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INDOGERMANISCHE

BIBLIOTHEK

HERAUSGEGEBEN VON

H. HIRT UND w. STREITBERG

VIERTE ABTEILUNG

SPRACHGESCHIOHTE

ZWEITER BAND

INDOGERMANIsdlHE EIGENNAMEN ALS SPIEGEL DER KULTURGESCHICHTE

VON

FELIX SOLMSEN t HERAUSGEGEBEN UND BEARBEITET

VON

ERNST FRAENKEL

HEIDELBERG 1922

CARL WINTER’S UNIVERSITATSBUCHHANDLUNG

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INDOGERMANISCHE EIGENNAMEN ALS SPIEGEL DER KULTURGESOHICHTE

VON

FELIX SOLMSEN f

HERAUSGEGEBEN UND BEARBEITET

VON

ERNST FRAENKEL

bibliotheek UNIVERSITEIT UTRECHT

BIBLIOTHEEK

RIJKSUNIVERSITEIT

UTRECHT

2838 495 0

HEIDELBERG 1922

CARL WINTER’S UNIVERSITATSBUCHHANDLUNG

Verlags-Nr. 1701.

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Alle Rechte, besonders das Recht der tïbersetziiug in fremde Sprachen, werden vorbehalten.


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DER GATTIN

MEINES UNVERGESSLICHEN LEHRERS

FRAU PROFESSOR L SOLMSEN

IN DANKBARKEIT ZUGEEIGNET.

KIEL. SEPTEMBER 1921.

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Vorwort.

Als ich im Jahre 1912 bei einem kurzen Aufenthalt in Bonn den wissenschaftlichen NachlaC meines allzu frühnbsp;verstorbenen, unvergeClichen Lehrers Felix Solmsen einernbsp;Durchsicht unterzog, stieU ich auch auf ein vollstiindignbsp;ausgearbeitetes Kollegheft über die indogermaniscben Eigennamen. Ich war der Ansicht, daC es nach einigen An-derungen, namentlich stilistischer Natur, sehr gut veröffent-licht werden könne und wesentlich dazu beitragen werde,nbsp;in weiteren Kreisen von Philologen, insbesondere auch beinbsp;Lehrern der klassischen und der modernen Hprachen annbsp;höheren Schulen das Interesse für die indogermanischenbsp;Eigennamenforschung zu beleben. Ich versprach deshalbnbsp;der Witwe meines Lehrers, für die Publikation auch diesesnbsp;Manuskripts, sobald ich Zeit und Gelegenheit hatte, Sorgenbsp;zu tragen. Durch dringende, eigene Arbeiten verhindert,nbsp;kam ich jedoch zunachst nicht zur Ausführung meinesnbsp;Planes. Insbesondere zwang mich der Kriegsausbruch, dienbsp;ümarbeitung der Abhandlung auf unbestimmte Zeit zunbsp;vertagen. Auch die erste Zeit nach Kriegsende war ganznbsp;durch meine Vorlesungstatigkeit sowie durch die Voll-endung eigener, infolge des Krieges liegen gebliebener Arbeiten ausgefüllt, und ich fand nicht die nötige Sammlungnbsp;und Mulle zur Einlösung meines Versprechens. Im Winternbsp;1920/21 entschloC ich mich endlich zur genauen Prüfungnbsp;des Eigennamenmanuskripts. Bald aber überzeugte ich

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VIII

Vorwort.

mich, daC doch bedeutend erheblichere Anderungen und Nachtrage, als ich ursprünglich angenommen hatte, erfor-derlich seien. Abgesehen von einer Reihe in der Zwischen-zeit neu herausgekommener Schriften, die Solmsen nochnbsp;nicht hatte heranziehen können, waren anch die einzelnennbsp;Auseinandersetzungen stilistisch für einen Druck nichtnbsp;genügend ansgefeilt. So ging ich daran, unter möglichsternbsp;Wahrung der leitende'n Gesichtspunkte sowie der Dar-stellungsart des Verfassers das Werk umzugestalten undnbsp;druckfertig zu machen. Ich habe die neu erschienenennbsp;Bücher und Aufsatze nach Kraften herangezogen und da,nbsp;WO ich anderer Ansicht wie der Verfasser war, soweit ichnbsp;die Anderungen nicht im Texte selbst ohne ausdrücklichennbsp;Hinweis anbringen konnte, dies in den Anmerkungen unternbsp;Zusatz von E. F. kenntlich gein acht. Dort ist auch haufignbsp;von Solmsen noch nicht berücksichtigte Literatur, die oft-mals, wie ich mit groCer Freude festgestellt habe, seinenbsp;Ansichten bestatigt, nachgetragen oder auf sonstige Pa-rallelen zu seinen Theorien hingewiesen worden. Ein voll-standig neues Werk über indogermanische Eigennamen,nbsp;dem höchstens des Verfassers Notizen als Grundlage ge-dient batten, gebe ich also nicht heraus. Dies würde michnbsp;zudem von meinen augenblicklichen Arbeiten und Plilnennbsp;auf baltoslavischem Gebiete lange giinzlich abgezogen haben.nbsp;Trotzdem aber habe ich doch meinerseits eine Mengenbsp;Einzelheiten beigesteuert. Selbtverstandlich ist, da sichnbsp;das Werk an weitere Kreise wendet, nur besonders wichtigenbsp;Literatur namhaft gemacht worden. Einerseits wollte ichnbsp;den Umfang der Arbeit nicht noch mehr anschwellen lassen;nbsp;andererseits ist gerade die Eigennamenforschung ein un-erschöpfliches Gebiet, auf dem sich leider auch oft groBernbsp;Dilettantismus breitzumachen pflegt, so daC es unmöglichnbsp;und zugleich auch zwecklos war, in einer Studie wie diesernbsp;jede Einzelabhandlung auszunutzen und anzuführen. Mir

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IX

Vorworl.

ist sehr vvohl zum BevvuCtsein gekommen, daC vor allem auf germanischem Gebiete manches von dem Verfassernbsp;nicht herücksichtigt worden ist. Trotzdem habe ich esnbsp;nicht fur geraten gehalten, jede rnir falsch oder unwahr-scheinlich vorkom mende Meinung anderer eingehend zunbsp;widerlegen. Aus der Arbeit selbst wird, wie ich hoffe,nbsp;deutlich hervorgehen, daC Solmsen auch im Germanischen,nbsp;wie in den klassischen Sprachen stets ein gesnnder Spiir-sinn bei etymologischen und sonstigen Problemen geleitetnbsp;hat. Das Werk beschrankt sich im allgemeinen auf Grie-chisch, Lateinisch und Germanisch, vermeidet aber auchnbsp;nicht die Heranziehung anderer Sprachen, wo dies ange-bracht erschien. Es ist mir eine angenehme Pflicht, dernbsp;Witwe meines hochverehrten Lehrers auch an dieser Stellenbsp;für die groCe Liebenswürdigkeit, mit der sie mir dennbsp;NachlaG ihres Gatten zur Verfugung gestellt hat, meinennbsp;warmsten Dank auszusprechen. Ihr sei das vorliegendenbsp;Werk ergebenst zugeeignet.

Kiel, .Juli 1922.

Ernst Fraenke!.

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Seite

Vorwort..............Vn_ix

Eiuleitang ............. 1—21

I. Landernamen ...........22—4-1

Allgemeinere, wichtige Literatur S. 22—23. — Allgemeines S. 24—34. — Bildung von Landei--namen S. 34—41. — 1. von Vöikeriianaen aus S. 34nbsp;bis 37. — 2. von Örtlichkeiten, Stadten, Burgen,

Flössen aus S. 37—38. — 3. von besonderen Eigeu-schaften des Landes, sei es der besonderen Lage im Vergleich zu denen, die den Namen verliehennbsp;haben, sei es besonderen Produkten oder sonstigennbsp;natürlichen Eigenheiten S. 39—40. — 4. von Personennamen aus S. 40—41.

il. Flufi- und Bergnameu.........42-53

a) Allgemeine Bezoicbnungen S. 42—47. —

1. Plüsse S. 43—45. — 2. Gebirge S. 45-46. —

3. Mehrdeutiges S. 46—47. — b) Spezielle Benen-nungen von Flüssen iind Bergen nach der Be-schafifenheit S. 47—52. — c) Ableitungen von Per sonennamen S. 62—53.

lil. Ortsnamen im engeren Siiiiie, d. h. Namen menscli-licher Niederlassimgen....... . nbsp;nbsp;nbsp;,nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;54—94

A) nbsp;nbsp;nbsp;Büdungsprinzipien und Bedeutungsgehalt S, 54nbsp;bis 75. — 1. Bezeichnungen nach natürlich gege-benen Bodenverhaltnissen, wie Wasserlaufen,

Quellen, Erhebungen, quot;Waldern, Feldern und Auen S. 54—60. — 2. Ortsnamen im AnschluB an Kultur-verhaltnisse, wie sie der Menseb geschaffen batnbsp;S. 60—67. — 3. Ortsnamen, denen Personennamennbsp;zugrunde liegen S. 67—76. — a) Menschennamennbsp;S. .67—74. — b) Mythologische Namen, die in Orts-bezeichnungen entbalten sind S. 74—75.nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;,

B) nbsp;nbsp;nbsp;Ortsnamen und Geschichtsforschung S. 75nbsp;bis 9-4. — Emleitendes S. 76—76. — l.Politische Ge-schichte S. 76—91, — 2. Kulturgeschichte S. 91—94.

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XI

Inhalt.

Seitc

IV. nbsp;nbsp;nbsp;Völkernamen...........95—110

V. nbsp;nbsp;nbsp;Die Personennamen..........111—204

A) nbsp;nbsp;nbsp;Die griechischen Personennamen (als Repre

sentanten der indogerman. Namenbildung überhaupt) .............111—1.34

Literatur und Einleitendes S. 111—112.— 1. Voll-namen S. 113 — 118. — 2. Kurznamen S. 119—130, a) durch Kürzung von Vollnamen entstandene Kurznamen S. 119—124, b) nicht erst durch Kürzungnbsp;von Vollnamen entstandene Kurznamen S. 124—130.

— 3. Aufiere Gestaltung der Namen, besonders in suffixaler Hinsicht S. 130—132. — 4. Sonstigenbsp;Namenkategorien S. 132—133. — 5. Verteilungnbsp;der Namen nach sozialen Schichten, Stammen u.nbsp;dgl. S. 133—134.

B) nbsp;nbsp;nbsp;Die lateinischen Personennamen .... 136—153

C) nbsp;nbsp;nbsp;Die deutschen Personennamen .... 153—204nbsp;Literatur S. 153. — 1. Die altdeutschen Personennamen vor dem Aufkommen der Familiennamen

S. 154—178. — 2. Die Ausbildung der Familiennamen S. 178—204. — Allgemeines S. 178—182. a) Der Vatersname S. 182—189. — b) Familiennamen nach Herkunft und Wohnstatte S. 189—194.nbsp;c) Familiennamen nach Amtern und Gewerbennbsp;S. 194—199. — d) Beinamen, zumal Spitznamen,nbsp;denen eine besondere, aufierliche oder innerlichenbsp;Eigenschaft zugrunde liegt S. 199—204.

Anliang..............20.5—207

Kurze Übersicht über die treinden oder nach fremden Mustern gebildeten Familiennamen imnbsp;Deutschen.

Sachindex.............. 208—214

Wortindex............. 215—261

Nachtrag.............. 261

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Einleitung.

In dieser Arbeit sollen die indogermanischen Namen untersucht werden, d. h. Eigennamen im weitesten Sinne, so-wohl Orts- als Personennamen (unter den Ortsnamen Namennbsp;von Landern, Gebirgen, Plüssen, Stadten, Dörfern, Flur-stücken; weiter auch Völkernamen). Von den Sprachen, mitnbsp;denen sich die Untersuchung zu beschaftigen bat, sollen nichtnbsp;nur das Deutsche, sondern auch andere lebende Idiomenbsp;oder ausgestorbene Sprachen herangezogen werden. Beinbsp;der Fülle des Stoffes können nur Gesichtspunkte gegebennbsp;werden. Die Namen sollen nicht nur in sprachlicher Hin-sicht, die allerdings im Vordergrunde steht, sondern aufier-dem auch in historischer, kulturgeschichtlicher und ethno-graphischer Beziehung beleuchtet werden.

Man stellt die Eigennamen (Nomina propria) in Gegensatz zu den Gattungsnamen (Appellativa); wahrendnbsp;letztere zur Bezeichnung aller Angehörigen einer Gattungnbsp;dienen, werden erstere nur zur Benennung eines einzelnennbsp;Individuums derselben benutzt. Die sprachlichen Aus-drucksmittel als solche enthalten keinen derartigen Gegensatz; im Gegenteil laGt sich ganz allgemein der Satz auf-stellen: Jeder Eigénname hat eigentlich appellativischenbsp;Bedeutung und ist erst aus einem Gattungsnamen ent-standen. Das erkennt man ohne weiteres z. B. bei Ortsnamen allgemeinen Sinnes, wie Aue, Baden, Bruck, Brugge,nbsp;Brunnen, Burg, Haag, Hof, Kappel, Gmünd{en), Gmunden,nbsp;Munster, Ried, Stein, Weüer, Zeil’, hier sind Gattungsnamen,nbsp;die vielen einzelnen Örtlichkeiten zukommen und tatsach-lich auch von vielen gebraucht werden, für bestimmtenbsp;dieser einzelnen Örtlichkeiten fest geworden und habennbsp;ihren allgemeinen Sinn mit Bezug auf diese für das

Solmsen-Fraenkel, Indogermanische Eigennamen. nbsp;nbsp;nbsp;1

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Einleitung.

Sprachgefühl abgestreift: Wenn man den Namen der Stadt Münster in Westfalen oder am Stein ausspricht, so denktnbsp;man dabei keineswegs mehr an die Kirche bzw. dasnbsp;Kloster {nionasterium), denen die Ortschaften den Namennbsp;verdanken, sondern nur noch an die Stadte selbst. Es istnbsp;somit eine Einschrankung des Bedeutungsumfangesnbsp;Hand in Hand gegangen mit einer Erweiterung des Be-deutungsinhaltes. Die Bewohner einer speziellen Ge-gend haben den allgemeinen Namen Munster tür ein be-stimmtes Münster bzw. Kloster gebraucht, um dies vonnbsp;anderen in der Nahe befindlichen Örtlichkeiten zu scheiden.nbsp;Dann wird nicht mehr das Kloster schlechthin verstanden,nbsp;sondern die ganze Ansiedelung, die sich daran angeschlossennbsp;hat. Ahnliches können wir bei den Personennamen wahr-nehmen. Ausdrücke wie Schneider, Schuster, Backer, Schmidt-,nbsp;Grofi, Lange, Kluge, Grofikopf, Breithaupt, Langhein usw.,nbsp;die ursprünglich für viele Personen charakteristisch waren,nbsp;warden auf einen einzelnen, der die durch sie bezeich-ireten Eigenschaften in besonders hohem Grade besaU,nbsp;eingeschrankt, spater Jedoch auch für solche Persönlich-keiten gebraucht, auf die der appellativische Sinn gar nichtnbsp;zutrifft. So kann z. B. ein Mann Schneider heihen, dernbsp;seinem Handwerke nach Schuster ist; ein anderer kannnbsp;den Namen Kluge führen, wenn er sich auch keineswegsnbsp;durch besondere Klugheit auszeichnet. Ahnliches kommtnbsp;auch bei Namen weniger allgemeinen Sinnes vor: 'Itttto-KpctTp^ ‘Rossebewaltiger’, eine für viele passende Bezeich-nung, wird einem einzelnen beigelegt, obne dalS es deshalbnbsp;notig ist, dab er mit Pferden umgehen kann; ebenso brauchtnbsp;einer, der Friedrich oder Konrad heifit, keineswegs einnbsp;Friedensfürst oder kühn im Rat zu sein. Zusammen-fassend können wir sagen: Ein ursprünglicher Gattungs-name wird zum Eigennamen, wenn er einem einzelnennbsp;Orte Oder einer einzelnen Persönlichkeit beigelegt wird.nbsp;Dabei erleidet die Summe der für den Begriff charakteristi-schen Merkmale eine Veriinderung: Die Bezeichnung desnbsp;Individuums setzt mehr Merkmale voraus als die dernbsp;Gattung, und auf diese Weise findet eine Isolierung desnbsp;Eigennamens gegenüber dem Gattungsnamen auch dannnbsp;statt, wenn für das Sprachgefühl die eigentliche Identitatnbsp;beider noch vollkommen klar sein sollte. Diese Isolierung

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Einleitung.

bewirkt auch vielfach, daC Gattungsnamen und ursprüng-lich damit identische Eigennamen in ibrer geschichtlichen Entwicklung und ümgestaltung verschiedene Wege ein-schlagen und dadurch der einstmalige Zusammenhangnbsp;unkenntlich wird.

Die gleichen Erscbeinungen treiFen wir auf allen be-kannten Sprachgebieten an, bei den Indogermanen so gut wie bei den Semiten, bei den Agyptern so gut wie bei deiinbsp;Chinesen, bei den Indianern ebenso wie bei den afrika-nischen Eingeborenen. Nur eine Klasse von Personennamen bildet vielleicht z. T. eine Ausnahme von diesemnbsp;durchgehenden Prinzip, die mit sogenannten Lallwörternnbsp;zusammenhangenden Namen. Unter Lallwörtern verstektnbsp;man Wörter oder Lautkomplexe, die von den Kindernnbsp;bei ihren ersten stammelnden Sprachversuchen zutagenbsp;gefördert werden, und die alsdann von der Umgebungnbsp;derselben auf die einfachsten Dinge wie Vater, Mutter,nbsp;Onkel, Tante, Bett, Essen, Trinken, Schlafen und anderenbsp;natürliche Verrichtungen bezogen werden; z. B. deutschnbsp;Papa, Mama, BdhaBabd, pappen, slav. baba ‘alte Frau’,nbsp;in einer Reihe anderer Sprachen ‘Vater’, lat. fata ‘Vater’,nbsp;pappare ‘essen’, papilla, Dem. von *pappa ‘Brustwarze’,nbsp;got. atta ‘Vater’, ital. nonno ‘Grofivater’, nonna ‘GroCmutter’;nbsp;nanna ‘schlafe’. Das Charakteristikum ist die Reduplika-tion; man erklart dieselbe aus der Leichtigkeit, einen be-stimmten Laut bzw. Lautkomplex, nachdem einmal dienbsp;Sprachorgane die dafür nötige Stellung gefunden haben,nbsp;zu wiederholen, und aus der Freude, die die Wiederholungnbsp;der Leistung dem jungen Weltbürger bereitet. Solche Lall-worter können von den Erwachsenen den Kindern nachge-macht werden und so in die eigene Sprache übergehen, wienbsp;dies bei den meisten der angeführten Wörter der Fall ist.nbsp;Dasselbe kann sich auch bei den Eigennamen ereignen.nbsp;Man bat dabei folgende Möglichkeiten auseinanderzuhalten:

_L Schon vorhandene Namen werden in der Sprache der Kinder zu Lallwörtern umgestaltet und gehen in diesernbsp;Form in die der Erwachsenen über: Lilli, Lolo, Mimi, franz.nbsp;Fiji == Joséphine, Nini == Eugénie, Titi = Christine, Dédé =nbsp;Adèle, Gogo — Margot, Loidou = Louis.

Es werden Namen von Lallwörtern aus gebildet: lat. Tatius Tata, Atta-, got. Tata, Tatto, Anna, Abbo, At-

1*

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Einleitung.

ahd. AVba^ Ahbo, Baba, Babo, Mama, Mamo', nord. Nanna, die Gemahlin des Baldr. Reich war aa derartigennbsp;Namen im Altertuin besonders das westliche Kleinasiennbsp;(namentlich die Landschaften Phrygiên, Lydien,Tjycien,nbsp;Isaurien, Kappadocien usw.)- Dort finden wir sie zunbsp;hunderten auf den Inschriften. Die in diesen Gegendennbsp;im Altertum gesprochenen Mundarten hangen wahrschein-lich mit keiner der anderen Sprachfamilien,, weder dernbsp;indogermanischen noch der semitischen zusamnien, dürftennbsp;aber unter sich nahe verwandt gewesen sein. In einzelnenbsp;Landschaften, namentlich in Phrygiên, sind freilich Indogermanen eingedrungen, haben jedoch jene aus Lallwör-tern erwachsenen Personennamen aus der Sprache der vonnbsp;ihnen unterworfenen und aufgesogenen Urbevölkerung an-genommen; z. B. Bdpa, Bdprii;, ’'Apa, Nóvvoi;, Nivvi^, Tatct?,nbsp;TdT(T)a usw. (vgl. Kretschmer, Kinleit. in Gesch. d. griech.nbsp;Sprache 334 ff.). Gewifi sind manche dieser Namen auchnbsp;erst auf Grund appellativisch gebrauchter Lallwörter er-wachsen, z. B. lat. Tatius aus tata, got. Aitila aus atta. Abernbsp;es fragt sich, oh das bei allen der Fall ist, und oh nichtnbsp;solche Namen auch direkt aus lallenden Lauten der Kindernbsp;ohne Zugrundeliegen eines appellativischen Sinnes erwachsennbsp;sein können, vgl. Neme (russ. njanja) für Emilie. Dies laCtnbsp;sich nicht mit Bestimmtheit behaupten, aber die Möglich-keit muil offen bleiben, daC hier eine Quelle für die Bil-dung von Personennamen flieCt, die von dem sonst dortnbsp;herrschenden Prinzip abweicht.

Davon abgesehen, gilt aber der Satz: Eigennamen sind aus Gattungsnamen erwachsen. Auch die umgekehrte Er-scheinung lailt sich beobachten; Ursprüngliche Eigennamen,nbsp;besser gesagt, solche Wörter, die in der Sprache lange Zeitnbsp;hindurch als Eigennamen fungiert haben, werden zunbsp;Gattungsnamen. Man kann den Übergang verfolgen annbsp;Beispielen, wo der Charakter als Eigenname für unsernbsp;Gefühl noch ganz klar ist, wie der Anton ist ein dummernbsp;Beter-, er spielt den Gato. In anderen Fallen ist der Zu-sammenhang zwischen Gattungsnamen und zugrundelie-genden Eigennamen für unser Gefühl entschwunden: Wirnbsp;empfinden nicht mehr die Identitat von SJdave mit Slave,nbsp;Kreide mit Greta, Kupfer mit Oypern, z. T. weil das laut-liche Aussehen verandert ist, z. T. aber auch, weil die für

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Einleitung. nbsp;nbsp;nbsp;5

den Begriff des Eigennamens charakteristischen Merkmale nicht mehr dieselben sind wie die für den Gattungsnamennbsp;wesentlichen. Der Begriff Sklave (mhd. slave, sTclave; dasnbsp;letztere nach nalat. Sclavus) ist im 8./9. Jahrhundert n. Chr.nbsp;höchstwahrscheinlich in Italien aus dem Volksnamen dernbsp;Slaven erwachsen^, weil in jener Zeit zahlreiche südslavischenbsp;Volksangehörige dort als Kriegsgefangene und Leibeigenenbsp;gehalten wurden; dann ist die Zugehörigkeit zum Volks-stamme in den Hintergrund getreten und die Eigenschaftnbsp;als Leibeigener die allein charakteristische geblieben. Lat.nbsp;creta, sc. terra, woraus dtsch. Kreide, ist das Mineral, dasnbsp;vorzugsweise von der Insel Creta zu den Römern kam;nbsp;cuprum, sc. aes ‘Kupfer’ ist das Metall, das in Cypernnbsp;zuerst in weitem Umfange verwendet und von dort aus-gefübrt wurde.^ Allmahlich trat aber statt der Herkunftnbsp;nur noch die bestimmte Beschaffenheit des Minerals odernbsp;Metalls in den Vordergrund, und so konnten die Namennbsp;auch bei solchen Stücken angewendet werden, die vonnbsp;anderen Fundorten herstammten. Hier ist also eine Er-weiterung des Bedeutungsumfanges mit einer Ein-schrankung des Bedeutungsinhaltes Hand in Handnbsp;gegangen.

Es soil hier gleich ein kurzer Überblick über die wichtigsten Klassen gegeben werden, bei denen wir dienbsp;Entwicklung von Eigennamen zu Gattungsnamen imnbsp;Deutschen wie in anderen Sprachen beobachten können:

1. Haufig gebraucbte Vornamen, die besonders in den niederen Volksschichten weit verbreitet sind, wachsen sichnbsp;zu Bezeichnungen von ordinaren Menschen überhaupt aus,nbsp;die mit Untugenden, wie sie gerade im Volke vorkommen,nbsp;behaftet sind: Stoffel ‘dummer, einfaltiger Mensch’ ist einenbsp;Abkürzung von Christoph-, Rüpel ‘grober Burscbe’ ist dienbsp;bayrische Verkleinerungsform zu Buprecht', dafi geradenbsp;dieser Name den besonderen Sinn des Rüpelhaften an-genommen hat, wird wohl mit durch die Gestalt desnbsp;Knechts Ruprecht in Maskeraden veranlaht worden sein,

* Die Form Slave, Sklave selbst ist wahrscheinlich in Byzanz entstanden, wo neben EkXoPuvó? = slav. Slovën-inü, pl. -ëne auchnbsp;IkXoIPoi; vorkommt.

^ Vgl. auch franz. bronce, aus ital. bronzo = spatlat. Brundisi-num. sc. aes.

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Einleitung.

in deiien sich Maskierte roh und flegelhaft benahmen. Marielle ist ein in Ost- und WestpreuCen übliches Wortnbsp;für ein ungehobeltes, grobes Madchen; es ist lediglichnbsp;Demin, von Marie mit Tonverschiebung. Zn Mechtkildnbsp;kommt eine Koseform Metze vor, welche zunachst einnbsp;Madchen niederen Standee, wo dieser Name besondersnbsp;gebrauchlich war, dann mit verachtlicbem Nebensinne einnbsp;Madchen von leichtfertigem Lebenswandel bezeichnet.nbsp;Manche Vornamen dienen zur Bezeichnung von Tieren;nbsp;franz. renard ist aus dtsch. Reinhard entstanden, wie dernbsp;Fuchs in der Tierfabel wegen seiner Schlauheit heiCt,nbsp;ebenso lat. simia ‘Affe’ aus griech. Xiyicts, das ein volks-tümlicher Scherzname des AfEen nach seiner Stumpfnasig-keit (Oipotrig) gewesen sein muB. Interessant ist dienbsp;Entwicklung, die der Name Dietrich durchgemacht hat,nbsp;der heute auch einen Nachschlüssel bezeichnet. In dennbsp;nordischen Sprachen (schwed. dyrk, dan. dirk) dienen Kose-formen von Dietrich für dasselbe Instrument. Anderer-seits findet sich landschaftlich für Dietrich auch Peterchevnbsp;{Peterke) und Klaus {Klöschen). In allen diesen Fallennbsp;wurden hanfige Vornamen offenbar zunachst in der Gauner-sprache verwendet, um unter der unauffalligen Hülle dasnbsp;Verdachtige zu verbergen.

2. Der Name einer Persönlichkeit bleibt haften an einer Erfindung, die sie zuerst gemacht, einer Einrichtungnbsp;oder Sitte, die sie ins Leben gerufen hat, oder die innbsp;bezug auf. sie ins Leben getreten ist, einer Anschauung,nbsp;die sie mit besonderem Eifer und Nachdruck vertretennbsp;hat. Der Havelock hat seinen Namen von einem engl.nbsp;General, der um die Mitte des 19. Jahrh. lebte, u. a. 1857nbsp;bei der Niederwerfung des indischen Aufstandes beteiligtnbsp;war und zuerst ein derartiges Kleidungsstück trug. Dernbsp;Tattersall, eine Anstalt zur Wartung und zum Verkaufnbsp;von Pferden, ist nach dem engl. Trainer gleichen Namensnbsp;genannt, der 1777 ein solches Institut in London gründete.nbsp;Der fiacre ‘Mietskutsche’ heiCt nach dem heiligen Fiacrius,nbsp;der mit seinem Bilde der Schutzpatron eines Hauses innbsp;Paris war, in dem zuerst (Mitte des 17. Jahrh.) derartigenbsp;Lohnkutschen vermietet wurden.' Vor unseren Augen entstanden sind die Ausdrücke Boycott und boycotten, boycottieren,nbsp;namlich 1880 im Zusammenhang mit der Bewegung der

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Einleitung. nbsp;nbsp;nbsp;7

irischen Landliga, die den Hauptmann James Boycott, der ein Gut in Irland verwaltete und sich ihre Feindschaftnbsp;zugezogen batte, mit dem Banne belegte und jede Arbeitnbsp;bei ihm sowie jeglichen Verkehr mit ihm verbot. Vonnbsp;dem alten napoleonischen Verteranen Ghauvin stammtnbsp;der Ausdruck chauvinisme, d. i. eigentlich Napoleonverehrung,nbsp;Napoleonkultus. Nicolas Chauvin, der auch nach dem Falienbsp;seines Herrn ihm die Treue nicht nur bewahrte, sondernnbsp;sie auch öfFentlich vielfach bezeugte, wurde spater auf dienbsp;Bühne gebracht, in literarische Skizzen aus dem Soldaten-leben aufgenommen und so allgemein bekannt.

Lander- und Ortsnamen oder Ableitungen davon werden zu Bezeichnungen von Produkten aller Art, natür-lichen oder künstlichen, die dort zuerst gezogen oder ver-fertigt worden sind und sich dann weiter verbreitet haben;nbsp;die Korinthe ist die Rosine aus Korinth, die Sardine undnbsp;Sardelle der Fisch aus der Gegend von Sardinien, dienbsp;Apfelsine, die um die Mitte des 18. Jahrh. noch Appelsinanbsp;hieC, der Apfel von Sina, d. i. China; denn Sina ist dienbsp;Form, unter der der Landesname um 1700 bei uns imnbsp;Schwangé war; von dort her, genauer aus dem südlichennbsp;China und Cochinchina, batten die Portugiesen die Fruchtnbsp;um 1500 nach Europa gebracht, und dann -wurde sie vonnbsp;den Niederlandern nach Norddeutschland überführt, wonbsp;irm die Mitte des IS. Jahrh. neben Appelsina auch dienbsp;Bezeichnung Ghinaapfel begegnet.* Dtsch. Pfirsich ist ausnbsp;lat. persicum oder persica, eigentlich -‘persischer Apfel’, ent-standen. Der Muslin führt seinen Namen von Mosul amnbsp;Tigris, die Gaze von Gaza in Palastina, der Tull von demnbsp;franz. Stadtchen Tulle, Dép. Corrège, östlich von der Dordogne. Gravatte aus franz. cravate (woher ital. cravatta,nbsp;Croatia, span, crobata) ist die einfache Femininisierung vonnbsp;kravaf, der Benennung der Kroaten, die sich durch solchenbsp;Halsbinden auszeichneten. Die Krawatte wurde im Laufenbsp;des SOjahrigen Krieges durch franz. Soldaten zugeführt.nbsp;Der Kalmuck, ein starkes, langhaariges Wollenzeug, das zur

‘ Md. auch Appel de Sine nach franz. Pomme de Sine, obd. ursprungl. Orange, Pomeranze, well hierher die Frucht vorzugsweisenbsp;von Italienern eingeführt worden ist. [S. Jetzt Kretschmer, Wortgeogr.nbsp;d. hochd. Umgangsspr. 1, 82ff. — E. F.]

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Einleitung.

Winterkleidung benutzt wird, ist nach den Kalmücken benannt.

Die Galosche geht zurück auf lat. gallica, sc. solea, eine besondere Art von Sandalen, die ursprünglich in Galliennbsp;üblich, dann auch in Italien eingebürgert war. Heller istnbsp;eigentlioh der Pfennig von Schwabisch-Hall, wo diesenbsp;kleinste Münzsorte zuerst gepragt wurde; entsprechend istnbsp;Taler ursprünglich Joachimstaler in Böhmen, wo seit dennbsp;ersten Jahrzehnten des lÖ. Jahrh. derartige Gulden ge-schlagen wurden.

Wenn nun aber alle Eigennamen aus Gattungsnamen hervorgegangen sind, wie kommt es, dail ihr Sinn in sonbsp;unzahligen Fallen verdunkelt ist, und daC wir sie so un-endlicF ïaüflg nicht mehr ihrer eigentlichen Bedeutungnbsp;nach verstehen? Die Gründe dafür sind mannigfacher Art.

A. Der Grund der Verdunklung liegt in dem Wort-stoff selbst. Das betreffende Appellativum, aus dem der Name erwachsen ist, ist als solches in der betreffendennbsp;Sprache untergegangen oder uns wenigstens nicht mehrnbsp;erhalten. Bisweilen findet es sich nur in einzelnennbsp;Gegenden dialektisch. Öfters ist endlich der Name selbstnbsp;aus einer anderen Sprache übernommen, und das ihmnbsp;zugrunde liegende Appellativ ist erst in dieser zu finden,nbsp;der Sinn des Namens daher erst aus ihr heraus verstand-lich zu machen.

1. Das Appellativum ist in der Epoche, in der der Name begegnet, der Sprache verloren gegangen odernbsp;wenigstens uns nicht mehr erhalten, ein bei unserer lücken-haften Kenntnis alterer Sprachen überaus haufiger Fall.nbsp;Vom nhd. Standpunkt aus sind die zahlreichen Namen,nbsp;die -hert enthalten, z. B. Berta, BertJiold, Bertram, Albert,nbsp;Gerhert, Herbert, Hubert, Robert, Lambert, Engelbert, nichtnbsp;mehr verstandlich; sie gehören zu got. bairhts, ahd. beraJitnbsp;‘glanzend’, das im Nhd. ausgestorben ist, aber noch innbsp;engl. bright ‘hell, leuchtend’ fortlebt. Ebenso sind dienbsp;Namen mit Gund-, wie Gunther, Gunder{f), Gundermann,nbsp;Gundolf, Gundel, abgeleitet von ahd. gund{t) ‘Krieg’. Kirnnbsp;(an der Nahe), Querfurt (bei Merseburg), Kiirnberg (innbsp;Bayern), Quirnberg (bei Würzburg), Quirrenbach (im Sieg-kreis), ferner Mosel-kern, Land-kern (oberhalb Cochem) gehören zu rnhd. kirn, kiirn, ahd. quirn, got. qairnus ‘Mühle’,

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Einleitung.

dazu auch Querner, Kerner, Körner, soweit letzteres nicht von Korn stammt. Die Namen auf -wangen, wie Ell-wangen (in Württemberg), Feuchtwangen (in Mittelfrankennbsp;südw. von Ansbach), Durrwangen (in der Nahe davon),nbsp;Binswangen (im bayer. Scbwaben), Wangen (bei Stuttgart),nbsp;geboren zu ahd. wang ‘Aue, Getilde, Ebene’; demnaehnbsp;bedeutet Ellwangen ‘Getilde der Elche’, FeucMivangennbsp;‘Fichtengetilde’, Erlangen aus Erl-ivangen ‘Erlengetilde’.nbsp;In diesen Fallen ist der Sinn also einfach durch Zurück-gehen auf altere Sprachperioden zu ermitteln. Schwierigernbsp;ist es dort, wo schon in der alteren Epoche selbst dasnbsp;Appellativum verloren gegangen war; hier kann nur dienbsp;Etymologie helfen. Aber es gibt verschiedene Grade dernbsp;GewiCheit: So gut wie sicher ist die Deutung da, wo nahenbsp;verwandte Idiome das Wort noch klar als Appellativ fest-halten. Z. B. existieren im Ahd. eine Anzahl Personennamen mit Thrud-, Trud, so auf einer bei Friedberg innbsp;Hessen gefundenen Spange in Runenschrift Puruphild,nbsp;Thrudgis, TJirudhert, Thrud-hari (vgl. Trüter, Treutter), Drud-uin (woraus Trautwein), Drudo (Drude, Trude, Traute), innbsp;jüngerer Zeit vermischt mit Ableitungen von trut ‘traut’.nbsp;Im Ahd. selbst ist für die Erklarung kein Anhalt verhanden, aber im Ags. haben wir pryd ‘Kraft, Starke’,nbsp;im And. prüct-igr ‘stark’, prud-módigr ‘starkmutig’, Prüdr,nbsp;Tbors Tochter und überhaupt jedes starke und mutigenbsp;Weib. Danach ist als Bedeutung auch für die ahd. Namennbsp;‘Kraft’ anzusetzen: Thrutbert ‘kraftglanzend’, Hrodo‘kraftig’nbsp;usw. Im Griechischen gibt es eine ziemlich verbreitetenbsp;Sippe mit TTiö-, wie TTi(T)öeijq, Vater der Athra, GroC-vater des Theseus, TTibuiv, TTiSuXXoi;, TTirdiij, TTitamp;ii; usw.nbsp;Diese Namen sind ebensowenig zu Ttibog ‘Fab’ wie zunbsp;Treiöeiv zu stellen, da die von letzterem stammenden Tteiö-enthalten ‘; sondern sie geboren zu Tri9riK0(; ‘Affe’ iribijuvnbsp;Pindar, das sich zu lat. foedus ‘scheublich’ ebenso verhaltnbsp;wie rreibeiv zu fidere, ttiSo^ zu fldelia. Die Namen mitnbsp;bedeuten also ‘hablich’, vgl. Aïffxpmv, AicJxpiujv,nbsp;Aicrxul^o? von dcrx- (cf. aiaxoq, aiffxpó?, diffxicTToq). Viel

* Vgl. TTeidavópa?, TTei'amp;óXaot;, TTeiöóEevog ArniotteiOric;, KXeo-Tteiöri? usw.

' TTiOccKO?, -riKoc; in Gyrene, Athen, Akraphia, noch nicht bei Homer, erst von Archilochus ah (vgl. Solmsen, Rhein. Mus. 53,137 ff.).

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Einleitung.

unsicherer wird die Sache, wo man zur Aufhellung des Sinnes zu anderen Sprachen seine Zuflucht. nehmen muG;nbsp;z. B. ein im Altgerrn. weitverbreitetes, noch heute fort-lebendes Namenselement ist Ermana-, Irmina-: Ermanaricusnbsp;{Ermrich), Irminhard {Irmert, Immert), Irmingard, Arminius,nbsp;in Volksnamen wie Ermunduri, wovon Duringi {Thüringe)nbsp;eine Weiterbildung mit Portlassung des ersten Bestand-,nbsp;teils ist, Erminones, die eine der drei groGen Stammes-einheiten, in die die Westgermanen zu Tacitus’ Zeitennbsp;sich gliederten. In den germ. Sprachen treffen wir dasnbsp;Element irmin- in Appellativen nur noch in steigerndernbsp;Bedeutung an, z. B. ahd. irmingot ‘der groGe Gott’/ alsonbsp;mit stark abgeblaGtena Sinne. Man hat es verbundennbsp;mit griech. oppevoq ‘sich kraftig vorwarts bewegend, er-hebend’, aslav. ramSnü ‘ungestüm, rasch, heftig’ und ihmnbsp;danach den Sinn ‘erhaben, hervorragend’ beigelegt, wasnbsp;aber nicht mehr als eine Möglichkeit ist.

Am schlimmsten verhalt es sich für uns bei Sprachen, von denen uns gröGtenteils nur Namen bekannt sind, seinbsp;es durch Inschriften oder durch Zeugnisse von Autoren.nbsp;Leider ist dies bei nicht wenigen der früh ausgestorbenennbsp;Idiome der Pali. Hier kann nur vorsichtige Vergleichungnbsp;verwandter Sprachen unter sorgfaltiger Abwagung aller innbsp;Betracht kommender Momente helfen;z. B. Triest—Tergestenbsp;liegt in Istrien, auf einem ehemals von illyrischen Stammennbsp;bewohnten Gebiete. Die Stadt war schon im Altertumnbsp;ein hervorragender Handelsplatz, weil sie an der Küstenbsp;liegt und auGerdem ein wichtiger Handelsweg über dienbsp;julischen Alpen nach der Save zu führte. Das Illyrischenbsp;steht den slav. Sprachen sehr nahe, aus denen aslav. türgü,nbsp;russ. torg' ‘Markt, Handelsplatz’ (cf. Torgau) bekannt ist;nbsp;also Tergeste bedeutet ‘Handelsplatz’, mit einem noch sonstnbsp;in Namen aus jenen Gegenden nachweisbaren SufBxe -este.

Eine besondere Unterart dieses Palles tritt dann ein, wenn zwar das Appellativum als solches noch in einemnbsp;bestimmten Zeitpunkte erhalten ist, aber nicht mehr dienbsp;Bedeutung aufweist, die es hatte, als sich der Eigennamenbsp;davon abgrenzte: Fröbel — Frevel. Das mhd. vrevele ‘kühn,nbsp;stolz, verwegen’ hat noch nicht die heutige tadelnde Neben-bedeutung. Der Name Fricice ist identisch mit dem Adj.nbsp;friclt{e), -der niederdtsch. Porm von frech, dessen alterer

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Einleitung.

Sinn ‘mutig, dreist, kühn’ war; daneben ist freilich Fricke auch Zusammenziehung aus Frideco, Kurzform von Voll-namen mit frido ‘Frieden’.

2. Das Appellativurn ist nur in einzelnen Mundarten erhalten oder von Anfang an nur einzelnen Mundartennbsp;eigen gewesen; der Name aber ist über deren Grenzennbsp;hinaus bekannt und verbreitet. Die Trager von Personennamen wandern aus ihrem ursprünglichén Heimatsgebietnbsp;aus und nehmen ihre Namen in andere Teile des Sprach-¦ gebietes mit, oder Ortsnamen, die an der Gegend haften,nbsp;erlangen aus irgendeinem Grunde Berühmtheit weit übernbsp;ihre niihere Umgebung hinaus. Die Loreley ist überallnbsp;bekannt; der zweite Teil des Namens \ ley, war ursprüng-lich weit auf deutschem Sprachgebiet verbreitet, ist jetztnbsp;jedoch im 'wesentlichen nur in rheinischen Mundarten nochnbsp;bekannt, vpo er ‘Fels’, spez. ‘Schieferfels’ bedeutet (vgl.nbsp;auch Erpeler Ley, Graacher Ley, Brauseley bei Ems usw.).nbsp;Loreley ist vielleicht s. v. a. Lureley ‘lauernde Ley’ wegennbsp;der Gefahren für die Schiffahrt. Bririk im Geblete dernbsp;alten Sachsen bezeichnet eine hochgelegene Rasenflachenbsp;oder überhaupt ansteigende Flache (so noch im West-falischen). Mit Brink sind zahlreiche Ortsnamen auf dernbsp;Linie Hannover—Utrecht gebildet, besonders in Westfalennbsp;nebst Lippe und Osnabrück. Das Namenselement istnbsp;auch auf Personen übertragen und weithin bekannt geworden: Brink, Brinkmann, SteinhrinJc, Hasenhrink, Mülilen-hrink, Osferbrüik, ten Brink, von den Brinken usw. Nebennbsp;Töpfer gibt es andere Familiennamen, die von demselbennbsp;Handwerke ihren Ursprung genommen haben, und zwarnbsp;von mundartlichen Bezeichnungen: nd. Botter, Better,nbsp;Butter, Büttmann, alles Ableitungen von Bott. Obd. Hafner,nbsp;Hefner stammt ebenso von Hafen ‘tiefes Geschirr, Topf’,nbsp;rhein. Uier, Üllner, Auler, Euler von uhl, ühl, auel — lat.nbsp;olla ‘Topf, GefaC’. Schroder ist noch heute in plattdtsch.nbsp;Mnndarten s. v. a, ‘Schneider’; mhd. war ganz allgemeinnbsp;scrótaere von ahd. scrótan ‘schneiden’, spez. ‘zuschneiden’,nbsp;daher hd. Schröter, md. Schrader (vgl. md. scrddan=scródan)'.

* S. zu Loreley Wilhelm Hertz, Ges. Abh., herausgeg. von F. von der Leven, Stuttgart und Berlin 1905, 456 ff. und über dienbsp;ursprüngliche Bedeutung des Kompos. 463 ff. 472 ff.

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Einleitunjr.

in einzelnen nd. Mundarten, besonders Grenzdialekten von Rheinland-Westfalen und Holland lautet das Verbumnbsp;schróen, daher der Eigenname Schröer {Schrörs). Da esnbsp;auCerdem ein z. T. noch heute lebendiges Verbum schrotennbsp;= ‘Fasser rollen, walzen’ (namentlicb auf zwei Leiter-baumen) gibt, könnten die angeführten Namen auch zunbsp;diesem gezogen werden.

3. Der Name ist als solcher aus einer fremden Sprache übernommen; erst diese bietet den Schlüssel zunbsp;seinem Verstandnis. lm wesentlichen sind zwei Klassennbsp;zu unterscheiden, je nach der Art, wie die Übernahmenbsp;vor sich geht:

a) Der fremde Name wird direkt von aullen im-portiert wie ein Lehnwort; das geschieht in der Regel im Gefolge einer kulturellen Beeinflussung. Mit dem Christen-tum sind unzahlige hebr., griech., lat. Namen zu uns ge-kommen, wie Johannes (hebr. Jehochanan ‘Gott ist gnadig’),nbsp;Matthias (d. i. ‘Geschenk’ sc. Jehovahs), Abraham ‘Vaternbsp;der Menge’, Melchior ‘König des Lichts’, Martha, Maria,nbsp;Alexander ‘Manner abwehrend’, Alexius ‘Helfer’, Philippusnbsp;Tferdeliebhaber’, Helene (cf. éXdvr), é\évr| ‘Fackel’, pé\a‘nbsp;fjXioq Kui auTb niro AaKibviuv. féhav auTf|v fjXiou Hesych).nbsp;Die russ. Vornamen sind zuin allergröCten Teil aus demnbsp;Griech. im Zusammenhang mit der Kultur, die von Byzanznbsp;aus den Ostslaven, spez. den Russen gebracht worden ist,nbsp;entlehnt worden: Alehsandr, Alekseï, Jevgenü, Konstantin,nbsp;Nikolai, Michail, Vasiliï (= BauiXeioq), Juriï, Fëdor, Ivan,nbsp;Pëtr, Pavet, Sergeï, Marïja, Avdotija, Sofïja, Tatïjana,nbsp;Varvara; unverhaltnismaCig wenig echt Slavische Namennbsp;haben sich andererseits erhalten, z. B. Vladimir. Von dennbsp;deutschen Vornamen gibt es auCer solchen hebr., griech.,nbsp;lat. TJrsprungs noch solche, die aus modernen Kultur-sprachen entlehnt sind. Aus dem Engl. stammt Edwardnbsp;für echt deutsch Odward ‘wer eines reichen Erbgutesnbsp;wartet’ (vgl. got. audags ‘glückselig’, ags. éadig, as. Mag,nbsp;ahd. ótag ‘begütert, reich’), aus dem Franz, sind übernommen Charlotte, Henriette, am Rhein, wo der Einflufinbsp;des franz. Elements auch in der Sprache am starkstennbsp;von ganz Deutschland hervortritt, Jean, Jacques, aus demnbsp;Schwed. Oustav (= an. gud-stafr ‘Kampfesstab’), aus demnbsp;Russ. Iwan, Feodor, Olga, aus dem Irischen Brigitte (cf.

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13

Einleitung.

Brigit, Name einer Heiligen, die auch in Deutschland Verehrung fand, = ‘die Hohe’).

b) Bei einer Völkermischung, bei der die Sprache des einen Teiles im wesentlichen siegt, werden aus dernbsp;der sprachlich unterliegenden Schicht Namen so gut wienbsp;sonstige Wörter aufgenommen:

Bei der Mischung germanischer und romanischer Völker, die durch die Völkerwanderung herbeigeführtnbsp;wurde, sind die rorn. Sprachen siegreich geblieben, abernbsp;ihr gesamtes Namensystem ist gesattigt mit germ. Namen:nbsp;franz. Berthier, Bertheau, Bertrand, Eeymond, Eegnaud, Ee-gnier, Eiccaud, Eibot, Thihand, Thierry, Thiers, ital. Garibaldi,nbsp;Umberto, span. Alfonso (= all-funs ‘der alles Wagende’,nbsp;cf. ahd. funs, as. afr. füs ‘bereit, willig’), Fernando {Fredi-nand ‘friedenskühn’).

Von besonderer Wichtigkeit sind die Ortsnamen, die bei der Unterjochung und Aufsaugung einer alteren Völker-schaft durch eine in ihre Wohnsitze eingebrochene jüngerenbsp;von der letzteren übernommen werden, besonders Flufi-und Bergnamen: Ehein, ahd. Etn, lat. Ehenus stammt vonnbsp;kelt. rénos ‘Strömung’ (ir. rian ‘Meer’), Eemagen, ausnbsp;Eigomagus, ist ebenfalls kelt., s. v. a. ‘Königsfeld, Königs-ebene’. Bei der Kolonisierung des slavischen Ostens durchnbsp;die Germanen sind zahlreiche slav. Ortsnamen erhaltennbsp;geblieben und auch einzelne andere slav. Wörter aufgenommen worden, die in Personennamen eingedrungennbsp;sind; vgl. Leipzig = Lipsk ‘Lindenstadt’, Stargard ‘Alt-stadt’, Naugard ‘Neustadt’, Belgard ‘weiCe Stadt’, Torgaunbsp;‘Markt, Stadt’; der Eigenname Kretschmer ist eine Ab-leitung von nhd. dial, kretscham ‘Schenke’ (= poln. karczma,nbsp;obersorb. korcma, niedersorb. kjarcma, czech. krcma, russ.nbsp;korcma), bedeutet also dasselbe wie Kriiger.

B. Der Grund der Verdunklung liegt in der Wort-form, die sich bei Namen von der beim Appellativum üblichen unterscheidet.

1. Der Name wird in dialektischer Form über das betreffende Dialektgebiet hinaus bekannt und gelaufig;nbsp;dies zeigt sich z. B. bei nur ndd. Namensformen wie Wittenberg, Wittenborn = Weifienberg, Weifienbrunn-, Witt{e) =nbsp;WeijS{e); Koek = Koch; Yofi = Fuchs', den Namen mitnbsp;Nie- = ‘neu’: Niemann, Niemeyer, Niejahr, Niebuhr ‘Neu-

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Einleituiig.

bauer’; Niemierg, Niendorf, Nienhagen; ebenso bei denen mit Nau- in vielen Teilen Mitteldeutschlands: Naumhurg,nbsp;Nauheim, Nauendorf, Nauenhof, hierzu auch Naumann innbsp;Gebieten, wo iu nicbt durch eu, sondern auch sonst durchnbsp;au vertreten ist; Schütf{e) = Schütz{e), Schipper = Schiffer,nbsp;Schliiter = Schliefier, Orot{e) = OroJl{e), Notfebohm =nbsp;Nufibaum, Nottmeyer = NuJSmeyer, Beclc = Bach^, Pipier =nbsp;Pfeifer.

Ürsprünglich dialektische Namensformen werden viel-fach in gemeinsprachliche Form gebracht, also verhoch-deutscht. Dabei kommen manchmal falsche Verhochdeut-schungen vor: Süerlant = Süderland, nicht = Sauerland, Beerbqhm bedeutet Birnbaum, nicht Bierbamn; slav. Visla,nbsp;ndd. Wissel iat im Hd. unrichtig durch Weichsel (nach Weich-selkirsche) wiedergegeben worden; für Meifiner 'Einwohnernbsp;von MeiBen’ findet sich durch falsche Verhochdeutschungnbsp;Meixner.

2. Die lautliche Entwicklung der Namensform nimnat einen anderen Verlauf als die des Appellativs, vornbsp;allem deshalb, weil das betreffende Wort im Namen meistensnbsp;in einer langeren Weiterbildung, besonders in einer Zu-sammensetzung erscheint, für deren Entwicklung in vielennbsp;Sprachen andere Normen geiten als für diejenige kurzer,nbsp;einfacher Wörter. Im übrigen ist der Grad, bis zu demnbsp;Eigennamen und Appellativa in ihrer lautlichen ümge-staltung auseinandergehen, ein verschiedener in verschie-denen Sprachen; z. B. unterscheiden sich im Altgriech.nbsp;Appellativa und Eigennamen lautlich kaum voneinander;nbsp;im Lat. dagegen, wo die Anzahl der Komposita nur sehrnbsp;gering und die sufBxale Weiterbildung der Namen vielnbsp;verbreiteter ist, ist die Divergenz zwischen beiden Grappennbsp;betrachtlicher: Laelius, aus *Laevilios, ist abgeleitet vonnbsp;Laevius^ (zu laevus 'links’), ebenso Laenius aus *Laevinius.nbsp;Das V ist zwischen ae aus ai und i geschwunden, vgl.nbsp;aetas aus alterem aevitas, diiior, ditissimus aus divitior, di-vitissimus. Im Deutschen hat die Verschiedenheit zwischennbsp;Appellativa und Eigennamen ganz gewaltige Dimensionennbsp;angenommen, hesonders aus folgenden Gründen;

' Vgl. Langen-, Schone-, Hagen-, Otter-, See-, Steinbeck usw.

^ Cf. Lucilius von Lucius, Puhlilius von Publius, Caecilius von caecus ‘blind’.

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Einleitung.

a) In Zusammensetzungen findet überaus haiifig eine Assimilation des oder der auslautenden Konsonanten desnbsp;ersten Gliedes und des Anfangskonsonanten des zweitennbsp;Elements der Zusammensetzung, d. h. in der sogenanntennbsp;Kompositionsfuge, statt. In den meisten Fallen ist dernbsp;anlautende Konsonant des zweiten Teiles für das schlieC-liche Resultat des Lautprozesses mafigebend geworden; binnbsp;und wieder hat aber auch der Auslaut des ersten Gliedesnbsp;den Sieg davongetragen: Schaumburg, Homburg = Schauen-burg, Hohenburg; Lehmann (= Lehnmann), besonders in dernbsp;Provinz Brandenburg heimisch, bezeichnete ursprünglicbnbsp;den Lehnbauer der Kolonistendorfer, der nicht leibeigennbsp;und seinem Dorfherrn zinspflichtig war, sondern wegennbsp;gröCerer Wohlhabenheit, ahnlich dem Adel, dem Landes-herrn selbst ein Lehnpferd zu stellen, also als Lehnmann seinen Untertanenpflichten zu genügen hatte. Gelegentlichnbsp;ist der Name als Lehmmann miCverstanden worden, so vonnbsp;demjenigen Vorfahren des Astronomen Argelander, dernbsp;seinen eigenen Namen Lehmann grazisierte (vgl. griechischnbsp;dpfiXoq ‘weiCer Ton, Töpfererde’). Qund-bert ‘im Kampfenbsp;glanzend’ ist zu Gumbert, Gumpert, weiter zu Gummert um-gestaltet worden; Gund-hald 'im Kampfe kiihn’ zu Gumpold,nbsp;Ghumpelt] Gund-mar 'im Kampfe sich auszeichnend’ zu Gum-mer, Rummer. Aus Land-berht ‘im Lande glanzend’ eindnbsp;die Eigennamen Lambert, Lamprecht, Lammert, aus Land-frid die Namen Lamfried, Lempfert gew'orden. Volk-brechtnbsp;führt zu Vollbrecht, Volk-mar zu Yollmar, Yollmer, Spechtes-hart zu Spessart, Erl-wangen zu Erlangen usw.

P) ünbetonte Silben werden verkürzt, volle Vokale zu e, seltener zu i, u geschwacht oder auch ganz ausge-stollen. Dieses Schicksal trifft besonders;

1. In langeren Kompositis die Mittelsilben, d. h. die Flexions- und Ableitungssilben des ersten Bestandteilesnbsp;oder, wenn das erste Element schon ein Kompositum istnbsp;— wie haufig bei Ortsnamen —, dessen zweiten Teil: Athal-,nbsp;Adal- werden zu Al-, vgl. Adalbert daraus Albert-, Adalhardnbsp;daraus Ahlhardt, Ahlert, Allert; Adalmann daraus Ahlmann,nbsp;Aïlmann; Adalmar daraus Allmer; Adalwart daraus Ahlwardt,nbsp;Allwert usw.; Hugu-brecht, -hert (cf. ahd. hugu, mhd. hugenbsp;‘denkender Geist, Sinn, Verstand’) daraus Hubrecht, Hubert,nbsp;Huppert; Hugibald daraus Hubold, Huppold; Hugimann dar-

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Einleitung.

aus Humann-, Hugimar daraus Humer; Frisigides-dorf dar-aus Friesdorf; Folchardesdorf daraus Volkersdorf; Baldrodes-heim daraus Ballersheim; Biscopesmark daraus Bismarck, eigentlich Stadt in der Altmark, der Sitz des bekanntennbsp;Geschlechtes; Habeckishurg daraus Habshurg-, HabicMmannnbsp;daraus Hachtmam; Hahichtmeister daraus IIach{t)meister\nbsp;Ascegereslebo daraMB Aschersleben-, Anegrimeslebo daraus Frms-leben; BrumvardesrotJi daraus Brotterode; Heriiilfisfeld darausnbsp;Hersfeld; Aldolfesbach daraus Alsbach; Botinesbach darausnbsp;Butzbach', Ratingesstat daraus Banstadt; Adaïhelmesliusir daraus AdelsJiausen (zwischen München und Augsburg). Vonnbsp;den in heutigen Ortsnamen am haufigsten vorkommendennbsp;beiden Mittelsilben -ers- und -els- bat man berechnet, daCnbsp;die erste aus 28, die zweite aus 13 verschiedenen Quellennbsp;entsprungen ist (Förstemann, Die deutschen Ortsnamen,nbsp;Nordhausen 1863, 160 ff.).

2. In kürzeren oder durch Verschleifung der Mittelsilben kürzer gewordenen Komposita ist der zweite Bestandteil verstümmelt worden: die Namen auf -em wie Bachem, MeJdeni, LieJJem, Olzem, Harzem enthalten im zweiten Oliedenbsp;-heim, vergl. auch Mannem, wie Mannheim im Volksmundenbsp;heiUt. Anderwarts wird -heim zu -um: Bockum, Beckum,nbsp;Stirim; in noch anderen Gegenden wird es zu -im: Arnimnbsp;(Dorf in der Altmark). Dieser Wechsel zwischen verschiedenen Vokalen beruht darauf, daC die volkstümliche Aus-sprache überall nur einen sehr unbestimmten Vokal hat,nbsp;der teils durch e, teils durch i, teils durch u wiedergegebennbsp;wird. Altes -mar ist zu -mer geworden: Allmer, Reimer,nbsp;Heimer (aus Hagimar), Hilmer (aus Hildi-mar), Vollmer-,nbsp;ebenso wird -hart zu -ert: Rothert sMa Roth-hart, weiter ausnbsp;Hrod-hard (das erste Glied == ‘Ruhm’); Geppert aus Qeb-hard; Ghmdert, Günthert aus Gund-hart', ebenso Bungert =nbsp;Baumgart; Wingert = Weingart. Das zweite Element istnbsp;noch mehr geschwacht worden in Bernd = Bernhard; Gertnbsp;= Gerhard; Kord, Kurt = Konrad, Kuonrad. Aus -frid istnbsp;oft -fert geworden: Sieffert, Seiffert, Seuffert aus Sieg-frid.nbsp;Die hannoverschen Ortsnamen auf -sen sind aus -husennbsp;verkürzt: Bennigsen aus Benning-husen; Adelebsen aus Adal-leibeshusen •, Amelmxen (bei Höxter) aus Amélungshusen;nbsp;Albaxen (bei Holzminden) aus Altberteslmsen. ^ In der

^ Dagegen z. I). Ottensen bei Hamburg aus Ottensheim.

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Einleitung.

Schweiz um den Zürichersee herum begegnen uns Namen auf -ikon: Didikon, Örlïkon, Watzikon, Zafzikon aus solchennbsp;auf -ichoven, -inghoven, cf. KüdingJioven, Nettekoveri, Birren-koven. Durch Vereinigung beider Arten von Verkürzungennbsp;entstehen Formen, denen der Urspning absolut nicht an-zusehen ist, wie Berlepsch (Dorf bei (iassel) ^aus Berahtlei-beshuson ‘zu den Hausern des Berahtleip', woraus sukzessivenbsp;Berleïbessen, Berlebesen, Berlehsen, Berlepsch; Heskeni, ein Dorfnbsp;bei Marburg, geht zurück auf Heistingenkeim, über Heistingheim,nbsp;Heistinghêm, Heisteghêm, Heissighem, Heissigkem, Hessigkem.

t) Personennamen werden in kosender Weise verkürzt, meist durch Weglassung des zweiten Gliedes, das entwedernbsp;ganz oder zum gröhten Teile fortfallt. ünter ümstandennbsp;weerden an diese verkürzte Form verkleinernde, liebkosendenbsp;Suffixe angefügt, die dann wieder Anlah zu Assimilationennbsp;und anderen Umformungen geben. Dieses Prinzip ist nichtnbsp;allein deutsch, sondern war ursprünglich allen indogerm.nbsp;Sprachen gemeinsam (s. spiiter); z. B. Ede, Heine, Lude =nbsp;Eduard, Heinrich, Ludwig. Aus Godéberaht, Godafrid, Goda-hard werden Gohde, Goden, Qöth{e), Götte, unter Anfügungnbsp;von Verkleinerungssuffixen Gödel, Göfhel, Qöttel, Göll, vgl,nbsp;noch Gödicke, woraus Göcke. Auch Gotz, Götz{e), Quiz,nbsp;Giitz sind Ahkürzungen des genannten Vollnamens. Ausnbsp;Namen mit Liut- wie Liufbert, Liuthard usw. sind her-vorgegangen; Liete, Lilthe, Legde, Luie, dazu mit -Z-Suffixnbsp;Liedl, Lulle, Lühl, mit -A:-Suffix Liedke, Lütke, Lücke, Leucke,nbsp;mit -2-Suffix Lietz{e), Leutze, Leutsch u. v. a. Bernhardnbsp;kann zu Benno, Arnold zu Anno abgekürzt werden.

h) Eigennamen bewahren eine altere Gestalt als die Appellativa; wiihrend in letzteren die lehendige Aussprachenbsp;sich andert, wird in ersteren die einmal rezipierte Formnbsp;heibehalten, zum nicht geringen Teil unter dem Druckenbsp;der einmal urkundlich festgelegten Schreibung; Anhuth,nbsp;Ansorge, Ansinn enthalten im Vorderglied die Prap. mhd.nbsp;Ane = nhd. ohne, Mahnkopj, Mannkopf die altere Form desnbsp;Subst. Mohn (vgl. mhd. man). Sundgau zeigt noch die innbsp;ahd. sund vorliegende, nasalierte Form, die in dem heu-tigen Süd durch die niederdeutsche, einesNasals entbehrendenbsp;Gestalt verdrangt worden ist. Vielfach wird auch nur einenbsp;altere Orthographic heibehalten, so in den niederrheinischennbsp;Namen auf -gen {Röntgen, Pönsgen usw.), deren Ableitungs-

Solmseu-Fraenkel, Indogermanische Eig-ennamen. nbsp;nbsp;nbsp;2

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18

Einleituna

silbe mit dem noch im 18. Jahrh. -gen lautenden Demi-nutivsufBxe -chenN^. Madchen, BiibcJien, alter Madgen, Büh-gen) identisch ist.i

3. Der Name wird durch das Wirken der Analogie umgestaltet. Entweder der ganze Name oder auch nurnbsp;ein Teil wird voni Sprachgefühl an solche Wörter ange-schlossen, nait denen er etymologisch nichts zu tun hat,nbsp;und nach ihrem Muster durch sogenannte Volksetymologie* umgeformt. Diese Veranderung kann verschiedennbsp;stark sein; unter Umstanden braueht mit dem AnschluCnbsp;an ein eigentlich nicht zugehöriges Wort keine lautlichenbsp;Umgestaltung verbunden zu sein: Beinhertz, das als zunbsp;Herz gehorig einpfunden wird,^ ist in Wahrheit Gen. vonnbsp;Reinhert = Reinhart, ebenso Reinholtz, Helmholtz solcher vonnbsp;Reinhold, Helmhold. Manchmal ist die Veranderung nurnbsp;ganz minimal; so in Wohlfahrt = Wolf-hart; die Namennbsp;auf -hold sind schon sehr frühzeitig (Ende des 12. Jahrh.)nbsp;in Anlehnung an das Adj. hold aus alteren Bildungen aufnbsp;-olt = -walt entstanden: Reinhold aus Bagin-walt; Leutholdnbsp;aus Liut-walt ‘Beherrscher des Volkes’, Berfhold aus Berht-wald, Helmholtz aus Helm-old-s. Bennsteig, Bennstieg aufnbsp;dem Kamme des Thüringerwaldes, der Franken und Thü-ringen trennt, steht für Rainsteig ‘Grenzsteig’, ebenso Benn-weg (in Zürich) für Rainweg. Die Kurfürsten am Walen-see sind Kurjirsten ‘summitates Curienses’, d. h. die Firstennbsp;an der nach Chur führenden StraCe. Türhheim (im Elsahnbsp;bei Colmar), Ober- und üntertürkheim (bei Stuttgart, zwischennbsp;diesem und Efilingen) sowie Türkenfeld (in Bayern, westlichnbsp;von München, in der Nahe des Ammersees und bei I^ands-hut) haben so wenig wie Dürkheim in der Pfalz etwas mitnbsp;den Türken zu tun, sind vielmehr aus Thuringoheim, During-feld entstanden, waren also Ansiedelungen eines Thüringersnbsp;oder von Thüriugern. Schlichtegroll enthalt krull, kroll ‘lockig’,nbsp;bedeutet also ‘einer mit schlichten Locken’ oder ‘einer,nbsp;dem auffordernd zugerufen wird: Schlichte die Locken!’

Viel weiter geht z. B. das zu Ehrenbreiistein gewordene Erinberaht-stein (1. Element = ‘ehrenglanzend’); Sterbfritz,nbsp;ein Dorf in der Rbön, aus Stark-frides \ Kronawetter, Krone-

' Vgl. Fastnacht, das ursprüaglich nicht zu fasten, sondern zu faseln 'Unsinn treiben’ gehort, Maulwurf aus mhd. moltwerfe {mottenbsp;= ‘Erde’), spater an Maul angeglichen.

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Einleitung.

hitter, Kronenbitter, in Süddeutschland begegnende Namens-formen, ans Kranewitter, zu ahd. chranawitu ‘Wacholder’.

Eine besondere Gruppe innerhalb dieser etymologischen Umformungen bildet die An- und Ausgleichung einzelnernbsp;ï^amen oder ganzer Namengruppen untereinander: Hede-minden, an der Werra kurz vor Minden, hat seinem Ursprungnbsp;nach mit diesem gar nichts zu tun, es ersetzt vielmehrnbsp;Hedemenni, wie Holzminden an der Weser alteres Holzmenni,nbsp;'fninni, und enthalt ein ‘Triftweg’ bedeutendes Element,nbsp;das noch in Duimen wiederkehrt.

Eine derartige Umformung auf Grund etymologischer Spekulationen findet nicht nur unbewuBt im Volke statt,nbsp;sondern auch mit yolle_m BewujStsejn und absichtlich, umnbsp;einen aus irgendeinem Grunde mibliebigen, unschön klingenden oder Bonst anstöCigen Namen durch einen besser klingenden zu ersetzen, oder weil man glaubt, eine richtigere Formnbsp;einzuführen. Gelehrte Etymologie bringt besonders An-klange an das eigene oder fremde Altertum hinein, auchnbsp;WO solche nicht am Platze sind: So ist die AchfersfraJSe —nbsp;‘HinterstraCe’ (wie auch in Köln und Aachen) besondersnbsp;auf Simrocks Betreiben in Bonn a. Rh. in Acherstrafie um-gewandelt worden; der Venusberg ist Ersatz für Vennherg,nbsp;vgl. Venne — 'sumpfige, moorige Gegend’ (woher der hohenbsp;Veen, das weijie Venne bei Burgsteinfurt, das Fenne beinbsp;Bentheim u. ö.). Der Olberg (bei Königswinter a. Rh.) stehtnbsp;für Uhlberg, Auelberg (ygl. das obengenannte uhl, mei ‘Topf);nbsp;heiCt doch auch die ganze Gegend bis nach Siegburg hinnbsp;der Auelgau. Rolandseclc a. Rh. ist ümgestaltung von Buo-leicheseck, wie auch daraus hervorgeht, daC die jetzt Nonnen-wertli genannte Insel Ruleiches-, RuleicMs-, Ruolei{ge)s-, Ru-leswerd in mittelalterlichen Kölner Urkunden genannt wird.nbsp;Der Neroherg bei Wiesbaden heillt eigentlich Ersberg, dasnbsp;Gallustor und die Gallusgasse in Frankfurt a. M. ursprüng-lich Galgentor und Galgengasse.

Manchmal ist nicht zu entscheiden, auf welchem Wege die Entstellung erfolgt ist; z. B. Sternstrafie, Sterntor innbsp;Bonn a. Rh. für PisternenstraJSe, -tor (so noch in einer Ur-kunde von 1783: auf dem Viehemark an der Pisternenpforte),nbsp;zu lat. pisternum = pistorium ‘Backhaus’. Die Wenzelgassenbsp;daselbst ist noch in alten Urkunden als Wenstergasse belegtnbsp;(ef. ahd. winsten- ‘links’). Besonders bei der Übernahme

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Einleitung.

fremder Namen ist der Volksetymologie Tür und Tor ge-öffnet; Altmann in der Nahe des Santis ist eigentlich altus mons', das Mahrische Gesenke führt seinen Namen von czech.nbsp;jesenik ‘Eschengebirge'; Altmühl ist Umformung aus kelt.nbsp;Alcimonis, Alcimunis.

Somit sind gerade die Namen von den mannigfaltig-sten Entstellungen betroffen, und besonders bei ibnen ist die Gefabr einer falscben Etymologie groC. Wie kannnbsp;man ibr entgeben? Das Wicbtigste ist, nie auf den erstennbsp;Bliek bin und auf Grund der beutigen Form sein Urteilnbsp;zu fallen, da man dann leiebt in die Irre geht; z. B. batnbsp;das Dorf Marünhagen bei Kassei niebts mit dem Eigennamen Martin zu tun, sondern es ist aus Merïbodonhagonbsp;über Merebotenhagen, Merhodenliayn zu Merhenhein, darausnbsp;durch Volksetymologie zu Mertenhein und dureb Verboeb-deutsebung zu Martinhagen geworden.

Aucb in den alten Spraeben muC man bei der Er-klarung von Eigen-, namentlicb Ortsnamen die nötige Vor-siebt obwalten lassen; oft sind die Namen in den Handschriften in verderbter Form überliefert, und die riebtige Sebreibung baben erst die Inschriften aufgezeigt; innbsp;Böotien gibt es laut handschriftlicher Überlieferung zweinbsp;Orte Kopcreia, KopUiai, der eine ap der Grenze zwischennbsp;Böotien und Phokis, der andere an der zwischen Böotiennbsp;und dem opunt. Lokris. Die eine Lokalitat weist in dennbsp;Handschriften aucb, allerdings seltener, die Sebreibungnbsp;Xopenai auf. Diese letztere Lesart wird jedoch als echtnbsp;durch die Inschriften erwiesen, und es fragt sich dab er,nbsp;ob nicht aucb das andere Kopcfiai diese seine überliefertenbsp;Gestalt lediglich falschlicher Anlehnung an KÓputi verdankt.nbsp;Xopenai stammt von xóptoq und ist eine Kollektivbildungnbsp;dazu wie Hpamai, ’Opopiai, MuKouviai von irpdaov ‘Laucb’,nbsp;öpogoq ‘Kichererbse’, pfiKUiv ‘Mohn’. Der einzelne Namenbsp;darf aucb nicht für sich betrachtet werden, sondern istnbsp;der ganzen Kategorie einzuordnen. Dabei ergibt sich viel-fach Mehrdeutigkeit. So wird Ocriculum in Umbrien ge-wöhnlich zu ocris, umbr. ocar, ocrem, ocrer, ocripér ‘steinigernbsp;Berg’ gestellt; aber da die italischen Ortsnamen innbsp;weitem Umfange von Gentilnamen abgeleitet sind, undnbsp;da neben Asculum, Cornicultm (Latium) usw. die Gentilicianbsp;Asinii, Cornii usw. existierten, so könnte Ocriculum aucb

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21

Einleitung.

‘Statte der Ocrii (Ocrinii)’ bedeuten (vgl. W. Schulze, Lat. Eigenn. 553 ff.).

Auch unsere deutschen Familien- und Ortsnamen sind massenhaft aus verschiedenen Quellen geflossen, vgl. Bock,nbsp;entweder aus alterem Bucco zu Burc-hard u. a., oder ausnbsp;Bodicko zu Eigennamen mit Bod- oder aus Bolko zu solchennbsp;mit Bold- oder endlich Übertragung des Tiernamens. Bos-dorf (z. B. bei Bonn) dürfte im allgemeinen als Bofi-dorfnbsp;aufzufassen sein; aber bei Gottingen liegt ein Bosdorf, dasnbsp;früher Basdorf (nach dem Bache Base) hieC. Ein einge-gangenes Bosdorf bei Eisleben führte andererseits nachnbsp;Ausweis der ürkunden bis ins 13. Jahrh. den Namennbsp;Bothardesdorf. Man sieht also, dafi auch auf deutschemnbsp;Gebiete einige Sicherheit oft nur durch die alteste urkund-lich belegte Form zu erreichen ist, femer dadureh, daJ3nbsp;man den Eigennamen lokalisiert und durch die Eigentüm-lichkeiten der in der betreffenden Gegend herrschendennbsp;Mundart zum Verstandnis zu gelangen sucht. Oft ist na-türlieh Skepsis und Eingestandnis des Nichtwissens imnbsp;weiten Umfange nötig.

——

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1. Laudernamen.

Allgemeinere, besonders wichtige Literatur zu den Eigennamen.

Aufier den Grammatiken und Wörterbüchern der einzelnen indogermanischen Sprachen sind besonders anzuführen:

A. F. Pott, Die Personennamen, insbesondere die Familien-namen und ilire Entstehungsarten auch unter Berücksichtigung der Ortsnamen, Leipzig 1853.

W. Pape, Wörterbuch der griech. Eigennamen, 3. Aufl., neu bearbeitet von G. E. Benseler, 3. Abdr., Braunschweig 1884, % Abdr.nbsp;1875, 2 Bande.

Forcellini-de Vit, Onomasticon totius Latinitatis, A—P, Prato 1867—1887.

Thesaurus linguae latinae.

W. Schulze, Zur Gesch. lat. Eigenn., Abh. d. Gött. Ges. der Wiss., phil.-hist. KL, N. F., Bd. 5, 5, Berlin 1904.

[K. Meister, Lat.-griech, Eigenn., Helt I, Altital. und röm. Eigenn., Leipzig 1916.]

Ernst f'örsternann, Altdeutsches Namenbuch, 2. und 3. erweiterte Aufl. (herausgeg. von H. Jellinghaus), 1 (2. Aufl.) Personennamen, Bonn 1900; 2,1; 2,2 (3. Aufl.) Orts- und sonstigenbsp;geograph. Namen, Bonn 1913. 1916, Mit staunenswertem Fleifie istnbsp;hier ein gewaltiges Material gesammelt und verarbeitet worden. Dasnbsp;Werk bildet daher eine unerschöpfliche Fiindgrube auf dem Gebietenbsp;der german. Namenforschung.

Adolf Socin, Mittelhochdeutsches Namenbuch, nach ober-rheinischen Quellen des 12. und 13. Jahrh., Basel 1903.

M. Schönfeld, Wörterbuch der altgerm. Personen- und Völker-namen. German. Bibliothek, herausgeg. von W. Streitberg 1,4, Heidelberg 1911; dazu die Besprechung von v. Kr al ik, Anz. f. deutsch. Altert. 36 (1913), 1—16.

Für Ortsnamen kommen aufierdem von wichtigeren Arbeilen in Betracht;

J. J. Egli, Nomina geographica, Versuch einer allgemeinen geographischen Onomatologie, l.Aufl,, Leipzig 1872, 2. Aufl. 1892.

Ernst Förstemann, Die deutschen Ortsnamen, Nord-hausen 1863.

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Allgemeinere, bes. wichtige Literatur zu den Eigenn.

E dw. Schröder, ÜberOrtsnamenforschung,QuedlinburglÖOS.

H. O esterley, Histor.-geogr. Wörterbuch des deutschen Mittel-alters, Gotha 1883.

H. Jellinghaus, Die westfal. Ortsnamen nach ihren Grund-wörtern, 2. Aufl., Kiel und Leipzig 1902.

P. Vogt, Die Ortsnamen im Engersgau, Progr. des Gyran. zu Nemvied 1890.

F. Cramer, Niederrhein. Ortsnamen in Beitrage zur Geschichte des Niederrheins. Zeitschr. des Düsseldorfer Geschichtsvereins, Bd. 10,nbsp;Düsseldorf 1895. Ders., Rhein. Ortsnamen aus vorröm. und röm.nbsp;Zeit, Düsseldorf 1901.

P. Eschbach, Ortsnamen des Kreises Düsseldorf, Jahrh. d. Düsseldorfer Geschichtsvereins 6, 1 ff. (Düsseldorf 1891).

H. Marjan, Kelt., lat., slav. Ortsnamen in der Rheinprovinz, Progr. der Realschule 1. Ordnung zu Aachen 1880—1884 (4 Teile).

J. Leithaeuser, Ortsnamen im Wuppergebiete, Zeitschr. des Bergischen Geschichtsvereins 34 (Elberfeld 1899), 97—^122.

[Paul Dohm, Holsteinische Ortsnamen, Inauguraldissertation Kiel 1908.

Fritz Witt, Beitrage zur Kenntnis der FluËnamen Nordwest-deutschlands, Diss. Kiel 1912. — E. F.]

Lor. GraÊberger, Studiën zu den griech. Ortsnamen, mit einem Nachtrag zu den griech. Stichnamen, Wurzburg 1888.

A. Fick, Altgriech. Ortsnamen I, Bezz. Beitr. z. K. d. idg. Spr. 21 (1896), 237 ff.; 11. III, ibd. 22 (1897), 1 ff.; IV, ibd. 22, 222 ff.; V, ibd.nbsp;23 (1897), Iff.; VI, ibd. 23, 189ff.; VII, ibd. 25 (1899), 109ff.

Ders., Die griech. Verbandnamen (Ethnika), Bezz. Beitr. 26 (1901), 233 ff.

Ders., Vorgriech. Ortsnamen als Quelle für die Vorgeschichte Griechenlands, Gottingen 1905 (dazu die Besprechung Solmsens, Berl.nbsp;philol. Wochenschr. 1906, 851 ff.).

Ders., Hattiden und Danubier in Griechenland, Göttingen 1909.

[Bezüglich der slav. Namen erwahne ich:

F. nbsp;nbsp;nbsp;Miklosich, Die Bildung der slav. Personennamen, Denkschrift Wien. Akad. 10 (1860), 215—330.

Ders., Bildung der Ortsnamen aus Personennamen im Slavischen, ibd. 14 (1865), 1—74

Ders., Die slavischen Ortsnamen aus Appellativen, ibd. 21 (1872), 76-106; 23 (1874), 141—272.

A. Brückner, Die slavischen Ansiedlungen in der Altmark und im Magdeburgischen, Preisschr. d. fürstl. Jablonowskischen Ge-sellschaft zu Leipzig 22 (Leipzig 1879), 1—94.

Bezüglich der haltischen Personennamen sind anzuführen:

A. Leskien, Litauische Personennamen, Idg. Forsch.26(1909), 325—3.52; 28 (1911), 390—396.

A. Bezzenberger, Bildung der altpreuÊ. Personennamen, AltpreuË. Monatsschr. 13 (1876), 385—435.

E. Le vy, Die altpreui.Personennamen, Dissertation Breslau 1904.

G. nbsp;nbsp;nbsp;Gerullis. Die altpreuÊ. Ortsnamen, Berlin 1922. — E. F.]

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M nbsp;nbsp;nbsp;Landernamen.

Allgemeines.

Bevor wir die Prinzipien erörtern, die bei der Bildung von Landernamen geltend sind, ist ein Gesicbtspunkt zunbsp;besprechen, der für das Verstandnis sowohl von Lander-als auch von Völkernamen, deren Schicksale oft eng mit-einander verknüpft sind, sehr haufig von groCer Bedeutungnbsp;ist. Lander- und Völkernamen bezeicbneten nicht seltennbsp;ehemals nur ein verhaltnisrnaBig kleines Gebiet bzw.nbsp;einen einzelnen kleinen Stamm; mit der Zeit aber breitetennbsp;sie sich über weitere Gebiete bzw. gröCere Völker-koraplexe aus.^ Dies beruht z. T. auf dem Verlauf dernbsp;politischen Geschichte; an ein kleines Zentrum sind immernbsp;gröCere Gebiete agglutiniert worden, oder aber fremdenbsp;Nationen haben von einem Lande zunachst einen be-grenzten Teil, von einem Volke nur einen einzelnen Stammnbsp;kennen gelernt und haben bei Erweiterung ihrer Kennt-nisse den von Anfang an rezipierten Namen auf dienbsp;übrigen Teile des betreffenden Landes, die anderen Stam menbsp;des Volkes, die mit dem zuerst geschauten in Sprache,nbsp;AuCerem, Sitten usw. nahe verwandt waren, übertragen.nbsp;Auch umgekehrt werden Namen, die ursprünglich vielnbsp;weiteren Gebieten zukamen, gelegentlioh auf kleinere Land-striche beschrankt.

Fr ancien (la France) hieCen ursprünglich nur die Grafschaften um Paris, die spatere Isle de France, die die Capetinger beim Zerfall des Westfrankenreiches an sichnbsp;brachten, und an die im Verlaufe der franz. Geschichtenbsp;immer weitere Teile des Landes angegliedert wurden.nbsp;Ein typisches Beispiel für Erweiterung eines ursprünglichnbsp;nur einem kleinen Teile zukommenden Namens ist Italien}nbsp;Wir können die Geschicke dieses Namens seit etwa 500nbsp;V. Chr,, seit dem Einselzen der griechischen Geschichts-schreihung, verfolgen. üm diese Zeit heiCt so nur dienbsp;auCerste südwe.stliche Spitze der Halbinsel, unmittelharnbsp;nordöstlich von der Meerenge von Messina, und zwar nichtnbsp;einmal der ganze im Altertum Brettii, Jetzt Calabrien ge-

^ [Sehr viele Beispiele für dieseii Vorgang, die sich z. T. mit den im Texte angeführten decken, gibt jetzt Morden, Die german.nbsp;Urgesch. in ïac. Germania, Leipzig 1920, 319 fi. 406 ff. — E. F.]

^ S. zum folgenden Nissen, Ital. Landeskunde 1, .57 ff.

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25

Allgem eines.

nannte Strich, sondern nur der iiufierste Teil, das Gebiet des Sila saltus bis zur Einsehniirung des Stiefels, die vonnbsp;den beiden Buchten von Terina und von Scyllacium, jetztnbsp;Golfo di S. Eufemia und di Squillace, gebildet wird. Umnbsp;die Mitte des 5. Jahrb. wurde die Bezeichnung zunachstnbsp;auf die ganze bruttische Halbinsel und den im NO. an-schliedenden Teil von Lucanien iibertragen, vermutlich imnbsp;Zusammenhange mit politischen Einigungsbestrebungennbsp;für dieses ganze Gebiet, die in den dortigen Griechen-stadten erfolgten als Gegengewicht gegen die um jene Zeitnbsp;unternommenen Versuche, auch Sizilien unter der Vor-herrschaft von Syrakus zu einigen, sowie als zusammen-fassender Name dieses Festlandsgebietes im Gegensatz zunbsp;der Insel Sizilien. Der Name wurde im 0. bis Metapontnbsp;einschliefilich gebraucht, wahrend Tarent zunachst aus-geschlossen war. Allmahlicli wurde auch das Gebiet diesernbsp;Stadt mit einbezogen, nachdem sich Tarent zum Hauptnbsp;der verbündeten Griechenstadte des Festlandes empor-geschwungen hatte. So verstand man um 400 v. Chr.nbsp;unter dxaXia das gesamte Gebiet der Griechen um den Golfnbsp;von Tarent herum, wahrend der nordwestllche Teil vonnbsp;Lucanien, sowie Campanien und alles Weitere noch aus-geschlossen waren. Als dann in den ersten Jahrzehntennbsp;des 4. Jahrh. v. Chr. die Osker stark unter den EinfluUnbsp;der griechischen Kultur gekommen waren, wurde dernbsp;Name weitergetragen, zunachst um 350 bis zum Golfenbsp;von Paestum, also sogar iiber Lucanien hinaus, dann gegennbsp;Ende des 4. Jahrh. über Campanien hin; Theophrast, dernbsp;diesen Zustand bezeugt, schliefit Latium noch ausdrück-lich von der Benennung aus. Mit den punischen Kriegennbsp;ist die Vorherrschaft Roms in Italien endgültig gesichert:nbsp;Von dieser Zeit an wird der Name des ursprünglichnbsp;hellenischen Teils der Halbinsel auf die ganze Halbinselnbsp;ausgedehnt, jedoch nur auf diese, bis zum Aesis, demnbsp;südlichen GrenzfluC von ümbrien im Osten, bis etwa zumnbsp;Arnus im Westen, d. h. das Festland im Gegensatz zunbsp;Sizilien, aber mit Ausschlufi des von den barbarischennbsp;Kelten eingenommenen Nordens, heifit nunmehr Italien.nbsp;In spaterer Zeit, um den Beginn des 1. Jahrh. v. Chr.,nbsp;wurden die Grenzen im Osten dann bis zum nördlichennbsp;GrenzfluB von Umbrien, dem Rubicon, verschoben. Das

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Landeroamen.

alte Land nördlich davon bis zu den Alpen wurde staats-rechtlich nicht zu Italia gerechnet, sondern als die Provinciae Idgures und Gallia, spater Gallia cisalpina bezeichnet.nbsp;Geographisch wurde freilich der Name Italia schon früh-zeitig, bereits von Polybius um die Mitte des 2. Jahrh.nbsp;V. Chr., für das ganze Land bis zu den Alpen gebraucht.nbsp;Das Staatsrecht ist deni indes erst im Jahre 42 oder 41nbsp;V. Chr., nach der Schlacht bei Philippi, gefolgt. Damalsnbsp;wurde auf Betreiben des Triumvirn Octavian die Provinznbsp;Gallia formell aufgehoben und das Poland zu Italien gezogen. Unter der Regierung des Kaisers Augustus erfolgtenbsp;dann die Befriedung der Alpenvölker, und so wurde damals die Grenze über die Alpen hinweg festgesetzt, baldnbsp;dem Hauptkamme entsprechend, bald mehr nach S. aus-biegend. Eine weitere Veranderung hat dann bei dernbsp;grollen Verfassungsreform stattgefunden, die Diocletian 292nbsp;n. Chr. vornahm; damals wurden im Süden die dreinbsp;Insein, Sizilien, Sardinien und Corsica hinzugefügt, dienbsp;vorher nie mit dem Pestland unter einem einheitlichennbsp;Namen zusainmengefaCt waren; im Norden kamen auchnbsp;Gebiete jenseits des Alpenkammes, die beiden Provinzennbsp;Raetia (d. i. die Ostschweiz, das westliche Tirol undnbsp;Bayern westlich vom Inn) hinzu. Für die geographischenbsp;Vorstellung indes sind immer die Alpen die Scheidewandnbsp;geblieben, und in politischer Hinsicht hat der Name imnbsp;Mittelalter und in der Neuzeit bei den mannigfachen, sichnbsp;ablösenden politischen Gestaltungen seinen Bereich sehrnbsp;vielfach gewechselt und ist mit Vorliebe gerade an dennbsp;nördlichen Teilen haften geblieben, besonders an der Lom-bardei. Durch die nationalen Kampfe in den mittlerennbsp;Dezennien des 19. Jahrh. hat der Name dann die Bedeutungnbsp;erhalten, die wir ihm beilegen.

Italia bedeutet ‘Rinderland, Stierland’ und kommt von lat. vitulm ‘junger Stier, Jahrling’, das in dem imnbsp;südlichsten Italien und in Sizilien gesprochenen, demnbsp;Lateinischen ziemlich nahe stehenden Dialekt *mtalosnbsp;lautete; daher Vitalia. Von den Griehen jener Gegendnbsp;wurde der Name in der Form ’IraXia übernommen, danbsp;sie das P verloren hatten, und diese griechische Namens-form ist dann die herrschende geworden. Die ursprünglichenbsp;Bedeutung ist jedoch lange nicht vergessen worden: in

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Allsemeines.

dem Bundesgenossenkriege 91 v. Chr. wurden Münzen mit dem Namen der in den Abruzzen gegründeten Stadt ge-pragt, die in oskischer Lautform Vitelio heiBt, und derennbsp;Wappen, wie die Münzen zeigen, ein Stier war.

Auch der Name Hellas ist ein typisches Beispiel für Bedeutungserweiterung. TJrsprünglich war er auf ein Stücknbsp;des südöstlichen Thessaliens beschrankt, die Heimat Acbillsnbsp;und der Myrmidonen; vgl. in der Ilias dv’ 'EXXdba xenbsp;«bö-iriv re; dann wurde er auf das ganze griechische Fest-land in Europa, also Thessalien und Mittelgriechenlandnbsp;nebst Peloponnes, ausgedehnt, endlich auch auf die ganzenbsp;übrige Griechenwelt. Als die Koloirisation von ünter-italien stattfand, die von achaiscben Griechen ausging,nbsp;war der Name 'EXXdg noch auf die kleine Landschaft,nbsp;der er ursprünglieh zukam, beschrankt; das neu kolonisiertenbsp;Land wurde daher peyaXp 'EXXd^ ‘magna Graecia’ genannt.

Schwyz, ursprünglieh der Name der Stadt, dann des Kantons, wurde weiter für diesen und die beiden anderennbsp;Urkantone (Uri, Unterwalden) gebraucht und mit Aus-dehnung der Eidgenossenschaft für immer mehr Kantonenbsp;angewandt, ebenso Schivyzer, Schweizer; vgl. den Ausspruchnbsp;Walter Pürsts in Schillers Wilhelm Teil:

Des Schwertes Ehre werde Schwyz zuteil;

denn seines Stammes rühmen wir uns alle.

Auch die Namen der meieten Erdteile sind in diesem Zusammenhange nicht ohrie Interesse. Die alteste, aufnbsp;der Bonner Universitats-Bibliothek aufbewahrte Karte, dienbsp;den Namen America zeigt, ist eine Weltkarte, die im Jahrenbsp;1510 von Henricus Glareanus, einem spateren Freiburgernbsp;Professor, damals jungem Doktor in Köln, in sein Exemplarnbsp;der Ulmer Ausgabe des Ptolemaeus vom Jahre 1482nbsp;eingezeichnet war. Diese Karte hatte zum Vorbilde einenbsp;andere Karte, die einem damals vielbenutzten Buche bei-gegeben war, namlich der Gosmographiae hitroductio (er-sehienen 1507) des Martinus Hylacomylus (Waldsemüller),nbsp;Professors am Gymnasium zu St. Dié in Lothringen amnbsp;Fufie der Vogesen. Hylacomylus hatte als erster dennbsp;Namen Amerika aufgebracht nach dem des Amerigonbsp;Vespucci, des Florentiner Seefahrers, der auf seinen Reisen,nbsp;namentlich 1499 und 1500, Teile Südamerikas (Venezuela,

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Landeniamen.

Guyana, Brasilien) entdeckt und in weit verbreiteten Büchern und Briefen beschrieben batte. Unsere Karte zeigt nunnbsp;'Terra America tatsachlich nur bei diesen Landern süd-lich des Aquators, von denen Vespucci von Anfang annbsp;behauptet batte, sie seien eine neue, von ihm entdecktenbsp;Welt. Dagegen das von Columbus entdeckte Westindiennbsp;und ebenso die damals bekannten Teile Nordamerikasnbsp;waren nicht unter Amerika einbegrifFen, da man vonnbsp;ihnen eben immer noch glaubte, man habe es mit Asiennbsp;bzw. Indien zu tun. Die 'Terra America’ ist von ihnennbsp;auf der genannten Karte durch einen Streifen des Ozeansnbsp;und durch andere Farbengebung geschieden. Als mannbsp;spater erkannte, daC jene Teile nichts mit Asien zu tunnbsp;haben, sondern mit der ‘Terra America’ zusammenhangen,nbsp;wurde der Name von den ursprünglich so benannten Teilennbsp;des südlichen Amerikas auf alle übertragen (vgl. A. Elter,nbsp;De Henrico Glareano geographo et antiquissima formanbsp;Americae, Bonner Univers.-Progr. zum 27. Januar 1896).

DerName A/n'cahaftete zunachst an der ersten Provinz, die die Bomer in diesem Erdteile einrichteten, dem Gebietenbsp;von Karthago westlich der groCen Syrte; der Name stammtnbsp;wahrscheinlich von einem dort ansassigen Volksstamme,nbsp;den Afarikas oder Awrighas (schwerlich zusammenhangendnbsp;mit .Ofir). Dann wurde die Bezeichnuug Africa auf allenbsp;Lander der nördlichen Küste westlich von Agypten aus-gedehnt, das letztere jedoch ebenso wie Aethiopia als be-sonderer Teil geschieden. Erst spater fand die Übertragungnbsp;des Namens auf den ganzen Erdteil statt, den die Griechennbsp;Ai^uq nannten, nach dem Volke der Lihu oder Ebu innbsp;Cyrene, dem ersten Stamme, den sie dort kennen lernten.

Europa wird in der Regel als ‘Abendland’ gedeutet und zu hebr. ereb ‘Abend’ gestellt. Dann wiire die Be-nennung von den Phöniziern ausgegangen. Aber lautlichnbsp;macht diese Erklarung groGe Schwierigkeiten und wirdnbsp;auch den altesten Belegen nicht gerecht;

Hymn. Hom. Apoll. 250 ff. 290 ff.:

ppèv ocToi HeXoTTÓvvqcrov rrietpav ëxoucnv,

qö’ ouoi EupoiTrqv re kuI aptpipuTaq kutci vf|(Touq.

Hier ist also Eupumq deutlich als das griechische Festland dem Peloponnes und den Insein gegenübergestellt.^nbsp;’ S. dazuEd. Schwartz,Quaest. Ion., index lect. Rostoch. 1591,3ff.

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Alltrenieines.

Dadurch kommen wir dem eigentlichen Ursprunge des Namens naher: Europa war alte Bezeichnung einer innbsp;Bootien heimischen Erdgöttin. Der Ausdruck bedeutetnbsp;‘Weit-, Breitgesicht’ (cf, eupug -]-nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;er iet besonders

in ebnen, weiten Gegenden heimisch gedacht, so auch in Bootien^ spez. als Bezeichnung der böotischen Ebene, undnbsp;von da aus als Bezeichnung Mittelgriechenlands. Dannnbsp;wurde Europa vermutlich von den Inselbewohnern alsnbsp;Bezeichnung des festlandischen Griechenlands verwandt.nbsp;Dies geschah im Zusammenhang mit der Begründung dernbsp;wissenschaftlichen Erdkunde durch die lonier Kleinasiens,nbsp;die zuerst alles bekannte Land zu zwei groCen, durch dasnbsp;Agaische Meer und den Pobtus Euxinus getrennten Massennbsp;zusammenfabten. Endlich fand die Übertragung desnbsp;Namens auf den gesamten Erdteil statt.

Wo der Name Asien heimisch ist, ergibt sich aus einer Homerstelle, B 459 tF.:

Tinv b’ lug ópviöinv TreTenvuJV ëövea TioXXd,

Xnvinv TÏ Yepdvujv p kOkvuuv bouXixobeipinv,

’Aoitn ev Xeipoivi, Kauoipiou dpqpl péedpa, ëvamp;a Kal ëvamp;a TTOToivxai dyaXXópeva TtxepuT^ffc^iv.

Der ’'Acfiog Xeipinv ist mithin ein Gelilde in Lydien® südiich vom Tmolos am Kayster, dem bei Ephesus mün-denden Flusse. Dazu stimmt, dab wir eine Phyle vonnbsp;Sardes kennen, die nach Herodot IV 45 den Namennbsp;'Aaidg führt, und dab auch die Lyder nach demselben

1 Den Nachweis, dab Europa als ursprüngliche ErdgöUin in Boot. zu lassen ist, hat Ed. Schwartz, Quaest. Herod., index lect.nbsp;Rostoch. 1890, 11 ff. geführt. Er vergleicht scharfsinnig die Sagenbsp;yon Europas Raube durch Zeus und ihrer Einsperrung in die Höhlenbsp;des Berges ïeumessus bei ïheben mit Persephones Entführung durchnbsp;Pluto und schliefit daraus, dafi unter Zeus der Zeug x^dviog zu ver-stehen ist. [Seiner im Texte gegebenen Etymologie von Ebpibiir) alsnbsp;Zusammensetzung von eiipOg und uup steht jedoch als morpho-logisches Bedenken das Fehlen des u entgegen, s. W. Aly, Glottanbsp;•5, 63 ff., der als erstes Element von Ebpiiran und eöpujTtóg vielmehrnbsp;eöpihg ‘schwarzer Aniauf, Moder, Rost, Schimmel’, eigentlich ‘schwarzenbsp;Farbe’ annimmt. — E. F.]

^ In Lebadea in Böot. wurde die Gottin Demeter mit der ëuiKAppig Ebpitutri als Erzieherin des Tpotpihviog verehrt (Paus.nbsp;9, 39,4.5).

^ Vgl. auch Archilochus fr. 26, wo der lydische König Gyges als ’Aaipg Kupxepóg bezeichnet wird.

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Landernamen.

Gewahrsmanne den Namen ’Affïn kennen. Asien hieC also urspriinglich nnr ein Teil von Lydien, für die klein-asiatischen lonier der benachbarte Teil des asiatischennbsp;Binnenlandes. Spater wurde der Name auf das ganzenbsp;anschlieCende Festland ausgedehnt, zunachst also auf dienbsp;Halbinsel, die sich von dem Eumpfe des groCen Erdteilesnbsp;nach Westen vorstreckt: Noch in römischer Zeit ist Asianbsp;s. V. a, Kleinasien; daneben aber sind schon bei Herodotnbsp;sowohl ’Aairi wie EupiÓTTr) Bezeichnungen der im all-gemeinen freilich noch sehr unvollkommen benanntennbsp;Erdteile. Der Ausdruck Asia minor für Kleinasien trittnbsp;erst in spatrömischer Zeit auf.

Dem soeben Geschilderten genau Vergleichbares trefien wir auch bei den Namen von Vólkern an. Aïlemands istnbsp;von dem germanischen Volksstamme der Alemannen aus,nbsp;mit denen der Frankenkönig Chlodwig in kriegerischenbsp;Verwicklungen geriet, auch auf alle übrigen deutschennbsp;Stamme übertragen worden.^ ’ldovelt;; ist bei den Orientalennbsp;Bezeichnung samtlicher Hellenen geworden; vgl. hebr.nbsp;Yavan, apers. Yauna, aind. Yavands. Dies rührt davonnbsp;her, daB die lonier die Trager der Handelsbeziehungennbsp;mit dem Grient waren.

Der Name Germanï^ haftet zunachst nur an den ersten germ. Stammen am Rhein, die die Romer zwischen 90

‘ [Über die Zeit, in der Alamanni vom Stamm- zum Volksnamen sich zu entwickeln begann, s. jetzt Norden, Urgesch. in Tac. Germania, Leipzig 1920, 409. 496 ff. neb.st den Bemerkungen vonnbsp;H. Morf und G. Roethe a. 0. — E. F.].

[S. jetzt Feist, Indogerm. und Germ.'', Halle 1919, 71 ff. 81 ff., besonders Norden, Sitzungsber. d. Berl. Ak. 1918, 95 ff.. Die german.nbsp;Ui'gesch. in Tac. Germania, Leipzig 1920, 312 ff. 388 mit Anm. 2.nbsp;Nordens Interpretation des unten zitierten Satzes des Tacitus scheintnbsp;mir aber nicht in jeder Hinsicht einwandsfrei zu sein, da icli michnbsp;nicht dazu entschliefien kann, die Prapos. a in Nordens Weise erstnbsp;als ‘nach, im Anschlus.se an’ und unmittelbar darauf im Sinne desnbsp;Urhebers zu versteken. Freilich ist auch mir der Passus nicht klarernbsp;als denen, die sich bisher um sein Verstandnis abgemfiht haben.nbsp;Von Versuchen, das sicherlich kelt. Germani etym. zu deuten, seinbsp;auch auf den sehr beachtenswerten von Henning, Zeitschr. f. dtsch.nbsp;Altertum 54, 210ff. 22211.; 57, 266ff. aufmerksam gemacht, derdennbsp;Namen an die Sippe von ai. gharmd-^ griech. Oeppói;, got. warms an-kniipfen möchte und auf die heifien Quellen im Bereiche verschie-dener ilhnlich oder ehenso heifiender Stamme ehemaligen keltischennbsp;Gebietes (in Spanien, an der illyr.-thrac. Grenze, bei den kleinas.nbsp;Galatern usw.) hinweist. — E. F.]

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Allgemeines.

bis 73 V. Chr. kennen lernten. Ursprüngiich wurden so gar nicht ‘deutsche’, sondern vielmehr keltische Stammenbsp;genannt; bei Caesar Bell. Gall. II 4; VI 32 u. ö. heiCennbsp;so eine Anzahl belgischer Stamme an der mittleren Maas:nbsp;Oondrusbs, Eburones, Caerosos, Paemanos, gui uno nominenbsp;Germani appellantur. Diese Stamme waren über den Rheinnbsp;von alteren Wohnsitzen rechts des Stromes in der Rhein-provinz und Westfalen gezogen, und an ihre Stelle warennbsp;deutsche Völkerschaften getreten, auf die der Name dernbsp;früher in jenen Gegenden heimischen Völkerschaften üher-ging, wie das öfter im Laufe der Geschichte vorkommt;nbsp;vgl. Tacitus Germ. 2; Cetermn Germaniae vocahulum recensnbsp;et nuper additum, quoniam, gui pnmi Bhenum transgressinbsp;Gallos exgmlerint, ac nunc Tungri, tune Germani vocati sint.nbsp;Ita nationis nomen, non gentis evaluisse paulatim, ut omnesnbsp;primum a victore oh metum, mox et a se ipsis invento nominenbsp;Germani vocarenfur.

Mit der Erweiterung des geographischen Horizontes der Romer in den Gegenden östlich vom Rhein w'urdenbsp;dann auch der Name immer weiter übertragen, und fürnbsp;die römischen Geographen der Kaiserzeit ist Germanianbsp;{magna) alles Land vom Rhein bis an die Weichsel einschl.nbsp;Skandinavien. GemaU seiner Entstehung kann der Namenbsp;Germani nicht germanisch, sondern nur keltisch sein.nbsp;Deshalb ist auch die Deutung Ger-manner zu verwerfen.nbsp;Dieses Kompositum batte überdies von den Römern nurnbsp;als *Gaesoman(n)i wiedergegeben werden können. Die Be-deutung, die das lat. Germani zugrunde liegende keltischenbsp;Wort besaC, ist freilich zweifelhaft.

Ebenso haben es die Germanen mit ihren westlichen und südlichen Nachbarn gemacht. Der Name Walsch istnbsp;ausgegangen von den Yolcae, einern keltischen Stamme,nbsp;mit dem die Germanen zuerst in engere Berührung kamen.nbsp;In historischer Zeit sitzt diese Völkerschaft im südlichennbsp;Gallien von der Rhone bis zur Garonne, aber Reste vonnbsp;ihr finden wir noch zu Casars Zeiten (vgl. Bell. Gall. VI 24)nbsp;eircum Hercyniam silvam, wo sie ea quae fertilissima Germaniae sunt loca occupaverunt, also hauptsachlich wohl umnbsp;die Quellgegend des Mains herum. Wir können demnachnbsp;wahrscheinlich die Sitze der Volcae auUerhalb der Hercynianbsp;silva, d.' h. des durch Harz, Thüringer Wald, Fichtel-,

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Landernamen.

Elster-, Erzgebirge usw. gebildeten Gebirgsabschnittes lokalisieren. Eer Name Volcae ist clurch die Lautver-schiebung zu Walhöz (dazu adj. walhisk, woraws walchisch,nbsp;welsch) geworden und wurde alsdann auf alle anderennbsp;Kelten, mit denen die Germanen in Berührung traten,nbsp;und naeh Romanisierung der Kelten auf die Romanennbsp;übertragen. Zunachst wurde er für den keltischen Stammnbsp;der Belgae verwandt, der in der altest erreichbaren Zeit,nbsp;der des Pytheas von Massilia (c. 320 v. Chr.), Nachbarnbsp;der Germanen an der unteren Elbe, d. h. in Niedersacbsennbsp;war; daher trifft man in dieser Landschaft Namen an wienbsp;Walahdorf bei Münster in Westfalen, jetzt Waltrup, Walon-hurst bei Osnabrück, Walerothe bei Hannover, Walaheslebanbsp;= Walsleben an der Elbe zwischen Werben und Arneburg,nbsp;unweit der Havelmündung, Walbeek aus Walahheki beinbsp;Helmstedt und bei Aschersleben, sodann bei der weiterennbsp;Zurückdrangung der Kelten im westlichen und südwest-lichen Deutschland z. B. Walheim zwischen Kreuznach undnbsp;Oppenheim, oberhalb Heilbronn am Neckar, Walslieim ausnbsp;Walahesheim, nördlich von Landau, südwestlich von Zwei-brücken, nordöstlich von Saargemünd, Walldorf in Badennbsp;im Kreise Heidelberg. Preilich ist es im einzelnen frag-lich, ob nicht in dem ersten Teil auch der Name einesnbsp;einzelnen Mannes steekt. Oallia ist verdeutscht wordennbsp;durch Walholant. Die Bezeichnung welsch blieb auf allennbsp;Kelten und Romanen haften, die der Germanisieruugnbsp;entgingen: Als die Angelsachsen nach Britannien kamen,nbsp;nannten sie die Briten Vealh, pl. Vealas, eine Bezeichnung, dienbsp;sich noch heute in den aus Stammnamen hervorgegangenennbsp;Landschaftsnamen Wales und Cornwall erhalten bat, wonbsp;die alte britische Bevölkerung und Sprache am langstennbsp;bewahrt blieb. Auf dem Kontinent sind die Wallonennbsp;(ndl. Walen) zu nennen, jener Stamm, der den Grenzsaumnbsp;zwischen Germanen und Pranzosen von Dünkirchen durchnbsp;das südliche Belgien hin bis Malmedy bildet und seinennbsp;Hauptsitz in den Ardennen bat. Weiter seien von hierher-gehörigen Ableitungen noch Wallis, ferner der Walchenseenbsp;im bayr. Hochland, Walenstadt am Walensee in der Ost-schweiz erwahnt, endlich noch die Walachen, das sind dienbsp;Romanen der Balkanhalbinsel, die diesen Namen wohinbsp;von den ostgermanischen Stammen, namentlich den

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Allgemeines.

Goten, erhalten haben, welche bis dorthin vordrangen. Von den Goten haben ihn dann die Slaven übernonamen,nbsp;die das germanische Walk zu Wlach machten (vgl. griech.nbsp;BXóxoi). Das Etymon des Namens ist unbekannt.

Auch die verschiedenen Benennungen des Volkes, das wir als Griechen kennen, verdienen in diesem Ab-schnitte eine Besprechung. Die Griechen selbst nennennbsp;sich''EWrive^; dies ist ursprünglich der Name derBewohnernbsp;einer einzelnen Landschaft; cf. B 683 ff.:

oï t’ eixov Ob-iriv p5’ 'EXXdöa KaXXiyuvaiKa,

MuppièdvÊi; bè KaXeOvTO koi quot;EXXrjves xai ’Axonoi.

