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' ■S TITUUT A VV, DE GROOT VOOS AN Dt RBKSUNIVERSITEIT TE ÖTRECM

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ÜBER EINIGE

FUNCTIONEN DES ZEITWORTES.

INSTITUUT A. W. DE GROOT VOOR ALGEMENE TAALWETENSCHAP VAN DE RIJKSUNIVERSITEIT TE UTRECHT

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Ober einige

FÜNCTIONEN DES ZEITWORTES.

INAUGURAL-DISSERTATION

ZUR ERLANGUNG DER

PHILOSOPHISCHEN DOCTORWÜRDE

AN DER

FRIEDRICH-WILHELMS-UN1YERSITAT BERLIN.

gerard van der waals.

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^^quot;PSC ^1

trtrT.

Öffentliche Disputation 20 Marz urn 12 Uhr 1886.

Utrecht — 1886. J. VAN D R IJ T E JST.

INSTITUUT A. W. DE GROOT VOOR ALGEMENE TAALWETENSCHAP VAN DE RiiKSUNiVERSlTEIT TE UTRECHT

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VORWORT.

Diese vorliegende Arbeit verdankt ihre Entstehung zuniichst dem Bedürfnis mich ein wenig auf dem Gebiet der Syntax der Verba im Got. Alt- und Mittelhochdeutschen zu orien-tieren, und womöglich mir und vielleicht auch andern einen Weg in dem dunkeln unabsehbaren Wald auszuhauen. Dieser Weg ist zwar schraal und holpericht, stellenweise sogar unwegsam; vielleicht führt er den Wanderer ganz irre, allein so lange er sich auf deraselben befindet, hat er wenigstens die Illusion, dasz derselbe ilm führen werde, wohin er gehen will. Sieht er sich betrogen, er kehre urn und thue wie ich!

Auch ich war mit dem Wege, welchen andere gebahnt hatten, nicht zufrieden. Auf dem got. Gebiete ging ich den Weg von Gabelentz und Loebe, wurde aber bald an mehreren Orten genötigt, ihn zu verlassen und eine neue Strecke zu bauen , wozu ich die Bauraaterialien, welche sie rait weiser Hand ara Rande des Weges allüberall angehauft hatten, gebrauchen konnte.

Im Althochdeutschen war ich nicht so glücklich; ich fand

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keinen Weg und war obendrein genötigt, die Baustoffe selbst anzutragen uud zu schichten. Das, was ich in der Tatia-nischen Evangeliënharmonie gefunden habe, babe icb nicht eingehend behandelt, wozu ich hoffentlich in kurzem die Gelegenheit haben werde.

Im Mittelhochdeutschen fand ich auch nicht, was ich suchte, und wiewohl Erdmann, Bock, Ditmar und Paul u. a. viel über den Stoff geschrieben haben, sab ich doch bei ihnen den Gebrauch der Modi und Tempora in hypothetischen und relativen Satzen nur sehr oberflachlich behandelt. Was ich zu meinem Zwecke davon gebrauchen konnte, habe ich selbstverstandlich benutzt. Bert hold von Regenbogen, dem Gegner von Frauenlob, habe ich die Beispiele entnommen.

C L S

Der Verjasser.

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INHALT.

vorwort.

ABTEILUNG I.

Einleitung......................................1

Personalendungen ................................2

Moduselemente..................

Tempüsstamme .... .............11

Starke Verba........ ........11

Reduplizierende Verba...............15

Praterito-Prasentia...............lö

Unregelmaszige Verba...............17

Schwache Zeitwörter...............20

Zeitwörter auf on................22

Schwache Verba auf an..............23

Gotische Verben auf nan.............24

ABTEILUNG II.

Syntax der Verba................24

GOTISCH.

Genera....................25

Activum..................................25

Medium..................27

Personen und Numerus..............28

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Modi . ,..................29

Gonjunctiv.................30

Imperativ..................32

Tempora...................34

Futurum..................36

Infinitiv und Particip..............37

ALTHOCHDEUTSGH.

Genus....................38

Tempora...................39

Prateritum.................39

Modi....................41

Gonjunctiv..... ...........42

Imperativ..................43

MITTELHOGHDEUTSGH.

Modi und Tempora................44

Indicativ..................45

Gonjunctiv.................46

Thesen....................50

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ERSTE ABTEILUNG.

Einleitung.

§0 1. Es giebt keine Wortart, welche der Flection fahiger ist. als das Verbum. Es bat noch eine ünmasse Formen aufzuweisen, obgleicb es schon eine grosze Anzabl durcb den alleszersetzenden Zabn der Zeit eingebüszt bat. Die übrig gebliebenen Formen sind alle verkrüppelt. Keine einzige bestebt mebr in ibrer vollen Reinbeit, und dem Laien und dem oberflacblicben Beobacbter erscbeint sie in ibrer beuti-gen Gestalt wie ein einbeitlicber Lautcomplex mit stater Bedeutung. Scbeinbar ist dies denn aucb der Fall.

Jede Form ist aber aus mebreren Elementen zusammen-gescbmolzen. Das vornebmste ist die Wurzel, welebe die allgemeine Bedeutung entbalt. Alle übrigen dienen nur, Modificationen und Beziebungen anzugeben. Aus der Wurzel bildete sicb der Stamm durcb Anhangung eines Suffixes, und aus dieser Zusammensetzung entstand durcb weitere Anbangung von Suffixen das Wort. Die Funetionen dieser Suffixa sind also zweierlei Art: d. b. sie dienen 1° zur Bil-dung der quot;Wortstamme und 2° zur Bildung der speciellen nacb dem Bedürfnis wecbselnden Beziebung in welcber das Wort im Satze erscbeint: beira Verbum also Person, Numerus, Modus, etc. Diese Elemente aber sind groszenteils verloren gegangen, zusammengescbmolzen oder verkrüppelt. In der beutigen Spracbe sind sie nicht mebr kenntlich.

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Man mag ruhig voraussetzen, dasz es in der Ursprache für jede Beziehung auch eine besondere Form gegeben habe dieselbe auszudrücken, welche aber durch das Leben der Sprache entweder verloren gegangen oder mit anderen zusam-raengefallen ist: denn je alter eine Sprache wird, um so wenigerFormen braucht sie zum Ausdruck der Gedanken. Heut-zutage hat das Verbum noch eine Menge Formen um die Modi, die Tempora, den Numerus und die Person auszudrücken, aber im Verhiiltnis zum Sanskrit, Gotischen, u. s. \v. sind es gewissermaszen die Trümmer eines schön möblierten Palastes. Von einem Passivum, Medium, Conjunctiv, Dualis ist keine Spur mchr übrig; die sind schon im Althochdeutschen ver-schwunden. Nur das Gotische hat von alien germanischen Sprachen noch Uberreste dieser Formen bewahrt.

Es kann selbstverstandlich meine Absicht nicht sein, alle langst verschwundenen Formen theoretisch zu bilden, ich will mich vielmehr begnügen, die Entwickelung der noch bestehenden Formen und deren frühere und heutige Function mit besonderer Berücksichtigung des Gotischen aufzuführen.

I.

Die Personalendungen.

§o 2. Eine Form des Zeitwortes besteht also aus: l». der Wurzel. j

2°. dem Stammbildenden Element. j Stamm. 3°. dem Personalsuffix.

und 4°. oft dem Modussuffix.

§° 3. Fangen wir unsere Betrachtung am Ende des Wortes an, also mit den Personal-Suffixen, welche nichts anders sind als die hinter den Lautcomplex gestellten und mit demselben zusammengeschmolzenen Personal-Pronomina, was aus mehreren germanischen und vielen romanischen

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Sprachen noch ersichtlich ist. Alle Tempora, Modi und Genera müssen ursprünglich also für die Personen dieselben Endungen gehabt haben, niimlich:

!110 Pers. ma.

2° „ tva.

3° „ ta.

!lo Pers.lo Pers. masi.

2° » tasi.

3° » anti.

Die Stamme des Duals sind nicht bekannt, man vermulet aber, dasz sie eine Verbindung der Pluralstamme mit der Numeralwurzel sein können und daher setzt man ofters als

i 1° a-dva-am.

Urform derselben I a 7 an.

I 2° iju-dva-am.

§0 5. Sie treten blosz als Subject in dieser Form aul und haben also dieselbe Function gehabt als die heute vor dem Zeitwort stellenden Pronomina. Behn Medium kommen sie auszerdem auch als Object vor. Betrachtet man Formen wie lt;péponac, (péporat, so sieht man leicht, dasz dieselben aus lt;pépo[j.ant, wörtlich also: ich trage mich, (péporan, d. h. du tragst dich zusammengezogen sind.

§o 6. Der Stamm des Personal-Pronomens der lsten Pers. Sing, ist ma; vergl. Sanskr. md-m, gr: ;ié lat. me, nhd mi-r und mi-ch. Diese Formen des Pronomens und ego, ich und ih sind alle aus derselben Urform entstanden, wenn wenigstens, was sehr wohl möglich ist, sanskr. aham für agham und dieses wieder für magham steht. Im Gotischen ist das Personal-Pronomen der lsten Person des Singulars eigentlich ganz abgefallen; eine Form hinda musz früher bindam und noch früher bindama gelautet haben. Im Alt- und Mittel-hochdeutschen tritt das m, resp. n noch hliufig auf, besonders bei den bindevocallosen Verbis, z. B. Alth: stam, tuom und Mittelh. start und tuon. Im Neuhochdeutschen ist dieses

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zur Endung herabgesankene Pronomen völlig verflüchtigt und ist lediglich in der Form: ich hin aufbewahrt. Ich tin steht für Althochd; bim oder pim und bedeutet demnach ich iin ich. Schon sehr früh war die Bedeutung der Endung aus dem Sprachbevvusztsein geschwunden und im Gotischen gebrauchte man schon sogar das Personal-Pronomen vor dem Zeitwort, wenn die Person mit Nachdruck hervorgehoben wurde.

Mth. 3: 11. AJjJian ik in ivatin 'izwis daupja —Jnzei ik ni im wairps . . .

Aithochdeutsch wird es schon haufiger gebraucht. Dieselbe Stelle lautet in der S*. Galler Codex der Tatianischen Evangeliënharmonie:

Ih toufu iuuh in uuaszare in riuuua — thes ni hin uuirdig . . .

§0 7. Der Stamm des Personal-Pronomens der zwei ten Person ist tva, Sanskr. tvam, griechisch ts oder lat. te. Es scheint, dasz dieses tva schon sehr früh das v verloren hat, und quot;in dieser veranderten Gestalt hat es sich, wiewohl noch weiter abgeschwacht, für die zweite Person des Singulars an den Stamm angeschlossen und ist bis auf den heutigen Tag bewahrt geblieben. Allmahlich schwachte dieses to sich zu ti ab und ti verwandelte sich in si und s. In beiden Formen kommt es sogar noch im altern Hochd. vor.

Gotisch: faris, Alth: /am.

Im Mitth. tritt das s vereinzelt auf, z. B. Nib 1232: 2. nimes du. In der Begel gilt im Mittel-und Neuhochdeutschen aber t mit vorgeschobenem s als Endung, wiewohl man in Luthers Bibel noch Stellen findet, an welchen das s noch fehlt. z. B. Du sollt nicht tödten.

Im Prateritum Indicativi hat das Got. t; das Mittelhoch-deutsch gebraucht das Prat-Optativi, das das Personal-Pronomen ganz abgeworfen hat, sonst allüberall (e)s^ Das Aithochdeutsch hat in dieser Form keine Endung, wenn man wenigstens den Stammesauslaut nicht in Betracht zieht.

