaiser in seinem einrnal gefassten Entschlusse nicbt beirren. Wahrend er den Emiren und ihren Kriegern jedes tollkühne Wagniss streng unter-sagte, war er selhst unermüdlicb tiltig in der Überwachung und Betreibung der regelrechten Belagerungsarbeiten. Mit den sich bilu-fenden Bchwierigkeiten wuchs seine Besonnenheit, und mit der Verzogerung des Erfolges steigerte sicb seine Ausdauer; bis in die geringsten Kleinigkeiten hinein überwachte er das Untornehraen.

1

So nach Abul Fazl; nach NiKÜmuddm Ahmed wiire die Zahl der Getödteten viel grosser gewcsen.

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Ob durch Kampf odor Anshimgernng, Tschltór musste sein worden, und or war so durchdrungon davon, dass or das foierliche Gelübdo ablogte, wonn die Feste gefallen, zi\\ Fuss von Tscbitur nacb Adsch-mir /.um Grabodes Mutnuddin Tschischtt, des borUbrates\'ton indiscbon Heiligen, zu pilgern. Wo es sicli durum bandolte, die Zagenden zu ormutigen, die Mfidon zn ormuntern, den Untlosen zu helfon, da land sicb Akbar; seine Gegenwart spornte die Bofeblsbaber zu imtnor nouen Anstrengnngon an und entllammto joden Kriegor zu ■wilder Todesveracbtung. Obwolil er seine Person fortwiibrond preis-gab, gescbab ihm docli kein Leid, wabrend an seinor Soite vielo seiner Getrouen fielen.

Abor audi Tódar Mall gonnte sicb und seinen Louton keino Rubo; diosolbon arboiteten an ihrem SA,ba,t mit solcbem Eifer, dass sio zwei Nilcbte und einon Tag weder rastoten nocb Nabrung zu sicb nabmen; je nllbor die Entscbeidung riickto, um so beissor entbrannto dor Karnpf. Dio Krieger arboiteten und focbten mit ausserster Entscbiossenhoit; donn hocb iibor ilinon, auf der iiusser-ston Spitzo des Sabfit erblickton sio don Kaiser, wio or, unbokilm-mert um die ringsum einschlagonden Gescbosse, rnbig und besonnen den Angriff von einem dort eigens für ibn erricbteten Sitzo loiteto und solbst von Zoit zu Zeit zum Gewohr griff, um oinon allzu ver-wegenen Gogner niederzuscbiesson. So liatto er scbon frübor den Fiibrer dor feindlicben Musketioro (mnslimiscbo Soldnor im Dienste dos liana), Ismail Chan, durcb einon glücklicbon Scbuss erlegt. Dio Radsebpnton konnten nicht verbindern, dass dor Sabat zu soldier Ilöbo aufgoworfon wurde, dass er ibre Brustwebren über-ragto. Dio Festungsmauorn waren boreits an mobroron Stellen schwer beschadigt, und durcb wiodorholto Sprongungon war mohr als eine Brosche entstanden.

Da wurdo in dor Nacht auf Dienstag den 25 Schaban 975 (\'24 Fcbruar iöüS) der Befehl zum allgomeinen Sturm gegebon. Abor die tapforon Rftdschpüton waren auf ibrer Hut, und als die Schaaron Akbar\'s aus don Laufgraben gogon die versdiiodonon Brescben borvorbrachen, trafen sio auf einon vorz weifel ton Widerstand, und trotz schwerer Verbiste auf beiden Seiten wogto dor Kampf tango unentschieden bin und her. Wilbrend dessen suchto ein Teil dor Vorteidigor dio entstandenen LUckon dor Mauorn auszufüllen, und man sab sio mit Baumwullo gefiillto Sitcke, Tuch und mit 01 ge-trilnkte Uoisigbiindel auf dio Broscbo werfon , um diesolben in Brand zu stockon, sobald dio Stiirmendon dio Hobo dos Walles orroichon würdon.

Da gelang os Akbar, den Kommandeur der Festung, don tapfern Dschei Mall durcb oinen BUchsenschuss zu tödton, und mit dessen

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Fall war auch der Tschltór\'s entschioden. Denn als die Leiche des obersten Befehlshabers in die Stadt zuröckgetragen wurde, ver-breiteten sicli dort wie cin Lauffeuer mit der traurigen Kunde Schrecken und Verzweiflung, und dem Tapfersten schwand der Mut zu fernerem Widerstand. Kautn eine Stunde war verstrichen, als gemeldet wurde, dass kein Verteidiger mehr auf den Wiillen zu sehen soi, und da, wo kurz vorher noch wildes Karapfgetöse erscliollen war, herrschte Ode und Schweigen.

Tschttór erschien mit einem Male wie ausgestorben, bis die diistre Nacht jiih von dor roten Glut mehrerer Feuer mitten in der Feste unheimlich erleuchtet wurde. Den Meisten dor Kaiserlichen war dieser plotzliche Wechsel riltselhaft, und selbst der Kaiser fragto mit Verwunderung, was denn dies bedeute. Da sagte ihm Radschfl Bhagwan DÉls, sein Schwagor; »Es ist der Dschuharquot;.

Dor Dschóhar ist jenes letzte grausigo Opfer, dass der Hindu in der Verzweiflung seiner Ehre und seinen Göttorn bringt. Die Frauen, um den Feinden nicht lebendig in die Hilnde zu fallen, besteigen freiwillig den Scheiterhaufen, der für die schreckliche Feier mit Sandelholz bestreut und mit duftenden Olen iibergossen wird. Wenn dies geschohen, dann weihen auch die Manner sich dem Tode, indom sio safrangelbe Gewiindor anlegon. mit einander dio Bira (Stücke der Arckanuss, in Betelbliltter gowickelt), das letzte Mahl, verzehren und entweder gelassen ihr Schicksal erwarten oder sich dem Feinde entgegenstiirzen, um mit dem Schwerte in der Hand zu sterben.

Da man eines letzten verzweifelten Ausfalles gewilrtig sein musste, so liess der Kaiser seine Truppen für den Rest der Nacht unter den Waffen stehen. Als aber bei Tagesanbruch noch kein Feind sichtbar ward, wurde der iiefehl gegeben, in die Stadt einzuzieben, iiber der gespenstischo Rube lagerte. Auf dem Elefanten Asman-Schukoh («Majestatisch wie der Himmelquot;) zog der Kaiser an der Spitzo seiner Schaaren durch die Bresche in die noch immer menschenleeren Strassen; erst nachdem man schon eine Strecke weit in das Innore vorgedrungeu war, stiess man auf Widerstand. Da aber entspann sich ein Gemetzel, das so lange wilhrte, als es noch Opfer gab. Namentlich richteten die bei Morgengrauen in die Stadt getriebenen Kriegselefanten grassliche Verheerimgen an.

Am Fürchterlichsten war das Blutbad am Palast des Rana, an dem Tempel des Mahadéo (Schiwa) und am Rampürathore. Ganze Stadtteilo mussten erstürmt, jeder Fussbreit Boden mit Blut er-kauft werden; jeder Bazar, jede Gasse, jedes Haus wurde zur Festung. liis zum Abend des dritten Tages wiihrte der Kampf, die Radschpfiten wehrton sich löwenmutig; Aisur Das Tschauhan z. B.

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stürzte auf einon Kriogsolefanten lus, fassto ihn mit dor einen Hand am Stosszahn und stiess mit der andern seinen Dulch in den Leib dos gewaltigen Tieres mit dem Ruf; «Macht mein Compliment an don gewaltigen Weltordnor (Akbar)!quot; Zuerst waron 50 Elefanten in dio Stadt hineingotriebon worden und zuin Schluss befandon sich 300 dat\'in. Als Akbar sich dem Tempel des Gówind Siam nilborte, hielt ihm ein Kriogsolefant den zuckendon Loib des von ihm zerstampften Pata ontgegon, eines sechzehnjahrigen Jüunglings aus odlem Ge-schlocht, der trotz seiner .Tugend nach dem Fall Dschoi Mall\'s den Oberbefehl am Sonnenthor geführt und Wundor dor Tapferkeit verrichtet batte,

Neun Königinnon, fünf Prinzessinnon, ihre Tochtor mit ibron Söhnen, viole Frauen von lliluptlingen und anderen vornohmen Radschpüten batten don froiwilligen Tod ira üschóhar gefunden. Achttausend Krioger sowie gegen 30,000 Stadt- und Landbowohner (von raebr als 40,000), die am Kampfe teilgonommen batten, waren durch das Scbwert der Eroberer gefallon.

Aus der ersten nicht zura Ziele führenden Belafferunaf

O O

A h m e d u a g a r\'s sei der folgeade Abschnitt erwiiliut (nach Graf Noer II, 442 folg.).

lm kaisorlicben Lager ontspann sich eine unhoimliche Tfttigkeit. Tag und Nacht, iiber der Erde und untor ihr ward gearbeitet. Gilnge scboben sich bis unter die Hauptbastion der Festnng. Aus Stoin und Mortel gemauort standen fünf pnlvergofüllte Minon untor einor Wallsoite und harrten des zündendon Scbwofolfadens. Die Morgonsonne dos nilchston Tagos sollte sio springen sehen.

Das Kommando in der Feste führte eine Frau, Tschand liibï, die Regentin und Grosstanto dos noch im Kindesalter stebondon Herrschei-s. Dioso tapfero Frau ist oin wilrdigos Pendant zu dor mutigen Königin von Gondwane, Dürgarvati, obonfalls eine geborene luderin — Frauon haben in der Moghulzeit in Indien verscbiedentlich oino Rolle gospiolt, man braucht nur Namen wie Malium Anüga, Nur Dschohan anzufiihren; als weniger bokannt mochte ich bior noch Qahibdsclu, die Gattin Emir Chan\'s, des Gouverneurs von Kabul unter Aurengzób nonnen, von der das stolzo Wort überliefort ist; »Wonn ich siogo, so wird oino Erin-norung daran für ewige Zeiten in der Geschichto bleibonquot; \') —: ihr kühner, litterlicher Sinn veranlasste einen Emir des kaiserlichen Heeros zur Fahnenilucht, den Chwadscbe Muhammod Chan, wel-

1) Madthir »1-Umera 1, 284

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dier der Gegnerin seines Herrn die Lage der Minen und die duro sie drohende Gefahr verriet.

Es wurde nun unter Tsclmnd Bibi\'s persönliclier Leitnng sofort nacli don Minen zu snellen begonnen , bis Tagesanbrucb waren be-reits zwei gefunden und gliicklich entladon \'). Nacli zweien ward nocb geforscbt, und entfernter von dor kühnen Fran arbeiteten ihre Leute sicli ebon an die fünfte und grösste hoi\'an. Schon war sie entdeckt, und man wollte sie erbrecben, da batte Prinz Murad, der Hüchstkommandirendo im kaiserliohen Lagor, das Zoiclien zum Entziindon gegeben. Der Boden bebte, der Wall wicb, dio Contre-mineurs, Steine und Erde wurden omporgeschleudert. Eine Lücke von mebreren Motern Breite gillinte die Belagerten an, als die Raucbwolke sicb verzog. Namenloser Schrecken fiol durch sie in die Herzen. Selbst vornebme Ki\'ieger lielbn davon. Alles zittert.e. Da zeigte sicb mitten in der Brescbe eine Gestalt blitzond in VValten und Wehr, das funkelnde Scliwort in dor Rechten, einen keuscben Scbleier vor dom Antlitz. Laut rief die Slimme ïscband Bibi\'s zur Arbeit. Schrecken und Scham wichen einer glühonden Hegeisterung. Ein lebender Wall urnwuchs die Rogentin. Tausendo von Hünden rogton sich. Loiber, Steine, Balken, Erdo, was man orbaschen konnte, flog in die Lücke, einige Kanonen schobon sich nach, Raketen, Pulver und loichtes Brennmaterial stürzte in den Wall-graben und bildete ein flammendes Moer. Brunhilde in der Waberlobe.

Prinz Murad batte soine Leute oino Weile warton lassen, damit die anderen Minen erst springen sollten. Sie explodirton aber niebt. Dann liess er das Sturm signaal geben und die Moghuls drangon vor. Aus dor Brescbe sausten Raketen, Kanonon- und Flintonkugeln, Steine und Pl\'eile. Der Burggrabon füllte sich mit Leichen. Sturm auf Sturm ward abgoscblagen. Noch mehrmals zwischen 4 Dhr und Nacbtanbruch fübrte Murad neue Streitkrafte lieran, und jedesmal wichen sie.

Die Belagerung musste darauf abgobrocben werden.

Als die Kaiserlicben dann zum zweiten Male vor Abmednagar

1) Orientalische Kunstgriffe, die bagc der fcindlichen Minen wiihrend deren Her-Btcllung zu entdeckcn, sind z. B, die folgenden. Die in Zendschdn belagerten Mbis setzien einen Schaale mit Nüssen an verschiedenen Stellen nuf dem Boden hin und beobaehtefen, wo sich diese bewegten (K, G. Browne, The Tarïkh-i-Jadid or New History of Mirzd \'All Muhammad the Jiub, Cambridge 1893, S. 148/9). Jn llerilt verwandte Jilr Muhammed Clnln statt der Niisse kleine Samenkorner, von deneu er so viele als nur möglich auf Teller hüufte; bei der leisesten, unterirdischen Krschüt-terung rollten dann sogleieh einzelne Körner oben herunter (vergl. Browne a, a. ü. S. 149 Anm ).