Durch die Zwischenstufe TTavéXXriveq ist er dann auf samtliche ''EXXqvei; übertragen worden (Etymologie un-bekannt.)^ Die orientalischen Völkerschaften haben dennbsp;Stammnamen der lonier in seiner altesten Form ’Idoveqnbsp;verallgemeinert: hebr. Yavan, apers. Yauna, ai. Yavanaamp;,nbsp;offenbar deshalb, weil der Handelsverkehr zwischennbsp;Griechen und Orient seit alters vorzugsweise in dennbsp;Handen der ionischen Koloniën lag. ’Ictove^, ’'Icuve? ist wohlnbsp;ursprünglich s. v. a. ‘die Kraftigen, Frischen’, cf. ai. is-,nbsp;griech. iepó^, idaamp;ai usw. Endlich die Romer nennen dienbsp;Hellenen Graeci, woneben eine kürzere Form Grai existiert.nbsp;Es ist nicht ganz klar, wie dieser Name zustande ge-kommen ist; aber so viel ist sicher, dafi er ursprünglichnbsp;nur die Bezeichnung eines kleinen Stammes der Hellenennbsp;war. Wir wissen von zwei solchen, von denen lat. Graecinbsp;seinen Ausgangspunkt genommen haben könnte: 1. Ari-stoteles Meteor. I, 352 a, 27 ff. berichtet, daC in uralternbsp;Zeit um Dodona ein Stamm der fpawoi gewohnt habe;nbsp;2. im Nordosten des attischen Gebietes an der Grenzenbsp;von Böotien in der Nahe von Oropos lag ein Demos fpafiq,nbsp;eine zu Oropos gehorige Landschaft PpaiKp und ein Fleckennbsp;Ppaia, einer mit gleichem Namen bei Eretria; das deutetnbsp;darauf hin, daC dort einmal ein Stamm der Graer ge-Wolmt hat. Auf einen von beiden Stammen geht also

* [DaS quot;EWnre? durch kosende Verkürzung aus TTav^XXrive^ hervorgegangen ist, folgt aus seinem von ’AKapvöve?, ’Abapave^,nbsp;Aivtavei; abweichenden Akzent, der nur von dem alteren Kompos.nbsp;stammen kann, s. W. Schulze, Sitzungsber. d. Berl. Akad. 1910,nbsp;806. — E. F.]

Solmsen-Fraenkel, Indogermanische Eigennamen, nbsp;nbsp;nbsp;8

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Landernamen.

der Name Graeci zürück: 1. 1st ersteres der ürsprung des Namens, so haben wir uns den Hergang wohl so zunbsp;denken: Zunachst benannten die benacbbarten illyriscbennbsp;Stamme nacb dem Namen des nacbsten Stammes allenbsp;anderen Griecben. Nun sind illyriscbe Stamme früb übersnbsp;Meer nacb Italien gezogen, die Messapier und lapyger.nbsp;Sie baben dann den Namen mitgenommen und ibn dennbsp;italiscben Völkerscbaften, den Oskern und Römern, mit-geteilt. 2. Von Euböa, spez. den Stadten Chalcis undnbsp;Eretria, ging die alteste Kolonisation im Westen aus,nbsp;namlicb Kyme in Unteritalien, das für die Übertragungnbsp;der griecbiscben Kultur an die Italiker im mittlerennbsp;Italien von auBerordentlicber Bedeutung gewesen ist.nbsp;Dabei können die Tpafi^ bervorragend beteiligt gewesennbsp;sein; sie werden also ziemlicb die ersten Hellenen gewesennbsp;sein, die die Italiker kennen lernten, und ibr Namenbsp;Grai ware auf alle weiteren Griecben mit einem aucbnbsp;sonst in Italien bei Völkernamen üblicben Suffix -icusnbsp;übertragen worden. Aucb die Etymologie dieses Namensnbsp;ist nocb nicbt gefunden.

Büdung von Landernamen.

1. nbsp;nbsp;nbsp;Von Völkernamen.

2. nbsp;nbsp;nbsp;Von örtlichkeiten, Stadten, Burgen, Flüssen,nbsp;Bergen.

3. nbsp;nbsp;nbsp;Von besonderen Eigenschaften des Landes, sei esnbsp;der besonderen Lage im Vergleicb zu denen, die dennbsp;Namen gegeben haben, sei es besonderen Produktennbsp;oder sonstigen natürlicben Eigenheiten.

4. nbsp;nbsp;nbsp;Von Personennamen.

Zu 1. Von Völkernamen dürften weitaus die meisten Landernamen gebildet sein, und zwar können wir für dienbsp;Art der Bildung im ganzen drei verschiedene Klassennbsp;unterscheiden:

a) Der Name des Volkes oder Stammes selbst wird zur Bezeichnnng der von ihm bewohnten Landschaft ver-wendet. Lat. in Brettiis (nicbt Brettium) bezeiehnet dienbsp;südwestliche Halbinsel Italiens, Sabini, Paeligni, Vestini,nbsp;Hirpini geiten aucb für das Gebiet dieser kleinen mittel-

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Bildung von Landernamen.

italischeii Stamme; vgl. auch Wales in Britannien. ün-sere deutschen Landschaftsnamen sind gröCtenteils in derselben Weise zustande gekommen: ScJiwalen, Baiern,nbsp;Franken, Thüringen, Hessen, Westfalen, Sachsen sind eigent-lich die Nanaen der betreffenden Stamme, und zwar dienbsp;Dat, pk, die in altester Zeit zur Bezeichnung der Landschaften in Verbindung mit Prapos., namentlich ze undnbsp;in verwendet wurden: ahd. in Frankon, ze Swdbon, zenbsp;Friesen. Dann wurde der Volksname vom Sprachgefühlnbsp;als Landername gefaCt und auch in anderen Verbindungennbsp;in der Geltung eines Nom. sg. gebraucbt und als soldiernbsp;weiter dekliniert, daher Gen. Schwdbens usw. Weiter wurdennbsp;sogar von dem Landesnamen aus neue Volksnamen ge-bildet: Thüring'— ThüringeThüringenThüringer, wodurchnbsp;das alte Thüring verdrangt worden ist; dahin auch Holstein, das aus ursprünglichem Holsten, Dat. pl. zu Holste, ent-sprungen und volksetymologisch an ndd.sfeew, daherIfoZsfeeB,nbsp;hd. Holstein, angelehnt worden ist. Holste aus holt-sate,nbsp;holt-sete bedeutet eigentlich ‘der im Holze sitzt’. Vonnbsp;Holstein wurde dann das Ethnikon Holsteiner abgeleitet,nbsp;das das altere Holste völlig verdrangte.

Diese Bildungsweise ist bei nicht zusammengesetzten Landernamen bei uns so herrschend geworden, daC auchnbsp;fremde Landernamen, sobald sie volkstümlich wurden,nbsp;nach diesem Muster umgeformt worden sind; Italien fürnbsp;Italia, Spanien für Spania, lAtauen — Litavia; vgl. nochnbsp;mhd. Spanje, Britanje, Mazedonje. Polen — slav. Poljanenbsp;von polje ‘Feld, Bhene’, daher ‘die Bewohner des weitennbsp;Flachlandes, das sich zu beiden Seiten der Weichsel aus-dehnt’, mhd. Polan; Pommern — slav. Pomorjane ‘Bewohner des Meeres [morje)'; Karnten = Garantani, Namenbsp;eines slavischen Volksstammes, der bei der Einwanderungnbsp;der Slaven diese Gegenden besetzte, urspünglich allernbsp;Wahrscheinlichkeit nach jedoch Name eines hier wohnhaftnbsp;gewesenen keltischen Stammes, cf. franz. Gharente ausnbsp;Garantanus, wahrend die Karntner sich selbst als Slovenzennbsp;bezeichnen (von den Deutschen Winden genannt); Schwedennbsp;aus Swethidi (Jordanes), Zusammenrückung aus Sui-piod:,nbsp;das ist Volk der Sviar (anord.), Suiones, Sueones bei latei-nischen Schriftstellern; Schonen aus anord. Skdnen — Scadn-avia ‘Skatenau’.

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Landernamen.

b) nbsp;nbsp;nbsp;Der Name des Landes wird von dem des Volkesnbsp;mittejsl eines Ableitungssuffixes gebildet; 'ApKaöia vonnbsp;’ApKdbe?, BoioiTia, GeTxaXia, Meootivia, AuKuuvia, XiKeXia;nbsp;Gallia, Baetia (Name der die Ostschweiz und das südlichenbsp;Bayern bis an die Donan, ja sogar ein kleines Stücknbsp;darüber hinaus umfassenden römischen Provinz, fortlebendnbsp;im Namen der Bies, jener fruchtbaren Landschaft im Talenbsp;der Wörnitz um Nördlingen und Öttingen, die den Winkelnbsp;zwischen Donau und der bayerisch-württembergischennbsp;Grenze ausfiillt, somit haften geblieben am iiufierstennbsp;nordwestlichen Teile der alten Provinz) vom keltischennbsp;Stamme der Baeti, Francia von den Franken, Bossija,nbsp;Bosséja von 'Piïiq^, dem Namen des Volkes, begegnendnbsp;seit Mitte des 9. Jahrh. in byzantinischen Zeugnissen;nbsp;mit anderen Suffixen Corsica (sc. terra) von Corsi, Belgique aus Belgica zu Belgae. Hierher gehören auch fran-zösische Landschaftsnamen wie Ie Berry mit Bourges ausnbsp;Biturtcum (für -igicum), Bitürigas; Limousin mit Limogesnbsp;aus Lemovicïnum-Lemóvicas; Anjou, Angers aus Andecavum,nbsp;Andecavos, -is (Tac.; Caes. Andes); Poitou, Poitiers ausnbsp;Picfavum, Pictavos, -is (s. W. Schulze, Lat. Eigenn. 4 ff. 11,nbsp;Anm. 1). Italien. Toscana ist vom Volke der Tusci ab-geleitet. Die alteste Form des Landschaftsnamens warnbsp;Tursia, Trusia (agypt. Turusa auf Inschriften des 14. Jahrh.nbsp;V. Chr.), davon Tusci aus Tursci {cLVolsci für alteres ''OXuoi,nbsp;Aurunci für alteres Ausones) und Etrus-ci, ferner Turs-eninbsp;(griech. Tupapvoi, Tupprivoi) nebst Etruria aus Etrus-ia;nbsp;von Tusci stammt spatlat. Tuscia, jetzt Toscana.

c) nbsp;nbsp;nbsp;Dor Name des Volkes wird mit einem Appellativnbsp;des Sinnes ‘Land, Reich’ u. a. zu einem Kompos. ver-bunden; Deutschland, England, Rufiland, Finnland, Griechen-land. Wendland (die Gegend um Lüchow und Dannenberg,nbsp;nördlich von der Altmark, der Winkel, den die Provinznbsp;Hannover gegen die Elbe und Altmark bildet, das Land,nbsp;WO sich die Wenden westlich der Elbe am langsten bisnbsp;ins 18. Jahrh. gehalten haben), FrankreicJi, Danemarh (wo-bei freilich fraglich ist, ob die alteste Bedeutung wirklichnbsp;‘Mark, Grenze der Danen’ gewesen ist; anord. Danmprk

[Über F. Knauers unbewiesene Ansicht über die Herkunft des Namens Bust (IF. 31, 67 ff.), sowie über Jacobsohns Theorie (6GN.nbsp;1918, 309 ff.) s. u. — E. F.]

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Bildung von Landernamen.

von mprk ‘Wald’, eine Bedeutung, die das Wort für Grenze in den nordischen Sprachen angenommen hat, danbsp;Walder in altester Zeit in besonderem MaCe Völker- undnbsp;Stammesscheiden waren), Steiermark, Bardungen, wie frühernbsp;die Gegend von Lüneburg hiefi, der alteste Sitz der Barden-Langobarden (cf. Bardowiek, Flecken bei Lüneburg). Böhmennbsp;(Böheim noch im Kurialstile des 18. Jahrh.) ist entstan-den aus mhd. Bêkeim, Bóheim (erhalten in Personennamen, ^nbsp;cf. ft^zösrBoAéme) = Bojohaemum ‘Heim der Bojer’, einernbsp;alten keltischen Völkerschaft, die in 'dem von Gebirgennbsp;rings umschlossenen Lande gesessen batte, aber um Christinbsp;Geburt von den Markomanen unter Pührung ihres Königsnbsp;Marbod, die vorher am mittleren und oberen Main ge-wohnt batten, daraus vertrieben wurde. Aucb der nichtnbsp;mehr als komponiert empfundene Name Böhmen ist nachnbsp;dem gültigen Schema der Landernamen umgestaltet worden.

Mehrfach schwanken im Deutschen Namen zwischen den beiden für sie gangbaren Typen, einfacher Völker-name und Zusammensetzung. Für Griechenland sagte dasnbsp;Mhd. auch einfach Kriechen; umgekehrt hieJl Polen innbsp;alterer Zeit Bolland (erhalten in den Personennamen Pok-land, Bohland), vgl. engl. Poland; Üngarn ist jünger alsnbsp;XJngarlant.

Zu 2. Von einzelnen Örtlichkeiten, Stadten, Burgen, auch Flüssen und Bergen sind ganze Landschaften benannt,nbsp;indem der Name eines hervorragenden Ortes, der Haupt-stadt oder des Stammsitzes, des regierenden Geschlechtsnbsp;auf den ganzen zngehörigen Bezirk übertragen wurde.

Dies ist entweder Folge eines einmütigen, mit voller Ab-sichtlichkeit unternommenen Regierungs- oder Verwal-tungsaktes oder aber Ergebnis einer langeren, natürlichen Entwicklung, bei der der Name der einzelnen Örtlichkeitnbsp;zunachst auf ihre nachste Umgebung übertragen, dannnbsp;sein Bereich immer weiter ausgedehnt wird. Auch hiernbsp;trifft man bezüglich der Form wieder die drei Arten an,nbsp;einfache Übertragung des Ortsnamens, Ableitung mit einemnbsp;Suffix und Zusammensetzung.

a) Nach den Hauptstadten usw. sind benannt die schweizerischen Kantone Zurich, Bern, Genf, .Solothurn,

Basel, fern er deutsche Staaten und Provinzen, wie Schles-'oig nach der Stadt an der Schlei, Hannover, Nassau nach der

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Landernamen.

Stammburg des Herrschergeschlechts bei Nassau aa der Lahn, von der jetzt nur noch die Ruine erhalten ist,nbsp;Württemberg nach der Stammburg auf dem Roten Bergenbsp;bei Cannstatt, urspr. Wirtensherc, d. i. ‘Berg eines Wirtin’,nbsp;Schwarzburg nach der Burg im Schwarzatale, Waldeck nachnbsp;dem Stadtchen im südlichen Teile des Landchens (an dernbsp;Eder), Tyrol nach der Burg gleichen Namens in der Nahenbsp;von Meran, wo die Grafen des Landes bis ins 14. Jahrh.nbsp;ihren VVohnsitz hatten; vgl. ferner noch Bramschweig,nbsp;Baden, Meifien (alter Name für Sachsen), Mecklenburg nachnbsp;Mikelenborg ‘groCe Burg’, früherem Hauptorte, jetzt Dorfnbsp;bei Wismar mit der Stammburg, Oldenburg = Altenburg.

Diese Benennungsweise gehort im ganzen jüngeren Zeitlauften an.

b) nbsp;nbsp;nbsp;Ableitungen mit Zugehörigkeitssuffix: ’Affujuia beinbsp;Sicyon (voin FluCnamen ’Aouuttói;); ’ApYeia, Kopivhia, sc.nbsp;Yp, das Gebiet der Stadte Argos und Korinth; Scklesien —nbsp;Silesia, Slesia von Slez, Slezï, dem alten Namen des Zobten-berges, der allein aus der Ebene aufragt und von alternbsp;Zeit her den Slaven geheiligt war. Der Name Slenzï istnbsp;eine Slavische ümgestaltung von Silingis, einer Ableitungnbsp;vom Namen der Silingi, eines german ischen Stammes ausnbsp;der groCen Abteilung der vandalischen Völker, den Ptole-maus in jener Gegend seChaft nennt. Er wanderte spaternbsp;(406 n. Chr.) zusammen mit Sueben und Vandilii zumnbsp;groGen Teile aus der Heimat fort über den Rhein nachnbsp;Spanien zu. In sein Gebiet rückten dann Slavische Stamm'enbsp;ein, die den Berg nach der alten Bevölkerung benanntennbsp;(ebenso das östlich an ihm vorüberflieCende ElüGchen,nbsp;die Lohe — Sl§za aus Silingia). Die niichsten Einwohnernbsp;hiefien daher Slgzane, die nachste Umgegend Sleza, undnbsp;dieser Name breitete sich dann allmahlich aus.

c) nbsp;nbsp;nbsp;Zusammensetzungen sind Aargau, Thurgau, Bhein-gau; Bheinland, Munsterland; vgl. noch Breisgau nacp Brei-sach (aus Brisiacumf).

Zu 3. Landernamen nach besonderen Eigenschaften.

a) Von der besonderen Lage;

’'HTreipoi; eigentlich nur ‘Festland’, ’'ApYoq (in Argolis, ApcpiXoxiKÓv am ambracischen Meerbusen, TTeXacrYiKÓv,nbsp;’OpeOTiKÓv in Epirus) == Ebene (zu ctpYÓ? ‘heil, glanzend’,nbsp;wohl im Gegensatz zu den dunkien Talern); FdXi5-'’H\iq =

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BiMung von Landernamen.

lat. vallis, das fruchtbare Tal des Peneus; desgl. Campania zu lat. campus^, und die Champagne', ahnlich Niederlande,nbsp;im Gegensatz dazu Oberland, das liaufig als Bezeichnungnbsp;von Gebietsteilen vorkommt, z. B. im Kanton Bern, Grau-bünden, Zurich, in Württemberg als Name der hoch-gelegenen Plateaugegenden zwischen Rauher Alp undnbsp;Bodensee, im Gegensatz zum Unterland, dem Neckartal.nbsp;Seeland in Holland, am Meere; Piemont, it. Pie de Monte =nbsp;lat. ad pedes montium (auch Ortschaften: Piedimonte beinbsp;Neapel und Pedemonte im Veltlin).

Nach Himmelsgegenden sind benannt Osterreieh, urspr. Bezeichnung der Ostmark gegen die Slaven; Sauer-land — Siiderland; Sundgau, die südliche Gegend des ElsaB,nbsp;südwestlich von Mülhausen, urspr. im Mittelalter dasnbsp;ganze Ober-ElsaC, im Gegensatz zum Nordgau, dem Unter-ElsaG. Australia, entstanden aus der terra australis incognita, den Landermassen in ganz südlichen Breiten, dienbsp;man ursprünglich als zu einem Südpolarland gehorig ansah;nbsp;nachdem sich Australien als eigener Kontinent heraus-gestellt batte, wurde die Bezeichnung auf dieses einge-schrankt. AuKia bedeutet eigentlich ‘Lichtland’ (vonnbsp;Rhodos aus gesehen); doch steekt eventuell darin nur einnbsp;alter, von den Griechen umgedeuteter Name der Bewohnernbsp;selbst. TTepaia ‘gegenüberliegendes Land’ (Peraa gegen-über von Rhodos an der Küste Kariens, ein anderes gegen-über von Tenedos an der Küste Mysiens, ein drittes jen-seits des Jordans etc.). Elsaji, mittellat. AUsatia, zu ahd.nbsp;Eli-sdzzo ‘der einen anderen Sitz, seinen Sitz draufien,nbsp;d. h. jenseits des Rheins hat’, cf. ahd. eli-lenti, mhd.nbsp;ellende ‘im anderen, fremden Lande befindlich, landflüchtig,nbsp;verbannt’, woraus sich erst sekundar die übliche Bedeu-tung entwickelt hat.

b) Von Produkten oder sonstigen Eigenschaften führen den Namen:

Griech. Eupoia ‘Land mit schonen Rindern’ (cf. Italia : vitulus, s. o.); die dan. Insel Seeland, dan. Sjölland, alternbsp;Silund, wahrscheinlich zu anord. selah ‘Seehund’. f) Mopéanbsp;tind ó Mopect?, Bezeichnungen des Peloponnes, haben nichtsnbsp;mit slav. ‘Meer’zu tun; vielmehr waren sie ursprünglich (vom Beginne des 12. Jahrh. an) auf Elis beschrankt.

‘ [S. jedoch weiter anten. — E. F.]

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Laiidernamen.

Die Namen hangen zusammen mit )iópov, lat. morum ‘Maul-beere’, bedeuten also ‘Maulbeerland’, wegen der groCen Entwicklung, die die Seidenzucht im Mittelalter in demnbsp;überaus fruchtbaren Elis genommen batte. Oiveurpia, dernbsp;alte Name, den die griechischen Ansiedler dem südlichennbsp;Teile von Italien vor der Bezeichnung MeyaXT] 'EXXdq bei-gelegt batten, ist s. v. a. ‘Weinland’. Ebenso heifit Wein-land ein durcb seinen Weinbau besonders hervorragendernbsp;Teil des Züricher Gebietes (zwischen Winterthur undnbsp;Schaflfhausen), Vinodol ‘Weintal’ ein Landstrich bei Piume.

Holland hiefi noch im 10. Jabrh. (Urk. von 960) Holt-land ‘Waldland’, ursprünglicb wahrscbeinlich die nabere Umgebung von Dordrecht (nicht weit von Rotterdam), dienbsp;sich durcb reicbe Bewaldung auszeichnet. Dann wurdenbsp;der Name auf die ganze Landschaft übertragen und vonnbsp;dieser auf das Königreicb der Niederlande ausgedehnt.nbsp;Ebenso nannten die Normannen, die um 1000 n. Chr. dienbsp;amerikanischen Küsten besuchten, eine dortige Gegendnbsp;(das heutige Neu-Schottland und das Mündungsgebiet desnbsp;St. Lorenzstromes) Markland — ‘Waldland’.

Island, das zwischen 860 und 870 von Norwegen aus beslicht und besiedelt wurde, wurde von einem seinernbsp;Entdecker so, d. h. ‘Eisland’, benannt wegen des massen-haften Treibeises, das er in den Buchten der Insel antraf.nbsp;Ein Vorganger batte es Snjóland = ‘Schneeland’ getauft.nbsp;Als von Island aus 983 Grönland entdeckt wurde, solltenbsp;es mit islandischen Kolonisten besiedelt werden; es wurdenbsp;daher von seinem Entdecker, dem Normannen Erich, innbsp;den prachtigsten Farben geschildert, als ein grünes Landnbsp;mit reichem Gehölz und unerschöpf lichen Fischereien.nbsp;Der Name Grönland verblieb dem Lande, obwohl er sehrnbsp;wenig zu seiner Natur paCt.

Zu 4. Von Personennamen abgeleitete Landernamen sind im ganzen selten und überall nur eine Folge beab-sichtigter Benennung; als natürliche, obne direktes Zutunnbsp;erwachsene Bezeichnungen sind sie nicht haufig anzutreffen.nbsp;Besonders oft sind erst in neuerer Zeit entdeckte Landernbsp;nach ihren Entdeckern oder nach Persönlichkeiten, dienbsp;sie verewigen wollten, benannt worden; z. B. Amerika,nbsp;Columbia; Vandieménsland, die Insel im Süden des austra-lischen Kontinents, die im Jabre 1643 von dem hollan-

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Bildung von Liindernamen.

dischen Seefahrer Tasman entdeckt wnrde, welcher von Indien aus ina Auftrage des Generalstatthalters van Diemennbsp;eine Keise zur Erforschung des Südlandes unternahmnbsp;und das erste Land, auf das er stieC, nach seinem Auf-traggeber benannte; spater wurde der Name geandert undnbsp;dem Entdecker selbst die Ehre zuerteilt, daher Tasmanien. 'nbsp;Franz-Josefs-Land beidt die Landermasse nach dem Nord-pol zu, nördlich Novaja Zemlja, die bei der Payerschennbsp;Nordpolexpedition 1873 aufgefunden wurde, Kaiser-Wil-helmsland der ehemals unter deutscher Scbutzherrschaftnbsp;stekende Teil von Neu-Guinea, ua«.«1

Aus alterer Zeit sind derartige Beispiele nicht haufig: TTe\oTTÓvvnö’o^ Tnsel des Pelops’; Lothringen, ursprünglich ^nbsp;die Lander zwischen Schelde, Rhein, Maas und Saóne,nbsp;die ihren Namen nicht nach Lothar I., dem Bruder Karlsnbsp;des Kahlen und Ludwigs des Deutschen, führen; dennnbsp;dieser erhielt im Vertrag von Verdun nicht allein diesesnbsp;Gebiet, sondern noch andere (z. B. Italien und die Weser-mündung); vielmehr heiCt Lothringen nach dessen Sohnenbsp;Lothar II., der 855 nach dem Tode des Vaters sich mitnbsp;seinen Brüdern in die Hinterlassenschaft teilte, und demnbsp;dabei die Lothringen genannten Lander zufielen. Lotharingen bedeütet eigentlich ‘Zugehörige Lothars’, ist alsonbsp;ursprünglich' ein Volksname wie Schwaben (zu ai. sva-,nbsp;lat. suus ‘eigen’) usw.

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II. Flufi- und Bergnamen.

a) Allgemeine Bezeiehnungen.

In besonders weitem Umfange dienen zur Bezeichnung von Fliissen, daneben duch von Bergen oder Gebirgennbsp;blofie Appellativa des Sinnes ‘FluC, Bach, Strom’ usw.,nbsp;bzw. ‘Berg, Höhe, Kopf. Beispiele dafür sind aus dernbsp;Gegenwart ohne weiteres zur Hand; z. B. das Wasser,nbsp;das durch Godesberg bei Bonn a. Rh. flieCt, heiOt einfachnbsp;die Bach, desgl. das durch Endenich, Dransdorf und Grau-Rheindorf fiieCende Bachlein. Fiir die Bewohner dernbsp;Ortschaften sind keine anderen Bezeichnungen notwendig;nbsp;erst wenn der Geograph eine genauere Bestimmung hraucht,nbsp;werden unterscheidende Zusatze verwendet; Godesberger,nbsp;Endenicher Bach. So kann es kommen, daG derselbe Bachnbsp;an verschiedenen Stellen verschieden benannt wird; dernbsp;Dransdorfer und Grau-Rheindorfer Bach wird noch weiternbsp;oherhalb, zwischen Lessenich und MeGdorf, nach einernbsp;zwischen diesen Dörfern gelegenen Mühle ‘Mühlenbach’nbsp;genannt; noch weiter hinauf, in der Gegend von Witter-schlick, von Hardt, heiGt er nach den Karten Hardtbach.nbsp;Der Höhenzug, der von Rolandseck a. Rh. an landeinwartsnbsp;hei Poppelsdorf und Endenich vorüber hinter Köln vor-beizieht, wird vom Volke schlechtweg Yorgebirge genannt.nbsp;Es giht demnach sehr viele Belege aus den verschiedenstennbsp;Gehieten dafür, daG Flüsse und Berge Namen führen,nbsp;die eigentlich Appellativa ganz allgemeiner Bedeutungnbsp;waren,

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Allgemeine Bezeichnungen. nbsp;nbsp;nbsp;43

1. Flüsse.

Aa (bei Münster, Ibbenbüren, Burgsteinfurt, Bocholt u. ö., in der Schweiz an Engelberg, Samen, Lenzburgnbsp;vorbei in die Aare mündend), Ach, Ache, Achen (massenhaftnbsp;in Süddeutschland, NebenfluC der Ammer, der Salzach,nbsp;des Inn usw.); Oke (FIüBchen in Hessen, das in der Gegeild von Blomberg in die Efze mündet, ferner ein solches,nbsp;das am Südabhang des Bayerischen Waldes in die beinbsp;Passau in die Donau stromende Ilz flieCt; vgl. aucb dennbsp;Famiiiennamen aus der Ohe). Das Element Aa zeigt sichnbsp;aucb in zahlreicben zusammengesetzten FluCnamen, wienbsp;Werra, Fulda, Nidda, Schwarza, Bebra^ Wippra; Ach findetnbsp;sich in Salzach, Botach, Schwarzach, Steimch, Urach; diesenbsp;FluCnamen bildenden Bestandteile sind identisch mit ahd.nbsp;aha, got. aha — lat. agm ‘Wasser’.

BJienus stammt von ir. rian ‘Meer, Meeresströmung’; .4 den Namen führte im Altertum aucb ein FluG in Ober-italien bei Bononia; ferner gibt es noch in Deutschlandnbsp;FlüGchen namens Bhin, Bhdn in der Elbgegend (z. B. beinbsp;Fehrbellin und Friesack, bei Bitterfeld); aucb bei Glück-stadt in Holstein kommt ein derartiger FluGname vor.nbsp;Geboren die zuletztgenannten Flüsse dieses Namens imnbsp;Gegensatz zu Bhenus etwa zu deutsch tinnen oder zu abg.nbsp;rinqti sg ‘herabstürzen, hervorquellen’? Wahrscheinlicher istnbsp;wobl, daC einfacb Übertragung von Bhenus aus vorliegt.nbsp;Hollandische und niederrheinische Kolonisten, die mit demnbsp;Beginn des 12. Jahrh. in diese Slavengegenden kamen,nbsp;könnten den Namen von ihrer Heimat her mitgebraehtnbsp;haben.^ Vielleicbt gehort in diesen Zusammenhang aucbnbsp;Bho-danus, wie nicht nur die Rhone, sondern aucb andere _nbsp;Flüsse auf keltischem Geblete heiden: im Dép. Lot, fernernbsp;Bodano in Oberitalien, Provinz Emilia. Sieg, alter Siginanbsp;(cf. Siegen) gehort zu mhd. stgen, ahd. stgan ‘tröpfeln,nbsp;flieGen’ (verwandt mit seihen ‘flieGen, tröpfeln las.sen’),nbsp;__ A/tJU. seikew

* Cf. Hollern, Hollerdeich, Hollanderbruch an der Elbe unter-halb Hamburg; ftiimische Seite, d. i. rechte Elbseite gegenüber der Altmark; Flaming-, in der Nahe des Rhiu, im Kreise Neumppinnbsp;Holland: Kemerikshof (nach Cambray, flamisch Kamer ik, oder nachnbsp;Kameryk in Utrecht).

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FluÊ- und Bergnamen.

bedeutet also ‘Flüssigkeit’; ebendahin gall. Sequana ~ franz. Seine, sowie der Name des Saynbaches, der bei Engersnbsp;in den Ehein mündet.

Donau, alt Danuvius, ist keltisch und gehort zu einer Sippe von FluCnamen, die uns auf keltischem Gebietenbsp;entgegentreten: Don in der Grafschaft Aberdeenshirenbsp;(Schottland), in Frankreich (Dép. Marne-et-Loire, Ornenbsp;und Somme). Zur selben Wurzel gehort wohl auch dernbsp;Don in RuCland (dazu auch wohl Danaper, Danaster, alternbsp;Borysthenes und Tyras), ferner dessen NebenfluC Doneenbsp;‘der kleine Don’. Als Appellativ begegnet uns bei demnbsp;iranischen Stamme der Osseten ein don ‘FluC’ (vgl. avest.nbsp;danu- ‘Fiuh’, ai. danu n. ‘tröpfelnde Flüssigkeit, Tau’,nbsp;griech. ’Am-bavóq, ’Hpi-öavói;, thrac. San-danus). Tauber,nbsp;NebenfluC des Main, gehort als Dubra zu cymr. dubr, ir.nbsp;dobar ‘Wasser’, auch in altbrit. Dubris — Dover, altgall.nbsp;Dubrum, jetzt Douvres (Dép. Seine-et-Marne), Ticinus {Tessin)nbsp;= ‘Fluhlaui’ zu ir. techim (— *te]cö) ‘laufe, schiefie, flieCenbsp;eiligst’. Arnus (jetzt Arno) ist ve'rmutlich voh den Galliernnbsp;benannt (zu ai. arms ‘Flut, Strom’). Damit vefwandtnbsp;sind auch die Ahr und Aare (cf. altndl. aar ‘PluC’?),nbsp;ferner die Erft (bei Neufi in den Rhein fiieCend), altnbsp;Arnefa, ndd. Arnapa mit einem in Fludnamen haufigennbsp;Element -efa, -apa, wohl = ‘Bach, FluC’. Avon ist einenbsp;in England haufige Flufibezeichnung (z. B. NehenfluC desnbsp;Severn, an dem Stratford liegt); es gehort zu ir. abannnbsp;‘Flufi’. Strymon in Thracien, bei Ampbipolis mündend,nbsp;heute Struma, stammt von der Wurzel sreu- ‘flieCen’ und istnbsp;verwandt mit dtsch. Strom. Zur gleichen W^urzel gehortnbsp;auch Streu, NebenfluC der frankischen Saaie, an demnbsp;Fladungen, Ostheim, Mellrichstadt liegen, = ahd. Strowa,nbsp;Strewa. het Zijpe, Strom in Seeland, de Zijp, Wasserlaufnbsp;bei Arnheim, zahlreiche Bachnamen auf -seifen imnbsp;schlesischen Gebirge (ferner Ortsnamen wie Stein-, Wolf-siepen, Fischsiefen, Dürr-, Brand-, Woïlseifen usw.) sindnbsp;verwandt mit mhd. stfe ‘Bach’, mnd. sipe ‘feuchte Niederung,nbsp;feuchtes Land’, mundartl. siepen, siepern, siefern ‘durch-sickern, fein regnen’.

Der Name der Wolga ist bei den finnischen Anwohnern Raw ‘Strom’. Schon im Altertum war er 'Pd, das ent-weder damit identisch oder — apers. *Raha (ai. rasa-)

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Allgemeine Bezeichnungen.

‘Feuchtigkeit’ ist^ (s. jetzt Jacobsohn, Ariër und Ugro-finnen 238 ff.). Herodot nennt sie ’'Oapog, das ist wohl = ai. var(i) ‘Wasser’. Der Name Wolga selbst gebörtnbsp;zu russ. wologa, abg. wlaga ‘Feuchtigkeit’, wlagükü ‘feucht’,nbsp;womit auch unser Wolke urverwandt ist. Hebr. Jordannbsp;bedeutet ebenfalls ‘FluC’. Volturnus, FluC in Campanien,nbsp;ebenso Name eines Gottes in Rom, der einen Flamennbsp;besafi, und dem das Fest der VoHurnalia galt, wahrendnbsp;in Roms altester Fest- und Priesterordnung der Tiherisnbsp;fehlt, geboren naeb Mommsen, der Volturnus als alterennbsp;Namen des Tibers betrachtet, zu lat. volvere, also ‘dernbsp;sich Walzende’.

2. Gebirge.

In Deutschland weit verbreitet ist der Gebirgsname Hardt (ndd. Hart, hd. Hare geboren mit anderem Suffixenbsp;gleichfalls hierher), z. B. Haardt in der Pfalz, Hardtbergnbsp;bei Elberfeld, Haardkopf rechts von der Mosel, Harfbergnbsp;bei Prym, Hariberge nordwestlich von Gotha, Hardthofnbsp;bei Witterschlick, Hardtwald bei Karlsruhe usw. Dienbsp;Namen geboren zu abd. mhd. hart ‘Bergwald, Wald’*,nbsp;westfal. hard ‘Höhe’, griech. KÓpamp;ult;; ‘Erhöhung, Haufen’.nbsp;Eine kürzere Nebenform ist Haar ‘Höhe, Berg’ (westfal.nbsp;haar ‘Anhöhe’), cf. Haar (auch Haarstrand) Höhenzugnbsp;nördlich der Ruhr, nach der Lippe zu abfallend, Bothaar-

¦^tygl. jetzt auch F. Knauer, IF. 31, 67 ff., dessen Ansicht, dah *rosa, *ronsa bereits in idg. Zeit Bezeichnung des Wolgastroms ge-wesen sei, an dem mindestens die Urheimat der Satemvölker, wennnbsp;nicht aller Idg., gelegen habe, freilich ebensowenig wie seine Tlieorienbsp;über die Herkunft des Namens Busi genügend begründet ist. Übernbsp;'Ptjji;Bust s. Jacobsohn, GGN. 1918, 309 ff. Jacobsohn sieht innbsp;dem Russennamen eine Übernahme des iinn. Buotsi ‘Schweden’.nbsp;Buotsi batten auch die skandinavischen Ansiedler auf der Ostseitenbsp;des bottnischen Meerbusens, an der finnischen Küste, geheihen, undnbsp;so sei der Name auf den Teil der skandinavischen Warager über-tragen worden, der unter Burik und seinen Nachfolgern das Gebietnbsp;der russischen Slaven unterwarf. Von den Finnen übernahmen ihnnbsp;die Slaven; schlieilich verlor er bei diesen seine alte ethnographisehenbsp;Bedeutung und wurde erst von dem Lande, dann von seinen Be-wohnern, über die Rurik berrschte, gebraucht. — E. F.]

2 ‘Berg’ und ‘Wald’ sind fortwahrend miteinander wechselnde Begrifie, da eben Berge der Hauptsitz der Walder sind, cf. slav. goranbsp;‘Berg’, aber buig., serb., sloven, auch ‘Wald’ bzw. ‘Bergwald’,nbsp;ebenso lit. gtré ‘Wald’; span. monte ‘Berg’ und ‘Wald’, westfal. hiarchnbsp;~ ‘Berg’ und ‘Wald’ (Soest, IJnna, Iserlohn).

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FluË- und Bergiiamen.

gebirge, das sich vom Westerwald nach dem Sauerlande hinüberzieht.

Taunus ist keltisch und ebenfalls s. v. a. ‘Höbe’. Letzteres ist denn aucb der eigentlicbe volkstümlicbenbsp;Name des Gebirges (vgl. Homburg vor der Höhe). Taunusnbsp;findet sicb schon bei Tacitus. Finne, ein Gebirgszug innbsp;Tbüringen, ist wabrscbeinlicb = kelt. gall, penn (ir. cenn)nbsp;‘Haupt’^; dazu die Alpes Pen(n)inae vom groben St. Bernhardnbsp;bis zum Simplonpafi = ‘Alpen * der Höhe’. ’'Iba in dernbsp;Troas und auf Kreta deckt sich mit ïbr| ‘Waldung, Holz’,nbsp;vgl. aucb Sila saltus im Geblete der Bruttier und lat. silvanbsp;(s. Solmsen, IF. 26, 110 ff.).

Die ’ApKuvia öpv), lat. Hercynia silva umfassen nach dem Sprachgebraucb der altesten Autoren den ganzennbsp;mitteleuropaischen Gebirgskranz nördlicb der Alpen bisnbsp;einscblieClich der Karpathen. Spater ist die Bezeichnungnbsp;auf die deutscben Gebirge, schlielïlich auf den Gebirgskranznbsp;von Harz über Thüringerwald, Erzgebirge, Sudeten ein-geschrankt worden. Dieser keltischen Form entspricht imnbsp;Deutscben 1. Fergunna, al te Bezeichnung des Erzgebirges;nbsp;2. Virgunnia, Virgund(i)a, Vergunt, der mittelalterliche Namenbsp;der jetzigen Frankenhöhe, eines Gebirgszuges zwisehennbsp;Eli wangen und Ansbach, vgl. goi. fairguni ‘Gebirge’. Aucbnbsp;Ardennen, alt Ardenna, ist ein keltiscbes Wort des Sinnesnbsp;‘Höhe’ (cf. ir. drd ‘hoch, grofi’, lat. arduus). Les Gevennesnbsp;am rechten üfer der unteren Rhone, bei Casar Cevennanbsp;mons, bei anderen lateinischen Schriftstellern Gebennae,nbsp;Gebennici monies, stimmt zu cymr. cefn ‘dorsum, tergus’.

'I 3. In manchen Fallen lafit sich nicht ausmachen, ob ein Appellativ allgemeinsten Sinnes oder etwas anderes

' [Die Etymologie scheint mir wegen der dann anzunehmenden Vertretung von Labiovelar durch Labial im Germ, zweifelbaft; s.nbsp;Zupitza, Germ. Gutt. 3 ff.; Solmsen, Journ. of Germanic philol.nbsp;1, 385 ff. Höchstens ware Zusammenhang von Finne und gall, pennnbsp;bei Annahme einer vor die erste Lautverschiebung fallenden Ent-lehnung des germ. Wortes aus dem Kelt. denkbar. — E. F.]

^ Alpen selbst ist eigentlich s. v. a. ‘Bergriesen, Weideplatze im Hocbgebirge’ und dann auf das Gebirge als ganzes übertragennbsp;worden, vgl. aucb in Schwaben die Baulie Alp. Diese Erklarungnbsp;ist am wabrscbeinlicbsten, andere dagegen sebr zweifelbaft, vgl.nbsp;Festus S. 4 Linds, credi potest nomen Alpium a candore niviumnbsp;vocitatum. Dieser letzten Deutung widerspricbt scbon allein das aufnbsp;hh (cf. griecb. ö\lt;pó?) zurückgebende h von albus ‘weiS’.

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Spezielle Beneniiuiigen von Flüssen und Bergen.

in dem Namen vorliegt, so bei Elbe, lat. AlUs, einer auch soust in Deutschland wiederkehrenden Flufibezeichnung. ^nbsp;Diese Benennung kehrt in nahe verwandter Gestalt imnbsp;Nordischen wieder: eZ/isfcimNorwegischenundSchwedischennbsp;ein lebendiges Appellativ = ‘FluB’ {Dal-elf, Göta-elf,nbsp;Elar elf); dazu auch weiter Alf, wie mehrere Flüsse imnbsp;Rheingebiet heiCen (NebenfluC der Mosel, der, mit dernbsp;ÜC vereint, bei Alf gegenüber Bullag mündet usw.).nbsp;AuCerhalb Deutschlands sind FluCnamen zu vergleichen,nbsp;wie ’AXcpeióq (in Elis, an dem Olympia liegt), lat. Aïbulanbsp;(alter Name des Tiber und Bach bei Tibur, der in dennbsp;Anio geht und wegen seiner Schwefelhaltigkeit seit alters-her zum Baden benutzt wurde), franz. Aube, lat. Alba (NebenfluC der Seine). Diese PluCbezeichnungen gehören zweifellosnbsp;zu dXqpous' XeuKous Hesych, dXqjó? ‘weiCer Ausschlag’, lat.nbsp;albus. Also ist ein ursprüngliches Adjektiv ‘weiC, licht’ imnbsp;Germanischen zur PluCbezeichnung überhaupt gewordennbsp;(vgl. ahd. elbiz ‘Schwan’, abg. lébedï dass.). Bs laCt sichnbsp;nicht entscheiden, ob sich z. B. Elbe zu einer Zeit alsnbsp;Nom. propr. festgesetzt hat, als das Appellativ noch dennbsp;adj. Sinn ‘die WeiCe, Lichte’ oder bereits den subst.nbsp;‘FÏuC’ besaC.

b) Spezielle Benennungen von Flüssen und Bergen naeh der Besehaffenheit

bilden die zweite groCe Klasse der zugehörigen Namen. Entweder sind a) einfache Eigenschaften des Plusses odernbsp;Berges selbst oder p) Besonderheiten der umgebendennbsp;Pflanzen- oder Tierwelt maCgebend:

Zu a). Nach dem Aussehen sind benannt WeijS-, Schvarzwasser; Rotach, Rotboek; Schwarza; Lanter (z. B.nbsp;NebenfluC des Rheins bei WeiCenburg, des Neckars, dernbsp;Murr, der Donau), Lauterbach (NebenfluC von Main, Itznbsp;und südlich bei Coburg), norddtscb. Lutter (zur Ems innbsp;der Nahe von Gütersloh), Lüder (NebenfluC der Fulda

* NebenfluË der Eder (daran ein Ort Elben = Albina), in der Nahe von Fritzlar mündend, ein solcher der Lahn (bei Limburgnbsp;mündend).

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Flufi- und Bergnamen.

unterhalb Fulda). Von ir. brit. glan ‘purus’ stammen die Namen der Glane in Frankreich (NebenfluC der Vienne),nbsp;der deutschen Gian (rechter NebenfluC der Nahe in dernbsp;Nahe von Sobernheim), der Glane in der Westschweiznbsp;(in der Nahe von Fribourg). Die Hase, NebenfluC dernbsp;Ems, bedeutet ‘die Graue, Bleiche’ (vgl. ags. haso, lat.nbsp;canus aus *cas-nos). Perner seien erwahnt Weifl-, Schivarz-,nbsp;Bot-, Faulhorn; Schwarzwald; Schneekoppe; Hunsriick, alterenbsp;urkundliche Form Hundesrukke-, Qchsenkopf, Bojlkopf, Bofi-kuppe; Monch, Jungfrau, Eiger (zu germ, aig- ‘spitzig sein’,nbsp;cf. anord. eigin ‘eben hervorgesprossener Saatkeim’, griech.nbsp;aiKXor ai YUiViai xoO péXou? Hesych, preuC. ayculo ‘Nadel’,nbsp;abg. igla dass. usw.? S. Pick lÜ^ 2). Montenegro = Crna-gora ‘schwarzer Berg’; Himalaya ‘Schneepalast’, Dhavalagiri-‘weiCer Berg’, Monte Bosa ‘Eisberg’ (cf. ahd. (h)rosanbsp;‘Eis’; südlich von dem Berge sind die letzten deutschennbsp;Mundarten).

Geschmack, Temperatur und andere ahnliche Eigenschaften spielen eine Rolle bei:

Sauer (NebenfluC der Mosel, durch Luxemburg flieCend und im Unterlauf Grenze zwischen diesem und PreuCennbsp;bildend), Salzach, Salza, Suiza, Sülze, Salbke (südlich vonnbsp;Magdeburg) aus *Salt-beke, sodann Plüsse namens Saaie,nbsp;in deren Nahe regelmaCig Salzquellen anzutreffen sindnbsp;(thiir. Saaie, frank. Saaie südlich von Rhön und Werra,nbsp;an der Sulzdorf, Sulztal, Salzburg gelegen sind; NebenfluCnbsp;der Salzach \ an dem Beichenhall sich befindet, dessennbsp;zweiter Bestandteil ebenfalls auf Salzgewinnung hindeutet ^);nbsp;Wuodaha ‘Wutwasser’ {Wutach im Schwarzwald, Gutachnbsp;[durch volksetymologische Umgestaltung?] als Name des-selben Gewassers, Wutha im Thüringer Wald), Eitra,nbsp;NebenfluC der Haune, die bei Hersfeld in die Fulda

' Auch ein solcher der Leine, der bei Elze in sie mündet. Deminut. Selke, Nebenfluh der Bode im Harz.

^ [Bezüglich der mit hall gebildeten Namen glaube ich nicht an eine mogliche Identifikation mit ahd. asachs. halla, ags. heallnbsp;‘Halle’ wegen der in diesem Falie nötigen Annahme einer Bedeu-tungseinschrSnkung bei den Ortsnamen. Man mufi vielmehr zunbsp;V. Hehns Ansicht in seiner Studie «Das Salz» zurückkehren, w’onachnbsp;das Element hall der Namen aus vorgermanischer Zeit stammt undnbsp;wohl mit cymr. halan (: ir. aalann) ‘Salz’ zu vergleichen ist, s. auchnbsp;S. Riezler, Sitzungsber. d. hayr. Ak. 1909, 2. Abh., 47 ff. — E. F.]

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Spezielle Renennungen von Flüssen und Bergen.

mündet, aus Eitr-aha, zu ahd. eiiar ‘Gift’, daher ‘Gift-wasser', nach der wie Gift brennenden Kalte (Miillenhoff, Deutsch. Altertumsk. 5, 117 if.)? Wohl eher wirklichnbsp;s. V. a. ‘giftiges Wasser’, cf. Tollhach {Dul-menni — Duimen),nbsp;Pabu ubuup ‘SüCwasser’ in Elis, PaKeiai Quellen bei Pellana,nbsp;vgl. raKEiai’ rXuKeiai Hesych (y = ƒ), Geppri, -a, -ai alsnbsp;Namen verschiedener Quellen. Geiouq ‘Schwefelbach’ (zunbsp;9eiov ‘Schwefel’), Nebenflub des Alpheus in Arkadien.

Nach der Art des Laufes sind benannt:

’'Iffrpoq, thrac. Name der Donau, Isar, Iser, Flufi-bezeichnungen, denen man auf ehemals keltischem Boden begegnet {Isar, an der München liegt, Iser am Südabhangenbsp;des Iser- und Riesengebirges, Isère, NebenfluC der Rhone;nbsp;Oise, ursprünglich Isara, NebenfluJB der Seine, Iser innbsp;Flandern, Bach Iser bei Isenburg an der Sayn; Nebenflubnbsp;der Lahn bei Braunfels). Die Namen gehören sarntlichnbsp;zu ai. t.sird- ‘eilend, regsam, frisch’, griech. 'lepóq, Sapó^nbsp;“^regsam, frisch’ (kpf| ïq TrjXepdxoio; lepöi; ix^uq); vgl.nbsp;Much, Indogermanische Forschungen 8, 287 ff. Damitnbsp;ist wohl auch ’(dp-bavoq in Elis und im westlichennbsp;Kreta (zum 2. Element s. o.) in Verbindung zu bringen,nbsp;die jedenfalls mit hebr. Jordan (’Idpbavo?) nichts zu tunnbsp;haben dürften. Bistritz (an der Sadowa liegt), Czech.nbsp;Bistrica heibt ‘die Schnelle’, Eder, alt Adrana (in Hessennbsp;und bei Gandersheim), gehort zu ahd. atar ‘celer, acer’,nbsp;asachs. adro ‘zeitig, früh’. Wipper (in Thüringen Neben-flub der Saaie und Unstrut, Flüsse in Hinterpommern,nbsp;im Harz, in Westfalen, Nebenflub des Rheins, ]ei%iWupper,nbsp;cf. Wipperfiirth) bedeutet ‘die Hüpfende’ (vgl. nind. nnd.nbsp;wippen, mhd. ivipfen, lat. vibrare). Ebenso gehort zunbsp;schwingen der Flubname Schwinge (Nebenflub der Elbe innbsp;Hannover, der Peene in Vorpommern, in der Nahe vonnbsp;Greifswald ontspringend). Ems (auber der bekanntennbsp;noch Zuflub der Lahn bei Ems, der Eder unterhalbnbsp;Feidberg), alt Emisa, zur Romerzeit Amisia, Amisis, hangtnbsp;vermutlich zusammen mit emsig, ahd. emizig, norw. amsanbsp;‘antréiben’. Hunte ist s. v. a. ‘die Jagende’ (cf. ags. Immtjan,nbsp;engl. to hunt ‘venari’).

Havel, alt Habola, gehort w'ohl zu mhd. habe, nhd. Ha/e«‘portus’, Hafen ‘Topf’, die beide miteinander identischnbsp;und von einem wurzelhaften Begriffe ‘fassen, in sich

Solmsen-Fraenkel, ludogerraanische Eigennamen. nbsp;nbsp;nbsp;4

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FIuÊ- und Bergnamen.

begreifen’ (cf. lat. capere) ausgegangen sind. Havel ist also ‘die Seen-, Bassinreiche’ und nach der für sie sonbsp;charakteristischen Seenbildung benannt. Der FeXaq-FluB,nbsp;an dem Gela lag, stellt sich zu lat. gelidus ‘kalt’, öti

TToAXr|v Ttd]^r]V yevva' tcutiiv Tdp ’OTriKtjuv cpoiv^ Kai

ZiKeXuJV TeXav XéYeaöm (Steph. Byz.), der 'liuépa(; ev. zu lat. hiems, hibernus (Fick, BB. XXII, 56). Geister, die beinbsp;Witzenhausen in die Werra naündet, gehort zu mhd.nbsp;geister ‘laut tonend, heil klingend.’

Zu p). Eigenschaften der den FluC oder Berg um-gebenden Natur kommen in folgenden Pallen für die Namengebung in Betracht:

Felda, ursprünglich Feld-aha (von der Rhön nach Norden, in die Werra unterhalb Salzungen mündend),nbsp;ebenso Fulda = Fuld-aha. Weser, alt Visurgis, dann ahd.nbsp;Wisara, Wisera, Wesera, am ehesten wohl = ‘WiesenfluC’.nbsp;Damit identisch ist Werra aus Wirra (WirraM) ausnbsp;Wisraha, mit Synkope und Assimilation. In alterer Zeitnbsp;galten beide Namensformen für beide Teile des Flusses;nbsp;die heute herrschende Differenzierung ist nachtraglichnbsp;durchgeführt. Odenwald, alter Odone-, Odene-, Ottenewaldnbsp;nebst Odenberg (in Niederhessen, nicht weit von dernbsp;Mündung der Eder in die Fulda), ist wohl = ‘öder Wald,nbsp;Berg’.’- Von Baumen haben ihren Ausgang genommennbsp;Wied, alter Wida, aus WidaJia — ‘Weidenbach’ (cf. ahd.nbsp;wida ‘Weide’) oder = ‘Waldbach’, zu ahd. widu ‘Holz,nbsp;Wald’, engl. wood; Walluff (von Schlangenbad herkommendnbsp;und bei Ober- und Niederwalluff in den Rhein mündend)nbsp;aus Wald-affa ‘Waldwasser’; ein *Wald-alva verbirgt sichnbsp;wahrscheinlich in Wltawa, dem slavischen Namen dernbsp;Moldau; Holtmenni, heute Holzemme (im Harz, NebenfluGnbsp;der Bode); Aschoff = ‘Eschenwasser’, desgleichen Aschachnbsp;(ZufluG der frankischen Saaie), Aschbach, Fschbach, Eschen-

^ [Dagegen jedoch mit Recht Edw. Schröder, GGN. 1908, 22. Die genannten altesten Formen und andere von Schröder a. O. be-handelte Beispiele legen eine noch altere Gestalt *Wodanatvalti‘‘Wo-danswald’ nahe, woraus durch einen durch das inl. w veranlaÊtennbsp;dissim. Schwuud des Anlauts-Mgt; die historischen Formen entstanden.nbsp;Der niederhess. Odenberg dürfte ebenfalls ursprünglich ein Wcdenes-berg gewesen sein, wie aus dem in seiner Nahe gelegen en Oudens-berg folgt. Er hat sein w nach Analogie von Oden(e)wald aus *Wo-danawald verloren. — E. F.]

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Spezielle Beriennungen von Flüssen und Bergen.

bach; Elm, NebenfluC der Kinzig (mit der Ortschaft Elm bei Schlüchtern) = Elm-aha ‘ülmenwasser', Gleicher Be-deutung ist vielleicht auch die Alme, NebenfluC der Lippe,nbsp;alt Almana; steht doch neben elm und ulme anord. alnir.nbsp;Ilse, NebenfluC der Ocker (nait Ilsenburg) und FlüCchennbsp;bei Lemgo, ebenso Als oder Alsbach bei Wien, Eilse (innbsp;der Nahe von Bingen in den Rhein flieCend) geboren zunbsp;ndl. els = ndd. eller, ahd. elira neben erila ‘Erle’, das auchnbsp;noch in Erlenbach (NebenfluC der Oder, Nidda, Jagst)nbsp;enthalten ist; vgl. noch Elsenhorn bei Montjoie. Ent-sprechend hangen silva Bacensis, wie der Harz bei Casarnbsp;beiCt, Buohunna, mittelalterlicher Name der Ehön und desnbsp;Vogelsberges, mit Buche, ahd. buocha aus alterem *hóJca,nbsp;*baka zusammen, genau wie das Fichtelgehirge nach dernbsp;Fichte benannt ist. Russ. Berezina ist abgeleitet von Tnbsp;berëza ‘Birke’, bedeutet also ‘Birkenwasser’; griech. 'EXikiüv,nbsp;von iXiKTi ‘Weide’ mit einem kollektiven Suffix stammend,nbsp;heiCt ‘Ort, wo sich Weiden befinden’. Die arkadischennbsp;Flüsse MoiXoö^, MaXoira? geboren zu pdXov ^Apfel’, OivoOs,nbsp;NebenfluC des Eurotas in Lakonika, zu 01V05 ‘Wein’,nbsp;ZeXivoO? in Achaja und Siziflen zu uéXivov ‘Eppich’,nbsp;Xxoivou^, FluC in Böotien, zu axoivo? ‘Binse’, ’EXmoO?nbsp;in Bithynien, westlich von Heraklea Pontika, zu èXaianbsp;‘Ölbaum’, iXaxov ‘Öl’.

Von Tieren sind benannt:

Aura (Name mehrerer Flüsse in Franken) = Auerbach, Urach in Schwaben; Bebra, an dem Bebra in der Nahe von Rotenburg liegt, alter Biberaha ‘BiberfluC’,nbsp;ebenso Bieber, alter Bybera bei Hanau. Biéber hieC frühernbsp;der Aubach, der oberhalb Neuwied in die Wied flieCt.^nbsp;Hierfür zeugen noch heute die Ortschaften Ober- undnbsp;Niederbieber, was auch für die ehemalige Verbreitung desnbsp;Tieres vpn Bedeutung ist; Otter in Hessen nebst Otter-bach; Neter bei Eisenach, alter Naderaha ‘NatterfluC’; Katz-bach, auch Katza und Katz, nach wilden Katzen benannt;nbsp;Rojibach. Von Bergen, die nach Tieren heiCen, seiennbsp;Spessari — ‘Spechtsgebirge’, Vogelsberg angeführt. Dernbsp;Böhmerwald heiCt bei alten Geographen fa^pfiTa uXp, cf.nbsp;ir. gabar ‘Bock’. Offenbar handelte es sich um Steinböcke.

^ Ygl. auch Bober = slav. bohrü ‘Biber’.

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Flu6- und Bergnamen.

In lateinischen Urkunden des Mittelalters begegnet uns entsprechend saltus Hircams (cf. Mrcus ‘Bock’). Von hier-her gehörigen griechischen Flufi- und Gebirgsbezeichnungennbsp;sei erinnert an Aitö? iroTapoi ‘ZiegenfluC’ in Thracien,nbsp;TTpoPaxia, -cria, FluC in Böotien (TTpópaxov ‘Schaf’), Zxpou-»lt;*Konbsp;öoOq, Kap bei Hermion in der Argolis (ffxpouöoi; ‘Sperling’), TTuEouq, Vorgebirge, FluC, Stadt in Lucanien (iruSoqnbsp;‘Buchsbaum’).

e) Ableitungen von Personennamen.

Gelegentlich stammen FluCbezeichnungen von Menschen-namen; z. B. sind in Italien Flüsse nach Geschlechtern benannt, die an ihnen ihre Siedlungen batten: in Etru-rien Vaternus^ Vatrênus und Rasina, d. i. amnes der Vatrii,nbsp;Vaternii, Basinn; in Campanien Liiernus und Sarnus, zunbsp;Litrii, Sarii, Sarnii. Dies steht im Zusammenhang mitnbsp;der in Italien überhaupt überaus haufigen Ortsnamen-entstehung auf Grund von Familiennamen.

Mythologische Namen liegen besonders soichen von Bergen, die Sitze der Götterverehrung waren, zugrunde:nbsp;’ApreplcTiov; °'Hpaiov (Gegend von Korinth); Kpóviov öpo?nbsp;(bei Olympia). Donnersberg in der Pfalz; Godesberg beinbsp;Bonn a. Rh., Gudensberg in Hessen, unweit von Fritzlar,nbsp;alter Wodanes-, Wodenesberg. Vielleicht steekt im Anfangs-gliede von Honnef a. Rh., alter Hunnefa, Hunnafa, dessennbsp;zweites Element das schon mehrfach angetroffene -afanbsp;‘Wasser’ ist, Hüne — ‘Riese’. Osning,- der echte volks-tümliche Name des Teutoburger Waldes, welch letzterenbsp;Bezeichnung auf Grund des von römischen Schriftstellernnbsp;angeführtennbsp;nbsp;nbsp;nbsp;Teutoburgiensis künstlich erneuert wor

den ist, alt Osnengi, ist wohl = ‘der den Asen Gehorige’, mit derselben sachsischen Form dieses Wortes, die innbsp;Osnabrück, d. i. ‘Götterbrücke’, Os-wald, Os-vin, Os-carnbsp;(= ‘Asenspeer’) enthalten ist.

Etwas anders verhalt es sich meist mit den nach Heiligen benannten Bergnamen, z. B. St. Gotthard, St. Bern-hard. Im heutigen Griechenland gibt es zahlreiche Bergenbsp;'Ayioi; ’HKid? (mit ümwertung von ''HXioq).

Auf diesem ganzen Gebiete wimmelt es noch von ungelösten Ratseln. Oft handelt es sich auch um Über-

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Ableitungen von Personennamen.

reste von Sprachen, die durch eine jüngere, eingewanderte Bevölkerung aufgesogen worden sind. Für die deutschennbsp;FluCnamen ist hinsichtlich des Geschlechtes eine wichtigenbsp;Beobachtnng zu machen; In der Regel sind sie Feminina;nbsp;nur im Westen und Süden des Sprachgebiets sind einigenbsp;Flüsse maskulin. Bei diesen besteht der begründete Verdacht der Übernahme aus dem Keltischen, wenn auchnbsp;das, was von diesem Sprachzweige bekannt ist, langst nichtnbsp;für alle eine Etymologie ermöglicht: Bhein, Main (Moenus),nbsp;Neckar (Nicer), Kocher, Inn (Aenus), Lech (Licus). Anderenbsp;von ihnen sind freilich bei der Entlehnnng mit demnbsp;deutschen Geschlechte versehen worden, z. B. Donau —nbsp;Danuvius (ahd. Tiionowa, mhd. Tuonouwe).

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III. Ortsnamen im engerea Sinne,

d. h. Mamen menschlicher Niederlassaugen.

A) Bildungsprinzipien und Bedeutungs-gehalt.

Die Fülle der Erscheinungen ist am besten unter drei versehiedene Geschichtspunkte zusammenzufassen;

1. nbsp;nbsp;nbsp;Bezeichnung nach natiirlich gegebenen Bodenver-haltnissen, wie Wasserlaufe, Quellen, Erhebungen, Walder,nbsp;Felder und Auen.

2. nbsp;nbsp;nbsp;Bezeichnung nach Kulturverhaltnissen: Rodungen,nbsp;Ackerungen, Aufteilungen von Grund und Boden, An-legung von menschlichen Wohnstatten.

3. nbsp;nbsp;nbsp;Bezeichnung nach Eigen-, vor allem Menschen-namen (Stammes-, Sippen-, Individualnamen), seltenernbsp;Götternamen.

1. Ortsnamen nach natiirlich gegebenen Boden verhaltnissen.

Hier sind vor allem Namen zu betrachten, die sich zunachst nicht auf menschliche Wohnstatten beziehen,nbsp;sondern erst nachtraglich auf diese übertragen wordennbsp;sind, z. B. Fulda, FluC und Stadt, desgl. Wien. Wonbsp;wir völlig gleiche Namen für Flüsse und Stadte u. a.nbsp;finden, gilt so gut wie ausnahmslos der Satz, daC dienbsp;FluCbenennung das Prius, die des Dorfes oder dernbsp;Stadt dagegen erst daraus abgeleitet ist: FluC, Berg,nbsp;Wald sind von Anbeginn da, die menschliche Nieder-lassung folgt erst nachher, und die feste Niederlassung

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Bildungsprinzipien und Bedeutungsgehalt.

ist erst eine verhaltnismaCig spate Stufe in der Kultur-entwicklung; sie hat an vielen Orten eine altere Periode nomadischen Lebens abgelöst, bei der wobl die natür-lichen Örtlichkeiten Namen erhielten, zu einer Namen-gebung für menschliche Niederlassnngen jedoch kein An-laC verhanden war.

Bei den von Wasserlliufen und was damit zusammen-hangt (Ufer, Insel usw.) stammenden Ortsnamen seien zunachst einzeln stehende Namen erwahnt:

SiegenSieg (alt Sigina); Criejkn (mhd. ze den OieJSeti) — mhd. gieze, ahd. giozo ‘rivulus’. Soden: mhd. sót ‘pu-teus’; PützcJien : Pfütze, \a.i. puteus-, Kpfjvai bei Argos Am-philoch. (cf. Kppvri ‘Quelle’), ebenso Kpouvoi in Elis (; Kpou-VÓ5 ‘Quell, Brunnquell’); TTaxm Megara, Arkadien, Cypernnbsp;(: TrriYn ‘Quell’); 0ép|uai, -a, -ov (:amp;ep|uói; ‘warm’).

Sodann wenden wir uns zu solchen Namen, die durch den gleichen zweiten Bestandteil (Suffix) zusammengehaltennbsp;werden:

-a, -ach ist namentlich in Oberdeutschland massen-baft verbreitet (s. o.);

Aura, Steinach, Urach.

•bach kornmt ebenso in frankischem Gebiete vor:

Heisterbach; -beek nebst -beek, -becke in niederdtsch. Schwarzenbeck, Langenbeck, Schönebeck, Flotthek, Isebek, Altenheken, dazu mit Verstümmelung Salbke aus Sala-beke-,nbsp;Steinke aus Stein-beke.

-siepen, -siefen, -seifen z. B. Langemiepen, Steinsiepen, Tischsiefen, Brandseifen, Wollseifen aus Wolfseifen. Gebirgs-bache in Schlesien führen massenhaft Namen auf -seifen.nbsp;Dieses Element gehort zu ags. sïpian, mnd. sïpen, mhd.nbsp;sz/cti ‘durchsickern, fein tropt'en’.

-brunn, -bronn, oberdeutsch-thür.: Brunnen, Weifien-brunn, Niederbronn, Maulbronn.

-born, ndfrank., ndd.: Elsenborn, Paderborn, Weifien-born. Hier ist die ursprüngliche Bedeutung des Wortes ‘Quelle’ ganz allgemein, und es handelt sich nicht, worannbsp;wir heute zu denken pflegen, um eine künstlich angelegtenbsp;Quelle.

-fletk, -flieth, ndd. = -fliefi: Elsfleth (untere Weser), Depenfleth.

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Ortsnamen im engereii Sinne.

Baden, Wiesbaden, d. i, ‘Wiesenbader’.

-mar ‘stehendes Gewasser’, gehort etymol. mit Meer, ahd. mari, meri zusammen, das als Appellativ im Namennbsp;der Mare erhalten ist. Es ist nicht mit Sicherheit zunbsp;sagen, oh nicht in gewissen Gegenden wie Hessen dienbsp;Bedeutung sich der von Brunn bzw. ‘sumpfartig aus-gehreitete Quelle’ genahert hat: Lohmar (im Aggertal) ‘Marnbsp;am Loh’; Eschmar bei Siegburg; Geismar bei Pritzlar,nbsp;Gottingen, Kassei [Bofgeismar) zu gtsan ‘spirare, bullire’nbsp;(cf. anord. gisa, geis, gisinn ‘gahnen, sich öffnen’, norw.nbsp;mundartl. gïsa ‘lachen, blinzeln’, engl. mundartl. gisn ‘naehnbsp;Luft schnappen’), alles Orte mit mineralischen Quellen;nbsp;Weimar (in Thüringen, aber auch z. B. bei Kassei) ausnbsp;Win-mare, zu got. winja, ahd. winne ‘Weideland’.

Den Gegensatz zur Quelle bildet die Mündung; daher die zahllosen Gmünd, Gniiinden, Gmunden; Anger-münde, Stolpmünde, Swinemünde. In fremder Form Coblenz — Confluentes am Einflufi der Mosel und der Aare innbsp;den Ehein, in Frankreich gibt es mehrere Conflans, Gon-folens; in Italien vereinzelt Gonfienti.

Wichtig waren für den alteren Verkehr die Furten; daher sind besonders viele spatere Ansiedlungen an ihnennbsp;entstanden; Furth, Fürth, Frankfurt — Franconofurt, Erfurtnbsp;aus Erpisfurt ‘Furt eines Erp’, Hassofurt (am Main, zwi-achen Bamberg und Schweinfurt), Schweinfurt, Ochsenfurt.nbsp;Im Ndd. erscheint dafür -ford : Herford, alt Herifordnbsp;‘Furt des Heeres'.

U fer: Hannover ‘Hohenufer’, Nienover in der Nahe von Karlshafen in Hannover, Fronover.

In sein; Werth, Worth, Werden, Werder-, Kaiserswerth, Nonnenwerth, Donauwörth.

Au ist die ursprüngliche Bezeichnung des Wasser-laufes~selbst. Das Wort, ahd. ouwa, hangt zusammen mit got aha, ahd. aha. Dann bedeutet Au die sich am Plussenbsp;bildenden Wiesengründe. Der erste Sinn ist erhalten innbsp;den FluCnamen auf -aw. Ilmenau (in Hannover), Königsaunbsp;(PluC, der ehemals die Grenze zwischen Schleswig undnbsp;Danemark bildete), Brede Au, Bote Au, Linnerau usw. innbsp;Schleswig, der letztere in Ortsnamen wie Ilmenau. Da-zu weiter:

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Bildungsprinzipien und Bedeutungsgehalt.

Auel, das besonders an der unteren Sieg überaus haufig auftritt^; daher wurde der ganze Gau im Mittel-alter Auelgau genannt, vielleicht nach dem Dorfe bei Sieg-burg (cf. Deutzgau, Engersgau, Bonngau). Ferner kommtnbsp;dieses Element vor in der Eifel, besonders oberhalb Düren,nbsp;und im Sauerlande (hier in der Form -ohl: OM, Crummen-oM, LangenoJiï). Auel ist s. v. a. ‘kleine Wiese, die dernbsp;FluC da, WO er sich um einen Bergvorsprung herum-schlangelt, zwischen sich und diesem entstehen laCt’ (vgl.nbsp;P. Voigt, Die Ortsnamen auf -scheid und -auel [-oM], Progr.nbsp;Neuwied 1895, 31 ff.).

Von besonderem Interesse sind hier die Verhaltnisse auf italischem Gebiete. Von Oberitalien bis Sizilien be-gegnet uns haufig Gleichnamigkeit zwischen FluC undnbsp;Stadt, aber mit charakteristischem Genuswecbsel: dernbsp;FluC ist maskulin, die Stadt feminin oder haufiger neutral:

- féXaq — réXa; 'Ipépa^—'Ipépa; Halaesus : Halaesa; Tici-nus : Tidnum; Truentus : Truentum (Picenum); Aternus ; Ater-mm (Abruzzen; Marser, Paeligner, Vestiner); Tifernus : Tifernum (Samnium). Diese Parallelitat setzt sich fibernbsp;^ das eigentliche italiscbe Gebiet nach Nordosten und Ostennbsp;hinaus fort. TimavosTimavum (Venetien, zwischen Aqui-leia und Tergeste), Beuoq — Beur] (Macedonien). Die Ortsnamen sind eigentlich adjektivisch empfunden, also zu ver-gleichen mit russ. Dwinsk, Ohsk, Jenisseisk. Cf. noch Atestenbsp;•Stadt am Atesis’ (W. Schulze, Lat. Eigenn. 8, Anm. 2.nbsp;537 ff. 542).

Nach Erhebungen, Senkungen und sonst damit in Zusammenhang Stehendem sind benannt:

Aïireia (Mes8enien);’'AKpa (Euböa, Akarnanien), ''AKpai (Atolien, Sizilien); Aeipdi; (bei Argos); KoXocptüv; KoXuivqnbsp;(Messenien); TTéXXa in Macedonien (; néXXa' Xifiog Hesych;nbsp;cf. TTérpa, das mehrfach als Ortsname vorkommt, sowie ev.nbsp;Ocriculum in Umbrien, falls es zu ocris usw. gehort, s. S. 20ff.);nbsp;’Avxpujv (Thessalien).

Auf germanischem Gebiete:

Berg-, Altenberg, Wittenberg(e), Schwarzenherg, Eichen-berg, Babenberg, woraus Bamberg ‘Berg eines Babo’.

' Bei Siegburg ein Dorf, Gut, Weiler, Mühle dieses Namens; Auehhof, Hof' Aulsheck, Weiler Auelen, Haus Auelchen.

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Ortsnamen im engeren Sinne.

Hübel, ndd. Hövel (cf. griech. Kuqpoq ‘Krümmung, Buckel, Hoeker’): Hövel, Aldenhövel, Lindhövel, Windhövel;nbsp;Krummhiibel, GiejJhiibel.

Büliel (ahd. huhil ‘Hügel’): Bühl, Biehl, Beul, Biichel, Biigel, Bichl, Birkenhichl, Grünhüchel, Krummbiegel.

Scheid ist auf ganz bestimmte Gegenden beschrankt; es beginnt im Waldeckschen und zieht sich durch dasnbsp;Sauerland (um Lüdenscheid herum ist es am dichtestennbsp;vertreten) über Wupper, Agger, Sieg bis zur Wied binnbsp;{Selscheid, Wahlscheid, Lenscheid, Krmtscheid, Ettscheid, Lang-scheid, Breitscheid) •, darm beginnt es von neuem in dernbsp;Eifel, nicht weit von Adenau und erreicht in der Schneifelnbsp;wieder einen Höhepunkt der Dichtigkeit {Manderscheid,nbsp;Beiffer scheid, Harscheid, Brandscheid usw.). Die Mehrzahlnbsp;der Orte liegt nicht im Tale, sondern auf der Höhe, undnbsp;die Orte, an denen das Suffix haftet, lehren, soweit sienbsp;noch nicht menschliche Ansiedlungen tragen, daC Höhennbsp;gemeint sind, die Taier, PluClaufe u. a. voneinandernbsp;scheiden, kurz Wasserscheiden, hier und da wohl auchnbsp;politische Scheiden sind; z. B. das auch am rechten Rhein-ufer mehrfach vertretene Beifferscheid ist vielleicht die (tjnbsp;Grenze der Riparii. Im übrigen ist natürlich nicht zunbsp;erwarten, dafi der ursprüngliche Sinn überall zutrifft;nbsp;nachdem das Verstandnis für diesen erloschen war, istnbsp;das Kompositionselement mechanisch weiter gewuchert;nbsp;vgl. Voigt, Die Ortsnamen auf -scheid und -auel (-ohl),nbsp;Progr. Neuwied 1895, 5 ff. 24 ff.

Stein: Weijiensfein, Wittgenstein ‘Stein eines Witiko’, Giébichenstein ‘Stein eines Gibicho’.

Féls: Wdjknfels, Botenfels.

Tal: Thale, Thai, Georgental; ndd. -dal, z. B. Stendal, 'Steintal’.

Walder u. a. haben die Grundlage folgender Benen-nungen abgegeben:

^ nbsp;nbsp;nbsp;Apupóq, -la (Phoc., Boot.); quot;Yh\ (Boot., Lokris,

Cypern); AauXia, -tg in Phoc. (cf. bauXov' bacfu Hesych).

Wald: Finster walde, Mittenwald, Braunswalde, Arnswalde, Eberswalde, Fürstemcalde.

Holz, ndd. Holt: Bocholt ‘Buchenholz’, EickhoU ‘Eichen-holz’ (bei Melle); Varenholz, alt Forenholte, ‘Föhrenholz’, Dorf bei Gelsenkirchen; Westerholz.

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Bildungsprinzipien uad Bedeutungsgehalt.

Hain: Falkenhain, Ziegenhain.

Ahd. witu, mild. tvede ‘Wald’ (cf. engl. wood), in den zahlreichen westfalischen Namen axS. -wede:Brakwede, Borg-wede, Alswede, Worhswede. Auch der Name Alt- und Neu-wied gehort hierher, aber nicht direkt, sondern durchnbsp;Vermittlung des Wiedbaches — ‘Waldbaches’.

Horst, ursprünglich wahrscheinlich ein dicht bestan-denor Wald, zuweilen mit dem Nebensinne der Erböbung: Bokhorst, Elmenhorst, Eïkhorst, Elsenhorst, Lindhorst', Arens-horst, Barenhorst, Habighorst, Katenhorst, Uienhorst, Wulf-horst; Breedenhorst, Hoonhorst, Langenhorst, Schmalenhorst;nbsp;Brandhorst, Gronhorst, Kalthorst, Niehorst, Windhorst; Papenhorst, Gravenhorst, Freckenhorst, Batenhorst, Hellinghorst,nbsp;Beminghorst, Wellinghorst.

Busch: Breitenbusch, Herzogenbusch.

lóh (ahd. lóh ‘Hain’ == lat. lücus): Loo, Loh, Lohe, Loe, Bokeloh, Eikeloh, Venloe, Oldesloe usw. Tserlohn (Iseren-lon 1233, Lonensis móneta 11. Jahrh.), also ‘bei den Eisen-lohen'.

Ferner dienen Baumnamen, sei es in unveranderter Gestalt Oder mit Ableitungen verseben, oft zur Ortsnamen-bildung. Vielfach werden sie nur unter Geschlechtsver-anderung kollektiv zur Bezeichnung eitier Gruppe, einesnbsp;Gehölzes von der betreffenden Baumart verwendet: Buch,nbsp;Altenbuch, Bothenbuch; Tann, Niederfhann, Hohenthann; Elm,nbsp;Ulm (?); Alteneich, Dürrenaich, Liebeneichen. Daneben sindnbsp;Ableitungen auf ahd. -ahi besonders beliebt, die kollektivennbsp;Sinn haben und in heutigen Wörtern auf -acJi^, -ich, -ig,nbsp;-icht fortleben: Aichach, Aipach, Forchach, Haslach, Weidach;nbsp;Aichich, Erlich, Fornig, Lindich-, EicMcJit, Birkicht, Tannicht;nbsp;Aichat, Erlat, Pirath; Aichet, Birket, Bucket, Ulmet, Weidet ubw.

Aus dem Griechischen seien erwahnt:

AÏYeipoi; ‘Schwarzpappel’ Megaris, ’'AciKpa (dUKpa' öpöq dKapTToq Hesych) am Helikon, 'EkiKp Achaja, 'EXikou^nbsp;Arkad., ’Epiveó? ‘wilder Peigenbaum’ Doris, Kapuui (KOpuunbsp;‘NuCbaum’, Kdpuov ‘NuC’) Lakon., Arkad., ’'OXuvbo? (= tönbsp;Mn TreTT€|Li|aévov (TOkov Hesych), Kuirdpicrffo? Phoc., Messen,nbsp;(auch KuiTapi00ia), MdpaFo? in Arkad., Mapa9a)v ‘Fenchel-‘ Oft ist die .Scheidung zwischen den hieihergehörigen und dennbsp;das oben erwahnte -ach = ‘Bach' enthaltenden Namen nicht möglich.

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Ortsnamen im enteren Sinne.

feld’ in Attika, Kpejuuujv, Kpopuinv Megaris (cf. Kpépuov, Kpopnov ‘Lauch’), HeKuinv (cTeKÜa, creKOÜa ‘Gurke’), ’Opopiainbsp;Euböa (öpopo? ‘Kichererbse’)j Zxoïvog Boot.,

Arkad., Hafen bei Korintb (öxoivoq ‘Binse’).

Aus italischern Spracbgebiete geboren hierher: Fagi-fulae {fagus ‘Buche’), Beti-fulum (beta ‘Bete, Marigold’), eventuell auch Lori-fulae {laurus ‘Lorbeer’) in Unter-italien (zum Suffix vgl. sta-hulum, desidia-hulum, cmcilia-hulum); doch laCt wenigstens der letzte Name auch anderenbsp;Deutungen zu (W. Schulze, Lat. Eigenn. 79. 118. 214. 557).

Feld, Wiese u. a. sind integrierende Bestandteile:

Feld: Bheinfelden, Hasselfelde, HcMerfelde.

Wang, wangen: oberd. Ellwangen, Feuchtwangen, Ber-wang: Affeltrangen (in der Schweiz unweit von Frauenfeld), aus Affaltra-wangen ‘mit Apfelbaumen bestandene Wiese’;nbsp;Erlangen = Erl-wangen.

Bruch = ‘feuchte, sumpfige Wiese’ ist aufierordentlich weit und in verschiedenen dialektischen Formen verbreitet;

-briich, -broich (Herzbroich, Grevenbroich), niederl. -broek (Aabroek, Aaltenbroék), ndd. -brok (Diepenbrook, Düstern-brook, JJlenbrook, Klingenbrook).

Moos (cf. ahd. mhd. mos ‘Moos, Sumpf): Feldmoos. Tegernmoos.

Moor : Lichtenmoor, Teufelsmoor, ndl. Oudenmoer, Oosf-

moer.

Briihl (ahd. brugil, bruil, mhd. brüel ‘sumpfige, auch mit Buschwerk bewachsene Wiese’), daher Brühl, das sichnbsp;in manchen mitteldeutschen Stadten (Kassei, Erfurt, Leipzig)nbsp;als StraCenname erhalten hat. Es ist zweifelhaft, wienbsp;sich Brohl und Bröhl (nebst Waldbröl) dazu und zu dennbsp;gleichnamigen Bachen verhalten. Möglicherweise sind zu-nachst letztere darnacb benannt, und von ihnen habennbsp;dann wieder die Ortschaften ihre Namen erhalten.

2. Ortsnamen im Anschlusse an Kulturverhalt-nisse, wie sie der Mensch geschaffen hat.

Zunachst seien von den direkt auf menschliche Nie-derlassungen hinweisenden und erst im Anschlusse an solche gepragten Ortsnamen solche Bezeichnungen be-trachtet, die auf einer ümgestaltung von Wald und Feld

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Bildungsprinzipien und Bedeutungsgehalt.

zweeks Ansiedlung hindeuten, d. h. auf Rodungeu des Waldes, Urbarmachungen des Feldes, Verwendung vonnbsp;bisherigem Weideland zum Ackerbau, Aufteilungen vonnbsp;Grund und Boden, Anlegung menschlicher Wohnstatten.

Waldrodungen sind speziell namen gebend gebraucht in:

hoehd. -retd, -ried, -reit (ahd. riuti, mhd. riute ‘durch Eeuten gewonnener Acker’), ndd. -rode: Kreuth (d. i.nbsp;Gariuti), Münchenreuth (bei Hof), Gamreut, Föhrenreut, Berti-reith, Bernried (am Starnberger See); Wernigerode, Elbinge-rode, Gernrode, Suderode, Friedrickroda.

Im Norden und Westen Niederdeutschlands begegnet uns im selben Sinne vielfach -rade, -roth, -rath: Apenrade,nbsp;Beckerath {Noggerath, Name eines Bonner Mineralogen),nbsp;Paffenrath, Wiilfrath, Benrath, Wickrath (Wiggo); Adenrodnbsp;(Selters, von Ado), Efpenrod (Diez, von Eppo), Bückerothnbsp;(Sellers, von Rudeger), Wallroth (Asbach, von Wahalo);nbsp;Bott-Böttgen.

Brand und Sang zu hrennen und sengen: Neuenbrand, Ebenbrand; Feuersang, Altensang.

Schivand, Schwende zu ahd. swantjan, swenten, mhd. swenten, jetzt mundartl. schwenden, Kausat. zu schwinden,nbsp;ahd. swant ‘Platz, an dem der Wald ausgehauen, und dernbsp;dadurch fiir Weide oder Ackerland gewonnen ist’; Schwenda,nbsp;Molmerswende am Siidharz; Höhenscliwand, Menzenschwandnbsp;in der Niihe von St. Blasien im Albtale.

Auf die Benutzung von Saatfeld wiesen die Namen mit -acker, ferner mit -brack, ndd. -braak (Altenbraak,nbsp;Eurzebraak); -esch aus ahd. ezisk, mhd. ezzesch, eseh ‘Saatfeld’: Kaisersesch, Dannesch, WaUesch.

Auf regulare Ab- und Aufteilung verweisen:

Xopffiai (Grenze zwischen Bootien und Lokris), ev. Kopaeia, falls in Xopdeia zu andern (an der Grenze vonnbsp;Bootien und dem opuntischen Lokris)^: xópTOlt;; ‘Grasplatz,nbsp;Weideplatz, Gehege’, ebenso -kamp und -hagen, deren Sinnnbsp;nicht leicht auseinanderzuhalten ist; Kamp, das vorzugs-weise auf altem sachsisch-friesischen Gebiete iiblich ist,nbsp;ist = lat. campus und scheint ursprünglich auf ein ein-gefriedigtes Grundstück zu gehen, das als Acker-, Weide-oder Wiesenland benutzt wurde, -hagen dagegen, zu dem

^ Solmsen, Rh. Mus. 69, 488 mit Anm. 1, oben S. 20.

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Ortsnamen im engeren Sinne.

Gehege gehort, und mit dem andererseits Hain identisch ist, bezieht sich auf ein eingefriedigtes Waldstück,. dasnbsp;spaterer Rodung vorbehalten ist; letzteres ist weit ver-breitet und in gewissen Gegenden zu -hahn geworden, z. B.nbsp;im Nassauischen und auf dem Westerwald: Ranenhahnnbsp;bei Asbach, Sierskahn bei Montabaur (alt Sigarshagen), auchnbsp;Hanau, alt Hagenowa, -e, also = Hagenau, Kamp z. B. innbsp;Êerkenkamp, Bonencamp, Ellern-, Karen-, Havercamp.

-paint, point (oberd.) zu ahd. hiunta, piunia ‘eingehegter Acker, Garten’, z. B. AdeJpaint, Lindpaint, Haselpoint,nbsp;Graspoint.

-mngert ‘Weingarten, Weinberg’: Königswinter, Ober-mnterA

Direkte Bezeichnungen für menschliche Ansiedlungen sind folgenden Ortsnamen zugrunde gelegt:

Haus: Hausen, NordJiausen, Bruchkausen, Barkhauseti (d. i. Berghausen), MüJilhausen, Herrenhausen, Qelnhausennbsp;(d. i. Gelen-, Geylenhausen ‘Haus eines Geilo’), Guntershausen.

Diese Namen sind in ganz Mittel- und Niederdeutsch-land weit verbreitet, im alten sachsiscben Geblete ist hausen, -husen vielfach zu -sen verstümmelt worden:nbsp;Bennigsen, Amelimxen, ja sogar zu -sch: Berlepsch.

Hof: Hof-, -hofen, in ganz Süddeutschland weit verbreitet, auch im Rheinland; Aldenhoven, Küdinghoven (1, Element Patronym.), Birrenkoven, Ödekoven, Nettekoven. Eben-daher stammen die in der Schweiz um den Züricber See herum massenhaft begegnenden Namen auf -ikon: Dielikon,nbsp;Orlïkon, Wetzikon, Bendlikon.

-bür, -huren, oberd. -beuren zu abd. bür ‘habitatio’ (cf. nhd. Vogel-bauer): Buir bei Köln, Buren in Westfalen,nbsp;mehrfach in der Schweiz, Beuren bei Kochem, Trier,nbsp;Wallis, Beuron in Schwaben; Ihbenbüren (Kreis Tecklen-burg), Altenbüren (Westfalen), Blaubeuren (westlich vonnbsp;Ulm, an der Blau), Kaufbeuren (an der Wertach beinbsp;Kempten).

-buitel, auf niederd. Boden, = asachs. bödlos ‘Haus und Hof’, ags. botl ‘dwelling, house, building’, niederl.

* [Die Namen gehören wohl eher zu dem aus lat. vinitor ent-lehnten Winzer; s. jetzt Förstemann, AM. Namenb. 2, 2 nbsp;nbsp;nbsp;1364 ff.

und zu den Ortsnamen aus Nom. ag. auch Förstemann, Ortsnamen 202. — E. F.1

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Bildungsprinzipien und Bedeutungsgehalt.

boedel,' afries. hödel (zu Bude, Baude), von Holstein an (Battel, Brunshüttel, Poppernbüttel, Ritzebüttel, Koldenbüttel,nbsp;Hanhensbüttel) bis nach Wolfenbüttel.

-dorf, westfal. -drop, -trop, -trup (Altendorf, Sommers- V' torf, Daldrup, Heckenirup, Hattrop, Waltrop, Ohrdruf).

-weil, -wil und -weiler, beschrankt auf den Süden und Westen, d. h. den Teil, der unter römischen Ein-flufi gekommen war; denn -toil ist das entlehnte vulgar-lat. villa (in der Bedeutung des franz. ville), -weiler da»nbsp;entlehnte villare (franz. villier) ‘Geboft’; Botweil, Thabvyl,nbsp;Bapperswyl, Brauweiler {Brüwilari, erster Teil, auch innbsp;Braubach, ist unklar), Ahrweiler, Badenweiler, Fröschweiler,nbsp;Gebweiler, BappoUsweiler', s. besonders Behaghel, Die deut-scben Weilerorte (Wörter und Sachen 2, 42 ff.) mit aus-führlichen Nachweisen.

-heim: Neuenheim, Ottenheim, Mannheim, -heim ist viel-fach verkürzt zu -em, -um, -im, auch mit vorhergehendem genit. -s zu -sen (Ottensen), oberd. -sam (z. B. Ittensam,nbsp;Ickelsam).

-burg, schon sehr früh zu belegen in saltus Teuto-burgiensis und im Ortsnamen Aseïburgium (Tac.), im Ge-birgsnamen ’AcTKiPoupfiov öpo? (Ptolem.)\ etymologisch wohl zu Berg, bedeutet die hochliegende, gegen plötzlichenbsp;Überfalle geschützte Wohnstatte. Dazu Burgstall ‘Stellenbsp;einer Burg’ im südöstlichen Deutschland. In Nieder-deutschland ist mehrfach alt burstal, jetzt Borstel undnbsp;-bostel (in Hannover z. B. Fallingbostel, Mengenhostel). Esnbsp;laCt sich jedoch nicht sagen, ob dies hierzu gehort odernbsp;aus burstal ‘Stelle einer Ansiedlung, habitatio' * hervor-gegangen ist.

-wik, -weig: aus altsachs. vtk, ahd. wich (Weichbild), entlehnt aus lat. vtcus: Osterwiek, Bardowiek, Sundwig (bei

‘ [S. uber Ase-iburgium jetzt Norden, Germ. Urgesch. iu Tac. Germ. 189 ff., 216 ff., besonders 488 ff., an letzter Stelle mit sprach-licheii Bemerkungen von Th. Siebs über den ersten und zweitennbsp;Teil des Namens. — E. F.]

* [Dem zweiten Bestandteil dfirfte wohl eher wegen der altesten Formen ahd. siadaf ‘Stand, Stellung, Scheune’ zugrunde liegen; s.nbsp;zu -borstel noch P. Dohm, Holst. Ortsn., Diss. Kiel 1908, 51 ff., fernernbsp;fiber dl daraus U usw. Sievers, IF. 4, 335 ff., E. Schroder, Zeitschr.nbsp;f. dtsch. Altert. 42, 59 ff. — E. F.]

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Ortsnamen im engeren Sinne.

Iserlohn), Kettwig (an der Ruhr), Braunschweig, Schleswig (an der Schlei).

Dagegen bezeichnet -stadt, -stett, -stelten ursprünglich nicht eine bewohnte Örtlichkeit im Sinne unseres heu-tigen Stadt; diese Bedeutung hat sich vielmehr erst imnbsp;Laufe des Mittelalters, mit dem Emporkommen undnbsp;Blühen der Stadte, aus der alteren ‘Platz, Statte, locus’nbsp;entwickelt. Die Differenzierung zwischen Stadt und Statt,nbsp;ist erst sehr jung, aus dem 18. Jahrh. Ortsnamen mitnbsp;-statt sind schon seit dem 8. Jahrh. belegt: Eichstamp;dt,nbsp;Allstddt aus Alah-stedi ‘Opferstatte, Statte eines Heiligtums’.

Aus dem Griechischen seien Ortsnamen erwahnt wie TTóXiq, TToXixvri, Ktupri, EipKxri (Feste auf Sizilien, in dernbsp;sich Hamilcar Barkas verteidigte, cf. è(/’)épYeiv, eipYeiv,nbsp;(/quot;iepYeiv ‘einschlieCen, einsperren’.), Erpatoq, Stadte innbsp;Akarnanien, Achaja, Arkadien (in letzterer Landschaft auchnbsp;ZxpaTia).

Auf menschlichen Verkehr und Ausübung mensch-licher Tatigkeit lassen ferner schlieCen:

Ortsnamen auf -miihl, -brück(en), -markt, -mahal ‘Ver-sammlungsplatz, Gerichtsstiitte’ {Theotmalli, jetzt Detmold ‘Versammlung des Volkes’), -kirch, -miinster, -zell.

Besonders eigenartig ist -lehen\ das in einem langen, im ganzen ziemlich schmalen Streifen von Hadersleben innbsp;Schleswig herunter durch das mittlere Deutschland (besonders hauflg in Sachsen und Thüringen) bis nördlichnbsp;von Würzburg (so Ettleben, Zeitzleben, Ejileben, Giinterslehen)nbsp;verbreitet ist. Diese Ortsnamen enthalten als ersten Teilnbsp;hauptsachlich Personennamen, in der Regel im Genitiv:nbsp;Ascherslehen = Ascegeresleba, Ermsleben = Anegrimeslebo,nbsp;WanzlebenWantesleibo, Wolmirsleben == Wilmareslebe,nbsp;Wolmersleve. Sie geboren zweifellos zu altsachs. leba, ahd.nbsp;leiba ‘Hinterlassenschaft, NachlaC, Erbschaft’, also zunbsp;bleiben = got. bileiban.

Auffallend ist die Endung -en in der Kompositions-fuge und im Auslaut vieler Bildungen: Weifienburg, Neuen-burg, Homberg, Altenberg; Altenkirchen, Neunkirchen; Baden, -hofen, -hausen, -felden, -leben, -stetten, -wangen {-e in -felde,nbsp;-walde, -berge). Sie ist ebenso zu erklaren wie in den ent-

^ S. auch weiter unten.

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Bildnngsprinzipien und Bedeutungsgehalt.

sprechenden Landernamen Sachsen, Franken, Bayern usw.; d. h. in einer Anzahl von Ortsnamen stecken ursprüng-lich Dative, die, in Abhangigkeit von den Prapositionennbsp;in, an, ze, von berechtigt^, von dieser Stellung aus ver-allgemeinert worden sind; cf. in villa, quae dicitur brun-nom ‘zu den Brunnên’ (820 n. Chr.); in loco, qui didturnbsp;Nidirowangun ‘auf den unteren Wiesen’ (856); in villa,nbsp;quae dicitur Hohunsfati ‘an der hohen Statte’ (ca. 700).nbsp;Bei anderen, die von vornherein menschliche Nieder-lassungen ausdrücken, war in altester Zeit der Nominativnbsp;üblich; z. B. heiCt es noch im 9. und 10. Jahrh. Nord-husa ‘die Nordhauser’; erst seit der zweiten Halfte deanbsp;10. Jahrh. herrscht Nordhmun ~ Nordhausen. Vielfachnbsp;besteht auch jetzt noch der Ortsname aus Praposition *nbsp;und Substantiv: Amsteg, Andermatt, Amberg, Amsee, Zermatt, |nbsp;OcUendung (im Nettetal bei Plaidt) = uf den dung (mitnbsp;niederrheinischer ümgestaltung von ft zu cht\ dung istnbsp;ein am Niederrhein, bei Düsseldorf, und im Limburgischennbsp;und Brabant haufig auftretendes Element, vgl. Heiligendonk,nbsp;Wesendonk, Bamsdonk. In seiner Bedeutung nicht völlignbsp;klar, bezeichnet es wahrscheinlich eine kleine Bodener-hebung). In der Regel aber hat man in jüngerer Zeitnbsp;die Praposition als überflüssig fortgelassen, wo man dennbsp;Ortsnamen als solchen geben wollte, trotzdem aber dienbsp;einmal festgewordene Kasusform beibehalten; ja, man hatnbsp;sie sogar gelegentlich auch auf solche Falie übertragen,nbsp;wo sie ursprünglich nicht üblich war; z. B. die Ortsnamennbsp;auf -lehen gehen in alten Urkunden (8.—9. Jahrh.) nochnbsp;auf -leha, -lebo aus {-leba ist Nom., -lebo, -u Dat. sg.).

Zum Verstandnisse der vorliegenden Formen ist noch zweierlei zu bemerken;

1. In Ortsnamen sind sehr haufig altere Kasusformen erhalten, die in der lebendigen Deklination der appellativennbsp;Grundwörter durch jüngere ersetzt worden sind: baden,nbsp;felden, hausen sind die alten Dat. pl. zu Bad, Feld, Ham,nbsp;wahrend die Pluralbildungeu auf -er (Bader, Felder,nbsp;Hauser) erst in Jüngerer Zeit im Anschlusse an einige

' Vgl. ze den hohen linden’, ze dem alten berge’, zer niuwen burc usw. Vielfach werden diese Dative in den altesten Urkundennbsp;auch ohne Praposition, als Nachfolger alter idg. Lokative gebraucht.nbsp;Solmsen-Fraenkel, Indogermanisohe Eigennamen.nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;5

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Ortsnamen im enteren Sinne.

wenige Muster (-s- St.; cf. ahd. chaïb ‘Kalb’, PI. cheWir nsw.) aufgekommen sind. hofen ohne Umlaut ist alter alsnbsp;Höfen; auch dessen Auabreitung ist erst jungen Datumsnbsp;und durch relativ wenige alte Muster (-i-Dekl.) verursachtnbsp;worden.

2. Die alte Dativform ist zum Teil durch lautliche Vorgange der Nominativform gleich geworden;

a) Wittenberge, Hohenfelde zeigen das -e des Dat. sg., wahrend Wittenberg, Hohenfeld dasselbe verloren haben,nbsp;da es überhaupt in der Volkssprache stark bedroht ist;nbsp;frank, -scheid neben westfiil. -scheide (Langscheda, Her-schede, Brenschede) erklart sich daraus, daC der frankischenbsp;Dialekt schlieCendes -e durchaus verliert.

P) Die zu Schwarzenberg, WeiJSenberg, Lichtenberg im Gegensatz stekenden Schöneberg, Grüneberg haben ihr nnbsp;vor dem Substantiv Berg durch Dissimilation gegenübernbsp;dem gleichen Laute von schön, grün eingebüJÖt; dahernbsp;heifit es auch Schönébeck im Unterschiede von Langenbeck,nbsp;AUenbeck', vgl. Elbingerode: Wernigerode aus Werningerode.

Eine derartige Erstarrung des Ortsnamens in der ur-sprünglich lokativen Form beobachtet man nicht nur im Deutschen, sondern auch anderwarts. Charakteristischnbsp;für das spate Latein ^ ist entweder der Akkusativ als all-gemeingültiger Kasus (z. B. inschr. Gumas, Volaterras,nbsp;Pisas zur Bezeichnung der Herkunft, daher statt des Abl.)nbsp;oder der Ablativ oder — noch haufiger — Lok.(-Dat.),nbsp;cf. GIL. VI, 461, 10 qui locus appellatur Memphi. Dennbsp;Lok. auf -i enthalten italien. Bimini, Girgenti, Tivoli,nbsp;Chiusi (== Glusii), den auf -ae Firenze (— Florentiae),nbsp;den Lok. pl. auf -is italien. Acqui (= Aquis), Asti vonnbsp;Astae (beide in der Provinz Alessandria); darnach auchnbsp;Novi Luni C= Novis Lunis); franz. Aix (— Aquis), Reimsnbsp;(— Bemis), Tongres (= Tungris), Trèves 0= Treveris),

* S. zu all diesem W. Schulze, Lat. Eigenn. 4 fï., besonders auch S. 5, Anm. 4, wo noch weitere Literatur verzeichnet ist. [Vgl. nochnbsp;W. Schulze, Qu. ep. 286 mit Anm. 1. 526, E. Fraenkel, Glotta 4, 49,nbsp;für das Slav., z. B. czech. temu kraju se pravt v Selcach, v Gorjach,nbsp;V Mosnach, serh. vrtkadi se zove v Kon'uchu ‘der Garten, wo esnbsp;in den Pferdestall heifit’, Miklosich, Denkschr. Wien. Akad. 1872, 90.nbsp;- E. F.]

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Bildungsprinzipien und Bedeutungsgehalt.

Angers (= Andecavis), Poitiers (= Pictams), Pfin (= Fini-lus}^ (s. a-uch S. 36. 72).^

3. Ortsnamen liegen bloBe Personennamen zugrunde.

Diese können a) Menschennamen, b) mythologische Namen sein.

Zahlreicb sind besonders Komposita mit Personennamen als erstem, Appellativa {-stein, -Mus, -lehen usw.) als zweitem Bestandteil. Man hat hier zu sfcheidennbsp;zwischen reinen Personennamen und adjektivischen Ab-leitungen bzw. suffixalen Weiterbildungen, die die Zu-gehörigkeit des Ortes zu einer Person ausdrücken. Dernbsp;Typus ist überall erhalten, wenn auch auf griechischemnbsp;Boden verhaltnismaJBig selten; aber um so haufiger er-scheint er dafür auf italischem und germanischemnbsp;Sprachgebiete.

a) Menschennamen.

a) Reine Personennamen als Ortsbezeich-nungen.

Der Name einer einzelnen Persönlichkeit, vor allem des ersten Ansiedlers oder Besitzers einer Niederlassungnbsp;ist maCgebend geworden:

I. nbsp;nbsp;nbsp;lm Dativ, der ursprünglich von der Prapositionnbsp;ze, 2M abhing, z. B. Hemmen bei Lüdermund an der Fulda,nbsp;alt zu dem Hemmen, Dativ von Hemmo; Batten bei Hildersnbsp;(hohe Rhön), zum Personennamen Batto, der mehrfachnbsp;in derselben Gegend genannt wird; Bodemann bei Homberg, alt Botenmannun, cf. noch Bokmann südlich vonnbsp;Fulda {Botenmann im nördlichen Steiermark?). lm ganzennbsp;ist diese Art nicht allzu haufig.

II. nbsp;nbsp;nbsp;Gen. sg.; z. B. alt Hilteriches, jetzt Hilders (hohenbsp;Rhön, bei Gersfeld, südlich von Tann); Heroltes, heutenbsp;Herolz bei Schlüchtern; Sigifrides, jetzt Seiferts, bei Gers-

[S. über die verschiedenen auf Finibus, ad Fines beruhenden Ortsnamen jetzt Norden, Germ. Urgesch. in Tac. Germ. 204^; 208.nbsp;260. 4012. 473. - E. F.]

“ Bei den auf lat. -o-Stamm zurückzuführenden französiscben Ortsnamen kann es sich auch um erstarrte Akk. pl. handeln (s.nbsp;auch oben).

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Ortsnamen im engeren Sinne.

feld; Burhards und Bernhards bei Pulda; Otberts, jetzt Opperz bei Neuhof südlich von Fulda; Sanderates, jetztnbsp;Sannerz bei Scblüchtern; Dietbertes, jetzt Dipperz bei Fulda;nbsp;Mahtolfes, Jetzt Magdlos nördlich von Scblüchtern; Adal-mundes, jetzt Almus bei Fulda; Starefrides, jetzt Sterbfritznbsp;bei Scblüchtern; Erkanfrides, jetzt Merkenfritz nördlichnbsp;von Büdingen; Fritolfes, jetzt Friedlos bei Hersteld; Hus-wartes, jetzt Hauswurz bei Grofienlüder, nördlich vonnbsp;Schlüchtern.

Bei ihnen allen handelt es sich um Ellipse von Hans, Heim, Dorf neben dem Personennamen; cf. zunbsp;Müllers; bei Mullers\ griech. eiq, èv quot;Aiöou. In der Gegendnbsp;von Fulda heiBt es noch heute ins Stiickharts', ins Otten,nbsp;SC. Haus. Das eigentliche Gebiet dieser genitivischennbsp;Namen ist Hessen, und zwar Oberhessen um Schlüchtern,nbsp;Fulda, Hersfeld; sie erstrecken sich jedoch von da ausnbsp;nach dem ehemaligen GroCherzogtum Oberhessen einer-seits, nach dem Meiningenschen, also dem östlichen Ah-hang der Rhön, andererseits. Sie fehlen aber auch innbsp;anderen Teilen Deutschlands nicht, z. B. Beinerz innbsp;Schlesien, Greijlings, Petermanns in OstpreuCen, Schiringsnbsp;in Schwaben, Schumanns am Niederrhein.

P) Der Name einer Sippe, Genossenschaft, die zusammen wohnt, wird zum Ortsnamen:

Hier kommen besonders die Namen auf -ing, -ingen, -ungen in Betracht, die folgendermaCen verteilt sind;

-ing ist charakteristisch für Bayern östlich des Lech um Freising, Regensburg, Passau, Salzburg: Freising,nbsp;Basing, Oauting, Tutzing, Mehring, Straubing, Ötting, Dingolfing, Erharding.

-ingen setzt sofort westlich des Lech, der alten Stammesgrenze zwischen Bayern und Schwaben, ein;nbsp;massenhaft ist es in Schwaben vertreten: Dillingen, Mem-mingen, Reutlingen, Tubingen, Plochingen, Göppingeti, Geis-lingen, ferner im ElsaC, Nassau und der Wetterau [Usingen,nbsp;Faschingen bei Dietz an der Lahn, HUbingen bei Monta-baur, Büdingen), am Niederrhein (Worringen, Leichlingen,nbsp;Palingen, Ehingen, Ürdingen), in Ostfranken (Meiningen,nbsp;Kissingen), im Gebiete der alten Sachsen (Heslingen beinbsp;Stade, Gottingen), in Altengland.

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Bildungsprinzipien und Bedeutungsgelialt.

-ungen ist besonders im östlichen Hessen und Thü-ringen zu Hause: Beverungen (bei Karlshafen), Qerstmigen (zwischen Eisenach und Rotenburg), Salzungen (an dernbsp;Werra, südlich von Eisenach), Wasungen (an der Werranbsp;bei Schmalkalden), Heldrungen (an der Schmücke). Esnbsp;reicht aber auch noch weiter westlich; Hungen aus Houngen,nbsp;Hohunge^i in der Wetterau, südöstlich von GieBen.

Bei den meisten dieser Namen handelt es sich um Patronymika (cf. KerlingenKarolinger, Capetinger, Ame-lungen, Nibelungen). Die Geschlechtsgenossen siedelten sichnbsp;ursprünglich als Nachbarn, als eine politische Einheit, alsnbsp;Gemeinde an. Ihre Niederlassungen sind mit dem Nom.nbsp;pl. des Patronymikon benannt: Frigisinga ‘Nachkommennbsp;des Frigiso’, Öttinga ‘die des Otto’, I)ingolfing(a), Erhar-ding(a) ‘die des Dingolf, Erhard’. Auf diesen Nom. gehennbsp;die bayrischen Formen auf -ing zurück, indem -a zu-nachst zu -e geschwacht wurde und dann schwand; odernbsp;aber sie enthalten den von ze abhangigen Dat. pl.: ze (den)nbsp;Göppingon, -en ‘bei den Nachkommen des Goppo’, ze Gottingen ‘bei denen des Gotto’, ze Meiningen ‘bei denen einesnbsp;Magino’.

Indes nicht alle derartige Namen lassen sich aus Patronymika deuten, und die al teste Bedeutung des Suffixes -ing, -ung ist auch nicht die spezifisch patronymische,nbsp;sondern die allgemeinere der Beziehung, insbesondere mitnbsp;kollektivem Sinne. Auch die rein lokale Beziehung haftetnbsp;dem Suffix an; daher Salzungen ‘Platz am Salzbrunnen’,nbsp;Wasungen ‘Wiesenplatz’ oder ‘zu den Wiesenbewohnern’nbsp;(cf. ahd. waso ‘Rasen, feuchter Erdgrund’), Hungen Glöhen-ort’ oder ‘zu den Höhenmannern’, Beverungen ‘Platz annbsp;der Bever’ oder ‘zu den Beveranwohnern’, Heldrungennbsp;‘Platz am Helderbach’, Bodungen ‘Platz an der Bode’,nbsp;Melsungen, vielleicht von einem alten Melse; entsprechendnbsp;Gensungen, westlich von Melsungen, ‘Platz mit oder beinbsp;den Gansen’, Hasungen, Röhlingen ‘Platz mit oder bei dennbsp;Hasen, Raben’; Fachingen (ahd. fach ‘ümfriedigung, Mauer’)nbsp;‘zu den Bewohnern der ümfriedigung’.