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§0 8. Der Stamm der drillen Person is tat, sanskr. tat; griechisch ó, gt;?, ró für lt;ro, ay, ru und geht auf die Wurzel te, sa zurück. Es isl eigentlich das Demonslrativ-Pronomen, bedeutel der, dieser und koml als selbslandiges Wort vor als der bestimmte Artikel der, die und das u. s. w. Ini Got. liegt es uns auch noch in mehreren Formen vor z. B. sa, pis, pamma, fata, po, pe, u. s. \v. Auch im Alt-and Mittelhochd. tritt es in vielen Formen als selbslandiges Wort auf. — Als Endung kommt es im Sanskrit als ti, t, tê und ta, im Griech. n, ai, rm, rat, to, im Lat. t, tó; im Got. als p im Prasens Ind. sonst ist es allüberall weggefallen, im Alt-Miltel- und Neuhochdeutsch auch blosz im Prasens Indicalivi aufbewahrt.

Got. bindip; Alth. hindit, Mittelh. bindet, bint.

Im Praterittum Indicativi und im ganzen Optaliv wurden die verkürzlen Formen gebraucht und erlagen also weit früher den Wirkungen des Worlaccentes. Schon im Got. isl die Endung in dieser Form völlig abgeschlifïen.

§0 9. Der Dual kommt im Gotischen noch vor, allein nicht mehr in allen Personen, blosz in der Isten unci gten aiier Modi, auszer im Imperativ, wo auch noch die Iste Person fehlt. Als Stamm des Duals vermutet man eine Verbindung der Pluralstamme mit der Numeralwurzel „oW zwei, sodasz sanskr. dvdm für a-dva-am und yuvdm für yu-dva-am, wört-lich also wir beide und ihr beide steken würde. Dies ist aber eine blosze Vermutung und vveiler nichts.

Im Griech. erscheinen sie als rov, ttjv, u. s. w ; im Got, im Prasens Indicativi als s für die erste und ts für die zvveite Person ; im Prat. Ind. für die 1ste als Abfall der Endung und für die ais ts; im Optaliv Pras. und Praleriti für die 1ste als va, für die 2te als ts und für die 2te des Imperativs als ts. Die got. Endungen kommen blosz beim Activum vor lm Althd. und Mittelh. findet der Dual sich nicht.

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§o 10. Die Pluralendungen sind viel deutlicher. In der Sanskritsprache hat die erste Person des Activums fiir die Haupttempora mas, fiir die historischen ma, fiir das Medium mahê und maJd, welche Endungen samtlich aus mdsi, das in der Vedensprache vortiegt, entstanden sind. Wie wir oben § § 5 u. 6 gesehen haben bedeutet md ich und si du und die Zusammensetzung derselben also ich und du, was also den Plural in seiner beschriinktesten Bedeutung bildet. Das griech. /trfa scbeint aus mdti, das lat. mus aus masi hervor-gegangen zu sein, wie auch die althd. voile Form mês. Obgleich die got. Denkmaler alter sind als die althd, können die got. Verba die voile Form nicht mehr aufweisen; das m ist alles, was davon übrig geblieben ist, Wahrend das Althd. uns noch Formen als nëmamês, ndmumês, namimês u. s. w. vorführt, begnügt das Got. sich mit niman, nêmum u. s. w. Im Mittelhd. und Neuhd. ist die volle Form zu n herabgesunken, und nicht selten fallt im Mittelhochdeutschen die ganze Endung weg, besonders dann, wenn dasPersonal-Pronomen ohne Accent nacb dem Verbum steht. z. B. hët wir für liéten wir.

§o 11. Der Stamm der zweiten Person des Plurals ist auch eine Zusammensetzung. Er besteht aus tata. In der indo-germanischen Sprache tasi, also eigentlich du und du (siehe §0 6). Im Sanskr. tha, ta und tdt (vedisch); griech. re; lat. tis und totê für das Activum und für das Sanskr. dhvê, dhvam; und für das Griech. viïe. Im Got. ist bbsz der zu p verschobene Consonant übrig geblieben, der im Althd. wieder zu t zurückgegangen ist und in der Form noch heute im Neuhd. erscheint. Im Mittelhd. fallt die Endung t haüfig ab, besonders wenn der Stamm des Zeitwortes sich auf d oder t endigt. Das nhd. ihr seid zeigt graphisch d für t.

§o 12. Die Endung der dritten Person des Plurals ist

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aus den beiden Demonstraüv-Pronomialwurzeln ana und ta hervorgegangen. Ana bedeutet jener und ta wie wir oben gesehen haben dieser. Sie kommt im Sanskr. noch in mehreren Formen vor, von denen anti, nti und antu dio geringste Veranderung erlitten haben. Im Griech. tritt sie uns u. m. als avzv, vrc, way, im Lat. als nt, unt, nto, unto, im Got. als nd, und n (na), im Althd. als nt, und n, im Mittelhd. nt und n und im Neuhd. als n entgegen. Das Priit. Ind. und der Optativ haben schon iin Got. das d fallen lassen und im Mittelhd. kommen für das Prils. Ind. bin und wieder Formen ohne t vor.

Im Gegensatz zum Nomen bilden beim Verbum der Plural und der Dual sich durch Zusammensetzung, und daduich unterscheidet es sich denn auch caracteristisch vom Nomen.

II.

Moduselemente.

§0 13. Im Hochdeutschen bestehen auszer dem Infinitiv nur drei Formen zum Ausdruck des Modus, nÊimlich: der Indicativ, der Optativ, (welchen man gewöhnlich Gon-junctiv nennt) und der Imperativ. Die eigentliche Conjunc-tivform ist verloren gegangen und der Optativ ist an deren Stelle getreten.

§0 14. Der Indicativ ist ohne Modussuffix. Die Endungen treten also entweder unmittelbar an den Stamm oder an die Wurzel. Im ersteren Falie sind die Zeitwörter bindevocalisch, im letzteren bindevocallos. Der einfache Stamm oder die einfache Wurzel ist also der Indicativstamm. Natürlich kann er trotzdem eine Vocalschwachung oder Vocalsteigerung haben.

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§0 15. Der Conjunctiv wurde mittelst a oder d gebildet und der Optativ mittelst xja (vgl griech iri-. Lat. ie). Im Gotischen hat der Optativ noch in allen Formen das Suffix i oder j, ausgenommen in der ersten Person Sing, des Pras. Activi; als j erscheint es in der l^ten Person Sing. Prat. und zusammengescbmolzen mit dem Stammesauslaut zu ei in den übrigen Personen des Prateritums des Activums und des Medio-Passivums. z. B. Gonj. Pras. hilpau, hilpais, hüpai; Medium Pras. hilpaida, hilpaiza u. s. w. Gonj. Prat. hulpjau, hulpeis, hulpi. Im Althd. ist das i im Prasens sehr versteekt, weil es mit dem Auslaut des Stammes zu ê verschmolzen ist; im Prateritum tritt es als i offen an den Tag. Die got. Praesensform hilpais entspricht der althd. hëlfês; (das ê hemmt wegen seines a- Elementes das e in seiner Verdünnung zu i), die got. Prateritalform hulpeis ist die althd. huifis. (blosz das a erlitt in der Periode Umlaut). Im Mittelhd. ist das Modussuffix zu tonlosem e herabgesunken, das i hat aber den Vocal der vorhergehenden Silbe umge-lautet, wenn er wenigstens umlautsfahig war z. B.

Got. for jan; Althd. fori oder fuori; Mittelhd. füere ; Neuhd. fü{h)re.

§0 16. Der Imperativ scheint aus dem Gonjuntiv hervor-gegangen zu sein. Die erste Personen, sowohl im Singular als im Plural sind ursprünglich Gonjunctivformen mit dem Modussuffix a, das im Plural gedehnt ist. Vgl. Lat. do-le-am. Im Got. und im Deutsch. werden die eigentlichen Impera-tivformen nicht mehr gebraucht. Sie werden durch das Pras. Ind. ersetzt, denn vergeblich würde man nach dem a, dem Gonjunctiv-Suffix suchen.

Imp. Got. far, faradau, farats, faram, farij), farandau.

Auch beim Imperativ der schwachen Zeitwörter, bei welchen die 2te Pers. Sing, eine Endung hat, kann die Endung nicht auf die echte Gonjunctivendung zurückgeführt werden; «asei,

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sohi u. s. w. sind aus nasja und sohja entstanden. Im Althd. finden sich ebensowenig Beweise dafür z.' B. far,

Schon sehr früh fielen in der 2ten Person Sing, die Personalendung und der Stammesauslaut bei den starken Verbis ab. Im Got. Althd. und Mittelhd. ist dies Regel und Gesetz, im Neuhd. dagegen finden sich wieder Formen mit der Endung e, was natürlich durch Analogie der schwachen Zeitwörter, welche ein berechtigtes aus ja, ó, ai (ê) geschwach-tes e haben, das jedoch haufig weggelassen wird, entstanden sein musz.

§0 17. Das einzige Moduselement, das im Deutschen eine Rolle gespielt und Spuren seines Daseins zurückgelassen hat, ist ƒ. oder i für den Optativ. Wie wir gesehen haben übt i oder J einen groszen Einflusz auf den Vocal der vor-hergehenden Silbe und oft, wie wir unten seben werden, auch auf den Consonanten aus. Im Prasens geht es mit dem Stammesauslaut die Verbindung ai (e) im Prateritum ei oder i ein. Im ersteren Falie schützt es den vorherge-henden Vocal und bewahrt ihm seine volle Reinheit, im letzteren Falie bewirkt es den Umlaut. Im Althd. lautet blosz das a um, das aber vor U und Ih. bleibt; im Mittelhd. lautet d in ae, 6 in oe (doch nicht immer) um (slaefest, stoezest); im Mittel- und Neuhochdeutschen lauten diese Vocale im ganzen Priit. Conj. um.

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11 111.

Tempusstamme.

§0 19. I. Der Verbalstamm geht aus der Wurzel hervor. Der Prasensstam liegt ursprünglich dem Prasens und dem Prateritum nebst ihren Modi zu Grunde. Die Wurzelvocale sind entweder gesteigert oder geschvvaeht. Der Stammesaus-laut ist immer ein Vocal, welcher im Got a, i, u und mil Verschmelzung anderer Beziehungselemente als au, ai ei, im Althd. als u, i, a, è und i und, im Mittelhochd als tonloses e erscheint. Im Neuhochd giebt es eine Menge Formen, wo derselbe völlig verschwunden ist.

Der Stamm. des Optativs wurde selbstverstandlich mit dem Modussuffix verlangert, also mit i oder j.

Die starken Verba.

§0. 20. Das Deutsche hat nur zwei Tempusformen, das Prasens und das Prateritura. Der Tempusstamm erscheint gewöhnlich in vier verschiedenen Modificationen, welche aber nur den Vocal desselben betreffen. Das Prasens, das Prat. Sing, das Prat. Plur. und das Part. Prat. weisen gewöhnlich diese Modificationen auf. Diese Veranderung, welche der Stammvocal erleidet, nennt man Ablaut. Der Stamm der ablautsfahig ist, ist stark im Gegensatz zu den anderen die schwach genannt werden. Der Vocal kommt bald geschwacht, bald gesteigert vor und zwar nach bestimmten Gesetzen.

Wir wollen zuerst sehen, welche Veranderungen in den vier genannten Formen des Zeitwortes der Stammoocal erleiden kann und müssen sie zuniichst in a-, i- und m- Verba einteilen, nach dem ursprünglichen Vocal, den der Stamm enthalt.

§0 21. Die a- Verba zerfallen in vier Unterabteilungen.

1° welche im Got. folgende Ablautsreihe haben vor Liquida, welche entweder geminiert oder mit Mutis verbunden sind.

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im Prasens irn Prat. Sing, im Prat. Plur. im Part. Prat.

i {ai) a u {cm) u (ciü)

z. B. hinda hand bundum bundans.

ivatrpa warp tvaürpum waürpans.

mit Brechung vor h, hv und r.

