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RIJKSUN1VERSITEIT TE UTRECHT
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Die thierarztlichen
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ARZNEIMITT EL
ihre
Abstammung, Bereitung, Kennzeichen der Aechthei( und Verf�lschung, passende Verbindung und Anwendung.
Nebst einem Anhang �ber dip
Einrichtung einer thler�rztilchen Hausapotheke.
Von
Dr. EDUARD HERING,
Medlc.-Rath^ Professor an der k. Tbierarzneischule; Mitglied der k. Landgest�ts-
Cowimission; der kaiserl. Leop. Carol. Academic der Naturforscher^ der Academie
imp^riale deM�decine zj. Paris, der Societc imp. et centrale de Medecine vetdrinaire
und der Suciete de Biologie zu Paris, der Soc. vctorinaire de Belgique, der physik.-
medic. Societ�t zu Erlangen, des landwirtlisch. Vereins iu W�rttemberg,
Baden, Kurhessen, Hessen-Tjm'MrtiMk^.Hohenzollern Mitglied; der
Gesellschaft e^^ei^ei^ii^^SFZteViairenmitglied.
gt;r- #9632;quot;quot;' '\.' quot;#9632;quot;#9632;#9632; ^%
tWelir, termelirt^ Auflage, \
1
i #9632;#9632;#9632;#9632;#9632;
Verlag v om .E_b iTex^r S�ubert.
1855.
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Gedruckt bei K. F. Hering * Gamp.
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Vorwort zur ersten Auflage.
Die n�chste Veranlassung zur Ausarbeitung der vorliegenden Schrift gab die Bearbeitung einer neuen w�rttembergischen Pharmacop�e durch die oberste Medicinalbeh�rde des Landes. Der zweite Theil derselben (die chemischen und pharmaeeutischen Pr�parate enthaltend) ist vor seiner definitiven Erledigung ver�fTentlicht worden und es hat sich hiebei gezeigt, dass auf die chemische Reinheit der Pr�parate, die G�te der dazu verwen�deten Rohstoffe, die Sorgfalt der Zubereitung u. s. w. der gr�sste Werth gelegt wird; �berdies ist die Anzahl der vorr�thig zu haltenden Mittel ziemlich bedeutend.
Diese umst�nde m�ssen aber nothwendig den Preis der Arzneimittel vertheuern und selbst aussei- Verh�ltniss mit dem pecuni�ren Werth der Patienten des Thierarzts bringen, somit dessen n�tzliches Wirken be�schr�nken , wo nicht unm�glich machen.
Es muss daher daf�r gesorgt werden, dass Landwirthschaft und Ge�werbe, denen die nutzbaren Hausthiere unentbehrlich sind, unter diesen Vorschriften, welche dem unsch�tzbaren Werthe menschlicher Gesundheit gegen�ber v�llig begr�ndet sein m�gen, nicht leiden; es w�re in der That widersprechend, wenn � w�hrend unsere Einrichtungen, durch die Bil�dung von Ortsthier�rzten, auf wohlfeile thier�rztliche H�lfe berechnet sind, � ein wesentlicher Theil dieser H�lfe (die Arznei) nur zu unerschwing�lichen Preisen sollte zu haben sein. Mit andern Worten: die Thier�rzte be�d�rfen nur weniger, einfacher und haupts�chlich wohlfeiler Arzneimitte!, bei denen somit chemische Reinheit und ausgesuchteste Qualit�t, �fromme, aber unerreichbare W�nschequot; bleiben m�gen, dagegen neben der R�cksicht
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IVnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Vorrede zur ersteu Auilagi'.
auf Wirksamkeit (die beil�ufig gesagt. nicht immer im geraden Verh�ltniss zu den Kosten stellt) die R�cksicht auf den Preis maasgebend sein muss.
I in aber den Zweck wohlfeiler und schneller thier�rztlicher H�lfe, wie sie das Interesse der Landwirtlischaft gebieterisch erheischt, vollst�n�dig zu erreichen. ist es nach meiner �eberzeugung erforderlich: dass die Thier�rzfe dahin gelangen, die von ihnen verordneten Mittel selbst zu dis-pensiren. Hiezu ist aber nothig, dass sie den Ursprung, die Qualit�t, Aechtheil, zuf�llige Verunreinigung und absichtliche Verl�lschung der von ihnen verordneten Arzneimittel, ihr Verhalten gegen andre Stoffe u. s. w. genauer kennen lernen, als es bisher in der Regel der Fall war. Ich habe daher eine fast mehr als gen�gende Anzahl von. in der thier�rztlichen Praxis gebr�uchlichen Arzneimitteln nach obigen Beziehungen beschrieben und manche in der Thierlieilkunde gleichsam oflicinell gewordene pharma-ceutische Formeln, welche sich durch Einfachheit und Wirksamkeit aus�zeichnen, beigef�gt.
Somit mag meine Arbeit eine thier�rztliche Pharmacop�e vorstellen, welcher ich aber � geleitet von der Ansicht, dass der Thierarzt in der Kegel sein eigner (nicht sowohl Pharmaceute als) Recoptarius sein solle � eine kurze Andeutung �ber die Dosis, Wirkung und Anwendung der aufge�f�hrten Mittel, ja selbst � f�r den Anf�nger � einzelne Receptformeln beizugeben f�r zweckm�ssig erachtete. Von demselben Gesichtspunkte aus muss der Scblnss, welcher Anleitung zur Einrichtung einer thier�rzt�lichen Hausapotheke gibt, beurtheilt werden. Ist auch das Ganze zun�chst f�r den praktischen Thierarzt bearbeitet, so hoffe ich doch , dass auch mancher Arzt und Apotheker daraus werde Nutzen ziehen k�nnen.
Stuttgart, im September 1846.
HERING.
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Vorwort zur zweiten Auflage.
Seit dem Erscheinen der ersten, nunmehr vergritTenen Auflage ist das in der Vorrede zu derselben ber�hrte Bediirlniss einer Regulirnng der Befugniss zur Abgabe von Arzneien in der thieriirztliclien Privat-Praxis in zwei Staaten befriedigt worden.
Das k�niglich belgische Gesetz vom 12. Juni 1850 die Aus�bung der Thierbeilkunde betreffend, (s. Repertorium XU. Band s. 172) z�hlt gegen 90 Arzneistoffe auf, welche die Thier�rzte in gutem Zustande und in hinreichender Menge vorriithig halten m�ssen; die k�niglich W�rt�temberg ische Ministerial-Verf�gung vom 2 2. Januar 185 3 (Reperto�rium XIV. Band S. 122) gestattet den Thier�rzten das Halten und die Abgabe von 26 Arzneistoffen, zu welchen noch die einheimischen (etwa 25 � 30) Pflanzenmittel kommen. Es ist damit eine wesentliche Bef�r�derung zweckm�ssiger H�lfeleistunggegeben, aber auch f�r die Thier�rzte die Notwendigkeit um so dringender geworden, sich mit der Beschaffen�heit der Arznei-Mitlei genauer bekannt zu machen. Diese R�cksicht hat den Verfasser bei der Ver�ffentlichung vorliegender Schrift geleitet, deren zweite Auflage (wie eine Vergleichung mit der ersten zeigen wird) sorg�f�ltig durchgesehen und mit den Fortschritten, sowohl derPharmacognosie als der Therapeutik bereichert worden ist, w�hrend andererseits durch etwas engeren Druck eine Vermehrung des Umfangs und des Preises der Schrift vermieden laquo;erden konnte.
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VInbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Vorrede zur zweiten Auflage.
Eine Zusammenstellung der thier�rztlichen Heilmittel nach den ver-scliiedenen, ihrer Eintheilimg zu Grunde liegenden Principien (dem natur-historischen, chemischen, physiologischen und therapeutischen) schien dem Verfasser, besonders f�r die angehenden Thier�rzte zur Erleichterung des Studiums w�nschenswerlh ; er hofft daher dass diese Zugabe beif�llig aufgenommen werde.
Stuttgart, im M�rz 1865;
11ERI\G.
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INHALT.
Seite Erster Abschnitt.
Einleituug.....................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 1
Zweiter Abschnitt.
Literatur......................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 6
Dritter Abschnitt.
Von dem Gewicht und Maasse..............nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 12
Vierter Abschnitt.
Beschreibung der einfacheu uud zusammeugesetzten Arzneimittel . . 17 Uebersichtlichc Zusammenstellung der thier�rztlichen Heilmittel nach dem naturhistorischen, chemischen, physiologischen und therapeutischen Princip............. 184
F�nfter Abschnitt.
Von der Zubereitung der Arzueiformen. (Dispensiren der .Arzneien) .nbsp; nbsp; nbsp; 193
Arzneiformen f�r die innerliche Anwendung.......nbsp; nbsp; nbsp; 193
Arzneiformen f�r die �usserliche Anwendung.......nbsp; nbsp; nbsp; 207
Anhang. Von der Einrichtung einer thier�rztlichen Haus-Apotheke.....216
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ERSTER ABSCHNITT.
Einleitung.
Die Heilung der Krankheiten setzt nicht blos Kenntniss dieser letzteren, sondern auch Kenntniss der Mittel voraus, durch deren Anwendung die krankhafte Ver�nderung im lebenden K�rper be�seitigt und der gesunde Zustand wieder hergestellt werden kann. Dies sind die Heilmittel, wozu Alles geh�rt, was unter ge�wissen Umst�nden die Heilung herbeif�hrt, z.B. W�rme, K�lte, Nahrung, mechanische Vorrichtungen, Operationen u. s. w.; Arz�neimittel im engeren Sinne nennt man diejenigen Stoffe, welche ausschliesslich oder vorzugsweise zur Heilung von Krankheiten dienen. Die genaue Kenntniss ihrer Eigenschaften gr�ndet sich, sofern sie Naturprodukte und somit aus dem Thierreich, Pflanzen�oder Mineralreich genommen sind, auf die Naturgeschichte (Zoologie, Botanik, Mineralogie), sofern sie aber Kunst pr o duk te sind, auf die Physik, besonders aber die Chemie und Pharmacie; die meisten der letztern werden blos f�r den Zweck �rztlichen Ge�brauchs dargestellt (pharmaceutische Chemie), mehrere jedoch dienen auch zugleich in den Gewerben.
Die Apothekerkunst oder Pharmacie ist der Inbegriff der Kenntnisse und Fertigkeiten, welche zur Einsammlung, Aufbewah�rung, mechanischen oder chemischen Darstellung der Arzneistoffe, sowie zur richtigen Mischung und Zubereitung derselben nach ge�gebenen Vorschriften n�thig sind.
Hering. Arrneimittel. 2. Aufl,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;1
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2nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Einleitung.
In fr�heren Zeiten (und in manchen L�ndern bis in die neuere Zeit) waren es die Aerzte, welche zugleich die Arzneien bereiteten; die fortw�hrende Zunahme des Umfangs der �rztlichen Wissen�schaft, die grosse Zahl der eingef�hrten Arzneistoffe und der mit ihrer Darstellung und Zubereitung verbundene Geld- und Zeitauf�wand , so wie mehrere andere Gr�nde haben eine Trennung beider Gesch�fte herbeigef�hrt, so dass in den meisten civilisirten L�n�dern die Medicinal-Gesetze den Acrzten nicht gestatten, Arzneien zu dispensiren, ebensowenig aber dem Apotheker erlauben. Kranken Arzneien zu verordnen.
Was aber in der Menschenheilkunde ganz zweckm�ssig sein kann, ist es darum in der Thicrheilkundc noch nicht; in letzterer sind alle Verh�ltnisse einfacher, die Zahl der gebr�uchlichen Arz-neistofle ist beschr�nkt, ihre chemische Reinheit selten erforderlich, ihre Mischung leicht darzustellen, eine Verwechslung weniger ge�f�hrlich , ein Schaden jedenfalls ersetzbar � eine Hauptbedingung des thier�rztlichen Wirkens ist aber Wohlfeilheit, und dieser R�ck�sicht auf das landwirthschaftliche Interesse muss jede andere nach�stehen.
In mehreren L�ndern ist das Dispensiren der Arzneien f�r Thiere entweder ganz in die H�nde der Thier�rzte (z. B. England, Belgien, Frankreich) gelegt, oder denselben wenigstens gestattet (so auch Preussen, Hannover, D�nemark, W�rttemberg;*) in an�dern ist es ihnen theils �berhaupt verboten, theils beschr�nkt er�laubt (zum Beispiel auf Orte, wo sich keine Apotheken belinden). Diesem entgegengesetzt ist die Bereitung und Abgabe der Thier-medicamentc in mehreren Staaten den angestellten Thier�rzten geboten (z. B. in Belgien,**) ferner beim Milit�r in D�nemark, Preussen) und in �estrcich bei Seuchen denselben �berhaupt zur Pflicht gemacht.
Die Bestimmungen �ber die in den Apotheken vorr�thig zu haltenden Rohstoffe und Pr�parate, ihre Beschreibung und die Vorschrift zu ihrer Bereitung, die Zusammensetzung der officinellen
*) S. die Ministeriah-erordmmg vom 22. Jan. 1853. Eep. XIV. Bd. S. 122. quot;) Das belgische Gesetz von 1850 z�hlt 92 Arzneistoffe auf, wflche die Thier�rzte vorr�thig halten m�ssen. S. Kepertorium XII. Bd. S. 178.
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Einleitung.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;3
Formeln u. s. w. sind in den Dispensatorien oder Pharma-c o p � e n enthalten; eine thier�rztliche Pharmacop�e nmss aber, ausserdem, dass sie eine weit geringere Anzahl von Arzneistoffen enth�lt, noch in mancher Beziehung von der menschen�rztlichen abweichen, bei welcher die R�cksicht auf den Preis der Mittel untergeordnet ist, wesshalb sie auf chemische Reinheit der Pr�pa�rate und ausgew�hlte G�te der rohen Mittel dringt, und in den officinellen Formeln sich weniger der Einfachheit befleisst.
Bis jetzt besitzt das Fach der Thierheilkunde (mit Ausnahme der d�nischen Milit�r-Veterin�rpharmacop�e, s. bei Literatur) nir�gends eine gesetzlich eingef�hrte Veterin�rpharmacop�e, sondern die Thier�rzte sind bei ihren Verordnungen theils auf die ihre Be�d�rfnisse in keiner Weise ber�cksichtigende menschen�rztliche Phar�macop�e verwiesen, oder sie halten sich an die ihnen bekannten, an dieser oder jener Schule gebr�uchlichen Formeln und Vorschrif�ten , oder endlich sie sind da, wo das Dispensiren der Arzneien gesetzlich blos dem Apotheker gestattet ist, dem Belieben des�selben �berantwortet, soferne f�r die Erfordernisse der Thiermedi-camente weder bestimmte Vorschriften, noch eine besondere Taxe bestehen.
Wenige Vorurtheile sind so verbreitet und zugleich so un�richtig , als das: dass f�r die Thiere Arzneien von geringer Qua�lit�t, die zum Gebrauch f�r den Menschen nicht mehr taugen, noch zul�ssig seien. Man d�rfte n�mlich mit mehr Recht das Gegentheil behaupten, dass n�mlich f�r die mit weit geringerer Reizbarkeit begabten Thiere nur Arzneimittel von der entschie�densten Wirksamkeit angewendet werden sollten; woher anders erkl�rt sich die Thatsache, dass die den Menschen angemessene Dosis eines Mittels, wenn sie auf gr�ssere Hausthicre �bertragen werden soll, nicht im Verh�ltniss der K�rpermasse multiplicirt, also z. B. f�r das Pferd vervierfacht, sondern vielmehr 10�20, und selbst 50fach genommen werden muss � als eben aus der geringen Receptivit�t des thierischen K�rpers f�r dergleichen Ein�dr�cke. Aber gerade diese Nothwendigkeit verh�ltnissm�ssig enor�mer Gaben macht die Anwendung derselben^zu kostspielig, wenn man dabei nur die ausgesuchteste Qualit�t zulassen oder die che�mische Reinheit der Pr�parate verlangen will. Der Thierarzt muss.
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4nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Einleitung.
sich mit einer geringeren (aber nicht mit einer verdorbenen) Sorte, mit Mitteln, die noch manche fremde Stoffe beigemischt enthalten, begn�gen, und etwa durch eine gr�ssere Dosis den Mangel an Concentration des wirksamen Bestandtheils auszugleichen wissen.
Ebenso verh�lt es sich mit der Zahl der f�r die thier�rztliche Praxis erforderlichen Medicamente; die gr�sseren quot;Werke �ber Arz�neimittel-Lehre z�hlen zwar hunderte von Mitteln auf, aber mehr um sich der Vollst�ndigkeit r�hmen zu k�nnen, als um ihrem Ge�brauche das Wort zu reden ; im Gregentheil ist fast �berall bei den thier�rztlichen Anstalten ein lobenswerthes Bestreben zur Verein�fachung der Ordination entstanden und man darf behaupten, dass man f�r die gew�hnlich vorkommenden Krankheitsformen unserer Hausthiere mit 30�40 Arzneimitteln ausreichen kann. *) Es w�re jedoch unzweckm�ssig den Thierarzt auf jene geringe Anzahl von Mitteln beschr�nken zu wollen, da theils nicht lauter gew�hnliche, sondern auch ungew�hnliche Krankheitsf�lle bei den Hausthieren vorkommen, theils dem Ermessen des Thierarztes in der Wahl der Mittel ein gen�gender Spielraum gelassen werden muss, auch die Oertlichkeit, der landwirthschaftliche Betrieb, die Handelsver�h�ltnisse, die Ansichten der Besitzer u. s. w., unter sonst gleichen Umst�nden, auf die Wahl der anzuwendenden Mittel Einfluss haben k�nnen.
In dem vorliegenden AVerke habe ich eine gen�gende Anzahl von Arzneimitteln in Beziehung auf ihre nat�rliche Abstammung oder ihre k�nstliche Bereitung, ihre physikalische Eigenschaften, chemische Zusammensetzung, die Kennzeichen ihrer Aechtheit, zu�f�llige Verunreinigung oder absichtliche Verf�lschung, ihre Ver�tr�glichkeit mit andern Mitteln, die zweckm�ssigste Form ihrer An�wendung u. s. w. beschrieben.
Da jedoch besonders dem angehenden Thierarzt �ber die .ai-wendung mancher Mittel, welche entweder �berhaupt wenige).- im Gebrauche sind, oder bald da, bald dort andern nachstehen m�s�sen, die Erfahrung abgeht, welche ihn bei ihrer Verordnung leiten soll, so habe ich es f�r passend gehalten, bei jedem Mittel die
') Hertwig sagt in der Torrede zu seiner A rznei-Mittellehre, er komme mit -weniger als 30 Mitteln aus.
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Einleitung.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 5
Zust�nde und Krankheitsformen kurz anzuf�hren. in welchen das�selbe geeignet ist, und die Dosis, Verbindung und Form, in wel�cher es am wirksamsten ist, beizusetzen. Die sogenannten Haus�mittel, wie z. B. Kochsalz, Fett, Bier, Wein, Lehm u. s. w., habe ich absichtlich weggelassen, weil ich jedem Thierarzt zutraue, dass er sie nicht aus der Apotheke nehmen, sondern an ihrem Orte zu finden wissen wird.
Da ich von der Ansicht ausgehe, dass es zweckm�ssig und selbst in der Regel nothwendig sei, dass der Thierarzt die von ihm verordneten Arzneien selbst dispensire , lasse ich nach Abhand�lung der Arzneistoffe einen Abschnitt �ber die Zubereitung der Arzneiformeln oder das Dispensiren der Arzneien folgen, in wel�chem ich meinen Elrfahrungen �ber diesen Gegenstand gefolgt bin. Hiermit in Verbindung steht der Schluss, welcher von der Ein�richtung einer thier�rztlichen Hausapotheke handelt; das Gesagte mag Demjenigen , der sich eine solche einrichten will, eine Ueber-sicht des Erforderlichen und einen Leitfaden bei der Ausf�hrung geben; im Einzelnen mag Manches bequemer, wohlfeiler, zweck-m�ssiger herzustellen sein, was von dem disponibeln Raum und Geld, sowie von andern Verh�ltnissen abh�ngen kann.
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ZWEITER ABSCHNITT.
Literatur.
Die tl�cr�rztliche Literatur besitzt mehrere werthvolle Schriften �ber Arzneimittel-Lehre, sowie Abhandlungen �ber einzelne Theile derselben; auch widmen die Handb�cher, welche das ganze Ge�biet der Thierheilkunde umfassen , diesem Zweige einen mehr oder weniger bedeutenden Abschnitt. In der Regel wird jedoch hiebei die genaue Beschreibung der einzelnen Mittel nach Ursprung, Be�reitung, Zeichen der Aechtheit, Verf�lschung etc., vermisst, und haupts�chlich die Wirkung des Mittels betrachtet.
Diesen gegen�ber stehen die sogenannten Receptb�cher, welche blos Formeln, oft ohne alle Kenntniss der Wirkung und Vertr�g�lichkeit der darin zusammengeworfenen Stoffe, enthalten.
Zwischen beiden stehen diejenigen Schriften, welche sich die Beschreibung der Arzneimittel nach ihren �ussern Eigenschaften, ihrer chemischen Zusammensetzung, die Zeichen ihrer G�te oder Unbrauchbarkeit, die passende Verbindung derselben untereinander, die Regeln ihrer Zubereitung f�r den unmittelbaren Gebrauch u. s. w. zur Aufgabe gesetzt haben, und daher den Namen einer thier�rzt-lichen Pharraacop�e, Pharmacie oder Pharmacognosie f�hren.
In der franz�sischen Literatur findet man in den von dem Stifter der Thierarznei - Schulen Bourgelat herr�hrenden Elements de matiere medicale. 1765. 1771. 1796. 1805�8. (1766 ins Deutsche �bersetzt) die damals in den franz�sischen Thierarznei-Schulen gebr�uchlichen (ungef�hr 100) Arzneimittel alphabetisch
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Literatur.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;7
aufgef�hrt, und in dem dazu geh�rigen Formulare 139 officinelle Vorschriften (Tineturen, Salben etc.), sowie an 400 Magistral-Forrneln. Die vierte von Huzard, dem Vater, besorgte Auflage (1805�8), wurde mit nahezu 300 Mitteln vermehrt, dagegen ein Theil der officineilen Formeln unterdr�ckt.
Vitet (1771. 1783.), Lafosse (1775.), Vicq d'Azyr (1776.) geben bei Besprechung der Wirkung von Arzneimitteln theils eine Beschreibung, theils Formeln f�r die Anwendung derselben. Sp�ter f�gte auch Vatel (1828) seinem Werke �ber Pathologie ein Formulaire pharmaceutique veterinaire bei. Moiroud (1831 und 1843) war in dem Versuche die Chemie, Pharmacie und Heil�mittel-Lehre zu einem Werke: Traue elementaire de matiere me-dicale et de phaitnacologie veterinaire (ins Deutsche �bersetzt von Wilhelrai, 1832) zu verbinden, nicht besonders gl�cklich. Ergeht bei dem chemischen Theile zu sehr und bei dem pharmaceutischen und therapeutischen zu wenig in das Einzelne.
Lebas, Apotheker zu Paris, behandelte zuerst 1809 in seiner Pharmacie veterinaire theorique et pratique (welche bis 1846 sechs Auflagen erlebte), den Gegenstand abgesondert von der Heilmittel-Lehre; ihm folgten Delafondund Lassaigne, welche jedoch in ihrem 1841 erschienenen Traue de l'histoire naturelle des substances employees dans la medecine des animaux domestiqms, suivi d'un traite elementaire de pharmacie veterinaire theorique et pratique, ihren Vorg�nger theils durch gr�ssere Vollst�ndigkeit, theils durch die systematische Anordnung des Stoffs �bertrafen. Dieses AVerk ist 1853 in einer zweiten, sehr vermehrten Auflage mit dem Titel: Traite de matiere medieale et de pharmacie vete-rinaires. Paris gr. 8. erschienen; die erste kleinere H�lfte des 800 Seiten starken Buchs behandelt die Arzneimittel nach ihrer Wir�kung , die zweite gr�ssere H�lfte ist eine Pharmacie und lehrt die Darstellung, Zubereitung u. s. w. der Mittel f�r den Gebrauch; sie enth�lt zugleich mehr als 1100 Formeln. Absichtlich sind die botanischen und ehemischen Eigenschaften der Arzneimittel ganz kurz gehalten, weil f�r beide Gegenst�nde besondere Werke an den franz�sischen Thierarzneischulen eingef�hrt sind.
Noch ausf�hrlicher ist Tab our in's Nouveau traite de ma�tiere medieale, de therapeutique et de pharmacie veterinaires,
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8nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Literatur.
Paris 1853 ; die Eintheilung der Mittel ist nach ihrer therapeuti�schen Wirkung, jedes Mittel ist nach seinen �usseren Eigenschaften, chemischen Zusammensetzung, Verf�lschung, Art der Anwendung und nach seiner Wirkung beschrieben, viele Pflanzen sind in Holz�schnitten (sehr klein) abgebildet. Den Schluss bilden ein Abschnitt �ber legale Pharmacie, ein Formulare mit mehr als 500 Formeln und ein Verzeichniss �ber die Preise der Arzneimittel in Paris, Lyon und Toulouse.
Ueber die Verf�lschung der thier�rztlichen Arzneimittel hat N. Gille eine ausf�hrliche Abhandlung unter dem Titel: Falsi�fications des medicaments. Bruxelles 1852, geschrieben.
Die englische Literatur besass schon 1765 ein beson�deres Werk �ber thier�rztliche Pharmacie, n�mlich Bartlet Flxarmacopoeia hippiatria or the gentleman farriers Repository of elegant and improved remedies for the diseases of Horses. London 8., dessen dritte Auflage von Buchholz (1773) ins Deutsche �bersetzt wurde.
Bracy-Clark gab eine Reformed Pharmacopoeia for Horses, London 1821 u. 1823, heraus, in welcher ausser den Nahrungs-und Arzneimitteln f�r Pferde, auch mehrere Mittel mit der Bemer�kung, dass sie auf Pferde nicht wirken, aufgef�hrt und Formeln zu Tr�nken, Pillen, Salben u. s. w. beigef�gt sind. Weit vor�z�glicher ist Morton's Manual of Pharmacy for the student of veterinary medicine, welches seit 1837 in mehreren Auflagen erschienen ist. In der Einleitung wird der allgemeinen Eigenschaften der Materie, sodann der pharmaceutischen Operationen, der Arz�neistoffe, ihrer Wirkung und Anwendungsart kurz gedacht, und hierauf der gr�ssere Theil des Werks der naturhistorischen Be�schreibung, der chemischen Bereitungsart (nebst Erkl�rung des Vorgangs) und der Anwendung der einzelnen alphabetisch aufge�z�hlten Arzneimittel (93 an der Zahl) gewidmet, wobei die an der Londoner Thierarznei-Schule gebr�uchlichen officinellen For�meln an ihrem Orte aufgef�hrt sind. Bei der Bereitung chemischer Pr�parate ist der Verfasser der Angabe der neuesten Pharmacop�e des College of Physicians gefolgt.
Die d�nische Literatur scheint bis auf die neuere Zeit eines eigends der Heilmittel-Lehre oder der thier�rztlichen Phar-
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Literatur.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;9
macie gewidmeten Werkes entbehrt zu haben. Die im Jahre 1826 amtlich erschienene Pharmacopoea veterinaria militaris, sowie deren zweite, im Jahr 1841 von C. Viborg, With und Ring�heim bearbeitete Ausgabe (Veterinair-Pharmacopoe for de rnili-taire Dyrlaeger efter allerhoieste Befaling udarbeitet of en dertil nedsat Commission) enthalten blos eine namentliche Aufz�hlung der den Milit�r-Thier�rzten zum Verordnen gestatteten Arzneimittel sowie deren Taxe. Die erste Ausgabe enthielt 81 theiis rohe, theils nach officinellen Vorschriften zusammengesetzte Mittel; sie erlaubte aber dem Milit�rthierarzt auch die Verordnung anderer Mittel, nur musste er in seinem Rapport die Gr�nde daf�r an�geben; mit der neuen Ausgabe wurde diese Erlaubniss zur�ckge�nommen, dagegen die Zahl der erlaubten Mittel auf 148 gesteigert, worunter jedoch mehrere sogenannte Hausmittel sind. Aussei-jenen 148 Mitteln, welche dem Thierarzt gestattet ist entweder aus Apotheken oder im Handverkauf anzuschaffen, sind noch Vor�schriften zu 30 zusammengesetzten Mitteln (z. B. Salben, Tinc-turen) gegeben, welche der Thierarzt selbst bereiten soll. Die Einrichtung, dass die Thier�rzte ihren Bedarf an einfachen und zusammengesetzten Arzneimitteln aus der Apotheke der Thierarznei-Sehule beziehen k�nnen, ist sehr zweckm�ssig zu nennen, da sie (und in weiterer Hinsicht die Viehbesitzer) hiedurch gesichert sind, nur Waaren von guter Qualit�t und ohne Uebervortheilung zu bekommen.
Der 1843 in Kopenhagen erschienene erste Theil des Haand-bog i Veterinairpharmacologien von Tscherning enth�lt in f�nf Kapiteln (133 Seiten) allgemeine Regeln �ber die Einsammlung, Zubereitung und Aufbewahrung der Arzneimittel, Einrichtung einer Apotheke f�r den Thierarzt, die Receptirkunst, das Eingeben der Arzneien, die (physiologische und therapeutische) Wirkung und die Literatur. Der zweite, viel bedeutendere, specielle Theil ist noch im R�ckstande.
Die deutsche Literatur besitzt ausser den aus fremden Sprachen �bertragenen Werken und den in den Handb�chern �ber Arzneimittellehre von Dieterichs, Haubner, Hayne, Hert-wig. Roll (der �lteren von Ryss, Tenneker, Waldinger nicht zu gedenken), sowie in den Werken �ber Receptschreibe-
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10nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Literatur.
kunst von Ekel, Kreutzer, L�pke, Weiss enthaltenen Bei�tr�gen zu einer Veterinairpharmaeologie folgende speciell hleher geh�rigen Werke:
Ratzeburg, Handbuch der Zoopharmacologie f�r Thier�rzte,
2 Theile. Berlin 1801�3, und Schubart, neue Pharmacop�e f�r Thier�rzte. Berlin 1820. 16., welcher auch eine neue Auflage des ersten Theils von Ratze-burg's Handbuch u. s. w. 1821 besorgte. Ferner eine Veterinair-Pharmocologie von einem preussischen Kreisthierarzt. Weimar 1839. 4., welche sich an Hertwig's Arzneimittel-Lehre und die preussische Pharmacop�e haltend 169 Mittel, darunter aber viele nicht eigentliche Arzneistoffe (wie Milch, Butter, Getraidearten u. dgl.) auff�hrt. Auch die zweite Auflage von Ekel, Veterin�r-, Receptir- und Dispensirbuch. Wien. 1846, ist hier zu erw�hnen, da sie nicht nur 123 Mittel (darunter ebenfalls viele di�tetische wie Eier, Milch u. dgl., ferner zu theure Stoffe wie Bisam, Castoreum, Safran) kurz beschreibt und namentlich ihre Verf�lschungen ber�cksichtigt, sondern auch einige officinelle Formeln aus der Pharmacopoea au-striaca, sowie die an dem Wiener Thierspital gebr�uchlichen Magistralformeln mittheilt.
W�hrend die officinellen Vorschriften (Officinal-Formeln) zur Bereitung vieler zusammengesetzter Arzneimittel (z. B. der Tinc-turen, Salben, vieler Pulver, Species u. dgl.) in der Landesphar-macop�e gegeben sind, haben manche Zusammensetzungen von Mitteln f�r einen bestimmten Zweck (z. B. Laxirpillen, Colikpul-ver u. s. w.) bei den Praktikern sich durch ihren vielfach erprobten Nutzen ein Ansehen erworben, und k�nnen mit Recht besonders dem J�ngern Thier�rzte anempfohlen werden. Wenn daher Manche diese Magistralformen verwerfen und von dem Thierarzt verlangen, dass er f�r jeden ihm vorkommenden Fall diejenigen Mittel ver�ordnen und combiniren solle, die ihm speciell angezeigt erscheinen, so vergessen sie, dass viele F�lle einander sehr �hnlich sind, da�her wohl dieselbe Combination von Mitteln, in derselben Dosis u. s. w. verlangen, dass ferner dem angehenden Thierarzt die nur durch Uebung zu erlangende Fertigkeit in der Verordnung zusamrnenge-
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Literatur.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;11
setzter Arzneimittel h�ufig noch abgeht, derselbe also besser thut, sich an eine durch bew�hrte Autorit�ten empfohlene Combination zu halten, als neue, weniger sichere und vielleicht fehlerhafte zu ersinnen, endlich, dass mit der Empfehlung von Magistralformeln ihr Missbrauch noch nicht empfohlen wird.
Auch lehrt die Geschichte der Medicin, dass �fters dergleichen (mitunter vielleicht unu�thig complicirte, ja selbst chemisch unrich�tige) Formeln sich durch die Sicherheit ihrer Wirkung gegen be�stimmte Krankheitsformen so bew�hrt haben, dass sie zu Officinal-formeln erhoben wurden, deren jede Pharmacop�e eine nicht un�bedeutende Anzahl enth�lt.
Von dem angedeuteten Gesichtspunkte aus sind mehrere Ma�gistralformeln, welche theils in den von der obersten Medicinal-beh�rde erlassenen Belehrungen �ber einzelne Thierkrankheiten an�gef�hrt werden, theils in der hiesigen Klinik oder ausw�rts von t�chtigen Praktikern als bew�hrt gefunden worden sind, an dem passenden Orte aufgef�hrt und werden zur Ben�tzung empfohlen, so lange nicht etwas Zweckra�ssigeres an ihre Stelle gesetzt werden kann.
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DRITTER A�SCNITT.
Von dem Gewicht und Maase.
Das Gewicht der verschiedenen zu Deutschland geh�rigen L�nder varirt zum Theil nicht unbedeutend; �berdies ist das Kr�mer- oder Handelsgewicht von dem Medicinal-Gewicht verschie�den, so dass eine Vereinbarung �ber einerlei Gewicht und Maas zu den lautesten W�nschen Deutschlands geh�rt.
Hiezu ist durch die gemeinsamen Massregeln des Zollvereins der Weg angebahnt; die �ebereinkunft, welche die Staaten des Zollvereins unter sich getroffen haben, betrifft inzwischen blos das Handels ge wicht, dessen Schwere bei der M�nzconvention von 1838 zu zwei k�lnischen Mark das Pfund festgesetzt worden ist. Die k�ln. Mark wurde zu 233,8S5 franz. Grammen bestimmt, somit ist das Pfund Zollvereinsgewicht gleich 467,'quot;0 Grammen.
Das Handelsgewicht der �brigen deutschen Staaten (ausser Oestreich und Bayern) ist nicht bedeutend von dem so eben ge�nannten verschieden, wie aus der beigef�gten Tabelle zu ersehen ist. Oestreich und Bayern dagegen hab,en das schwere Handels�gewicht, dessen Pfund = 560,012 Gramme, also beinahe genau um ein F�nftheil schwerer als das Zollvereinsgewicht ist; so dass 5 Pfund Wiener oder Bayrisch = 6 Pfund vom Zollvereinsgewicht sind. Die Unterabtheilung des Handels- oder Civilpfunds in 32 Loth zu 4 Quentchen, zu 60 Gran ist bekannt.
Das franz�sische Gewicht ist auf das Decimalsystem und eine wissenschaftliche Basis begr�ndet; die Einheit desselben ist die Gramme, welche dem Gewicht eines cubischen Centimeters destil-lirten Wassers, bei seiner gr�ssten Dichtheit, entspricht.
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Gewicht und Maas.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ] 3
Die Abtheilungen des franz�sischen Gewichts sind nach ab�w�rts: die Decigramme oder der lOte Theil einer Gramme, die Centigramme oder der lOOste Theil und die Milligramme oder der lOOOste Theil einer Gramme; nach aufw�rts: die Decagramme oder 10 Grammen, die Hectogramme oder 100, und die Kilo�gramme oder 1000 Grammen. Dieses letztere Gewicht (Kilogramme) ist ungef�hr 2 Pfund 41/., Loth Zollvereinsgewichts. Man nimmt in neuerer Zeit fast allgemein das franz�sische Grammengewicht als Maasstab bei der Vergleichung der verschiedenen Gewichte an, wie es auch nachstehend der Fall ist.
Das fr�her in Frankreich gebr�uchliche Handelsgewicht (poids de marej war in 16 Onces zu 8 Gros zu 60 Grains getheilt; dieses Pfund ist = 489,503 Grammen. Das Verh�ltniss der Gewichte anderer L�nder ist aus der Tabelle zu ersehen, welcher die An�gaben in Nelkenbrechers Taschenbuch der M�nz-, Maas- und Ge�wichtkunde, 16te Aufl. gr�sstentheils zu Grunde gelegt sind.
Dem Medinalgewicht liegt in dem gr�ssten Theile von Deutschland nicht die ehemalige k�lnische Mark zu Grunde, wie dem Handels- oder Civilgewicht, sondern das N�rnberger Silber�gewicht, dessen Pfund = 477,'38 Grammen angegeben wird. Drei Viertheile dieses Pfundes machen ein Pfund N�rnberger Medicinalgewicht, welches somit 357,854 Grammen schwer ist. Seine Eintheilung ist �berall in 12 Unzen, die Unze zu 8 Drach�men , die Drachme zu 3 Scrupel oder 60 Gran; der Scrupel zu 20 Gran.*)
Das N�rnberger Medicinalgewicht ist in Deutschland h�ufig angenommen, es gilt namentlich in W�rttemberg, Baden, Kur�hessen , Hessendarmstadt, Mecklenburg, Oldenburg, einigen s�ch�sischen L�ndern, Frankfurt, Bremen, L�beck u. s. w.; sehr wenig abweichend ist das bayrische Medicinalgewicht, dessen Schwere durch Verordnung vom 6. Febr. 1811 zu 360 Grammen das Pfund (statt 358) festgesetzt wurde.
Preussen, dem Sachsen, Hannover, Sachsen-Weimar, Braun�schweig, Holstein u. A. gefolgt sind, hat das Medicinalpfund zu
') In Neapel wird die Unze in 10 Drachmen getheilt; in Piemont, Spa�nien und Portugal, sowie in Polen hat der Scrupel 24 Gran; (auch das alte franz�sische medic. Pfund hatte die Drachme in 72 Grains getheilt).
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14nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Gewicht und Maas.
8/4 des Handelspfundes bestimmt, wodurch sein Gewicht nur 3b0,181 Grammen betr�gt; das preussische und s�chsische Apothekerpfund ist nach einer ofiiciellen Angabe um 1 Drachme 53,64 Gran leich�ter als das N�rnberger und um 2 Drachmen 27,46 Gran leichter als das bayrische Medicinalpfund. Diese Gewichtsdifferenz ist bei den kleinern Abtheilungen (wie Unzen, Drachmen), die doch am h�ufigsten in Arzneiverordnungen vorkommen, ganz unbedeutend.
Oestreich hat nach Angabe mehrerer Autoren das Medici-nalgewicht ebenfalls zu s/i Theilen seines Handelsgewichtes fest�setzt, und da dieses um ein F�nftheil schwerer als das Zollver�einsgewicht ist, so trifft diese Differenz ebenfalls bei dem Apothe�kergewicht zu und ist somit sehr erheblich. Das �streichische Apothekerpfund soll 420 Grammen w�gen und daher um 70 Grammen (ungef�hr 2 Unzen 2 Drachmen) schwerer als das Preus�sische und 62 Grammen (oder ungef�hr 2 Unzen) schwerer als das N�rnberger Apothekerpfund sein. *)
Frankreich hat den ohnedies ganz unbegr�ndeten Unter�schied zwischen Apotheker- und Handelspfund durch die Ordonance vom 4. Juli 1837 ganz aufgehoben**) und das Decimalgewicht auch in den Apotheken eingef�hrt. Um aber den Uebergang von der gewohnten Eintheilung nach Unzen, Drachmen u. s. w. zu er�leichtern und bestimmte Anhaltspunkte f�r die Uebertragung des Gewichts �lterer Vorschriften in das jetzige Decimalgewicht zu geben, wurde folgende Ausgleichung angeordnet:
f�r 1 Pfund wird genommen '/j Kilogramme, f�r 1 Unze 30 Grammen, f�r 1 Drachme 4 Grammen, f�r 1 Gran 6 Centigrammen.
Demzufolge ist die franz�sische Unze (� 30 Grammes) der des N�rnberger Medicinalgewichts sehr nahe kommend, wis die
') Hiebei muss ich bemerken, dass Director Ekel in seiner neuesten Schrift (s. oben S. 10.gt; angibt, das altfranz�sische Apothekerpfund �bersteige das �streichische um 2 Drachmen 36 Gran, und das englische Apothekerp fund �bersteige das �streichische um 3 Drachmen 2 Scrupel 13'/j Gran. Da nun das alte franz�sische Apothekerpfund (zu 12 Unzen gerechnet) = 367 Gram�mes, und das englische Apothekerpfund = 373 Grammes ist, so erg�be sich hieraus, dass das �streichische Apothekergewicht dem N�rnberger ganz �hnlich, nicht aber '/j schwerer w�re.
quot;) Schon fr�her hatte in dem gr�ssten Theile von Frankreich das Apothekerpfund 16 Unzen wie das Handelspfund gehabt, nur in einigen Pro-#9632;vinzen hatte mau 12 Unzen f�r das Apothekerpfund gerechnet.
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Gewicht und Maas.
15
nachfolgende Vergleichung des Wcrths der Unze ApothergewScht in verschiedenen Staaten zeigt:
N�rnberger Apothekergewicht Preussen, Sachsen u. s. w. Oestreich {vgl, Note) . . .
Frankreich.......
England (Troy Gewicht) . . Holland und Belgien . . .
Schweden .nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;.....
Polen........
Spanien........
Piemont.......
Neapel........
Kusslaud.......
Unzenbsp; = 29,830 Grammen.
nbsp; nbsp; nbsp;== 29,238
,,nbsp; nbsp; nbsp;= 35,069
,.nbsp; nbsp; nbsp;= 30,
,,nbsp; nbsp; nbsp;= 31,078
nbsp; nbsp; nbsp;= 30,753
nbsp; nbsp; nbsp;= 29,697
nbsp; nbsp; nbsp;= 29,876
nbsp; nbsp; = 28,735
nbsp; nbsp; nbsp;= 27.663
nbsp; nbsp; nbsp;= 26,730
.,nbsp; nbsp; nbsp;= 29,860
Maas. Eine noch weit gr�ssere Differenz als zwischen dem Gewichte verschiedener Staaten findet zwischen dem Fl�ssigkeits-maase derselben statt; es ist daher bei Arzneiverordnungen an/.u-rathen, sich lieber des Gewichts als des Maascs zu bedienen, da selbst benachbarte Staaten nicht selten ein sehr verschiedenes Maas haben. Dies ist aus nachstehender Uebersicht zu entnehmen:
Baden, die Maas zu 4 Schoppen . .
Bayern, d. Maas zu 2 Seidel oder 4 Schp.
Braunschweig, d. Quartier.....
Frankfurt, d. alte Maas.....
Hannover, d. Quartier......
Hessendarmstadt........
Hessenkassel.........
Meklenburg, Quartier......
Nassau d. Maas........
Oestreich, d. Maas.......
Preussen, d. Quart.......
Sachsen, K�nigreich, d. Kanne . . .
Sachsen-Weimar, Schenkmaas . . .
W�rttemberg, Schenkmaas.....
England, die Gallone zu 10 Pfund
75,6
paris.
Cubikzoll
53,9
.,
47,2
raquo;
90,4
j'
49,0
raquo;
100,8
,,
v
98,3
)raquo;
45,6
n
85,4
i)
)?
71,3
raquo;
57,7
n
47,1
m
46,2
)raquo;
78,1
j)
229 par. Cub.
Zoll.
England das Quart 5T/t, die Pinte 28y8 Cub. Zoll.')
Frankreich, das Litre......= �O'/j paris. Cubikzoll.
D�nemark, das Pott.......= 45% �nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ,.
') Die englische Pinte ist = 20 fluidonce (Fl�ssigkeitsunze), die flui-donce = 8 fluidracma, diese = 60 minims (oder Tropfen). Die Finte (Octarins) wiegt 473 Grammes, die Fl�ssigkeitsunze 24 Grammes.
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16
Gewicht und Maas.
Nach einer der s�chsischen Pharmacop�e entnommenen An�gabe, soll 1 preussisches Quart 36 Unzen Wasser, in den Rhein-gegeuden eine Maas 48 Unzen, eine s�chsische Kanne 32 Unzen und ein N�sel 16 Unzen, ein Schoppen oder Seidel 12 Unzen halten.
Uebersicht der Schwere des Grammen (und
Baden......500nbsp; Grammen
Bayern.....560
Braunsch-neig . . . 468nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;
Bremen.....470
Frankfurt u. Hamburg 468nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;� Hannover .... 468
Hessen-Darmstadt . . 500nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;
Hessen-Kassel . . . 468nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; .,
Holstein.....468nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;
Meklenburg u. L�bek 484nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;
Nassau.....471
Oestreich .... 560nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;
Oldenburg .... 480nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ,,
Prenssen.....468nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;
Sachsen Kgr. neu. Pfd. 500nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;
HandelsJ)fundes in franz�sischen runden Zahlen. *)
Sachsen alt. Leipz. Pfd. 467nbsp; Grammen
Sachsen-Weimar ... 468nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;
Sachsen-Gotha . . . 467nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;
Sachsen-Meiningen . . 510nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ,,
W�rttemberg .... 468nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;
Fraukreich.....500nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;
England......454nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;
Holland......500nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;
Holland altes Handelg. . 494nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; .,
D�nemark.....499nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ,,
Schweden.....425nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;
Belgien......500nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ,.
Belgien altes Pfund . . 468nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;
Russland.....409nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ,,
Schweiz......500nbsp; quot;) �
') Es sind absichtlich die Bruchtheile der Grammen weggelassen und wo dieselben die H�lfte einer Gramme �berstiegen, als ganz genommen wor�den: so z. B. bei preussischen und denselben gleichen Pfunden ist statt 467,710 die gerade Zahl 468 gesetzt worden.
quot;) Laut Concordat vom 17. Aug. 1835, welchem 12 Cantone beigetreten sind.
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VIERTER ABSCHNITT.
Bcsehrcibuug der ciuCaclini und zusanimeiigesetzk'ii ArzmeiiuiUcl.
#9632;i?
Acidum hydrocyanicum.
Ctjau #9632;HJafTcrflofff�ure. Acidnm borussicum s. prussicmn. Blaus�ure.
� zooticum. Franz. Acide hydrocyanique, cyauliydrique, prussique. JEngl. Hydrocyanic Acid, prussic Acid. Chemische Formel: Cy2H2.
Die Blaus�ure wird durch Destillation au? Cyaneisenkalium, aus Cyanquecksilber oder aus Cyansilber mit einer S�ure (z. B. Schwefels�ure, Salzs�ure, Phosphors�nre) erhalten und in Wasser oder Weingeist aufgefangen. Sie ist farblos, sehr fl�chtig, riecht stark nach bittern Mandeln, schmeckt bitter und f�rbt Lacmus-papier vor�bergehend roth. Die Blaus�ure ist sehr zur Zersetz�ung geneigt; schon der Einfluss der Luft und des Lichts bewirken dies, daher sie in verschlossenen Gef�ssen und im Dunkeln aufbe�wahrt wird. Die an Weingeist gebundene Blaus�ure h�lt sich l�nger wirksam als die w�ssrige; in dem nach der neuen w�rttem�bergischen Pharmacop�e bereiteten officinellen Pr�parate sind 3 Pro�cent reine wasserfreie Blaus�ure enthalten. Die Drachme dieser Blau�s�ure gibt mit salpetersaurem Silber versetzt 9 Gran Cyansilber. Die Vorschriften in andern deutschen Pharmacopoeen bestimmen den Blaus�uregehalt zwischen 1,9 und 4 Procent; das kurhessische Pr�parat aber auf 18�20 Procent. Die nach der englischen Phar�macop�e bereitete Blaus�ure h�lt nur 2 Procent wasserfreie S�ure.
Die chemische Zusammensetzung der Blaus�ure ist 96,35 Cyan und 3,65 Wasserstoff; das Cyan besteht aus 1 At. Kohlen�stoff und 1 At. Stickstoff (CN = Cy.)
Anroenbung.
Man wendet die Blaus�ure innerlich bei Lungenschwindsucht, nerv��sem Dampf und Reizhusten der Pferde an; sie wird zu l/21 Drachme
Hering, Arzneimittel. 2. Aufl.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 2
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18nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Acidum muriaticum.
pro dosi gegeben, am besten indem man sie in eine Pille aus Mehl oder Leinsamen, die innen ausgeh�hlt ist, eintr�pfelt. Bei Hunden, die an schleimiger oder eiteriger Lungenschwindsucht in Folge der Staupe leiden, thut die Blaus�ure manchmal noch gute Dienste; man gibt 10 � 20 Tropfen (und mehr bei grossen Hunden) in 4 Unzen eines schleimigen Decocts, L�ffelvollweise. Auch gegen Starrkrampf, Epilepsie, Hundswuth ist die Blaus�ure versucht worden. Von der blaus�urehaltigen Aqua lauroce-rasi w�re nach Verh�ltniss der St�rke das Mehrfache der Dosis der offici-nellen Blaus�ure zu nehmen. Das nach der w�rttembergischen Pharmacop�e bereitete Kirschlorbecrnasser soll so stark sein, dass die Unze mit salpeter�saurem Silber behandelt 2 Gran Cyansilber gibt.
Gegen sehr juckende Hautausschl�ge bei Hunden soll die mit vielem Wasser verd�nnte Blaus�ure als Waschmittel n�tzlich sein.
Da die Wirkung der Blaus�ure, je nachdem das Pr�parat frisch oder alt, gut oder schlecht aufbewahrt war, sehr unsicher ist, so erfordert ihre Anwendung grosse Vorsicht. H�ufig sollen Hunde, Katzen u. s. w. durch Blaus�ure schnell get�dtet werden ; man braucht hiezu nach der Grosse der Thiere 15 � 30 Tropfen, der Tod tritt nach Erstickungszuf�llen und tetani-schen Kr�mpfen in 1 0�30 Secunden ein. Pferde brauchen 2 � 4 Drachmen und dar�ber.
D i e b i 11 e r e n M a n d e 1 n (Amygdalae amarae) enthalten neben einem milden fetten ein �therisches blaus�urehaltiges Gel; man ben�tzt sie gegen den Durchfall der K�lber von krankhafter Reizbarkeit des Darmcanals, ge�pulvert zu 1 L�lfel voll.
Acidum muriaticum.
-Sof^r�urc. Acidum salis.
Acidum hydrochloricum. Clilonvasserstoffs�urc. Spiritus salis aeidus. Salzgeist (obsolet). Spiritus salis fumans. Rauchende .Salzs�ure (st�rkste). Franz. Acide hydroclilorique on muriatique, Esprit de sei mariu. Engt. Hydrochloric Acid, Spirit of Salt. Chemische Formel: IIC1.
Die reine Salzs�ure besteht aus Chlor und Wasserstoff und ist gasf�rmig; die in der Heilkunde gebr�uchliche ist dagegen mit mehr oder weniger Wasser verbunden.
Man bereitet die Salzs�ure durch Destillation von Kochsalz mit (w�sseriger) Schwefels�ure, das �bergehende Gas wird von dem in der Vorlage befindlichen Wasser absorbirt. Die concen-trirte Salzs�ure bildet an der Luft weisse D�mpfe, deren Ein-athmen Husten und Erstickungszuf�lle erregen; der Geschmack ist scharf sauer; auf thierische und Pflanzenstoffe wirkt sie �tzend, zersetzend und f�rbt sie dabei roth. Ihr spec. Gewicht ist 1,16. (=24deg; Beck.) Die mit Wasser verd�nnte Salzs�ure raucht nicht;
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Acidum nltricum.
19
das spec. Gewicht des officinellen Acid, muriaticum dilutum soil 1,06 (10deg; Beck.) sein.
Mit den Alkalien bildet die Salzs�ure Salze, mit den Metallen Chloride. Reine und kohlensaure Alkalien und Erden, die meisten Metalloxyde, der Brechweinstein, das essigsaure Blei, der Silbersal�peter vertragen sich nicht mit ihr. Die k�ufliche Salzs�ure ist statt farblos zu sein, gew�hnlich mehr oder weniger gelb, was von einem geringen Gehalt an Eisen oder von organischen Stoffen die zuf�llig hinzukamen, herr�hrt.
Die Salzs�ure wirkt entziindungs- und f�ulnisswidrig; sie wird inner�lich und �usserlich, aber stets mit vielem Wasser verd�nnt gereicht, z. B. im Trinkwasser, dem man so viel Salzs�ure zusetzt, bis es kaum merklich sauer schmeckt; zum Auswaschen des Mauls (in der Maulseuche, Geschw�re und dg!.); ebenso mit Honig gemengt gegen die Br�une (Croup) der Schweine; endlich in Latwergenform. Zu Einsch�tten nimmt man 1 Vj�3 Dr. con-centrirte Salzs�ure auf 1 Pfd. Fl�ssigkeit (schleimiges, aromatisches und dgl. Decoct in typh�sen, Petechialfleber, b�sartigen Pocken u. s. w.)
Zu Waschungen entz�ndeter Hautstellen, Rothlauf u. s. w. verd�nnt man die concentrirte Salzs�ure mit 16�20 mal so viel Wasser. Als Aetz-mittel concentrirte Salzs�ure anzuwenden ist wenig gebr�uchlich.
Eine Mischung von Salzs�ure mit Weingeist (1 Unze concentrirte Salz�s�ure mit 2 Unzen Weingeist und hierauf mit der erforderlichen Menge Wasser verd�nnt) ist gegen die chronische Unverdaulichkeit der Wieder�k�uer zutr�glich befunden worden.
Die eisenhaltige Salzs�ure (Acidum muriaticum ferrugi-neum) wie sie P essina und Bojanus in der Rinderpest empfahlen, wird durch Aufl�sung von 1 Dr. Eisenfeile in 4 Pfd. Salzs�ure bereitet.
#9632; i #9632;.
Acidum nilricum.
Safpeterfdurc.
Spiritus nitri acidus. Salpctergdst (obsolet).
Aqua fortls. Schcidwasser.
Franz. Acide nitrlque ou azotique, Kau forte.
Engt. Nitric acid, Nitrous Acid.
Chemische Formel: NO*.
Man erh�lt die Salpeters�ure durch Destillation von Salpeter mit Schwefels�ure; es bleibt dabei schwefelsaures Kali in der Retorte zur�ck. Die reine Salpeters�ure besteht aus 1 At. Stick�stoff und 5 At. Sauerstoff; sie ist stets mit Wasser verbunden, farblos, schwerer als Wasser, f�rbt die organischen Stoffe gelb und zerst�rt sie. Die gew�hnliche k�ufliche Salpeters�ure (Scheidwasser genannt) ist selten frei von Salzs�ure, hat eine gelbliche Farbe
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Acidum pyroliguosum.
(von beigemischter salpetriger S�ure), starken Geruoh und sauren Ge�schmack und wiegt 40deg; B. Die oificinelle verdii^ntl Salpeters�ure zeigt 29�30deg; B. oder 1,20 spec. Gewicht; die rauchende Salpeter�s�ure 57deg; B. oder 1,50 spec. Gewicht. F�r den Gebrauch in der Thierheilkunde ist es nicht erforderlich, die Salpeters�ure chemisch rein darzustellen. Die Salpeters�ure bildet mit den Alkalien, Erden und Metallen Salze, zersetzt die kohlensauren Salze, das essig�saure Blei und das schwefelsaure Eisen; sie ist ein Bestandtheil des Salpeters , des Salpeter�thers und des sogenannten H�llensteins (s. diese Art.).
Man wendet die Salpeters�ure innerlich sehr selten und nur sehr ver�d�nnt an, sondern zieht die Salzs�ure vor, mit der sie �hnliche Wirkung hat. Aeusserlich wird sie unverd�nnt als Actzmittel gebraucht (z. B. in der b�sartigen Klauenseuche, dem Strahlkrebs, in Bisswunden von wuth-kranken Thieren, zur Zerst�rung von Warzen, auf schwielige Geschw�re besonders aber gegen Nabelbr�che (nach Dayot); sie bildet gelbe, schwer-abl�sliche Schorfe); mit Wasser verd�nnt bei flechtenartigen Ausschl�gen, hartn�ckiger Mauke, Geschw�ren im Schlauch der Ochsen u. dgl. zum Wa�schen der kranken Haulstellen.
Zu salpetersauren R�ucherungen, um die Luft zu reinigen, Ansleckungs-stoffe zu zerst�ren u. s. w. giesst man auf 1 Unze Salpeter, 2 Dr. mit eben�soviel Wasser verd�nnte Schwefels�ure, in ein gl�sernes oder gebranntes Geschirr und l�sst mittelst Umr�hren die D�mpfe sich entwickeln; indessen auch hier ist Chlor vorzuziehen.
Eine unter dem Namen Unguent um oxygenatum oder nitric um fr�her mehr ben�tzte Salbe, wird aus 1 Thl. Salpeter�s�ure (von 36deg; B.) und 8 Thl. Fett (welches zuvor bei gelinder W�rme fl�ssig gemacht wurde) bereitet; sie hat eine citrongelbe Farbe und wurde in chronischen Hautausschl�gen, Dr�senverh�r-tungen u. s. w. eingeriebeu.
�cidum pyrolignosum.
�ofjeflig.
Acidum pyroxylicum s. pyroaceticum crudum. Acetum pyroliguosum. BrcnzUche Holzs�ure. Acetum pyrolignosum crudum. Roher Holzessig. Acetum empyreumaticum. Brrnzlichcr Essig. Franz. Acide'pyroligneux brut, Viuaigre de bois. Engl. Pyrolignous Acid. Chemische Formel: G*B.30*.
Der Holzessig ist ein Product der Destillation des Holzes, wobei er neben andern Stoffen (z. B. Theer, Kohle) erhalten wird. Er enth�lt neben Essigs�ure und Wasser: Brand-Gel (empyreuma-tisches Gel), Brand-Harz, Brand-Extract, Kreosot und Holzgeist;
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#9632; ''A
Acidum sulphuricum.
21
er ist br�unlich, riecht brenzlicli und schmeckt stark sauer. Durch wiederholte Destillation verliert er an brenzlichen Bestandtheilen Und somit an demjenigen Theile seiner Wirkung, welcher von diesen abh�ngt.
Der Holzessig soll 1,035 specifisches Gewicht haben, durch--sichtig sein, und so viel freie S�ure enthalten, dass 1 Unze des�selben 60�64 Gran kohlensaures Kali s�ttigen. Er kann durch absichtliche Verd�nnung, weniger durch Zusatz von Schwefel- oder Salzs�ure verf�lscht sein.
Mau wendet den Holzessig selten innerlich an, da seine Wirkung mehr erregend und bei kleinen Thieren selbst bet�ubend ist, als k�hlend, wie die des gew�hnlichen Essigs. Dagegen ist er �usserlich zu Waschungen bei raude- oder flechten-�hnlichen Hautausschl�gen, Mauke, bei schlaffen, �belriechenden Geschw�ren, bei Brand und F�ulniss, in der Klauenseuche der Schafe empfohlen worden. Als blutstillendes Mittel wird er von den Melallsalzen, dem Kreosotwasser u. s. w. �bertroffen ; zum Einathmen der D�mpfe bei Lungenblutung verdient dagegen der Holzessig den Vorzug vor dem gew�hnlichen Wein- oder Bieressig.
Der gew�hnliche Essig wird als Hausmittel nicht seilen �usser�lich zu Umschl�gen auf entz�ndete und geschwollene Theile und innerlich gegen das Aufbl�hen des Rindviehs und Vergiftung mit narkotischen Pflanzen verwendet. Zu den Senfunischl�gen ist heisses Wasser vorzuziehen.
Das sogen. 0 x y c r a t wird aus Essig und Wasser v. j. 1 '/#9632;, Pfd-mit 1 Unze Salmiak bereitet; die Schmucker'schen Fomentationen dagegen aus l1/., Pfd. Essig, 4 Pfd. Wasser, 1 Unze Salmiak und ebensoviel Salpeter; indessen d�rften Umschl�ge mit Eis, wo es zu haben ist, nicht nur wirksamer, sondern auch billiger sein.
Die Essigs�ure ist ein Bestandtheil des essigsauren Kali und Ammoniaks, des Bleizuckers, des Bleiessigs, sowie des Gr�nspans, der zur Bereitung der sogenannten Aegyptiac-Salbe dient.
Acidum sulphuricum.
-Srijiucfeffnure.
Oleum vitrioll. Vitriol-Oel.
Spiritus Titrioli aciilus. Saurer Vitriol-Geist (verd�nnte Schwefels�ure).
Franz. Acide sulfurique, Huile de Vitriol.
Engl. Sulphuric or Vitriolic Acid, Oil of Vitriol.
Chemische Formel: SO' 110.
Man hat im Handel zweierlei Schwefels�ure:
a)nbsp; nbsp;die rauchende oder Nordh�user, s�chsische (eigentliches Vitriol-Oel, da sie aus calcinirtem Eisen-Vitriol bereitet wird) und
b)nbsp; nbsp;die englische, weisse, nicht rauchende Schwefels�ure.
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22nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Acidum sulphuricum.
Nur die letztere ist In der Thierheilkunde anzuwenden. Sie wird durch Verbrennen von 8 Theilen Schwefel mit 1 Theil Sal�peter bereitet; der Dampf wird in Bleikammeru aufgefangen, auf deren Boden 1 bis 2 Zoll hoch Wasser steht, welches die sauren D�mpfe absorbirt ; die erhaltene Fl�ssigkeit wird durch Abdampfen auf die erforderliche St�rke concentrirt. Sie ist aus 1 Atom Schwefel und 3 Atomen Sauerstoff gebildet.
Die concentrirte Schwefels�ure ist durchsichtig, fast farblos, dick wie Oel, geruchlos, raucht nicht, zieht aber begierig Wasser aus der Luft an und entwickelt dabei W�rme, schmeckt sehr sauer und enth�lt bei 77deg; B. oder 1,845 spec. Gewicht noch 18,5 Proc. Wasser. Die gew�hnlich im Handel vorkommende, sogen, englische Schwefels�ure hat 75deg; (1,78), und ist in der Regel durch einen geringen Gehalt an salpetriger S�ure, schwefelsaurem Kali und Blei verunreinigt, was jedoch ihrer Anwendung in der Thierheil�kunde nicht schadet.
Die Verd�nnung der S�ure mit Wasser ist an ihrem geringern spec. Gewicht zu erkennen.
Die Schwefels�ure bildet mit den Alealien, Erden und Metall-Oxyden Salze, zersetzt die kohlensauren und essigsauren Salze (z. B. das essigsaure Blei) und verwandelt die organischen Sub�stanzen in eine schwarze Kohle.
Man wendet die Sdiwefels�ure innerlich als k�hlendes und f�ul�nisswidriges Mittel an ; sie muss mit Wasser oder mit schleimigen, bittern, adstrlngirenden Decocten so verd�nnt sein, dass der Geschmack angenehm s�uerlich ist. Gew�hnlich wird sie im Trinkwasser (mit etwas Mehl) ge�reicht. Wenn sie nicht geh�rig verd�nnt ist, stumpft sie die Z�hne ab, greift die Schleimh�ute des Mauls, Magens u. s. w. an und erregt Entz�n�dung; im concentrirten Zustande w�rde sie die Theile corrodiren, mit denen sie in Ber�hrung kommt. Das besonders von Ryebner im Typhus, Kalbefleber u.dgl. empfohlene Elixir vitriol! Mynslchti besteht aus einer aromatischen weingeistigen Tinctur und ('/j^) verd�nnter Schwefels�ure.
Aeusserlich wird die Schwefels�ure theils verd�nnt, wie die andern S�uren (z. B. Salzs�ure), verordnet, theils concentrirt als Aetzmittel ben�tzt; ihre Wirkung ist in letzterem Falle schwer zu beschr�nken, daher sie bes�sern Aetzmitteln weichen muss. Die Methode der Schmide, Vilriol-Oel in Hufwunden und Fisteln zu giessen, ist h�chst verwerflich. Auch das als Digestiv-Salbe viel missbrauchte seh warze Oel (Black Oll) der englischen Thier�rzte ist entbehrlich; es wurde aus 1 Unze Baum�l und 2 Unzen Terpentin�l bereitet, denen man allm�hlig 6 Dr. concentrirte Schwefels�ure beimischte. Gegen den Slrahlkrebs ist theils wenig verd�nnte Schwefel�s�ure, theils ein Gemenge derselben mit gebranntem Alaun empfohlen worden.
Das von franz�sischen Thier�rzten h�ufig angewendete Eau de Rabel
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Aether sulphuricus.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;23
Alcohol sulphuricus*) besteht aus 1 Unze cone. Schwefels�ure, welche vor�sichtig in 3 Unzen Weingeist getr�pfelt wird. Diese Mischung wird als blutstillendes Mittel, ferner auf Gelenkwunden, zur Gerinnung der ausflies�senden Synovia mit Nutzen gebraucht; seltener innerlich in Fiebern mit Neigung zur Zersetzung des Bluts (Milzbrandformen) bei passiven Blutungen, Blutharnen zu '/#9632;, bis I Unze pr. Dosi in einem passenden Vehikel gegeben. Die Schwefels�ure wird ferner zur Bereitung der Chlorr�ucherungen (s. Mangan und Chlorkalk) ben�tzt; sie ist ein Bestandtheil des Schwefel-Aethers, des schwefelsauren Kali und Natron, des Bittersalzes, der soge�nannten Vitriole (Eisen-, Kupfer-, Zink- Vitriol).
Das Acid, sulphuric, dilut. der Ph. W. wird aus 1 Theil Schwefels�ure und 5 Theilen destillirtem Wasser bereitet (1,12 spec. Gewicht).
Aether sulphuricus.
8dju)cfcf=.flefljer. Aether vitrioli. Schwefel- oder Vitriol-Naphtha. Naphtha vitriol!.
Franz. Kther sulfurique, Oxyde d'Ethyle. Engl. Sulphuric Ether. Chemische Formel: C'H100.
Man bereitet den Schwefel-Aethei durch Destillation von (9Thl.) conc. Schwefels�ure mit (5 Thl.) Weingeist; man wiederholt dieses Verfahren, nachdem aufs Neue Weingeist zu der zur�ckgebliebenen Schwefels�ure gesetzt ist (1 Thl. Schwefels�ure kann 5 Thl. Wein�geist in Aether verwandeln) und befreit das Destillat von beige�mischtem Weingeist, schwefeligter S�ure und Wein�l durch Sch�t�teln mit einer w�sserigen Aufl�sung von kaustischem Kali oder Destillation �ber Kalkmilch, Chlorkalcium oder gebrannte Mag�nesia u. dgl.
Der reine Aether bildet eine sehr fl�chtige, farblose Fl�ssig�keit von angenehmem und durchdringendem Ger�che und erfrischen�dem , hernach stechendem Geschmacke; er reagirt weder sauer noch alkalisch, verdunstet sehr leicht bei der gew�hnlichen Temperatur und ohne einen R�ckstand zu lassen, erzeugt dabei eine bedeu�tende K�lte, kocht schon bei 29deg; R., brennt mit weissgelblicher Flamme und hat ein speeifisches Gewicht von 0,730�740(60�630B.)
Der Aether schwimmt auf dem Wasser, das nur wenig von demselben aufl�st; dagegen mischt er sich mit reinem und w�s�serigem Weingeist in allen Verh�ltnissen; er l�st die Oele, Balsame, Harze, sowie den Phosphor, das Jod u. s. w. auf. Er muss an
�) Nicht zu verwechseln mit dem Alcohol Sulphuris oder Schwefelkohlen�stoff (Carboneum sulphuratum).
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24nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Aether sulphuricns.
einem k�hlen Orte und in Gl�sern mit geschliffenen Glasst�pseln aufbewahrt werden.
Der gew�hnliche k�ufliche Schwefel�ther ist nicht frei von Weingeist, variirt im spec. Gewicht zwischen 0,733 und 0,765 und reagirt schwach s�uerlich.
Der Schwel'el-Aether ist das fl�chtigste Mittel, um bei grosser Schw�che oder pl�tzlicher Ersch�pfung erregend zu wirken; er ist ferner ein krampf�stillendes und die aufgeregte oder gest�rte Th�tigkeit der Nerven beruhigen�des Mittel. Man gibt ihn blos in fl�ssiger Form, z. B. einem (erkalteten) Infusum von Cbamillen, Baldrian oder andern gew�rzhaften Pflanzenstoffen, oder mit Wein; bei Windcolik der Pferde und Aufbl�hen der Wiederk�uer in einem Aufguss von PfefTerni�nze, K�mmel u. s. vv.; gegen W�rmer in einer Abkochung der Radix /llicis u. s. w. Die Dosis ist von 2 � 4 Dr. f�r die gr�sseren Hausthiere und muss bei der schnell vor�bergehenden Wirkung des Aethers nach '/-j� ' Stunde wiederholt werden.
Die vorz�glichste Anwendung hat der Aether in neuerer Zeit als be�t�ubendes, das Bewusstseln aufhebendes Mittel (A et hern arc ose) gefunden. Man l�sst die Aetherd�mpfe mit einem mehr oder weniger coraplicirten Apparat einailimen; dies bringt anfangs eine Aufregung hervor, welche aber bald einer Verminderung der Empfindlichkeit und v�lliger Bewusstlosig-keit weicht. In diesem Zustande k�nnen schwierige Operationen bei g�nz�licher �nbeweglichkelt der Thiere vorgenommen werden (vgl. Chloroform). Um diesen Zustand herbeizuf�hren braucht man beim Pferde 3�6 Unzen Aether (je nach der St�rke dieses Mittels und der G�te des Apparats) ; bei l�ngerer Dauer der Narcose 6 � 12 Unzen. Gegen Starrkrampf, Tobsucht u. s. w. ist die Aethernarcose mit Erfolg versucht worden. F�r kleine Hausthiere ist dieses Mittel mit weniger Gefahr verkn�pft als das Chloroform, allein es wirkt langsamer.
Als ein K�lte erzeugendes Mittel ist der Aether (in Ermangelung von Eis oder Schnee) bei eingeklemmten Br�chen �usserlich (zum Auftrcpfeln auf die Geschwulst) empfohlen worden.
Der Schwefel�thergeist, Spiritus sulphurico-aethereus, Spiritus vini aethereus, oder die sogenannten Hoftm�nnischen Tropfen, Liquor anodinus mineralis Hoffmanni, besteht aus (1 Thl.) Schwefel�ther und (3 Thl.) Weingeist, hat ein spec. Gewicht von 0,820�0,824 (37�36quot; B.) und wirkt schw�cher auf das Nervensystem als der Aether, aber durch den Weingeistgehalt mehr erhitzend auf das Gef�sssystem.
Durch Aufl�sen von (I Thl.) Schiessbaumwolle in (16 Thl.) Aether und (1 Thl.) Weingeist erh�lt man das Collodlum, wel�ches auch in der Thierhcilkunde als deckendes, klebendes und blutstillendes Mittel angewendet worden ist.
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Alelaquo; lucida et hepatica.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 25
Aloe lucida et hepatica.
flfoe.
Franz. Aloes.
Engl. Aloe. Extract of Aloe.
Die verschiedenen Arten der Pflanzengattung Aloe, deren ein�gedickter Saft officinell ist, wachsen thells im s�dlichen Afrika (Cap der guten Hoffnung), theils in Westindien (Insel Barbados;. Die Aloe-Pflanzen sind fleischig, dick, perennirend, strauchartig oder stengeltreibend, mit dicken, saftigen, bald dornigen, bald glatten Bl�ttern. Die Gattung Aloe geh�rt zu der Familie der Lilien (Cl. Hexandria monogynia); es sind haupts�chlich folgende Arten derselben als solche bekannt, deren Product im Handel vor�kommt: Aloe soecotrina W., auf der Insel Soccotra einheimisch, deren Saft jetzt selten im Handel ist; Aloe spicata, auf dem Cap der guten Hoffnung, liefert die Cap'sche oder gl�nzende Aloe; Aloe vulgaris , in Westindien angebaut, liefert die Barbados oder Leber-Aloe; ferner Aloe arborescens, arabica, Comraelini u. A. m.
Man erh�lt den Saft durch Abschneiden der Bl�tter an ihrem Ursprung; man stellt sie in Reihen auf, um den Saft abfliessen zu lassen, oder presst sie auch wohl aus; nachdem die gr�bern Theile sich gesetzt haben, wird die obenstehende klare Fl�ssigkeit abgegossen und bis zur Extractdicke abgedampft, sodann in K�r�bisse oder Kisten gegossen.
Die in Westindien angebaute Pflanze l�sst man 2�3 Jahre alt werden, ehe man sie abschneidet und kann dies bei geh�riger D�ngung 10�12 Jahre fortsetzen.
Man unterscheidet haupts�chlich 2 Sorten Aloe; die eine der�selben ist gl�nzend, an den Kanten braunroth durchscheinend, br�chig und spr�de wie Harz, leicht zu pulvern, hat einen widri�gen, myrrhen�hnlichen Geruch und unangenehmen, h�chst bittern Geschmack; das Pulver ist hochgclb; diese Sorte ist als Cap'sche Aloe (Aloe de Capo, Aloe soecotrina oder lucida) bekannt. Sie besteht nach Trommsdorf aus 75 Theilen des seifenartigen Aloe-Bitters und 25 Theilen Harz (Spur von Galluss�ure).
Die andere Aloe-Sorte ist von leberbrauner, matter Farbe, innen wachsgl�nzend, auf dem Bruch k�rnig, kaum durchscheinend an den Kanten, weniger spr�de, hat einen mehr gew�rzhaften und st�rkern, safran�hnlichen Geruch und gibt ein r�thlich gelbes Pul�ver. Sie kommt von Westindien, namentlich von Barbados. Ihre Bestandtheile sind: 81,25 Aloe-Bitter, 6,25 Harz, 12,50 Pflanzen-Eiweiss und eine Spur von Galluss�ure.
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26nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Aloii luciJa et liepatica.
Die unter dem Namen Bombay- oder Mocha-Aloe aus Ara�bien �ber Ostindien und London in den Handel kommende Sorte ist wie die Leber-Aloe matt, leberbraun, mit glattem, undurch-sichtigcm Bruche , gew�rzhaftein Geruch , pulverisirt gelblich-braun; nach Morton enth�lt sie 80 Theile im Wasser l�slichen Extract-stoff (Aloe-Bitter) und 20 Theile Harz. Vergleichende Versuche �ber ihre Wirksamkeit gegen�ber der Cap'schen Aloe fielen zu Gunsten der Mocha-Aloe aus.
Man h�lt die Leber-Aloe f�r wirksamer und weniger reizend, als die gl�nzende Aloe; 6 Drachmen der erstem sollen gleich 7 der letztern sein.
Eine Verf�lschung der Aloe durch Harz, S�ssholzsaft, Ocker u. dgl. ist bei dem niedrigen Preise derselben kaum zu erwarten; dagegen kann die Qualit�t der Aloe gering sein, durch zuf�llige Verunreinigung mit Sand, Pflanzenfasern u. dgl. oder durch An�brennen beim Eindicken derselben (Ross-Aloe, A. caballina).
Die Aloe ist besonders bei den gr�ssern Hausthieren ein unentbehr-liclies und fast das einzige Purginnittel f�r Pferde; sie wird innerlicb bei Verstopfung aus Untliatigkeit oder Erschlaffung des Darmkanals, als aus�leerendes , ferner als ableitendes und uiiislimmendes Mittel, zur Vermehrung der Leberth�tigkeit u. s. w. angewendet undhiebei bald durch Salze (Brech�weinstein, Weinstein, Doppelsalz u. dgl.) und Schleim gem�ssigt, bald durch Calomel, Crotonk�rner, Senf u. s. w. verst�rkt. In kleinen Gaben (1�2 Drachmen) wirkt die Aloe wie ein bitteres oder Magenmittcl. Als formgebendes Mittel ist entweder gr�ne Seife oder Leinsamen-Mehl vorzu�ziehen. H�ufig l�st man die Aloe in der gr�nen Seife mit H�lfe gelinder W�rme auf. Die englische Pharmacop�e schreibt 8 Thl.Aloe, 1 Thl.Bauin-Oel und 3 Till. Syrup vor, wobei die beiden erstem im Wasserbad zusammen�geschmolzen werden und heriiach der Syrup hinzugef�gt wird.
In entz�ndlichen Krankheiten, besonders der Hinterleibs-Eingeweide, ferner der Lunge, ist die Aloe entweder ganz zu vermeiden, oder mil Vor�sicht anzuwenden.
Die Dosis f�r Pferde, um zu laxiren ist 6 � 8 Drachmen auf einmal oder In 2 � 3 Pillen innerhalb 6 � 9 Stunden gegeben; die Wirkung muss durch Kleienfutter oder Gras vorbereitet und durch Klystire und massige Bewegung beschleunigt und unterst�tzt werden. In Frankreich wird die Dosis zu 2�3 Unzen angegeben, weil nur mittelm�ssige Qualit�ten der Aloe im Handel seien. Esel und Maulthlere werden von der Aloe weniger leicht angegriffen.
Auf Wiederk�uer wirkt die Aloe weniger sicher als Purglrmittel; sie wird dem Rindvieh zu 1�2 und mehr Unzen mit Neutral-Salzen In einem schleimigen Decoct oder blos In Seifenwasser aufgel�st gegeben.
In fl�ssiger Form wirkt die Aloe auf die Pferde st�rker; man setzt
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Aloe lucida et hepatlca.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;27
derselben meist ein bl�hungtreibendes oder gew�rzbaftes Mittel (Ingwer, einige Tropfen K�mmel-, Pfefferm�nz-Oel) oder etwas rectiflcirten Weingeist zu; das Vehikel ist entweder blos laues Wasser oder ein schleimiges Lecoct. Ueberm�ssiges Purgiren durch allzugrosse oder unzeitig gereichte Gaben kann t�dtlich werden.
Hunde bed�rfen als Laxir-Mittel 15 � 20 Gran mit Schleim, .S.?ife oder Oel als Vehikel.
Aeusserlich wendet man die Aloe theils in Pulverform, theils als Tinctur oder als Bestandtheil von Salben auf geschw�rige Fl�chen an, be�sonders wenn faserige, knorpelige Theile oder Knochen angegriffen sind.
Die gew�hnliche Aloe-Tinctur wird aus 1 Thl. Aloe lucida und 12 Thl. rectificirten Weingeist (von 21deg; B. oder 0,890 spec. Gewicht) bereitet; die Aloe l�st sich beinahe vollst�ndig darin auf.
liiie Pharmacie veterinaire von Delafond und Lassaigne schreibt 1 Theil Aloe auf 8 Theile Alcohol von 33deg; oder rectif. Weingeist von 22deg; Cart. vor.
Her twig l�sst 3 � 4 Unzen Aloe in 1 Pfund Weingeist aufl�sen.
Die Londoner Veterin�r-Pharmacop�e enth�lt folgende Vor�schrift zu einer Tinctura aloes com posit a.
Aloes lucida 1 Thl.; Myrrha '/�Thl.; rectif. Weingeist 10 Thl.; Wasser 5 Thl. Nach 14t�gigem Digeriren durchzuseihen.
Die Aloe' ist ferner ein Bestandtheil der sogenannten Babol-naer Krebstinctur (s. bei Arsenik), des Wundbalsams der Berliner Schule (aus gleichen Theilen Terpentin-Oel, Aloe-Tinctur, Myrrhen-und Asant-Tinctur bereitet), des sogen. Comandeurbalsams und �hnlicher Verbandmittel.
Die hier gew�hnlichen Formeln f�r die innerliche Anwen�dung der Aloe als Purgirmittel bei Pferden sind folgende:
Nr. 1. R. Aloes hepatic. Unc. 1�V/.2 Tartar, stibiat. Dr. 2�3. Farin. sem. llni et Aq. fontan q. s. M. fiant pill, duo (vel tres). Im Anfang der Kopf�krankheit.
Nr. 2. R. Aloes
Sapon. virid. ana Unc. 1.
Farin. secal. q. s. M. fiant pill. 2 vel 3.
Nr. 3. R. Aloes
Farin. sem. sinap.
Farin. sem. lini ana Unc. 1.
Aq. q. s. M. fiant pill. tres.
#9632;#9632;v
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28nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Alumen crudum.
Alumen crudum. Mann, fdjmefcffaurc 3fafi=a:0gt;'n=Krbe.
Sulphas alumiuico-kalicus cum Aqua.
Sulfas aluminae et lixiviae acidulus. Ph. Bavar.
Kail aluminoso-sulphuricum.
Franz. Alun. Sulphate d'alumlne et de potasse.
Enyl. Alum.
Chemische Formel: KO -|- SO3 -j- Al'O3 SSO3 24 HO.
Der Alaun wird aus den Alaunschiefern durch Brennen, Aus�laugen, Zusatz von Kali oder Kali-Salzen und Crystallisiren erhalten. Er bildet durchsichtige, f�rb- und geruchlose ocfaedrische Krystalle, schmeckt s�uerlich-herb, verwittert an der Luft, und ist in 13 Theilen kalten und s/4 Theilen siedenden Wassers aufl�slich. Das Pulver ist weiss. Spec. Gew. 1,71. Seine Bestandtheile sind 1 Aeq. schwefelsaure Thonerde, 1 Aeq. schwefelsaures Kali und 24 Aeq. Wasser oder 9,95 Kali, 10,82 Thon-Erde, 33,76 Schwefel�s�ure und 45,47 Wasser.
In der Siedhitze schmilzt der Alaun in seinem Crystallisations-Wasser, und bildet nach Verlust desselben eine por�se, weisse, zerreibliche Masse, die gebrannter Alaun, Alumen us turn, ge�nannt, und als coagulirendes und gelindes Aetzmittel ben�tzt wird.
Der k�ufliche Alaun ist nicht immer eisenfrei, was jedoch seiner Anwendung nicht entgegen steht, er ist sehr wohlfeil und daher kaum der Verf�lschung ausgesetzt.
Der Alaun wird zersetzt von reinen Alkalien, dem Kalk, dem essigsauren Blei, dem Brechweinstein und allen Salzen, deren Basis eine n�here Verwandtschaft zur Schwefels�ure hat; ferner von den zusammenziehenden Pflanzensto�en.
Der Alaun wirkt adstringirend, vermindert die Secretionen, macht das Blut und eiweisshaltige Absonderungen gerinnen, trocknet und ist f�ulnisswidrig.
Anwendung: innerlich gegen zu starke Secretionen mit Erschlaf�fung z. B. Diarrh�en, asthenlsehes Blutharnen u. s. w. (Dosis 2 � 4 Dr. f�r gr�ssere Hausthiere, meist in schleimigem Vehikel); h�ufiger aus ser�lich als Aufl�sung (In 16 und mehr Theilen Wasser) zu Einspritzunger bei Schleim- und Blutfl�ssen aus den Genitalien, dem Mastdarm u. s. w., Bla�sen-Ausschl�gen im Maule, Br�une, Mauke, bei chron. Bindehautentz�ndung, atonischen Geschw�ren u. dgl., in Verbindung mit schleimigen oder aroma�tischen Pllanzen-Decocten; seltener mit Fett zur Salbe gemacht. Eine starke Alaun-Aufl�sung mit Elweiss geschlagen , wird gegen frische Verstauchungen, Quetschungen, Gelenkwunden empfohlen. Rey wendet eine Aufl�sung von l/3 Unze Alaun in 2 Pfd. Wasser zum Auswaschen der Nase bei heftigem Strengel an. Gebrannter Alaun wird als Pulver mit Mehl auf Gelenk wunden aufgelegt, um ihre Schliessung herbeizuf�hren; zu gleichem Zwecke em-
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Ammonium carbonlcnm.
pflehlt Morton das P u I v. AI u m i n. compos., welches aus gebranntem Alaun, gebr. Eisen-Vitriol und Myrrlienpulver von jedem gleichviel be�reitet wird.
Formeln: Nr. 1. R. Alum. crud. Dr. 1.
Polv. cort. quercus Unc. 1. M. f. s. q. farin. et aq. elect, molle Dent. tal. dos. Nr. 2. S. Zwei Gaben des Tages. Im Blutharnen. (Hayne.) Nr. 2. R. Alum, crudi.
Camphorae subaetae ana Dr. 1. Farin. gland, quere. Unc. 1. Mit Mehl und Wasser zur Latwerge; t�glich zwei Gaben. Im Diabetes. (Hayne.)
(Die Verbindungen des Alauns mit Kupfer-Vitriol zu Lap. divinus u. s. w. siehe bei Kupfer-Vitriol.)
Ammonium carbonicum.
DColjfeiifaure.s flmmoniafi. Ammoniacum carbonicum. Ph. W.
Ammonium subcarbonicura. Carbonas Ammonii. Ph. Ba-rar. Sal alcali volatile siccum. Fl�chtiges Laugensalz; Kicchsalz. Franz. Sesquicarbonate d'Ammouiaque, Sei Tolatil concret. Engl. Subcarbonate of Ammonia, Volatile Salt. Chemische Formel: NH4-j- l'/.CO2.
Es wird durch Sublimation aus 2 Theilen Salmiak und 3 Theilen Kreide bereitet und stellt ein weisses, krystallinisches Salz von stechendem Geruch und Geschmack dar, welches an der Luft noch Kohlens�ure anzieht, in der W�rme ohne R�ckstand verdunstet, und sich in 2 � 3 Theilc kaltem Wasser aufl�st (in heissem Wasser verdunstet dasselbe).
Seine Bestandtheile sind 15 Theilc Ammoniak, 29 Theile Kohlens�ure und 56 Theile Wasser. Es muss in gut verschlossenen Gl�sern aufbewahrt werden.
Das kohlensaure Ammoniak wird von S�uren und sauern Salzen, von essigsaurem Blei, Eisen- und Zink-Vitriol, ferner von den fixen und kohlensauren Alkalien und dem Kalkwasser zersetzt.
Die innerliche Anwendung des kohlensauren Ammoniaks geschieht meist in fl�ssiger Form, selten in Pillen, als ein fl�chtiges Reizmittel T�r die Nerven der Bauch-Eingeweide (in Krampf-, Wind-Colik, Indigestion u. dgl. ohne Entz�ndung); feraer in Kr�mpfen, zur Vermehrung der Haut-Ausd�n�stung, bei allgemeiner Schw�che u. dgl. Man verbindet es mit gew�rz�haften, st�rkenden oder bittern Decocten oder Pulvern (z. B. Angelica, Va-leriana, Absynthium) zu 2 �4 Dr. pro Dosi f�r Pferde und 5�10 Gr.
I
umm
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30nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Ammonium carbonicum pyro-oleosum.
f�r Hunde. Das essigsaure Ammoniak (Liquor ammonii acetici) durch Neutralisation von Essigs�ure mit kohlensaurem Ammoniak bis kein Gas mehr entweicht (oder mit Salmiakgeist) bereitet, wird als ein diaphoretisches harntreibendes und fiiulnisswidnges Mittel ger�hmt und ist in typh�sen und gangr�n�sen Fiebern, acutem Rotz, Schafpocken u. s. w. angewendet worden in der Dosis von 3 � 6 Unzen mit aromatischen, reizenden Pflanzen-, decocten u. s. w. Der S p i r i t u s M i n d c r e r i der Apotheken ist sehr ver�d�nntes essigsaures Ammoniak; dieses Pr�parat varirt sehr in der St�rke nach den verschiedenen Pharmacop�en.
Ammonium carbonicum pyro-oleosnm.
OJrm�firijes fioOrcufaurps Ammoniall.
Ammomacum carbonicum pyro-oleosum. Ph. W.
Sal volatile cornu Ccrvi, Sal. C. C. Hirschhornsalz. Fl�chtiges Hirschhornsalz.
Subcarbonas pyro-oleosus. Ph. Bavar.
Franz. Sei Tolatil de corue de cerf.
Engl. Hartshorn Salt.
Es wird durch trockene Destillation thierischer Theile (Knochen, fr�her Hirschhorn) und nachherige Eeinigung durch Sublimation mit Kohle, Thonerde oder Kreide erhalten. Andere Vorschriften lassen kohlensaures Ammonium (8 Unzen) mit rectificirtem, thie-rischem Oel 2 Scrupel bis 2 Drachmen mischen und sublimiren. Es bildet ein weisses oder gelbliches, krystallinisches Salz, das aus einer chemischen Verbindung von kohlensaurem Ammoniak und brenzlichem Oel besteht, stechend und empyreumatisch riecht, und sich in 3 � 4 Thcilen kaltem Wasser aufl�st.
Das Hirschhornsalz soll trocken und hell von Farbe sein, und in der W�rme sich ganz verfl�chtigen; etwaigen Gehalt an Blei oder Kupfer entdeckt man, wenn man die w�sserige Auf�l�sung mit einer S�ure �bers�ttigt und Schwefelwasserstoffgas durchstr�men l�sst, welches mit jenen Metallen einen braunen oder schwarzen Niederschlag bildet.