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erschienon, liatton sio leichteres Spiol. Dio heldenmütige Rosentin war in einer Empörung ermordet wonion, ein unersetzlicher Verlust. Zwar trotzte dio Mauer von \'27 Ellen \') Höhe, aus fostem, blauen Gestoin erbaut, dom feindlichen Geschützfeuor, und vor ilir jflihnto ein Wallgraben von 30—40 Ellon Broito und 7 Ellen Tiofe — dio Höhe der Willie von Btdschapür betrug nur l\'i Ellen, die Grnnd-mauern von Ambarköt waren nur i4 Ellon bocli und \'10 breit (Badscbahniliiie I, 513 Zeile 0 v. u.) — aber der Graben ward ausgefüllt und durch Explosion eino Brescbe in die Mauer gelogt, die keino Tschand Bibï mohr ausfüllte. So fiel dio Festung goradezu ruhmlos.

Die grossartigste Festung ia ganz Indien war aber wohl zur damaligen Zeit A sir. Icli folge auch hier wieder No er (II, 472 folg.)1).

Nordöstlicb von der Stadt Burlianpür auf einetn voreinzelt da-stebondon Felsen dos Satpiiragobirges bohorrscbt Astr oine der Hauptstrasson von Hindustan nacb dein Dokkban. Der eigontlicbo Burgborg mit einem Plateau von otwa 60 Quadratmoigon ragt steil um 283 Motor übor die niicbsto Umgebung empor. Unter der sorgfiiltig aus Qnadern construirten Ringmauor, in welchor sicb gewölbto Giinge von mohr als 8 Motor llübe befmdon, ist stellon-woiso senkrochte Felswand mit jilbom Absturz von 23—40 Meter Tiefo. Dann Iblgen auf Bergvorsprüngen drei macbtige Aussouworke, um wolcbe wiodor Quadermauorn laui\'on. Besondors inerkwiirdig war ein untorirdischer Gang, der in don lobendigen Fels gelmuen, eine gebeimo Ausfallspforte bildoto. Auf dor Südwestseite, wo der Haupteingang liegt, sind die Befestignngen am Starksten, denn bier teilt dor Fels von Astr eine Schwilche mit andoren Bergfosten. Raube Klüfte und Rinnsaale durcbfurcben ibn nümlich und gewilbren dem aufsteigendon Feindo Deckung.

Die Farüqi-Dynastie batte soit 200 Jabren die Bofestigung von Astr zu oiner Art von Hausgesetz gemacbt. Sie abnto sehr wold, dass sicb der Fall der Burg mit ibrom oignen Falie decken wiirde.

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Einen Gnindriss und zwel Abbildungen von Astr fmdet man nach Noer bci Blacker, Memoir of the Brittish Army during the Malwntta IV, p. 414 f. London 1821.

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A,uch Radschil Alt Chfin von Chftndêscli liatte an don Werken ar-beiten lassen , nnd sein Solin liitufte unglaubliche Mengen von Pro-viant zusatnmen. Dei\' letztere, Behadur Chan, hatte 15,000 Men-schen nen in die Festung gebracht, nm ja nicht an Arbeitern nnd Handwerkorn Mangel zu leiden; die gowaltige Sutnme von 100,000 Stiick Schlachtvieh sollte zu deren Ernalirung dienen. Das war freilich eine Uberfüllung dos Platzes, die Folgen liaben sollto, gogen welche anch die immenson Drogueriewaren im Lager niclit hallen, wiewohl sie aromatische Wurzeln, Medicinen, heilsamo Weine in Menge enthielton. Opium allein war im Gewichte von 500 Mens (\'225 Centnor) verhanden. Diese bei guter Verpackung sehr haltbare und wertvollo Waare bildoto allordings wohl zugleich einen Teil des Kronschatzes; abor anch die Vorrilto von Korn nnd UI, die so vielen Tausenden wilhrend ollnlonatliche)■ Belagorung als Nahrung gedient hatton, erscbienon spater den Siegern so voll-stiindig, als wiiren sie niemals berührt worden.

Der eigontlicho Kriegsapparat war gar nicht zn bewilltigon; Tansende von Mens Pulver blioben liegen. Ebenso anch diegefüllten Olkessel. An( jeder Bastion belanden sich niimlich Kessel mit Heiz-vorrichtung, deren jeder den Stürmern 25—30 Mens (11,25— 13,5 Centner) siedendes 01 entgegenspeien sollte. Das war allordings eino Kriegsriistung, mit welcher sich enropilische der gleichen Ze it nicht messen konnten. Diese gewaltige Festungsanlage glich überhaupt mehr einer modernen als einer aus derjenigen Periode, welche zwiscben Mittelalter und Nenzeit steht. Soit Jahrhunderten waren die Revenuen bestimmter Distrikte als eiserner Bestand einer For-tifleationskasse verwandt. Man darf daher nicht an die ongen, dumplen Kasematten nnd Gilnge einer Burg denken, nein, die Hiluser der Offiziere lagen auf freien Pliitzen, umgeben von Giirton und Springbrunnen. In den Mauern waren hobo bequeine Zimmer und Wohnrüurne für die Artillorieoffiziere angelegt, von denen sie in aller Gemachlichkeit das Feuer dirigiren konnten.

Auch die Ausdehnung der Werke hatto fast etwas Modernes. Von der oberen Burg führte oin gedeckter Fahrweg zutn Fort Qemergah, einem grossen Aussenwerk, in welchem Musketiore und Bogenschiitzen lagen. Von hier stiog man zum zweiten ausseror-dentlich starken Aussenwerk Malgarh herab. »Im Vergleich mit der Festung schien es am Grimde der Erde zu liegenquot;, sagt Feizt mit orientalischer Pointirtheit, »im Vergleich zur ebenen Erde aber halb im Himmelquot;. Dies Werk war am Meisten vorgeschoben und desswegen künstlich geschützt und besonders schwer armii\'t. Auf einem noch niedrigeren llügel lag das stark bevölkerte Takhati, gross wie eine Stadt. »Kurz die Festung ist eins von den Wundern

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der Welt, und wer sio nicht gesohen hat, macht sich schwerlich einon nogrifr davonquot;.

Angesiclits dieser enormen Anlagen kamen die zu einer orston Recognoscirnng ausgesandten zwei Offiziere mit sehr bedenklicher Miene zutn Hanptqnartier zurück und meinton; dieso Festung miige man so lange belagern wie man wolle, nichts als das guto Kriegs-gliick des Kaisers könne sie gewinnen. Alte Soldaten, Milnner, welche die Festungen von Persien nnd Turan, von Constantinopel nnd Europa und der ganzen bewohnten Welt(!) gesehen, sagten, sie hiltten niemals ilhnliches erschaut. Die eigentliche Festung lilge auf einom hohen Berge; drei kleinere Hügel, jeder gekrönt durch ein Aussenwerk, umgilben das Ganze wie dor lenchtende Hof den Mond. Dio Zugilnge seien schwer zu entdecken, eine dominirende Höhe nicht verhanden; alles ringsherum eboner Grund, nicht Baum noch Busch zur Deckung.

Scheich Ferid, der Führer, sah den grossen Ernst der Dinge sofoi\'t ein. Er mochto auch wissen, dass es am llofe Leute giibe, welche sich von der Starke des Platzes keinen klaren Begrifl machten und die lielagerung als eine leichte Sache hinstellten. Demnach verfassto er einen gründlichen Generalstabsbericht über die Situation und bat, der Kaiser moge einen Uelagerungsplan machen. Akbar antwortete brieflich, er wolle kommen und Asir selber in Augenschein nehmen.

Nunmehr nahmen die Belagerungsarbeiten ihren eigentlichen Anfiing. Ferid hatte geglaubt, auch Hurhanpfir besetzen zu müssen, aber er fand zu seiner Freude, dass der Platz bereits vor dem Kaiser capitulirt hatte. Deswegen brauchte er nur 1000 Reiter abzugeben, welche zwischen Asir und Burhamp;npür Stellung nahmen und allo Communication mit der Bergfeste abschnitten. Abul Fazl, derinzwi-schen auch im Lager vor Asir eingetrollen war, tei 1 te seine Truppen mehr, denn er liess in sehr richtiger Einsicht das ganzc Land durch starke Detacheinents in Ridie halten. Scheich Abul Herekat, der zweite Bruder Abul Fazl\'s, fiihrte dom Belagerungsheere eine be-triichtliche Anzahl Elefanten und einen ausreichenden Geschütz-park zu.

Schritt für Schritt begannen sich nun die Laufgrilben und Schanzen vorzuschieben, aber das war keine leichte Sacho. Ungerechnet die unbrauohbar gewordenen ziihlte man spater, als die Festung ge-nornmen war, 1300 Kanonen aller Art; auch fanden sich Mörser uml Katapulte in grosser Zahl, welche Steine von 1000—2000 Mons(?) (450—900 Centner) warfen. Wilhrend der ganzen lïelage-rungszeit ward aus ihnen ein bestandiges Feuer von der Festung aus unterhalten. Tag und Nacht, gleichviel, ob sich ein Feind sehen

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lioss odor nicht, regnete es Kugeln von dom IBergo herab. Auch in den dnnklen Nachten der Regenzeit wagte niemand seinen Kopf in die Iluhe zu liebon, ja, «selbst ein Teuf\'el hiltto nicht vorüber-schweben raögenquot;.

Sclieich Ferid liess sich aber nicht abhalten, auch hoi Tages-licht die Belagorungsarbeiten zu inspiciren. Einmal richtete man von Asir ein Goschütz allerschwerster Art auf den kaiserliclien General. Dor Schuss ging los, aber von dor gewaltigen Erschütterung loste sich der Vorbau, aut\' dom die Kanone stand. Ein Stiick Mauer-thurm und das Geschütz stürzte in den Abgrund. Die Kaiserliclien .jubelten; donn sie sahen das kleine Ereigniss als ein Vorzoichon des Schicksals an.

Auch dor Kaiser liess sich die Belagerung am llerzen liegen. Taglich kamen Staiïetton mit Instruclionen und Directionen von ihm, auch schickte or seine Adjutanten, um die Arboiten inspiciren zu lassen. Jodes denkbare Mittol ward aufgeboten, um den Arbeitern für Tag und Nacht in don Laufgrilhen üeckung gegen don unauf-hörlichen Kugelregen zu gowilhren.

Am 3 Schewwal 1007 (30 April 1599) kam Akbar solber von Burhflnpür in das Lager. Scheich Ferid bekam Ordre, für die ein-zelnon VVorke Emtro als Leiter zu ernennen. Eine Abteilung führte dor Chan-i Azam, eine andere Nawab Ag,af Chftn, die dritte Mirzft. Dschani Bog, die viorte vertraute or nach sorglUltiger Priifung seinen Brüdern und Gofolgsmannern an. Er solber behielt eine ausorlesone Mannschaft zurück, toils um zur Disposition des Kaisers zu stehen, teils um auszuhelfen, \\vo es Not tat. Minen zu graben oder Sabats zu orrichten erwies sich als unausführhar, die Leute arbeiteten daher mit aller Macht nur daran, die Laufgraben so nahe wie moglich au die Festungswerke zu bringen. Am Ende des Monats moldeton Azam Chan, und Apaf Chan, ihro Leute hielton sich mit grosser Bravour, aber die Belagerten feuerten Tag und Nacht, mit Ziel und ohne Ziel, nütig und unnotig.

liehadur Chan legto sich nun aufs Parlarnentiren, doch wollte or sich auf die von Akbar verlangto bodingungslose Unterwerfung nicht einlasson. Es wilre interessant, zu wissen, ob der gleich zu erwahnende Umstand, welcher schliesslich die Capitulation herbei-führte, zu den Verhandlungen\'schon mitgewirkt hat, und ob die Kaiserlichon boroits jetzt von ihm wussten, aber die Quellon schwoi-gen hierüber.

Wie aus Ingrimm übor die A.blohnung liess der Herrscher von Chandêsch am lü Zilhiddsche (19 Juli) einon Ausfall machen. Die Kaiserliclien fochten mit begroillichor Erbitterung und erschlugon vielo Feindo. Als diese sich zurückzogen, drangen sie kühn hinter-

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her und rangen scliliesslicli dem Feind eino Hiihe, Namens Kórtja, ab, welche eino Beschiessung rlor Festnng ermoglichte. .lotzt gait es, das Fort Malgarh zu nelimen, nml dazu half endlich Verrat.

Ein Mensch ans MAIgarh hatte Qara Beg den Vorschlag gemacht, er wolle ilin auf oinem unbekannten Wege in das grosse Aiissen-werk fiihren, aber Akbar liatte das als allzu gefahrvoll verworfen. Endlich aber willigte er doch ein.