Althochdeutsche Vocalreihe. i (e) a u (o) (o)

z. B. /lilfu half Imlfumês gaholfan.

hrinnu bran brunnumês gabnmnan.

Brechung von u zu o vor geminierten l, r, oder vor l und r, vvelche von einem anderen Consonanten begleitet ist. Im Prasens Ind. Sing, und in der zweiten Pers. Sing, und in der zweiten Pers. Sing. Imperativi haben die Verba dieser Abteiiung vor den genannten Consonanten und Con-sonantenverbindungen die Verdünnung des e zu i. Die Verba auf ht, sk und st schlieszen sich diesem Gebrauche an, wie fehtan, dreshan, brestan u. s. w. Vor m und n bleibt u unter allen Umstanden geschützt. Im Mittelhoch-deutschen bleibt die Ablautsreihe dieselbe. Das Prat. Conj. hat den Ablaut des Plurals vom Prat. Ind., der im Mittelhd. den Umlaut bekommt, durch die Wirkung des früher nach-folgenden i.

Im Neuhochd. hat der Plural des Prat. Ind. sich dem Sing, angeschlossen; das o des Part. Prat. bat weiter um sich gegriffen und das ursprüngliche u hat sich nur vor Nasal Consonanten zu behaupten gewuszt. So stehtNhd. geronnen für Mhd. gertmnen gébunden * * gebunden.

§o 22. n. Die zweite a-Klasse umfaszt die, deren Wurzel-vocal a vor r, m, l, h {ch) ist.

ê u (ai()

d o

hêluin hidans.

Got.

i (ai)

a

Althd.

e (i)

a

z. B.

hila

hal

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haira har têrum baurans

wrïka wrak wrelcum wmkans

Althd. hilu hal hdlumês gaholan

riJiu (rehu) rah rdhumês garohan.

Im Mittel- und Althd. is die Ablautsreihe im wesentlichen unverandert geblieben.

§0 23. III. Die 3te a-Klasse hat im Prasensstamm im Got.

(ai), im Althd. i oder e.

dieser Reihe geht auch das got fraihnan und bidjan, das erstere mit n, das andere mit j als Stammeserweiterung.

§o 24. iv. Die 4te a-Klasse hat a im Prasensstamm und im Part. Prat., und im Prateritum ó für den Sing, und den Plural.

Got.

a

ó

d

a.

Althd.

a

no

uo

a.

Mittelhd.

a

uo

HO

a.

Neubd.

a

u

Beispiele:

u

a.

Got.

mala

mol

mulum

malans.

Althd.

malu

muol

muolumês

gamalan.

Mittelhd.

mal

muol

muolen

gemaln.

Neubd.

ma(li)l

scbwacb

gema{h)len.

§0 25 V.

Die Zeitwörter, welche

zu der i-

Klasse gehören

baben im

Prat. Plur. den Grundvocal, im Sing.

die zweite

und im Prasens die erste Steigerung.

Die

Ablautsreihen sind für das

Got.

ei ai

i

i.

Alt-und

Mittelhd.

i ei{ê)

i

i.

Neubd.

ei ie{i)

ie( i)

ie{i).

i {ai)

e (i)

lisa

lisu (lesam)

Got. Althd.

z. B. Althd. Nacb

i {ai).

e.

lisans. galesan.

e d

Ié sum Idsuni

a a

las las

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Beispiele:

a trig a staig stigum stigans.

\ stigu steic stigumes gastigan.

I Wm Uh lihuni galihan stige steic stigen gastigan.

Ithc lêch lihcn gelihen.

Das althd. ei geht vor h, iv und im Auslaut zu éüber. Im Neuhochd. wurde der Grundvocal lang, das ei des Sing, zu ie vor weichen nnd zu i vor scharfen Consonanten und das i zu ei.

Beispiele:

ich steige stieg, stir,gen gestiegen.

ich heisze hisz, lussen gebissen. §0 2G VI. Verba der w-Klasse haben im Prat-Plural und im Part. Prat, den Grundvocal, im Sing, die zweite und im Prasens die erste Steigerung.

Die Ablautsreihen sind fur das Got. iu(ü) du 11 n.

Althd. iu ou(ó} u o.

Mittelh. iu(ié) ou{0) ti o.

Neuhd. ie, ii, au o o o.

Das alt-und mittelhd. ou wird vor Dentalen und }i zu o. Im Neuhochd. griff das o des Sing, noch weiter um sich und drang auch in den Plural; das iu wurde zu ie. Im Neuhd. wird das o im Prat, und im Part. Prat. lang ausge-sprochen vor alien weichen einfachen Consonanten und vor t, vor allen iibrigen scharfen kurz.

Beispiele:

Got.

althd.

mittelhd.

Got.

liuga

Mug

lugum

lugans.

Althd.

liugu

louc

lugumés

galogan.

Hutu

hot

butumés

gabutan.

Mittelhd.

Huge

louc

lugen

gelogen.

hiute

hot

buten

geboten.

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Neuhd, triefen troff troffen getroffen.

bieten hot boten gehoten.

liegen log logen gelogen.

Die reduplicierenden Verba.

§0 11. Die Reduplication kommt nur im Prlit. vor. Alle übrigen Tempusstiimme haben, wie die schwachen Zeitwörler einen unverilnderlichen Stamm. Im Got. besteht die Reduplication darin, dasz dem unveranderten oder dem gesteigertcn Prasensstamm der Anfangsconsonant der Wurzel mit stetem ai vorgesetzt wurde. Das Ergebnis der Reduplication ist im Althd. ia, io, im Mittelhochd. ie (sehr selten iu) und im Neuhd ie oder i

§0 28. Die reduplizierenden Verba cerfallen in zwei Klassen : 1° in einfach reduplizierende und,

2» in ablautend reduplizierende.

§0 29. Die der lst(:n Klasse haben im Prasens und im Part.

Prat. folgende Laute: a, c, di, 6, au. z. B. halclan, hailiald, haldans.

slêpan, saizlcp, sief pans.

frdisan, fatfrdis, frdisans.

flókan, faiflóh, flólcans.

aukan, aiaiik, aukans.

Die der 2ten klasse haben ef oder ai {aj) im Infinitiv; sie bilden ihr Priit. durch Reduplication und durch Ablaut. Dieses tf ist gewöhnlich aus a nasal, welcher ausgefallen ist, entstanden; das ai ist nicht der Zwielaut, sondern ein Stellvertreter des ê, was 1° ersichtlich ist aus dem Ablaut, der mit dem der Verba, welche cf im Priissenstamme haben, völlig übereinstimmt, und 2° aus den verwandten Sprachen,

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IG

in welchen die Verba mit / geschrieben werden, deutlich hervorgeht. So ist tékan aus tankan vergl. tangere.

Itftan aus lantan vergl. Xavüavecv.

saian aus sa-j-an vergl. séan.

waian aus wa-j-an vergl. wéan. entstanden.

Der Ablaut ist blosz lt;?, 6.

têlcan, taitóh têlcans.

saian, saisó saians.

Ini Althd. ist das Erzeugnis der Reduplication ia und io. In welehem Falie ia oder io steht ist nicht mit Bestimmtheit zu sagen, weil man in derselben Form bald ia bald io findet. Formen wie iviaf und riaf sind bei Ottfried keine Seltenheit.

Im Mittelhochd. sind ia und io fast ausnahmslos zu ie geworden, nur in sehr wenigen Verbis steht daneben noch iu z. B. lief, liuf — hm, hie.

Im Neuhochd. ist ie Regel und Gesetz, wird aber doch in einigen Zeitwörtern zu i verkürzt: z. B. hing, fing, ging.

DiE PRaTERITO-PRaSENTIA.

§ 30. Diese Verba geboren alle ursprünglich zu den star-ken Stammen. Der Stamm des Prat. wird für das Prasens gebraucht und ein neues Priit. und Part. Prat. sind gebildet worden. Das heutige Priisens hat den Ablaut. Wir fübren blosz die, welche noch im Neuhd. leben, auf und geben nur die got. Form an, die Klasse zu welcher sie geboren und das hypotetische Zeitwort, welches ihnen zu Grunde liegl.

§0 31. Icunnan, paiirhan geboren zu der lsten Klasse.

kann.

Jcunnum,

kunjja,

lumps.

Icann,

können.

Iconnte,

gekonnt.

shilan

zu der 2ten.

sJcal,

shilutn,

skulda.

skidds.

soli,

sollen.

sollte.

gesollt.

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17

3° mugan zu der 3ten.

mag, magum, mdhta, mahts. mag, mogen, mochte, gemocht.

4° ga-mótan zu der 4ten.

ga-mót, mótum, ga-mósta.

muss, mussen, muszte, gemuszt.

5° witan zu der 5ten Klasse.

wait, witum, wissa.

iceiss, ivissen, wuszte, gewuszt.

6° wiljan gehort eigentlich nicht zu diesen Zeit-wörtern, es kommt blosz als Optativ vor. Die-selbe Form wird aber auch für den Ind. gebraucht. Es hat die Endungen des Opt. Prat.

wiljau, wiljeima, ivilda.

will, wollen, wollte, gewollt.

Die Verba hunnan und paurhan kommen aus Tcinnan und pairhan; shulan aus skilan; magen aus migan; witan aus weitan; gamótan aus matan hervor.

UnregelmeIszige Verba.

§0 32. Einige Verba haben im Prasens ein j. Es ist mir aufgefallen, dasz dasselbe immer nach dem unveran-derten Grundvocal steht, nicht nur bei den Verbis der 4ten Ablautsreihe sondern auch bei bidjan. Dieses bestarkt mich in der Voraussetzung dasz nicht alle Zeihvörter, welche schon im Gotischen stark flectiert werden, ursprünglich stark gewesen sind. Sieht man sich in der gotischen Sprache um, dann findet man Beweise genug, dasz eine Menge Zeitwör-ter, welche stark sind, doch von anderen Verbis abgeleitet sein müssen. Ich für mich halte die al tere Theorie ndie Verba der 3 ersten a-Klassen sind die ursprünglichen und

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INSTITUUT A. W. DE GROOT VOOR ALGEMENE TAALWETENSCHAP VAN DE RIJKSUNIVERSITEIT TE UTRECHT

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alle übrigen sind von denselben abgeleitetquot; nicht für unrich-tig. Ich ware überdies noch sogar geneigt alle redupli-zierenden zu den abgeleiteten zu rechnen.

§0 33. Wenn wir die drei ersten a-Klassen betrachten, so sehen wir, dasz der Ablaut ein viel alteres Geprage bat, als bei den übrigen Verbis. Er bewegt sich vorwiegend in den Schwachungen, bei den anderen vorherrscbend in den Sleigerungen, aber alle haben, ausgenommen die 4te a-Klasse, drei Ablautsformen. Ich halte denn auch die 4te a-Klasse und die reduplizierende für die jüngste Formation, denn sie weisen entweder nur einen einzigen Ablaut oder gar keinen auf. Noch aus anderen Gründen können die redupli-zierenden Verba nicht primih'v sein. Ihr Stamm kann durch directe Ableitung weder im Got. noch im Alt- Mittel- und Neuhochdeutschen ein anderes Wort bilden. Hieb mit dem unorganischen h aus w macht eine Ausnahme. Die wenigen Gausaliva, welche von denselben gebildet werden, kommen noch obendrein gegen die Regel vom Prasensstamm. Und auch aus der Bedeutung geht hervor, dasz sie abgeleitet sein müssen, z. B. Saltan, (salzen) mag man doch wohl mit Recht Salz selbst voraussetzen.