Man gibt das Hirschhornsalz bei grosser nerv�ser und irritabler Schw�che, in Kr�mpfen, L�hmungen u. s. w. in der gleichen Dosis und Verbindung wie das kohlensaure Ammoniak, vor dem es den Vorzug einer anhaltenderen Erregung des Nervensystems hat.
Die unter dem Namen Hirschhorngeist (Spiritus Cornu Cervi rectificatus, Liquor ammonii pyro-oleosi) bekannte Fl�ssig�keit ist blos eine Aufl�sung des Hirschhornsalzes (1 Thl. in 7 Thln. Wasser nach der wtb. Pharm.) und in der Thierheilkunde ganz entbehrlich.
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Ammonium chloratum.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;31
Ammonium chloratum s. muriaticum. Sorjfaures flmmoiuaR.
Chloretum ammouii. Clilor-Amuioiiiuni.
Murias ammonii s. ammoniae. Ph. Bavar.
Hydrocliloras ammouii s. ammoniae.
Sal ammouiacum. Salmiak. *)
Franz. llydroclilorate ou Chlorhydrate d'ammoniaque, Sei ammoniae.
Kngl. Hydrochlorate of Ammonia, Sal ammoniac.
Chemische Formel: KH4-j-Cl.
Man erh�lt den Salmiak durch trockene Destillation thieri-scher Bestandtheile, (Knochen, Hufe, H�rner u. dgl.) deren Fett zuvor durch Auskochen mit Wasser entfernt worden ist. Das zu�erst gebildete kohlensaure Ammoniak wird durch Gyps und das neu entstandene schwefelsaure Ammoniak durch Kochsalz zersetzt; nun erst wird Salmiak gebildet, der durch Crystallisation von dem schwefelsauren Natron getrennt und durch Sublimation gereinigt werden kann. Man kann auch dem bei der Bereitung des Kohlen�wasserstoff-Gases erhaltenen kohlensauren Ammoniak Salzs�ure zu�setzen und den dadurch gebildeten Salmiak durch wiederholtes Sublimircn reinigen.
Der Salmiak kommt in halbdurchsichtigen, mehrere Pfunde schweren Scheiben oder Kuchen in den Handel, ist geruchlos, luftbest�ndig, schmeckt salzig, stechend, l�sst sich unver�ndert sublimiren, l�st sich in 2,72 Thl. kalten und in seinem eigenen Gewicht siedenden Wassers, krystallisirt daraus gew�hnlich in zar�ten Federn. Er ist manchmal durch etwas Eisen gelblich gef�rbt, oder nicht ganz frei von schwefelsaurem Natron. Er besteht aus 1 Vol. salzsaurem und 1 Vol. Ammoniakgas (31,95 Ammoniak und 68,05 Salzs�ure) und enth�lt 16,78 Proc. Wasser. Sein spec. Gewicht ist 1,50.
Der Salmiak wird von den reinen und kohlensauren Alealien und den alcalischen Erden zersetzt.
Man wendet den Salmiak haupts�chlich innerlich in entz�ndlichen Zu�st�nden der Schleimh�ute �berhaupt, und der Respirations-Schleimhaut ins�besondere an; namentlich wenn die Heftigkeit der Enlz�ndung durch Ader-lass oder Nitrum gemindert ist, oder auch, wenn ein subinflammatorischer Zustand vorhanden ist. Der Salmiak vermehrt die Schleimabsonderung, die Resorhlion und den Stoffwechsel, mindert die verst�rkte Th�tigkeit des
') Der Name Ammonium oder Ammouiacum kommt davon her, dass man den Salmiak fr�her in Menge bei dem Tempel des Jupiter Ammon in Egyp-ten fand; noch jetzt wird -viel Salmiak in Egypten durch Verbrennen von Kameelsmist bereitet.
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32nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Ammonium muriaticnm.
Gefiiss-Systems und die Gerinnbarkeit des Blutes; er schw�cht unter den Neutral-Salzen am wenigsten. Auch in fleberlosen, chronischen St�rungen der Schleirnabsonderung, in solchen Krankheiten des Lymphsystems und der Dr�sen, in Wassers�chten ist der Salmiak n�tzlich.
Man gibt ihn in Pillen- oder Latwerge-Form, je nach dem Charakter der Krankheit mit Neutralsalzen und schlehnigen Mitteln, oder mit bitteren aromatischen und selbst fl�chtig reizenden Mitteln (z. �. Cainpher) ver�bunden. Die Dosis ist f�r Pferde gew�hnlich 1�2 Dr., selten '/, Unze.
Aeusserlich wendet man den Salmiak als k�hlendes und zertheilendes Mittelan; er erk�ltet das Wasser, indem er aufgel�st wird, bedeutend, be�sonders wenn Salpeter zugesetzt, oder der Aufl�sung beider Salze in Wasser etwas Weingeist beigemischt wird.
Die Lotio refrigerans der Londoner Vet.-Pharmacop�e besteht aus Salmiak und Salpeter von jedem 1 Theil, Wasser 16 Theilen; sie wird unmittelbar nach der Aufl�sung der Salze mittelst eingetauchter Lappen um den entz�ndeten Theil applicirt und muss h�ufig wiederholt werden.
Als zertheilende Mischung bei Quetschungen, Sehnenklapp und schmerzhaften Anschwellungen, alten Verstauchungen u. dgl. dient folgende Lotio discutiens:
Salmiak 1 Theil, Essig 8 Theile, Camphergeist 1 Theil. Dieses Gemisch wird mit der Hand in den leidenden Theil ein�gerieben.
Der Eisen salmiak (Ammonium chloratum ferratum s. Flores salis ammoniaci martiales) besteht aus Salmiak und Eisenchlorid in sehr verschiedenen Verh�ltnissen (nach der wrtb. Pharm. 15 zu 1). Er vereinigt die Wirkung des Salmiaks mit der des Eisensalzes und kann in chronischen Krankheiten der Schleimh�ute mit Nutzen gebraucht werden. Dosis 2 Drachmen, in Pillenform.
Formeln f�r die Anwendung des Salmiaks:
Nr. 1. R. Sal. ammon. Dr. 2.
Nitr. depur. Unc. llv M. D. in 4plo. Auf 24 Stunden. Im Anfang der Influenza (catarrh. Form). Nr. 2. R. Sal. ammoniac. Unc. 1. Picis liquidae Unc. 2.
Farinae s. lini q. s. M. fiant pill. 4. T�glich 2�3 St�ck. Bei chronischem Husten. Nr. 3. R. Salis ammoniaci Unc. ilt� '/j.
Infus. flor. sambuc. (s. flor. tiliae)Libr. 1. (Unc. 16). M. T�glich 2�3 solcher Gaben. In der Kopfkrankheit des Rindviehs.
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Antimonlnm cmdum.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;33
Antiraonium crudum.
KoQes Sjucsflfonj. Stibium sulphuratiim nigrum. Scliivefelspicsilanz; ScIiHcfcl-Antimon. Scsqui-sulphuretum Antimoiiii. Sulphuretum stibli Ph. Bavar. Proto-sulphuretud antimonii. Franz. Antimoine cru, Sulfure d'antimoine. Engl. Black or crud Antimuny. Chemische Formel: SbSl'/n.
Das rohe Spiesglanz kommt fossil vor und wird durch Schmel�zen in steinernen Kr�gen von dem beigemengten Gestein gereinigt. Das so erhaltene kaufliche Schwefelspiesglanz enth�lt h�ufig Blei, Eisen, auch Arsenik (von letzterem durchschnittlich etwa '/g,,) bei�gemischt, jedoch in so geringer Menge, class es den Thieien da�durch nicht nachtheilig wird. Reines Schwefelspiesglanz wird durch Zusammenschmelzen von reinem Spiesglanzmetall (13 Theile) und gereinigtem Schwefel (5 Theile) bereitet. (Ph. W.)
Das rohe Spiesglanz bildet bleigraue oder grauschwarze, innen krystallinische St�cke, welche die Form der Scherben nachahmen, in welchen das geschmolzene Erz erkaltete; es schmilzt im Feuer, verbrennt in gr�sserer Hitze mit blauer Flamme, ist schwer, ab�f�rbend, geruch- und geschmacklos, in concenlrirter Salzs�ure und in �tzender Kalilauge aufl�slich, in Wasser und Weingeist unauf�l�slich. Das Pulver ist dunkelgrau, beinahe schwarz. Es ist aus 2 At. Spiesglanzmetall und 3 At. Schwefel zusammengesetzt. Spec. Gewicht 4,6.
Da der Preis desselben sehr nieder ist, wird es nicht leicht verf�lscht; Braunstein und Schiefer-Pulver sollen dazu verwendet worden sein.
Man z�hlt das rohe Spiesglanz zu den umstimmenden, die Resorbtion vermehrenden, auf die Lymphdr�sen und die Hautsecretion wirkenden Mitteln und gibt es sehr fein gepulvert den gr�ssern Hausthieren zu '/#9632;,�1 Unze pro dosi, gew�hnlich in Verbindung mit bittern, gew�rzhaftenMitteln oder mit Schwefel, Salpeter u. s. w. Es bef�rdert In kleinen Gaben die Verdauung und Fettbildung, macht das Haar glatt, die Haut weich; in grossen Gaben bel�stigt es die Eingeweide, verfl�ssigt, bringt Abmagerung und Zersetzung der S�fte hervor. Gegen die L�hme der L�mmer wird es, mit Butter gemischt, innerlich in ziemlich grosser Dosis mit Nutzen gereicht.
Das rohe Spiesglanz wird zur Bereitung mehrerer Pr�parate, z. B. der Spiesglanzleber, des Mineralkerraes. des Goldschwcfels, der Spiesglanz-butter u. dgl. ben�tzt.
Form ein: Nr. 1. R. Antimon, crud. subt. pulver.
Rad. calami arom. pulv. ana. Unc. '/,� M. D. in Gplo. S. T�glich 3 Pulver auf Kleienfutter zu geben.
Hering, Arzneimittel. 2. Aufl.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;3
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i!
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34nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Aqua Chlori.
Nr. 2. R. Antimon, crud. subl. pulv. Cretae albae pulv.
Sem. phellandrii pulver. ana. Unc. l/r M. D. in 6plo. S. wie Nr. 1.
Aqua Chlori.
KOror^nfrer.
Acidum muiiaticum oxygenatum, Oxygcnirtc Salzs�ure.
Acidum oxymuriaticum, Aqua cMorata. Chlorium, Chlorinum liquidum. Franz. Chlore liquide, Kau chlore'e. Enyl. CLloriue water.
Das reine Chlor ist ein einfaches Gas, von gelb-gr�nlicher Farbe, erstickendem Geruch und herbem Geschmack. Es hat die Eigenschaft Pflanzenfarben, Kiechstofle und Contagien zu zerst�ren. Wird das Gas von Wasser absorbirt (1 Vol. Wasser nimmt 2 Vol. Chlor auf), so erh�lt man fl�ssiges Chlor, oder die sogen, oxyge-nirte Salzs�ure f�r den innern und �ussern Gebrauch.
Man bereitet das Chlorgas aus Braunstein, Kochsalz und Schwe�fels�ure (s. Braunstein), oder auch Chlorkalk oder Chlornatron und einer S�ure (z. B. Schwefels�ure); indem man das sich entwickelnde Gas unter Wasser leitet und mit demselben sch�ttelt, absorbirt es dasselbe; diese Fl�ssigkeit (Chlorwasser) hat den Geruch und Geschmack des Clilorgases, ist durchsichtig, gelblich, wird aber leicht von W�rme und Licht zersetzt; in ersterer verfl�chtigt sich das Chlorgas, durch letzteres wird es in Salzs�ure verwandelt. Die Unze Chlorwasser enth�lt nach der Wtb. Ph. 2'/a�S1^ Gran Chlor; es muss an einem k�hlen (-J- 7�8deg; R.) und dunkeln Orte aufbewahrt werden.
Das Chlorgas (s. dessen Kereitung bei.Manganum (Braunstein) wendet man als Raiiclienuig an um �ble Ger�che, Contagien u. s. w. zu zerst�ren; auch hat man es im Kotz der Pferde. brandigen Strenge! und Lungcnbrand einathmen lassen; das Chlorwasser innerlich zu einer bis mehreren Unzen soll in typh�sen und brandigen Fiebern, gegen stinkende Durchf�lle u. s. w. von Nutzen gewesen sein; es wird blos mit M'asser verd�nnt gegeben.
Aeusseilich zu Waschungen z. B. fauler Geschw�re, Milzbrandbeulen, u. s. w. verdient eine Aull�sung von Chlorkalk in Wasser den Vorzug vor dem sich leicht zersetzenden Chlorwasser.
Bei Blaus�urevergiftung ist das Chlor ein vorz�gliches Mittel, ebenso bei drohender Erstickung durch Schwefelwasserstoffgas. Es ist auch gegen Strychnin-Vergiftung empfohlen.
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Arge:itum nitrlcum fusum.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 35
Argentiun nifricum fusum.
(Jcfrijmof�ciies fafpetcrfaures SiCQcr.
Nitras argenti. Silbcrsalpcter.
Lapis infernalis. HSUcnsteiu.
Franz. Nitrate ou Azotate d'argent, Pierre infernale.
Engl. Nitrate of Silver, Lunar caustic.
Chemische Formel: AgO -|- NOs.
Man l�st reines Silber in Salpeters�ure mit Hilfe der W�rme auf, dampft die Fl�ssigkeit ab und l�sst sie krystallisiren. Die erhaltenen durchsichtigen und gl�nzenden Krystalle schmilzt man in der Hitze um anh�ngendes Wasser zu entfernen und giesst die ruhig fliessende Masse in cylindrische Formen. Der H�llenstein bildet harte weisse St�ngelchen, von der Dicke einer Schreibfeder und krystallinischem Bruche, welche durch die Einwirkung des Lichts schwarz weiden, wobei sich Silberoxyd ausscheidet; auch durch zu grosse Hitze bei der Bereitung desselben geschieht dies. Er l�st sich in gleichen Theilen Wasser ohne R�ckstand auf. Er wird von den reinen und kohlensauren Alealien, dem Chlor, der Salzs�ure, der Schwefels�ure und deren Salzen, dem Schwefel�wasserstoff, sowie von dem adstringirenden Pflanzenstoff zersetzt; zu seiner Aufl�sung darf kein Brunnen-, sondern blos destillirtes Wasser genommen werden.
Wenn der H�llenstein eine gr�nliche Farbe hat und an der Luft feucht wird, so ist er kupferhaltig; bei seinem hohen Preise ist er �berdiess der Verf�lschung, z. B. durch Hinzusclnnelzen von Salpeter und salpetersaurcm Blei ausgesetzt.
Der H�llenstein ist unter den festen Aetzmitteln eines der vorz�glich�sten; man wendet ihn in alten Fisteln, besonders am Hufe, zur Cauterisa�tion von Rotz- und andern �blen Geschw�ren, Bisswunden wiithenderThiere, gegen Flechten und dgl. auch bei schwammigen Wucherungen auf der Horn�haut des Augs an. Er wird zersetzt, sobald er in Ber�hrung mit den thie-rlschen Stoffen kommt, und kann daher nicht durch Resorhtion nachtheilig wirken. Die mit H�llenstein oder seiner Aufl�sung bedupfte Stelle wird sogleich weiss, sp�ter aber dunkler und verwandelt sich zuletzt in einen schwarzen Schorf, wenn die Cauterisation stark genug gewesen ist.
Zur Beschleunigung der Heilung von oberfl�chlichen Wunden ist das leichte Ueberfahren derselben (besonders ihres Randes) mit einem St�ckchen H�llenstein oder einer Aufl�sung desselben (5�10 Gran in 1 Unze desti-lirten Wassers) sehr geeignet. Von der Aufl�sung, welche mit einem Pinsel aufgetragen wird, muss man so viel auf ein Glas oder Porzellansch�lchen herausgiessen, als man jedesmal braucht, und den Pinsel nach dem Ge�brauch auswaschen; sonst wird die ganze Aufl�sung bald durch die hinzu-
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Arsenicum album.
kommende thier. Materie (Eiter, Schleim, Tlir�nenfeuchtigkeit und dgl.) zersetzt. Zur bequemen und sicheren Anwendung des H�llensteins dient .ein Aetzmitteltr�ger mit silberner R�hre; in dessen Ermanglung kann man das St�ngelchen mit einer d�nnen Schichte Slegellak �berziehen.
Bei hartnackiger Entz�ndung der Bindehaut und Tr�bung der Horn�haut des Auges ist das Einstreichen einer Salbe aus 5�10 Gran H�llen�stein und 1 Unze Fett anempfohlen worden; allein im letztern Falle ist eine w�sserige Aull�sung mit dem Pinsel auf die opake Stelle gebracht oder bei tiefergehenden Verdunklungen die Aetzung mit dem H�llenstein selbst, bei geh�riger Vorsicht, als wirksamer vorzuziehen.
Innerlich wurde der H�llenstein in Pillenform zu 74�'/�gt; Cran Pro dosi, den Hunden gegen Fallsucht und Veitstanz gegeben. F�r gr�ssere Hausthiere ist seine innerliche Anwendung theils zu theuer, theils zu wenig versucht. Zu 15 � 30 Gran in 2 Pfd. destillirtem Wasser gel�st ist er nach Ger lach Im Darmtyphus, Ruhr n�tzlich. In st�rkern Gaben wirkt er (als Aetzmittel) giftig.
Arsenicum album. #9632;Wei�er Arfenifi.
Acidum arsenicosum, arscnlsrc S�ure. Hiittoirauch. Rattengift. Arsenicum oxydatum album, weisses Arscnlkoxyd. Franz. Oxide blaue d'Arsenic, Acide arsenieux. Engl. White Arsenic, Arsenious acid. Chemische Formel: AsOl1/;..
Der weisse Arsenik wird durch R�sten aus arsenikhaltigen Cobalterzen gewonnen, und durch nochmalige Sublimation gereinigt. Er bildet unregelm�ssige harte St�cke, die frisch bereitet, durch�sichtig und glasig sind, an der Luft aber milchweiss und undurch�sichtig (porcellan�hnlich) werden; er ist geruchlos, schmeckt: me�tallisch zusammenziehend, ekelhaft, reagirt sauer und bildet auf gl�hende Kohlen geworfen weisse D�mpfe mit Knoblauchgeruch. Er erfordert 60�100 Thcile kaltes oder 10�12 Theile siedendes Wasser zur Aufl�sung. Ein Zusatz von etwas Salzs�ure oder Essig macht ihn leichter aufl�slich. Das Pulver ist weiss, wie Mehl. Chemische Zusammensetzung: 75,82 Arsenikmetall und 24,18 Sauer�stoff. (2 Aeq. Arsenik und 3 Aeq. Sauerstoff.) Spec. Gew. = 3,7.
Der weisse Arsenik ist wohlfeil; er k�nnte mit gepulvertem Gyps oder Schwerspath verf�lscht sein, welche beim Verdampfen auf Kohlen zur�ckbleiben w�rden.
Durch Zuckerwasser, Milch, Eiweiss, Kalkwasser, Schwefelleber und schwefelwasserstoffhaltiges Wasser, insbesondere aber durch Eisenoxydhydrat (sowie durch das L�schwasser der Schmiede und
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Arsenicum album.
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dessen Bodensatz) in Verbindung mit kaustischem Salmiakgeist oder Magnesia, wird der weisse Arsenik zersetzt, daher jene Stoffe als Gegenmittel bei Arsenikvergiftung benutzt werden k�nnen.
Der Arsenik wirkt innerlich gegeben auf die Verdauung, das Lymph�system und die Haut; in gr�ssern Gaben zersetzend auf die organische Mischung und �rtlich corrodirend. Seine Anwendung erfordert daher grosse Vorsicht und unterbleibt am besten ganz. .Man reicht ihn Pferden zu 1 5 Gran steigend bis zu 1 Drachme pro dosi, in einer Mehlpille und nach den; Futter; in fl�ssiger Form ist kaum die H�lfte jener Dosis zul�ssig.
Aeusserlicb wird der weisse Arsenik als corrodirencles Mittel zur Zer�st�rung von BalggeschW�lsten, Warzen, auf krebsartige Geschw�re, theils in Pulverform, theils als Salbe (1 Theil Arsenik und 4 fheile Schmalz) endlich als Aufl�sung zum Waschen in hartn�ckigen Hautausschl�gen (be�sonders des Pferds und Schweins) angewendet.
Acetura arsenicosum. Viborg ' s Ars enikessig be�steht aus 4 Pfund Essig und 2 Pfund Wasser, in welchen durch Kochen 1 Unze Arsenik aufgel�st wird; die Fl�ssigkeit enth�lt i/96 Arsenik.
Die d�nische Milit�rpharmacop�e gibt folgende Formel an:
weissen Arsenik . . 1 Thl.
Bieressig . . . .32 Thl.
Wasser.....16 Thl.
koche es bis der Arsenik aufgel�st ist, und verd�nne es mit dop�pelt so viel Wasser; diese Fl�ssigkeit enth�lt weniger Arsenik und Essig.
Die franz�sische Veterinair - Pharmacop�e enth�lt unter dem Namen Pommad.c arsenieale de Naples (I.) undTopique Terrat (II.) folgende �usserst scharfe Salben:
I. Arsenic alb 1 Unc. Aurum pigment.
Hydrargyr. muriat. corros. ana 1 '/j Unc. Gummi Euphorbii 6 Dr. Oleum laurin. 7 Unc. M.
II.
Arsen.
alb.
#9632;A,
u.
Aur. pigm.
19
Dr.
Hydr.
corr.
1
LT.
Euphorb. '/
, u
,
01. laur. 4
u.
M.
Sie wird auf Wurmbeulen und Wurmstr�nge angewendet, er�fordert jedoch grosse Vorsicht, weil sie eine betr�chtliche Zerst�rung der Haut zur Folge haben kann.
Das von Tessier und Del a fond gegen die Schafraude empfohlene Bad enth�lt 2 Pfd. Arsenik, 20 Pfd. Eisen-Vitriol, 200 Pfd. Wasser, man l�sst es auf 2/8 einkochen, und ersetzt dann den Verlust durch frisch zugegossenes Wasser (Rep. VI. S. 141). Noch zweckm�ssiger scheint der weisse Vitriol statt des gr�nen
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38nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Baccae juuiperi.
oder Eisen-Vitriols zu sein. Clement ninunt nur die H�lfte des ersteren zu obigem Bad.
Die von Babolna aus empfohlene sogenannte Krebstinctur (gegen Strahlkrebs) besteht aus 4 Gran weissem Arsenik, 1 Dr. Kali caustic., 2 Unzen destill. Wasser und 1 Dr. Aloepulver. Sie verliert durch l�ngere Aufbewahrung an Wirksamkeit.
Das in altern thier�rztlichen Schriften erw�hnte Operment (Aurum pigmentum, Schwefelarsenik) ist mit Recht ganz ausser Anwendung gekommen.
Baccae juniperi.
lUadjfjoCber�ceren, Jframmet�eerpn.
Franz. Haies de genievre. Engl. Juniper-berries.
Die Fr�chte des gemeinen Wachholderstrauchs (Juniperus communis L. Dioecia Monadelphia. Famil. Coniferae s. Amenta-ceae, Zapfenb�ume. �O. Cupressineae). Dieser auf sonnigen An�h�hen und besonders in Sandboden allenthalben wild wachsende Strauch, tr�gt meist zugleich gr�ne einj�hrige und schwarze zwei�j�hrige Fr�chte, von der Grosse einer Erbse mit einem Nabel auf der Spitze; sie enthalten drei Samen, welche von einer breiartigen Substanz und den drei fleischig gewordenen Schuppen umgeben sind; sie besitzen einen s�ssharzigen Geschmack und angenehmen gew�rzhaften Geruch.
Man erh�lt aus ihnen: ein fl�chtiges Gel (s. 01. juniperi) ein bitteres, crystallisirendes Harz, zucker�hnlichen Stoff (s. Roob juni�peri). Wachs, Pflanzenschleini und Salze.
Die im Herbst frisch gesammelten Beeren von blauschwarzer Farbe sind am wirksamsten, in alten Beeren ist das �therische Oel theiis verfl�chtigt, theils verharzt. Unreife, schimmlich ge�wordene Beeren sind unbrauchbar. Nach Einigen enthalten die gr�nen, unreifen Beere, mehr �therisches Oel als die reifen.
Die Wachliolderbeeren wirken theils auf die Secretion der Sctileimliaute (besonders der Respirations- und Harnorgane), theils auf die Vermehrung der Harnsecretion; letztere Wirkung h�ngt wesentlich von ihrem Gehalt an �therischem Oel und Harz ab (s. 01. junip.), erstere von der siissen Pulpe.
Man wendet daher die Wachliolderbeeren meist als unterst�tzendes Mittel in Lungenkrankheiten, nachdem die entz�ndlichen Symtome nach�gelassen, mit Salmiak, Spiesglanz und Schwefelpr�paraten verbunden an; ferner bei Wasseransammlung sowohl in den grossen H�hlen als im Zell�gewebe, in Verbindung mit starkem diuretischen Mitteln (01. tereb., Tere-binthina venet. u. s. w.)
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Balsamum peruviauum.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;39
Da das Pulverisiren der Beeren nicht ohne starkes Austrocknen der�selben zu bewirken ist, hiedurch aber einTheil des �els verloren geht, so ist es besser sie zu mahlen.
F�r Rindvieh und besonders Schafe wendet man die Wachholderiieereu h�ufig als di�tetisches Mittel in Verbindung mit Kochsalz, bittern Pflanzen-theilen und Mehl oder K�rner-Schrot an, theils als verdauungsbef�rderndes Mittel und um den Xachtheilen schlecht beschaffenen Futters entgegenzu�wirken, theils um bei nasser Weide und Witterung der drohenden F�ale (Wassersucht) vorzubeugen.
Die Dosis f�r Pferde ist '/.,� I Unze (gemahlen) in Pulver, Pillen-und Latwergeform; Rindvieh und Schafe ebensoviel und mehr ii; einer Lecke oder mit passendem Futter. Die Anwendung der Wachholderbeeren zu R�ucherungen und D�mpfen ist durch die Essig- und Chlorr�ucherungen verdr�ngt worden; eher sind dieselben und die Sprossen des Wachholder-strauchs (Turiones juniperi) zu aromatischen B�hungen bei Schw�che nach Verstauchungen, Ausdehnung der B�nder u. dgl. zu ben�tzen.
Balsanunn peiuvianuni.
#9632;pmi�nffam.
Balsamum iudicum s. nigruru. Schwarzer, indisclirr Balsam. Franz. Baume de Perou. Ent�. Peru Balsam.
Der Perubalsam kommt von zwei ansehnlichen B�umen, My-roxylon peruiferum L. s. Myrospermum peruiferum DC. u. M. punc-tatum Kl., (Cl. Decandiia Monogynia, Fam. der Leguminosen), welche im mittlcru und s�dlichen Amerika zu Hause sind. Man erh�lt den Balsam durch Auskochen der jungen Zweige, der Rinde und Bl�tter mit Wasser oder durch Ausbraten; er ist syrupartig dick, dunkelbraun oder rothbraun, durchsichtig, brennbar, trocknet an der Luft nicht aus; sein spec. Gewicht ist 1,15; der Geruch ist angenehm balsamisch, der Vanille und Benzoe �hnlich, der Geschmack reizend, bitterlich, kratzend. Er l�st sich in wasser�freiem Weingeist beinahe ganz auf.
Seine Bestandtheile sind: 69,0 cigenthiimliches, schweres br�unlichgelbes, fettes Oel (Cinname'in), 20,7 leichtl�sliches brau�nes Harz, 2,4 schwerl�sliches Harz, G,4 Benzoes�ure (Zimmts�ure), 0,6 Extractivstoff.
Er wird mit feinen Terpentin-Sorten, Zusatz von Weingeist, besonders aber mit Copaivabalsam verf�lscht.
Der hohe Preis des Perubalsams macht ihn f�r gr�ssere Haus-thiere (mit Ausnahme solcher von besonders hohem Werth) unan�wendbar. Innerlich wirkt derselbe reizend auf das Gef�ss- und Nervensystem, f�ulnisswidrig, st�rkend, insbesondere aber gegen Geschw�re auf Schleimh�uten und krankhafte Absonderung der-
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Borax.
selben (z.B. Schleimschwindsucht, Catarrh der Blase und Harn�r�hre, wo jedoch der Copaivabalsam vorzuziehen w�re).
Man ben�tzt daher den Perubalsam haupts�chlich �usserlich auf schlaffe eiternde Fl�chen, fiessende Geschw�re, bei Mangel an Granulation, insbe�sondere bei kleinen Hausthieren die im Zimmer gehalten werden. Er wird entweder rein oder in Verbindung mit einer passenden Salbe (mit Ter�pentin, Harzsalbe. Digestivsalbe u. s. w.) auf die kranken Stellen gebracht.
Bei innerlicher Anwendung In fl�ssiger Form w�re Syrup oder eine Emulsion mit Eigelb das passendste Vehikel (ebenso beim Balsam copaivae, welcher den grossen Hausthieren zu 1�2 Unzen, den Hunden zu 1 Drachme bis y, Unze innerlich gegeben werden kann), indessen l�sst sich der Peru�balsam auch in Pillen oder Latwergeform reichen.
Aqua balsamica Wolstein. Wolstein's balsamisches Digestivwasser zum Ausspritzen von Wunden, besteht aus: Ter�pentin 2 Unzen, peruv. Balsam '/.. Unze, zwei Eierdottern und Vj Pfund Kalkwasser. Hertwig h�lt den peruv. Balsam dabei f�r entbehrlich und mit Nutzen durch '/j�1 Unze Terpentin�l zu ersetzen.
Borax.
JSorni;.
Natrum boraetcum s. boricum.
Boras Sodae Ph. Bavar.
Franz. Borate de Soudc, Borax.
F.ngl. Borax.
Chem. Formel: NaO 2B0#9632;, 10HO.
Man erh�lt den Borax durch Reinigung des rohen, aus Asien kommenden Salzes (Tinkal) oder durch S�ttigung der in Italien nat�rlich vorkommenden Boraxs�ure mit Natron. Der im Handel befindliche gereinigte Borax ist krystallinisch, farblos, schmeckt und reagirt schwach alkalisch, ist in 12 Thl. kalten und 3 Thl. sie�denden quot;Wassers l�slich, verliert beim Schmelzen 47 Proc. Wasser und bekommt dadurch eine glasartige Beschaffenheit. Er besteht aus Bors�ure 36,59, Natron 16,31, Wasser 45,10 Proc. Spec. Gew. 1,74.
Der Borax wird als ein auf den Fruchth�lter wirkendes Mittel, bei verminderter Contraction, Ansammlung von Fl�ssigkelten in demselben, zur Entleerung der Nachgeburt, im Catarrh der Scheide u. s. w., meist in einem Aufguss von Camlllen, oder Sabina ben�tzt. Dosis f�r die gr�sseren Haus-thiere '/j Unze. Gegen Aphlhen und croup�se Ausschwitzungen der Maul-h�hle junger Thiere hat man eine Aufl�sung von Borax in Wasser oder einem adstringirenden Decoct zum Einspritzen empfohlen; ebenso gegen juckende Haut-Ausschl�ge zum Waschen; allein f�r beide Zust�nde gibt es wirksamere und wohlfeilere Mittel.
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Caluaria usta.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;41
Calcaria usta.
^JeBranufer Kaffi.
Calx viva. Aetzender Kalk, Kalkoxyd.
Calx s. Calcaria usta. Franz. Chaux vive. ITn^J. Lime, Quick-lime. Chemische Formel: CaO-f-HO.
Der Aetzkalk wird durch Gl�hen der, aus kohlensaurem Kalk bestehenden (�fters mit Thon- und Kieselerde, Eisen u. dgl. ver�unreinigten) Kalksteine dargestellt. Er bildet weisse oder grauliche, feste Massen von scharfem, laugenhaftem Geschmack, zieht aus der Luft begierig Wasser und Kohlens�ure an, zerf�llt dadurch und verliert allm�hlig seine �tzende Eigenschaft. Mit Wasser �ber�gossen, erhitzt sich der Aetzkalk stark, zerspringt und bildet zu�letzt ein weisses, mehl�hnliches Pulver � Kalk-Hydrat � (Cal�caria extincta, abgel�schter Kalk), welches mit vielem Wasser gesch�ttelt, eine tr�be Fl�ssigkeit (Kalkmilch) gibt, in welcher der Kalk gr�sstentheils blos suspendirt ist. Durch Absetzen des Kalks und Abziehen der oben stehenden, klaren Fl�ssigkeit erh�lt man das Kalk-Was ser, Aq. calcariae s. calcis.
Die Aufl�slichkeit des gebvannten Kalks in Wasser ist sehr gering (1 Theil in 600�700 Thcilen kalten Wassers); durch S�uren, saure Salze, Metallsalze und adstringirende Mittel wird der Kalk wie auch das Kalkwasser zersetzt. Beide m�ssen um wirk�sam zu bleiben, in gut verschlossenen Gl�sern aufbewahrt werden.
Man wendet den �tzenden Kalk innerlich nicht und �usserlich f�r sich seilen an; dagegen wird Kalkmilch und Kalkwasser innerlich gegen S�ure im Darmkanal, Aufbl�hen von entwickelter Kohlens�ure u. s. w. gebraucht. Man gibt am besten '/o Unze zu Pulver zerfallenen Aetzkalk (Kalkhydrat) in 1 � 2 Pfund Wasser suspendirt, mit Zusatz von einigen Unzen Branntwein.
Der Aetzkalk ist ein Bestandthell der Walz'schen Br�he gegen die Schafraude (s. bei 01. C. C). Mit Eichenrinde oder Kohlenpulver wird er gegen Strahlkrebs empfohlen.
Kreide ist kohlensaurer Kalk; man gibt sie in dem Durch�fall der Saugl�mmer und K�lber in Verbindung mit adstringirenden Mitteln.
Youatt empfiehlt folgende Mischung: Kreidepulver 2 Unzen, Catechu 1 Unze, Ingwer '/j Unze. Opium 1 Dr. Pfefferm�nz-Wasser 36 Unzen.
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42nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Calcaria chlorata.
Morgens und Abends 1�2 Essl�ffel voll f�r L�mmer, den K�l�bern doppelt soviel. Indessen ist die Wirkung dieses und �hn�licher Mittel meist blos palliativ.
Calcaria clilorata.
(COforftttf�.
Calcaria chlorinica s. chlorosa. s. oxjmuriatica. l'ebcrsalzsanrrr Kalk.
Chloretum calcariae.
Calx chlorinata.
Franz. Chlorite ou Chlorure de chaux.
Engl. Chlorinated Lime. #9632;
Chemische Formel: CaO Cl-0 -f CaO HO.
Man bereitet den Chlorkalk, indem man Chlorgas �ber Kalk�hydrat streichen l�sst, wobei ersteres absorbirt wird. Nach der W. Ph. bereiteter Chlorkalk soll mindestens 20 Procent Chlor ent�halten. Der gew�hnliche Chlorkalk besteht aus 1 Aeq. Chlor und 2 Aeq. Kalkhydrat; er bildet ein weisses, an der Luft feucht wer�dendes Pulver mit dem eigenth�mlichen Geruch des Chlors und etwas scharfem Geschmack; er l�st sich unvollkommen in Wasser (indem das nicht mit Chlor verbundene Kalkhydrat zur�ckbleibt). An der Luft wird er zersetzt. Die Aufl�sung des Chlorkalks ist farblos und besitzt die desinficirenden Eigenschaften des Chlors (s. Aq. chlori).
Die innerliche Anwendung des Chlorkalks ist ziemlich selten; in der Trommelsucht und Windkolik des Rindviehes und der Pferde gibt man ihn zu '/., Unze und dar�ber in I Pfund Wasser suspendlrt; gegen Lungen�geschw�re in Pillenform mit Thierkohle u. dgl. Viel h�ufiger wird derselbe �usserlich zu Waschungen bei �belriechenden und brandigen Geschw�ren, in Mauke, Strahlkrebs, Milzbrand u. s. w. ben�tzt und dabei 1 Theil Chlor�kalk auf 16 Theile Wasser f�r eine starke, 1 Theil Chlorkalk auf 30 �40 Theile Wasser f�r eine schwache Solution gerechnet.
Zur Reinigung von St�llen und Ger�thschaften nimmt man I Pfund Chlorkalk mit 12 Pfund Wasser, und streicht damit die W�nde, Raufen, Krippen u. s. w. an. oder legt Halfter u. dgl. 12 � 24 Stunden in rile zuvor noch weiter verd�nnte Fl�ssigkeit. Gef�rbte Zeuge, z. B. Schabraken, Decken, k�nnen dadurch ihre Farbe verlieren.
�nguentum calcariae chloratae, eine Chlorkalksalbe aus 1�2 Theilen Chlorkalk und 8 Theilen Fett gibt die Londoner Veterin�r-Pharmacop�e an; diese Zusammensetzung ist jedoch we�niger zweckm�ssig, als eine w�sserige Aufl�sung.
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Camphora.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 43
Um Chlorgas zu entwickeln, kann man Essig, verd�nnte Salz�oder Schwefels�ure auf Chlorkalk giessen; weniger heftig aber mehr andauernd erf9lgt die Entbindung des Gases, wenn man iibersaures schwefelsaures Kali mit ebensoviel Chlorkalk mischt oder eine concentrirte Aufl�sung von Chlorkalk in ein Gef�ss mit siedendem Wasser stellt.
Das Chlornatron ist theurer als der Chlorkalk ohne mehr zu leisten, daher entbehrlieh.
Camphora. Kampljor.
Franz. Camphre. Engl. Camphor. Chemische Formel: C|0H,80.
Der Kamplior wird aus verschiedenen Lorbeerarten, die in China und Japan einheimisch sind, erhalten, am meisten aus Lau-rus Camphora L. (Cl. Enneandria Monogynia; Fam. Laurineae), einem immergr�nen Baum von der Grosse einer Linde, dessen zer�schnittenes Holz. Zweige u. s. w, mit Wasser in grossen eisernen Gef�ssen, welche irdene, mit Reisstroh gelullte Helme haben, de-stillirt werden. Der auf diese Weise erhaltene rohe Kamphor wird in gl�sernen Gef�ssen, mit Zusatz von '/ia ungel�schtem Kalk, Kreide oder Kohle, durch Sublimation gereinigt. Concreter Kam�phor findet sich im Marke eines auf Sumatra und Borneo einhei�mischen Baumes (Pterigium teres Cor. oder Dryobalanops aroma-tica Gaert.), ist aber seines hohen Preises wegen sehr selten.
Im Handel kommt der Kamphor in 1 � 2 Pfund schweren, halbkugeligen, ausgeh�hlten Seheiben vor, welche in dickes, blaues Papier eingewickelt sind.
Der Kamphor ist weiss, durchscheinend, etwas z�he, ohne Zusatz von Weingeist schwer zu pulverisiren, hat einen ange�nehmen, durchdringenden, eigenth�mlichen Geruch, und zuerst scharf-erw�rmenden, hintennaeh k�hlenden Geschmack. Er ist brenn�bar, fl�chtig, schmilzt bei 140deg;, kocht bei 163deg; und l�sst sieh un-zersetzt sublimiren; er l�st sich im Wasser sehr wenig, dagegen sehr leicht in Weingeist, Aether, fl�chtigen und fetten Oelen auf, ferner in Essigs�ure, in concentrirten Minerals�uren, (in letztem mit Zersetzung). Wasser scheidet den Kamphor aus seiner L�sung in Weingeist oder Aether; in w�sserigen Fl�ssigkeiten l�sst er sich blos mittelst Schleims suspendirt erhalten (Emulsion). Somit ver�h�lt sieh der Kamphor in vielen Beziehungen wie ein festes �the�risches Oel. Spec. Gew. 0,985 - 0,996.
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Camphora.
Seine Bestandtheile sind: 79,28 Kohlenstoff, 10,36 Wasser�stoff, 10,36 Sauerstoff.
Die innerliche Anwendung des Kamphors passt in Krankheiten, welchen gesunkene Th�tigkeit im Gefass- und Nervensystem zu Grunde liegt (Asthe-nie und Torpor); ferner hei Neigung zur Zersetzung des Bluts (Sepsis), zum Brande; in Kr�mpfen, L�hmungen. Er vermehrt die Haut-Ausd�nstung und die Secretion der Schleimh�ute, und wirkt speciflsch gegen die allzu-grosse Reizung der Harnorgane durch Canthariden und der Speicheldr�sen durch Quecksilber. Bei Innern Entz�ndungen, besonders in den Organen der Brust- und Baucbh�lUe, bei starker Reizung der Nerven, bei Indigestion und Verstopfung ist der Kamphor im Allgemeinen sch�dlich.
Man verbindet den Kamplior je nach dem Krankhcilszustande bald mit andern reizenden, krampfslillcnden. l�ulnisswidrigen, schweisstreibenden Mitteln, (z.B. Arnica, Baldrian. Opium, Ammonium, Hirschhorn�l; mit Schwefels�ure, Essig, China u. s. w.) bald mit Salzen (Salpeter, Salmiak, Brechweinstein).
Die Dosis ist f�r die gr�sseren Haustliiere von Vj �2 Drachmen; sie muss bei der schnell vor�bergehenden Wirkung �fter wiederholt werden. Kleinern Hausthieren gibt man 1--10 Gran. Der Kamphor muss jeden�falls so fein als m�glich zertheilt werden.
Die zweckm�ssigste Form ist entweder die fl�ssige (ein schleimhal-tiges Infusum, dem man den in Weingeist aufgel�sten Kamphor zusetzt, oder eine Emulsion), oder die Latwerge-Form, zu welcher der Kamphor mit etwas Weingeist in ein feines Pulver verwandelt wird.
Um die Dosis genauer bestimmen zu k�nnen, ist auch die (weiche) Pillenform zul�ssig, wobei die Pille stark mit Mehl zu bestreuen ist. Gr�bere Kamphorst�ckchen, die mit der Maul- oder Darmschleimhaut l�ngere Zeit in Ber�hrung bleiben, erregen daselbst Entz�ndung und selbst Geschw�re.
Die �ussere Anwendung des Kamphors als eines Reizmittels f�r die Haut, ferner zur Zertheilung von ergossenen Fl�ssigkeiten im Zellgewebe, von altem Verh�rtungen und unempfindliclien Geschw�lsten, bei Rheuma�tismus, auf brandige Stellen u. s. w., findet fast noch h�ufiger statt, als dessen innerer Gebrauch. Er passt jedoch nicht bei ganz frischen, und sehr empfindlichen Entz�ndungen.
Zu Einreibungen wendet man den
Spiritus camphoratus, Kamphorgeist aus 1 Theil Kam�phor und 12 Theilen Weingeist von 21deg; B. an; *) man verst�rkt denselben durch Zusatz von Salmiakgeist oder Terpentin�l.
Gegen verh�rtete Geschw�lste ist das Kamphorliniment Lini-mentum volatile camphoratum aus 1 Drachme Kamphor auf 1 Unze fl�chtiges Liniment, (s. bei Salmiakgeist) anwendbar.
') Der Kamphorgeist der �sterreichischen Pharmacopiie enth�lt doppel*; so viel Kamphor; der fraiiz�sische dagegen nur 1 Theil auf 32 Theile Weingaist.
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Cantharides.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;45'
Die gegen Euterentz�ndung der K�he sehr wirksame Euter�salbe wird aus 1 � 2 Drachmen Kamphor auf 1 Unze Unguentum althaeae oder Schvveinfett bereitet.
Das unter dem Namen Opodeldoc, Liimnentum saponis compositum (s. Ein. saponato-camphoratum), bekannte Einiment gegen Verstauchungen und nachherige Schw�che der Gelenke, rheu�matische Affectionen u. dgl. wird nach der Eondoner Veterii.�r-Pharmacop�e bereitet: aus 4 Unzen weisser Seife (Kali-Seife), 1 LTnze Kamphor, beide in 40 Unzen quot;Weingeist aufgel�st und dann 10 Unzen Eiquor amraonii caustici hinzugesetzt.
Man setzt endlich den Kamphor manchmal der grauen Quek-silbersalbe bei, oder wendet ihn als Einstreupulver (mit Arnica, Eichenrinde, China u. dgl.) in Wunden an.
Formeln f�r die innere Anwendung des Kamphors:
Nr. 1. R. Camphorae pulver. Dr. I.
Nitri depurat. Unc. '/j.
M. dent. tal. dos. Nr. IV. S. Alle 2 Stunden ein
Pulver mit Wachholder- Ges�lz zu geben. Im
Starrkrampf. Nr. 2. R. Camphorae pulv. Dr. 4�6.
Rad. arnicae (angelicae, valerianae) pulv.
Farin. sera, lini ana. Unc. 3.
Aq. fontan. q. s. fiant pill. VI. D. S. T�glich 4
Pillen. Gegen Torpor.
Cantharides.
Spanifdje dTiegcn.
Franz. Cantharide offleinale, mouche d'Espagne. Engl. Cantharides , Spanisch or blistering Fly.
Die spanischen Fliegen sind in den w�rmern L�ndern Europas z.B. Spanien, Sicilien, Ungarn zu Hause, kommen aber auch in warmen Sommern in Deutschland in ziemlicher Menge vor. Sie halten sich von Juni bis August auf Eschen, Pappeln, Weiden, Syringen auf und werden des Morgens fr�h von denselben in unter�gebreitete T�cher abgesch�ttelt, sodann durch Essig oder Schwefel�d�mpfe oder durch Hitze get�dtet und getrocknet.
Das Insekt (Eytta vesicatoria Fabr., Meloe vesicatorius E., Old. Coleoptera. Famil. Trachelides) ist k�ferartig, 6 � 10 Ein. lang, schmal, hat gr�ne Fl�geldecken mit Goldglanz, darunter braune durchsichtige Fl�gel, eilfgliedrige, schwarze F�hlh�rner, halbsolang als der K�rper, 6 schwarze, blauschimmernde F�sse. Der Geruch
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46nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Cantharides.
ist widrig und stark, der Geschmack scharf, brennend. Das Pulver ist gelbbraun, mit vielen gl�nzend gr�nen Theilchen.
Man zieht die ganzen, kleineren, gut getrockneten, frischen Canthariden vor; h�ufig sind sie von in grosser Menge darauf lebenden Milben (Anthrenus muscarum) zerfressen, welche jedoch den wirksamen, scharfen Stoff nicht zu verzehren scheinen.
Eine Verf�lschung der spanischen Fliege durch �hnlich aus�sehende andere K�fer (z. B. Ceramby.x) ist durch genaue Verglei-chung derselben leicht zu erkennen; der Goldk�fer (Carabus au-ratus) ist viel breiter als die Cantharide, der sog. Feuerstebler viel grosser.
Der wirksame Stoff in der Cantharide ist Cantharidin genannt worden, er sieht dem Wallrath �hnlich und l�sst sich durch Aether ausziehen, in Verbindung mit einem im K�rper des Insects ent�haltenen fetten und fl�chtigen Ocle ist er auch in heissem Wasser, Weingeist und fetten Oelen aufl�slich.
Die Anwendung der Canthariden ist meist �usserlich als reizendes, blasenziehendes Mittel; es �bertrifft in dieser Wirkung die andern gebr�uch�lichen scharfen Mittel dadurch, dass es sicherer wirkt und nicht leicht den Haarwuchs zerst�rt. Seine Anwendung bringt auf der Haut oberfl�chliche Entz�ndung, Ausschwitzen von Serum (selten in eigentlichen Blasen), Ab�l�sen der Oberhaut und sp�ter Ausgehen der Haare hervor; durch mehr�malige Application auf dieselbe Stelle oder Zusatz von Euphorbium, Brech�weinstein , Sublimat oder Arsenik wird seine Wirkung verst�rkt (geht aber leicht zu tief und zerst�rt die Lederhaut), durch Zusatz von Kampbor da�gegen gemildert. Es bildet den Hauplbestancltheil der Blasenpdaster, Blasen�salben, scharfen Oele u. dgl. (s. Emplastrum acre, Unguent, cantharid.).
Die Londoner Veterin�r-Pharmacop�e hat auch einen Canthariden-Sssig, Acetum canfharidis, aus 1 Theli spanische Fliegen und 8 Theilen verd�nnter Essigs�ure durch 14 t�giges Digeriren und nachheriges Filtriren bereitet. Ferner ein Canthariden-Oel, Oleum cantharidis, welches aus 1 Theil Canthariden und 8 Theilen Oliven�l durch zweist�ndiges Dige�riren im Wasserbade und nachheriges Filtriren dargestellt wird. *) Beide Pr�parate sind schw�cher als die spanische Fliegensalbe (s. Ungt. canttar.)
Innerlich werden die Canthariden wegen ihrer reizenden Wirkung auf die Maul- und Magen-Schleimhaut, sowie auf die Harnorgane, besonders die Harnblase, selten gebraucht. Vines empflehft sie zu 5 � 8 Gran t�g�lich mit bittern Mitteln in veralteter Wassersucht, im Rotz und Wurm. An�dere wenden sie als harntreibendes Mittel und bei K�hen zur Erregung der
') Die Vorschrift von Delafond und Lassaigne hat nur 4 Unzen auf 4 Pfund Oel.
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Carbo animalis.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 47
Brunst (in ziemlich grossen Gaben) an; allein der Erfolg ist uns;clier und nicht selten entsteht heftige Entz�ndung des Maules, Darms oder des Blasen�halses , die selbst den Tod zur Folge haben kann.
Jedenfalls ist bei innerlicher Verordnung das Cantharidenpulver mit viel Schleim u. dgl. (z. B. von Leinsamen) und so anzuwenden. dass nichts davon im Maul zur�ckbleibe. Die Pillenform und das Einwickeln der Pillen in Papier werden hiezu empfohlen.
For mein:
R. Cantharid. pulv. Dr. '/gt; �2. Rad. calam. arom. pulv.
� altheae pulv. ana. Unc. 1�2. Aq. fontan. q. s. fiant pill, quatuor. D. S. T�glich 1�2 Pillen. In verd�chtiger Druse oder in chron. Rotz.
Carbo animalis.
iKjierifdje Jiof)fc.
Carbo Ossiiim. Kiiothcnkohlc Franz. Poudre de cliarbon. �71^2, Char coal, Yvory-Blact.
Man bereitet die thicrische Kohle durch Trocknen, R�sten und Verkohlen von thierischen Theilen, z. B. Fleisch. Gew�hn�lich wendet man in der Thierheilkunde Knochenkohle (sog. schwar�zes gebranntes Elfenbein, Ebur ustmn nigvum, Spodium, Cornu Cervi ustmn nigrum) als die wohlfeilste Sorte au, welche im Grossen zum Gebrauch in den Gewerben hergestellt wird. Diese Sorte enth�lt ausser eigentlich thierischer Kohle noch mehr oder weniger phosphorsauren und kohlensauren Kalk, welcher sich �brigens durch Digeriren mit '/ig Salzs�ure, Auswaschen des R�ckstandes u. s. w. entfernen l�sst.
Das Pulver der Knochenkohle stellt eine tief schwarze, ziemlich schwere, geruchlose Substanz dar, welche in einem hohen Grade die Eigenschaft be�sitzt, Gasarten und gewisse organische FarbstolTe anzuziehen. Die thierische Kohle leistet hiebei mehr als die, Fflanzenkohle, und ihre absorbirende Eigenschaft ist amgr�ssten, wenn sie frisch bereitet und sehr fein pulveri-sirt ist. Metallisch gl�nzende Kohle ist weit weniger wirksam.
Die innerliche Anwendung der (hierischen Kohle findet bei Zersetzung der S�fte z. B. in Faulfiebern, bei Vereiterung der Lunge, stinkender Diar�rh�e, Darmgeschw�ren, Krankheiten der Lymphdr�sen- (besonders des Gekr�ses) u. s. w. statt. Man verbindet sie hiebei mit bittern, gew�rz�haften Mitteln, mit Theer, seltener mit Schwefel, oder mit kleinen Gaben
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Catechu.
von Chlorkalk. Die Dosis f�r gr�ssere Hausthiere ist '/,�1 Unze des Tages 2 � 3 mal; die bequemste Form die Pillenform.
Aeusserlich wendet man das Kohlenpulver zum Einstreuen in unreine, stinkende Geschw�re, bei �rand, Krebs u. s. w. an, um die �ble Beschaf�fenheit der abgesonderten Jauche zu verbessern. Bei verd�chtigem Nasen-ausfluss kann man die Pferde Kohlenstaub (von gepulverter Holzkohle) ein-athmen lassen, indem man ihnen denselben in einem Futterbeutel vorh�ngt; das Einblasen des Kohlenpulvers in die Nase ist weniger zweckm�ssig.
Der Ofenruss, Fuligo spien de ns, enth�lt ausser Kohle noch empyrcumatischcs Oel, Holzessig, Kreosot, einen bittern Stoff und einige alcalinische Salze, seine Wirkung steht zwischen der des Theers und der Wirkung der Kohle; er wird innerlich gegen Eingeweidew�rmer, �usserlich auf alte Geschw�re, Flechten, sowie als adstringirender Zusatz zu den Lehm-Umschl�gen um die Hufe der Pferde gebraucht.
Catechu.
Cafecfju.
Terra Catechu s. japonica. Japanische Erde. Franz. Cachou, Sue ou terre de Japou. Engl. Extract of Catechu.
Ein in Ostindien einheimischer Baum, Acacia Catechu W. (Cl. Polygamia Monoecia, Fam. Leguminosae) liefert das meiste Catechu. Eine Sorte dieses Extracts soll aus der gr�nen Schale der Fr�chte der Areca-Palme (Areca Catechu L.) erhalten weiden. Die Bereitung des Catechu besteht im Auskochen des innern Holzes derAcacie; das Decoct wird theils am Feuer, theils an der Sonne bis zur Trockenheit eingedickt.
Es kommt im Handel entweder in zolldicken w�rfelf�rmigen zerreiblichen St�cken von blassbrauner Farbe (Bengalisches Catechu) oder in flachen, viereckigen oder runden, dunkel- oder r�thlich-braunen, im Bruche chocoladefarbenen Kuchen (Bombay-Katechu) vor. Es ist geruchlos, schmeckt stark zusammenziehend, nachher schwach s�sslich, und soll sich in Wasser oder Weingeist beinahe ganz aufl�sen. Das in w�rfelf�rmigen St�cken als Gutta Gambir in den Handel kommende auf dem Wasser schwimmende Catechu soll aus den Bl�ttern von Nauclea Gambir (Rubiaceae J.) bereitet werden. Die w�rttemb. Pharm. l�sst nur das sogenannte ostindische Catechu zu.
Die Bestandtheile des Bengalischen Catechu sind: 48,5 eisen�gr�nender Gerbestoff, 36,5 oxydirter Extractivstoff (Gerbestoff), 8,0 Gummi und 7,0 Kalk, Thonerde und Sand. Das Bombay-Catechu
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Chloroformlum.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 49
dagegen enth�lt 54,5 eisengr�nenden Gerbestofl', 34,0 oxydirten Extractivstoff, 6,5 Gummi, 5,0 Kalk, Thonerde und Sand. Somit ist die letztere Sorte die gehaltreichere. Schwefel-Aether soll aus den besten Sorten bis zu 53, aus den geringsten 28 Proc. ge�trockneten Gerbestoff ausziehen.
Es sollen manchmal w�rfelf�rmige St�cke von Thon mit einem adstringirenden Decoct gef�rbt, als Catechu im Handel vorkommen.
Das Catecliu-Extract wirkt sehr adstringireud; es hat vor dem zusam�menziehenden Stoff der Eichenrinde den Vorzug leichter verdau�ch zu sein, und eignet sich daher mehr f�r den innerlichen Gebrauch.
Man benutzt das Catechu meist gegen zu starke Absonderung der Schleimh�ute aus Erschlaffung, in Diarrh�een, Blutfliissen u. s. w. Die Dosis ist I � 2 Drachmen f�r gr�ssere Hausthiere, entweder in fl�ssiger Form oder in Pillen und Latwergeform.
Die Verbindungen, in welchen es gegeben wird, sind theils gew�rz�hafte Stoffe, theils Opium , Bilsenkraut und absorbirende Mittel, wie Kreide, gebrannte Magnesia orter Kalk. In dieser letzteren Verbindung wird es gegen den s�uerlich riechenden Durchfall der Saugk�lber empfohlen (s. bei Calcaria usta.)
Chlorofoimium.
Cljroroform.
Formylchlorld , Chlorformyl, Chloraetherid. Franz. und Engl. Chloroforme. Chemische Formel: C^HCl' oder FoCl3.
Das Chloroform ist ein erst in neuester Zeit angewendeter Stoff; von seiner Grundlage, dem in der Ameisens�ure (Acidum formicum) enthaltenen Radical (Formyl = C^H), welches jedoch bisher nicht isolirt dargestellt worden, hat es den Namen erhalten; es ist eine Verbindung desselben mit Chlor, welche durch Destil�lation von Weingeist und einer ges�ttigten Chlorkalkaufl�sung be�reitet wird. Die �bergegangene Fl�ssigkeit ist farblos, riecht �the�risch (nach Aepfel), schmeckt s�sslich, siedet bei 61deg; C, brennt nicht an der Luft, verbindet sich leicht mit Weingeist und Aether, aber nicht mit Wasser, und wird durch die Einwirkung der Luft und des Lichts zersetzt. Seine Bestandtheile sind 10,08 Kohlen�stoff, 0,84 Wasserstoff und 89,08 Chlor. Spec. Gew. = 1,480.
Das Chloroform wird als schmerzstillendes, bet�ubendes Mittel, meist in Dampf-Form angewendet. Es bringt bei den Thieren nach kurzer Zeit (in wenigen Minuten) eine solche Gef�hllosigkeit hervor, dass man an ihnen wie am Cadaver operiren kann. Dies ist f�r einige Operationen (z. B. der
Hering, Arzneimittel. 2. Aufl.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 4
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Colophonlum.
Hernien) von unsch�tzbarem Wertlie. Man tropft das Chloroform auf einen Schwamm oder Wergbausch und h�lt ihn demThiere vor die Nase oder steckt ihn gr�ssern Thieren in das eine Nasenloch. Nach R e y sollen 7 � 8 Tropfen f�r einen Hund, 20 Tropfen f�r ein Pferd hinreichen; allein Andere haben l � 3 Unzen gebraucht um ein Pferd v�llig bewusstlos zu machen. Es kommt viel darauf an, ob mehr oder weniger Chloroform verloren geht; jedenfalls darf die atmosph�rische Luft nicht ganz ausgeschlossen werden. Gegen Starrkrampf, Tobsucht u. s. w. ist das Chloroform, jedoch ohne sicheren Erfolg versucht worden. Es ist weit theurer als der zu diesem Zwecke dienende Aether, allein man braucht weniger und es wirkt schneller. Kleine Hausthiere erfordern viel Vorsicht, damit das Chloroform nicht t�dtlich wirke.
Colophonium.
fleiocufjai-j.
Franz. Colophan, Arcanson, Brai sec. Engl. Resin.
Das Colophonium bleibt als R�ckstand nach der Bereitung des Terpentin�ls (s. d.). AVenn n�mlich von dem Terpentin das fl�chtige Oel abdestillirt ist, bleibt eine br�unliche, sauerstoffhaltige Masse von 1,07�1,08 spec. Gewicht zur�ck, welche beim Erkalten br�chig und durchscheinend wird; sie ist selten ganz geruch- und geschmacklos, sondern enth�lt oft noch eine Spur von Terpentin�l. Im Wasser ist das Colophonium unaufl�slich, dagegen l�st es sich leicht im Weingeist, Aether, fl�chtigen und fetten Oelen auf, Meh�rere S�uren verbinden sich mit ihm und die alkalische Lauge bildet damit eine seifenartige Aufl�sung.
In der Hitze (bei lOSquot; R.) schmilzt das Colophon, angez�ndet brennt es mit Flamme und vielem Russ.
Wenn der R�ckstand des Terpentins ohne Zusatz von Wasser zur Trockne abgedampft worden ist, hat das entstandene Colopho�nium ein bernstein�hnliches, durchschimmerndes Aussehen; wenn aber in die dickfl�ssige Masse (sog. gekochter Terpentin, Terebin-thina coeta) Wasser einger�hrt wurde, ist der R�ckstand undurch�sichtig, br�unlichgelb (gelbes Harz, Fix. v. Resina flava, K�belharz).
Das im Handel vorkommende Colophonium ist meist aus dem s�dlichen Frankreich, wo es mit dem Terpentin�l u. s. w. im Gros�sen bereitet wird.
Eine Verf�lschung des Colophonium ist bei dem geringen Preise desselben nicht zu erwarten, wohl aber k�nnen ihm Unreinigkeiten, Holz, Steine u. dgl. aus Nachl�ssigkeit beigemischt sein.
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Cortex chlnae.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 51
Innerlich wird das Colophonium bei den gr�ssern Hanstliieren als harntreibendes Mittel (gelinder als der Terpentin) zu '/'�-gt; L'nze pro Dosi meist in Pillenform angewendet. Man verbindet es h�ufig mit Salzen, z. B. Salmiak, �rechweinstein, und nimmt als Bindemittel Oelseife oder Lein�samen-Mehl und Wasser.
Die �dluretische Massequot; der Londoner Veter.-Pharmacop�e besteht aus: Colophon, Nilrum und venet. Seife, von jedem gleicheiel, und wird zu 1 � 1 '/#9632;gt; Unze schweren Pillen gemacht. Im zweiten Stadium der In�fluenza (rheumatisch-catarrhalische Form) wendet man an hiesiger Schule Pillen aus l/a Unze Colophon-Pulver, 1�2 Dr. Salmiak und ll., Unze Lein�samen-Mehl (t�glich 3 � 4 St�ck) an.
Das Colophon ist ein Bestandtheil mehrerer Pflaster und Salben, die jedoch in der Thierheilkunde wenig gebr�uchlich sind; eine sehr einfache Digestiv-Salbe l�sst sich aus 2 Theilen Colophon und 4 Theilen Schweine�fett durch Zusammenschmelzen bereiten.
Pulvis colophonii compositus. Als blutstillendes Mit�tel wirkt das Colophonpulver dadurch, dass es sich mit dem Blut zu einer Masse verbindet, die die blutenden Oeffnungen der Ge-f�sse verklebt; sie ist haupts�chlich gegen Blutungen aus (meh�reren) kleinen Gef�ssen anwendbar. Eine Mischung aus 1 Theil Colophon, 2 Theilen Gummi arable, und 1 Theil Kohle (alles fein gepulvert) wird zu diesem Zwecke unter obigem Namen empfohlen.
Cortex chinae.
rfie�erriubc.
Cortex cinchonae, C. peruvianus. CbinA-Rinde. Frans. Ecorce de quinquina.
Engl. Quina or Cinchona bark. (Die englischen .Schriftsteller brauchen oft blos das Wort Bark (Rinde) f�r China-Rinde).
Von mehreren Arten der Gattung Cinchona (Cl. Fentandria monogynia, Farn. Rubiaceae) erh�lt man im Handel verschiedene Sorten der Chinarinde, welche theils nach dem Ursprung derselben (China Loxa, Ch. Huanuco, Ch. Calysaya u. s. w.), theils nach der Farbe (China flava, fusca, grisea, rubra) benannt werden. Die B�ume, welche die Fieberrinde liefern , sind im s�dlichen Amerika zu Hause. Bei den sehr verschiedenen Sorten der China ist eine Beschreibung derselben um so mehr hier �berfl�ssig, als der Preis guter Sorten immer noch so hoch ist, dass dieselben in der thier-�rztlichen Praxis blos bei Thieren von hohem Werth, oder bei den kleinern Species, welche geringere Gaben bed�rfen, angewendet werden k�nnen. Die China flava oder de Carthagena ist die wohl-
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Cortex chlnae.
feilste Sorte. Die Bestandtheile der Chinarinde sind ausser der Pflanzenfaser, welche in den dicken holzigen St�cken mehr betr�gt, als in den feinern und d�nnen: zwei vegetabilische Alealien, n�m�lich das Chinin und das Cinchonin, Gerbestoff, Chinas�ure, ver�schiedene Farbstoffe, Fett, Gummi, St�rkmehl, Kalk. Die w�rtb. Pharm. hat drei officinelle Sorten, n�mlich die graue (Huanuco), die rothe und die K�nigs-Chinarinde (Calisaya).
Je nachdem die Cliinasorte reicher an Alcoloiden oder an adstringi-rendem StoiT ist, wirkt sie rnelir fieberwidrig und st�rkend , oder mehr f�ul�nisswidrig und zusammenzieliend. Als st�rkendes Mittel ist die Fieber�rinde besonders dadurch ausgezeichnet, dass sie das Gef�sssystem nicht reizt. Als speeiflsches Mittel gegen Wechselfleber ist sie bei der Selten�heit dieser Krankheitsfonn in der Thierheilkunde entbehrlich; als f�ulniss-widriges Mittel kann sie, insbesondere �usserlich, durch wohlfeilere er�setzt werden. Dagegen ist sie bei reiner Nervenschw�che oder gesunkener Lebenskraft, besonders in der Reconvalescenz, nach nerv�sen Krankheiten, bei Neigung zur Entmischung der S�fte in fauligen Fiebern u. s. w. von gros-sem Werthe. Sie wird entweder in Pulver und Latwergeform oder besser als Decoct in der Dosis von '/�� 1 Unze bei Pferden, und in verh�ltnissm�s-siger Gabe bei Hunden angewendet.
Die Pr�parate der China, z. B. das schwefelsaure Chinin, das China-Extract u. s. w. sind ihres hohen Preises wegen noch weniger anwendbar als die Rinde selbst. Die englischen und franz�sischen Thier�rzte wenden die Chininsalze nicht selten an; Delafond und Lassaigne empfehlen das rohe Chinin statt des schwefelsauren zunehmen, weil ersteres wohlfeiler und geschmacklos ist, letzteres aber sehr bitter schmeckt. Zu den daraus gefertigten Pillen soll man etwas verd�nnte Schwefel- oder Salzs�ure mischen, um das Chinin aufl�slicher zu machen. Von letzterem nimmt man nur den achten bis zw�lften Theil der Rinde. Dagegen k�nnte in manchen Krankheitsformen mit vorherrschender irritabler Schw�che insbe�sondere vom Darmcanal ausgehend, die viel wohlfeilere '
Cortex cascarillae, Cascarillrinde (von Croton EhUheria Sw.) sehr am Platze sein; sie ist jedoch bei den Thieren noch wenig versucht. Sie enth�lt ausser Gerbstoff einen krystallisirenden Bitterstoff (Cascarillin) welcher dem Salicin verwandt ist. Die Dosis d�rfte bei Pferden '/, Unze und dar�ber und die zweckm�ssigete Form die Pille oder das Decoct sein. Das Kochen darf jedoch, wegen des Gehalts an fl�chtigen Stoffen nicht lange fortgesetzt werden.
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Cortex quercus.
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Cortex quercus.
(Eidjenrin�e. Franz. Ecorce de chene. Engl. Oak-bark.
Die Rinde j�ngerer Zweige der Stein- und Stieleiche, Quer�cus Robur und pedunculata L. (Cl. Monoecia polyandria; Farn. Amentaceae, Ord: Cupulifeiae); sie wird im Fr�hjahr gesammelt, ist aussen br�unlich grau, innen gelblich, getrocknet braunroth, besitzt einen sehr herben, bitterlichen Geschmack und riecht nach Gerberlohe. Ihre Bestandtheile sind: Gerbestoff, Galluss�ure, ein eigenth�mlicher Extractivstoff, Weichharz, Eichenroth und Salze. Die innere weisse Rinde der Eiche enth�lt 15�16 Procent, Gerb�stoff, die gef�rbte innere Rinde nur 4 Frocent, die ganze Rinde 6,3 Procent (nach Andern 7�23 Procent).
Der Gerbstoff (Gerbes�ure) l�sst sich mit Wasser, Weingeist und Aether ausziehen und ist der wirksame Bestandtheil der Eichen�rinde ; er ist geruchlos, schmeckt zusammenziehend, r�thet Lacraus, f�llt die Aufl�sung von S�uren, Eiweiss, Schleim, K�sestoff, St�rke�mehl, sowie die meisten Metallsalze (z. B. die Eisenoxydsalze schwarzblau (Dinte) oder graugr�n). Viele andere einheimische Pflanzen enthalten Gerbstoff, obwohl in geringerer Menge als die Eichenrinde, und k�nnen daher an ihrer Stelle ben�tzt werden, z. B. die Tormentillwurzel, die Weiden-, Castanien- und Ulmen-Rinde, die Rinde und Zapfen der Tannen und Fichten, die K�mme der Weintrauben, die Bl�tter des Sumachbaums (Rhus coriaria, welcher h�ufig zur Zierde gepflanzt wird). Am meisten Gerbestoff enthalten die bessern Sorten der Gall�pfel (z. B. die von Aleppo 26�40 Procent). Der Gerbestoff geht mit vielen thierischen Stoffen chemische Verbindungen ein, und sch�tzt sie dadurch vor Zer�setzung. (Gerben der H�ute).
Man wendet die Eichenrinde fheils in Pulverform, theils in Abkochung innerlich und �usserlich als zusammenziehendes, f�ulnissvvidriges Mittel bei ErschlalTung, zu starken Secretionen von Schw�che herr�hrend, bei Blutungen, in jauchige Geschw�re, beim Brand u. s. w. an. Entz�ndliche Zust�nde, so wie heftiger Schmerz der kranken Theile, verbieten in der Regel die Anwendung adstringirender Mittel.
Man verbindet die Eichenrinde (z. B. als Decoct innerlich) bald mit schleimigen und bes�nftigenden Mitteln (z. B. in der Diarrh�e), bald mit Reizmitteln wie Camphor. Terpentin�l und Minerals�uren O'n fauligen Fiebern, Milzbrand); in innerlichen Blutungen gibt man ein starkes Decoct f�r sich allein, aber in ziemlicher Menge. In jauchige und brandige Wunden streut man das feine Pulver mit Kohle, Camphor u. dgl. oder wascht sie mit einem
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54nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Cortex �alicls.
Decoct von Eichenrinde und gew�rzhaften Pflanzen mit Zusatz von Wein oder Branntwein. Zu B�hungen, B�dern u. dgl. kann man statt der ge�schnittenen Eichenrinde (Cort. quere, concis.), die wohlfeilere Gerberlohe (auf M�hlen grob gemahlene Eichenrinde) nehmen. Die Abkochungen der Eichenrinde (I Unze auf 1 �2 Pfund Colatur) m�ssen l�ngere Zeit gekocht werden, wenn das wirksame Princip geh�rig ausgezogen werden soll. Die Dosis des Pulvers ist f�r Pferde und Rindvieh ll21 Unze. (Die Fr�chte der Eiche (Eicheln, Glandes quercus) werden als Futter besonders Schweinen und Schafen, vorzugsweise propbylactisch gegen Wassersucht, Wurmbildung u. s. w. mit Nutzen gereicht; die Fr�chte der Rosskasta�nie k�nnten ebenso verwendet werden.)
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Cortex salicis. Weibenrinbe.
Franz. Ecorce de saule. Engt. quot;Willow-bark.
Verschiedene Arten der Weide, namentlich die Bruchweide (Salis fragilis L.), die Lorbeerweide (Salix pentandra), sowie die Silber- und Purpurweide (Salix alba, purpurea) (Cl. Dioecia Diandria, Fam. Amentaceae �rd. Salicineae) liefern die officinelle Weidenrinde.
Man hat darauf zu sehen, dass sie im Fr�hjahr eingesammelt und nicht von zu alten Acsten genommen wird. Sie ist r�thlich braun oder graulich, glatt und gl�nzend, innen gelblich, hat einen gew�rzhaft bittern, zusammenziehenden Geschmack und enth�lt ausser Pflanzenfaser, Gerbstoff(3�16 Procent), rothbraunes Harz, wachsartiges Fett, gelben bittern Farbstoff, Gummi, eine S�ure und ein unter dem Namen Salicin bekanntes Alcaloid.
Die Wirkung der Weidenrinde ist st�rkend, zusammerziehend, f�ulnisswidrig und steht zwischen der Eichenrinde und der China, welch letztere sie noch am ehesten unter den verschiedenen in�l�ndischen Surrogaten ersetzt.
Man wendet sie als Decoct sowohl innerlich als �usserlich, ferner in Pulverform �usserlich in jauchige Geschw�re u. dgl. an. Zum innerlichen Gebrauch nimmt man 1 Unze auf 1'/._. Pfd. Wasser und l�sst es aur' 1 Pfd. einkochen; als passende Zus�tze sind theils gew�rzhaftc Kr�uter, theils Reizmittel wie Branntwein, Camphor, auch .Minerals�uren anzusehen.
Formeln: Nr. 1. R. Decoct, cort. salicis Unc. 12. Spir. Camphorat. Unc. 1. Acid, sulphuric, cone. Dr. 2. MDS. Als Einsch�tt, t�glich 3 mal. In fauligen Fiebern,
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Emplastrum acre.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 55
Nr. 2. R. Alumin. crud. Unc. '/a-
Cort. sali eis. pul v. Unc. 1.
MD. in 3plo. S. In 24 Stunden zu verbrauchen.
Im asthenischen Blutharnen.
Emplastrum acre.
Sdjurfes lJfTn(ler. emijfifdje.s 'jrfrn.rter.
Die gew�hnlichen Pflaster sind in der Thierheilkunde nicht anwendbar, weil sie bei den Bewegungen der Thiere nicht fest genug kleben, auch die Haut im Allgemeinen zu wenig empfind�lich f�r Arzneistoffe, mit Ausnahme der scharfen, ist.
Nur ein Pflaster ist, und zwar sehr h�ufig im Gebrauche, da es besonders bei Pferden auf indolente Geschw�lste, nament�lich aber auf Egt;:ostosen angewendet, �fters von entschiedenem Nutzen ist. Durch seine langsame aber l�nger fortdauernde Wir�kung hat es in solchen F�llen den Vorzug vor den Canthariden-oder andern scharfen Salben, so wie vor dein Feuer durch die Vermeidung bleibend sichtbarer Narben.
Die etwas complicirte, aber durch ihre guten Eigenschaften erprobte Formel ist folgende:
Pulvis gummi euphorbii, cantharid. v. j. 2 Unzen. Pix bur-gundica, Mastix, Colophoniuin, Emplastrum croci, Terebinthina veneta v. j. 1 Unze. Pix nigra 6 Unzen.
Das Pech, Harz und Colophonium werden bei gelindem Feuer geschmolzen, hierauf der Mastix, das Safranpflaster und der Ter�pentin hinzugethan, und in die ganze vom Feuer entfernte Masse zuletzt das Euphorbium und Cantharidenpulver einger�hrt. Dieses Pflaster wird gerne zu spr�de; man wird daher mit Nutzen einen Theil des Peches durch Terpentin ersetzen.
Man kann aus diesem Pflaster vor dem Erkalten fingerdicke Stangen machen, um nach Belieben mehr oder weniger davon ab�nehmen zu k�nnen.
Her twig f�hrt folgende Formel an, welche mit obiger viele Aelmlichkeit hat, aber mehr, n�mlich ungef�hr % Canthariden dagegen nur V,, Euphorbium (jenes aber l/8 Canthar. und '/g Euphorb.) enth�lt.
Cantharidenpulver 13 Drachmen, Burgund. Pech 11 Drach�men, Euphorbium 3 Drachmen, Mastix, Colophon, Safranpflaster, Terpentin, schwarzes Pech, armenischen Bolus von jedem 6 Dr.
Dieses Pflaster sieht rothbraun, jenes beinahe schwarz aus.
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Kxtractum aconiti.
Bei der Anwendung wird ein St�ck des Pflasters in warmem Wasser erweicht und mit den nassen Fingern dem kranken Theil enlsprechend aus�gedehnt, auf welchen es geiegt werden soll; nachdem daselbst die Haare gut abgeschoren sind, wird das Pflaster einige Zeit mit der Hand auf die Haut angedr�ckt, bis es daran h�ngen bleibt, sodann durch Ann�herung eines erhitzten (aber nicht rothgl�henden) Eisens erweicht und noch fester angedr�ckt, besonders aber an den R�ndern mittelst Ber�hrung mit dem Eisen gut angeklebt und zuletzt die Oberfl�che des Pflasters mit kurz ge�schnittenem Werg bedeckt, damit nicht Stroh u. dgl. sich daran anh�nge.
Das Pflaster bleibt liegen bis es sammt dem erzeugten Schorfe von selbst abf�llt (wozu 20 � 30 Tage erforderlich sind).
Wenn das Pflaster bei der Bereitung zu sehr erhitzt worden ist, ver�liert es an Klebrigkeit, reizt weniger und wird wegen seiner Spr�digkeit zu bald abfallen.
Die franz�sischen Thier�rzte nennen diese Pechpflaster Charges, und f�hren zertheilende, reizende u. s. w. an. Als Charge irritante ist bei Tabourin folgende aufgef�hrt: Canthariden 40 Thl., burgundisches Harz 35, Euphorbium 10, Mastix, Colophonium, Terpentin, Thonerde (Bolus) von jedem 20 Thl. Es wird geschmolzen und auf den von Haaren ent-bl�ssten Theil aufgegossen.
Extractum aconiti.
CifenfjutcEtracf.
Franz. Extrait d'aconit ou de Napel, Tue loup. Engl. Extract of Monksliood.
Die Pflanze, deren Bl�tter (Herba aconiti) auch officinell, in der Thierkeilkunde aber wenig gebr�uchlich sind, 1st eigentlich das auf waldigen Gebirgen und Wiesen Deutschlands wild wachsende Aeonitum Napellus L. (Cl. Polyandria Trigynia; Fara. Ranuncu-laceae); in mehreren Pharmacop�een Deutschlands sind jedoch auch andere Species dieser Gattung, z. B. A. neomontanum Willd., Cammarum L., vulg�re, neubergense et panniculatum Dec, tauricum Willd., als solche die Herba Aconiti liefern angenommen. S�mmt-liche sind zweij�hrig oder perennirend, haben einen 3�4' hohen und h�hern Stengel, zerschnittene oder in mehrere Lappen ge-theilte, meist gl�nzend gr�ne Bl�tter und sehr sch�ne blaue Blumen deren oberstes Blatt, unter welchem zwei kappenf�rmige Honigge-f�sse sich befinden, helmf�rmig gew�lbt ist, (daher Eisenhut). Verwechslung soll mit den Bl�ttern des Aeonitum Lycoctonum (welches gelb bl�ht) und des Delphinium elatum (welche weniger tief eingeschnitten sind) vorkommen.
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Eitractum belladonnae.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 57
Die ganze Pflanze ist durch ihre Sch�rfe und bet�ubende Eigenschaft ausgezeichnet, und die Wurzel (besonders ein neben derselben im Herbst sich bildender Knollen) soll noch wirksamer sein als das Kraut. Letzteres muss gr�n, nicht braun, verbleicht oder schimmlicbt sein und (wenigstens bei A. Napellus) einen beis-send scharfen Geschmack besitzen. Die Bestandtheile desselben sind: Aconitin, scharfer fl�chtiger Stoff, bitterer Extract!vstoif, Chlorophyll, Gummi, Eiweiss u. s. w. Die frischen Bl�tter ent�halten 83 Procent Wasser und 15 Procent Pflanzenfaser: ein Pfund derselben gibt durch Auspressen u. s. w. etwa, l'/^ Unzen Extract.
Das Extract wird gew�hnlich aus dem frischen Kraute mit�telst Zerstampfen, Auspressen, Digeriren des R�ckstandes mit lauem Wasser, Eindicken u. s. w. bereitet. Wo jedoch das Extract auch mit H�lfe von Weingeist bereitet und durch Abscheiden des Pflan-zen-Eiweisses und des Satzmehls von unwirksamen Bestandtheilen befreit wird, erh�lt man ein weit wirksameres Pr�parat, von wel�chem man nur die H�lfte oder zwei Dritttheile der Dosis des ge�w�hnlichen Extr. aconiti e succo parat, bedarf.
Das Eisenhutextract ist durchscheinend, im frischen Zustand gr�nbraun, sp�ter rothbrauu, hat einen scharfen, brennenden, lange zur�ckbleibenden Geschmack und rauss mit Wasser eine klare, roth- oder gr�nbraune Aufl�sung geben.
Man schreibt dem Aconit eine besondere Wirksamkeit in entz�ndlich-rheumatischen Krankheiten zu; mehr erprobt ist seine Wirksamkeit gegen gesteigerte Th�tigkeit im Gef�sssystem (Fieber und Entz�ndungen) bei schw�chlichen, sehr reizbaren Individuen; daher ersetzt es h�utig den Aderlass bei sehr jungen Thieren (z. B. Saugf�llen). Die Dosis ist von 15 � 30 Gran in Pillen- oder Latwergeform mit Nitrum, Sal mirab. oder amarum, (auch mit Tartarus emeticus, Schwefel oder Calomel) und einem s�ssen oder schleimigen Bindemittel. In Frankreich wendet man auch die Aconittinctur in der (sehr schwachen) Dosis von 20 Tropfen an gegen innere Entz�ndungen, Kr�mpfe u. s. w.
Extractiira belladonnae.
�ofTf�rfcOciicEfracf.
frans. Extrait de belladonne.
Engl. Extract of deadly Nightshade.
Die Pflanze, von welcher das Extract bereitet wird, ist bei dem, ebenfalls officinellen Kraut (s. Herba belladonnae) beschrieben.
Das Extract wird aus den frischen Bl�ttern der Tollkirsche auf dieselbe Weise erhalten, wie das Aconitextract, und es ist
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58nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Extractum hyoscyami.
auch hiebei der Unterschied in der Bereitung (ob blos mit Wasser oder zugleich mit Weingeist) von grosser Wichtigkeit.
Das aus dem Saft bereitete und von Satzmehl u. dgl. befreite Extract ist rothbraun, durchscheinend, von Anfangs s�sslichem, hernach bitterem, ekelhaftem und etwas kratzendem Geschmack und widrigem Geruch; es gibt mit Wasser eine beinahe klare, r�thliche Aufl�sung.
In der Tliierheilkunde hat das Extract als ein beruhigendes , schmerz�stillendes und bet�ubendes Mittel, bei �berm�ssiger Empfindlichkeit und ungeregelter Gef�sslh�tigkeit, im Starrkrampf, Krampfhusten, Colik, bei Herzentz�ndung und besonders schmerzhaften Lungenentz�ndungen (nach vorausgeschicktem Aderlass) Anwendung gefunden. Man gibt es innerlich erwachsenen Pferden zu 1 h�chstens 2 Drachmen mit Salzen, schleimigen Mitteln in Pillenform und in ziemlich grossen Zwischenr�umen.
Aeusserlich wird es theils als Aufl�sung, theils (weniger zweckm�ssig) mit Fett zur Salbe gemacht zur Erweiterung krankhaft verengter Schliess-muskel ben�tzt; z.B. auf den Fruchth�ltermund, in die Harnr�hre, auf die Augenlider u. dgl. Zur Erweiterung der Pupille des Auges und Verhinde�rung der Verwachsung der Iris mit der Krystalllinsenkapsel (welche in der Mondblindheit so gerne staftflndet) ist das Einstreichen einer Aufl�sung von Belladonna-Extract in etwas Schleim von Gummi arabicum (5 � 10 Gran Extract auf 1 Drachme Wasser) und Zusatz von ebensoviel feinst zerfheilten Mercurius dulcis sehr zweckm�ssig. Auf Nervenverletzungen (z. B. nach der Keurotomie) wo die Stelle nach der Heilung oft lange noch eine �ber-m�ssige Empfindlichkeit beh�ll, kann man eine Mischung des Belladonna-Extracts mit Unguentum neapolitanum (im Verh�ltniss von 1 � 2 Drachm, auf die Unze des letztern) einreiben.
Exlractutn hyoscyami.
uJiffeuftrttutectract.
Franz. Extrait de Jusquiame. Enyl. Extract of henbane.
Die Pflanze und ihre Bestandtheile s. bei Herba hyoscyami.
Das Extract wird wie bei den vorhergehenden narcotischen Pflanzen, d. h. aus dem frischen Safte des Krauts bereitet; es ist etwas gr�nlich, durchscheinend, br�unlich, in Wasser leicht und ganz l�slich, hat einen eigenth�mlichen, bet�ubenden Geruch und einen ekelhaften, salzigen, bitterlichen Geschmack. Man hat darauf zu sehen, dass es nicht zu d�nn oder alt und schimmlicht gewor�den sei; wo das zu Pulver ausgetrocknete Extract gebr�uchlich ist, muss die Dosis um etwa 1li vermindert werden. Das Bilsen-krautextract ist unter den Pflanzenextracten am meisten in der Thierheilkunde angewendet; es muss das f�r die gr�ssern Haus-
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Ferrnm sulpburatum.
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thiere zu theure Opium als beruhigendes, schmerz- und krampf-stiUendes Mittel ersetzen.
Man wendet es h�ufig in sehr schmerzhaften Krampfkoliken und Harn�verhaltungen, iheils mit Salzen (Glaubersalz, Doppelsalz) , theils mit Brech�weinstein in eirem schleimigen Vehikel oder in Chamilleninfusum aufgel�st an. Die Dosis ist f�r Pferde 1 h�chstens 2 Drachmen; sie kann nach Bedarf 2 � 3 mal in Zwischenr�umen von */.,� *l4 Stunden wiederholt werden; l�sst der Schmerz nicht nach und steigt die Zahl der Pulse, so ist in der Regel ein nicht zu beseitigendes, mechanisches Hlnderniss (z. B. eine Verschlingung, Drehung oder Ineinanderschiebung des Darms) vorhanden.
Ausserdem ist das Bilsenextract im asthenischen Blutharnen (mit Blei) in der Harnruhr, in der D�mpfigkeit der Pferde, bei vermehrter, z�hsr Schleimabsonderung in den Bronchien, im Keuchhusten der Hunde u. s. w. mit Nutzen gereicht worden. Rychner setzt es h�ufig dem Salpeter in entz�ndlichen Krankheiten, Colik, Durchfall; dem Doppelsalz bei fieber�hafter Verhaltung der Milch zu.
Formeln:
Nr. 1. R. Extract hyoscyami Dr. 1.
Kali sulphuric. Unc. 2.
Infus. flor. chammom. Unc. 12. M. Trank.
In der Krampfkolik der Pferde. Nr. 2. R. Extr. hyoscyami.
Plumbi acetic, ana. Dr. 3�4.
Pulv. rad. altheae Unc. 2.
Aq. font. q. s.
M. f. pillul. quatuor. T�glich 3 bis 4 St�ck
zu geben.
Im Blutharnen der Pferde.
Ferrum sulphuratum.
SdjtDcfcfcifeu.
Sulphur chalybeatum, Stahlsclnvcfcl.
Sulphuretum ferri Pharra. boruss.
Frans. Sulfiire de fer. (des Codex), Protosulfure de fer.
Engl. Ferri sulphuretum, Sulphuret of iron.
Chemische Formel: FeS. ')
Der Schwefel verbindet sich mit dem Eisen in 5 verschiedenen Verh�ltnissen (von 6, 9 bis zu 54 Procent Schwefel enthaltend),
�) Bei der Verordnung dieses Mittels in Kecepten muss das Beiwort �sul�phuratumquot; so weit ausgeschrieben werden, dass man nicht �sulphuricumquot; dar�unter verstehen kann.
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60nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Flores araicae.
welche zum Theil fossil, z.B. als Schwefelkies, Magnetkies, vor�kommen. Das in der Thierheilkunde gebr�uchliche Schwefeleisen entspricht der dritten Schwefelungsstufe des Eisens (mit 37,23 Proc. Schwefel) und wird am leichtesten bereitet, indem man Stangen�schwefel auf weissgl�hendes (Stab- nicht Guss-)Eisen oder besser auf Stahl dr�ckt, wobei das Schwefeleisen in Tropfen abl�uft und so eine schw�rzliche, geschmolzene Masse bildet, welche f�r den Gebrauch fein pulverisirt werden muss. Die Vorschrift des fran�z�sischen Codex und der W. Ph. l�sst 6 Theile Eisenfeile mit 4 Theilen Schwefel in einem Tiegel zusammenschmelzen; andere neh�men gleiche Theile Schwefel und Eisen.
Der Stahlschwefel entbindet durch Zusatz von S�uren Schwe�felwasserstoffgas und wird dabei zersetzt.
Seine Anwendung findet in denjenigen Krankheiten statt, wo Eisen als st�rkendes Mittel und Schwefel als aull�sendes, Stockungen beseitigen�des Mittel angezeigt sind. Er wird im K�rper leichter aufgel�st als die Eisenfeile, was besonders bei ohnedies geschw�chter Verdauung Ber�ck�sichtigung verdient.
Man gibt den Stahlschwefel mit bittern, gew�rzhaften PflanzenstolTen verbunden in reinen Schw�chekrankheiten, bei w�sserigem Blut, in der F�ule der Schafe, in Stockungen des Lymphdr�sensystems, in chronischen Hautausschl�gen, gegen D�mpfigkeit u. s. w. Die Dosis ist f�r Pferde 2�4 Drachmen. Passende Nahrung und Pflege m�ssen seine Wirkung unterst�tzen. W a 1 d i n g e r verband den Stahlschwefel bald mit Angelica, Baldrian, Camphor, Terpentin�l, bald mit Wachholderbeeren, Kreide, Ka�stanien, Eichenrinde; l. B. Lecke f�r ein Schaf: wilde Kastanien gepulvert Va Unze, Wachholderbeeren 2 Dr., Stahlschwefel '/�, Drachme.