Qara Heg ging mit einer tapferen Schaar von dom Ver rilt or ge-führt voran, und es gelang ihm, in einer Schlucht an eine otwas verfallene Mauerstelle zu kommen, welche sich iibersteigen Hess. Die dnnkle, regnichte Nacht des 18 Mihr (3 Fobruar dGOO) he-giinstigto das gewagte Unternehmen. Sobald oben die ersten Scluisso krachten, führte Abul Fazl die Mannschaften aus den Lauf\'graben heran. Aber er gesteht selbor ein, er sei zufallig einige Zeit anf-gohalten worden; worin dieser Zufiill bestand, verschweigt erwohl-weislich. Die Kampfer von Malgarh sammelten sich, und Qara Bog liatte oben einon schweren Stand. Als iler Tag graute, war jedoch der Widerstand gebrochen und Malgarh in Hilnden der Moghnls. Der Eindruck , den der Fall des Forts auf die Besatznng von Asir machte, war ausserordentlich, denn ein schlimmerer Feind als Akbar wütete droben auf der llölie des Felsens.

Behadur Chan, der zu Anfang Akbar so lange rait Verhandlungen hingehalten, um Asir auf unabsehbare Zeit zu verproviantiren, hatte sich selbor eine Grube gegraben. Dlo glühende Sonne des indischen Himmels sengte auf die Burg herab und tödtete viel Vieh. Die Cadaver \\ind die Excremente der 100,000 Stuck Schlachtvieh waren nicht alle zu beseitigen und die Luft ward verpestet. Eine Souche brach ans, und bei 25,000 Mann sollen an ihr gostorben fein. Furchtbare Niedergeschlagenheit legto sich auf die Besatznng und zumal auf Behadur Chan. Kaiser Akbar, den Abul Fazl so plan-rniissig znm Wundertater stempelt, war durch sein Gli\'ick und den Verkehr mit den Weisen und Priestern aller Nationen allgemach durch ganz Indien in den Ruf eines grossen Zauberers gekomnien. Steif und fest glaubte man, er konne Fostungen auf übernatürlicho Weiso nehmen, die grassirende Pest sei nichts weiter als das Werk der Zauberer im Dienste des grossen Pfidischah. Behadur glaubte sich dem Schicksal verfallen und that nicht das Mindeste, um das todte Vieh fortzuschaffen, Hospitaler anzulegen und die überflüs-sigen Leute aus den Thoren zu lassen. Schicksalsfnrcht und blei-schwere Ermattung legte sich endlich auch über die Besatznng, der Dienst ward liissig betrieben. So erklart es sich , dass der Ver-rilter den Qara Beg nach Malgarh fiihren konnte, und dass die starke Besatzung vor einer Minderheit floh. Behadur Chan hegann

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wieder zu parlamentiren, doch wurden seino Bedingungen nicht an-genommen. Untor seiner Mannschaft aber erzeugte Verdruss und Todesfurcht eine Verschwörung; man \\volll,o den Herrn von Chftn-dfisch an Akbar ausliofern. Die Situation war jedenfalls nicht langer zu ertragen; entweder ergriff schmerzhafte Schwache den Unter-korper und lahrate die Heine, odor man büsste das Licht der Augen ein. Uie letzton Unterhandler Behadur\'s liatten ein Gefolge von 100 Mann bei sicli, die mit dem Galgenhumor der Verzwei-felnden erkliirten, sie wollten nicht Ash\' (wGefangenequot;) in Asir sein und sich entschieden weigerten, zurückzukehren. Man liess ilinen die Wahi, Bürgschaft zu stellen, dass sie nicht davonliel\'en oder in ein Gefangniss zu gehen. Da wanderten demi einige, die keinen Burgen landen, wieder hinauf (übrigens bezeichnend fin-die Beschalfenheit moghulisch-indischer Gefangnisse).

So war endlich der letzte Rast von Widerstandskraft erschöpft, und Behadur erklarte sicli l\'ür besiegt. Zu halten war nichtsmehr; denn die Eroberung des Südens war beendet. Behadur bekarn Asir nominell als Leben zurück, don grossen Familienschatz der Farüqis aber verlor er als wohlverdiente Strafe an Akbar.

Zum Einrennen leichterer Mauern bediente man sich wohl audi eines Mauerbrechers (Serkob), z. B. Akbaruaaie III, G22 Zeile 11.

Bei der Belagerung vou Qandahar im Dekkhan schossen oder warfeu die Eingeschlosseuen mit explosiblen Pulverschlilu-chen (Badschahuame I, 376 Zeile G v. u.). Im Dekkhan ist auch die grösste Kanone Indiens gegossen worden, namlich zu Ahraednagar im Jahre 1548 uuter der Regierung Burhan Nizam Schah\'s 1, durcli einen Turken, Namens Muhammed ibn Hasau. Das Stück (»Köuig des Kampfplanesquot;) ist auf dem Titelblatte des Werkes »Architecture at Beejapoorquot; by Capt. Meadows Taylor, with architectural notes by James Pergusson, London 1866, abgebildet, auf S. 63 findet sich eine Beschreibung, der ich das Polgende entnehme1): There is no doubt that this is the largest piece of ordnance in the world, and the manner in which it has been designed, and the finish bestowed on it

]) Herr C. Purdon Clarke, s. obcn S. 37, hat mich auch auf dieses Geschiitz aufmerksam geraacht; auf meine Bitte sah llerr Kollege Prof. Dr. C. Bezold in London das tnir hier un/ugangliche Buch ein und schrreb mir die obigen Mitteilun-gen aus, die mich aber far Kapitel IV oben zu spilt erreichten.

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prove the art of casting cannon to have been in a very advanced state in the Deccau at the date of its origin. Das Metall ist an alloy of 80,427 parts of copper to 19,573 parts of tin, die Dimensionen sind die folgenden —

Diameter at the breech 4 foot 10 inches —cal,5 ni, Diameter at the muzzle 5 » 2 » — » 1,52 » Diameter of bore 2 » 4 J » = » 0,7 »

Length 14 » 3 » = » 4,3 »

Die Festungen hatten goldene oder silberne Schlilssel, z. B. Ratambhur (Elliot-Dowsou V, 176).

Möge hier noch die kurze Schilderung der Befestigungeu von Sürat noch Badauni II, 140 folg. einen Platz finden:

»Man sagt, dass Chudawend Chan (untor Sidt;\'iii Mahmiid von Gudschoramp;t im Jalire d. Fl.947 \'j) den Boweggrund zu r Erbauung hatte, duss die Europaer (Portugiesen) dein Volke des Islatn\'s allen müglichen Schaden und Leid zufügten, indom sie Stiidte zu ver-wüsten und die Einwohner zu qualon pllegten. Aucli beim Beginn des Baues horten sie nicht auf, Störungen zn verursachen und l\'euei\'ten hilufig auf ihren Scliifl\'en, ohno abor iliron Zweck zu er-reichen. Der Baumeister, welcher sicli auf alle Feinheiten (seiner Kunst) vorstand, fülirte das Fundament doe Gi\'undniauei\'n der Festung bis in das Wasser hinunter und grub einen ebon so tiefen Wallgraben; die Mauern an den beiden Seiten des Forts, die nach dein Lande zu lagen, führte man aus Stein, Diamant und ge-brannten Backsteinen aut\'. Die Liinge der Manor betrug 35 Ellen , die Breite der vier Mauern des Forts IS Ellen, ibre Höhe ebenso wie die Tiefe des Wallgrabens 20 Ellen. Je zwei Steine wurden durch eiserne Klammern zusammon gehalten1), die Spalten und Fugen mit geschmolzenem Blei (\'est ausgegossen. Die Zinnen und Schiessschai\'ten waren so hoch und reizend, dass das Auge des Beschauers dariiber staunte. Auf den Thtirmeu an der Meeresseite bauten sie einen Vorbau2), nach Meinung der Europaer eine Specialitat und Erfindung Portugals. Die Europiter setzten der Er-

1

Die Lücher für sololie Klammern sind bekanntlich noch in den aohacmcnidischcn Ruinen von Persejmlis zu sehen.

2

li) Dies soheint die Bedeutung des unklarcn Wortes zu sein. Vergl. iiber solche «Erkerquot; Jühns, llaiidbuch S, C58, wo diese als eine aus dom Orient stammende fortificatorib\'che Form bezeichnet werden.

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richtung dieses Vorbaus sehr vielo Schwierigkeiten entgcgen und zwar durch Angrilfe mit den Waflen, scliiesslich aber versuclitou sie es auf gütlichem Wege und boten grosse Summon, wenn man don Vorbau fallen liesse. Chudamp;wend Chan aber nabm bocli-sinnig in seineni Eifer filr don Scbutz dos Islam\'s nichts an und führte binnen kurzer Zeit sein Vorhaben betreffs des Baues jener Menge zum Trotz zu Endequot;.

Dr. J. Fryer (bei Wheeler S. 499) berichtet, dass Sürat im Jahre 1G73 3G Bastioueu, jede mit eiueni halbeu Dutzend Kanonen armirfc, besass. An den Zinnen waren spitze Balken eingelassen, urn das Erklettem zu verhindern; dass die Fes-tungsthore zur Abwebr der Elefauten mit eisernen Spitzen be-schlagen waren, ist schon früher erwahnt (S. 53).

Erst als dieser Abschnitt bereits gedruckt war, sah ich durch Zufall, dass die auonyrae Handschrift »Ms. orient. 4°, 219quot; der Königl. Bibliothek zu Berlin (Pertsch\'s Catalog Nr. 521) auf Blatt HG1)—124 ein kurzes Capitel über die »Belagerungs-kunst früherer indiscber Heerführerquot; enthiilt. Doch scheint es sich hier nur um Hindufilrsten zu handeln; jedenfalls würde ich es trotzdem nicht unterlassen haben, das Manuscript mir hierher zu erbitten, wenn ich von seinera Vorhandeusein eher Kunde gehabt hiitte.

XVI.

Nur wenig ist über die Kr i egsm ari ne zu sagen. Diese nahm nur eine untergeordnete Stellung im Moghulreiche ein. Baber kam aus einem Lande, wo es keine schiffbaren Ströme gab und lernte in Indien zuerst den Gebrauch von Flossen (die aus aufgeblasenen Hauten hergestellt wurden, vergl. Erskine, History of India II, 230) kennen (Pavet de Cour-teille II, 31). Das Bootfahren machte ihm bald viel Vergnügen, er spricht öfters in den Meraoiren von seinen Booten »Ruhequot;, »Zierquot;, »Raumquot;, «Befehlquot; (a, a. O. H, 408, 409, 418, 430, 431). Humajün sah dann zuerst die See bei seinem Erober-ungszuge nach Gudscherat, und aucli Akbar lernte dort das Salzmeer durch eine Bootfahrt kennen. Akbar scheint nach

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dem 26, Ain des II. Buches einige Meerscliifïe besessen zu haben, aber zu einer auch nur cinigermassen bodeuteudeu Meer-marino ist es im Moghulreiclie uiclit gekoramen.

Dagegen waren eine nicht kleine Menge Kanonenboote (Kischti-i dschengi, Ghrdb — letzteres » Rabequot; bedeutend, wouacli uaser »Coi\'vettequot; gebildet ist) im Gebrauch, mit denen man auf »dem Wasser (der Flüsse) das Feuer des Schlachtfeldes ent-zündenquot; konnte (Alemgirname S. 502 Zeile 5 v. u.). Solche Wassergefechte sind z. B. beschriebeu Akbarname III, 98 (wo der Feind 200 Todte und 1000 Verwundete hat) und (302 folg. (= Elliot-Dowson V, 4G1).

Zu dem Etat der Provinz Bengalen gehorten uuter Akbar 4400 Boote, allerdings wohl zumeist für Verkehrs-und Handels-zwecke bestimmt.

Das grösste Schiff Aurengzcb\'s, das jiihrlich nach Mekka zu segehi pflegte, batte 80 Kanonen und 400 Musketenschüt-zen an Bord. Es war den Englanden durchaus nicht gewach-sen, sondern wurde von einem viel kleineren britisclien, das kaura den dritten oder vierten Teil der Ausrüstung des iudi-sclien hatte, genommen (Chafi Chan II, 421 folg.).

Dr. Fryer sah in Sürat die Moghulflotte im Flusse liegen. Einige Schiffe batten mehr als 100 Tonnen Gehalt; neben über ] 00 guten Schiffen befanden sich aucli kleinere Fahr-zeuge darunter. Den Bau aller hiltten englische Schiffszim-merleute ausgeführt. Auf das Meer hiltten sich moghuliscbe ScbilFe nur unter dem Schutze europaischer Piisse gewagt,wel-ebe Portugiesen, Niederlander und Euglander ibnen bereitwillig verkauften. Einige Schiffe batten 30—40 Geschütze, aber mehr zur Schau als zum wirklichen Gebrauch. Vier grosse Schiffe waren zum Transport der Pilger nach Mekka bestimmt (bei Wheeler S. 499/500).

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XVTI.