^ 34. Für die Richtigkeit meiner Vermutung betreffs der 4ten a-Klasse sprechen einige Wörter, deren Ableitung sonst dunkel ist. Betrachten wir mdlan, dann sehen wir, dasz es blosz eine Form mol aufzuweisen bat und trotzdem findet man Wörter: mïlïps und midda; daher dürfte man ruhig ein primi-tiveres dem mdlan zu Grunde liegendes Verbum mïla, mal, melum, miilans, ansetzen. Ebenso neben wrikan, wrak ein Zeil-wort 'ivrahan, uorók um den Ubergang zu ivrohjan zu bilden.

§0 35. Was in der vorigen Paragraph erwahnt ist, ver-stöszt sich aber durchaus nicht gegen die Theorie der Vocal-reihen; die angesetzten Formen bewegen sich in der ihnen vorereschriebenen Bahn i. ü. a. é. ó.

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Bei der Klasse ist das aber anders, die Reihe ist:

Got. i ei ai.

Althd. i t ei.

Mittelhd. i i ei.

Neuhd. i {ie) ei i (ie).

Die Worter, die ich meine, sind folgende: hereiten tind Gerate; treilen und traben; gleiten und glatt; hesiviclien und schwach und das Got. heidan [ivartem) neben bidjan, bad. Die Regel der Vocalreihen lautet: «kein Wort, das ein aim Stamme oder ein a in seiner Familie aufzuweisen hat, kann je zu der i- oder u- Klasse geboren.quot; 1st die Regel ricblig, dann müssen die Worter aus einem anderen Stamm oder aus einer verwandten Wurzel gebildet sein, was kaum glaub-licb ist. Die Regel bat aber ibre Grenzen, sie kann meiner Ansicht nach, nicht immer giltig gewesen sein. Sind ja doch alle Vocale aus a entstanden, dann auch das soge-nannte ursprünglicbe i und u. So weit brauchen wir aber nicht zurückzugreifen, die Verwandtschaft dieser Wörter erklaren zu können. Betrachten wir die ursprüngliche indo-germanische i- Reihe.

Grundvoc. lste Steig. 2te Steig.

i ai di.

so sehen wir wirklich ein a, sogar ein langes.

Und treiben, gleiten, beswiclien geboren der ersten, hereiten der zweiten Steigerung an.

In der Regel übt das nachfolgende i einen verderblichen Einflusz auf das verbergende a aus, aber es können ebenso gut in der vor- Gotischen Zeil andere Momente dagewesen sein, welche das a schützten. Ich gebe dieses blosz als lautere Vermutung. Für die u- Reihe habe ich keine Beispiele finden können, welche scheinbar über die Grenzen ihres Gebietes treten.

§0 36. Die Zeitwörter, welche das prasentiale ƒ haben,

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können alle zu den regelmaszig starken gerechnet werden: hidja, frapja, haf ja u. s. w. sind stark. Die, welche n im Stamme des Prasens haben sind im Allgemeinen unregel-maszig schwach, wie JnigJcjan, paghjan, und briggan; fraih-nan ist stark.

Die schwachen Zeitwörter.

§0 37. Die schwachen Zeitwörter bleiben in der ganzen Conjugation unverandert. Sie haben i (_/), ó, ai, wa im Got.; i, ê, ó, im Althd. als Bindevocal und bilden das Prat. und das Part. Prat. alle auf gleiche Weise, namlich, durch Anhangung vom got.: da, p und vom Althd. ta an den Stamra. Nach ihrem Stammesauslaut zerfallen sie in vier Klassen: jan-, ón-, an- und nan- Klasse.

§0 38. Die Stamme, welche kurzen Vocal oder langen Vocal in offener Silbe haben, contrahieren das j mit nach-folgendem i nicht, wahrend die mehrsilbigen und die, welche langen Vocal in geschlossener Silbe haben, die Contraction ei alle aufweisen.

z. B.: nasjan, nasja, nasjis, nasjip.

stójan, stcja, stójis, stójijj.

sóhjan , soikja, sókeis, sokeip.

§0 39. Die Bedeutung dieser Verba ist durchweg eine causative, welche aber haufig in die instrumentale übergeht, nur sehr wenige haben eine intransitive Bedeutung, z. B. dailjan (teilen), hatirnjan (in das Horn stoszen), sipónjan (Schüler sein). Sie werden von Verben, Adjectiven und Substantiven abgeleitet. Die von Verben abgeleiteten werden vom Sing. Prat. gebildet, z. B. hrannjan (von brinnan), tam jan (von timan), at jan (von itan), drdïbjan (von drei-ban), daupjan (von diupari), ógjan (von agan).

Die von Adjectiven abgeleiteten haben auch alle causative

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Bedeutung, z. B. hlandjan (von blinds), fulljan (von fulls), slccirjan (von sJceirs), ga-har dj an (von har dus).

Die, welche von Substantiven abgeleitet sind, haben 1° eine causative, 2° eine instrumentale oder 3° eine intransitive Bedeutung. z. B. 1° daïljan (von dails), mêljan (ven mél), fara-ina]ljan (von majjls), u. s. w., 2° haürnjan (von haürn), ga-nagljan (von nagl), u. s. w., 3° andbahtjan (zu andabahts), sipónjan (zu siponeis), riqizjan (zu riqiseins) u. s. w.

§ 40. Im Althd. ist das causativbildende j bald haften geblieben, bald ausgestoszen. Die kurzsilbigen haben es am treuesten bewahrt, es wird blosz vor dem Flexions- i ausgestoszen. Bei den langsilbigen kommt es in allen pril-sentialen Formen in Wegfall und auch im Prat. gewöhnlich • das Part. Prat. aber hat das i oder j, wenn es wenigstens unflectiert bleibt, bewahrt.

Die Ausstoszung fand aber nicht so ohne weiteres statt. Denn schon im Althd. hat das j angefangen seinen Einflusz auf die vorhergehenden Laute auszuüben. Es bildet den Umlaut, verdoppelt oder verscharft den einfachen Stamm-consonanten. Bei den kurzsilbigen bildet es blosz den Umlaut, wenn es stehen bleibt; wenn es aber erloschen ist, lautet es nicht nur den Vocal um, sondern es gemi-niert auch den Consonanten, z. B. das got. nasjan entspricht Althd. nerjan, welches also, weil es kurzsilbig ist der vori-gen Begel nach Doppelformen hat: Inf. nerjan oder nerran.

Ind. 1° nerju, nerru.

2° neris, neris.

PL 1 nerjam, nerram.

Bei den langsilbigen finden sich im Prat. auch Formen ohne den Bindevocal, welche sehr oft keinen Umlaut haben, weil diese Zeitwörter höchst wahrscheinlich ihr Prat. mit oder ohne Bindevocal gebildet haben; daher Doppelformen wie brennta und branta. Dasselbe gilt auch für das Part. Priit.

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§0 41. Im Mittelhd. verschwindet der Bindevocal j oder i (nach dem Lautstand dieser Sprache zu e abgeschwacht) mehr und mehr. Als j hat es sich zwischen Vocalen noch erhalten, z. B. waejen, bluejen, und auch nach r kommt es noch zuweilen vor. z. B. nerijen und nerigen. Sonst ist i allüberall zu e herabgesunken oder ganzlich verschwun-den. Durch Analogie der üectierten Part., welche das e im Althd. schon haben fallen lassen, stieszen auch die unflectierten das e aus, woran allmilhlich auch die langsilbigen teilnahmen.

Dadurch entsteht auch natürlich ein Schwanken zwischen Umlaut und nicht-Umlaut. Die meisten haben dann auch Doppelformen.

Die Zeitwörter denJcen — ddhte, dilnhen — dühte, bringen — brdhte haben aber ihr Prat. und ihr Part. Prat von vorn herein ohne j oder i gebildet.

§0 42. Im Neuhd. ist die Syncope des tonlosen e etwas weiter gemekt, dagegen werden sie nach d, t, tt, beibehalten. Dies gilt natürlich auch für das e, welches aus ai{ê) oder ó entstanden ist und braucht also unten bei der Darstellung dieser Verben nicht mehr erwahnt zu werden.

Die Zeitwörter aup on.

§ 43. Das Bildungssuffix ón hangt sich gewöhnlich im Got. unmittelbar an den Stamm, bei einigen nur an den erweiterten. Es bildet Verben von Substantiven, Adjectiven und Verben: z. B. Jicirön (von Tcara), fislmi (von fisTcs), sidón (von sidus) luston (von lustus). Sie werden blosz von a- und u- Stammen gebildet. Skalkinón (von sJccdlcs), hórinón (von hórs) reikindn (von reiks) sind Beispiele von erweiterten Stammen, welche gewöhnlich Personennamen bezeichnen.

Von Adjectiven: sunjón (von simjes), gasibjon (von sibjes), ushulón (von huls).

Von Verben. Es hangt sich an den Prasens-und an den

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Prat.- Stamm z. E.mitón (von mitan) ufar-munnón (von munnari) parbón (von pairban).

Dieses o erscheint fast in allen Formen des Zeitwortes. §o 44. Im Althd. wird das ó überali fest gehalten, hin und wieder in uo gebrochen, was für einen Bindevocal eine Seltenheit ist, z. B. in Isidors Ubersetzung adhmuot für adhnot. Wo es mit Flexionsvocalen zusammentritt, verdrangt es sie gewöhnlich, sogar das Optativsufiix; wo dasselbe aber beibebalten wird, schiebt sicb hilufig ein li oder;, g zwischen den Stamm und das Optativsufiix ein z, B. trcihtohee für trahtóê, richisöja für richisóa, ahtogên für ahtoên.

§0 45. Im Mittelhochd. ist das ö zu e geschwacht, zuwei-len erscheint es noch in Part. Prat. welche aut ein wurzel-liaftes ó oder o reimen, z. B. geivarnót: tót, gesegenot: got. Sehr selten kommt es im Prat. vor.

Die schwachen Verba auf an.

§0 46. Auch die mit an gebildeten schwachen Zeitwörter werden im Got. ebenso wie die auf ón von Verben, Adjec-tiven und Substantiven abgeleitet; dieses an ist aus ain entstanden und entspricht dem Althd. ên. Sie sind meist Intransitiva: luban (von liiiban), iveihan (von weihs), arman (von arms), liugan (von liuga), saurgan (von sailrga). Wo die Endungen a oder ó haben, fallt das ai aus.

§0 47. Im Alth. ist das é in allen Formen bewahrt geblieben; wenn es mit andern Vocalen zusammentraf, stiesz es dieselben aus. In einigen Formen wechselt es haufig mit d, z. B. sagliém: sagdnne- sagdta. Jidpêm, habdta, fragen fragdta.

§0 48. Im Mittelhochd. sind diese drei Klassen völlig zusammengefallen, nur spurweise findet man noch Formen,

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in welchen die Bildungssuffixe der 2ten und 3ten Klasse ihren Einflusz noch geltend machen, namentlich in den For-men auf n, für die erste Pers. Sing. Pras. Ind. — Hin und wieder zeigen einige Zeitwörtér der ersten Klasse, dasselbe w, welches dann selbstverstandlich anorganisch ist.

Die gotischen Verben auf nan.

§0 49. Alle diese Zeitwörter haben passive Bedeutung. Im Prat, erscheint das Suffix gesteigert zu nó. Sie werden ausschlieszlich von Verben und Adjectiven gebildet. Im ersteren Falle schlieszen sie sich unmittelbar an die Stamm-form des Part. Prat, an ; im anderen Falie an das undecli-nierte Adjectiv. 1° ga-paürsnan (von Jmursans), -tmirnan (von taiirans), dishritnan von -Jcritans), usluknan (von lühans), gaskaidnan (von skaidans), 2° fidlnan (von fulls), weihnan (von weilis), mikilnan (von mikils).

IIe ABTEILUNG.

Syntax der Verba.