In alten lateinischen TJrkunden finden sich neben Formen auf -inga, -e und -ingon, -en auch solche auf -as,nbsp;z. B. Frigisingas, Faginulfingas. Diese Formationen sindnbsp;aus Oberdeutschland und den meisten Gegenden Frankens

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Ortsnamen im engeren Sinne.

von der Merowingerzeit bis teilweise in das 10. Jahrh. hinein zu belegen. In ihrer Erklarung bat man langenbsp;geschwankt und sie z. B. als Nom. pk, d. h. als Neben-formen derer auf -inga gefaCt (mit dem -as des Altsachs.nbsp;und Altengk). Zum Teil sah man in ibnen alte Lok. pl.nbsp;auf -as aus -asu (cf. ai. -e$u). Nichts hiervon triflft zu;nbsp;vielmehr handelt es sich in Wirklichkeit um lat.-roman.nbsp;Endungen, zumal sie auch nur in lat. Texten auftreten.nbsp;-as ist die alte Endung des Akk. pl. der lat. 1. Dekk,nbsp;die für den Nom. eingetreten ist und sich in romanischennbsp;oder romanisierten Ortsnamen, besonders aus dem öst-lichen Belgien und Luxemburg, bis heute in der Formnbsp;-es (z. B. Bolenges = dtsch. Ballingen', Bovinges = Ba»nbsp;vingen) erhalten hat; daher sind diese Formen auf -asnbsp;für die Deutung der germanischen Bildungen ohne Be-deutung (vgl. Hennig, Die Ortsnamen auf -as in den latei-nischen ürkunden des Mittelalters, KZ. 31, 297 ff.).

Weniger zahlreich sind anders gebildete Namen, z. B. auf -er, -ern, in denen Nom. auf -ara, -ari, bzw. Dat. aufnbsp;-arin von Personenbezeichnungen auf -ari, unserem heu-tigen -er, vorliegen:

Wabern bei Fritzlar (alt Nom. Wdbere', jünger Dat. Wahern, Wabirn) und bei Bern, Wawern bei Conz an dernbsp;Mosel oberhalb Trier und bei Prüm, Wawre in Belgien,nbsp;zu ahd. wdbar, ags. waéfre ‘unstet, umherschweifend’, alsonbsp;‘eine zunachst unstete^ nicht bleibende Niederlassung’.nbsp;Mautern ein paarmal in Österreich; in Niederösterreichnbsp;bei Krems an der Donau und in Steiermark westlich vonnbsp;Leoben, alt Mutarun, d. i. Dat. pl. zu mutar, got. motareisnbsp;‘Zolleinnehmer’. Pachern (Ober- und Nieder-) bei Freising,nbsp;alt Pacharun, -on und Pachara, d. i. ‘zu den Bachan-wohnern’; desgl. Büchlern, alt Puelielarn im Pongau,nbsp;oberh. Schwarzach, und Bruckern, alt Brukkar(o)n beinbsp;Gröbming im Kreise Judenburg (Steiermark).

SchlieClich sei noch erinnert an München, das aus ze den münchen ‘zu den Mönchen’ (oder aus Munich-heimf)nbsp;entstanden ist; vgl. auch Waldmünchen im Böhmerwald,nbsp;nördlich von Furth im Wald.

Auch im Altertum sind Ortsnamen aus Geschlechter-bezeichnungen haufig; daher att. Deinen wie Bourdöai, ’lujvibai, lt;bi\abai (neben Muppivouig ‘Myrtenplatz’, Mapa-

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Bildungsprinzipien uiiil Bedeutungsgehalt.

^luv ‘Fenchelfeld’), Stiidte wie Aeoviivoi (Sizil.), AeXqpoi.lk^: Vor allem ist Italieo ergiebig.

Nach gentes sind dort u. a. benannt:

Tarqumii (griech. TapKuvia, Tapxdjviov), Volsinü, Pompei, Volcii (griech. ’’OXkiov), GaUi, Falerii, Vei, Coriolinbsp;(im Gebiete der Volsker, Demin, von Corii, d. i. gensnbsp;Coria), CarsioK (bei den Aquern, ebenso von Garsii, gensnbsp;Carsia); vgl. noch Fehina (alterer Name von Bononia)nbsp;zum etruskischen Geschlechte der felsna, felzna (Felsinii,nbsp;Felsonii), cf. Plin. nat. hist. Ill, 115 Bononia Fehinanbsp;vocitata, turn, cum princeps Etmriae esset', Capena, Karriwa:nbsp;etr. Geschl. capna', Saena (heute Siena): (L.) Saena (Geler)nbsp;usw. (s. W. Schulze, Lat. Eigenn. 564 ff.).

Nach W. Schulze a. O. sind noch viele andere italische Stadtenamen auf -a so zu erklaren; z. B. Soranbsp;(Volsker), auch Personenname; Atella (Campan.), Sassulanbsp;(Latium), Acerrae (Transpadana, Umbr., Campan.) : Acerranbsp;Personenn., Blera (Etrur.), besonders auch Boma selbst,nbsp;cf. gens Romilia, nach der die tribus Bomulia ('PujpuXia)nbsp;oder Romilia, die auf der rechten (etrusk.) Seite des Tibernbsp;liegt, ihren Namen führt; cf. T. Bomilius T. f. Bocusnbsp;Vaticanus, Konsul des Jahres 455 v. Chr., G. Sex. Romaeinbsp;Tusci CIL. IX, 6083, 30 (Telesia) und den Etrusker ruml-nas sed-res (W. Schulze 368. 580). Romulus ist Eponymnbsp;dieser Bomilii. Das Gedachtnis des feindlichen Brudersnbsp;haftet andererseits an bestimmten Örtlichkeiten der Stadtnbsp;Rom: Bemona, 'Pepihviov und Bemoria, 'Pepopia (W. Schulzenbsp;219. 581). Bemona : Bemoria = Grustumium, Crustumena :nbsp;Grustumerium. Bemus ist, wie W. Schulze zeigt, Eponymnbsp;des etruskischen Geschlechtes der remneA Auch die dreinbsp;altesten Tribus der Stadt Rom, Tities. Bgmnes, Lucres,nbsp;tragen etruskische Gentilnamen, die dem lateinischennbsp;Sprachgebrauche nur oberflachlich angepaCt sind. Durchnbsp;die Sprachwissenschaft wird der Ausspruch des Dionysnbsp;von Halikarn. I, 76 ipv 'Piópriv auTf|v iroXXoi tlüv Guy-Tpacpéujv Tupppviöa ttóXiv eivai UTreXa^ov glanzend be-statigt.

^ [Ober JRemus und Romulus s. noch Kretschmer, Glotta 1, S88ff. — E. F.]

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Ortsnamen iin engeren Sinne.

y) Der Name eines ganzen Stammes oder Volkes wird zum Ortsnamen.

Dieser Vorgang ist derselbe wie bei den Lander-namen. Nur insofern besteht ein ünterschied, als hier sov/ohl die nominativische als auch die dativische Formnbsp;test werden kann:

Trier, ahd. Triuri aus Treviri (Augusta Trevirorum), ebenso wie Torino (Turin) aus Taurinum (Augusta Tauri-norum)] dagegen entspricbt Augusta Vindelicorum unternbsp;ausschlieClicher Beibebaltung des ersten Wortes beutenbsp;Augsburg. Passau, das röm. castra Batava, Standplatz dernbsp;batavischen Kohorte.

Holz-, Feld-, Wester-Engel in Schwarzburg-Sonders-hausen, südlich vom Kyffhauser, im sogen. Engelgau, ent-halt den Namen der Angilï ‘Angeln’, deren Sitze einst von Holstein aus so weit nach Süden reichtenj. und vonnbsp;denen Reste nach der Auswanderung des Stammes nachnbsp;Britannien bis ins 9./10. Jahrh. dort sitzen geblieben sind.

Nimptsch in Schlesien, südlich vom Zobten, an der Lohe (alt Sl^za, s. o.) heiCt noch bei Thietmar von Merseburg Nemci (cf. slav. Nëmïcï ‘Deutscher’). Also sind aufnbsp;diese Weise von den Slaven die sitzen gebliebenen Deut-sehen genannt worden. Tongern, nördlich von Lüttich, =nbsp;Tungri, der erste über die Mosel gegangene Germanen-stamm.

Dative enthalten Grofi- und Lützelsachsen an der badischen Bergstrafie, unmittelbar südlich von Weinheim.nbsp;Engern, östlich von Rinteln, — Angris (Angrivarii).

Besonders haufig sind Ortsnamen, die auf Stammes-bezeichnungen (in irgendeinem Kasus) zurückgehen, auf gallischem Boden (W. Schulze, Lat. Eigenn. 3 ff.):

Paris für Lutetia Parisioruni; Amiens Amhianis; Angers == Andecavis (oder -os); Arras = Atrebates; Bourgesnbsp;= Biturigas] Ghdlons = Gatataunos (Gatuvellaunos); Langresnbsp;= Lingonas; Nantes = Namnetas] lieims = Bemis; Bennesnbsp;= Bedones; Sens = Senonas; Soissons = Suessionas; Tongresnbsp;= Tungros; Tours — Turonos; Trèves = Tr ever os-, Troyesnbsp;= Tricasses; Vannes = Venetes.^ Die politische Organisation

’ Vgl. noch Engers, alt Angrisgowe ‘Engersgau’, von dem sueb.-chatt. Volksstamme der ’IfKpiujvet;, den Ptolemaus erwahnt?

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Bildungsprinzipien ui)d Bedeutungsgehalt.

war also hier ursprünglich nicht stadtisch, sondern beruhte auf der Gauverfassiing.

Ö) Adjektivische Ableitungen von Personennamen haben Ortsnainen ergeben in;

’AXegctvbpeia, ’AvTidxeia, ZeXeuKeia; ’'Dno^ (Tpoia) = IXon TToXi?, Mibdiov, Tdraiov (von Taidi;), Tophieiov,nbsp;rópbiov (von rópbiolt;;), AaOKiiXiov (von AdffKuXog), Tpoianbsp;(von Tpiijq).

Besonders kommen hier wieder Italien und die ro-manischen Lander in Betracht.

In alterer Zeit finden sich dort massenhaft Namen auf-ïna (s. besonders W. Schulze, Lat. Eigenn. 549 ff.):

Sentinwm, Sestinum (Umbrieu); Aquimm, Arpinum (Volsker); Casilinum (Campanien), Cominuni, Saepinum (Sam-uium); Caecinum, Consilinum (Bruttii); Caenina (Latium);nbsp;Atina (Volsker, Lucanien).

In der spateren Epoche treffen wir eine groCe Anzahl von Namen von Gutsbezirken und Grundherrschaftennbsp;[fundi) auf -amis an:

Antonianus, Naevianus, Terentianus, Satrianus, Saltrianus. Diese Namen leben in den heutigen italienischen Orts-bezeichnungen auf -ano fort; vgl. Satriano, Petignano (altnbsp;pago Paetmiano : Paetinius), Marcignana (Provinz Firenze),nbsp;Marcignano (Provinz Arezzo): Marcinius, Ma(s)signano (Bologna, Ancona, Ascoli) : Masinius, Cantiniano (Toscana):nbsp;Gantinius, Antiniano (Toscana, Neapel) : Antinius. Diesenbsp;Namen setzen sich bis über die Alpen ins südliche Prank-reich fort: Perpignan : Perpignano (Etrurien) : Perpenna.nbsp;Aber daneben kommen auf gallischem Boden von Ober-italien an Namen auf -ago, -aga, -aco auf (W. Schulze a. 0.nbsp;14ff.): Inschrift (Alimentartafel von Veleja, siidlich vonnbsp;Piacenza, Emilia, Zeit Trajans) Caturniacus, Noniacus, Quin-tiacus, Scantiniacus, heute Caverzago, Courzago neben Cavar-zano, Gavarsano, Gorzano; Carpignago neben Garpignano;nbsp;Cavagnago : Cavagnano; Folegnago : Fulignano; Vergnaco:nbsp;Vergnano. -acus ist ein altes keltisches Suffix, das nament-lich auch in Frankreich zahlreich vertreten ist: Turnacum:nbsp;Tournai, Turnus; Meilhac (Siidfrankreich) : AemilicCuumnbsp;(Miano in Oberitalien); Gerley (Schweiz, Kanton Bern);nbsp;Cirigliano (Italien) : CaeVeWfacMJw; Ghevry : Capriacum ¦, Can-tenac, Ghantenay, Cantignac, Chantigny, Kendenich (alter

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Ortsnamen im engeren Sinne.

Cantinich) im Landkreise Coin (W. Schulze 145); Savignac, Savigny, Floisac usw.

b) Mythologische Namen, die in Ortsbezeichnungen 'lnbsp;nbsp;nbsp;nbsp;stecken.

Eine eigentümliche, aber gar nicht seltene Spielart ist die Verwandlung eines Gottes-, bzw. in christlichernbsp;Zeit eines Heiligennamens in eine Ortsbezeichnung: St.nbsp;Vith {St. Veit auch Bezirkshauptstadt in Karn then), St.nbsp;Goar (nach dem heiligen Goar von Aquitanien, dessennbsp;Kapelle 570 dort gegründet wurde), St. TkewdeZ (Regierungs-bezirk Trier)haufig in Österreich: St. Ulrich, St. Valentin,nbsp;St. Wolfgang, St. Florian; auch Gen. St. Gallen, St. Blasien,nbsp;St. Georyen (im Schwarzwald und im Breisgau). Überallnbsp;haftete der Heiligenname zunachst an einer dem betreö'endennbsp;Heiligen gewidmeten Kirche oder Kapelle. Dann wurdenbsp;er übertragen auf den sich allmahlich um diese Kapellenbsp;anbauenden Ort. Ahnliches ist geschehen, w'enn Bergenbsp;den Namen eines Heiligen führen, z. B. St. Gotthard (imnbsp;Altertum Adula mons). Zunachst bezog sich der Namenbsp;nur auf die am Saumwege über den Berg liegende, mitnbsp;einem Hospiz versehene Kapelle des heiligen Gotthard;nbsp;dann wurde der St. GotthardpaO und schliefilich das ganzenbsp;Gebirge so benannt. Ebenso heiCt der St. Bernhard nachnbsp;dem auf dem Übergange befindlichen Kloster des heiligennbsp;Bernhard.

Dieselbe Benennungsweise begegnet auch in anderen Landern, z. B. St. Moritz, St. Maurice, St. Germain, St. Diénbsp;(Deodatws); San Sebastian, San Jago, Santander (lat. fanumnbsp;-St. Andreaé)-, San Francisco, St. Louis; Santa Margherita,nbsp;San Benio.

Auch im Altertum war derartiges nicht unerhört: ’AiToXXiuvia, Hocreiöuuvia, TToreibaia, 'HpÓKXeia, 'Ecrxiaia,nbsp;Dianium (Spanien), Lymphaeum (Bruttii; Luniphae = Nym-phae), Mapépriov (Bruttii; zu Mamers), Mantua (etrusk.nbsp;Todes- und Unterweltsgoït Mantus)-, vgl. W. Schulze, Lat.nbsp;Eigenn. 464 ff. 477 ff. Daneben kommt auch der bloffenbsp;Name eines Gottes, besonders einer Göttin als Orts-name vor:

Kupf|vq, Name einer auf Thera verehrten Göttin, wurde dann von den Theraern bei der Gründung der

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Ortsnamen und Geschichtsforschung. nbsp;nbsp;nbsp;75

Kolonie verwende!; ’'Airrepa, Stadt auf Kreta, heifit nach der dort verehrten d ’'ApTepii; d ’Airrépa ‘ungeflügelte Artemis’, TTorviai in Böotien nach den TTóxviai, d. i. Demeternbsp;nnd Kore. Gelegentlich wird auch der sakrale Namenbsp;plnralisch umgebogen: MeXaivai nach Demeter MéXaiva,nbsp;’AXaXKopevai nach einer AXaXKopévri ^; so vielleicht auchnbsp;’Aamp;fjvai, Plur. der Göttinnennamens ’Ahrjvri^, wahrendnbsp;vom Stadtnamen wiederuni ’AOr|vaia, -da, -d abgeleitetnbsp;ist. Von pluralischen, auf profane Personennamen zurück-gehenden Ortsnamen sei erinnert an (biXimroi im mace-donischen Thracien (nach ihrem Gründer Philipp II.),nbsp;KXeuJvai in Argolis, auf der Chalcidice, in Phokis (nachnbsp;einem KXéiuv benannt); s. Kretschmer, Einleit. in Gesch.nbsp;d. griech. Spr. 418 tF.; Wackernagel, Verm. Beitr. z. griech.nbsp;Sprachk. 39 fï.

B) Ortsnamen und Gesehiehtsforsehung.

Einleitendes.

Die Sprache ist überhaupt eine wichtige Quelle der Geschichte; für Epochen, aus denen historische Dokumentenbsp;im eigentlichen Sinne des Wortes nicht oder nur ganznbsp;sparlich voriiegen, tritt die Sprache als Hilfsmittel einnbsp;und eröffnet uns Blicke in Geschichtsablaufe, die unsnbsp;ohne sie ganzlich verschlossen waren. Wenn die Sprach-wissenschaft erwiesen hat, daC die samtlichen indo-germanischen Sprachen aus einer gemeinsamen ürsprachenbsp;stammen, so folgt daraus, dafi die Völker, die in histo-rischer Zeit diese Sprachen sprechen, bzw. deren Vorahnennbsp;aus einem gemeinsamen Urvolke hervorgegangen seinnbsp;müssen. In historischer Zeit nehmen die Völker, dienbsp;die indogermanischen Sprachen sprechen, einen Raumnbsp;ein, der so groC ist, daC sich eine einheii/liche oder auchnbsp;nur einigermafien einheitliche Sprache unmöglich übernbsp;ihn erstreckt haben kann; vielmehr muC das indoger-manische ürvolk ein verhaltnismaCig enges Gebiet um-spannt haben. Sonach müssen die indogermanischen

’ LVgl. jetzt E. Sittig, De Graecorum nominibus theophoris, Diss. Halle 1911, 26 ff. — E. F.]

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ürtsnamen im engeren Sinne.

Einzelvölker samtlich oder wenigstens teilweise durch Wanderung in die Sitze gekommen sein, in denen wirnbsp;sie beim Beginne der historischen Kunde antreffen. Esnbsp;gilt, den Weg dieser Wanderungen zu bestimmen undnbsp;die Urheimat des Volksstammes zn ermitteln. Die indo-germanischen Sprachen zeigen übereinstimmend ein Wortnbsp;für Gott, das in der Ursprache *dei^os gelautet bat; wirnbsp;können seinen eigentlichen Sinn mit Hilfe der Etymologienbsp;als ‘der Leuchtende, Glanzende’ ermitteln. Daraus folgt,nbsp;daC schon das Urvolk in ferner Vergangenheit an einnbsp;leuchtendes, göttliches Wesen glaubte. Es war vermutlichnbsp;der strahlende, sonnendurchflutete Himmelsraum, der innbsp;dieser Weise personifiziert gedacht wurde.

Unter den sprachlichen Bestandteilen, die für die Geschichte in Betracht kommen, stéhen an Zahl und Be-deutung mit in erster Reihe die Ortsnamen. Sie lehrennbsp;uns für die politische Geschichte Völker- und Stammes-verschiebungen sowie Wanderungen kennen, über die wirnbsp;aus anderen Quellen gar nicht oder nur ungenügend unter-richtet sind, oder sie lassen uns bei solchen, wo wir durchnbsp;andere Mittel Bescheid wissen, Umfang und Richtung dernbsp;Verschiebungen genauer feststellen, als es unsere sonstigennbsp;Quellen gestatten. Sie helfen uns für die Kulturgeschichtenbsp;Wandlungen und Tatsachen aufzudecken, über die unserenbsp;in der Regel mehr der auCeren als der inneren Geschichtenbsp;Aufmerksamkeit schenkenden Quellen mit Stillschweigennbsp;hinweggehen: über alte Gottesverehrung und deren Stattennbsp;geben sie uns AufsehluC, über die Veranderungen, die dernbsp;Mensch mit der Natur vorgenommen bat, über den Ge-brauch, den er von ihren Kraften gemacht bat, belehrennbsp;sie uns in einem MaCe, das wir auf anderem Wege nichtnbsp;erreichen könnten.

1. Politische Geschichte.

Fast überall auf Erden ist nicht ein Volk von Anfang allen Geschehens an allein seUhaft gewesen und geblieben;nbsp;überall sind verschiedene Völker aufeinander gefolgt, einnbsp;früher ansassiges durch ein spater eindringendes unterjochtnbsp;und zum Teil vertrieben worden. Das jüngere Volk ver-

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Ortsnamen und Geschichtsforschung.

mischt sich mit den zurückgebliebenen Resten des alteren; es assimiliert sich dieses hinsichtlich der Sprache odernbsp;wird von ihm in dieser Beziehung assimiliert. In jedemnbsp;Falie übernimmt es von ihm zahlreiche Ortsbezeichnungen,nbsp;die schon dies altere Volk gepragt hatte, und die das neu-eindringende von ihm erfragt. Für altere Perioden istnbsp;dies besonders bei FluC- und Bergnamen der Fall. Innbsp;Zeiten geringerer Kultur ist für diese natürlich gegebenennbsp;Lokalitaten die Nomenklatur starker ausgehildet als fürnbsp;die Ortsnamen im engeren Sinne, die Bezeichnungennbsp;menschlicher Wohnstatten. Wo auch solche in gröCerernbsp;Menge übernommen sind, laCt dies den SchluC zu, daCnbsp;das altere Volk bereits zu einer mehr oder weniger hohennbsp;Stufe seChaften, kultivierten Lebens gekommen ist.’^ Innbsp;den Zeiten, wo für uns eine genauere historische Kundenbsp;von Kelten und Germanen heginnt, bildet im Norden dernbsp;Rhein in seinem Mittel- und Unterlaufe die Grenze zwischennbsp;heiden Nationen. Links davon sitzen Kelten, rechts Germanen. In den eisten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung

* Karische Namen in Griechenland sind Parnassos, Brüettos, Gargettos, Hymettos, Hyettos, vgl. auf kariscliem Gebiete Halikar-nassos, lassos, Bubassos, Myhalessos, Telmessos, Lyrnessos; Kr|pivamp;oqnbsp;und ’A|adpuvéo? auf Euböa, TTpopdXivdoi; Attika, Tipuvö-, Kópivöoc;,nbsp;ZdimvOoi;, ’EpOpavOo? im Peloponnes; cf. ’’AXivba, KdXuvamp;a, Oivóavba,nbsp;Kapdavba in Karien; ’'Apva (Böot., Thessal.), 0f|Pai (tar. teiba), cf.nbsp;TdpaXa, Tdpapvo? (Lydien), s. besonders Kretschrnei', Einleit. in Gesch.nbsp;d. griecb. Spr. 293 ff. 401 ff.; Fick, Vorgriech. Ortsn. (Gottingen 1905),nbsp;Hattiden und Danub. in Griecb. (Gottingen 1909). Die Verbreitungnbsp;der Ligurer ist nach den Ortsnamen mit -asc- zu bestimmen: imnbsp;Nordosten bis zur Stelviostrafie (um Bormio, Oinia Redasco, Cedrasco,nbsp;Pendolasca, Cresciasca), im Norden weit das Tessintal aufwartsnbsp;(Biasca, Bondasca, Giubiasco). Die ursprüngliche Bedeutung desnbsp;Suff. -asco, -asca ist die der Zugehörigkeit, vgl. noch Bergamasco,nbsp;Comasco, Chiavennasco, Biverasco, in der eigentlichen ‘Liguria’ Go-diasco, Soriasco, Bagnasco, Bondolasca; s. Flechia, Di alcune formenbsp;dei nomi locali dell’ Italia superiore = Memorie della Accad. dinbsp;Torino, scienz. stor. II. Ser. 27 (1873), 275 ff., 332ff; d’Arbois de Ju-bainville, Les'premiers habitants de 1’Europe 2^ (1894), 460.; Kretschmer, KZ. 38, 97 ff., besonders 107 ff. 11.3. 123 ff.; Hirt, Idg. l,43ff.;nbsp;2, 563 ff.

In Japan ist die Verbreitung der Ainos über die wenig aus-gedehnten Sitze auf der nördlichen Insel Jeso hinaus durch die ganze Inselgruppe, zumal Nippon, erwiesen durch zahlreiche Orts-narnen, die sich aus ihrer Sprache, dagegen nicht aus dem Ja-panischen deuten lassen.

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Ortsnanien im engeren Sinne.

dringen die Germanen über den Strom, nnd auch das linke Flufiufer wird germanisiert. Wie stark die keltischenbsp;Besiedlung des letzteren war, und wo sie im einzelnennbsp;ihre Statten batte, wird durch die zahlreichen keltiecbennbsp;Namen, die sicb erbalten baben, klar. Am Oberlauf desnbsp;Rbeins sitzen Kelten nocb zu Beginn unserer bistorisehennbsp;Berichte, desgleicben ih den Strecken rechts des Stromes,nbsp;und die Kunde bat sicb erbalten, daC sie auch am Mittel-ünd ünterlaufe einmal das rechte Ufer innegehabt babennbsp;und erst durch die nachrückenden Germanen auf dasnbsp;linke hinübergedrangt worden sind. Zur Bestimmung,nbsp;wieweit die Wohnsitze des Keltenvolkes östlich des Stromsnbsp;gereicht 'baben, sind das Haupt- oder einzige Mittel, übernbsp;das man verfügt, die Ortsnamen, die ohne weiteresnbsp;aus keltischen Spracben deutbar sind oder wenigstens innbsp;zahlreicher Menge auf einem Boden wiederkehren, der innbsp;historischer Zeit von Kelten bewobnt ist.^ So finden wirnbsp;an keltischen FluUnamen auf deutschem Gebiete Bheinnbsp;und Donau, ferner Tauber, alt Dubra (zu cymr. dubr, ir.nbsp;dobar ‘Wasser’. Dover ~ altbrit. Dabris; Douvres [Dép.nbsp;Seine et Marne] = altgall. Dubrum); Glan (rechter Neben-flulJ der Nahe in der Nahe von Sobernheim), Glane (Neben-fluC der oberen Ems, an dessen Quelle Iburg, südlichnbsp;von Osnabvück liegt), ein Name, der in der Westscbweiznbsp;in der Gegend von Fribourg, im südlichen Frankreichnbsp;(Nebenflufi der Vienne) und sonst auf ehemals sichernbsp;keltischem Gebiete wiederkehrt, = ir. kymr. bret. gto ‘rein’.nbsp;Isar (bei München), Iser (am Südabhang des Iser- undnbsp;Riesengebirges; Each bei Isenburg und NebenüuC ¦dernbsp;Sayn;, Nebenflufi der Labn bei Braunfels; vgl. vielleichtnbsp;auch Eisenach — Isenacum^), ebenfalls auf früherem Keltenboden: Iser in Flandern, Isère, Nebenflufi der Rhone, Oise,

‘ Es sei jedoch vor manchen landlaufigen Erklarungen, die durch die Lautgesetze als unrichtig erwiesen werden, gewarnt. l)ernbsp;Kottenforst bei Bonn a. Rh. wurde früher mit kelt. cot ‘Wald’ (acymr.nbsp;coit, bret. coit, gall, cêto- in Ortsnamen wie Cëtobriga usw.) in Ver-bindung gebracht. Das ist unmöglich; weisen doch die zitiertennbsp;Wörter auf urkelt. *keüo-. So gut wie in BMn = Rhënus müÊtenbsp;indes dem urkelt. ei im Deutschen * bzw. ei entsprechen.

^ [S. Bremer, Pauls Grdrb. S*®, 775; Much, Reallex. germ. Alter-tumsk. 3, 26. — E. F.]

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Ortsnamen und Geschichtsforschung.

alter Isara, NebenfluC der Seine. Zahlreiche Flüsse und darnach benannte Ortschaften enden auf -ƒ, -eff, -off, -uffnbsp;in hochdeutschem, -ep, -up, -pe in niederdeutschem Gebiete.nbsp;Nacb Ausweis der Urkunden ist die alteste Form hd.nbsp;-affa, ndd. -apa: Aschaff, NebenfluC des Mains mit Aschaffen-hurg, Wald-xmdi MainascJiaff-, TkWamp;jf, NebenfluC des Rlieinsnbsp;mit Nieder- und Obericalluff, aus Wald-affa; Horloff in dernbsp;Wetterau, alt Hurnuffa ‘Hornwasser’; Sclilirf, NebenfluCnbsp;der Fulda, voin Vogelsberg koramend, alt SUeraffa zunbsp;mhd. slier{e) ‘Lebin, Schlamm’; Erft, bei NeuC in dennbsp;Rhein mündend, alt Arnefa, ndd. Arnapa; Holzape, NebenfluC der Diemel im nördlichsten Zipfel von Hessen, süd-lich von Karlshafen; Marpe bei Grevenstein in Westfalen.nbsp;Dahin geboren weiter mit unklarem ersten Bestandteilenbsp;Honnef, Hennef bei Bonn am Rhein; Yilipp, Lasphe annbsp;der oberen Lahn; Lemep an der Lenne; Olpe, mehrmalsnbsp;als Stadt- und Bachname im Bergischen und im Sauer-land, eine Bezeicbnung, der auf hochdeutschem Gebietenbsp;(in Hessen und der Wetterau) TJlf und Olfe entsprechen,nbsp;Ygl. noch Wölpe (alt Wilippa) uhd Alpe (alt Alapa), ZufluCnbsp;der Aller. Diese Bildungsweise tritt massenhaft auf west-lich einer Linie, die durch Lippe—Werra—Rhon — Spes-sart — Schwarzwald gebildet wird, d. h. in derRheinprovinz,nbsp;Westfalen, Hessen, Baden, ElsaC-Lothringen, ist Jedochnbsp;in vereinzeltcn Exemplaren noch östlich der Weser bisnbsp;zu einer sich von Hildesheim iiber Gottingen, Eisenachnbsp;bis zum Thüringerwald erstreckenden Grenze vertreten.nbsp;Die Bedeutung der Endung ist ‘Bach, Wasser’; dies gehtnbsp;daraus hervor, daC das Formans zunachst an den Namennbsp;von Wasserlaufen haftet, und daC es andererseits Kom-posita gibt, die bei gleichem ersten Bestandteile als zweitesnbsp;Element Wörter des unzweifelhaften Sinnes ‘Wasser, Bach’nbsp;aufweisen: so entspricht der hessischen SUeraffa eine bayr.nbsp;Slieraha, und SchUerbach kommt wiederholt in Mittel- undnbsp;Oberdeutschland vor. Endlich wird gelegentlich alteresnbsp;-apa in jüngerer Zeit direkt durch -bach o. a. ersetzt: sonbsp;ist an der Rhön ein altes Elispa, Elisba bezeugt, dem imnbsp;westfalischen Sauerland Elspe, nördlich von Hadamar innbsp;Nassau Msoff, bei Asbach auf dem Westerwald Elsa ff entspricht. Das erste Element ist das Subst. else = Eller,nbsp;Erie. Aus deutschen Sprachmitteln ist ein -apa nicht zu

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Ortsnamen im engeren Sinne.

deuten.^ Auch keins der von den verwandten Sprachen für ‘Wasser’ gebotenen Wörter könnte im Deutschen alsnbsp;ndd. -apa, hd. -affa erscheinen. Wohl aber muG dem lat.nbsp;aqua, got. alm in den keltiscben Sprachen ein apa ent-sprechen, und dies dürften die Deutschen von den Keltennbsp;in einer Reihe von Flufinamen übernommen und ihrer-seits, solange ihnen die Bedeutung klar blieb, zur Bildungnbsp;von Komposita verwendet haben. Das Verbreitungs-gebiet dieses Bestandteils ist das nordwestliche Deutschland bis an den Main (Aschoff ist einer der südlichstennbsp;Reprasentanten); im Osten reicht es bis über die Wesernbsp;hinaus etwa zu dem Langengrade von Hildesheim undnbsp;Gottingen. Müllenhofii, Deutsche Alterstumkunde, Neudr.nbsp;2, 227 ff. stellt ndd. -apa, hd. -aff’a zu kelt. abu- ‘FluC’nbsp;(cf. ir. auh. Gen. aba; verwandt mit lat. amnis? ir. abannnbsp;‘FluC’, bret. auon). Möglich ist dies nur unter der Vor-aussetzung, daC die Lautverschiebung noch nicht vollzogennbsp;war, als die Germanen in jene Gebiete einrückten. Diesnbsp;ist jedoch mit Rücksicht auf das, was wir sonst über dasnbsp;Datum der Lautverschiebung erschlieCen können, wenignbsp;wahrscheinlich.

Auch sonst existiert in Deutschland eine Reihe von FluCnamen keltischer Herkunft. Schon vorher habennbsp;wir darauf hingewiesen, daC die echt deutschen femininesnbsp;Geschlecht haben, und daO Bhein (Ilhenus), Main (Mcenus),nbsp;Neckar (Nicer) sich schon durch das Genus masculinumnbsp;als keltiscben Ursprungs verraten.

Von Gebirgsnamen stammt aus dem Keltiscben Ercynia silva, Bezeichnung der deutschen Mittelgebirgenbsp;nördlich der Alpen. Es entspricht etymologisch dem got.nbsp;fairguni ‘Gebirge’, dessen ƒ auf p zurückgeht, das imnbsp;Keltiscben anlautend wegfallen muCte (cf. ir. athir = pater).nbsp;Die deutsche Bezeichnung hat sich im Mittelalter fürnbsp;einzelne der Gebirge erhalten, und sie ist von den Altennbsp;bei ihrer mangelhaften Kenntnis der Einzelheiten auf dienbsp;gesamte Masse übertragen worden, cf. Fergunna = ‘Erz-

’ [Die kelt. Herkunft von ndd. -apa, hd. -affa ist nicht gesichert, vgl. Bremer, Pauls GrdrS. 800ff., Kossinna, PBB. 26, 282*; E. Sclirö-der, Reallex. germ. Altert. 2, 75, Much ebd. d, 20. — W, Streit-berg.]

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Ortsnaiiien und Geschichtsforschunsr.

gebirge’; Virgunnia, Virgund{ï)a = 'Frankenhöhe’; Finne * (in Thiiringen) = gall, penn (ir. cenn) ‘Haupt’, wovon dienbsp;Alpes Pen{n)inae (vom GroCen St. Bernhard bis zumnbsp;SimplonpaC) abgeleitet sind.

Wir kommen also zu dem Ergebnis, dab das alteste Verbreitungsgebiet der Kelten sich bis zu dem Waldgürtelnbsp;des Harzes, der Finne, des Thüringer- und Frankenwaldes,nbsp;Fichtel- und Elstergebirges, Erzgebirges, Iser- und Riesen-gebirges und der Sudeten erstreckte. Namen von An-siedlungen, die keltischen ürsprungs sind, sind innbsp;Deutschland nur in sehr geringer Zahl nachzuweisen:nbsp;Metelen (zwischen Burgsteinfurt und der hollandischennbsp;Grenze) = Mediolanum', Drewer (südlich von Lippstadt undnbsp;sonst), Trebra (in Schwarzburg-Sondershausen und amnbsp;Südharz in der Niihe von Nordhausen) — Trehur, Triburnbsp;in Hessen-Starkenburg, südöstlich von Mainz, zu acymr.nbsp;abret. treb ‘Dorf, Wohnsitz, Haus’. Sonst bestand ver-mutlicb, wie noch heute in Westfalen, das System dernbsp;Einzelhöfe. Erst am Rhein finden wir keltische Orts-namen in Menge, vor allem am linken Ufer des Strornsnbsp;und am rechten, soweit es durch den Phahlgraben gegennbsp;die Einfalle der Germanen geschützt und in die Einflufi-sphare des Römerreichs einbezogen w'ar. Da begegnen unsnbsp;Namen auf -magus — ir. mag ‘campus’, wie Novigmagosnbsp;‘neues Getilde’ oder ‘Getilde eines Novios’, alte Form fürnbsp;Nymwegen, Neumagen (im Kreise Berncastel, Speyer);nbsp;Bigomagus ‘Königsfeld’ = Bemagen; Borvetomagus, Bormito-magus, woraus Worms, ‘Feld an der Bormita’ (derselbenbsp;Name im FlüGchen Wurm bei Aachen, das die Abflüssenbsp;der dortigen heiCen Quellen aufnimmt, und sonst aufnbsp;altem Keltengebiete in der Niihe heiber Quellen, vgl.nbsp;Bormio; zu ir. berbaim “^siede, koche’, cymr. berwi ‘bullire’,nbsp;lat. formus ‘heib’, griech. ö-eppoq, got. warms)', Durnomagusnbsp;= Dormagen (Kreis Neub); Marcomagus — Marmagen (Kreisnbsp;Schleiden), also eine Bildung mit keltischem Suffix vonnbsp;einem lateinischen Namen aus. Kelt. mag steekt wahr-scheinlich auch in Magontiacum (oder Ableitung einesnbsp;keltischen Gottesnamens), spater gekürzt zu Magmtia,nbsp;woraus dtsch. Maginza = Mainz, das ursprünglich mit

‘ [S. Jedoch S. 46 nbsp;nbsp;nbsp;— E. F.]

Solmseü-Fraenkel, Indogermanische Eigenuamen.

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Ortsnamen im engeren Sinne.

dem Namen des Main — Mcenus nichts zu tun hat. Maifeld ist 620 urkundlich als Megine, spater als pagusnbsp;Maginensis bezeugt Mayen wird 1218 Maium mediumnbsp;{Maium wohl aus *Magium) genannt. -dunum, -durumnbsp;‘Feste, Burg’ hangt zusammen mit lat. durus, aengl. tm,nbsp;neuengl. town, ahd. zün, nhd. Zawn: Theudurum, jetztnbsp;Tüddern (Kreis Heinsberg, Regierungsbezirk Aachen) fürnbsp;Divo-durum, wie auch der alte Name fiir Metz lautet, dasnbsp;ist ‘Feste eines Divos’; Duren (Regierungsbezirk Aachen)nbsp;= Durum, Marcodurum (dasselbe auch noch im Kreisenbsp;Saarlouis, Regierungsbezirk Trier); Solodurum = Solothurn-,nbsp;Lugodunum, woraus Leyden und Lyon', Daun, alt Dune, innbsp;der Eifel, und Dhaun im Kreise Kreuznach; Karden annbsp;der Mosel aus Carrodunum, einem für verschiedene Gegendennbsp;der keltischen Welt bezeugten Namen, = ‘Karrenburg',nbsp;vermutlich feste, noch in die Zeit halbnomadischen Umher-ziehens auf dem Karren zurückreichende Niederlassung;nbsp;Lupodunim, jetzt Ladenburg in Baden, über ahd. Lobudun-burg. -briga ‘Höhe’ ist enthalten z. B. in Boddbriga (altnbsp;Baudohriga), woraus über Boppert Boppard ‘Berg des Baudo’nbsp;hervorgegangen ist. -lanum aus -planum fungiert in Mediolanum ‘Mailand’, woraus auch wahrscheinlich Mylen beinbsp;Geldern entstanden ist. medio-planum = ‘mitten in dernbsp;Ebene liegend’ (Fick, BB. 12, 161). Der Name ist auchnbsp;sonst auf ursprünglich keltischem Gehiete haufig.^

Speziell für die Rheinlairde sehr charakteristisch sind Namen mit Suffix -acum, -iacum, die, soweit nicht kürzeresnbsp;-ia an die Stelle von -iacum getreten ist {Maguntia —nbsp;Moguntiacum), heute in den Formen auf -ach, -ich fortlebennbsp;(vgl. auch W. Schulze, Lateinische Eigennamen 11 ff.).nbsp;Oft ist an einen römischen Stamrnesbeetandteil dies keltischenbsp;Suffix, das die Zugehörigkeit ausdrückt und in Galliennbsp;haufig ist, angehangt worden:

Antunnacim, Antennacum — Andernach (zum gallischen Personennamen Antunnus); BrisiacumBreisach, Breisig;

Alteste urkundliche Formen; 847 Megina, 1017 Megena, 1110 Meina, 1229 Meine lasw. — 632 und 643 pagus Maginensis, 763nbsp;Xgt;agus Magnise, 773 Meginensis, 888 Meinevelt, also wohl ‘die ainnbsp;magus Gelegene’, vgl. Morini ‘die am Meere Wohnenden’.

* Vgl. auch franz. Moilien, Metilin; Miolan, Meilhan (A. Longnou, Revue eelt. 8, 375 ff.; H. d’Arbois de Jubainville, ibd. 187).

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Ortsnamen und Geschichtsforschung.

Mattiacum^, an der Stelle von Wiesbaden, zu gallisch Mati-donus, Teuto-matos; TolUacum = Zülpich; 1Bacaracumnbsp;= BacJiarach] Moguntiacum daraus Maginza daraus Wfamznbsp;(s. o.). Hierber gehort auch die groCe Fülle heutigernbsp;Namen auf -enich, -erich, -ernich, die in den Regierungs-bezirken Coin und Aachen, nainentlich in den Kreisennbsp;Euskirchen und Düren, also an den Nordostabhangen dernbsp;Eifel, in den fruchtbaren Talbreiten der Erft und Roernbsp;anzutreffen sind^:

a) lm Landkreise Cöln:

Kessenich, 843 Castenicha = 1Caatiniacum, zu Castinius.

Endenich, 804 Antiniche1Antiniacum, zu 1Antinius.

Lessenich, 658 Laciniacho = ^Latiniacum, zu Latinitis.

Fiachetiich = 1Fusciniacum, zu Fuscinius.

Kendenich, 941 Cantinich = 1CanUniacum, zu Cantinius.

b) lm Landkreise Euskirchen;

Firmenich == 1Firmmiacum, zu Firminius.

Lechenich = 1Laciniacum, zu Laeinius.

Zieverich = Tiberiacum, zu TibeHiis (W. Schulze 13 ff.).

Jülich = luliacum, zu lulius.

c) nbsp;nbsp;nbsp;lm Landkreise Düren:

Seuenich — 18ahiniacum, zu Sabinius.

d) nbsp;nbsp;nbsp;lm Kreise Schleiden;

Mechernich = 1Macriniacum, zu Macrinius.

e) lm Kreise Aachen:

Mützenich = 1Muttiniacum, zu Muitinius, vgl. auch franz. Mutigny und W. Schulze, Lat. Eigeiiii. 194 mit Anm. 1.

f) In den Kreisen Coblenz und Euskirchen:

Metternich = 1Matrmiacum, zu Matrinius, vgl. noch franz. Mayrinhac und W. Schulze 192 mit Anm. 4.

g) lm Kreise Düren:

Oürzenich = 1Curtiniacutn. zu Curtinius (s.noch W. Schulze-57 mit Anm. 2).

Es handelt sich offenbar um alte Bezeichnungen von fundi ^ die von den Namen der possessor es aus gebildet

6*

1

[Vgl. Streitberg, IF. 5, 87 ff.]

“ S. das Verzeicimis bei M. Siebourg, Bonner Jahrbücher 105 (1900), 82 ff.

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Ortsnamen im eiigeren SiiiTO.

worden sind. Diese letzten Namen tragen das Geprage römischer Gentilicia, sei es daC es sich um wirklichenbsp;Italiker oder uin peregrini handelt, die das römischenbsp;Bürgerrecht und damit römische Namen bekommen hatten.nbsp;Aber die Bil dungs weise als solche stammt aus vorrömischernbsp;Zeit und belehrt uns, wieweit die Besiedlung in dernbsp;römischen Epoche vorgeschritten war; vgl. noch G. Flechia,nbsp;Di alcune 1'orme dei nomi locali dell’ Italia superiorenbsp;(Mem. della Acad, di Torino, scienz. stor. II. Ser. 27nbsp;[1873], 275 ff.); H. d’Arbois de Jubainville, Recherchesnbsp;sur l’origine de la propriété foncière et des noms de lieuxnbsp;habités en Prance, Paris 1890, 125ff.; M. Siebourg, Bonnernbsp;Jahrb. 105, 82 ff.; M. Hölscher, Die mit dem Suffix -acum,nbsp;-iacum gebildeten französischen Ortsnamen, Diss. Strasburg 1890.

Keltisch sind ferner einzelne Ortsnamen wie Divitia Deufz (cf. Divitiacus); Novesiuni — Neufi (zu novios ‘neu’);nbsp;Vosavia, jetzt Oberwesel, vielleicht zu air. foss aus vossnbsp;‘Bleiben, Aufenthalt’, Jedenfalls auch Bonna, ein Name, dernbsp;auf keltischem Gebiete wiederkehrt in Bononia (= Bologna,nbsp;Boulogne, Widin aus alterem Budun), Vindo-hona {Wien),nbsp;Batis-bona {Regensburg), Bonomagus (heute Bombogen, Re-gierungsbezirk Trier, an der Mosel, zwischen Ürzig undnbsp;Wittlich) und in einer Reihe anderer Namen mit Bon-,nbsp;die alle auf altem Keltengebiete liegen {Bon-dorf dreimalnbsp;in Baden, zw'eimal in Württemberg, Bon-bacli in Baden,nbsp;Bon-landen bei Peuchtwang in Bayern usw.). Eine plausiblenbsp;Brklarung ist noch nicht gefunden worden. Von demnbsp;uns bekannten keltischen Sprachschatze klingt an ir. honnnbsp;‘Sohle’ aus urkelt. *bundos {= lat. fundus) ‘Grund undnbsp;Boden’; doch ist fraglich, ob wir die irische Assimilationnbsp;von nd zu nn auch anderen keltischen Mundarten, zumalnbsp;für eine so frühe Epoche, zutrauen dürfen. Ferner seinbsp;erinnert an ir. bun. Gen. bona ‘Wurzelstock, Wurzel,nbsp;unteres En de’. Mit dieser in historischer Zeit allen keltischen Sprachen gemeinsamen Bedeutung ist allerdingsnbsp;nichts anzufangen. Es ware möglich, daC sie etymologischnbsp;sich aus einer alteren ‘Fundament’, diese aus ‘Grund undnbsp;Boden’ (cf. npers. hun ‘Fundament, Ende, Wurzel' ausnbsp;altiran. [avest.] buna- ‘Grund, Boden’) entwickelt hat; diesenbsp;letztere gabe einen befriedigenden Sinn.

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Ortsnamen und Geschicblsforschung.

Diese Fülle von keltischen Ortsnamen lehrt uns, wieweit feste Ansiedlung und Anbau des Landes schonnbsp;vor dem Eindringen der Germanen links des Rheins ge-diehen war. Nehmen wir die lateinischen Namen vonnbsp;Aachen^ Coin, GoUenz, Cassel {Ober- und Niedercassel beinbsp;Bonn und Düsseldorf) hinzu, so können wir eine Be-siedlungsgeschichte des Landes in vorgermanischer Zeitnbsp;entwerfen.

Slavische Ortsnamen dienen zur Bestimmung, wieweit die Slaven in den letzten Jahrhunderten des 1. Jahr-tausends n. Chr. in Deutschland nach Westen gedrungen waren, bevor der grofie Rückstrom deutschen Volkstumesnbsp;und deutscher Kultur nach Osten erfolgte und die Wieder-germanisierung der verlorenen Landschaften eintrat. Typischnbsp;sind die Endungen -itz, -witz, -zig (aus -sk), -ow (vielfachnbsp;zu -au umgedeutscht), -in. Die letzteren sind adjektivischenbsp;Suffixe, die die Zugehörigkeit, die Beziehung auf etwasnbsp;bezeichnen und teils an Personennamen, teils an sachlichenbsp;Appellativa angetreten sind; z. B.^:

Bukow, mehrfach begegnend, = bukovo ‘das zur Buche Gehorige’.

Schwerin aus Zvërin ‘das den wilden Tieren (cf. abg. zvërï) Gehorige’.

-sk daraus -zig in Leipzig aus Lipsk ‘Lindenstadt’ (cf. Lindenau, einverleibter Vorort von Leipzig); Danzig ausnbsp;Gdansk.

-itz und -owitz sind in der Regel aus Plural en auf -ici, -owici erwachsen, die die zu etwas oder einer Personnbsp;Gehörigen, von ihr Abstammenden ausdrücken; z. B.:

Janowitz = Janovici ‘Abkömmlinge des Jan = Johann’; Gröllwitz = Krolevici ‘Königsmannen’. ^

An der Hand der Ortsnamen laht sich feststellen, daC einzelne Slaven bis ins Fuldische und den Mainnbsp;abwarts bis nach der Gegend von Aschaffenburg gekommennbsp;sein müssen.

1 Vgl. auch A. Brückner, Slav. Ansiedluiigen in der Altmark, Leipzig 1879, 27. 65; Miklosich, Denkschr. d. Wien. Akad. 1872,98ff.nbsp;[Ganz hübsch orientiert G. Weisker, Slav. Spracbreste, insbesonderenbsp;Ortsnamen aus dem Havellande und den angrenzenden Gebieten I,nbsp;Pi'ogr. des Realprogymn. zu Ratbenow 1890. — E. F.]

^ Brückner a. O. 61.

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Ortsnamen im engeren Sinne.

Doch nicht bloC für derartige Völkermischungen legen die Ortsnamen Zeugnis ab; auch für die Geschichte dernbsp;einzelnen Stamine sind sie, zumal bei uns in Deutschland,nbsp;von höchster Wichtigkeit. Sie helfen uns die Stammsitzenbsp;der alten Stamme festzustellen, ihre Grenzen gegenübernbsp;anderen zu bestimmen, ihre Wanderungen und Siedlungennbsp;in altester Zeit zu ermitteln. Für die Langobarden kennennbsp;wir als alte Sitze die untere Elbe. Zur naheren Bestimmungnbsp;dient der Plecken Bardoiviek bei Lüneburg, die Nieder-lassung der Bardi^ wie die Langobarden abgekürzt heifien,nbsp;welche bei dem groCen Auszuge zurückgeblieben waren.nbsp;'Engern bei Rinteln und Bodenengern bei Obernkirchen (innbsp;der Nahe von Bückeburg, nördlich von Engern) bezeugennbsp;die Sitze der Angrii und Engern. Aber mehr als das;nbsp;ein derartiger Stammesname als Ortsbezeichnung ist nurnbsp;denkbar, wenn es sich um vereivizelte Niederlassungennbsp;des betr. Stammes innerhalb eines anderen, bzw. umnbsp;zurückgebliebene Reste oder um die Grenze des Stammesnbsp;gegen einen anderen handelt. Nur in diesem Falie cha-rakterisiert der blofie Stammesname den Ort und unter-scheidet ihn von anderen. Inmitten eines geschlossenennbsp;Stammes dagegen ist die Verwendung des bloCen Stammesnamens für einen einzelnen Ort ausgeschlossen. Die beidennbsp;Engern in der gleichen Gegend erweisen daher die dortnbsp;einst laufende Südgrenze des Stammes. Bei Sinzig findennbsp;wir eine Ortschaft Franken und dicht daneben, zwischennbsp;Franken und Breisig, im Walde ein stehendes Gewassernbsp;Schwabeumar. Der Gegensatz lallt eine alte Grenze zwischennbsp;Franken und Alemannen erkennen, für die Schwaben nurnbsp;ein anderer Name ist, und die im 5. Jahrhundert bisnbsp;weit in das heutige Rheinland nach Norden vorgedrungennbsp;waren, bis sie, von Chlodwig in der Schlacht bei Zülpichnbsp;496 besiegt, an weiterem Verdringen verhindert und nachnbsp;Süddeutschland zurückgetrieben wurden. Treffen wirnbsp;gegenüber Frankfurt a. M. ein SacJisenJmusen, ebenso innbsp;Baden an der BergstraHe südlich von Weinheim ein Groji-und Lützelsachsen an, so bezeugen diese Orte Niederlassungennbsp;von Sachsen inmitten der Franken, und man hat dienbsp;Ansiedlungen sicherlich rait den von Karl dem Grollennbsp;vorgenommenen Verpflanzungen in Verbindung zu bringen.

Nicht nur die Verwendung direkter Stammesnamen

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Órtsnamen und Geschichtsforschung.

zu Ortsbezeiclinuiigen, auch die Wiederkehr gleicher Orts-namen in verschiedenen Gebieten gibt Aufschlüsse über Wanderungen, Verpflanzungen und Kolonisation. So kehrtnbsp;Frankfurt am Main und an der Oder wieder. Hessennbsp;haben Kaufimgen nach MeiCen, Thüringer Salfeld nachnbsp;OstpreuBen, Osterode und Friedland vom Südhar'z eben-dahin gebracht. Für die Aufhellung der deutschen Kolonisation des Ostens, besonders die Bestimmung des Anteils,nbsp;den an ihr die verschiedenen Stamme gehabt haben,nbsp;können wir ebenfalls durch die Órtsnamen und ihre Ver-breitung maucherlei lemen. Die Kampfe der Deutschennbsp;gegen die Slaven ziehen sich vom Beginne des 10. bisnbsp;ins 12. Jahrh. hinein. Nachdem dann die Widerstands-kraft der Slaven endgüitig.gebrochen ist, führt die deutschenbsp;Kolonisation zu einer schnellen Aufsaugung dieser. Zweinbsp;groCe Besiedlungsgebiete lassen sich unterscheiden. Innbsp;dem einen haben sich Niederdeutsche, in dem anderennbsp;Mitteldeutsche kolonisatorisch betatigt. Die Grenze zwi-schen beiden Abschnitten wird gebildet etwa durch einenbsp;Linie von Halle über Torgau bis nach Frankfurt a. O.nbsp;Nördlich von ihr war das Tatigkeitsfeld der Sachsen undnbsp;der aus Holland und Flamland gekommenen Niederfranken,nbsp;südlich das der Thüringer und Ostfranken. Von den Er-folgen der Niederfranken legt die Verbreitung des Namensnbsp;Flem(m)ing(er) beredtes Zeugnis ab:

Flaming, Höhenzug in der Mark und Lausitz, von Burg, Bar by, Aken (cf. Aachen) im Moesten über Lucken-walde, Luckau bis Spremberg und Forst sich hinziehend.

Flemsdorf, Flemmingstal im Kreise Delitzsch.

Fliimische Wiesen, Jiamischer Damm östlich von Dessau.

Flemhude westlich von Kiel, Flemmendorf im Kreise Demmin und Franzburg.

Fleming bei Seeburg im Kreise Rössel.

Dazu kommen aus diesen Gegenden Ortscbaften, deren Namen Komposita mit Franken als erstem Gliede sind;

Frankenfelde und Frankenförde bei Luckenwalde, Frankendorf bei Neuruppin, Frankfurt a. O. (gegründetnbsp;1278), Frankental auf Rügen, Frankenfelde im Kreise Preu-Bisch-Stargard, Frankenhain im Kreise Graudenz, Frankenaunbsp;in den Kreisen Neidenburg und Rössel.

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Ortsnamen im engeren Sinne.

Endlich sei erinnert an Holland bei Neuruppin, Hollen-dorf bei Wolgast, PreufiiscJi-Holland (worüber es zum Jabre 1297 heiCt: quam secundum primas locatores, qui de Hollan-dia venerant, Holland appellavimus); Aken (s. o.), Bhin^nbsp;Kamerik, vvüstes Dorf bei Arendsee, Hof Kemerick bei Wer-ben, Kèniberg (alt Kemerick) südlich von Wittenberg, dienbsp;Familiennamen Kemmerich in Havelberg, Gent in Salzwedel.

Wabrend die Sachsen langs der Küste vorgedrungen sind, lassen sich die Fiamen (Hollander) mithin beson-ders in der Mark und daneben an den groCen Wasser-laufen in den Seengegenden nachweisen, d. h. da, wonbsp;Wasserbauten, Kanalisierungen, Eindeiohungen usw. zurnbsp;Gewinnung dauernden Aekerlandes vorzunehmen waren,nbsp;daher vor allem in den Elbmarschen, der unteren Havel-gegend, im Oder- und Weichselbruch.

Für einzelne Stamme charakteristische Bildungsweisen.

Nicht bloC direkte Stammesnamen lassen sich zu Rückschlüssen über die Völkergeschichte verwerten; son-dern aucb die zur Bildung von Ortsnamen verwendetennbsp;Grundwörter und Suffixe sind für die einzelnen Stammenbsp;charakteristisch. So ist das Formans -ing bayrisch, -ingennbsp;schwabisch-alemannisch, -ungen hessisch und tbüringisch,nbsp;-scheid frankisch, -wang und -wangen bayrisch und ale-mannischd Auch sonst finden wir bestimmte Suffixe aufnbsp;'bestimmte Landstriche beschrankt, in denen sie dannnbsp;geradezu massenhaft auftreten, und der Gedanke liegtnbsp;nahe, auch sie mit alten Stammesausbreitungen in Ver-bindung zu bringen. So ist -lehen^ charakteristisch fürnbsp;einen ziemlich schmalen, langen Streifen Landes in Mittel-deutschland. Dieser beginnt bei Hadersleben in Schleswignbsp;und zieht sich südwarts über die Elbe. In der Provinznbsp;Sachsen, im Bode* und Ohretal, dann wieder in Thüringennbsp;im Unstrut- und Helmetal erreichen die Namen auf -lebennbsp;ihre gröCte Bedeutung und enden schlieClich nördlichnbsp;vom Main in vereinzelten Exemplaren. Der erste Teilnbsp;der Namen ist fast immer eine Personenbezeichnung;nbsp;Aschersleben = Ascegeresleha; Ermsleben = Anegrinieslebo;

' S. Riezler, Die bayr. und Schwab, Ortsnamen auf -ing und -ingm als bist. Zeugnisse, Sitzber. Bayr. Ak. d. Wiss. 1909, 2. Abh.

2 S. o. S. 64 ff.

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Ortsnamen und Geschichtsforschung.

Wanzlében — Wantesleibo; Wolmirsleben — Wolmersieve; Güntersleben, Ettleben, Zeitzleben, Efileben nördlich von Würzburg. Der zweite Bestandteil gehort zu asachs. Uba, ahd.nbsp;leïba ‘Hinterlassenschaft, NachlaC’, dtsch. bleiben = got.nbsp;hileiban, engl. io leave. Wie sollen wir die Beschrankungnbsp;dieser Namen auf diesen Strich erklaren? In Schleswig,nbsp;zwischen der Flensburger Föhrde und der Schlei, liegt dienbsp;Landschaft Angeln, nach den Berichten englischer Chronistennbsp;die Heimat der Anglii, die mit den Sachsen und Jüten zu-sammen Britannien eroberten. Sehr wahrscheinlich kenntnbsp;in dieser Gegend schon Tacitus die Anglii zusammen mitnbsp;den Varini und anderen Stammen als Unterabteilungennbsp;der Suebi. In spaterer Zeit finden wir die Angeln undnbsp;Warnen im mittleren Deutschland, in Thüringen; wir he-sitzen eine Rechtsaufzeichnung mit dem Titel: lex Ang-liorum et Werinorum, boe est Thuringorum.^ Auch Sprachrestenbsp;aus der Gegend von Merseburg, die dem 9.—10. Jahrh.nbsp;angehören, die Merseburger Glossen, zeigen frappante Über-einstimmungen mit dem Angelsachsischen. Zu genauerernbsp;Lokalisierung nützen uns wieder Stammesnamen als Ortsnamen: im Mittelalter heifit Engelgau etwa die Gegendnbsp;der heutigen goldenen Aue, also die Tiiler der Helme undnbsp;ünstrut. In Schwarzburg-Sondershausen südlich vomnbsp;Kyffhauser existieren Holz-, Feld-, Kirch-, Westerengel,nbsp;weiter südlich bei Arnstadt ein Angelhausen, noch weiternbsp;südlich bei Ilmenau ein Angélrode. Dies sind vielleichtnbsp;alte Grenzorte gegenüber den eigentlichen Thüringern;nbsp;treffen wir doch dicht bei Hclzengel usw. ein TJiüringen-hausen an. Auch haftet der Name der Werini an der Wern,nbsp;einem NebenfluC des Mains, der oberhalb Gemünden innbsp;ihn flieCt, mit den Orten Ober- und Nieder-Wern beinbsp;Schweinfurt und Wxrvfeld an der Mündung in den Main.nbsp;Das ist gerade die Gegend, wo die Namen auf -leben auf-hören. Der Schlufi liegt daher sehr nahe, dafi die Angelnnbsp;und Warnen aus ihrer ursprünglichen Heimat im Nordennbsp;zum Teil nach Süden ausgewandert sind, und daC dienbsp;Namen auf -leben, die ungefahr an ihren Heimatsitzennbsp;beginnen und am Schlufi ihrer spilteren Sitze enden, dienbsp;spezifische Nomenklatur der beiden Stamme darstellen;

^ [Anders hierüber jedoch Hoops, Waldb. 583 ff., dessen Ansicht mich freilich nicht überzeugt. — E. F.]

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Ortsuamen im engeren Sinne.

wir können daher an der Hand dieser Namen die Wan-derung dieser Stamme von Norden nach Süden und ihre Siedlnngen verfolgen. Das Element -hüttel ist haufig imnbsp;westlichen Holstein (Riizébüttel, Brunsbüttel), dann in einemnbsp;schmalen Streifen zwischen Weser und Elbe aufwarts bisnbsp;nach Lüneburg zu, von da, die Ilmenau aufwarts, springtnbsp;es in das Tal der Ocker über und endet etwa bei Wolfen-büttel. Es liegt nahe, die Namen dieses Ausganges mitnbsp;der Einwanderung der Sachsen oder Friesen in Zusammen-hang zu bringen, die von ihren alten Sitzen nordöstlichnbsp;der Elbe aus den Strom überschritten und das ursprüng-lich von Langobarden besetzte Land eroberten.

Ahnlich können wir z. B. die Wanderung der Chatten, die sogenarmte oberfrankische Wanderung, aus dem hessi-schen Stammlande die Taler der Sieg, Wied, Lahn abwartsnbsp;nach der linken Rheinseite, die der Mosel und Nahe aufwarts bis nach Lothringen hin verfolgen; die Ortsnamennbsp;des alten Stammlandes kehren linksrheinisch wieder, undnbsp;ein direktes Zeugnis für die Herkunft der Einwanderernbsp;bietet der Name des Dorfes Hessen in der Nahe von Saar-burg in Lothringen, ziemlich an der Grenze der Einwanderung und des deutschen Sprachgebiets überhaupt, nebstnbsp;dem in der Nahe befindlichen Hessenwald. Schon 699 istnbsp;der Ort urkundlich bezeugt als ad Cliassus, zur Zeit Ludwigsnbsp;des Deutschen als inter Hessis; cf. Arnold, Ansiedl.nbsp;und Wanderungen deutsch. Stamme, zumeist nach hess.nbsp;Ortsnamen, Marburg 1875; clers.. Die Ortsnamen als Ge-Hcbichtsquelle, in; Studiën zur deutschen Kulturgeschichte,nbsp;Stuttgart 1882, 23 ff.

Arnolds Arbeiten sind zwar geistvoll, aber im ersten Wagemut und Siegesrausch vielfach zuweit gegangen. Dienbsp;für Südwestdeutschland und die Schweiz typischen Ortsnamen auf Weil, Weüer führen z. B. nach seiner Ansichtnbsp;ein speziell alemannisches Suffix. Nun finden wir jedochnbsp;auch im Rheinlande, Rheinhessen, Lothringen bis hinaufnbsp;nachErkelenz, Heinsberg, Geilenkirchen nicht wenige -weüer;nbsp;z. B. Brauweiler, Hscliweiler, AJirweiler, Antweiler (bei Münster-eifel und Aremberg), Lindtveiler (bei Münstereifel), Blas-weiler (zwischen Altenahr und dem Laacher See), Oher- undnbsp;Niederweiler (im Brobltale), insgesamt in jenen nördlichennbsp;Gegenden auCerhalb des sicheren Alemannengebiets über

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Ortsnamen und Geschichtsforschung.

300. Nach Arnold sollen sie alle Zeugen für alemannische Niederlassungen sein, Allein man darf bezweifeln, ob dienbsp;Alemannen soweit nördlich, bis über Köln und Jülichnbsp;hinaus, vorgedrungen sind, und vor allem, ob sie sich innbsp;so groCer Anzahl und so lange im Lande seChaft gemachtnbsp;haben, daC so viele Ansiedlungen von ihnen zurückge-blieben sind. 496 wurden sie von Chlodwig bei Tolbiacumnbsp;geschlagen; vor 440 aber können sie kaum über die raittel-rheinischen Gegenden hinaus nach Norden vorgedrungennbsp;sein, da sich bis zu dieser Zeit ihrem Verdringen die Bur-gunder in den Weg steilten, die am Mittelrhein um Wormsnbsp;herum safien und erst etwa 440 nach Savoyen und Süd-gallien abzogen. Demnach könnten die Alemannen imnbsp;ganzen nicht viel langer als ein halbes Jahrhundert in dennbsp;Rheinlanden heimisch gewesen sein. Das Vorkommen vonnbsp;-weiler gerade im Südwesten und Westen des deutschennbsp;Sprachgebiets ist vielmehr ganz anders zu erklaren. Sowohlnbsp;weil als weiler sind aus dem Lat.-Roman. entlehnt. Ersteresnbsp;ist == villa in der in franz. viïle erscheinenden Bedeutung,nbsp;letzteres (ahd. wildri) = villare ‘Gehöft’. Kein Wunder daher,nbsp;daJS die Elemente zur Ortsnamenscböpfung gerade in dennbsp;Stricken verwendet worden sind, die unter dem Einfluünbsp;der römischen Kultur gestanden haben, und in denen ausnbsp;vorgermanischer Zeit bereits zahlreiche villae und villarianbsp;verhanden waren (vgl. auch oben S. 63). ^ Ahnlich stehtnbsp;es mit -iveier, das auch nur im Südwesten Deutschlands,nbsp;besonders in Baden in der Gegend von OfFenburg verbreitetnbsp;ist: Appenweier, Waltersiveier, Hommerstceier, Hugsweier, Non-nenweier. Auch das Appellativ Weier — lat. vivarium istnbsp;nur in Südwestdeutschland bis Bayern einschliefilich volks-tümlich, den österreichischen und den mitteldeutschennbsp;Mundarten dagegen fremd. *

2. Kulturgeschichte.

Die Ortsnamen, die uns über alte Kulte, Gottesver-ehrung, zumal aus heidnischer Zeit, belehren, sind besonders

' [S. jetzt Behaghel, Wörter und Sachen 2, 42 ff. mit genauen Belegen und Verzeichnissen. — E. F.]

® [Freilich gehöreii viele Namen auf -weier nicht hierher, son-dern in die Kategorie derer auf -weiler, woraus -weie)- z. T. lautlich entstanden sein dürfte; vgl. Appenweier, früher Appenwilre undnbsp;Behaghel a. O. 55. — E. F.]

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Ortsnanien im engeren Sinne.

wertvolie Quellen, da wir nur unendlich dürftige, direkte Zeugnisse hierfür besitzen: Oodesberg bei Bonn a. Rh., fernernbsp;Wald bei Düsseldorf, und Oudensherg in Hessen (bei Fritz-lar an der unteren Eder) sind = Wodanesherg, Wudenesbergnbsp;(diese Formen urkundlich belegt) und weisen auf einennbsp;alten Wodankult in diesen Gegenden, genau wie Donners-berg in der Pfalz und bei Wormeln im Kreise Warburgnbsp;in Westfalen (alt Thuneresberc) auf einen solchen des Gottesnbsp;Donar. In Westfalen begegnen uns mehrfach Bezeicbnungen,nbsp;die in ihrer alteren Gestalt den Namen derldisi, der Schlacbt-jungfrauen, zu enthalten scheinen: Bendesloh bei Neuen-beken (Kreis Paderborn), alt Benn-idisla; Ebbeslob, beinbsp;Brokhagen (Kreis Bielefeld), alt Mepp-idis-la, Ebbedeslo.nbsp;Verschiedene Ortsnamen mit AU- im ersten Gliede, wienbsp;All-stedt, Als-herg, Als-feld, Als-heim (bei Worms und Speier),nbsp;sind Zusammensetzungen mit einem im Got. als alhs, imnbsp;Altsachs. als alah erscheinenden Nomen, das ‘Verehrungs-statte, Opferstatte’ bedeutet. Es handelt sich also beinbsp;diesen Ortschaften um alte Kultstatten.

Viele Bezeicbnungen erganzen und bereichern unsere Kenntnisse der alten Flora und Fauna. Wahrend dernbsp;Bibef jetzt bei uns ganz ausgestorben ist, zeugen für seinnbsp;einstiges Vorbandensein nicbt wenige Namen; Bebra beinbsp;Roten burg, alt Bibar-aha, Berfa bei Alsfeld, = Bibar-affa,nbsp;Bieber bei Fulda, Hanau, Offenbach, Ober- und Niederbiebernbsp;bei Heddesdorf am Limes, = Bïbir-, bivir-a. Bever, unweknbsp;Karlshafen in die Werra mündendes Flüficben. Alle diesenbsp;Namen bedeuten Biberwasser. Von den Wasserlaufen ausnbsp;bat ihre Übertragung auf Ortschaften stattgefunden.

Erinnerungen an Auerochs und Wisent haben be-wahrt: Urach in Württemberg, Aurach,, zahlreich in Süd-deutschland, Aura in Franken, Auerbach an der BergstraCe und sonst, Auroff bei Idstein am Nordabhange de.s Taunus;nbsp;Wiesen, NebenfluC der Regnitz bei Forchheim, == Wiesenda,nbsp;daran Wiesent-au, Wiesendangen, bei Winterthur in dernbsp;Schweiz. = Wiesent-wangen (cf. oben Erlangen = Erlwangen).nbsp;Zahlreiche Ortsnamen sind für die einstige Verbreitungnbsp;des Baren, Wolfes, Aren, Falken, Habichts beweiskraftig,nbsp;andere auf dem Gebiete der Flora für die der Esche, Espe,nbsp;Erie, Buche, Eiche, Weide in ihren ver.schiedenen Arten.

Auch über die alte Bodenbeschaffenheit und die von

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Ortsnamen und Geschichtsforschung.

dem Menschel! an dem Grund und Boden vorgenomrnenen ümgestaltungen werden wir durch die Ortsnamen innbsp;Kenntnis gesetzt. Zahlreiche mit -bruch, -brok, -moos zu-sammengesetzte Lokalitatsbezeichnungen zeigen heute keinenbsp;Spur von sumpfigem Erdreich mehr, z. B. Bruchhausennbsp;oberhalb ünkel. Wie aus den Namen hervorgelit, muÜnbsp;es einstmals anders gewesen sein, sei es, daC durch dienbsp;Arbeit der Menschen, sei es durch die eigene Tatigkeitnbsp;der Natur eine völlige Anderung der Bodenverhaltnissenbsp;eingetreten ist. In gleicher Weise lehren uns die un-zahligen Namen auf -rode, -rath, -reuth, -riet, auf -hau,nbsp;-schlag, -schneid, -schwand, -schwend(en,), -brand, -brandten, wienbsp;die ungeheuren Waldbestande, von denen einst das ganzenbsp;Land bedeckt war, gelichtet und menschlichem Anbaunbsp;erschlossen wurden. Es ist charakteristisch, daC die moisten dieser Namen erst verhaltnismafiig jüngeren Perioden,nbsp;dem 8.—12. Jahrh., angehören; bei der ersten Besiedlungnbsp;wurden die offenen Stellen, namentlich in den groCennbsp;Fluhtalern, in Besitz und Bebauung genommen; jenenbsp;Namen dagegen kommen erst in einer Zeit auf, als sich wegennbsp;der steigenden Bevölkerungszahl die Notwendigkeit geltendnbsp;machte, neue Landereien zu erschlieCen, und als mannbsp;infolgedessen in die Walder, auf die Berge, in die höhernbsp;gelegenen Seitentaler der gröfieren Wasserlaufe hinaufstieg.nbsp;Von Wichtigkeit ist auch, daC viele Ortsnamen die Be-deutung der Klöster für die Kultur des Landes, die ür-barmachung weiter Waldstrecken bestatigen; Bischoferode,nbsp;AUerode, Münchenreufh, Nonnenrode, Fraureuth, Pfafferode,nbsp;Papenratk usw. Auch sonst kann man die groBe Be-deutung der Kirche und ihrer Einrichtungen für festenbsp;Ansiedlungen an den Namen ablesen: Marienzell, Hohen-zell, Eichenzell, Pilgerzell, Rudolfszell, Mackenzell, Edelzellnbsp;u. a. weisen auf ursprüngliche mönchische Ansiedlungen,nbsp;zumeist auswartige Stationen eines Klosters, die zumnbsp;Gottesdienst und zur Feldbestellung einer Anzahl vonnbsp;Mönchen überlassen wurden, und an die sich dann weiterenbsp;Niederlassungen von Laien anschlossen.

Auch für sonstige Kulturstatten legen zahlreiche Ortsnamen Zeugnis ah: fopTuq in Arkadien und auf Kreta, ruprióv in der Pelasgiotis, Kupxujv in Böotien geboren zunbsp;UTeipeiv, ai. grdma- ‘Dorf, Schar, Haufe’, lat. grëx ‘Herde,

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Ortsnamen im engeren Siiine.

Schar, Gesellschaft, Sippschaft’ (vgl. Solmsen, Beitr. z. grieeh. Wortforsch. 17), sind also nach Volksversammlungen,nbsp;die an diesen Statten einst abgehalten worden waren,nbsp;benannt. Das gleiche gilt für Detmold, alt Thiet-mellanbsp;‘Ding-, Versammlungsstatte des Volkes’, vgl. auch Kirch-und Botenditmold bei Cassel. Kirchditmold wird geradezunbsp;als alter Centhauptort von unseren Quellen bezeichnet.

Über den Lauf des Limes, im Volksmunde Pfahl-(gralen), werden wir durch zahlreicbe Ortsnamen genau unterrichtet: Pfahldorf bei Eicbstadt in Bayern, Damhachnbsp;bei Winkelsbübl, Pfahlheim bei Ellwangen, Pfalühronn amnbsp;Hohenstaufen, Damm bei Aschafi'enbnrg, PoJilgöns bei Butz-bach (der zweite Teil bezieht sich auf einen Bach Gons),nbsp;Pohl zwischen Langenschwalbach und Ems; dazu die Flur-narnen: Pohlfeld und Pohlbach in der Nahe von Langenschwalbach, PoMwald und Pohlvnese bei dem Dorfe Pohl.nbsp;Wo auCere Spuren des Limes verloren gegangen sind,nbsp;dienen diese Namen als wichtige Pingerzeige zur Bestim-mung seines Laufes.

Eine im Gefolge der kulturellen Vervollkommung eingetretene, grundstürzende Umwalzung im Bau und innbsp;der Technik der Mühlen ergibt sich ebenfalls aus einernbsp;Reihe von Ortsnamen. Die alteren von diesen enthaltennbsp;noch das aus vorgermanischer Zeit ererbte got. qairnus,nbsp;ahd. quirn, mhd. kiirn, das zunachst nur die primitivennbsp;Handmühlen bzw. Tiermühlen bezeichnet haben kannlnbsp;Kirn, Moselkern, Kiirnberg (Bayern), Quirnherg (bei Würzburg), Quirrenbach (im Siegkreis), Querfurt (in Thüringen).nbsp;Vom 12. Jahrh. an kommt jedoch das jetzige Wort innbsp;Ortsnamen auf, und es beginnen die bis in die Gegen-wart andauernden, zahllosen Ortsbezeic|;inungen, wie Miihl-heim, Mühïbach, Mülilberg, Mühldorf, die das aus spatlat.nbsp;roman, molina (franz. moulin) entlehnte ahd. muUn, mhd.nbsp;mül enthalten. Die Entlehnung des Wortes, sowie seinnbsp;Ersatz des altgermanischen Ausdrucks ist durch die Über-nahme der Wassermühlentechnick der Romer, bzw. Ro-manen seitens der Deutschen veranlaht. Aber das nurnbsp;sehr langeame und spate Aufkommen von Ortsnamen mitnbsp;Mühl- beweist, daC diese neue Technik sich in Deutschland nur ganz allmahlich verbreitete und an Boden gewann.

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IV. Völkernamen.

In den allerprimitivsten Zustanden kennt ein Volk oder, besser gesagt, ein Stamm nur sich selbst und seinenbsp;Angehörigen. Wegen der Abgeschiedenheit seiner Wohn-sitze oder anderer Verkehrshemmungen lernt der Stammnbsp;andere Menschen nicht kennen, oder, wo dies doch dernbsp;Fall ist, halt er sich von ihnen fern und betrachtet sienbsp;als Wesen anderer Art, mit denen er nichts gemeinsamnbsp;bat, die er fürchtet oder verachtet, oder auch heides zu-gleich. Die natürliche Folge dieser ursprünglichen Zu-stande ist, dafi er nur seine eigenen Angehörigen als «Men*nbsp;schen» bezeichnet, für die anderen dagegen dieses Wortnbsp;nicht geiten laht. Daher kennen wir als Namen vielernbsp;Völkerschaften nur Ausdrücke, die eben «Menschen»nbsp;besagen. Man kann diese eigentlich nicht Namennbsp;nennen, da sie als solche nicht gedacht, d. h. nicht ge-priigt worden sind, um gewisse Menschenstamme vonnbsp;anderen zu unterscheiden. Da jedoch der ins Land kom-mende Fremde, der nach dem Namen der Bewohner fragt,nbsp;nichts anderes zu horen bekommt, kommen jene Ausdrücke nicht nur in der wissenschaftlichen Literatur,nbsp;sondern auch sonst auCerhalb des betreffenden Landes innbsp;der Geltung von Eigennamen in Kurs. Die von uns alsnbsp;Eskimos^ d. h. mit einem aus der Sprache benachbarternbsp;Indianer stammenden und ‘Rohfleischesser’ bedeutendennbsp;Namen bezeichneten Polarvölker nennen sich selbst Inuk,nbsp;Plur. Inuit, anderswo Kerals und TscMglit ‘Menschen’; dienbsp;Kaffern nennen sich Aha-ntu zum Sing, omu-ntu ‘Mensch’.nbsp;Dieselbe Bezeichnung begegnet bei anderen Vólkern dieses

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Völkernamen.

grofien Sprachzweiges, der das gesamte südliche Afrika (abgesehen von den Hottentotten und Buschmannern) um-faCt; daher Bantu-völker. Aims, jener uralte Stamm, dernbsp;heute nur noch auf Jesso, der nördlichsten der japanischennbsp;Insein, und den nach Norden anschliehenden Kurilen-inseln, sowie der Insel Sachalin in wenigen Resten er-halten ist, einst aher in ganz Japan gesessen haben mub,nbsp;bedeutet ebenfalls ‘Menschen’. Ebenso verhalt es sichnbsp;mit den Kurilen, den Bewohnern der sich von Kam-schatka nach Japan hinüberziehenden Inseln. Ihr Namenbsp;stammt von den Kosaken her, die von Sibirien aus immernbsp;weiter nach Süden vordrangen. Die Malaien nennen sichnbsp;Orang {Orang-Utan = ‘Waldmensch’), die Zigeuner Bom,\nbsp;fem. Romni, plur. RomCaRiicave ‘Kinder der Menschen’,nbsp;was bei der grenzenlosen Verachtung begreiflich ist, mitnbsp;der der echte Zigeuner auf alle nicht zu seinem Stammenbsp;Gehörigen herabblickt.

Dies ist also der Widerschein der allerprimitivsten Verhaltnisse und Zustande. Anders gestalten sich dienbsp;Dinge, wenn ein Volk mit anderen in Verkehr tritt undnbsp;einsieht, dafi diese auch Menschen sind, und wenn esnbsp;sich darum handelt, die eigenen Landsleute von dennbsp;Fremden zu scheiden. Die nachstliegende Bezeichnungnbsp;ist eben dann ‘Eigene, Landsleute,. Volksgenossen’. Sienbsp;ist in vielen Exemplaren vertreten;

Altschwed. Swêar, aisl. Suiar, in lat. Texten Suionès, Sueones ‘Schweden’, zu got. swê-s ‘eigen, angehörig’ (= abg.nbsp;svojï, lat. suus, griech. 05 usw.), also ‘die Eigenen’.nbsp;Schweden ist zusammengezogen aus anord. Sui-piod ‘dasnbsp;eigene Volk’, Sverige aus aschwed. SwS-nke'^dias eigeneReich’.nbsp;Suëbi, zu Tacitus’ Zeit Sammelname fiir eine Reihe vonnbsp;Stammen, die maiorem Germaniae partem obtinent, und alsnbsp;deren Sitze man Mitteldeutschland östlich von Elbe undnbsp;Saaie anzusetzen hat, lebt fort in ahd. Swaba, Swabi. Esnbsp;ist eine Ableitung von dem Stamme desselben Reflexiv-pronomens und mit dem in got. sibja, ahd. sippa ‘Sippe’nbsp;enthaltenen Suffix gebildet, bedeutet daher ‘die zumnbsp;eigenen Verbande Gehörigen’. Auch Sdb-ïni, echt sabin.nbsp;Safini; Sabeïli aus *Saben-li, *Sab-no-U; Samnium aus *Sab-niom, wovon wieder Samnites stammt, dürfte den gleichennbsp;Sinn aufweisen (vgl. Solmsen, Unters. zur griechischen

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Völkernaraen.

Laut- und Verslehre 199. 202. 211).^ Vgl. noch Sem-Hones, woneben Zi^ivoi bei Strabo VII 290, ein Teil der als Suëbi zusammengefaBten, groCen Volksmasse, wahr-scheinlich in der Mark Brandenburg ansassig, aus 1 2Sebno-neSi zu got. sibja. Serb. Srb ‘Serbe’, osorb. Serb, niedersorb.nbsp;Serbski ‘Sorbe’ gebört wohl zu dem in russ. paserb, poln.nbsp;pasierb ‘Stiefsohn’ hinter dem Prafix erscheinenden Nomennbsp;(vgl. auch klruss. pryserbytysja ‘sicb an jemand heften’).nbsp;*serb geht auf 2sïrbü, weiter auf sïbrü zurück (vgl. auchnbsp;aserb. sebrü ‘einer, der frei ist, aber nicht zum Adel gehort’, neuserb. sëbar ‘Ackersmann, Peldbauer’) und stelltnbsp;sich auf diese Weise gleichfalls zu got. sibja usw. (s. ge-naueres bei Solmsen, KZ. 37, 592ff.).®

Kymren, wie sich die einheimischen keltischen Be-wohner von Wales selbst nennen {Cymmry, Sg. Cymmro), ist aus 2Com-mroges (-mrox), Gombroges entstanden. Dasnbsp;zweite Element ist kymr. korn. bro aus 2brog, ir. mruignbsp;‘Mark, Landschaft’ und ist verwandt mit lat. margo, got.nbsp;marka. Das Kompositum heiCt also ‘Mitlander’, im Gegen-satz zu den Allo-broges ‘die auCerhalb der Grenzen sitzen,nbsp;Elsasser’.

Teutones ist wahrscheinlich s. v. a. ‘Angehörige der *teuta (got. pinda, ahd. diot, mhd. diet), d. i. der Gesamt-heit des Volkes' (s. jetzt Much, Reallex. d. germ. Alter-tumsk. 4, 315ff.).

Dies letzte Beispiel vermittelt den Übergang zu den Benennungen des Sinnes ‘der Gemeinschaft, Gesamtheitnbsp;angehörend, eine Allheit bildend’ im Gegensatz zu frem-den, auCerhalb des Verbandes beflndlichen Stammen:

Ale-jwctwMi,Bezeichnung,unter der die Germanen des süd-westlichen Deutschlands nach den Umwalzungen der Völker-wanderung von neuem in die Geschichte treten, bedeutet ‘Gesamtmannen’, d. h. alle Angehörigen eines Verbandes.nbsp;Es handelt sich also um einen Namen für das Kon-glomerat verschiedener Stamme, das sich neugebildet hatte.'2

1

1 [S. jedoch W. Schulze, Lat. Eigenn. 479 ff. mit Anm. 6, Add. 480. — E. F.]

* nbsp;nbsp;nbsp;[S. jetzt noch K. Petersson, Stud, über die idg. Heteroklisie =nbsp;Skrifter utgi vna av vetenskaps-societeten i Lund 1, Lund 1921,71.—E. F.]

2

nbsp;nbsp;nbsp;[S. jetzt W. Schulze, Zeitschr. f. deutsch. Altert. .54, 173 mitnbsp;Anm. 1; Norden, Sitzungsber. Berl. Akad. 1918, 107 Germ. Urgesch.nbsp;iti Tac. Germ. 49511. — E. F.]

Solmsen-Fraenkel, Indogermanische Eigennamen. nbsp;nbsp;nbsp;7

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Völkernamen.

Erminones, Name der einen der drei Gemeinschaften, in die zu Tacitus’ Zeiten die kontinentalen Germanen zer-fielen, ist ebenfalls = ‘Allmannen, die GroCen im Sinnenbsp;des staatlichen Umfanges’; cf. Ermunduri neben Thuringi,nbsp;Ermanareiks ‘Allkönig’ usw.

Eine etwas andere Wendung kann der Gegensatz zwiscben den Angehörigen des eigenen und eines fremdennbsp;Volkes dadurch erfahren, daC die ersteren als die, dienbsp;‘man versteken kann’, die letzteren als ‘die unverstandlichnbsp;Redenden, die Stammelnden, Lallenden, Stummen' be-zeichnet werden. Am deutlichsten tritt dieser ünterschiednbsp;bei der Bezeichnung zutage, die die Slaven sich undnbsp;ihrem wichtigsten Nachbarvolke, den Deutschen, geben;nbsp;Slaven beruht auf Slovéne. So nannte sich von den beidennbsp;groCen Zweigen, in die das Volk bei seinem Eintritte innbsp;das helle Licht der Geschichte zerfiel, ein jeder zunachstnbsp;im Gegensatz zu dem anderen: die südwestlichen GTiedernbsp;der Familie, aus denen die Bulgaren, Serben, Slovenen usw.nbsp;hervorgegangen sind, bezeichnen sich selbst als Slovene,nbsp;den nordöstlichen Zweig dagegen als Antae, wahrend dernbsp;letztere seinerseits sich selbst ebenfalls Slovene, die west-licben Teile Lechen nennt. Slovéne gehort zu slovo ‘Wort’,nbsp;heiCt daher ‘die des Wortes Machtigen, Redenden’. Dernbsp;Premde, vor allem der Deutsche, wird von den Slavennbsp;Némicï zu némü ‘stumm’ genannt.

Skjipetaren, wie die Albanesen sich selbst bezeichnen {Skjipe heiCt bei ihnen ihre Sprache), gehort zu alban.nbsp;skjipónj ‘verstehe’ (aus lat. excipere). Das Gegenstücknbsp;hierzu ist es, wenn die Griechen alle Nichtgriechennbsp;als pdppotpoi, eigentlich ‘Stammelnde’ (cf. ai. balbala-kr-‘stammeln’) bezeichnen. Den Griechen Kleinasiens galtennbsp;die Völker des inneren Asiens, bevor sie ihre eigenennbsp;Benennungen kennen lernten, genau wie den Slaven dienbsp;Deutschen, als Kri9pveq (die Perser nach Herodot VII 61,nbsp;Chaldaer nach Hellanik. bei Ste^h. Byz. s. v. XaXbaioi).nbsp;Kri9f)veq steht in Ablautsverhaltnis zu KUJ9Ó5 ‘stumpf,nbsp;stumm, lautlos, still’ (s. Solmsen, Beitr. z. griech. Wort-forsch. 123 ff.). TTa9XaYÓvei; in Kleinasien ist zu ion.nbsp;iTa9XdZ!eiv ‘stammeln, stottern’ zu ziehen.

Auf der Verstandlichkeit der Sprache beruht auch

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Völkernameii.

unser eigener Volksnaine; Deutsche.^ Er hangt zusammen mit goi. ])iuda, ahd. diot ‘Volk’. Davon stammt ein Adj.nbsp;diutisic, woraus diutisch, diutsch, deutscJi geworden ist. deutschnbsp;heiCt also ‘volkstümlich’. Es ist anfangs nur in Ver-bindung mit lingua gebraucht worden: iheodisca lingtia istnbsp;seit 788 nachweisbar und bezieht sich zuniichst nicht nurnbsp;auf die heute deutsch genannte Sprache, sondern umfaCtnbsp;auch das Angelsachsische, Langobardiscbe, Gotische. Innbsp;allen diesen Fallen bildet der Ausdruck den Gegensatznbsp;zur Weltsprache der Bildung, dem Latein, bedeutet dahernbsp;‘die dem Volke verstandliche, volkstümliche Sprachform’.nbsp;Erst von der Sprache aus ist die Bezeichnung auf die sienbsp;redenden Menschen übertragen worden. Urn die Mittenbsp;des 9. Jahrh. können wir vereinzelt Theotisci, Teutisci nacb-weisen (840 bei Walahfrid Strabo, 845 in einer italie-nischen Urkunde). Seit der Mitte des 10. Jahrh. wirdnbsp;dies haufiger, besonders aber im Auslande und in dennbsp;Grenzgebieten (im halbromanischen Lotharingen und innbsp;der slavischen Mark), wo eben das Bedürfnis der Unter-scheidung und Zusammenfassung der verschiedenennbsp;Stiimme sich starker fühlbar machte. Vom 12. Jahrh. annbsp;ist dann Diutsche(n) allgemein verbreitet.

In den meisten Pallen gibt sich indes der Stamm mit einer so allgemeinen, farblosen Bezeichnung nicht zu-frieden, sobald einmal der Unterschied von anderen Völker-schaften erkannt und das Gefühl des Gegensatzes zunbsp;ihnen erwacht ist. Jedes junge Volk betrachtet sich alsnbsp;das beste, höchststehende von allen, als das auserwahlte,nbsp;wahrend die anderen im Vergleich zu ihm als minder-wertig angesehen werden. Das ist eine im Grunde bisnbsp;auf den heutigen Tag gebliebene Anschauung. In alternbsp;Zeit, WO der Stamm die natürliche Einheit ist, fühlt sichnbsp;dieserden anderen überlegen; im Verlaufe der Geschichte,nbsp;nach dem Zusammenschlusse mehrerer Stamme zu einemnbsp;Volke, greift der Stolz und Dünkel auf die ganze Nationnbsp;über, und es gehort schon ein betrachtlicher Grad vonnbsp;Weltkenntnis und Abstraktionsfahigkeit dazu, um auchnbsp;die Vorzüge anderer Völker gebührend zu würdigen, oder

* Vgl. A. Dove, Bemerkungen zur Gesch. des deutschen Volks-namens, Sitzungsber. d. bayr. Akad. 1893, 201 ff.; 1895, 223 ff.

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Völkernamen.

schwere Schicksalsschliige und Demütigungen veranlassen eine Nation, sich anderen gegenüber als inferior anzusehen.nbsp;Daher begegnet man unzahlige Male Völker- und Stammes-namen wie ‘die Erlauchten, Edlen, Hehren, Glanzenden,nbsp;Helden, Tapferen, Guten, Groüen’ usw.

So bezeichneten sich die nach Mittelasien und Indien eingewanderten und ehemals eine enge sprachliche Ein-heit bildenden Indogermanen als arya- ‘erlaucht, edel’. Ausnbsp;dem Gen. pl. ariyanam des apers. ariya- ist das mittel-pers. Eran (Firdusi), neupers. Iran erwachsen. Die Armeniër nennen sich selbst Haikli ‘Herren' (cf. ai pdti-,nbsp;griech. TTÓmq, (be(T)TTÓTr|i;, lat. potis usw.).

dJpuYeq und thrac. Bpupoi gehören nach Toraascheks ansprechender Vermutung zu lat. frügï ‘brauchbar, tüch-tig’, ags. hrücan ‘Gebrauch machen’ (vgl. auch Solmsen,nbsp;KZ. 34, 46 ff. 70).

Galater, jene keltischen Scharen, die im 3. Jahrh. V. Chr. den Südosten Europas überschwemmten und end-lich in Kleinasien seChaft wurden, wo noch von Hieronymus für das 4. Jahrh. n. Chr. die Ahnlichkeit ihrer Sprachenbsp;mit der der westeuropaischen Gallier bezeugt wird, sindnbsp;s. V. a. ‘die Tapferen, Starken, Machtigen’, cf. ir. gal ‘Tapfer-keit’, altbret. gal ‘Kraft, Starke’. Zu diesem Substant.nbsp;gehort auch der Name Galli, eine kürzere Bildung alsnbsp;Galatae. Auch der Name der Geltae, der rait lat. celsus,nbsp;excelsus zusammenhangt, dürfte ‘die Hohen, Erhabenen’nbsp;bedeuten. Nervii, der Name des tapfersten unter dennbsp;Belgenstammen, ist von einer Wurzel ner- abgeleitet, dienbsp;auch enthalten ist in ai. nar-, griech. dvóp ‘Mann’, lat.nbsp;(sab.) Nero ‘fortis’, osk. nerum ‘virorum’, umbr. nerf, nerunnbsp;‘proceres, principes’, ir. nert ‘Kraft, Macht’, cymr. nertknbsp;‘fortitude, vis, valentia’. Aipove?, alte Benennung dernbsp;Thessaler seit Pindar, Aipovta ihres Landes, gehort mitnbsp;noch anderen Personennamen und Ethnika (Euaipvioi aufnbsp;einem vor nicht langer Zeit entdeckten arkadischen Syn-ökievertrage) zu hom. di'pujv ‘kundig, erfahren, verstandig’nbsp;(vgl. Solmsen, Rh. Mus. 65, 327 fif.).

Besonders haufig tritt auch in den Namen von germanischen Stammen das Selbstvertrauen, die frohenbsp;Zuversicht hervor, mit der sie ihren Einzug in die Welt-geschichte halten;

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Völkernameii.

Sciri, der um Christi Geburt im aufiersten Osten des germanischen Gebietes, östlich der unteren Weichsel undnbsp;der Goten ansassige und so an Wenden und Aistennbsp;grenzende Stamm, ist = quot;die Leuchtenden’ und stellt sicbnbsp;zu got skeirs ‘heil, klar’, vgl. aueh skei-nan ‘leuchten,nbsp;glanzen, scheinen’.

Ghatti, deren Name, wenn auch mit etwas anderen Ableitungen, in dem der Hessen (alt Hassi) fortlebt, gehort etymologisch wahrscheinlich zu Ke-Kac-iLiévo^ ausnbsp;Ke-Kab-gévoq ‘sich auszeichnend, glanzend’, Kdö-Tujp ‘dernbsp;Glanzende’. Die Wurzel steekt auch in mehreren kel-tischen Völkernamen {Gassi, Veliocasses u. a.).^

Die zu Casars Zeit an der unteren Lippe wohnenden Bructeri stellen sich zu got. lalrhts, ahd. bëraht ‘glanzend,nbsp;heil’ (vgl. auch Borahtra, Gau zwischen Ruhr und Lippe).nbsp;Ihnen schliefien sich nach Süden die Su-gambri an, dienbsp;in spaterer Zeit die Führung über die benachbarten Stammenbsp;übernehmen, nach den Mündungen des Rheins rückeri undnbsp;den Hauptgrundstock für die salischen Franken abgeben.nbsp;Ihr Name hiingt zusammen mit ahd. gambar ‘strenuus’.nbsp;Im ersten Teile enthalt er ein mit ai. su- ‘gut’, griech. u-(cf. upiriq ‘gesund’, eigentlich ‘gut lebend’), èu, eu identischesnbsp;Prafix. Die kürzere Form zu Sugambri ist Gambrivii.

Batavi, zu Casars Zeiten Bewohner der durch die Spaltung des Rheins in Waal und Rhein, bzw. Lek ge-bildeten Rheininsel, also zwischen Arnheim und Nimwegennbsp;(der Name fortlebend in Betuwe, wie heute die Landschaftnbsp;heibt), gehören etymologisch zu got. bat-iza ‘besser’, ai.nbsp;bhad-rd~ ‘günstig, glücklich’, sind daher ebenfalls == ‘dienbsp;Trefflichen’; hierher auch das von Ptolemaus in der Gegendnbsp;des Riesengebirges verzeichnete Volk der Bareivoi.

Thuringi nebst Ermunduri (letzteres zusammengesetzt mit dem versterkenden Worte ermun- ‘groC, umfassend’,nbsp;ersteres mit patronymischer Endung gebildet) sind Ableitungen eines Thur-, cf. anord. dom ‘wagen’, doran ‘Mut,

’ [Vgl. dazu Osthoff, Z. Gesch. d. Perl. iin Idg. 566 ff., Anm. 1. Diese Etymologie des Volksnamens scheint mir vor anderen, s. eiwanbsp;Braune, IF. 4, 351, ferner die Übersicht bei Much, Beallex. 1, 371,nbsp;entschieden den Vorzug zu verdienen, wenn ich auch Braune a. O.nbsp;341 ff. vollstandig darin beistimnie, dafi Chaiti und Hessen nurnbsp;wurzel-, nicht suffixgleich sein können. — E. F.]

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102

Völkernamen.

Tüchtigkeit’, ai. turd- ‘eilend, schnell, kraftig, stark’; vgl. Much, Reallex. 2, 511; 4, 825, der mit Recht wegennbsp;des Anlauts Thuringi nicht als Kurzform von Enmnduri,nbsp;sondern als gleich alte Bildung ansieht.

Der Name des westgotischen Königsgeschlechts Balthi, Balthae heiCt ‘die Schnellen, Kühnen’, der des ostgot.nbsp;Amali, Anialae ‘strenui, infatigabiles’ (vgl. ahd. emiz ‘be-standig’, emazig, emizig, mhd. em{e)zic ‘bestandig, beharr-lich’, nhd. emsig), und es ist wahrscheinlich, daC auchnbsp;die Namen der Westgoten, Ostgoten selbst erst durch jiingerenbsp;ümdeutung aus alteren Pormen ahnlicher Bedeutung er-wachsen sind. Der Name der Westgoten erscheint nam-lich in den Originalquellen durch weg als Wisi-gotae. Einenbsp;Form wisi- für ‘Westen’ ist uns aber völlig unbekannt;nbsp;wir wissen nur von solchen Pormen, die West- enthalten.nbsp;Auch erscheint neben der langeren Form wiederholt einenbsp;kürzere, Vesi, Visi, die sich, wenn man von dem Sinnnbsp;“^Westen’ ausgeht, kaum deuten lallt. Nun begegnet unsnbsp;Wisi-, Wisu- auch sonst als erster Bestandteil germanischernbsp;Namen (Wisimar Vandalenkönig, Wisugart, Wisigart,nbsp;Wisu{i]rih). Mit Hilfe der verwandten Sprachen (ai. vdsu-usw.) lafit sich als Bedeutung dieses Elements ‘gut’ fest-stellen; mithin sind die Wisigothae ‘die guten Goten’.nbsp;Darnach wird es fraglich, oh die Atistrogoti, Ostrogothaenbsp;wirklich von Anfang an etwas mit ‘Osten’ zu tun gehabtnbsp;haben. Das Wort Osten ist von einer Wurzel aus- ge-bildet, deren ursprüngliche Bedeutung ‘helleuchtend,nbsp;glanzend’ war. Die Hiramelsrichtung ist daher vom Auf-leuchten des Tages in ihrer Gegend benannt. Vielleichtnbsp;ist in Austro-gotae noch der alteste Sinn der Wurzel er-halten; dann waren die Austrogotae ‘die leuchtenden,nbsp;glanzenden Goten’. Als das Adj. der Sprache abhandennbsp;gekommen und ihr nur noch das substantivierte austra-,nbsp;an. austr, ahd. ostan ‘Osten’, östar ‘nach Osten hin’ ver-bliehen war, lag eine ümdeutung zu ‘Ostgoten’ sehr nahe.nbsp;Dies zog auch die Auffassung der Wisi-gotae als ‘Westgoten’ nach sich; die wir schon bei Jordanes in seinemnbsp;Werke de origine actihmque Getarum (6. Jahrh. n. Chr.)nbsp;an treffen.

‘ Vgl. Streitberg, IF, 4, 300ff., Got. Elemeiitarli.'

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103

Völkernamen.

Endlich sind noch die Chauci und Burgundiones zu erwahnen. Erstere saCen zu Tacitus’ Zeiten an der Nord-see, an die Friesen sich anschlieCend, also etwa zwischennbsp;der Weser- und Elbmündung; sie wurden freilich spaternbsp;durch die Sachsen verdrangt und, wie es scheint, vonnbsp;diesen aufgesogen. Der Name der Chauci gehort zu got.nbsp;hauhs, ahd. hoch ‘hoch’. Als die altesten historisch fafi-baren Sitze der Burgundiones, Burgundii, BoupYoOvreq ^ in dernbsp;Zeit nach Christi Geburt können wir die ehemalige Provinznbsp;Posen, die Netzegegend, feststellen; sie gelangten dannnbsp;spater an den Mitteirhein, endlich fanden sie in der West-schweiz und den angrenzenden Teilen Prankreichs ihrenbsp;endgültigen Sitze; dort lebt ihr Name bis heute in demnbsp;der Bourgogne (Hauptstadt Dijon) fort. Wir haben wohlnbsp;die alleralteste Heimat dieses Volksstarnmes nochnbsp;weiter nördlich anzusetzen als in der Zeit nach Christi Geburt. Darauf weist der Name der Insel Bornholm = anord.nbsp;Borgundarholmr ‘Burgunderinsel’. Die Bezeichnung Bur-gunder ist verwandt mit dem im Altind. als hrhdnt ‘hoch,nbsp;gewaltig, groC’ erscheinenden und auch im Keltischen er-haltenen Adj. Sie bedeutet daher vermutlich ‘die Hohen,nbsp;Edlen, Hervorragenden’; vgl. auch den ahd. Frauennamennbsp;Purgunt = ir. Brigit (ai. hrhaü) ‘die Erhabene’. Es bleibtnbsp;j edoch noch die Möglichkeit, daB die Burgunder nachnbsp;ihrer körperlichen GröBe benannt sind. Endlich wilre esnbsp;denkbar, daC sie ihren Namen von der natürlichen Be-schaffenheit ihrer Wohnsitze führen, doch ist dies wenignbsp;wahrscheinlich; man dürfte jedoch mit dieser Auffassungnbsp;bei den keltischen Brigantes zu rechnen haben, den Be-wohnern des nördlich sten Teiles von England mit dernbsp;Hauptstadt Eboracum — York, mit welchen die Romernbsp;unter Führung des Agricola siegreich kampften; cf. nochnbsp;kelt. Brigantia — Bregenz und = Briangon am Oberlaufenbsp;der Durance in den Westalpen.

Neben diesen ehrenden Benennungen finden wir freilich auch umgekehrt direkte Schimpfnamen: so gehort der Name der Quadi, die nach Tacitus Ostnachbarn dernbsp;Markotnannen in Böhmen waren, in jüngerer Zeit zu-

‘ [Über die Schreibung des Namens s. auch E. Schröder, Zeitschr. f. dtsch, Altert. .oO, 241 ff. — E. F.]

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104

Völkernamen.

sammen mit diesen gegen das Römerreich zogen und in den schweren Kriegen Mare Aurels besiegt wurden, effenbar zu einem in allen westgermanischen Sprachen ver-breiteten Adj. nndl. kwaad ‘böse, hafilich, verderbt’, md.nbsp;quad, quad ‘böse’ (im Siegerlande quoad, in der Eifel quot).nbsp;Die Quaden sind also s. v. a. ‘die Bösen, Üblen’. Natür-lich ist der Name nicht vom Volke selbst gegeben worden,nbsp;sondern doch wohl von anderen Stammen, etwa demnbsp;Nachbarstamme, der in unfreundlichen Beziehungen zunbsp;den Quaden lebte und vielleicht sich selbst ‘die Guten’nbsp;im Gegensatz zu seinen Nachbarn nannte. Unter demnbsp;Namen Quaden lernten dann die entfernter Wohnenden,nbsp;darunter auch schlieClich die Romer, das Volk kennen,nbsp;und der urspüngliche Sinn verblaCte allmahlich ganz.nbsp;Auch der Name der Gimbri ist ein lehrreiches Beispiel.nbsp;Er findet im Deutschen keine befriedigende etymologischenbsp;Anknüpfung; wohl aber erfahren wir über seinen Sinnnbsp;etwas durch antike Gewahrsmanner; vgl. Festus p. 37nbsp;Linds. Gimbri lingua Gallica latrones dicuntur, ferner Blut.nbsp;Mar. 11 Ki'pPpoug errovopaZouen feppavoi tou^ XTiards (innbsp;Verwechslung von Germanen und Kelten). Nun habennbsp;die Römer die erste Kunde von den hereinbrechendennbsp;Germanenscharen ja zweifellos durch Kelten bekommen,nbsp;in deren Gebieten diese lange herumzogen, bis sie dennbsp;Römern selbst auf den Leib rückten; es ist also ganz be-greiflich, daC sie auch die Benennung des einen germa-nischen Hauptstammes von den Kelten übernahmen. Dienbsp;Gimbri sind also von den letzteren so benannt worden,nbsp;entweder wegen des rauberischen Zuges, der schlieClichnbsp;mit ihrer Vernichtung endete, oder die Bezeichnung ent-stammt schon einer alteren Zeit, als die Cimbern nochnbsp;in ihren Stammsitzen auf der Ghersonesus Gimbrica saCen,nbsp;von WO sie eventuell wie spater die Wikinger Raubzügenbsp;zur See in keltische Gebiete gemacht haben.

In vereinzelten Fallen ist auch mit der Möglichkeit zu rechnen, daC ein soldier Über- oder Spitzname vonnbsp;dem dadurch betroffenen Stamme selbst angenommen undnbsp;dadurch dem Spotte die Spitze abgebrochen wird. Diesnbsp;wird jedoch im ganzen seltener vorkommen, solangenbsp;wenigstens der appellative Sinn des Namens noch klarnbsp;ist. Überhaupt ist für die Erklarung von Völkernamen

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10»

Völkeriiamen.

ale Spitznamen Vorsicht geboten; eine solche Deutung iet in neuerer Zeit von manchen Seiteii mafilos übertriebennbsp;worden. Die Ubü eind z. B. mehrfach zu ahd. ubil ‘übel,nbsp;übeltatig’ gezogen worden. Da indes für deutsche Stammenbsp;ein solcher Sinn des Namens zu jener Zeit noch ganznbsp;lebendig batte sein müssen, ist es wenig wabrscheinlich,nbsp;daC der Stamm selbst eine solche Bezeichnung, wenn sienbsp;ihm von den Nachbarn beigelegt worden ware, angenommennbsp;haben würde. Bei der innigen Beriihrung jedoch, in dienbsp;die Romer gerade mit diesem Stamme gekommen sind,nbsp;haben sie uns doch wohl den von ihm selbst geführtennbsp;Namen überliefert.

Unter den Namen von besonderen auCeren Eigen-tümlichkeiten sind diejenigen Bezeichnungen germanischer Stamme, die von der HauptwafFe genommen sind, zunbsp;erwahnen:

Saxones von ahd. sahs ‘kurzes Schwert’, cf. Widukind, Res gestae saxonicae I, 6: erat autem illis diebus Saxonïbusnbsp;magnorum cuUellorum usus, quibus usque liodie Angli utuntur,nbsp;moreni gentis antiquae sectantes.

Langohardi ‘die mit der langen Barte — Beil (ahd. harta, anord. barda^) BewafFneten'. Gewöhnlich deutet mannbsp;den Namen als ‘Langbarte’ auf Grund einer Stelle dernbsp;Origo gentis Langobardorum, einer chronikartigen Auf-zeichnung, die von den Gesetzén des langobardischennbsp;Königs Rother berichtet, die Weiber der Langobardennbsp;batten eine schwankende Schlacht gegen die Wandalennbsp;zugunsten der Ihrigen dadurch entschieden, daC sie sichnbsp;die langen Haare wie Barte vor das Gesicht geschlagennbsp;und sich dadurch das Aussehen von Mannern gegebennbsp;batten; danach batte das Volk den Namen Langohardinbsp;statt des alteren Winnili erhalten. Doch macht diesenbsp;Erzahlung durchaus den Eindruck einer etymologisch ennbsp;Fabelei, und da es allgemeine altgermanische Sitte war,nbsp;den Bart lang wachsen zu lassen, so versteht man nicht,nbsp;warum gerade die Langobarden nach dieser Eigenschaftnbsp;batten benannt werden sollen. Auch spricht der Gegen-satz zu den benachbarten Saxones für die Anknüpfung

' Vgl. auch den Eigennamen Bardenkeuer.