Militiirisches ans den „Verordnuugenquot; Timur\'s.

Ich versage es mir wegen Raummangels, die einzelnen Para-grapheu mit einem Coiumentare zu verseben; doch würde dies der Weg seiu, auf dem man den »Verordnungenquot; am Besten beikomraen könnte. Die baufigen Wiederholungen werden zum Teil auf spateren Einscbiebungeu beruben; wo sie zu augen-filllig waren, babe icb sie bisweilen weggelassen. Einzelne ge-legentlicbe Apborismen des Herrscbers über militilriscbe Dinge findet man in Davy-Wbite\'s Ausgabe S. XXXVIII folg. zusam-mengestellt,

Vorschrift über die Subordination in derArmee1).

Ich bel\'ahl: Unter zehn tüclitigen, erprobten Soldaten setzo man einen, der sich durch Tapferkeit und Mannheit anszeichnet, nach Beratung und Ubereinslimmung der anderen nenn zu ihrem Führer (Emir) und gebo ilun den Titel Unbasclii («Zehnführerquot;).

Unter zehn Unbaschis setze man einen, der durch Pflichterfül-iung und Dienstkenntniss hervorragt, zu ihrem Führer und gebe ihm den Titel Juzbaschi («Hundertführerquot;).

Uber zehn Juzbaschis setze man einen tOchtigen, wackeren und tapferen Führersohn als Anführer und gebe ihm den Titel Mink-bascbi oder »Tausondfiihrerquot;.

Den Unbaschis gab ich die Freiheit, wenn einer ihrer Getneinen stürbe oder desertire, seine Stelle anderweitig zu besetzen, und ebenso durften die Juzbaschis mit einem Unbaschi und die Mink-baschis mit einem Juzbaschi tun. Man solle mir aber über die nilberen Unistilnde dos Todosfalies oder der Desertion und des ein-getretenen Ersatzes Vortrag halten.

Ich befahl ferner: In Dienst- nnd Staatsangelegenheiten soil der Befehl des Minkbaschi für den Juzbaschi, der des Juzbaschi für den Unbasclii und der des Unbaschi für die Gemoinen bindend sein; wer den Gehorsam verweigert, ist zu bestraten und wer sich im Dienste vernachliissigt, ist zu entlassen und zu ersetzen.

1

Davy-White, S. 228 folg.

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137

Vorschrift für die Festsetzung des Soldes der Armee.

Ich befahl; Der Sold der Emire, Minkbaschis, Juzbaschis, Unba-schis und gemeinen Soldaten ist nach don folgenden Gesichtspunkten zu regel n:

Der Sold eines Gemeinen, der tuchtig und ausgebildet ist, betrage den Wert seines Pferdes, der Sold der Elitesoldaten1) soil den zwei- bis vierfachen Wert eines Pferdes ausmachen.

Der Sold eines Unbaschi sol) das Zebnfache von dem eines Gemeinen, der eines Juzbaschi das Doppelte \\om Unbaschi und dor eines Minkbaschi das Dreifache vom Juzbaschi betragen.

Ich befahl; .leder Angehörige des Heores (Gerneiner oder Offiziei ), der sich im Dienste vernachlilssigt, soli urn ein Zehntel seines Soldes gekürzt werden.

Ich befahl; Der Unbaschi soil seinen Sold auf\' Bescheinigung des Juzbaschis, der Juzbaschi auf solche des Minkbaschis und der Minkbaschi auf die des Oberemirs (Emir der Emire) ausgezahlt bekommen.

Ich befahl: Der Sold des Oberemirs soil das Zehnfache des Soldes seiner Untergehenen (sc. des ihm am Range nilchststehenden Ofli-ziers) betragen.

Ich befahl: Der Oberemir soil seinen Sold auf lieschoinigung dos Diwfinbegi\'s und dor Wezire ausgezahlt bekommen.

Ich befahl: Jedem Angehörigen des lleeros soil ein Soldbrief ausgestollt und wonn man ihm etwas auszahlt, der Betrag auf der Rückseite vermerkt werden.

Vorschrift ii b e r die Soldanweisung und A u s-z a h I u n g.

Ich befahl: Der Sold der Gemeinen und Elitesoldaten soil alle 0 Monato berechnet werden, und sie sollen für denselben eine Anwei-sung an die Staatskasse erhalten.

Ich befahl: Für den Sold der Unbaschis und Juzbaschis sollen fis-calische Landrenten in Stadton und Domiinen angewiesen werden; die Minkbaschis sollen im Innern des Reiches Lehen erhalten, der Oberemir eine Provinz an den Grenzen.

Vorschrift tiber die Würdo der Offiziero2).

Ich befahl: 343 meiner allerergebensten Diener sollen den Rang von Offizieren bekommen. Dies waren Manner, die sich durch Tüch-tigkeit, Edelsinn, Verstand, Scharfsinn, Energie, Tapferkeit, An-schlagigkeit, Wachsamkeit, Vorsicht, Vorbedachtsamkeit und Über-legung des Ausgangs einer Sache auszeichneten.

1

Mit unseren \'Gcfrciten\' etwa zu verglcichen.

2

Davy-White, S. 268 l\'olg.

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138

Einem jeden von diesen bostelltc icli oinon Stel 1 vert rotor, der falls einer stiirbe odor mit dem Tode abginge, seinen Plat/, ein-nelimen solle. Er erbielt den Titel »Munta/.ir ul-Imaratquot; (d. h. «Aspirant der Oiïizierswürdoquot;).

Diese 313 Offiziero waren Manner von quot;Vorstand und Klugheit in Kriog wie Frioden, bewandelt in der Kunst, Schlachtreihen auf-zustellen und zu durclibrechen.

Nach moinor Erfahrung kann nur ein Mann für einen Officiersrang passen, der die Ratlisel des Krieges und die Kunstgriffe, den Feind zu schlagen, kennt, dor in der Sclilacbt niclit den Kopf ver-liert sondern mit Kaltbliitigkeit die Bewegungen seiner Truppen leitet und wenn in ihrer Linie oino Ltlcke ontsteht, diese Lücke auszufüllen vcrsteht. Obererair kann nur der sein, dor in Kriog und Frieden mein Stellvertreter zu sein vermag, der mit Würde und Autoritat ein Iloor zu komnmndiren und joden Widorsetzlichen zur Strafe zu Ziehen weiss.

Ich bofahl: Von diesen 313 Üffizioren sollen 4 Beglerboge\') und einer Oberomir (Emir der Emtre) sein; des letzteren Befebl soli iu Fold und Kampf für die Offiziero und das gesarnnito Heer bindend sein, und or soil an meinem Hole mein Stellvertreter soin.

12 anderen Mllnnern von Ehrgoiz und Ruhm vorlieh ich diefol-genden Einirwürden. Dem ersten Emir gab ich den Rang eines Emir\'s von 1000 Mann und setzto ihn zum Bofehlshaber über 10001), dem zweiten die eines Emir\'s von 2000 Mann und setzto ihn zum Befehlshaber über 2000. In gloiclier Weiso setzto ich don dritton, vierten und fünften Emir über 3000, 4000, 5000 und don sochston bis zwulften liber 6000 bis 12,000 Mann. Joden bostimmte ich nach soinem Range zum Stellvertreter des nachst lloheren, also den ersten zum Stellvertreter des zwoiton, don zwoiten zu dom des dritten, den elften zu dem des zwülften, don zwolften zum Stollvertretor dos Oberemir\'s und den Oberemir zu meinom eigenen, damit, wenn etwas vorfielo, der Stellvertreter eintreten konno.

Yon don 313 Offizieren sollen 100 Unbascbis, 100 Juzbaschis und 100 Minkbaschis sein.2)

Ich bofahl; lm Uienste soil dor Oboremir den bohon Emiron, Minkbaschis, Juzbaschis und Unbascbis Bofohlo orteilen; was ein Unbaschi verrichten kann, soli man keinem Juzbaschi übertragen undebenso, was ein Juzbaschi odor Minkbaschi ausführen kann, nicht einom

1

Wir habcn also zwei Anl\'iihrer von 1000, von denen dei\' Minkbaschi der im Kangc niedrigerc 1st.

2

Diese sehr thorichto liestimmung ist gewiss nicht ursjiriinglich.

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Minkbaschi oder Oberemtr. Wei\' \\on don Offizioren sicli oino Auf-gabo als eino besondere Gunst ausbittet, dem soil man sle ilbertragen.

Vorschrift liber das Avancement in dor Armoe, vom niedrigsten bis zum hocbston Range.

Icb bef\'abl: Elitesoldaten, die kühne Waffentaten vollfübren, sollen bei dor orsten z\\i Unbascbis, bei dor zweiten zu Juzbascliis, boi dor dritton zu Minkbascbis befördert worden. Gomeine sollon boi der orsten WalVontat (ebonfalls) zu Unbascbis avanciren \').

Icb befabl: Eino Waffentat aus Notwobr soil nicbt geacbtet werden; denn audi die Kuh stösst (scbliesslicb) mit dem Horn; vielmobr soil man don standhalten Mnt und die wackore Gesinnung des Kriogers in Betracht ziohon.

Dor Minkbaschi, dor durch porsonlicbe Tapferkeit oino Abteilung goscblagon hat, soil erster Emir (iiber -1000 Mann) worden; ein orster Emir im gloichen Falie zweiter, und so soli jodor Emir, der durch porsonlicbe Tapferkeit oino foindlicbe Schaar schliigt, seinem Range entsprechend befördert werden; dor Gemeino soil fiir eine Waffentat eine Soldzulage erhalton.

Jeder Soldat, dor im Gefecht (feige) den Riicken wondet, soil des Grussos verlustig gehen; wor notgezwungon lliebt, soil ont-scbuldigt sein, wor von irgend welcbon Einbildungen befallen,

weicht, soil....... erhalton1). Jeder Soldat, dor kampfond vor-

wundot wild, soil eine Belohnung bekommen; weicht or wogen oinor erhaltonen Wiinde, so soli or docb belobt und wogon seiner Wnnde geehrt worden; denn wonn or aucb nicbt an don Poind gokommon ist, so ist diesor docb an ihn gokommen, wio seine Wundo bezougt.

üas Rocht eines Soldaten soil nicbt beointrachtigt worden. Der Soldat, welcbor alt wild, soil weder in Sold nocb Rang verkürzt oder vermindert wordon. Die Dionste eines Kriogers darf man nicbt vergesson; denu Soldaten, welche ihr ganzos Leben fiir vei\'giing-licbos Gut vorkaufon, vordionen Belohnung und sind Gunstbozou-gungon und Ermunterungen wiirdig. Wenn man oinen solcben von Gunstbozougungon ausschliesst und soine Dienste vergisst, so handelt man ungerecbt.

Ich befabl: Jeder Offizier, Wezir und Soldat, dor durcb seino

1

Ich limle dns betr. Wort in den Wörterbiichcrn nicht. Die Peteisburger Uni-versitiitshanilschrift iler Tuzilkdt liest genau so, wie mit Uerr Baron Prof, von Rosen giitigst mittoilt, doeh war das Wort ihm ebenso wenig wie anderen sachver-stiindigeu Herren in Petersburg bekannt. Auch bangles versagt, naeli gefillliger Kin-sicht Herrn Hofrats Dr. W. Pertsch in das Gothaer Eiemjilar.

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140

Dienste ein Recht nn mein Reich gewonnen hat, indem er ein Heer geschlagen, ein Reich erobert oder eine tapfere That voll-bracht hat, dessen Dienste sollen im Auge behalten und ihm sein Recht werden.

Die alten Soldaten soil man in Ehren halten und ihren Reden zuhören; denn, was sie erzahlen, stammt aus Erfahrung. In ihnen erkennt man die Würze des Kaufladens des Reichcs und lasst ihro Söhne in ihren Posten ihnen nacbfolgen.

Ich befahl; Kein foindlichor Soldat, der gefangen genommen wird, •soil getodtet werden; man soil es ihm frei stellen, ob er in meine Dienste treten will und ihn in diesem Falie nehmen, anderenfalls aber frei lassen. So babe ich eintnal 4000 Turken frei gelassen1).

.Ieder feindliche Soldat, der nach wackerem, treuen Kampfe aus freien Stücken oder au.s Notwendigkeit bei mir Zuflucht sucht, soil geachtet und geebrt werden, denn er hat treu seine Pflicht gegen-über seinem Herrn erfüllt.

Verordnung über Be 1 ohnungen an Offiziere, We-ztro, Soldaten und gewöhnliche Untertbanen in Gunstbezeugungen und Gnadengaben 2).

Ich befahl; Jeder Emir, der ein Reich erobert oder ein Heer geschlagen bat, soil durch dreierlei ansgezeichnet werden, niimlich durch Titel, Scbweif (Tugh) und Pauke. Er soil die Bezeicbnung »Behadurquot; (tapfer) lühren und als Genosse des Reiches gelten; im Rate soil er einen Sitz bekommen, ihm eine Provinz an der Grenze anvertraut und andere Emire unterstellt werden. Jeder Offizier, der einen Fürsten scblagt, einen Fürstensohn besiegt oder einen Champ;n in die Flucht jagt, soli in derselben Weise belohnt werden.