§0 50. Bisher haben wir die Verben blosz morphologisch betrachtet; weil sie aber in der Sprache noch andere Func-tionen haben, als die, welche wir besprochen haben, so müssen wir jetzt nachweisen, wann und in welcher Form sie gebraucht werden, die Genera, Tempora, Modi, Personen und Numerus auszudrücken. Weil die Schriftstücke der goi. Sprache keine originellen, sondern Übersetzungen aus dem Griechischen sind, ist die Vergleichung derselben mit dem Griechischen nötig, um zu sehen, wie der Gote die feinen Be-ziehungen des Griechischen in seiner an Formen verhaltnis-maszig armen Sprache ganz genau auszudrücken vermag.

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GOTISCH.

Genera.

§0 51. Fangen wir mit den Genera an. Das Gotische besitzt nur zwei Genera: ein Activum und ein Medium. Das Medium nennt man Medio-Passivum, weil es meist passive Bedeutung hat.

Das Activum.

§0 52. Das Activum ist die Form für Intransitiva und Transitiva.

Matth. 6 : 10. Qimai Jriudinassus peins, wairpai wil ja peins für

'EhlÉTtu Tj jja(Tt?.£!a (you, ro iïéXrjiiaaoL}. '

/_ gt;7^ Matth. 6: 11. Maif unsarana pa^cijgif wis himma daga für]4v-^Ct •- u.ai,

rtj'j apzov rj/i(Sigt; tuv 's-coóacov «Jó? 'rjp.cv ayfiepov.

§o 53. Zuweilen steht es für das gr. Medium.

Mare. 15 : 16. Jah gahaihaitun dll^ hansa für J au

xac auyxaloüai'j oXt/jv zrjv a-eïpaj. J

So übersetzt sind diioXoyelv durch andhaitan 'ayacpEcv durch afniman.

~iialt;foXaxTsiv durch gafastan. ■ •

Ttamp;évac durch lag jan. u. s. vv.

§0 54. Oft werden gr. Intransitiva ins Gotische durch Reflexiva übersetzt. Das Reflexivpronomen steht dann nach dem Verbum, wenn kein Bestimmwort vor das Zeitwort kommt. 1st dies aber der Fall, so steht es unmittelbar vor it Uamp;^'/ demselben. Es kann auch ganz wegbleiben, aber dann wird das Zeitwort intransitiv.

Matth. 9 : 2. prafstei Jgt;uk, barnilo.

ddpasc réxvov.

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Marc. 4 : 12. nibai hvan gawandjaina sik.

[l^TTOTS i7rC(TTpé(pUJ(TCV.

1 Tim. 5 : 25. Jah Jio aljaleiJcos sïk habandona filhan ni mahta sind.

za aXXaii; è'/oyra xpupffjai oij dóvazac.

Marc. 9 : 34. lp eis slmvaidedim; du sis misso andrunndn, j ^ hvarjis maists ivesi.

01 dh iacajTzujv, irpoq dkXrjkouq yap dceXé^rjtrav êv rp 68w, Teg fisc^wv.

§0 55. Das Activum mehrerer Verben hat auch passive Be- / 7^quot; deutung. Verg], z. B. Luc. 1 : 20 mit Matth. 8:17 ivaürda meina * usfulljanda in méla seinamma mit usfidlnoda pata gamêlipo.

Ferner stehen neben einander: ushauhjada und ushauhnifi, uslukaindau und usluknoda. u. s. \v.

§0 56. Sehr oft steht das Activum für das griechische Passivum, wodurch der Sinn viel concreter wird.

Luc. 9 ; 7. Untê jfêpun simai (denn Einige sagten), jij dia. zu Xéyeaamp;ac v~lt;j zcvwv (weil von Einigen gesagt wurde).

Mare. 5 : 4. untê galausidfi (er löste) af sis pos naudi- / handjós jah pó ana fótum eisarna gdbralc (er zerbrach).

A'.a zu 3isrTTzarramp;ai 'uit abzoO zaq amp;X6lt;T£CS xai zd$ Tzéiïaq (Tuvz£zpllt;pamp;ac.

Gal. 6 : 12. wrdkja galgins xristaus ni winnand.

azaupw zoo yjnrjToij /irj Scrnxtuvzac.

§0 57. Haufig wird das gotische Activum eines reflexiven Zeitwortes für das griechische Passivum angewandt, was oft durch die Bedeutung gerechtfertigt ist.

Mare. 11 : 23. üshafei puk jah wairjiptuk in martin.

quot;Apamp;rjzc xa} pXydyzc its zrjv SdXatra-av.

Einige Reflexiva stehen, wie wir schon gesehen haben,

ohne Reflexivpronomen; andere wieder haben trotzdem sie im Activum stehen, zugleich reflexive und passive Bedeutung.

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Z. B. daupjan für [la-rtc^cj, fta-rTtiraaSta.!. lïaTTZtrriïrjva!. Matth. 3:11. iswis daupja ' up-d^ Pa-KzcWec.

Mare. 7 : 4. niba daupjand édv /lij pa-rcWiovrai. Luc. 3 : 12. bipê datipida èv zw ^aTzzcafHjvac.

DAS Medium.

§o 58. Nur das Gotische kennt von allen germanischen Sprachen das Medium. Wiewohl dasselbe nur verbalInis-maszig wenig Formon bat, darf man doch nicht behaupten, dasz es im Aussterben begriffen sei, denn es wird in allen Schriftstücken, welche uns bewahrt geblieben sind, auszer-ordentlich hauflg angewandi, nicht nur da, \vo der Grieche ein Medium schreiben würde, sondern auch für das griechi-sche Passivum, sogar an einigen Stellen für das Activum.

Das Medium wird gewöhnlich Medio-Passiv genannt, weil es nebon der medialen durchweg auch passive Bedeutung hat. Es hat blosz ein Prasens Ind. und ein Prasens Opt.

§o 59. Das Medio-Passiv kommt u. a. vor:

Matth. 7:16. ïbai lisanda of paürnum iveinabasja?

Matth. 7:19. all hagme ni taufandanc akran god usmaitada jah in fon atlagjada.

lldv Sévdpuv fjij t.o'.ow xap-uv xakóv 'ExxÓKTEzat /.al etV Ttüp fia/J.Eza'..

Mare. 10 : 38. IJgt; Jesus qadnh du im: ni ivituts It vis hidjats : magidsu drigglcan stiJcl Jmiei ik driggka, jah daupeinai Jnnaiei ik daupjada, ei daupjaindau '0 dè 7)jlt;toü? auzois, Ou/, o'idazz rc aczsctrfle.

rhr/iUTÏÏs Ticscv zo -uzijpiov u ê/dj m'/w. ij zu [idTrrcafj.'i u èyw (ia-zi^o/ia! jja.-z'.rrt'tf^/a!;

Luc. 1 : 7G. Jah lm, harnilo, praufetus hauhistins haitaza.

Kal au Sé, xatdlov, itpoyrprfi bipiazoo xhjamp;yarj.

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Joh. 3 : 3. Amen, amen gipa izwis, nihai saei gdbairada iupapro ni mag gasaihvan Jnudangardja gups.

Afiijv 'afirjv Xs'ycu ao:, 'sav [irj r.'? /■avvrjflrj' avioiïey, ou oóvarai ISstv rrjv fiaatXstav roö iïeou.

§0 60. Das Medium steht zuweilen für ein griechisches Passivum, um dadurch den Sinn concreter zu machen. Luc. 6 : 38. mitads goda gibada (es wird ein gutes Masz gegeben) fiérpov xaXdv Siuaooatv.

§0 61. Das griechische Medium wird auszerdem durch sis, sik, durch ein Possessivpronomen vor dem abhangigen Substantiv, durch das got. Medium und durch ein Particip gegeben.

a) sis: afslaupjan sis. Col. 3 : 9. dTrexSoevdac.

bugjan sis. Luc. 9 : 12. a.yopa£ra$m.

b) sik! gahcxban sik. I Gor. 7 : 9. èyxpaTeóojrac.

shaman sik. Mare. 3 : 20. alaymEaftai.

c) gahvljai hauhij) sein. 1 Gor. 11:6. xaTaxaXoirrétTamp;w.

d) xristau gahamodai si/'uj). Gal. 3 ; 7. yptarov iveduaaafts.

e) gawasips. 2 Gor. 5 : 3. ivduudfisvog.

gahomops. u. s. w.

Personen und Numerus.

§0 62. Das gotische Zeitwort hat drei Num. Sing. Dual und Plural. Die 3te Pers. fehlt dem Dual.

§0 63. Alle Impersonalia kommen im Got, auch als Personalia vor.

Luc. 17 : 29. rigneip; aber Matth. 5 : 45. atta izwar rig-neip ana garaihteins jah ana imvindans. binah (es ist nötig) 2 Gor. 12 : 1. aber I Gor. 10 : 23. kommt es auch persönlich vor: hvópan binah, akei ni batizo ist, Jah. u. s. w. AU binah, akei ni all daug; u. s. w.

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§0 64. Der Dual wird blosz in der Rede, aber nie in der Erzahlung gebraucht. Wenn von zwei Personen erzahlt wird, schreibt man den Plural. Hin und wieder flndet sich derselbe statt des Duals auch in der Rede, was man viel-leicht der buchstablichen Übersetzung zuschreiben musz. 1 Gor. 9 : 6. Ih joh barnabas ni habos waldufni du ni waurkjan.

Luc. 2 : 48. Sa atta peins jah ik winnandona sokidedum (für sokidedu) Jmk.

Modi.

§0 65. Es giebt drei Modi im Gotischen: zwei volle, Indicativ und Gonjunctiv (der Form nach Optativ) und den Imperativ, der blosz vom Prasens gebildet wird.

§0 66. Der Indicativ ist die Form, welche ausdrückt, dasz der Gedanke mit der Wirklichkeit übereinstimmt. Er ist somit der Ausdruck des Wirklichen und Gewissen.

Im einfachen Satze.

1° Matth. 8:1. Balap pan atgaggadin imma fair gun ja, lais-tidêdun afar imma iumjóns managós. 2°. In der directen Frage, wo auch der Gonjunctiv stehen kann.

Joh. 13 : 36. frauja hvad gaggis? §0 67. Im zusammengesetzten Satze. K lm hypothetischen Satze, wo der Gedanke gerade als wirklich angenommen wird:

Matth. 6 : 30. Jmndê havi haipjos gup sva wasjip hvaiva mais izwis.

2°. In der indirecten Frage, wenn der Fragesatz im Prat. steht.

Joh. 9 : 15. frëhun ina, hvaiwu ussahv.

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3°. In Satzen, welche als Object bei den Zeitwortern sensuum, dicendi u. s. w. stehen.

Matth. 5 : 21. hausidêdup pat ei qipan ist ni maürpjais. Matlh. 26 : 2. wit up Jmtei afar twans dagans pasha wairpip.

4°. Nach Zeitpartikeln.

Gewöhnlich nach pan, bipc, swê, sunsei, mippanei, untê and pandc.

Marc. 8 ; 38. Saei skamaip sik meina, jah sunus mans shamaip sik is, pan gimip in ivulpau attins. Joh. 7 : 27. iipê xristus qimip, ni manna vait, hvapro ist. Luc. 1 : 41. j:ih tvarp, swê hausida aileisabnip gólein

mar Una, laüdik ham in qipau isös. Luc. 1 : 44. Sai allis, sunsei warp stibna galeinaispeinai-

zós in ausam meinam.

Matth. 27 : 12. mippanei ivróhips to as fram palm gudjam

ni waiht andhóf.

Luc. 17 : 8. Aiidbahtei mis, untê mat ja jah drigka Gal. 6 : 10. pannu mi pannei mél habmn, waurkjan piup wipra allans.

Gonjunctiv.

§0 68. Im einfachen Satze steht der Gonjunctiv. 1° als Optativ, also wenn der Gedanke als Wunsch vor-gestellt wird.

Rom. 15:5. gup) gibai izivis pata samo frap jan in izvris misso.