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lOÜ

Völkernamen.

an eiuen ‘Beil’ besagenden Ausdruck. Wie die Lango-barden auf dem linken Ufer der unteren Elbe, so saCen die Sachsen auf dem rechten, und man beobachtet mehr-fach, dafi Namen benachbarter Stamme zur gleichennbsp;Bedeutungskategorie geboren.

Gherusci, die Bewohner der angrenzenden Harzland-schaften, führen entsprechend ihren Namen von got. hairus, asachs. heru ‘Schwert’. Da aber bei Strabo VII291.nbsp;292 XripoucTKOi mit p überliefert ist, so gehort die Be-zeichnung vielleicht eher zu ahd. hdr ‘Haar’ aus alteremnbsp;*Mr-.

Franci stellt sich zu ags. franca, anord. frakka ‘Wurf-spiefi’, Weiterbildungen von dem aus Tacitus Germ. 6 bekannten fram-eaf Die iibliche Deutung ‘die Freien,nbsp;Edlen’ auf Grund unseres frank ist unhaltbar; denn dernbsp;Verlauf ist vielmehr umgekehrt; frank kommt erst seitnbsp;Ende des 15. Jahrh. auf und ist aus tramp;nz. franc entlehnt;nbsp;dies ist indes nichts als der Name des Stammes selbsh,nbsp;der als herrschende Schicht im Gegensatz zu der unter-worfenen keltisch-romanischen Bevölkerung sich eben alsnbsp;die Freien, Edlen fiihite.

Auch im Griech. gehort Ainpieu^ wohl zu öópu ‘Speer’, ai. ddru-f

' [S. jedoch W. Schulze, Sitzungsber. d. Berl. Akad. 1910, 805, der im Anschlusse an W. Bruckner, Festschr. 49. Philologenvers. zunbsp;Basel 1907, 66 ^ (vgl. auch Edw. Schroeder, AdA. 32, 222) auseinander-setzt, da6 die Langobarden als ‘Langbitrte’ von den nachbarlichennbsp;Sachsen benannt worden sind, für die Widukind umgekehrt dasnbsp;Kurzschneiden der Barte als markante, alte Sitte verzeichnet. Auchnbsp;E. Norden, Germ. Urgesch. in Tac. Germ., Leipzig 1920, 495ff., sprichtnbsp;sich für die Deutung ‘Langbartige' aus. — E. F.]

® Doch zieht J. Franck den Namen der Franken in Westd. Ztschr. für Gesch. u. Kunst 26 (1907), 70fl‘. 77 ff. vielmehr zu einemnbsp;germ, franko-, einer -i:-Ableitung von fram ‘vorwarts’ (cf. anord.nbsp;framr ‘ausgezeichnet, kühn, mutig’, ags. fram, freom ‘tapfer, wacker,nbsp;förderlich’).

s [Auupieu? ist nach W. Schulze, Sitzber. Berl. Akad. 1910, 805 ff. Kurzforrn von Aoiplpaxoi; ‘Speerkampfer’. Der Name wird nachnbsp;W. Schulze zuerst unter den Lokrern und den ihnen nahestehendennbsp;Stammen aufgekommen sein, die zu horn. Zeit nicht über die primitive Form des Bogenkampfes hinausgekommen waren, und denennbsp;die vorgeschrittene, Bewaffnungsart ihrer Vettern derart auffiel, dafinbsp;sie dieselben nach ihr benannten. — E. F.]

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107

Völkernamen.

Von Tieren abgeleitete Völkernamen begegnen uns mehrfach auf italischem Boden:

Kirpini von osk. hirpus ‘lupus’ (cf. lat. hirqms ‘Bock’)^; Picentes von picus ‘Specht’^; Bpévxioi' ëamp;vog èv ’ItaManbsp;Hesych, wonach Brundisium {Brindisi) benannt ist, gehortnbsp;zu PpévboV ëXaqpov Hesycb, das von Seleuc. bei Steph.nbsp;Bjz. als messapisch bezeugt wird.

Griech. ’ApKdöeq ‘Barenmanner’ zu dpK(T)o5 ‘Bar’.

Haufig sind derartige Völkernamen bei den Kelten (vgl. Glück, Keltische Namen bei Casar 41 ff.):

Taurini im nordwestlichen Italië n {Augusta Taurinorum ‘Turin’) ‘die jungen Stiere’ oder ‘die Stierleute’. Dienbsp;gallischen Caerosi und Caeracates gehören zu cymr. caernbsp;‘Bock’, ir. caera. Gen. caerach ‘Schaf’, die britann. Bibrocinbsp;zu *bebros ‘Biber’®, woher franz. feièwe, die britann.nbsp;zu cymr. corn, ep, ir. ech ‘Rofi’ — lat. equos.

Ags. Hronas, ein Nordseevolk, ist s. v. a. ‘Walfische’ (s. Müllenhoff, Z. d. A. 11, 287).

Wie ist das zu versteken? Unter Umstanden handelt esl sich um Ehrennamen (Stiere), mitunter jedoch auch umnbsp;Spottnamen (Krahen); ein weiterer Gesichtspunkt aber wirdnbsp;durch die Nachricht gegeben, daC die Hirpiner nach demnbsp;von den Samniten hirpus genannten und heilig gehaltenennbsp;Wolf benannt worden sind, dem sie bei der Besitznahmenbsp;ihres Gebietes als Führer gefolgt seien.* Der Name be-ruht also auf jener altertümlichen Form des religiösennbsp;Kultes, die in Tieren Gottheiten sah (Totemismus).

Von Götternamen abgeleitete Stammesbezeichnungen, d. h. alte Kultnamen, sind Vestini {Vesta), Marsi (cf.

1 S. von Planla, Grammatik lt;3. osk.-umbr. Dial. 1, 332 11.; % 589. 591.

^ S. noch W. Schulze, Lat. Eigenn. 473. 482; Bücheler, Umhr. 37; agrePiqiiier Martier ‘agri Picii Martii’ (Tah. Iguv. 5 b, 9.14) istnbsp;genau wie die Landschaft Picenum nach dem Picus Martius benannt,nbsp;d. h. entweder nach dem heiligen Vogel des Mars oder, was wahr-scheinlicher, nach dem in Spechtgestalt verehrten Gotte.

“ [S. über *bebros Meyer-Lübke, Roman. etym. Wh. Nr. 1012. — E. F.]

* Vgl. Strab. V 250, Fest. p. 93 Linds.

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Völkernamen.

Mannertini, die früheren Bewohner von Messana auf Sizilien, von osk. Mamers ‘Mars’)-

Viele Stamm- und Völkernamen sind Ableitungen von Wohnsitz- oder Landbezeichnungen:

Bomani (Boma), Campani mit sekundarer Nasalierung von Capua, griech. KamjTi, osk. Kapv{u) (W. Schulze, KZ.nbsp;83, 374; Lat. Eigenn. 525. 532).’^ Nach den Campani fiihrtnbsp;dann weiter die Landschaft Campania ihren Namen.

AaKËÖaigóvioi (AaKebaijuiuv), Mecrcnivioi (Meanrivri), Edpoieiq (Eöpoia), Bonjuxoi (vom Boiov öpo? an der Grenzenbsp;zwischen Epirus und Macedonien, von wo sie durch dienbsp;‘dorische Wanderung’ nach dem von ihnen benanntennbsp;Boiujxia kamen).

Poniorjane ‘die am Meere {niorje) Wohnenden’, cf. kelt. Aremorici, Küstenbewohner Galliens. Polaben ‘Elhanwohner’nbsp;{Labe = Elbe). Poljane ‘Bewohner der weiten Ebenennbsp;(polje) zu beiden Seiten der Weichsel’. Der Name kehrtnbsp;auf russischem Gebiete wieder, wo in der Nahe von Kiewnbsp;in den Ebenen des Dnjepr die Poljane um das Ende desnbsp;1. Jahrtausends n. Chr. safien, westlich von ihnen nachnbsp;dem Pripet zu die Drewljane ‘Waldbewohner’ (cf, abg.nbsp;drëvo — got. triu, engl. tree ‘Baum’). Dem Sinne nach ent-sprechen genau die germ. Terivingi. So heiCt ein Teilnbsp;der Goten zur Zeit, als dies Volk nach Aufgabe seinernbsp;germanischen Heimat nach den Landern nördüch vomnbsp;Schwarzen Meere gezogen war und die Strecken vom Donnbsp;bis zu den Karpathen besetzt hielt, bevor es, von dennbsp;Hunnen gedrangt, das Römerreich überflutete. Terwinginbsp;ist der westliche Zweig, Greutungi ‘Griesgoten’ (asachs. griot,nbsp;cf. ahd. grioz ‘Sand’), d. h. ‘Bewohner der Sandgegenden,nbsp;Steppen’, der östliche Teil der Goten.

Von germanischen Namen sei weiter erinnert an Moisten, Holtsaten ‘die im Holz, Wald sitzen’, also genauesnbsp;Synon. von Terwingi und Drewljane. Ein Gegenstück zunbsp;den Poljane sind wahrscheinlich die -falen (West- undnbsp;Ostfalen), alter -falii, etymolog. zu slav. polje ‘Feld, Ebene’

‘ Die Herleitung von campus wird von Schulze mit Recht in Frage gestellt. Höchstens handelt es sich um volksetymologischenbsp;Angleichuug des Ethnikons an das Subst.

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Völkernamen.

gehorig. Die iilteste Form, in der das Naraenselernent erscheint, ist enthalten in Falco-varii in der Notitia digni-tatuni. Falcovarii ist niit einem in alteren germanischennbsp;Völkernamen sehr haufig entgegentretenden Suffix gebildet,nbsp;dessen Sinn ‘Bewohner des durch das erste Glied an-gegebenen Dinges oder Ortes’ ist: Amsivarii^ Chasuariinbsp;‘Anwohner der Amisia (Ems), der Hase’ (Tac.), Rif{u)ariinbsp;‘Bewohner der ripa, des Ufers’. Ihr Name lebt vielleichtnbsp;in Beifferscheid fort. Angrivarii, die spateren, mit dennbsp;Sachsen eng verbündeten Engern, zu beiden Seiten dernbsp;Weser um Minden (noch heute erinnert an sie der Fleckennbsp;Engern oberhalb Rinteln), sind s. v. a. ‘Bewohner dernbsp;Anger, Wiesen’ (cf. ahd. angar ‘Grasplatz, Ackerland’,nbsp;ferner Visurgis ‘Weser’ = ‘WiesenfluC’). Baiovarii, *Bai-varii, woraus Bayern, bedeuten ‘Bewohner von Baia, d. i.nbsp;dem Bojerlande’. Baia, eig. Baj-ia, ist eine kürzere Formnbsp;von Bojo-haemum, woraus Bajaheim, Bêheim ‘Böhmen’ her-vorgegangen ist, und bezeichnet wie dieses ‘das Bojerland’.nbsp;Die ursprüngliche Heimat der Baiiavarii, Baiovarii istnbsp;daher Böhmen gewesen. Von da sind sie nach Südwestennbsp;in ihre neuen Sitze eingedrungen, wie die Schwaben ausnbsp;dem Gebiete zwischen Elbe und Oder, die Burgunder ausnbsp;den Strichen östlich der Oder gekommen sind.

Marco-nMn{n)E bedeutet ‘Markmanner’, d. h. ‘die die Grenze Bildenden’. In diesem Falie handelt es sich umnbsp;die Grenze der germanischen Stamme gegen die Kelten,nbsp;die Süddeutschland besetzt hielten. Um 60 v. Chr. battennbsp;die Bojer ihre Sitze, Böhmen, verlassen, die um 8 v. Chr.nbsp;von den Markomannen unter Marbod eingenommen wurden.

Anglii, deren Heimat die Gegend des heutigen Angeln in Schleswig, zwischen der Schlei und der Flensburgernbsp;Pöhrde, ist, stellen sich bezüglich der Herkunft ihresnbsp;Namens vielleicht zu lat. angulus ‘Winkel, Meeresbucht’®;nbsp;es dürfte sich entweder um die beideii Meerbusen, dienbsp;tief ins Land dringen, bei Flensburg und Eckernförde

^ [Ober die Schreibung von Alaman(n)i, Mareoman(n)i s. das reiche Material bei Scbönfeld, Altgerm. Personen- und Völkernamennbsp;6 ff. 161 ff., ferner Norden, Sitzungsber. d. Berl. Akad. 1918, 107,nbsp;Anm. 1. ~ E. F.]

^ [Ober abg. agtilü s. Meillet, Études sur l’étym. du vieux Slave 183. ~ E. F.1

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Völkernamen.

Oder um den zwischen diesen ins Meer vorspringenden Winkel des Landes handeln.^

‘ [Auch Much im Reallex. d. germ. Altertumsk. 1, 86 hiilt diese Etymol. des Namens der Anglü für nicht unwahrscheinlicli, s. nochnbsp;Möller, Anz. f. dtsch. Altert. 22, 162 ff. Natürlich lafst sich auch, wienbsp;Möller richtig bemerkt, an ahd. angul ‘Stachel, Fischangel’, ags. angel,nbsp;ongel, anord. gngull dass. denken, die mit griech. dyKiUv, dyKOXo^ zu-sammenhangen. Aher auch in diesem Falie ware der urspr. Sinn vonnbsp;Anglii der gleiche, wie er oben angenommen worden ist, vgl. dan.nbsp;fcrog' (anord. hróhr), das nicht nur ‘Angelhaken’, sondern auch ‘Winkel,nbsp;Ecke, von innen gesehen’ bedeutet (s. Möller a. O.). Auch mit ahd.nbsp;angar ‘Grasland, Wiesenland’ könnte Anglii, wenn man von demnbsp;obigen Sinne ausgeht, wurzelgleich sein, da das damit identische anord.nbsp;angr in Ortsnamen wie Stafangr, Hardangr geradezu ‘Bucht’ zunbsp;heiÊen scheint. Endlich lieÊe sich noch, was mir aber am wenigstennbsp;zusagt, an Zusammenhang mit got. aggwus ‘eng’, anord. gngr, ahd.nbsp;angi, engi = lat. angor, augustus, abg. q.zïïku, qzota denken. Jeden-falls aber scheint mir die im Text gegebene, an die geographischenbsp;Lage anknüpfende Grundbedeutung des Volksnamens, an welche dernbsp;verschiedenen idg. Wurzeln er auch anzuknüpfen ist, in jedem FaUenbsp;vorauszusetzen zu sein. — E. F.]

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Ill

V. Die Personennamen.

A) Die grieehisehen Personennamen (als Reprasentanten der indogerm. Na-menbildung überhaupt).

Literatur.

A. Fick, Die griech. Personennamen nach ihrer Bildung erklart, mit den Namensystemen verwandter Sprachen verglichen und systematisch geordnet, Gottingen 1875. — Epochemachend. Es wird — zumnbsp;ersten Male in umfassender Weise — nachgewieseOj dafi tatsaclilichnbsp;die gleichen Prinzipien durch die Namenbildung aller idg. Sprachennbsp;hindurchgehen, abgesehen von Italikern und Litauern, die einennbsp;wesentlichen Bestandteil des alten Systems aufgegeben haben. Fürsnbsp;Griechische speziell wird freilich der neu entdeckte Gesichtspunkt zunbsp;einseitig durchgeführt und die Masse der damals bekannten Namennbsp;nicht erschöpft. Die zweite Auflage, bearbeitet von F. Bechtel undnbsp;A. Fick (Gottingen 1894), erschien unter gleichem Titel, bloÊ mitnbsp;Fortlassung des Passus ‘rnit den Namensystemen verwandter Sprachennbsp;verglichen’. Sie ist philologisch erheblich vervoilkommnet, wenn auchnbsp;absolute Vollstandigkeit noch nicht erzielt und auch nicht heabsichtigtnbsp;worden ist. Auch ist jene Überspannung der einseitigen Erklarungs-weise noch nicht aufgegeben worden. Ferner ist nicht versucht worden, das Aut'kommen und Absterben der einzelnen Namenstypen, dienbsp;lokale Verbreitung der Namen, ihre soziale Gebrauchssphare (insbes.nbsp;Sklaven-, Hetarennamen etc.) genau zu verfolgen, die redenden Namennbsp;innerhalb gewisser Bevölkerungsklassen, die Übertrag'ung von Götter-namen und Götterbeinamen auf Menschen usw. im einzelnen festzu-stellen. Audi fur die rein sprachliche Betrachtungsweise bleibt nochnbsp;ein ziemlich weites Feld flbrig; so sind seltenere Narnen oft aus nurnbsp;gelegentlich, namentlich in der glossographisehen Literatur bezeugtennbsp;Wörtern oder auch mit Hilfe anderer Sprachen zu deuten.

Pape-Benseler, WOrterbuch der griech. Eigennamen, 3. Aufl., Braunschweig 1863—70. (Nodi heute uneutbehrlich wegen genauer An-gabeii der Autorenstellen, an denen die einzelnen Namen bezeugt sind.)

C. Angermann, Beitrage zur griech. Onomatologie, Progr. MeiÊen 1893.

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Die Personennamen.

F. Bechtel, Die einstammigen manniichen Personennamen fles Griech., die aus Spitznamen hervorgegangen sind = Abh. d. Gött. Ges.nbsp;d. W., phil.-hist. Kl. N. F. Bd. 2,B. Berlin 1898.

L. Grafiberger, Die griech. Stichnamen, 2. Aufl., Würzburg 1883.

F. Bechtel, Die attischen Frauennamen nach ihrem System dargestellt, Gottingen 1902.

C. Meier, Quaestionum onomatologicarum capita quattuor, Marburg 1905.

von Wilamowitz, Aristot. und Athen 2, 169ff. (der atheni-sche Name).

Max Lambertz, Die griech. Sklavennamen, 57. u.58. Jahresber, des k. k. Staatsgymn. im 8. Bez. Wiens, Wien 1907. 1908 (Selbstverlagnbsp;des Gymn.).

Siegfried Copalle, De servorum Graecorum nominibus capita duo, Diss. Marburg 1908.

[Von besonders wichtigen, seit dem Tode des Verfassers des vor-liegenden Werkes herausgekommenen Arbeiten erwahne ich:

E. nbsp;nbsp;nbsp;Sittig, De Graecorum nominibus theophoris, Diss. Halle 1911.

R. Hirzel, Der Name, ein Beitrag zu seiner Geschichte im

Altertum und besonders bei den Griechen, Abh. d. phil.-hist. Kl. d. sachs. Ges. d. Wiss. 36, Nr. 2 (Leipzig 1918). — Von G. Goetz ausnbsp;Hirzels hinterlassenen Papieren edierte Arbeit, die allerhand wertvollenbsp;kulturhistorisehe Rück- und Ausblicke enthalt, freilich öfters in dernbsp;Erklaruug der sprachlichen Tatsachen nicht ganz zuverlassig ist.

F. nbsp;nbsp;nbsp;Bechtel, Die histor. Personenn. d. Griech. bis zur Kaiser-zeit, Halle 1917 und als Erganzung und genauere Begründung ein-zelner, dort vorgetragener, neuer Deutungsversuche, Namenstudien,nbsp;Halle 1917. Das erstgenannte Buch ist ein monumentales W’erk, dasnbsp;die Angaben und Belege in den von Fick-Bechtel berausgeg. griech.nbsp;Personennamen bedeutend vervollstandigt und neu prüft, auberdemnbsp;wichtiges Material aus Bechtels Arbeiten über die Spitznamen undnbsp;att. Frauennamen hinzufligt. Die Zusammenstellung und Deutungnbsp;der Heroen- und Götternamen ist, sehr zum Vorteil des Buches,nbsp;fortgelassen worden. — E. F.]

Fiir das Verstandnis der griechischen Namenbildung ist grundlegend die Scheid ang zwischen Voll- und Kurz-namen. Unter Vollnamen ist ein Name zu verstehen,nbsp;der ein Kompositum mit zwei vollstiindigen Bestandteilennbsp;darstellt; unter Kurznamen ein solcher, der nicht aus zweinbsp;vollstandigen Kompositionsgliedern besteht, sondern dernbsp;entweder nur ein Glied enthalt oder zwar zwei Elementenbsp;umfaCt, das zweite j edoch nicht vollstandig, sondern innbsp;verstiimmelter, verkürzter Gestalt (vgl. «hiXo-viKO? darausnbsp;«biMuKoq, OiXéai;, diiXoq, OiXovdi;).

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Die griechischen Personennamen.

1. Vollnamen.

Bei diesen komponierten Bildungen sind die in der Sprache überhaupt vorhandenen Zusammensetzungstypennbsp;vertreten: 1. besitzanzeigende Komposita, bei denen dienbsp;Zusammensetzung besagt; ‘das habend oder besitzend,nbsp;was ihre Glieder zum Ausdruck bringen’, z. B. ’ETeoKkp?nbsp;‘wahrhaften, echten Ruhm habend’, EupuKXfji; ‘weitennbsp;Ruhm habend, weit berühmt’, TTepiKXfjq ‘übermaCig be-rühmt’, 'IttttokXps ‘durch Rosse Ruhm habend', AiOKXf)?nbsp;‘durch Zeus Ruhm habend’, Aiovuffo-, 'Hpa-, GepiffTOKXfjq;nbsp;2. bestimmende Komposita, bei denen das zweite Gliednbsp;durch das erste naher charakterisiert wird: 'HpoboTO?nbsp;‘von Hera geschenkt, Geschenk Heras’, Zpvó-, 0eó-,nbsp;KpcpicróöoTog; Geóbiupoq ‘Gottesgeschenk’, 'AttoXXó-, ’Ap-repi-, 'Ekuto-, 'Eppó-, ’IcTibujpo?; 3.) verbale Komposita,nbsp;mit verbalem Anfangsbestandteile, sei'^s'^rasentischém,nbsp;sei es aoristischem: ’AyeXacq, ’Ayépaxoq; ’ApxépouXo?,nbsp;-bapog, -Xaoq, -vikoi;, -TtoXiq, -TtTÓXepoq; 'Hyriffibripoq,nbsp;-pouXoq, -viKOi;, -UTpaToq, ’AyricTiXaoq, -Xoxoq, -pPpoToq.

Die Fülle der Vollnamen ist unendlich; trotzdem laht sich für ihre Bedeutung ein fester Satz aufstellen,nbsp;der nur ganz • wenige Ausnahmen erleidet: sie alle be-zeichnen etwas Gutes, Lobendes, Rühmliches und gebennbsp;ein glückverheiCendes Omen für die Zukunft des Kindes,nbsp;dem sie in die Wiege gelegt werden. Gerade in dennbsp;Vollnamen pragen sich daher die Ideale eines Volkes,nbsp;das, was ihm in seinem Denken und, Fühlen als dasnbsp;Höchste und Erstrebenswerteste erscheint, deutlich aus,nbsp;und sie bilden einen Spiegel seiner Sinnes- und Denk-weise. Es ist daher von besonderem Interesse, für jedesnbsp;einzelne Volk festzustellen, welche Wörter und Begriffenbsp;in seinen Namen, zumal den Vollnamen besonders haufignbsp;zur Anwendung kommen. Wir gewinnen auf diesemnbsp;Wege einen auherordentlich wichtigen Beitrag zur Charak-teristik des ganzen Volkes. Bei den Griechen finden wirnbsp;zunachst etwas allgemeine, farblose Ausdrücke, wie ‘viel’nbsp;TToXu-, ‘gut’ eu, dyahoq, dpiGxoq, ‘lieb’ 91X01;, ‘heil’ adoq,nbsp;‘schön’ KuXXi-, die in grofier Zahl auftreten, sodannnbsp;unter den Ausdrücken, die auf eine bestimmte Spharenbsp;menschlichen Strebens und Fühlens hinzielen:

Solmsen-Fraenkel, Indogeriuanische Eigenriamen. nbsp;nbsp;nbsp;8

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Die Personennamen.

1. Mannhaftigkeit, Wahrhaftigkeit,- Kraft, Mut: dXKii CAXKijiaxo^, -voolt;;, -cppoiv; MvriadXKi], TToXudXKri^), dXe£-‘abwehren, scMtzen, helfen’ (’AXégavbpo?, ’AXeSiamp;ripoq,nbsp;AXeEiKpdxTi?, -pevTi?, -xroXig, -pia), pia ‘Gewalt, Kraft’nbsp;(‘AXki'Pio^, ’AXKipidÖT]?! Eupü-, Kpatai-, Nikó^ioi;), öpacrtKjnbsp;‘mutig’, ödpffo^, iiol. öépcTo^ ‘Mut’ (©pacrdpouXoi;, -ioxog,nbsp;iiaxog, -pévrii;, -pribri?, Gepcrivooq, 0apffiTTovolt;;, GapcriKpd-triq), dupóq ‘Sinn, Gemüt' (GupoKXfi?, Gupóffocpo?, ’Ayd-,nbsp;Eu-, MeTdéupo?), Kpdxoi; ‘Kraft, Starke’ (’Apicrxo-, ’Apxi-,nbsp;Auxo-, ’Exe-, 'Icpi-, Meve-, Nau-, TToXukpdxri?), pévoq dass.nbsp;(’Apicfxo-, Aeivo-, Aopu-, Eu-, Gripa-, Niko-, ZiucnpévTiq),nbsp;ööévoq dsgl. (’Apcpi-, ’Avbpo-, Aiipo-, ’Epaxo-, Eupu-,nbsp;MeYaadévtr;, TTXeicröévns = ^TTXeicrxo-cTöévrig).

In Zusammenhang damit stehen die Ausdrücke für Kampf, Heer, Sieg enthaltende Namen;

a) nbsp;nbsp;nbsp;pdxri: Gpacfu-, KaXXi-, Kuöi-, Mvriffi-, Audi-,

NiKÓpaxos- nbsp;nbsp;nbsp;*.........

b) nbsp;nbsp;nbsp;Xóxoq ‘Schar, Hinterhalt’; ’Apxi-, Aeivó-, Kxpcri-,nbsp;Mvriffi-, ’OpcTi-, Tt|UÓXoxolt;;.

c) nbsp;nbsp;nbsp;crxpaxó? ‘Heer’: ’Apxé-, Aapaai-, 'Htncfi-, KaXXi-,nbsp;KXeivó-, Auuicrxpaxog.

d) nbsp;nbsp;nbsp;7T(x)óXepo5: TToXepaivexo^, TToXepoKpdxrig, 'AvaSi-,nbsp;Eupu-, Meve-, NeoTT(x)óX6po5.

e) nbsp;nbsp;nbsp;viKq: Nkavbpoi;, Nkapxoi;, NiKOKXfj^, NiKopéviig;nbsp;’Apbpó-, 'liTTró-, KaXXi-, HoXu-, Hpujxó-, Zxpaxó-, OiXóviKoq.

Hier seien auch die Namen mit ‘Wolf’ und ‘Löwe’ angeführt:

a) nbsp;nbsp;nbsp;XuKoq; AuKopfibriq, AuKOupjo?, AuKÓcppiuv', Aüxó-,nbsp;GeóXuKog.

b) nbsp;nbsp;nbsp;Xéujv: Auxo-, Gpacru-, Eupu-, TTavxa-, TipoXéujv.

Auf Sport, besonders Pferdezucht und Pferderennen

weisen die ungemein zahlreichen (etwa 200) Namen, die iTiTTO? enthalten, bin:

'’'Imxapxoq, 'iTTTTÓöooq, 'iTTTroKXp^, 'lixTTÓpaxoq, -vikolt;;, -(Txpaxoq; ’AXk-, ’’’Apxquot;, ’EXdcr-, ZeóE-, KXeiv-, Kub-, AeuK-lUTTOi; usw.; vgl. Bechtel, Hermes 35, 326ff. Speziellnbsp;in Eretria sind derartige Namen ungemein beliebt. Dortnbsp;sind etwa 40 Vollnamen dieser Art nachzuweisen; diesnbsp;stimmt zu dem, xvas Aristoteles, Politic. IV, 3, p. 1289 b,nbsp;38 ff. von Eretria wie von Chalcis, Magnesia am Maandernbsp;und anderen Stadten in Kleinasien bemerkt, daC die Be-

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Die griechischen Personennamen.

wohner in alten Zeiten ihre kriegerische Starke besonders in der Réiterei erwiesen batten. Damals wurde i'tttto? innbsp;der Namengebung bevorzugt, in spateren Generationennbsp;nach Sinken der kriegerischen Tatigkeit traditionell weiter-geführt.

2. nbsp;nbsp;nbsp;Herrschaft und Fiihrung des Volkes in Kriegnbsp;und Frieden, in Tat und Rat:

ayeiv, fiYeidOai: ’AxeXeiu^, ’Ayepaxoi;, 'HYébruuoq, 'Hyé-paxoq, ’AYncfiXaoig usw.

d'vaS, dvdncreiv: ’AvaSaYÓpa^, ’Avd2av5po?, ’AvaSi-paxos; ’Acttu-, Eupu-, KXe-, TToXudvaS, App-, 'Itttt-, TTXeKTx-, ZTpaTinvaS (aus -o-(f)a.vaE).

d'pxeiv: ’ApxaYÓpa?, quot;ApxépouXo?, ’Apxéöapoi;, ’Apxi-èiKOS; BouXapxibaq, Appapxoq, ''iTiTrapxoq, AdpKAoq (Thera) = Ad(/')-apxo(;, Zxpdxapxo:; usw.

Kpéujv: ^Ava-, Aapo-, Niko-, TToXu-, 'YipiKpéujv. pébujv ‘waltend’: ’Apqpi-, Auxo-, Eupu-, Ópaffu-, KXeo-,nbsp;Aeujpéöiuv.

Xaói;, Xeiu?: Aéavöpo?, Aaoödpuq, Aeiupébiuv, Aeujx“PTlSgt; Aaóxipo?; .’AYpcii-, ’Apxé-, 'Epuai-, ’Opai-, TTeiamp;óXao?.

bfipo?: Appapxoq, AtipujqpéXriq, Aapoöép0ri(;, AppujvaH; ’Apiaxobripoq, TTeiöi-, TTeiai-, Ziuatóppoq.

daxu: ’Auxu-dvaS, -bdpaq, -pribrig, -vopo?. tt(x)óXi?: ’AXeHi-, Eu-, Auffi-, ’OvaUi-, ZiuUi-, «biXóxroXi?.nbsp;dYopd: ’AYopdKpixo?, -xipo?; ’AvaH-, ’Apiax-, Aeiv-,nbsp;KXeiv-, KXeixuYÓpa?.

pouXr): BouXapxo?, BouXaKXfi?; ’Ayuöó-, ’Api0xó-, Eu-, 0pa0u-, Nikó-, Taxu^ouXoq.

biKp: ’Api0xóbiKO?, AripóbiKO?, Euöu-, KaXXi-, TTpaSi-, OavóbiKO?.

3. nbsp;nbsp;nbsp;Ehre und Ruhm, vor allem das letztere, weitausnbsp;verbreitetste Namenselement legen davon Zeugnis ab, daCnbsp;eben für die Griechen der Ruhm das höchste von desnbsp;Lebens Gütern allen war, und daC die AufFassung Achillsnbsp;vom Werte des Ruhms für viele Jahrhunderte bei dennbsp;Hellenen die herrschende blieb; wohl an 250 verschiedenenbsp;Namen sind mit xXéo? gebildet; dazu kommen solche mitnbsp;KXeivó? (KXeivópaxo?, -rraxpo?, -0xpaxo?, -ttoXi?), KXeixó?nbsp;(KXeixaYÖpa?, -dviup, -apexp, -apxo?, -uuvupo?; 'Hpd-, TTepi-,nbsp;HoXukXeixo?). Auch Kubo? und Kubpó? sind zahlreichnbsp;vertreten: a) Kubipaxo?, KuboKpdxti?, Geo-, Aeuj-, Mvpui-,

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Die Personennamen.

NaucriKuötiq, b) KuöpoYéviqq, -Xao^, -iroXtig. ripn enthalten z. B. Ti|LidvtJup, Tipapxos, TipriKpatri?, TipoYévr]?; Aa|aó-,nbsp;Aió-, Mcró, KXeiffi-, MeYdiiiioq usw. YVUUTÓq steekt innbsp;’Api-, 0eó-, KaXXi-, TToXu-, TriXeTVuuToq.

4. Die Frommigkeit der Griechen bekunden zahl-reiche mit 9eo- oder dem Namen einer bestimmten Gott-heit gebildeten Nomina propria (óvópaTa Qeoqiópa).^ Viele drücken aus, daC das Kind ein Geschenk der Gottheitnbsp;ist: 0eóöOTOlt;;, -beupoq; Aióboxo?, AiovuffóöoToq, 'Hpóbo-Toq; ’ATToXXóbiupog, 'Eöxióbuupo^ usw. Ich führe ferneran:

Aió-, 0eÓYvpxos; Aio-, 'Hpo-, 'HqpaicTxo-, Moipa-, 0eoYévpi;; Aio-, 0eo-, Zpvo-, 'Hpocpdvpq u. v. a.

Dabei ist die zahllose Menge der Lokal- und Sonder-götter zu berücksichtigen, die nicht Aufnahme in die Zahl der wenigen grolien, olympischen Götter gefunden haben,nbsp;deren Kult und Verehrung jedoch in bestimmten Gegen-den darum nicht weniger eifrig gewesen ist; z. B. Kpcpi-(TOYévns, -öoxos, -bujpog, -KXpg, -Kpdxp?, -qpdvris, -xdpn?nbsp;usw. in Attika und Böotien.

Oft dienen die Eigennamen dazu, uns den Kult eines Gottes erschliefien zu lassen oder zu bestatigen.nbsp;Nach den Lexikographen Hesych und Phot, wurde beinbsp;den Böotern und Thessalern ein Zevq Kupaióq ‘Zeus dernbsp;Höhe’ oder ‘höchster Zeus’ (cf. Kupa ‘Kopf, Haupt’) ver-ehrt. Dies wird durch boot. Namen wie Kapaiópeiro?,nbsp;Kapdixoq, Kapaubvio?, Kapdii; bestiitigt (vgl. Solmsen,nbsp;Beitr. z. griech. Wortf. 152; Sittig, De Graecorum nomini-bus theophoris 13; Bechtel, Hist. Personenn. 234. 530).nbsp;Aus zahlreichen kleinasiatischen Namen mit Mavöpo-(MavbpoYévri^, -bwpoq, -KXns, -Kpaxpi; usw.) hat schonnbsp;Letronne^ Oeuvres choisies 3, 2, 38 ff. die Existenz einernbsp;vorderasiatischen Gottheit Mdvbpoi; gefolgert; vgl. Usener,nbsp;Götternamen 176. 349 ff. 354; Sittig, De Graecorum no-minibus theophoris 43 ff.

Sind alle Vollnamen sinnvoll, d. h. ergeben samt-liche zusammengesetzte Namen einen runden, netten, klaren Sinn? Prüfen wir eine bestimmte Gruppe, z. B.nbsp;die Namen mit Auffi-, so ist die Mehrzahl allerdings klarnbsp;und sinnvoll, cf. Aucravia^ (wie TTauffaviaq), Aucripioq,

^ [S. über diese jelzt E. Sittig, De Graecorum nominibus theophoris, Diss. Halle 1911. — E. F.]

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Die griechischen Personennamen.

AvimiTTToq, AuCTi,uaxoq, AuoiTroXiq, AucTiTrovoq, AuffiixToXeinoi;, AuCTi'öTpaTOs; andere werden bei genauerer Überlegungnbsp;verstandlich: Abffavbpoq ist ‘jemand, der einen Menschennbsp;aus der Gefangenschaft, Sklaverei gelost bat’, ebensonbsp;etwa AucriSevoij, AncriqnXo?. Aber bedenklich sind schonnbsp;AucriKXfiq, 'KÓbriq, -vikoi;, -Tipo^ und völlig unübersetzbarnbsp;AuffiKpiToq (KpiTÓq ‘ausgeschieden, auserwahlt’), Auaïpvri-(JT05, Aucricpavri?. Also sind hier zwei Elemente mit-einander verkoppelt, deren Zusammensetzung keinen Sinnnbsp;ergibt, und derartige Namen sind nicht selten, wenn auchnbsp;die Zahl der sinnvollen bedeutend überwiegt. Zur Er-klarung kann uns eine von Aristoph. Wolken 60 tf. auf-getischte Geschichte verhelfen. Strepsiades erzahlt, wienbsp;er dazu gekommen sei, seinen Sohn lt;tgt;eiöiTrmör]? zu be-nennen: seine Frau habe, um den zukünftigen Sportsmannnbsp;zu bezeichnen, einen Namen auf -rmroq gewünscht wienbsp;HdvdiTTTTO?, XdpnriTOq, KaXXrmTiörii;. Er selbst aber habenbsp;ihm nach guter, alter Bürgersitte den Namen des Groh-vaters «beibujvibri? beliegen wollen. Schliefilich hatten sienbsp;sich nach langem Streit so geeinigt, daC jeder seinennbsp;Willen hatte, namlich auf das Mittelding (heibniTTlbrig,nbsp;dessen beide Bestandteile also sinnlos zusammengestelltnbsp;sind, ‘SparroU'. Wir erkennen daraus, dafi man Anfangs-und Endglieder gemaC den Forderungen der Mode odernbsp;Pietat ohne innere Beziehung aneinander schmiedennbsp;konnte.^ Was die Pietat anbelangt, so war es bei dennbsp;Griechen ahnlich wie bei uns üblich, dem altesten Sohnenbsp;den Namen seines Grofivaters zu geben: TTepiKXpq warnbsp;Sohn und Vater eines ZdvOiitTCoq, MiXTidbriq Sohn undnbsp;Vater eines Kipiuv, im Königsgeschlechte von Cyrenenbsp;wechselten Bótto^ und ’ApKecTiXaoi; in den Je aufeinandernbsp;folgenden Generationen. In der Rede wpö? MaKapiarovnbsp;([Dem.] 43, 74) erzahlt Sositheus, ihm habe seine Gattinnbsp;vier Söhne und eine Tochter geboren. Den altesten Sohnnbsp;habe er nach seinem Vater Sosias genannt, ‘wie es auchnbsp;berechtigt ist’, den zweiten nach dem Vater seiner Fraunbsp;Eubulides, den dritten nach einem Verwandten seinernbsp;Frau Menestheus, den jüngsten endlich nach dem Vater

* [Auch im AltpreuB. kommt ahnliches vor; s. Bezzenberger, Mtpreufi, Moiiatsséhr. 13, 398; E. Lewy, Altpreufi. Personenn., Diss.nbsp;Breslau 1904, 71. Über das German, s. u. — E. F.]

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Die Personennamen.

seiner eigenen (des Sositheus) Mutter Kallistratus. Seltener kam es in alter Zeit vor, daC der Sohn direkt den Namennbsp;seines Vaters erhielt. So hieO beispielsweise ein anderernbsp;Sohn des Perikles gleichfalls Perikles, ein Sohn des be-rühmten Alcibiades wie der Vater. Erst vom 4. Jahrh.nbsp;an wird auch dies haufiger (Armocxöévriq Armocröévoui;);nbsp;in jüngerer Epoche ist diese Sitte dann sehr gebriiuchlich.nbsp;Daneben bestand aber eine andere Gevvohnheit, die zumnbsp;Teil die Haufigkeit sinnloser Verkoppelungen von Gliedern,nbsp;die miteinander nichts zu tun haben, mit hervorgerufennbsp;¦yhat: man liebte es, in dem Namen der Kinder wenigstensnbsp;ein Glied aus dem Namen des GroGvaters oder Vatersnbsp;inzubringen; z. B. XtOKparr)? war Sohn des ümcppovi'crKoq,nbsp;ler Redner AuKoOppoi; Sohn des AuKÓcppujv. Inschriftlichnbsp;oegegnen uns Aeivopévriq AeivobiKpo auf Naxos Coll. 5423nbsp;*tarcha.), ['EppjoKpdTrig 'EppoTévou IG. VII 3078, 12,nbsp;[NiKOTrjxoXépri NikokXéoui; IG. II 2225, 3, ’ApxearpdTnnbsp;XuiaTpctTOU IG. Ill 2096, 3. 'ApicTTaTÓprii;, der bekanntenbsp;Führer des ionischen Aufstandes, ist Sohn eines MoXrra-TOpps (Herodot V 30), ’Apxibapoq L, König von Sparta,nbsp;Sohn des ZeuHibapo?. Demnach darf man sich auchnbsp;nicht wundern über ZuKTiTévpi; ZiucfTpdTOu IG. II 1985,1,nbsp;'Imrapérp, Gattin des ’A\KiPidöplt;;, Tochter des 'iTmoviKOi;;nbsp;TToffeibuTTroi; Ka\XiTrTro[u] IG. II 2214, obwohl hier nurnbsp;in dem Namen der Viiter die beiden Kompositionsgliedernbsp;in einem harmonischen Verhaltnisse zueinander stehen.

Bei der Gelegenheit ist noch hervorzuheben, dafi die Verwandtschaft zwischen Namen des Sohnes bzw. dernbsp;Tochter und des Vaters resp. Grodvaters bisweilen auchnbsp;darin besteht, daC nicht der gleiche Bestandteil, wohlnbsp;aber ein nur bedeutungsgleicher oder bedeutungsahnlichernbsp;zur Namenbildung Verwendung findet.’^ ’ArpópriTO? heiCtnbsp;der Vater des Aschines, ’Acpóppxo^ ein Bruder des Redners,nbsp;EuöoEoi; KX6aivéx[u)] begegnet uns in Tegea IG. V 2, 36, 72,nbsp;Zaxupiouv 'Vppicrxaio? in Pharsalus IG. IX 2, 234, 106nbsp;(cf. odxupoi; üppKTxps Plat. Symp. 221e), Zxdcpu\o(; ’Opqpa-Kimvoq in lasus Ditt. syll.® 169, 78, TTupYoq ’ApKeoiXdujnbsp;in Gortyn Coll. 5029, 4 (cf. Aia?, der als Trupyog ’Axaiihvnbsp;X 556 bezeichnet wird).^

* Vgl. W. Schulze, Qu. ep. 23 Anm.

quot; [Vgl. noch den Spartiaten Zitephip? ‘Kampfer’, cf. got. spaürds,

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Die griechischen Personennamen.

2. Kurznamen.

Hierbei ist zwischen zwei groCen Klassen zu scheiden; a) solchen, die durch Kürzung aus Vollnamen hervor-gegangen sind, b) solchen, die von Anfang an Kurznamennbsp;gewesen sind.^

a) Durch Kürzung von Vollnamen entstandene Kurz-namen. nbsp;nbsp;nbsp;u .nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;^ :

Der Vollname ist zwar sebr klangvoll und beredt; aber ihm haftet ein Übelstahd an: er ist für den tag-lichen Gebrauch, namentlich für den traulichen Verkehrnbsp;in der Familie, zu schwer und unbeholfen. Daher muCnbsp;er sich unendlich oft Verkiirzungen gefallen lassen, be-sonders in der kosenden Anrede (sog. Koseformen). Haufignbsp;werden an die auf diese Weise zustande gekommenennbsp;kosenden Abkürzungen deminutivische Suffixe angehiingt.nbsp;Vgl. Friedrich, Siegfried daraus Friede, Friedel, Fritz; Johannesnbsp;daraus Hans, Hansel, Hanschen. Die Kürzung kann also so-wohl das Ende wie den Anfang des Vollnamens berühren.nbsp;Feste Kegeln darüber sind nicht zu geben; im ganzennbsp;aber ist der Sitz des Akzents entscheidend, namentlichnbsp;in Sprachen, wo durch diesen die betreffende Silbe innbsp;hohem MaCe gegenilber den anderen hervorgehoben wird,nbsp;wo er stark exspiratorischen Charakter triigt. Ebenso istnbsp;das MaC der Kürzung verschieden; die Zahl der Silbennbsp;des ursprünglichen Vollnamens kann verhaltnismaCig wenignbsp;beschrankt werden; sie kann aber auch sehr reduziertnbsp;werden. So kann überhaupt der ganze XJmfang desnbsp;Namens starke EinbuOen erleiden: Elisabeth daraus EUse,nbsp;Elsbeth, lAsbeth', Elli, Lisa, Betti, LiCli). So entstandenenbsp;Kurzformen können selbstandige Existenz gewinnen, undnbsp;ihr Zusammenhang mit dem Vollnamen kann dem Sprach-gefühle verloren gehen. So sind bei uns jetzt Fritz undnbsp;Hans auf dem Wege, sich zu selbstandigen Namen zunbsp;entwickeln; bei Betti und Elli ist diese Entwicklung sonbsp;gut wie ganz abgeschlossen, bei Benno aus Bernhard-,nbsp;Kurt aus Konrad hat sie ihre Vollendung erreicht. Auch

ags. apyrd, ahd. spurt ‘Rennbahn’, ai. sprdh- ‘wetteifern, streiten’, spardhd ‘Wetteifer, Streit’, Vater und Sohn eines ’Avripioro? ‘gegennbsp;•len es kein Ankampfen gibt’, Herodot VII 134. 137, s. Jacobsohn,nbsp;KZ. 38, 294 ff. — E. F.]

‘ Vgl. auch Solmsen, Beitr. z. griech, Wortforsch. 53 ff. 54, Anm. 1.

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Die Personennamen.

können Vollnamen verloren gehen und nur Kurznamen erhalten bleiben: Otto aus Odicard {Eduard ist die angel-sachsische Gestalt).

Fiir die griechischen Kurznamen dieser Art sind zwei Typen zu unterscheiden: zweistammige und einstammige,nbsp;d. h. solche, bei denen die Kürziïng des Vollriamens nurnbsp;die letzten Laute des ganzen Namens betroffen, die An-^nbsp;fangslaute des zweiten Bestandteils dagegen wf^oüonï'nbsp;hat, und solche, bei denen das ganze zweite Glied dernbsp;Kürzung zum Opfer gefallen ist.

a) Beispiele fiir zweistammigeKurz-(Kose)namen sind:

TTaTpoKXfjq, Freund des Achill, der daneben aucb rrdrpOKXoc; beifit. Die nacbsten Freunde Achills nachnbsp;diesem sind Auropéèujv und ’AXKipéöujv; der letztere wirdnbsp;T 392; Q 574 ''AXKipoq genannt.

McpiKXfiq, Bruder des Herakles, erscheint bei Apollodor und Diodor als ’'IcpiKXoq.

'HpuKXfjq muC bei den Westgriechen eine Nebenform *“'HpaKXoq gehabt haben; denn lat. herc(u)le ‘beim Hercules’ kann nur Vok. zu 1Herc(u)lus, nicht zu Herculesnbsp;sein, und in anderen italischen Mundarten, nament-lich dem Oskischen, ist eine vollstandige, auf Her(e)1closnbsp;aufgebaute Flexion nachzuweisen (Gen. HerekMs, Dat.nbsp;HereMm); vgl. W. Schulze bei Zimmer, KZ. 32, 195ff.,nbsp;Anm. 1.

EupufföévTiq, Stammvater des spartanischen Koniga-hauses der Agiaden, heifit bei Diodor Eupuubeuq.

KXeopévpq, Tyrann von Methymna im 4. Jahrh. V. Chr., wird gleichfalls KXéopiq genannt.

Mevéarpaxoq, Epirote bei Polyb. XX 10, 5, erscheint bei demselben Autor XXI 31, 13 und bei Liviusnbsp;XXXVI 28, 3 als Mevéaxaq.

Darnach werden wir andere Bildungen zu beurteilen haben, bei denen nicht direkt fiir ein und dieselbe Personnbsp;Vollname und Kürzung,bezeugt sind^; z. B. 'Eppoydq,

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fiber Voll- und Kurznamen bei derselben Person s. betreffs myth. Namen MaaS, Hermes 23, 613 ff., betreffs histor. Crusius,nbsp;Jahrb. f. klass. Philol. 37 (1891), 385 ff.; Meister, BB. 16,173ff.; Anger-mann, ibd. 17, 176; E. Fraenkel, Griech. Nom. ag. 1, 236 ff. (mit nochnbsp;weiterer Literatur). fAnaloga aus dem Altpreufi. bei E. Lewy, Alt-preufe. Personenn. I, Diss. Breslau 1904, 71. — E. F.]

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Die griechischeii Personennamen.

MrivoTcis, ’laiTci?, mit einem besonders in hellenistischer Zeit fiir solche Kurzformen üblichen Suffix, sind effenbar Ersatz ffir Namen auf -Tévrii;. GéoTviq = GeófvriToq;nbsp;Geobdq = Geó6iupo?; ’ATéöa(; (Eleer), TeXéöoK; (Atoler)nbsp;für -öapoq oder -öiKOi;; ’EiriKTciq = ’ErriKTriTOi;; EfiKTd? =nbsp;EuKTriTO? oder EuKxfiiLiujv; TToXuHiü, XapiHib, TToXuHa = -Hévri;nbsp;’AvTnTalt;;, KXeoTtd?, EuTidq = -Traxpo?; Aripocrbdq = Aripo-ofiévriq.

P) Einstammige Kurz- (Kose)namen.

'HpaKXfï(;; quot;HpuXXog (Herodian).

’Ajicpidpaoi;: ’’Apqpn; (Aschyl.).

'IqjictvacTcra : nbsp;nbsp;nbsp;'YipnxuXri : 'Yipib (Aschyl.); Ari|uf|-

xr|p : Ar|iu (im Demeterhymnus).

'HyricriXaog Hdt. VIII131, GroCvater des Leutychides ron Sparta, heifit VI 65 ^Ayti;.

ZeöHiq, Maler von Heraklea, bei Plato Protag. 318 b. c ZeuHiTTTTog 'HpaKXeibxrii;. ’Apuvavbpoq, König der Atba-manen im 2. Jahrh. v. Chr., heiCt in der Regel beinbsp;Polybius so, einmal jedoch (IV 16, 9) ’Apuvdq.

/ Seltener ist Beibehaltung des zweiten, Weglassung ' (^s ersten Gliedes;

Sappho nennt eine Freundin einmal MvacubiKa, ein anderes Mal Aka. Der Vater des Dichters Phrynichusnbsp;ist als TToXucppdbpuiv und Opdbpujv bezeugt. ’Axpóprixog,nbsp;Vater des Aschines, heiCt auch Tpópriq.

Darnach sind zahlreiche andere einstammige Namen als Koseformen anzusprechen; z. B. Auok;, Auctiok;, Augiiuv,nbsp;Aufféa^, Auerpv, Avaoq, Au.ctujv, Audiib geboren zu Voll- inbsp;namen mit Audi-, ohne dafi sich im einzelnen bestimmennbsp;lafit, aus welchein Vollnamen eine bestimmte Form ge-kürzt worden ist; ebenso TfiXmv, TpXéaq, TfjXuq, TfjXo? zunbsp;Vollnamen mit xpXe-, xpXo-, xpXi-, xpXu- ‘fern’, cf. TriXé-paxoq, TriXéciKOTtoq, TpXecpdvp?, TpXoKXfi?, TpXÓKpixos,nbsp;TriXuKpdxri?; Nikujv, NiKiq, NiKiaq, Nikiiuv, Nmvoq, NiKéctq,nbsp;NkuXXoq zu NiKupxoi;, NiKÓXcxè^, NiKÓpaxoq, NiKopri5ri5,nbsp;NiKÓffxpaxoq, NiKoqpdvriig, NiKÓcpiXo^.

Die Erklarung als Kürzungen ist schon im Altertum ¦ von Aristarch und von Herodian aufgestellt, dann vonnbsp;mehreren Grammatikern gelegentlich akzeptiert worden.nbsp;Voll durcbgeführt bat sie fürs Griechische Fick, nachdemnbsp;ihm andere fürs Germanisebe vorangegangen waren; er

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Die Personennamen.

hat das Prinzip zugleich als samtlichen indogermanischen Spraehen eigentümlich erwiesen. Im allgemeinen ist diesenbsp;Erkliirung angenommen worden; nur einzelne Gelehrtenbsp;haben Widerspruch erhoben und die Kurznamen als dasnbsp;ürsprüngliche, die Vollnamen als sekundare Erweiterungennbsp;betrachtet. Die volleren Pormen sollen nacb diesen aiifnbsp;einer Art ‘begrifflicher Wucherung’ beruhen; d. h. durchnbsp;Zusammensetzung mit einem zweiten Element, wie innbsp;’Apcpidpaoq ; ’'Apcpi^, oder durch Umbildung des urspriing-lichen Suffixes und Anlehnung an einen vollen Begriff,nbsp;wie in TTaipoKXériq : TTdiTpoKXoq, soil die Bedeutung desnbsp;ganzen Wortes schiirfer priizisiert, nach einer bestimmtennbsp;Seite hin gewendet oder gefarbt worden sein, ahnlich wienbsp;wenn, besonders in der Dichtersprache, fiir einfaches veoc,nbsp;je nach dem Zusammenhange veoTovo?, veoTVÓq, véopioq,nbsp;veohaXi'-iq, veoipecpriq, veoxpó? (rx^iuv, s. Wackernagel,nbsp;KZ. 33, Iff.) angewendet wird.

Jedoch sprechen für die Kiirzungs- und gegen die Erweiterungshypothese folgende Erwagungen:

1. Wir können Belege für die Kürzung langerer Namen aus unserer unmittelbaren Erfahrung mit Handennbsp;greifen und beobachten fortwahrend, wie im traulichennbsp;Verkehr lange Namensformen in der verschiedensten Weisenbsp;verstümmelt werden, vor allem in der Sprache der Kinder,nbsp;dann aber auch in der der Erwachsenen. Welche Um-gestaltungen haben die mit dem Christentum nach Deutschland gekommenen Namen nicht erfahren! Für das Um-gekehrte dagegen, die Erweiterpng kürzerer Namen, suchennbsp;wir so gut wie vergeblich nach Parallelen aus unserernbsp;direkten Erfahrung. Es mag wohl hin und wieder vor-kommen, daC ein einzelner seinen Namen durch Ande-rung gewisser Elemente oder Anhangung von Bestandteilen, die ihn in eine besonders vornehm klingendenbsp;Klasse versetzen, gewichtiger zu machen sucht; vgl. etwanbsp;Winné, Franqué für Winne, Franke, den Sanger Stiegele,nbsp;einen guten Schwaben, der seinen Namen zwecks An-klangs an italienische Pamilienbezeichnungen in Stighellinbsp;umwandelte. Ahnlich haben sich die Sangerinnen Cril-well in Cruvelli, Roder in Rodani umgenannt. In Gegen-den, WO das Polentum eine groCe Bolle spielt, mag sichnbsp;ein Feldmann als Feldmanowshi, ein Krauthof als Krant-

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Die griec.hisclien Personennamen.

Jiofski, weiter polonisiert als Krótowski bezeichnen. In Österreich sind bei der Erhebung in den Adelstand einnbsp;Ofenheim zum Ofenheim von Pont-Euodn, ein Kuhn zumnbsp;Kuhn von Kuhnenfeld geworden. Audi im Altertum batnbsp;es solche Kauze gegeben, z. B. Lucian ’'Oveipog p dXeKTpinbvnbsp;14 berichtet von einem Simon, dem der Scbuster MikuXoi;nbsp;begegnet. Er ruft diesem plötzlich reich gewordenennbsp;Handwerksgenossen ahnungslos zu:nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;Hipiuv. Der

gerat in Wut und befiehlt seinen Sklaven, diesem Bettler zu sagen, er solle pf] KaxacTpiKpuveiv rouvopa, da er nichtnbsp;Xipiuv, sondern Xipujvibriq heiCe. Die Namen auf -ibrjqnbsp;klangen vornehmer, da sie aujGerlich mit den Patronymikanbsp;auf -löai, -ctbm übereinstimmten. Vgl. die Geschlechternbsp;der TTeicncTTpaTiöai; KeWips tiuv ’lapibéuiv ’HMoq (Hero-dot V 44), Tujv ZKOTtabéujv AiaKTopibpq Kpavvuivio? (ausnbsp;Krannon in Thessalien; VI 127), ’Apxivoq ó ’Apupcx-Kiibiriq TUJV KuipeXibiïiv (Aristot. ’Ab. iroli. 17,4); 'Opppibai,nbsp;’AffKXiTmdbm. Solche Namen auf -baq, -bp? bedeutennbsp;daher eigentlich ‘abstammend von, gehorig zu —’ (cf. vonnbsp;Ortsnamen Gpjldbag, Bpeiudbag, «hapdbac; in Böotien,nbsp;’Abpvdbp5 u. a., s. Solmsen, Beitr. zur grieeh. Wort-forschung 57 ff.), sind also Zeichen alten Geschlechtes,nbsp;des Adels. So ist es begreiflich, daC ein Parvenu esnbsp;vorzieht, seinen Namen mit dem schon in epischen Zeitennbsp;bestehenden, an die vornehmen Adelshauser erinnerndennbsp;Suffixen -ibp5 zu erweitern, als sich schlechtweg Zipujvnbsp;zu nennen. Aber solche vornehme Verschnörkelungennbsp;bleiben doch nur Ausnahmen, und eine derartige, dennbsp;gesamten Namenschatz ergreifende und durchdringendenbsp;Erweiterung, wie sie Usener in seinen Götternamen an-nimmt, findet in unserer Erfahrung keinerlei Stütze.

2. nbsp;nbsp;nbsp;Man müfite, was schwer glaublich ist, bei einernbsp;solchen Erklarung für gewisse Namensformen Suffixe an-nehmen, die sonst in der Sprache nicht verhanden sind;nbsp;z. B. Eupucrfieói; : Eupuffamp;évn?; KXéopu; : KXeopévn?; *Auko-po^, Ahnherr des attischen Geschlechts der AuKopibai :nbsp;AuKopfibplt;j, in der Familie gebrauchlicher Name; Aiopo? :nbsp;Aioppbp?; TToXuHu), XapiSib, -a : -Sévp.

3. nbsp;nbsp;nbsp;Nicht wenige Kurznamen ergeben gar keinen Sinnnbsp;und werden erst verstandlich, wenn man sie als Ver-stümmelungen zu Vollnamen ansieht; z. B. TfjXuq, -oq.

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Die Personennamen.

-éaq, -ujv; TTóXui;, -uujv, -ua?, -uxaq nebeii TToXuKpaTri?, TToXuêukto?, TToXubujpos, TToXukXti^ usw.; quot;'ApqpiKXog nebennbsp;’ApqjiKXériq. Dafi auch gewisse Vollnamen keinen Sinnnbsp;ergeben, besagt demgegenüber nichts, da oben geschildertnbsp;worden ist, wie die Verkoppelung zweier zueinander innbsp;keinem harmoniechen Verhaltnisse stehender Elementenbsp;allmahlich zustande gekommen ist. Pür solche einstam-inige Namen aber, die an sich unverst^^ch sipd, laBtnbsp;sich keine derartige Deutung ausfindig machen. Es istnbsp;übrigens sehr gut möglich, daC die verkürzte Namens-form zuerst im Vokativ in Gebrauch kam, an den sichnbsp;bei ihr erst nachtraglich die anderen Kasus, die urspriing-lich nur vom Vollnamen gebildet wurden, anschlossen;nbsp;vgl. JZimmer, KZ. 32, 190 ff. und oben über lat. hercle,nbsp;wahrend die übrigen Kasus des Heroennamens wenigstensnbsp;im Lateinischen nur von Hercules aus gebildet werden.

Auf der anderen Seite laCt es sich allerdings nicht leugnen, daC Piek den Bereich der angeblich aus Vollnamen gekürzten Nomina propria sehr stark übertriebennbsp;hat. Br behauptet, daB samtliche einstammige Namen,nbsp;abgesehen von gewissen Klassen wie Tier- und Pflanzen-bezeichnungen, die als Menschennamen Verwendung fanden,nbsp;erst durch Kürzung aus Vollnamen entstanden sind. Nurnbsp;bei ganz wenigen anderen gibt er zu, daC sie vielleichtnbsp;niemals Vollnamen neben sich gehabt haben, sondem ‘nurnbsp;nach Analogie der Kosenamen wie von Vollnamen gebildet seien’. Dahin rechnet er Namen 'aus der Kinder-stube’ wie TTdxPS, TTaxiov ‘Dicker’, ZpiKpoq, Mikpoqnbsp;‘Kleiner’, TTócfDujv, ZdDuuv ‘Schwanzelchen’, ferner Spitz-namen wie rvdheuv, rvdDiq, fvaPioq zu pvdPos ‘Kinn-backe’, rdaxpujv ‘Dickbauch’ zu pacTxpp. Er behauptet,nbsp;solche Namen seien im ganzen wenig zahlreich und be-ruhten auf einer sekundaren Bildungsweise; sie seien erstnbsp;im Anschlusse an die aus kosender Kürzung hervor-gegangenen Kurznamen ins Leben getreten. Das ist einenbsp;Verkennung des wahren Sachverhalts. In Wirklichkeitnbsp;haben wir eine sehr umfangreiche, zweite Klasse vonnbsp;Kurznamen anzuerkennen;

b) Nicht erst durch Kürzung entstandene Kurznamen (in Betracht kommen natürlich bloB einstammige).

a) Hier sind zunachst solche namhaft zu machen.

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Die griechischen Personennamen.

die aus urspriinglichen Spitznamen erwachsen sind. Diese bringen eine haCliche oder zum mindesten auffalligenbsp;Eigenschaft körperlicher oder geistiger Art zum Ausdruck,nbsp;welche die Aufmerksamkeit und Spottlust der lieben Mit-menschen erregte und reizte. Bechtels Zusammenstel-lungen in seiner Schrift «Die griechischen Spitznamen»,nbsp;die nur die Mannernamen und auch diese nur mit ge-wissen Einschrankungen beriicksichtigt, hat schon trotznbsp;dieser Auslese die groCe Menge derartiger Namen imnbsp;Griechischen erwiesen. Die Spitznamen bilden das Gegen-stiick zu den edel und hoch klingenden Vollnamen undnbsp;zeigen, daC es dem Griechenvolke von altester Zeit annbsp;auch an Humor, Satire, unschuldigem und beiCendemnbsp;Spott nicht gefehlt hat. Da treffen wir Leute an, derennbsp;Namen allzu kleinen Wuchs bezeichnen:

MiKog, Mikujv, MiK(p)iLuv, Miku\0(;, MiKaXiujv; Bpaxu-Xoq, BpdxuXXo?;

allzu magere Gestalt:

AéTTTO?, -ujv, -ivriq, Mitos (‘Faden’), -ujv, -uinv, -ug; HaCliclikeit:

Aïffxpoq, -tnv, -lujv, Aicrxivnq, -uXoq, -uTii?;

Schielen:

ZxpdpaH, Zxpdpujv;

Stumpf nasigkeit:

Xïpo5, -UKOS, -aXos, -cuv, -inviöri?, Iipiq, -ixoq; allzu reichlichen Haar wuchs:nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;,

Apupo?, -loq, Apupuuv; Xaixm^-.-^-tJuv','-iq, -^n?. und, was leider beim Kulturmenschen haufiger vorkommt, allzu sparlichen Haarwuchs^:

(pdXaKpoq, -iujv, OdXavamp;o?, 4gt;dXapo?.

Krummbeinigkeit charakterisieren KuXXo?, -ia?, -ujv (vgl. auch das hom. Kompos. kuXXottoöiujv ‘KlumpfuC’)gt;nbsp;PoÏKO?, 'Paï^o? (vgl. auch Solmsen, KZ. 34, 552)^, Pauö’o?nbsp;(cf. Yaucróv dKappóv, crxpepXóv Hesych).

Cf. a 354 fï., WO Eurymachus von dem als Beüler verkleideten Odysseus sagt: êpirri? |iioi boKéei batbujv aéXat; ë|ajjevai aÖTOÖ | kAknbsp;Keqjakfji;, éuÊi oö ol Êvi xplxe? ofib’ figaiai.

^ [Solmsen setzt a. O. auseinander, daÊ nur bei Lycophr.

(wie auch sein Denomin. pmpouv) ‘gewunden, gekrümmt, gebogen’ im allgemeinen, sonst (seit Archil, fr. 58, 4 Bgk.^ = Pollux II, 193,nbsp;die anderen Quellen dieser Stelle haben poiKÓi;) ‘krummbeinig’, ‘[)ai-PooKeXi^^’ (Anthol. Pal. VI, 196, 1) bedeutet. Im Sinne ‘krummbeinig’

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Die Personennamen.

Frechheit in Handeln und Eeden rügen Aaibpiaq, Aipavóq (cf. Xaiöpói; und Xipóq mit hierhergehörigem Sinn),nbsp;Geiz; Kviqpinv, Kvicpd^ (cf. kvittói; ‘knickerig’), Nichtsnutzig-keit in allgemeiner Form Aoipiuv (zu Xoipó'g ‘verderbiicher,nbsp;schadlicher Mensch’), üppiges Wohlleben BauKO?, -15, -luvnbsp;(zu PauKÓs ‘weichlich, üppig’), MdXaKoq, -mv, XXibiuv,nbsp;Tpucpujv, Unbildung, dmaibeuaia, die Namen fpOXcq, -i?,nbsp;-iiuv, -luv^ und XoïpÖ(;', -ökói;, -iXoq, -iuuv, -luv, danbsp;das Schwein für die Griechen der Reprasentant diesernbsp;scblechten Eigenschaft ist.^ \nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;•

Überhaupt kann man nicht leicht eine die Spottlust erregende Eigenschaft auftreiben, die nicht auch im grie-chischen Namensschatze vertreten ware. Dabei hat mannbsp;sich allerdings den Hergang der Dinge nicht etwa sonbsp;vorzustellen, als ob der bestimmte Trager eines ‘Spitz-namens’ durch ihn auch direkt gekennzeichnet würde.nbsp;Jeder AiffxdXos braucht nicht besonders hafilich gewesennbsp;zu sein. Diese Namen sind vielmehr urspriinglichnbsp;allerdings redende Beinamen gewesen und haben den odernbsp;die Leute, denen sie zuerst beigelegt warden, nach ihrennbsp;Eigentümlichkeiten charakterisiert; sie sind Jedoeh schonnbsp;frühzeitig ihres redenden Charakters entkleidet und nurnbsp;als bedeutungslose Marken weiter fortgeführt worden, wienbsp;bei uns Familiennamen wie Klein, Hager, Rauch. Alsonbsp;ein Mann, der zu seinem eigentlichen Namen einen Spitz-namen hinzuerhalten hat, wird allmahlich von der üm-welt ausschlieClich mit dem letzteren bezeichnet und siehtnbsp;ist pavgóqaus pmPoOKêXriq ebenso durch Verkürzung hervorgegangen,nbsp;wie etwa abg. hosü, rass. hosyi, serb. ids, sloven, iös, lit. basas ‘t)ar-fuÊ’ ein komponiertes russ. bosonogü, lit. baskójis etc. vertreten, wah-rend ahd. har ‘nackt’ ohne Rücksicht auf einen bestimmten Körper-teil gebraucht wird. Vgl. noch aus dem Lit. szleivas Lesk.-Brugm.,nbsp;Volksl. aus Godlewa 80, 5 = ‘krummbeinig, sldvaTcojis' (Lalis führtnbsp;noch Slrivys, -é ‘krummbeinige Person’, sleivoH ‘krummbeinig gehen’nbsp;an), arklys pedulotas (Nes.s. Wb. 282) = arklys pedulotonis kojomisnbsp;‘Pferd, dessen Füêe weifie Fesseln haben’ (vgl. mit pedula- mbd. vezzelnbsp;‘Teil vom Hufe bis ans erste Gelenk des Pferdefufies’); pedulotasnbsp;seinerseits ist Verkürzung von haltpedulotas, s. noch Bezzenberger.nbsp;Beitr. zur Gesch. d. lit. Spr. 107, Anm. 6. An griech. airavó^ = ottu-vouuJTwv ‘mit sparlichem Bartwuchse’ und verschiedenes andere seinbsp;gleichfalls erinnert. — E. F.].

* TpbXXoi;' xo'PO? Hesych.

^ Vgl. aueh das Sprichwort; p ui; rpv ’Aörivav.

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Die griechischen Personennamen.

sich, um dem Spotte die Spitze abzubrechen, nunmehr genötigt, aueh seinerseits diesen Spitznamen zu adoptieren.nbsp;Dieser erbt fort auf den Enkel, Sohn oder andere Pamilien-mitglieder. So heiCt bei Herodot 6,71 ein Sp^rtiatnbsp;Zeu£i0ri|aoq; andere Volksgenossen nannten ihn Kuvi'okoi;nbsp;(wohl eher Schmeichel- als Spitzname, aber als Beinamenbsp;auch hierher gehorig); seine Enkelin, die irpiuTV) re iir-TTOTpócpriGe YuvaiKinv Kai viKrjv dveiXeio ’OXupmKfiv irpuutri,nbsp;hiefi KoviCKa (Pans. 3, 8, 1) und nennt sich selbst so aufnbsp;der Basis, die sie nach Olympia gestiftet hat (Coll. 4418, 3nbsp;= Inschr. v. Olympia 160).

Daneben ist öfter, als wir es uns vorstellen können, auch der Name des einzelnen, ihn fiihrenden Individuumsnbsp;wirklich Spitzname und hat die urspriingliche Bezeich-nung völlig verdriingt. So hieb der Philosoph TTXdTUJV,nbsp;Sohn des ’ApicTriuv, Enkel des ’ApiOTOKXfjq, ehemals selbstnbsp;’ApiCTTOKXfis und wurde nach einem Gewahrsmanne vonnbsp;seinem Lehrer im Gymnasion TTXdxiuv bid xfiv eiieSiavnbsp;umgenannt, nach einem anderen, oxi TrXaxuq fjv xo péx-UJTTOV (Diog. Laert. 3, 4). Der Name war eben in alternbsp;Zeit kein so festes, juridisches Besitzstück wie heutzu-tage. Bei uns begegnet ein soldier Wechsel fast nurnbsp;auf der Bühne; im Altertum ist er auch in der leichtennbsp;Welt besonders haufig; so wurde die Hetare MéXixxanbsp;Mavia mit einem ovopa OpuyiaKOV genannt, was Machonbsp;bei Athen. 13, 578b flf. als aidxpóv bezeichnet. In Bull-land wird gelegentlich ein Wol/cow unter dem Namennbsp;Boltunow (: loUun ‘Schwiitzer, Plappermaul’) bekannt. Innbsp;einem italienischen Dorfe werden zahlreiche Bauern alsnbsp;Noce ‘Null’, ihre Kinder als Nocino bezeichnet. Ihrenbsp;eigentlichen Namen sind ihren Genossen zum Teil garnbsp;nicht gelaufig. Aus dem alten Grieehenland sei nochnbsp;des Bettlers ’Apvaioi; (a 5ff.) gedacht, den alle Jünglingenbsp;im Gegensatz zu dem ihm bei seiner Geburt verliehenennbsp;Namen nur als ’Ipo? kannten, ouveK’ duaTTéXXeOKe kuuv,nbsp;oxe TTOu xig dvibyoi. Dieses zum Namen gewordene Epitheton gehort zu lepó? im Sinne ‘regsam, flott’ (vgl. Maafi,nbsp;IB. 1, 159 ff.; Solmsen, Untersuch. z. griech. Laut- undnbsp;Verslehre 148). Lehrreich sind auch zwei Epigramme:nbsp;1. IG. II, 2763:

[Ouvop]a pèv xoüpóv Kui epoO iraxpoc; rjbe dYopeu[eil

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Die Personennamen.

[0Tii\]r| Kai TTciTpav TncrTiyv b’ ëpYüJv eveKa ecrxo[v]

[TTiajTÖq èTTUJVupiav, ou (TirdviC dvbpi xuxeiv.

TTpaHivoui; Tepeia AiTiviiTr|lt;;.

2. IG. II, 2892:

’Evöube [TT]u9oK\fiq Keixai TtoWoiffi ixoamp;eivo?

Kai Xdxupoi; véoq ujv ëffxev èTTUJVupiav.

Auch hier können wir sehr schön den allmahlichen Ersatz des eigentlichen Namens durch einen nach einernbsp;Eigenschaft gepragten Beinamen wahrnehmen.

Solche einstammigen Spitznamen haben überhaupt keine zweistammigen Namen neben sich. Die betreffendennbsp;Wörter eigneten sich ihres abfülligen Sinnes wegen ebennbsp;gar nicht zur Komposition, die als Vollname batte dienennbsp;können; z. B. |aiK(p)óq erscheint ebensowenig wie (Tipoi;nbsp;jemals in Vollnamen. Auch aiuxpó? kann zur Schaffungnbsp;von solchen nicht Verwendung finden. Wir treffen zwarnbsp;je einmal einen TTavaiöXb? ™d Euaiaxpo?, KdXkaiaxpoignbsp;an. Aber in TTavaiCTxb? ist der Begriff des HaClicbennbsp;lediglich verstarkt worden, wahrend in den beiden anderennbsp;Namen entweder in scherzhafter Weise oder aus Pietats-griinden entgegengesetzte Elemente miteinander verkoppeltnbsp;sind. Es liegt daher klar auf der Hand, daC Namennbsp;wie die oben besprochenen, wie dies auch von Bechtelnbsp;anerkannt wird, scbon von allem Anfang an, d. h. vonnbsp;der Ursprache her, einstammig gewesen sind.

P) Wir diirfen aber auch bei solchen Namen, die nicht den Charakter ehemaliger Spitz- oder Beinamennbsp;tragen, von jeher einstammige neben den zweistammigennbsp;und den aus diesen hervQrgegangenen Kosenamen an-nehmen. Neben Vollnamen wie ’Atdöapxoi;, ’AYdS-iuTToq,nbsp;’AYa9óöujpo5, ’AYaöoKXfji; existieren zahlreiche Kurznamennbsp;wie “Ayuöo^, ’AYdöoiv, ’AYaffiujv usw. Die herrschendenbsp;Ansicht betrachtet diese als durch Verkiirzung entstanden.nbsp;Irgendein durchschlagender Grund dafiir ist jedoch nichtnbsp;vorhanden, da die einstammigen Namen scbon als solchenbsp;einen befriedigenden Sinn ergeben und ihre Bildungsweisenbsp;durchaus im Einklange mit den für die Ableitungen vonnbsp;einfachen Wörtern geitenden Regeln steht. ’Ayóöujv kannnbsp;sich zu dYaffó(; verb alten wie got. liuba (Stamm liuban-,nbsp;schwache Flexion) zu got. Hubs « Hiubaz, starke Dekli-nation). Das -w-Suffix dient in beiden Fallen zur Indi-

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Die griechischen Personennamen.

vidualisierung, d. h. zum Herausheben eines einzelnen aus der grofien Masse.^ Auch AeÖKo?, AeÜKioq, AeuKuuv,nbsp;AeuKUJVamp;riS brauchen nicht notwendig aus Vollnamen wienbsp;AeuKÓÖuupolt;j, AeuKnT’n:o{;, AeuKOKÓfxac; verkürzt zu sein; vgl.nbsp;noch AuKoq, AukiO(;, Aukluv, AuKivog, Aukictko? neben Xuko?nbsp;wie ahd. Wolfo neben wolf.

Derselbe Typus kommt in anderen indogermanischen Sprachen vor, und es ist kein Grund vorhanden, ihn dernbsp;Ursprache abzusprechen. Diese Namen können imnbsp;einzelnen Falie aus Vollnamen durch Verkürzung er-wachsen sein; aber ebensogut können sie von allem An-fange an einstammig gewesen sein. Dies ist also einenbsp;Lücke in dem Systeme *Ficks und Bechtels. Eine er-neute Durcharbeitung des gesamten griechischen Kurz-namenschatzes hat daraufhin stattzufinden, welche diesernbsp;Namen durch Verkürzung entstanden sein müssen, welchenbsp;zweitens von Anfang an einstammig gewesen sein müssen,nbsp;und welche drittens sowohl durch Verkürzung einstammig geworden als auch von jeher einstammig gewesennbsp;sein können. Als zusammenfassendes Ergebnis für dienbsp;Ursprache und die indogermanischen Einzelsprachen habennbsp;wir also gewonnen:

Es bestellen:

1. nbsp;nbsp;nbsp;zweistammige Vollnamen mit durchweg ehren-voller Bedeutung;

2. nbsp;nbsp;nbsp;daraus hervorgegangene Kurznamen (Kosenamen):

a) nbsp;nbsp;nbsp;zweistammige, mit Erhaltung des Anfangs desnbsp;zweiten Gliedes,

b) nbsp;nbsp;nbsp;einstamraige, mit ganzlicher Aufgabe des zweiten,nbsp;seltener des ersten Gliedes;

3. nbsp;nbsp;nbsp;Kurznamen, die von Beginn an einstammig ge-wesen sind:

a) nbsp;nbsp;nbsp;solche ehrenvollen Sinnes, die sofort als eigent-liche Namen gepragt worden sind;

b) nbsp;nbsp;nbsp;solche tadelnder Bedeutung, die ursprünglich alsnbsp;Spitz- oder Beinamen geschaffen worden sind, aber mehr

‘ Vgl. noch AploTUiv, Kpixuuv, lt;tgt;ó\uuv, BohXuuv, Kpaxiuv, Mévinv, TToXéptuv mit Adj. wie OTpdpiJUv, ipihXujv, pdXduiv, TPi^u^v, irébuiv,nbsp;poóoujv und s. noch Solmsen, Beitr. z. griech. Wortforsch. 53 ff.,nbsp;öber das German. Socin, Mittelhochd. Namenhuch {Basel 1903), 195 ff,nbsp;der denselben Standpunkt für diese Sprachgruppe mit Recht vertrilt.

Solmsen-Fraenkel, Indogermanische Eigennamen. nbsp;nbsp;nbsp;9

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Die Personennamen.

Oder minder frühzeitig die Rolle eigentlicher Namen über-nommen haben.

3. Die auBere Gestaltung der Namen, ins-besondere in suffixaler Hinsicht.

Die Vollnamen entsprechen im allgemeinen den iden-tischen Appellativen, wahrend bei den Kurznamen das Suffix eine wichtige Rolle spielt. Dies variiert sehr stark.nbsp;Zwei Hauptgruppen lassen sich hinsichtlich seiner Be-deulung unterscheiden:

a) nbsp;nbsp;nbsp;Individualisierende Suffixe:

Hierher gehort vor alleiu -cuv (Zi'pujv, ’Apdfioiv, Eéviuv usw.) sowie dessen Femininum -aiva (0i\aiva,nbsp;Zévaivct, fvdöaiva), für Frauennamen noch -u) (OiXu),nbsp;’Axafiifi, Eevifi, TTapfievuj, 'Yipih). -

b) nbsp;nbsp;nbsp;Deminuierende Suffixe;

Es liegt in der Natur der Kfirzung, die einen trau-lichen, kosenden Charakter hat, daC sie sich sehr leicht mit der Deminuierung verbindet. Daher finden wir dennnbsp;auch zahlreiche Kurznamen mit Verkleinerungssuffixen.nbsp;Diese sind nicht auf Kurznamen beschriinkt, sondernnbsp;auCerdem auch bei Vollnamen anzutreffen (z. B. Xujcppo-vicTKo?, boot. ’ApivoviKixog, EucpapicTKO?, dgt;i\oKUjpdmov,nbsp;AapaxiTTTTiov).^ Dort sind sie jedoch im ganzen selten.^nbsp;Ihr eigentliches Gebiet sind die Kurznamen®, z. B.:

ZipiOKoq, Aukictko?, ’AvbpidKOi;.

Deminuierende -X-Suffixe begegnen mit verschiedenen, Torhergehenden Vokalen in:nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;'

ZipaXo?, MkaXo^, ZipaXiuuv, MiKaXiujv; XoipiXoq, ©epaiXog, ZocpiXoq, ’OppiXo^; ZipuXo?, Aicrx^l^oSi 'HöuXr).

'Xquot;Suffixe zeigen sich in;

«bpovixog, Zipixoq, NiKixoi;, besonders haufig in Böotien, aber nicht darauf beschrankt; TTéTaxog (Bechtel, Spitzn.15);nbsp;TTpduxo?, Tipuxa.

1 nbsp;nbsp;nbsp;S. Solmsen, Rh. Mus. 60, 636 ff.

2 nbsp;nbsp;nbsp;lt;tgt;iXoKUjp(brilt;; u. dgl. ist haufig; aber hier handelt es sich nichtnbsp;um ein Deminutivsuffix, sondern um ein 'adelndes’ Formans, s.nbsp;Solmsen a. 0.

^ fiber Wechsel zwischen verschiedenen Suffixformen bei dem-selben Individuuni (Iipixibns und Kfuxoi; etc.) s. die S. 120, Anm. 1 zitierte Literator.

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Die griechischen Personennamen.

' -lov: Zi|uiov, MÓCTXIOV, XeXièóviov, ’Acridcpiov, MOpxiov, ZxaYÓviov.

Es ist bemerkenswert, daC diese neutralen Bildungen auf Frauen beschrankt sind, wahrend Mannernamen durchnbsp;Wandel von -lOV in -105 (OiXioq, Aeukio?, AuKioq, Moffxio?)nbsp;Oder in -lujv (Zifuiiuv^ Mocfxi^^v, Oiinviujv, XeXioviuuv^ ’Ap-TreXituv usw.) maskulinisiert werden.

Airch sonst gibt es viele als solche noch nicht er-kannte Deminhtivbildungen, z. B. «hiXuxo?, ’'Iqpixo?, 'Hbuxiov, (hiXuxih; TipaKO?, ZipuKO^ usw.

Eine Besonderheit bei der Bildung der Kurznamen, die das Griechische ebenfalls mit den anderen indogernia-nischen Sprachen teilt, ist die Verdoppelung dés stamm-schliefienden Konsonanten vor dem Bildungssuffix (vgl.nbsp;aus anderen Sprachen lat. Aitius, Aecius, Ammius, Annius,nbsp;Gracchus, Farro usw., W. Schulze, Lat. Eigenn. 423 fE.,nbsp;ahd. Biceo, Acco usw.); daher KXeoppi? neben KXéopiq;nbsp;Zip(p)i(;, -lag, -ixo?; Zxpctxxig, Zxpoxxih neben Zxpaxig,nbsp;Zxpdxiuv, ZxpdxuXXo?; Zivvk;, Zivvéag neben Ziviq, Ziviuvnbsp;(cf. Zivavbpoq); VaTrqpuu, ZaTrg)(jb (zu ipacpapóq, ipacpepó?nbsp;‘bröckelig, locker, mürbe, morsch’ wozu noch i|jfiq)OS,nbsp;vpdq)0? ‘Steinchen, Kiesel’ gehören dürfte); (biXXio?, OiX-héag, lt;lgt;iXXuj neben OiXiog, OiXéaq, lt;igt;iXió; ’AxiXXeói; nebennbsp;’AxiXeó?; ©eoKKih (cf. ©eoKXfjc;?), BepéKKU? (cf. thepeKXfjq,nbsp;-Kpdxps, -Kuamp;ri5?); ’AYoth'amp;in, Aikkio, KaXXih, Kuvvuj, :^evva),nbsp;TTixhuj, TeXXd), «hiXXiu (Solmsen, Rh. Mus. 56, 501 ff.).

Auch diese Eigentiimlichkeit ist aus ursprachlicher Zeit ererbt. Es ist nicht leicht zu sagen, wie man sienbsp;zu erklaren hat. Im allgemeinen ist Konsonantengemi-nation der indogermanischen ürsprache fremd, und wonbsp;sie sich in historischer Zeit findet, hat sie sich erst imnbsp;Leben der Einzelsprachen entwickelt und ist durch be-sondere, lautliche Bedingungen hervorgerufen worden.nbsp;Meist beschrankt sie sich auch auf gewisse Laute, wahrendnbsp;sie in Eigennamen bei allen Arten von Konsonanten be-gegnet. Man hat nur einen Anhalt zu ihrer Erklarung:nbsp;Gemination des Konsonanten vor der Suffixsilbe kommtnbsp;auch bei Lallwörtern und bei solchen. onomatopoetischen

^ Solmsen, Rh. Mus. 06, 502 mit Anm. 1; Bechtel, Hist. Personennamen d. Griech. 490.

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Die Personennamen.

Charakters vor und ist dort allgemein indógermanisch; daher griech. axra, lat. got. atia, griech. Terra nebennbsp;lat. taia, ai. taid-s, griech. TTiTr(TT)i£eiv ‘piepen^, ai. pippakanbsp;Vogelname; griech. Ka(K)xdZ:eiv, ai. lcd(k)khati ‘lacht’. Auchnbsp;in Appellativen mit deminutiyem Charakter begegnen wirnbsp;der Verdoppelung: rirdr), delph. XeKxih (sonst Xexuj) ‘Kind-betterin, Wöchnerin’; YiJvvig ‘weibisch’; piKKÓg, ruvvógnbsp;(s. Solmsen a. 0. und IP. 30, 6ff.; Meillet, Dial, indoeur. 61,nbsp;MSL. 15, 339 ff.; W. Schulze, Lat. Eigenn. 520 ff.). Dennbsp;Lall- und onomatopoetischen Wortern stehen auch dienbsp;Kurznamen nahe, die gleichfalls zum Teil im Kinder-munde oder in Nachahmung der Kindersprache entstehen;nbsp;hier wie dort dürfte es sich bei der Konsonantendoppelungnbsp;um eine emphatische Verscbarfung handeln, wie sie auchnbsp;anderen Sprachgruppen, z. B. dem Semitischen, in diesennbsp;Pallen nicht unbekannt ist.

4. Andere Namenkategorien

(Piek spricht unglücklich von «Namen aus Namen») sind noch;

a) nbsp;nbsp;nbsp;Geburtstagsnamen von Tagen des Monats, die einenbsp;besondere Bedeutung haben, oder von Pesten:

’Airaroupioi;, Apvaioi; (Athen), TTavituvio^ (Chios), TTodibeoi; (lonien), BouKaria (Charonea) zu den BouKdria,nbsp;dazu auch BouKarrei, Boókujv; Tpiroi;, -lo?, -aio^, Téraproq,nbsp;Terpabiojv, ’iKdbioc;, ’iKabiinv, 'Evarimv.

b) nbsp;nbsp;nbsp;Namen aus Ethnika:

AaKeöaipóvioi;, Sohn Cimons, Apkioq aus Ephesus, Freund Platos, ’Axapvav ’Aöpvaïoi; (366—338 v. Chr.),nbsp;(F)aXiöios, 'OaXibio^ (Thespia, 424 v. Chr., Eretria, Prasusnbsp;auf Kreta^), Nct£iog (Athen, 4. ,Jahrh.), 'YpXpffioi; (Samos,nbsp;Athen), KXéujvaio? (Samos, Agina), s. zu den beidennbsp;letzten Namen Solmsen, Beitr. z. griech. Wf. 79 ff.

Wichtig ist, daC im Unterschied von den freien Mannern überaus haufig Sklaven mit dem bloUen Ethni-kon bezeichnet werden^: eppOg, 0paS, Bï9-u?, TTaqpXaYihv,nbsp;Aubóq; ’'OXras dvnp.

¦E.F.]

[.S. die Stellen bei Blafi zu Coll. 5120, Ditt. syll.» 524 *. -Lambertz, Griech. Sklavenn. 1,10 ff.

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Die griechischen Personennamen.

c) nbsp;nbsp;nbsp;Namen aus Standesbezeichnxingen:

Koipavoi;, TTpuravi?; GeoTTpÓTTO?, Munxrig, ’Ibnjurriq; KotpaTaq (Solmsen, Glotta 1, 76 ff.).

d) nbsp;nbsp;nbsp;Namen von Tieren und Pflanzen:

a) Von Saugetieren:

’AXubirtiS, ’ApKiXoq, ’ApKTivoq, Boibiiuv, Mooxiujv, AapdXric;, Néppoq, Aéuuv, AuKoq, TTüuXoq.

P) Von Vögeln: nbsp;nbsp;nbsp;,

Oiujvóq, -ixo?, ’Opvibioiv, ’Opvixiöaq, KópaH, ’Opxu-•fiiuv, KÓKKUxp, TTep5iKKa(g ’Axxayïvog, Zxpoööoq, -lujv.

y) Von sonstigen Tieren:

MóppriSi BpouKoq, ’AKpibiujv, ’AoxaXaPujxri?, KdXapn;, Ynv; Bpóxaxoq, OpOvo?.

ö) Frauennamen aus Tiernamen:

MéXXiöffa (vgl. die Mannesnamen MéXiOöo?, -ujv, -iiuv), Neoxxi?, Nocfcrii;, Oaxxiov, XeXtóvri, Aapirupiq (= ‘Jo-hanniswürmchen, Glühwurm’), AuXctYr) (auf Thera dernbsp;Mannesname AdXaS; cf. XdXuYe^' x^njpoi pdxpaxoi —, oi bènbsp;ópvéou eibó? cpacTi Hesych und Fick-Bechtel, Personenn. 321,nbsp;Bechtel, Spitzn. 56, Hist. Personenn. 584).

e) nbsp;nbsp;nbsp;Namen aus Pflanzennamcn;

’'AKavho(; (Sparta, 8. Jahrh.), ''ApneXog, -löa?, -i'wv, -ivo? (Athen, 5. Jahrh.), Kiffoo?, ZxdqpuXo? ’OpqpuKiujvo?;nbsp;’Acxaqpi?, GuXukï? (Alkman) [cf. huXaKi? pfiKoiv ‘Garten-mohn’], Muppivp ‘Myrte’, ebenso Mupxr), -lov, -iXP, -dXp,nbsp;ZeXivió (fféXivov ‘Eppich’).

Namen aus Abstrakta:

'Appoffuva, Aipem?, ’ATrdxp, Aidvoia usw.

5. Verteilung der Namen nach sozialen Schichten, Stammen u. dgl.^

Es sei, wie schon oben kurz angedeutet, nochmals auf die Unterschiede in der Namengebung bei Freien undnbsp;Sklaven, Frauen bürgerlicher und nichtbürgerlicher Her-kunft aufmerksam gemacht. Für Attika ist das Ergebnis

‘ [S. jedoch O. Hoffmann, Maced. 131 ff., dessen Deutung mir wahrscheinlicher vorkommt. — E. F.]

^ von Wilamowitz, Avistot. u. Athen 2, 169 ff. (‘der athenische Name’); Solmsen, Rh. Mus. 59, 481 ff'. (‘Eigennamen als Zeugen dernbsp;Stammesmischung in BöotienJ.

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Die Personennamen.

von Bechtels Buch iiber die attischen Frauennamen das t'olgende: Die Vollhamen (KXeoffxpdTri, ’AtapidTii etc.) mitnbsp;ihren Koseformen finden sich ohne Unterschied bei Frauennbsp;beider Kategorien, die übrigen dagegen sind in gewissemnbsp;Uinfange in der alteren Zeit nur bei Unfreien, Sklavinnennbsp;und besonders Hetaren nachzuweisen, bei Töchtern bürger-licher Familien im ganzen erst seit der Kaiserzeit; 'Hbeia,nbsp;'HbuXri, 'HbuTin, ZpiKuhn. Mka, MiKuXriinbsp;nbsp;nbsp;nbsp;^IipdXri,

(biXtepa, dgt;iXi(TTri, (biXidtr] begegnen beispielsweise unter-schiedsloB von alter Zeit her in beiden Spharen; aber namentlich Parlizipien und Namen, die abstraktere Begriffenbsp;zum Ausdruck bringen, wie ’ApéffKouffa, ’Epacrpia, 0dX-XoucTa, Xapieada, Zincriiuri, Tviupri, Tpucpri usw., werden vornbsp;der Kaiserzeit nur bei Unfreien u. dgl. gebraucht, erstnbsp;in der Kaiserzeit bei Freien. Ebenso verhalt es sich mitnbsp;den von Heroinennamen hergenommenen Frauennamen:nbsp;Bpiaig, 'Eppiovv) kommen fur Nichtbürgerliche schon imnbsp;4. Jahrh. v. Chr., fiir Frauen bürgerlicher Herkunft hin-gegen erst in der Kaiserzeit auf. Andere Namen diesernbsp;Kategorie wie ’Aepoirp, Aavdr), Kaiviq, MeXipoia sind fiirnbsp;Bekennerinnen der freien Liebe seit dem 4. Jahrh. be-zeugt, vielleicht sind einzelne von ihnen ‘noms de guerre’.nbsp;Unter den von Tierbezeichnungen entlehnten Frauen-namen sind auch in biirgerlichen Kreisen iiblich Boibiov,nbsp;AdpaXiq, Moffx«piov, Aéaiva, (bpuvr], MéXirra, also Kuli.nbsp;Kalb, Löwin, Kröte, Biene, in nichtbiirgerlichen aufierdem:nbsp;Base, Pardel, Affe, Krahe, Taube, Schwalbe u. a. Vonnbsp;Abstrakten sind auch biirgerlich MeXérri, Euavöpi'a, lt;Jgt;iXia,nbsp;Eiipopcpia, EuTTopia, ausschlieClich als nichtbiirgerlich belegt Appoouvr), fviupTi, TTaibeumq, Tpuq)r|, tbiXppdTiov usw.nbsp;Im ganzen sind dort 18 bürgerliche Frauennamen, davonnbsp;acht in der Kaiserzeit, gegeniiber 45 nichtbiirgerlichen,nbsp;wovon sieben in der Kaiserzeit, nachzuweisen. Diesenbsp;Klasse ist daher urspriinglich nur in den unteren Standennbsp;weit verbreitet gewesen; erst langsam sind die biirgerlichennbsp;Frauen dem^ insbesondere von den Hetaren gegebenennbsp;Beispiele gefolgt.

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Die lateinischen Personennamen.

B) Die lateinisehen Personennamen.

Literatur.

E. Htibner, Sprache der latein. Inschr. (Eigennamen) in I. von Müllers Hdb. d. klass. Altertumswissensch. 1 653 ff.

Th. Mommsen, Die röm. Eigennamen del* republikan. und augusteischen Zeit, R5m. Forsch., Berlin ISGi, l,3ff.

W. Schulze, Zur Geschichte latein. Eigennamen, Abb. d. Got- , tinger Ges. d. Wiss., phil.-hist. Klasse, N. F. 5, 2, Berlin 1904; dazunbsp;die Rezension Solrasens, Dtsch. Literaturztg. 1905, 1751 ff.

[Hinzugekommen ist seitdem noch K. Meister, Lat.-griech. Eigennamen, Heft I, Altital. und röm. Eigenn., Leipzig 1916. — E. F.]

Bevor wir über Bildung und Bedeutung der lateinischen Personennamen sprechen, miissen wir uns den fundamentalen Unterschied in voller Klarheit vergegen-wartigen, der zwischen der griechischen und der rö-mischen Benennungsweise der Individuen obwaltet. Innbsp;Griechenland wird das Individuum aus der Menge dernbsp;anderen durcb einen Namen herausgehoben: AicrxuXo^,nbsp;ZoqpOKXpq, EupiTTibrii;. Dies ist die alte, allgemein indo-germanische Art. Die Zahl dieser Individualnamen istnbsp;unbegrenzt; von alter Zeit her ist eine gewaltige Mengenbsp;von Personennamen überliefert, und jeden Tag könnennbsp;neue gepragt werden und sind auch gepragt worden. Esnbsp;besteht an sich voile Preiheit in der Namenswahl für einnbsp;neugeborenes Kind, wenn diese Preiheit auch durcb dienbsp;Sitte gewisse Einschrankungen erleidet, insofern der Namenbsp;des GroCvaters usw. bei der Wahl eine Rolle spielt. Viel-facb tragen verschiedene Individuen den gleichen Namen,nbsp;sei es durcb Zufall, sei es infolge pietatvoller Absicht.nbsp;Um den einzelnen von anderen gleichnamigen zu unter-scheiden, wird, wenn von ihm in Aktenstiicken usw. dienbsp;Rede ist, seinem Individualnamen der des Vaters bei-gefügt; z. B. AppooRévri^ AppooRévoui;. Dies ist die üb-liche Praxis der Inschriften und Texte. Kommt es aufnbsp;eine noch genauere Bezeichnung des einzelnen an, so wirdnbsp;auch die Heimat angegeben, wie Eucppcuv 'Aöéa ZiKUinvioq;nbsp;bei Attikern wird in Attika der Demos, d. i. etwa dernbsp;Kreis, Bezirk des Landes, hinzugefiigt: AppooSevriq Appo-ciamp;évouq TTmavieuq. In der offiziellen Namensangabenbsp;ist der Brauch zu verschiedenen Zeiten verschieden gewesen.nbsp;Aristoteles Ath. pol. XXI, 4 berichtet, daO Kleisthenes bei

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Die Personennamen.

seiner Staatsreform die Unterscheidung • durch den Vaters-namen abgeschafft und die durch den Demosnamen ein-geführt habe; in der Tat finden wir in ofBziellen Inschriften des 5. Jahrh. die Bezeichnung mittelst Individualnamensnbsp;und Demotikons, d. h. die friihere Bezeichnungsweisenbsp;Armoobéviiq ATi|Lioöbévou(; ist durch AriiaocyhévTi^ TTaiaviengnbsp;Crsetzt worden; vom 4. Jahrh. ah werden dann im offiziellennbsp;‘ Gebrauche Vatersname und Demotikon vereinigt; dahernbsp;ArmocThévn? Armocröévouq TTaiavieu^. Bei all diesemnbsp;Wechsel ist jedoch immer festzustellen, daG die Zusatzenbsp;lediglich unterscheidenden Wert haben; der eigentlichenbsp;Name des Individuums ist ein einziger und so dasnbsp;ganze Altertum hindurch gehlieben.

Ganz anders bei den Eömern. Als für den Romer cbarakteristisch werden die tria nomina genannt, prae-ftomen, nomen, cognomen, z. B. G. luUus Caesar. Das istnbsp;allerdings nicht ganz zutreffend; bat es doch viele Leutenbsp;gegeben, die kein cognomen batten; ja es existierten ganzenbsp;Pamilien, in denen ein cognomen nicht üblich war, z. B.nbsp;M. Antonius, G. Marius, L. Mummius; so entbehrten überhaupt die Pamilien der Antonii, DuiUi, Flaminii, Marii,nbsp;Memmii, Mummii usw. der Beinamen. AuGerdem werdennbsp;in offiziellen Urkunden bis etwa zu Sullas Zeit cognominanbsp;gar nicht genannt. Also ist das cognomen nicht ohnenbsp;weiteres ein unverbrüchlicher Bestandteil des römischennbsp;Namens gewesen. Wohl aber sind für den einzelnen vonnbsp;altester historischer Zeit an die beiden Namenselemente,nbsp;praenomen und nomen, unbedingt verbindlich. Das ersterenbsp;war der eigentliche Individualname, das letztere dernbsp;Familienname. Das erstere kann dem neugeborenen Kindenbsp;nach freier Wahl gegeben werden, das letztere haftet ihmnbsp;durch seine Geburt als Sohn eines bestimmten Vaters mitnbsp;Notwendigkeit an. Dies ist also ein Bruch mit dem alt-indogermanischen Prinzip der Einnamigkeit, und zwar istnbsp;dieser Übergang zur Zweinamigkeit, zur Benennung desnbsp;Individuums mit Vor- und Pamiliennamen, allen Italikernnbsp;gemeinsam; auch bei der nichtindogermanischen Be-völkerung der Halbinsel, den Etruskern, treffen wir ihnnbsp;an. Die Völker Italiens haben also die in Deutschlandnbsp;im Laufe des 2. Jahrtausends nach Chr. volkogene Ent-wicklung schon vor Eintritt in die Geschichte, also rund

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Die lateinischen Personennamen.

vor 500 V. Chr., durchgemacht. Ursprünglich muC auch bei den Italikern einmal das indogermanische Prinzip dernbsp;Einnamigkeit bestanden ba ben; dies folgt aus ihrer Zu-geborigkeit zum indogermaniscben Spracbstamme; auchnbsp;zeigt das den Italikern von alien Indogermanen am nacbstennbsp;stehende Volk, das am langsten mit ibnen eine gemein-same Entwicklung durchgemacbt hat, die Kelten, in dennbsp;alten Namen durchaus Einnamigkeit. Ob sicb Restenbsp;dieser Einnamigkeit auch bei den Italikern erhalten haben,nbsp;stebt dahin'; in der Romuluslegende tragen die beteiligtennbsp;Personen grofienteils nur einen Namen: Romulus, Remus,nbsp;Numitor, Amulius, Faustulus’, aber diese ganze Sage istnbsp;wahrscbeinlich erst ein Produkt spater Erfindung, wobeinbsp;griechische Sagenmotive übertragen worden sind (vgl.nbsp;Kretschmer, Glotta 1, 288 ft. 299). Die anderen römischennbsp;Könige, Numa Pompilius, Tullus Hostilius usw., sind durchaus zweinamig.

Wie sind die römischen Familiennamen entstanden? Zunachst ist festzustellen, daC fast samtliche patrizischennbsp;und die meisten alten plebeischen, d. h. die echt römischennbsp;Gentilicia auf -ius endigen. Ausnabmen innerhalb der'nbsp;echtrömischen Namen bilden nur die auf -anus, -inus, dienbsp;gröfitenteils von Ortsnamen abgeleitet sind (vgl. Abellanus,nbsp;Cosanus, Norbanus, Faesulanus, Aricinus, Aeserninus, Lu-cerinus, Urvimts, cf. Urvinum in Umbrien). Auch hiernbsp;aber erscheint daneben Erweiterung um -ius : Nolanius,nbsp;Tusculanius, Aricinius, Patavinius, Venusinius. Sonstige Aus-nahmen begegnen nur bei nicht echt lateinischen Gentilicia; so sind die auf -as wie Maenas, Maecenas umbrisch 'nbsp;usw. AuCerdem gibt es auch unter ihnen solche, dienbsp;die Herkunft aus einem Orte angeben: Glusinas (Centurionbsp;in Caesars Heere), Larinas (cf. Larinum in Samnium),nbsp;Atinas (cf. Atvm in Volskerlande und in Lucanien), Fren-tinas (cf. Ferentium in Etrurien). Die Gentünamen aufnbsp;-a{v)us sind paelignisch: Acca{v)us, Anna{v)us, Aiavus,nbsp;Palaus\ Cariatts, Virraus (Verona). Auch neben diesen

^ [S. jedoch W. Schulze, Lat. Eigenn. 514; Leo, Plautin. Forsch.^83 über die attesten lat. Inschriften Manias med fhefhahed Numasioinbsp;und Luenos med feked, die Einnamigkeit für a!te Epochen der Italikernbsp;erweisen. — E. F.]

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Die Personennamen.

¦ finden sieh solche auf -avius: Anavius, Atavius usw. Die Namen auf -na, -erna, -en{n)a, -in{n)a sind etruskischernbsp;Herkunft: Porsina, Porsenna, Vibenna, Caecina, Mastarna,nbsp;Perperna, Sisenna, Largenna, Spurinna, Aulinna, Velina.nbsp;Auch sie sind in iiberaus weitem Umfange ganz odernbsp;halb latinisiert worden, und ihr Ausgang ist in -nius,nbsp;-en{n)ius, -in{n)ms, -en(n)us, -in{n)us umgewandelt wordennbsp;{s. die Verzeichnisse bei W. Schulze, Lat. Eigenn. 62—421):nbsp;Tarquinius (= Tarcna, etrusk. taryina), Largennius, -inius,nbsp;Olnius, 0len(n)ms, Aulinius, Auleniis, Vei{t)en(n)ws, Vetinius,nbsp;Vettenus, Vettimis; vgl. noch Larcius = etrusk. larce] Visciusnbsp;— etrusk. visce. Weitaus die meisten so endenden Namennbsp;sind als Latinisierungen etruskischer Nom. propr. an-zusehen, und nur bei ganz wenigen auf -ennius, -inimnbsp;ist lateinischer Ursprung gesichert; Dossenius, Dossennus,nbsp;Gemïnius, Flaminius (W. Schulze, Lat. Eigenn. 108. 283).

Auch sonstiges Auffallige oder vom latinischen Stand-punkte aus Unerklarliche ist wohl als (unvollkommene) Latinisierung etrusk. Namensgutes zu verstehen^: falisk.nbsp;Pop. Petrunes Ce. ƒ. = etrusk. petrune{s), vgl. lat. Grab-inschriften aus Caere G. Pabate L. ƒ., L. Hatile L. 1. ~nbsp;echtlatin. Hatilius. Auch (C.) Terres ist daher die etrusk.-lat. Form zu echtlat. Verrius. Insbesondere ist (T.) Maccusnbsp;(Plautus) halblateinisch fiir etrusk. (tite) mace (plaute odernbsp;plute), s. W. Schulze a. 0. 298 ff.^, der auch darauf hin-weist, dab sich der Dichter in seinen Prologen selbstnbsp;Plautus, öfters auch in genitiv. Form Macd Titi, einmalnbsp;aber Maccus in dem bekannten Maccus vortit barbare desnbsp;Prologs der Asinaria 11 nennt. Gerade in Umbrien, ausnbsp;dessen Stadt Sassina Plautus stammte, und in Etruriennbsp;waren, wie W. Schulze waiter zeigt, Gentilicia auf -ms,nbsp;die im Anschlusse an etrusk. Namen gebildet sind, auchnbsp;sonst üblich; vgl. Sex. Traulus Montanus (Volaterrae), L.nbsp;Testimus Verus, G. Testimus Victor, Antella L. f. Priscanbsp;(Sassina).

1 nbsp;nbsp;nbsp;W. Schulze a. 0. 285 ff. [S. auch K. Meister, Lat.-griech.nbsp;Eigenn. I, 76 ff. iiber Vel Vibe des Jtaevius fab. praet. B, 1 R.® = Pest.nbsp;S. 334 Linds, s. v. redhostire. — E. F.]

2 nbsp;nbsp;nbsp;[Leos Einwande plautin. Forsch.^ 85^* gegen W. Schulzes Ansicht fiber die Dreinaniigkeit auherhalb Roms in alter Zeit scheinennbsp;mir nicht gerechtfertigt. — E. F.]

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Die lateiniscben Personennamen.

Von diesen im vorhergehenden aufgeführten Aus-nahmen abgesehen, ist die Endung der meisten latei-nischen Gentilicia -ins. In der klassischen Philologie herrschte lange die unrichtige Ansicht, als ob die Gentilicia lokalen Ursprungs seien, d. h. die Familien ihrenbsp;Namen von Örtlichkeiten erhalten batten. Der Grundnbsp;für diese Theorie war der, daJ3 man in den Bestandteilennbsp;der griechischen Namen kein anderes Element fand, dasnbsp;man dem römischen Gentilicium gleichsetzen konnte,nbsp;als die Bezeichnung der Heimat, das Demotikon. Innbsp;Aripocröévrn; Ar|fiO09évoult;; TTaiavieu^ und C. lulius G. f.nbsp;Caesar glaubte man, daC, wie G. dem Armoffhévnq, G. f. demnbsp;Arnaoffdevou^, so lulius dem TTatavieu^ in der urspiing-lichen Funktion entsprochen habe. Aber hier hat dienbsp;einseitige Riicksicht auf das Griechische der Philologienbsp;wie so oft einen Streich gespielt und die Augen vor demnbsp;Naheliegenden, das durch die Analogie anderer Sprachennbsp;in helles Licht gerückt wird, geschlossen. Die Gentilicianbsp;bieten in ihrer Bedeutung nichts, was auf lokalen Ur-sprung fiihren konnte; wenn die 16 altesten landlichennbsp;tribus (Bezirke) Namen fiihren, die mit Gentilicia identischnbsp;sind, z. B. tribus Aemilia, Claudia, Cornelia, Fabia, Horaiia,nbsp;Menenia, Papiria usw., so sind die Namen der Bezirkenbsp;von denen der gentes, die in ihnen ihre Amter vorzugs-weise batten, abgeleitet, nicht umgekehrt. Die allerdeut-lichsten Beziehungen bestehen dagegen zwisehen Gentilicia einerseits, Priinomina und Cognomina andererseits.nbsp;Nebeneinander stehen von Pranomina und Gentilicia:

AulusAulii,

MarcusMarcii,

Gnae(v]usNaevii,

TitusTitii,

TullusTullii, luluslulii,

FususFurii,

HostusHostii, nbsp;nbsp;nbsp;,

QuintusQuin[c)tn, SextusSextii, Sestii, DecimusDeeimii, PostumusPostumii,

FaustusFaustii,

ProculusProeilii,

Sertor (etrusk. sertur)Sertorii,

Lucius~Lucilii, Manlus¦Man{i)lii.