Ich befahl3); Wenn ein Unbaschi oder Juzbascbi eine Abteilung schliigt, so soil der Unbaschi als Belohnung die Verwaltung ciner Stadt, der Juzbascbi die eines Districts erhalten.

Ich befahl; Wenn ein Minkbascbi eine feindliche Abteilung scblagt, so soil er zum Generalgouverneur eines Districts ernannt werden.

leb befahl; Jeder Emir, der einen District erobert und dem Feinde entreisst, soli diesen District drei Jahre lang als Belohnung erhalten.

Ich befahl; Der Elitesoldat, welcher eine Walfentat vollbringt, soil als Belohnung eine Spitzaxt oder einen verzierten Gürtel sowie einen Sitbel und ein Pferd erhalten und zum Unbaschi befördert

1

»\\Vah rend ich die Gefangenen sonst gcwohnlich nicdermachen Hessquot;. Uiescr unumganglich notwendige Zusatz ist leider vou Timur weggelassen.

2

Davy-White, S. 282.

3

Davy-White, S. 288 folg.

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werden, ilamit er nach der zweiten Waflentut .Tuzbaschi und nach der dritten Minkbascht werden kann.

Verordnung über die Verleihung von Pauke nnd F a h n e.

Icli befahl: Jeder der zwölf Emire soli eine Pauke und Fabne erlmlten. Der Oberemir soli mit Pauke, Fahne, 10,0()0-Schweif (Tumantugh) und Tschartugb\') verseben werden. Der Minkbascbi soli einen Tugb und eine Trompete, der Juz- und Unbaschi eine

Pauke erhalten; den Starnmesfübrern wird ein . ......1) ver-

liehen, den vier Beglorbegen je eine Fabne, Pauke, Tscbartugh und.......2)

Jedei\' Emir, der eine Armee scblagt oder ein Tleicb erobcrt, soil, wenn er ein erster ist, zum zweiten befbrdert werden, wennerein zweiter ist, zum dritten, wenn er ein dritter ist, zum vierten, und so fort bis zum elften ; der elite soli zum zwolften befbrdert werden und Fabne, Scbweif und Pauke erhalten.

Der erste Enitr soil einen Scbweif, der zweite zwei, dor dritte drei, der vierte \\ier nebst Pauke erbalten , bis sie sich zur Würde des 10,000-Schweifes und des Tschartugh\'s binaufbringen.

Verordnung über die Ausrüstung des lleeres.

lob befabl: lm Felde sollen von den gemeinen Soldaten je 18 ein Zelt haben; jedor Mann soil \'i Pf\'erde, einen Bogen, einen Köcber, einen Sabel, eine Siige, einen Pfriem, einen Sack, eine Sacknadel, ein Beil, 10 Niilinadeln nnd einen ledernen Mantelsack fübren.

Von den Elitesoldaten sollen je 5 ein Zelt haben; jeder Mann soil einen Panzer, einen Helm, einen Siibel, einen Köcber, einen Bogen und die vorschriftsmiissige Anzahl Pierde mit sich fübren.

Von den Unbaschis bat jedor ein Zelt, einen Schuppenpanzer, Siibel, Köcber, Bogen und 5 Pierde zu fübren.

Von den Juzbascbis bat jeder ein Zelt, 10 Pf\'erde sowie an Waf-fen Siibel, Köcber, Bogen, Keule, Streitkolben, Panzerbemd und Brustbarnisch zu führen.

Von den Minkbaschis soli jeder ein Zelt und einen Sonnenschirm und an Waffen, wie Panzerhemden, Brustbarnische, Helme, Lanzen, Siibel, Köcber, Pfeile, so viel wie möglich mit sich führen.

1

Der gewöhnliehe Sinn von .larghu passt hier nicht. Audi an die bei Vullers s. v. nnter Nr. 3 angefiihrtc Bedeutung .Führerschaftquot; (Abstractum) ist in dieaem Zusammenhange kaum zu denken. Vergl übrigcns S 139 Anra 2.

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Der ersto Emir soil oin Zelt, ein gesticktos Zolt, oin Paar Son-nenschirmo nnd an Waffon soinem Range entsprechend so violo als er nur kann mit sicli führen, um sie anderweitig zu vertellen.

Ebenso sollen der zwei te, dritte, viei\'te Emir bis znm Oberemir je nncb ihrem Range iliro Ausrüstung an Zeiten, gestickten Zeiten, Sonnenscbinnen nnd Pferden mit sich führen. Der ersto Emir soil HO Pferde, der zweite 120, der dritte quot;130, der vierte 140 liaben, und so welter bis zum Oberemir, der nicht weniger als 300 bei sich haben imiss.

Von den Infanteristen soli jeder Sabel, Bogen, eine Hand voll Pfeile, je nach quot;Vermogen aucb mehr oder weniger, mit sich führen; zur f\'chlacht aber darf er nicht weniger haben als vorge-schrieben ist.

Verordnung über den Wachtdienst,

Ich befahl: Vor dem Feinde soil immer ein zwolfter Emir nebst (seinen) Minkbaschis, Jnzbaschis nnd Unbaschis im Feldlager mit quot;12,000 gewalfneten Reitern einen Tag nnd eine Nacht vor den Zeiten die Wache haben.

Diese 12,000 Reiter sollen in 4 Abteilnngen geteilt werden, von denen eine auf dem rechten, eine anf dem linken Flügel, eine vor dem Lager und eine hinter demselben Aufstellung nimmt; jede Wache soli, wenn sie an der Reihe ist, einen halben Farsach (3 km) ans dem Lager herausrücken nnd sich in dieser Entfernung lagern.

Jede dieser vier Abteilungen soil eine eigne Avantgarde bilden, und die Avantgarden je einen Vortrupp\') und sie sollen den Faden der Vorsicht und Aufmerksamkeit nicht aus der Hand lassend Nach-richten einziehen.

Ich befahl: An jeder Seite des Lagers soli ein Kot wal sich be-fmden, dom die Bewachung und Aufsicht zufallt; dcrselbo soil die Verhaltnisse mit den Hiindlern regeln und, wenn Eigentum der Soldaten gestohlen wird, dafür aufkommen.

Ich befahl; Die 4 Wachtabteihmgen sollen (Cavallerie-)Patronillen1) abordnen, welche das Lager in dem Umkreise von 4 Farsach (24 km) bewachen; sie haben sich um Todte oder Verwundete, die sie auf-finden, zu kümmern und sind für Diebstiihle am Eigentume eines Mannes haftbar.

Ich befahl: Ein Drittel des Heeres soil für die Grenzwacht ver-wendet worden, wiihrend zwei Drittel in meinem Gefolge bleibon.

1

Tschapquntachis, vergl. oben S. 21.

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Verordnung für Sclilaclit nnd Gofecht, Einrückon iind Abmarsch von dom Schlachtfe 1de, Aufstel-lung dor Schlachtreihe und Bosiogung des Gog-n e v s \').

Ich bofahl: Wonn der Feind scliwiichor als -12,000 Heitor ist, so soli der Oberemir des Kommando führen; er soil 12,000 Heitor aus don Völkerschaften und Stammen bei sicb haben, und ebenso auch soine Minkbaschis, Juzbaschis und Unbaschis.

Er soil bis zur Entfornung eines Tagesmarschos an den Feind herangehen, ihm Stirn gegen Stirn entgegontreten und tnir dann Moldung senden.

Icb bofahl: Diose 12,000 Reiter sind in 9 Abteilungen zu teilen, und zwar eine Abteilung für das Centrum, drei für den rechten, drei für don linken Flügel, oino für die Avantgarde, oine für deron Vortrupp.

Die Abteilung des rechten Flügols zorfallt in Avantgarde, Tscha-paul und Schaqaul (rechte und linke Flügelabteilungl, und ebenso die des linken Flügels in Avantgarde, Tschapaul und Schaqaul.

Ich bofahl: Dor Oberemir soil bezüglicb dos Schlachtfeldes vier-erlei boaebten:

4. Dass die Gogend Wasser babe,

2. Dass das Terrain soinom Heoro Dockung blote,

3. Dass seine Soite holier liege als die dos Feindes, und dass ihm die Sonne nicht in das Gesicht schoino, da deren Strahlen sonst die Augen seiner Leute blonden ,

4. Dass die Front oliën und frei sol.

Ich befahl: Einen Tag vor der Schlacht soli die Schlachtlinio aufgestellt und die Truppen geordnet worden; dann soli man vor-gehen, ohne in der Richtung, in wolcher man marschirt, die Köpfe der Pferde abweichen oder auch rechts und links abbiegen zu lassen. Und ich befahl: Sobald das Auge des Hoeros die Schaaren dos Feindes erschaut, sollen rait dom lauton Rule «Allah ist gross!quot; die Rosso (zum Angriff) angespornt werden.

Ich befahl: Wonn dor Oberbefehlshaber1) bemerkt, dass der Bofehlshaber soino Pllicht vernachlassigt, soil er oinon anderen an dossen Platz sotzon und dann den Emiren und Soldaten das Decret2), welches ich ilun für diesen Fall übergeben babe, vorweison.

1

Dieser Ollizier trilt hier wie in deutschen Verhiiltnissen nur im Kriege nuf. Der pers Ausdruck bcdeutet »Armeerinspceteurquot;, waa bei mis nur für Friedena-zeiten passen wiirde.

2

//Siegesdecretquot; euphemistiach.

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144

Ich befahl: Der Befehlshaber soli in Gemeinschaft init dom Ober-bofohlshaber dio Schwache oder SUirko des Feindes beobachten, die eigenen und feindlichen Anführor mit einander vergleicbon iind Miingol odor Vorteilo ausgloichen be/.w. benutzen ; er soli die Be-waffnung der eignen und feindliclien Trappen in das Auge fassen, des Gegners Liewegungen beobachten, ob er niimlich langsarn und geschlossen vorrückt oder aufgelöst.

Er muss den Vormarscb des Feindes in\'s Auge fassen, ob dieser niimlich auf ein Mal in wildem Ansturm oder in auf einander fol-genden Abteilungen angreift und beobachten, ob der Feind nach seinen) AngrilV wieder umkehrt und einen neuen machen will oder ob er sich mit dem ersten begtiügt. Itn letzteren Falie müssen die Soldaten den feindlichen Angriff mit Geduld aushalten; denn Tap-ferkeit ist weiter nicbts, als Ausdauer für eine Stunde (d. i. für kurze Zeit).

Ich befahl: Ehe der Gegner nicht zurn Angriff anrückt, soil man gegen ihn nicht losgehen; wenn er aber das Schlachtfeld betritt, muss der Feldherr darauf bedacht sein, seine Befehle für die Ope-rationen seiner Truppen zu gebén.

Welches sind die Aufgaben des Feldherrn? Seine Truppen zu leiten, zur Zeit des Kampfes sich zu boherrschen und nicht aus der Fassung zu kommen, jode Abteilung wie eine besondere Waffe, als Pfeil, Streitaxt, Siibel, Keule, Messer oder Dolch hervor zu nehinen und sie zur bestimmten Zeit anzuwenden. Der Feldherr muss seine neun Abteilungen gebrauchen wie ein Fechter, der mit jedem Gliede seines Körpers als Hand, Fuss, Kopf, Brust u. s. \\v. kampft; es ist zu hollen, dass wenn neun Schliige nach einander auf das feindliche Heer fallen, der neunte unbedingt die Nieder-lage herbeiführt.

Der Feldherr soil zuerst die Avantgardenabteilung gegen den Feind entsonden; zu ihrer Unterstützung lasse er die Avantgardo des rechten Flügels folgen und nach dieser die des linken Flügels vorgehen, so dass auf diese Weise drei Schliige gegen den Feind geführt werden. Wenn dann die Avantgarden wanken, so sendet er die erste Abteilung des rechten und nach dieser die zweite des linken Flügels vor i). 1st der Sieg damit noch nicht entschieden, so liisst er die zweite Abteilung des rechten und darauf die erste des linken vorgehen [und mir Meldung zukommen] 1).

(Wird der Feind auch jetzt noch nicht geworfen, so) soli der Feldherr auf meine Fahnen schauen, im Vertrauen auf die Gnade

1

Einschiebsel,

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Alliih\'s sich selbst in den Kampf stilrzen und donkon, dass icli auf dera Kampfplatze zngegen sei. Durch die Gnade Allah\'s wird dann nach aclit Scliliigen der Feind bei dem neunton geworfen und dor Sieg errungen werden.

Der Feldherr darf nicht hitzig seine Truppen dirigiren und fails er selbst persönlich in den Kampf eingetreten ist, sich nach Möglichkeit nicht dom Tode aussetzon ; denn der Tod des Feldherrn bringt Schande (über das eigne Heer) und erhöht die Kühnheit des Feindes.

Der Feldherr muss mit Überlegung nnd Besonnenheit handeln und nicht hitzig sein; denn Uitzo ist vom Teufel. Aucli darf er sich nicht zu Aktionen hinreissen lassen, aus denen er (nachhor) nicht wieder heraus kann.