2° als Goncessiv :

Luc. 1 : 38. gap mariam: saei piwi fraujins, wairpai mis bi waurda peinamma.

3° als Imperativ 1. pers. Plur.

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1 Cor. 15 : 49. swaswê bêruni mmleïkin pis airjeinins. swa bairaima jah frisaht pis himinahmins. 4» für das, was als ungewisz in der Zukunft vorgestellt wird. Mare. 8 : 12. amen, amen gipa izwis,jabai gïbaidau kunja pamma taiknê.

5° in der directen Frage, in welcher der Grieche das Futurum gebraucht.

1 Tim. 3:5. Jp jabai hvas seinamma gardn fauragnggam ni mag, hvaiwa aikhlesjon gups gahirai (neben gaharop).

Et Sé tv; tolgt; ISc'ou or/oigt; izpo^rffjai oijx oT$e, Ttwq: ixxXytrcaz amp;soij imfieXyfTerac;

§o G9. Im zusammengesetzten Satze:

1° in hypothetischen Satzen, wenn der Gedanke als mög-lich vorgestellt wird, steht der Gonjunctiv im Prasens.

1 Gor. 7 : 8. goj) ist im, Jabai sind swê ik, ip Jabai ni

gahabaina sik, liugandau.

Wenn der Gedanke als unmöglich angenommen wird, gebraucht man den Gonj. Prat.

Joh 5 : 46. Jabai mósê galaubideip, galaubideip mis.

2° In directen Fragen steht gewöhnlich der Gonjunctiv. 3° Wenn die Worte eines anderen, als Object des Denkens des Redenden wiedergegeben werden, steht der Gonjunctiv in Objectsatzen, bei den Zeitwörtern sensuum, dicendi. u. s. w.

Joh. 9 ; 19. San ist sa sumis izwar, panei Jus qipipputei blinds gabaüram waiirpi. 3°. In Gausalsatzen, wenn eine Negation vor dem Gau-salpartikel steht:

2 Gor. 3 : 4 u. 5. trauain sivaleihi luibam pairh xrislu dugupa,

ni patei tvairpai syaima pagkjan hva af uns silbam, ak so wairpida imsara us gupa ist. 4°. In Temporalsatzen steht der Gonjunctiv nur nach pan und bipê, wenn der Hauptsatz final ist.

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Matth. 9:15. atgaggand dagos, pan afnimada af im sa hrtipfaps jah pan fastand.

Bei faurpizci kann er im Prasens und Prat. stehen.

Matth. 6:8. Wait atta izwar, Jnzei paurhip faurpizei hidjaip ina.

Luc. 2 : 26. Was imma gataihan, ni saihvan daupu, faurpizei sehvi xristu fraujins. 5°. Das Gebot, das für Zeiten gegeben vvird, drückt der Gote durch das Prasens. Gonj. aus.

-ZVï hlifais — 1 Gor. 11 : 24. nimip, matjip pata ist leik mein.

6°. Der Gonjuctiv steht oft für die 3*6 Person. Sing, und Plural Imperativi.

Matth 6 : 9. qitnai piupinassus peins, wairpai mija peins

swê in himinani jah ana airpai.

Matth. 6 : 9. Wethnni nami namo pein.

Imperativ.

§ 70. Der Imperativ drückt den Gedanken als einenWunsch aus, dessen Venvirklichung beim Sprechenden als ganz be-stimmt gedacht wird, als ein Gebot, eine Bitte, Ermahnung und Aufforderung u. s. \v.

1° Wenn etwas für den Augenblick selbst befohlen wird, steht der Imperativ.

Matth. 8 : 9. jah gipa du pamma: gaggf Aus der Fortsetzung desselben Verses ersieht man, dasz ein Befehl für die Zukunft, durch den Gonjunctiv ausgedrückt vvird.

pata waürhjaip du meina gamundai.

2° Auch das mittelbare Gebot vvird, wie wir beim Gonjunctiv gesehen haben, durch das Prasens. Gonj. ausgedrückt: Ni maürpjais, ni hlifais.

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3° Die dritte Pers. Plur. ist nur durch eine Stelle belegt: liugandau

1 Gor. 7:9. Ip jabai ni gahabaina, liugandau.

Ei dh oux iyxpare-ijoyrat, yaiiyjaAriuaa^.

Und die dritte Pers. Sing durch lausjadau.

Matth. 27 : 43. Trauaida du gupa; lausjadau nu ina, jabai wili ina.

Uéxocftev iirl ruv iïsuv pua/'w'tw vüv abruv, ei #éXei aoTuv.

4°. Die erste Pers. Plur. hat eine Form, welche mit dem Prasens Ind. zusammenfallt. Wie wir oben schon gesehen haben, wird dafür gewöhnlich der Gonjunctiv ge-braucht, aber es giebt doch eine Menge Stellen, wo diese Form belegt ist. z. B.

Rom. 13 : 12. Uswairpam ivnurstvam riqieis ip gawasjam

sarvam liuhndis.

Luc. 15 : 23. matjandans stiur alidana wisam toaila. 1 Gor. 5 : 8. dulpjam ni in beista fairnjamma.

1 Gor. 15 : 32. mat jam jah drigJcam.

5°. Wenn zwei Imperative neben einander stehen, werden sie durch jah, und uh (das an den zweiten Imperativ gehangt wird) verbunden. Sie werden auch hiiufig blosz neben einander gestellt.

Joh. 11 : 34. hiri jah sahv.

Luc. 5 : 23. urreis jah gagg.

Matth. J27 : G5. 'jaggip witaiduh.

Matth. 8 : 4. gagg [uh silban ataugei.

Marc. 10 : 21. gagg swa fdu sive habais frabugei jah gif.

6°. Für den Dual kommt hiiufig der Plural des Prasens Gonj. vor und umgekehrt.

Marc. 14 : 13—15. Insandida tivans sipónjê gajmh du im: gaggats in po baürg jah gamoteipgt; igkwis manna has wat ins bairands: gaggats afar pamma. Jah padei inn galcipai.

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qipaits — hvar sind salipvos parei paska mip siponjam meinaim matjan? Jah sa is wis taikneij) hclikn mïkdlata — jah jainar munwjaip unsis.

Luc. 19 : 31—33. findet man duhve andbindip und and-hindats in derselben Frage.

Tempora.

§0 71. Das gotische Activum hat nur zwei Tempora, Prasens und Prateritum; das Medio-Passivum und der Impe-rativ haben nur ein Prasens. Die Form des Futurums ist verloren gegangen und musz entweder durch andere Formen des Zeitwortes oder durch Umschreibung mit Hilfszeitwörtern wiedergegeben werden.

§0 72. I. Das Prasens steht:

1°. wenn eine unvollendete Handlung in der Gegenwart bezeichnet wird.

Mare. 10 : 38. magutsu driggkan stikl, panei ik driggka.

2°, als die Form der Zeitlosigkeit, daher bei Sitten, Gewohnheiten und in Sprüchen, z. B.

Mare. 4 : 29. hipê gibada akraji, insandeip gilpa.

Mare. 4 : 4. iudaieis niba ufta pvahand, ni matjand. 2 Cor. 9 : 7. hlasana giband fryop gup.

3°. Für das Futurum, z. B.

Matth. 5 : 8. audagai pai JirainjaJiairtans, unte pai gasai-hvand.

/xaxapiot oc xaamp;apoc rij xapSi'a, on auzoiröy Üeüv oipov-at.

4°. als Prlisens historicum (in lebhafter Erzahlung). Joh. 9 : 13. gatiuhand {ayoocrtv) ina du fareisaium pana saei was blinds.

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Joh 12 : 22. gaggip (é'PXeTac) (Hippus joh qijnp (/,£gt;£lt;) du andraiin jah af tra andraias joh ftlippus gejmn (Xéyouac) du iesua.

In dem letzen Beispiele wechselt der Gote ohne Vorgang des Griechischen mit Prasens und Prtiteritum.

5°. für das Perfectum, z. B.

2 Tim. 4 : 6. mêl minaizós disvnssais atist für xacpus

èfiyjs dvaXóaewq ilt;pédrrrjxev.

2 Gor. 14 : 14. wait jah gatrauia (ïir oIda xac xénecpfjai u. s. w.

wo eine vergangene aber in ihren Folgen noch fortdau-ernde Handlung ausgedrückt werden musz. z. B. Joh. 14 : 7. kunnip attan meinana joh gasaihvijj.

ytvwaxEzs aozuv xal éutpaxazz auróv. U. S. W.

§0 73. II. Das Prateritum steht:

1°. für das griechische Imperfectum, z. B.

Marc. 1 : 30. lp swaihro Scimonis lag in brinnon; jah suns qepun imina hi ya, '11 tik irevamp;epa. 2!c[iugt;vo^ xazé-xeiro izopéaaouaa, xal eütyéwq Xéyouscv aiirw -epl abrrjs-

2°. für das Perfect., z. B.

gaggam du paim bisunjanê haimóm jah baurgim, ei jah jainar merjau, unte dupe qam {iZsXrjhjVa.)

3°. für das Plusquamperfect., z. B.

Mare. 14 : 44. afgaf (dsdcuxec) sa lewfands im bandtvón.

4°. für den Aoristus:

Matth. 5 : 28. hvam saei saihvip qinon du luston izos, ju gahorinoda (ifioc'^soirsv) izai.

§0 74. Das griechische Imperfect Passivi, das Perfect Passivi transitiver Verben, das Plusquamperfect Passivi und der Aorist werden mit wisan und ivairpan umschrieben. Der erste und der dritte mit dem Part. Prat. und dem Prateritum von wisan und die zwei übrigen Tempora entweder mit dem Prasens von wisan und dem Part. Prat, oder mit dem Prat. van wisan und wairpan mit dem Part. Prüt.

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1°. Imperfect Passivi, z. B.

Marc. 3 : 5. daupida vesmi allai [i^awriZovro)

2°. Plusquamperfect Passivi, z. B.

Matth. 7 : 25. razn gasulij) tvas {rsfefioMcoTo)

3°. Perfect Passivi transitiver Verben, z. B.

Matth. 10 : 30. iswara tagla hauhidis alia garajiana sind.

[rjp'amp;tir^xé'ja! siatv).

Marc. 10 : 40. Jjata du sitan af tailmvon meinai aijjjxm af hleidumein nist mein du giban alja paimei mamvip was. {^Tot'iiaarai).

Marc. 3 ; 2G. jabai satana usstoj) ana sil: silban jah gadailijjs tvarj. (fisfjépcazac).

4°. Aorist Passivi, z. B.

Matth. 5 : 21. hausidedup patei qipan ist {ip/iéVrj) paim airizam.

Marc. 1 : 9. qam jesus fram nazaraip jah daupips was.

(ipanrLaamp;r]).

Matth. 11 : 9. uswanrhta gadomida ivarPj {idcxacd^handugei.

Das Futurum.

§0 75. Die Form des Futurums hat die gotische Sprache nicht. Sie gebraucht dafür das Priisens Ind, das Pnisens Gonj. oder ein Hilfszeitwort mit dem Infinitiv. Das Fut. exact, wird gewöhnlich durch das Prasens Ind. wiedergegeben. Matth. 5 : 8. audagai Jmi hrair/jahairtans unte pai gup gasaihvand.

Marc. 9 : 19. o Tcuni ungalaubjando, und hva at izwis sijau [eaofiai), und hva Jmlan (dvéiojiat) izwis. Die Hilfszeitwörter, welche zur Umschreibung des Futurums dienen, sind : shdan, munan, duginnan u. s. w. z. B.

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66. galagidedun ])0 ioaiirJ)a in hair tin seinamma qipandans, hva skuli Jjata barn wairjan (è'crrat).

25. hvai izwis jus hlahjandans nu, untê gaunón joh (p'êtcin duginnid. xal xAaóamp;srs).