Flores arnicae.
T�oljfucrfeg'Sfumen. jquot;Qf[ftrautlaquo;Kfumen.
Franz. Fleurs d'arnique. Engl. Arnica-flower.
Die auf mittleren Gebirgsh�hen einheimische Pflanze: Arnica montana L. (Cl. Syngenesia polygamia superflua; Fam. Compositae Ord. Asteroideae s. Corymbiferae) ist ausdauernd und tr�gt auf einem 1�2 Schuh hohen, krautartigen Stengel mit ganzrandigen, be�haarten Bl�ttern, zusammengesetzte gelbe Blumen, welche im Juni bis August gesammelt werden. Sie d�rfen nicht zu alt, schimm�licht oder von Insecten zerfressen sein, auch k�nnten sie mit den �hnlich aussehenden Blumen anderer Pflanzen derselben Familie verwechselt oder verf�lscht werden.
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Flore� chamomlllae vulgariraquo;.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 61
Sie enthalten ausser einer sehr geringen Menge von fl�chtigem Oel, 1,5 in Weingeist l�sliches gr�ngelbes Harz, 15,0 gelbbraunen ExtractivstofF, 17,5 braungr�nes Harz, essig- und apfelsaure Salze und 60,0 Pflanzenfaser. Ihre Wirksamkeit beruht haupts�chlich auf dem Gehalt an scharfem Extracte und an Harz.
Die Arnika wirkt belebend, st�rkend auf das Nerven- und Gef�ss-system und vermehrt die Resorbtion; sie wird daher in asthenischen Fiebern, Nerven- und gastrischen Fiebern, wenn der entz�ndliche Zustand beseitigt ist, bei sog. typh�sen Entz�ndungen (z. B. der Lunge), bei Erguss in die Sch�del- und R�ckenmarksh�hle mit gesunkener Empfindlichkeit, Bewassi-losigkelt oder L�hmung (im zweiten Stadium der halbacuten Hirnentz�n�dung oder sog. Kopfkrankheit) endlich in veralteten Rheumatismen ange�wendet. Die ebenfalls gebr�uchliche Wurzel (s. Radix und Tlnct. arnicae) wirkt zugleich etwas adstringlrend und weniger reizend als die Blumen.
Man wendet die Arnicablumen thells in Pulverform (zu Latwergen, Pillen) an, theils und besser in Aufguss, wobei man 1 Unze auf 1 Pfund siedendes Wasser nehmen und diese Dosis t�glich 2�3 mal den gr�ssern Hausthleren verabreichen kann. Die Verbindungen der Arnica sind ent�weder mit Brechweinstein, Salmiak und iMinerals�uren, oder mit fl�chtigen Reizmitteln wie Camphor, Terpentin�l, Ammonium , Hirschhornsalz u. s. w.
Formeln:
Nr. 1. R. Tartar, emet. Dr. 6.
Flor, arnicae. pulv. Uno. 2�3. Farin. sem. lini. Unc. 1.
Aq. fervid, q. s. Fiant. pill, quatuor. D. S. t�g�lich 3 Pillen. Im zweiten Stadium der halbacuten Hirnentz�ndung.
Nr. 2. R. Infus. flor. arnicae Unc. 16. Salis ammoniaci.
Spir. nitri dulc. ana Unc. %. M. In dem b�sartigen Catarrhfieber des Rindviehs, 2tes Stadium.
Flores chamomillae vulgaris. ;Kttmi(rcu=D3fumcii.
Franz. Flenrs de camomllle commune. Engl. Chamomile flowers.
Die gemeine Kamille w�chst allenthalben auf Brach�ckern und zwischen dem Getreide; die Pflanze heisst Matricaria Chamo-milla L. ist einj�hrig und geh�rt in die Cl. Syngenesia polygamia
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62nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Flores chamomillae vulgaris.
superflua und in die Fam. der Compositae, Ord. Corymbiferae (Anthemideae). Man sammelt die Bl�then, welche eine gelbe Scheibe und weisse Strahlen und beim Zerdr�cken einen eigen-th�mlichen gew�rzhaften Geruch und widriggew�rzhaften bittern Geschmack haben, vom Juni bis August. Sie k�nnen verwechselt werden mit den Bl�then der sog. Hundskamille (Anthemis cotula), welche etwas grosser als die der gemeinen Kamille sind und einen starken, widrigen Geruch haben; mit den Bl�then von Anthemis arvensis, welche fast geruchlos sind, und mit denen von Pyrethrum inodorum, welche etwas grosser und ebenfalls geruchlos sind. Das unterscheidende Kennzeichen der �chten Kamille ist der nackte, kegelf�rmige und hohle Fruchtboden. (Die Franzosen wenden statt der gemeinen Kamille die Blumen von Anthemis nobilis (r�mische Kamille) und Matricaria Farthenium an.)
Die wirksamen Bestandtheile der Kamillen sind: ein �theri�sches Oel von blauer Farbe in sehr geringer Menge ('Z, Proc.) gelbbraunes Harz (15 Proc), gumraiartiger Extractivstoff (8 Proc.) Kali und Kalksalze (5 Proc.)
Man schreibt den Kamillen eine erregende Wirkung auf die Nerven, besonders des Hinterleibs zu, h�lt sie f�r schmerz- und krampfstillend, so wie f�r bi�hungtreibend. Ihre Anwendung findet sebr h�uflg, obgleich meist als unterst�tzendes Mittel, statt: in Krampfkoliken, Harnverhaltung, bei verz�gerter Geburt wegen Schw�che oder Mangel an Weben, zur�ck�gebliebener Nachgeburt, in verschiedenen Kr�mpfen der kleineren Hausthiere.
Die zweckm�ssigste Form ist die des Aufgusses, wozu man zum inner�lichen Gebrauch 1 Unze Kamillen auf 1 Pfund siedendes Wasser nimmt; die Verbindung, in welcher man sie anwendet ist mit abf�hrenden Salzen (in gew�hnlichen Koliken der Pferde) mit Brechweinstein (in krampfliafter Harnverhaltung) mit warmem Wein oder Bier, gew�rzhaften Stoffen oder mit Seeale comutum bei Mangel an Wehen, mit Kali bei zur�ckgebliebener Nachgeburt; mit Baldrian, Asafoetlda , Opium, Weingeist, Aether u. dgl. in Kr�mpfen, L�hmungen u. dgl.
Zum �usserlichen Gebrauch wie Klystiere, Einspritzungen in die Scheide und den Fruchtb�lter, auf unreine Geschw�re, zu B�hungen u. dgl. ist ein Aufguss im Verh�ltniss von 1 Unze Kamillen auf 2 Pfund siedend Wasser hinreichend.
Das Kamillenextract ist weniger wirksam, da es durch das Kochen den Gehalt an �therischem Oel eingeb�sst hat; das �therische Oel ist zu theuer und das gekochte (fette) Kamillen�l �berfl�ssig.
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Flores sambucl.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 63
Flores sambuci. floffuuberofiiirjc. ifReberfifumen.
Franz. Fleurs de sureau. Enyl. Elder vlowcrs.
Die Bliithe des bekannten, wildwachsenden und h�ufig in G�rten gezogenen Hollunderbaums, Sambucus nigra L. (Cl. Pen-tandria trlgj'nia, Farn. Caprifoliaceae, Sambucineae); sie bildtn Afterdolden, sind frisch weiss, getrocknet gelb, riechen aromatisch und schmecken etwas bitter. Man sammelt sie im Juni und Juli und trocknet sie schnell; geruchlose, braune und mit vielen Sten�geln vermischte Hollunderbl�then sind zu verwerfen.
Die Bestandtheile derselben sind: ein �therisches, butterartiges Oel, s�uerlich bitterer Extractivstoff, etwas Gerbstoff, Harz, Eiweiss und Salze.
Der Fliederblumenaufguss wird haupls�clilich als Vehikel f�r andere Arzneistoffe und h�ufiger beim Rindvieh als bei Pferden angewendet; man schreibt ihm eine Vermehrung der Hautausd�nstung und Lungenaushauchung zu (welche jedoch mehr dem warmen Wasser angeh�ren wird). Man nimmt '/gt;� ' Unze der Blumen auf 1 Pfund siedendes Wasser und ver�bindet damit bald Salze, wie Salmiak, essigsaures Ammoniak, Brechwein�stein (z. B. bei Krankheiten von unterdr�ckter Hautausd�nstung), bald ��chtige Reizmittel, wie Ammonium, Hirschhornsalz, Salpeter�ther u. dgl. (in rheumatischen L�hmungen, Kalbefieber u. s. w).
Aeusserlich ben�tzt man einen schwachen Hollunderbl�thenaufguss, welchem man weissen Vitriol oder Opium, auch Salzs�ure zusetzt, zu warmen B�hungen gegen Augenentz�ndungen mit �bergrosser Empfindlich�keit gegen das Licht und �ussere Eindr�cke. (In manchen L�ndern wird statt derHolIunderbl�thedie Lindcnbl�the(Flor. tiliae) angewendet; letztere ist etwas schleimhaltig und daher eher erweichend als gelinde adstringirend). Die englischen Thier�rzte bereiten eine erweichende Salbe durch Kochen der Hollunderbl�tter mit Fett.
Gummi Ammoniacum. AmmoniaKgummi.
Franz, Ammoniaque. Engl, Ammoniac.
Die Pflanze, welche das Ammouiakgummi liefert, heisst Ferula s. Dorema Ammoniacum Don. (Cl. Pentandria Digynia, Farn. Um-bellatae) und w�chst in Persien, (Nach andern ist es die in
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64nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Oumml Ammoniacum.
Griechenland, Kleinasien und dem n�rdlichen Afrika einheimische Ferula Orientalis Tourn., oder Heracleum guirnniferum, welches in Lybien, S�degypten und Abyssinien zu Hause ist). Das Harz soll von selbst aus dem Stengel unterhalb der Dolde, nach andern An�gaben durch Verletzung aus der sehr dicken und milchhaltigen Wurzel ausfliessen, und an der Luft trocken werden. Man hat im Handel 2 Sorten: das Ammoniacum in granis, welches aus rundlichen, einzelnen oder locker zusammen gebackenen, gelblichen oder br�unlichen, innen aber weissgelblichen, wachsgl�nzenden K�rnern besteht, und das Ammonicum in massis, welches grosse unregelm�ssige St�cke von dunklerer, brauner Farbe bildet, deren Inneres mehr oder weniger von jenen weissen K�rnern, aber auch Unreinigkeiten, wie Holz, Sand, Pflanzensamen u. dgl. enth�lt. Die erstere Sorte ist die bessere; letztere nur dann zu gebrauchen, wenn sie viele mandel�hnliche K�rner und wenig fremde Bestand-theile zeigt.
Der Geruch des Ammoniaks ist eigenth�mlich, stark, und wird mit Knoblauch und Bibergeil verglichen; der Geschmack ist s�sslich, hintenach widrig bitter; in der W�rme erweicht das Harz und l�sst sich kneten, in der K�lte wird es spr�de und kann pul-verisirt werden. Das Pulver ist hell gelbbr�unlich. Mit Wasser abgerieben, gibt es eine Emulsion, ebenso mit Essig; die harzigen Theile l�sen sich leicht in Weingeist auf. Das spec. Gewicht ist 1,207. Das Ammoniakgummi besteht aus: 4,0 �therischem Oel, 72,0 Harz, 22,4 Gummi, 1,6 Bassorin.
Die innerliche Anwendung des Ammoniakgummi findet bei den gr�s-sern Haustlneren haupts�chlich als selileimaufl�sendes, den z�hen Auswurf aus den Bronchien bef�rderndes Mittel statt; es wirkt zugleich auf die Lymphdr�sen, die Resorbtion und die Harnabsonderung. Man gibt es selten in der wirksameren Form einer Emulsion, sondern h�ufiger in Pillen oder als Latwerge, in Verbindung mit Salzen (z. B. Salmiak) oder Spies-glanzpr�paraten(GDldschwefel), ferner mit Fenchel, Anis, Petersiliensamen, Foenugr�cum, isl�ndischem Moos u. dgl. Die Dosis ist 1�2 Dr. t�glich 3�4 mal.
Den Hunden wird es als Emulsion mit arabischem Gummi, Honig
u. dgl. zu Vj�1 Drachme t�glich gereicht.
Die �usserliche Anwendung des Ammoniakgummi zu Pflaster und Salben, zur Zertheilung von indolenten Geschw�lsten, so wie von Dr�sen und andern Verh�rtungen, ist entbehrlich. Ammoniak mit Essig gekocht, ist ein beliebtes Pflaster der Quacksalber gegen die eben genannten Krankheiten, ferner bei rheumatischen Affectionen der Gelenke u. dgl. i
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Gummi arablcnm.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 65
Formeln:
Nr. 1. R. Gummi Ammoniac! pulv. Unc. 1. Sulphur, stibiat. aur. �nc. Va�gem, foeniculi Unc. W^.
M. Div. in part, quatuor. D. S. T�glich 3 Gaben mit Mehl und Wasser als Latwerge. Im chronischen Catarrh der Bronchien.
Nr. 2. E. Gi. ammon. pulv.
Extr. hyosciam. au a Unc. tl2. Liehen, island, pulv. Unc. 3. Mellis. crud. q. s. ad consist, electuar. D. S. Auf 4 mal in 24 Stunden zu geben. Bei schmerzhaftem Husten, nach Lungenent�z�ndungen.
Gummi arabicum.
flra�ifrijcs flummi.
Gummi Mimosae.
Franz. Gomme arabique.
Engl. Gum-arabic, Acacia Gum.
Verschiedene Arten von Acacien z. B. Acacia nilotica, arabica, tortilis, Ehrenbergi (Cl. Monadelphia Decandria, Fam. Legumi-nosae), welche in Egypten, Nubien, in Arabien und Ostindien zu Hause sind, liefern das an der Oberfl�che der Aeste undquot; Zweige ausgeschwitzte und an der Luft vertrocknete arabische Gummi, von welchem verschiedene Sorten im Handel vorkommen. Das �chte arabische Gummi ist weisslich oder gelblich, hart und spr�de, durchscheinend, gl�nzend und bildet erbsen � nussgrosse meist rundliche, aussen h�ckerige St�cke; das Senegal Gummi (von Acacia Senegal abstammend) bildet gr�ssere, oft tr�be, mehr gelb�lich oder r�thlich gef�rbte St�cke, mit grobmuschligem Bruche; das Gedda Gummi ist weniger spr�de, gelb oder r�thlich u. s. w.
Das Gummi ist geruch- und geschmacklos, l�st sich in jedem Verh�ltniss im Wasser (leichter in heissem) auf, dagegen nicht in Weingeist, Aether oder Oelen. Es bildet mit Wasser eine dickliehe, schleimige Aufl�sung, welche das Niederfallen der darin fein zertheilten schweren Stoffe verhindert.
Das Pulver des arabischen Gummi ist weiss, schwer; etwaige Verf�lschung desselben mit Mehl oder St�rkmehl ist dadurch leicht zu entdecken, dass man das Pulver mit kaltem Wasser behandelt, worin sich das Gummi aufl�st, w�hrend das Mehl oder St�rkmehl unaufgel�st zur�ckbleiben.
Heringe Arzneimittel. 2. Aufl.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 5
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(iiinimi Asae fuetiilac.
i1
Das arabische Gummi besteht beinahe ganz aus Arabin oder Acacin (und etwas �pfelsaurem, phosphors, und essijrs. Kalk); es ist der reinste PDanzenschleim; seine Wirkung ist n�hrend, einh�llend, Reiz mildernd, bes�nftigend, erweichend; seine Aull�sung ersetzt den fehlenden Schleim der Schleimh�ute, und sch�tzt diese gegen die Einwirkung scharfer und reizender Subst.-.nzen. Ausserdem dient derGummischleim als Vehikel um unaull�sliche Arzneistoffe in einer w�sserigen Fl�ssigkeit suspendirt zu er�halten (z. B. Camphor, Oele u. dgl). Ein Theil arabisches Gummi gibt mit 4 Theil Wasser eine Schleimaud�sung von Syrupsconsistenz.
In der Thierheilkunde ist das arabische Gummi mehr T�r kleinere Hausthiere, z. B. Hunde, F�llen, L�mmer, K�lber u. dgl. anwendbar, be�sonders da wo ein schleimiges Mittel in Pulverform dispensirt werden soll; die dunkleren, aber wohlfeileren Sorten (z. B. Senegal Gummi) thun hiebet dieselben Dienste, wie das weisse arabische Gummi. F�r gr�ssere Haus�thiere ist dessen Anwendung theuer und wohl durch andere wohlfeilere, schleimhaltige Mittel (Eibisch, St�rkmehl, Leinsamen, Malven u. dgl.) zu ersetzen.
Gummi Asae foetidae.
Sfinfinfnnt. �cufcfsamp;rccfi. Asa foetida. Franz. Asa fV'tide. EnffL Asa foetida.
Der Stinkasant ist der verh�rtete Milchsaft aus der Wurzel einer perennirenden, 6�9 Fuss hohen Pflanze, Ferula Asa foetida (vielleicht auch Ferula persica W. oder von Narthex asaf. Falc. Cl. Pentandria Digynia; Farn. Umbellatae), welche in Persien zu Hause ist. Man erh�lt die Asa foetida indem man die oft arms�dicke Wurzel mehrj�hriger Pflanzen, wiederholt quer durchschneidet und den ausfliessenden weissen, durchscheinenden Saft an der Luft verh�rten l�sst, derselbe bildet weisse, wachsgl�nzende K�rner, welche durch die Einwirkung der Luft gerne r�thlich, violett oder br�unlich werden; in der W�rme kleben diese K�rner zu Kuchen zusammen, auf deren Bruch das mandel�hnliche Aussehen sich zeigt. Je mehr solcher weisser oder gelber K�rner der Asant enth�lt, desto besser ist die Sorte; die geringere Qualit�t ist mehr braun und enth�lt viele fremde Stoffe (Stengel, Holz, Samen u. dgl.) beigemischt. Sein spec. Gewicht ist 1,327.
Der Stinkasant kann nur in der K�lte pulverisirt werden, das Pulver ist hellbr�unlich und bakt gerne wieder zusammen; in der Hitze schmilzt der Asant und brennt angez�ndet mit Flamme; der Geruch ist knoblauchartig, um so st�rker, je frischer die Waare ist, und sehr unangenehm; der Geschmack ist scharf, widrig ge-
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Gummi Eiiphorbii.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; (57
w�rzhaft, bitter. Mit Wasser bildet der Asant eine Emulsion, in rectif. Weingeist l�st er sich gr�sstentheils auf, noch mehr im Essig. Seine Bestandtheile sind: 3,6 fl�chtiges, schwefelhaltiges Oel, welches den eigenth�mlichen Geruch des Asants besitzt, 65,0 Harz, 19,4 Gummi, 11,6 Bassorin.
Man wendet den Stinkasant haupts�chlich in St�rungen der Verrich�tung des Gangliennervensystems, besonders in der Bauchh�hle (Krampf�kolik, Harnverhaltung, nerv�se Schw�che der Verdauung, chronisclen Leberleiden u. dgl.), seltener bei �hnlichen Brustkrankheiten (z. B. nerv�sem Dampf, Krampfhusten, Verschleimung der Lunge u. s. w.) an. Er ver�mehrt die Secretion der zur Verdauung beitragenden Fl�ssigkeiten, und t�dtet durch sein widriges Aroma die W�rmer im Darmeanale. Bei Milch gebenden Thieren ist zu bemerken, dass der durchdringende Geruch und Geschmack des innerlich gegebenen Stlnkasanls sich gerne der Milch mit�theilt. Die Dosis ist 1�2 Drachmen und mehr f�r die gr�ssern Hausthiere, t�glich 3 � 4 mal. In Pillen oder Laiwergeform, oder als Emulsion mit Eigelb, arabischem Gummi u. dgl. Man verbindet den Stinkasant bald mit bittern, gew�rzhaften, bl�hungtreibenden Mitteln, bald mit Camphor, Ter�pentin- oder Hirschhorn�l, oder mit Baldrian, Opium u. s. w.
Tinctura asae foetidae. Aeusserllch wird eine aus 1 Theil Asa foetida und 8 Tliellen Weingeist von 30deg; bereitete Tinctur auf Ge�schw�re, Fisteln u. s. w., wobei Knochen, Knorpeln und sehnige Tlielle ergriffen sind, theils allein, theils mit Aloetlnctur gemischt, angewendet.
Gummi Euphorbii.
ejupOor�iunwfjar�.
Resina Euphorbii. Franz. Euphorbe. Engt. Euphorb.
Das Euphorbicnharz kommt von verschiedenen Arten der Gattung Euphorbia (Wolfsmilch), (Cl. Dodecandria Trigynia, Farn. Euphorbiaceae) wie E. officinarum, welche im mittlern und s�d�lichen Afrika, der E. canariensis, welche auf den canarischen In�seln und E. antiquorum, welche in Arabien, Ostindien und Egypten einheimisch sind. Diese Arten sind s�mmtlich strauchartige, dicke, fleischige, am Grunde holzige Gew�chse, blattlos, stachlig, den Cactusarten �hnlich. Sie enthalten einen sehr scharfen Milchsaft, der auf Einschnitte ausfliesst, sich an den Stacheln krustenartig ansetzt und daselbst an der Luft verh�rtet.
Das Euphorbium kommt in rundlichen oder unregelm�ssigen erbsengrossen Tropfen vor, welche h�ufig noch Reste der Stacheln
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Gummi mvrrhae.
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�der L�cher von denselben zeigen, aussen gelbr�thlich, innen weiss-lich, undurchscheinend und zerrciblich sind. Es ist geruchlos, von scharfem, beissendem Geschmack, schmilzt in der Hitze mit Benzoc Geruch und brennt angez�ndet mit heller Flamme. Das Pulver ist gelbgrau, und reizt sehr die Augen und Nase.
Die cheiHischen Bestaudtheile sind nach Pelletier 60,80 Harz, 14,40 Wachs, 8,0 sehr scharfes, fl�chtiges Oel, 16,00 �pfel�saurer Kalk, 2,0 Holzfaser und Bassorin. Das Harz und das �the�rische Oel sind die wirksamen Bestandtheile des Euphorbium.
Man wendet in der Thierhellkunde das Pulver �usserlich, als Reiz-und blasenziehendes Mittel an; in dieser Absicht setzt man nach Umst�nden mehr oder weniger davon der gew�hnlichen Cantharidensalbe (h�chstens 2 Drachmen Eiiphorbiumpulver auf 1 Unze dieser Salbe), oder der Brech�weinsteinsalbe zu, um sie zu verst�rken. F�r edle Thiere mit feiner Haut ist dies nur bei sehr gesunkener Einplindlichkeit zul�ssig, und jedenfalls ist die Wiederholung einer solchen verst�rkten Salbe nur mit Vorsicht an�zuordnen , da sonst leicht haarlose Stellen und selbst Hautbrand entstehen k�nnen. In dem Emplastrum acre und der Tinct. cantharid. composit. ist es ebenfalls enthalten, (s. d.)
Bei Rindvieh ist die Versch�rfung der Cantharidensalbe durch Euphor�bium sehr zweckm�ssig; manche ziehen eine blose Salbe aus Euphorbium und Fett, den Canthariden vor, weil das Euphorbium nicht resorbirt wird, was bei den Canthariden (obwohl h�chst selten) zu bef�rchten sei.
Tinctura euphorbii. Man bereitet aus dem Euphorbium Gummi durch Digestion mit Weingeist (im Verh�ltniss von 1 zu 8) eine Tinctur, welche man theils zum Einreiben indolenter Geschw�lste und gegen das Schwinden der Gliedmassen, theils auf Knochengeschw�re anwendet.
Innerlich bewirkt das Euphorbium Entz�ndung und Verscbw�rung Im Darmcanal; es ist daher besonders darauf zu sehen, dass die Thitre die mit Euphorbium verst�rkte Salbe nicht ablecken.
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Bl-
Gummi myrrhae.
Ollyrrljc.
Myrrha, Resina myrrhae. Franz. Myrrhe. l�nr/l. Myrrli.
Ein in Arabien einheimischer Baum Amyris (s. Balsamoden-dron) Myrrha N. v. E. (nach Andern auch Amyris Kataf Kth. Cl. Octandria monogynia; Farn. Terebinthaceae) liefert die Myrrhe. Der von selbst ausschwitzende Saft hat zuerst die Consistenz eines Oels, wird dann butterartig und zuletzt hart; die Farbe ist an-
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Herba absinthii.
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fangs gelblich weiss und geht nach und nach ins R�thliehe und Braune �ber.
Die Myrrhe bildet K�rner von Erbsen- bis Nussgr�sse oder uuregelm�ssige St�cke, mit splitterigem Bruch, etwas durchschei�nend, aussen wie best�ubt, etwas fettig sich anf�hlend; sie schmilzt nicht in der Hitze, brennt aber mit Flamme und angenehmem balsamischem Geruch; der Geschmack ist gew�rzhaft, bitter sind balsamisch.
Man h�lt die durchscheinenden, helleren St�cke, welche frei von Unreinigkeit sind, f�r die besseren. Die Myrrhe soll durch St�cke von arabischem oder Kirschgummi, welche mit Myrrhe�aufl�simg �berzogen sind, mit Bdellium und andern Harzarten ver�f�lscht werden; jene sind mehr durchsichtig, im Innern geruch-und geschmacklos, in Wasser fast ganz aufl�slich; die Harze da�gegen schmelzen in der W�rme und geben dabei einen andern Geruch als die Myrrhe.
Die Bestandcheile der Myrrhe sind: 2,18 �therisches Oel, 44,76 Harz, 40,82 Gummi, 1,47 Wasser, 3,86 Unreinigkeitcn, 3,65 Kalk und Magnesia und 3,25 Verlust.
Im Wasser l�st sich die Myrrhe grossentheils zu einer gelb�lichen Milch auf: im Weingeist weniger, in fl�chtigen und fetten Oelen nicht, am besten dagegen in ammoniakhaltigem Weingeist oder in Salpeter�ther mit Weingeist.
Man hat die Myrrhe (als Pulver) innerlich in chronischem Husten und gegen Schleimfl�sse der Lungen und Genitalien zu 2 � 4 Drachmen pro dosi angewendet, jedoch selten. H�ufiger ist die �usserliche Anwendung, wo�bei man das Pulver der gew�hnlichen Digestivsalbe zusetzt, oder mit der Tinctur (s. d.) �belriechende, schlecht eiternde Wunden, besonders an sehnigten und empnndlichen Theilen, z. B. an den Hufen u. s. w. verbindet. Zum Ausspritzen dient eine Aufl�sung der Myrrhe in Kalkwasser oder der Zusatz der Myrrhentinctur zu einem aromatischen oder adstringirenden Pflanzendecoct.
Herba absinthii. WermutQ�raut.
Franz. FeuiUes d'absintlie commune, d'aluiue. Engl. Herb of absinthium, Wormwood.
Das Kraut oder die Spitze (Summitates) des gemeinen Wer-muths, Artemisia absinthium L. (Cl. Syngenesia polygamia super-flua, Farn. Compositae, Ord. Elichryseae), welcher theils an Wegen, auf Schutthaufen u. dgl. wild w�chst, theils in G�rten gezogen
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ITerba belladonnae.
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wird. Der 3�4 Fuss hohe Stengel ist filzig, die Bl�tter sind gestielt, unten weissgrau, fein behaart, doppelt oder einfach ge�fiedert getheilt, die Blumen sind klein , fast kugelich, gelblich und stehen in Rispen. Getrocknet sieht die ganze Pflanze weissgmi aus, sie hat einen widrig gew�rzhaften Geruch und sehr bitteren Geschmack.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; v
Die wirksamen Bestandtheile sind haupts�chlich das in ge�ringer Menge vorhandene �therische Oel und der bittere Extrac-tivstoff; ausserdem enth�lt der Wermuth ein bitteres Harz, stick�stoffhaltige Materien, St�rkmehl, wermuthsaures Kali, Salpeter, salz- und schwefelsaures Kali. 1 Pfund Wermuth gibt 30 � 40 Gran �therisches Oel und gegen 5 Unzen Wasserextract.
Der Wenmilh wirkt auf die Verdauungsorgane als st�rkendes, ge�linde reizendes Mittel, er wird den rein bitteren Mitteln vorgezogen, wo es sich nebenbei um Beseitigung von Eingeweidew�rmern handelt; man gibt ihn bei Schw�che der Verdauung und ihren Folgen (Indigestion, Auf�bl�hen, Wurmbildung u. s. w.) und zwar als Pulver zu '/�gt;�� Unze pro dosi (zu Latwerge, Pillen) oder als Aufguss.
Ebenso dient der letztere als Vehikel f�r st�rkere Wurmmittel z. B. 01. cornu cen i. Man emptiehlt das Pulver ferner als Lecke mit wurmwidrigen, harntreibenden und st�rkenden Mitteln, welche mit Schrot oder Mehl ge�mischt werden, f�r Schafe, die an der Egelkrankheit und F�ule (Wasser�sucht) leiden; bei l�nger fortgesetztem Gebrauch sollen die Milch und das Fleisch der Thlere einen bitteren Geschmack annehmen.
Aeusserlich kann der Wermuthaufguss (V,�-1 Unze auf 1 Pfund siedendes Wasser) wie andere gewurzhafte Mittel bei schlaffen und fauligen Geschw�ren, besonders zu Abhaltung der Fliegen und ihrer Larven ben�tzt werden. Er t�dtet ferner die L�use und andere kleine Insekten, welche die Haut der Thiere bel�stigen. (Hiezu sind die Bl�tter und unreifen Schaa-len der Welschn�sse vorzuziehen.)
Wo Wermuth fehlt, k�nnte entweder eine verwandte wildwachsende Art von Artemisia (z. B. Artemisia vulgaris in gr�sserer Dosis) oder das Tausendg�ldenkraut (Herba centaurii minoris, von der in W�ldern wachsen�den Ergt; thraea Centaurium) oder das Rainfarrenkraut (Tanacetum valgare s. d.) an seine Stelle treten.
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Herba belladonnae.
eofllirfdjeiiftraiit. quot;UMfsf�rfcOe. iTortftrauf. Kolf�cerc. Frans. Feu�les de Belladone, morelle furieuse. Enyl. Deadly niglitsliade.
Die perennirende Pflanze w�chst in W�ldern, besonders an ausgehauenen Stellen, wird 4�6 Fuss hoch, beinahe strauchartig.
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llerba con�.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;71
sie heisst: Atropa Belladonna L. und geh�rt in die Cl. Pentandria monogynia, Farn, der Solaneen. Die (ebenfalls officinelle) AVurzel ist riibenartig, der Stengel dick, unten einfach, oben gabelf�rmig getheilt; die Bl�tter sind gross, eif�rmig, ganzrandig, stehen ab�wechselnd oder gegen�ber und verlaufen in den Blattstiel ode;- sind ansitzend; die jungen sind behaart und zart anzuf�hlen. Die glocken�f�rmige Blumenkrone ist violett-braun und ge�dert, die Beeren sind kirschen�hnlich, vielsamig, anfangs gr�n, dann roth und zu�letzt schwarz; ihr Geschmack ist fade, s�sslich, hintenach kratzend. Der Geruch der ganzen Pflanze ist widrig bet�ubend.
Man sammelt die Bl�tter zur Bl�thezeit der Pflanze (im Juni bis Juli); sie sind getrocknet oben br�unlich-gr�n, unten graugr�n, d�nn, durchscheinend, geruchlos und schmecken bitterlich und etwas scharf. Sie sollen mit den Bl�ttern von Solanum nigrum und Hyoscyamus Scopolia verwechselt werden.
Die Bestandtheile des Krauts sind: Atropin (ein Pflanzen-Alcaloid, welches der wirksamste Bestandtheil zu sein scheint), Harz und Wachs, Pseudoto.xin, ferner Salze, Eiweiss, St�rkmehl, Gummi, Pflanzenfaser.
Die Wirkung der Belladonna ist selnnerzstillend , bet�ubend , l�hmend, ausserdem besitzt sie eine speeifische Wirkung auf die Erweiterung der Sphincteren. Man wendet sie daher haupts�chlich �usserlich zu Umschl�gen und B�hungen bei sehr schmerzhaften Entz�ndungen der Gelenke und B�n�der, der innern Theile des Augapfels, Verletzungen der Nerven z. B. nach der Neurotomie, zu Einspritzungen bei zu starker Zusammenziehung des Fruchth�ltennunds, im Blasenkrampf u. s. w. an ; innerlich gibt man sie im erethischen Koller, bei halbseitiger L�hmung, im Krampfhusten der Hunde, ferner den K�hen gegen blaue Milch und �lutmelken; es ist jedoch zum innerlichen Gebrauch das Extract (s. dieses) vorzuziehen.
Die Anwendung des Tollkrauts geschieht meist als Infusum ('/,�1 U. auf 1 Pfund Wasser) mit Zusatz von schleimigen Mitteln, wieMalven, Lein�samen (z. B. zu B�hungen); innerlich als Pulver zu '/-j�! Unze-
Die Wurzel soll mehr narkotische Kr�fte besitzen, und daher in klei�nerer Gabe (z.B. innerlich zu 2 �4 Drachmen pro dosi f�r die gr�sseren Hausthiere) gereicht werden.
Herba conii.
5cf)ierriiiij=3\rauf.
llerba cicutae.
Franz. Granite cigue, Cigue macule'e.
Eni/l. Hemlock.
Die 2j�hrige Pflanze, Conium maculatum (Cl. Pentandria di-gynia; Fam. der �mbellaten), w�chst an Wegen, Hecken und
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Herba con�.
Schutth�ufen, an feuchten, schattigen Stellen. Die quot;Wurzel ist spindelf�rmig, fingerdick, der Stengel 3�7 Fuss hoch, aufrecht, hohl, glatt, rothbraun gefleckt, die Bl�tter sind gestielt, dreifach gefiedert, die Bl�ttchen eif�rmig-l�nglich, tief gefiedertgetheilt, die R�nder eingeschnitten ges�gt, dunkelgr�n, gl�nzend mit weisslicher Spitze an den Z�hnen. Die Dolden sind gestielt, stehen zwischen den Bl�ttern und Stengeln, oder am Ende; die allgemeine H�lle ist vielbl�tterig zur�ckgeschlagen; die H�llchen sind halb und be�stehen aus 3�4 geradeaus stehenden, an der Basis etwas h�utigen, verwachsenen, ovalen, langzugespitzten Bl�ttchen. Die Frucht ist eif�rmig, mit 5 vorstehenden, besonders nach unten deutlich ge�kerbten Rippen. Die ganze Pflanze ist haarlos. Die Bl�the f�llt in den Juni bis August. Man sammelt die Bl�tter zur Zeit der Bl�the und trocknet sie schnell; sie sehen alsdann dunkelgraugr�n aus und haben einen widrigen, eigenth�mlichen M�use-Geruch; der Geschmack ist salzig-bitter, zuletzt etwas scharf.
Der Schierling wird leicht verwechselt und verf�lscht mit den Bl�ttern anderer Doldengew�chse z. B. einige Arten von Chaero-phyllum (welche �brigens behaart sind, wenn auch zum Theil sparsam), mit Cicuta virosa, dem AVasserschierling, dessen Fieder�bl�ttchen viel grosser und l�nger sind, die H�llchen umgeben den Stengel ganz und die Rippen der Frucht sind nicht gekerbt; mit Aethusa Cynapium (Hundspetersilie), dessen Bl�ttchen feiner ge-theilt und spitziger, unten blassgl�nzend sind und wenig oder keine weisse Spitzen an den Z�hnen haben. Ueberdies unterscheidet der eigenth�mliche Geruch, welcher beim Trocknen noch st�rker hervor�tritt, den Schierling hinreichend.
Die Hauptbestandtheile des Schierlings sind: Harz, Wachs, Eiweiss, fl�chtiges, scharfes Gel, Salze und das Coniin (oder Ci-cutin), welches die narkotischen Eigenschaften in gr�sster St�rke besitzen soll; es ist �lartig, farblos, fl�chtig, von durchdri..igen-dem Geruch und sehr scharfem Geschmack, in Wasser schwer, in Weingeist, Aether und Gelen leicht l�slich.
Man benutzt den Schierling selten innerlich; die pflanzenfressenden Hausthiere ertragen grosse Gaben, ohne merklich davon angegriffen zu werden. Dagegen wird derselbe �usserlich als schmerzstillendes und auf�l�sendes Mittel zu B�hungen, bei Umschl�gen u. dgl., besonders gegen schmerzhafte Verh�rtung der Dr�sen (des Euters, der Ohrspeichel-Lymph-dr�sen u. s. w.) und krebsartige Geschw�re empfohlen.
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Herta digitalis purpureae.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 73
Herba digitalis purpureae.
3lotf)cs -fingerOiitfiraut.
Franz. Digitale pourpre'e, gantelee, gants de N. Dame. Engl. Purple Foxglove.
Die in W�ldern, an steinigten Orten wildwachsende Pflanze, Digitalis purpurea L. (Cl. Didynamia angiospermia, Farn. Scrophn-larineae) wird 2�5 Fuss hoch und hat einen aufrechten, starken, feinbehaarten Stengel, mit l�nglichen, ei-lanzettf�rmigen, stumpf-gekerbten , runzlichen, weichbehaarten Bl�ttern. Die Blumen bilden eine grosse, einseitige Traube, mit glockenf�rmigen herabh�ngen�den Blumenkronen, die aussen violett-roth, innen aber weissgefleckt mit dunkelpurpurrothen Punkten und zottigen Haaren besetzt sind. Die Frucht ist eine zweif�cherige Kapsel mit vielen kleinen, rund�lichen Samen.
Man sammelt die Bl�tter der 2j�hrigen Pflanze zur Bliithe-zeit (Juni bis August) und trocknet sie schnell. Frisch riechen sie widrig, getrocknet verlieren sie den Geruch; der Geschmack ist etwas scharf und bitter. Die Bl�tter k�nnen verwechselt oder verf�lscht werden mit den Bl�ttern einiger Arten von Wollkraut (Verbascum), welche entweder blos unten oder auf beiden Seiten weissfilzig, �berdies geschmacklos sind; mit den Bl�ttern von Conyza squarrosa, die stumpfer und undeutlich gezahnt sind, so dass sie beinahe ganzrandig zu sein scheinen, auf beiden Seiten mit ab�stehenden Haaren besetzt sind und sich etwas rauh (die der Digi�talis dagegen zart) anf�hlen, unangenehm gew�rzhaft riechen und herb schmecken; endlich mit den Bl�ttern des Symphytum offici-nale, die am Rande ungekerbt und mit kleinen Borsten besetzt sind. Die Bestandtheile des Fingerhutkrauts sind: Digitalin (eine in Weingeist leicht l�sliche, stickstofffreie, neutrale Substanz), Cho-rophyll, Harz, fettige Materie, braune geschmacklose Substanz, dem Emetin �hnlich, Pflanzenfaser (52 pC).
Die Digitalis wirkt auf Vermehrung der Absonderungen (besonders des Harns) , Verst�rkung der Resorbtion, Aufsaugung von Serum; sie ver�mindert die Heftigkeit und Frequenz der Herzschl�ge und kann in grossen Gaben selbst L�hmung hervorbringen. Man wendet sie in Entz�ndungen ser�ser H�ute und in acuten Wassersuchten, welche darauf folgen, ferner gegen rheumatische und chronische Herzleiden, gegen das sog. Herzklopfen der Pferde, Lungen-Emphysem und nerv�sem Dampf, an; bei entz�ndlichen Zust�nden muss zuerst durch Aderlass, Salpeter u. dgl. die Heftigkeit der Entz�ndung gebrochen sein; ihre Wirksamkeit h�ngt jedoch viel von der guten Beschaffenheit des Krauts, das sorgf�ltig aufbewahrt sein muss und
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Herba liyoscyami nigri.
nicht zu alt sein darf, ab; die Digitalis geh�rt somit zu den unsichern Mitteln, welche �fter im Stich lassen, als die gehoflte Wirkung hervor�bringen. Jedenfalls ist es gerathen, die Anwendung der Digitalis nicht lange fortzusetzen und besonders wenn sie die etwa noch vorhandene Fresslust beeintr�chtigt, damit auszusetzen.
Man wendet das Pulver des Fingerhuts am besten in Pillen oder Lat-wergeform an, und verbindet es entweder mit indilferenten Mitteln (Mehl, Eibisch, Siissholz) oder mit Salmiak, Brechweinstein, Glaubersalz u. s. w. Die englischen Thier�rzte verbinden die Digitalis gerne mit Aloe. Nach Volpi soll die Digitalis st�rker wirken und besser ertragen werden, wenn man sie mit Wasser (4 Till.) und Weingeist (1 Thl.) digerire. Dosis f�r Pferde l//�1 Drachme, t�glich zwei bis dreimal, Hunden 2�10 Gr. (meist als Infusum); bei den Wiederk�uern ist die Wirkung der Digitalis noch wenig erforscht.
Herba hyoscyami nigri.
Scfjroarjes Mfeuftrtmf.
Franz. Jusquiame noire, Hannebane. Engl. Henbane.
Das Bilsenkraut, Hyoscyamus niger L. (Cl. Pentandria Mono-gynia, Farn. Solaneae) w�chst nicht selten auf Schutthaufen, an Wegen, Hecken etc. Es ist eine l��2j�hrige Pflanze mit kraut�artigem 1�2 Fuss hohem Stengel und grossen, eif�rmig-l�nglichen, tiefbuchtigen, blassgr�nen Bl�ttern, deren untere gestielt, die obern dagegen stengelumfassend sind. Die Bl�tter sowohl als der Stengel sind mit weichen, weissen Haaren besetzt und f�hlen sich klebrig an. Die Blumen sind trichterf�rmig, blassgelb, mit violetten Adern und violetten Staubbeuteln; die Samenkapsel ist krugf�rmig, zwei�f�cherig, mit einem abspringenden Deckel versehen; die gelbgrauen, kleinen Samen sind nierenf�rmig. Der Geruch der ganzen Pflanze ist widrig, bet�ubend; der Geschmack fade, bitterlich.
Die Bl�tter m�ssen von der zweij�hrigen Pflanze und zur Zeit der Bl�the (Mai bis August) gesammelt werden. Einj�hrige und vor der Bl�the gesammelte Bl�tter sollen weniger wirksam sein.
Statt der Bl�tter des schwarzen Bilsenkraut kommen im Han�del nicht selten die des weissen (Hyoscyamus albus L.) vor, wel�ches im s�dlichen Europa w�chst, auch bei uns in G�rten gezogen wird. Die Bl�tter des weissen Bilsenkrauts unterscheiden sich leicht von denen des schwarzen dadurch, dass sie alle gestielt, herz�f�rmig-eif�rmig, die obersten beinahe kreisf�rmig sind. Ihre Wir�kung ist ohne Zweifel von der des schwarzen Bilsenkrauts wenig oder nicht verschieden. Die Bl�tter von Hyoscyamus scopolia,
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Herba nigotianae.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;75
welcher in Oestreich und Baiern wild w�chst, sind daran kenntlich, dass sie ganzrandig sind.
Der wirksame Bestandtheil des Bilsenkrauts scheint das Hyos-cyarnin zu sein, welches in Wasser, leichter aber in Alkohol und Aether aufl�slieh, crystallinisch und farblos ist, widrig scharf schmeckt und alkalisch reagirt.
Die Wirkung des Bilsenkrautes ist beruhigend, schmerz- und krampf�stillend , ohne zugleich das Gef�ss-System aufzuregen. Es findet seine An�wendung haupts�chlich in Entz�ndungen, welche sich durch gleichzeitig sehr gesteigerte Emplindlichkeit und heftige Schmerzen auszeichnen; dies ist z. B. bei manchen asthenischen Brustentz�ndungen der Fall. In Koliken von Krampf in den Ged�rmen oder der Blase, durch die Heftigkeit der Schmerz�usserungen auffallend, wirkt das Bilsenkraut oft entschieden beru�higend. Im asthenischen Blulharnen (in Verbindung mit Bleizucker), im Keuchhusten der Hunde u. s. w. ist es mit Nutzen angewendet worden, in der Harnruhr ist es entbehrlich. Die Dosis ist f�r die gr�ssern Haustluere 1 �3 Unzen in Pulverform oder besser alsAufguss. In den meislen F�llen wird jedoch das Extract (s. dieses) vorgezogen; weil es weniger volumi�n�s ist und schneller wirkt.
Dagegen ist das Bilsenkraut �usserlich zu B�hungen und Breiumschl�gen zu empfehlen: bei schmerzhaften Entz�ndungen faseriger Theile und des Hufes, in Wundstarrkrampf, Innern Augenentz�ndungen mit grosser Lichtscheue, Dr�sen-Anschwellungen u. s. w.
Man verbindet es mit schleimigen-Mitteln, z. B. Malven- oder Eibisch�kraut, Leinkuchen-Mehl, Kleie oder mit Schierling, setzt auch wohl etwas Salzs�ure (z. B. zu Augen-Wasser) hinzu.
(Das Oleum hyoscyami coctum, durch Aufguss von fettem Oel auf Bilsenkraut und Digeriren mit demselben bereitet, ist entbehrlich.)
Herba nicotiaoae.
e;a6ofts6fntfcr.
Folia s. Herba tabaci.
Franz,. Feuilles de tabac on nicotiane.
Engl. Tobacco leaves.
Die nicht gebeizten Bl�tter des auch in Deutschland in meh�reren Gegenden (z. B. der Pfalz) angebauten gemeinen oder vir-ginischen Tabaks, Nicotiana Tabacum L. (Pentandria Monogynia; Fam. Solaneae). Die Pflanze ist einj�hrig, wird gegen 6 Fuss hoch, hat grosse, ganzrandige, l�nglich-lancettf�rmige, sitzende Bl�tter, welche haarlos und etwas klebrig sind. Ihr Geruch ist bet�ubend, der Geschmack bitter und scharf, den Speichel ver�mehrend. Die Blumen stehen in Rispen am Ende des Stengels
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Herba nicotianae.
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und sind blassroth, die Samenkapsel ist zweifacherig, an der Spitze vierz�hnig, rund; die kleinen Samen sind l�nglich-nierenf�rmig, von brauner Farbe.
Aussei- dem virginisehen Tabak werden noch andere Species kultivirt, z. B. Nicotiana rustica mit eif�rmig-stumpfen, gestielten, oft sehr grossen, klebrigen Bl�ttern und gr�ngelber Blume; Nico�tiana fruticosa, staudig, mit etwas gestielten, lancettf�rmigen Bl�t�tern und purpurrothen Bl�then; Nicotiana glutinosa, stark klebrig, mit herzf�rmigen, gestielten Bl�ttern und gelbrothen Bl�then (soll die st�rkste Art sein); Nicotiana panniculata, mit gestielten, herz�f�rmig-eif�rmigen Bl�ttern, langr�hriger gr�n und gelber Blume (soll die mildeste Art sein).
Man sammelt die Bl�tter im August bis October und trocknet sie durch Aufh�ngen an der Luft, wobei sie gelb oder gelbbr�un-lieh werden.
Die Bestandtheile des Tabaks sind: bitterer Extractivstoff, Gummi, Eiweisstoff, Harz, St�rkemehl, Kleber, festes �therisches Oel (Tabakscamphor oder Nicotlanin) und ein alcalischer giftiger Stoff (Nicotin), welcher fl�ssig und wasserhell ist und mit S�uren (z. B. Apfels�ure) Salze bildet.
Der Tabak wirkt innerlich berabstimmend auf das Gef�ss- und Nerven�system, besonders aufdie zum sympathischen Nerven geh�rigen Organe, ferner umstimmend, eckelerregend u. dgl.; indessen ist sein innerllcber Gebrauch noch wenig versucht worden. Die Dosis f�r gr�ssere Hausthiere ist 1 � 3 Unzen in Form eines Aufgusses. Als ein die Fresslust und Verdauung, wahrscheinlich durch Vermehrung der Speichelsekretion, bef�rderndes Mittel, gibt man oft den Pferden etwas Tabak (gebeizt und zerschnitten) auf dem Futter; bei Rindvieh ist ein Tabakaufguss mit Kochsalz geger. hart�n�ckige Indigestion von Gerlach empfohlen worden.
H�ufiger wird der Tabak �usserlich angewendet; der Aufguss von 1 Unze der Bl�tter auf 1 � 2 Pfund siedendes Wasser dient theils zu Klystiren bei hartn�ckiger Verstopfung von grosser Unth�tigkeit und Reizlosigkeit des Mastdarms, und als ableitendes Mittel bei Bewusstlosigkeit, im Starr�krampf u. dgl., theils zu Waschungen gegen L�use, Fl�he und andere Pa�rasiten der Haut. Man hat indessen von zu starker oder zu ausgedehnter Anwendung solcher Waschungen (namentlich von Tabakssauce aus den Fabriken) bei Rindvieh nachtheilige und selbst t�dtliche Wirkung gesehen.
Die Klystire mit Tabaksrauch, wozu man eine ordin�re Sorte Rauch�tabak nehmen, und sie mittelst einer dazu eingerichteten Spritze, oder besser eines Blasbalges (in Ermangelung beider aber mit einer gew�hnlichen Ta�bakspfeife) beibringen kann, sind in hartn�ckigen Verstopfungs- und Wind-Koliken manchmal von aufTallendcr Wirksamkeit.
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Herba sabinae.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;77
Die Anwendung des Schnupftabaks als Niesemittel gegen die in der Nase der Schafe sich aufhaltende Bremsenlarve ist wenig mehr gebr�uch�lich, du das Einathmen von D�mpfen die Larven sicherer erreicht.
Herba sabinae. Seoen�aum, SabeOaum.
Franz. Feuilles de Sabine, G^ne'vrier sabine. Eiigl. Tops of savin.
Der inimergr�ne Strauch, Juniperus Sabina L. (Dioecia Mona-dclphia; Fam. Coniferae, Ord. Cupressineae) wird in G�rten ge�zogen und erreicht eine H�he von 4 � 5 Fuss. Die Zweige sind ausgebreitet, aufsteigend, sehr �stig; die Nadeln sind klein, dunkel�gr�n , gl�nzend und stehen in vier Reihen, an den j�ngsten Zwei�gen entweder dachziegelartig und fest angedr�ckt (meist bei der m�nnlichen Pflanze), oder nadeif�rmig, spitzig und abstehend (bei der weiblichen Pflanze). Die Blumen bilden bei beiden Geschlech�tern sehr kleine K�tzchen, stehen an der Spitze der Zweige, sind seitenst�ndig und erscheinen im M�rz und April; die Frucht ist eine kleine, bl�ulich-schwarze Beere. Man sammelt die j�ngsten gr�nen Zweige und trocknet sie; ihr Geruch ist eigenth�mlich, widrig aromatisch und sehr stark, besonders beim Zerreiben; der Geschmack balsamisch, harzig und bitter.
Das Sevenkraut enth�lt haupts�chlich einen harzigen, einen scharfen, bittern Extractivstoff und ein �therisches Oel in ziem�licher Menge.
Das Sevenkraut kann verwechselt werden mit den Bl�ttern oder Zweigen von Juniperus virginiana, die h�ufig zu drei stehen, mehr stechend und von schwachem Geruch sind; mit denen des gemeinen Wachholders, Juniperus communis, dessen Bl�tter weit grosser, abstehend, steif und stechend sind; mit Lycopodium com-planatum, das in der Form viele Aehnlichkeit mit dem Sevenkraut hat, aber gelblich gr�n, krautartig weich, geruch- und ge�schmacklos ist.
Die Wirkung des Sevenkrautes ist gleich den Balsamen (z. B. Ter�pentin) und �therischen Oelen reizend auf das Gef�ss- und Nervensystem, mit besonderer Beziehung zu den Harnorganen und dem Fruchth�lter. Man hat es bei Leiden des Dr�sensystems, in ehronischen Wassersuchten (be�sonders bei Schafen) , hartn�ckigen Rheumatismen , gegen R�ude und Ein�geweidew�rmer u. dgl. empfohlen, in welchen F�llen es jedoch durch an�dere Mittel nicht nur ersetzt, sondern leicht iibertroffen wird; dagegen ist es bei zur�ckgebliebener Nachgeburt, wegen mangelnder Contraction des Fruchth�lters (mit kohlensaurem Kali) ein erprobtes Mittel.
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78nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Herba tanaceti.
Formel: Kali carbonic, crud. Unc. '/j-
Herba sabinae Unc. lj.1�1. M. D. in triple. Wird mit 1 Pfund siedendem Wasser �berg�ssen, durchgeseiht und alle 6 Stunden eine Dosis gegeben.
Es wird ebenso bei krankhaft vermehrter Secretion der Schleimhaut der Scheide und des Fruchthalters, Wassersucht des letztem u. s. w. so�wohl innerlich als �usserlich mit Nutzen angewendet. Als Surrogate k�nnten Herba rutae hortensis oderBaccaelauri dienen.
Die Dosis ist '^�1 Unze f�r gr�ssere Hausthiere und die wirksamste Form ein Aufguss; das Pulver oder besser das fein zerschnittene Kraut gibt man in Verbindung mit Spiesglanz- Pr�paraten, bittern und gew�rzhaften PflanzenstofTen den Pferden in Pillen und Latwergen.
Aeusserlich wendet man den Aufguss oder eine schwache Abkochung zu Einspritzungen in die Genitalien, ferner auf �belbeschaffene Geschw�re, besonders wo Knochen oder B�nder verletzt sind, an. Eine Salbe aus 2 Theilen heissem Schweinefett und 1 Theil gepulverter Sabina wird gegen veraltete Stollbeulen, Kieferauftreibungen u. dgl. empfohlen.
I
Eil'
Herba tanaceti.
�Kainfttrufirauf.
Summitates s. flores tanaceti. Kaiiirarn-Gipfel und Blamen, Himnfani. Franz. Sommites de tanaisie, Tanaisie commune. Kngl. Tops of tanacetum.
Der gemeine Rainfarn, Tanacetum vulg�re (01. Syngenesia Polygamia superflua, Fam. Compositae, Elichryseae) w�chst h�ufig an ungebauten Stellen, an Gr�ben, D�mmen und besonders in der N�he von Fl�ssen oder B�chen; er ist perennirend, hat steife 3 � 4 Fuss hohe Stengel, mit doppelt fiederspaltigen, unten ge�stielten , oben sitzenden, einfachen Bl�ttern. Die in Doldentrauben stehenden Bl�then sind gelb, halbkugelig, die Samen sind gr�n�lich-braun , d�nn und l�nglich. Die ganze Pflanze ist durch einen starken, widrig balsamischen Geruch und bittern Geschmack ausgezeichnetr
Man sammelt die Bl�tter und Spitzen des Rainfarn sammt den daran befindlichen Blumen im Juli bis August.
Die Hauptbestandtheilc sind: �therisches Oel (am meisten in den Blumen, am wenigsten in den Bl�ttern), bitterer Extractiv-stoff (mehr in den Bl�ttern), Gerbstoff, ferner Chlorophyll, Harz, Salze u. s. w.
Der Rainfarn ist als eines der am leichtesten zu habenden, gew�rz-haft-bittern Pflanzenmittel h�ufig anzuwenden; er kann an der Stelle des
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Hydrargyrum muriaticum mite.
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Wermuths, der Kamille und der meisten aromatischen Pflanzen gebraucht werden, und wird nebenbei als wunnwidriges Mittel f�r sich oder als Ve�hikel st�rkerer Substanzen ger�hmt.
Man wendet ihn meist als Aufguss oder leichte Abkochung an. und zieht dazu das frische Kraut dem getrockneten vor, wovon man eine Hand�voll zu I�2 Pfund siedenden Wassers nimmt. Schafen, die an Wasser�sucht, W�rmern und Auftreibung der Leber leiden, kann man das zerschnit�tene Rainfarnkraut unter dem Futter vorlegen. Zu Klystiren, zu aromaU-schen B�dern f�r die Gliedmaassen der Pferde, zum Waschen der Haut um Insekten abzuhalten, zur Reinigung schlaffer Geschw �re u. s. w, eignet sich der Aufguss von Rainfarn besonders durch seine Wohlfeilheit.
Es gibt noch zahlreiche Pflanzen, welche gew�rzhafte, bal�samische, bittere und adstringirende Stoffe enthalten, bald da, bald dort in Menge wild wachsen nnd besonders in solchen F�llen an�gewendet werden sollten, wo man gr�ssere Quantit�ten solcher Stoffe n�thig und zugleich auf Vermeidung der Kosten zu sehen hat. Ich f�hre hier an: den in den W�ldern sehr h�ufigen Q u e n-del (Thymus serpillum), das an Eainen wachsende Dostenkraut (Origanum vulg�re), die gemeine und edle Schafgarbe (Achillea millefolium und ptarmica), die verschiedenen Arten von M�nze (Mentha sylvestris, rotundifolia, aquatica, viridis, arvensis u. s. w.), die nicht selten in G�rten gezogenen Pfeffer- und Krause-M�nze (Mentha piperita, crispa), die Salbey (Salvia officinalis), die Raute (Ruta hortensis) u. s. w. Von Mehreren derselben sind auch die Wurzeln, Samen u. dgl. officinell.
Hydrargyrum muriaticum mite.
ailitbcs fafifaurcs �uecftfif�cr-
Mercurius dulcis. Versiisstes Quecksilber.
Chlorotum Hydrargyri. OnecksilluT-Olilor�r.
Calomelas. Ciilomd. ')
Murias Oxyduli Hydrargyri mitis Ph. Bavar.
Franz. Protochlorure de mercure; Muriate de mercure sublime', Mer-
cure doux. Etiffl. Protochloride or Chloride of mercury, Submtiriate of mercury,
Calomel. Chemische Formel; Hg'Cl.
Das versiisste Quecksilber wird auf verschiedene Weise be�reitet; eine der gew�hnlichsten Methoden ist 4 Theile Quecksilbcr-
') Das durch Pr�cipitation erhaltene Pr�parat nannte man ehedem Mer�curius dulcis, das durch Sublimation bereitete dagegen Calomel. Die wtl. Pharra. l�sst nur das letztere Pr�parat zu.
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Hydrargyrum muriaticnm mite.
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Sublimat mit 3 Theilen metallischem Quecksilber bis zur Extinction des letztern zu zerreiben, das Gemenge zu wiederholten Malen zu sublimircn und das Produkt mit Alcohol auszuwaschen, um etwa noch unzersetzten Quecksilber-Sublimat zu entfernen. Um das ver-siisste Quecksilber in ausserordentlich fein gepulvertem Zustande zu erhalten, kann man bei der Sublimation die D�mpfe desselben in ein mit quot;Wasserd�mpfen erf�lltes Gef�ss leiten. (Dieser sogen, englische Calomel ist dem gew�hnlichen vorzuziehen.) Bei der Bereitung des versiissten Quecksilbers auf nassem Wege wird in eine Aufl�sung von salpetersaurem Quecksilber eine beinahe sie�dende Aufl�sung von Kochsalz gegossen, welche das Chlor�r als ein weisses Pulver niederschl�gt, das vor der Anwendung noch mit kochendem Wasser ausgelaugt werden muss.
Wie sehr man in der Menschenheilkunde darauf zu sehen hat, dass das vers�sste Quecksilber ganz rein von dem als eines der st�rksten Gifte wirkenden Quecksilber-Sublimat (Quecksilber-Chlorid oder Doppelchlorquecksilber) sei, so ist dies doch bei den Hausthieren weniger �ngstlich zu nehmen, da besonders f�r die Pflanzenfresser eine solche Verunreinigung schwerlich nach�theilige Folgen h�tte.
Das vers�sste Quecksilber besteht aus 1 Aeq. Chlor und 1 Aeq. Quecksilber (100 Theile Quecksilber und 18 Theile Chlor) und wird als ein sehr feines weisses oder gelblich-weisses Pulver, das geruch- und geschmacklos ist, in den Handel gebracht. Es l�st sich in kaltem Wasser und Weingeist �usserst wenig auf, l�sst sich ohne K�ckstand verfl�chtigen und schw�rzt sich am Lichte. Sein spec. Gewicht ist = 7,176. Eine Verf�lschung mit Kalk-, Baryt- oder Bleisalzen l�sst sich auf chemischem Wege leicht ausmitteln. Die reinen und kohlensauren Alealien, das Kalkwasser, die Seife zersetzen das vers�sste Quecksilber, indem sie (schwarzes) Quecksilberoxydul ausscheiden. Auch Salmiak, Schwefelpr�parate, besonders Schwefelwasserstoff, ferner Eisen, Kupfer, Blei vertragen sich nicht mit demselben; S�uren, beson�ders Salzs�ure, noch weniger.
Das Calomel wirkt umstimraend, der Plasticit�t des Bluts und der Ern�hrung entgegen, vermehrt dagegen die Resorhtion. Es findet seine Anwendung (innerlich) in entz�ndlich fieberhaften Krankheiten, besonders des Hinterleibs (Leber und Darmkanal), in Entz�ndungen der ser�sen H�ute (der Brust, des Hirns), in typh�sen Entz�ndungen, im Milzbrand, der Br�une u. s. w. Die Gabe ist f�r Pferde '/o � 1 Drachme, t�glich 2 h�ch�stens 3mal; die Wiederk�uer vertragen das vers�sste Quecksilber weniger. Diese Gaben k�nnen in acuten Krankheiten selten l�nger als 2 � 3 Tage fortgesetzt werden. In chronischen Verh�rtungen der Dr�sen (z. B. Leber,
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Hydrargyrum muriatlcura corrosivum.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 81
Lymphdr�sen), schleichender Entz�ndung des Darmkanals oder fibr�ser Organe reicht man es in kleiner Gabe (20 ^� 3 0 Gran). die man jedoch l�n�gere Zeit fortsetzen kann.
Das vers�sste Quecksilber hat eine eigenth�mliche, laxirende Neben�wirkung, welche nicht selten erst nach einigen Tagen, aber um so heftiger eintritt und leicht nachtheilig werden kann. Als Corrigens wird Opium an-gerathen, die englischen Thier�rzte wenden das Calomel sehr h�ufig an: die franz�sischen dagegen weit seltener.
Als ein Wurmmittel bei Pferden gibt man 1 � 2 Drachmen versiisstes Quecksilber des Abends und eine Aloepurganz den folgenden Morgen.
Speichelfluss entsteht sehr selten bei den Pflanzenfressern von dem Gebrauch des Calomel, besonders dann , wenn sie das Mittel lange im Maul halten, ehe sie es hinabschlucken.
Man verbindet das Calomel theils mit andern entz�ndungswidrigen Mitteln (z. B. Salpeter, BrechWeinstein) theils mit Pflanzenschleim (Al-thea-Pulver, Leinkuchen oder Mehl), seltener mit Aloe, Kamphor oder Terpentin�l.
Die Pillenform ist jeder andern vorzuziehen; zum Eingiessen eignet sich das Calomel nicht, da es unaufl�slich ist und seiner Schwere wegen gern am Boden des Gef�sses zur�ckbleibt.
Aeusserlich wird das Calomel selten, z. B. als Salbe mit Fett, �hnlich der grauen Quecksilber-Salbe, in Entz�ndung von Dr�sen, sehr empfind�lichen Hautausschl�gen u. dgl. als Einreibung angewendet; in hartn�ckigen Augenentz�ndungen streicht man es mit dickem Schleim (aus arabischem Gummi oder Quittenkernen bereifet) in das kranke Auge: man setzt gern etwas Opium oder Belladonna-Extract hinzu.
Hydrargyrum munaticum (s. bichloraUim) corrosivum.
fle^enbes faWquot;!:^ �ucrfifirOcr.
Mercurius snblimatns corrosivus. Aelzniclpr Oiiecksilbcr-Siiblunal.
Bichloretum Hydrargyri. noppclclilor-Oiiccksilhcr , (Jucrksilber-Chlorid.
Murias Oxydi Hydrargyri corrosivus. Ph. Bavar.
Franz. Deuto-chlorure de mercure, Sublimlaquo; corrosif.
Engl. Bichloride of mercury, Corrosive sublimate, Muriate of mercury.
Chemische Formel; HgCl.
Man bereitet den Quecksilber-Sublimat entweder aus schwefel�saurem Quecksilberoxyd und Kochsalz, welche zu gleichen Theilen genau gemischt und dann sublimirt werden; oder auf nassem Wege, indem man in eine kochende, concentrirte Aufl�sung von salpeter�saurem Quecksilberoxydul so lange concentrirte Salzs�ure giesst, als sich ein Niederschlag bildet; hierauf wird ebensoviel Salzs�ure, als man hiezu n�thig hatte, hinzugef�gt, die Fl�ssigkeit gekocht
Herlngj Arzneimittel. 2. Aufl.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;0
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Hyilrargyruni muri�ttcnm corrosivum.
u
(wobei sich der Niederschlag wieder aufl�st) und nach dem Erkalten zum Crystallisiren hingestellt.
Der Sublimat kommt gew�hnlich in festen, weisseil, aus klei�nen nadeif�rmigen Crystallen gebildeten St�cken vor: seine eigent�liche Crystallform ist das vierseitige Prisma; er schmilzt in der Hitze und l�sst sich ohne R�ckstand sublimiren; sein Geschmack ist �tzend, metallisch; er ist in 16 Theilen kalten und 3 Theilen kochenden Wassers aufl�slich, erfordert dagegen nur 21/;! kalten und 1 '/g kochenden Alcohol, oder 3 Theile Aether zur Aufl�sung.
Ein Zusatz von Salzs�ure, Kochsalz oder Salmiak vermehrt die Aufl�slichkcit des Sublimats in Wasser.
An der Luft efflorescirt er, und die Einwirkung des Lichts wirkt zersetzend auf seine Aufl�sungen.
Die chemische Zusammensetzung des Quecksilber-Sublimats ist 1 Atom Quecksilber und 2 Atom Chlor (100 Theile Queck�silber und 36 Theile Chlor). Sein spec. Gewicht ist 5,139 (nach Andern 6,42).
Die fixen Alkalien, Kalkwasser, Aetzaramoniak, Magnesia zersetzen den Quecksilber-Sublimat, ebenso viele organische Sub�stanzen, als Zucker, St�rkmehl, Kleber, Oel, adstringirende Pflan-zenstofle u. s. w., besonders aber Eiweiss, welches mit ihm eine eigenth�mliche, nicht �tzende Verbindung eingeht. Daher wirkt der �usserlich angewendete Sublimat, wenn er durch llesorbtion in die S�ftemasse gelangt, weit weniger gef�hrlich als der Arsenik.
Die innerliche Anwendung des Quecksilber-Sublimats, eines der st�rk�sten, �tzenden Gifte, darf nur mit besonderer Vorsicht stattfinden; man verbindet ihn mit Eibisehpulver, nachdem er zuvor in Weingeist aufgel�st worden, zu Pillen, und gibt Pferden 10 � 20 Gran pro dusi, t�glich 1 bis 2mal. Es ist darauf R�cksicht zu nehmen, dass nichts davon im Maule zur�cHbleibt, dessen Schleimhaut sonst angegriffen wird. Man hat ihn als ein umstimmendes Mittel ge�;en veraltete Hautausschl�ge, Hautwurm und im chronischen Koller versucht. Auf die Wiederk�uer und fleischfressenden Hausthiere wirkt er heftiger als auf das Pferd und wird am besten ganz entbehrt.
Aeusserlicli wird der Sublimat als Aetzmittel bald in trockner, bald in fl�ssiger Form angewendet.
Castrirpulver, Pulvis ad castrandum. Zum Bestreuen der Castrir-Kluppen nehmen manche Thier-�rzte Sublimat; das bei uns allgemein hiezu gebr�uchliche Ro-bertson'sche Piilver besteht aus �tzendem Sublimat,
rothem Quecksilberpr�cipitat, von jedem 1 Theil, armenischem Bolus, 2 Theile.
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Si.
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Hydrargyrum muriaticum corrosivum.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 83
Auf Wunnbeulen, Strahlkrebs, warzen�hnliche Ausw�chse, veraltete Geschw�re und Fisteln wendet man theils den Sublimat in Pulverform, theils als concen'rirte Aufl�sung (z. B. 1 Dr. in '/a L'nze Weingeist und ebensoviel Wasser) an.
Die Londoner Veterin�r-Pharmacop�e enth�lt folgende Vor�schrift als: Liquor Hydrargyri bichloridi Hydrargyri muriatici corr. part. 1. Acidi muriatici part. 1. Spirit, vini rectific. part 7. M.
Auch auf Gelenkwunden hat man Sublimat-Aufl�sung empfohlen, wei; derselbe die ausfliessende Synovia fest gerinnen macht.
Schw�chere Aufl�sungen von Sublimat in Wasser, z. B. 5 � 6 Gran auf die Unze Wasser , werden bei hartn�ckiger R�ude der Hunde, des Rind�viehs empfohlen; es ist jedoch hiebei Vorsicht n�thig, dass nicht zu ausge�dehnte Stellen der Haut zu gleicher Zeit damit gewaschen, und dass die Thiere verhindert werden, sich an denselben zu belecken.
Gegen Schafraude ist Sublimat-Aufl�sung nicht r�thlich, weil dadurch, die Wolle spr�de und zu manchen Farben untauglich wird, setzt man aber Sublimat der Walz'schen Br�he oder einer sonstigen Aetz-Lauge hinzu, so wird der Sublimat zersetzt und Ouecksilberoxyd niedergeschlagen.
Der gew�hnlichen Scbarfsalbe (Canthariden-Salbe) als Verst�rkungs-mittel Quecksilber-Sublimat zuzusetzen, ist nicht rathsam; der Haarwuchs wird dadurch leicht zerst�rt, oder selbst tiefe Geschw�re und Substanz�verlust der Haut werden hervorgebracht.
Dagegen hat man auf Stollbeulen, unschmerzhafte Geschw�lste vom Kummet u. dgl. eine Mischung von Sublimat mit Terpentin aufgestrichen und dieses Verfahren nach Erforderniss in Zwischenr�umen von 8 Tagen wiederholt.
Ungt. mercurii subl. Girardi.
(Unguent fondant de Girard.) R. Terebinthinae venetae �nc. 12. Mercur. Sublimat, corros. �nc. 1. M. exaete. Das Verh�ltniss des Sublimats kann bis zu l1/., Unzen auf 12 Unzen Terpentin gesteigert werden.
Um bei veralteter Bug- und H�ftl�hme eine ableitende Entz�ndung unter der Haut zu erregen, wird eine Paste von Sublimat und Mehl, in der Grosse eines halben Guldenst�cks, einem Fontanell �hnlich, ins Zellgewebe geschoben; es entsteht eine sehr betr�chtliche Geschwulst und es f�llt nicht selten ein mortifleirtes Hautstiick von ziemlichem Umfange aus, wesshalb diese Methode nur mit Vorsicht anzuwenden ist.
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#9632;i
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Hydrargyrum cxydatum rnbrum.
I I
Hydrargyrum oxydatum rubrum.
Kotfjcs �Heriirirf)cr=i}|;i)b.
Mercurius praecipitatus ruber. Rother Quocksilbcrpr�cipitat.
Oxydum hydrargyri. Quccksilbpr-Oxyd.
Franz. Deutoxyde de mercure , Oxyde rouge de mercure, Precipite rouge.
En'gl. Bincxide of mercury.
Cliemische Formel : HgO.
Man erh�lt das rothe Quecksilber-Oxyd durch Aufl�sen von 1 Pfd. metallischem Quecksilber in kochender Salpeters�ure, Ab�dampfen bis zur Trockne, genauer Mischung des R�ckstandes mit 1 Pfd. metallischem Quecksilber und Gl�hen der Masse in einer offenen Retorte bis sich keine rothen D�mpfe (Stickstoffbxydgas) mehr bilden.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; vnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;} B J
Der auf diese Weise aus dem salpetersauren Quecksilber-Oxydul gebildete rothe Pr�cipitat (oder Quecksilber-oxyd) besteht aus 1 Atom Quecksilber und 1 Atom Sauerstoff (100 Quecksilber und 8 Sauerstoff) hat eine rothe oder gelblich-rothe Farbe, ein krumliches oder krystallinisches Aussehen, einen scharfen , metal�lischen Geschmack, ist in Wasser und Weingeist unaufl�slich, aber m Salzs�ure, Schwefel- und Essigs�ure. Sein spec. Gewicht ist 11,074.
Die Verf�lschung des rothen Pr�cipitats durch Menning (rothes Bleioxyd), Ziegelmehl u. dgl. l�sst sich theils auf chemischem Wege, theils durch das geringere specifische Gewicht leicht er�mitteln.
Der rothe Pr�cipitat wird blos �usserlich angewendet. Er ist ein starkes Aetzmittei, welches durch die Ber�hrung mit organischen Bestand-fheilen nicht leicht zersetzt wird (wie der Quecksilber-Sublimat); am h�u�figsten wird er als ein �estandtheil des Robertson'schen Pulvers f�r die Castrlr-Kluppen (s. Ouecksilber-Sublimat) benutzt; ausserdem als einAetz-mittel in Pulver- oder in Salbenforni auf speckige, unempfindlich.? und schlechte Jauche absondernde Geschw�re (Wurmbeulen, veraltete Maucke, Krebs , Fisteln) , wobei man I Theil rothen Pr�cipitat auf 6 � 8 Theile Fett (oder Harzsalbe) nimmt; auch mit Terpentin wird derselbe in �hnlicher V/eise wie der Quecksilber-Sublimat auf torpide Geschw�lste aufgetragen.
Gegen chronische Entz�ndungen der Bindehaut, gegen Verdickung der�selben (Augcnfell), Hornhautnecken, Verschw�rung der Augenliedr�nder u. dgl. wird eine Salbe aus 10 - 30 Gran feinst pulverisirtem, rothem Pr�cipitat auf I Unze Butter empfohlen, auch derselben manchmal kleine Quantit�ten Opium, Kamphor und Zinkblumen beigemischt.
Die von Waldingergegen Augenfell anempfohlene Salbe besteht aus:
BntK- non saht. 2 �nc , Kamphor. 1 Dr., Mercur. praecip. rubr Vitriol, alb. ana '/, Dr. M,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;f f. um.,
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Jodam.
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Die gegen chronische Entz�ndungen der Bindehaut von den franz�si�schen Thier�rzten gehrauchte Salhe (Pomatum doctore Lyon) wird aus 36 Gran rothem Pr�cipitat und 1 Unze Fett oder einfachem Cerat hereitet. Diese Augensalben sind gr�sstentheils entbehrlich.
Jodum.
Oob.
Jodium, Jodeum, Jodina. Jodine. Franz. Jode.
Enyl. Joduuum, Jodiue. Chemisches Zeidieu; J.
Das Jod ist ein Bestandtheil der am Meeresufer wachsenden Pflanzen (besonders Tange und Ulven), welche man der Sodabe�reitung wegen ein�schert. Nachdem man aus der Lauge das koh�lensaure Natron und andere Salze ausgezogen hat, bleibt das Jod in Verbindung mit Natron oder Kali in der Mutterlauge zur�ck. Durch Zusatz von concentrirter Schwefels�ure, hernach Braunstein, wird das Jod durch Destillation von dem Natrium getrennt und geht mit Wasserd�mpfen in die Vorlage �ber. Man trocknet es zwischen Fliesspapier und reinigt es durch nochmalige Sublimation.
Das Jod ist ein einfacher, nicht zerlegbarer Stoff, es bildet schwarzblaue Bl�ttchen mit metallischem Gl�nze, riecht stark, dem Chlor �hnlich; schmeckt scharf und erhitzend, verdampft in der Hitze ohne R�ckstand und mit veilchenblauen D�mpfen; ist in Wasser sehr wenig, dagegen in 10 Theilen Weingeist und Aether aufl�slich , und f�rbt die Haut braungelb, das St�rkmehl aber blau. Im feuchten Zustande verdampft das Jod leicht an der Luft, es muss daher in wohlverschlossenen Gl�sern aufbewahrt werden. Sein spec. Gewicht ist 4,440.
Da das Jod theuer ist, wird es leicht verf�lscht, z. B. mit Steinkohle, Bleiglanz, schwarzem Mangan, Hammerschlag u. dgl. Alle diese Substanzen lassen sich weder in der Hitze verfl�chtigen, noch im Weingeist aufl�sen.
Das Jod wirkt haupts�chlich auf das Dr�sensystem, vermehrt die Re-sorbtion und ist der Ern�hrung und Fettbildung entgegen; es geht schnell in die S�ftemasse �ber, wird aber bald wieder in dem Harn, der Milch u. s. w. aus dem K�rper entfernt.
In entz�ndliclien Krankheiten und bei grosser Schw�che ist es nicht anwendbar.
Das reine Jod wird sowohl innerlich als �usserlich seltener angewen�det als dessen Verbindung mit Kali (s. Jodkali). Man gibt es innerlich
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Kali carbonicum erudam.
Pferden zu 10 bis 30 Gran pro Dosi in Pillenform mit S�ssholz- oder Eibischpulver.
Die Jodtinctur (Tinctura Jodi) wird durch Aufl�sung von 1 Theil Jod in 12 Thcilen Weingeist bereitet (die Pharmacop�een variren in der Vorschrift von 30�48 Gran Jod auf die Unze Weingeist); man kann sie mit Wasser verd�nnt innerlich geben; auch wird sie auf Geschw�lste (Gelenks- und Sehnenscheidenwasser�sucht, sog. Gallen) eingerieben, oder verd�nnt in dieselben ein�gespritzt.
Eine Aufl�sung von Jodkali in Wasser l�st das reine Jod leicht auf und passt f�r F�lle, in welchen man die Nebenwirkung des AVeingeists vermeiden will; auch bittere oder adstringirende Pflanzen- Abkochungen sind zum Aufl�sen des Jod tauglich.
Endlich setzt man das Jod der Jodkali-Salbe bei, um die Wirkung dieser zu verst�rken.
Zu starke oder zu lange fortgesetzte Gaben von Jod (innerlich) greifen die Verdauungs-Organe an , wie die �usserliche Anwendung in jener Weise einen Ausschlag und das Ausgehen der Haare nach sich ziehen kann.
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Kali carbonicum cruclum s. venale.
Jioljfenfimres Jfafi.
Kali carbonicum neutrale. Neutrales kohlcnsaiircs Rnli.
Kali subcarbouicum. Dnterkohlensanrcs Kali. SubcarbonasPotassae. Ph. bav.
Ciueres clavellati, Potassa. Pottasche.
Alkali vegetabile. Pflanzen-Alkali.
Franz. Sous-carbonate de potasse. Carbonate de potasse. Sei de Tartre.
Engt. Carbonate of potassa (impure), Potash, Pearlash, Salt of Tartar,
prepared Kali. Chemische Formel: KO -j- CO5.
Man erh�lt die Pottasche durch Auslaugen gew�hnlicher Holz�asche und Abdampfen der Lauge zur Trockenheit. Diese rohe (schwarze) Pottasche wird in besondern Oefen calcinirt oder ge�brannt, wodurch sie eine weisse, bl�uliche oder grauliche Farbe bekommt (calcinirte Pottasche). Sie enth�lt ausser kohlensaurem Kali noch schwefelsaures Kali, Chlorkali, auch Natron und Kiesel�erde ; diese beigemischten Stoffe betragen in guter Pottasche h�ch�stens l/4 oder 25 Procent.
Die Pottasche wird im Grossen in Ungarn, Russland und Amerika bereitet und kommt in St�cken von verschiedener Grosse und Farbe in den Handel; sie ist geruchlos, hat einen scharfen,
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Kali carboiiiciun crudiim.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 87
laugenhaften Gesclunack, zieht aus der Luft Wasser an und wird feucht, l�st sich leicht in Wasser, nicht in wasserfreiem Wein�geist, braust mit S�uren (Entweichen der Kohlens�ure), wird durch gebrannten Kalk kaustisch und verbindet sich mit den fetten Oelen zu Seife. Ihre Zusammensetzung ist (im reinen und wasserfreien Zustande) 1 Aeq. Kali und 1 Aeq. Kohlens�ure. Spec. Gew. 2,6.
Das kohlensaure Kali vertr�gt sich nicht mit S�uren und zer�setzt die meisten Salze, sie m�gen sauer, laugenhaft, erdig oder metallisch sein.
In den meisten F�llen reicht f�r den Gebrauch in der Thier-heilkunde die k�ufliche Pottasche hin, wofern sie nicht absichtlich mit Sand, Kalk u. dgl. verf�lscht ist, welche �berdies bei der Aufl�sung in Wasser unaufgel�st zur�ckbleiben w�rden.
Man hat �brigens in den Apotheken auch gereinigte Pott�asche, welches durch Aufl�sen der k�uflichen Pottasche in 2�3 mal soviel kaltem Wasser, und Abdampfen der klaren Fl�ssigkeit zur Trockne bereitet wird; reiner von fremden Salzen, aber auch theurer ist das aus Weinstein (saurem weinsteinsaurem Kali) ent�weder durch Verpuffen desselben mit Salpeter oder durch Ver�brennen der Weinsteins�ure, Auslaugen u. s. w. bereitete kohlen�saure Kali (eigentliches Sal tartari der �lteren Vorschriften).
Die gereinigte Pottasche ist weiss und halbkrystallinisch oder kr�mlich und zieht begierig Wasser aus der Luft an; sie muss daher in gut verstopften Gl�sern aufbewahrt werden.
Die Wirkung des kohlensauren Kali ist s�uretilgend, aufl�send und harntreibend; man wendet es innerlich bei iiberm�ssiger S�ure-Entwicklung im Darmcanal (z. B. hei der Diarrh�e saugender riiiere), bei Wassersuchten und Zur�ckbleiben der Nachgeburt (bei K�hen), seltener beim Aufbl�hen von gr�nem Futter, Gerinnen der Milch und hartn�ckigem Erbrechen (der Hunde) u. dgl. an, und zwar als Aufl�sung in einem passenden Pflanzen-Inf'usum, im Trinkwasser oder in Pillenform. Die Dosis ist f�r erwach�sene Pferde und Rinder xli� '/., Unze, selten bis zu 1 Unze; von dem ge�reinigten kohlensauren Kali darf die Dosis um ein Viertheil geringer sein.
Aeusserlich wirkt dasselbe reizend und zertheilend. und wird in chro�nischen Hautausschl�gen (Flechte, Kr�tze) als Lauge von verschiedener St�rke , ferner gegen indolente Geschw�lste , Blutunterlaufung u. dgl. ange�wendet. (S. \V a I z'sclie Lauge , B e n z'scher Liquor.)
Die d�nische Veterin�r-Pharmacop�e enth�lt folgende Pott-aschensalbe, Ungt. Kali carbonici gegen Kr�tze:
Theer 1 Theil, Fett '/^ Theil, zusammengeschmolzen und gepulverte Pottasche '/.gt; Theil einger�hrt, bis die Masse er�kaltet ist.
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Kali hydrojudicum.
Das kaustische oder Aetz-Kali, Lapis causticus Chir., ist in der Thierheilkunde entbehrlich.
F o r m e 1 n : Nr. 1. R. Kali carbonic, crud. Unc. '/#9632;gt;�
Flor, chamom vulg. Unc. '/j�!� M. D. in 3plo. S. Morgens und Abends eine Gabe mit 1 Pfund heissen Wassers angebr�ht und nach dem Erkalten durchgeseiht, einzusch�tten. (K�hen beim Zur�ckbleiben der Nachgeburt.) Nr. 2. R. Kali subcarbonici Unc. '/#9632;gt;� Pulv. fol. digital, purp. Camphorae snbactae ana Dr. 1. Bacc. juniper. Unc. 1. M. f. s. q. farin. et aq. electuarium molle. D. tal. dos. Nr. 2. S. Zwei Gaben des Tages (bei Verdichtung der Lunge und Wassererguss. Hayne).
�1!
Kali hydrojodicutn (s. hydriodicum).
#9632;lobiuafreifofTfaures Ka�.
Jodetum Kalii. Kalium Jodatum Ph. Wtb. Jodkali. Potass� Jodidum, Hydrujoda� lixiviae. Franz. Jodure de pota��ium, Hydriodate de p�tasse. Eni/l. Jodide of potassium, Hydriodate of potasse. Chemische Formel: J -\- KO.
Man bereitet dieses Jodsalz entweder indem man einer w�s�serigen Aufl�sung von kaustischem Kali so lange Jod zusetzt, bis die Fl�ssigkeit r�thlich wird, letztere abdampft und gl�ht, um allen Sauerstoff auszutreiben, worauf der R�ckstand (Jodkalium) in Wasser aufgel�st und krystallisirt wird; oder indem man zuerst Jod und Eisen unter Anwendung von W�rme mit einander ver�bindet, die (w�sserige) Fl�ssigkeit filtrirt und sodann kohlensaures Kali zusetzt, so lange sich kohlensaures Eisen niederschl�gt; in der Aufl�sung bleibt sodann das Jodkali zur�ck.
Es besteht aus 1 At. Kalium und 1 At. Jod, bildet weisse, w�rfelf�rmige, das Wasser anziehende und scharf-salzig schmeckende C'rystalle, welche sich sehr leicht in Wasser, weniger leicht in Weingeist aufl�sen. Es wird mit salzsaurem und schwefelsaurem Kali, salzsaurem und salpetersaurem Natron verf�lscht.
S�uren, saure und Metall-Salze vertragen sich nicht mit dem Jodkali; es reagirt auf St�rkraehl (bei Zusatz von etwas Schwefel�s�ure) wie das Jod (blau).
Das Jodkali wirkt �hnlich dem reinen Jod aber weniger heftig; und wird daher innerlich und iiusserlich dem letzteren in den bereits bezeich�neten Krankheitszust�nden vorgezogen.
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Kali hydrojodicnm.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;89
Man wendet es innerlich in Pillenform, oder in w�sseriger Aufl�sung den Pferden zu '/., � 1 Drachme pro dosi, des Tags 1 � 2 mal an. Da die Wirkung des Joris und seiner Pr�parate langsam ist, so muss es l�ngere Zeit fortgesetzt werden, wobei die Gaben ziemlich weit aus einander ger�ckt werden d�rfen. Auch der Preis dieses Arznei-Mittels spricht gegen unn�-thig grosse oder zu schnell wiederholte Gaben. Das innerlich gegebene Jod wird durch den Harn wieder ausgef�hrt, in welchem es nach voran�gegangener S�urung mit Schwefels�ure und Durchleitung von Chlorgas, mittelst St�rkmehl leicht nachgewiesen werden kann.
Die h�ufigste Anwendung des Jodkali ist �usserlich gegen chronische (nicht merklich entz�ndete) Anschwellungen und Verh�rtungen von Dr��sen (z. B. Lymphdr�sen im Kehlgang, Schilddr�se, Euter), oder im Zell�gewebe, gegen Sehnen- und Gelenk-Gallen, Exsudate unter der Beinhaut (Ueberbeln), Auftreibung der Hufknorpel, derBeugesehnen des Fusses u. s. w. Man verbindet das Jodkali entweder mit Fett zu einer Salbe oder mit Seifen-Liniment (s. dieses).
Die gew�hnliche Jodkali-Salbe, Unguentum kali hydro-jodici besteht aus 1 Drachme Jodkali und 1 Unze Schweinefett; sie ist weiss, wird aber an der Luft gelb.
Die verst�rkte Jodsalbe, Unguentum Jodi compositum der Londoner Veterin�r-Pharmacop�e wird aus 1 Drachme Jodkali, Vo Drachme Jod und 1 Unze Schweinefett gemischt.
In manchen F�llen verbindet man Jod- oder Jodkali mit der grauen Quecksilber-Salbe in obigen Verh�ltnissen (1:8); diese Salbe wird gr�n.
Durch Zusatz von Jodkali zu der Canthariden-Salbe will man deren Wirksamkeit gegen Knochen-Auftreibungen und andere harte Geschw�lste vermehrt haben.
Sobald auf die Anwendung der Jodsalbe die Oberhaut sich abschuppt, muss man einige Tage mit dem Mittel aussetzen.
Das Jodquecksilber (in 2 Verh�ltnissen, als Proto- und Deu-tojoduretum hydrargyri), das erstere gelb, das zweite roth, das Jodblei und Jodkupfer sind zwar bei Pferden schon �usserlich und innerlich versucht worden; der Erfahrungen dar�ber sind aber noch zu wenige, um diese Mittel jetzt schon in die Pharmacop�e der Thier�rzte aufnehmen zu k�nnen.
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9Qnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Kali uitrieum.
Kali uitrieum.
�Safpeterftturcs Knfi.
Nitrum depuratuiu. Gereinigter Salpeter. Sal petrae. Salpeter. Franz. Nitrate de potasse, Sei de nitre. Kngl. Nitrate of potassa, Nitre, Salt Petre. Chemische Formel: KO -j- NO*.