Schlachtordnung für ein Heer von 12,000 Mann.

Vortiupp

Avnntgarcto

Avantgaidü d. 1. Fl. Avantgaidc d. r. Fl.

II Abt. d. I Fl. I Abt. d. T. Fl. II AEtT d. r. Fl. I Abt. d. v. Fl.

(Schaqaul) (Tschapaul) (Schaqaul) (Tschapaul)

I

Centrum

(Weitere) Verordnung über die Schlachtaufstol-lung für mein sieg rei ch es Heer.

Icli befahl; Wenn dass feindliche Heer starker als 12,000 aber schwilcher als 40,000 Reiter ist, so soli einer meiner glückbegün-stigten Söhne den Oherbefehl führen. In seinem Gefolge befinden sich zwei Beglerbege nobst den zugehorigen Etnlren sowie nicht weniger als 40,000 Reiter aus den Horden, Stammen und Vülker-schaften. Die siegreichen Truppen sollen raich selbst für gegen-wartig ansehen und den Faden dor Besonnenheit, Kühnheit und Tapferkeit nicht aus der Hand verlieren.

Ich befahl: Sobald mein glückliches Gozelt aufbricht, sind 12 Abteilungen, jedo unter dem Kommando eines Stammes-Emir\'s zu bestimmen, welche dafür zu sorgen haben, dass die 12 Vorschriften,

10

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14G

die ich fur die Schlachtaufstollnnf]:, die Besiegnng des Gegnors, das Vorrücken und don Abmarsch erlassen liabe, befolgt werden1).

Ein (guter) Feldherr ist derjenige, der nacli Reeognoscirung dor Zahl der feindiiclion Fiihrer diosen (goeignote) Offlziero entgogen zu stellen woiss, der die (Stellung dor einzelnen) Truppengattungon des Feindos, wie Bogonsclitttzon, SabelbewafFnete, Lanzentrilger, beobachtet, auf den Anrnarsch des Feindos achtot, ob dioser nam-lich gescldosson und langsam in oinzolnon Abteilungen nacb ein-andor horanrückt odor ob or aufgolöst (im Ganzen) anstürmt, und der den Zugang für don An- und Abmarsch zum Schlachtfelde konnt und sich über die Anscblago und Absicbten des Feindos oriontirt.

Manchmal kommt es vor, dass dor Feind sicb nur wonig sobon lasst und eino vorstollto Flucht ausführt; durch solche List und Fluclit darf man sicli nicbt ti\'iusclion lasson.

Ein kriogsorfahronor und orprobter Foldhorr woiss Bescheid in den Kriogsregeln, welche Abtoilung zu ontwickoln ist, welclio Lücko mit Klughoit zugostopft, und wie der Angriff eingeleitet werden muss; or orrat die Absicbten dos Gognors, erkennt dossen Angriffswoise und veroitolt soino Listen.

Der Foldhorr muss soino 40,000 Reitor in 14 Abteilungen fol-gendormasson eintoilen:

Zuorst soil er soino oigno Linie aufstollon, die den Namen «Centrumquot; orhalt. Sodann stollt or droi Abteilungen auf dem rechten Fliigel auf, von donon oino don Namen «Avantgarde dos rechten Flügolsquot; führt, und droi Abteilungen auf dem linken Flügel, von donon oino »Avantgardo dos linken Flügolsquot; heisst. Droi weitere Abteilungen werden vor dom rechten Flügel aufgostellt, und dioso heissen »Tschapaulquot;; eino dorsolbon bildot die »Avantgardo dos Tschapaulquot;. In derselben Anordnung stohon drol Abteilungen auf dem linken Flügel, »Schaqaulquot; gonannt; eino dorsolbon wird zur «Avantgardo des Schaqaulquot; bestiinmt. Dann formirt er dio »grosse Avantgardequot; vor dor Front des Centrums, wolche durch Pfoil-schützen, Sabelbowalfnoto, Lanzentrilger und erprobte, orfahrone Elitosoldaten in angomossoner Woise ihre Starke orhalt; diose müssen untor lautom Geschrei ihre Rosse anspornen und die ont-sprechende feindlicho Avantgarde in dio Flucht jagen.

Dor Foldhorr muss dio Bewegungen des Feindes beoachten und jedon Offizier, der ohne Bofehl angroift, bostrafen.

Dor Foldhorr muss das Vor- und Zurückgohen dos Feindes beob-achton, er darf sicb nicht zum Angriff hinreisson lasson, ehe nicht der Gegner selbst zu diosom horaneilt. Bietet diesor aber das Ge-

1

Uieser Absatz scheint hier an unrechtcr Stelle zu stehen.

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feclit an, so erkunde er die Intontionon dos Gegners, ob er niitn-lich heranrückt und wieder umwendet, oder wie er den Angrifi\' ausführt, ob er nach ausgeführtem Angrifi\' wieder umkohrt, oder ob er sich listig zur Flucht wendet und dann wieder listig zurück-kehrt.

Der Feldherr darf einen Gegncr, der aus eigenem Antriobe die Flucht ergreift, nicht verfolgen; denn ein derartiger Feind mug sich im Rücken leicht durch Reserven geschützt haben.

Der Feldherr muss beobachten, ob der Feind geschlossen auf das Scblachtfeld zum AngrilT heranrückt oder ob er zunachst die Truppen des rechten und linken Flügels entwickelt hot; dann ent-sende er zuerst seine grosse Avantgarde und lasse diese kampfen. Hierauf entsonde er die Avantgarden des Tschapaul und Schaqaul zur Unterstützung der grossen Avantgarde, nach diesen die erste Abteilung des Tschapaul und die zweite des Schaqaul und endlich die zweite Abteilung des Tschapaul nnd die erste des Schaqaul.

1st mit diesen siebon auf don Feind geführten Schliigen der Sieg noch nicht entschiedon, so lasse er die Avantgarden des rechten und linken Flügels vorrücken, so dass nunmehr neun Schliigegegen den Feind erfolgen.

Erringen auch diese noun Schliige den Sieg noch nicht, so lasso er die erste Abteilung dos rechten und die zweite des linken Flügel.s vormarschiren.

Wenn auch diese elf Schliige den Sieg nicht entscheiden, so sende er die zweite Abteilung des rechten und die erste des linken Flügels in den Kampf; os steht zu boffen, dass nun durch dreizehn Schliige das feindlicho Hoor goworfen und der Sieg gewonnen wird.

Sollten aber wider Erwarten diese dreizehn Schliige noch nicht zum Siogo führon , so ist es die Aufgabe dos Feldhorrn , die Gen-trumstruppen zu ordnen und in Bowogung zu setzon. Er erschoino wie ein Borg vor dem Auge des Feindes, langsam und massig an-i\'ückend. Dio Elitekrieger müsson mit dem Siibel angreifen, dio Bogenschützen ihre Pfeilo entsendon, und wenn auch dann dor Sieg noch ausbleibt, so stürze sich dor Feldherr selbst in den Kampf, den Bliek auf meine Banner gerichtet.

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Aufstelluna in 14 Abteilungen.

Vortrupp \')

I

Grosse Avantgarde

_L

Avantg. d. Schaqaul Avautg. d. Tschapaul _I___ ,___I--. ___1—

II Abt. d. Sch. I Abt. d. Sch. IT Abt. d. Tsch. I Abt. d. Tsch. I____1__

Avantg. d. 1. Fl. Avantg. d. r. Fl. J___ __I__, __!___ ,--L

II Abt. d. 1. Fl. lAbt. d. 1. Fl. II Abt. d. r. Fl. I Abt. d r, Fl.

Centrum

Für den Fall, dass der Feind starker als 40,000 Roiter sein sollte, bestimmte ich, dass Beglerbege, Emire, Minkbaschis, Juzbascbis, Unbascliis, Elitesoldaten und Gemeine den Dlick auf meine sieg-begleiteten Fahnen richten sollten (d. h. ich wollte dann selbst die Führung übernelimen).

Ich befah 1: Der Führer einer jeden Abteilung, dem ich eine Ordre schicke, hat nach dem Inhalt dieser Ordre zu handeln und darf nichts von ihr vernachliissigen. Jeder Beglerbeg oder Emir, der seinen Befehl vernachlitssigt oder übeischreitet, soil mit dem Siibel execiitirt werden, und sein Steilvertreter und Aspirant1) an seinen Platz treten.

Ich befahl: Aus don 40 Abteilungen der Horden, Volkerschafton und Stamme sollen die 12, welche dio Tamgha2) bekommen haben , in 40 Schaaren geteilt werden; die Emire der (anderen) 28 Abteilungen, welche die Tamgha nicht bekommen haben, stellen sich hinter dem Centrum auf. Meine Siiline und Enkel kommen vor den rechten Flügel des Centrums, meino Verwandten und Versc.hwa-gerten vor dessen linken zu stehen. Dioso Truppen sollen eino Ro-

1

S. oben Seite 138.

2

Sold als Ertrag von Steuern, vergl. Davy-White S. 308.

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serve billion, die überall, wo Bodai\'f ist, zur Untoi\'stützung vor-wandt wird.

Auf dom rechten Flügel stelioti 0 Abteilungon und oino weitere bildet die Avantgarde desselbon; dosgloichen stohen G Abteilungen auf dom linken Flügel und eine weitere bildot dessen Avantgarde.

Ebenso befahl ich ; Vor den Truppen des rocliten Flügols sollen C Abteilungen steben, wolcbe den Namen Tschapaul führen; oino weitere Abteilung bildet dio Avantgarde dos Tschapaul. Dosgloichen sind vor den Truppen des linken Flügols 0 Abteilungen aufzustellon, Schaqaul genannt, und oino andere als Avantgarde dos Schaqaul.

Weiter vor den Truppen des Tschapaul und Schaqaul werden 0 Abteilnngen aus orprobton Elitesoldaten unter erfahrenen Emiren aufgostellt, als »gro.sso Avantgardequot;. Eine Abtoilung soil vor diese 0 Abteilungen hinausgeschoben werden und den Namen «Avant-garde dor Avantgardequot; \'j führen.

Zwei Planklerführer sollen rnit einor Schaar kühner Mannon rechts und links von dor «Avantgarde dor Avantgardequot; stehen, um das feindliche Heer zu recognosciren.

Ich befahl: Die Führer dor 40 Abteilungen dürl\'en nicht olior den Kampf beginnen, ehe sie Ordre von mir erhalten und nicht ober angreifen, oho die Reihe an sie kommt; sie müssen aber ge-fechtsberoit und gerüstet sein.

Wenn sie Befehl zurn Vorgehen erhalten, so habon sio die Be-wogungen des Foindes beobachtend vorzugehen; dio Richtung, in der der Feind vorrückt, habon sio ilim zu versperren und dagegen vom Feinde versperrte Zugange zu üffnon.

Ich befahl; Sobald die «Avantgarde der Avantgardequot; in den Kampf eintritt, liisst der Avantgardenkommandour seine C Abteilungen eine nach der anderen folgen, um so durch sechsmalige oinzelne Schliige den Feind zu verwirren und zu worfen. Dann ent-sendet der Führer des Tschapaul seine G Abteilungen oinzeln nach einander zur Unterstützung und stürmt zuletzt solbst mit vor.

Ebenso liisst der Führer dos Schaqaul seine 6 Abteilungen zur Ililfo vorrücken und geht schliesslich solbst mit vor. So werden durch die Macht und Starke Allah\'s 18 Schliige auf den Feind geführt und dieser geworfon und gebrochen.

Wenn aber trotz dieser Schliige der Feind noch Stand hiilt, so muss der Komniandeur des rechten Flügels seino Avantgarde und dosgloichen dor des linken Flügels die seinige versenden. Durch den Angriff dieser beiden rechten und linken Fliigelavantgardon

1) Vortruini der Avantgarde.

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wird das feindliche Ileor nun sicherlich kraftlos und widerstands-unfiiliig werden.

liloibt der Feind aber trotzdem noch unerschütert, so lassen die Kommandenre der rechten und linken Fliigel iliro Abteilungen nach einander vorrücken, und wenn sie sehen, dass jener den siegreichen Truppen immer noch Stand halt, so geben dio beiden Komman-deure zuletzt selbst zur Vornichtung des Gegners vor.

Wanken nun aber dio Kommandeure des rochton und linken Fliigels, so stürzen sich dio Prinzen von Geblüt aus der Reserve des rechten und meine Verwandten aus dor Reserve des linken Fliigels gogen den Feind vor. Sie mussen ihr Au ge auf den feind-lichen Fübrer und seine Fahne richten, durch ïapferkeit und Kühnheit ilie Reilion des Gogners durchbrechen, den f\'eindlichen Fübrer gofangen zu nohmen sucben und sich bemühon, dio Fahne der Gegnor zu Boden zu werfen.

Halt der Feind trotz aller dieser Schliige noch Stand, so mussen die Korntruppen und Elitesoldaten des Centrums sowie die Truppen aus den Stammen, welcbe hinter dem Centrum stehen, zu gleicher Zeit im Angriff losstürmen.