20. nibai managisö wairjrij) {nsptaaeuari) izwn-raizós garaihteins, ni Jjhu qimip in Jnudan-gardjai himinê.

Infinitiv und Particip.

§0 76. Im Gotischen besteht blosz ein Infinitiv Priisenp. Act. der auch für den griechischen Infinitiv. Prat, gebrauclit wird und als Subject und als Object auftreten kann. Wenn Zweck oder Bestimmung ausgedrückt wird, hat der infinitiv du vor sich.

Luc. 1 ; 9. Kara ru rijc cepareiaq l'Xayj: toS ftoiicdaai, sfceMwv sfc zuv vauv too xupi'ov.

hi biutja gudjinassus hlauts, imma urrann du saljan, atgaggands in alh fraujins.

Diese Stelle beweist erstens, dasz üu^cdaac durch saljan wiedergegeben wird und zweitens, dasz du vor den Infinitiv tritt um den Zweck oder die Absicht anzudeuten.

1 Cor. 7 . 5. fastan und bidjan für vijaTsCaxal nposeuxrj.

§0 77. Das Participium hat meist die Bedeutung eines Adjectivs. Es giebt ein Part. Prasens und ein Part. Prat., welche drei Geschlechter und zwei Declinationen haben: die consonantische und die vocalische.

Sie kommen, wie wir oben schon gesehen haben mit den Verben visan und ivairpan zur Umschreibung vor, sie können aber auch als echte Adjectiva und mit dem bestimmten Artikel substantivisch gebraucht werden.

Marc. 6 : 14. joh (nines sa daupjands.

Luc. 1 :

Luc. 6 : Matth. 5 ;

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ALTHOGHDEUTSGH.

Genus.

§0 78. Im Althd. ist das Zeitwort armer an Formen als die Gotische Sprache, nicht uur ist der Dualis völlig erloschen, sondern das Medium ist auch ganzlich verloren gegangen. Es besitzt nur eine Genusform : das Activum. Das Medium und das Passivum müssen entweder durch das Activum oder durch Umschreibungen wiedergegeben werden.

§0 79. Das griechische Medium wird übersetzt:

1° durch das blosze Activum, z. B.

Matth. 5 : 46. Oha ir thie minnot, thie iuua ïh minnot, uueliha miete hahet ir thanne? ene nituont thas thie firnfollun man? (jroioüaiv).

Matth. 28 ; Gl. Inti legita then in sinemo niuuen grabe-

(ztilévac),

2° durch ei a reflexives Zeitwort, z. B.

Matth. 27 : 5. Inti fiiruuopfanen sïlaharlingen in thas tempel, thana fuor inti gagenii erhicng sih

tnit StfieU. (n.Tza.Yysaiïai).

§0 80. Das griechische Passivum wird ins Althochd. übersetzt :

1° durch ein intransitives Zeitwort.

Matth. 11 ; 23. Inti thu Gaphnrnnum enonu ni arheuistu thih unzan himil ? unzan in hella nider-StigiS. (xaraliipaaürjarj).

Matth. 9 : 22. Tho ther Heilant giwentit inti sia gisehenti quad: {in!aTpéfgt;e(Tgt;9ac).

2° durch die Umschreibung mit den Zeitwörtern sin und uuerdan, z. B.

Matth. 7 : 19. Giuuelih boum, thie thar ni tuot guotan uuahsmon, ist abafurhouuan inti in fuir gisentit

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Mattli. 8:17. thaz wurdi gifiülit thar giquedan uuas thiirh Esaiam thenan uuizzagon.

3° durch das Activum, z. B.

Matth. 7 : 16. ia sie ni lesent fon thornun uuinberu, odo fon thistilon figun.

Tempora.

§0 81. Wie im Gotischen drückt das Priisens im Althd. eine unvollendete Handlung in der Gegenwart aus, oder eine allgemein giltige Th;itigkeit.

1° eine unvollendete gegenwartige Handlung. z. B.

Matth. 9 : 4. zi hm thenkit ubel in iuuaren her zon ?

Matth. 8 : 15. Tnihtin, heili unsih, uuanta uuir fortmerden.

2° eine allgemein giltige Thatigkeit, z. B.

Matth. 3 : 4. fohun hdbent loh, inti himilis fugala selida. Matth. 7 ; 14. uuio engo ist thiu phorta; inti bithuungan uueg, ther leitit zl libe, inti folie sint tJiie then fndent.

Matth. 12 : 30. Min ioh ist suozi, inti min bur din ist lihti.

3° für das Futurum, z. B.

Matth. 11 : 23. unzan in hella nidarstigis.

Matth. 4 : 9. Into quod imo: thisu cdlu gibu ih thir, oba thu nidarfallenti betas mih.

4° für das historische Priisens, z. B.

Matth. 5:7. Mitthiu ther Heilant gihorta, thaz Johannes giselit uuas, ferit in Galüeam.

Das PrSteritum.

§0 82. 1° Das Priiteritum steht für das Imperfectum, z. B. Matth. 8 : 28. Mitthiu her quam ulmr den giozon in lantscapf G- ingegin liofun ima zuene habente diuuale.

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Matth. 8 : 27. Inti mdersteic regan, inti quamun gusu, inti bliesun uuinta inti anafielun in thaz hus; inti ez fiel, inti uuas sin fal mïhhil. 2° für das Perfect., z. B.

Matth. 9 : 18. Truhtin min dohtar nu arstarh.

Matth. 8 : 1. Tho her arsteig fon themo berg, folgetun imo manege menigi.

Matth. 8 : 10, uuar sagen Hi iu, ni fand ih so mihhelan giloubon in Israhel.

3° für den Aorist, z. B.

Matth. 7 : 22. Truhtin, Truhtin! eno ni in thinemo namen uuisogotumes, inti in themo namen uzmmr-phumes diuuala, inti in thinemo namen ma-nagiu inegin tatumex.

§0 83. Zur Umsehreibung des griechischen Prasens Passivi und des Prateritums Passivi, wird das Part. Prat. transitiver Verben mit dem Hilfszeitwort uuerdan gebraucht, und zur Umsehreibung des Perfects und des Plusquamperfects wendet man dasselbe mit sin an.

Matth. 9 : 25. Inti mitthiu uzuuorfaniu uuas thiu menigi, gieng in, inti habete ira hant, inti arstuont that magetin.

Matth. 5 : 19. uuanta sie gates bam sint genennit.

Matth. 2 ; 18. Stemma in hohi gihoret uuard, mihheles

uuoftes inti uueinonnes.

Matth. 5 : 14. Ir birut mittélgartes licht. Ni mag burg uuerden geborgen, ubar berg gisezita. §0 84. Oft setzt man die Partikel ge vor das Simplex nm das Perfect oder das Fut. II auszudrücken; steht es vor dem Prateritum, so drückt es das Perfect, steht es aber vor dem Prasens, so drückt es sowohl das Fut. I. als das Fut. II aus.

Matth. 5:21. Ir gihortut, thaz giquetan uuas then alton.

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Matth. 5 ; 28. Ih quidu iu, thas iogiuuelih, thie thar gisihit uuib sia si geronne, iu habet sia forlegana in sinemo herzen.

Matth. 5 : S. uuanta thie gisehent got.

§0 85. Das Futurum wird durch das Prasens und durch das Prasens mit dem Augment ge ausgedrückt, wie wir schon oben erwahnt haben. Nie wird es, wie im Neuhochdeutschen durch werden umschrieben. Die Falie, in denen es umschrie-wird, sind sehr wenige. Zu der Umschreibung gebraucht man scolan. Hin und wieder vertritt das Prasens. Gonj. das Futurum I., z. B.

Matth. 6 : 39. uzouh oba thih sihuuer slahe in thin zesuua

uuanga, garuui imo thas ander.

Matth. 6 : 41. Inti so mier so thih thuinga, thas thu mit imo ge'st thusunt scrito, far mit imo andere zuene. Matth. 12 : 40. So so uuas Jonas in thes uuales uuambu thri taga inti thriio naht, so seal uuesan mannes sun in hemen erdu thri taga inti thriio naht.

M o D i.

§o 86. Die Modi werden im Althd. noch in derselben Ausdehnung gebraucht wie im Latein.

Der Indicativ steht also:

1° Zum Ausdruck der Realitat, z. B.

Matth. 12 : 47. Senu, thin muoter inti thine bruoder stan-tent use suohhente thih.

2° in directen Fragesiitzen, z. B.

Matth. 21 : 10. uuer ist therer?

Matth. 24 : 2. u. 3. Gisehet ir alliu thisu ? — uuanne uuer dent thisu ? — uuas seihano ist thinero cumfti inti entes uuerolti ?

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Matth. 12 : 48. uuer ist min muoter unci uuer sint mine bruoder ?

3° in concessiven und hypothetischen Satzen, z. B.

Matth. 6 : 30. Oba thaz gras th.es accares, thaz linde ist, into morgane in ouan uuirdit gesentit, got so uuatit, uio mihhiles mere imiich liciles gilouban ?

Matth. 2 : 8. thanne ir is fndet, thanne cundit is mir.

4° nach Zeitpartikeln: mitthiu, tho, unsan, thana, êr, u. s. w.

Matth. 9 : 9. Mitthiu der Ileilant thanana fuor.

Matth. 9 : 4. Into so ther Heilant tho giscth iro githanca.

Matth. \ : 25. Into ni uuard iza mis, unzan ski gïbar ira sun êristboranon.

Matth. 5 ; 26. Uuar sagen ich thir, ni ges ihu thanna us, er thanne thu geltis then jungisten seas.

CONJUNCTIT.

§0 87. Der Conjunctiv kommt vor:

1° in der indirecten Rede als Conj. Prasens, z. B.

Matth. G : 7. Sie uuanen thaz sie in iro flusprahhu sin gehorte.

und als Conj. Priit., z. B.

Matth. 2:12. Inti inphanganemo antuuurte in troume, theis si ni uunrbin si Her ode, thuruh anderen uueg mmrbin si lantscheffi.

2° nach Verben des Wollens, z. B.

Matth. 27 : 17. Quad Pilatus: uuennan ivollet ir, thaz ih in forlasse?

3° in Consecutivsatzen, z. B.

Matth. 4 : 16. thaz sie mit iro hanten thih nemen, si thiu thaz thu ni hispurnes in steina thinan fuoz.

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4° in hypothetischen und Gonditional-Satzen, z. B.

Oba er Israhele owning si, er stige nidar fon thenio cruce! Matth. 4 : 10. thisu allu gibu ih thir, oba clu betos mih.

Oba thiu seuuua ouga thih bisuuihhe, ariose iz thanna. Matth. 12 : 7. Oba ir uuestit, uiiaz thaz si.

5° nach Impersonalien, und unpersönlichen Ausdrücken, z. B.

Gimihtsamot themo iungiron, tha so si so meistar, into scalc so sin herro.

Bitherbi ist thir, thaz funmerdi ein thinero lido.

6° nach Zeitpartikeln, z. B.

bei unzan, er thann — er thanne u. s. w.

Matth. 5 : 18. er thanne zifare himil inti erda, ein i oder ein hoiibit ni furferit fon thero emu, er thanne sin elliu imerdent.

In diesem Vers wechselt der Indicativ mit dem Conjunctly nach er thanne — er thanne.

7° in finalen Nehensatzen, z. B.

Matth. 1 : 22. Thaz al garo gitan ist, thaz uuari gif nil it

thaz thar giquetan uuas.

Matth. 2 : 8. thanna cundit iz mir, thaz ouh ih thara

queme inti beto inan.

Matth. 4:1. Tho ther Heilant uuas geleitet in uuuoslinna fon thenio geista, thaz her uuuardi gicostot fon themo dinuale.

Imperativ.

§0 88. Auch im Althochdeutschen drückt der Imperativ das Notwendige, also einen Befehl, ein Gebot, eine Ermahnung. u. s. w. aus.