Der Salpeter wird theils in sogenannten Salpetcrplantagen be�reitet , theils findet man ihn an alten feuchten Mauern, und ins�besondere h�ufig- in Indien, Egypten, Nordamerika, wo er aus der Erde ausschwitzt. In den Salpeterplantagen werden thierische Ab�f�lle (aus St�llen) mit Erde, Asche u. dgl. gemischt, der Luft im Trockenen lange Zeit ausgesetzt, umgegraben, mit Mistjauchc be�gossen u. s. y,T., wobei sich Salpeters�ure bildet, die sich mit den Alealien und Erden verbindet. Die salpeterhaltige Erde wird mit Pottasche vermischt und ausgelaugt, und durch Crystallisation zuerst Kochsalz, dann roher, d. h. mit Kochsalz und andern sal�petersauren Salzen verunreinigter Salpeter erhalten. Der rohe Salpeter wird durch Aufl�sen in kochendem Wasser, Zusatz von kohlensaurem Kali (wobei die beigemischten Erdsalze zersetzt wer�den) und nachherige Crystallisation der Lauge gereinigt.
Obgleich der im gew�hnlichen Handel vorkommende, gereinigte oder raffinirte Salpeter selten ganz frei von Kochsalz ist, kann er doch zum thier�rztlichen Gebrauche dienen; das sogenannte Salpeter�salz (Sal nilri) dagegen enth�lt oft mehr Kochsalz als Salpeter und ist desshalb zum innerlichen Gebrauche als unsicher zu verwerfen.
Der Salpeter krystallisirt in langen, gestreiften, farblosen, sechsseitigen, luftbest�ndigen Prismen, von sehr k�hlendem Ge�schmack. Er l�st sich in 7 � 8 Theilen kalten und in gleichen Theilen siedenden Wassers auf, w�hrend der Aufl�sung wird die Temperatur der Mischung sehr vermindert. Auf gl�henden Koh�len verpufft der Salpeter. (Ist demselben viel Kochsalz beige�mischt, so knistert er im Feuer.)
Die chemische Zusammensetzung des Salpeters ist in 100 Thln. Salpeters�ure 53,44 und 46,56 Kali, Spec. Gewicht 1,93�2,0. Er enth�lt kein Crystallwasscr, dagegen ist meist etwas Wasser zwischen den W�nden der aneinander geklebten Crystalle befindlich.
Der Salpeter wird von der Schwefels�ure und ihren mit Thon-erde, Zink, Kupfer und Eisen gebildeten Salzen zersetzt.
Der Natron-Salpeter (Natrum nitricum s. Nitrum cubicum) ist zwar bedeutend wohlfeiler als der gew�hnliche Salpeter, aber in der Thierheilkunde noch wenig versucht; man h�lt seine Wir�kung f�r milder.
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Kali nitricura.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 91
Der Salpeter ist unter den Salzen das wirksamste in rein entz�ndlichen Fiebern und Entz�ndungen; besonders der ser�sen H�ute weniger der Parenchyme. Er vermindert die Plasticit�t des Bluts, die Muskelkraft, die W�rme-Entwicklung; vermehrt dieSchleimahsunderung des Darm-Canals und mehr noch dieHarnsecretion und geht besonders in Aullosung gegeben, schnell in den Hain �ber. Man gibt ihn den gr�ssern Hausthieren zu '/a�1 Unze pro dosi t�glich 2 � 3 mal, meist in Verbindung mit abf�hrenden Salzen (Doppel- oder Glaubersalz) oder mit schleimigen Mitteln und in Pillen-Form. Bei heftigen Entz�ndungen (z. B. Kopfkrankheit, Inlluenza) wird er mit Tart, emetic, gereicht; im Starrkrampf mit Camphor.
Zu grosse Gaben, besonders trocken oder in concentriter Aullosung., k�nnen bei Pferden und Rindvieh nachtheilig und selbst t�dtlich wirken.
Aeusserlich wird er selten gebraucht; die k�hlenden Umschl�ge, sog. Schmu cker'sche Fomentationen, aus Salpeter, Salmiak, Essig (s. S. 2 I) und Wasser. Eine conceutrirte, frisch bereitete Aufl�sung von Salpeter (1 Theil Salpeter auf 7 fheile Wasser) wird als Solutio potassae nitratis in der Londoner Veterin�r-Phaimacop�e auf brandige Wanden empfohlen.
Die Wirksamkeit des h�ufig als Hausmittel angewendeten Schiesspulvers beruht haupts�chlich auf seinem Gehali: an Salpeter (76 Procent).
Formeln:
Nr. 1. K. Kali nitric. Unc. 7,.
Natri sulphuric. Unc. 3.
Farin. sem. Uni. Unc. 1. M. D. in 4plo. S. T�g�lich 3 Gaben in weicher Latwergeform zu geben. (In Entz�ndungs-Krankheiten.)
Nr. 2. R. Nitri depur. Unc. 2.
Tartar, emetic. Unc. 1/.,.
Farin. sem. lini. Unc. 1.
Aq. fontan. q. s. Fiant pill. IV. D. S. T�glich
3 Pillen. (Im ersten Stadium der Influenza.)
Nr. 3. R. Nitri depur. Dr. 2. Salis amari Unc. 1. Hepat. sulphur. Dr. 1. Flor, chamom. Unc. 1. M. f. c. farin. et Aq. Electuar. pro dosi. D. tal. dos. Nr. 4. (Als Diaphoretic. Strauss.)
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til'
92nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Kali stibiato-sulphuratum.
Kali stibiato-sulphuratum.
'Spicsrjf�i^rdjiuercffc�er.
Kali sulphuratum stibiatum.
Hepar antimonii. Spicsglaiizlcbcr.
Franz. Foio d'Autimoine, Oxyde d'Autimoine par le nitre.
Kngl. Liver of Antimony.
(Dieses Arzneimittel ist in den meisten neueren Pharmacop�en, als obsolet, �bergangen, und wird auch von den Iranz�sischen und englischen Thier�rzten sehr wenig ben�zt.)
Es ist dies eine mehr oder weniger unreine Verbindung von Schwefelspiesglanz und Schwefelkalium, und wird entweder durch Zusammenschmelzen von gleichen Theilen Schwefelspiesglanz (An�timon, crud.) und kohlensaurem Kali, oder durch Verpuffen von Schwefelspiesglanz mit ebensoviel Salpeter, Schmelzen und Ab�scheiden der gr�sstentheils aus schwefelsaurem Kali mit wenig Spiesglanzleber bestehenden Schlacke, bereitet. Nach der ersten Methode erh�lt man ein rothbraunes, geruchloses Pr�parat, das an der Luft gern feucht, dabei gr�n wird und nach Schwefel�wasserstoff riecht; die durch das zweite Verfahren erhaltene Spies�glanzleber bleibt dagegen trocken, ist rothbraun und enth�lt mehr Spiesglanz-Oxyd. Das erstere Pr�parat besteht aus 6 Atom Schwe-felspiesglanz-Kalium, 1 Atom Spiesglanz-Oxyd und 1 Atom Spies-glanzoxyd-Kali. Es l�st sich in Wasser mit Hinterlassung von etwas Spiesglanzoxyd auf und wird von denselben Stoffen (z. B. S�uren) zersetzt wie die Kali-Schwefelleber.
Man hat die Spieglanzleber innerlich in Leiden (Stockungen) des Lymphsystems angewendet, wie das rohe Antimonium, vor dem es den Vorzug der leichtern Aufl�slichkeit im K�rper hat; in entz�ndlichen Krank�heiten, wo Neigung zu plastischen Ausschwitzungen (z. B. in der Brust�h�hle, Lunge) staltfindet, kann die Spiesglanzleber in Verbindung mit Kitrum, Salmiak u. dgl. gegeben werden. In chronischen Krankheiten dagegen wird sie gew�hnlich mit bittern, gew�rzhaften oder sclileinauf-l�senden Pnanzenstoffen verbunden. Die Gabe ist f�r Pferde 2 Dr., f�r Rindvieh 2 �4 Dr. pro dosi in Pillen oder Latwergeform. Bei den Fleisch�fressern verursacht sie in der Regel Krbrechen.
Formeln: Nr. 1. R. Hepatis antimon. Unc. 1. Florum sulphuris
Radicis calami arom. pulv.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; t
Herbae hyosciami pulv. ana Unc. 2. M. D. S. T�glich 3mal einen Essl�ffel voll auf dem Futter zu geben. Bei chronischem Husten.
I'-
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Kali sulphuratum.
93
Nr. 2. B. Hepatis antimon.
Salis ammoniaei ana Unc. 1'/.,. Bacc. juniperi
Pulv. sem. foeni graeci ana Unc. 2. M.
c. s. q.
Aquae ad elect. D. S. In 2 Tagen zu verbrau�chen. Bei chronischem Strengel.
Kali sulphuratum.
#9632;ScOlDCfcffittfi.
llepar �ulphuris alcalinum. Kali-Sclnvefellebcr.
Sulphuretum Kalii, s. potassae.
Franz. Sulfure de potassium, Foie de soufre, Polysulfure de potassium.
Chemische Formel: KS'1.
Man bereitet die Kali - Schvvefellebev durch Schmelzen von gleichen Theilen Schwefel und kohlensaurem Kali. (F�r den thier-�rztlichen Gebrauch gen�gt es statt des reinen kohlensauren Kali's gew�hnliche Pottasche zu nehmen.) Andere Vorschriften geben 1 Theil Schwefel und 2 Theile Kali an. Nachdem die Mischung durch die Hitze in gleichf�rmigen Fluss gekommen ist, l�sst man sie erkalten, wo sie dann eine braunrothe, feste Masse von laugen-haftem Geschmack bildet, welche an der Luft gerne feucht wird, in ein gr�nliches Pulver zerf�llt oder gar zerfliesst und nach Schwe-felwasserstoffgas (wie faule Eier) riecht. Die Schwefelleber muss daher in gut verschlossenen Gelassen aufbewahrt werden.
Die Schwefelleber verliert durch den Einfluss der Feuchtig�keit und Luft an ihrer Wirksamkeit; sie l�st sich in Wasser sehr leicht auf und wird durch S�uren zersetzt, unter Entwicklung von Schwefelwasserstoffgas und Pr�cipitation von Schwefel.
Die Verh�ltnisse des Kali zum Schwefel sind je nach der Bereitungsart etwas verschieden; so jedoch, dass neben dem eigent�lichen Schwefelkali meist auch mehr oder weniger schwefelsaures Kali oder auch unzersetztes kohlensaures Kali in der Schwefelleber sich befindet.
Die Wirkung der Schwefelleber ist innerlich gegeben auf das Blut, das Lymphsystem und die Hautausd�nstung gerichtet; sie vermindert die Gerinnbarkeit des Bluts, absorbtrt im Magen und Darmcanal vorhandene freie S�ure und entwickelte Luftarten, l�st Stockungen im Lymphsystem etc., vermehrt die Secretion der Haut. Daher wird sie innerlich den Pferden (zu 1�2 Drachme pro dosi) bei Windkolik , vorherrschender S�ure im Darmcanal (besonders junger Thiere), Krankheiten von unterdr�ckter Haut-ausd�nstung, bei chronischen Hautausschl�gen und ausserdem bei Rindvieh
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94nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Kali sulpkuratum.
gegen plastische Ausschwitzungen in das Lungengewebe empfohlen. In gr�ssern Gaben (zu 1 �2 Unzen) bringt sie Symptome von Magen- und Darmentz�ndung hervor.
Gegen chronische und acute Metallvergiftungen �berhaupt (z. B. Ar�senik, Quecksilber, Kupfer, Blei) kann die Schwefelleber mit Nutzen ange�wendet werden.
Man verordnet die Schwefelleber innerlidi entweder als Einguss in einem passenden Pdanzen-lnfusum (Allhea, Chamillen) oder in Pillenform mit schleimigen oder mit bittern und gew�rzhaften Stollen.
H�uliger ist der �usserliche Gebrauch der Schwefelleber, besonders in chronischen Hautaussclil�gen (z.B. Kr�tze, Flechten) zu Waschungen, wo�bei man 2 Unzen auf 1 � 2 Pfund Wasser nimmt. Einreibungen von Schwe-felleber-Salbe (aus dieser und Schweinefett bereitet) sind weniger zweck-m�ssig als solche mit gr�ner Seife (im Verh�ltniss von 1 zu 4 Seife). Das Ablecken dieser Einreibungen muss man zu hindern suchen.
Bei flechtenartigen Ausschl�gen mit vermehrter Empfindlichkeit der Haut verbindet man die Schwefelleber mit Quecksilbersalbe (1 Dr. auf die Unze des letztern), wobei jedoch nach einiger Zeit ein Theil des Queck�silbers sich mit Schwefel vereinigt (Protosulphuret des Quecksilbers).
Man hat neben der Kali-Schwefelleber in den Apotheken auch Kalk-Schwefelleber, eine Verbindung von gebranntem Kalk mit Schwefel (Schwefel-Calciimi. Hepar sulphuris calcaretun); sie ist zwar wohlfeiler, aber auch weniger wirksam, daher in der Thier-heilkundc nicht gebr�uchlich.
Formeln:
Nr. 1. R. Kali sulpluirati Dr. 2. *)
Natri sulphuric. Unc. 2.
Infusi flor. chamom. (s. Semin carvi.) Unc. 12.
M. D. S. Auf einmal zu geben. (In Wind-Colik
der Pferde.) Nr. 2. K. Salis amari Unc. 2.
Hepat. sulphuris alcal. Unc. '/,�
Camphorae subactae Dr. 1.
Pulv. flor. chamon. Unc. 1. M. f. s. q. farin. et
aq. electuar. Dent. tal. dos. Nr. 2. S. Zwei Gaben
in einem Tage. (In Entz�ndungs-Krankheiten mit
plastischer Ansschwitzung. Hayne.)
') Um Venveclislung mit dem Kali sulphuricum zu vermeiden, muss das Beiwort bis auf die beiden letzten Buchstaben ausgeschrieben werden.
1
fi
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Kali sulphiiricuin.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;95
Kali sulphuricuni
�Scfjiueferfaurps Knfi (iicufrafps).
Tartarus vitrlolatns. Vitriolisirtcr Weinstein. Aicaiimu dupltcat�m. Doppelsalz.
Sal polychrestiim Glaseri.
Sal duplicatus.
Franz. Sulfate de potasse. Tartre vitriole, Sal de duobut-.
f.ngl. Sulphate of potash.
Chemische Formel: KO-j-SO:'.
Bei der Bereitung der Salpeters�ure durch Destillation des Salpeters mit Schwefels�ure bleibt als R�ckstand schwefelsaures Kali (Caput mortuum) mit �bersch�ssiger Schwefels�ure; letztere wird durch Zusatz von kohlensaurem Kali (Pottasche) neutralisiit und das erhaltene Salz durch Umkrystallisiren gereinigt.
Es bildet wasserlose, luftbest�ndige, weisse Crystalle in der Form schiefer, visrseitiger Prismen oder doppelt sechsseitiger Py�ramiden, schmeckt unangenehm salzig und etwas bitter, l�st sieh in 10 Theilen kalten und in 6 Theilen warmen und in 4 Theilen siedenden Wassers auf, und ist in Weingeist unl�slich. Das Pulver ist weiss und schwer.
Die chemische Zusammensetzung des Doppelsalzes ist 45,93 Schwefels�ure und 54,07 Kai. Spec. Gewicht 1,73 (2,66 Ph. W.)
Man trifft im Handel das Doppelsalz manchmal etwas gelb gef�rbt, wahrscheinlich von einem geringen Eisengehalt, welcher seiner Anwendung in der Thierhcilkuude nicht hinderlich ist; da�gegen ist der pulvorisirte R�ckstand der Scheidwasserbereitung (ohne Neutralisation durch Kali), welcher hie und da statt des Doppelsalzes verkauft wird und an dem sauern Geschmack zu er�kennen ist, zu verwerfen. Eine Verf�lschung mit andern Salzen ist kaum zu besorgen, etwa Kochsalz ausgenommen.
Das Doppelsalz zerlegt die Kalk-, Baryt-, Quecksilber- und Bleisalze und wird durch Weinsteins�ure zersetzt.
Man wendet das Doppelsalz in Pferdekranklieiten hesonders h�ufig an, als ein die Secretion des Danucanals vermehrendes, gelinde abf�hrendes, entz�ndungswidriges Mittel; man verbindet es nach den fndicationen bald mit st�rker entz�ndungswidrigen Salzen, z. B. dem Salpeter, bald mit schleimigen oder mit bitteren Pflanzenmitteln (Eibisch, Enzian, z. B. in Leberf�tterungs-Coliken). Da es kein Crystallwasser, somit in dem gleichen Gewichte mehr Salztheile enth�lt als z. B. das Glaubersalz, braucht man weniger grosse Dosen davon; dagegen ist es schwerer aufl�slich in Wasser, weniger k�hlend, und weniger abr�hrend, aber mebr harntreibend als jenes.
Die Dosis ist f�r Pferde 2 � 3 Unzen auf einmal und nach Umst�nden 3�4 mal t�glich repetirt; um zu laxiren w�rde man 1 � 2 Ff. des Tages
,1
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96nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Kreosotum.
brauchen; man zieht desshalb, besonders bei Rindvieh, das Glaubersalz vor. Wenn eine schnelle Wirkung beabsichtigt wird, gibt man das Doppelsalz in einer lauwarmen Aufl�sung; ausserdem in Latwergen- und Pillenform.
Nach Hayne sollen zu grosse Dosen bei edlen Pferden Magen- und Darmentz�ndung hervorgebracht haben. Sowohl in Frankreich als England ist das Doppelsalz wenig gebr�uchlich.
Formeln:
Nr. 1. R. Tartari vitriol. Unc. 8.
Semin. sinap. pulv.
Rad. gentian, pulv. ana Unc. 3. M. div. in part.
IV. aeq. D. S. Morgens und Abends ein Pulver.
(Bei Indigestion.) Nr. 2. R. Tartar, vitriol. Unc. 2.
Extract byoscyam. Dr. 1. M. Dent. tal. dos. tres.
Alle l/a�1 Stund ein Pulver in 1 Pfund Kamillen-
Aufguss zu geben. (In Krampf-Colik der Pferde.)
Kreosolum.
Kreofot.
Franz. Crt-'osote.
Engl. Creasote, Creazote.
Chemische Formel: C14Hs02.
Es wird aus dem Holztheer und Holzessig durch Destillation und nachmalige Reinigung bereitet und stellt eine dickliche, neu�trale, beinahe farblose Fl�ssigkeit dar, welche nach Rauch riecht und einen beissenden Geschmack hat; es brennt rassend und macht Eiweiss gerinnen. Mit fetten und fl�chtigen Oelen bildet es ein etwas tr�bes Gemisch, im Weingeist und in der Essigs�ure l�st es sich leicht auf; im Wasser nur zu '/g,,. Spec. Gew. 1,037.
Wo Kreosot in gr�sserer Menge verbraucht w�rde, k�nnte man sich dasselbe weniger vollst�ndig von den es verunreinigen�den Stoffen (Paraffin, Eupion u. s. w.) getrennt, um billigern Preis von den chemischen Fabriken verschaffen.
Das Kreosot besitzt die f�ulnisswidrigen Kr�fte des Holzessigs in h��herem Grade ; man hat es innerlich bei Pferden gegen Lungenvereiterung versucht und in der Dosis von 15 � 20 Tropfen mit Leinsamen zur Pille gemacht gegeben; da es im concentrirten Zustande die Schleimh�ute an�greift , muss es auf solche Weise oder in viel Wasser und Schleim, Oel u. dgl. eingeh�llt werden. Morton glaubt innerlich '/j�1 Dr. in einem schleimigen Vehikel geben zu d�rfen.
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Lichen islsndlcna.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;97
Als blutstillendes Mittel wird das Kreosot �usserlich (seltener bei Innern Blutungen) mit grossem Nutzen angewendet: man l�st dasselbe in etwas Weingeist auf und verd�nnt die Mischung n�thigcnfalls mit Wasser (1020 Tr. Kreosot, t �2 Unzen Weingeist und 4�8 Unzen Wasser). Aelin-licheSoIutionen werden auf brandige Stellen, auf Geschw�re mit allzaslar-ker Eiterung, in Fisteln, Strahlkrebs, bei Knochenfrass u. dgl. applicirt und mit mehr verd�nnten Aufl�sungen die Nebenh�hlen der Nase bei chronischem Katarrh derselben ausgespritzt.
Zur Vertilgung von bel�stigenden Insekten ist das Kreosot zu theuer, da das rohe empyreumatische Gel hiezu hinreicht.
Die Londoner Veterin�r-Pharmacop�e hat 2 Kreosot-Salben, welche bei schlaffen Geschw�ren. Fisteln und Gelenkwunden im Gebrauche sind; n�mlich :
1)nbsp; Unguentum Creosoti, aus 2 Theilen Kreosot und 8 Thei-
len Schweinefett,
2)nbsp; Linimentum Creosoti compositum, aus 2 Theilen Kreosot, 4 Theilen Terpentin�l und 4 Theilen Baum�l ge�mischt.
Formeln:
Nr. 1. R. Decoct, liehen, island. Unc. 24.
Creosoti Gtt. 15�30. M. D. S. Auf 3mal in
einem Tag zu geben. (Bei Lungengeschw�ren der
Pferde.) Nr. 2. R. Infus. plantar, aromatic. Unc. 32.
Creosoti in Alcohol Unc. 2. solut. gutt. 10�20.
M. D. S. Zum Einspritzen �(der Kieferh�hle im
chronischen Catarrh derselben).
Lichen islandicus.
Osftinbifdjes Dlloos.
Franz. Mousse d'Islande. Kngl. Iceland-moss.
Eine rasenartig ausgebreitete Flechte, Cetraria islandica A. (Cryptogamia; Lichenes), welche in W�ldern, auf steinigem Boden, zwischen Haiden u. s. w. nicht selten vorkommt. Das fast knor�pelige Laub ist 2�4 Zoll lang, oben br�unlich, unten weisslich, in viele unregelm�ssige Lappen zertheilt, die am Rande wimper�artig gez�hnt sind; das Laub ist steif, lederartig z�he, ganz trocken aber leicht zerbrechlich. Die Sch�sselchen sitzen am Rande der Lappen, sind klein, meist von dunkelbrauner Farbe.
Hering, Arzneimittel. 2. Aufl.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;7
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#9632; 98nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Liquor ammoiiii caustici.
Das isl�ndische Moos ist geruchlos, aber von sehr bitterem Geschmack; es l�sst sich durch anhaltendes Kochen in Wasser fast ganz zu Gallerte aufl�sen. Seine Bestandtheile sind bitterer Extractivstofl' (3 pC), Moosst�rke (44 pC.), Cetrarin, Gummi, Zucker, extractartiger Farbstoff, Wachs, weinsteinsaure Salze und Flechtens�ure.
Bei der Anwendung des isl�ndischen Mooses hat man darauf zu sehen, dass es nicht schimmlich oder modrig, noch mit andern Flechten, Holz, Moos u. dgl. verunreinigt ist.
Es ist eines der wohlfeilsten bittern und schleimigen .Mittel und wirkt daher st�rkend , aufl�send, ern�hrend.
Man kann es mit Nutzen entweder f�r sich oder als Unterst�tzungs�mitteln in Krankheilen mit zu starker Absonderung der Schleimh�ute, z. B. in chronischen Durchf�llen, chronischem Catarrh, schleimigem Dampf. Schleim-Schwindsucht, Lungenvereiterung u. dgl. anwenden.
Man gibt es den Pferden meist in Pulverform zu 1 � 2 Unzen pro Dosi und setzt es Pillen mit Salmiak. Theer, Kreosot, Spiesglanz- und Schwefel�mitteln bei. In dem Lungenleiden, welches die Staupe der Hunde gerne hinterl�sst. und das sich durch einen copi�sen schleimig-eitrigen Nasen-Ausduss (Schleim-Schwindsucht) auszeichnet, ist ein Decoct von isl�ndischem Moos, dem man nach dem Erkalten etwas Blaus�ure oder Aq. laurocerasi zusetzt, manchmal noch von entschiedenem Nutzen.
,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Formeln:
R. Decocti liehen, island, ex Unc. ij2 parati Unc. 4. Refriger. adde.
Acid, hydroeyanici. Gtt. 10�20. M. U. S. T�glich 4mal 1 L�ffel voll. (F�r Hunde mittlerer Grosse.)
Liquor ammoiiii (s. ammoniaci) caustici.
ilfljeuilcr �SnOnutfigeift.
Ammonium iiquidum s. Ammonia pura liquula Ph. Bavar. Aetz-Ammonlah,
fl�ssiges. Spiritus salis ammoniaci causticus. Raustisclicr Salmiakgeist. Franz. Ammoniaque liquide, Aleali volatile fluor, Ksprit de se) am-
moniaque. Engt. Liquor ammoniae. Spirit of Sal ammoniac. Chemische Formel: NH3.
Der Salmiakgeist wird durch Destillation von ungel�schtem Kalk und (ebensoviel) Salmiak bereitet; das �bergehende farblose, h�chst stechend riechende Gas wird von dem in der Vorlage be-lindlichem Wasser (bis zu einem Drittheile seines Gewichtes) ab-
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Mquor ammonii caustici.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 99
sorbirt. Das specifische Gewicht des Salmiakgeistes sol! 0,9f)0 7deg; B. sein (im Handel kommen 2 Sorten, von 6 und 10'1 vor;*) er ist eine farblose Fl�ssigkeit, riecht nach dorn Ammoniakgas, schmeckt brennend, reagirt alkalisch und l�sst sich ohne R�ck�stand verfl�chtigen; er l�st Oele und Harze auf und bildet mit denselben Seifen, mit den S�uren aber Salze. S�uren, saure Salze, sowie die meisten Erd- und Metallsalzc sind unvertr�glich mit dem Salmiakgeist. Er ist in Gl�sern mit eingescbliffenein Glasst�psel aufzubewahren.
Die Wirkung des Salmiakgeistes is( innerlich und Russerllcl) slark und fl�chtig reizend; zum innern Gebrauche zieht man das kohlensaure Ammo�niak, welches nicht �tzend wirkt, vor, mit Ausnahme des Aufbl�hens der Wiederk�uer von gr�nem Futter, wo der Salmlakgeist zu '/,� I Unze mit 1�2 Pfd. W'asser gereicht wird, um das in den M�gen enthaltene kohlen�saure Gas zu absorbiren. Man mischt mit Nutzen etliche Unzen Branntwein oder '/a� 1 L'nze Aether zu obiger Gabe. In der Wiml-Collk der Pferde ist der innerliche Gebrauch wenig �blich. In Krankheiten mit Zerselzung des Bluts, Typhus, Milzbrand hat man die Innerliche Anwendung des Sal�miakgeistes mit aromatischen Aufg�ssen, Camphor, Aether u. s. w. em�pfohlen; er soll neben der allgemeinen Reizung des Gef�ss-Systems noch besonders auf die HaiUausdiinstung und Harnsecrellon wirken. Das Riechen an Salmiakgeist Ist gegen Asphyxle. Ohnmacht. Vergiftung mit Blaus�ure wirksam.
Aeusserlich bewirkt der unverd�nnte Salmiakgeist heftige Reizung und Entz�ndung, selbst Aetzung; daher er (Bisswunden von w�thendenThieren ausgenommen) meist mit andern Fl�ssigkeiten verd�nnt gegen Insekten-Stiche, Bisse von giftigen Schlangen, brandige Wunden und Geschw�lste u. s. w. benutzt wird.
Als ableitendes Reizmittel bei Rheumatism, Verstauchungen, veralte�ter Bug-und H�ftl�hme u. dgl. wendet man h�ufig eine Mischung von 1 Theil Salmiakgeist und 3� t Theile Weingeist an, und setzt denselben, wo man st�rker reizen will, 1 Theil Terpentin�l hinzu.
Das von Binz gegen veraltete Piphaken u. dgl. empfohlene Liniment besteht aus:
2nbsp; nbsp;Unzen Kali carbon, crud. 4 Unzen 01. Terebinth.
3nbsp; nbsp;Unzen Liq. ammon. caustic.
1 Schoppen (12 Unzen) Spir. vini von 10deg;; soll es verst�rkt * werden, so werden 2 Unzen Tinct. cantharid. hinzugesetzt.
�) Die w�rttb. Pharm. hat noch einen Liq. ammouiaci caustici concentratas von 0,872 spec. Gew. (24deg; B.): derselbe ist f�r die �usserliche Amrenduiifr zu stark.
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100
Liquor plumbi aceticl.
Um entz�ndliche Geschw�lste (z. B. der Dr�sen) zu zertheilen, wendet man das fl�chtige Liniment, Liniment um volatile, eine weiche, weisse seifenartige Verbindung von 1 Theil Salmiak�geist mit 4 Theilcn fettem Oel an. Die Londoner Pharmacop�e schreibt 1 Theil Salmiakgeist zu 2 Theilen Baum�l vor; die Kopen�hagener Mil.-Pharmacop�e dagegen hat das Verh�ltniss 1 zu 4 Theilen beibehalten; ebenso die franz�sische Pharmacop�e; die wiirttembergi^che Pharmacop�e hat 1 zu 3 angenommen. Dieses Liniment wird auch nicht selten mit der grauen Quecksilbersalbe gemischt oder auch blos Salmiakgeist zu letztgenannter Salbe verordnet.
Durch Zusatz von 1 Drachme Kamphor auf 1 Unze fl�ch�tigen Liniments erh�lt man das Linimentum volatile cam�phor at um, welches in Entz�ndungen dr�siger Theile, z. B. des Euters vorgezogen wird.
Formeln:
Nr. 1. R. Liq. ammon. caust. Unc. 1.
Alcohol vini Unc. 2. M. D. S. Auf zweimal, je in l1/., Pfund Wasser einzusch�tten. (Aufbl�hen des Rindviehs.)
Nr. 2. R. Tinct. rad. arnicae Unc. 4. �lei terebinth.
Liq. ammon. caust. ana Unc. 1. M. D. S. Zum Einreiben. (Bei rheumatischem Hinken.)
Liquor plumbi acetici.
35fcieffig. Acetum plumbi s. Uthargyri.
Acetum saturninum s. Extractum Saturai. Blei-Extract. Liquor plumbi acetici basici. Basisch essigsaures Blei, Drittelbasisches
essigsaures Blei. Liquor aoetatis tri-plumbici. Subacetas Plumbi liquidus Ph. Bav. FriTJis. Sous-acetate de ploinh, Extrait de saturne. Enyl. Solution of the diacotate of Lead. Goulard's Extract. Chemische Formel: Pb03 -j- A -j- Aq.
Es wird durch Digeriren einer w�sserigen Aufl�sung von essigsaurem Blei oder Bleizucker mit Bleioxyd bereitet. Die w�rt. Pharmacop�e gibt dazu folgende Vorschrift: 6 Unzen Bleizucker � und 4I/a Unzen feinst gepulverte Bleigl�tte werden gemischt und mit 14 Unzen destillirtem Wasser �bergossen, 3�4 Stunden unter �fterem Umsch�tteln digerirt und dann die Fl�ssigkeit abgegossen und filtrirt.
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Liquor plumln acetici.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 101
Der Bleiessig bildet eine klare, gelbgr�nliche Fl�ssigkeit, welche alcalisch reagirt, nach Essig riecht und einen siisslich-herben Geschmack hat; sein spec. Gewicht ist 1,300 (45deg; Beck). Er mischt sich in allen Verh�ltnissen mit Wasser und gibt mit kohlens�urehaltigem (Brunnen-) Wasser eine milch�hnliche Fl�ssig�keit, in welcher sich kohlensaures und schwefelsaures Blei nieder�schl�gt. Das trockene basisch essigsaure Blei besteht aus 1 Aeq. Essigs�ure und 3 Aeq. Bleioxyd.
Der Bleiessig wird von denselben Stoffen zersetzt wie der Bleizucker (s. diesen).
Man gebraucht den Bleiessig mit mehr oder weniger Wasser verd�nnt zu Umschl�gen bei rothlaufartigen, nach Verbrennung oder Verletzung ent�standenen Entz�ndungen, seltener bei AugenenU�ndungen (besonders mit Uleeration der Bindehaut, wo man den Zinkvilriol vorzieht); ferner bei Ex-coriationen, Quetsclungen u. s. w. Bei grosser Empfindlicbkeit pflegt man etwas Opiumtinctur teizuselzen.
Das gew�hnliche Bleiwasser, Aqua vegeto-mine raus Goulardi, besteht aus '/, Unze Bleiessig und 24 Unzen dest. Wasser (preuss. Pharmacop�e); oder aus 2 Dr. Bleiessig, eben soviel Weingeist und 20 Unzen dest. Wasser (Lond. Veterin�r-Pharmacop�e); die w�rttemb. Pharmacop�e schreibt Bleiessig und Weingeist, von jedem 2 Dr. auf 12 Unzen dest. Wasser vor. Bei so verschiedenen Angaben ist es vorzuziehen, die Verh�ltnisse nach Erforderniss anzuordnen und die Mischung selbst vorzunehmen.
Die Vorschrift zu der unter dem Namen Blei-Cerat (Ceratum saturni, s. Unguentum saturnin um) bekannten k�hlenden Salbe ist nach der Kopenhagener Pharmacop�e 1 Thell Bleizueker und 10 Theile Fett; nach der Londoner Pharmacop�e dagegen 1 Theil Bleiessig und 4 Theile Baum�l; nach der preuss. Pharmacop�e '/j Pfd. weisses Wachs, 2 Pfd. Baum�l. 3 Unzen Bleiessig und 6 Unzen Wasser. Die W�rttemberg. Pharmacop�e hat in demselben Verh�ltnisse eine Unze Bleiessig weniger, dagegen doppelt soviel Wasser. Das erstere Pr�parat ist das st�rkste. In der Thierheilkunde ist �brigens diese gerne ranzig werdende Salbe entbehrlich.
Der von Mari age gegen Hufflsteln empfohlene Villa te'sche Liquor besteht aus 2 Unzen Zinkvitriol, 2 Unzen Kupfervitriol, in 2 Pfd. (32 Unzen) Essig aufgel�st und 4 Unzen Bleiessig hinzu gegossen; es findet eine theilweise Zersetzung mit Niederschlag von schwefelsaurem Blei statt.
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Liquor stibii muriatici.
Liquor s(ibii muriatici.
�Sofjraure SpicsijCauj^uffofung.
Antimouium obloratum liquidum. Ph. Wtb.
Liquor cliloieti stibii. Splosglauztlilorid.
Butyrum antimonii. Spicsglanzbiittcr. Chlorantimon.
Sesqui-Chloridum Antimonii. M�rlas Oxyduli Stibii liquidus. Ph. Bavar.
Franz. Protoclilorure dAntimoiue, Beurre d'aDtimoine.
Engl. Sesquichloride of Antimony, Oil or Butyr of Antimony.
Chemische Formel: SbCU'/,.
Die Bereitung der Spiesglanzbutter wird verschieden ange�geben, z.B. Kochen von grauem Spiesglanz-Oxyd mit Salzs�ure; Destillation von 1 Theil Schwd'elspiesglanz (Antimon, crud.) mit 3 Theilen Quecksilberchlorid (Quecksilber-Sublimat); oder Destil�lation von 1 Theil conc. Schwefels�ure, 2 Theilen verknistertein Kochsalz und 1 Theil Crocus antimonii; Kochen von 20 Theilen Schwefelspiesglanz mit 100 Theilen Salzs�ure und 1 Theil Salpeter�s�ure, und nachher Abliltriren des unzersetzt gebliebenen Spies-glanzes.
Beines Chlorantimon ist eine dicke, butterartige Substanz, welche in der W�rme schmilzt und begierig Wasser aus der Luft anzieht; es soll aus 1 Aeq. Spiesglanz und l1/., Aeq. Chlor be�stehen; die k�ufliche Spiesglanzbutter enth�lt aber meist freie Salz�s�ure, Wasser und ist durch Eisen gelb oder r�thlich gef�rbt. Sie stellt eine dickliche, gelbliche, an der Luft weisse D�mpfe bildende, sehr saure und �tzende Fl�ssigkeit dar, welche durch Zusatz von Wasser zersetzt wird, indem ein weisses Pulver sich pr�eipitirt (Fulvis Algarothi). Sie muss in Gl�sern mit Glasst�p�seln aufbewahrt werden. Das spec. Gewicht variirt von 1,34 bis zu 1,40 (44�49deg; B.)
Das Clilorantimoii wird blos �usser�ch, als Aetzmittel, angewendet: es wirkt nicht in die Tiefe, weil es bei der Ber�hrung mit den organischen Theilen durch ihr Wasser, welches es anzieht, verd�nnt und zersetzt wird; die Stellen, welche es �tzt, werden sogleich weiss, der sp�ter entstehende Schorf hat eine gelbgraue Farbe. Unter den ��ssigen Aetzmitteln wird Ihm von den Thier�rzten der Vorzug gegeben, insbesondere bei Geschw�ren und Fisteln am Huf der Pferde oder den Klauen des Rindes und der Schafe, bei der b�sartigen Klauenseuche der letztern, im Strahlkrebs, zur Zerst��rung von Wunden, die durch Contagien (z. B. Hundswutb) verunreinigt sind, von Warzen u. dgl. an. Zur Auftragung der Spiesglanzbutter bedient man sich meist eines kleinen Wergb�uschchen oder einer Federfahne, mittelst welcher man das Aetzmittel auf den zuvor abgetrockneten Theil bringt.
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Magnesia sulphurica.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;103
Magnesia sulphurica.
.SdjiDefeffaure irttffi= ober Sittei'frbc.
Sal amarum. Bittersalz.
Sal anglicura, Sedlizcnce, Epsomense. Englisch-, Scrtiitz.ei'- oi\n Epsoin-Salz.
Sal catharticum.
Sulphas magnesiae Ph. Bavar.
Franz. Sulfate de magnesie. Sei d'Epsom. de Sedlitz. d'Egra. Sei
catliartique amer. Engt. Sulphate of Magnesia. Epsom salt. Chemische Formel: MgO -|- SO3 4- 7HO.
Das bei uns im Handel vorkommende Bittersalz wird aus B�hmen erhalten. wo es einen Bestandtheil mehrerer Mineralwasser (Seidsch�tz, Seidlitz, Pillna) ausmacht. Ebenso wird es in Eng�land aus dem Epsomer Wasser erhalten; auch kann es aus der Mutterlauge der Seesalz-Siedereien als Nebenprodukt bereitet wer�den, da das Meerwasser Bittersalz enth�lt; letztere Sorte wird jedoch an der Luft gerne feucht von einem Antheil salzsaurer Bittererde.
Das Bittersalz bildet kleine, spiesige, weissgl�nzende Crystalle (seltener 4 und 6seitige Prismen), welche 51�54 Proc. Crystali-wasser enthalten und an der Luft mehlig werden; es schmeckt salzig und bitter, kaltes Wasser l�st die H�lfte, siedendes dreimal sein Gewicht auf; in Alkohol ist es unl�slich.
Es kann mit klein krystallisirtem Glaubersalz verf�lscht wer�den; dies l�sst sich durch den Geschmack und durch chemische Untersuchung auf seinen Gehalt an Bittererde nachweisen. Die Bittererde wird aus der Aufl�sung des Salzes in Wasser durch Zusatz von kohlensaurer Kali-Aufl�sung als ein feiner weisser Nie�derschlag (kohlensaure Magnesia, Magnesia alba) ausgeschieden.
Die Zusammensetzung des Bittersalzes ist 1 At. Bittererde, 1 At. Schwefels�ure und 7 At. Wasser. Spec. Gew. 1,67. Es ist weder mit reinen und kohlensauren Alealien, noch mit Salpeter, Salmiak, mit Kalk-, Baryt- und Blei-Salzen zusammenzumischen.
Das Bittersalz wirkt kiililenri, entz�ndungswidrig, abf�lirend; es passt besonders in Verbindung mit schleimigen Mitteln bei Entz�ndung der Scblelmhaut des Darmcanals, nach heftigen Coliken, als Corrigens zu Aloe und Croton, bei Anschoppungen im Darme (mit bittern und gew�rzhaften PflanzensloITen), bei Anschwellung der Gekr�sdr�sen junger Thiere; ferner anstatt des Glaubersalzes, wenn etwa das Bittersalz wohlfeiler w�re (wie in der N�he der Bereitungs-Orte); gegen Bleivergiftung gibt man ihm den Vorzug vor den andern schwefelsauren Salzen.
Die Dosis ist f�r die gr�ssern Hausthiere 3 � 4 Unzen, t�glich 2 � 3 mal; um abzur�hren bedarf man 1 � 1 Va Pfund. Man gibt es theils auf
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Manganum hyperoxydatum uativum.
dem Futter (Kleie), theils als Latwerge mit Leinsamen u. dgl. oder (bei Rindvieh) als Aud�sung in einer schleimigen Abkochung.
Formeln:
Nr. 1. R. Magnesiae sulphur. Unc. 3.
Infus. flor. chamom. Unc. 12. M. D. S. Trank. (Bei entz�ndlicher Colik der Pferde.)
Nr. 2. R. Salis amari Unc. 8.
Pulveris sem. lini. Unc. 2. M. D. in duplo. S. Je mit 2 Pfd. lauem Wasser einzusch�tten. (Abf�h�rendes Mittel f�r Rindvieh.)
Mangaiuira hyperoxydalum nativum.
35rauii|lein.
Manganum oxydatum. Maugausupcruxyd. Brauusleio-Ueberoxyd.
Oxydum maugani nigrum.
Magnesia vitriariorum.
Franz. Peroxyde de manganese, Magnesie noire.
Enyl. Manganese, Native peroxyde of manganese.
Chemische Formel: MnO2.
Das im Handel vorkommende Braunsteinerz ist stahlgrau, graubraun oder schwarz, theilweise in gl�nzenden Nadeln krystal-lisirt, schwer, hart und meist mit Flussspath, Quarz, Manganoxydul�hydrat, Eisenoxydhydrat u. s. w. gemengt. Das Pulver ist schwarz. (Das Pulver des nat�rlich vorkommenden Manganoxydulhydrats ist rothbraun.) Spec. Gewicht: 3,7.
Das Manganhyperoxyd besteht aus 345,9 Theilen Mangan-Metall und 200 Theilen Sauerstoff; es wird nicht wohl verf�lscht.
Man wendet das Braunsteinpulver innerlich als ein die Verdauungs-organe st�rkendes, die Th�tigkeit des Lymphsystems und der Haut ver�mehrendes Mittel vorzugsweise bei Pferden an (z. �. in veralteter Druse, Rotz, Hauiwurm, chronischen Hautausschl�gen). Man gibt '/.21 Unze pro dosi meist in Verbindung mit bittern und aromatischen Pllanzenstoffen. in Latwerge- oder Pillenform.
Aeusserlich streut man das Pulver auf unreine Geschw�re, oder mischt dasselbe mit 3 � 4 Theilen Fett und reibt die Salbe auf hartn�ckige trockene Hautausschl�ge (Flechten. R�ude, Maulgrind u. s. w.) ein.
Der Braunstein muss sowohl zum Innern als �usserlichen Ge�brauch sehr fein gepulvert sein.
Chlor-R�ucherungen. Die nach Guyton-Morveau genannten oxydirt-salzsauren R�ucherungen, zur Desinfection der
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Mel crudum.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;105
St�lle, worin Thiere rait ansteckenden Krankheiten sich befanden, werden aus Braunstein, Kochsalz u. s. w. auf folgende Weise ge�macht. Man mengt gepulverten Braunstein 1 Theil mit Kochsalz 3 Theile (nach der Wtb. Ph. gleiche Theile), thut das Gemenge in einen Scherben von gebrannter Erde, der auf eine Sch�ssel mit gl�henden Kohlen gestellt wird; hierauf giesst man eine Mischung von 1 Theil conc. Schwefels�ure und ebensoviel Wasser hinzu, und l�sst die entstehenden Chlord�mpfe in dem verschlossenen Stalle 12�24 Stunden sich sammeln, worauf man denselben wie�der �ffnet und frische Luft einstr�men l�sst. Wenn man keine Hitze anwendet, entwickelt sich das Gas langsamer.
Wo etwa die R�ucherung neben lebenden Thieren in dem Stalle vorgenommen werden wollte, muss die Entwicklung des Gases in weit geringerem Grade vor sich gehen, da dasselbe auf die Lungen nachtheilig wirkt. Statt der R�ucherungen mit Braun�stein, Kochsalz und Schwefels�ure kann man auch Chlorkalk und eine S�ure oder ein saures Salz nehmen (s. bei Chlorkalk).
Zur K�ucherung eines Stalles von etwa 4 Pferdest�nden ist Va Unze Braunstein, 1 ll.i Unze Kochsalz, nebst 1 Unze Schwefel�s�ure mit ebensoviel Wasser verd�nnt, erforderlich.
Mel cruduni.
.Koljer ^oing.
Frans. Miel jaune. Engl. Honey.
Eine zuckerartige, von den Bienen aus den Nectarien der Blumen gesammelte und in den Wachs-Zellen niedergelegte, dick�fl�ssige oder k�rnige Substanz, von weisslicher, gelber oder r�th-licher Farbe, eigenth�mlichem Geruch und sehr silssem (nach den Blumen, aus denen der Honig gesammelt worden, etwas verschie�denem) Geselnnack. Der Honig ist im Wasser aufl�slich und be�steht aus einem krystallisirbaren (dem Traubenzucker �hnlichen) und einem nicht krystallisirbaren, dem Syrup �hnlichen Zucker, ferner aus Wachs, Schleim, freier S�ure und gelbem Farbstoff.
Der weisse, von selbst aus den Honigwaben abfliessende Honig (Jungfernhonig) ist reiner als der gelbe, welcher mit An�wendung von W�rme durch Auspressen erhalten wird; letztere Sorte ist jedoch ihres geringeren Preises wegen in der Thierheilkunde am gebr�uchlichsten.
Alter, in G�hrung �bergegangener Honig, welcher sauer oder stechend riecht, solcher der mit Wasser verd�nnt, oder im Gegen-theil mit Mehl verdickt ist, taugt nicht.
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Natrum carbonicum.
Man schreibt dem Honig eine aufl�sende Wirkung, besonders bei Rei�zung der Respirations-Scbleimhaut, ferner enveicbende, n�hrende und in grossen Gaben gelinde abf�hrende Eigenschaften zu; allein er ist mehr als ein formgebendes Mittel f�r die Latwergen, Bissen u. s. w. zu betrachten, das zwar seit den �ltesten Zeiten in der Thierheilkunde gebr�uchlich, den�noch durch wohlfeilere Mittel z. B. Mehl, Leinsamen, Eibischwurzel u. dgl. gut zu ersetzen ist. Insbesondere k�nnte, da wo Zuckerraffinerien oder Runkelr�benzuckerfabriken sind, der �usserst wohlfeile Syrup an seine Stelle treten.
Bei sehr w�hligen, insbesondere jungen Thieren, denen man die Arz�neien angenehm machen, oder wobei man nebenher den Schleimauswurf aus den Bronchien bef�rdern will, mag der Honig noch gestattet sein, ausser-dem aber vertheuert er die Arzneien der Thiere auf eine nicht zu rechtfer�tigende Weise.
Aeusserlich wendet man den Honig als Zusatz zu erweichenden und entz�ndungswidrigen Ausspritzungen z. B. des Mauls in der Maulseuche , bei Br�une u. dgl. an; in Wunden bef�rdert er die Eiterung und ist ein Bestand-theil mancher Digestiv-Salben.
I
Xatrum carbonicum.
Di'oOfenfoures Dlatrcm.
Aleali minerale s. Sal
sodae
Minrnil'AIciili, Soda.
Sal alcali minerale.
Carbonas natricus.
Subcarbonas Sodae Pli. Bavar.
Franz. Carbonate de soude.
�71171. Carbonate of Soda.
Chemische Formel: KaO -j- CO'-'-p 10HO.
Das kohlensaure Natrum wird jetzt meist aus Kochsalz oder Glaubersalz bereitet; fr�her wurde es durch Verbrennen von Strand-Pflanzen, Auslaugen u. s. w. dargestellt; auch kommt es in einigen L�ndern in der Erde und den Seen vor. Durch Aufl�sen und Krystalllsation wird die Soda gereinigt und stellt farblose, durch�sichtige Massen oder rhombische Krystalle dar, welche in trockener Luft verwittern; ihr Geschmack ist laugenhaft, jedoch milder als der des Kali; die Aufl�slichkcit in Wasser sehr gross. Die Be-standtheile des kohlensauren Natron sind 21,8 Natron, 15,4 Koh�lens�ure und 62,8 quot;Wasser. Spec. Gewicht 1,36.
Das k�ufliche krystallisirte Natron ist weit weniger mit andern Salzen u. s. w. verunreinigt als die k�ufliche Pottasche; es ist �berdies wohlfeiler (n�chst dem Kochsalz das wohlfeiste Salz).
Man wendet das kohlensaure Natron als s�uretilgendes und aufl�sendes, derPlaslicit�t entgegenwirkendes Mittel, �hnlich wie das Kali carbonic, an;
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Nat rum sulplinricum.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 107
da es aber milder ist und viel Wasser enth�lt, muss es in gr�sseren Gaben gereicht werden, z. B. f�r die grftsseren Hausthiere zu V.� 1 Unze pro dosl. Die hier gebr�uchliche Mischung gegen das Gerinnen der Milch bei K�hen, besteht ausNatrum carbonic, Sem. foeniculi und Bate, juniper; und wird (trocken) mit entschiedenem Erfolg gereicht.
Natrum sulphuriciim. Scfpefetfaures 3Tatron.
Sal mirabile Glauben. Glaubersalz.
Sal Friederici. Pricdriclissalz (von der Saline Friedrichshall in Sachsen).
Franz. Sulfate de soude. Sei admirable de Glauber.
Engl. Sulphate of soda. Glaubers Salt.
Chemische Formel: NaO SO3 10HO.
Das schwefelsaure Nation wird bei der Bereitung der Salz�s�ure (aus Kochsalz und Schwefels�ure) als R�ckstand erhalten (in England bei der Bereitung des Salmiaks aus schwefelsaurem Am�monium, in Schweden aus der Mutterlauge der Eisenvitriol-Fabri�kation). Es krystallisirt in sechsseitigen oder rhombischen, grossen, durchsichtigen Prismen, welche an der Luft bis auf 55 Proc. ihres Crystallisationswassers verlieren, und dadurch in ein weisses, meh�liges Pulver zerfallen. Der Geschmack ist k�hlend, salzig und bitter; die Aufl�slichkeit des Salzes ist sehr gross; 100 Theile Wasser von 18deg; l�sen -18 Theile, bei 25deg; 100 Theile und bei 32deg; 270 Theile Salz auf. Es ist ein neutrales Salz und besteht aus 1 At. Schwefels�ure und 1 At, Nation. Spec. Gewicht 1,360.
Das schwefelsaure Natron vertr�gt sich nicht mit Kalk-, Baryt-und Bleisalzen, kohlensaurem Kali.
Bei der grossen Wohlfeilheit dieses Salzes ist eine absicht�liche Verf�lschung desselben kaum denkbar; dagegen kann es, je nach seinem Ursprung mit Kochsalz, Gyps oder Salmiak ver�unreinigt sein.
Die Anwendung des Glaubersalzes ist sowohl in di�tetischer als cura-tiver Hinsicht sehr verbreitet. Pferden, welche bei starker Arbeit sehr grosse Haber-Rationen erhalten, oder solchen, die bei massiger F�tterung zu viel Ruhe haben, gibt man h�ullg in der Woche I � 2mal '/4 � '/j pftl-Glaubersalz auf Kleienfutter, um Anschoppungen des Rauhfutters vorzubeu�gen. Wo solche bereils vorhanden sind, reicht man diese Gabe des Tages 3mal und unterst�tzt ihre Wirkung durch Klystire. Ausserdem wird das schwefelsaure Natron als k�hlendes, entz�ndungswidriges und abf�hrendes Mittel, theils f�r sich, theils in Verbindung mit andern (als adjuvans oder
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Nux Tomica.
corrigens) gebraucht. F�r das Rindvieh ist dasselbe in der Dosis von ,/i � 1 Pfund (in einem schleimigen Decoct aufgel�st) ein gew�hnliches Ab-l�hrungsniittel; t�r Schafe und Schweine zu 2 � 4 Unzen.
Es ist beim Einsch�tten von Glaubersalzaufl�sungen zu ber�ck�sichtigen, dass dieses Salz durch sein Zerfliessen viel W�rme ab-sorbirt, wodurch die Aufl�sung eine sehr niedere Temperatur be�kommen kann (z. B. 3 Unzen Glaubersalz erk�lten 15 Unzen Kamillen-Infusum von 50quot; R. auf 35deg;).
Aus diesem Grunde kann man auch das Glaubersalz �usser-lich zu k�hlenden Umschl�gen verwenden.
Von dem durch Austrocknen seines Crystallwassers beraubten Salze, Natrum sulphuricura siccatum, bedarf man bei der innerlichen Anwendung einer um die H�lfte geringern Dosis, als von dem krystallisirten Salze; die Aufl�sung des getrockneten Sal�zes in Wasser ist mit Erw�rmung verbunden.
Formeln: Nr. 1. R. Natri sulphuric. Unc. 4.
Rad. gentian, pulv. Unc. ,/i. M. Dent. tal. dos. quatuor. S. T�glich 3 Gaben auf Kleienfutter zu geben. (Bei Indigestion der Pferde.)
Nr. 2. R. Natri sulphuric. Unc. 3.
Infus. flor. chamom. et rad. gentian. Unc. 12. M. D. S. Alle Vjj � 1 Stunde eine solche Gabe. (Bei Ueberf�tterungs-Colik).
Nux vomica.
Jiredjmi�. JKrnljeuaugeu.
Franz. Noix -vomique, Grains de Yomiguier., Knc/l. Nux vomica.
Die Brechn�sse sind die Samen eines in Ostindien einheimi�schen Strauches oder Baumes, Strychnos Nux vomica (Cl. Pen-tendria Monogynia, Farn. Contortae, Ord. Strychneae) und liegen zu 3�5 in dem fleischigen Mark der pomeranzen�hnlichen Frucht desselben.
Die Brechnuss ist scheiben�hnlich, hat etwa 8/4 Zoll Breite und 1�l1/., Linien Dicke, der Rand ist etwas dicker als �ie ein�gedr�ckte Mitte des Samens, ihre Farbe ist gelblich grau, gl�n�zend, die Substanz sehr hart und hornartig z�he, fast geruchlos, aber sehr stark bitter schmeckend.
#9632; ii
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Nui vomlca.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 109
Die Bestandtheile der Brechnuss sind: igasursaures Strychnin und Brucin; gelber Farbstoff, butterartiges Oel, Wachs, Gummi, St�rkmehl, Bassorin und Pflanzenfaser. Die Wirksamkeit der Brech�nuss r�hrt von dem Gehalt an Strychnin (0,4 Proc.) und Bmcin her. Ersteres wird mittelst Weingeist ausgezogen, und durch ein zusammengesetztes Verfahren von den �brigen Bestandtheilen ge�trennt. Das reine Strychnin bildet ein weisses, In Prismen kry-stallisirendes Alcaloid, welches mit Schwefels�ure, Salzs�ure u. s. w. leicht aufl�sliche Salze darstellt.
Die Brechn�sse sind wegen ihrer Z�higkeit schwer zu pulve-risiren, sie kommen daher auch gemahlen oder geraspelt im Handel vor; dieses Pulver ist aber leicht zu verf�lscben, z. B. mit Lein�samen-Mehl u. dgl., daher es, wo solche Besorgniss vorliegt, vor�zuziehen ist, die ganzen Samen selbst zu raspeln, wodurch man ein leichtes, hellbr�unliches Pulver erh�lt. Gute Brechnuss wird durch concentrirte Salpeters�ure stark roth gef�rbt.
Die Wirkung der Nux vomica ist liauptsaclilieli auf die Bewegungs�nerven (R�ckenmark) genehtet. deren verminderte oder ganz aufgehobene Th�tigkeit (L�hmung oder l�hmungsartige Schw�che) sie wieder erhebt. Sie passt jedoch nur f�r rein nerv�se L�hmungen und nicht bei Entz�ndung, Fieber und Vollbl�tigkeit. Nebenbei wirkt die Brechnuss auf den Verdau-ungs-Canal verstopfend oder gegen den Durchfall, und bei Fleischfressern brechenerregend.
Man wendet gew�hnlich das Pulver entweder f�r sich oder mit einem IndilTerenten Bindemittel (In Pillenform) oder in Verbindung mit Neutral�salzen an, um seiner verstopfenden Wirkung entgegen zu wirken, oder endlich mit Reizmitteln wie Ammonium, Kamphor, Weingeist u. s. w. In fl�ssiger Form (als Decoct) tritt die Wirkung schneller ein und ist weit heftiger. Die Dosis f�r Pferde ist von t/2 Drachme (In Pillenform) steigend bis zu 4 �6 Drachmen und selbst dar�ber. Die Wirkung zeigt sich durch Zuckungen, welche electrischen St�ssen �hnlich sind. F.s Ist wohl zu be�merken, dass eine zu grosse Gabe leicht t�dtlich wirkt, und dass selbst auf massige Gaben, welche das fhier scheinbar ohne Wirkung genommen hatte, unerwartet ein allzu heftiger Elfect, ja selbst der Tod eintreten kann. Dies r�hrt theils von der Verschiedenheit der Qualit�t des Mittels, theils von dem Zustande des Magens (ob leer oder nicht), endlich von der Anh�ufung des Mittels im K�rper her. Die Anwendung der Brechnuss ge�gen die paralytisthe Form des Kalbeflebers Ist nicht anzuempfehlen: eben�sowenig als Wurmmittel oder �usserlich gegen Ungeziefer.
Das Strychnin ist zu theuer T�r die Anwendung bei gr�ssern Haus-thleren, Pferden k�nnte es zu 1�3 Gran gegeben werden? bei Hunden ist es gegen Kr�mpfe, Zuckungen (nach der Staupe), L�hmung zu '/s�l/i^T-(mit Zucker oder Amylum) n�tzlich gewesen.
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no
Oleum animale empyreumaticum.
Formeln:
Nr. 1. R. Nuc. vomic. pulv. Dr. 4�8�12. Rad. althaeae pulv. Unc. 2. Aq. fontan. q. s. Fiant pill. 4. D. S. Morgens und Abends 1 Pille nach dem Futter zu geben. (Bei Kreuzlahme der Pferde).
Nr. 2. R. Extr. nucis vomicae.
Camphorae subactae ana Dr. 1. Bacc. juniperi cont. Unc. 1. M. f. s. q. farin. et aq. elect, molle. Dent. tal. dos. Nr. 2. S. Zwei Gaben des Tages. (In Paralyse. Hayne.)
Oleum auimale empyreumaticum (crutlum).
Etjimfdjc-s .quot;Braub�f.
Oleum Comu Cervi foetidum. Stinkendes Ilirsehharn-Orl.
Oleum pyro-animale. Brcnzlithcs Tliicr�l.
Oleum pyrogenium animale.
Franz. Halle empyreumatique non rectitle, Huile pyrozoonique, pyrogenKe.
Engl. Hartsliovn Oil.
Man erh�lt das stinkende Thier�l als Nebenprodukt bei der Salmiakfabrikation; fr�her wurde es durch trockene Destillation thierischer Substanzen, und namentlich aus geraspeltem Horn oder Hirschhorn bereitet. Es stellt eine braunschwarze, undurchsichtige, dickfl�ssige, scharf und bitter schmeckende und stinkende Fl�ssigkeit dar, welche etwas schwerer als Wasser ist, sich schwer mit dem�selben, dagegen mit Weingeist, Aether und fetten Oelen mischt. Es enth�lt Ammoniak-Verbindungen mit Kreosot, Blaus�ure, Essig�s�ure, Kohlens�ure, ferner Eupion, Paraffin, Picamar n. s. w. Spec. Gewicht 0,99 (das schwerere ist nach der W. Ph. verwerflich).
Das gereinigte brenzliche Thier�l, Oleum animale aethereum s. Dippelii, ist heller von Farbe, sehr d�nnfl�ssig und fl�chtig; durch die Einwirkung der Luft und des Lichts wird es allm�hlich wieder braun und verdickt; es ist in der Thierheil-kunde entbehrlich.
Der Preis des rohen, stinkenden Hirschhorn�ls ist so niedrig, dass es nicht wohl der Verf�lschung ausgesetzt ist, h�chstens k�nnte demselben fl�ssiger Theer (Pix liquida) beigemischt sein.
Der �ble Geruch und Geschmack des Hirschliorn�ls macht dasselbe zu einem Eckel erregenden Mittel; ausserdem wirkt es erregend auf dasNerven-und Gef�sssystem. (Vgl. Ammonium carbon, pyro-oleosuin und 01. petrae nlgr.) Insbesondere wird es als ein die im Innern und auf der Haut der
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Oleum animale empyreumaticum.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Ill
Thiere lebenden Parasilen t�dtendes Mittel benutzt. Als Wurmmittel be�sonders gegen die Bandw�rmer und Pallisademv�rmer der Pferde, ist es von Cbabert empfohlen worden, welcher jedoch das mit I�3 Theilen Terpentin�l gemischte und hernach reclificirte Thier�l anwendete (Huile empyreumatlque de Chabert); dieses ist weniger dunkel, d�nner and nicht so sehr �belriechend, als das gew�hnliche Hirschhorn�l; es wird wie dieses, in der Dosis von l/.i�l L'nze den gr�ssern Hausthicren in einem aromatischen Pllanzen-lnfusiim oder in Pillenform (mit Leinsamen u. dgl), �fters auch mit Zusatz von einigen Drachmen Aloe gegeben.
Aeusserlich dient das Hirschhorn�l zum Bestreichen wunder Stellen, um Insecten abzuhalten. Man kann L�use , Zecken, Oeslruslarven in den Nebenh�hlen der Nase bei Schafen u. s. w. damit t�dten. Am meisten wird es gegen die R�ude der Schafe, um die Milben zu t�dten, ben�tzt.
Balneum empyreumaticum Walzii. Die Walz'schc Br�he ist eine seifen�hnliche Aufiosung, aus kaustischem Kali, Hirschhorn�l und Theer bereitet. Nach seiner Vorschrift werden 4 Theile frischgebrannten Kalks allm�hlich abgel�scht (wobei sich derselbe erhitzt und zu Pulver zerf�llt) sodann durch Zusatz von mehr Wasser zu einem Brei gemacht, in welchen man 5 Theile Pottasche einr�hrt; nach geh�riger Mischung werden allm�hlich 6 Theile Hirschhorn�l und 3 Theile fl�ssiger Theer unter best�n�digem Umr�hren hinzugemischt und die erhaltene breiartige Masse nach und nach mit 200 Theilen (durch ein Tuch geseihte) Mist�jauche und 800 Theile Wasser verd�nnt. Man rechnet von dieser Br�he 2 Pfund auf ein geschornes Schaf, auf ungeschorne dagegen nach Maasgabe des Wollwuchses mehr. Durch geringern Zusatz von Wasser l�sst sich diese Br�he beliebig verst�rken, wenn es erforderlich sein sollte. Ein Zusatz von Schwefel (nach Wal-dinger) oder von Quecksilbersublimat ist unn�thig. Formeln f�r die innerliche Anwendung: Nr. 1. R. 01. C. C. foetid. Unc. 1. Aloes hepatic. Unc. 1.
Farin. s. lini q. s. Fiant pill. tres. D. S. In einem Tage zu geben. (Wurmmittel f�r Pferde.) Nr. 2. R. 01. ricini Unc. '/.,.
01. C. C. foetid.'gutt. 10�15. M. D. S. Auf einmal. (Wurmmittel f�r einen Hund mittl. Grosse.) Nr. 3. R. Camphorae.
01. terebinth, ana Dr. 2.
01. C. C. foetid. Unc. %.
Rad. valerian, pulv.
Flor, chamom. pulv. ana Unc. 1. M. D. S. Mit
Mehl und Wasser zur Latwerge gemacht. (Im
Nervenfieber der Pferde. Wal ding er.)
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Oleum Jnnlperi.
Oleum juniperi.
lUacfjOofftcr�eer�C
Oleum juniperi e baccis. (Zum Unterschiede von dem fr�her ebenfalls
gebr�uchlichen Oleum juniperi e ligno.) Franz, Essence, de geuievre. Engl. Oil of juniper.
Man bereitet das Wacliholderbeer�l durch Destillation der bekannten Beeren (s. Baccae juniperi) mit Wasser; das speeifisch leichtere Oel (Gewicht 0,85�0,87) schwimmt oben und wird auf mechanische Weise abgeschieden. Frisch bereitet ist es d�nnfl�ssig und beinahe farblos; sp�ter wird es gelblich und durch den Zu�tritt der Luft dickfl�ssig, zuletzt harzig: es besitzt den eigenth�m-lichen gew�rzhaften Geruch der Beeren und einen scharf-bitter�lichen Geschmack.
Der Gehalt der Beeren an �therischem Oel ist gering, n�m�lich nur 1 Procent; unreife Beeren sollen nach Kecluz mehr da�von enthalten, als die reifen, in welchen ein Theil des Oels in Balsam und Harz umgewandelt sei.
Das gew�hnlich im Handel vorkommende Wacliholderbeer�l ist nicht rein, sondern mit mehr oder weniger Terpentin�l verf�lscht.
Die Anwendung des Wachliolderbeerols ist haupts�chlich als harntrei�bendes Mittel in ganz �hnlicher Weise wie beim Terpentin�l (s. d.) nach gebrochener oder bei g�nzlich mangelnder Entz�ndung; man kann, wenn das'fhier schon l�ngere Zeit Terpentin�l bekommen und sich an dessen Reiz gew�hnt hatte, mit dem Wacliholderbeer�l abwechseln. Dosis 1�2 Drach�men, inPillenform mit unterst�tzenden und schleimigen Substanzen, selten mit Salmiak oder Spiesglanzpr�paraten.
Zum �usserlichen Gebrauche, als Einreibung auf �demat�se Anschwellungen, indolente Geschw�lste, bei veralteten Rheumatismen, Verstauchungen u. s. w. Ist das wohlfeilere Terpentin�l vorzuziehen.
Oleum Jaurinum expressum.
CorGccr�f.
Oleumnbsp; lauri. Loor�l.
Oleumnbsp; laurinum unguinosum.
Franz.nbsp; Huile de laurier.
Engl.nbsp; nbsp; I.aurel-oil.
Der Lorbeerbaum, Laurus nobilis L. (Cl. Eneandria Mono-gynia, Fam. Laurineac) ist ein im s�dlichen Frankreich, Italien, Spanien einheimischer, theils 20�30 Fuss hoher, theils Strauch-
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Oleum laurinum expressum.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;113
artiger Baum, mit immergr�nen, gl�nzenden, lederartigen Bl�ttern. Die Beeren sind rundlich, frisch schw�rzlichblau, getrocknet dunkel�braun und runzlich und bestehen aus der Schaaie (Oberhaut und Fleisch) und dem �ligen kaffeebohnen�hnlichen Kerne. Ihr Geruch ist eigenth�mlich, gew�rzhaft, der Geschmack bitter aromatisch. Die Beeren, Baccae lauri, sind fr�her in der Thierheilkundc h�ufig innerlich als Uterinum angewendet worden. Sie enthalten 0,8 �therisches und 12,8 fettes gr�nes Oel, 1,0 Lorbeerkamphor,
7.1nbsp; Talg, 1,6 Harz, 25,9 St�rkmehl, 17,5 Gummi, C,4 Bassorin,
8.2nbsp; nbsp; Feuchtigkeit, Salze und Schleimzucker, 18,8 Pflanzenfaser. Man bereitet das Lorbeer�l in dem Vaterlande des Baumes,
indem man die frischen Beeren in einem steinernen M�rser zer�stampft und den Brei vor dem Pressen einer gelinden W�rme aus�setzt; oder indem man die zerstossenen Beeren mit Wasser mischt, und eine Viertelstunde lang kochen l�sst; das Pressen geschieht zwischen verzinnten Eisenplatten, welche in siedendem Wasser er�hitzt worden sind. Beim Erkalten trennt sich das Oel und schwimmt oben, es wird abgesondert, bei gelinder W�rme geschmolzen und mittelst Durchseihen von fremden Theilen gereinigt.
Das Lorbeer�l ist ein Geraisch von fettem und �therischem Oel, beider gew�hnlichen Temperatur salben�hnlich, k�rnig, von gelbgr�ner Farbe, angenehmem, eigenth�mlichera Geruch und bitter�lichem , �therischem Geschmack. Es zerfliesst schon in der Hand�w�rme , mischt sich mit andern fetten und �therischen Oelen, l�st sich in Weingeist nur wenig, in Aether aber v�llig auf. Spec. Gewicht 0,937.
Es soll mit gr�ngef�rbtem Schmalz, gepulverten Lorbeeren u. dgl. verf�lscht werden; dies kann durch Untersuchung mit Aether und mit Ammoniak erkannt werden, welch' letztere keine Farbe-Ver�nderung hervorbringen darf.
Man wendet das Lorbeer�l blos�usserlicli als gelind reizendes, zer-the�endes .Mittel, entweder allein oder in Verbindung mit Quecksilber-Salbe, Salmiakgeist, Terpentin�l, seltener mit Canthariden oder Sublimat an. Zur Verd�nnung der gew�hnlichen Cantharidensalbe ist es zweckin�ssig, auch bei flechtenartigen Hautausschl�gen als gelindes Reizmittel brauchbar; gegen Ungeziefer aber leistet es weniger als die andern gebr�uchliclien Mittel (z. B. Quecksilber-Salbe, Hirschhorn�l).
Formeln:
Nr, 1. R. Olei laurini Unc. 2.
Camphorae trit. Dr. 1.
Liq. ammonii caustic. Dr. 2. M. Einreibung, auf
Z ellgewebs Verh�rtungen.
Horing, Arzneimittel. 2. Aufl.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;8
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114nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Oleum olivarum.
Nr. 2. Delafond gibt folgende Vorschrift als Li nim en turn excitans-resolvens:
R. 01. lauri expr. Unc. 4. 01. lavandul. Unc. 3.
Camphorae Dr. 2. M. Statt des bei uns theuren Lavendel�ls k�nnte Terpentin�l genommen werden.
Oleum olivarum.
JJaum�f. Mnen�f.
Franz. Huile d'olive. Engt. Olive Oil.
Der Oelbaum, Olea europaea L. (Cl. Diandria Monogynia, Fam. Jasmineae) ist im s�dlichen Europa und Orient einheimisch und wird in verschiedenen Variet�ten angebaut. Seine Fr�chte sind pflaumen�hnlich, l�nglich rund, in der Grosse eines Tauben-Eies, von hell- oder dunkelgr�ner, oder rothschw�rzlicher Farbe; sie enthalten unter der Oberhaut ein herbschmeckendes Fleisch, welches eine harte, gefurchte Nuss umgibt, in welchem ein �liger, weisser Kern eingeschlossen ist. Das fette Oel ist in dem Fleische der reifen Fr�chte enthalten.
Man erh�lt das Baum�l, indem man die Fr�chte zwischen M�hlsteinen zerquetscht, so jedoch, dass die Nuss nicht gebrochen wird; man presst sie hierauf gelinde in einem Sacke und bekommt hiedurch die feinere Sorte des Baum�ls. Der R�ckstand wird einer Art G�hrung �berlassen, ausgekocht und aufs Neue stark gepresst; dies gibt die ordin�ren Sorten des Baum�les, welche zum Theil blos zur Seifebereitung verwendet werden. Das erstere (sogen. Provencer�l) ist blassgelb oder gr�nlichgelb, von mildem Gesehmack und fast geruchlos; das ordin�re Oel ist dunkel gr�nlichgelb oder br�unlichgelb, von etwas ranzigem Geruch und Geschmack.
Das Baum�l gesteht bei einigen Graden �ber dem Gefrier�punkt zu einer k�rnigen Masse, bei ungef�hr 240deg; R. kocht es und f�ngt an zersetzt zu werden; es ist das leichteste fette Oel, sein spec. Gewicht ist bei 12deg; nur 0,912�0,915.
Das Baum�l (und das Fett �berhaupt) l�st sich nicht in Wasser und w�sserigem Weingeist, wenig in wasserfreiem Weingeist, mehr in Aether auf; es mischt sich mit andern Fetten, Wachs und Harz und mit �therischen Oelen in jedem Verh�ltniss. Es l�st den Phosphor (2 Procent) und Schwefel (letztern in grosser Menge in der Hitze), besonders aber den Kamphor auf, und verbindet sich mit den Laugen und dem kaustischen Ammoniak zu Seifen (s. gr�ne Seife und fl�chtiges Liniment).
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Oleum petrae.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;] 15
Das Baum�l wird nicht selten mit wohlfeileren, inl�ndischen Oelen (Mohn�l, Nuss�l u. dgl.) verf�lscht; da indessen in der Thierheilkunde das ordin�re Baum�l, welches unter dem Namen Leccer�l (von dem Ausfuhrort Lecce im s�dlichen Italien) im Handel vorkommt, vorausgesetzt, dass es nicht altershalber ranzig geworden ist, ganz wohl brauchbar ist, dieses aber im Preise wenig von dem Mohn- oder Lein�l differirt, so ist eine Verf�l�schung nicht zu bef�rchten.
Man wendet das Oel (heils f�r sich, als einluillendes, schl�pfrig ma�chendes, erweichendes, bes�nftigendes Mittel, sowohl innerlich als �nsser-lich, � h�ufig aber als Vehikel f�r andere Arzneistoffe und besonders �usserlich zu Linimenten, Salben u. s. w. an.
Den Klystiren und Einsch�tten z. B. in der Kolik der Pferde Oel zuzu�setzen, ist entbehrlich , ebenso sind die gekochten Oele, z. B. Oleum hyos-cyami coctum. Oleum chammomillae cod., Oleum hyperici u. dgl. ohne be�sondern Werth.
Man kann, wo es auf Ersparung ankommt,, allerdings ein�heimische Oele, Schmalz u. dgl. statt des Baum�ls verwenden; man bedarf indessen von den austrocknenden Oelen, wie Mohn-und Lein�l, mehr, um die gleiche Wirkung hervorzubringen, das R�b�l aber ist wegen seiner Bereitung (mit Anwendung von Hitze) dem Ranzigwerden sehr ausgesetzt.
Oleum petrae. SteinoC.
Oleum petrae nigrum, album, rubrum. Schwarzes, woisscs, rothcs Stein�l.
Petroleum.
Franz. Naphthe (weisses), Petrole ou Goudron de pierre (schwarzes Stein�l).
Engt. Petroleum, Eock-Oil.
Dieses mineralische Produkt fliesst aus der Erde oder schwimmt auf dem Wasser und scheint an verschiedenen Orten durch unter�irdische Verbrennung von Pflanzenstoffen oder Kohle zu entstehen; es kann auch durch Destillation gewisser Steinkohlen-Sorten be�reitet werden. Es besteht haupts�chlich aus Kohlenstoff (88,02) und Wasserstoff (11,98), nebst etwas Sauerstoff und Stickstoff; es enth�lt aussei- dem eigenth�mlichen �therischen Oel (Naphta), noch Paraffin, Kreosot, Essigs�ure und (besonders das schwarze) eine an der Luft sich leicht oxydirende und dabei verharzende Substanz. ' Je mehr kohlenstoffhaltig das Stein�l ist, desto dunkler ist seine Farbe; so ist das 01. petrae nigrum schw�rzlich, dickfl�ssig.
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Oleum rlclni.
das 01. petrae album dagegen lichtgelb oder fast wasserhell, durch�sichtig, leichtfl�ssig und sehr fl�chtig. Das rothe Stein�l ist ge�w�hnlich rait Alcanna gef�rbtes, weisses Stein�l; durch Zusatz von Alealien wird diese k�nstliche F�rbung erkannt (niedergeschlagen). Der Geruch des Stein�ls ist pechartig, brenzlich, der Geschmack ebenso , es brennt mit stark russender Flamme, schwimmt auf dem Wasser, mischt sich nicht mit demselben, aber mit fetten und �therischen �clen und l�st sich in absolutem Weingeist und Aether leicht auf, in wasserhaltigem Weingeist dagegen schwer. Sein spec. Gewicht variirt von 0,758�0,878. Es wird manchmal mit Terpentin�l oder mit wohlfeilen fetten Oelen verf�lscht, was theils durch den Geruch, theils durch die geringere L�slichkeit in Wein�geist erkannt wird, auch erhitzt sich solch verf�lschtes Stein�l stark auf Zusatz von conc. Schwefels�ure. Statt des schwarzen Stein-Oels wird h�ufig Steinkohlen-Theer verkauft.
Die Wirkung des Stein�ls ist der des pflanzen-empyreumatischen Oels (Theer) und des Terpentin�ls �hnlich. Das weisse oder rothe Stein�l wird innerlich als Trank (z. B. mit Kalkwasser) im Aufbl�hen des Rind�viehs zu ll,,� 1 Unze empfohlen, wo es wahrscheinlich als Eckel erregendes Mittel wirkt.
Aeusserlich wendet man das schwarze Stein�l auf Hufverletzungen und Geschw�re an; auch bestreicht man damit Stellen des K�rpers oder Gegenst�nde, welche die Thiere nicht belecken sollen. Gegen Hautaus�schl�ge ist es nicht wirksamer als der Theer oder das Hirschhorn�l.
Oleum ricini.
JUcinns�f.
Oleum Palmae Christi.
Oleum Cataputiae majoris.
Franz. Huile de ricin, Huile de palma christi, de castor.
Engl. Castor-Oil.
Der Wunderbaum, Ricinus communis L. (Cl. Monoecia Mo-nadelphia, Farn. Euphorbiaceae) ist in Ostindien, dem n�rdlichen Afrika, Griechenland einheimisch, wird im s�dlichen Frankreich gebaut und bei uns nicht selten in G�rten getroffen; in den heissen L�ndern ist er mehrj�hrig und wird Strauch- und baumartig, bei uns ist er meist einj�hrig und krautartig. Seine Samen sind l�ng�lich-runde, plattgedr�ckte, 3 � 6 Linien lange K�rner von hell�grauer und brauner Farbe, zierlich gesprenkelt und bestehen aus einer zerbrechlichen Schale und einem weissen �ligen Kern. Ihre
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Oleum ricini.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;117
Bestandtheile sind 23,82 Schale, 69,09 Kern, 7,09 Feuchtigkeit; die Kerne enthalten 46,19 Proc. (des Ganzen) fettes �el.
Das Ricinus�l wird durch Auspressen aus den reifen Samen erhalten; es ist blassgelb, seltener br�unlich, sehr z�he und dick�fl�ssig, frisch beinahe geruch- und geschmacklos; an der Luft wird es entf�rbt und bekommt einen scharfen, kratzenden Geschmack, welcher von der Bildung zweier scharfer, der Oel-, Margarin- und Talgs�ure �hnlicher S�uren (der Ricins�ure und Ricin�ls�ure) ab�h�ngen soll. Es gesteht selbst bei grosser K�lte nicht, wird bei 265deg; zersetzt und ist specifisch schwerer als andere fette Oele (0,954�0,969 bei 12deg; R,).
Das Ricinus�l zeichnet sich vor andern fetten Oelen dadurch aus, dass es sich in jedem Verh�ltniss mit absolutem Weingeist mischt, und sich im gleichen Gewicht desselben ganz aufl�st. Diese Eigenschaft wird benutzt, um die Verf�lschung des Ricinus-�ls mit andern fetten Oelen nachzuweisen. Es soll auch aus einem fetten Oel und etwas Croton�l nachgemachtes Ricinus�l im Handel vorkommen.
Das aus Westindien kommende Ricinus�l soll st�rker pur-girend wirken, weil ihm die dem Ricinus �hnliche Samen der Jatropha Curcas oder selbst des Croton tiglium beim Auspressen beigemischt werden sollen.
Das Ricinus�l wirkt selbst in grossen Gaben (1�2 Pfund) nur un�sicher als Purgirmittel f�r Pferde oder Wiederk�uer; dagegen ist es eines der besten Purgirmittel f�r Hunde, denen es zu 2 Dr. bis '/jUnze entweder rein oder mit einem schleimigen Decoct gemischt, eingegeben wird. Eine aus dem Samen bereitete Emulsion soll wegen des Gehalts von harzigen Bestandtheilen, weit wirksamer sein als das Oel.
Formeln:
Nr. 1. R. 01. ricini Dr. 2.
Syrup. spinae cervinae. Unc. '/jlaquo; M. Purgirmittel f�r kleine Hunde; auf 2mal zu geben.
Nr. 2. R. 01. ricini.
Mucil. gum. arable, ana Unc. 1. M. Auf ein-bis zweimal; f�r einen grossen Hund.
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Oleum terebintlnnaraquo;.
Oleum terebinthinae.
Serpeutiii�C
Spiritus terpenthinae. lerpentingeist, Franz. Huile ou Essence de terebenthine. Engl. Oil of turpentine, Spirit of turpentine.
Man bereitet das Terpentin�l im Grossen durch Destillation des gew�hnlichen Terpentins (s. d.) unter Zusatz mit Wasser; das im franz�sischen Terpentin etwa 12, im venetianischen 18�25 Procent betragende, d�nnfl�ssig und wasserhell �bergehende Oel hat den eigenth�mlichen Geruch und einen brennenden Geschmack. Es ist brennbar, fl�chtig, siedet bei 125deg; K., r�thet Lacmus, zieht aus der Luft viel Sauerstoff an und wird dadurch gelblich und harzig, l�st sich in starkem Weingeist und Aether (in ersterem zu einem Viertheil seines Gewichts) und verbindet sich mit andern �therischen und fetten Oelen, mit Alkalien, und bildet mit salz�saurem Gas eine kamphor�hnliche Substanz (Terpentin-Kamphor). Es besteht aus 88,27 Kohlenstoff und 11,73 Wasserstoff (CAH4). Spec. Gewicht 0,869�0,890.
Man erh�lt das Terpentin�l meist aus Frankreich oder Italien; es wird, da es das wohlfeilste �therische Oel ist, nicht wohl ver�f�lscht, eher zur Verf�lschung theurer �therischer Oele ben�tzt. Das aus dem Theer destillirte Oleum pini, Kien�l, sowie das aus der Zwerchfichte erhaltene Krummholz�l, Oleuni templi-num (ersteres br�unlich und etwas brenzlich, letzteres von gr�n�licher Farbe und wachholder�hnlichem Geruch) k�nnen, wo sie wohlfeiler zu haben sind, statt des Terpentin�ls gebraucht werden.
F�r die thier�rztlichen Zwecke ist es nicht noting, class das gew�hnlich etwas harzhaltige Terpentin�l rectificirt werde.
Die Anwendung des Terpentin�ls ist theils innerlich, tbeils �usserlich. In kleinen Gaben, d. Ii. zu 1�2 Draclimen pro dosi den gr�ssern'filieren innerlich gegeben, wirkt es als Reizmittel auf das Gef�ss- und Nervensystem, (in asthenischen, nerv�sen Fiebern, Anthrax) insbesondere aber auf die Nie�ren, deren Secretion es vermehrt. Man verbindet es entweder mil Brech�weinstein, Salmiak (seltener Kamphor), ferner mit Wachholderbeeren, Lein�samen zu Pillen, oder gibt es in fl�ssiger Form als Emulsion mit Eigelb oder Schleim. In grossen Gaben, d. h. zu 1 � 4 Unzen, hat man es gegen Krampf- und Windkolik, Aufbl�hen, auch im Kalbefleber der K�he empfohlen; es erfordert jedoch Vorsicht, wegen m�glicher Complication dieser Krank�heiten mit einer Entz�ndung. In rheumatischen Krankheiten, \eralteter Druse, gegen hartn�ckige Oedeme, F�ule und Egelkrankheit der Schafe ver�bindet man das Terpentin�l mit Schwefel, Spiesglanz, bittern und gew�rz�haften Mitteln.
f
1
I
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Opium.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;119
Gegen Eingeweidew�rmer ist es ebenfclls empfohlen; es bildet einen Bestandtheil des C h a b e r t'schen Oels (s. 01. Cornu Cervi).
Aeusserlicb wirkt das Terpentin�l als Reizmittel und verursacht R�the, Schmerz (besonders an feinbehaarten Stellen) und leichte Geschwulst; manche Pferde, besonders aber die Hunde, sind sehr empfindlich dagegen; es wird theils allein, theils mit Weingeist gemischt eingerieben; bei rheu�matischem Hinken, �lteren Verstauchungen u. dgl. ist eine Verbindung des 01. terebinth, mit Salmiakgeist (oder zugleich mit Weingeist, z.B. 3 Unzen Weingeist, 1 Unze Salmiakgeist und I Unze Terpentin�l) zweckm�ssig. Zu st�rkerer Reizung (z. B. f�r Rindvieh) kann man 1 Theil Canthariden mit 8 Theilen Terpentin�l digeriren und die abgegossene Fl�ssigkeit einreiben.
Das Terpentin�l ist ein Bestandtheil des Benz'sehen Liquors gegenPiphacken s. S. 99; ferner der Terpentiuseife, Sapotere-binthinatus, aus 8 Theilen gr�ner Seife, 6 Theilen Terpentin�l und 1 Theil gereinigtem kohlensaurem Kali bereitet; des Wund�balsams, Balsamum vulnerarium der Berliner Tliierarznei-schulc, aus Terpentin�l, Aloe-, Myrrhen- und Asant-Tinctur von jedem gleichviel. Der terpentinhaltige Schwefelbalsam, Balsamum sulphuris terebinthinatum, ist wenig gebr�uchlich.
Das Terpentin�l t�dtet die Insecten (L�use, Fl�he u. s. w.) und l�st den in den Haaren klebenden Eiter, Schorf u. dgl. auf.
F o r m e 1 n :
Nr. 1. R. Farin. sem. lini Unc. 2. Tart, emetic. Unc. '/_,� Aq. fervid, q. s. ad mass, pillul. adde
01. terebinth. Unc. '/..� M. fiant pill. 4. D. S. T�g�lich 3 St�ck. F�r Pferde. (Im zweiten Stadium der Influenza, bei Wasser-Erguss.)
Nr. 2. R. 01. terebinth.
Sulphur, aurat. antim. ana Unc. '/j-Bacc. juniper, pulv. Unc. 3. M. Divid. in part. 4. D. S. T�glich 3 Gaben mit Mehl und Wasser als Latwerge. Wie Nr. 1.
Opium.
ailofjnraff.
Opium thebiacum. Franz. und Engl. Opium.
Die Pflanze, welche das Opium liefert, ist der im Orient ein�heimische, bei uns h�ufig als Oelpflanze angebaute Schlafmohn,
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120
Opium.
Papaver somniferum L. (Cl. Polyandria Monogynia, Fam. Papa-veraceae). Man bereitet das Opium in der T�rkei, Persien und Ostindien auf folgende Weise: etwa 8 Tage nachdem von der im Februar bl�henden Pflanze die Blumenbl�tter abgefallen sind, wer�den die noch gr�nen Samenkapseln mit einem f�nfschneidigen Instrument in senkrechter und wagrechter Richtung gerizt; der weisse Milchsaft fliesst �ber Nacht aus und wird den n�chsten Morgen abgeschaben, und in einem irdenen Gef�ss an der Sonne eingetrocknet; sodann mit den H�nden in Kuchen von '/#9632;, � 2 Pfund Gewicht geformt, in Bl�tter von Mohn eingewickelt und mit Samen einer Ampferart bestreut.
Das t�rkische (thebaische) Opium wird dem ostindischen vor�gezogen. Es ist r�thlich braun, z�he oder hart, in der Hand er�weichend, schwer zu schneiden, l�sst sich ganz austrocknen, und gibt ein hellbr�unliches Pulver. Sein Geruch ist stark, bet�ubend, der Geschmack widrig bitter und scharf; an dem Licht brennt es mit Flamme. Im Wasser l�st es sich bis auf '^ auf; ferner in Wein, Essig, Weingeist; das beste Aufl�sungsmittel ist ver�d�nnter Weingeist.
Die Chemie hat im Opium eine Menge verschiedener Bestand-theile aufgefunden, nemlich: Morphium, Narcotin, Narcein, Me-conin, Kodein, Paramorphin, Mecons�ure, Opiumharz, Cautschuk, Gummi, eine �lartige und eine braune S�ure, einen fl�chtigen, narcotischen Stoff. Als die wirksamen Bestandtheile des Opiums werden das mekonsaure Morphium und das Narcotin angesehen. (Nach Lassaigne ist letzteres fast unwirksam.) Das t�rkische, levantische oder Smyrnaer Opium soll 6�13'/, Proc. Morphium enthalten, das egyptische (thebaische) 6 � 7 Procquot;, das bengalische und persische kommt nicht in unseren Handel.
Bei den hohen Preisen des Opiums ist es sehr der ''Verf�l�schung ausgesetzt; auch sind weniger wirksame, durch Auspressen und Auskochen bereitete Sorten Opium im Handel.
Das inl�ndische aus derselben Pflanze bereitete Opiura soll weit weniger stark wirken; nach den Versuchen von Lassaigne verh�lt sich die Wirkung des franz�sischen Opiums (Extrait de pavot indigene) zum t�rkischen wie 1 zu 5.
Die kaustischen und kohlensauren Alkalien, die Metallsalze Jod, Chlor und die gerbstoffhaltigen Stoffe zersetzen das Opium; sie k�nnen als Gegenmittel bei Vergiftung durch Opium ben�tzt werden.