1st damit der Sieg noch nicht entschieden, so muss der Herrscher in eigner Person mit mutigem Herzen und hober Energie vorrücken.

Wenn der Feind im Ansturm die Truppen des Tscbapaul, Scba-qaul, dos rechten und linken Flügels geworfen bat und gegen das Centrum heranrückt, so ist es die Pflicht des Herrschers, den Fuss der Tapferkeit in den Steigbügel der Ausdauer zu sctzen und zur Vernicbtung des Gogners vorzurücken.

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Schlachtordnung für die 40 Ab toi 1 ungen \').

^Cgt;

Vortrupp

I I I I I I

□ U □ U □ L

VI V IV III II l

A v antiraid c

x\\ \\

Avantg. d. Sch.

Ó □ Ó □ □ □ VI V IV III II I Scliaijiuil

_),_

Avantg. d. Tsch.

ÓlZlÓDÓt

VJ V IV III 11 1

Tschupaul

_I_


Avnntg. il. 1. i\'1.

□ □ □ ó □ t vi v iv Til ii i

Linker Mügel

Avantg. (1. r. Fl. I ^ I

71 quot;vquot; Tv ïli TT

llochter riiigol


Centrum

ó ó ó ó if i □ ó ó ó ii □ □ ó ó ó ó ó ó ó ó ó ó ó ó ó ó 6

1) Die 28 hinter dem Centrum sind nicht mitgezilhlt.

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\\\\

....

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INDEX

/\\

Abdul Haraid, 5 Antn. i.

Abessynien, 34 Anra. I, 39 Anin. 2. Abschiod, quot;19.

Abul Fazl, 6, 7, 18, 19 Anra., 25,

40, 41, 49 Anra., 84, 85 u. ö. Abul Hasan Qutb ul-Mulk, 47. Abu Tiilib ul-Iluseini, 5.

Aijaf Chan, 33. ( Adjutant, 109.

Adschmtr, 103.

Aelian, 11 Antn. 1.

Afghanen, 51, 70, 113.

Abadis 20, 50.

Ahmedabi\'id, 40, 115.

Ahmed Abdali (Durrani), 28, 32, 44,

04, 71, 113.

Ahmed Jiidgar, 70.

Ahmednagar, 118, 122 Anm, 1,125

folg., 132.

Aimaq, 21.

Ain-i Akbart, 6, 7, 23, 24, 25, 28 u. Anm., 31, 34, 40, 41, 49 Anm., 50, 55, 57 Anra. 2, 58, 07, 08, t 69, 100 Anm. 1, 107 u. Anm.,

108, 135.

Ain-Translation, 0, 8, 11 Anm. 2 u.

з, 14, 15 Anra. 1, 16, 17, 20, 21, 24, 25, 20, 30, 39, 42, 49, 51, 00

и. Anm., 07, 08.

Akbar, 13, 14, 16, 20, 21, 23, 24, 20, 29, 30, 31, 32, 33, 34, 39, 40,

41, 45, 46, 47, 50, 51, 52, 53, 57 u. Anra. 2, 58, 62, 69, 70, 71, 70 folg., 110, 118, 134, 135.

Akbarnarae, 0, 7, 16, 21, 22, 29, 34, 42, 44, 45, 46, 52, 53, 61 u. Anm. 2, 02, 65, 09, 70, 71, 70 folg., 84 Anra. 1, 100, 108 Anm. 1 u. 2, 111, 112, 113, 114, 116, 132, 135.

Alomgtrname, 7, 13, 19, 21, 22,24, 29, 33, 54, 60, 61 Anm. 2, 62, 00, 09, 70, 84 folg., 103 folg., 105, 109 Anm. 3, 114, 135.

Alexander der Grosse, 51.

Altqiili Chan, 52.

Ambarkót, 127.

Amber, 114.

Araba, 20.

Araber, 10, 24, 29, 48 Anm., 59, 07 Anm.

Arkót, 34, 53.

Arrièregarde, 01.

Artillerie, 26 folg., 108, 109.

Aschanti, 39 Anra. 2.

Asir, 35, 118, 127 folg.

Aufkliirungsdienst, 106, 107, 109.

Aurengzèb, 8, 9, 13, 21, 20 Anm., 32, 34, 30, 37, 42, 50 u. Anm., 50, 02, 70, 84 folg., 103 folg , 105, 114, 135.

Avanceraent, 139.


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154

Avantgarde, 61.

Avantgardenartillerie, 108, 109.

Azain Chan Koka, 116.

Babor, 4, 5, 13, 20, 22, 23, 24,25, 20, 27, 29, 33, 35, 39, 45, 47, 48, 61, 62, 70 u. Anm., 71 folg., 109, 111, 112, 113, 117, 134.

Baber\'s Memoiren, 4, 21, 22,24,20, 27, 45, 50, 59, 01 Anm. 1 u. 3, 70, 71 folg., 75 Anm. 2, 106.

Babis, 126 Anm.

Baclischi, 48.

Bachtawer Chan, 115.

Badauni, 7, 13, 18, 21 Anm. 4, 22 Anm., 23, 26, 27 u. Anm. 1, 29, 33, 34, 48, 49, 52, 53, 54, 61 Anm. 4, 62, 69, 71, 74, 75, 84, 109 Anm. 2, 110, 111, 113, 114,133.

Badlidsch, 29.

Badschahname, 5 Anm. 1, 16, 42, 40, 51, 55, 56, 85,100 Anm,, 116, 127, 132.

Badschaur, 117.

Ballspiel zu Pierde, 21, 86 Anm. 2.

Ban, 39.

Barha Sejjids, 60.

Barack, Oberbibliothecar Prof. Dr., 4 Anm.

Barangbar, 59, 00.

Bastion, 103, 134.

Banor 51.

Beamte, 17.

Beduinen, 9.

Belagernngen, 117 folg.

Belagerungsgeschütze, 33, 34, 35.

BMdi\'lr, 24.

Bongalen, 42, 135.

Berenger, 58.

Bernier, 28, 32, 36, 42, 105, 108.

Bezold, Prof. C., 132 Anm.

Bhodscbjmr, 53.

Bidscbapür, 427.

Btdscbapnr, Radscha von, 35 Anm. 2. Btstt, 13, 18.

Bitiktschi, 48.

Blacker, 127 Anm. 2.

Blochmann, H., 6, 8, 11 Anm. 2 u. 3, 14, 15 Anm. 1, 16, 17, 19,21, 25, 26, 39.

Bochara, 39 Anm. 2.

Bogenschützen, 24, 108.

Boote, 134, 135.

Brackenbury, Henry, 39 Anm. 2. Brandzeichen, 49, 50 u. Anm. Briggs, Major-General, 32, 39, 54. Broome, 9.

Browne, E. (i., 57 Anm. 1,126 Anm. Bry, de, 31 Anm.

Bumi-Truppen, 40.

Bunduqtschis, 24.

Burhan Nizam Schab I, 128. Byzantiner, 59.

C vergl. anch K.

Catrou, 8, 16, 21, 26 Anm., 32 Anm.

2, 42, 50 Anm., 58.

Cavallerie, 20 folg., 108, HO, 111 Anm.

Cavalleriepatrouillen, 100, 107, 109. Centrum, 61.

Clmece Tabin, 21, 60.

Chafi Chan, 7, 28, 33, 47, 49, 50, 54, 56, 57, 103 Anm. 1, 116,135. Chan Chanan, 44.

Cbandêsch, 41 Anm. 1.

Chan-i Azam, 44, 65, Hl. Chandscbeban, 116.

Chudawend Chan, 133.

Chwadscbe Abdullah, 62.

Clarke, C. Purdon, 37, 132 Anm. Clavijo, Ruy Gonzalez de, 55 Anm. Controle, 49, 50.

Corvette, 135.

gadiq Chan, 44.

Qahibdschi, 125.


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155

Qefewiden, 3, 04 Amu.

Qol, GO.

gol Jan, 00.

gol Qol, 00.

Duchili-Inl\'antei\'io, 15, \'24.

Dandfis, 41 Anm. 1.

Dara-Schukóh, 50, 02, 00, 85, 103

folg., 105, 114.

Daud Lödi, 40.

Daulat Chan Lódi, 110.

Davy-White (Timur\'s Verordnungen), 4 folg., 0 Anm. 1, 14 Anm, 1, 24, 25, 40, 04, 70, 109 Anm. 1, 112, 114, 136 folg. Decimalsystom, 11, 14, 15.

Dog, 29.

Degradation, 49, 50.

Delibaschi, 11, 13, 14.

Delbrück, H., 111 Anm.

Demir Qapy, 04 Anm.

Desertion, 50.

Dest-i rast, 01.

Dest-i tschop, 01.

Dhaka, 37.

Dtwan, 48.

Droifuss, 27, 74.

Dschai Mali, 30.

Dscham, 20, 74.

Dschehamp;ngtr, 5 Anm. 2, 13 Anm. 2,

17 u. Anm. 1, 42, 44, 50, 09. Dschehangir\'s Memoiron (Waqiat),

51, 57, 58, 75 Anm. 2. Dschehangir\'s 12 Maximen, 5 Anm. 2. Dschehangir\'s Tuzuk, 20, 22, 27, 30

Anm. 1, 00 Anm.

Dschehangirquli Chan, 22.

Dschingiz Chan, 44, 48, 00 u. Anm. Dschunagarh, 35.

Dschuwanghar, 59, 00.

Diirgawati, 33, 52, 125.

Eilkameele, 110, 117 Anm.

Einzelkampfe, 40, 47.

Elefanten, 34, 50, 51 folg., 57, 58, 02. Elefantenkanone, 28.

Elefantenführer, 54.

Elitesoldaten, 137.

Elle, ilahischo, 127 Anm. 1. Elliot-Dowson\'s History, 7, 13 Anm. 1, 17 Anm. 2 u. 3, 25,28,29,32, 33, 34, 35, 30, 39, 42, 44, 45, 49, 50, 58, 02, 09, 70 u. Anm., 72 Anm., 85, 107, 112, 113, 115, 110, 117, 122 Anm. 1, 133, 135. Emir, 10, 130, 138.

Emir der Emtre, 138.

Englander, 34, 39, 135.

Erker, 133 Anm. 2.

Erskino, 51, 09, 71, 75, 106 Anm.,

134.

Europaor, in Diensten des Gross-

moglmls, 32.

Europaer (Geschütze), 27.

Exercitien, 49.

Fahne, 141.

Fasten, der Trappen, 100 Anm. Fatalismus, 40, 47.

Fathpür, 52.

Feldzeichen, 17.

Feizi, 30.

Fergusson, James, 132.

Festungsgeschütze, 34.

Festungsschlüssel, 133.

Firengi (Gescluitz), 27.

Firischte, 52, 119 Anm.

Flösse, 134.

Flucht, verstellte, 70.

Flückiger and Hanbury, 37 Anm. 1.

Flügel, 8.

Flussgefechte, 135.

Franclin, W., 9 Anm.

Frauen, 125.

Fryer, Dr. John, 7 Anm., 53, 134,

135.


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156

GKulschnal, 28.

Garbe, C.

Gebirgskrieg, 22, 100. Gebirgspasseinnahme, 103 l\'olg. Gefangene, 114.

Gefreiter, 137 Anm. 1.

Geinelli Gurari, 32, 58.

Gescliütze, 20 fblg.

Gewehre, 31.

Ghn\'ib, 135.

Glaubenskrieg, 105 Anm.

Gogoiula, 23, 54, 114.

Golkonda, 28.

Güdschai\' Chati, 52.

Gudschoramp;t, 30, 49, 115, 134.

Hakluyt Society, 13 Anm. 3,31 Anm,,

55 Anm.

Hammer, von, 24, 30, 34. Handfeuerwafl\'en, 31.

Handgemenge, 108.

Handschriften, 3 Anm., 0 Anm., 134,

139 Anm. 2.

Hanway, Jones, 55, 113.

Haraul, 61.

Harem, 50, 57 Anm. 1.

Hathnamp;I, 28.

Haubitze, 38.

Hauda, 50.

Haupttrupp der Avantgarde, 01,108. Hawkins, 13 Anm. 3, 15 Anm. 2, 17 u. Anm. 1, 20, 41 Anm. 2, 51 Anm., 57, 58, 107 l\'olg.

Heer, stiindiges, 39 l\'olg.

Heck, Dr. L., 57 Anm. 2.

Heider Mirza, 19, 29, 50, 76.

Hektm Abul Fath, 22.

Hellwald, von, 39.

Hêmü, 23, 52, 71, 77 folg., 111,113. Herat, 126 Anm.

Hinterhalt, 71.

Historie, allgemeine der Reisen, 30, 35 Anm. 2.

Hohenlohe-lngelfingen, Prinz Kral\'t

zu, 111 Anm.

Hormnzd Rassam, 34 Anm., 39 Anm. 2.

Horn, Paul, 74 Anm. 1, 100 Anm. Howorth, 117.

Hughes, Th. P., 99 Anm.

Humajün, 20, 28, 29, 45, 40, 53,

50, 09, 70, 70, 134.

Huqqa, 29.