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1° Die Person der Einzahl kommt vor:

Matth. 5 : 25. Tho quad imo ther Heilant: far Satanas — üms gehengig thenemo uuidaruuortun sliumo. Matth. 5 : 21. Ni uuis manslago!

Mehrere Imparative werden mittels inti verbunden.

Matth. 8 : 4. Onh far, into giongi thih themo hiscofe, inti bring thie geba.

2» Die zweite Person des Plurals kommt vor:

Matth. 2 : 8. Faret inti fraget gcrnilicho fon themo hinde. Matth. 22 : 13. Sentit in in thiu uierostun finstarnessu.

Into quad her in: quemet aftar mir, inti ih tuon iuuih uuesen manno fiscara. 3° Die dritte Person. Sing, und Plur. werden entweder mit uuesan und lazan umschriehen, oder durch das Prasens des Gonjunctivs wiedergegeben.

Matth. 8 : 22. Folge mir, inti laz tote higraban iro toton. Matth. 27 : 25. liahe man inan!

Matth. 23 ; 39. Gisegenot sie thie dar cumit in trohtines namon.

4quot; Die erste Person Pluralis fallt fast immer mit der ersten Pers. Pras. Gonj. zusammen.

Dasz der Imperativ besonders der der Aufforderung durch das Pras. Gonj. so oft wiedergegeben wird, findet seinen Grund darin, dasz die Aufforderung oft blosz ein Wunsch, oft blosz eine Einraumung ist.

MITTELHOGHDEUTSGH.

Modi und Tempera.

§0 89. Die Modi und die Tempora werden auch im Mittelhochdeutschen im wesentlichen wie im Lateinischen gebraucht. Es lohnt sich doch der Mühe den Gebrauch der-

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selben in causalen, concessiven, conditionalen, comparativen temporalen und relativen Satzverbindungen zu betrachten.

In d i c a t i v.

§0 90. Fast immer, auch in indirecter Rede, steht der Indicativ im Gausalsatz, z. B.

Ez ist manie tüsenl sêle verdampt niwan dar umbe, daz sie sich liehe mit bennigen linten gesellet habent.

§0 91. 1° Der Indicativ steht im causalen Nebensatz, wenn der Hauptsatz ebenfalls einen Indicativ enthalt, z. B.

Wie tvol dir got gélóbet hat, so hdst du eine vorhte.

2° Auch wenn derselbe mit side und swer anfangt, z. B.

Unde daz eines schülinges ivert ist, daz gibest dü im umbe zwêne scliïllinge, ez si linin tuoch oder fleisch oder korn oder stvaz ez danne ist.

§0 92. Der conditionale Nebensatz hat sehr oft den Indicativ, wenn er von einem Hauptsatz abhangt, welcher einen Imperativ oder einen Gonjunctiv enthalt, z. B.

ünd als dü einen baum sihit, der guot obez treit, só soltü dir gedenken.

Só ivïl etelichez waenen, ez si da, mite ledic, ob ez niht taetlieher sünde tuot.

§0 93. In Gomparativsatzen steht der Indicativ:

1° wenn der Gedanken der beiden Satze, welche mit einander verglichen werden, mit der Wirklichkeit überein-stimmt, z. B.

So muost dü ein schuochsüter sin oder ein weber, wie dich got danne geschaffen hdt.

2° Nach negativem Hauptsatz steht das Zeitwort des durch danne daz eingeleiteten comparativen Nebensatzes im Indicativ, z. B.

Darumbe git dir got niht mêre, danne er dir doch geben wil.

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§o 94. In temporalen Satzen werden die Gleichzeitigkeit und die relative Zeitbestimmung noch immer durch ein ein-faches Tempus des Indicativs ausgedrückt, z. B.

Dö der sins vater rdtgeben fragte, dó sprachen sie.

Im Neuhochdeutschen verlangt das Sprachgefühl eine Um-schreibung des Zeitwortes im Nebensatz, wenn es mit dem Zeitwort im Hauptsatze relativ ist, z. B.

Nact idem er abgereist war, ham sein liruder u. s. w.

§0 95. 1° Der Indicativ steht in Relativsatzen, wenn der Hauptsatz eine Negation enthalt, ohne den Inhalt des Neben-satzes zu verneinen, z. B.

Der wil er recMe von nieman gerdten, der Jcristennamen hat.

2° Bei vorhergehendem Gonditionalsatze wechselt Indicativ und Gonjunctiv, z. B.

1st ieman hie, der gerne alle zit gesunt si, der hüete sich.

3° Steht der Indicativ in relativen Nebensatzen, welche nach einem Superlativ stehen, z. B.

Das sind die groesten siinder, die diu werlt ie gewan.

§0 96. Der Indicativ steht haufig nach Haupsatzen, welchc einen Imperativ enthalten, aber wechselt oft mit dem Gonjunctiv, z. B.

Den lip solt dü slaken — mit allen guoten werTcen, dd mite man die simde gebiiezet.

Gonjunctiv.

§0 97. 1° In concessiven Nebensatzen, welche von einem imperalivischen Haupsatz abhangen , steht der Gonjunctiv, z. B.

Si ez dber also hommen, das der übeltaete mê si denne der guottaete, dannoch suit ir nicht verzwiveln.

2° Der einfache Gonjunctiv wird in concessiven Satzen und in disjunctiven Nebensatzen angewandt, z. B.

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Sant Péter hahe im, das er habc: ez ivirt im niemer mêre gebezsert.

3o Daz Prat. Gonj. steht haufig zur Bezeichnung der Irrealitat im concessiven Nebensatz, z. B.

Und waere ei von tüsent lihen iuwer hint, das von jener werlte koeme: ir suit iuch dar an niht Mr en.

4° lm Hauptsatz steht das Prat. Gonj. zuweilen zum Ausdruck des Potentialis, z. B.

Sivie Ueine ir pine si, sic wólten doch gem an einer glüen-den siide üf unde nider varn.

§0 98. 1° lm Gonditionalsatze steht das Pras. Gonj. ohne dasz über die Wirklichkeit oder Unwirklichkeit eines allge-meinen oder nur einmal eintretenden Falies etwas ausgesagt wird. Wenn der Hauptsatz den Imperativ oder den Gon-junctiv enthalt, steht im Nebensatz gewöhnlich der Gonjunctiv, doch auch ebenso haufig der Indieativ, z. B.

Helfe daz niht, so gedenhe an sinen manicvalten martel.

Wan daz er fürhtet, iverde ei ir wirt nemen, daz er in ze tode erstaeche.

2° Wenn die Bedingung als nicht wirklich gedacht ist, wird im Gonditionalsatz dos Prat. Gonj. zum Ausdruck der Irrealitat gebraucht, z. B.

Ich waere vil fró, der mir iesuo zehen marlce silbers gacbe.

§0 99. 1° In Gomparativsatzen steht das Priit. Gonj., wenn der Inhalt des Haupt- und des Nebensatzes, welche mit einander verglichen werden, als wirklich gedacht wird, z. B.

Bü sliefest oder aesest miehels gerner, danne dü iemer dd mite umbe giengest,

2°. In Satzen, welche durch danne, dann das, dar zuo daz eingeleitet sind, steht gewöhnlich der Gonjunctiv nach posi-tivem Hauptsatze, z. B.

Er hdt ober mêr spise danne stoubes in der sunnen si.

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Ir sit gar ze edel darzuo, daz ir der tiuvel genóz wiirdet,

3°. Wenn im Hauptsatze ein finaler Conjunctiv steht, oder ein Imperativ, steht im comparativen Nebensatz gewöhn-lich der Conjunctiv, z. B.

Die eiber staetecltchen müezent wirTten, die heten ndch ir staten, als sie got ermane.

Nü gê, als ez milge.

§0 100. 1° lm Gomparativ-Verhaltnis, in welchem der Inhalt des Nebensatzes als unwirklich gefaszt und mit dem Inhalt des Hauptsatzes, der mit der Wirklichkeit übereinstimmt, verglichen wird, steht immer im Nebensatz zum Ausdruck der Irrealitat', das Prateritum des Gonjunctivs, z. B.

Und haete er im gevolget, so ivaere ez im nicht so übel ergangen, als ez im ergienc.

2° Steht der Indicativ Prasens im Hauptsatze, so steht im Nebensatz das Prateritum Gonj., z. B.

Das git dir got wider, als di\ ez im üz dinen handen habest gegeben.

3° Enthalt der Hauptsatz aber das Prateritum Indicativi, so steht auch das Prateritum Conjunctivi im Nebensatz, z. B.

Sie wolten arm sin, ê danne sie es wider got gewünne.

§0 101. 1° In temporalen Nebensatzen, welche durch unz, bis und hinz eingeleitet werden, steht der Gonjunctiv, wenn der Hauptsatz den Imperativ oder den Infinitiv mit stillen enthalt, z. B.

ld mirz mit einander wahsen, unz daz ez zitic werde.

2° Weiter gebraucht man den Gonjunctiv, wenn ausgedrückt werden soil, dasz sich die Handlung des Subjects selbst-bewuszt auf eine Grenzbestimmung richtet, z. B.

Weltü aber biten, unz er dick sunder dinen danc hin ze himélriche füere.

3° Steht auch der Gonjunctiv nach ê, wenn der Hauptsatz positiv ist, z. B.

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ünd hete ez got geschaffen ê dan er menschen und engel ie geschüefe.

§o 102. Conjunctiv und Indicativ wechseln oft im relativen Satz, der abhangig ist von einem Hauptsatz, in welchem der Optativ steht, z. B.

Swer dise zwei niht emvelle, der laze sieunserm herren ligen.

Dar umbe so slahe iuiver iegliclier einen slac in, der dd niemer mêr geJieilt.

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THESEN.

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THESEN.

i.

Bitten ist eigentlich ein abgeleitetes Zeitwort.

II

Die reduplizierenden Verba sind ursprünglich Denominativa.

III.

Nur die drei ersten Abteilungen der a-Klassen sind pri-mitiver Formation.

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IV.

Die Gemination oder Gonsonan ten-Umlaut musz vor der zweiten Lautverschiebung stattgefunden haben.

V.

In der indirecten Rede kann die Unterscheidnng der Tempora zum Gebrauch des Gonjunctivs zwingen.

VI.

Das Hildebrandslied musz ein Glied aus einer ganzen Kette von Volksgesangen sein.

VII.

Die Treue im Nibelungenlied erscheint uns in ihren Wir-kungen vielmehr als ein Laster denn als eine Tugend.

VIII.

Die Gralsage ist dem muhamedanischen Mythus vom heiligen Steine nachgebildet.

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IX.

Die Hauptpersonen in Lessings «Nathan der Weisequot; sind nicht die Reprasentanten ihrer Religion.

X.

Der Austritt Osterreiehs aus dem deutschen Staatenbund war eine Naturnotwendigkeit.

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DRUGKFEHLER.

Seite 5, Zeile 9 v. u: steken, lies; stehen.

Seite 8, Zeile 11 v. u: erste, lies: ersten.

Seite 32, Zeile 4 v. o: Jjanrbip, lies: JmurMp.

Seite 32, Zeile 16 v. o: nami namo, lies: nami.

Seite 35, Zeile 10 v. o: wo, lies: 6°. wo.

Seite 46, Zeile 5 v. u: Haupsatz, lies: Hauptsatz.

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DRUCKFEHLER.

Seite 5, Zeile 9 v. u: steken, lies: stehen. Seite 8 , Zeile 11 v. u: erste, lies: ersten.

Seite 32, Zeile 4 v. o: Jjaurbip, lies: paurMp. Seite 32, Zeile 16 v. o: nami namo, lies: nami.

Seite 35, Zeile 10 v. o: wo, lies; 6°. wo.

Seite 46, Zeile 5 v. u: Haupsatz, lies: Hauptsatz.

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