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140

Die Personennamen.

Was Cognomina im Verhaltnis zu Gentilicia anbe-langt, so sei auf folgende Paare die Aufmerksamkeit gelenkt^:

Albus : Albius\ Claudus : Claudius', Flavus ; Flavius-, Maximus : Maximius; Murcus (‘mit abgeschnittenem Dau-men'): Murcius {Murcula weiblicher Vorname); Plautus:nbsp;Flautius; Plancus (‘breitfüGig’); PiaticiMs; Silus (‘stumpf-nasig’, == cTi|Liói;; vgl. Solmsen, IF. 30, 2 ff. 9): Silius-, Varusnbsp;(‘gratschbeinig’) : Varius; Asinus, Asellus : Asinius, Asellius',nbsp;Porca: Porcius', verres ‘Eber’; Verrius; vitellus ‘Kiilbchen’:nbsp;Vitellius.

Wir sehen also, daC eine Anzahl von Gentilicia (Familiennamen) mit -ius von Wörtern abgeleitet sind,nbsp;die als Pranomina und Cognomina, d. h. Individualnamennbsp;fungieren. Bei anderen liiGt sich das zugrunde liegendenbsp;Appellativ nicht direkt als Individualname nachweisen;nbsp;aber es halt sich begrifflich innerhalb der gleichen Sphiirennbsp;wie die angefiihrten Namen: Septimius, Octavius, Nonius,nbsp;Laevius, Ovius; Livius zu *lwus, woher lividus quot;bleifarbig,nbsp;blaulich, blau’, Caesius: caesius ‘blaulichgrau’, Ftclvius: fulvusnbsp;hotgelb, braungelb’. Dies Suffix -ius hat die Bedeutungnbsp;der Zugehorigkeit, aus der sich sehr leicht die patro-nymische entwickeln konnte. Hierfür haben wir imnbsp;Griechischen eine direkte Parallele. In dieser Sprachenbsp;wird meist der Name des Vaters im Genitiv angefiigtnbsp;(Apiaoödévriq AripocTöévon^); aber in den aolischen Mund-arten wird von ihm eine adjektivische Ableitung mittelstnbsp;des Suffixes -105 gebildet und diese dem Namen des Sohnesnbsp;beigetugt; daher horn. TeXapüüviog Aïac;, Néariup NriXpioenbsp;uióq, aol. Zheveiai; ó NiKiaiog, thess. ’AXeuag Aapocröéveio?,nbsp;boot. MvaaibiK05 ’Aamp;avobibpioq. Die Entstehung der la-teinischen Gentilicia wird sofort klar, wenn man unserenbsp;deutschen Familiennamen vergleicht, speziell in der Gestalt, die sie im Westen des Sprachgebiets haben. Da

’ [Es sei schon hier, was auch für die folgenden Darleguiigen des Verfassers gilt, ein fur allem^il bemerkt, daamp; ich micli mit Solm-sens Deutungen römischer Namen aus latein. Sprachmitteln keines-wegs in jedem Falie identifiziere. Mir scheint W. Schulzes Annahmenbsp;weitgehendsten etrusk. Einflusses und haufig rein zufalligen Anklangesnbsp;der lat, Namen an eeht ital. Elemente weit wahrscheinlicher, undnbsp;ich bin durch Solmsens Einwande meist durchaus nicht über-zeugt. — E. F.]

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Die lateinischen Personennamen.

sind sie Genitive von alten Individualnamen, die noch heute als Vornamen fungieren: Peters, Jacobs, Heinrichs,nbsp;Hichartz, Beinhartz, Lambertz. Von solchen, die nichtnbsp;mehr als Vornamen üblich sind, aber vor Aufkommen dernbsp;Familiennamen als Individualnamen fungierten, stammennbsp;Liebertz, Welters, endlich von solchen, die eigentlichnbsp;Bei- Oder Spitznamen waren und urspriinglich von körper-lichen Eigenschaften usw. hergenommen sind, die Familien-bezeichnungen Langen, Kleinen, Kahlen, von Beschaftigungennbsp;Kochs, Schmitz, Schuiten. Seit dem 11. Jahrh. haben sichnbsp;bei uns aus den alten, einfachen Individualnamen Pamilien-namen entwickelt, indem der Name, den ein Individuumnbsp;zu einer bestimmten Zeit fiihrte, an alien seinen Nach-kommen haften blieb. Vier Generationen fiihrten z. B.nbsp;als Individualnamen Lambert, Friedrich, Heinrich, Albert.nbsp;Bis zum 11. Jahrh. wurde der zweite dieser Reihe alsnbsp;Friedrich Lamberts, der dritte als Heinrich Friedrichs, dernbsp;vierte als Albert Heinrichs (sc. Sohn) benannt. Im 11. Jahrh.nbsp;wurde das Patronym. Ijamberts bei dem zweiten fest, undnbsp;auch der dritte hiefi fortan nicht, wie es früher der Pallnbsp;gewesen ware, Heinrich Friedrichs, sondern Heinrich Lamberts, der vierte Albert Lamberts. Genau so haben wir für fnbsp;die Italiker anzunehmen, daC die Patronym, von Indi-vidualnainen fest geworden sind, daC z. B. ein Quintusnbsp;Marcius, ein Sohn eines Marcus, sein Patronym, seinemnbsp;Sohne Gaius vererbt hat, so dab dieser nicht mehr, wienbsp;es vordem üblich war, Gaius Quintius, sondern C. Marcius [nbsp;hieJÖ. Bei uns im Deutschen hat die Entwicklung dernbsp;Familiennamen aus Individualnamen eine Reihe von Jahr-hunderten in Anspruch genommen, bis sie von den erstennbsp;Anfangen zum Abschlusse gekommen, d. h. der Familien-name unverbrüchlicher Bestandteil der Namen gewordennbsp;war. Ob es bei den Italikern ebenso durch den all-mahlichen, natürlichen Verlauf der Dinge gekommen ist,nbsp;oder ob ein einmaliger, gesetzlicher Akt das augenblick-liche Patronym, als dauernden Geschlechtsnamen fest-gelegt hat, wissen wir nicht; doch ist wohl das ersterenbsp;wahrscheinlicher. Jedenfalls hat dort die Entwicklungnbsp;schon in sehr alten Zeiten stattgefunden, allerdings erstnbsp;nach Trennung der Italiker ven dei^JCelten, die in alternbsp;Zeit Familiennamen nicht kennen, auer jedenfalls wohl.

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Die Personennamen.

als die Italiker noch ein zusammenhangendes Glied bil-deten; sind doch samüichen Teilen von ihnen Familien-namen gemeinsam. Mithin hiefi urspünglich C. Marciits ‘der Marcische Gains’, G. Quintius ‘der Quintische Gains’; d. h.,nbsp;was wir als Gentilicinm kennen, war ehemals Adjektiv.^nbsp;Spnren dieser adjektivischen Fnnktion hegegnen nns nochnbsp;in alten Inschriften (vgl. W. Schnlze, Lat. Eigenn. 513 ff.);nbsp;CIL. 14, 4270 (Nemi) Poublilia Turpüia Cn. uxor hoce seignumnbsp;pro Cn. filiod Dianai donum dedit. Die Fran tragt hiernbsp;kein doppeltes Nomen, nnd der Sohn entbehrt nicht, wienbsp;es anf den ersten Bliek scheint, des Gentiliciums; viel-mehr ist zu interpretieren ‘Publilia, Gattin des Cn.nbsp;Turpilius’ (eig. ‘Tnrpilische Gattin’, wozn der Gen. Gn(aei)nbsp;ebenso getreten ist, wie in lat. mea ipsius uxor Possess,nbsp;nnd Gen. von ipse als Attribnte nehen uxor stehen);nbsp;ihr Sohn Gnaeus heifit natürlich anch mit Gentilnamennbsp;Turpilius. Vgl. noch N. d. sc. 1897, 251 = ClE. 4785nbsp;(Clnsinm) Cavia O. ƒ. L. Crania uxor = ‘Cavia, Gattin desnbsp;L. Cranins’, N. d. sc. 1895, 436 Diana mereto noutrix Paperia,nbsp;WO es sich nm eine Weihinschrift der ‘Amme des Papirins’nbsp;(eig. der ‘Papirischen Amme’) handelt, CIL. 11, 3159, 5nbsp;(Falerii) Vipia Zertenea loferta ‘Freigelassene des Sertius’nbsp;(W. Schnlze a. O. 230. 513®). Alles dies erinnert annbsp;griechische Verbindnngen wie thess. Kpareiffia d ’Apicrio-peiöeia Y*Jvd oder TTouTdXa ITouTaXeia KÓpa, Tiiupeia quot;pjvd.

DaC die Schöpfung des Gentilnamens in eine Zeit hinaufreicht, die weit vor dem Beginne nnserer historischennbsp;Kenntnis liegt, geht noch ans einem anderen Umstandenbsp;hervor; schon in nnseren altesten, ofEziellen Doknmentennbsp;wird das einzelne zweinamige Individnnm dnreh Hinzn-fügnng des Vaternamens naher bestimmt, also z. B. C.nbsp;Mardus Q. f. Es ist dasselbe, als wenn hei nns da, wonbsp;es darauf ankommt, ein Individnnm genaner zn iden-tifizieren, der Name des Vaters nnd eventnell anch dernbsp;Mntter hinzngefügt wird. Demnach mnC zur Zeit des

^ Diese gelegentlich schon von Borghes! gegebene Erklarung ist genaner dargelegt von Deecke, ‘Die Entstehung der italischen Fa-miliennamen’ in seinem Buche ‘Die Falisker’, Strasburg 1888, 275 ff.nbsp;Sie ist noch nicht Gemeingut geworden, da die deutschen Verhalt-nisse noch nicht als Parallele herangezogen worden sind. [Vgl.nbsp;Jetzt anch noch K. Minister, Lal.-griech. Eigenn. 1, 81 ff. ‘Zur Ge-schichte des röro.. Gentilnomens.’ — E. F.]

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Die lateinischen Personennamen.

Auf kommens dieses Zusatzes der urspriingliche Charakter der Gentilicia als Patronymika liingst vergessen gewesennbsp;sein. DaJB dieser Beisatz relativ jiinger als die Schaffungnbsp;der Familiennamen ist, folgt daraus, dafi die verschiedenennbsp;Stamme in seiner Anwendungsweise auseinandergehen.nbsp;Die Hinzufügung von ƒ. == filius ist spezifisch lateinischnbsp;(z. T. auch faliskisch); die anderen Stamme setzen dennbsp;blofien Vatersnamen im Genitiv zu, also genau wie griech.nbsp;Ar|pocTöévri5 Aruuofföévou^. Lat. films ‘Sohn’ ist auch nochnbsp;aus einem anderen Grunde eine junge Zutat, da das Wort,nbsp;das zu felare ‘saugen’ gehort, eigentlich ‘Saugling’ bedeutetnbsp;und im Umbrischen noch in diesem Sinne {trif sif feliufnbsp;‘tres sues lactentes’) auftritt. Erst nach Entwicklung dernbsp;Bedeutung ‘Sohn’ aber konnte filius zum Vatersnamennbsp;hinzugefügt werden. Dazu kommt endlich noch die ver-schiedene Stellung, in der die einzelnen Stamme dennbsp;Genitiv des Vaternamens gebrauchen. Die Sabeller undnbsp;Osker verwenden ihn (aber ohne filius) hinter dem Gentil-namen, also, abgesehen vom Fortbleiben des Substantivsnbsp;fiir ‘Sohn’, wie die Romer. Die Umbrer und Volskernbsp;dagegen schieben den Genitiv zwischen Pranomen undnbsp;Nomen, sagen also, lateinisch ausgedriickt, C. Q. Marcius.nbsp;Demnach kann die Hinzufügung des Vatersnamens erstnbsp;aufgekommen sein, als die italischen Stamme keine feste,nbsp;geschlossene Einheit mehr bildeten.

Die Ausbildung der festen Familiennamen hat auf italischem Boden, speziell bei den Römern, eine ahn-liche Wirkung wie bei uns im Deutschen auf die nochnbsp;verhleibenden, eigentlichen Individualnamen ausgeübt, dienbsp;zur Scheidung des einzelnen Individuums dienten und zunbsp;Vornamen herabgesunken waren; ihre ursprüngliche Zahlnbsp;ist sehr stark vermindert worden. Bei uns leben dienbsp;meisten alten Individualnamen, die bis zum Beginn desnbsp;zweiten Jahrtausends den vollstandigen Namen bildeten,nbsp;in den Familiennamen fort; als Vornamen ist nur einenbsp;beschrankte Zahl von ihnen übrig geblieben. Dabei be-stehen zum Teil lokale Verschiedenheiten; z. B. Mainer,nbsp;Hubert, fikgeïbert, Lambert sind in protestantischen Gebietennbsp;'kaum bekannt. Ferner zeigen sich bei uns je nach dennbsp;Schichten soziale Variationen. Adlige Familien führennbsp;oft Namen, die in anderen Kreisen aufgegeben worden

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Die Personennamen.

sind, wie Botho, Gert, Horst. Diese leben sonst nur noch als Familiennamen fort. Andererseits geben aber auchnbsp;Bozial höher stebende Kreise zu vulgar gewordene Namen,nbsp;wie August, auf. Endlich beobachtet man unter dem Ein-fluC der Mode auch zeitliche Verschiedenheiten. So werden lange Zeit aufgegebene Namen gelegentlich auf Grundnbsp;antiquarischer Forschung aufs neue hervorgeholt, wienbsp;Lothar, Otto, Hildegard, Irmgard, usw. Genau dasselbenbsp;begegnet uns auch auf italischem Boden. Nur sind dienbsp;Romer in der Einschrankung der Vornamen besondersnbsp;weit gegangen. In historischer Zeit finden wir nur nochnbsp;18 Vornamen im Gebrauche: Aulus, Gaius, Gnaeus, De-j oimus, Lucius, Marcus, Publius, Quintus, Sextus, Tiberius,nbsp;I Titus, ferner Afpius, Kaeso, Mamercus, Manius, Numerius,nbsp;' Servius, Spurius, die letzten sieben aber nicht allgemeinnbsp;üblich, sondern nur bei gewissen vornehmen, zum Teilnbsp;altadligen Familien im Gebrauche, so Kaeso bei den Fabiinbsp;und Quinctii unter den patrizischen, bei den Acidii undnbsp;Duilii unter den plebeischen, darum aber doch sehr vornehmen Familien, Servius bei den Cornelii und Sulpicii,nbsp;Appius bei den Glaudii, Mamercus ausschliefilich bei dennbsp;Aemilii, Numerius bei den Fabii. Aus alterer Zeit aber werden uns noch weitere 12 Vornamen angegeben; Agrippa,nbsp;Faustus, Hostus, Lar, Opiter, Paullns, Postumus, Proculus,nbsp;Yibius, Volero, Volusus, Yopisctis; sodann sind aus der Sagenbsp;als Vornamen noch Mettus, Numa und Tullus zu konsta-tieren. In den nichtromischen Gegenden Italiens findennbsp;wir eine weitere betrachtliche Zahl als Vornamen lebendig,nbsp;die teilweise römischen Gentilicia zugrunde liegen, wienbsp;Nexo, Novius, Ovius, Pacius, Plancus, Salvius, Sertor, Statius,nbsp;Trebius, Tullus, Yilnus. Bei den Frauen hat die Zahl dernbsp;gebrauchlichen Pranomina nicht eine derartige Einschrankung erlitten; neben den den iiblichen mannlichen Vornamen entsprechenden Feminina {Gaia, Mania, Lucia,nbsp;Quinta) finden wir z. B. noch Bufa, Butila, Caesula, Yibia,nbsp;Paulla, Prima, Secunda, Tertia, Quarta, Fausta, Salvia usw.nbsp;Die Einschrankung auf 18 gebrauchliche, mannliche Vornamen muC schon früh stattgefunden haben; nur sienbsp;werden mit Siglen bezeichnet. Diese mussen schon festnbsp;geworden sein,/ bevor gewisse wichtige Neuerungen imnbsp;lateinischen Alphabet eingefiihrt worden sind, insbeson-

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Die lateinischen Personennamen.

dere die Schaffung des G. Ursprünglich hatte der Buch-stabe G = griechisch T die Geltung von G, K die von K. In einer bestimmten Zeit ist dann Z, das ursprünglichnbsp;zwischen F und H stand, abgeschafft und sein Platz durchnbsp;0, G, das durch Differenzierung aus G neu entstanden war,nbsp;ausgefüllt worden. G wurde nunmehr für K verwendet;nbsp;dies letztere dagegen schwand im allgemeinen aus demnbsp;Gebrauch und wurde nur vor a in gewissem Umfange innbsp;der Orthographic fortgetuhrt. Die Tradition schreibt diesenbsp;Neuerungen dem Zensor App. Claudius Caecus (312/11nbsp;V. Chr.) zu. Die Schaffung der Siglen muC jedenfallsnbsp;vor diese Neuerungen innerhalb des Alphabets fallen;nbsp;denn G. = Gains, Gn. — Gnaeus zeigen noch die Funktionnbsp;des Buchstaben als G; auch ist K. noch im Vornamennbsp;Kaeso im Gebrauch.

Mit Pranomen und Nomen aber hat sich die Praxis des Lebens für die Dauer nicht begnügt. Zu diesen beiden Bestandteilen trat noch das Cognomen, der Bei-, innbsp;den meisten Fallen Spitzname hinzu. Das cognomen ist nichtnbsp;unbedingt erforderlich und offiziell als Namenselement erstnbsp;sehr spat, zu Sullas Zeit, anerkannt; tatsachlich aber muCnbsp;es schon sehr frühzeitig aufgekommen sein. Finden wirnbsp;doch in einer Anzahl von namentlieh altadligen Familiennbsp;auch erblich gewordene Beinamen, und zwar innerhalbnbsp;der Hauser, stirpes, der einzelnen Zweige, in die die Familienbsp;sich im Laufe der Jahrhunderte verzweigt hat. So exi-stieren innerhalb des uralten Geschlechts der Gornelii dienbsp;stirpes der Gornelii Maluginenses, Scipiones und Gossi (seitnbsp;dem 4. Jahrh. der Stadt), der JRufini (spater Sullae), Len-tuli, Dolabellae, Blasiqnes (seit dem 5. Jahrh. der Stadt),nbsp;der Gethegi und Merulae (seit dem 6. Jahrh.). Somit hatnbsp;sich die Erscheinung, die wir bei den griechischen Namen,nbsp;die aus Spitznamen hervorgegangen sind, und bei dennbsp;römischen Familiennamen fanden, und die wir bei dennbsp;deutschen Familiennamen gleichfalls antreffen werden,nbsp;wiederholt; der ursprünglich individuelle Beiname istnbsp;fest geworden und hat seinen Charakter als Individ ual-namen abgestreift. 1st dies einmal geschehen, so istnbsp;natürlich Raum für die Hinzufügung eines neuen Bei-namens, z. B. L. Gornelius Scipio Barbatus. Wenn W. Schulze,nbsp;Lat. Eigenn. 322 ff. die Institution der Familiencognomina

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Solmsen-Fraenkel, Indogermanische Personennamen.

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Die Personennamen.

als Nachahmung etruskischer Sitte betrachtet, so ist, obschon in der Tat in Etrurien im allgemeinen das Bei-namenwesen früher ausgebildet oder, besser gesagt, friihernbsp;offiziell anbrkannt und durchgeführt worden ist als innbsp;Rom, trotzdem diese Theorie vor der Hand ungenügendnbsp;begründet. Ebensogut kann bei beiden Vólkern dasselbenbsp;Bedürfnis zn dem gleichen Mittel der Abhilfe geführtnbsp;haben; vgl. auch die durch Zusatz des Heimatortes odernbsp;Erbhofes difFerenzierten Schultes in Westfalen: Schulte-Casirop,nbsp;-Delwig, -Nierhoff usw.

Indes nicht bloC auf diesem Wege wachst die Namen-zahl, die das Individuum durchs Leben tragt; seit der Augusteischen Zeit finden wir vielfach auch mehrerenbsp;Gentilicia, eventuell mit mehreren Pranomina, bei einernbsp;Person. Dies beruht auf dem Übertritt von einer gens innbsp;eine andere, wie er namentlich durch Adoption stattfindet,nbsp;daneben durch erblichen Übergang des Vermogens undnbsp;damit verbundene Annahme des Namens des Erblassers;nbsp;z. B. der spatere Kaiser Qalha hieB nach Adoption durchnbsp;seine Stiefmutter Livia Ocellina nunmehr Livius Sulpiciusnbsp;Galba. Im Jahre 72 n. Chr. treffen wir einen Konsulnbsp;L. Pompeius Vopiscus G. Arruntius Geler Aquila an, und sonbsp;begegnen uns im 2. und 3. Jahrh. n. Chr. Leute mit 6, janbsp;mit 14 Gentilnamen.’^ Die Polge da von ist eine Ent-wertung des Gentilnamens, zumal bei den zahlreichennbsp;Biirgerrechtserklarungen, die von den Kaisern ausgingen,nbsp;deren Gentilicia in weiten Kreisen iiberhandnahmen. Dasnbsp;auBert sich zunachst darin, daB im 2. bis 3. Jahrh. n. Chr.nbsp;die Gentilnamen abgekürzt geschrieben werden, wie AeI(iMs),nbsp;Aur{elms), Gllaudius), FKavius). Dann verschwinden sienbsp;ebenso wie die Pranomina ganzlich aus dem Gebrauche,nbsp;da sie eben den Charakter des Unterscheidenden verlorennbsp;haben, und an ihre Stelle treten, insbesondere seit dernbsp;Epoche Diocletians, neue Namen, die aus den alten Cognomina gebildet Bind, aber wie die alten Gentilicia gleich-falls auf -ius enden. Sie sind mit Vorliebe gebildet teilsnbsp;aus Partizipien, wie Agentius, Auxentius, Gonstantius, Flo-

^ Ygl. hiermit deutsche Doppelnamen wie Tiele-Winchler, Kahle-Keêler, Ende-AndrieÊen, Krupp - von Bohlen-Halhaeh; in dernbsp;Schweiz (Basel) BurcTchardt-Bischoff, -Heusler, -Merian, -Sarasin,nbsp;-Burchhardt usw.

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Die lateinischen Personennamen.

rentius, Fulgentius, Gaudentius, Innocentius, Prudentius, Vin-centius, teils von Substantiven, wie Augurius, Aumlius, Desiderius, Decorius, Honorius, Munerius, Serpentius, Sagittius,nbsp;teils aus griechischen Namen, die als Cognomina immernbsp;haufiger geworden waren, wie Athanasius, Basilius, Dracon-iius, Euagrius, Eugenius, Eusebius, Palladius, Porphyrins,nbsp;endlich von Göttern und Heroen, wie Gaesarius, HeracKus,nbsp;Mavortius, von Lander- und Völkerbezeichnungen, wienbsp;Arcadius, Ausonius, Helladius, Libanius, Numidius, Vocontius.nbsp;Dabei ist zu beriicksichtigen, daC diese Art Namen auchnbsp;bei den Griechen um dieselbe Zeit in ungeheurer Fiillenbsp;aufkommt; dies gibt ein bemerkenswertes Zeugnis fürnbsp;die Gleicbheit des Geschmackes, der Mode ab, die innbsp;diesen Dingen in der West- und Osthalfte des Imperiumnbsp;Bomanum bestand.^ Im 4. und 5. Jahrh. haben schliefilichnbsp;diese Neubildungen die alten Namen im wesentlichen ver-drangt. Der Kreislauf ist vollendet; die Einnamigkeit,nbsp;die, aus der indogermanischen Urzeit ererbt, in speziellnbsp;römischer Epoche durch die Dreinamigkeit abgelöst undnbsp;im Beginn der Kaiserzeit zu einer immer sich steigerndennbsp;Polyonymie ausgeartet war, ist am Ende der Romerperiodenbsp;innerhalb der Weltgeschichte von neuem eingetreten, frei-lich auch nur für einige Jahrhunderte, bis dann das altenbsp;Spiel von neuem beginnt und wiederum Eamiliennamennbsp;aufkommen, in Italien in den Zentren stadtischen Lebens

^ Über die signa (supernomina) und deren Bedeutung und Verbreitung s. W. Schulze, Graeca Latina, Gottingen 1901, 3ff.;nbsp;Th. Mommsen, Sallustius = Salutius und das Signum, Hermes 37nbsp;(1902), 443 ff.; besonders E. Diehl, Das Signum, Rh. Mus. 62 (1907),nbsp;390 ff.; M. Lambertz, Glotta 4, 78 ff.; 5, 99 ff. Interessant ist dasnbsp;Grabgedicht auf T. Aélius Fausius (Zeit des Commodus) OLE. 1814,nbsp;WO es V. 7 ff. heifit: ut signum invenias, quod erat, dum vita ma-neret, selige litterulas primas e versibus octo, die zusammen dasnbsp;Signum Macarius ergeben. Charakteristisch ist das haufige Auf-treten des Signums in alterer Zeit in pluralischer Form; z. B. Atha-nasiorum, Auguriorum, Eventiorum, Eusebiorum; es handelte sichnbsp;eben im Grunde vielfach um Vereinigungen oder Kranzchen. Darausnbsp;erklart es sich z. B. auch, dab bei Frauen das Supernomen oftnbsp;mask. Gestalt aufweist; vgl. CLE. 548,1 hic iacet Aufidia Severinanbsp;signa Florenii, genau wie bei einem Manne, z. B. GIL. 3, 2706nbsp;Af. Ippius Vitalis aus Benevent, Unterschrift sig. Equitii (vgl. nochnbsp;W. Schulze a. O. 9 ff. mit Anm. 2, Diehl a. O. 404 ff., zuletztnbsp;Lambertz, Glotta 4, 88 ff., der noch weitere Gründe fur diesen eigen-tümlichen Branch namhaft macht).

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Die Personennamen.

seit dem 9. Jahrh., zuerst in Venedig und Mailand, dann seit dem 10. Jahrh. in Plorenz und sonst nachweishar.nbsp;Die italienischen Namen auf -i, -ini sind eigentlich Plurale,nbsp;die‘das Geschlecht ausdriicken, wie Gittadini zu cittadinonbsp;‘Biirger, Stadter’, Grosd zu grosso ‘dick, stark’, Crispi zunbsp;crespo, lat. crispus ‘kraus, krausköpfig’, Verdi zu verde ‘grün’.nbsp;Bossi zu rosso ‘rot’, Rossini zu rossino ‘rötlich’, Funaiolinbsp;zu funaiolo, funaio aus lat. funarius ‘Seiler’, Muratori zunbsp;muratore ‘Maurer’ usw.

Nach diesem Überblicke über die geschicbtliche Ent-wicklung der römischen Nomenclatur ist noch kurz über Form und Inhalt der römischen Namen zu handeln. Be-züglich der Form ist zu bemerken, daC die alten Voll-namen mit Stumpf und Stiel ausgerottet und ohne Restnbsp;verschwunden sind. Namen wie Agricola sind selbstver-standlich nicht auf ein Brett mit den alten, indoger-manischen Kompositionen zu stellen. Es ist ein Cognomennbsp;geworden, weil es einen einheitlichen Begriff ‘Bauer’ aus-drückte, und war so wenig Vollname wie etwa dtsch.nbsp;Landmann. Es entspricht dem nüchternen und prak^ischennbsp;Sinne der Romer und Italiker überhaupt, dafi sie dienbsp;hochklingenden, aber für den taglichen Gebrauch zu langennbsp;Vollnamen aufgegeben und sich ausschlieClich auf dienbsp;Kurznamen beschrankt haben. In ihrer Bildung sindnbsp;diese zum allergröCten Teile durchsichtig, und die Prano-mina, namentlich die Cognomina unterscheiden sich viel-fach gar nicht von den ihnen zugrunde liegendennbsp;Appellativen 1: Quintus, Sextus, Spurius, Aulus = avulusnbsp;‘GroUvaterchen’, Glaudus, Crassus usw. Nur ist auch hiernbsp;wie bei den grieohischen Kurznamen haufig das indivi-dualisierende Suffix -on angetreten: Varro, Cato, Laheo,nbsp;Naso, Kaeso. Der letztere Name ist unter den patrizischennbsp;Geschlechtern auf die Fabii und QuincMi beschrankt (s.nbsp;S. 144); diese beiden gentes steilten ursprünglich die Priester-sodalitat der Luperci, die in den altesten Zeiten gewissenbsp;Sühnriten unter Opfer eines Bockes und Hundes zu voll-ziehen, einen Prozessionsumlauf zu verrichten und dabeinbsp;mit den aus der Haut des Bockes geschnittenen Riemen

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[Über Solmsens Deutung der einzelnen Namen s. meine Be-merkung auf S. 140, Anm. 2. — E. F.]

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Die lateinischen Personennamen.

(februa) den begegnenden Frauen in die hohle Hand zu schlagen {caedere) batten, um diesen Fruchtbarkeit undnbsp;leichte Entbindung zu sichern; also heifit Kaeso ‘dernbsp;Schlagende'. Die Gentilicia sind mehrfacb von dem zu-grunde liegenden Appellativ mit Hilfe von Suffixen ge-bildet, d. b. ^ius ist erst an eine Weiterbildung des Stammesnbsp;angetreten. Eine Hauptrolle spielen auch bier wiedernbsp;die Deminutivsuffixe ^; Caeciliiis aus caecus fiber caeculus,nbsp;Quintïlius zu quintulus, Caesellius aus 1 2caesus fiber 2caesellusnbsp;(cf. caesius ‘blaulichgrau, blaugrau’), Canuleius mit Sufi“.nbsp;-eius (cf. Pompeius, daneben auch Pompilius, zu osk. pompe =nbsp;quinque) zu canus ‘grau’ fiber canulus, Ovidius neben Oviusnbsp;wie griecb. Zipiuvibris neben Eipujv; Turpïlius zu Hurpilusnbsp;neben turpis, Orhïlius zu orbus, Lucilius zu Lucius, Manïlius,nbsp;Servilius, Statilius zu Manius, Servius, Statius; Albucius nebennbsp;Albius, Minucius neben Minius wie lt;bi\dKUJV neben (biXujv.^nbsp;Deminutivsuffixe finden sich auch bei den Cognomina:nbsp;Bibulus, Sulla (zu sura ‘Wade’)®, Dolabella (: dolabra ‘Haue,nbsp;Brechaxt, Picke’), Saxula (: saxum)^

Bezfiglich des Inhalts der römischen Namen® ist zu-nachst daran zu erinnern, daC kein prinzipieller Unter-schied zwischen Pranomina, Nomina und Cognomina be-steht, was bei der Entstehungsgeschichte der Nomina verstandlich ist. Von den bei den Griechen einen sonbsp;weiten Raum einnehmenden, hochklingenden Namen, dienbsp;Mut, Tapferkeit, Kampf, Sieg, Herrschaft, Rat, Ruhmnbsp;des Tragers verkfinden, finden wir bei den Römern nurnbsp;ganz vereinzelt ein Exemplar: Gluvius, Clovatius, Gluatius,nbsp;Gluentius, Gluilius zu griech. KXéFo^ ‘Ruhm’, lat. cluëre

1

‘ Vgl. besonders W. Schulze, Lat. Eigenn. 422—521 (‘die la-tinischen Gentilnamen’).

* nbsp;nbsp;nbsp;[S. jedoch W. Schulze a. O. 361 über die verschiedene Quan-titat \on Mmücius und osk. Mimieis, 119. 4112 über den Gegensatznbsp;von Albücius und Minücius. — E. F.]

® [Dagegen mit Recht W. Schulze a. 0.372, vgl. noch 420. — E. P.]

2

nbsp;nbsp;nbsp;[Doch s. W. Schulze 369. 418. — E. F.]

' G. D. Chase, The origin of Roman praenomina, Harv. Stud, in class, phil. 8 (1897), 103 ff. Vorlaufig ist eine genaue Übersichtnbsp;noch nicht möglich. Durch eine planmaÊige Analyse der latin. Gentilicia nach Ausscheidung alles Fremden müssen die altesten ital.nbsp;Individualnamen gewonnen werden. Was man jetzt sagen kann,nbsp;ist, daÊ die Möglichkeit des Irrtums bei der Kürze der Namen- besonders grofi ist.

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Die Personennamen.

‘genannt werden, heiCen, gepriesen, gefeiert werden’ (Solm-sen, Stud. z. lat. Lautgesch. 142 ff.), Cassius (of. ai. éaéadüs-, saéadanA- ‘sich auszeichnen’, griech. KeKaöpévoq, KeKa(T|Liévoi;nbsp;usw., Solmsen, Stud. 166 Anm., oben S. 101), Valerius.,nbsp;paelign. Valesies v. Planta, Nr. 271, 2 (zu valere, validus,nbsp;osk. valaemom ‘^optimum’), Qaius aus Gavius (zu gaudere,nbsp;gav-ïsus, also ‘der Erfreuliche, Erfreuende’). Mehr Men-schennamen sind von Götterbezeichnungen hergeleitet ^;nbsp;hier aber besteht die Schwierigkeit, daC wir von den Lokal-kulten der Italiker wenig wissen:

Martins, Marc(i)us, Mamerc{t)us (: Mars, Mamers), Florus, Florins, Floreius (: Flora, osk. Fluusa), Considius, Gonsiliusnbsp;(: Consus), Trebicius, Cerficius, Vorname Trebius (: umbr. Getter Trebe luvie, Serfe Martie), Tiberius (: PluCgott Tiberis,nbsp;cf. KpqpiffóöoTOi;, Kriopiuioq, ZKapdvbpioq), Gerrinius, Vorname Gerrinus in Campanien (: Geres, Gereris, osk. Dat.nbsp;Kerri), Sanquinius {: Sancus), Pacuuius, osk. Pakis, TTamoq,nbsp;TTaKprii? (; Pax) usw.

An Stelle der Namen idealen Schwunges herrschen durchaus nüchterne, prosaische. So dienen zur Namen-gebung einfache Zahlen, die rein statistisch das Kind alsnbsp;das so und sovielte in der Keihe seiner Geschwister be-zeichnen: QuintusDedmus, wovon die Gentilicia Qmmjcamp;s—nbsp;Decimius. Besondere Geburtsumstande drücken aus Spurius,nbsp;Postumus, Proculus (‘in Abwesenheit des Vaters geboren’),nbsp;Geminii, Agrippa == qui in pedes nascitur oder ó èiri iróbai;nbsp;pevvritieiq Loewe, Prodrom. 396 ff., Kiirzung aus *agrei-pedsnbsp;‘der mit den FüCen zuerst (ai. dgre) zur Welt Gekommene’nbsp;(cf. dKpÓTTOug). Das p ist kosend verdoppelt (s. W. Schulze,nbsp;KZ. 32, 172^, jetzt jedoch schwankend, Lat. Eigenn.nbsp;230®); die Abstammung bezeichnen Aulus, Attius, Appius.nbsp;Tatius, Tappius, Memmius, Amulius, vgl. auch die ‘Lall-narnen’ Annius (Annaeus), Acdus, Ammius, Attius, Babhius,nbsp;Papins, Tull(i)m, Tellius, Bacdus, Baggius, Barrius, Bassius,nbsp;Battius, Billius, Birrius, Bittius.

Das AuCere schildern:

Magnus, Maximus, Macer, Niger, Nigidius, Albius, Ful-vius, Flavius, Bufus, Itutilius, Caesius, Livius, Gnaeus, wovon Gentilic. Naevius (‘wer ein Muttermal hat’), Calvus, Cal-

gt; W. Schulze, Lat. Eigenn. 464—487 (‘theophore Namen’).

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Die lateinischen Personennamen.

vim, Caesar, Grispus, Cincinnatus (Ginna), Gornelius (zu cornu, daher ‘gehörnt’), Gaecus, Paetus (‘schielend’), Claud{i)us,nbsp;Var{i)us, Valg(i)m (‘sabelbeinig’), Scaurus (‘klumpfüISig’),.nbsp;Plaut(i)m, Planc(i)m, Sura, Sulla (s. o.).|V

Hierher geboren auch die Bezeichnungen nach Tieren; Bovius, Porcius, Asinius, Yerrius, Vitellius, Gatulus,nbsp;Catullus, Catilina, Gracchus {graculm'''K^ah.ct)^, Merula, Aquila.nbsp;Von Pflanzen sind benannt: gt;'

Fahius, Lentulus, Piso^, Cicero^, Caepio (caepa ‘Zwiebel’). Berufsbezeichnungen liegen den Namen Fabricius^, Opi-Ims (cf. öpilio = 1 2ovipilio ‘Scbafbirt’ und Solmsen, Stud,nbsp;z. lat. Lautgescb. 94 ff.)® zugrunde. Besonders kommennbsp;bier die von sakralen, priesterlicben Funktionen berge-leiteten Namen in Frage (s. W. Scbulze, Lat. Eigenn. 108.nbsp;322 ff.): Flamïnii {ei. fiamen), Gupencii {sane sciendum cupen-cum Sabinorum lingua sacerdotem vocari Serv. zu Verg. Aen. XIInbsp;539), Sacratorii (cf. paelign. sacaracirix), Galatorii {calatornbsp;‘Diener der flamines, Küster’), Fictorii {fictor ‘Former,nbsp;Backer von Opferkueben’). Cbarakteristisch ist, daC aucbnbsp;in Deutschland von allen Namen für Handwerker dernbsp;Name Schmid (cf. oben Fdbricius) zuerst als Personennamenbsp;vorkommt. Er wird so schon im 9. Jahrh. verwandt,nbsp;also zu einer Zeit, als andere Familiennamen noch nichtnbsp;ausgebildet waren. Sein frühes Übergehen in die Kate-gorie der Namen spricht sich auch darin aus, daC ernbsp;allein von allen dem Handwerk entlehnten Namen Deminu-tivformen entwickelt bat: Schmiedel, Schmiedecke. Dasnbsp;Schmiedehandwerk, d. h. die Kunst des Metallarbeitersnbsp;batte sich eben bereits damals selbstandig entwickelt, alsnbsp;jeder noch das für ihn Nötige selbst herstellte. Für dienbsp;Wertschatzung, in der dieses Gewerbe stand, ist die be-sondere Bolle bezeiebnend, die der Schmied in der Helden-

1

1 nbsp;nbsp;nbsp;[Dagegen mit Recht W. Schulze, Lat. Eigenn. 172 ff. — E. F.]

2 nbsp;nbsp;nbsp;[Der Zusammenhang von Piso mit pïsum ‘Erbse’, franz. poisnbsp;wird durch die verschiedene Quantitat ausgeschlossen, wie mit Rechtnbsp;W. Schulze a. O. 209 ff. bemerkt, der Piso, Pisenus, Pisinius, Pi-surius, Pisentius schlagend als etrusk. erweist. — E. F.]

2

[Die Beziehung auf deer ‘Kichererbse’ ist keineswegs sicher, W. Schulze a. O. 313. — E. F.]

¦2 Faberius kann wegen des e schwerlich etwas mit faber, fabri zu tun haben (W. Schulze 101 ff., der es für etrusk. halt).

^ [S. Jedoch \V. Schulze 276. — E. F.]

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Die Personennamen.

sage einijimmt, ferner die Tatsache, daC im griechischen Olymp der Schmied Hephastus als einziger Berufsgottnbsp;vertreten ist.^ Immerhin ist die Deutung von Fahriciusnbsp;und namentlich Faberius unsicher, da sie auch mit etrus-kischem Suffix von Fdbius aus weitergebildet sein können.

Sehr bemerkenswert ist der Unterschied zwischen Gentilicia alter nnd junger Priigung, bzw. zwischen denennbsp;des alten, italischen Stammlandes und der romani-sierten Neulande, der Provinzen (s. W. Schulze, Lat. Eigenn.nbsp;48fi’.);

a) nbsp;nbsp;nbsp;Alte Gentilicia sind die von Quintus bis Decimusnbsp;abgeleiteten Quintius bis Decimius, junger Pragung dagegennbsp;die von den Ordinalia zu 1—4 stammenden Vornamennbsp;und Cognomina und die aus diesen gebildeten Gentil-namen: Primus (Priminus, Primnlus), Secundus, Tertius,nbsp;Quarius sind Cognomina der Kaiserzeit, sie wie Primius—nbsp;Quartius im wesentlichen nur in den Provinzen anzutreffen.

b) nbsp;nbsp;nbsp;So gut wie ausnahmslos begegnen uns nur innbsp;den Provinzen, namentlich Spanien, Illyrien, Gallien,nbsp;Germanien, Gentilicia wie Candidius, Egreginius, Faustinius,nbsp;Frontinius, Ingenuius, Ingenuinius, lucundius, Liberatinius,nbsp;Maternius, Maturius, Nepotius, Paulius, Paulinius, Peregrinius,nbsp;Sanctinius, Velocius, Venustinius, Victorinius. Die Gentil-namen auf -inius sind besonders zahlreich in Germaniennbsp;zu belegen, von wo das Brambachsche Corpus der rhei-niscben Inschriften allein fast 60 Belege liefert (Schulzenbsp;a. 0. 58). Eine Piille junger Gentilnamenbildungen liefertnbsp;das Verzeiohnis der hasHferi civitatis Mattiacorum Brambacbnbsp;1336 (s. W. Schulze a. 0. 56); da finden wir keltisch-römische Gentilicia wie Meddigmtius, Attonius, jungenbsp;lateinische wie Levinius, Vitalinius, Costantius, Tertinius,nbsp;Ma(,rycrinius, TJrsius, Statutius, Servmdius, und nur einnbsp;einziger Mann, Tiiius BelatuUus, weist ein Gentiliciumnbsp;auf, das altrömisch ist oder doch sein kann.

Zusammenfassend laCt sich daher sagen, daC auch der Namenschatz der Romer die diesem Volke in historischernbsp;Zeit eigenen Züge^ hervortreten lafit; er bestatigt den Mangelnbsp;an idealem Schwunge, aber den niichternen, praktischen

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153

Die deutschen Personennamen.

Sinn, die scharfe Beobachtung und Schatzung der Wirk-Hchkeit, die den Romern die Herrschaft über die Welt verschafft und sie zu Organisatoren des Erdkreises befahigtnbsp;haben. Daneben gewahren wir den Bliek für die Schwachennbsp;der Mitmenschen, für ihre komischen Seiten, der die beidennbsp;einzigen Literaturprodukte gezeitigt hat, in denen die Ita-liker original waren und es zur Meisterschaft gebracht haben,nbsp;die römische Satire und die oskische Posse, die Atellane.nbsp;Erst in der Zeit, als das Römertum im Niedergange be-griffen war, als neue Ideale die Welt zu erfüllen begannen,nbsp;erhoben sich auch bei den Romern die Namen der ethischennbsp;Sphare, wie Auxentius, Constantins, Innocentius, Prudentius,nbsp;Honorius usw.

C) Die deutsehen Personennamen.

Literatur:

Förstemann, Altdeutsches Namenbuch, 1. Band: Personennamen, 2. Aufl., Bonn 1900.

Fr. Stark, Kosenamen der Germanen, Wien 1868.

K. G. Andresen, Die altdeutschen Personennamen in ihrer Entwicklung und Erscheinung als heutige^eschlechtsnamen, 2. Aufl.,nbsp;Mainz 1876.

Alb. Heintze, Die deutschen Familiennamen, geschichtlich, geograpbisch, sprachlich, Halle 1882, 4 Aufl. von^Cascorbi 1914.

E. Scbröder, Verhandl. der 46. Philologenvers. zu Strabburg i. E. 1901, S. 34 ff.

E. Scbröder, Die deutschen Personennamen, Festrede zur akadem. Preisverteilung der Universitat Göttingen 1907, mit wich-tigen methodischen Hinweisen.

A. Bahnisch, Die deutschen Personennamen, 3. Aufl., Leipzig 1920 (aus Natur- und Geisteswelt, 296).

Aug. Fick, Die Göttinger Familiennamen, Progr. Gött. 1875.

[M. Schönfeld, Wörterbuch der altgerm. Personen- und Völkernamen, Heidelberg 1911 = Germ. Bibliothek., herausgeg. vonnbsp;W. Streitberg, 1, 4, 2. Dazu die Besprechung von v. Kralik, Anz. f.nbsp;deutsch. Altert. 36 (1913), 1—16.

Besonders sei hier auch ein für allemal auf das monumentale Werk Adolf Socins, Mittelhochd. Namenbuch, Basel 1903, verwiesen,*nbsp;das zwar eingehend nur die mhd. Namen Basels und ümgegend bisnbsp;1300 behandelt, aber wegen seiner vorbildlichen Methode standignbsp;^ herangezogen werden muÊ. — E. F.].

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154

Die Personennamen.

1. Die altdeutschen Personennamen vor dem Aufkommen der Familiennamen.

Fiir ihre aulJere Gestaltung gilt, was wir fiir die der indogermanischen Personennamen überhaupt kennen ge-lernt haben; es gibt Vollnamen und Kurznamen, von dennbsp;letzteren solche, die aus Vollnamen durch Kürzung her-vorgegangen sind, und solche, die von Anfang an kurz,nbsp;lt;i. h. einstammig gewesen sind.

Prüfen wir die germanischen Vollnamen auf ihren Bedeutungsgebalt, so ergibt sich eine weitgehende Über-einstimmung mit dem griechischen Namensystem. Be-deutungsgleiche Glieder sind in beiden Sprachen zur Bil-dung soldier Namen verwendet worden, wenn auch dasnbsp;Haufigkeitsverbaltnis im Germanischen nicht genau dasnbsp;gleiche ist wie im Griechischen. Im Germanischen sindnbsp;die sich auf Kampf und Sieg beziehenden Namen unend-lich haufiger als im Griechischen^ und zu ihnen tritt einenbsp;Anzahl, die die Bezeichnungen von Waffen in sich enthaltnbsp;und im Griechischen ohne Seitenstücke ist. Andererseitsnbsp;sind Götternamen enthaltende Personennamen im Germanischen bei weitem seltener als im Griechischen, undnbsp;cbarakteristischerweise^fehlen dort Namen, die von dernbsp;Benennung eines bestimmten Einzelgottes, des Wuotm,nbsp;Thonar, Ziu usw., hergeleitet sind, so gut wie ganz; dienbsp;im Germanischen zu Götternamen in Beziehung stehendennbsp;Namen stammen von allgemeinen Begriffen {Asen, Elhen)nbsp;her. Für die Beurteilung ist von Wichtigkeit, daC seitnbsp;Beginn unserer historischen Kenntnisse beliebte Namens-elemente im Germanischen vielfach sinnlos zusammen-gesetzt werden.

Die Bedeutung der Namenelemente.

Kraft, Starke:

Bildimgen mit Maga-, Magi-, Magan-, Magin-, was in jüngerer Zeit vielfach über Megi-, Megin- zu Mai-, Main-geworden ist (vgl. ahd. getragidi ‘Ertragnis des Ackers’, dar-aus (xetreide):

Magifert daraus Mehert, Meihert', Maganperht daraus Membert, Memmert-, Maginhard daraus Meinhard, Meinert, Mehnert\ Maginoldnbsp;daraus Mem{h)old; Magvald daraus MagoU, Meihold, Maücalt-,

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Die deutschen Personennamen.

Magher daraus Ma(a)ger, Macher-, Maganher, Maginher daraus Ma-gcner, Meiner.

Kiihnheit;

Bildungen mit -hold, -bold:

a) nbsp;nbsp;nbsp;im ersten Gliede:

Baldhard: Bollert, Poliert-, Baldher: Balter, Bolder, Boiler, Boller', Baldemar: Ballmer, Palmer-, Baldawin^: Balduin, Balde-wein, Bollivien-, Baldulf^: Balluf, Baldauf, Ballauf.

b) nbsp;nbsp;nbsp;Im zweiten Gliede:

Sigi-bald, -bold, woraus Siebold (niederd.), Seibold, Seypold, Behold, Sebald, Seibel (oberd. Formen), Sybel, Siebel (niederd.).

Liut-bald (‘unter den Lenten, vor alien Lenten kühn’): Leopold, Leupold, Leipold, Liepold, Lippolt, Ldppelt; Liebhold, Leihhold (dienbsp;letzten beiden dnrch volksetym. Umgestaltung).

Thiut-bald (‘nnter dem Volke kühn’): Theobald, Thiebold, Diepold, Deybaldt, Diepelt, Dippoldt, Dippelt, IHppel.

Hüni-boid: Humboldt, Humhlot, Humbel, Humpel{d), Hummel, Hommel,

Eadebold ‘im Rate kühn’.

Einstammig:

Balde, Bolte, Bolde, Bold, Boltz, Bolten.

nand (zu got. nanps ‘kühn’):

Fridunand, worans im Span. Ferdinando, Fernando und dnrch Rückentlehnnng ins Dentsche Ferdinand.:

Wig-nand ‘im Kampfe kühn’ (ahd. u4g ‘Kampf’): Wienand, Weinand.

Kampf, Krieg:

Namen mit Mid, gund, wig, had{u), sig:

Hildibert, Hildebrecht, Hillebrecht, Hilbrecht, Hilbert; Hildimar: Hillmar, Hilmer. Hildirich ‘im Kampfe machtig, herrlich’ (dies istnbsp;die urspr. Bedentung von rich, einer Ableitung von got. reiks ‘König’,nbsp;eig. also ‘königlich’. Die Bedentnng reich ist erst seknndar entwickelt):nbsp;Hillrich, Heldrich.

Hildibrand ‘Kampfesschwert’ (cf. ahd. brant, das nicht nnr ‘Fenersbrnnst, Brennen’, sondern anch ‘Schwertklinge, Schwert’ be-dentet); Hildebrand, Hillehrand, Hilbrand.

Hildiger ‘Kampfesspeer’: Hilliger, Hilger.

Hiltiwic: Hildewig, Hellwig, Hillwich.

Hildulf: Hildolf, Hilloff.

Als Hinterglied in Brunhild ‘in der Brünne kampfend’, Grim-hild ‘im Helm kampfend’ (cf. anord. ags. grima ‘Helm’).

Gund in:

Gundobald: Gumpold, Gumbel, Gummel; Gundobert: Gumprecht, Gumbert, Gumpert, Kompert; Gundhart: Gundert, Gontard, Giinthert;

‘ Znm 2. Teil vgl. ahd. mini, wine ‘Frennd’.

^ Znm 2. Teil vgl. ahd. wolf ‘Wolf (s. u.).

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Die Personennamen.

Gundomarx Gummer, Kummer; Gundram, Guntram; Gundidf, Gun-dolf; Gundachar: Gunther, Gunder(mann).

Wig:

Wigherht: Wieprecht, Wiepert, Weiprecht, Weibert; Wighard: Wigard, Wiggert, Weigert, Wichardt, Weikart, Weikert, Weichart,nbsp;Weichert; Wigmar: Wiemar, Wiemer; Wignand; Wigold, Weigold,nbsp;Weigelt, Weigel, Weichhold; Wichrahan (‘Kampfrabe’): Wygram,nbsp;Wychgram; Wigheri: Wieger, Weiger, Weyer, Wigger.

Als Hintergrund in Sluodwig ‘Ruhmkampf Hartwig, Gertoig, Herwig.

Had'.

Haddberht: Habbert, Happert, Habrecht, Hebert; Hadamar: Hattemer, Hammer; Hadubald: Hadebold, Happdld, Hab(b)elt; Ha-darich: Haderich, Hetterich; Haduwig: Hattwich, Heduiig, Hettwig.

Sigu, mhd. sige:

Sigibald; Sigiberaht: Siebrecht, Siebert, Seibert, Seubert, Ziebarth; Sigimar: Simar, Simmer; Sigihard: Sighart, Siegert; Sigmunt (‘durchnbsp;Sieg Schütz’): Siegmund, Simund; Sigiwart: Sigwart, Siewert, Seiwert;nbsp;Sigifrid (‘durch Sieg den Frieden schaffend’).

Von Waffennamen:

Ger: Gerbold (italien. Garibaldi), Herbert, Gerbrecht,-mar, -hard, -mund, -nand, -old, -win.

Da ahd. gèr auf gaisos zuriickgeht, das von grechischen Schriftstellern als Bezeichnung des Speeres bei den nord-europaischen Barbaren genannt wird, so gehort dazu wahr-scheinlich auch eine Reihe von Namen mit Qis- und dar-aus weitergebildetem Gisal- (cf. nhd. GeiJJel, das sich vonnbsp;‘Stock, Stab’ zu ‘Peitsche’ in seiner Bedeutung entwickeltnbsp;hat);

Gisberf (‘durch den Speer glanzend’), Giesebrecht; Gisher: Gieser, Kieser; Gisemar: Geismar, Geismer; Gisvin: Gieswein, Geswein; Gi-salbreht: Gis(s)elhrecht, GeiËelbrecht, Gilhrecht, Gilbert; Gisalhart:nbsp;GeiËelhardt, Gillert, Gellert; Gisilher: Gieseler, GeiÊler, GeMer, Geiler.

Agi-, Aga- nebst Agin-, Agil- zu Wurzel ag-, die in ahd. ekka ‘Schwertspitze, Schwertschneide’, mhd. ecke ‘Spitze’nbsp;(zu lat. acies, acmre, acer) steekt^:

1 [Dagegen mit Recht Socin, Mhd. Namenb. 26. 44, wegen der altesten Schreibungen Choldevechus, Chlodoveus. — E. F.]

^ [Verschiedene der genannten Namen können auch zu got. agis, ahd. aki, eki, egi ‘Furcht, Schrecken’, got. unagei ‘Schrecklosig-keit’, unagands 'sich nicht fürchtend’ geboren, wie mit Recht Förste-mann D, 14 ff. annimmt. Nur mu6 man nicht von inG. Furcht,nbsp;sondern von trans. Schrecken ausgehen, vgl. v. Kralik, Anz. f. d. Altert.nbsp;36, 6, gegen Schönfeld, Wb. d. agerm. Personen- u. Völkernamen 4.nbsp;— E. F.]

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Die deutschen Personennamen.

Agabert: Egbert, Eggebrecht, Eibert, Einbrecht, Eilbrecht, Ell-brecht.

Agahard: Eghard, Eckert, Eggert, Einhard (aus Eginhard), Eithard.

Agamar-. Eimer.

Agivald: Egold, Eckold; Aginald: Ahnelt, Ahnelt.

Egugt;ard\ Eckwert, Einert, Elwert.

Rant, randes ‘Schildrand, Schild’:

Bertrand, Eantwic.

Helm ‘Helm’:

Helmbold, Helmbrecht, Helmert, Helmrich, Helmold, Helmolt.

Heer (ahd. hari, fieri):

Herbert, Herbrecht, Herbrand, Herrig (= Hari-rich), Herwalt, Herald, Herwart; Hertvig.

Als Hinterglied in;

Walt-hari; TTorinTferj (‘der das Heer wahrt’): Werner, Warner; Thiothari: Dieter, Deiter, Better; Muothari: Muther; Hrodhari:nbsp;Rather, Rotter, Rader, Rader.

In diesen Zusammenhang gehören auch die von Tier-bezeichnungen aus gebildeten Namen, in erster Reihe die Bar und Wolf, Ar und Robe enthaltenden. Der Bar warnbsp;nach altgermanischer Vorstellung der König der VierfüiJler,nbsp;der Ar der der Lüfte, der Wolf das grimmige, Schreckennbsp;und Furcht verbreitende, zugleich dem Wuotan heilige Tier.nbsp;Das Gleiche gilt von dem Raben.^ Seltener sind bei dernbsp;Namenschöpfung Eber und Ur, ebenfalls Muster der Kraftnbsp;und des ungestümen Mutes. Dagegen fehlt charakteristi-scherweise das RoB, das in der griechischen Nomenklaturnbsp;eine so hervorragende Rolle spielt.

Bar:

Bernhard; Berinher: Berner; Bervald: Bdrwald, Berold, Berlet; Beroward: Benaard.

* [Auch in der slav. Onomatologie spielen Wolf, Bar, Rabe eine gewichtige Rolle, s. Miklosich, Denkschr. Wien. Akad., 1860, 256ff.,nbsp;Bruckner, Arch.f. slav. Philol. 21,14ff. DasletzteTieristvertretendurchnbsp;Krak als Hamen einés Edelen auf Rügen noch zu Anfang des 13. Jahrh.nbsp;(dazu villa Graconis). Vgl. auch Crak qui legitime corvus dicitur der sog.nbsp;groSpoln. Chronik, Cracovia ‘Krakau’ = ‘Rabenstadt’ und buig. krokonnbsp;‘Rabe’ (hierzu noch lit. krakis ‘Schwarzspecht’, altpreufi. kracco, überl.nbsp;Icraeto, voc. 744 ‘swarczspecht’, lit. krókti ‘krachzen’, serb. krbkati, slov.nbsp;krdkati [krökar ‘Kohlrabe’], czech. krokati, osorb. krokaé dass. nebennbsp;russ.-ksl. krakati, russ. krakati, kir. krakaty ‘krachzen’, kraJcun ‘Rabe’,nbsp;serh. krdkati, sloven, krakati, poln. osorb. krakac): s. Brückner a. O.nbsp;21 ff.; Berneker, Slav. etym. Wb. 603. 620 ff. — E. F.].

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Die Personennamen.

Ar:

Armbrecht, Arnhard, Arnold, Arnulf.

Wolf:

Wolfhard {Wohlfahrt, Wolfert), Wólfbert (Wolpert), Wolfgang, Wolfbrand (Wollbrand), Wolfhraban: Wolfram,

Auslautend ist diese Tierbezeichnung der haufigste Namenbestandteil;

Arnulf, Ludolf, Rudolf, Adolf (—Afha-ulf ‘Edelwolf).

Wie im Griechiscben ïtttto?, so hangt auch dieses Namenelement oft bedeutungslos über.

Rahe:

Bertram, Guntram, Wolfram etc.; Sigilram, Hiltiram, Wala-ram (‘Rabe der Gefallenen’).

Eher:

Eberhard; Ebermann, Evermann; Eberwien, Eberwein.

Vr : nbsp;nbsp;nbsp;. ¦nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;¦

Auer, Urschall.

Neben diesen die kriegeriscben Ideale der Germanen widerspiegelnden Namen geht eine andere Eeihe auf dienbsp;des Friedenslebens: waltende Tatigkeit des Herrschers,nbsp;seine Macht, den klugen Rat in der Versammlung, dennbsp;festen Willen bei der Ausführung des Beschlossenen, dennbsp;reichen Besitz, den Stolz auf das Geschlecht.

Hierher geboren:

Wald zu ahd. waltan ‘walten, herrschen’ in:

Waldobert: Wallbert, Wollbert, Wolpert-, Waldmann-, Wolt-mann, Wollmann-, Waldhari: Walther, Welter, Walter; Waldomar-, Waldemar, Wallmar, Wollmer.

Als Hinterglied in:

Sigiwalt, Frideviald, Arnwaldt; daraus -old in Arnold, Eckolt, Reinholdt, Helmold, Helmholtz.

Rich ‘machtig, reich’:

Richard, Riclcert, Riegert, Ritschard, Reichard, Reichert,Richartz, Reicherz, Rechertz; Ricbert-, Riepert, Ribbert, Reibert; Ricfrid: Riffert,nbsp;Riffarth, Reifert; Richari: Riecher, Rieger, Riecher, Reicher,

Als Hinterglied in:

Friedrich, Diotrich-, Dietrich. nbsp;nbsp;nbsp;.

Magan-, Magin-, s. o. S. 154 ff.

munt ‘Rechtsschutz, Schutzgewalt’ (cf. nhd. Vormmd):

Folcmund, Hrodmund, Sigimund, Waltimund.

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Die deutschen Personennamen.

Rat:

Eadebold, Eappold, Rabold, Rdbel; Radiger, Radecher, Redeker,. Retger; Radheri, Rader, Rader, Reiter; Ratmar, Rahmer, Redmer;nbsp;Radulf Radloff, Rudolf.

Als Hinterglied in:

Kuonrat: Konrad, Kurt; Adair at; Albrdt; Frorath.

Ragan, ragin ‘Rat’:

Raganbrecht: Regenbrecht, Reinbrecht, Reinhert, Reimert.

Raginhart: Regenhard, Reinhard, Reinert.

Raginhari: Regener, Reiner.

Raginmar: Reinmar, Reimar, Beimer.

Raginmund: Raimund.

Raginold, Raginald: Reinwold, Reinold, Reinelt, Reinél, Renelt.

Hugu ‘denkender Geist, Sinn’:

Hugibald: Huppold, Haubold.

Hugubrecht: Hubert, Hupprecht, Huppert, Huber, Hauber.

Hugihart: Hugart, Hauert, Huckert.

Hugimar: Hunter, Hiimer.

Wille (ahd. willjo):

Willibald; Wilbrecht, Wilpert; Willbrand; Wilfrid, Wilfert,. Wilfarth; Willihard: Willard, Willert; Willahaltn: Wilhelm, Wilm;nbsp;Willmar, Willmer; Willirat: Willrath.

Besitz:

Hinweise darauf sind besonders in den Namen ent-halten, die mit hag (ahd. hag, hac) und hagan, hagin gebildet .sind. Dies Nomen bedeutet ‘Einhegung, eingefriedigtesnbsp;Grundstück’, das den Privatbesitz ausmachte, im Gegen-satz zu Wiese und Wald, die Gemeindeeigentum waren^:

Hagihert: Hack(e)barth, Heibert, Heiber.

Haghard: Hagart, Hackert, Hechert, Hegert.

Hagihar: Hager, Hacker, Hecker, Heger.

Hagimar: Hagemer, Hegmer, Heimer.

Hagvald: Hegewald.

Haginbreeht: Hambrecht, Heimbrecht, Heimbrodt.

Haginhard: Heinhardt, Heinert, Hennert.

Haginher: Hagner, Hainer, Henner.

Haginold: Hanewald, Hainold, Hanelt, Heinelt, Hanel(t).

Haganrïh: Heinrich, Hendrich, Hinrieh.

Ahd. uodal, asachs. ödhil ‘Erbsitz, Heimat’:

Uodalrth: Ulrich (Olerich, Öllrich); Uodallant: Uhland; Uodal-brecht: Ulbrich(t), Olbrecht, Olbert.

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Die Personennamen.

Aud-, Od-, et. ahd. ötak ‘reich, begütert’, asachs. dd, ags. éad ‘Besitz, Gut, Reichtum, Glück’, in:

Avdóberht: Odehrecht, -hrett, Oppert, Oher(t).

Audagar: Ottokar, Ottiger, Oettker, Oecker.

Audchar'. Oder, Otter.

Audomar: Othmer, Ohmer, Oemmer.

Audulf: Oloff, OMf.

Audoward-, Audowin', Audemund,

Ruhm:

Dahin geboren die überaus zablreicben Namen auf -herht, -lert und -mar:

Landberht, Lamprecht, Lampert, Lambert, Lammert, Lammer, Lemmer.

Thiude-bert: Lubbert, Dóbbert, Taubert, Teubert.

Thiudemar: Liemar, Diemer, Littmar, Dettmer, Themar.

Ferner sind bier zu erwabnen die Namen mit hlod, hrod, krom:

a) nbsp;nbsp;nbsp;hlod ‘berübmt’ (= ai. érutd-, griecb. kXutói;, lat.nbsp;in-clutus):

Chlodobert: Löper(t).

Chlodochar'. Lothar, Luther, Loder, Letter.

Chlodmar: Lotmar, Lóhmar, Lommer.

Chlodowald: Lotholt(z).

Chlodwig: Ludwig.

Chlodulf: Ludolf, Ludloff, Loof, Lauff.

hrod, hruod, cf. anord. hródr ‘Scball, Rubm’:

Hrodebert: Robert, Buppert, Buprecht.

Hrotfrid: Böfer, Buffert.

Hrodgar: Bogger, Röttger, Rödiger, Büdiger, Büttger.

Hrodhard: Buthhardt, Rothert.

Hrodhari: Bother, Rutter, Roder.

Hrodlandi Roland, Buland.

Hrodowald: Rodewald, Rowaldt, Rudelt, Ruwoldt.

Hrodulf: Rudolf, Rudloff, Roloff.

b) nbsp;nbsp;nbsp;hróm, hruom ‘Rubm’:

Ruombald: Rumpel{t); Ruomger: Rümker-, Romvald: Römhold, Romelt.

Adel, abd. adal ‘Adel, Gescblecbt’:

Athalberaht: Albrecht, Albert: Athalgar: Alger, Alkar; Adal-hard: Adelhardt, Alhardt, Ahlert; Adalmar: Allmer\ Adalwarih: Ahlwardt: Athalwin: Alwin, Ahlewein.

Endlicb seien Namen angefübrt, in denen Bezeieb-nungen Gottes oder von Göttern vorliegen. Wir finden hier nur die allgemeinen Namen Gottes oder der Götter,nbsp;keine speziellen Götternamen wie in Griechenland, wo die

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Die deutschen Personennamen.

Zahl der von Zeus, Hera, Athene, Apollon usw. gebildeten Menschennamen Legion ist;

Golt, ahd. got:

Godabert: Gottbert, Gobbert, Goppert.

Godafrid: Gottfried, Qoffarth, Göpferth.

Godahard: Gotihard, Godard, Oottert, Göttert.

Godaskalk (‘Gottesknecht’): Gottschalk, Godschall.

Dazu die Kurznamen Gödel, Götz, Gutike, Qodeke, Göcke.

Ans-, cf. anord. ass, ags. 6s ‘Gott’:

Ansobert: Asbert, Osberih; Ansher: Anser, Oeser; Anshalm: Anselm', Ansmann-. Aümann, Osmann', Answin: Oswin-, Ansovald:nbsp;Oswald', Ansgar: Oscar.

Alp, ags. xlf, anord. alfr ‘Elfe’:

Alberad'. Elfrath (Alfred ist englisch);

Albhard: AlpJiart, Alpert.

Hun 'Riese’ (‘Hunne’):

Hunibald: Humboldt, HumbeUt), Hummel{t).

Hunbrahf: Humbrecht, Humprecht, Humbert, Umbrecht.

Hunmar'. Hummer, Hommer.

Hunwuld: Hunold, HUnold, Honold.

Wie steht es mit den Frauennamen? Ich fasse mich hier kürzer, well alte Frauennamen in die Gegenwart innbsp;weitaus geringerer Zahl hinüberragen als Mannernamen,nbsp;namlich begreiflicherweise nicht als Familiennamen, son-dern nur als Vornamen. Auch bei diesen sind nur rechtnbsp;wenige alte Namen erhalten; die weitaus gröCte Anzahlnbsp;unserer heutigen weiblichen Vornamen ist leider fremdennbsp;Ursprungs. Dazu kommt, daC die Ideale, die für dienbsp;Bildung der Frauennamen maCgebend gewesen sind, innbsp;weitem Umfange mit den sich in den Mannernamennbsp;widerspiegelnden zusarnmenfallen. Vor allem lindennbsp;wieder Karapf, Sieg und Waffen in diesen Namennbsp;Ausdruck:

Hildeburg ‘die im Kampfe Bergende’ (zum zweiten Element vergleiche auch Walburga ‘die Leichen Bergende’,nbsp;Wicbirga, Drudpirc, Theufbirc, Qrimburg, Snelburg), Hildi-wara (vgl. auch Gundwara), Hildegard mit einem innbsp;Frauennamen ungemein haufigen zweiten Bestandtëile,nbsp;cf. Irmingard, Wendilgard. -gard ist identisch mit ahd.nbsp;gerta, garta ‘Gerte’, cf. ahd. mhd. gart ‘Rute, Stab,nbsp;Stecken’. Der Vergleich ist auch sonst nicht selten;nbsp;so gehort lat. virgo zu virga ‘Rute, Reis’, griech. TTapöévognbsp;zu TTTÓpöos ‘Trieb, Keim, Schooling’ (anders Brugmann,

11

Solmsen-Fraenkel, Indogermanisehe Kigennamen.

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Die Personennamen.

Sachs. Ber., 1906, 172 ff.). Auch existieren griechische Frauennamen wie KXdóiov, KXcuvdpiov zu KXdöoi;, kXiOvnbsp;‘Trieb, SchöCling, Zweig’; Dichter vergleichen jungenbsp;Menschen mit Schöfilingen und Knospen^. Hildegundnbsp;und umgekehrt Namen mit -Mid im zweiten Teile,nbsp;die durchaus fiir Frauen vorbehalten sind: BriinMld ‘innbsp;der Brünne kampfend’, GrtmMld, Krienihild (anord. ags.nbsp;grïma ‘eiserne Maske, Helm’), GundMld, CloticMlda (‘ruhm-reichen Kampf führend’), MahtMldis (‘Machtkampf’), JRagan-Mldis, SigMlt, SumiMlt, TeudeMldis usw.; Adalgundis, BerM-gmd, Chunigund (‘Geschlechtskampf’), Fridegundis, Rihgund,nbsp;Willegund, Winigund\ Haiwig^ Hadaburc\ BadaMld (vgl. ags.nbsp;leado ‘Kampf, Krieg’, anord. IgA dass.); Sigitrud, Gérdrüdnbsp;(das zweite Element ist s. v. a. ‘Starke’, s. oben S. 9);nbsp;Gérburg-, Siglind, Gerlind (2. Teil entweder zu ahd. lintnbsp;‘Schlange, Drache’, cf. Lindtvurm, oder zu anord. Undnbsp;‘Quelle’, vielleicht aber auch zu ahd. lindi ‘mild, gelind’;nbsp;auch Namen mit diesem Element sind ausschlieClich fiirnbsp;Frauen in Verwendung); Amaldrud (zu anord. ama ‘be-lastigen’, ami ‘molestia’^), dazu Amalia (s. auch S. 102

‘ So sagt Z .560. Thetis von ihrem Solme Achill: ó b’ dvebpa-pev ëpveï Too?, sie habe ihn aufgezogen qjUTÓv lïi^ foevil) dXujfi?, Sappho fr. 104 Bgk.^ tiiu o’ ili q)i\6 YdpPpe, KdXiu^ êFiKdobuu; | opnaKinbsp;Fpabivu) ö€ pdXior’ éFiKdobm, Aristoph. eccl. 973 redet ein Jilnglingnbsp;ein Madchen als Kuirpibo? Ipvo? an [Besonders ist bier nocb annbsp;aol. TdXi? ‘Braut, junges, niannbares Weib’ Soph. Ant. 628 im Ghorges.nbsp;(tfi? peXXoYdpou xdXiboQ. Kallim. fr. 210 0. Schn. (rriv xaXiv traibinbsp;ouv dplt;pi0a\6i) zu erinnern, das mit ion. xfiXt? ‘Hülsengewaehs’, lat.nbsp;talea ‘Setzling, Setzreis’, lit. talokas ‘matura virgo, nubilis filia’nbsp;(Szyrw.), ikki iaunikaicziu alba taloku ‘bis zum Jünglings- odernbsp;Jungfrauenalter’ (Bretkun), ai. tüla- ‘VVeinpalme’, Name einesnbsp;Baumes, zusammenhangt (s. Bezzenberger-Fick, BB. 6, 2.38; Ficknbsp;1^ 440; W. Schulze, GGA. 1897, 871; Leskien, IF. 28, 1340., zuletztnbsp;Much, Wöi'ter u. Sachen 1, 47; vgl. noch unten). Aus dem durchnbsp;die verwandten Sprachen an die Hand gegebenen ursprflnglichennbsp;Sinne ‘SehöÊling’ erklart sich wie bei iTapöévo(; die Maskulinendungnbsp;von lit. talokas, obwohl es sich auf weibliche Wesen bezieht. Abg.nbsp;taliji ‘OaXXdc, ramus virens’ ist nicht mit xdXi? etc. zu vergleichen,nbsp;sondein Entlehnung aus spatgriech. OaXXiov = SaWó?, s. Leskien,nbsp;IF. 19, 207. — E. F.]

* [Vgl. noch ai. abhyamlti ‘plagt, schadigt’, amatra ‘ungestüm, hehig’, ama- ‘Ungestüm, Kraft, Gewalt’, griech. ópo- in ópoKXr) ‘lautesnbsp;Bufen’, hom. ópouoo UToWpoio etc. und Jacobsohn, Philol. 67, 511 0.,nbsp;KZ. 42, 160', Xdpixe? 4430. und über hom. opoiio? noch Solmsen,nbsp;Unters. z. gr. Laut- und Versl. 14. 101 0. — E. F.]

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Die deutschen Personennamen.

über die ostgot. Amali, -ae) und vielleicht auch mit Ablaut in der ersten Silbe Emma (ahd. Imma); Hrodtrüd : Bothtraut; Rantgund (ahd. rant ‘Schildrand, Schild ).

Starke und Mut bezeichnen:

Baldhild, Snelburg, Muothurg, 2£uotMlt, Irmintrud, dessen Vorderglied das oben S. 98. 101 ff. erlauterte Elementnbsp;ermun-, irmin- ‘groC, umfassend’ bildet, wabrend dasnbsp;Hinterglied das oben besprochene drud ‘Starke’ ist, dazunbsp;auch Armin-gard [und weiter Emma, Imma?, falls dernbsp;letztere Name nicht anderswo unterzubringen ist, s. vor-herj. Die Etymologie im einzelnen ist unverstandlichnbsp;auch für Ida, seit dem 7. Jahrh. zu belegen, mask. Ido,nbsp;dazu fern. Idiburg, Itaberga, mask. Ithar, Ithard, Izo (etwanbsp;zu anord. id ‘Wirksamkeit’; vgl. auch asachs. Idist ‘gott-liche Frauen, die in Schlacht- und KriegSangelegenheitennbsp;eingreifen’).

Es ist, als ob wir in diesen Namen Walkürenbezeich-nungen vor uns haben, und es kann keinem Zweifel unterliegen, daC in der Tat diese Schlachtjungfrauen einnbsp;Ideal der altgermanischen Frau waren.^ Ein Name wienbsp;Walburc, d. i. ‘die Menge der Gefallenen oder die Wal-statt, das Schlachtfeld bergend’ ist nichts anderes als dienbsp;Bezeichnung einer Walküre, und wir wissen ja auch, daCnbsp;die germanischen Frauen mit in den Kampf zogen, dennbsp;Mannern Mut zuriefen, durch ihren Anblick die Kamp-fenden anfeuerten, die Fliehenden aufhielten, die Ver-wundeten behandelten und pflegten, die Sieger begrüCten,nbsp;ja im Falie der höchsten Not selbst handelnd in dasnbsp;Kampfgewoge eingriffen.^ Wurden daher diese Namennbsp;auf Frauen angewendet, so steht dies damit in Zusammen-hang, dafl überhaupt die Frauen nach Tacitus’ Zeugnisnbsp;den alteir Germanen leicht als hohere Wesen vorkamennbsp;und in naherer Beziehung als die Manner zu der Götter-welt zu stehen schienen. Gewissen Frauen wohnte nachnbsp;damaliger Anschauung Zauberkraft inne; daher die Namennbsp;mit -run ‘Zauber’, wie niederd. Gudrun (frank. Ounderun)nbsp;‘Kampfeszauber’, Frithurün ‘Friedenszauber’, Sigirun, Chil-dirana, Walaruna, Albrma ‘die den Zauber der Alben

1 S. noch Müllenhoff, Nordalb. Stud. 1, 210ff., Zur Runeidehre 44 ff., Deutsche Altertumsk. (Neudr.) 4, 205.

*= Vgl. Tac. Germ. 7ff.

11*

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Die Personennamen.

hat’ usw.^ Göttliche Frauen wehen und leben in der Natur: im Walde, daher Tanburg, Waldburg, auf Wiesen,nbsp;daher Wasahilt, Wisagund, im Wasser, daher Wachiltnbsp;‘Wogenmadchen’, Seo-burg, Meri-burg, Meri-drud. Sie er-scheinen als Schwane, daher die Namen der Schwanen-jungfrauen, wie Swanahilt, Swanaburg, Sivanegard, Swana-loug ‘wie ein Schwan badend’.

Diese Namen führen uns auf die andere Seite des Frauenideals, die sich in den Namen auspragt; nebennbsp;den Zeugnissen einer wilden, rauhen Kampfeszeit fehltnbsp;es nicht an solchen, die erkennen lassen, daC Frohsinn,nbsp;Holdseligkeit, Liebe und Treue, Liebreiz und Anmut auchnbsp;in alten Zeiten am Weibe verehrt und begehrt wurden:

Holda (Hvida) nebst Holdelinda, Holdegard, Huldrada; BUda, Blïddrud, BUdgard, BUdhild: ahd. blïdi ‘laetus’;nbsp;Zeizhildis, Zeizburga: ahd. zeiz ‘tener, tenellus, zart, an-mutig, angenehm’; Scöniberga, -burg, Sconihildis (: ahd. scöninbsp;‘schön’); Berhtflat, Drudflat, Baiflad, Reginflat, Fladberga,nbsp;Fladrüdis: md. vlat ‘Sauberkeit, Schönheit’ (heute nurnbsp;in unjlal)', Liuba, Liubefaga, LiupUnt, Liubhild (zu got.nbsp;Hubs, ahd. Hob ‘lieb’); Triuwa, Triuhild, Triwerat u. a.nbsp;(: ahd. triuivi ‘treu’).

Gisela = ahd. Gisila, Ablautsform zu geisila ‘Geifiel’, eig. ‘Gerte, Stab’; Namen auf -gard (Irmingard, Hilde-gard, Wendilgard, Adalgard, Blicgart) : ahd. garta ‘Gerte,nbsp;Bute, Stab, Stecken’ (cf. irapSevoq und virgo und s. obennbsp;S. 161ff.).2

Zweifelhaft ist, ob in Blictrudis, Plectradis ‘Blitz-Kraft’ Kraft oder Glanz das Wesentliohe ist.

Endlich werden wie bei den Mannern, so auch bei den Frauen kluger Rat und weiser Sinn, Reichtum undnbsp;adliges Geschlecht hochgeschatzt und in den Eigennamennbsp;zum Ausdruck gebracht:

Neben Raganbert stehen weibliche Namen wie Ragan-berta, Raganberga, Raganburgis, Raganhildis, Raginlindis, neben den Mask, mit Rat Fern, wie Ratburgis, Ratlindis,nbsp;Rattrüdis, Radagundis.

' Vgl. auch Müllenhofï, Zur Runenlehre 44ff.

^ [S. jetzt E. Schroder, Zeitschr. f. deutsch. Altert. 42,64 ff.; bei Bechtel, Att. Frauenn. 100, Anm. 2, Festrede Gottingen 1907, 6;nbsp;Much, Wörter u. Sachen 1, 46 ff. — E. F.]

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Die deutschen Personennamen.

Auda, Audrada, Otfgeba, cf. got. audags ‘selig’, ahd. otag ‘begütert’, reich, gliicklich’ (s. oben S. 160). Dazunbsp;gehort mit altenglischer Form des ersten Teiles (cf. Eduard)nbsp;Edith, ein Name, der bei uns durch die erste Gemahlinnbsp;König Ottos I., die Tochter des Angelsachsenkonigsnbsp;Eduard, bekannt geworden ist, deren Schönheit, Mildenbsp;und Frömmigkeit in unseren Quellen hoch gepriesennbsp;werden.

Adalberga, Adalgundis, Adallinda, Adalheid (‘adlige Art habend’): ahd. adal ‘Adel, edeles Geschlecht, edeler Stand’;nbsp;dazu auch Adalfrida, Elfride? Vielleicht gehort Elfridenbsp;vielmehr zu ahd. ellan ‘Eifer, Kampfeifer, Mut, Tapfer-keit’, got. aljan ‘Eifer’.

Kurzformen zu Adalberga, Adalheid usw. sind Adelina, Adele (Adi). Die Betonung beweist die Übernahme ausnbsp;Frankreich (Adélaide : Adèle).

Zeigt somit die Namengebung der Germanen un-gemein viel Ahnlichkeit mit der der Griechen, so daC man zahlreiche griechische Namen direkt durch germa-nische übersetzen kann (’AXKivooq : Konrad, AripoboKOi; :nbsp;Lamprecht), so sind doch in der Bildung der Vollnamennbsp;grundsatzliche Verschiedenheiten unverkennbar, vor allemnbsp;in der Verteilung der Glieder auf Manner- und Frauen-namen, genauer gesagt, in der Wahl der zweiten Glieder.nbsp;Im Griechischen kann jeder Mannesname durch Ver-wandlung der Endung (Motion) zu einem Frauennamennbsp;werden; z. B. Auffunro^ : AuaiTTirri; KXeócTTpaToq : KXeo-CTTparri; ’ATuOoKXfii; : ’AYCtöÓKXeia, und für den zweitennbsp;Bestandteil kann ein Substantiv beliebigen Geschlechtsnbsp;Verwendung finden; daher ’ApiataTopa?, KXeópouXog,nbsp;EiiviKog als Mannernamen mit fern. «-St. im Hintergliede,nbsp;NiKÓTToXig mit fern. -f-St. als zweitem Teile für Mannernbsp;und Frauen, EupuKpdxriq, EuepYog, Mannesnamen, mitnbsp;neutralem -s- und -o-St. im Hintergliede. Im Germa-nischen aber waren ursprünglich die einzelnen Namen-wörter im zweiten Bestandteile auf mannliche und weib-liche Namen verteilt, die Mask, auf Manner-, die Fern,nbsp;auf Frauennamen beschrankt (daher Frauennamen aufnbsp;-hild, -gund, -gard). Neutra waren andererseits aus-geschlossen. Dieses Prinzip ist bei den Angelsachsen er-halten geblieben, solange sie überhaupt selbstandig waren.

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Die Personennamen.

bei Ober- und Niederdeutschen bis ins 8. Jahrh. Bei den Nordgermanen einerseits, den Westfranken, Westgoten,nbsp;Langobarden andererseits ist es frühzeitig aufgegeben undnbsp;durch das Prinzip der Movierbarkeit ersetzt worden. Hiernbsp;bat der romanische Einflufi (cf. spatlat. Martinus : Martina-,nbsp;Prudentius : Prudentia) entscheidend mitgewirkt.

Ehe wir die Vollnamen verlassen, mussen wir uns noch die Frage verlegen: Ergibt jeder Vollname einennbsp;deutlichen, klaren Sinn? Besteht immer ein zweifelloses,nbsp;logisches Verhaltnis zwischen den beiden Gliedern, ausnbsp;denen er sich zusammensetzt ? Diese Frage ist zu ver-neinen. Beispielsweise besteht Wilhelm, ursprünglichnbsp;Willa-, Wille-, Wüli-lielm(-halm) aus zwei ‘Wille’ undnbsp;‘Helm’ besagenden Elementen, die beide in der Namen-gebung reichlich vertreten sind; aber weder ‘Willensbelm’nbsp;noch ‘Helm nach Willen, Wunsch’ noch ‘wer den Helmnbsp;will’ ergeben einen befriedigenden Sinn. Oder was soilnbsp;Gêr-lant (fortlebend in Gerland) ‘Speerland’ bedeuten?nbsp;Auch Fridunand, Haginhari (Hagner, Reiner, Renner),nbsp;Hagihar (Reyer, Hacker), Ragirat (Reckrat), Audagar (Otto-kar), Beranfrid (Bernfried), Berinhari (Berner), Bicfridnbsp;(Bifferi), von Frauennamen Flafberga, Beringard, Sneóburcnbsp;bestehen aus z. T. recht disparaten Elementen. In nichtnbsp;wenigen Namen bezeichnen die beiden Glieder direktenbsp;Gegensatze, so in Fredegundis, Fridhild ‘Friedenskampf’,nbsp;umgekehrt Radufrid (Raffert), Gundfrid (Gumpfert), Hilde-frid (Hilferl) ‘Kampfesfriede’. In noch anderen stellennbsp;beide Teile Synonyma dar, wie in Redwig, Hildegund,nbsp;Bathildis ‘Kampfkampf. Wir müssen uns daher zu demnbsp;Zugestandnisse bequemen, daC man auch in alter Zeitnbsp;bereits mit den Namen nicht immer einen runden, klarennbsp;Sinn verbunden hat, sondern vielfach Elemente, die innbsp;der Namengebung gebrauchlich waren, miteinander, auchnbsp;wenn sie streng logisch nicht zusammenpaCten, verkoppeltnbsp;hat. Der Grund hierfür ist noch zu erkennen. Es istnbsp;ein allgemein menschlicher Zug, daC dem Kinde dernbsp;Name des Vaters oder der Mutter, bzw. des GroCvatersnbsp;oder der GroCmutter oder eines anderen nahestehenden,nbsp;besonders verehrten Verwandten, eines Oheims, einernbsp;Tante usw. beigelegt wird. Diese sollen, wenn ihr Leibnbsp;in Staub zerfallen ist, in der jüngeren Generation fort-

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Die deutschen Personennamen.

leben. Diese Sitte können wir auch bei den alten Germanen vielfach beobachten; aus Urkunden um das Jahr 1000 können wir Vater und Sohne mit gleichen Namennbsp;wie Williram, Williher, Gerald, Bodolf nachweisen. Da-neben aber begegnet uns eine andere, verwandte Gewohn-beit; nicht der ganze Name wird auf Sohn oder Tochternbsp;iibertragen, sondern nur ein Bestandteil dessefben wirdnbsp;in den Namen des Jüngeren hineingenommen. So heiCtnbsp;der Sohn des Segestes Segimundus; im Hildebrandsliedenbsp;eind Herihrand, Hildebrand, Hadubrand Vater, Sohn undnbsp;Enkel. Im 8. Jahrh. treffen wir einen Walthert als Sohnnbsp;eines Waltram, einen Walthert und Wolfbert als Sohnenbsp;eines Hrambert, im 9. Jahrh. eine Isanpirc als Tochternbsp;eines Isanhart, einen Folcbold als Sohn eines Hildeboldnbsp;an. Ein Hildebrand ist Sohn einer Hilgildis, ein Wine-gandus ein solcher einer Wineburgis. Hier also sind dienbsp;Namen der Söhne im Anschlusse an die der Mütter ge-pragt worden. Nicht selten aber wird dem Sohne odernbsp;der Tochter ein Name beigelegt, in dem Elemente so-wohl des vaterlichen als des mütterlichen Namens ver-bunden sind, ein besonders hiibscher Zug, der Zeugnisnbsp;von der innigen Liebe und' Treue der Gatten ablegt, dienbsp;sich in ihren Nachkommen beide wiedertinden. So begegnet uns im 8. Jahrh. ein Ingobodus als Sohn desnbsp;Adalbodus und der Ingildis. Waltbertus und Badhildisnbsp;nennen ihre Tochter Waldrada, Bainvardus und Agenildisnbsp;ihre Tochter Baganhildis. Aus spaterer Zeit sind Lant-fredus und Adalhildis zu erwahnen, deren Sohn Adalfredus,nbsp;deren Tochter Laniberga heiCen. Das Elternpaar Hilde-gandus und Agentrudis haben als Tochter Hiltrudis, alsnbsp;Söhne Hilgandus, Hildebrandus, Agenardus.

So können auch Elements etwa aus dem Namen des Vaters und GroCvaters oder des GroCvaters und dernbsp;GroCmutter usf. in den mannigfaltigsten Kombinationennbsp;miteinander verquickt werden. Derselbe Zug tritt innbsp;unserer Sitte zutage, dem Kinde mehrere Vornamen zunbsp;geben und fur diese Namen verschiedener Verwandten,nbsp;Preunde und anderer besondere Verehrung geniefiendernbsp;Personen zu wahlen. So kann es kommen, daC ein Kind,nbsp;dessen Vater Gunther, dessen Mutter Hildegard hieC, etwanbsp;Hildegunt genannt wurde, oder Hadufrid ist etwa durch

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Die Personennamen.

Zusammenschweifien von Namen wie Gotfrid und Hadu-burg oder Haduwolf und Friderun u. a. zustande gekommen.

Auch diese Erscheinung kehrt bei den Griechen wieder. So war Platos eigentlicher Name 'ApiCTTOKXfii;.nbsp;Er war der Sohn des ’Apiaxiuv, des Sohnes des ’Api-axoKXfjq, Sokrates war Sohn des Sophroniskus; wir be-gegnen inschriftlich einem Aeivopévri?, Sohn des Aeivo-bkri? usw.

Nicht aufier acht bleiben darf ferner der EinfluU der Mode. Gewisse Wörter waren allmahlich als zweitenbsp;Elemente der Namen so haufig geworden, dafi sie nurnbsp;mehr als Verschnörkelungen, Verbramungen des erstennbsp;Gliedes, denn als sinnvolle Bestandteile empfunden wurden.nbsp;Dies kann unter Umstanden dahin führen, daC ihr Sinnnbsp;sich völlig abschleift und nicht mehr klar ins BewuCt-sein dringt. Man kann das deutlich an solchen zweitennbsp;Namensgliedern erkennen, die auch auf Appellativa über-tragen worden sind. So war -hart in Eigennamen derartnbsp;abgeblafit, daC es nur noch einen bezeichnet, dessennbsp;charakteristische Eigenschaft das ist, was das erste Gliednbsp;zum Ausdruck bringt; nach Beginhart, Eginhart, Eherhard,nbsp;Adalhard, Bernhart z. B. wurden Gehhart, NUhart und dar-nach mhd. Adj. und Subst. wie lügenhart ‘Lügner’, nëm-hart ‘der gern nimmt’, ge-Uchsen-hart ‘GleiCner’ usw.nbsp;gebildet. Auf Grund der germahischen Eigennamen ent-stand auch das Suffix franz. -ard, italien. -ardo, vgl.nbsp;franz. fuyard, couard, italien. codardo ‘mit eingezogenemnbsp;Schwanze, feige’ usw., femin. franz. poularde : poule usw.nbsp;Nach Eigennamen wie Frot-^, Helid-, Ricbald, -bold sagtenbsp;man auch mhd. Wankeïbolt ‘wan kei m ii tig’, spatmhd.nbsp;trunkenbold, nhd. Bauf-^ Tilcke-, Wïtzbold. Ahnlich istnbsp;im Nnd. Jan (aus Johann) zum hedeutungslosen Ah-leitungselement herabgesunken; daher Dummerjan, Dumm-rian, Grobian, lAederjahn, Loitrian. W. Schulze, Lat.nbsp;Eigenn. 283 ff. verweist noch auf lat. homo levenna desnbsp;Laberius mit etrusk., vulgarlat. ebriacus mit keltischemnbsp;Namensuffix, auf des Aristophanes (TxiupuXioffuXXeKxdbrii;,nbsp;^»aKio(TuppaTTxdbr|?, craXmYYoXoTXUTrrivdbai und die plauti-nischen, den griechischen Sprachgebrauch nachahmenden

* Zu got. frops, ahd. fröt, frmt, ags. fród ‘klug, verstandig.

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Die deutschen Personennamen.

plagipatida ‘Schlage erduldend’, rapacida ‘Rauber’ mit patronymischen -öpq; s. noch Osthoff, PBB. 13, 431 ff., 440 ff.

Ursprünglich also haben zweistammige Voll- und einstammige Kurznamen nebeneinander bestanden. Diesnbsp;Verhaltnis hat aber schon friihzeitig eine Störung erlitten,nbsp;und zwar, wie die Übereinstimmung mit anderen altennbsp;Sprachen, dem Griechischen, Indischen usw., lehrt, bereitsnbsp;vor der Zeit, als sich die Germanen als Sondervolk ausnbsp;der Gemeinschaft der stammverwandten Völker loslösten;nbsp;die Vollnamen sind namlich verkiirzt worden. Ein Voll-name ist ja etwas ungemein Klangvolles und Beredtes;nbsp;aber fiir den taglichen Gebrauch haftet ihm der Übel-stand an, dad er zu lang und schwer ist. Das vertragtnbsp;sich nicht mit der Grundtendenz alles Sprechens, dernbsp;Bequemlichkeit und dem Streben, mit möglichst geringemnbsp;Kraftaufwande das zu Sagende hervorzubringen. Im ge-wöhnlichen Leben fiihrt dies namentlich zur Verkiirzungnbsp;von Komposita: Kilo statt Kilogramm, Bock, Lager stattnbsp;Bockbier, Lagerbier, Ober statt Oberkellner, Sozi = Sozialdemokrat,nbsp;engl. pops = popular concerts, rail — rail-road usf.^ Fürnbsp;Namen kommt noch besonders das Bedürfnis des nahennbsp;Familienverkehrs hinzu, fiir den die langen Namen vielnbsp;zu wenig traulich und herzlich sind. Die Zartlichkeit dernbsp;Mutter, der Geschwister, der Gatten aufiert sich in einernbsp;immer weiter gehenden Verkiirzung. Das Gefiihl hierfiirnbsp;ist auch in uns noch vollkommen lebendig. Wennnbsp;wir zartlich sein, liebkosen wollen, machen wir aus einemnbsp;Johannes einen Hans, aus einem Friedrich oder Siegfriednbsp;einen Friede, Friedel, Fritz, aus Hedwig Hede oder Wicki,nbsp;aus Elisabeth Elise, Lisbeth, Lilli, Li. Solches ist zu aliennbsp;Zeiten im weitesten Umfange geschehen. Nun könnennbsp;aber auf diese Weise zustande gekommene Kurznamen,nbsp;Kosenamen, wie man sie gewöhnlich nennt, selbstandigenbsp;Existenz gewinnen; ihr Zusammenhang mit dem Vollnamen kann fiir das Sprachgefiihl verloren gehen. Beinbsp;uns sind jetzt Fritz und Hans auf dem Wege, sich zunbsp;selbstandigen Namen zu entwickeln. Wir empfindennbsp;ihren Zusammenhang mit Friedrich und Johannes noch

1 [S. jetzt namentlich W. Horn, Sprachkorper und Sprachfunktion = Palastra, Unters. und Texte aus d. deutsch. u. engl. Philol. 135,nbsp;Berlin 1921, Sff. — E. F.]

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ITO

Die Personennamen.

vollstandig; aber so mancher, der Friedrich und Johannes getauft ist, nennt sich nur noch Fritz und Hans, undnbsp;gar nicht geiten werden bei dem offiziellen Akte dernbsp;Namengebung, der Taufe, direkt die kurzen Namens-formen beigelegt. In anderen Fallen haben wir das Ge-fühl des Zusammenhangs eben noch gerade, z. B. beinbsp;Flli und Betfi als Kürzungen von Elisaheth\ bei anderennbsp;ist diese Empfindung völlig verloren gegangen, so beinbsp;Kurt aus Konrad] Benno aus Bernhard. Weiter könnennbsp;aber auch Vollnamen verloren gehen und ursprünglichenbsp;Koseformen allein übrig bleiben. So ist von den obennbsp;«rlauterten Vollnamen mit Aud- wie Audoherht, Audomar,nbsp;Audoivard allein die Kürzung Otto als Vorname bewahrtnbsp;worden.

Die Verkürzung kann sehr verschiedene Grade an-nehmen. Wir können zwei- und einstammige Kosenamen unterscheiden. Bei jenen bleibt vom zweiten Bestandteilenbsp;etwas erhalten, bei diesen wird das zweite Glied vollstandig aufgegeben. Wir gewahren also dieselben beidennbsp;Arten wie bei den griechischen Kosenamen.

1. Zweistammige Kurznamen, die aus Vollnamen hervorgegangen sind:

a) nbsp;nbsp;nbsp;Von dem zweiten Bestandteile bleibt der Anlaut,nbsp;der erste oder die beiden ersten Konsonanten. Dabeinbsp;tritt arn Schlusse oft -o auf, und zugleich wird der End-konsonant des ersten an den beginnenden des zweitennbsp;Gliedes assimiliert:

Für dieselben Personen sind nachzuweisen Bat-poto und Batpo, Bappo; Adeïbero und Adalbo; Thietmarus undnbsp;Thiemo; Thankmarus und Tammo, Tanim] Gumpolt = Gund-bolt und Gumpo] Hubo — Hugibertus (vgl. auch Hube, Hupe,nbsp;Huppe, Hoppe, Haube). Darnach sind zu beurteilen Lampenbsp;für Lampert — Landbert, das noch im 18. Jahrh. als Kon-traktion daraus empfunden wurde; Gobbo, Gobo, etwanbsp;aus Godberaht; in jüngerer Form Gobbe, Gubbe, Göb (Gen.nbsp;sg. Göben)] Sibbo, Sibo (Siebe, Sipp) aus Sigibert oder Sigi-brand] Lubbo, Liubo {Lupp, Lübbe) aus Liudbert u. a.,nbsp;ebenso Liudmo (Lieme, Luhme) zu Liudinar u. dgl.; Hüfonbsp;{Haujfe) aus Hugifrid.

b) nbsp;nbsp;nbsp;Vom zweiten Bestandteile bleiben der oder dienbsp;schlieCenden Konsonanten, wahrend die beginnenden, des-

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Die deütschen Personennamen.

gleichen unter Umstanden die schliefienden des ersten Gliedes zu Schaden kommen. Diese Art der Kürzungnbsp;ist spezifisch niederdeutsch:

Gerhard daraus Gert', Bernhard daraus Bernd; Eber-hard daraus Ebert, Ewert; Arnold : Arnd, Holt; Harald : Harld; Konrat: Kord, Kuonrad : Kurt, Kuhnt; Bodolf : Bolf;nbsp;Gosuin (mit einem auch sonst haufigen, nicht ganz klaren,nbsp;ersten Element) : Gosen', Wilhelm: Wilm; Diedrik : Dierk;nbsp;Frederik : Frerk; Sigibold : Sybt, Seibt; W{e)igold : Weigt',nbsp;Adolf : Alf.

Bei den grieehischen Personennamen findet sich nichts Analoges; AoKpiöiuJV ist nicht direkt aus 1AaKpaTi5iiJUVnbsp;verkürzt, sondern von der Kurzform AoiKpiq aus weiter-gebildet.^

2. Einstammige, aus Vollnamen entstandene Kurz-namen:

a) Der ganze zweite Bestandteil geht verloren; er wird durch das bloCe Suffix -o, das für Namen charakte-ristisch ist, ersetzt:

Kuonrat : Kmno : Kuhn{e), vgl. Chuono = Chonradus (Kurzebolt) a. 939. 948, Conrado qui et Cona (Sohn Könignbsp;Berengars II.) a. 987, Cona = Konrad II. (aus dem Hausenbsp;derSalier) a. 1060; T^eadmcMS (Westgotenkönig 419—451);nbsp;Theudo (Gregor von Tours), vgl. Thiede, Diede, Dieth{e)',nbsp;Chlodovicus (Frankenkönig): Hludio (ders.); Hugbert: Hugo;nbsp;Gisebertus: Giso, Giese; Bodolf :Bodo, Bode, Botho, Bothe;nbsp;GodeberaM, Godemar, Godefrid, Godevald, Godhard usw.:nbsp;Godo, Gode, Gude, Gote, Goet{h)e; Wolfbraht : Wolf{o);nbsp;Haganrich : Heino, Hein{e); Arnold: Arno; Ludwig, Ludher :nbsp;Ludo, Lude-, Gerhard : Gero, Kero, Gehr, Kehr; Willehalm :nbsp;Wilia, Willo, Wille; Odoberht, Odswart, ags. Eadward,nbsp;Odagar, Odigar, ags. Eadgar (cf. auch Öttker, Ottiger),nbsp;Odaidn, engl. Edwin, Odamund, engl. Edmund (zu got. audagsnbsp;‘selig’, ahd. ötak ‘reich’, ags. éad 'Glück, Eeichtum’, asachs.nbsp;öd, anord. auctr, ahd. mhd. kleinst ‘Kleinod’, s. o.): Otto,nbsp;Otte, Ott.

1

[Vgl. aber bei geogr. Bezeichnungen und Ethnika thess. Aoiaav tuv Adpicrav Hesych, Aaaaioi = Aapwatoi IG. IX, 2, 517,19nbsp;und zur'inneren’ Kürzung überhaupt auch Kretschmer, KZ. 38,132 ff.,nbsp;Festschr. für V. Jagic 555 ff. — E. F.]

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Die Personennamen.

Das SufSx -on- dient also zur mannlichen Kurz-namenbildung, dasselbe mithin, das das nnbestimmte Ad-jektiv bestimmt macht, ihm einen substantivischen Sinn beilegt, es individual isiert (cf. Héb', der liebe; gut: der gutenbsp;etc.). Die regelrecht entwickelten Formen im Neuhoch-deutschen sind die, in denen das schlieCende -o zu -enbsp;geschwacht bzw. ganz weggefallen ist. Im nördlichennbsp;Teile des Sprachgebiets ist das -e erhalten geblieben, imnbsp;Süden nnd Westen geschwunden. Also Otte, Ott; Heine,nbsp;Hein; Kühne, Kühn, Kukn sind die regularen Gestalten.nbsp;Ebenso verhalt es sich mit Namen, die von Anfang annbsp;einstammig gewesen sind; cf. Brmo : Braune, Braun. Nhd.nbsp;Bruno erweist sich schon durch sein nicht diphthongiertesnbsp;ü als künstliche Erneuerung aus der alten Sprache. Allenbsp;Formen mit erhaltenem -o sind aus der TJrkundensprachenbsp;geschöpft, die das Alte festgehalten und gerade bei Namennbsp;Bewahrung desselben im Widerspruch zur lebendigennbsp;Sprachentwicklung gefördert hat. In ganzen zeigen heutenbsp;im Gebrauche der Schriftsprache die Familiennamen dienbsp;regulare Schwachung, die Vernamen Bewahrung des vollennbsp;Vokals (daher Otto, Kuno, TJdo, Bodo, Hugo). In dernbsp;Volkssprache herrscht jedoch auch bei letzteren das -e,nbsp;daher in Berlin Lude, Ede, Friede.

Unter ümstanden geht nicht nur der zweite Bestandteil, sondern auch noch der Schluil des ersten bei der Kürzung verloren:

JJodalrich : Udo, TJhde; Agilolfus : Ago (Langobarden-könig 591); Isenger : Iso, Ise.

Die Endkonsonanten des ersten Elements können auch einander assimiliert werden:

Bernhard, Bernger : Benno; Arnold, Arnulf : Anno; Burchard ; Bucco, Buck, Bock (cf. Bucco qui et Burchardus);nbsp;Bertram : Betto; Folkhard, Folkmar : Focco, Focke (fries.);nbsp;vgl. von Frauennamen Mette (Bremen) für Mechthildis.

Die Erklarung für diesen Vorgang ist nicht ganz leicht. Am ehesten sind wohl derartige Assimilationennbsp;im Munde von Kindern aufgekommen, die bei ihren un-vollkommenen Sprachversuchen die Artikulation durchnbsp;Angleichung der verschiedenen, aneinander stollendennbsp;Konsonanten erleichterten.

Bei Frauennamen, die unter Aufgabe des zweiten

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Die deutschen Personennamen.

Elements verkürzt werden, wird in diesem Falie das Suffix -a angehangt:

BerMrada, Gattin Pipins des Kleinen ; Berhta (Ur-kunden und Annalen des 8. Jahrhs.); Friderm, Frithuhilt, Frithuburc ; Frida (11. Jahrh.); Liobgilha (cf. ags. gieddnbsp;‘song, poem, speech, narrative, tale’), Abtissin in Bischofs-heim : Lioha (8. Jahrh.); Adelheida : Adela (11. Jahrh.).

Hier fallen also die durch Verkürzung entstandenen Namen mit solchen Namensformen zusammen, die vonnbsp;Anbeginn an einstammig gewesen sind. Dasselbe istnbsp;der Fall bei Mannesnamen wie Wolf neben Wolfradusnbsp;(12. Jahrh.), FJbero neben Eberolt (12. Jahrh.), Hludo nebennbsp;Hludher u. a. Daher laBt sich oft nicht bestimmen, obnbsp;ein Kurzname von allem Anfange an Kurzform gewesennbsp;Oder erst durch Verkürzung aus einem Vollnamen hervor-gegangen ist. Unter Umstanden kann die Bedeutung dienbsp;Entscheidung geben; z. B. Willio ergibt keinen für einennbsp;Namen ausreichenden Sinn, muC also verkürzt sein.

b) Der ganze erste Teil geht verloren. Diese Art der Kürzung ist bei echt deutschen Namen viel seltener undnbsp;findet im wesentlichen nur da statt, wo auch das zweitenbsp;Namenselement einen starken Ton tragt: Gertrude darausnbsp;Trude, Trudchen', Friederike : Bieke \ Walburgis \ Burgi', lAut-pold : Poldi’, Hedwig : Wicki. Sehr haufig ist diese Be-handlungsweise dagegen bei entlehnten Eigennamen, zumalnbsp;bei solchen, die direkt aus dem Lateinischen stammennbsp;Oder durch Vermittelung desselben zu uns gekommennbsp;sind; daher Jacobus : Kobes, Köbes] Antonins : Tiinnes;nbsp;Karolina : Inna-, Philippus : Lippe. So ist es auch mitnbsp;latinisierten, deutschen Namen, wie sie am Rhein be-sonders haufig sind, geschehen; daher Drikkes aus Hen-dricus; Manes aus Hermannus] Nieres aus Rainerus; Dolf{e)s,nbsp;DolfuJJ (volksetymologische Umdeutung) aus Rudolf us.

Die bisher betrachteten Kurzformen batten als Suffix einfach das individualisierende -on-. Daneben tritt dienbsp;ganze Fülle der Kurznamen, die mit Deminutivelementennbsp;gebildet sind. Bei dem traulichen, liebkosenden Charakter,nbsp;der den Kurznamen eigen ist, treten natürlich geradenbsp;Suffixe verkleinernder Bedeutung mit Vorliebe an. Einernbsp;zartlichen Mutter genügt es nicht, ihren Sohn Fritz stattnbsp;Friedrich zu nennen: sie will ihrem Gefühle auch auCer-

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Die Personennamen.

lich starkeren Ausdruck verleihen und sagt daher Fritzchen. Derartiger Deminutivformantien sind besonders vier nam-haft zu machen;

1. nbsp;nbsp;nbsp;Ein blofies -i-Suffix, das noch heute in dernbsp;Schweiz lebendig ist: Ruodi, Kuoni, Welti (: Walther),nbsp;Biirki (; Burkhard). Ursprünglich war es ina ganzen deut-schen Sprachgebiete gelaufig; in alteren Urkunden tretennbsp;vielfach Namen auf wie Sigi, Winni, Kunni (zu Kunigund),nbsp;midi, Waldi, Odi, die aus samtlichen Gegenden zu belegen sind. Auch im Alt- und noch im heutigen Neu-englischen ist dies Suffix beliebt, vgl. Billy, Winny, Ritchienbsp;u. a. Etymologisch gehort es zu griech. -loq, das in dernbsp;Neutralform -lov das verbreitetste griechische Deminutiv-suffix ist.^ Im einzelnen bediirfen gerade die Verhaltnissenbsp;dieses Suffixes noch einer genaueren Untersuchung. Vonnbsp;alters her scheinen Vermischungen mit einem Suffix -in-stattgefunden zu haben, das ebenfalls deminutive Be-deutung besaC und sich an Bildungen wie lat. haedinus,nbsp;griech. KopaKivo?, ’ApKrivo? anschloC; vgl. von Appellativennbsp;ahd. magadm : magad; fulïn ‘Füllen’: folo ‘Fohlen’, aengl.nbsp;cycen, niederl. kiekijn, niederd. kuken, md. kuchm nebennbsp;Eiichlein. Es lafit sich noch nicht mit voller Sicherheitnbsp;sagen, wieweit z. B. das heutige -i in der Schweiz altesnbsp;-i, wieweit es -m fortsetzt.