Man z�hlt das Opium zu den bet�ubenden, krampf- und schmerzstil�lenden Mitteln; allein es hat beiden gr�ssernpflanzenfressendenHausthieren wenig Wirkung auf das Nervensystem, und m�sste in so grosser Gabe gereicht werden, dass es zu theuer k�me. Man gibt 1 � 2 Drachmen pro
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Pix liquida.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 121
dosi in Wasser oder verd�nntem Weingeist aufgel�st oder in Pillenform den Pferden gegen Starrkrampf, Krampfkolik (mit Kamphor, Asafoetida, Kamillen und dgl.), ferner gegen schmerzliaften Husten in kleinen Dosen (zu 20 Gr. bis '/j Dr-) quot;'i1 Salmiak oder Brechweinstein. Am meisten leistet das Opium noch gegen heftigen Durchfall bei saugenden K�lbern, L�mmern und Fohlen, obwohl es auch hier durch andere Mittel zu ersetzen ist. Man gibt es ihnen mit Kreide, Magnesia, Rhabarber und dgl.
In Augenentz�ndungen, mit sehr grosser Empflndlichkeit setzt maa Opium dem Augenwasser bei (s. Opiumtinctur.)
Das Morphium und seine Salze sind in der Thierheilkunde noch nicht versucht worden, ihr sehr hoher Preis w�rde nur die Anwendung als Infusion ins Blut gestatten.
Der fr�her auch in der Thierheilkunde viel missbrauchte so�genannte Theriak (Electuarium Theriaca) ist ein Gemisch einer Menge verschiedener Pflanzen (Wurzeln, Kr�utern, Samen, Harze u. s. w.) mit Opium, Honig u. dgl. Er verdient ganz in Ver�gessenheit zu gerathen.
Pix liquida.
�ljecr.
Resiua pini empyreumatica liquida. Fl�ssiges Pech. Franz. Golidron, l!rai liquide. Engl. Tar.
Der Theer wird durch die im Grossen vorgenommene, ab�w�rtsgehende trockene Destillation aus den knolligen Wurzeln und Holzabg�ngen verschiedener H�lzer erhalten; wie das Holz ver�brennt, werden die darin enthaltenen harzigen Bestandtheile fl�ssig und mischen sich mit den Producten der Verbrennung. Der aus Nadelh�lzern (Fichten, Tannen, L�rchen) gewonnene Theer ist braun oder rothbraun, der aus Buchenholz schwarzbraun (Pix liquida fusca et nigra).
Der Theer ist dick, klebrig, heller oder dunkler braun, von stark brenzlichem Geruch und Geschmack; er l�st sich in Wein�geist, in �therischen und fetten Oelen, und kann als ein Gemisch von Brand-Harz, brenzlichem Oel (Kapnomor, Picamar, Eupion, Creosot u. s. w.), Essigs�ure und Kienruss betrachtet werden. Durch Destillation erh�lt man aus demselben das Theer�l oder Kien �l (Oleum Pini) und es bleibt eine schwarze, feste, sehr klebrige Substanz, das Schiffspech (Pix nigra s. navalis) zur�ck. Spec. Gewicht 1,108.
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Fix liqmda.
Eine Verf�lschung des Theeres ist bei seinem geringen Werthe kaum anzunehmen, dagegen erh�lt man statt desselben aus den Apotheken nicht selten thierisch brenzliches Oel (01. Corn. Cervi foetidmn) oder schwarzes Stein�l (01. petrae nigrum), oder Stein-kohlen-Theer, welcher bei der Leuchtgas-Bereitung als Nebenpro-duet gewonnen und an dem st�rkeren, �beln Geruch kenntlich ist.
Man wendet den Theer innerlich gegen chronische und astbenische Lungenkrankheiten mit vermehrter Schleimahsonderung, langwierigen Husten, veraltete Druse, u. s. w., sowohl bei Pferden, als Rindvieh, bei ersteren in Plllenform mit Schwefel, Splesglanz und aufl�senden Brustmit�teln (Anis, Wasserfenchel u. dgl.) zu l/il]nze pro dosi an; beim Rindvieh ist das The er wasser, Aqua plcea, bereitet durch Vermischen von 1 Till. Theer mit 6 und mehr Thellen Wasser, als Elnsch�tt gebr�uchlich, auch kann man Theer in das Trinkwasser mischen, welches dadurch gelblich wird und brenzllch sauer schmeckt. Der Theer wirkt durch seinen Harz�gehalt harntreibend, und Ist ein brauchbares Wurmmittel.
Alan l�sst ferner die, durch Hitze entwickelten Theerd�mpfe einathmen, welche nicht blos in die Respirationswege, sondern auch In die Neben�h�hlen der Nase eindringen und daselbst Oestruslarven, in den Bronchien aber die Fadenw�rmer der Schafe und K�lber t�dten.
Aeusserlicb wird der Theer als ein Heilmittel bei atonischen Geschw��ren, sowie gegen flechtenartige Hautausschl�ge, entweder f�r sich oder mit Fett, gr�ner Seife, Pottasche gemischt u. dgl., vorz�glich aber bei Wunden des Hufs, selbst gegen Strablkrebs u. dgl. benutzt. Er t�dtet die parasitischen Insekten (L�use, .Milben) und Ist desshalb ein Bestandtheil der Walz'schen Br�he gegen die Schafraude (s. Oleum animale empyreum. und Acid, pyrolignosum.)
Der Theer kann in vielen F�llen statt des theuren Oels oder Schmalzes als Excipiens zu Salben dienen; wo er in gr�sserer Menge gebraucht wird, sollte man denselben von Seilern, Gerbern oder aus den Fabriken beziehen.
(In Frankreich wird statt des Theers h�ufig ein aus dem luniperus oxycedrus erhaltenes brenzliches Oel unter dem Namen Huile de cade, namentlich gegen R�ude, angewendet.)
Theersalbe, �nguentum picis. Die d�nische Milit�r-Veter.-Pharmacop�e f�hrt eine Theersalbe mit gr�ner Seife aus gleichen Theilen beider, und eine solche mit ranziger Butter in denselben Verh�ltnissen bereitet, an.
Formeln f�r die innerliche Anwendung: Nr. 1. R. Picis liquidae.
Flor, sulphuris ana �nc. 2.
Farin. tritici. q. s. Fiant pill, quatuor. M. S. T�g�lich 2�3 Pillen. (Im chronischen Husten, nach �berstandener Brustentz�ndung.)
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Plumbum aceticum.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 123
Nr, 2. R. Picis liquidae Unc. 2. Hepatis antimonii Salis ammoniaci ana Unc. 1. Farinae sem. lini. q. s. Fiant pill, quatuor. D. S. T�glich 3 Pillen (wie Nr. 1.).
Plumbum aceticum.
ffiffigjaures 35fei.
Sacharum saturni, Blcizuckcr.
Plumbum aceticum neutrale, neutrales essigsaures Bleioiyd.
Acetas plumbi acidulus.
Franz. Acetate de plomb neutre, Sei ou Sucre de saturne ou de Plomb.
Engl. Acetate of Lead, Sugar of Lead.
Chemische Forme): PbO A 3HO.
Das essigsaure Blei wird In den Fabriken durch Eintauchen von Bleiplatten in Essig, abwechselnd mit Aussetzen derselben an der Luft, wodurch sie an der Oberfl�che sich mit kohlensaurem Bleioxyd bedecken oder direct durch Aufl�sung von Bleioxyd in Essigs�ure bereitet. Es kommt im Handel in unregelm�ssigen gl�n�zend weissen St�cken vor, die aus nadeif�rmigen Krystallen be�stehen; die vollkommene Krystallform ist ein vierseitiges Prisma. Der Geschmack ist s�sslich, nachher zusammenziehend, daher der Name Bleizucker; dieser^�st sich in Weingeist (8 Thl.) und in l'/j Theilen Wasser auf; wenn das Wasser nur eine Spur von Kohlen�s�ure oder Kalk enth�lt, so wird die Aufl�sung milchig, durch Zusatz von einigen Tropfen Essigs�ure aber wieder klar. Aus der Luft zieht der Bleizucker Kohlens�ure an und verwittert. Spec. Gewicht 2,35.
Die reinen Alkalien, die kohlensauren und schwefelsauren Salze, Kohlens�ure, Schwefelwasserstoff zersetzen den Bleizucker; ebenso die eiweiss- und k�sestoffhaltigen Fl�ssigkeiten und die meisten Pflanzenextracte.
Der Bleizucker besteht aus 58,71 Bleioxyd, 26,97 Essigs�ure und 14,32 Wasser.
Man wendet das neutrale essigsaure Blei seilen innerlich an; es ver�mindert die Th�tigkcit insbesondere der secernirenden Organe, so wie die Empfindlichkeit und Reizbarkeit, und wird daher in Schleimschwindsucht, innerer Vereiterung, inneren Blutungen, besonders im Blutharnen, (s. bei Extr. hyosciam) blutiger Diarrh�e, Harnruhr u. s. w. gegeben.
Die Gabe ist f�r Pferde und Rindvieh von '/j� 1 Diquot;, meist in Ver-
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124nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Radix althaeae.
bindung mit scbleimigen oder bitteren Pflanzenmitteln; ferner mit Extr. byosciami oder mit Opium; die Pillenform ist vorzuziehen.
Aeusserlicb wendet man Aufl�sungen von Bleizucker in verschiedener St�rke, ganz wie die von Bleiessig an (s. diesen).
Formeln f�r die innere Anwendung:
N. 1. R. Plumbi acetici Unc. '/a-
Rad. althaeae pulv. Unc. 2.
Aq. fontan. q. s. Fiant pillul. 4�6. D. S. T�g�lich 3 Pillen. (In Lungengeschw�ren der Pferde).
Nr. 2. R. Plumbi acetici Dr. 3.
Carbon, animal. Unc. 2. Farin. sem. lini Unc. 1.
Aq. fontan. q. s. Fiant pill, quatuor. D. S. T�g�lich 3�4 Pillen. (In stinkendem Durchfall, von Darmgeschw�ren, bei Pferden).
Radix althaeae.
EiBircOrourjer.
Franz. Eacine de Guimauve. Engl. Root of marsh-mallow.
Die Pflanze Althaea officinalis (Cl.^Monadelphia Polyandria; Farn. Malvacae), w�chst hie und da an feuchten Stellen, h�ufiger findet man sie im Grossen angebaut. Sie ist perenniread, hat 3�5 Fuss hohe, steife, etwas rauhe Stengel, herzf�rmige oder eif�rmige, undeutlich dreilappige, spitzige, zart filzige Bl�tter; blassr�thliche, malven�hnliche Blumen, einsamige in eine;a Kreis gestellte Kapseln mit nierenf�rraigen dunkelbraunem Samen.
Man sammelt die fingersdicke, cylindrische, in 1�l1/., Fuss lange Aeste sieh theilende Wurzel im Herbste; sie ist aussen hellgrau, innen weiss, hat einen s�sslichen Geruch und eben sol�chen schleimigen Geschmack. Im Handel kommt sie gew�hnlich gesch�lt, daher auch aussen von weisser Farbe vor. Sie soll mit der Wurzel der Herbstrose (Alcea rosea, Malva alcea) verwechselt werden, welche �brigens ebenso schleimig, dagegen grobfaseriger, h�ufig holzig, innen mehr gelblich und geruchlos ist.
Die Beslandtheile der Eibischwurzel sind: Schleim (20�35 Proc.) s�sser ExtractivstofF (8 Proc), St�rkmehl (37 Proc.), Kleber und Schwefel, Asparagin, Pflanzenfaser.
'kmm
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Radix angelieae.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 125
Das Wirksame in der Eibischwurzel ist der Schleim, welcher ein�h�llend und bes�nftigend wirkt. Sehr h�ufig wird die Althaea als form�gebendes Mittel zu Latwergen und Pillen (statt des Mehls und des Lein�samens, des Honigs oder VVachholdermuses) genommen.
Man wendet s:e theils als Pulver (Innerlich) theils geschnitten (Rsd. althaeae concisa) als Abkochung zu Einsch�tten (auch �usserlich z. B. zu Augenwassern, B�hungen u. dgl.) an. Um Kampbor, Terpentin�l, Hirsch-horn�l oder schwere metallische Mittel (z. B. Calomel) in Eing�ssen sus-pendirtzu halten, ist das Eibischdecoct ganz geeignet. Man nimmt '^Unze geschnittene Wurzel auf 16 � 20 Unzen Wasser, und l�sst 4 � 0 Unzen davon einkochen.
Die Eibischsalbe, wurde fr�her aus einer Abkochung vou Eibisch, Wachs, Oel u. s. w. bereitet; in neuerer Zeit l�sst man h�ufig das Decoct weg s. die Bereitungsart bei Unguentum althaeae.
Das Kraut und die Blume (Herba et Florcs althaeae) sind zwar auch officinell, allein in der Thierheilkunde ganz entbehrlich.
Radix angelieae.
CEngpfrouricf.
Franz. Angeliqvie offlcinale. EngL. Root of Angelica.
Die officinelle Engel w�rz el, Angelica archangelica L. (Cl. Pentandria Digynia; Fam. Umbellatae) ist zweij�hrig und w�chst theils auf Gebirgen, theils an niedrigen Stellen, Fl�ssen u. s. w. wild; sie wird 4-5 Fuss hoch, hat einen rothbraunen hohlen Stengel, die untern Bl�tter sind dreiz�hlig, mehrfach zusammen�gesetzt, dick gestielt, die obern weniger, die obersten nur einfach dreiz�hlig, auf weiten h�utigen Scheiden sitzend, die Fiedern sind 3�5 bl�ttrig, eif�rmig, glatt; die Dolden sind gross, fast kugel-quot;f�rmig gew�lbt; die gr�ngelben Blumen erscheinen im Juni bis August; die Samen sind oval, zusammengedr�ckt, mit gefl�geltem Rande, blassbr�unlich.
Die quot;Wurzel wird von der zweij�hrigen Pflanze im Fr�hjahr gesammelt; getrocknet ist sie z�he, dunkel graubraun, zolldick, cylindrisch, nach abw�rts mit ziemlich dicken, zahlreichen, gerun�zelten Fasern besetzt, dem Wurmfrass sehr ausgesetzt. Das Innere der Wurzel ist por�s, meist mit gclbr�thlichen Harzpunkten. Sie hat einen starken, gewiirzhaften Geruch und beissenden, anfangs s�sslichen, dann gew�rzhaftbittern Geschmack. Sie enth�lt: �the�risches Oel, bitterlich scharfes Harz (6 Proc.), bittern Extractiv-stoff (26 Proc), Extractabsatz, Gummi (31 Proc), St�rkmehl, Ei-weiss, Pflanzenfaser.
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Radix arniuae.
t
Die �chte Engelwurzel wird mit der wilden Engelwurzel (von Angelica sylvestris L.) verwechselt, welche zwar �hnliche Eigen�schaften aber in geringem Grade besitzt; die Wurzel der wilden Engelwurzel ist d�nner, weniger �stig, hat d�nnere Fasern, einen schw�chern Geruch und weniger bittein Geschmack.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; #
Die Angelica geh�rt zu den fl�chtig erregenden und st�rkenden Mit�teln und passt in Krankheiten mit asthenischem, torpidem Charakter, be�sonders wo die Verrichtungen der Schleimh�ute der Verdauung, der Re�spiration und die �ussere Haut leiden. Man wendet sie entweder als Pulver zu Latwergen und Pillen, oder klein zerschnitten zu Aufg�ssen an, und ver�bindet sie mit Camphor, Ammonium, Aether, Wein oder mit bittern und st�rkenden Mitteln z. B. Enzian, China, Eisenpr�paraten u. s. w.
Die Dosis ist f�r gr�ssere Hausthiere '/i � 1 Unze, t�glich 3�4 mal.
Formeln:
N. 1. E. Infus. rad. angelicae ex Unc. 2. parat. Libr. 2.
(Unc. 32.)
Ammonii carbon, pyrooleos. Dr. 2.
M. D. S. Auf zweimal einzusch�tten. (Im Ner�venfieber der Pferde.) Nr. 2. R. Kali subcarbonic. Unc. 1/.2.
Pulv. fol. digital, purp. Dr. 1.
Pulv. rad. angelicae.
Bacc. junip. contus. aua Unc. 1.
M. f. s. q. farin. et aquae electuar.
Dent. tal. dos. Nr. 2. S. Zwei Gaben t�glich.
�(In Hepatisation. Hayne.)
Radix arnicae.
HJoOroerfegrourjcf. .fafffiroutmurjer.
Franz. Arnique des montagnes. EngU Arnica.
Die Pflanze (Arnica montana), von welcher diese Wurzel kommt, ist bereits bei den Blumen beschrieben (s. Flores arnicae).
Die Wurzel ist federkieldick, 2 � 3 Zoll lang, cylindrisch, unten wie abgebissen, nur auf einer Seite mit strohhalmdicken oder d�nnern Fasern besetzt; getrocknet runzlich, dunkelbraun, markig, leicht zerbrechlich, von widrig gew�rzhaftem Geruch und beissendem, gew�rzhaft bitterem, lange anhaltendem Geschmack.
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Radix aruicae.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 127
Der Stengelabschnitt ist nicht holzig. Man sammelt die Wurzel im Fr�hjahr von starken Pflanzen und trocknet sie vorsichtig. Der Staub erregt leicht Niesen.
Die Bestandtheile der Arnikawurzel sind: �therisches Oel (!,5 Proc.) scharfes Harz (6 Proc.) adstringirender Extractivstoff (32 Proc.) Gummi, Pflanzenfaser.
Verwechslungen der Arnikawurzel kommen vor, mit der Wur�zel der Goldruthe, Solidago virgaurea, welche holzig mit zahl�reichen, jedoch ebenfalls einseitigen Fasern besetzt ist, einen hol�zigen, innen markigen Stengelabschnitt hat und getrocknet fast geruchlos ist; mit der Wurzel des Habichtskrauts, Hieracium umbellatum, dessen holziger Wurzelstock ringsum mit Fasern be�setzt ist, und meist mehrere harte, nicht hohle Stengelreste hat; sie ist geruchlos und schmeckt bitter ohne Sch�rfe; mit der Wur�zel des Ruhr-Alants oder falschen Fallkrauts, Inula dysente-rica, welche fast fingersdick, horizontatlaufend, ringsum und be�sonders unten mit starken Fasern besetzt, �brigens fast geruch-und geschmacklos ist.
Die Wurzel bat �hnliche Kr�fte wie die Arnikablumen, wirkt aber weniger fl�cbtig erregend und reizend, dagegen mebr anbaltend reizend, st�rkend, zusammenziebend, f�ulnisswidrig. Mebrere Autoren haben die Arnica unter die scharfen Mittel gestellt. Die Verbindungen sind dieselben wie bei den Flor, arnicae, die Form aber eher die Pulverform (zu Pillen, Latwerge, auch im Trinkwasser mit Salzen, S�uren), z. B. bei Pferden die sich wie es bei Hirnleiden gew�hnlich der Fall ist, den Kopf nicht (zum Einsch�tten) in die H�he ziehen lassen. Dosis '/a l)'s ' Unze. Aeusserlich kann man den Aufguss der Arnikawurzel '/#9632;gt; bis 1 Unze auf t Pfund Wasser zu kalten und warmen Waschungen, bei Blutunterlaufungen, Verstauchungen, u. s. w. anwenden; h�ufiger wird jedoch hiezu die Arnikatinctur (s. d.) ben�tzt.
Formeln:
Nr. 1. R. Tartar, stibiati Dr. 4�6. Rad. arnicae pulv. Unc. 2. Farin. sem. lin. Unc. 1.
Aq. fervid, q. s. Fiant pill, quatuor. D. S. T�g�lich 3 Pillen. (Im 2. Stadium der sogen. Kopf�krankheit der Pferde.)
Nr. 2. R. Cremoris tartari Unc. 1.
Rad. arnicae pulv. Unc. 2. M. D. S. Mit Mehl im Trinkwasser, auf 24 Stunden. (In derselben Krankheit.)
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Radix bryoniae.
Radix bryoniae. 3aunr�6enlt;1ITurier, .gidjtrii�c.
Franz. Kaoine de Bryoue, uu Vigne blanche, Coulevree.
Die in Geb�schen, an Z�unen wildwachsenden Pflanzen, Bry-onia alba und dioica L. (Cl. Monoecia syng., Fam. Cucurbitaceae J.) liefern eine r�ben�hnliche, armdicke, aussen gerunzelte, innen fleischig weisse Wurzel, die bei den Br. alba aussen mit zerstreu�ten Warzen besetzt ist, welche der Br. dioica fehlen. Der Ge�ruch der frischen Wurzel ist ekelerregend, der Geschmack scharf und bitter; diese Eigenschaften gehen durch das Trocknen grossentheils verloren. Die getrocknete Wurzel kommt in Querscheiben zer�schnitten vor, zeigt auf der Schnittfl�che br�unliche Ringe ist leicht und por�s. Ihre Bestandtheile sind bitterer, scharfer Extractiv-stoff, Harz, Satzmehl, fette Substanzen, Pflanzen-Eiweiss, Schleim, Salze.
Man hat der Zaunr�be fr�her eine purgirende, harntreibende und brecherregende Wirkung zugeschrieben; allein w�hrend Einige von 2�3 Unzen ft-ischer Wurzeln Purgiren entstehen sahen, konnten Andere dies mit 1 �2 Pfunden nicht hervorbringen. In neuerer Zeit hat Lessona die Wurzel wider entz�ndliche Brustleiden, Druse (auch �usserlich zu Um�schl�gen), periodische Augen-Entz�ndung, hartn�ckige Ausschl�ge, Hirn�entz�ndung und Epilepsie als ableitendes (Purgir- und aufl�sendes) Mittel empfohlen, und r�hmt sie besonders zum Abtreiben der Eingeweide-W�rmer und Bremsenlarven bei Fohlen. Die Dosis war 11/.2 � 3 Unzen der frisch zerriebenen Wurzel mit Wasser und Honig, oder 3 � 4 Drachmen als Pul�ver; f�r saugende Thiere 1 � 3 Drachmen mit Molken gekocht. (Rep. XIV. Bd. S. 152.)
Radix calami aromatici.
JMinust�urjScf.
Radix acori veri. Gemeiner Kalmus. Franz. Racine d'Acore -vrai. Engl. Sweet Flag.
Die Pflanze, Acorus Calamus (Cl. Hexandria Monogynia; Fam. Aroideae), w�chst in ganz Deutschland an sumpfigen Stellen und ist ausdauernd. Die Bl�tter sind schwertf�rmig, glatt, gl�n�zend, 3�4 Fuss lang; aus dem blattartigen Schaft entspringt im Juni bis Juli seitlich ein 3�4 Zoll langer, kegelf�rmigei Kolben, der mit vielen sehr kleinen Bl�then von gr�ngelblicher Farbe be�setzt ist. Die Frucht ist eine 6seitigc 3faclierige Kapsel.
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Radix calami aromatici.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 129
Die horizontal kriechende Wurzel ist danmensdick, sehr lang, aussei) hellbr�unlich, innen weiss, schwammig, biegsam; sie hat scheidenlormige Abs�tze und nach unten viele weissliche Fasern. Man sammelt die Wurzel im Fr�hjahr oder sp�t im Herbst und sch�lt sie gew�hnlich vor dem Trocknen. Die k�ufliche Wurzel sieht daher aussen weissbr�unlich aus, ebenso das Pulver der�selben. Ihr Geschmack ist scharf, gew�rzhaft und bitter, der Ge�ruch stark aromatisch.
Sie enth�lt: �therisches Oel (sehr wenig), Weichharz, Ex-Iractivstoff, Gummi, inulinartiges Satzmehl, Salze, Holzfaser.
Verwechselt kann der Kalmus mit der AVurzel der Wasser-Schwertlilie, Iris Pseudacorus werden; die Bl�tter der Pflanze haben viel Aehnlichkeit mit dem Kalmus, die Bl�the ist jedoch ganz verschieden; die WTurzel ist zolldick, gegliedert, mit ring�f�rmigen Runzeln und Schuppen bedeckt, getrocknet von grau�brauner Farbe; sie unterscheidet sich vom Kalmus leicht dadurch dass sie geruchlos ist; ihr Geschmack ist zusammenziehend.
Die Wirkung des Kalmus 1st liaupls�chlicli auf den Darmkanal ge�richtet, dessen gesunkene Tli�tigkeit er wieder erhebt; ausserdem bef�rdert er die Schleimabsonderung in den Respirationsorganen. Man ben�tzt ihn als Pulver auf dem Futter oder zu Latwergen und Pillen, besonders als unterst�tzendes Mittel bei Schw�che der Verdauung, in gelinden asthenischen Zust�nden des Gef�ss- und Nervensystems, in chronischem Catarrh und Husten; ferner in Verbindung mit schwer verdaulichen metallischen Arz�neimitteln z. B. Spiessglanz-, Eisenpr�paraten. Auch �usserlich zu Waschun�gen schlaffer Wunden, zum B�hen geschw�chler Glieder u. dgl. wird das lufusum angewendet. Dosis I/,,� 1 Unze f�r gr�ssere Hauslhiere.
Der Kalmus ist in seiner innerlichen Wirkung der Cascarill-rinde �hnlich; ihm am n�chsten steht unter den einheimischen Mitteln die allenthalben wildwachsende Eberwurzel, Carlina acaulis und vulgaris, deren Wurzel (Radix carlinae) einen Haupt-bestandtheil des sog. Pferdepulvers (Pulvis equorum) der Apo�theken ausmacht.
Die Vorschrift der d�nischen Milit�r-Phannacopoe zu Pul�vis Equorum ist:
Rad. enulae
Rad. calam.
Hacc. juniper.
Herb, trifol. fibr. ana 3 part.
Flor, sulphur.
Antimon, cmd.
Sem. coriandr.
Greta alb. ana I part. M. ITering. Arsneimittel. -#9632; Aufl.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;!)
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Radix caryopbyUatae.
In England wird als aromatisches, die Verdauung belebendes Mittel sehr li�ufip; der Ingwer (Rad. zingiberis) angewendet; er er�setzt dein onsli'jclien Thierarzt den Kalmus und Enzian.
I
Radix caryophyllatae. Jlcfficmmir�cr. gemeine XenebictemDurjer.
Franz. Racine girolli'p, Bi'iioitp.
Die h�ufig an schattigen Stellen, in W�ldern, an Hecken u. s. w. wachsende, gemeine Nelkenwurzel, Geum urbanum (Cl. Icosandria Pentagynia; Farn. Kosaceae, Ord. Potentilleae) ist ausdauernd, treibt mehrere 1 � 2 Fuss hohe, unten braunrothe, etwas gefurchte Stengel, mit grossen, langgestielten, leierf�rmig gefiederten Wurzelbl�ttern, dreiz�hligen Stengel bl�ttern, und ein�geschnitten, ges�gten Bl�ttchen, langgestielten, gelben Blumen, rauhen Fruchten mit fast nackten, hackenf�rmig gebogenen Grannen.
Die im Fr�hjahr gesammelte Wurzel ist frisch zolldick, 1 � 3 Zoll lang, kleinschuppig geringelt, mit vielen, etlichen Zoll langen strohhalmdicken Fasern besetzt; getrocknet ist sie dunkelbraun, hart und br�chig, und besitzt einen nelken�hnlichcn Geruch und adstringirenden Geschmack.
Die Bestandtheile der Nelkenwurzel sind: �therisches Oel (0,04), Harz (4 Proc.), Gerbestofi'(41), Gummi (9), Bassorin (16), Pflanzenfaser (30).
Die Nelkenwurzel wird verwechselt mit der Wiesen- oder Wasserbencdietenwurzel, Geum rivale, welche horizontal kriechend, heller von Farbe, zum Theil mit grossen braunen Schuppen bedeckt und nur an der untern Seite mit Fasern besetzt ist. Von der Baldriamvurzel mit der sie auch verwechselt werden soll, unterscheidet sie der eigenthiimliche Geruch der ersteren hinl�nglich.
Die Wirkung der Nelkenwurzel ist st�rkeml, zusammenziehend, die Secretionen beschr�nkend ; sie ist der Arnica und dem Kalmus �linlieli, doch mehr adstringirend; auch als Surrogat der Chinarinde ist sie empfohlen worden, ist aber derselben als st�rkendes Mittel nicht gleichzustellen.
Sie kann in nerv�sen und fauligen Krankheiten, besonders wenn gleichzeitig zu starke Secretionen (z. B. Diarrh�e) zugegen sind, mit Nutzen angewendet werden.
Die Dosis ist f�r die gr�ssern Hausthiere '/., � 1 Unze des Pulvers (in Latwerge- oder Pillcnform), oder als gelinde Abko-chung, von der gleichen Menge auf 1 Pfund Wasser.
:
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Hadtx euiilae.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ) 3 1
V o r in e 1 :
1{. Inliis. rad. caryophtUat. Libr. 2. Acid, sulphuric, cone. Unc. ,/2.
M. I). S. Mit Mehl im Trinkwasser. (In ranligen Fiebern iler Pferde.)
Radix enulae.
ilfantrour^cf.
Frims. Racine d'aunee.
Man trifft die Pflanze, Inula Helenium, L. (Cl. Syngenesia Polygamia superflua; Fam. Radiatae. Ord. Asteroideae), meist in G�rten und Weinbergen gepflanzt, seltener verwildert oder urspr�ng�lich wild. Sie ist ausdauernd, treibt 3 � 6 Fuss hohe, runde, etwas rauh behaarte Stengel, mit sehr grossen, eif�rmigl�nglichen, gekerbt-gez�hnten, unten filzigen, oben hochgr�nen steifen Bl�t�tern; die im Juli � August erscheinenden Blumen sind gross, hochgelb; die kleinen viereckigen Samen sind mit einem haarigen Federchen gekr�nt.
Die Wurzel ist lang, knollig, dick, �stig, aussen graubraun, innen weiss mit Harzpunkten; sie wird im Fr�hjahr oder Herbst von mehrj�hrigen Pflanzen gesammelt, und um schneller zu trock�nen h�ufig gespalten; der Geruch ist eigenthiimlich gew�rzhaft, der Geschmack beissend, aWmatisch und bitter. Ihre Bestandtheile sind: Alantkamphor, �therisches Oel (Spur), Wachs, Weichharz, bittern Extractivstofl' (36 Proc.) Gummi, Pflanzeneiweiss mit oxy-dirtem Extractivstoff (14 Proc.) Inulin (36 Proc.) Holzfaser, Salze.
Schimmliche, sehr holzige, schwachriechende und wurmstichige Wurzeln sind unbrauchbar.
Die Alantwurzel wird in �hnlichen Zust�nden wie der Kalmus ange�wendet, doch gibt man ihr bei Krankheiten der Respiralionsorgane, nach gebrochener oder glaquo;nz beseitigter Entz�ndung den Vorzug vor den �brigen Pflanzenstoffen mit �hnlichen Bestandtheilen. Man gebraucht meist das Pulver (zu '/#9632;,� I Unze f�r die gr�ssern Hauslhiere) , seltener den Aufguss oder eine gelinde Abkochung, wozu man die gleiche Menge der kleinge�schnittenen Wurzel auf 1 Pfund siedendes Wasser nimmt. Die Verbindungen der Alantwurzel sind mit Salmiak, Schwefel- und Spiesglanzpr�paraten, Ammoniakgurami, Theer, Camphor, Terpentin�l.
Aeusserlich gegen Hautausschl�ge, besonders R�ude, Ist der Alant nicht zuverl�ssig und leicht durch bessere Mittel zu ersetzen.
9 *
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j;!2
liadix ficiitiniiar
Formeln:
Nr. 1. K. Gummi ammoniaci pulv. Unc. 1. Rad. enulae pulv. Unc. 2. Rad. althaeae pulv. Unc. 1.
M. divid. in part. 4 aq. D. S. T�glich 2 � 3 Gaben. (In chronischem Catarrh der Pferde.)
Nr. 2. R. Infus. rad. enulae. e Dr. 2. parat. Unc. 4. Sulphur, aurat. antim. Gr. v � x. Gummi arable, pulv. Dr. 2. M. D. S. L�ffelvollweise. (Hunden in der Staupe.)
Radix geatianae.
(Etiiiinmuurjcf.
Franz. Gentiane jaune. Grande Gentiane. Engl. Gentian.
Die auf Alpen und Voralpen wildwachsende Pflanze heisst gelber Enzian, Gentiana lutea L. (Cl. Pentandria Digynia; Fam. Gentianeae), sie ist perennirend und hat einen 2 � 3 Fuss hohen, aufrechten, r�hrigen Stengel, mit grossen, gegen�berste�henden, fast herzf�rmigen, glatten Bl�ttern, von hellgr�ner Farbe und mit f�nf stark hervorstehenden L�ngsrippen. Die Blumen er�scheinen im Juli � August, sind gelb, gross und sitzen in achsel�st�ndigen Quirlen b�schelf�rmig beisatnmen. Die Zahl der Ein�schnitte an Kelch und Blumenkrone, sowie die Zahl der Staub�f�den steigt von 5 bis auf 7 und 8; die Frucht ist eine zweif�ch-rige Kapsel, an der Spitze zweiklappig, mit vielen kleinen Samen.
Die Wurzel ist daumensdick, cylindrisch, z�he, biegsam, �stig, 2 � 3 Fuss lang, aussen braunroth, geringelt, innen gelb mir deut�licher Rinde und Mark, die durch einen dunkleren Ring getrennt sind. Der Geruch ist widrig scharf, etwas gewiirzhaft, der Ge�schmack stark aber rein bitter.
Die Bcstandtheile der Wurzel sind: bitterer Extractivstoff (Gentianin), ein krystallisirbarer, geschmackloser Stoff (Gentisin) Schleimzucker, Gummi, fettes Oel mit wenig �therischem Oel, vogel-leimartige Substanz, eine organische S�ure und dgl. Salze, Pflan�zenfaser. Die Enzianwurzel wird leicht schimmlich und wurmstichig, die dunkelbraunen, innen pommeranzengelben Wurzeln werden f�r die wirksamsten gehalten. Sie soll mit der Wurzel von Veratrum, deren frische Pflanze in den Bl�ttern einige Aehnlichkeit mit dem gelben Enzian hat, ferner mit Bella donnawurzcln verwechselt worden
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Kculix iinperatoriae.
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sein, unterscheidet sich aber sowohl durch ihr Ansehen, als be�sonders durch Geschmack und Geruch von diesen hinreichend.
(In andern L�ndern werden zum Theil die Wurzeln anderer Arten von Enzian ben�tzt, so z. B. in Oestreich die Wurzel der Gentiana pannoniea Sc., welche starke L�ngsrunzeln und eine dunk�lere Farbe hat; �brigens sind die meisten Enzianarten durch ihren Gehalt an bitterem Stoff ausgezeichnet.) In Frankreich ist Ver�f�lschung des Enzianpulvers mit gelbem Ocker (bis zu 50 Proc.) und mit feinen S�gsp�neu vorgekoumien.
Die Wirkung des Enzians ist st�rkend, besonders auf den Darmcanal; er wird daher bei Unlhatigkeit und Schw�che des Darms und den Folgen derselben, wo nicht meclianische Hindernisse oder Entz�ndung zugegen sind, mit Erfolg angewendet. Man gibt das Pulver zu '/j� t �nze den Pferden, meist in Verbindung mit Doppelsalz (Wald i nger's Kolikpulver), Glaubersalz, Kochsalz, ferner mit gew�rzbaften und reizenden Mitteln, z. B. Terpentin�l, �fters als Corrigens bei Melallpr�paraten (z. B. Cupruin sulphuricum, Stahlschwefel u. s. w.) Das Decoct setzt man den Salzauf�l�sungen bei Indigestion und Ueberf�tterungskolik zu. Auch gegen W�rmer wirkt der bittere Stolf des Enzian; dagegen ist die angeblich narcotlsche Wirkung bei den Hausthieren nicht zu bemerken.
Die in England beliebten st�rkenden Pillen (tonic balls) bestehen aus Gentian '/�, �nc, Kamillen 2 Dr., kohlensaurem Elsen 1 Dr., Ingwer 1 Dr.
(Aehnlich wie der Enzian, doch gelinder wirkt die Herba Polygala amarae, Kreuzblume, wovon die ganze Pflanze ofti-cinell ist, die Herba trifolii fibrini von Menyanthes trifolatia, Bitterklee, die Herba centaurii minoris, von Erythraea Cen-taurium P. Tausendg�ldenkraut, die Herba cardui benedicti von Centaurea benedieta. Sie haben zugleich aufl�sende Kr�fte und k�nnen selbst bei Reizzust�nden der Dannschleimhaut gebraucht werden, wo der Enzian nicht passt.)
Radix iniperatoriae. JlteiflenmirieC (STtagiltren�rourjeC)
Radix Ostrotbii. Franz. Imperatoire.
Die Pflanze, welche die Mei s terwurzel liefert, heisst Im-peratoria Ostruthium L. (01. Pent�ndria Digynia, Farn. Umbellatae); sie w�chst auf den Gebirgen des s�dlichen Deutschlands und der Schweiz und wird nicht selten in G�rten und Weinbergen gepflanzt. Sie ist ausdauernd, hat einen l1/.,�2 Fuss hohen, dicken, ge-
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Radix ipecaciianliaf.
streiften Stengel, unten doppelt oben einfach drciz�hlige, ausge�breitete Bl�tter, mit dreispaltigen Endbl�ttehen, flache, ziemlich grosse Dolden ohne H�lle, weisse oder r�thiiche Blumen, die im Juni bis Juli erscheinen, und sehr flache, zusammengedr�ckte Samen mit gefl�geltem Rande.
Die frische Wurzel ist dick, �stig, geringelt, braun, innen weiss (milchsaftig), mit starken Fasern besetzt; die getrocknete Wurzel ist fingersdick, auch d�nner, 4�8 Zoll lang, hin und her gebogen, h�ckerig, der L�nge nach runzllch, aussen grau�braun, innen weiss mit Harzpunkten. Der Geruch ist stark ge�w�rzhaft , der Geschmack beissend, scharf aromatisch, speichel�ziehend. Sie muss von �lteren Pflanzen im Fr�hjahr oder Winter gesammelt werden. Die Hauptbestandthcilc der Meisterwurzel sind: �therisches Oel, scharfes Harz und bitterer ExtractivstofF.
Die Meisterwurzel ist ihrer Wirkung nach der Angelica und Arnica an die Seite zu stellen, sie wird in Krankheilen mit gesunkener Tli�tigkeit des Gef�ss- und Nervensystems angewendet, und passt besonders danh. wenn der Sitz der Krankheit in den SchlPiinli�uten der Respirationsor-gane ist.
Das Pulver der Meisterwurzel kann mit Salmiak . mit Kamphor, Hirsch-horn�l, Terpentin�l, zu Latwergen oder Pillen verbunden werden; der Aufguss oder eine leichte Abkochung eignet sich f�r die Verbindung mit S�uren, und f�r F�lle, wo feslere Arzneiformen zu langsam wirken.
Die Dosis ist '/.,� 1 lTnze f�r die gr�sseren Hausthiere. t�glich �i �4 mal.
Radix ipecacuanhae.
Jkcrfjmurief.
Franz. Ipecacuanlia amide'. Ipe'ca. Racine du Bresil. lini/L Root of ip'ecacuan.
Mehrere im s�dlichen und mittleren Amerika einheimische Pflanzen liefern Wurzeln, welche als Ipecacuanha im Handel vor�kommen und durch Beinamen bezeichnet werden: wie Radix ipecac, nigra (von Psychotria emetica); Ipecac, alba (von Viola ipecacuanha); Ipecac, undulata (von Richardsonia scabra); die �chte Brechwurzel sieht grau oder braun aus und hat davon den Namen Kad. ipec. grisea oder fusca. Sie stammt von Cephaelis Ipecacuanha (Cl. Pentandvia Monogynia, Fam. Rubiaceae), welche in Brasilien und Neugranada einheimisch ist.
Die fcdcrkieldicke Wurzel ist braun oder r�thlichgrau, h�ckerig, geringelt, hin- und hergebogen, hat eine weisslich gl�nzende Rinde, die viel wirksamer ist, als das Holz, welches weissgelbSich ist.
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Radix jalappao
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Ihr Gerach ist eckelerregend, der Geschmack stark bitter. Ihr wirksamer Bestaudtheil ist das Emetin, ein Alcaloid, welches in der Rinde 16 Procent, im Holz nur 1,15 Procent betr�gt; ausser-dem enth�lt die Wurzel l'ettc und �lige Substanzen, Wachs, Ex�tract! vstofl', Gummi, St�rke, Galluss�ure, Pflanzenfaser. Der Preis achter Ipecacuanha ist h�her als jeder anderen officinellen Wurzel.
Die Brecbwurzel wirkt selbst in grossen Gaben bei den gr�sseren Pflanzenfressern niclit brechenerregend ; bei Schweinen . Hunden und Katzen dagegen hat sie diese Wirkung, ist aber durch die weit wohlfeilere welsse Nieswurzel zu ersetzen. Dagegen wirkt die Brechwurzel in kleinen Gaben verstopfend und krampfstillend; sie kann in letzleren, bei den fleischlres-senden Hausthieren nicht selten vorkommenden Krankheitsformen, mit Nut�zen angewendet werden. Im Keuchhusten der Hunde ist sie in der Dosis von '/..� 2 Gran f�r mittlere Thlere dieser Galtung, in Verbindung mit Sulphur anat. antim. undSacbar. oder Amylum oft von entschiedenem Nutzen ; sollten auch die ersten Gaben Erbrechen erregen, was bei Hunden leicht bei den indilferentesten Arzneimiiteln eintritt, so darf man dessenunge�achtet fortfahren, da sich das Thier bald daran gew�hnt und das Erbre�chen aufh�rt. Gegen die Diarrh�e der .Milchk�lber ist der Ipecac.-Syrup empfohlen; endlich bei Unlh�tigkeit des Pansen sollen Gaben von 1�2 Drachmen mit doppelt oder dreifach so viel Aloe (bei Ochsen) das unter�dr�ckte Wiederkauen wieder herstellen.
Als Brechmittel hat die Ipecacuanha vor dem Brechweinstein und der Nieswurz nur dann den Vorzug, wenn die abf�hrende Nebenwirkung die bei diesen beiden Brechmitteln sich gerne einstellt. vermieden werden inuss
P o r m e 1 :
Had. ipecaeuan. pulv. Gr. 20. Sulphur, stibiat. aur. Gr. 10. Amyli v. Sachari pulv. Dr. 1. M. div. in part. octo. vel decem. Pulver. (Im Keuchhusten kleiner
1). S. Hunde.1
T�ulieh 3�4
Radix jalappae. OaCappenmurjeC pturgirroturieC
Radix Ipomocalaquo;. Franz. Racine de jalap. Kngl. Jalap.
Die r�benahnliche Wurzel hat ihren Namen von der Stadt Jalapa In Mexico, wo sie einheimisch ist; sie stammt von Con-
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Radii levistici.
volvulus Jalappa L. oder Ipomoa Jalapa P. und Convolvulus Purga W. Cl. Pentandria Digynia; Fam. Convolvulaceae).
Die Jalappe kommt im Handel theils in ganzen, rundlichen Wurzeln, theils in 2 � 4 St�cke gespalten oder in runde Quer�scheiben geschnitten vor; sie ist hart, spr�de, aussen dunkel grau�braun, runzlich, innen etwas heller und deutliche Ringe und Linien von dunklerer Farbe zeigend: auf dem frischen Bruche sieht man deutlich die harzigen Theile. Das Pulver ist graubr�unlich, der Geruch widrig, der Geschmack ekelhaft, kratzend. Trockene, leichte, weissgraue St�cke sind zu verwerfen, denn theils r�hren sie von andern Pflanzen her, theils ist das Harz derselben zuvor ausgezogen worden.
Die Verf�lschung der Jalappe mit der Wurzel der bei uns wildwachsenden Zaunr�be (Bryonia alba et dioica), welche eben�falls in Scheiben geschnitten vorkommt, ist an der weissen Farbe, der schwammigen Beschaffenheit, der leichten Zerbrechlichkeit, dem Mangel an Harz und dem sehr bittern Geschmack der Zaunr�be zu erkennen.
Der wirksame Bestandtheil der Jalappe ist das Harz, welches sich durch Weingeist und Aether ausziehen l�sst und zwar eben�falls officinell, in der Thierheilkunde aber ganz entbehrlich ist.
Ausser dem Harze (11 Proc.) enth�lt die Jalappe noch kratzen�den Extractivstoff (18 Proc), Gummi (15), St�rkmehl, Eiweiss, Earbstoff, Kali- und Kalksalze, Wasser und Holzfaser (29 Proc.)
Die Jalappe wirkt bei den gr�sseren pflanzenfressenden Hausthieren nicht purgirend, passt also nur f�r Schweine, Hunde und Katzen, wo sie entweder hlos zur Befreiung des Darmkanals von Futterstoffen, WOrmern ii. s. w. oder als ahleitendes Purgirmittel entweder allein oder mit Seife. Schleim. Salzen u. dgl. angewendet werden kann. Bei entz�ndlic'ien Zu�st�nden der Darmschleimhaut ist die Jalappe zu vermeiden. Den Hunden kann man das Pulver mit Fett gemischt am besten beibringen. Die Dosis ist f�r Schweine 3 � 6 Drachmen, nir Hunde und Katzen Vj�I Drachme.
Radix levistici.
Ciefift�dicfrourser. Frans. Liviche, Ache dps montagnes.
Igt;cr Liebst�ckel ist im s�dlichen Europa einheimisch, und wird in Deutschland angebaut; die Pflanze, Ligusticum Levisticuni L. (Cl. Pentandria Digynia; Fam. Umbellatae) ist perennirend, treibt viele 4�H Fnss hohe, glatte, hohle, oben �stige Stenpel, mit
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Hailix liquiritiae.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;]37
sehr zusauuncngesetzten Bl�ttern und dreigetheilten, keilf�rmigen, etwas gelappten und ges�gten glatten Bl�ttchen, von hochgriiner Farbe und fast lederartiger Dicke. Die mittelm�ssig grossen Dol�den haben vielbl�tterige H�llen und H�llchen und kleine gelbe Blumen. Die gelbbraunen Samen sind eif�rmig-l�nglich, platt, stark fl�gelartig gerippt.
Die Wurzel ist einen Fuss und dar�ber lang, stark fingers�dick, spindelf�rmig, gelbbraun, innen fleischig, milchend, von eigenth�mlichem aromatischen Geruch und scharfem gew�rzhaftem Geschmack. Getrocknet ist sie runzlich, z�he, mit einem gelb�braunen Ring zwischen der Rinde und dem Kern; sie zieht gerne Feuchtigkeit an und wird leicht schimralich. Ihre Bestandtheile sind: �therisches Oel (ziemlich viel) Balsam-Harz, viel Schleim�zucker , Extractivstoff, Eiweis, St�rkmehl, u. s. w.
Die Wurzel wird in denselben Krankheitszust�nden und In derselben Dosis angewendet, wie die Meislerwurzel und Angelika ; man schreibt ihr aber ausser der Wirkung auf die Schleimh�ute der Respiration auch harn�treibende Eigenschaften zu.
Die Stengel, Bi�lter und selbst die Samen besitzen den eigenth�m-llchen Geruch und Geschmack der Wurzel in ziemlichem Grade und k�nnten daher auf �hnliche Weise (z. B. die frischen Bl�tter zu B�hungen) ver�wendet werden.
Die fr�her in derThierheilkunde h�ufiger angewendete Seh wal-bcnwurzel (Radix hirundinariae s. vincetoxici von Asclepias vin-cetoxicum L. Cynanchutn vine. P.) hat �hnliche Arzneikr�fte wie der Liebst�ckel, die Arnika n. s. w. ist jedoch mehr scharf reizend und enth�lt einen dem Emetin (s. Ipecacuanha) �hnlichen, brechen�erregenden Stoff. Sie w�chst nicht selten an kahlen Bergabh�ngen der Voralpen. Der Genuss der Pflanze bringt bei den Schafen Hlutharnen hervor.
Radix liquiritiae.
#9632;S�fifior.iromv^r.
Radix {ilycyrihiiiie. Franz. Racine de re'glisse. EngL Liquerice-root.
Das im Handel vorkommende S�ssholz ist entweder von der in Spanien wildwachsenden und iraquo; Deutschland angebauten Pflanze Glycyrrhiza glabra L. (Cl. Diadelphia Decandria, Farn. Legnmi-nosae), oder kommt aus dem s�dlichen Rnssland und Italien von der Glycyrrhiza echinata. Beide Pflanzen sind perennirend und
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m
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Kildix rhei.
haben lingorsdicke, fast holzige Stengel mit getiederten Bl�ttern; die schmetterlingsartigen Blumen stehen bei dem glatten SUssholz in 3�4 Zoll langen Aehren, bei dem stachligen in rundlichen K�pfchen; die H�lsen der ersteren sind glatt; die der letzteren auf beiden Seiten mit steifen Borsten besetzt (woher die Beinamen dieser Pflanzen.)
Das deutsche und spanische S�ssholz bildet daumensdicke, mehrere Fuss lange, runzliche, graubraune, harte, innen gelbe St�cke von erdigem Geruch und s�sscm Geschmack; das russische S�ssholz ist meist gesch�lt, bildet 1�l'/^ Zoll dicke, oft knorrige, gebogene St�cke von 1�2 Fuss L�nge, blassgelber Farbe und por�sem Kerne. Das Pulver der S�ssholzwurzel ist geruchlos, gelb.
Die Bestandtheile des S�ssholzcs sind: S�ssholzzucker, kratzen�des quot;Weichharz, braunf�rbender Stoff, St�rkmehl, Asparagin, Salze, Pflanzenfaser.
Man benutzt das S�ssholzpulver als beinahe indifferentes fonngebendes Mittel, dessen s�sse Bestandtheile wegen der geringen Menge nur in mas�sigem Grade als scbleimaufl�send betrachtet werden k�nnen. Seine An�wendung ist daher In neuerer Zeit sehr beschr�nkt und es Ist auch leicht zu entbehren.
I
Radix rliei.
ROafmr�Pimur�cr.
Hatlix rliiibarbari. Franz. Uhubarte. Ent/l. Rhubarb.
Ueber die Pflanze, welche die �chte Rhabarber liefert ist man noch nicht im Reinen, wahrscheinlich sind es verschiedene Species der Gattung Rheum (Cl. Enneandria Trigynia; Fam. Po-lygoncae), namentlich Rh. palmatum, undulatum, australe, Emodi, hybridum, Ribes u. a. m. Auch mag das Alter der Pflanze, das Klima, die Behandlung der Wurzel u. dgl. m. zu den Verschie�denheiten der im Handel vorkommenden Sorten vieles beitragen. Das Vaterland der Rhabarber ist die Mongolcy, Tibet, Nepuul und Persien.
Man hat im Handel haupts�chlich dreierlei Rhabarber; J) die russische oder moscowitische, welche f�r die beste gehalten wird, aber f�r den thier�rztlichen Gebrauch viel zu theucr ist; 2) die ostindische oder chinesische, welche wohlfeiler und f�r genannten Zweck ganz geeignet ist; 3) die einheimische, oder in Deutschland, Frankreich n. s. vv. angebaute Sorte, welche zwar
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Radix rhei.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;139
sehr niedrig im .Preise, aber auch weniger wirksam ist ais die vorhergehende.
Die chinesische lihabarber kommt theils in rundlichen, tiieiJs halbrunden, seltner flachen St�cken von 2�3 Zoll Ausdehnung vor, die meist durchbohrt, aussen gelb, innen roth und weiss marmorirt sind; diese St�cke sind bald ganz, bald halb und mehr gesch�lt (ganz, 1/4 und '/, mundirte Rhabarber der Droguistenj. Der Geruch der Rhabarber ist eigenth�mlich widrig aromatisch, der Geschmack ebenso; sie knirscht zwischen den Z�hnen und f�rbt den Speichel stark hochgelb. Das Pulver ist r�thlich oder br�unlich gelb.
Die Bestandtheile der Rhabarber sind: Bitterstoff (Rhabarb�rin), Harz und Halbharz, Gerbstoff, Gummi, Zucker, St�rkmehl, apfel-und phosphorsaures Kali, oxal-, kohlen-, apfel- phosphorsaure Kalkerde, Chlorkaiium und Spuren von Kupferoxyd. Die wirk�samen Stoffe darin sind die harzigen und bitteren Extractstoffe.
Die Wirkung der Rhabarber ist vorzugsweise auf den Danncana! und die Leber gerichlet, deren gest�rte Functionen sie in verscliiedener Weise regelt; in kleinen Gaben unterst�tzt sie die Verdauung und wirkt anhaltend, gegen Durchrall; in grossen Gaben gagegen vermehrt sie die Secretion des Darmes und der Leber und beschleunigt die Entleerung des Darms, ohne eigentlich purgirend zu wirken oder zu reizen.
F�r letzteren Zweck und f�r die erwachsenen grossen Hausthiere ist die Rhabarber zu theuer; dagegen wird sie sehr jungen Thieren (z. B. Saug�f�llen, K�lbern und besonders L�mmern) gegen den bei ihnen nicht selten vorkommenden Durchfall mit Nutzen gegeben.
Man wendet gew�hnlich das Pulver in der Dosis von 'i.,� 1 Drachme bei L�mmern, von 1 � 2 Drachmen bei Saugk�lbern und F�llen an, und verbindet es mit Magnesia oder Kreide, oder mit Opium , Catechu (besser Rad. columbo) u. dgl., nebst Sycup oder Milch als Vehikel. Eine w�sserige Tlnctur ist als Infusion in die Venen bei Kolik der Pferde (zu 2 Drachmen) empfohlen worden.
Die ehedem in der Thierheilkunde gebrauchte Rhapontik-Wurzel (Radix rhapontici) ist jetzt in Vergessenheit gerathen (nach Martins soll Rhcum Rhaponticum �chte Rharbarber liefern); die einheimische Rhabarber ist nicht officinell und je nach dem Alter und der Behandlung der Wurzel verschieden in ihrer Wirksamkeit, daher unsicher.
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iiadix tormentillae.
Radix lormeotillae.
fformcutiMUurjef. KuOr^TlJurier. Kfut=Wurjcf.
Franz. Tormentille. Engl. Tormeutil-root.
Die Pflanze, Torinentilla erecta C. oder Potentilla Tormea-tilla Sehr. (01. Icosandria Polygynia, Fam. Kosaceae, Abth. Po-tentilleae) ist perennirend und w�chst in Deutschland h�ufig auf waldigen Gebirgen, unfruchtbaren Stellen u. s. w. Die knollig-cylindrische Wurzel treibt mehrere l/.2�1 Fuss hohe, meist nieder�liegende, d�nne, �stige Stengel, mit dreiz�hligen, gestielten Wurzel-und untern Stengelbl�ttern; die obern sind ungestielt, abwechselnd mit 5 und 3 spaltigen Afterbl�ttchen, s�mmtlich von hochgr�ner Farbe. Die langgestielten Blumen sind klein, mit 4bl�tteriger, gelber Blumenkrone; der Fruchtknoten ist haarig.
Die im Fr�hjahr gesammelte Wurzel ist theils cylindrisch, theils knollig, h�ckerig �stig, gekr�mmt, von der Dicke eines kleinen Fingers und dar�ber, einen bis mehrere Zoll lang, mit d�nnen, langen, rothbraunen Fasern versehen (die heim Einsam�meln abgeschnitten werden), aussen dunkelrothbraun, innen fleisch�farben oder dunkler. Die getrocknete Wurzel gibt ein br�unlich rothes Pulver, das geruchlos ist, aber rein adstringirend schmeckt.
Verwechselt kann die Tormentill-Wurzel mit der Wurzel der Erdbeere werden, welche d�nner, mehr cylindrisch, mit Fasern und Schuppen besetzt ist und nur wenig adstringirend schmeckt.
Die Tormentill-AVurzel enth�lt viel (17 Proc.), dem Catechu �hnlichen Gerbestoff, Tormentillroth oder oxydirten Gerbstoff (18 Proc), Gummi (28 Proc), Extractivstoff, Harz, Wachs u. dgl.
Die Wirkung der Tormentill-Wurzel ist rein adstringirend, der Eichen�rinde �hnlicb aber schw�cher; man wendet das Pulver zu Latwergen und Pillen, die Abkochung zu Einsch�tten, zu B�hungen u. s. w. an.
Die Dosis ist f�r gr�ssere Hausthiere 1 � I'/.. Unzen, kleinen die H�lfte; �usserllch 1 Unze auf 1 � 2 Pfund Wasser.
Aehnlich wirkt die Natter-Wurzel, Radix bistortae, von l'olygonum Bistorta L. einer auf feuchten (Moor - oder Torf-) Wiesen, in h�her gelegenen Gegenden h�ufig vorkommenden Pflanze, deren daumensdicke, rothbraune Wurzel im Fr�hjahr oder Herbst von mehrj�hrigen St�cken gesammelt wird.
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Radix valeriamto mtnoris.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;141
Radix valeriauae minoris.
iJaf�rian^HJurjer.
Uadix valeriauae sylvestris.
Franz. Valeriane sauvagc, petite Valeriatie.
Eiigl. Root of valerian.
Der gemeine oder officinelle Baldrian, Valeriana officinalis (Cl. Triandria Monogynia, Fam. Valerianeae) w�chst h�ufig in Deutschland, theils auf Gebirgen, an trockenen Orten, in Geb�schen, theils in der Ebene an Gr�ben und feuchten Stellen; er ist peren-nirend, krautartig, wird 2�6 Fuss hoch, hat einen hohlen, ge�furchten, glatten oder etwas behaarten Stengel, gefiederte (sowohl Wurzel- als Stengel-) Bl�tter, die untern laufen in einem Blatt�stiel herab, die obern sind sitzend; die im Juni bis Juli erschei�nenden Blumen bilden eine doldentraubenartige Rispe, sind weiss oder r�thlich, klein und riechen dem Hollunder �hnlich. Der Samen ist mit einem Federchen versehen.
Einige Abweichungen in der Form der Bl�tter u. s. w. haben zur Annahme von Variet�ten gef�hrt, die man als Valeriana ex-celsa, Valeriana latifolia s. media, Valeriana tenuifolia (montana, pratensis) anf�hrt. Mehr wesentlich ist der Standort der Pflanze, die in feuchtem Boden und in der Ebene eine weniger wirksame Wurzel liefert als auf den Gebirgen und an trockenen Stellen.
Die Wurzel wird von 2�3j�hrigen Pflanzen im Fr�hjahr ge�sammelt ; sie besteht aus einem h�ckerigen, rundlichen, fast ab�gebissenen Wurzelstock, mit dicker, �liger Rinde, und 3 bis 6 Zoll langen, strohhalmdicken Fasern. Getrocknet ist sie hellbraun, sp�ter dunkelgraubraun.
Ihr Geruch ist stark, eigenth�mlich, dem Katzen-Urin �hn�lich; der Geschmack widerlich bitter, scharf und gew�rzhaft.
Der �chte Baldrian wird verwechselt mit der schwachem Wurzel von Valeriana dioica, welche einfach, d�nner und nur an einer Seite herab mit Fasern besetzt ist; mit den Wurzeln einiger Ranunkel-Arten, z. B. Ranunculus acris und repens, welche jedoch geruchlos sind, wie auch die Wurzel von Sium latifolium und angustifolium; mit der Radix caryophyllatae, deren Geruch nelken��hnlich ist; mit der Radix vincetoxici, welche weisser, dicker mit l�ngern, steifen Fasern besetzt und getrocknet fast geruchlos ist.
Die Bestandtheile des Baldrians sind: �therisches Oel (1,2 Proc.) harziger Extractivstoff (12 Proc), grimmiger Extractivstoff (9 Proc.), Weichharz, Pflanzenfaser (71 Proc). Auch eine eigen-th�mliche S�ure � Baldrian-S�ure � ist in neuerer Zeit aus der Baldrian-Wurzel dargestellt worden.
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14-gt;
Radix \eratri albi.
Der Balilriau ist ein die Nerven (besonders des RQckeninarks und des, sympathischen Nerven) erregendes, st�rkendes, schmerz-und krampf�tillen-des Mitlei, und hat eine besondere Beziehung zu den Schleimh�uten und dem Frucblb�Uer. Er wird bei Kr�mpfen (nach der Staupe, Epilepsie etc. der Hunde). Schw�che der Nerven, besonders von Ueberreizung, in ner�v�sen Fiebern, gegen W�rmer u. s. \v., meist als Unterst�tzungsiniUel in Verbindung mil Kamplior. Angelica, Terpentin�l oder Hirschhorn�l, Ammn-nlak, Weingeist, Aether, seltener mit S�uren, Salmiak u. dgl. gegeben.
Man wendet das Pulver in der Dosis von '/..� I Dnze t�glich 3 � 4 mal zu Latwerge oder Pillen oder den Aufguss (1 Unze zu I Pfund siedendem Wasser) an. Hunden gibt man '/�gt;�1 Dr- des Pulvers, besser aber eineu starken Aufguss, der auch zu Klystiren benutzt werden kann. Einige Thier-�rzte machen auch von der �therischen Baldriantinctur bei K�hen Oebrauch. (s. Ry chner specielle Pathologie.)
Radix veiatri albi.
Wei�e Jlie�nmrjeC.
Radix hellcbori albi. Wcisser Germer.
Franz, Veratre blauo; Hellebore blaue; Engt Wbite Hellebore.
Varaire.
Die im s�dlichen Deutschland (z. B. Salzburg, Tyrol) und der Schweiz auf Voralpcn wachsende, perennirende Pflanze, Vera�trum album L. (Cl. Hexandria Trigynia, Fam. Melanthaceae) hat grosse , ovale, weiter oben lancettf�rmige, stark gerippte, der L�nge nach gefaltete, oben glatte, unten feinbehaarte Bl�tter, einen aut�rechten, 4�5 Fuss hohen Stengel und gelblich weisse, mit gr�nen Nerven gezeichnete, in vielbl�thigen Rispen stehende Blumen, die vieleckig sind und grossentheils keinen Samen bilden. Die Frucht besteht aus drei Kapseln mit gefl�gelten Samen.
Die Wurzel ist fingerdick, cylindrisch, 2 � 4 Zoll lang, mit vielen starken Fasern besetzt (manchmal auch mehrk�pfig, hockerig) rauh; fast hornartig hart, aussen schwarzbraun, innen weiss oder br�unlich, mit sehr d�nner �usserer Rinde und einem d�nnen br�un�lichen Ring, welcher den Kern von dem �ussern gleichfarbigen Theil der Wurzel scheidet. Sie ist geruchlos, der Staub erregt leicht Niesen und Brechen; der Geschmack ist scharf, kratzend, bitter.
Die Bestandtheile der weissen Nieswurzel sind: gall�pf'elsaures Veratrin (ein in Alcohol und Aether l�sliches Alealoid), Jervin, ein zweites Alealoid, gelber F�rbestoff, eine fettige fl�chtige S�ure enthaltende Materie, Gummi. Kalk- und Kalisalze, Kieselerde, Holzfaser.
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Radix veratri albi.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 143
Statt der Wurzel des weissen Germers wird auch die des schwarzen (Veratrum nigrum) gesammelt, welcher an denselben Standorten vorkommt, �usserlich grosse Achnliclikeit mit der Pflanze des weissen Germers besitzt, sich aber dadurch unterscheidet, dass die untern Bl�tter sich in einen Blattstiel verl�ngern, die Blumen�rispe weniger zusammengesetzt und die Farbe der Blumen dunkcl-purpurroth, fast schwarz ist (woher der Beiname). Die Wurzel des schwarzen Germers ist schopfig, mit starken Fasern besetzt und abgebissen. Ihre Wirkung ist ohne Zweifel der des weissen Germers gleich.
Dagegen ist die unter dem Namen liadix hellebori nigri, schwarze Nieswurz, in allerer Zeit in der Thierhcilkunde sehr h�ufig, z. B. zu Fontanellen (Nieswurzstecken) benutzte Wurzel von einer ganz andern Pflanze , n�mlich der Christwurz (Helleborus niger L.), welche um Weihnachten mit grossen, gelblichgr�nen Blumen bl�ht, und e'en sehr h�ufig an Bergabh�ngen vorkommenden Helleborus-Arten, wie Helleborus viridis und foetidus ganz nahe verwandt ist.
Die Wirkung der weissen Nieswurzel ist im Allgemeinen und �nlicli srharfreizend, sowohl Entz�ndung als krampfliafte Contractionen erregend. umstimmend.
Man benutzt das Pulver liauptsachlich bei fleisclifressenden Tliieren als sicheres Brechmittel (z. B. Hunden 2 � 5 Gran, Schweinen 5� 15 Gran, mit lauem Wasser oder mit etwas Fett); ferner �usserlich um heftige Ent�z�ndung in der Haut und dem Zellgewebe zu erregen, zu Fontanellen (die in lauem Wasser oder in Essig eingeweichte, in der Mitte durchgeschnittene Wurzel oder das Pulver auf ein Eiterband gestreut); endlich die Abkochung als Mittel gegen L�use u. dgl. Sowohl diese Anwendung als die Fontanelle mit Nies w�rzet erfordern Vorsicht, da leicht die allgemeine Wirkung davon eintreten kann. Innerlich wurde das Pulver zu 1�2 Drachmen gegen hartn�ckige Indigestion bei Rindvieh, so wie gegen die Lungenseuche em�pfohlen. Grosse Gaben innerlich gegeben, t�dten durch Entz�ndung des Magens und Darmcanals.
Das Pulver der Nieswurzel mit �hnlichen aber schw�chern z. B. Radix asari verbunden, ist den Schafen als Niesmittel, gegen Bremsenlarven, gege�ben worden, aber durch gew�hnlichen Tabak zu ersetzen.
Beim Pferde wird die Nieswurz-Tinctur zur Infusion in die Venen an�gewendet (s. diese). Das Veratrin. der eigentlich wirksame StolT in der weissen Nieswurzel ist zu Iheuer.
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Kuob jimiperi.
Roob jimiperi.
WncljQofbermu�.
Succus inspissatus juniperi. Uiichliolilcrces�l/,. Frnm. Extrait ou Rob de genievre.
hriiiiimetsiilzi'.
Das Wachholdermuss wird in den Gegenden, wo der gemeine Wachholder (s. Baccae juniperi) h�ufig w�chst, von den Land-lenten bereitet; man sammelt die reifen Beeren, zerst�sst und kocht sie mit Wasser, seiht die Fl�ssigkeit durch und l�sst sie zur Syrupsdicke abdampfen. Man erh�lt so l/3 oder mehr des Ge�wichts der angewendeten Beeren.
Das Wachholdermuss ist dick, gleichf�rmig, nicht k�rnig, rothbraim und hat einen angenehmen, s�ssen, etwas gew�rzhaften Geschmack. Es soll weder brenzlich riechen und schmecken, noch zu d�nn oder in G�hrung begriffen sein. Um letztere zu ver�meiden , muss dasselbe geh�rig eingedickt sein und an einem k�hlen Orte aufbewahrt werden.
Die Wirkung des Wachholdermusses als gelinde aufl�sendes Mittel beruht auf seinem Gehalt an Zucker und Schleim; es wird aber viel h�ufi�ger blos als formgebendes Mittel zu den Latwergen f�r Pferde gesetzt, denen es eine z�he Consistenz gibt und nicht so leicht austrocknet als Mehl; es verbessert �berdies den �beln Geschmack mancher Arzneimittel und eignet sich dadurch besonders f�r junge Thiere, z. B. F�llen.
In der Mehrzahl der F�lle ist das Wachholdermuss entbehrlich und vertheuert besonders die in der Apotheke bereiteten Latwergen unn�tliig.
An manchen Orten wird man das Hollundermuss (Roob sambuci) oder den Syrup von R�benzucker-Fabriken und Rohrzucker-Raffinerien wohlfeiler erhalten und dem Wachholdermuss substiluiren k�nnen (vgl. Honig).
Sacchamm lad is.
lITifcO^ucficr.
Franz. Sucre de lait.
Engl. Sugar of milk.
Chemische Formel: Cl-H,,,Olquot;-|-2nO.
Der Milchzucker ist in den, nach Abscheidung des Butters und der K�se aus der Milch, zur�ckbleibenden Molken enthalten und wird durch Abdampfen zur Syrupdicke, Krystallisiren n. s. w. erhalten. Man erh�lt denselben haupts�chlich ans der Schweiz, wo er im Grossen bereitet wird.
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Sapo viriili-.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;145
Er bildet grosse, vierseitige Prismen mit vierseitiger Zuspitzung und bl�ttrigem Bruche, ist luftbest�ndig, selimeCkt schwach siiss-lich und l�st sich in 3 Theilen kochenden und ti Theilen kalten Wassers auf; sein spec. Gewicht ist 1,543.
Durch vorsichtiges Schmelzen kann man ihm das 12 Procent (2 At.) betragende Krystallwasser entziehen, worauf er eine weisse, undurchsichtige Masse bildet. Er ist der Weing�hrung f�hig, sie geht aber langsam vor sich.
Der Milcbzucker ist zwar wie der Rolirzucker und �ndert' siisse Sub�stanzen n�hrend und aufl�send; er wird aber nicht sowohl als Arzneimittel, sondern vielmehr als ein indiflTerentes Mittel zur Verd�nnung stark reizen�der, trockener Substanzen ben�tzt, z, B. wenn man Strychnin, Veratrin oder andere Pflanzenalcaloide in Pulverforni anwenden will, wo ein viertel- oder halber Gran zu wenig Substanz darbieten oder zu heftig- wirken w�rde, wesshalb man ihm 1 0 � 30 Gran Milchzucker (oder einer andern indilTeren-ten Substanz, z. B. St�rkmehl, Gummi, gew�hnlichen Zucker) zusetzt. Zur Vers�ssung der Arzneien taugt er weit weniger als der Rohrzucker, den er �berdies im Preise iibertrllTt.
Sapo viridis.
flri'mp .Scifr.
Sapn kalicus v. niger, Kali oleosiim. Kalisoife. selnrarze oiler .Schinicrscifc Franz. Savon vert, mon. Engt Soft soap.
Die fetten Oele bilden mit kaustischen Alealien eine aufl�s-liche Verbindung (Seife); es entstehen hiebei in dem Fette Talg-, Margarin- und Oels�uie, welche mit dem Aleali sieb Verbinden. Die Seifen sind somit Verbindungen der Alkalien mit den ge�nannten S�uren; �lsaures Kali w�rde die weichste, talgsanres Natron die h�rteste Seife geben.
Die Seifen l�sen sich in reinem Wasser, in Branntwein und Weingeist auf; diese Aufl�sung ist schl�pfrig. Gew�hnliches Wasser zersetzt einen Theil der Seife durch seinen Gehalt an freier Kohlen�s�ure und an schwefelsaurem Kalk. Die gew�hnliche Waschseife ist aus Talg und Nation bereitet; die gr�ne Seife wird aus Thran oder Hanf�l, dem man etwas Talg zusetzt, durch Kochen mit kaustischer Kalilauge dargestellt; sie enth�lt gew�hnlich etwas �bersch�ssiges Kali, ist weich, schmierig, etwas k�rnig (von talg�saurem und margarinsaurem Kali) und von gr�nlicher oder gr�n-brauner Farbe, welche durch einen f�rbenden Zusatz (von Indigo) Hering, Arzneimittel. ^. Aufl.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;10
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14(1
Sec-alc coruutum.
hervorgebracht wird. Ihre Bestandtheile sind 9,5 Kali, 44,0 fette S�uren und 46,5�Wasser.
Die Seile wird dureh alle S�uren und saure Salze, sowie
durch mehrere Metallsalze, z. B. Kupfer-, Eisen- und Zinkvitriol,
Quecksilbersublimat, vers�sstes Quecksilber, salpetersaures Silber
u. s. w. zersetzt; daher kann eine Seifenaufl�sung als Gegenmittel
-bei Vergiftung mit den genannten Salzen angewendet werden.
Die innerliche Anwendung der Seife ist selten ; sie wirkt auf die N'ieren (durch ihr Kali, welches frei wird) und zugleich abf�hrend; man setzt nicht selten Seife den Al�epillen zu , um das Harz der Aloe aufl�slicher zu machen und seine reizende Eigenschaft auf den Darm zu verst�rken.
Seifenwasser innerlich in ziemlicher Menge gegeben, ist als Haus�mittel beim Aufbl�hen der Wiederk�uer von gr�nem Futter anwendbar.
Aeusserlich wird die Seife theils zum Reinigen der Haut von Schuppen, Schorfen und zuf�lligen Unreinigkeiten, theils als gelindes Reizmittel bei chronischen Hautausschl�gen (z. B. der R�ude der Hunde), sowie gegen Verh�rtungen, Verstauchungen und Quetschungen, Sehnenanschweilung etc. (nach Beseitigung der Entz�ndung) verwendet. Man setzt gerne noch st�r�ker reizende und aufl�sende Alittel hinzu (z, B. Kamphor, Terpentin�l. Sal�miakgeist, Weingeist).
Der Seifengeist (Spiritus saponis s. sapouatus) wird durch Aufl�sung von 1 Theil gr�ner Seife in 4 Theilen rectifieirtem Weingeist bereitet. Wo gr�ne Seife nicht bei der Hand w�re, kann gew�hnliche Seife statt derselben genommen werden. (Das Seifenliniment, Opodeldoc, siehe bei Camphor; die Terpentin-Seife bei 01. terebinth.)
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Secale eproutum.
DlluUerfitirn.
(laviis secalinus. Rogijciiinuttcr.
Franz. Ergot de seigle.
Knyl. Ergot of rye, Spurred rye.
Das Mutterkorn ist ein krankhafter Auswuchs am Korne des Roggens, seltener an andern Getreidearten und an Mais. Seine Entstehung wird von Einigen dem Stich eines Insekts, von den Mehrsten aber einem Pilze (Sclerotium s. Spermoedia Clavus oder Sphacelia segetum) zugeschrieben, der sich in dem Fruchtknoten des Getreidekorns entwickelt. Das Korn beh�lt dabei seine ur�spr�ngliche Gestalt, wird aber weit grosser ('/,�2 Zoll lang), ragt �ber den Spelz weit hervor, ist an der Spitze umgebogen
i
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Seoalo coruutuui,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;147
und mit 1 bis 2 L�ngsfiirchcn versehen (dem Sporn eines Vogels �hnlich), aussen von brauner oder schwarzvioletfer Farbe, innen weiss oder graurothlich. Der Geruch ist widrig, moderartig, der Geschmack mehlig, bitterlich und kratzend.
Das Mutterkorn kommt in manchen (besonders nassen) Jahv-g�ngen auffallend h�ulig vor; es muss vor der Ernte eingesammelt werden und soll nach derselben wenig Wirksamkeit besitzen; diese wird von Einigen blos dem zarten �eberzug des entarteten Kornes zugeschrieben, nach dessen Entfernung das letztere unwirksam sein soll. Durch langes Aufbewahren verliert es ebenfalls an Kraft. Es muss daher zur angegebenen Zeit und bei trockener Witterung gesammelt, getrocknet und In wohlveischlossenon Gl�sern aufbe�wahrt werden.
Die Hauptbestandtheile des Mutterkorns sind: Ergotin (l'/j Proc. ein rothbraunes Pulver, stickstoffhaltig und dem Kleber verwandt), fettes Oel (35) und fettartige Substanzen, Fungln (46), Pflanzenosmazom, Eiweiss, Schwammzucker, phosphorsaures Kali und Kalk, Kieselerde (kein St�rkmehl).
Die Wirkung des Mutterkorns geht thcils auf den Darmcanal (Brechen und Durchfall erregend), theils auf das Gef�ss- und Nervensystem (Ver�langsamung des Pulses, Schwindel, Krampf. L�hmung hervorbringend), insbesondere aber auf den Fruchtli�lter, den es zu kr�ftigen Contractionen antreibt. Es wird bei den Hausthieren als ein die Wehen bef�rderndes Mittel mit Erfolg angewendet, passtaber nur, wo Schw�che der Contraction des Uterus der Verz�gerung der Geburt zu Grunde liegt; wo dagegen mecha�nische Hindernisse (falsche Lage des Jungen, Verschliessung des Mutter�mundes und dgl.) zugegen sind, m�ssen diese vorher beseitigt werden. Auch beim Zur�ckbleiben der Nachgeburt, oder starker Blutung wegen mangelnder Zusammenziehung des Fruchth�lters ist es anzuwenden. L�nger fortgesetzte kleine Gaben bringen eine langsame Vergiftung und Absterben einzelner Glieder hervor (Ergotismus, Kriebelkrankheit).
Man gibt das Mutterkorn am besten gr�blich zerstossen, in einem Aufguss mit heissem Wasser, Bier oder Wein, entweder allein oder mit Zimmetu. dgl. und wiederholt die Gabe nach Umst�nden alle '/,� 1 Stund. Die (nach Aller, Zeit des Einsammelns, Art des Aufbewahrens u. s. w.) verschiedene Wirksamkeil des Mutterkorns ist Veranlassung, dass die Dosis so abweichend angegeben wird; bei guter Beschafl'enheit des Mittels ge�n�gen f�r Stuten und K�he 2 � 4-6 Drachmen pro dosi: f�r H�ndinnen I 5 � 30 Gran.
Formeln:
Nr. 1. R. Seealis cornuti pulver. Uno. '/..�
Infus. flor. chamom. �nc. 12. M. D. S. Lauwarm einzusch�tten. (Bei mangelnden Wehen. F�r eine Kuh.)
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I 4Snbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Semen auisi.
Nr. 2. R. Secalis cornuti Gr. 10�20.
infunde Aq. fervid, line. 1 � 2. per ' 4 horae. Cola. D. S. Wie oben. (F�r eine H�ndin mitt�lerer Grosse.)
Semen anisi.
�I�8.
Semen anisi vnlgaris.
Franz. Semenre rTAnis, Boneage Anis.
Engl. Anise.
Die Pflanze, welche den Anis liefert, Pimpinella anisum L. (von Andern zu der Gattung Sison oder Tragium gerechnet; Cl. Pentandria Digynia, Farn. Umbellatae) ist in Egypten einheimisch, wird aber in Deutschland an verschiedenen Orten angebaut; sie ist einj�hrig, hat einen einfachen, fusshohen Stengel, langgestielte herzf�rmige, gelappte, eingeschnitten ges�gte Wurzelbl�tter, ge�fiedert getheilte, lancettf�rmig keilf�rmige Stengelbl�tter, mittel-m�ssige, 9�15 strahlige Dolden, und weisse Bl�mchen. Die Samen h�ngen meist zu zwei zusammen, sind rundlich-eif�rmig, 1 � 1'/j Linien lang und halb so dick, feinbehaart, grau-gr�nlich und haben 10 hervorstehende, weissliehe Rippen. Ihr Geruch ist stark und angenehm, der Geschmach s�sslich-gew�rzhaft, erw�r�mend. Beim Zerdr�cken schwitzt fettes Oel aus.
Der spanische und italienische Anis ist wirksamer als der in Frankreich und Deutschland gebaute.
Anis, der unreif gesammelt wurde, einen scharfen oder wid�rigen Geruch hat oder mit Unreinigkeiten (Erde u. dgl.) vermischt ist, taugt nichts.
Die Bestandtheile des Anis sind haupts�chlich �therisches Oel (3 Proc.), fettes Oel (3 Proc.), Gummi, Ulmin, Phyteumacolla, Schleimzucker, Kalksalze u. dgl. Das �therische Oel hat die Eigenschaft bei einer Temperatur von -j- 5 bis 15deg; K. in krystal-linischen Bl�ttchen zu gestehen; es ist haupts�chlich in der �ussern Haut des Samens, das fette Oel dagegen in den Kernen enthalten.
Die Wirkung des Anis ist auf die Secretion der Respirations - und Darmschleimhaut gerichtet; welche er gelinde erregt; er wird daher als ein gelinde aufl�sendes, den Schleimauswurf bef�rderndes, auch windtreiben�des Mittel, selten f�r sich allein, sondern als Unterst�tzungsmittel, zu '/..�1 Unze prodosi in Verbindung mit Salmiak, Schwefel-und Spiesglanz-Pr�paraten, Ammoniakgummi, Harzen u. s. w. meist als Pulver ui Latwer�gen. Pillen, oder auf das Futter verordnet.
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i y
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Semeraquo; carvi.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;149
Das Anis-Oel ist f�r den tl�er�rztliclien Gebraucb zu theuer; blos yegen das Ungezieler von Stubenhunden, Katzen und V�geln hat es, des nicht unangenehmen Geruches wegen, den Vorzug vor wohlfeilem und wirksamem Mitteln, Es ist ein gew�hnliches sogenanntes Beizmittel f�r Tauben.
Semen carvi.
J�immef. Knrfif.
Franx. Carvi, L'umiu ilos pri:s. KnyL, Caraway-seed.
Der auf gebirgigen Wiesen und Weiden wildwachsende, aueli als K�ehengew�chs angebaute, gemeine K�mmel, Carum Carvi L. (Cl. Pentandria Digynia, Farn. Umbellatae) ist eine zweij�hrige, 2 � 3 Fuss hohe Pflanze, deren Stengel tiefgefurcht und �stig ist, mit l�nglichen doppelt-gefiederten Bl�ttern und geliedert-getheilten linienf�rmigen Bl�ttchen. Die vielstrahlige Dolde hat eine viel�bl�tterige allgemeine H�lle, keine Hiillchen, und bl�ht von Mai bis Juli, weiss oder r�thlich. Die Samen sind l�nglich, etwas gebogen, glatt, seitlich zusammengedr�ckt, br�unlich-grau mit heilem Rippen, von eigenth�mlichem Geruch, und gew�rzhaft-bitter�lichem, erw�rmendem Geschmack.
Die Samen m�ssen v�llig reif, trocken und fest, nicht, gr�n oder eingeschrumpft sein, und sich durch starken Geruch und Ge�schmack auszeichnen.
Die Wirksamkeit des K�mmels beruht haupts�chlich auf seinem Gehalt an �therischem Oel, welcher beinahe 1 Unze im Pfunde betr�gt; es ist farblos oder gelblich, d�nnfl�ssig und gesteht nicht in der K�lte; aussei- dem Oel enth�lt der K�mmel: Schleimzucker, Harz, Wachs, eisengr�nenden Gerbestoff u. s. w.
Der K�mmel wird Iheils als ein Hausmittel den Thieren (grobzer-stossen) auf dem Futter, als ein die Verdauung bef�rderndes Mittel mit Kochsalz u. dgl. gegeben, theils in gleicher Form mit bittern gew�rzhaften Mitteln zu sog. Fresspulvern verbunden; er wirkt weniger auf die Schleim�haut der Athmungsorgane, als auf den Darmcanal und ist bei Schw�che desselben, Luftentwicklung von geschw�chter oder verz�gerter Verdauung (ohne entz�ndliche Diathese) bei Windkoliken und Aufbl�hen entweder als Pulver oder als Aufguss, allein oder mit andern passenden (bittern, absor-birenden) Mitteln verbunden, am Platze. Zu Einsch�tten kann mit Nutzen etwas Branntwein gef�gt werden. Auch den Klystiren wird der K�mmel als Carminativuin beigef�gt.
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Man schreibt auch ilein K�mmel (wie dem Fenchel. Anis und anderu Doldengew�chsen) g�nstigen Elnflass auf die Mildisecretion zu. Dosis '/,�I L'uze Hir die gr�ssern Haustbiere.
Statt des K�mmels kann auch der Coriander (Coriandrum
sativum L.) benutzt weiden. In den w�rmern L�ndern wird der r�mische K�mmel, Semen cumini (von Ciiinimnn cyniinum L.) mit gr�ssern Samen und widrig gew�rzhaftem Geruch und Ge�schmack an der Stelle des mehr in n�rdlichen Landen) wachsenden gemeinen K�mmels angewendet.
Semen crofonis.
.Kai(im=31'iirucr.
�raua tiglil raquo;. tiglia. l'urgirk�incr, lloliikklsclie K�nid'. Franz. (jraines de Tilly: petlts pignons d'Inde.
Knyl. Crotou seeds.
Uer Purgirkroton oder Tiglibaum, Croton Tiglium L. oder Croton Pavona Hain. (Cl. Monoecia Polyandria, Farn. Euphorbiaceae) ist in Ostindien, den mollukkischen Inseln, Java, und China einhei�misch : er liefert die in einer dreif�cherigen, nuss�hnlichen Kapsel eingeschlossenen Purgirk�rner; diese haben die Grosse einer Kaffee�bohne, sind eif�rmig, an beiden Enden stumpf, fast vierkantig, graubraun, schw�rzlich oder hcllbr�unlich mit dunkleren Flecken, fettig, geruchlos. Die d�nne zerbrechliche Schale enth�lt einen gelblichen, �lhaltigen Kern, von brennend-scharfem kratzendem Geschmack.
Da die Wirksamkeit der Kroton-K�rner von dem �ligen Kerne abii�ngt, so sind die leichten und tauben Samen zu vorwerfen und nur reife, volle, schwere K�rner anzuwenden.
JDic Bestandtheile der Kroton-K�rner siiid folgende: ll�chtigcs Ocl (Krotons�ure), fettes Oel mit Krotons�ure (17 Procent) Kro-tonin (nicht fl�chtige Pflanzenbase), Wachs, Harz, Gummi, Kleber, Fxtractivstoir, Eiweiss, St�rkmchl, Pflanzenfaser (39 Prop.), Wasser (22 Proc). Von den ausgeh�lseten Kernen enthalten 100 Theile: (iO Theile Oel (bestehend aus 27,5 harzigem, scharfem Stoff (mit Crotons�ure) und 32,5 fettem Oel) und 40 Theile mehligen R�ckstand.
Das fette Oel scheint das Vehikel f�r den scharfen, abf�h�renden Stoff zu sein, von welchem der R�ckstand nach dem Aus�pressen stets noch eine kleine Menge enth�lt; da diese aber ver�nder�lich ist, so kann die Anwendung dieses R�ckstandes (Oelkuchen) in der Thierheilkunde nicht (wie Fields es that) empfohlen werden.
Slcliercr ist die Anwendung der enth�lseten Kerne , wovon man 20 � 30 Oran (in Verbindung mit Leinsamen, Eibisch, Honig u. dgl zu einer
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Sk'iueu crotonii.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 151
Pille oder mit rettem Oel abgerieben, In einem schleimigen Decoct als Ein�schult) f�r ein Pferd als Purgans braucht. Diese Dosis ist nur in wenigen F�llen zu wiederhoien; sie f�hrt etwas schneller als die Aloe ab , und macht die Excremente w�sseriger. Einige Practiker ratheu das Cioton-Samen-Pulver in einer ausgeh�hlten .Mehlpille zu geben. F�rHindvieh ist dieselbe Dosis in Verbindung mit 8� 12 Unzen Bittersalz empfohlen worden.
Das Kr o ton �l (Oleum crotonis) wird durch Auspressen er�halten , ist strohgelb, dickfl�ssig, von fadem Geruch, scharfem Ge�schmack, in Weingeist und Aether aufl�slich; es soll durch das Oel der Samen von Jatropha Curcas oder der Euphorbia Lathyris verf�lscht, ja aus Kicinus�l und Euphorbium Gummi nachgemacht werden. Da der hohe Preis des Kroton�ls ein Reiz zur Verf�lschung desselben ist, und diese sehr schwierig erkannt wird, so wende man lieber die Samen selbst an, die man nicht verf�lschen kann. Das Kroton�l wirkt in hohem Grade purgirend und kann schon zu '/., Drachme bei einem Pferde t�dtliehe Folgen haben; desshalb ist es zu 15 � 20 Tropfen in �usserst hartn�ckigen F�llen und mit der gr�ssten Vorsicht anzuwenden.
Morton f�hrt eine Kro ton-Tin ctur, aus 1 Theil Oel in 16 Theilen Alcohol aufgel�st, an; man soll davon '^�1 Unze in das Trinkwasser des Pferdes thun (z. B. wenn ihm die Arznei auf andere Weise nicht beigebracht werden kann).
Da die Maulschleimhaut von dem Kreton leicht entz�ndet und ange�griffen wird, ist es rathsam, nach der Anwendung des Mittels dem Thier das Maul auszuspritzen.
Als �usserliches Reizmittel ist das Kroton�l (oder die Tinctur) theils zu theuer, theils zu wenig wirksam ; jedenfalls ist eine abf�hrende Wirkung davon nicht zu erwarten.
Wenn man mit Kroton-K�rnern oder Oel umgeht, hat man sich sehr in Acht zu nehmen, dass man nichts davon an die Augen, Nase oder Lippen u. s. w. bringt, weil leicht eine heftige Reizung und Entz�ndung derselben veranlasst wird.
Formeln:
Nr. 1. K. Semin. crotonis enucleat. et contus. Gr. 20 � 30. Farin. sem. lini. Unc. 1.
Aq. font. q. s. fiat pill. D. S. Purgirpille f�r ein Pferd.
Nr. 2. K. Aloes hepatic. Dr. 6 � 8. 01. cioton. Glitt. 10�15. Farin. sem. lini Unc. 1.
Aq. fontan. q. s. fiant pill. duo. D. S. Purgirpillen. Hei grossem Torpor.
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15J
.Semtm f'ueniculi.
Franz. Feuouil, t'nyL Fenael.
Semeraquo; foenicoli.
.fendjer.
�raiui de fcuouil.
#9632;...