Husein Hasan, 47.

larric, P. Pierre do, 52.

Ibrahim Husein Mirza, 02.

Ibrahim Schab Lódi, 21, 27, 71 l\'olg., 113.

ilahische Elle, 127 Anm. 1.

ilahischo Zeitrechuung, 80 Anm. 1.

Ilghar, 21.

llminski, N., 4,

lltmisch, 61.

India Office Library, 9.

Indusarmee, englische, 110.

Infanterie, 24 folg.

Iqbalname, 09.

Islam Chan, 54.

Islam Sthah, 13 Anm. 1, 34.

Ismail Chan, 30.

Jagden, 69, 70.

Jahns, Max, 30. 39, 51,133 Anm. 2. Jaqin, 21.

Jar Muhammed Chan, 120 Anm. Jarrett, Col. H. S., 7.

Juzbaschi, 14, 130.

Kabul, 116, 117.

Kameele, 58.

Kameelkanone, 28.

Kameradschaft, 47.

Kamran Mirza, 71.

Kanonen, 20 folg., 132. Kanonenbooto, 135.


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157

Katapult, 29, 35.

Kesselpaukon, 17.

Kotten fiir Elofanton, 54.

Kischtt-i dscbengi, 135.

Kommandos, 49.

Kremer, von, IG, 53, 59, G7 Anm.

Kriegslisten, 70, 71.

Kriegsmarine, 134.

Kriegsrat, 112.

Króh, 115.

Kuschkdaran, 106.

Laet, de, 13 Anm. 3, 15 Anm. 2,

20, 51 Anm., 57,

Lager, 107 folg.

Lahór, 71.

Landwehr, 40.

Lautner, G.

Libas-i sipahi, 20.

Lowo, 20.

Luftkanone, 28.

Luthmer, llauptmann, 10.

Maamp;thir-i Alemgtrt, 55.

MaAthir ul-Umera, 116, 125 Anm.

Mahmöd, Sultan von Gudsoherat, 133.

Mahum Anaga, 125.

Malcolm, 9.

Malnapür, 52, 65.

Man Singli, 62, 64.

Mandeslo, von, 35 Anm. 2, 109

Anm. 4.

Mandschaniq, 29, 35. Mflndscherafluss, 115.

Mandsür, 29.

Manuchi, 8.

Marathon, 44, 64, 71, 113.

Marine, 134.

Markham, Clements 11., 55 Anm. Marschleistungon, 115 folg. Mauerbrechor, 132.

Mohabot Chan, 44.

Mekka, 135.

Molfüzat-i Timuri, 4, 5. Men, 33 Anm.

Monfobdar, 11, 16.

MAwar, Radscha von, 33.

Minon, 122 u. Anm. 1, 126 Anm. Minkbaschi, 14, 136, 138 Anm. 2. Mtr Schir Newai, 75.

Mi rath, 62.

Mirdeho, 14.

Mirza Chan, 22, 52.

Mirza Dschfini Beg, 44, 113.

Mirza Mnhammod Hekim, 48.

Mirza Muhammed Mehdi, 3,64,113, 116.

Misqal, 28 Anm.

Moghuls, 48.

Mohi, 9.

Mongolen, 1, 9, 14, 17, 23, 47, 48,

60, 107, 117.

Mörsor, 29.

Muftafft, 27.

Muhammed Afzal Buchari, 5. Muhammed Dschaafor Schamlü, 64, 113.

Muhammed Husein Mirza, 46, 111, 113.

Muhammed Ibrahim, 47.

Muhammed Kazim, 7, 62, 84, 85. Muhammed Muazzam, Prinz, 47, 116.

Muhammed Muhsin (\'adiqi, 34.

Muhammed Schab, 34, 43, 71, 113.

Müllor, Prof. Dr. L., 10.

Munster, Lord, 8.

Muqim Chan, 53.

Murschidabad, 36.

Mürtschal, 103.

Muskotiere, 24.

Musterungen, 49.

Muzaffor von Gudscherat, 44, 65,110, 113, 114.

Nacireddin Schab, 76.


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158

Nadir Schah, 3, 29, 43, 55, 64, 71, H3, -110.

Nadüt, 33, 114.

Nagarköt, 33.

Narnftl, 28.

Nationale, 48.

Niraetullah, 107.

Nizamuddin Ahmed, 16, 110, 117, 118 Anm., 119 Arnn.

Noer, Graf F. A. von, 8, 30, 40, 41, 40, 51, 64, 72, 110, 118,125, 127.

Nui\' Dschehan, 125.

NüruddinMuhaminod Qarari, 18 Anm.

Oberemir, 138.

Oberfeldherr, 00, 143 folg.

Ochsen, 28, 34, 58.

Offiziere, 11 fulg., 137, 138.

Olearius, 35 Anm. 2, 109 Anm. 3.

Ong, 60.

Ong Jan, 59, 00.

Ong Qol, 59, 00.

Operationsberichte, 110.

Operationsplane, 110.

Oqtschis, 108.

ürisa, 115.

Ome, Rob., 9, 34, 53.

Palamau, 22, 06.

Pallisaden, 20, 72.

Panipat, 3, 20, 29, 44, 52, 55, 64, 71, 75, 76, 111, 113, 115.

Parlamentare, 51.

Patan, 111, 116.

Patrouillen, im Lager, 107.

Pauke, 17, 140, 141.

Pavet de Courteille (Baber\'s Memoi-ren), 4, 13 Anm. 2, 22, 23, 25, 33, 45, 47, 48, 50, 51, 60 u. Anm., 69, 70, 71 folg., 72 Anm., 74, 75, 76, 106, 107, 109, 110, 112, 113, 117, 134.

Pogu, 56.

Persepolis, 133 Anm. 3.

Perser (Persien), 9, 20, 04 Anm., 09, 74.

Pertsch, Hofrat Dr. W., 10, 139

Anm. 2.

Peschawer, 110.

Pfeilscliiitzen, 24, 108.

Pioniere, 24.

Plankier, 01, 03, 108.

Plündern, 71, 111.

Portngiesen, 133.

Price, David, 51, 119 Anm.

Prinsep, 127 Anm. 1.

Prinzen, 12, 04 u. Anm. Prinzenkilfig, 04 Anm. Pulverschlaucbe (explosible), 132. Purchas, Sam., 13 Anm. 3.

Qalb, 01.

Qamurghajagd, 09.

Qanaudscli, 19, 28, 29, 40, 50, 70.

Qandahar, 39, 44, 58.

Qandahar im Dekkhan, 132.

Qarauls, 61, 100.

Qazaq, 64.

Qol, 59.

Qur, 60.

Bftdscha Bir Bar, 22, 84.

Radscha Patr Das, 27.

Rakelen, 39 u. Anm. 2.

Rana Sanka, 35, 74 folg , 110. Randschtt Singh, 37.

Ranglisten, 14, 68.

Ratambhür, 33, 133.

Rauschenis (Afghanen), 20, 22. Reinaud, M., 29. Reisebeschreibungen, 7. Retranchement, 103.

Rieu, 5.

Ritter, 118 Anm.

Roe, Thomas, 30, 108.


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159

Römor, 59.

Rosen, Baron Prof. von, 139 Anni. 2.

Rost, Dr. R., 10.

Rückort, Friedrich, 95 Anm.

Rümi Chan, 29, 71.

Rupio, 15 Anm. 2.

Russen, 39 Anm. 2.

Rnstem Alt, 43.

Sa bat, 421.

Sahwim, 115.

Said Chan, 116.

Salad in, 29.

Samarqand, 117.

Saraöghar, 54, 105.

Sarnal, 45, 02.

Schah Qannab, 57 Anm. 1.

Schahdschehan, 5, 14, 17, 20, 32,

35, 30, 37, 42, 44, 55, 50. Schahin, 28.

Schahintschi, 28.

Schahnamo, 49.

Schaqaul, 04.

Scheibani Chan, 23, 48, 117.

Schêr Chan (Schamp;h), 29,40,49,53,70. Schiffbrücke, 25.

Schlacht, normaler Verlauf einer, 105 folg.

Schlachtbeschroibungen, 71 Iblg., 74

folg, 70 folg., 103 folg., 105. SchlachtorolTnung, 108. Schlachtgeschrei, 109. Schlachtordnung, 59.

Schlachtplan, 110, 111.

Schudscha, Prinz, 84 folg. Schuturnamp;l, 28.

Schweifo, 140.

Seng-raad, 29.

Serawor Chan, 44.

Serkitsch, 43, 52, 112.

Serkób, 132.

Sesamkörner, 37 Anm. 1.

Showers, Major, 30.

Stba, 103.

Sikri, 110.

Singh Ram, 22.

Smith, Major Euan, 117 Anm. Smyth, Captain Ralph, 37.

Sold, 48, 49, 137.

Stammrollen, 48.

Steinboller, 29.

Stolze und Andreas, 28, 59 Anm. 1. Subordination, 130.

Suleiman I, Sultan, 30, 58.

Surat, 30, 34, 53, 133, 134, 135.

Tabaqat-i Akbari, 33, 54, 09, 84. Tahmasp I, Schah von Persien, 58,

59, 09, 74, 100 Anm.

Taktik, 59 folg.

Tarakui, 52, 53, 111.

Tarh, 61.

Tixrich-i alfi, 29, 34, 118 Anm.,

119 Anm.

Tartch-i Chandschehan Lodi, 27. Tarich-i Hindi, 48.

Tarieh-i Schrrschahi, 75.

Tarich-i Selatin-i Afaghine, 72, 84. Tavatschi, 109.

Tavernier, 28.

Taylor, Captain Meadows, 132.

Terry, Edw., 118 Anm.

Teufel, 21 Anm. 2, 27 Anm. 1, 74

Anm. 2, 75 Anm. 2.

Thévénot, 24 Anm., 32 Anm. 1,58. Thomas, 33 Anm.

Tiefenthaler, 110 Anm.

Timur, 4 folg., 14, 16, 18 Anm., 48,

54, 55 Anm., 63, 64, 07, 112. Timnr\'s Verordnungen, 4, 5, 0, 21, 24, 25, 45, 46, 59, 61, 62, 107, 109, 112, 130 folg.

Timur\'s Annalen, 4, 5.

Tippu Qahib, 39.

Tirailleurgefecht, 108.

Tirondaz, 24.


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160

Tobra, 75.

Tod, 8, 118 Anm.

Têira, des Dscliingiz Chfin, 00 Anm.

Ti\'eibjagden, 69.

Tross, 41, 56 folg.

Tschaghdaul, 61.

Tschandaul, 01.

Tschand Bibi, 125 folg.

Tschapaul, 04.

Tschapquntschi, 21, 142 Anm. 2. Tschapqylysch, 21 Anm. 2. Tschartugh, 141.

Tsclütör, 30, 34, 40, 53, 71,118 folg. Tschunamp;r, 71.

Tulghama, 22, 23, 60, 73, 75.

Tumantugh, 141.

Tupchfme, 29.

Tuptschi, 27.

Türa, 74, 75, 118, 121.

Turken, 24, 29, 64, 132.

türkische Geschütze, 30, 34.

Tiuükfit-i Timuri, 4 folg.

Tuzuk-i Dsehohungiri, 27, 60 Anm.,

72, 84.

Tyrus, 29.

Ubeidullamp;h Chan, 74.

Überfall, (namp;chtlicher), 70, 71. Überlaufer, 30.

Uimaq, 21.

Umgehung, 112.

Unbasclii, 14, 130.

Uniform, 25.

Ustad Aiiquli, 26, 27, 29, 35.

Uzbeken, 22, 74.

Verlustlisten, 110, 114. Verlnststatistik, 112 folg.

Verban, 133.

Vortnarsch zum Gefecbt, 105 folg. Vorposten, 107, 109.

Vortrupp der Avantgarde, 01, 02, 108.

Wachtdienst, 106, 108, 142. Wallen, 23.

Wagenburg, 20, 29.

Wahlstatt, 9.

Wespeben, 29, 93.

Wetzstein, 9.

Wheeler, J. Talboys, 7 Anm, 1,109

Anm. 4.

Wilson, H. H., 39 Anm. 1. Wüstenfeld, 11 Anm. 1, 48 Anm.

Ylqary, 01.

Zarbzen, 27, 28.

Zarbzenek, 27 Anm. 1.

Zefername, 55.

Zein Chan Koka, 84.

Zeinuddin, Scheich, 75.

Zembürek, 29.

Zendschan, 120 Anm.

Zeqiitn, 22.

Zimmermann, 116.

Zopyrus, 71.


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J

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Verlagshandlung von E. J. Brill in Leiden.

Annamp;los, auctoro Abu-Djafar Mohammed Ibn Djarir At-Tabari quos edideiuüt J. Bauth, Th. Nöldeke, O. Loth, E Pkym, H. Thor-becke, S. Fuaekkel, I. Guidi , D. h. mült.er , M. th. Hoxjtsma , Stanislas Guïabd, V. v. Rosen, M. J. de Goeje. 8°.

Serie I vol. 1—4 XLV. pag. 1—2245 texle arahe.

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