2. nbsp;nbsp;nbsp;Ein -Z-Element, das mit den griechischen Demi-nutivsuffixen -aXog, -ikoq, -u\o(;, lat. -ulus {rivolus, gladiolus,nbsp;Proculus : Procilius W. Schulze, Lat. Eigenn. 453 ff. 460 ffi),nbsp;-ellus {agnellus: franz. agneau) im Zusammenhang steht;nbsp;got. Atiila, Wulfila, Totila (: Thiod- ‘Volk’), fern. Runilö,nbsp;ahd. Hünilo, Liubilo, Dietilo, fern. Gundila, LiuUla. Fürnbsp;dié Weiterentwicklung lehrreich sind die Umbildungennbsp;von Dietilo : Dietel (Dittel, Tittel), mit Assimil. Tillo, Title,nbsp;Till, mit AusstoCung des -f-Lautes Thilo : Thiele, Thiel,

* [S. jedoch jetzt W. Petersen, Greek diminutives in -lov, Wei-naar 1910, 191 ff., der zeigt, dab die Entwicklung des verkleinernden Sinnes von -lo- im Griech. erst nachhomer. einsetzt und im 6. undnbsp;5. Jahrh. noch in den Anfangen hegriffen ist. Dies beweist natflr-lich nichts gegen die form el le Identitat von -io- in den verschie-denen Sprachen. Nur beruht die deminutive Bedeutung auf unab-hangiger Parallelentwicklung in einem jeden idg. Dialekt aus demnbsp;allgemeineren Sinne der Zugehorigkeit. Das Gleiche gilt auch fürnbsp;-ino-, s. Petersen 77. 194, usw. — E. P.]

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Die deutschen Personennamen.

Diehle, Diehl. Vgl. noch Beichel (BeicM), Beinel, Hiltel (-1), Gundel, Ludel (-1), Volkel (-1), Merkel (-1) mit einemnbsp;wegen des zugrunde liegenden -ila vollzogenen -i-Umlaut.nbsp;Auch hier ist zum Teil Assinailation im weiteren Verlaufnbsp;der Entwicklung eingetreten; dahei Hill, Lull {Loll). Dasnbsp;Gleiche zeigt sich endlich noch in Godilo : Godel, Gödel,.nbsp;Göt{t)el: Golle, Goll, Göll', Gohl, Göhl{e).

In den Appellativen hat friihzeitig eine Erweiterung des einfachen -Z-Suffixes um die gleichfalls deminuierendennbsp;-i, -in Platz gegriffen, deren Gebiete sich auch hier nichtnbsp;mit voller Bestimmtheit scheiden lassen. Im ganzennbsp;darf man wohl annehmen, daC -U in der heutigen Schrilt-sprache fortlebt in -el {Biindel : Bund) Tilpfel : Tupf(e);nbsp;Gesindel, das seinen verkleinernden Sinn wie so haufig innbsp;den verschlechternden umgewandelt hat: Gesinde), -lin innbsp;-lein {Auglein, Bachlein). In den Mundarten ist die Endungnbsp;-li und Zubehör gegenwartig im allgemeinen auf ober-deutsches Gebiet beschrankt: Österreich-Bayern -el {Weibel,nbsp;Mannel, Hundel, Füefiel), Schwaben -Ie {Mcinnle, 'Wible,nbsp;Enable, Spatzle) mit Umlaut wegen des zugrunde liegendennbsp;-ila), Schweiz -li {Wïbli, Büebli, Maitli, Füefllï). Diesenbsp;Dialekte geben auch die Eigennamen gewöhnlich in diesernbsp;Form: österr.-bayr. Dietl, Hiltl, Ludl, Beichl, Merkl, Völkl,nbsp;Schwab. Dietle, Hiltte, Beichle, Yölkle, daneben Schwab.-schweiz. Köstlin, Böcklin, Sieglin, Bürklin^, die jedoch innbsp;der Volkssprache als -Ie, bzw. -li ausgesprochen werden.nbsp;In den genannten Gebieten sind die so gebildeten Kurz-namen am haufigsten; trotzdem hat man nicht die Be-rechtigung, alle Trager von Namen mit ableitendem -l-Element aus Oberdeutschland herzuleiten; ursprünglichnbsp;war das Suffix weiter entwickelt, zweifellos bis nach Mittel-deutschland hinein. Zahlreiche Namen gehen auf dienbsp;Zeit vor Eintritt der lokalen Einschrankung zurück.

3. Ein Gutturalelement, das in niederdeutscher Gestalt als -k-, in hochdeutscher als -ch- erscheint. Auch hier zeigt sich wieder ein Wechsel, je nachdem das ursprünglich e Suffix durch -in erweitert ist oder nicht. lmnbsp;allgemeinen ist es charakteristisch für Norddeutschland,nbsp;erstreckt sich aber doch bis nach Thüringen und Hessen,

Vgl. auch mhd. EtzeUn (: Etzel = AUila), Werbeltn (: Werbel).

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Die Personennamen.

ja selbst bis in die Maingegend hinein. Auf nieder-deutsehem Gebiete erscheint das SufSx vorzugsweise in der Gestalt -k, -he: zu Mein- geboren Meink, Meinke,nbsp;Meineke, Mdnicke] vgl. ferner Beinke, Beinicke, Beineke',nbsp;Heink, Heineke, Heinicke, Henk, Henke, Henneke; Kuhnke,nbsp;Kunke, Kiinicke, Könnicke; Tiedke, Tiedicke, Tieck (mitnbsp;Assimil.); Wilke-, Liidtke, Ludieke, Luck, Lücke-, Gerke,nbsp;Gericke, Gereke) Badke, Badicke, Bettke; Warnke, Werneke,nbsp;Wernicke (Kurzformen zu Wern-her)', Godike (alt Godiko),nbsp;Godeke, Göcke, Göck. In Mitteldeutschland ist die Gestaltnbsp;des Formans vorzugsweise -ig: Gehrig, Badig, Liebig, Leidig,nbsp;Hartig, Lindig, in alterer Zeit -igo : Weddigo zu wede,nbsp;Nebenform von abd. tvidu, tuitu, mhd. wite ‘Holz, Wald’nbsp;(cf. engl. wood), z. B. in Widherht, Widukind, Widugang,nbsp;Widmann, Witfmann, Widiomar, Widmer, vgl. noch Wedeke,nbsp;Wedeking, Wedekind. Endlich im Nordwesten, speziell amnbsp;Niederrhein, erscheint das Suffix als -gen mit alter Ortho-graphie: Dietgen, Tiedgen, Bathgen, Bontgen, Lindgen, Liitgen,nbsp;auf niederdeutschem Gebiete als -{a)ken (vielfach in genitiv.nbsp;Form): Lefken, Hilcken, Wilken, Luyeken (aus Liitken). Innbsp;diesen letzteren Namen ist es identisch mit -chen, niederd.nbsp;-ken {Kindeken, Kindeken). Hier ist überall die Erweiterungnbsp;um eingetreten. Formen ohne diese sind bei Nicht-eigennamen kaum noch anzutreffen. Eine Ausnahmenbsp;hildet nur rhein. enkel = got. ainakls ‘vereinzelt, allein-stehend’.

Seiner Herkunft nach kann das in Rede stehende Suffix nicht mit dem in griech. KivdKuuv, lat. -c- in Albu-cius, Fabricius verwandt sein, sondern muC auf vorgerm.nbsp;-g- zuriickgehen; vgl. lat. singuli: got. ainakls, rhein. enkel.^

4. Ein Dentalelement, das nur vereinzelt im Nieder-deutschen als t, sehr haufig dagegen im Hochdeutschen als -z{e) {-zo) erscheint: niederd. Benito, wohl zu Bernhard-,nbsp;in hochdeutschen Urkunden: ipsum Udalricum ob leporemnbsp;vocaverunt Uozonem; Jjandefredus qui et Lanzo, Winifredusnbsp;qui et Winizo, Teupaldus qui et Teuzo. In derselben Weisenbsp;finden sich Fritz{e) zu Friedrich, Lutz{e) zu Ludwig (altnbsp;Ludizo), Kunz{e) zu Kuonrat, Götz{e) : Gottfried (alt Godizo),nbsp;Heinz, Hinze, Henze : Heinrich, Nitz{e) : Nidhard u. a.,nbsp;Dietz{e) : Dietrich, Gerz, Gorz : Gerhard u. a., Bodizo, Bozo,

* [Vgl. auch Brugmann, Distrib. und koll. Numeralia 20. — E. F.]

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Die deutschen Personennamen.

woraus Botz, Butze, Putsche, Busso, Busse: Bodo, Bodomar, Bodebert Vergröberung von -tz in -tsch weisen Fritsch,nbsp;Nitsch, Dietsch auf. Etymologisch entsprechen dem be-handelten Suffix griech. -5- in den Namensformen aufnbsp;-ibris, den Deminutiven auf -ibiov (TTpYibiov^ poibiov, oiKl'biovnbsp;aus 1 2oiKi-{biov), lat. -idius {Gavidius, Flavidius, Marcidius,nbsp;Titidius', Anmdius aus 2Anni-idius, cf. Annius, etrusk. anie;nbsp;Maridius aus 2Mari-idius, vgl. Marius-, Salvïdius, cf. Salviusnbsp;usw., W. Schulze, Lat. Eigenn. 436 ff. 456 ff.). Auch diesnbsp;Suffix fungiert in Appellativen, wenn auch nicht oft; vgl.nbsp;Spatz, Deminutiv zu mhd. spar, ahd. sparo, wovon mitnbsp;anderer Art der Deminuierung Sperling (aus 2sparilinc); Betz,nbsp;Petz, Deminutiv zu mhd. her, ahd. hero ‘Bar’.^ Auch beinbsp;weiblichen Namen ist -za im Gebrauche; daher Kunza =nbsp;Kunigunde\ Imiza = Irmintrut. Erhalten hat sich ' diesenbsp;Bildungsweise in Metze, eigentlich Deminutiv von Mechthild,nbsp;dann im Hinblick auf die Haufigkeit des Namens, be-sonders in den unteren Kreisen, Bezeichnung für Madchennbsp;niederen Standes überhaupt (vgl. Marielle); schliefilich heftetenbsp;sich dem Ausdrucke der Nebensinn des Liederlichen an.nbsp;Ahnliches ist in Köln mit IrmcJie aus Irmgard geschehen.

Die erwahnten Deminutivsuffixe konnen nicht nur an einatammige, sondern auch an zweistammige Kurznamennbsp;antreten, woraus dann die mannigfaltigsten Kurznamen-formen entstehen konnen. So existieren neben Vollnamennbsp;mit Gode- wie Godeberaht, Godebald, Godetvald einstammige

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* [Mit anderem Verkleinerungssuffix and kosender Verkiirzung (st gebildet das synon. abg. mecïka, russ. meika, bulg. mecek, meëohnbsp;‘mannlicher Bar’, mecka ‘Bar, plumper Mensch’, mece, mecence n. .nbsp;‘junger Bar’. Serb, mecka ‘Barin’, mice, Gen. mêieta ‘junger Bar’,nbsp;dazu das Denominat. russ. mëikatï (falsche Schreibung statt meSkati),nbsp;Czech, meskati, poln. mieszkac ‘sich aufhalten, versaumen, zögern,nbsp;zaudern’ (poln. heute = ‘wohnen, an einem Orte verweilen’), Grund-bedeutung ‘tappisoh wie ein Bar gehen, nicht von der Stelle kommen’.nbsp;Aus dem Slavischen stammt lit. meszka, -é ‘Bar’ (meskiuti ‘wie einnbsp;Bar langsam gehen’), haufiger Ersatz des einheimischen lokys. Auchnbsp;in altpolnischer und altczechischer Zeit hat Mieszka, wenigstens alsnbsp;mannlicher Eigenname, existiert. Abg. mecïka etc. ist Demin, von

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meka, das durch kosende Verkiirzung aus abg. etc. medvèdï ‘Bar’, eig. ‘Honigfresser’, dem slav., euphemist. Ersatze d;s idg. Ausdrucksnbsp;fiir das Tier (ai. fk^a-, griech. öpKTog, lat. ursus), ebenso hervor-gegangen ist, wie serb. séka, séja aus sistra ‘Schwester’; vgl. auchnbsp;Briickner, Arch. f. slav. Phil. 21, 14ff., Meillet, Ling. hist, et ling, gén.,nbsp;Paris 1921, 283 ff. — E. F.]

Solmsen-Fraenkel, [udogermanische Eigennamen.

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Die Personennamen.

Kurznamen wie Godo (Gode, Go{t)te, Gude, Guthe), Godilo {Godel, Gödel, Güttel, Qoll, Qoll), Godiko {Godike, Gadicke,nbsp;Gedike, Gettke, Qöttig, Gocke, Gocke, Qutke), Godizo {Gotze,nbsp;Gotz, GUtz); ferner zweistammige: Gobbo {Gubbe, Göb[en\),nbsp;Gobbilo {Göbbel, Göbel, Geibel).

Wir finden ferner Kurznamen nicht nur mittelst eines einzigen Deminutivsuffixes gebildet, sondern auch zwei der-artige Formantien sind vereinigt worden. Der Sprechendenbsp;kann sich im Zartlichkeitsausdrucke nicht genugtun. Dasnbsp;eine Suffix erscheint ihm nicht bezeichnend genug; esnbsp;verliert auch oft durch den haufigen Gebrauch seinennbsp;verkleinernden Charakter; daher wird ein zweites Suffixnbsp;angefiigt, vgl. Madelchen; Maedelm, Madelein durch Kona hi-nation von -il- und -in-. Entsprechend finden wir beinbsp;den Kurznamen nicht selten eine Vereinigung zweier dernbsp;genannten Suffixe, so neben Dietz und Dietel {Diehl, Thiel)nbsp;auch Dietzel und Dielitz; neben Dietel {Diet) und Dietkenbsp;{Dieke) auch TMelicke und Diekel, Dickel, endlich Titzke,nbsp;ja selbst mit drei Deminutivsuffixen Dietzelke. Ahnlichesnbsp;ist auch sonst sehr haufig, z. B. TVitzel, Weitzel, von Witz,nbsp;Weitz mittelst -I- abgeleitet, die letzteren wieder Kurz-formen mit -z~ Suffix zu Vollnamen mit Wid-, Weid-,nbsp;wie Widmann, Widbert, Widhard {wid- = ahd. witu, ags.nbsp;wudu, engl. ivood ‘Holz, Wald’). Neben Nitz, Neitz zunbsp;Nid-hard u. a. finden sich Nitzke, Neitzke] Nitzel, Neitzel.

2. Die Ausbildung der Familiennamen.

Allgemeines.

Urspriinglich hatte in Deutschland wie überall auf indogermanischem Boden das Individuum nur einen Namen,nbsp;und die Zahl der verschiedenen Personenbezeichnungennbsp;war ehemals sehr groB. Man hat ihrer etwa 7000 ge-zahlt. Schon für die Zeit zu Beginn des zweiten Jahr-tausends lafit sich jedoch dasselbe konstatieren, was wirnbsp;heute so haufig beohachten; zu gewissen Zeiten sind innbsp;bestimmten Gegenden bestimmte Namen ganz besondersnbsp;beliebt gewesen, und die groBe Masse der übrigen begegnetnbsp;dort selten oder ist direkt verschwunden. So trifft mannbsp;in Franken in Urkunden des ausgehenden Mittelaltersnbsp;massenhaft Ghuonrat an, in einer Urkundeaus dem Schachen-tal vom Jahre 1294 unter 59 Landleuten 20 Walther, in

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Die deutschen Personennamen.

Zürich Heinrich, in Basel,Burkhart, in Köln von 1141—1159 12 Ministerialen Hermann. Diese Vorliebe für bestimmtenbsp;Namen geht soweit, daC sogar Brüder oder Schwesternnbsp;gleichnamig sind, z. B. lesen wir in Urkunden aus Baselnbsp;vom 13. Jahrh. Conradus et Gonradus itemque Conradus',nbsp;Conradi quondam Furstonis filii, in einer aus Freiburg vomnbsp;Jahre 1267 Her Burkhart Meinwart und sin Bruder hernbsp;Burkhart-, Basel 1292 Dietrich der Miinzmeister der elter.nbsp;Hern Dietriches Sohn. Sein Bruder ist Dietrich der Miinzmeister der jiinger. Die Scbeidung zwischen zwei gleich-namigen Gescbwistern wird haufig durch diesen Zusatznbsp;gemacht, wenn man sie als nötig erachtet, oder man sagtnbsp;z. B. Anna die erste und Anna die andere. Die erwahntenbsp;Erscbeinung setzt sich mancherorts und in verschiedenennbsp;Familien sehr lange fort, z. B. in Frankfurt a. M. begegnennbsp;uns im 15. Jahrh. zwei Brüder Walter Schwarzenberg, imnbsp;18. Jahrh. drei Brüder Johann Philipp Orth; alle drei warennbsp;Rechtsgelehrte.

Man empfand allmahlich das Bedürfnis, die verschiedenen Trager des gleichen Namens durch gewisse, kennzeichnende Zusatze öffentlich zu differenzieren. Innbsp;der Familie erreichte man dies durch Doppelvornamen,nbsp;eine Sitte, die wir seit dem 14. Jahrh. antreffen, im ein-zelnen in den verschiedenen Teilen Deutschlands zu ver-¦schiedenen Zeiten. So zeigt sich in Basel und Umgegendnbsp;das erste, freilich nur sporadische Beispiel um die Mittenbsp;des 13. Jahrh., in Mitteldeutschland erst im 16., zum Teilnbsp;im 17. Jahrh. Der alteste Beleg ist Otto Berthold, Truch-seC von Waldburg. Am frühesten tritt die Sitte in reichs-freiherrlichen und fürstlichen Familien, erst nachher innbsp;bürgerlichen auf. Was die öffentlichen Akten anbelangt,nbsp;so begnügt sich eine Urkunde des Bistums Basel vonnbsp;1085 mit Burchardus, Wernherius, Cuono, item Guono. Esnbsp;liegt auf der Hand, wie wenig dies zur Identifizierung dernbsp;betreffenden Persönlichkeit genügt. Es ist daher sehrnbsp;hegreiflich, dafi jene 12 Kölner Ministerialen Hermannnbsp;voneinander geschieden werden als: Hermann der Weifie,nbsp;der Bote, mit dem Bart, von Wighus, vom Neumarkt, Kalb,nbsp;Minenfufl, der SchultheiJS, Bazos, Vogt, TJntervogt, Diterigs.nbsp;Die nahere Bezefchnung wurde also entweder durch dennbsp;Namen des Vaters oder durch Hinzufügung der Wohn-

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Die Personennamen.

statte Oder des Amtes oder von Beinamen gegeben, die sich auf gewisse Eigenschaften beziehen. Dies sind abernbsp;alles bloC streng persönliche Hinzufügungen, die nur amnbsp;Individuum haften und mit ihm untergehen. Von einemnbsp;bestimmten Zeitpunkte an verlieren diese Zusatze ihrennbsp;individuellen Charakter; sie gehen nicht mit ihrem augen-blicklichen Trager unter, sondern bleiben an seinen hlach-kommen haften; so werden sie fest und entwickeln sichnbsp;zu Familiennamen. Der Verlauf dieses Prozesses im ein-zelnen laCt sich noch nicht angeben. Es fehlen nochnbsp;Einzeluntersuchungen für die verschiedenen Gegendennbsp;Deutschlands.^ So kann man zurzeit nur einige allge-meine Züge herausheben. Zuerst laCt sich das Aufkommennbsp;fester Familiennamen für die Stad te des Westensnbsp;und Südwestens nachweisen. Dort bildete sich zuerstnbsp;stadtisches Leben aus, und diese Stadte sind in den Dingennbsp;der auCeren und inneren Kultur dem mittleren und öst-lichen Deutschland um geraume Zeit voraus. Für Kölnnbsp;können wir von 1106 an, für Zürich von 1145, für Baselnbsp;von 1168 ab, für Mainz und Worms gleichfalls für dasnbsp;Ende des 12. Jahrh. feste Familiennamen nachweisen, innbsp;Mitteldeutschland dagegen für Frankfurt, Quedlinburg,nbsp;Nordhausen vom 13. Jahrh. an, in Nordostdeutschland fürnbsp;Hamburg seit der zweiten Halfte des 13. Jahrh., für Pom-mern erst vom 14. Jahrh. ab. Dabei werden die Familiennamen keineswegs in allen Standen gleichmaCig fest. Esnbsp;sind überall die vornehmen Bürger, bei denen sie zuerstnbsp;heimisch werden, die reichen Ministerialen oder Dienstmannen der Bischöfe und Fürsten und die sozial ihnennbsp;etwa gleichstehenden Freibürger oder Patrizier. Die unternbsp;diesen stekenden Handwerker und Bauern folgen überallnbsp;erst nach und nach ihrem Beispiele. Dazu kommt, daCnbsp;die Familiennamen als solche anfangs wenig fest sind.nbsp;Sie sind zunachst nicht ein derartiger juridischer Besitz-titel, der bis auf das kleinste Element wie heutzutagenbsp;festbestimmt-ist, sondern sie erfreuen sich einer gewissennbsp;Beweglichkeit. So hieC Lucas Cranach nach seinem Geburts-orte Kranach, Kronach im Bistum Bamberg; sein eigener

‘ Sehr wichtig ist für BaselSocins oben zitiertesWerk: Mittelhoch-deutsches Namenbuch (1903), das von S. 233 ab eingehend über die dortigen Verhaltnisse betreffs der Familiennamen bis 1300 unterrichtet.

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Die deutschen Personennamen.

Familiennatne aber war höchstwahrscheinlich, wenngleich es nicht absolut sicher ist, Sunders. Er selbst nannte sichnbsp;andererseits vielfach Luhas Maler. Einem Quedlinburgernbsp;Bürger Basse Kramer steilte der Rat von Braunschweignbsp;1411 einen Geburtsbrief aus, in dem sein Vater Hansnbsp;Klare genannt wurde. In Quedlinburg lesen wir unternbsp;dem.Jahre 1407 Ludeke Hugholdes, anders geheten Ludekenbsp;Smet, 1429 Glauwes Hartwiges, anders geheten Glauwes Gropernbsp;(= ‘Töpfer’). Auch spater begegnet uns ebenda; 1578nbsp;Hans Bonner, auch Franke genannt, 1602 eine Taufzeuginnbsp;Katharina Dilbners, sonst Katharina Asmus nach ibres Vatersnbsp;Taufnamen genannt; auCerdem heiCt sie auch Katharinanbsp;Sondershausen, weil sie bei dem von Sondershausen gedientnbsp;hat; vgl. das Totenregister derselben Kirche v.om 6. Sept.nbsp;1617; ist Katharina Sondershusen begrahen worden. In Baselnbsp;treffen wir noch im 15. und 16. Jahrh. Leute aus dennbsp;niederen Handwerkerkreisen ohne Familiennamen an, sonbsp;1438 Hans des jebsmolers (‘Gipsmüller’) tochtermann, 1522nbsp;Bastion der kornmesser. Wo das Vorbild der Stadte fehltnbsp;und sich das Leben durchgangig in bauerlichen Formennbsp;vollzieht, da sind die Menschen noch Jahrhunderte langnbsp;bei der alten Einnamigkeit geblieben; an den Küsten dernbsp;Nordsee, in Friesland, Holstein, Schleswig, Danemark hatnbsp;bis ins 18., zum Teil ins 19. Jahrh. die Sitte geherrscht,nbsp;das Individuum aulier mit seinem direkten Individual-namen mit dem jeweiligen Patronymikon zu bezeichnen,nbsp;so dafi also in den verscbiedenen Generationen ein Glasnbsp;Nehl-, Nielsen\ Nehls, Niels Glafien] Glas Nehlsen; Nehls Claflennbsp;aufeinander folgten. Erst direkte, gesetzliche Statuten habennbsp;im 18. Jahrh. auch in diesen Gegenden, in Ostfriesiandnbsp;erst eine Verordnung der hannöverschen Eegierung vonnbsp;1826, die Annahme fester Familiennamen durchgesetztnbsp;und dem Wechsel ein Ende bereitet. Mit am spatestennbsp;ist bei uns die jüdische Bevölkerung zu festen Namennbsp;gekommen. Die ursprüngliche Art der Bezeichnung, dienbsp;der an den Nordseeküsten üblichen gleich war, Abrahamnbsp;ben Isaac; Isaac hen Abraham; Samuel ben Isaac usw., batnbsp;sich erhalten, bis die Juden in Österreich unter Joseph II.,nbsp;in Preufien 1812 unter Friedrich Wilhelm III. durch einnbsp;Edikt Hardenbergs gesetzlich zur Annahme von Familiennamen gezwungen wurden. Aus der ursprünglichen Ge-

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Die Personennamen.

wöhnung erklaren sich die zahlreichen Namen wie Alra-hamsohn, Isaacsokn usw. Die SchafFung von Familiennamen hat also überall auf natürliche Weise begonnen; ihrenbsp;vollstandige Durchführung ist dagegen erst mittels gesetz-lichen Zwanges gelungen.

Als Familiennamen sind alle die Klassen fest geworden, die wir vorhin als Beinamen zur Unterscheidung der Einzelindividuen kennen gelernt haben; 1. Vaters-namen, 2. Bezeichnungen nach Herkunft und Wohnstatte,nbsp;3. solche nach Amtern und Gewerben, 4. Spitz- und Beinamen von irgendwelchen auCeren oder inneren Eigenschaften. Man hat für Oberschwaben festgestellt, dad zunbsp;Ausgang des 19. Jahrh. in der landlichen Bevölkerungnbsp;von den Familiennamen etwa 50®/o altdeutsche Personennamen, 20®/o Bezeicbnungen nach Herkunft und Wohn-statte, 24®/o nach Amtern und Gewerben, 6 “/o Bei- undnbsp;Spitznamen sind.

a) Der Vatersname.

a) lm AnschluC an altdeutsche Namen.

Altdeutsche Namen leben zum groCen Teile in den Familienbezeichnungen fort, wahrend als Individual-, d. h.nbsp;Vornamen nur eine verbaltnismaCig beschrankte Anzahlnbsp;von ihnen übrig geblieben ist. Wir haben hier die Gestalt zu besprechen, in der die alten Individualnamen alsnbsp;Familiennamen erscheinen. Zu erwarten ist, dafi die Herkunft von dem, der ursprünglich Trager des zum Familieu-namen erstarrten Individualnamens war, auch durch dienbsp;auCere Form zum Ausdruck kommt. In der Tat zeigtnbsp;sich dies in mehrfacher Weise:

1. Der Familienname ist der Genitiv des alten Individualnamens, auf -s bei den starken, auf -en bei den schwachen Stammen:

Diederichs {Dierks), Friedrichs (Frerichs), Wolfers, Gosens, Hilgers, Bütgers, Wilmanns {Wilms\ Sievers; Arntz, Bichartz,nbsp;Beinertz, Fckertz, Liebertz, Gompertz, Olbertz, Kau{w)ertz (zunbsp;Kauert = gawiwart ‘Gauwachter’ oder = Kurtt) Beinholz,nbsp;Helmholtz, Seifritz, Hellfritz; Otten, Heinen, Konen, Luden,nbsp;Bollen, Giesen, Thielen, Fritzen, Gontzen, Henzen, Wilken(s),nbsp;Menken (: Menke — Meinéké), Lubben {: Lubbo aus Liudb-).

Auch in nicht aus altdeutschen Individualnamen

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Die deutschen Personennamen.

hervorgegangenen Familienbezeichnungen kommt diese Bildungsweise vor: Wïrtz, Kochs (Kocks), Schippers, Schrörs;nbsp;Korten, Schuiten.

Besonders haufig ist diese Art der Formation von Familiennamen im Nordwesten des Sprachgebiets, in Friesland^, Westfalen und am Mederrhein.

2. nbsp;nbsp;nbsp;Der Familienname ist vom alten Individualnamennbsp;durch Komposition mit Sohn abgeleitet. Dies sind dienbsp;Namen auf -sen, die besonders für Schleswig-Holsteinnbsp;charakteristisch sind, aber noch weiter binauf nach Dane-mark {-sen), Schweden und Norwegen (-sow), Englandnbsp;{Thomson, Wilson, Robinson etc.) gehen:

Wilmsen, Detlefsen, Dirksen, Hinrichsen, Marquardsen, Volquardsen, Mommsen (‘Sohn eines Mommo', letzteres woblnbsp;Kurzform zu Mommer{t) aus Mombert, zu anord. munrnbsp;‘Sinn, Verlangen, Freude, Lust’, auch in Mimo, Monno,nbsp;Mone, Mohn, Muncke, Mohnike, Munkel).

3. nbsp;nbsp;nbsp;Der Familienname ist eine Ableitung mittelstnbsp;eines patronymischen Suffixes vom Individualnamen:

a) nbsp;nbsp;nbsp;mittelst -ing, -ung (cf. Karling, Walsung, Meroving,nbsp;Amalungi) '¦

Götting, Rüding, Mbing, IIenni{n)g, Eysink, Immink, miferding (; Hilfert, d. i. Hildfridi), Nieberding (: Niebert,nbsp;d. i. Nitberht), Volbeding (: Volcberht), Humperdinck (: Hum-pert), Groning (Griining), Eberding {Ebering), Gering (Goring),nbsp;Lortzing (: Lortz, d. i. Lorenz)', Hartung, Adelung, Amelung,nbsp;Madelung', durch Antritt an eine Deminutivbildung mit T.nbsp;Göttling, Helbling, Siegling, Segeling (Seeling), an eine solchenbsp;mit k: Sieveking, Meineking, Werneking, Fredeking, LUdeking;

b) nbsp;nbsp;nbsp;mittelst -er, einem Suffix der Zugehörigkeit, besonders im Österreichischen, zumal in Karnten:

SeiboUer, Hartler (: Hartl aus Leonhard), Wilhelmer (Wil-lemer). Lexer (: Lex — Alexius), Wastler (: Wastl), Sicker (: Sieeke aus *Sigiko).

Besonders kommt diese Bildungsart bei Namen, die aus Heiligennamen entstanden sind, vor. Übrigens ist sienbsp;auch in Norddeutscbland, wenngleich seltener, anzutreffennbsp;(z. B. im Friesischen, Lippischen, Quedlinburg).

Neben diesen Namensformen, die das Abstammungs-

^ Vgl. auch ostfries. Lehnhards (Lenhartz, Lehnertz), Meinderts, Meinders = Meinertz (: Meinhart = Maginhard).

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Die Personennamen.

verbaltnis klar zum Ausdmck bringen, steht die groCe Masse derer, in denen einfach der Individualname alsnbsp;Familienbezeichnung ohne irgendein Abstammungsformansnbsp;gebraucht wird:

Siegfried, Sieffert, Seijfert, Seuffert, Bibbert, Beichert; Ott(e), Hein{e), Gies{e)\ Contze, Kunze, Heinze, Henze usw.

Dies ist in hohem MaCe auffallend, und eine ganz befriedigende Erklarung hierfiir ist noch nicht gefunden.nbsp;Schon in lateinischen Urkunden vor dem Aufkommen dernbsp;Familiennamen wird der beigefügte Vatersname oft nichtnbsp;im Genitiv, sondern im Nominativ gegeben: 8. Jahrh.nbsp;Sigifridus filius Sigimundus; Köln 1185 Henricus Bazonis;nbsp;aber 1195 heifit derselbe Henricus Bazo; 1272 Theodoricusnbsp;dictus Bazo. Man wird die seltsaine Erscheinnng wohlnbsp;nicht anders auffassen können als in der Weise, daCnbsp;schon damals der Name bis zu einem gewissen Grade er-starrt war und in nominativ. Form zum Ausdruckenbsp;auch anderer als nominativ. Beziehungen gegeben werdennbsp;konnte, oder aber, daC der Name in seiner reinen Ruf-form beibehalten werden sollte. ^

Vereinzelt ist auch der Name der Mutter als Familienbezeichnung fest geworden: niederd. Vernaleken ‘Frauen Aleken’ (; Adelheid), Liebetrut, Liebetraut, Ermentraut. Schonnbsp;in alten Urkunden begegen uns derartige Falie: Gisel-bertus filius Odilie 1036, Budolf et Ulrich filii Adelheidisnbsp;1149, Gonradus Elyzabet zirka 1300, Hincze Alheyde 1403.nbsp;Dies braucht nichts Ehrenrühriges zu enthalten; es kannnbsp;sich daraus erldaren, daO es sich um Söhne einer friih,nbsp;unter Umstanden vor deren Geburt verwitweten Fraunbsp;handelt; oder aber die Mutter war bedeutender als dernbsp;Vater und steilte ihn in den Schatten, oder sie war vor-nehmer Abkunft.

P) Familiennamen im Anschlusse an kirchliche Vornamen.

Literatur:

F. Thudichum, Die Vornamen der deutscben Bürger und Bauern, Allg. Ztg. 1886, Nr. 10.

* [Vgl. auch portug. segunda etc. feira fur die Wochentage, wo das Subst. ebenfalls im Nom. erstarrt ist, s. Meyer-Lübke, Ztschr.nbsp;f. dtsch. Wf. 1, 193, E. Fraenkel, GRM. 9, 55. — E. F.]

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Die deutschen Personennamen.

E. nbsp;nbsp;nbsp;Wernicke, Die Vornamen der Bürger und Bauern innbsp;Schlesien, Allg. Ztg. 1886, Nr. 41.

F. nbsp;nbsp;nbsp;Leist, Zur Geschichte der Bürger- und Bauernvornamen,nbsp;Ztschr. f. aUg. Gesch. 3 (1886), 305 ff.

Die haufigere Anwendung biblischer oder besser kirch-licher Heiligennamen findet im allgemeinen erst in ver-haltnismafiig spater Zeit statt. Untersuchungen fiir die meisten Gegenden stehen noch aus; angestellt sind sienbsp;nanaentlich für Schwaben, Bayern, Franken, Steiermark,nbsp;Lausitz, Schlesien. Das Ergebnis ist überall, wenn auchnbsp;nicht genau, so doch annahernd das gleiche. Bei Manner-namen kommen bis zum Beginn des 15. Jahrh. Heiligennamen nur vereinzelt vor. Im ganzen herrschen die altennbsp;deutschen Namen, wenn auch im wesentlichen auf einenbsp;Anzahl besonders beliebter eingeschrankt, nicht nur innbsp;den Kreisen der Laien, besonders der Bürger und Bauern,nbsp;sondern ebensosehr auch bei der Geistlichkeit, bei der nurnbsp;vereinzelt Johannes, Andreas, Petrus u. a. begegnen. Danbsp;die Geistlichen selbst deutsche Namen führten, drangennbsp;sie erklarlicherweise in ihren Gemeinden bei der Taufenbsp;nicht auf die Durchführung von Heiligennamen in gröCeremnbsp;Umfange. Vom 15. Jahrh. an drangen dann die kirch-hchen Namen massenhaft ein. Bei den Frauen hat sichnbsp;dieser ProzeC schon rund ein halbes Jahrhundert frühernbsp;vollzogen. Schon im Laufe des 14. Jahrh. sind bei diesennbsp;die kirchlichen Namen sehr haufig {Anna, Christina, Elisa-betha, Juliana, Katharma, Margaretha, Sophia). Es laCtnbsp;sich beobachten, dafJ in den Kreisen der Bürger- undnbsp;Bauernschaft die kirchlichen Namen früher überhand-nehmen, wahrend beim Adel die altdeutschen {Hedwig,nbsp;Oertrud, Irmgard, Hildegard, Hildegund, Ermintrudis) langernbsp;fest bleiben; offenbar hatte die Tradition in den letzterennbsp;Kreisen ein starkeres Gewicht.

Wie in Bayern, Franken und Schwaben, so ist es auch in Friedberg in der Wetterau; auch dort sindnbsp;im 14. Jahrh. bei Mannern andere als altdeutsche Vornamen noch völlige Ausnahmen. In Steiermark verhaltnbsp;es sich im ganzen ebenso; allerdings ist dort schon imnbsp;13. Jahrh. Johannes sehr verbreitet^, wenigstens bei Priestern

* Dies ist auch in den anderen Gegenden der erste biblische Mannesname, der haufig wird.

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Die Personennamen.

und Horigen, wenn auch nicht hei Adligen und freien Bürgern. Im 14. Jahrh. treten Oeorg und Jacob hinzu;nbsp;doch bleibt das Verhaltnis der deutschen zu den fremdennbsp;Mannernamen noch immer wie 25:1 oder wenig darunter.nbsp;Bei den Frauennamen ist das altdeutsche Gut noch starkernbsp;beibehalten. Im 15. Jahrh. dagegen verhalten sich deutschenbsp;zu fremden Namen nur noch wie 5:4; die eigentliche Zeitnbsp;des Umschwunges fallt also auch hier in die erste Halftenbsp;des 15. Jahrh.

In der Lausitz (Görlitz) und Schlesien begegnen uns fremde Namen schon seit 1350 in reichlicher Zahl. Be-vorzugt sind schon damals Hans, Nikel, Peter, Anna, Kafha-rina. Zur Reformationszeit beobachtet man dann hiernbsp;und in anderen Gegenden, wie in Steiermark, ein starkesnbsp;Vordringen alttestamentlicher Namen {Adam, Abraham,nbsp;David, Elias, Jesaias). Damals bahnt sich der bis in dienbsp;Gegenwart hineinreichende Unterschied zwischen den Vernamen in protestantischen und denen in katholischennbsp;Gegenden an; auf der einen Seite z. B. Gotthold Ephraimnbsp;Lessing, dessen Mutter Justine Salome Lessing, dessennbsp;Schwester Dorothea Salome Lessing hieCen, Bebekka Clati-dius, Abraham Yofi, David Friedrich Strauji; auf der anderen Seite dagegen Heiligennamen wie Urban, Sylvester,nbsp;Dominik, Alois, Ignaz.

Über die Griinde, die gerade im 14. bzw. im 15. Jahrh. zu einer Anderung der bisherigen Sitte geführt haben, istnbsp;schwer etwas zu sagen. Man fiihrt die immer starkernbsp;werdende Macht der Kirche an und weist darauf bin, dafinbsp;die Kenntnis der Bedeutung der altdeutschen Familien-namen immer mehr verloren ging. Dagegen ist freilichnbsp;einzuwenden, daB auch die kirchlichen Namen farblosnbsp;und unverstandlich waren. Am ehesten wurzelt diesenbsp;Tendenz wohl in der zunehmenden, schlieClich zur Reformation führenden Religiositiit.

Auch aus den Vornamen kirchlicher Herkunft sind zahlreiche Familiennamen hervorgegangen, und zwar wie-derum entweder in nominativ. oder genitiv. Form, odernbsp;endlich eine Ableitung mittelst -sen ist als Familiennamenbsp;verwandt worden; daher Peter, Peters, Petersen, Petri;nbsp;Christian (niederd. Kirsten, Kersten, Karsten mit allgemeinernbsp;Umstellung der Liquida wie in Born: Brunn ; durch falsche

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Die deutschen Personennamen.

Verhochdeutschung Kirschstein), Christians {Karstens), Christiansen {Karstensen); Franz, Frantz, engl. Francis (aus Franciscus, vor allem von Assisi) : Frantzen, Frentzen,nbsp;Frenssen (Dem. Frentzel)] Simon, Simons, Siemens, Siems{en);nbsp;Jahn, Jahns, Jansen u. v. a. Unendlich viele derartigenbsp;Namen sind durch Kiirzung entstellt worden; wahrend sienbsp;als Vornamen wegen des Einflusses der urkundlichennbsp;Formen in ursprünglicher Gestalt erhalten geblieben sind,nbsp;sind sie als Familiennamen in dem verstiimmelten Aus-sehen gang und gabe geworden. Dabei ist ein Unterschiednbsp;gegeniiber den echt deutschen Namen bemerkenswert;nbsp;letztere betonen der Regel nach die erste Silbe, weshalbnbsp;die SchluCsilben der Verstümmlung und Verwitterung aus-gesetzt sind. Ausnahmen sind selten und finden sichnbsp;nur da, wo die zweite Silbe vollautend geblieben war;nbsp;daher Luit-, Leopold, Arnold: Nolle, Nolde{n), Nöldeke, Nöl-deken, Nöldechen, mit Assimilation Nolleken, Nolken. Dienbsp;fremden, lateinischen oder durch Vermittlung des Lateinnbsp;übernommenen Namen dagegen haben in ihrer lateinischennbsp;Gestalt vielfach nicht den Akzent auf der Anfangssilbe,nbsp;sondern auf einer der letzten. Bei der Ubernahme wurdenbsp;teils die lateinische Betonung beibehalten, teils das deutschenbsp;Prinzip der Akzentuierung der ersten Silbe eingeführt,nbsp;•wie solches auch sonst bei Fremdwörtern vielfach dernbsp;Fall ist (lat. pcddtium, das fiber pdlatium zu Pfalz gewordennbsp;ist, in spaterer Zeit dagegen zu Palds{t); franz. bannière :nbsp;Banner und Panniér). Der Unterschied richtet sich zumnbsp;Teil nach den Bildungsschichten; die gebildeten Stiindenbsp;halten an dem fremden Tonfall eher fest, wahrend dasnbsp;Volk mehr dem eigenen Betonungsgesetze nachgibt^; zum

' [Etwas ganz Ahnliches ist es, wenn in den griechischen Lehn-wörtern des Latein, soweit sie wirklich volkstümlich geworden sind, oft bis in die romanischen Sprachen hinein das griech. q) durch pnbsp;reprasentiert wird; daher pantasiare, rapanus, stropus, colpus (ausnbsp;KÓkacpo?): italien. colpo, franz. coup. Die Transkriptionspraxis dernbsp;Gebildeten dagegen, die unter dem Einfluh der Grammatiker standen,nbsp;schreibt, wie fiir x, allmahlich ch, ih statt alterer c, t, so auchnbsp;für q) mit der Zeit ph, woraus weiter ƒ hervorgeht; daher der sonbsp;charakteristische Unterschied zwischen dem durch das Deminutir-suffix als in die Volkssprache eingedrungen erwiesenen ampulla undnbsp;dem gelehrten amphora, amfora, die beide auf griech. dpqjopeiii; be-ruhen; s. W. Schulze, KZ. 33, 386ff., 387 mit Anm. 2. Ich erinnerenbsp;noch an Wackernagel, ALL. 15, 218ff.; Niedermann, IF. Anz. 29, 35

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Die Personennamen.

Teil aber verfahren auch die Landschaften verschieden; der Norddeutsche übernimmt eher die fremde Betonungs-weise, wahrend der Süddeutsche meist starker zur Ein-deutschung durch Akzentanderung neigt. So finden wirnbsp;denselben fremden Namen teils mit der ursprünglichennbsp;(lateinischen) Akzentuationsweise übernommen, wobei dienbsp;dem Ton vorhergehenden Anfangssilben leiden, teils mitnbsp;deutschem Tonfalle, wobei wie bei deutschen Namen dienbsp;schlietSenden Silben vielfach verstümmelt werden. Sonbsp;erklaren eich die Doppelformen:

Alexander: Alex und Sander, Zander', Amhrosius: Ambros(ch) und Brose, Brösel, Bröseke; Andreas: Andres(en),nbsp;Anders, Enders neben Drees(en), Drewes, Drews •, Antonins:nbsp;Anton neben Tönnies, Tünnes, Dönniges-, Bartkolomaeus:nbsp;BarthelCmes) neben Mew(e)s, Mewis(sen); Benedictus: Bene-dix, Bendix und Diet, Dix; Cornelius: Corne(h)l und Nelles,nbsp;Neels, Niels; Ohristophorus: Christoph, Christoff el nebennbsp;Stoffel] Dionysius: Denys, Denis : Niefl, Niese, Nis(sen);nbsp;Gregorius : Gregor, Greg(e)r: Görres; Jacobus: Jacob, Jack(s),nbsp;Jock, Jöckel, Jockele : Kobes, Köbke, Köpke- Johannes: John,nbsp;Johnen : Jahn(s), Janke, Janicke, Jahnel: Hannes, Hans,nbsp;Hansen, Hensel, Henske, Hensgen] Joachim: Jochem, Jochum:nbsp;Achim; Josephus: Josef: (Sepp (niederd. dagegen Jopp, Jupp);nbsp;Liborius:nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;Lieber : Borries] Matthaus: Matthes, Matz:

Thees(en), Tew(e)s', Matthias: Matthies(sonf Mathy : Thias, Thies(sen), Theis(sen), Hies(el); Nicolaus: Niclas, Nickel:nbsp;KlausCsen), Klas, Klaes, KlosCe); Fhilippus: Philipp : LippCs);nbsp;Pancratius: Pankras, Pongraz : Kraatz, Krützel, KratzJce]nbsp;Severinus: Severin'. Frings; Sylvester: Silvester: Fester;nbsp;Thomas: Thomas, Thom(s) : Maas, Masius, Maassen; vgl.nbsp;noch Sophie: Sóphchen : Fiéken; Helena: Hélla : Léne,nbsp;Lénchen.

Bei anderen lag der Akzent nur auf der ersten Silbe, so daH bloC Verkürzungen der letzten eingetreten sind:nbsp;Zacharias: Zacher; Michael: Michel.

Schopf, Kons. Fernwirk. 98. 101, über den Gegensalz von einerseits volkstümlichem osk. diumpals, lat. lumpa, andererseits gelehrtem lat.nbsp;nunipa, nympha, halbgelehrtem lumpha, lytnpha, samtlich aus griech.nbsp;vópcpri, nur in verschiedenen Kreisen und auch zu verschiedenennbsp;Zeiten entlehnt. — E. F.]

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Die deutschen Personennamen.

Wieder bei anderen erbielt sich der Ton durchaus auf einer Mittelsilbe, so daC ausschlieClich Verstümmelungennbsp;den ersten Platz gegriffen haben :

Alexius: Lexis, LexCer); Aegidius: Gilles; Erasmus: Rasmus, Asmus; Eustachius: Stack; Eustathius: Statz, Staats,nbsp;Staassen; Quirinus: Krings, Rings; Sebastianus: Bastian,nbsp;Bastl, Wastl, Wastler.

b) Familiennamen nach Herkunft und Wohnstatte.

Die Ortsbezeicbnungen, die sich zu Familiennamen entwickelt haben, bilden das Gegenstück zu den ausnbsp;Personennamen hervorgegangenen Ortsnamen. Wir findennbsp;solche auf Ortsbezeicbnungen basierende Namen schonnbsp;sehr frühzeitig zur Kennzeichnung besonders vornehmer,nbsp;adliger Familien sowie von Personen überhaupt, z. B. innbsp;Quedlinburg 1134 Bozwinus de Hennisherck, 1137 Hein-ricus de Neinthorp, 1174 Burchardus de Falkensten; Gunce-linus de Zoerin. Indes sind diese charakterisierenden Bei-fügungen anfanglich wenig fest, und so wechselt einnbsp;Rittergeschlecht, das seinen Familiensitz aufgibt undnbsp;einen neuen bezieht, zugleich auch seinen Zunamen. Dienbsp;Freiherren von Attinghausen führen diesen Namen erst seitnbsp;ihrer Übersiedelung nach Uri; vorher wurden sie dagegennbsp;nach ihrer Stammburg im Emmental die von Schweinslergnbsp;genannt. Die Herren von Löwenstein heifien so erst seitnbsp;dem 13. Jahrh., vorher die von Bischofshausen {Bischhausennbsp;an der Schvvalm). Wir können, wenn auch nicht mitnbsp;durchgehender Scharfe, zwis^hen Namen, die von dernbsp;Herkunft, der Heimat gegeben sind, und solchen scheiden,nbsp;die von der Wohnstatte herrühren.

a) Von der Herkunft, Pleimat.

Solche Namen sind vor allem bei Eingewanderten anzutreffen. Diese wurden einmai nach dem Volksstammenbsp;benannt, dem sie angehörten: Schwab(e), Hess(e), Fries(e),nbsp;Frese, PreufiCe), Sacks(e), Holst(e), Beier, Westfal, Sauer-lander, Voigtlander, Scklesinger (besonders in Österreichnbsp;haufig). During, Döring (dies die echt volkstümliche Eat-wicklung des Namens, wahrend Thüring erst wieder aufnbsp;gelehrtem Wege eingeführt worden ist), Flemming, Brabander, Hollander; Böheim (in Nürnberg Bekeim), Böhm,nbsp;Behm, Böhmer; Dürk, Turk; Walch, Wallach, Wahl, Wal-

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Die Personennamen.

lasch-, Wendt, Windisch, Wentscher; Ungar(-er), Pohl(e), Gall(e), Irlander, Waliser, Schott(e); zu dem letzten Namennbsp;sei bemerkt, dafi im Mittelalter zahlreiche Schotten alsnbsp;wandernde Kramer Deutschland durchzogen. Gelegentlichnbsp;wird auch der bloCe Landername, ursprünglich mit von,nbsp;dann unter Fortlassung der Praposition, als Familiennamenbsp;gebraucht; Wendland (aus der Gegend um Bannenbergnbsp;und Ijüchow, nördlich der Altmark), Pohland, Bolandnbsp;(ebenso der davon abgeleitete Völkername Pollender sowienbsp;Polack).

Charakteristisch ist, daC die erst in relativ junger Zeit durch politische Wandlungen aufgekommenen Stammes-bezeichnungen wie Würtemberger, Hannoveraner nicht mehrnbsp;als Familiennamen Verwendung finden. Übrigens folgtnbsp;aus den oben besprochenen Namen noch nicht unbedingt,nbsp;daC ihre Trager aus der Gegend, auf die sie. hinweisen,nbsp;stammen; sie können sich auch lange Zeit in dem be-trelFenden Lande aufgehalten haben; dies gilt z. B. fürnbsp;Leute, die Turk, BeuJS,nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;Cosack heiCen.

Besonders haufig werden die Orte, aus denen Personen stammen, für ihre Familiennamen maCgebend. Die Zahl der so als Personennamen verwendeten Ortsnamennbsp;ist Legion; vgl. auch Henckel von Bonnersmarck, welchnbsp;letzterer Name der eines Marktfleckens in der Zips ist,nbsp;von WO das Geschlecht stammt; die erstere Bezeichnungnbsp;erklart sich durch eine Erbtochter ‘von Henckel'. Ausnbsp;der Menge der von dem Abstammungsort herrührendennbsp;Familiennamen sei die Aufmerksamkeit besonders gelenktnbsp;auf all die Namen auf -au, -back, -beek, -berg, -brück,nbsp;-burg, -dorf, -feld, -haus, -heim, -hofen, -horst, -leben, -rath,nbsp;stadt, -tal, -wald, -ingen, -lage, in Sweth-, Meth-, Kamp-,nbsp;Dinck-, Bentlage. Diese Namen finden sich oft im nord-westlichen Deutschland; sie sind noch nicht sicher ge-deutet, da eine Sonderuntersuchung noch fehlt; vielleichtnbsp;gehören sie zu aisl. Idgr (woher engl. low), mniederd. lege,nbsp;mhd. hege ‘niedrig, flach’. Beispiele für Namen dernbsp;sonst erwahnten Ausgange sind:

Fürstenau, Asbach, Ittenbach, Hagenbach, Schönbach; Langbeck, Schönebeck, Düsterbeck, Gladenbeck-, Bachem, Mehlem,

* Vielleicht bezieht sich dieser Name auch auf das Aussehen.

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Die deutschen Personennamen.

Liejiem, Olzem, Hertzem, Froitzheim] Birrnkoven, Nettekoven, Oedekoven; vgl. weiter noch Personennamen im AnschluGnbsp;an Ortschaften des Rheinlands (mit keltischem Suffix)nbsp;wie Keldenich, Kentenich, Lechenich, Kessenich; Semagen,nbsp;Sinzig, Andernach.

Neben den blofien Ortsnamen werden besonders baufig, speziell in Sfiddeutschland, die Ableitungen von ihnennbsp;mittelst -er-Suffix auch als Personennamen gebraucht.nbsp;Hierher geboren u. a. die zahlreicben Namen auf -ingernbsp;von den Ortsnamen auf -ing, -ingen: Ellinger, Villinger,nbsp;Vaihinger, Goppinger,Hottinger, Götzinger-, weiter Namen wie:

Feuchtwanger, Grillparzer {Grillparz dreimal im Erz-herzogtum Osterreich), Frankenberger, Feichensperger, Speck-backer, Emhacker, Gangkofer, Fron-Neuköfer, Heimburger, Niirnberger, Fraunkofer, Blumroder, Beintaler, Licktenidler,nbsp;Zollikofer, Hofstetter, Bastatter, Fiscköder, Fischeder, Hoch-eder, Boseneder, Spitzeder (von einem in Sfiddeutschlandnbsp;verbreiteten Ortsnamenelement -öd, -et, das wobl mit ode,.nbsp;Odung zusammenhangt), Forckkammer, Holzam(m)er.

Die Beschrankung auf Sfiddeutschland ist so gut wie durchgeffihrt und beispielsweise an den Prozentsatzen innbsp;den AdreCbfichern groCer Stadte trotz der jetzigen, starkennbsp;Bevölkerungsmischungen noch heute klar zu erkennen;nbsp;doch findet sich diese Art, wenn auch nicht so fiber-wiegend, gleichfalls in Nassau, Hessen und bis ins nörd-liche Thfiringen hinein (vgl. Dillenburger, Beickenbacker,nbsp;Henneberger). Auch ist in Norddeutschland, namentlichnbsp;dem nordöstlichen Teile, in den Kreisen der jfidischennbsp;Bevölkerung eine grofie Zahl solcher Namen entstanden;nbsp;vgl. Berliner, Hamburger, Leipziger, Dresdener, Danziger.^nbsp;Königsberger, Stettiner, Frankfurter, Pariser.

ürsprünglich wurden auch die blofien Ortsnamen nicht ohne weiteres in dieser Weise beigeffigt, sondernnbsp;mit von verbunden. In den ersten Zeiten der Pamilien-namenausbildung ist in den lateinischen Urkunden die An-knfipfung mit de das Gewöhnliche, z. B. in Quedlinburg bisnbsp;1300 fast ausschliefilich (Henricus de Papestorp, Henricus denbsp;Nienburg, lokannes de Brockenstede); im 14. Jabrb. fiberwiegtnbsp;zunachst de; dann wird die einfache Anknfipfung immernbsp;haufiger, so dafi sich um 1400 beide Arten die Wagenbsp;halten; seit 1450 endlich ist die Anffigung ohne Prapo-

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Die Personennamen.

sition herrschend. Entsprechendes zeigt sich in den anderen Teilen des Sprachgebiets; erst seit dem 17. Jahrh.nbsp;bleibt von dem Adel vorbebalten, bis auf den Nordwestennbsp;(das vlamiscbe Gebiet und seine Nacbbarscbaft; dabernbsp;dort von Bath', van Beethoven — ‘Betenbof, Rübengarten’).

Da anfangs die Familiennamen der gescbilderten Art in ibrer auGeren Form sebr wenig fest waren, so treffennbsp;wir Scbwanken der verscbiedenen Ableitungselemente an.nbsp;So bieC das berübmte Baseler Drucker- und Gelebrten-gescblecbt der Auerbach ehemals bald von Auerbach, baldnbsp;Auerbacher, bald bloG Auerbach. Sein Ursprungsort warnbsp;Auerbacb im Odenwald (Bezirk Miltenberg), jetzt Amor-bacb (irifolge gelebrter Umanderung wie Venusberg).

P) Namen nacb der Wohnstatte.

Dahin geboren allgemeinere Namen wie:

Aus’m Werth, Auf der Mauer, Amthor, Ambronn, Am-bach. Achterberg, Amrain, Imhof, Ingenohl (= in dem Ohl, westfal. = Auel, s. S. 11), Zumbusch, van den Bosch, tennbsp;Brink, Biederbeck, Beiderbeck, Thorbeke, Vanderbeck, Zurlinden,nbsp;Beierle (das nicbt nur Deminutiv von Baier, sondern aucbnbsp;s. V. a. ‘bei [der] Erie’ ist), von Bath, Uppenkamp, Opder-beck, ZurmUhlen, Terstraaten, vgl. franz. Dubois, Dulac,nbsp;Dumont, Dupont, Dupré, Delorme {forme ‘Ulme, Rüster’),nbsp;Delafontaine.

Dies ist die urspriinglicbste Ausdrucksweise. Sekun-dar wird dann vielfacb aus Bequemlichkeitsrücksicbten aucb bier die Praposition fortgelassen; daber:

Werth, Hof, Kamp(t), Busch, Bath, Bathgen, Bottgen, Knick, Knigge, Bach, Berg, Brink, Hovel, Linde, Hrlfe),nbsp;Baum, Nufibaum, Beerbohm; Baumgart: Bungert', Weingart:nbsp;Wingert; Diergardt-, Waterstraat, Weierstrafi (cf. van Straaten),nbsp;Backhaus (Backes), Lehmkuhl, Vogelsang.

Aucb bier treten wieder Ableitungen mit -er entgegen:

Brunner, Hofer, Biicheler, Biihler, Pichler; Berger, Leitner {an der Leite = ‘Bergabbang’), Tobler, Brucknernbsp;(Bruckner), Spitfler, Gruber, Kamper, Buchner (Buchner),nbsp;Lindner, Brier, Weingartner; Gasser, Gefiner, Kirchgefiner,nbsp;Borngesser', Schwander, Sehwendener.

Dazu kommen Zusammensetzungen der genannten Begriffe mit Mann-.

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Die deutschen Personennamen.

Anger-, Brink-, Berg-, Loli-, Busch-, Horst-, Bach-, Brügg-, Br'óg-, Stege-^ Dieck-, Deich-, Teich-, Linde-, Strut-.nbsp;Gaji-, Gutter-, Winkel-, Bek-, Kuhlmann, mil Himmelsrich-tungen Suder-, Oster-, Wester-, Nordmann.

Besonders in Westfalen sind als Folge des Systems nicht zusammenhüngender Besiedlung, sondern von Einzel-höfen Namen gebrauchlich wie:

Ost-, Nord-, Sudhoff, Kirchhoff, Althoff, Brockhoff, Osthaus, Sudhaus, Mittelhaus, Duffhaus (= Taubenhaus),nbsp;Brockhaus, Kampliaus{en), Hollhausen (Holzhausen), Heidhaus,nbsp;Niehaes, Neuhaus, AUhaus, Berninghaus{en), Frickenhaus,nbsp;Ebbinghaus, mit -er-Ableitung Neukamp;user, Leithauser; Stein-briiik, Iloltbrink, Finkenbrink {-g), Krahenbrink-, Langenhöfel,nbsp;Altenhöfel, Steinhöfel (hochd. Hübel, woher Hübler)] Holm-,nbsp;Graven-, Hussel-, Scharnhorst {im Hannoverschen; erstes Gliednbsp;schar = ‘Heeresabteilung’ oder ‘Pflugschar’?), Windhorst;nbsp;Birken-, Etter-, Haver-, Kirsch-, Immen-, Hasenkamp, Gallen-kamp (Anfangsglied == ‘Galgen’), Mühlenkamp, Hogenkamp,nbsp;Langen-, Bredenkamp, Oster-, Westerkamp, Eulencamp; Diister-dink. Von Ableitungen mit -er sei noch an Steinecker,nbsp;Bernecker erinnert.

Eine besondere Quelle vieler derartiger Namen ist in der im Mittelalter herrsebenden Sitte zu erblicken, dienbsp;Hiiuser in der Stadt zu benennen. Unser Nummernsystemnbsp;ist erst spat aufgekommen. In früheren Zeiten wurdenbsp;ein Haus nach seinem Besitzer bezeichnet, oder es erhieltnbsp;einen besonderen Namen, der auch haufig bildlich annbsp;dem Hause dargestellt wurde. Heutzutage ist dies imnbsp;Norden nur noch bei Wirtshausern üblich; aber in Süd-deutschland findet sich diese Gewohnheit auch sonst, vornbsp;allem in Badeorten. Zur Kennzeichnung einer Personnbsp;wird vielfach auch umgekehrt der Name des von ihr be-wohnten Hauses beigefiigt. So sind aus Kölner Uikundennbsp;des 12. und 13. Jahrh. Personen charakterisierende Namennbsp;anzufübren wie zum Saphir, Lembechen, van me Granennbsp;(= ‘Kranich’), van me Hane, aus Basel zum Sternen, zernbsp;Tannen, zer Sonnen, zum Houpt, zer Bosen. Durch all-mahliche Fortlassung der Praposition sind viele der Namennbsp;entstanden, die direkt aus dem Tier- uiid Pflanzenreichenbsp;sowie der Natur überhaupt genommen zu sein scheinen;nbsp;Sonne, Stern, Blume, Palme, Bebstock, Birnbaum, Hahn,nbsp;SolmBen-Fraenkel, Indogeimaoische Eigennamen.nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;18

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Die Personennamen.

Kranich, Schwan, Adler, Geyer, Schaf, Ochs, MoJS, Mohr, Hotsckild, Schwarzschild¦, vgl. auch rheinisches Antiquarium:nbsp;‘Die von Geyer stammen von einem altkolnischen Geschlechte,nbsp;das von seinem Hause ‘zum Geyer in der Bheingasse dennbsp;Namen Gyr angenommen, auch einen Geier im Wappen fiihrte.nbsp;Sie erkauften 1716 die ScJmeppenburg von den von Loen,nbsp;daher Grafen von Schiceppenburg'.

c) Familiennamen nach Amtern und Qewerben.

Hier tut sich vor uns das gauze grofie Gebiet der Amter und Handwerke auf, die dem ausgehenden Mittel-alter eigen waren — die neueste Entwicklung hat begreif-licherweise in den Familiennamen keinen Niederschlagnbsp;gefunden — und die Namen dieser Art erlangen somitnbsp;eine besondere Bedeutung für die Kultur- und Wirtschafts-geschichte. Es ware eine lohnende Aufgabe, für dienbsp;groCen Zentren stadtischen Lebens auf Grund der in dennbsp;Urkunden von 1100 an begegnenden Familiennamen diesernbsp;Gattung die Verbreitung der Handwerke, die Art dernbsp;stadtischen, geistlichen, fürstlichen Amter festzulegen.^nbsp;Ein weiteres Interesse knüpft sich in dialektologischernbsp;Beziehung an diese Namen, da gerade hier die mund-artlichen Bezeichnungen der Handwerke eine bedeutsamenbsp;Rolle spielen.

a) Amtsmann.

Namen nach Hof- und Verwaltungsamtern derFürsten:

Grafie), Graff, Greve (Gen. Greven), Greef Greff etc. = mhd. grave, graeve, mnd. greve ‘Name eines ernanntennbsp;Beamten, der die politische Leitung eines Gaues, einernbsp;Landschaft, zugleich den Vorsitz in Gerichtssitzungen hat’,nbsp;dann ‘Vorsteher einer sich zu bestimmten Zwecken zu-sammentuenden Genossenschaft’; daher Salzgraf, Deichgraf,nbsp;Holzgraf (Holtegreve), Landgraf', Markgraf (Marggrav) ‘könig-licher Richter und Verwalter einer Mark, eines Grenz-landes’; Zentgraf {Zintgraff, Zinkgreff) ‘richterlicher Vor-sitzender einer ZentschafLHundertschaft(niedere politische,nbsp;juristische Einheit eines Gaus) oder des Zentgerichtsnbsp;(niederes Gericht)’; Dickgrebe, Dickgrawe.

* Für Basel isl diesem Ziele Torgearbeitet Ton Socin, MiUelhd. Namenbuch, Basel 1903, S. 468ff., wenigstens bis 1300.

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Die deutschen Personennamen.

TrucJiseJS: Droste, Trost.

Schenk ‘Mundschenk’, aber auch = ‘Wirt, caupo').

Marschall; Kammerer; Amtmann {Ammann, Ammon); SchultheiJS, SchultheJS, Sckulz{e), Schult{e).

Voigt, Voü, Fautk = advocatus.

Vitztum — vicedoniinus.

Meier = maior ‘oberBter Beamter, Aufseher cines landwirtschaftlichen Hofhaltes {vülicus)''; dieses Wort istnbsp;besonders stark in Hannover, Westfalen und Bayern,nbsp;Württemberg ausgebildet; daher begegnen uns bier zahl-reiche Znsammensetzungen, die dann auch in Familien-namen übergegangen sind: Homeyer, Niemeyer {= Nett-und Niedermeier), Hofmeier, Brinkmeier, Wedemeier, Mönke-meier, Papmeier, Dommeier.

Keller, Kellner = cellarius.

Zoller, Zöller, Zöllner — tolonarius.

Mautnermutonarius.

Zehnter, Zehender, Wiedergabe von decimarius.

MUnzer, MUntscher, Miinter = monetarius.

LehmannLehnmann.

Schaff{n)er {Schaffer, Scheffet) ‘Verwalter, Hanshalter’.

Kastner, Kastner ‘Verwalter der Abgaben, Rentmeister’.

Herold; Lduffer, niederd. Loper = ‘Vorlaufer, Eilbote’.

Namen nach stadtischen und klösterlichen Amtern:

Burmeister; Dechent {Dechant) ‘Obergeistlicher eines Stiftes, Bezirkes’ (aus \zA. decanus); Fenner — Fahndrich;nbsp;Waibel (‘beihelfender Amtsbote, Stadtunterbeamter’^); GrOsernbsp;(= ‘Grasmaher’); Stocker (vgl. auch Stockmann) = ‘Ge-f§.ngniswarter, der den Stock unter sich hat’; Thiirmer,nbsp;Thörner, Turner, vgl. auch Fortner, Pförtner und Schlüternbsp;‘SchlieCer’; Sacher und Fiirbringer — ‘Advokat’; Fbenernbsp;(mhd. ebenaere ‘der etwas gleich macht, ausgleicht, Schieds-richter’; vielleicht ist Fbener z. T. aber auch s. v. a. ‘ausnbsp;Eben stammend’); Pfander, Besserer — ‘die Bufien ein-ziehend’; Aichner, Mutter ~ ‘die Aufsicht über die MaJQenbsp;habend’ {Mutt — lat. modius ‘HohlmaC für Getreide undnbsp;Salz’); Kiister, Koster, dial, auch Gusterer, dafür in Alt-bayern und Schwaben Mesner, Mefiner, in Franken Kirchner,nbsp;in Hessen Oppermann; Klingner ‘wer mit dem Klingelbeutel

1 [Zur Etymologie von amp;hd. weibel s. Bezzenberger, KZ. 41,282. — E. F.]

13*

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Die Personennamen.

umhergeht’, vgl. auch Klingemann, Klinger (aber auch = ‘Klingenschmied’); Glöckner\Lautner] Siegrist; Widmer, Wid-mann = ‘Verwalter eines Widums, d. i. Kirchengutes’;nbsp;Pfeiffer, Peifer, Piper, Pei per; Springer.

Merkwürdig und auffallend sind Namen einerseits wie Kaiser, König, Prinz, FürsP, Herzog, andererseitsnbsp;solche wie PdbsP, Bischoff, Abt, Pfaff (niederd. Pape\r{f),nbsp;Mönch. Z. T. sind sie wohl aus Spitznamen erwaehsen,nbsp;sei es infolge des Gehabens, Aussehens des betr. Indivi-duums, sei es aus sonstigem, bestimmten AnlaB. Bei-spielsweise erhielt einer, der in den volkstümlichen,nbsp;geistlichen Spieien, etwa den Dreikönigsspielen, die innbsp;Frage kommende Rolle dargestellt batte, den Namennbsp;König oder Bischof. Z. T. werden diese Eigennamen noch.nbsp;andere Ursachen baben. König ist auch s. v. a. ‘Obersternbsp;einer Genossenschafi’ (vgl. Schützen-, Scheiben-, Vogelkönig),nbsp;endlicb auch = Köning, Patronym, zu Kono, Kone. Durchnbsp;Abt, Herzog wuriie unter Umstanden auch auf die illegitimenbsp;Herkunft angespielt; man war in diesen Dingen wenigernbsp;zimperlich als heulzutage und nannte sie öffentlich mitnbsp;dem ihnen zukommenden Namen, so gut wie die Lateinernbsp;Spurius'^ als Eigennamen verwendeten (vgl. auch Solmsen,nbsp;Beitr. z. griech. Wortforsch. 104 über KupvQi;, ZKÓTiog,nbsp;Nóamp;ujv). Auch können die Namen bedeuten ‘tatig, dienstbar, sich aufbaltend beim Bischof, Abt usw.’ Sind dochnbsp;auch die Bergnamen Jungfrau, Mönch usw. (eig. ‘Berge,nbsp;die eine Kapelle der Jungfrau Maria, bzw. ein Mönch-kloster etc. aufweisen’) ahnlich weitgehenden Verkürzungennbsp;entsprungen. Vielleicht kann scIdieClicli der Name Kaisernbsp;auf einer ümdeutung von GaiJJer ‘der die GeiCen weidet’,nbsp;Herzog auf einer solchen von niederd. Hartog = Hartmg,nbsp;Hartmg beruhen.

P) Handwerksnamen.

Da fipden wir den Muller, oberd. Miller, niederd. Möller, Bagker, Becker, oberd. Beek (JBockh), Pfister — lat.nbsp;pistor ‘Brot- Kuchenbacker’, Küchler, Semmler, in kompo-nierter Gestalt Tdglichsbeck, Brotheck, Pfennigsheck, Matzbeck.

* nbsp;nbsp;nbsp;Heinricus dictus Fiirste 1294, Heinricus der Bahest 13. Jahrh.

* nbsp;nbsp;nbsp;[S. jedoch W. Schulze, Lat. Eigeim. 94ff. — E. F.]

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Die deutschen Personennamen.

Von weiteren Gewerben begegnen uns:

Schuster =mbd. schuochsütaere, dessen zweiter Bestandteil aus lat. sütor ‘Flickschuster’ stammt; vgl. auch Sutter, Sauter, Sütterlin. Aus mhd. schuochwührte ‘Schuhverfertiger’nbsp;sind die Namen Schuhwirt, Schubert, Schuhart, Schuchardtnbsp;hervorgegangen. Auch rnit Mami ist Schuh komponiertnbsp;{Schumann)] vgl. noch die Kurzform Schuh, Schuch, sowienbsp;Holzschuher, woraus Hölscher.

Schneider, niederd. Schröter, Schroder, Schröer von ahd. serótan ‘hauen, schoeiden, zerschneiden, zuschneiden’, da-neben auch ‘rollen, walzen, besonders schwere Weinfasser’.nbsp;Sarter = lat. sartor ‘Flickschneider’.

Weber, Leinweber, Wollweber, Wöllner, Wüllner; Kürsch-ner (Kirschner)-, Fechner (mhd. vëch ‘buiites Pelzwerk’).

Schmidt, Scharschmidt, Kleinschmidt, Hammerschmidi, Nagelschmidt, Beilschmidt; ferner weitere, mannigfache Be-rufe, die in Beziehung zur Eisen- und Melallarbeit stehen:

KeJJler, Nagier, Schlosser {Schlötzer, Slötter), Spengler, Ringler, Klempner, Harnischmacher, Schwertfeger (zum zweitennbsp;Bestandteil vgl. got. fagrs ‘geschickt, geeignet’, gafahrjannbsp;‘zubereiten’, ahd. fehön ‘bereiten, pflegen, schmücken’, ags.nbsp;/aejrer‘schön’, engl. fair, abd./Mograre‘fügen’usw.). Feilen-hauer, Armbruster, Bolzer, Schitter (daraus Schiller) ‘Schild-verfertiger, wer Schilde und anderes Lederwerk anfertigt’nbsp;(aber auch =‘Schilder- undWappenmaler’), Sporer,Plattner,nbsp;Sarwürke (Sallwürk) ‘Verfertiger von Rüstungen, Panzer-macher’ (cf. ahd. saro, mhd. sarwe ‘Rüstung’), Schmelzer,nbsp;KannengieJSer.

Bardenheuer ‘der Belle (ahd. barta) schmiedet’, Bardenwerper statt -werter, hochd. -würhte dass. (durch Dissimilation von dt zu dp; durch falsche Verhochdeutschungnbsp;Bartenwerfer]a. E. Schröder, GGN. 1908, 20; Schopf,Konson.nbsp;Fernwirk. 119).

Pfeilsticker ‘wer die Pfeilstecken verfertigt’, Panzer-bieter.

Böftcher, Küfer {Kiefer, Küpper), Bender, Binder, FaJ3-bender, Büttner, Seheffler, Kiibler; Schopenhauer und Molden-hauer {— ‘Verfertiger von Schöpfkellen bzw. Mulden, Trögen’).

Dreger, Brdger] Drechsler, Drefler, Dreher, Breier, Spindler, Löffler, Becherier)-, Schreiner, Tischler (md. niederd.

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Die Personennamen.

Tischer); Wagner, Wegner, Bade{r)macher •, Assemaker, Exner {Esser); Bodmer.

Töpfer, Potter, Hafner, Üllner, Euler, Groper.

Fleischer, Metzger, Metzler (cf. lat. macellarius ‘Fleisch-warenhandler’), Silcher, Beinhauer, Wurster, Kuttler (cf. spallat. cultellarius).

Maurer, Meurer, Schiefer decker, Ley\en\decker (asachs. leia, aniederrh. leige ‘Fels, Stein’), Zimmermann, Baumann,nbsp;Baumeister, Steinmetz, Schindler ‘wer Schindeln anfertigt’,nbsp;Ziegeler (Tegeler).

Brauer, Breuer, Breier, Melzer (‘Brauknecht, der das Malzgeschaft besorgt').

Mahler, Danker (— ‘Tüncher’).

lAchtwark aus lichtwerte, lichtwarte, hocbd. -wurhte ‘Ver-fertiger’ (vgl. oben über Bardenwerper statt Bardenwerter), durch Dissimilation von tt zu t—k (s. E. Schroder,nbsp;GGN. 1908, 20, Schopf, Konson. Fernwirk. 122).

Oöldner, Geldner.

Kaufmann {Koopman), Kramer, Kramer, Winkler {‘wer einen Winkel, eine Krambude hat’), sudd. Pfretzschner,nbsp;Pfragner (ahd. pfragenari ‘Kleinhandler init Lebensmittelu,nbsp;Höker’); Menger (ahd. mangari ‘Handler’ aus lat. mangonbsp;dass.), kompon. Eisen-, Fleisch-, Erdmenger (aus Ermengernbsp;‘Erzhandler’. Da im Niederd. êr ‘Erz’, er = ahd. eranbsp;‘Erde’ bedeuten, ist der Name falsch verhochdeutscht worden); Tauscher, Teuscher; Melber, Oraupner, Griitzner, Obssr.

Wirt, Kriiger, Kretschmer, Leitgeber{mhd. litgebe ‘Schenk-wirt’ von lit ‘Ob.^twein’), Leiikauf, Leihkauf.

Pfeifer (Pieper), Singer, Sanger, Tdnzer. Büngener (mhd. bungener ‘Trommler’, bunge ‘Trommel’), Trümper {Triimmer,nbsp;Triimpelmann, cf. ahd. trumpari ‘Trompeter’, trumpet, trumba,nbsp;‘Trompete' aus italien. tromba, franz. trompe), Trompet{t)er,nbsp;Triimpter, Drommeter, Pauker, Peucker (mhd. pvtker ‘Pauker’,nbsp;puke 'Pauke'), Schwegler (Schwegel ‘Querpfeife, Flötenwerknbsp;der Orgel’), Orgeler.

Bader (‘der den Badenden bedient oder eine Bade-stube halt’), Badsiuber daraus Stiiber, Stieber, SWber; Scherer (= ‘Barbier’, aber aiich = ‘Tochscherer’), auch Scheernbsp;{— mhd. scher), Feldscher; Lachner nebst Lachmann (mhd.nbsp;lachenaere ‘medicator, Besprecher', ahd. lahhi ‘Arzt’ — got.nbsp;lekeis dass.), Flietner ‘wer zur Ader laCt’ (: Fliete ‘scharfes

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Die deutschen Personennamen.

Eisen zum Aderlassen’ = spatmhd. vliete, ahd. fliedéma, fliodema aus griech. - mittellat. phlebotomum [cpXéip undnbsp;Tépveiv] ‘Lanzette, Werkzeug zum Aderlassen’).

Auf Beschaftigungen, die mit dem Landleben zu-sammenhangen, beziehen sich:

Bauer, Neubauer {Niebuhr), Gebauer (mhd. gebUre, ahd. kapuro ‘mit das Haus oder Geboft [ahd. bur ‘Wohnung,nbsp;Haus', noch erhalten in Vogelbauer''-] bewohnend’^), Neu-gebauer, hierher auch Neu-, Nie-, Nau-, Nig{g)emarin, Hofmann, Hofbauer ‘der zu einem Hofe gehorige, ihm zunbsp;Dienstleistungen verpfliohtete Bauer’; Heuser, Heusner,nbsp;Heusler] Köi{t)ner, Kathner (‘wer eine Kotte, Kate, d. i.nbsp;ein kleines Bauernhaus, in der Regel ohne Feld, nur mitnbsp;Gartenland, besitzt’); Feldmann, oberd. Huber, niederd.nbsp;Hiif{f)er (‘wer eine Hube, Hufe, d. i. in Niederdeutschlandnbsp;ein Ackerstück von etwa 30 Morgen besitzt’), weiternbsp;Hiibner, Hiifner, Höfner (cf. mhd. huobaere und huobenaere).

Endlich sei noch auf Namen hingewiesen, die von Arbeit im Walde, Jagd, Vogelfang, Viehzucht, Bienen-zucht, Getreidezubereitung, Kohlengewinnung u. a. her-genommen sind:

Forster {Forster)', Jager {Jagemann), Weidmann, Weidner nebst Wiedemann, Wiedner', Falkner, Vogler, Finkler-, HacM-mann, Hachmeister — Habichtniann, -meister (S. 16), Schaf{f)er,nbsp;Scheffer, Schöffer (cf. Holle für mhd. helle usw.), niederd.nbsp;Schaper, Schaper, Hirt, niederd. Herder, Harder, Herzer,nbsp;Schweiger (: ahd. sweiga ‘Weideplatz, Rinderstall, Sennhiitte,nbsp;Rinderherde’); Zeidler, Zedler, Zifelmanw, Muller {MUllner),nbsp;Körner {Kerner), Öhlschlüger, Grützmacher, Grützner; Kohlernbsp;{Kohler), Aschenbrenner.

d) Beinamen, zumal Spitznamen, denen eine besondere, auBerliche oder innerliche Eigenschaft zugrunde liegt.

Dahin geboren zunachst einfache, unterscheidende Beiwörter wie;

Jung, Grof, Gros, Grote, Klein {Kleinecke), Lang{e), Kurz{e) {Korte)', Weifi{è), Witt, Schwarz{e), Both{e), Kohde,

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2üO

Die Personennamen.

Fuchs {Vofi)\ Struve, Straube, Straubel, Strubell, Kraus{e), Kruse, Krult, Kroll ^ {Krolle = ‘Haarlocke’, krollig ‘lockig,nbsp;gekrauselt’), Kahl{e), Buuch, JRau [= ‘rauh’]; Scheelt-, Frommenbsp;(mhd. frum ‘tuchtig, brav, wacker, gut, brauchbar’), Frickenbsp;(niederd. — ‘frech’, in der ursprünglichen Bedeutung ‘mutig,nbsp;kühn, keek’), Fröbel (irihd. frevel, ahd. fravali ‘kühn, un-erschrocken, verwegen’), Struck (ahd. struck, mhd. strucnbsp;‘ausgestreckt, gerade, straff’), Stolz(e) und Stolte {— ‘statt-lieh, stolz’), Overstolz, Strang(e) (ahd. strmig(i) ‘stark, ro-bustus, validus’, cf. ags. strung, engl. strong dass.), ScJiurf,nbsp;Scherfif); Kluge (Klauke, Kloeke), Thumb, Wuhischaff{e) (mhd.nbsp;wunschuffen, neuniederd. niederl. wanschapen ‘de form is, unge-etalt, ungeschickt, ungereimt, albern’), Wohogen, Wohlgemut,nbsp;Wohlmut,Ansorge (=‘ohneSorge’), Gutmuts-, Breithaupt, Rauch-haupt; GroJSkopf, Weifikopf {Wittkop niederd.; Mischung zwi-schen nieder- nnd bochd. Form Wiitkopf), Monhaupt, Mahn-kopf-, Kurzhals; Krummbein, Langbein, SchmalfuJJ, Stolterfofh (=nbsp;‘stolpernder, hinkender Fufi’)^, abgek. Stöltsner, Stelteer, Reh-bein,Rehfues (wohl von der Schlankheit, Zierlicbkeit des Beins),nbsp;Liesegang (= ‘von leisem Gange’); Harnack (aus Hartnack,nbsp;niederd. Hardenack).

Beinamen, die nicht von Charakter- oder Körper-eigenschaften herstammen, sondern von auCeren Zufaïlig-keiten, die im Leben dessen, dem sie gegeben worden sind, eine Rolle gespielt haben, sind:

Sonntag, Freitag, die nacb den Tagen der Geburt auf-gekommen sind. Wegen ihres besonderen Cbarakters sind diese beiden Tage haufiger als die übrigen zur Namen-gebung verwendet worden. Montag, Mittwoeh u. dgl. kommennbsp;seltener in dieser Funktion vor. Dafür findet sich abernbsp;oft Feiertag. Manches in diese Kategorie Gehorige kannnbsp;auch als ursprünglicher Spitzname betrachtet werden.nbsp;Einer kann deshalb auch Feiertag genannt worden sein,nbsp;weil er einen solchen gern mitmaebte; Feyerabend wurdenbsp;gewiJB zur Bezeichnung eiiies Menschen gebraucht, der das

* Daneben kann Kroll, Krull auch mit abg. krolt, polti. król, russ. korolt, czech. krdl ‘König’ ideiitisch sein.

gt; [Hier ist t—p ebenso zu t—t assimiliert wie p~t in lat. Tetraiies neben Petraites ‘Mann aus Petriia’; s. Bücheler, Glotta 1, 1 ff.;nbsp;Schopf, Konsou. Pernwirk. 141 ff. — E. F.]

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201

Die deutschen Personennamen.

Wort iriit Vorliebe im Munde fiihrte; vgl. Petrus Fastel-aoent 1561, Ulrich Fafinacht 1367.

Wir sollten bei alien diesen Namen erwarten, daö sie mit dem Artikel angefügt werden; daher Konrad dernbsp;Junge usw. wie im Franz. Lejeune, Lebrun, Lenoir, Lesagenbsp;u. a. Tatsachlich ist dies im Nordwesten des Sprach-gebiets, im Niederlandischen und den daran grenzendennbsp;Mundarten, der Fall. Dort treffen wir de Groot, de Jongenbsp;an, desgl. bei Substantiven, die Standesbezeicbnungen odernbsp;sonstige Attribute waren, de Kidder, de Kuyter, de Greff,nbsp;de Graaff, de Vrient, de Vr'ies, de VoJ3, de Haas. Ein Über-rest dieses Gebrauches ist wohl auch darin zu sehen, daönbsp;man in Süddeutschland wenigstens bei der Verwendungnbsp;des bloCen Pamiliennamens mit Vorliebe den Artikel hin-zusetzt, z. B. WO ist der Fuchs, der Bothef Hast du dennbsp;Bitter gesehen? Von diesen Fallen aus, wo der Artikel amnbsp;Platze war, ist er dann auf die Namen übertragen worden, bei denen er ursprünglich nichts zu suchen batte;nbsp;daher wo ist der Dieterichf Kennst du den Kunzf Um-gekehrt ist im mitteldeutschen Gebiete nach dem Musternbsp;der Namen, die nicht aus Adjektiv oder einen Standnbsp;usw. bezeichnendem Substantiv hervorgegangen sind, dernbsp;Artikel auch bei solchen Namen fortgelassen worden, dienbsp;ursprünglich Adjektiva oder Standesbezeicbnungen waren,nbsp;und bei denen er von Rechts wegen hatte stehen mussen.

Wir sind mit vielen der zuletzt genannten Namen schon in das Gebiet der direkten Spitz- und Spottnamennbsp;eingetreten. Es gibt solche von der mannigfaltigsten Art:

1. nbsp;nbsp;nbsp;Im Anschlufi an Körpereigentümlichkeiten;

Fuchs (Voji), Hering (sofern nicht Hausname), Frosch;

Klotz, Block, Schlegel, Bengel (mhd. niederliind. bengel ‘Prügel, Knuttel’: nhd. schweiz. hangen, hanJcen, iterat.nbsp;hangeln, bankeln ‘stollen, StöCe geben’, engl. bang ‘Schlag’,nbsp;als Verbum ‘schlagen’, bangle ‘Prügel’, anord. banga ‘schla-gen’); Zier{mann) (: mhd. ziere ‘zierlich, schmuck, schön,nbsp;prachtig’), auch in Zierolt, ferner Genit. Zieren, Deminut.nbsp;Zierl (Zierlein), Ziertz (daraus Zierersf), Zietz (cf. Belz,nbsp;Petz:Bar-, Spatz :a.hd. sparo, oben S. 177), ostd. (sachs.nbsp;schles.) Zietzsch (cf. Fritzsch, Nitzsche), Zietzschmann.

2. nbsp;nbsp;nbsp;Im Anschlusse an Cbaraktereigenschaften odernbsp;Gewohnheiten:

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Die Personennamen.

Eortum (niederd. = ‘kurzum’; d. h. ‘kleiner, hurtiger Mensch’), Fink (von lustigen Menschen), Ziervogel, Kautz,nbsp;Hase (soweit nicht Hausnamen).

8. Spitznamen,diedenBeruf,dasHandwerkbezeichnea:

Pfeffersack, Knieriem, Leimpfann, Mehlhose (= Muller), Sauerteig,nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;(=‘Kohlgartner’?); Iselin, Stdhelin, Eisen-

beij}-, Hartnagel, Wackernagel.

4. nbsp;nbsp;nbsp;Solche, die von Besonderheiten, Auffalligkeiten dernbsp;Kleidung hergenommen sind:

Langrock, Kurzrock, ScMnrock, Leimhose, Ledderhose, Kurthose] Holtschuh, Bothschuh; WeiJShut, Griinhut, Webelhutnbsp;(= ‘Wackelhut’), Eisenhut-, Kogel, Kogel, Wittkugel, Bolhkugelnbsp;{Kogel = mhd. gugele, ahd. cucula, cugula, cugela ‘Kapuze,nbsp;Kappe über den Kopf zu ziehen’, aus lat. cucullus, mlat.nbsp;mculla dass.).

5. nbsp;nbsp;nbsp;Namen, die von Speisen und Getranken her-stammen.

Sie bezeichnen in den meisten Fallen die Vorliebe dor so Benannten für das betreffende Gericht, manchmalnbsp;auch daC die Trager der Namen die Zubereitung desnbsp;Gerichts zu ihrer Spezialitat gemacht haben. Oder dienbsp;Namen entstammen einem einzelnen, besonderen Vorfalle,nbsp;der zu ihrem Aufkommen die Veranlassung gegeben hat:

Boggenbrod, Hirsebrod, Truckenbrod, Weichbrodt', Kalb-fleisck, Bindjleisch, Schweinefleisch, Gensfleisch, Sotfleisch, Kopfjleisch, Hauptfleisch] Diinnebier, Sauerbier, Sötbeer, Kdse-bier; KUhlewein, Sauerwein-, Sauerbrei; Siifimilch, Schlegel-milch, Schlömilch (‘geschlagene Milch’, d. i. ‘Buttermilch’);nbsp;Pfannkuch (niederd. Pancock)Butterweck (Bouterwek).

6. nbsp;nbsp;nbsp;Eine ganz besondere Abteilung bilden die so-genannten imperativischen Satznamen.^ Wir finden sie innbsp;appellativischem Gebrauche seit mhd. Zeit, z. B. rumelantnbsp;‘landflüchtig’, und sie sind in Ausdriicken wie Habenichts,nbsp;Taugenichts, Störenfried, Tunichtgut einerseits, Lehewohl,nbsp;Stelldichein andererseits bis heute erhalten geblieben. Ge-legentliche Ansatze dazu finden sich schon in den altennbsp;indogermanischen Sprachen (vgl. Brugmann, IF. 18, 61.nbsp;68 ff., Grundr. 2, 1^, 55. 63 ff.); daher amp;i. jahistamba- ‘wernbsp;bestandig an den Pfosten anschlagt’ (== jahi stamlam

‘ Vgl. auch Socin, Mhd. Namenbuch 463 ff.

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Die deutschen Personennamen.

‘schlag an den Pfosten an!’), Trasddasyu- ‘die Peinde zittern machend’, griech. dpxéKUKoq, qoepéoiKos, spatlat.nbsp;Vincemalus'- (aus vince malos ‘besiege die Schlechten’),nbsp;Supla-in pluvio ‘Bias in den Regen’, Camnsaco ‘Wiihl imnbsp;Sack’ etc. Vom Spatlateinischen setzt sich dies innbsp;die romanischen Sprachen fort (vgl. Suchier, Grundr. d.nbsp;rom. Phil. 1*, 831 ff.); daher franz. Taillefer; Hastamorselnbsp;(‘Bratefleisch’), Cercalmont (‘Durchsuch die Welt’). Auchnbsp;in den slavischen Sprachen ist der Typus seit altkirchen-slavischer Zeit nicht selten (s. Miklosich, Denkschr. W'ien.nbsp;Akad. 1860, 241); vgl. abg. Mïstidrugü, czech. Mstidruhnbsp;(‘rache den Genossen’), Mlstislawü (‘rache den Ruhm’),nbsp;russ. Wladiwostoh (‘beherrsche den Osten’)*, Daèïhog ‘gibnbsp;Wohlstand’ (cf. hogat ‘reich’ etc. und Berneker, Festschriftnbsp;für Kuhn 1916, 176fE. 181 ff., wo noch weitere Beispiele).

Bei uns sind derartige Namen literarisch vor allem in der volkstümlichen Literatur des 15. und 16. Jahrh.nbsp;haufig, in jener reich bewegten Zeit, wo sich überallnbsp;frisches Leben regte, die ausgelassenste Lebenslust herrschte,nbsp;WO die Landsknechte ihre Fahrten durch die Welt machtennbsp;und Humor und Satire in üppigster Blüte standen.nbsp;Sebastian Brant, Fischart, Rollenhagen schwelgen innbsp;solchen Bildungen zur Benennung von Personen. Sonbsp;finden wir denn in diesen Eigennamen einzelne Formationennbsp;lobenden Sinnes:

Bleibtreu, Leberecht, Tudichum, Traugott, FürcMenicht, Schaffganz {Schafgans).

Die weitaus gröCte Anzahl aber sind Spottnamen, die insbesondere auf Landsknechtskreise zurückgehen undnbsp;namentlich zwei Gebiete betreffen: den Krieg, das Streiten

^ [Die Entstehung dieses Typus veranschaulicht schön der Spitz-name des Centurionen Lucilius, den der derbe Soldatenwitz Cedo alteram ‘gib die andere (Rute) her!' nannte, weil er, wenn er einenbsp;Rute auf dem Rücken eines .Soldaten zerbrochen batte, mit lauternbsp;Stimme eine neue und wieder eine neue verlangte (Tac. Ann. 1, 23).nbsp;— E. F.]

* [Nom. propr. wie aruss. Wolodimér, spater Wladimir gehören nicht hierher; ihr Hinterglied entspricht ahd. mdri ‘groê, berühmt'nbsp;und ist erst sekundar an miru ‘Frieden' angeglichen worden; s. Miklosich, Denkschr. Wien. Akad. 1860,289 ff., Leskien bei Osthoff PBB.nbsp;13, 43*. — E. F.]

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Die Personennamen.

und Raufen einerseits, das Essen und Trinken, besser Fressen und Saufen andererseits;

Hebenstreit, ScMagintweit, Schladoth, Hauenschild, Biefen-Htalil, Schiittespeer (Shakespeare), Zuckschwert, Griepenkerl (Beiname von Gerichtsdienern und Bettelvögten), ScUagen-teufel, Jagentenfel, Bietendiiwel, Schietendiiwel, Hassenpflugnbsp;(= ‘haC den Pflug’), Kehrein, Suchenwirt, Sokedrunk, Hoffen-drunk, Findekeller, Schivenkebecher, Stortebeker, Schmeckebier,nbsp;Schluckebier, Ifikraui, Griepentrog, Bumenap, BumenscMttelnbsp;(BeumschUssel, Bahmschiissel), Buhmkorff, Buhmekorb] Liebe-tanz, Fleugintanz, Springorum; Schaffmit, Lachmit, Spannutk,nbsp;Schimmelpfennig, Wehrenpfennig.

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Anhang,

Kurze Übersieht über die fremden Oder naeh fremden Mustern gebildetennbsp;Familiennamen usw. im Deutsehen.

In den Endungen latinisierte Familiennamen:

Lucius aus Lutz(e).

Heineccius.

Appelius von Appel aus Ap{p)elt = Athabald oder Hausname.

Crecelius aus Kratzet.

Gurtius, Grotius, Grusius, Vossius, Forstius, Glausius.

Lepsius, Lipsius, zu Lipp = Philippus, aber auch von Lipsia ‘Leipzig’. '

Möbius, 'Brosius.

Gelegentlich auch mit Suffix -ovius: Nicólovius, Ore-gorovius.

Durch Übersetzung ins Lateinische erklaren sich:

Faber, Fabricius; Vulpius\ Olearius == Ölmann; Ave-narius = Havermann; Prütorius ‘Scbultze’, Sartorius ‘Schneider’, Pistorius ‘Backer’.

Genitive latinisierter und lateinischer Namen sind:

Alberti, Gonradi, Dieterici, BudolpM, Ulrici; Gaspari, Philippi, Stephani {-y); Matthiae, Zachariae.

Ins Griechische ist übertragen:

Melanchthon — Schwarzert.

Neander ‘Neumann’ (Name des berühmten Theologen, der eigentlich Mendel, mit Vernamen David, nach seinemnbsp;Übertritt zum Christentum August hieC, zu Beginn des

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Anhang.

19. Jahrh., ferner Joachim Neander, Kirchenliederdichter im 17. Jahrh., besonders bekannt durch das Lied «Lobenbsp;den Herren, den machtigen König der Ehren»), Xylandernbsp;‘Holzmann’. Peter Eppelmann oder Holzapfel, geboren 1585nbsp;zu Oberhadamar in der Grafschaft Nassau, vermutlichnbsp;benannt nach der Ortschaft Holzappel, kaiserlicher Peld-marschall, grazisierte seinen Namen zu Melander.

Slavische Namen.

Sie sind im Deutschen stark vertreten, entsprechend den weiten slavischen Gebieten, die erst gegen Ausgangnbsp;des Mittelalters oder noch spater germanisiert wurden,nbsp;und in denen sich teils Slavische Personennamen hielten,nbsp;teils Ortsnamen, die dann zu Familiennamen wurden. Zunbsp;den letzteren gehören die massenhaften Namen auf -otv,nbsp;-in, -itz (-owitz):

von Bülow, Levetzow, Lützow, Massow, von Ihlow (Familie in der Neumark und in Barnim; Angehöriger derselbennbsp;Ulo, Feldmarschall Wallensteins), Biitow, Passow, Vangerow',nbsp;zum Teil wechseln -ow und -au:

Bülow : Bülau', Lossow : Lossau (cf. Spandow : Spandau; Benzlow : Benzlau).

Ferner gehen auf Slavische Sprachen zurück die Namen auf -in:

von Bonin, Pressentin (Mecklenburg), Schwerin, Sellin, Leppien;

' die auf -itz:

von Graevenitz, Köckeritz, Nostitz, Prittmtz, Zitzewitz, Marwitz, Bonitz (auch Dorf in Anhalt), Pölitz;

auf -a (vor allem in Oberschlesien);

Kossinna, Kaliga.

Die Personennamen auf -staff gehören zu slava ‘Ruhm’:

Mitzlaff = Mïcislav ‘Schwertruhm’ Butzlaff aus 1Bug-, Bogoslav ‘Gottesruhm’, Minzlaff (erster Teil wohl zu abg.nbsp;mïnëti ‘denken, meinen, glauben’).^

Weitere Slavische Namen sind:

Koschnik ‘Maher’ (abg. kosa ‘Sichel, Sense’, russ. kositl ‘mahen’), Pigörsch ‘Backer’ (poln. piekarz dass.).

Mit slavischen Verkleinerungsendungen sind versehen;

1

S. Miklosich, Denkschr. d. Wien. Akad. 1860, 293.

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Kurze Übersicht üliei- die fremden Familiennamen.

JaJifike (auch = slav. Janék ‘Hanschen’), Pdhnke (poln. panék ‘Herrchen’), Pahïke aus Pawelke {Pawel ‘Paul’).

Litauische Namen sind Drugies, Dewies, Mikeleit.

Türkisch ist Aly, französisch die Vernamen Adèle und Adélaide, dazu die Barock- und Rokokobildungen Henrieite,nbsp;lAsette, Charlotte, Wilhelmine. Aus dem Englischen stammennbsp;Alfred, Eduard, Edmund, Edwin, Edith (s. auch oben). Selmanbsp;ist von Klopstock in seinen Oden eingeführt worden, ent-lehnt aus Maephersons Ossian, wo aber Selma Name einesnbsp;Landes, des Reiches des Fingal, ist. Selma als Frauennamenbsp;ist vielleicht durch arab. Selma — Salome mitveranlaOtnbsp;worden. Dann wurde dazu neu als mannlicher Vornamenbsp;Selmar binzugebildet. Fanny, bekannt geworden durchnbsp;Fieldings Roman ‘Joseph Andrews’ (1742), ist = Franziska.nbsp;Aus dem Italienischen ist Laura (durch Petrarca in dienbsp;Literatur gekommen) entlehnt worden, aus dem Spanischennbsp;Ferdinand (nach dem Vorbilde der spanischen Könige),nbsp;Alfons, Alma (seit Anfang des 19. Jabrh.). Endlich durchnbsp;das Russische sind seit den Freiheitskriegen, die einennbsp;starken Russenkuit hervorriefen, ins Deutsche gedrungennbsp;Alexander, Feodor, Loan, Olga. Gehalten hat sich bei unsnbsp;besonders der letztere Name.

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208


I. Sachindex.

Abkiirzniig:: der röm. Prano-mina 145, der Gentilnamen im 2./3. Jahrh. n. Ghr. 14ö.

Akzent; Akzentverschieden-heit von Parallelbildungen im Griech. erklart sich aus Kompo-sitionsverkiirzung einiger vonnbsp;ihnen 33*. Akzentverschiedenheitnbsp;von Stadte- und Gottinnennamennbsp;im Griech. 75.

Alphabet, lateinlsches: Die eirigetuhrten Neuerungen 144 ff.

Artikel: bei Familiennamen, die ausBeinamen hervorgegangennbsp;sind,im Französ. undNiederliind.,nbsp;bei Eigennamen überhaupt viel-I'ac.h in Süddeutschland 201.

Bedeutnug’: Mark = ‘Wald’, daWalder in altesterZeit vorzugs-weise Volker- und Stammesscheiden waren, 36 ff. jBej-ïc undnbsp;Wald sind in verschiedenen idg.nbsp;Sprachen miteinander wechselndenbsp;Begriffe, da Berge Hauptsitz dernbsp;Walder sind, 45*’. Urspr. Bedeu-tung von frech nnd Frevel 10 ff'.nbsp;200, von Born 55. Deminutiv-bedeutung oft aus derjenigen dernbsp;Zugehörigkeit entwickelt 174*, innbsp;pejorativen Sinn iibergehend 175.nbsp;177.

Cognomina: Komische Fami-lien ohne Cognomina 136. Ge-schichte des röm. Cognomens 145If. Mehrere Cognomina 145.nbsp;Haufung der Namen seit auguste-ischer Zeit 146 ff. Jugend der zunbsp;Ordinalia von 1—4 gehörigen

Cognomina im Gegensatz zu den von 6—10 stammenden 152. S.nbsp;auch unter Snpernomina.

Deklination: -en in der Kom-positionstuge bei german. Orts-namen 6411. Erstarrung der urspr. von Prapos. abhangigen Dativenbsp;von Völkernamen und Umwand-lung in Landerbezeichnungen imnbsp;German. 35. 64 ff. Aiialoga ausnbsp;dem Roman, und Slav. 36. 66 ff.nbsp;72 ff. Altere Kasusformen öftersnbsp;in german. Ortsnamen 66. Formennbsp;auf -ingas in alten lat. Urkundennbsp;des Mittelalters 69 ff. Lat. kerc[u)le,nbsp;osk. Her(e]kle{s, -ui weisen aufnbsp;eine neben 'HpaKkfi?, Herculesnbsp;liegende Kurzform auf -kIo? 120.nbsp;124. -0? besonders bei Kurz-namen in hellenist. Zeit üblich 121.nbsp;Nom. sg. m. der -w-Dekl. auf -onbsp;bei deuts' hen Personennamen innbsp;der Urkundensprache erhalten,nbsp;in der Volkssprache zu -e geworden, das irn Süden und Westennbsp;des Sprachgebiets geschwundennbsp;ist, 172.

Demiiintiva: Deminutivsufflxe im Griech. bin und wieder auchnbsp;beiVollnamen 130; Beschrankungnbsp;von -lov auf Frauennamen,nbsp;wahrend es bei Mannernamennbsp;durch -10?, -iu)v ersetzt wird 131.nbsp;Mehrere Deminutivsufflxe beinbsp;demselben Kosenamen und Appellat. im Deutschen 175*ff. 178.nbsp;Deminut. Sinn entwickelt sich innbsp;verschiedenen idg. Sprachen öfters


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20!»

Sachindex.

unabhangig aus dem der Zuge-hörigkeit 174*, geht gelegentlich in pejorative Bedeutung über 175.nbsp;177. Verteilung der Deminutiv-suffixe Ober die deutschen Dia-,nbsp;lekte 174 ff.

Doppeliiamigkeit: von Ort-schafteii, Landern usw. 35, deut-scher (österreich.) Familien bei Erhebung in den Adelstand 123,nbsp;iin Giiech. durch allmahlichennbsp;Übergang des Spitznamens in dasnbsp;feste Namensystem (nebst Paral-lelen andereridg. Spracben) 127 ff.nbsp;B’amiliennamen nebst Zusatz desnbsp;Heimatortes oder Erbbofes innbsp;Westfalen 146. Doppelte Fami-lienbezeicbnungen inDeutscbland,nbsp;besonders in der Schweiz 146*.

Einnamigkeit: ObRestedieser sich bei den alten Italikern er-halten haben, ist fraglicb 137.nbsp;Rückkebr zu ihr in Italien zunbsp;Ausgang des Altertums und Auf-kommen neuer Familiennamennbsp;im Mittelalter 147 ff.

Ellipse: von Begriffen wie Haus u. dgl. im Griecb. undnbsp;Deutschen 68. Bergnamen öftersnbsp;identisch mit denen von Heiligen,nbsp;deren Kapellen sich auf den Bergen befinden 52. 196.

Erdteilbezelchniingen und ihre Entwicklung: 27 ff. 39.

Enpbemistische Unischrei-buiigeu: von Begriffen, deren w'ahre Namen man sich auszu-sprechen scheute, im Baltoslav.nbsp;177*.

Faiiiilienuameu (für das Lat. s. unter Gentihianien): Deutschenbsp;Familienbezeichnungen, die annbsp;Genitiven auf -s, -ere erwachsennbsp;sind, und Vergleich mit den röm.nbsp;Gentilicia auf -ius 141. 182 ff.nbsp;186 ff. Deutsche Familiennamennbsp;auf -sen 182 ff. 186 ff. Hinzu-setzung des Heimatortes oder Erb-hofes zum Familiennamen innbsp;Westfalen 146. Doppelte Familiennamen in Deutschland undnbsp;besonders in der Schweiz 146*.nbsp;Aufkommen der neuen Familiennamen in Italien seit dem 9. Jahrh.nbsp;n. Cbr. 148. Besonders trüb innbsp;Deutschland Schmidif) auch alsnbsp;Familienbezeichnung fest wer-dend (nebst lat. Parallelen undnbsp;Hinweis auf die Bedeutung desnbsp;Schmiedehandwerks in der Heldensage) 151 ff. Familiennamennbsp;werfen im Gegensatz zu den Vernamen in nhd. Schriftsprache dasnbsp;als Nom. sg. m. der -re-Dekl. zunbsp;lassende -e ah 172. Aufkommen,nbsp;Ausbildung und Verbreitung dernbsp;deutschen Familiennamen 178 ff.nbsp;In Friesland, .Schleswig-Holstein,nbsp;Danemark kommen feste Familiennamen erst in neuester Zeitnbsp;auf, ebenso bei der jüdischen Be-völkerung 181 ff. Entstehungsge-scbichte der mit den Vornamennbsp;genau übereinstimmenden deutschen Familiennamen 184. Imnbsp;AnschluÊ an kirchliche Vornamennbsp;aufgekommenedeutsche I'^amilien-namen 18411'. Bei den aus Völker-namen hervorgegangenen Familienbezeichnungen linden die erstnbsp;in neuerer Zeit durch politi-sche Wandlungen aufgekomme-nen Stammesbezeichnungen keinenbsp;Verwendung 190. Einwohner-namen auf-er als Familienbezeichnungen besonders in Süddeutsch-land üblich, im Norden meist nurnbsp;in den Kreisen der jüdischen Be-völkerung 191. Bloie Orfsnamennbsp;wurden in der Familiennamen-geltung-im Deutschen urspr. durchnbsp;vonmit d em Vornamen verbunden,nbsp;das erst spater wegfiel, bezw. demnbsp;Adel vorbebalten wurde 191 ff,nbsp;lm vlamischen Gebiet blieb vminbsp;ohne Einschrankung bewahrtnbsp;191 ff. Benennung deutscher Fa-milien nach den von ihnen be-wohnten Hausern 193 ff. Ausnbsp;Satzen entstandene Familiennamen im Deutschen nebst Parallelen anderer idg. Sprachen 202 ff.


14

Solmsen-Fraenkel, Indogermanisehe Eigennamen.

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210

Sachindex.

Fernassimilationen 200.200

Ferudissimilatiouen amp;0*. 66. 183. 197. 198.

Flora nnd Fanna: Kenntnisse oft durch Oi'tsnamen bereichert 92.

Fraueniiamen: Unterschied in der Benennung von Frauen bür-gerlicher und nichtbürgeiiichernbsp;Herkunfl im Griech. 133 ff. German. Frauennamen und ihre Be-deutungen 161 ff. An Walküren-bezeichnungen erinnernde, german. Frauennamen 163 ff.

Freuidspracliliche ümgestal-tnng (Romanisierung und Slavi-sierung) deutscher Familiennamen 122 ff.

Gattuugsnanien: aus Eigennamen 4 ff. 177. Produkte nacli Orlen und Landern bezeichnet 7 ff.

Gentlhiamen (römisclie): Ihre Entstehung 137 ff. Parallel-entwicklung der deutschen Familiennamen 140fr. Gentilnominanbsp;aus Ethnika 137; aus demllmbr.,nbsp;Palign., Etrusk. ins Latein einge-drungene Gentilicia 137 ff. Lati-nisierung, die oft nur unvoll-kommen vor sich geht, der vonnbsp;Ethnika stammenden und dernbsp;fremden Gentilicia 137 ff. -iusnbsp;eig. Suff. der Zugehörigkeit nebstnbsp;Parallelenausaol.Dialekten 140 ff.nbsp;Konstruktionen mePoitililia Tur-pilia Cn. uxor 'Gattin des Cn.nbsp;Turpilius’ und Vergleich mit meanbsp;ipsius uxor 142. Italische Gentil-namen vor Einsetzen der schrift-lichen Überlieferung gescbaffennbsp;142 ff. Hiiufung der Gentilnamennbsp;seit augusteischer Zeit 146 ff.nbsp;Neue Namen seit Diocletian 146 ff.nbsp;Unterschied auch bezüglich dernbsp;Verbreitung von Gentilicia alternbsp;und junger Pragung 152. Enternbsp;den Gentilnamen von Ordinal-zahlen sind Quintius bis Decimiusnbsp;alt, die von 1—4 stammendennbsp;jung 152. Gentilnamen auf -iniusnbsp;haufig in Germanien 152. Buntesnbsp;Gemisch von Gentilicia verschie-denster Herkunft auf der Inschriftnbsp;der hastiferi eivitatisMatUacorui»nbsp;152. Abkürzungen der röm. Gentilicia im 2./3. Jahrh. n. Chr. 146.nbsp;.S. auch s. V. Supernomina,

Geschlecht: mannliches der wahrscheinlich aus dem Kelt.nbsp;übernommenen deutschen Flufi-namen 53. 80. Geschlechtswech-sel zwischen Ortsnamen einerseits,nbsp;Flufinamen andererseits in Italiennbsp;57. Signum (Supernomen) beinbsp;den Römern der Kaiserzeit oft imnbsp;Gen. pl. masc., auch bei Frauennbsp;147 1.