Der Fenchel w�chst im s�dlichen Europa uncl Deiitschlund wild, wird aber meist angebaut. Die Pflanze heisst Anethum Foeniculum L. (nach Andern zu Meum gestellt oder zu einer be-sondern Gattung Foeniculum vulg�re erhoben; CI. Pentandria Di-gyuia, Farn. Umbellatae); sie ist 2j�hrig oder pereunirend, wird mehrere Puss hoch, hat einen glatten, zartgestreiften Stengel, drei-und mehrfach gefiederte Bl�tter, mit linien- oder borstenf�rmigen Fiedern, endst�ndige Dolden ohne H�lle mit gelben Bl�mchen, deren Blumenbl�ttchen einw�rts gerollt sind.
Die Samen sind gr�nlich oder br�unlich, l�nglich-oval, auf der �ussern Seite gew�lbt, mit 5 stark hervorstehenden Rippen und Binden in den Thalchen; auf der innern Seite flach oder etwas gekr�mmt; ziemlich hart, z�he, beim Zerdr�cken fettig; ihr Geruch ist angenehm, s�sslich, aromatisch, der Geschmack ebenso, eigen-th�mlich, dem Anis �hnlich. Der deutsche oder gemeine Fenchel ist nur 1 � 1'/.. Linien lang und ''^ Linie breit, w�hrend der italienische Fenchel (als Semen foeniculi dulcis bekannt) 2�2l/2 Linien lang, '/., Linie breit und st�rker von Geruch und Ge�schmack ist.
Man hat darauf zu sehen, dass der Fenchelsamen reif, gut getrocknet, ohne dumptigen Geruch und von starkem Geschmack sei.
Die Bestandtheile des Fenchels sind denen des Anis �hnlich, doch enth�lt derselbe beinahe doppelt soviel �therisches Oel, wel�ches ebenfalls, jedoch bei einer niedrigem Temperatur als das Anis�l, kryslallinisch fest wird.
Die Wirkung des Fenchels ist schleimaufl�send, gelinde reizend und st�rkend, daher er nach gebrochener Eniziindung als Unterst�tzungsmittel in Krankheiten der Luftwege, und in denselben Verbindungen wie der Anis gegeben wird. Als Carminativum steht er dem K�mmel nach: dagegen schreibt man ihm (wie den meisten Samen der Doldengew�chse) in beson�derem Grade die Eigenschaft zu die Milcbsecretion zu vermehren.
Die Dosis ist 'Z,�-' Unze, meist in Pulver zu Latwergen oder Pillen, f�r die gr�ssern Maustbiere.
Da der Fenchel gew�hnlich etwas wohlfeiler ist als der Anis, dabei mehr �dieriscbes Oel nitbalt. so macht er diesen entbehrlich.
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Seuieu i'ueui graeci.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 1 53
Semen Foeni graeci.
DJocftsfjorufameii.
^emeu Fueuugraeci. Uriecliisch Hm, Hornklee. Franz. Saiu foin, Feuu grec.
Die einj�hrige Pflanze, Trigonella Foenum graecum L. (Cl. Diadelphia Deeandria; Fam. Leguminosae) w�chst im s�dlichei.' Frankreich wild und wird an mehreren Orten in Deutschland an�gebaut. Der Stengel ist 1�2 Fuss hoch, aufrecht, �stig, ge�streift, glatt; die Bl�tter stehen abwechselnd, sind dreiz�hlig, glatt, mit verkehrt-eif�rmigen, vorne feingez�hnten Bl�ttchen; die blass-gelbeu (Schmetterlings-) Blumen erscheinen im Juni und Juli, die schmalen, einf�cherigen, vielsamigen H�lsen sind 3 � 4 Zoll lang, linienf�rmig, in einen d�nnen Schnabel ausgehend, abw�rts ge�bogen, netzartig ge�dert.
Die Samen sind 1�-2 Linien lang und 1 Linie breit, zu�sammengedr�ckt, l�nglich, viereckig, schief abgestutzt, aussen gelb�braun , von einer schiefen Furche durchzogen, innen gelb, ziemlich hart und z�he , riechen widrig gew�rzhaft, dem Steinklee �hnlich und schmecken schleimig, bitter.
Sie enthalten viel Schleim, einen bittern Extractivstoff, Gerbe�stott' und etwas �therisches und fettes Oel. Alte, dunkelbraune, moderig riechende und von Insekten zerfressene Samen sind zu verwerfen.
Der Bocksliornsainen unterscheidet sich von rlen reinschleiniigen Miltelii durch seine fl�chtigen und bittern Bestandtheile ; seine Wirkung ist weniger erschlaffend, mehr schleimaud�send, den Auswurf bef�rdernd, st�rkend.
Er ist daher ein passendes Nebenmittel in eatarrhallsehen Krankheitin nach gebrochener Entz�ndung; in der Druse; in chronischen Lungenleiden, und zwar in Verbindung mit Salmiak, Spiesglanz und Sclnvefelpr�paraten. Theer u. s. w.
Die Dosis ist '/.,� I Unze f�r Pferde, t�glich 2 � 3 mal.
Die �usserliche Anwendung des Bockhornsainensisl wenig gebr�uchlich.
Semen lini.
Criufttmdi.
I'riinz. (iraines tie Im. EngL Linseed.
Die allgemein bekannte und ihrer Faser wegen (Flachs) an-gebaute Pflanze, Lini�n usitatissimum L. (Cl. Pentandria Penta-
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Semeu liui.
gynia; Fam. Caryophylleae) ist einj�hrig und entli�lt in runden erbsengrossen Kapseln, welche sich oben in f�nf zweispaltigen
Klappen �li'nen, die eif�rmig-plattgedr�ckten, gl�nzendbraunen, sehr glatten, geruchlosen Samen, mit weisslichem, �ligem Kerne, der schleimig-�lig schmeckt.
Die Bestandtheile desselben sind: Fettes Oel (11 Proc. nach Andern 34 � 36 Proc.) Wachs, AVeichharz, harziger Farbstoff, Schleim mit Essigs�ure und Salzen (15 Proc), gerbestoffartiger Ex-tractivstoff (11 Proc), Gummi mit Kalk (6 Proc), St�rkmehl, Pflanzen-Eiweiss, Kleber, Emulsion und H�lsen (44 Proc.)
Durch den grossen Gelialt an Schleim und Oel, so wie durch seine all�gemeine Verbreitung und Wohlfeilheit wird der Leinsamen ein sehr schatz�bares Haus- und Arzneimittel. Er wird gemahlen oder gestossen, als Lein-samenmehl (Pulvis sein, lini) sowohl innerlich in fester und fl�ssiger Form, als erschlalfendes, aufl�sendes, bes�nftigendes, scharfe und drastisch wir�kende Stoffe einh�llendes Mittel und ebenso h�utig �usserlich zu Einsprit�zungen, Klysliren, Waschungen , bei Inischl�gen u. s. w. angewendet.
Ganzer Leinsamen zu 3 � 4 Unzen in 2 � 3 Pfund heissem Wasser zu einer schleimig-z�hen Masse aufgequollen, ist ein sehr zweckm�ssiges Ab-fuhrungsmitlel f�r Rindvieh.
Leinsamen-Decoct wird durch Anbr�hen oder leichtes Kochen von '/�--l Lnze Leinsamenmehl mit 1 Pfd. Wasser erhalten; lange fortgesetztes Kochen zerst�rt einen Theil des Schleimgehalts, bringt aber mehr �ligte Theile in die Fl�ssigkeit.
Die ausgepresstcn Leinsamen (Leinkuchen, Placenta s. Farina sein, lini) enthalten nur noch wenig fette Bestandtheile (6 Proc.) werden aber wegen der bei diesem Verfahren angewen�deten W�rme gerne ranzig und an feuchten Orten schimrnlich. Ausserdcm ersetzen sie den gemahlenen Leinsamen in den meisten F�llen, da der Schleimgchalt (nach M eure in 34 Proc.) nicht vermindert ist; dieses Leinkuchenmehl (Farina seminis lini) ist ein sehr zweckm�ssiges und wohlfeiles Bindemittel f�r Pillen und Lat�wergen, wenn jedoch erstere lange aufbewahrt werden sollen, werden sie leicht zu hart, was man durch einen Zusatz von or�din�rem Syrup vermeiden kann.
Zu erweichenden Umschl�gen (um die Hufej setzt man zu dem Lein-kuchenmehl noch Kleien, um die Mischung por�ser und leichter zu machen; sie wird nach mehrmaligem Aufw�rmen sauer und muss daher bald erneu�ert werden.
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.Smitm pkoJlandni.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;1 55
Semen pbellandrii.
tUafrcifcucOcf.
Semen foeuiculi aquatici. Rossfciichcl. Franz. Phellandrie, Millefeuille aquatiquo.
Eine ausdauernde, an nassen Stelleu oder im Wasser wild�wachsende Pflanze, Phcllandrium aquaticum L. s. Oenanthe Phel-landrium Lam. (Cl. Pentandria Digynia; Farn. Umbe�atae) mit dicker Wurzel, 2�5 Fuss hohem, r�hrigem, sehr �stigem ge�furchtem Stengel, mit hellgr�nen, glatten, dreifach gefiederten Bl�ttern (die unter dem Wasser getriebenen sind vielfach-zertheilt, haarfdrmig) und eif�rmigen, tiefeingeschnittenen, gez�hnten Bl�tt�chen, kurzgestielten, vielstrahligen Dolden, ohne allgemeine (oder mit wenig bl�tteriger) H�lle und pfriemeuf�rmigen besondern H�ll-chen. Die weissen Blumen erscheinen im Juli, August. Der Samen ist eif�rmig-l�nglich, mit den Resten des Kelches und dem Griflel gekr�nt, 1 � l1/. Linie lang, feingerippt, hellbr�unlich oder gr�nlichgelb, von starkem, widrigem Ger�che und eigenth�m-lichem, scharfem, gew�rzhaftem Geschmacke. Unreif eingesam�melte oder durch eine Art G�hrung schwarz oder dunkelbraun ge�wordene, undeutlich gerippte Samen sind weniger wirksam.
Die Bestandtheile des AVasserfenehelsamens sind: �therisches Oel (l1/. Proc), siisses fettes Oel (5 Proc), Wachs, Harz (4 Proc.) Extractivsto�' (8 Proc), Gummi, Pflanzenfaser (72 Proc.)
Verwechselt kann der Wasserfenchel werden mit dem Samen des Wasserschierlings (Cicuta virosa), welcher st�rker ge�furcht, dicker, rundlich und mit den ganz zur�ckgeschlagenen Griffeln gekr�nt ist; mit den Samen von Sium latifolium und angustifolium, welche kleiner, oval oder rund sind und ebenfalls den zur�ckgeschlagenen Griflel tragen, endlich den eigenth�mlichen Geruch des Wasscrfenchels nicht besitzen.
Die Wirkung des Wasserfenchels ist auf die Schleimhaut der Respi-ralions-Orijane gerichtet. deren zu starke, oder qualitativ abge�nderte (/.. B. eiter�hnliche) Absonderung er vermindert oder verbessert; er wirkt zugleich aufl�send auf das Lymphdr�sen-System und harntreibend. Man wendet ihn daher bei chronischem Catarrh, Verh�rtung und Eiterung der Lunge, Verh�rtung der Dr�sen, Dyskrasie. Wassersuchten u. s. w. an. und zwar in Verbindung mit Salmiak. Balsamen. Harzen. Splesglauz und Bleipr�paraten u. dgl.
Die Pulverforni als solche oder zu Pillen und Latwergen . ist dem Aui-jmiss vorzuziehen: die Dosis f�r grossere Haiisthiere Ist '/.gt;�' l'nze.
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beiueu siuapis uigrae.
Der lJeteisilien-Samen, Semen petroselini, vou Apium petroseliuiu L., einer in den G�rten gebauten Pflanze, wirkt dem Wasserfenchel �hnlich, mehr jedoch auf die Vermehrung der Harnsecretion.
Semen siuapis nigrae.
#9632;Sc(jnjar,jer Senf.
�Sum'eu siuapeos nigrae. franz. Moutarde noire. Enyl. Mustard seeds.
Der schwarze Senf, Sinapis nigra L. (Cl. Tetradynamia Sili-quosa, Fam. Cruciferae) w�chst h�ufig an ungebauten Stellen, am Ufer der Fl�sse, auf Schutthaufen u. dgl. wild; er ist einj�hrig, hat einen 2�4 Fuss hohen, �stigen, unten rauhborstigen, oben glatten Stengel; die untern Bl�tter sind leyerf�rmig, die mittlern dreilappig, gez�hnt, die obersten lancettf�nnig, ganzrandig. Die Blumen sind hochgelb, die Schoten aufrecht, kurzgestielt, schwach viereckig, h�ckerig und enthalten 4�6 Samen in jedem Fach.
Die Samen sind klein, rundlich, etwas platt, aussen roth-braun, fein ge�dert, innen gelb, geruchlos, beim Zerstossen ent�wickeln sie einen scharfen Dunst; ihr Geschmack ist brennend, bitterlich-scharf, �lig. Das Pulver (Senfmehl) ist gr�nlich.
Die Bestandtheile sind: ein scharfes fl�chtiges Oel (welches sich leicht in Weingeist und in 50 Theilen Wasser aufl�st), ein fettes, s�sses Oel ('20 Proc), Eiweiss, Schleim, Schwefel, phos�phorsaurer Kalk und Bittererde.
Der schwarze Senf wird verf�lscht mit den Samen verschie�dener Kohl- (Brassica-) Arten und des Ackers enfs , Sinapis ar-venis L., welche kleiner, rundlich, schwarzbraun und weniger scharf sind. Auch der weisse Senf, Sinapis alba (unter dem Namen Semen erucae gebr�uchlich) ist schw�cher als der schwarze, daher in der Thierheilkunde entbehrlich.
Altes oder mit andern gemahlenen Samen verf�lschtes Senf�mehl ist zu verwerfen.
Die Wirkung des Senfs ist reizend auf die Stelle, mit der er in Be-nilirung gebracht wurde; innerlich und gepulvert (da der ganze Samen meist unverdaut abgeht) vermehrt er die Absonderung der Verdauungss�fle und die peristaltische Bewegung im Darmcanal; er kann daher bei Unthii-tigkeit und Reizlosigkeit dieses Organs als die Verdauung belebendes Mittel gebraucht werden; in consensueller Hirnentz�ndung, von Indigestion her�r�hrend. Ist der Senf in der Dosis von '4�1 Unze ein passendes �nter-
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Spiritus aitrico-aethereus.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 157
St�tzungsmittel f�r die Aloe; grosse Gaben (von 4 � 6 Unzen) in fl�ssiger Form (z. B. mit Honigwasser, d�nnem Leinsamen-Schleim u. dgl.) bringen beim Rindvieh Laxiren hervor. Bei grosser Abstumpfung der Thiere kann man auch den Klystiren 1 � 2 Unzen Senfmehl zusetzen.
Aeusserlich bewirkt der Senf den Canthariden �hnlich, Entz�ndung und Anschwellung der Haut, Erguss von Serum unter der Oberhaut und ins Unterhaulzellgevvebe verursachend. Es wird hiezu das Senfmehl (allein oder mit Sauertaig oder Hefen) mit warmem Wasser zu einem d�nnen Brei gemischt und auf die abgeschorne Haut mittelst eines Lappens aufgelegt; die Wirkung ist schneller und die hievon entstehende Geschwulst grosser als bei der Canthariden-Salbe, die Dauer der Wirkung ist dagegen gerin�ger ; zu lange fortgesetzte und wiederholte Anwendung des Senftaigs kann die Haut absterben machen, wesshalb besonders bei feinh�utigen. edlen Thieren Vorsicht n�tlig ist.
Spirilus nitrico-aethereus.
.Sarpcter^ctljcrgcift.
Spiritus nitri dulcis. Vcrsiisstcr Salpctcrgcist.
Spiritus \mi nitrico-aethereus. Ph. \V.
Aether nitrico-alcoholicus. Ph. Baden.
Frans. Ether nitrique, E. azoteux. alcoolisc.
Engl. Nitric-Aether, Sweet Spirits of Kitre , Hyponitrous Ether.
Chemische Formel des Aethers: AeO -)- NO1'.
Er wird durch Destillation aus 4 Thl. Weingeist und 1 Thl. Salpeters�ure oder 4'/.-, Thl. trocknen Salpeter mit 4 Thl. conc. Schwefels�ure und 24 Thl. Weingeist, und nachherige Rectification �ber gebrannte Magnesia oder kohlensaures Kali bereitet; er ist eine Mischung aus eigentlichem Salpeter�ther (der nicht officinell ist) und Weingeist. Der Salpeter�ther ist aus 1 At. salpetrichter S�ure und 1 Atom. Aether (CJHloO=AeO) zusammengesetzt.
Der Salpeter�thergeist ist eine- wasserhelle, fl�chtige, brennbare, angenehm riechende Fl�ssigkeit, welche s�sslich gew�rzhaft schmeckt, an der Luft sich leicht s�uert. Sein spec. Gewicht soll nicht �ber 0,845 bis 0,840 (31 bis 32deg; B.) betragen. Er kann mit zu viel Weingeist vermischt sein oder durch langes Aufbewahren viel S�ure entwickelt haben. Er muss jedenfalls an einem k�hlen Orte, in einem wohlverstopften Glase und mit m�glichster Abhaltung der Luft aulbewahrt werden.
Der Salpeter�thergeist wirkt belebend, wie der Schwefel�ther, weni�ger erhitzend als der Spirit, sulphurico-aethereus, dagegen mehr auf die Hautausdiinstung und die Harnabsondening. In ersterer Absicht gibt man
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Spiritus vim rectificatissimu^.
ihn (in fl�ssiger Form) zu l/.,� 1 Unze pro dosi in 1 Pfund lauem Wasser oder einer solchen Aufl�sung von essigsaurem Ammoniak, (sog. Spiritus Minderen) und unterst�tzt die Wirkung durch warme Bedeckung; ausserdem vermehrt er eher die Harnahsonderung. Mehrere Thier�rzte schreiben ihm auch eine krampfstillende Wirkung zu und reichen ihn z. �. in Krampfkolik besonders mit Luftentwicklung. In mehreren lieberhaften Krankheiten des Rindviehs (Kalbefieber, b�sartiges Catarrhlieber u. dgl.) gibt man, wenn der Schw�chezustand eingetreten ist. dem Salpeter�thergeist den Vorzug vor andern Reizmitteln, und verbindet ihn mit Abkochungen gew�rzhafter' und �therisch �liger Pllanzenstoffe (�aldiian, Kamillen, Arnika u. dgl.) oder mit Salmiakaull�sung u, s. w.
Der kr ampf stillen de Trank, Potio antispasmodica der Londoner Veter.-Pharmacop�e besteht aus 2 Unzen Spir. nitrico-�thereus , 1 Unze Opiumtinctur und 4 Unzen Alocsolution (V. Unze Aloe enthaltend). Bei der Wiederholung dieses Tranks l�sst man die Alocaufl�sung weg. Dieses Mittel ist jedoch nur mit grosser Vorsicht in den Krampfkoliken der Pferde anzuwenden.
F o r m ein:
Nr. 1. R. Infus. rad. valerian. Unc. 12.
Spir. nitri dulc. Unc. '/..� 1.
M. D. S. Auf einniaf. Im Kalbefieber, 2. Stadium. Nr. 2. R. Infus. flor. sambuci. Unc. 24.
Ammonii carbonic. Dr. 2.
Spir. nitri dulc. Unc. 1.
M. D. S. Auf 2 mal. Im b�sartigen Catarrh-
fieber des Rindviehs.
Spiritus vini recliflcalissiinus.
HJpingdll.
.Vach dir verschirrienrn St�rke:
Spiritu? vini s. frumentl Briinntn-cin (13deg;).
Spiritus vini rectifleatus rectiflzirter Wcinscist (21deg;).
Spiritus viui rectifleatissimus h�chst rectiflzirter-Weingeist (33deg;,.
Spiritus vini alcoholisatus Ph. W. absoluter Weingeist (41�42deg;).
Franz. Eau de vie, Esprit de vin Trois-six, Alcuol.
Engl. Brandy. Proof Spirit (0,920) Spirit, of Wine. Rectified Spirit. (0,838).
Chemische Formel: C4H,20?.
Der Weingeist entsteht durch die geistige G�hrung zucker�haltiger Fl�ssigkeiten; durch Destillation trennt man den Weingeist von dem w�sserigen Theil der Fl�ssigkeit, in welcher er enthalten war.
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Spiritus vini rectiflcatissimii^.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;159
Man bereitet den Branntwein oder w�sserigen Weingeist zu�n�chst aus mehlhaltigen Stoffen (Getraide, Kartofleln), indem man das St�rkmehl zuerst durch die G�hrung in Gummi und Zucker diesen sodann in Weingeist verwandelt; ferner aus Wein, Wein-tr�bern, s�ssen Fr�chten (Zwetschgen, Birnen u. dgl.); die G�h-rung wird durch einen gewissen W�rmegrad und den Zusatz von etwas Hefen bewirkt, und w�hrend dieses Vorgangs viel Kohlen�s�ure entwickelt.
Bei der Destillation der gegohrenen Fl�ssigkeit gehen �the�rische Gele (z. B. Fusel�l) mit dem Weingeist �ber, wcsshalb er je nach seinem Ursprung (aus Getraide, Weintr�bern u. dgl.) einen verschiedenen Beigeschmack oder Geruch hat. Durch Destillation �ber Kohle kann man den Weingeist von jener Beimischung rei�nigen, ausserdem wird er durch wiederholtes Destilliren st�rker, d. h. mehr reinen Alcohol und weniger Wasser haltend. Auch Essigs�ure und Aether ist in dem gew�hnlichen Weingeist manch�mal, obwohl in geringer Menge enthalten.
Der wasserfreie Weingeist oder Alcohol (aus 2 At. Kohlen�stoff, 6 Wasserstoff und 1 Sauerstoff bestehend) ist nur mit nn-verh�ltnissm�ssigem Aufwand zu erhalten, daher in der Thierhcil-kunde ganz entbehrlich; man benutzt gew�hnlich den sog. Wein�geist (Spir. vini rectificatissimus s. Alcohol vini), welcher etwa 85�87 Gewichtstheile reinen Alcohol und 13�15 Procent Wasser enth�lt und ein spec. Gewicht von 0,837 (33deg; B.) hat.
Dieser stellt eine wasserhelle, bei der gew�hnlichen Tempe�ratur verdunstende, bei 58deg; R. kochende Fl�ssigkeit dar, von eigen-th�mlichem durchdringendem Geruch und brennendem Geschmack. Der Weingeist brennt mit bl�ulicher Flamme und ohne Rauch, mischt sich in jedem Verh�ltniss mit Wasser, bildet mit S�uren die Aether oder Naphthen (z. B. Salpeter-, Essig�ther), l�st die Harze, fl�chtigen Gele, den Kamphor auf, zieht aus vielen Pflanzen- und Thierstoffen die wirksamen Bestandtheile aus (sogen. Tincturen oder Essenzen) und wird mehr hiezu als f�r sich selbst als Arz�neimittel in der Thierheilkunde ben�tzt. Durch seine schnelle Ver�dunstung erregt der Weingeist K�lte und kann daher zu k�hlenden Waschungen gebraucht werden.
Man wendet den Weingeist innerlich nicht rein, sondern stets mit w�sserigen Fl�ssigkeiten verd�nnt an, z. B. als Zusatz zu Kalkwasser, Salmiakgeist u. dgl., beim Aufbl�hen des Rindviehs (1�2 Unzen pro dosi) bei Kolik nach Erk�ltung des Magens durch viel kaltes Getr�nk, zu st�r�kenden Pflanzenaufgiissen; ferner als allgemeines Reizmittel u. s. w. H�ufi�ger wird der Weingeist zu Tincturen (z. B. Opiumtinctur, Aloe-, Arnikatinc-tur) beniil/.t. wnliPi er neben dem anfgelnslen Stoff reizend wirkt, meist
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Sulphur sublimatnm.
abor auf 21deg; verd�nnt ist. Der gew�hnliclie Branntwein soll eine St�rke von I3quot;=;0,928 spec. Gewicht haben, oder 44 Gewichttheile absol. Al�cohol enthalten.
Aeusseriich wird gew�hnlicher Branntwein als st�rkendes und reizendes Mittel hei zur�ckgebliebener Schw�che in den Gliedmassen eingerieben; ferner der Weingeist als AuD�sungsniittel f�r den Kamphor, die Seife, oder als Aiisziehungsinitte! f�r Canthariden u. s. w. ben�tzt und in die Haut eingerieben. Auch eine Mischung von Weingeist mit Salmiakgeist oder Terpentin�l oder mit beiden zugleich wird als ableitendes Mittel bei rheumatischem Hinken, Verstauchungen u. s. w. angewendet.
Zum thier�rztlichen Gebrauche reicht �berall der inl�ndische aus Ge-Iraide oder Kartoffeln bereitete Branntwein und Weingeist hin, da es hie-bei nicht auf Reinheit im Geruch und Geschmack, sondern haupts�chlich auf den geh�rigen St�rkegrad ankommt.
Snlpbar sublimatum. ScfjtDefef.
Sulphur citrinum. (Jelbor Schwefel.
Sulphur depuratiim, gereinigter, siibllmlrter Schwefel.
Flores sulpliuris, Schwefclblumen.
Franz. Soufre, Fleur de soufre.
Enyl. Native Sulphur, Brimstone.
Chemisches Zeichen: S.
Der Schwefel ist ein chemisch nicht weiter zerlegbarer (Ele�mentar-) K�rper, fest, hart, von gelber Farbe, geruch- und ge�schmacklos , idioelektrisch, schmilzt in der Hitze ( 84' R.) und l�sst sich sublimiren (bei 235deg; R.), brennt mit Bildung ersti�ckender D�mpfe, ist unaufl�slich in Wasser, wenig aufl�slich in Weingeist und Aether, mehr in Oelen und Aetzlauge. In der Schmelzhitze verbindet er sich mit den fixen Alkalien und vielen Metallen. Spec. Gewicht 1,98. Man findet den Schwefel theils gediegen, in der N�he von Vulkanen, (z. B. in Sicilien) theils mit Kalk, Strontian oder mit Metallen verbunden (Schwefelkiese), von welchen er durch R�sten getrennt wird.
Der gew�hnlich im Handel vorkommende Schwefel ist in fingersdicke Stangen gegossen und wird daher Stangenschwefel genannt; in der Arzneikunde wendet man das durch Sublimation desselben erhaltene �usserst feine hellgelbe Pulver, unter dem Namen Schwefelblumen, Flores sulphurls, an. Diese letztern sind zwar durch, in geringer Menge ihnen anh�ngende schwefelige S�ure verunreinigt, allein f�r die Anwendung bei Thieren ist es nicht erforderlich , sie durch Waschen (Flores sulphurilaquo; loti) da-
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Sulphur subUmatum.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ] i; 1
von zu befreien. Ebenso entbehrlich ist die Irilher h�ulig ange�wendete Schwefelmilch, Lac. sulphuris s. Sulphur praeeipitatnm, welche durch Praecipitation des in Kalilauge aufgel�sten Schwefels bereitet wurde.
Der Hehwefel ist ein sehr wohlfeiles Arzneimittel und wird nicht wohl verf�lscht.
Bei der innerlichen Anwendung des Schwefels wird ein Theil davon im K�rper in Schwefelwasserstoffgas verwandelt; man ver�meidet daher den Schwefel mit solchen Stollen zu verbinden, welche durch dieses Gas zersetzt werden (z. B. Metallpr�parate, besonders Spiesglanz, Quecksilber, Blei). �usserdem ist der Schwefel ein wesentlicher BestamUhcil vieler anderer Arzneimittel z. 13. der Schwefels�ure, der Schwefelleber, des Cjoldschwefels u. s. w.
Die Wirkung des Schwefels ist baupts�cbiicli auf Vermehrung der
Sekretionen, insbesondere der Haul, del'Respirations- und Darmschleim-liaut und auf das Lymplisystem gerichtet, die Verfl�ssigung oder den Stolf-wechsel bef�rdernd ; man wendet ihn daher bei Hautausschl�gen (besonders fieberlosen) sowohl innerlich als �usserlich. ferner bei Catarrlien, (Staupe derllunde) Brustentz�ndungen (nach gebrochener Helligkeit der Entz�ndung) bei Rotz und Wurm u. s. w. an, und gibt innerlich grossen Hausthieren '/,,� I Unze pro dosi, in Latwergen- oder IMIIenform mit almlich wirken�den oder mit verdauungssl�rkenden Mitteln verbunden. In grossen Gaben d. h, zu 8�12 Unzen laxin er,quot;TSlloch Rindvieh eher als Pferde.
Aeusserlich verbindet man den Schwefel mit Fell oder hesser mit gr�ner Seife zu Salben.
Bei der schweren Aull�slichkeit des Schwefels muss derselbe sehr fein zerlheilt sein (Schwefelblumen); in neuerer Zeit gibt man zur inner�lichen Anwendung den Spiesglanzmitteln (Spiesglanzleber, Schwefelspies-glanz, Goldschwefel, Brechweinstein) den Vorzug und wendet den Schwefel �usserlich auch seltener an. Der von Waldinger angerathene Zusatz von Schwefel zur Walz'srhen Br�he gegen die Schafraude ist eutbehrlicli.
P o r m e 1 :
B. Flor, sulphuris.
Sem. foeni graeci. ana. Unc. xi.1.
Salis ammoniac. Dr. 2. M.
Dent. tal. doses sex. S. Morgens und Abends ein Pnlver.
(in der entz�ndlichen Druse.)
Heving, Arznefmittet. 2. Aufl.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;I 1
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10-2nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Sulphur stibiatum auiantiaiumi.
Sulphur stibiatuin aurantiacum.
#9632;jrnnirninjfiifttr�encr SjiifSflfaiijfdjioefcr.
.Sulphur auratum antimuuil. Uuldschu crcl.
Antimouium sulphuratum aurantiacum. Ph. \V.
Hjdrosulphuretum Oxyduli stibii sulphuratum Ph. Ba'var.
Subbisulphuretum Stibii. Sulphidum stibicum.
Frunz. Ueutosulfure d'antimuine hydrate Lass. Soufrc dore d'antlmoine.
Engl. Golden sulphuret of Antimony. Precipitated sulphuret of Ant.
Chemische Formel: SbO-|-S-PI oder: SbS2'/2.
Man erli�lt den Goldschwefel entweder 1) durch Aufl�sen von Sehwefelspiesglanz (Antimon, crud.) in einer kaustischen Kalilauge und nachherige Pr�cipitation durch eine wasserhaltige S�ure (z. B. verd�nnte Schwefels�ure); oder 2) durch ebensolche Pr�cipitation aus der Fl�ssigkeit aus welcher sich der Mineralkermes beim Er�kalten ausgeschieden hatte; oder 3) durch Schwefelwasserstoffgas in eine Aufl�sung von Brechweinstein geleitet, endlich 4) durch Aufl�sen von krystallisirtem Schwefelantimonnatrium in Wasser und Pr�cipitiren durch verd�nnte Schwefels�ure (nach der wtb. Pharm.) Je nach der Bereitungsweise erh�lt man ein in der Farbe und dem Schwefelgehalt etwas verschiedenes Pr�parat, (n�mlich drittes Schwe�felantimon, oder ein Gemeng vom 2ten und 3ten Schwcfelantimon.)
Der Goldschwefel bildet ein �usserst feines, lockeres Pulver von pomeranzengelber Farbe, ist uftmifl�slich in Wasser, geruch-und geschmacklos ; er wird von denselben Stoffen, wie der Mineral�kermes zersetzt. Seine Bestandtheile sind 61,59 Spiesglanz und 38,41 Schwefel.
Der Goldscbwefel wird h�ufiger als der nachfolgend beschriebene Kermes, �brigens gegen dieselben krankhaften Zust�nde angewendet; er ist auch wohlfeiler. Man gibt ihn in Pillen oder Latwergefonn bald mit Salmiak, mit Enula, Senega u. dgl. als Expectorans, bald mit Extr. hyos-clam. oder Opium (bei Hunden im zweiten Stadium der Staupe) besonders bei schmerzhaftem Husten, endlich mit Kamphor, 01. Terebinth., Arnica u. dgl., wo man haupts�chlich auf die unterdr�ckte Hautausd�ns:ung zu wirken hat. Die Dosis ist 1�2 Drachmen f�r die gr�ssern Hausthiere in Pillen oder Latwerge; 2�10 Gran f�r Hunde (in Pulverform oder in einer schleimigen Mixtur).
Form ein: Nr. 1. R, Sulphur, stibiat. aur.
Extract hyosciami ana. One. l/.,. Liehen, islandic. pulv. Unc. 3. Aq. fervidae q. s. Fiat, electuar. D. S. Auf 6mal in 2 Tagen zu geben. (Bei schmerz�haftem Jlusten . nach Bnistentz�ndnng.)
: I
I
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Sulphur stibiatum rubrum.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 163
Nr. 2. R. Sulphur, stibiat. aur. Dr. 4�(!.
Picis liquidae
Sem. foeniculi pulv. Une. I1/.,.
Sem. lini Unc. 2.
Aq. fervid, q. s.
M. f. pill. sex. D. S. T�glich 3 Pillen. (Gegen
hartn�ckigen Husten nach der Influenza der Pferdev Nr. 3. R, Sulphur, auiat. aut. Gr. 10.
Salis amoniac. Dr. 1.
Decoct rad. 'altheae. �nc. 4.
M. D. S. T�glich 4 � 6 L�ffel voll. F�r einen
Hund mittlerer Grosse. (In catarrhalischer Br�ste
piitziindunff.)
Sulphur stibialum rubruni.
Jlotf)er 'Spiesgfttu.ifcfjiuefcr. .
Antimonium sulphuratum rubrum. Ph. W. Antimigt;ii Sulflir.
Kermes minerale. Mincralkcrmrs.
PuWis Carthuslauorum. Karth�userpulvcr.
Hydrosulphuretum oxyduli stibii Ph. Bavar.
Sulpbuietum stibii rubrum.
Franz. Kermi'� mineral, Poudre des Churtreux: Oxysulfnra d'Antimoinlaquo;
hydiatti Lass. Chemische Formel : 2SbS HO,
Man bereitet den Kermes nach verschiedenen Vorschriften und erh�lt dadurch auch abweichende Pr�parate z. B. 1) durch Schmel�zen von 8 Unzen Stibium laevigatum venale, 4 Unzen gereinigtem Schwefel und 6 Unzen kohlensaurem Natron; Pulvern des ge�schmolzenen Gemisches, Kochen desselben mit Wasser, Filtriren und Sammlen des sich aus der heissen Fl�ssigkeit niederschlagenden rothen Pulvers. 2) Eine andere Methode besteht in Schmelzen von 1 TU. reinem kohlensaurem Kali mit 2% Thl. Schwefelantimon, Auskochen, Pr�cipitiren u. s. w. wie oben. 3) Aus einer ver�d�nnten Aufl�sung von Brechweinstein schl�gt sich durch hydro-thionsaures Gas ebenfalls Kermes nieder. 4) Die wiirttembergische Pharmacop�e unterscheidet den oxydfreien und den oxydhaltigen rothen Spiesglanzschwefel; letzterer entspricht dem Kermes der �lteren Pharmacop�e; er soll durch Mischung von einem Theil Spiesglanzoxyd und 4 Theilen des oxydfreien rothen Spiesglanz-schwefels bereitet werden. Der oxydfreie Kermes aber wird durch Aufl�sung von rohem Spiesglanz in einer Kalilauge und Nieder�schlagen mit verd�nnter Schwefels�ure erhalten,
I I *
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Tartarus depuratus
�ev Kcrmes bildet ein brannrothes sammtartiges, in VVriisser unaufl�sliches, In Salzs�ure aufl�sliehes Pulver das an der Luft, sowie durch Aufl�sung von Kali oder Natron sieh entf�rbt und ans 77,669 Schwefelantimon und 22,341 Spiesglanzoxyd besteht. S�u�ren , Alkalien und die meisten Metallsalze (z. B. Mcrciir. dulc) zer�setzen den Mineralkermes.
Da der Kermes ziemlich hoch im Preis steht, so ist er in der Thierheilkunde wenig gebr�uchlich, auch der Verf�lschung mit rothem Eisenoxyd, Ziegelsteinpulver, Sandelholzpulver u. dgl. ausgesetzt.
Die Wirkung des Kcrmes geht liaupts�clilich auf lile liespirations-schleimliaut, auf dasLymphsystem und die Haut. Man wendet ihn daher in Entz�ndungen der Lungen und der Luftwege �berhaupt (jedoch erst nach gebrochener Heftigkeit der Entz�ndung) hei trockenem schmerzhaftem Husten, in Stockungen des Lymphsystems, in Krankheiten von unterdr�ckter Hautausd�nstung u. s. w. in der Dosis von 1�2 Dr. f�r Pferde und Rind�vieh an. und verbindet ihn gew�hnlich mit aull�senden oder sog. Brust-mittein u. dgl. zu Pillen oder Latwergen. Die franz�sischen Thier�rzte wenden den Kermes viel h�ufiger als den Goldschwefel an, und zwar beide in viel gr�sseren Dosen als die in Deutscliland gebr�uchlichen; z. B. den Kermes zu I�4 Unzen, der Goldscbwefel zu '/#9632;gt; �� Cnze pro dosi. Bei den Fleischfressern verursacht den Kermes in der Regel Erbrechen.
In den meisten F�llen ist der Kermes durch wohlfeilere Spiesglanz und Schwefelpr�parate zu ersetzen.
Tartarus depuratus.
gprch�fltpr UTeinftein.
Cremor tartari. Wciiistfiiiraliin.
Crystalli tartari. Wcinstcinkrjstalle
Kali tartaricum aoldulum, s Mtartaricum. Snuros wciiislpinsaurcs Kali.
Tartras potassae acidulus Ph. Bavar.
Franz. Bitartrate de potasse, Creme de tartre.
Engl. liitartrate of potassa. Cream of tartar.
Chemische Formel: KO -j- 2 f-(- HO.
Der rohe Weinstein schl�gt sich aus dem Weine, noch vor vollendeter G�hrung desselben nieder und h�ngt an den W�nden des Fasses als eine graugelbe oder r�thliche krystallinische Rinde; er enth�lt ausser dem sauren Weinsteins. Kali noch Farbestoff, Hefen, weinsauren Kalk u. dgl. Durch Aufl�sen in Wasser (unter Zusatz von Thon, Eiweiss, Kohle), Krystallisiren u. dgl. erh�lt man den gereinigten Weinstein. Dieser bildet kleine, weisse, sauer�schmeckende Krystalle in Gestalt vierseitiger Prismen, oder ein weisses schweres Pulver, ist geruchlos, hiftbosl�ndig und erfordert
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TarlaniK depuratus.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 165
zur Aufl�sung 'Jii (nach der wtb. Pharm. 184) Thl. kaltes oder 15 Thl. kochendes Wasser.
Der Weinstein besteht aus 1 Aeq. Kali, 2 Aeq. Weins�ure und 1 Aeq. Wasser oder in 100 Theilen 70,17 Weins�ure, 25;08 Kali und 4,75 Wasser. Der gew�hnliche k�ufliche (gereinigte) Weinstein enth�lt meist noch 5�7 Procent weinsamen Kalk. Der gepulverte Weinstein soll mit gepulvertem schwefelsaurem Kali, Kochsalz, Alaun, Kreide, Quarz und Gyps verf�lscht werden.
St�rkere S�uren zersetzen den Weinstein (jedoch nicht voll-st�ndig), Alkalien neutralisiren die �bersch�ssige S�ure desselben wodurch entweder neutrales we inst ein saures Kali (Tar�tarus tartarisatus) oder Natron wein st ein (Tartarus natronatus s. Sal polychrestum Seignette) entsteht; diese beiden Salze sind in der Thierhcilkui de nicht gebr�uchlich.
Der Weinstein ist als ein saures Salz in entz�iidliclien Krankheiten iitieiiiaupt, insbesondere aber in denen des Hinlerleibs (PCortadersxstems) von Nutzen; �berdiess zieht man ihn bei den Wiederk�uern den in der Pferdeheilkunde gew�hnlich angewendeten Salzen, wie Salpeter. Doppel�salz u. s. w. vor. Ei vermehrt zugleich die Harnabsonderung und kann in gr�sseien Gaben als Laxiermittel dienen. Die Dosis ist f�r Pferde '/..� 1 Unze. f�r Rindvieh 1 � 2 Unzen.
.Man gibt den Weinstein wegen seiner Schweraufl�slicbkeil in Pillen oder Latwergeform, entweder blos mit einem schleimigen Mittel verbunden oder aber im Trinkwasser aufgel�st (mit etwas Mehl), wobei man auf 1 Unze Weinstein 2 Maas (zu 4 Pf.) Wasser rechnet. Ausserdem l�sst sich der Weinstein mit Brechweinstein, bittern Mitteln, und in starker entz�nd�lichen Zust�nden mit Salpeter verbinden.
Formeln:
Nr. 1. K. Crcmoris tartari pulv. Unc. 3. Tartar! vitriolati pulv. Unc. 6. Farinae et Aq. fervid, q. s. f. eieetuar. D. S. Auf 4 mal zu geben. (In Ent�z�ndungskrankheiten des Rindviehs.)
Nr. 2. U. Cremor tartar. Unc. 1 � 2. Rad. arnicae. pulv. Unc. 2.
M. D. S. Auf 24 Stunden, im Trinkwasser zu geben. (Im 2ten Stadium der halbacuten Hirn-entzttndung der Pferde.)
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Tartarus stibiatus.
Tartarus sfibialus.
Siricsijfau�i�i'inneiii.
Kali taitaricum. stibiatum oxvdulatum, s. Kali antimoniato-tartarlcum.
Ph. Bad. Tartras kalico-stibicus, s. Tartras Oxyduli stibii et potassae. Pli. Bavar.
Wciusaurcs Aiitinioiikali.
Tartarus emeticus. Ph. W. Krce liurinslcin.
Tartarus autimouiatus.
Franz. Tartrate de potasslaquo; et d;aiitim(iiiie. Tartre stibie, � enictique.
Enyl. Antimonii potassio-tartras Tartarized autimouy. limetic Tartar.
Chemische Pormcl: KO Tquot;-|- SbO f-f 2110.
Die Bereitungsweise des Brechweinsteins ist verschieden; 1) man kocht (9 Unzen) Spiessglanzoxyd mit (12 Unzen) Weinsteinralnn und l�sst die heiss filtrirte Fl�ssigkeit krystallisiren; oder 2) man ver�brennt ein Gemeng von 2 Pfund Schwefelspiesglanz (Antimon, erud.) mit ebensoviel Salpeter und 4 Unzen Salzs�ure und wascht de.i R�ckstand wiederholt mit kochendem Wasser aus; man kocht ihn sodann mit 14 Unzen Weinstein in 10 Pfund Wasser, filtrirt die heisse Aufl�sung und l�sst sie krystallisiren.
Der Brechweinstein bildet farblose, octaedrische Krystalle (oder ein weisses Pulver) die sich ohne R�ckstand in 15 Theile kaltem und 3 Theile siedendem Wasser aufl�sen; er efflorescirt an der Luft, ist geruchlos und hat einen zusammenziehenden me�tallischen Geschmack. Die Alkalien und die Salpeters�ure sehlagen aus der Aufl�sung Spiesglanzoxyd nieder; Schwefelwasserstoff da�gegen gibt einen rothen Pr�cipitat. Bei unzweckm�ssiger Bereitung enth�lt der Brechweinstein freie Weinsteins�ure, weinsauern Kalk, schwefelsaure Salze u. dgl.
Die Zusammensetzung des Brechweinsteins ist: 1 Aeq. neu�trales weinsteinsaures Kali, 1 Aeq. basisch weinsteinsaures Spies�glanzoxyd und 2 Aeq. Wasser. Nach G�bel enth�lt er in 100 Theilen: 41,4 Antirnonoxydul, 10,4 Kali, 45,5 Wcinsteins�urc und 3,2 Wasser.
Die Minerals�uren, die Hydrothions�urc, die Alkalien, der kohlensaure Kalk (aber nicht das schwefelsaure Natron) zersetzen den Brechweinstein, ebenso die adstringirenden Pflanzenstolfe (z. B. Eichenrinde, China u. dgl.); es bildet n�mlich der Gerbestoff oder die Galluss�ure jener Pflanzen mit dem Protoxyd des Spiesglanzes einen unl�slichen Niederschlag, welcher wenig oder keine Wirk�samkeit besitzt.
Der BrechWeinstein wirkt nur lieim Schwein. Hund und der Katze als Brechmittel und wird in dieser Absiebt zu 2� 10 Gran In Wasser aul-cel�st gegelten; bei den Pflanzenfressern wird er als ein enlx�ndnnys-
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Taitanis stftiatus.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Itraquo;?
und Beberwidriges, den Kreislauf beruhigendes und die Resorblion suwie die Hautausd�nstung bef�rderndes Mittel li�ufig in der Dosis von I � 2 [)r. in Pillenform (seilner zu '/j Vme pro dosi und dann nicht melir als ! �2 mal) gereicht. Zu 1 � 2 Drachmen in ll�ssiger Form (z. B. einem leichten Kamilleninlusum) wirkt er zun�chst auf die Harnentleerung und wird daher bei krampfhafter Harnverhaltung der Pferde mit Erfolg ben�tzt. In chro�nischen St�rungen der Leherfunction (und daher r�hrenden St�rungen des Sensoriums), bei der L�ser-Verstopfung des Rindviehs, in der L�hme der L�mmer u. s, w. wird der Brechweinstein ebenfalls angewendet. Man verbindet ihn je nach dem Charakter der Krankheit, bald mit Salzen (Sal�peter. Weinstein, Glaubersalz und schleimigen Mitteln), bald mit bittern abf�hrenden, krampfstillenden und selbst Reizmitteln (En/.ia, Aloe, Ka�millen, Bilsenkrautextract, Arnica, Kamphor).
Bei seiner Anwendung in Pillen oder Latwergeform ist darauf zu sehen, dass das Thier nichts davon im Maule beh�lt, weil der Brechweinstein die Maulschleimhaut angreift und leicht sogar tiefer dringende Geschw�re da�selbst hervorbringt, welche das Thier vom Fressen abhalten; bei Latwergen werden gerne die Maulwinkel und Lippen wund. Man muss daher die Thiere veranlassen zu saufen oder ihnen das Maul reinigen oder ausspritzen, nachdem ihnen die Arznei gereicht worden ist.
Aeusserlicb wirkt der Brechweinstein reizend und ableitend. Man reibt die Brechweinsteinsalbe (aus 1 � 2 Dr. Brechweinstein und t Unze Schweinefett) t�chtig in die Haut ein; bei wenig empfindlichen Thieren muss die Einreibung nicht selten 1 � 2 mal wiederholt werden; man wird daher wohl thun. in solchen F�llen '/a�� Dr. Euphorbiumpulver auf die Unze Salbe zuzusetzen.
In entz�ndlich fieberhaften Krankheiten, in solchen die gerne mit Wasserergiessung endigen, in dergleichen Krankheiten von unterdr�ckter Hautausd�nstung gibt man den Tartar, emet. etwa in folgender Form:
Nr. 1. K. Tartar, emetic. Unc. '/a-Nitri depur. Unc. 2�3. Farin. s. lini Unc. l1/.-Aq. fervid, q. s-
M. f. pillulae quatuor. D. S. In 24 Stunden zu geben.
Nr. 2. R. Tartar stibiat. Dr. 1�2. Extr. hyosciam. Dr. 1. Infus. flor. chamom. Unc. 12. M. D. S. Trank, alle '/a Stunden zu wiederholen, bis Harnabgang erfolgt. (In sog. Harnkolik der Pferde).
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IBraquo;
Terebiutbiua.
Die gew�hnliche Fieberpille der euglischen Thier�rzte be�steht aus:
Tartar einetie.
Kamphor ana Dr. '/��
Nitruiu dep. Dr. 2. Diese Dosis ist jedoch als eine sehr gelinde zu betrachten.
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Terebmthma.
Serpentin.
Terebiutbiua conuuuuis, gemeiner Terpentin. Terebinthina venet�, veiielianischer Terpentin.
Franz. T�re'bentliine. Engt. Turpentine.
Der Terpentin ist der harzige Salt mehrerer in Deutschland, sowie dem s�dlichen Europa einheimischen Tannen- und Fichten�arten (Gen.: Pinus. Cl. Monoecia Monadelphia. Fain. Coniferae); er lliesst aus den Im Sommer durch Anhauen und Anbohren des Stamms entstandeneu Verletzungen und wird in Gruben oder in Gelassen gesammelt und mittelst Durchseihen gereinigt. Ein guter 40j�hriger Stamm gibt j�hrlich G�12 Pfund, un^kann eine lange Reihe von Jahren benutzt werden.
Der Terpentin ist von Syrups- oder Honigconsistenz, z�he, klebrig, mehr oder weniger durchsichtig, gelbgr�nlich, von har�zigem eigenth�mlichem Geruch und bitterlich harzigem, brennen�dem Geschmack; er ist brennbar; l�st sich nicht in Wasser, aber in (2�3 Thl.) Weingeist und Alkalien auf und verbindet sich mit fetten Oelen in jedem Verh�ltniss. Seine Bestandtheile sind: Harz und �therisches Oel (s. Terpentin�l), welche durch Destillation ge�trennt werden k�nnen, das zur�ckbleibende feste, spr�de Harz heisst Colophonium (Geigenharz); ausser jenen beiden Haupt-bestandtheilen ist in dem Terpentin noch Bernsteins�ure, Abietin und Silvins�ure enthalten. Die gew�hnlichsten Sorten des Ter�pentins sind:
a)nbsp; nbsp; der gemeine Terpentin (Ter. communis s. vulgaris), welcher dick, tr�be, k�rnig und von widrig harzigem Geruch ist. Er wird aus der gemeinen Fichte, F�hre, Pinus sylvestris, erhalten;
b)nbsp; nbsp;der Strassburgcr Terpentin, von Pinus picea s. Abies pectinata Dec, ist d�nn��ssig, durchsichtig, gelblich, stark rie�chend, reich an �therischem Oel;
c)nbsp; nbsp;der Terpentin von Bordeaux, von Pinus maritiina s. P. pinaster, italienische oder franz�sische Fichte, ist dick, weiss, tr�be, oft mit fremden K�rpern verunreinigt:
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Ti'iebiutliiua.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;1(19
d) der veaetian is ehe Terpentin, Tereb. veneta s. iaricina,
kommt von dem L�rchenbaum, Pinus Larix L. und ist durchsichtig, von der Consistcnz des d�nnen Honigs, wenig bitterem Geschmack und schw�cherem Geruch. Er besitzt die Eigenth�mlichkeit mit '/, seines Gewichts kaustischem Natron gemischt sogleich sich zu verseilen und hart zu werden.
Obgleich der venetianische Terpentin im Preise h�her als die �brigen Sorten steht, ist er doch seiner Reinheit wegen. besonders zum innerlichen Gebrauch, vorzuziehen.
.Man gibt den Terpenlin innerlich als harntreibendes Mittel (z. B. nach EntzOnrtangen ser�ser H�ule. wenn Wassererguss statlgcfunUen hat, z. B. im 2ten Stadium der Influenza; ferner in chronischen Wassers�chten) den Pferden zu '/#9632;, Onze pro dosi in Pillenform, mit Salmiak, Brechweinstein Wachhulderbeeren, Leinkuchenmehl. Man l�sst hiebei den Terpentin an der W�rme fl�ssig werden und braucht kein Wasser zu den Pillen. Der Zusatz von calcin. Magnesia um Pillen zu bilden, ist theuer und entbehrlich. Um ihn in fl�ssiger Form zu geben m�sste er mit Eigelb oder Gummi zu einer Emulsion abgerieben werden; diese Form ist jedoch nicht zu empfeh�len. Statt des Terpentins kann man in gelinden F�llen das Col�phon in derselben Gabe nehmen (s. d.). Bei Rindvieh ist der Terpentin innerlich gegen Blutharnen , Ausfl�sse aus der Harnblase und Scheide, Unverm�gen den Harn zu halten; clironiscliem Catarrh, Wassersucht u. dgl. zu 1�2 Unzen des Tags empfohlen worden.
Aeusserlich ist der Terpentin theils f�r sich. theils mit Fett, Aloe, Myrrhe, Eigelb, schwarzem Stein�l u. dgl. gemischt, ein sehr gebr�uch�liches Verbandmittel bei eiternden Wunden (s. Digestivsalbe).
Der gemeine Wundbalsam (Balsamum vulnerarium sim�plex) zum Ausspritzen enger Wunden, Fisteln u. dgl. geeignet, wird durch Digestion von einigen Unzen Terpentin mit 1 Pfund rectif. Weingeist erhalten; er ist tr�be, milchig und kann nach Bcd�rfniss durch Zusatz von Aloe- und Myrrhetinetur st�rker rei�zend gemacht werden.
Das Lund'sche Pflaster gegen Satteldruck besteht aus gleichen Theilen Terpentin und schwarzem Pech, durch Zusam�menschmelzen vereinigt.
Das Unguentum Terebinthinae der Londoner Veterin�r-Pharmacop�e wird aus 1 Theil Terpentin und 3 Theilen Schweine�fett bereitet.
Formeln f�r die innerliche Anwendung des Terpentins: Nr. 1. R. Terebinth, venet. Unc. 2. Sal amoniac. Unc. 1.
Bacc. juniper, pulv. q. s. Fiant pill. 4. D. S. T�glich 3�4 St�ck. (Im '2ten Stadium der In�fluenza.)
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170nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Tinctura arnicae radicum.
(Der Terpentin wird durch Erw�rmen etwas fl�ssig gemacht, sodann der Salmiak und die Wachholderbeeren zugemischt; die Pillen werden aussen mit Mehl bestreut.) Nr. 2. R. Terebinth, venct. Unc. 2.
Sulphur, stibiat. aurant. Unc. l/r
Sem. phellandri (s. petroselini) pulv. q. s.
Fiant pill, quatuor. D. S. (Wie oben.)
Tinctura arnicae radicum. Umi�tttDitrieHinctur.
Frans. Teiuture d'arnique.
Man digerirt l Unze klein zerschnittene Arnikawurzel (s. Kadix arnicae) mit 8 Unzen rectificirtem Weingeist von 21deg; Beck) meh�rere Tage in der W�rme und filtrirt sodann die Tinctur durch Papier. Sie ist rothgclb, klar und hat den zusammenziehenden reizenden Geschmack und eigenth�mlichen Geruch der Arnikawurzel.
Sie wird sehr h�ufig �usserlich als ein zertheilendes, st�rkendes und gelind erw�rmendes Mittel gegen Verstauchungen, Quetschungen, rheuma�tisches Hinken u, dgl. zu Einreibungen oder bei nocli deutlichen Symptomen der Entz�ndung mit Wasser verd�nnt zu Umschl�gen und Waschungen benutzt.
In den meisten deutschen Pharmacop�en ist nur die von der A nil ka�hl um e bereitete Tinctur, welche weniger adstrlnglrenden Stoir enth�lt, angef�hrt. Zu den Versuchen, welche Viborg mit Infusion in die Venen der Thiere angestellt hat, war die Arnlkatinctur aus den Blumen (2 Drachmen auf 3 '/o �nzen Branntwein) bereitet; es kann jedoch die Wurzeltinctur ebensowohl als ein sehr kr�ftig erregendes Nervenmittel zur Infusion in die Venen (in der Posis von I �2 Drachmen) benutzt werden.
Die w�rttembergische Pharmacop�e hat neben der Tinctura llor. arni�cae, eine Tinct. arnicae radicum, welch letztere aus 1 Thell Arnikawurzel auf 5 Theile rectif. Weingeist bereitet wird.
Formeln:
Nr. 1. R. Tinct. rad. arnicae Unc. 4.
Liq. ammonii caustic. Unc. 1.
M. D. S. Zum Einreiben. Bei rheumatischem
Hinken.
Nr. 2. R. Tincturae rad. arnicae Dr. 2.
Extract! bclladonnae, Gr. 2�5. M. Infusion in die Venen. In halbseitiger L�h�mung, nach Hirnentziindung der Pferde.
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Tiuctura cautbaTidum.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;171
Tinctura cantharidum. SpanifcOe JTieijeiifiiictur.
Franz. Teiuture uu Alcoole de cantharldes. En^i. Tincture of Cantharides.
Zur �usserlichen Anwendung der (Janthariden (s. diese) als Ueizmittel f�r die Haut, bedient man sich, ausser der Blasensalbe (s. Ungt. cantharidum) auch der Cantharidentinctur.
Sie wird bereitet, indem man eine Unze Cantharidenpulver mit 8 Unzen Weingeist von 30deg; �bergiesst, das Gemenge 6�8 Tage an einem massig warmem Orte unter �fterem Umsch�tteln digeriren l�sst, es sodann auspresst und durch L�schpapier filtrirt. Die Farbe der Tinctur ist gr�nlichgelb, der Geschmack scharf, der Geruch, nach Verdunstung des Weingeists, eigenth�mlich.
Die Wirkung der eingeriebenen Tinctur ist zwar geringer als die der Salbe, allein sie entsteht schneller und eignet sieh besonders f�r solche Hausthiere und Stellen des K�rpers, bei welchen durch Ablecken der Salbe Excoriation des Mauls zu bef�rchten ist (z. B. bei Hunden).
Die gew�lmliehe in den Apotheken bereitete Cantharidentinctur ist theils st�rker als obige, z. B. nach der bayerschen und �streichischen Pharmacop�e, welche 1 'fheilCanthariilenauf 6 Theile Weingeist vorschrei�ben, theils bedeutend schw�cher, da andere Pharmacop�en (z. B. die von W�rttemberg, Preussen, Baden, Sachsen) I Tbeil Canthariden mit I 2 Thei-len rectif. Weingeist und selbst I Tbeil auf 16 (Hessen und Holstein) und 24 Theile Weingeist (Hannover, Oldenburg, Hamburg) nehmen. Delafond und Lassaigne schreiben 1 Theil Canthariden auf 8 Theile rectif. Wein�geist vor; H e r t w i g gibt 1 zu 1 2 in seiner Arzneimittellehre als das beste Verh�llniss an. Die englische Veterin�r-Pharmacop�e hat statt der Tinctur einen Cantharidenessig und ein Cantbariden�l, ersteren mit verd�nnter Essig�s�ure . letzteres mit Oliven�l durch Digestion bereitet (s. bei Canthariden).
Die Einreibung vnn Cantharidentinctur wird bei altern Verstauchungen rheumatischem Hinken, L�hmungen, hartn�ckigem Flechtenausschlage u. dgl. t�glich 1 � 3 mal angewendet. Will man die Wirkung derselben vermin�dern, so darf man die Tinctur nur mit Weingeist verd�nnen; auch Zusatz von Kamphor mildert die Wirkung. Zur Verst�rkung derselben setzt man Salmiakgeist, Terpentin�l, Euphorbium u. dgl. zu. Eine solche st�rkere Mischung ist die
T in c l u ra cantharidum com p o s ita von Delafond und Las�saigne; sie wird aus 1 Unze Canthariden, 2 Dr. Euphorbium und 6 Unzen Weingeist, durch St�giges Digeriren dargestellt.
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172nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Tinctura uivrrliac. � Tiuctura opii.
I
I #9632;
Tinctura myrrbae.
31li)iTf)ciifiiictur.
Franz, Xeiuture OU Alcoole de Myrrhe. Engl. Tincture of Myrrli.
Die Myrrhentinctur wird auf dieselbe Weise wie die undeni Tincturen durch Digestion der gepulverten Myrrhe (s. S. 68) mit Weingeist und nachheriges Filtriren derselben durch Filtrir-Papier erhalten; das Verh�ltniss ist (nach der wtb. Pharm.) 1 Unze Myrrhe auf 6 Unzen Weingeist von 30 Grad B. (Diese Proportion haben die meisten deutsehen Pharmacop�een; ferner Her twig (Arznei�mittel-Lehre); dagegen hatDelafond undLassaigne das Ver�h�ltniss von 1 zu 10 (n�mlich 100 Grammes Myrrhe auf 1000 Grammes Weingeist von 18deg; Cartier), und die englische Veterin�r-Pharmacop�e schreibt 3 Unzen Myrrhe auf 2 Finten oder 40 Unzen rectificirten Weingeist vor.
Die Myrrhentinctur ist klar, gelbr�thlich, von angenehmem Geruch und dem cigenth�mlichen Geschmack des Harzes; sie dient zum Verband von Wunden, Geschw�ren, Fisteln u. dgl., die einer Reizung bed�rfen (namentlich sehniger, knorpeliger Theile und der Knochen) und wird in vielen F�llen mit Aloetinctur, Kamphor und andern Reizmitteln verbunden (s. Tinct. aloes composita S. 27).
Tinctura opii. Dpiumtinctur.
Tiuutura thebaica.
l'ranz. Teinture ou Alcoolc d'opium.
Engl. Tincture of Opium.
Man hat in den Apotheken eine Anzahl verschiedener Opium-tineturen, welche theils blos aus Opium mit Weingeist, Zimtnt-wasser u. dgl. in sehr verschiedenen Verh�ltnissen bereitet sind, theils neben dem Opium noch Safran, Gew�rznelken, Zimmt, Camphor u. dgl. enthalten (z. B. das Laudanum liquidum und die Tinct. Opii benzoiea), welche mit spanischem Wein ausgezogen werden.
Die einfache O p i u m t i n c t u r wird am besten durch mehr�t�gige Maceration und Digestion von 1 Unze zerschnittenem Opium in 12 Unzen rectificirten Weingeist (von 21deg; B. oder 0,8igt;0 spec. Gewicht) und nachheriges Filtriren durch Papier bereitet. Sie ist
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Tinctura veratri albi.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;178
dunkelbraun , fast durchsichtig und hat den eigenth�mlichen Geruch und Geschmack des Opiums.
Man wendet sie (selten) innerlich als schmerzstillendes, bet�ubei.des und verstopfendes Mittel auf gleiche Weise wie das Opiumpulver (s. S. 119) h�ufiger dagegen �usserlich als Zusatz zum Verband sehr schmerzliafter Wunden und Geschw�re, zu Augenwassern, gegen Tr�bung der Binde- unil Hornhaut (nach beseitigter Entz�ndung) an. Die h�ufig verordnete Ver�bindung der Oplumtinctur mit einer Aufl�sung von Bleizucker, Bleiessig, weissem Vitriol, Alkalien �berhaupt, sowie gerbestolfhaltigen Pflanzenab-kochungen ist mit einer chemischen Zersetzung verbunden. Als Infusion In die Venen kann sie im Starrkrampf zu 1�2 Drachmen puo dosi ver�sucht werden. Die innerliche Anwendung der Opium-Tinctur in Koliken der Pferde ist durch das Bilsen- und Belladonna-Extract entbehrlich
Tinctura veralri albi.
Wei�e Jltesimir^cffinrtur.
Franz. Teiuture d'helletore blaue. Kngl. Tincture of white hellebore.
Nach der Angabe von Viborg wird diese Tinctur so bereitet, dass man 1 Drachme weisse Nieswurz (s. Radix veratri albi) nach Absch�len der aussein schwarzen Rinde in kleine St�cke zerschneidet, mit 1 Unze starkem Kornbranntwein in der W�rme etliche Stunden digerirt, sodann 24 Stunden stehen l�sst und zuletzt durch Papier filtrirt. Die Tinctur sieht rothbr�unlich aus und hat einen scharfen ekelhaften Geschmack.
Sie wird blos zur Infusion in die Venen bei Pferden gegen chronlsclien Koller, in hartn�ckigen Krankheiten von unterdr�ckter Hautausd�nstung, zur Erregung der perlstaltischen Bewegung im Darmcanal und als sehr kr�ftiges umstimmendes und perturhirendes Mittel �berhaupt angewendet. Die Dosis ist von 1�2 Drachmen; selten und nur bei sehr grosser Unem-pflndlichkelt ist eine st�rkere Gabe anzurathen. Die Wirkung tritt schon In wenigen Minuten ein, ist meist sehr heftig, geht aber in Vj�*/.raquo;Stun�den vor�ber.
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17-1
Unguentum aegyptiacum.
:
Unguenlum aegyptiacum. Ph. W.
flegijpti�cfafDf.
liinimentura s. Ungt. Aeruginis.
Oxymel aeruginis, s. Oxyduli cupri Ph. Bavar. r.riinspan-Sanerhonlg;.
Franz. Oxymellite de cuivre, Ougueut egyptiac.
Kngl. Liniment of Verdigris Aegyptiacum.
Dieses bios seiner Consistenz wegen zu den Salben gez�hlte Pr�parat ist eine Verbindung von essigsaurem Kupfer mit Honig, welche jedoch nicht von Dauer ist, sondern sich grossentheils w�hrend der Bereitung zersetzt.
Man kocht in einem kupfernen Gef�sse 3 Theile fein gepul�verten Gr�nspan mit 6 Theilen Weinessig bis ersterer aufgel�st ist, setzt dann 8 Theile rohen Honig hinzu und f�hrt mit dem Kochen fort bis die Masse die Consistenz einer d�nnen Salbe hat. Hiebei wird das im Anfang durch den Essig aus dem basisch essig�sauren Kupfer (Gr�nspan) gebildete essigsaure Kupfer durch den Honig wieder zersetzt; es entweicht viel Kohlens�ure und die Masse bl�ht sich auf, der Essig wird verdampft und ein grosser Theil des Kupfers im fein zertheilten Zustand metallisch ausge�schieden; neben diesem enth�lt das Pr�parat noch unzersetztes essigsaures Kupfer und durch die Hitze ver�nderten Honig.
Die Bereitung dieses Mittels ist sehr verschieden angegeben worden; meist sind obige drei Ingredienzen nur in verschiedenen Verh�ltnissen vor�geschrieben: so z. B. Delafond und Lassaigne geben 1 Theil Gr�nspan, I Theil Essig und 2 Theile Honig an; die Kopenhagener Mllit�r-Pharma-cop�e l�sst auf 1 Theil Gr�nspan 2 Theile Essig und 3 Theile Honig nehmen.
Die Londoner Veterii �r-Pharmacop�e schreibt 9 Unzen gepulverten Gr�nspan, 6 Unzen Alaun und 1'j,, Pfund Syrup vor; die preussischePhar-macop�e l�sst 1 Unze kryslallislrten Gr�nspan mit 3 Unzen Weinstein und Wasser bis zur Aull�sung kochen, durchseihen, zur Trockenheit abdampfen, sodann an der Luft zerfliessen und zuletzt I 2 Unzen Honig zusetzen.
Die Aegyptiacsalbe sieht dunkel'oder rothbraun aus, hat ge�w�hnlich die Consistenz eines dicken Syrups und riecht widrig metallisch, sauer; die schwereren Kupfertheile setzen sich zu Boden, daher muss die Masse beim Gebrauch umger�hrt werden.
Man ben�tzt die Aegyptiacsalbe als zusammenziehendes und austrock�nendes Mittel auf �ppige Wund��chen, bei w�sseriger Eiterung n. s. vv.
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Ungueiitmu althanae. � Uugueutiim basili.'um.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 175
Unguentum althaeae.
(�i6ifcf)fQ[6c. Franz. Ongueut d'Althaea.
Diese Salbe wird bereitet, indem man Eibischwurzelschleira 2 Theile, Schleim von Foenum graecum und Leinsamen von jedem 1 Theil mit 8 Theilen Schweinefett und 2 Theilen gelbem Wachs bei gelinder W�rme zusammenschmilzt, bis % der Fl�chtigkeit verdunstet sind, worauf man dieselbe unter best�ndigem Umr�hren erkalten l�sst. Diese Salbe h�lt sich nicht lange, die wtb. Pharm. hat an ihrer Stelle ein Unguentum resinae pini gesetzt, aus Schweinefett 16, gelbem Wachs 1, gereinigtem Fichtenharz 1 Thl.
Die franz�sische Vorschrift nimmt statt des Schleims eine Infusion von Semen foeni graeci mit fettem Oel (im Verh�ltniss von 1 zu 8 des letztem) und l�st in diesem Wachs, Harz und Terpentin auf. Durch einen Zusatz von etwas Curcumawurzel erh�lt die Eibischsalbe die gelbe Farbe, welche man gew�hnlich an ihr wahrnimmt.
Sie dient zum Bedecken exeor�rter Stellen (z. B. nach der Anwen�dung des Feuers) zur Erweichung und leichtern Abl�sung von Schorfen, und als Vehikel f�r andere Substanzen (z. B. Kamphor in der Eutersalbe. Jod, rothen Pr�cipitat u. dgl.). Sie ist �brigens in den meisten F�llen durch reines Fett oder eine Mischung von Oel und Wachs (einrnches Gerat) zu ersetzen.
Unguentum basilicura.
#9632;fjarjliifljc.
Unguentum basilicum nigrum. K�nigssalbc Unguentum picis empyreumaticac Ph. Bavar. Franz. Onguent basilicum s. tetraphavmacuin.
Eine aus schwarzem Schiffspech, gemeinem Harz (Resina pini) und gelbem Wachs von jedem 1 Theil und Baum�l 4 Theilen durch Zusammenschmelzen bereitete braune, nach Pech riechende Salbe (nach Delafond und Lassaigne); die bayerische Phar-macop�e gibt eine beinahe hiemit �bereinstimmende Vorschrift.
Andere Pharmacop�en setzen Talg, Terpentin, die w�rttem�bergische und hessische auch etwas Gummi Olibani hinzu. In den Seegegenden wo der Theer ein so h�ufig verwendetes Material ist, gibt er auch die Grundlage einer �hnlichen Salbe, welcheraquo; statt der Basilicumsalbe benutzt wird; so hat die englische Veterin�r-
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#9632;
17laquo;j
Ungueiitiim cantbaiidum.
riiannacop�e ein �nguentum Picis liquidae aus gleielieu Theilen Thecr, Schweinefett und Harz; die d�nische Milit�rveterin�r-rharmacop�e hat 2 solcher Verbindungen (s. bei Pix liquida).
Die Harzsalbe ist ein gelind reizendes, zerthellendes Mittel, welches besonders zum Verband von Verletzungen an bornigen Tbeilen und zur Unterhaltung einer gutartigen Eiterung benutzt wird. Eine Mischung aus gleichen Theilen Eibischsalbe und Harzsalbe dient zum Einreiben der Krone des Hufs (als Hufsalbe) bei spr�dem Horn. Neigung zu Hornspali u. dpi.
I
UngaentuiD cantharidum.
SpunifcOe jffiegenfor�e. Ungt. vesicatorium. Franz. Ongueut vf'sicatoire. Engl, Ointment of Oantharidos.
Die einfachste Bereitung der Cantharideusalbe ist (nacli der Kopenhagener Vorschrift) aus 1 Theil gepulverton spanischen Fliegen und 4 Tbeilen Schweinefett; letzteres l�sst man in der W�rme zer-(liessen, r�hrt dann die Canthariden hinein und f�hrt damit bis zum Erkalten fort. Wenn das Fett (im Sommer) sehr weich w�re und desshalb beim Einreiben die Salbe herablaufen und sich weiter verbreiten w�rde als man w�nscht, so kann die Salbe durch Zusatz von etwas Talg od.er Wachs consistenter gemacht werden.
Her twig gibt an, man solle 8 Unzen Baum�l oder anderes fettes Oel erhitzen, 3�4 Unzen (Jantharidenpulver hinzuriiiireii, das Ganze '/,, Stunde warm halten und zuletzt vier Unzen frisch geschmolzenes Wachs zumischen. Eine �hnliche Vorschrift ent�h�lt die w�rttenibergische Pharmacop�e unter dem Namen Ungt. cantharidum per infusionein s. Ungt. vesicatorium: ihr Ungt. cantharidum commune, dagegen besteht aus 1 Theil Canthariden und 3 Theil Schweinefett, ist also noch st�rker als das oben bezeichnete. Morton l�sst 1 Theil Terpentin und 4 Theile Schweinefett im Wasserbad schmelzen und sodann 1 Theil Canthariden zumischen; der Zusatz von Terpentin scheint nicht zweckin�ssig.
Die Pharmacie veterinaire von D. und L. gibt quot;J Vorschrif�ten, welche sehr verschieden in der St�rke sind; ihr Onguent dpispastique besteht aus 1 Unze Canthariden auf 16 Unzen Ungt. basilic, und 16 Unzen Ungt. populeum; das eigentliche On�guent vesicatoire dagegen wird aus 4 Unzen schwarzem Pech, 4 Uiizen Harz, 3 Unzen Wachs, 12 Unzen Baum�l, C Unzen Cantharidenpnlver und 2 Unzen Dupliorbiunipuher bereitet: diese
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�ngcentnm digestivum.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;177
Salbe ist sehr reizend, sie bringt nach 8�10 Stunden mit Serum gef�llte Blasen auf der Haut hervor, welche nicht selten eiternde Stellen hinterlassen; sie muss daher oft mit Fett, Oel u. dgl. gemildert werden. Auch die d�nische Pharraacop�e hat folgende �hnliche Vorschrift als Unguent um irr it ans, scharfe Salbe: Euphorbiumpulver 1 Th., spanische Fliegenpulver 2 Th., gelbes Harz 3 Th.,_Theer 8 Th.
Man schmelzt die beiden letzten Bestandtheile zusammen und setzt beim Erkalten der Mischung die Canthariden und das Euphor-bium unter anhaltendem Umr�hren hinzu. Die Br�sseler scharfe Salbe besteht aus Canthariden, Euphorbium v. j. 95 Grammes, Theer 375 Grammes. Unter dem Namen Ungt. irritans s. vesi-cator. enthalten die Pharmacop�en von Preussen, Sachsen, Han�nover, Hessen eine blos aus Canthariden, Oel und Wachs be�stehende Mischung.
Die Anwendung der Cantharidensalbe geschieht durch Einreiben der�selben auf eine bestimmte Hautstelle; durch Abscheeren der Haare, vor�heriges Waschen der Haut mit Seifenwasser und hierauf Frottiren bis zur Trockenheit, wird die Wirkung der Salbe (s. bei Canthariden) beschleu�nigt und verst�rkt; ebenso wenn man nach dem Einreiben der Salbe noch eine Portion derselben aufstreicht. Bei sehr gesunkener Empflndlichkeit und wo Gefahr auf dem Verzug haftet, kann man ein gl�hendes Eisen in die N�he der scharf eingeriebenen Stelle halten.
Unguentum digestivum.
Digcfliofaf�e.
unguentum terebinthinae compositmn.
Franz. Onguent digestiv simple.
Engl. Compound liniment of turpentine.
Die Grundlage der Digestivsalbe ist der gew�hnliche Ter�pentin; er kann in der Thierheilkunde auch die Digestivsalbe um so eher ersetzen, als man demselben nach Erforderniss Harze (wie Aloe, Myrrhe) u. dgl. beimischen oder seine Wirkung durch Honig mildern kann. Die Digestivsalbe ist gew�hnlich gelb, weni�ger z�he als gew�hnlicher Terpentin und hat dessen Geruch.
Die w�rttembergische Pharmacop�e schreibt zur Digestiv�salbe: 3 Unzen venetianischen Terpentin, 1 Eigelb, V/2 Drach. Myrrhepulver und '/j Unze Baum�l vor. Eine �hnliche Vorschrift jedoch ohne Myrrhe hat die Pharmacie vdte'rinaire, andere dagegen setzen Honig zu, so z. B. gibt Hertwig folgende Mi-Hering, Arzneimittel. 2. Autl.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 12
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Dngneutom mercuriale.
seining an: 1 �nze Terpentin und 2 Unzen Honig oder statt des�sen 4 Eigelb.
Ganz verschieden hievon ist das Linimentum terebin-thinae compositum der Londoner Veterin�r-Pharmacop�e; es besteht n�mlich aus gleichen Theilen Terpentin�l, Theer�l, (durch Destillation des Theers erhalten) und Wallrath (oder statt dessen Riibol); diese Mischung ist reizend und passt nicht auf Wunden, sondern gegen chronische Hautausschl�ge (vgl. den Ar�tikel: Terebinthina).
Die Anwendung der Digestivsalbe als Deck- und Verbandraittel, zur Unterhaltung der Eiterung u. s. w. ist bekannt.
Unguentum mercuriale.
�luecfi|if6crfaf�e.
Uugt. hydrargyri s. mercuriale cinereum, graue Quecksilbersalbe.
Ungt. neapolitanum, Mcrcurialsalbe.
Franz. Pommade mercurielle; Onguent gris.
Engl. Mercurial Ointment.
Zur Bereitung dieser Salbe sollen nach der w�rttembergischen Pharmacop�e 12 Unzen Quecksilber mit 6 Unzen erw�rmtem Hammelstalg so lange gerieben werden, bis von dem metallischen Quecksilber auch mit bewaffnetem Auge nichts mehr zu entdecken ist; sodann werden noch allm�hlich 18 Unzen Schweinefett hinzu gemengt. Diese Salbe sieht blaugrau aus, sie darf keinen ranzigen Geruch haben, noch Quecksilberk�gelchen erkennen lassen.
Auch die badisebe und preussische Pharmacop�e schreiben auf 1 Theil Quecksilber 2 Theile Fett (Talg und Schmalz) vor; die �streichische Pharmacop�e aber hat auf 1 Theil Mercur 4 Theile Fett, die s�chsische dagegen auf 16 Unzen Mercur nur 20 Unzen Fett; letzteres Pr�parat ist somit das st�rkste. Unter dem Namen Unguent, mercuriale fortius haben einige Pharma-cop�en (z. R. die �streichische und bayerische) eine aus gleichen Theilen Quecksilber und Fett bereitete Salbe.
Dieselbe Verschiedenheit trifft man in den Veterin�r-Pharraa-cop�en; die Londoner hat gleiche Theile Fett und Quecksilber; die Kopenhagener Milit�rveterin�r-Pharmacop�c l�sst 1 Theil Queck�silber mit Vn Theil Terpentin abreiben und 4 Theile Fett zu�setzen; die franz�sischen Thier�rzte haben eine Pommade mer�curielle simple s. Ong. gris aus 4 Unzen Quecksilber und 18V2Unz. Fett, und eine Pommade mere, double s. Or.guent napolitain aus gleichen Theilen Fett und Quecksilber bereitet.
s.
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Vitriolum cupri.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 179
Die Quecksilbersalbe kann durch Zusatz von fremden Stoffen, z. B. Bleiglanz, Braunstein, Kienruss u. s. f. verf�lscht und da�durch der Mangel an der vorschriftsm�ssigen Menge Quecksilber verdeckt werden. Das specifische Gewicht, oder die Aufl�sung der Salbe in Aether k�nnen zur Entdeckung des Betrugs dienen.
Die Amvendiing der grauen Ouecksilbersalbe als entz�ndungswidriges, zertheilendes Mittel ist sehr h�ufig; sie wird auch in Verbinduiig mit andern Mitteln benutzt, indem man fl�chtiges Liniment, Kamphor, Jod, Terpen�tin�l, selbst Cantharidensalbe zusetzt. Um ihre Wirkung zu schw�chen, darf man nur Fett hinzuf�gen. Gegen Hautausschl�ge, L�use u. dgl. muss sie, wenn gr�ssere Stellen des K�rpers damit eingerieben werden sollen, namentlich bei jungem Vieh, verd�nnt werden, und es eignet sich hiezu besonders die gr�ne Seife oder Fett mit Zusatz von ein wenig schwarzem Stein�l oder Hirschhorn�l.
Formeln:
Nr. 1. R. Ungt. mercurial. Unc. 1.
Liq. ammonii caustic. Dr. 1�2.
M. D. S. Zum Einreiben. (Auf unschmerzhafte
Dr�senverh�rtungen.) Nr. 2. E. Ungt. mercurial.
Axung. porci ana Unc. 2.
Olei petrae nigr. Dr. 2�4.
M. D. S. Gegen L�use. (Bei Rindvieh.)
Vitriolum cupri.
Diupferoitriof.
Cuprum sulphuricmn venale Ph. quot;W.
Vitriolum coeruleum s. de Cypro. Blauer oyprischer Vitriol, Blaustclu. Cuprum oxydatum sulphuricum, Sulphas cupri, Ph. Bav. Schwefelsaures Kupferoxyd.
Franz. Vitriol bleu, V. de cuivre, Couperose bleue. Engl. Blue or Roman Vitriol, Blue copperas. Chemische Formel: CuO SO3 -f 5HO.
Man erh�lt den Kupfervitriol meist durch Eindampfen des aus den Kupferminen flicssenden Wassers (Cement-Wasser); ferner durch R�sten von Schwefelkupfer, Auslaugen und Krystallisiren; seltener durch Aufl�sung von Kupfersp�nen in Schwefels�ure.
Der Kupfervitriol bildet rhomboidischc S�ulen von azurblauer Farbe und herbem, metallischem Geschmacke, welche an der Luft sich mit einem weisslichen Pulver bedecken; er ist in 2 Theilen siedendem und 4 Theile kaltem Wasser (nicht in Weingeist) l�s�lich; die Aufl�sung r�thet Lacmus.
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ij
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Vitriolum cupri.
Der k�ufliche Kupfervitriol ist gew�hnlich mit Eisen, auch mit Zink verunreinigt; ersteres gibt sich durch das gr�nliche Pulver zu erkennen, womit sich die blauen Krystalle an der Luft beschlagen.
Die Zusammensetzung des Kupfervitriols ist 1 Aeq. Protoxyd des Kupfers, 1 Aeq. Schwefels�ure und 5 Aeq. Wasser, oder in 100 Theilen 32 Kupferoxyd, 32 Schwefels�ure, 36 Wasser. Spec. Gew. 2,2. Reine und kohlensaure Alkalien und Erden, mehrere essigsaure Salze, Weinstein, Salpeter, metallisches Eisen und ad-stringirende Pflanzenstoffe zersetzen den Kupfervitriol.
Man wendet den Kupfervitriol innerlich gegen chronischen Catarrh verd�chtige Druse, Rotz, Hautwurm bei Pferden zu 1 Drachme pro dosi, in Pillenform, mit bittern und gew�rzhaften Mitteln verbunden an. Eben�so in chronischer Diarrh�e der Schafe und des Rindviehs, und im asthe-nischen Blutharnen ersteren zu 1 � 2 Scrupel, letzterem zu 2 Dr. pro dosi. H�ufiger wird derselbe im Wasser aufgel�st, aus serlich bei faulen, schlaffen Geschw�ren, in Strablf�ule, b�sarliger Klauenseuche der Schafe, als adstringirendes Mittel benutzt. Das Pulver wird als Aetzmittel auf Kastrirkluppen, auf �ppige Wunden u. dgl. gestreut, man kann auch den Vitriol nach Art des H�llensteins in cylindriscbe Formen giessen. Als blutstillendes Mittel muss die Aufl�sung stark sein. Zu Einspritzungen in die kranken Nebenh�hlen der Xase u. dgl. nimmt man '/.i�Va Unze auf 16 Unzen Wasser. Die Londoner Yeterin�r-Pharmacop�e gibt als So-lutio cupri sulph. composita folgende Mischung an: Kupfervi�triol, Alaun, v. j. 3 Unz., Wasser 2 Pfund; nach der Aufl�sung wird noch Schwefels�ure 1 Vo Unz. hinzugesetzt.
Den Kupfervitriol innerlich als ein st�rkendes Mittel anzuwenden, ist nicht anzurathen; ebensowenig das Einbringen desselben in das Unterhaut�zellgewebe, um daselbst einen ableitenden Reiz zu erregen; bei den fleisch�fressenden Thieren verursacht sein innerlicher Gebrauch Erbrechen.
Formeln: Nr. 1. R. Cupri sulphuric, pulv. Uno. '/a�!� Rad. calami arom. pulv. Unc. 2. Farin. sem. lini. Unc. 1. Aq. fervid, q. s. fiant pill, quatuor. D. S. T�glich 2 Pillen. (In verd�chtiger Druse der Pferde.) Nr. 2. R. Vitrioli cupri Unc. xlv Aeruginis Dr. 2.
M. f. pulv. D. Damit die kranke Klaue zu be�streuen. (In der Klauenseuche. Hayne.) Folgende Kupfermittel werden durch den blauen Vitriol entbehrlich : 1) der Gr�nspan, essigsaures Kupfer, Cuprum aceticum, s. Aerugo.
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Vitriolnm martis.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 181
Viride aeris, 2) der Kupfersalmiak, Cuprum sulphurico-ammoiMatum s. C. ammoniacale, 3) der Augenstein, Lapis divinus aus 8 Thl. blauen Vitriol, ebensoviel Salpeter und ebensoviel Alaun durch Zusammenschmelzen bereitet, beim Erkalten wird '/#9632;, �2 'N16'1 Kampliorpulver beigesetzt; ein ehedem als Aufl�sung in Wasser bei Augenentz�ndungen sehr gebr�uchliches Mittel; 4) das Blauwasser, Aqua coerulea, aus 3 Unzen 6 Drachmen blauen Vitriol, 1 Un.'.e 7 Drachmen Salmiak, a'/j Drachmen Gr�nspan und 7 Vj Pfund Kalkwasser bereitet.
BI a i n e' s trocknendes Liniment (Linimentum siccativum) besteht aus Sapo virid. �nc. 2. Pix liquida Unc. 4. Aerugo pulv. Unc. 2. M. Auch im Villate'schen Liquor ist Kupfervitriol enthalten.
Vitriolum martis.
(Eifcn-Uitriof.
Vitriolum vlride, gr�ner Vitriol: Kupfcnvassfr.
Fernim sulphurlcum venale (Ph. W.) sclmefclsanrcs Eisen.
Ferrum sulpliuricum oxydulatum, schwefelsaures Eisenoxjdul.
Sulphas Oxyduli ferri Ph. Bavar.
Franz. Protosulphate de fer, Vitriol vert. Couperose verte.
Engl. Sulphate of Iron, Green Vitriol or Copperas, Salt of Steel.
Chemische Formel: FeO SO3 8HO.
Der k�ufliche Eisenvitriol wird durch R�sten von Schwefel�eisen, l�ngeres Aussetzen desselben an der Luft und Feuchtigkeit, Auslaugen und Abdampfen, oder durch Abdampfen des kupferhal-tigen Vitriolwassers, nachdem das Kupfer ausgeschieden worden und endlich durch Krystallisation erhalten. Er bildet durchsichtige, bl�ulich gr�ne oder grasgr�ne rhomboidale Prismen, beschl�gt sich in trockener Luft mit einem weisslichen oder gelblichen Pul�ver, l�st sich in 1'/.. Theilen kaltem und '/j Theil siedendem Wasser, nicht in Weingeist auf, r�thet Lacmus und schmeckt sehr zusammenziehend metallisch.
Der k�ufliche Eisenvitriol ist meist mit Erd- und Metallsal�zen, z. B. Kupfer, Zink, Thonerde, Kalk verunreinigt; das Kupfer wird durch Eintauchen eines polirten Eiseustabs in die Aufl�sung des Vitriols entdeckt.
Die Zusammensetzung des gr�nen Vitriols ist aus 1 Aeq. Eisenoxydul, 1 Aeq. Schwefels�ure und 6 Aeq. Krystallwasser (25,7 Proc. Eisen, 29,9 Schwefels�ure, 45,4 Wasser). Spec. Gew. 1,82. Reine und kohlensaure Alkalien und Erden, Salpeter, Blei-und Quecksilbersalze, Seife und die gerbestofihaltigen Pflanzenlheile zersetzen den Eisenvitriol.
Er wirkt sehr zusammenziehend, st�rkend, blutslillend und wird da�her innerlich und �usserlich bei grosser Erschlaffung und davon abh�ngigen
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Vitrtolom zinoi.
�benn�ssigen Sekretionen, Wassersuchten, Bliitliarnen, bei Cruor-Armuth des Bluts (z. B. in der F�ule der Schafe) allgemeiner Schw�che, von Eini�gen auch im sp�tem Stadium des Milzbrands angewendet. Gegen die Lungen�seuche des Rindviehs hat K�nig in Kyritz den Vitriol zu 4�6 Drachmen pro dosi, t�glich 2 mal mit Erfolg angewendet.
Man gibt den Eisenvitriol Pferden und Rindvieh innerlich zu 1 � 2 Dr. bis '/,. Unze und dar�ber pro dosi in Latwergen oder Pillenform mit gew�rzhaften Miltelft (z. B. Kalmus, Ingwer u. dgl.); Schafen in Verbin�dung mit Wachholderbeeren , empyreuinatischen Mitteln u. dgl. zu '/o�1 Dr. pro dosi. Aeusserlich gebraucht man mehr oder weniger concentrirte Aufl�sungen in Wasser oder einer passenden (nicht adstringirenden) Pflan-zenabkochung. Ein Zusatz von Eisenvitriol zu den Lehmeinschl�gen f�r entz�ndete Hufe ist h�ufig sehr zweckm�ssig; auch sind vitriolhaltige B�hungen gegen Irische Verstauchungen, Huf- und Klauenentz�ndung, selbst Euterentz�ndung und Rothlauf empfohlen worden.
Formel: R. Vitrioli martis. Unc. 1. Rad. calami atom. Bacc. juniperi ana Unc. 2.
M. f. pulv. D. S. Mit Mehl und Wasser zur Latwerge gemacht, in 24 Stunden zu verbrauchen. (Bei wahrer Schw�che und Blutarmuth.)
Vitriolnm zinci. SinKoitrioC
Zincum �ulphuricum venale Ph. W.
Vitriulum album. Weisser Vitriol, weisser Galitzcnstein.