Hanserbenennnngen in

Deutschland 193 ff.

Illyrische Spraehe; EngeBe-ziehungen zum Slav. 10.

Innere Kürznng der griech. und deutschen Ortsnamen sowienbsp;der niederdeutschen Personennamen usw. 170 ff. 15 ff. 64. 88 ff.

Kasnsgebranch: Verallgemei-nerung der Verbindung von Pra-pos. und Dativen zur Ortsbezeich-nung im German., wobei die Pra-pos. oft fortfallen, der Abl. und Akk. in der gleichen Funktion imnbsp;Roman. 35 ff. 65 ft. 67 ff. 72 ff.,nbsp;der Prapos. mit Lok. oder Akk.nbsp;im Slav. 66 L Erstarrung desnbsp;Gen. pl. des Völkernamens zurnbsp;Landbezeichnung im Mittel- undnbsp;Neupers. 100. Gen. poss. nebennbsp;poss. oder die Zugehörigkeit aus-drückenden Adj. im Lat. 142.nbsp;Possess. Adj. statt Gen. im Ital.nbsp;und in den aol. Dialekten 142.nbsp;Gen. des Vatersnamens in dennbsp;italischen Dialekten teils mit, teilsnbsp;ohne films etc. zum Namen hinzu-tretend 143. Verschiedene Stel-lung dieser Genitive 143. Bei-gefügter Vatersname in lat. ür-kunden des Mittelalters vor Auf-kommen der deutschen Familiennamen oft im Norninat. statt Gen.,nbsp;und Parallelen zu dieser Kasus-erstarrung 184.

Komposita: Komponierte Adj.


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211

Sachindex.

stalt Simpl. zur scharferen Prazi-sieiung in der griech. Dichter-sprache 122. Auch appellat. Kompos. werden in verschiedenennbsp;idg. èprachen öfters wie die Personennamen unter Fortlassungnbsp;eines Gliedes verkürzt 125® ff'. 169.nbsp;177. 201. Komposita aus Satzennbsp;(1. Glied ein Imperat.) in verschiedenen idg. Sprachen 202 ff.

Konserrativismus der Urkun-densprache bei Behandlung der german. Personennamen in nhd.nbsp;Zeit 172.

Konsonantenverscli arfung; bei Kosenamen im Griech. undnbsp;in anderen idg. Sprachen nebstnbsp;Erklarung der Erscheinung undnbsp;Parallelen aus der weiteren Wort-bildnng (Lallwhiter usw.) 131 ff.;nbsp;vielleicht auch ini Lat. (Agrippa)nbsp;150.

Eosende Terkürzung: von Appellat, im German, und Balto-slav. 125 2 ff. 169. 177. 201.

Enltns: bestimmter Gottheiten aus Ortsnamen zu erschliefien 92,nbsp;aus griech. Personennamen 116.

Landernamen usw.; oft von einem kleinen Gebiete aus aufnbsp;immer gröfiere ausgedehnt 24 ff.nbsp;Umformung fremder Landernamen nach einheimischen in dernbsp;Endung im Deutschen 35. Landernamen nach Entdeckern oder Per-sönlichkeiten, die sie verewigennbsp;wollten 40 ff.

Lallwörter; 3 ff. Konsonanten-verscharfung in Lallwörtern 132.

Lehnwörter: nehmen im German. und Latein.-Roman. ver-schiedene Gestalt an je nach den Zeilen der Entlehnung und dennbsp;Kreisen, in denen sie stattgefun-denhatl87ff. Ihnlicher Unter-schied bei den entlehnten Eigennamen 173. 187ff.

Limes: sein Verlauf durch Ortsnamen mït Pfahl, Damm usw.nbsp;naher zu bestimmen 94.

Haskalineudnng: -o;, -as bei fem. griech. irapdévoc und bei demnbsp;sich auf Frauen beziehenden lit.nbsp;talohas, da die Wörter urspr. all-gemein ‘SehöÊling, SpröÊling’nbsp;bedeuleten 162 *.

Mittelsilben: -ers-, -éls- in deutschen Ortsnamen sind vonnbsp;mannigfachster Herkunft 16.

Miihlentechnik und ihre Ver-vollkommnung in Deutschland an der Hand der Ortsnamen zu ver-folgen 94.

Noms de guerre hei griech. Hetaren 134.

Numerus: Plural. Umbildung sakraler Namen zur Ortsbezeich-nung im Griech. 75. Signumnbsp;(Supernomen) erscheint bei dennbsp;Römern der Kaiserzeit oft imnbsp;Gen. des Plurals 147 L

Orthographle, altere in deutschen Eigennamen oft konserviert 17 ff.

Ortsnamen usw.: Ortsnamen und Appellat. 1 ff. Übertragungnbsp;der Namen von einer Gegend innbsp;die andere 43. 87 ff. Ortsnamennbsp;nach Pflanzen und Tieren 51 ff.,nbsp;aus Nom. agentis im Deutschennbsp;62 *. Karische Ortsnamen innbsp;Griechenland, an Ligurer die ila-lien. auf -asco erinnernd 77 *. Innbsp;Japan aus der Sprache der Ainosnbsp;übernommene Ortsnamen 771.nbsp;Kelt. Orts- und FluËnamen innbsp;Deutschland 53. 78 ff. Innerenbsp;Kürzung griech. und deutschernbsp;Ortsnamen 15 ff. 64. 88 ff. 171 L

Patronymika und Patrony-mikalsnfflxe: -fbric; bisweilenim Griech. an einfache Namen ge-hangt, um ihnen ein vornehmeresnbsp;Aussehen zu verleihen 123. ISO^.nbsp;-ba? tritt an Ortsnamen besondersnbsp;im Böot. zur Personennamenbil-dung 123. Lat. Gentilnamensuffixnbsp;-ius war urspr. patronym, undnbsp;bezeichnete die Zugehörigkeit (aol.nbsp;Parallelenhierzu) 140ff. Vergleichnbsp;von Wendungen wie PouhliUanbsp;Turpilia Cn. uxor ‘Gattin des Cn.


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212

Sachindex.

Turpilius’ mit mea ipsius uxor 142. Übertrapung des Patrony-mikalsufï. -bti? auf Appellat,nbsp;zwecks tiameiiartigen Anstrichsnbsp;im Griech. und Nachahmung dieses Gebrauchs im Lat. 168 ff.nbsp;Patronym ika stattFamiliennamennbsp;nocb bis in die neueste Zeit beinbsp;derBevölkerungderNordseeküste,nbsp;in Friesland, Schleswig-Holstein,nbsp;Dtlnemark, und in jüdischennbsp;Kreisen 181 ff.

Personennamen: Personennamen und Appellat. 2 ff. 125* ff. 168 ff. 177, aus Lallwörtern 3 ff.nbsp;150. Russische Vornamen meistens aus Griech. oder vermittelstnbsp;des Griech. eingedrungen 12.nbsp;Roman. Sprachen mit german.nbsp;Namen und Namenselementen ge-sattigt 13. Mit Xémv und XOko?nbsp;zusammengesetzte Personennamen im Griech. 114; solchemitnbsp;iir-rtoi; (namentlich in Eretria)nbsp;weisen auf besondere Liebhabereinbsp;des Pferdesports 114 ff. Personennamen mit Biir, Wolf, Ar, Babenbsp;etc. im German, und Slav. 157 ff.nbsp;177*. -tvolf, -ulf hangen wienbsp;ÏTTTTOi; oft bedeutungslos über 158.nbsp;Theophore Namen im Griech. 116,nbsp;bei den Römern 150; im German.,nbsp;dessen Namensystem sonst mitnbsp;dem griech. mannigfache Berüh-rungspunkte aufweist, werden beinbsp;Ableitung von Götternamen imnbsp;Gegensatz zu diesem nur allge-meine Begriffe gewahlt 1.54.160 ff.nbsp;Im Griech. aus den Personennamen oft Kult eines sonst un-bekannten Goltes zu erschliefiennbsp;116. Sinnlos zusammengekoppel-te Elemente in den griech. Voll-.namen und Entstehung derartigernbsp;Kompositionen 117 ff., bei dennbsp;german. Namen 106ff.Unterschiednbsp;der griech. und german. Vollna-men bezüglich der zweiten Kom-positionsglieder 165 ff. Name desnbsp;Sohiies usw. bei den Griechennbsp;oft mit dem des GroÊvaters, hinnbsp;und wieder auch mit dem desnbsp;Vaters ganz oder teilweise über-einstimmend 117 ff. 168, öftersnbsp;auch blofi im Sinne harmoniërendnbsp;118. Vererbung von Namen dernbsp;Eltern oder GroÊeltern ebenfallsnbsp;teilweise oder ganz auf Kindernbsp;oder Enkel bei den Germanennbsp;166 ff. Voll- und Kurznamen fürnbsp;die gleiche Person im Griech.nbsp;120 ff. 130*, im German. 170ff.nbsp;Griech. Kurznamen, ihre Ent-steliung und Bildung 121 ff., german. 169 ff. Wahrscheinlich istnbsp;von den Kurznamen zuerst dernbsp;Vokativ im Gebrauche gewesennbsp;124. In verschiedenen Sprachennbsp;erfahren bei besonderen Anlassennbsp;hin und wieder auch umgekehrtnbsp;einlache Namen Erweiterungennbsp;122ff. 130*. Von jeher einstam-mige Namen im Griech. (abge-sehen von den Spitznamen), be-sonders mit individualisierendennbsp;Suffixen 128 ff., im German. 173.nbsp;Aus Spitznamen hervorgegangenenbsp;Personennamen im Griech. 125 ff.,nbsp;im German. 199 ff. ünterschiednbsp;der griech. und röm. Namen-gebung 135 ff. Konkurrenznbsp;zwischen Zusatz des Demotikonsnbsp;und des Vatersnamens bei dennbsp;Griechen 136. Tria nomina beinbsp;den Römern 136 ff. (s. noch unternbsp;Praenomina, Gentilnamen,nbsp;Cognomina). Haufung der Namennbsp;bei derselben Person seit augu-steischer Zeit 146 ff. Neue Namennbsp;seit Diocletian 146 ff', (s. auchnbsp;unter Siipemoniina). Rückkehrnbsp;zur Einnamigkeit im ausgehendennbsp;Altertum und Aufkommen neuernbsp;Familiennamen in Italien imnbsp;Mittelalter 147 ff. Bildung undnbsp;Bedeutung der röm. Namen 148 ff.nbsp;Lat. Namen, die von priesterlichennbsp;Funktionen abgeleitet sind 151,nbsp;von sonstigen Gewerben 151 ff.,nbsp;Handwerksnamen zur Familien-namenbüdung im German. 196 ff.nbsp;Zusammenfassung der den röm.


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Saehindex.

Eigennamen innewohnenden Be-deutungen 152£f. Innere Kürzung der Personennamen besonders imnbsp;Niederdeutschen 171. Bei dennbsp;aus dem Lat. entlehnten Namennbsp;bleibt im Deutschen oft der An-fang fort 173. 187ff. Es könnennbsp;Doppelformen entsteben, je nach-dem der Beginn oder das Endenbsp;wegfallt 188. Bei den von Völker-namen stammenden deutschennbsp;Personennamen sind Stammes-bezeichnungen, die in relativnbsp;junger Zeit durch politische Wand-lungen aufgekommen sind, nichtnbsp;mehr vertreten 190. Ableitungennbsp;auf -er von Ortsnamen besondersnbsp;in Süddeutschland, in Nord-deutschland namentlich in dennbsp;Kreisen der jüdischen Bevölkerungnbsp;als Familiennamen verwende! 191.nbsp;Deutsche Familiennamen nachnbsp;den von den Personen bewohntennbsp;Hausern 193ff. Satznamen (mitnbsp;Imperat. im ersten Gliede) imnbsp;Deutschen und in anderen idg.nbsp;Sprachen 202 ff.

Frauomina (römische); Zahl und Abkiirzung der röm.nbsp;Pranomina 144 ff. Auf gewissenbsp;Geschlechter beschrankte Pranomina 144. Viele Pranominanbsp;sind in nichtröm. Gegenden Ita-liens zu Hause 144. Vornamennbsp;der röm. Frauen nicht so be-schrankt wie die der Manner 144.nbsp;Haufung der Namen seit augu-steischer Zeit 146 ff. Pranominanbsp;Quintus bis Decimus alt, Primusnbsp;bis Quartus dagegen jung 162.

Prapositionen: bei Eigennamen im Deutschen öfters in alterer Gestalt 17.

Bom: etruskischer Name und Gründung 71.

Eomulussage: spate Erfindung mit griech. Sagenmotiven 137.

Schmiedehandwerk genieht besondere Wertschiitzung in dernbsp;Heldensage der idg. Völker undnbsp;reprasentiert das alteste Gewerbenbsp;151 ff.

Signum: s. unter Supernomen.

Sitze: alteste der Langobarden 37. 86, der Bojer 37, der Bayernnbsp;109, der Angeln und Warnennbsp;72. 89 ff. Sitze und Verbreitungnbsp;der Ligurer 77’, der Ainos 77’,nbsp;der Kelten in alter Zeit 78ff.,nbsp;der Slaven nach Westen hin innbsp;den letzten Jahrh. des erstennbsp;Jahrtausends n. Chr. 85. 87, dernbsp;Angrii (Engern) 86. Alte Grenzenbsp;zwischen Franken und Aleman-nen 86 ff. Niederlassungen vonnbsp;Sachsen inmitten der Frankenusw.nbsp;86 ff.. Einwanderung von Sachsennbsp;Oder Friesen in urspr. Lango-bardengebiet 90. Wanderungennbsp;der Ghatten 90. Alteste Sitze dernbsp;Burgunder 103.

SklaTeniiamen: griech. oft durch das bloÊe Ethnikon ausge-drückt 132.

Spitzuamen:im Griech. 124ff., zunachst unter Weiterfilhrung dernbsp;urspr. Benennung zum inte-grierenden griech. Namensbe-standteil werdend mit Parallelennbsp;anderer idg. Sprachen 126 ff. Ausnbsp;Spitznamen her vorgegan gene Per-sonenbezeichnungen im German.nbsp;199 ff.

Sufflxale Erstarrung sinn-voller Elemente bei Eigennamen und Appellat, in verschiedenennbsp;idg. Sprachen sowie Gebrauch vonnbsp;Suffixen, die in der Namengebungnbsp;eine Rolle spielen, bei Appellat,nbsp;zwecks Verleihung eines eigen-namenartigen Charakters 168 ff.

Supernomeii (Signum) im röm. Reich 146ff. 147’, hauflgnbsp;im Gen. plur. masc. auch beinbsp;Frauen erscheinend 147 ’.

Totemismns aus Völkernamen zu erschliefien 107.

Tribus in Rom nach gentes benannt 139.

V ergleicli junger Menschen mit


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214

Sachindex.

Schöilingen und Pflanzen in ver-schiedenen idg. Sprachen 161 ff.

Terhochdentschang, falsche 35. 187. 197. 198.

Völkernamen: Primitive Völ-ker nennen sich oft schleehtweg ,Menschen“ 95 ff. Völker be-zeichnen sich gern als ,Eigenequot;nbsp;im Gegensatz zu den Fremdennbsp;96 ff. Völkernamen der Bedeu-tung „der Gemeinschaft ange-hörend, eineAllheitbildend' 97ff.,nbsp;„die Verstandlichen, Unverstiind-lichenquot; 98 ff., „die Erlauchten,nbsp;Edlen, Hehrenquot; 100ff. Schimpf-namen für Völker, meist vonnbsp;Nachbaren gegeben 103 ff. Be-nennungen nach den Hauptwaffennbsp;105 ff. Völker haben oftmalsnbsp;Namen, die das Entgegengesetztenbsp;bedeuten wie die ihrer Nachbarnnbsp;105 ff. Von Tierbezeichnungennbsp;abgeleitete Völkernamen 107, vonnbsp;Gölternamen 107 ff., von Wohn-sitz- Oder Landbezeichnungennbsp;108 ff.

Volksetymologie 18ff.52.102. 108 h 155. 173. 187. 192. 196.

Vornamen (für das Lat. s. unter Prauomiiia); Russ. Vornamennbsp;meist aus dem Griech. oder ver-raittelst des Griech. eingedrungennbsp;12. Verschiedenheit alter deut-scher Vornamen in protest, undnbsp;kath. Gegenden 143 ff. Kirchlichenbsp;Vornamen im Deutschen, ihr all-mahliches Aufkommen, verschie-dene Verbreitung bei Frauen undnbsp;Mannern, ferner in protest, undnbsp;kath. Gegenden und ihre Verwen-dung als Familiennamen 184 ff.nbsp;Manche veraltete, deutsche Vornamen auf den Adel beschranktnbsp;143 ff. Vornamen in nhd. Zeitnbsp;konservativer als die auslautendesnbsp;-e (Nom. sg. m. der -n-Dekl.) ab-werfenden Familiennamen 172.nbsp;Gleiche Vornamen bei Ge-schwistern in Deutschland 179.

Wortstellnng: verschiedene Stellung des Gen. des Vatersna-mens in den verschiedenen ita-Uschen Dialekten 143.


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215

11. Wortindex.

, nbsp;nbsp;nbsp;1. Orts-, Lander-, Völker-, FluB-,

Gebirgsnamen usw.

üiiter jeder Kategorie sind nicht nur die in den Einzelsprachen einheimischen, sondern auch die fremden, in ihrer Gestalt den 6e-pflogenheiten des aufnehmenden Idioms angepafiten Namen ver-zeichnet. Zur Erleichterung der Benutzung sind die lelzteren Namen,nbsp;WO es ratsam erschien, unter mehreren Rubriken zugleich aufgeführtnbsp;worden.

Arisch.

npers. Iran 100 mpers. Er an 100nbsp;ai. Yavand-, apers. |nbsp;Yauna- 30nbsp;apers. *RahS. 44 ff.nbsp;zigeun. Rom, Romni,nbsp;Bom[a)niéave 96nbsp;''Oapo? 45nbsp;Himalaya 48.

Griecliisch. ’AOpvai 75nbsp;AÏYeipo? 59nbsp;Aixói; TTOTapol 52nbsp;Aïpove?, Aipovla 100nbsp;Aividve? 33 ‘

Aïiteia 57 ’AKapvdve? 33‘nbsp;’'AKpa(i) 57nbsp;’AXaXKopeval 75nbsp;’AXeEdvbpeia 73nbsp;'AXiKapvaOOÓ? 77‘nbsp;’AXivba 77'

’AXcpeiói; 47 ’ApdpuvOoi; 77'nbsp;’Avxióxeia 73nbsp;’Avrpdjv 57nbsp;’Attibavó? 44nbsp;’AitoXXiuvla 74nbsp;’’Attrepa 75nbsp;’Apteia 38nbsp;’'Apxo? 38

’ApKdbei;, ’ApKabia 36. 107

’ApKdvia öpri 46 ’'Apva 771nbsp;’Aprepioiov 52nbsp;’Aöia 2911.

'Amd? 29 'Aoio? Xeipthv 29nbsp;’AoKi^oupTiov öpocnbsp;63

’AoKpa 59 ’Aoujuia 38nbsp;Beur), BeOos 57nbsp;BXdxoi 33nbsp;Boiov öpo; 108nbsp;BoiuuToi. Bonjutia 36.nbsp;108

BouPaaaó? 77' Bourdbai 70nbsp;Bp^vnoi 107nbsp;BpiXriTTÓi; 77'nbsp;féXa, réXa? 50. 57nbsp;Topbieiov, fópbiov 73

róprui; 93

r pari?,r paiKol, TpaiKp

33flf.

PupTiuv 93 AaöKÖXtov 73nbsp;AauXia, -i? 58nbsp;Acipd? 57nbsp;AeXqjoi 71nbsp;Apupó?, -ia 58nbsp;Aujpieu? 106nbsp;ElpaTTi 64nbsp;’EXaioO(; 51nbsp;'EXiKri, -oO? 59nbsp;'EXiKibv 51nbsp;'EXXd? 27. 33nbsp;'EXXa? peTdXn 27. 40nbsp;quot;EXXrive? 33nbsp;’Epiveói; 59nbsp;’EpOpavöo? 77'nbsp;'Eoxiaia 74nbsp;Ebaipvioi 100nbsp;Eöpoia 39. 108nbsp;EOPoiei? 108nbsp;EöptÓTrri 280'.

Pabü öbiup (p = ƒ) 49

roKeiai (t = f) 49 FaXi? 38 ff.


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216

Wortindex.

quot;Afio^ ’HXwi; 52 'HMc 38 ff.

’'Hueipo? 38 quot;Hpaiov 52nbsp;'HpdKXeia 74nbsp;'Hpibavó; 44nbsp;0EioO? 49

0ép|Liri, -a, -ai, -ov 49. 55nbsp;0eTTaXia 36nbsp;0fipai 77'

'IdovEt; 33 Mdpbava? 49nbsp;'laaaó^ 77'

^Iba 46 “iXioq 7.3

'Ip^pa, 'IpEpa? 50. 57 ’iTaXia 24ff.

'luivE? 33 ’Iijuvibai 70nbsp;KdXuvba 77'

Kamwa 71 Kauór) 108nbsp;KapOai 59nbsp;KapOavba 77'nbsp;Kiipivöo? 77'nbsp;Kr\(pTivElt;; 98nbsp;KXEuivai 75nbsp;KoXo(pd)v 57nbsp;KoXuivri 57nbsp;KopivOla 38nbsp;KópivOo(; 77'nbsp;KopOEla, Kopcnai 20.nbsp;61

KpEpudjv 60 Kpfivai 55nbsp;Kpopuibv 60nbsp;Kpóviov öpo? 52nbsp;Kpouvoi 55nbsp;KuTtdpiPöo^, -ia 59nbsp;Kupiivri 74nbsp;KópTUjv 93nbsp;Kubpr) 64

AaKEbaipóvioi 108 AoKiüvia 36nbsp;thess. Adoa, Aaaaioinbsp;171'

Aeovtivoi 71 Aipbti 28nbsp;AuKia 39nbsp;Aupvriaaó^ 77'

MaKouvmi 20 MaXoiTO;, MaXoO? 51nbsp;MapÉpTiov 74nbsp;MdpaOoc, Mapaödivnbsp;59 ff. 70 ff.nbsp;MEXaivai 75nbsp;/VlECTcTrivia 36nbsp;MEoarivioi 108nbsp;Mibdiov 73nbsp;Mopéa, MopEdc 39 ff.nbsp;MuKaXriOffd? 77'nbsp;MuppivoO? 70nbsp;Oivóavba 77'

OïvoCk; 51 OivujTpia 40nbsp;’'OXkiov 71nbsp;’OXaoi 36nbsp;’'OXuvflolt;; 59nbsp;’Opopiai 20. 60nbsp;TTaYai 55nbsp;TTavëXXr|VE? 33'nbsp;TTapvaöJÓ? 77'nbsp;TTaqiXaYÓvE? 98nbsp;n^XXa 57nbsp;TTeXoTióvvriöoi; 41nbsp;TTEpaia 39nbsp;TTéxpa 57nbsp;TTóXk;, TToXixvri 64nbsp;TToOEibiuvia 74nbsp;TToTEibaia 74nbsp;TToTviai 75nbsp;TTpaaiat 20nbsp;TTpppdXivöo? 77'nbsp;TTpopaxta, -pia 52nbsp;TTuEoOi; 52nbsp;ZdpivOo? 77'

SIekuiOv 59 XeXeOkeiu 73nbsp;HeXivoO? 51nbsp;Zipivoi 97nbsp;ZiKEXia 36nbsp;mgr. ZKXdpoi;, ZxXa-pn^dc; 5'

Zxpdxo?, Zxpaxia 64 ZxpouOoO? 52nbsp;Zxotvo?, -nOi; 51. 60nbsp;TdpaXa 77'

Tdpapvo? 77' Tapxuvia, Tapxujviovnbsp;71

Tdxaiov 73

TEXpriaöói; 77' Tipuv? 77'

Tpoia 73

Tupcrrivoi, Tupprjvoi 36

quot;Ytixxo? 77'

quot;YXti 58 'Yprixxó? 77'

OiXdbai 70 OiXnnroi 75nbsp;dgt;pOYE? 100nbsp;Xopaiai, XopöEia 20.nbsp;61.

Arineniscli. Ilaikh 100.

Phrygisch-Thracisch. BpuYoi 100nbsp;’'laxpo? 49nbsp;Sandanus 44nbsp;Strymon 44.

Illyrisch-Messa-pisclt-Albaiieslsch. messap. Bpévxioi 107nbsp;alb. Shjipe, Shjipstarenbsp;98

illyr. Tergeste 10.

Italiscb.

Acerrae 71 Adula mom 74nbsp;Aemilianum 73nbsp;Aenus 53nbsp;Africa 28nbsp;Alba 47nbsp;Alhis 47nbsp;Albula 47nbsp;mlat. AUsatia 39nbsp;Alpes 46^

America terra 28 Amisia, Amisis 49nbsp;Antae 98

Antonianus fundus 73

Aquinum 73 Arnus 44nbsp;Arpinum 73


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“217

Wortindex.

Asciburgium 63 Asculum 20nbsp;Asia 29 ff.

Asia minor 30 Atella 71nbsp;Aternum, -us 57nbsp;Ateste 57nbsp;Aiina 73

Augusta laurinorum 107

Augusta Trevirorum

72

Augusta Vindeli-corum 72

Aurunci, Ausones 36 Australia, terra australis incognita 39nbsp;Austrogoti 102nbsp;castra Batava 72nbsp;Belgae, Belgica 36nbsp;Betifulum 60nbsp;Blera 71nbsp;Bonna 84nbsp;Bononia 84nbsp;Bpévxioi 107nbsp;Breitii 24. 34nbsp;Brundisium 107nbsp;Caecinum 73nbsp;Caenina 7.3nbsp;CaerelUacum 73nbsp;Campania, Campaninbsp;39. 108nbsp;Capena 71nbsp;Capriacum 73nbsp;Capua 108nbsp;Carsioli 71nbsp;Casilinum 73nbsp;Caturniacus fundus

73

Celiae 100 Cimbri 104nbsp;Cominum 73nbsp;Confiuentes 56nbsp;Consilinwn 73nbsp;Corioli 71nbsp;Corniculum 20nbsp;Corsi, Corsica 36nbsp;Crustumium, -mena,nbsp;-merium 71nbsp;Damwius 44nbsp;Dianium 74

Ercgnia silva s. unter Hercynia silvanbsp;Etruria, Etrusci 36nbsp;Europa 28 ff.nbsp;Fagifulae 60nbsp;Falerii 71nbsp;Felsina 71nbsp;Finibus, ad Fines 67nbsp;Franci, Francia 106.nbsp;36.

Oabii 71

Gain, Gallia 100. 36 Germani 30 ff.nbsp;Graeci 33 ff.

Graecia magna 27 Halaesa, Halaesus 57nbsp;Hercynia silva 31 ff'.nbsp;46. 80.

Mircanus saltus 52 Hirpini 34. 107nbsp;Italia 24 ö'. 39nbsp;osk. Kapvü 108nbsp;Licus 53nbsp;Liternus 52nbsp;Lorifulae 60nbsp;Lympliaeum 74nbsp;Magontiacum, Ma-guntia 81 ff.nbsp;Maium medium 82nbsp;Mamertini 108nbsp;Mantua 74nbsp;Mar si 107 ff.nbsp;Mediolanum 81. 82nbsp;Mw71us 53. 80. 82nbsp;Moguntiacum s. unternbsp;Magontiacumnbsp;Naevianus fundus 73nbsp;Nicer 53. 80nbsp;Noniacus fundus 73nbsp;Ocriculum 20 ff. 57nbsp;’quot;OA.öoi 36nbsp;Ostrogothae 102nbsp;Paeligni 34nbsp;Paetinianus pagus 73nbsp;Picentes, Picenum 107nbsp;Pompei 71nbsp;Quintiacus fundus 73nbsp;Èaetia 36nbsp;Basina 52nbsp;Batisbona 84nbsp;Bemona ('Peuiuviov),

Bemoria ('Pepopfa) 71

Bhenus 13. 43. 53.

78'. 80 Bhodanus 43nbsp;Boma, Bomani 71.nbsp;108

SabelU 96 Sabini 34. 96.

Saena 71 Saepinum 73nbsp;sabin. Safini 96nbsp;Salvianus fundus 73nbsp;Samnimn, Samnitesnbsp;96

Sarnus 52 Sassula 71nbsp;Satrianus fundus 73nbsp;Scantiniacns fundusnbsp;73

Semnones 97 Sentinum 73nbsp;Sestinum 73nbsp;Sila saltus 46nbsp;Sora 71nbsp;Suebi 96 ff'.

Suethidi, Sueones, Suiones 35. 96nbsp;Tarquinii 71nbsp;Taurini, Augustanbsp;Taurmorum 107nbsp;Terentianus fundusnbsp;73

Teutisci 99 Teutoburgiensisnbsp;saltus 52. 63nbsp;Teutonics 97nbsp;Theotisci, Theodiscanbsp;lingua 99

Ticinum, -us 44. 57 Tifernum, -us 57nbsp;Timavos, -um 67nbsp;Treviri, Augustanbsp;Trevirormn 72nbsp;Truentum, ¦-us 57nbsp;Turnacum 73nbsp;Tusci, spatlat. Tuscianbsp;36

Vaternus, Vatrenus 52

Vei 71


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218

Wortindex.

Vesi 102 Vestini 34. 107.nbsp;Vindohona 84nbsp;Visi 102nbsp;Visigotae 102nbsp;Visurgis BO, 109nbsp;osk. Vitelio 27nbsp;YolcH 71nbsp;Volsci 36nbsp;Volsinii 71nbsp;VoUurnus 45.

Bomaniscii. Acqui 66nbsp;Aix 66nbsp;Allemands 30nbsp;Amiens 72nbsp;Ang^s 36. 67. 72nbsp;Avjoii 36 ¦nbsp;Antiniano 73nbsp;Ardennes 46nbsp;Arno 44nbsp;Arras 72nbsp;Asti 66nbsp;Aicbe 47nbsp;Bagnasco 77'nbsp;Bergamasco 77'

Ie Berry 36 Biasca 77*

Bohème 37 Bolenges 70nbsp;Bondasca 77*nbsp;Bondolasca 77*nbsp;Bormio 81nbsp;Boulogne 84nbsp;Bourges 36. 72nbsp;Bourgogne 103nbsp;Bovinges 70nbsp;Briangon 103nbsp;Brindisi 107nbsp;Camhray 43'nbsp;Cantenac 73nbsp;Cantignae 73nbsp;Cantiniano 73nbsp;Carpignago, -anö 73nbsp;Cavagnago, -ano 73nbsp;Cavarsano, Cavar-zano 73nbsp;Caverzago 77*nbsp;Cedrasco 77'

Cerley 73

Cevennes 46 Champ;lons 72nbsp;Champagne 39nbsp;Chantenay 73nbsp;Chantigny 73nbsp;Charenie 35nbsp;Chevry 73nbsp;Chiavennasco 77'nbsp;Chiusi 66nbsp;Cirigliano 73nbsp;Comasco 77*nbsp;Confienti 56nbsp;Confians 56nbsp;Confolens 56nbsp;Coraano, Corzago 73nbsp;Cresdasca 77'nbsp;iSï. 74nbsp;Dow 44

Douvres 44. 78 Firenze 66nbsp;Floisac 74nbsp;Folegnago 73nbsp;France 24nbsp;San Francisco 74nbsp;FuUgnano 73nbsp;8'^. Germain 74nbsp;Girgenti 66nbsp;Giubiasco 77*

Glane 48. 78 Godiasco 77*

/sèï'« 49. 78 San Jap'o 74nbsp;Langres 72nbsp;Limoges 36nbsp;Limousin 36nbsp;Si. Louis 74nbsp;£i/on 82

Marcignana, -o 73 Santa Margherita 74nbsp;Mas[s)ignano 73nbsp;S’i. Maurice 74nbsp;Mayrinhac 83nbsp;Meiïhac 73nbsp;Meiïhan 82^

MeuUn 82*

TlRano 73 Miolan 82*

Moilien 82* Montenegro 48nbsp;Mutigny 83nbsp;Nantes 72nbsp;.Sboi Luni 66nbsp;O/so 49. 78 ff.

Paris 72 Pendolasca 77'nbsp;Perpignan, -ano 73nbsp;Petignano 73nbsp;Piemont, Piè de Monte,nbsp;Piedimonte, Pede-monte 39nbsp;Poitiers 36. 67nbsp;Poitou 36nbsp;Cirna lledasco 77*nbsp;Reims 66. 72nbsp;San Remo 74nbsp;Rennes 72nbsp;Rimini 66nbsp;Riverasco 77*nbsp;ital. Rodano 43nbsp;Monte Rosa 48nbsp;Santandér 74nbsp;Satriano 73nbsp;Savignac, Savigny 74nbsp;San Sebastian 74nbsp;Sfinc 44nbsp;Sons 72nbsp;Siena 71nbsp;Soissons 72nbsp;Soriasco 77'

Tivoli 66 Tongres 66. 72nbsp;Toscana 36nbsp;Tournai 73nbsp;Downs 72nbsp;Treste (Triest) 10nbsp;Treves 66. 72nbsp;Troyes 72nbsp;Fawnes 72nbsp;Fen^naco, -awo 73nbsp;Wawre 70.

Eellisch.

.lt;4en«s 53

Alcimonis, Alcimunis

20

Allobroges 97 Andecavum, -os, -isnbsp;36. 67. 72nbsp;Antennacum 82nbsp;Ardenna 46nbsp;Aremorici 108nbsp;Arnus 44


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219

Wortindex.

Avon 44

Bacensis silva 51 Baudobriga 82nbsp;Belgae, Belgica 36nbsp;Bibroci 107nbsp;Btturicum, Biturigasnbsp;36. 72

Bodobriga 82 Bonna 84nbsp;Bonomagus 84nbsp;Bononia 84nbsp;Bormitomagus, Bor-vetomagus 81nbsp;Brigantes, Brigantianbsp;103

Brisiacum 38. 82 Caeracates 107nbsp;Caerelliacum 73nbsp;Caerosi 107nbsp;Gapriacum 73nbsp;Carantani 35nbsp;Carrodunum 82nbsp;Cassi 101nbsp;Celtae 100nbsp;Cetobriga 78^nbsp;Cevenna mons 46nbsp;Cimbri 104nbsp;Combroges 97nbsp;Condrusi 31nbsp;Cymmry 97nbsp;Danuvius 44nbsp;Divitia 84nbsp;Divodurum 82nbsp;Don 44nbsp;Dubra 44. 78nbsp;abrit. Dubris 44. 78nbsp;agall. Dubrum 44. 78nbsp;Durnomagus 81nbsp;Durum 82nbsp;Eburones 31nbsp;bril. Epidii 107nbsp;Ercynia silva s. unternbsp;Hercynia silvanbsp;faPpiiTa öXti 51nbsp;Galatae 100nbsp;6alU, Gallia 100. 36nbsp;Gebennae, Gebennicinbsp;monies 46nbsp;Germani 30 ff.nbsp;Bercynia silva 31 ff.nbsp;46. 80

Isara 79 luliacum 83nbsp;Lemovicinum, Lemo-vicas 36nbsp;Licus 53nbsp;Lugodunum 82nbsp;Lupodunum 82nbsp;Magontiacum, Ma-guntia 81 ff.nbsp;Marcodurum 82nbsp;Marcomagus 81nbsp;Mattiacum 83nbsp;Mediolanum 81. 82nbsp;Moenus 53. 80. 82nbsp;Moguntiacum s. unternbsp;Magontiacumnbsp;Morini 82*

Nervii 100 Nicer 53. 80nbsp;Novesium 84nbsp;Noviomagus 81nbsp;Paemani 31nbsp;Alpes Pen[n)inae 46.nbsp;81

Pictavum, -os, -is 36. 67

Batisbona 84 Bhenus 13. 43. 53.

78*. 80 Rhodanus 43nbsp;Bigomagus 13. 81nbsp;Sequana 44nbsp;Solodurum 82nbsp;Taunus 46nbsp;Taurini 107nbsp;Teutones 97nbsp;Theudurum 82nbsp;Tiberiacum 83nbsp;Ticinus 44. 57nbsp;Tolbiacum 83nbsp;Tungri 31. 66. 72nbsp;Turnacum 73nbsp;Veliocasses 101nbsp;Vindobona 84nbsp;Volcae 31 ff.

Vosavia 84.

Grermauisch.

Aa 43 Aabroeh 60nbsp;Aachen 85. 87

Aaltenbroék 60 Aare 44nbsp;Aargau 38nbsp;Abterode 93nbsp;Ach(e), Achen 43nbsp;Ach{t)erstra£e 19nbsp;Adalhelmeshusir 16nbsp;Adalleibeshusen 16nbsp;Adalmundes 68nbsp;Adelebsen 16nbsp;Adelpaint 62nbsp;Adelshausen 16nbsp;Adenrod 61nbsp;Adrana 49nbsp;Aulen, Auelchen 57*nbsp;Affeltrangen 60nbsp;Afrika 28nbsp;Ahr 44

Ahrweiler 63. 90 Aichach, Aichat, -et,nbsp;-ich 59nbsp;Aipach 59nbsp;Aken 87. 88.nbsp;Alahstedi 64.nbsp;Alaman{n)i 30. 97.nbsp;109'

Alapa 79 Albaxen 16nbsp;Albina 47*nbsp;Aldenhövelnbsp;Aldenhoven 62nbsp;Aldolfesbach 16nbsp;Alemanni s. unternbsp;Alaman(n)inbsp;Alf 47

Allstadt 64. 92 Almana 51nbsp;Alme 51nbsp;Almus 68nbsp;Bauhe Alp 46*

Alpe 79 Alpen 46*

Als{bach) 16. 51 Alsberg 92nbsp;Alsfeld 92nbsp;Alsheim 92nbsp;Alswede 59nbsp;Altberteshusen 16nbsp;Altenbeck 66nbsp;Altenberg 67. 64nbsp;AUenbraah 61


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220

Wortindex.

Altenhuch 59 Altenbüren 62nbsp;Altenburg 38nbsp;Altendorf 63nbsp;AUeneich 69nbsp;Altenkirchen 64nbsp;Altensang 61nbsp;Altniann 20nbsp;Altmühl 20nbsp;Altwied 59nbsp;Amberg 65nbsp;Amelmunxen (Anie-lungshusen) 16. 62.nbsp;Amerika 27 ff. 40.nbsp;Amisia, Aniisis 49nbsp;Amorbach 192nbsp;Amsee 65nbsp;Amsivarii 109nbsp;Amsteg 65nbsp;Andermatt 65nbsp;Andernach 82nbsp;Anegrimeslebo 16. 64.nbsp;88.

Angelhausen 89 Angeln(S\.?Lmm)WèS.nbsp;Angelrode 89nbsp;Angermünde 56nbsp;Anglii 109 ff.

Angrii 86 Angrisgowe 72^nbsp;Angrivarii 72. 109nbsp;Antweiler 90nbsp;Apenrade 61nbsp;Appenweier 91nbsp;Arenshorst 59nbsp;ndd. Arnapa 44. 79nbsp;Arnefa 44. 79nbsp;Arnim 16nbsp;Arnswalde 58nbsp;Aschaft 50. 79. 80nbsp;Aschaffenburg 79nbsp;Aschhach 50nbsp;Aschersïehen (Asce-gereslehó) 16.64.88.nbsp;Asdhargium 63nbsp;Asten 29 ff.

Aue 1 Auel 57

Auelberg, Auelgau, Auelsliof 19. 57nbsp;Auerbach 51. 92

Augsburg 72 Aulsheck 57*

Aura, Aurach, Au-roff 51. 65. 92 Australien 39nbsp;AustrogoU, -ae 102nbsp;engl. Avon 44nbsp;Babenherg 57nbsp;Bacensis silva 51nbsp;die Bach 42nbsp;Bacharach 83nbsp;Bachem 16nbsp;Baden 56. 64nbsp;Baden (Land) 38nbsp;Badenweiler 63nbsp;Baiern (Stsmm),nbsp;Baiovarii 109nbsp;Baiern (Land) 35. 65nbsp;Ballersheim (Bald-rodesheim) 16nbsp;Bamberg 57nbsp;Bardoivieh 37. 63. 86nbsp;Bardungen 37nbsp;Barenhorst 59nbsp;Barkhausen 62nbsp;Basel (Kanton) 37nbsp;Batavi 101nbsp;BuTêivoi 101nbsp;Batenhorst 59nbsp;Batten 67

Bayern s. unter Baiern

Bebra 43. 51. 92 Beckerath 61nbsp;Beckum 16nbsp;mhd. Bêheim 37. 109nbsp;Bel gard 13nbsp;Bendesloh (Bennidis-la) 92

Bendlikon 62 Bennigsen (Benning-husen) 16. 62nbsp;Benrath 61nbsp;Benzlau, Benzlow 206nbsp;Berahtleibeshuson 17nbsp;Berfa 92nbsp;Berkenkamp 62nbsp;Berlepsch {Berle{i)b-{e)s{s)en) 17. 62nbsp;Bern (Kanton) 37nbsp;St. Bernhard 52. 74

Bernhards 68 Bernreith, Bernriednbsp;61

Berwang 60 Betuwe 101nbsp;Beul 58

Beuren, Beuron 62 Bever 92nbsp;Beverungen 69nbsp;Bibaraffa, Biberaha,nbsp;Bïberwasser 51. 92nbsp;Biéhl 68nbsp;Biéber 51. 92nbsp;Biehl 58nbsp;Binswangen 9nbsp;Birkenbichl 68nbsp;Birket, -icht 59nbsp;Birrenkoven 17. 62nbsp;Bischoferode 93nbsp;Bismarck (Biscopes-mark) 16nbsp;Bistritz 49nbsp;St. Blasien 74nbsp;Blasweiler 90nbsp;Blaubeuren 62nbsp;Bober 51*

Bocholt 58 Bockum 16nbsp;Bodenengern 86nbsp;Bodungen 69nbsp;Böhmen (Böheim),nbsp;mhd. Bêheim {Bo~nbsp;johaemum) 37. 109nbsp;Boheloh 59nbsp;Bokhorst 59nbsp;Bombogen 84nbsp;Bonbach 84nbsp;Bondorf 84nbsp;Bonencamp 62nbsp;Bonlanden 84nbsp;Bonn 84nbsp;Bonngau 57nbsp;Boppard, Boppert 82nbsp;Borahtra 101nbsp;anord. Borgundar-holmr 103nbsp;Borgwede 59nbsp;Bornholm 103nbsp;Borstel 63nbsp;Botinesbach 16nbsp;Brakwede 59


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221

Wortindex.

Brandhorst 59 Brandseifen 44. 55nbsp;Braubach 63nbsp;Braunschweig 64nbsp;Braunschweig (Land)nbsp;38

Braunswaldc 58 Brauseley 11nbsp;Bramoeiier 63. 90nbsp;Brede 56nbsp;Breedenhorst 59nbsp;Bregenz 103nbsp;Breisach 38. 82nbsp;Breisgau 38nbsp;Breisig 82nbsp;Breitenbusch 59nbsp;Breitscheid 58nbsp;Brenschede 66nbsp;Brink 11nbsp;mhd. Britanje 35nbsp;Bröhl, Brohl 60nbsp;Br otter ode 16nbsp;Bruchhausen 62. 93nbsp;Bruckern 70nbsp;Bructeri 101nbsp;Briihl 60nbsp;Brunnen 55. 65nbsp;Brunsbiittel 63. 90nbsp;Brunwardesroth 16nbsp;Brüwilari 63nbsp;Buch, Bucket 59nbsp;Büchel 58nbsp;Büchlern 70nbsp;Büdingen 68nbsp;Bugel 58nbsp;Bühl 68nbsp;Ballingen 70nbsp;Buren 62nbsp;Büttel 63nbsp;Buir 62nbsp;Bukow 85nbsp;Buohunna 51nbsp;Burg 1

Burgunder 103 Burkards 68nbsp;Butzbach 16nbsp;Buvingen 70nbsp;Bybera 51nbsp;Cantinich 74. 83nbsp;Cassel 85nbsp;Chasuarii 109

Chatti 101 Chauci 103nbsp;Cherusci, XripoOaKOinbsp;106

Cimbri 104 Coblenz 56. 85nbsp;Coin 85nbsp;Columbia 40nbsp;engl. Cornwall 32nbsp;Cröllwitz 85nbsp;Crummenohl 57nbsp;Danemark, anord.

Danmgrk 36 ff. Baldrup 63nbsp;Daleif 47nbsp;Dambach 94nbsp;Dannesch 61nbsp;Danzig 85nbsp;Daun 82nbsp;Depenfleth 55nbsp;Detmold 64. 94nbsp;Deutsch(e) 99nbsp;Deutschland 36nbsp;Deutz 84nbsp;Deutzgau 57nbsp;Dhaun 82nbsp;Didikon 17nbsp;Dielikon 62nbsp;Diepenbrook 60nbsp;Dietbertes 68nbsp;Dillingen 68nbsp;Dingolfing 68nbsp;Dipperz 68nbsp;Diutsche(n), diutisk,nbsp;diut{i)sch 99nbsp;Don (Aberdeenshire)nbsp;44

Donau 44. 53. 78 DonauwOrth 56nbsp;Donnersberg 52. 92nbsp;Dormagen 81nbsp;Dover 44. 78nbsp;Drewer 81nbsp;Duimen (Dulmenni)nbsp;19. 49nbsp;Duren 82nbsp;Dilrkheim 18nbsp;Dürrenaich 59nbsp;Dürrseifen 44nbsp;Diisternbrook 60nbsp;Dune 82

During f eld 18 Dwing i 10nbsp;Durrwangen 9nbsp;Ebbesloh (Ebbedeslo)nbsp;92

Ehenbrand 61 Eberswalde .58nbsp;Edelzell 93nbsp;Eder 49nbsp;EJhingen 68nbsp;Ehrenbreitstein 18nbsp;Eichenberg 57nbsp;Eichenzell 93nbsp;Eichicht 59nbsp;Eichstadt 64nbsp;Eiickholt 58nbsp;Eiger 48nbsp;Eikeloh 59nbsp;Eikhorst 59nbsp;Eisenach 78nbsp;Eitra{ha) 48 ff.

Elbe 47 Elben 47 ‘nbsp;Elbingerode 61. 66nbsp;ahd. EUsdzzo 39nbsp;Elispa, Elisba 79nbsp;Ellerncamp 62nbsp;Ellwangen 9. 60nbsp;Elm, Elmaha 51. 59nbsp;Elmenhorst 59nbsp;EUaff 79nbsp;ElsaM 39nbsp;Else 51

Elsenborn 51. 55 Elsenhorst 59nbsp;Els/leth 55nbsp;Elsoff 79nbsp;Elspe 79nbsp;Ems (Emisa) 49nbsp;Endenich 83nbsp;Engelgau 72. 89nbsp;Engern (Stamm) 86.nbsp;109

Engern (Ort) 72. 86. 109

Engei'S, Engersgau 57. 72'

England 36 Eppenrod 61nbsp;Ercynia silva s. unternbsp;Hercynia silva


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222

Wortindex.

Erft 44. 79 Erfurt 56nbsp;Erharding 68nbsp;Erinberahtstein 18nbsp;Erhanfrides 68nbsp;Erlangen 9.15.60.92nbsp;Erlat 59nbsp;Erlenbach 51nbsp;Erlich 59nbsp;Erminones 10. 98nbsp;Ermsleben 15. 64. 88nbsp;Ermunduri 10. 98.nbsp;101 ff.

Erpeler Leg 11 Ersherg 19nbsp;Eschhach 50nbsp;Eschenbach 50 ff.nbsp;Eschmar 56nbsp;Eschweiler 90nbsp;EÊleben 89nbsp;Ettleben 89nbsp;Ettacheid 58nbsp;Europa 28 ff.nbsp;Fachingen 69nbsp;Faginulfingas 69nbsp;Falcovarii 109nbsp;-falen 108 ff.nbsp;Falkenhain 59nbsp;FalUngbostel 63nbsp;Farencamp 62nbsp;Faschingen 68nbsp;Faulhorn 48nbsp;Felda(ha) 50nbsp;Feldengel 72. 89nbsp;Feldmoos 60nbsp;F'enne 19

Fergunna 46. 80 ff. Feuchtwangen 9. 60nbsp;Feuersang 61nbsp;Fichtelgebirge 51nbsp;Finne 46. 81nbsp;Finnland 36nbsp;Finstertcalde 58nbsp;Firmenich 83nbsp;Fischenich 83nbsp;Fischsiefen 44nbsp;Flaming 43*. 87nbsp;Fldmischer Damm,nbsp;Fldmische Seite,nbsp;Wiesen 43'. 87nbsp;Flemhude 87

Fleming 87 Flemmendorf 87nbsp;Flemmingstal 87nbsp;Flemsdorf 87nbsp;St. Florian 74nbsp;Fohrenreut 61nbsp;Folchardesdor f 16nbsp;Forchach 59nbsp;Forenholte 58nbsp;Fornig 59nbsp;Fr and s. xmiex Franken (Stamin)nbsp;Franden, Frandanbsp;24. 36

Franconofurt 56 Franken (Stamm) 106nbsp;Franken (Land) 35.nbsp;65. 86

Frankenau 87 Frankendorf 87nbsp;Frankenfelde 87nbsp;Frankenförde 87nbsp;Frankenhain 87nbsp;Frankental 87nbsp;Frankfurt 56. 87nbsp;Frankfurt an dernbsp;Oder 87nbsp;Frankreieh 36nbsp;Fr am-Josef stand 41nbsp;Fraureuth 93nbsp;Freckenhorst 59nbsp;Freising 68nbsp;Friedland 87nbsp;Friedlos 68nbsp;Friedrichroda 61nbsp;Friesdorf(Frisigides-dorf) 16nbsp;Frigisingas 69nbsp;Fritolfes 68nbsp;Fröschweiler 63nbsp;Fronover 66nbsp;FUrstenwalde 58nbsp;Fiirth 56

Fuldafha) 43. 50. 54 Furth 56nbsp;St. Gallen 74nbsp;Gallusgasse, -tor 19nbsp;GambrivU 101nbsp;Gamreut 61nbsp;Gauting 68nbsp;Gebweiler 63

GeisUngen 68 Geismar 56nbsp;Gelnhausen 62nbsp;Geister 50nbsp;Genf (Kanton) 37nbsp;Gensungen 69nbsp;St. Gear gen 74nbsp;Georgental 58nbsp;Germanen 30 ff.nbsp;Gernrode 61nbsp;Gerstungen 69nbsp;Mahrisches Gesenkenbsp;20

Geylenhausen 62 Giebichenstdn 58nbsp;GieÊen 55nbsp;GieÊhübel 58nbsp;Glan(e) 48. 78nbsp;Gmünd(en), Gmundennbsp;1. 56

St. Goar 74 Godesberg 52. 92nbsp;Gons 94nbsp;Göppingen 68 ff.nbsp;Götaelf 47nbsp;Gottingen 68 ff.

St. Gotthard 52. 74 Graacher Ley 11nbsp;Graspoint 62nbsp;Gravenhorst 59nbsp;GreiÊings 68nbsp;Greutungi 108nbsp;Grevenbroich 60nbsp;Griechenland 36 ff.nbsp;Gronland 40nbsp;Gronhorst 59nbsp;GroÊsachsen 72. 86nbsp;GriinbUchel 58nbsp;Griineberg 66nbsp;Gudensberg 50'. 52.nbsp;92

Giintersleben 89 OUrzenich 83nbsp;Guntershausen 62nbsp;Gutach 48nbsp;Haag 1nbsp;Haar 45

H(a)ardt, Haardkopf, Haarstrand 45nbsp;Hahighorst 59nbsp;Habola 49 ft.


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293

Wortiridex.

Habsiurg {Habechis-burg) 16 Hagenau 62nbsp;Hagenbeek 14*

-hall 48 Hanau 62nbsp;Hankensbüttel 63nbsp;Hannover 56nbsp;Hannover (Provinz)nbsp;37

Hannoveraner 190 Hardtbach 42nbsp;Hardtberg, Hardfhof,nbsp;Hardtwald 45nbsp;ndd. Hart, Hart-berg(é) 45

nord. Hardangr 110' Harz 45nbsp;Harzem 16nbsp;Hase 48nbsp;Haselpoint 62nbsp;Haslach 59nbsp;Hasselfelde 60nbsp;Hassi 101nbsp;Hassofurt 56nbsp;Hasungen 69nbsp;Hattrop 63nbsp;Hausen 62nbsp;Hauswurz 68nbsp;Havel 49 ff.nbsp;Havercamp 62nbsp;Heckentrup 63nbsp;Hedeminden {Hede-menni) 19nbsp;Heiligendonk 65nbsp;Heisting(en)heim 17nbsp;Heldrungen 69nbsp;Hellinghorst 59nbsp;Hemmen 67nbsp;Hennef 79nbsp;Hercynia silva 31 ff.nbsp;46. 80

Herford {Heriford)5lt;i Herolz (Heroltes) 67nbsp;Heriidfisfeld 16nbsp;Herrenhausen 62nbsp;Herschede 66nbsp;Hersfeld 16nbsp;Herzbroich 60nbsp;Herzogenbusch 59nbsp;Heskem 17

Heslingen 68 Hessen (Stamm) 101nbsp;Heksen (Land) 35nbsp;Hessen (Dorf) 90nbsp;Hessenwald 90nbsp;Hilders (Hilterlches)nbsp;67

Höhenschwand 61 Hövel 58nbsp;Hof 1. 62nbsp;Hofgeismar 56nbsp;Hohenfeld{e) 66nbsp;Hohenthann 59nbsp;Hohenzell 93nbsp;Ho{h)ungen 69nbsp;Hohunstati (Diit.) 65nbsp;Hollanderbruch 43'nbsp;Holland 40nbsp;Holland (Kreis Neu-ruppin) 43'. 88nbsp;Hollendorf 88nbsp;Hollern, Hollerdeichnbsp;43'

Holste j nbsp;nbsp;nbsp;Holste(i)n,

Holsteiner 35. 108 Holtland 40nbsp;Holtmenni 50nbsp;HoUsaten 35. 108nbsp;Holzape 79nbsp;Holzemme 50nbsp;Holzengel 72. 89nbsp;Holzminden [Holz-menni) 19nbsp;Homberg 64nbsp;Homburg 15nbsp;Honnef 52. 79nbsp;Hoonhorst 59nbsp;Horloff 79nbsp;ags. Hronas 107nbsp;Hübingen 68nbsp;Hugsweier 91nbsp;Hundesrukke 48nbsp;Hungen 69nbsp;Hunnefa, Hunnafanbsp;52

Hunsrück 48 Hunte 49nbsp;Hurnuffa 79nbsp;Huswartes 68nbsp;Ibbenbüren 62nbsp;Ickelsam 63

Ilmenau 56 Hse 51nbsp;Hsenburg 51nbsp;Incriones (’lYKpiiuve?)nbsp;72'

Inn 53 Isar 49. 78nbsp;Iser 49. 78nbsp;Iserlohn 59nbsp;Island 40nbsp;Italien 24 ff. 35nbsp;Ittensam 63nbsp;Janowitz 85nbsp;Jülich 83nbsp;Jungfrau 48. 196nbsp;Kilrnten 35nbsp;Kaisersesch 61nbsp;Kaiserswerth 66nbsp;Kaiser- Wilhelmslandnbsp;41

Kalthorst 59 Kamerik, Kameryknbsp;43'. 88nbsp;Rappel 1nbsp;Karden 82nbsp;Katenhorst 59nbsp;Katz(a), Katzbachnbsp;51

Kaufbeuren 62 Kaufungen 87nbsp;Kemberg 88nbsp;Kemerick, Kemeriks-hof 43'. 88nbsp;Kendenich 73. 83nbsp;Kessenich 83nbsp;Ketting 64nbsp;Kirchditmold 94nbsp;Kirchengel 89nbsp;Kirn 8. 94nbsp;Kissingen 68nbsp;Klarelf 47nbsp;Klingenbrook 60nbsp;Kocher 53nbsp;Königsau 56nbsp;Königswinter 62nbsp;Koldenbüttel 63nbsp;Kottenforst 78'nbsp;Kranewitter 19nbsp;Krautscheid 58nbsp;Kreuth 61nbsp;mhd. Kriechen 37


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224

Woi'tindex.

Kroue{n)bitter, Kro-nawctter 18 ff. Krummhiegél 58nbsp;Krummhübel 58nbsp;Küdinghoven 17. 62nbsp;Kürnber'g 8. 94nbsp;Kurfarsten [Kurfir-sten] 18nbsp;Kurzébraak 61nbsp;Ladenburg 82nbsp;Landkern 8nbsp;Langenbeck 14^. 66nbsp;Langenhorst 59nbsp;Langenohl 57nbsp;Langensiepen 56nbsp;Langobarden lOSff.nbsp;Langscheid, Lang-scheda 58. 66nbsp;Lasphe 79nbsp;Lauter 47nbsp;Lauterbach 47nbsp;Lech 53nbsp;Lechenich 83nbsp;Leichlingen 68nbsp;Leipzig 13. 85nbsp;Lennep 79nbsp;Let) scheid 58nbsp;Lessenich 83nbsp;Leg 11nbsp;Legden 82nbsp;Lichtenberg 66nbsp;Lichtenmoor 60nbsp;Lichterfelde 60nbsp;Lieheneichen 59nbsp;LieJhem 16nbsp;Lindhüvel 58nbsp;Lindhorst .59nbsp;Lindich 59nbsp;Lindpaint 62nbsp;Lindtveiler 90nbsp;Linnerau 56nbsp;Litauen 35nbsp;Lobudunburg 82nbsp;Loe, Loh(e) 38. 59. 72nbsp;Lohmar 66nbsp;Loo 59nbsp;Loreleg 11nbsp;Lrdhringen 41nbsp;Lüder 4717.nbsp;Lützélsachsen 72. 86nbsp;L/utter 47

Mackemell 93 Magdlos 68nbsp;Maginza 81. 83nbsp;Mahtolfes 68nbsp;Maifeld 82nbsp;Main 53. 80. 82nbsp;Mainaschoff 79nbsp;Mainz 8Iff.nbsp;Mannheim, Mannemnbsp;16. 63

Marcoman(n)i 109 Mare 56nbsp;Marienzell 93nbsp;Markland 40nbsp;Mar mag en 81nbsp;Marpe 79nbsp;Martinhagen 20nbsp;Maulbronn 65nbsp;Mautern 70nbsp;mhd. Mazedonje 35nbsp;Mechernich §3nbsp;Mecklenburg 38nbsp;Megine. pagus Magi-nensis 82nbsp;Mehlem 16nbsp;Mehriiig 68nbsp;Meiningen 68 ff'.nbsp;Meifien (Land) 38nbsp;Melsungen 69nbsp;Memmingen 68nbsp;Mengenbostel 63nbsp;Menzenschwand 61nbsp;Meppidisla 92nbsp;Meribodonhago [Mer-benhein) 20nbsp;Merkenfritz 68nbsp;Mertenhein 20nbsp;Metelen 81nbsp;Metternich 83nbsp;Mikelenborg 38nbsp;Mittenwald 58nbsp;Mönch 48. 196nbsp;Moldau 50nbsp;Molmerswede 61nbsp;St. Moritz 74nbsp;Moselkern 8. 94nbsp;Mühlbach, Mühlberg,nbsp;Miihldorf 94nbsp;Mühlhausen 62nbsp;Mühlheim 94nbsp;München 70

Münchenreuth 6!. 93 Munster 1 ff.nbsp;Munsterland 38nbsp;Mützenich 83nbsp;Miitarun 70nbsp;Mglen 82nbsp;Naderaha 51nbsp;INassau (Landschaft)nbsp;37 ft'.

Naugard 13 Nauendorf, Nauen-hof 14

Naumburg 14 Neckar .53. 80nbsp;Hemd 72nbsp;Neroberg 19nbsp;Heter 51

Nettekoven 17. 62 Heuenbrand 61nbsp;Heuenburg 64nbsp;Heuenheim 63nbsp;Heumagen 81nbsp;Neunkirchen 64nbsp;Neuli 84nbsp;Heuwied 59nbsp;Hidda 43nbsp;Hidirowangun 65nbsp;Hiederhieber 51. 92nbsp;Hiederbronn 55nbsp;Hiedercassel 85nbsp;Hiederlande 39nbsp;Hiederpachern 70nbsp;Hiederthann 59nbsp;Niederwalluff 79nbsp;Hiederuieiler 90nbsp;Hiederwern 89nbsp;Hiehorst 59nbsp;Hiemberg 14nbsp;Hiendorf, Hienhagennbsp;14

Hienover 56 Himptsch Tilnbsp;Honnenrode 93nbsp;Honnenweier 91nbsp;Honnenwerth 19. 56nbsp;Hordgau 39nbsp;Hordhausen 62. 65nbsp;Hgm wegen 81nbsp;Oberbieber .51. 92nbsp;Obercassel 85nbsp;Oberland 39


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225

Wortindex.

Oherpachern 70 übertürkJieim 18nbsp;Oberwalhiff 79nbsp;Oherweüm- 90nbsp;Oherivern 89nbsp;Oberwesel 84nbsp;Oberwinter 62nbsp;Ochsenfurt 56nbsp;Ochsenkopf 48nbsp;Ochtendung 65nbsp;Odenberg 50nbsp;Odemvald 50nbsp;Ödekoven 62nbsp;Ölberg 19nbsp;Örlikon 17. 62nbsp;Österreich 39nbsp;ÖtUng 68nbsp;Ohe 43nbsp;Ohl 57. 192nbsp;Ohrdruf 63nbsp;Oldenburg 38nbsp;Oldesloe 59nbsp;Olpe, Olfe 79nbsp;Olzen 16nbsp;ndl. Oostmoer 60nbsp;Oppere 68nbsp;Osnabrüek 52nbsp;Osning (Oanengi) 52nbsp;Osterode 87nbsp;Osterwiek 63nbsp;Ostfalen 108nbsp;Ostgoten, Ostrogothaenbsp;102

Otberts 68 Ottenheim 63nbsp;Ottensen 16'. 63nbsp;Ottensheim 16'nbsp;Otter(bach) 61nbsp;Otterbeck 14'nbsp;ndl. Oudenmoer 60nbsp;Pachern 70nbsp;Paderborn 55nbsp;Paffenrath 61nbsp;Papenhorst 59nbsp;Papenrath 93nbsp;Pasing 68nbsp;Passau 72nbsp;Petermanns 68nbsp;Pfafferode 93nbsp;Pfahlbronn, Pfahl -dorf, -grahen,-heimOi

Pfin 67 Pilgerzell 93nbsp;Piraih 59

PisternenstraÊe, -tor 19

Plochingen 68 Pohl, Pohlbach, -feld,nbsp;-gijns, -wald, -wiesenbsp;94

Polen (Land), mhd. Polan, Polland,nbsp;engl. Poland 35. 37nbsp;Pommern 35nbsp;Poppernbüttel 63nbsp;Preuêisch - Hollandnbsp;88

Pichelarn 70 Pützchen 55nbsp;Quadi 103 fï.nbsp;QuerfuH 8. 94nbsp;Quirnberg, Quirren-bach 8. 94nbsp;Rainsteig, -loeg 18nbsp;RaUngen 68nbsp;Rammersweier 91nbsp;Ramsdonk 66nbsp;Ranstadt 16nbsp;Rapperswgl 63nbsp;Rappoltsweiler 63nbsp;Rasdorf 21nbsp;Rating esstat 16nbsp;Rauenhahn 62nbsp;Regensburg 84nbsp;Reichenhall 48nbsp;Beifferscheid 58.109nbsp;Reinerz 68nbsp;Remagen 13. 81nbsp;Reminghorst 59nbsp;Rennsteig, -stieg, -wegnbsp;18

ReutUngen 68 Rhein 13. 43. 53. 78.nbsp;80

Rheinfelden 60 Rheingau, Rheinland 38nbsp;Rhin 43. 88nbsp;Ried 1nbsp;Bies 36-ahd. Rln 13nbsp;Rip[u)arii 58. 109

Ritzehüttel 63. 90 Rodemann 67nbsp;Röblingen 69nbsp;Rolandseck 19nbsp;Rosdorf 21nbsp;Roêbach 51nbsp;RoÊkopf, RoUkuppenbsp;48

Rotach, Botbach 43. 47

Rote Au 56 Rotenditmold 94nbsp;Rotenmann 67nbsp;Rothaargebirge 45 ff.nbsp;Rothardesdorf 21nbsp;Rothenbuch 59nbsp;Rotweil 63nbsp;Rudolfszell 93nbsp;Riickeroth 61nbsp;Ru(o)leicheseck, -werd

19

RuÉland 36 Saaie 48

Sachsen (Stamm), Saxones 105nbsp;Sachsen (Land) 35.65nbsp;Sachsenhausen 86nbsp;Salbke 48nbsp;Salfeld 87

Salza, Salzach 43. 48 Salzburg 48nbsp;Salzungen 69nbsp;Sannerz (Sanderates)nbsp;68

Sauer 48 Sauerland 14. 38nbsp;Saxones s. unter Sachsen (Stamm)nbsp;Saynbach 44nbsp;Schaumburg 15nbsp;Schirings 68nbsp;Schlesien 38nbsp;Schleswig 64nbsp;Schleswig (Landschaft) 37nbsp;Schlierbach 79nbsp;Schlirf 79nbsp;Schmalenhorst 69nbsp;Schneekoppe 48nbsp;ScMnebeck 14'. 66nbsp;SchOneberg 66


15

Solmsen-Fraenkel, Indogermanische Elgennameu.

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226

Wortindex.

Schonen 35 Schumanns 68nbsp;Schtvaben (Stamm)nbsp;41. 96

Schwahen (Land) 35 Schwahenmar 86nbsp;Schwarza,nbsp;Schicarzach 43nbsp;Schwarzhurg 38nbsp;Schwarzenherg 57.66nbsp;Schwarzhorn 48nbsp;Schwarzwald 48nbsp;Schwarzwaaser 47nbsp;Sehweden 35. 96nbsp;Schweinfurt 56nbsp;Schweizer 27nbsp;Schivenda 61nbsp;Schwerin 85nbsp;Schwinge 49nbsp;Schwyz, Schwyzer 27nbsp;Seebeck 14*

Seeland (in Holland) 39

Seeland (danische Insel) 39nbsp;Seiferts 67nbsp;Selke 48nbsp;Selscheid 58nbsp;Semnones 97nbsp;Sevenich 83nbsp;Hpivoi 97nbsp;Sieg 43. 55nbsp;Siegtn 43. 55nbsp;Siershahn (Sigars-hagen) 62nbsp;Sigifrides 67nbsp;Sigina 43

Silesia, Silingi, Silin-gia 38

altdiin. Silund 39 dan. Sjölland 39nbsp;Skandinavien, Scadn-avia 35

anord. Skdnen 35 Sciri 101

Slierajfa, Slieraha 79

Snjóland 40 Solothurn 82nbsp;Solothurn (Kanton) 37nbsp;Sommerstorf 63

Spandau, Spandow 206

Spanien, mhd. Spanje 35

Spessart {Spechtes-hart) 15. 51 Stargard 13nbsp;nord. Stafangr 110*nbsp;Starkfrides 18. 68nbsp;Steiermark 37nbsp;Stein 1

Steinach 43. 55 Steinbeck 14*nbsp;Steinsiepen 44. 55nbsp;Stendal 58nbsp;Sterbfritz 18. 68nbsp;Sternstraêe, -tor 19nbsp;Stirum 16nbsp;Stolpmünde 56nbsp;Straubing 68nbsp;Streu, ahd. Strewanbsp;(Strowa) 44nbsp;Suderode 61nbsp;Siiderland .39nbsp;Siierlant 14nbsp;Sülze 48nbsp;Sugamhri 101nbsp;Suiza 48nbsp;SiUzdorf, -tal 48nbsp;Sundgau 17. 39nbsp;Sundwig 6311’.

Swaha, Swahi 96 Suebi 96 ft.

Swerige, Swërïke 96 Suethidi (Suiones,nbsp;Sueones), anord.nbsp;Sviar 35. 96nbsp;Swinemilnde 56nbsp;Suipiod 35. 96nbsp;Tann, Tannicht 59nbsp;Tasmanien 41nbsp;Tauber 44. 78nbsp;Taunus 46nbsp;Tegernmoos 60nbsp;Terwingi 108nbsp;Teufelsmoor 60nbsp;Teutisci 99nbsp;Teutoburgerwald 52.nbsp;63

Teutones 97 Thö,l(e) 58

Thalwyl 63 Theotisci, Theodiscanbsp;lingua 99nbsp;Theotmalli 64. 94nbsp;Thüring(er) 35. 189nbsp;Thüringen (Land) 35nbsp;Thurgau 38nbsp;Thüring(e) 10,35. 98.

101 ff. 189 Thuringoheim 18nbsp;Tischsiefen 55nbsp;Tollbach 49nbsp;Tongern 66. 72nbsp;Torgau 10. 13nbsp;Tribur, Trebur, Tre-bra 81nbsp;Trier 72

Triest, italien. Treste, illyr. Ter geste 10nbsp;ahd. Triuri 72nbsp;Tubingen 68nbsp;Tüddern 82nbsp;Türkenfeld, Türk-heim 18

ahd. Tuonowa, mhd.

Tuonouwe 53 Tutzing 68nbsp;Tyrol 38nbsp;Uhii 105nbsp;tjrdingen 68nbsp;Uhlberg 19nbsp;Vhlenbrook 60nbsp;TJhlenhorst 59nbsp;Vlf 79nbsp;Ulm 59nbsp;Ulmet 59nbsp;St. Ulrich 74nbsp;Ungarn [Ungarlant)nbsp;37

Unterland 39 Untertilrkheim 18nbsp;Urach 43. 51. 56.nbsp;92

Vsingen 68 St. Valentin 74nbsp;Vandiemenslandnbsp;40 ff.

Varenholz 58 Hohe Veen 19nbsp;St. Veit 74nbsp;Venloe 59


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227

Wortindex.

Vennberg, weiÊe Venne 19

Venusberg 19. 192 Vergunt 46nbsp;Vilipp 79

Virgunnia, Virgun-d[i)a 46 St. Vith 74nbsp;Vogelsberg 51nbsp;VÓlkersdorf 16nbsp;Vorgehirge 42nbsp;Wabern 70nbsp;Walsch (welsch)

31 nbsp;nbsp;nbsp;ff.

Watzikon 17. 62 Wahlscheid 58nbsp;Walachen 33nbsp;Waldhdorf, Walahes-heim 32

Walbeek (Walahbékï)

32

Walchensee 33 Waldaffa 50. 79nbsp;Waldaschaff 79nbsp;Waldbröl 60nbsp;Waldesch 61nbsp;Waldmünchen 70nbsp;ndl. Walen 32nbsp;Walensee,nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;Walen-

stadt, Walerothe 32. 33

engl. Wales 32. 35 Walheim 32nbsp;Waïholant 32nbsp;Walldorf 32nbsp;Wallis 33nbsp;Wallonen 32nbsp;Wallroth 61nbsp;Walluff 50. 79nbsp;Walonhurst 32nbsp;Walsheim, Walslébennbsp;32

Wallersweier 92 WaUrup,Waltrop 32.nbsp;63

Wangen 9

Wanzlében (Wantes-leibo) 64. 89 -varii 109nbsp;Wasungen 69nbsp;Wawern 70

ags. Vealh, pl. Vealas 32

Weichsel 14 Weidach, Weidetnbsp;59

Weiler 1 Weimar 56nbsp;Weinland 40nbsp;WeiÊenberg 66nbsp;WeiÊenborn, -brunnnbsp;55

WeiÊenburg 64 WeiÊenstein 58nbsp;WeiÉhorn 48nbsp;WeiÊwasser 47nbsp;WelUnghorst 59nbsp;welsch s. unler wiilsehnbsp;St. Wendel 74nbsp;Wendland 36nbsp;Wenzelgasse 19nbsp;Werden 56nbsp;Werder 56nbsp;Wernfeld 89nbsp;Wernigerode 61. 66.nbsp;Werra 43. 50nbsp;Werth 56nbsp;Wesendonk 65nbsp;Weser (Wesera) 50.nbsp;109

Vest 102

Wester engel 72. 89 Westerholz 58nbsp;Westfalen (Stamm)nbsp;108

Westfalen (Land) 35 Weslgoten 102nbsp;Wetzikun 17. 62nbsp;Wickraih 61nbsp;Wied, Wida(ha) 50nbsp;Wiedbach 59nbsp;Wien 54. 84nbsp;Wiesbaden 56nbsp;Wiesen, Wiesenda,nbsp;Wiesendangen,nbsp;Wiesentau 92nbsp;Wilippa 79nbsp;Wilmareslebe 64nbsp;Winden (= '^Karnt-ner’) 35nbsp;Windhövél 58nbsp;Windhorst 59

Winmare 56 Winnili 105nbsp;Wipper 49nbsp;Wipperfürth 49nbsp;Wippra 43nbsp;Wirra{ha) 50nbsp;Wirtensberc 38nbsp;Wisara, Wisera,nbsp;Wisraha 50nbsp;Visi 102nbsp;Wisigotae 102nbsp;Wisraha s. unternbsp;Wisara

ndd. Wissel 14 Visurgis 50. 109nbsp;Wittenbergle) 13. 57.nbsp;66

Wittenborn 13 Wittgenstein 68nbsp;Wodanes-, Wodenes-berg 50L 52. 92nbsp;Wolpe 79nbsp;Worth 56nbsp;Wolfenbüttel 63nbsp;St. Wolfgang 74nbsp;Wolf seifen,nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;Wolf-

siepen, WoUseifen 44. 55

Wolmirsleben {Wol-merslevd) 64. 89 Worbswede 59nbsp;Worms 81nbsp;Worringen 68nbsp;wulf rath 61nbsp;Württemberg 38nbsp;Württemberger 190nbsp;Wulfhorst 59nbsp;Wuodaha 48nbsp;Wupper 49nbsp;Wurm 81

Wutach, Wutha 48 Zatzikon 17nbsp;Zeitzleben 89nbsp;Zell 1nbsp;Zermatt 65nbsp;Ziegenhain 59nbsp;Zieverich 83nbsp;het Zijpe, de Zijpnbsp;44

Zülpich 83 Zurich (Kanton) 37


15»

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228

Wortindex.

Slayisch.

Antae 98 Berezina 51nbsp;Bistrica 49nbsp;Budun 84nbsp;Bukovo 85nbsp;Crnagora 48nbsp;Banaper 44nbsp;Danaster 44nbsp;Don, Donez 44nbsp;Dretvljane 108nbsp;Dwinsh 57nbsp;Gdansk 85nbsp;igt; Oorjach 66'nbsp;Jenisseisk 57nbsp;Carantani 35

V nbsp;nbsp;nbsp;Konjuchu 66'nbsp;Cracovia 157'nbsp;Lechen 98nbsp;Lipsk 85

V nbsp;nbsp;nbsp;Mosnach 66'nbsp;Nèmicï 72. 98nbsp;Obsk 57nbsp;Polahen 108nbsp;Poljane 35. 108nbsp;Pomorjane 35. 108nbsp;'PüDq, Rusï, Rossija,

Rosseja 36. 45'

V Selcach 66' osorb. Serb, nsorb.

Serbski 97 Slez, Sl^zï, Sl§za,nbsp;SlQzane 38. 72nbsp;Slovénin, pl. Slovenenbsp;5'. 98

Slovenzen (— ’^Ka.rnt-neP) 35 Serb. Srh 97nbsp;Widin 84nbsp;Vinodol 40nbsp;Visla 14

Winden (= '^Kdrnt-neP) 35 Wlach 33

russ. Wladiwostoh 203

Wltawa 50 Wolga 44 ff.

Zvêrin 85.

Karlsch.

Teiba 77'.

Etrnskisch.

Etrusci, Etruria 36 Rasina 52

Tusci, Tursia, Trusia {Turusa), Turseninbsp;36

Vaternus, Vatrmus 52.

Filmisch,

Raw 44ff. Ruotsi 4.5'.

Uebraisch.

Jordan (’Idpbavo?) 49 Yavan 30.

Sonstlge Sprachen.

bantusprach. Ahantu 95

Ainos 96

eskim. Inuk, pl. Inuit 95

eskim. Kerals 95 Kurilen 96nbsp;malai. Orang 96nbsp;eskim. Tschiglit 95.


2. Personennamen, Götternamen, Familien- und Geschlechtsnamen, Bei- und Spitznamen usw.

Bezüglich der Einteilung und Anordnung s. die Vorbemerkung bei den Ortsnamen.

Arisch.

ai. Trasddasyu- 200.

(ïriechisch.

'APpoaOvn 133ff. ’Aydöopxoi; 128nbsp;’Aïaaffu) 131nbsp;’AYdOi-mroi; 128nbsp;’A-faOiujv 128nbsp;’AxttOóPeuko; 115nbsp;’AYaamp;óbuupo? 128nbsp;’ApaOoKkrii;, ’Ayadó-K\€ia 128. 165nbsp;’'AyaOo? 128nbsp;’AYdOupo; 114

’ATdöujv, -ATadiiu 128. 130nbsp;’AYapiUTn 133nbsp;121

’AxéXaot;, ’ApëXeuJi; 113. 115

’A^épaxo? 113. 115 ’Axriaikao? 113. 115nbsp;’Apnaikoxoi;, ’Aïnaip-PpOTO? 113nbsp;’Ayk 121

’ATopdKpiToq/Aïopd-Tipo? 115 ’Aepórrr) 134nbsp;böot. (MvaalbiKO?)

’AOavoamp;ujpio? 140 ’AOr| vdbn? 123nbsp;’Aör|va(a, -da, -a,nbsp;’A07|vri 75nbsp;Aipeou; 133nbsp;Aiaxivri? 125nbsp;Aiöxpiujv, Aiffxpo?.

Avaxpov 9. 125 AicrxOkoi; 9. 125. 126.

1.30. 135 AioxOrrii; 125nbsp;'AKavOo? 133nbsp;’Axapvdv 132nbsp;’AKpibiwv 133nbsp;’AXéSavbpo? 114

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229

Wortindex.

’A\e£ipio, -tbriiio?,

-IKpdTTlS, -ipéVTlï

114

’A\6£i'n:o\i5 114. 115 ’AXKipiabri?, ’AXxi-Pioc, ’AXKipaxo?nbsp;114

’AXKipéamp;tuv, ’'AXKipoq 120

’AXkivoo? 114. 165 ’’AXKiinto^, ’AXki-cppmv 114nbsp;’AXiljuriS 133nbsp;boot. ’ApivoviKixoi;nbsp;130

’ApTteXiba?, -ivo?, -iu)v, ’quot;ApireXo?nbsp;131. 133

’Apóvavbpo?,’ApuvS? 121

’Apqiidpao? 121. 122 ’ApqiiKXdri?, ’'Apcpi-kXo? 124nbsp;’Apqpipéboiv 115nbsp;’'Apcpi? 121. 122nbsp;’Apcpiödévri? 114nbsp;’AvaKpéuiv 115nbsp;’AvaSaxópa?, ’Avd-ïavbpo?, ’AvaSi-paxo? 115

’AvaÉni(T!óX6uo? 114 ’AvbpioKO? 130nbsp;’AvbpóviKO?, ’Avbpo-oO^vri? 114nbsp;’AvTiTia? 121nbsp;’AirdTr) 133nbsp;’AiraTOupio? 132nbsp;’AuoXXóbiupo? 113.nbsp;116

'ApeOKouaa 134

’ApiTvuuTo? 116 ’ApiöTayópa? 115.nbsp;165

’ApiOTÓpouXo?, -bri-po?, -biKO? 115 ’ApiOTOKXri? 127. 168nbsp;’ApiOTOKpaxTi? 114nbsp;thess. (KpaTÊiaia d)nbsp;’ApiOTopeibeia (yu-vd) 142

’Apioxopëvri? 114

’ApioToiv 127. 129'. 168

’ApKiXo? 133 ’ApKTïvo? 133. 174nbsp;’Apvato? 127nbsp;’Apxepibuupo? 113nbsp;’ApxaYÓpa? 115nbsp;’Apx^PouXo?, -bapo?,nbsp;-XOO?,-VIKO?, -ttoXi?,nbsp;-TiTÓXepo? 113. 115nbsp;’ApxéoxpaTO? 114nbsp;’ApxibtKo?, -Kpdxri?,nbsp;-XOXO?,-ITTTtO? 114.nbsp;115

’AoKoXaPiuxri? 133 ’AoKXriTTidbai 123nbsp;’Aaxdqiiov, ’Aaxacpi?nbsp;131. 133

’AoxudvaS, -bdpa?, -pribri?, -vopo? 115nbsp;’Axpóprixo? 118.nbsp;121

’AxxaYÏvo? 133 AbxoKpdxri?, -Xëujv,nbsp;-XuKO? 114nbsp;Abxopébujv 115. 120nbsp;’AxiX(X)60? 131nbsp;BaoiXeio? 12nbsp;BauKO?, BoOki?, -uuvnbsp;126

Bep^KKO? 131 BiOu? 132

Boibiov, Boiblujv 133. 134

BouKttxia, BouKdxxei, BoOkuuv 132nbsp;BouXaKXfi?, BoóXap-XO?, -iba? 115nbsp;BoóXujv 129'nbsp;BpaxóXo?, BpdxuXXo?nbsp;125

boot. Bpeiodba?' 123 Bpiöi? 134nbsp;Bpóxaxo? 133nbsp;BpoÖKo? 133nbsp;rdoxpuuv 124nbsp;TaOffo? 125nbsp;rvddaiva 130nbsp;fvabio?, rvdOi?, Pvd-Ou)v 124nbsp;Tvibpri 134

TpOXö?, -i?, -uuv, -iuuv 126

AapdXri?, AdpaXi? 133. 134

Aapaaiaxpaxo? 114 Aapoöëpor]?, -Kpdujvnbsp;115

thess. (’AXeóa?) Aa-poöÖÊveio? 140 Aapóxipo? 116nbsp;Aavdr) 134nbsp;AeivaYÓpa? 115nbsp;AeivobiKr)? 118. 168nbsp;AeivóXoxo? 114nbsp;Aeivopévri? 114. 118.nbsp;168

nax. Aeivopévri? Aei-vobiKrio 118. 168 AriXio? 1 o2nbsp;Aiipapxo? 115nbsp;Ariprixrip 121nbsp;AripóbiKO? 115nbsp;AripóboKo? 165nbsp;AripoireiOri? 9'nbsp;Aripoaamp;a? 121nbsp;Aripooöévri? 114.121nbsp;Aripuuva?, Appuu-q)éXr|? 115nbsp;Arub 121nbsp;Aidvoia 133nbsp;Aka 121nbsp;AiKKib 131nbsp;AioY^vri?, -YVTITO?,nbsp;-boxo? 116nbsp;AiOKXfi? 113nbsp;Aiopr)bTi?,Aiopo? 123nbsp;Aiovuoóboxo? 116nbsp;AiovuooKXfi? 113nbsp;Aióxipo?, -tpdvr)? 116nbsp;Aopup^vT)? 114nbsp;ApOpo?, Apupio?,nbsp;Apbpuuv 125nbsp;Auupipaxo? 106nbsp;'EKttxóbujpo? 113nbsp;’EXdöiimo? 114nbsp;’Evaxiuuv 132nbsp;’EirlKxrixo?, ’EuiKxa?nbsp;121

’Epaopia 134 ’Epaxoaöévri? 114nbsp;'Eppióvri 134


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231

Wortindex.

KuboKpdxrii; 115 Kubpoy^vri?, -Xcco^,nbsp;-TToXig 116

KuXAoi;, -ia?, -tuv 125 KuviaKo^, -a 127nbsp;Kuvvuj 131nbsp;Kupvo? 196nbsp;KuvpeXibai 123nbsp;Ambpia? 126nbsp;AaKebaipóvioi; 132nbsp;AÖKpti;, AaKpibiuuvl 71nbsp;AdXaS, AaXdYri 133nbsp;Aapaxiitmov 130nbsp;AapTiupi^ 133nbsp;Aaobdpai;,-Tipo? 115nbsp;ther. AdpKXoi; 115nbsp;Aéaiva 134nbsp;Aéavbpoi; 115nbsp;AëuTO^.-ivriij.-tuv 125nbsp;AeOKio? 129nbsp;AeuKiTTiroi; 114. 129nbsp;AeÜKOc, -uuv, -liivbri^,nbsp;AeuKÓbiupo?, -KÓ-pa? 129

A6UJKÓbric;,-pëb(JUvll5 Aë(juv 133nbsp;Aeujxdprii; 115nbsp;Aiivaioi; 132nbsp;Aipavó? 126nbsp;Aoipujv 126nbsp;Aubó? 132nbsp;Aukivo?,A5kio?, Auk(-ijKO? 129. 130nbsp;AuKopribr)? 114. 123nbsp;AuKopibai 123nbsp;Aukoc; 129. 133nbsp;AuKoOpYO?, Aukó-qjpouv 114nbsp;AOkuuv 129nbsp;Auöavbpo? 117nbsp;Auöavi'ai; 116nbsp;Aupéa?, Auaid? 121nbsp;Auöipio?, -KXfi?, -Kpi-TOi;,-K0bri? 116.117nbsp;Auaipaxo? 114nbsp;AuaipvriaTOC, -viko?,nbsp;-£€vo? 117nbsp;AuoItioXk; 115. 117nbsp;Aualitovo? 117nbsp;Auaitrirr) 165nbsp;AO0n:iToi; 117. 165

Au0mTÓXepo? 117 AO0i(; 121

Au0i0TpaTO? 114.117 Au0(npo?, -(pavri?,nbsp;-cpiXog '117nbsp;AO0O(;, -ituv, -üjv, -ujnbsp;121

MoiXaKog, MaXdKiuv 126

Mdvbpo?, Mavbpo-yévrii;, -buupo?, -KXfi?, -Kpcl-rr)? 116nbsp;Mavia 127nbsp;MeTdOupo?, -0Oëvr|5nbsp;114

MeYdTipo? 116 MeXëTri 134nbsp;MeXlpola 1.34nbsp;MëXi0oal27.133.134nbsp;|V\ëXi00oi;, -iujv, -tjuvnbsp;133

MëXtTTa s. uiiter )VlëXi00a

M€v6KpdTr|lt;;, -UTÓXe-po? 114

MevëoTpaTO?, Mevë-0Taq 120 Mévujv 129’nbsp;MrivoYÓi? 121nbsp;MiKtt 134

MkaXo?, -luuv 125. 130

MiKpo?. Mikolt;;, Mt-Kpiuuv, MiKituv 124. 126

MiKuXrj 134 MIkoiv, MikuXo? 125nbsp;Mitoi;, -u;, -óuuv, -ujvnbsp;125

Mva0ibiKa 121 MvTi0dXKri 114nbsp;Mvri0iKObrilt;;, -Xoxoc,nbsp;-paxo? 114. 115nbsp;MoipaY^vri? 116nbsp;MÓ0XIOV, -lijuv, -dpiovnbsp;131. 133. 134nbsp;M5ppr)E 133nbsp;Muppivri 133nbsp;MupTdXri,MupTri,-iov,nbsp;-ixn 131. 133nbsp;MOptti? 133

Ndïio? 132 NauKpaTTi? 114nbsp;Nau0iKÜbr|5 116nbsp;Nëppo? 133nbsp;NeoTTTÓXepoi; 114nbsp;NeoTTi? 133

(Në0TU)p) NriXr|io?

uió? 140 NiKovbpo? 114nbsp;Nkapxoi; 114. 121nbsp;NiKéa?, -ia? 121nbsp;aol. (lEOeveia? 6) Ni-Kiaio? 140nbsp;Nikïvo?, Nïki? 121nbsp;NiKixo? 130nbsp;NiKÏiuv 121nbsp;NiKÓpio?, -pouXo?,nbsp;-KXfi?, -Kpëiuv 114.nbsp;115

NiKÓXao? 121 NiKÓpaxo? 114. 121nbsp;NiKopévri? 114nbsp;NiKOprjbri? 121nbsp;NiKÓiToXt?(mannI.undnbsp;weibl.) 165nbsp;NiKÓ0TpoTO?, -(pdvri?,nbsp;-tpiXo? 121nbsp;NikuXXo?, Nikudv 121nbsp;Nóötuv 196nbsp;No00i? 133nbsp;EdvOntuo? 117nbsp;Hëvuuv, Hëvaiva,nbsp;=ev(v)d) 130. 131nbsp;’OaXibio? 132nbsp;Oiübvixo? 133nbsp;Oiuuviujv 131nbsp;Oioivó? 133nbsp;’'OXxa? dvrip 132nbsp;'Opripibai 123nbsp;las. (ItdtpuXo?) quot;Op-(poKituvo? 118. 133nbsp;’Ova0i'rtoXi? 115nbsp;’OpYiXo? 130nbsp;quot;'OpviOituv/Opvixiba?nbsp;133

’Op0iXaoc. -Xoxo?

114. 115 ’OpTUYiuJv 133nbsp;TTaib€U0i? 134nbsp;TTaval0XTi? 128nbsp;TTavidjvio? 132


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233

Wortindex.

TTavxaXeuLJv 114 TTapdevuj 130nbsp;TTaTpoKXfii;, TTdTpo-kXo? 120. 12-inbsp;TTauoavia? 116nbsp;TTaqpXa-ftuv 132nbsp;TTccxr](;, TTaxïuuv 124nbsp;TTcióaYÓpai; 9*nbsp;TTeiöiamp;ripo^ 115nbsp;TTeidóXao;, -ievoq 9*.nbsp;115

TTetoibripoi; 115 TTetaiaTpaxibai 123nbsp;TTepbiKKO? 133nbsp;TTepiKXeixo? 115nbsp;TTepiKXfii; 130nbsp;TTéxaxo? 130nbsp;TTiöaKO?, -r)KO?, TTi-OuXXoi;, TTtöuiv 9nbsp;TTiffxói; 128nbsp;TTi(x)OeOi;, TTixOii;, -U)nbsp;9. 131

TTXdxaiv 127 TTXaaOévri? 114nbsp;TTXetoxijuvaS 115nbsp;TToXepaivExoc; 114nbsp;TToXepoKpdxrii; 114nbsp;TToX^piuv 129‘nbsp;TToXudXicric 114nbsp;TToXucivaS 115nbsp;TToXóyvuuxo^ 110nbsp;TToXiibu)po(;, -euKxoqnbsp;124

TToXuKXeixo^ 115 TToXuKXfi? 124nbsp;TToXuKpdxrii; 114.124nbsp;TToXuKpéoiv 115nbsp;TToXOvikoi; 114nbsp;TToXuSévri, TToXuEa,nbsp;noXuËd) 121. 123nbsp;TTóXui;, TToXuxa? 124nbsp;TToXucppdbpuiv 121nbsp;TToXóujv 124nbsp;TTóadujv 124nbsp;TToaibeo? 132nbsp;thess. TTouxdXa TTou-xaXeia KÓpa 142nbsp;TTpatibiKO? 115nbsp;TTpaElvou? 128nbsp;TTpduxo(; 130nbsp;TTpOxavi? 133

TTpuixóviKo? 114 TTuOoKXfi? 128nbsp;gortyn. TTupYOi; ’Ap-K€0iXdu) 118nbsp;TTiöXo? 133nbsp;'Paipo? 125nbsp;'PoiKoq 125nbsp;XdOiJUv 124nbsp;Zaïtfpu) 131nbsp;thess. Zoxupfouvnbsp;'YPpiöxaio? 118nbsp;Zdxupoi; 128nbsp;ZeXivih 133nbsp;Xi'paKo? 12.5. 131nbsp;ZipdXr) 134nbsp;ZipaXiujv 130nbsp;ZipaXo? 125. 130nbsp;Zipri 134nbsp;Zipia? 6. 131nbsp;Zlpiov 131nbsp;Zïpig 125. 131nbsp;ZipioKoc; 130nbsp;Zipixibri? 130®nbsp;ZipiXos 125. 130. 131nbsp;Zipituv, Zippia?, Zip-PK, Zippixoq 131nbsp;lipoq 125nbsp;ZipuXo? 130nbsp;Zipiuv 123. 125. 130.nbsp;149

Zipwvibri? 123. 125. 149

Zivavbpoc, Ziv(v)i?, Zivvéac;, Zlvoiv 131nbsp;ZKapdvbpio? 150nbsp;ZKOTtdbai 123nbsp;Zkóxio? 196nbsp;ZpiKpoi; 124nbsp;ZpiKuOr) 134nbsp;ZocpiXoi; 130nbsp;Z-rrepOiri? 118^ ff.nbsp;ZxttYÓviov 131nbsp;las. ZxdqpuXo? ’Opcpa-KiuDvo? 118. 133nbsp;Zxpdpujv, ZxpdpaEnbsp;125

Zxpdxapxo; 115 Zxpdx(x)i5 131nbsp;ZxpaxóviKO^ 114nbsp;ZxpdxuXXüi;, Zxpd-xaiv 131

Zxpaxiüvat 115 Zxpoxxiu^lSlnbsp;ZxpoOOo?, -(u)v 133nbsp;ZiuKpdxri? 168nbsp;Ziuoibripoi;, -pévrn,nbsp;-uoXiï 114. 115nbsp;ZujqppoviöKO? 130.nbsp;168

Taxa? 73 TaxOpouXo? 115nbsp;TeXapiuvio? Aia? 140nbsp;TeXéba? 121nbsp;TeXXiu 131

Tdxapxo?, Texpabicuv 132

TïiXéa? 121. 124 TriXéYVUJxo? 116nbsp;TriXéuaxo?, -CKOiro?,nbsp;-q)dvri? 121nbsp;TriXoKXti?,T pXÓKpixo?nbsp;121

TfiXo? 121. 123

TriXuKpdxri? 121 TfiXu?, TfiXuJv 121.

123. 124 TipoKo? 131nbsp;Tmdvujp, Tipapxo?,nbsp;TipTiKpdxr\.lt;;,, tipp-Y^vr)? 116

TipoXéiuv, TipóXoxo? 114

Tipüxa 130 (TTouxdXo) Tixupeïanbsp;(YVJvd) 142nbsp;Tpixaïo?. Tpixio?,nbsp;Tpixo? 132nbsp;Tpópri? 121nbsp;TpOcpri 134nbsp;TpOq)iJuv 126nbsp;'YpXfimo? 132nbsp;'YipiKpéuuv 115nbsp;'YipntOXïi 121nbsp;'Xyu) 121. 130nbsp;lt;tgt;dXaKpo?, -iu)v 125nbsp;OdXavSo? 125nbsp;dgt;dXapo? 125nbsp;OavóbiKOc 115nbsp;dïapdba? 123nbsp;Odxxiov 133nbsp;lt;Jgt;EibMtn(bri?, 0€ibu)-vibr]? 117


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233

Wortindex.

tfepeKXfii;, -KpdTr);,

-Kubrii; 131 0{Xaiva 130nbsp;0i\dKU)v 149nbsp;0iWa5 112. 131nbsp;0i\ripdTiov 134nbsp;0iX{a 134nbsp;0l\io; 131nbsp;0iMaKoi; 112nbsp;0iX(a'[T\ 134nbsp;•PiWéaq, 0iX\io?,nbsp;0iXX0 131nbsp;0iXoKUjpdmov, 0iXo-Ktupibri? 130nbsp;0iXovdi; 112nbsp;01XÓVIKO5 112. 114nbsp;0iXóitoXj? 115nbsp;0iXoq 112nbsp;0iXTëpa, -Tdxri 134nbsp;0(XUTO?, 0tXUT0 131nbsp;0iX0 130. 131nbsp;0(Xtuv 149nbsp;0pdbpu)v 121nbsp;0p9vri 134nbsp;0p5vixoi; 130nbsp;0pOvo? 133-0pdE 132nbsp;0uXujv 1291nbsp;Xaixlbrii;, Xaixii;, -oi;,nbsp;-luv 125nbsp;Xapieöcia 134nbsp;XapiSëvr), XapiE0nbsp;121. 123nbsp;Xdpiinto? 117nbsp;XeXibóviov 131nbsp;XeXwvri 133nbsp;XeXuuvlujv 131nbsp;XXibujv 126nbsp;XoipoKoq 126nbsp;XoiplXo? 126. 130nbsp;Xotpo?, -ujv, -{(uv 126nbsp;001190, '31nbsp;0)1 V 133.

Italisch, besonders Lateinisch. ^nbsp;Abellanus 137nbsp;Acca{v)us 137nbsp;Accius 131. 150nbsp;Acerra 71nbsp;Aeserninus 137

Agentius 146 Agricola 148nbsp;Agrippa 144. 150nbsp;Albius 140. 149. 150nbsp;Albücius 149. 176nbsp;Albus 140nbsp;Ammius 131. 150nbsp;AmuUus 137. 150nbsp;Anavius 138nbsp;Annaeus 150nbsp;Anna{v')us 137nbsp;Annius 131. 150. 177nbsp;Antella 138nbsp;Appius 144. 150nbsp;Aquila 151nbsp;Arcadius 147nbsp;Aricin(i)us 137nbsp;Asell{i]us 140nbsp;Asm'J)us 20.140.151nbsp;Atav('i)us 137. 138nbsp;Athanasius 147nbsp;AUnas 137nbsp;Attius 131. 150nbsp;Attonius 152nbsp;Augurius 147nbsp;Aulenus 138nbsp;Aulius 139nbsp;Aulinna,Awlinius\ZSnbsp;Aulus 139. 144. 148.

150

Ausonius 147 Auxentius 146. 153nbsp;Auxilius 147nbsp;Babbius 150nbsp;Baccius 150nbsp;Baggius 150nbsp;Barbatus 145nbsp;Barrius 150nbsp;Basilius 147nbsp;Bassius 150nbsp;Battius 150nbsp;Bibulus 149nbsp;BilUus 150nbsp;Birrius 150nbsp;Bittius 160nbsp;Blasio 145nbsp;Bovius 151nbsp;Caecilius 14^ 149nbsp;Oaecina 138nbsp;Caecus 151nbsp;Caeqjio 151

Caesar 151 Caesarius 147nbsp;Caesellius 149nbsp;Caesius 140. 150nbsp;Caesula 144nbsp;Calatorius 151nbsp;Calvix^s 150 ff.nbsp;Candidius 152nbsp;Canuleius 149nbsp;Cariaus 137nbsp;Carsii,gensGarsia 71nbsp;Cassius 150nbsp;Catilina 151nbsp;Cato 148nbsp;Caiul{l)us 151nbsp;spatlat. CopiMsaco 203nbsp;Cedo alteram (Spitz-name) 203‘

Ceres 150 Cerficius 150nbsp;Cerrin(i)us 150nbsp;Cethegus 145nbsp;Cicero 151nbsp;Cincinnatus 151nbsp;Cinna 151

Claudil/us 140. 148. 151

Clovatius, Cluatius 149

Cluentius, Cluilius, Cluvius 149nbsp;Corii, geus Goria 71nbsp;Clusinas 137nbsp;Considius 150nbsp;Consilius 150nbsp;Co{n)stantius 146.

162. 153 Consus 150nbsp;Cornelius 151nbsp;Cornii 20nbsp;Cosanus 137nbsp;Gossus 145nbsp;(Cavia) L. Cranianbsp;uxor 142nbsp;Cr assus 148nbsp;Crispus 151nbsp;Cupencius 151nbsp;Decim(i]us 139. 144.

150.' 152 Decorius 147nbsp;Desiderius 147


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234

Wortindex.

Doldbella 145. 149 Dossennus, Dosseniusnbsp;138

Dracontius 147 Buenos 137*nbsp;Egreginius 152nbsp;(sig.) Equüii 147*nbsp;Euagrius 147nbsp;Eugenius 147nbsp;Eusebius 147nbsp;Eventiorum 147*nbsp;Faberius IBl'*. 162nbsp;Fabius 151. 152nbsp;Fabricius 151. 152.nbsp;176

Faesulanus 137 Faust a 144nbsp;Faustinius 152nbsp;Faustulus 137nbsp;Faustus 144nbsp;FelsinU, Felsonnnbsp;71

Fictorius 151 Flaminius 138. 161nbsp;Flavidius 177nbsp;Flav(i)us 140. 1.50nbsp;Flora 150nbsp;Floreius 150nbsp;Elorentius 146 ff.nbsp;Flor[i)us 150nbsp;osk, Fluusa 160nbsp;Franciscus 187nbsp;Frentinas 137nbsp;Frontinius 152nbsp;Fulgentius 147nbsp;Fulvius 140. 150nbsp;Furius 139nbsp;Fusus 139nbsp;Gaia 144nbsp;Gaius 144 ff. 160nbsp;Gaudentius 147nbsp;Gavidius 177nbsp;Geminius 138. 150nbsp;Gnae(v)us 139.144 ff.nbsp;150

Gracchus 131. 151 Hatile, Haiilius 138nbsp;Helladius 147nbsp;HeracUus 147nbsp;Hercules, Vok. her-c{u)le 120. 124

osk. Herekleis, -ui 120

Honor lus 147. 153 I Host{i)us 139. 144nbsp;Ingenuius, Inge-nuinius 152nbsp;Innocentius 147. 153nbsp;lucundius 152nbsp;Iul(i)us 139nbsp;Kaeso 144. 148 ff.nbsp;osk. Dat. Kerri 150nbsp;Laheo 148nbsp;Laelius 14nbsp;Laenius 14nbsp;Laevius 14. 140nbsp;Lar 144nbsp;Larcius 138nbsp;Largenna, Largen-nius, Larqiniusnbsp;138

Larinas 137 Lentulus 145. 151nbsp;Levinius 152nbsp;Libanius 147nbsp;Liberatinius 152nbsp;Litrii 62nbsp;Livius 140. 150nbsp;Luceres 71nbsp;Lucerinus 137nbsp;iMcia 144

Lucilius 14^ 139.149 Lucius 14^ 139.144.nbsp;149

Lumphae 74 Luperci 148nbsp;Macarius 147*nbsp;Macer 150nbsp;Maccus 138nbsp;Macrinius 152nbsp;Maecenas 137nbsp;Maenas 137nbsp;Magnus 150nbsp;Maluginensis 145nbsp;Mamerc[i)us 144. 150nbsp;Mamers 74. 108. 150nbsp;Mania 144nbsp;Manilms 139. 149.nbsp;Manios 137*. 139.

144. 149.

Manlius 139 Marcidius 177

Marc(ï)us 139.141 ff. 150

Marius, Marldius 177 Mars 150

spatlat. Martinus, -a 166

Martius 150 Mastarna 138nbsp;Maternius 152nbsp;Maturius 152nbsp;Mavortius 147nbsp;Maxim{i)us 140. 150nbsp;Meddignatius 152nbsp;Memmius 150nbsp;Merula 145. 151nbsp;Mettus 144nbsp;osk. Miinieis 149^nbsp;Minius 149nbsp;Mïnücius 149nbsp;Mimerius 147nbsp;Murc{i)us, Murculanbsp;140. 144

Naevius 139. 150 Naso 148nbsp;Eepotius 162nbsp;Nero 100. 144nbsp;Niger 150nbsp;Nigidius 150nbsp;Nolanius 137nbsp;Nonius 140nbsp;Norbanus 137nbsp;Novius 144nbsp;Numa 144nbsp;Numa Pompüius 137nbsp;Numasios 137*nbsp;Numerius 144nbsp;Numidius 147nbsp;Numitor 137nbsp;Ocrii, Ocrinii 21nbsp;Octavius 140nbsp;Olen(n)ius, Olniusnbsp;138

Opilius 151 Opiter 144nbsp;Orbilius 149nbsp;Ovidius 149nbsp;Oeius 140. 144. 149nbsp;Pabate 138nbsp;Pacius 144. 160nbsp;Pacuvius 150nbsp;Paetus 151


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235

Wortindex,

osk. Pakis, TTokio?, TTaic/rii(; 150nbsp;Palans 137nbsp;Palladius 147nbsp;(noulrix) Paperia 142nbsp;Papius 150nbsp;Patavinius 137nbsp;Pawltnius 152nbsp;PauUus 162nbsp;Paullus, Paulla 144nbsp;Pax 150nbsp;Peregrinius 152nbsp;Perperna 138nbsp;Petrunes 138nbsp;umbr. Piquier Mar-tier 107^

Pisenus, Pisentius, Pisinius 151*nbsp;sPïso 151nbsp;Pisiirius 151*nbsp;Planc{t)us 140. 144.nbsp;151

Plautus, Plautius 138. 140. 151

Pompeius, Pompilius

149

Por ca 140 Porcius 140. 151nbsp;Porphyrius 147nbsp;Porsenna, Porsinanbsp;138

Postum(i)us 139.144.

150

Prima 144 Primius, Friminus,nbsp;Primulus 152nbsp;Primus 152nbsp;Procilius 139. 174nbsp;Proculus 139. 144.

150. 174 Prudentia 166nbsp;Prudentius 147. 153.nbsp;166

Publilius 14*

Puhlius 14*. 144 Quarta 144nbsp;Quart(i)us 152nbsp;Quinta 144nbsp;Quin(c)tms 139.141 ff.

150. 152 Quintilius 149

QuintuslB9.144.148.

150. 152 Ramnes 71nbsp;Uasinii 52nbsp;Bemus 71. 137nbsp;Bomaeus 71nbsp;Bomilii, gens Bo-milia 71

tribus Botnulia 71 Bomulus 71. 137nbsp;Bufa 144nbsp;Bufinus 145nbsp;Bufus 150nbsp;Butila 144nbsp;Butilius 150nbsp;Sacratorius 151nbsp;Saena 71nbsp;SagiUius 147nbsp;Salvia 144nbsp;Salvldius 177nbsp;Salvius 144. 177nbsp;Sanctinius 152nbsp;Sancus 150nbsp;Sanquinius 150nbsp;Sarii, Sarnü 52nbsp;Saxula 149nbsp;Scaurus 151nbsp;Scipio 145nbsp;Secunda 144nbsp;Secundus 152nbsp;Septimius 140

umbr. Serfe Martie 150

Serpentius 147 Sertor 139. 144nbsp;Sertorius 139nbsp;Servandius 157nbsp;Servilius 149nbsp;Servius 144. 149nbsp;Sextius, Sestius 139nbsp;Sextus 139. 144. 148nbsp;Sil{i)us 140nbsp;Sisenna 138nbsp;Sora 71nbsp;Sjmrinna 138nbsp;Spurius 144. 148.

150. 196 Statïlius 149nbsp;Statius 144. 149nbsp;Statutius 152

Sulla 145. 149. 151 spatial. Supla - in plu-vio 203nbsp;Sura 151nbsp;Tappius 150nbsp;Tarquinkis 138nbsp;Tatius 3 ff. 150nbsp;Tellius 150nbsp;Tertia 144nbsp;Tertius, Tertiniusnbsp;152

Testimus 138 r*eHs(FluËgott) 150nbsp;Tiberius 144. 150nbsp;Titidius 177'

Ttties 71 Titius 139. 152nbsp;Titus 139. 144nbsp;Traulus 138nbsp;umbr. Trebe luvie 150nbsp;Trebicius 160nbsp;Trebius 144. 150nbsp;TuU{i)as 139. 144.nbsp;150

Tullus Hostilius (Poublilia) Turpilianbsp;Cn. uxor 142nbsp;Turpilius 149nbsp;Tusculanius 137nbsp;Ursitis 152nbsp;Uroinus 137nbsp;Valerius, palign. Va-lesies 1.50nbsp;Valg(i)us 151nbsp;Varius 140. 151nbsp;Varro 131. 148nbsp;Farus 140. 151nbsp;Vaternii 52nbsp;Velina 138nbsp;Velocius 152nbsp;Venusinius 137nbsp;Venustinius 152nbsp;Ferres 138nbsp;Verrius 138. 140.1.51nbsp;Vesta 107

Vet{t)inii)us, Vet(t)en-(ni)us 138 Vihe 138*

Vibenna 138 Vihius, Vibia 144nbsp;Victorinius 152


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236

Wortindex.

spatlat. Vincemalus 203

Vincent ms 147 Virraus 137nbsp;Viscms 138nbsp;Vitalinius 152nbsp;VitelUus 140. 151nbsp;Vocontius 147nbsp;Valero 144nbsp;Volusus 144nbsp;Vopiscus 144nbsp;falisk. (Vipia) Zerte-nea loferia 142.

Romanisch.

frz. Adèle, Adelaide 3. 165. 207nbsp;span. Alfonso 13nbsp;fi'Z. B ertheau, Bertier,nbsp;Bertrand 13nbsp;afrz. Cercalmont 203nbsp;frz. Christine 3nbsp;italien. Cütadini 148nbsp;italien. Crispi 148nbsp;italienisiert. Cruvellinbsp;122

frz. Dédé 3 frz. Delafontaiue 192nbsp;frz. Delorme 192nbsp;frz. Dubois, Dulac,nbsp;Dumont, Dupont,nbsp;Dupré 192nbsp;frz. Eugénie 3nbsp;span. Eer{dijnandonbsp;13. 165nbsp;3

italien. FunaioU 148 italien. Garibaldi 13.nbsp;156

frz. Gogo 3 italien. Grossi 148nbsp;afrz. Hastamorsel 203nbsp;frz. Josephine 3nbsp;frz. Lebrun, Lejeune,nbsp;Lenoir, Lesage 201nbsp;frz. Loulou {Louis) 3nbsp;frz. Margot 3nbsp;italien. Muratori 148nbsp;frz. Nini 3nbsp;italien. Noce, Nocinonbsp;127

fvz.Eegnaud, Begnier, Reymond 13nbsp;frz. Ribot,Riccaud 13nbsp;italienisiert. Rodaninbsp;122

italien.Jfosst, Rossini 148

italienisiert. StiqhelU 122

frz. Taillefer 203 frz. Thibaud, Thierry,nbsp;Thiers 13nbsp;frz. Titi 3nbsp;italien. Umberto 13nbsp;italien. Verdi 148.

Keltisch.

Antunnus 82 ir. Brigit 13. 103nbsp;Divitiacus 84nbsp;Matidonus 83nbsp;Teutomatos 83.

(lermanisch, beson-ders Dentsch. ahd. Abba, got. ahd.

Abbo 3 ff.

Abraham 12. 186 Abraham VoÊ 186nbsp;Abrahamsohn 182nbsp;Abt 196nbsp;Achim 188nbsp;Achterberg 192nbsp;Adalberga 165nbsp;Adalbert 15nbsp;Adalbo 170nbsp;Adaïbodus 167nbsp;Adalfredus 167,nbsp;Adalfrida 165nbsp;Adalgard 164nbsp;Adalgundis 162. 165nbsp;Adaïhard 15.160.168nbsp;Adalheid, Adelheidnbsp;165. 173. 184nbsp;Adalhïldis 167nbsp;Adallinda 165nbsp;Adalmann 15nbsp;Adalmar 15. 160nbsp;Adalrat 159nbsp;i AdalwartfK) 15. 160nbsp;I Adam 186

Adélaide 207 Adeïbero 170nbsp;Adèle, Adela 165.

173. 207 Adelhardt 160nbsp;Adelina 165nbsp;Adelung 183nbsp;Adi 165nbsp;Adler 194nbsp;Adolf 158. 171nbsp;Aegidius 189nbsp;Ahnelt 157nbsp;Agabert, -hard, -marnbsp;157

Agenardus 167 Agenildis, Agentru-dis 167nbsp;Agilolf 172nbsp;Aginald, Agivald 157nbsp;Ago 172nbsp;Ahlert 15. 160nbsp;Ahlewein 160-Ahlhardt 15. 160nbsp;' Ahlmann 15nbsp;Ahlwardi 15. 160nbsp;Ahnelt 157nbsp;Aichner 195nbsp;ahd. Aeco 131nbsp;Alberad 161nbsp;Albert 8. 15. 160nbsp;Alberti 205nbsp;Albhard 161nbsp;Albramp;t 159nbsp;Albrecht 160nbsp;Albrüna 163nbsp;Alex 188

Alexander 12. 188. 207

Alexius 12. 183. 189 Alfninbsp;Alfons 207nbsp;Alfred 161. 207nbsp;Alger 160nbsp;Alhardt 160nbsp;Alkar 160nbsp;Allert 15nbsp;Allmann 15nbsp;Allmer 15. 16. 160nbsp;Allwert 15nbsp;Alma ‘iGlnbsp;Alois 186


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237

Wortindex.

Alpert, Alphart 161 Altenhöfel 193nbsp;Althans, AUhoff 193nbsp;Alu’in 160nbsp;Aly 207nbsp;Amaldrüd 162nbsp;Amali, -ae 102. 163nbsp;Amalia 162nbsp;Amhach, Ambronnnbsp;192

Ambros{ch) 188 Ambrosius 188nbsp;Amelnng 183nbsp;Amelungen, Amalun-gi 69. 183

Ammann, Ammon

195

Amrain, Amthor 192 Amtmann 195nbsp;Andernach 191nbsp;Anders 188nbsp;Andreas 185. 188nbsp;Andres, Andresenl88nbsp;Angermann 193nbsp;Anhiith 17nbsp;Anna 3. 185. 186nbsp;Anno 17. 172nbsp;Anselm 161nbsp;Anser 161

Ansgar, Anshalm, Ansher 161nbsp;Ansinn 17nbsp;Ansmann 161nbsp;Ansobert 161nbsp;Ansorge 17. 200nbsp;Ansovald, Answinnbsp;161

Anton 188 Antonins 173. 188nbsp;Appel, Appélius 205nbsp;Argelander 15nbsp;Armbrecht 158nbsp;Armbmster 197nbsp;Armingard 163nbsp;Arminins 10nbsp;Arnd 171nbsp;Arnhard 158nbsp;Arno 171

Arnold 17. 158. 171.

172. 187 Arntz 182

Arnulf 158. 172 Arnwaldt 158nbsp;Asbach 190nbsp;Asbert 161nbsp;Aschenbrenner 199nbsp;Asimis 189nbsp;Assemaker 198nbsp;Aamp;mann 161nbsp;Athabald 205nbsp;Athalberaht, -gar,nbsp;-win 160nbsp;Athaulf 158nbsp;Attila 3ir. 174. 175^nbsp;Auda 165nbsp;Andagar 160. 166nbsp;Audchar 160nbsp;Audemund 160nbsp;Andoberht, mar,nbsp;-ward, -win 160.nbsp;170

Audrada 165 Andulf 160nbsp;Ane^- 158

(von) Auerbach, Aner-bacher 192 Auf der Maner 192nbsp;Auler 11

Aus’m Werth 192 Avenarins 205nbsp;ahd. Bobo 4nbsp;Bach 192nbsp;Bachem 190nbsp;Bachmann 193nbsp;Backhaus, Backesnbsp;192

Bad(d]hild 162. 163. 166

Bader, BadstüberVè8 Backer (s. auchnbsp;Becker) 2. 196nbsp;Bdrwald 157nbsp;Baldauf, Baldawin,nbsp;Balde, Baldemar,nbsp;Baldeivein, -hardnbsp;155

Baldher 155 Balduin, Baldulf 1.55nbsp;Ballauf, Ballmer,nbsp;Balluf 155nbsp;Balter 155nbsp;Balthi, -ae 102

BardenheuerXQ?). 197 Bardenwerper, Bar-tenwerfer 197. 198nbsp;Barthcl 188nbsp;Bartholomaus, Bar-thelmes 188nbsp;Bnstian, Basil 189nbsp;Bauer 199nbsp;Baum 192nbsp;Baumann, Baumei-ster 198

Baumgart 16. 192 Becher{er) 197nbsp;Beck 14. 196nbsp;Becker (s. auchnbsp;Backer) 196nbsp;Beerbohm 14. 192nbsp;van Beethoven 192nbsp;Beheim, Behm 189nbsp;Beiderbeck 192nbsp;189. 192nbsp;Beierle 192nbsp;Beilschmidt 197nbsp;Beinhauer 198nbsp;Bender 197nbsp;Benedictus, Ben(e)dixnbsp;188

Bengel 201 Benito 176nbsp;Benno 17. 119. 170.nbsp;172

Bentlage 190 Beranfrid 166nbsp;Berg, Berger 192nbsp;Bergmann 193nbsp;Berhta 173nbsp;Berhiflat 164nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;\

Berhtgund 162 Berhtrada 173nbsp;Berhtwald 18nbsp;Beringard 166nbsp;Berinher, -hari 157.nbsp;166

Berlet 157 Berliner 191nbsp;Bernd 16.171nbsp;Bernecker 193nbsp;Berner 157. 166nbsp;Bernger 172nbsp;Bernfried 166nbsp;Bernhard 16.17.119.


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238

Wortindex.

157. 168. 170. 171. 172. 176

Berninghausien) 193 Berold, Beroward 157nbsp;Bert{h)a 8nbsp;Berthold 8. 18nbsp;(Otto) Berthold,nbsp;TruchseÊ vonnbsp;Waldburg 179nbsp;Bertram 8. 158. 172nbsp;Bertrand 157nbsp;Bervald,Beward 157nbsp;Besserer 195nbsp;Betti 119. 170nbsp;Betto 172nbsp;Biederbech 192nbsp;Bietendüwel 204nbsp;engl. Billy 174nbsp;Binder 197nbsp;Birkenhamp 193nbsp;Birnbaum 193nbsp;Birrnkoren 191nbsp;Bischoff 196nbsp;Bleibtreu 203nbsp;Bliegart, BUctrüdisnbsp;164

Blïda, Blïddrud, •gard, -hild 164nbsp;Block 201nbsp;Blume 193nbsp;Blumröder 191nbsp;Bock 172nbsp;Bockh 196nbsp;Bodebert 177nbsp;Bodicko 21nbsp;Bodizo 176nbsp;Bodmer 198nbsp;Bodo 172. 177nbsp;Bodomar 177nbsp;schweiz. Böcklin 175nbsp;Boheim, Böhm, Böh-mer 189nbsp;Boller 155nbsp;Böttcher 197nbsp;Bo(h)land 37. 190nbsp;Bold(e), Bolder 155nbsp;Bolko 21nbsp;Boller(t) 155nbsp;Bollwien 165nbsp;Bolte(n) 155. 182nbsp;Boltz 155

Bolzer 197 von Bonin 206nbsp;Bonitz 206nbsp;Borngesser 192nbsp;Borries 188nbsp;van den Bosch 192nbsp;Botho 144nbsp;Botz 177nbsp;Bouterwek 202nbsp;Bozo 176nbsp;Brabander 189nbsp;Brauer 198nbsp;Braun(e) 172nbsp;Bredenkamp 193nbsp;Breier 198nbsp;Breithaupt 2. 200nbsp;Breuer 198nbsp;Brigitte 12nbsp;(ten) Brink 11. 192nbsp;von den Brinken 11nbsp;Brinkmann 11. 193nbsp;Brinkmeier 195nbsp;Brockhaus, Brockhoffnbsp;193

Brögmann 193 Bröseke, Brösel, Bro-se 188nbsp;Brosius 205nbsp;Brotbeck 196nbsp;Bruckner, Brucknernbsp;192

Brügginann 193 Brunhild, Brunhildnbsp;155. 162nbsp;Brunner 192nbsp;Brüno 172nbsp;Bucco 21. 172nbsp;Buchner 192nbsp;Buck 172nbsp;Bilcheler 192nbsp;Büchner 192nbsp;Biihler 192nbsp;(von) Bülow, Bülaunbsp;206

Büngener 198 Bürki 174nbsp;schweiz. Bürklinnbsp;175

Bütow 206 Büttner 197nbsp;Bungert 16. 192

Burchard 21. 172. 174

Burckhardt- Bischoff, -Burckhardt,-Heus-ler, -Merian, -Sa-rasin 146*

Burgi 173 Burmeister 195nbsp;Busch 192nbsp;Buschmann 193nbsp;Busse, Busso 177nbsp;Butterweck 202nbsp;Butze 177nbsp;Butzla-ff 206nbsp;Capetinger 69nbsp;Gaspari 205nbsp;Charlotte 12. 207nbsp;Childirüna 163nbsp;Chlodovechus 156*nbsp;Chlodobert, -char,nbsp;-wald, Chlodmarnbsp;160

Chlodoveus 156* Chlodovicus 171nbsp;Chlodwig 160nbsp;CModulf 160nbsp;Christian 186nbsp;Christians, Christiansen 187nbsp;Christina 185nbsp;Christophorus, Christoph, Christoffelnbsp;188

Chunigund 162. 174. 177

Clausius 205 Chlotichilda 162nbsp;Cona 171nbsp;Conradi 205nbsp;Contze 184nbsp;Contzen 182nbsp;Cornelius, Corne{h)lnbsp;188

Cosack 190 (Lucas) Cranachnbsp;180ff.

van me Cranen 193 Crecelius 205nbsp;Criiteell 122nbsp;Crusius 205nbsp;CruvelU 122


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239

Worlindex.

Curthis 205 Danziger lUlnbsp;David 186nbsp;David Friedrichnbsp;StrauÊ 186nbsp;Dechant, Dechent 195nbsp;de Graaff, -Greff,nbsp;-Groot, -Haas, -Jonge 201

Deichgraf 194 Deichmann 193nbsp;Deiter 157nbsp;Denis, Denys 188nbsp;de Bidder, -Buyternbsp;201

Detlefsen 183 Detter 157nbsp;Dettmer 160nbsp;de VoÊ,nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;- Vrient,

-Vries 201 Dewies 207nbsp;Deybaldt 155nbsp;Dickel 178nbsp;Dickgr awe,-grebe 194nbsp;Diet 188nbsp;Hiechmann 193nbsp;Diede 171nbsp;Diederichs 182nbsp;Diedrik 171nbsp;Diehl(e) 175. 178nbsp;Dieke, Diekel 178nbsp;Diet, Dielitz 178nbsp;Diemar, Diemer 160nbsp;Diepold, Diepelt 155nbsp;Diergardt 192nbsp;Dierk 171nbsp;Dierks 182nbsp;Dieted 178nbsp;Dieter 157nbsp;Dieterici 205nbsp;Dietgen 176nbsp;Dieth(e) 171nbsp;ahd. Dietilo 174nbsp;Dietke 178nbsp;österr.-bayr. Dietl,nbsp;Schwab. Dietle 175nbsp;Dietrich 158. 176nbsp;Dietsch 177nbsp;Dietz{e), Dietzel{ke)nbsp;176. 178nbsp;Dillenburger 191

Dincklage 190 Dingolfing(a) 69nbsp;Dionysius 188nbsp;Diotrich 158nbsp;Dippel{t), Dippoldtnbsp;155

Dirksen 183 Dittmar 160nbsp;Dix 188nbsp;Dobbert 160nbsp;Dönniges 188nbsp;Daring 189nbsp;Dolf{É)s, DolfuS 173nbsp;Dominik 186nbsp;Dommeier 195nbsp;Dorothea Salome Lessing 186nbsp;Drager 197nbsp;Drechsler 197nbsp;Drees(en) 188nbsp;Dreger 197nbsp;Dreher 197nbsp;Dreier 197nbsp;Dresdener 191nbsp;DreMer 197nbsp;Drew(e)s 188nbsp;Drikkes 173nbsp;Dr ammeter 198nbsp;Droste 195nbsp;Drude, -o 9nbsp;Drüdflat 164nbsp;Dr üdfire 161nbsp;Drudwin 9nbsp;Drugies 207nbsp;Dubbert 160nbsp;Diinnebier 202nbsp;During, Diirk 189nbsp;Diisterbeck 190nbsp;DUsterdink 193nbsp;Duffhaus 193nbsp;Dunker 198nbsp;ags. Eadgar, Ead-ward 171nbsp;Ebbinghaus 193nbsp;Ebener 195nbsp;Eberding 183nbsp;Eberhard 158. 168.nbsp;171

Ebering 183 Ebermann 158nbsp;Ebero, Eberolt 173

Ebert 171

Ebertvein, Eberwien 158

Eckert 157 Eckertz 182nbsp;Eckmann 193nbsp;Eckold, Eckwert 157.nbsp;158

Ede 17. 172 Edith 165. 207nbsp;engl. Edmund 171.nbsp;207

Eduard, Edward 12. 17. 120. 165. 171.nbsp;207.

engl. Edwin 171. 207 Eggebrecht, Egbert,nbsp;Eggert, Eghard 157nbsp;Eginhart 168nbsp;Egold, Egivard 157nbsp;Elbert 157nbsp;Eilbrecht 157nbsp;Eimer 157nbsp;Einbrecht 157nbsp;Einhard, Einert 157nbsp;EisenbeiÊ, Eisenhutnbsp;202

Eisenmenger 198 Elbing 183nbsp;Elf rath 161nbsp;Elf ride 165nbsp;Elias 186

Elisabeth 119. 169 ff. 185

EUse 119. 169 Eilbrecht 157nbsp;Ellerkamp 193nbsp;ElU 119. 170nbsp;Ellinger 191nbsp;Elsbeth 119nbsp;Elwert 157nbsp;Embacher 191nbsp;Emilie 4nbsp;Emma 163nbsp;Ende-AndrieÊen 146*nbsp;Enders 188nbsp;Engelbert 8. 143nbsp;Efpelmann 206nbsp;Erasmus 189nbsp;Erdmenger 198nbsp;Erharding{a) 69


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240

Wortindex.

Erl(e), Erler 192 Ermanaricus, Er-manareiks 10. 98nbsp;Ermentriid(is) 185 (s.nbsp;auch unter Irmin-trud)

Erm entrant (Fami-lieimame) 184 Ermrich 10nbsp;Esser 198

Etzel, mhd. Etzeltn J7.5'

Ekilencamp 193 Euler 11. 198nbsp;Eustachius 189nbsp;Eustathius 189nbsp;Evermann 158nbsp;Ewert 171nbsp;Exner 198nbsp;Eiysinlc 183nbsp;Faher 205nbsp;Fahricius 205nbsp;Fahndrich 195nbsp;Falkner 199nbsp;Fanny 207nbsp;FaÊhender 197nbsp;Falinacht, Fastel-avent 201nbsp;Fauth 195nbsp;Fechner 197nbsp;Feiertag 200nbsp;Feilenhauer 197nbsp;Feldmann 122, 199nbsp;Feldmanowski 122nbsp;Feldscher 198nbsp;Fenner 195nbsp;Feodor 12. 207nbsp;Ferdinand 155. 207nbsp;Fester 188nbsp;Feuchtwanger 191nbsp;Feyerahend 200nbsp;Fieken 188nbsp;Findekeller 204nbsp;Fink 202

Finkenhrink, -bring 193

Finhler 199 Fischeder, Fischoder

191

FladbergOf Fladrüdis 164. 166

Fleischer, Fleisch-menger 198 Flemming 189nbsp;Fleugintanz 204nbsp;Flietner 198nbsp;Focco, fries. Fockenbsp;172

Forster 199 Folcbold 167 (s. auchnbsp;unter V-.)

Folemund 158 (s. auch unter V-.)

Folkhard 172 (s. auch unter V-.)

Folkmar 172 (s. auch unter V-.)nbsp;Forchhammer 191nbsp;Forster 199nbsp;Forstius 205nbsp;engl. Francis 187nbsp;Franciscus 187nbsp;Franke 122nbsp;Frankenberger 191nbsp;Frankfurter 191nbsp;Franqué 122nbsp;Frantz(en), Franznbsp;187

Franziska 207 Fraunhofer 191nbsp;Fredegundislamp;i. 166nbsp;Fredeking 183nbsp;Frederik 171nbsp;Freitag 200nbsp;Frenssen 187nbsp;Frentzel 187nbsp;Frentzen 187nbsp;Frerichs 182nbsp;Frerk 171nbsp;Frese 189nbsp;Fricke lOff. 200nbsp;Frickenhaus 193nbsp;Frida 173nbsp;FrideCo 11nbsp;Fridegundis 162. 166nbsp;Friderun 168. 173nbsp;Fridewald 158nbsp;Fridhild 166. 173nbsp;Fridunand 155. 166nbsp;Friede{l) 119.nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;169.

172

Friederike 173

Friedrich 2.119.158.

169ff. 173. 176 Friedrichs 141. 182nbsp;Fries{e) 189nbsp;Frigisinga 69nbsp;Fringe 188nbsp;Frithuburc, -hilt 173nbsp;Frithurün 163nbsp;Fritsch 177nbsp;Fritz(e) 119. 169 If.

173. 176 Fritzchen 174nbsp;Fritzen 182nbsp;Fritzsch 201nbsp;Fröbel 10. 200nbsp;Froitzheim 191nbsp;Fromme 200nbsp;Fron-Neuhöfer 191nbsp;Frorath 159nbsp;Frosch 201nbsp;Frotbald, -boU 168nbsp;Fuchs 200. 201nbsp;Filrbringer 195nbsp;Filrchtenicht 203nbsp;Filrst 196nbsp;Fiirstenau 190nbsp;Gadicke 178nbsp;Qaiamp;er 196nbsp;Qall(e) 190nbsp;Galienkamp 193nbsp;Ganghofer 191nbsp;Gasser 192nbsp;Galimann 193nbsp;Gattermann 193nbsp;Gebauer 199nbsp;Gebhard 16. 168nbsp;Gedike 178nbsp;Gehr 171nbsp;Gehrig 176nbsp;Geibel 178nbsp;Geismar, -mer 156nbsp;GeiÊelbrecht, -hardt

156

GeiÊler 166 Geldner 198nbsp;Geller{t) 1 o6nbsp;Gensfleisch 202nbsp;Gent 88nbsp;Georg 186nbsp;Geppert 16nbsp;Gei-ald 156. 167


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241

Wortindex.

Gerhert 8. 156 Gerbóld, -breekt 156nbsp;Gêrburg, -dramp;d 162.nbsp;173

Geréke 176 Gerkard\^.Vh(,. 171.nbsp;176.

Gericke 176 Gering 183nbsp;Gerke 176

Gêrlant, Gerlandldë Gêrlind 162nbsp;German, -mund,nbsp;-nand 1.56nbsp;Gero 171nbsp;Gerold 156. 167nbsp;Gert 16. 144. 171nbsp;Gertrud(e) 173. 185nbsp;G er wig, G er win 156nbsp;Gerz 176nbsp;GeÊler 156nbsp;Geswein 156nbsp;GeÊner 192nbsp;Gettke 178nbsp;Geyer 194nbsp;Gies(e) 171. 184nbsp;Giesebrecht 156nbsp;Gieseler 156nbsp;Giesen 182nbsp;Gieser, Gieswein 156nbsp;Gilbert,nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;Gilbreekt,

Gillert 156 Gilles 189

Gisalbreht, -hart 156 Gisbert 156. 171nbsp;Gisela, Gisila 164nbsp;Gisemar, Gisher 156nbsp;Gisilher 156nbsp;Giso 171

Gis(s)elbrecht 156 Qüvin 156nbsp;Gladenbeck 190nbsp;GlÖckner 196nbsp;Gobbe 170nbsp;Gobbert 161nbsp;Gobbüo 178nbsp;Gob[b)o 170. 178nbsp;Gocke 178nbsp;Godabert 161nbsp;Godafrid 17.nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;161.

171. 176

Qodahard, Godhard 17. 161. 171.nbsp;Godaskalk 161nbsp;Gode 171. 178nbsp;Godebald 177nbsp;Godeberakt 17. 161.

170. 171. 177 Godel 175. 178nbsp;Godemar, -raid 171.

177

Godiko 176. 178 Godilo 17.5. 178nbsp;Godizo 176. 178nbsp;Godo 171. 178nbsp;Godschall 161nbsp;Göb 170. 178nbsp;Göb(b)el 178nbsp;Göben 170. 178nbsp;Göck 176

Göcke 17. 161. 176.

178

Gödeke 161. 176. 178 Gödel 17. 161. 175.nbsp;178

Goden 17

Gödicke 17; 176. 178 Gökl(e) 175nbsp;Göldner 198nbsp;Göll 17. 175. 178nbsp;Göpferth 161nbsp;Gapping er 191nbsp;Goring 183nbsp;Görres 188nbsp;Görz 176nbsp;Göth(é) 17. 171nbsp;Göthel, Göt{t)el 17.nbsp;176

Götte 17 Göttert 161nbsp;Göttig 178nbsp;Götting 183nbsp;Göttling 183nbsp;Götz(e) 17. 161. 176.nbsp;178

Götzinger 191 Goffarth 161nbsp;Gohde 17

Gohl, GoU{e) 175. 178 Oompertz 182nbsp;Gontard 155nbsp;G oppert 161

Gosen 171 Gosens 182nbsp;Goswin 171nbsp;Got{t)e 171. 178nbsp;Gott(b)ert 161nbsp;Gottfried 161. 168.nbsp;171. 176

Gotthard 161. 171 Gotthold Ephraimnbsp;Lessing 186nbsp;Gottschalk 161nbsp;Gotz 17. 178nbsp;de Graaff 201nbsp;Grdser 195nbsp;von Graevenitz 206nbsp;Grafie), Graff 194nbsp;Graupner 198nbsp;Gravenhorst 193nbsp;Greef, Greff 194nbsp;de Oreff 201nbsp;Gregor(ius), Gregié)rnbsp;188

Gregorovius 205 Greve(n) 194nbsp;Griepenkerl, Griepen-trog 204nbsp;Grillparzer 191nbsp;Grimburg 161nbsp;Qrimhild 155. 162nbsp;Gröning 183nbsp;Gröper 198nbsp;de Groot 201nbsp;Groper 181nbsp;Groamp;, Gros 2. 199nbsp;GroÊkopf 200nbsp;Grot{e) 14. 199nbsp;Grotiüs 205nbsp;Gruber 192nbsp;Grünhut 202nbsp;Grüning 183nbsp;Grützmacher, Grütz-ner 198. 199nbsp;Gtibbe 170nbsp;Gude 171. 178nbsp;ndd. Güdrün 163nbsp;Günther 156nbsp;Günthert 16. 155nbsp;Güttel 178nbsp;Gütz 17. 178nbsp;Gumbel 155nbsp;Gumbert 15. 155


16

Solmsen-Piaeukel, Indogermanlsche Eigennamen.

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242

Wortindex.

Gummel 155 0-ummer(t) 15. 156nbsp;Gmnpeli 15nbsp;GumpeH 15. 155nbsp;Gumpfert 166nbsp;Gumpo 170nbsp;Gumpoldl5Aö5. 170nbsp;Gumpirecht 155nbsp;Gundachar 156nbsp;Gundbald, -hold 15.

170

Qwndbert 15 nbsp;nbsp;nbsp;'

Gundel 8. 175 Gunder 8. 156nbsp;Qundermann 8. 156nbsp;GundeH 8. 16. 155nbsp;frank. Gunderun 163nbsp;Gundfrid 166nbsp;Gundhart 16. 155nbsp;Gundhild 162nbsp;ahd. Gtmdila 174nbsp;Gundmar 15. 156nbsp;Gundohald, -hert

155

Gundolf, GundulfS.

156

Gundomar 156 Gundram 155nbsp;Gundwara 161nbsp;Gunther 8. 167nbsp;Guntram 156. 158nbsp;Gustav 12nbsp;Gusterer 195nbsp;Gruihe 178nbsp;Gutihe 161nbsp;Gutke 178nbsp;Gutmuts 200nbsp;Gutz 17nbsp;de Haas 201nbsp;Hab{b)elt, Habbert

166

Hachtmann (Habicht-

mann), Hach(t)mei-

ster (Habichtmei-

ster) 16. 199 Habrecht 156nbsp;Haek{e)barth 159nbsp;Hacker{t) 159. 166nbsp;Hadaberht 166nbsp;Hadabure 162nbsp;Hadamar, -rich, Ha-

debold, Hadubald

156

Hadubrand 167 Haduburg 168nbsp;Hadufrid 166. 167nbsp;Had{u)wig 166. 162nbsp;Haduivolf 168nbsp;H.anel(t) 159nbsp;Hanschen, Hanselnbsp;119

Haffert 166 Hafner 11. 198nbsp;Haganrïh 159. 171nbsp;Hagart, Hagemer 159nbsp;Hagenbach 190nbsp;Hagenbeek 14‘

Hoger 126. 159 Haghard, Hagibert,nbsp;-har 159. 166nbsp;Hagimar 16. 159nbsp;Haginbrecht, -hardnbsp;159

Haginher, -hari 159. 166

Haginold 159 Hagirat 166nbsp;Hagner 159. 166nbsp;Hagvald 159nbsp;Hahn 193nbsp;Hainer 159. 166nbsp;Hainold 159nbsp;Hambrecht 159nbsp;Hamburger 191nbsp;Hammer 156nbsp;Hammerschmidt 197nbsp;van me Hane 193nbsp;Handt 159nbsp;Hanewald 159nbsp;Hannes 188nbsp;Hans 119. 169ff. 186.nbsp;188

Hansen 188 Happert, Happoldnbsp;156

Har aid 171 ndd. Hardenack 200nbsp;Harder 199nbsp;Haririch 157nbsp;Harld 171nbsp;Harnack 200nbsp;Harnischmacher 197

Hartig 176 Hartl(er) 183nbsp;Hartnack 200nbsp;Hartnagel 202nbsp;ndd. Hartog 196nbsp;Hartung 183. 196nbsp;Hartwig 156. 196nbsp;Hase 202nbsp;Hasenbrink 11nbsp;Hasenkamp 193nbsp;Hasselhorst 193nbsp;Hassenpflug 204nbsp;Hattemer, Hattwichnbsp;156

Haube 170 Hauber, Haubold 159nbsp;Hauenschild 204nbsp;Hauer t 159nbsp;Hauffe 170nbsp;Hauptfleisch 202nbsp;Haverkamp 193nbsp;Havermann 205nbsp;Hebenstreit 204nbsp;Hebert 156nbsp;Hecker(t) 159nbsp;Heckrat 166nbsp;Hede 169

Hedwigl^^. 166.169.

173. 185 Hefner 11nbsp;Heger(t) 159nbsp;Hegetvald 159nbsp;Hegmer 159nbsp;Heiber[t) 159nbsp;Heidhaus 193nbsp;Heimbrecht, Heini-brodt 159nbsp;Heimburger 191nbsp;Heimer 16. 159nbsp;Hein(e) 17. 171. 172.nbsp;184

Heineccius 205 Heineke 176nbsp;Heinelt 159nbsp;Heinen 182nbsp;Heiner(t), Heinhardtnbsp;159. 166

Heinicke, Heink 176 Heino 171nbsp;Heinrich 17.159.176nbsp;Heinrichs 141


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243

Wortindex.

Heinz{e) 176. 184 Helhling 183nbsp;Heldrich 155nbsp;Helene, ~a 12. 188nbsp;Helidbald, -hold 168nbsp;Hellfritz 182nbsp;Hellwig 155nbsp;Helmbold 157nbsp;Helmbredht, Helmertnbsp;157

Jlelm(Ji)old{t), Helmholtz 18. 157. 158. 182

Helmrich 157 Hendrich 159nbsp;Hendricus 173nbsp;Henlc(é) 176nbsp;Henneberger 191nbsp;Henneke 176nbsp;Henner(t) 159. 166nbsp;Henni(n)g 183nbsp;Henriette 12. 207nbsp;Hensel 188nbsp;Hensgen, Henske 188nbsp;Henze 176. 184nbsp;Henzen 182nbsp;Herbert 8. 157nbsp;Her(i)brand, Her-brecht 157. 167nbsp;ndd. Herder 199nbsp;Hering 201nbsp;Hermannus 173nbsp;Herold 157. 195nbsp;Herrig 157nbsp;Hertzem 191nbsp;Herwalt, Her wart 157nbsp;Herwig 156. 157nbsp;Herzer 199nbsp;Herzog 196nbsp;Hese(e) 189nbsp;Helterich 156nbsp;Hettwig 156nbsp;Heuser,nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;Heusler,

Heusner 199 Heyer 166nbsp;Hies(el) 188nbsp;Hilbert,nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;-brecht,

-brand 155 HU eken 176nbsp;Hildebold 167nbsp;Hildebrand 155. 167

Hildebrecht 155 Hildeburg 161nbsp;Hüdefrid 166. 183nbsp;Hildegandus 167nbsp;Hildegard 144. 161.

164. 167. 185 Hildegund 162. 166.

167

Hildewig 155 midi 174nbsp;Hildibert 155nbsp;Hildibrand 155. 167nbsp;Hildiger 155nbsp;Hildimar 16. 155nbsp;Hildirich 155nbsp;Hildiwara 161nbsp;Hildolf, -ulf 155nbsp;Hilferding 183nbsp;HüfeH 166. 183nbsp;Hilgandus 167nbsp;Hüger 155nbsp;Hilgers 182nbsp;Hilgildis 167nbsp;HUI 175

Hillebrand, -brecht

155

Hilliger, Hilloff, Hill-

rich, -tvich 155 Hil{l)mar, -mer- 16.

155

mit(e)l, Hiltle 175 Hiltiram 158nbsp;Hïltiwic 155nbsp;Hiltrudis 167nbsp;Hinrich 159nbsp;Hinrichsen 183nbsp;Hinze 176nbsp;Hirsebrod 202nbsp;Hirt 199nbsp;Hludher 173nbsp;Hlud{i)o 171. 173nbsp;Hluodwig 166nbsp;Hocheder 191nbsp;Höfner 199nbsp;Hölscher 197nbsp;Hövd 192nbsp;Hof 192nbsp;Hofbauer 199nbsp;Hof er 192nbsp;Hoffendrunk 204nbsp;Hofmann 199

Hofmeier 195 Hofstetter 191nbsp;Hogenkamp 193nbsp;Holda, Holdegard,nbsp;-linda 164nbsp;Hollander 189nbsp;Holmhorst 193nbsp;Holst(e) 189nbsp;Holt 171nbsp;Holtbrink 193nbsp;Holtegreve 194nbsp;Holthausen 193nbsp;Holtschuh 202nbsp;Holzam{m)er 191nbsp;Holzapfel 206nbsp;Holzgraf 194nbsp;Holzhausen 193nbsp;Holzschuher 197nbsp;Homey er 195nbsp;Hommel 155nbsp;Hommer 161nbsp;Honold 161nbsp;Hoppe 170nbsp;Horst 144nbsp;Horstmann 193nbsp;Hottinger 191nbsp;zum Houpt 193nbsp;Hr ombert 167nbsp;Hrodebert, Hrodgarnbsp;160

Hrodhard 16. 160 Hrodhari 157. 160nbsp;Hrodland 160nbsp;Hrodmund 158nbsp;Hrodoxvald 160nbsp;Hródtrüd 163nbsp;Hrodulf 160nbsp;Hrotfrid 160nbsp;Hube 170nbsp;Huber 159. 199nbsp;irM6«»-lt;8.15.143. 159nbsp;Hubo 170nbsp;Hubold, -brecht 15nbsp;Huckert 159nbsp;Hübler 193nbsp;Hiibner 199nbsp;ndd. Hüf{f)er 199nbsp;Hüfner 199nbsp;Himold 161nbsp;Hüfo 170nbsp;Hugart 159nbsp;16*


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244

Wortindex.

Hugihald 15. 159 Hugibert s. unternbsp;Hugubertnbsp;Hugifrid 170nbsp;Mugihart 159nbsp;Hugimann 15nbsp;Hugimar 16nbsp;Hugo 171. 172nbsp;Hugubert 15.nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;170.

171

HugubrecJit 15. 159 Hulda 164nbsp;Huldrada 164nbsp;Humann 16nbsp;Humbel[t) 155. 161nbsp;Humbert 161nbsp;Humblot 155nbsp;Hiimholdt 155. 161nbsp;Humhrecht 161nbsp;Humer 16nbsp;Hummel(t) 155. 161nbsp;Hummer 161nbsp;Humpel(d) 155nbsp;Humperdinck 183nbsp;Humpert 183nbsp;Humprecht 161nbsp;Hunbraht 161nbsp;Hünibold 155. 161nbsp;ahd. Hünilo 174nbsp;Hunmar 161nbsp;Hunwuld, Hunoldnbsp;161

Hup[p)e 170 Huppert 15. 159nbsp;Huppold 15. 159nbsp;Hupprecht 159nbsp;Ida 163nbsp;Idiburg 163nbsp;asachs. Idisi 92. 163nbsp;Ido 163

von Thlow, Ulo 206 Ignnz 186nbsp;Imhof 192nbsp;Imiza 177nbsp;ahd. Imnia 163nbsp;Immenhamp 193nbsp;Immert 10nbsp;Immink 183nbsp;Ingenohl 192nbsp;Ingildis 167nbsp;Ingobodus 167

Irldnder 190 Irmert 10

lrm(in)gard 10. 144.

161. 164. 177. 185 Irminhard 10nbsp;Irmintrüd 163. 177.nbsp;185

Isaacsohn 182 Isanhart, Isanpircnbsp;167

Ise 172 Iselin 202nbsp;Isenger 172nbsp;Iso 172nbsp;lÊhraut 204nbsp;Itaberga, Ithar, It-hard 163nbsp;Ittenbach 190nbsp;Iwan 12. 207nbsp;Ho 163nbsp;Jack(s) 188nbsp;Jacob 186. 188nbsp;Jacobs 141nbsp;Jacobus 173. 188nbsp;Jacques 12nbsp;Jacket 188nbsp;Jager 199nbsp;Janicke 188nbsp;Jagemann 199nbsp;Jagenteufel 204nbsp;Jahn(s) 187. 188nbsp;Jahnel 188nbsp;Jahnke 207nbsp;nnd. Jan 168nbsp;Janhe 188nbsp;Jansen 187nbsp;Jean 12nbsp;Jesaias 186nbsp;Joachim, Jochem,nbsp;Jochwn 188nbsp;Jock, Jockele 188nbsp;Johann 168nbsp;Johannes 12.nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;119.

169 ff. 185. 188 John{en) 188nbsp;de Jonge 201nbsp;ndd. Jopp 188nbsp;Josephus, Josef 188nbsp;Juliana 185nbsp;Jung 199nbsp;ndd. Jupp 188

Justine Salome Lessing 186 Kdmmerer 195nbsp;Kiimper 192nbsp;Kasebier 202nbsp;Kdstner 195nbsp;Kdthner 199nbsp;Kahl(e) 200nbsp;Kahle-Kefder 146^nbsp;Kahlen 141nbsp;Kaiser 196nbsp;Kalbjieisch 202nbsp;Kaliga 206nbsp;Kamp 192nbsp;Kamph.a,us(en) 193nbsp;Kamplage 190nbsp;Kampt 192nbsp;KannengieËer 197nbsp;Karling 183nbsp;Karolina 173nbsp;Karolinger 69nbsp;ndd. Karsten 186nbsp;Karstens{en) 187nbsp;Kastner 195nbsp;Katharina 185. 186nbsp;Kauert 182nbsp;Kaufmann 198nbsp;Kautz 202nbsp;Kau(w)ertz 182nbsp;Kehr 171nbsp;Kehrein 204nbsp;Keldenich 191nbsp;Keller, Kellner 195nbsp;Kemmerich 88nbsp;Kentenich 191nbsp;Kerlingen 69nbsp;Kerner 8. 199nbsp;Kero 171nbsp;ndd. Kersten 186nbsp;Kessenich 191nbsp;KeËler 197nbsp;Kiefer 197nbsp;Kieser 156nbsp;KirchgeÈner 192nbsp;Kirchhoff 193nbsp;Kirchner 195nbsp;Kirschkamp 193nbsp;Kirschner 197nbsp;Kirschstein 187nbsp;ndd. Kirsten 186nbsp;Kla(e)s 188


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245

Wortindex.

Klauke 200 Klaus(sen) 188nbsp;Klein 126. 199nbsp;Kleinecke 199nbsp;Kleinen 141nbsp;Kleinschmidt 197nbsp;Klempner 197nbsp;Klinger, Kling{n)er,

Kling emann 196 Kloeke 200nbsp;iaos(e) 188nbsp;Klotz 201nbsp;Kluge 2. 200nbsp;Knick 192nbsp;Knieriem 202nbsp;Knigge 192nbsp;Kobes 173. 188nbsp;Kochs 141. 183nbsp;Koek 13nbsp;Kocks 183nbsp;Köbes 173nbsp;Köbke 188nbsp;wow Köckerüz 206nbsp;Kogel 202nbsp;Kohier 199nbsp;König 196nbsp;Königsberger 191nbsp;Köning 196nbsp;Könnicke 176nbsp;Köpke 188nbsp;Körner 8. 199nbsp;Korte 199nbsp;Koster 195nbsp;schweiz. Köstlin 175nbsp;Köt(t)ner 199nbsp;Kogel 202nbsp;Kohier 199nbsp;Kohlhase 202nbsp;Kompert 155nbsp;Kone, -o 196nbsp;Konen 182nbsp;Konrad (Konrat) 2.

16. 119. 159. 165.

170. 171. 176 Koopman 198nbsp;Kopfflnsch 202nbsp;Kord 16. 171nbsp;Korten 183nbsp;Kortum 202nbsp;Koschnik 206nbsp;Kossinna 206

Kraatz 188 Krahenbrink 193nbsp;Kramer 198nbsp;Kratzet 188. 205nbsp;Kramer 198nbsp;Kranich 194nbsp;Kratzke 188nbsp;Kraus(e) 200nbsp;Krauthof 122nbsp;Krauihofski 122 ff.nbsp;Kretschmer 13. 198nbsp;Kriemhild 162nbsp;Krings 189nbsp;Kroll 200nbsp;Krótowski 123nbsp;Krüger 13. 198nbsp;Krull 200nbsp;Krummbein 200nbsp;Krupp von Bohlen-Halbach 146^nbsp;Kruse 200nbsp;Kübler 197nbsp;Küchler 196nbsp;Küfer 197nbsp;Kühlewein 202nbsp;Kuhn{e) 172nbsp;Kiinicke 176nbsp;Küpper 197nbsp;Kürschner 197nbsp;Klister 195nbsp;Kuhlmann 193nbsp;Kuhn{e) 171. 172nbsp;Kuhn von Kuhnen-feld 123nbsp;Kuhnke 176nbsp;Kuhnt 171nbsp;Kummer 15. 156nbsp;Ktinigund(e)llt;3'i. 174.nbsp;177

Kunke 176 Kunni 174nbsp;Kunz(e) 176. 184nbsp;Kunza 177nbsp;Kuoni 174nbsp;Ku(o)no 171. 172nbsp;Kuonrad (Kuonrat^nbsp;16. 159. 171. 176nbsp;(s. auch unter Konrad)

Kurt 16. 119. 159. 170. 171. 182

Kurthose 202 Kurz{e) 199nbsp;Kurzhals 200nbsp;Kurzrock 202nbsp;Kuttler 198nbsp;Lachmann, Lachnernbsp;198

Lachmit 204 Liluffer 195nbsp;Lambert 8. 15. 143.nbsp;160

Lambertz 141 Lamfried 15nbsp;Lammer(t) 15. 160nbsp;Lampe 170nbsp;Lamport 160. 170nbsp;Lamprecht 15. 160.nbsp;165

Landber{h)t 15. 160. 170

Landfrid 15. nbsp;nbsp;nbsp;167.

176

Landgraf 194 Landmann 148nbsp;Lang 199nbsp;Langbeck 190nbsp;Langbein 2. 200nbsp;Lange 2. 199nbsp;Langen 141nbsp;Langenbeck 14^. 66nbsp;Langenhöfel 193nbsp;Langenkamp 193nbsp;Langrock 202nbsp;Lantherga 167nbsp;Lantfredus (s. auchnbsp;Landfrid) 167.176nbsp;Lanzo 176nbsp;Lauff 160nbsp;Laura 207nbsp;Lautner 196nbsp;Leberecht 203nbsp;Lechenich 191nbsp;Ledderhose 202nbsp;Lef ken 176nbsp;Lehmann 15. 195nbsp;Lehmkuhl 192nbsp;ostfries. Lehnertz,nbsp;Léhnhards 183^nbsp;Leibhold 155nbsp;Leidig 176nbsp;Leihkauf 198


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246

Wortindex.

Leimhose 202 Leimpfann 202nbsp;Leinwéber 197nbsp;Leipold 155nbsp;Leipzig er 191nbsp;Leügeber 198nbsp;Leifhmiser 193nbsp;Leithauf 198nbsp;Leitner 192nbsp;zum Lembechen 193nbsp;Lemmer 160nbsp;Lempfert 15nbsp;Lene, Lenchen 188nbsp;ostfries. Lenhartznbsp;183*

Leonhard 183 Leopold 155. 187nbsp;Leppien 206nbsp;Lepsim 205nbsp;Leacke 17

Leupold 155 (s. auch unter Leopold)nbsp;Leuthold 18nbsp;Leutze, Leutsch 17nbsp;von Levetzow 206nbsp;Lex(er) 183. 189nbsp;Lexis 189nbsp;Ley de 17nbsp;Ley(en)decker 198nbsp;U 119. 169nbsp;Lichtentaler 191nbsp;Lihorius, Liéber 188nbsp;Lichtioark 198nbsp;Liebertz 141. 182nbsp;Liebetanz 204nbsp;Liebetraut, Liebetrutnbsp;184

Liébhold 155 Liébig 176nbsp;Liedke, lAedl 17nbsp;Lieme 170nbsp;lAepold 155nbsp;Liesegang 200nbsp;LieMem 191nbsp;Liete, Lietz(e) 17nbsp;Lilli 3. 119. 169nbsp;Lina 173nbsp;Linde 192nbsp;Lindemann 193nbsp;Lindgen, Lindig 176nbsp;lAndner 192

Lioba, Liobgitha 173 Lipp 188. 205nbsp;Lippe 173

Lippelt, Lippolt 155 Lipps 188nbsp;Lipsius 205nbsp;Lisa 119nbsp;Lisbeth 119. 169nbsp;Liuba, Liubetaga,nbsp;Liubhild 164nbsp;ahd. Liubïlo, -a 174nbsp;Liubo 170

Liudmar, Liudmol 7 0 Liuplint 164nbsp;Uutbald 155nbsp;Liutbert 17. 170nbsp;Liuthard 17nbsp;Liutpold 173nbsp;Liutwa.lt 18nbsp;Loder 160nbsp;Löffler 197nbsp;Löper(t) 160. 195nbsp;Lohmann 193nbsp;Lohmar 160nbsp;Loll 175nbsp;Lolo 3nbsp;Lommer 160nbsp;Loof 160

Lorenz, Lortz{ing) 183

Lossow, Lossau 206 Lothar 144. 160nbsp;Latholt(z), Lotmarnbsp;160

Lotter 160 Lubbo 170. 182nbsp;Lueius 205nbsp;Lude 17. 171. 172nbsp;Lud{e)l 175nbsp;Lieden 182nbsp;Ludher 171nbsp;Ludizo 176nbsp;Ludloff 160nbsp;Ludo 171nbsp;Ludolf 158. 160nbsp;Ludwig 17. 160. 171.nbsp;176

Lübbe 170 Lubben 182nbsp;Lück(e) 17. 176nbsp;Lüdeking 183

Ludieke, Lüdtke 176 Lühl 17nbsp;Lütgen 176nbsp;Lüthe, Lütke 17nbsp;Lütken 176nbsp;von Lützow 206nbsp;Luitpold 187nbsp;Lull 175nbsp;Lulle 17nbsp;Luhme 170nbsp;Lupp 170nbsp;Lute 17nbsp;Luther 160nbsp;Lutz(e) 176. 200nbsp;Luycken 176nbsp;Ma{a)ger 155nbsp;Mdh,s[sen) 188nbsp;Macher 155nbsp;Madelung 183nbsp;Maganher 155nbsp;Maganperht 154nbsp;Magener, Magher 155nbsp;Maginhard 154. 183*nbsp;Maginher 155nbsp;Maginold, Magolt,nbsp;Magipert, Magvaldnbsp;154

Mahler 198 Mahnkopf 17. 200nbsp;Mahthildis 162. 172,nbsp;177

Maiwalt 154 ahd. Mama, Mamo 4nbsp;Manes 173nbsp;Mannkopf 17nbsp;Margaretha 185nbsp;Marggrav 194nbsp;Maria 12nbsp;Markgraf 194nbsp;Marquai-dsen 183nbsp;Marschall 195nbsp;Martha 12nbsp;Masius 188nbsp;von Massow 206nbsp;Maihy 188nbsp;Matthaus, Matthesnbsp;188

Matthiae 205 Matthias, Matthies-(son), Matz 12.188.nbsp;Matzbeck 196


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247

Wortindex.

Auf der Mauer 192 Mautner 195nbsp;Maurer 198nbsp;Mebert 154nbsp;Mechthild{is) 162.

172. 177 Mehlem 190nbsp;Mehlhose 202nbsp;Mehneri, Meibert 154nbsp;Meier 195nbsp;Meihold 154nbsp;ostfries. Meinder(t)snbsp;183^

Meinehe 176. 182 Meineking 183nbsp;Meiner{t) 154. 155nbsp;Meinertz 183'nbsp;Meinhard 154. 183*nbsp;Mein(h)old 154nbsp;Meinicke, Meink(e)nbsp;176

Meixner 14 Melanchfhon 205nbsp;Melander 206nbsp;Melber 198nbsp;Melchior 12nbsp;Melzer 198nbsp;Memhert, Memmertnbsp;154

Mendel 205 Menger 198nbsp;Menke{n) 182nbsp;Meriburg, -drüd 164nbsp;Merk(e)l 175nbsp;Meroving 183nbsp;Mc[s)aner 195nbsp;Methlage 190nbsp;Mette 172

Metgger, Metzler 198 Meurer 198nbsp;Mew(e)s, Meugt;is(sen)nbsp;188

Michael, Michel 188 Mikeleit 207nbsp;Miller 196nbsp;Mimi 3nbsp;Minzlaff 206nbsp;MtUelhaus 193nbsp;Mittwoch 200nbsp;Mitzlaff 206nbsp;Möhius 205

Möhnike 183 Möller 196nbsp;Möncli 196nbsp;Mönkemeier 195nbsp;Mohn 183nbsp;Mohr 194nbsp;Moldenhauer 197nbsp;Mombert, Mommerlt),nbsp;Mommo 183nbsp;Mommsen 183nbsp;Mone 18.3nbsp;Monhaupt 200nbsp;Monno 183nbsp;Montag 200nbsp;Mühlenbrink 11nbsp;Mühlenkamp 193nbsp;Milller 196. 199. 202nbsp;Milliner 199nbsp;Münter, Müntscher,nbsp;Münzer 195nbsp;Muncke, Munkel,nbsp;Miino 183nbsp;Muoiburg 163nbsp;Muothari 157nbsp;Muothilt 163nbsp;Muther 157nbsp;Mutter 195nbsp;Nagelschmidt 197nbsp;Nagier 197nbsp;anord. Nanna 4nbsp;Naimann 14. 199nbsp;Neander 205 ff.

Neels 188

Neitz(el), Neitzke 178 Nelles 188nbsp;Nenne 4nbsp;Nettekoven 191nbsp;Neu(.ge)bauer 199nbsp;Neuhaus, Neuhausernbsp;193

Neumann 199 Neumeier 195nbsp;Nibelungen 69nbsp;Nicolaus, Niclas,nbsp;Nickel 188nbsp;Nicolovius 205nbsp;Niehert, Nieberdingnbsp;183

Niebuhr 13 ff. 199 Niedermeier 195nbsp;Niehues 193

Niejahr 13 Niels 188nbsp;Niemann 13. 199nbsp;Niemeyer 13. 195nbsp;Nier es 173nbsp;Niese, Nieê 188nbsp;Nig(g)emann 199nbsp;Nikel 186nbsp;Nissen 188nbsp;Nitberht 183nbsp;Nlthart 168. 176. 178nbsp;Nitsch 177nbsp;Nitz{e) 176. 178nbsp;Nitzel, Nitzhe 178nbsp;Nietzsche. 201nbsp;Nöggerath 61nbsp;Nöldechen, Nolde-ke(n), Nolléken,nbsp;Noïken 187nbsp;Nolle, Nolde(n) 187nbsp;Nordhoff, Nordmannnbsp;193

von Nostüz 206 Nottebohm, Nottmeyei-14

Nürnberg er 191 NuÊbaum 192nbsp;Ober(t) 160nbsp;Obser 198nbsp;Ochs 194

Odagar, -niund, -win 171

Odebrecht, Odebrett, Oder 160nbsp;Odi 174

Odigar, Odoberht 171 Od(ó)wardit) 12. 120.nbsp;171

Oecker 160 Oedekoven 191nbsp;Öhlsehlager 199nbsp;Öllrich 169nbsp;Ölmann 205nbsp;0 emmer 160nbsp;Oeser 161nbsp;Oettker 160. 171nbsp;Ofenheim von Pont-Euxin 123nbsp;j aus der Ohe 43nbsp;i Ohlf 160nbsp;I Ohmer 160


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248

Wortindex.

Oïbert 150 Older tz 182nbsp;Olbrecht 159nbsp;Olearius 205nbsp;Olerich 159nbsp;Olga 12. 207nbsp;Oloff 160nbsp;Olzen 191nbsp;Opderdeck 192nbsp;Oppermann 195nbsp;Oppert 160nbsp;Orgeler 198nbsp;Osderth 161nbsp;Oscar 62. 161nbsp;Osmann 161nbsp;Osterdrinh 11nbsp;Osterkamp, Oster-mann, Osthaus,Ost-hoff 193

Oatcald, Oswin 52. 161

Othmer 160 Ott(e) 171. 172. 184nbsp;Otten 182nbsp;Otter 160nbsp;Otterdeclc 14^

Ottgéda 165 Ottiger 160. 171 .nbsp;Otio 120. 144. 170.nbsp;171. 172

Ottokar 160. 166 Overstolz 200nbsp;Padst 196nbsp;Pahlke 207nbsp;Pahnke 207nbsp;Palme 193nbsp;Palmer 155nbsp;ndd. Pancock 202nbsp;Pancratius, Pankraznbsp;188

Panzerdieter 197 Pape(n)^ 196nbsp;Papmeier 195nbsp;Pariser 191nbsp;Passow 206nbsp;Pauker 198nbsp;Peifer, Peiper 196nbsp;Peter 186nbsp;Peters 141. 186nbsp;Petersen, Petri 186nbsp;Petrus 185

Petter 11 Peucker 198nbsp;Pfaff 196nbsp;Pfander 195nbsp;Pfannkuch 202nbsp;Pfeffersack 202nbsp;Pfeiffer 196. 198nbsp;Pfeilsticker 197nbsp;Pfennigsdeck 196nbsp;Pfister 196nbsp;Pförtner 195nbsp;Pfragner 198nbsp;südd. Pfretzsehner

198

Philipp 188 Philippi 205nbsp;Philippus 12. 17.3.

188. 205 Pichler 192nbsp;Pigorsch 206nbsp;Piper 14. 196. 198nbsp;Pistorius 205nbsp;Plattner 197nbsp;Plectrüdis 164nbsp;PSUtz 206nbsp;Pönsgen 17nbsp;Potter 11. 198nbsp;Pohl 190nbsp;Pohland 37. 190nbsp;Pohle 190nbsp;Polack 190nbsp;Poldi 173nbsp;Pollender 190nbsp;Poliert 155nbsp;Pongraz 188nbsp;Portner 196nbsp;Pott 11nbsp;Prcitorius 205nbsp;Pressentin 206nbsp;PreuJi{e) 189nbsp;Prinz 196nbsp;von Prittwitz 206nbsp;Putter, Püttmann 11nbsp;Purgunt 103nbsp;Putsehe 177nbsp;Querner 8nbsp;Qtiirinus 189nbsp;Rabel, Radold 159nbsp;Radagundis 164nbsp;Radedold 165. 159nbsp;Radecker, Rader 159

Rade{r)machcr 198 Radheri 159nbsp;Radhildis 167nbsp;Radicke, Radig 176nbsp;Radiger 159nbsp;Radke 176nbsp;Radloff, Radolf,nbsp;Radulf 169nbsp;Rader 159nbsp;Raganderga, -dertia)nbsp;\nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;164

i Ragandrecht 159 : Ragandurgis 164nbsp;1 Raganliildis 162.164.nbsp;i67

Raginald, -hart, -hart 159

Raginlindis 164 Raginmar, -mimd,nbsp;-old 159nbsp;Rag inwalt 18nbsp;Rahmer 159nbsp;Rahmschüssel 204nbsp;Raimund 159nbsp;Rainer(us) 143. 173nbsp;Rainvardiis 167nbsp;Rantgund 163nbsp;Rantivic 157nbsp;Rappo 170nbsp;Rappold 159 .nbsp;Rasmus 189nbsp;Rastatter 191nbsp;Ratburgis, -flad 164nbsp;(von) Rath 192nbsp;Rathgen 176. 192nbsp;Ratlindis 164nbsp;Ratraar 159nbsp;Batpoitó] 170nbsp;Rattrüdis 164nbsp;Rau 200nbsp;Rauch 126. 200nbsp;Rauchhaupt 200nbsp;Rébekka Claudius tëünbsp;Redstock 193nbsp;Reckertz 158nbsp;Redeker, Redmer 169nbsp;Regendrecht, Regenernbsp;159

Regenhard 159. 168 Reginflat 164nbsp;Reginhart 159. 168


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249

Wortindex.

Behbein, Behfues 200 Eeibert, EeicliardibSnbsp;Beich(e)l, Beichle 175nbsp;Eeichenbacher, Rei-chensperger 191nbsp;Reicher(t) 168. 184nbsp;Reicherz 158nbsp;Ileifert 158nbsp;Reimar, Reimcr,nbsp;Reimert 16. 159nbsp;Reinhert, Reinbrechtnbsp;159

Reineke 176 Reinel(t) 159. 176nbsp;Reincr(t) 159nbsp;Reinertz 182nbsp;Reinhart, Reinhertnbsp;18. 159

Reinhartz, Reinheriz 18. 141

Reinhol(l[t) 18. 158 Reinhol(t)z 18. 182nbsp;Reinidce, Reinke 176nbsp;Reinmar, Reinold 159nbsp;Reintaler 191nbsp;Reinwold 159nbsp;Remagen 191nbsp;Renelt 159nbsp;Reiger, Refter 159nbsp;Rettke 176nbsp;Reumschüssel 204nbsp;ReuÊ 190nbsp;Bibbert 158. 184nbsp;Ricbald, -bold 168nbsp;Ricbert,-frid 158.166nbsp;Richard 158nbsp;Richari 158nbsp;Richariz 141. 158.nbsp;182

Rickert 158 de Bidder 201nbsp;Bieeher, Rieeker 158nbsp;Riefenstahl 204nbsp;Rieger(t) 158nbsp;Bieke 173nbsp;Riepert, Biffarth,nbsp;Riffert 158. 166nbsp;Rihgund 162nbsp;Bindfleisch 202nbsp;Ringler 197nbsp;Rings 189

engl. Ritchie 174 Ritschard 158nbsp;Robert 8. 160nbsp;eugl. Robinson 183nbsp;Rodani 122nbsp;Rode 171nbsp;Roder 157nbsp;Rodewald 160nbsp;Rodo 171nbsp;Rodolf s. unter

Rudolf

Roder 122. 157. 160 Rödiger 160nbsp;Röfer 160nbsp;Römhold 160nbsp;Röntgen 17. 176nbsp;Röttgen 61. 192nbsp;Röttger 160nbsp;Roggenbrod 202nbsp;Rogger 160nbsp;Rohde 199nbsp;Roland 160nbsp;Rolf 171nbsp;Roloff 160nbsp;Romvald, Romelt 160nbsp;zer Rosen 193nbsp;Roseneder 191nbsp;Rofi 194nbsp;Both(e) 171. 199nbsp;Rothhart, Bothert 16nbsp;Bother 157. 160nbsp;Rothert 160nbsp;Rothkugel 202nbsp;Roiho 171nbsp;Rothschuh 202nbsp;Rothtraut 163nbsp;Rotschild 194nbsp;Rott 61nbsp;Rotter 157nbsp;Rowaldt 160nbsp;Rudelt 160nbsp;Rudolf, Rudloff 158.

160. 167. 171 Rudolfus 173nbsp;Rudolphi 205nbsp;Rudiger 160nbsp;Ending 183nbsp;Buffert 160nbsp;Rümker 160nbsp;Rütgers 182nbsp;Rüttger 160

Buhmekorh, Ruhm-korjf 204 Buland 160nbsp;Rumenap, Riimen-schöttel 204nbsp;Rumpel{t) 160nbsp;got. Rünilo 174nbsp;Riiodi 174nbsp;Ruomhald, -ger 160nbsp;Ruprecht, Buppertnbsp;160

BuR 190

Buthhardt,Rutter 160 Ruwoldt 160nbsp;de Buyter 201nbsp;Sacher 195nbsp;Sachs{e) 189nbsp;Slinger 198nbsp;Sallwürk 197nbsp;Salome 207nbsp;Salzgraf 194nbsp;Sander 188nbsp;zum Saphir 193nbsp;Sarter 197nbsp;Sartorius 205nbsp;Sartvürke 197nbsp;Sauerbier, Saucrbreinbsp;202

Sauerlander 189 Sauerteig, Sauertceinnbsp;202

Sauter 197 Schilfer 199nbsp;Schaffer 195. 199nbsp;ndd. Schaper 199nbsp;Schaf 194nbsp;Schaffer 195nbsp;Schaffganz, Schaffmitnbsp;203. 204nbsp;Schaffner 195nbsp;Schafgans 203nbsp;ndd. Schaper 199nbsp;Scharf 200nbsp;Scharnhorst 193nbsp;Scharschmidt 197nbsp;Scheele 200nbsp;Scheer 198nbsp;Scheffer 195. 199nbsp;Scheffler 197nbsp;Schenk 195nbsp;Scherer 198


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260

W ortindex.

Scherfif) 200 Schieferdecker 198nbsp;Schietendüwel 204nbsp;Schiller, Schiller 197nbsp;Schimmelpfennig 204nbsp;Schindler 198nbsp;Schipper 14nbsp;Schippers 183nbsp;Schladoth, Schlagen-teiifel,Schlagintweitnbsp;204

Schlegel 201 Schlegelmilch 202 ,nbsp;Schlesinger 189nbsp;Schlichtegroll 18nbsp;Schlömilch 202nbsp;Schlötzer, Schlossernbsp;197

Schluckebier 204 Schlüter 14. 195nbsp;SchnialfuM 200nbsp;Schmeckehier 204nbsp;Schmelzer 197nbsp;Schmid(t) 2.151. 197nbsp;Schmiedecke, Schmie-del 151nbsp;Schmitz 141nbsp;Schneider 2. 197nbsp;Schöffer 199nbsp;Schönbach 190nbsp;Schönebeckii^.66.i90nbsp;Schönrock 202nbsp;Schopenhauer 197nbsp;Schott(e) 190nbsp;Schrader 11nbsp;Schreiner 197nbsp;Schroder, Schröer,nbsp;Schröter 11.197nbsp;Schrörs 12. 183nbsp;Schubart, Schubertnbsp;197

Schtich, Schuchardt 197

Schütt{e) 14 Schüttespeer 204nbsp;Schuh,8chuhwirt 197nbsp;Schultie) 195nbsp;Schulte- Gastrop,nbsp;-Delwig, -Nierhoffnbsp;146

Schuiten 141. 183

Schulthe(i)ü, Schulz[e) 195

Schumann 197 Schuster 2. 197nbsp;Schwab{e) 189nbsp;Schwan 194nbsp;Schu’ander 192nbsp;Schwarz^e) 199nbsp;Schwarzert 205nbsp;Schwarzschild 194nbsp;Schwegler 198nbsp;Schweiger 199nbsp;Schweinefleisch 202nbsp;Schwendener 192nbsp;Schwenkebecher 204nbsp;Schwerin 206nbsp;Schwertfeger 197nbsp;Scöniberga, -burg,nbsp;-hildis 164nbsp;Sebald, -bold 155nbsp;Sebastianus 189nbsp;Seebeck 14’

Segeling, Seeling 183 Segestes 167nbsp;Segimundus 167 (s.nbsp;auch unter Sieg-nmnd)

Seibel 155 Seibert 156nbsp;Seibold 155nbsp;Seibolter 183nbsp;Seibt 171nbsp;Seiffert 16. 184nbsp;Sei fritz 182nbsp;Seiwert 156nbsp;Sellin 206nbsp;Selma, Selmar 207nbsp;Semmler 196nbsp;Sêoburg 164nbsp;Sepp 188nbsp;Seubert 156nbsp;Seuffert 16. 184nbsp;Severinius) 188nbsp;Seypold 155nbsp;engi. Shakespeare 204nbsp;Sib{b)o, Siebe 170nbsp;Siebel 155nbsp;Siebert 156nbsp;ndd. Siebold 155nbsp;Siebrecht 156nbsp;Siecke 183

Sieffert 16. 184 Siegert 156nbsp;Si[e)gfri{e)d, Sigifrid

16. 119. 156. 169.

184

scliweiz. Sieglin 175 Siegling 183nbsp;Siegmund 156. 158.

167

Siegrist 196 Sièker 183nbsp;Siem[en)s,Siemsenl'i7nbsp;Sieveking 183nbsp;Sievers 182nbsp;Smeert, Sighart 156nbsp;Sighilt 162nbsp;Sigi 174

Sigibald 155.156.171 Sigiberaht 156nbsp;Sigibert 170nbsp;Sigihold 165.156.171nbsp;Sigibrand 170nbsp;Sigifrid s. unter

Siegfried Sigihard 156nbsp;Sigilram 158nbsp;Sigimar 156nbsp;Sigitrüd 162nbsp;Sigi walt 158nbsp;Sigiwart 156nbsp;Siglind 162nbsp;Sigmunt 156.158.167nbsp;Sigwart 156nbsp;ahd. Sicco 131nbsp;Silcher 198nbsp;Silvester 186. 188nbsp;Simar, Simmer 156nbsp;Simon{s) 187nbsp;Simund 156nbsp;Singer 198nbsp;Sinzig 191nbsp;Sipp 170nbsp;Slötter 197nbsp;Smet 181

Snelburg 161. 163 Sneoburc 166nbsp;Sökedrunk 204nbsp;Sötbeer, Sötfleisch 202nbsp;Sonne, zerSonnen 193nbsp;Sonntag 200nbsp;Sophehen 188


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251

Wortindex.

Sophia, Sophie 185. 188

Spannuth 204 Speckbacher 191nbsp;Spengler 197nbsp;Spindler 197nbsp;Spittler 192nbsp;Spitzeder 191nbsp;Sporer 197nbsp;Springer 196nbsp;Springorum 204nbsp;Staats, Staassen 189nbsp;Stack 189nbsp;Stdhelin 202nbsp;Statz 189nbsp;Stegemann 193nbsp;Steinbeck 14*nbsp;Steinbrink II. 193nbsp;Steinecker, SteinhSfelnbsp;193

Steinmetz 198 Steltzer 200nbsp;Stephani {-y) 205nbsp;Stern,zumSternen 193nbsp;Stettiner 191nbsp;Stieber 198nbsp;Stiegele{SiighelU) 122nbsp;Stockmann 195nbsp;Stober 198nbsp;Stocker 195nbsp;Stoltzner 200nbsp;Störtébeker 204nbsp;Stoffel 188nbsp;Stolte 200nbsp;Stolterfoth 200nbsp;Stolz(e) 200nbsp;van Straaten 192nbsp;Struck 200nbsp;Strang(e) 200nbsp;Stratmann 193nbsp;Straube(l), Struhell,nbsp;Struve 200nbsp;StUber 198nbsp;Suchenmi-t 204nbsp;Sudermann 193nbsp;Sudhaus,Sudhoff 193nbsp;SüÊmilch 202nbsp;Siitterlm 197nbsp;Sunnihilt 162nbsp;Sutter 197nbsp;Swanaburg, -hilt,

-long, Swanegard 164

Swethlage 190 Sybel 155nbsp;Sybt 171

Sylvester 186. 188 Taglichsheck 196nbsp;Tamer 198nbsp;Tauscher 198nbsp;Tamm{o) 170nbsp;Tanburg 164nbsp;got. Tata, Tatto 3nbsp;Tauber t 160nbsp;Tegeler 198nbsp;Teichmann 193nbsp;ten Brink 11. 192nbsp;Terstraaten 192nbsp;Teubert 160nbsp;Teudehildis 162nbsp;Teupald 176nbsp;Teuscher 198nbsp;Teuzo 176nbsp;T«w{e)s 188nbsp;Thankmar 170nbsp;Theesen, Theis(sen)nbsp;188

Themar 160 Theobald 155. 176nbsp;Theudericus, Theudonbsp;171

Theutbirc 161 Thias 188nbsp;Thiebold 155nbsp;Thiede 171nbsp;Thiel(e) 174. 178nbsp;Thielen 182nbsp;Thielicke 178nbsp;2'hiemo 170nbsp;Thies{sen) 188nbsp;Thietrnar 160. 170nbsp;TMo 174nbsp;Thiothari 167nbsp;Thiudebert, -marnbsp;160. 170nbsp;Thiutbald 15.5nbsp;ThSrner 195nbsp;Thomas,Thom{s) 188nbsp;engl. Thomson 183nbsp;Thorbeke 192nbsp;Thrudbert, -gis, -hari,nbsp;prudr 9

Thiiring 189 Thilrmer 195nbsp;Thumb 200nbsp;Puruphild 9nbsp;Tieck, Tiedgen, Tie-dicke, Tiedke 176nbsp;Tiele-Winckler 146*nbsp;Till{e), Tillo 174nbsp;Tisch(l)er 197. 198nbsp;Titzke 178nbsp;Tobler 192nbsp;TSnnies 188nbsp;TSpfer 11. 198nbsp;got. Totila 174nbsp;Traugott 203nbsp;Traute, Trautwein,nbsp;Treutter 9nbsp;Trompet(t)er 198nbsp;Trost 195nbsp;TruchseÊ 196nbsp;Truckenbrod 202nbsp;Trade, Trudchen 9.nbsp;173

Trimmer, Triimpel-mann, Trilmp(t)er 198

Trilter 9 Tudichum 203nbsp;Tiinnes 173. 188nbsp;Tiirk 189. 190nbsp;Turner 195nbsp;Udo 172nbsp;ÏJllner 11. 198nbsp;Uhde 172nbsp;Uhland 159nbsp;Ulbrich(t) 1.59nbsp;rhein. UUer 11nbsp;Vlrici 205nbsp;Vlrich 159nbsp;Umbrecht 161nbsp;Ungar, Unger 190nbsp;Uodalbrecht, -lant 159nbsp;l7o(7alrlfel59.172.176nbsp;Uozo 176nbsp;Dppenkamp 192nbsp;Urban 186nbsp;Urschall 158nbsp;Vaihinger 191nbsp;van den Bosch, Van-derbeck, van Straaten 192


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252

Wortindex.

Vangerow 206 Vernaléken 184nbsp;Villinger 191nbsp;Vitztum 195nbsp;Vlt;nh{e)l, Völkle 175nbsp;Vogelsang 192nbsp;Vogler 199nbsp;Voigt 195nbsp;V oigtlander 189nbsp;Voit 195nbsp;Volbeding 183nbsp;Volcberht, VolTcbrecht,nbsp;Vollbrecht 15. 183nbsp;(s. auch bei F-)nbsp;Vólkmar, Vollmar,nbsp;Vollmer 15. 16 (s.nbsp;auch bei F-)nbsp;Volquardsen 183nbsp;pon Bath 192nbsp;VoÊ 13. 200. 201nbsp;de VoM 201nbsp;Vossius 20.5nbsp;de Vrient 201nbsp;de Vries 201nbsp;Vulpius 205nbsp;Wdchilt 164nbsp;Wackernagel 202nbsp;Walsung 183nbsp;Wagner 198nbsp;Wahl 189nbsp;Wahnschaff{e) 200nbsp;Waibel 196nbsp;Walaram 158nbsp;Walarüna 163nbsp;Walbiirga, Walbiircnbsp;161. 163. 173nbsp;Walch 189nbsp;Waldburg 164nbsp;Waldemar, Waldo-mar 158

Waldhari 157. 168. 174

WaUi 174 Waldmann, Waldo-bert 158nbsp;Waldrada 167nbsp;Waliser 190nbsp;Wallach, Wallaschnbsp;189 ff.

Wallbert; Wallmar 158

Wallbert 167 Walthari, Walthernbsp;157. 158, 174nbsp;Waltinmnd 158nbsp;Waltram 167nbsp;Warinhari, Warnernbsp;157. 176'

Warnke 176 Wasahilt 164nbsp;Wastl{er) 183. 189nbsp;Waterstraat 192nbsp;Webelhut 202nbsp;Weber 197nbsp;Weddigo, Wedeke,nbsp;Wedekind, Wede-king 176nbsp;Wedemeier 195nbsp;Wegner 198nbsp;Wehrenpfennig 204nbsp;Weibert, Weichart,nbsp;Weichert 156nbsp;Weichbrodt 202nbsp;Weichhold 156nbsp;Weidmann 199nbsp;WcierstraÊ 192nbsp;Weigel{t), Weiger(t)nbsp;156

Weigold 156. 171 Weigt 171nbsp;Weikart, Weikertnbsp;156

Weinand 155 Weingart 16. 192nbsp;Weingartner 192nbsp;Weiprecht 156nbsp;WeiJj(e) 199nbsp;Wei/ihut 202nbsp;WeiËkopf 200nbsp;Weitz, Weitzel 178nbsp;Welter 168nbsp;Welti 174

Wendilgard 161. 164 Wendland 190nbsp;Wendt, Wentschernbsp;190

Werbel, mhd. Werbe-lin 175'-Werneke 176 Werneking 183nbsp;Wern(h)er 157. 176nbsp;Wernicke 176

Werth, Aushn Werth

192

Westerkamp, tVester-mann 193 West fal 189nbsp;Weger 156nbsp;Wicbirga 161nbsp;Wichraban, Wick-ardt 156nbsp;Wicki 169. 173nbsp;Widberht 176nbsp;Widbert, -hard 178nbsp;Widiomar 176nbsp;Widmann 176. 178.nbsp;196

Widmer 176. 196 Widugang, Widukindnbsp;176

Wiedemann, Wied ner

199

Wieg er, nbsp;nbsp;nbsp;Wiemar,

Wiemer 156 Wienand 155nbsp;Wiepert, Wieprecht,nbsp;Wigard,Wigger(t),nbsp;Wigberht, Wig-hard, -heri -marnbsp;156

Wignand 155. 156 Wigold 156. 171nbsp;Wilbrecht, Wüfert,nbsp;Wilfarth, Wilfridnbsp;159

1.59.166.171 Wilhelmer 183nbsp;Wilhelmine 207nbsp;WiUa 171nbsp;Wilke 176nbsp;Wilkenis) 176. 182nbsp;Willahalm, -helmnbsp;159. 166. 171nbsp;Willard, Willbrandnbsp;159

Wille 171 Willegund 162nbsp;Willemer 183nbsp;Willert, Willibald,nbsp;-hard 159nbsp;Williher 167nbsp;Willio 173nbsp;Williram 167


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253

Wortindex.

WilUrat, Willmar, Willmer 159nbsp;Waio 171nbsp;Willrath 159nbsp;Wüm 159. 171nbsp;Wilmanns, Wilms-[en) 182. 183nbsp;Wilpert 159nbsp;enj;!. Wilson 183nbsp;Windhorst 193nbsp;Windisch 190nbsp;Wineburgis, Wine-gandus 167nbsp;Wingert 16. 192nbsp;Winifred 176nbsp;Winigund 162nbsp;Winizo 176nbsp;Winhelmann 193nbsp;Winkler 198nbsp;Winne, Winné 122nbsp;Winni, engl. Winnynbsp;174

Wirt 198 Wirtz 183nbsp;Wisagund 164nbsp;Wisu{i)gart, Wisi-mar, Wisu{i)rïhnbsp;102

Witt(e) 13. 199 Wittkopf, Wittkoj)nbsp;200

Wittkugel 202 Wittmann 176nbsp;Witz(el) 178nbsp;Wöllner 197nbsp;Wohlfahrt 18. 158nbsp;Wohl(ge)mut 200nbsp;Wolf 171. 173nbsp;Wolfbert 168. 167nbsp;Wolfbraht 171nbsp;Wolfhrand, Wolfhart, Wolfert,nbsp;Wolfgang, Wolf-hrdban 18. 158nbsp;ahd. Wolfo 129. 171nbsp;Wolf rad 173nbsp;Wolfram 158nbsp;Wollbert,nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;-brand,

-mann, -mer 158 Wollweber 197nbsp;Wolpert 158

Walter 158 Walters 141. 182.nbsp;Woltmann 158nbsp;Wolzogen 200nbsp;WiUlner 197nbsp;got. Wulfila 174nbsp;Wurster 198nbsp;Wychgratn, Wygramnbsp;156

Xylander 206 Zachariae 205nbsp;Zacharias, Zachernbsp;188

Zander 188 Zedler 199nbsp;Zehnder, Zehnter 195nbsp;Zeidler 199nbsp;Zeizburga, -hildis 164nbsp;Zentgraf 194nbsp;Ziebarih 156nbsp;Ziegeler 198nbsp;Zier(en), Zierers,nbsp;Zierl(ein), Zier-mann,nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;Zier alt,

Ziertz, Ziervogel, Zietz(sch), Zietzsch-mann 201. 202nbsp;Zimmermann 198nbsp;Zintgraff, Zinkgreffnbsp;194

Zitelmann 199 von Zitzeivitz 206nbsp;Zöll(n)er, Zoller 195nbsp;Zollikofer 191nbsp;Zuckschwert 204nbsp;Zumbusch, Zurlin-den, Zurmühlennbsp;192.

Slavisch.

russ. Alexandr, Aleksei 12

russ. Avdotïja 12 Bogoslav 206nbsp;russ. Boltunow 127nbsp;russ. Baêïbog 203nbsp;russ. Fedor 12nbsp;russ. Iwan 12nbsp;Janek 207nbsp;Janovici 86nbsp;russ. Jevgenii, Jurii,nbsp;Konstantin 12nbsp;Krak 157^

Krolevici 85 polonisiert. Krotows-ki 123

russ. Marija 12 Micislav 206nbsp;russ. Michail 12nbsp;aczech. apoln. Miesz-ka 1771

abg. MistidrngU, Mïstislawü 203nbsp;Czech. Mstidruh 203nbsp;russ. Nikolai 12nbsp;russ. Paivel 12. 207nbsp;russ. P'ètr, Berger,nbsp;Sofija, Tatijana,nbsp;Varvara, VasUiinbsp;12

russ. Vladimir 12.

2031.

russ. Volhow 127 aruss. Wolodimërnbsp;203^

Etrnskisch.

anie 177 capna 71nbsp;fels'na, felzna 71nbsp;larce 138nbsp;mace 138nbsp;Mantus 74nbsp;petnme(s) 138nbsp;plaute, plute 138nbsp;remne 71nbsp;rumlnas seamp;res 71nbsp;sertur 139nbsp;tarffia 138nbsp;vises 138.

Hebraisch.

Jehochanan 12.

Kleinasiatische Sprachen (Lydischjnbsp;Lycisch usw.).nbsp;'Aga,^ Bdga, Bdgr)?.

Nivvii;, Nóvvo?, Tarai;, TdT(T)a 4.


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254

Worlindex.

3. SonstigeWörter.

Altindisch.

Lok. dgre 150 ahhyamlti 162^nbsp;ama-, dmatra- 162^nbsp;artiMS 44nbsp;drya- 100nbsp;isird- 49nbsp;fk^a- 1771nbsp;kd(k)khati 132nbsp;grdtna- 93nbsp;gharma- 30^nbsp;jahistamba- 202nbsp;tafd- 132nbsp;tSla-, tdlï 1621

turdr 102

Trasddasyu- 203 damp;n-Ur 44nbsp;ddru- 106nbsp;nar- 100nbsp;pdti- 100nbsp;halbald-hr- 98nbsp;brhdnt, hrhait 103nbsp;ihadrd- 101nbsp;rasa- 44nbsp;vdsu- 102nbsp;rar(i) 45

samp;éadds-, -and- 150 érutd- 160nbsp;¦SM- 101

sprdh-, spardhS, 119* sva- 41.

Iranisch.

apers. ariya- 100 av. ddnu- 44nbsp;osset, don 44nbsp;av. huna-, npers. hunnbsp;84.

Griechisch. ÖYeipeiv 93nbsp;aiKXoi 48nbsp;aïpuuv 100nbsp;aioxpó?, aiöxoc,nbsp;aïöX'öTO? 9. 128nbsp;dKpÓTtou? 150nbsp;dXqjó? 46^. 47nbsp;dpqpopeO? 187*nbsp;öpYÓ? 38

apK(T)o? 107. 177* ópxÉKaKO? 203nbsp;aOKpa 59nbsp;ÖTTa 132nbsp;pdpPapog 98nbsp;pauKÓ5 126nbsp;poibtov 177nbsp;Yaiöo? 156nbsp;Yttuoó? 125nbsp;YpiiTDUv 129*

YpóXXo? 126*

YÓvvi? 132 baCiXov 58nbsp;beaaÓTri? 100nbsp;bópu 106

éépYEiv, eïpYÊiv 64 èXaia, êXaiov 51nbsp;éXdvr), éXëvr] 12nbsp;ÉXiKr) 51nbsp;ëpYÊiv 64nbsp;éO, 6U 101nbsp;eupuuiTÓ? 29*nbsp;ebpilj? 29*

péXa, fé\a{=fé\a) 12

OaXXó?, spatgriech.

öaXXiov 162* öeiov 49

deppói; 30**. 55. 81 aol. öépoo? 114nbsp;öoXaKi? priKUJv 133nbsp;idodai 33nbsp;ïbr| 46

Upó? 33. 49. 127 Ka(K)xdZeiv 132nbsp;Kdpa 116nbsp;KopOa, xdpuov 59nbsp;K£Kabpévo?, Kexaapé-vo? 101. 150nbsp;KivdKiuv 176nbsp;KXdbo? 162nbsp;KXé(/')o? 149nbsp;kXutó? 160nbsp;xXdjv 162nbsp;Kvmó? 126nbsp;KÓXacpo? 187*nbsp;Kopaxlvo? 174nbsp;KÓpdu? 45nbsp;KÓpari 20nbsp;Kpépuov 60nbsp;Kprivri 55nbsp;Kpópuov 60nbsp;Kpouvó? 55

KuXXoTtobiujv 125 xOqpo? 58nbsp;nbsp;nbsp;nbsp;,

KU)(pÓ5 98 Xaibpóg 126nbsp;XdXoYei; 133nbsp;Xexlt;9, delph. Xexxiiinbsp;132

Xipó? 126 Xoipó? 126nbsp;XOkoi; 129nbsp;pdXdiuv 129*nbsp;pdXov 51

pTiKUJv 20

piK(p)ó(;, piKKÓ? 128. 132

pópov 40 poOaiuv 129*

Véo?, VeOYVÓ?, V€Ó-

Yovo?, VEoOoXri?, véopToi;, veo-Tpeqpnq, veoxpó?nbsp;122

vuptpTi 188* okibiov 177nbsp;oivo? 51nbsp;ÖXuvöo? 59nbsp;ópoiToo UToXépoionbsp;162*

ópoKXii 162* öppevo? 10nbsp;öpopoi; 20. 60

irapöévo? 161 ff. 164 iracpXdZeiv 98nbsp;Ttébuuv 129*

TtelOeiv 9 TréXXa 57nbsp;nriYi'i 55nbsp;itriYibiov 177nbsp;•ttiöriKoq, ufOiuv 9nbsp;TTlOo? 9nbsp;TrnT(Tr)iZ6iv 132nbsp;uóoic; 100nbsp;irpdoov 20nbsp;Tcpópaxov 52nbsp;TtxópoOo? 161nbsp;u52oi; 52

TtOpYoi; ’Axaiêiv 118 |)ai3i5(;, f)ai3o0v, f)ai-poOKeXri? 125*fif.nbsp;/jaKioöuppaiTTdbri?nbsp;168


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255

W ortindex.

{)0iKÓi; 125''“ nbsp;nbsp;nbsp;I

lt;ja\iii'fTO^O'fXU'irrivci- 1

öai 168 nbsp;nbsp;nbsp;i

odiupoi; dppiOTiic 118 cfEKua, ocKoda 60nbsp;öéXivov 51. 133nbsp;(jtplaq 6nbsp;mpóc; 140

mgr. (jKXdPo?, öxXa-privóc 5^

öTtavó?, (JnavoniÜYUJV 126*

öTpdpuuv 129' (JTpoOOo? 52nbsp;(j-tiupuXiaauWeKTd-bri? 168nbsp;oxoïvo? 51. 60nbsp;aol. TdXiq 162'

TéTTa 132 ion. TfiXic 162'

TixOri 132 Tuvvó? 132nbsp;(ödTupo?) dppiöTiïïnbsp;118

ÖTDic 101 q)epéoiKO? 203nbsp;cpXepóTopov 199nbsp;xOdjv 122nbsp;XÓpTOQ 20. 61

ipatpapó?, -epós 131 xpfupo? 131nbsp;»pd)Xu)V 129'.

Illyriscli-Messa-pisch-Albanesisch. messap. Pp^vbo? 107nbsp;alban. Skjipónj 98.

Italisch.

(Lateinisch unbe-zeichnet.)

acer, acies, acuere 156 advocatus 195nbsp;aetas 14nbsp;agnellus 174nbsp;albus 46^. 47nbsp;amfora 187'nbsp;amnis 80

amphora, ampulla

187'

angor 110'

angulus 109 augustus 110'nbsp;aqua 43nbsp;arduus 46nbsp;atta 132nbsp;avulus 148nbsp;beta 60

caecus 14®. 149 caepa 151nbsp;caesius 140. 149nbsp;calator 151nbsp;campus 39. 61. 108'nbsp;eanus 48. 149nbsp;capere 50nbsp;eellarius 195nbsp;celsus 100nbsp;deer 15Pnbsp;cluere 149 ff.nbsp;colpus 187'nbsp;conciliabulum 60nbsp;cornu 151nbsp;crispus 148nbsp;cucullus, mlat. cucullanbsp;202

spallat. cultellarius 198

sabin. cupencus 151 decanus 195nbsp;decimarius 195nbsp;desidiabulum 60nbsp;ditior, ditissimus 14nbsp;osk. diumpais 188'nbsp;dolabra 149nbsp;durus 82

vulgarlat. ebriacus 168

equos 107

excelsus 100

excipere 98

faber 151'

fagus 60

felare 143

umbr. feliuf 143

fictor 151

fidelia 9

fidere 9

filius 143

flamen 151

foedus 'scheuSlich’ 9

formus 81

framea 106

frugi 100 fulvus 140nbsp;funarms 148nbsp;fundus 84

gaudere, gavisus 150 osk. sic. yéXa 50nbsp;gladiolus 174nbsp;graculus 151nbsp;grex 93nbsp;haedinus 174nbsp;herc{u)le 120 124nbsp;hiems, hibernus 50nbsp;hircus, hirquos, osk.

hirpus 52. 107 inclutus 160nbsp;laems 14nbsp;laurus 60nbsp;levenna 168nbsp;lividus 140nbsp;lucus 59

hmp(h)a, lympha 74. 188*

macellarius 198 maior 195nbsp;mango 198nbsp;mar go 97nbsp;modius 195nbsp;spatial. moUna 94nbsp;monetarius 195nbsp;morum 40nbsp;mutonarius 195nbsp;lat. (sab.) Nero 'fortis’nbsp;100

osk. nerum, umbr.

nerf, nerus 100 numpa, nympha 188*nbsp;ocris, umbr. ocar 20.nbsp;57

ólla 11 opilio 151nbsp;orbus 149nbsp;palatium 187nbsp;pantasiare 187'nbsp;papilla 3nbsp;pappare 3nbsp;persicum, -a 7nbsp;Petraites 200^nbsp;mlat. phlebotomumnbsp;199

picus 107 pisternum 19


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256

Wortindex.

pistor 196 ptsuni 151*nbsp;plagipatida 169nbsp;potis 100nbsp;osk. pompe 149nbsp;ptUeus 55nbsp;rajMcida 169nbsp;rapanus 187*nbsp;rivolus 174nbsp;paelign. sacaracirixnbsp;151

sartor 197 saxum 149nbsp;nilat. sclavua 5nbsp;silva 46nbsp;sim ia 6nbsp;singwli 176nbsp;stabulum 60nbsp;stropus 187*

.sura 149 siitor 197nbsp;suus 41nbsp;tata 3fr. 132nbsp;Tetraites 200*nbsp;tolonarius 195nbsp;turpis 149nbsp;ursiis 177*nbsp;valere, validus, osk.

valaemom 150 vallis 39nbsp;verr es 140nbsp;vibrare 49nbsp;vicedominus 195nbsp;vicus 63

villa, villare 63. 91 vinitor 62*nbsp;virga 161nbsp;virgo 161. 164nbsp;vitellus 140nbsp;vitulus 26. 39nbsp;volvere 45nbsp;vivarium 91.

Boinanisch.

a) Italienisch.nbsp;hronzo 5*nbsp;cittadino 148nbsp;codardo 168nbsp;colpo 187*nbsp;eravatta, croatta 7nbsp;crespo 148nbsp;funaio, funaiolo 148nbsp;grosso 148nbsp;muratore 148nbsp;nanna 3nbsp;nonno, nonna 3nbsp;rosso, rossino 148nbsp;tromba 198nbsp;verde 148.

b) Spanisch.nbsp;crobata 7nbsp;monte 45*.

c) Portugiesisch.nbsp;segunda etc. feiranbsp;184*.

d) Fraiizösisch.nbsp;agneau 174nbsp;hannière 187nbsp;hièvre 107nbsp;bronce 5*nbsp;chauvinisme 6nbsp;couard 168nbsp;coup 187*nbsp;cravatte 7nbsp;-fiacre 6nbsp;franc 106nbsp;fuyard 168nbsp;moulin 94nbsp;orme 192nbsp;pois 151*nbsp;pomme de Sine 7*nbsp;poule, poularde 168nbsp;renard 6nbsp;trompa 198nbsp;ville, villier 63. 91.

Keltisch,

a) Irisch.nbsp;ahann 44. 8(5nbsp;drd 46

aub. Gen. aha 80 herbaim 81nbsp;bonn 84

bun, Gen. bona 84 eaera. Gen. caerachnbsp;107

cetm 46. 81 dobar 44. 78nbsp;eeh 107

foss 84 gabar 51nbsp;gal 100nbsp;glan 48. 78nbsp;mag 81nbsp;mruig 97nbsp;nert 100nbsp;rian 13. 43nbsp;salami 48*nbsp;techim 44.

b) Altgallisch.nbsp;-briga 82

-dunum, -durum 82 gaison, gaisos 156nbsp;-lanum 82nbsp;novios 84nbsp;penn 46. 81.

c) nbsp;nbsp;nbsp;Cymrisch.nbsp;herwi 81

bro 97 cefn 46nbsp;coit 78*nbsp;dubr 44. 78nbsp;ep 107nbsp;glan 48. 78nbsp;halan 48*nbsp;nerth 100.

d) nbsp;nbsp;nbsp;Corniscb.nbsp;bro 97

coit 78' ep 107.

e) Bretonisch.nbsp;auon 80nbsp;coit 78*nbsp;gal 100nbsp;glan 48. 78nbsp;tréb 81.

Germanisch.

a) Gotisch und

Germanisch im

allgemeinen. aggtvus 110*nbsp;agis 156*nbsp;a/va 43. 56nbsp;aina/els 176


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Wortindex.

257

nlhs 92

hru[g)il 60

heri 157

aljan 165

huhil 58

höch 103

atta 4. 132

buocha 51

hröm, hruom 160

audags 12. 165. 171

hür 62. 199

hrosa 48

hairJita 8. 101

chalh, pl. ehelbir 66

hugu 15. 169

hatiza 101

chranawitu 19

inningot 10

hileiban 64. 89

cucula, cugela, cugula

kapüro 199

fagrs 197

202

kleinöt 171

fairguni 46

diot 97. 99

küchïn 174

fram 106^

-efa 44. 79 ff.

lahhi 198

germ, framea 106

egl 156*

leiba 64. 89

frops 168^

eitar 49

Undi 162

gafahrjan 197

ekï 156*

lint 162

hairus 106

ekka 156

liob 164

hauhs 103

elhiz 47

löh 59

lekeis 198

elilenti 39

magad, magadin 174

Hubs, liuba 128. 164

elira 51. 79

mahal 64

marlca 97

ellan 165

mangari 198

molar eis 70

ëlm 51

mari 203*

nanfs 155

emazig, emiz{ig) 49

mari, meri 56

fjairnus 8. 94

engi 110'

mos 60

reiks 155

erila 51

mulïn 94

rüna 163

ero 198

munt 158

sibja 96 ff.

ezisk 61

östan, östar 102

skeinan, skeirs 101

fach 69

ötaq, ötak 12. 160.

spaürds 118^

fehón 197

i65. 171

swes 96

fliedema, fliodema 199

ouwa 66

piuda 97. 99

folo 174

pfragenari 198

triu 108

fravali 200

piunta 62

tinagands, -ei 156*

fridu, frido 11

quirn 94

warms 30*. 81

fröt, fruot 168'

rant 'Schildrand,

winja 56.

ftUin 174

Schild’ 157. 163

funs 13

richt 155. 158

b) Althoch-

fuogan 197

rinti 61

«ieutsch.

gambar 101

rosa 48

adal 160. 165

gartig) 161. 164

rüna 163

-afa. 52. 79 ft.

gawiwart 182

. sahs 105

aha 43. 56

geisila 164

saro 197

•ahi 59

gër 156

sigan 43

akï 156*

gerta 161

siga 166

angar 109. 110*

getragidi 154

sippa 96

angi 110'

giozo 65

scöni 164

angul 110'

got 161

scrOtan 11. 197

afar 49

grioz 108

sparo 177. 201

har 126*

gund{t) 8. 155

spurt 119*

harta 105. 197

hac, hag 159

stadal 63*

hëraht 8. 101

hagan 159'

strach 200

hero 177

haïla 48*

strang{i) 200

hiunta 62

har 106

sund 17

hlldi 164

hari 157

swant, nbsp;nbsp;nbsp;swantjan

brant 155

hart 4.5

swenten 61

Solmsen-Fraenkel, Indogermauische Eigennamen.

17

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258

Wortindex.

sweiya 199

grave, graeve 194

Auel 57

trumbd, nbsp;nbsp;nbsp;trumpa,

gugele 202

jSaba 3

triimpari 198

habe 49

Bachlein 175

trüt 9

hart 45

Bar 201

uhil 105

helle 199

bangein, schweiz. ban

als. 11. 19

huge 15

gen 201 nbsp;nbsp;nbsp;r.*';

uodal 159

huob(en)aere 199

bankeln, schweiz. ban

tvdbar 70

hirn, kürn 8. 94

ken 201

waltan 158

kleinst 171

Banner 187

wang 9

lachenaere 198

Baude 63

loaso 69

laege 190

Bauer 199

tveibel 195*

lit, lïtgébe 198

Betz 177. 201

wlcb, 63

liigenhart 168

bleiben 64. 89

wlda 50

man 17

Bock ‘Bockbier’ 169

widu, witu 50, 59.

niolte,'moltw'érf(e) 18*

Born 55. 186

176. 178

mos 60

Boycott, boycott{ier)en

ivig 155

mül 94

6

ioilari 91

nëmhart 168

Brunn 186

willjo 159

püke, püker 198

Buche 51

idni, wine 155*

md. quad, quad 104

Bude 63

winne 66

riute 61

Bubchen, Bübgen 18

winster 19

rümelant 202

schweiz. Büebli 175

witu s. uiiter whiu

sarwe 197

Bühel 68

wolf 129. 155^

scher 198

Bund, Bundel 175

zeiz 164

schuochwiirhte, sehu-

-burg 63

zün 82.

ochsütaere 197

Chinaapfel 7

c) Mittelhoch-

slfe 44 sïfen 55

Dietrich ‘Nachschlüs-sel’ 6

deutsch.

sige 156

Dummerjan, Dicnmi-rian 168

Sne 17

sigen 43

bengel 201

md. scrSdan 11

emsig 49. 102

Ur 177

scrotaere 11

Fastnacht 18 *

brüel 60

slave, sclave 5

Fichte 51

bunge, bungener 198

slier(e) 79

Fliete 198 ff.

(liet 97

söt 55

frank 106

ebenaere 195

spar 177

frech 10 ff. 200

eche 156

strac 200

Frevel 10. 200

ellende 39

swenten 61

östen-.-bayr. Füetiel,

em(é)zic 102

spatmhd. trimkenbold

schweiz. Füe/Ui

ezzesch, cscli 61

168

175

Béch 197

tcankelbolt 168

Galosche 8

vezzel 126*

ivanschaffen 200

Géheg 62

md. vist 164

wipfen 49

Geiüel 156. 164

spatmhd. vliete 199

wite 176

Gesinde(l) 175

vrevéle 10. 200

ziere 201.

Getreide 154

frum 200 gart 161

d) Neuhoch-

Grobian 168

Haf en 11. 49

gebüre 199

deutsch.

-hagen 6111.

gelichsenhart 168

Auglein 175

-hahn 62

geister 50

Apfelsine 7

Hain 62

gieze 55

Au 56

Havelock 6

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259

Worliiidex.

Heller 8 mile 199nbsp;Horst 59nbsp;Hübel 58. 193nbsp;Hüne 52. 161nbsp;österr. -bayr. Hundelnbsp;175

schweiz. -ilcon 17. 62 Irmche 177nbsp;Kalmuck 7 fi.

Kamp 61 ff.

Kilo 169 Kindeken 176nbsp;Klaus (Klöschen)nbsp;‘Naclischlüssel’ 6nbsp;Schwab. Knilble 175nbsp;Korintke 7nbsp;Krelde 4 ff.nbsp;dial. Kretscham 13nbsp;kroll, krull, krollig,nbsp;Krolle 18. 200nbsp;Küchlein 174nbsp;Kupfer 4ö'.nbsp;io^rer'Lagerbier’ 169nbsp;-leben 64 ff. 88 ff.nbsp;Lebewohl 202nbsp;Leite 192nbsp;Liederjahn 168nbsp;lAndieurm 162nbsp;Madchen, Madgen 18nbsp;Madelchen, Mddeleinnbsp;-lln 178

Schwab. Mannle 175 schweiz. Maitli 175nbsp;Mama 3

österr.-bayr. Mannel 175

Marielle 6. 177 Maulwurf 18’

Meer 56 Metze 6. 177nbsp;Muslin 7nbsp;Mutt 195

Ober ‘Oberkellner’ 169

Orange 7 Olsten, 102nbsp;oberd. -paint 62nbsp;Palas{t) 187nbsp;Pannier 187nbsp;Papa 3

flappen 3

Peter chen nbsp;nbsp;nbsp;(Peterke)

‘Nachschlüssel’ 6 Petz 177. 201nbsp;Pfalz 187nbsp;Pflrsich 7nbsp;Pfütze 55nbsp;oberd. -point 62nbsp;Pomeranze 7nbsp;Baufhold 168nbsp;vinnen 43nbsp;Bilpel 5

Sardelle, Sardine 1 Sckeibenkönig 196nbsp;Scheid 58nbsp;schrö{t)en 12nbsp;Schützenkönig 196nbsp;Schwegel 198nbsp;dial, schwenden 61nbsp;schwingen 49nbsp;seihen 43

dial, siefern, siepe(r)n 44

Sklaee 411'.

Sozi 169

Schwab. Spiltzle 175 Spatz 177. 201nbsp;Sperling 177nbsp;Stadt, Statt 64nbsp;Stelldichein 202nbsp;Störenfried 202nbsp;Stoffel 5. 188nbsp;Strom 44

sad 17

Taler 8 Tattersall 6nbsp;Taugenichts 202nbsp;Tückebold 168nbsp;Trdl 7nbsp;Tüpfel 175nbsp;Tunichtgut 202nbsp;Tupf(e) 175nbsp;Ulme 51nbsp;unflat 164nbsp;Vogeïbauer 62. 199nbsp;Vogelkonig 196nbsp;Vormund 158nbsp;österr.-bayr. Demin.

Weibel 17.5 Weickbild 63nbsp;Weier 91

¦teeilier) 63. 90 ff. Schwab. Wible,nbsp;.schweiz. Wipli 175nbsp;-wil 63nbsp;Winzer 62 ‘

Witzbold 168 Wolke 45nbsp;Zaun 82.

e) Altsachsisch,nbsp;Altniederlan-disch, Altfrie-sisch.

(Altsachsisch unbe-zeichnet.) andl. aar 44nbsp;adro 49nbsp;alah 64. 92nbsp;-apa 44. 79 ff.nbsp;bödlös, afries. bödelnbsp;62. 63nbsp;bürstal 63

I asachs. afries. füs 13 I griot 108nbsp;I halla 48nbsp;j hem 106nbsp;I Idisï 92. 163nbsp;i lëba 64. 89nbsp;i leia’, aniederrhein.

I leige 11. 198 I öd 160. 171nbsp;1 ödag 12nbsp;! ödhil 159nbsp;wik 63.

f) Mittelnieder-deutsch.nbsp;greve 194nbsp;lege 190nbsp;sïpe 44nbsp;sipen 55nbsp;wede 59nbsp;wippen 49.

g) Neunieder-deutsch nebstnbsp;Niederlandisch.nbsp;(Ersteres unbezeich-net.)

ndl. bengel 201 westfal. biarch 45*


17*

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260

Wortindex.

ndl. boedel 63 Bo{r)stel 63nbsp;-hüttel 62. 90nbsp;niederrhein. dung 65nbsp;eller, ndl. els 51nbsp;rhein. enkel 176nbsp;er ‘Erde’, êr ‘Erz’ 198nbsp;frickië) 10. 200nbsp;westfal. haar, hO,rd 45nbsp;Hövel 58nbsp;Holt 58

holtsate, hoUsete 35. 108

ndl. kiehijn 174 Kindeken 176nbsp;Killeen 174nbsp;-lehen 64 ff. 88 ff.

Lep 11 Pott 11

ndl. kwaad, niederrhein. giwad 104 Steen 35

nndd. ndl. wanschapen 200 wippen 49,

h)Angelsachsisch.

stlf 161 angel 1101nbsp;beado 162nbsp;botl 62nbsp;brücan 100nbsp;eycen 174nbsp;éad 160. 171nbsp;éadig 12nbsp;faeger 197nbsp;fram 106 ^nbsp;franca 106nbsp;fród 168*nbsp;giedd 17.3nbsp;grima 155. 162nbsp;haso 48nbsp;heall 48®nbsp;huntjan 49

ongel 110* ós 161nbsp;sipian 55nbsp;spyrd 119*

Strang 200. pryp 9nbsp;tün 82nbsp;wxfre 70nbsp;wudu 178.

i) Neuenglisch.

bang, bangle 201 bright 8nbsp;fair 197nbsp;dial, gisn 56nbsp;hunt 49nbsp;leave 89nbsp;low 190

pops ‘popular concerts’ 169 rail ‘rail-road’ 169nbsp;strong 200nbsp;town 82nbsp;tree 108

wood 50. 59.176.178.

k) Altnordisch.

alfr 161 almr 51nbsp;ama, ami 162nbsp;angr 110*nbsp;ass 161nbsp;austr 102nbsp;audr }71nbsp;bang a 201nbsp;bar da 105nbsp;bgd 162nbsp;eigin 48nbsp;frakka 106nbsp;framr 106®nbsp;gisa 56

grima 155. 162 gud-stafr 12nbsp;haga, hagr 159 *nbsp;hrödr 160nbsp;id 163nbsp;krókr 110*

Idgr 190 lind 162nbsp;mgrk 37nbsp;mimr 183nbsp;gngr 110*nbsp;gngull llOi-selah 39

dora, doran 101

prAdigr,prüdmódigr

9.

I) Neunordisch. norw. amsa 49nbsp;sehwed. dyrk, dan.nbsp;dirk ‘Nachschliis-sel’ 6

norw. sehwed. elf 47 norw. dial, glsa 56nbsp;dan. krog 110*.

Baltlscli.

(Litauisch unbezeicli-net.)

preuÊ. ayculo 48 baltpedulotas 126*nbsp;bdsas, baskójis 126*nbsp;gïré 45 ®

krakis, apreufi. krac-co 157* krókti 157 *nbsp;lokys 177*nbsp;meszkoi, -é, meszkiutinbsp;177*

pedulotas 126* szleivas, -ys, -é, szlei-vakojis, szleivotinbsp;126*

talokas 162 *. SlaTisch.

a) Slavisch im all-gemeinen undAlt-bulgarisch (Alt-kirchenslavisch). baba 3nbsp;bosu 126*nbsp;drivo 108nbsp;gora 45 ®nbsp;igla 48nbsp;kosa 206

russ.-ksl. krakati\ögt;l^ kralï 200*nbsp;lebedt 47

medvèdï, mecïka 177 * minèti 206nbsp;mirü 203®nbsp;morje .35. 39. 108nbsp;némü 98


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261

Wortindei.

polje 35. 108 ramènü 10nbsp;rinqti sj 43nbsp;iilava 206nbsp;Slovëninnbsp;slovo 98nbsp;taliji 162‘nbsp;türgii 10

wlaga, wlagüku 45 zvèrï 85nbsp;agülü 109®nbsp;qzota, qzühü IIO'^.

b) nbsp;nbsp;nbsp;Neubulgarisch.nbsp;gora 45 ®

krokon 157‘ meëe, mecek, mecok,nbsp;mecence, meókanbsp;177*.

c) Serbokroatisc'h.nbsp;bds 126

gdra 45®

krdkati, krbkati 157* tnèée (Gen. mèceta),nbsp;mèëka 177*nbsp;aserb. sebrü, neuserb.nbsp;sèbar 97

sistra, aêja, séka 177K

d) Slovenisch.nbsp;bós 126nbsp;góra 45®

krdkati, krdkati, krSkar 157*.

e) nbsp;nbsp;nbsp;GroÊrussisch.nbsp;her'éza 51

bobrü 51* bogat 203nbsp;boltun 127nbsp;bosoï, bosonogit 126*nbsp;korcma 13nbsp;korolï 200*nbsp;kositï 206nbsp;krakatï 157*nbsp;meëka 177*nbsp;mèskatï 177*nbsp;iijanja 4nbsp;paserb 97nbsp;torg 10nbsp;wologa 45.

f) nbsp;nbsp;nbsp;Kleinrussisch.nbsp;krakaty, krakun 157*nbsp;pryserbyty sja 97.

g) Polnisch.nbsp;karczma 13nbsp;krakac 157*

król 200* mieszkac 177*nbsp;panek 207nbsp;pasierb 97nbsp;piekarz 206.

h) Czechisch.nbsp;jesenik 20nbsp;krol 200*nbsp;krëma 13nbsp;krokati 157*nbsp;meskati 177*.

i)Niedersorbisch. kj aroma 13.

k) Obersorbisch. korëma 13nbsp;krakac, krokac 157*.

Hebraisch.

ereb 28.

Sonstige Spracheu.

bantuspr. omuntu 95 malai. orang-utan 96.


Nachtrag.

Zu S. 52: Über Osning, Osnabrüek s. jetzt E. Schröder, Reallex. germ. Altertumsk. II 74, der von *0sna als altem Namennbsp;der Hase ausgeht.

Zu S. 56. 87: Erfurt ist nicht 'Furt eines Erp’, sondern ent-halt als Vorderglied *Erfesa, alter Name der Gera; s. E. Schröder, Reallex. germ. Altertumsk. II 74, GRM. X 70. In dem letzten Artikelnbsp;handelt E. Schröder auch über Frankfurt am Main und Frankfurtnbsp;an der Oder sowie über die mil -furt gebildeten Ortsnamen undnbsp;ihre Verbreitung.

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C. F. Wintersebe Buchdruckerei.

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