Zincum oxydatum sulplmricum, scliwpfclsaurcs Zinkoxyd,
Sulphas zinoi. Ph. Bavar.
Frunz. Sulphate de Zinc, Vitriol blanc, Couperose blanche.
EngL. Sulphate of Zinc, -white Vitriol, -white Copperas.
Chemische Formel: ZnO -f- SO-1 -\- 7HO.
Der k�ufliche Zinkvitriol wird in Sachsen und Schlesien aus den Silber- und Zinkerzen durch R�sten, nachheriges Oxydiren an der Luft und in der Feuchtigkeit, hierauf Auslaugen und Ab�dampfen oder Krystallisiren erhalten. Er kommt in gelblich oder bl�ulich weissen harten St�cken von krystallinischem oder k�rnigem Gef�ge vor, und ist meist mit etwas Elsenoxydul oder mit Kupfer, Mangan, Blei und Talkcrde verunreinigt. Die Krystalle des weissen Vitriols sind durchsichtige rhombische S�ulen mit 4 Fl�chen zu�gespitzt oder unregelm�ssig 6�Sseitige S�ulen. Der im Handel vorkommende weisse Vitriol ist in seinem Krystallisationswasser
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Vitriolnm zinci.
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geschmolzen und bildet beim Erkalten eine weisse, dem Zucker �hnliche Masse. Der Zinkvitriol schmeckt s�uerlich herbe, metal�lisch und l�st sich in 21/.i Theil kaltem und in gleichen Theilen siedendem Wasser auf.
Seine Zusammensetzung ist 1 Aeq. Zinkoxyd, 1 Aeq. Schwefel�s�ure und 7 Aeq. Wasser, oder nach Procenten 28,02 Zinkoxyd, 27,70 Schwefels�ure und 44,28 Wasser. Spec. Gew. 1,91. Die reinen und kohlensauren Alkalien und Erden, das essigsaure Blei, die zusammenziehenden Pflanzenstoffe zersetzen den Zinkvitriol.
Die innerliche Anwendung des weissen Vitriols ist selten; 'oei Hunden macht er zu 10 � 20 Gran Erbrechen. Aeusserlich wirkt seine Aufl�sung zusammenziehend, besonders auf die Schleimh�ute und auf schlaffe, �ppige Geschw�re, Fisteln u. dgl. Man gibt der sehr verd�nnten Zinkvitriolauf-l�sung (1�2 Dr. auf 1 Pfund Wasser) in Entz�ndungen der Bindehaut des Augs den Vorzug vor den Bleiaufl�sungen und setzt nicht selten etwas Opiumtinclur bei; eine st�rkere Aufl�sung (1�2 Unzen auf 1 Pfund \V.) ben�tzt man bei Fisteln, Geschw�ren und dgl.
Das weisse Zinkoxyd (Flores zinci) wird selten ben�tzt; es gilt innerlich f�r ein krampfstillendes Mittel und wird in der Hundepraxis mit Rad. valerianae u. dgl. manchmal verordnet.
Das nat�rlich vorkommende kohlensaure Zink (Zincum carbo-nicura) gew�hnlich Galmey (Lapis calaminaris) genannt, wird von den englischen Thier�rzten h�ufig zur Heilung leichter Verwundungen, Excoria-tionen u. dgl. verordnet; die Londoner Veterin�r-Pharmacop�e bereitet die �Heilsalbequot; �nguentum Zinci carbonatis, aus 1 Theil feinst gepulvertem Galmey und 6 Theile Schweinefett, wozu nach Umst�nden noch etwas Ter�pentin gesetzt werden kann.
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EINTHEIL�NG DER ARZNEIMITTEL.
1)nbsp; Auf naturhistorischer Grundlage.
2)nbsp; Nach chemischen Principien.
3)nbsp; Nach ihrer Wirkung auf den gesunden K�rper (physiolog.)
4)nbsp; Nach ihrer quot;Wirkung und Anwendung in Krankheiten (therapeutisch).
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Bemerkungen hlezu.
Zu 1) Die Arzneistoffe zerfallen nach Ihrem Urspr�nge in tliierisclie, Pflanzen-theile und Mineralien, �eber ihre Stellung kann (mit wenigen Ausnahmen), z. B. Kali, Jod, Salpeter) keine Verschiedenheit der Ansichten stattfinden.
Zu 2) Die Aufz�hlung der Arzneimittel nach ihren chemischen Bestandtheilen folgt streng den in der Chemie allgemein angenommenen Grunds�tzen. Einige Autoren haben diese Eintheilung in der Arzneimittel-Lehre vorgezogen, f�hren aber z. B. eine Classe bet�ubender, scharfer u. dgl. Mittel an, womit sie in das Gebiet der Wirkuug verfallen, da es keinen besonderen bet�ubenden oder scharfen Stoff (im chemischen Sinne) gibt.
Zu 3) Die Eintheilung nach der physiologischen quot;Wirkung bietet schon gr�s-sere Schwierigkeiten, da dieselbe bei vielen Mitteln nicht geh�rig erforscht ist, auch manche Arzneien eine krankhafte Ver�nderung des K�rpers voraussetzen, um ihre Wirksamkeit zu �ussern (z. B. Fieber).
Zu 4) Ebenso schwierig ist die Eintheilung der Arzneimittel nach ihrer quot;Wir�kung auf den kranken K�rper, weil die meisten Mittel sehr verschiedene Wir�kungen haben, je nachdem sie in grossen oder kleinen Gaben, allein oder mit andern Stoffen zugleich, bei Fleisch- oder Pflanzenfressern u. s. w. ange�wendet werden. Es ist hier viel der individuellen Ansicht des Therapeuten �berlassen.
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I. lebcrsicht der Miier�rztllclien Arzueimiltcl nach
I. Thler-Reicb.
1. Cl. Saugethiere. Ordn.; Dickh�uter', Wiederk�uer, Vom Schweiu, Riud , Schaf etc. Fett, Talg,
Milchzucker.
Nat�rliche
s, Oleace t, Strychi ii, Gentia
2. V�gel. 3. Ecptilicu. 4. Fische (Lebcrthrau v. Stockfisch), �. Woichthiere.
6. W�rmer. Blutegel.
7. Schalthiere. 8. Arachuiden. 9. Myriapoden.
v. Solane
10. Insekten. Ord.: K�fer (C'oleoptera). Spanische Fliege (Lytta vcsicatoria).
,, Hautfliigler (Hymenoptera). Houig. Wachs vou Apis melliflca (Biene).
11. Zoophyten. Waschschwamm (Spongia officinalis).
12. lufusorieu.
w. Couvol x, Persoi] y, Labiat
Aus thier. Bestandtheilen �berhaupt werden bereitet: Ammoniak, brenzl. Oel, Sal�peter, Phosphor, Blaus�ure, thier. Kohle.
II. Pflanzen-Reich.
1 Nat�rliche Familie. #9632; Sexual-System.1
Gattung und Art. Gebr�uclilicher Theil.
z, Laurin
A. Phanerogamen. Deutlich bl�hende Pflanzen.
aa. Polyg
1. Dicotyledonen. Zwei Samenlappen.
bb, Aristi cc.Kupho
a�i. Thalaraiflorac. Sliclbliitliigc.
a. Eauuuculaceeu
XIII. p.
Helleborus niger u. A.
Wurzel (Christwurz).
XHI. 3.
Aconitum Napellus u. A.
Kraut, Extract (Eisenlmt).
b. Papaveraceen
XIII. 1.
Papaver somuiferum.
Fettes Oel, Saft (Opium).
dd. Urtic
c. C'ruciferen
XV. 2.
Sinapis nlgra.
Samen (Senf).
ce. Chen
� 2.
Brassica Bapa, Napus.
Oel (Riib-Oel).
ff. Ament
d. Lineeu
V. �.
Linum usitatissimum.
Samen , Oel (Lein-Gel).
e. Malvaceen
XVI. p.
Althaea officinalis.
Wurzel, Kraut (Eibisch).
Malva rotuudifolia u. A.
Kraut.
gg. Couif
f. Tiliaceeu
XIII. 1.
Tilia europaea.
Bliithe (Linde).
g. Hippocastaueen
vir.
Aesculus Hippocastanum
Fr�chte, Rinde.
h. Ampelideeu
V. 1.
Vitis vinifera.
Wein, Weinstein,Weingeist, Essig.
i. Rutaceeu
X. 1.
Ruta hortensis.
Kraut.
lih Aroit
1 k�r. Calyciflorac. Kelclililiithigc.
1111. . � 1 ' ' 1 V
ii. Liliat
i k. Leguminosen 1 XVII. dec.
Trigonella foenum graecum.
Samen.
raquo;� i)
Glycyrrhiza glabra.
Wurzel (S�ssholz).
kk. Colch
') T)
Acacia verschiedene Arten.
Saft (arabisches Gummi).
11. Gram
7) J)
� Catechu.
Extract.
X. 1.
Myroxylou peruiferum.
Balsam (peruv).
1. Kosaceen.
xn. i.
Amygdalus communis.
Samen (bittere Mandel).
XII. p.
Geum urbauum.
Wurzel (Nelken-Wurzel).
mm. Fili( nn. Licht oo. Algac
n
Tormentila ereeta.
Wurzel.
m. Cucurbitaceen. n. Umbelliferen.
XXI. syng. V. 2.
Bryonia alba und dioiea. Petroselinum sativum.
Wurzel (Zaunr�be), Sameu.
ii i)
Carum carvi. Pimpinella Anisum.
raquo;
H )1
Oenanthe phellandrium. Foeniculum offlcinale.
ii
Clasf
1. Metall
11 11
('onium maculatum.
Kraut (Schierling).
Ligusticum Levisticum.
Wurzel.
Angelica archangeliea.
#9632;i
Imperatoria Ostruthium.
1, .-
Ferula asa foetida. � Amouiacum.
Harz (Asant).
ii
o. Caprifoliaceen.
V. 3.
Sambucus nigra.
Bl�the, Extract (Roob),
p. Rubiaceen.
IV. 1.
Rubia tiuetorum.
Wurzel,
V. 1.
Cinchona verschied. Arteu.
Rinde (China),
2. Erden
V. 1.
Cephaelis ipecacuanha.
Wurzel.
q. Valeriaueen.
III. 1.
Valeriana officinalis.
r. Compositae.
XIX. sup.
Inula Helenium.
u
3. Brenn
� aeq.
Carlina acaulis.
ii
� sup.
Arnica moutana.
� und Bl�the.
4. Miner
Matricaria chamomilla.
Bl�the.
u ii
Artemisia absyuthium. Tanacetum vulg�re.
Kraut.
ii
-ocr page 198-
eimidcl nach naturgcschiclitliclicr EinUicilung.
(Zu Seite 18t).
Natiii-liclie Familie.
Sexual-System., Gattung und Art. Gebr�uchlicher Theil.
alg,
s�gt;. Corolliflorac, kro ibliitiiigc.
s. Oleaceen.
II. 1.
Olea em-opr.ta.
Oel (Baum-Oel).
t. .Strychneen.
V. 1.
Strychuos Nux Ton�ca.
Samen.
u. Geutiaueen.
V. 1.
Gentiaua lutea.
Wurzel.
V. 1.
Meiiyantbcs trifoliata.
Kraut.
v. Solaneen.
V. I.
1] M
Solanum tuberosum. � dulcamara.
S.'�rkmehl, Branntwein (Kartoff.) Stengel.
') n
Atropa Belladonna.
Kraut, Wurzel, Extract.
n 5raquo;
Hyosciamus niger.
Kraut (Elisen), Extract.
!' )raquo;
Nicotiana Tabacnm u. A.
Kraut.
w. Couvolralaceen
V. 1.
Convolvulus Purga.
Wurzel (Jalappe).
al-
x. Pcrsonaten.
XIV. ang.
Digitalis purpurea.
Kraut.
y. Labiaten.
11. 1.
Salvia ofticinalis.
,,
XIV. gvm.
Mentha piperita u. A. Origanum,l'bymus u.a. Gattung.
laquo;
z_ei.-. llonoclilainidcac.
?.. Laurineen.
IX. 1.
Laurus uobilis.
Fr�chte, Oel.
� C'amphora.
Camphur.
aa. Polygoneeu.
IX. 3.
Rheum verschied Arien.
Wurzel (Rhabarber).
bb. Aristolochien.
XI. 1.
Asarum europaeum.
Wurzel.
cc. Eupliorbiaceen
XL 3.
Euphorbia verschied. Arten.
Harz.
XXI. pul.
Croton Tiglium.
Samen, Oel.
51 'J
� Elutheria.
Rinde (Cascarill).
XXI. mon.
Kicinus communis.
Samen , Oel.
dd. Urtlceen.
XXII. 5.
Cannabis sativa.
� Faser (Werg).
ee. Chenopodeen.
V. 2.
Beta verschied. Arten.
Zucker (Runkelr�be).
ff. Amentaceeu.
XXI. pol.
Quercus Robur u. A.
Fr�chte, Rinde (Eiche).
ii :?
Fagus,Betula,Fraxinns u. a.Gatt.
Asche, Holzessig, Theer, Kohle.
XXII. 2.
Salix verschied. Arten.
Rinde.
gg. C�uiferen.
XXI, monad.
Pinus Abies, plcea u. A.
Harz, Theer, Oele (Terpentiu).
XXII. pol.
Juuiperus communis. ., sabina.
Beeren, Oel, Extract (Wachbold.) Kraut.
5ig-
2. Monocotyledonen. Ein Samenlappen. 1
lib. Aioideen.
VI. 1.
Acorus calamus.
Wurzel.
ii. Liliaceen.
VI. 1.
Aloii verschied. Arten.
Saft, Extract.
VI. 1.
Sc�la maritima.
Wurzelstock (Meerzwiebel).
kk. Colcbicaceen.
VI. 3.
Veratrum album.
Wurzel (Nieswurz).
11. Gramineen.
III. 2.
Trlticum, Hordeum versch.
Mehl. St�rkmehl, Branntwein.
� 2.
Seeale cereale.
Samen (Mutterkorn).
� 2.
Sacharum officinarum.
Saft (Zucker).
B. Cryptogamen. Verborgen bl�hende Pflanzen.
mm. llt;quot;ilices.
XXIV.
Polypodium fllixmas.
Wurzel.
nn. Licbenes.
Cetraria islandica.
Laub (island. Moos).
oo. Algae.
n
Fucu� verschied. Arten.
Asche (Jod).
III. Mineral-Reich. |
ClasKe.
Oattung.
Gchr�uchliche Stoffe.
1. Metalle.
a. Eisen.
Eiseufeile, Schwefel-Eisen, schwefelsaures, salzs. Eisen.
b. Mangan.
Braunstein.
c. Silber.
Salpetersaures Silber (H�llenstein).
d. Kupfer.
Essigs., schwefeis. Kupfer, Aegyptiac-Salbe.
e. Quecksilber.
Quecks.-Salbe, Oxyd, mildes u. �tzendes Chlor-Quecks., ,Tod-Q.
f. Spiesglanz.
Roh. Sp.,Sp.-Leber, Chlor-Sp., Sp.-'Weiust., Goldschw., Kcrmes.
g. Blei.
Essigs. Blei, Bleiwasser, Bleisalbe.
b. Zink.
Schwefelsaures Zink, Zinkoxyd, kohlens. Zink (Galmei).
i. Arsenik
Weisser Arsenik, A.-Essig, Schwefel-Arsenik (Operment).
2. Erden.
a. Kalk-Erde.
Gebrannter K., K.-Wasser, Chlorkalk, Kreide, Schwefel-Kalk.
b. Tbon-Erde.
Bolus, schwefeis. Tb. (Alaun).
c. Bitter-Erde.
Gebrannte, kohlens., Schwefels. Bittcr-Erde (Bittersalz).
3. BreunbareMin.
a. Schwefel.
Schw., Schwefelsaure und ihre Salze, Schw.-Kali.
b. Stein-Oel.
Weisses, schwarzes, St. Oel, Steiukohlen-Xheer.
4. Mineral. Salze.
a. Kochsalz.
Chlor, Ch.-Kalk, Ch.-Am., Ch.-Spiesgl., Ch.-Eisen-Nat. kohlens.
b. Jod.
Jodkali, .Todquecksilber, Jodkupfer.
c. Borax.
Borsaures Natron.
-ocr page 199-
II. Eintlicilung der ArzneiiiiiUcI nach chemischen Principien.
(NB. Die Imponderabilien: Licht, Warme, Klcktricit�t, Magnetismus, so wie diejenigen Grundstoffe, welche, wie viele Metalle, Erden u, s. w.
keine Arzneimittel liefern, sind weggelassen.)
(Zu Seite 184).
Unupt-Abtliei-lunsren.
Unter-Abtheilnngen.
Grundstoffe (ehem. Elemente).
Chemisches Aequival. oder Zeichen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Atom-Zahl.
Offieinelle oder sonst wichtige Verbindungen.
A. Nicht metalli�clic
Stoffe. Nr. 1�� im reinen Zu�stande luftf�rraig.
I.nbsp; Wasserstoff. Ilydrogenium.
2.nbsp; nbsp;Sauerstoff. Oxygenium.
3.nbsp; nbsp;Kohlenstoff. Carbouium.
4.nbsp; nbsp;Stickst. Nitrogen. A/.otum.
5.nbsp; nbsp;Chlor. Chlorum. (i. Jod. Jodium.
7.nbsp; nbsp;Schwefel. Sulphur.
8.nbsp; nbsp;Phosphor. Phosphorus.
9.nbsp; nbsp;Kalimetall. Kalium.
10. Natron-Metall. Natrium.
II.nbsp; nbsp;Kalkerde-Met. Calcium.
12.nbsp; nbsp;Bittererde-M. Magnesium.
13.nbsp; nbsp;Thonerde-M. Aluminium.
14.nbsp; nbsp;Brauust.-M. Manganium.
15.nbsp; nbsp;Zink. Zincum.
16.nbsp; nbsp;Eisen. Ferrum.
17.nbsp; nbsp;Blei-Metall. Plumbum
18.nbsp; nbsp;Kupfer. Cuprum.
19.nbsp; nbsp;Silber. Argentum.
30. Quecksilb. Hydrargyrum
21.nbsp; nbsp;Spiesglanz, Stibium.
22.nbsp; nbsp;Arsenik. Arsenicum.
1.nbsp; nbsp;Essigs�ure. Acid, acetic.
2.nbsp; nbsp;Oels�ure. Blaus�ure.
3.nbsp; Weinsteins. A.tartarictim i. Gerbs�ure. A. tannicum �. Pflanzen-Alcaloide.
6.nbsp; nbsp;Eiweiss.
7.nbsp; nbsp;Extractivstoffe.
H od. vH'i
0. C.
N od. vN2. Cl od. vOR J od. vJ2.
S od. vS'.
P od. vP2. Ka. Na. Ca. Mg. AI. Mn. Zn. Fe.
14
35
126
16
32 39 23
20 12 13
27 32
1st ein Bestandtheil des Wassers, der sogen. Wasserstoffs�uren (Chlor, Schwefel, Jod), des Ammoniaks, der meisten organischen K�rper.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; [der meisten organischen K�rper.
Ist ein Bestandtheil des Wassers, der atmosph�rischen Luft, der meisten S�uren und Salzgrundlagen (Basen),
Der Ilauptbestandtheil aller organischen K�rper, der Kohle (Stein-, Pflanzen-, Thier-Kohle) der Kohlens�ure und ihrer Salze, des Cyan.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; [Blaus�ure, des A.-nmouiaks.
Der Hauptbestandtheil der atmosph�rischen Luft und der meisten thierischen K�rper, der Salpeters�ure, der
Ofllc. Chlor-Wasserstoff = Salzs�ure, Kochsalz, Chlorkalk, Chlor-Eisen, -Zink, -Quecksilber, -Spiesglanz.
OfHc. Jod, Jodkali (Jodquecksilber, Jodkupfer u. s. w.)
Offlc. Schwefel, -S�ure und ihre Salze, Schwefel-Kali und Kalk(-Leber), Schwefel-Eisen, -Antimon u. dgl. (auch im Schwefel-Wasserstoff und in organischen, besonders thierischen Stoffen enthalten).
Ein Bestandtheil thierischer K�rper. Offlc. Phosphor, Ph.-S�ure.
Offlc. kaustisches K., kohlensaures, schwefeis., Salpeters., �lsauresK., Schwefel-, Jod-Kali.
Offlc. kohlensaures., schwefeis. boraxs. Natron, Chlor-Natrium (Kochsalz).
In den Kalksteinen, Gyps und vielen andern Mineralien; in organischen K�rpern u. s. w., offlc. gebraur.'ter
Offlc. reine, kohleus. und schwefelsaure Bittererde.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; [Kalk, Kalk-Wasser, Chlorkalk, Kalkschwefel-Leber.
Offlc. schwefeis. Kali-Thouerde (Alaun), Bolus.
Offlc. Mangan-Peroxyd (Braunstein).
Offlc. schwefeis. Zink (weisser Vitriol), Chlorzink.
Offlc. Eisenfeile, Schwefel-Eisen (Stahlschwefel), Chlor-Eisen, schwefelsaures Eisen (gr�ner Vitriol).
Offlc. essigs. Blei (Bleiessig, Bleizucker).
Offlc. essigs. Kupfer (Gr�nspan), schwefelsaures K. (blauer Vitriol).
Offlc. Salpeters. Silber (H�llenstein).
Offlc. Quecksilber-Oxyd, rothes (Pr�cipitat), Chlor-Quecksilber (mildes und �tzendes) Quecksilber.
Offlc. Schw.-Spiesgl. (rohes Ant.), Chlor-Sp. (Sp.-Butter), Sp.-Leber, Sp.-Weinstein, Goldschwefel, Kennen.
Offlc. arsenige S�ure (weisser A.)
Offlc. Essig, Holzessig und ihre Salze, z. B. essigs. Blei, -Kupfer.
Offlc. �lsaures Kali (gr�ne Seife) -Natron (harte Seife).
Offlc. Weinsteins. Kali (Weinstein), Brechweinstein.
Offlc. in adstringirenden Pflanzen (s. Nr. 7 bei Extractivstoff).
Der in Pflanzentheilen des Aconit, Belladonna, China, Conium, Digitalis (neutral), Hyosciamns, Ipecacuanha, Nux vomica, Opium. Nicotiana, Veratrum u. s. w. enthaltene wirksame Stoff (z. B. Chinin C-quot;H-4N-02, Strychnin C^IL'-'N-O-', Morphium C-'W^Oquot;; Nlcotln C'W'N2, Coniin C'W'N2).
Pflanzen und thierisches Eiweiss (nahe verwandt.: Fibrine, llaematin).
a)nbsp; nbsp;Bitterstoff: in der Gentiana, Polygala, Centaurea ben., Polygala, Erythraea.
b)nbsp; nbsp;Bitter-gew�rzhafter: im Absynthium, Calmus, Ingwer, Rhabarber, Cina.
c)nbsp; nbsp;Gerbstoffhaltig: in der Eichenrinde, Weideurinde, Gallus, Catechu, Bistorta, Tormentill, China, Nelken�wurzel, Cascarill (z.B. Gerbstoff Tannin).nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; [C:,H40.; Glycerin C'H^O5).
Offlc. Leinsamen, Ricinus, Croton, Lorbeer und ihre Oele, Baum�l, Mohn�l (ehem. Grundlage, Lipyl-Oxyd
a)nbsp; nbsp;Sauerstofffreie Oele: ') Terpentin�l, Wachholder�l (Sabina), Citron�l, Stein�l.
b)nbsp; nbsp;Sauerstoffhaltigo Oele: quot;) Anis, Angelica, Arnica, Calmus, Baldrian, Camille, K�mmel, Fenchel, Kascarille, Inula, Liebst�kl, M�nze, Phellandrium, Sambucus, Tanacetum.
Feste quot;�) Camphor, Cantharidin (C-'IPO2).
c)nbsp; nbsp;Stickstoff- und schwefelhaltige: j) Senf-Oel, Meerrettig � Kuoblauch-Oel.
d)nbsp; nbsp;Breuzliche Oele: Hirschhorn-Oel, Theer, ff) Kreosot. Offlc. Colophon, Jalappe, Pech (Jalapin C4:!H,0020).
Offlc.Aloe, Ammoniakgummi, Asa f�tida, Euphorbium, Gummi (Aloetiu CH-'O10). Offlc. Terpentin, peruvianischer Balsam (z.B. Peruvin C^H^O2; Cinamein C^WC*). Offlc. arabisches Gummi (Arabin') Eibisch, Malve, Leinsamen, Island. Moos. Offlc. Zucker, Honig, S�ssholz, Eoob juniperi (St�rke = C12U2quot;Olquot;). Offlc. Weingeist, Schwefel-Aether, Salpeter-Aether, Chloroform (C4HloO).
B. Metalle. a) Alkali-Metalle.
h) Erd-Metalle.
c) Erz-Metalle.
/- A. Organ. S�uren, meist aus OHO in ver schied. Verh�ltnissen
zusammengesetzt.
B. Organische Basen
CTIN meist mit 0, �
verschied. Verh�ltu.
('. Amphotere Stoffe.
103
31 108 100
64
37 Cgt;K'0-' CSUHWH-H'O
C4HJ05-t-HO
C'8Hgt;raquo;Oq.4-3HO
Anfangsbuchstabe und -|-
dar�ber.
055H'Nquot;iOraquo;,-f-P,S''
OHO in versch. Verh�ltu
selten N.
3.nbsp; nbsp;Fettes Oel.
4.nbsp; nbsp;Aetherisches Oel.
CHO in versch. Verh�ltu. C-^Hlaquo; ') C20II2402 quot;)
CioHifio. �) OWN^S2. f) 0MKl6O2. if) CHO in versch. Verh�lt.
dessgl.
dessgl. C12H220quot;. ') C12II2l,0l0-fH20. C4Hi202.
5.nbsp; Harze.
0.nbsp; nbsp;Schleimharze.
7.nbsp; nbsp;Balsame.
8.nbsp; nbsp;Pflanzenschleim.
9.nbsp; nbsp;Zucker. 10.nbsp; nbsp;Weingeist.
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Physiol. Elntlieilung der Arzneimitlel etc.
185
III. Eintheilung der Arzneimittel nach ihrer AVirkuug auf die Verrichtungen
des gesunden K�rpers.
Hauptmittel.
Nebenmittei, auch di�t, und Chirurg. Mittel.
I. Cl.
Auf die Verdannng wirkende Mittel.]
1.nbsp; Die Verd. bef�rdernde (stomachica) bittere, gelindgew�rzliaftePfianzen, Kochsalz.
2.nbsp; Die Verd. schw�chende: schleimige,
einh�llende,gelindabfiihrende,me-tall. Mittel.
3.nbsp; nbsp;Die Verd. alterirende: Brech-, Laxir- Purglrmittel.
11. Cl. Auf die Blutbeschaffenhcit wir�kende Mittel.
1.nbsp; nbsp;Die Gerinnbarkeit vermindernd: cilfj�ubuugstuibriije Mittel �ber�haupt, Antiphlogistica, besonders Neutralsalze, kohlensaure Alkalien; Quecksilber-Mittel.
2.nbsp; nbsp;Die Gerinnbarkeit vermehrend: stickstoffhaltige Nahrung, trocken kalte Luft, adstringirende Pflau-zenstoffe, Eisensalze. Oertlich: die Ofutfliffeil�en Mit�tel, Styptica- wie Miuerals�uren,
Enzianwurzel (R. gentian.) Wermuth (Hb. absynth.)
Hb. centaurei, poly-galae amar. trifolii fibr.; cardui bened.; Kalmus, Senf, Ingwer, Aloe in kleinen Gab.
Salpeter, Salmiac, koh�lensaures Kali und Na�tron, vers�sstes Queck�silber.
Schwefels�ure, Rabel's Wasser, Welng., schwe felsauresEisen u.Kupfer, Alaun; Kreosot.
K�lte, Essig; Feuer.
3.nbsp; nbsp;Den Eiweiss-Gehalt vermehrend: Leguminosen (Erbsen, Bohnen, Wicken) als Futter.
4.nbsp; nbsp;Den Cruor vermehrend: Eisenmitt.
5.nbsp; nbsp;Den Wassergehalt vermindernd: harntreibende Mittel.
6.nbsp; nbsp;Die Zersetzung hindernd: fauf-lli�aribrigeMittel, Antiaeptica, an-tiscorbuiica � Reizmittel, S�uren.
7.nbsp; nbsp;Die Zersetzung bef�rdernd: Digt talis, Seeale cornutum.
Eichenrinde, Weidenrinde, China, Catechu, Gallus; Schwefels�ure , Essig, Chlor, Weing., Camphor.
Alcallen, Quecksilber.
Oertlich: Abhalten der Luft.
Feuchte W�rme, faul. Ausd�nst. Contagien.
.J
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-ocr page 202-
186
Physiol. Eintli�ilimg der Arzneimittel etc.
Hauptmittel.
Nebenmittel, auch di�t. und Chirurg, Mittel.
III.nbsp; 01. Auf die Ern�hrung wirkende Mittel
1.nbsp; nbsp;Den Ansatz beg�nstigend: die er�n�hrenden Mittel, die bittern und gevr�rzhaften Mittel.
2.nbsp; nbsp;Den Ansatz hindernd : Jod, Queck Silber, Schwefel; die ausleerenden Mittel (Evacuantia, d. h. Brech-, Laxir-, Purgir.-M., Diuret.) Oert-lich die flcljll�tfcf: (caustica).
3.nbsp; nbsp;Den Ansatz alterircnd: Arsenik.
IV.nbsp; Cl. Auf die Aufsaugung (Kesorbtiou) wir-
kende Mittel.
1.nbsp; nbsp;Die Resorbtion bef�rdernd; Alea�lien,Quecksilber (alterantia) Spies-glanzmittel,Jod; dieentz�ndungs-widrigeu und ableitenden Mittel. Oertliche und erweichende, auf�l�sende Mittel.
2.nbsp; nbsp;Die Resorbtion Termindernd: K�lte, narcotica, adstringirende Mittel.
V. Cl. Auf die Absonderungen im Allge�meinen wirkende Mittel.
1.nbsp; nbsp;Dieselben �berhaupt vermehrend die ausleerenden Mitt.f'ei'acKantiaJ.
2.nbsp; nbsp;Dieselben �berhaupt vermindernd dieabflriligireubeuMitt.: Adslrln-yentia, ablelt. Reize, S�fteverlust.
Insbesondere auf einzelne Secretionen wirken:
A.nbsp; Speichel-Absonderung 1. vermehrend: die Speichelmittel (sialagoya), 2. ver�mindernd: �ussere Reizmittel, Camphor.
B.nbsp; nbsp;Die Magen- und Darmsecretion
1.nbsp; vermehrend: gelinde Reizmittel, bit�tere, gew�rzhafte, ;BrecO=,Ca!;ir=,}Jur= jjirmittEr: emetica, laxantia, purgant.
2.nbsp; Vermindernd: adstringirende Mittel; auch narcotica.
3.nbsp; Ab�ndernd : s�uretilgende Mittel; (absorbentia).
C.
Cnnc. S�uren, caust. Al�kalien, Quecksllbersubl., roth. Pr�cipitat, Arsenik, Chlor-Antimon, Chlor-Zink, salpeters. Silber, Kupfer-Vitriol , gebr. Alaun.
Eiweisshaltige Kleber, Mehl-,Zucker-, fett�haltige; Eyer.Milch, Fleischbr�he, Brod.
Blut -Lymph-Verlust: Eiterung.
Kohlens. Kali und Natron, Kohl- u. Chlor-Ammon., Calomel, Jod, Jodkali, Brechweinst.. Spiesglanz-schwefel, Hepar. autim. Kalib�der, Seife,Salmiak�geist, Quecksilber- und!Reiben, anhaltender Jodsalbe, Arnica.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Druck: Feuer.
Eichenrinde, GalI�pfel,Ca-' Hnnger-Cur, K�lte, techu, Alaun, Metallsalze (Vitriole).
Scharfschmeckende Mittel, Senf, Ingwer , Tabak ; Quecksilber, �rtlich oder im Uebermaass.
(Zink) Vitriol. Rhabarber, Senna, Ta�bak, Bryonia.
Trocknes Futter. Schleim., fett. salz.Mitt.
b. entz�ndl. Reizung;
Klyst. mit Kupfervitr.
salpetersaures Silber.
Veratrum, Ipecacuanha, schwefeis. Natn, Kali und Bittererde,Fett,Ricinus�l,
Jalappe, Aloe,Krot.Calom.
Op ium. Nux vomica, bittere Mandel; salpeters. Silber, Rad. Colombo.
Alealien u. Erden; Chlor�kalk, Kohle.
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Physiol. Eiutliellung der Arzneimittel etc.
187
C.nbsp; nbsp;Die Gallensecretion
1.nbsp; vermehrend: Aloii, Calomel; Brech�mittel ;
2.nbsp; vermindernd: Pflanzens�ure, Weinst.
D.nbsp; nbsp;Die Nasen- u. Bronchialschleimsecretion 1. vermehrend: JSiessmitt.(itemutatori�)-
Sril(ln�tfe[ (expeetoranHa).
Tabak, Veratr., Schwefel-,
Chlord�mpfe. Salm., Goldschw.,Ammon
Gummi, Fenchel, Anis
Alant, Theer.
Wasserdmpf., Schleim a. zuckerh.StoffySyr., Honig, Roob, S�ssh., isi.Moos,Sem. foenigr. Rad. seuegae.
Adstriug.Mitt. �rtl., als Einspritz, in die Nase und innerlich.
Goldschwefel, Kermes, Brechweinst.1, Salm., Camphor, �ther. Oele, Spirituosa; Aether. Reiben, warme Deck. Waschungen.
2. Vermindernd:
E. Die Hautsecretion
1, vermehrend: schweisstreibendeMittel (diaphoretica, sudorifera).
Bleizueker, Kreosot (inner�lich) Blaus�ure.
Schwefel, essigs. Ammon., Hollunder.
Oertlich: die hautreizenden Mittel, ru-bcfacientia. vfsicantia,
Senf, Canthar., Euphorb., Terpeutin�l.Salmiakgeist, 01. laurin, Kroton-Oel, Brechweinst., gr�ne Seife, Alkalien, Schwefelleber.
2. vermindernd: K�lte,abf�hrende,harn�treibende Mittel. F. Die Harnsecretion
1. vermehrend : harntreibende Mittel (diuretica), a) k�hlende, b) erhitzende.
a) Neutralsalze, Weinst., verd�nnte S�uren,Brech�weinst, b) Bacc. juniper., 01. terebinth. Colophon, Squilla, Sem. phellandr. Digitalis, Canthariden.
Hb. uvae nrsi, Alaun, Blei�zucker, Kreosot.
Sem. petroselini.
2.nbsp; vermindernd: adstringirende Mittel, Camphor, ableitende Reizmittel,
3.nbsp; nbsp;ab�ndernd: Schwefels�ure, schwefeis. Eisen, 01CC, 01 tereb., Alaun, Bleizuck.
G. Die ser�se Absonderung
1.nbsp; vermehrend: Reizung der ser�sen Bt�ute durch Entz�ndung, Einspritzung von Jod u. s. w.,
2.nbsp; nbsp;vermindernd: harntreib, schweisstreib. Mitt., �rtlich ableitende (Reizmittel).
H. Die Eiterung
1.nbsp; vermehrend: SigcfliDmiftcf,
2.nbsp; vermindernd; austrocknende, adstrin�girende Mittel,
3.nbsp; nbsp;ab�ndernde: Kohle, Clilor, Reiz-und Aetzmittel.
Anstechen.
Terp., Bals., Harze, Theer.
Blei, Kupfermitt. Villatte-
sche Liq., Snbl.-Aufl�s.
W�rme. K�lte.
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188
Phyilol. Einthellnng der Arzoeimittel etc.
Hauptmittel.
Nebenmittel, auch di�t, uud Chirurg. Mittel.
VI.nbsp; nbsp;Cl. Auf das Athmen wirkende Mittel.
1.nbsp; nbsp;Das Athmen beschleunigend
2.nbsp; nbsp;Das Athmen verlangsamend : ent�z�ndungswidrige, narcotische Mitt., ableitende Hautreize.
VII.nbsp; nbsp;Cl. Auf die Blntbewegnng wirk. Mittel.
1. Den Herz- und Pulsschlag be-schleun.: Keijnuttef (irritantia).
Weingeist, A ether, Camph, �ther. �le (Terp.-�l), Am-mon. (kohlens. u. brenzl.-�liges) Angelica, Imperat. Levistic.
Schwefels. Natr., Kali, Sal-peter,Brechweinst. Weiu-stein, Salzs., Schwefels. Calomel, Salmiak.
China, Weidenrinde, Cas-carill, Caryophyll., Eisen
W�rme, verd�nnt.Luft, starke Beweg, warmes Getr�nk, Spirituosa.
Ruhe, Blutentziehung.
Wein,Bier; Rad.oalam,, viueetoxie; Hbae.aro-mat., stark. S�fteverl.
2.nbsp; nbsp;Den Herz- und Pulsschlag -ver�langsamend : entz�ndungswidrige Mittel (an�phloyistica) auch nar�cotische Mittel.
3.nbsp; Den Herz- und Pulsschlag ftr�flaquo; tiijeilb (tonica).
VIII.nbsp; nbsp;Cl. Auf die DBuskeltllatlgkelt wir-
kende Mittel.
1.nbsp; nbsp;Die Muskelcontract. hervorrufend: �rtliche Reize; tetaniea.
2.nbsp; nbsp;Die Muskelcontraction aufhebende: narcotische, paralytische Mitt.,
3.nbsp; Die Muskelcontraction regulirend: (irttmpf(tltrenbe (antispaamodica).
IX.nbsp; Cl. Auf die Nerventh�tlgkelt wirkende
Mittel.
1.nbsp; Dieselb. erh�hend: flucht.Reizmitt.
2.nbsp; nbsp;Dieselbe vermindernd: schmerz�stillende Qetdu�eilbe Mittel (ano-dina, narcoticaj.
X. Cl. Auf die ZengUngSth�tigk�lt wir�kende Mittel.
1.nbsp; Dieselbe vermehrend: ern�hrende, gew�rzhafte Mitt.: Reizmittel.
2.nbsp; nbsp;Dieselbe vermindernd : Salze, Cam�phor, Jod, Quecksilber, Blcimitt.
3.nbsp; Auf den Fruchth�lter wirkend: uterina, emmenagoga.
4.nbsp; nbsp;Auf die Milchsecretion a) bef�r�dernd : eruiihrende Mittel, Um-bellaten, Spiesglanz, b) vermin�dernd: Conium, Phellandrlum, Pe-troselin; ausleerende Mittel.
Essig, Holzessig, K�lte. Hunger, Aderl., Digi-talis,Secale,Nicotiana, Aconit, Aether.
Nux vomica, Veratrum.
Aether, Chloroform, Bella�donna , Opium.
Asa foetida, Valeriana. Chammomilla , Camph,
Electricit�t, Aeupunc-
tur, Feuer. Durchschneiden der
Muskel. Aether-empyreum.�le,
Blaus., A ether,Ipecac.
Weingeist, Aether.
Opium,Hyoscyam.,Beilad., Aconit., Digit., Coniura, Nicot.; Aether, Chloro�form, Blaus�ure.
Bluteutziehung. ableit. Reiz�, K�lte �rtlich.
Hb. sabinae, Borax, Se�eale cornut. Sem. anisi, foeniculi.
Canth., Hanfsam. Lein�samen, Kupfer.
K�lte , S�fteverlust, Mangel an Futter.
Hanfsamen, Leinsam.
Goldschwefel.
K�lte, Salze, Hunger.
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Therapeutische Eintheilung der Arzneimittel.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 189
IV. Therapeutische Eintheilung der Arzneimittel. I. Hanptabthellnng.
Auf die Verdauung, Ern�hrung und die dazu geh�rigen Secretionen wirkende Mittel.
A. Mittel, welche die Anbildung und den Tonus vermehren, die Blutraischung verbessern. (Euplastica.)
1. Clas�e. Ern�hren'le Mittel. JMncilfia.
a)nbsp; Aus d. Pflanzenreich Eiweiss, Kleber, Mehl, Schleim, Zucker- und K�rn., H�lsenf.-.. Brod,
fetthaltige Stoffe........ Knoll. (S�ssh., Root).
b]nbsp; Aus dem Thierreich Gallerte, Eiweiss, K�sestoff, Faserstoff, fett-
haltige Stoffe.........Eier, Milch, Fleisch.
2. Classe. Die Verdauung belebende Mittel. StomttCtjica.
.i) Bitt. PflanzeustoiTe Enzian, Wermuth.........Hb. emtaurei, polyg.
amar. f.rifol. flbr., card, bened.
b) Gelindgew�rzh.(zu- Calmus, Ingwer, K�mmel......Baccjunip.Meuth.Sem.
gleich windtreibendenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; coriandr., Sinap. Tab.
Carminativa)
o) Salze..... Kochsalz............ Glaubersalz, Doppels.
d) Absorbirende. An- Kaust. Kalk, Ammoniak, kohlensaures Kali Schwefelleber, Chlor-iaeida, absorbentianbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;und Natron, Magnesia...... kalk, Kohle.
3. Classe. Rein st�rken de Mittel. SEcmica.
a)nbsp; Aus d.PIlanzeureich China, Weidenrinde, Cascanll, Caryophyllata.
b)nbsp; Mineralische . . Kisenpalver, Eisen-Oxydul, Stahlschwefel.
4. Classe. Zusammenziehende Mittel, flbltringenlia (styptica)-
a)nbsp; nbsp;Gerbstoffhaltige . Gallns, Catechu, Eichenr.,Tormentill, Bistort.
b)nbsp; Mineral, feisiccani.) Alaun, essigs. Blei, schwefeis. Eisen, Kupfer Gr�nsp.(essigs.Kupfer),
und Zink........... Salbe, Villat. Liqu.
c)nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Kreosot.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Lap. divin.
B. Mittel, welche die Spannung der Theile vermindern, erschlaffen. 5. Classe. Erweichende Mittel. (EmofKentiQ.
Pflanzenschleim, Rad. altheae.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Feuchte W�rme.
Gummi arabicum, Malve, Amyluiu, Lein- Deckende Mittel Pfla-samen, Baum�l, thierisches Fett.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ster, Pech, Collod.,
(Binden), Eibischsalb.
C. Mittel, welche die thierische Substanz zerst�ren.
6. Classe. Aetz-Mittel. (Eauflica.
a)nbsp; Alkallen und Erden Kaust. Kali, Kalk, Ammonium, gebrannter Feuer, Eiterung.
Alaun............
b)nbsp; S�uren.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Conc. Schwefels�ure, Salzs�ure, Salpeter-
s�ure, Arsenik, Quecksilberoxyd, schwefeis. Kupfer, Quecks.-Subl.
c)nbsp; Metallische Mittel Chlorantimon, Chlorzink, Salpeters. Silber.
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190nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Therapeutische Eintheilung der Arzneimittel.
D. Mittel, welche normale oder abnorme Fl�ssigkeiten aus dem K�rper wegf�hren. (Ausleerende Mittel Evacuantia).
Entziehung von Blut, Lymphe, Kiter.
7. Classe. Eckel- und Brechenerregende Mittel. Brechmittel. ffime�CO, nauseosa.
Auf Pferde und Wiederk�uer wenig wirkend.
a)nbsp; nbsp;Vegetabilische . . Veratrum, Ipecacuanha.......Mechanische Reizung.
Hellebor niger, Gratiol.
b)nbsp; Mineralische . . Spiesglanz-Welnstein, Zink-, Kupfer-Vitriol. 01. petrae alb.
8.nbsp; Classe. Mittel, welche die Darm-Ausleerung beschleunigen und
zugleich k�hlend wirken. Abf�hrende Mittel. CQjautia.
a)nbsp; Pflauzenstoffe . . Fettes Oel........... Leinsamen.
b)nbsp; Salze.....Schwefelsaures Natron , -Kali, -Magnesia . Kochs., Weinst.,Brech-
weinst.; Calomel(Kly-stiere, schleimige.)
9.nbsp; Classe. Stark abf�hrende, zugleich reizende, erhitzende Mittel.
Purgirmittel. ]Jurgailfia.
Aloii, Kroton, Ricinns-Oel......Jalappe,Bryonia, Rha�barber, Senna, Tabak, Senf (reiz. Klystiere).
10.nbsp; nbsp;Classe. Die Bereitung und Ausleerung des Uarns vermehrende
Mittel. Harntreibende Mittel. DiureflCa.
a)nbsp; K�hlende . . . Mittelsalze, quot;Weinstein, Brechweinst., Alkalien
Digitalis...........
b)nbsp; Reizende . . . Terpentiu-Oel, Colophon, quot;Wachholderbeere, Colchicum, Cantharid.
Squilla............ Petersilie.
11. Classe. Die S chle im s e cretion der Respirationsorgane und den Auswurf bef�rdernde Mittel. Brustmittel. Cppcctorailtitt, Bechica.
a)nbsp; Gellude .... Zucker- schleimhaltige Stoffe, isl�ndisches Sem.toenigraeci.Was-
Moos, Salmiak......... serd�mpf.,Syrup,Ho-
nig, Roob.
b)nbsp; Reizende .... Ammoniakgummi, Fenchel, Anis, Enula, Theer-, Chlord�mpfe.
Senega; Theer, Chlor.......
12. Classe. Die Hautsecreti on vermehrende Mittel. Schweisscreibende Mittel. Diajlfjorefica, Sudorifera.
a)nbsp; Gelinde .... Spiesglanz, Schwefel, Goldschwefel, essigs. Kermes, Breehweinst.,
Ammoniak, Hollunder, Lindenbl�the . Salm., warme Tr�nke,
Decken, Reiben, Be�wegung, Dampfb�der.
b)nbsp; Beizende. . . . Spirituosa, �therische Oele, Camphor . . Aetherinhalation, Ve-
ratrnm Infusion.
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Therapeutische Eintlieilung der Arzneimittel.
191
II, Hanptabthellnng.
Auf den Kreislauf und die Resorbtion (Gef�sssytein, wirkende Mittel.
13.nbsp; Glasse. DieimGefasssystem vorherrschende Contraction, diePlasticit�t
und W�rmebildxing mindernde Mittel. Entz�nduLgswidrige Mittel. ilnlipOfogiflictt, Temperan�a.
K�lte, Ade-lass, ab-leit. Mtl., Hungern.
a)nbsp; Salze.....Salpeter, Weinstein, Brechweiustein . . Glaubersalz, Goppels.,
Kochsalz, Salmiak.
b)nbsp; S�uren .... Essig, Salzs�ure, Schwefels�ure ....
c)nbsp; Metallische Mittel . Mildes Chlorqueeksilber, graue Quecksilber-
salbe, Bleiessig.........Sciiwefelleber.
14.nbsp; Classe. Die im Gef�sssystem vorherrschende Expansion, die Neigung
zur Zersetzung beschr�nkende, die W�rmebildung steigernde Mittel. Reizmittel. Orritailtia, Stimulantia.
a)nbsp; Weingeistige . . Aether, Salpeter�ther, Weingeist .... Wein, Bier.
b)nbsp; Aetherisch-�lige . Terpeatiu�l, Camphor, Angelica, Impera- Aromatische Pflanzen
toria, Ligustic......... (Labiaten).
c)nbsp; Ammoniakalische . Kohlensaures und brenzliches Ammoniak . Spir. C. C.
15. Classe. Aeusserliche Reizmittel. Dcrioatltia.
a)nbsp; nbsp; Gelinde: Rubefa- Terpentin�l, Lorbeer�l, Senf, Salmiakgeist,
cicntia.....nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Seife gr�ne..........Lauge, Schwefelleber.
b)nbsp;St�rkere: vesican�a, Cantharideu, Euphorbium, Brechweinstein,
exulccrantia . . .nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Crotonol........... Aetzmittel, Feuer.
IG. Classe. Auf die Resorbtion (Verfl�ssigung und Aufsaugung) wirkende Mittel Kcfofueufia.
Innerliche: Umstim- Schwefelleber, Spiesglanzschwefelleber, Al�mende: Alterantia .nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; kalten, Quecksilber (vers�sstes) Jod . . Arsenik? Kupfer.
Aeusserliche: Zerthei- Arnica, Camphor, Jod, Jodkali, Queck- Reiben,feuchteW�rme,
lende.....nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; silbersalbe, Seife, chromsaures Kali . . Druck, �ussere Reize,
Feuer.
III. Hanptabtbeilnng.
Auf die Th�tigkeit des Muskel- und Nervensystems wirkende Mittel. Nervenmittel. Nervina.
17.nbsp; Classe. Die gest�rte Mnskelth�tigkeit vermindernde (ordnende) Mittel.
Krampfstillende Mittel, flntispasmobicn.
Asa foetida, empyrenm. Oel, brenzliches Ipecac, Camphor, Bei�Ammonium, Valeiiana, Chamille . . . ladonna, ableit. Reize
Narkotica: Aether.
18.nbsp; Classe. D^ie aufgehobene Th�tigkeit (L�hmung) der Muskel beseitigende
Mitte;. JEettllUCfl, Spinantia, antiparalytica.
Nus. vomica , Veratrum.......Electricit�t, abl. Reize.
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192nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Therapeutische Eintheilung der Arzneimittel.
19. Ciasse. Die gesunkene Th�tigkeit der Nerven erh�hende Mittel.
(�ccitantia.
s. Reizmittel II. Hanptabtheil. 14. Classe. . Weingeist, Aether, �tlj.
Oel, Camphor, Ar�nica, Phosphor u. s. w,
20. Classe. Die erh�hte Ne rve nth� tigkei t vermindernde Mittel. Schmerz�stillende, bet�ubende Mittel, .flllobgiin, Narcotica.
Gelinde (sehmerzstil- Hyosciamus, Aconit, Conium, Nicotiana, Ruhe. feuchte W�rme, lende)..... Belladonna.......... einhiill. Mtl., Blau�s�ure, Aq. laurocerasi. St�rkere (bet�ubende) Opium , Aether, Chloroform.....
IV. Hauptabtheilung.
Mittel, welche auf die Th�tigkeit der Zeugungsorgane wirken.
21. Classe. Die Th�tigkeit der Zeugungsorgane vermehrende Mittel. �pljroblfiaca , Emmenagoga.
Canthariden , Seeale cornntum..... N�hreude, Reizmittel
�berh., W�rme. Sabina, Borax, Kali carb....... Hanfs., Leins., Kupfer
12. Classe. Die Th�tigkeit der Zeugungsorgane v ex min dernde Mittel.
.fln(i])(jro�i|iaca.
Camphor, Salpeter.........K�lte, Hunger, k�h�lende u. ausleer. Mtl.
23. Classe. Auf die Mil chsecretion -wirkende Mitte!. ^afactlCO.
a)nbsp; nbsp;Vermehrend . . . Fenchel, Anis, Spiesglanz u. A..... Mechanische Reizung.
b)nbsp; nbsp;Vermindernd . . Conium, Petersilie, Phellandrium . . . K�lte, adstringirende
Mtl., abf�hrende Mtl., Nussbl�tter.
c)nbsp; Ab�ndernd . . . Alealien, Belladonna........Harntreib. Mtl., Chlor.
Anbang.
24. Classe. Mittel gegen die Schmarozer des thierischen K�rpers.
(fluttpara|lfictt. Wurmmittel, anthel-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Aloe, Wermuth,Wurm-
mintica .... 01. CC, Tanacet.,Filixmas, Bryonia, Kousso samen, Baldrian, Ter�pentin�l, Arsenik. Gegen Hautparasiten: 01. terebinth., anisi, petrosel., Tabak, Col- D�mpfe v. Terpentin-L�use, Zecken, Mil-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;chicum, Nux vomica, Pyrethrum, 01. CC. �l, Iheer, Aether, ben, Insectenlarven . gr�ne Seife, Quecksilbersalbe .... Schwefel, Benzin.
25. Classe. Mit tel gegen An ste ckungsstoffe, �b le Ger�che u. dgl. Desinftcicufio.
Chlor, Chlorkalk, Kohle, Essigd�mpfe,
schwefelige, salpetrige S�ure .... Hitze, K�lte.
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F�NFTER ABSCHNITT.
Von der Zubereitung der Arzneiformen.
(Dispensiren der Arzneien.)
Ist auch die richtige Auswahl der gegen einen bestimmten Krankheitszustand erfahrungsgem�ss g�nstig wirkenden Arzneimittel die Hauptsache, so h�ngt doch auch Vieles von der Form, in welcher die Arzneimittel beigebracht, der Verbindung, in wel�cher sie sich befinden, und dem Verfahren, diese Verbindung zu bewirken, ab.
Es ist bei den Hausthieren all' dieses von um so gr�sserer Wichtigkeit, als der Bau ihrer Verdauungs-Organe so verschieden ist (z. B. Wiederk�uer � Fleischfresser), dass schon hiedurch sich gewisse Regeln f�r die Arzneifonnen ergeben; so ist z. B. bekannt, dass Arzneien, die bei den Wiederk�uern in den ersten und zweiten Magen gelangen, entweder gar nicht oder erst sehr sp�t eine all�gemeine Wirkung hervorbringen; dass feste Arzneiformen beim Hinabschlucken weit eher in die beiden ersten M�gen, als in den dritten und vierten gelangen; w�hrend letzteres eher bei fl�ssigen Formen, die mit gewissen Vorsichtsmaassregeln gereicht werden, der Fall ist. � Hunde erbrechen nicht selten die ihnen mit Zwang beigebrachte Arznei jeder Art, w�hrend dieselbe ihnen im Futter oder sonst unbemerkt beigebracht, kein Erbrechen erregt. Die Wirkung mancher Arzneimittel ist beim Pferde von der fl�ssigen oder festen Form derselben abh�ngig.
Bei der Eintheilung der Arzneiformel! ist wesentlich, ob sie innerlich oder �usserlich angewendet werden sollen.
1. Arzneiformen f�r die innerliche Anwendung.
Sie unterscheiden sich in: A. fl�ssige, B. weiche und C. trockene Arzneiformen.
Hering, Arzneimittol. 2. Aufl.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;13
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194nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Von der Zubereitung der Arzneiformen.
A. Die fl�ssige Arzneifovm (Mixtura, Fotio, F�tus) Mix�tur, Einscli�tt, Trank, besteht gew�hnlich in der Aufl�sung eines oder mehrerer Mittel (z. B. Salze, Extracte) entweder in blosem Wasser, oder in einer w�sserigen Abkochung, Aufguss u. dgl. von Pflanzenstoffen; auch k�nnen an und f�r sich fl�ssige Arzneimittel (z. B. Salzs�ure, Weingeist) mit Wasser, einem De�coct u. s. v. einfach gemischt werden. Selten werden Wein, Branntwein, Essig u. dgl. als Vehikel f�r innerlich anzuwendende Arzneistoli'e angewendet.
Bei der Vorschrift solcher Arzneiformen ist darauf zu sehen, dass die Fl�ssigkeit �berhaupt im Stande sei, das feste Mittel aufzul�sen (also nicht etwa Colophonium, Camphor u. dgl. in Wasser aufgel�st werden soll), und dass von der Fl�ssigkeit die erfor�derliche Menge vorgeschrieben sei, um die festen Stoffe (z. B. Salze) ganz aufl�sen zu k�nnen, ausserdem setzen sich die spe-cifiscli schweren Bestandtheile zu Boden, w�hrend die leichteren (z. B. Camphor, Oel) oben schwimmen. In vielen F�llen werden frisch bereitete Pflanzen-Abkochungen und Aufg�sse warm zu Aufl�sung der �brigen Stofl'e verwendet, wodurch dieselbe nicht nur rascher vor sich geht, sondern auch von den meisten Salzen mehr aufgel�st wird als ohne Mith�lfe der W�rme. Das Ein�geben einer solchen Mischung geschieht ebenfalls lau, da nach dem v�lligen Erkalten das in derselben aufgel�ste Salz sich theil-weise wieder ausscheiden w�rde.
Die fl�ssigen Arzneimittel haben mehrere bedeutende Vorz�ge; sie vertheilen sich gleichm�ssiger im Magen und Darmkanal und werden daher leichter und schneller resorbirt; eine locale Wirkung auf einzelne Stellen der Magenschleimhaut ist daher weniger zu bef�rchten und die allgemeine Wirkung ist b�lder und st�rker zu hoffen, als bei weichen oder festen Arzneiformen; �berdies ist der Magen bei der Aufl�sung und Verdauung der beiden jctztern mehr in Anspruch genommen und sie setzen daher einen gewissen Grad von Th�tigkeit in demselben voraus.
Anderntheils ist die Anwendung fl�ssiger Arzneiformen, wenig�stens f�r die gr�ssern Hausthierc mit mancherlei Schwierigkeiten verkn�pft. Sie m�ssen in der Pegel denselben durch nicht unbe�deutenden Zwang beigebracht werden; hiebei geht nicht nur leicht ein Theil der Arznei verloren, sondern es ist auch besonders beim Pferde (aber auch bei Kindvieh, Schafen u. dgl.) Gefahr, dass ein Theil der Fl�ssigkeit durch die Stimmritze und Luftr�hre in die Lunge dringe, und daselbst heftige Reizung, Entz�ndung, selbst t�dtliche Verschw�rung hervorbringe.
Aus diesem letztern Grunde ist das Einsch�tten von fl�ssi�gen Arzneien beim Pferde, wenn nicht Gefahr auf dem Verz�ge
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Von der Zubereitung der Arzueiformen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; .nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;195
haftet oder die Schwierigkeit im Schlingen fester Stoffe zu gross ist, so viel m�glich zu vermeiden; jedenfalls aber m�ssen die dem Pferde mit Zwang beizubringenden fl�ssigen Arzneien eine v�llige Aufl�sung darstellen, das heisst, keinerlei unaufge�l�ste Pulver u. dgl. enthalten, weil letztere, selbst wenn sie einer ganz unsch�dlichen Substanz angeh�ren (z. B. Eibisch, S�ss-holz), in der Lunge durch ihren anhaltenden mechanischen Reiz den gr�ssten Nachtheil anrichten, w�hrend klare Fl�ssigkeiten m�glicherweise von der Bronchial-Schleimhaut resorbirt und damit aus der Lunge entfernt weiden k�nnen. Es ist daher streng darauf zu achten, dass solche Einsch�tte (sowohl f�r Rindvieh als Pferde) durch ein Seihtuch (Colatorium) von gutem Flanell (nicht blos durch einen Seiher von Blech u. dgl.) vor ihrer Anwendung durchgeseiht werden.
Folgendes Mittel, das bei Krampfkolik der Pferde h�ufig in hiesiger Klinik angewendet wird., kann als Beispiel der Bereitung eines gew�hnlichen Tranks (Einsch�tt) dienen: Extract, hj'osciam Dr. 1. Natrum sulphuric. Unc. 3. Infus. flor. chamom. Unc. 12.
Hier werden zuerst die Kamillen mit siedendem Wasser aufgegossen (s. S. 197) und dieselben Y4 Stunde stehen gelassen; das auf einer Tarirwage mittelst eines kleinen Spatels oder bei�nernen L�fl'elchens gewogene 1 Quint Bilsen - Extract wird in eine mit einer Schnauze versehenen Serpentin- oder Porphyr-Reibschaale gethan und unter allm�hlichem Zusatz einiger Unzen des warmen (durchgeseihten) Kamillen-Aufgusses mittelst Um�r�hren und Zen-eiben aufgel�st und in eine Bouteille gesch�ttet; in eine zinnerne Mensur von 16�18 Unzen Gehalt werden die 3 Unzen schwefelsaures Natron gethan, der noch ben�thigte Rest des warmen Kamillen-Aufgusses durch das Seihtuch darauf ge�sch�ttet und mit dem Spatel oder L�ffel umger�hrt, sodann diese Aufl�sung-zu der des Bilsen-Extrakts in die Bouteille gethan und (nach geh�riger Abk�hlung, die meist schon durch die Aufl�sung des Salzes bewirkt wird) das Ganze dem Thier eingesch�ttet.*)
W�re statt des Bilsen-Extrakts z. B. Brechweinstein verordnet, so h�tte man blos diesen nebst dem Glaubersalz in die Mensur zu thun und das Infusum heiss darauf zu seihen (coliren), da sich beide Salze ganz leicht aufl�sen. Bei schwer aufl�slichen Salzen, wie Doppclsalz, Weinstein, thut man besser die Auf�l�sung in einer Reibschale vorzunehmen.
�) Das maasweis Einsch�tten, oft ganz imlifferenter Arzneien, wie es be�sonders bei krankem Rindvieh angewendet wird, ist ein wirklicher �ebelstand und sollte m�glichst verlassen werden.
13 *
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196nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Von der Zubereitung der Arzneiformen.
F�r die ausw�rtige Praxis sind Einsch�tte nicht vorzuschrei�ben, da man nicht wohl 2�3 Bouteillen mit Arznei bereiten und mitnehmen oder mitgeben kann; in solchem Falle werden die Salze u. dgl. in Pulverform abgetheilt und die zum Vehikel geh�rigen Pflanzenstoffe (z. B. Kamillen) abgesondert dispensirt; der Empf�nger aber wird unterrichtet, dass er letztere anbr�he, nach dem Erkalten durchseihe und in einer bestimmten Menge der erhaltenen Fl�ssigkeit, eines der Pulver (durch Sch�tteln in der Flasche u. dgl.) aufl�sen soll.
Emulsion. Manche Arzneimittel, die in fl�ssiger Form gereicht werden sollen, l�sen sich nicht oder nicht vollst�ndig im Wasser auf, w�hrend ihre eigentlichen Aufl�sungsmittel z. B. Weingeist, �therisches oder fettes Oel u. dgl. f�r den vorhande�nen Krankheitszustand nicht passend sind. So l�sen sich z. B. Gummiharze (Asa foetida, Ammoniakgummi), der Camphor, der Terpentin u. s. w. wenig oder nicht in Wasser, und man muss sich daher begn�gen, sie in demselben fein zertheilt und suspen-dirt zu erhalten. Dies geschieht dadurch, dass man das Wasser durch Schleim, Gummi, Eigelb u. dgl. dicklich macht, wodurch die beigemengten Substanzen gehindert werden, sich leicht (als Bodensatz oder als Rahm) auszuscheiden, was �brigens nach l�n�gerem Stehen dennoch geschieht, daher diese Emulsionen unmit�telbar vor dem Eingeben umzusch�ttein sind. Oel- und schleim-haltige Samen, z. B. Lein-, Hanfsamen, Mandeln, geben mit kaltem oder lauem Wasser t�chtig zerstossen ebensolche Emulsionen, die aber in der Thierheilkunde selten benutzt werden; eher noch 'die Milch, eine nat�rliche Emulsion, die �fter als Vehikel f�r gewisse Arzneistoffe bei den Wiederk�uern (besonders jungen Thie-ren) und Fleischfressern dient.
Bei der Bereitung z. B. einer Camphor-Emulsion verf�hrt man folgendermaassen:
R. Camphorae Dr. 1.
Gummi arable, pulv. Unc. V,-
Decoct, e cort. salic. et rad. althaeae ana Unc. '/...
parat. Unc. 16.
Der abgewogene Camphor wird in einer Reibschaale mit et�lichen Tropfen Weingeist zu Pulver gerieben, sodann das Gummi nebst etwas Wasser nach und nach hinzugef�gt und unter fort�w�hrendem Umr�hren allm�hlich das zuvor bereitete und nach dem Erkalten durchgeseihte Decoct zugemischt.
Ein anderes Beispiel gibt folgende Mischung:
R. Asa foetidae pulv. Unc. ll.i. Vitell. ovorum Nr. 2. Infus. rad. valerian. Unc. 12.
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Von der Ziiberoitung der Arzneiformen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;19 7
Der gepulverte Asant wird mit dem Eigelb anhaltend zusam�mengerieben, allm�hlig von dem (erkalteten) Aufguss hinzugesetzt und damit fortgefahren bis die ganze Menge desselben beigemischt ist. Inzwischen ist die Bereitung dieser Arzneiform (Emulsion) f�r die ausw�rtige Praxis zu umst�ndlich und daher wenig im Gebrauche.
Aufguss (Infusum). Um aus Pflanzen, welche neben Ex-tractivstoffen fl�chtige Bestandtleile enthalten, das Wirksame aus�zuziehen , bedient man sich h�ufig des heissen Wassers; es wer�den hiezu die geh�rig zerkleinerten Stoffe (grobgeschnittene Kr�uter, oder gr�blich gepulverte Rinden, Wurzeln u. dgl. *) in einer meist blechernen, innen nach Civil-Pfunden inensurirten und mit einem Deckel gut verschliessbaren Gef�ss (s. S. 224) mit einer die vorge�schriebene Menge der Colatur um etwas �bertreffenden Quantit�t siedenden Wassers �bergossen, sodann an einem massig warmen Orte (z. B. auf dem Heerde) bis zum Erkalten (lauwarm) bedeckt stehen gelassen und endlich durch ein Flanelltuch durchgeseiht und mittelst Umdrehen desselben t�chtig ausgepresst. Wo die Quantit�t des Arzneimittels nicht besonders vorgeschrieben ist, nimmt man 1 Unze desselben auf l Pfund (16 Unzen) Colatur; da aber die Pflanzenstoffe von dem siedenden Wasser einen Theil verschlucken, und ein anderer Theil desselben durch das Verdun�sten verloren geht, so erh�lt man beim Durchseihen und Auspres�sen weniger Fl�ssigkeit und muss daher beim Aufgiessen des sie�denden Wassers 1�2 Unzen zugeben. Sollte nach der Colatur dennoch etwas weniger als die verlangte Menge Fl�ssigkeit zum Vorschein kommen, so kann man auf die auf dem Filtrum befind�lichen Pflanzenreste etwas Wasser aufgiessen und sie damit noch�mals ausdr�cken.
Abkochung, Absud (Decoctum). Enthalten Pflanzenstoffe haupts�chlich solche Bestandtheile, welche sich durch die Hitze nicht verfl�chtigen (z. B. Schleim, Gerbestoff, Extractivstoff) oder sich schwer dem heissen Wasser mittheilen, so werden sie mit demselben l�ngere oder k�rzere Zeit gekocht (z. B. Eichenrinde, Weidenrinde, Eibischwurzel, S�ssholz u. dgl.). Dies geschieht in einer verzinnten und bedeckten Pfanne auf einem massigen Feuer; je l�nger das Kochen fortgesetzt wird, um so mehr Wasser ver�dunstet, wonach die Menge des �ber die bestimmte Colatur zu nehmenden Wassers zu bemessen ist. Nach dem Kochen seiht man die Fl�ssigkeit durch Flanell, dr�ckt das Residuum geh�rig aus und l�sst die Fl�ssigkeit erkalten. W�hrend des Kochens
') Wenn mehrere solcher Mittel miteinander gemischt sind, nennt man sie Species (Thee-Species).
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198nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Von der Zubereitung der Arzneiformen.
hat man das U eberlaufen der Fl�ssigkeit und das Anbrennen zu vermeiden.
Decocto-Infusinn nennt man die Verbindung beider eben genannten Operationen mit einander; sie findet statt, wenn z. B. 2 Stoffe, deren einer das Kochen wegen der Fl�chtigkeit seiner Bestandtheile nicht ertr�gt, der andere es aber zum Ausziehen des Aufl�slichen nothig macht, in einer Arzneiformel zusammen treffen. Es wird hiebet die zu kochende Substanz (z. B. Eibisch) zuerst mit der n�thigen Menge Wassers gekocht, sodann aber die siedendheisse Fl�ssigkeit auf die, in der Infusionsb�chse befind�liche, fl�chtige Substanz (z. B. Baldrian, Angelica) aufgegossen und das Ganze bis zum Erkalten, gut bedeckt, stehen gelassen. � Infus o-Decoctum ist das Anbriihen einer Substanz mit heissem Wasser, nachheriges Durchseihen; den R�ckstand kocht man nunmehr mit einer zweiten Portion Wasser, seiht durch und vermischt beide Ausz�ge mit einander.
Sollen die aufl�slichen Bestandtheile von Arzneimitteln ohne Anwendung von W�rme z. 13. mit kaltem Wasser ausgezogen wer�den , so ist hiezu l�ngere Zeit (z. 13. mehrere Tage) erforderlich und man nennt dies Maceration (Einweichung). Wird aber nur ein massiger W�rmegrad, z. B. an der Sonne, oder auf einem geheizten Ofen u. dgl. (25�40deg; R.), angewendet, so ist dies Di-g er Iren, Digestion genannt worden; auf letztere AVeise bereitet man die meisten Tincturen, Essenzen u. dgl.
Die Infusion von Arzneimitteln in die Venen ist bei den gr�ssern Hausthieren ein nicht seltenes Verfahren Arzneien in den K�rper zu bringen. Zur Infusion w�hlt man gew�hnlich Tincturen sehr wirksamer Pflanzenstoffc, die mit schwachem Weingeist und meist im Verh�ltnisse von 1 : 8 bereitet wurden (z. B. Tinct. veratri alb., belladonnae, aconiti u. s. w.) auch Aufl�sungen von Pflanzen-Alcaloiden (z.B. Strychnin, Veratiin, Morphium u. dgl.) in Was�ser. Die zur Infusion bestimmten Mittel m�ssen eine klare Fl�s�sigkeit ohne Satz u. dgl. darstellen, sie d�rfen auch nicht dick�fl�ssig sein und noch weniger Stoffe enthalten, welche sich mit dem Blut nicht mischen oder dasselbe zersetzen. Die Dosis ist bei Infusionen sehr klein (z. B. 1�2 Dr. obiger Pflanzen-Tinc-turen) muss aber in den meisten F�llen erst nach der Wirkung-bemessen werden.
Zu den R�ucherungen und D�mpfen, welche man bald in der Absicht auf die Haut zu wirken, bald um eingeathmet zu weiden, verordnet, werden die Arzneistoffe einfach verschrieben; ihre Application erfordert aber besondere Vorrichtungen, wenn sie einigen Nutzen haben sollen (z. B. der Wiener Apparat zur Aethernarcosequot;).
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B. Weiche Arzneiformen f�r die innerliche Anwendung sind die Latwergen und Pillen.
Die Latwerge (Electuarium) hat die Consistenz eines mehr oder weniger dicken und steifen Breies und besteht meist aus Pul�vern, welchen mit einem trockenen Bindemittel und Wasser oder mit einem dicken z�hen Safte die erforderliche Consistenz gegeben wird; hiezu dient Mehl und Wasser, Leinsamen- und Leinkuchen-pulver und Wasser, Eibischwuizelpnlver und Wasser, ferner ein eingedickter Pflanzensaft, wie Wachholdermuss, Hollundermuss, Honig, Zuckersyrup ik dgl.
Die Latwergen sind besonders den Pferden gut beizubringen und waren fr�her die allgemeinste Form der Arzneien f�r diese Thierart; allein sie haben den Nachtheil, dass sie sich nicht lange unzersetzt halten (besonders im Sommer leicht g�hren, wenn sie mit Muss, Syrup bereitet sind), oder dass sie austrocknen und zu spr�de werden (wie die mit Mehl, Leinsamen und Wasser berei�teten); ferner dass man die Dosis, welche das kranke Thier auf einmal erhalten soll, nicht genau zu bestimmen im Staude ist, da die Spatel nach denen sie gew�hnlich bestimmt wird, sehr ungleich in der Grosse sind, auch viel auf den mit dem Eingeben beauf�tragten Geh�lfen ankommt, welche Menge er auf den Spatel neh�men will und wie viel er etwa beim Eingeben verschleudert. Durch die zur Latwerge n�thigen Gef�sse, sowie den Zusatz von Wach�holdermuss, Syrup u. dgl. werden die Arzneien �berdies nicht unbedeutend veitheuert, w�hrend das wohlfeilere Mehl, Leinsamen u. dgl. als einh�llende Mittel die Wirkung mildern k�nnen, wo es vielleicht nicht am Platze ist.
Da man die Latwerge nicht in Theile theilen kann, so hilft man sich in F�llen, wo man dieser Arzneiform doch den Vorzug gibt, dadurch, dass man die Ingredienzen als Pulver dispensirt und jedes dieser letztern unmittelbar vor dem Eingeben mit Wasser, Syrup u. dgl. zur Latwerge macht.
Bei der Bereitung einer Latwerge verf�hrt man folgender-maassen:
Vorschrift:
Nitrum depur. pulv. Unc. 2. '
Kali sulphuric. Unc. 6.
Farin. sem. lini Unc. 3.
Aq. fervid, q. s. ut fiat electuarium. Man wiegt den Salpeter, sodann das Doppelsalz in eine Reibschaale, r�hrt dieselben untereinander und zerdr�ckt etwaige Knollen, setzt dann den Leinsamen hinzu und f�hrt fort das Ganze gleichf�rmig zu mischen, sodann sch�ttet man einige Unzen heisses Wasser in das Gemenge der Pulver und durcharbeitet die
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Masse (unter Zusatz von soviel Wasser als n�thig ist) bis sie die Consistenz eines z�hen Breies hat, den man zuletzt in einen irde�nen Topf thut, der mit doppeltem Papier zugebunden wird.
Wenn statt des Leinsamens und Wassers Hollundermuss oder Zuckersyrup genommen wird, so wird diese Substanz bei der Be�reitung der Latwerge den Pulvern (Salzen u. dgl.) beigemischt und man kann bei gr�ssern Latwergen zur Ersparung nur einen Theil (z. B. die H�lfte) Muss oder Syrup nehmen und sodann noch Wasser hinzuf�gen bis die Masse die erforderliche Consistenz hat.
In allen F�llen ist es nothwendig, daraufzusehen, dass die Ingredienzien der Latwergen genau und vollst�ndig mit einander gemischt, und dass nicht einzelne St�cke oder Brocken von die�sem oder jenem ihrer Bestandtheile darin zu finden seien. W�rde eine Latwerge zu d�nn ausgefallen sein und �ber den Spatel herab�laufen , so kann man ein indifferentes Pulver (Mehl, Eibischwurzel u. dgl.) zusetzen, w�re aber die Latwerge br�cklich und hart ge�worden , so l�sst sich mit warmem Wasser helfen; in beiden F�llen muss aber die ganze Masse so mit dem Zusatz durchgearbeitet werden, dass sie wieder gleichf�rmig erscheint.
Den Hunden gibt man kleinere Pulver (z. B. mit Spiesglanz-, Quecksilber- u. dgl. Pr�paraten) gerne in etwas Schweinefett zu einer Art Latwrerge gemacht.
Eine weichere Arzneiform als die Latwerge hat man Schlecke, Linctus, genannt; sie besteht ausser den eigentlichen Arzneistof�fen (Salzen, S�uren) meist aus Honig, Muss u. dgl. und wird in das Maul gestrichen, um daselbst mehr local zu wirken. Das �ftere Ausspritzen des Mauls mit einer Fl�ssigkeit (z. B. S�ure in einem schleimigen Decoct zertheilt) wird diese Arzneiform in den meisten F�llen entbehrlich machen.
Pillen (Pillulae, eigentlich Boli, Bissen). Diese Arzneiform ist besonders f�r Pferde sehr zweckm�ssig; man kann durch die Theilung der Pillenmasse die Dosis genau bestimmen, es geht beim Eingeben weniger verloren als bei anderen Formen, da die Pillen h�ufig ganz hinabgeschluckt werden, wodurch zugleich die manchmal nachtheilige Wirkung auf die Maulschleimhaut gr�ssten-theils vermieden wird. Die Pillen sind ferner leicht zu verpacken und zu versenden, es ist kein Aufwand f�r Gef�sse n�thig und sie halten sich ohne zu g�hren oder sich zu zersetzen l�nger als die Latwergen und die fl�ssigen Arzneiforraen. Dagegen l�sen die Pillen sich schwerer und langsamer im Magen auf als die genannten Formen, und trocknen b�lder aus als die Latwergen; diese Nachtheile sind jedoch in den meisten F�llen gering anzu�schlagen, und so kommt es, dass die Pillenform in der Pferde-
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heilkunde bei den Practikern immer h�ufiger yerordnet wird und die andern Arzneiformen mehr und mehr verdr�ngt.
Die Bereitung der Pillen geschieht auf dieselbe Weise wie die der Latwergen, nur muss die Masse so steif werden, dass sie sich mit den H�nden kneten und formen l�sst, ohne weder zu zerbr�ckeln noch zu erweichen. Um die Pillenmasse mit den H�nden bearbeiten zu k�nnen, wird etwas Mehl darauf gestreut, und dadurch das Ankleben an die Finger oder unter sich ver�h�tet. F�r letztem Fall kann man auch die Pillen einzeln in weiches Papier einwickeln.
Soll z. B. nachstehende Vorschrift bereitet werden Tartarus emetic, pulv. Unc. ll.i. Nitrum depur. Farin. sem. lini ana Unc. 2. M. f. pill. 4.,
so wird zuerst der Brechweinstein, dann der Salpeter gewogen, in eine Reibschaale gesch�ttet und durcheinander ger�hrt, hierauf dasselbe mit dem Leinsamenmehl gethan; ist das Pulver gleich�f�rmig, so giesst man warmes Wasser hinzu und arbeitet die Masse durcheinander bis sie einen z�hen Klumpen bildet (der bei Leinsamen oder Eibischwurzel als formgebendem Mittel ge�w�hnlich nicht an die W�nde der Reibschaale sich anh�ngt, son�dern sich reiraquo; herausnehmen l�sst); man sch�ttet sodann 1�2 L�ffel voll gew�hnliches Mehl in die Reibschaale und auf die Masse, nimmt sie mit den Fingern heraus und ballt sie zusammen, so�dann zerbricht man sie in zwei H�lften, die auf der Tarirwage gleich gemacht werden, wiederholt dies mit jeder der H�lften, rollt jedes dadurch erhaltene Viertheil der Masse in dem Mehl *) und gibt ihm zwischen den H�nden die Gestalt eines Eies oder eines l�nglichen Cylinders. W�rde eine Pillenmasse in eine un�gerade Zahl von Pillen, z. B. in drei zu theilen sein, so wiegt man sie im Ganzen, berechnet das Gewicht nach Drachmen, di-vidirt mit 3 darein und wiegt dann nach dem Quotienten die 3 Pillen ab. Z. B. die Pillenmasse w�ge im Ganzen 3 Unzen 6 Drachmen also = 30 Drachmen, so kommen auf jeden der drei Theile in die sie getheilt werden soll, 10 Drachmen, oder mit andern Worten, jede der drei Pillen muss 1 Unze 2 Dr. wiegen. Je nachdem dergleichen Pillen gr�ssere oder kleinere Mengen von Arzneimitteln enthalten, oder diese specifisch schwe�rer oder leichter sind, werden gew�hnlich die Pillen f�r Pferde
') Pillen f�r Pferde n. dgl. mit angenehm schmeckenden Pulvern zu quot;be�streuen, (z. B. S�ssholz u. dgl.) -wie es 'bciin Menschen �blich ist, w�rde einen sehr unpraktischen Thierarzt verrathen.
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2�3 Zoll lang und 1�11/2 Zoll im Durchschnitt; ihr Gewicht variirt zwischen 1 � 2 Unzen. Sehr grosse Pillen sind nicht geschickt, weil sie nicht ganz geschluckt werden k�nnen, sondern vorerst zerbissen werden.
Kommt in die Pillenmasse ein Mittel, das sich nicht gerne mit den �brigen (oder mit Wasser) mischt, (z. B. Camphor, Terpentin�l, Thcer u. dgl.), so ist um so mehr Sorgfalt auf die Bereitung der Masse zu verwenden; ein z�hes, schleimiges Binde�mittel (wie Leinsamen, Eibisch) in etwas gr�sserer Menge und mit heissem Wasser durchgearbeitet, ist in der Regel gen�gend, die geh�rige Form und Consistenz zu Stande zu bringen.
Der Camphor muss jedesmal zuerst mit Weingeist fein ab�gerieben werden, ehe die �brigen Substanzen hinzukommen. Das Terpentin�l sch�ttet man in kleinen Mengen zu den Pulvern und wenn es mit diesen gleichf�rmig gemischt ist, wird heisses Wasser zugesetzt und damit die Pillenmasse bereitet. Bei Pillen, welche haupts�chlich Aloe enthalten, ist es zweckm�ssiger kaltes Wasser zu nehmen. Pillen mit Terpentin werden ohne Wasser bereitet, z. B. Terebinth, vencta Uno. 2. Sal ammoniacum Unc. 1. Farin. s. lini. q. s. M. f. pill. 4.
Zuerst werden der gepulverte Salmiak und 1 Theil des Lein�samenmehls (z. B. 1 Unze) zusammen gemischt, sodann der Ter�pentin in einen irdenen Topf von 3�4 Unzen Gehalt eingewogen und am Feuer etwas erw�rmt; ist dieses geschehen, so giesst man denselben auf die Pulver und mischt das Ganze mit dem Pistill geh�rig durcheinander; w�re die Masse noch zu weich, so f�gt man noch etwas Lein-Mehl hinzu. Beim Abw�gen und Formiren der einzelnen Pillen m�ssen sie dick mit Mehl bestreut werden.
Wenn gleich der gepulverte Leinsamen oder das Leinkuchen-Mehl (der �eberrest von der Oelbereitung aus Leinsamen) sieh zu Pillenmasse sehr gut eignet, so wird diese doch nach einigen Tagen zu hart; sollen daher Pillen bereitet werden, deren Ver�brauch voraussichtlich auf mehrere Tage sich hinauszieht, so wird man gut thun zu der Masse neben dem Leinsamen etwas ordi�n�ren Zuckersyrup oder Wachholdermuss (den Rest aber Wasser) zu nehmen; eine auf diese Weise bereitete Pillenmasse trocknet nicht sobald aus. *)
*) Die Engl�nder setzen, um das Austrocknen zu verh�ten, gerne Palm-Oel hinzu, allein abgesehen davon, dass dasselbe bei uns weniger allgemein zu haben ist, sind fette Substanzen den meisten Pferden zuwider und werden nur ungern geschluckt.
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Es ist angerathen worden, Pillen welche scharfe Stoffe ent�halten (z. B. Canthariden, Brechweinstein, Quecksilbersublimai u. dgl.) und dadurch die Maulh�hle leicht angreifen, in Druckpapier ein�gewickelt zu geben; allein es ist klar, dass wenn das Thier die Pille zerbeisst, die nachtheilige Wirkung auf die Stelle der Schleim�haut des Mauls, wo Theile der Pille l�ngere Zeit liegen bleiben, dennoch entstehen wird, w�hrend, wenn man dem Thier die Pille ganz hinunter bringt, dies nicht der Fall ist, selbst wenn sie keinen Ueberzug von Papier hat; es ist sicherer in solchen F�llen die Pille blos mit der geh�rigen Menge Mehl �berzogen, zu rei�chen, wird sie aber von dem Pferd nicht ganz hinabgeschluckt, sondern gekaut, so muss man suchen das Thier zu verm�gen, dass es ein wenig Kleie frisst oder Mehlwasser trinkt, und wenn es beides versagt, ihm mit Wasser das Maul ausspritzen, so dass nichts von der Pille in demselben zur�ckbleibt.
Die Pillenform ist f�r Rindvieh, Schafe und die fleischfres�senden Hausthiere weniger geeignet, obwohl namentlich Hunden kleine Pillen (wie die in der Menschenheilkunde gebr�uchlichen) leicht beizubringen sind, indem man sie in das weit ge�ffnete Maul hineinfallen l�sst.
C. Feste Arzneiformen zum innerlichen Gebrauche.
Hicher geh�ren die Pulver.
Die gemengten Pul ve r (Pulveres compositi) sind als Arznei�form h�ufig im Gebrauche; ihre Bereitung ist einfach, die Ab�theilung in bestimmte Dosen, und die Aufbewahrung sind leicht, die Kosten f�r Vehikel und Gef�sse fallen weg. Dagegen sind viele Pulver (z. B. starkriechende) den Thieren unangenehm und sie fressen dieselben nicht mit dem Futter, worin eigentlich ein Hauptvortheil dieser Arzneiform liegt, da ihr Eingeben weder m�hsam noch mit der, durch den Zwang bewirkten, Gefahr ver�bunden ist, wie z. B. bei Einsch�tten. Die Nachtheile der Pulver�form sind daher: die Ungewissheit ob das Thier die Arznei in dieser Gestalt (ohne Zwang) nimmt, die Sehweraufl�slichkeit der darin enthaltenen wirksamen Bestandtheile (daher immer ein ziem�licher Grad von Verdauungskraft vorausgesetzt werden rauss), der leicht entstehende Verlust eines Theils der Arznei (in den Futter�resten, in der Krippe u. dgl.) die M�glichkeit, dass andere Thiere davon bekommen (wenn die Krippen nicht abgetheilt sind, oder die benachbarten Thiere her�ber reichen k�nnen), endlich dass manche sehr wirksame Mittel nicht in Pulverform gebracht werden k�nnen.
Es eignet sich daher die Pulverform bei den gr�sseren Haus-thieren haupts�chlich f�r minder bedeutende Krankheiten und f�r die Anwendung solcher Mittel, die von den Thieren �fter mit
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Vorliebe gefressen werden (z. B. Salze) und welche nicht in zu kleineu Dosen gegeben werden m�ssen. Man mischt sie sodann dem Futter (namentlich der Kleie) bei, welches zugleich ange�feuchtet wird, damit die Arznei nicht weggeblasen werden oder zuletzt in der Krippe liegen bleiben kann.
Die verordneten Pulver sind meist Gemenge verschiedener Pflanzenstoffe (Wurzeln, Rinden, Samen u. dgl.) mit Salzen, selte�ner mit Metall- und �hnlichen Pr�paraten (Splesglanz, Schwefel etc.)
Was die Samen, Wurzeln, einige Salze u. dgl. betrifft, welche als Ingredienzen solcher Pulvergemenge f�r die gr�ssern Hausthiere verordnet werden, so gen�gt, dass sie gr�blich gepulvert sind; die nicht vegetabilischen besonders metallischen Stoffe und schwer-aufl�sliche Salze, Camphor u. s. w. dagegen sollen fein gepulvert sein, denn da sie im Allgemeinen der Verdauung und Resorbtion um so l�nger widerstehen, je fremdartiger sie dem K�rper sind, so muss dieser Nachtheil durch die feinste mechanische Zertheilung auszugleichen gesucht werden.
Ebenso h�ufig werden einfache Mittel als Pulver im Futter gereicht, z. B. Glaubersalz, Doppelsalz, Salmiak u. dgl. und es ist zweckm�ssig die Dosen dieser Mittel abgetheilt zu dispensiren, z. B. 1 Unze Salmiak, oder 1 Pfund Glaubersalz in 4 gleiche Theile getheilt, deren je eins auf einem Futter (des Tags also 3) gereicht werden. In England bereitet man den Pferden sogenannte Mashes, aus grobgemahlenem Haber, Gerste mit Leinmehl oder Kleie gemengt und heissem Wasser angebr�ht; in einem solchen als Futter gereichten Mash bringt man das Arzneimittel z. B, Wach-holderbeeren, Eisenoxyd, Schwefel u. dgl. dem Pferde leicht bei, allein es ist zu tadeln, dass manchmal sehr stark wirkende Mittel z. B. Digitalis u. dgl. auf eine solch unsichere Weise gereicht werden. Ein �hnliches Verfahren befolgt man in Frankreich, je�doch vorzugsweise bei Rindvieh und Schafen unter dem Namen: provende; hiebei sind die Nahrungsstoffe blos zerkleinert, aber nicht gekocht oder angebr�ht.
Die zusammengesetzten Pulver werden blos in einer Reibschaale durcheinander gemengt, wobei man die in kleinerer Menge oder die wirksamem Stoffe zuerst wiegt und eintr�gt, die unterst�tzenden oder blos formgebenden dagegen zuletzt; durch fleissiges Umr�hren werden dann die einzelnen Substanzen gleichf�rmig gemengt und das Ganze entweder in einer Papierd�te (oder Sack) abgegeben, oder nach Vorschrift in mehrere kleinere Portionen vertheilt. deren jede in eine besondere D�te gethan wird.
Soll z. B. nachstehendes Pulver bereitet werden,
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Sal ammoniac, pulv.
Flor, sulphnris ana Unc. 2.
Rad. calami pulv.
Bacc. juniper, pulv. ana �nc. 3. so werden zuerst die beiden oben stehenden Mittel gewogen und gemengt, dann der Calmus und zuletzt die Wachhoiderbeeren hin-zugethan und so lange umger�hrt, bis das Ganze gleichf�rmig ge�worden ist. Dieses Gemenge tliut man in einen Papiersack und bezeichnet es auf die vorgeschriebene Weise (z. B. auf jedes Futter einen geh�uften Essl�fFel voll zu geben).
Sollte aber jenes Gemenge genau auf 3 Tage vertheilt, also in 9 Portionen getheilt werden, so wird man nach der Bereitung des Gemengs berechnen, wie viel auf jede Portion kommt (hier also 1 Unze 53 Gran oder knapp 9 Drachmen) und dieselben ein�zeln ausw�gen, jedes in eine kleine, alle 9 zusammen aber in eine gr�ssere D�te thun und abgeben.
Das Bereiten ces ganzen Gemenges und nachheriges Theilen (Dividiren) desselben in die verlangte Anzahl von Portionen ist begreiflich weniger umst�ndlich, als die Bereitung jeder Portion besonders; wenn daher die Vorschrift so lautete:
Sal ammoniac, pulv.
Flores sulphnris ana Dr. 2.
Bad. calami pulv.
Bacc. juniper, pulv. ana Unc. lj.i. M. D. in octuplo oder
M. Dentur tales doses octo. so w�rde man nicht anders als bei dem vorher genannten Fall verfahren, das heisst man w�rde 2 Unzen Salmiak, ebensoviel Schwefel w�gen und mengen, sodann 4 Unzen Calmus und eben�soviel Wachhoiderbeeren hinzuf�gen und dieses Gemenge erst wieder in 8 gleiche Theile theilen.
Es kommen jedoch einzelne F�lle vor, wo dieses Verfahren nicht angeht, und das umst�ndlichere an seine Stelle tritt, wenn n�mlich die Stoffe sich nicht wohl gleichartig mischen lassen; so z. B. wird folgende Vorschrift �fter verordnet:
Kali carbonic, crud.
Flor, chamomill. vulg. oder
Herb, sabinae cone, ana Unc. 1/.2. M. D. in triplo. Hier wird sich das Kali nicht gleichartig mit dem viel gr�bern Herb, sabinae und den Kamillen mengen lassen; es muss daher jede Portion Kali u. s. w. besonders gewogen und gemischt wer�den. (Diese Species werden von dem Eigenth�mer des kranken Thieres mit 1 Pfund heissem Wasser angebr�ht und als Einschult angewendet.)
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Von der Zubereitung der Arzneiformen.
Sollen fl�ssige Arzneistoffe zu Pulvern gesetzt werden (z. B. Terpentin-Oel), so darf ihre Quantit�t nicht so bedeutend sein, dass das Ganze nicht noch als Pulver zu dispensiren w�re, und es muss das fl�ssige Mittel mit einem passenden der �brigen In�gredienzien, z. B. Wachholderbeer-, Leinsamen-Pulver u. dgl. zu�erst genau gemischt werden, ehe die �brigen Stoffe hinzukommen. Ein Beispiel gibt folgende Verordnung (nach Waldinger): Rad. gentianae pulv. Rad. calami pulv. Kali sulphuric, pulv. ana Unc. 1. 01. terebinthinae Dr. 1. M.
Es wird zuerst der Enzian und der Calmus gewogen und ge�mischt , sodann das Terpentin�l nach und nach unter fortw�hrendem Umr�hren dazu gesch�ttet und endlich das Doppelsalz beigef�gt.
Will man trockene Arzneimittel dem kranken Thier im Trink�wasser beibringen, so wird man wohl thun zuerst mit einer klei�nen Menge zu versuchen, ob das Thier die Mischung nicht ver�schm�ht. Salze (z. B. Glaubersalz, Doppel-, Bittersalz, Salpeter) l�st man durch Umr�hren in dem Wasser (dem man gern etwas Mehl oder Kleie zusetzt) auf; da aber hierdurch das Wasser er�k�ltet wird, so lasse man die Thiere nicht unmittelbar nach der Aufl�sung davon trinken, sondern giesse etwas laues Wasser hinzu, oder r�hre eine Zeitlang mit der Hand darin. Sollen unaufl�sliche Pulver im Trinkwasser gegeben werden (zum Beispiel Arnikawurzel und dergleichen), so m�ssen sie (gr�blich gepulvert) mit dem Wasser gemengt und so oft man das Trinkwasser vorh�lt, umger�hrt wer�den , weil sie sonst oben aufschwimmen oder auf dem Boden sitzen bleiben, je nach ihrer spec. Schwere. Sehr schwere unaufl�sliche Stofle (z. B. Spiesglanz, Quecksilber, Stahlschwefel) eignen sich desshalb nicht zur Anwendung im Trinkwasser.
Die Thiere dadurch zwingen zu wollen das mit Aranei ge�mischte Wasser zu trinken, dass man ihnen anderes Getr�nk ver�weigert, ist in der Kegel sehr unzweckm�ssig; man soll daher wenn das Thier nach 1 � 2maligem Vorhalten jenes Getr�nks dasselbe verschm�ht, versuchen, ob es nicht reines Wasser trinkt.; �ussert es Durst, so lasse man es einige Schlucke davon nehmen, und bringe dann wieder das arzneihaltige Wasser herbei; in vielen F�llen wird es nun hievon trinken; weigert es sich aber aufs Neue, so stehe inan lieber ganz von dieser Art ihm Arznei beizubringen ab und w�hle eine andere Form.
Den Schafen gibt man, da bei einer kranken Heerde das Eingeben bei so vielen Thieren zu zeitraubend w�re, die Arzneien gerne in der Form einer sogenannten Lecke; das heissi die ge�pulverten Mittel werden mit der erforderlichen Menge Schrot (von
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K�rnern) oder Kleie und etwas Kochsalz gut gemengt und in die Salztr�ge gestreut, wo die Schafe davon nach Belieben fressen; ein Verfahren das freilich sehr unsicher ist, da manche mehr als erforderlich ist, andere gar nichts von der Arznei bekon.'inen k�nnen.
2. Arzneiforinen f�r die �usseriiclic Anwendung.
Sie theilen sich ebenfalls wieder in : A. fl�ssige, B. weiche. C. feste oder trockene.
A. Zu den fl�ssigen Arzneiformen f�r den �usserlichen Ge�brauch geh�ren die Einreibungen, die Ehrspritzungen, Augenwasser, die Klystire , die B�der und Waschungen.
Die Einreibungen (Emhrocutio), welche an der Oberfl�che des K�rpers sehr h�ufig, theils gegen locale �usserliche Uebel, theils zur Unterst�tzung innerlich gereichter Arzneien angewendet werden, sind meist einfache Mittel (z. B. Terpentin�l, Weingeist, Tincturen u. dgl.) oder Gemische von einigen derselben. In letzterem Falle ist zu ber�cksichtigen, dass nur solche Mittel zusammen verordnet werden, die sich nicht zersetzen, oder wenn feste Stoffe darunter sind (z. B. Camphor), dass sie von dem dazu verordneten Auf-l�sungsmittel (z. B. Weingeist, �therisches Oel) �berhaupt und voll�st�ndig aufgel�st werden k�nnen. Doch kommt es manchmal vor, dass bei der unmittelbaren Anwendung einer solchen Einreibung man eine Ausnahme hievon machen muss, z. B. Weingeist und Terpentin�l von jedem 1 Unze, hiebei l�st sich das Terpentin�l nicht ganz in Weingeist auf, allein da die ganze Menge auf ein�mal eingerieben wird, so gen�gt es, bei der Anwendung die beiden Stoffe durcheinander zu sch�tteln, damit nicht auf die eine Seite lauter Terpentin�l, auf die andere lauter Weingeist komme.
Wo die Haut wenig Empfindlichkeit besitzt, kann man sie zuvor trocken frottiren, und bei sehr langem und dichtem Haar k�nnte es erforderlich werden, dasselbe ahzuscheeren.
Bei Einreibungen am Kopfe ist Vorsicht n�thig, dass die Augen nicht darunter leiden, auch andere Stellen, deren Haut sehr empfindlich ist (z. B. die Genitalien, frische Narben, kleine Ver�letzungen u. dgl.) sind bei reizenden Einreibungen in der Hegel zu vermeiden.
Bei der Bereitung fl�ssiger Einreibungen hat man blos die verordneten Mittel nach einander in ein Glas oder sonstiges Ge-f�ss einzuw�gen und durch Sch�tteln zu mischen, endlich aber das Glas zu verkorken und n�thigenfalls mit Blase oder Papier zu ver�binden. Aufl�sungen (z. B. Camphor, Seife, Extracte u. dgl.) werden in der Eeibschale vorgenommen.
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Von der Zubereitung der Arzneiformen.
Fl�ssige Aetzmittel (z. B. Spiesglanzbutter) werden entweder mit einer Federfahne auf die kranke Stelle gestrichen oder etliche Tropfen davon auf ein Wergb�uschchen getropft und dieses schnell auf die zu �tzende Fl�che angedr�ckt.
Einspritzungen (Injectio) finden theils in die nat�rlichen Can�le und Oeflfnungen des K�rpers, theils in Wunden, Fisteln u. dgl. statt. Sie bestehen in ersterem Falle aus Aufl�sungen von Salzen u. dgl. in lauem quot;Wasser oder einem passenden Infusum oder Decoct (z. B. Chlorkalk in einem aromatischen Infusum oder in Eichenrinde-Decoct); in letzterm Falle sind es meist einfache Tincturen, Aufl�sungen von Metallsalzen u. dgl. manchmal auch Gemische aus 2 � 3 fl�ssigen Stoffen (z. B. Myrrhe- und Aloc-Tinctur, Zusatz von Camphor u. dgl.). Ihre Bereitung ist somit einfach und es ist nur beim Einspritzen von Pflanzen-Decocten u. dgl. zu bemerken, dass sie zuvor durchgeseiht und nicht zu wann angewendet werden sollen.
Die unter dem Namen Villate's zusammenziehende Ein�spritzung bekannte und gegen alte Fisteln (besonders am Hufe, Nacken und Widerr�st) ger�hmte Mischung kann als Beispiel einer chemisch nicht richtigen Combination dienen; die Formel ist folgende: Acetum lithargyr. Unc. 4. Vitriolum zinci Unc. 2. Vitriolum cupri Unc. 2. Acetum vini Libr. 2. (zu 16 �nc.) M. Die beiden Vitriole werden in Essig aufgel�st, sodann der Blei�essig hinzugethan; nun wird letzterer ganz zersetzt und es bildet sich schwefelsaures Blei, welches als ein weisser Bodensatz nieder�f�llt, in der Aufl�sung aber bleiben schwefel- und essigsaures Kupfer und Zink nebst �bersch�ssigem Essig zur�ck (42,8 schwefelsaures Kupfer, ebensoviel schwefelsaures Zink, 21,2 essigsaures Kupfer und Zink, 51,4 und schwefelsaures Blei).
Bei Einspritzungen einer Aufl�sung von salpetersaurem Silber (Lapis infernalis) muss man statt einer metallenen eine gl�serne Spritze nehmen, weil jene die Aufl�sung sogleich zersetzen w�rde.
Die Augenwasser (Collyrium) bestehen meist aus einer Aufl�sung eines Salzes z. B. schwefelsaures Zink, oder essigsaures Blei in vielem Wasser; letzteres Salz (Blei-Extract) wird von dem gew�hnlichen Brunnenwasser zersetzt, daher die Fl�ssigkeit milchig aussieht; da aber die Zersetzung nur einen kleinen Theil des Blei�salzes betrifft, so ist dieses Gemisch nicht zu verwerfen und es w�re eine unn�thige Vertheurung, wenn man desshalb destillirtes Wasser vorschreiben wollte. Bei den Augenwassern mit Pflanzen-Decocten u. dgl. ist die Beimengung von Pflanzenresten durch scrgf�ltiges Durchseihen (n�thigenfalls durch Druckpapier) sehr zu vermeiden.
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Von der Zubereitung lt;ler Arzuelfonuen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 209
St�rkere oder theure Mittel (z. B. Lapis infernalis in destil-lirtem Wasser aufgel�st; Strychnin-Aufl�sung, Belladonna-Extract) werden mit einem zarten Pinsel (sog. Fischpinsel) in das leidende Auge eingestrichen; dabei darf nur soviel von der Aufl�sung in ein kleines Sch�lchen (�hrenglas) herausgegossen werden, als man jedesmal verbraucht; (beim salpetersauren Silber ist dies besonders n�thig, weil das Eintauchen des mit Thr�nenfl�ssigkeit beschmutzten Pinsels in die Aufl�sung des Silbers die Zersetzung derselben veranlasst).
Eine bei innerer Augen-Entz�ndung gebr�uchliche Mischung aus: Mercur. dulcis und
Extract. Belladonnae wird so bereitet, dass man in einer kleinen Porphyr-Iteibschaale zuerst das Extract abreibt, hierauf den Mercur. dulcis (wo m�glich von dem auf nassem Wege bereiteten) hinzusetzt, beide Mittel genau zusammenreibt und sodann allm�hlich das Vehikel (z. B. 2 Drachmen reines, nicht ranziges Oel, besser aber ebensoviel eines dicken Pflanzenschleims (z. B. von Quittenkernen, Mucilago sem. cydonior.) dazu bringt. Bei der Anwendung muss man mit dem Pinsel den Bodensatz aufr�hren, welchen der schwerere Mercur. dulcis gebildet haben wird.
Bad, B�hung, Waschung (Balneum, Fomentatio, Lotio). Unter den B�dern sind bios locale verstanden; sie werden h�ufig an den Gliedmassen der Pferde angewendet, indem man die Ex-tremit�t so lange in einen tiefen Eimer stellt, welcher das warme Bad enth�lt, bis die Fl�ssigkeit sich abgek�hlt hat. Obgleich hie-bei die W�rme das wesentliche Agens ist, l�sst sich doch gleich�zeitig mit demselben die Wirkung gewiirzhafter, zusammenziehender oder erweichender Arzneien verbinden , welche man unter der Form von Species dispensirt und mit der zum Bade n�thigen Menge Wassers anbr�hen oder kochen l�sst. Ein solches Bad kann meh-reremal aufgew�rmt werden. B�der, bei welchen das ganze Thier eingetaucht wird, kommen nur bei Schafen (R�ude) und Hunden in Anwendung.
Auf �hnliche Weise verf�hrt man mit den B�hungen, d. h. es werden dazu nur die Ingredienzien verordnet, die Zubereitung der B�hung aber zu Hause besorgt. Bei den B�hungen, welche ebenfalls in der Regel wann applicirt werden, wird der leidende Theil (z. B. das Auge, die Genitalien) nicht in die Fl�ssigkeit ge�taucht, sondern mit einem Schwamm, Lappen u. dgl. fortw�hrend angefeuchtet, bis die Fl�ssigkeit anf�ngt, k�lter zu werden. Es ist sehr anzurathen, den also befeuchteten Theil unmittelbar nach dem Ende der B�hung oder des warmen Bades gut abzutrocknen
Hering, Arsneimittel. 2. Aufl.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; It
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Vou der Zubereitung der Arzneif�rmen.
und wenn es seine Lage und Form erlaubt, mit einer Flanell�binde einzuwickeln.
W�hrend zu B�hungen, wie zu den B�dern meist Pflanzen-Decocte benutzt werden, wendet man zu Waschungen, die an ver�schiedenen Parthien der K�rper-Oberfl�che meist gegen Hautkrank�heiten, Parasiten u. dgl. verordnet werden (aussei- Salben und gei�stigen Einreibungen) �fter Aufl�sungen von Salzen, Seife, verd�nnte S�uren u. s. w. an.
In allen diesen F�llen, wo ohnedies bei der oft ausgedehnten kranken Fl�che, welche zu behandeln ist, und der �ftern Wieder�holung dieser Mittel ein ziemlicher Verbranch von Arznei stattfindet ist sehr darauf zu sehen, dass man durch Anwendung von Haus�mitteln, z. B. Lauge, Gerberlohe, Heublumen oder einheimischen Pflanzen, die nicht aus der Apotheke bezogen werden m�ssen, sowie dadurch, dass man das Abkochen u. s. w. durch den Eigenthiimer des Thiers besorgen l�sst, die Kosten m�glichst vermindere.
Die Klystiere (Clysma) finden in der Thierheilkunde eine sehr h�ufige Anwendung; sie unterst�tzen wesentlich die Wir�kung innerer Arzneien, dienen aber auch in manchen F�llen gegen bios locale Krankheitsformen des Mastdarms, und benach�barter Organe (z. B. der Harnblase) oder zur Entleerung und Reinigung des Enddarmes, weim z. B. eine manuelle Untersu�chung daselbst stattfinden soll. Die Klystiere m�ssen immer an Ort und Stelle bereitet, die Ingredienzien dazu nur selten aus der Apotheke angeschafft werden. Zu einfachen, schleimigen Klystieren dient eine Handvoll Kleie, Roggenmehl oder Leinkuchen, mit i � 2 Maas heissein Wasser angebr�ht und umger�hrt bis die Temperatur auf Handw�rme (ungef�hr 25deg; R.) gesunken ist. Zu reizenden Klystieren nimmt man Seife oder Kochsalz und l�st sie in warmem Wasser auf. Wo gr�bere Stoffe, z. B. Kr�uter, zu einem Klystier genommen werden, muss man die Br�he durch�seihen, weil sonst leicht die Spritze verstopft wird. Bei der Ap�plication zieht man die Fl�ssigkeit I�2 mal durch die Spritze, um sich zu versichern, dass letztere gut geht, und der W�rme�grad nicht zu hoch ist; beabsichtigt man blos eine Entleerung des Mastdarms, so bringt man nach einander (bei Pferden und Rindvieh) 2�3 Spritzen voll (jede zu ungef�hr 24 Unzen) ein; soll dagegen das Klystier eine weitere Wirkung auf die H�ute des Mastdarms oder auf die Umgebung haben, oder sollen dessen Bestandtheile resorbirt werden, so ist es besser nur eine Spritze voll zu geben, damit das Thier um so weniger durch den me�chanischen Reiz der Fl�ssigkeit veranlasst wird, sie zu bald wieder auszuleeren.
Tabaks-Klystiere sind theils bei hartn�ckiger Verstopfung,
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Von der Zubfreitmig der Arzneiformell.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 211
theils als ein derivirendes Mittel bei allgemeiner Aufregung (z. B. in Hirnentz�ndung) sehr wirksam; man bereitet sie entweder durch Anbr�hen von ordin�rem Rauchtabak (2 Unzen auf 1 Maas Wasser) oder aber wirksamer als Kauchklystiere, wozu sich statt einer complicirten Spritze leicht und mit wenigen Kosten ein gew�hn�licher Blasbalg einrichten l�sst.
Kalte Klystiere, entweder von blossem, frischem Brunnen�wasser, oder mit Zusatz von etwa % Theil Essig oder 1�2 Dr. Brechweinstein, sind bei Anf�llen von Tobsucht, Schieben u. s. w. h�ufig erprobt worden, und wirken oft mehr zur Bes�nftigung des Thieres als die zu gleichem Zwecke empfohlenen kalten Be-giessungen des Kopfes, gegen welche manche Thiere sich heftig str�uben; �berdies ist es nicht selten gef�hrlich vorne mit solchen Thieren umzugehen.
Zus�tze von Aloti, Glaubersalz, besonders aber von fetten Gelen u. s. w. sind bei Klystieren als Verschwendung zu betrach�ten, da sie meist wieder abgehen, ehe die beabsichtigte Wirkung zu Stande kommen konnte.
B. Weiche Arzneiformen zum �usserlichen Gebrauch.
Hierher geh�ren die kalten Umschl�ge und Anstriche, die warmen Breiumschl�ge, die Salben und Pflaster.
Zu den kalten Umschl�gen und Anstrichen, die besonders an den Gliedmassen und Hufen der Pferde h�ufig appli-cirt werden, bedient man sich in der Regel eines d�nnen Lehm�breis, den mau entweder Va�1 Zoll dick auf die leidende Stelle auftr�gt und so oft erneuert als derselbe getrocknet oder abge�fallen ist, oder man stellt z. B. den Huf in einen solchen Brei, den man in einem Tuch oder Bastlappen ausgebreitet hat, welcher um den Fessel herum mit einem Bande zusammen gebunden wird. Wo die erforderliche Einrichtung dazu vorhanden ist, kann man solche Thiere in Lehmlr�ge stellen, deren Inhalt 4�5 Zoll tief und mit frischem Wasser angefeuchtet ist.
Nicht selten glaubt man durch Zus�tze von Essig, Kochsalz, Salmiak u. dgl. die Wirkung solcher kalten Umschl�ge zu ver�st�rken ; dies Verfahren mag bei frischen Quetschungen am Platze sein; bei Hufentz�ndungen ist ein Zusatz von Eisenvitriol zu dem Lehmbrei (etwa 'X, Pfd. des erstem zu 10�15 Pfund des letztern) zweckm�ssig. Wo es sHi blos um die Wirkung der K�lte handelt, w�re eine Beimischung von Schnee oder gestosse-nem Eis w�nschenswerth. Es versteht sich, dass die Erneuerung des kalten Anstrichs oder Umschlags nach Erforderniss mehr oder weniger oft vorgenommen werden muss.
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Von der Zubereitung der Aizneifotmen.
Um auf den Kopf K�lte zu appllciren, bedient man sich eines dazu von grobem Paektuch geschnittenen, dreieckigen, taschen-f�rmigen Lappens, an dessen beiden Zipfeln man L�cher f�r die Ohren anbringt, w�hrend der dritte Zipfel mitten auf der Stirne liegt; in die dadurch gebildete Tasche steckt man einen Pferde-schwamm und befeuchtet denselben fleissig mit frischem Wasser; kann man kleine Eisst�cke in die Tasche schieben, so ist es um so besser. Das Anspritzen des Kopfes mit kaltem Wasser wirkt zwar st�rker, allein selten lassen sich die Pferde dieses Verfahren gefallen, und wenn dabei zuf�llig Wasser in die Ohrmuscheln k�mmt, werden sie dadurch noch mehr aufgeregt und widerspenstig.
Breiumschl�ge (Catcqylasma). Die Anwendung warmer Preiumschl�ge findet selten statt, da ihre Zubereitung und Appli�cation zeitraubend und kostspielig ist; sie m�ssen n�mlich, wenn sie nicht eher schaden als n�tzen sollen, erneuert werden, so oft sie zu erkalten anfangen, man muss �berdies genau die ge�h�rige Temperatur ber�cksichtigen, da sie zu heiss aufgelegt, eben�falls sch�dlich w�rden.
Gew�hnlich werden erweichende Breiumschl�ge auf entz�nd�liche schmerzhafte Geschw�lste (z. B. der Kehlgangsdr�sen) an�gewendet, um den Schmerz durch die erschlafiende Wirkung der feuchten W�rme zu massigen, und entweder die Zertheilung der Geschwulst oder die schnellere Reife des sich dabei bildenden Abcesses herbeizuf�hren.
Diese Zwecke lassen sich meist durch die rechtzeitige Ein�reibung einer Cantharidensalbe und trockene Bedeckung des Theils mit einem St�ck Schaffell, Wollcntuch u. dgl. schneller erreichen, als mit erweichenden Breiumschl�gen. Wo indessen letztere den Vorzug haben sollten, bereitet man sie zweckm�ssig aus gleichen Theilen Kleie und Leinsamenmehl, die mit Wasser s:u einem dicken Brei gekocht und wann aufgelegt, nachher aber von Zeit zu Zeit mit warmem Wasser befeuchtet werden, bis nach Vj bis 1 Stunde die wiederholte Application eines neuen Umschlags n�thig wird. Der schon einmal angewendete Brei kann mit Wasser ver�d�nnt aufs Neue benutzt und mehrmal aufgew�rmt werden. (Dieser warme Umschlag ist bei chronischer Hufentziindung und Eehhufen sehr anzuempfehlen; er wird aber nach 24�36 Stunden merklich sauer und muss dann frisch bereitet werden.)
Statt des Wassers nimmt mau manchmal Milch zum Kochen der Cataplasmen; ist der Schmerz an der kranken Stelle sehr gross, so setzt man Bilsenkraut oder Belladonna (feingeschnitten) .hinzu (die Anwendung von Opium, Laudanum zu Cataplasmen nach Lassaigne u. A. ist zu theuer); um die entz�ndungs�widrige Eigenschaft der Cataplasmen zu verst�rken, kann man
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Von der Zubereitung der Arzneiformen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;213
Bleiessig, zur Verst�rkung der Resorbtion dagegen Salmiak, und wo endlich adstringirende Mittel am Platze sind, Alaun und Kisen-vitriol hinzuf�gen. Von diesen Mitteln kann man ungef�hr 3�4 Unzen auf eine Masse von 6�8 Pfunden des Breies nclimen. Zu Cataplasmen um Abcesse schnell reif zu machen, setzt man mit Nutzen gebratene und zerstossene Zwiebeln hinzu. Die Kopen�hagener Veterin�r-Pharmacop�e hat folgende Vorschrift zu einem ziehenden Umschlag: Schweinefett, Terpentin, Roggenmehl von jedem gleichviel; erstere beide werden gelinde geschmolzen und dann das Mehl einger�hrt.
Auf brandige Stellen werden Breiumschl�ge aus fein zerrie�benen gelben R�ben (Daucus carota) oder in ihrer Ermangelung von zerriebenen Kartoffeln, denen erforderlichen Falls 1 � 2 Unzen Chlorkalk zugesetzt werden k�nnen, ger�hmt.
Als ein stark und schnellreizender Breiumschlag dient der Senf�brei (Sinapismus). Er wird unmittelbar vor der Application auf die geschorne Hautstellc, aus der n�thigen Menge von gestossenem schwar�zem Senf und heissem Wasser (oder Essig) bereitet und 1 Zoll dick auf ein St�ck Leinwand gestrichen applicirt. Will man die Wirkung mildern (z. B. f�r sehr feinh�utige, edle Thiere), so mischt man Leinsamenmehl bis zur H�lfte des Ganzen hinzu; soll aber die Wirkung verst�rkt werden, so kann dies mittelst Zusatz von Terpentin�l oder Salmiakgeist (in letzterem Falle ist kein Essig zu nehmen) geschehen. Es ist hiebei zweckm�ssiger, das Wasser nur warm und nicht siedendheiss (wie mehrere Schriftsteller an�geben) zu nehmen. Die Breiumschl�ge m�ssen in der Regel durch eine zweckm�ssige Bandage an Ort und Stelle festgehalten werden, weil ihre auch nur geringe Entfernung von der Haut die Wirkung bedeutend mindert; aber gerade diese unmittelbare und anhaltende Ber�hrung des Breies mit der Hautoberll�che ist an manchen Stellen des Thierk�rpers (z. B. am Euter) und besonders bei un�ruhigen Thieren schwer zu bewirken.
Liniment, Salbe, Pilaster fLinimentum. Ungttentum, Emplastrum). Die Grundlage dieser Arzneiformen ist meist Fett, Gel, Wachs, Terpentin, Harz, Seife u. dgl., welche als Vehikel f�r die eigentlich wirksamen Stoffe dienen und ihnen die erfor�derliche Consistenz verleihen m�ssen. Sie werden auf die �ber�fl�che der Haut theils eingerieben, theils blos aufgestrichen oder angeklebt.
Die Linimente sind weich, dickfl�ssig und von verschie�dener Composition. Das gew�hnliche, fl�chtige Liniment (Lini-mentum volatile, s. S. 100.) hat die Natur einer weichen Seife; andere haben weissc oder gr�ne Seife, Theer u. dgl. zur Grund-
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i^quot;
�gt; 14nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ^ 0I1 ^er 2ubereituug der Arzneiformeu.
l�ge, so z. �. B1 a i n e' s trocknendes Liniment (siehe bei Vi�triol, cupri).
Durch Mischung von 1 Pfund Kalkwasser und 2 Unzen Oliven�l, t�chtig in einer Flasche gesch�ttelt, erh�lt man ein aul Irische Verbrennungen empfohlenes Liniment. Auch Schwefel-Le�ber, Camphor, �piumtinctur u. s. w. werden nicht selten mit Seife, Oel, Mercurialsalbe u. dgl. zu Linimenten verwendet.
Die Gerate unterscheiden sich von den Lininiciileii blos dadurch, dass sie aus Wachs und Oel bestehen; auch sie dienen als Vehikel f�r Camphor, Opium, Bleiessig, Schwefel u. dgl.
Die Salben haben in der Regel mehr Consistenz als die Linimente und Cerate; sie sind schmierig und bestehen aus Fett (Schmalz, Oel, Wachs, Harz) in verschiedenem Verh�ltnisse. Sol�len fein gepulverte Substanzen ihnen beigemischt werden, z. h. Canthariden, Myrrhe, Euphorbium u. dgl., so werden das Harz, Wachs u. s. w. zuerst bei gelinder W�rme geschmolzen und ge�mischt, dann w�hrend des Erkaltens die �brigen Mittel mittelst Umr�hren hinzugef�gt.
Bei der Bereitung von nicht officiuellen Salben, z. B. Jod-Salbe, Cainphor-Salbe, rother Pr�cipitat-Salbe u. s. w. wird die�ses Ingrediens zuerst m�glichst fein abgerieben, dann das Fett oder die officinelle Salbe (z. B. Mercurial-Salbe, Althce-Salbe) nach und nach hinzugesetzt, bis das Ganze eine gleichf�rmige Masse bildet. Die gew�hnliche Grundlage solcher Salben bildet reines Schweinefett, auch Butter (nicht gesalzene) und Tlieer k�n�nen dazu gcnoimncn werden; w�rde die Salbe bei warmer AVit-terung zu d�nn, so kann etwas Wachs oder Talg dem Fett bei�gemischt werden, wollte mau sie aber weicher als gew�hnlich haben, so gen�gt, sie etwas zu erw�rmen, oder wenn dies nicht passend w�re, reines Oel (Baum�l, Mohn�l u. dgl.) beizusetzen.
Bei der Einreibung von Quecksilber-, Jod-, Canthariden-Salbe ist es m�glich, besonders wenn das Mittel lange fortge�setzt oder in grosser Menge applicirt w�rde, dass eine Wirkung des Mittels auf die einreibende Person stattf�nde; durch lieinlich-keit und n�thigenfalls Ueberziehen der Hand mit einer Schweins�blase ist es leicht einen- solchen Nachtheil, der �berdies �usserst selten beobachtet wurde, ganz zu vermeiden.
Die Pflaster sind mit Ausnahme des scharfen Pflasters (Empl. acre) in der Thierheilkunde nicht im Gebrauch, da die allermeisten nicht wohl eine Wirkung auf die (behaarte oder ab-geschorne) Haut der Hausthiere haben w�rden; wo es sich aber blos um einen klebenden Verband handelt, ist Pech und Terpen�tin oder beides zusammen geschmolzen, den Kleb- und Heftpfla�stern vorzuziehen. (Diese Pechpflaster, welchen inandimal noch
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Von der Zubereitung der Amieifornien.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 215
Terpentin�l, Lorbeer�l, Camphor, Ofenruss u. dgl. zugesetzt wurde, werden von englischen und franz�sischen Thier�rzten unter dem Namen Charge angewendet, ihre Grundlage ist das Burgunder Pech (gelbes Harz, K�bel-Harz, Theer). An der Stelle des Pechs l�sst sich in manchen F�llen durch Bestreichen der Binden mit ordin�rem Mehlkleister, mit frischem Leim oder mit d�nnem Gyps-brei (der jedoch unter der Anwendung erh�rtet) ein unverr�ckbarer Verband herstellen, dessen Anlage �brigens viele Sorgfalt erheischt, damit nicht einzelne zu stark gedr�ckte Stellen unter demselben durch Jauche oder Brand zerst�rt werden und so die Heilung verz�gern oder h�ssliche Narben hervorbringen.
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ANHANG.
Von der Eiurichtuug einer Uiier�rzUidieu Uau$-Apotlieke.
Wenn der Thierarzt die von ihm verordneten Arzneiformeln selbst bereitet und abgibt, so verstellt es sich von selbst, dass er damit dieselben Verpflichtungen �bernimmt, auf welche der Apo�theker verantwortlich gemacht 1st. Er hat somit nicht allein f�r gute Qualit�t der von ihm abgegebenen Arzneistoffe, sondern auch f�r richtiges Gewicht und Maas, f�r sorgfaltige Mischung und Zu�bereitung, f�r die erforderliche Vorsicht bei der Hinausgabe (be�sonders starkwirkender oder zu missbrauchender Stoffe) zu haften, sondern er hat auch die Anrechnung so billig als m�glich zu stellen, da hierin haupts�chlich der Staat und das Publikum Ersatz finden, f�r mancherlei Vortheile, welche die Dispensation der Arznei aus einer vollst�ndigen Apotheke und durch einen darin v�llig bewan�derten Mann darbieten. Es wird daher unerl�sslich sein, class der Thierarzt, welcher von der Befugniss Arzneien zu dispensiren (je nach den Gesetzen des Landes) Gebrauch macht, sich �ber die vorhandenen allgemeinen und besondern gesetzlichen Bestimmungen (Apotheker-Ordnung, polizeiliche Verordnung �ber die Aufbewah�rung der Gifte u. s. w.) unterrichte, um ihnen , so weit sie auf ihn Anwendung finden, mit aller Gewissenhaftigkeit nachkommen zu k�nnen und sowohl sich als Andere vor Schaden zu sichern.
Die Einrichtung einer thier�rztlichen Haus-Apotheke sollte so einfach als m�glich sein; dessen ungeachtet ist Mehreres dazu er�forderlich, was am Zweckm�ssigsten bei der ersten Herstellung derselben ber�cksichtigt wird. Man darf wohl behaupten, dass es nie Sache des Thierarztes sei, chemische Pr�parate selbst zu be�reiten; es gen�gt, dass er ihre Bereitungsart, die Zeichen ihrer Aechtheit und Reinheit oder vielmehr ihrer Brauchbarkeit kenne, da f�r seine Zwecke �fter die chemische Reinheit entbehrlich ist.
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Auhaiig.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;217
Er wird daher am besten thun, dergleichen Stoffe theils von den Apothekern, theils von chemischen Fabriken und von zuverl�ssigen Material- oder Droguerie-Handlungen, namentlich was die in gr�s-serer Quantit�t gebrauchten Salze u. dgl. betrifft, anzukaufen. Selbst das Pulverisiren vieler Stoffe, das Zerschneiden der Wurzeln, Rin�den u. s. w. w�re f�r einen geh�rig besch�ftigen Thierarzt zu sehr zeitraubend und w�rde, wenn er es durch fremde H�nde besorgen lassen m�sste, mehr kosten und weniger Sicherheit darbieten, als wenn er die ben�thigten Stoffe schon pulverisirt, zerschnitten u. s. w. mit einem Worte so vorbereitet erkauft, dass er sie f�r die An�wendung nur zusammen zu mischen n�thig hat.
Dies vorausgesetzt, f�llt f�r den Thierarzt die Nothwendigkeit gr�ssere M�rser, Siebe, Schneidraesser, Schneidbrett, Presse, Re�torten sammt Vorlage, besondere Oefen u. dgl. m. anzuschaffen, g�nzlich weg *) und er kann sich auf nachfolgende Utensilien be�schr�nken, welche theils zur Aufbewahrung, theils zur Bereitung der Arzneien dienen.
1)nbsp; nbsp;Ein tischf�rmiger Kasten, dessen Tischblatt von starkem Eichenholz, der untere Theil aber von Tannenholz mit brauner Oelfarbe angestrichen sein kann; er enth�lt vom Boden bis zur Platte drei Reihen Schubladen von gleicher Grosse, f�r Wurzeln, Kr�uter, Samen, die in gr�sserer Menge gebrauchten Salze u. dgl.; unmittelbar unter der Tischplatte l�sst sich noch eine vierte mehr flache Reihe von 4�5 Schubladen f�r solche Dinge die immer zur Hand sein m�ssen (z. B. Papier, D�ten, Korken, Scheere, Bindfaden u. dgl.) anbringen.
2)nbsp; nbsp;Die Platte des Tisches dient als Receptlrtisch; auf ihr stehen im Hintergrunde die Reibschaalen, Mensuren u. dgl., weiter vorne die Tarirwaage. Die Platte kann
3)nbsp; einen mehr oder weniger hohen Aufsatz als Fachgestcll oder Repositorium f�r die Standgl�ser, H�fen u. dgl. tragen, des�sen Tragbretter jedoch nur die f�r den Durchmesser dieser Gef�sse erforderliche Tiefe haben d�rfen. Es ist sehr zweckm�ssig, diesen Aufsatz, sei es durch Schiebfenster oder durch leichte Th�ren schliessbar zu machen. Dies ist um so n�thiger, wenn der Arznei�kasten sich in einem Zimmer befindet, welches noch zu andern Zwecken dient und den Hausgenossen frei zug�nglich ist. Jeden-
') Unter den offlcinellen Mitteln, welche nach Ekel der Thierarzt sich wohlfeiler seihst (nach der �sterr. Pharmacop�e) bereiten kann ist z. B. Alum, ustum, Hepar. sulphuris, die Keinigung der Soda, des Salmiaks (durch Um-krystallisiren) das Auswaschen der Flor, sulphuris, das feine Pulverisiren der Limatura ferri u. dgl. � Arbeiten, die sofern sie nicht �berhaupt uiin�thig sind, f�r den Thierarzt weder zweckm�ssig noch in peeuni�rer Hinsicht vor-theilhaft sein werden.
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218nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Von der Einrichtung einer tbier�rztliclieu Hausapotheke.
falls rauss eine Abtheilung des Aufsatzes (etwa die unterste oder oberste Reihe), auf welcher die starkwirkenden oder giftigen Sub�stanzen zusammen gestellt werden, schliessbar sein.
Wo ein gr�sserer Vorrath von Arzneien nothwendig wird, kann der Kasten nach Bediirfniss vergr�ssert oder ein zweiter �hn�licher aufgestellt werden; auch l�sst sich ein Theil der Apotheke in einem dazu hergerichteten B�cherkasten unterbringen. Gr�ssere Quantit�ten von Arzneistoffen erfordern ein eigenes Lokal (Zimmer, Kammer), w�hrend obige Einrichtung sich in jedem etwas ger�u�migen Zimmer, welches am besten dem Thierarzt �berhaupt als Arbeitszimmer dient, anbringen l�sst. Noch zweckm�ssiger w�re es, die Hausapotheke durch einen schliessbaren Verschlag (Alkov) von dem Zimmer zu trennen.
Die Temperatur darf in dem Zimmer, in welchem sich die Arzneimittel befinden, nicht zu hoch gehalten werden, aber auch im Winter nicht so weit sinken, dass w�sserige Fl�ssigkeiten ge�frieren. Der Kasten mit den Arzneimitteln soll so gestellt werden, dass er nicht von der Sonne beschienen wird.
Wenn die einzelnen horizontalen Reihen von Schubladen nicht durch einen vollst�ndigen Bretterboden von einander geschieden sind, so kann leicht von einer Schublade etwas in die darunter befindliche hinabfallen; dies l�sst sich theils dadurch vermeiden, dass man die horizontalen Abtheilungen ganz (massiv) machen, theils dadurch, dass man jede Schublade oben mit einem (nach r�ckw�rts zu �ffnenden) Schieber von d�nnem Holze versehen l�sst. Auch ist es zweckm�ssig, die Fugen der Schubladen, besonders wo nicht sehr ausgetrocknetes Holz dazu genommen wurde, innen mit Papier zu �berpappen. Jede Schublade soll nur Ein Mittel enthalten; indess l�sst sich leicht das Pulver eines Pflanzenmittels neben der grobgeschnittenen oder ganzen Pflanze in Einer Schub�lade aufbewahren, wenn man das eine von beiden (meist das Pulver) in einen guten Papiersack in die Schublade stellt. Jede Schublade muss ferner die Signatur oder Bezeichnung ihres Inhalts deutlich geschrieben (in der gebr�uchlichen lateinischen Benennung, darunter in kleiner Schrift den deutschen Namen) tragen. Bei dem Gebrauche von Mitteln, die aus der Schublade des Tisches ge�nommen werden, ist darauf zu sehen, dass die Schublade wieder gut eingeschoben wird und nicht vorstehe, damit, wenn etwas vom Tische abfallt oder herabgekehrt wird, es nicht in die Schublade gerathen k�nne.
Auch die beiden Seitentheile des Tisches, worin sich die Schubladen befinden, k�nnen leicht durch kleine Th�ren verschliess-bar gemacht werden.
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Von der Einrichtung eiuur tUier�rztliclieii Hausapotheke.
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3) Die Salben, Balsame, Harze u. dgl. theils l�r sich weiche, theils gerne zusammenfllessende ArzneistolTe werden am besten in cylindrische H�fen (Tiegel) von gebrannter Erde (Steingut, Fayence) und etwa 2 Pfund Inhalt aufbewahrt; man bedeckt sie mit harth�lzernen Deckeln, deren Rand etwas vorsteht, deren Mitte aber einen kleinen.Knopf oder dgl. als Handhabe tr�gt. Sie werden in die unterste Reihe des Aufsatzes oder Repositoriums, in alphabetischer Ordnung ge�stellt. 4) Die feinen Pulver von Arzneimitteln, welche theils themer sind, theils in geringerer Menge verordnet werden, oder an der Luft Feuchtigkeit anziehen, bewahrt man in gl�sernen Pulver-(laschen, d.h. cylindrische Gl�ser, mit weiter Oeffnung und Glasst�psel auf. Man kann zweierlei Grossen nehmen, solche die etwa 1 � l1., Pfund Wasser fassen w�rden, und solche, welche nur die H�lfte (l/28/4 Pfund) fassen. Es ist bei dem Ankauf darauf zu sehen, dass das Glas die geh�rige St�rke habe, dass die St�psel gut eingeschliffen und dass die zu-samniengeh�rcnden Flaschen in der Grosse (H�he) einander so viel m�glich gleich seien. Wohl�feiler und f�r viele Pulver u. dgl. ebenfalls brauchbar sind h�lzerne B�chsen, mit ebensol�chen Deckeln , vom Dreher verfertigt. Allein sie sind weniger reinlich, lassen nicht jeden Augen�blick die noch vorhandene Menge ihres Inhalts �bersehen und schliessen weniger gut; sie passen daher haupts�chlich nur f�r Stoffe, die weder fl�chtige Bcstandtheile enthalten, noch an der Luft feucht werden. 5) Die Fl�ssigkeiten (Weingeist, Tincturen, Terpentin�l u. s.w.) werden in St�psel glas ein (d. h. mit eingeriebenen Glasst�pseln und enger M�ndung) aufbewahrt, wozu ebenfalls zwei oder drei verschiedene Abstufungen (2, 1, '/�Fftind) zweck-m�ssig sind. Auch hier ist in Betreff der St�p�sel und H�he des Glases das bereits Angef�hrte zu ber�cksichtigen. Die Signaturen (meist in Schildform) werden auf die Gl�ser und H�fen mit gutem Kleister dem bei der Bereitung etwas Terpentin zugesetzt wurde aufgeklebt, sodann mit einer Aufl�sung von Hausenblase in Brannt�wein und zuletzt mit einem durchsichtigen Harz-
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Von der Einrichtimg eiuer thier�rztlichen Hausapotlieke.
firnis (Sandrak, Mastix oder weissen Copal) 1�2mal �berstrichen, worauf man sie nach Bed�rfniss mit Wasser abwaschen kann. Um das Verunreinigen der M�ndung mit Staub zu vermeiden, kann man jedem St�pselglas einen cylindrischen Hut von Pappe auf�setzen, der auf dem breitern Theil des Glases aufsteht. Beim Ausgiessen von Fl�ssigkeiten aus den Standgl�sern, H�fen u. s. w. beachte man die Regel, nicht auf der der Signatur entsprechenden Seite auszugicssen, weil durch das Ablaufen der Fl�ssigkeit sonst die Signatur beschmutzt oder selbst zerst�rt wird. Nach dem Gebrauche muss jedes Standglas, B�chse u. dgl. sogleich wieder verstopft und an seinen Platz gestellt werden.
Bei der Aufstellung der Pulverflaschen, Gl�ser u. s. w. sucht man die h�ufiger gebrauchten Mittel in die N�he, die weniger ge�brauchten dagegen entfernter zu stellen; auch sind die kleineren Gef�sse gew�hnlich auf den obern, die grossen auf den untern Abtheilungen des Fachgestells zu treffen.
Zu den unentbehrlichsten Utensilien geh�ren:
1) Die Wagen. Sie m�ssen genau bearbeitet und empfindlich sein; die (glcichlangen) Arme der Wagbalken d�rfen nicht zu kurz sein, auch sind messingene Balken, weil sie weniger rosten, besser als die eisernen. Die Tarirwage dient zum W�gen in Gef�ssen (Fl�ssigkeiten, Extracte, Salben u. dgl.), auch zum Abtheilen der Pillen f�r Pferde; sie ist gew�hn�lich an einem befestigten 'Arme aufgeh�ngt und unterscheidet sich von der gew�hnlichen Kr�merwage dadurch, dass die eine der Wag-sehalcn nur an Einem starken B�gel h�ngt (zum bequemen Aufstellen der Gl�ser, H�fen u. dgl.);
h�ufig ist auf dem ande rn Ann des Wagbalkens ein verschiebbarer Sat�tel von Messing ange�bracht, mittelst dessen man bequem und ohne Gewicht die Wage ins Gleichgewicht bringt, wenn auf der Schaale ein leeres Gefass steht.
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Von der Einrichtung einer thier�rztlichen Hausapotheke.
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Man hat in neuerer Zeit auch sehr bequeme Waagen ohne Bogen, Ketten oder B�gel, welche ebenso als Tarir- wie als Kr�merwaagen ben�tzt werden k�nnen und nicht aufgeh�ngt werden, da die Schaalen unmittelbar auf den Enden der �alkenarme an�gebracht sind.
2) Von Handwagen bedarf man einer gr�sseren mit Messing-schaalen von circa 8 Zoll Durch�messer, um volumin�se und schwerere Gegenst�nde ('^�1 Pfund) darauf zu w�gen; ferner zwei kleinere Hand�wagen mit Hornschaalen (von etwa 3 � 4 Zoll Durchmesser) die eine f�r die Arzneimittel, welche von ,/4 � 1 Unze, die andere kleinere f�r solche, die unter und bis zu 2 Drachmen wiegen. Eine besondere Wage mit Hornschaalen sollte f�r die Gifte bestimmt sein. Die Wagen sind durch Putzen der metallenen Theile vor Rost zu bewahren, und die Schaalen sind nach jedes�maligem Gebrauch mit einem trockenen Tuch auszuwischen.
Die Eintheilung des deutschen Medicinalgewichts ist �berall dieselbe, n�mlich das med. Pfund hat 12 Unzen, die Unze 8 Drachmen, die Drachme 3 Scrupel, der Scrupel 20 Gran; oder Pfund. Unzen. Drachmen. Scrupel. Gran. 1 =3 12 � 96 = 288 = 5760. 1 �nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;8 = 24 = 480.
1 �nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 3 = 60.
1 = 20.
Dasnbsp; nbsp;Verh�ltniss der verschiedenen bekanntern Gewichte ist
aus demnbsp; 3ten Abschnitte S. 16 zu entnehmen.
Dienbsp; gr�sseren Gewichte (1 Pfund und dar�ber) sind gew�hn�lich vonnbsp; Eisen; die kleineren von Messing, in der Form eines
W�rfels, auf der einen (breitern) Seite mit dem Zeichen und der Zahl des Gewichts bezeichnet; die Scrupel sind ans dickem Messing-
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222nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; V1quot;' der Kiiirichtung einer thier�rztliclien Hausapotheke.
#9632;i Sciupel.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; '/._. Drachme.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 1 Scrupel.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;'/� Scrupol.
4 (iran.
blech in Ringform geschlagen, so dass je ein Ring�chen 10 Gran oder '/a Scrupel bedeutet; die Gran-stiieke sind aus d�nnem Messingblech mit der r��
copy;gt;
mischen Zahl darauf gefertigt und gehen von I � X.
Die kleinen St�cke des Medicinalgewichts erh�lt man gew�hnlich in einer kleinen Schachtel, worin sich im Ganzen 3 Unzen (in St�cken von 1 Unzen abw�rts bis zu 1 Gran) be�finden; sie werden in N�rnberg gemacht, sollen aber vor dem Ge�brauche durch die betreffende Beh�rde gepfechtet oder justirt sein. (Die justirten Gewichtsst�cke sind mit dem Zeichen (Wappen) der Beh�rde gestempelt, z. 15. in W�rttemberg mit dem Hirschhorn). Man findet statt des Gewichts h�u�g noch ein gewisses Maas auch bei trocknen Stoffen z. B. Fascikel (gleich 3 Unzen), Mani-pulus oder Handvoll (gleich 2 Drachmen), Pugillus (oder Pf�tchen, was man mit drei Fingern fassen kann) gleich '/#9632;gt; Drachme ange�geben ; solche Bestimmungen sollten aber ganz verbannt werden, da sie gar zu unsicher sind. Dasselbe ist mit dem Fl�ssigkeits-maas der Fall; es variirt in verschiedenen Staaten allzusehr (s. die Tabelle S. 15) und sollte immer durch Gewicht sangabeersetzi werden, um, wenn auch nicht ganz, so doch ann�hernd die glei�chen Mengen auszudr�cken.
4) Areometer, (Senkwage.) Um das spe-
eifische Gewicht der Fl�ssigkeiten bequem bestimmen zu k�nnen, was namentlich bei dem Einkauf der�selben (z. B. Weingeist) von Nutzen ist, hat man sogenannte Areometer (Weinwagen). Ihre Anwen�dung beruht auf dem Grundsatz, dass ein, in einer Fl�ssigkeit schwimmender K�rper gerade so viel Fl�ssigkeit aus der Stelle treibt, als er selbst wiegt; derselbe K�rper, welcher also im Wasser bis auf eine gewisse Stelle einsinkt, wird in einer speeifisch leichtern Fl�ssigkeit (z. B. Branntwein, Weingeist) tiefer einsinken und in einer speeifisch schwereren Fl�ssigkeit (z. B. Salzs�ure) weniger tief.
Die Stelle, bis zu welcher der Areometer in destillirtes Wasser
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bei mittlerer Tempeiatur ( 10�12quot; K.) einsinkt, wird mit 0 (= 0) bezeichnet, der �brige Theil der Scale aber in Grade eingetheilt. Man hat Areometer f�r specifisch leichtere Fl�ssigkeiten (bei diesen ist 0 am unteren Ende der Scale) und solche f�r specifisch schwe�rere Fl�ssigkeiten (an welchen 0 oben an der Scale sich befii.'det). Sie sind von Glas um von den Fl�ssigkeiten nicht angegr.'ffen zu werden. Bei der Anwendung des Areometers giesst man die erforderliche Menge der zu untersuchenden Fl�ssigkeit in ein cy-lindrisches Glas, und senkt sodann den Areometer ein, die Ober�fl�che der Fl�ssigkeit wird die Zahl der Grade und damit das specifische Gewicht anzeigen, welche die Fl�ssigkeit besitzt.
Das Beck'sehe Areometer ist bei uns das gebr�uchlichere. Nach demselben und zwar dem f�r specifisch schwerere Fl�s�sigkeiten (z. B. S�uren) sind
0U = 1000 (Wasser.)nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 30deg; =1210 spec. Gewicht.
5deg; = 1030 spec. Gewicht. 40deg; = 1300 �nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;
10deg; = 1062 �nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;57deg; = 1500 .
15deg; = 1096 .,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;78deg; = 1850 �nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;
20deg; = 1133 Bnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;
Bei dem Areometer f�r specifisch leichtere Fl�ssigkeiten ist 0deg; = 1000 (Wasser) 13deg; = 0,928 (Branntwein) 21deg; = 0,890 (reetif. Weingeist) 33deg; = 0,827 (h�chst rect. Weingeist) 42deg; = 0,801 (absol. Alcohol) 66deg; = 0,720 (Aether.) Das Areometer nach Baume ist besonders f�r S�uren h�ufig im Gebrauche; nach demselben entspricht
0deg; ^ 1000 (Wasser.) 48deg; = 1500. 12deg; = 1089.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 60deg; = 1717.
24deg; 1200.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 72deg; = 2000.
36deg; = 1335. Bei der Bestimmung des speeifischen Gewichts durch die Areometer ist auf die Temperatur der Fl�ssigkeit R�cksicht zu nehmen, welch' letztere specifisch um so leichter erscheint, je w�rmer sie ist. Auf 4 Grade R. �ber oder unter der Temperatur, bei welcher die Areometergrade festgestellt wurden, muss man 1deg; Baume ab- oder zurechnen. Die Eintheilung der Areometer wird fast allgemein bei 15deg; Cent, oder 12deg; R. vorgenommen.
5) Mensuren. Um Fl�ssigkeiten wie Wasser, Weingeist, Decoete u. dgl. zu messen, hat man becherf�rmige, mit einer Handhabe und Schnautze versehene Gef�sse, gew�hnlich von Zinn, seltener von Porzellan oder Steingut, welche innen durch hervor�stehende Z�pfchen oder durch vertiefte Rinnen den Gehalt nach
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Vou der Einrichtung einer tlum-arztliclieii Hausapotheke.
Unzen angeben. Man bedarf deren von ver�schiedener Grosse, etwa von 2, 6, 12 und 16 Unzen und hat darauf zu sehen, dass sie aus reinem Zinn gemacht und richtig eilige^, theilt seien. Da die Eintheilung nach dem Gewicht des Wassers stattfindet, so gew�hrt das Messen von Fl�ssigk.eiten die specifisch leichter (wie Weingeist, Terpentin�l) oder schwerer als Wasser (z. B. P:ssig, Bleiessig) sind, kein ganz ge�naues Resultat. Fl�ssigkeiten die das Metall angreifen (wie Salz�s�ure, Metallsalzaufl�sungen) oder solche die dickfl�ssig oder sehr stark riechend sind (z. B. Hirschhorn�l) eignen sich nicht zum Messen in Mensuren. Das Durchseihen einer Pflanzenabkochung oder eines Aufgusses wird meist in die Mensur vorgenommen, um darin so�gleich die Menge der erhaltenen Fl�ssigkeit (Colatur) ersehen zu k�nnen.
6) I n f u n d i r b � c h s e n. Dies sind eigentlich blos grosso Mensuren von 4�8 Pfund Ge�halt ; innen durch hervorstehende Zapfen nach Civilpfunden abge�messen. Sie werden von star�kem, verzinntem Eisenblech ver�fertigt, haben einen passenden an einem Charnier befestigten Deckel, eine Handhabe und Aus-guss. Zum Ansetzen (Digeriren) von Tincturen u. dgl. k�nnen leere Pulverflaschen dienen; man sch�ttet zuerst den rohen Stoff z. B. Arnikawurzel hinein, giesst dann die vorgeschriebene Menge Weingeist darauf und l�sst das Glas an einer warmen Steile stehen; in die Miindung kann man entweder den Glasst�psel leicht ein�setzen, oder sie mit einer feuchten Blase zubinden hi welches man etliche kleine L�cher stupft, damit die D�mpfe n�thigenfalls einen Ausweg haben.
6) Pfannen. Zur Bereitung heissen Wassers, zum Kochen der Decocte, Erw�rmen der Breiumschl�ge u. dgl. bedarf man zweier Pfannen, einer kleinen von etwa 4�6 Pfund Inhalt und einer gr�ssern von dem doppelten Gehalt. Sie k�nnen entweder von Eisen, besser aber von Kupfer und m�ssen innen gut ver�zinnt sein, einen ziemlich langen Stiel von Metall (oder am �us-sersten Theile von Holz), ferner einen Ausguss und einen me-tallnen Deckel haben.
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Vou der Einrichtung eiuer tliier�mlichen Hausapotbekf.
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7) Keibschaalen. Sie sind meist von Serpentin oder von Steingut (sog. Porphyr) und werden nach dem Durch�messer am obern Rand bezeichnet: man hat sie von 2 bis zu 12 Zoll Weite, und bedarf wenigstens 3 von verschie�dener Grosse, nebst dem dazu geh�rigen Reiber (Pistill, L�ufer). Man braucht die Reibschaalen zum Mischen der Pul�ver, zur Anfertigung von Pillenmassen, Salben, zum Aufl�sen von Extracten in Fl�ssigkeiten und dergleichen. F�r den letztern Fall ist es zweckm�ssig, wenn sie mit einem Ausguss versehen sind. Die Serpentinreibschaalen werden von starken S�uren angegriffen, die Porphyrschaalen dagegen nicht; letztere sind aber theurer als erstere. F�r die Gifte sollte eine besondere Reibschaale bestimmt sein. Die Reibschaalen sind nach dem Gebrauche jedesmal sorg�f�ltig zu reinigen.
F�r die Zerreibung sehr harter Arznei�k�rper sind die Reibschaalen nicht passend, weil sie dabei leicht zerstossen werden; man hat hiezu entweder gew�hnliche M�rser oder sog. Pillenm�rser von polirtem Eisen mit eisernem Pistill; sie weiden jedoch dem Thierarzt entbehrlich sein, weil er besser daran thut, die schwer zu pulverisirenden Stoffe schon gepulvert zu kaufen.
8) Colatorlen und Trichter. Um die Aufg�sse, Ab�kochungen u. s. w.. durchzuseihen, bedarf man einiger Seihet�cher, welche von gutem Flanell etwa in der Grosse eines Quadratfusses oder einer halben Elle sein k�nnen; beim Gebrauch breitet man sie �ber der Mensur oder einem �hnlichen Gef�ss aus, vertieft sie in der Mitte ein wenig durch Eindr�cken und giesst sodann die durchzuseihende Fl�ssigkeit darauf; den Rest 'dr�ckt man aus, indem man das Tuch von zwei Seiten zusammenlegt und von den beiden Enden in entgegengesetzter Richtung zusammendreht oder auswendet. Sehr schleimige Decocte z. B. Eibisch, Lein�samen, sind kaum durch ein anderes als Flanelltuch durchzu�bringen , w�hrend nicht schleimige im Ermanglungsfall auch durch ein nicht zu feines Leinentuch gehen. Beim Durchseihen gr�sse-rer Mengen (z. B. zu Fussb�dern) bedient man sich h�ufig eines blechernen Seihers; es ist aber in den meisten F�llen das Durch�seihen f�r diesen Zweck ganz entbehrlich.
Hering, Arzneimittel. 2. Aufl.
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Von der Einriolitung einer thierarztliclien Haiisapotheke.
Um Tincturen, Essenzen n. dgl. durchzu-
seihen, muss man einen Trichter von Glas oder Porzellan, sowie Filtrirpapier (ungeleimtes Druck�papier) haben, letzteres wird so zusammengefalzt, dass es viele nach abw�rts zusammenlaufende Falten bildet, es wird sodann etwas auseinander gespreitet und in den Trichter eingesteckt. Man giesst die Fl�ssigkeit allm�hlich in den innern
Raum des Papiers und f�llt dasselbe nach Maas�gabe des Durchlaufens auf, bis s�mmtliche Fl�ssigkeit klar in das darunter stehende Gef�ss abgelaufen ist.
Die Trichter und insbesondere die Seihet�cher sind nach dem Gebrauch auszuwaschen und letztere mittelst Aufh�ngen zu trock�nen ; die gebrauchten Filtrirpapiere sind die weitere Aufbewahrung nicht werth.
9) Endlich sind zum Dispensiren und Abgeben der Arzneien einige kleine L�ffel von Bein, ein oder zwei dergleichen gr�ssere
von Horn, eiserne und h�lzerne kj. Spatel von verschiedener Grosse |p (zum Herausnehmen der Salben, Extracte u. dgh), 6 blecherne
halbcylindrische Kapseln zum Papierd�ten von verschiedener Grosse,
oder Kr�ge, Korkst�psel.
eine Anzahl nd Bouteillen Salbenh�fen,
eine ordin�re Scheere, Bindfaden, Schreib-
und Packpapier u. dgl. m. erforderlich. Diese letztere Gegenst�nde werden zweck-
m�ssig in einigen Schubladen entweder auf oder zun�chst unter der Platte des Tisches aufbewahrt. Auch unter dem
Gestell f�r die Tarirwage Gewichte, L�ffel u. dgl.
lassen sich 2 kleine Schubladen f�r die anbringen.
(Man kauft die Standgef�sse und Trichter bei den Glas- und Porcellainhandlungen, die Porphyr- und Serpentinreibschaalen und das medic. Gewicht bei den Droguisten, die Mensuren bei den Zinngiessern, die Infundirb�chsen und Pulverkapseln bei den Flasch�nern (Klempnern), die eisernen Spatel kann man in jeder Schmie�de machen.)
gt;
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Register.
Seite
Acetum arsenicosum ....nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;37
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; cantharidis ....nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;46
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; plumbi s. sararninbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 100
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; pyrolignosum s. empyreum 20 Acidum arseuicosum ....nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;36
borussicum s. prussicumnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 17
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; hydrochloricum ...nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;18
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; hydrocyanicum ...nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;17
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; muriaticum s. salis .nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;18
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; muriaticum oxygen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;34
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; uitricum.....nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;19
quot;� pyrolignos. s.pyroxylicumnbsp; nbsp; quot;20
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; sulphuricum ....nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;21
Aegyptiac-Salbe.....nbsp; nbsp; nbsp;174
Aether nitrico-alcoholicus . .nbsp; nbsp; nbsp;1�7
�nbsp; nbsp; nbsp;sulphurieus s. vitrioli .nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;23 Aetz-Ammouiak.....nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;5*8
�nbsp; nbsp; nbsp; Kali oder kaustisches Kalinbsp; nbsp; nbsp; nbsp;88
�nbsp; nbsp; nbsp; Kalk.......nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;41
Alaut.........nbsp; nbsp; nbsp;131
Alauu roher und gebr�unternbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;28
Alcohol sulphurieus ....nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;23
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; vini.......nbsp; nbsp; nbsp;158
Aloii.........nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;25
�nbsp; nbsp; nbsp;Tiuctur......nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;27
Alumen crudum et ustumnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;28
Ammoniak-Gummi.....nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;63
Ammonium carbonicum ...nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;29
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;carbon, pyro- oleosumnbsp; nbsp; nbsp; nbsp;30 liquidum.....nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;98
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; muriaticum s. chlorat.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;31
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; muriat. ferratum . .nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;32
Amygdalae amarae.....nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;18
Auis.........nbsp; nbsp; nbsp;148
Seite
Antimonium chloratum liquid .nbsp; nbsp; nbsp;102
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; crudum ....nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;33
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; sulphur, aurant. .nbsp; nbsp; nbsp;162
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; sulphur, rubr. .nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;163 Antimonkali, Weinsteins. .nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 166 Aqua balsamica .....nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;40
�nbsp; nbsp; nbsp; calcis.......nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;41
�nbsp; nbsp; nbsp;Chlorl.......nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;34
�nbsp; nbsp; nbsp; coerulea......nbsp; nbsp; nbsp;181
�nbsp; nbsp; nbsp; fortis.......nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;19
�nbsp; nbsp; nbsp; laurocerasi.....nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;18
�nbsp; nbsp; nbsp;picea.......nbsp; nbsp; nbsp;122
�nbsp; nbsp; nbsp;Uabelii......nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;22
�nbsp; nbsp; nbsp; vegeto-min. Goulardi . .nbsp; nbsp; nbsp;101 Arabisches Gummi ....nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;65 Arcanum duplicatum ....nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;95 Argentum uitricum fusum . .nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;35 Arsenik, weisser.....nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;36
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Essig......nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;37
Asa footida.......nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;66
Augeusalbe, Waldiugers ...nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;84
Augenstein.......nbsp; nbsp; nbsp;181
Oaccae juniperi.....nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;38
�nbsp; nbsp; nbsp;lauri.....78 u.nbsp; 113
Baldrian........nbsp; nbsp; nbsp;141
Balneum empyreumat. Walzii .nbsp; nbsp; nbsp;Ill
Balsamum poruvianum s. indicumnbsp; nbsp; nbsp; nbsp;39
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; vulner .... 49 u.nbsp; 169
Baum�l........nbsp; nbsp; nbsp;114
Bilsenkraut.......nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;74
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Extract.....nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;58
Bittere Pflauzeu......nbsp; nbsp; nbsp;133
Bittersalz........nbsp; nbsp; nbsp;103
Blaus�ure........nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 17
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'228
Register.
Seite
Blausteiu........nbsp; nbsp; nbsp;179
Blauwasser.......nbsp; nbsp; nbsp;181
Blei-Cerat .......nbsp; nbsp; nbsp;101
�nbsp; nbsp;Essig oder Kxtract . . .nbsp; nbsp; nbsp;100
�nbsp; nbsp;essigsaures oder -Zucker .nbsp; nbsp; nbsp;123
�nbsp; nbsp;Wasser.......nbsp; nbsp; nbsp;101
Bockshonisameu.....nbsp; nbsp; nbsp;153
Borax.........nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;40
Brand�l, thielisches ....nbsp; nbsp; nbsp;110
Braunstein.......nbsp; nbsp; nbsp;104
Breclmuss........nbsp; nbsp; nbsp;108
Breehweinstein......nbsp; nbsp; nbsp;166
-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Salbe.....nbsp; nbsp; nbsp;167
Brechwurzel.......nbsp; nbsp; nbsp;134
Brenzlicbe Holzs�ure ....nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;20
Butyrum antimon......nbsp; nbsp; nbsp;102
Calcaria chlorata.....nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;42
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; usta.......nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;41
Calomel........nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;79
Camphor ... ....nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;13
Cautharides.......nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;45
Canthariden-Salbe.....nbsp; nbsp; nbsp;176
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Tinctur ....nbsp; nbsp; nbsp;171
Carbo animalis......nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;47
Cascarill-Rindc......nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;52
Castrir-Pulver......nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;82
Catecbu........nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;48
Ceratum saturni......nbsp; nbsp; nbsp;101
Chabert's empyreum. Oel .nbsp; nbsp; nbsp;111
Charge.......56 u.nbsp; 215
Chinarinde.......nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;51
Chinin.........nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;52
Chlorium........nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;34
Chlor-Antimon......nbsp; nbsp; nbsp;102
�nbsp; nbsp; nbsp; Eisen-Salmiak ....nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;32
�nbsp; nbsp; nbsp; Gas........nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;43
�nbsp; nbsp; nbsp; Kalk und Natron ...nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;42
�nbsp; nbsp; nbsp; Quecksilber ... 79 u.nbsp; nbsp; 81
�nbsp; nbsp; nbsp;K�ucheruugen ....nbsp; nbsp; nbsp;105
�nbsp; nbsp; nbsp; Wasser......nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;34
�nbsp; nbsp; nbsp;Wasserstoffs�ure ...nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;18 C'hloretum ammoTiii ....nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;31
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; calcariae.....nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;42
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; hydrargyri ....nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;79
Chloroform.......nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;49
Cineres clavellati.....nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;86
Clavus secalinus.....nbsp; nbsp; nbsp;146
Collodium.......nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;24
Colophonium......nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;50
Coriander........nbsp; nbsp; nbsp;150
Cortex cascarillae.....nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;52
�nbsp; nbsp; nbsp;chiuae s. peruvian. .nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 51
�nbsp; nbsp; nbsp; quercus......nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;53
�nbsp; nbsp; nbsp;salicis .......nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;54
Seite
Cremor s. Crystall. tartar . .nbsp; nbsp; nbsp;164
Cuprum sulphuricum ....nbsp; nbsp; nbsp;179
Cyau-Wasserstoffs�ure ...nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 17
Uigestiv-AVasser. Wolstein'snbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 40
Eau de Rabel......nbsp; nbsp; nbsp; 22
Eberwurzel.......nbsp; nbsp; nbsp;129
Ebur ustum nigrum ....nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;47
Eibisch-Salbe......nbsp; nbsp; nbsp;175
�nbsp; nbsp; nbsp; Wurzel.....nbsp; nbsp; nbsp;124
Eicheln........nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;54
Eichenrinde.......nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;53
Eintheilung der Arzueimittelnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 184
Eiseuhut-Extract.....nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;56
Eisenvitriol.......nbsp; nbsp; nbsp;181
Elixir vitriol. M......nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;22
Emplastium acre . . . ; .nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;55
Engelwurzel.....nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; .125
Enzian.........nbsp; nbsp; nbsp;132
Essig..........nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;20
Euphorbium.......nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;67
Euter-Salbe.......nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;45
Extractum aconiti.....nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;56
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;belladonnae ...nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;57
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; hyosciami ....nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;58
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; saturni.....nbsp; nbsp; nbsp;100
ITallkraut-Blumen.....nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;60
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Wurzel.....nbsp; nbsp; nbsp;126
Fenchel........nbsp; nbsp; nbsp;152
Eerrum sulphuratum ....nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;59
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; sulphuricum . .nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 181 Fieber-Pille, englische . . .nbsp; nbsp; nbsp;168
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Rinde......nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Hl
Fingerhut, rother.....nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;73
Fliederblumen......nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;63
Flores arnicae ......nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;60
�nbsp; nbsp; nbsp; chamomillac vulgarisnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;61 salis ammou. mart. . .nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;32
�nbsp; nbsp; nbsp; samhuci......nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;63
�nbsp; nbsp; nbsp; sulphuris.....nbsp; nbsp; nbsp;161
Fomentation, Schmucker'scl- .nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;01
Friedriclis-Salz......nbsp; nbsp; nbsp;107
Fuligo splendens ...nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; .48
CJalitzenstein, weisser . .nbsp; nbsp; nbsp;182
Gallmey-Salbe......nbsp; nbsp; nbsp;183
Geigenharz.......nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;50
Gerbestoff.......nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;53
Gewicht, Vergleichung dess. .nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;14
Gew�rzhafte Kr�uter ....nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;79
Glandes quercus.....nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;54
Glaubersalz.......nbsp; nbsp; nbsp;107
Goldschwefel.......nbsp; nbsp; nbsp;162
Grana tiglii.......nbsp; nbsp; nbsp;150
Gummi ammoniacum ....nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;63
�nbsp; nbsp; nbsp; arabicum.....nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;65
-ocr page 245-
Hegister.
229
Gummi asae foetidat' .
�nbsp; nbsp; nbsp;euphorbii �edda et .Senegal myrrhae .
Haiidelsgewiolit
Harz, gelbes ....
�nbsp; nbsp; nbsp;Salbe ....
Heilsalbe.....
Hepat autimouii
cal
12
Seite 66 67 65 68 u. 16 �O 175 18:5 it2 93 69 70 70 71 73 74
7rgt;
78 77 78 30
110 35 63
144 20
100 62 79 81 84 31
135 85 89 88 86 88 88 90 95
164 86 88 90 92 93 95
164
166 42 41
128 61
Seite
Kermes minerale . .
163
Kirscblorbeerwasser
18
Kohle, tliierische
47
Kr�henaugen ...
108
Krammetbeere
38
S�lze ....
144
Krebstinctur ....
38
96
Kreide .....
41
Kroton-K�ruer und Oel
150
K�mmel.....
149
Iiapis divinus . .
181
� infernalis . .
35
Laugeusalz, fl�chtiges
29
Leccer-Oel ....
115
Leinsamen ....
153
Liehen islandicus . .
97
136
Liniment, Binz'sches .
99
� Kalk-
214
Linimentum Creosoti compos.
97
� excitans-resolvens
114
� saponis eomp. .
45
� siccativum
181
� terebinth, compos.
178
� volatile . . .
100
� volatile camphorat
44
Liquor ammonii caustici
98
� pvro-oleos. .
30
� anodinus Hoffm. .
24
hydrargyri bichloridi
83
plumbi acetici . .
100
stibii muriat. . . .
102
� ViUati .... 101
u. 208
Lorbeerol.......
112
Lotio discutiens, refrigerans
32
Maas, Vergleichung desselben
15
Magnesia sulphurica . .
103
Manganumhvperoxydatum nativ
104
204
Masse, diuretische
51
Medicinal-Gewicht . .
13
Meisterwurzel.....
133
Mel crudum......
105
Mercurius dnlcis
79
� sublim, corr. . .
81
� praecip. ruber .
H
144
Mineralkermes.....
163
Mohnsaft.......
119
Moos, isl�ndisches ....
97
Murias ammoniae ....
31
hydrargyri . .
79
n. 81
�nbsp; nbsp; nbsp;sulpliuris alfal. et Herba absyntbii
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; belladonnae
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; centaurii. min.
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; eouii s. cicutae
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; digitalis purpureae hyoscyami nigri nicotianae . rntao . .
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; sabinae .
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; tanaceti . Uivscliliorngeist und Salz
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;�el, stink. H�llenstein Hollunderblumen
� Muss Holzessig . . .
Honig.....
Hundskamille
Hydrargyrum nmriaticum
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;muriaticum
nute corros
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;oxydatum rubruin Hydrochloras ammonii Jalappenwurzel Jodum s. Jodinum . Jodquecksilber . Jodwasserstoffsaures Kali Rali, koblensaures
�nbsp; nbsp; nbsp;Aetz- ....
�nbsp; nbsp; nbsp;Jod- ....
�nbsp; nbsp; nbsp;salpetersaures
�nbsp; nbsp; nbsp; scbwetelsaures
�nbsp; nbsp; nbsp;weinsteinsaures . Kali carbonieum crudnm
�nbsp; nbsp; nbsp;hydrojodicum
�nbsp; nbsp; nbsp;nitricum
�nbsp; nbsp; nbsp;stibiato-sulplmratnm
�nbsp; nbsp; nbsp; sulphuratum .
�nbsp; nbsp; nbsp;sulphuricnm .
�nbsp; nbsp; nbsp;tartaricum acid.
�nbsp; nbsp; nbsp;tartaricum stibiat. Kalk, Chlor- . . .
�nbsp; nbsp; nbsp;gebrannter und Wa Kalmus ... Kamillenblumen
-ocr page 246-
#9632;m
230
Kegister.
Seite
Mntterkorn.......nbsp; nbsp; nbsp;146
Myrrhe .......nbsp; nbsp; nbsp; 68
Naphtha vitrioli.....nbsp; nbsp; nbsp; 23
Natron, boraxsaures ....nbsp; nbsp; nbsp; 40
kohlensaures ....nbsp; nbsp; nbsp;106
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;salpetersaures ...nbsp; nbsp; nbsp; 90
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;schwefelsaures . .nbsp; nbsp; nbsp;107
Nelkenwurzel......nbsp; nbsp; nbsp;130
Nieswurzel, weisse.....nbsp; nbsp; nbsp;142
Nitras argentl......nbsp; nbsp; nbsp; 35
Nltrum depuratum.....nbsp; nbsp; nbsp; 90
Nux vomlea.......nbsp; nbsp; nbsp;108
Oel, schwarzes.....nbsp; nbsp; nbsp; 22
Ofenruss........nbsp; nbsp; nbsp; 48
Oliven�l........nbsp; nbsp; 114
Oleum animale empjreumaticumnbsp; nbsp; nbsp;110
�nbsp; nbsp; nbsp;cantharidis.....nbsp; nbsp; nbsp; 46
cataputiae major . . .nbsp; nbsp; nbsp;116
-nbsp; nbsp; nbsp;CornuCervis.pyroauimalenbsp; nbsp; nbsp;110
�nbsp; nbsp; nbsp;crotonis......nbsp; nbsp; nbsp;151
�nbsp; nbsp; nbsp;juniperi......nbsp; nbsp; nbsp;112
�nbsp; nbsp; nbsp;laurinum cxpressum . .nbsp; nbsp; nbsp;112 ollvarum......nbsp; nbsp; nbsp;114
�nbsp; nbsp; nbsp;petrae . .- . .nbsp; nbsp; nbsp;115
�nbsp; nbsp; nbsp;pini.......nbsp; nbsp; 118
�nbsp; nbsp; nbsp;ricinl.......nbsp; nbsp; nbsp;116
�nbsp; nbsp; nbsp;terehinthinae . .nbsp; nbsp; nbsp;118
�nbsp; nbsp; nbsp;vitrioli......nbsp; nbsp; nbsp; 21
Opium.........nbsp; nbsp; nbsp;119
Opodeldoc.......nbsp; nbsp; nbsp; 45
Oxycrat........nbsp; nbsp; nbsp; 21
IPerubalsam.......nbsp; nbsp; nbsp; 39
Petersiliensameu.....nbsp; nbsp; nbsp;156
Pflanzen-Alcali......nbsp; nbsp; nbsp; 86
Pflaster, Lund'sches ....nbsp; nbsp; nbsp;169
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; scharfes oder englischesnbsp; nbsp; 55
Pferdspnlver.......nbsp; nbsp; 129
Pix liquida tt nigra ....nbsp; nbsp; nbsp;121
Placenta sem. lini.....nbsp; nbsp; nbsp;154
Plantae aromaticae ....nbsp; nbsp; nbsp; 79
Plumbum aceticum ....nbsp; nbsp; nbsp;123
Pommade arsenicale ....nbsp; nbsp; nbsp; 37
Potlo antispasmod.....nbsp; nbsp; nbsp;158
Pottasche .......nbsp; nbsp; nbsp; 86
Pulvis alumiu. compos. ...nbsp; nbsp; nbsp; 29
�nbsp; nbsp; nbsp;colophonil compos. . .nbsp; nbsp; nbsp; 51
�nbsp; nbsp; nbsp;Equorum.....nbsp; nbsp; nbsp;129
Purgirk�rner ......nbsp; nbsp; 150
Purgirwurzel ......nbsp; nbsp; 135
�Quecksilber, �tzend, salzs. (Chlorid) 81
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;mildes salzs. (Chlor�r)nbsp; nbsp; 79 Oxyd, rother, Pr�cip.nbsp; nbsp; nbsp; 84
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Salbe, graue . .nbsp; nbsp; nbsp;178 versiisstes ...nbsp; nbsp; nbsp; 79
Seite
Badix aeori veri.....nbsp; nbsp; nbsp;128
�nbsp; nbsp; nbsp;altheae......nbsp; nbsp; nbsp;124
�nbsp; nbsp; nbsp;angelicae......nbsp; nbsp; 125
�nbsp; nbsp; nbsp;aruicae......nbsp; nbsp; nbsp;126
�nbsp; nbsp; nbsp;bistortae......nbsp; nbsp; nbsp;140
�nbsp; nbsp; nbsp;bryoniae......nbsp; nbsp; nbsp;128
�nbsp; nbsp; nbsp;calami aromatic!nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;128
�nbsp; nbsp; nbsp;carlinae......nbsp; nbsp; 129
�nbsp; nbsp; nbsp;caryophyllatae .nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;130
�nbsp; nbsp; nbsp;enulae ......nbsp; nbsp; nbsp;131
�nbsp; nbsp; nbsp;gentiauae .....nbsp; nbsp; nbsp;132
�nbsp; nbsp; nbsp;hellebori albi et uigrinbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;142
�nbsp; nbsp; nbsp;imperatoriae.....nbsp; nbsp; nbsp;133
�nbsp; nbsp; nbsp;ipecacuanhae ....nbsp; nbsp; nbsp;134
�nbsp; nbsp; nbsp;jalappae......nbsp; nbsp; 135
�nbsp; nbsp; nbsp;levistici......nbsp; nbsp; 136
�nbsp; nbsp; nbsp;liquiritiae .....nbsp; nbsp; nbsp;137
�nbsp; nbsp; nbsp;rhei s. rhabarb. . . .nbsp; nbsp; nbsp;138
�nbsp; nbsp; nbsp;rhapontic......nbsp; nbsp; nbsp;139
�nbsp; nbsp; nbsp;tormcutillae ....nbsp; nbsp; 140
�nbsp; nbsp; nbsp;valerianae.....nbsp; nbsp; nbsp;141
�nbsp; nbsp; nbsp;veratri albi.....nbsp; nbsp; 142
�nbsp; nbsp; nbsp;vincetoxici.....nbsp; nbsp; nbsp;137
R�ucheruug, oxydirt-salzsaure .nbsp; nbsp; 104
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; salpetersaure ...nbsp; nbsp; nbsp; 20
Rainfarren.......nbsp; nbsp; nbsp; 78
Resina flava.......nbsp; nbsp; nbsp; 50
�nbsp; nbsp; nbsp;pini empyreum. liquid.nbsp; nbsp; nbsp; 121
Rhabarber.......nbsp; nbsp; 138
Ricinus�l .......nbsp; nbsp; 116
Roob juniperi et sambuci . .nbsp; nbsp; 144
Rosskastanie ......nbsp; nbsp; nbsp; 54
Ruhrwurzel.......nbsp; nbsp; 140
Saccharum lactis.....nbsp; nbsp; nbsp;144
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;saturni.....nbsp; nbsp; 123
Sadebaum oder Seveubaum . .nbsp; nbsp; nbsp; 77
Sal alcali volatile.....nbsp; nbsp; nbsp; 29
�nbsp; nbsp;amarum s. Sedliz ....nbsp; nbsp; nbsp;103
�nbsp; nbsp;ammouiacum.....nbsp; nbsp; nbsp; 31
�nbsp; nbsp;Cornu Cervi.....nbsp; nbsp; nbsp; 30
Sal mirabile Glauber ....nbsp; nbsp; 107
�nbsp; nbsp; nbsp;tartari.......nbsp; nbsp; nbsp; 87
Salmiak........nbsp; nbsp; nbsp; 31
�nbsp; nbsp; nbsp;Geist, �tzender . .nbsp; nbsp; nbsp; 98 Salpeter........nbsp; nbsp; nbsp; 90
�nbsp; nbsp; nbsp;Geist, vers�sster .nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;157
�nbsp; nbsp; nbsp;S�ure......nbsp; nbsp; nbsp; 19
Salzs�ure .......nbsp; nbsp; nbsp; 18
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;eisenhaltige ....nbsp; nbsp; nbsp; 19
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;oxygenirte ....nbsp; nbsp; nbsp; 34 Sapo viridis s. kalicusnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 145
�nbsp; nbsp; nbsp;terebinthin......nbsp; nbsp; 119
Scharfe Salbe......nbsp; nbsp; 176
Scheidwasser ......nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;19
-ocr page 247-
Register.
231
Seite
Schierling .......nbsp; nbsp; nbsp; 71
Schwalbenwurzel.....nbsp; nbsp; 137
Schwefel........nbsp; nbsp; nbsp;160
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Aether .....nbsp; nbsp; nbsp; 23
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Antimon.....nbsp; nbsp; nbsp; 33
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Arsenik, Opermentnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 38
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Eisen......nbsp; nbsp; nbsp; �S
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Kali oder Leber . .nbsp; nbsp; nbsp; 93
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;S�ure......nbsp; nbsp; nbsp; 21
Schwefelsaure Bitteierde . .nbsp; nbsp; 103
Schwefelsaures Eisen ....nbsp; nbsp; 181
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Kali.....nbsp; nbsp; nbsp; 95
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Kupfer ....nbsp; nbsp; 179
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Natron ....nbsp; nbsp; 107
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Zink.....nbsp; nbsp; 182
Schwefelspiesglanz, rohes . .nbsp; nbsp; nbsp; 33
Seeale cornutum.....nbsp; nbsp; 146
Seife, gr�ne.......nbsp; nbsp; 145
Seifengeist.......nbsp; nbsp; 146
Semen anisi ......nbsp; nbsp; 148
�nbsp; nbsp; nbsp;carvi ......nbsp; nbsp; 149
�nbsp; nbsp; nbsp;coriandri.....nbsp; nbsp; 150
�nbsp; nbsp; nbsp;crotonis .....nbsp; nbsp; 150
�nbsp; nbsp; nbsp;foeuiculi.....nbsp; nbsp; 152
�nbsp; nbsp; nbsp;foenl graeci ....nbsp; nbsp; 153
�nbsp; nbsp; nbsp;lini.......nbsp; nbsp; 153
�nbsp; nbsp; nbsp;petroselini.....nbsp; nbsp; 156
�nbsp; nbsp; nbsp;phellandri ....nbsp; nbsp; 155
�nbsp; nbsp; nbsp;sinapis......nbsp; nbsp; 156
Senf, schwarzer.....nbsp; nbsp; 156
- Umschlag oder Pflaster .nbsp; nbsp; 213
Sesqui-sulphuretum Antimonii .nbsp; nbsp; nbsp; 33
Silber, salpetersaures ...nbsp; nbsp; nbsp; 35
Soda, gereinigte.....nbsp; nbsp; 106
Solutio cupri sulphur, compos.nbsp; nbsp; nbsp;180
�nbsp; nbsp; nbsp;potassae uitratis ...nbsp; nbsp; nbsp; 91 Spanische Fliegen ....nbsp; nbsp; nbsp; 45
� Salbe ...nbsp; nbsp; 176
Tinctur . .nbsp; nbsp; 171
Spiesglanz, rohes.....nbsp; nbsp; nbsp; 33
Spiesglanz-Butter.....nbsp; nbsp; 102
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Schwefel (Gold-) . .nbsp; nbsp; 162
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Schwefelleber ...nbsp; nbsp; nbsp; 92
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Weinstein ....nbsp; nbsp; 166 Spiritus camphoratus ....nbsp; nbsp; nbsp; 44
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Cornu Cervi ....nbsp; nbsp; nbsp; 30
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;nltri aeidus ....nbsp; nbsp; nbsp; 19
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;nitrico-aethereus . .nbsp; nbsp; 157 salis aeidus ....nbsp; nbsp; nbsp; 18
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;salis ammoniac, caust. .nbsp; nbsp; nbsp; 98
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;saponis .....nbsp; nbsp; 146
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;terebinthinae . .nbsp; nbsp; 118
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;vini rectifleatissimusnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;158
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;vitrioli aeidus ...nbsp; nbsp; nbsp; 21
Seite
Stahlschwefel.....nbsp; nbsp; nbsp; 59
Steiu-Oel........nbsp; nbsp; nbsp;115
Stibium s. Antimouium
Stinkasant.......nbsp; nbsp; nbsp; 65
Strychnin........nbsp; nbsp; 109
Sublimat, Quecksilber- ...nbsp; nbsp; nbsp; 81
Siissholz........
Sulphas alum, kalic.....nbsp; nbsp; nbsp; 28
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;cupri, ferri, zinci 179 u. 183
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;maguesiae.....nbsp; nbsp; nbsp;103
Sulphur auratum autim. . . .nbsp; nbsp; 102
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;chalybeatum . . .nbsp; nbsp; nbsp; 59
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;stibiatum aurantiacumnbsp; nbsp; nbsp; nbsp;162
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;stibiatum rubrum . .nbsp; nbsp; 163
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;sublimatum s. depuratnbsp; nbsp; nbsp; 160 Sulphuretum ferri.....nbsp; nbsp; nbsp; 59
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;stibii.....nbsp; nbsp; nbsp; 33
Syrup, ordin�rer.....nbsp; nbsp; nbsp;106
Tabak........nbsp; nbsp; nbsp; 75
Tartarus depuratus ....nbsp; nbsp; 164
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;emeticus s. stibiatus .nbsp; nbsp; 166
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;vitriolatus ....nbsp; nbsp; nbsp; 95 Tausendg�ldenkraut ....nbsp; nbsp; nbsp; 70 Terpentin .......nbsp; nbsp; 168
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;gekochter.....nbsp; nbsp; nbsp; 50
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Oel.......nbsp; nbsp; 118
Terra catechu......nbsp; nbsp; nbsp; 48
Teufelsdreck ......nbsp; nbsp; nbsp; 65
Theer.........nbsp; nbsp; 121
�nbsp; nbsp; nbsp;Oel.......nbsp; nbsp; 121
�nbsp; nbsp; nbsp;Salbe und Wassernbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;122
Theriac........nbsp; nbsp; nbsp;121
Thonerde, schwefelsaurenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 28
Tinctura aloes simpl. et comp. .nbsp; nbsp; nbsp; 27
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;aruicae.....nbsp; nbsp; 170
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;asae foetidae . .nbsp; nbsp; nbsp; 66
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;cantharidumnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 171
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;cantharidum compos.nbsp; nbsp; nbsp; 171
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;crotonis.....nbsp; nbsp; nbsp;151
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;euphorbii ....nbsp; nbsp; nbsp; 68
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;jodi......nbsp; nbsp; nbsp; 86
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;myrrhae.....nbsp; nbsp; nbsp;172
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;op�......nbsp; nbsp; 172
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;veratri albi ....nbsp; nbsp; nbsp;173
Tollkirsche.......nbsp; nbsp; nbsp; 70
Tollkirschen-Ex tract ....nbsp; nbsp; nbsp; 57
Topique-Tcrrat .....nbsp; nbsp; nbsp; 37
Tormentill.......nbsp; nbsp; 140
Trank, krampfstillender . . .nbsp; nbsp; 158
Tropfen, Hoffmann's ...nbsp; nbsp; nbsp; 24
Umschlag, ziehendernbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;213
�nguentum aegyptiacum . .nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;174
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;althaeae . . 125 n.nbsp; 175
�nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;basilicum .nbsp; nbsp; nbsp;175
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mm
232
Kegister.
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Uuguentum calcis chlorat. . .
42
Vitriolum cupri s. coerul. . . 179
� cautharidiini . .
176
� martis s. viride
181
� ereosoti ....
97
� zincls s. alb.
182
� digestivum . .
177
IWachholderbeeren
38
irritaus ....
177
� Beer-Gel
112
� Jodi composit. . .
89
� Muss .
144
� kali carbon. . .
87
Walz'sche Br�he
111
� kali hydrojudici
89
Wasserfenchel . .
156
� mercnriale s. Uvdrarg.
178
Weideurinde . . .
04
� mercur. subl. Girardi
83
Weingeist . . .
158
� neapolit.....
178
Weinstein, gereinigter
164
� nitricum s. oxvgenat.
20
� vitriolisirter
95
pieis . . . 122 u
176
Wermuth .....
69
resi�ae pini . . .
175
Wohlverley-Blumen
60
saturniuum . .
101
- Wurzel .
126
� tart. emet. . . .
167
Wuudbalsam, gem.
169
� terebinth. . .
169
� Berliner
119
� vesicator.
176
Kaunr�be . . .
128
� zinri carbon.
183
Zink, kohlensaurer � schwefelsaurer
183 182
Villate's Liquor. . . . 101 u
208
Zinkoxvd, weisses
183
Vitriol-Naphtha .....
23
Zubereitung der Arzneiformen
193
� Oel (-Geist).....
21
Zugsalbe. ....
176
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